Die Heimat an Mittao Bostcoagen Beclog am gleichen Tage erscheinende Ausgabe. Für die Aufnahme von Anzeigen an bestimmter Stelle wird keine Gewähr übernommen. Für die Richtigkeit aller durch Fernsprecher übermittelten Anzeigen wird nicht gehaftet. Geschäftsstelle und SchriftleitungHattingen=R., Obermarkt/ Kleine Weilstraße. Fernsprech=Anschluß: Hattingen Nr. 2941, 2942 und 2943. Postscheckkonto: Dortmund Nr. 11103. Postschließfach Nr. 21 u. 22. Die Geschäftsstelle ist von morgens 8 Uhr durchgehend bis abends 7 Uhr geöffnet. Ausgabe A 90. Jahrgang Kreisblatt für den Enneve-Ruhrkreis Bezugspreis: Durch Boten frei Haus halbmonatlich 1,08 RM., für Abholer halbmonatlich 0,95 RM. Verlagsleiter Rudolf Hundt, Hauptschriftleiter: Dr. Rudolf Hundt; Stellvertreter: Hans Hollender; verantwortlich für Politik u. Handel: Dr. Rudolf Hundt; Sport Westdeutschland, Kunst und Kultur: Hans Hollender; Lokales: Erich Schmidt: Unterhaltung: Hans=Ludolf Flügge, Langenbere übrige Hattingen=Ruhr; Briefkasten: Fritz W. Deger, E.=Steele. Verantwortlicher Anzeigenleiter: Hermann Büscher, Hattingen=R. Druck und Verlag: C. Hundt sel. Wwe., Hattingen=Ruhr. Drahtanschrift: Kreisblatt Hattingenruhr. Für die Aufbewahrung aller der Schriftleitung unverlangt eingesandten Beiträge kann keine Gewähr übernommen werden.„Die Heimat am Mittag" D.=A. für Ausgaben Hattinger Zeitung, Bochumer Tageblatt und Tageblatt für Essen=Steele=Kray=Ueberruhr=Kupferdreh X. über 11800 Die große Heimatzeitung in Stadt und Kreis Nummer 263 Mittwoch, 9. November 1938 Der Sieg des Glautens Der Weg zur Freiheit— zum Großdeutschen Reich Der Führer sprach im historischen Bürgerbräukeller München, 9. November. Die Erinnerungsstunden des Opferganges der nationalsozialistischen Bewegung am 9. November 1923 wurden auch in diesem Jahre wieder eingeleitet mit dem Bierabend der Alten Garde im historischen Bürgerbräukeller. Wieder sitzen die kampfgewohnten Männer beisammen, die sich vor 15 Jahren in diesem Saal um Adolf Hitler scharten, als er den Versuch machte, das deutsche Schicksal zu wenden; die dabei waren, als der Schicksalsmarsch vor den Gewehren der Reaktion an der Feldherrnhalle sein Ende fand. Für die Wiederaufrichtung Deutschlands, für die Einheit des deutschen Volkes, für die Größe einer erneuerten Nation sind sie marschiert. und 16 von ihnen haben ihr Leben geopfert. Nun, nach 15 Jahren, hat der unerschütterliche Glaube der Marschierer und Kämpfer vom 9. November 1923 gesiegt, ist Erfüllung und Wirklichkeit geworden. Großdeutschland ist errichtet. Die Blutzeugen vom 9. November 1923 in München, die Märtyrer von 1934 in Wien, die Toten von 1938 im Sudetenland, sie alle haben dieses Großdeutschland schmieden helfen. Die 16 von der Feldherrnhalle waren die ersten. Die Gespräche verstummen. Es ist 20.25 Uhr. Still erheben sich die Männer und grüßen mit erhobener Hand das heilige Zeichen, die Blutfahne, die Grimminger in den Saal trägt und hinter dem Rednerpult aufstellt. Die Fahne, die dem Marsch von 1923 voranwehte, ist vor wenigen Tagen aus dem Sudetenland zurückgekehrt, wo sie die Fahne dieses befreiten Landes eingereiht hat in die große nationalsozialistische Gemeinschaft. Der Führer hat den Saal betreten. Eine einzige Woge des Jubels brandet auf. Mitten durch die Reihen der Kämpfer öffnet sich eine schmale Gasse für den Führer. Dann steht der Führer vor dem Mikrophon. Sein Blick geht über die Reihen seiner Getreuen. Immer wieder dankt Adolf Hitler für die Jubelstürme, die ihm entgegenbrausen. Dann spricht der Führer Meine Parteigenossen und Parteigenossinnen! Das Treffen in den Tagen des 8. und 9. November zu München bedentet für uns, die wir den geschichtlichen Weg der nationalsozialistischen Bewegung und damit Deutschland gestalteten, unendlich viel! Heute feiern wir die Erinnerung an diese Zeit des Jahres 1923 mit besonderer Ergriffenheit. Das Jahr 1938 wird in die Geschichte eingehen als ein Jahr großer historischer Geschehnisse und großer geschichtlicher Erfolge. Vor 20 Jahren vollendete sich in diesen Tagen die deutsche Katastrophe! Vor 15 Jahren haben wir zum ersten Male versucht, sie zu wenden! Wesentlich für den Zusammenbruch im Jahre 1918 war der innere Zerfall des deutschen Volkes und seine klassenmäßige Aufspaltung in Proletariat und Bürgertum Schon viele Jahr zehnte vor dieser Zeit wurden besondere soziale Momente von den in das deutsche Volk eingedrungenen internationalen jüdischen Parasiten in raffiniertester Weise ausgenutzt und ausgewertet Was sich in den Jahren 1914 bis 1918 abspielte war nichts anderes, als die langsame Auswirkung dieser Risse im Volkskörper. Von Jahr zu Jahr konnte man deutlicher sehen, wie diese Tendenzen, das deutsche Volk immer mehr vom äußeren zu einem inneren Kampf abzulenken, zunahmen, so daß endlich im Jahre 1918 die Zersplitterung tatsächlich weite Kreise ergriffen hatte. Es handelte sich nicht mehr um einen Verteidigungskrieg der deutschen Nation, sondern um einen Kampf des Proletariats gegen das Bürgertum und des Bürgertums gegen das Proletariat. Es trat dann der bekannte große Apostel aus Amerika auf, der eine neue Völkermoral mit seinen 14 Punkte predigte(Stürmische Heiterkeit.) Trotzdem wäre auch im Jahre 1918 kein Zusammenbruch eingetreten, wenn nicht das deutsche Volk in seiner Verblendung den inneren Bürgerstreit zum Bürgerkrieg hätte ausarten lassen. Ich glaube, ich habe ein Recht darauf, auszusprechen, daß, wenn mich das Schicksal damals an die Spitze gestellt hätte, dieser Zusammenbruch nie gekommen wäre! Einen Zusammenbruch hätte es allerdings damals gegeben: den Zusammenbruch unserer verderblichen Parteien. So wie sie im Jahre 1933 beseitigt worden sind, hätte ich sie damals schon beseitigt. Und so wie Deutschland seitdem sofort wieder aufgestiegen ist, wäre Deutschland damals gar nicht erst gestürzt! Das Ausland weiß ganz genau, warum es den demokratischen Ideen nachweint. Wenn heute wieder einmal ein englischer Oppositionsführer erklärt, wir Deutschen sollten doch unsere Weltfreundlichkeit dadurch beweisen, daß wir die inhaftierten Staatsfeinde auf freien Fuß setzen, so erkläre ich: Auch ich bin einmal ein inhaftierter Staatsfeind gewesen! Ich habe aber nicht bemerkt, daß die englischen Oppositionsführer auch nur ein einziges Mal für mich das Wort ergriffen hätten. Ich weiß genau, warum sie für diese deutschen Staatsfeinde eintreten: sie waren damals und sie sind heute die Verbündeten des Auslandes!(Stürmische Zustimmung). Wenn einer der entscheidenden Gründe des Zusammenbruchs das soziale und gesellschaftliche Versagen unseres von Hochmut und Standesdünkel erfüllten Bürgertums war, so war die zweite große Ursache Der nächtliche Marsch Die Feierstunde vor der Feldherrnhalle München, den 9. November. Wir stehen an der Feldherrnhalle. Die vorletzte Stunde des Tages ist angebrochen. Stumm stehen die Menschen zu vielen Tausenden, dicht gedrängt und in tiefen Reihen, hinter den fackeltragenden SA=Männern, die zu beiden Seiten der Ludwigstraße vom Siegestor bis zur Brienner Straße Spalier bilden. Nur der fahle Schein der Fackeln und die lodernden Opferschalen auf den hölzernen Türmen, die den Platz ringsum schließen, erhellen das weite Geviert. Und über den wallenden Nebeln, die wie damals, am 8. November 1923, in den Straßen brauen, leuchten matt die Sterne am Himmel. 23.30 Uhr. Trommelwirbel hebt an. Der Marsch der Standarten zur Weihestätte der ersten Blutopfer hat begonnen. Der Zug, der an der Leopoldaße sich aufgestellt hat, hat das Siegestor durchen und marschiert jetzt durch die breite, tausend Meter lange Ludwigstraße. Ununterbrochen rollen die Trommeln, dumpf und verhalten. Langsamen, gemessenen Schrittes kommt der Marschblock näher. Immer noch dröhnt aus dem Dunkel der gleickmäßige Rhythmus der Trommeln. Voraus schreitet, bei ruhendem Spiel, der Musikzug der SS=Standarte„Deutschland“. Standarten der SS=Verfügungstruppe, der SS=Totenkopfverbände folgen. Zwei Ehrenkompanien der SS=Standarte„Deutschland“ schwenken ein auf den westlichen und östlichen Teil des Platzes. Dann scharfe Kommandos. Durch die schwarzen Mauern im schwarzen Stahlhelm und mit präsentiertem Gewehr wird die Fahne des 9. November getragen. Oben auf der Feldherrnhalle nimmt sie Aufstellung. Und jetzt rücken die Standarten an. Aus dem ganzen Reich sind sie gekommen, aus Königsberg, Hamburg, aus Wien, aus Klagenfurt. Wie ein glutroter Wald leuchtet der Block der Standarten, Sinnbild einer kraftvollen, geeinten und zusammengeschweißten Nation. Die heiligen Zeichen grüßen die Toten und säumen dann die Fahnentribüne längs der Residenz und der Theatinerkirche. Marschierer von 1923, Kampfgenossen der 16 Toten, tragen die 16 mächtigen Kränze, die der Führer seinen Helden gewidmet hat, hinauf zu den Pylonen. Von den Schleifen leuchten die Namen der Märtyrer. Die Größe des Augenblicks zerrt an aller Herzen. Mit den Ehrenformationen aber marschiert in diesem Jahre zum erstenmal im gleichen Schritt und Tritt ein Ehrensturm der Ostmarkund ein Ehrensturm der sudetendeutschen Kämpfer. Sie tragen die Kleidung, die sie in der Zeit der Verfolgung und Knechtung als Nationalsozialisten gekennzeichnet hat. Weder Bajonettspitzen noch Kerker haben diese Männer irre oder wankend machen können in ihrem Glauben an Adolf Hitler. Und die Kraft zu diesem Glauben erwuchs ihnen aus dem Blutopfer der Sech zehn, die sie heute grüßen dürfen. Nun treten 16 Hitler=Jungen neben die Kränze und beziehen Ehrenwache an den Pylonen, auf daß die junge Generation die Unsterblichen niemals vergesse. Das Lied vom guten Kameraden schwingt ernst und eindringlich über den Platz. Die Feierstunde ist beendet. Die Ehrenformationen marschieren vorbei am Mahnmal und heben die Hand zum Gruß. Dieser Gruß ist in dieser Stunde Schwur und Gelöbnis Die Feigheit des„jüdischen Rächers". Der Täter versucht nach seiner Vernehmung bei der Polizei sein Gesicht vor der Kamera des Bildberichterstatters zu verbergen. (Presse=Hoffmann.) das Versagen der führenden politischen und militärischen Schichten unseres Volkes gegenüber den Elementen der Destruktion, der Unordnung und des Aufruhrs. Es zeigte sich damals Feigheit, Haltlosigkeit und Halbheit in allen Entschlüssen. Es gab sehr viele, die das erkannt hatten und sich dagegen zur Wehr setzen wollten. Der stärkste dieser Exponenten wurde wenige Wochen vor dem Zusammenbruch von seinem Posten entfernt. Es war der Mann, der dann später in unseren Reihen mitmarschierte.(Die Alten Kämpfer brechen bei dieser Feststellung in stürmischen Beifall aus.) Dieses Versagen der gesamten politischen Führung war in ihrer falschen Auslese begründet. Man hat im Laufe von Jahrzehnten in unserem sogenannten Bürgertum wohl eine Art wirtschaftlicher Führung aufgebaut, aber dabei ganz vergessen, daß die Fähigkeit zur wirtschaftlichen Führung nicht im geringsten identisch zu sein braucht mit politischem Führertum, ja, daß sie zumeist ihm geradezu entgegenstand. Es ist damals jene Ansicht großgezüchtet worden, daß unter Außerachtlassung der charakterlichen und männlichen Haltung nur das sogenannte vermeintliche Wissen entscheidend sein sollte. Diese„Führerauslese" von damals hat, das kann wohl nicht bestritten werden, in der kritischen Stunde restlos versagt!(Mit lang anhaltendem Beifall stimmen die Alten Kämpfer dem Führer zu.) Das war daher meine grundsätzliche Erkenntnis: Wenn man die Nation überhaupt noch retten wollte, mußte man den mühseligen Prozeß des Aufbaues einer neuen Führerauslese in Angriff nehmen! Die bestehenden Organisationen mußten unbedingt beseitigt werden, und zwar restlos. Die Führungsauslese mußte nach anderen Grunösätzen und Prinzipien durchgeführt werden. Gefolgschaft und Führung muß immer aus einem Guß sein! Deshalb war der Kampf der nationalsozialistischen Bewegung im wesentlichen der Kampf für eine neue deutsche Volksgemeinschaft, wobei der Partei den Kern dieser Volksgemeinschaft zu bilden hatte, bereit, um neuer Ideale willen alles andere zu opfern.(Ein miuntenlanger Jubelsturm schlägt dem Führer von seinen alten Kampfgenossen entgegen.) Was sich damals in der Nationalsozialistischen Partei sammelte in diesem Land. war ohne Zweifel Deutschland; denn es sind Werte und nicht wirtschaftliche Vorgänge, welche die Träger der neuen deutschen Volksgemeinschaft sind. Es war deshalb verständlich, daß die Partei in erster Linie bei den nicht so sehr vom Glück Gesegneten, in den breiten Massen des Volkes ihren Anfang fand. Dort herrscht noch mehr Instinkt, und aus dem Instinkt kommt der Glaube! Unsere wenigen ewigen Kritiker urteilen nur aus ihrem Intellektualismus heraus. Sie sind daher auch als Bausteine in der Volksgemeinschaft gar nicht zu brauchen. Auch heute nicht!(Wieder stimmen die alten Kampfgefährten dem Führer leidenschaftlich zu.) Sie sind keine Glaubensträger, sie sind nichl unerschütterlich, und vor allem: Sie halten in Augenblicken der Not und der Gefahr nicht durch.(Abermals setzt minutenlanger tosender Beifallssturm ein.) Denn während das breite gesunde Volk sich instinktmäßig sofort zusammenschließt zu einer Volksgemeinschaft, laufen diese auseinander wie die Hühner in einem Hühnerhof. Man kann mit ihnen daher auch nicht Geschichte machen, sie sind unbrauchbar als tragende Elemente einer Gemeinschaft. Ich habe mir sagen lassen, daß vor kurzem erst ein Mann erklärte::„Ja. wissen Sie, auch der Führer kann sich irren. Er hat sich ja auch 1923 getäuscht und damals Schiffbruch erlitten!" Ich kann diesen Biedermännern nur eines sagen: Ich habe mich damals nicht getäuscht! Ich habe damals auch keinen Schiffbruch erlitten. habe damals nur einen schweren Schlag bekommen. Aber aus diesem Schlag sind die Partei und damit Deutschland nur stärker hervorgegangen. (Die Alten Kämpfer bereiten dem Führer eine jubelnde Ovation.) Wie war denn die Lage 1923? Ich war der Führer einer kleinen Partei, allerdings stark an Entschlossenheit und Mut. Ich war vielleicht der einzige Parteiführer, der sagen konnte, hinter mir steht eine Gemeinschaft von Männern, die entschlossen sind, wenn notwendig, zu marschieren!(Brausende Beifallsstürme antworten dem Führer.) Die anderen hatten nur Gefolgschaften hinter sich, die bereit waren, Geschäfte zu machen. Ich faßte nun damals den Entschluß, dieses unfähige Regime zu beseitigen. Die Tat ist damals gescheitert. Allein im Scheitern hat sie noch mehr Segen gebracht, als wir heute ahnen. Wäre diese Handlung damals nicht erfolgt, wäre den Heren Kahr und Genossen damals ihre Separation gelungen, ich weiß nicht, welchen Weg Deutschlands Schicksal genommen hätte. Damals habe ich oft in unseren Versammlungen die Bekenntnisse eines Mannes Ihnen vorgelesen, der sich ebenfalls in einer traurigen und bitteren Zeit auflehnte gegen die Erbärmlichkeit seiner führenden Zeitgenossen, gegen die Feigheit und die Unterwürfigkeit einer führenden Gesellschaftsschicht, die glaubte, durch ein solches Benehmen vielleicht einen unversöhnlichen Feind versöhnen zu können. In der Charakterisierung der damaligen Stände führte Clausewitz aus: „Die vornehmen Stände sind die verderbteren; Hof= und Staatsbeamte die verderbtesten. Sie wünschen nicht bloß, wie die anderen, Ruhe und Sicherheit, sie sind nicht bloß des Gedankens entwöhnt, unter Gefahren ihre Pflicht zu erfüllen, sondern sie verfolgen auch jeden mit unversöhnlichem Haß, der nicht verzweifelt. Denn was ist es anders, als verzweifeln, wenn man unseren Zustand und einen viel schlimmeren, welcher folgen wird, jedem Widerstand vorzieht? Wer also nicht verzweifelt an der Erhaltung des Staates auf dem Wege der Pflicht und der Ehre, wer nicht glaubt, daß nur die bedingungsloseste schändlichste Unterwerfung Pflicht sei, und daß es der Ehre nicht bedürfe, der ist kein Staatsverräter, der darf sicher sein, von jenen pflichtvergessenen Staatsbeamten gehaßt, verfolgt, vor dem Publikum verleumdet zu werden. Ich glaube und bekenne, daß ein Volk nichts höher zu achten hat als die Würde und Freiheit seines Daseins; daß es diese mit dem letzten Blutstropfen verteidigen soll, daß es keine heiligere Pflicht zu erfüllen hat, keinem höheren Gesetz zu gehorchen; daß der Schandfleck einer feigen Unterwerfung nie zu verwischen ist, daß dieser Gifttropfen in dem Blute eines Volkes in die Nachkommenschaft übergeht; daß ein Volk aber unter den meisten Verhältnissen unüberwindlich ist in dem großmütigen Kampf um seine Freiheit; daß selbst der Untergang dieser Freiheit nach einem blutigen und ehrenvollen Kampf die Wiedergeburt des Volkes sichert und der Kern des Lebens ist, aus dem einst ein neuer Baum die sichere Wurzel schlägt; 1923- das Jahr der deutschen Wiedergeburt und ich erkläre und beteuere der Welt und Nachwelt, daß ich die falsche Klugheit, die sich der Gefahr entziehen will, für das Verderblichste halte, was Furcht und Angst einflößen können." Ich erkläre und beteuere der Welt und Nachwelt, daß auch ich 1923 nach dieser Ueberzeugung gehandelt habe!(Ein ungeheurer Beifallssturm brandet zum Führer bei diesen Worten empor.) Und aus dem damaligen Zusammenbruch ist tatsächlich jener Baum gewachsen, den wir heute als Großdentschland bezeichnen! (Der Beifall steigert sich zu einem Orkan begeisterter Heilrufe.) Das Jahr 1923 war der Beginn der deutschen Wiederauferstehung, die damals die Schwächlinge nicht begreifen wollten und die selbst heute viele noch nicht verstehen. Ich hatte vor dem Marsch zur Feldherrnhalle vielleicht 70- oder 80000 Anhänger. Ich erhielt nach diesem Marsch zwei Millionen! Allerdings, in den Augen der bürgerlichen Parteien spkelte das keine Rolle, sie sahen nur ein blutiges Ende. Sie haben allerdings nicht begriffen, daß das Größte der Geschichte sehr häufig im Blut seinen Anfang nahm. Wir sind jedenfalls unseren Weg gegangen von einer Saalschlacht zur „om Geist von München" Der englische König hielt seine Thronrede London, 9. November. König Georg VI. eröffnete am Dienstag in trabitioneller Form unter größtem Gepränge das Parlament. Im Westminster-Palast wurde das önigspaar von den höchsten Beamten des Staates empfangen. Von hier aus begaben sich der König und die Königin in das Oberhaus, wo der König vom Thron aus an die Mitglieber beider Häuser die Thronrede hielt. „Meine Beziehungen zu ausländischen Mächten," so führte der König einleitend aus,„sind weiter freundschaftlich, und meine Regierung wird alles in ihrer Macht Liegende tun, um die Entwicklung eines guten Sichverstehens im Geiste der gemeinsamen englisch-deutschen Erklärung, die in München am 90. September abgegeben wurde, zu fördern. Das Abkommen, das im April zwischen meiner Regierung und der italienischen ausgehandelt wurde, wird jetzt in Kürze in Kraft gesetzt werden. Ich glaube, daß diese Handlung die traditionellen guten Beziehungen, die in so glücklicher Form und so lange zwischen unseren beiden Ländern bestanden haben, bekräftigen und somit die Sache des europäischen Friedens fördern wird." Weiter stellte der König fest, daß die Maßnahmen zur Aufrüstung und zur Ausbehnung der Verteidigungsstreitkräfte beschleunigt und ergänzt würden. In diesem Zusammenhang gab ber König der Hoffnung Ausdruck, daß die aktive Förderung des Friebens in Europa, die das ständige Ziel seiner Regierung sei, zu einem größeren Vertrauen führen werde. anderen, zu den Kämpfen um die Straße, um die öffentlichen Plätze und endlich um ganze Städte und Länder. So ist die nationalsozialistische Bewegung bis 1923 groß geworben und so haben wir nach dem Jahre 1923 endlich ganz Deutschland erobert! Heute nun können wir auf einen großen geschichtlichen Erfolg zurückblicken! Es ist sehr selten einer Generation beschieden, einen so gewaltigen Kampf zu kämpfen und den Erfolg noch zu erleben.(Die alten Kämpfer bereiten abermals dem Führer eine minntenlange stürmische Huldigung.) Das ist ein besonderer Lohn der Vorsehung für uns alle. Mit dem Blick in diese Vergangenheit wollen wir deshalb heute mehr denn je den Entschluß fassen, von unseren alten Prinzipien und Tugenden nicht zu lassen! Das heißt: Wir wollen wachsam und aufmerksam sein. „Sie reden vom Frieden und rüsten!" Wir haben zu Bitteres erlebt, zu Schmerzvolles erfahren, als daß wir jemals noch leichtfertig irgend jemand Glauben schenken könnten, der von außen her seine Sirenentöne erklingen läßt!(Immer aufs neue erhebt sich stürmischer Beifall.) Ich glaube nur an das Recht, das wir selbst fähig und entschlossen sind, in unseren Schutz zu nehmen!(Begeistert jubeln die alten Kämpfer minutenlang dem Führer zu.) Und zum zweiten glaube ich nur an den Lohn, den man sich selbst verdient! Geschenkt wird einem Volk auf dieser Welt garnichts. Sie wissen, daß gerade jetzt von gewisser Seite wieder versucht wird, auf die Leichtigkeit und Gutmütigkeit unseres Volkes zu spekulieren, in der Hoffnung, beim deutschen Volk vielleicht boch noch gewisse sentimentale Erregungen zu finden. Sie, meine Alten Kämpfer, werden mich verstehen, wenn ich diesen Versuchen gegenüber ganz kühl und zurückhaltend bin.(Wieder brechen stürmische Heilrufe los.) Es wäre sehr schön, wenn die Welt in sich ginge und einen neuen Weg einschlagen würde, einen Weg allgemeiner friedlicher Gerechtigkeit. Wir wären glücklich, wenn wir Anzeichen einer solchen Sinneswandlung bemerken würden. Zunächst aber sehe ich nur eines: eine sich rüstende und überall drohende Welt. Man sagt:„Wir haben nunmehr eine neue Basis für eine friedliche Entwicklunggesunden,— deshalbmüssen wir aufrüsten!" Mir ist diese Logik nicht ganz verständlich, allein ich protestiere nicht dagegen. Man soll mich nirgends mißverstehen. Wenn ich jeden Tag in den ausländischen Zeitungen lese, daß unsere Rüstungen die Umwelt auf das tiefste erschüttern, dann rann ich nur eines versichern: erschüttern würde mich nur das Nichtaufrüsten der deutschen Nation! Die Rüstung der anderen erschüttert mich nicht!(Die Alten Kämpfer antworten mit einem Orkan jubelnden Beifalls.) Nie wieder ein November 1918 Denn über eines kann es gar keinen Zweisel geben. Wenn die Welt sich in Waffen kleidet, wird das deutsche Volk nicht allein mit einer Friedenspalme bewaffnet auf dieser Erde wandeln! (Stürmische Heiterkeit und brausende Zustimmung.) Wir werden in diesem Falle alles das tun, was notwendig isk, um uns den Frieden zu sichern!(Wieder erneuert sich der stürmische Beifall.) Wenn man sich beklagt, daß wir Friedensversicherungen so wenig Glauben schenken, dann muß ich auf meine letzten Reden zurückkommen. Es ist nicht so, als ob wir uns etwa anmaßen wollten, anderen in ihre Verfassungen hineinzureden. Ich will überhaupt nicht, daß nationalsoztalistische Grundsätze von anderen angewendet werden. Sie mögen bei ihrer Demokratie bleiben, und wir bleiben bei unserem Nationalsozialismus!(Minutenlang brausen stürmische Heilrufe und Zustimmungskundgebungen durch den Saal.) bin aber als deutscher Staatsmann verpflichtet, im Interesse meines Volkes die Maßnahmen der anderen Welt zu studieren, die sich daraus ergebenden Fragen zu prüfen und etwaige Gefahren zu berücksichtigen. Und hier lasse ich mir nicht von einem britischen Parlamentarier Vorschriften machen. (Wieder bricht stürmischer, minutenlanger Beifall los.) Wenn man nun sagt:„Allerdings, wir haben gemeint, daß die Diktaturen, nicht aber das deutsche und das italienische Volk vernichtet werden sollen", so kann ich nur zur Antwort geben: So etwas konnte man nur vor dem November 1918 aussprechen, nach dem November 1918 nicht mehr! Damals haben die gleichen Kreise erklärt, es handele sich nur um die Beseitigung des„preußischen Militarismus", nur um die Beseitigung der Dynastie, nur um das Haus Hohenzollern„aber nicht um das deutsche Volk. Das deutsche Volk werde man dann seiner Freiheit im Rahmen der internationalen Demokratie entgegenführen. Diese „Freiheit" haben wir denn dann auch kennengelernt! Das beutsche Volk hat daraus seine Lehren gezogen. Ein Zusammenbruch, wie ihn Deutschland damals dank seiner Gutgläubigkeit erlebt hat, wird sich im nächsten Jahrtausend nicht mehr wiederholen! (Wieder jubeln die alten Kampfgefährten dem Führer in stürmischem Beifall zu.) Die Kriegshetze englischer Parlamentarier Das kann ich auch allen jenen versichern, die glauben, gegen das deutsche Volk eine Kriegshetze entfachen zu können! Mit solchen Phrasen kann man Deutschland nicht mehr täuschen! Ich werde als verantwortlicher Führer die Nation auf Gefahren aufmerksam machen, und ich sehe eine Gefahr darin, daß in anderen Ländern eine ununterbrochene Krieashetze getrieben wird. Wer das nicht wahrhaben will, braucht sich nur einige Vorkommnisse der letzten Zeit vor Augen zu führen. Es ist noch nicht lange her, daß man im englischen Unterhaus Fragen der zivilen Luftfahrt besprach und dabet ein neues ziviles Flugzeug als besonders verwendbar und gebrauchsfähig erklärte. Damals hat ein Mann der Opposition ausgerufen: Hoffentlich kann dieses Flugzeug auch Bomben nach Berlin tragen!“ Wir verstehen, was das heißt! Man wird mir vielleicht zur Antwort geben:„Das ist nur ein Mann der Opposition." Demgegenüber sage ich: Nach der Verfassung der Demokratien kann die Opposition von heute die Regierung von morgen sein! Im allgemeinen pflegt dies ja auch einzutreten. Wir sind sehr dankbar, wenn sich in Frankreich und England die führenden Männern von solchen Ideen absetzen und mit Deutschland auf gutem Fuße leben wollen. Wir haben öfter als einmal erklärt, daß wir von diesen Ländern gar nichts wollen als die Rückgabe der uns einst widerrechtlich weggenommenen Kolonien. (Ein Beifallssturm jubelnder Zustimmung braust zum Führer empor.) Ich habe aber immer versichert, daß das selbstverständlich keine Kriegsangelegenheit ist. Es ist eine Frage, sagen wir, der Gerechtiakeit und der wirklichen Absicht, ein Völkerzusammenleben zu ermöglichen. Sonst haben wir von diesen Ländern nichts zu fordern, und wir verlangen nichts von ihnen. Wir möchten mit ihnen nur Geschäfte machen, d. h. wir wollen mit ihnen Handel treiben. Wenn man also von Verständigung redet, so wissen wir nicht, über was wir uns verständigen sollen. Gegen die Kriegshetzer Eines aber muß ich im Auge behalten. In Frankreich und England sind sicher heute Männer am Ruder, die den Frieden wollen, allein, andere Männer machen kein Hehl daraus, daß sie den Krieg gegen Deutschland wünschen. Ich bin gezwungen, dies ganz nüchtern vor der Nation auszusprechen und daraus die Konsequenzen zu ziehen. Morgen kann Herr Churchill Ministerpräsident sein! Und wenn ein britischer Oppositionsführer erklärt, wir wollen nicht das deutsche Volk vernichten, sondern nur das Regime, so ist das ganz dasselbe, denn das Regime vernichtet niemand, außer er vernichtet das deutsche Volk! Wenn jemand erklärt, er wolle das deutsche Volk vom Regime befreien, so sage ich ihm:„Für das deutsche Volk sind sie nicht zuständig!“ Wenn es überhaupt einen Menschen gibt, der für das deutsche Volk zuständig ist, meine Herren britischen Parlamentarier, dann bin das ich! (Ein stürmischer Beifall bricht los, der sich zu minutenlangen Ovationen steigert.) Das deutsche Regime ist eine innere Angelegenheit des deutschen Volkes, und wir verbitten uns jede schulmeisterliche Beaufsichtigung! Außerdem bilde ich mir ein, daß wir mehr geleistet haben als diese Herren, daß wir vor allem unseren Staat in Ordnung gebracht haben, was man nicht von allen Ländern der Welt behaupten kann.(Gelächter.) Ich bin also gezwungen, die Mentalität auch derer zu berücksichtigen, die heute nicht regieren, die aber morgen regieren können und über ihre inneren Gebanken keinen Zweifel lassen. Das deutsche Volk wird verstehen, warum ich es warne und warum ich selbst entschlossen bin, alle Vorkehrungen zu treffen, um gegen jeden Uebergriff sicher zu sein!(Aufs neue unterbricht brauender Beifall den Führer.) Dabei kann ich übrigens versichern, das beutsche Volk wird nicht in Angst, sagen wir vor Bomben vom Mars oder Mond verfallen!(Langanhaltendes stürmisches Gelächter.) Wir werden auch hier nach deutscher Art maßhalten. bereit zum Frieden- aber auch zur Abwehr Ich bin aber entschlossen, die Sicherheit des Reiches auf das äußerste zu befestigen und ich weiß, das ganze deutsche Volk wird mir hier zustimmen(die alten Parteigenossen jubeln dem Führer mit stürmischen Heil Rufen zu, die die immung des ganzen deutschen Volkes brauausdrücken). Das bedeutet Opfer, ohne Zweifel, aber es ist besser, wir nehmen diese Opfer auf uns, als sie eines Tages in Form von Kontributionen oder, wie man damals sagte, von Reparationen an das Ausland abzuliefern(aufs neue bricht tosender Beifall los). Es kann daher für uns nur einen Entschluß geben, den ich in Saarbrücken aussprach: Jederzeit sind wir zum Frieden gewillt! Wir haben ihn auch nicht gebrochen. Allein, auch jederzeit sind wir bereit zur Abwehr, und zwar zur männlichen und entschlossenen Abwehr!(Der Beifall steigert sich zu minutenlangen Kundgebungen) werden niemals nach Canossa gehen!" Wenn mir nun jemand sagt: Sie wollen also nicht auf dem Rechtswege Geschichte machen, sondern auf dem Wege der Gewalt, so kann ich nur sagen: Das heutige Deutschland hat es nicht abgelehnt, auf dem Verhandlungswege sein Recht zu verwirklichen. Jahr um Jahr haben wir auf dem Verhandlungswege versucht, unser Recht zu erreichen. Besonders englische Parlamentarier haben kein Recht, daran zu zweifeln. Denn auch auf dem Verhandlungswege haben wir einen Vertrag mit England abgeschlossen. Wenn die anderen nicht mittaten, so können wir nichts dafür. Aber etwas muß man sich merken: Das nationalsozialistische Deutschland wird niemals nach Canossa gehen! Das haben wir nicht nötig. Wenn eine andere Macht sich beharrlich gegen den Versuch verschließt, auf dem Verhandlungswege Recht Recht werden zu lassen, dann soll man sich nicht wundern, daß wir uns das Recht auf einem anderen Wege sichern, wenn wir es auf normalem Wege nicht finden können. Wenn diese britischen Anwälte der Weltdemokratie nun erklären, daß wir damit heuer in einem Jahre gleich zwei Demokvatien zerstört hätten, dann kann ich nur fragen:„Was ist denn (Fortsetzung siehe 3. Seite, 1. Blatt.) Schwarze Tage vor 20 Jalaten II. Der Zusammenbruch In den ersten Novembertagen vollendete sich unheimlich schnell das grausame Ende eines Ringens, das heldenhaft und ohne Beispiel über vier Jahre gedauert und den Krieg von den Fluren der Heimat ferngehalten hatte. Das Heer selbst blieb unbesiegt, aber die Heimat hatte Kraft und Glauben verloren.. In der Nacht vom 6. zum 7. November war Wilsons vierte Note(der Vorfriedensvertrag) in Berlin eingegangen. Darin wurden zwei von den 14 Punkten rückgängig gemacht, indem die Tributpflicht festgelegt und die Freiheit der Meere abgeleugnet wurde. Im übrigen habe Marschall Foch die Ermächtigung, Vertreter der deutschen Regierung zur Uebergabe der Waffenstillstandsbedingungen zu empfangen. Reichskanzler Prinz Max hatte sich geweigert, die Forderung der Sozialdemokraten auf Abdankung des Kaisers weiterzugeben und mit seinem Entlassungsgesuch geantwortet, das aber abgelehnt wurde. Am 6. November wurde die Waffenstillstandskommission unter dem Vorsitz Erzbergers ernannt. Ste begab sich am 7. November nach Spa, wo im Sitzungssaal der OHL. eine Besprechung stattfand. Hindenburg sagte zu Erzberger, es sei wohl das erstemal in der Geschichte, daß nicht Militärs, sondern Politiker einen Waffenstillstand abschlössen, er sei aber damit einverstanden gewesen, zumal die OHL. keine politischen Richtlinien auszugeben habe. In der Frühe des 8. November traf die Kommission im Walde von Compiègne ein, Marschall Foch forderte eine Bedenkfrist von drei Tagen, so daß der Waffenstillstand frühestens am 11. November in Kraft treten konnte. Die Meuterei in Deutschland fragte nichts danach, daß sie den Unterhändlern und der politischen Leitung jede Möglichkeit des Widerstandes gegen untragbare Forderungen der Kriegsgegner aus der Hand schlug— im Gegenteil, diesen Elementen war das nur erwünscht. Politisch war ihr Verrat mehr als ein Verbrechen, nämlich eine Narrheit. Wäre es ihnen auf die vielberufenen politischen Forderungen angekommen, so waren diese durch die Beschlüsse über die Demokratisierung und Parlamentarisierung des Reiches schon erfüllt. Es gab damals unter dem Zeichen der Wilsonschen Forderungen Leute genug, die an Wunderlösungen glauben wollten. So ging der Wahnsinn weiter. Er nahm seinen Ausgang in Kiel, griff am 7. nach Braunschweig und führte zur Ausrufung der Republik der„Arbeiter= und soldatenräte" in München in der Nacht vom 7. zum 8. November. Schlimme Nachrichten lagen aus allen Großstädten vor, aus Magdeburg, Halle, Leipzig, Düsseldorf, Köln, Frankfurt a. M. usw. In Berlin galt die Lage als bedenklich, aber nicht als hoffnungslos. Die Marxisten in Berlin glaubten, daß der Waffenstillstand am 8. November abgeschlossen sei. Am 9. November sahen daher Scheidemann und Genossen ihre Stunde gekommen schon deshalb, um der Konkurrenz Moskauer Prägung eine Nasenlänge voraus zu sein. Am 9. November um 9 Uhr vormittags trat Scheidemann aus der Regierung aus, den Massen war das Signal zum Umsturz gegeben. Das war der Dolchstoß in den Rücken der Front. Deutschland war in Compiègne der Rachsucht seiner Gegner preisgegeben. Schwerdtfeger schreibt in seinem Buche über das Weltkriegsende:„Am gleichen Tage vollzog sich die unendliche Tragik, daß Reichskanzler Prinz Max von Baden, um zu retten, was noch zu retten war, unter dem Einfluß der Entwicklung in Berlin die Abdankung des Kaisers und den Thronverzicht des Kronprinzen bekanntgab, noch ehe er vom Kaiser endgültig dazu ermächtigt war. Die Einsetzung einer Regentschaft wurde angekündigt." Der 9. November vollendete in Spa das Schicksal des deutschen Kaisertums. An diesem trüben Sonnabenb gegen 7 Uhr abends erfuhren die deutschen Unterhändler in Compiègne durch Funkspruch, daß der Kaiser abgedankt und der Kronprinz auf den Thron verzichtet habe. In der folgenden Nacht traf die Nachricht von der Bildung einer„Volksregierung“ ein. Ein Telegramm aus Berlin mit der Unterschrift„Reichskanzler", aber ohne Namen, ermächtigte Erzberger zum Abschluß der unerhörten Bedingungen des Waffenstillstandes. Er bedeutete nicht weniger als die Vernichtung des damaligen Reiches. Nur unwesentliche Abänderungen vom ursprünglichen Wortlaut waren zugestanden worden. Die Wilsonschen Versprechungen endeten mit der furchtbarsten Enttäuschung, die jemals ein Volk erlebt hat. Deutschland versank in das Chaos. Das persönliche Vorbild des Generalfeldmarschalls v. Hindenburg, der an seiner Stelle blieb, um die Zurückführung des Heeres zu ermöglichen und der gesunde Sinn des besten Teiles unseres Volkes verhinderten das Schlimmste im Innern des Reiches. Aber alles schien umsonst, der sog. „Friede“ drohte das Zerstörungswerk von Compiègne noch zu übertreffen. Im Lazarett zu Pasewalk in Pommern lag in jenen schwarzen Novembertogen ein unbekannter Soldat, dem der Zusammenbruch der Nation tief in der Seele brannte: Adolf Hitler. Kein Mensch hat geahnt, daß es der Mann sein werde, der die Schmach des November 1918 tilgen und Deutschland zu einer Höhe führen werde, größer als jemals zuvor! NUMMER 263 „DIE HEIMAT AM MITTAG" MITTWOCH, 9. NOVEMBER 1938 Beick in die Heimat Der 9. November Ein Erinnerungsbild Wir schreiben den 9. November 1938. Deutschland ist stark und mächtig wie noch nie. Aber wie sah es heute vor 20 Jahren in unserer Heimat aus? Vergilbte Zeitungsblätter von damals geben erschütternden Aufschluß. Im gesamten Industriegebiet war die Gewalt auf die Arbeiter= und Soldatenräte übergegangen. Das Militär wurde durch einziehende Abteilungen von Soldaten und Matrosen entwaffnet. Auf den Rathäusern wurde die rote Flagge gehißt. Die provisorischen Arbeiterräte luden alle Einwohner unserer Ruhr=Heimat zu öffentlichen Volksversammlungen ein. Wir schrieben:„Schlag folgt auf Schlag. Soll alles zugrunde gehen und verderben?— Nun ist auch noch ein großes Sterben in der Heimat hinzugekommen. Einer gefährlichen Krankheit fallen tausend und aber tausend zum Opfer.“ In einem anderen Bericht heißt es:„Selten in den letzten vier Jahren sind unsere Geschäftsstellen so belagert worden wie gestern, da die Waffenstillstandsbedingungen bekannt und zum Aushang gebracht wurden. Aber selten in den letzten vier Jahren haben wir auch solche gedruckte und verzweifelte Stimmung gesehen, eine Stimmung wie Heulen und Zähneklappern. Haben wir das verdient? Militärisch und wirtschaftlich soll Deutschland, schon ehe der Friede geschlossen wird, in einen Zustand völliger Machtlosigkeit versetzt werden, der es, an allen Gliedern gebunden, der Willkür der Gegner ausliefert.“—— So begann der Leidensweg unseres Volkes. Bis Adolf Hitler kam. Durch ihn ist die Schmach des 9. November 1918 ausgelöscht worden. Und wenn wir heute den Tag überall festlich begehen, dann sind das Feiern des Sieges der Toten vom 9. November 1923 und der wiederauferstandenen Nation. Neuer DI=Beauftragter im Gebiet Westfalen Der Gebietsführer hat mit Wirkung vom 1. November 1938 den Bannführer Franz Ovens zum DI=Beauftragten für das Gebiet Westfalen bestimmt. Bannführer Franz Ovens wurde am 16. Oktober 1914 in Franzburg, Vorpommern, geboren. Am 14. Februar 1932 trat er der HI. bei. Er führte Kameradschaft, Schar, Gefolgschaft und Unterbann. Ende 1934 wurde er Standortführer in Rostock. Vom 1. Januar 1935 bis 1. April 1936 wurde ihm die Führung des Bannes 299, Güstrow=Malchin, übertragen. Anschließend kam er nach Magdeburg und wurde dort Standortführer. Bis zu seiner Berufung als DI=Beauftragter für das Gebiet Westfalen war er ab 1. Februar 1938 DI=Beauftragter im Gebiet Nordmark. hb Familiennachrichten Das Standesamt Hattingen=Ruhr hat in der Zeit vom 1. 11. bis 7. 11. folgende Personenstandsfälle beurkundet: Geburten Friedhelm Albert Kubiak, Bochum, Dr.=C.Otto=Straße 129, 1. Kind. Lore Elfriede Koch, Bochum, Scharpenseelstr. 41, 1. Kind. Karin Grete Wilhelmine Breitenbach, Hattingen, Gemeinschaftsstraße 12, 2. Kind. Hildegard Knau, Hattingen, Talstraße 49, 1. Kind. Ursula Ida Elli Schwiese, Hattingen, Bruchstraße 13, 3. Kind. Hans=Peter Meier, Hattingen, Schulstraße 29, 1. Kind. Heinz=Günter Artur Brell, Hattingen, Welperstraße 43, 1. Kind. Doris Klara Schlewitz, Hattingen, Blankensteiner Straße 28, 1. Kind. Gerd Geldon, Hattingen, Hüttenstraße 18, 1. Kind. Sterbefälle Henriette Summeck, geb. Skowronek, Hattingen, Neustraße 9, 69 Jahre. Emilie Klein, geb. Küper, Hattingen, Heggerstraße 10, 79 Jahre. Ewald Krunke, Buchholz Nr. 67, 46 Jahre. Klara Johanna Ritz, geb. Markmann, Langenberg, Heegerstraße 42, 49 Jahre. — Heute abend Feierstunde zum 9. November im Gemeindehaus. Es wird noch besonders darauf hingewiesen, daß die Plätze bis 20 Uhr eingenommen sein müssen, weil zur Verhütung einer Störung der Feier die Saaltüren pünktlich geschlossen werden. — Segelflug=Modellbau in den Schulen. Das war das Thema einer Unterhaltung zwischen Modellbaulehrern der Schulen in und um Hattingen, die auf Einladung des zuständigen Sachbearbeiters, des Berufsschuldirektors Müller, kürzlich im Werkraum der Zweckverband=Berufsschule zusammengekommen„waren. Erfreulicherweise konnte Herr Müller berichten, daß der Kreisabschnitt Hattingen(mit Welper, Blankenstein, Durchholz, Holthausen, Sprockhövel, Bredenscheid, Niederwenigern, Nierenhof, Altendorf und Winz) auf dem Gebiet des Schulmodellbaus mit an führender Stelle steht. Die Aussprache ging um brennende Fragen, insbesondere jene der Werkstoffbeschaffung und einer einheitlichen im Bauplan.— Im nächsten Februar soll eine Ausstellung von Segelflugmodellen stattfinden, bei der die bestgebauten Modelle mit Preisen ausgezeichnet werden. Ebenfalls im Frühjahr soll dann das Vergleichsfliegen abgehalten werden, das schon für den Herbst vorgesehen war, aber dann doch verschoben werden mußte, weil der Herbst wegen der dann erst einsetzenden Bauzeit für eine Ausstellung ungünstig ist. Wir werden zu gegebener Peit über die Ausstellung und das Vergleichsfliegen berichten. Ein Aüswanderer erzälitt 26 Jahre in Brasilien Die Heimfahrt von Blumenau nach hattingen Man sagt sich oft„Auf Wiedersehen“ und denkt sich nichts dabei. Und doch hat dieses Wort manchmal einen ganz besonderen Klang. Dann nämlich, wenn es Abschied nehmen von einem lieben Menschen heißt, der weit hinaus über Länder und Meere zieht. Wie mag es damals geklungen haben, als Karl Ladenstein aus Hattingen nach dreimonatigem Aufenthalt in seiner Heimat an der Ruhr wieder nach Brasilien fuhr. Würde man sich wirklich wiedersehen? Sollte es glücken, daß man mit herzlicherer Freude, als damals in den Jahren des Zusammenbruchs, sich die Hand schütteln konnte? Sollte der Abschiednehmende sein in Not und Elend vegetierendes deutsches Vaterland wieder einmal in Glanz und Herrlichkeit sehen können? Das mögen die Fragen gewesen sein, die damals Karl Ladenstein im Innersten bewegten, als ihn das Züglein wieder hinweg von der Ruhr entführte und ihn bald darauf der Dampfer zur drei Wochen langen Fahrt aufnahm. Im Jahre 1912 ausgewandert Bereits im Jahre 1924 hatte Karl Ladenstein einen zwölfjährigen Aufenthalt im Auslande hinter sich. Als 24jähriger wagemutiger junger Mann war er im Jahre 1912 ausgewandert, um in fremden Ländern zu arbeiten und vorwärtszukommen. Durch Verbindungen gelangte er in die deutsche Kolonie Brasiliens, die unter dem Namen des Städtchens Blumenau in aller Welt als Musterbeispiel für deutsche Siedlertüchtigkeit bekannt ist. Er hatte Vertretungen einer englischen Nähmaschinenfabrik inne. Dann begann der Krieg, und Ladenstein trennte sich von der Geschäftsverbindung mit dieser Fabrik, da diese dazu überging, Waffen gegen Deutschland herzustellen. Er begann jetzt mit einem eigenen Engros=Geschäft, in dem er deutsche Nähmaschinen, Glaswaren und Munition vertrieb. Es war nicht leicht, während dieser vier Jahre fern der Heimat zu sein. Im Herzen die große Sehnsucht, seinem Vaterland zu helfen, und äußerlich überwacht von der Polizei, die ihn ganz zu Unrecht als verdächtig verfolgte. Vorübergehend saß er damals im Gefängnis. Einmal erging sogar der Befehl an die Brasilianer,„ihn lebend oder tot aus seinem Haus zu holen“. Der Hattinger entging allen Weiterungen, indem er aus Blumenau zog und sich unweit von der Siedlung eine neue Existenz gründete. Er begann jetzt mit der Salzfabrikation, gewann aus Meeressalz durch einen Verdunstungsprozeß Speisesalz und schuf sich so eine neue Existenz. Die erste Heimfahrt Das Jahr 1924 führte ihn zum ersten Male wieder in die Heimat, mit der er durch die Heimatzeitung nie die Verbindung verloren hatte. Oft haben unsere Leser von ihm aus Blumenan in Brasilien lesen können, und in allen seinen Veröffentlichungen sprach er als aufrechter deutscher Mann. Der Anlaß zu seiner Heimfahrt im Jahre 1924 war die Goldene Hochzeit seiner Eltern. Dann wollte er auch sehen, was aus dem deutschen Vaterland geworden war. Es war aber leider kein erfreuliches Bild, das er nach seinem Aufenthalt wieder mit in seine neue Heimat über den Ozean nahm.—— Eine Deutsche sah zum erstenmal Deutschland Nun ist er nach wiederum 14jähriger Abwesenheit noch einmal in das Land seiner Väter zurückgekehrt. Der Abschiedsgruß vom Jahre 1924 Zwei Hattinger in Brasilien Karl Ladenstein und Heinz Homberg. „Auf Wiedersehen“ hat sich erfüllt. Er hat seine Frau, eine gevorene Baumgarten, mitgebracht. Wie der Name sagt, ist auch seine Gattin Deutsche. Aber es klingt eigenartig, wenn man hinzufügt, daß sie bisher noch nie Deutschland gesehen hat. Ihr Großvater ist aus Deutschland in Brasilien eingewandert. Er gründete dort die älteste deutsche Zeitung, die Blumenauer Zeitung, und setzte sich in ihren Spalten immer für die deutsche Muttersprache und für das Deutschtum ein. In diesen Familien lebt das deutsche Fühlen in den Urenkeln genau so unverfälscht wie in den damaligen Einwanderern. Frau Ladenstein sagte uns, daß sie sich in den wenigen Tagen ihres Hierseins dem deutschen Lande so zu eigen fühle, als ob sie immer hier gewesen. Sie spricht völlig akzentfreies Deutsch, und man muß sich Im Schmuck der goldenen Myrte Chepaar Wilhelm Feuerstein feiert goldene Hochzeit Das Fest der goldenen Hochzeit begehen am 10. November d. J. das Ehepaar Wilhelm Feuerstein und Frau Friederike, geb. Hofstiepel. Das Jubelpaar wohnt in Hattingen. Viktor=Lutze=Straße 30. Der Jubilar ist in Nieder=Bonsfeld und dessen So ist den beiden alten Leutchen bitterstes Leid nicht erspart geblieben. Aber sie haben sich eine erstaunliche Frische bewahrt. Sie erfreuen sich an ihren Kindern und an ihrer Enkeltochter. Ehefrau in der benachbarten Gemeinde BochumStiepel geboren. Beide Ehegatten entstammen einem alten Bauerngeschlecht. Hervorzuheben verdient, daß das Bauerngeschlecht Feuerstein im Zuge der Sippenforschung durch den Reichsbauernführer als fünfältestes Bauerngeschlecht de deutschen Reichsgebietes anerkannt und geführt wird. Die Jubelbraut ist 72, während ihr Gatte 74 Jahre alt ist. Der Jubilar hat 44 Jahre lang, seit 1882 bis 1926, pflichtgetreu bei der Eisenbahn als Beamter seinen Dienst getan, wurde 1885 zum Heizer und 1895 zum Lokführer ernannt. Seit dem Jahr 1926 lebt er in dem wohlverdienten Ruhestande. Der glücklichen Ehe sind drei Kinder entsprossen, von denen heute noch die beiden verheirateten Töchter leben. Der Sohn starb im Alter von 26 Jahren. — Deutsches Frauenwerk Hattingen. Wir nehmen alle heute an der Feierstunde im Gemeindehaus teil.— Der Experimentalvortrag über Vistra=Zellwolle, der morgen, Donnerstag, um 20 Uhr im Weiltor gehalten wird, ist für uns Frauen sehr interessant. Sein Besuch wird dringend empfohlen. Der Eintritt ist frei! — Zum Obersturmbannführer ernannt. Anläßlich der Ernennungen zum 9. November wurde der mit der Führung des Sturmbannes III der SA=Standarte„Feldherrnhalle“ Hattingen beauftragte Sturmbannführer Karl Borggraefe zum Obersturmbannführer ernannt. — Ihren 78. Geburtstag kann morgen die Witwe Laura Knust, geb. Klingeler, wohnhaft in Hattingen, Kleine Weilstraße 3, begehen. Wir gratulieren herzlich! — Einen Herbstausflug in die heimatlichen Berge unternahm am vergangenen Sonntag der Stenografenverein Hattingen. Um 14 Uhr hatten sich etwa 30 bis 40 junge Leute eingefunden, die schon in der kurzen Zeit bis zum Aufbruch für die richtige Stimmung sorgten. Dann ging es unter Leitung von W. Jung durch den Schulenberg an Voß zur Mühlen vorbei zum Raffenberg. Kurz hinter dem Raffenberg wurde links abgebogen. Durch den im schönen Herbstlaub prangenden Wald zogen die Stenografen zum Hackstück, wo sie gegen 17 Uhr anlangten. Bei Kaffee und kräftigem Bauernstuten, der von einigen Leuten in erstaunlich kurzer Zeit vertilgt wurde, erwachten wieder alle Lebensgeister, und bald war man im richtigen lustigen Treiben. Nachdem die Kleinen sich auf der Schaukel vergnügt hatten, begannen die Großen den Tanz. So vergingen schöne Stunden. Auch die Fußwanderung zurück nach Hattingen unter Führung von„H. Sylle& Co." verlief mit fröhlichem Gesang in bester Stimmung. Jeder gina mit der Absicht nach Hause, daß er beim nächsten Mal wieder dabei sein wird. wundern, wie die Muttersprache ihre Kraft bewahrt hat.„Wenn ich nicht mein Kind in Brasilien hätte, möchte ich gar nicht mehr an drüben denken. So gut gefällt mir Deutschland“, äußerte sich Frau Ladenstein schlicht, und man merkte diesen Worten an, daß sie keine Phrase sind. Ein junger Hattinger kam In den Jahren nach seiner Rückkehr im Jahre 1924 verband Herr Ladenstein mit der Salzfabrik ein Zementwarengeschäft, in dem er durchweg zwei, öfters auch zehn bis fünfzehn deutsche Volksgenossen beschäftigte. Es war ihm eine besondere Freude, als vor drei Jahren eines Tages plötzlich ein junger Hattinger bei ihm auftauchte. Er hieß Heinz Homberg(aus der Wilhelmstraße) und hatte ebenfall die Fahrt in die Weite angetreten, um seine praktischen Kenntnisse für seinen Beruf zu erweitern. Nachdem der junge Kaufmann anfänglich auf seinem Kontor gearbeitet hatte, nahm er Stellungen in Sao Paulo und Blumenau an. Unser Bild zeigt die beiden Hattinger in der SA.=Uniform. Heinz Homberg ist Anfang Mai d. J. bereits zurückgekehrt. Wie jeder Auswanderer hat Herr Ladenstein drüben tüchtig arbeiten müssen. Unter den Deutschstämmigen herrscht im allgemeinen keine Not. Wer tüchtig ist, brachte es zu einem gewissen Wohlstand.„Einen Schoppen durfte man aber nicht jeden Abend trinken, wenn man vorwärtskommen wollte“, sagte uns der Heimgekehrte,„so gut und so stark auch das Bier in Blumenau nach deutschem Rezept gebraut wird. Der große Entschluß Im Sommer dieses Jahres, nachdem ihre junge Tochter sich drüben verheiratet hat und ihren Eltern bereits ein kleines Enkelchen schenkte, hat das Ehepaar Ladenstein den Entschluß zur großen Fahrt nach Deutschland gefaßt. Mit der „Monte Rosa“ wurde die drei Wochen dauernde Seereise durchgeführt. Das Wetter war außerordentlich günstig, obwohl die Jahreszeit schon so weit vorgeschritten ist.„Im Golf von Biscaya herrschte völlige Windstille, und der englische Kanal war so ruhig wie die Ruhr bei Hattingen“, sagte uns Herr Ladenstein. „Wir heulten vor Freude“ Mit einem Freudengefühl ohnegleichen traf man im deutschen Hafen ein. Aber lassen wir die Worte des Zurückgekehrten selbst sprechen:„So geht es einem, erst hat man Fernweh, und dann hat man Heimweh. Und dieses Heimweh wurde immer stärker, je näher wir Deutschland kamen. Wir konnten vor Glück gar nicht mehr sprechen, als wir endlich wieder deutschen Boden betraten. Die Tränen allein sagten mehr als alle Worte.“ Herr Ladenstein hatte schon früh zu den treuen Anhängern des Führer gefunden. Ueber den Ozean hinweg hatte dessen Ruf sein Herz bewegt. Mit Stolz trug er das Braunhemd unter dem Tropenhimmel und bekannte sich zur großen Bewegung der Deutschen. Atemlos gespannt hatten die Deutschen in Brasilien die großen Geschehnisse im deutschen Volke verfolgt, und als sie nun am 1. November in Bremen den deutschen Boden betraten, konnten sie endlich das sehen, an das sie immer gedacht: Das auferstandene Deutsche Reich, frei von allen Fesseln. Unvergeßlich wird ihnen der Augenblick sein, als sie von Politischen Leitern mit einer Herzlichkeit und Freude sondergleichen bei ihrer Ankunft begrüßt wurden. In tiefem Glücksgefühl erkannten sie, daß Deutschland wirklich ein Volk von Brüdern geworden ist. Wieder bei den alten Freunden So kamen sie am 2. November nach Hattingen. Grüne Girlanden waren ihnen zum Empfang um die Haustür bei der Familie Harbord in der Wilhelmstraße gewunden und hießen sie herzlich willkommen, und das Fragen und Erzählen wollte schier kein Ende nehmen. Da kamen alle guten Freunde von früher und drückten in diesen Tagen den beiden tapferen Leuten die Hand, und Erinnerungen und Vergleiche wurden wach. Die Erinnerung geht übers Meer Nun denken sie vielleicht ab und zu mal daran, daß drüben, viele tausend Kilometer von hier entfernt, die Natur allmählich zur höchsten Sommerglut rüstet, daß jetzt der Wein und das Obst in Hülle und Fülle zu reifen beginnt, aber sie freuen sich gerade, daß an diesem Weihnachtsfest zum ersten Male seit langen Jahren statt der Pinie bei 30 Grad Hitze ein richtiger Weihnachtsbaum in der Stube stehen wird und daß nach dem Winter mit Schnee und Eis der Frühling in deutschen Landen auch wieder für sie seine herben Wunder entfaltet. Herr Ladenstein ist auch deswegen in seine Heimat zurückgekehrt, um sich von einer schweren Krankheit, die als Folge eines Unfalles aufgetreten ist, zu erholen. Er wird mit dem heutigen Tage Hattingen verlassen, um in ärztlicher Behandlung Heilung zu finden. Wir wünschen ihm völlige Genesung und entbieten ihm und seiner Gemahlin auch an dieser Stelle unsere herzlichsten Grüße!—dt. Während der Werbewochen vom 1. November bis 10. Dezember kostet die chemische Reinigung eines Anzuges nur d 25nm. Deler Romgeneone Hattingen-R., Untermarkt 3 ) Versammlung des Geslügelzüchtervereins Hattingen 140 Eier von jedem huhn Diese Jahresleistung ist notwendig— Fragen der hühnerzucht Am letzten Samstag fand im Lokale Schulte, Heggerstraße, eine Kreisfachgruppenversammlung der Geflügelzüchter statt, an der Vertreter sämtlicher Vereine des ehemaligen Kreises Hattingen teilnahmen. Unter dem Vorsitz von Kreisfachgruppenleiter Wulffert (Welper) wurden die Einzelheiten der diesjährigen Kreisfachgruppenschau für Geflügel besprochen, die Anfang Dezember d. J. in Bochum=Stiepel stattfindet. An diese schloß sich die Versammlung der Geflügelzüchter der Ortsgruppe Hattingen an. Sie war gut besucht. Vereinsführer Röhr machte nach Vorlesen der Niederschrift der letzten Versammlung darauf aufmerksam, daß die neuen Legelisten für das Legejahr 1938/39, das mit dem 1. Oktober 1938 begonnen hat, sorgfältig und ordnungsmäßig zu führen seien. Unrentable Tiere müßten rücksichtslos ausgemerzt werden, damit der in den Richtlinien der Reichsfachgruppe vorgeschriebene Jahresdurchschnitt von 140 Eiern pro Huhn allgemein erreicht werde. Aus den vorliegenden Legelisten des vergangenen Legejahres ersehe er, daß erfreulicherweise einige Geflügelhaltungen des Vereins schon weit über diesen Satz der vorgesehenen Durchschnittsleistung erzielt hätten. Es seien einige Mitglieder, welche 160, 180 und sogar 200 Durchschnittseierleistung pro Huhn erreicht hätten. Wenn auch im Augenblick noch nicht alle Vereinsmitglieder und Hühnerhalter die Legeleistung der einzelnen Tiere in Fallennestern kontrollierten, so müsse dies aber doch im Laufe der Zeit, wenn es sich eben ermöglichen lasse, angestrebt werden. Unbedingt sei aber der tägliche Gesamtcieranfall auf der ausgegebenen Legeliste zu notieren, ebenso der jeweilige Hühnerbestand, damit am Schlusse des Legejahres der Eierdurchschnitt errechnet werden könnte. Ferner müßte mehr als bisher für Frühbruten gesorgt werden, da nur diese einen Erfolg in der Hühnerhaltung versprächen. Die Küken müßten im April, spätestens aber bis Mitte Mai ausgeschlüpft sein. Nach diesem Zeitpunkt ausgefallene Tiere sind unrentabel. Sie beginnen meist erst im Januar mit dem Legen und können folglich nur neun Monate, bis zur Zeit der Herbstmauser, für die Eierleistung und somit auch für die Bewertung in Frage kommen. Dadurch wird der allgemeine Durchschnitt der Legeleistung erheblich herabgedrückt und der Eierausfall der„verlorenen“ drei Monate im Jahr kann selbst beim fleißigsten Legen im Sommer nicht wieder aufgeholt werden und dürfte bei der im Reich vorhandenen Anzahl von 80 Millionen Hennen ein erhebliches De fizit ausmachen. Es gäbe noch Zuchtfreunde, die bis in den Sommer hinein auf eine Glucke warteten, anstatt sich rechtzeitig im Frühjahr der Brutmaschine zu bedienen oder aber das Brutgeschäft durch eine Pute besorgen zu lassen, die frühzeitig zur Brut gezwungen werden kann. Unter allen/ Umständen müsse dafür gesorgt werden, daß die Tiere im Oktober oder November mit dem Legen beginnen. Das ist auch der Grundsatz der Reichs= und Landesfachgruppen, die auf den Schauen und Ausstellungen alle nicht voll entwickelten Tiere von der Preisbewertung ausschließen. Selbstverständlich muß auch der Stall in Ordnung sein. Bei dieser Gelegenheit wies der Vorsitzende darauf hin, daß am 26. November eine Stallbesichtigung durch Bezirksschulungsleiter Priske stattfindet. Dann wurde noch bekanntgegeben, daß in Kürze in Hattingen eine Vereinsschau abgehalten wird. Die Versammlung wurde mit dem Siegheil auf den Führer geschlossen. — Der verstorbene Rudolf Küper stammte, wie wir schon gestern berichteten, aus einer alten Hattinger Familie, die am sogenannten„Lohgraben" am Steinhagertor eine Lohgerberei betrieb. Auch der verstorbene Rudolf Küper blieb dem„Ledergewerbe" treu. Nach Lehr= und Wan derjahren, die ihn weit durch die Welt brachten, diente er bei den 11. Husaren in Düsseldorf. In den 1880er Jahren eröffnete er in seiner Vaterstadt ein Sattler=, Dekorations= und Möbelgeschäft auf dem Steinhagen und verlegte es dann nach dem von ihm erworbenen Hause Gr. Weilstraße 11. Später folgte er dem Rufe einer großen lippischen Möbelfabrik als Reisevertreter in Westfalen und Rheinland, und diesem Berufe lag er bis vor wenigen Jahren ob. Wandern und Reisen, zu Fuß, im Dampfwagen und im Auto, war seine Lust. Groß war sein Geschäfts= und Bekanntenkreis. Dabei pflegte er„mehr familiär als streng kaufmännisch", wie er zu sagen pflegte, zu verkehren. Sein geselliges Wesen zog eben an Mit Liebe und Hingabe diente er den vaterstädtischen Interessen. Jahrelang war er Kirchenältester der evgl. Gemeinde, Vorstands= und beratendes Mitglied vieler Vereine. Ueber 50 Jahre gehörte er der Feuerwehr an. Die Krieger= und Landwehrkameradschaft 1817, der Kavallerie=Verein und der Heimatverein schätzten und liebten ihn wegen seiner selbstlosen, unverdrossenen Mitarbeit. Dienstbeflissen stand er bereit, sobald man ihn rief. Während der Kriegsjahre war er in der Waffeninspektion tätig. Im vorigen Jahre konnte er seine goldene Hochzeit feiern. Mit seiner Familie, der er allezeit ein treuer Haushalter war, trauern viele um den Heimgang eines guten, edlen Mannes. Am 16. April d. J. vollendete er das 77. Lebensjahr. Auch der Hattinger Heimatverein verliert in Rudolf Küper einen treuen Freund. Der Verstorbene hatte nämlich, wie der Heimatverein ausführt, stets ein starkes Interesse an allen Dingen seiner Vaterstadt Hattingen. Wie er schon in jungen Jahren der Stadt seinen Rat und seine Mitarbeit zur Verfügung stellte, lag ihm vor allem aber auch die Pflege der Heimat, ihrer Geschichte und Tradition am Herzen. Nicht umsonst hat ihn der Heimatverein zu seinem 75. Geburtstag zum Förderer des Hattinger Museums ernannt. Rudolf Küper hat schon früh die Sammlertätigkeit begonnen. So rettete er, oft unverstanden und oft auch belächelt, im Laufe der Jahre manches Stück vor dem Verfall. Und doch, auch er fand in seinen letzten Jahren die verdiente Anerkennung seiner Bestrebungen. Sein gutes Gedächtnis und sein starkes Interesse an der Vergangenheit setzten ihn instand, der jungen Generation viel Interessantes aus der Hattinger Geschichte zu überliefern. Ehre seinem Andenken! — Ihre silberne Hochzeit können heute die Eheleute Martin Töpfer, wohnhaft in Hattingen in der Nordstraße 11, begehen. Wir gratulieren herzlich. — Teilnahme an den Feiern des 9. November. Der Stabschef der SA erwartet, daß alle Inhaber des SA=Sportabzeichens am 9. November an den örtlichen Feiern der NSDAP. zum 15. Jahrestag des Marsches auf die Feldherrnhalle teilnehmen. hb Neues aus den Semtern Winz-Baak — Beim Standesamt Hattingen(Land) wurden in der Woche vom 30. Oktober bis 5. November folgende Personenstandsfälle beurkundet: Eheschließumngen: Otto Lipphaus, Herbede, Am Huchtert 18, und Lucia Meta Schlegel, Winz, Ortsteil Báak I, 2.— Geburten: 3. Kind des Gustav Hausherr, BredenscheidStüter III, 233/1. Kind des Wilhelm Reins, Winz V, 66. — NS=Frauenschaft Winz=Baak. Wir nehmen heute geschlossen an der Feier der Ortsgruppe teil. Der Vortrag über Vistra=Zellwolle findet im Weiltor, Hattingen, statt. Wir treffen uns morgen 19.30 Uhr an der Ruhrbrücke. Welper — Deutsches Frauenwerk, Ingendgruppe. Wegen einer bringenden Angelegenheit muß die Jugendgruppe am Donnerstag, dem 10. November, zur gewohnten Zeit im Kindergarten der Kasinostraße zusammenkommen. Erscheinen aller Mitglieder erforderlich. Bredenscheid-Stüter — Das Schießen zum Besten des Winterhilfswerkes wird am kommenden Samstag und Sonntag von der Kriegerkameradschaft Bredenscheid im Lokal Neuhaus=Wiedenkamp durchgeführt. Das Schießen beginnt am Samstag um 18 Uhr und endet Sonntag um 24 Uhr. Ein Los für drei Schuß kostet nur 10 Pfennig. Wie in den Vorjahren das Schießen stets zu einem vollen Erfolg geführt hat, so soll es auch in diesem Jahre wieder werden. Für die besten Schützen sind wertvolle Preise ausgesetzt, u. a. auch ein neues Herrenfahrrad. Es wird erwartet, daß sich die Volksgenossen aus Bredenscheid und Umgebung rege beteiligen. — Die Gaufilmstelle zeigt am Donnerstag, dem 10. November, abends 20 Uhr, im Saale zur Nieden den Film„Unternehmen Michael“. Der Knappschaftsrente ersetzt kindergeld Eine grundsätzliche Frage vor dem Landesarbeitsgericht Eine für den Ruhrkohlen=Bergbau grundsätzlich bedeutsame Frage hat das Essener Landesarbeitsgericht entschieden. Es handelte sich in dem Prozeß, den ein Bergmann gegen die Gewerkschaft Mathias Stinnes angestrengt hatte, um die Frage, ob die Zeche verpflichtet ist, das tarifmäßige Kindergeld zu zahlen, wenn das Kind„anderweitigen Unterhalt" in Form einer Knappschaftsrente bezieht. Das Landesarbeitsgericht in Essen hat als Berufungsinstanz diese schwierige Frage entschieden und zwar zugunsten der Zeche, die sich geweigert hatte, das tarifmäßige Kindergeld unter Hinweis auf die dem Kind gewährte Knappschaftsrente zu zahlen. Das Arbeitsgericht in Gladbeck hatte in entgegengesetztem Sinne entschieden. Die Verhandlung vor dem Landesarbeitsgericht erbrachte folgenden Sachverhalt: Der klägerische Bergmann, der auf der Schachtanlage Mathias Stinnes 3/4 beschäftigt ist, hat im Jahre 1936 eine Witwe geheiratet, die ein Kind mit in die Ehe brachte. Das Kind wird von dem Angeklagten im eigenen Haushalt unterhalten und verpflegt. Es bezieht eine Knappschaftsrente im Betrage von monatlich 7,10 RM., über die der Kläger im Haushalt verfügt. Der Kläger vertrat nun die Rechtsauffassung, daß die Zeche gesetzlich verpflichtet sei, ihm für das Kind das tariflich vorgeschriebene Kindergeld zu gewähren. Die Zeche dagegen lehnte einen solchen Anspruch ab, indem sie auf die dem Kinde gewährte Knappschaftsrente verwies, die sie nach ihrer Ansicht von der Pflicht zur Gewährung eines„tarifmäßigen Kindergeldes befreie. Die Vorinstanz hatte dahin entschieden, daß Waisenrenten, die von der Knappschaft an Kinder der Bergleute gewährt werden, nicht als Gewährung von Unterhalt im Sinne des Ruhrzechentgrifvertrages gelten können. Das Landesarbeitsgericht in Essen hat die Rechtsauffassung des Klägers nicht gebilligt und ist aus folgenden Erwägungen zur Aufhebung des erstinstanzlichen Urteils gelangt. Nach der Tarifordnung für das rhein.=westf. Steinkohlenrevier ist das tarifliche Kindergeld zu zahlen für jedes eheliche Kind, sowie für Stief= und Adoptivkinder und leibliche voreheliche Kinder eines der Ehegatten, die in die häusliche Gemeinschaft aufgenommen sind u. für die anderweitiger Unterhalt nicht gewährt wird, unter 14 Jahren, jedoch bis zu 15 Jahren, solange Erwerbsunfähigkeit oder Fortdauer der gesetzlichen Schulpflicht nachgewiesen wird. Der Kläger will die für das Kind gezahlte Waisenrente nicht als„anderweitig gewährten Unterhalt“ gelten lassen, zumal er mit einem Betrage von monatlich 7,10 Mark nicht in der Lage sei, das Stiefkind zu ernähren und zu kleiden. Diese Auffassung des Klägers ist abwegig. Erhält das Kind, wie in dem vorliegenden Fall, eine Waisenrente, dann erhält es fortlaufend von dritter Seite einen Zuschuß zu seinem Unterhalt, also bezieht es„anderweitigen Unterhalt" im Sinne der Tarifbestimmung. Die Watsenrente ist ja auch dazu bestimmt, als Zuschuß zum Unterhalt des Kindes zu dienen, denn der Bergmann zahlt seine Beiträge in die Knappschaftskasse zum Teil dafür, daß bei seinem vorzeitigen Tode die überlebende Witwe eine Unterstützung in Form der Witwenrente und seine Kinder, die Waisenrente erhalten sollen, um einen Beitrag zu den Lebenshaltungskosten zu haben. Heiratet die Witwe wieder, dann bleibt für das Kind die Waisenrente bestehen als anderweitiger Unterhalt, den ein dritter, nämlich die Knappschaft, zahlt. Soweit die wesentlichen Entscheidungsgründe in dem Urteil des Landesgerichts Essen. Mit Rücksicht auf die grundsätzliche Wichtigkeit, die der Angelegenheit zukommt, hat das Landesarbeitsgericht auf Antrag der beiden Parteien die Revision an das Reichsarbeitsgericht für zulässig erklärt. Vorverkauf der Karten findet bei den bekannten Stellen statt. Sprockhövel Eine freiwillige Acbeitsgemeinschaft im Rahmen der Berufserziehung der DAF fand auf der Zeche„Alte Haase“ in Sprockhövel ihren Abschluß mit einer Ueberprüfung, zu der Kreisfachabteilungswalter Winkelhardt von der DAF und Vertreter der Zeche erschienen waren. Schachtberufsreferent Hülsmann führte die Prüfung durch, die bewies, daß die Arbeitskameraden mit Energie und Fleiß manches hinzugelernt hatten. Zum Abschluß richtete Kreisfachabteilungsleiter Winkelhardt einige Worte an die Anwesenden, mit denen er auf die Bedeutung der Berufserziehung und des Bergmannsberufes, der als „gelernter“ Beruf anzusehen sei, hinwies. Er gab seiner Freude über die vorbildliche Kameradschaft in dieser Arbeitskameradschaft Ausdruck. — Feierstunde für die Gefallenen der Bewegung. Wie alljährlich veranstaltet die NSDAP. am 9. November allerorts Gedenkfeiern für ihre Toten. Diese 16 Tote an der Feldherrnhalle waren die ersten Blutzeugen der jungen Bewegung. Aus ihrer Saat erstand ein neues Reich, unser herrliches Großdeutschland. Wir sind es den Toten der Bewegung schuldig, daß wir uns immer wieder ihrer exinnern. Ueber all ihrem Tun und Handeln stand nur das eine Wort:„Deutschland“. Sie kannten nur rücksichtslosen Einsatz für den Führer und damit für Deutschland. Und so ladet auch die Ortsgruppenleitung der NSDAP. Sprockhövel alle Volksgenossen zu einer Feierstunde heute abend 20 Uhr im Börgerschen Saal herzlich ein Für alle Gliederungen der Partei ist die Teil nahme selbstverständliche Pflicht. haßlinghausen Ausdruck. Um den jungen Reservisten der Gemeinde, die in den Reihen des NS=Reichskriegerbundes„Kyffhäuser" herzlich willkommen geheißen werden, entgegenzukommen, werden sie bis zum 1. Januar ohne Beitritt aufgenommen. Das diesjährige WHW=Schießen findet am 20. November im Lokale Brauksiepe statt. Auch in diesem Jahre wird die Weihnachtsfeier begangen. Hierfür wurde eine besondere Kommission bestimmt. Kamerad Hennecke erinnerte alle Kameraden an die Gedächtnisfeier aus Anlaß des 9. November im Saalbau Nieding. Ehrenpflicht eines jeden Kameraden ist es, an dieser Gedächtnisstunde teilzunehmen. Unter Punkt Verschiedenes wurden dem Kameraden Kaufmann„Iritz Hagemann zu seinem silbernen Ehejubiläum die herzlichsten Glückwünsche dargebracht. Mit der Führerehrung schloß der Kameradschaftsführer den Monatsappell. — Achtung Hitler=Jugend. Die Hitler=Jugend, Gefolgschaft 17/99, tritt heute, Mittwoch, um 19.30 Uhr auf dem Turnplatz in Altendorf geschlossen an. Es gibt für keinen Jugendgenossen eine Entschuldigung. — Das Standesamt Altendorf beurkundete folgende Personenstandsfälle: Heirat: Gertrud Bernhardine Dattenberg, Altendorf=Ruhr, In den Höfen 1, und Wilhelm Heinrich Opwis, Bochum, Königsallee 21. Geburt: Das 1. Kind des Bergmanns Ehrenfried Scherkenbach, Burgstraße. heven — Die Feierstunde zum 9. November findet um 20 Uhr im Kuhlhoffschen Saal statt. Redner ist Parteigenosse Bettyna. — Das Standesamt Haßlinghausen hat in der Zeit vom 29. Oktober bis 4. November folgende Personenstandsfälle beurkundet: Geburten: Hans Werner Schmalenberg, Gennebreck. Heiraten: Autounternehmer Anton Dülme, Haßlinghausen, mit Margot Roland, Elberfeld, Karl Ostholt mit Emmi Hochstrathe, beide Hiddinghausen. Sterbefälle: Hulda Hoppe, geb. Reuter, Linderhausen, 64 Jahre alt. — Zur Probe fährt der Spätwagen der Straßenbahnlinie Wuppertal—Haßlinghausen bis zur Kirche durch. Bisher verkehrte er nur bis zum Blumenhaus. Es kommt nun auf die Benutzung an, ob diese Verbesserung beibehalten wird. Buchholz — Bestandene Prüfung. Vor der zuständigen Industrie= und Handelskammer zu Bochum legte der kaufmännische Lehrling Willi Grabowski die Handlungsgehilfenprüfung mit Erfolg ab. Herzlichen Glückwunsch! herbede — Straßeninstandsetzung. Die schon seit längerer Zeit reparaturbedürftige Thiestraße wurde nunmehr durch die Gemeinde mit einer neuen Teerdecke überzogen. Die Kirchstraße erhält bis zu den Friedhöfen gleichfalls eine neue Teerdecke. Diese Arbeiten, mit denen inzwischen begonnen wurde, werden durch Gemeindearbeiter ausgeführt. Da auch die Vormholzer Straße in den letzten Wochen mit einer neuen Teerdecke versehen wurde, befinden sich die verkehrsreichsten Straßen jetzt wieder in einem ordnungsmäßigen Zustand. Der Ausbau der durch die Kanalisationsarbetten stark in Mitleidenschaft gezogenen Hauptstraße wird im nächsten Frühjahre erfolgen. Altendorf-Ruhr — Kriegerkameradschaft Altendorf=Ruhr 1871. Im Saalbau Brauksiepe eröffnete der Kriegerkameradschaftsführer, Hauptlehrer Hennecke, den November=Appell. Wegen der Wichtigkeit der Tagesordnung erfreute sich der Appell eines guten Besuches. In der Eröffnungsansprache gebachte der Versammlungsleiter der denkwürdigen Tage der Rückkehr des Sudetenlandes durch die Tat des Führers. Schriftwart Köster gab der Erinnerung an diese großen Tage in einem Gedichte — Die Lager des Arbeitsdienstes wieder besetzt. Am 2. November wurden die seit etwa einer Woche leerstehenden Lager des Reichsarbeitsdienstes im Gau 20, Westfalen=Süd, wieder für ein halbes Jahr neu belegt. Zwei von den 34 Abteilungen erhielten ihren Winterersatz aus der Östmark, die restlichen 32 aus Rheinland und WestMlen. 45 Sport-Nachlese Sportvereinigung Welper— Preußen 07 Bochum 4:3(2:1) am 6. November 1938. Dieses Gesellschaftsspiel, dessen Ergebnis wir bereits bekanntgaben, brachte dem Platzverein den erhofften Erfolg. Vorweg sei erwähnt; daß beide" Mannschaften je 2 Ersatzleute in ihren Reihen hatten. Auf der Seite des Gastgebers fiel Köhler, der erstmalig als rechter Läufer spielte, angenehm auf. Nach einigen Spielen wird er ein durchaus brauchbarer Läufer werden. Die Umstellung Deckers in die Verteidigung und die neue rechte Seite, mit den vom Arbeitsdienst zurückgekehrten Wollske und Warbruck, war sehr wirksam. Ueberhaupt: wenn man die Mannschaft vor einigen Wochen spielen sah und im Vergleich hierzu das Spiel am letzten Sonntag verfolgte, mußte man staunen, daß in dieser knappen Zeitspanne eine so in die Augen springende Formverbesserung zustande kam. Die Arbeit des Sportlehrers zeigt ihre ersten Wirkungen. Es ist allerdings zu sagen, daß die Mannschaft im Kampfe gegen Hüsten am kommenden Sonntag eine schneidigere Kampfart einschlagen muß, wenn der Erfolg sicher sein soll. Zentral=Theater, Hattingen „Der Spieler“ Fedor Dostojewski war ein großer Psychologe, der von 1821 bis 1881 in Moskau lebte, fanatischer Russe war und eine starke Abneigung gegen die westliche Kultur hatte. Vielen Deutschen ist er nicht sympathisch, aber doch übt er auf alle eine starke Anziehung aus. So ist es nicht verwunderlich, daß seine Novelle:„Der Spieler", eine meisterhafte psychologische Studie, nun einem deutschen Tonfilm(Tobis) zum Vorwurf diente. Daß er die Tiefe der slawischen Leidenschaften, in die die Personen der Novelle hineingerissen sind, nicht durchmißt, sondern eine andere Ebene für die Darstellung findet, die künstlerisch indessen überaus wertvoll ist, ist verständlich. Unter der Spielleitung von Gerhard Lamprecht ist ein deutscher Tonfilm entstanden, der einen eigenen künstlerischen Ausdruck gefunden hat und ein berühmtes Seitenstück zu der Dosto, jewskischen Novelle bilden wird, die ja nur ein Wegweiser zu diesem Film ist. Eugen Klöpfer spielt den naiven General, der in unschuldsvoller Hilflosigkeit in leidenschaftlichem Wünschen seine gesamte Umgebung in die Netze des Glücksspiels führt. Lida Baarova ist Nina. seine Tochter, die die Ehre des Generals hochhalten will, mit ihrer unschuldigen Seele seltsame Wege geht und ungewollt den Menschen, der ihre Liebe bedeutete, zum leidenschaftlichsten Spieler hinführt. Hedwig Bleibtreu gibt die resolute, eigenartige Schwiegermutter mit ausdrucksvollem Spiel. Hilde Körber und Karl Martell stellen die skrupellosen Hochstapler in eindringlicher Weise dar. Albrecht Schoenhals ist der einzige „Nichtspieler“. herzlich, geistvoll und gewinnend. Hannes Stelzer aber ist als aufstrebender Student, arbeitsamer Sekretär, leidenschaftlich Liebender und verlorener Spieler ein Schauspieler ganz großen Formates. Der Film wird seinen Weg machen! Das Beiprogramm bringt einen künstlerisch hochwertigen Kulturfilm über„ein Buch in Stein.“ Gemeint ist damit der Dom zu Bamberg, der ein Denkmal für deutsche Bau= und Bildniskunst ist und der in seinen steinernen Figuren soviel Aufschluß über deutsche Gestaltungskraft zu geben weiß, wie es ein Buch nicht besser könnte. Die Wochenschau enthält die Bilder von der Eröffnung der Deutschen Buchwoche durch Dr. Goebbels, vom Großbrand in Marseille und anderes interessantes Geschehen des Tages. Fritz W. Deger Inserieren Inserleren Inserleren Inserieren Inserieren Inserieren Inserieren wieder Die Kameradschalt 1017 mmer inserieren! beteiliat sich an der heutigen, Punkt 8 Uhr beginnenden Feierstunde im Gemeindehaus. Mütze, Orden und Ehrenzeichen. DIE HAND SCHIWAS Im Banne indischer Vogis— Eine Erzählung von unerklärbaren Geschehnissen von Alexander von Thayer 3. Fortsetzung Mac Bain war als junger Sublieutnant auf dem Torpedoboot„Mahratta“ eingeschifft, das zu unserem Indien=Geschwader gehörte und damols ständig in Kalkutta stationiert war. Es war eines von den kleinen alten 96=Tonnen=Booten, die nur 20 Meilen laufen konnten. In Kalkutta lernte Mac Bain Carya kennen, ein indisches Mädchen von seltener Schönheit. Sie war auch in unserem Sinne über allen Durchschnitt schön und stammte aus einer der ersten Familien der Stadt, ihr Vater war ein reicher Kaufmann. May Bain und Carya liebten sich mit aller Leidenschaft und Glut, die nur junge, schöne Menschen in solcher Stärke empfinden können. Der Befehlshaber der indischen Streitkräfte sah diesen Beziehungen eine Zeiltang zu, dann dachte er, daß es doch besser wäre, Mac Bain zum ostastatischen Geschwader zu versetzen. Das geschah auch. Nach zwei Monaten, ungefähr Anfang April, kam jedoch Mac Bain plötzlich nach Kalkutta zurück. Er hatte einen einmonatigen Krankenurlaub bekommen, da er an gelbem Fieber mehrere Wochen gelegen hatte. Zwei Offiziere und eine Inderin Inzwischen hatte sich ein indischer Offizier um die junge Carya beworben. Ob. mit oder ohne Erfolg, weiß ich nicht. Jedenfalls schien sich zwischen ihm und Bain eine Todfeindschaft entsponnen zu haben. Der Inder war Lieutnant in einem unserer Grenz=Regimenter gewesen, hatte sich mehrmals im Kampfe gegen tibetanische Grenzstämme bewährt und war mit mehreren Auszeichnungen bedacht worden. Er war an Rang über Mac Bain. Allerdings war er ein Farbiger. Trotzdem wir in unseren indischen Regimentern farbige Offiziere verwenden, sind die gesellschaftlichen Bindungen nicht sehr enge geknüpft. „Lassen Sie das Mädchen“, sagte ich einmal zu Mac Bain im Klub,,„Weiß gehört zu weiß und braun zu braun. Es kommt nichts Gutes aus dieser Geschichte heraus.“ Ich weiß nicht, was es zwischen den beiden gegeben hatte. Eines Tages erschien Carya im Hotelzimmer Mac Bains und beschwor ihn, sofort abzureisen. Der Inder mußte dem Mädchen auf dem Fuße gefolgt sein. Er drang in das Zimmer, es gab die üblichen Wortwechsel, in deren Verlauf Mac Bain eine Reitgerte ergriff und dem indischen Lieutnant damit über das Gesicht zog. Der Inder wurde trotz seiner dunklen Hautfarbe blaß und entfernte sich mit einer Verbeugung vor Carya. Es kam zum Duell, obwohl sämtliche höheren Offiziere Mac Bain zu bedenken gaben, daß Duelle englischer Offiziere streng verboten waren. Aber Mac Bain wußte, daß er dem Inder Genugtuung geben mußte. Der Mann hätte ihn sonst niedergeschossen, wo immer er Mac Bain getroffen hätte. Die Sekundanten der beiden Offiziere vereinbarten die Zeit zur Austragung des Duells. Es sollte mit Pistolen auf zwanzig Schritte geschossen werden. Kugelwechsel bis zur Kampfunfähigkeit eines der Gegner. Am Abend vor dem Duell kam Carya zu Mac Bain.„Du darfst dich nicht schießen", beschwor sie den jungen Offizier.„Heute war ein Yogi bei deinem Gegner. Er hat ihm eine Kugel gegeben, die unfehlbar ins Herz trifft.“ Ich war gerade bei Mac Bain im Nebenzimmer und hörte jedes Wort mit an. „Du bist ein kleines Närrchen", sagte Mac Bain.„Nicht jede Kugel trifft und eine verzauberte Yogikugel um so weniger. Da sind mir die englischen Smith=Patronen schon lieber.“ Duell in Kalkutta Um sechs Uhr früh kam es in einem kleinen Palmenwäldchen zur Austragung des Duells. Es ging um ein Weib, und deshalb wollte jeder das Leben des anderen. Ich sekundierte Mac Bain und stand ungefähr vier Meter von dem Inder entfernt, um nach den Regeln zu beobachten, daß ehrliches Spiel getrieben wurde. Der Unparteiische stellte sich ungefähr in der Mitte, zwanzig Meter außerhalb der Schußrichtung auf und kommandierte: Fertig! Die beiden Duellanten standen mit den Pistolen nach rückwärts, einander die Rücken zugedreht, zwanzig Schritte voneinander entfernt. Eins! kam das nächste Kommando. Der neue Morgen dämmerte bereits herauf, die Läufe der Pistolen waren gut zu sehen. Zwei! Drei! Der Inder hatte den ersten Schuß ausgelöst. Er feuerte und verfehlte sein Ziel. Der nächste Schuß war an Mac Bain. Er richtete die Pistole auf den Inder, hob den Lauf, drückte ab. Auch dieser Schuß versäumte sein Ziel. Jetzt kam wieder der indische Offizier. Auf einmal hob Mac Bain beide Arme und rief mit allen Zeichen des Schreckens: „Der Yogi!“ Dabei zeigte er nach Norden, hinter den Rücken des Inders. Wir warfen unsere Köpfe herum und starrten alle in die angegebene Richtung. Wir konnten nichts sehen, was Mac Bain derart erschreckt haben könnte. Ungefähr 50 Meter von uns entfernt stand allerdings ein Inder in weißem Gewand. Es wird wohl einer der Kutscher gewesen sein, die uns im Wagen zum Palmenwäldchen geführt hatten. Während wir noch in das Dunkel des Palmenhains starrten, krachte ein Schuß. Der Inder hatte geschossen. Der Schuß hatte Mac Bain ins Herz getroffen. Er sank vornüber zu Boden, versuchte, noch im Liegen eine Wurzel zu fassen und sich wieder aufzurichten. Die Wurzel riß aus, Mac Bain stürzte nochmals nieder. Der Arzt beugte sich über ihn. In seiner eingekrampften Hand hielt Mac Bain das holzartige Ding, das wir für eine Wurzel hielten. Ich habe es dann z" mir gesteckt. Mac Bain war tot.“ Damit übergab mir der Oberst jene Wurzel, die Sie, meine Herren, hier auf dem Tische sehen. Sie werden sofort erkennen, daß sie die Form einer kleinen Totenhand mit vier Fingern besitzt. Die Leiche verschwunden! Die Geschichte meines armen Freundes Mac Bain ist aber noch nicht zu Ende. Was sich weiter abspielte, ersehen Sie aus jenem geheimen Bericht an das Kommando der in Indien stationierten Flotte. „An das Kommando des vierten Kreuzergeschwaders.“ Anläßlich der Ueberführung der Leiche des Sublieutnants Mac Bain hat sich folgender Vorfall ereignet: Auf Befehl des Stadtkommandos sollte der Leichnam um fünf Uhr morgens von jener Stelle abgeholt werden, die dem unterfertigten Kommando als Unfallstelle angegeben wurde. Bei der Leiche waren zwei Herren geblieben. Als Captain Malburn mit zwei Unteroffizieren an die bezeichnete Stelle kam, fand er weder die Herren noch den Leichnam. Erst nach längerem Suchen wurden in der Nähe des Strandes die Herren Smithford und Poole gefunden, die übereinstimmend angaben, daß sie durch einige aus dem Walde abgegebene Schüsse veranlaßt wurden, sich auf den Strand zurückzuziehen, auf dem sich der heimtückische Angreifer nicht verbergen konnte. Als wir nun mit den beiden Herren zurückgingen und ich mir die Stelle bezeichnen ließ, wo sie die Leiche des Sublieutnants Mac Bain zurückgelassen hatten, mußten wir die Feststellung machen, daß jemand die Leiche beseitigt hatte! Alle Nachforschungen blieben ergebnislos. In der Nähe arbeitende indische Feldarbeiter wollen niemand gesehen haben. Ein in der Nähe dieser Stelle liegendes Yogikloster wurde von Captain Malburn durchsucht, doch nichts gefunden. Die weiteren Nachforschungen wurden einige Tage später eingestellt. Zur Vermeidung von unerwünschten Gerüchten wurde am 16. April 1903 der leere Sarg mitgallen militärischen Ehren beigesetzt. Gezeichnet: Captain Malburn.“ „Das war das letzte, was ich von meinem Freunde Mac Bain hörte," setzte Captain Farley fort.„Erst ein Jahr später kam ich selbst wieder nach Indien, ich war inzwischen zum Ersten Offizier unseres Kreuzers„Andomeda“ aufgerückt. Es war ein Dezembertag, als wir in Bombay einliefen. Als erster Offizier hatte ich natürlich vollauf mit der Verproviantierung, der Instandsetzung des Außenbordanstrichs und mit den Komplimentierbesuchen zu tun, mußte außerdem den Komandanten vertreten, der auf drei Tage ins Innere des Landes fuhr. Nach der Rückkehr des Kommandanten bekam auch ich ausreichend Urlaub. Ich weiß nicht, was ich damit bezweckte, aber irgendetwas trieb mich dazu, jene Stätte aufzusuchen, auf der ich einmal so glücklich gewesen war. Jene Stätte, an der ich als junger Midshipman mit meinen Freunden an alles eher dachte, als an Yogis, Mord und Wahnsinn. Es war schon spät am Nachmittag, als ich den Schiwa=Tempel betrat. (Schluß folgt.) kannt werden kann.— Sind mildernde Umstände vorhanden, so kann ausschließlich auf die Geldstrafe erkannt werden..." Was die Kostenpflicht anbetrifft, so fallen die Kosten des Verfahrens dem Angeklagten im Falle der Verurteilung zur Strafe zur Last. Wird der Angeklagte freigesprochen, so fallen die Kosten der Staatskasse zur Last. M. 28.„Ich bitte um Angabe eines Mittels, wie man Polstermilben aus einem Zimmer entfernt. Die Polster, die durch Milben behaftet waren, sind vom Fabrikanten durch neue ersetzt worden. Im Zimmer aber zeigen sich noch immer einzelne Milben, wie werde ich dieselben los? —— Dieses Ungeziefer wird am gründlichsten durch eine Ausräucherung des Zimmers, die durch einen Desinfektor vorgenommen werden muß, beseitigt. Sie können auch eines der fertig käuflichen Mittel verwenden, die aber wiederholt und sehr gründlich angewandt werden müssen, wenn die Bekämpfung einen Erfolg haben soll. A. H. P. S.„Wir beabsichtigen in absehbarer Zeit eine Balkanfahrt dürchzuführen. Wir bitten um Auskunft, für welche Länder wir ein Visum benötigen und wo die entsprechenden Konsulate sich befinden?"—— Balkanländer sind: Jugoslawien, Albanien, Bulgarien, europäische Türkei und Griechenland. Ein Visum ist erforderlich für folgende Länder: Albanien(Konsulat, Frankfurt Am falschen Fleck sparen Sie, wenn Sie die Pflege Ihrer Schuhe vernachlässigen. Pflegen Sie Ihre Schuhe mit dem echten, altbewährten Erdal. Der rote Frosch auf der Dose bürgt für die Güte. Trotz des neuen niedrigen Preises ist die ErdalQualität die gleiche geblieben. Die Schuhe halten länger und bleiben länger schön. Schriftliche Anfragen aus unserem Leserkreise werden von uns kostenlos beantwortet. Die letzte Bezugsquittung ist der Anfrage beizulegen. Die Mitarbeit aus unserem Leserkreise ist uns jederzeit erwünscht.— Die Schriftleitung übernimmt für die Auskünfte nur die preßgesetzliche Verantwartung. Welper.„1. Wie entfernt man Fettflecken aus Eichenmöbel? 2. Wie muß es in nachstehender Frage heißen: Ich gratuliere dir oder dich? Ich danke dir oder dich?"—— 1. Behandeln Sie die Stelle mit stark verdünntem Salmiakgeist. Notwendigenfalls muß die ursprüngliche matte Tönung durch einen mit Leinöl getränkten Wolllappen hervorgebracht werden. 2. Es muß richtig heißen: Ich gratuliere dir. E. B. Langenberg.„Wie entferne ich Rostflekken aus hellem Linoleum?"—— Wir empfehlen Ihnen die Anwendung eines fertig käuflichen Rostentfernungsmittels, über dessen Anwendung Sie der Drogist beraten wird. Kleiner Stern.„1. Wie lautet die Anschrift an Rudolf Heß? 2. Wie hoch war die Einwohnerzahl Deutschlands im Jahre 1890? 3. Wann ist der Baldeneysee erbaut worden?"—— 1. Stellvertreter des Führers der NSDAP: München, Braunes Haus; Dienststelle: Berlin W 8, Wilhelmstraße 78. 2. Bevölkerungsziffer im Jahre 1890: 49 428 470. 3. Nach einer Bauzeit von 20 Monaten ist der Baldeneysee in Essen im Jahre 1938 vom Ruhrverband in Betrieb genommen worden. O. K. Ich bin 1933 aus der Schule entlassen worden und führe seitdem, da meine Mutter tot ist, den elterlichen Haushalt. Leider bin ich jetzt gezwungen, mir etwas Geld zu verdienen. Ich möchte deshalb gerne auf irgend einer Fabrik arbeiten. Vom Arbeitsamt wurde mir aber gesagt, daß ich erst mein Pflichtjahr im Haushalt oder in der Landwirtschaft ableisten müsse. An wen kann ich mich wenden, um hiervon befreit zu werden?"—— Das Pflichtjahr ist durch Anordnung vom 15. 2. 1938 nebst Durchführungsverordnung vom 16. 2. 1938 eingeführt worden. Sie können also nicht ohne weiteres von der Ableistung des Pflichtjahres befreit werden, wenn Sie in den in der Anordnung bestimmten Betrieben eingestellt werden wollen. Das Arbeitsamt kann in besonders gelagerten Fällen Ausnahmen zulassen, die im Arbeitsbuch förmlich zu bescheinigen sind. B. L. Ein Untermieter beschwert sich, daß eine berufstätige Frau Sonnabends schon um 6 Uhr morgens die Treppe putzt. Ist er berechtigt, sich beschwerdeführend gegen mich zu wenden wegen ruhestörenden Lärms?"—— Gegen die Treppenreinigung um diese frühe Morgenstunde kann ein Einwand nicht erhoben werden, es sei denn, daß damit solche Geräusche verbunden sind, daß sie die Ruhe der übrigen Hausgenossen stören. Wird also die Arbeit mit der nötigen Rücksichtnahme ausgeführt, so kann sie nicht untersagt werden. Radio.„1. Meine Braut hat ihrer Mutter ein Radio geschenkt. Darf dieselbe den in einem ihrer Zimmer so aufstellen, daß ich ihn in meinem Laden sehr gut hören kann? Ich habe als Ausgleich den Apparat an meinen Zähler angeschlossen? Kann die Mutter außerdem die Kopfhörer, die sie sonst hatte, noch beibehalten, oder muß sie dies anmelden? 2. Ich esse gerne Weintrauben. Ist es nun ungesund, wenn man die Kerne bzw. Schale mitißt? 3. Wonach richtet sich die Höhe des Ehestandsdarlehns(nach der Höhe des Umsatzes oder nach der Einkommensteuers?"—— 1. und 2. Hiergegen ist nichts einzuwenden, wenn die Empfangsanlage ordnungsgemäß auf den Namen der Mutter angemeldet und genehmigt ist. 3. Sie können Schalen und Kerne ruhig mitessen, wenn Sie davon keine Beschwerden haben. 4. Grundsätzlich können Ehestandsdarlehen in Höhe von 1000 RM. gewährt werden, wenn die Eigentums= und Vermögensverhältnisse der Antragsteller eine Rückzahlung in dieser Höhe zulassen. Im übrigen bemißt sich im Einzelfall die Höhe danach, was ein Ehepaar gleichen Standes bei Gründung eines Haushalts nach den ortsüblichen Verhältnissen für den Erwerb von Möbeln und Hausgerät aufzuwenden pflegt. Neubau.„Besteht seitens des Vermieters ohne weiteres ein Kündigungsrecht von Wohnungen in Neubauten, die am 1. Oktober 1937 bezugsfertig waren?"—— Die bis zum 1. 12. 1937 bezugsfertig gewordenen Neubauten unterliegen gemäß der Ausführungsverordnung vom 4. Dezember 1937 dem Kündigungsschutz des Mieterschutzgesetzes. Der Vermieter kann also nur gerichtlich kündigen und Aufhebungsklage erheben, wenn einer der Gründe vorliegt, die im Mieterschutzgesetz aufgezählt sind(unangemessener Gebrauch des Mietraums, Belästigung des Vermieters durch den Mieter oder einen Familienangehörigen des Mie. ters, Untervermietung ohne Erlaubnis, erheblicher Mietrückstand, Eigeninteresse, Eigenbedarf des Vermieters). Dazu kommt als weiterer Mietaufhebungsgrund, die Weigerung des Mieters, eine vom Reichskommissar für die Preisbildung oder der von ihm beauftragten Stelle genehmigte Mieterhöhung anzuerkennen. Boden.„Die Treppenstufen zum Boden in unserem Hause, auf welchem die Wäsche der Mieter zum Trocknen aufgehängt wird, befinden sich in einem vernachlässigten Zustand. Sie sind keilweise ausgetreten, so daß bei der Enge der steilen Holztreppe die Gefahr besteht, daß jemand sich durch Sturz einen schweren Unfall zuzieht. Wer ist in einem solchen Falle haftbar?"—— Der Hauseigentümer ist für den verkehrssicheren Zustand der Treppen in seinem Hause haftbar. Kommt also einer der Hausbewohner durch den schlechten Zustand der Treppe zu Fall, so ist der Hauseigentümer für den Schaden haftbar. Streitfrage. Wenn ein Ausländer die deutsche Staatsangehörigkeit erwerben will, sagt man dann„neutralisieren" oder„naturalisieren"?—— Naturalisieren. Perules 100.„Wie hoch belaufen sich die Postgebühren für einen kleinen Volksempfänger (35 RM.)?"—— Die Gebühr beträgt wie bei allen Rundfunkapparaten monatlich 2 RM. 100.„Kann ein Kunde, der mir 80 RM. schuldet und verzogen ist, von mir auf Betrug ver klagt werden? Welche Kosten würden mir bei einer Verklagung entstehen und wie hoch würde für den Kunden die Strafe werden?"—— Sie können Betrugsanzeige erstatten, müssen natürlich den Nachweis der Betrugsabsicht erbringen. § 263 StGB. bestimmt:„Wer in der Absicht, sich oder einem Dritten einen rechtswidrigen Vermögensvorteil zu verschaffen, das Vermögen eines anderen dadurch beschädigt, daß er durch Vorspiegelung falscher oder durch Entstellung oder Unterdrückung wahrer Tatsachen einen Irrtum erregt oder unterhält, wird wegen Betruges mit Gefängnis bestraft, neben welchem auf Geldstrafe sowie auf Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte era. M. Mainzer Landstraße 116. Visumgebühren: Visum für ein Jahr, das zu einer einmaligen Ein= und Ausreise berechtigt, 20 Goldfr., für eine einmalige Reise 10 Goldfr.), Bulgarien(Generalkonsulat, Dortmund, Körnebachstraße 1. Visumgebühren: 32,80 RM. für eine einmalige Einreise und Durchreise während drei Monaten), Griechenland(Duisburg, Düsseldorfer Str. 211. Visumgebühren: Durchreisevisum 0,85 RM.) und Türkei(Konsulat in Köln, Zeppelinstr. 9. Visumgebühren: Durchreisevisum 4,60 RM., Einreisevisum 11,50 RM.). Zeitschrift.„Ich habe im vergangenen Monat, ohne die Einwilligung meines Mannes einzuholen, eine Zeitschrift bestellt und meine Unterschrift gegeben. Nun habe ich Unannehmlichkeiten mit meinem Mann darüber gehabt und deswegen die Zeitschrift wieder abbestellt. Die Firma verlangt nun, daß ich die Zeitschrift nehme?"—— Sie sind zur Abnahme der Zeitschrift verpflichtet, wenn Sie die Bestellung für sich selbst vorgenommen haben. Anderenfalls setzen Sie sich der Gefahr aus, daß die Firma gegen Sie klagbar vorgeht. Wenn Sie die Zeitschrift nicht für sich selbst, sondern für Ihren Ehemann bestellt haben, hat dieser hierfür nicht aufzukommen, denn der Rahmen der Schlüsselgewalt im Sinne des Par. 1357 BGB umfaßt nicht auch die Bestellung einer Zeitschrift. Dies muß vielmehr dem Ehemann persönlich vorbehalten bleiben. Altbau.„Wenn in einer Altbau=Wohnung ein Teil der morschgewordenen Zimmerdecke herunterbricht und die Möbel des Mieters dadurch beschädigt werden, hat dann der Vermieter den entstandenen Schaden zu ersetzen?"—— Der Vermieter ist gemäß§ 536 BGB. verpflichtet, die vermietete Wohnung während der Mietzeit in einem zum vertragsmäßigen Gebrauch geeigneten Zustand zu erhalten. Wenn der Mieter den Vermieter vergeblich aufgefordert hat, Vorkehrungen gegen einen Schaden zu treffen, bzw. Mängel beseitigen zu lassen, ist dieser für den dadurch entstehenden Schaden dem Mieter gegenüber haftbar. A. D. 310.„An welche Stelle habe ich mich zu wenden, wenn ich die Laufbahn eines Zahlmeisters oder eines Beamten bei der Wehrkreisverwaltung einschlagen will?"—— Wir empfehlen Ihnen, sich durch das zuständige Wehrkreiskommando in Bochum ein Merkblatt zu beschaffen, aus dem Sie alles Wissenswerte ersehen können. W. B. Der Gebrauch des Motors kann nicht verboten werden. Sie können auch nicht ohne weiteres den Mehrverbrauch an Wasser umlegen, sondern müssen gemäß der Preisstopverordnung die Genehmigung der Preisbildungsstelle(Landrat bzw. Oberbürgermeister) beantragen. Eine Mieterhöhung wird aber entsprechend den Richtlinien nur dann genehmigt, wenn sie notwendig ist, um einer unwirtschaftlichen Wasserverschwendung vorzubeugen. Dr. Fanzer und seine Kinder Originalroman von Gert Rothberg 11. Nachdruck verboten. „Du hast recht, Bruder, auch das ist eine schöne, große Aufgabe". Doktor Franzen sah dem Bruder in das harte, braune Gesicht. Wenn der so dachte, dann mochte Erich mitgehen. Er konnte in einem Jahr nachreisen, wenn er wollte! Das Vaterland würde ihn nicht verlieren. An einem der nächsten Sonntage besuchten die Eltern und der Onkel ihn in seiner Garnison. Ob er zum Onkel nach Australien wollte, fragten sie ihn. Seine Augen blitzten froh. Jetzt wurde Wirklichkeit, was er sich immer gewünscht hatte. „Du wirst aber schwer arbeiten müssen, mein Junge", gab der Onkel noch zu bedenken. *„Ist mir gerade recht so", lachte Erich froh. Dann aber wurde der Ausdruck seines frischen Gesichts bedrückt. Er dachte an die Friedel daheim. Ach was! Farbe bekennen! Und zwar sogleich! „Onkel, ich habe ein Mädel lieb“. Der Onkel wurde ernst; der Vater blickte seinen Sohn erstaunt an. Endlich raffte er sich zu den Worten auf: „Du auch? Ihr fangt zeitig an, das kann man wohl sagen. Bei Max fand ich es verständlich, wenn er sich sein Glück schon jetzt sicherte, aber du hast doch noch viel Zeit". „Ich hätte ja auch noch nichts gesagt. Doch wenn ich nach Australien gehe, muß vorher alles, ins reine kommen. Ich habe die Friedel lieb, und ich glaube, Mutter hat das schon gemerkt“. „Die Friedel? Unsere Friedel daheim? Hm! Man weiß als Mann in seinem eigenen Hause nicht Bescheid“, meinte Doktor Franzen sinnend. Sie lachten alle drei. Ueber Erichs Zukunft war nun also auch entschieden. Der Junge konnte ja von Glück sagen. Er würde des Onkels kleine Besitzung erben, während er sich hier in der Heimat noch viele Jahre hätte gedulden müssen, ehe er daran denken konnte, eine kleine Bauernwirtschaft zu kaufen. So war denn doch wohl gut, wenn sie ihn ziehen ließen" Und Friedel würde mit ihm gehen, Erich wußte das heute schon, ohne daß er sie erst lange zu fragen brauchte. Sie wissen alle ganz genau, was sie wollen, ich brauche mich nicht um sie zu sorgen, ging es dem Vater durch den Sinn, als er am Abend im Bett lag und noch einmal den Tag an sich vorbeiziehen ließ. Mit sechsen hatte man eigentlich, wenn man es genau nahm, weniger Sorgen als andere Leute mit einem Kind. Die sechse lernten beizeiten das Leben begreifen, erzogen sich von klein auf gegenseitig und reiften zu ordentlichen und brauchbaren Menschen heran, ohne daß man viel dazu zu tun brauchte. Doktor Franzen schlief mit einem/ glücklichen Lächeln ein. Seine sechse! Noch in den Traum hinein begleitete ihn seine tapfere Schar. 7. Kapitel Hanna war nun auf der Kinderstation. Das kleine Volk hing mit Zärtlichkeit und Liebe an ihr. Kam einmal ein störrisches Kind, dann dauerte es nicht lange, bis es sich einfügte und keine Ausnahme mehr machte. So gut verstand Schwester Hanna mit Kindern umzugehen. Sie war nun noch mehr beschäftigt als früher, aber es machte ihr nichts aus. Manches dankbare Elternpaar bat sie, sie doch einmal zu besuchen. Voll seliger Freude drückten sie ihr Kind an sich, das ihnen durch aufopfernde Pflege der Schwestern und die große Kunst des Arztes erhalten worden war. Schwester Hanna aber schlug alle solche Einladungen aus. Mit einem lieben Lächeln tat sie es, so daß man ihr nicht gram sein konnte. Und mit demselben gütigen Lächeln wendete sie sich dann einem anderen kranken Kinde zu, das ihre Hilfe und Pflege brauchte. Professor Helmers beobachtete fortgesetzt heimlich die junge Schwester. Die Liebe in seinem Herzen wurde stärker, inniger. Doch die Scheu vor einem zweiten Irrtum konnte er immer noch nicht überwinden. Sein Dasein hatte jedenfalls plötzlich einen neuen Inhalt bekommen, obwohl er von der Erfüllung seiner Wünsche nach wie vor gleich weit entfernt war. Nach außen hin war er der kühle, sachliche Arzt, der mit kritischen Augen die Leistungen der Schwestern überwachte. Im Innern aber stieg die Sehnsucht nach Liebe und Glück, stieg das Verlangen nach eigenen Kindern beinahe ins Unermeßliche. Nicht nur, daß die Behandlung und die Pflege der kleinen Kranken ihre ganze Kraft und Aufopferung beanspruchten, nein, manchmal mußte sie auch noch mit unvernünftigen Angehörigen rechnen. Die Väter der kleinen Kranken fügten sich wohl in das Unvermeidliche, aber die Mütter glaubten oft, für sie müsse eine Ausnahme gemacht werden. Jede meinte, sie liebe ihr Kind am meisten und könne nicht von seinem Krankenbettchen weichen. Häufig verwechselten diese Mütter Eitelkeit mit wahrer Liebe, denn die wünscht niemals etwas für sich selbst und ist aufopferungsfähig. Sie aber dachten nur an ihren Schmerz und erwarteten, daß alle Welt Rücksicht darauf nehme. So war es auch an einem wundervollen Hochsommermorgen wieder. Ein kleines Mädchen war mit einer schweren Blinddarmentzündung ins Krankenhaus eingeliefert worden. Sie hieß Christa Möller, war erst drei Jahre alt und hatte ein blond umrahmtes liebreizendes Gesichtchen. Die Krankheit war schon so weit vorgeschritten, daß nur noch eine Operation Rettung bringen konnte. Die Eltern waren außer sich vor Sorge und Leid. Sie warteten in der Halle, und der Mann hatte die fassungslose junge Frau zärtlich in seine Arme genommen. „Professor Helmers ist berühmt. Es wird alles gut gehen. Beruhige dich doch. Ich bitte dich". Doch die junge, blonde Frau nahm sich nicht zusammen, sie weinte und klagte weiter. Hanna sah sie mit großen Augen an. Sie empfand mit ihr. Es mußte schwer sein, einen solchen Kummer gefaßt zu tragen. Man durfte in diesem Fall nicht allzu streng urteilen. Die Operation war gut verlaufen. Der Professor war ein paar Minuten für die Eltern in seinem Zimmer zu sprechen. Er hatte schon eine schwere Magenoperation hinter sich und war reichlich müde und überanstrengt. Dennoch stand er höflich Rede und Antwort. „Wird mein Kind auch die beste Pflege haben?“ fragte die junge Mutter eindringlich. „Ja, es wird alles für das Kind getan werden. Schwester Hanna wird es pflegen. Sie wird von allen Kindern nur die gute Tante Schwester genannt". „Nun, dann wird es mein Kind ja wohl gut bei ihr haben. Und dableiben darf ich wirklich nicht?“ „Nein! Ich kann keine Ausnahmen gestatten. Sie dürfen aber jeden Tag ein paar Minuten lang Ihr Kind sehen. Sie müssen damit einstweilen zufrieden sein". „Wir danken Ihnen von ganzem Herzen, Herr Professor, Ihre Kunst wird uns unser Kind erhalten". Noch ein Händedruck, der Arzt war allein. Er setzte sich in seinen Sessel vor dem Schreibtisch und stützte die Stirn in die Hand. Das war eine anstrengende Geschichte gewesen. Die Sache sah sehr ernst aus. Er hatte den Eltern verschwiegen, daß man noch jetzt nicht sagen konnte, wie die Krankheit weiter verlaufen würde. Oft wurde eben doch zu lange gewartet, ehe man sich entschloß, den Arzt zu rufen. Vielen Menschen kostete diese Saumseligkeit das Leben. Nachher, wenn es zu spät war, erwartete man Wunder von der Kunst des Arztes. Selbstverständlich hatte er alles getan, was noch getan werden konnte, und er hoffte, daß es ihm gelungen war, das Mädelchen zu retten, aber mit Sicherheit konnte er es nicht behaupten. Schwester Hanna würde das ihrige dazu tun, damit die Kleine den Eltern zurückgegeben werden konnte. In bessere Hände hätte man das kranke Kind gar nicht geben können. Was für eine ungebärdige, junge Frau war doch die Mutter des Kindes! Wenn seine lieben, tüchtigen Schwestern hier nicht bessere Nerven hätten, als die Mütter im allgemeinen, wäre es schlimm um die kleinen Kranken bestellt. Mancher Mutter würde guttun, wenn sie vor der Heirat in eine strenge Erziehung genommen worden wäre. Eigentlich hätte sich Doktor Helmers nun ein Weilchen ausruhen sollen, denn nachher mußte er seine Kranken wieder besuchen, und dann war er vielleicht für heute frei. Die Sorge um die kleine Christa ließ ihn aber noch nicht zur Ruhe kommen. Er mußte Schwester Hanna noch einige Verhaltungsmaßregeln geben, um alle Möglichkeiten einer Verschlimmerung im Zustand des Kindes auszuschalten. Er ging in das kleine, helle Zimmer, in dem Christa Möller lag. Sie war noch nicht zur Besinnung gekommen. Die nächsten Stunden schon würden über das Leben des Kindes entscheiden. „Schwester Hanna, ich möchte Ihnen doch noch einige Anweisungen geben. Sie wissen, dieser hier ist sehr ernst. Haben Sie genügend geschlafen? Sie müssen gut bei Kräften bleiben. Diesen exsten Tag wüßte ich Sie gern ganz bei der kleinen Kranken. Nachtwache hat Schwester Renate. Schreiben Sie sich also, bitte, auf, was zu beachten ist“. Das Diktat war kurz. Hanna nahm mit ganzer Aufmerksamkeit die Anordnungen entgegen. Der Professor fühlte noch nach dem Puls des Kindes, dann nickte er der Schwester zu und ging Drnaug Hanna hatte wieder ihren Platz am Bett eingenommen. Sie sah aufmerksam in das Kindergesicht, das wächsern und schmal in den Kissen lag. Und wie immer war auch jetzt die Liebe zu diesem fremden Kind in ihrem Herzen, diese rätselhafte, große Liebe zu einem kleinen Menschlein, das sie nie zu vor gesehen hatte. Ein Kind! Welch ein Geschenk! Wie konnte man den Schmerz der Mutter verstehen! Immer wollten sich die Mütter nicht von den Kindern trennen, sie wollten sie am liebsten selbst pflegen, wollten jeden Atemzug ihrer kleinen Kranken bewachen. Aber es mußte ihnen untersagt werden. In einem Krankenhaus herrscht strenge Ordnung, Ausnahmen können nicht zugelassen werden. Deshalb hatte auch die Mutter dieses Kindes nicht dableiben dürfen. Sicher hatte es noch nicht viele Wünsche im Leben der jungen Frau gegeben, die ihr nicht erfüllt worden waren. Nun hatte sie fassungslos und auch ungebärdig vor der Tatsache gestanden, daß man sie heimschickte. Aber es war gut so. Einem schwer kranken Kinde mußte jede Aufregung ferngehalten werden. Und hier war es ja gut aufgehoben. Hannas Gedanken folgten dem Chefarzt. Wie hatte Schwester Lucie neulich gesagt? „Die Frau, die diesen Mann verlassen konnte, muß nicht gewußt haben, was sie tat. Welches Glück muß es sein, die Frau eines solchen Mannes zu sein, von ihm geliebt zu werden!“ Schwester Hanna griff nach ihrem Buch; sie wollte lesen, aber ihre Gedanken irrten ab. Sie dachten an den vergangenen Abend, den sie mit den Schwestern, die Freizeit hatten, im Gemeinschaftssaal verbracht hatte. Oberschwester Emilie strickte emsig. Schwester Karla spielte Klavier. Jede war beschäftigt. Die Oberin kam herein. Sie lächelte gütig und setzte sich in den Sessel unweit des Klaviers. Beethoven! Ihr Lieblingsmeister! Still saß sie da und lauschte andächtig auf die Klänge. Sie war eine gütige, mütterliche Frau, wie alle älteren Schwestern, und ohne Wünsche für sich selbst. Bloß in den jüngeren rumorten noch Sehnsüchte. Sie würden gern heiraten, wenn sich die Gelegenheit böte, hatten sie sich gegenseitig gestanden. Schwester Hanna beteiligte sich nie an solchen Gesprächen. Sie wurde deswegen zuweilen geneckt. Aber es machte ihr nichts aus. bin zufrieden hier. Meine Arbeit ist mein ganzes Glück“, hatte sie einmal gesagt, und da hatten die Schwestern ein bißchen ungläubig gelächelt. Hanna sah träumend durch das Fenster hinaus, wo die Sonne hell auf die regennassen Zweige eines großen Lindenbaumes schien. Das Kind regte sich. Sofort war von Schwester Hanna die Versonnenheit abgefallen. Sie ließ keinen Blick mehr von der kleinen Kranken. Jetzt waren alle anderen Gedanken ausgeschaltet, jetzt war nur die Pflicht da, der Dienst! Das Kind drehte den Kopf hin und her und öffnete die Augen ein klein wenig. „Mutti!" „Die Mutti ist da. Schlaf noch ein bißchen, Christa". Hannas Hände glitten zärtlich über den blonden Lockenkopf des Kindes. Gehorsam schloß die Kleine die Augen. Ihre Hände waren heiß. Der Atem ging rasch und leise röchelnd. Schwester Hanna hörte aufmerksam auf jedes Geräusch und befolgte die Vorschriften des Professors. Jeder Griff, jede Bewegung bei ihr waren geschult, und nichts lenkte sie von ihren Pflichten ab. Nach Stunden löste die Nachtwache=Schwester Hanna ab. Der Oberarzt kam. Er hatte Stationswache. Sein Blick streifte Schwester Hanna, als sie ihm über den Zustand des Kindes einige Erklärungen gab. Er gab der Nachtschwester die nötigen Weisungen und ging mit Schwester Hanna hinaus. „Anstrengende Sache, ja?" „O nein, Herr Obexarzt. Ich wäre gern die Nacht auf meinem Posten geblieben, aber leider geht das nicht, „Nein, das geht nicht. Ist auch gut so. Sonst würde ihre Kraft zu sehr beansprucht werden. Das darf nicht sein. Sie sehen überhaupt blaß aus, Schwester. Kommen wohl wenig an die Luft?“ „Ich habe doch meine Freizeit, Herr Oberarzt. Ich liebe die Natur und bin viel draußen“. „Sie lieben auch die Natur? Großartig! Ich auch! Man müßte mal zu zweien wandern... Er brach ab. Den langen Gang herauf kam der Chefarzt. Seine scharfen Augen musterten die beiden. Sein fragender Blick ging von einem zum andern.— „Ablösung? Alles in Ordnung?“ „Jawohl, Herr Professor, alles in Ordnung“, meldete der Oberarzt. Sein Gesicht war rot und aufgeregt. Es war aber auch zu dumm! Mußte denn der Professor gerade jetzt kommen, wo man den Mute gefunden hatte, mit Schwester Hanna mal ein paar persönliche Wort zu reden? Wer weiß, wann das nun wieder einmal so passen würde! „Ich danke Ihnen“. Der Chefarzt ging weiter. Gerade auf die Tür zu, hinter der die kleine Christa Möller in ihrem Bett lag. Was ist denn los? Das sieht doch beinahe wie Mißtrauen aus? dachte der Oberarzt Hanna war sein bestürzter Blick nicht entgangen. Sie erriet seine Gedanken und wollte ihn beruhigen. „Der Herr Professor ist schon öfter zu irgenöeiner Stunde herübergekommen, wenn er einen Kranken operiert hatte", sagte sie. „Ja, stimmt. Ich hatte das in der Ueberraschung ganz vergessen“. Hanna reichte ihm die Hand. „Schlafen Sie gut. Schwester Hanna! Morgen haben Sie wieder anstrengenden Dienst“, verabschiedete sich der Oberarzt und ging rasch davon. Nach dem Abendessen wollte Hanna noch einen Rundgang durch den Anstaltsgarten machen. Man konnte so herrlich schlafen, wenn man vorher noch ein bißchen frische Luft einatmete. Dann war man zum Dienst am Morgen wieder gesund und munter und konnte die Anstrengungen leicht ertragen. Der Regen hatte den Garten erfrischt. Leise tropfte es noch von den Bäumen und vom Gesträuch. Die Luft war würzig. Hanna sog sie tief in die Lungen ein. Ein paar naß gewordene Spatzen saßen auf einem Mauervorsprung und schimpften, aber es klang schon schwach und verschlafen. Der Kies knirschte unter Hannas leichtem, flottem Schritt. Eben ging sie schon zum dritten Mal an dem alten Pan vorüber, der in seiner Nische von blühendem Gesträuch und von großblättrigem Efeu umgeben war. Zum Hinsetzen war es zu kühl geworden, auch waren die Bänke naß. Hanna lief lieber noch ein Stück. Fortsetzung folgt. Schneider Gottliebs Primelstock Von Max GRAF Der Schneider Gottlieb Pinda war um einer klagbaren Schuld willen in den Kotter gesteckt worden. Er tat darob keineswegs verzweifelt, im Grunde gefiel es ihm ganz gut so. Der kalte Nordost zerpflückte das schadhafte Dach seiner Hütte, das Brot im Kasten und das Schmalz im Hafen war kläglich dahingeschwunden. Hier im Kotter aber lebte sich's gut, ja reichlicher als es sein zusammengeschnurrter Magen gemeinhin gewohnwar. Ueberdies hatte man ihm etliche alte Röcke zum Ausflicken gegeben, so daß auch seine unstäten Finger ihr Genüge fanden. Die Sehnsucht nach Freiheit aber war ihm fremd; ihm galt es gleich, ob er hinter seinem eigenen zersprungenen Fensterglas oder dem vergitterten des Dorfgefängnisses Stich bei Stich setzte— ein Stück Himmelblau und einen schwanken Baumzweig konnte sein Blick hier wie dort erhaschen. Und viel mehr hatte Gottlieb Pinda zeitlebens von dieser Welt weder zu sehen verlangt noch zu sehen bekommen. Als der Schneider in den Kotter gewandert war, hatte noch das grüne Laub an den Bäumen geleuchtet. In einer einzigen stürmischen Nacht war es Herbst geworden. Der Schneider ersah es verwundert, und er freute sich, daß er so warm saß. Plötzlich mußte er an den Primelstock in seiner Stube denken, der sein gerechter Stolz und sein ganzes Glück war. Er hatte ihn noch zuvor reichlich getränkt und sorgsam ins helle Licht gerückt, auf daß er ihn nach seiner Rückkunft bei bestem Wohlsein anträfe. Mit diesem frühen Frost hatte er dabei freilich nicht gerechnet. Wenn er nun in der ungeheizten Stube, dicht hinter der schlechten Fensterscheibe, erfror? Die Angst stieg dem Schneider heiß ins Herz. Am andern Morgen bat er den Wärter, als ob dies die selbstverständlichste Sache von der Welt wäre:„Petermann, laß mich für eine Stunde heraus, ich will nur eben nach meinem Primelstock sehen!" „Du bist verrückt, Schneider?" knurrte Petermann, der an einen Scherz glaubte, setzte die Morgensuppe hin und schlurfte hinaus. Am Mittag wiederholte jedoch der Schneider sein Anliegen auf dringlichere Weise, und er faltete vor Verzweiflung die Hände, als wollte er zu einem der sieben Nothelfer beten. Jetzt merkte Petermann wohl, daß es ihm ernst sein mußte. Aber er lachte laut.„Nein, mein Lieber, so einfach geht das denn doch nicht! Das gäbe ja eine saubere Zucht hier Da wollte heute einer seinen Schatz besuchen und morgen, ein anderer sein Säulein verschachern. Da mußt du dich schon gedulden, bis deine Zeit um ist, eher kommt hier keiner heraus." Gottlieb Pinda blieb in düsteren Gedanken zurück. Die ganze wohlbedachte Schöpfungsordnung schien ihm mit einem Male umgestürzt. Er hatte seine Armut und manche Kränkung, die damit verbunden war, nicht als unbillig empfunden, er war sich der täglichen Plage um kargen Lohn kaum bewußt geworden. Daß aber ein zarter, herrlich blühender, ganz und gar unschuldiger Blumenstock sich zu Tode frieren mußte— das wollte ihm nicht eingehen. Recht schien ihm in Unrecht und Gesetz in Sinnlosigkeit verkehrt. Sollte denn die Primel büßen, was er verschuldet hatte? Nein! Unmöglich! Da mußte eben Gewalt vor Recht gehen. „Bis zum Abend hatte sich der Zorn des Schneiders zu mordlustiger Empörung gesteigert.„Du willst mich also wirklich nicht für ein Stündchen herauslassen? Auch nicht, wenn ich dich— ein Christenmensch den anderen— inständig darum bitte?“ fragte er den Wärter mit scheinheiliger Ruhe. „Nein!" sagte Petermann.„Ich kenne meine Vorschriften, und ich handle danach. Und damit basta." Da fuhr die blinde Wut in den Schneider.„Vorschriften? Basta?" zeterte er.„Du Teufel. Aus einem Sämling hab' ich ihn gezogen, die grünen Läuse und eine Blattkrankheit hat er glücklich überstanden! Alle Nachbarinnen neiden mir diese Blüten, die wie Gewächse aus eines Sultans Garten leuchten! und das alles soll verderben? Es wird nicht, sag' ich dir!" Und ehe der verdutzte Wärter sich's versah, sprang der Schneider, ein Kerlchen wie ein Handschuh, ihn an und schlug mit beiden Fäusten auf seinen mächtigen Schädel ein. Petermann stellte gelassen den Wasserkrug zu Boden. Dann lupfte er mit einer Hand den tollgewordenen Schneider am Hosenbund empor, wirbelte ihn ein paarmal wie ein leeres Stoffbündel durch die Luft und setzte ihn dann so unsanft ab, daß er feurige Sterne tanzen sah. „Pinda, altes Kamel!“ sagte er gemütlich.„Willst du dich durchaus unglücklich machen? Dienst ist Dienst. Daran ist nun einmal nicht zu rütteln. Es steht aber nirgends geschrieben, daß es dem Wärter Petermann untersagt ist, den Primelstock des Deliquenten Pinda in seiner eigenen warmen Stube zu hegen. Und ob der Petermann das will - das hängt ganz und gar von deiner eigenen Vernunft ab!“ „Oh!" stammelte der Schneider verwirrt, und das Strohfeuer seines Zorn verflackerte so jäh, wie es aufgeflammt war.„Das willst du wirklich für mich tun?" „Na ja!" knurrte Petermann.„Wo hältst du denn den Schlüssel zu deinem Palast verborgen?" „In der Dachtraufe, gleich über der Tür!" sagte der Schneider kleinlaut.„Aber stoß auch nicht zu hart an die Blätter, sonst bekommen sie braune Ränder! Und Gott vergelt dir's tausendmal, Petermann!!“ rief er ihm noch durch die Tür nach. Hundert Atemzüge später lag der Schneider Gottlieb Pinda auf seinem Strohsack, glücklich und zufrieden wie ein Kind, das sein Nachtgebet beendet hat. So nahe hausen mitunter Narrheit und Güte in einem Menschenherzen zusammen, und so leicht vermag ein verständiger Nächster diese zu wecken und jene im Zaum zu halten. Deeimal 9. Novemder 1915— 197— 1938 1918: Von Unterständen und Schützengräben kann man kaum mehr reden an der vordersten Frontlinie des deutschen Heeres im November 1918. Tag und Nacht und Nacht und Tag hat die Feuerwalze des Gegners getrommelt mit den schwersten Brocken, und der bombensicherste Unterstand ist nur noch ein Schutthaufen von Eisenträgern, zusammengebrochenen Balken, geborstenen Betondecken, zerfetzten Wellblechdächern. Der vorderste Graben: das sind jetzt die Sprengtrichter der schweren Granaten, ist eine Kraterlandschaft, die Stunde um Stunde ihr Antlitz wechselt. Aber in den Trichtern, in Dreck und Lehm, in Nässe, Kälte und Blut, da hockt die deutsche Front. Drei Mann in diesem Trichter, zwölf in jenem. Der Hunger wühlt in den Eingeweiden, die Kälte reißt in den Gliedern, schlaflose Nächte und Spuren des letzten Gasbeschusses brennen in rotgesprenkelten Augen, die unablässig feindwärts starren, unablässig die hundert Meter Niemandsland absuchen, die sich breiten zwischen dem eigenen Granatloch und der drohenden Linie der anderen. Nicht mehr wohnt in den Trichterfeldern der Jubelsang der Begeisterung, mit der im Herbst 1914 die Regimenter der Siebzehnjährigen in Flanderns Gräber stürmten. Aber noch lebt an der Front das Gefühl für Pflicht und Ehre, noch lebt das Gewissen des deutschen Frontsoldaten, drückt ihm das Gewehr in die froststarre Hand gegen eine Uebermacht an Menschen und Material, die zum Verzweifeln stimmt. Die Front aber hält. Anders die Heimat. Feiste Kriegsgewinnler wittern schon ein neues Geschäft: die Revolution. Die Nachtbars der Großstädte sind überfüllt von Schiebern,„Unabkömmlichen“ und Juden. Die Ghettos der ganzen Welt scheinen wie auf ein geheimes Zauberwort hin ihren Abschaum nach Deutschland gespieen zu haben. Ungewaschen, dafür aber nach letzter Mode gekleidet, sind die Juden überall und nirgends, haben keine feste Beschäftigung, sind aber doch den ganzen Tag geschäftig. Und die deutsche Regierung? Am 4. November 1918 erhielt die deutsche Hochseeflotte den Befehl, aus dem Hafen von Kiel auszulaufen, um die englischen Truppentransporte über den Kanal zu stören und dem Westheer die Flanke zu decken. Die Flotte läuft nicht aus, da die Heizer die Feuer aus den Kesseln reißen, verhetzte Matrosen die Reichskriegsflagge niederholen und dafür die roten Lappen Moskaus hissen. Die Heeresleitung verlangt energisches Durchgreifen gegen die Meuterer, die„Regierung“ tut es auf ihre Weise, schickt statt einiger zuverlässiger Kompanien Frontsoldaten einen sozialdemokratischen Abgeordneten nach Kiel zu Verhandlungen. Zwei Tage darauf muß sich diese„Regierung" von einem galizischen Juden namens Kurt Ei ner drohen lassen, die„Republik Bayern" erwäge, die„diplomatischen Beziehungen zu Ber lin abzubrechen“. Eisner hatte sich inzwischen in München als Moskauer Unterfilialleiter und bayerischer Ministerpräsident etabliert. Einen weiteren Tag später, am 9. November, klettert Philipp Scheidemann in Berlin auf die Brüstung eines Fensters der Reichskanzlei, ruft die Republik aus und kreischt sein hysterisches Wort in die Menge:„Das Volk hat auf der ganzen Linie gesiegt.“ Die breiten Massen wollten ja gar keine Revolution, hatten weder ein politisches Ziel, noch standen sie im Banns einer neuen Weltanschauung, sie waren nur verhetzt und wollten, statt Neues zu schaffen, das Alte liquidieren. Erbärmlicher und würdeloser ist noch kein Volk seinen eigenen Soldaten in den Rücken gefallen, die zur selben Stunde noch am Feinde lagen. 1923; Fünf Jahre sind vergangen seit der Novemberrevolte, fünf Jahre, die Deutschland in das grauenhafteste Elend, die größte Mißwirtschaft auf allen Gebieten des völkischen und staatlichen Lebens gestürzt haben. Das Volk ist verelendet, ausgehungert, von einer betrügerischen Inflation, wie sie die Weltgeschichte noch nicht kannte, um seine letzten Ersparnisse, seine letzten Existenzmittel gebracht. In den Großstädten sind es ganze Häuserviertel, die über Nacht den Besitzer gewechselt haben. Die neuen Herren— deutscher Geldadel von 1923 — sind vor wenigen Jahren erst eingewandert aus Galizien und Polen, als einziges Besitztum einen schmierigen Pappkarton in den weiten Falten ihres speckigen Kaftans. Es ist die Zeit, da man im Totalausverkauf der deutschen Republik für ergaunerte amerikanische Dollars und englische Pfundnoten alles haben kann: Staatsämter, Doktorentitel, Direktorenposten und Liebe. Dem Aufbau dieser Republik würdelosester Knechtseligkeit sollen an den Fronten des Großen Krieges zwei Millionen deutscher Männer ihr Leben geopfert haben? Ein Wetterleuchten zuckt manchmal auf, schreckt die Inflationsschwindler aus dem orgiastischen Taumel ihrer Raffgier. Während ein Volk in seiner Schmach versinkt, kündigt sich das andere Deutschland an. Im Baltikum und in Oberschlesien, im Ruhrgebiet und im Rheinland, in Mitteldeutschland sprechen Gewehre deutscher Freikorpsmänner, singen Soldatenlieder wieder von Ehre und Freiheit und Vaterland, lebt wieder auf der unbesiegbare Geist des deutschen Frontsoldaten. In der bayerischen Landeshauptstadt, dem einstigen Domizil des Juden Eisner, wirbt der unbekannte Frontsoldat Adolf Hitler für seine neue Partei, für den Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterverein. Eine Handvoll Menschen nur, auf die er sich im Anfang verlassen kann— im Jahre 1923 aber schon eine Bewegung, die weit über Bayerns Grenzen hinaus bekannt geworden ist. Als im November 1923 das Elend Deutschlands seinen Höhepunkt erreicht und der Zerfall des Reiches droht, entschließt sich Adolf Hitler, zu handeln. Am Abend des 8. November 1923 proklamiert er im Münchener Bürgerbräukeller die nationale Republik:„Es geht ausschließlich gegen die Berliner Judenregierung!“ Mit Handschlag und Ehrenwort verpflichten sich die Spitzen der bayerischen Regierung zur Gefolgschaft, um Stunden darauf schon den Verrat zu schmieden. An den Stufen der Feldherrnhalle bezahlen am nächsten Mittag 16 Nationalsozialisten diesen Wortbruch mit dem Tode. Was die Reaktion jedoch von dieser Meineidstat erhofft, es traf nicht ein. Nicht zum Leichentuch der Bewegung wurden diese 16 Gräber von 1923, sondern zum Saatfeld der Partei, die heute Deutschland heißt. 1938: Seit der Machtergreifung durch den Führer eyren alljährlich am 9. November die alten Kämpfer von 1923 die Toten der Feldherrnhalle und all' die toten Kameraden des nationalsozialistischen Kampfes um die Macht durch einen feierlichen Gedächtnismarsch Alfred Rosenberg: zur Blutstätte von 1923. Der Marschweg ist derselbe wie damals, nur daß statt jubelnder Menschen, die sich 1923 in den Straßen Münchens drängten, auf hohen Pylonen den Marschweg leuchtende Flammenschalen säumen, jede ragende Säule in goldenen Lettern den Namen eines Nationalsozialisten kündend, der in den Jahren des Kampfes für Führer und Reich fiel. Den Erinnerungsmarsch des 9. November 1938 säumen wieder die flatternden Rauchsäulen der Pylone, aber erstmals in diesem Jahr der 15. Erinnerungsfeier an den 9. Nov. 1923 trägt jede Flammensäule die Namenzweier Toten der Bewegung. Es sind die Nationalsozialisten der ganzen Partei Großdeutschlands, gefallen für einen Führer, eine Fahne, ein Großdeutsches Reich, das Adolf Hitler der Nation in diesem Jahre schenkte. Im gleichen Glauben, im gleichen Hoffen, im gleichen Sehnen sind sie verblutet, wie die Toten von der Feldherrnhalle und die Hunderte von Toten der Bewegung aus dem Altreich. An diesem 9. November 1938, dessen Feierstunde in diesem Jahre erstmals das Großdeutsche Reich begeht, sind die gefallenen Nationalsozialisten der Östmark und des Sudetenlandes eingerückt in die Totenstandarte Horst Wessels. Wenn nach dem Erinnerungsmarsch die alten Kämpfer des Führers von 1923 auf dem Königlichen Platz zu München vor den Ehrentempeln der Ewigen Wache zum Appell antreten, wenn die Namen der Toten verlesen werden, dann antwortet erstmals in diesem Jahre die Kameradschaft der Alten von 1923 auch bei jedem Namen aus dem Sudetengau und aus der Ostmark mit einem:„Hier!“ Und hinter diesem„Hier!“ steht in dieser feierlichen Stunde die Nation, lebt der Dank eines 80=Millionen-Volkes an die tapferen Toten, die dem Führer dieses Großdeutsche Reich erkämpfen halfen, das über Leid, Opfer, Drangsal und Gräber hinweg in diesem Jahre Wirklichkeit wurde. mit Adceς Hiteer züt Feldherenhalle Fünfzehn Jahre sind nun seit einem Tag vergangen, der für die Geschichte des Nationalsozialismus und somit für die Geschichte des gesamten Deutschen Reiches eine entscheidende Wende bedeutete. Die Tat des Führers an diesem 8./9. November 1923 mußte getan werden, ganz gleich, wie sie auch ausgehen mochte. Die Not der deutschen Nation war durch Korruption und Inflation furchtbar gestiegen; in Bayern drohte die Gefahr, daß die mehr konservativen Gefühle zu einer separatistischen Handlung ausgenutzt werden könnten, und das Volk selbst erwartete sehnsüchtig einen entscheidenden Angriff auf die Katastrophenpolitik dieser Zeit. Und so entschloß sich der Führer, den Sprung zur Macht zu versuchen. Soweit ich an diesen Tagen beteiligt war, sei das in nachstehenden Zeilen kurz ins Gedächtnis zurückgerufen: Um 12 Uhr mittags am 8. November kam Adolf Hitler in mein Zimmer im„Völk. Beobachter" und teilte mir mit, daß sein Entschluß nunmehr gefaßt sei, an diesem Abend loszuschlagen. Er werde die Veranstaltung des Herrn Kahr im Bürgerbräu Der Führer mit den Kämpfern vom 9. November 1923 dazu benutzen. Er fragte mich, ob ich mit ihm hinkommen wolle. Ich bejahte das sofort und traf die notwendigen Vorbereitungen für die Sondergusgabe unseres Zentralorgans. Am Abend kam der Führer dann erneut zum „Völkischen Beobachter“ und holte mich in seinem Wagen ab. Ich steckte die Pistole zu mir, und wir fuhren zum Bürgerbräu. Der Saal war außerordentlich besetzt, doch konnten wir unerkannt am Eingang stehen bleiben. Vor uns stand bereits Dr. v. Scheubner=Richter. Kahr sprach monoton und ohne jeden inneren Schwung in seinen Ausführungen. Dann wurde plötzlich die Tür aufgerissen, unsere SA=Kameraden in Feldgrau stürzten herein, und schoben ein Maschinengewehr vor sich vor den Eingang des Saales. Das war das Signal! Adolf Hitler ging durch den Gang zum Podium, wo Kahr fassungslos mit seiner Rede aufgehört hatte. Wir hinter ihm mit entsicherten hoch erhobenen Pistolen. Es waren dies außer dem Führer Ulrich Graf, Dr. v. Scheubner=Richter und ich. Und so begann dieser entscheidungsvolle Abend mit dem geschichtlichen Verlauf. Nach den ersten Besprechungen, die der Führer mit Kahr und Genossen gehabt hatte, fuhr ich in den„Völkischen Beobachter“, um Sonderausgaben, Aufrufe und dergleichen zu veranlassen. Als ich nach einiger Zeit zum Bürgerbräu zurückfuhr, sah ich gerade, wie Lossow und Seißer das Bürgerbräu verließen. Ich war höchst erstaunt und beunruhigt über diese Tatsache und erfuhr, daß der Führer zwecks Unterhandlung über Uebergabe einer Kaserne das Bürgerbräu verlassen hatte mit der Instruktion. die Kahr und Genossen zurückzuhalten. Man hatte aber auf ihr„Wort“ vertraut und sie freigelassen, als sie versprachen, entsprechend ihren Erklärungen„alles Notwendige" einzuleiten. Damit begann die Gegenarbeit, die Mobilisierung aller schwarzen Kräfte, und in den frühen Morgenstunden wußten wir, daß die Entscheidung gegen uns gefallen war. Ich war am Vormittag nochmals im„V. B.“ und fuhr dann über den Odeonsplatz(an dem die Feldherrnhalle liegt) wieder zum Bürgerbrän. Hier schwärmte bereits die Landespolizei mit automatischen Gewehren aus, ein Panzerwagen fuhr auf die Kreuzung der fünf Straßen, jedoch kam ich ungehindert durch. Im Bürgerbräu hatte der Führer sich entschlossen, nunmehr einen Marsch des Volkes durch die Stadt zu machen. Ich stellte mich einen Schritt hinter ihn in die zweite Reihe, und wir marschierten los. Mit uns ging trotz des scheinbaren Sieges von Kahr und Genossen ein Teil der Münchener Bevölkerung leidenschaftlich mit... Dann bogen wir ab zur Residenzstraße. Zehn Schritte vor uns brach einem Fahnenträger der Schaft ab— und schon standen wir vor der ausgerichteten Kette. Schüsse fielen. Bei dem dichten Gewühl wurden alle heruntergerissen. Neben mir wurde Parteigenosse Körner, der damalige 2. Vorsitzende der Partei, durch Kopfschuß getötet. Ich kam erhöht auf einem mir bis heute Unbekannten zu liegen, und so schnell sich auch alles abspielte, sind mir diese Augenblicke plastisch deutlich in Erinnerung geblieben. Göring wälzte sich verwundet hinter ein Postament, das den Bayerischen Löwen trägt. Von oben klatschten die Geschosse auf den Asphalt oder fuhren in die Körper unserer Kameraden. Vor uns lagen viele— es ist nicht klar, wie viele davon tot oder verwundet. Hinter mir hat sich ein Schütze niedergelassen und gab, mich als Kugelfang benutzend, einen Schuß nach dem anderen ab. Der Führer hebt den Arm: Es ist zwecklos geworden, hier noch an Einzelabwehr zu denken... Dann verstummte auch das Schießen auf seiten der Landespolizei. Ich erhob mich und ging langsam durch die Residenzstraße zurück. Hier lag noch ein Kamerad mit zerschossener Hirnschale. Als ich an der Hauptpost vorübergehe, kommt über den Platz der Führer in einem Wagen, bleich und unbewegt— hinter ihm auf dem Sitz ein blutender Knabe. Viele mußten fliehen, viele wurden gefangengesetzt. Der„Völkische Beobachter“ wurde versiegelt. Ich blieb in München bei alten Parteigenossen am Rande der Stadt verborgen und bemühte mich im Laufe der späteren Zeit, mit viel Versprengten zusammen in irgendeiner Form wieder mit dem Aufbau zu beginnen. Auf das Weiterführen der Partei standen fünfzehn Jahre Zuchthaus. Und so entstanden unter verschiedenen Namen erst nach und nach wieder Arbeitsgemeinschaften nationalsozialistischer Kämpfer. So niedergedrückt und verzweifelt auch hier und da die Stimmung gewesen sein mag über den Tod unserer Kameraden und über das Mißlingen der ersten Revolution, so war doch nirgends bei uns von einem Aufgeben unseres Kampfes die Rede. Darum ist dieses Opfer und dieser Entschluß vom 8./9. November 1923 nicht vergebens gewesen, sondern bedeutete eine Tat des Mutes und begründete den Glauben und das Vertrauen aller äktiven Kämpfer Deutschlands auf den harten Willen des Führers. Alle Tragik der kommenden Jahre konnte mutig getragen werden, weil jeder von uns wußte— und weil die ganze Nation es wußte— daß wir die Prüfung eines ersten Entschlusses überstanden hatten ind gewiß auch in der Zukunft nie mehr schwankend in unserem Kampfe werden würden. Das Opfer vom November 1923 wurde deshalb mit zu der Kraft, die unsere Kameraden im ganzen Reich— später auch in Oesterreich und im Sudetenland— in ihrem Ausharren bestärkte. So wurde der 8./9. November, damals der Tag einer Niederlage, zugleich das Unterpsand des nationalsozialistischen Sieges. Der Panzerwagen, der am 9. November 1923 den historischen Marsch des Führers und seiner Garde am Odeonsplatz in München aufhalten sollte, steht jetzt im Münchener Armeemusenm.(Weltbild.) Westdeikselband Bluttat in einer Wirtschaft 18 Monate Gefängnis für Körperverletzung mit Todesfolge Essen. Das Essener Schwurgericht verhandelte in zweitägiger Sitzung gegen den 47 Jahre alten Heinrich vom Berg, Inhaber eines Lokals in Essen=Haarzopf, der unter der Anklage des Totschlags stand. Aus einem nicht einwandfrei geklärten Grund kam es zwischen dem Angeklagten und den Brüdern Schulte in der Wirtschaft des Angeklagten zu Differenzen, die nach einer Auseinandersetzung schließlich mit dem Lokalverbot der beiden Gäste abschlossen. Dem Verlangen des Wirtes entsprachen die Gäste aber nicht. In seiner Erregung eilte der Angeklagte in sein Schlafzimmer und holte eine Schußwaffe, aus der der Angeklagte zunächst zwei Schreckschüsse und später, als die Brüder Schulter auf ihn eindrangen, einen dritten Schuß abgab, der den 34 Jahre alten Ernst Schulte tödlich traf. In der Verhandlung ließ sich der Angeklagte dahin aus, daß er sich in Notwehr befunden habe. Der letzte Schuß, der zum Tode des Gastes führte, sei aus irgendeinem Grunde heraus ohne seinen Willen ausgelöst worden. Die Beweisaufnahme, in die eine Ortsbesichtigung eingeschlossen war, ergab, daß von einem direkten Angriff der beiden Brüder keine Rede sein konnte. Der Staatsanwalt forderte deshalb auch Verurteilung wegen Totschlags. Er beantragte eine Gefängnisstrafe von zwei Jahren. Das Gericht verurteilte vom Berg wegen Körperverletzung mit Todesfolge zu 18 Monaten Gefängnis. In der Urteilsbegründung heißt es, daß das Gericht der Einlassung des Angeklagten, der tödliche Schuß sei gegen seinen Willen ausgelöst worden, nicht folgen konnte. Der Angeklagte habe vielmehr nach seinen Angaben bei der Polizei den Getöteten unbedingt, wenn auch nicht tödlich treffen wollen. Das Gericht unterstelle aber, daß der Angeklagte sich in einer vermeintlichen Notwehr befunden haben will, ist aber zugleich der Ansicht, daß diese Form der Verteidigung mit einer Schußwaffe nicht notwendig gewesen sei. Schwerer Schaden Drei gefüllte Scheunen durch Großfener vernichtet Simmern(Hnusrück). In Niederkumbd brach in der Scheune des Bauern Erbach Feuer aus, das schnell auf zwei angrenzende Scheunen übergriff und sich zu einem verheerenden Brand entwickelte. In kurzer Zeit standen die drei Gebäude, die mit den gesamten Erntevorräten gefüllt waren, in hellen Flammen. Die ganze Bevölkerung beteiligte sich mit der Ortswehr und der Simmerner Feuerwehr an der Bekämpfung des Großfeuers. Während das Vieh gerettet werden konnte, wurden die drei Scheunen mit dem gesamten Inhalt in Schutt und Asche gelegt. hoppediz-Erwachen in Düsseldorf am 11. im Elften Düsseldorf. Nachdem die Vorarbeiten für das Hoppediz=Erwachen nahezu abgeschlossen sind, steht nun auch über die Festfolge am Abend des 11. im Elften Näheres fest. Es steht zu erwarten, daß sich an diesem Abend ein wirklich rheinischfröhliches Volksfest, und zwar eins von ganz besonderer, von Düsseldorfer Art, auf dem Marktplatz vor dem Rathaus abspielen wird. Der hohe Rat der Stadt ist vom Oberbürgermeister eingeladen, Zeuge dieses närrischen Ereignisses zu sein. Der Tarhaussaal ist für den Festakt geschmückt Düsseldorf. Im Zusammenhang mit der Entsendung einiger Volkswagentypen der bereits fertiggestellten Musterferien in den Gau Düsseldorf, um sie auch hier allen Volksgenossen näherzubringen, kann der KöF.=Gauwagenwart mit Freude feststellen, daß das bereits wiederholt angeführte Vorbild, wonach Betriebsführer KdF.Wagen für ihre Gefolgschaftsmitglieder bestellen, laufend Schule macht. Diese Wagen stehen nach Empfang ausschließlich der Gefolgschaft zur Verfügung. Weiter wird bekannt, daß ein Betrieb des Gaues Düsseldorf jedem Gefolgschaftsmitglied, das sich zur Sparaktion für den Erwerb des KoF.=Wagens angemeldet hat, 26 Wochenraten zu jeweils 5 RM. zuschießen will. Diese Summe wird nicht auf einmal beigesteuert, sondern in einer den Sparwillen anregenden Weise über die ganze Zeit des Sparens verteilt. So übernimmt das Werk, sobald der Sparer am Ende des ersten Sparjahres 245 RM. erspart hat, die letzten drei Wochenraten, am Ende des zweiten Sparjahres die letzten fünf Wochenraten. Ist dann wieder eine bestimmte Summe erund auch auf dem Marktplatz ist alles Notwendige geschehen. Das Fest beginnt etwa um sieben Uhr abends. Lautsprecher am Rathaus werden lustige Weisen in die Gegend schmettern. Um diese Zeit versammelt sich auch der Karnevalsausschuß mit den geladenen Gästen im Rathaussitzungssaal, wo man in Ernst und Scherz etwas über Karneval und Hoppediz=Erwachen als altem Düsseldorfer Brauchtum hören wird. Ein Rasthof an der Reichsautobahn bei Kamen Kamen. Wie der Leiter der Abteilung Reichsautobahnen beim Generalinspektor für das deutsche Straßenwesen, Ministerialrat Schönleben, mitteilt, ist für die nächste Zeit die Errichtung weiterer Rasthöfe an den Reichsautostraßen in Aussicht genommen. Ein Rasthof soll u. a. auch bei Kamen, nordöstlich von Dortmund, entstehen. Kind im Wasserschacht ertrunken Trier. Das dreijährige Kind eines Orscholzer Einwohners, das von den Eltern plötzlich vermißt wurde, wurde nach längerem Suchen im Schacht eines Wasserbrunnens im Keller aufgefunden. Wiederbelebungsversuche waren vergebens; der Tod war bereits durch Ersticken eingetreten. Bremerhaven. Mit dem Lloyd=Schnelldampfer „Bremen“, der am Dienstagmittag die Reise nach New York antrat, reisten 25 deutsche Wirtschaftsschriftleiter nach England. Sie nehmen auf Einladung des Reichswirtschaftsministeriums an einer Studienfahrt teil. reicht, werden chat Raten und am Schluß der ganzen Sparaktion zehn Wochenraten zur Verfügung gestellt. Auch diese Beispiele werden sicherlich Schule machen. Mutter und zwei Kinder vom Lastkraftwagen angefahren Andernach. An einer Straßenkreuzung im Zuge der Reichsstraße Andernach— Mayen wurde am Montagnachmittag eine etwa 40jährige Frau mit ihren beiden Kindern im Alter von acht und zehn Jahren von einem Lastkraftwagen angefahren und zur Seite geschleudert. Die Frau erlitt so schwere Verletzungen, daß sie wenige Minuten später starb. Das eine Kind mußte mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus gebracht werden, das andere Kind kam mit leichten Verletzungen davon Der Lastkraftwagen. der nach dem Unfall weiterfuhr, konnte einige Zeit später sichergestellt werden. Der Fahrer will von dem Unfall nichts bemerkt haben. Allerlei Wissenswertes In der Tiefe der Weltmeere gibt es ungeheure Vorräte an Phosvhor und Stickstoff, die den Reichtum der Ozeane an mikroskopischen Pflanzen bedingen. Strömungs- und Windverhältnisse bewirken, daß das fruchtbare Tiefseewasser in den Polargegenden, wo das reichste Tierleben in der See ist, an die Oberfläche kommt. Die Tropen sind die„Wüsten“ der Ozeane; nur an der Küste von West=Afrika gibt es eine schmale Zone mit reichem Pflanzen= und Tierleben. * Wenige Stunden vor seinem Tode bat der Schriftsteller Marcel Proust, ihm eine bestimmte Seite eines Manuskriptes zu geben, auf der er die Todesangst einer der Personen geschildert hatte, weil er diese Stelle jetzt umarbeiten müsse, nachdem er selber in der gleichen Lage gewesen sei. Er schrieb dann wie ein Besessener, bis er starb. Vierzigmal operiert Viel kann ihm nicht mehr passieren Zwölfmal operiert zu werden, das ist schon allerhand, aber über vierzig Operationen hinter sich zu haben, bei denen einem nicht nur Körperteile aus Holz, Silber, Elfenbein und Gummi, sondern auch aus Stahl, Glas, Parafin und Leder eingesetzt werden, das grenzt schon mehr an Jägerlatain, wird mancher denken. Und doch gibt es einen Mann namens Georgakopulos, der so 41mal zusammengeflickt wurde. Zuerst sind dem Bedauernswerten während des türkisch=griechischen Krieges durch eine Granate Nase und linke Hand weggerissen worden. Aus Gummi, Leder und Stahl erhielt er eine neue Hand, aus Paraffin eine künstliche Nase, die hervorragend gearbeitet und von einer echten kaum zu unterscheiden ist. Furchtbare Verletzungen trug er im Jahre 1934 bei einer Explosion im Laboratorium seiner am Piräus gelegenen chemischen Fabrik davon. Er wurde gegen eine Wand geworfen, Kesseltrümmer rissen ihm ein Ohr ab, durchschlugen den rechten Unterarm, zerschmetterten beide Füße und drangen in seinen Körper. Aber damit noch nicht genug, rlitt er durch den Anprall an die Wand auch noch einen Schädelbruch und mehrere äußerst komplizierte Rippensplitterungen. Die Chirurgen machten so etwas wie einen neuen Menschen aus ihm, setzten ihm eine silberne Schädeldecke und silberne Rippen ein, bemaltes Holz wurde ein neues Ohr, und für Unterarm und Füße erhielt er wahre Kunstwerke an Prothesen. Nach und nach lernte er auch wieder gehen und vor noch nicht einem Jahr heiratete er sogar. Kürzlich hörte man wieder von ihm, als bei einem Autozusammenstoß Glassplitter sein linkes Auge verletzten. Er wurde zum einundvierzigsten Mal operiert und bekam ein künstliches Auge. bei dessen Einsetzung er erklärte:„Viel kann mir jetzt eigentlich nicht mehr passieren!“ Ein Werk hilft sparen Vorbildliche Werksunterstützung für Volkswagensparer REICHSSENDER KÖLN und DEUTSCHLANDSENDER Trogramm vom 10. bis 12. November 1938 10. November REICHSSENDER KÖLN 6.00: Morgenlied— Wetterbericht für die Landwirtschaft. 6.05: Durchsprüche f. den Bauer. 6.10: Knie—e beugt! 6.30: Freut euch des Lebens! Schallplatten. 6.55: Morgenlied— Morgenruf. 7.00: Nachrichten. 7.10: von Leipzig: Frühkonzert. 8.00: Wetter— Wasserstand— Kalenderblatt. 8.10: Frauenturnen. 8.30: von Königsb.: Öhne Sorgen— jeder Morgen. 9.30: Glaube und Schönheit! Was bedeutet das BDM.=Werk für unsere weibliche Jugend? 9.45: Nachrichten. 10.00: Volksliedsingen— Liederblatt 16. 10.30: Sendepause. 11.45: Drei Pflanzen— drei Revolutionen in der Volkswirtschaft. 11.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. 12.00: Mittagskonzert. 13.00: Nachrichten: Glückwünsche. 13.15: Fortsetzung des Mittagskonzertes. 14.00: Nachrichten. 14.10: Melodein aus Köln am Rhein. 15.00: Kleine Kunstchronik. 15.30: Georg Freundorfer spielt! Schallplatten. 15.45: Das Recht des Alltags. 16.00: von Breslau: Musik klingt auf zur Dämmerstunde. Darin: 17.00—17.10: Der Erzähler: Eine Geistererscheinung. 18.00: Begegnung mit d. Führer. 18.30: Laterne, Laterne, Sonne, Mond und Sterne... Eine kleine Kantate. 18.50: Die WHW.=Stunde mit Wunschsolisten. 20.00: Nachrichten. 20.10: Aus Lied und Tanz wird Sinfonie. Eine Sendereihe in Verbindung m. d. NSG.„Kraft d. Freude". 2. Deutsche Klassik. 22.00: Nachrichten. 22.15: Musik von Schallplatten. 22.30: von Stuttgart: Volks- und Unterhaltungsmusik. 24.00—3.00: von Breslau: Nachtmusik zur Unterhaltung. DEUTSCHLANDSENDER 6.00: Glockenspiel— Morgenruf — Wetterbericht. 6.10: Eine kleine Melodie. Schallplatten. 6.30: aus Leipzig: Frühkonzert. Dazwischen um 7.00: Nachrichten des Drahtlosen Dienstes. 8.00: Sendepause. 9.00: Sperrzeit. 9.40: Sendepause. 10.00: Volksliedsingen. Liederbl. 16 der Zeitschrift„Schulfunk“. 10.30: Sendepause. 11.15: Deutscher Seewetterbericht. 11.30: Dreißig bunte Minuten. Schallplatten. Anschließend Wetterbericht. 12.00: aus Breslau: Musik zum Mittag. 12.55: Zeitzeichen der Deutschen Seewarte. 13.00: Glückwünsche. 13.45: Neueste Nachrichten. 14.00: Allerlei— von Zwei bis Drei! 15.00: Metter=, Markt= und. Börsenberichte. 15.15: Kinderliedersingen.„Wenn ich geh' auf die Pirsch..." 15.40: Wenn Kinder lügen. Anschl.: Programmhinweise. 16.00: Musik am Nachmittag. In der Pause von 17.00—17.10: Nächtlicher Streit. Erzählung. 18.00: Das Wort hat der Sport. 18.15: Richard Wagner. Vorklänge genialen Schaffens. 19.00: Von Woche zu Woche. Berichte aus allen deutschen Gauen. 20.00: Kernspruch— Kurznachrichten und Wetterbericht. 20.10: Begegnung mit einem Dichter: Bruno Brehm. 20.40: Musik am Abend. 22.00: Tages=, Wetter= u. Sportnachrichten; anschließ.: Deutschlandecho. 22.30: Eine kleine Nachtmusik. 22.45: Deutscher Seewetterbericht. 23.00—24.00: aus dem Großen Musikvereinssaal in Wien: Musik der Wiener Klassik. Veranstaltet von der NSG.„Kraft durch Freude". Gau Wien, und dem Reichssender Wien. 11. November REICHSSENDER KÖLN 6.00: Morgenlied— Wetterbericht für die Landwirtschaft. Gleichbleibende Tageseinteilung 6.00: 6.30: 7.00: 8.00: 8.10: 9.45: 12.00: 13.00: Choral, anschließ. Leibesübungen. Frübkonzert. Nachrichten. Kalenderblatt, anschl. Zeit, Wetter, Wasserstandsmeldungen. Frauenturnen. Zeit, Nachrichten, Wassersandsmeldungen. Musik am Mittag. Mittagsmeldungen 1— Glückwünsche. 13.15: Fortsetzung des Mittagskonzerts. 14.00: Mittagsmeldungen. 14.15: Melodei'n a. Köln a. Rh. (außer So., Mo.). 15.45: Wirtschaftsmeldungen. 16.00: Musik am Nachmittag 18.50: Momentaufnahme. 19.10: Musik am Feierabend 20.00: Erste Abendmeldungen. 22.00: Zeit, Wetter, Nachrichten. 22.30: Nachtmusik und Tanz. 6.05: Durchsprüche f. den Bauer. 6.10: Knie—e beugt! 6.30: Freut euch des Lebens! Schallplatten. 6.55: Morgenlied— Morgenruf. 7.00: Nachrichten. 7.10: Frühkonzert. 8.00: Wetter— Wasserstand— Kalenderblatt. 8.10: Frauenturnen. 8.30: Morgenmusik. 9.30: Nimmt das Einzelkind wirklich einen bevorzugten Platz ein? 9.45: Nachrichten. 10.00: vom Ipa=Berlin: Langemarck=Feier vom Heldenfriedhof in Langemarck. 10.45: Sendepause. 11.45: Eine wirksame Bekämpfung der Waldbrände. 11.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. 12.00: Die Werkpause des Reichssenders Köln(in Verbindung mit der DAF.). 13.00: Nachrichten; Glückwünsche. 13.15: von Saarbrücken: Mittagskonzert. 14.00: Nachrichten. 14.10: Melodein aus Köln am Rhein. 15.00: Heimat und Ferne. Sankt Martin reitet/ Im Dienst der anderen/ Die erste preußische Eisenbahn/ Vom Reisen und Wandern/ Fahrt nach Spitzbergen. 16.00: Nachmittagskonzert. Darin: 17.00—17.10: Der Erzähler: Die Mutter. 18.00: Der schöpferische Mensch. 18.20: Wilhelm Backhaus spielt! Schallplatten. 18.40: Eine Frau leistet Unerhörtes für die Wissenschaft. Madame Curie entdeckt d. Radiumstrahlen. 19.00: Von Oper zu Oper. 20.00: Nachrichten. 20.10: Uebertrag. aus der Stadthalle zu Münster zum Tag von Langemarck am 11. November: Vom Aufbruch und Glauben der deutschen Seele. Kantate(Uraufführung). 21.00: Der Brief. Ein Langemarckkämpfer schreibt nach Hause. leine Abendmusik. 22.00: Nachrichten. 22.15: Musik von Schallplatten. 22.30: von Leipzig: Tans und Unterhaltung. 24.00—3.00: von Wien: Nachtmusik. DEUTSCHLANDSENDER 6.00: Glockenspiel— Morgenruf — Wetterbericht. 6.10: Eine kleine Melodie. Schallplatten. 6.30: aus Königsb.r Frühkonzert. Dazwischen um 7.00: Nachrichten des Drahtlosen Dienstes. 8.00: Sendepause. 9.00: Sperrzeit. 9.40: Kleine Turnstunde. 10.00: Langemarck=Feier. 10.45: Sendepause. 11.15: Deutscher Seewetterbericht. 11.30: Dreißig bunte Minuten. Schallplatten. Anschließend Wetterbericht. 12.00: aus Bremen: Musik zum Mittag. 12.55: Zeitzeichen der Deutschen Seeworte. 13.00: Glückwünsche. 13.15. ous Bremen: Musik zum Mitlag. 13.45 Neueste Nachrichten. 14.00: Allerlei— von Zwei bis Drei! 15.00: Wetter=, Markt= und Börsenberichte. 15.15: Herbert Ernst Groh singt. 15.30:„Jugendparadies bei Rübezahl oder der verzweifelte Rundfunkautor". Hörfolge. Anschl.: Programmhinweise. 16.00: Musik am Nachmittag. In der Pause von 17.00—17.10: Aus dem Zeitgeschehen. 18.00: Heiliges deutsches Land in Böhmen. Die Dichter des Sudetenlandes- Streiter für Recht und Freiheit. Hörfolge. 18.30: Richard Strauß. 19.00: Deutschlandecho. 19.15: Der Vetter auf Besuch. Kleines Singspiel. 20.00: Kernsprüch— Kurznachrichten und Wetterbericht. 20.10: Musikalische Kurzweil. 21.10: Deutscher Kalender. November. 22.00: Tages=, Wetter= u. Sportnachrichten; anschließ.: Deutschlandecho. 22.30: Eine kleine Nachtmusik. 22.45: Deutscher Seewetterbericht. 23.00—24.00; aus Wien: Abendmusik. 12. November REICHSSENDER KÖLN 6.00: Morgenlied— Wetterbericht für die Landwirtschaft. 6.05: Durchsprüche f. den Bauer. 6.10: Knie—e beugt! 6.30: Freut euch des Lebens! 6.55: Morgenlied— Morgenruf. 7.00: Nachrichten. 7.10: von Berlin: Frühkonzert. 8.00: Wetter— Wasserstand— Kalenderblatt. 8.10: Frauenturnen. 8.30: v. Danzig: Wohl bekomms. 9.15: Fröhliches Spiel für unsere Kleinsten. 9.45: Nachrichten. 10.00: Theodor Körner. Hörfolge. 10.30: Sendepause. 11.45: Werktätiger Dank. Bauer und NSV. 11.55: Marktberichte des Reichsnährstandes/ Wetterbericht für die Landwirtschaft. 12.00: von Königsberg: Mittagskonzert. 13.00 bis 13.15: Nachrichten— Glückwünsche. 14.00: Nachrichten. 14.10: Wochenendkonzert.(Schallplatten.) 15.30: Jungmädel am Werk. Es singen Essener Jungmädel. 16.00: v. Saarbrücken: Sperlings Bunte Bühne mit den Saarbrücker Rundfunkspatzen. 18.00: Allerlei vom Sport. 18.10: Bauernmusik und ein Päckchen Humor. 19.00: Die WHW.=Stunde mit Wunschsolisten. 20.00: Nachrichten. 20.10: Wir suchen Karnevalslieder. Ein buntes Unterbaltungskonzert. 22.00: Nachrichten. 22.15: Spätmusik. 24.00—3.00: Nachtmusik. DEUTSCHLANDSENDER 6.00: Glockenspiel— Morgenruf — Wetterbericht. 6.10: Eine kleine Melodie. 6.30: aus Breslau: Frühkonzert. Dazwischen um 7.00: Nachrichten des Drahtlosen Dienstes. 8.00: Sendepause. 9.00: Sperrzeit. 9.40: Sendepause. 10.00: Rückzug Heldenkamp korps. Hör auf Aleppo. Der d. deutschen AsienHörspiel. 10.30: Fröhlicher Kindergarten. 11.00: Sendepause. 11.15: Deutscher Seewetterbericht. 11.30: Dreißig bunte Minuten. Anschließend Wetterbericht. 12.00: aus Königsb.: Musik zum Mittag 12.55: Zeitzeichen der Deutschen Seewarte. 13.00: Glückwünsche. 13.45: Neueste Nachrichten. 14.00: Allerlei— von Zwei bis Drei! 15.00: Wetter=, Markt= und Börsenberichte. 15.15: Buntes Wochenende. Anschl.: Programmhinweise. 16.00: Musik am Nachmittag. In der Pause von 17.00—17.10: Die Uebergabe. Erzählung. 18.00:„Audite nova...!" Eine fröhliche Musizierstunde. 18.40: aus Budapest: Weinlesefest in Tokaj. 19.00: Sport der Woche. 19.15: Bunte Auslese. 20.00: Kernspruch— Kurznachrichten und Wetterbericht. 20.10: Champagner. Ein Rundfunkspiel nach Ernst Leenens Operette„Champagner“. 22.00: Tages= Wetter= u. Sportnachrichten: anschließ.: Deutschlandecho. 22.30: Eine kleine Nachtmusik. 22.45: Deutscher Seewetterbericht. 23.00 bis 24.00: aus Wien: Und morgen ist Sonntag. Der Mann ohne Nomen Phantosiebegabter Abenteurer— oder Nachkomme des Jaren: Abenteuerliche russische Emigrantenschicksale, die auch bei einer sachlichen Nachprüfung durchaus standhielten, haben schon vielfach unsere Gerichte beschäftigt, jene phantastischen Dinge aber, die während einer zweitägigen Verhandlung vor dem Moabiter Einzelrichter zur Sprache kamen, dürften wohl alles bisher Dagewesene in dieser Richtung in den Schatten stellen. Emigrantenschicksale im Gerichtssaal Ein Hühne von Gestalt mit derben Gesichtszügen, zu dem eher der Kittel eines russischen Bauern als der modische Anzug, den er trug, zu passen schien, stand in der Anklagebank. Falsche Namensführung wurde dem etwa 40jährigen Manne zur Last gelegt. Er hatte sich Friedrich Graf von M. genannt, war aber bisher den überzeugenden Nachweis darüber schuldig geblieben, daß er diesen Titel und Namen zu Recht tragen darf. Eine umfangreiche Beweisaufnahme sollte Licht in das Dunkel bringen, das die Persönlichkeit des Angeschuldigten geheimnisvoll umgab. Unter den 30 Zeugen, die neben hohen Sachverständigen geladen waren, befanden sich Männer mit klingenden Namen, die einst im russischen Kaiserreich zu den Stützen des Thrones gehörten. Heute bekleiden sie zum größten Teil— Beweis für die Vergänglichkeit aller irdischen Güter— als heimatlose Emigranten kleine Stellungen. Da war der einstige russische Gardeoffizier, der jetzt einen Zigarettenstand hat, oder der ehemalige Großgrundbesitzer, der sich als Provinzvertreter durchschlagen muß. Strandgut der bolschewistischen Revolution! Wer ist der„Graf von M."? Außergewöhnlich romantisch klangen die Angaben, welche der Angeschuldigte machte. Er behauptete nicht mehr und nicht weniger, als ein Nachkomme des Zaren Alexander III. zu sein, der von 1881 bis 1894 Rußland regierte. Seine Großmutter, so erzählte er, die Gräfin von M. aus der rheinischen Linie dieses Geschlechtes, sei Hofdame der russischen Kaiserin gewesen. Zwischen ihr und Alexander III, der damals Thronfolger war, soll ein. Liebesverhältnis bestanden haben, aus dem angeblich der Vater des Angeschuldigten entsprossen war Bei einem Duell mit dem Liebhaber seiner Mutter, der Baronin St., sei der Vater dann ums Leben gekommen, als er, der Angeschuldigte, noch ein Kind war. Er selbst will zusammen mit einem Hauslehrer und einem Hof marschall in Petersburg in einer Villa ober auf Reisen gelebt haben, bis er dann als Junker in die russische Marine eingetreten sei. Abenteuerlicher Lebenslauf Weil er im Kriege nicht gegen Deutschland kämpfen wollte, sei er nach Helsingfors geflüchtet, wurde aber dort von der russischen Polizei festgenommen und nach Sibirien verbannt. Nach einer abenteuerlichen Flucht will er dann im Jahre 1917 in Petersburg von einem Revolutionstribunal zum Tode verurteilt, aber im letzten Augenblick gerettet worden sein. KeKrenski habe ihn darauf als Marineoffizier eingestellt. Später, so gab der Angeschuldigte weiter an, habe er in den Reihen der Weißen Armee gekämpft, sei nochmals von den Roten gefangen und zum Tode verurteilt worden, jedoch wiederum entkommen. Ueber die Etappen Konstantinopel, Nizza, Paris, Schweiz und Wien— hier ist er nach seiner Bekundung als Vertreter des früheren russischen Herrscherhauses im Jahre 1928 aufgetreten— will er dann schließlich nach Berlin gekommen sein.— So weit in großen Zügen die Schilderung des Angeschuldigten, die dieser mit seinem harten russischen Akzent in selbstbewußter Art vortrug. Widersprüche und Märchen Nüchtern und kritisch waren die einzelnen Punkte dieser romanhaften Erzählung von seiten des Gerichtes nachgeprüft worden, und dabei hatten sich eine ganze Reihe von schwerwiegenden Unstimmigkeiten ergeben.— So hatte z. B. der angebliche Graf von M. zunächst stets angegeben, daß er im Jahre 1895 geboren sei; später erklärte er plötzlich, erst 1898 das Licht der Welt erblickt zu haben. Diese veränderte Angabe ist wahrscheinlich mit dem Bestreben des Angeschuldigten zu erklären, verschiedene Angaben über sein Leben mit seinem Alter in ein logisches Verhältnis zu bringen.— Schritt für Schritt ging das Gericht weiter vor, und in einem glänzend aufgebauten Plädoyer hielt der Anklagevertreter dann dem Angeschuldigten auf Grund der Beweisaufnahme eine Reihe von„Merkwürdigkeiten" vor. Im russischen Staatskalender der in Frage kommenden Zeit war zum Beispiel keine Gräfin von M. als Hofdame aufgeführt, und ferner erschien es auf Grund der damaligen russischen Sitte völlig ausgeschlossen, daß die Gräfin von M. einem unehelich geborenen kaiserlichen Kind ihren eigenen Namen gegeben hätte. Ebenso wie die phantastische Duellaffäre um seinen Vater wurde auch eine weitere Behauptung des Angeschuldigten, daß seine Mutter nämlich bei den russischen Unruhen im Jahre 1905 unter aufsehenerregenden Umständen ermordet worden sei, in das Reich der Fabel verwiesen. Petersburger Zeitungen aus dieser Zeit melden darüber nichts, und auch zahlreiche Zeugen können sich an einen so bedeutsamen Vorfall nicht erinnern. Was die Zeugen sagen Der Zeuge Baron von der O. war seinerzeit Landrat in Peterhof, als der Angeschuldigte angeblich dort getauft wurde. Er weiß nichts von der Taufe eines Grafen von M., die sicher in seinem Gedächtnis haften geblieben wäre. Ein ehemaliger russischer Marineleutnant sagte als Zeuge aus, daß der Angeschuldigte unmöglich auf Grund des von ihm angegebenen Bildungsganges rechtmäßig den Offiziersrang in der russischen Flotte erworben haben kann. Weiter war besonders verdächtig, daß der angebliche Graf von M. keine Papiere über seine Abstammung bzw. über seine Dienstzeit in der weißrussischen Armee vorweisen konnte. Die ersteren will der Angeschuldigte, der um keine Antwort verlegen ist, auf der Flucht vor den Bolschewisten vernichtet haben, während ihm die letzteren in Konstantinopel angeblich gestohlen worden sind. Im Jahre 1925, so hatte er ferner behauptet, sei er von dem kürzlich verstorbenen Großfürsten Kyrill in Paris nachträglich zum kaiserlich-russischen Offizier ernannt worden. Auch darüber besitzt der Angeschuldigte kein Dokument. Zu seinen Gunsten sprach demgegenüber, daß ihn vier Zeugen als eine Person mit Sicherheit wiederzuerkennen glaubten, die ihnen als Graf von M. in Rußland, und zwar in der Uniform eines Marineleutnants, vorgestellt worden war. Das lag allerdings schon über 20 Jahre zurück, so daß die Zeugen sich immerhin irren können. Hundert Mark Geldstrafe „Es ist dem Angeklagten nicht gelungen, den einwandfreien Nachweis dafür zu erbringen, daß er den Namen Graf von M. zu Recht trägt", das war die Meinung des Richters. Wahrscheinlich habe er sich denselben während der russischen Revolution zugelegt und im übrigen phantastische Märchen darum gewoben. Jeder Mensch habe einen Anspruch auf seinen Namen, hatte der Anklagevertreter betont, aber ebenso habe jede Familie— in diesem Falle das Geschlecht der Grafen von M.— auch das Recht, Eindringlinge in ihre Sippe abzuschütteln. Das Urteil gegen den Angeschuldigten lautète wegen falscher Namensführung auf 100 Mark Geldstrafe. Er hat mit einer strengen Bestrafung zu rechnen, wenn er sich in Zukunft noch einmal Graf von M. nennt. Er darf sich bis auf weiteres ohne den Grafentitel und das Adelsprädikat Friedrich M. nennen. Wie heißt er nun wirklich? S Pariser Polizei macht gute Fänge Chemaliger Irrenhausinsasse spielt erfolgreich Nervenarzt Die Pariser Polizei hat in diesen Tagen mehrere gute Erfolge zu verzeichnen. So hat sie einen Mann festgenommen, der einige Zeit in einer Irrenanstalt gesessen hatte, dann aber untertauchte, ohne daß man wußte, was aus ihm geworden war. Erst lange Zeit später stellte sich heraus, daß dieser Mann eine Praxis als Nervenarzt aufgemacht hatte, die— nebenbei bemerkt— sich eines regen Zuspruches erfreute. Sogar Aerzte und ihre Angehörigen suchten diesen Spezialisten für Nervenkrankheiten auf und waren, wie sie behaupten, mit der Behandlung durchaus zufrieden. Als jedoch bekannt wurde, daß der Nervenarzt in Wirklichkeit der Insasse einer Irrenanstalt war, wurde die Polizei gebeten, sich mit dem Fall näher zu befassen. Sie machte kurzen Prozeß und nahm den Doppelspieler fest. Bei seiner Vernehmung erklärte er, daß er niemals geistesgestört gewesen sei. Von jeher habe er ein fanatisches Interesse gehabt, Arzt zu werden, und seit seiner frühesten Jugend habe er mit einem wahren Fiebereifer alle Fachwerke des medizinischen Gebietes studiert. Dann sei ihm das Mißgeschick passiert, daß er einen Diebstahl beging. Aus Furcht nun, ins Gefängnis zu müssen, faßte er damals den Plan, den Irren zu spielen, da er glaubte, in einer Irrenanstalt besser aufgehoben zu sein. Er studierte also alle Literatur, die er über Geisteskrankheiten, das Verhalten und die Behandlung von Irren erlangen konnte, und ließ sich dann tatsächlich, als der Diebstahl herauskam, für einige Zeit in einer Irrenanstalt unterbringen. Er muß seine Rolle meisterhaft gespielt haben, denn die Aerzte schöpften keinen Verdacht und ließen ihn erst wieder frei, als sie glaubten, daß er geheilt sei. Durch seine Leidenschaft für medizinische Fragen hatte sich dieser Betrüger soviel Kenntnisse erworben, daß die Aerzte, mit denen er während der Ausübung seiner verbotenen Praxis in Berührung kam, keinerlei Verdacht hegten. Nunmehr stellt sich der Mann übrigens auf den Standpunkt, für seinen Betrug diesmal lieber ins Gefängnis zu gehen, als in die Irrenanstalt zurückzukehren. Zunächst wird er beobachtet, ob er tatsächlich geistesgestört ist oder wirklich ein Meister der Verstellungskunst. Danach wird sich entscheiden, in welche Sicherungsverwahrung er kommt. In einem anderen Falle stellte die Polizei einen Gauner, der sich seinen Mitmenschen gegenüber als Polizeiinspektor auszugeben pflegte und in dieser Eigenschaft sogar bei seinen Opfern sehr beliebt war. Der Mann handelte nach folgendem Trick: Er stahl irgend eine Sache und brachte sie schon am anderen Tage den Bestohlenen zurück, denen er sich als Polizeiinspektor Seghuin von der Polizeipräfektur vorstellte. Die Bestohlenen waren glücklich, ihr Eigentum zurückzuerhalten und machten gewöhnlich dem findigen Inspektor das Angebot einer kleinen oder auch großen Belohnung. Aber entrüstet wies der Pseudokriminalist dieses Anerbieten zurück, das sich mit seiner Beamtenehre nicht vertrage. Allerdings, so erklärte er dann, sei er nicht abgeneigt, dennoch die Belohnung entgegenzunehmen, um sie dem Altersheim der Pariser Polizei zuzuführen. Natürlich gingen die Leute auf diesen Vorschlag ein und händigten dem vermeintlichen Polizeiinspektor die Geldsumme aus, die er natürlich, ohne daß sie es wußten, für sich selbst verwendete. Aber es gibt wohl kein Verbrechen in der Welt, das so fehlerfrei ist, daß es nicht entdeckt werden könnte. Auch dieser Gauner hatte einen Fehler in seiner Rechnung gemacht. Ihm passierte das Mißgeschick, daß er einen Mann zum zweitenmal bestahl, ohne es natürlich zu wissen. Dieser Mann lief sofort zum Präsidium und meldete seinen Verlust, wobei er bemerkte, ihm wäre es lieb, wenn der Inspektor Seghuin wieder seinen Fall bearbeiten könnte. Die Beamten schüttelten den Kopf:„Polizeiinspektor Seghuin, den kennen wir nicht, den gibt es bei uns nicht!“ Darauf erzählte der Bestohlene seine Geschichte. Die Polizeibeamten merkten sogleich, daß hier ein gefährlicher Gauner am Werke gewesen war, und unternahmen sofort Schritte, ihn zu stellen, was auch gelang. Das Geheimnis des Waldorf-Kaffees Finstere Goldgeschäfte— Der Tote an der Wasserlache Die südafrikanische Polizei gibt fast jedes halbe Jahr an die Goldminen Südafrikas Anweisungen heraus, wie in Zukunft die Ueberwachung der in den Minen arbeitenden Eingeborenen und Weißen noch schärfer, noch enger abgestellt werden muß. Denn die Minenarbeiter finden immer wieder neue Mittel und Wege, Gold und Golderz aus den Betrieben hinauszuschaffen, mag man sie auch noch so genau untersuchen. Diese ganzen Golddiebstähle haben natürlich einen Sinn, lohnen sich nur, weil es draußen Organisationen gibt, die dunkle Goldgeschäfte ausführen, indem sie die Goldkörner oder das Golderz den Minenarbeitern zu einem bestimmten Preis abnehmen. Die Verfolgung dieser Schwarzhändler wird natürlich von den Minenbesitzern und der Polizei mit aller Schärfe betrieben. Aber an die Stelle eines jeden erwischten Händlers treten zwei neue, so daß die Kette nie abreißt. Dabei ist der Kampf der Polizei gegen diese Händler um so schwerer, als diese Männer in der Regel Verbrecher sind, die ihre Schule in irgendeiner Strafanstalt Afrikas, Europas oder Amerikas absolvierten. Ein solcher Goldhändler war auch der Grieche Spiros Paizes, den man eins Tages in der Nähe einer Wasserlache unweit eines afrikanischen Goldfeldes auffand. Er war durch zwei Kopfschüsse getötet worden. Ueber seinen Kopf hatte man Petroleum gegossen, das man dann anzündete, um die Identifizierung zu erschweren. Die Polizei aber konnte durch einen Zufall über ein Wäscheabzeichen die Personalien des Mannes doch feststellen. Durch eine genaue Untersuchung seines Tagesablaufs wurde man auf das Waldorf=Café in Brakvan bei den Withwatersrand=Goldfeldern aufmerksam. Hier trafen sich derartige verbrecherische Goldhändler und die Lieferanten. Nun war Paizes mit einem jungen Mann zusammen gesehen worden, der sich als Aufseher in einem Minengebiet bezeichnet hatte. Die Rekonstruktion der Tat war einfach. Der angebliche Aufseher hatte eine Goldofferte gemacht und verlangt, daß der Käufer gleich das Geld mitbringe. Bei dieser Gelegenheit hatte er den Käufer erschossen und war mit dem Geld entflohen. Durch einen Funkspruch wurden alle Polizeistationen auf einen jungen Mann aufmerksam gemacht, der vermutlich im Besitz bestimmter Banknoten sei. Drei Tage später konnte man in einer Garage den Täter verhaften. Er wäre der Polizei nie so schnell ins Garn gegangen wenn man nicht im Waldorf=Café in Brakvan die erste Spur ermittelt hätte. Als die erste Eisenbahn in Rußland zwischen Moskau und Petersburg im Jahre 1851 fertig wurde, sah Zar Nikolaus I. sie als eine solche Großtat an, daß er mehrere Jahre hindurch verlangte, die Männer sollten auf den Bahnhöfen oder im Zuge die Hüte abnehmen und die Frauen ihre Zöpfe verhüllen. Der Meister aus der Romagua Zum 70. Todestage Gioachino Rossinis(gestorben 13. November 1868) Unter den 39 Opern, die dieser italienische Meister der Töne in seinem Leben geschaffen hat, gibt es nicht eine, die nicht durch überraschende Einzelheiten in der Melodienführung den Zuhörer zum Aufhorchen zwänge. Ein Teil dieser Werke ist allerdings vom Spielplan fast vollig verschwunden, dafür beweist der andere Teil ein um so unverwüstlicheres Leben und ist auf allen Bühnen der Welt zu Hause. Am 29. Februar 1792 wurde Rossini zu Pesaro in der Romagna geboren, in jener herrlichen Landschaft, wo die Jugend mit der Sprache schon das Singen lernt. Er studierte in Bologna, war zeitweise Schüler des Paters Mattei, der zu seiner Zeit in der Musik einen großen Namen hatte und schulte sich vorzugsweise an Mozart und Haydn. 1808 schrieb er seine erste Symphonie und eine Kantate: 1812 wurde seine erste Oper„Dimetrius" aufgeführt, der fast Jahr für Jahr ein neues Werk folgte. Bis 1823 hielt er sich vorzugsweise in Rom auf. bis er als Direktor der italienischen Oper nach Wien und London und später nach Paris ging. Dann zog ihn die Heimat wieder in ihren Bann, wo er lange in Bologna lebte. Wie kaum einem anderen italienischen Komponisten gelang es Rossini, sich einen charakteristischen Stil anzueignen, der sich durch eine Fülle herrlichster Melodien auszeichnet. Seine einfachen Themen überraschen durch eine vollendete Harmonie, die durch ihre gefällige Ausarbeitung seit länger als 100 Jahren allen Bühnensängern Gelegenheit geben, zu zeigen, welche Möglichkeiten in der Stimme liegen. Schon zu Lebzeiten Rossinis hatten seine Opern die ganze Welt erobert, und sein köstlicher„Barbier von Sevilla“ gilt noch heute als ein Meisterwerk auf dem Gebiete der komischen Oper. Daneben herrschen„Wilhelm Tell",„Othello",„Die Italienerin in Algier",„Semiramis".„Aschenbrödel".„Die diebische Elster" und viele andere unbeschränkt auf den Bühnen der Welt. Rossini war seit 1820 mit der Sängerin Colbran verheiratet, die über eine hervorragende Altstimme von reinstem Glanz und vollendeter Ausbildung verfügte. Eine ganze Reihe Partien in den Opern Rossinis sind von dem Meister ursprünglich für seine Gattin geschaffen. In diesem Zusammenhang mag es interessieren, daß vor wenigen Jahren in Wien eine neue Oper„Rossint in Neapel“ zur Aufführung gelangte, in der eine bestimmte Periode aus dem Leben des großen italienischen Meisters geschildert wird. Das gab damals Gelegenheit, sich kleiner persönlicher Merkmürdigkeiten des unsterblichen „Barbier"=Komponisten zu erinnern. a Wie der„Barbier von Sevilla“ entstand Rossinis Jugend fiel in die Zeit, in der die Oper, und zwar die glänzend gesungene, die Virtuosen=Oper, unumschränkt herrschte. Das Publikum war derart musikhungrig, daß ihm gar nicht genug neue Opern vorgesetzt werden konnten, wodurch sich auch die ungeheure Produktion Rossinis erklärt. Um also niemals in Verlegenheit zu geraten, waren die Theaterdirektoren meist die Auftraggeber der Oper, die nach einer bestimmten Idee oder nach dem bereits vorhandenen Textbuch beim Komponisten bestellt wurde. Solch einen Auftrag erhielt seinerzeit auch Rossini, wobet ihm nach einer Dichtung von Beaumarchais der Text eines Italieners zum späteren„Barbier von Sevilla“ als Leitfaden dienen sollte. Rossini sollte täglich ein bestimmtes Pensum durchkomponieren, zu welchem Zweck ihm die Hauptdarsteller gleich zur Seite gegeben wurden. Das eben aus dem Gedächtnis Geschaffene sollten sie noch am gleichen Abend üben, damit die Oper recht schnell über die Bretter gehen konnte. Es war eine ganze Schar damals berühmter Sänger, die auf Rossinis Noten warteten, so Garcia, die Malibran, Zamboni und Boticelli. Für die ganze Operngesellschaft, mit dem Meister Rossini an der Spitze, wurde ein kleiner Gasthof gemietet; so waren sie stets alle beisammen, und die Oper sollte szenenweise, wie sie entstand, einstudiert werden. Aber Rossini war verärgert, schloß sich tagelang ein, und seine Künstler hörten nur wenig von dem Werk, das sie demnächst darstellen sollten. Eines Tages wurde den Sängern die Sache zu lanaweilig. Man wurde bei Rossini vorstellig und gab zu bedenken, daß nur noch zwei Wochen bis zum festgesetzten Aufführungstermin zur Verfügung ständen—— „Nur noch einen Tag," bat der Meister. Zweimal wurde herzergreifend um noch einen Tag gebeten, aber dann trat Rossini stolz vor die Versammelten mit den fertiggeschriebenen Rollen in der Hand. Sofort setzte er sich an das Klavier und spielte den ganzen„Barbier von Sevilla“, von der ersten bis zur letzten Note, mit den dazwischen gestreuten Einsätzen und Erläuterungen, herunter. Die Oper, die heute noch die ganze Welt entzückt, ist in Wahrheit das Werk von vier Wochen. Schmerzen um die Speisekarte Rossini war in seiner guten Zeit ein unverwüstlicher Arbeiter; er scheute sich vor keinem Auftrag, aber es lag ihm auch viel an einem guten Essen. Eine Mittagsmahlzeit war für ihn eine feierliche Handlung, und keiner seiner Zeitgenossen in der Musik soll mit solcher Andacht gespeist haben, wie es der italienische Meister tat, der einst auf die Frage nach seiner liebsten Lektüre ohne zu zögern die Antwort gab: „Die Speisekarte". Rossini liebte es, nicht nur gut, sondern auch reichlich zu speisen und konnte es einem Gastgeber nie vergessen, der ihn zu einer Mahlzeit geladen hatte, die nur aus drei Gängen bestand. Rossini hielt dies für den Auftakt und wartete auf die weiteren guten Sachen, die da kommen sollten. Das Essen war aber beendet, und der Gastgeber hob die Tafel auf. Beim Abschied gab es dann eine kleine Szene, als der Meister gebeten wurde, doch bei nächster Gelegenheit ja wieder der freundlichen Einladung Folge zu leisten.„Den Gefallen werden Sie mir doch tun," schloß der höfliche Mann.„Mit dem größten Vergnügen, am liebsten sofort"— sagte Rossini und setzte sich wieder an den Tisch.— Der italienische Meister hielt es für das größte Unglück, nicht bei Appetit zu sein und erschien einmal bei einem befreundeten Arzt mit der herzbewegenden Klage daß er fürchten müsse, seinen Appetit endgültig verloren zu haben. Der gute Doktor tat erschrocken und meinte bissig:„Hoffen wir nur, daß iön nicht ein armer Teufel gefunden hat, er wäre sonst in einigen Tagen ein Kind des Todes." LE Schafft es Ragnhild? Sie will die letzten beiden Kraulrekorde machen Vierzehn Kraulrekorde besitzt Ragnhild Hveger, und die zwei, die noch fehlen, sind die schwersten in der Weltrekordliste. Noch stehen die Bestleistungen der Holländerin den Ouden über die kurzen Strecken 100 y und 100 m, aber am Sonntag schwamm das dänische Wunder über 100 m schon eine Zeit, die nur eine Sekunde schlechter ist als der Weltrekord. Sie stellte in Aarhus über 100 m Kraul mit 1:05,6 Minuten eine neue Landesbestleistung auf und verbesserte ihre eigene Höchstleistung um drei Zehntelsekunden. Ob es Ragnhild Hveger gelingt, alle 16 Kraulweltrekorde in ihren Besitz zu bringen? In Aarhus gewann die Holländerin Cor Kint das 100 Meter Rückenschwimmen in 1:14,5 vor Hveger 1:17,2 und die junge Dänin Lykke Larsen holte sich das 200=m=Brustschwimmen in 3:05,1 Minuten. Legationssekretär vom Schüssen des jüdischen gestreckt wurde. Rath, der von den Mordbuben nieder(Donath.) Der Jude wird nach dem Mordanschlag im Polizeianto abtransportiert. Der Iude Herschel Seibel Grynszpan nach dem Mordanschlag auf den deutschen Legationssekretär. Seine verbrecherische, pathologische Veranlagung schreit geradezu aus seinem Gesicht.(Pressephoto) Deutsche Aerzte bei Legationssekretär vom Rath Der Führer hat unmittelbar nach Empfang der Nachricht von dem jüdischen Mordanschlag auf Legationssekretär vom Rath veranlaßt, daß sich sein Begleitarzt Dr. Brandt und der Leiter der Chirurgischen Universitätsklinik in München, Prof. Dr. Magnus, auf dem schnellsten Wege zur Konsultation und zur direkten Berichterstattung nach Paris begeben. Die neuen Winterhilfspostwertzeichen. Vom 18. November ab verkaufen alle Postämter und Amtsstellen die neuen Winterhilfs=Postwertzeichen. Den Entwurf schuf der Berliner Künstler von Axster=Hendtlaß.(Presse=Hoffmann.) Norwegen wird nicht mehr erreichen Fußball-Länderkampf gegen England in Newcastle Die Reihe fußballsportlicher Großereignisse reißt in diesen Wochen nicht ab. Am heutigen Mittwoch versucht Norwegens Ländermannschaft in New Castle, gegen Englands ungeschlagene Streitmacht ein besseres Ergebnis als die Kontinent=Elf herauszuholen. Dies kann ihr unter glücklichen Umständen auch gelingen, es ist aber kaum daran zu zweifeln, daß die Skandinavier das Schicksal Spaniens, Belgiens, Frankreichs, Deutschlands, Ungarns, Italiens, Alt=Oesterreichs und der Tschecho=Slowakei teilen werden, die sämtlich von England geschlagen wurden. Es wird für die Engländer schwer sein, das 6:0=Ergebnis von Oslo aus dem Jahre 1936 zu wiederholen, denn Norwegen ist inzwischen stärker geworden und wird sich auch auf englischem Boden gut halten. Vor allem erwartet man eine gute Leistung der norwegischen Stürmer, von denen Brustad und Kvammen sehr bekannt sind. England stellt mit kleinen Aenderungen jene Mannschaft aufs Feld, die den Kontinent und Schottland bezwang. Neulinge sind der Außenläufer Wright und der Linksaußen Smith. Im Sturm taucht neben dem jungen Mittelstürmer Lawton wieder einmal der kleine Broome auf, der ja gegen Deutschland in Berlin so hervorragend gespielt hat. England: Woodley(Chelsea); Sproston (Manchester C), Hapgood(Arsenal): Willingham (Huddersfield T), Cullis(Wolverhampton W), Wright(Newcastle U); Matthews(Stoke C), Vroome(Aston Villa), Lawton(Everton). Dix (Derby C), Smith(Millwall). Norwegen: Johansen(Valerengen); L. Martinsen(Strong), Holmsen(Lyn); Henriksen (Lyn). Eriksen(Odd), Holmberg(Odd); Frantzen (Hardy), Kvammen(Viking), A. Martinsen(Lilleström), Isaksen, Brustad(beide Lyn). Argentiniens Fußballer in Helsinki Wie aus Buenos Aires gemeldet wird, hat der argentinische Fußballverband die feste Absicht, eine starke Amateurauswahl zumolympischen Fußballturnier nach Helsinki zu entsenden. Mit den Vorbereitungen der argentinischen Mannschaft soll bereits im Frühjahr begonnen werden. Glanzleistung von Purann Die Amateure in der Deutschlandhalle Mit etwa 9000 Zuschauern hatten die am Dienstagabend wiederum durch die NSG„Kraft durch Freude“ veranstalteten Radrennen der Amateure in der Deutschlandhalle einen ausgezeichneten Zuspruch. In den Fliegerrennen, in denen auch die Jungmannen vorteilhaft in Erscheinung traten, zeichnete sich unser neues Sprintertalent Purann aus. Er gewann einen Vor= und Zwischenlauf ganz überlegen und in der Entscheidung, in der Bunzel, Berlin, und Schorn, Köln, ausgangs der Zielkurve zu Fall kamen, mußte sich Schulz, Berlin, von Purann glatt geschlagen geben. Eine ganz große Leistung vollbrachte Purann dann aber im Vorgaberennen über 1000 Meter, wo er als Malmann nicht weniger als 100 Meter Vorgabe aufzuholen hatte. Unter dem Jubel der Massen siegte er dennoch sicher. Nichtarier von Wettbewerben ausgeschlossen Der nationale königliche Segler=Verband von Italien hat in einer offiziellen Mitteilung zur Kenntnis gebracht, daß bei allen Wettbewerben Nichtarier auszuschließen sind. Die italienischen Segler haben damit als erster Sportverband diesen bahnbrechenden Beschluß gefaßt. Weiterer Zuwachs für den Dresdener SC Der Dresdener SC hat die bisherigen Meisterschaftsspiele mit einer seltenen Pechsträhne absolviert und bis zu diesem Wochenende keinen einzigen Punkt gewinnen können. Nach den beiden Teplitzer Stürmern Schaffer und Kugler hat der DSC nun einen weiteren wertvollen Zuwachs erhalten. Der Linksaußen Hans Kapitän, einer der besten Angriffsspieler des BC Hartha, ist dem Dresdner SC beigetreten. Wie es heißt, soll Hartha Kapitän bereits freigegeben haben, so daß man in Dresden noch in diesem Jahre mit seiner Spielberechtigung rechnet. England rüstet zur Luft— wir fragen: gegen wen? Ein Bild aus einer englischen Waffenfabrik, das eines der modernen Flak=Geschütze zeigt, die zur Verteidigung der britischen Hauptstadt bestimmt sind. Die leitenden Staatsmänner Deutschlands und Englands haben gerade in letzter Zeit immer wieder den Willen beider Völker betont, trotz ihrer verschiedenen Regierungsformen im Frieden miteinander zu leben. Gegen wen glaubt also England sich verteidigen zu müssen?(Presse=Hoffmann.) Rudolf Heß am Grabe von Haus Knirsch. Das politisch bedeutsamste Ereignis auf der Sudetenlandfahrt des Stellvertreters des Führers neben der Ueberführung der SdP. in die NSDAP. war die Gedenkstunde am Grabe des nationalsozialistischen Kämpfers Hans Knirsch in Dux, wo Reichsminister Rudolf Heß einen Kranz niederlegte.(Presse=Hoffmann.) Italiens Libyen=Siedler in ihrer neuen Heimat. Bei der Ankunft der Siedler in Lib überreicht ihnen Marschall Balbo symbolisch den Schlüssel zu ihren neuen Heimen. Am Rande der Magdeburger Heide wurde der erste Autobahn=Rasthof eröffnet. Links: Der Speiseraum der Fernlastfahrer. Rechts: Die Zimmer sind mit allem nenzeitlichen Komfort eingerichtet. Von den Fenstern genießt man einen weiten Blick hinunter in das Elbtal. (Weltbild, Presse=Hoffmann) eigentlich Namen de Demokratie? Wer hat das Recht, im Namen der Demokratie zu reden? Antwort an die britischen Parlamentarier Hat der liebe Gott den Schlüssel zur Demokratie den Herren Churchill und Duff Cooper ausgehändigt? Ist dies auf Gesetzestafeln verzeichnet, die im Besitze der britischen Opposition sind? (Stürmische Heiterkeit braust durch den Saal.) Demokratie ist in unseren Augen ein Regime, das vom Willen des Volkes getragen wird. Ich bin nach den Regeln der parlamentarischen Demokratie einst in Deutschland Kanzler geworden.(Brausende Bravo=Rufe.) Und zwar als der Führer der weitaus stärksten Partei. Nach den Regeln der parlamentarischen Demokratte erhielt ich dann die unbedingte Mehrheit, und— Herr Churchill kann es ja bezweifeln— heute die einmütige Zustimmung bes deutschen Volkes!(Stürmisch setzt langanhaltendes Händeklatschen ein.) Ich habe nun in diesem Jahre nicht zwei Demokratien beseitigt, sondern ich— ich möchte fast sagen— als Erzdemokrat habe zwei Diktaturen beseitigt!(Immer tosender wird der Sturm des Beifalls, in den sich jubelnde Heilrufe und brausendes Händeklatschen mischen.) Nämlich die Diktatur des Herrn Schuschnigg und die Diktatur des Herrn Benesch. Ich habe friedlich versucht, die beiden Diktaturen zu bewegen, auf dem Wege der Demokratie endlich für die Betroffenen das Selbstbestimmungsrecht herbeizuführen. Dieser Versuch ist mir mißlungen. Dann erst habe ich die Kraft des großen deutschen Volkes eingesetzt, um die Demokratie in diesen Ländern herzustellen, d. h. um unterdrückten Menschen die Fretheit zu geben! (Wieder setzen nicht endenwollende Heilrufe jubelnd ein.) Die Herren englischen Parlamentarier werden im— britischen Weltreich— sicherlich sehr zu Hause sein, allein in— Mitteleuropa— sind sie es nicht. Hier fehlt ihnen jede Kenntnis der Zustände, der Vorgänge und der Verhältnisse. Sie werden und dürfen diese Feststellung nicht als etwas Beleidigendes ansehen, wir kennen uns ja auch am Ende nicht so genau in Indien oder in Aegypten oder gar in Palästina aus(Heiterkeit und Hänbeklatschen erfüllen für Minuten den Saal). Ich würde es aber für richtig halten, wenn diese Herren ihre enorme Kenntnis, die sie besitzen, und die unfehlbare Weisheit, die ihnen zu eigen ist, etwa in diesem Augenblick auf— sagen wir— gerade Palästina konzentrieren würden. Sie könnten dort segensreich wirken. Denn das, was dort stattfindet, das riecht ganz verdammt stark nach Gewalt und sehr wenig nach Demokratie!(Die alten Kampfgenossen bestätigen diese Worte des Führers mit brausenden Heilrufen, benen langanhaltendes Händeklatschen folgt.) Aber ich führe das nur als Beispiel an, keineswegs etwa als Kritik(Lachen), denn ich bin ja nur der Vertreter meines deutschen Volkes, nicht der Anwalt anderer. Darin unterscheide ich mich von Herrn Churchill, Herrn Eden, die Anwalt der ganzen Welt sind. Ich bin nur der Vertreter meines Volkes; Hier tue ich alles das, was ich für notwendig halte, und wenn Herr Churchill mir sagt:„Wie, kann ein Staatsoberhaupt mit einem britischen Parlamentarier überhaupt die Klinge kreuzen?", so antworte ich ihm: Herr Churchill, fühlen Sie sich dadurch nur geehrt!(Brausender Beifall.) Sie können daraus, daß in Deutschland selbst das Staatsoberhaupt sich nicht scheut, mit einem britischen Parlamentarier die Klinge zu kreuzen, ersehen, wie hoch das Ansehen englischer Parlamentarier im deutschen Volk ist. Im übrigen bin ich nicht Staatsoberhaupt im Sinne eines Diktators oder eines Monarchen,— sondern ich bin deutscher Volksführer! (Die alte Garde der Partei bereitet dem Führer eine ungeheure, tosende Ovation jubelnder Zustimmung.) Ich hätte mir, davon kann man überzeugt sein, ganz andere Titel beilegen können. Ich bin bei meinem alten geblieben und werde bei ihm bleiben, solange ich lebe, weil ich garnichts anderes sein will und nie daran denke, etwas anderes zu werden. Das befriedigt mich. Herr Churchill und diese Herren sind Abgeordnete des englischen Volkes, und ich bin Abgeordneter des deutschen Volkes.(Stürmische Heilrufe branden zum Führer empor.) Der Unterschied liegt nur darin, daß auf Herrn Churchill nur ein Bruchteil der englischen Stimmen gefallen ist, während ich, ich darf es sagen, das ganze deutsche Volk revrasentiere!(Neue brausende, immer jubelnder werdende Kundgebungen im Bürgerbräusaal.) Wenn ich so, meine alten Kampfgenossen, Sie und damit das ganze deutsche Volk zur Wachsamkeit aufrufe, dann habe ich— ein heiliges Recht dazu! Ich habe in diesen wenigen Jahren für die Nation große Erfolge errungen. Sie muß verstehen, daß ich stets besorgt bin um ihre Sicherung. Ich möchte nicht erleben, daß ich am Ende meiner Tage mit ähnlichen trüben Prophezeiungen das Auge werde schließen müssen, wie das einst bei Bismarck der Fall war. Ich möchte, daß das mühsam Errungene behalten wird für immer durch die gewaltige Kraft der ganzen deutschen Nation. Dann ist auch damit ein Vermächtnis erfüllt, das uns unsere Toten aufgegeben haben. Für dieses Deutschland sind sie auch einst mit uns marschiert, genau so gläubigen Vertrauens wie wir. Es sind auch viele andere für Deutschland gefallen. Aber wir hoben die Toten des 9. November deshalb hervor, weil sie alle Soldaten gewesen sind, weil sie alle im Großen Krieg und zum Teil im Freikorps gekämpft haben, und sich doch dann erneut für Deutschland einsetzten! Ihr Opfer haben wir damals als eine heilige Verpflichtung empfunden. Heute, 15 Jahre später, dürfen wir wohl erhobenen Hauptes vor ihre Särge hintreten, um zu ihnen zu sagen: Liebe Kameraden, das, was wir bamals ersehnt und erhofft, ist nun erfüllt worden. Darüber hinaus ist auch das, was wir damals noch nicht für möglich gehalten haben, jetzt Wirklichkeit geworden. Nicht nur das Deutschland von damals ist gemeint, sondern es steht jetzt vor euch Großdeutschland mit seiner neuen, starken Wehr. Ihr habt mitgeholfen, daß dieses Werk gelingen konnte! Als erste Blutzeugen habt Ihr den späteren Weg der Bewegung ermöglicht, habt es mir ermöglicht, dann den legalen Kurs zu steuern und trotzdem als eine mannbare Bewegung im deutschen Volk angesehen zu werden. Ihr seid der Beginn jener großen Märtyrerreihe, die wir verehren, Kämpfer, die auf dem Felde des Ringens um die deutsche Volksgemeinschaft gefallen sind und von denen wir wissen, baß ihr Tod mitgeholfen hat, das heutige Reich zu schaffen. So kann ich Sie nur bitten, immer inbrünstig im Kampf um unser Reich an unser Volk zu glauven, an dieses ewige beutsche Volk. Diese breite Masse des schaffenden Volkes war einst der Träger unseres Kampfes, sie ist der Träger des heutigen Reiches und sie wird Deutschland auch in der Zukunft halten! Unser Deutschland Sieg=Heil! Unbeschreiblich sind die Kundgebungen, die die alten Parteigenossen dem Führer zum Schluß seiner Rebe bereiten. Brausendes Händeklatschen und jubelnde Heil=Rufe mischen sich zu einer Ovation, die unvergleichlich ist. Roter Vorstoß gescheitert Schwere Niederlage am Segre- 20000 waren eingesetzt Bilbao, 9. November. Für den Einbruch am Segrefluß südwestlich von Lerida hatten die Bolschewisten etwa 20 000 Mann konzentriert. Die nattonale Heeresleitung warf sofort nach Bekanntwerden des roten Vorstoßes auf das rechte Ufer des Flusses Kavallerie aus Fraga in das bedrohte Gebiet, der es in überraschendem Husarenstreich gelang, die bolschewistischen Vorhuten zurückzutreiben. Heller Mondschein machte es in der darauffolgenden Nacht möglich, das Feuer der inzwischen herangezogenen Artillerie auf die roten Stellungen zu konzentrieren. Am Dienstagmorgen griff dann die nationale Infanterie vom Norden und Süden an. Es gelang ihr, die feindliche Einbuchtung einzudrücken, wobei die Roten schwere Verluste erlitten. Verschiedene bolschewistische Abteilungen wurden abgeschnitten, und daher ist die Zahl der Gefangenen — über die noch keine genauen Angaben vorliegen— außerordentlich groß. Rückerobert wurden auch die Ortschaften Aytona und Soses. Die nationalen Truppen sind nahezu in ihre alten Stellungen zurückgekehrt, so daß der Vorstoß der Bolschewisten am Segre als gescheitert zu gelten hat. Der nationale Heeresbericht meldet: An der Ebro=Front wurde der Vormarsch fortgesetzt, Bei Nachlassen des feindlichen Widerstandes wurden wichtige Stellungen auf dem Kamm des Aguila=Gebirges genommen. Es wurden 486 Gefangene gemacht. An der Castellon=Front setzten die Roten ihre Angriffe erfolglos fort und verloren 140 Gefangene. Auch an der Segre=Front stürmte der Feind vergeblich gegen die nationalen Stellungen an und erlitt hohe Verluste. 500 Sowjetspanter wurden gefangen genommen. Die nationalen Flieger bombardierten den Bahnhof und Hafen von Aguila, wo verschiedene Brände ausbrachen. Auch die Häfen von Barcelona und Taragona sowie ein Flughafen südlich von Taragona wurden mit Bomben belegt. Im Hafen von Cartagena ist der rote Kreuzer„Cervantes" beschädigt worden. Nationale Flak schoß einen feindlichen Flieger ab. Wie der Heeresberichterstatter des nationalen Hauptquartiers meldet, sind von den drei Brücken über den Ebro, die im Besitz der Rotspanier waren, bereits zwei von den Natipnalen erobert worden, und zwar bei Mora del Ebro und Puenta Garcia. Lediglich die Brücke bei Flix ist noch im Besitz des Feinbes, der aber bereiks einen großen Teil seiner Truppen auf das linke Ebroufer zurückgezogen hat. 99 Tote und 180 Verlehzte bei dem rotspanischen Bombenangriff Bilbao, den 9. November. Die Zahl der Todesopfer des ruchlosen Bombenangriffs sowjetspanischer Flieger auf die Zivilbevölkerung des Dorfes Cabra in der Provinz Cordoba hat sich weiterhin erhöht, nachdem verschiedene Schwerverletzte ihren Verwundungen erlegen sind. Wie die letzten Meldungen besagen, sind 99 Tote zu beklagen, und zwar 18 Frauen, acht Kinder, 70 Männer sowie drei rote Gefangene, die sich in Haft befanden. Zehn Dorfbewohner sind so schwer verletzt, daß man auch ihren Tod befürchtetz weitere 20 sind schwer und 150 leichter verletzt. Die roten Bomber nahmen bei ihrem Angriff vor allem das Wohnviertel ins Ziek, in dem die Arbeiterschaft besonders stark vertreten ist. Dort hat es allein über 50 Opfer gegeben. Nachdem der Ort mit Bomben belegt war, überflogen die Maschinen die umliegenden Felder, wo sie Bauern, die ihrer Arbeit friedlich nachgingen, mit Maschinengewehren niedermähten. Japanische Truppen vom britischen Flußdampfer aus beschossen Schanghai, den 9. November. Von japanischer Seite ist an die hiesige britische Vertretung eine scharfe Protestnote über einen Zwischenfall gerichtet worden, der sich am 24. Oktober 15 Kilometer unterhalb von Kiangyin am Sübufer des unteren Teiles des Jangtse zugekragen hat. Von Bord des britischen Flußdampfers„Whangpoo" sei damals, stellt die Note fest, mit Gewehren und sogar mit Maschinengewehren auf japanische Truppen, die chinesische Guerillas bekämpften, gefeuert worden. Eine Täuschung seitens der Japaner sei ausgeschlossen, da die Führer der japanischen Truppen genau die Anzahl der Mannschaften an Bord der„Whangpov" festgestellt hätten, die gefeuert hätten. Bei der Schießerei seien mehrere Japaner verwundet worden. 8 Tote om Wahltag in US Schwere Zusammenstöße- Wahlurne gestohlen New York, den 9. November. Bei den Wahlen kam es, wie jetzt bekannt wird, während der Nachmittagsstunden in verschiedenen Bundesstaaten zu ernsten Ruhestörungen. Die schwersten Zwischenfälle ereigneten sich in Harlan und in anderen Teilen des Staates Kentucky, wo bei zahlreichen Schießereien sieben Personen getotet und zwei lebensgefährlich verwundet wurden. Wegen der Unruhen wurde in Harlan die Zählung der Stimmzettel auf unbestimmte Zeit ausgesetzt. Der Bürgermeister von Harlan mußte schließlich sogar Nationalgarde anfordern. Im Verlaufe eines Wahlstreites in Westvirginien wurde ferner ein Mann erschossen und ein weiterer schwer verwundet. In dem Gebirgsort Liberty Hill(Tennessee) wurden zwei Personen lebensgefährlich verwundet. Während der Schießerei wurde die Wahlurne entwendet. Erstmalig bediente man sich im Staate New York sogenannter Wahlmaschinen, die wie Registrierkassen die Stimmen der Wähler verzeichnen und das Zählen sehr erleichtern, Andererseits wurde der Wahlakt daburch verlangsamt, daß die Wahlmaschinen bis zu 80 Namen aufweisen. Im Laufe des gestrigen Tages wurden zahlreiche weitere Fälle von Unregelmäßigkeiten und Betrugsversuchen berichtet. So wurde in Albany, der Hauptstadt des Staates New York, außer 25 anderen Personen ein Mann verhaftet, der Wahlstimmen zu kaufen versuchte und in dessen Besitz 45 Briefumschläge mit je 5 Dollar Inhalt waren. In Pottsville drohten noch unbekannte Täter einer Familie an, sie mit Dynamit in die Luft zu sprengen, falls sie nicht den„richtigen" Kandidaten wähle. Erdbeben auch in Chemnitz und Prag verspürt Chemnitz, den 9. November. Wie in Wien und Prag wurde auch in Chemnitz am Dienstagmorgen etwa um 4.15 Uhr ein Erdbeben verspürt. Das Beben verlief in mehreren Wellen vom Östen nach Westen. Die Erschütterungen waren so stark, daß in verschiedenen Wohnungen des Stadtgebietes ein Knistern in Möbelstücken wahrgenommen wurde. Gattenmörder zum Tode verurteilt Hamburg, den 9. November. Das Hamburger Schwurgericht verurteilte am Dienstagnachmittag nach mehrtägiger Verhandlung den Gattenmörder Wilhelm Krause zum Tode. Krause hatte seine Frau im Mat dieses Jahres ermordet. Die Leiche zerschnitt er in kleine Stücke, die er ins Herrengrabenfleet warf. Kiellegung von vier französischen Flugzeugtendern Paris, den 9. November. Kriegsminister Campinchi hat die Kiellegung von vier Flugzeugtendern beschlossen. Diese Schiffe, die im Flottenbauprogramm vorgesehen sind, werden ein eWasserverdrängung von 1850 Wash.=Tonnen haben und werden in zwei Werften von St. Nazaire gebaut werden. Die vier Einheiten werden als schwimmende Stützpunkte für die französischen Luftstreitkräfte dienen und erhalten folgende Namen:„Sans Souci",„Sans Peur",„Sans Reproche" und„Sans Papareil“. Stadtteil von Damaskus unter Wasser Berlin, den 9. November. Die gestrigen starken Regnfälle in ganz Syrien verursachten besonders in Nordsyrien große Ueberschwemmungen. In dem Dorf Azaz nördlich Aleppos sind zahlreiche Häuser zusammengestürzt, wobei es bisher sieben Tote gab. Zahlreiche Familien wurden obdachlos. Das Stadtviertel Midan in Damaskus steht vollständig unter Wasser. Da sich in diesem Stadtteil zahlreiche Mehlspeicher befinden, wurden mehr als tausend Tonnen Mehl durch die Fluten vernichtet. Neues aus aller Welt Das Befinden des Legationssekretärs vom Rath ist sehr ernst Paris, ben 9. November. Professor Dr. Magnus und Dr. Brandt haben über das Befinden des Legationssekretärs vom Rath folgendes Kommunique ausgegeben: Das Befinden von Legationssekretär vom Rath hat sich bis zum heutigen Abend nicht gebessert. Es bestehen ernste Besoranisse. Die Temperatur ist geblieben. Es finden sich Anzeichen einer beginnenden Kreislaufschwäche. gez. Dr. Magnus gez. Dr. Brandt Der Krankheitszustand des Legationssekretärs n Rath hat zwei Blutübertragungen notwendig Verfügung gestellt hat. Der Reichsaußenminister an Legationssekretär vom Rath Berlin, den 9. November. Der Reichsminister des Auswärtigen von Ribbentrop hat an den Legationssekretär vom Rath in Paris folgendes Telegramm gesandt:„Mit Empörung habe ich gehört, daß Sie das Opfer eines unerhörten Anschläges geworden sind. Ich hoffe, daß Ihre Verwundung keine ernsteren Folgen haben wird und wünsche Ihnen eine baldige völlige Wiederherstellung.“ Der Vater am Krankenbett seines schwerverletzten Sohnes Paris, den 9. November. Der Regierungsrat a. D. vom Rath, der Vater des von jüdischer Hand schwerverletzten Legationssekretärs vom Rath, ist am Dienstag= vormittag in Paris eingetroffen und hat sich an das Krankenlager seines Sohnes begeben. Seit Montagnachmittag sind schon zahlreiche Sympathietelegramme an Legationssekretär vom Rath und an die deutsche Botschaft in Paris aus Deutschland und Frankreich eingegangen. beförderungen zum 9. November Berlin, 9. November. Die Nationalsozialistische Parteikorrespondenz gibt folgende Beförderungen in den Gliederungen der NSDAP. bekannt: es bes 9. November hrer Adolf Hitler Anläßlich des 15.S 1928 sprach der Oberste SA folgende Beförderungen aus Oberste SA=Führung: 1. SA=Führerkorps: zu Obergruppenführern: der Verbindungsführer der SA zur Deutschen Polizei, Gruppenführer Graf von Helldorff; der als SA=Führer z. V. eingeteilte Gruppenführer Arthur Rackobrandt; der dem Führungshauptamt zugeteilte Gruppenführer Wilhelm Freiherr v. Schorlemer; zu Gruppenführern: der Chef des Gerichtsund Rechtsamtes, Brigadeführer Leopold Damian; der Chef des Amtes Soziale Fürsorge, Brigabeführer Franz Bock; zu Brigadeführern: die Oberführer Friedrich Klohn, Karl Horn, Hans von Helms, Julius Goerlitz, Gustav Behrens: zu Oberführern: die Standartenführer Erich Neidigk, Theodor Hartig, Erwin Kübler, Erich Beck, Arnold Lentzen, Otto Gembel, Ernst Alms, Arthur Ledy, Werner Trzebiatowsky, Cäsat Siebe, Richard Suchenwirth, Karlheinz Pintsch, Werner Kroff, Martin Seidel, Heinz Pernet. Dem Stabe der Obersten SA=Führung wird als SA=Führer z. V. zugeteilt mit dem Dienstgrad Oberführer Pg. Ferdinand/ Schramm. Dem Erziehungshauptamt werden zugekeilt mit dem Dienstgrad Oberführer die Parteigenossen Otto Gohdes, Richard Manderbach, Robert Bauer. Dem Personalhauptamt wird zugeteilt mit dem Dienstgrad Oberführer der Pg. Hermann Neef. 2. Sanitätsführerkorps: Zum Sanitätsobergruppenführer: der Beauftragte der Obersten SA=Führung beim Reichsärzteführer, Sanitäts=Gruppenführer Emil Ketterer; zum Sanitäts=Brigabeführer: SanitätsOberführer Ernst Wegner; zum Sanitäts=Oberführer: Sanitäts=Standartenführer Rudolf Holzgrave. 3. Verwaltungsführerkorps: Zum Verwaltungsoberführer: der Amtschef im Verwaltungshauptamt, Verwaltungs=Standartenführer Hermann Hartung. 1. SA.=Führerkorps: Zum Brigadeführer: Der stellvertretende Führer der Standarte Feldherrnhalle Oberführer Max=Joachim Wienandt; zum Oberführer: der mit der Führung des Sturmbannes II der Standarte Feldherrnhalle beauftragte Standartenführer Josef Bimeslehner: zum Obersturmbannführer: der mit der Führung des Sturmbannes III der Standarte Feldherrnhalle beauftragte Sturmbannführer Karl Borggraefe. Es wurden befördert zu SA.=Obergruppenführern: die SA.=Gruppenführer Prinz August Wilhelm von Preußen, Fritz von Pfeffer, Prinz Philipp von Hessen, Ludwig Siebert, Gauleiter Karl Noever, Gauleiter Franz Schwede=Coburg, Christian Mergenthaler, Kurt Günther, Gauleiter Alfred Meyer. Es wurden befördert zu Gruppenführern: der Gauleiter des Gaues Oberdonau August Eigruber, die SA.=Brigadeführer Achim von Arnim, Gustav Michaelis, Heinz Haake, Max Linsmayer, Walter Nibbe, Siegfried Uiberreither, Walter Köhler, Jonathan Schmid, Stellvertretender Gauleiter Arthur Görlitzer. Es wurden befördert zu Brigadeführern: der SA.=Führer Arthur Hofmann, die SA.=Oberführer Hans Zöberlein, Hans Höflmayr, Alfred Raabe. Ernst Porath, Willi Veller, Helmut Seifert, Walter Zähle, Erich Haucke Walter Schmidt, Friedrich Voigt. Im SA.=Sanitätsführerkorps wurden befördert zu Sanitätsbrigadeführern: die Sanitätsoberführer Otto Ehleben, Karl Jahr, Georg Winter. Der Reichsführer SS. beförderte zum 9. November: zu SS.=Brigadeführern: Dr. Arthur Gett, Walter Oberhaidacher, Franz Breithaupt, Theo Croneiß. HJ. Der Führer beförderte zum 9. November: zu Hauptbannführern(Reichsjugendführung): Werner Heß, Franz Köppe; Gebiet Kurmark: Oskar Bartsch: Gebiet Nordsee: Paul Reck: Gebiet Thüringen: Hans Siegel; Gebiet Bayerische Östmark: Karl Schäfer; zum Verwaltungshauptbannführer: Reichsjugendführung: August Schröder: zu Obergauführerinnen: Reichsführerinnenschule Boyden: Mararet Klein; Obergau Thüringen: Elfriede Meints. Was Gott tut das ist wohlgetan. Nach Gottes hl. Willen entschlief heute nachmittag 4½ Uhr nach langem, schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Herr Friedrich Hustadt im Alter von 77½ Jahren. In stiller Trauer: Frau Wwe. Friedrich Hustadt nebst Kindern und Anverwandten. Herbede-Ruhr, den 7. November 1938. Die Beerdigung findet am Donnerstag, dem 10. November, nachm. 4½ Uhr, vom Sterbehause, Wilhelmstraße 9, aus statt. Trauerfeier eine halbe Stunde vorher. Allen, denen aus Versehen keine besondere Nachricht zuging, diene diese als solche. Statt besonderer Anzeige! Gestern in den Abendstunden entschlief sanft und gottergeben nach kurzer, schwerer Krankheit mein lieber, herzensguter Mann und Vater, unser treusorgender Großvater, der Rentner Rudolf Küper im Alter von 77½ Jahren. In tiefer Trauer: Wilhelmine Küper geb. Waskönig Ida Geldmacher geb. Küper Ernst Rudolf und Horst Geldmacher Hattingen, am 8. November 1938. Die Beerdigung lindet am Freitag, dem 11. Nov., um 4 Uhr, vom Trauerhause, Große, Weilstr. 11, aus statt. Trauerfeier eine halbe Stunde vorher. Von Beileidsbesuchen bitten wir Abstand nehmen. zu Die Kleine aus dem Ruhrtal plaudert: Schäferkund Sin wachoamer Ründ für Haus und Hof ist nicht immer leicht zu finden. Aber auch hier habe ich meine Tüchtigkeit bewiesen. Ich wußte, daß Hunde, die gerne Knochen beißen, nicht immer bellen. Deshalb habe ich zur Auswahl eine Anzahl von Hunden zusammengerufen. Auf den Ruf„Harras" hat sich dann der richtige Wachhund gemeldet. Und das alles für ganz wenig Geld! Was Sie auch suchen, alles vermittelt die beliebte „Heimat am Mittag". Immer auf's beste gerüstet für Gäste ahnhols-Rotel W. LINGK, HATTINGEN-RUHR Die Bühne der Stadt Bochum der JubiläumsSpielzeit 1938/39 Samstag, 12. Nov., 20—23.15 Uhr Außer Vormiete Festvorstellung zur Wiedereröffnung des Hauses! Die Nibelungen 1/II Trauerspiel von Fr. Hebbel. Sonntag, 13. Nov., 20—23 Uhr Blauer Ring 1: Festvorstellung zur Wiedereröffnung des Hauses! Die Nibelungen III Trauerspiel von Fr. Hebbel. Montag. 14. Nov., 20—22.45 Uhr Roter Ring 1: Die Nibelungen VII Dienstag. 15. Nov., 20—23 Uhr Brauner Ring 1: Hannibal Tragödie von Chr. D. Grabbe. Mittwoch. 16. Nov., Geschlossen Donnerstag. 17. Nov., 19.30—22.45 Uhr Vormiete A 1: Gastspiel der Kölner Oper! Der Freischütz Romantische Oper in 3 Akten von C. M. v. Weber Freitag, 18. Nov., 20—22.30 Uhr Vormiete B 1: Zum ersten Male! Lauter Lügen Lustspiel von Hans Schweikart Samstag, 19. Nov., 20—22.45 Uhr Vormiete C 1: Gastspiel der Kölner Oper! Der Waffenschmied Komische Oper von Albert Lortzing Sonntag, 20. Nov., 19—21.45 Uhr Außer Vormiete! unter Steinen Schauspiel von H. Sudermann Montag. 21. Nov., 20—23 Uhr Grüner Ring 1: Hannibal FahrerBekleidung Leder u. Gummi Mäntel, Jacken Westen, Hosen Handschuhe Hauben Schüler 8 Co. SOCHUM Vidumestraße 19 Herner Straße 22 In Bochum ist es bekannt, daß man gut verarbeltete u. formschöne MÖBEL aller Art, modern und Stil, in großer Auswahl, sehr preiswert kauft bei Zrüokstr. 59-63 Ju Letzterliinute sollten Sie niemals Ihren Anzeigentext hereingeben.„Gut Ding will Weile haben!“ Auch der Aufbau einer wirksamen Anzeige braucht Zeitl Verteiler(innen) zum Austragen von Werbedrucksachen ür die Orte Welper, Hüttenau geucht. 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