Die Heimat an Mittag Hattinger Zeitung Deima. am Mittag“ Ausgabe A veröffentlicht. Schluß der Anzeigenannahme morge am gleichen Tage erscheinende Ausgabe. Für die Aufnahme von Anzeigen an bestimmter Stelle wird keine Gewähr übernommen. Für die Richtigkeit aller durch Fernsprecher übermittelten Anzeigen wird nicht gehaftet. Geschäftsstelle und Schriftleitung: A ALAN 9 u 29 Pch. Uhr geöfnet. Hattingen=R., Obermarkt/ Kleine Weilstraße. Fernsprech=Anschluß: Hattingen Nr. Dortmund Nr. 11103. Postschließfach Nr. 21 u. 22. Die Geschäftsstelle ist von morgens 8 Uhr durchgehend bis abends 7 Ausgabe A 90. Jahrgang peerst Durch Boten frei Haus=halbmonanich 108 RM., für Abholer halbmonatlich 0,95 RM. Verlagskeiter Rudorf Hund. Hauptschriftleiter: Dr. Rudolf Hundt; Stellvertreter: Hans Hollender; verantwortlich für Politik und Handel: Dr. Rudolf Hundt; Sport, Westdeutschland, Kunst und Kultur: Haus Hollender; Lokales: Erich Schmidt; Unterhaltung: Hans=Ludolf Flügge; Langenberg, übrige Hattingen=Ruhr; Briefkasten: Fritz W. Deger, E.=Steele. Verantwortlicher Anzeigenleiter: Hermann Büscher, Hattingen=Ruhr. Druck und Verlag: C. Hundt sel. Wwe., Hattingen=Ruhr. Drahtanschrift: Kreisblatt Hattingenruhr. Für die Aufbewahrung aller der Schriftleitung unverlangt eingesandten Beiträge kann keine Gewähr übernommen werden.„Die Heimat am Mittag“ D.=A. für Ausgaben Hattinger Zeitung, Bochumer Tageblatt=u. Tageblatt für Essen=Steeie=Kray= Ueberruhr=Kupferdreh VI. über 11800 für den Ennewe-Ruhrkreis Nummer 156 Donnerstag, 7. Juli Die großse Heimatzeitung in Stadt und Kreis 1938 Schiestereien au Celecten Steasten Schanghai in Alormzustand 15 Attentate gegen Japoner-Mehrere Personen erschossen-Militär eingesetzt (Letzte Meldung) Schanghai, den 7. Juli. Am Jahrestag der chinesisch-japanischen Feindseligkeiten betätigten sich in der internationalen Niederlassung Schanghais chinesische Terroristen gegen japanfreundliche Chinesen sowie japanische Zivilisten und Militärposten. Schon bis 10 Uhr morgens ereigneten sich etwa 15 Attentate. Die ersten beiden Bomben wurden gegen 5 Uhr morgens am Bund geworfen. Kurz darauf zogen japanische Soldaten in die internationale Niederlassung ein und sperrten sie ab. Gegenüber den japanischen Absperrungen bezogen schottische Hochländer Stellungen. Zwei japanische Zivilisten— der eine befand sich auf einem Fahrrad unterwegs, der andere in einer Rikscha— wurden durch Pistolenschüsse ermordet.— Ein Bombenanschlag gegen japanische Posten in der Jeßfieldstraße schlug fehl, jedoch gelang es den angegriffenen Soldaten, zwei Chrüesen zu erschießen. Weitere Bombenanschläge ereigneten sich vor der Yokohama Spezie=Bank, vor der TaiwanBank und am Warenhaus Whiteaway in der Nankingstraße sowie auf einer Brücke, die über den Sutschaubach führt. Die internationale Garnison befindet sich im Alanmzustand. Starke Patrouillen durchziehen die Straßen. Sämtliche bisher erfolgten Bombenanschläge ereigneten sich innerhalb der internationalen Niederlassung. 1 300 000 Tote im China-Konflikt Tokio, den 7. Juli Eine japanische Zusammenstellung gibt die chinesischen Verluste seit Ausbruch des ChinaKonfliktes mit 1300000 an, wobei die Zahl der Toten auf über 500000 geschätzt wird. Nach derselben Quelle hatte Japan nur rd. 37000 Tote zu verzeichnen. Die besetzte Zone in China umfaßt 1249 000 gkm, also die dreifache Ausdehnung ganz Japans. Die besetzten Gebiete haben rd. 130 000 000 Einwohner. Der Dank Tschiangkaischeks an die deutschen Militärberater Hankau, den 7. Juli Die Abreise der deutschen Militärberater nach Hongkong erfolgte mit einem mit Hakenkreuzflaggen gekennzeichneten Zuge. Am Bahnhof in Hankau waren außer Vertretern der deutschen Botschaft und des Generalkonsuls viele deutsche Freunde, General Houyaotsu als persönlicher Vertreter des Marschalls Tschiangkaischeks, Kriegsminister General Hoyingschin sowie über 20 hohe chinesische Generale zum Abschied erschienen. Der Dank der chinesischen Regierung und des chinesischen Volkes für die Arbeit der Berater kam in einer größeren Anzahl offizieller Einladungen in der letzten Woche zum Ausdruck, die ihren Höhepunkt beim Abschiedsempfang beim Marschall Tschiangkaischek und seiner Gattin fanden. Mar schall Tschiangkaischek richtete dabei herzliche Dank= und Abschiedsworte an die Berater, wäh rend Frau Tschiangkaischek ihnen Geschenke über reichte. Die führenden Hankauer Blätter sprechen ihr Bedauern über den Abschied der Berater aus deren Leistungen hohe Anerkennung verdienten Sie schließen mit besten Wünschen für eine glück liche Heimkehr. England antwortet General Franco London, den 7. Juli Wie verlautet, beschloß das britische Kabinett am Mittwoch, den britischen Agenten in Burgos Sir Robert Hodgson, auf seinen Posten zurückkehren zu lassen. Seine Zurückziehung komme nicht in Frage. Das Kabinett hat den Vorschlag Francos, Almeria zu einem geschützten Hafen zu erklären, eingehend geprüft. Obwohl es der An sicht ist, daß dieser Vorschlag Francos wohlge meint sei, so glaubt man jedoch in englischen Kreisen, daß dieser Vorschlag auf eine Reihe von Schwierigkeiten bei seiner Durchführung stoßen würde. Es wird darauf hingewiesen, daß die Zutimmung zu dem Vorschlag nur einen geschützten Hafen für den südlichen Teil Rotspaniens schafen würde, während der nördliche Teil leer ausgehen würde. Darüber hinaus sei der Vorschlag auf die Gegnerschaft der Schiffseigner gestoßen. Andererseits sei die Frage des Bombenabwurfs auf britische Schiffe nur zu lösen, wenn Franco Rechte von Kriegführenden zugestanden würden. In dieser Frage könne man aber dem Nichteinmichungsausschuß nicht vorgreifen. Anscheinend hat Hodgson Instruktionen in dem oben angedeuteten Sinn für Burgos erhalten. Zahlreiche Deutsche in Kobe durch die Flutkatastrophe geschädigt Tokio, den 6. Juli. Nach einer Meldung des Generalkonsulats in Kobe sind durch die Unwetterkatastrophe 20 Häuser von Deutschen zerstört und 30 Häuser beschädigt worden. Die Umfassungsmauer der deutschen Schule stürzte ein. Das Gebäude des Generalkonsulats steht ein Meter unter Wasser. Ueber die Gesamtverluste an Menschenleben liegen endgültige Ziffern noch nicht vor. Einschließlich der Vermißten muß die Zahl der Totenauf 300-400 geschätzt werden. Darunter befinden sich vier Europäer, Weiter wurden drei Europäer schwer verletzt. Das Blutbod von Haifa 26 Tote und 83 Verwundete bei den Schießereien Jerusalem, dew 7. Juli. In Haifa wurde am Mittwoch gegen die Polizeistation eine Bombe geschlendert. Es folgte darauf eine schwere Schießerei. Die Zahl der Opfer, die vie Schießerei in Haifa erforderte, beträgt nach den letzten Meldungen 26 Tote und 83 Verwundete. Bisher wurden 10 Hilfspolizisten verhaftet. Die Schießerei nach dem Bombenattentat währte 1 Stunde. Es war, so heißt es in den neuesten Berichten, als sei die Hölle losgelassen. Als Protest gegen diesen Bluttag, deren Urheber, wie ernent betont wird, offensichtlich auf jüdischer Seite zu suchen sind, haben in der Altstadt in Jernsalem sämtliche Läden geschlossen. Die polizeiliche Untersuchung des blutigen Zwischenfalles ist noch im Gange. Nach Gerüchten, die überall in der Oeffentlichkeit kursieren, wird das Attentat auf die Polizeistation revisionistischen Juden zugeschrieben. Die Tatsache, daß bei dem Zwischenfall eine so große Zahl Toter und Verwundeter zu verzeichnen sind, wird darauf zurückgeführt, daß Hilfspolizisten in begreiflicher Nervosität unmittelbar nach der Explosion der Bombe in die Menge schossen. In Jerusalem wurde ein neues Bombenattentat verübt, und zwar wieder in der Altstadt, dort, wo vorgestern 2 Juden getötet wurden. Bei dem neuen Attentat wurden ein Araber getötet und 3 verwundet. Angesichts dieser sich ständig vermehrenden blu tigen Zwischenfälle fragt man, ob die Behörden in Palästina die Gewalt überhaupt noch in der Hand haben oder ob sie sie bereits völlig der Straße und der Anarchie überlassen. Diese Tatsachen beweisen jedenfalls, daß der Terror, und zwar sowohl seitens der Araber als auch der revisionistischen Iu den, immer stärker wird, je näher die Verwirk lichung des Judenstaates heranrückt. Sämtliche Araberführer aus dem Sandscha geflohen Beirnt, den 7. Juli. Das syrische Kabinett hat sich zu einer Dauersitzung versammelt. Man nimmt an, daß sein Rücktritt unmittelbar bevorstehe. Eine entsprechende Mitteilung dürfte vielleicht noch heute oder morgen ausgegeben werden. Jedoch wird die neue Regierung wahrscheinlich wieder aus Mitgliedern des nationalen Blockes gebildet werden und vielleicht auch von dem bisherigen Ministerpräsidenten Mardan Bey geführt werden. Sämtliche Araberführer des Sandschaks sind, soweit sie sich nicht im Gefängnis befinden, nach Syrien geflohen. Was Brachte der Tag? Kampf gegen Kinder. Die Prager„Narodni Politika“ begrüßt den starken Geburtenrückgang im sudetendeutschen Gebiet und verwendet dieses Argument zur Beweisführung, daß die Sudetendeutschen keine Selbstverwaltung brauchten. Die„Narodni Politika“ ist ein Organ des seßhaften tschechischen Bürgertums, also nicht von vornherein bolschewistisch angesteckt. Um so bemerkenswerter ist die Brutalität, die aus der Beweisführung spricht: Erst hungern wir Tschechen die Deutschen aus, und dann erklären wir, daß Leute, die verhungern und keine Kinder mehr in die Welt setzen, keine politischen Rechte brauchen. Das ist die Entwicklung, die der österreichische Dichter Grillparzer in seinen berühmten Worten von der Humanität vorausgesagt hat, die in die Bestialität ausmündet. Die Art der Argumentation ist in ihrer Roheit ganz bolschewistisch-jüdisch. Das Sudetendeutschtum hat tatsächlich einen beängstigend kleinen Kinderüberschuß. Er betrug im Jahre 1930 noch 15 586, 1935 aber nur 1857 Kinder. In einem Einzelfall ist es wohl auch vorgekommen, daß in einer für tschechische Verhältnisse mittelgroßen Stadt einer einzigen Geburt in einem der letzten Monate über dreißig Todesfälle gegenüberstanden. Das ist eine niederschmetternde Zahl. Es ist aber kein Zufall, daß die stärksten Rückgänge der Geburtenzahl in den sudetendeutschen Indutriegebieten zu verzeichnen sind, wo die jahrelange Arbeitslosigkeit die Menschen zermürbt hat. Bis jetzt gibt es noch keinen Staatsrechtler oder Staatsphilosophen, der die Vernichtung der Menchen zum Zwecke des Staates erklärt hätte. Wenn der Staat eine solche Politik treibt wie die Tschechoslowakei, die die Menschen verhungern und verzweifeln läßt, so muß der Staat geändert werden, nicht aber dürfen die Menschen und ihre Nachkommenschaft vernichtet werden. Die Tschechen haben ihren Staat im Namen der„Demokratie" und der„Humanität“ errichtet; der Volksmord ist das wahre moralische Wappen der Tschechoslowakei. 4 Hier brachen die Dämme des Gelben me von den zerstörten Dämmen des Flusses. Eine japanische Flugzenganfnahdelben Flusses, in dessen Fluten Zehntausende von Wer verdient am Bürger= Im Zusammenhang mit krieg in Spanien? der in letzter Zeit verschiedentlich aufgetauchten Frage der Belieferung von Rot=Spanien mit Kriegsmaterial ist es interessant und aufschlunreich, sich etwas näher mit der Firma AéroMarine zu befassen. Man stellt dann fest: Das politische Sekretgriat der Komintern gab vor Jahresfrist den Befehl heraus, eine Gesellschaft zu gründen, die als Aushängeschild für die dunklen Geschäfte der Komintern, vor allem der Belieferung Rotspaniens mit Kriegsmaterial, dienen sollte, und so entstand in London in der Telegraphstreet die Aéro=Marine. Und wer war wohl berufener, als Leiter dieser Firma zu fungieren, als der polnische Jude Eduard Weißblatt, ein berüchtigter Agent der GPU. und der Komintern. Um seine Beziehungen zu den Sowjets zu vertuschen, legte er sich den Grafentitel zu. Als seine Helfer traten Simon Eppstein, Jakob Kley und ein Richard Wagner auf. alles alte GPU.= und Kominternagenten. Die Aéro=Marine fing emsig an zu arbeiten, und im Laufe von 5 Monaten bekam Weißblatt von der Komintern für diese Arbeit die enorme Summe von 2 950 090 Pfund oder 450 Millionen Franc. Dieses Geld erhielt er durch die Pariser Sowjetbank, die für die Aéro=Marine sofort ein Konto eröffnete. Ein Beweis dafür, wie hoch die Komintern die Arbeit der Aéro=Marine schätzte, ist, daß Weißblatt trotz der großen Summe, die er bereits erhalten hatte, unumschränkten Kredit genoß und auf Anforberung im Dezember 1937 noch 150 Millionen Franc bekam. Dieses Geld verteilte er nach allen Seiten an die Führer der rotspanischen Regierung, mit denen er allerhand dunkle Geschäfte unterhielt. Außerdem lebte er selbst auf großem Fuße und es blieb natürlich nicht aus, daß Moskaus Bonzen neidvoll auf ihn blickten. Eines Tages erschienen dann in der prächtigen Wohnung Weißblatts in London zwei Sowjetkommissare— aber der Jude war schon entflohen. Das letzte Bollwerk vor Valencia Chinesen ertranken. Die Bruchstellen des Hauptdammes und des Sicherheitsdammes sind durch Kreise gekennzeichnet. Durch sie nahmen die verheerenden Wassermassen ihren Weg. Die Stadt Sagunt ist zur Zeit das Ziel zweier national-spanischer Angriffskolonnen, die aus den Räumen Teruel und Castellon südwärts unter ständigen Kämpfen vordringen. Nachdem die letzten 14 Tage eine ganze Kette von Durchbrechungen der roten Verteidigungslinie durch Francos Truppen gebracht haben, steht jetzt der Augenblick bevor, indem sich die beiden national-spanischen Angriffskolonnen von Sagunt vereinigen werden. Mit diesem Augenblick beginnt dann die direkte Offensive gegen Valencia. Der neueste Hilfeschrei, den die Roten über den Sender von Valencia in die Lüfte schickten, ist also sehr begründet. Der rote Oberbefehlshaber, Miaja, hat alles, was er an der mittleren Östküste an einigermaßen zusammenhängenden Verbänden auftreiben konnte, in den Raum Sagunt=Valencia geworfen. Sagunt selbst liegt nur noch 28 Kilometer von Valencia entfernt. Fällt diese Stadt— und das ist nach der bisherigen Entwicklung des nationalspanischen Vormarsches an der Östküste nur noch eine Frage kurzer Zeit— dann gerät Valencia in den unmittelbaren Feuerbereich der nationalspanischen schweren Artillerie. Es werden dann nicht nur die Vorfeldstellungen von Valencia, die wie immer von sowjetrussischen Ingenieuroffizieren angelegt wurden, das feuerschwere Kaliber auszuhalten haben, sondern es dürfte dann auch in kürzester Zeit der starke Hafenverkehr in der Guadalavia=Mündung für Valencia aufhören. Was Valencias Fall bedeuten würde, wissen die Roten genau. Der Kampf um die Stadt dürfte noch härter werden als der um Bilbao, Santander oder Oviedo und längere Zeit beanspruchen— falls nicht eine Panik bei den Roten eintritt. * Auswanderung aus" Brasilien hat unter einer Brasilien. auf 25 oder 30 Millionen geschätzten Bevölkerung— das Land ist infolge seiner Riesengröße wenig übersichtlich— nur einen Bestand von etwa 4 bis 5 Millionen Europäern oder europäischen Nachkömmlingen. Und auch in diesem europäischen Einschlag sind merkliche Unterschiede kultureller Leistungsfähigkeit. Trotzdem hat sich eine Art brasilianischen Chauvinismus' entwickelt, der jede nationale Eigenständigkeit verpönt. Die Folge ist, daß deutsche, italienische und auch polnische Auswanderer ihre Zelte abbrechen und entweder in ihre Heimatländer zurückwandern oder in anderen Teilen Südamerikas eine freundlichere Heimat suchen. Deutsche und italienische Pflanzer haben sich vielfach nach Argentinien gewandt, wo sie Tabak= und Baumwollkulturen anlegen. Die Polen suchen geschlossene Siedlungen in Bolivien zu begründen. Darüber hinaus sind 7000 Schiffsplätze bis zum Herbst für die Rückfahrt nach Deutschland und 10000 Schiffsplätze für die Reise nach Italien belegt worden. Eine Reihe von Fabriken wurden bereits stillgelegt, weil deutsche und italienische Ingenieure sich nicht vom Militär gegen Fremdenhaß schützen lassen wollen und es einen eingeborenen brasilianischen Ersatz für die fremden Techniker nicht gibt. Neugliederung der Kanzlei des Führers Berlin, den 7. Juli. Der Chef der Kanzlei des Führers der NSDAP, Reichsleiter Philipp Bouhler, hat nachstehende Ausführungsbestimmungen zur Verfügung des Führers vom 3. Juni 1938 erlassen: 1. Die bisherige Privatkanzlei Adolf Hitlers wird als Amt I in die Kanzlei des Führers der NSDAP eingegliedert. Die Sonderbezeichnungen der einzelnen Aemter der Kanzlei des Führers der NSDAP kommen in Wegfall. 2. Auf Grund seiner Berufung zum Adjutanten des Führers legt Hauptamtsleiter Bormann die Leitung des Amtes IV(bisher Sozialamt) nieder. Zum Leiter dieses Amtes ernenne ich den Hauptstellenleiter Cnyrim. 3. Die Kanzlei des Führers der NSDAP gliedert sich in Zukunft in: Amt I, Leiter: Hauptamtsleiter Bormann (Persönliche Angelegenheiten des Führers und Sonderaufgaben). Amt II, Leiter: Amtsleiter Brack(Bearbeitung von Eingaben, die die NSDAP., ihre Gliederungen und angeschlossenen Verbände sowie Dienststellen des Reiches und der Länder betreffen). Amt III, Leiter: Amtsleiter Berkenkamp(Bearbeitung von Gnadensachen von Angehörigen der Bewegung). Amt IV, Leiter: Hauptstellenleiter Cnyrim (Bearbeitung von sozialwirtschaftlichen Angelegenheiten und Gesuchen sozialer Art). Amt V, Leiter: Amtsleiter Jaensch(Personalund Verwaltungsangelegenheiten). Japon zum Jußersten entschlossen Man rechnet noch mit langer Kriegsdauer Tokio, den 7. Juli. Ministerpräsident Fürst Konoye gab vor der japanischen Presse wichtige Erklärungen der Lage ab, in denen er zunächst betonte:„Jetzt wird unsere einmal beschlossene Haltung nicht mehr geändert werden, bis wir unsere Ziele erreicht haben. Welche Lage sich auch immer ergeben wird, wir werden unermüdlich vorwärts gehen!“ Zu den Gerüchten über Vermittlungsversuche dritter Mächte erklärte Fürst Konoye, daß diese Versuche grundsätzlich nichts an dem japanischen Entschluß ändern könnten, nur direkt mit China zu verhandeln. Auf die Frage. ob irgendeine Möglichkeit, durch Vermittlung einer dritten Macht zu einem Frieden mit der Tschiangkaischek=Regierung zu gelangen, bestehe, antwortete Fürst Konoye kurz mit:„Nein!“ Der Ministerpräsident bestätigte dann nochmals, daß„keine neuen Entschlüsse zu fassen sind und daß alle neuen Maßnahmen in Uebereinstimmung mit der grundsätzlich beschlossenen Politik getroffen werden.“ Auf die Frage, wie die japanische Regierung über das Tschiangkaischek=Regime denke, erklärte Fürst Konoye, daß Japan in Tschiangkaischek und seiner Regierung deshalb keinen Verhandlungspartner sehen könne, weil die bereits vielen Schwankungen unterworfene Politik Tschiangkaischeks kein Vertrauen verdiene. Tschiangkaischek, der früher kommunistisch, dann nationalistisch eingestellt war, habe sich jetzt wieder an Moskau um Hilfe gewandt. Die„Nationalregierung“ könne auch dann nicht als„zentrale“ Regierung Chinas betrachtet werden, wenn Tschiangkaischek durch einen japanfreundlichen Staatsmann ersetzt werde, da sie keine Verbindung zu ihm habe. Das schließe nicht aus, daß eine neue vereinte Zentralregierung Peking=Nanking mit einer reorganisierten Hankau=Regierung verhandele. Zur Haltung der dritten Mächte bemerkte Fürst Könoye, daß Japan sich jetzt mit diplomatischen und wirtschaftlichen Mitteln die dritten Mächte zu überreden bemühe, ihre Unterstützung Tschiangkaischeks aufzugeben. Mit der fortschreitenden Entwicklung der Lage könne man mit einem besseren Verständnis der japanischen Politik rechnen, wodurch sich die Haltung Englands, Frankreichs und Amerikas Japan gegenüber ändern werde. Fürst Konoye äußerte seine Ueberzeugung, daß es nicht zu einer Einmischung Englands, Frankreichs oder anderer Mächte komme. des Kaisers von Japan an die Nation In einer soeben erlassenen Botschaft des Kaisers wird der Dank für die Haltung und Leistungen der japanischen Wehrmacht ausgesprochen. In diesem Schreiben heißt es u. a.:„Es ist hoffnungslos, einen sicheren Frieden im Fernen Östen zu erreichen, solange nicht die alten Uebelstände beseitigt sind. Die Herstellung einer engen Zusammenarbeit zwischen Japan und China zum Wohlergehen beider Völker wird auch der Aufrechterhaltung des Weltfriedens dienen.“ Weiter wird in der Botschaft der Hoffnung Ausdruck gegeben, daß das gesamte Volk gemeinsam alle Beschwerden ertrage und Volk und Regierung in Pflichterfüllung zusammenstehen werden. Das sponische Gold bleibt in Poris Das Golddepot bei der Bank von Frankreich nicht ausgeliefert Paris, den 7. Juli. In der Frage des spanischen Golddepots, das seit 1931 in dem Tresor der Bank von Frankreich hinterlegt ist, fällte das Pariser Appellationsgericht am Mittwoch das gleiche Urteil wie das erstinstanzliche Gericht am 13. April d. I. Die 40 Tonnen spanischen Goldes werden demnach weiterhin im Tresor der Bank von Frankreich aufbewahrt und keiner der im Kampf befindlichen Parteien ausgeliefert werden. In der Urteilsbegründung heißt es, daß die Bank von Spanien Staatsbank sei, wieweit auch ihre Bindungen als Emissionsbank mit dem spanischen Staate gehen mögen. Diese Feststellung sei so ernst, daß die Bank von Frankreich im Falle einer Auslieferung des Goldes ohne einen dementsprechenden juristischen Entscheid eine schwere Verantwortung auf sich nehmen würde, ja sogar zu einer zweiten Auszahlung des Goldes sich gezwungen sehen könnte. Das Gericht verwarf aus diesem Grund die Berufungsklage der spanischen Bolschewisten als unbegründet und bestätigte das Urteil der ersten Instanz auf Kosten des Klägers. * Der Streit um die 75 Tonnen Goldbarren, mit dem sich gestern eine weitere Oberinstanz der Pariser Gerichte zu befassen hatte, dauert schon solange an, als es eine nationalspanische Regierung und damit einen berechtigten Anspruch auf jenes Geld gibt. Die Barren, die einen Wert von 1400 Millionen Goldfrancs oder 3 Milliarden Francs haben, sind seit 1931 als Anleihegarantie bei der Bank von Frankreich hinterlegt. Die spanischen Bolschewisten haben dann aus ihren vielfachen Rauben die französische Anleihe in Papierfrancs zurückgezahlt(woraus sich naturgemäß eine sehr hohes Geldgeschenk der damaligen Regierung Blum an die Roten ergab). Die Bank von Frankreich will aber das bei ihr hinterlegte spanische Gold nicht den Bolschewisten in Barcelona ausliefern, worauf sich die Pariser Gerichte mit der Sache befaßten. Der Staatsanwalt, ganz in Uebereinstimmung mit der Regierungspolitik, stellte sich auf den erstaunlichen Standpunkt, es gebe für Frankreich nur eine spanische Regierung in Barcelona und die Erklärung der Regierung Franco, daß mit dem in Paris hinterlegten Golde die Bolschewisten ihren Krieg finanzierten, entbehre jeder Begrundung(!!). Selbstverständlich weiß auch dieser volksfrontlerische Staatsanwalt sehr wohl, daß von den 45000 Aktionären der Bank von Spanien über 40 000 im Gebiet Francos und noch nicht einmal 5000 mehr in Rotspanien sitzen, von denen außerdem die Mehrzahl zweifellos auf der Seite Francos stehen. Die französische Regierung ihrerseits will sich wegen des Goldes weder mit dem sicheren Sieger in Spanien überwerfen noch Krach mit Moskau haben. Acht/ Tote bei einer Feuerwehrübung Lissabon, den 7. Juli. In der Universitätsstadt Coimbra ereignete sich am Mittwochabend ein schwerer Unfall. Bei einer Feuerwehr=Schauübung sollten zehn Personen aus einem brennenden, dreistöckigen Gerüstbau geborgen werden. Infolge des unvorhergesehenen Höherschlagens der Flammen wurden sie aber von einer Panik ergriffen und sprangen vorzeitig herunter. Acht von ihnen waren sofort tot, zwei schweben in Lebensgefahr. Wie stelites um die zivite dieustyplicht? Schon in nächster Zeit mit Verpflichtungen von Arbeitskräften zu rechnen— Hauptsächlich Arbeitskräfte für die Bau-, Eisen- und Metallwirtschaft— Die rechtlichen Wirkungen Berlin, den 7. Juli. Wie man von unterrichteter Seite erfährt, sind die ersten Beratungen der amtlichen Stellen über die praktische Durchführung der„Verordnung zur Sicherstellung des Kräftebedarfs für Aufgaben von besonderer staatspolitischer Bedeutung“ nunmehr soweit abgeschlossen worden, daß mit der Verpflichtung von Arbeitskräften auf Grunddieser Verordnung schon in der allernächsten Zetzu rechnen ist. Bekanntlich kann durch diese am 1. Juli bereits in Kraft getretene Verfügung des Beauftragten des Führers für die Durchführung des Vierjahresplanes jeder deutsche Volksgenosse, gleichgültig ob Arbeiter oder Handwerker, Beamter oder Unternehmer, zu einer zeitlich beschränkten Dienstpflicht herangezogen werden. Es ist selbstverständlich, daß man zunächst versuchen wird, die fehlenden Arbeitskräfte auf dem gewöhnlichen Wege der Arbeitsvermittlung zu gewinnen, doch wird im Falle der Aufzehrung der schon sehr knappen Arbeitskraftreserven auf den verschiedensten Beschäftigungsgebieten sofort mit der Sicherung des Kräftebedarfs im Sinne der neuen Verordnung begonnen werden. Der Präsident der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung, Dr. Friedrich Syrup, macht jetzt im Reichsarbeitsblatt nähere Mitteilungen über die geplante praktische Durchführung der Verordnung. Ledige werden in erster Linie verpflichtet Aus seinen Ausführungen geht zunächst hervor, daß der Geltungsbereich der Verordnung sehr weitgezogen ist und daß er die Angehörigen sämtlicher Berufsschichten umfaßt. Es wurde auch weder eine durch die Schulpflicht bedingte untere, noch eine durch das Alter bedingte obere Altersgrenze gezogen. So wurden auch keine Ausnahmen für Mütter oder sonstige Personengruppen festgelegt. Grenzen und Ausnahmen seien aber Selbstverständlichkeiten. Daneben bestimme die Durchführungsverordnung des Präsidenten der Reichsanstalt, daß in erster Linie ledige Versonen verpflichtet werden sollen, daß die Verpflichtung den Verpflichteten wirtschaftlich nicht schlechter stellen soll als bisher und daß die Arbeitskraft des Verpflichteten entsprechend seinen Kenntnissen und Fähigkeiten so zweckvoll wie möglich eingesetzt werden soll. Bauwesen, Eisen- und Metallwirtschaft der Hauptbereich der Verpflichtungen Der Präsident der Reichsanstalt betont dann, daß die benötigten Arbeitskräfte für besonders bedeutsame Aufgaben bereitgestellt werden sollen, deren Durchführung aus staatspolitischen Gründen keinen Aufschub dulde. Welche Aufgaben im einzelnen dazu gehören werden, lasse sich heute noch nicht sagen, sie dürften aber in erster Linie auf dem Gebiete der Bauwirtschaft und der Eisen= und Metallwirtschaft liegen. Als Verpflichtete kommen hier vorwiegend Arbeiter, Angestellte und Beamte in Frage, die sich in einem festen Beschäftigungsverhältnis befinden. Die Arbeitsämter, die von Fall zu Fall mit der Verpflichtung einer bestimmten Zahl von solchen Arbeitskräften beauftragt werden, haben sich einen Ueberblick darüber zu verschaffen, wieviel Arbeitskräfte der benötigten Art in ihren Bezirken vorhanden und in welchen Betrieben sie beschäftigt sind. Die Gesichtspunkte bei der Auswahl der Verpflichteten Das Arbeitsamt hat dabei zu prüfen, aus welchen Betrieben die benötigten Arbeitskräfte herausgezogen werden können, wobei folgende Gesichtspunkte zu beachten sind: Es dürfen keine Arbeitskräfte aus Betrieben oder Verwaltungen herausgezogen werden, deren Aufgaben selbst besonders bedeutsam und unaufschiebbar sind oder deren Produktion (Zement, Eisen, Kohle) die Grundlage für die Erfüllung der Aufgaben der erstgenannten Betriebe bildet. Die rechtliche Wirkung des Verpflichtungsbescheides Vor der Verpflichtung sind die zu verpflichtenden Versonen und ihre bisherigen Betriebsführer zu hören. Der zu verpflichtenden Person sind hierbei die Bedingungen, unter denen die Dienstleistung erfolgen soll, bekanntzugeben. Durch die Zustellung des Verpflichtungsbescheides wird zwischen dem Auftraggeber, der die Meldung des Arbeiterbedarfes erstattet hat, und der Arbeitskraft, an die sich der Verpflichtungsbescheid richtet, ein Arbeits= oder Dienstverhältnis abgeschlossen. Der Verpflichtungsbescheid hat also nicht nur öffentlich-rechtliche, sondern auch privatrechtliche Wirkungen. Er wird der verpflichteten Person durch das Arbeitsamt zugestellt und muß Name und Ort des Betriebes, in dem sich der Arbeits= oder Ausbildungsplatz befindet, den Zeitpunkt des Beginnes und der Beendigung der Verpflichtung, sowie den Zeitpunkt der Arbeitsaufnahme enthalten. Verpflichtete, die in einem Beschäftigungsverhältnis stehen, haben den Verpflichtungsschein sofort dem Betriebsführer vorzulegen. Die arbeitsrechtliche Auswirkung der Dienstpflicht Die Verpflichtung wird in jedem Falle für eine begrenzte Zeit ausgesprochen, wobei die Verpflichteten von ihren bisherigen Unternehmern oder ihren Dienstbehörden für die Dauer der Verpflichtung zu beurlauben sind. Sie sind mit dem Tage des Beginns der Dienstverpflichtung aus ihrem Beschäftigungsverhältnis beurlaubt, so daß das ursprüngliche Arbeits= oder Dienstverhältnis weiter bestehen bleibt. Während der Beurlaubung darf das bisherige Beschäftigungsverhältnis nicht gekündigt werden, wobei allerdings das Arbeitsamt in besonderen Fällen Ausnahmen zulassen kann. Den Dienstverpflichteten wird also das Recht auf den Ju drei Zeiten Berlin. Reichsminister Rust empfing heute den schwedischen Forscher Sven Hedin und verweilte mit ihm über eine Stunde in eingehender Aussprache. Antiochia. Der Belagerungszustand, der über den Sandschak verhängt worden war und ebenso alle Bestimmungen, die Ausreise und Einreise in das Gebiet erschwerten, sind wieder aufgehoben worden. London. Die in London stattfindenden englischindischen Handelsverhandlungen, deren Hauptgegenstand Baumwollfragen sind, dürften wiederum ergebnislos verlaufen, nachdem bereits frühere Verhandlungen in Simla nicht zu einer Einigung geführt hatten. Der Führer bei Ulrich Graf München, den 7. Juli. Der Führer sprach gestern in München seinem treuen Begleiter aus den ersten Jahren des Kampfes, Ulrich Graf, persönlich seine Glückwünsche zum 60. Geburtstag aus und überreichte ihm sein Bild mit einer herzlichen Widmung. „Keinerlei Debatte“ über ermordete Sudetendeutsche! Prag, den 7. Juli. Wie aus Eger gemeldet wird, stand auf der Tagesordnung einer Stadtvertretungssitzung am 5. Juli auch der Punkt„Stellungnahme der Stadtverwaltung zu den Vorfällen am 21. Mai in Eger, die den Tod von zwei sudetendeutschen Volksgenossen verschuldeten.“ Die Bezirksbehörde hat mit Erlaß vom 4. Juli verboten, daß dieser Punkt in der Sitzung behandelt wird. Es darf auch über den Gegenstand selbst keinerlei Debatte geführt werden. Der Eger Stadtrat hat gegen dieses Verbot Einspruch erhoben. Zwangsarbeit und Gefängnis für die Begrüßung des Motorschiffes„Preußen“ Memel, den 7. Juli. Der Kriegskommandant des Memelgebietes hat die Memeldeutschen Richard Wiechert, Walter Flach mit je einem Jahr, Berthold Beyer, Walter Behr, Heinz Januschies mit je sechs Monaten, Paul Preßler, Erwin Meckelburg mit je drei Monaten Zwangsarbeitslager bestraft. Ferner erhielten Hans Laudzim und Alfred May je drei Monate Gefängnis. Sechs weitere Memeldeutsche werden dem Kriegsgericht zur Aburteilung übergeben. Diese Bestrafungen und die noch ausstehenden Verfahren gegen Memeldeutsche hängen mit den Zwischenfällen vom 21. Juni anläßlich des Eintreffens des Motorschiffes„Preußen“ im Memeler Hafen zusammen. Argentinischer Dank an das deutsche Bäckerhandwerk Berlin, den 7. Juli. Die Leitung der ersten argentinischen Ausstellung„Vom Korn zum Brot“ hat die deutsche Botschaft in Buenos Aires gebeten, dem Reichsinnungsverband des Bäckerhandwerks ihren aufrichtigen Dank für die Mitarbeit zum Ausdruck zu bringen, in der sie einen Beweis des Gefühls der Verbundenheit der deutschen Bäcker zu ihren argentinischen Berufsgenossen sieht. Die Ausstellungsleitung hat ihrem Dankschreiben eine Ehrenurkunde beigefügt und um deren Uebermittlung an den Reichsinnungsverband gebeten. Polen, die ihr Volk vergessen, wird die Staatsangehörigkeit entzogen Warschau, den 7. Juli. In den nächsten Tagen wird zum erstenmal die Liste der Polen veröffentlicht, denen die polnische Staatsangehörigkeit entzogen wird, weil sie seit Jahren außerhalb der polnischen Staatsgrenzen leben und jeden Zusammenhang mit dem polnischen Volk verloren haben. alten Arbeitsplatz, den Unternehmern das Recht auf die Rückkehr der Arbeitskräfte an die alte Arbeitsstätte gegeben. Während der Dauer seiner Beurlaubung hat der Dienstverpflichtete keinen Anspruch auf Gehalt, Lohn oder sonstige Bezüge aus seinem bisherigen Beschäftigungsverhältnis, doch gilt im übrigen die Zeit der erfüllten Dienstverpflichtung als Beschäftigungszeit in der bisherigen Arbeitsstelle. Sie wird also arbeitsrechtlich und beamtenrechtlich so angesehen, als ob sie bei der bisherigen Arbeits= und Dienststelle geleistet sei. Innerhalb der Gefolgschaft des neuen Betriebes nimmt der Dienstverpflichtete keine Sonderstellung ein. Er unterliegt zum Beispiel allen in der Betriebsordnung vorgesehenen Bestimmungen und auch die Vorschriften der Sozialversicherung finden auf ihn wie auf jedes andere Gefolgschaftsmitglied Anwendung. Die Dienstpflicht darf keinen wirtschaftlichen Nachteil bringen Vielfach wird die Arbeitsstelle der Verpflichtung nur unter Zuhilfenahme eines öffentlichen Verkehrsmittels zu erreichen sein. Durch eine Durchführungsanordnung wurde bestimmt, daß die Kosten der erstmaligen Anreise des Verpflichteten vom bisherigen Wohnort zum Dienstort vom Arbeitsamt getragen werden, während die Kosten der Rückreise nach Beendigung der Verpflichtung der Betrieb trägt, bei dem die Dienste geleistet wurden. Außerdem kann bei längeren Reisewegen vom Arbeitsamt ein Zehrgeld gewährt werden. Personen mit eigenem Haushalt verpflichtet we den, kann ihnen aus Mitteln der Reichsansta auf Antrag eine Trennungsbeihilfe gewährt we den, wenn sie wegen der Dienstverpflichtung ein neuen Aufenthaltsort nehmen und einen getren ten Haushalt führen müssen. Dabei ist jedoch vo Arbeitsamt zu prüfen, ob die Tarifdienst= od Betriebsordnung eine Trennungsentschädigun vorsieht oder das Arbeitsentgelt in der neuArbeitsstelle einen genügenden Ausgleich biet Diese Trennungsbeihilfe ist kein Entgelti Sinne der Sozialversicherung. Sozialversich rungsbeitrage brauchen also von der Trennung beihilfe nicht gezahlt zu werden. NUMMER 156 „DIE HEIMAT AM MITTAG“ DONNERSTAG, 7. JULI 1938 Beick in die Heimat Die Soche mit Fritz Es ist ein undankbares Geschäft, einen Erguß über das Wetter loszulassen. Denn wenn man jetzt zur frohen Vormittagsstunde die strahlend lachende Sonne begrüßen, die weißen Silberwölkchen besingen, den Goldglanz, der auf allen grünen Blättern liegt, die langentbehrte Wärme, die einem wohlig auf den Pelz brennt, schildern will, muß man doch schon wieder befürchten, es würde bald wieder anders werden. Man ist nämlich durch böse Erfahrungen der letzten Tage ge witzigt, so sehr man auch wünschen mag, daß diese lachende Sommerfreude, die uns aus dem weit geöffneten Fenster anblickt, erhalten bleiben möge. Ueber etwas anderes mag sich daher unsere Betrachtung ergehen. Es ist die Geschichte vom kleinen Fritz. Er könnte auch Hans heißen oder Kurt oder Rudi. Der Name tut in diesem Fall nichts zur Sache, aber dafür ist es die Geschichte, die alle Kinder und Eltern angeht. Der kleine Fritz war nämlich zu seinen Großeltern aufs Land gefahren. Mit großer Freude hatte er Haus und Hof besichtigt, die Kühe bewundert, das Pferd mit dem glänzenden Fell gestreichelt, die Hühner gefüttert und war auch schließlich in den Garten vorgedrungen. Das Wasser lief ihm im Munde zusammen, als er an die Beerensträucher kam und die dicken Stachelbeeren sah. Er probierte eine der halbreifen Früchte, sie schmeckte zwar noch nicht zuckersüß, wie er sie vom Einkauf seiner Mutter auf dem Markt her gewohnt war, aber sie schmeckte trotzdem. Mit dem Essen kam der Appetit. Der kleine Mann verkroch sich ganz in einen solchen Busch, führte Beere um Beere seinem nimmersatten Mäulchen zu, bis es einfach nicht mehr ging. Dann aber bekam er Durst. Er dachte sich nichts dabei, als er ein Glas Wasser in großen Zügen leerte. Aber er mußte bald denken lernen. Dann nämlich, als er furchtbare Leibschmerzen bekam. Er wußte nicht mehr ein und aus. Als die Großmutter davon erfuhr, rief sie sofort den Doktor. Der Junge jammerte vor Schmerzen; er glaubte, er müsse sterben, aber er kam noch mal davon. Er hat sich jedoch die Ermahnungen aller, die um ihn waren, sehr zu Herzen genommen, und er wird wohl niemals wieder auf halbreife Stachelbeeren Wasser trinken.— Das ist die Geschichte, die alle angeht. Jetzt ist nämlich wieder die Zeit, wo verführerisch in manchen Hausgärten die Früchte an den Sträuchern locken. Eltern, schärft euren Kindern ein, daß sie kein Wasser auf die Stachelbeeren trinken. Nicht immer geht es mit Schmerzen ab; schon manches junge Menschenleben ist diesem Leichtsinn und der Unwissenheit zum Opfer gefallen. Denke daher jeder daran! Immer neue Aufgaben! Arbeitsbeschaffung war im ersten Jahre der nationalsozialistischen Regierung einer der wichtigsten Aufbaubegriffe. Damals und in den ersten Jahren haben wir ihn begrenzt verstanden als Arbeitsbeschaffung für jeden Volksgenossen. Und es verschwanden die Millionen Arbeitslose von der Straße und wiederum bekam der Begriff einen neuen Sinn. Nun wurde es Aufgabe der Arbeitsbeschaffung, jeden an die Arbeitsstelle zu bringen, die seiner Begabung am besten entsprach. Die Aufgaben des Vierjahresplanes verlangten eine weitgreifende Umstellung der Wirtschaft. Wieder hatte die Arbeitsbeschaffung einzugreifen. Und nun die„Tatmenschen“ von heute sehen wieder neue Aufgaben und jede schafft neue Arbeit. Wieder hat die Arbeitsbeschaffung die Hände zu rühren. So behält die Reichslotterie für Arbeitsbeschaffung, die eben mit erhöhtem Gewinnplan aufgelegt worden ist, gleichfalls einen neuen Sinn. Sie dient der Ausführung der immer neuen Aufausgegeben; sie gelten zur Hinfahrt von samstags 12 Uhr bis sonntags 24 Uhr, zur Rückfahrt von samstags bis montags 24 Uhr, an den übrigen Wochentagen je von 12 bis 24 Uhr. Nach Wuppertal=Barmen oder W.= Elberfeld zu den vom 16. bis 18. Juli 1938 stattfindenden Wiedersehensfeiern des Bundes ehem. Reserve=Infanterieregiment 53 und der ehemaligen Angehörigen des Infanterieregiments 364. Die Karten werden von allen Bahnhöfen im Umkreis von 150 km ausgegeben; sie gelten zur Hinfahrt am 16. Juli und 17. Juli, zur Rückfahrt vom 16. bis zum 18. Juli. Nach Castrov oder Rauxel zu den lichtaufführungen in Castrop=Rauxel von allen Bahnhöfen im Umkreis von 50 km mit tarifmäßiger Geltungsdauer am 16./17. Juli und 23./24. Juli, ferner am 13. und 20. Juli. Die am 13. und 20. Juli gelösten Fahrkarten gelten zur Rückreise nur, wenn sie auf der Rückseite mit dem Kassenstempel der Freilichtbühne versehen sind. Nach Münster(Westf.) zur Wiedersehensfeier der ehemaligen Angehörigen des KürassierRegiments von Driesen 1. Westf. Nr. 4 vom 9. bis 11. Juli 1938 auf eine Höchstentfernung von 75 km. Die Karten haben tarifmäßige Geltungsdauer. h* Jugend geht auf Großfahrt 5J des Bannes und Jungbannes 99 fährt durch Westfalen gaben. h* Sonntagsrückfahrkarten aus besonderem Anlaß Die Reichsbahn wird zu den nachstehenden Veranstaltungen Sonntagsrückfahrkarten ausgeben: Nach Siegen zu dem vom 8. bis 10. Juli 1938 stattfindenden„Westfalentag 1938“ auf eine Höchstentfernung von 200 km. Die Karten gelten zur Hinfahrt am 9. Juli und 10. Juli, zur Rückfahrt vom 9. Juli bis zum 11. Juli. Nach Gelsenkirchen zur Luftfahrtausstellung„Fliegendes Deutschland“ vom 9. bis 24. Juli. Die Karten werden im Umkreis von 75 km Nach den bedeutsamen Tagen des Bann= und Untergausportfestes rüstet die Hitler=Jugend des Bannes und Jungbannes 99(Ruhr=Ennepe) zu neuen großen Ereignissen: Die Jungen und Pimpfe gehen auf Fahrt. Im Vordergrund des Fahrtenplanes steht die WestfalenGroßfahrt, die in der Zeit vom 24. Juli bis 6. August zur Durchführung gelangt. Zur Teilnahme an der Fahrt sind alle Jungen und Pimpfe aus dem Bannbereich aufgerufen. Die bisherigen Meldungen lassen erkennen, daß die Westfalen=Großfahrt nicht nur bei den Junggenossen, sondern auch bei den Eltern freudigen Zuspruch gefunden hat. Das große Interesse ist nur allzu leicht verständlich. Denn wer möchte sich ausschließen, wenn es heißt, eine Zeit verbringen zu können, die eine wirkliche Kraft= und Freudenquelle darstellt: Und fürwahr, seitens der Führung des Bannes und Jungbannes ist alles getan worden, den Fahrtteilnehmern ein unvergeßliches Erlebnis in der Gemeinschaft zu vermitteln. Als Fahrtenwege sind nicht ohne Grund das Sauerland, Siegerland, Wittgensteiner Gebiet und ein Teil des Bergischen Landes gewählt worden. So werden die Jungen und Pimpfe vertraut gemacht mit den Schönheiten, die wir in nicht allzuweiter Ferne besitzen, sie werden ermessen lernen, daß unsere westfälische Heimat bezaubernde Stätten aufweist, die hinter anderen Landstrichen unseres großen Vaterlandes keineswegs zurückstehen. Wie wird nun die Fahrt durchgeführt? Alle Gefolgschaften und Fähnlein haben einen besonderen Wanderplan erhalten. Insgesamt begeben sich 32 Gruppen, die jeweils etwa 25 Junggenossen umfassen, auf Fahrt. Marschiert wird nach der Karte. Zu bemerken bleibt hier aber besonders, daß keine sogenannten Gewaltmärsche durchgeführt werden.— Zwei Tage werden alle Teilnehmer an einem Zeltlager teilnehmen, das sich an der landschaftlich herrlich gelegenen Listertalsperre befinden wird. Im Zeltlager, in dem jeweils acht Fahrtengruppen mit rund 200 Junggenossen verweilen werden, haben die Teilnehmer die Bedingungen für die Ha=Leistungsabzeichen zu erfüllen. Dann geht es wieder in der vorgesehenen Ordnung weiter, die Jungen und Pimpfe werden viel Schönes sehen und erleben und sich zum Schluß gemeinsam in Winterberg treffen. Hier findet eine große Kundgebung statt, die das Erlebnis der Fahrt noch vertiefen wird. Ein Sonderzug bringt die Teilnehmer wieder zurück in die Heimat. — Der Rundfunk auf dem Westfalentag. Am 8., 9. und 10. Juli trifft sich der Westfälische Heimatbund wieder, wie alljährlich auf einem großen Westfalentag. Der Tagungsort ist in diesem Jahre Siegen, die südlichste Stadt des westfälischen Raumes, reich an alter, stolzer Geschichte und reich an Zeugnissen eines kraftvollen Volkstums, das seine Eigenart zu bewahren wußte. Es ist nun schon gute Tradition geworden, daß auch der Reichssender Köln sich jedes Jahr mit seinen Mitteln am Westfalentag beteiligt. Auch in diesem Jahr wird das westdeutsche Mikrophon wieder mit dabei sein. Ein Echo aus den Vexanstaltungen des Westfalentages sendet der Reichssender Köln am Dienstag, dem 12. Juli, 18.20 Uhr. Wie Cätteen Vor 10 Jahren veranstaltete die Tiroler akademische Heimatgruppe in Hattingen einen Heimatabend, der ganz unter dem großdeutschen Gedanken stand. Etwa 1200 Besucher bewiesen ihr überaus großes Interesse. Viele Anwesenden mußten mit einem Stehplatz vorliebnehmen. Die Feier wurde verschönt durch die Mitwirkung des Orchesters des Realgymnasiums, sowie durch Schüler und Schülerinnen der hiesigen Schulen. Vor 25 Jahren fand bereits durch die Hattinger Ortsgruppe des Wandervogels— wenn auch zeitlich verspätet— eine Sonnenwendfeier auf den Höhen der Holthauser Berge statt. Damals hieß es in unserer Zeitung:„In wuchtiger Rede wurde betont, daß die Wiederholung der alten Volksbräuche symbolische Bedeutung habe: Wir wollen uns aufrichten und stärken an den naturwahren Sitten unserer Altvorderen zur Kräftignug unseres nationalen Bewußtseins und zur Belebung unseres Volksgeistes.“ Auch heute vor einem Vierteljahrhundert klagte man über unfreundliches Wetter. Der Bericht lautete:„Die Heuernte ist in vielen Bezirken beendet, doch sind Klagen nicht selten, daß die nasse Witterung das Bergen des Heues erschwert und die Qualität beeinträchtigt.“ Vor 50 Jahren fand eine neue„Sport=Art“ im Hattinger Land großen Anklang. Geschäftstüchtige Wirte veranstalteten„Holzschuh=Rennen“.— Alles beteiligte sich hieran, Knaben, Jünglinge, Männer, und— wie es damals heißt— „auch die Vertreterinnen des zarten Geschlechts zeigten eine staunenswerte Fertigkeit im Holzschuhwettlaufen.“ Als Beigaben wurden mancherorts Esel=Wettrennen durchgeführt. hattingen Feierstunde des Frauenwerks Etwa 30 neue Mitglieder in Welper wurden verpflichtet dt. Die gestern abend in der Horst=Schule in Welper vom deutschen Frauenwerk durchgeführte Veranstaltung zur Aufnahme neuer Mitglieder wird mit eine der schönsten Erinnerungen aller, die daran teilnehmen durften, sein. Es war in Wahrheit eine erhebende Feierstunde, die besonders durch die Rede der Gaurednerin Frau Plessow die Herzen mitriß, sie aus dem Alltag heraushob und uns Besinnung auf tiefere Werte schenkte. Mit herzlichen Begrüßungsworten der Leiterin der Ortsgruppe Welper der NS=Frauenschaft, Frau Göritz, begann die gut besuchte Veranstaltung. Die Ouvertüre zu Webers„Freischütz“, meisterhaft von Lehrer Krieter(Klavier) und Musiklehrer Wagner(Geige) vorgetragen, leitete über zu sinnvollen Gedicht= und Liedvorträgen durch die Mitglieder der aus jungen Mädels bestehenden Jugendgruppe der NS=Frauenschaft und einigen weiblichen Mitgliedern der DAF. Musikstücke rahmten die Ansprache der Gaurednerin Frau Plessow aus Bochum ein, die in lebendigen Worten den Sinn dieser Veranstaltung aufzeigte. Sie führte aus, daß der Mensch Stunden brauche, die ihn aus der Kleinarbeit des Alltags heraushöben und ihm die großen Ziele nahebrächten. Sie verglich die Aufnahme der neuen Mitglieder in das deutsche Frauenwerk mit dem Eintritt durch ein weites Tor in das große Haus der durch Adolf Hitler begründeten deutschen Frauenorganisation. In diesem Haus seien viele Zimmer, und jedes davon könne betreten werden. Allüberall in den einzelnen Räumen warte eine besondere Arbeit auf die Eintretenden. Hier werde gelehrt, wie die deutsche Frau ihre Kinder erziehen klagen eines Vogelfreundes Vogelschutz tut not! Ein Freund unseres Blattes schreibt uns: Im Gemeindewald Welper prangen allenthalben Schilder mit der Aufschrift: Vogelschutz! Das ist nun alles ganz gut und schön. Aber leider wird diese Mahnung nicht im geringsten beachtet. Die Warnungstafeln, die das Verlassen der Wege sowie das Radfahren bei Strafe verbieten, verfehlen völlig ihren Zweck, da sie bestensfalls als Zielscheiben für Steinwürfe Verwendung finden. Frauen, die sich mit kleinen Kindern auf den Waldwegen vor Fahrzeugen sicher wähnen, sind oft kaum in der Lage, sich mit ihren Kleinen vor wildgewordenen Radfahrern zu schützen. Sind diese dann irgendwie zum Absteigen gezwungen, so führen sie noch das große Wort. Andere knallen mit Teschings im Gebüsch herum, wobei ihnen dann ein erschreckt abstreichender Vogel jedesmal sein Nest verrät. Mancher Jungvogel fällt diesen Waldbummlern in die Hände. Einen Burschen stellte ich, da er etwas verbergen wollte. Ich fand bei ihm in kleinen weißen Daunenklumpen einen jungen Steinkauz. Das kleine Wesen zitterte vor Kälte, und war vor Müdigkeit kaum in der Lage, sein klobiges Köpfchen aufrechtzuhalten. Leise wimmernd, schlief es in der Wärme meiner Hände sofort ein. Der Bursche redete sich, wie üblich, heraus:„Der junge Habicht saß da vorne". Ein anderer hatte einen halflüggen Buntspecht:„Auch der„saß da vorne“. Daß diese Zustände einem gesunden Nutzvogelbestand wenig zuträglich sind, dürfte wohl jeder einsehen. Doch die Krone von allem sind die „Scharfschützen“. Es ist gewiß für unsere Jugend kein Nachteil, sich im Schießen zu üben. Daß dies aber auf Kosten unserer Vogelwelt geschieht, muß den schärfsten Protest aller Tier= und Natur freunde hervorrufen. Es werden der Luftbüchsen immer mehr. Daß sich aber Erwachsene mit Kleinkaliher=Scheibenbüchsen in der Nähe von Tauben nestern herumtreiben, heißt den Frevel auf die Spitze treiben. Der Abschuß in diesem Jagdrevier wird von alten weidgerechten Jägern ausgeführt, und denen wird es nicht gleichgültig sein, ob sie schießen und hegen oder ob jeder Hanswurst mit seiner Spritze den Wald unsicher macht. Und auch wir Nichtjäger sind nicht damit einverstanden, daß unser Meisenvolk trotz Nistkobel und Futterhaus ganz rapide abnimmt. Hoffentlich wird die sem Treiben energisch Einhalt geboten. und pflegen solle, dort werde gezeigt, wie man am besten kocht und den Haushalt versieht und mit den Nahrungsmitteln zweckmäßig umgeht, in einem anderen Zimmer werde der Blick gelenkt auf die 2000 Jahre deutscher Geschichte und die Erkenntnis gepflegt, daß wir selbst nichts anders ind als das Ergebnis dieser langen volklichen Entwicklung. In jeder Abteilung trete der deutschen Frau etwas Neues entgegen, und überall spreche zu ihr die Aufforderung: Komm, hilf mit, auch dich brauchen wir. Das Schönste aber sei die freie, frische Luft in diesem Haus. Da gebe es keine verschlossene Türen und Fenster, sondern weit seien sie dem Leben geöffnet. Und da beständen auch keine Zäune und Gräben, die das Haus irgendwie abtrennten, die die Insassen voneinander und vor der Außenwelt abschlössen. Die früheren Frauenorganisationen hätten zum Teil viel Gutes geleistet, aber sie alle seien doch irgendwie mit Schranken behaftet gewesen. In jenem Verein war diese Gruppe, in dem anderen jene Schicht zusammengeschlossen. Das neue deutsche Frauenwerk aber sieht nicht mehr die Frau als Angehörige dieses Standes oder jener Konfession, sondern ganz allein als Deutsche. Sie kam darauf zu sprechen, daß es immer noch Leute gebe, die da meinten, man solle die Frau mit diesen Organisationen in Ruhe lassen. Wenn der Mann in der Partei seinen Dienst erfülle, wenn die Kinder eingespannt seien in die Arbeit für die Bewegung, dann sei damit genug geschehen. Die so sprächen, vergäßen ganz und gar, welche furchtbare Folgen es gehabt habe, daß die Frau während der harten Kriegszeit nicht geistig gerüstet war. Gerade die Frau müsse wissen, wofür sie ein zustehen hat, damit nie wieder nach Zeiten des Aufstieges der schon so oft in der deutschen Ge schichte erlebte Niedergang einsetzen kann. Eine jede deutsche Frau müsse erkennen, daß sie und alle ihre Angehörigen in erster Linie Deutsche sind und daß erst dann alles andere kommt. Die deutsche Frau müsse die Hüterin des nationalsozialistischen Gedankengutes sein. In beredten Worten schilderte die Sprecherin die hohen Ziele der neuen Frauenbewegung, in der jeder willkommen ist, die keine Unterschiede macht, die jeden braucht. Sie ging auch auf die Kampfzeit ein und machte verständlich, warum viele Frauen durch Not und Elend zur Verzweiflung getrieben wurden und wie ihnen durch die Idee des Führers wieder Glaube und Aufrichtung zuteil wurde.— Ihre Worte klangen aus in dem Ruf an alle, mitzuhelfen, den gläubigen Geist weiterzutragen,„denn wenn die deutsche Frau und Mütter wollten, könne niemals mehr Deutschland vergehen." Nach Musik= und Gedichtvorträgen fand dann die feierliche Verpflichtung von etwa 30 neuen Mitgliedern des Frauenwerks durch Frau Plessow in Vertretung der erkrankten Kreisleiterin Frau Rößler statt. In einer Ansprache gab sie den Frauen ein Sinngedacht mit auf den Weg und begrüßte dann jede Frau im großen deutschen Frauenwerk mit herzlichem Händedruck. Mit einem weiteren Gedicht, dem Lied:„Nichts kann uns rauben", dem Rondo von Beethoven und dem Führergedenken klang die erhebende Feierstunde aus. — Sein 25jähriges Arbeitsjubiläum kann am morgigen Freitag, dem 8. Juli, der Kesselwärter Heinrich Rau, beschäftigt im Stellwerk der Henrichshütte, begehen. Der Jubilar wohnt in Hattingen, Kirchstraße 2. Wir gratulieren herzlich. — An alle Schaftführerinnen der Gruppen 1/99 und 1a/99. Heute abend werden die neuen Beitragsmarken für Juli ausgegeben. Alle Schaftführerinnen sind um 8 Uhr am Heim. — VfTuB. Hattingen=Welper wird in die Betriebssportgemeinschaft Henrichshütte eingegliedert. Die Mitglieder des Vereins für Turnenund Bewegungsspiele Hattingen=Welper versammelten sich am Samstag im Vereinslokal Roppel zur außerordentlichen Generalversammlung. 56 Personen waren erschienen. Bei Beginn der Versammlung begrüßte Vereinsführer Mellis die Sportkameraden. Er stellte fest, daß die Versammlung satzungsgemäß einberufen sei und ein Einspruch nicht erfolgte. Einziger Punkt der Tagesordnung war: Die Auflösung des Vereins für Turnen und Bewegungsspiele Hattingen=Welper. Schon in der vorletzten Versammlung stand der Punkt auf der Tagesordnung, kam aber damals nicht zur Erledigung. Vereinsführer Mellis nahm Stellung zu der geplanten Auflösung und gab klarliegende Ausführungen. Spielbetrieb und Spielkönnen soll durch die Eingliederung stark gefördert werden. Die Mitglieder waren sich nun danach über den Gang der Dinge klar, so daß die Auflösung des Vereins und die Eingliederung in die Betriebssportgemeinschaft Henrichshütte mit überwiegender Mehrheit angenommen wurde. Die Sportkameraden erklärten danach schriftlich ihren Beitritt zur Betriebssportgemeinschaft. — Das Deutsche Frauenwerk Hattingen teilt mit: Zu der letzten Veranstaltung vor unseren Ferien, die heute um 20 Uhr im Gemeindehaus stattfindet, werden alle jungen Mütter recht herzlich eingeladen. Für die Mitglieder der Frauenschaft und des Frauenwerks gilt dieser Abend als Pflichtveranstaltung. — Der Altersjubilar Wilhelm Rühl, wohnhaft in Hattingen=Ruhr, Bruchstraße 11, feierte seinen 74. Geburtstag. Wir gratulieren herzlich! — Mütterschulung. Der nächste Säuglingspflegekursus beginnt am morgigen Freitag, 20 Uhr, in der Mütterschule, Viktor=Lutze=Str. 23. Die Interessierten werden um pünktliches Erscheinen gebeten. — Jetzt bald auch Einbett=Schlafwagen. Die Mitropa hat, wie NSG. meldet, zur Erhöhung der Bequemlichkeit der Fahrgäste versuchsweise zwei Schlafwagen mit nur Einbett=Abteilen in Auftrag gegeben. Der dem Reisenden zur Verfügung stehende Raum wird dadurch von 3¾ Kubikmeter auf mehr als 4 Kubikmeter erhöht. Das quer zur Fahrtrichtung aufgestellte Bett ist umklappbar und verwandelt sich dabei an der Fensterseite in einen gepolsterten Sitz mit Armlehnen. Die Wascheinrichtung ist in der Seitenwand. Da der neue Wagen 20 bis 22 Betten, wie der alte haben soll, mußte die Abteilgröße eingeschränkt werden, so daß zwischen Bettrand und Abteilwand nur ein schmaler Gang von etwa 40 Zentimeter Breite ist. Auf Grund der mit zweigeschossigen Wagen gesammelten Erfahrungen ist außerdem ein neuartiger Personen=Reisewagen durchgebildet worden, der am Tage 90 Sitz= und nachts 90 Liegeplätze hat. — Namen für öffentliche Gebäude. Der NSGaudienst schreibt: Man kann auch heute noch feststellen, daß bei wichtigen öffentlichen Gebäuden lediglich die Lage oder ein anderes vollkommen nebensächliches Moment von entscheidendem Einfluß auf die Namensgebung gewesen ist. Unsere Zeit hat derartig viele verdiente Männer hervorgebracht, daß es wohl angebracht erscheint, ihre Namen durch entsprechende Benennung öffentlicher Gebäude zu verewigen. Die Stadt Dortmund gibt hier ein gutes Beispiel. Drei höhere Schulen führen fortan die Namen LudendorffSchule, Dietrich=Eckart=Schule und Ernst=MoritzArndt=Schule.— Auch bei uns in Hattingen ist bekanntlich diese Namensgebung bei den Schulen schon längere Zeit durchgeführt. Neues aus den demtern Altendorf-Ruhr — Von der Schule. Fräulein Brosch, die hier als technische Lehrerin amtierte, wurde versetzt. An ihre Stelle trat Frl. Meise. — Von einem Motorrad angefahren wurden am Sonntagnachmittag zwei kleine Mädchen in der Hauptstraße. Ein Kind wurde leichter verletzt, während das andere ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen mußte. Der Motorradfahrer erlitt nur kleinere Verletzungen. Welper vorstehenden Züchtern noch folgende Herbeder Liebhaber vertreten: 6. Krase vom Verein„Auf zum Schöntal"; 16. Hill vom gleichen Verein; 22. Lauterbach vom Verein„Auf Wiedersehn“ Vormholz. Von den Herbeder Vereinen waren insgesamt 112 Tauben gesetzt, die von den zu vergebenden Preisen allein 36 erringen konnten. Das sind rund 35 Prozent der Preise und somit 10 Prozent über dem Durchschnitt. Für die Herbeder Liebhaber ist das wiederum ein sehr schöner Erfolg. Der Preisflug war um 16.45 Uhr beendet.— Am kommenden Sonntag starten die Tauben zu dem 2. Zwischenflug des Jahres, und zwar in Gardelegen. — Großes Volksfest in Welper. Am kommenden Wochenende steigt in Welper an der Friedenseiche auf der Spielwiese das zur Tradition gewordene Volksfest. Die ersten Wagen sind schon angerollt. Vielerlei Vergnügungen erwarten die Zuschauer. Die beliebte Raupenbahn, verschiedene Karusselle und die dazugehörigen Spiel= und Verkaufsbuden aller Art werden für den richtigen Kirmestrubel sorgen. — Filmvorführung. Nachdem der letzte Film „Der Mann, der Sherlock Holmes war“, so großen Anklang gefunden hat, zeigt die Gaufilmstelle bereits am Mittwoch der nächsten Woche den UfaFilm„Das Schweigen im Walde“. Der gleichnamige bekannte Roman von Ludwig Ganghofer bildet die Grundlage des Geschehens. Den Hintergrund gibt die herrliche oberbayerische Landschaft mit ihren Bergen und Wäldern ab. — Immer wieder: Mehr Verkehrsdisziplin in Welper! Wie oft ist an dieser Stelle schon Klage geführt worden über die mangelhafte Verkehrsdisziplin in Welper. Geholfen hat es anscheinend nicht; denn eine Besserung ist nicht eingetreten. Nach wie vor wird der Fahrdamm der Hauptverkehrsstraßen von Fußgängern benutzt, immer noch spielen Kinder auf der Straße, und die Fahrräder sausen, mit zwei Personen besetzt, um die Ecken. Es ist gerade so, als ob die Verkehrserziehung nur eine Angelegenheit der Städte sei, während es auf dem Lande„beim Alten“ bleiben könnte. Es ist dringend nötig, daß mit diesen Anschauungen auch hier gründlich aufgeräumt wird. blankenstein — Besuch aus Dortmund weilte am Sonntag in Blankenstein. Es handelte sich um 1000 Kumpels der Zeche„Kaiserstuhl“, die hier ihren Betriebsausflug bei frohem Spiel verlebten. In einem hiesigen Gasthaus wurde das Mittagessen und der Nachmittagskaffee eingenommen. Durchholz — Eine KdF.=Wanderung wird am Sonntag von Witten aus durchgeführt. Sie führt über Bommern, Vormholz nach hier, von wo aus dann die Rückwanderung ins Hammertal nach Haus Kemnade angetreten wird. Niederstüter — Männergesangverein plant ein Konzert. Der MGV. Sängerhain beschloß in seiner letzten Generalversammlung sein diesjähriges Konzert am Samstag, dem 3. September, in seinem Vereinsheim Oberstebrink am Hackstück unter Mitwirkung eines erstklassigen Solisten vom Kölner Rundfunk zu veranstalten. Die Vorarbeiten für dieses Konzert sind in vollem Gange. Der Solist ist bereits verpflichtet worden. Die Vereine der umliegenden Ortschaften werden schon jetzt darauf aufmerksam gemacht, damit sie nach Möglichkeit bei ihren eigenen Veranstaltungen diesen Tag berücksichtigen können. Sprockhövel — Der merkmürdige Fund noch nicht geklärt. Wie wir seiner Zeit berichteten, wurde am 15. Juni an der Bahnstrecke Sprockhövel—Bossel bei Klm. 12,8 neben dem Bahnkörper eine in braunes Packpapier eingepackte menschliche Leibesfrucht gefunden, die vermutlich aus einem fahrenden Zuge geworfen worden ist. Die Kriminalpolizei Bochum teilt jetzt dazu mit, daß das Embryo noch eine frische rote Farbe hatte und daher nach ärztlicher Ansicht erst am Tage der Auffindung ausgestoßen sein dürfte. Wahrscheinlich läge ein Verbrechen nach§ 218 vor. Volksgenossen, die Angaben zur Aufklärung des Sachverhalts machen können, werden gebeten, ihre Anschrift der Kriminalpolizeistelle Bochum, Uhlandstraße 35, Zimmer 78, mitzuteilen oder sich bei irgendeiner anderen Polizeidienststelle zu melden. Die Angaben werden auf Wunsch vertraulich behandelt. Im Zeichen des Außstiegs Spor- und Bauverein Jum erstenmal seit 1931 wieder Reingewinn herbede — Sportliche Auszeichnung. Das Deutsche Reichssportabzeichen erwarben in Silber Reinhold Schidt, das Deutsche Reichssportabzeichen in Bronze Werner Gründig und Robert Schmucker, sowie das Reichssportjugendabzeichen Heinz Hill. — Träger der blauen Kittel. Bekanntlich findet für die Dienstpflichtigen der Gemeinde Herbede am kommenden Montag in Hattingen die Musterung statt. Zu diesem Zweck ist von den Teilnehmern am morgigen Freitag abend in Vormholz eine Besprechung angesetzt, die über die Durchführung des Musterungszuges usw. beraten wird. — Taubenflug ab Küstrin. Am letzten Sonntag fand innerhalb der Wittener Reisevereinigung der Preisflug ab Küstrin, rund 520 km statt. Von den Taubenliebhabern innerhalb der Wittener Reisevereinigung waren insgesamt 983 Tauben zu diesem Fluge eingekorbt worden. Die weiten Strekken finden bei den meisten Liebhabern das größte Interesse, denn hierbei können nur Tiere von Klasse berücksichtigt werden. Das beweist schon die Tatsache, daß bei diesem Fluge allein 4400 RM gesetzt wurden. Die Tauben wurden am Sonntag um 6.20 Uhr bei schönem Wetter, guter Fernsicht und leichtem Nordostwind aufgelassen. Bereits um 15.04 Uhr traf die erste Siegertaube bei dem Züchter Hill vom Verein„Auf zum Schöntal“ in Herbede ein. Auch die zweite Siegertaube gehörte einem Herbeder Züchter und, zwar dem Liebhaber Pleuger vom Verein„Heimkehr“ in Herbede. Bei den ersten 25 Siegertauben waren außer den Der Gemeinnützige Spar= und Bauverein Eigenheim eGmH. in Herbede hielt am Sonntag im Lokale Werner die Jahreshauptversammlung ab. Dem vom Vorstand gegebenen Geschäftsbericht des Jahres 1937 entnehmen wir, daß im verflossenen Berichtsjahr im Vorstand an Stelle des Schriftführers W. Meyer das Mitglied Hermann Wenzel getreten ist. Wenzel hat die Geschäfte des Vorsitzenden übernommen, während das Mitglied Göß als Vorsitzender die Geschäfte des Schriftführers übernahm. In der Generalversammlung am 23. Mai 1937 wurde für den ausscheidenden Hermann Wenzel das Mitglied Friedrich Dahlmann neu in den Aufsichtsrat gewählt. Im Berichsjahr 1937 wurden 8 Aufsichtsratssitzungen und 8 gemeinsame Sitzungen abgehalten. Im gleichen Jahr wurden vom Aufsichtsrat 2 Bücher= und Kassenrevisionen abgehalten, die zu Beanstandungen keinen Anlaß gaben. Gleichfalls wurden 11 Vorstandssitzungen abgehalten. Der Verein umfaßte zu Anfang des Geschäftsjahres 34 Mitglieder mit 38 Anteilen und hat sich im Laufe des Geschäftsjahres um weitere 4 Mitglieder und 4 Anteilen erhöht. Die Nutzungsgebühren haben sich im Berichtsjahr 1937 nicht geändert. Neubauten wurden nicht errichtet, so daß sich der Hausbesitz gegenüber dem Vorjahre nicht erhöht hat. Im Sommer 1937 wurde ein Teil des unbebauten Geländes an die NSKOV., Ortsgruppe Herbede, zwecks Bebauung veräußert. Von dem Verkaufserlös wurde eine Restkaufhypothek getilgt. Das Vermögen der Genossenschaft betrug am Schlusse des Geschäftsjahres 1937 insgesamt 220 805,75 RM., während sich die Passiva auf insgesamt 227 781,98 RM. beliefen. Von diesen sind die bisher gezahlten Tilgungsbeträge in Höhe von 9451,31 RM. abzuziehen, so daß als Passiva bestehen bleiben 218 330,67 RM. Der Reingewinn im Jahre 1937 beträgt 2475,08 RM. Die Abschreibungen im Berichtsjahr 1937 betrugen insgesamt 2625,70 RM. Die Geschäftsguthaben der verbleibenden Mitglieder beliefen sich am 31. Dezember 1937 76 474,42 RM. Die Mitgliedschaft wurde im Berichtsjahr in keinem Falle aufgekündigt. Auf die Geschäftsanteile wurden im Berichsjahr 506 RM. eingezahlt. Die Haftsumme für die Beteiligungen betrug 800 RM. Die Summe der Einnahmen und Ausgaben ist mit 16 805,52 RM. anzugeben. Aus dem Geschäftsbericht ist zu ersehen, daß alles versucht wurde, den an den Spar= und Bauverein gestellten Anforderungen gerecht zu werden. Dieses ist aber nur möglich, wenn die Mitglieder den Genossenschaftsgeist weiter fördern und die freiwillig übernommenen Verpflichtungen viel stärker als bisher erfüllen, damit der Bauverein im kommenden Jahr seinen Verpflichtungen stets pünktlich nachkommen kann. Der Geschäftsbericht fand bei den Mitgliedern Zustimmung. Die Versammlung beschloß, den Reingewi in für die gesetzliche Rücklage, für die Hilfsrücklage und zur Verzinsung der Geschäftseinlagen zu verwenden. Zum ersten Male seit 1931 konnte der Spar= und Bauverein einen Reingewinn verbuchen. Die Finanzlage des Spar= und Bauvereins kann als gesund bezeichnet werden. Die Versammlung wählte als 3. Mitglied Willi Schalk in den Aufsichtsrat. Weitere Aenderungen sind nicht eingetreten. Der Spar= und Bauverein beabsichtigt, nicht nur Wohnungen mit den Genossenschaftseinlagen zu bauen, sondern bietet auch die Möglichkeit, Eigenheime zu errichten, wie sie in den letzten Jahren von der Bergmannssiedlung geschaffen wurden. Es kann daher jeder Volksgenosse Mitglied des Spar= und Bauvereins werden, der an der Errichtung eines Eigenheimes Interesse hat. Die Generalversammlung wurde nach mehrstindiger Dauer mit der Führerehrung geschlossen. 485-km-Flug Freier Brieftauben=Wettflug ab Rehfelde. Die Reisevereinigung„Kohle und Eisen“, Steele, veranstaltet am kommenden Sonntag aus Anlaß des 1000jährigen Jubiläums Steeles einen freien Wettflug ab Rehfelde(485 Kilometer). Der Flug ist vom kom. Landesfachgruppenvorsitzenden Nürenberg, Bochum, genehmigt. An diesem Flug beteiligen sich die Reisevereinigungen aus der engeren und weiteren Umgebung. Besonders stark ist die Beteiligung westfälischer Reisevereinigungen. Das Einsetzen der Tauben ist am Freitag, 8. Juli, in der Gaststätte Schürmann in Steele, Westfalenstraße, und zwar in der Zeit von 9—14 Uhr. Wir wünschen dieser Großveraustaltung einen schönen Erfolg und vor allen Dingen gutes Flugwetter.*t. Jn der NSV. finden sich die Stacken zu einer Gemeinschaft zusammen, um als Schildträger vor dem Leben deVolhes zu stehen! „Tante Grete" Viele Kinder haben sie schon in ihr Herz geschlossen, unsere Tante Grete. Sie ist ein lebenslustiges Wesen von 24 Jahren. Und sie versteht mit den Kindern umzugehen, sie liebt sie und darum sieht sie auch in der Pflege und der Betreuung dieser Kinder ihre Lebensaufgabe. Heute ist sie Kindergärtnerin bei der NS=Volkswohlfahrt. Für die Jugend und so für die deutsche Zukunft zu wirken, ist die Erfüllung ihres Lebenswunsches. Vom frühen Morgen bis zum späten Abend ist sie ganz Hingabe für die deutsche Jugend. Besonders auf die Erntezeit freut sie sich. Dann wird sie von der NSV. dahin gestellt, wo ihr Wirken am notwendigsten ist, in jene Gegenden unseres Vaterlandes, wo die Landwirtschaft zu dieser Zeit keine Kraft entbehren kann. Dann zieht sie hinaus und betreut die Kinder unserer Bauern in dem von der NSV. errichteten Erntekindergarten. Während die Eltern, Vater und Mutter und auch die erwachsenen Töchter und Söhne draußen auf dem Felde die kostbare Ernte sicherstellen, pflegt und hegt„Tante Grete“ die Kleinen. Die Eltern brauchen in dieser Zeit nicht um das Wohl ihrer Kinder in Sorge zu sein, sie wissen, daß„Tante Grete“ von der NSV. sich ihrer in der allerbesten Weise annimmt. Und die Kleinen des Dorfes freuen sich jetzt schon wieder auf den Besuch ihrer lieben„Tante Grete“. So hilft die NS=Volkswohlfahrt auf allen Gebieten, wo es gilt, Jugend zu schützen und das Volk gesund und stark zu machen. Ihre Arbeit ist daher Vorsorge für die gesunde deutsche Zukunft. Die Aufgaben der NSV. sind ungeheuer und daher ist die Hilfe aller Volksgenossen unbedingt erforderlich. Es ist auch der Wunsch des Führers, daß sich jeder Deutsche in die Front der NS=Volkswohlfahrt miteinreiht. Es ergeht daher heute noch einmal der Ruf an alls: Seid euch euerer Verantwortung an der Gestaltung der deutschen Zukunft bewußt und werdet noch heute Mitglied der NS=Volkswohlfahrt! der Arbeitskammer Westfalen-Süd Ueberreichung der Urkunden und Leistungsabzeichen. Im großen Saale des Parkhauses in Bochum findet am Dienstag, dem 12. Juli, vormittags 11 Uhr, eine Festsitzung der Arbeitskammer Westfalen=Süd statt, in der die Uebergabe der Urkunden und Leistungsabzeichen der im Leistungskampf 1937/38 ausgezeichneten Betriebe erfolgt. bh kein, Bonzentum/ im handwerk Grundsätze des Reichshandwerksführers. Reichshandwerksführer Ferdinand Schramm äußerte sich gegenüber dem„Deutschen Handwerk“ über einige die Organisation betreffende Grundsatzfragen. Er betonte, die Organisation der Reichsstand des Deutschen Handwerks, sei nicht dazu da, einen wirtschaftlichen oder gar polttischen Gruppenegoismus zu vertreten. Sie sei auch nicht in der Lage, den einzelnen Handwerker vor der rauhen Luft des Wettbewerbes zu bewahren. Auch in Art und Umfang der heute an den Handwerksmeister gestellten Anforderungen ergebe sich ein ebenso vielseitiges wie verantwortungsvolles aber auch dankbares Aufgabengebiet für die Handwerksorganisation. Öhne die bereitwillige verständnisvolle Mitarbeit der 1,8 Millionen Handwerkskameraden in Stadt und Land sei allerdings eine fruchtbare handwerkspolitische Aufbauarbeit nach den Grundsätzen des Nationalsozialismus nicht möglich. Das ehrenamtliche Führerkorps des Handwerks müsse stets das Rückgrat und gute Gewissen der handwerklichen Selbstverwaltung sein. Die allerbeste Garnitur müsse hier vereint sein. Er wünsche keine sogenannten Bonzen im Handwerk. Wesentlich sei, daß jeder Amtsträger den Berufskameraden ein gutes Beispiel gebe und in der Oeffentlichkeit ein würdiger Repräsentant echten Handwerkertums sei.*h — Evang. Gemeinde Hattingen. Heute abend 8¼ Uhr Bibelstunde in der St.=Johannis=Kirche, Pastor Kur. Freilichtspiele Wattenscheid do Der Widerspeustigen Lustspiel von William Shakespeare Shakespeares ausgelassenes Lustspiel, das ihn so weit von seinem„Hamlet“. seinem„Macbeth“ u. a. entfernte, das aber trotzdem als ein Prachtwerk der„anderen Seite“ Shakespearescher Dichtkunst anzusprechen ist, fand in Wattenscheid auf der Freilichtbühne eine recht dankbare Aufnahme. Die Regie Hans=Hellmuth Kochs spielte das Stück auf das Possenhafte und Burleske hinaus. So wußte man in geschickter Weise den Wünschen des Publikums entgegenzukommen, ohne dem Dichter Gewalt anzutun. Hier braucht man der Heiterkeit keine Zügel anzulegen, und etwaige Uebertreibungen im Spiel wirken kaum als solche, da dem Frohsinn keine Schranken gesetzt sind, sondern auf eine recht drollige,— wenn(leider!) auch heute nicht immer mögliche und wirksame Art und Weise gezeigt wird, wie eine„Widerspenstige" gezähmt werden kann. Es ist aufrichtig zu bedauern, daß der Eifer und die Sorgfalt, die bei den Künstlern nicht zu verkennen sind, vielfach dem ungünstigen Wetter zum Opfer fallen. So mußte leider auch die Nachmittagsvorstellung am Sonntag, die wir sahen, etwa beim Ende des dritten Aufzuges abgebrochen werden, obwohl man zunächst mutig versucht hatte, sich unter dem Regen hindurchzuspielen. Es erwies sich jedoch, daß das widerspenstige Wetter leider nicht so gut zu zähmen ist wie eine Frau, so daß man schließlich, als die Regentropfen immer heftiger auf die Schirme klopften, aufhören mußte. Was man aber sah, gab bereits reichlich Gelegenheit, die Gewissenhaftigkeit festzustellen, mit der man an die Aufführung dieses klassischen Lustspiels herangegangen war. Liselott Kettler ist die„Widerspenstige“, eine ungebärdige Wildkatze, schon in ihrem Zorn. Bei ihrer ersten Begegnung mit Petruchio läßt sie zwar bereits ein wenig jenes heimliche Warten auf den„Bändiger“, das ihr ja schon immer eigen ist, durchblicken, jedoch wäre hier vielleicht Gelegenheit, noch ein wenig mehr aus sich herauszugehen. Gustav Steidl hat neben seiner sympathischen Erscheinung mit einem guten Sprechvermögen aufzuwarten, so daß die Darstellung seines Petruchio zweifellos zu einem Genuß wird. Kein Wunder, daß er schließlich die böse Warnung von Nietzsche: „So du zum Weibe gehst, vergiß die Peitsche nicht...“ nicht mehr zu beachten braucht, sondern auch ohne Peitsche von einem liebenden und sansten Weibe empfangen wird! Walter Friedrich und Kurt Sauerland sind in ihrer Spaßhaftigkeit und„Bananenliebhaberei“ ein köstliches Dienerpaar, das sich besonders unter allgemeinem Jubel der Jugend recht possenhafte Sprünge leisten kann! Hans=Hellmuth Koch ist ein vornehmer Baptista, Helmut Reusse der liebende Lucentio, Josef W. Ditzen und Fritz Krumeich zwei ulkige Freier, Erna Loos eine sanfte Bianca und Lutz Hügel schließlich ein tüchtiger Tranio. Die Spielleitung von Hans=Hellmuth Koch erwies sich als so wirksam, daß der herzliche Beifall und die gute Laune nicht ausblieb, welch letztere sich sodann in eine schallende Heiterkeit wandelt. August Schumacher hatte wieder eine geschmackvolle Kulisse gestellt, und nett und originell war die Art, in der man sich beim Szenenwechsel zu helfen wußte: es wird einfach ein anderes Namenschild vor die Haustür gehängt. Alles in allem: man hat so viel Mühe an der Einstudierung dieses Shakespeareschen Lustspiels verwandt, daß man den nächsten Aufführungen nur von Herzen ein besseres Wetter wünschen kann, damit auch diese sorgfältige Arbeit damit belohnt wird, der Wattenscheider Freilichtbühne immer mehr Freunde zu werben. Man„ist hier mit so viel künstlerischem Ernst bei der Sache, daß diese Bemühungen wirklich Anerkennung verdienen. Hans-Ludolf Flügge Der Betteestüdent Filmische Aufführung der Operette in der Lichtburg Wer kann sich dem Zauber der Alt=Wiener Operette entziehen? Wer fühlt nicht immer wieder die frohe Beschwingtheit des Sommers bei den Klängen Millöckers. Seine Operette„Der Bettelstudent“ gehört nicht nur zu den heitersten und schwungvollsten musikalischen Lustspielen, sondern ihre Musik ist ebenso wertvoll wie melodiös. Noch im Mai hörten wir eine große Aufführung durch die Kölner Oper in Bochum und jedermann war entzückt von den Melodien und dem bunten Zauber der Handlung. Auch der Film hat sich des Werkes liebevoll angenommen und aus dem Stoff, der den Verzicht August des Starken auf die Krone Polens zu Beginn des 18. Jahrhunderts zum Vorwurf hat, sozusagen ein historisches Lustspiel gemacht, das nur noch entfernte Aehnlichkeit mit der Operette hat. Aber die Melodien und der Handlungskern sind geblieben. Die Ufa hat es sich angelegen sein lassen, einen pompösen Rahmen um das Werk zu schlingen, so daß man am Ende hochbefriedigt den Theaterraum verläßt. Die musikalische Gestaltung ist ganz ausgezeichnet, und auch die Schar der Darsteller gewährleistet den großen Erfolg. Fritz Kampers gibt den Renommisten Oberst Ollendorf, Johannes Heesters erfreut durch seinen prächtigen Tenor als Bettelstudent. Carola Höhn ist eine reizende Gräfin Laura, eben jene, die dem Obersten den Schlag ins Gesicht versetzt und ihm das Lied entlockt:„Und ich hab' sie ja nur auf die Schulter geküßt..." Marika Rökk spielt die immer lustige, ewig hungrige Schwester. Die begabte, vielseitige Schauspielerin erfreut durch schwungvolle Tänze und eine reizend reine Stimme gleichermaßen. Die Ensembletänze, die Chöre und die prächtigen Melodien runden den Film zu einem heiter schönen Erlebnis. Im Vorprogramm sieht man eine Kriminalkomödie mit Nutzanwendung und die interessante Deulig=Wochenschau. Zu berichten ist noch, daß die Ufa der„Lichtburg“ insofern eine Anerkennung gezollt hat, indem sie„Für Leistung und Erfolg“ eine entzückende Rosenthal=Porzellan=Figur von Lilian Harvey als Tänzerin Fanny Elßler überreichte, die im Vorraum des Theaters ausgestellt ist. Hans Hollender A Die goldene hölle von Afriko Vor 50 Jahren begann der Goldbergbau bei Kapstadt- Entdecker im Elend gestorben Vor 50 Jahren im Sommer und Herbst im Jahre 1888 wurde der Goldbergbau Süd=Afrikas, durch Anlage von Minen nach dem damaligen neuesten Verfahren, im großen Stile erschlossen. Die Welt müßte ungeheuer reich geworden sein, wenn man die jährliche Goldförderung als Maßstab annehmen würde. Aber diese Rechnung scheint nicht ganz zu stimmen. Um 1500 herum wurden jährlich etwa 6000—7000 Kilogramm Gold gefördert; um die Jahrhundertwende war dieser jährliche Gewinn auf 300 000 Kilogramm gestiegen und heute beziffert man diese Zahl etwa auf 6—650 000 Kilogramm. Der Mann, der die erste Goldader im noch heute ergiebigsten Gebiet des Kaplandes entdeckte, war Frederik Stuben. Er hatte ein abenteuerreiches Leben hinter sich, bevor er an den Witwatersrand im damaligen Transvaal gelangte. Das ist jener Höhenzug, der sich in 300 Kilometer Länge über das felsige Hochplateau erstreckt. An Gold dachte damals noch niemand in der Gegend: Schürfversuche waren wohl unternommen worden, hatten sich jedoch als nicht einträglich erwiesen. Auch Frederik Stubben wollte eigentlich nicht Gold suchen. Er hatte sich ein Stück Land gekauft, um eine Farm einzurichten und um nach alter Südafrikanerart das Land zu bewirtschaften Der Pflug trifft die Goldader Als Stuben so eines Tages in mühseliger Arbeit seine Pflugschar lenkt sah er etwas in der Erde blitzen; er bückte sich und hielt im nächsten Augenblick winzige Goldkörner in der Hand. Er war“ein vorsichtiger Mann und ans Schweigen gewöhnt, also hielt er den Mund, forschte weiter und fand bald seine Vermutung bestätigt: die Erde war stark goldhaltig. Der Fels, der unter der Humusschicht lag, mußte die eigentliche goldführende Gesteinsader enthalten. Gemeinsam mit seinem Bruder schaffte sich Frederik Stuben die geeigneten/ Werkzeuge an und dann begannen beide auf eigene Faust zu schürfen. Das Ergebnis waren einige Kilogramm reinen Goldes. Geblendet von diesem Schatz sah sich Stuben bereits im Besitz unermeßlicher Reichtümer. Bisher war er vorsichtig verfahren, aber das Gold schien ihn zu blenden. Anstatt sich selbst mit seinem Bruder an die Arbeit zu machen, kamen die beiden auf den Gedanken, die Hilfe des Präsidenten von Transvaal zu erbitten, um Arbeitskräfte und weitere Mittel bewilligt zu erhalten. Die paar Kilo Gold. die Stuben gefunden hatte, wurden sorgfältig in einem Sack unter Feldfrüchten auf dem Rücken eines Maultieres untergebracht und die Reise ging nach Pretoria. Eine Kette von Enttäuschungen für den Entdecker Stuben suchte jetzt seinen Plan durchzuführen; er wies das Gold vor, aber man schenkte seinen Worten keinen rechten Glauben. Oft genug hatten sich ähnliche Fälle ereignet, und die Regierung war durch Erfahrung klug geworden. Unverrichteter Sache kehrte Stuben nach dem Witwatersrand zurück. Die Gegend, die er als einsames leeres Geröllfeld verlassen hatte, war kaum wiederzuerkennen. Zelt reihte sich an Zelt und Tausende durchwühlten bereits den Boden. Durch irgendeinen Zufall war die Kunde von den Goldfunden in der Umgegend bekannt geworden; der Witwatersrand hatte wie ein Magnet Abenteurer und Glücksritter an sich gezogen. So schnell es ihm möglich war, erwarb Stuben jetzt aus dem Erlös seines ersten Goldfundes weiteres Land; aber während ringsherum Millionen an Gold scheinbar mühelos zu Tage gefördert wurden, blieb Stuben selbst jeder Erfolg versagt. Gerade auf dem Stück, das er erworben hatte, wurde so gut wie gar kein Gold gefunden— zwei Jahre gingen ins Land. Aus dem Zeltdorf war eine Hüttenstadt geworden. Goldsucher aus aller Herren Länder kampierten hier. Eine europäische Finanzgruppe hatte sich in der Zwischenzeit des gesamten Gebietes bemächtigt und ließ jeden Fußbreit Erde nach Gold absuchen. Als enttäuschter und verbitterter Mann verließ er Süd=Afrika. Er starb vor einigen Jahren arm und verlassen auf der kleinen englischen Insel Man— 80 Jahre alt. Drei Jahre nach Eröffnung der Grubengebiete im Johannesburger Gebiet— 1891— wurden dort bereits über 20 Kilogramm Gold gefördert, eine Zahl, die sich weitere drei Jahre später— 1894— bereits verdreifacht hatte. Mit zunehmender Tiefe der Gruben schienen die Erze sich bereits etwas weniger goldhaltiger zu zeigen. Von einer Erschöpfung war und ist aber noch nichts zu merken. Goldhölle in Kilometertiefe Heute reiht sich auf einer Linie von 100 Kilometer Ausdehnung Schacht an Schacht. Bis zu einer Tiefe von 2500 Meter ist man bereits vorgedrungen und rund 30 Millionen Tonnen Golderz verlassen zur Verarbeitung durchschnittlich jedes Jahr die Gruben. An 60 Prozent der Gold=Weltproduktion werden in Süd=Afrika gefördert; aber trotzdem werden die goldenen Schatzkammern der Erde auch hier einmal erschöpft sein. Auch wird die Goldgewinnung mit der zunehmenden Tiefe immer teurer. Auf dem Gebiet der Stadt Johannesburg selbst liegt heute der Eingang zu einer der größten Minen. Nach der rasenden Fahrt im Förderkorb, die fast einem Absturz gleicht, öffnet sich dem Besucher in 2½ Kilometer Tiefe eine wirkliche Hölle. Eine furchtbare Witze schlägt dem Eintretenden entgegen und wird nur erträglich gemacht durch riesige Mengen Eiswasser, die durch ein Röhrensystem hinuntergeleitet und zerstäubt werden. Die Straßen der unterirdischen Stadt sind von Schienen durchzogen, auf denen in endloser Reihe die Golderzzüge dahineilen. Alles ist hell erleuchtet. Balkonartige Galerien bilden die eigentlichen Arbeitsstätten; sie sind überdacht, um die schwarzen Arbeiter vor dem herabstürzenden Gestein zu sichern. Es dröhnt und schallt, kein Augenblick tritt Ruhe ein in dem Durcheinander der Geräusche. Tag und Nacht ist hier alles in Tätigkeit. Die Wärme bedrückt furchtbar; sie ist dumpf und treibhausartig durch das viele zerstäubte Wasser — oben aber in der auf Gold gebauten Stadt Johannesburg genießt man die Früchte dieser Arbeit in der goldenen Hölle. Nur drei Stunden verheiratet Ein junges armes, aber hübsches Mädchen aus einem Dorf bei Lüttich war stolz darauf, die Ehefrau des reichen Kaufmannes Emile Gautier zu werden, dessen erste Frau vor etwas mehr als einem Jahre gestorben war. Er hatte seine erste Gattin sehr geliebt und hätte auch nicht wieder geheiratet, wenn diese ihn nicht auf ihrem langen Krankenlager wiederholt darum gebeten hätte, sich wieder eine Hausgenossin und Lebensgefährtin zu suchen. Gautier wählte eine junge Schönheit, aber seine Liebe gehörte wohl doch noch mehr der Toten. Deshalb fuhr das„junge Paar“ von der Trauung zunächst zum Friedhof, um Blumen am Grabe der ersten Frau niederzulegen. Hierbei muß sich wohl der„junge Ehemann“ außergewöhnlich sehr erregt haben, denn als er eine Stunde später an der Hochzeitstafel Platz nahm, da streckte ihn ein Herzschlag tot zu Boden. Die Ehe, auf die das junge Mädchen so stolz war, hatte genau drei Stunden gedauert. Ein Aal von 2.40 Meter Länge In der Nähe der englischen Insel Man wurde ein Conger=Aal gefangen, der der größte ist, der je in englischen Gewässern erbeutet wurde. Er mißt 2,40 Meter. Entwurf: Reichsarbeitsgemeinschaft Schadenverhütung. Zeichnung: Hueter. Achte Pflicht der Radfahrer: Sich nicht anhängen, kein Bieh führen und andere Fahrzeuge nur dannziehen. wenn sie mit dem Rade sest verbunden sind! Unheilvolle Laune einer Frau Millionär auf Zeit-Rückkehr ins alte Elend-Das Ende: ein Mord Die bekannte amerikanische Millionenerbin, die durch ihre exentrischen Launen die Oeffentlichkeit öfter in Erregung versetzte, die bekannte Miß Kennwood, wurde soeben ermordet. Sie hatte versucht, die Erfindung eines bekannten amerikanischen Romans in die Wirklichkeit zu übertragen... Ein Buchroman von 120 000 Auflage ist auch für amerikanische Verhältnisse eine Sensation. Ein solcher Roman pflegt seinen Verfasser reich zu machen und ihm— was noch mehr wert ist— einen guten Namen einzutragen. Einer der letzten derartigen Erfolgs=Romane behandelte das Problem: wie verhält sich der Mensch, der nur auf eine kurze, bestimmte Zeit reich ist, und weiß, daß er danach in sein altes Leben der Not zurückkehren muß. Diese Frage wurde in dem Roman romantisch gelöst, daß happy end blieb nicht aus. Dennoch, wie geht das nun in Wirklichkeit? Miß Kennywood war reich und unabhängig geung, um einige Wochen über dieser Frage grübeln zu können. Dann ließ sie ein Inserat in die Zeitung setzen, daß sie einen jungen, armen Arbeiter für dieses Experiment suche. Es würde ohne Romantik zugehen, schrieb sie dazu, ein Jahr dürfe dieser Glücklich=Unglückliche ihr Mann sein, mit allen Rechten und Annehmlichkeiten eines Millionärs auf einer Weltreise— und dann habe er wieder abzudanken und allein auf seinen Füßen zu stehen.— Tatsächlich meldeten sich Hunderte von Bewerbern. Miß Kennywood suchte sich den sympathischsten heraus, den sie auch für den intelligentesten hielt: Fred.Miller, einen einfachen Minenarbeiter ohne Anhang. Nachdem Detektive zuverlässig bekräftigt hatten, daß sich hinter Miller nicht etwa ein anderer verbarg, daß er tatsächlich Zeit seines Lebens nicht aus seiner kleinen, begrenzten Umgebung herausgekommen war, ließ sie ihn holen. Erst mußte er vordatiert alle Dokumente zu der in einem Jahr notwendigen Scheidung unterschreiben, die ein glänzender Rechtsanwalt so abfaßte, daß später nichts daran zu rütteln war— dann fand die Eheschließung statt. Dafür, daß Fred Miller in diesem Geldrausch nicht überschnappte, dafür sorgte seine„Frau“, die dank ihres geschickten Rechtsanwaltes alle Fäden in der Hand hatte, und ihren Einjahrs=Mann neben sich beobachtete wie ein interessantes Versuchskaninchen, das alles treiben kann, was es nur eben will. 30 Maßanzüge und Autofahrausweis— das macht den Millionär Die ersten vierzehn Tage vergingen damit, daß Fred Miller— das Handwerkszeug eines Millionärs zu gebrauchen lernte. 30 Maßanzüge lieferten ihm drei der besten Neuyorker Schneider, zu jeder Gelegenheit und zu jeder Stimmung einen anderen. Natürlich immer dazu die passenden Hemden, Schuhe, Krawatten und Strümpfe. Täglich gab es einige Stunden Unterricht, wie diese Kleidungsstücke zu gebrauchen waren. Dann Unterricht im Autofahren, in der Gesichts= und Händepflege und in den einfachsten, gesellschaftlichen Pflichten. Danach war das Versuchskaninchen reif, mit in die Welt genommen zu werden. Mr. und Mrs. Miller besuchten die schönsten Punkte der Rocky Mantains, verbrachten herrliche Tage in Palm Beach, auf dem Besitztum, das die Millionärin als letztes Geschenk von ihrem sterbenden Vater erhalten hatte und durchforschten dann die ganze Welt. Nichts von Wien bis Shanghai, von der Riviera bis Hawai blieb ihnen verschlossen. Die schönsten Plätze der Erde lagen ihnen zu Füßen. Und Fred Miller lebte in einem Taumel. Die Chance verpaßt... Nur schwer erinnerte er sich, wie lange Zeit er noch so leben dürfte. Er lag seiner jungen Frau zu Füßen und so viele anderen Frauen sie ihm auch vorführte, soviel verfängliche Situationen sie geschickt in Szene setzte— Fred Miller sah niemanden anders als sie. Aber er sah auch nicht die gütige, offen hingestreckte Hand des Schicksals, die er für seine Zukunft hätte ergreifen müssen Ueber dem Heute vergaß er alles andere. Nur im letzten Monat wurde er nervös und unstet mitten während der schönsten Gesellschaften und Feste,— aber nie hielt das lange an. Nie aber traf er Anstalten, sein weiteres Schicksal selber zu gestalten. Konnte denn das alles so einfach Schluß sein? Unmöglich! War seine Frau nicht offenbar mit ihm restlos glücklich? Strahlte sie ihn nicht jeden Morgen wieder mit hellen glücklichen Augen an, wenn sie aus ihrem Zimmer kam und er aus dem seinen? Eine weitere Annäherung von seiner Seite erlaubte Frau, Miller(!), ganz dem Vertrag entsprechend, nicht. Dann kam sehr plötzlich der Tag der Scheidung. Punkt zwölf Uhr bei Ablauf des geschlossenen Vertrages verlosch das glückliche Lächeln der Frau Miller, sie wurde wieder zur Miß Kennywood, steif, förmlich und uninteressant. Fred Miller erhielt wieder sein altes Zeug des Minenarbeiters in sein Zimmer geleg., Punkt zwölf Uhr waren die Sportplätze im Hause seiner früheren Frau für ihn abgesperrt, das Wasser im Badezimmer lief nicht mehr. Und als er das Haus verließ, da klappte die Tür auf immer hinter ihm zu. Der Tragödie letzter Akt—— Mord! So kam der letzte Akt der Tragödie. Ein Jahr Millionär— da fand sich Fred Miller nicht mehr mit dem Schicksal eines Minenarbeiters ab. Er erkannte, daß er allein nicht die Kraft und die Leistungsfähigkeit hätte, sein Leben den einmal gewohnten Bahnen anzupassen. Und seine Liebe zu der Frau, die ihm ein Jahr des sorglosen Glücks geschenkt hatte, verwandelte sich in abgrundtiefen Haß. In Wahrheit hatte sie ja das Gleichmaß und die Zufriedenheit seines Lebens zerstört. So opferte er einen ganzen Wochenlohn, fuhr wieder nach Palm Beach, drang in das wohlbekannte Haus ein und schoß Miß Kennywood nach einer nutzlosen Debatte nieder. Er stellte sich dann der Polizei und bat, man möge ihn so schnell als möglich zum elektrischen Stuhl führen. Ausgetrocknete Haut wird leicht faltig. Darum stets, vorbeugen mit Nivea, die Ihre Haut geschmeidig macht, kräftigt und ihr natürliche Bräunung gibt. Eine rabiate Chauffeuse Miß Ruth Borowsky wurde vom Gericht zu einer Geldstrafe von 25 Dollar verurteilt. Durch dieses Urteil fand eine Verhandlung in Boston ihren Abschluß, die bei allen Zuhörern größte Heiterkeit auslöste. Die junge Dame hielt mit ihrem Kraftwagen vor einem Geschäft an, um etwas zu kaufen. Da das Einkaufen bei Frauen in der Regel nicht allzu schnell geht, war es kein Wunder, daß sowohl hinter dem Auto eine ganze Schlange anderer Personenwagen parkte, als auch davor Kraftfahrzeuge standen, als Miß Ruth wieder herauskam. Unmittelbar vor dem kleinen Sportwagen stand ein großer hoher Lastwagen, von dem gerade Kisten abgetragen wurden. Der Chauffeur schaute dieser Arbeit gelangweilt zu. Miß Borowsky bat ihn, er möge doch mit seinem Wagen etwas Platz machen, daß sie heraus könne aus der Schlange. Der Mann erwiderte, das ginge nicht wegen des Abladens. Dies reizte die junge Dame derart, daß sie zu schimpfen begann, worüber der Chauffeur nur ironisch lächelte. Nun packte das junge Mädchen die Wut. Sie trat dicht an den Sitz des Chauffeurs heran und ließ ihrem Temperament freien Lauf. Der Chauffeur aber lächelte unberührt von den vielen Schimpfworten ruhig weiter. Jetzt war es mit der Selbstbeherrschung der Miß ganz vorbei. Sie biß den Mann in die Wade. Dies war nun aber selbst diesem phlegmatischen Kraftfahrer zu viel. Er sprang von seinem hohen Sitz herunter, packte Miß Ruth beim Kragen und schleppte sie mit zum nächsten Schutzmann. Hünst ünd Wissenschaft Goethe und Schiller in Rudolstadt In Rudolstadt steht, Schillerstraße 25, das ehemalige v. Beulwitzsche Haus, in dem vor 150 Jahren— am 7. September 1788— Goethe zum ersten Male mit Schiller zusammentraf. Goethe war mit Herrn von Stein und einigen Damen von Kochberg nach Rudolstadt gekommen und hatte bei dem Hofrat von Beulwitz gespeist. Da diese Begegnung ein kulturgeschichtliches Ereignis war, widmet man in diesem Jahre die Rudolstädter Nationalfestspiele im besonderen den beiden großen Dichterfürsten. Beide haben lange in Rudolstadt gewirkt: Goethe, der sieben Jahre hindurch von Weimar aus das Rudolstädter Hoftheater leitete, und Schiller, der hier verschiedene seiner Werke vollendete und auch ein Rudolstädter Kind, Charlotte von Lengefeld zur Frau gewann. Man wird der beiden Dichter in Rudolstadt gedenken, indem man auf der Leo=Schlageterbühne, oben auf der Heidecksburg, vom 1. bis 11. September klassische Stücke spielt, und zwar vom 1. bis 5. September Goethes„Faust“, Teil 1 und vom 6. bis 11. September Schillers „Turandot" Ein Bild von Busch auf dem Ball gemalt Das Wilhelm=Busch=Museum in Hannover, das jetzt gerade ein Jahr besteht, in dieser verhältnismäßig kurzen Zeit aber bereits von sehr vielen Besuchern besichtigt wurde, hat wieder zwei wertvolle Busch=Erinnerungen erwerben können. So wurde vor kurzem auf einem Dachboden in Frankfurt am Main die sogenannte hölzerne Tanztafel, die Busch seinerzeit bei einem Hausball malte, entdeckt. Auf Veranlassung der Wilhelm=Busch=Gesellschaft hat der Maler Cotta dieses wertvolle Stück so wiederhergestellt, daß es im Museum ausgestellt werden kann. Ferner ist jetzt ein zweites Gemälde Wilhelm Buschs, das„Bachanal“, aus dem Jahre 1874, im Museum zu sehen. „Am hohen Meer“— neues Schauspiel von Richard Billinger Das Burgtheater in Wien beabsichtigt, ein neues Schauspiel von Richard Billinger mit dem Titel„Am hohen Meer“ aufzuführen, das das Leben von zwei jungen berufstätigen Menschen aus dem heutigen Wien zeigt. Der letzte Akt spielt am Mittelmeer. Dramaturgenwechsel in Aachen und Saarbrücken Fritz Hartwig Redlin, der seit drei Jahren als Dramaturg am Stadttheater Saarbrücken tätig war, geht mit Beginn der neuen Spielzeit an das Stadttheater Aachen als erster Dramaturg, Spielleiter und Werbeleiter. Sein Nachfolger in Saarbrücken wird als Spielleiter und Dramaturg Friedrich Ammermann aus Berlin. Ein Jahrbuch der Bochumer Bühne In einigen Tagen erscheint im Rahmen der Vormiete=Werbung ein Jahrbuch der Bochumer Bühne, das in umfangreicher Form die Ereignisse der letzten Spielzeit von der 2. Deutschen Shakespeare=Woche an in Wort und Bild festhält. Annähernd 100 Szenenbilder machen das Erlebnis des letzten Jahres wieder lebendig. Gleichzeitig enthält das Jahrbuch Hinweise auf die kommende Spielzeit. Schwerins neuer Generalmusikdirektor Als Nachfolger für den nach Darmstadt verpflichteten Generalmusikdirektor Fritz Mechlenburg wurde Generalmusikdirektor Hans Gahlenbeck aus Kiel an das Mecklenburgische Staatstheater in Schwerin berufen. Generalmusikdirektor Adolf Wach, Rostock, gestorben Der musikalische Leiter des Rostocker Stadttheaters, Generalmusikdirektor Adolf Wach, ist im Alter von 46 Jahren gestorben. Sieben Jahre war er mit großem Erfolge und Eifer tätig in der Mecklenburgischen Seestadt und es gelang ihm in dieser Zeit, das Opernleben Rostocks auf eine anerkannte Höhe zu bringen. Der Verstorbene ist in München geboren. Er war Kapellmeister in Darmstadt, München, Gera, Königsberg und München=Gladbach, bevor er nach Rostock kam. „Güldana“— Uraufführung in Dortmund und Sofia Die Operette von Lübomir Theodoroff und Eugen Rex, Lieder=Texte von Günter Schwenn, Musik von Eberhard Glombig, die zur Uraufführung vom Stadttheater Dortmund erworben wurde, ist auch vom„Odeon"=Theater in Sofia angenommen worden. Uraufführung in Köln Generalintendant Alexander Spring hat soeben die hansische Ballade„Die Schlacht der weißen Schiffe“ von Henrik Herse zur alleinigen Uraufführung für das Schauspielhaus der Hansestadt Köln angenommen. Teile des für die Bühne geschriebenen Werkes wurden kürzlich mit außerordentlichem Erfolg auf der NordmarkFeierstätte in Holstein vor mehr als 20 000 Menschen geboten. Gustaf-Gründgens-Film-Produktion Soeben wurde ein Vertrag abgeschlossen, der besagt, daß Gustaf Gründgens seine Filmtätigkeit ausschließlich im Rahmen einer an die Terra angegliederten„Gustaf Gründgens=Produktion" zur Verfügung stellt. Sort=Ründschou Die Olumpiade der Welrmacht Tollkühne Offiziere auf dem Motorrod Beginn des Modernen Fünfkampfs— Erste Entscheidung der Schwimmer Der schwierigste Mehrkampf bei den Deutschen Wehrmachtmeisterschaften 1938 in Düsseldorf ist der Moderne Fünfkampf für Offiziere, der am Mittwoch mit der ersten Uebung im Grafenberger und Aaper Wald bzw. auf dem StandortUebungsplatz begann. Zu den Kämpfen der Offiziere auf Pferd oder Kraftrad hatten sich am Vorund am Nachmittag zahlreiche hohe Offiziere aller drei Wehrmachtsteile eingefunden. Es fehlte aber auch nicht an begeisterten Zuschauern, die sich besonders an den schwierigen Strecken dieser Geländeprüfungen angesammelt hatten und die mit ehrlicher Bewunderung die großartigen Leistungen der Teilnehmer betrachteten. Vormittags starteten die Teilnehmer der Klasse A zu ihrem Geländeritt über fünf Kilometer. Start und Ziel befanden sich unweit der Rennbahn auf dem Grafenberg. Eine halbe Stunde vor dem ersten Start wurden die Pferde der 59 Teilnehmer ausgelost, die dann im Abstand von vier Minuten über die schwierige Strecke gingen. Besonders schwierig war ein Steilhang, der mit einem Sprung über ein Rick abschloß. Hier konnte man in erster Linie das reiterliche Können und den soldatischen Schneid der Teilnehmer bewundern, von denen die schnellsten ihre Pferde im Galopp herunterritten und glatt über das Hindernis brachten. Es spricht für das Können der Teilnehmer, daß 19 von ihnen ohne jeden Fehler blieben. Die beste Zeit erzielte Lt. Frhr. v. Wöllwarth mit 8:32 Minuten, während Lt. Henrich mit 9:09 Minuten den zweiten Platz belegte. Der bekannte Fünfkämpfer Oblt. Lemp kam auf den 17. Platz; Oblt. Cramer hatte kein so günstiges Pferd gefunden und wurde 31. Ergebnis: 1. Lt. Frhr. von Wöllwarth 0 Fehler, 8:32 Miuuten; 2. Lt. Henrich 0/9:9; 3. Lt. v. Schlotheim 0/9:31, 4. Lt. Möller 0/9:53; 5. Lt. Wiedemann 0/9:58: 6. Lt. Schmittmann 0/10,00. Von 09 Teilnehmern nur einer ausgefallen. Nicht weniger schwierig war die Geländefahrt über 7,5 Kilometer, die die Kämpfer der Gruppe B am Nachmittag zu erledigen hatten. Auch hier wurde den etwa 40 Teilnehmern das Motorrad durch Los zugewiesen, mit dem sie über die Strecke gehen mußten. Des Weg führte vom Start über den Standort=Uebüngsplatz, wo verschiedene Durchfahrten von Gräben, Steilhänge und Kletterwege, daß Passieren von schmalen Brücken usw. erledigt werden mußten, ehe es in den Aaper Wald ging, wo verschiedene weglose Strecken über Stock und Stein führten. Wer diese Fahrt in guter Zeit fehlerlos hinter sich bringen wollte, mußte ein mutiger, aber auch im Gelände und am Motor selbst erfahrener Fahrer sein. Verschiedene Leistungen lösten bei den Zuschauern hellste Bewunderung aus und es war manchmal beängstigend zu sehen, mit welcher Fahrt einer die gefährliche Abfahrt, einen schwierigen Graben, ein holperiges Waldstück oder einen Knüppeldamm nahm. Trotz der großen Schwierigkeiten gelang es drei Fahrern fehlerlos die Aufgaben zu lösen. Die schnellste Zeit, die von den Fachleuten sehr bestaunt wurde, erzielte Leutnant Job mit 13:14 Min., während Leutnant Kempa und Leutnant Rohrbach ebenfalls fehlerlos noch unter 14 Min. kamen. Ergebnisse: Moderner Fünfkampf, Kl. B. Geländefahrt über 7,5 km: 1. Leutnant Job 0 Fehler, 13:14 Min.; 2. Leutnant Kempa 0/13:47. 3. Leutnant Rohrbach 0/13:55; 4. Leutnant Hakl 1/14:23; 5. Oberleutnant Hagen 1/14:24: 6. Leutnant Barkhausen 5/14:46. Erste Entscheidung Die Schwimmwettbewerbe am Mittwochnachmittag Bei unsicherer Witterung— teilweise gab es Gewitterregen— setzten die Schwimmer am Mittwochnachmittag die Ausscheidungen im Bassin des Düsseldorfer Rheinstadions fort. Es fiel auch schon die erste Entscheidung der WehrmachtMeisterschaften, und zwar über 100 m Rücken. In der gleichen Reihenfolge, in der sich die sechs stärksten Schwimmer am Vormittag mit ihren Zeiten für die Entscheidung qualifizierten, kamen sie im Endlauf am Ziel ein. Es gewann also Fahnenjunker Unteroffizier Küppers, ein jüngerer Bruder von Altmeister Ernst Küppers, in 1:18,1 Minuten vor dem Gefreiten Franz(2. Abt. AR 93) in 1:18,9 Minuten. Es gab einen harten Kopf=an=Kopf=Kampf, in den zum Schluß auch noch Unteroffizier Funkersfeld eingriff, der in 1:19 Minuten als Dritter einkam. Recht spannend waren die Vorläufe in der 4 mal 200 m Kraulstaffel. Für die Entscheidung qualifizierten sich: Schiffs=Artillerieschule 11:23,8 Min., 5./IR. 11 11:43,8 Min., 4. N. Z./AR. 53 hatte, war auch über 400 m Kraul der Schnellste in den Vorläufen. Nicht weniger als 31 Teilnehmer kamen zum Kunstspringen an den Start. Die Ausscheidungen brachten zuerst die Pflichtsprünge. Leider fehlte Europameister Wachtmeister Esser. In überragender Form stellte sich Feldwebel Helmuth Fischer vor, der in den Vorläufen über 100 m Kraul mit 1:01,6 Minuten die weitaus beste Zeit erzielte. Bei den übrigen Bewerbern ließen die Zeiten sehr zu wünschen übrig, was wohl in erster Linie auf das kalte Wasser zurückzuführen war. Wehrmacht-Zivil 10:7(3:7) Spannendes Handballspiel vor 5000 Zuschauern Im Rahmen der Wehrmachtsmeisterschaften fand am Mittwoch ein Handballspiel zwischen einer Mannschaft der Wehrmacht und einer Auswahl des DRL. statt. 5 000 Zuschauer wohnten dem Kampfe bei, u. a. sah man auch General Küchler und den Düsseldorfer Gauleiter Staatsrat Florian. Es gab ein sehr interessantes Spiel, das die Soldaten durch eine bessere zweite Hälfte verdient für sich entscheiden"onnten. Vor der Pause erspielte sich die Zivilmannschaft auf Grund ihrer besseren Stürmerleistungen eine leichte Feldüberlegenheit. Dabei kam ihr auch sehr zustatten, daß in den Abwehrreihen der Soldaten nicht alles nach Wunsche ging.— Nach dem Wechsel setzte sich das technisch reifere Können der Wehrmachtelf durch. Bester Mann der Zivilelf war der Torwart Herbolzheimer. Bei den Soldaten überragten der Halblinke Laqua und der Halbrechte Prosser. Die Torschützen waren: für die Wehrmacht: Ortsmanns(2), Laqua(3), Prosser(3) und Badstübner(2); für Zivil: Kiefler, Bistritzki, Pörner(3) und Obermark(2). Nach dem Etappensieg des Deutschen Oberbeck stand die deutsche Mannschaft auf der zweiten Tagesstrecke der Tour de France von Caen nach St. Brieux über 237 km natürlich im Mittelpunkt des Interesses. Das Augenmerk der übrigen Fahrer war am Mittwoch während der ganzen Fahrt besonders auf die deutschen Fahrer gerichtet. Willi Oberbeck machte sich sofort wieder um die Führung verdient, er hatte aber später Defekt und fiel stark zurück, während sich dagegen Weckerling und Wengler in der Spitzengruppe behaupten konnten. Im Spurt siegte schließlich der Luxemburger Majerus in einer Fahrzeit von 7:00,07 vor dem Franzosen Goasmat und dem Magdeburger Otto Weckerling, während Heinz Wengler an sechster Stelle einkam.— Der Etappensieger Majerus, Luxemburg, der auch noch eine Minute Zeitvergütung erhielt, eroberte sich in der Gesamtwertung die Spitze und trägt nun das gelbe Trikot vor Oberbeck, der einen größeren Zeitverlust aufzuweisen hatte. Zur zweiten Etappe in Caen traten am Mittwoch noch 93 Fahrer an, es fehlten Prior und Bouvet und auch der Franzose Maye trat nicht mehr an. Ruland gab auf Vom Start in Caen an legte das gesamte Feld ein scharfes Tempo vor, an der Spitze lag Willi Oberbeck, der sich wieder um die Führung verdient machte. Ruland, der schon auf der ersten Etappe das Tempo nicht richtig beibehalten konnte, fiel am zweiten Tage immer mehr zurück und mußte vor Vire die Waffen strecken. Schon nach 50 km erfolgte der Vorstoß, doch wurden die fünf Ausreißer, unter denen sich die Deutschen Heide und Langhoff befanden, in Vire wieder eingeholt. Die übrigen Ausreißversuche glückten auch von einigen anderen Fahrern nicht. Eine elfköpfige Gruppe lieferte kurz vor dem Etappenziel St. Brieux einen schönen Endspurt, den schließlich der Luxemburger Majerus gewann.— Die Ergebnisse: 2. Etappe von Caen nach St. Brieux, 237 km: 1. Majerus, Luxemburg 7:00,07; 2. Goasmat, Frankreich 7:01,07; 3. Weckerling, 4. Naisse, Frankreich, 5. Magne, Frankreich, 6. Wengler, 7. Leducq, Frankreich, 8. Cosson, 9. Lowis, Belgien, 10. M. Clemens, Luxemburg (alle gleiche Zeit), 11. Bourlon, Frankreich 7:02,07, 12. Goutorble, Frankreich 7:03,46, 13. Verväcke, Belgien 7:04,14, 14. Tanneveau, Frankreich, 15. van Nek, Holland, 16. Marcaillou, Frankreich, 17. Gallateau, Frankreich, 18. Oberbeck, 19. Heide, Deutschland, alle gleiche Zeit, 38. Arents, Deutschland 7:06,19, 62. Hauswald, Deutschland 7:07,27, 63. Scheller, 70. Wendel(gleiche Zeit), 76. Seidel, 78. Langhoff, 79. Schild. Lohmann siegt in Leipzig Metze spielte keine Rolle Die Leipziger Dauerrennen waren am Mittwochabend mit 15.000 Zuschauern ausverkauft. Der Die Vorrundenkämpfe der Boxer 2000 Zuschauer im Planetarium Im Fliegen= und Bantamgewicht gab es nur je einen Kampf. Im Fliegengewicht hatte Mannogattera(Kriegsmarine) Uebergewicht, so daß Krüger(Luftw.) Sieger wurde, und im Bantamgewicht fehlte Matrose Will ganz, womit sein Gegner Gefr. Bormann kampflos in die Entscheidung kam.— Auf der ganzen Linie wurde sehr guter Sport geboten, so daß die Endkämpfe sehr viel versprechen. Die Ergebnisse: Fliegengew.: Gorny(Luftw.) siegt in der 2. Runde durch Disqualifikation von Meidel(Luftwaffe). Bantamgew.: Gellings(Luftw.) Punktsieger über Schemkes(Luftw.). Federgew.: Heß(Marine) Punktsieger über Schimannski(Heer).— Häusser(Heer) Punktsieger über Petzold(Marine). Leichtgew.: Wegner(Heer) Punktsieger über Baumann(Marine).— Hackbarth(Luftw.) Punktsieger über Ziegler(Marine). Weltergew.: Stehr(Marine) Punktsieger über Schostack(Heer).— Mietschke(Luftw.) Punktsieger über Prigge(Heer). Mittelgew.: Zienau(Luftw.) Punktsieger über Koß(Heer).— Radlewski(Luftw.) Punktsieger über Ackermann(Marine). Halbschwer: Hornemann(Luftw.) Punktsieger über Glaser(Luftw.).— Kiefer(Luftw.) Punktsieger über Schapernack(Marine). Schwergew.: Lauf(Marine) Punktsieger über Kyfus(Heer).— Grupe(Luftw.) Punktsieger über Wachtm. Nitsch(Heer). Die Endkämpfe finden Freitagabend im Planetarium statt. Große Preis der Stadt Leipzig über 100 km in einem Lauf stand im Mittelpunkt des Abends. Bei 56 km wurde der ständig in Führung liegende Leipziger Hille von Weltmeister Walter Lohmann(Bochum) verdrängt, der dann ganz ausgezeichnet fuhr und aule Angriffe bis ins Ziel abwehren konnte. Der frühere Weltmeister Metze spielte in diesem Rennen keine Rolle, und mußte sich mit dem siebten Platz zufrieden geben. — In den Fliegerrennen zeigte Albert Richter wieder einmal mehr seine große Klasse, er gewann den Fliegerkampf und das Punktefahren. Neues vom Motorsport Vier deutsche Wagensiege in England Ausgezeichnet schnitten die deutschen Wagen bei den Rennen in Brooklands ab. Aldington, der in der BMW=Mannschaft bei den Tausend Meilen von Brescia startete, steuerte seinen 2 L. BMW=Sport dreimal zum Siege. Er gewann den 80=km=Vorlauf und den Endlauf des Vorgaberennens und erzielte mit 149,7 km=Std. die höchste Durchschnittsgeschwindigkeit. Aldington wurde auch Erster der Bergprüfung. Der Engländer Hampton war in einem weiteren Vorgaberennen auf Mercedes=Benz mit 121 km=Std. siegreich. Eyston will 530 km=Std. erreichen Der englische Rekordfahrer G. E. T. Eyston ist in den USA. angekommen, wo er mit seinem Ueberrekordwagen bei Salte Lake City den Schnelligkeits=Weltrekord für Bodenfahrzeuge, den er selbst hält, verbessern will. Eyston erklärte, daß er wahrscheinlich 530 std./km erreichen könne und dabei in der Minute 8,800 km durchfahren müsse. Eyston wird noch einige Tage in Neuyork bleiben, bevor er sich nach Bonneville im Staate Utah begibt, wo er im November 1937 502,1 std./km auf seinem„Thunderbolt“ herausholte. Tennis-Ueberraschungen in Budapest Budge=Mako diesmal im Doppel geschlagen Am zweiten Tage der Tenniskämpfe auf der Budapester Margarethen=Insel gab es eine Ueberraschung an der anderen. Im Einzel trafen zunächst der Amerikaner Mako und Dallos zusammen. Der Ungar gewann den ersten Satz 6:3, mußte den zweiten an Mako mit 2:6 abgeben. Im dritten vollbrachte Dallos eine Energieleistung und zog gegen Mako bis 7:7 gleich, als der Amerikaner dann aufgab, um sich für das anschließende Doppel zu schonen, was noch eine größere Ueberraschung brachte. Die Ungarn Szigett=Gabory besiegten die Wimbledonsieger Budge=Mako ganz einwandfrei 6:4, 6:2. Die Zuschauer rasten vor Begeisterung. Im abschließenden Einzel war Asboth über Budge mit 6:1 Sieger geblieben, im zweiten verlor er 6:8 und dann wurde der Kampf wegen Dunkelheit abgebrochen. Diese Karte, in der die einzelnen Etappen des schwersten Radrennens der Welt eingezeichnet sind, läßt deutlich erkennen, welche Anforderungen in diesem gigantischen Rennen an die Fahrer gestellt werden. Der schwierigste Teil der Fahrt wird, wie in dem Jahr bisher, die Ueberquerung der Alpen sein. Vielleicht wird dort, wie schon so oft, die Entscheidung über Sieg oder Niederlage fallen. (Kartendienst Erich Zander) Mit sechs Fortung-Spielern Niederrhein=Elf für Breslau aufgestellt Für den Vorrundenkampf zum Fußballturnier des Breslauer Turn= und Sportfestes hat der Gau Niederrhein, der am 24. Juli in Schweidnitz gegen den Gau Baden antritt, seine Elf wie folgt aufgestellt: Jürissen (Rot=Weiß Oberhausen) Janes Duch (Fort. Düsseldorf)(Hamborn 07) Rodžinski Bender Zwolanowski (Hamborn 07)(beide Fort. Düsseldorf) Petry Heibach Oles Pickartz Kobierski (Hamb. 07)(Fortuna)(Hamb. 07)(Fort. Düsseld.) Ersatz: Pesch(Fortuna Düsseldorf), Albrecht (Turu Düsseldorf), Stephan, Winkler und Stermsek(alle ETB Schwarz=Weiß). „Bumbas“ Schmidt verläßt Schalke 04 Der Nürnberger wird Mannheim trainieren „Bumbas“ Schmidt, der langjährige Sportlehrer der mehrfachen deutschen Meistermannschaft des FC. Schalke 04 hat seinen Vertrag, der noch bis zum 1. Juli 1939 lief, in gütlichem Einvernehmen mit der Vereinsleiung von Schalke 04 gelöst. Jeder im Westen weiß, was der Nürnberger Kämpe für den Schalker Verein getan hat und„Bumbas“ wird den Königsblauen in dankbarer Erinnerung bleiben. Die Vereinbarung zwischen der Vereinsleitung und ihm erfolgte bereits vor vier Wochen. Schmidt wird mit Beginn der neuen Spielzeit Sportlehrer beim VfR. Mannheim. Johann Pesser begnadigt Reichsfachamtsleiter Linnemann hat dem Wiener Fußballspieler Johann Pesser den Rest seiner auferlegten Strafe im Gnadenwege erlassen. Um den Mitropa=Pokal Im Rückspiel zum Mitropa=Pokal siegte Slavia Nraa über Beogradskd Belgrad mit 2:1 (1:0), womit Prag nach dem 3:2=Sieg im Vorspiel zur zweiten Runde aufrückt und dort auf Aenbrosiana Mailand trifft. Da entscheidende Tor fiel erst vier Minuten vor Schluß durch Elfmeter. Schaffen und spielen Wiener„Profis“ wieder im Beruf Das Berufsspielertum in Oesterreich ist bekanntlich mit dem 30. Juni abgeschafft worden und gleichzeitig wurden eine ganze Reihe von bekannten Spielern wieder zu ihrem eigentlichen Beruf zurückgeführt. Durch das Entgegenkommen des Bürgermeisters der Stadt Wien haben u. a. Adamek, Jerusalem, Joksch, Pesser, Skoumal, Schmaus, Pekarek, Andritz, Neumer, Stroh, Zöhrer, Binder, Marischka, Kaburek, Hanreiter und Walzhofer eine Anstellung in städtischen Werken erhalten und auch Mock, Hahnemann und Schall haben eine Beschäftigung im Kanzleidienst gefunden. Die Gebrüder Viertl sind als gelernte Brauer und Havlicek als Baupolier wieder in ihrem alten Beruf untergekommen, während Sesta und Sindelar die Erlaubnis zur Führung eines Kaffeehauses erhalten haben. Große Motorradpreise mit DKW Der Motorradrennstall von Auto=Union DKW wird in diesem Monat am 17. Juli im Großen Preis der Schweiz in Bern und später im Großen Preis von Frankreich in LinasMontlhért eingesetzt. In Bern starten Kluge und Petruschke, zu denen in Linas=Montlhéry noch Wünsche als dritter Fahrer kommt. 12:58 Min., 3. Komp. Pi. 15 13:23,4 Min., 9. Komp. IR. 50 14:33 7 Min. Gefreiter Prziware, der am Vormittag über 1500 m bereits die beste Zeit herausgeholt Oberbeck verliert das gelve Trikot Weckerling und Wengler an der Spitze in St. Brieur 9 .. 200 a UE 28 So2 : — 20 2o 09 82 2 26 0 . 9 at2e oo2 30 262 2 — . 2 e e E6 E — 2 0 kkSoo S Soo. pstt0 a. 2un S 80 a2 k20 . E a k:— 20 3 s S 0 3 e S e . 2 3 2 a a skt 2 2 . S:. 256 e 2 o 2. . 20 a 28 2. — 20 2 . . 69:2 222 2 :2 oe e6 M2: 0 2 25o 2 D 20 30 2" — 2 . t s. 300 E 25 kt. . . . t. , . e a:e kS2e S e 0. e 2: — 2 2e 6 4 2 a 22 . 6 t. E. ka 2 as .2 G 22. 6 8 kS 02 222 :o t k. 2202 2 E8 E2e 2 kter a 36 29 28te S. DO2E 22a 00 2o 2 tk2 2 E . 2 : 2 + 2200:80 sk— :— t2o 60 2 A2 8220 e a 2 20 0 2.2 88 kk— 2 9 : . 22 u a s epo &2 oa . kde2 — 2 SA2E s890. 5os 2 s E2 E sttst skkeo 2 2 3 erso . 20 2 20 at a. : tk k2.2 E 22 . 5.5 2 o 2 28e . 8 —. E 3:2 9a 2e 22 2ske 22 . t2 — e e 2 A8 — 2oo 8 — tawe 2 as. t 2 2 2 2 S 22 :e 2 t ttto t: o 01 * k tsktskkkspks —2 S. 2 tBE — S 2 . oeme. 6 . kksks tooSo s8 9 2 . B t--2 kkktsts8 e o2:.. t tt2 . t023 y e2 . 6 2 k2s s —2 . A8 2 ec 4 . 26 2. 9 2: 5 0 sa. 22: 2 2 2 E 2: e 52: 8a 0a o 2 2 28 3a a 2 2 6 2 * 2 .. 8 S 25 2 22 8 . . 2 2.. 2 19 . 6. a 66 t2 t Le2.: 22 2 3e . 2 a:= 2e 220022 = o sa9. 2n t tt:ee 2 26: 2otas e2 . 2 -:5 . sde 22 22 kPetst:2 k29 3 23. 2 . 2 D500: ttts2 2e0 2 2. 0:e 3kS:.20tk2o = T aves0s. 2 e 20 -. 3. 2TU 2.250 2. 2 2 e0 2 k."".. t-230 t ksk tkst s ttkk. 2o 2 0 * 65 309 e " s 29 *. E 5 2 22 stkJ sE2 — 2 e e tt5 2 20 —E tkttm 0.52 0 30 s G 2 en 20 e 2:2o. 06 a a . 8 2o S 00 2 . 28 2 — . . m staSe 22 2e25. ttse Dr kop. . E2o . 6 a G0 8a. tktt& 0 * 9 2. 2; 2 22. tk2 2 8 . . 2 2 = 22 so S4 e ttkkt. E 2 2300 —. 2 28ga kt. 2 28 3 . 2 9 2 20 8 E S 2 . 23 tt3 . -2 Sa. 20 2 e 215 6 2 2 E22 6 D t 30 o t kk2 Et 2e s o tt . kk—2 k sae 92 s2. . sa09 . 69 2 ne. 2 S3 e — 2 55 5 3. . 2 o2 2.2 . kaka2. 9 s2 22 8. 22. p. sea sts tk. C. 2a t :0 Sas— —* ee : tt2efr . s HoENSE """ 60 n n t stt220 .ERAAE:: . s.... c Sezasa.—... tt. S4 * ..s 2o2 .2 ""—"+* ? 2 tkS a 2t s 0 atsts . a e 3: 6 232 22024 e. . 2e . f t ke 2 S 2 e2— 2 s. 2 2 s Ss e 2. 2e s. . . . . S: 2 2 e & a 29 kEERAA . a t2Tooeea e 60 8 2e er 2 e a skt0 . k. : s .8 2 a 2t2 2 9e Te2 e8 e2 . & . ot. 2. 2. e2 2 . Se. tskt5 2 attttkk2.. . 60 e . a2 2: J.—.2 2 2 — u . 2o . 2 So S1 22 3a e 8 0= a2a 2 S6 s2 —2 . 22 2e 3 8 2 3 e 2 a e2 E 8 T. . 7en 2 3 63 2 —2 2 o— e —e 2 . : en 2 — 2. 60 2 o . o o. —22 a. 3 E. 2 22: er t —+ a "s Sas kS:-2ä 2 — 52..E 82 tt. n . ERSAT. o—. D2 tstS 28. es: kt. . "."*. 2. 2sa v3.ne. ——: 2 Go. —. 5 ". 2. t S tts 2 . kskt2 2 a T.e 2 — tt2 s. 22.s:: k. se ts2 . 2 80 2 t. . . . . 2e. 22. se8 s50 :ost2 22. a . 02 2 — S . 2 . 2 2anaat-2: 2a2 t. tt. 2 Sa 222.8 2. —2 2 k. tt. 2 . s. :: 226. . — 533 s. Mutter Stedina und ihre Jungens 19 (Nachdbruck verboten.) „Muttchen, warum soll ich denn liegenbleiben?" ruft er laut. Mutter Steding lächelt.„Weil du dich erst erholen mußt, Dieter, du bist doch ganz von Kräften, Junge!" Da er nochmals etwas einwenden will, schüttelt sie den Kopf.„Nein, nein, du bleibst..“ Dann siegt doch die mütterliche Milde.„Na, zum Kaffeetrinken komm her... nachher kannst du dich anziehen und legst dich so ein wenig hin!“ Dieter äußert keine laute Freude, wie er es sonst wohl getan hätte. Zwar ist er mit einem Satz aus dem Bett und rasch in der Stube, doch sein Gesicht bleibt still dabei, und die Augen sind müde. Teilnahmslos hört er während des Kaffeetrinkens zu, was Fiete und Ernst erzählen. Manchmal streift sein Blick über das Gesicht des Vaters, der ebenfalls sehr schweigsam ist— die Mutter aber wagt Dieter gar nicht anzusehen, denn sie beobachtet ihn unverwandt. „Wir machen noch einen Spaziergang, Fiete!“ äußert Ernst schließlich.„Da können wir uns noch über dieses und jenes unterhalten... willst du mit, Vater?“ „Nein!" sagt Otto Steding kurz. Sobald Ernst und Fiete mit dem Kaffeetrinken fertig sind. mustern sie sich noch einmal im Spiegel, sie tragen ihre guten Anzüge, die ihnen ungewohnt sind, da die beiden in den letzten Jahren fast gar nichts anderes als ihre Arbeitskleidung getragen haben. Sorgsam wird die Krawatte gebunden, etwas ungeschickt, sie brauchen das so wenig. Dann verabschieden die beiden sich von ihrer Mutter, um spazierenzugehen. Sie sind kaum zehn Minuten fort, da geht Vater Steding auch. „So, Dieter!“ Mutter Steding steht neben ihm, streichelt sein Haar.„Jetzt zieh dich an... dann kannst du ein bißchen lesen, nachher legst du dich zwei, drei Stunden aufs Bett!“ Sie bemerkt Trä nen in seinen Augen, schüttelt besorgt den Kopf. „Dieter... Junge, es ist immer dasselbe mit dir!“ „Es ist nichts, Muttchen!“ Dieter will aufstehen, aber Mutter Steding drückt ihn sanft auf den Stuhl zurück, sie selbst zieht sich einen anderen Stuhl heran, läßt sich nieder, so daß sie ganz dicht ihrem Jungen gegenübersitzt. Sie sind beide allein, in aller Ruhe kann sie mit ihm sprechen— und schon hat sie seinen Kopf in beide Hände genommen und zu sich herumgewendet, sieht gütig in seine Augen „Dieter...“ Zögernd spricht sie weiter:„Ganz zufällig habe ich gestern die Schachtel in der Kom modenschublade bemerkt!“ Sie sieht, wie Dieter zusammenfährt, und erschrocken abwehren will. „Nein, nein, Dieter, ich habe nicht nachgesehn, weil ich dir mißtraue... es war ganz zufällig. Da habe ich dann entdeckt, daß in der Schachtel gar kein Geld mehr ist!“ Sie zwingt ihn sie anzusehen.„Bist du darum so verändert. Dieter?“ Er schlägt den Blick nieder.„Nein, Muttchen!“ „Aber was hast du mit dem Geld gemacht, Junge... nun sag es doch wenigstens!“ Dieter quält es daß er aus all den Worten seiner Mutter ihren Kummer vernehmen muß.„Du brauchst dir darum keine Sorgen zu machen, Muttchen... ich habe das Geld nur versteckt!“ „Versteckt?“ fragt sie überrascht. „Ja". nickt er— und schon entzieht er sich ihren Händen, steht auf, eilt in die Schlafstube, sucht das Geld dort aus dem Versteck hervor und legt es neben Mutter Steding auf den Tisch. Ganz flüchtig blitzt in seinen Augen eine stille Freude auf, daß er sein Muttchen erleichtern kann.„Siehst du, da ist das Geld vollzählig!“ Mutter Steding sieht auf das Geld, es sind zwei Banknoten und ein Fünfmarkstück. Sie weiß aber bestimmt, daß ursprünglich das Geld nur aus Fünfmarkstücken bestanden hat. Erst ist sie versucht, einfach darüber hinwegzugehen, um Dieter nicht weiter zu quälen— und doch nimmt sie seinen Kopf noch einmal in beide Hände. „Dieter, es ist nicht dasselbe Geld!" stößt sie leise hervor.„Warum nicht? Und warum hast du es versteckt?“ Vergebens sinnt Dieter auf irgendeine Ausrede. So kläglich erscheint es ihm, daß er nun Schlechtes über den Vater sagen soll— über den Vater, von dem Muttchen immer, auch in diesen Wochen, nur gut gesprochen hat. „Bitte, Muttchen.... frag doch nicht!“ sagt er leise und sieht sie aus seinen großen Augen ängstlich an. Sie schüttelt den Kopf. „Nein, Dieter, du mußt mir die Wahrheit sagen ... darfst nicht lügen!“ Da senkt er den Kopf und weint— nach einer ganzen Weile stößt er es leise in abgerissenen Sätzen hinaus, was ihn quält und bedrückt: daß der Vater sein Geld genommen hat, daß Hannchen so lange fragte, bis er endlich um das Geld bat, ohne zu sagen, wozu er es brauchte. Er verschweigt nichts mehr, verstummt dann schließlich, Trost und Hilfe suchend, den Kopf gegen Muttchens Schulter gelegt. Da schweigt Mutter Steding, sie spricht kein Wort, nicht über den Vater und nicht darüber, daß Dieter ihr all das hätte nicht verbergen dürfen. Sie legt den Arm um ihren Jungen und zieht ihn fest an sich, streicht über sein Haar und über seine Wangen, bis er ruhiger wird. Aber mit Worten trösten kann sie ihn nicht, das geht über ihre Kraft. Während Mutter Steding sich so das Zutrauen ihres Jüngsten wiedererringt, spazieren Ernst und Fiete gemächlich am Hafen entlang. Sie plaudern eifrig von ihrer Arbeit, sie sprechen auch darüber, was nun werden wird, wenn sie es endlich geschafft haben. „Muttchen hat uns neulich gebeten, daß wir uns nicht verändern, wenn's besser wird!“ lächelt Ernst still.„So wollen wir es auch halten, Fiete!“ Fiete sieht seinen Bruder an.„Mensch, Ernst .... ich wollte mir ein Motorrad kaufen!“ „Na ja, dagegen wird Muttchen ja nichts einzuwenden haben!“ lacht Ernst beruhigend und klopft Fiete auf die Schulter. Gegen zwölf Uhr kehren sie um, schlendern gemächlich heim. Sie kommen auch an der großen Kneipe Ecke Herrengraben und Schaarsteinweg vorüber, werfen beide unwillkürlich einen Blick durch die Scheibe hinein— und beide sehen den Vater, der im Gespräch mit mehreren anderen betrunken taumelnd an der Theke steht. „Scheußlich!“ stößt Fiete bitter hervor. Ernst nickt sinnend.„Das nimmt kein gutes Ende, Fiete... wenn man nur wüßte, was man machen soll!“ Schweigend legten sie den Rest des Weges zurück. Fiete stößt die Ladentür nach innen, als es klin gelt, rut er laut:„Wir sind es, Mutter!“ so daß Mutter Steding nicht erst nach vorn zu kommen braucht. In diesem Augenblick bemerkt Ernst einen Brief, der offenbar nach ihrem Fortgang durch den Türschlitz geworfen worden ist. Ernst hebt den Brief vom Boden auf und wundert sich, daß darauf die Firma der Maschinenfabrik Gebrüder Sudemann steht. „Nanu, was soll denn das?" Er schüttelt den Kopf, ist etwas beunruhigt, reißt den Brief auf, während Fiete erwartungsvoll neben ihm steht. Sobald er den Boden auseinandergefaltet hat, weiß er, daß nichts Gutes in diesem Brief steht. Die Anrede fehlt. Ganz nüchtern steht dort: „Herrn Ernst Stednig“— und dann beginnt es gleich:„Im Auftrage des Herrn Sudemann teile ich Ihnen mit....“ Atemlos überfliegt Ernst Steding die eng ge schriebenen Zeilen. Der Brief umfaßt zwei Seiten. Betriebsleiter Müller hat ihn unterzeichnet und noch wenige Worte des Bedauerns hinzuge fügt. Ernst Stedings Gesicht ist starr geworden— kaum hat er den letzten Satz gelesen, da reicht er den Brief seinem Bruder hin, dreht sich um und hetzt hinaus. Fiete ist zu überrascht, um ihm gleich folgen zu können. Außerdem will er doch erst den Brief genau lesen. So setzt er sich auf den Ladentisch, liest nun langsam und aufmerksam, während Ernst inzwischen den Schaarsteinweg hinuntereilt und drunten an der Ecke das Bierlokal betritt. Niemand kennt ihn dort, weil die Jungens von Mutter Steding nicht in Kneipen zu verkehren pflegen. Ohne Gruß tritt. Ernst an die Theke, steht unmittelbar neben seinem Vater, umklam mert hart dessen Arm— so hart, daß Otto Steding wütend herumfährt. „Vater, komm mit!“ Das klingt unerbittlich drohend.„Ich habe mit dir zu reden!"- Verwirrt sieht Otto Steding ihn an, Der Druck seiner Hand ist so hart, daß Otto Steding in diesem Augenblick nichts einzuwenden wagt. Er wendet sich um und bezahlt; dann geht er neben seinem Sohn hinaus. Unterwegs will er fragen, was es denn gibt. Ernst winkt mit einer hastigen Handbewegung ab. Im Laden treffen sie Fiete an, der immer noch auf dem Tisch sitzt und in den Brief starrt und ganz fassungslos ist. Mutter Steding hantiert laut mit dem Geschirr, sie klappert in der Küche und ahnt nicht, was im Laden vor sich geht. Dieter liest am Stubentisch. Da geht Ernst rasch hinter den Ladentisch und macht die Tür zur Wohnung leise zu. „Was ist denn nun eigentlich los?“ zürnt Otto Steding.„Ist das eine Art, mit seinem Vater umzugehen und...“ Wenige Schritte, und Ernst steht ihm gegenüber, er reißt Fiete den Brief aus der Hand, sagt leise: „Höx dir das an!" Und liest dem Vater das Schreiben Wort für Wort vor. Otto Steding starrt aus trunken glänzenden Augen vor sich hin, auch das Gehörte scheint ihm nicht zu ernüchtern. Sobald Ernst den Brief zu Ende gelesen hat, ihn achtlos auf den Ladentisch wirft, macht Otto Steding eine mißmutige abwehrende Handbewegung. „Na, ja....", lallt er mit schwerer Zunge.„Gewiß, gebe ich zu... ist ja auch... ich meine..." Fiete sieht seinen älteren Bruder beinahe ängstlich an. Ernst ist gar nicht wiederzuerkennen, so verändert. Nur mit äußerster Mühe scheint er sich zu beherrschen, während er jetzt vor dem Vater steht, die Hände zu Fäusten geballt. „Du willst noch dagegenreden?“ stößt Ernst her vor und meidet das Wort„Vater“ unbewußt. „Schämst du dich nicht... unsere Mutter hat sich dreizehn Jahre lang gequält und abgeschunden, weil du gewissenlos genug warst, sie mit ihren drei Kindern im Stich zu lassen! Jetzt nimmt sie dich wieder auf, sorgt für dich, wir verschaffen dir Arbeit... und du hast nichts Besseres zu tun, als Betrügereien zu begehen?“ Fiete springt vom Ladentisch und legt seine Hand auf seines Bruders Schulter.„Ernst, nimm dich zusammen... denk an Muttchen!“ flüstert er besorgt.—„Ach, was!“ Mit einer Armbewegung stößt Erich ihn zur Seite.„Dich sollen wir noch als unseren Vater ansehen und...“ „Ah!" braust Otto Steding nun auf.„Ihr seid doch von Anfang an gegen mich gewesen, mit eurer Mutter zusammen... gehört alle in einen Topf!“ Seine Stimme hebt sich.„Wolltet mich hinausgraulen, weiter nichts.... und ihr, dummen Jungens, wagt es noch, mir...“ Da vergißt Ernst sich. Mit beiden Händen packt er die Schultern Otto Stednigs und rüttelt den Vater hin und her. „Lump, du!“ schreit er ihn an.„Du schämst dich nicht?“ Ernst weiß nicht mehr, was er tut, läßt sich hinreißen, denkt gar nicht an Mutter Ste ding, die den Lärm aus dem Laden doch hören muß, „Ernst!“ ruft Fiete ermahnend. „Weißt du, wo du hingehörst?“ schreit Ernst den Vater an, der kreidebleich geworden ist und nun jäh ernüchtert ist.„Ins Zuchthaus müßte man dich bringen... solche Lumpen sind zu nichts zu gebrauchen!“ Und als der Vater jetzt mit beiden Händen abwehrt und einige Worte hervorstößt, die Ernst vollends außer sich bringen, da stößt Ernst Steding seinen Vater so heftig von sich, daß er mit einem wütenden Schrei in die Ecke des Ladens stürzt und dort neben dem Schrank am Boden kauert. Im selben Augenblick hat Mutter Steding die Tür aufgestoßen und sieht, was geschehen ist. „Aber, Ernst!“ ruft sie voller Angst. Ernst Steding steht ohne Bewegung, leicht zu sammengeduckt, die Hände krampfhaft zu Fäusten geballt, das Gesicht dunkel gerötet, den Blick voller Abscheu auf den Vater gerichtet. Fiete legt einen Arm um Mutter Steding und hält sie zurück. So vergehen einige Minuten bedrückenden Schweigens. Otto Steding rafft sich aus der Ecke auf, zerrt die Jacke und den Kragen etwas zurecht Fragend blickt Mutter Steding auf ihn. „Da siehst du....“, höhnt er zu Mutter Steding hinüber, während er gleichzeitig eine Hand auf die Klinke der Ladentür legt.„Das sind deine Jungens... nicht mal vor dem Vater...“ Ehe Ernst auf ihn zuspringen kann, hat Fiete ihn am Arm gepackt und zurückgerissen. Otto Steding benutzt diesen Augenblick, um den Laden zu verlassen, wirft die Tür laut hinter sich zu. Nun ist Mutter Steding mit ihren Jungens allein, der kleine Dieter steht in der Wohnungstür und hat alles mitangesehen. „Jungens, was ist denn nun los?" Mutter Steding macht sich aus Fietes Arm frei und steht vor Ernst.„Ernst, was hast du getan?" Aber Ernst zuckt nur die Achseln. Eine große Müdigkeit ist plötzlich über ihn gekommen, eine tiefe Verzweiflung. Er wendet sich ab, geht nach hinten in die Stube, läßt sich dort schwer auf den Stuhl nieder.—„Fiete!" Mutter Steding schüttelt den Kopf.„Was. ist denn... nun sagt es doch!" Auch Fiete ist ganz niedergebrochen; ohne ein Wort zu sagen, deutet er auf den Brief, dann geht er zu seinem Bruder in die Stube. Und derweil steht Mutter Steding am Ladentisch, stützt sich mit beiden Händen auf dessen Platte und liest den Brief. Ihre Augen füllen sich mit Tränen, die Zeilen verwischen vor ihrem Blick, sie kann nicht mehr weiterlesen— sie ahnt auch so, was in der Fabrik geschehen ist. Dieter beobachtet sie aus großen, angstvollen Augen. Sein Blick tastet hastig über den Brief. „Nicht weinen.. Muttchen, komm!“ Und er zieht sein Muttchen in die Stube zu den beiden Brüdern. Schweigend sitzen sie am Tisch, jeder starrt vor sich hin.„Ja“, meint Ernst nach einer ganzen Weile ruhig,„man muß sich damit abfinden... das hilft nun alles nichts.. und mit der Erfindung bin ich um Jahre zurückgeworfen!“ Fiet sinht ihn an.„Du, Ernst, wegen Arbeit brauchen wir uns die wenigste Sorge zu machen... wir gehen morgen früh beide nach der Hamburger Reismühle. Wir werden bestimmt eingestellt!“ Dieter geht ins Schlafzimmer, holt etwas aus seinem Versteckt hervor, kehrt in die Stube zurück. Er' trägt es in der Tasche, was er den Brüdern zeigen will, und zögert lange, ehe er nun einen gefalteten Zettel hervorzieht und auseinandergefaltet vor Ernst auf den Tisch legt.„Das habe ich neulich gefunden, Ernst... vielleicht hätte ich es dir eher zeigen sollen!“ Dieter bemerkt nicht, daß er mit dem Zettel einen zerknitterten Zeitungsausschnitt hervorgerissen hat. Und während Ernst nun auf dem Zettel seinen eigenen, geschickt nachgeahmten Namenszug sieht, entdeckt Fiete den zusammengeknüllten Zeitungsausschnitt und greift sofort danach. „Was hast du denn da?“ Er glättet das Papier und liest dann den Bericht aus Buenos Aires. „Wie kommst du dazu... warum bewahrst du das auf? erkundigt sich Fiete— und schüttelt im selben Augenblick den Kopf. Mutter Steding sieht ihren Dieter unruhig an. „Ach, das ist weiter nichts!“ erklärt Dieter rasch. „Ich traf Vater damals hier an, wie er auf den Ausschnitt starrte... er kennt wohl den John Patt und auch diesen Jack Freeder... warum ich das auf bewahrt habe, weiß ich eigentlich selbst nicht!“ Auch Ernst liest den Ausschnitt durch, schiebt ihn zurück. Er weiß mit dem Inhalt nichts anzufangen. Er horcht auf, als Mutter Steding sich zu ihm beugt. „Du, Ernst... morgen früh wirst du zu dem alten Sudemann fahren und mit ihm sprechen!“ Aber Ernst und Fiete schütteln beide den Kopf. „Das hat gar keinen Sinn, Muttchen, du kennst den alten Sudemann nicht!“ Ernst zuckt die Achseln. „Und außerdem war es ja meine Schuld, ich hätte Vater kein Vertrauen schenken dürfen!“ „Wenn du dem alten Sudemann aber alles auseinandersetzt und ihm alles erklärst, Ernst...“ „Nein, wirklich Muttchen, glaub mir, in solchen Dingen ist der alte Sudemann unerschütterlich!“ Damit hat Ernst sich innerlich schon abgefunden— zu Fiete äußert er ruhig:„Wir werden unsere Modelle unten im Keller unterbringen, Fiete.“ „Aber in dem kleinen Raum könen wir doch nicht an den weiteren Versuchen arbeiten!“ Da lacht Ernst Steding bitter.„Ich hab' auch nicht die Absicht... zunächst laß ich alles ruhen!“ „Und was wird aus Vater?“ flüstert Dieter Fiete und Ernst sehen sich an, sie schweigen. Mutter Steding zuckt die Achseln; sie hat im stillen den Gedanken, daß Otto Steding vielleicht nicht wiederkommt. Die drei Jungens fühlen, wie Mutter Steding sich quält. Sie stehen auf, sind sofort bei ihrem Muttchen: Fiete und Ernst und Dieter— aber Mutter Steding sagt leise, mit zitternder Stimme: Fortsetzung folgt. Der Ehrentitel VOnErnSISPEVER Lüderitz, der deutsche Kaufmann und wagemutige Kolonialpionier, stattete einst einem Hererohäuptling, an dessen Freundschaft ihm sehr viel gelegen war, einen Besuch ab. Der schwarze Potentat war ihm als ein friedlicher Mann bezeichnet worden; um so mehr war der Deutsche überrascht, als ihm der Neger durch den Dolmetscher den seltsamen Gruß übermitteln ließ:„Sei mir und meinen Leuten willkommen, du großes Rindvieh!“ Lüderitz war über diese Anrede nicht sehr erbaut. Empört ließ er dem Häuptling sagen, er sei gewohnt, anders begrüßt zu werden. Wenn die Verhandlungen, die man vorhabe, mit einem solchen Mißklang begännen, dann müsse er das als ein böses Zeichen auffassen und wieder gehen. Er wolle aber annehmen, er habe falsch verstanden und bitte daher, den Gruß noch einmal zu wiederholen. Und wieder lautete er:„Sei mir und meinen Leuten willkommen, du großes Rindvieh!“ Und das was der Häuptling gesprochen hatte, war so herzlich gewesen, daß Lüderitz, der sich auf seinen Dolmetscher verlassen konnte, nun doch stutzig wurde. Die Schwarzen waren ja keine Europäer. Sie hatten ihre eigenen, oft wunderlichen Sitten. Und die mußte man achten. Aber das„Rindvieh“ konnte er denn doch nicht auf sich sitzen lassen. Energisch, aber wesentlich weniger barsch als vorbes verlangte er, man möge ihm, dem weißen Manne, einen geziemenderen Gruß zukommen lassen. Und wenn nach Landesbrauch ein Tiername üblich sei, dann sei es doch wohl am Platze, ihn eher etwa einen Löwen als ein Rindvieh zu heißen Als der Häuptling das gedolmetsch bekam, lächelte er nachsichtig und weise und ließ dem weißen, stolzen Manne sagen:„Wir wissen nicht, weshalb der weiße Mann über meine Worte böse ist. Unser Gruß war ehrlich gemeint. Denkt der Fremde, wir Hereros seien erfreut, wenn ein Löwe zu uns kommt? Nein! Denn ein Löwe ist ein sehr böses Tier. Es raubt unser Vieh und vernichtet unseren Wohlstand. Wir hassen den Löwen als unseren Feind. Wenn aber ein Rind zu uns kommt, dann freuen wir uns. Denn ein Rindvieh ist ein nürliches Tier. Es gibt Fleisch, Leder, Milch. Auch der weiße Mann wird uns Hereros Vieles und Nützliches geben. Deshalb haben wir ihn mit dem Ehrennamen eines Rindviehs willkommen geheißen!" Nach dieser plausiblen Erläuterung ließ Lüderitz sich zwar den Gruß gefallen, konnte es aber dennoch nicht verbergen, daß noch ein Rest Unwille in ihm steckte. Der Herero sah das sofort, und um sich den mächtigen weißen Mann vollends gnädig zu stimmen, ließ er ihm durch den Dolmetscher verkünden:„Der Fremde scheint von unserem Gruß noch nicht ganz befriedigt zu sein. Er weiß, was er uns wert ist. Und da wir ihm die Ehre geben möchten, die ihm gebührt, so sei ihm gesagt, daß wir ihn für einen ganz besonders nützlichen Mann halten, über dessen Kommen wir uns ebenso freuen, als wäre nicht nur ein, sondern eine ganze Herde Rindvieh zu uns gekommen.— Sei mir und meinen Leuten willkommen, die vielfaches Rindvieh!“ Das passende Sprichwort Von Dletrich LUPKE „Ich werde wahrscheinlich Kaufmann. Das ist auch mein Vater, und ich übernehme sein Geschäft", sagte ich zu Paul, als wir durch die Gärten spazieren gingen.„Wie die Alten sungen, so zwitschern die Jungen!" meinte darauf Paul.„Mensch, das Sprichwort paßt doch gar nicht hierher!" „Ist ja auch gleich!“ beharrte ich.„Nun gut", lenkte Paul ein.„Sagen wir also: der Apfel fällt nicht weit vom Stamme!“—„Das kannst du auch nicht in diesem Zusammenhange sagen!"„Warum denn nicht?" fragte Paul.„Weil du das Sprichwort doch nur dann gebrauchen kannst, wenn ich etwas Schlechtes begangen habe, das auch mein Vater in derselben oder ähnlichen Art getan hat!“ erklärte ich.„Meinst du das Sprichwort: Wie die Alten sungen, so zwitschern die Jungen?"—„Nein, das andere natürlich!" antwortet ich erbost.„Natürlich, natürlich!“ meinte Paul besänftigend.„Sprechen wir doch von etwas anderem!“ machte ich den Vorschlag.„Gewiß!— Fahr' nur in deiner Erzählung von vorhin fort!“ ermunterte mich Paul. „Ja!" sagte ich, und meine Gedanken waren weit weg, ein Kaufherr wäre...“ Eine Weile gingen wir still nebeneinander her. Dann sagte Paul:„Erzähl' doch schon weiter!“ Wieder schweiften meine Gedanken in die Ferne als ich begann:„Und dann'mal so zwei Monate nichts tun..."—„Müßigang ist aller Laster Anfang!" Paul hatte mich schon wieder unterbrochen. „Paul!“ rief ich aus, rot im Gesicht vor Zorn. „Du hattest mir doch versprochen, mich nicht mehr zu unterbrechen!"—„Fleiß bringt Brot, Faulheit Not!"—„Paul.."—„Wie gewonnen, so zerronnen!" Da sah ich keine fünf Meter vor uns etwas, was mein rachedurstiges Herz vor Freude herumhüpfen ließ.„Paulchen!" sagte ich und hielt ihn on den Schultern fest.„Ja?" meinte Paul und sah mich fragend an. „Sieh' doch mal nach oben!“ bat ich. Er tat, wie ihm geheißen.„Und weiter?" fragte er, den Blick gen Himmel gerichtet.„Wenn du jetzt fünf Schritte weiter gehst, wirst du am Himmel etwas Schönes erblicken!“ „So?!“ meinte er nur, und ging fünf Schritte weiter. Er zählte:„Eins, zwei, drei, vier, f..." Da war von Paulchen nichts mehr zu sehen. Er war in einen Brunnen gefallen. Als er wieder zum Vorschein kam und er mit meiner Hilfe pudelnaß aus dem Brunnen gekrochen war, fiel mir ein Sprichwort ein: „Wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist, wird er zugedeckt!“ sagte ich lachend zu Paul, der gerade seine Jacke auswrang. Damit nun das Sprichwort seine Richtigkeit hatte, nahm ich den am Gartenzaun angelehnten Deckel und legte ihn auf die Brunnenöffnung. Paulchen aber war von seinen Sprichwörtern für immer geheilt. Auftakt zu den Salzburger Festspielen. Ueberall in Salzburg wird für die am 23. Juli beginnenden Festspiele eifrig gearbeitet. Auch die Bühne im Hof des Festspielhauses sieht ihrer Vollendung entgegen. Die Festspiele werden in diesem Jahre einen besonders würdigen Rahmen erhalten.(Presse=Hoffmann.) Schönste Werbung für Deutschland Volksdeutsche Mädchen aus Polen in Köln Köln. Am Dienstagmittag trafen in Köln 20 volksdeutsche Mädchen aus Polen ein, die auf Einladung der NSV einen sechswöchigen Aufenthalt in Köln verbringen werden. Die auslandsdeutschen Mädchen wurden am Kölner Hauptbahnhof von BDM und HI festlich empfangen und begaben sich dann in die Jugendherberge in Köln=Deutz, wo eine kleine Begrüßungsfeier stattfand. Im Namen der Gaugeschäftsstelle„Landaufenthalt für Stadtkinder“ in der Gauwaltung der NSV begrüßte Pg. Woerz die Gäste aus Öst=Oberschlesien, ausschließlich Kinder erwerbsloser Bergarbeiter des Kattowitzer Gebietes, auf das herzlichste und gab anschließend einen Ueberblick über ihr Aufenthaltsprogramm, das den Kindern viel Sehenswertes und viel Abwechslung vermitteln wird. Damit sie Köln und die rheinische Landschaft kennenlernen, damit sie sich gut erholen und recht viel Freude erleben, hat man eine Fülle von Annehmlichkeiten für sie vorbereitet. Die volksdeutschen Mädchen werden Stadtrundfahrten, Rheinfahrten und Rundflüge machen. Man wird sie ins Theater und in den Zirkus führen. Am Nürburgrennen werden sie als Zuschauer teilnehmen können; sie lernen bei Autobusrundfahrten die Reichsautobahn kennen und machen schließlich von Nideggen aus eine große dreiwöchige Fahrt durch die Eifel, durch Letzte Vorbereitungen zur Handballweltmeisterschaft. Die deutsche Nationalmannschaft trainiert auf der Gausportschule in Blankenburg(Thüringen) für das in Leipzig stattfindende Vorrundenspiel gegen die Tschechoslowakei am 7. Juli (Schirner.) Mussolini beim Erntetanz in Aprilia. Nach seiner großen Rede, in der der Duce dem italienischen Volke die Sicherstellung der Ernährung verkündete, beteiligte sich Mussolini bei den Drescharbeiten und bei dem Erntetanz in der neugegründeten Stadt Aprilia in den trockengelegten Pontinischen Sümp fen.(Associated Preß. das Rhein= und Moseltal und wieder durch die schönsten Teile der Eifel an die Westgrenze und dann nach Köln zurück, von wo sie am 15. August die Heimreise antreten werden. Gaustellenleiter Crumbach gab noch in einer kurzen Ansprache seiner Hoffnung Ausdruck, daß dieser Besuch im schönen deutschen Westen die Liebe der volksdeutschen Mädchen zu Deutschland vertiefen möge. Nur als aufrechte Deutsche könnten sie ein wertvolles Mitglied des Staates sein, dem sie angehörten. Die Unglückschronik Tödlicher Sturz Hückelhoven. Ein Elektriker, der auf einem Gerüst der neuen Waschkaue der Grube SophiaJakoba beschäftigt war, stürzte so unglücklich ab, daß er sich das Genick brach. Er war sofort tot. Kein Wasser auf Obst trinken.— Wieder ein Todesopfer Hilfarth. Wieder einmal hat Unvorsichtigkeit ein junges Leben gefordert. Ein vierjähriges Mädchen, das auf unreife Stachelbeeren Wasser getrunken hatte, erkrankte so schwer, daß es kurz nach seiner Einlieferung ins Krankenhaus starb. Da solche Fälle gerade jetzt zur Zeit der Obstreife immer wieder auftreten, kann garnicht genug gewarnt werden. Eltern und Erzieher müssen ihre Kinder ermahnen und überwachen, daß sie kein Wasser auf Obst trinken. Die Folgen können sonst sehr schlimm sein und nur zu leicht das Leben kosten. Leidige Unsitte fordert Todesopfer Remscheid. Trotz aller Warnungen und Verbote hatte sich ein 12jähriger Junge, der nach Hause radeln wollte, an einen Lastkraftwagen angehängt. Als er beim Passieren einer Straßenkreuzung den Wagen losließ, um zur anderen Seite zu fahren, wurde er von einem aus entgegengesetzter Richtung kommenden Personenkraftwagen erfaßt und auf der Stelle getötet. Tödlicher Verkehrsunfall. Herford. In der Nähe der Brausemühle auf der Verkehrsstraße Südlengern—Östberbehme stieß der Kraftwagen des Baumeisters Walter Preißer aus Herford mit einem Lastkraftwagen zusammen. Der Personenkraftwagen wurde zertrümmert. Preißer zog sich so schwere Verletzungen zu, daß er bald nach seiner Einlieferung in das Bünder Krankenhaus starb. Wurde Dimitroff verhaftet? Den neuesten Meldungen zufolge soll der Chef der Komintern, Dimitroff, wie wir gestern berichteten, verhaftet worden sein. Es heißt, daß die Verhaftung Dimitroffs auf die Mißerfolge in Spanien und auf das Versagen der Volksfrontregierung zurückzuführen sei. (Bierbach) 260 mal eingebrochen hohe Zuchthausstrafen für schwere Jungens Trier. Am 20. Juni begann vor der Zweiten Großen Strafkammer in Trier die Verhandlung gegen zwei schwere Einbrecher, denen nicht weniger als 260 Straftaten zur Last gelegt wurden. Es handelt sich um den 1908 in Landscheid geborenen Karl Thiesen und den 1908 in Eckendorf(Kreis Ahrweiler) geborenen Hubert Melles, von denen der letztere bereits wegen Diebstahls mit Gefängnis und Zuchthaus vorbestraft ist. Mit ihnen standen vor Gericht wegen Hehlerei der 31jährige Schönenborn aus Bonn und seine 61jährige Mutter sowie weitere vier Angeklagte, darunter drei Frauen. Thiesen und Melles haben im Trierer Bezirk und anderwärts in der Zeit von 1933 bis 1937 in 116 Fällen gemeinschaftlich sich des einfachen und schweren Diebstahls schuldig gemacht, ferner Melles in 110 und Thiesen in 37 Fällen allein. Am Tage der Hinrichtung eines jüdischen Attentäters, der von dem englischen Kriegsgericht zum Tode verurteilt worden war, kam es in Tel=Aviv zu Demonstrationen von jüdischer Seite. Nur dem energischen Eingreifen der englischen Polizei ist es zu verdanken, daß die Demonstrationen keinen größeren Umfang annehmen konnten. (Pressefoto.) Daneben wurden ihnen Vergehen gegen das Waffengesetz zur Last gelegt. Nach umfangreicher Beweisaufnahme beantragte jetzt der Staatsanwalt gegen den 30jährigen Hubert Melles wegen schweren und einfachen Diebstahls eine Zuchthausstrafe von 13 Jahren, Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von zehn Jahren und Anordnung der Sicherungsverwahrung und gegen den 30jährigen Karl Thiesen wegen schweren und einfachen Diebstahls zehn Jahre Zuchthaus, Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von acht Jahren und Stellung unter Polizeiaufsicht. Weiter wurden beantragt gegen den 31jährigen Fritz Schönenborn wegen gewerbsmäßiger Hehlerei vier Jahre Zuchthaus, vier Jahre Ehrverlust und Stellung unter Polizeiaufsicht; gegen die 61jährige Frau Schönenborn wegen gewerbsmäßiger Hehlerei dreieinhalb Jahre Zuchthaus und gegen die übrigen Angeklagten wegen einfacher Hehlerei Gefängnisstrafen von vier bis sieben Monaten. hände in anderer Leuts Taschen Zuchthaus und Sicherungsverwahrung für Warenhausdiebe Köln. Der dreizehnmal, darunter oft wegen Eigentumsdelikten vorbestrafte J. von der Mühlen hatte acht Wochen nach verbüßter Strafe in Begleitung seines Freundes Anfang Dezember v. J. in einem Kölner Kaufhaus ein Damenkleid gestohlen und dieses dem Begleiter in die Manteltasche gesteckt: Sie waren aber beobachtet worden und wurden kurz darauf festgenommen. Von der Mühlen hatte sich nun vor der VI. Großen Strafkammer zu verantworten. Er erklärte, unter dem Einfluß von Alkohol zu der Tat gekommen zu sein. Obwohl der medizinische Sachverständige die Voraussetzung für Anwendung des§ 51, 2 als gegeben erachtete, verurteilte das Gericht den Angeklagten zu einem Jahr drei Monaten Zuchthaus und ordnete die Sicherungsverwahrung an. Mit einem Jahr sechs Monaten Zuchthaus und Sicherungsverwahrung bestraft wurde vom Schöffengericht Köln die 25jährige Ehefrau Sophie Börsch aus Köln wegen Diebstahls im Rückfall. Sie wurde überführt, in vier Fällen Frauen in Warenhäusern, die sich im Gedränge befanden, die Geldbörsen aus der Tasche gestohlen und Beträge von 8 bis 74 RM. erbeutet zu haben. Die mit 13 Vorstrafen belastete Angeklagte leugnete hartnäckig und wollte eine Dop pelgängerin haben. Ob„Häseken“ auch nach Berlin kommt? Die zehnfache Eislaufweltmeisterin, Sonja Henie, befindet sich auf einer Urlaubsreise nach Europa. Nach der anstrengenden Dreharbeit für viele erfolgreiche Filme will sie in ihrer norwegischen Heimat frische Kräfte sammeln. Voraussichtlich wird sie auch zu einem kurzen Besuch nach Berlin kommen. War es doch Berlin, wo an einem der denkwürdigen Abende im Berliner Sportpalast ihr der Name„Häseken“ gegeben wurde.(Pressephoto) Zur Eröffnung der neuen Ausstellung im Haus der Deutschen Kunst am Sonntag, dem 10. Juli 1938. Hier ein Treppenhaus des Hauses der Deutschen Kunst mit neuen zur Ausstellung kommenden Werken. Täglich 600 Kinder zu wenig! Die irrige Ansicht von den Geburtenüberschüssen Berlin, den 7. Juli. Weite Kreise unseres Volkes geben sich dem schwerwiegenden Irrtum hin, wir hätten fortdauernd„Geburtenüberschüsse", so daß also der deutsche Volksbestand bis in alle Ewigkeit gesichert sein müßte. Daß dem leider nicht so ist, darüber gab kürzlich der Mitarbeiter des Rassepolitischen Amtes der NSDAP., Hauptschriftlicher Dr. Paul Danzer, einen umfassenden Aufschluß in einem Vortrag über den„Kampf um die Volkserhaltung". Die Beweisargumente des Vortragenden waren amtliche Zahlen, die Professor Dr. Burgdörfer, der Direktor des Statistischen Reichsamtes, in unablässiger Arbeit feststellt. Es wurde nachgewiesen, daß Reinerhaltung der Rasse, Gesunderhaltung des Blutes und alle rassepolitischen Grundsätze des Dritten Reiches das deutsche Volk in seinem Bestand nicht erhalten können, wenn nicht das Wichtigste da ist: ausreichender Nachwuchs. Tatsache ist, daß uns allein am zahlenmäßigen Ersatz der Eltern=Generation noch 11 Prozent an Geburten fehlen. Von 100 Kindern, die wir brauchten zur Sicherung der deutschen Zukunft, werden im Altreich nur 89(im Großdeutschen Reich nur 87) gevoren. Es ist ein weiterer Irrtum, zu glauben, daß mit dem bloßen Ersatz der vorigen Generation ein Volf erhalten werden könnte. Völker, die nicht wachsen, sind über kurz oder lang dem Tode verfallen. Die Rechnungen, die man bis zur Machtübernahme auf dem Gebiete der Bevölterungsbewegung aufstellte, sind, wie weiter gezeigt wurde, durchweg falsch. Wenn man richtig rechnen will, darf man nicht einfach die durch Verlängerung des durchschnittlichen Lebensalters künstlich zurückgestaute Sterbeziffer von der Geburtenziffer abziehen, sondern man muß die Zahl der Geburten messen am Geburtensoll, am Mindestbedarf von Geburten, der für den Ersatz der Elterngeneration, also für die Volkserhaltung notwendig ist. Der Geburtenbedarf beträgt im Altreich eineinhalb Millionen, in Großdeutschland 1,65 Millionen. Die größte bisher erreichte Zahl betrug 1,28 Millionen. Täglich werden 600 Kinder zu wenig geboren, und zwar heute noch, obwohl seit 1933 ein sichtbarer und sehr erfreulicher Anstieg der Geburtenzahl eingetreten ist. Weiter wurde nachgewiesen, daß das Wort vom „Volk ohne Raum“ in der Bevölkerungspolitik in Wahrheit ein leeres und irreführendes Schlagwort ist. Geschichte und Gegenwart leyren, daß in Wirklichkeit wachsendes Volk gleichbedeutend ist mit wachsender Wirtschaft, wachsender Macht, wachsendem Wohlstand, vorausgesetzt die Tüchtigkeit des wachsenden Volkes. Alles, was wir haben, vor allem auch an Errungenschaften der Zivilisation, verdanken wir dem Wachstum des Volkes. Nach den heute überwundenen Lehren eines Malthus diktiert der Raum dem Menschen das Handeln. Nach nationalsozialistischer Anschauung dagegen diktiert der Mensch dem Raum, wieviel er herzugeben hat. Das Volk, das den Kampf mit dem Raum nicht führt, verschwindet, während die Völker, die am stärksten mit dem Raum zu ringen gezwungen sind, die leistungsfähigsten und erfolgreichsten sind. Als eisernes Lebensgesetz des deutschen Volkes ergibt sich daraus die Notwendigkeit, eine gewaltige Wende in der Einstellung zum Kind herbeizuführen. Deutschland muß wieder Kinderland werden, wenn es fortbestehen soll. ordnung, einmal im Jahr Sportappelle sämtlicher Betriebe zu veranstalten, in die Tat umzusetzen. Die Ausschreibung der Sportappelle, die in der Zeit vom 1. August bis 30. September stattfinden, haben bereits sämtliche Betriebe im Besitz. Erreicht werden soll durch die Appelle eine körperliche Ertüchtigung und Hebung der Leistungsfähigkeit jedes einzelnen schaffenden Deutschen. Der Sportappell gliedert sich in drei Teile: erstens in den Wettbewerb des guten Willens. Hierbei muß der 2=Kilo=Medizinball 8,50 Meter oder der 3=Kilo=Ball 6,50 Meter gestoßen worden. Der Weitsprung ist auf 2,80 Meter festgesetzt, ein 1000Meter=Lauf darf 6 Minuten dauern. Zweitens soll ein Mannschaftswettbewerb erfolgen, der sich aus einem Hindernislauf. Medizinballstoßen, einer Medizinballstaffel und einem 100=MeterMannschaftslauf zusammensetzt. Hierbei wird besonders auch die Beteiligung der Betriebsangehörigen nach dem Hundertsatz gewertet. Im dritten Teil wird die Beteiligung an den Betriebssportgemeinschaften gewertet. Die Teilnahme an den Sportappellen ist freiwillig. In diesem Jahre sind nur Männer zugelassen, während sich im nächsten Jahr auch die Frauen beteiligen sollen. 35 Millionen Gasmasken für die englische Bevölkerung London, den 7. Juli. Wie das Innenministerium bekanntgibt, werden Ende Juli oder Mitte August 35 Millionen Gasmasken zur Verteilung an die Bevölkerung bereitstehen. Mehrere tausend Rote gefallen Vormarsch in einer Frontbreite von 150 km Bilbao, den 7. Juli. An der Castellon=Front setzten die nationalspanischen Truppen am Mittwoch ihren Vormarsch in einer Frontbreite von 150 km fort. Im Teruel=Abschnitt umzingelten die Truppen Varelas links und rechts von der Hauptstraße Teruel—Cuenca die starken roten Stellungen von Villastar. Im Abschnitt Puebla Valverde wurden weitere wichtige Positionen erobert. Die Verluste des Feindes sind außerordentlich schwer und belaufen sich allein in den letzten drei Tagen auf mehrere tausend Tote und Verwundete sowie 1300 Gefangene. An der Castellon=Front sind nach erfolgreicher Abwehr feindlicher Gegenangriffe neue Stellungen besetzt worden. Die nationalen Flieger bombardierten mit großem Erfolg die Waffen= und Munitionsfabrik Badalona in der Provinz Barcelona. Grauenhafte Greuel der Bolschewisten in Burriana Die Dienstag von den Truppen des Generals Aranda eroberte Küstenstadt Burriana bietet ein grauenvolles Bild der Verwüstung. Auf ihrer Flucht in Richtung Sagunt gelang es den Bolschewisten noch, ihr Munitionslager, das sich bezeichnenderweise in der Kathedrale befand, in die Luft zu sprengen.Die historische Kirche und die um den Kirchplatz gelegenen Bauten sind durch die Explosion fast völlig zerstört worden. Da auch die Zugangsbrücke zur Stadt von roten Sprengkommandos in die Luft gejagt worden war, war der Einzug der nationalen Truppen sehr schwierig. Die Truppen setzten ihren Vormarsch ohne Aufenthalt fort und ließen nur eine Polizeiabteilung in Burriana zurück. Bei ihrem Einmarsch fanden die nationalen Truppen die Stadt völlig leer vor, da sich die Bevölkerung in die Hafengegend geflüchtet hatte, um dem Räumungsbefehl zu entgehen. Von den Bolschewisten wurden vor ihrem Abzug sämtliche Privathäuser ausgeplündert und die meisten öffentlichen Gebäude unterminiert, um die Stadt vor der Uebergabe dem Erdboden gleichzumachen Dieser teuflische Plan scheiterte aber infolge des schnellen Vorrückens der nationalspanischen Truppen. Furchtbar sind die Greuel, die die Bolschewisten in der Stadt verübt haben. Durch ihr Terrorregiment sind über 300 Einwohner der Stadt auf grauenhafte Weise ermordet worden. So wurde ein Priester hinter einem Wagen durch die Stadt geschleift, ihm danach die Augen ausgestochen und schließlich durch Messerstiche getötet. Der Bürgermeister von Burriana und ebenso elf Bürger wurden erschossen und— obwohl ein Teil von ihnen noch Lebenszeichen gab— mit Benzin über gossen und verbrannt. Selbst Frauen wurden nicht verschont, sondern ebenso wie die Männer abgeschlachtet. hingerichtet- und doch am Leben Sensationelle Erklärung eines französischen Professors Die Wettkämpfe bei den Sportappellen der Betriebe Nürnberg, den 7. Juli. In der Stadt der Reichsparteitage fand am Dienstag unter Leitung des stellvertretenden Leiters des Sportamtes der DAF, Lorch(Berlin), eine Tagung statt, an der sämtliche Gausportwarte aus dem Reich und erstmalig auch die der Östmark teilnahmen. Der Zweck dieser Tagung war, die von Reichsorganisationsleiter Dr. Ley auf der Reichstagung in Hamburg getroffene AnDie Feststellung des weltberühmten französischen Wissenschaftlers Professor d'Arsonval hat hier wie eine Bombe eingeschlagen und dürfte vielleicht die Lösung eines Rätsels bedenten, an dem die berühmtesten Kriminalisten der USA. seit Wochen vergeblich arbeiten: Der elektrische Stuhl tötet nicht! Als Jack Stadtler in das Polizeigefängnis von St. Louis wegen eines beachtlichen Einbruchs eingeliefert wurde, war man sich bald darüber klar, daß der gute Jack einen falschen Namen besitzen mußte. Er hatte nicht nur Uebung im Umgang mit der Polizei und beim Kreuzverhör, er hatte auch seinen Einbruch so geschickt begonnen, wie das eben nur auf Grund langer Erfahrungen möglich war. Ein aus Philadelphia hierher versetzter Polizeibeamter entsann sich bald— war das nicht der Mörder Mortensen, einer der gefürchtetsten Banditen vor zwei oder drei Jahren? Er stritt es ab. Tatsächlich fehlten einige Erkennungsmerkmale, aber die Aehnlichkeit war frappant. Da kam die Nachricht: Mortensen war unter Aufsicht zuverlässiger Zeugen vor gut einem Jahr auf dem elektrischen Stuhl hingerichtet worden! Na also! Indessen kam vom Erkennungsdienst die Mitteilung, daß die Fingerabdrücke dieses Jack Stadtler genau mit denen des hingerichteten Mörders übereinstimmten. Das war toll! Versagten die Jopon protestiert in Paris Gegen die Besetzung der Paracelsus-Inseln Tokio, 7. Juli. Die japanische Regierung überreichte am Donnerstag eine Note, in der Japan gegen die Besetzung der Paracelsus=Inseln durch Frankreich protestiert. Wie man aus politischen Kreisen dazu erfahren kann, ist das Vorgehen Frankreichs im japanischen Volk schon deshalb als unverständlich empfunden worden, weil Japan bei Ausbruch des Konfliktes mit China eine Uebereinkunft mit Frankreich einging, daß beiderseits keinerlei Aktionen gegen die Paracelsus=Inseln unternommen werden sollten, deren Zugehörigkeit schon früher Gegenstand heftiger Auseinandersetzungen zwischen beiden Ländern war. Mithin bedeutet Frankreichs Vorgehen eine Verletzung dieses Abkommens. Außerdem aber wisse Frankreich, daß Japan die chinesische Küstenschiffahrt durch seine Flottenkräfte lahmgelegt habe, da auch die von Frankreich besetzte Insel zur Küstensperrzone gehörte, könne man japanischerseits die Maßnahmen Franrreichs weder verstehen noch für berechtigt erklären. Syrien verweigert die Unterschrift unter dem Sandschak=Vertrag Jerusalem, den 7. Juli. Nach einer amtlichen Mitteilung des syrischen Außenministeriums hatte der türkische Außenminister den Vertreter Syriens in Ankara, Emir Adel Arslan, zu sich gebeten. In Gegenwart des französischen Botschafters wurde Emir Adel Arslan von dem türkischen Außenminster aufgefordert, den Vertrag Frankreichs mit der Türkei über den Sandschak Alexandrette mitzuunterzeichnen. Der Vertreter Syriens leistete weder der Aufforderung, Platz zu nehmen, Folge, noch gab er die gewünschte Unterschrift. Er behielt sich vielmehr die Wahrung aller Rechte vor, die Syrien im Sandschak habe. Es erscheint somit ausgeschlossen, daß Syrien, jedenfalls soweit die gegenwärtige Regierung in Frage kommt, dem französisch=türkischen Sandschak=Abkommen beikritt. Der Hungaristenführer Szalasi zu Zuchthaus verurteilt Budapest, den 7. Juli. Major Szalasi, ein Führer der sogenannten hungaristischen Bewegung, wurde am Mittwoch vom Berufungsgericht der zweiten Instanz zu drei Jahren Zuchthaus wegen Verbrechens des Um sturjes verurteilt. Die Strafe ist sofort anzutreten und Szalasi wurde nach Verkündung des Urteils in Strafhaft genommen. Die Verteidigung hat gegen dieses Urteil Revision angemeldet. Der Staatsanwalt führte in seiner Anklagerede u. a. aus, Szalasi habe zwar aus idealen Motiven gehandelt, trotzdem müßten seine Handlungen als Verbrechen des versuchten gewaltsamen Umstur zes der staatlichen Ordnung bezeichnet werden. Fingerabdrücke, hatte man zum ersten Male einen absoluten Doppelgänger vor sich? Richtig, Mortensen war in den Tod gegangen mit dem Schwur, daß er unschuldig sei. Alle Indizien bewiesen das Gegenteil, insbesondere die Fingerabdrücke! Wenn nun dieser Jack Stadtler— der wirkliche Mörder war? Nicht auszudenken! Dieser Jack hielt selbst einem Kreuzverhör dritten Grades stand. Und damit wurde dieser Fall bald zu dem kompliziertesten Kriminalrätsel der USA Tote, die zum Leben erwachen Theorien der verschiedensten Art tauchten auf Hatte seinerzeit ein— Vertreter statt Mortensen auf dem elektrischen Stuhl geendet? Zu kühn, zu unwahrscheinlich schien diese Vermutung. Waren die Zeugen bestochen, hatte die Hinrichtung über haupt nicht stattgefunden? Wurde der Strom nicht angestellt und simulierte der Verbrecher nur? Dann mußte der Arzt im Bunde gewesen sein, der anschließend den Tod des Delinquenten zu be scheinigen hatte. Und nun wird das Ergebnis der Untersuchun gen Professor d'Arsonvals bekannt. Er teilt mit, daß die Delinquenten tatsächlich nur in einen tod ähnlichen Schlaf verfallen, bei dem die gewöhn lichen Mittel fehlschlagen, mit denen der Arzt un tersucht, ob der Tod nun wirklich eingetreten ist. Mit größter Wahrscheinlichkeit— so sagt der fran zösische Wissenschaftler— können Wiederbele bungsversuche noch immer Erfolg haben, ferner sind notfalls kleine Eingriffe vorzunehmen. Der Professor berichtet aus seiner Praxis von einem Arbeiter, der infolge eines Unglücksfalles einen Strom von 4500 Volt durch seinen Körper geschickt erhielt. Er war daraufhin 40 Minuten lang gleichsam tot, selbst die Aerzte hatten keinen Grund, auch nur im geringsten daran zu zweifeln. Professor d'Arsonval ließ trotzdem nach sei ner Methode Wiederbelebungsversuche machen und— es glückte. Der Arbeiter ist heute fast völ lig gesund. In Wirklichkeit dürfte der Tod der Delinquen ten erst durch und bei der Obduktion eintreten, die meist nur kurze Zeit nach der Hinrichtung stattfindet. Tatsächlich ist ja die zur Hinrichtung benutzte Stromstärke 1500 Volt, also nur ein Drittel des oben geschilderten Falles. Die gefähr lichste Stromstärke aber sollen, nach Meinung des Professors, die üblichen 220 Volt sein. Noch immer Unklarheiten Diese Feststellungen, die in den USA. mit gro ßer Ueberraschung aufgenommen wurden, haben wieder zu heftigen Angriffen auf das System der Hinrichtungen mit dem elektrischen Stuhl geführt. Die zuständigen Stellen versuchen ja auch schon seit längerer Zeit, an dessen Stelle nunmehr grundsätzlich eine Hinrichtung mit Gift gas zu setzen. Die erste Giftgas=Zelle ist ja be reits im Betrieb. Der rätselhafte Fall Jack Stadtler ist damit in ein neues Stadium getreten, und die Polizei ist eifrig an der Arbeit, diese Möglichkeit zu unter suchen. Auf jeden Fall steht fest, daß die Finger abdrücke sich nicht geirrt haben, vielmehr, daß auch in diesem Falle kein Doppelgänger existiert. Das rätselvolle Leben eines Hingerichteten(!) wirft jedenfalls ein überraschendes Licht auf die Mög lichkeiten, die der amerikanische Strafvollzug ge legentlich offen läßt. Die deutschen Frontkämpfer am Sarge Warschau, den 7. Juli. Die deutsche Frontkämpferabordnung, die Dienstag abend nach ihrem zweitägigen Aufenthalt in Warschau in Krakau eintraf, legte am Mittwoch an der Grabstätte Marschall Pilsudskis in der„Gruft der silbernen Glocken" auf dem Wawel einen Kranz nieder, der die Inschrift trägt:„Dem Marschall Josef Pisuldski— Die deutschen Frontkämpfer.“ Der Ehrung Pilsudskis wohnte außer Vertretern polnischer Frontkämpferorganisationen und staatlicher sowie kommunaler Behörden auch eine militärische Abordnung bei. Nach einer Besichtigung der Kathedrale und des in den letzten Jahren restaurierten historichen Königsschlosses auf dem Wawel begab sich Reichskriegsopferführer Oberlindober an der Spitze der deutschen Frontkämpfer nach Sowiniec, wo auf dem dort zur Erinnerung an den großen Führer der polnischen Nation errichteten Hügel ebenfalls ein Kranz niedergelegt wurde. Am Nachmittag besichtigte die deutsche Frontkämpferabordnung das Salzbergwerk in Wieliczka, wo polnische Schulkinder polnische Volkstänze vorführten. Abends gab die Verwaltung der Stadt Krakau für die deutschen Gäste ein Essen. Ein Omnibus mit 60 Schulkindern vom Zuge erfaßt Stettin, den 7. Juli Wie die Reichsbahndirektion Stettin mitteilt, erfaßte am Mittwoch gegen 16 Uhr die Lokomotive des Personenzuges 276 an einem beschrankten Straßenübergang der Strecke Stralsund—Rostock bei Cassebohm in der Nähe von Rostock einen Kraftomnibus, der mit etwa 60 Kindern auf einer Schulfahrt von Parchim nach Rügen unterwegs war. Bei dem Unfall wurden drei Kinder schwer und zehn leicht verletzt. Aerztliche Hilfe war alsbald zur Stelle. Zur Klärung des Sachverhalts hat sich der zuständige Betriebsdezernent der Reichsbahndirektion Stettin sofort an die Unfallstelle begeben. Ein jüdischer Schieber betrog den österreichischen Staat um Millionen Wien, den 7. Juli. Die Deutsche Reichspost als Rechtsnachfolgerin der österreichischen Postsparkasse hat eine Klage auf Ungültigkeitserklärung des Schiedsgerichtsspruches eingebracht, der in der Systemzeit die vermögensrechtlichen Auseinandersetzungen zwischen dem jüdischen Kriegsgewinnler und Schieber Sigi Bosel und der Postsparkasse entschied. Auf Grund dieses Schiedsspruches hatte Bosel der Postsparkasse, die er in der Nachkriegszeit um 3,6 Millionen Dollar betrogen hatte, zur Wiedergutmachung Werte in der Höhe von höchstens zwei Millionen Schilling übergeben. Die Vereinbarungen waren so günstig für Bosel ausgefallen, weil der jüdische Schieber zu verschiedenen offiziellen Stellen der Systemzeit enge Beziehungen unterhielt, und weil man Enthüllungen über seine Verbindungen mit der Christlich=Sozialen Partei befürchtete. Bosel, der seinerzeit wegen seiner Betrügereien zu 18 Monaten Kerker verurteilt worden war,/ jedoch seine Strafe nicht angetreten hatte, befindet sich seit dem Umbruch in der Strafanstalt Stein in Haft. Schwere Explosion beim Brunnenbau Gifhorn, den 7. Juli. In dem Dorfe Croya im Kreise Gifhorn hat sich ein schweres Explosionsunglück zugetragen. Beim Brunnenbau stießen Arbeiter in 45 Meter Tiefe auf einen großen Stein, der durch Sprengung beseitigt werden sollte. Die Sprengladung kam aber vorzeitig zur Explosion. Der Bohrmeister erlitt schwere Bein= und Armverletzungen, denen er alsbald erlag. Vier weitere Brunnenbauarbeiten wurden schwer verletzt und mußten in Braunschweiger Krankenhäuser übergeführt werden. Knut Hamsun bei der Nordischen Gesellschaft Berlin, den 7. Juli. Der auf der Durchreise in seine norwegische Heimat zu kurzem Aufenthalt in Berlin weilende große norwegische Dichter Knut Hamsun stattete am Mittwoch mit seiner Frau der Nordischen Gesellschaft in Berlin einen Besuch ab, wo er von dem komm. Reichsgeschäftsführer der Nordischen Gesellschaft, Hans Jürgen Krüger, und dem Leiter des Reichskontors Berlin, Alexander Funkenberg, empfangen wurde. Britisches Schiff von chinesischen Piraten überfallen London, den 7. Juli. Nach einem Bericht aus Schanghai haben chinesische Piraten ein britisches Schiff mit Namen „Tseangtah“ überfallen. Mehrere Personen seien durch Maschinengewehrfeuer verletzt worden. Den Angreifern sei Bargeld in Höhe von 400 Pfund in die Hände gefallen. Das Wetter Wärmer. Die bereits gestern erwähnte Störung vor der Westküste Irlands hat sich verstärkt und wird der kräftigen Südströmung an ihrer Vorderseite folgen, bis sie sich nach Nordost verlagert. Westdeutschland wird auch unter ihren Einfluß gelangen, wenn auch die Wetterwirksamkeit bereits stark abgeschwächt ist. Vorhersage für Freitag: Lebhafte böige süd=südwestliche Winde, bei wechselnder Bewölkung strichweise gewittrige Schauer, Temperaturen wie am Vortage. Vorhersage füir Samstag: Winde aus Nordwest, wechselnd wolkig, vorwiegend trocken, mäßig warm. Wahrscheinliche Weiterentwicklung: Im ganzen freundlicher. Der Schatz in der alten Eiche Erpresserin vor Gericht. Bielefeld. Vor der Bielefelder Strafkammer hatte sich die 50 Jahre alte Ehefrau Elise Diekmann aus Oesterweg(Kreis Halle i. W.) wegen Erpressung zu verantworten. Bei der Tochter der Angeklagten waren in den vergangenen Jahren mehrere verbotene Eingriffe vorgenommen worden, wovon die Mutter wußte. In der Folgezeit schrieb die Diekmann an die an den Abtreibungen beteiligt gewesenen Personen anonyme Briefe, in denen die Briefempfänger unter Hinweis auf die Verbrechen gegen§ 218 aufgefordert wurden, größere Geldbeträge in einer alten, vom Blitz gespaltenen Eiche zu hinterlegen. Die Angeklagte ergaunerte auf diese Weise in einem Falle 750 RM, in einem anderen 200 RM. Als im Januar d. J. die Eiche gefällt wurde, fanden die Arbeiter zu ihrer Ueberraschung eine Blechdose mit 130 RM Inhalt und einen Brief, der für die anonyme Erpresserin bestimmt war. Die Ermittlungen der Polizei führten zur Festnahme der Frau Diekmann, die in der Voruntersuchung auch alles gestand. Bei dieser Gelegenheit wurden auch die zahlreichen Verbrechen gegen das keimende Leben aufgedeckt, die vor dem Bielefelder Schwurgericht verhandelt wurden. In der Hauptverhandlung vor der Strafkammer widerrief Frau Diekmann ihre früheren Geständnisse. Das Gericht hielt sie aber im Sinne der Anklage für überführt und verurteilte sie wegen vollendeter Erpressung in zwei Fällen und wegen versuchter Erpressung in einem Falle zu einem Jahr und sechs Monaten Gefängnis. Der hackenbroich-Prozeß Leichtsinnige Darlehnsgeber Duisburg. Im Hackenbroich=Prozeß behandelte das Gericht am vierten Verhandlungstag nicht weniger als 36 Fälle von Darlehnsschwindeleien, die Hackenbroich zum größten Teil indirekt in zahlreichen Orten des Münsterlandes, wie Münster, Borken, Oeding ufw. durchgeführk hatte. Bei den Geldgebern handelte es sich zumeist um Landwirte, Viehhändler, Handwerker und Kleinrentner, die durch Verwandte vom Niederrhein davon gehört hatten, daß bei Heereslieferungen viel Geld zu verdienen sei und die manchmal sogar ohne jede Sicherheit ihre Ersparnisse in Höhe von 3000 bis 12 000 RM. hergaben. Viele Darlehnsgeber bekamen Hackenbroich überhaupt nicht zu sehen, sondern nur seine Mittelspersonen, die in gutem Glauben für ihn arbeiteten und hohe Vermittlergebühren verdienten. Die meisten Fälle endeten mit dem Verlust des Geldes, da die Aufnahme der Darlehen durchweg im Jahre 1937 erfolgte, in dem im Oktober Hackenbroich verhaftet wurde. Das Gericht vertagte sich hierauf auf Donnerstag. An diesem Tage werden 16 Fälle verhandelt, in denen Hackenbroich durch eigene Anzeigen Darlehen erschwindelte. Die„ahnungslosen" Juden Trier. In Schweich bei Trier trafen sich vier Juden aus dem Hunsrück und ein Jude aus einem Ort an dem Grenzfluß Sauer. Sie benahmen sich derart auffällig, daß Beamte der Zollfahndungsstelle Trier sich die Juden näher ansahen. Sämtliche Juden wußten keinen vernünftigen Grund für ihre Zusammenkunft anzugeben, so daß die Beamten schließlich zu einer Leibesvisitation schritten. Dabei fand man bei ihnen versteckt 8000 RM. vor, die offenbar ins Ausland verschoben werden sollten. Unter dem dringenden Verdacht der Devisenschiebung wurden die Juden festgenommen und dem Amtsgericht in Trier vorgeführt. hat sich gelohnt Solingen. Großes Glück hatte ein Solinger Geschäftsmann, der eine Wirtschaft zum Frühschoppen aufsuchte. Als hier der braune Glücksmann erschien und seine Lose anbot, zog der Geschäftsmann gleich beim ersten Zug den Haupttreffer von 1000 RM. Ein sellsamer Einbaum in der Weser. Holzminden. Einen seltsamen und unter Umständen recht wertvollen Fund machte in diesen Tagen ein Heisener Fischer. Beim Fischen geriet er am Grund der Weser gegen einen harten schweren Gegenstand, der erst nach vieler Mühe an das Tageslicht gebracht werden konnte. Um so größer war die Ueberraschung, als man den Fund als einen noch gut erhaltenen Einbaum ausmachen konnte, den die konservierenden Eigenschaften des Schlammes vor Fäulnis geschützt hatten. Das Fahrzeug ist aus einem Baumstamm hergestellt und etwa vier Meter lang. Der Fund wurde vorerst sichergestellt und wird in den nächsten Tagen von Sachverständigen untersucht und begutachtet werden. Kind gerettet, selbst zu Tode gekommen Menne(Kr. Warburg). Zu einem tragischen Verkehrsunfall kam es in der Nähe des Bahnhofs Menne. Das Kind des Eisenbahnarbeiters Klauke spielte auf der Straße, als ein Lastkraftwagen mit Anhänger die Stelle passierte. Der Vater, der die Gefahr, in der das Kind schwebte, bemerkte, sprang hinzu und zog es aus der Fahrbahn. Das Kind wurde gerettet, der Vater aber geriet unter den Lastwagen und wurde tödlich verletzt. Kirdorf-Pokal-Wettbewerb 14 Freiballone am Start. Mit einem Ballonaufgebot von bisher nicht gekannten Ausmaßen wird in diesem Jahre zum sechsten Male der Wettbewerb der Freiballone um den Ewil=Kirdorf=Pokal ausgetragen, und zwar— wie bekannt— am kommenden Sonntag, vormittags 9.30 Uhr, vom Ruhrland Füllplatz in Gelsenkirchen=Schalke aus. Insgesamt vierzehn Freiballone haben zu diesem Wettbewerb gemeldet. Neben einer Reihe alter, im deutschen und internationalen Freiballonsport bekannter Freiballonführer tritt bei diesem Wettbewerb vor allm auch der Nachwuchs in Erscheinung, dem damit die Chance gegeben ist, der alten Könnerschaft den Mut und das Draufgängertum der Jugend entgegenzusetzen. Folgende Ballone haben gemeldet(in Klammern die Namen der Freiballonführer):„Stadt Velbert(Kreisleiter Dr. Berns),„MülheimRuhr“(Heinz Müller),„Roland=Bremen“(Alfred Tiaden),„Abrador“=Wuppertal(Dr. Kaulen jun.), „BochumIII"(Dr. Scholl),„Nürnberg— Stadt der Parteitage"(NSFK=Sturmführer Liebermann),„Bielefeld“(Rechtsanwalt Klare),„Stadt Essen II“(Fritz Ebener),„Düsseldorf II“(Erwin Vfeffer),„Düsseldorf III“(Karl Götze),„Emil Kirdorf", Gelsenkirchen(Dr. Karl Buschmann),„Raven“=Gelsenkirchen(Kammer),„Reichshauptstadt Berlin“(NSFK=Scharführer von Spreckelsen), „Münsterland II“(Fritz Pratje). Großer Preis von Belgien Sieben Deutsche im 24=Stundenrennen von Spa In diesem Jahr führt Belgien seinen Großen Autopreis wieder als 24=Stunden=Rennen durch. Die berühmte Rundstrecke von Francorchamps bei Spa wird am kommenden Wochenende der Schauplatz sein. Die Besetzung ist weitaus besser als in den letzten Jahren. An ausländischen Nationen sind Deutschland, Holland, Frankreich, Italien und England vertreten. Deutschlands Aufgebot ist mit sieben Wagen, darunter einem Hanomag=Diesel, sehr stark. Insgesamt werden 28 Wagen am Start erwartet. Sämtliche Deutschen starten in der Klasse bis 2000 cem, in der der ausgezeichnete Holländer Hertzberger(Aston Martin) ihr gefährlichster Gegner ist. Die schon 1934 und 1936 im Wettbewerb um den Königspokal erfolgreiche AdlerMannschaft mit Löhr/ v. Guilleaume, SauerweinGraf Orssich und von Hanstein ist wieder mit dabei. Die im Preis von Antwerpen siegreiche neue SNKK=Mannschaft Prinz zu SchaumburgRöse, Briem/Scholtz und Heinemann fährt wieder den BMW=Sport. Häberle/ Scholle steuern den Hanomag=Sport mit Dieselmotor. Für die Beweise herzinniger Teilnahme beim Heimgange unseres lieben, unvergeßlichen Entschlafenen durch Wort, Schrift und Kranzspenden sagen wir hiermit aufrichtigen Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Witwe Gustav Knäpper Klara, geb. Vogelsang Oberholthausen, im Juli 1938 Danksagung Für die uns erwiesene herzliche Teilnahme beim Heimgange unseres lieben Entschlafenen sagen wir allen herzlichen Dank. Geschwister Zölzer und Anverwandte Bredenscheid im Juli 1938. In Steele=Horst befindet sich unsere Im Lebensmittelgeschäft Frau Elisabeth Schlanstein Dehlhauser Straße 144 Die Heimat am Mittag“ Zwangsversteigerung. Am Freitag, dem 8. ds. Mts., 10 Uhr. versteigere ich in Bredenscheid, Sammelpunkt der Käufer Wirtschaft Neuhaus 1 Küchenschrank, um 13 Uhr in Sprockhövel, Sammelpunkt der Käufer Wirtschaft Rose 1 am Samstag, dem 9. d. M. 15 Ubr. in Hattingen, Versteigerungslok. Reichenbach 1 Büfett. 1 Kredenz, 1 Ausziehtisch, 1 Kaminofen mit Marmor, 6 Lederstühle, 1 Gasofen, 1 elektrisch. Ständerlampe, 2 Küchenschränke, 1 öffentlich meistbietend gegen bar. Hattingen, 7. 7. 1938 Schnettler, Obergerichtsvollzieh. Gebrauchtes bis 200 ccm zu kaufen gesucht. Angabe des Baujahres und des Preises. Off. unt. Nr. 2066 an die Geschit. dsr. Ztg. in B.=Linden Stadttheater Bochum Donnerstag, 7. Juli: 20—22,15 Uhr, Vormiete B 32: Parkstraße 13 Freitag, 8. Juli: Geschlossen. Städt. Schlachthof Hattingen Freibank. Samstag vorm. 8 Uhr Verkauf von minderwertigem Rindfleisch. Die unwahren Gerüchte, die ich über Frau Jos. Käseborn und Herrn H. Siebert verbreitet habe, nehme ich als unwahr bedauernd zurück. Warne vor Weiterverbreitung. Frau Blinne. Zwangsversteigerung. Freitag, den 7. d. M., 15 Uhr, versteigere ich in B.=Linden, auf dem Pfandlager Franz Mersch, Hospitalweg. Pfandstücke öffentlich meistbietend gegen bar. Das Verzeichnis der Gegenstände hängt im gerungslokal aus. Bochum, 6. 7. 1938, Meyer zu Hücker OGV. Deimkestr. 5b Eine Bar=Aktie der Steeler Badeanstalt zu jedem annehmbaren Preis abzugeben. Essen=Steele, Humannstr. 22 II. Gebt den Blinden Arbeit! Zu verkaufen: 1 guterhaltener (Kohle= u. Gasheiz.) 1 guterhaltener Dauerbrenner (Zimmerofen) 1 Holzbett mit Matratze 1 ält. Ausziehtisch Händler verbeten. Unsöld, Steele, Westf. Str. 2691. Nur vorm. 9-12 Uhr. Wer scbreibt für ein Geschäft laufend Plakate? Offert. u. Nr. 4694 a. d. Geschäftsst.d.Z. in Hattingen. Erhöhter Warenab2schl. Bettst. mit od. ohne Matr. Kinderbett Kinderwagen u. Sportwag. billig abzugeben. Zu erfragen in der Geschäftsst. d. Zeitg. in Hattingen. 4701 Tiefgebauter billig zu vertaufen. Hattingen, Blankensteiner Straße 23, II r. Wwe. sucht sofort 2 kl. Zimmer in Welper, Hüttenau o. Blankenstein. Angeb. u. Nr. 4711 an die Geschst. d. Ztg. in Hattingen zusofort oderspäter 2—3=ZimmerWohnung in Hattingen oder Umgebung. Angeb. unt. Nr. 4662 an die Gesch. d. Zig. in Hattingen. Die neuen Geschäftsräume! Vom 7. Juli ab sind unsere Geschäftsräume am Theaterplatz im Hause Ecke Trentelgasse und II. Hagen nur wenige Schritte von unserer bisherigen Geschäftsstelle entfernt WAREN-KREDIT Gesellschaft m. b. H. des Essener Einzelhandels MATTINGEN/ HEGGERSTR. 34/ RUF 2000 4 Groß-Veranstaltungen Morgen, Freitag, 8. Juli bis einschl. Montag, 11. Juli Varieté und Film in einem Programm. 1. Auf der Bühne: Persönliches Gastspiel der vielseitigen, ganz ausgezeichn. Universal-Künstlerinn. Emmy und Sita mit ihrer großen Varieté-Schau. 2. Im Filmtell: Der spannende Kriminal-Film: Das Geheimnis um Betty Bonn Ein Großstadt-Programm mit einer Spieldauer von 3½ Stunden. Einfach möbliertes Zimmer an 2 Herren zu vermieten. Zu erfragen in der Geschäftsst. dsr. Ztg. in Hattingen. 4704 mit Bad gegen 2 räumige in Steele Nähe Hauptbahnhof zu tauschen ges. Auskunft: E.=Steele Neu=Holland 12 p. Junges Ehepaar sucht in Hattingen oder Umgebung 2-Limmerwohnung Mietpreis bis 25Mk. Angeb. u. Nr. 4693 an die Geschäftsst. d. Zig. in Hattingen. Ein altes Rentnerehepaar sucht zum 1. Okt. od. früherruhige, abgeschlossene 2-3=ZimmerWohnung 1. Etage, möglichst Stadtgrenze. Off. u. Nr. 4695 an die Geschst. d. Ztg. in Hattingen. Inhab.: W. Kirchmeier Hattingen, Straße der SA Achtung! Voranzeige! Samstag u. Sonntag wieder großer Tanz la Kapelle unter Mitwirkung des bunten Komikers Fred Jansen, das rheinische Unikum. ANZUGE Sport-Anzüge... von 19,75 an Für Schlanke und Korpulente. Konfektion nach Maßangabe. Trotz billigster Preise Zahlungserleichterung. Heinz Schulte, B.-Linden Dr. C.-Otto-Straße 39(Toreinfahrt) Kaule Motorrad! Angabe der Fabrikmarke, Stärke, Laufdauer und des Preises erbeten. Der Raum dieser Anzeige kostet bei einmaliger Aufnahme 1.20 RM. Selbstständiger Schlosser od. Schmied für sofort in Dauerstellung bei guter Bezahlung gesucht. Heinrich Brinkmann Fahrzeugreparatur Hattingen, Straße der SA 16 Lum Ansetzen von Beeren empfiehlt in guter Qualität klaren und gelben BranniWeI 32 VoL. o6... Ltr. 2.- RM. Dreischilder Branntweil 35 VoL. 90.. Ltr. 2.40 Photo-Drogerie W. STENS Linden-Dahlhausen Telefon 81639 Suche zum sofortigen Eintritt ein das die Handelsschule besucht hat. Offert. unt. Nr. 1430 an die Gesch d. Ztg. i. E.=Steele, Kaiser=Otto=Platz 6. Deutliche Schrift im Anzeigenmannskript(nur einseitig beschreiben) hilft Fehler und Verzögerungen vermeiden. Für Beachtung ist der Verlag dankbar Tüchtig gesucht. Dr. Horstmann, Hattingen. Augustastr. 28. Brautpaar sucht 2-2½ räum. Wohnung in Linden, Hattingen od. Umgeb. Miete kann für einige Monate im voraus gezahlt werden. Off. u. Nr. E. S. 2067 an die Gesch. dies. Ztg. in B.=Linden. Pllichtjahrmädcben sucht Stellung in gutem Haushalt zum 1. 8. 38. Angebote u. Nr. 4703 an die Geschäftsst. d. Z. in Hattingen. Jugendliche im Alter von 14—18 Jahren zum Anlernen gesucht. Meldungen sofort Vereinigte Flanschenfabriken und Stanzwerke Hattingen=Ruhr Geschäftseröffnung Welper-Hüttenau Bismarckstraße 64 Schuhwarenhaus Fachmännische Bedienung- Reparaturen preiswert Schöne Schuns— Modern in Farbe und Form Schuhmachermelster