1e oloo Anzeigenpreis: Für 1 mm Höhe und 22 mm Breite 5 Pfg. Für Anzeigen im Textteil 1 mm Höhe und 75 mm Breite 20 Pfg. Ermäßigte Grundpreise und Nachlässe lt. Preisliste Nr. 4. Anzeigenaufträge werden nur zu den„Allgemeinen Geschäftsbedingungen“ angenommen und in„Die Heimat am Mittag“ Ausgabe A veröffentlicht. Schluß der Anzeigenannahme morgens 10 Uhr für die am gleichen Tage erscheinende Ausgabe. Für die Aufnahme von Anzeigen an bestimmter Stelle wird keine Gewähr übernommen. Für die Richtigkeit aller durch Fernsprecher übermittelten Anzeigen wird nicht gehaftet. Geschäftsstelle und SchriftleitungHattingen=R., Obermarkt/ Kleine Weilstraße. Fernsprech=Anschluß: Hattingen Nr. 2941, 2942 und 2943. Postscheckkonto: Dortmund Nr. 11103. Postschließfach Nr. 21 u. 22. Die Geschäftsstelle ist von morgens 8 Uhr durchgehend bis abends 7 Uhr geöffnet. Ausgabe A91. Jahrgang Bezugspreis: Durch Boten frei Haus halbmonatlich 1,08 RM., für Abholer halbmonatlich 0,95 RM. Verlagsleiter Rudolf Hundt. Hauptschriftleiter: Dr. Rudolf Hundt: Stellvertreter: Hans Hollender; verantwortlich für Politik und Handel: Dr. Rudolf Hundt; Sport, Westdeutschland, Kunst, Kultur und Unterhaltung: Hans Hollender; Lokales: Erich Wilhelm Ellhof. sämtlich Hattingen=Ruhr; Briefkasten: Fritz W. Deger, Essen=Steele. Verantwortlicher Anzeigenleiter: Hermann Büscher, Hattingen=Ruhr. Druck und Verlag: C. Hundt sel. Wwe., Hattingen=Ruhr. Drahtanschrift: Kreisblatt Hattingenruhr. Für die Aufbewahrung aller der Schriftleitung unverlangt eingesandten Beiträge kann keine Gewähr übernommen werden.„Die Heimat am Mittag“ D.=A. für Ausgaben Hattinger Zeitung, Bochumer Tageblatt und Tageblatt für Essen=Steele=Kray=Ueberruhr=Kupferdrey IV. über 12000 für den Ennepe=Ruhrkreis Die große Heimatzeitung in Stadt und Kreis Nummer 120 Mittwoch, 24. Mai 1939 „Müde Minister“ im englischen Kabinett Gerüchte über umfangreiche Kabinettsumbildung London, den 24. Mai. Verschiedene Londoner Morgenblätter lassen heute die Gerüchte über eine umfangreiche Umbildung des britischen Kabinetts wieder aufleben. Den Zeitungsberichten zufolge soll die Umbildung vor allem dazu dienen,„junges Blut“ in das Kabinett zu bringen und den „krisengeschwächten“ älteren Ministern einen Teil ihrer schweren Bürde abzunehmen. „Daily Herald“ rechnet damit, daß sich diese Umgestaltung im Juni vollziehen werde. Nach dem politischen Korrespondenten des Blattes werden u. a. folgende Minister abtreten: Lord Runciman. Lord Stanhope, Lord Shetland, Sir Thomas und Olivier Stanley.„Daily Expreß“ geht sogar soweit, Gerüchte zu verzeichnen, wonach Ministerpräsident Chamberlain beabsichtige, sein Amt im Herbst niederzulegen. Sowohl„Daily Expreß“ wie „Daily Mail“ geben als Hauptgründe für die geplante Umbildung des Kabinetts das hohe Alter der verschiedenen Minister an. Königin Wilhelmina von Holland auf Staatsbesuch in Belgien Brüssel, den 24. Mai. Königin Wilhelmina von Holland traf Dienstagnachmittag mit einem Sonderzug zu einem Staatsbesuch in der belgischen Hauptstadt ein. Sie wurde von König Leopold am Bahnhof feierlich empfangen. In Begleitung der Königin befanden sich mehrere hohe holländische Beamte, u. a. Außenminster Patijn. Auf dem Bahnhofsplatz hatte man einen Triumphbogen errichtet, die Häuser waren mit den belgischen und holländischen Farben geschmückt. Die Menge begrüßte die beiden Monarchen mit freundlichen Zurufen. Im Anschluß an die Fahrt durch die Straßen Brüssels empfing Königin Wilhelmina im Schloß von Brüssel das Diplomatische Korps. Der Besuch der Königin dauert drei Tage. In der belgischen Kammer wurde anläßlich des Staatsbesuches eine Adresse verlesen in der die freundschaftlichen Gefühle des belgischen Volkes gegenüber Holland zum Ausdruck gebracht werden. 62 Mann in gesunkenem U-Boot In 70 m Tiese auf dem Meeresgrund— Wasser dringt ein— Telesonverbindung hergestellt New York, den 24. Mai. Nach einer Tauchübung ist das amerikanische Unterseebot Squalus in der Nähe von Portsmouth vor der Küste von New Hampshire gesunken und liegt nun in über 70 m Tiefe hilflos auf dem Meeresgrund. 62 Mann Besatzung befinden sich an Bord des Bootes. Nachdem das gesunkene U=Boot durch ein rotes Rauchbombensignal angezeigt hatte, daß es sich in Schwierigkeiten befände, eilten mehrere schiffe, darunter das U=Boot=Hebeschiff Falcon, zur Unfallstelle. Auch acht Taucher sind unterwegs. In den frühen Nachmittagsstunden gelang es nach mehrstündiger Arbeit dem Unterseeboot Sculpin, eine Telefonverbindung mit dem verunglückten U=Boot Squalus herzustellen. Dabei teilte die Besatzung des gesunkenen Schiffes mit, daß während der Tauchübung ein Ventil nicht geschlossen war und so Wasser in die Mannschaftsräume und den Maschinenraum eingedrungen sei. Das U=Boot Squalus ist erst im vergangenen September vom Stapel gelaufen. Außer der Besatzung befinden sich vier Werftbeamte und Schiffsbauvertreter an Bord. Die„Squalus“ ist mit den neuesten Sicherheitsvorrichtungen ausgerüstet und soll nach Ansicht der Sachverständigen mindestens 24 Stunden unter Wasser aushalten. Unter den Offizieren des gesunkenen U=Bootes befindet sich auch der bekannte Leichtathlet Joseph Patterson, der bei der Berliner Olympiade Vierter im 400=Meter=Hürdenlaufen wurde. Bei den beiden letzten amerikanischen U=Bootkatastrophen, die sich in den Jahren 1925 und 1927 abspielten, kamen insgesamt 73 Menschen ums Leben. Der jugoslawische Kultusminister bei Dr. Goebbels Berlin, den 24. Mai. Reichsminister Dr. Goebbels empfing am Dienstagnachmittag den jugoslawischen Kultusminister Ciric, in dessen Begleitung sich Ministerialdirektor Jankowic befand. In angeregter Unterhaltung wurden zahlreiche Fragen der deutsch=jugoslawischen Kulturbeziehungen besprochen. Holländische Minister in Köln Köln, den 24. Mai. Zu Ehren des niederländischen Verkehrsministers Dr. Steenberghe, gab die Deutsch=Niederländische Gesellschaft am Dienstagabend in Köln einen Empfang, bei dem der Vorsitzende, Staatsrat Helferich, auch den Königlich=Niederländischen Gesandten in Berlin, den deutschen Gesandten Im Hang, den Oberbürgermeister der Stadt Köln sowie zahlreiche namhafte Persönlichkeiten von Partei, Staat, Wirtschaft und Verkehr begrüßen konnte. Der Luftschutz behütet die Heimat Göring sprach vor den Amtsleitern des Reichslustschutzbundes Berlin, den 24. Mai. In seiner Rede an die Amtsträger des Reichsluftschutzbundes, die von den 2000 angetretenen Männern begeistert aufgenommen wurde, wies Generalfeldmarschall Göring darauf hin, daß das hervorragendste Kennzeichen des Reichsluftschutzbundes die Selbsthilfe sei.„Im Luftschutz zu dienen, ist Pflicht an Führer und Volk“. Dann sprach der Generalfeldmarschall über die viele Kleinarbeit, die Opferbereitschaft und Hingabe, die zur Erfüllung der dem Reichsluftschutzbund gestellten Aufgabe nötig war und ist. 15 Millionen deutsche Volksgenossen seien heute im Reichsluftschutzbund vereinigt und doch wäre auch das nur ein Anfang. In diesem Bund gehöre jeder einzelne deutsche Mensch, soweit er die Aufgaben, die ihm gestellt wurden, erfüllen kann. Viel sei erreicht worden, aber es solle dabei nicht stehen geblieben werden. Die Maßnahmen zur Entrümpelung der Böden sind lebenswichtig, daher ist eine ständige Ueberprüfung der Böden notwendig. Die Papptafeln oder Stoffe Grof Liano hat Berlin verlassen herzliche Verabschiedung auf dem Anhalter Bahnhof Berlin, den 24. Mai. Nach Beendigung seines zweitägigen Staatsbesuches aus Anlaß der Unterzeichnung des deutsch-italienischen Freundschafts= und Bündnispaktes verließ der Königlich=Italienische Minister des Aeußern, Galeazzo Graf Ciano di Cortellazzo mit dem Staatssekretär im italienischen Kriegsministerium und Oberbefehlshaber des italienischen Heeres, General Pariani, und den Herren seiner Begleitung am Dienstag im Sonderzug wieder die Reichshauptstadt. Um 10.50 Uhr wurde Graf Ciano von dem Reichsminister des Auswärtigen, von Ribbentrop, vom Hotel Adlon abgeholt und zum Anhalter Bahnhof geleitet. Die Berliner Bevölkerung, die dicht gedrängt in den Anfahrtsstraßen wartete, bereitete dem Abgesandten des Duce einen triumphalen Abschied. Auf dem Bahnsteig überbrachte der Chef der Präsidialkanzlei des Führers, Staatsminister Dr. Meißner, die Abschiedsgrüße des Führers. Mit dem Reichsaußenminister hatten sich zur Verabschiedung der deutsche Botschafter in Rom, von Mackensen, Beamte des Auswärtigen Amtes und die Mitglieder des persönlichen Stabes eingesunden. Ferner waren zahlreiche Reichsminister, Reichsleiter und weitere führende Persönlichkeiten von Partei, Staat und Wehrmacht anwesend. Nachdem Graf Ciano sich von den deutschen Vertretern mit Handschlag verabschiedet hatte, geleitete Reichsaußenminister von Ribbentrop den italienischen Gast zum Salonwagen und verabschiedete sich auf das herzlichste von Graf Ciano, Armeegeneral Pariani und den Herren ihrer Begleitung. Pünktlich um 11 Uhr verließ der Sonderzug den Anhalter Bahnhof. Mit Graf Ciano hat auch die aus Anlaß des italienischen Staatsbesuches in Berlin weilende italienische Journalistenabordnung die Reichshauptstadt weder verlassen. Auf der Rückfahrt nach Rom traf der italienische Außenminister am Dienstag um 20.32 Uhr im Sonderzug auf dem Hauptbahnhof in München ein. Die Hauptstadt der Bewegung bereitete den italienischen Gästen während ihres kurzen Aufenthaltes in München einen herzlichen und begeisterten Empfang. Die Ueberführung der Leiche General Graf von der Schulenburgs nach Potsdam. Die sterbliche Hülle des in St. Blasien verstorbenen Generals der Kavallerie a. D. Graf von der Schulenburg traf in Potsdam ein, wo im Lustgarten ein Staatsakt stattfand. Das Fahrzeug, das den Sarg trug, wurde von einem Spähwagen der Aufklärungsabteilung gezogen.(Scherl=Bilderdienst.) zur Verdunkelung der Fenstern werden oft achtlos beiseite gelegt. Deshalb muß immer dafür gesorgt werden daß diese Dinge jederzeit instand und brauchbar sind Das gilt auch von den Volksgasmasken, die von der anderen großen Gemeinschaft des deutschen Volkes, der NS.Volkswohlfahrt vertrieben werden. Der Luftchutzwart muß darüber wachen, daß die Gasnasken vorhanden und richtig gelagert sind, daß ie in Ordnung bleiben und nicht verloren gehen. Wenn irgendeine Veränderung im Hause durch Umzug und Einzug neuer Mieter eintritt, ist es Aufgabe des Luftschutzwartes, sich sofort einzuetzen und sich zu überzeugen, ob auch von den neuen Mietern die Vorschriften erfüllt und die Voraussetzungen für den Luftschutz geschaffen worden sind. Dann appellierte der Generalfeldmarschall an die deutsche Frau, mit tätig zu sein im Dienste des Luftschutzes. Wenn die Männer einmal an die Front gerufen werden sollten, so müßten in der Heimat die Vorbereitungen für den Selbstschutz und die Auswahl der Menschen, die in den Pflichtenkreis des Luftschutzes eintreten, getroffen sein. Es war eine Notwendigkeit, eine Hochschule der Luftschutzarbeit für die Luftschutzaufgaben zu errichten. Neben den aktiven Schutz des Schwertes muß der passive Schutz treten. Nur dann können wir durchhalten, sollte es einmal zum äußerten kommen. Der Kämpfer draußen muß wissen, daß alles vorbereitet ist, wenn seiner Heimat unmittelbar aus der Luft Verderben droht, und daß sich genügend Kräfte finden, die in die Abwehr der Heimat eintreten. Er muß darüber beruhigt sein, daß seine Lieben zu Hause in guter Obhut sind; er muß wissen, daß daheim alles bis zum letzten getan ist, um ein Höchstmaß an Schutz zu gewähren.„Nehmt diese Aufgaben nie zu leicht und glaube keiner im deutschen Volk, daß Luftschutz eine Spielerei sei und nicht notwendig wäre!“ „Wir hoffen, daß der Ernstfall für den Luftschutz nicht eintreten wird. Denn wir wollen und wünschen den Frieden, aber nicht als Phrase, wie heute das Wort„Frieden" so häufig im Munde geführt wird. Jetzt steht wieder eine starke Nation inmitten Europas, und in unlösbarer enger Verbundenheit mit ihr steht eine zweite starke Nation; beide Völker jung, beide Völker gewillt, ihre Lebensrechte unter allen Umständen zu vertreten und aufrechtzuerhalten.“ Sodann führte der Generalfeldmarschall den vom Führer neuernannten Präsidenten des Reichsluftschutzbundes, General der Flakartillerie von Schröder, in sein neues Amt ein. Letzter Gruß Spaniens Einschiffung in Vigo bereits begonnen- Spaniens Presse hebt die deutsch-spanische Freundschaft hervor Burgos, den 24. Mai. Die Abreise der deutschen Freiwilligen von Leon hat gestern begonnen. Mit zweistündigem Abstand bringen Sonderzüge die Angehörigen der Deutschen Legion nach Vigo. Sowohl bei der Abfahrt in Leon wie bei ihrer Ankunft in Vigo bilden dichte Menschenmassen Spalier, um den deutschen Freiwilligen letzte Grüße zuzuwinken. In Vigo erfolgte unmittelbar auf die Ankunft die Einschiffung. Neben einer größeren Anzahl spanischer Waffengefährten, die nach Deutschland eingeladen worden sind, reisen mit den Freiwilligen auch Gruppen deutscher Schriftleiter in die Heimat zurück. Die gesamte spanische Presse berichtet auf den ersten Seiten über die eindrucksvolle Abschiedsfeier für die deutschen Freiwilligen in Leon. In den Berichten wird de herzliche Freundschaft hervorgehoben, die das spanische Volk mit den deutschen Kämpfern und darüber hinaus mit der gesamten deutschen Nation verbindet. Die Rede des Caudillo wie des Generals von Richthofen werden im Wortlaut wiedergegeben. Besonders herausgestellt werden die Meldungen über die großzügige Spende des Leiters der Deutschen Arbeitsfront sowie die Spende der deutschen Freiwilligen über eine Million Peseten für die Hinterbliebenen gefallener spanischer Fliegerkameraden. Staatsakt für einen Heerführer Große militärische Trauerfeier in Anwesenheit des Führers Berlin. den 24. Mai. Der große Staatsakt aus Anlaß des Begräbnisses für den verewigten General der Kavallerie a. D. 4=Obergruppenführer Friedrich Grafvon der Schulenvura am Dienstagmittag im historischen Lustgarten der Soldatenstadt Potsdam gestaltete sich in Anwesenheit des Führers und Obersten Befehlshabers der Wehrmacht zu einer außerordentlich würdigen und eindrucksvollen militärischen Trauerfeier. Der Oberbefehlshaber des Heeres Generaloberst von Brauchitsch würdigte in seiner Gedächtnisansprache die Verdienste des zur Großen Armee abberufenen alten Soldaten und nationalsozialistischen Kämpfers. Zur Trauerparade hatten ein Bataillon des Infanterieregiments 9, drei Batterien des Artillerieregiments 23. eine Kavallerie=Schwadron und eine Kompanie der ½=Verfügungstruppe in Paradeuniform Aufstellung genommen. Ferner war hinter den Plätzen der Trauergäste eine Abordnung ohne Waffen sämtlicher Truppenverbände Potsdams angetreten. Von der Aufbahrungshalle in der Kaserne des Regiments Garde du Corps, an dessen Spitze der Verstorbene als letzter Vorkriegskommandeur gestanden hatte, bewegte sich dann die Trauerparade unter gedämpften Marschklängen und feierlichem Glockengeläut durch die Straßen von Potsdam. Im Lustgarten wurde der Sarg vor dem Denkmal des Soldatenkönigs Friedrich Wilhelm I. aufgebahrt. Sechs Stabsoffiziere übernahmen die Ehrenwache. Um 12.30 Uhr traf der Führer ein. An der Bittschriften=Linde begrüßte ihn der Gauleiter des Gaues Mark Brandenburg, Stürtz. Dann erklingen helle Kommandos. Der Kommandant von Potsdam, Generalmajor Hartmann, meldet dem Führer die unter präsentiertem Gewehr angetretene Trauerparade. Dann trat der Führer mit seiner Begleitung vor den Sarg und ehrte unter tiefem Schweigen der Menge mit dem Deutschen Gruß seinen toten Mitkämpfer. Nunmehr nahm der Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst von Brauchitsch das Wort zu seiner Gedächtnisrede. Nach der Rede legte der Führer den von zwölf Unteroffizieren getragenen Kranz am Sarge nieder. Die Fahnen senkten sich, das Lied vom guten Kameraden erklang. Gleichzeitig rollte dumpf der Trauersalut der Batterie über den weiten Platz. Nacheinander legten nun die Oberbefehlshaber der Luftwaffe, des Heeres und der Marine sowie die anderen Vertreter der Wehrmacht, des Staates, der Partei ihre Kränze nieder. Dann schreitet der Führer, während das Trompeterkorps den Parademarsch des Regiments Garde du Corps gedämpft erklingen läßt, zu den Angehörigen des Verstorbenen, um ihnen sein Beileid auszudrücken. Noch einmal grüßt der Führer den toten Mitkämpfer und verläßt dann mit seiner Begleitung den Lustgarten. Anschließend erfolgte die feierliche Ueberführung der sterblichen Hülle Graf von der Schulenburgs durch die Straßen von Potsdam am Bornstedter Feld vorüber in seine mecklenburgische Heimat. Der Probedienst bei den Assessoren fällt weg Berlin, den 24. Mai. Durch eine Verordnung des Reichsjustiz= und des Reichsinnenministers wird die Laufbahn des höheren Justizdienstes mit dem Ziele einer Verkürzung der Ausbildung neu gestaltet und zugleich einheitlich für das ganze Reichsgebiet geregelt. Besonders wichtig ist die Bescitigung des bisherigen Probedienstes der Gerichtsassessoren. Bisher mußte der Assessor nach der großen Staatsprüfung zunächst/ in den Probedienst übernommen werden, und erst nach entsprechender Bewährung wurde er Anwärter für den Richteroder Statsanwaltsberuf. Jetzt kann der Assessor sofort nach Bestehen des großen Staatseramens Anwärter für das Amt des Richters und Staatsanwaltes werden. Er wird sofort planmäßig angestellt und unmittelbarer Reichsbeamter. Der Instanzenweg soll verschwinden Berlin, den 24. Mai. In der Zeit des Kräftemangels und der Kon zentration auf allen Gebieten können auch die Gemeindeverwaltungen an der Forderung nach Rationalisierung nicht vorübergehen. Der Deutsche Gemeindetag hat einen Arbeitsplan für diese Rationalisierung aufgestellt, den der Sach bearbeiter, Dr. Nordsieck, im„Gemeindetag“ den Gemeinden unterbreitet. Es wird als einer der wichtigsten Grundsätze der Geschäfts= und Dienstverteilung bezeichnet, die verantwortliche Vollziehung so weit wie möglich nach unten zu verlegen. Die einzige Grenze sollte hier im Leistungsvermögen der Mitarbeiter liegen. Das Ziel muß sein, die Verwaltungsaufgaben auf dem kürzesten Wege, in der kürzesten Zeit und mit dem geringsten Personaleinsatz zu erfüllen. Wesentlich erleichtert wird die möglichst unmittelbare Erledigung der Vorgänge durch die Dezentralisation der Verantwortung und Vollziehung. Der sogenannte Instanzenweg wird damit fortfallen oder mindestens entscheidend verkürzt. Als Grundsatz müßte gelten, daß der Instanzenweg überhaupt nur bei Vorgängen von außerordentlicher oder grundsätzlicher Bedeutung beschritten wird. Fischerboot und Rettungsboof im Sturm untergegangen Burgos, den 24. Mai. Vor Santander ereignete sich ein furchtbares Schiffsunglück, bei dem insgesamt 59 Seeleute umkamen. In der Nähe der Hafeneinfahrt wurde ein Fischerboot mit 49 Mann Besatzung von einem heftigen Sturm überrascht und kenterte. Der Vorgang war von der Hafenwache gesichtet worden. und sofort lief ein Rettungsboot mit zehn Mann Besatzung aus. In dem hohen Seegang konnte sich dieses jedoch nicht behaupten und ging ebenfalls unter. Die Besatzungen beider Schiffe sind ertrunken. Englischer Bomber abgestürzt London, 24. Mai. Die englische Luftwaffe erlitt am Dienstag wieder einen schweren Unglücksfall. Ein Bomber des Standortes Manton stürzte in der Nähe von Newark ab. Von den vier Insassen der Maschine wurden drei auf der Stelle getötet, während der vierte auf dem Wege ins Krankenhaus verstarb. Der Apparat ist vollständig zerstört. In Paris ist man sehr gehässig Polen reichlich größenwahnsinnig Paris, 24. Mai. Mit Gehässigkeit und heftigen Angriffen nimmt auch heute die französische Presse noch einmal zu dem engen Zusammenschluß Deutschlands und Italiens Stellung. Die„Victoire“ spricht von einem Hochverrat Italiens an der Zivilisation. Die„Epoque“ behauptet ebenso hysterisch, Mussolini habe Europa dem Germanismus ausgeliefert. Der Außenpolitiker des„Petit Journal“ rechnet immer noch, wieviel Soldaten der Achse zur Verfügung stehen. Der Berliner Berichterstatter des„Petit Journal“ verzeichnet aus ihm zugänglichen„politischen Kreisen“ in Deutschland, daß Berlin überaus unangenehm beeindruckt sei von dem Echo aus London und Paris(!). Im„Figaro“ wird erklärt, die Deutschen und Italiener seien sich uneinig. Eine kleine Stimmungssammlung, die wirklich bezeichnend ist, und die den deutschen Leser nur zu einem leichten Lächeln nötigt. Warschauer Presse kündigt Rom den Schutz durch Polen Warschau, den 24. Mai. Das deutsch-italienische Bündnis beschäftigt die polnische Presse weiterhin in starkem Maße, wenn sich auch einzelne Blätter eifrig Mühe mit der Beteuerung geben, daß der Bündnisabschluß niemanden in der Welt überrascht hat. Unter diesem Gesichtspunkt veröffentlicht„Gazetta Polska“ besonders ausgelassene Pressestimmen aus Paris und London, um den Anschein zu erwecken, daß man dort diesem Bündnis„vollkommen gleich gültig“ gegenüberstehe, was angeblich auch für Polen zutrifft. Das dem nicht so ist, beweist indessen gerade die polnische Presse.„Expreß Poranny“ stellt an den Kopf seines heutigen Blattes eine Meldung seines Verliner Berichterstatters über die genaue wirtschaftliche Zusammenarbeit, die zwischen Italien und dem Reich angeblich ebenfalls festgelegt worden sei. Nachdem ein anderes polnisches Blatt die großen„Mißerfolge und Niederlagen“ des Deutschen Reiches in den Jahren 1938/39 behandelt hat, wendet es sich den italienisch=polnischen Beziehungen zu. Rom wird darauf hingewiesen, daß es nach seiner Unterwerfung(!) unter Berlin nicht mehr auf den gewaltigen Beistand der polnischen Großmacht rechnen könne.(!) Wie Polen sich den nächsten Krieg denkt! Warschau. den 24. Mai „Kurjer Polski“ beschäftigt sich mit der Frage der Möglichkeit einer britischen Hilfeleistung zu Gunsten Polens für den Eventualfall Das Blatt will wissen, daß Englands Rolle vor allem darin bestehen würde,„blitzschnell“ auf Italien einzuschlagen, um es innerhalb von zwei Wochen zu zwingen, sich aus dem Kampfe zurückzuziehen. Die englische Flotte würde Italien von zwei Fronten her angreifen. Deutschlands Isolierung werde dann so vollkommen sein, daß es sich werde ergeben müssen. Das Blatt übergeht mit gespielter Einfalt die Frage, wieviel Steine in dem von ihm angenom menen Eventualfall wohl inzwischen in Polen aufeinander bleiben würden. Meldungen aus dem Ausland Autounfall der Königin=Mutter von England London, den 24. Mai. Königin=Mutter Mary war gestern das Opfer eines leichteren Autounfalls. Ihr Wagen überschlug sich nach dem Zusammenstoß mit einem Lastwagen an einer Straßenkreuzung in einem Londoner Vorort. Mit Hilfe von Passanten konnte die Königin=Mutter unverletzt aus dem Wagen befreit werden und nach einer kurzen Erholung im Hause des nächsten Arztes die Rückfahrt nach London wieder antreten. Französisches Militärschulflugzeug in die Loire gestürzt Paris, den 24. Mai. Am Dienstagnachmittag stürzte ein französisches Militärschulflugzeug in der Nähe der Stadt in die Loire. Der Pilot, der sich durch Abspringen zu retten versuchte, ist von der Strömung mitgerissen worden und ertrunken. Sieben außenmongolische Flugzeuge im Lustkampf abgeschossen Tokio, den 24. Mai.. Im Verlauf weiterer Zusammenstöße westlich des Puir=nor=Sees an der Westgrenze Mandschu kuos zwischen erheblich verstärkten außenmongolischen und mandschurisch-japanischen Grenztrup pen wurden nach einer Meldung aus Hsinking am vergangenen Sonnabend und Montag sieben außenmongolische Flugzeuge im Luftkampf abge schossen. 7½ Millionen Dollar Schadenersatzprozeß gegen USA.=Gewerkschaftsdiktator Lewis New York, 24. Mai. Die blutigen Streikunruhen des Jahres 1937 in Cleveland finden jetzt ihr gerichtliches Nachspiel. Das bekannte Stahlwerk„Republic Steel Corporation“ verklagte vor dem Bundesgericht in Cleveland den berüchtigten CioGewerkschaftsleiter, Lewis, und nahezu 700 Gewerkschaftsbeamte auf Schadenersatz in Höhe von 7½ Millionen Dollar. Die klagende Gesellschaft führt Gewaltakte, Einschüchterungsversuche, Gewalttätigkeiten und Eigentumszerstörungen während der Dauer des Streikes an. Ferner weist sie auf eine erhebliche Anzahl von Körperverletzungen und gewalttätige Behinderung Arbeitswilliger hin. Durch diesen Terror sollte die Gesellschaft gezwungen werden, einen Lohnvertrag mit der Cio=Gewerkschaft zu unterzeichnen. Der Streik dauerte damals über sechs Wochen, und 47 Personen, die sich unter den Beklagten befinden, wurden dabei wegen Gewalthandlungen verhaftet und abgeurteilt. Reichsführerlager der 51 ein Erfolg Dr. Lammers, Reichsleiter Buch und Baldur von Schirach sprachen. Braunschweig, den 24. Mai. Das 4. Reichsführer= und Reichsführerinnenlager der HI steht vor seinem Abschluß. Die letzte große Kundgebung, auf der Reichsminister Dr. Lammers, Reichsleiter Buch und der Reichsugendführer sprachen, fand am Dienstagnachmittag statt. Am Mittwoch wird das Reichsführerlager offiziell geschlossen werden. Der Chef der Reichskanzlei Reichsminister Dr. Lammers, entwarf in seiner Ansprache an die deutsche Jugend ein umfassendes Bild von den großen Aufgaben und der gewaltigen Arbeit der Reichskanzlei. Er gab einen Ueberblick über die Geschichte der Reichskanzlei die vor nunmehr 61 Jahren von Bismarck gegründet worden ist und über die Steigerung der Bedeutung die die Reichskanzlei im nationalsozialistischen Dritten Reich erfahren habe. Der Oberste Parteirichter, Reichsleiter Buch, zeigte an Beispielen aus der tausendjährigen Geschichte des deutschen Volkes mit allen ihren Wechselfällen die hohen inneren ethischen Werte des Deutschen, wobei er besonders das gläubige„Wir“ des deutschen Menschen herausstellte, das allein das deutsche Volk ewig machen könne. In seinen Ausführungen erwähnte Reichsleiter Buch besonders die Besichtigung des Westwalls durch die Reichs= und Gauleiter. Heute könne das deutsche Volk in aller Ruhe darangehen, hinter dem unüberwindlichen Westwall seine Seele starkzumachen und zusammenzuwachsen zum „Wir“, an dem alles zuschanden werden müsse, was sich dagegen stelle. Der Reichsjugendführer Baldur von Schirach dankte beiden Rednern, insbesonndere Reichsminister Dr. Lammers, der das Streben der deutschen Jugend nach Mitverantwortung im Reich in den Ha=Gesetzen unterstützt habe und verlieh ihm das Goldene Ehrenzeichen der HJ. König Boris von Bulgarien Ehrendoktor der Berliner Universität Sofia, den 24 Mai. König Boris empfing am Montag unter Führung des deutschen Gesandten Freiherrn von Richthofen eine Abordnung der deutschen Hochschullehrer, wobei der Rektor der Berliner Universität, Professor Dr. Hoppe, König Boris die Ernennung zum Ehrendoktor der Medizin der Universität Berlin überreichte. Anschließend begaben sich die deutschen Professoren zur Universität, wo die Feier der Ehrendoktorverleihung stattfand. Besonders groß war hierbei der Anteil deutscher Professoren, befinden sich doch unter den 91 verliehenen Ehrendoktoren der Universität Sofia über 20 deutsche Professoren und andere Persönlichkeiten. „Das bedeutsamsle Militärbündnis der Geschichte“ Barcelona, den 24. Mai. Die Zeitung„Vanguardia“ bezeichnet den deutsch=italienischen Bündnispakt als das bedeutungsvollste und umfassendste Militärbündnis, das die Geschichte kenne, neben dem das englischfranzösische Abkommen zu einer rein platonischen Erklärung werde. Ein Krieg gegen Italien bedeute unweigerlich den Krieg auch gegen Deutschland— und umgekehrt. Nichts sei unklar geblieben, und daher werde der Pakt die stärkste Stütze für den europäischen Frieden sein, besonders weil er den endgültigen Tod jener Einteilung der Welt in reiche Nationen und Habenichtse bedeute. Der deutsch-italienische Block sei ein machtvolles Instrument gerechter Revisionspolitik, schließt das Barcelonaer Blatt seine Betrachtung. Stabschef Lutze in der Ostmark Salzburg, den 24. Mai. Der Stabschef der SA., Viktor Lutze, setz.e am Dienstag seine Besichtigungsfahrt durch Teile der Ostmark von St. Pölten aus fort. Als am Dienstag die Weiterfahrt angetreten wurde, erwarteten trotz des unaufhörlichen Regens überall die SA.-Einheiten ihren Stabschef in bester Haltung. Dabei darf nicht vergessen werden, daß die braven Männer in dem braunen Ehrenkleid in der Nacht zuvor durch einen Hochwasseralarm zu härtestem Einsatz aufgeboten wurden. Nach besonders eindrucksvollen Empfängen in den Städten Melk, Amstetten und Enns ging die Fahrt nach Leonding. Der Stabschef verweilte geraume Zeit in ehrfurchtsvollem Schweigen vor dem Grabe der Eltern des Führes und ehrte ihr Andenken durch einen Lorbeerkranz. Der kürzlesigste Staat der Weet Von dem Aufgehen des Staates Hatay in die Türkei (Von unserem Berichterstatter) Iskenderon, Anfang Mai 1939. Der jüngste Staat der Welt steht, wenn nicht alle Anzeichen trügen, nunmehr unmittelbar vor dem Ruhm, auch der kurzlebigste geworden zu sein. Die 220000 Einwohner des Staates Hatay warten auf den Augenblick, wo in Ankara die Verhandlungen über das Schicksal des ehemaligen Sanschaks Alexandrette zwischen Frankreich und der Türkei, seit Monaten geführt, abgeschlossen werden. Der Präsident des Staates, Tayfour Soukmen, und der Ministerpräsident der viergliedrigen Regierung, Dr. Abdul Rahman, sind in diesen Tagen in Ankara angekommen, um zum erstenmal als Deputierte der türkischen Nationalversammlung an deren Verhandlungen teilzunehmen, und unter feierlichem Schweigen des Parlaments haben sie ihren Schwur als türkische Abgeordnete geleistet. Praktisch ist dieser Landstrich bereits unter uneingeschränktem, türkischen Einfluß. Es bedarf nur noch der Formalien, und ein Jahr, nachdem der Staat ins Leben getreten ist, wird er zu einem Stück der modernen Türkei. Iskenderon: das war früher Alexandrette, und Antakiya, die Hauptstadt von Hatay, das war früher Antioche und in ganz alten Zeiten Antiochia, einmal der geistige Mittelpunkt der Christenheit. Nicht weit davon liegt das Tal von Daphne, mitten in der Trockenheit der steinigen Landschaft voll von Bächen und kleinen Wasserfällen, so daß es im Altertum zu den Wundern der Welt gezählt wurde. Die weit geschwungene Bucht von Alexandrette, die nordöstliche im Mittelmeer, hat jedoch heutzutage noch eine ganz andere Bedeutung. Kitchener hat sie während des Krieges in die Worte gefaßt:„Nur von Alexandrette ist Aegypten zu sichern“. Von Gallipoli hielt er viel weniger als von Alexandrette. Und außerdem öffnet sich von hier aus, auch heute noch, der Weg nach Mossul mit seinem Oel, nach Bagdad, dem Tigris und Euphrat und damit der Weg zum Persischen Golf. Kein Wunder, daß in Frankreich sich heftige Stimmen regten, als die französische Regierung im vorigen Jahre, ohne nach der Meinung der eingesessenen Bevölkerung zu fragen, den Sandschak Alexandrette als Staat Hatay der Türkei überantwortete. Die offizielle Begründung war, daß nach der Errichtung einer syrischen Regierung in Damaskus im Rahmen des französisch-syrischen Vertrages von 1936 die Türken in Hatay unter syrische Herrschaft gekommen seien, und das sollte nicht sein. Zwar ist jener französisch-syrische Vertrag bekanntermaßen heute noch nicht ratifiziert, aber inzwischen ist die Entwicklung in Hatay nicht stehen geblieben, und wenn dort auch heute noch französisches Militär anzutreffen ist, das gemeinsam mit türkischem Militär für die Aufrechterhaltung der Ruhe und Ordnung sorgen soll, so zeigt doch Hatay heute bereits ein ausschließlich türkisches Gesicht. Das war vor Jahresfrist in diesem Ausmaß noch nicht der Fall. Aber inzwischen sind etwa vierzigtausend Armenier und Christen avaewandert, und die Leute in Hatay, die vor einem Jahre noch arabisch sprachen, sprechen jetzt wieder türkisch. Die Gesetze des Landes sind türkisch, das Geld, kurz alles, was in einem Staat lebenswichtig ist. Die obersten staatlichen Behörden machen auch gar keinen Hehl mehr daraus, daß sie sich lediglich als ausführende Organe der Regierung in Ankara betrachten. Ausweise der französischen Behörden in Syrien, die von Rechts wegen noch genau so Geltung haben müßten wie die Ausweise türkischer Behörden, gelten in Hatay kaum noch, in den meisten Fällen überhaupt nichts mehr, obwohl Frankreich offiziell das Gebiet noch immer als ein Kondominium betrachtet. Tatsächlich hat aber die französische Regierung dieses Gebiet, das ihr im Rahmen eines Mandats zu treuen Händen übergeben war, zugunsten der Türkei abgeschrieben. Worauf es der französischen Regierung nur noch ankam, war offensichtlich, für die Hingabe des Gebietes von der Türkei einen möglichst, annehmbaren Preis" herauszuschlagen. Wenn einmal die Verhandlungen in Ankara zu Ende sind, wird sich der letzte Akt des Schicksals von Hatay schnell vollenden. Das Parlament des Staates wird zusammentreten, in dem die Franzosen seinerzeit den Türken automatisch cine Mehrheit von zweiunözwanzig unter vierzig Sitzen zugesagt haben. Eine türkische Mehrheit für den Beschluß, den selbständigen Staat an die Türkei anzugliedern, ist also auf jeden Fall vorhanden, und schwerlich ist anzunehmen, daß die übrigen Mitglieder des Parlaments gegen einen solchen Beschluß stimmen werden. Dann wird die Fahne des Staates Hatay zum letztenmal eingeholt und an ihre Stelle die türkische Fahne aufgezogen. Und ein Fremder, der diesem für das kleine Land so historischen Schauspiel beiwohnt, wird zunächst sogar glauben, daß es sich um cin und dieselbe Fahne handelt, die für die zweifache feierliche Zeremonie herhalten muß. Denn vorsorglich ist die Fahne von Hatay von der türkischen nur in einer Kleinigkeit unterschiedlich geschaffen worden: der Stern über dem Halbmond hat noch einen kleinen roten Stern im Innern. Die Fahne von Hatay war schon immer das zukunftsträchtige Sinnbild dieses Staates, der knapp ein Jahr alt geworden ist. ) NUMMER 120 „DIE HEIMAT AM MITTAG" MITTWOCH, 24. MAI 1931 Beick an die Heimat Der Flieder verblüht... Nun ist der junge Sommer ins Land gekommen. Der Ginster blüht, der Flieder verblüht... Betäubend liegt— noch— sein Duft über Wegen und Gärten, manchmal schaute das Auge nichts anderes als nur die satte lila oder schneeweiße Pracht der ungezählten Blütendolden. In ihnen wohnt nach uraltem Glauben„Glück“. Wie beim Kleeblatt, wo ein viertes Blättchen den Klee zum Glücksklee werden läßt ist es auch beim Flieder. Ein fünftes Blatt der vier winzigen Blütenblätter kann„das Glück“ sein.— Wer eine solcher Fünfer=Blüte entdeckt, hält, so sagt die Sage, das Glück in Händen. Es ist mit dem fünfblättrigen Flieder wie mit dem vierblätterigen Klee und mit beiden wie mit Lotterielosen: mancher von uns findet das Glück, ohne es zu suchen, greifbar am Weg, ein anderer sucht es sein ganzes Leben hindurch und sucht es vergeblich. Mit jedem Tage mehr verblüht jetzt der Flieder. Mit jedem Tag seines Verblühens steigt die Sonne in ihrer Bahn höher, mit jedem Tag mehr naht der Hochsommer. Noch liegt der Fliederduft über Gärten und Wegen, schwer und betäubend. Und aus den Büschen tönt schmelzend das Lied der Nahtigall. Die Natur rüstet sich zur Reife. Kaum viel mehr als einhundert Tage und Nächte,— dann ist aus der Reife die Ernte geworden und Wald, Gärten, Felder, Wiesen rüsten zum winterlichen Schlaf. Unwandelbares Gesetz des ewigen Kreislaufs vom Werden und Vergehen... Spendet Kinderfreiplätze! Das Amt für Volkswohlfahrt im EnnepeRuhr=Kreis teilt mit: Das deutsche Volk hat in der Idee des Führers die Erfüllung seiner tausendjährigen Einigkeitssehnsucht gefunden. Diese Einigkeit ist aber kein Geschenk der Vorsehung, sondern ist uns von unserem Führer unter schwersten Bedingungen erkampft worden. Sie muß aber auch weiterhin immer wieder aufs neue erkämpft werden. Die hohe Schule dieser Gemeinschaft ist die NSV. mit all ihren Einrichtungen. Hier wird die Einigkeit des deutschen Volkes Tat und erprobt sich immer wieder. Die freiwilligen Leistungen und Opfer des deutschen Volkes für die wunderbaren Einrichtungen der NSV. haben auch im außenpolitischen Kampf unseres Führers eine nicht zu unterschätzende Bedeutung. Diese Bereitschaft zu Opfer und Mitarbeit und gegenseitiger Hilfeleistung sind eine stete Treueübung der deutschen Nation, aus der immer wieder neue Kraft für den Aufbau unseres nationalen Lebens und für den Kampf um unser Recht und unsere Freiheit ersteht. Eine solche freiwillige Leistung ist auch die Kinderfreiplatzspende. Durch sie soll unsere gesunde, aber schwache Jugend gestärkt werden. Die Jugend soll selbst sehen, wie ernst es dem Volke darum zu tun ist, Gemeinschaftsgeist zu beweisen und ihr, der heranwachsenden Jugend, als Vorbild und nachzuahmendes Beispiel auf dem Wege durch Opfer und gegenseitige Hilfe zu Freiheit und Macht voranzugehen. Zeigt der Jugend, was Volksgemeinschaft ist! Spendet Kinderfreiplätze! Wir müssen im Ennepe=Ruhr=Kreis im Laufe dieses Sommers, im Juli, August und September viele erholungsbedürftige Kinder unterbringen. Am 6. Juli, am 1. August und am 31. August treffen die Ferienkinder hier ein. Da kann sich jeder Volksgenosse den ihm passendsten Zeitpunkt zur Aufnahme eines Ferienkindes aussuchen. Die NSV. hofft, daß sich recht viele Volksgenossen melden. Anmeldungen nehmen die Block= und Zellenwalter und die Geschäftsstellen der NSV. entggen. — Aufklärung des Schulentlassungsjahrganges 1940 beginnt. Das Soziale Amt der Reichsjugendführung hat in gemeinsamer Arbeit mit den zuständigen Arbeitseinsatzbehörden die Vorbereitungen für die Aufklärung des Schulententlassungsjahrganges 1940 über den Arbeitseinsatz getroffen. Es ist ein Ausbau dieser Aufklärungsarbeit auf berufskundlichem Gebiet vorgesehen. Aufklärungsabende, Betriebsbesichtigungen, berufskundliche Ausstellungen sollen in größerer Zahl als bisher stattfinden. Mit der Eröffnung der ersten größeren Ausstellung wird noch im Juni zu rechnen sein. Die Aufklärungsabende und Betriebsbesichtigungen werden hauptsächlich ab August durchgeführt. Auf Arbeitstagungen, die zusammen mit dem Reichsarbeitsministerium veranstaltet werden, werden sich Sozialreferenten der HJ., die gleichzeitig als Berufsberater in den Arbeitsämtern tätig sind, mit allen einschlägigen Fragen der Berufsaufklärung der Jugend befassen.* hattinger Stadtspiegel — Pfingsturlauber treffen ein. Nun freuen sich unsere Jungens, ob sie bei der Wehrmacht, im Arbeitsdienst oder wo sonst Dienst tun, auf den beginnenden Feiertagsurlaub. Am gestrigen Dienstagabend kamen bereits die ersten Hattinger Arbeitsmänner in großen Gruppen vom Bahnhof zur Stadt herauf, meist hatten Angehörige sie abgeholt. Braungebrannt von der gesunden Luft des Lagerlebens, schauen sie mit blanken Augen in die Welt, man sieht ihnen an, es werden da draußen, bei Spaten und Hacke, ganze Kerle aus unseren Jungens. Die„H3“ wünscht allen Hattinger Heimkehrern frohe und gesunde Urlaubs= und Festtage. — Kleine Marktrundschau für die Hausfrau. Die Versorgung mit Gemüse ist jetzt reichhaltig zu nennen. Spinat wird in Ueberfülle angeboten; die Hausfrauen kaufen dieses schmackhafte und nahrhafte Gemüse gern ein, denn gerade Spinat enthält viel Vitamine und Mineralstoffe und ist sehr preiswert. Neben Spinat sehen wir Rhabarber, Stielmus und Kopfsalat aufgestapelt. Die roten Radieschen machen das Bild noch bunter. Beim Spargel sehen wir, daß die Witterung für ihn nicht besonders günstig war, denn sonst wäre er in noch größeren Mengen anzutreffen, weil ja eigentlich die Spargelzeit ist. Selbst italienischer Blumenkohl ist noch nicht ganz vom Markte verschwunden.— Auf den Fischverkaufsständen bemerken wir Kabeljau, Rotbarsch und Seelachs. Es ist eine Freude, festzustellen, daß die Verbraucherschaft auch den Fischen besonderes Interesse entgegenbringt. Wie könnte es auch anders sein, da der dargebotene Fisch in seiner Appetitlichkeit zum Kaufe einlädt. Dabei denkt jeder daran, daß Fisch wegen seines hohen Eiweißgehaltes, seiner versichedenen Vitamine und Mineralstoffe ein hochwertiges Nahrungsmittel ist.* Vorfreude auf Pfingsten Pfingsten ist das Fest der kleinen Reisen, das Fest der frohen Wanderungen in den voll erblühten Frühling. Ist es ein Wunder, wenn deshalb die näherrückenden Pfingsttage schon jetzt in den Köpfen spuken, wenn man allenthalben überlegt, wie diese zwei herrlichen Tage am besten anzuwenden sind? Es gibt ganz Gerissene, die mit Pfingsten gleich ihren Sommerurlaub beginnen, oder noch viel Klügere, die den Sommerurlaub zwischen Himmelfahrt und Pfingsten gelegt haben— dadurch verlängern sich dann die Ferien um zwei volle Tage! Wer nur kurze Zeit Urlaub hat, für den spielen zwei Tage mehr eine große Rolle. Wie dem auch sei, eines steht fest: zu Pfingsten fliegen wir aus! Lange genug hat der Frühling auf sich warten lassen, lange genug haben wir fröstelnd auf das Blütenmeer der Baumblüte geschaut und uns nach dem wahren Frühling gesehnt. Die Pfingstfetertage sollen alles gutmachen, was man bisher versäumt hat. Gibt es etwas Schöneres, als zu dieser Zeit, da die ersten wirklich warmen Tage über die Welt ziehen, den Rucksack zu packen und fröhlich hineinzuwandern in den Frühling? Gibt es etwas Herrlicheres, als das geliebte Stahlroß aus dem „Stall“ zu ziehen, sich hinaufzuschwingen und leise surrend unter frühlingsgrünen Bäumen in die Ferne zu fahren? Gibt es eine größere Vorfreude, als zu wissen: Pfingsten machen wir die erste große Fahrt mit dem Paddelboot oder mit dem Segelboot? In den Büros und Betrieben gibt es in diesen Tagen während der Frühstücks= und Mittagspause nur ein Gesprächsthema: Pfingsten! Auf alle Fälle bieten diese Wochen viele Freuden. Pfingsten— und dann winken schon wieder die großen Ferien! Man ist von Freude erfüllt und von dem Glück, daß endlich Frühling geworden ist. Es gibt auch Menschen, die für Pfingsten ihre ganz besonderen Pläne habe,„da genießen wir unseren Garten“, sagen viele, und sie wissen genau, daß dieses Genießen höchstwahrscheinlich in reichlich viel Arbeit im Gärtchen bestehen wird — aber ist nicht auch das ein Genuß? Und wieder andere freuen sich darauf, an diesen Tagen morgens auf ihrem Balkon sitzen zu können, ohne daß die Arbeit ruft, und die Zeitung endlich einmal von der ersten bis zur letzten Zeile zu studieren, während um uns herum schon die Stiefmütterchen und die Geranien blühen und sich der wilde Wein oder die bunten Bohnen an den Stangen emporranken...* — Militärrenten werden noch vor dem Fest gezahlt. Bei den Postämtern Hattingen, Blankenstein und Sprockhövel, sowie bei den Poststellen(I) Altendorf, Bredenscheid, HammerthalNord, Herzkamp, Niederwenigern, Nierenhof, Oberaltendorf, Welper 1, Welper 2 und den Poststellen(II) werden die für Juni 1939 fälligen Militärrenten am 27. Mai gezahlt.— Die Zanlung der Unfall=, Invaliden= und Waisenrenten findet am 1. 6. statt. — Wieder Reichsbeihilfen für Kleintierzucht und=haltung. Der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft gibt bekannt, daß auch im neuen Rechnungsjahr wieder Beihilfen und Zuschüsse aus Mitteln seines Ministeriums für die Kleintierzucht und=haltung bewilligt werden. Der Minister veröffentlicht zugleich im Reichsministerialblatt der Landwirtschaftlichen Verwaltung, Nr. 20 vom 20. Mai 1939, den Wortlaut der für die Bewilligung maßgebenden Richtlinien, die im wesentlichen gegen das Vorjahr unverändert sind. Beihilfen bzw. Zuschüsse aus diesen Reichsmitteln werden gewährt zur Beschafsung von Junggeflügel, zum Bau von Hühnerställen, zum Bau von Kükenaufzuchtstationen in Dorfgemeinschaften, zur Beschaffung weiblicher Ziegenlämmer, zum Bau von Ziegenbockställen, zur Stallverbesserung in Kaninchenkleinhaltungen, zur Beschaffung von Zuchtrammlern in Kaninchenkleinhaltungen, zur Beschaffung von Angora=Junghäsinnen, zum Ausbau der Bienenwirtschaft, zum Ankauf von Maulbeersträuchern Cw. Aus der Bewegung Mädel=Gruppe 1a/99 Hattingen Alle Mädel der Mädel=Gruppe 1a/99, die nicht an dem Gesundheitsappell teilgenommen haben, treten Donnerstag, den 25. 5., um 20 Uhr mit Turnzeug an der Weiltorschule zur Untersuchung an. OGr. der NSDAP., Niederbousfeld Oeffentliche politische Veranstaltungen, Besprechungen innerhalb der Ortsgruppendienststelle gibt es im Monat Juli nicht. Innerhalb der Zellen und Gliederungen werden die Arbeiten vorgenommen, die angewiesen wurden. Herausgabe eines Dienstplanes findet diesmal nicht statt. — Stadtschulungsfahrt in die Borkenberge. Morgen, Donnerstag, veranstaltet das NSFK. in Verbindung mit dem NS=Lehrerbund die zweite Schulungsfahrt in die Borkenberge, um die modellbauenden Jungen mit dem richtigen Starten der Modelle bekanntzumachen. Abfahrtsplan: 7.45 Uhr ab Gasthaus Hüttenau. Hier steigen die Jungen von Buchholz, Blankenstein, Holthausen und Welper ein. Die Hattinger werden an der Heggerfeldschule aufgenommen, und die Jungen der Schule Winz(Ruhrbrücke) erwarten den Autobus an der Großtankstelle(kurz nach 8 Uhr). — 26,6 m in der Sekunde. Die BrieftaubenReisevereinigung Hattingen=muhr und Umgegend führte Sonntag ihren dritten Preisflug durch, der wiederum ein voller Erfolg wurde. Auflaßort war Oebisfelde(ca. 285 km). An dem Fluge waren 1615 Tauben beteiligt, die Samstag auf die Reise geschickt wurden. Der Auflaß erfolgte Sonntag um 5.30 Uhr bei klarer Fernsicht. Der auf der Flugstrecke herrschende Nordost begünstigte den Flug und ließ die erste Preistaube, die um 8.27 Uhr in der Heimat eintraf, eine Fluggeschwindigkeit von 1596 Meter in der Minute= 95,760 km in der Stunde erreichen. Die übrigen Tiere folgten Schlag auf Schlag, so daß die 403 Preise bereits in 30 Minuten vergeben waren. Die Besitzer der ersten zehn Preistauben sind: 1. Eckhardt(Heimkehr Sprockhövel), 2. Eckhardt(Heimkehr Sprockhövel), 3. Borgmann(Heimatliebe Sprockhövel), 4. Winkelsen(Heimatpost Langenberg), 5. W. Nieland(Brieftaube Bredenscheid), 7. Fahlbruch(Alte Kamerad Sprockhövel), 8. Knür(Heimatpost Langenberg), 9. W. Nieland(Brieftaube Bredenscheid), 10. Koch (Sport Nierenhof). — Hattingen als Ausbildungsstätte für Medizinalpraktikanten. Nach dem jetzt auf Veranlassung des Innenministeriums herausgekommenen Verzeichnis 1939 der zur Annahme von Medizinalpraktikanten ermächtigten Krankenhäuser gehört zu den im Regierungsbezirk Arnsberg zugelassenen Krankenhäusern und medizinisch=wissenschaftlichen Instituten auch das Evangelische Krankenhaus in Hattingen. — Bei dem Kreisverbands=Wettkampfschießen im Ludwigstal holte Kam. Hellmann(nicht Holtmann) in der Siegergruppe Henrichshütte 97 Ringe.— Schießleiter der Veranstaltung war Arthur Poppe. — Jubilare auf der Hütte. Am Freitag, 26. Mai, können die Gefolgschaftskameraden Prosper Gillis vom Maschinenbetrieb, in Hattingen auf der Birkenstraße 20 wohnhaft, und Max Schnorous aus der Kokerei, Hattingen, Nordstraße wohnend, ihr 25jähriges Arbeitsjubiläum auf der Henrichshütte feiern. — Jagdsteuerordnung des Ennepe=Ruhr=Kreises bis 1941 verlängert. Der Vorsitzende des Kreisausschusses des Ennepe=Ruhr=Kreises teilt mit, daß der Regierungspräsident durch Verfügung vom 13. Mai 1939 die Jagdsteuerordnung des Ennepe=Ruhr=Kreises vom 11. März 1937 bis zum 31. März 1941 verlängert habe. Joda A1 gee esssserrsess 117000 warten auf Urlaub Wie weit ist das Jugendschutzgesetz verwirklicht worden? nsg Zum 1. Mai des vergangenen Jahres belohnte der Führer seine Jugend für ihre Einsatzbereitschaft im Leistungskampf des deutschen Volkes durch den Erlaß des Jugendschutzgesetzes. Klar und eindeutig kam hier wieder der Wille der Bewegung zum Ausdruck, das Streben der deutschen Jugend nach immer größerer Vervollkommnung ihrer beruflichen Fähigkeit zu belohnen und gleichzeitig denen ein unerbittliches Halt zuzurufen, die da glauben, diesen Idealismus schnöde ausnutzen zu können. Das Gesetz trat mit dem 1. Januar d. I. in Kraft; die Vorschriften über den Urlaub jedoch schon mit dem Tage der Verkündung. Hiernach stand allen Jugendlichen im vergangenen Jahre folgender Mindesturlaub zu: für Jugendliche unter 16 Jahren für Jugendliche unter 18 Jahren Teilnahme an einem Lager oder einer Fahrt der HI für alle Jugendlichen Es war aufschlußreich, auf Grund der Angaben der Jugendlichen beim diesjährigen Berufswettkampf festzustellen, wieweit das Jugendschutzgesetz vom deutschen Betriebsführer in bezug auf Urlaub verwirklicht ist. Es wurden im Gau zusammengestellt die Angaben von 15 Werktage, 12 Werktage, 18 Werktage. Um festzustellen, in welcher Art von Betrieben die Urlaubsgewährung bis heute noch am rückständigsten ist, wurde ein Vergleich zwischen den Betrieben des Handwerks und der Industrie vorgenommen: Industrie Handwerk 43 924 Jungen und 18 636 Mädeln. Von diesen hatten(in%): a) keinen Urlaubsanspruch b) ungenügenden Urlaub c) ausreichenden Urlaub von 12 bzw. 15 Tagen d) Urlaub von 18 Tagen und und mehr 8,4% 20.6% 57,6%, 13,4%. Hieraus geht einwandfrei hervor, daß dort, wo unsere Jungen und Mädel durch Amtswalter der DAF, Betriebsjugendwalter und Betriebsjugendwalterinnen betreut werden, die Urlaubsgewährung wesentlich weniger zu wünschen übrig läßt, als dort, wo dieses nicht der Fall ist, also vor allen Dingen in den Kleinbetrieben. Bezeichnend hierfür sind die Ergebnisse aus dem Nahrungsmittelgewerbe, das in dieser Statistik besonders schlecht abschneidet: keinen Urlaubsanspruch 10,4%, ungenügenden Urlaub 51,8%, ausreichenden Urlaub von 12 bzw. 15 Tagen 32,3%, Urlaub von 18 Tagen u. mehr 6,1%. Lehrreich war weiterhin die Feststellung, daß die Urlaubsgewährung in den beiden oberen Jahrgängen besser ist, als in den beiden unteren, was darauf schließen läßt, daß die älteren im Vergleich zu den jüngeren ihre berechtigten Ansprüche nachdrücklicher vertreten: Jahrg. 1921/22 u. 20 Jungen Mädel 5% 13,88% 14% Jahrgang 1923/24 Jungen Mädel 9% 20,12% 24% 35,29% keinen Urlaubsanspruch ungenügenden Urlaub ausreichender Urlaub von 12 bzw 15 Tagen Urlaub von 18 Tagen und mehr Abschließend läßt sich sagen: die Urlaubsgewäh= des Jugendurlaubs hingewiesen werden. Dieses 50% 17% 34,49% 10,10% 68% 13% 15,35% 63,20% 7,57% rung in ihrer Gesamtheit ist auch heute noch unzureichend, stellt jedoch gegenüber dem Jahre 1937 eine wesentliche Besserung dar Dort, wo der Urlaub im vergangenen Jahre nicht im erforderlichen Maße gewährt worden ist, werden Partei und Staat dafür sorgen, daß die in Frage kommenden Betriebsführer unnachsichtlich zur Rechenschaft gezogen und darüber hinaus auf das nachdrücklichste auf die Einhaltung trifft für alle Arten von Kleinbetrieben zu, deren Ueberwachung zwar ungeheuer schwierig ist, aber dennoch durchgeführt wird. Bei der Aufklärungsarbeit wird man sich auch besonders an die jüngeren Kameraden und Kameradinnen wenden müssen, die aus verständlichen menschlichen Hemmungen heraus in dem ersten oder zweiten Berufsjahr es versäumen. rechtzeitig über ihre Urlaubsgewährung zu berichten. bo=ha Sind Sie ein Wetter-Meckerer? Freude am Frühling nicht verderben lassen Es gibt eine bestimmte Sorte von Menschen, denen es der Wettergott niemals recht machen kann. Friert es im Winter, so ächzen sie über die grimmige Kälte, strahlt an warmen Sommertagen die Sonne hernieder, glauben sie es in der Hitze kaum mehr aushalten zu können. Und die Uebergangszeiten sind ihnen wegen ihres wechselvollen Wetters von jeher ein Greuel. Nun läßt es sich ja nicht leugnen daß gerade der Wechsel der Jahreszeiten sich heutzutage für den Städter viel empfindlicher bemerkbar macht als früher. Zwar sind wir gegen die Unbilden der Witterung stärker und wirksamer geschützt, aber die Unterschiede zwischen der sonnenarmen Winterszeit und dem hellen und sonnigen Sommer traten doch in einer Stadt mit engen Straßen und hohen Häusern viel mehr zutage als etwa auf dem Lande oder in kleineren Orten. In jeder Großstadt gibt es viele große Straßen, die wegen ihrer geographischen Richtung und des tiefen winterlichen Sonnenstandes während der„dunklen“ Jahreszeit überhaupt keinen Sonnenstrahl abbekommen, während sie im Sommer doch wenigstens ein paar sonnige Mittags= und Nachmittagsstunden aufweisen können. Während aber der Wetter=Meckerer die hierdurch unvermeidlich bedingten Uebergangserscheinungen unwillig und ärgerlich über sich ergehen läßt, pflegen normale Naturen ihnen kaltblütig entgegenzusehen und sich besonnen und weise mit Widerstandskraft dagegen zu wappnen.— Die overste Frage aller„Frühjahrskandidaten“ lautet: Muß der Frühjahrsschnupfen unbedingt sein: Und schon diese Frage kann man mit einem glatten Nein beantworten. Der guten Ratschläge, wie man an Husten und Schnupfen in der launigen Uebergangszeit vorbeikommen kann, sind viele. Manche Menschen haben ihr eigenes, angeblich durch Jahre erprobtes Rezept. Wenn sie es dann einem Mitmenschen verraten und der es erproben will, versagt es. Eines schickt sich nicht für alle— am allerwenigsten wenn es um die Gesundheit geht. Trotzdem gibt es Umwege um den Frühjahrsschnupfen, die für alle gangbar sind. Aber das sind dann keine Pillen, Tees und Kräuter, sondern Mittel, die den Gesamtorganismus kräftigen und widerstandsfähig machen. Da es nun im wesentlichen die Haut ist, die alle Wechselwirkung zwischen„innen“ und „außen“ bedingt, so erscheint es ganz natürlich, daß man gerade an der Haut den Hebel ansetzt. Wir wissen ja von Hochgebirgsaufenthalten her zur Genüge, welche tiefgreifende Wirkung der Sonnenstrahlung unserer Haut zukommt. Was uns in unferen tieferen Wohnlagen an den ultravioletten Strahlen der Sonne vor allem im Winter und in der Uebergangszeit fehlt, ersetzt die künstliche Höhensonne. Man hat jedenfalls in regelmäßigen Bestrahlungen mit diesem Gerät eines der wichtigsten Mittel zur Kräftigung der Haut und damit des Schutzorgans für den ganzen Körper vor sich. Viele führen heute dieses„Training der Haut“ den ganzen Winter hindurch konsequent durch, aber auch, der es nicht tat, nimmt jetzt in den entscheidenden Tagen zwischen Winter und Sommer zur Bestrahlung Zuflucht. Er schlägt damit eine Brücke von den lichtlosen Wintertagen zum Sommer, und zwar eine Brücke, die er sich selber nach Wunsch und Willen entsprechend seinem körperlichen Befinden einstellen kann. Er macht sich also auf seine Weise von den Launen des Wettersgottes unabhängig. Und noch ein zweites kommt hinzu: die Vorbereitung auf die Sommer=Sonne. Man weiß, daß es damit oft seine Schwierigkeiten hat: allzuviel und allzuplötzlich ist durchaus ungesund. Wer seine Haut planvoll trainiert hat, wird auch hier besser abschneiden und vielmehr von den oft genug karg bemessenen Tagen des Sommerurlaubs haben. Schließlich liegt es in jedermanns eigenem Interesse, darauf bedacht zu sein, daß diese Zeit der Ausspannung und Erholung für ihn ganz besonders wirksam wird, und die Körperpflege sich nicht in wenigen, übertriebenen Sonnenbädern erschöpft. Manchem mag es scheinen, als ob eine derartige Urlaubsvorbereitung schon Wochen vor der eigentlichen Ausspannung reichlich übertrieben wäre. Aber man kann nicht oft genug betonen, wie wichtig es ist, gerade für den Städter, im Sommer an den Winter und im Winter an den Sommer zu denken, mit anderen Worten: das ganze Jahr hindurch eine sparsame, aber regelmäßige Abhärtung des Hautorgans zu betreiben. Sie ist sicher kein Allheilmittel gegen sämtliche Beschwerden, aber sie ist doch das Organ, von dessen Widerstandsfähigkeit gegen schädliche Einwirkungen fast stets das Wohl und Wehe des gesamten Organismus abhängt.* Urlaub,- Glück und„Problem" Der Urlaub„läuft". Man spürt es am meisten in den Großbetrieben, in denen in allen Abteilungen immer einige Arbeitsplätze leer sind. Das sind die Plätze der Glücklichen, die bereits ihren Urlaub angetreten haben. Ganz wenige sind da, die haben ihn schon hinter sich— meist sind es die zuletzt Eingetretenen, die den Urlaubsreigen des Jahres entweder eröffnen oder beschließen. Die Familienväter sind jedenfalls alle noch da, denn sie reisen erst in den Schulferien mit der Familie zusammen. In der Urlaubszeit haben es die meisten der Daheimgebliebenen schwer. Denn das Problem dieser Sommermonate heißt„Urlaubsvertretung“. Wenn ein Kamerad seine Ferien hat, so kann deshalb seine Arbeit nicht ungetan bleiben. Man kann sie auch nicht aufstapeln, bis er wiederkommt— darum wird die Arbeit verteilt, alle übernehmen etwas davon, und jeder hat ein wenig Arbeit mehr. Das gibt zwar manchen Seufzer, aber der Seufzer mildert sich, wenn man beispielsweise daran denkt, daß Kollege Hinze, der so überarbeitet und„herunter“ war, wahrscheinlich um diese Zeit behaglich am Strande liegt und sich von seinem Jüngsten„einbuddeln“ läßt. An jedem Wochenende gibt es in den größten Betrieben und den kleinsten Büros und Werkstätten abschiednehmendes Händeschütteln— wieder ist einer aus der Betriebsgemeinschaft ganz von Ferienfreude erfüllt, wenn er zum letzten Male seinen Arbeitsplatz aufräumt und schließlich die Tür hinter sich zumacht. Zwei Wochen Ferien oder auch drei— welches Hochgefühl! Und Montags gibt es dann wieder Händeschütteln— denn bestimmt ist wieder einer, der auf Urlaub war, zurückgekehrt. Einer, der nun dunkelbraun und frisch aussieht, mit munteren, lachenden Augen, noch ganz erfüllt von Urlaubserlebnissen und der endlich mit einer wahren Freude wieder an seine Arbeit geht:„Kinder, es ist doch eine feine Sache, wenn man so ausgeruht und erholt ist— nun aber ran an die Arbeit!“ Ein Arbeitsplatz steht wieder verlassen, ein anderer ist wieder besetzt. Der eine geht— der andere kommt, so zieht sich der Urlaubsreigen über die Sommermonate. An den Montagen gibt es immer riesig viel zu erzählen. In der Axbeitspause rücken alle, die Frühstückspakete in Angriff nehmend, um den Heimgekehrten zusammen: „Mensch, Krüger, nun erzähl mal, wie es war! Hast du dir wenigstens endlich eine vernünftige Braut geangelt.— eine zum Heiraten? Zeit wär's, daß du unter die Haube kommst!“ Dann lächelt Krüger ein bißchen verlegen und meint: „Man weiß ja nicht, aber es war da— also es wäre immerhin möglich, jedenfalls ist sie reizend nett...!" Ein Tag oder zwei— dann ist der Heimgekehrte schon wieder richtig drin in seiner gewohnten Arbeit. Aber sie wird ihm jetzt, nach dem Urlaub, noch einmal so leicht. Und wieder ein paar Tage, da kommt ein Feriengruß. Diesmal von Fräulein Liebig, der Stenotypistin. Die, der Karte nach zu schließen, gerade eben die Schneekoppe erklommen hat. Und Fräulein Meier, die zweite Stenotypistin, blickt lächelnd auf die Karte und sagt:„Wenn sie bloß erst wieder da wäre— sechsundzwanzig Briefe habe ich heute diktiert bekommen. eines Bredenscheiders 5 Monate Gefängnis für einen Fahrraddiebstahl Der 25 Jahre alte Rudolf M. aus Breden= sitzende nahm aber Veranlassung, den Angeklag scheid, der feste Arbeit hatte und obendrein noch in der elterlichen Wohnung gut aufgehoben war, hat sich eine böse Suppe eingebrockt, als er eines Nachts die gefährliche Leichtsinnstat beging, die gestern vor dem Essener Schöffengericht zur Aburteilung stand. Der junge Bursche, der in Bredenscheid geboren und aufgewachsen ist, hat jetzt erstmalig in seinem Leben das Untersuchungsgefängnis kennen gelernt, aus dem er zur Hauptverhandlung vorgeführt wurde. Er gehört einer rechtschaffenen Familie an und ist bislang noch nicht mit den Strafgesetzen in Konflikt gekommen. Um so schlimmer und leichtsinniger aber ist der Diebstahl gewesen, der ihm jetzt eine empfindliche Gefängnisstrafe eingebracht hat. Es war um die Mitte April d. J., als der Bruder Leichtfuß eines Nachts auf den Gedanken kam, in einer Bredenscheider Wohnung einzubrechen und ein Fahrrad zu stehlen. Durch ein Fenster versuchte er sich zu nachtschlafener Zeit Einlaß in die Wohnung zu verschaffen. Zunächst machte er sich daran, das Fenster möglichst geräuschlos auszukitten. Als ihm diese Arbeit jedoch allzu zeitraubend und beschwerlich wurde, zertrümmerte er kurzer Hand das Fenster. Es gelang ihm auch, ungehindert das Fahrrad zu holen, das er in die elterliche Wohnung schaffte, um es auseinanderzunehmen und gegebenenfalls umzuarbeiten. Aber der leichtsinnige junge Mensch hat an dem Fahrraddiebstahl keine große Freude erlebt. Es war eine Rennmaschine, die er erbeutet hatte; und mit der Rennmaschine konnte er wenig anfangen. Würde er sie für sich selbst gebrauchen, mußte er über kurz oder lang unweigerlich auffallen; und wenn er sie zu Gelde machen wollte, war die Gefahr der Entdeckung möglicherweise noch größer. Und so kam, was da kommen mußte. Als er dann doch die Absicht ausführte, das Fahrrad an den Mann zu bringen, wurde er von der Polizei festgenommen und in das Hattinger Gerichtsgefängnis eingeliefert. Fünf Wochen sitzt er in Untersuchungshaft. In der gestrigen Verhandlung vor dem Schöffengericht war der Angeklagte in vollem Umfange geständig. Wie er zu der gefährlichen Tat gekommen ist, die als Einbruchsdiebstahl anzusehen ist, wollte er selbst nicht recht wissen. Jedenfalls war der dreiste nächtliche Einbruch um so unverständlicher und verwerflicher, als der Angeklagte sich nicht im mindesten in wirtschaftlicher Bedrängnis befunden hatte. Der Staatsanwalt billigte dem Angeklagten zwar die mildernden Umstände zu mit Rücksicht auf sein bislang straffreies Vorleben und wegen seiner jungen Jahre. Immerhin müsse, wie der Staatsanwalt meinte, der dreiste Diebstahl mit einer empfindlichen Freiheitsstrafe geahndet werden. Der Strafantrag lautete auf eine Gefängnisstrafe von 9 Monaten. Das Schöffengericht ging in der Zubilligung der mildernden Umstände noch einen Schritt weiter als der Staatsanwalt, so daß der leichtsinnige junge Mensch diesmal noch mit einer Gefängnisstrafe von fünf Monaten davon kam. Der Gerichtsvorcrönu des Waldtlaeatees In Essen spieit man zu Pfingsten den Sommernachtstraum Nach langer winterlicher Ruhe ist nun auch das Waldtheater wieder zu neuem Leben erwacht und wird am Pfingstsonntag abermals seine Pforten öffnen. Diesesmal ist es Shakespeares„Ein Sommernachtstraum“, welcher auf diesem einzigartigen romantischen Schauplatz vielen Tausenden von Volksgenossen zu einem hohen Erlebnis werden dürfte. Eifrigst wird schon geprobt. Vieles schon und Rühmliches ist über die Essener Naturbühne gesagt worden. Es soll jedoch nicht unerwähnt bleiben, daß das Waldtheater gerade für Essen eine ganz besondere Mission zu erfüllen hat. Bei der bescheidenen Fassungskraft der beiden Essener Theater, des Schauspielhauses und des Opernhauses, wird in ihm gewissermaßen das in der Metropole des Ruhrgebietes seit langem ersehnte„Theater des Volkes“ zur Tatsache. Denn wenn in diesem amphitheatralischen Rund manchmal bis zu 2500 und mehr Volksgenossen vereinigt sind, um künstlerischen Darbietungen beizuwohnen, so kann man diesen Namen wohl mit Fug und Recht anwenden. Mit großem Geschick wurden von der Generalintendanz gerade solche Opern und Schauspiele ausgewählt, die diesem eigenartigen, vom geschlossenen Bühnenhaus so gänzlich verschiedenem Rahmen sich einzupassen vermögen. Wir erinnern an den„Peer Gynt“, der in der gedrungenen Bühnenfassung von Dietrich Eckart 1937 das Interesse durch acht Wiederholungen hindurch wachhielt und auch noch im darauffolgenden Jahr mit einigen Aufführungen erscheinen konnte. Gedacht sei auch des„Freischütz“, der nicht weniger wie zehnmal, des Singspiels „Preziosa“, das siebenmal gegeben werden konnte. So ist es denn nicht verwunderlich, daß die Essener Bühnen den Gedanken, den Sommer zwischen den Spielzeiten künftighin zu überbrücken, schon seit langem hegen. Ein Ansatz dazu wird bereits dieses Jahr unternommen, insofern als nach der ersten Spielperiode vom 27. Mai bis 2. Juli noch einmal, und zwar vom 15. August ab, Vorstellungen stattfinden werden, solange das Spielwetter anhält. Eine andere kleine. Neuerung tritt dieses Jahr ebenfalls zum erstenmal in Erscheinung. Das mitwirkende Orchester wurde überdacht, und, für den Sommernachtstraum wenigstens, durch Verlegung hinter die Bäume dem Blickfeld entrückt. Man darf also der Eröffnungsvorstellung, von welcher man an Hand einiger vom Generalintendant Noller vorgeführter Proben einen wirklich ausgezeichneten Eindruck erhielt, gespannt entgegensehen. Kurt Fischer ten eindringlich zu ermahnen, nicht weiter zu schreiten auf der Bahn des Verbrechens. Die nächste Diebstahlstat würde ihn zum Dieb im strafschärfenden Rückfall stempeln und für einen solchen Gesetzesfrevler komme unter Umständen die Zuchthausstrafe in Betracht. Der Angeklagte nahm das Urteil sofort an. Auch der Staatsanwalt verzichtete auf Rechtsmittel. — Ehrentafel der Alten. Bei verhältnismäßig gutem gesundheitlichem Wohlbefinden konnte am Montag eine der ältesten Einwohnerinnen unserer Gemeinde, Frau Anna Hossiep, geb. Wolf, ihren 92. Geburtstag begehen. Nachträglich entbietet auch die„HZ“ noch ihre Glückwünsche. Sprockhövel — Am Tag der Deutschen Mutter konnten durch die hiesige Ortsgruppe der Partei 237 kinderreiche Mütter geehrt werden. Die Festansprache in der Feierstunde im Saalbau Börger hielt Ortsgruppenleiter Pg. Muthmann, der den Akt der Ueberreichung der Ehrenkreuze durch BDM.Mädel vollziehen ließ. Ausscheidungskämpfe im Schießen Die Kriegerkameradschaften des Unterkreises Herbede=Sprockhövel im NS=Reichskriegerbund trafen sich Sonntag auf dem Schießstand Kemp in Herbede zum Schießen um die Wanderpreise des Bundes. In der Klasse A(Kameraden unter 50 Jahren) kämpften 11 Gruppen zu je 4 Mann. Jeder Schütze hatte 15 Schuß liegend, kniend und stehend(freihändig) abzugeben. Die beste Gruppe stellte die Kameradschaft Gennebreck mit den Kameraden Oberste=Lehn(129), Bünger(128), Krebsbach(128) und Offermann(99), die insgesamt 484 Ringe erzielten. Ihr folgte die 1. Gruppe der Krieger= und Landwehrkameradschaft Herbede mit 476, die 2. Gruppe der Herbeder mit 453, die Kameradschaft Vormholz mit 428, die 1. Gruppe Durchholz mit 419, die 3. Gruppe Herbede mit 400, die 4. Gruppe Herbede mit 390, die 1. Gruppe Stüter mit 379, die 2. Gruppe Stüter mit 364, die 2. Gruppe Durchholz mit 314 und die 2. Gruppe Gennebreck mit 282 Ringen. Die beste Einzelleistung verzeichnete Kam. Heidholt, Herbede, mit 132 Ringen.— In der Klasse B(über 50 Jahre) beteiligten sich 6 Gruppen. Hier schoß jeder Mann 10 Schuß liegend freihändig. Die beste Gruppe stellte die Kriegerkameradschaft Buchholz=Westherbede mit den Kameraden Wiegand, Thomas, Grotehusmann und Schwalm, die zusammen auf 397 Ringe kamen. Herbede stellte auch hier die zweitbeste Mannschaft mit 385 Ringen. Es folgten 1. und 2. Gruppe Stüter mit 335 bzw. 323, Gennebeck mit 301 und Durchholz mit 261 Ringen. Bester Einzelschütze war Wiegand, Buchholz, mit 110 Ringen. Der Kriegerkameradschaft Sprockhövel wurde vom Kreisschießwart Endraß, der den Wettkampf leitete, zugestanden, das Schießen nachzuholen. — Sportliche Auszeichnung. Der NS=Reichsbund für Leibesübungen verlieh dem Turner Wilhelm Große=Benne das Deutsche Reichssportabzeichen in Sitber. Niederbonsfeld — Ehrung am Tag der Mutter. Die Ortsgruppe Niederbonsfeld hatte aus Anlaß des Muttertages zu einer Feierstunde geladen. Die Kraftwagenbesitzer von Nierenhof fanden sich zum Teil ein und stellten sich in den Dienst der guten Sache. Eine kurze Feierstunde, gestaltet von HJ. und BDM. mit Musik, Liedern und Gedichten gab der nachfolgenden Ansprache des OG.=Leiters Pg. Ascherfeld den Rahmen. Pg. Ascherfeld sprach von dem Einsatz der deutschen Mutter zu jeder Zeit. Allein der Führer, sagte Pg. Ascherfeld, habe es fertiggebracht, den Müttern die Ehrung zu geben, die sie verdienten. Mit dem Gruß an den Gestalter Großdeutschlands und mit der Ueberreichung der Ehrenkreuze sowie eines Blumenstraußes für jede Mutter wurde die Feierstunde beendet. Eine gemeinsame Kaffeetafel vereinte Geehrte wie Bevölkerung und das Politische=Leiter=Korps sowie Führet und Männer der SA. Altendorf-Ruhr — Ergebnisse der Volkszählung. Die Volkszählung am 16. 5. ergab für unsere Gemeinde eine Einwohnerzahl von 4242 Personen: davon sind 2158 männlichen und 2084 weiblichen Geschlechtes. Die Zahl der Haushaltungen beträgt 1148. tzauberte 25. Fortsetzung Vorarbeiten Charley Wilkinson, ein geweckter, vielseitig veranlagter Reporter, hatte mir schon bei mehreren schwierigen Kriminalfällen geholfen. Frisch von der Berkeley=Universität bei unserer Zeitung eingetreten, machte er sich keine Illusionen über seinen Beruf. Wie alle guten Journalisten, widmete er Zeit, Intelligenz, Gesundheit, sein ganzes Leben der Zeitung. Zuerst kam die Zeitung, dann nochmals die Zeitung, dann in langem Abstand Essen, Trinken und Schlafen und ganz zuletzt kamen die Privatinteressen. Unbedingt konnte ich mich auf Wilkinson verlassen. Schickte ihn also zunächst zum Rathaus, um im Handelsregister die Inhaber, Direktoren und Geschäftsführer der Canadian Mexican Shipping Company festzustellen. Als er mir die Liste brachte, fahndete ich nach dem Namen Benjamin Turpin, fand ihn aber nicht. Der schlaue Turpin vermied es mithin, sich öffentlich mit der Gesellschaft zu identifizieren. Daß sie seine schmutzigen Geschäfte besorgte, war etwas anderes. Es bestand für mich kein Zweifel, daß der Geschäftsführer der CMSC. Turpins Angestellter war, und daß sich hinter den Direktoren Strohmänner verbargen, die vielleicht gar nichts von den wirklichen Geschäften der Gesellschaft wußten und sich auch nicht darum kümmerten, woher die hohen Dividenden kamen. Ich geriet nicht aus dem Staunen über den Namen, die die Liste auswies: da figurierte als Präsident der Gesellschaft Thomas Barklay, ein alter, hochangesehener Mann, der bei der letzten Wahl für die Demokraten als Gouverneur von Kalifornien aufgestellt, aber nicht gewählt worden war, da die Republikaner mit Hoover ans Ruder kamen. Als Vizepräsident zeichnete William O. Taylor, Direktor der größten und ältesten Bank Kaliforniens, der Crocker National Bank in San Franzisko. Ich kannte ihn gut. Weiter zählte die Liste als Direktoren auf: Oberst Clark Gilmore und seinen Sohn Marvin Gilmore, beide ebenfalls bekannte Finanzleute und Leiter mehrerer großer Gesellschaften; ferner Judge Richard Bingham, früherer Oberrichter des Staates Kali fornien. Als verantwortlicher Geschäftsführer las ich den Namen John N. Murray. Skuller, Wilkinson und ich besprachen in mei nem Büro die Schritte, die wir für geeignet hiel ten, um zunächst die Verbindung Turpins mit der Canadian Mexian Shipping Company aufzudek ken. Ich beauftragte Wilkinson, sich mit einigen Angestellten, vielleicht einer hübschen Stenotypistin oder der Privatsekretärin des Geschäftsführers Murray bekanntzumachen. Er strahlte vor Vergnügen, als er abzog. Ich selbst bat Direktor Taulor bei der Crokker National Bank um eine Unterredung, während Kapitän Skuller in einem nahen Restaurant speiste. Er hatte seit dem Abend vorher nichts gegessen. Von Taylor erfuhr ich, daß Benjamin Turpin als stiller Teilhaber stark an den Geschäften der Canadian Mexican Shipping Company beteiligt sei und daß Turpin die Company vor sieben Jahren gegründet habe, um für die alten Schiffe der Mason=Linie einen Verwendungszweck zu schaffen; es handelt sich also um Schiffe, die der Mason=Linie nicht mehr gut genug waren und an die Canndian=Mexican=Linie verkauft wurden. Sie übernahmen dann solche Ladungen, welche die Mason=Linie nicht übernehmen konnte oder wollte, auch Frachten von Ländern holte oder Waren nach Ländern brachte, die für die neuen Schiffe der Mason-Linie unrentabel waren oder außerhalb ihrer Fahrtroute lagen. Als ich mich von Direktor Taylor verabschiedete, fragte er, wozu ich die Informationen brauche. Ich hüllte mich in bedeutungsvolles Stillschweigen, vertröstete ihn auf einige Tage und bat im übrigen um vorläufige Diskretion. Nachmittags beauftragte ich einige mir bekannte Jungens, die Brüder Baxter, die im Hasenviertel wohnten und vaterlos aufgewachsen waren— ich hatte sie mir durch kleine Wohltaten verpflichtet—. Bensamin Turpin, Generaldirektor der Mason=Linie, und John N. Murray, Generalmanager der Canadian=Mexican=Linie, unauffällig zu beobachten und täglich mittags und abends Bericht zu erstatten. Die Burschen hatten schon wiederholt für mich gearbeitet und mich nie enttäuscht. Ich erhoffte an sich wenig von diesen Maßnahmen, traf sie aber für alle Fälle. Ich rechnete auch damit, daß ein schneller Angriff der Gegenpartei erfolgen würde. In der Aufregung, die sich der Gegenseite seit dem Diebstahl der Papiere durch Kapitän Skuller bemächtigt haben mußte, würde sie sicherlich Fehler begehen, die ich dann vielleicht ausnutzen konnte. 2 Ein Brief Als Skuller und ich am nächsten Morgen beim Frühstück saßen, händigte ein Bote dem Kapitän einen Brief aus, der auf dem Umschlag den Absender: Canadian=Mexican=Shipping=Company, 75 Market Strect, San Francisco, trug. Wir guckten uns verblüfft an, denn damit hatten wir freilich nicht gerechnet. Ein Ueberfall aus dem Hinterhalt. ja— ein Einbruch in meinem Büro, um in den Besitz der Papiere zu gelangen!—— das hätte uns nicht weiter gewundert. Aber dies da? Der Kapitän öffnete den Umschlag, las, schüttelte den Kopf und reichte mir den Brief. Darin stand: „Kapitän John Skuller, 172 Sutter Street, San Francisco. Sehr geehrter Herr Kapitän: Wir bitten Sie, heute vormittag um 11 Uhr zu einer Rücksprache in unser Büro zu kommen. Hochachtungsvoll gez. John N. Murray, General=Manager.“ „So eine Frechheit!“ brüllte Skuller, nachdem wir uns von der ersten Ueberraschung erholt hatten.„Was meinen Sie, soll ich hingehen?" Da in dem Cafeteria mehrere hundert Menschen um uns herum saßen, so antwortete ich: „Wir werden uns in meinem Büro die Sache reiflich überlegen.“ Dort wartete Wilkinson schon auf uns. Er hatte Miß Virginia Field, die Privatsekretärin Murrays, beim Lunch kennengelernt. Am Abend hatte er sie in ein Kino geführt, hinterher nach Hause begleitet und sich für den nächsten Abend wieder mit ihr verabredet. Wilkinson war zu vorsichtig, um schon am ersten Abend mit der Tür ins Haus zu fallen. Heute abend würde er den ersten Vorstoß wagen, sagte er. Nach Erwägung aller Für und Wider kamen wir zu dem Entschluß, daß Kapitän Skuller der Einladung des Briefes Folge leisten mußte, um so mehr, als der Besuch am hellen Tage vollkommen gefahrlos schien. Nr. 75 Market Street lag nur drei Minuten zu Fuß von meiner Zeitung entfernt. Wir begaben uns kurz vor 11 Uhr auf den Weg. An der Ecke der Market Street sah ich in der Nähe des Einganges zu Nr. 75 die beiden Baxters stehen; sie unterhielten sich angeregt. Als die Jungens uns bemerkten, lief der Aeltere, Dick, hinter eines der an der Straßenseite parkenden Autos, von wo aus er verstohlen winkte. Ich bat meine beiden Begleiter, einen Augenblick zu warten, steuerte einen in der Nähe befindlichen Kiosk an, kaufte mir eine Zeitung. Während ich die Blätter hastig umschlug, trat Dick unauffällig an mich heran und flüsterte: „Turpin ist schon seit acht Uhr hier im Hause. Das dort ist sein Auto. Er kam mit noch zwei Männern vorgefahren, die auch noch drin sind. Fred sagt, einer der beiden wäre Murray. Sie hatten es sehr eilig.“ Ich faltete die Zeitung zusammen und kehrte zu meinen Freunden zurück, denen ich scheinbar eine interessante Notiz vorlas. Wer konnte wissen, daß wir nicht beobachtet wurden! „Turpin, Murray und noch ein Dritter“, sagte ich leise,„sind schon seit acht Uhr hier im Hause. Wenn Sie Turpin selbst begegnen sollten, dann behalten Sie Ihre Ruhe, Kapitän. Wilkinson wartet hier auf Sie. Falls Sie in einer Stunde nicht wieder zurück sind, kommen wir hinauf, um uns nach Ihrem Wohlbefinden zu erkundigen.— Glückauf!“ (Fortsetzung folgt.) Schriftliche Anfragen aus unserem Leserkreise werden von uns kostenlos beantwortet. Die Mitarbeit aus unserem Leserkreise ist uns jederzeit erwünscht.— Die Schriftleitung übernimmt für die Auskünfte nur die preßgesetzliche Verantwortung. Radtour.„Wie komme ich am schnellsten und bequemsten auf dem Nad nach Köln. Wieviel Kilometer sind es bis dorthin? Welche Ortschaften muß ich passieren?"—— Sie fahren: BochumHattingen, 20 Kilometer—Wuppertal=Barmen, 20 Kilometer—Lennep, 9 Kilometer—Burscheid nach Köln, 41 Kilometer. Jahrgang 10.„Ich wurde im vorigen Jahre gemustert und erhielt wegen zu schlechter Sehleistung den Tauglichkeitsgrad„beschränkt tauglich". Ein Wehrpaß wurde nicht ausgestellt; lediglich trägt ein Ausweis den Vermerk„beschr. taugl. Ers. Res. II“. Muß ich eine Uebung ableisten?"—— Ersatzreservisten II können gemäß der Uebungsverordnung vom 15. März 1939 zu Pflichtübungen bis zur Gesamthöchstdauer von 16 Wochen herangezogen werden. Fernlenkung.„Hat die Reichsmarine ein Zielschiff im Dienst, das unbemannt ist? Wie heißt es und wie wird es befehligt? Gibt es ferner Motorräder, die unbemannt fahren können, das heißt ferngelenkt werden? Auf welchem Wege geschieht dieses?"——1. Die deutsche Kriegsmarine hat das besatzungslose Fernlenkschiff„Zähringen". Dieses dient als Zielschiff zu Uebungen der Marine. Vom Sender des Begleitbootes„Blitz“ aus werden drahtlos einige hundert verschiedene Steuerimpulse gegeben für Kesselfenerung, Antriebsmaschine, Steuerruder, Einnebelungsvorrichtung und Hilfsgeräte.— 2. Hier sind die Versuche noch nicht abgeschlossen. Streitfrage.„Wenn jemand auf den Namen eines anderen, ohne dessen Wissen, einen Kauf tä tigt, kann man den Geschädigten dafür haftbar machen? Demselben ist vom Lieferanten keine Rechnung zugegangen und er hat erst nach einem halben Jahr von dem Kauf erfahren. Was kann man dagegen unternehmen?"—— Wenn jemand ohne Vollmacht eines anderen in dessen Namen einen Kaufvertrag tätigt, so wird der Betreffende daraus nicht verpflichtet. Inwieweit derjenige, der ohne Vollmacht gehandelt hat, zivilrechtlich haft bar gemacht werden kann, richtet sich nach den Umständen des Falles. Blumenfreund.„In meinem Blumenkasten be finden sich Ameisen. Schaden diese den Blumen (Geranien)? Wie kann man sie vernichten? Ferner habe ich im Keller Schnecken, was macht man dagegen?"—— Ameisen gegenüber ist falsches Mitleid nicht am Platze. Sie fressen Baum= und Beerenfrüchte an, so daß diese ein unschönes Aus sehen erhalten. Wenn auch die Nagestellen klein sind, so sind sie immer noch groß genug, daß Fäul nispilze dort Eingang finden. Das einfachste Mittel der Bekämpfung ist, das Nest aufzuspüren und es am Abend mit kochendem Wasser zu übergießen. Dies läßt sich jedoch nur ausführen, wenn in der Nähe des Nestes keine Pflanzen oder Pflanzenwurzeln durch das kochende Wasser be schädigt werden. Ein anderes einfaches Mittel zum Wegfangen der Ameisen besteht darin, po röse Gewebe auszulegen, die vorher in Zuckeroder Honigwasser getränkt waren. Sobald sich die Ameisen darauf angesammelt haben, werden die Gewebe in Wasser geworfen. Das Auslegen wird solange wiederholt, bis die Ameisenplage ein Ende hat. Ein anderes Mittel ist die Einführung von Schwefelkohlenstoff in die Nester. Schwefelkohlenstoff ist jedoch sehr feuergefährlich.— Wenn der Keller sich abdichten läßt, wird das Abbrennen einer nicht zu knapp bemessenen Portion (150—250 Gramm) Schwefelfäden(Faßschwefel) auf feuersicherer Unterlage das Ungeziefer radikal vernichten. Die Dämpfe müssen über Nacht wir ken; alle Nahrungsmittel sind vorher zu ent fernen. Anderenfalls ist Ausstreuen von Vieh und Kochsalz, gemahlenem Kalk oder Ofenruß an den Wänden entlang, in einer Breite von 20 bis 30 Zentimeter zu empfehlen. Die Tiere, die diesen Gürtel durchkriechen, gehen ein. Durch Ausstreuen von Sägespänen werden die Schnecken am Kriechen behindert, so daß sie leicht gesammelt und vernichtet werden können. Oder man tränkt ein altes Gewebe mit süßem Bier oder verdünn tem Sirup, rafft es lose zusammen und überdeckt es leicht mit einem alten Kistendeckel. Die Schnek ken werden durch den Geruch angelockt und man wirft sie am anderen Morgen mit dem Gewebe in heißes Wasser. Labg. 100.„Ich bin als kaufmännischer An gestellter in der Metall=Industrie(Eisenhütte) be schäftigt. Um mich zu verbessern, möchte ich gerne eine mir angebotene, Stelle in einer anderen Branche(Farben= und Lackfabrik) annehmen. Die neue Tätigkeit würde mir nicht nur finanzielle Vorteile bieten, sondern die Art der Arbeit würde mir auch auf Grund meiner Fähigkeiten besser zusagen. Kann mir nun das Arbeitsamt infolge irgendeiner Reichsverfügung(bzw. Gesetz) die Genehmigung zur Arbeitsaufnahme in einem an deren Betriebe verweigern?"—— Gemäß der Verordnung vom 10. März 1939 ist die Kündigung in der Eisen= und Metallwirtschaft erst zulässig, nachdem das Arbeitsamt zugestimmt hat. Diese Zustimmung entscheidet aber nicht über die Berechtigung der Kündigung. Die Zustimmung ist nicht notwendig, wenn die Vertragsteile sich über die Lösung des Vertrages einig sind. Alle Betriebe dürfen Arbeiter und Angestellte nur mit Zustimmung des Arbeitsamtes einstellen, wenn der Betreffende nach den Eintragungen im Arbeitsbuch zuletzt in der Eisen= und Metallwirtschaft beschäftigt war. Frau W. Hel. Sie bedürfen einer besonderen Genehmigung zur Errichtung der Trinkhalle. Die Entscheidung liegt beim zuständigen Kreisverwaltungsgericht. Sie müssen dort einen Antrag einreichen. Bochum=Linden. Da Sie uns nicht mitteilen, in welchem Wirtschaftszweig Sie als Kraftfahrer tätig sind, empfehlen wir Ihnen, sich auf jeden Fall mit dem zuständigen Arbeitsamt in Verbindung zu setzen. T. 500. Sie können den Wortlaut des Erlasses bei der zuständigen Kreisbauernschaft oder bei der Landesbauernschaft Westfalen(Münster in Westfalen), Schorlemerstraße 6, einsehen oder von diesen Stellen beziehen. B. B.„Welchen Weg muß ich gehen, um mir den Namen eines Erzeugnisses schützen zu lassen? —— Die Anmeldung eines Warenzeichens hat chriftlich beim Reichspatentamt, Berlin SW. 31, Gitschiner Straße 97, in bestimmter Form zu erfolgen. Die Anmeldung muß den Geschäftsbetrieb und das Warenverzeichnis, für die das Warenzeichen verwandt werden soll, eine deutliche Darstellung und, soweit erforderlich, eine Beschreibung des Zeichens enthalten. Mit der Anmeldung ist ferner die Anmeldegebühr von 15 RM zu zahlen, ferner für jede Klasse oder Unterklasse der Warenklasseneinteilung, für die der Schutz gewährt wird, eine Klassengebühr von je 5 RM, höchstens jedoch 100 RM zu entrichten. Für die Eintragung, die nach Prüfung der Anmeldung durch das Reichspatentamt vorgenommen wird, ist eine Eintragungsgebühr von 15 RM und ein Druckkostenbeitrag zu entrichten. Garten.„In meinem Garten fressen die Hühner, deren Eigentümer ich nicht kenne. alles Gemüse ab. Wie kann ich dagegen vorgehen?"—— Sie müssen den Eigentümer der Tiere ermitteln, den Sie für den Ihnen entstandenen Schaden zivilrechtlich haftbar machen können. Der Halter der Tiere macht sich außerdem gemäß Par. 9 des Feld= und Forstpolizeigesetzes strafbar, wenn er die Tiere außerhalb eingefriedigter Grundstücke ohne Aufsicht laufen läßt. Lieschen.„Ich möchte einmal fragen, wie und wovon ich mir eine Bestecktasche nähen kann?" —— Sie können sich aus jedem weichen Stoff (Flanell, Biber usw.) eine solche Tasche herstellen. Praktisch sind auch Holzfächer aus dünnen Brettchen, die in eine geräumige Schublade eingelegt werden. Diese Fächer werden ebenfalls mit Stoff ausgeschlagen. K. H. Sch. Wir empfehlen Ihnen, sich an das zuständige Wehrbezirkskommando zu wenden. durch das Sie sowohl die Anschrift als auch ein Merkblatt über die Einstellungsbedingungen erhalten. Eidechsschuhe.„Womit werden echte Eidechsschuhe gereinigt?"—— Sieereinigen die Schuhe zweckmäßig mit einem fertig käuflichen Fleckwasser. Fett darf nicht angewandt werden. G. W., Steele 235. 1. Der Rost wird dadurch entsernt, daß man ihn mittels Petroleum einweicht und dann abreibt. Hierauf werden die Nickelteile mit Knochenöl eingerieben. 2. Das Silberfischchen lebt nächtlich. Die Entwicklung wird durch Wärme und Feuchtigkeit begünstigt. Sie haben eine Vorliebe für Zucker und Süßwaren. Daher auch die Bezeichnung„Zuckergast". Die Hauptnahrung besteht aber in stärkehaltigen Stoffen, wie Mehl, Kleie, Graupen, Grieß, Haferflocken. Feuchte Wohnräume sagen den Insekten am meisten zu. Hier werden die Taveten von der Rückseite wegen des stärkehaltigen Kleisters benagt. Ferner werden in solchen Räumen Bilder, Fotografien, Wäsche, Gardinen, Wollstoffe, Seide, Kunstseide und Lederwaren angefressen. Am besten bekämpft man die Schädlinge durch Erzeugung trockener Hitze. Nach vollständiger Austrocknung der befallenen Räume müssen alle Löcher und Ritzen in Dielen, Balken, Scheuerleisten und Wänden sorgfältig abgedichtet werden. Mit gutem Erfolg kann auch frisches Insektenpulver zur Bekämpfung an den Stellen ausgestreut werden, wo die Tiere hervorkommen. Auch in diesem Falle müssen schadhafte Dielen, Scheuerleisten, Risse im Putz usw. ausgebessert werden. Oder man legt einen Köder aus neun Teilen Puderzucker und einem Teil Kieselfluornatrium(Vorsicht, Gift!) aus. Nr. 100 R. S.„Worin ist- Vitamin B enthalten und welche Nachteile hat sein Fehlen zur Folge?"—— Vitamin B kommt in den äußersten Schichten des Getreidekorns und des Reises, in Hülsenfrüchten, Keimlingen und besonders reichlich in Hefe vor. Sein Fehlen führt zu BeriBeri, einer Nervenkrankheit. Es ist unentbehrlich für normales Wachstum und den normalen Ablauf des Stoffwechsels. B. in Tr.„Durch ärztliche Untersuchung wurde bei einem Bekannten Schizophrenie festgestellt. Was bedeutet diese Geisteskrankheit?"—— Die Schizophrenie ist eine Geisteskrankheit, die sich nach bestimmten Gesetzen„verdeckt", mit einem Fachausdruck„rezessiv“, vererbt. Der Zustand besteht in einer Bewußtseinsspaltung, die die Gesamtpersönlichkeit krankhaft verändert. Man kennt verschiedene Untergruppen der Schizophrenie, die abex häufig ineinander übergehen und nicht immer voneinander abzugrenzen sind. Die Krankheit entsteht meist um die Zeit der Geschlechtsreife. In der Regel ist die Unterbringung der Kranken in einer Anstalt notwendig. Gemäß dem Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses werden die Kranken unfruchtbar gemacht. Qn. J. 100.„Ich bitte, mir einige Angaben über die Pflege der Azalee während der einzelnen Jahreszeiten zu machen. Woher stammt übrigens diese Pflanze?"—— Die Heimat der Azalee ist China. Sie verlangt folgende Behandlung: Sandige, säurefreie Erde. Nur während der Blütezeit gehört sie ins Zimmer, im Sommer stellt man sie halbschattig ins Freie und gießt reichlich. Die Ueberwinterung wird in einem hellen und frostfreien Zimmer vorgenommen. Fragen über Reiseverkehrsangelegenheiten werden in unserer wöchentlich erscheinenden Reisebeilage beantwortet. Nevanche nicht gelür Deutschland gegen Irland nur 1: 35000 im Bremer Weser-Stadion— Keine Glanzleistung der deutschen Mannschaft Unserer Fußballmannschaft ist es nicht gelungen, im dritten Länderspiel mit Irland die schwere Niederlage vor drei Jahren in Dublin durch einen Sieg auszugleichen. Der Kampf fand am Dienstagabend vor 35 000 Zuschauern in der Bremer Kampfbahn statt und endete unentschieden(1:1). Bis zur Pause hatten wir noch durch ein wundervolles Tor von Helmuth Schön mit 1:0 geführt, aber die Iren holten den knappen Vorsprung durch ihren Mittelstürmer Bradshaw auf. Ein prachtvoller Rahmen Seit Wochen waren die Eintrittskarten für das Rückspiel gegen die Iren ausverkauft, und das Bremer Weser=Stadion war auch am Dienstagabend mit 35 000 Zuschauern bis auf den letzten Platz besetzt. Ein strahlend blauer Himmel wölbte sich über die mit zahlreichen Fahnen geschmückte Kampfbahn. Das gute Wetter steigerte noch die frohe Stimmung und ein riesiger Beifall prasselte los, als der dänische Schiedsrichter die beiden Mannschaften anführte und sie in das Spielfeld liefen. Der Reichssportführer von Tschammer und Osten war in Begleitung des Reichsfachamtsleiters Felix Linnemann kurz vor Spielbeginn in der Kampfbahn erschienen. Die Nationalhymnen wurden gespielt und die irischen Fußballspieler in ihren grünen Hemden grüßten mit erhobener Rechten. Vorausgegangen war ein Empfang beim Senat der Freien Hansestadt für beide Mannschaften, die in unveränderter Aufstellung wie folgt antraten: Deutschland: Jakob; Janes, Streitle; Kupfer, Rohde, Kitzinger; Lehner, Hahemann, Gauchel, Schön, Arlt. Irland: Mackenzie; Hoy, O'Neill; O'Reilly, O'Maheny, Weir; O'Flanagan, Dunne, Bradshaw, Carey, Fallen. Der irische Mannschaftsführer Dunne gewann die Wahl und Deutschland hatte zunächst gegen die tiefstehende Sonne zu spielen. Die erste Halbzeit brachte einen anregenden und schnellen Kampf und unsere Elf gefiel durch flüssiges und genaues Zusammenspiel. Die Iren spielten recht hoch, aber zweckmäßiger und stachen besonders durch ihr famoses Kopfspiel hervor. Ihre Angriffe wurden mit größter Wucht vorgetragen und waren immer recht gefährlich, dies um so mehr, als Rohde nicht der ideale Mittelläufer und Streitle viele Fehler machte. Hahnemann traf einmal nur die Latte und dann kam Irland zu zwei Torgelegenheiten. Jakob rettete zweimal in letzter Sekunde. Auf der anderen Seite verpaßten Gauchel und Lehner sowie Schön einige Torgelegenheiten. Als dann Rohde mit Dunne zusammenprallte, mußte der Ire verletzt den Platz verlassen und bis zur Pause war Irland gezwungen, mit nur zehn Mann weiterzuspielen. Deutschland war jetzt überlegen und in der 38. Minute fiel auch/ das Führungstor. Kupfer paßte den Ball hoch zu Gauchel, dieser köpfte zu Schön, der freistehend mit Bombenschuß die Kugel in die linke irische Ecke jagte. Nach der Pause erlebten die Zuschauer eine große Enttäuschung. Irland begann mit zehn Mann und während dieser Zeit hatte Gauchel Gelegenheit, den Vorsprung zu erhöhen. Aber Zählbares wurde nicht erreicht. Dann kam der verletzte Dunne wieder ins Spielfeld, nahm den Rechtsaußenposten ein, während Mittelstürmer Bradshaw auf halbrechts wechselte und O'Flanagan die Sturmführung übernahm. Die Gäste wurden jetzt schneller, ihre Vorstöße waren jetzt weitaus gefahrlicher als die der Deutschen. In der 12. Minute hatte Deutschland wieder eine gute Gelegenheit, als Schön einen Ball wundervoll über die Verteidigung spielte, doch Gauchel zögerte und der irische Mittelläufer den Ball noch im letzten Augenblick wegbefördern konnte. In der 15. Minute gleichen dann die Inen aus. Der irische Linksaußen Fallen gab den Ball weit in den deutschen Strafraum und ehe die deutsche Abwehr eingreifen konnte, köpfte Bradshaw unhaltbar für Jakob ein. 1:1. Das Spiel verlor jetzt immer mehr an Zusammenhang. Auf deutscher Seite wurde Schön leicht verletzt, der jetzt die Sturmführung übernahm und Gauchel als Verbinder spielte. In der letzten Viertelstunde wurden die deutschen Angriffe wieder gefährlicher, aber nur das Eckenverhältnis konnte von 7:3 auf 7:5 verbessert werden. Die Iren hatten ihre Abwehr verstärkt und so blieb es denn beim Unentschieden von 1:1. Die Kritik: Die deutsche Mannschaft hat nicht den Erwartungen entsprochen. Man vermißte vor allem die harmonische und flüssige Zusammenarbeit, die gegen das zeitweise harte Spiel der Iren angebracht gewesen wäre. Schon vor der Pause ließen sich die Deutschen das hohe Spiel der Iren aufdrängen und wirkten im Nahkampf fast hilflos, zumal die Gäste im Kopfballspiel unseren Spielern weit überlegen waren. Im deutschen Sturm konnte Hahnemann nicht gefallen. Er verlor sich zu sehr in Einzelaktionen und fand keinen Kontakt mit Lehner, der wenig ins Spiel kam. Der Linksaußen Arlt hatte nur wenige Momente, Schön war bis zu seiner Verletzung der überragende Spieler und wohl der beste Mann der deutschen Elf überhaupt. Mittelstürmer Gauchel wirkte zu langsam und umständlich. Kupfer und Kitzinger hatten hervorragende Augenblicke, dann aber auch in der Abwehr Schwächen. Rohde kam nicht voll zum Zug, er hatte das Spiel nicht völlig in der Hand. Janes wie immer umsichtig und schlagkräftig. Streitle war nicht immer ganz auf der Höhe, so daß er des öfteren heikle Situationen vor dem deutschen Tor heraufbeschwor. Jakob befriedigte vollauf, wenn er auch manche leichte Unsicherheit erkennen ließ. Die irische Mannschaft hinterließ in Bremen einen sehr guten Eindruck. Das hohe Spiel brachte eine große Zahl gefährlicher Momente im deutschen Strafraum. Der hervorragende Mann war Mackenzie im Tor, der sich als Meister seines Fachs präsentierte. Ausgezeichnet war der Mittelläufer O'Maheny, während im Sturm Bradshaw sowohl als Mittelstürmer als auch als Halbrechter der beste Mann war. Dunne gefiel bis zu seiner Verletzung ausgezeichnet, kam dann aber nicht mehr zur Geltung. Auch die übrigen irischen Spieler gefielen durch ihre hervorragende Leistung. Schiedsrichter Dr. Remke(Dänemark) war ein umsichtiger und korrekter Leiter. Doch noch 3:2 für Deutschland Henkel besiegte Baworowski 6:4, 6:2, 6:3. Nach fünftägiger Dauer ist nun endlich der Davis=Pokalkampf zwischen Deutschland und Polen im Warschauer Militärstadion beendet worden. Das am Montag abgebrochene letzte Einzel zwischen unserem Spitzenspieler Heinrich Henkel und Graf Baworowsbi beim Stande von 6:4, 6:2, 1:1 wurde am Dienstag fortgesetzt. Der Berliner wußte, was auf dem Spiele stand und nach kaum 25 Minuten war auch der letzte Satz mit 6:3 gewonnen, damit auch das Match und der Gesamtkampf. Deutschland schlug also Polen mit 3:2 und trifft nun in der dritten Runde in Berlin auf Schweden, das in Stockholm Dänemark mit 4:1 abfertigte. Henner Henkel stellte sich am Dienstagnachmittag in bester Form vor. Zunächst ließ der Deutsche Graf Baworowski auf 1:3 davonziehen, zeigte anschließend begeisterndes Tennis, gewann fünf Spiele hintereinander und holte den dritten siegbringenden Punkt durch einen 6:4, 6:2, 6:2=Sieg. Das Publikum verhielt sich diesmal neutral und unterwarf sich den sportlichen Anstandsgesetzen. Schwedens Mannschaft gegen Deutschland. Schweden hat seine Mannschaft für den Davispokalkampf gegen Deutschland von Samstag bis Montag auf den Rot=Weiß=Plätzen im Grunewald wie folgt genannt: Karl Schröder, Nils Rohlsson, Morgan Hultman und Stig Martenson. Mannschaftskapitän ist der frühere Davispokalspieler Curt Oestberg. hinreißende Tennisschlacht Großer Kampf Nüßleins gegen Budge Das Londoner Berufsspielerturnier klang aus in einem mitreißendem Kampfe zwischen dem vorjährigen Wimbledonsieger Donald Budge und dem Meister der deutschen Tennislehrer Hans Nüßlein, Köln. Der Amerikaner gewann zwar 13:11, 2:6, 6:4, aber Nüßlein forderte ihm alles ab und die Halle in Wembley war bis zum letzten Platz gefüllt und brach immer wieder in helle Begeisterung aus. Nüßlein durchbrach nicht weniger als neunmal den berühmten Aufschlag des Amerikaners, der den meisten Spielern bisher schwer zu schaffen gemacht hatte. Fast ständig konnte Nüßlein den Aufschlagball Budges glänzend retounieren. Nach einer 4:2=Führung des Amerikaners kam Nüßlein auf 5:4 und hatte im 14. Spiel Satzball. Im zweiten Satz wurde Budge so unbarmherzig hin- und hergehetzt, daß er sich bei einem Sturz eine Fußprellung zuzog. Im entscheidenden Satz hielt Nüßlein bis 2:2 mit, dann ging Budge auf 4:2 davon und gewann schließlich 6:4. Lintfort gegen hindenburg Deutsche Handball=Meisterschaft. Vorschlußrunde der Männer. Nach Feststellung der vier Gruppensieger im Kampf um die Deutsche Handball=Meisterschaft der Männer hat das Reichsfachamt Handball die Paarungen für die Vorschlußrunde vorgenommen. Die Teilnehmer des für den 2. Juli vorgesehenen Endspiels werden in der Vorschlußrunde im Hinund Rückspiel ermittelt. Als erster Spieltag wurde der 11. Juni festgesetzt. Es spielen: in München: Post=SV München— MTSA Leipzig in Lintfort: Lintforter SV— Hindenburg Minden. Am 18. Juni werden dann die Rückspiele in Leipzig bzw. Minden ausgetragen. Sollte sich Punktgleichheit ergeben, so steht noch der 25. Juni als weiterer Spieltag für die Entscheidungstreffen zur Verfügung. Zwischenrunde der Frauen. Bereits am ersten Pfingstfeiertag wird das eine in der Vorrunde mit 5:5 n. V. unentschieden ausgegangene Treffen der Vorrunde zwischen dem Magdeburger Frauen=SC und Fortuna Leipzig nachgeholt. Austragungsort ist aber diesmal Leipzig. Die Zwischenrunde der Frauen=Meisterschaft wird dann am 4. Juni mit vier Begegnungen durchgeführt, für die das Reichsfachamt folgende Paarungen vorgenommen hat: in Hamburg: Eimsbüttel=Hamburg— TiB Berlin in Düsseldorf: Stahlunion Düsseldorf— Hessen=Preuß. Kassel in Mannheim: VfR Mannheim— TV Bad Cannstatt in Magdeburg oder Leipzig: Magdeb Frauen=SC oder Fort. Leipzig gegen Post=SV Wien. Gehmert schon 1,94 m Unsere Hochspringer=Elite in Rostock Die BSG Heinkelwerke führten in Rostock ein Sportfest durch, das durch die Teilnahme einiger unserer besten Hochspringer besonderes Interesse fand. Den Sieg holte sich Gehmert mit der ausgezeichneten Leistung von 1,94 m, die um so mehr Beachtung findet, als sich Gehmert in diesem Winter auf den Rollsprung umgestellt hat und bei nunmehr schon 1,94 m im Laufe der Saison sicherlich noch auf größere Höhen kommen wird. Weinkötz wurde Zweiter mit 1,90 m vor Langhoff, der auf die gleiche Höhe kam. Da die Sprunganlage ziemlich weich war, lassen die guten Leistungen für die Zukunft das Beste erhoffen. * Mario Lanzi, Italiens hervorragender Mittelstreckler, hat nach seinem 800-m=Lauf in der Vorwoche mit 1:50,7 Minuten jetzt in Triest mit 47,7 Sekunden einen neuen Landesrekord über 400 m aufgestellt. Er unterbot seine eigene Bestleistung um 10 Sekunden. Reichssender Köln und Donnerstag 25. Mai Reichssender Köln 6.00: Morgenlied, Wetterbericht für die Landwirtschaft. 6.05: Wiederholung der Abendnachrichten. 6.10: Knie— e— beugt! 6.30: Freut euch des Lebens! 7.00: Wetter, Nachrichten. 7.10: Frühkonzert. 8.00: Wetter, Wasserstand— Kalenderblatt. 8.10: Frauenturnen. 8.30: Ohne Sorgen, jeder Morgen! 9.30: Wie lebt und schafft die japanische Frau? 9.45: Nachrichten. 10.00: Volksliedsingen. 10.30: Sendepause. 11.45: Bäume in der Schule. 11.55: Wetterbericht. 12.00: Mittagskonzert. 13.00: Nachrichten, Glückwünsche 13.15: Beliebte Kapellen spielen. 14.00: Nachrichten. 14.10: Melodien aus Köln a. Rh. 15.00: Sendepause. 16.00: Musik am Na 17.00: Heija der frisch 18.00: Fröhliche Reise. 18.20: Der Brief.— Friedrich der Große schreibt. 18.30: Gitarrenklänge. 18.45: Eine Viertelstunde Weltgeschichte. 19.00: Stalin läßt Dollarnoten drucken. 19.15: Volkstümliche Abendmusik 19.15: Und heute? 20.00: Nachrichten. 20.15: Nachrichten in englischer Sprache. 20.30: Fortsetzung der volkstümlichen Abendmusik. 21.15: Das Karussell, Maikirmes-Schau in Wort u. Ton. Mai. 22.00: Nachrichten. 22.15: Nachrichten in englischer Sprache. 22.35: Das Klavierkonzert. 22.55: Volks= und Unterhaltungsmusik. 24.00—8.00: Nachtmusik. Deuschlandsender 6.00: Glockenspiel, Morgenruf. 610: Kleine Melodie. 6.30: Frühkonzert. 7.00: Nachrichten. 8.00: Sendepause. 9.00: Sperrzeit. 9.40: Sendepause. 10.00: Volksliedsingen. 10.30: Fröhlicher Kindergarten. 11.00: Normalfrequenzen. 11.15: Deutsch. Seewetterbericht. 11.30: Dreißig bunte Minuten 12.00: Musik zum Mittag. 12.55: Zeitzeichen d. d. Seewarte 13.00: Glückwünsche. 13.45: Neueste Nachrichten. 14.00: Allerlei— von zwei bis Drei! 15.00: Wetter=, Markt= und Börsenbericht. 15.15: Hausmusik. 16.00: Musik am Nachmittag. 17.00: Meine erste höchst sonderliche Begegnung. 18.00: Das Wort hat der Sport. 18.15: Junges Schaffen in der dramatischen Kunst. 18.35: Das deutsche Lied. 19.00: Deutschlandecho. 19.15: Verklungene Stimmen. 20.00: Kernspruch— Kurznachrichten und Wetterbericht. 20.15: Große Deutsche: Robert Koch. 20.45: Orchesterkonzert. 22.00: Tages=, Wetter' und Sportnachrichten. 22.20: Deutscher Studententag 1939 in Würzburg. 22.30: Eine kleine Nachtmusik. 22.45: Deutsch. Seewetterbericht. 23.00: Werke von Modeste Mus23.50—24.00: Kleine Melodie. Freitag 26. Mai Reichssender Köln 6.00: Morgenlied, Wetterbericht für die Landwirtschaft. 6.05: Wiederholung der Abendnachrichten. 6.10: Knie— e— beugt! 6.30: Freut euch des Lebens. 6.55: Morgenlied, Morgenruf. 7.00: Wetter, Nachrichten. 7.10: Frühkonzert. 8.00: Wetter, Wasserstand— Kalenderblatt. 8.10: Frauenturnen. 8.30: Musik am Morgen. 9.30: Wir besuchen die erste fahrbare Müterschule im Kreise Monschau. 9.45: Nachrichten. 10.00: Revolution im Kornfeld. 10.30: Achtung! Verkehrskontrolle. 10.45: Sendepause. 11.45: Ein Hof im Sauerland. 11.55: Wetterbericht. 12.00: Die Werkpause des Reichssenders Köln. 13.00: Nachrichten, Glückwünsche 13.15: Mittagskonzert. 14.00: Nachrichten. 14.10: Melodien aus Köln a. Rh. 15.00: Sendepause. 16.00: Musik am Nachmittag. 17.00: Der Erzähler: Das Grabmal. Sommer Tiere unserer Heimat als Jäger. 18.15: Das Recht des Alltags. 18.40: Musik von Schallplatten. 18.40: Eine treue Lebensgefärtin: Charlotte von Schiller. 19.00: Die NSV=Stunde des Reichssenders Köln. 19.55: Und heute? 20.00: Nachrichten. 20.15: Nachrichten in englischer Sprache. 20.30: Abendkonzert des Rundfunkorchesters. 22.00: Nachrichten. 22.15: Nachrichten in englischer Sprache. 22.35: Tanz und Unterhaltung. 24.00—3.00: Nachtmusik. Deuschlandsender 6.00: Glockenspiel, Morgenruf. 6.10: Kleine Melodie. 6.30: Frühkonzert. 7.00: Nachrichten. 8.00: Sendepause. 9.00: Sperrzeit. 9.40: Kleine Turnstunde. 10.00: Der Flug ist das Leben wert! 10.30: Achtung!— Verkehrskontrolle! 10.45: Sendepause. 11.00: Normalfrequenzen. 11.15: Deutsch. Seewetterbericht. 1.30: Dreißig bunte Minuten. 12.00: Musik zum Mittag. 12.55: Zeitzeichen d. d. Seewarte 13.00: Glückwünsche. 13.15: Musik zum Mittag. 13.45: Neueste Nachrichten. 14.00: Allerlei— Drei! 15.00: Wetter=, Markt= und Börsenbericht. 15.15: Maria Caroni singt. 15.30: Die Blockflöte. 16.00: Zwei Stunden im Rythmus der Freude. 18.00: Ozeanfahrt ohne Ziel. 18.20:„Volk ohne Führung— Das Ende des Zweiten Reices". 18.35: Schwedische Musik. 1v.00: Deutschlandecho. 19.15: Frohe Weisen. — Kurznach= 20.00: Na 20.15: Na 20.00: Kern richten und Wetterbericht 20.15: Skandale um die Musik. 22.00: Tages=, Wetter und Sportnachrichten. 22.20: Eine kleine Nachtmusik, men tterberid richten. richten in englischer Sprache. 20.30: Volksliederstunde. 21.00: Musik aus neuen Tonfil22.45: Deutsch. Seewetterbericht. 21.30: von zwei bis 23.00—24.00: Mit Musik da woll'n wir lustig sein. Samstag 27. Mai Reichssender Köln 6.00: Morgenlied, Wetterbericht für die Landwirtschaft. 6.05: Wiederholung der Abendnachrichten. 6.10: Knie— e— beugt! 6.30: Freut euch des Lebens. 6.55: Morgenlied, Morgenruf. 7.10: Frühkonzert. 8.00: Wetter, Wasserstand— Kalenderblatt. 8.10: Frauenturnen. 8.30: Wohl bekomm's. 12.00: Musik 3 9.15: Fröhliches Spiel für die 12.55: Zeitzeich Kleinsten. 13.00: Glückwü 9.45: Nachrichten. 10.00: Sendepause. 11.45: Ein Besuch im Landdienstlager in Kaarst am Nie derrhein. 11.55: Wetterbericht. 12.00: Mittagskonzert e Kurzweil. ten. ten in englischer 13.00: 13.15: Mittagskonzert. 14.00: Nachrichten. Sportvorschau. 14.10: Wochenendkonzert. 15.30: Danziger Jungmädel erzählen. 16.00: Die Spieldof'. 17.30: Eine Viertelstunde Sport 17.45: Virtuose Klaviermusik. 18.10: Aus dem Stegreif. 18.40: Adalbert Lutter spielt. 19.00: Spiegel des Lebens. 19.10: Neue Mandolinenmusik. 19.55: Und heute? 22.00: Nachri22.15: Nachri Sprache. 22.35: Zur Unterhaltung und zum Tanz. 24.00: Spätmusik. 2.00—3.00: Nachtmusik. Deuschlandsender 6.00: Glockenspiel, Morgenruf. 6.10: Kleine Melodie. 6.30: Frühkonzert. 7.00: Nachrichten. 8.00: Sendepause. 9.00: Sperrzeit. 10.30: Fröhlicher Kindergarten. 11.00: Normalfrequenzen. 11.15: Deutsch. Seewetterbericht. 11.30: Dreißig bunte Minuten. 12.00: Musik zum Mittag. en d. d. Seewarte 13.00: Glückwünsche. 13.45: Neueste Nachrichten. 14.00: Allerlei— von zwei bis Drei! 15.00: Wetter=, Markt= und Börsenbericht. 15.15: Heinz Hupp Herbert Ernst ten, Glückwünsche 10.00: Sperlings Bunte Bühne. ppertz spielt 18.00: Musik von Joseph Haydn 19.00: Sport der Woche. 19.15: Bunte Auslese. 20.00: Kernspruch— Kurznachrichten und Wetterbericht. 20.15: Unterhaltungskonzert. 22.00: Tages=, Wetter und Sportnachrichten. 22.20—22.40: Schlußkundgobung des„Deutschen Studententag. 1939“ in Würzburg. 22.45: Deutsch. Seewetterbericht. 25.00—24.00: Zur Unterhaltung und zum Tanz. Ein Madet setzt sich durch ROMAN VON MANFREDSCHOLZ 10.(Nachdruck verboten.) Dann spricht Trogen ganz vernünftig weiter: „Ich habe zuviel gelitten in den letzten Tagen. Glaubte im Trunk Vergessenheit zu finden- im Gegenteil— mein Zustand verschlimmerte sich dadurch nur noch-- und du läufst die ganzen Nachmittage und Abende herum, um dich müde zu laufen und im Schlaf Vergessenheit zu finden. Na ja, jeder hat eben auf seine Weise versucht seine Liebe niederzukämpfen, nicht wahr?" Ingeborg nimmt ihre letzte Kraft zusammen. richtet sich stol, auf. aber ihre Stimme zittert doch, als sie sagt:„Nur noch Tage, vielleicht eine Woche, und die Aufnahmen sind beendet. Du gehst zurück nach Wallersheim— ich nach Berlin. Wir werden uns dann nicht mehr wiedersehen, Helmut. Die Trennung..“ Sie kann nicht weitersprechen. „Du meinst die Trennung könnte unsere Liebe töten? Glaube mir „Nein. ich alaube dir jetzt nicht, Helmut. Wie oft schon hast du dir vorgenommen— in der kurzen Zeit, da ich dich kenne- endlich ein ordentliches Leben zu führen. Und immer wieder fällst du in dein altes Laster zurück. Beweise mir erst einmal, daß du ein ganzer Kerl bist... und dann will ich dir gern wieder glauben“ Und noch ehe der verblüffte Trogen etwas erwidern kann, ist Ingeborg von seiner Seite verschwunden, läuft zurück zum Dorfe. Seine Rufe hört sie nicht mehr. oder will sie nicht hören. Das Hauptgaurtier Erich Sollers— ein jetzt unbenutzt stehender Seitenflügel eines großen Gutshauses, liegt am äußersten Ende des Dorfes. Heute gibt es wieder einmal sehr viel Arbeit. Der alte Pfarrer von Wittenmoor hat sich bei dem Lüneburger Trachtenverein, dem er schon ein Menschenalter als Mitglied angehört. für Sollers Film eingesetzt, schätzt er doch gerade den Dichter Hallerstaedt, dessen Schriften er alle besitzt, als wertvollen Heimatdichter sehr hoch ein. Nun sind von Lüneburg umfangreiche Kisten und Körbe mit den Kostümen eingetroffen. Ein Rektor i. R., Vorsitzender des Trachtenvereins, ist nach Wittenmoor gekommen, um bei den Trachtenaufnahmen als Fachmann zu dienen. Die Burschen und Mädchen des Dorfes— soweit sie keine eigenen Trachten in den Truhen haben werden eingekleidet. Für Ingeborg hat der alte Rektor ein extra feines Kostüm herausgefunden. Ein roter Rock mit Goldborte eingefaßt. hellblausamtenes Mieder. weiße Bluse mit handbreiter Spitze, dickwollene weiße Strümpfe, braune Schnabelschuhe mit echtvergoldeten Spangen und als Kopfputz eine große schwarze Schleife. die auf dem mit bunten Bändern und Schnürchen verzierten Haarkranz wie ein riesiger Schmetterling thront. Der Rektor schiebt seine goldene Brille von der Stirn auf die Nase.„Wirklich ganz fabelhaft," sagt er begeistert,„das Kostüm sitzt, wie für Sie gemacht." Ob Ingeborg Norddeutsche sei? Aus Nordfriesland zu Hause? Ah so, dann brauche man sich nicht zu wundern. Soller und sein ganzer Regiestab sind ebenfalls entzückt. Nun müßte Ingeborg noch etwas Schminke auflegen. Ja, bitte. Die Lipven etwas nachziehen- so ist es gut- ungeschminkte Lippen wirken tot. Und dann noch etwas Blau in die Augenlider legen—, so danke. In der Diele kleiden sich die Dorfschönen um. Auch Marta. Weiß der Teufel, wo Marta die Schminke her hat, jedenfalls hat sie sich damit in gräßlichster Weise ihr Gesicht verunstaltet. „Mein Gott, Mädchen, du siehst ja aus wie ein Sioux=Indianer auf dem Kriegspfad,“ sagt Soller, und barsch befehlend:„Sofort wieder abschminken." Marta mault natürlich. Sie— allerdings nur sie allein— findet sich„bildschön". Aber nutzt alles nichts. Wenn Soller, der Gestrenge, etwas befiehlt, muß es ausgeführt werden. Soller ist genau so ein„Ekel" wie die Frue". Alles ist aufnahmebereit. Die Männer(auch der Krugwirt ist unter ihnen) stehen in ihren Bratenröcken, den hohen Angströhren, den Kniehosen, weißen Strümpfen und bunten Flatterschleifen schon auf der Straße. Die„Komparsen“ die für diese Aufnahme kein Honorar bekommen, sind allesamt zu dem heute Abend im Dorfkrug stattfindenden Filmball eingeladen. Es soll Freibier und Würstchen in rauhen Mengen geben. Als Ersatz für das Honorar. Die Kameraleute drehen. Noch liegt die Dorfstraße völlig menschenleer. Durch die grauen Wolken flackert der Sonnenball, kämpft mit dem Nebel. Herrliche Gegenlichtaufnahme. Dann läutet die Glocke der Dorfkirche. Auf einem hohen Holzgerüst steht ein Kameramann. Großaufnahme: Die läutende Glocke. Vor der Kirchentür erscheint der Küster, streut weißen Sand auf die Steintreppe, die zur Kirche emporführt, öffnet die Türen weit... Dann kommen die ersten Kirchgänger die Dorfstraße entlang. Gesangbücher unter dem Arm. Vier Kameraleute nehmen diese Szene auf. Anna erscheint unter den Komparsen. Sie sucht Jens, den sie aber nicht unter den Kirchgängern findet. Nachher, nach der Kirche, treffen beide auf dem Kirchhof zusammen. Anna(Ingeborg Jensen) hat laut Drehbuch zu Jens„Helmut von Trogen) zu sagen:„Du gehst mir aus dem Wege, Jens.“ Jens wendet sich ab, antwortet nicht. Anna eindringlicher:„Gestern, während der Spinnstunde sprachen die Mädchen über dich—!“ „Leeres Gewäsch, Anna!“ antwortet Jens. „Du liebst mich nicht mehr, Jens?“ Jens läuft davon, verschwindet hinter der Kirche. Aufnahme aus! Soller ist zufrieden. Wenn jetzt das Wetter wieder trüber wird, hofft er, im Laufe der nächsten Woche mit den Aufnahmen fertig zu sein. * Und dann am Abend, die Feier im Dorfkrug, der Filmball. Der mit Girlanden und Tannenreisern geschmückte Saal ist gesteckt voll. Alle sind gekommen, auch die, die beim Kirchgang garnicht mitgewirkt haben. Aber so eine Filmgesellschaft ist doch nicht kleinlich, nicht wahr! Marta sieht in ihrem giftgrünen Ballkleid mit Schleppe, wie die Primadonna einer Schmierengesellschaft aus. Das Kleid hat sie sich damals in Soltau machen lassen, als sie in ihrem Theaterverein, die Seiltänzerin Ella gespielt hat. Und heute hat sie nun ganz und gar noch gefilmt. Ihre Soltauer Freundinnen werden platzen, wenn sie das hören. Marta schielt neidisch nach der langen Tafel, an der die„richtigen" Schauspieler sitzen. Ach, sie würde viel darum geben, wenn sie auch an diesem Tisch sitzen dürfte- so zwischen Trogen und Roennecke, ja, das wäre was." Aber da kommt Karl zu ihr— der ungelenke und unelegante Kerl, reißt Marta aus ihren Filmträumen, bittet um den nächsten Tanz. „Tütilütti!" mit einem verunglückten Quiekser beginnt die Musik.„Ach, duhu, mein Max, mein Max, hast Beene wie Wachs, wie Wachs, wie Wachs." Fritz Schwiefel, von Beruf Barbier, geigt kühn die erste Geige, tritt während des Spiels mit dem rechten Fuß den Takt mit, weil sonst seine Musiker, die von Beruf Schneider, Schuster und Bäcker sind, immer daneben tuten. Alles tanzt. Eugen Dietrich hat die Küchenmagd erwischt, die ihm morgens immer die Schuhe so schön blank putzt. Roennecke wirbelt seine„Schlumtiermutter“ herum, die dicke Frau Schmiedemeistern Bräsecke. Der Kauz der Alten wackelt hin und her. Wenn ick blaut mienen„Willem“ nich verliere, denkt sie. Trogen tanzt mit Christel. Nur Ingeborg sitzt noch.„Na, Mauerblümchen“. sagt Soller,„wollen wir es wagen?" Sie tanzen. „Donnerwetter", sagt Soller,„wann habe ich eigentlich das letzte Mal getanzt? Das war wohl auf dem Filmball im Januar. In den Marmorsälen des Zoo. Auf Befehl meiner Filmgesellschaft mußte ich da tanzen. Mit einer sehr, sehr schönen Frau, die wir gern verpflichten wollten. Ja, was so ein oller Kerl wie ich noch alles tun wuß, wie?" „Sie tanzen noch gut," sagt Ingeborg,„wie ein Junger.“ Das schmeichelt Soller— er hört nun einmal gern, wenn man ihn noch zu den Jungen zählt. „Ja," sagt er,„ich mache auch jeden Morgen meine Gymnastik. Kann ich jedem empfehlen— Schauspieler sollten überhaupt viel mehr Sport treiben. Sehen Sie sich nur einmal den Roennecke genau an, der Kerl wird jeden Tag fetter... Trogen ist dagegen ein junger Gott, aber gefallen tut mir der Trogen schon lange nicht mehr... wenn er sich das Trinken auch glücklich wieder abgewöhnt hat... Weiß der Deubel, wer ihm da ins Gewissen geredet hat. Ich habe es nicht geschafft. Und die Christel auch nicht." Er sieht Ingeborg lange und schweigend an— nachher sagt er:„Sie sollten sich mir anvertauen, wenn Sie in Bedrängis sind, Ingeborg. Der Tanz ist aus. Die Schauspieler gehen zurück an ihren Tisch. Die jungen Dorfschönen sitzen auf den Bänken, die man ringsum im Saal aufgestellt hat, wie die Spatzen auf dem Telegraphendraht. Lärm und Gelächter. Eben kommt der Krugwirt durch den Saal. schwingt einen Holzhammer, gröhlt.„Jetzt wird das Freibier angesteckt.“ Brausender Beifall antwortet. Und dann kommt der Bräsecke, der Schmied, der im Krug den Sonntagskellner macht, in den Saal geschossen, in jeder Hand ein Bündel schäumender Gläser. „Tütilütti!" Ein Hoch! Ein Tusch! Ein junger Bursche springt auf die Bühne:„Die Filmspälers leben hoch!“ „Hoch! Hoch! Hoch!“ donnert es, und dann gemeinsamer Gesang.„Hoch soll'n se leben, hoch soll'n se leben, dreimal hoch!“ Soller winkt ab. In dem Augenblick erscheint ein Riese von Kerl in der Tür- Walter Krause! „Kinder!“ ruft Christl,„guckt mal, wer uns da besuchen kommt.“ „Ei, ei, wer tommt denn da!“ lacht Dietrich. „Mensch, det is ja Krause!“ berlinert Trogen. „Krause, mein Herzensbruder.“ Roennecke stößt einen Stuhl beiseite, stürzt auf Krause zu und bringt ihn zu dem Schauspielertisch. Stürmische Begrüßung. „Habe ick nicht jesagt. det ick Wort halte", sagt Krause und steckt jedem seine klobige Hand, die die Größe einer mittleren Bratpfanne hat, zum Gruße hin. „Hinsetzen, Krause! Anst—oßen!" sagt Trogen und schiebt ihm ein Glas Bier hin. Walterchen Krause schielt auf die Kaffeetasse, die vor Trogen steht.„Aber Iraf“, sagt er,„wie hast du dir verändert. Seit wann stoß'te denn mit Kaffee an?“ Trogen fährt sich mit dem Handrücken über die Stirn. Sagt mit müder Stimme:„Ich habe es in der letzten Zeit ein wenig toll getrieben—“ er zeigt auf den Kaffee—„uno das ist nun die Strafe." „Unerhört, was er für ein Leben getrieben hat“. meint Christel vorwurfsvoll. „Is ja ooch ejal", sagt Krause. Und nach einer Pause:„Morjen früh jeht es bis zur holländischen Grenze- in ein paar Tagen bin ick wieda zurück.“ „Damenwahl!“ brüllt Fritz Schwiefel, der kühne Geiger. Ein Walzer wird gespielt.„Waldesluhust, Waldesluhust— oh, wie einsam schlägt die Brust.“ Ein giftgrünes Kleid kommt auf Roennecke zu. Ein dreist.koketter Augenaufschlag.„Darf ich?" Karl ist wütend, trinkt ein Glas in einem Zuge aus. Da sagt jemand hinter ihm:„Möchten Sie mit mir tanzen, Karl?“ Ingeborg Jensen! Er wird ganz verlegen. Stottert:„Ja, ich weiß nicht- Sie wollen wirklich und wahrhaftig mit mir tanzen, Fräulein Jensen?" „Warum denn nicht? Also, kommen Sie schon." „So'ne Kanaille, die Marta", meint Karl während des Tanzes und tritt Ingeborg auf den Fuß, „die Frue hat recht, ich sollte sie laufen lassen— nich?“ „Schlecht ist Marta kaum“, sagt Ingeborg.„Sie müssen Sie nur etwas fester an die Kandare nehmen, Karl.“ „Abklatschwalzer!“ ruft ein junger Bursche.. Und dann fliegen die Mädchen von einem Arm in den anderen. Der Krugwirt dreht zum Gaudium der Tanzwütigen auch noch die Saalbeleuchtung ab, läßt den papierenen Vollmond aufleuchten, der über der Bühne hängt.„Guter Mond, du gehst so stiiiiille!" spielt die Musik, und dann wieder„Waldesluhust— Waldesluhust.“ Ingeborg liegt in allen möglichen Männerarmen .einmal fühlt sie den heißen Atem Roenneckes nahe ihrem Gesicht, dann ist es Trogens Stimme, die ihr etwas zuflüstert... er möchte Ingeborg morgen abend an jener Stelle wieder treffen, wo sie sich neulich begegnet waren...„nein, nein!"— Ingeborg weiß nicht, ob sie diese Worte nur gedacht oder laut geschrien hatte. Und dann liegt sie wieder in einem anderen Arm, einem harten, muskulösen Arm... der asthmatische Schmied Bräsecke schleudert sie herum... sie hört seinen keuchenden Atem... und da oben, über der Bühne, blakt der papierene Mond, lächelt sie an...„Guter Mand, du gehst soo stitiille.“ Ingeborg kann nicht mehr.„Bitte aufhören!“ sagt sie. Da gibt der Schmied sie frei. Ingeborg fliegt— vom Tanz schwindlig— auf irgend einen Stuhl.. die Saalbeluchtung flammt wieder auf... das Licht der Mondlaterne verlischt. Trogen steht neben Ingeborg.„Du kommst, nicht wahr?“ sagt er mit behender Stimme. Und dann ist er schon wieder im Menschendickicht untergetaucht. Karl wird plötzlich aus dem Saal gerufen. Wenige Minuten später erscheint er wieder mit ernstem Gesicht, winkt der Musik zu, sie möge schweigen. Der Herre ist gestorben. Das Fest wird sofort abgeblasen. Bis der Tote unter der Erde ist, darf keine Musik mehr im Dorf gemacht werden. Das ist ein ungeschriebenes, eisernes Gesetz. Der Saal leert sich langsam. Roennecke steht, an die Saaltür gelehnt, läßt keinen Blick von Ingeborg und Trogen. 11. Der andere Tag ist für Ingeborg aufnahmefrei. Nach dem Frühstück, das ihr Marta auf das Zimmer gebracht hat, geht sie hinunter in die Stube, wo man den alten Mallenhorst, den Herre, aufgebahrt hat. Die Vorhänge in dem Totenzimmer sind heruntergelassen, ein Kranz weißer Kerzen umflackert den offenen Sarg, in dem wächsernen Gesicht des Toten welkt ein friedliches, mildes Lächeln. Es ist noch kein halbes Jahr her, da hat Ingeborg am Grabe ihres Vaters gestanden, in seinen Mundwinkeln war dasselbe friedliche Lächeln eingekerbt gewesen wie bei dem Herre. Ingeborg steht stumm, den Kopf weit nach vorn gebeugt. Vergangenheit wird in ihr wach, trostlose, einsame Vergangenheit. Mit dem Vater hat auch sie ihre über alles geliebte Heimat begraben — hat sie nun in Husum keinen Menschen mehr, keinen einzigen Menschen. Aber jetzt hat sie doch ihren Beruf, ihren herzlichen Künstlerberuf, und in absehbarer Zeit bestimmt Erfolg. Vielleicht sogar Ruhm. Aber sie ist einsam. Nein, Erfolg und Ruhm, das sind nicht die einzigen Grundpfeiler zum Glück, die Liebe eines Menschen besitzen, sich für einen Mann sorgen und aufopfern dürfen, einen eigenen Haushalt haben, Kinder zu ordentlichen Menschen erziehen können, sind das nicht erst die eigentlichen Grundpfeiler zum Glück?(Fortsetzung folgt) Chansonette will Mann werden Die Herzte sind über ihr Geschlecht im Zweifel Die 19jährige Sängerin Raymonde-Mauricette Latour hat an den Staatspräsidenten Lebrun das Gesuch gerichtet, Männerkleidung tragen zu dürfen, denn in Frankreich gib es ein Gesetz, nach welchem man sich strafbar macht, wenn man als Frau in Männerkleidern lebt. Die junge Sängerin, die am 15. November 1919 in Choisyle=Roi geboren ist, hat sich auf den Kabarettbühnen der Provinz als Chansonette bereits einen Namen gemacht. Sie tritt unter dem. Pseudonym Jean Raymond auf. „Nennen Sie mich bitte Herr!“ Dieser Tage erschien bei einem Rechtsanwalt eine junge hübsche Dame mit rosigem Teint, lebhaften dunklen Augen, die das gewellte Haar nach hinten gekämmt trug, so etwa wie Pianisten es um die Jahrhundertwende zu tragen pflegten. Sie hatte zarte und gepflegte Hände. Im Gegensatz zu diesen durchaus weiblichen Eigenschaften trug sie ein kariertes Sportjackett und grobe Sportschuhe.„Güren Tag, Fräulein", begrüßte sie der Anwalt.„Nennen Sie mich bitte Herr!“ antwortete der eigenartige Besucher mit einer Stimme, die tiefer war als normale Männerstimmen. Die Besucherin bat dann um Rat in der Angelegenheit ihres Gesuches an den Präsidenten der französischen Republik. Sie erklärte, daß sie ärztliche Atteste vorlegen könne, aus denen hervorgehe, daß sie mehr als Mann, denn als Frau zu bezeichnen sei und daß sie sich einer Operation un terziehen werde, die sie ganz in einen Mann verwandeln würde. Geschmack und Neigungen eines Mannes. „Warum soll ich denn unbedingt eine Frau bleiben“, meint Jean Raymond,„ich fühle mich nicht als Frau. Seit meiner Kindheit interessiere mich für die Technik, das ist doch nichts für Frauen. Alles, was viel Krach macht, interessierte mich schon als Kind besonders. Wann finden Sie das bei Mädchen? Ganz instinktiv habe ich immer schon, wenn ich auf der Straße Bekannte traf, meine Mütze abgenommen. So grüßen doch kleine Mädchen nicht. Ich entsinne mich, daß ich mit 12 Jahren einmal einer Preisverteilung beiwohnte. Meine Mutter hatte mir zu diesem Zweck ein wunderschönes Seidenkleid gekauft, welches das Herz eines jeden Mädchens hätte höher schlagen lassen. Ich aber war wütend darüber. In letzter Minute nahm ich eine schwarze Schürze und ging damit zu dem Fest, zum größten Aerger meiner Eltern, die sich schämten, daß ich in einem solchen Aufzug erschien. Bis vor anderthalb Jahren fand niemand etwas dabei, wenn ich in Hosen wie ein Jüngling herumlief. Als ich mich aber endgültig für die Hose an Stelle des Weiberrockes entschied, da wurde meine Mutter unruhig. Von da an liefen wir von Arzt zu Arzt, niemand konnte etwas Rechtes sagen. Eines Tages erklärte aber der berühmte Professor Ombrédanne, daß ich ein Mann werden würde. Er schlug zunächst eine Reihe kleinerer Eingriffe vor, in zwei Jahren ungefähr soll mich eine Operation zum Mann machen." „Ich will Soldat werden.“ Der Rechtsanwalt machte seinen Klienten darauf aufmerksam, daß er auch Soldat werden müsse, wenn er nach dem Gesetz als Mann leben würde. „Nichs lieber als das!“ rief der begeisterte zukünftige junge Mann aus.„Davon habe ich schon immer geträumt. Mein ganzes Repertoire besteht doch aus Soldatenliedern.“ Das junge Mädchen hat nur den einen Traum, ein Mann zu werden und zu dienen. Ja, es denkt sogar daran, zu heiraten und Vater möglichst vieler Kinder zu werden. Wenn die Operation überstanden sein wird, dann will die Sängerin ihre Bühnenpartnerin, die Geigerin Ritza, um ihre Hand bitten, wenn sie dann noch frei ist. Er wollte sich ein Warenhaus zusammenstellen In einem der großen Pariser Warenhäuser ist man jetzt einem ungetreuen Nachtwächter auf die Spur gekommen, der seit etwa 30 Jahren seine Firma bestohlen hat, ohne daß man je den geringsten Verdacht geschöpft hätte. Seit einigen Tagen hatte jedoch die Direktion des Warenhauses eine Ueberwachung der Verkaufsstände angeordnet, wobei es auffiel, daß der Nachtwächter verdächtige Paketchen mitnahm. Als man der Sache nachging, mußte man feststellen, daß Cyrill Guynoux, der 65 Jahre alt ist und seit 40 Jahren im Dienste der Firma steht, diese seit 30 Jahren systematisch bestohlen hatte. Er hat seine Diebesbeute nicht etwa zu Geld gemacht, sondern sie in seiner bescheidenen Wohnung aufgestapelt. Eine besondere Vorliebe hat er wohl für Schuhe, Schirme und Spazierstöcke, in seiner Schlafkammer fand man allein 400 Paar Schuhe. Von seiner Beute hat er höchstens einmal einer befreundeten jungen Dame ein Fläschchen Parsüm verehrt. Jeden Einer Haushalt, jede Küche zieren wohlgemeinte Sprüche. fehlt, er muß hinein: 6 soll Dein Helfer sein! I Festlicher Abschluß des Ciano=Besuches. Mit einer Abendtafel, die der Reichsminister des Auswärtigen, von Ribbentrop, in seinem Hause in Dahlem zu Ehren seines Gastes gab, wurde der Aufenthalt des italienischen Außenministers Graf Ciano in Berlin beschlossen.— Italiens Außenminister Graf Ciano, Reichsaußenminister von Ribbentrop, der Führer.(Presse=Hoffmann.) Im Hochwassergebiet der Steiermark. Aus der Steiermark werden jetzt wieder folgenschwere Hochwasser gemeldet, die in den Ueberschwemmungsgebieten der Sulm, des Gamlitzbaches, aus dem unser Bild stammt, und der Kainach mehrere Ortschaften von der Umwelt abgeschnitten haben. Männer des Arbeitsdienstes und der Bewegung wurden zur Hilfeleistung und Bergung eingesetzt. (Scherl=Bilderdienst.) Schreckensfahrt eines Kegelklubs Todesopfer eines Verkehrsunglücks Iserlohn. Wie bereits berichtet, ereignete sich in der Nähe von Brilon am vergangenen Donnerstag ein Verkehrsunfall, bei dem ein mit Mitgliedern eines Kegelklubs besetzter Kraftwagen aus Iserlohn gegen einen Baum fuhr. Dabei wurde der Fahrer auf der Stelle getötet. Einer der drei Verletzten, ein Fabrikant aus Iserlohn, ist jetzt an den Folgen des Unfalles verstorben. Selbstoerstöndlienalle unsere Ansprüche sind erfüllt! Neu eingekleldet mit tadellos passender Frühjahrskleidung. kommen wir soeben aus dem bekannten Hause für Herren Fertigkleidung Claseeonönn Für jedermann, ob übergroß oder klein, ob stark vorgeneigte Haltung, ob stark beleibt oder untersetzt— kurz gesagt, gleich welche Körpertorm, in 50 verschledenen Größen und in unbegrenzter Auswahl stellen unsere eigenen Kleiderfabriken und Werkstätten tadellos passende Herren-Fertigkleidung zu unseren bekannt niedrigen Preisen her Am Dienstagmittag fand in Potsdam das Staatsbegräbnis für den verewigten General der Kavallerie a. D. ½=Obergruppenführer Graf von der Schulenburg statt, dem auch der Führer beiwohnte.— Der Staatsakt im Potsdamer Lustgarten: Der Führer erweist Graf von der Schulenburg die letzte Ehre.(Presse=Hoffmann.) Polnische Bluttat auf Danziger Boden. Am vergangenen Samstag wurde in Kalthof(Freist. Danzig) der Danziger Staatsbürger Grübner durch Schüsse aus einem polnischen Diplomatenwagen getötet. Bajonette gegen Arbeiter. Es geht doch nichts über Methoden, nach denen„freie Demokratien“ mit ihren Arbeitern verfahren. Dieses Bild ist Symbol und Ausdruck der Arbeiterpolitik in Nordamerika: Drohende Bajonette der Nationalgarde halten die streikenden Bergarbeiter, die zur Selbsthilfe greifen müssen, um ihre Lage zu verbessern, zurück.(Ass.=Preß.) Links: Die Reichs=Luftschutzschule eingeweiht. In Berlin=Wannsee weihte Generalfeldmarschall Göring die Reichs=Luftschutzschule des Reichs=Luftschutzbundes ein.— Generalfeldmarschall Göring weiht die neuen Fahnen.— Rechts: Ein historisches Dokument. Der unterzeichnete dentsch-italienische Bündnispakt mit den Unterschriften: Joachim von Ribbentrop, Galeazzo Ciano und den Siegeln.(Weltb.) A Eleganter SommerSchuh zehenfrel, mit neuartiger Spange, In blau/weiß, rot/weiß, Lack/welß und Lack/rot..........Paar 90 aus unserer Fachabtellung im 1. 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Theaters schrieb über den Erfolg der Anzelgen-Werbung in einer Tageszeitung folgendes: =„Ueber die Auswirkung der in den letzten 14 Tagen im allgemeinen Anzeigenteil Ihrer Zeitung verötfentlichten Inserate kann ich Ihnen mitteilen, daß die von uns in größerer Aufmachung aufge= gebenen Anzeigen zur Einladung von Platzmietern den erhofften Erfolg erzielten. So konnten wir gleich nach Erscheinen des ersten Inserates am nächsten Tage einen Zuwachs von über 50 Abonnenten teststellen, aus deren Gęspräch wir entnehmen konnten, daß das Inserat = ihre besondere Aufmerksamkeit erregt hatte. Auch am nächsten Tage hielt der Zustrom von = Interessenten weiter an. Um uns nochmals von der Wirkung einer Anzeige zu überzeugen, hatten wir die Erstaufführung der Operette..... ebentalls mit einem großen Inserat versucht. Die Auswirkung dieses inserates zeigte sich bei der Erstaufführung dieser Operette in einem tast ausverkautten Haus am 27. Sept., = in einer Zeit, in der das gesamte deutsche Volk unter der Einwirkung der Tagesereignisse stand. Ich habe nun eindeutig festgestellt, daß das Zeitungsinserat immer mehr das wirksamste Mittel der Werbung ist und werde auch weiterhin so verfahren.“ Pianos— Flügel neu— gebraucht— zur Miete Große Auswahl, Zahlungserleichterung. Pianohaus Marks, Bochum, Kaiser=Wilh elm=Straße. 1= u. 2=türig. sowie Couchen, Sofas, Sesel, in großer Auswahl alt. und Preislagen Steele, Bochumer Straße 22. Ig. Mann sucht Logis mit voll. Pension in Steele o. Kray. Off. unter Nr. 1067 an die Geschäftsst. in E.=Steele, KaiserOtto=Platz 6. 2 schöne, gebrauchte Schlaszimmer, eins wie neu, umzugshalber fehr billig abzugeben. Essen, Beginenkamp a. d. Schauburg. Offerten Nr. 3307 3425 3495 3602 3610 3686 3747 3802 4024 4052 liegen zum Abholen bereit in der Geschäftsstelle dsr. Ztg. n Hattingen. Holzwurmmittel Aeterna wirkt sicher Packung 1.— Mk. 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In der Einspruchsbegründung ist besonders auch die Größe der beteiligten Grundflächen unter Beifügung der Belege(Grundsteuerkataster u. a.) anzugeben. Bochum, den 23. Mai 1939. Der Oberbürgermeister als Jagdvorsteher. Stadtleihamt Bochum. Die Versteigerung der verfallenen Pfänder aus dem Monat Okt. 1938, Pfandnummern 735236—740368, bestehend in Wertsachen, Bekleidungs= und Gebrauchsgegenständen aller Art, findet am Donnerstag, 8. Juni, Donnerstag, 15. Juni u. Donnerstag. 22. Juni, vormittags von 8.30 bis 12.30 Uhr im Stadtleihamt, Trankgasse 5. statt. Nachmittags ist das Leihamt für den allgemeinen Verkehr wieder geöffnet. Die bei den Versteigerungen etwa erzielten und innerhalb Jahresfrist nicht abgeholten Ueberschüsse verfallen zugunsten der Wohlfahrtsfürsorge. Bochum, den 15. Mai 1939. Der Oberbürgermeister. Speiseund herrenzimmer in den verschiedensten Modellen und Holzarten bieten wir in hervorragender Auswahl Gebr. 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Heute nachmittag um 5 Uhr entschlief sanft nach kurzer Krankheit, unsere innigstgeliebte Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwägerin und Tante Wwie. Anna Barrahas geb. Heining im Alter von fast 65 Jahren. Um stille Teilnahme bitten: Hermann Barrabas und Helene Barrabas geb. Röder Gustav Barrabas und Lydla Barrabäs geb. Höhmann und 5 Enkelkinder. Niederstüter 76 u. Niederbonsfeld, den 23. 5. 1939. Die Beerdigung findet am Freitag, dem 26. Mai, nachmittags 3½ Uhr, vom Trauerhause, Niederstüter 76, aus statt. Keine Blähungen mehr! Blähungs= und Verdauungspulver Floradix. Frei von Chemikalien. Nicht abführend. Vorz. erprobles Mittel bei Gefühl des Vollseins in der Magengegend, Spannung und Beengung im Leibe, Luftausstoven, Atemnot, Beklemmung, Herzklopfen. Schlechte Verbauung wird behoben, übermäßige Gasbildung verhind., Blähungen auf nat. Wege aus d. Körper geschafft. 1.60 RM. 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