Do Roirott aun Mag Ermäßigte Grundpreise und Nachlasse I. Preisliste Kr. 4. Anzeigenaufträge werden nur zu den„Aulgemeinen beschaftsbedingungen“ angenommen und in„Die Heimat am Mittag" Ausgabe A veröffentlicht. Schluß der Anzeigenannahme morgens 10 Uhr für die am gleichen Tage erscheinende Ausgabe. Für die Aufnahme von Anzeigen an bestimmter Stelle wird keine Gewähr übernommen. Für die Richtigkeit aller durch Fernsprecher übermittelten Anzeigen wird nicht gehaftet. Geschäftsstelle und Schriftleitung: Bezu Haup Kunst Hattingen=R., Obermarkt/ Kleine Weilstraße. Fernsprech-Anschluß: Dortmund Nr. 11103. Postschließfach Nr. 21 u. 22. Die Geschäftsstelle ist von m . Hattingen Nr. 2941, 2942 und 2943. morgens 8 Uhr durchgehend bis abends tscheckkonto: Uhr geöffnet. Hattingen=Ruhr; Briefkasten: Fritz W. Deger, Essen=Steele. Verantwortlicher Anzeigenleiter: Hermann Büscher, Hattingen=Ruhr. Druck und Verlag: C. Hundt sel. Wwe., Hattingen=Ruhr. Drahtanschrift: Kreisblatt Hattingenruhr. Für die Aufbewahrung aller der Schriftleitung unverlangt eingesandten Beiträge kann keine Gewähr übernommen werden.„Die Heimat am Mittag“ D.=A. für Ausgaben Hattinger Zeitung, Bochumer Tageblati und Tageblatt für Essen=Steele=Kray=Ueberruhr=Kupferdrey VI. über 12000 Ausgabe A 91. Nummer 155 Kreisblatt für den Ennepe=Ruhrkreis Mittwoch. 5. Juli Die große Heimatzeitung in Stadt und Kreis 1939 Cuglaud reichlich nervôs Moskau will Chamberlains Rücktritt Des Kremls Ziel: Eine Volksfront-Regierung in London— Wie reagiert Downing Street? Blamalter Rü. Berlin, den 5. Juli. Wie sehr die britische Politik sich an die Sowjetunion verkauft hat, indem die Londoner Regierung sich mit dem Kreml in Paktverhandlungen einließ, demonstriert im Angenblick die neue Krise, in die die Verhandlungen eingetreten sind. In London ist man nicht nur ungeduldig und ratlos, sondern hilflos und sucht bereits einen Weg, um zu retten, was zu retten ist, denn aufgeben kann die Regierung Chamberlain die Verhandlungen nicht; sie hat die Oeffentlichkeit propagandistisch derartig bearbeiten lassen, daß sie ihr nun auch einen Erfolg der diplomatischen Sondierungen vorsetzen muß. Also greift man ernent den Strohhalm einer emeinsamen vorläufigen Erklärung auf und pricht davon, daß zunächst versucht werden müsse, wenigstens einen Rahmenvertrag unter Dach zu bringen, und alle umstrittenen Einzelheiten in einem späteren Vertrag zu klären. Gleichzeitig bemüht man sich in Londoner politischen Kreisen angesichts der neuen Schwierigkeiten. die nach der vorliegenden Moskauer Note aufgetaucht sind, das Geheimnis dieser Sphinx zu enträtseln und fragt sich dabei, wohin die Moskauer Taktik geht. Aufschlußreich ist in diesem Zusammenhang ein neuer Vorstoß liberaler Kreise gegen den Ministerpräsidenten Chamberlain, indem nämlich in den liberalen Blättern die Rede immer wieder davon ist, daß Churchill ins Kabinett eintreten müsse. Dabei läßt man durchblicken, daß Chamberlain nicht genügend Vertranen genieße, den angenblicklichen politischen Kurs Englands restlos durchzuhalten. Es verlantet weiter, und das scheint das Geheimnis der angenblickli. en Moskauer Schwierigkeiten zu sein, daß der reml darauf hinarbeitet, Chamberlain zu Fall zu bringen. Man sieht in ihm nicht ten Partner, mit dem man Pferde stehlen kann. Dazu braucht man offenbar Leute, die unbedingt Moskan hörig sind, wie z. B. Eden, der der Moskauer Ideologie verfallen ist und sich in seinen politischen Ansichten immer stärker salonbolschewistischen Ideen nähert. Eine ähnliche Qualifikation bringt auch Churchill mit. Ein Eintritt dieser beiden Politiker in das Kabinett scheint Moskau ein noch zu geringer Preis Englands zu sein, und das Endziel dürfte die Erreichung einer Art„Volksfrontregierung“ mit entscheidendem Einfluß Churchills und Edens sein. Hat sich schon die britische Außenpolitik in das Schlepptau Moskaus begeben, so ist nun der Punkt erreicht, an dem sich die englische Innenpolitik die Bevormundung Moskaus wird gefallen lassen müssen. „Unverlangte Garantie, eine Frechheit“ London, den 5. Juli. Der Korrespondent der„News Chronicle“ in Helsinki gibt eine Unterredung mit dem finnischen Außenminister Erkko wieder, in der dieser erklärte, Finnland würde eine„Garantie“ seiner Unabhängigkeit ohne eine Erlaubnis als eine Frechheit ansehen. Finnlands Antwort würde in der Konsolidierung all seiner Kräfte für die nationalé Verteidigung bestehen. Der bulgarische Ministerpräsident auf deutschem Boden Empfang auf der Grenzstation Rosenbach Berlin, den 5. Juli. Am Dienstagabend trafen der Königlich=Bulgarische Ministerpräsident und Minister des Aeußern und Frau Kjosseiwanoff mit Begleitung auf ihrer Fahrt zum Staatsbesuch in der Reichshauptstadt an der deutschen Grenze in Rosenbach ein, wo sie vom Deutschen Ehrendienst in Gegenwart des Königlich=Bulgarischen Gesandten in Berlin Churchill soll helfen Verstärkte Agitation für seinen Eintritt ins englische Kabinett London, den 5. Juli. Je langwieriger und schwieriger sich die englisch-sowjetrussischen Verhandlungen gestalten— und heute gibt man in gutunterrichteten Kreisen offen zu, daß in der sowjetrussischen Antwort ganz neue Fragen ausgeworfen worden sind, von denen in den bisherigen Verhandlungen nicht die Rede war— um so intensiver wird die Agitation für einen Eintritt Churchills ins Kabinett. Eines der Hauptargumente dieser Kampagne ist die erwartete Zunahme des Vertrauens der Sowjets im Falle der Beteiligung Churchills an der Regierung. „Dialy Expreß“ meint, nachdem sich die Regierung einmal in Bündnisverhandlungen mit Moskau eingelassen habe, sollte sie sich auch mit dem Mann einlassen, der sie in dieses Bündnis hineingetrieben habe, nämlich Winston Churchill. Wenn dieser Bündnispolitik irgendein Verdienst zukomme, so sollte man Churchill daran teilnehmen, ihn aber auch die Verantwortung mittragen lassen, indem man ihn sofort in das Kabinett einbezieht. begrüßt wurden. Nachdem Ministerpräsident Kjosseiwanoff die auf dem Bahnsteig angetretene Ehrenkompanie abgeschritten hatte, setzten die bulgarischen Gäste im deutschen Sonderzug ihre Fahrt fort. Sie werden heute mittag in Ber lin erwartet. Reichsminister Funk fährt nach Holland Berlin, den 5. Juli. Reichswirtschaftsminister und Reichsbankpräsident Funk hat sich gestern abend in Begleitung seiner Gattin mit dem fahrplanmäßigen Zug nach Holland begeben, um den Besuch des holländischen Wirtschaftsministers Dr. Steenberghe zu erwidern, der wie erinnerlich, im Frühjahr dieses Jahres dem Reichswirtschaftsminister in Berlin einen mehrtägigen Besuch abgestattet hat Bei dieser Gelegenheit wird Reichswirtschaftsminister Funk in seiner Eigenschaft als Präsident der Deutschen Reichsbank auch den Gouverneur der Holländischen Nationalbank Dr. L. I. A. Trip besuchen. Anschließend an den Besuch in Holland wird sich Reichsminister Funk zur Teilnahme an der Monatssitzung der BIZ nach Basel begeben In der Begleitung des Reichswirtschaftsministers reisen der stellvertretende Leiter der Hauptabteilung Außenhandel des Reichswirtschaftsministeriums Ministerialdirigent Dr. Schlotterer, Oberregierungsrat Rechenberg und der Adjutant des Reichswirtschaftsministers=Sturmbannführer Dr. Schwedler. aus der Lüge Mit armseligen Erfindungen versuchen die Einkreisungsstrategen ihren Reinfall zu vertuschen Es hinterläßt immer ein fatales Gefühl der Unglaubwürdigkeit, wenn sich jemand seiner Kraft und Entschlossenheit anreißerisch laut rühmt, der im entscheidenden Augenblick schon einmal versagt hat. Paris und London haben sich mit ihren alarmierenden Voraussagen von dem angeblich geplanten Wochenendputsch in Danzig gründlich blamiert, denn allmählich lernt auch der Harmloseste Mache von Tatsachen zu unterscheiden. Um so kraftmeierischer gebärden sich die Londoner und Pariser Zeitungen jetzt, um ihren Reinfall zu verschleiern und den Leser von dem peinlichen Thema der sich immer noch uferlos hinschleppenden Moskauer Einkreisungsverhandlungen abzulenken. „Der Führer hat seine Pläne, Danzig übers Wochenende ins Reich zurückzuholen, vor der furchtbaren Entschlossenheit der Demokratien aufgeben müssen," das ist auch Dienstag der Tenor der Pariser und Londoner Leitartikel, die sich mit der Freien Stadt beschäftigen, und man versucht diese Meinung auch in anderen, besonders südosteuropäischen Ländern, die sich den Sirenenklängen aus dem Lager der Garantiestrategen verschließen, zu verbreiten. Die verschiedenen Botschafterempfänge und Botschafter=Reisen geben Anlaß, immer wieder zu betonen, daß ein„Gewaltstreich“ gegen Danzig den allgemeinen Krieg entfesseln würde, denn wie schon Chamberlain das Verhalten der Polen schön in Ordnung findet, so hat sich die Presse der Garantiestaaten längst daran gewöhnt, Tag für Tag Oel ins Feuer zu gießen und den östlichen Gernegroß zu noch herausfordernderer Sprache zu ermuntern. Im allgemeinen ist es Rückzugsgeplänkel, das man in der Presse der beiden westlichen Hauptstädte vernimmt. Man versucht, das Gesicht zu wahren, um an dem offenen Eingeständnis vorbeizukommen. Ein Blatt wie das Pariser„Ordre“ fühlt sich zu der„Feststellung“ berechtigt,„der Führer scheine nicht die Absicht zu haben, die Dinge in Danzig zu überstürzen"(!). Auch der „Figaro" bemerkt weise,„Berlin scheine seine Putschpläne aufgeschoben zu haben", sagt aber weiter, die Absichten der Reichsregierung„blieben dunkel". In keiner Zeitung fehlt zwar die Beteuerung, Deutschland sei gebremst worden durch die„Energie der Londoner und der Pariser Regierung und ihre unwiderrufliche Entschlossenheit", aber dennoch glaubt man dem Leser wenigstens eine halbe Erklärung dafür geben zu müssen, daß man vorgestern noch die wildesten Kriegsgesänge anstimmte, heute aber ganz sachte tritt.„Figaro“ schiebt die Verantwortung dafür den„ausländischen Beobachtern in Berlin" zu, die sich am Sonnabend auf einen Putschversuch in Danzig „gefaßt machten“, jetzt aber ihre„Ansicht geändert hätten". Man kann sich eine leichtfertigere Auffassung von der Berichterstattungspflicht eines „ausländischen Beobachters“ kaum vorstellen als sie hier zum Ausdruck kommt, zumal auch der Berliner Korrespondent des„Ordre“ am gleichen Tage festzustellen genötigt ist, daß Deutschland nicht an den Krieg glaube und in Berlin älles seinen normalen ruhigen Verlauf nehme. Sie sollen gezwungen werden! Angst vor Veröffentlichung etwaiger Abmachung mit Moskau Generaloberst von Brauchitsch bei den Eisenbahnpionieren. Der Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst von Brauchitsch, wohnte bei Fürstenwalde einer Uebung der Eisenbahnpioniere bei. Davon berichtet unser Bild: Generaloberst von Brauchitsch(X) beobachtet die Arbeiten an der LZ.=Brücke.(Scherl=Bilderdienst.) Paris, 5. Juli. Der künstlich und krankhaft organisierte Optimismus bezüglich der sowjetrussischen Antwort auf die letzten französisch-englischen Vorschläge hat sich beträchtlich abgekühlt, ja, man hat ganz offenkundig einen empfindlichen Schnupfen bekommen. Moskau hat heute im französischen Blätterwald nicht gerade das, was man eine„gute Presse“ nennt. In fast keiner einzigen Zeitung finden sich noch irgendwelche Versuche, die Enttäuschung zu verhehlen. Daß man in eine solche Lage kommt, nimmt bei den irren Versionen in Paris und London nicht wunder: Der„Petit Parisien“ bezeichnet es als unzulässig, daß London und ris sich verpflichten, wegen Estland oder Finnland in die Schranken zu treten, während Sowjetrußland abseits bleiben könnte, falls Holland oder die Schweiz angegriffen werden würden. Zu der Forderung Moskaus, daß der völlige Vertragswortlaut des Dreierpaktes einschließlich des Zusatzprotokolls über die garantierten dritten Staaten veröffentlicht werden soll, betont das Blatt, in London und Paris sei man der Ansicht, daß eine derartige Veröffentlichung nicht wünschenswert sei, denn sie könnte Proteste von seiten der„garantierten“ Länder auslösen, und andererseits könnte die deutsche Propaganda darin Nahrung für ihren Feldzug gegen die Einkreisung finden! Der Londoner Korrespondent des„Jour“ bezeichnet die Meldung des„Evening Standard“ von einer völligen Einigung mit Moskau als eine„Falschmeldung", die zwar an der Börse eine Hausse auslösen könnte, die aber die politischen und diplomatischen Kreise enttäuscht hätte. Es bestünden weiterhin ernste Schwierigkeiten. Die„Epoque“ schreibt, daß die Verhandlungen immer noch in die Länge gezogen würden. Zwar kündige man von Zeit zu Zeit„fühlbare Fortschritte" an, aber man könnte sich nicht einigen. 1 Aufforderung an Chamberlain Der„Danziger Vorposten" unterrichtet den Premierminister Danzig, 5. Juli. Unter der Aufforderung,„Herr Chamberlain, holen Sie Ihre Informationen über Danzig vom britischen Konsulat in Danzig und nicht von der polnischen Botschaft in London!“ schreibt der„Danziger Vorposten“: „Der britische Premierminister hatte einmal große Sympathien im deutschen Volk. Das ist noch gar nicht ein Jahr her. Leider ist das nicht mehr der Fall. Wir wissen, daß es ihm gleichgültig ist, ob deutsche Sympathien, oder deutsche Antipathien. Herr Chamberlain! Ihr Verhalten kann für die europäische Politik aber nicht gleichgültig sein. Sie haben es sich in den Kopf gesetzt, den Versuch zu unternehmen, die Eingliederung unserer Danziger Bevölkerung in das Gdoßdeutsche Reich zu verhindern! Welches sind Ihre Beweggründe, da Ihnen die Berechtigung unserer Ansprüche hinreichend bekannt sein müßte? Oder ist es wahr, daß Ihre Informationen über das historische Danzig aus derselben Quelle stammen wie Ihre angeblichen zuverlässigen Berichte über aktuelle Ereignisse in Danzig? Wenn Ihre Kenntnis von dem augenblicklichen Zustand in Danzig, wie Sie ihn am Montag vor dem englischen Parlament schilderten, derjenigen Kenntnis der 700jährigen Vergangenheit Danzigs entspricht, haben wir bisher absolut falsche Vorstellungen über den Wissensbereich und die Geschichtskenntnis eines britischen Premiers gehabt. Der britische Premierminister hat es am Montag bei einer Rede im Unterhaus für zweckmäßig gehalten, eine Information aus Warschau als glaubhaft und zuverlässig hinzustellen. Wir sind der Ansicht, daß ein so wichtiger Politiker wie Chamberlain, wenn er sich schon mit einer Information identifiziert, zumindest an einer zweiten Stelle sich eine Bestätigung für eine von ihm vertretene Behauptung besorgt. Das wäre ihm leicht gefallen. Chamberlain hat erklärt, ihm zugegangene zuverlässige Berichte wiesen darauf hin, daß in Danzig„große und steigende Zahlen deutscher Staatsbürger offensichtlich als Polizisten und steigende Zahlen reichsdeutschen Militärs offensichtlich als Touristen getarnt, eingetroffen seien." Diese Behauptung ist unwahr. Sie ist genau so in Warschau erfunden, wie der angebliche Wochenendputsch, mit dem sich das englische Kabinett durch seine vorgesehene Notsitzung am Sonntag bereits hinreichend blamiert hat. Die englischen Politiker würden klug daran tun, in der Unterrichtung über Ereignisse im Zusammenhang mit dem deutsch=polnischen Gegensatz nicht einseitig auf Warschau zu hören. Wir sind in der Lage, ausdrücklich zu dementieren, daß sich reichsdeutsche Soldaten, Angehörige der deutschen Wehrmacht reichsdeutscher Staatsangehörigkeit auf Danziger Boden befinden. Sie sind überhaupt nicht da, weder als in Danziger Uniform gesteckte Polizisten noch als zivile Touristen. Diese unsere klare und eindeutige Zurückweisung einer Warschauer Lüge, die Herr Chamberlain sich zu eigen gemacht hat, wird von uns nicht leichtsinnigerweise in die Welt gesetzt, sondern wir sind in der Lage, uns auf die Beobachtungen von in Danzig anwesenden Ausländern zu berufen. Wir glauben auch, daß es zweckdienlich ist, wenn die britische Regierung eine direkte Auskunft bei ihrer konsularischen Vertretung in Danzig/ einholt. Ein auswärtiger Besucher Danzigs, der in der Lage ist, die Situation dieses Sommers in Danzig mit der früherer Jahre zu vergleichen, wird höchstens feststellen können, daß gegenwärtig nicht so viel Touristen wie ehemals in Danzig anwesend sind, vor allem, weil z. B. auch die englischen Touristenschiffe in diesem Jahre wegen der „bedrohten Lage“ ausbleiben. Daß die Danziger Staatsangehörigen, die zu Tausenden in den letzten Jahren im Reich sich Arbeit suchen mußten, weil die Lebensbedingungen in der Freien Stadt, die materielle Existenz der Bevölkerung zu sichern, nicht ausreichend sind, im Sommer ihren Urlaub in der Heimat bei ihren Verwandten verbringen, wird auch den Engländern einleuchtend sein. Und daß von den 30000 Danzigern, die gegenwärtig im Deutschen Reich leben, viele gerade in dieser Zeit des Kampfes um die Freiheit und um das Recht ihrer Heimat zu Hause sein wollen, ist ein Zeichen, mit welcher Geschlossenheit und mit welcher Opferbereitschaft die Danziger Bevölkerung für ihre Forderung „Zurück zum Reich“ eintritt. Die Danziger Bevölkerung hat die Drohungen polnischen Militärs und Politiker, Danzig müßte erobert werden, zwar nicht ganz ernst genommen, aber man kann es denjenigen, die über die Sicherheit Danzigs zu wachen haben, nicht verübeln, wenn sie Vorbereitungen für polizeiliche Schutzmaßnahmen treffen. Sich militärisch zu rüsten, hat Danzig keine Veranlassung, weil im Ernstfall die reichsdeutschen Garnisonen in dichtester Nähe liegen. „Garantie" der Einkreiser nicht erwünscht Warschan, den 5. Juli. Die Vertreter Lettlands, Estlands und Finnlands in London sind einer Meldung des„Kurjer Kairo, 5. Juli. Nach einer Meldung des Beirnter Korrespondenten der Zeitung„Aharm“ besteht kein Zweifel, daß Syrien nach der Aufteilung des Landes durch Frankreich schweren Unruhen entgegensieht. Der Rücktritt des Präsidenten der Syrien=Republik werde jeden Augenblick erwartet. Der Korrespondent berichtet dann weiter, daß auf den Straßen nach Damaskus starke Militäraufgebote eingesetzt worden seien. Arobische Staaten besprechen gemeinsames Vorgehen Irakischer Außenminister besucht Ibn Sand. Katro, den 5. Juli. Der Bagdad=Korrespondent der ägyptischen Zeitung„Balagh“ meldet, daß der irakische Außenminister sich nach Hedschas begeben wird. Er wird dort mit dem Außenminister Emir Feisal zusammentreffen. Die Konferenz soll die kürzlich ausgegebene Note König Ibn Sauds zum Gegenstand haben. Wenn die Besprechungen positiv verlaufen, werde der irakische Minister anschließend nach Riad reisen und mit Ibn Saud verhandeln. New York, 5. Juli. Im Kohlenbezirk von Kentucky dauert die äußerst gespannte Lage unverändert an. Es herrscht eine bürgerkriegähnliche Atmosphäre, die gestern durch eine gewaltige unterirdische Dynamitexplosion besonders deutlich wurde. Terroristen sprengten während der Betriebsruhe anläßlich des Nationalfeiertages unterirdische Anlagen eines Kohlenbergwerks. Die Täter werden in den Kreisen der kommunistisch verseuchten CJO=Gewerkschaft vermutet. Seit Mitte Mai werden alle Gruben im Kohlengebiet von Kentucky von schwerbewaffneter Staatsmiliz bewacht. Die Agenten der LewisGewerkschaft forderten von den Grubenbesitzern den Abschluß kollektiver Arbeitsverträge. Da sich diese radikale Organisation der besonderen Gunst Noosevelts erfreut, schlugen die Gewerkschaftsagenten von Anfang an einen sehr aggressiven Ton an. Die Verhandlungen zerschlugen sind, und die CJO. drohte mit Gewaltakten. In der Folhezeit kam es zu schweren Zusammenstößen, die dem Mittelpunkt des Kohlenbezirks den Namen„blutiger Harlan“ eintrugen. Es ist kennzeichnend für die amerikanische Presse, daß keine New Yorker Zeitung auch nur ein Wort von der katastrophalen Lage in Kentucky bringt. Wie es dort aussieht, erfährt man Warszawski“ zufolge am Sonnabend im Foreign Office vorstellig geworden, um im Auftrag ihrer Regierungen zu erklären, daß ihre Staaten in einem eventuellen englisch-französisch-sowjetrussischen Abkommen nicht genannt zu werden wünschen. Verhandlungen mit Litauen abgeschlossen Berlin, den 5. Juli. Zur Ergänzung des deutsch-litauischen Freihafenabkommens sind in der Zeit vom 23. Juni bis 3. Juli in Berlin im Auswärtigen Amt zwischen einer deutschen und einer von dem Ministerialdirektor Augustaitis vom litauischen Verkehrsministerium geleiteten litauischen Delegation Verhandlungen über verschiedene noch offene Fragen geführt worden. Als Ergebnis dieser Verhändlungen sind gestern verschiedene Vereinbarungen unterzeichnet worden, die u. a. folgende betreffen: Postverkehr, Fernmeldeverkehr, Schifffahrtsbestimmungen, Beschäftigung und Aufenthalt litauischer Arbeiter im Freihafen Memel, Ausweise, Devisenfragen, Zollbestimmungen u. a. Diese Reise läßt darauf schließen, daß sich die irakische Regierung den Standpunkt Ibn Sauds nach einem gemeinsamen Vorgehen der arabischen Länder zu eigen gemacht hat. Dieses gemeinsame Vorgehen soll sich auf Syrien und Palästina beziehen und auf eine Abwehr der Gefahr, die König Ibn Saud in der Politik der Einkreisungsmächte für die gesamtarabischen Interessen sieht. Bildung einer Zentralregierung für China war nicht möglich Schanghai, den 5. Juli. In Peking hat Wangtschingwei drei Tage lang mit Vertretern der Nankinger und Pekinger Regierungen über seinen Plan, eine chinesische Zentralregierung zu bilden, verhandelt. Die Besprechungen ließen es aber ratsam erscheinen, diesen Plan einstweilen noch zurückzustellen. Auch ein zweites Objekt, das er im Falle des Mißlingens des ersten Planes durchführen wollte, wird in gut unterrichteten Kreisen vorläufig als gescheitert angesehen. Er hoffe nämlich die Unterstützung des Marschalls Wupeifu dafür zu gewinnen, eine dritte Teilregierung für Mittelchina in Hankau einzurichten. Marschall Wupeifu hat aber bisher, jede Besprechung mit Wangtschingwei abgelehnt. jetzt aus Wochenschauen, die zur Zeit in den Kinos laufen. Die Bilder zeigen Schichtwechsel in Harlan. Jeder arbeitswillige Bergmann betritt und verläßt seine Arbeitsstätte mit schußbereitem Revolver. Jeder Förderwagen wird von einem Soldaten begleitet, der das Gewehr im Anschlag hat. Angesichts dieser schon wochenlang andauernden Zustände hat es nur ein kleiner Teil der Grubenbesitzer gewagt, seine Bergwerke befahren zu lassen. Britische Boykottmaßnahmen gegen japanische Einfuhr London, 5. Juli. „Daily Expreß“ bezieht sich auf eine Erklärung des britischen Handelsministers im Unterhaus über die Kennzeichnung von Einfuhrwaren mit dem Stempel„Foreign“ oder„Empire“ und meldet, daß das Handelsamt Dienstag abend die Zollbehörde der Häfen angewiesen habe, alle nicht als Auslandsgut genügend gekennzeichneten Waren zu beschlagnahmen. Diese Tatsache, die die Erklärung des Ministers, die auf eine ausdrücklich gegen Japan gerichtete Anfrage erfolgte, deuten auf eine Verschärfung der Einfuhrbestimmungen in Richtung auf Spezialkennzeichnung des importierenden Landes hin. Geschenk Froncos für den Führer Drei Gemälde spanischer Meister von dem spanischen Botschafter übergeben. Berlin, den 5. Juli. Der Führer empfing gestern in der Neuen Reichskanzlei den spanischen Botschafter Marques de Magaz, der ihm als persönliches Geschenk des Staatschefs Spaniens, Generalissimus Franco, drei Bilder des spanischen Malers I. Zuloaga überbrachte. Das eine Bild stellt einen spanischen Bauern in einer Landschaft dar, die beiden anderen Spanierinnen in ihrer Nationaltracht. Der Führer nahm die Gabe des Caudillo mit herzlichen Worten des Dankes entgegen. Eine Ehrenformation der=Leibstandarte erwies dem spanischen Botschafter im Ehrenhof der Neuen Reichskanzlei bei der An= und Abfahrt Ehrenbezeugungen. Deutsch-finnische Freundschaft Die Reichsfrauenführung zum ersten Male bei der Lotta Svärd— Brandenburger Mädel lernen Finnland kennen nsk Berlin, 5. Juli. Pgn. Else Paul von der Reichsfrauenführung trat in Begleitung der Gaufrauenschaftsleiterin von Schleswig=Holstein eine Reise nach Finnland an. Pgn. Paul nimmt in Vertretung der Reichsfrauenführerin am 6. und 7. Juli an der Hauptversammlung der großen finnischen Frauenorganisation Lotta Svärd teil. Es ist dies das erstemal, daß deutsche Frauen an einer solchen Tagung vertreten sind. Bisher waren nur Abgeordnete derjenigen Länder eingeladen, in denen Tochterorganisationen des Lotta Svärds bestehen. * Um die im vergangenen Sommer angeknüpften freundschaftlichen Beziehungen der Brandenburger BD M.=Führerinnenschaft und der Jugend Finnlands auszubauen und zu vertiefen, wird auch in diesem Jahre eine Fahrtengruppe des Obergaues Mark Brandenburg nach Finnland fahren. Die brandenburgischen BDM.=Führerinnen werden Gelegenheit haben, verschiedene Industriestädte des Landes als auch rein bäuerliche Gegenden kennenzulernen und wiederholt mit den finnischen Kameradinnen des Pfadfinderbundes zusammenzutreffen. *( In Pillau trafen 400 junge Finnen zu einem Besuch in Östpreußen ein, denen von Vertretern der Partei und Wehrmacht ein herzlicher Empfang bereitet wurde. Die finnischen Gäste werden im Verlauf ihres Aufenthaltes in Östpreußen die historischen Stätten des alten Soldatengaues besuchen, und vor allen Dingen das große Aufbauwerk des Nationalsozialismus aus eigener Erfahrung kennenlernen. Jüdische Geschäfte mit gefälschten Schecks Mailand, den 5. Juli. In Genua wurde eine Devisenfälscherbande, die ausländische Juden mit gefälschten Schecks versorgte, von der Polizei ausgehoben. Drei falsche Schecks im Betrage von 60 000 Schweizer Franken konnten beschlagnahmt werden. Wie sestgestellt wurde, hat die Bande und ihre jüdische Kundschaft Valutenschiebungen im Betrag von mehr als 1,30 Millionen Lire vorgenommen. deei Zeilen Zürich. In Zürich trat am Montag ein internationaler Baugewerbekongreß zusammen, der vom internationalen baugewerblichen Verband einberufen wurde und an dem rund 150 Bauunternehmer, Ingenieure und Architekten u. a. aus Deutschland, Italien, Frankreich und England teilnahmen. Brüssel. Wie offiziell heute in London bekanntgegeben wurde, wird das englische Königspaar vom 24. bis 27. Oktober einen Staatsbesuch in Brüssel machen. Das englische Königspaar ist bekanntlich vor einigen Wochen offiziell vom belgischen König eingeladen worden. London. Der britische Botschafter in Berlin, Sir Neville Henderson, traf, wie vorgesehen, Dienstagabend aus Berlin kommend in London ein. Syrien vor schweren Unruhen Rücktritt des Staatspräsidenten erwartet Bürgerkriegatmosphäre in US Dynamitanschläge am Nationalfeiertag Au der Schwelle des Pazipik Gedanken beim Einfahren in den Hafen von Singapur— England, die weiße Rasse, und Japan (O. C.) Singapur, im Juni 1939. Kaum ein unmittelbarer Eindruck würde dem Fremdling vor der Einfahrt in den Hafen von Singapur die ungeheure Wandlung verraten, die mit diesem Platze in jüngster Zeit vor sich ging, wenn er nicht schon über sie im Bilde wäre und aus unwesentlichen Andeutungen seine Schlüsse ziehen könnte. Kein Neuling, der sich ihm nähert, kann aber so weltfremd sein, nicht zu wissen, einem der wichtigsten, wenn nicht wichtigsten Nervenknotenpunkte des Weltgeschehens zu begegnen, entsprechend umpanzert mit den stärksten und vollkommensten Schutzmitteln moderner Kriegstechnik, mit zahlreichen Küstenforts, die zum Teil viele Kilometer außerhalb des eigentlichen Hafens liegen, mit den modernsten Küstengeschützen aller Größen bis zum höchsten Kaliber, mit Fliegerabwehr=Batterien, Ballonsperren, gasdichten und bombensicheren Militäranlagen, Kasernen, Kriegswerkstätten, Arsenalen, Flugplätzen für Land= und Seeflugzeuge, Startbahnen, Katapulten usw. usw. Nichts von alledem beunruhigt das Auge auf der Fahrt zwischen kleineren grünen Inseln hindurch, die in der Straße von Malakka vom Indischen Ozean her zur Insel Singapur überleiten, die nur eine schmale Rinne von der Südspitze der Halbinsel Malakka trennt. Idyllisch gelegene Landhäuser mit herrlichen Garten= und Parkanlagen unterbrechen das natürliche, tropisch üppig wuchernde, in der Sonne flimmernde reiche Pflanzenkleid der Eilande. Alles atmet Ruhe und Frieden, aber es handelt sich doch nur um eine täuschende Atrappe, hinter der sich die atemraubenden Kraftanstrengungen eines Weltreiches zur Verteidigung einer seiner wichtigsten Außenstellungen vollziehen. Singapur ist das Verkehrszentrum der ganzen südostasiatischen Welt. Die Zahl der ein- und ausgehenden Schiffe betrug im Durchschnitt der letzten Jahre gegen 14 000 mit einer Tonnage von über 30 Millionen. Neben den Schiffen der großen Post= und Frachtdampferlinien laufen Dampfer von kleinerer Tonnage an, die den Verkehr mit allen Punkten Hinterindiens und des Archipels, die irgendwelche wirtschaftliche Bedeutung haben, vermitteln; dazu unübersehbare Schwärme chinesischer Dschunken, malanischer Praus und arabischer Daus, die von dem Handelsverkehr leben, den der ozeanische Großverkehr nicht ersaßt hat. Der harmlose Neuankömmling wird aus der Seelenruhe, in die ihn die Ufer- und Insellandschaften einlullten, an denen sein Schiff vorbeizog, schon aufgestört, sobald bei der Einfahrt in den Hafen das Deck von farbigen Händlern zu wimmeln beginnt, einem in allen Farbentönen schillerndes Durcheinander von Vertretern aller Rassen Vorder= und Hinterindiens, Chinas, Japans, der Sundainseln usw. samt ihrer mannigfachen Kreuzungen. Die ganze Unrast ihres Gehabens, ihr Wettfeilschen, die unbefriedigte Lebensgier, mit der sich ihre Augen an ausgesuchten Opfern festzusaugen suchen, alles das verrät die vulkanische Natur des Rassenunterbaus, auf dem die Herrschaft des weißen Mannes am Tor zum Partfik ruht. Welch ein Gegensatz zwischen dem Gedränge in den Farbigen=Vierteln und dem Raumkomfort der Europäerstadt Singapur! Ein paar tausend Engländer lenken die politischen Geschicke einer Farbigenbevölkerung von mehr als 600000, die durch natürlichen Zuwachs oder Zustrom von außen rasch auf 1 Million und darüber anzuschwellen droht. Den festen Kern dieser Anhäusung von Angehörigen aller asiatischen und vieler anderer Völkerschaften der farbigen Welt bilden gegen 160000 Chinesen, die sich gegenüber den englischen Behörden offen und mit Stolz zu ihrer Nationalität und zur Treue gegenüber dem neuen China bekannten. Die Gesamtzahl der Bewohner chinesischen Ursprungs und deren Mischlingsanhängsel ist weit größer. Wie in Schanghat entwickelte sich auch in Singapur unter britischem Schutz eine Großstadt vorwiegend chinesischen Gepräges. Der gesamte Kleinhandel nicht nur Singapurs, sondern auch der Halbinsel Malakka befindet sich fast ausschließlich in chinesischen Händen. Auch im Großhandel spielen unternehmende chinesische Kaufleute eine immer bedeutendere Rolle. Die Inder, die in Ostafrika den Kleinhandel zu monopolisieren wußten und selbst im großen Geschäft Europäern immer mehr Wind aus den Segeln nehmen. kommen in Südostasien gegenüber chinesischem Wettbewerb nur ganz wenig zur Geltung. Die Engländer und die ihnen angeschlossenen anderen Abendländer geraten in ihrer geschäftlichen Tätigkeit in immer größere unmittelbare Abhängigkeit von den Machtstellungen britischer See= und Kolonialmacht im indo=pazifischen Raum. Nur diesem Rückhalt verdankt der weiße Mann vorläufig noch die Möglichkeit, sich in den wohnlichsten Teilen der Insel mit seinen Siedlungen, Verwaltungs= und Geschäftsanlagen so breit zu machen, als ov er das großstädtische Wesen der „Löwenstadt“ allein verkörperte. Leider bewegt sich der britische„Sahib“ im mittleren und Fernen Osten längst nicht mehr auf der Höhe der Verantwortung vor sich selbst, vor seinem Weltrecht und vor der abendländischen Kulturgemeinschaft. Er hält die Zügel der Herrschaft über farbige Untertanen nicht fest in der Hand, verliert unter der„Bürde des weißen Mannes" mehr und mehr dessen Würde, läuft Gefahr in dem Bestreben, die Schale seiner Macht durch Panzerung zu verstärken, deren Kern verkümmern zu lassen, und neigt immer mehr dazu, im Bunde mit dem„Vettern an der anderen Seite des Atlantik“ zugunsten der Belange der angelsächsischen„Zivilisation" die ganze übrige Menschheit in ein Rassen- und Völkerchaos zu verwandeln. Es ist ja durchaus nicht der Fall, daß die Ausbreitung des britischen Kolonial- und des nordamerikanischen Wirtschaftsimperialismus den Lebensrechten der abendländischen Kulturgemeinschaft noch entspräche. Auch aufstrebende farbige Völker haben berechtigten Anspruch auf einen angemessenen Lebensraum. Nicht umsonst droht sich aber heute der gesamtangelsächsische Imperialismus mit dem Weltbolschewismus zugunsten einer unbedingten Aufrechterhaltung des„Status quo" der Verteilung der Welt und ihrer Schätze verschwören. Aus purem Eigennutz suchen die Großbesitzer unter den Völkern der Erde eine den veränderten Weltverhältnissen entsprechende Neuverteilung der Welt zu hintertreiben, und sie wundern sich dann, daß sich die Völker ohne Raum verschiedener Rassen mehr und mehr zu einer Notgemeinschaft verbunden fühlen, damit sie sich gemeinsam gegen eine„Weltordnung" auflehnen können, die eigentümlicherweise nach wie vor die größten menschenarmen, aber mit natürlichen Reichtümern gesegneten Räume für ihre Entwicklung unter der Kontrolle von„Mutterländern“ hält, die beweglich über die wachsende Zahl ihrer leer bleibenden Wiegen klagen und sich deshalb immer mehr außerstande fühlen, jene Räume, die sie gleichwohl gegen die Einwanderung aus dichtbevölkerten Gegenden sperren, zu bevölkern. Noch viel weniger gönnen sie den Völkern ohne Raum (Fortsetzung siehe 3. Seite, Hauptblatt!) NUMMER 155 „DIE HEIMAT AM MITTAG“ MITTWOCH, 5. JULI 1939 Das war der Hochsommer 1914 hattingen in schicksalsschweren Tagen Unsere Stadt vor und bei Ausbruch des großen Weltenbrandes In den nächsten Wochen jährt sich zum 25. Male die Zeit des Kriegsausbruches 1914. Wir werden uns das Hattingen jener Wochen einmal in die Erinnerung zurückrufen. Es war eine Zeit, in der unsere Stadt in beschaulicher Ruhe dahinlebte, die Tageschroniken der Mai= und Juniwochen 1914 bringen kaum erschütternde Ereignisse, sie beschränken sich auf Mitteilungen des Inhaltes etwa, daß der Geschäftsmann X. hinfort unter der und der Telefonnummer dem Hattinger Fernsprechnetz angeschlossen sei, oder daß„wegen Ueberholung und Reinigung der Anlagen“ die Elektrizitätswerke am Sonntag auf einige Stunden„die Stromversorgung in der gesamten Stadt absperren.“ In der damals noch dreispaltig gedruckten „Hattinger Zeitung“ stand z. B. zu lesen, daß Bürgermeister Eigen namens der Schuldeputation die Damen Hattingens aufforderte, zur Sedanfeier am 3. August auf der Schulenburg für die Bewirtung der Schuljugend zur Verfügung zu stellen. Kein Mensch ahnte, daß sie an diesem 3. August nicht die Schulkinder Hattingens henden Väter und Söhne unserer Stadt am Bahnhof mit einer Wegzehrung bewirten würden. Ein Verkehrsausschuß hatte für den 13. September zu einem Verkehrstag mit Schaufenster=Wettbewerb aufgerufen, zum 31. Juli abends war vom Stadtkriegerverband Hattingen ein Konzert der Kapelle des 14. Westf. Inf.=Regt. 17(Graf Barfuß) im Hotel und Garten Niemeier beschlossen worden. Ueberhaupt erlebte das Hattingen der Vorkriegszeit viele solcher Großkonzerte. So waren für die letzte Juliwoche 1914 außer dem Konzert der Barfüßer noch drei weitere Konzerte angesetzt: das des Trompeter=Corps des II. Rhein. HusarenRegimentes 9 aus Straßburg in der Bella Riva an der Ruhr, eines vom Trompeter=Corps Feldart.=Regiment 15 auf der Schulenburg, ein drittes endlich am 29. Juli von der Kapelle des 3. Unterelsässischen Inf.=Regimentes 138 bei Schulte=Bonsfeld. Aus all dem zeigt sich daß trotz der damals schon verwickelten Situation Oesterreich—Serbien kaum jemand ernstlich an Krieg dachte. Erste dunkke Wolken am politischen himmel So um den 23. Juli 1914 herum wird der Inhalt der„H. Z.“ unruhiger. Anfang August sollte zum Auftakt der Kaisermanöver Wilhelm II. in Münster sein. Am 25. Juli erschien das erste Telegramm. Schon die Ausgabe am Tage zuvor brachte in halbfettem Druck Meldungen von„ernsten Augenblicken“ und von einer„furchtbar ernsten Situation.“ Am 27. Juli heißt es, der Kaiser werde in Berlin zurückerwartet, die Hochseeflotte hatte Befehl zur Sofort=Heimkehr erhalten. an der deutschen Östgrenze standen die ersten 80 000 zusammengezogenen Russen. Noch immer aber glaubte man nicht an den Weltenbrand! Erst rotgeränderte Extraausgaben der H. Z. am 28. Juli „Der österreich=serbische Krieg“ zwangen dazu, die Lage für so ernst zu nehmen, wie sie inzwischen tatsächlich geworden war. Noch kann die „Hattinger Zeitung“ dem Magistrat der Stadt über eine halbe Seite Raum zur Verfügung stellen(am 29. Juli) für den Abdruck der Ordnung über die Erhebung von Lustbarkeitssteuern im Stadtgebiet), aber schon erscheint klein und fast kaum zu bemerken unter„Verschiedenes“ eine Ankündigung des Landrates Hattingen, daß das Proviantamt Düsseldorf Roggen aufkaufe. Am nächsten Tage hätte der Raum zum Abdruck der städt. Lustbarkeitssteuerordnung sicher schon nicht mehr gereicht, die Ereignisse begannen sich zu überstürzen. Immerhin erwies sich die seinerzeitige Schriftleitung der H. Z. als höchst aktuell: sie veröffentlichte aus der Feder eines damals bekannten englischen Finanzmannes, Edgar Crammond, einen Artikel„Die Kosten eines Weltkrieges“. Darin wurde ein Nachweis der These versucht, daß bei Verteilung der Fronten Dreibund gegen Entente, ein einjähriger Weltkrieg sicher zehn Milliarden Mark für die Betroffenen kosten werde. Welcher Trugschluß! In Wirklichkeit gingen nach dem Ende des gigantischen vierjährigen Ringens die Gesamtkosten für alle daran Beteiligten in die Hunderte von Milliarden! Dann jagten sich die Ereignisse Am 30. Juli wird durch Telegramm die Einberufung der russischen Reservisten gemeldet. Am 31. durch Draht die Mobilmachung des deutschen Heeres auf kaiserliche Anordnung, fett mit dicken Blocks. Ein Hattinger Stimmungsbild von diesem Tage hatte folgenden Wortlaut: Die allgemeine Erregung findet ihren Ausdruck auch in dem geradezu übersteigenden Bestreben der Beschaffung von Lebensmitteln für den Fall eines Krieges. Die Lebensmittelgeschäfte wurden gestern und heute fast gestürmt von besorgten Hausfrauen. Unter diesen Umständen braucht man sich über eine Preissteigerung gar nicht zu wundern. Aber auch hier sollte die Mahnung:„Ruhig Blut!“ ihre Geltung haben.— In Hattingen ist die Sedan=Schulfeier am 3. August abgesagt worden; als die Kinderchen heute aus der Schule kamen, hieß es allgemein: Die Sedanfeier findet erst nach dem Kriege statt... Einstmals Leipzig, dann Sedan... Wer weiß, wie es in Zukunft heißen wird...— Das Militär=Konzert im Hotel Niemeier in Hattingen findet nicht statt, weil die Kapelle der 17er gestern bei ihrer Ankunft in Bochum ein Telegramm vorfand, das sie sofort zum Regimente an der Westgrenze zurückberief. — Eben hatten wir diese Zeilen fertig, als die Mobilmachungsdepesche eintraf. Die Red. Nun geht es Schlag auf Schlag. Am 1. August zeigt die H. Z. eine vierspaltig aufgemachte Titelblattmeldung, in der Bürgermeister Eigen namens des Magistrates zur Besonnenheit bei der Lebensmittelversorgung aufruft, zum Maßhalten und die dringende Mahnung an die Geschäftsinhaber Hattingens richtet, eine etwaige Kopflosigkeit des Publikums nicht auszunutzen, um es durch übertriebene Preisforderungen auszubeuten. Papiergeld dürfe nicht zurückgewiesen werden; wer es bereits gewagt habe, 1 Prozent Abzug bei Papiergeldzahlung zu machen, sei schon hart bestraft worden. Die H.=Z.=Extrablätter wurden den zu Hunderten und Tausenden auf dem Obermarkt Wartenden förmlich aus der Hand gerissen. Einmal war der Ansturm gar so stark, daß eine Scheibe der Verlags=Geschäftsstelle eingedrückt wurde und in Trümmer ging. Der Verlag beschloß von diesem Tage an, 5 Pfennige für eine Extraausgabe zu nehmen. Das Geld wurde einem Fonds zur Unterstützung von Angehörigen eingezogener Reservisten und Landwehrleute zugeleitet, es gab Hattinger Spender, die für ein Extrablatt zwei, ja drei Reichsmark(!) opferten.— Inzwischen verschwanden aus dem Nachrichtenteil die. Meldungen über Aufmarsch, Verteidigungsmittel, Truppenbewegungen, um der Möglichkeit eines hattinger Stadtspiegel — Hattingens Kyffhäuser=Silber=, Gold= und gr. Goldnadel=Anwärter treffen sich am nächsten Sonntag von 9 bis 11.15 Uhr am Stand Kerssen im Ludwigstal. Für Kameraden, welche alle Pflichtübungen der 1. Schießklasse erfüllt haben, findet das Ehrennadelschießen statt. Der Schießwart muß Schießliste und Schießbücher mitbringen. Ohne Schießbuch mit Lichtbild wird kein Kamerad zum Ehrennadelschießen zugelassen. Die Leituna hat stelly. Kreisschießwart Poppe. — Beförderungen beim Hattinger Postamt. Unter den Postschaffnern, die zu Oberpostschaffnern befördert wurden, befindet sich, wie uns nachträglich, vom Postamt Hattingen mitgeteilt wird, auch Postschaffner Kogelheide. — Hattingen als Gauschulungsstelle in der DAF Den zweiten Platz in der Schulung der Deutschen Arbeitsfront nimmt(nach der Grundschulung) die Gauschulung ein. Der Deutschen Arbeitsfront, Gau Westfalen=Süd, stehen drei Gauschulen zur Verfügung, und zwar die Gauschulen in Hattingen, Milspe und Föckinghausen. Alle drei Schulen wurden im vergangenen Jahr aus= und umgebaut, um eine bessere Durchführung der Lehrgänge zu gewährleisten. Die Gauschule Hattingen dient der weltanschaulichen Schulung. In ihr fanden im vergangenen Jahr 14 Lehrgänge statt, an denen 455 Walter teilnahmen. Sozialpolitische und fachpolitische Lehrgänge, Lehrgänge für Frauenwalterinnen, Betriebsjugendwalterinnen und Betriebsjugendwalter fanden in der Gauschule Milspe statt. Hier verzeichnet der Schulbetrieb 27 Lehrgänge mit 904 Teilnehmern. Die Gauschule Föklinghausen dient der Vertrauensratsschulung. An 31 zweitägigen Lehrgängen in Föckinghausen nahmen 2347 Vertrauensratsmitglieder, 327 Betriebsführer und 267 Frauenwalterinnen teil. — Vom Billardsport. Die Billardfreunde Hattingen hatten im„Deutschen Haus" zum Wochenende den Langenberger Billardelub(Josti) zu Gast. Hattingen konnte die Kämpfe mit 148 Plusbällen für sich entscheiden. Die Einzelergebnisse lauten: Braun(Langenberg) 65— Demski(Hattingen) 78, Lappe 35— Wegemann 75, Becker 50— Russert 72, Klaes 52— Kampmann 111, Eich 107 — Heldmann 71, Hellmann 103— Buschmann 92, Weusthoff 72— Hemp 122, Stellbeck 64— Geis 49, Lennatz 68— Spelz 48, Brockermann 53— Venn 76. — Großer Erfolg einer Hattinger Turnerin. An den deutschen Gerätemeisterschaften in Hildesheim nahm eine Hattinger Turnerin, Lotte Becker vom Verein für Turn= und Rasensport Hattingen, teil und konnte sich als Siegerin im Geräte=Acht=Kampf für Frauen plazieren. Der Siegerin den herzlichen Glückwunsch der „H. 3.". — Familiennachrichten. Beim Standesamt Hattingen=Land wurde die Geburt von Helmut Schmahl, Winz V 127 gemeldet. Weiter die Heirat von Anton Wiegand, Winz V 26 und Maria Uridil geb. Böhm, Ober=Erkenschwick und sodann der Tod von Wilhelm Borberg, Bredenscheid=Stüter III 148, 80 Jahre alt. — Die Musterung und Aushebung findet im Ennepe=Ruhr=Kreise in der Zeit vom 10. Juli bis einschl. 23. August statt, und zwar in Hattingen, Gasthof Weiltor, vom 10. bis 25. Juli für die Bezirke Hattingen, Winz, Blankenstein (einschließlich Sprockhövel) und Herbede. Wer bis zum 9. Juli eine schriftliche Gestellungsaufforderung von der zuständigen polizeilichen Meldebehörde nicht erhalten hat, hat sich sofort bei dieser zu melden. Die erforderlichen Unterlagen sind zur Musterung mitzubringen. — Ein aufregender Vorfall ereignete sich Dienstag nachmittag gegen 18.20 Uhr in Welper. Ein Motorradfahrer mit Sozius und einem Beiwagen sanste den Hüttenberg hinunter und auf der rechten Seite gegen den Zann Die Frau, die im Beiwagen saß, sah scheinbar den Unfall kommen und sprang kurzerhand und geistesgegenwärtig aus dem Fahrzeug. Dennoch scheint sie auch verletzt worden zu sein, genau wie der Fahrer des Motorrades und der Sozinsbegleiter. Alle drei Personen wurden dem Hattinger Krankenhause zugeführt. Verrats vorzubeugen, dagegen mehrten sich die amtlichen Verfügungen, Erlasse und Befehle des Kommandierenden Generals zu Münster, des AOK. und anderer amtlicher Stellen. Am 1. August fiel die Entscheidung Auf das Ultimatum an Rußland und das Stillschweigen des Zaren folgte Samstag, den 1. August, der Befehl zur deutschen Mobilmachung. Der Sonntag war der 1. Mobilmachungstag. Telegramme und Sonderausgaben wurden fast stündlich durch die Maschinen gejagt, ab Montag, 3. Angust, entschloß sich der Verlag Hundt zu täglich zwei Ausgaben, eine mittags, die zweite abends. Ein Aufruf von Landrat Cuntze(Hattingen) an die Bürgerschaft mahnte zur Besonnenheit und dazu, das Geld auf die Sparkassen zu schaffen. Geldabheben galt in diesen schweren Tagen als schändlicher Verrat am Vaterland. Wegen der militärischen Maßnahmen war zeitweise der telegrafische Verkehr Hattinhattinger Unfallretter wurden belobigt und belohnt Im Kampfe gegen Betriebsunfälle, die meist durch unvorhergesehene Zufälligkeiten verursacht werden, ist die selbstlose Einsatzbereitschaft von Arbeitskameraden von entscheidender Bedeutung, die in Augenblicken höchster Gefahr den Bedrohten geistesgegenwärtig hinwegreißen. Diese Werkskameradschaft hat schon zahlreiche tüchtige und fleißige Arbeiter dem sicheren Tode entrissen und dadurch den Werken und der deutschen Schaffensgemeinschaft erhalten. Sicherlich ist das Bewußtsein, einen Arbeitskameraden vor schwerem Schaden bewahrt zu haben, den Rettern Lohn genug. Es hat sich trotzdem die schätzenswerte Gepflogenheit herausgebildet, den Rettern aus schwerer Unfallgefahr zur Anerkennung ihres selbstlosen Einsatzes von seiten der Berufsgenossenschaften ein Belobigungsschreiben und einen größeren Geldbetrag zukommen zu lassen. In letzter Zeit wurden in dieser Weise von der Hütten= und Walzwerksberufsgenossenschaft(Essen) in Hattingen ausgezeichnet: die Arbeitskameraden Grubenmann Karl Kokcinski. Hilfshandwerker Heinz Müser, beide von der, Ruhrstahl=AG. Henrichshütte.— Wir beglückwünschen die selbstlosen Retter! gens mit den Städten der Umgebung gesperrt, die Post verfügte, daß nur eine zweimalige Ortsund eine einmalige Landzustellung erfolgte. An diesem 3. August überflog ein ZeppelinLuftschiff, die„Hansa“, die Stadt. Begeistert wünschte die Hattinger Einwohnerschaft dem Luftriesen frohe Fahrt. Wohin ging diese? Bereits in Feindesland? Woher? Wohin? Vonunseren Bürgern wird es wohl nie jemund erfahren haben. Tags darauf— es fand gleichzeitig die Eröffnung des Reichstages statt— ließ der Direktor des Hattinger Realgymnasiums durch die„H. Z.“ mitteilen, daß das Vaterland auch die Jugend rufe. Die Schüler der Hattinger Anstalt, die an landwirtschaftlichen und ähnlichen Arbeiten sich zu beteiligen Lust hatten, sollten sich umgehend beim Schuldiener in eine Liste eintragen.„Es wird nicht gezweifelt daran, daß Hattingens Eltern ihre Erlaubnis dazu erteilen“, so schloß die Mitteilung— und kaum ein Schüler schloß sich aus: hattingen in den ersten Augusttagen 1914 Ein wörtlicher Abdruck des Stimmungsbildes, das die„H. Z.“ von jenen schicksalsschweren Tagen aus unserer Stadt veröffentlichte, läßt vielleicht am ehesten die Erinnerung wach werden bei all jenen, die damals„mit dabei" waren. Also stand da zu lesen: In den Vormittagsstunden wurde das Straßenbild im Mittelpunkt der Stadt belebter und eine allgemeine starke Erregung zeigte sich in der Bevölkerung, als die Blätter die Meldung von dem Einbruch russischer Truppen an zwei Stellen der Östgrenze verbreiten. Allgemeine Empörung herrschte in dem zu ungeheuren Massen angeschwollenen Menschengewoge über den russischen Friedensbruch. Inzwischen hatten sich auch die unsinnigsten Gerüchte verbreitet. Telephonisch wurde angefragt, ob es sich bestätige, daß in Petersburg die Revolution ausgebrochen sei, oder daß der Zar, der Kronprinz oder Prinz Heinrich erschossen seien. Selbstverständlich waren alle diese Meldungen Produkte einer aufgeregten Phantasie. Am Nachmittag herrschte auf den Straßen ein ungewöhnlicher Verkehr. Automobile rasten durch die Straßen. Bedeutend war der Verkehr an den Bahnhöfen, wohin viele zu den Regimentern abreisende Offiziere und Wehrleute von den Angehörigen begleitet wurden. Abends wuchs der Verkehr auf den Straßen, trotz des zeitweiligen Negens ins Ungeheuerliche. In den Lokalen wurden patriotische Lieder gesungen. Hinter den zum Felde einberufenen Wehrpflichtigen will auch die zum Kriegsdienst noch nicht verpflichtete junge Mannschaft nicht zurückstehen. Es haben sich viele Freiwillige und Krankenpflegerinnen gemeldet. Von dem Rechte der Aufgebotsbefreiung machten eine größere Anzahl Wehrpflichtiger Gebrauch, die sich standesamtlich bzw. kirchlich trauen ließen. Montagmorgen herrschte in den Straßen schon zur frühen Stunde sehr reges Leben. Reservisten zogen singend zum Bahnhof, um in ihre Garnison zu fahren. Ein schier endloser Zug aus illen Kreisen und Schichten der Bevölkerung gab denjenigen jungen Kriegern, welche kurz vor 2 Uhr nachmittags von hier abfuhren, das Geleit zum Bahnhofe. Unter Vorantritt eines SchülerTrommler= und Pfeiferkorps und der Hattinger Kapelle zogen die Krieger, mehr als 400, von ihrem Sammelplatze bei Fritz Lohmann zu den Kriegerdenkmälern auf dem Kirchplatze, allwo Herr Pastor Arendt den Scheidenden ein Wort des Trostes und der Aufmunterung zurief. Auf dem lindenbeschatteten Platze hat sich schon mancher denkwürdige Akt vaterstädtischer und vaterländischer Geschichte abgespielt; aber feierlichere Augenblicke als gestern hat doch wohl kaum jemand erlebt. Am Bahnhofe rief im Namen der Stadt Herr Stadtrat Hundt den ausziehenden Kriegern ein „Auf Wiedersehen!" zu; ebenso feuerte der Kriegsveteran Herr Wilhelm Stein vom Kriegerund Landwehr=Verein die jungen Krieger an, dem lieben Vaterlande und der alten Vaterstadt allüberall Ehre zu machen. Unter den Klängen des „Muß i denn, muß i denn zum Städtlein hinaus“, setzte sich der lange Eisenbahnzug in Bewegung. (Der„Ruhr=Turnerbund“ und der„Turnklub“ waren mit ihren Fahnen im Zuge vertreten.)— Angesichts der vorzüglichen Haltung der Bevölkerung im Kreise Hattingen hat der Kommandierende General des 7. Armeekorps von Einem den Herrn Landrat ermächtigt, bis auf Widerruf Versammlungen nach eigenem Ermessen zu genehmigen. * Und dann begann das ruhmreiche Ringen unserer deutschen Helden um des Volkes und Vaterlandes Freiheit Ein Vierteljahrhundert wird in den nächsten Wochen vergangen sein, ein Vierteljahrhundert. Es schließt den durch Verrat und Hinterhalt erzwungenen Niedergang des Zweiten Reiches und die spätere herrliche Geburt des Dritten Reiches ein, unter dessen Schöpfer und Führer es wieder zu einer unbesiegbaren Weltmacht wurde, zu einem herrlichen und wunderbaren Groß=Deutschland. Des wollen wir, des müssen wir gedenken bei dieser Erinnerung an die Zeit vor 25 Jahren.—f. — Das geht die Bürgerschaft an! In letzter Zeit mehren sich mit Recht die Klagen über die Tatsache, daß die Bürger Hattingens die Straßen nicht sauber zu halten wissen. Was nützen alle Anstrengungen der Verwaltung, Straßen und Plätzen ein schmuckes Aussehen zu geben, wenn überall auf ihnen achtlos Papier, Zigarettenschachteln, leere Tüten und wer weiß was sonst weggeworfen werden! Hier hat das Publikum genau so Disziplin zu üben, wie in allen anderen Dingen, wo man sie ihm abverlangt.— Eine westdeutsche Großstadt hat sich in einer ähnlichen Lage vor Jahren einmal durch Strafen geholfen, und zwar mit durchschlagendem Erfolg. Sollte es wirklich in dem sonst als so sauber gerühmten Hattingen auch dazu kommen müssen? Papierkörbe sind fast überall aufgestellt, und wo wirklich einmal keiner in der Nähe ist, wird es nicht viel ausmachen, ein Butterbrotpapier oder eine leere Schachtel bis zur nächsten Ablage=Gelegenheit aufzubewahren.— Zur Sauberkeit auf den Straßen müssen die Einwohner unbedingt mithelfen. Ein etwas ausgeprägterer Ordnungssinn könnte da nichts schaden. Feuer in Dahlhausen Im Sögewerk Eggemann brannte es Ueberraschend wurde die Bevölkerung von Linden=Dahlhausen aus ihrer beschaulichen Ruhe aufgeschreckt. Die Löschzug Dahlhausen der Feuerlöschpolizei und die Bochumer Feuerlöschpolizei sausten durch die Straßen des Ortes zur Dr.=C.=Otto=Straße neben dem Bahnhof Dahlhausen, wo in den Gebäuden der Holzhandlung Eggemann Feuer ausgebrochen war. Vom Bahnkörper aus hatten Bahnbeamte bemerkt, daß im Sägeschuppen der Holzhandlung Eggemann Flammen züngelten. Sie alarmierten schnellstens die Feuerwehr. Diese war sowohl von Dahlhausen aus. als auch von Bochum umgehend zur Stelle. Mit zwei Schlauchleitungen wurde der Brand bekämpft. In kurzer Zeit war das Feuer durch den Dahlhauser Löschzug beseitigt, so daß die Bochumer Wehr nicht mehr in Tätigkeit zu treten brauchte. Die reiche Fülle an Sägemehl und Holz hatte eine starke Rauchentwicklung zur Folge, so daß sich von weithin eine starke Menschenmenge angesammelt hatte. Die Brandursache konnte noch nicht festgestellt werden; es wird vermutet, daß das Feuer durch Funkenflug entstanden ist. Weitere Stadtnachrichten — Der angekündigte Leichtathletik=Klubkampf Universität Münster— Tura Hattingen, der am heutigen Mittwoch auf dem Jahnplatz ausgetragen werden sollte, wurde in letzter Minute wegen Unabkömmlichkeit der Münsteraner abgesagt. — Silbernes Dienstjubiläum in Linden. Ein Gefolgschaftsmitglied der Firma G. Wolff fr., Linden, der Formermeister Paul Wirtz, wohnhaft in Hattingen, geb. am 2. August 1885 zu Köln, beging am 3. Juli 1939 sein 25jähriges Arbeitsjubiläum. Der Jubilar trat am 2. Juli 1914 als Former in das Werk ein. Ab Juli 1928 wurde er von der Werksleitung als Formermeister eingesetzt. Wir wünschen dem Jubilar noch eine langjährige Tätigkeit in alter Frische und rufen ihm ein herzliches„Glück—auf" zu. bh — Meldet euch zur Erntehilfe! Viele Möglichkeiten gibt es, in der Ernte zu helfen, wenn du nur willst. Bist du nicht stark genug für die Feldarbeit, dann kannst du die Kinder hüten, im bäuerlichen Hausgarten in Ordnung halten oder die Stopf= und Flickarbeit für die mit Arbeit überlastete Bäuerin tun. Meldungen nimmt entgegen die Ortsabteilungsleiterin Hilfsdienst. — nsg. Mit dem Rad durch Östpreußen. Die NS.=Gemeinschaft„Kraft durch Freude“ veranstaltet in der Zeit vom 8. bis zum 21. August eine Radwanderung durch die schönsten Gebiete des Gaues Östpreußen. Die Teilnehmer fahren mit dem Sonderzug bis Marienburg und unternehmen von dort aus unter kundiger Führung die Wanderung. Die Fahrtkosten einschließlich Uebernachten und Abendessen betragen 40 RM. Tagsüber Rucksackverpflegung. bh — Die Bauernspende für das Winterhilfswerk. Auch das westfälische Landvolk hat durch seine diesjährigen Leistungen den Beweis erbracht, daß es sich zum Sozialismus der Tat bekennt. Wertmäßig berechnet ergibt das Gesamtspendenaufkommen einen Betrag von rund 1907000 Reichsmark. Das Ergebnis des Vorjahres wurde um rund 153 000 Reichsmark übertroffen bh Bann 99 war ausgezeichnet auf dem Gebietssportfest der HI in Münster Die besten Wettkämpfer aus den 33 Bannen des Gebietes Westfalen waren am 30. 6. 1939 nach Münster gekommen, um in den Einzelwettkämpfen in der rathletik, im Schwimmen und Schießen um die Gebietsmeisterschaft zu kämpfen. Einmal ging es darum, Gebietsmeister zu werden, zum anderen, zu den deutschen Jugendmeisterschaften, die in diesem Jahre vom 22. August bis 27. August in Chemnitz ausgetragen werden, zugelassen zu werden. Außerdem sollte im Reichssportwettkampf(100 Meter, Weitsprung, Keulenweitwerfen bei der HJ., 60 Meter, Weitsprung, Schlägballweitwerfen beim DJ.) die beste Mannschaft(Stärke 1:10) ermittelt werden, die das Gebiet Westfalen in Nürnberg bei den Deutschen Kampfspielen während des Reichsparteitages vertritt. Hier belegten die Mannschaften des Jungbannes 99(Fähnlein 36 Rummenohl) und des Bannes 99(Gefolgschaft 11 Schwelm) beide den 9. Platz. In den Einzelwettkämpfen der Leichtathletik schnitten sie weitaus erfolgreicher ab. 2 Igg. aus dem Bann 99 wurden Gebietsmeister, und war, wie schon gemeldet, Rudolf Claes (3/99 Hattingen) im 400=Meter=Lauf in der ausgezeichneten Zeit von 53.6 Sek. und Friedel Heynen(11/99 Schwelm) im Hochsprung mit 1,65 Meter. Im Hochsprung belegte ferner der Ig. Karl Reinhoff(11/99) mit einer Leistung von 1,60 Meter noch den dritten Platz. Im 100=Meter=Lauf wurde Walter Siebert(11/99) zweiter mit 11.1 Sek.; einen weiteren zweiten Platz errang der Ig. Walter Solbach(11/99) im 110=Meter=Hürdenlauf in der sehr schönen Zeit von 15.5 Sek. Die in den Vor= und Zwischenläufen erzielten Ergebnisse in der 4-mal=100=Meter=Staffel ließen vermuten, daß es im Endlauf einen sehr erbitterten Kampf zwischen den Bannen 135(Hagen) und 99 geben mußte. Bessere Wechseltechnik war für den Sieg des Bannes 135 mit 44.8 Sek ausschlaggebend. Die Mannschaft des Bannes(Solbach, Siebert, Heynen— alle 11/99— Claes— 3/99) lief einen zweiten Platz in der guten Zeit von 45.1 Sek. Im Weitsprung belegten Siebert(11/99) den 4. Platz mit 6,834 und Solbach(11/99) den 5. Platz. mit 6.29 Meter. Im Diskus(1,75 Kilogramm schwer) errang Friedel Heynen(11/99) den 4. Platz mit 35,70 Meter. Im Fünfkampf(100 Meter, Weitsprung, Hochsprung, Kugelstoßen, Keulenweitwerfen) errangen Friedel Heynen 4306,5 Punkte, Fr. Bodde(3/99) 4125 Punkte und belegten damit den 5. bzw. den 9. Platz. Bei den Gebietsmeisterschaften im KK.=Schießen(20 Schuß liegend freihändig) erzielte der Ig. Leopold Kirchloh(8/99 Wengern) 206 Ringe und wurde mit dieser Leistung Sechster. knigge- unvollkommen Sonntag nachmittag beobachteten Spaziergänger auf dem linken Ruhrufer unterhalb der Burg Blankenstein einen ergötzlichen Vorfall. Von jenseits steuerte ein lustiges Völkchen, das scheinbar dem„Königreich“ Stiepel einen Besuch abgestattet hatte, auf das Stauwehr zu, um die andere Seite zu gewinnen. Aber da mußte man plötzlich entdecken, daß das Wehr an zwei Stellen überflutet war. Man beratschlagte und entschloß sich schließlich, mit Hilfe von„Pionierarbeit“ den Uebergang zu erzwingen. Von drüben stach gerade ein großer Kahn in den kleinen Ruhrsee. Man vermutete in dem Kahnführer anscheinend den Fährmann; denn man winkte ihm zu. Der aber gab unmißverständlich zu verstehen, daß er sich nicht zum Fährmann berufen fühle. Nun blieb also doch nur noch der Weg über das Wehr übrig. Die„Kavaliere“ der jungen Damen schleppten eiligst Steine herbei, damit die zarten Füße ihrer Begleiterinnen auch unbeschadet hinüber gelangen konnten. Aber— au weh— die Steine schienen glatt zu sein, denn trotz der Balancierkünste der „Pioniere“ glitten die Damen unter dem Gelächter der Beteiligten und der Schadenfreude der Zuschauer links und rechts von den Steinen in das nasse Element. Nach vielen Mühen hatte man dann endlich die erste Aufgabe gelöst, um gleich darauf vor der zweiten zu stehen, nämlich: auch das andere Gewässer zu überqueren Aber jetzt wollten sich die Damen auf die Künste ihrer„Kavaliere“ anscheinend nicht mehr verlassen— und da die schönen Seidenstrümpfe und die bunten Sommerschuhe doch einmal naß waren, stapften die Damen„todesmutig“ durch die Flut, während ihre Begleiter mit weiten Sprüngen hinübersetzten. Das letzte Hindernis, der Wehrwall, wurde mit einigen wuchtigen Schwüngen genommen. Der„Kampf“ war beendet. Während man sich noch über dieses Abenteuer amüsierte, erwischte unser Ohr einen mehr oder weniger scherzhaft gedeuteten Rat: Es wäre doch gut, wenn sich in solchen Fällen Männer als„Brücken“ benutzen ließen, damit über ihre Rücken hinweg die Damen unbeschadet das Trockene erreichen könnten... Ha— ha— ha— und das im Sonntagsdreß? Wer muß da lachen?— Das letzte, was man vernahm, war ein Gemurmel vom„unvollkommenen Knigge".—— Ja beim Barte des Propheten: Das hätte Knigge auch bedenken sollen... Altendorf-Ruhr — Appell der Krieger= und Landwehrkameradschaft Altendorf, Dumberg, Niederwenigern. Der diesmonatige Appell fand Samstag statt. Vereinsleiter Fritz Schlüter konnte eine überaus große Anzahl Kameraden begrüßen. Zu Beginn der Tagung ehrte der Vorsitzende das Andenken des verstorbenen Mitgliedes Vollmer. Nach Erledigung geschäftlicher Angelegenheiten gab der Vereinsführer einen ausführlichen Bericht über die Führertagung in Hattingen. Die weiteren Besprechungen befaßten sich mit dem Kreisappell in Herbede. Einer Anregung aus Kameradenkreisen folgend, soll die Aufführung eines Militärkonzertes in Erwägung gezogen werden. Die endgültige Beschlußfassung darüber soll der nächsten Mitgliederversammlung, die am 6. August stattfindet, überlassen bleiben. Niederbonsfeld — Der Stützpunkt für Deutsche Jugendherbergen von Niederbonsfeld befindet sich jetzt bei Helmut Rohde. Nierenhof=Ruhr, Hattinger Straße 183. Ausweise werden zu jeder Zeit ausgestellt. Die Ernte muß geborgen werden Zur Sicherung unseres Volkes gehört auch, daß unsere Ernte gut hereingebracht wird. Auf dem Lande aber fehlt es an Hilfskräften; darum hilf auch du, deutsche Frau, in der Erntehilfe! Meldungen nimmt entgegen die Ortsabteilungsleiterin Hilfsdienst des Deutschen Frauenwerks.* Kosenfest der Kleingärtner Diesmal die Rosenkönigswürde nach auswärts gefallen Wer am Sonntagnachmittag den großen Festsaal von Großjung besuchte, war überrascht ob der Fülle der Blumenpracht, die sich hier entfaltete. Rosen auf den Tischen, Rosen an den Beleuchtungskörpern, eine ganz von Blumen eingefaßte Bühne gaben dem Ganzen ein frisches Gepräge. Den zahlreich erschienenen Gästen wurden im Rahmen eines mit Sorgfalt ausgewählten Programms Genüsse auserlesener Art zuteil. Während die Musik— ausgeführt durch die Carlsche Kapelle— frohe Weisen intonierte, zog das Königspaar des Vorjahres mit Gefolge in den Saal. Die Rosenkönigin, Frl. Drenhaus, durfte nun noch so lange das Zepter schwingen, bis die neue Königin gewählt war. Der Vorsitzende des Vereins, Backhaus, konnte außer den zahlreichen Gästen Vertreter des Amtes, der Gemeinde und der Partei begrüßen. Schöne Begrüßungsgedichte sprachen Irmgard Agatz und Trude Bisping. Der MännerGesang=Verein„Arion“, Niederwenigern, erfreute durch mehrere gut vorgetragene Chöre, von denen genannt seien:„Wie ein stolzer Adler“, „Steh'n zwei Stern' am hohen Himmel“ und „Morgenrot“. Auch unsere Turnerinnen hatten sich wieder in selbstloser Weise in den Dienst der schönen Sache gestellt. Reigen und Tänze in Gruppen und zu zweien fanden viel Anklang. hilfe, die Mücken! Wer trägt die Schuld an der Plage? Es ist dafür gesorgt, daß wir es auf dieser Welt nicht allzu gut haben. Wir freuen uns auf den Sommer und alle Freuden, die er uns bringt. Und dann sitzen wir im Garten, blikken auf die reifenden Erd= und Stachelbeeren, auf die Kirschen und Pfirsiche, die auch nicht mehr lange auf sich warten lassen werden, und spüren plötzlich einen, nein, mehrere Stiche am Unterarm oder am Bein. Verd.... natürlich, die Mücken! Wir hatten ja ganz vergessen, daß uns der Sommer auch die Mücken beschert. Und zwar nicht nur die harmlosen, sondern die bösen, die stechen und Blut saugen. Die sind jetzt wieder an der Arbeit und piesacken uns; sie quälen uns dann am meisten, wenn die sommerliche Natur am schönsten strahlt, sie verscheuchen den Schlaf, wenn wir nicht über ganz besonders dichte Mückenfenster verfügen, sie quälen uns schon am frühen Morgen, wenn der Garten gesprengt wird. Und tausendfach überlegt sich jetzt jeder wieder, was man denn nun eigentlich gegen die schrecklichen Quälgeister tun kann. Ganz besonders schlimm ist es in der Nähe von Wassergrundstücken. Besonders wenn nach heißen Tagen ein kleines Gewitter aufzieht, ist förmlich der Teufel los. Diese elenden Mücken veranstalten dann richtige Massenangriffe auf uns. Und wir kommen uns mit Recht ziemlich wehrlos dagegen vor. Was hilft denn, so flucht man dann manchmal, aller Fortschritt in der Welt, wenn man sich nicht einmal wirksam gegen Mückenstiche schützen kann? Gemach! Wenn man auch ziemlich machtlos gegen die Stechmücken ist, die einen überfallen und stechen, es gibt Avwehrmöglichkeiten, die es bewirken, daß es erst gar nicht so weit kommt. Der Kampf gegen die Mücken muß dann einsetzen, wenn man von ihrem Dasein noch gar nichts merkt. Im März muß wan beginnen Und im Winter darf man auch nicht ruhen Im Frühling Die Festrede hielt ein Vertreter des Provinzialverbandes für Obst= und Gemüsebauvereine. Er deutete in seinen mit viel Beifall aufgenommenen Worten den Sinn des Festes, dem die Rose, die Königin im Blumenreiche, das Gepräge gebe. Den Höhepunkt der Veranstaltung bildete die Wahl der neuen Rosenkönigin. Die meisten Blumen erhielt Frl. Roth aus dem benachbarten Steele=Horst, der damit auch die Königinnenwürde für ein Jahr zufiel. Als Mitregenten wählte sie Herrn Freistühler, der ebenfalls aus Horst stammt. Wir können also feststellen, daß die königliche Macht im Rosenreich diesmal in eine auswärtige Gemeinde gefallen ist, sicherlich ein treffender Beweis dafür, daß sich das Rosenfest der Ruhrhalbinsel auch in der Umgegend viele Freunde erworben hat. Das Königspaar wurde in der üblichen Weise in sein Amt eingeführt, der Hofstaat gebildet. Viel Freude bereitete die Polonaise über die Festwiese, die von Scheinwerfern, die Gartenfreund Köhne in zweckmäßiger Weise angebracht hatte, mit buntfarbigem Lichte bestrahlt wurde. Geselliges Beisammensein mit Tanz, Spiel und Humor gab der Veranstaltung einen freudevollen Ausklang. gilt es besonders gegen die Mückenbrut in den stehenden Gewässern vorzugehen. Man weiß, wie man das tut. Es gilt, besonders die kleinen Wasserflächen, die keinen Zu= und Abfluß haben, mit einer feinen Oelschicht zu überziehen, unter der die Mückenbrut mangels Luftzufuhr ersticken muß. Wenn das auf einem bestimmten Gelände sorgfältig und gewissenhaft durchgeführt wird, kann der Erfolg groß und durchschlagend sein. Wo man vielleicht im vorigen Jahr von den Mücken förmlich aufgefressen wurde, zeigt sich kaum eine einzige. Mit diesem Verfahren muß aber den Sommer und Herbst über fortgefahren werden. Denn die Mücken sorgen immer wieder für neue Brut, und es gilt immer wieder die Millionen von kleinen, kaum sichtbaren Larven abzutöten, damit sie nicht zur Entwicklung kommen können. Im Svätherhst und im Winter muß in den Kellerräumen, wo die Mücken überwintern, ebenfalls für deren Vernichtung gesorgt werden Bindende gesetzliche Vorschriften sorgen dafür, daß sich heute jedermann, der dafür in Frage kommt, der Mückenvernichtungspflicht unterzieht. Die großen Städte haben darüber hinaus eigene Mückenfäger in Dienst, die besonders auf die größeren und kleineren städtischen Wasserflächen achten, aber darüber hinaus jedermann mit Rat und Tat an die Hand gehen, der sich selber nicht recht zu helfen weiß. Ganz vernichten und damit zum Verschwinden bringen kann man die Mücken natürlich nicht. Aber sie lassen sich, wenn wir es mit den betreffenden Pflichten und Vorschriften genau nehmen, dezimieren, in einem Ausmaß jedenfalls, daß sie als Sommerplage nicht mehr besonders in Erscheinung treten. In bewohnten Gegenden, die besonders unter Mücken leiden, liegt die Schuld also meistens bei den Anwohnern selber. die es unterlassen haben, die Mückenbrut rechtzeitig zu vernichten.* flus dem Lecen eines Laudatates Ernste und heifere Erinnerungen aus Sprockhövel V. Ich gehöre noch dem Bürger- und Gesangverein und dem Männergesang=Verein schon seit vielen Jahren an, die meinen 75. Geburtstag durch vortreffliche Gesang=Vorträge so schön gestalten halfen, die mir schon vor Jahren die Ehrenmitgliedschaft verliehen, wie auch dem immer rührigen Turnverein als Ehrenmitglied an. Besonders aber muß ich bei dieser Gelegenheit den Sportverein Sprockhövel erwähnen, weil er mich zum Ehrenvorsitzenden ernannte und bei der Feiør seines 25jährigen Bestehens bei dem Westfälischen Spielverband meine Auszeichnung durch Verleihen der goldenen Ehrennadel bewirkte. Zu meiner eigentlichen Berufstätigkeit als Arzt kam meine Tätigkeit als Beigeordneter, auch sie brachte mich mit allen Schichten der Bevölkerung in innigste Berührung. Alle diese für mich so günstigen Umstände wurden in ihrer Gesamtheit schließlich doch die vielen kleinen Bausteine für die Ehrung, wie sie ein Ehrenbürgerbrief darstellt, der mich mit der wohlgesinnten Bevölkerung des gesamten Amtes Sprockhövel immer noch mehr zusammenschweißen soll. Außer den genannten Vereinen gehöre ich noch dem Kriegerverein, der Feuerwehr, dem Sauerländischen Gebirgsverein, dem Gartenbau=, Verschönerungs- und Verkehrsverein, dem Alldeutschen Verband, dem Jugendherbergs=Verband, dem gemischten Chor, dessen Gründer und Vorsitzender ich war und verschiedenen anderen Vereinen an. Das Vereinsleben ist hier reichlich stark entwickelt, man schlindert einfach hinein, ohne daß man es will. Das ist die natürliche Folge des kameradschaftlichen Zusammenschließens der Einwohnerschaft auf dem Lande untereinander. Einigen Vereinen gehöre ich auch nicht an; man kann sich beherrschen, man kann nun einmal nicht allen Vereinen angehören. Dem Rauchklub„Blaue Wolke“ z. B. gehöre ich nicht an. Auch dem Ziegenzuchtverein nicht; gegen Ziegen hege ich Groll im Herzen, sie meckern immer. Dazu wandelte die unsrige in der Jugend auf verbotenen Wegen, sie hatte nicht beachtet, wozu ein Fremdenzimmer dient, und im Alter nagte sie mir aus reiner Naschhaftigkeit und Neugier die Rinde von den Obstbäumen. Sie sollte uns doch Milch geben und den Rahm für die Butter dazu. Da sie beides nicht tat, bekam sie ihren schlichten Abschied, sie mußte gehen. Und nun noch der Kaninchenzucht-Verein! Wer hätte nicht als Junge Kaninchen gezüchtet. Ich habe aber immer gefunden, daß man bei ihrer starken Vermehrung zuviel zu verwahren hat; sie bekommen zu häufig und dazu jedes Mal zuviel Junge. Wohl schätze ich ihre Fruchtbarkeit und ihren vorbildlichen Vermehrungsdrang außerordentlich will aber ihre Zucht lieber jungen Generationen überlassen. Dem Jungfrauen=Verein wäre ich gern beigetreten— das ewig Weibliche zieht mich an— man wollte mich aber nicht haben, ich wäre ja männlichen Geschlechts. Im Laufe der Jahre bin ich immer mehr verwachsen mit Land und Leuten. Der große Krieg trug besonders mit dazu bet. Mein Sohn und viele Verwandte mußten ins Feld; damit kamen die vielen Sorgen, und, da auch viele Kollegen aus der Umgegend eingezogen waren, die kaum zu bewältigende Arbeit. Helferinnen, die sich in großer Zahl zum Samariterdienst meldeten, mußten ausgebildet, an der Fertigstellung der vielen Pakete für unsere Kämpfer draußen fleißig mitgeholfen werden. Man hatte ja anfangs Tabak und Schokolade in Hülle und Fülle. Alles ins Auto hinein und möglichst weit an die Front gebracht. Ich erinnere mich noch gern der ersten Zeit des Krieges, wenn Schlaa auf Schlag die Siegesnachrichten eintrafen, welch eine Begeisterung jedesmal! An lauen Sommerabenden kamen wohl die Nachbarn zu uns, wir saßen auf der Mauer des Vorgartens unter den alten Linden und erzählten uns was vom Krieg Die Stunden nachbarlichen Plauderns und besonders nachbarlichen Tröstens, wenn wieder ein Nachbarssohn gefallen war, sind mir unvergeßlich. Schon vor dem Kriege erstand ich eine Cyklonette, um schneller vom Fleck zu kommen. Während des Krieges aber ging es mir bei der Fülle der Arbeit auch damit noch nicht schnell genug. Ich hatte in jener Zeit 1800 Bergleute, die meisten davon mit Familie und zerstreut wohnend, zu betreuen, dazu ein Drittel des großen Knavpschaftsbezirks eines benachbarten Kollegen, der als Stabsarzt eingezogen war Kein Wunder, daß ich immer eiliger wurde. Da passierte es eines Tages, daß ich mit meinem Vehikel in einer Kurve umschlug, mir dabei links sämtliche Rippen und rechts das Schlüsselbein und eine Rippe brach. Mit einem solchen Fahrzeug. wie dem meinigen,— diese Art kam damals so recht auf— sind fast alle Kollegen in der Nachbarschaft verunglückt. Ich wurde mit meinem Anto langsam und vorsichtig abgeschlepyt ein alter Berginvalide hielt mich den langen Weg behutsam und unverrückt in seinen Armen, wofür ich ihm noch heute Dank zolle. Unter unerträglichen Schmerzen,— ich konnte nicht atmen, der ganze Brustkorb war lose und schlotterte— wurde ich ins Haus getragen, ein benachbarter Arzt Chirurg, herbeigerusen und nach einer ordentlichen Moryhiumspritze der übliche Heftpflasterverband angelegt. Welch eine unbeschreibliche Wohltat! Konnte ich doch plötzlich wieder atmen. Ich hatte am eigenen Leibe erfahren, was ein sachgemäß angelegter Heftpflasterverband bei Rippenbrüchen doch leistet. Ich verlangte sofort nach meiner Zigarre, ein Beweis meines alsbald einsetzenden Wohlbefindens Aber Niesen und Husten des Nachts und das Umbetten am Abend war trotz aller Hilfe von lieben Nachbarn unerträglich; ich brauchte jeden Abend ein Betäubungsmittel. Nun die große Sorge, wer besorgt mir in dieser Zeit die große Praxis? An Vertretung war nicht zu denken, auch die Nachbarkollegen waren überbeschäftigt und konnten nicht helfen. Mein einziger Gedanke war der, auf alle Fälle durchzuhalten Aber wie? Doch es ging trotz der schweren Verletzung. Mein Kollege am Ort, Dr. Kascher, übernahm die Besuche, meine Gattin stellte die Verbindung her zwischen Wartezimmer und meiner Lagerstatt im Wohnzimmer; unserm Apotheker. der täglich kam, diktierte ich die Rezepte, und Patienten, deren Krankheit ich nicht kannte, kamen an mein Bett. Bald besserte sich mein Zustand unter der liebevollen Pflege meiner Frau Die anfangs angenommene Nierenquetschung hatte sich zum Glück als ein Irrtum erwiesen, nach acht Wochen war ich ziemlich wieder hergestellt. Die nächsten Besuche machte ich mit meiner Frau zusammen, welche beim Verlassen des Wagens mich wirkungsvoll unterstützte und zum Patienten führte. Die schwierigen Fälle, wie alle Entbindungen, mußte ich vorläufig noch ablehnen. Sie waren damals ohnehin recht selten geworden und hörten schließlich als Folge des Krieges ganz auf Da passierte es mir, daß ich eines Morgens, es war gegen 1 Uhr, zu einer Wöchnerin nach außerhalb gerufen wurde, beim Ankleiden kam die zweite und beim Einsteigen ins Anto die dritte Bestellung, alle drei in einer Viertelstunde. Ich traute meinen Ohren nicht. Sollten denn alle Weiber die gebären wollten sich gegen mich verschworen haben! Träumst du oder wachst du oder neckt dich ein Schalk fragte ich mich; selbst in der guten alten Zeit des flotten Kinderkriegens gab es etwas Aehnliches nicht, doch hier war es rauhe Wirklichkeit. Zur Zeit unserer Großeltern galt Kinderreichtum für ehrenvoll; später aber und heute wird Kinderreichtum oft noch als Dummheit betrachtet Viele Kinder kriegen ist keine Mode und„Mutter Griepsch“, die gute„Storchentante", hat keine Arbeit mehr. Erst durch den Bund der Kinderreichen ist Kinderreichtum wieder zu Ehren gekommen und das Wort:„Viele Kinder, viel Segen“ hat wieder seine volle Würdigung erfahren Ich machte meine drei Entbindungen nacheinander, ein Beweis, daß meine Genesung inzwischen gute Fortschritte gemacht hatte. Von meinen Autofahrten hatte ich aber einstweilen genug, ich kehrte wieder zu Pferd und Wagen zurück. (Fortsetzung folgt) Rätsel, die nieht gelöst würden TATSACHENBERICHTE UBER UNHEIMLICHE BEGEBENHEITEN/ VON ARTHUR RIHA 1. Fortsetzung. Das Grab des Grauens Nun gingen alle unter der Führung des Pastors in die Kirche. Hier war die Gruft verschlossen, kein Sarg zu sehen. Da erwachte in den biederen Leuten wieder der Zweifel an der geistigen Gesundheit ihres Pastors. Oder hatte er die ganze Grauensszene bloß geträumt? In der ganzen Kirche zeigte sich keine Spur, die seine Erzählung bestätigt hätte. Der Pastor aynte aber bereits, welches schreckliche Ende der nächtliche Auftritt gefunden hatte. „Hebt den Steindeckel der Gruft ab“, sagte er zu zwei kräftigen jungen Fischern. Die beiden zögerten mit der Scheu, die ihresgleichen vor einer Gruft empfand. Aber auf eine erneute Mahnung des Seelsorgers öffneten sie die Gruft. Alle drängten sich an ihren Rand und starrten auf den neuen geschlossenen Sarg hinunter, der auf dem Gruftboden stand. Es bedurfte noch starken Zuredens seitens des Pastors, bis einige beherzte Männer sich entschlossen, den Sarg aus der Gruft heraufzuschaffen. Der Dorftischler nahm den Sargbeckel ab, der bloß flüchtig mit einigen Stiften befestigt war. Im Sarge lag die junge Dame im himmelblauen Seidenkleid, mit dem herrlichen Juwelenschmuck auf Brust und Haar. Eine Einschußwunde in der Mitte ihrer Stirn zeigte, wodurch sie ihr junges Leben verloren hatte Die Tote fand ihr stilles Grab auf dem Dorfkirchhof, und es wurde nie aufgeklärt, wer sie war. Die dänischen Behörden stellten vergebens die weitgehendsten Nachforschungen an. Das Rätsel der mörderischen Trauung blieb ungelbst.——— Der Pastor erlebte noch eine kleine Ueberraschung, als er aus dem Gehirnfieber erwachte, das ihn beim Anblick der Leiche ergriffen hatte. Seine Haushälterin zeigte ihm eine straff mit Goldstücken gefüllte Börse, die sie in seiner Rocktasche gefunden hatte. Vermutlich hatte der Diener des Fremden sie ihm hineingesteckt, als er ihn aus der Kirchentür hinausdrängte. Der Seelsor ger übergab das Geld dem Armensonds, den man aus dem Erlös des Schmuckes der toten Braut gebildet hatte. Als„Katharinenstiftung" erinnerte dieser Fonds an das einzige, das man von der Toten wußte. Denn der Name Katharinas dürfte wohl ihr richtiger gewesen sein. Sonst hätte es keinen Sinn gehabt, daß der Mörder auf die Eintragung dieses Namens in den Trauschein bestand. Er brauchte das wohl, um an geeigneter Stelle nachzuweisen, daß die Trauung wirklich stattgesunden hatte. Der Vorname Iwan dürfte aus demselben Grunde auch der richtige gewesen sein. Er und die ostwärts absegelnde Fregatte deuten nach Ruß land hin. Die Benutzung eines Kriegsschiffes als Fahrgelegenheit des Mörders läßt einen sehr hochgestellten Auftraggeber vermuten. Man geht daher wohl kaum irre, wenn man meint, daß es ein Drama aus der Geheimgeschichte des Zarenhofes war, das in dem einsamen dänischen Fischerdorfe einen so grauenhaften Abschluß sand. Goldechist oder. 7 Maschinenantrieb und Funk haben dafür gesorgt, daß die Schiffahrt aus einem Abenteuer in ein nüchternes Rechenexempel verwandelt wurde, vor dem alle Romantik der See verblassen mußte. Aber sie bleibt unvergänglich, weil sie in der Naturhoheit des Lebens auf hoher See begründet ist. Wenn in der Ferne das Land verschwimmend hinter der Klimm versinkt, haben noch immer die unbändigen Elemente ein Wort mitzusprechen, das zuweilen auch das letzte ist. Deshalb birgt die hohe See noch manches Rätsel, für das die allerletzte Erklärung fehlt. Kein Wunder, denn drei Viertel unserer Erdoberfläche wird von den weiten Wassermassen bedeckt. Auf ihnen toben unbehindert gewalttätige Stürme, die auf dem Festland unmöglich sind, weil hier die Bodenunebenheit die volle Entwicklung der Windkraft hemmt. Im Mittel=Atlantik und auf dem vierzigsten Südbreitengrad dehnen sich die ungeheuren Seewiesen der Sargasso=Seen, ein zäher Algenfilz, in dem schon manch kleineres Schiff unlösbar hängen blieb. Aber auch die modernste Großschiffahrt zieht es vor, ihm aus dem Weg zu gehen. Unterseeische Vulkane, Seebeben und hochspannige Gewitter verschulden es, daß manches gute Schiff— unbekannten Schicksals— überfällig bleibt. Am gefährlichsten jedoch ist das Eis, das sich in den beiden Polarmeeren zu unbezwingbaren Massen zusammenpackt und im Frühsommer als furchtbarer Schiffahrtsfeind bis in die gemäßigten Zonen treibt. Hier entstanden manche ungelöste Rätsel der See, wie im süblichen Polarmeer das des Goldes im ewigen Eis. — Als im Frühling 1907 der amerikanische Waljäger„Spray“ südlich der Kerguelen kreuzte, sichtete der Auslug=Mann im Krähennest statt der gesuchten Walherde ein kleines Floß, das mit zerbrochenem Notmast ein Spielball der hohen Dünung war. Durch das Fernrohr war eine draufliegende Menschengestalt erkennbar, die anscheinend bereits eine Leiche war. Auf alle Fälle steuerte jedoch der Kapitän näher an das Floß heran, und da ergab es sich, daß der Mann auf dem Floß noch nicht tot, aber bereits an der Lebensgrenze und bewußtlos war. Hunger, Durst und all die Schrecken und Entbehrungen eines hilflosen Treibens auf hoher See hatten aber nicht nur seinen Körper nahezu vollkommen erschöpft. Als er aus seiner Bewußtlosigkeit erwachte, zeigte es sich, daß sein verwirrter Geist nicht einmal seinen eigenen Namen es ganz sehen, aber— bitter enttäuscht— erwußte, geschweige denn eine Erinnerung an die Ursache seiner Floßfahrt besaß. Hilflos im Eisfeld kannten sie einen großen Dreimastschoner, der ebenfalls hilflos in ein Eisfeld eingesargt war, das durch die Drift in einem Wasserspalt herangetrieben wurde. Als der Unbekannte in Melbourne in ein Wolle nach Australlen Krankenhaus geschafft wurde, spitzten natürlich die Reporter ihre Bleistifte, um Vermutungen über die Robinsonade anzustellen, die augenscheinlich hinter ihm lag. Dabei erschien auch sein Foto in den Zeitungen, weil man damit herauszubekommen hoffte, wer er war. Das gelang. Alice Perkins in Hobart auf der südaustralischen Insel Tasmanien erkannte in dem Bild ihren Bräutigam Spencer Last. Er war als Maat auf dem tasmanischen Walfänger „Swordfish“ ausgefahren, der seit mehr als einem Jahr überfällig war und bereits als verloren galt. Die besorgte Braut reiste nach Melbourne, um sich an der Pflege Lasts zu beteiligen. Es bedurfte jedoch Monate der größten ärztlichen Sorgfalt, bevor Last eine teilweise Erinnerung an seine Erlebnisse zurückgewann. Seine Ausdrucksweise blieb aber auch da auf ein unusammenhängendes Gerede beschränkt. Nur mit Mühe und Geduld konnte man daraus eine Darstellung gewinnen, die wie ein wahres Märchen klang. Durch einen schweren Sturm verschlagen, war der„Swordfish“ in Packeis geraten, aus dem er nicht mehr loskommen konnte. Der tückische Scharbock gesellte sich dazu und raffte den größten Teil der Besatzung samt dem Kapitän hinweg. Nur Last und einige Matrosen blieben schließlich am Leben. Aber auch sie gaben sich verzweifelt verloren, als der letzte, ängstlich aufgesparte Rest ihres Proviants zu Ende ging. Den Hungertod vor Augen, saß Last in seiner Kabine und schrieb den Abschiedsbrief an seine Braut, den sie vielleicht nie erhalten konnte, als oben auf Deck der jauchzende Freudenruf„Schiff in Sicht!" erscholl. Von neuer Lebenshoffnung durchglüht, sprang Last auf Deck hinauf. Und er und seine Schicksalsgefährten glaubten sich schon in ihrer höchsten Not geborgen, als sie mit klopsendem Herzen an der Reling standen und beobachteten, wie über der Himmelslinie des umklammernden Packeises die Mastspitzen eines sonst noch unsichtbaren Schiffes näher und näher kamen. Viel zu langsam für ihre sehnsüchtige Ungebuld! Um das bange Harren abzukürzen, ließen sie sich auf die Eisfläche hinab und erkletterten den Eishügel, der zwischen ihnen und dem herannahenden Schiffe lag. Von da konnten sie Kein Lebenszeichen war auf dem Schoner zu erspähen. Wie ein Gespenst glitt er herbei— ein gruseliger Eindruck, der durch seine veraltete Bauform erhöht wurde.— Die Matrosen des „Swordfish“ waren junge Leute und hatten nie ein solches Schiff gesehen. Auch Last war ein junger Mann, aber diese Schiffsform war ihm aus alten Bildern bekannt. „Einer der schnellsegelnden Klipper, die früher alljährlich nach der australischen Schafschur wahre Wettrennen mit Wolle=Ladung zwischen Australien und England machten," erklärte er seinen Leuten,„und wer von ihnen die erste Wolle nach Liverpool brachte, hißte einen langen blauen Wimpel— das Blaue Band, das jetzt der Rekordtitel in der nordatlantischen Schnellschiffahrt geworden ist.“ Aber die Leute waren zu bungrig, um bie seegeschichtlichen Kenntnisse ihres Maats zu würdigen. Sie wünschten bloß zu wissen, ob auf dem Ankömmling etwas Eßbares zu erhoffen war. „Wenig wahrscheinlich," erwiderte Last bedrückt.„Mit der Ausbreitung der Dampfschifffahrt sind diese Schnellsegler in der zweiten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts aus dem Seebetrieb verschwunden. Und außerdem zeigt euch der verwitterte Zustand des Wracks, daß es schon mehrere Jahrzehnte im Eis eingeschlossen ist." Trotzdem meinte Last, daß ein Versuch der Mühe wert sein konnte, und als das Eisfeld des fremden Schiffes an sein eigenes stieß, sprangen er und ein Matrose hinüber, um zu dem fremben Schiff zu eilen und in seiner Proviantkammer nachzusehen. Hier fanden sie denn auch erfreut einen erheblichen Vorrat an Konserven, denen zwar die lange Liegezeit bereits stark zugesetzt hatte. Aber die Schiffbrüchigen konnten in ihrer Lage nicht wählerisch sein, und ganz verdorben waren die Konserven nicht, weil sie die ganze Zeit in einem riesigen Eiskasten gelagert hatten. Während der Matrose so viele Konserven zusammenraffte, als sie sich in zwei Rückenpacken unterbringen ließen, untersuchte Last einen kleinen Nebenraum der Proviantkammer und stand hier verblüfft vor einer Ladung mattglänzender Goldharren, deren Wert auf mehrere Millionen zu schätzen war. (Fortsetzung folgt.) Schriftliche Anfragen aus unserem Leserkreise werden von uns kostenlos beantwortet. Die Mitarbeit aus unserem Leserkreise ist uns jederzeit erwünscht.— Die Schriftleitung übernimmt für die Auskünfte nur die preßgeseßliche Verantwortung. E. J., Hattingen.„Meine Tochter wird in nächster Zeit heiraten. Sie war vom 1. 12. 1926 bis 31. 8. 1920 und vom 1. 8. 1935 bis 81. 5. 1939 in der Angestelltenversicherung versichert. Ich möchte um Auskunft bitten, ob sie Anspruch auf Rückerstattung eines Teils der geleisteten Beiträge erheben kann?"—— Heiratet eine Versicherte nach dem 31. 12. 1937, so wird ihr auf Antrag die Hälfte der Beiträge erstattet, die für die Zeit vom 1. 1. 1924 bis zum Ende des Monats entrichtet sind, in dem der Antrag gestellt ist. Voraussetzung ist, daß die Anwartschaft erhalten und spätestens zwei Jahre nach der Eheschließung die Wartezeit erfüllt ist. (Die Wartezeit für das Ruhegeld dauert sechzig Beitragsmonate. Sind weniger als 60 Beitragsmonate auf Grund der Versicherungspflicht zurückgelegt, so erhöht sich die Wartezeit auf 120 Beitragsmonate. Zur Erhaltung der Anwartschaft genügten für die Kalenderjahre 1926 bis 1938 je vier Monatsbeiträge während eines Kalenderjahres. Vom 1. 1, 1934 an müssen für jedes Kalenderjahr mindestens sechs Monatsbeiträge entrichtet werden.) Der Antrag ist binnen drei Jahren nach der Verheiratung bei der Reichsversicherungsanstalt, Berlin=Wilmersdorf, zu stellen.— Eine Folge der Erstattung ist, daß alle weiteren Ansprüche aus den bisher entrichteten Beiträgen ausgeschlossen sind. H. K., Linden. In Betracht kommt die Möhnetalsperre(Günne, Kreis Soest) mit einem Stauraum von 134 Millionen Kubikmeter. Die Listertalsperre bei Attendorn(Kreis Olve) hat einen Stauraum von 22 Millionen Kubikmeter. Urlaub.„Wieviel Tage Urlaub steht einer 18jährigen Halbtags-Hausgehilfin zu, die seit dem 1. September 1087 im Haushalt tätig war und seit dem 4. Januar 1939 bei mir beschäftigt ist? Wieviel ist für die Verpflegung für die Urlaubstage zu zahlen?"—— Der Mindesturlaub beträgt nach sechsmonatiger Beschäftigung in Ihrem Haushalt im ersten Jahr mindestens eine Woche eben Kalendertage); er erhöht sich nach weiteren eschäftigungsfahren auf vierzehn bis fünfzehn Kalendertage. Während des Urlaubs ist der Lohn weiterzuzahlen. Daneben ist für Kost und gegebenenfalls Wohnung eine Geldentschädigung nach den ortsüblichen Sätzen zu zahlen. Eine Mindestgrundlage für die Berechnung des Wertes der Sachbezüge bilden die vom zuständigen Versicherungsamt festgesetzten Sätze. Landw. Berufsgenossenschaft. Der landwirtschaftlichen Unfallversicherung unterliegen die landwirtschaftlichen Betriebe. Auch Sie müssen den Versicherungsbeitrag entrichten. Nicht als landwirtschaftlicher Betrieb gelten kleine Hausund Ziergärten, die nicht regelmäßig und in erheblichem Umfang mit besonderen Arbeitskräften bewirtschaftet werden und deren Erzeugnisse hauptsächlich dem eigenen Haushalt dienen(8 017 RVO.). P. F.„Werden Absolventen einer„technischen Fernschule" von der deutschen Industrie anerkannt. Oder wie werden solche Schüler denen, z. B. einer„Staatlichen Lehranstalt" gegenüber, gewertet?"—— Die Fernschule übermittelt in Briefform planmäßige Lehrgänge. Die Fernschule Jena, 1926 gegründet, führt außer bis zur Hochschulreise auch zum Abschluß verschiedener Fachschulen. Daraus ergibt sich die Beantworlung Ihrer Fragen. Es dürfte sich empfehlen, sich einmal gründlich durch den Berufsberater beraten zu lassen. Pflichtjahr.„Ich bin jetzt ½ Jahr im Pflichtjahr; kann ich das Pflichtfahr unterbrechen und nach der Lehre das letzte halbe Jahr im weibl. Arbeitsdienst ableisten? Ich kann jetzt eine Lehrstelle in einem Lebensmittelgeschäft bekommen. Der zukünftige Lehrherr hat ein Lehrmädel dringend nötig.— Steht einem Pflichtfahrmädel auch 15 Tage Urlaub zu(bin 16 Jahre)? Auf welche Art kann man das Pflichtjahr ableisten?"—— Sie können nicht eher die Stelle antreten, als bis Sie das volle Pflichtjahr abgeleistet haben und dies vom Arbeitsamt im Arbeitsbuch förmlich bescheinigt worden ist. Sie haben Anspruch auf 15 Tage Urlaub. M. Langenberg. Wenn Ihr Vater, ohne ein Lestament zu hinterlassen, stirbt, tritt gesetzliche Erbfolge ein. Ihre Stiefmutter erbt ein Viertel, Sie erben drei Viertel. Es besteht zunächst eine Erbengemeinschaft, die aber auf Antrag eines Miterben jederzeit durch Auseinandersetzung aufgehoben werden kann. Im Falle der Auseinandersetzung findet, wenn kein freier Verkauf des Grundstücks möglich ist, die Zwanasversteigerung statt. Der Erlös wird unter die Miterben nach dem Verhältnis ihrer Anteile verteilt. Retter.„Ich habe seit Januar einen Wellensittich, der schon dreimal erkrankt war. Die Krankheit zeigte sich durch Würgen bei Nahrungsaufnahme. Handelt es sich hier woyl um eine Halsschleimhautentzündung. Wodurch entsteht die Krankheit. Wie ist sie zu behandeln?"—— Ohne nähere Untersuchung läßt sich die Ursache dieser Erscheinung nicht feststellen. Handelt es sich um eine Halsentzündung, so wirkt gesüßter Fencheltee lindernd. Bei krampfartigen Erscheinungen gibt man einige Tropfen Baldriantinktur ins Trinkwasser, vermeidet Schreck und Aengstigung der Tiere und läßt schwer verdauliche Futtersachen beiseite. Vielleicht lassen Sie das Tier einmal durch den Tierarzt untersuchen. Beruf.„Welchen Beruf kann ein Mädel ergreifen, das Abitur ohne Latein hat. Welche Sprachen sind zum Geschichtsstudium nötig? Welchen Beruf kann ich nur mit dem Geschichtsstudium ergreifen?"—— Ihre Fragen lassen sich kaum beantworten, da Sie uns keine näheren Anhaltspunkte in bezug auf Ihre Neigungen und Fähigkeiten geben. In Betracht kommen u. a.: das Studium an den Hochschulen für Lehrerinnenbildung, Vorbereitung für die Prüfung für das künstlerische Lehramt, das Studium der Wirtschaftswissenschaften und das Diplomhandelslehrer=Studium, Studium an dem Staatlichen Berufspadagogischen Institut(GewerbelehrerinnenPrüfung), falls die nötige Praxis nachgewiesen und die Eignungsprüfung bestanden wird, u. a. m. Bezüglich der weiteren Fragen ist das akadeische Auskunftsamt einer Universität oder das Akademische Auskunftsamt, Berlin NW 7, Bauhofstraße 7, zuständig. Ein Mieter. 1, Die Mieter sind nicht an den Kosten des neuen Ofens in der Waschküche zu beteiligen. Es ist Sache des Vermieters, die vermieteten Einrichtungen während der Mietzeit in einem zum vertragsmäßigen Gebrauch geeigneten Zustand zu erhalten,§ 580 BGB. 2. Die Anlage eines zweiten Lichtzählers kann mangels Vereinbarung im Mietvertrag nicht verlangt werden. Anfechtung Gr. F.„Wie erfolgt die Anfechtung einer letztwilligen Verfügung?"—— Die Anfechtung einer letztwilligen Verfügung, durch die ein Erbe eingesetzt, ein gesetzlicher Erbe von der Erbfolge ausgeschlossen, ein Testamentsvollstrecker ernannt oder eine solche Verfügung aufgehoben wird, erfolgt durch Erklärung gegenüber dem Nachlaßgericht. Eine besondere Form ist für die Erklärung nicht vorgeschrieben. Das Nachlaßgericht soll die Anfechtungserklärung demjenigen mitteilen, dem die angefochtene Verfügung unmittelbar zustatten kommt. Es hat die Einsicht der Erklärung jedem zu gestatten, der ein rechtliches Interesse glaubhaft macht. Unfall E. A.„Wird auch ein Unfall entschädigt, der auf dem Weg zur Arbeitsstätte eintritt?“-Der mit der Beschäftigung in dem Betrieb oder bei der Tätigkeit zusammenhängende Weg nach und von der Arbeit unterliegt ebenfalls der reichsgesetzlichen Unfallversicherung. Hat jedoch bei der Entstehung des Unfalls auf dem Wege nach und von der Arheitsstätte ein Verschulden des Versicherten mitgewirkt, so kann die Unfallentschädigung ganz oder teilweise abgelehnt werden. Personen, die in Lehrwerkstätten, Fachschulen, Schulungskursen und ähnlichen der beruflichen Ausbilbung dienenden Einrichtungen tätig sind und gemäß§ 537 Ziffer 13 RVO. der Unfallversicherung unterliegen, genießen für die Wege von und nach dem Schulungskurs usw. keinen Versicherungsschutz. Voraussetzung dafür, daß ein entschädigungspflichtiger Unfall angenommen werden kann, ist, daß der Weg mit der Beschäftigung im Betrieb oder der Tätigkeit zusammenhängt, Werden auf dem Wege andere eigene Zwecke verfolgt, so liegt kein Betriebsunfall mehr vor, wenn der Zusammenhang unterbrochen ist. Ehevertrag.„Sind Eheverträge urkundensteuerpflichtig?"—— Ein Ehevertrag ist gemäß 17 UrkStG. steuerpflichtig. Die Steuer wird vom Wert des Vermögens berechnet, auf das sich der Ehevertrag erstreckt. Die auf dem Vermögen ruhenden Schulden werden abgezogen. Maßgebend ist also das Reinvermögen. Vereinbaren die Ehegatten allgemeine Gütergemeinschaft, so ist der Wert der Vermögen beider Ehegatten der Besteuerung zugrunde zu legen. Dagegen hat ein Ehevertrag, durch den beim gesetzlichen Güterrecht die Verwaltung und Nutznießung des Ehemannes ausgeschlossen wird, nur das zum eingebrachten Gut gehörende Vermögen der Ehefrau zum Gegenstand. Die Steuer beträgt 1 v. T. Sport.„Wie oft findet das Deutsche Turnund Sportfest statt?"—— Das Deutsche Turnund Sportfest findet alle fünf Jahre statt. Vererbung.„Was versteht man unter Erbschäden?"—— Erbschäben sind nicht nur die erkennbaren körperlichen und geistigen krankhaften Erbanlagen(Erbkrankheiten), sondern auch Krankheitsanlagen, die ebenfalls auf die Nachkommen übergehen, aber äußerlich nicht erkennbar sind und die im Laufe der Geschlechterfolge je nach den eingegangenen Heiraten wieder offenkundig sich zu Erbkrankheiten entwickeln können. Hausangestellte.„Bekommt eine Hausangestellte nach der Verheiratung ihre gezahlten Versicherungsbeiträge zur Hälfte wieder von der Versicherung zurückerstattet? Wie ist die Anschrift der betreffenden Stelle?"—— Das Gesetz über den Ausbau der Rentenversicherung vom 21. Dezember 1037(RGBl. 1087 I S. 1393 ff.) will weiblichen Versicherten die Heirat durch Erstattung eines Teiles der Beiträge erleichtern. Gemäß Par. 130a NVO.(Par. 28 des Ges.), der am 1. Januar 1038 in Kraft getreten ist, wird einer Versicherten im Falle der Heirat auf Antrag die Hälfte der Beiträge erstattet, die für die Zeit vom 1. Januar 1924 bis zum Ende der Woche entrichtet sind, in der der Antrag gestellt ist. Voraussetzung ist, daß die Anwartschaft erhalten und spätestens zwei Jahre nach der Eheschließung die Wartezeit für die Invalidenrente auf Grund von Invalidität erfüllt ist. Erstattet werden nur solche Beiträge, aus denen die Antwartschaft erhalten ist. Der Anspruch verfällt, wenn er nicht binnen drei Jahren nach der Eheschließung geltend gemacht wird. Die Erstattung schließt weitere Ansprüche aus den bisher entrichteten Beiträgen aus.— Die Erstattung der Beiträge gemäß Par. 1309a RVO. in der neuen Fassung erfolgt nur, wenn die Ehe nach dem 81. Dezember 1987 geschlossen wird. Der Antrag wird an die zuständige Landesversicherungsanstalt(Nheinprovinz: Düsseldorf; Westfalen: Münster t. Westf.) gerichtet. Dämon.„Ich möchte mich freiwillig zur„Schweren Artillerte" melden. Wo liegen die Standorte in der Ostmark oder sonst im Süden?"—— Die Einstellung erfolgt in der Regel bei dem Truppenteil, der dem Wohnort des Bewerbers am nächsten liegt. Sie erfahren den Standort durch das zuständige Wehrbezirkskommando in Hagen, wo Sie auch ein„Merkblatt für den Eintritt als Freiwilliger in das Heer" erhalten. Spot-Ründschau 1 Die letzten Vier Die Vorschlußrunde bei den Frauen in Wimbledon Bei herrlichem Wetter wurden bei den Wimbledon=Meisterschaften am Dienstag im Fraueneinzel die letzten Vier ermittelt. In der oberen Hälfte schlug die Engländerin Stammers überraschend leicht die Siegerin von 1936, Helen Jacobs(USA.) mit 6:2, 6:2 und trifft in der Vorschlußerunde auf die Amerikanerin Fabyan, die Frau Mathieu(Frankreich) mit 6:4, 6:2 besiegt hatte. Unten kämpften Frau Sperling(Dänemark und Marble(USA.). Die Dänin wehrte durch ihr sicheres Spiel alle Angriffe der Engländerin Hardwick ab und gewann mit 6:4, 6:0, während die Amerikanerin Marble bei der Polin Jedrzejowska auf harten Widerstand stieß, bis sie mit 6:1, 6:4 weiter war. Die Doppelspiele wurden gut gefördert. Ullstein/Göpfert, die als einziges deutsches Paar noch übriggeblieben waren, traten gegen das englische Paar Batt/Hare zur dritten Runde nicht mehr an. Im Männertrostturnier war Roderich Menzel in der zweiten Runde erneut erfolgreich. Der Däne Plougman mußte die Ueberlegenheit des Reichenbergers mit 6:4, 6:4 anerkennen. Australien gewann Der Davispokalkampf zwischen Mexiko und Australien in Mexiko=City endete mit dem glatten Siege der Australier von 5:0 Punkten. In den beiden restlichen Einzelspielen siegten Quist über Hernandez mit 11:9, 6:3, 6:2 und Bromwich über Tapia mit 6:1, 6:3, 6:1. Australien trifft in der nordamerikanischen Zone nun auf Philippinen. 13 Nationen in Hamburg Die Internationalen Tennismeisterschaften von Deutschland, die am 15. Juli beginnen und bis zum 23. Juli dauern, versprechen eine ganz hervorragende Besetzung zu erhalten. Bisher sind Nennungen von 13 Nationen eingegangen und zwar aus England, Holland, Griechenland, Indien, Italien, Jugoslawien, Norwegen, Rumänien, Schweden, Schweiz, Ungarn, USA und Deutschland. Richter wurde ausgeschlossen Merkwüriger Entscheid im Pariser„Grand Prix“ Die besten Flieger Europas kämpften am Sonntag auf der Radrennbahn Vincennes bei Paris um den Großen Preis von Paris, den Richter im Vorjahre gewann. Mit dem Ausgang des Rennens kann man nicht zufrieden sein, denn Richter wurde durch einen merkwürdigen Entscheid des Wettfahrausschuß um seine Aussichten gebracht. Durch seinen Sieg über Renaudin und Falck=Hansen war der Kölner mit Loatti und Gerardin in den Endlauf gekommen. Als er in der Zielkurve von Loatti innen auf den Rasenstreifen gedrängt wurde, hob er protestierend die Hand. Der Lauf wurde abgebrochen. Das Kampfgericht war der Ansicht, daß keine Behinderung stattgesunden habe, sondern bestrafte den Deutschen Meister wegen Vortäuschung eines Reifenschadens mit dem Ausschluß von der weiteren Teilnahme. Auch die beiden nächsten Läufe verliefen durch einen Sturz und Fehlstarts von Loatti irregulär. Erst beim vierten Versuch schlug Gerardin den Italiener einwandfrei und wurde Gewinner des wertvollen Rennens. In der Vorentscheidung hatte Gerardin Scherens und Chaillot geschlagen, während Loatti Weltmeister van Vliet und Michard ausgeschaltet hatte. Den Wettbewerb der Amateure holte sich der Holländer Derksen vor seinem Landsmann Ooms und Chretien(Frankreich). Umbenhauer gab wegen eines Ansagers auf Zu einem Erfolg wurde das Aachener StraßenKriterium, das von den besten deutschen Berufsstraßenfahrern und einigen bekannten Belgiern auf einem 1200 Meter langen Rundkurs, der einhundertmal durchfahren werden mußte, bestritten wurde. Der Bielefelder Wengler, der steis in Führung lag, wurde überlegener Sieger. Er holte zu einem Vorstoß aus, der ihm den Gewinn einer Bahnrunde gegen das ganze Feld einbrachte. Gegen Schluß hatte er zwar mit den Belgiern Wierinckx, Jansen und Grysolle zu rechnen, doch sprang in diesem Augenblick Hermann Schild hilfreich bei und unterstützte ihn in der Führung. Der Sieger der Deutschlandfahrt, Georg Umbenhauer, gab vorzeitig auf. Eine Randbemerkung des Ansagers schien ihm nicht zu behagen. Die 15000 Zuschauer bedauerten den Vorfall lebhaft. Bochum im Mittelpunkt Meisterschaften der Bahnamateure Die Radrennbahn in Bochum ist am 9. Juli der Schauplatz der Meisterschaften unserer Radamateure. Im Zweisitzer=Malfahren und VereinsMannschaftsfahren werden die Meister ermittelt. 30 Fahrer haben für die Einzelmeisterschaft gemeldet, für die fünf Vorläufe zusammengestellt wurden. Die ersten Ausscheidungen werden wie folgt gefahren: 1. Vorlauf: G. Purann(Berlin), Schertle (Stuttgart), Kinnle(Siegmar), Preußner(Breslau), Greiner(Mülheim), Viehmeyer(Paderborn). 2. Vorlauf: Hasselberg(Bochum), Kuhlmann (Tilsit), Unrath(Breslau), Knieriemen(Kaiserslautern), Krahe(Duisburg), Schuler(Berlin). 3. Vorlauf: Mohr(Wien), Aeymans(Krefeld), Rösner(Breslau), Schneider(Kaiserslautern), Dornieden(Braunschweig), Ihbe(Leipzig). 4. Vorlauf: Schorn(Köln),, als Titelverteidiger, Kappey(Dortmund), Bunzel(Berlin), Krause (Hannover), Schnorrbus(Köln), Ofmann(Fürth). 5. Vorlauf: Walter(Mannheim), Mierke (Breslau), Thoma(Berlin), Schmaderer(Wien), K. Purann(Berlin), Postler(Paderborn). Für die Meisterschaft im Vierer=Mannschaftsfahren haben nur die Titelverteidiger Wanderer Chemnitz und Iduna Berlin, Duisburg 1909, BSG Dürkopp Bielefeld und Westfalia 95 Bochum gemeldet. Für die Zweisitzerkämpfe werden die Paarungen an Ort und Stelle vorgenommen. u „Eines fehlte mir... Adolf Heuser über seine Niederlage durch Schmeling In seinem Heim auf dem Weißen Hof, wo er während der Vorbereitungszeit gewohnt hat, ist Adolf Heuser anzutreffen. Keineswegs mutlos, wie man vielleicht annehmen könnte. „Ich habe eben Pech gehabt. Mir ist es so ergangen, wie vielen anderen vor mir. Schmeling ist gewiß ein großer Meister, doch auch er hat im vorigen Jahr von Louis eine derart schnelle Niederlage einstecken müssen, gegen die eben niemand gefeit ist. Daß ich in Form war, habe ich im Training bewiesen, eines fehlte mir, das war die innere Ruhe und Unbekümmertheit, mit der ich sonst in meine Kämpfe gehe. Ich habe nie öffentlich trainiert. Das liegt mir nicht und ich kann Ihnen versichern, daß ich auch nie wieder ein Trainingslager beziehen werde. Da fehlt mir die Ablenkung, eine zwanglose Gesellschaft und vor allem die richtige Pflege.“ „Ich weiß ganz genau, was im Ring passiert ist. Zuerst habe ich Schmeling mit einem linken Haken in die Magengegend getroffen, so wuchtig, daß er kurz aufstöhnen mußte. Ich wurde schon zuversichtlich, doch als ich dann erneut versuchte, unter seiner Linken hinweg in den Nahkampf zu kommen, wurde ich mit einem rechten Konter auf die Schläfe genau abgefangen. Mir brummte der Kopf so, daß ich einen Moment nicht wußte, was los war. Wenige Sekunden später saß dann eine zweite Rechte genau an meinem Kinn. Den Schlag sah ich wohl kommen, aber ich war so benommen, daß ich einfach nicht reagieren konnte“ „Ich werde schon bald beweisen können, daß ich mein Selbstvertrauen nicht verloren habe, denn am 1. August muß ich in Berlin gegen Preciso Merlo meinen Titel als HalbschwergewichtsEuropameister verteidigen.“ Jack Dempsey außer Gefahr Der an Blinddarm= und Bauchfellentzündung schwer erkrankte frühere Boxweltmeister Jack Dempsey befindet sich nach dem letzten Befund der Aerzte außer Gefahr. Zwar wird Dempsey noch einige Tage im Hospital verbleiben müssen, doch über das Schwerste ist der jetzt 44jährige Exweltmeister hinweg. Louis verteidigt seinen Titel Der Schwergewichts=Weltmeister Joe Louis wird seinen Titel am 21. September in Detroit in einem 20=Rundenkampf gegen Bob Pastor verteidigen. Joe Louis traf mit Pastor bereits vor zwei Jahren zusammen. Damals hielt Pastor 15 Runden stand und überließ dem Weltmeister nur einen Punktsteg. Tony Galento, der vor wenigen Tagen von Louis in der vierten Runde k. o. geschlagen wurde, boxt am 4. Oktober in New York gegen Lou Nova über 15 Runden. Freilustboren in Bochum Westfalen—Mittelrhein der Amateurboxer Im westfälischen Boxsport war es in der letzten Zeit recht still. Veranstaltungen größeren Formats fehlten. Nun regt sich aber die Heimat der vier Deutschen Meister Manczyk, Murach, Pepper und Schnarre wieder. Am 12. August wird in Bochum in der Radrennbahn der gewohnte Gaukampf mit dem Mittelrhein steigen. Es ist ein Samstagabend, ein recht günstiger Termin, der sicherlich den vielen Boxsportfreunden, die schon lange wieder auf einen Großkampf warten, recht gelegen kommt. Lagache(Frankreich) Europameister In Angouleme(Frankreich) wurde unter Teilnahme von neun Spielern, unter denen sich keine Deutschen befanden, die Europameisterschaft im Dreibandenspiel ausgetragen. Die Entscheidung fiel erst in der letzten Partie zwischen dem französischen Favoriten Lagache und dem Holländer Bos, der infolge seiner übergroßen Nervosität glatt mit 27:50 Punkten unterlag. Der Franzose errang den Titel ungeschlagen vor Bos mit 7:1 Siegen, dem Portugiesen Ferraz und dem zweiten Holländer Sengers. Der Belgier Vingerhoed erreichte mit neun die höchste Serie des Turniers. Der Generaldurchschnitt Lagaches betrug 0,8. Meier und Kluge führen klar bei der Europameisterschaft der Motorräder 1939 Von den sieben Rennen für die MotorradEuropameisterschaft 1939 wurden die Englische TT. und der Große Preis von Holland als die beiden ersten ausgetragen. In der 500=cem=Klasse führt der Titelverteidiger Oberfeldwebel Georg Meier (Deutschland) auf BMW. ganz überlegen vor West(England) und Vaillati(Italien). Der vorjährige Meister der 250-cem=Klasse, Ewald Kluge, liegt abermals in Front, gefolgt von Mellors (England) und seinem Kameraden Petruschke aus dem Auto=Union=Rennstall. Dicht beisammen liegt die Spitzengruppe in der 350-cem=Klasse. Stanley Woods(Irland) hat den ersten Platz inne vor Fleischmann(Deutschland) und dem Titelverteidiger Mellors. Ihnen folgt Wünsche(Deutschland), der ebenso wie Fleischmann auf Auto=Union DK W. fährt. 500 ccm: 1. Mejer, Deutschland(BMW) 10 P., 2. West=England(BMW) und Vaillati, Italien (Gilera) je 4 Punkte, 4. Frith, England und Bock, Deutschland je 3 P., 6. St. Woods, Irland und Vaasen, Deutschland je 2 Punkte, 8. White, England und Charlier, Belgien je 1 Punkt.— 350 cem: 1. St. Woods, Irland(Velocette) 7 Punkte, 2. Fleischmann, Deutschland(Auto Union/DKW) und Mellors, England(Velocette) je 6 P., 5. Wünsche, Deutschland 5 P., 6. Daniell, England 4 P., 7. Little, Irland und Whitworth, England, je 1 Punkt.— 250 ccm: 1. Kluge, Deutschland(Auto Union/DKW) 9 Punkte, 2. Mellors, England (Benelli) 5 P., 3. Petruschke, Deutschland(Auto Union/DKW) 4 P., 4. Tenni-Italien und Smith, England, je 3 P., 6. Einkler, Deutschland und Martin, England je 2 P., 8. Wünsche, Deutschland und Lottes, Deutschland je 1 Punkt. Hartmann steuert den Mercedes Im„Großen Autopreis von Frankreich“, der am kommenden Sonntag in Reims ausgefahren wird, war der inzwischen tödlich verunglückte Richard Seaman als Fahrer des vierten Mercedes=Benz bestimmt. Seinen Platz nimmt nun der Dortmunder Heinz=Hugo Hartmann ein, der schon seit geraumer Zeit dem Nachwuchsrennstall der Untertürkheimer angehört. hügel-Regatta 981 Ruderer aus 47 Vereinen in 174 Booten Für die Internationale Hügelregatta am kommenden Samstag und Sonntag auf dem Baldeneysee in Essen ist nun alles bereit. Die Ersten Achter wurden durch das Fachamt mit RG. Baldeneysee Essen, Favorit=Hammonia Hamburg und die RG. Allianz=Frankonia Berlin=Grünau besetzt. Hinzu kommt die Meldung der englischen Studentinnen von der Reading=Universität London, so daß sich das Nennungsergebnis auf 981 Ruderer aus 47 Vereinen mit 174 Booten erhöhte. Die Regatta in Hügel ist die größte Großdeutschlands. Niederrhein-Gaumeisterschaften im Ringen Gies, Fritz Neuhaus und Brempel Gaumeister Der letzte Teil der Niederrheingaumeisterschaften im Ringen wurde in den Klassen Mittel, Halbschwer und Schwer durchgeführt. Im Mittelgewicht sicherte sich Gies(Germania Wuppertal) den Meistertitel, im Halbichwergewicht wurde Fritz Neuhaus(Essen=West 03) Gaumeister. Im Schwergewicht gab es eine Ueberraschung. Hier mußte sich der Favorit Tepasse(Essen=West 03) dem Gerresheimer Brempel beugen. Die Edelstahlwerke Remscheid gewannen den FriedrichPütz=Gedächtnispreis mit elf Punkten vor Germania 07 Wuppertal und Germania Altenessen mit je 7 Punkten. Eine Klarstellung Der Ski=Sport bei den V. Olympischen Winterspielen Das Organisations=Komitee für die V. Olympischen Winterspiele 1940 teilt mit, daß es demnächst genau nach den Bestimmungen des Internationalen Olympischen Komitees und gemäß den Beschlüssen des Internationalen Skiverbandes (FIS.) ausschließlich neben dem Militär= Patrouillen=Lauf die vorgesehenen beiden Vorführungen(Demonstrationen) im Skilauf, Tor= und Sprunglauf, vorbereitet. Ob das Fachamt im Nationalsozialistischen Reichsbund für Leibesübungen einen Antrag auf Einberufung eines außerordentlichen Ski=Kongresses stellen wird, mit dem Zweck, die vollen olympischen Wettbewerbe unter Genehmigung der FIS. durchzuführen, hängt von den Verhandlungen ab, die zuvor mit dem Präsidenten dieses Verbandes, Major Oestgard, geführt werden. Deutschland wird nichts unternehmen, was die Veranstaltung der SkiWeltmeisterschaften in Oslo beeinträchtigt. Das neue Fußballjahr Erster Spieltag: 13. August Mit Rücksicht auf die am 20. August stattfindenden Tschammer=Pokalspiele und andere größere Veranstaltungen wird der 13. August 1939 als erster Spieltag des neuen Fußballjahres 1939/40 zur Austragung von Privatspielen freigegeben. Um den Mitropa-Pokol Auch der Belgrader SK. in der Vorschlußrunde Die Fußballmannschaft des Belgrader SK. erreichte am Montag die Vorschlußrunde im Nitropapokalwettbewerb, obwohl Slavia Prag im Rückspiel mit 2:1(2:1) siegte. Der Vorsprung aus der ersten Begegnung mit 3:0 in Belgrad reichte aus, um den Jugoslawen die Teilnahme an der Vorschlußrunde zu sichern, in der Ujpest Budapest Gegner der Belgrader sein wird. Auf dem SpartaPlatz waren am Montag 30 000 Zuschauer Zeugen eines schnellen und harten Kampfes. Die Tore schossen Bican für die Sparta und Boschowitz für Belgrad. Slowakischer Fußballverband in der Fifa Unter dem Vorsitz des Präsidenten Rimet (Frankreich) ist der Vollzugsausschuß der Fifa in Paris zusammengetreten und hat einen Beschluß des Dringlichkeitsausschusses zur Kenntnis genommen, wonach der Slowakische Fußballverband der Fifa beitritt. Die endgültige Bestätigung des Beitritts wird auf dem nächsten Fifa=Kongreß vorgenommen. Deutscherseits waren Dr. Bauwens(Köln) und Dr. Schricker(Zürich) anwesend. Garfs führt Deutschland und Schweden im Modernen Fünfkampf punktgleich Die Wehrmachtmeisterschaft im Modernen Fünfkampf wurde am Dienstag in der Heeressportschule Wünsdorf mit dem Degenfechten fortgesetzt. Im Länderkampf mit Schweden gelang es den deutschen Offizieren, den am ersten Tage im Reiten verlorenen Boden wieder aufzuholen und mit 53:53 Punkten gleichzuziehen. Auf zehn Bahnen wurde eine Riesenzahl von Gefechten abgewickelt. Durch die Teilnahme der Schweden am internationalen Einzelkampf hatte allein in der Klasse A jeder Bewerber 53 Gefechte auf einen Treffer zu bestehen. Als beste Einzelfechter erwiesen sich Oberlt. Freiherr von Schlotheim(40 Siege), Feldwebel Garfs(38) und Lt. Egnell (Schweden) sowie Lt. Bolldén(Schweden)(je 36) in der Klasse A, und Hptm. Scharte, Rittm. Fanelsa, Oblt. Kempa und Lt. Karte(je 17 S.) in der Klasse B. Mit je einem zweiten Platz im Reiten und Fechten führt Feldwebel Garfs das große Feld der Einzelkämpfer an, während in der Klasse B Oblt. Kempa vorn liegt. Eisenecker wurde Säbelmeister Mit den Endkämpfen im Säbel wurden die Deutschen Fechtmeisterschaften zum Abschluß gebracht. In Abwesenheit des Titelverteidigers Heim(Öffenbach), der sich beim Degensechten eine Knieverletzung zugezogen hatte, holte sich Eisenecker(Frankfurt a. M.) den Titel eines Säbelmeisters. aus sechs Gebieten ficht in Essen Nachdem auch das Fechten in verstärkten Maße bei der Hitler=Jugend Eingang gefunden hat, tritt erstmalig im Reich das Gebiet Ruhr=Niederrhein (10) am Sonntag in Essen mit einer großen Fechtveranstaltung an die Oeffentlichkeit. Die Gebiete Westfalen, Ruhr=Niederrhein, Köln=Aachen, Hessen=Nassau, Saarpfalz und Düsseldorf streiten im Schlageter=Gedächtnis=Kampf um den von der Stadt Essen gestifteten Herausforderungspreis auf Florett. Intern. Vier-Tage=Marsch Gebiet Westfalen der HJ. vertritt Deutschland Der bereits zur Tradition gewordene Internationale Vier=Tage=Marsch wird auch in diesem Jahr wieder in Holland durchgeführt. In der Zeit vom 25. bis 28. Juli werden sich die Vertreter aller großen europäischen Nationen in Holland treffen, um in einem große Anforderungen an die Teilnehmer stehenden Leistungsmarsch ihre Kräfte zu messen. Die deutsche Vertretung wird auf Anordnung des Stabsführers der Reichsjugendführung in diesem Jahr ausschließlich vom Gebiet Westfalen der Hitlerjugend gestellt. Die westfälischen Banne stellen ihre besten und leistungsfähigsten Unterführer für diesen Marsch. Die Vertretung der Hitlerjugend hat als„Zivilmannschaft“ täglich 40 Kilometer zurückzulegen. Olympja— beliebt wie immer Schon 43 Nationen für Helsinki gemeldet Die Zusage der Teilnahme an den 12. Olympischen Spielen 1940 in Helsinki ist bisher von nachstehenden 43 Ländern abgegeben worden: England, Dänemark, Norwegen, Italien, Rumänien, Palästina, Schweiz, Belgien, Jugoslawien, Costarica, Schweden, Liechtenstein, Luxemburg, Portugal, Griechenland, Holland, Deutschland, USA, Ungarn, Argentinien, Estland, Australien, Brasilien, Haiti, Indien, Island, Lettland, Malta, Bolivien, Aegypten, Kanada, Kuba, Polen, Bulgarien, Südafrika, Frankreich, Ceylon, Mexiko, China, Spanien, die Philippinen, Finnland und Protektorat Böhmen/ Mähren. Verwickelte" Verwandtschaft Schwager seiner Frau und Onkel seines kindes Im Zuhörerraum des Pariser Schwurgerichtes gab es großes Erstaunen, als dieser Tage ein Angeklagter ungefesselt und ohne polizeiliche Begleitung vorgeführt wurde. Sonst pflegen nur „schwere Jungen“ die Anklagebank zu drücken, wobei die Fesselung einen Ueberblick über die Grausigkeit ihres Vergehens gibt. Aber war schon der Auftritt diesmal ungewöhnlich, so häuften sich die Absonderlichkeiten um so mehr, je länger gegen den Angeklagten verhandelt wurde. Es stellte sich dabei nämlich heraus, daß der Mann der Schwager seiner Frau und der Onkel seines Kindes ist. Wieso und weshalb bildete den Gegenstand des gerichtlichen Verfahrens. Um seine eigene Ehefrau zu seiner Schwägerin zu machen oder vielmehr eigentlich seine Schwägerin zur eigenen Frau, hatte der Angeklagte unter Begehung einer schweren Urkundenfälschung die Heiratserlaubnis erschlichen."Es handelt sich bei ihm um einen jungen Musiker, der mit einer bildhübschen Pariserin eine Liebschaft begonnen hatte, die nicht ohne Folgen blieb. Als das Mädchen ihm dieses zarte Geständnis gemacht hatte, war der junge Mann, er heißt übrigens Marcel Gayraud, bereit und einverstanden, die Konsequenzen zu ziehen und zu heiraten. Der Verwirklichung dieses Entschlusses stand aber die Tatsache im Wege, daß Marcel noch nicht volljährig war und infolgedessen der Zustimmung seiner Eltern zum Abschluß der Ehe bedurft hätte. Da seine Mutter aber kurz vorher gestorben war und der Vater sich schon vor Jahren mit unbekannter Adresse auf Reisen begeben hatte, ließ sich die erforderliche Heiratserlaubnis nicht beschaffen. In seiner Ratlosigkeit verfiel, der junge Marcel auf eine nicht nur ausgefallene, sondern auch strafbare Idee. Er ließ sich nämlich vom Bürgermeisteramt in Meudon, dem Geburtsort seines sechs Jahre älteren und bereits volljährigen Bruders, eine Geburtsurkunde auf den Namen des Bruders ausstellen. Mit diesem Dokument und dem heimlich entwendeten Militärpaß des Bruders begab er sich sodann in Begleitung seiner Geliebten auf ein Pariser Standesamt, um sich dort als„Elie Gayraud“ trauen zu lassen. Das war vor sechs Jahren. Kurz nach der Heirat schenkte ihm seine junge Frau, die übrigens von dem Betrug keine Ahnung hatte, ein Töchterchen, das in Wirklichkeit seine Nichte ist. Sechs Jahre hindurch ging alles gut. In diesem Frühjahr aber lernte der Bruder Elie Gayraud ein Mädel kennen, das er zu heiraten beschloß. Als er sich die dazu erforderlichen Papiere besorgen wollte, wurde ihm vom Standesbeamten erklärt, solange er nicht geschieden sei, könne er— wenn er sich nicht der Bigamie schuldig machen wolle— keine neue Ehe eingehen. Elie, der keine Ahnung davon hatte, daß er bereits„verheiratet“ war ging der Sache nach und deckte den Betrug seines Bruders auf. Um wieder„Junggeselle“ zu werden, mußte er diesen sogar wegen Urkundenfälschung verklagen, doch übten die Richter größte Nachsicht, indem sie Marcel zu zwei Jahren Gefängnis mit unbegrenztem Strafaufschub verurteilten. Der Handstreich von Rügen Das Museum für Meereskunde in Berlin hat vor einiger Zeit ein Gemälde erworben, das eine Begebenheit im Kampf um die Insel Rügen darstellt, die sich vor rund 180 Jahren im Sommer 1759 abspielte. Es war das unglückliche Jahr im siebenjährigen Krieg. Friedrich der Große mussie alle Mittel, die ihm zur Verfügung standen, dem Landheer, das in Schlesien kämpfte, zuwenden. Eine eigene, gut armierte Flotte, wie sie z. B. die Schweden besaßen, stand ihm nicht zur Verfügung. Diese Gelegenheit nahmen die Schweden wahr und erschienen mit ihren Schiffen im Stettiner Haff(damals das kleiner Frische Haff genannt). Die preußischen Truppen hatten ungefähr 4 Gallioten von ungefähr 150 Tonnen, vier größiere Fischereifahrzeuge und vier Barkassen zur Verfügung. Diese Schiffe wurden in aller Eile zu Kriegsfahrzeugen umgewandelt und seemännisch dem Kaufmann Daniel Schulz unterstellt; denn Seeoffiziere besaß Preußen damals noch nicht. Die Landtruppen, die die Hauptbesatzung der Schiffe darstellten— 2300 Soldaten— standen unter dem Kommando des Generalleutnants Grafen zu Dohna. 366 Seeleute handhabten die Schiffe. Die Schweden hatten dagegen bedeutend mehr und weit besser gerüstete Fahrzeuge. Der ungleiche Kampf hielt die Schweden von Anfang an im Vorteil. Von dem Führerschiff, das sich stolz„König von Preußen“ nannte, erbeuteten sie damals die Heckflagge, die sich noch heute in einer Stockholmer Sammlung befindet. Die Landsoldaten wußten sich auf den engen Schiffen nicht zu bewegen und nach erbittertem Kampf, der immerhin sieben Stunden währte, zogen sich die preußischen Schiffe kämpfend zurück. Das Erstaunlichste ist aber, daß 450 Gefangene, die sie in den Händen der Schweden zurücklassen mußten, einen Handstreich ausführten, der in der Geschichte kaum seinesgleichen hat. Die preußischen Gefangenen überwältigten nämlich die schwedischen Seeleute, zwangen sie, das Steuer herumzuwerfen und den Kurs wieder zurückzunehmen. Aus der Niederlage war ein Sieg geworden; die schwedische Galliote fuhr nicht, wie vorgesehen, nach Karlskrona, sondern über Rügen nach der preußischen Festung Kolberg, wo das Schiff mit lautem Jubel empfangen wurde. Ein Blinder hilft sich selbst Ein blinder Kaufmann kann seine Kunden bedienen, Geld kassieren und irrt sich nicht. In Bally unweit von Noissky-le-Roi lebt ein Kaufmann, der vor sieben Jahren infolge einer Krankheit und damit verbundenen Operation das Augenlicht verlor. Trotz völliger Erblindung steht er neben seiner jungen Frau tagtäglich in seinem Laden, verkauft Zigaretten, Tabake, Briefmarken, nimmt Geld, gibt Geld heraus und behauptet, sich nie zu irren. U. a. erzählt der Blinde folgendes: Ursprünglich sei er Geometer in Versailles gewesen, mußte aber nach seiner Erblindung diesen Beruf aufgeben. Nach und nach, und zwar in kurzer Zeit, habe sich sein Tastvermögen aber so gebessert, daß er es wagen konnte, ein Zigarettengeschäft aufzumachen. Er fand auch eine hilfsbereite junge Frau, die ihm im Laufe der Jahre zwei Buben schenkte. Nach der Hochzeit wurde der Zigarettenladen weiter ausgebaut und ein Kurzwarengeschäft aufgenommen. Der Blinde selbst verkauft Tabake und Briefmarken; wenn aber jemand Kurzwaren will, ruft er seine Frau. Er kann jedes Geldstück entweder am Klang oder durch Fühlen erkennen und die Banknoten mißt er an der Größe ab. Er weiß genau, wo und wie seine Zigaretten liegen und irrt sich bei der Ausgabe nicht. Will jemand Briefmarken, haben, so braucht er nur seine Mappe aufzuschlagen, um die richtige Art herauszunehmen. Als das größte Unglück sieht es der Blinde an, daß er seine zwei Jungens nicht sehen kann. Im allgemeinen hat er sich mit seinem Schicksal ganz abgefunden. Schließlich sagte er: Es gibt noch größere Unglücke auf der Welt als Erblindung! Ein altes Semester Mit 72 Jahren wird er Student Seitdem sich Robert Battersly dazu entschlossen hat, zur Universität zu gehen, um Medizin zu studieren, besitzt England den ältesten Studenten Europas und vielleicht der ganzen Welt. Battersly ist nicht nur ehrgeizig, sondern auch bereits 72 Jahre alt. Bis zum Jahre 1929 fungierte er als Stadtsekretär in Oereford, bis er seinen Beruf an den Nagel hängt, um sich pensionieren zu lassen. Bald wurde ihm das Rentnerdasein aber zu langweilig, so daß er sich, seiner Neigung entsprechend, Privatstudien auf medizinischem Gebiet widmete. Weil er trotz eifriger Büffelei nicht weiterkam, hat er dieser Tage den Beschluß gefaßt, mit 72 Jahren noch Student zu werden und sich auf der Universität als Hörer der Medizinischen Fakultät einschreiben zu lassen. Damit verwirklicht er einen Plan, den er schon seit frühester Jugend hegte, aber nicht ausführen konnte, weil ihm das Geld zum Studium fehlte. Nun ist man in englischen Akademikerkreisen höchst gespannt auf die Leistungen des 72jährigen Kommilitonen, der es niemandem verübeln wird, wenn er als altes Semester angesprochen wird. hollywood, das Skondalporodies Amerikanische Filmschauspielerinnen mit dem hammer ermordet Hollywood ist schon seit langem nicht nur das Filmparadies für USA, sondern auch der Mittelpunkt zahlreicher Skandalgeschichten und höchst aufregender Ereignisse, die z. T. nur in einem mittelbaren Zusammenhang mit den Besonderheiten der amerikanischen Filmwelt stehen. Zur Zeit werden selbst die blutigsten Kriminalgeschichten, die je in den Vereinigten Staaten von Nordamerika verfilmt wurden, durch das übertroffen, was Hollywood am eigenen Leibe erlebt. Die gesamte Filmkolonie ist in hellster Aufregung. Anlaß dazu bietet eine Reihe von Morden an Filmschauspielerinnen. Das charakteristische Zeichen des inneren Zusammenhangs dieser Mordtaten besteht darin, daß sich der Mörder als Waffe eines Hammers bedient. Mit dem Tod der schon älteren Schauspielerin Margaret Campbell, die am vorgestrigen Dienstag ermordet wurde, wird das vierte Opfer dieser Serie von Verbrechen in einem Jahr beklagt. Man fand Margaret Campbell tot in ihrem Schlafzimmer. Sie lag völlig ausgekleidet in einer Blutlache auf dem Bett. Der Hammer, mit dem sie ermordet worden war, lag neben der Leiche. Einige Begleitumstände dieses Falles sind etwas anders als die früheren Mordtaten sonst ganz ähnlicher Art. Bisher wurden nämlich in der Regel junge Mädchen, die aus dem Filmatelier kamen, an wenig belebten Stellen der Stadt angesprochen und dann sofort niedergeschlagen. Eine Serie von Einbrüchen in Hollywood, die besonders die Besitzer von Luxusvillen in begreifliche Erregung versetzt hatten, konnte dieser Tage mit einem höchst sensationellen Abschluß aufgeklärt werden. Der Dieb bevorzugte Filmstars und=Magnaten, deren Geld und Schmuckvorräte er durch erstaunlich geräuschlose, raffinierte nächtliche Einbrüche wesentlich„abbaute". Alle Bemühungen der Polizei, dem Verbrecher auf die Spur zu kommen, blieben erfolglos. Nach den Schilderungen nächtlicher Beobachter wußte man nur, daß es sich um einen Mann mit einer schwarzen Maske handeln sollte. Schließlich engagierte man einen Privatdetektiv aus Hollywood, der sich selbst entboten hatte, dem Fall endlich auf den Grund zu gehen. Der Privatdetektiv spielte tatsächlich Jowort mit vorgehaltenem Revolver Rabiater Bräutigam rust„Familienrat" zusammen Paris, 4. Juli 39. Jean Leseur ist neunzehn Jahre alt und Zeichner bei einer Pariser Trickfilmgesellschaft. Er liebt eine siebzehnjährige Musikstudentin. Aber wenn er sich auch einbildet, die nötige Reise für die Ehe zu haben, die Hand seiner Liebsten wird ihm strikte verweigert. Die Eltern seiner Angebeteten wollen nichts von ihm wissen. er darf nicht einmal in ihre Wohnung kommen. Auf die Braut will er nicht verzichten und, wenn nötig, will er auch„Gewalt“ anwenden, um sie heimzuführen. Die Art, wie Jean Leseur es anfängt, läßt aber darauf schließen, daß ihm die nötige Ehereife noch fehlt und daß er noch ein rechter Grünschnabel ist. Er betrachtet sich nun einmal schon als zur Familie gehörig und da denkt er sich aus, einen„Familienrat“, einzuberufen. Es gelingt ihm auch tatsächlich, die Familie seiner Braut in seine Wohnung zu bringen, und es erscheinen: die Eltern des jugendlichen Bräutigams, sein Bruder sowie die Mutter und der Taufpate der Braut. „Die Braut oder das Leben!“ Der„Familienrat“ ist vollständig versammelt. Da erscheint plötzlich Jean Leseur, in jeder Hand einen wuchtigen, alten Trommelrevolver. Zu seiner Unterstützung hat er gleich ein paar Kameraden, junge Burschen wie er selbst, mitgebracht. Jean setzt sich an das Kopfende des Tisches und, die Revolver drohend vor sich liegend, übernimmt er den Vorsitz des„Familienrates".„Sind Sie bereit, mir Ihre Tochter zur Frau zu geben?“ fragt er Madame Dufaure, die Mutter seiner Zukünftigen.„Aber dann geben Sie mir bitte das gleich schriftlich, ich habe nämlich keine Zeit zu verlieren." Madame Dufaure dankt jedoch für solch einen Schwiegersohn und lehnt strikte ab. Der Familienrat wird eingespert. Da wird Jean Leseur aber ungemütlich und fuchtelt der alten Dame mit dem Schießeisen unter der Nase herum, während seine Kumpane die anderen Mitglieder des Familienrates in Schach halten. Kaltblütig erklärt er:„Ihr verlaßt das Zimmer nicht eher, bis ich meine Zusage habe." Er geht zur Tür, dreht den Schlüssel um und steckt ihn dann ein. Stunden vergehen, es wird Mitternacht und schon graut wieder der Morgen. Da endlich entschließt sich die„Brautmutter“ schweren Herzens, ihr schriftliche Einwilligung zu geben. Sie macht aber die Bedingung, sofort nach der Unterschriftsleistung ihrer Wege gehen zu dürfen. Aber der schlaue Bursche merkt wohl, daß die alte Dame dann schon ihre Schritte gehen wird. Nach vielem Hin und Her gibt er ihr großzügig die Erlaubnis, nach Hause zu gehen. Jedoch gibt er der zukünftigen Schwiegermutter und dem Paten seine Kameraden als Bewachung mit. Sie müssen darauf achten, daß die beiden vor Ablauf von 5 Stunden weder mit anderen Leuten sprechen noch telefonieren können. auch bei der Aufklärung der Verbrechen eine entscheidende Rolle, aber nur passiver Art, während die Rolle des eigentlichen Detektivs von einem— Affen übernommen wurde. Es war ein dressierter Menschenaffe, der eines Morgens erdolcht am offenen Fenster der Kammer lag, die er bewohnte. Neben ihm lag ein Mann mit einer schwarzen Maske, der inzwischen an den Folgen des nächtlichen Kampfes mit dem Affen gestorben war. Es war der„Privatdetektiv“, in dessen Wohnung man Kisten voll Geld und Schmuck fand. Salomonisches Urteil Der Farmer David MeCreary und der Farmer Harry Walker zankten sich seit Jahren wegen Grenzgeschichten auf ihren Anwesen in Indiana. Vor einiger Zeit kam es zwischen den beiden Streitenden zu heftigen Prügelszenen. Nun sind sie beide verurteilt worden. Der Richter hat es sich wohl in den Kopf gesetzt, die beiden zu versöhnen und infolgedessen hat er den feindlichen Farmern eine sechsmonatige Haft in gemeinsamer Zelle verschrieben. Weiterhin hat der weise Richter verordnet, daß die feindlichen Sträflinge zusammen ihre Gefängnisfenster putzen müssen, einer von innen und einer von außen, so daß sie sich immer ins Gesicht sehen müssen. Ob die zwei sich nach Beendigung ihrer gemeinsam zu verbüßenden Haft glühend lieben werden, bleibt abzuwarten. Trotz Revolver und Kaltblütigkeit... In Paris stiegen zwei verwegene Einbrecher am hellichten Tag in eine Wohnung, um ihrem „Beruf“ gemäß verschiedene Sachen mitgehen zu lassen. Plötzlich kamen aber die Wohnungsinhaber dazu. Der eine der Einbrecher zog sogleich einen Revolver und schrie: Verschwinden Sie oder ich schieße! Als er dann freie Bahn hatte, sprang er die Treppen hinab und zwang auch den Portier mit dem Revolver, ihm aus dem Wege zu gehen. Aber auf der Straße erklangen schon Rufe: Haltet ihn, ein Dieb! Ein Motorradfahrer wollte dem Dieb sogleich nacheilen, mußte aber unter den Revolverandrohungen ebenfalls den Rückzug antreten. Ein Auto, das gerade vorbeikam, mußte schnell bremsen, um den Einbrecher nicht zu überfahren. Zwei Leute sprangen aus dem Wagen, denen es gelang, den Verbrecher zu entwaffnen und festzunehmen.— Der Komplice war inzwischen im Haus die Treppe langsam und unauffällig heruntergegangen. Ein Mieter, dem er dennoch verdächtig war, wollte ihn festnehmen lassen und hielt ihn fest. Der Einbrecher antwortete ihm aber kaltblütig:„Ich bin kein Dieb, lassen Sie mich los. Sie zerreißen mir bloß meinen Rock!" Der Hausbewohner zögerte ein wenig— und schon war der Dieb auf der Straße. Obwohl der eine schon verhaftete Einbrecher keinerlei Auskunft über seinen Komplicen gab, konnte die Polizei auch den anderen nach kurzer Zeit in seiner Wohnung festnehmen. Er soll hier aber nicht mehr für seinen Rock gefürchtet haben. Wenn Affen Konzerte geben Buenos Aires, Anfang Juli 39. Ein besonders pfiffiger Unternehmer in Buenos Aires hatte sich als besondere Attraktion eine Jazz=Kapelle, bestehend aus lauter dressierten Affen zusammengestellt. Das erste Konzert verlief gut, das Publikum war begeistert und sparte nicht mit dem Applaus. Ganz im Gegensatz zu anderen Künstlern schienen aber die Affen von Beifall nicht viel zu halten. Das andauernde Klatschen machte sie nervös, sie nahmen an, daß das eine Bedrohung wäre. Auf einmal stürzten sich die Affen auf das Publikum und begannen es mit Fäusten und Zähnen wüst zu bearbeiten. Es gelang nur mit großer Mühe, die erschreckten Tiere von ihren Opfern zu trennen und sie zu beruhigen. Jetzt dürfen die Affen nur noch Musik machen, wenn vor dem Podium ein starkes Gitter angebracht ist, das das Publikum vor den Wutausbrüchen der Musikanten schützt. Aete Rameraden 14er Jäger in Wuppertal Wuppertal. Die Kameradschaft der 14er Jäger Wuppertal beging das Fest der 20. Wiederkehr ihres Gründungstages mit einer Wiedersehensfeier, die 400 Kameraden aus dem Bergischen Land, vom Nieder= und Mittelrhein, aus Hagen, Dortmund, Hörde, Osnabrück und anderen Orten in Elberfeld vereinte. Nach einem Preisschießen überbrachte Unterkreisführer Kocks die Wünsche und Grüße des Kreiskriegerführers. Ein leuchtendes Bild vom Heldentum des Feld= und Reservebataillons der 14er Jäger entwarf der Kameradschaftsführer Dr. Lindner, der die glänzenden Waffentaten in den Vogesen, am Kemmel, am Rotenturmpaß und Finnland u. a. m. verherrlichte und der 2100 gefallenen Offiziere, Oberjäger und Jäger gedachte. Vor dem Ehrenmal im stimmungsvollen Hochwald des Kiesberges fand eine ehrwürdige Totenehrung mit Kranzniederlegung statt. Kamerad Dinslage, Wuppertal, ehrte die Gefallenen des Weltkrieges, der Spanienkämpfe und der Bewegung. Die Kartoffelrevue London, 4. Juli 39. Die Vereinigung der Kartoffelhändler in England läßt sich ihre Reklame etwas kosten. Sie hat eine Gruppe von 8 jungen Mädchen engagiert, die sämtliche Badeorte Englands besuchen und dabei Reklame für die Kartoffel machen sollen. Diese Mädchen— man nennt sie die„Potato Eight“— reisen in einem eigens für sie ausgerüsteten Omnibus durchs Land, sie tragen einheitliche Kleidung und sind alle hübsch und schlank und etwa 23 Jahre alt. Wenn sie in einen Ort kommen, dann gehen sie z. B. an den Strand, wo gerade viel Menschen sind, und führen eine regelrechte Revue auf mit Tänzen, Songs und Witzen, die alle auf die Kartoffel und ihren Wert Bezug haben. Die Mädchen bekommen täglich mindestens zwei Mahlzeiten, die nur aus Kartoffeln in den verschiedenen Zubereitungsarten bestehen. Wenn die Mädchen ihre Revue beendet haben, werden Kartoffelrezepte und Kochbücher verteilt, dann geht es weiter zum nächsten Ort. Peinlicher Autogrammwunsch Filmschauspieler und zumal amerikanische Filmstare sind es gewohnt, mit Autogrammwünschen bombardiert zu werden. Manchmal haben diejenigen, die sich in den Besitz der Unterschrift eines gefeierten Filmlieblings zu bringen wünschen, die ausgefallensten Ideen. Eine gewisse Spitzenleistung hat in dieser Hinsicht aber kürzlich eine Amerikanerin vollbracht, die die in Hollywood engagierte Schauspielrin Olivia de Havilland bat, ihr doch ihren Namenszug auf ein Kopfkissen zu schreiben, damit sie die Schriftzüge aussticken könne. Als die Schauspielerin zurückfragte, wieso denn ausgerechnet ein Kopfkissen als Autogrammträger verwendet werden sollte, erhielt sie zu ihrer Verblüffung die freimütige Antwort, daß ihr Namenszug als Schlafmittel dienen solle. Der Mann der Autogrammjägerin hegt nämlich eine stille, aber offensichtlich sehr leidenschaftliche Liebe zu dieser Filmdiva, und der Gedanke an sie raubt ihm— wie seine Frau gestand— die Nachtruhe. Um diesem Uebel abzuhelfen, wolle sie ihm nun das bunt ausgestickte Autogramm seines Ideals präsentieren. Da die Filmschauspielerin Olivia de Havilland diesen etwas peinlichen Wunsch, sich als Schlafmittel zu verdingen, nicht zu erfüllen bereit war, wird der Aermste noch manche schlaflose Nacht verbringen müssen. Sträfling springt ins offene Meer Marseille, Anfang Juli 39. Dieser Tage hatten zwei Polizeibeamte aus Marseille einen berüchtigten Verbrecher, der in Aegypten verhaftet worden war, nach Frankreich zu holen. An Bord des Dampfers Marietta Pascha, auf welchem die Reise stattfand, benahm sich der schwere Junge sehr ordentlich, und da keine Möglichkeit zum Ausreißen bestand, genoß er vollkommene Freiheit. Aber beim Durchfahren der Straße von Messina sahen die Passagiere den Sträfling plötzlich im Badetrikot auf der Schiffsbrücke stehen und, ehe sie sich klar darüber waren, was er vorhätte, war er mit einen Hechtsprung ins Meer gesprungen und schwamm mit eiligen Stößen der Küste zu. Sofort wurde das Schiff gestoppt, aber das ging nicht so schnell, wie es wohl hätte gehen müssen. Jedenfalls, als es so weit war, daß die beiden Polizisten im Boot saßen, um den Entsprungenen zu verfolgen, war er spurlos verschwunden. Wahrscheinlich ist es ihm trotz der verhältnismäßig großen Entfernung vom Strand gelungen, an Land zu kommen. Seine beiden Wärter mußten ohne ihren Schützling nach Hause fahren. Meldet basiplöte Dieter Wendburgs Frau) 2(Nachdruck verboten.) Dieter Wendburg sah ihnen nach und ein bitteres Lächeln lag um seinen Mund. / Ein Kind! War es in letzter Zeit nicht sein Traum gewesen, sich nach einer lieben Frau umzusehen, die ihm ein Kind schenkte? Und hatte er nicht den ehrlichen Willen gehabt, dieser Frau ein guter Gatte zu sein und ihr die Treue zu halten? Vorbei dieser Traum! Seine Ehe würde ein Rechenexempel sein. Und die Frau, die sich zu diesem Exempel hergab, die konnte ihm nichts wert sein. Aber— gab er sich denn nicht auch dazu her? Warum wollte er dieses Mädchen verurteilen? Dieter ritt weiter, unter den alten Weiden hin dicht am Wasser. Und plötzlich lachte er laut auf. Was war denn die Welt anders als ein großes Narrenhaus? Narrenhaus? Nur dann, wenn die Menschen sich als Narren benehmen! Die Welt war groß und schön. Das Vaterland suchte Männer, die einen Willen hatten. Man konnte sich irgendwie in den Dienst einer nationalen Sache stellen. Diese Absicht hatte er ja auch gehabt. Hatte sie noch. Aber es wäre besser, man könnte diese gute Sache auch noch finanziell unterstützen. Mit dem Gelde des alten Valentin vielleicht? Pfui! Unwürde! Unendlich unwürdig eines Man nes, sich am Gelde einer Frau emporzuranken! Und er, er selbst hätte das auch nie getan. Aber die daheim, die wollten es! Und sie waren alle viel zu schwach, um Armut ertragen zu können. Denen mußte man helfen. Wenn auch dabei jede Aussicht auf ein großes gutes Glück zerbrach. Denn bei bieser Frau fand er kein Glück. Konnte er keins finden! Nun, so mußte man sich even zu entschädigen suchen. Er hatte den besten Willen gehabt, zu heiraten und ein vorbildliches Familienleben zu führen. Wenn er die daheim ihrem Schicksal überlassen hätte! Wenn er hart geblieben wäre! Ob es für ihn selbst nicht doch noch einen anderen Ausweg gegeben hätte? Einen anderen Ausweg als ben, Robert Valentins Tochter zu heiraten? Aber Friedrich Görnbach wollte sein Geld! Richtig, Tante Olaa hätte es ihm ta gegeben! Aber das war auch erst heute zur Sprache aekommen. Er hätte sie ja doch niemals darum gebeten. Er war ganz erstaunt gewesen, wieviel Liebe ihm die bissige Tante Olga entgegenbrachte. Nun war es zu spät. Er war ein Mann und konnte sein Wort nicht zurückziehen. Daheim verließzen sie sich auf ihn. Die Brüber! Keiner von ihnen brauchte solch ein Opfer zu bringen. Nur er! Weil er immer gutmütig gewesen war. Das hatte die kluge Stiefmama gewußt. Wenn er wenigstens wüßte, wie diese Tochter Vakentins aussah! Es war doch mehr als scheußlich, wenn man um die Hand einer Frau anhalten sollte, von ber man nicht einmal wußte, wie sie aussah. Geldheiraten gab es genug. Aber dann hatte der Mann boch wenigstens vorher seine Zukünftige gekannt und konnte sich, wenn auch vielleicht widerstrebend, an den Gebanken gewöhnen, sie in Zukunft als seine Frau neben sich zu bulden. Das Pferd machte einen Satz zu Seite. Dieter Wendbura blickte auf. Am Waldrand stand ein unges schlankes Mädel in einem dunklen einfachen Kleib. Sie trug ein Körbchen am Arm, das mit Waldmeister gefüllt war. Ihre großen grauen Augen sahen den Mann still an. Und der tolle Dieter dachte: Wer mag denn das Mädel sein? Eine Sommerfrischlerin vielleicht? Da ging das junge Mädchen auch schon weiter. Und Dieter Wendburg trieb sein Pferb an. Er lächelte. Eine Begeanung, wie tausende im Leben. Einen Augenblick, bann war vorbel, was ihn einen Herzschlag lang interessiert hatte. zu verdienen. Schade! Dann hätte ich ihr eigentlich etwas geben können. Drüben bei der Lichtung stand ein Rubel Hirsche und mittendrin ein prächtiger Zwölfender. Dieter kniff ein Auge zu. Daß er sein Gewehr nicht mit hatte! Das wäre jetzt ein Meisterschuß gewesen und der Bock läge auf der Decke. Einige Minuten später ritt Dieter Wendburg wieder durch das heimische Hoftor. Man saß auf der Terrassé vor dem Herrenhaus und rief ihm munter zu, er möge nun aber schnell kommen. Sie hätten alle einen furchtbaren Hunger, und die Mamsellhätte sich geweigert, die Pasteten zu servieren, ehe nicht Herr Dieter da sei. Mamsell Hanne war ein altes Faktotum des Hauses Wendburg. Sie gehörte fast mit zur Familie. Und Dieter war von jeher ihr Liebling gewesen. Wenn nicht gerade Gäste da waren, dann leistete sich Hanne solche Aufsässigkeiten, wenn es sich um ihren Liebling handelte. Dieter lachte und kam schnell herüber. Groß, schlank, eine durchtrainierte Reiterfigur. In den stahlblauen Augen das frohe Blitzen, das immer darin gewesen war. Er schien sich also mit den Tatsachen abgefunden zu haben. Sein Vater stellte es mit Erleichterung bei sich fest. So wurde es ein gemütlicher Abend bei Bowle und Hannes gutem Essen. Man lachte viel, und Tante Olga hatte einen ganz kleinen Schwips, Dieter aber fuhr es durch den Kopf: Wie oberflächlich wir im Grunde genommen alle sind, wir Wendburgs! 2. Kapitel. Robert Valentin ging in seinem Zimmer hin und her, ein alter Mann, aber noch aufrecht und kraftvoll. Grau war das noch volle Haar, grau waren die Bartstreifen, die rechts und links über die Schläfen nach den Wangen zu liefen, und grau war der mächtige Schnurrbart. Aber die Augen blitzten hell und scharf, und der Mund war der eines Mannes, der viel befohlen hat in seinem Leben. Robert Valentin hatte auf seinen Besitzungen in Mexiko Hunberte von Menschen befehligt. Und er selbst hatte jederzeit mit Hand angelegt. Wie ein König war er gewesen, der überall dort ist, wo seine Leute sind, der nicht von seinem Thronsessel aus sich langweilt. Aber um diesen Mann wehte ein Zug von Härte. Hart, eisenhart war er geworden im Kampf um das Dasein. Und doch war er gerecht geblieben, wenn er auch niemals seine Jugend vergaß, in der man ihm so großes Unrecht angetan hatte. Edith von Bernkamer! Die er geliebt hatte, und die diese Liebe erwiderte. Die nicht danach gefragt hatte, daß er nur ein armer Verwalter war. Die mit ihm in die Armut, aber in ein großes Glück hatte geben wollen. Aber es kam nicht dahin! Herr von Bernkamer konnte unendlich grausam sein, wenn es sich darum handelte, seinen Willen durchzusetzen. Man brachte Edith zu einer Verwandten nach Oesterreich. Und ihn, Robert Valentin, verhaftete man in dem Augenblick, als er seine Koffer packen und der Geliebten nachreisen wollte. Weil er Herrn von Vernkamen betrogen, ihm eine große Summe veruntreut haben sollte. Er hatte gelacht, er burchschaute das elende Spiel. Aber die Polizel fand in seinem Zimmer achttausend Mark. über deren Herkunft er keine Auskunft aeben konnte. Ein Schurkenstreich! Ein Schurkenstreich ohnegleichen, um ihn, Balentin, unschädlich zu machen. Wer hatte das getan? Es konnte nur einer gewesen sein. Und diesen einen zu beschuldigen, war schwer. Aber es ging um die Ehre! Gina somit um alles. Und so sprach Robert Valentin dem Untersuchungsrichter von seinem Verbacht. Berichtete ihm von seiner Liebe. Aber man glaubte ihm nicht. Zubem legte Herr von Bernkamer ein Schreiben seiner Tochter vor, in dem diese erklärte, niemals in Beziehungen zu Nobert Valentin gestanden zu haben. Daß sie gerade jetzt zu ihrer Tante gereist, sei ein Zufäll, nichts weiter. Robert Valentin wurde verurteilt. Er büßte für eine Tat, die er niemals begangen hatte. Dann ging er, da er keinen Menschen mehr besaß, nach Mexiko. Dort wurde er reich und war ein angesehener Mann. Im Ulter von fünfzig Jahren verheiratete er sich mit einem bescheidenen lieben Mädchen, das sich als Gesellschafterin sein Brot verdiente und auf einer Nachbarhaztenda den Verfolgungen zweier Söhne des Hauses ausgesetzt war. Nach einem Jahr war er Vater eines Mädelchens. Und er hatte sich nicht einmal darüber gefreut. Wenn es wenigstens ein Junge gewesen wäre! Seit Jahren stand er durch einen geschickten Detektiv mit der Heimat in steter Verbindung. Er war von allem unterrichtet. Edith von Bernkamer hatte sich mit einem Sohn der alten Familie Wendburg verheiratet. Ihrer Ehe entstammen drei Söhne. Die Wendburas waren sehr vermögend. Robert Valentin sah nirgends eine Möglichkeit, u rächen. Die Fahre gingen hin, und sein eichtum wuchs immer mehr. Alles in seinen Hänben wurde zu Geld. Es war, als wolle der Himmel ihm eine Genugtuung bafür geben, daß man ihm einst so bitter Unrecht aetan. Als Helyanthe pier Jahre alt war, starb ihre Mutter. Und Robert Valentin dankte am Sarge der stillen Frau noch einmal, daß sie ihm einige schöne Jahre geschenkt hatte. Sie war noch so fung gewesen. Aber geliebt hatte er sie nie. Dankbarkeit hatte er für sie empfunden. Mit hem Kinde wußte er nichts anzufangen, er überließ es den Dienstboten. Als Helyanthe zehn Jahre alt war, kehrte Robert Valentin mit ihr nach Deutschland zurück. Nachrichten, die er erhalten hatte, veranlaßten ihn dazu. Ein seltsamer Gedanke war ihm gekommen. Und wie er alles in diesen Jahren mit eiserner Energie durchgesetzt, so verfolgte er mit derselben Energie auch jetzt ein ganz bestimmtes Ziel.— Der Herr von Wendburg spielte! Und wo sich der Spielteufel einnistet, da ist es bald genug vorbei mit dem Wohlstand und Frieden. Robert Valentin kaufte Schloß und Gut Worhöhe. Von dort aus beobachtete er die Wendburas, Bald genug wußte er, daß die Söhne flotte, leichtsinnige, schöne Menschen waren, und sab sein Ztel greifbar nahe gerückt. Wäre Edith noch am Leben geblieben, dann hätte er die Wendburgs geschont. Aber sie war tot, und so brauchte er keine Rücksicht zu nehmen. Dann änderte er seine Absicht, nachdem er Dieter Wendburg kennengelernt hatte. Dieter Wendburg, der seiner Mutter so ähnlich sah! Wie hatte Herr von Bernkamer einst gesagt? „Ther zunde ich mein Schloß an allen vier Ecken an, ehe darinnen der Bauernlümmel Valentin sich einnistet." Jetzt sollen die Wendburgs froh sein, wenn einer von ihnen Robert Valentins einzige Tochter heiraten durfte! Für ihn war immer nur Dieter Wendburg in Frage gekommen. Die anderen beiden Söhne gefielen ihm nicht. Auch als er nach Wendburg schrieb, einer der drei Söhne möchte seine Tochter heiraten, dann sollte alles in Wendbura beim alten bleiben, hatte er nur an Dieter gedacht. Seit neun Jahren war er wieder in Deutschland. Seit neun Jahren wanderte jeder Wechsel, den Johann Wendburg ausstellte, in Valentins Besitz. Und seit neun Jahren freute er sich auf den Augenblick, wo er Johann Wendburg sagen konnte, daß er jener Valentin sei, dem man einst Edith genommen. Denn Edith hatte bereits 8 Wochen nach seiner Festnahme diesen Wendburg geheiratet: man hatte sie gezwungen! Nzh das hatte er erfahren: Edith war nicht glücklich gewesen in ihrer Ehe. Wie bald nach ihrem Tode hatte Johann Wendbura die schöne Adelheide gehetratet! Er wußte auch, daß diese Frau es war, die ohne ihr Wissen seine beste Bundesgenossin wurde, indem sie Johann Wendburg durch ihre Verschwendungssucht noch vollends ruinierte. Robert Valentin atmete tief auf. Jetzt war es bald soweit. Jetzt war er bald am Ziel. Die Wendburgs besaßen nichts mehr. Alles gehörte ihm, ihm, dem Robert Valentin! Aber er selbst hatte ein gutes Gewissen. Nichts, gar nichts hatte er selbst zum Nuin der Wendburgs getan. Er hatte nur alle Wechsel aufgekauft und rübig gewartet. Nun war es soweit!!! Wenn die Wendburgs seine Wünsche nicht erfüllten, kam Gut Wendburg unter seine Herrschaft. Und die stolzen Wendburgs waren heimatlos. Sie. die hier wurzelten, deren Familie seit vielen Jahrhunderten hier ansässig war. Johann Wendburg hatte zugesagt! Sie kannten sich nicht. Alles war schriftlich erledigt worden. Wie ein Fuchs in seinem Bau lebte Valentin hier in Schloß Worhöhe und leitete die Geschäfte, hielt alle Fäden in seiner Hand, Nie gab er ein Fest, er mied jeden Verkehr. Die Räume in Schloß Worhöhe mit all ihren wertvollen Möbeln und sonstigen Kostbarkeiten waren unbenutzt. Robert Valentin hatte sich für seinen Bedarf nur ein höchst einfaches Arbeits= und ein Schlafzimmer eingerichtet. Auch seine Tochter bewohnte nur zwei kleine, allerbings gemütlich eingerichtete Zimmer. An manchen Tagen sahen sie sich gar nicht. Jebes saß auf seinem Zimmer. Und wenn sie sich sahen, dann wußten sie sich nichts zu sagen. Belyanthe war dem Vater gegenüber scheu und schweigsam. Und der richtete höchstens einige Fragen über den Haushalt an sie, denn sie führte die Wirtschaftsbücher und reaelte alles mit der Köchin. Viel Personal hatten sie nicht im Hause. Dafür arbeiteten desto mehr Leute auf den Feldern. Robert Valentin hatte die großen Sumpfstücke aufgekauft, die seit vielen Jahrzehnten brachlagen, und hatte sie trockengelegt. Was in Meriko möglich war, konnte man auch hier in Deutschland erreichen. Der Deutsche litt aber immer noch unter dem alten Glauben, daß nur Auswanderer es nötig haben, den Boden urvar zu machen. Dabel war gerade die deutsche Erde die dankbarste. Robert Valentin trat ans Fenster. Auf dem schmalen Weg über die Wiesen kam Helyanthe. Sie trug einen Korb am Arm. Valentins Brauen schoben sich finster zusammen. Wie unelegant sie war! Sie paßte nicht zu Dieter Wendburg. Ganz und gar nicht paßte sie zu ihm! Aber sie würbe trotzdem seine Frau werben. „Robert, mache unser Kind doch nicht unglücklich!“ Eine Stimme! Eine weiche bittende Stimme, die warneno zu ihm aus dem Jenseits drang. Die Stimme von Helyanthes Mutter!“ Die stille Frau hatte niemals Einfluß auf seine Entschlüsse gehabt. Sie hatte auch mit seiner Rache nichts zu tun. Die Wendburas sollten froh sein, wenn sie sich jetzt mit Robert Valentin verschwägern burften. Und seine Tochter war babei nur ein Werkzeug. Sie hatte ihm zu dienen. And gleichzeitig bekam sie einen Mann. Es lag dann an ihr, sich diesen Mann angenehm zu machen. Und vor allem war sein Ziel dann erreicht. Ein Sohn Ebiths heiratete die Tochter Robert Valentins! War es nicht möglich, daß der alte Herr von Bernkamer irgendwelche Aufzeichnungen hinterlassen hatte, worin er seine einstige Schuld bekannte? Vielleicht hatte auch Edith dies getan? Dann konnte er doch noch seine Ehre wiedererhalten. Nach so langen Jahren! Das wäre das Beste, was ihm noch geschehen könnte. Valentin begab sich wieder an seinen Schreibtisch und setzte sich. Es gab noch viel zu erledigen.—Am anderen Moraen hielt Robert Valentin das Schreiben Johann Wendburas in seinen Händen, das auch das Einverständnis seines Sohnes meldete. Am Montaa würde Dieter Wendbura also kommen.— Fortsetzung folgt.) 5 Buter Rat ist teuer! Von Maré STAHL Der junge Mann, der in den Autobus stieg, sagte:„Hallo, Fred!“ und steuerte auf einen zweiten jungen Mann zu, der vorne auf der ersten Bank saß. „Hallo— Gerd!“ rief der zweite. Sie verstauten ihre Aktentaschen neben sich und schüttelten sich die Hände.„Schön, daß ich dich treffe," meinte Gerd, „ich wollte nämlich einen guten Rat von dir hören." Er machte eine Pause. „Möchtest du mir nicht schnell lagen, was bu willst?“ bat Fred.„Ich muß nömlich bald aussteigen." „Hm ja— das ist schade, es ist gar nicht so leicht, den Anfang zu finden." Gerd sah träumerisch aus dem Fenster.„Ich muß da weit ausholen, weißt du..." Freb, der die umständliche Art seines Freundes kannte, seufzte:„Faß bich kurz!" „Hm ja—,“ antwortete Gerb,„ich will mich bemühen. Ich bin also vor einigen Tagen durch die Hebemannstraße gegangen, nicht durch die eigentliche, sondern durch die verlängerte Straße zu... komische Sache übrigens, eine Straße verlängerte Straße zu nennen!— Findest du nicht auch?" „Jawohl," sagte Fred,„sehr komisch." Er spähte durch die Fensterscheiben nach vorn. Ihm war, als ob er das„U“ der Untergrundbahnstation, an der er aussteigen mußte, schon sehen konnte.„Wolltest du nicht—?“ „Ja, natürlich... ich gina also, ohne viel zu denken, so leicht dösend dahin, und bemerkte auf einmal ein Auto vor einer Tür."—„Wie interessant!" spöttelte Fred.„Ich habe noch nie ein Auto vor einer Tür warten sehen." „Sei doch nicht so nervös!" sagte Gerd..„Also das Auto wartete, wie es schien, auf einen Fahrgast, es war auch schon Gepäck auf dem Wagen, und der Fahrer verstaute noch einige Koffer im Taxi— das Verdeck war heruntergeschlagen, und ein Köfferchen fand nirgends Platz als in diesem heruntergeschlagenen Verdeck. Gerade, als eine Dame aus dem Hauseingang an das Auto tritt, fällt das Köfferchen zur Erde, springt au, und alles. was darin ist, ergießt sich über den Fahrdamm." „Ach du lieber„„“ sagte Fred. „Ja, das rief ich auch und sprang natürlich der Dame bei, um ihre Siebensachen wieder aufzuheben. Es waren ganz allerliebste Dinge dabei: Toilettesachen, seidene Strümpfe, eine Bonboniere, die auch aufgegangen war und deren Inhalt sich auf dem Asphalt wälzte, ein Etui mit bunten Halsketten—" „Und so weiter— und so weiter...“ rief Freb. „Jetzt kommt meine Haltestelle, willst du mir nun endlich sagen, was für einen guten Nat ich dir geben soll?" Gerb begann zu sammern.„ch bin doch aleich zu Ende" „ch kann nicht warten. Also bis morgen. Ich fahre dieselbe Tour um halb neun." „Gut— bis morgen!" Der Schaffner hielt schon den Finger auf dem Klingelknopf und wartete, daß Freb endlich abspringe. Am nächsten Morgen wiederholte sich die Begrützung zwischen Freb und Gerd. „Na, nun schieß aber los," sagte Fred,„damit wir wenigstens heute zu Ende kommen." „Ja, natürlich— jetzt ist ja auch die Einleitung erledigt, jetzt geht es schnell. Wo war ich doch stehen geblieben?" „Mit dem Köfferchen in der Hand. In der verlängerten Hedemannstraße." „Richtig— ja, habe ich bir schon gesagt, was alles in dem Köfferchen war?" „Um des Himmelswillen— ja: eine Bonboniere. Halsketten und so weiter.“ „Ja— bann habe ich dir also nicht gesagt, baß ein Schlafanzug drin war?" Fred verbrehte die Augen und richtete sie gegen das Dach des Autobusses.„Nein", sagte er,„aber wenn du willst, können wir ja ein Inhaltsverzeichnis des Köfferchens schriftlich festlegen." „Aber der Schlafanzug ist sehr wichtig," rief Gerd. „Wie du willst—,“ stöhnt Fred ergeben,„komm zum Schluß!“ „Aber du hältst mich ja nur auf mit beinen vielen Gegenreben. Ich fasse mich doch ganz kurz. Also ich knie fast auf der Fahrbahn und sammele alle die Kleinigkeiten in das Köfferchen, und die Dame hilft mir dabei— ich bemerke übrigens, daß es eine sehr hübsche Dame war—" „Kann ich mir denken," knurrte Fred,„woher sonst deine Kavaliersanwandlungen! Und bekomme auf einmal den Schlafanzug in die Hände. Er war lachsfarben, aus Seide, mit vielen Spitzen, und wie so ein Ding ist, aalglatt und ganz blöbsinnig zusammengelegt, schlüpft es mir aus der Hand, ich greife danach,— bekomme es zu fassen, es geht auf... ein frischer Wind weht—— und auf einmal flattert es wie ein rosiger Wimpel im Wind, fliegt mir ins Gesicht, bläht sich und entfaltet sich— kurz, treibt ein neckisches Spiel, und ich bemühe mich verzweifelt, den aufrührerischen Schlafanzug wieder einzufangen." Fred lachte jetzt aus vollem Halse.„Das war lustia," sagte er. „Lach nicht so laut!“ sagte Gerd und sah sich schen um. „Na uno—. rraate Fred,„was kann man dagegen haben, wenn wir lachen „Jetzt kommt es—“ rief Gerb halblaut. „Ja, jetzt kommt meine Haltestelle," rief Fred dagegen. „Aber höre doch!" beeilte sich Gerd.„Ich stehe also noch da, plötzlich reißt mir jemand von rückwärts den Schlafanzug aus der Hand und schreit: „Das ist also der Kerl, mit dem du durchgehen willst!"" Freb war schon aufgesprungen. Seine Augen funkelten vor Aerger.„Jetzt, wo es interessant wird, muß ich aussteigen, nur deiner Langsamkeit wegen, du Trottel!“ „Aber," rief Gerd,„du sollst mir doch sagen, was ich tun soll.“ „Bis morgen warten!“ rief Fred und war schon hinaus. „o1— saate Fred am nächsten Morgen, „frage ich und du antwortest, sonst geht das Jahr herum, und ich weiß immer noch nichts."— Bitte.“ kränkte sich Gerd. Gerd warf einen Blick aus dem Fenster und erbleichte.„Liebe Himmel!“ rief er und wandte sich wie zur Flucht.„Keine Tür von vorn— die verflixten alten Autobusse!" Dann sank er auf das Polster zurück. „Was ist dir denn?" fragte Fred.„Willst du mir nicht sagen, was der Herr wollte?" „Ja— was wollte der Herr?“ stotterte Gerd kläglich.„Was wollte er nur?" Plötzlich ergriff jemand den stotternden Gerd von hinten, zog ihn in die Höhe und drückte ihn wieder auf seinen Sitz zuruck, was sich dreimal wiederholte. „Hab' ich dich endlich!" brüllte eine mächtige Stimme. Die Mitfahrenden schrien auf. Der Schaffner kam herbeigestürzt, der Autobus hielt.„Ruhe, meine Herren,“ rief der Schaffner.„Wollen Sie bitte augenblicklich den Autobus verlassen, sofort! Ich werde die Polizei benachrichtigen!" Der erstarrte Fred ließ sich mitsamt dem ächzenden Gerd und dem brüllenden Herrn auf die Wache bringen. „Ich muß ja zur Untergrund," sammerte er. „Was ist denn eigentlich los? Kannst du mir das nicht endlich sagen?" „Ja, siehst du—“, Gerd bügelte mit dem Arm seinen zerbeulten Gut und warf einen Blick auf den an der anderen Seite des Polizisten gehenden Herrn,„das war ja gerade der Rat, den ich von bir brauchte. Ich wollte dich fragen, auf welche Weise ich den Nachstellungen dieses Barbaren, der mich für den Liebhaber seiner Frau hielt, entgeben kann!" „So," sagte Fred,„das also war es!" „Ja— das war es, aber inzwischen sind mir die Ereignisse im wahrsten Sinne des Wortes über den Kopf gekommen.“ „Wie es dir immer gehen wird," meinte Fred grimmig. „Vielleicht,“ antwortete Gerd gleichgültig.„Aber wie du siehst, erledigt sich dann schließlich alles von selbst." Damit setzte er befriebigt seinen alten zurechtgebügelten Hut wieder auf. Wis Westdeibsclond Arbeitstagung der Richter des Oberlandesgerichtsbezirks Hamm Essen. Im Essener Justizgebäude fand am gestrigen Dienstag eine Arbeitstagung sämtlicher Senatspräsidenten, Landgerichtspräsidenten und Landgerichtsdirektoren des Oberlandesgerichtsbezirks Hamm statt. Die Tagung, die unter der Leitung des Oberlandesgerichtspräsidenten Schneider aus Hamm stand, diente der Besprechung innerdienstlicher Angelegenheiten und berufsfachlicher Fragen. Den Mittelpunkt der Verhandlungen bildeten Berichte des Landgerichtspräsidenten Heermann in Essen über die Stellung und die Aufgaben des Zivilgerichtsvorsitzenden, sowie des Landgerichtspräsidenten Koch in Dortmund über Fragen des Strafverfahrens. Im Rahmen der Tagung fand eine Besichtigung des Essener Justizgebäudes statt, dessen vorbildliche dienstliche und soziale Einrichtungen allgemeine Anerkennung fanden. Abschließend sprach der Oberlandesgerichtspräsident über die Stellung des Richters im allgemeinen. Am Nachmittag unternahmen die Richter auf Einladung der Stadt Essen eine Besichtigungsfahrt, die am Baldeney=See endete. Das Westfalentagsbanner Minden. Auf dem bevorstehenden Westfalentag in Minden wird der Oberbürgermeister der Stadt Siegen das Westfalentagsbanner des Westfälischen Heimatbundes dem Oberbürgermeister der Stadt Minden überreichen, der es bis zum nächsten Westfalentag in die Obhut der Stadt nehmen wird. Das Westfalentagsbanner ist 1936 von der Stadt Soest gestiftet worden. Es wird jährlich dem Oberbürgermeister überreicht, in dessen Stadt der Westfalentag stattfindet. Den Sinn dieses Banners hat der Bürgermeister der Stadt Soest, Oberbürgermeister a. D. Dr. Scharnow, seinerzeit so gedeutet:„Das Banner soll ein Symbol sein, in welchem der Wille der westfälischen Städte zum Ausdruck kommt, dem Westfälischen Heimatbund mit dem soldatischen Geist des Nationalsozialismus und abseits jeglicher partikularistischer Tendenzen zu folgen zu dem großen Ziele, das er sich gesteckt hat: zu wirken für Heimat und Reich und damit auch für unseren Führer Adolf Hitler.“ Das Banner ist nach einem Entwurf des Soester Künstlers Walter Schöttler hergestellt worden. Mit den Wappen der gastgebenden Städte der drei letzten Westfalentage, Soest, Paderborn und Siegen bestickt. wird es nun dem Oberbürgermeister der Stadt Minden feierlich überreicht werden. Sonntagsrückfahrkarten zum Westfalentag Das Reichsverkehrsministerium hat entschieden, daß zum Westfalentag in Minden Sonntagsrückfahrkarten von allen Bahnhöfen, die bis zu 200 km von Minden entfernt sind, ausgegeben werden. Die Sonntagsrückfahrkarten haben folgende Geltungsdauer: zur Hinfahrt vom 7. 7. 12 Uhr bis 9. 7. 24 Uhr und zur Rückfahrt vom 8. 7. 12 Uhr bis 10. 7. 24 Uhr(Ende der Rückfahrt). Die Bremsen versagten Fahrer auf der Stelle getötet Witten. Als am Montagmittag ein mit Zement schwer beladener Lastzug die Straße„Auf dem Brenschen“ in Witten befuhr, war es dem Fahrer nicht mehr möglich, auf der abschüssigen Straße das Fahrzeug zum Halten zu bringen, da die Bremsen versagten. Er fuhr mit voller Gewalt gegen eine Mauer. Der Kraftwagenführer wollte sich durch Abspringen retten, geriet aber zwischen Mauer und Fahrzeug und wurde auf der Stelle getötet. Sein 19jähriger Beifahrer konnte sich durch vorzeitiges Abspringen retten. Zwei Todesopfer bei einem Verkehrsunfall Erkelenz. Ein schwerer Verkehrsunfall, der zwei Todesopfer und einen Schwerverletzten forderte, ereignete sich auf der Landstraße zwischen Erkelenz und Wegberg. Zwei Motorradfahrer, von denen einer gerade einen Kraftwagen überholen wollte, streiften sich im Vorbeifahren. Der eine Fahrer stürzte kopfüber ins Feld und war sofort tot; der andere wurde von dem Kraftwagen noch ein Stück mit geschleift und blieb dann gleichfalls tot liegen. Sein Mitfahrer erlitt schwere Kopfverletzungen und mußte ins Erkelenzer Krankenhaus eingeliefert werden. Gewissenloser Krastfahrer entzog sich der Verantwortung Aachen. Am Adelbertsteinweg in Aachen wurde ein Radfahrer von einem in rasendem Tempo dahinfahrenden Personenkraftwagen erfaßt und etwa 30 Meter weit mitgeschleift. Nach wenigen Minuten ist der Bedauernswerte den erlittenen Verletzungen erlegen. Der Fahrer des Kraftwagens kümmerte sich nicht um den Verunglückten, sondern brachte seinen Wagen auf höchste Fahrt. Ein nachsetzendes Mietauto konnte ihn zwar nicht mehr erreichen, doch wurde festgestellt, daß die Nebellampe des Wagens zertrümmert sein muß. Es besteht deshalb Aussicht, den gewissenlosen Fahrer zu stellen. Trauriger Ausgang eines Betriebsausflugs— 2 Tote Haltern. Bei einem Betriebsausflug, den eine Gelsenkirchener Betriebsgemeinschaft am Montag zum Halterner See unternommen hatte, vergnügten sich nachmittags mehrere Gefolgschaftsmitglieder mit Kahnfahren. Dabei kenterte im sog. „Dresemanns Graben“ in der Overather Gegend ein mit fünf Personen besetzter Kahn und sämtliche Insassen stürzten in das gerade an dieser Stelle besonders tiefe und tückische Wasser. Drei von ihnen konnten sich an das Ufer retten; zwei der Insassen, ein 22jähriges Mädchen und ein 31 Jahre alter verheirateter Mann, ertranken. Die Leichen konnten bald geborgen werden. ... ob die„Lust rein sei Vertrauensmänner wollten den Juden Schlepperdienste leisten Aachen. Immer wieder versuchen Juden, illegal die deutschen Reichsgrenzen zu überschreiten und bei dieser Gelegenheit Devisen zu verschieben, und immer wieder finden sich auch trübe Elemente, die aus den gesetzwidrigen Handlungen der Juden für sich Honig zu ziehen versuchen. So war eine Reihe von Juden an sogen. „Vertrauensmänner“ in Aachen herangetreten, um ihre Hilfe bei der illegalen Grenzüberschreitung in Anspruch zu nehmen. Die„Vertrauensmänner", die sich für ihre Schlepperdienste zunächst einmal einen ganz gehörigen Preis zanlen ließen, brachten auch die Juden zunächst mal von Köln nach Aachen, von wo man sich dann unter möglichst geheimnisvollem Getue zur Grenze ausmachte. Waren die Juden dann im Wald, erklärten die„Schlepper“, erst einmal nachsehen zu müssen, ob die„Luft rein sei.“ Das war aber für sie nur der Augenblick, um auf Nimmerwiedersehen zu verschwinden. Die Polizei machte aber auch diesem Treiben der Burschen ein Ende. Eine elfköpfige Gaunerbande wurde hinter Schloß und Riegel gesetzt, die es ausschließlich darauf abgesehen hatte, auf die geschilderte Weise schnell und leicht an Geld zu kommen. Von den elf Burschen, die sich jetzt vor dem Aachener Schöffengericht zu verantworten hatten, konnten allerdings fünf nachweisen, daß sie teils unbeteiligt, teils ahnungslos gewesen waren. Von den übrigen sechs Angeklagten wurden die zwei Hauptangeklagten wegen Betruges zu je zehn Monaten Gefängnis verurteilt, zwei weitere erhielten je vier Monate Gefängnis und die letzten beiden 16 Wochen bzw. zwei Monate Gefängnis. Vom Stier angefallen und schwer verletzt Wankum=Geldern. Als ein Mitglied der Bullauhaltungsstation in Langdorf einen auf dem Felde angepflockten Stier nach Hause holen wollte, nahm ihn das sonst ruhige Tier an und warf ihn zur Erde. Es sprang auf den Liegenden zu und bohrte sein Horn in dessen Oberschenkel. Verzweifelt versuchte der junge Mann, aus der Gewalt des wütenden Tieres zu kommen, was ihm aber erst nach einem weiteren Angriff des Tieres gelang. Wegen des großen Blutverlustes mußte der Mann sofort ins Krankenhaus gebracht werden. hühnerdiebe am Werk Sie verfügen über eine organisierte Abnehmerschaft Wesel. Unverfroren und frech gehen zurzeit ühnerdiebe in den Ortschaften nördlich von esel bis in westfälisches Gebiet hinein zu Werke. In der Nacht brechen sie in die Hühnerställe ein und lassen stets eine große Zahl wertvoller Zuchthühner mitgehen. In kurzer Zeit wurden allein in einem Ort neun Fälle angezeigt. Der Bauern hat sich eine große Empörung bemächtigt. Am letzten Wochenende stahlen die Diebe in zwei Fällen allein an 60 Hühner, für die sie unbedingt eine organisierte Abnehmerschaft haben müssen. Jocko stellt sich vor und spielt den Biedermann Koblenz. Schneller als erwartet, ging die Freiheit des vor einer Woche anläßlich eines Gastspiels des Zirkus Hagenbeck in Koblenz entlaufenen großen Affen Jocko, der sich in den Tagen seiner Freiheit in der Koblenzer Vorstadt allerlei Streiche geleistet hatte, zu Ende. Zur großen Ueberraschung einer Koblenzer Familie stellte sich in deren Wohnung, die im dritten Stockwerk der Löhrstraße gelegen ist, Montagvormittag plötzlich der Ausreißer ein, benahm sich recht friedlich, ließ sich willig streicheln und nahm behaglich auf dem Schoß des Wohnungsinhabers Platz. Dieser verständigte sofort den zur Zeit in Wiesbaden weilenden Zirkus, der Jocko wieder seinem gesicherten Verwahr zuführen ließ. Tod durch Unachtsamkeit Hammiukeln(Krs. Rees). Die 66 Jahre alte Ehefrau des Müllers Wissing befand sich vor ihrem Anwesen mit einer Nachbarin nach dem Kirchgang im Gespräch, als sich ein Motorradfahrer näherte. In diesem Augenblick versuchte die Frau, den Fahrweg zu überschreiten, lief aber in die Maschine. Mit schweren Kopfwunden und inneren Verletzungen wurde sie zum Weseler Krankenhaus geschafft, wo sie am gleichen Abend starb. Hannovers Ballhof wurde wiedereröffnet Der aus der Mitte des 17. Jahrhunderts stammende Ballhof in Hannover ist im Rahmen der Altstadtsanierung in alter Schönheit wiedererstanden und wurde am 2. Juli eingeweiht. Er diente ehemals— gleich dem Hochzeitshaus in Hameln— frohen Festen der Bürgerschaft. Olympische Ski=Wettkämpfe gefordert Es sind Bestrebungen im Gange, doch noch olympische Skiwettkämpfe auf den V. Olympischen Winterspielen vom 2. bis zum 11. Februar 1940 in Garmisch=Partenkirchen zu veranstalten. Ein entsprechender Antrag wird die Einberufung eines außerordentlichen Kongresses des Internationalen Skiverbandes(FIS.) verlangen mit dem Ziel, die Skilehrerfrage in einer dem olympischen Geist entsprechenden Weise zur Erledigung zu bringen. Man ist in Deutschland der Ansicht, daß der Skiwettkampf sehr gut neben den Skiweltmeisterschaften durchgeführt werden kann, ohne daß dadurch eine der beiden Veranstaltungen eine Einbuße erleidet. Deutscherseits wird alles getan, um in Oslo mit der besten und stärksten Mannschaft am Start zu erscheinen, die Deutschland je auf die Beine gebracht hat. 21 Reichssender Kölm und Deutschle Asender Donnerstag 6. Juli Reichssender Köln 6.00: Morgenlied— Wetterbericht für die Landwirtschaft. 6.05: Wiederholung der Abendnachrichten— Durchsprüche für den Bauer. 6.10: Knie—e beugt! 6.30: Freut euch des Lebens! 6.55: Morgenlied, Morgenruf. 7.00: Wetter, Nachrichten. 7.15: Frühkonzert. 8.00: Wetter— Wasserstand— Kalenderblatt. 8.10: Frauenturnen. 8.30: Öhne Sorgen jeder Morgen. 9.30: Pilze— ein köstliches Nahrungsgut. 9.45: Nachrichten. 10.00: Volksliedsingen(Liederblatt 7). 10.30: Sendepause. 11.45: Zur Schließung der lücke. Neuzeitl. Maßnahmen. 11.55: Wetterbericht. 12.00: Musik am Mitta 15.00: Nachrichten wünsche. 13.15: Leichte Mittagsmusik. 14.00: Nachrichten. 14.10: Melodein aus Köln am Rhein. 15.00: Sendepause. 10.00: Musik am Nachmittag. 17.00: Beliebte Tenöre singen! 17.30: Grete von Zieritz. Eine deutsche Tondichterin. 18.00: Credere— obedire— combattere!(Glauben— gehorchen— kämpfen!) Vom Wesen und Werden der faschistischen Jugend. 18.20: Neue Cembalo-Musik. Einlage: Der Brief. Alfred Krupp schreibt. 18.45: Eine Viertelstunde Weltgeschichte. 19.00: Spiegel des Lebens. : Die NE 19.10: NSV.=Stunde des Reichssenders Köln. 19.50: Und heute? 20.00: Nachrichten. 20.10: Hons Bund spielt! Darin: 21.00—21.10: Zeitung im Kampf für die Idee. 22.00: Nachrichten. 22.15: Nachrichten in englischer Sprache. 22.40 bis 24.00: Volks= und Unterhaltungsmusik. Deutschlandsender 6.00: Glockenspiel, Morgenruf, Nachrichten, Wetterbericht. Anschl.: 10=Tage=Wettervorhersage. 6.10: Kleine Melodie. 6.30: Frühkonzert. Dazwischen um 7.00: Nachrichten des Drahtlosen Dienstes. 8.00: Sendepause. 9.00: Sperrzeit. 9.40: Sendepause. 10.00: Volksliedsingen(Liederblatt 7). 10.30: Sendepause. 11.15: Deutsch. Seewetterbericht. 11.30: Dreißig bunte Minuten. Anschl.: Wetterbericht. 12.00: Musik zum Mittag. 12.55: Zeitzeichen der Deutschen Seewarte. 18.00: Glückwünsche. 18.15: Leichte Mittagsmusik. 18.45: Neueste Nachrichten. 14.00: Allerlei— von Zwei bis Drei! 18.00: Wetter=, Markt= und Börsenberichte. 15.15: Hausmusik Anschl.: Programmhinweise. 16.00: Musik am Nachmittag. In der Pause von 17.00 bis 17.10: Jan Soukens bringt seine Bilder an den Mann. 18.00: Das Wort hat der Sport. 18.15: Das deutsche Lied. 18.40: Werner von Heidenstam. Zum 80. Geburtstag des großen schwedischen Dichters. 19.00: Deutsche Kulturwoche in Prag. Don Giovanni, Oper in 2 Akten von Wolfg. Amadeus Mozart. 22.10: Tages=, Wetter= und Sportnachrichten. 22.35: Kleine Melodie. 22.45: Deutsch. Seewetterbericht. 23.00—24.00: Spätmusik. Freitag 7. Juli Reichssender Köln 6.00: Morgenlied— Wetterbe6. .00: Morgenlied— Wetterbericht für die Landwirtschaft. .05: Wiederholung der Abendnachrichten— Durchsprüche für den Bauer. 6.10: Knie—e beugt! 6.30: Freut euch des Lebens! 6.55: Morgenruf, Morgenlied. 7.00: Wetter, Nachrichten. 7.15: Frühkonzert. S.00: Wetter— Wasserstand— Kalenderblatt. 8.10: Frauenturnen. 8.30: Morgenmusik. 9.30: Von Einzelmöbeln und allerlei Hausrat. 9.45: Nachrichten. 10.00: Aus Meer wird Land. 10.30: Senoepause. 11.45: Vorbildliche Berufserziehung. 11.55: Wetterberi usik am Mittag. chrichten— Glück18.00: Nac wünsche. 18.15: Fortsetzung der Musik am Mittag. 14.00: Nachrichten. 14.10: Melodein aus Köln am Rhein. 15.00: Sendepause. 16.00: Und nun klingt Danzig auf! 17.00: Was wir mit unseren Hörern sangen. Gemeinsame Lieder aus Sendungen mit der NSG.„Kraft d. Freude“. 18.00: Das Recht des Alltags. 18.15: Aus d. Mindener Land. 18.40: Elisab. Förster=Nietzsche. Die Schwester d. großen Phi19.00: Musik am Feierabend. 19.55: Und heute? 20.00: Nachrichten. 20.10: Die Spieldof'. 21.10: Hans Bund spielt! 22.00: Nachrichten. 22.15: Nachrichten in englischer Sprache. 22.40—24.00: Unterhaltungsund Volksmusik. Deutschlandsender 6.00: Glockenspiel, Morgenruf, Nachrichten, Wetterbericht. 6.10: Kleine Melodie. 6.30: Frühkonzert. 8.00: Sendepause. 9.00: Sperrzeit. 9.40: Kleine Turnstunde. 10.00: Raumordnung schafft Raummehrung. 10.30: Hörst Du das Flugzeug? Otto- oder Diesel=Motor? 10.45: Sendepause. 1.00: Normalfrequenzen. 11.15: Deutsch. Seewetterbericht. 11.30: Dreißig bunte Minuten. Anschl.: Wetterbericht. 12.00: Musik zum Mittag. 12.55: Zeitzeichen der Deutschen Seewarte. 15.00: Glückwünsche. 13.15: Musik zum Mittag. 13.45: Neueste Nachrichten. 14.00: Allerlei— von Zwei bis Drei! 15.00: Wetter=, Markt= und Börsenberichte. 15.15: Franz Völker singt. 15.30:„Dort oben auf dem Berge..." Jungmädel singen. Anschl.: Programmhinweise. 16.00: Musik am Nachmittag. In der Pause von 17.00 bis 17.10: Aus dem Zeitgeschehen. 18.00:„Bremsklötze weg!" Von deutschem Fliegergeist. Aviadores! Viva la Legion Condor. Um Haaresbreite! Originalaufnahmen aus Spanien. 18.30: Fröhlich. Tagesausklang mit Tänzen aus deutschen Gauen. 19.00: Deutschlandecho. 19.15: Bunte Auslese. 20.00: Kernspruch— Kurznachrichten und Wetterbericht. 20.15: Barnabas von Géczy spielt. 21.00: Die Weizenkantate. Eine Dichtung von Günther Eich. 22.00: Tages=, Wetter= und Sportnachrichten. 22.20: Eine kleine Nachtmusik. 22.45: Deutsch. Seewetterbericht. 23.00 bis 24.00: Unterhaltungskonzert. Samstag 8. Juli Reichssender Köln 6.00: Morgenlied— Wetterbericht für die Landwirtschaft. 6.05: Wiederholung der Abendnachrichten— Durchsprüche für den Bauer. 6.10: Knie—e beugt! 6.30: Freut euch des Lebens! 6.55: Morgenlied, Morgenruf. 7.00: Wetter, Nachrichten. 7.15: Frühkonzert. 8.00: Wetter— Wasserstand— Kalenderblatt. 8.10: Frauenturnen. 8.30: Wohl bekomms. 9.15: Fröhliches Spiel für unsere Kleinsten! 9.45: Nachrichten. 10.00: Justus von Liebig. 10.30: Sendepause. 11.45: Pferdezucht im Vest Recklinghausen. 11.55: Wetterbericht— Marktberichte d. Reichsnährstandes. 12.00: Mittagskonzert. 18.00: Nachrichten— Glückwünsche. 13.15: Fortsetzung des Mittagskonzertes. 14.00: Nachrichten— Sportvorschau. 14.10: Wochenendkonzert. 15.30: Jungmädel singen und erzählen. 16.00: Musik am Na Darin: 17.00 bis 17.15 Viertelstunde Sport. 8.00: Anläßlich des tages: Sohlen und Ein Spiel in assung von Dr. Friedri 19.00: Spiegel des Lebens. ie„F 0: Nachtmusik und Tanz. d: Zur Unterhaltung und alen einer westfäli Frie 21.40: Perpetuum mobile. 20 bunte Minuten. 22.00: Nachrichten. 22.15: Nachrichten in englischer Sprache. 22.40: Nach 24.00: Zui zum Tanz. 2.00 bis 3.00: Unterhaltungskonzert. Deutschlandsender 6.00: Glockenspiel, Morgenruf, Nachrichten, Wetterbericht. 6.10: Kleine Melodie. 6.30: Frühkonzert. Dazwischen um 7.00: Nachrichten des Drahtlosen Dienstes. 3.00: Sendepause. 9.00: Sperrzeit. 9.40: Sendepause. 10.00: Ein Leben für DeutschSüdwest. 10.30: Fröhlicher Kindergarten. 11.00: Normalfrequenzen. 11.15: Deutsch. Seewetterbericht. 11.30: Dreißig bunte Minuten. Anschl.: Wetterbericht. 12.00: Musik zum Mittag. 12.55: Zeitzeichen der Deutschen Seewarte. 13.00: Glückwünsche. 13.45: Neueste Nachrichten. 14.00: Allerlei— von Zwei bis Drei! 15.00: Wetter=, Markt= und Börsenberichte. 15.15: Heinz Munsonius und Erich Schneidewind spielen. Anschl.: Programmhinweise. 16.00: Kurzweil a. Nachmittag. 18.00: Richard Wagner. 19.00: Berichte von den Deut19.10: Die„Fünf fidelen kanten" spielen! 19.45: Internationale Regara auf dem Essen. : Nachrichten. in 20.00 20.10: Ich zogen MusiHügelBaldeneysee kam von fern geschen Leichtathletikmeisterschaften; dazwischen Musik. 20.00: Kernspruch— Kurznachrichten und Wetterbericht. 20.15: Buntes Unterhaltungskonzert. 22.00: Tages=, Wetter= und Sportnachrichten. 22.20: Eine kleine Nachtmusik. 22.45: Deutsch. Seewetterbericht. 23.00 bis 24.00: Nachtmusik und Tanz. * Mumien und Ruinen aus der Kömerzeit Zwischen Petronell und Deutsch=Altenburg zieht sich die berühmte alte Römersiedlung hin, die für das Altertum nicht nur militärische, sondern auch politische Bedeutung hatte. Zur Erforschung dieses geschichtlichen Bodens an der Donau hat der Führer die Ausgrabung Carnuntums, die unter der Leitung von Prof. Dr. Egger vom Archäologischen Institut der Universität Wien steht, angeordnet. Bis jetzt sind bereits bedeutende Erfolge erzielt worden. Linkes Bild: Das Amphi=Theater von Carnuntum, in dessen Arena(links) Vorführungen von wilden Tieren gezeigt wurden.— Rechtes Bild: Ein Sarkophag. Großes Aufsehen erregten bei den Ausgrabungen Sarkophage, in denen Mumien lagen. Das ist für die Wissenschaft von besonderem Wert, da damit die Annahme, daß vor den Toren Wiens ägyptischer Totenkult getrieben wurde, gerechtfertigt ist.(Presse=Bild=Zentrale.) Eine Parkei- und Betriebserhebung der RSDAp Berlin, den 5. Juli. Wie die Reichsorganisationsleitung der NSDAP. mitteilt, wird im Juli eine statistische Erhebung der NSDAP. über die Parteimitgliedschaft durchgeführt, um dem Führer und der Führerschaft der NSDAP. ein einwandfreies Bild über den Stand der Partei und die Zusammensetzung der Parteimitgliedschaft zu vermitteln. Jedes Parteimitglied hat einen persönlichen Fragebogen auszufüllen, der Angaben über Alter, Kinderzahl, Beruf und Betätigung in der Partet, ihren Gliederungen und angeschlossenen Verbänden enthält. Gleichzeitig wird eine Erhebung über sämtliche Betriebe vorgenommen mit deren Durchführung die Deutsche Arbeitsfront beauftragt ist. Im Gegensatz zur staatlichen Arbeitsstättenzählung, die einen Ueberblick über die Struktur der Wirtschaft liefern soll, benötigt die Partei für ihre Betreuungsarbeit einen genauen Ueberblick über die Personenverhältnisse der Betriebes Der Betriebsmeldebogen ist gemeinsam vom Betriebsobmann und vom Betriebsführer auszufüllen. Pflichtjahr für alle Mädchen? Berlin, den 5. Juli. Reichsarbeitsminister Franz Seldte schildert im„V. B.“ den Wandel der Sozialpolitik von einer Angelegenheit, die man vor der Machtübernahme als mit„Armeleutegeruch“ behaftet betrachtete, zu der heutigen Grundlage, der notwendigen Zusammenfassung und einheitlichen Ausrichtung aller schaffenden Kräfte der Nation. So wird bald die bisher noch bestehende Lücke beim weiblichen Pflichtjahr ausgefüllt werden. Alle diejenigen jungen Mädchen, die keine Berufsarbeit ausüben wollen, sind von den Vorschriften über das Pflichtjahr bisher nicht erfaßt. Es wird deshalb geprüft, ob auch sie, soweit sie nicht aus freien Stücken das Pflichtjahr ableisten, einzubeziehen sind. Der Minister nimmt an, daß die Entscheidung demnächst im Sinne der Einbeziehung erfolgt. Bei der Hauswirtschaft wird wahrscheinlich noch eine weitere Regelung nicht zu umgehen sein. Bekanntlich leiden besonders kinderreiche Familien unter dem Mangel an Hausgehilfinnen. Es muß deshalb erwogen werden, ob nicht die Beschäftigung von erfahrenen Hausgehilfinnen für Haushaltungen mit mehreren Kindern sichergestellt werden muß. Berlin bereitete sich auf den heute beginnenden Staatsbesuch vor. Die Reichskanzlei im Flaggenschmuck.(Presse=Bild=Zentrale.) Der Führer überzeugt sich von der Schlagkraft der Luftwaffe. Der Führer und Oberste Befehlshaber besichtigte, wie berichtet, in Gegenwart des Oberbefehlshabers der Luftwaffe, Generalfeldmarschall Göring, die Erprobungsstelle der Luftwaffe, Rechlin. Der Generalluftzeugmeister der Lustwaffe, Generalleutnant Udet, unterrichtete den Führer über den neuesten Entwicklungs= und Erprobungsstand der deutschen Lustwaffentechnik.— Jubelnd werden der Führer und Generalfeldmarschall Göring bei der Ankunft in Rechlin begrüßt; rechts der Chef des Ministeramtes im Reichsluftfahrtministerium, Generalmajor Bodenschatz. (Presse=Hoffmann.) mache ich dich kalt!" Wegen versuchten Totschlags vor dem hagener Schwurgericht Hagen. Wegen versuchten Totschlags stand Theodor N. aus Hagen vor dem Hagener Schwurericht. Der größte Feind des Angeklagten war er Alkohol. Besonders an den Tagen, da er die Löhnung ausbezahlt bekam, betrank er sich. Das wußte auch die Ehefrau, bevor sie den Angeklagten im Juli vorigen Jahres heiratete. Bereits nach vier Wochen mußte die Frau die erste Mißhandlung über sich ergehen lassen. Besonders schlimm wurde es am 30. Dezember. Da war der Angeklagte wieder einmal betrunken nach Hause gekommen. Es kam zu einem Wortwechsel, der damit endete, daß der Angeklagte seine Frau am Hals wurgte und mit dem Kopf mehrmals auf den Steinboden aufschlug. Die so brutal behandelte Frau wurde in bewußtlosem Zustande ins Krankenhaus geschafft. Wegen dieser Mißhandlung erhielt der Angeklagte eine Geldstrafe. Der Vorfall hatte in der Frau den Entschluß reifen lassen, sich endgültig vom Angeklagten zu trennen. Sie reichte auch die Klage auf Ehescheidung ein. In einem Sühnetermin kam eine Aussöhnung nicht zustande, da die Frau sich weigerte, sich mit dem Manne auszusöhnen. So kam es zu dem Vorfall, der zu der schweren Anklage führte. Der Angeklagte hatte sich in die Wohnung seiner Frau geschlichen. Er suchte die Toilette auf. In diesem Raum ist in zwei Meter Höhe ein größerer Hohlraum zum Abstellen von Sachen. In diesem Hohlraum versteckte sich der Angeklagte. Ueber drei Stunden hatte er in seinem Versteck gesessen. Leise, auf Socken gehend, schlich sich der Angeklagte dann bis zum Schlafzimmer, wo sich die Frau aufhielt. Mit den Worten: „Jetzt hab' ich dich“. stürzte er sich auf die ahnungslose Frau, würgte sie mit der linken Hand, und mit der rechten Hand riß er seinen Schal vom Halse und versuchte, diesen der Frau in den Mund zu stecken. Die Frau setzte sich kräftig zur Wehr. Sie eilte in das Treppenhaus und rief um Hilfe. Der Angeklagte holte die Frau auf der Treppe ein, riß sie an den Beinen zu Boden und zerrte sie so wieder in die Wohnung. Er packte sie am Hals und rief:„Jetzt ist Schluß. Jetzt mache ich dich kalt!“ Auf die Hilferufe der Frau und auf das Gepolter hin waren Hausbewohner auf den Vorfall aufmerksam geworden, die so lange an die Tür pochten und schellten, bis der Unhold von der wehrlosen Frau abließ. Dann nahm er eine Rasierklinge und brachte sich selbst einige Verletzungen an der Hand bei, ohne dabei aber die Pulsadern zu verletzen. Bei dem Vorleben des Angeklagten, der wegen Gewalttätigkeiten mehrfach vorbestraft ist, mußte das Schwurgericht mildernde Umstände versagen, so daß auf eine Zuchthausstrafe erkannt werden mußte. Zwei Jahre Zuchthaus und fünf Jahre Ehrverlust wurden als ausreichende Sühne angesehen. Polnischer Polizeibeamter bei einem Zusammenstotz mit Ukrainern erschossen Warschau, den 5. Juli. In Östgalizien wurde erneut ein polnischer Polizeibeamter im Kampf mit einem Ukrainer erschossen. Die amtliche polnische Verlautbarung, die versucht, den Fall zu bagatellisieren, geht auf die Zusammenhänge der gerade in diesem Bezirk sich häufenden Zwischenfälle nicht ein. Welche Bedeutung von seiten der polnischen Behörden diesem erneuten Zusammenstoß aber beigemessen wird, geht aus der Tatsache hervor, daß sich an den Tatort der Chef der polnischen Polizei, General. Zamorski, persönlich begeben hat. In dem amtlichen Bericht wird gesagt, daß eine Polizeipatrouille am 2. Juli in Budlowa ian Kreise Brzezany, in dem es bekanntlich innerhalb der letzten Wochen zu wiederholten Zusammenstößen gekommen ist, auf drei„verdächtige Männer“ stieß, die zu fliehen begannen, als sie angehalten wurden. Während zwei Männer entkamen, habe sich der dritte in ein Haus zurückgezogen, um von dort aus auf die Polizeipatrouille zu schießen. Nachdem Polizeiverstärkungen eingetroffen waren, seien die Beamten in das Haus eingedrungen, wobei ein Beamter getötet, ein zweiter verletzt und der Ukrainer namens Pukala so schwer verletzt wurde, daß er nach seiner Einlieferung in das Krankenhaus in Brzezany starb. Flüchtiger Rektor der Staatsuniversität verhaftet New York, den 5. Juli. Buffalo in Kanada wurde der flüchtige Rektor der Staatsuniversität von Louisiana verhaftet. Ihm wird die Unterschlagung von mehreren 10 000 Dollar vorgeworfen. Er wurde in einem der Universität gehörenden Flugzeug nach New Orleans zur Aburteilung übergeführt. Der Untersuchungsausschuß über das„Thetis"=Unglück beginnt seine Verhandlungen. Im gleichen Augenblick, wo günstige Witterungsverhältnisse endlich den aussichtsreichen Versuch zur Bergung des anfangs Juni 1939 gesunkenen englischen Unterseebootes„Thetis" möglich machen, begann der vom englischen Parlament eingesetzte Untersuchungsausschuß in London seine Arbeiten über die Feststellung der Ursachen der Katastrophe.— Unser Bild zeigt einen der Ueberlebenden der„Thetis"-Katastrophe, Lentnant Wood, dem es seinerzeit gelungen war, mit dem Tanchretter an die Oberfläche zu gelangen, auf dem Weg zum Untersuchungsausschuß.(Associated Preß.) Sonderwertzeichen zum„Tag der Deutschen Kunst". Zum Tag der Deutschen Kunst, der im Juli dieses Jahres erstmalig in Großdeutschland begangen wird, gibt die Deutsche Reichspost eine in Rastertiefdruck hergestellte Sonderemarke zu 6 und 19 Rpf in grüner Farbe und Größe 27,5X32,8 mm heraus. Das Markenbild zeigt das Venezianische Frauenbildnis von Albrecht Dürer aus dem Jahre 1505 und ist von der Reichsdruckerei angefertigt worden. Der Zuschlag von 19 Rpf. fließt dem Kulturfonds des Führers zu.(Pr.=Hoffmann.) Eine schwimmende Schiffsjungenschule. Der im Maakenwärderhafen in Hamburg liegende Fünfmasterschoner„Kapitän Hilgendorf“ wurde als schwimmende Schiffsjungenschule für die Handelsmarine seiner Bestimmung übergeben.(Presse=Hoffmann.) Lastwagen verließ das modernWelt. Im modernsten LastWelt(Opel, Brandenburg) 10 000. Exportwagen das (Scherl=Bilderd.) Beick us die Wietsehaft Der Steuergutschein als Zahlungsmittel Wie ist es bei Beiträgen, Arztrechnungen und Wechseln? Berlin, den 5. Juli. Im Hinblick auf die vom Reichssinanzminister neu verfügte Erweiterung der Ausgabe von Steuergutscheinen sind Erläuterungen von allgemeinem Interesse, die die von Staatssekretär Reinhardt herausgegebene„Deutsche Steuerzeitung“ zu dem Verfahren veröffentlicht. Danach findet das Steuergutschein=Verfahren auf die Entrichtung von Beiträgen zur Ortskrankenkasse, zu Berufsgenossenschaften, Handwerkskammern und ähnlichen Wirtschaftsgruppen nicht Anwendung, weil es sich bei solchen Beiträgen nicht um die Bezahlung von Lieferungen oder sonstigen Leistungen gewerblicher Unternehmer handelt. Auch die Ausfuhrförderungsumlage ist nicht steuergutscheinfähig. Bei Vertretern ist zu beachten, daß, sofern der Vertreter gewerblicher Unternehmer ist, auch seine Pflicht besteht, seine Provisionen in Höhe bis zu 40 Prozent in Steuergutscheinen entgegenzunehmen, wenn der Schuldner eine juristische Person des Privatrechts, ein gewerblicher Einzelunternehmer oder eine Unternehmergemeinschaft ist. Ist der Vertreter nicht gewerblicher Unternehmer, so ist er zur Annahme von Steuergutscheinen in keinem Fall verpflichtet. Es steht in seinem Belieben, Steuergutscheine in Zahlung zu enhmen oder nicht. Die Angehörigen der freien Berufe sind als solche nicht gewerbliche Unternehmer. Sie sind infolgedessen nicht verpflichtet, Steuergutscheine II in Zahlung zu nehmen, um diese als bestes Kapitalanlagepapier zu behalten. Soweit Angehörige eines freien Berufes zugleich gewerbliche Unternehmer sind, so z. B. der Arzt, der auch eine Krankenanstalt unterhält, die einen gewerblichen Betrieb darstellt, ist die Steuergutscheinannahmepflicht gegeben. Auf die Bezahlung einer Wechselschuld findet das Steuergutscheinverfahren nicht Anwendung, denn die Wechselschuld ist eine reine Geldschuld. Der Schuldner muß sein Wahlrecht, bis zu 40 Proz. in Steuergutscheinen zu bezahlen oder nicht, bereits in dem Zeitpunkt ausüben, in dem er die Rechnung über die Lieferung oder sonstige Leistung des gewerblichen Unternehmers bezahlt. Schließlich wird festgestellt, daß bei der Einlösung von Zinsverbilligungsscheinen, Bedarfsdeckungsscheinen und Fettverbilligungsscheinen Steuergutscheine nicht vorkommen. 30 Entschlieflungen in Kopenhagen Die Schlußsitzung der Internationalen Handelskammer.— Wirtschaftspolitische und technische Vorschläge. Die Internationale Handelskammer hat in der Schlußsitzung des Kopenhagener Kongresses 30 Entschließungen angenommen, deren wichtigste die sogenannte allgemeine Entschließung ist. Diese enthält, wie bereits berichtet, die Empfehlung an die Regierungen von Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan und der Vereinigten Staaten von Amerika, nach Prüfung ihrer wirtschaftlichen und finanziellen Lage durch ihre wirtschaftlichen Sachverständigen einen Plan ausarbeiten zu lassen mit dem Ziel der Schaffung eines gerechten Anteils aller Länder an den Hilfsquellen der Welt. Diese Entschließung wurde unter Stimmentyaltung der indischen Delegation einstimmig angenommen. Weitere Entschließungen allgemeineren Inhalts beziehen sich u. a. auf die wirtschaftliche Demobilmachung, Währungspolitik, Verbesserung des Absatzes von Verbrauchsgütern, Schaffung von Bauwerken und Dauergütern, Zölle und Kontingente, Handelsbilanz, Internationale Zahlungsbilanzen usw. Die übrigen Entschließungen behandeln eine Reihe technischer Fragen des internationalen Wirtschaftslebens, so u. a. des Transportes und des Verkehrs, des Rechtsschutzes, der Besteuerung, Werbung usw. In der Entschließung über Zölle und Kontingente lenkt die JHK. die Aufmerksamkeit der Regierungen erneut auf die Handelshemmnisse und empfiehlt dringend, die Verwaltungsvorschriften zweckmäßig zu gestalten und zu vereinfachen. Der vierte Türkendampfer in Rostock vom Stapel gelaufen Am Sonnabend lief auf der Neptun=Werft das für die türkische Staatsreederei erbaute Frachtund Fahrgastschiff„Salon“ vom Stapel. Das 2800 To. große Schiff ist das letzte der vier Schiffe, die von der türkischen Staatsreederei bei der Neptun=Werft in Auftrag gegeben waren. Mehr Käufer beim Kolonialwarenhändler Beim Kolonialwarenhändler spiegelt sich stets die Entwicklung der Kaufkraft aller Bevölkerungsschichten wider. So auch in diesen letzten Aufschwungsjahren. Denn der Umsatz der Kolonialwarengeschäfte ist von 59,4 im ersten Vierteljahr 1933 auf 68,3 im folgenden Jahre, sodann auf 83,9 Anfang 1938 und jetzt erneut auf 94,8 gestiegen. Ueber 20 Millionen Flaschen Schaumwein Im ersten Jahr des Wiederaufstiegs sind in Deutschland etwa 5 Millionen Flaschen Schaumwein getrunken worden. Die Zahl der geleerten Sektflaschen erhöhte sich dann von Jahr zu Jahr. Sie erreichte 1937 bereits 18 Millionen und 1938 sogar rund 22 Millionen. 40 Milliarden Dollar Staatsschulden der USA. Das mit dem 30. Juni ablaufende Haushaltsjahr schloß mit Mehrausgaben in Höhe von 3,85 Milliarden Dollar ab. Damit überschreitet die Staatsschuld der USA. die 40=Milliarden=DollarGrenze. Wir brauchen mehr Zeitungsdruckpapier Nach einem Index der Papierindustrie ist die Produktion von Zeitungsdruckpapier von 87 im Jahre 1933 bis auf 121 im Durchschnitt des ersten Vierteljahres 1939 erhöht worden. Die Steigerung gegenüber dem vorigen Jahre, die sich erneut auf etwa 10 v. H. beläuft, hat allerdings auch eine erhebliche Ausdehnung des Exports als Ursache, denn es sind 1939 312 000 Dz. Zeitungsdruckpapier ausgeführt worden gegenüber nur 163 000 in der Vergleichszeit des Vorjahres. Die Zahl der Eheschließungen hat sich wieder erhöht Die Zahl der Eheschließungen hat nach den, bisherigen Meldungen der Großstädte erneut zugenommen und erreicht schon 44 500 in den ersten drei Monaten dieses Jahres. Im Vorjahre sind in der gleichen Zeit nur 40 171 Ehen geschlossen worden, 1937 waren es 39204 und Anfang 1936 sogar nur 38 562. Damit ist das Rekordergebnis des Jahres 1934(49 758 Ehen) nahezu wieder erreicht. Die Programmgestaltung für den Reichsberufswettkampf 1940 Noch stärkere Mitarbeit der Wirtschaft— Besondere Aufmerksamkeit für die Hilfsarbeiter und Ungelernten— Ermittlung des Bestverfahrens für die Heranbildung des Ingenieurnachwuchses Niemand mehr wird die Augen davor verschließen wollen, daß der alljährlich durchgeführte Reichsberufswettkampf für die fachliche und damit volkswirtschaftliche Leistungssteigerung beste Dienste tut. Mit Interesse vernimmt man daher, daß die Vorbereitungen für den nächsten, im Frühjahr 1940 stattfindenden Reichsberufswettkampf bereits aufgenommen wurden. Der enge Konnex, der zwischen dem Reichsberufswettkampf und der Wirtschaft infolge der Entwicklung im Arbeitseinsatz eingetreten ist, wird eher oder später dazu führen, daß bei der technischen Durchführung wie auch bei den weiteren Wirkungsmöglichkeiten dieser Maßnahme(Auswertung, Begabtenförderung) die Kräfte der Wirtschaft uneingeschränkt und stärker noch als bisher zur Verfügung stehen. Besonderes Augenmerk soll im nächsten Berufswettkampf der Aufgabenstellung bei den Hilfsarbeitern und Ungelernten gewidmet werden. Während bei den gelernten Kräften darauf gezielt wird, eine Erhöhung der Teilnahmeziffern zu erreichen— infolge der hohen betrieblichen Arbeitsanspannung zeigte sich vielfach die Tendenz, hochwertige Fachkräfte und gelernte Arbeiter vom Berufswettkampf fernzuhalten— wird bei den Ungelernten daran gearbeitet, im Berufswettkampf eine planmäßige Sichtung und Auslese zum Zweck der Ausbildung zu Fach= und Spezialarbeitern vorzunehmen. Dieses Ziel wird im Hinblick auf die Art der Aufgaben interessante und grundsätzlich bemerkenswerte Aenderungen nach sich ziehen. Nicht mehr wie bisher werden sich die Hilfsarbeiter ausschließlich Aufgaben gegenübersehen, die ihrer betrieblichen Tätigkeit an einem bestimmten Arbeitsplatz entnommen wurden; es werden daneben zusätzliche Aufgaben gestellt sein, die in erster Linie auf den Nachweis allgemeiner Intelligenz und Leistungsfähigkeit abgestellt sind. Die Absicht liegt also offenbar darin, nicht allein bestimmte manuelle Handfertigkeiten, Schnelligkeit im Arbeiten und dergleichen zu ermitteln, sondern einen Eindruck von der allgemeinen Befähigung und Veranlagung zu erhalten, die An der Schwelle des Pazitile (Fortsetzung von der 2. Seite erstes Blatt) wirklichen freien Zugang zu irgendwelchen Rohstoffquellen innerhalb ihrer Machtbereiche. Die Lage der 150 Deutschen, die in Singapur leben, ist ein getreues Spiegelbild der Machtüberspannung, an der das Britentum im Nahen und Fernen Östen leidet, soweit es sich um weiße Mitbewerber um eine Beteiligung an der allgemeinen Handels= und Verkehrsentfaltung in Südostasien handelt. Es herrscht hier in weiten Kreisen die Ueberzeugung vor, daß die politischen Vorgänge im Fernen Östen zu der friedlichen Lösung der tschecho-slowakischen Krise mehr beitrugen, als man in Europa anzunehmen scheint. England fürchtete, Hongkong an Japan zu verlieren, wenn es den seinen tschechischen Freunden ausgestellten Beistandswechsel einlöste. Statt nun aus dieser einmaligen vernünftigen Selbstbeschränkung gegenüber den Lebensrechten des deutschen Volkes innerhalb seines geschichtlich verbrieften kontinentalen Machtspielraum den Schluß zu ziehen, daß man auch in Zukunft auf die Rolle herkömmlicher Bevormundung und gewollter Verkümmerung kontinentaleuropäischer Entwicklung verzichten sollte, um für überseeische Aufgaben die Hände freier regen zu können, suchte London im Gegenteil den begangenen„Fehler“ durch noch größere Ueberspannung des eigenen Machtwillens„wiedergutzumachen". Dabei ist England im mittleren und Fernen Östen gegenüber den Notwendigkeiten einer veränderten Weltlage nicht weniger mit Blindheit geschlagen wie in Europa. Während man die Deutschen in Singapur je länger je mehr fühlen läßt, daß ihnen bei Ausbruch eines neuen Weltbrandes dasselbe Schicksal blühen würde, wie bei Ausbruch des letzten Weltkrieges, räumt man den politischen Bestrebungen der Chinesen in britischen Besitzungen einen Spielraum ein, der fast an eine Preisgabe der eigenen Gebietshoheit grenzt. Man mag es verstehen, daß England gegenüber dem China Tschiangkaischeks wohlwollende Neutralität übt, aber es ist kaum mit dem Schatten neutraler Haltung gegenüber Japan vereinbar, daß man die Chinesen in Singapur und überall unter dem Union Jack in Südostasien ihren Boykott japanischer Waren in einer Weise übertreiben läßt, die Japan nur als eine tödliche Herausforderung empfinden kann und es immer stärker der Versuchung überantworten muß, seinem gefürchteten„Drang nach Süden" hemmungslos nachzugeben. Den hiesigen Deutschen, die sich natürlich jedes Zusammenschlusses, der auch nur den leisesten Verdacht politischer Zweckhaftigkeit erregen könnte, entschlagen müssen, hat man wenigstens bisher ihren harmlosen Klub mit eigenen Klubräumen für rein geselliges Zusammensein gegönnt, aber es wird dafür gesorgt, daß unter ihnen die Erinnerungen an die Kriegszeit, wo alles Deutsche hinter Stacheldraht gesetzt und der Bewachung und Verpflegung durch farbige Wachmannschaften überantwortet wurde, lebendig bleibt. Dieser und jener unter ihnen wurde während der tschecho-slowakischen Krise von wohlmeinenden englischen Freunden gewarnt, sich beizeiten aus dem Staube zu machen. Einige Mitglieder der deutschen Gruppe glaubten auch, es sei für sie am geratensten, den Gang der Ereignisse in Niederländisch=Indien abzuwarten. Sie lösten und bezahlten rechtzeitig Fahrkarten, mußten es aber erleben, daß der holländische Kapitän sich weigerte, sie mitzunehmen. Man kann danach beurteilen, wie sehr das Solidaritätsgefühl der weißen Rasse in diesem Weltwinkel durch den Machtkrampf und die verräterische Gesinnung der britischen Herrenkaste schon wieder in die Brüche gegangen ist. Aus einem Freihafen, an dessen Vorteilen England ursprünglich alle seefahrenden Nationen großmütig teilnehmen ließ, ist Singapur in ein Vollwerk britischen Eigennutzes verwandelt worden, dessen Kostspteligkeit aber nur den Zusammenbruch innerlich hohler britischer Handelsmonopole beschleunigen kann. auch schließlich dafür ausschlaggebend bleibt, ob eine Ausbildung zum Spezialarbeiter oder zur gelernten Kraft am Platze ist. Auch die Fragen des Techniker= und Ingenieurnachwuchses werden von der Plattform des Reichsberufswettkampfes her in einer ganz besonderen Weise beleuchtet. Die Wege, die in dieser Beziehung beschritten werden sollen, charakterisieren sich durch den Gedanken der Auslese, der neben der Idee der Leistungssteigerung den eigentlichen Gehalt des Berufswettkampfes ausmacht. Man geht unter biologischen Gesichtspunkten davon aus, daß es nicht angängig sein kann, aus jedem Facharbeiter einen Ingenieur machen zu wollen(ebensowenig wie nun jeder Hilfsarbeiter zum Facharbeiter ausgebildet werden kann). Es muß eine Auslese Platz greifen, die unter dem Maßstab der Veranlagung und Leistungsfähigkeit vorgenommen wird,— ein Grundsatz, der ohne weiteres auf das Sichtungsmittel des Berufswettkampses verweist. Im Anschluß an die Ingenieurschule wird die Einrichtung der Sonderreifeprüfung als Uebergangsmittel zur Technischen Hochschule für alle diejenigen als geeignet angesehen, bei denen sich bereits auf der Fachschule eine spezifische wissenschaftliche Veranlagung und Bildungsfähigkeit zeigt. Das Langemarck=Studium, das unmittelbar zur Hochschule führt, kann im Bereich der Technik nur für Ausnahmefälle als zweckmäßige Laufbahn erscheinen. Die Ausbildung von Ingenieuren im Fernunterricht fand auf der Arbeitstagung für den Berufswettkampf wenig Gegenliebe. Die Notlösung dieser Einrichtung ist wohl auch niemals verkannt worden; gerade aber für die Auslese soll der Grundsatz gelten, daß das Beste für den Tüchtigen eben gut genug ist und die Fortbildung bewährter Kräfte nicht auf Kosten der Qualität gehen darf. Drei Verkaufssonntage vor Weihnachten Im Interesse ausreichender Fristen für die erforderlichen Vorbereitungen hat der Reichsarbeitsminister bereits jetzt durch Erlaß die Verkaufssonntage für 1939 geregelt. Es ist bei dem Verfahren geblieben, die zwischen dem 8. und 24. Dezember fallenden Sonntage freizugeben. Danach kommen in diesem Jahr der 10., 17. und 24. Dezember als Verkaufssonntage in Betracht. Die Dauer der Verkaufsstunden ist in den benachbarten Bezirken einheitlich festzulegen. Für den 24. Dezember ist eine besondere Regelung notwendig, weil nach 17 Uhr kein Verkauf mehr stattfinden darf. Gegebenenfalls können die Verkaufsstunden an diesem Tage ganz oder teilweise auf den Vormittag gelegt werden. 106 Nlite. Rt. Kofutinnis den in Berlin Berlin, 5. Juli. Der Stabschef der SA. hat angeordnet, daß die ursprünglich für den 5. bis 9. Juli nach Frankfurt a. M. angesetzten Fechtmeisterschaften der SA. und der Moderne Fünfkampf nunmehr im Rahmen der Reichswettkämpfe der SA. in Berlin zur Durchführung gelangen. Vom 19. bis 23. Juli werden also der Moderne Fünfkampf(in Klasse A und B) und die Fechtmeisterschaften auf dem Reichssportfeld ausgetragen. Damit erfährt das Programm der Reichswettkämpfe der SA. eine weitere wertvolle Bereicherung. Ostlandfeierstunde der H3 Magdeburg, 5. Juli. In Anwesenheit des Reichsjugendführers, Baldur von Schirach, findet am 8. Juli in Ballenstedt an der Gruft Albrecht des Bären, der Weihestätte der mittelelbischen HJ., eine Ostlandfeier statt. Nach Beendigung der Feierstunde wird der Reichsjugendführer am Grabmal Albrecht des Bären einen Kranz niederlegen und so die enge Verbundenheit der neuen deutschen Jugend mit jenem, Manne zum Ausdruck bringen, dessen Bekenntnis zum deutschen Östen damals wie heute zum Marschbefehl deutscher Jugend wurde. Am folgenden Tage werden dann 6000 Hitlerjungen aus dem Gebiet Mittelelbe zu ihrem Marsch nach Eger aufbrechen. Ueberreichung des Adlerschildes an Professor Dr. Kleine Berlin, den 5. Juli. In Vertretung des Reichsministers des Innern Dr. Frick überreichte Staatssekretär Pfundtner am Dienstag im Reichsministerium des Innern dem früheren Präsidenten und Ehrenmitglied des Instituts Robert Koch, Geheimen Regierungsrat Prof. Dr. Kleine, den diesem durch den Führer verliehenen Adlerschild des Deutschen Reiches mit der Inschrift:„Dem verdienstvollen Forscher und Tropenarzt“. Gastspiel des griechischen Königlichen Theaters Athen in Berlin Berlin, den 5. Juli. Nach seinen Gastspielen in Frankfurt a. M. gab das Königliche Theater Athen im SchillerTheater der Reichshauptstadt eine Festvorstellung der„Elektra“ von Sophokles, für die der griechische Gesandte in Berlin, Exzellenz RizoRangabe, und Reichsminister Dr. Goebbels den Ehrenschutz übernommen hatten. Außer den Schirmherren des Abends— in Vertretung von Dr. Goebbels war Staatssekretär Hanke erschienen— gehörten zu den Gästen des Hausherrn, Oberbürgermeister Dr. Lippert, zahlreiche Vertreter des Diplomatischen Korps und viele führende Persönlichkeiten aus Staat, Partei, Wehrmacht und dem Berliner Kunstleben. Obwohl das Ensemble des von Generaldirektor Costis Bastias geleiteten Athener Theaters die Tragödie des Sophokles in neugriechischer Sprache aufführte, errangen die Gäste einen großen und von echter Ergriffenheit bedingten Erfolg in Berlin. Die Tankmöglichkeit auf der Autobahn Berlin, den 5. Juli. Eine gerade in der gegenwärtigen Hauptreisezeit für die Autofahrer wichtige Information gibt die Reichsautobahn=Kraftstoff GmbH. bekannt. Danach stehen auf den freigegebenen 3065 Kilometer Reichsautobahnen 88 Tankstellen zur Verfügung. Der Abstand zwischen ihnen liegt zwischen 35 und 40 Kilometer. Damit ist jede Gefahr des Liegenbleibens aus Treibstoffmangel ausgeschaltet. Selbst nach 22 bzw. 28 Uhr ist noch jede dritte Tankstelle im Betrieb, so daß auch nachts alle 100 Kilometer Gelegenheit zum Tanken an der Reichsautobahn selbst geboten ist. An den meisten Tankstellen ist übrigens ein Erfrischungsbetrieb eingerichtet. Rom meldet gute Getreideernte Rom, den 5. Juli. Der günstige Stand der Getreideernte wird von der gesamten römischen Presse als ein neuer entscheidender Sieg der italienischen Landwirtschaft im Kampf um die Autarkte und die Sicherung der italienischen Ernährung hervorgehoben. Das Ergebnis der Getreideschlacht sei, wie der Direktor des halbamtlichen„Giornale d'Italia" in seinem Leitartikel betont, um so beachtenswerter, als damit die Hoffnungen aller jener zerstört würden, die mit einer italienischen Mißernte, die Italien gelähmt und es aus der bereits begonnenen großen Auseinandersetzung in Europa ausgeschaltet haben würde, gerechnet hatten. Schwere Vorwürfe eines geretteten Kapitäns bei der„Thetis"=Untersuchung London, den 5. Juli. Die Verhandlung des Untersuchungsausschusses zur Klärung der Gründe, die zur Katastrophe der „Thetis" geführt haben, brachte bemerkenswerte Zugeständnisses des aus dem U=Boot geretteten Kapitäns Oram. Auf Befragen mußte Oram zugeben, daß wahrscheinlich der größte Teil der Besatzung, wenn nicht die ganze Besatzung hätte gerettet werden können, wenn die Hilfsschiffe rechtzeitig zur Stelle gewesen wären. Hätten sich diese Hilfsschiffe in der Nähe befunden, so gab der Kapitä zu, hätte die Mannschaft im Laufe der Nacht, wo die Luft im Unterseeboot noch gut gewesen sei, mit Hilfe von Davis=Apparaten das Boot verlassen können. Judenbombe im Hausiererkoffer Jernsalem, den 5. Juli. In Haifa herrscht unter den Arabern die größte Erregung über das jüdische Bombenattentat auf das arabische Kaffeehaus in der Königdem ein Araber getötet und, wie jetzt festgestellt wurde, 11 Araber schwer und 31 leichter verletzt worden sind. Man vermutet, daß ein jüdischer Vertreter in Schuhputzartikeln in seinem Koffer die Bombe eingeschmuggelt hat. Trotzdem das britische Hauptpolizeikommissariat nur Meter von dem Café entfernt ist, dürfte der tentäter jedoch kaum ermittelt werden. Sonntagsmädchen angekommen. In dankbarer Freude zelgen dies an Otto Rösler und Frau Emmi Hattingen-Ruhr, den 2. Juli 1939 Hüttenstraße 8 Sterbekasse Ober=Elfringhausen Donnerstag, den 13. Juli, 20 Uhr, im Kassenlokale Hugo Homberg. Ober=Elfringhausen außerordentliche Tagesordnung: 1. Erlaß eines Nachtrages zur Satzung, 2. Satzungsänderungen. Wegen der Wichtigkeit der Tagesordnung ist das Erscheinen dringend erforderlich. Der Vorstand. Immer gleichbleibend die gute Küche im Bahnhofshotel Hattingen W. LINGK Geschmackvolle Wohnküchen finden Sie in vielseitiger Ruswahl und zu günstigen Preisen bei Gebr. Straßburger Wielandstraße 22/24 Bochum Rhein=DonauReisen mit Schiff und Autobus 13 Tage Reisedauer 2 Tage Wien! 1 Tag Salzkammergut! Ab Köln: 10. u. 24. VII., 7. und 21. VIII. Faltblätter auch für Rheinpauschalreisen durch die Tageblatt-Reiseberatung Essen-Steele, Kaiser-Otto-Platz 6 Ruf 58492 L I R L A Uu Kaufmann August Hansberg im Frieden heim. Hattingen, den 4. Juli 1939. Im Namen der Hinterbliebenen: Frau Clara Hansberg geb. Platte. Die Beerdigung findet am Freitag, dem 7. Juli, nachmittags 4 Uhr, vom Trauerhause, Kreisstr. 31, aus statt; die Trauerfeier eine halbe Stunde vorher. Für die herzliche Anteilnahme, die uns beim Tode unserer lieben Mutter in so reichem Maße erwiesen wurde, sprechen wir unseren aufrichtigen Dank aus. Geschwister Kirchmeier Hattingen-Ruhr, im Juni 1939 Gasthaus zum Irrgarten Blankenstein Besitzer: W. Porlock Jeden Mittwoch, Sonnabend u. Sonntag ab 4 Uhr Konzert und Tanz Im Freien „... Offerten unt. Nr. 3869 an die Geschäftsstelle dieser Zeitung erbeten.“ Wer eine Anzeige mit diesem Zusatz veröffentlicht, will schriftliche Angebote erhalten. Auf Fragen nach dem Besteller der Anzeige dürfen wir daher keine Auskunft geben. Wer ein Angobot auf eine derartige Anzeige avgeven will, schreibt die Kennzisser der Anzeige(siehe oben) deutlich lesbar in die linke obere Ecke des Briefumschlages und besorgt den Brief verschlossen zur angegebenen Geschäftsstelle. Kundendienst der„Heimat am Mittoe“ Kraftfahrer und 1 jüngere und 1 ältere Verkäuferin für mein Lebensmittelgeschäft für sofort gesucht. 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