Die Heimat an Mittaa Hallinger Zeitung Anzeigenpreis: Für 1 mm Höhe und 22 mm Breite 5 Pfg. Für Anzeigen im Textteil 1 mm Höhe und 75 mm Breite 20 Pfg. Ermäßigte Grundpreise und Nachlässe lt. Preisliste Nr. 4. Anzeigenaufträge werden nur zu den„Allgemeinen Geschäftsbedingungen“ angenommen und in„Die Heimat am Mittag“ Ausgabe A veröffentlicht. Schluß der Anzeigenannahme morgens 9 Uhr für die am aloichon TANA AINAURA MANARR a N M Na WaN Mmi lw wan. Für HattingenDortmund Bezugspreis: Durch Boten frei Haus halbmonatlich 1,08 RM., für Abholer halbmonatlich 0.95 RM. Verlagsleitung: Rudolf Hundt:Hauntschriffleiter: Dr. Rubolf Hundt: hessen Stellnertreter Ahalf Beineke: vorantmartlich für Malitif Ganbal MIIRa. Verlag: C. Hundt sel. Schriftleitung unverlang für Ausgaben Hattinger 3 aller der ittag" D.=A. über 11000 Ausgabe A 89. Jahrgang Kreisblatt für den Ennepe=Ruhrkreis Die große Heimatzeitung in Stadt und Kreis Nummer 32 Montag, 8. Februar 1937 Die Colschewistische Feont überrannt Stroßenkämpfe in Malaga Die nationalen Truppen in die Stadt eingedrungen. Auch die Flotte greift an dnb Salamanca, den 8. Februar. Der Heeresbericht des obersten Befehlshabers in Salamanca bestätigt den siegreichen Vormarsch der nationalen Truppen an der Malaga=Front. Die nationalen Truppen sind im Laufe des Sonntags weiter konzentrisch gegen Malaga vorgestoßen und haben, nachdem der Widerstand der Bolschewisten besonders an den Gebirgspässen im Norden gebrochen worden war, die Stadt völlig umzingelt. Die Stadtgrenze ist bereits erreicht worden. Heftige Straßenkämpfe zwischen den Nationalen und Bolschewisten sollen in den Außenbezirken der Stadt im Gange sein. In einer halbamtlichen Reutermeldung aus Gibraltar wird der Einmarsch der vordersten nationalen Kolonnen in Malaga bestätigt. Rund 25 000 bis 30 000 nationale Truppen sollen an der Schlacht um Malaga teilnehmen. Die bolschewistischen Streitkräfte werden als gleich stark bezeichnet. Der nationale Vorwarsch wurde aufs wirksamste durch die nationale Flotte unterstützt. Sie umfaßt drei Kreuzer, ein Kanonenboot und zwölf bewaffnete Fischdampfer. Ueber den Verlauf des naitonalen Angriffs auf Malaga meldet Havas, daß zwei nationale Krenzer die Küste um Malaga herum erfolgreich beschossen haben. Die Straßen an der Küste wurden schwer beschädigt und zum Teil unbenutzbar gemacht. Gleichzeitig wurden verschiedene Küstenorte beschossen. Die noch in den Händen der Bolschewisten befindlichen Sender teilen die Beschießung der Küste von Gijon, Cudillero und Villaviciosa durch nationale Kriegsschiffe mit. Sie geben ferner zu. daß das Bombardement nationaler Flieger auf den Hafen von Malaga großen Schaden angerichtet hat. Durch Meldungen verschiedener nationaler Sender wird bekannt, daß bereits am Freitagabend sämtliche bolschewistischen Parteihäuptlinge aus Malaga in Richtung Almeria„abgereist" und auch andere Bolschewistenorganisationen aus Veleg=Malaga und anderen Ortschaften des Kampfgebietes geflohen seien. Aus Fuengirola berichtet„Daily Mail“ über bolschewistische Greueltaten die in der jetzt von den nationalen Truppen von ihrem Vormarsch auf Malaga besetzten Gebieten verübt worden sind. In Fuengirola selbst wurde die Kirche zerstört und der Priester zusammen mit 11 nationalgesinnten Spanier grausam umgebracht. Ihre Körper wurden zusammengebunden und dann in Brand gesteckt. Im ganzen töteten die Subjekte Moskaus in Fuengirola über 100 Nationalgesinnte. Nach dem Gemetzel tanzten die Mörder auf den Leichen.! Wieder nationale Vorstöße an der Madrider Front dnb Madrid, den 8. Februar. Wie zu erwarten war, setzte General Varela die am Samstag begonnenen Operationen auf dem rechten Flügel von Madrid fort, nachdem die eroberten Stellungen in und um die Ortschaft Maranosa über Nacht behelfsmäßig befestigt und die Artillerie nach vorn geschafft worden war. Die Gefechte des Sonntags spielten sich in dem Raum zwischen den Ortschaften Maranosa und Valdemoro, sowie dem Fluß Jarama ab. General Valera gab dem Sonderberichterstatter des DNB die Möglichkeit, die Operationen vom Fernherrnhügel aus zu verfolgen. In dem welligen Gelände, das nach dem Jarama zu steil abfällt und das von durch die Wolkenbrüche reißend gewordenen Bächen durchquert wird, kämpften sich die nationalen Truppen, die sich hauptsächlich aus Legionären und Marokkanern zusammensetzten, bis zu der Ortschaft San Martin de la Vera vor. Sie trafen auf nur geringen Widerstand der Bolschewisten. Das Vordringen der Infanterie wird wesentlich durch Tanks unterstützt. Zur Vermeidung von Zeitverlusten wurde die Ortschaft San Martin de la Vera aber nicht erobert, sondern seitlich liegen gelassen. Einem weiteren Vormarsch setzten die reißenden Fluten des Jarama ein Ende, dessen Brücken von den Bolschewisten zerstört worden sind. Die neue Front verläuft nunmehr längs des Jarama, von wo aus die Straße nach Valencia leicht von der nationalen Artillerie beherrscht wird. Der Sonderberichterstatter des DNB konnte sich auf der Rückkehr davon überzeugen wie außerordentlich das Gelände aufgeweicht ist, in dem die Wagen teilweise bis zu den Achsen versinken. Trotzdem ist die Stimmung bei den nationalen Truppen außerordentlich gut. Im Gegensatz dazu schildern übergelaufene bolschewistische Söldner die Stimmung bei den Bolschewisten als außerordentlich gedrückt, was hauptsächlich auf die mangelhafte Verpflegung zurückzuführen sei. Blutige Zusammenstöße bei rekrutierungen für Sowjet-Spanien Die nationalen Sender melden, daß die bolschewistischen Häuptlinge der Provinz Almeria die sofortige Zwangsrekrutierung aller noch nicht erfaßten jungen Männer befohlen hätten. Da diese sich weigerten, den mit schwersten Drohungen verbrämten Gestellungsaufforderungen nachzukommen, sei es zu heftigen Zusammenstößen und schweren Schießereien zwischen den zum Frontdienst Gepreßten und den bolschewistischen Milizen gekommen. Dabei sei ein bolschewistischer Häuptling getötet worden. In Barcelona hat eine große Abordnung französischer„Freiwilliger“ bei der Bolschewistenleitung protestiert und die endliche Auszahlung der Löhnung für den Monat Januar gefordert. Da sie abgewiesen wurden, organisierten die französischen„Freiwilligen“ eine große Protestkunögebung, an der auch zahlreiche Mitglieder der ka talanischen Bolschewisten=Miliz teilnahmen. Stimmen der Vernunft Engländer zur Rückgabe der deutschen Kolonien London, 8. Februar. „Daily Telegraph“ veröffentlicht eine neue Zuschrift des englischen Wirtschaftlers und Publizisten Francis Hirst über die deutsche Kolonialforderung. Hirst stellt fest, daß viele Engländer sich der Notwendigkeit bewußt seien, die Wünsche einer großen und mächtigen Nation, der man ihre tropischen Besitzungen durch einen unklugen undunedlen Frieden geraubt habe, freundschaftlich zu erwägen. Der Schreiber erinnert in diesem Zusammenhang daran, daß England nach den napoleonischen Kriegen auf Grund der Verträge von Paris beinahe sämtliche französischen Kolonien, die während des Krieges von der britischen Flotte erobert worden waren, an Frankreich zurückgegeben hatte. Er wendet sich dann gegen die lügenhaften Behauptungen, daß sich die deutsche Kolonialverwaltung durch Verbrechen(!) und Fehler ausgezeichnet habe. Es wäre heuchlerisch, so schreibt Hirst, wenn man behaupten wolle, daß das bri tische Kolonialreich ein„reines Hemd" habe. Wahnsinn wäre es auch, wenn man vermuten sollte, daß England mächtig und reich genug sei, um als oberster Politiker und Polizist Afrikas zu wirken. Der Minister für Volkserziehung des Staates Neusüdwales, Drummond, erklärte am Sonntag in einer Versammlung in Sidney, nach seiner Ansicht sei jetzt die Zeit gekommen, da die Welt Deutschlands Anspruch auf Rohstoffe berücksichti gen sollte. Australien mit seiner großen Landfläche müßte seinen Teil der Verantwortung hierfür übernehmen und dieses ernste Problem in Erwägung ziehen. Minister Drummond sprach auch mit Anerkennung von Deutschland und hob ins besondere die Verdienste deutscher Siedler in Australien hervor. Verschwörung gegen Moses Rosenberg Sponische Anarchisten wollten ihn und Owsejenko ermorden dnb Paris, den 8. Februar. Der„Matin“ will über eine Verschwörung spanischer Anarchisten berichten können, die den Plan gefaßt hätten, den Moskaner Botschafter in Sowjet=Spanien, Moses Rosenberg und den sowjetrussischen Generalkonsul Antonow Owsejenko zu töten. Die Anarchisten schienen entschlossen zu sein, schreibt das Blatt, sich nicht länger mehr von Moskau gängeln zu lassen. Rosenberg und Owsejenko hätten anscheinend geglaubt, alle ihre anarchistischen Bundesgenossen beseitigen zu können, um dadurch die ausschließliche Diktatur Moskaus aufzurichten. Die in Barcelona seit längerer Zeit bestehende „Iberische Anarchistische Vereinigung" habe den Absichten der beiden Sowjetagenten nicht mehr Widerstand leisten können, sondern sei jetzt, da es sich nunmehr auch um die Wahrung ihres eigenen Bestehens handele, zu einer Gegenoffensive übergegangen. Der„Matin“ berichtet, daß bereits Mitte Januar Spuren dieser Verschwörung in Valencia entdeckt worden seien. Man habe kein Aufhebens davon machen wollen, sondern in geheimen Verhandlungen mit der„Iberischen Anarchistischen Vereinigung“ erreicht, daß die beiden Hauptverschwörer, die spanischen Anarchisten Pa blo Mecudas und José Licas, außer Landes gingen. Die Gegensätze und die Spaltung zwischen den Bolschewisten Spaniens und den sowjetrussischen Militärsachverständigen, ebenso auch die Wider stände eines Teiles der spanischen bolschewistischen Häuptlinge selbst gegen die offenen Moskauer Diktaturansprüche, wachsen täglich mehr. Wieder ein Opfer der spanischen Bolschewisten an Land gespült dnb Paris, 8. Februar An der französischen Atlantik=Küste bei dem Badeort Tranche=sur=Mer ist ein weiterer Leich nam angeschwemmt worden. Er war, ebenso wie die sechs anderen in den letzten Tagen angespül ten Leichen, an Händen und Füßen mit Stricken gefesselt. In den Kleidern war der Name La Rigane=Cadiz eingenäht. In dem einen Man schettenumschlag des Hemdes befanden sich ein 500=Pesetenschein und drei Scheine von je 100 Peseten. Die Behörden haben den Leichnam beschlagnahmt und werden ihn durch einen Gerichtsarzt darauf untersuchen lassen, ob der Körper lebend oder tot ins Wasser geworfen worden ist. Auto in den Rhein gefahren Tragischer Abschluß einer Karnevalsfahrt— Vier Insassen ertrunken Köln. 8. Februar. Ein schweres Verkehrsunglück ereignete sich am Montag gegen 3,40 Uhr beim Ley=Stapel am Rhein. Eine aus acht Personen bestehende Gesellchaft aus dem Westerwald kehrte von einem Karnevalsausflug in einem Kraftwagen heim. Als ie in hoher Geschwindigkeit den auf dem Leytapel endenden Felzen=Graben herunterfuhren, konnte der Fahrer anscheinend beim Einbiegen die Kurve nicht nehmen. Der Wagen durchbrach das Geländer am Rheinufer und stürzte in den Fluß. Von den Insassen konnten sich vier Männer, nachdem sie die Scheiben eingeschlagen hatten, aus dem Wagen zwängen und sich solange über Wasser halten, bis Hilfe kam. Die anderen vier Mitfahrer, drei Mädchen und ein Mann, sind ertrunken. Es war bisher noch nicht möglich, den Wagen aus den Fluten zu bergen. Italien lehnt auch weiterhin Mitarbeit im Völkerbund ab dnb Rom, den 8. Februar. In italienischen politischen Kreisen wird erneut darauf hingewiesen, daß die im Zusammenhang mit der Mailänder Begegnung von Graf Ciano mit dem türkischen Außenminister Rüschtü Aras aufgetauchten Mutmaßungen über eine Mitarbeit Italiens im Völkerbund jeglicher Grundlage entbehren. An der Einstellung Italiens zum Genfer Institut habe sich nichts geändert. 330000 besuchten die„Grüne Woche“ dnb Berlin, den 8. Februar. Der letzte Ausstellungstag brachte der„Grünen Woche" mit 70000 Besuchern nochmals einen Massenzustrom von nah und fern. Damit hat diese erste diesjährige große Schau eine Gesamtbesucherzahl. von rund 380000 zu verzeichnen und das Ergebnis des Vorjahres noch um etwa 80000 übertroffen, ein bemerkenswerter Auftakt zum Ausstellungsjahr 1937, wie er erfolgreicher und verheißungsvoller nicht gedacht werden kann. Nach sorgfältig durchgeführten Untersuchungen sind etwa zwei Drittel aller Besucher Volksgenossen vom Lande, Kleingärtner und Kleinsiedler; aber auch namhafte ausländische Interessenten waren zahlreich vertreten, wie überhaupt der Ausstellungsbesuch über Erwarten stark war. Ebenso sind die Aussteller selbst mit dem wirtschaftlichen Ergebnis außerordentlich zufrieden; gute Umsätze wurden besonders in Landmaschinen und landwirtschaftlichen und hauswirtschaftlichen Geräten aller Art erzielt. Dr. Ley und Baldur von Schirach eröffnen den 4. Reichsberufswettkampf dnb Berlin, den 8. Februar. Am Mittwoch, dem 10. Februar, 20.30 Uhr, erfolgt in dem für diesen Akt schon traditionellen Berliner Sportpalast die feierliche Eröffnung des 4. Reichsberufswettkampfes. Bei der Kundgebung sprechen der Leiter der Deutschen Arbeitsfront, Reichsorganisationsleiter Dr. Robert Ley, und der Jugendführer des Deutschen Reiches, Reichsleiter Baldur von Schirach. Aufnahme des Jahrganges 1927 in das Deutsche Jungvolk dnb Berlin, den 8. Februar. Am Vorabend des Geburtstages des Führers, am Montag, dem 19. April, wird der Reichsjugendführer in einer Kundgebung in der Marienburg für das ganze Deutsche Reich den Jahrgang 1927 der deutschen Jugend in das Deutsche Jungvolk aufnehmen. Die Rede des Reichsjugendführers und die Feierstunde werden über den Rundfunk übertragen. Die feierliche Aufnahme der Zehnjährigen in das Deutsche Jungvolk soll auch in Zukunft am Vorabend des Geburtstages des Führers von der Marienburg aus erfolgen. Die Marienburg erhält durch diese Entscheidung des Reichsjugendführers für das gesamte deutsche Reichsgebiet die Bedeutung einer„Burg des Deutschen Jungvolks." Flugzeugunglück in USA dnb Neuyork, den 8. Februar. Bei Louisburg in Nord=Karolina ist ein Verkehrsflugzeug, das sich auf dem Wege von Miami (Florida) nach Akron(Ohio) befand, abgestürzt. Der Pilot und die drei Insassen wurden getötet, Kreuzer„Admiral hipper“ lief vom Stapel Der erste deutsche Kreuzer der Nachkriegszeit— Das zukünstige Führerschiff der Kreuzerflotte dnb Hamburg, 8. Februar. Schon lange vor Beginn der Stapellauf=Feier bewegte sich ein ununterbrochener Zug von Hafendampfern und Barkassen über den Elbstrom, um viele Tausende von Zuschauern zu dem festlich geschmückten Gelände der Bauwerft zu bringen. Mit klingendem Spiel zog kurz vor Mittag eine Ehrenkompagnie der Kriegsmarine, gestellt von der 4. Marineartillerieabteilung, vor der Taufkanzel auf. Vom Bug des mächtigen stahlgrauen Schiffsrumpfes leuchtet die Flagge des neuen Reiches Abteilungen sämtlicher Gliederungen der Bewegung, vor allem auch der Marine=SA. und der Marine=HJ. sowie des NS. Deutschen Marinebundes, unter denen man besonders zahlreich die Angehörigen der Marinekameradschaften der ehemaligen Schlachtkreuzer„Seydlitz",„Moltke“ „Derfflinger" und„von der Tann" bemerkt, haben zu beiden Seiten des neuen deutschen Kriegsschiffes Aufstellung genommen. Auch die Werkschar und die Arbeiterschaft der Bauwerft ist zahlreich vertreten. Bis zum Eintreffen des Oberbefehlshabers der Kriegsmarine hört man das Sausen und Zischen der Niethämmer von vielen Helgen der Werft. Die Arbeit ruht, als Generaladmiral Raeder mit seiner Begleitung auf dem Werftgelände eintrifft Unter den Klängen des Marine=Präsentiermarsches schreitet der Oberbefehlshaber der Kriegsmarine die Front der Ehrenkompagnie ab und begibt sich sodann auf die Taufkanzel, um das Wort zu seiner Taufrede zu nehmen. „Wiederum", führte Generaladmiral Raeder aus,„stehen wir heute vor dem ablaufbereiten Eisenrumpf eines neuen Schiffes der Kriegsmarine, eines Kreuzers, wie ihn bis vor nicht langer Zeit das Diktat von Versailles uns zu bauen verwehrte, wie er uns heute aber dank der großen Befreiungstat unseres Führers neben allen anderen notwendigen Schiffstypen in schneller Folge auf deutschen Hellingen ersteht. Dem tiefen Dank an den Führer und Obersten Befehlshaber, der uns auch dieses Schiff schenkte, gesellt sich heute der Dank an alle Arbeiter des Kopfes und der Hand, die das vor uns liegende Werk. den schweren Kreuzer, ersannen, berechneten und erbauten. Kreuzer waren es, schwere und leichte, die auf den Seekriegsschauplätzen des Weltkrieges oft die Hanptlast des Kampfes der Ueberwasserseestreitkräfte zu tragen hatten. War doch ihr Leitspruch das Wort„Allen voran!“. im Krenzerkrieg auf einsamem Posten im Ozean;„allen voran“ in der Aufklärung und Marschsicherung vor dem Gros der Linienschiffe;„allen voran" schließlich in der Schlacht an der Spitze der eigenen Linie und beim Einsatz der Torpedobootsstreitkräfte. Dieser Leitspruch wurde im Weltkrieg bei der heimischen Flotte in hervorragendem Maße verkörpert durch die ritterliche, aufrechte, schneidige Persönlichkeit des Admirals Hivver, des Befehlshabers der gesamten deutschen Aufklärungsstreitkräfte, des Führers, insbesondere der Schlachtkreuzer— bei Yarmouth und Hartlepool auf der Doagerbank und vor dem Skaaerrak. Ist die Skagerrak=Schlacht in ihrer Gesamtheit, in Anlage und Durchführung allein bestimmt durch die Persönlichkeit des Admirals Scheer, so war es sein Kreuzerführer Admiral Hipper, der die Schlacht im entschlossenen Angriff auf die feindlichen Kreuzer im Sinne seines Flottenchefs einleitete und ihre erste Phase, die siegreiche Kreuzerschlacht, schließt. In ihr kamen seine hervorragenden Führereigenschaften, schnelles Auffassungsvermögen, große Wendigkeit des Geistes, frische Entschlossenheit und hohe Verantwortungsfreudigkeit voll zur Geltung und sicherten den Erfola. Im Höhepunkt der Geschichte der kaiserlichen Marine sehen wir Admiral Hipper an der Spitze seiner Schlachtkrenzer in schwerstem feindlichen Feuer mit sicherem Blick, mit kühler Ueberlegung, mit schnellem Entschluß und froher Zuversicht seine Krenzer und Torpedoboote zum Siege führen dnb Schanghai, den 8. Februar. Am Sonntagmorgen fand auf dem Schulhof der Kaiser=Wilhelm=Schule in Schanghai ein Feldgottesdienst für die Besatzung der„Emden" statt, an dem u. a. Generalkonsul Kriebel, der Landesgruppenleiter Lahrmann, Schanghaier HJ und BDM sowie viele Angehörige der deutschen Kolonie teilnahmen. Der Kommandant der„Emden", Kapitän Lohmann, legte an der Gedenktafel in der deutschen Kirche und am Denkmal der„Iltis“ Kränze zur Ehrung der für ihr Vaterland Gefallenen nieder. Ein Holländer van Herwifnen gab mit einer Ansprache, in der er der Taten der ruhmreichen„Emden" gedachte, eine alte Kriegsflagge der„Emden" zurück und wünschte der Besatzung der neuen„Emden" immer gute Fahrt. Die chinesische Presse nimmt an dem Aufenthalt der„Emden" regen Anteil. Täglich erscheinen Bilder vom Schiff und seiner Besatzung, aufmerksam werden alle Empfänge und Besuche vermerkt. Anerkennung für eine mutige Rettungstat dnb Berlin, den 8. Februar. In der Sturmnacht vom 18. zum 19. Januar gelang es dem Minensuchboot„M. 126“ unter Kapitänleutnant Musenberg, dem in Seenot befindlichen Schlepper„Fairplay 10“ wirkungsvolle Hilse zu leisten und die Besatzung zu retten. Der Oberbefehlshaber der Kriegsmarine Generaladmiral Dr. h. c. Raeder hat nunmehr dem Kommandanten und der Besatzung des„M. 126“ für die ausgezeichnete seemännische Leistung bei dem Rettungswerk seine Anerkennung ausgesprochen. Eine besondere Anerkennung brachte der Generaladmiüber die weitüberlegenen Streitkräfte des Admirals Beatty. Zum Siege, den auch der Gegner anerkennen mußte, und durch den, wie es eine englische Zeitung so treffend ausdrückte.„Hipper, der große Gegner Englands, den Beifall seiner Landsleute und die schmerzliche Bewunderung seiner Feinde errang“. Wenn Admiral Hipper mit diesem Urteil seiner Gegner bereits in die Geschichte eingegangen ist, so soll auf Befehl des Führers und Ohersten Befehlshabers der Wehrmacht dieses stolze Schiff, dazu bestimmt, einmal ein Führerschiff der Krenzer zu sein, den Namen des Kreuzer=Admirals der Skagerrak=Schlacht tragen. Möge es alle Zeit als Träger dieses verpflichtenden Namens in Treue das Vermächtnis wahren, das dieser Name für die Kriegsmarine in sich birgt! Möge seine Besatzung. stets eingedenk der Ehre seiner Flagge, alle ihre Kraft, all ihr dnb Berlin, den 8. Februar. Das dritte Betriebsjahr der Deutschen Zeppelin=Reederei wird für die Entwicklung und den Ausbau der Verkehrsluftfahrt nach Uebersee einen gewaltigen Fortschritt bringen. Die erste Ausreise nach den USA. ist am 3. Mai, weitere Fahrten finden am 11., 22. Mai, 2., 12., 22. Juni usw. statt. Insgesamt werden im Sommer 1937 zwischen Europa und Nordamerika 18 Sonderfahrten ausgeführt, in den Monaten September und Oktober sogar wöchentlich eine Rundreise zwischen Frankfurt und Lakehurst. Nur einen Tag bleibt der„Hindenburg“ in Lakehurst liegen, um dann sofort wieder mit Fahrgästen, Post und Fracht an Bord nach Frankfurt zurückzufahren, so daß die Gesamtreisezeit für eine Rundreise: Deutschland— USA.—Deutschland ungefähr 120 Stunden. d. h. fünf Tage einschließlich eines kurzen Aufenthalts, dauern wird, dnb Rom, 8. Februar Die kürzlichen Ausführungen Sir Samuel Hoares über die beschleunigte britische Aufrüstung zu Wasser und zu Lande veranlassen den Direktor des„Giornale d'Italia" in der Sonntagsausgabe „Voce d'Italia“ zu einer kritischen Stellungnahme.„England an der Spitze des Wettrüstens“ überschreibt das halbamtliche Blatt in großen Lettern seinen»Slartikel. Die Bekanntgabe Hoares, daß trotz verdreifachter Kosten das Flottenbauprogramm beschleunigt und rücksichtslos durchgeführt wird, sei eine eindeutige Berichtigung der Behauptungen Roosevelts, die den„faschistischen Nationen" die Verantwortlichkeit für die„den Demokratien so verhaßte" gewaltige Steigerung der Rüstungen aufbürden wollten. Zugleich werde durch Englands beschleunigte Aufrüstung die These der Abrüstung wie so viele andere Illusionen, denen sich jedoch Italien niemals hingegeben habe, endgültig in die Rumpelkammer verbannt. Die von Hoare enthüllte Absicht. Englands Flotte durch eine gewaltige Vermehrung ihrer Einheiten zur größten der Welt zu machen, sei für die ganze Welt von größtem Interesse und werde vielleicht von den Vereinigten Staaten mit gemischten Gefühlen aufgenommen. Hierdurch werde mit einer-„wie die Franzosen es nennen würden"— einseitigen Aufkündigung des Flottenabkommens von 1929 die formale und ral noch für die Pinatz=Besatzung zum Ausdruck, der es unter Einsatz ihres Lebens gelang, zehn deutsche Seeleute des„Fairplay 10“ an Bord des Minensuchbootes zu bringen. Zusammenstoß eines britischen Schlachtschiffes mit holländischem Dampfer dnb London, 8. Februar. Auf der Höhe von Porto stieß am Sonnabend das britische Schlachtschiff„Malaya"(31 100 To.) mit dem holländischen Dampfer„Kertosone" zusammen. Obwohl der Zusammenprall außerordentlich heftig war, sind Menschenleben nicht zu beklagen. Der Wunsch nach wirtschaftlicher Zusammenarbeit unter den Oslo=Staaten dnb Stockholm, den 8. Februar. Der schwedische Außenminister Sandler, der von seinen Besuchen in Brüssel, dem Haag und Kopenhagen nach Stockholm zurückgekehrt ist, gab der schwedischen Presse einige Erklärungen ab, aus denen u. a. hervorgeht, daß er dem holländischen Außenminister eine Einladung zu einem offiziellen Besuch nach Schweden, der im April erfolgen wird, überbracht habe. Die Reise des schwedischen Außenministers nach London im März stehe, wie es weiter heißt, in keinem Zusammenhang mit den Besuchen, die jetzt stattfanden. Ueberall habe Außenminister Sandler, wie er ferner erklärte, ein lebhaftes Interesse für eine erhöhte Zusammenarbeit zwischen den Oslo=Staaten vorgefunden. Können einsetzen für das deutsche Vaterland, das deutsche Volk und seinen Führer Adolf Hitler, dem wir auch in dieser Stunde das Gelöbnis unserer Treue und unserer unbedingten Gefolgschaft bis zum Letzten erneuern.“ Nach der Taufrede Generaladmirals Raeders vollzog seine Gattin die Taufe mit den Worten: „Auf Befehl des Führers und Reichskanzlers taufe ich dich „Admiral Hipper“. Die Flasche deutschen Schaumweins zerschellt am Bua des Schiffes. In das dreifache Sieg=Heil Staatsrats Blohm auf den neuen Kreuzer stimmen die vielen Tausende ein. Schnell löst sich das stolze Schiff, auf dessen Deck die Reichskriegsflagae flattert, von den Haltevorrichtungen und gleitet unter den Klängen der Lieder der Nation in die Wasser der Elbe. ein Zeitraum, der noch vor wenigen Jahren als unvorstellbar galt. Aber auch der Südamerikadienst der Deutschen Zeppelin=Reederei, der nun schon seit 1932 zum größten Teil von dem altbewährten LS. „Graf Zeppelin“ durchgeführt wird, bringt wesentliche Verbesserungen, die vor allem mit der geplanten Indienststellung des Neubaues LZ. 130 zum Ende dieses Jahres zusammenhängen. Schon am 16. März beginnt der Südamerikafahrplan mit der ersten diesjährigen Rundreise nach Rio de Janeiro, die vom LS.„Hindenburg“ ausgeführt wird. Die nächsten Fahrten, vom 13. April ab in vierzehntägigen Abständen jeweils am Dienstagabend, führt der„Graf Zeppelin“ durch. Durch den geplanten Einsatz des neuen Luftschiffes LZ. 130 im Südamerikadienst wird sich die durchschnittliche Fahrzeit zwischen Deutschland und Brasilien auf 90 Stunden verringern. absolute Flottenparität beseitigt. Die nackte Wahrheit sei: Die Demokratien, die zuvor die Abrüstung hintertrieben hätten, nähmen jetzt eine umfassende Aufrüstung vor. Sowjetrussisches Waffentransportschiff vom nationalem Kriegsschiff torpediert dnb London, den 8. Februar. Nach einer Meldung des Rundfunksenders Valladolid ist im Mittelmeer ein mit Namen nicht angegebener sowjetrussischer Dampfer, der eine Waffenladung für die Bolschewisten in Katalonien an Bord hatte, von nationalspanischen Kriegsschiffen torpediert und versenkt worden. Sowjetgeneral von der GPU verhaftet dnb Warschan, den 8. Februar. Nach einer Meldung der Korrespondenz Ate ist der Chef der Roten Armee in Taschkent, General Dubenko, durch die GPU verhaftet und nach Moskau gebracht worden. General Dubenko hat während der Oktober=Revolte 1917 eine große Rolle gespielt. Er war seinerzeit mit Frau Kollontaj, der Sowjetgesandtin in Oslo, verheiratet. Die Verhaftung soll unter der Beschuldigung freundschaftlicher Beziehungen zu Trotzki erfolgt sein. Kommunistische Propagandakonferenz in Wien ausgehoben dnb Wien, den 8. Februar. In einem Kaffeehaus des Wiener Bezirks Neubau wurde eine plötzliche Durchsuchung vorgenommen, wobei zehn Kommunisten bei einer Propagandabesprechung verhaftet wurden. Bei zwei von ihnen habe die Polizei einen doppelten Fang gemacht, da sie seit langem gesuchte Devisen= und Valutenschmuggler waren. Der erste planmäßige England—AustralienFlug mißglückt dnb London, den 8. Februar. Das englische Riesenflugboot„Castor", das am Sonnabend von Southampton aus den ersten regelmäßigen britischen Reichsluftdienst nach Australien beginnen sollte, mußte nach nur fünf Minuten langem Flug nach seinem Ausgangshafen zurückkehren weil, wie verlautet, die Zündung nicht einwandfrei arbeitete. Das Flugboot ist am Sonntag erneut gestartet, um seinen geplanten England—Australien=Flug durchzuführen. Der älteste Sohn Mussolinis heiratete dnb Rom, den 8. Februar. Am Sonnabend fand die Hochzeit Vittorio Mussolini, des ältesten Sohnes des italienischen Regierungschefs, mit der Mailänderin Orsola Buvoli statt. Die römische Bevölkerung nahm an diesem Ereignis lebhaften Anteil. Von der großen Zahl an Glückwunschtelegrammen werden die des italienischen Herrscherpaares, des Königs von Bulgarien und des Führers und Reichskanzlers Adolf Hitler im Wortlaut in der römischen Presse veröffentlicht. Als Gratulanten werden weiterhin Bundeskanzler Schuschnigg, Reichsaußenminister Freiherr von Neurath, der österreichische Staatssekretär Dr. Schmidt und der deutsche Botschafter in Rom von Hassell verzeichnet. Glanzvoller Verlauf des Presseballs in Berlin dnb Berlin, den 8. Februar. Die Reichshauptstadt Berlin erlebte am Samstag mit dem Presseball im Zoo das größte gesellschaftliche Ereignis dieses Winters. Der Veranstalter— zum erstenmal der Reichsverband der Deutschen Presse— hatte mit außergewöhnlichem Geschick die alte traditionelle Form des Presseballs aufgelockert und ihm eine hervorragende künstlerische Note gegeben. In Anwesenheit des Schirmherrn der deutschen Presse, Reichspropagandaministers Dr. Goebbels, und vieler anderer führender Männer aus Staat und Partei nahm das Fest einen glanzvollen Verlauf. Oesterreichische 180 Millionen Arbeitsanleihe dnb Wien, den 8. Februar. In einer Pressekonferenz, an der Bundeskanzler Dr. Schuschnigg mit fast allen Mitgliedern der Regierung und der Nationalbankpräsident Dr. Kienboeck teilnahmen, wurde die Auflegung einer Arbeitsanleihe in Höhe von 180 Millionen Schilling bekanntgegeben, die Freitagnacht von einem Ministerrat beschlossen worden ist. Schärfsten Kampf gegen den Kommunismus fordert der Primas von Irland dnb London, den 8. Februar. Der katholische Primas von Irland und Kardinal=Erzbischof von Armagh, Josef MacRory, ließ am Sonntag in zahlreichen katholischen Kirchen einen Hirtenbrief verlesen, der sich aufs schärfste gegen den Kommunismus wendet. Die katholische Gegend Irlands wird dazu aufgefordert, den Kommunismus aktiver zu bekämpfen und seinen Agenten zu verstehen zu geben, daß sie in Irland nicht geduldet werden könnten. Ein Katholik dürfe niemals Kommunist werden, da er sonst aus der Kirche ausgestoßen würde. Der Kommunismus bedeute die Verneinung Gottes und eines zukünftigen Lebens. Die Lebensmittelpreise in Frankreich um 21 Prozent gestiegen dnb Paris, den 8. Februar. Staatsminister Paul Faure hatte am Sonntag in St. Etienne eine Rede gehalten, in der er die Volksfront und ihre Politik verhimmelte. Dazu schreibt nun der„Ami du Peuple“, wenn der Redner behaupte, daß keine der französischen Regierungen derartige glänzende Erfolge erzielt habe, wie die Volksfront=Regierung, dann könne man nur feststellen, daß es Worte seien. Die Wirklichkeit sehe anders aus. Nach dem Matignon=Abkommen belaufe sich die Durchschnittserhöhung der Arbeitslöhne auf rund 13—14 v. H An Hand einer ausführlichen Statistik weist das Blatt aber gleichzeitig nach, daß der Durchschnitt der Lebensmittelpreise in Frankreich seit Juni 1936 um 21 v. H. gestiegen ist. Somit hätten also die Lohnaufbesserungen vom Juni den französischen Arbeitern nichts eingebracht. Reichsminister Dr. Frick Ehrenbürger von Berlin dnb Berlin, den 8. Februar. Im Rahmen eines feierlichen Festaktes im Ratsherrensitzungssaal des Berliner Rathauses und in Anwesenheit hoher Vertreter des Staates, der Bewegung, der Wehrmacht, der Polizei sowie aller Bezirksbürgermeister, Beigeordneten und Ratsherren wurde Reichsinnenminister Dr. Frick am Sonnabend vom Oberbürgermeister und Stadtpräsidenten Dr. Lippert der Ehrenbürgerbrief der Reichshauptstadt überreicht. England will in USA Flugzeuge kaufen dnb London, den 8. Februar. Wie der Luftfahrtkorrespondent der„Sunday Chronicle“ meldet, beabsichtigt die britische Regierung im Hinblick auf die Tatsache, daß die Aufrüstung Englands zur Luft erheblich hinter dem festgesetzten Programm zurückgeblieben ist, große Flugzeugbestellungen in den Vereinigten Staaten von Nordamerika vorzunehmen. Ju deei Zeilen Berlin. Wie der NSK aus Harburg=Wilhelmsburg gemeldet wird, beabsichtigt die Gauleitung Ost=Hannover, in Kürze ihren Sitz nach Lüneburg zu verlegen. Der Gauleiter wird mit seinem engeren Stab zu Beginn des Monats März nach Lüneburg übersiedeln. Detroit. Die„Sitzstreiker", in den Autowerken in Flint haben die Fabrik weiter besetzt und sind jetzt dazu übergegangen, sämtliche Eingänge zu verbarrikadieren. Der Gouverneur hat bisher noch keinen Befehl zur Räumung des Werkes erteilt. Wie jetzt bekannt wird, sind unter den 1200„Sitzstreikern“ zahlreiche Influenza=Fälle aufgetreten. Paris. Außenminister Eden ist mit seiner Frau und seinem Sokretär am Sonntag in Monte Carlo eingetroffen. Der englische Außenminister hat in demselben Hotel Wohnung genommen, in dem der polnische Außenminister, Oberst Beck, mit seiner Familie abgestiegen ist. Das Wetter vom 8. 2. 37 Vorübergehend etwas ruhiger Die Westwind=Wetterlage hält weiter an. Wenn auch nach Abzua der Störung über der Nordsee wieder kühlere Meeresluftmassen nach Mittelenropa gelangen, so wird die dadurch eintretende Wetterberuhigung doch nur von kurzer Dauer sein, denn die Zufuhr warmer Meeresluftmassen ist noch nicht zum Stillstand gekommen und bewirkt weiter lebhafte Störungstätigkeit über dem Atlantik. Vorhersage für Montag: Frische Winde aus westlicher Richtung. wechselnd wolkig mit einzelnen Schauern, die im Bergland als Schnee fallen. Temperaturen nur wenig veränbert. Sauerland: Keine Notierungen. Flagge der alten„Emden" zurückgegeben herzlicher Empfang des deutschen Kriegsschiffes in Schanghai Ausbau des Zeppelin-Verkehrs In 120 Stunden von Deutschland nach Usf und zurück „England an der Spitze des Wettrüstens“ Eine italienische Stellungnahme zur Hoare-Rede NUMMER 32 ZWEITES BLATT MONTAG, 8. FEBRUAR 1937 Beick us die Heinat Auf den Wogen des hottinger Kornevals Alte Kameroden sammeln! 5. Reichsstraßensammlung für das WHW. des deutschen Volkes An diesem wieder ungewöhnlich milden Wochenende, das trotz der noch so frühen Jahreszeit den Frühling zu künden schien, ihn wenigstens ahnen ließ, das vom Getobe des Karnevals erfüllt war, traten die Kameraden des Weltkrieges mit der Sammelbüchse an, um für das WHW. des deutschen Volkes von allen Straßenpassanten den Obolus in die Büchse zu nehmen.„Wer Kriegsopfer ist, braucht nicht zu bitten.“ Wir machten die Beobachtung, daß bei fast allen Sammlern die hübschen Bernsteinabzeichen schnell vergriffen waren. Frauen und Männer sah man geschmückt mit dem„deutschen Gold des Östens“. Unter den Sammlern selbst entbrannte ein edler Wettstreit, der sich natürlich in durchaus gesitteten Bahnen hielt, wie es der Sinn und der Zweck der Sammlung ganz von selbst gebietet. Alle Freunde und Bekannten der alten Krieger mußten in die Büchsen spenden. Meist genügte ein Wink mit dem gekrümmten Finger, um den Kameraden die Straße überqueren zu lassen, damit er schleunigst sein Scherflein los werde. Sollte ein Freund sich„auf die Seite schleichen wollen“, so wurde er von dem Kriegerkameraden ganz eklig angepfiffen. Man ließ ihn sozusagen stramm stehen, den Beutel ziehen und kehrtmachen. Rührt euch! wurde erst gar nicht kommandiert. „Wollte ich auch gerade gesagt haben“, schnauzte der ehemalige Gardefüsilier=Feldwebel den„NurUnteroffizier=Gewesenen“ der gleichen Kompanie des gleichen Regiments an. Dann trennte man sich lachend. Diese Riesengardisten traf ich nachts in einigen fastnachtlich geschmückten Lokalen. Sie stellten sich in ihrer Uebergröße an die lustigen Tische und forderten rappelnd ihr Scherflein. Sie sagten dabei:„Wer Fastnacht feiern kann, muß auch zwei Groschen für das WHW. übrig haben!“ Sie kamen nirgends vergebens. Und so werden die Hattinger Sammler eine ganz nette Summe zusammengebracht haben. Ihrer Unermüdlichkeit muß man alle Achtung zollen. Sie ließen sich keine Mühe verdrießen und waren von morgens bis nachts auf den Beinen. Die Bedrängten werden's ihnen ganz besonders danken. Gauleiter Stürtz endgültig zum Oberpräsidenten ernannt Der Führer und Reichskanzler hat auf Vorschlag des Preußischen Ministerpräsidenten entsprechend dem Antrag des Reichs= und Preußischen Ministers des Innern Dr. Frick den kommissarischen Oberpräsidenten der Provinzen Brandenburg und Grenzmark Posen/Westprenßen, Gauleiter Stürtz in Berlin, endgültig zum Oberpräsidenten ernannt. Deutsche Sänger sammeln Im Dienste am Winterhilfswerk Auf Anregung des Reichsministers für Volksaufklärung und Propaganda wird der letzte Eintopfsonntag am 14. März gleichzeitig ein Liedertag sein, an dem alle im DSB. zusammengeschlossenen Vereine zu einer bestimmten Stunde, wahrscheinlich von 12 bis 12.30 Uhr mittags, ein Platzsingen veranstalten. Der Liedertag soll zugleich zu einer großzügigen Werbung für das 12. DSB=Fest in Breslau ausgestaltet werden. Auch der Rundfunk wird den Liedertag weitgehend unterstützen. Die Sängergaue und Sängerkreise werden auf Anordnung des Bundesführers für eine umfassende und erfolgreiche Durchführung des Liedertages Sorge tragen. Familienunterstützungen Wie Anträge auf Erhöhung von Soldaten zu behandeln sind Das Oberkommando des Heeres hat für die Behandlung von Anträgen wegen Erhöhung der Familienunterstützung Anweisungen erteilt. Werden von Soldaten bei der Truppe solche Anträge gestellt, so ist der Truppenteil des Einberufenen berechtigt, eine Niederschrift über den Antrag entgegenzunehmen und sie ohne Stel lungnahme dazu an die Familienunterstützungs behörde weiterzuleiten. Er ist dagegen nicht berech tigt, der Familienunterstützungsbehörde gegenüber die Angemessenheit der bewilligten Unterstützung zu beanstanden und eine Erhöhung der Unterstützung für die Angehörigen der Einberufenen von sich aus zu beantragen. Unberührt hiervon bleibt die Berechtigung der Truppe, besondere Wahrnehmungen auf dem Ge biete der Familienunterstützung auf dem Dienstwege zur Sprache zu bringen. In einer besonderen Verlautbarung weist das Oberkommando auf die bestehenden Bestimmungen zur Vermeidung von Ueberzahlungen von Familienunterstützungen hin Gegebenenfalls tritt eine Haftpflicht der Truppenteile ein. Sportamt„Kraft durch Freude“ Montag, 8. 2. 37 Gymnastik für Kleinkinder: von 14.30 bis 16 Uhr. Fröhl Gymnastik u. Spiele für Frauen und Mädchen: Kursus A von 16—18 Uhr; Kursus B von 18—20 Uhr: Kursus C von 20—22 Uhr; in der Turnhalle an der Bismarckstraße. Niederbonsfeld — Wir gratulieren dem Berginvaliden Joses Beilo, Niederbonsfeld 158, der am heutigen Tage in Rüstigkeit seinen 81. Geburtstag feiern kann. Wir wünschen ihm noch manches Jahr Gesundheit und Lebensfreube. Kundreise durch die Freuden des heimischen Fastnachtsrummels— Die höhen des Uebermuts Ich habe am Samstag nachmittag ziemlich ratlos vor der Fülle der„karnevalistischen Anzeigen“ in der eigenen Zeitung gesessen und hin und her überlegt, wie ich wohl am besten den Hattinger Karneval erlebe. Zu solchem Untersangen bedarf es nicht nur des guten Willens, sondern auch einer gewissen Strategie: denn in diesem Lokal kann man gegen 10 Uhr viel zu früh erscheinen, in jenem ist der Rummel um 12 Uhr schon so im Zenith, daß man den freundlichen und tatendurstigen Besucher als eine völlig unerwünschte Zugabe betrachtet. Es aibt halt Augenblicke, in denen man gerne allein, so ganz unter sich ist, d. h. ohne das neugierige Auge und die langen Ohren der„Presse". Da kann man denn so wenig freundliche Worte höre, wie:„Wir haben hier keinen Presseball“. Es ist natürlich nicht so gemeint, und wir gehören ja auch nicht zur Zunft der Uebelnehmer. Nach sehr sorgfältigen Ueberlegungen, bei denen mich mein„Hofbarbier“ mit Sachverstand und feiner Einfühlung in die seelischen Bezirke der„Eingeborenen“ dankenswert unterstützte, bin ich also richtig durch die wildbewegten Wogen des Hattinger Karnevals gesteuert und ohne Strandung wieder heil und munter, leicht schaukelnd, und vor mich hinsingend auf meiner„Schlaraffia“ gelandet. Dä Vorsitzende Der Hattinger Kirchenchor, der im Herbst mit so großem Erfolge die„Schöpfung“ aufgeführt hatte, schickte mir eine Einladung zu seinem nun schon Ueberlieferung gewordenen Winterfest, das man diesmal klugerweise auf den Karnevalssamstaa gelegt hatte.„Mensch, Sie wollen ausgerechnet am Karnevalssamstag zum Kirchenchor?"— „Sachte, sachte, lieber Freund," habe ich geantwortet:„Ich kenne meine Pappenheimers. Da im Gemeindehaus— der große Saal hatte gerade die richtigen Ausmaße— wird sich voraussichtlich so allerlei tun." Hä, zunächst erstand ich für einen fetten Groschen eine umfangreiche Tagesordnung. Sie umfaßte rund ein Dutzend Beratungspunkte, wobei am Ende vermerkt stand, daß dies nur ein kleiner Teil des zu Bietenden sei. O Herr o Herr, dachte ich bei mir, legte den Chronometer vor mich und beschloß, den Anschluß für meine anderen Erlebnisse nicht zu verpassen. Kaum hatte ich im Mittelfeld der Konferenz Platz genommen, als sich Onkel Karl erhob und mit den Worten:„Ich bin nämlich der Vorsitzende", die Geschichte eröffnete. Mit diesem Worte, das die Situation klärte, hatte er schon die Lacher auf seiner Seite. Der Kernpunkt seiner tiefgründigen Ausführungen ist kurz und klein dahin zusammenzufassen, daß man sagt:„Bei uns war's immer schön, also auch heute.“ Basta! Ludwig Severin trat mit seinem„Orchester“ auf, der Chor sang ernstere und heitere Lieder, Friedel Neumann— leider sehr erkältet— und Fritz Poebel, die Solisten aus der„Schöpfung“, sangen Duette, die Das Gebot der Stunde Filmvortrag der SA über Schadenverhütung in hattingen Im Rahmen der allgemeinen Schadenverhütungsaktion, die zur Zeit durchgeführt wird, fand gestern vormittag im Central=Theater eine Kundgebung zum Zwecke der Aufklärung statt, die von den Stürmen der örtlichen SA vorbereitet war. Außer einer ganzen Reihe Volksgenossen hatten sich zu dieser Kundgebung vor allem die Formation der Bewegung eingefunden, weiter die Feuerlöschpolizei und Feuerwehr von Hattingen=Stadt und=Land, Welper, sowie die Berufswehr der Henrichshütte. Mit Hilfe von Filmen wurde die Bedeutung der Schadenverhütung unterstrichen und die Schadenbekämpfung gezeigt. Zu Beginn der Filmvorträge nahm Standartenführer Allendorf als Führer der örtlichen SA das Wort zu einer kurzen Grußansprache und betonte, im Rahmen dieser Schadenverhütungsaktion werde die SA erneut ihre Einsatzbereitschaft unter Beweis stellen und alles daransetzen, um die ihr gestellten Aufgaben restlos zu erfüllen. Obersturmbannführer Möller von der SAGruppe Westfalen hielt anschließend ein ausführliches Referat über die verheerende Wirkung von Bränden. Zunächst zeigte er an Hand von Zahlen, wie groß der jährliche Verl'ust für das deutsche Volk sei, den es durch Brandschäden erleidet. Alle Kräfte müßten hier mobilisiert werden, um solche Wertvernichtung in Zukunft auf ein Mindestmaß herabzudrücken. Die SA habe sich in den Dienst der Aufklärung gestellt und werde dafür sorgen, daß das deutsche Volk aufgeklärt werde. Wenn man bedenke, daß 75 Prozent der Brände allein auf Fahrlässigkeit zurückzuführen sei, dann könne man ermessen, daß mit gutem Willen und Aufmerksamkeit viel unersetzliches deutsches Volksvermögen gerettet werden könne. Jeder müsse die größte Vorsicht walten lassen und sei dem deutschen Volke dafür verantwortlich, wenn er durch Fahrlässigkeit das Volksvermögen vermindere. Wenn heute noch die irrige Auffassung öestehe, daß ein Brandschaden, der durch eine Versicherung gedeckt sei, kein Schaden sei, der irre sich gewaltig, denn dem Volke gingen unersetzliche Werte verloren. Nach dem eingehenden Vortrag wurden zwei Tonfilme gezeigt, die in erster Linie aufzeigten, wie durch Fahrlässigkeit solche Brände entstehen. In erster Linie zählen dazu nicht ganz einwand freie Kamine, das unvorsichtige Hantieren mit leicht brennbaren Stoffen und andere leicht ab stellbare Uebel. Die Kundgebung wird allen ge zeigt haben, daß es bei gutem Willen und Aufmerksamkeit geht, deutsches Volksvermögen zu erhalten, das bisher immer noch durch Fahrlässigkeit verloren ging. Jeder wird sich nun in diesen Kampf einschalten, und an seiner Stelle alles tun, um solche Brandschäden zu verhüten und mitzuhelfen, jeden Volksgenossen aufzuklären. hattinger Tagesspiegel Abendvers Herr, dein Tag war grau und müd. Rufe die Gestirne! Sieh, es sänftigt mein Gemüt, Wenn dein kleiner Mond erblüht Ueber Wolkenfirne: Wenn dein goldner Sternenzug In das Dunkel schreitet — Seines Glanzes voller Krua Deucht mich Dürstenden genug- Und mich traumhin leitet. Clara Schünemann-Kruyskamp. — Die Heimatzeitung gratuliert. Heute kann Wilhelm Schwening, Emschestr. 10, seinen 80. Geburtstag feiern. Der Jubilar ist eines der ältesten Mitglieder der hiesigen Feuerwehr und hat über 50 Jahre auf der Henrichshütte als Puddler und Schweißer schwer gearbeitet. Trotzdem ist er körperlich und geistig noch sehr rüstig. Als großer Gartenfreund ist es sein größter Stolz, schon im Februar als erster auf dem „Schneppenkamp“ die Dicken Bohnen„an die Erde“ zu bringen. Möge er diesen Stolz noch viele Jahre haben! — Dienstjubilänm. Friedrich Räumer, Am Rosenberg 18 wohnhaft, kann heute auf eine 25jährige Tätigkeit bei den Vereinigten Stahlwerken zurückblicken. Er war zunächst auf der Henrichshütte beschäftigt. Dann übernahm ihn die „Wehag“, die Konsumgenossenschaft der Vereinigten Stahlwerke. Kurzfahrten nach Berlin DAF.=Fahrt zur Antomobil=Ausstellung Nochmals sei ganz besonders auf die Kurzfahrten der NSG.„Kraft durch Freude“ nach Berlin zur Automobil= Ausstelluna, sowie zur Leivziger Messe hingewiesen. Nachstehend führen wir dieselben auf: Fahrt zur Automobil= Ausstellung nach Berlin vom 25.—28. Februar d. J. RM 23,50 einschl. Fahrt, Verpflegung und Eintritt zur Ausstellung: RM. 12,50 ohne Verpflegung, also Nur=Fahrt. Hier werden auch die sonstigen Veranstaltungen, wie Besichtigung der Sehenswürdigkeiten, Schlösser, Museen, Reaierunasviertel Fahrt nach Potsdam usw., zu KöF.=Preisen durchgeführt. Fahrt zur Leipziger Messe vom 4. bis 7. 8. 1937 RM. 22.— einschl. Fahrt, Verpflegung und Eintritt zur Ausstellung: RM. 12.— ohne kleine Hannelore Lingemann tanzte solo, Damen des Vereins dito Reigen, es wurde aeschunkelt, gesungen— und Theater gespielt. Also sehr ausdauernd, abend= und nachtfüllend war das Programm. Zwischendurch führte Onkel Karl eine Polonaise schwungvoll an und brachte da die älteren Semester erheblich in Dampf. Bei einer Verlosung gewann ich eine„Wamsape" voll„alten Weygänder“, ein neckisches Deckchen und einen Blumenpott. Von weaen,„da kannste keinen Blumenpott gewinnen". Als ich mich von hinnen machte, war dies entzückende und heitere Fest noch lange nicht auf seinem Höhepunkt angelangt. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann feiern sie immer noch. Diese kirchenchörlichen Feste kann ich dringend empfehlen. Drei Tanzflächen Verpfleguna. also Nur=Fahrt. Auch hier können die Sehenswürdigkeiten zu KöF.=Preisen besichtiat werden. Weiterhin sei darauf hingewiesen daß in Leipzia das Völkerschlacht=Denkmal, das Reichsgericht u. a. sich befindet. Die Abfahrt dieser Kurzfahrten erfolat jeweils abends am ersten Tage, während die Rückfahrt spät abends am letzten Reisetaa erfolat. Abganasstation ist Hagen. Die Anmeldungen hierzu müssen umgehend vorgenommen werden, und zwar bei: den Ortswarten, den Betriebswarten, sowie beim Kreisamt„Kraft durch Freude“. Gevelsberg, Wittener Straße 5, Tel. 3855/56. Sprockhövel — 34 Ringe im WHW=Schießen„hoch". Im Amte Sprockhövel begann am Wochenende das diesjährige Schießen zugunsten der Winterhilfe. In drei Lokalen wurde der Anfang gemacht und man darf sagen, daß die Beteiligung in Anbetracht der Fastnachtstage im großen und ganzen nicht schlecht war. Es besteht aber die begründete Hoffnung, daß sich in den kommenden Tagen der Betrieb noch stärker entwickelt, damit dem Winterhilfswerk ein netter Betrag zugeführt werden kann. An diesen beiden ersten zwei Tagen— Samstag und Sonntag— wurde in den Gaststätten Ewald Hilgenstock in Niedersprockhövel Vosselmann am Dräing und Nüfer in OberSprockhövel geschossen. Als bisher bester Schütze erwies sich Walter Hochstrate, der bei Hilgenstock 34 Ringe herausholte und augenblicklich führt Aber dicht hinter ihm folgen eine ganze Reihe Schützen mit 33 Ringen. Wenn auch nicht zu glauben ist, daß damit schon die Entscheidung gefallen ist, so wird der Kampf in diesen Tagen noch sehr heiß werden. Vielleicht schafft es einer der kommenden Teilnehmer an diesem WHW=Schießen noch auf 35 oder gar 36 Ringe. Ausgeschlossen ist dieses nicht. Wer schießt die 3 mal 12?— Warten wir ab...! — Frauenhilfe Obersprockhövel tagte. Im Lokale Düsterloh kamen die Mitglieder der Evangelischen. Frauenhilfe Obersprockhövel zusammen und hielten Rückschau auf ein Jahr segensreicher Tätiakeit. Der Jahresbericht zeugte von einer intensiven Einsatzbereitschaft der Frauenhilfe und fand dankbare Zustimmung. Da auch der Kassenbericht gutgeheißen wurde, konnte der Leitung der Frauenhilfe der Dank zum Ausdruck gebracht werden. Die Leitung blieb die gleiche. Nach dem geschäftlichen Teil blieben die Frauen noch kurze Zeit im frohen Kreise beisammen. Wat heeßt hier Flächen?! Die Sängervereinigung war so freundlich und kündigte großen Trubel im Weiltor an. Dieses Etablissement scheint mir für solche Sachen sehr geeianet, denn was so ein richtiger Rummel ist, so muß man Platz zum Wandern haben. Reichlich vorhanden. Da ich gerade vom Wandern spreche— immer wieder traf ich auf zwei Wanderburschen. Tolle Burschen. Sie saßen da herum. Einmal auf dem Sofa, einmal im kalten Garderobenraum, dicht an der„wärmenden“ Theke, dann wieder im großen Saal. Waren sie nun rechte Tippelbrüder oder Masken? Ich habe es nicht herausgebracht. Wenn sie„maskiert“ gewesen sind, dann gebührt ihnen jedenfalls auf jedem Fest der erste Preis. Leider ließ mich diesmal mein treuer Fotoapparat im Stich; ausgerechnet. Ich bin also leider— Gott sei Dank! seufzen einige— nicht in der Lage, meinen geneigten Lesern Bilder aus dem Hattinger Karneval zu bringen. Da sah ich denn auch eine Reihe netter Kostüme. Besonders fiel mir ein„Seeoffizier“ auf, in Tropenuniform. Zweifellos der schönste Mann im Saale. Die Bewohnerinnen der verschiedenen Häfen, an denen er anleate, rissen sich um ihn und weinten bittere Zähren, wenn er wieder Anker lichtete. Die lächerlichen Landratten hatten wenig zu verkaufen. Unentweat schmetterten die verschiedenen Tanzkapellen am Rande der Tanzflächen ihre Weisen in den Saal. Die Kragen weichten langsam auf und man kriegte einen ganz netten Brand. Da sämtliche Schönen bereits einen Ankerplatz gefunden hatten, blieb mir nichts übrig, als mich schluchzend an die Theke zu bewegen, die Ellenbogen aufzustippeln und zu flüstern: Einen Kochnak, bitte! Da stand ich nicht etwa alleine, Gott bewahre. Es war die reinste Belagerung. Die Bierhähne krähten und die Pilslein strömten nur so. Da standen erfahrene Seeleute, alte Fuhrmänner, die das Tanzen dem jungen Gemüse überließen und sich innerlich freuten. Das wurde mir aber zu gefährlich. Ich saate den lustigen Sängern Ade! und begab mich zu dem Wirt, der dichterisch verkündet hatte, daß bei ihm Große Ruhe herrsche. Dort beschloß ich, mich auszuruhen. einen Kaffee zu schlürfen, um neugestärkt meinen Rundaana fortzusetzen. Von wegen Ruhe! Ich bin zu keinem Mokka gekommen. Tante Julchen sei schon im Bett. Auch das Feuer wäre aus, saaten sie.„Remscheider Erbsensuppe“ wäre ausverkauft. Ich sollte gefälligst trinken, was sie hätten, sonst sollte ich mich rausscheren. Da, da hab' ich einfach einen halben Liter verlötet... „Laß bloß deinen Bleistift in der Tasche!“. schrien se aus einer Ecke. Als ob ich Wert darauf leate, alles auszuplaudern. Jedenfalls saßen da Leute, die immerfort zusammenzuckten, wenn's schellte. Sie glaubten, die Frau des Hauses riefe an. Tatense gar nich. Waren selbst unterweas.„Was ihr euch wohl einbildet!“ Ich bin dann da zu meinem Kaffee gekommen. wo man die zweite Auflage des seinerzeit so wohlgelungenen„Hausfrauenabends" feierte. Dorten war gerade eine Luftschlangen=Konfetti=Schlacht im Gange. Es aina hoch her! Der Kaffona erfrischte meine Lebensgeister derart, daß ich noch zum Hause des Rates pilaerte. In der Karikaturisten-Bar So hatte der Wirt sein Zimmerchen aanz hinten genannt. Die Wände waren bedeckt mit netten und recht witzigen Zeichnungen. Mal was anderes. Eine goldbehelmte Maid schenkte Schnabus und Kribbelwasser, sprich Sekt, aus und ließ sich sogar herab, mit dem Volke zu tanzen. Ansonsten waren nette Leute da. Besonders viel „starke Männer“ im Ringertrikot, ohne Schlips und Kragen, und„hatten eine Schlägermütze auf“ — wie es so schön in den Polizeiberichten heißt. Die starken Männer beherrschten durchaus das Parkett. Sie sind ganz bestimmt nicht ungeküßt schlafen gegangen. Die Heringsdose Und dann war mein Bedarf eigentlich gedeckt. Auf dem Heimweg kam ich dann noch bei Köbes Rech vorbei. Alldieweilen von dort die Schlager des vergangenen Jahrhunderts, wie z. B.„Ramona", erklangen, gina ich da hinein, um noch einen Schlaftrunk zu mir zu nehmen. So ähnlich muß es einem Herina zu Mute sein, wenn er dem Faß einverleibt wird.„Auf der Stelle getreten, marsch, marsch!“ hieß die Parole auf der Tanzfläche. Junge, Junge, war da ein Betrieb! Aber Stimmuna, Stimmuna! Es wurde gesungen und geschunkelt, getanzt und geprostet, daß es nur sone Art hatte. Der Höhepunkt war die Verteilung von frischer Blutwurst. Ich habe Tränen gelacht, als diese„Kränze" unter das Volk „geworfen" wurden. Picknick im Tanzsaal Einer nahm die Wurst, der andere aina mit dem Mostertspott hinterher. Es war zum Kaputtlachen. Der Komiker aber war zum Weinen. Er sollte als Rübezahl gehen. Anschließend war, es dann Zeit. Als ich dann endlich in der Klappe laa, hatte ich den Eindruck von leichtem Seeaang. Deshalb schlief ich ein mit der Seemannsarie: „Heidewitzka, Herr Kapitän..." was heuer der schmissigste Schlager dieses Jahres ist. Ho. Als Linden noch Wald hatte Wald und heide, Bach und Wiesen— wo sind sie geblieben? Ein Heimatfreund erzählt hier in unserer Aufsatzreihe„Bilder der Heimat" aus der Zeit, in der Linden noch waldreich war, und gibt ein anschauliches Stimmungsbild von den gerade für die Jugend damit verbundenen Freuden. Die Schriftleitung. Linden war noch um die Mitte der 60er Jahre des vorigen Jahrhünderts besonders in seinem Ortsteil Ostholz wald=, busch= und wasserreich. Wenn man auf einer Wanderung nach Östholz oder Mußholte, wie die Ortsbewohner sagten, beim Kötter„Hülsmann am Giären" von der Lindener Straße ab um die nordöstliche Ecke des schönen, heckenumkränzten Baumhofes bog, so gelangte man auf einen schmalen Pfad in Schwagers Schlan. Mitten durch die Schlan— das Wort ist wohl mit dem hochdeutschen Ausdruck Schlucht verwandt— rieselte und murmelte ein klarer Bach, auch Becke genannt, der aber bei Regenwetter gewaltig anschwoll und schäumend und brausend in die Tiefe zum schönen Wiesengrund„In der Grüne" schoß. Die beiden Talwände waren mit Wald bedeckt, der sich aus mächtigen Eichen, schlanken Rotbuchen und weißen Birken zusammensetzte. In dem Kronendach der Waldriesen bauten Elstern, Krähen, Markolfe ihre Nester, die zuweilen von kletterlustigen Jungen besucht wurden. Drosseln und Finken hüpften in den mächtigen Baumkronen von Zweig zu Zweig und sangen dazu. Zuweilen ließ auch der Kuckuck sein vexierendes„Kuckuck— Kuckuck" erschallen. Hatte man dann Geld im Beutel, dann war die Freude groß, sollte man doch nun nach dem Aberglauben unserer Altvorderen das Jahr hindurch mit diesem seltenen Gut geseanet sein. Vom Eichhörnchen oder„Kattzekert", wie die alten Leute sagten, lernten wir Schuljungen unsere Kletterkünste, die sich zwar sehen lassen konnten, aber bei unseren Eltern wenig Gegenliebe fanden. Marder, Dachs und Fuchs gingen hier des Nachts auf Raub aus. Frösche und Unken stimmten an schönen Frühlings= und Sommerabenden wohl ihre prachtvollen, weithin schallenden Konzerte im Schlamm an. Ueberall im schönen Walde Summen und Brummen im prächtigen Blätterdach des hohen Walddomes! Im Herbst lieferten die mächtigen Eichbäume Eicheln für die Schweine der Kötter, aber auch Geschosse für die Knallbüchsen der Knaben, die sie sich selbst aus Schößlingen der Hollundersträuche anfertigten. Aber auch die schlanken Buchen waren dankbar. Sie lieferten im Herbst Bucheckern in Hülle und Fülle, die nicht allein aut schmeckten, sondern auch ein vorzügliches Oel lieferten, das aus ihnen in der Oelmühle auf Bura Horst geschlagen wurde. Schwagers Schlan mit dem schönen Walde ist schon lange dahin. Friedlicher Nachbar I hat dort vor vielen Jahren eine mächtige Berahalde aufgeschüttet, die der einstmals schönen Waldgegend alle Anmut und Lieblichkeit nahm. Die Dammaufschüttungen der im Jahre 1926 angelegten Verbandstraße haben dieser Gegend den letzten Rest gegeben. Aus dem Schlan gelangte man auf einem schmalen Wiesen= und Saumpfade— der alte und der neue Tunnel nebst den Gleisen waren damals noch nicht vorhanden— auf die alte Holastraße, die später ausgebaut und bogenförmig umgelegt wurde. Von der Holzststraße wanderte man auf einem alten, holprigen Fuhrwea weiter. Den Hügelhana zur Rechten schmückte ein Wald. Zur Linken begleitete den Wanderer Schwagers Weide mit ihrem Buschwerk und hohem Heidekraut. Bei Paßmanns Kotten— die anderen Häuser sind erst viel später erbaut— umfing den Wanderer wieder schöner Buchenwald. Zur Linken im Tal war ein schöner Wie sengrund mit rauschender Becke. Hier war in strengen Wintern eine große, blanke Eis fläche, auf der sich die Jugend mit Schlitten oder Schlittschuhen tummelte und sich mit Schlindern ergötzte. Durch den Bau des alten, besonders aber des neuen Tunnels und der Eisenbahn sind Wald und Heide, Bach und Wiese verschwunden. Nur die hohen Erdanschüttungen zeugen von der Schaffenskraft der Menschen, die hier das Wald= und Wiesenidyll der Vorzeit zerstörten. Doch wir wandern wieder zur Höhe. Ein schmaler Waldweg führte durch Schwagers Busch in reicher Abwechselung von Baum und Strauch durch das liebliche Osthölzer Höhengelände, wo er sich bei dem Kötter und Bergmann Heinrich König mit dem Buschwalde des Landwirts Bauksiepe in Linden(heute Scharpenseel) zu einer ausgedehnten Grünfläche vereinigte, die im Laufe der letzten Jahrzehnte des vorigen Jahrhunderts ausgerodet und in fruchtbares Garten= und Ackerland von den fleißigen Köttern und Bergleuten umgewandelt wurde. Südöstlich von der Oststraße, der heutigen Straße„Am Sonneberg“, hörte das Busch= und Waldgebiet, dicht an der Grenze der Gemeinde Linden nach Weitmar hin, auf. Ein herrlicher, malerischer Anblick bot sich hier auf den Ostholzer Höhen den Blicken des Wanderers dar: Im Östen das mächtige„Große Weitmarholz“, nach Süden in der Nähe der„Pappenluren“ vor dem heutigen„Waldesruh“ und weiter im Pappenbänker Siepen ausgedehnte Waldbestände, die sich fast bis zur Zeche„Baaker Mulde— Friedlicher Nachbar“ erstreckten. Einige Ueberbleibsel, die heute noch dort im Tale stehen, zeugen von der verschwundenen Pracht. schluß an die Rede fand das so übliche Kaffeetrinken statt. Nach der leiblichen Stärkung aina man zum gemütlichen Teil über. Mit den humoristischen Darbietungen und Theateraufführungen „Familie Leinöl".„Walzerträume" und„Rausgeschmissen" zeigten die Mitglieder des Theatervereins„Preziosa“ ihr Können und ernteten starken Beifall. Gemeinsam gesungene Lieder und einige Tänze beschlossen den Abend, an den alle noch recht gern zurückdenken werden. — 80 Jahre alt. Am Dienstaa feiert Frau Wwe. Gernhardt, Alwine geb. zur Oren gen Brockhaus, Roomersheide, ihren 80. Geburtstag. Am 9. Februar 1857 wurde die Hochbetaate in Stiepel geboren und erfreut sich heute noch einer körperlichen und geistigen Gesundheit und Rüstigkeit. Trotz ihres hohen Alters verrichtet sie auf ihrem Kotten noch verschiedene Arbeiten. Wir wünschen der Jubilarin im Kreise ihrer großen Kinderschar noch einige gesegnete Lebensjahre in alter Frische. Linden-Dahlhausen Unter das eigene Fuhrwerk geraten Heute morgen befand sich ein Fuhrwerkslenker mit seinem Gefährt auf der Fahrt zur Schreinerei Jakoby, am Hedberg. Er wollte hier einen Auftrag erledigen und sich dann mit dem Wagen nach Bochum zurückbegeben. Durch einen unglücklichen Zufall geriet der Fuhrwerkslenker R. unter das Gefährt und erlitt dabei einen komplizierten Unterschenkelbruch. Die sofort herbeigerufene Sanitätskolonne sorgte für schnellste Ueberführung des Verunglückten ins katholische Krankenhaus. — Auf die Achtzig zu. Gestern vollendete Peter Johann Kaster, Lindener Straße, sein 78. Lebensjahr. Zum Ehrentage gratuliert die Heimatzeitung! Blankenstein — WHW=Schießen. Bei Porlock fand am Samstag das WHW=Schießen statt, bei dem vier Schützen je 54 Ringe erzielten. Hervorgehoben zu werden verdient die Leistung des Jungschützen Hermann Kaufmann, 15 Jahre alt, der 54 Ringe schoß. Um die Mitternachtsstunde erzielte Wilh. Schmidt 58 Ringe und wurde damit Gewinner des Tagespreises. Damit steht bis jetzt Wilhelm Schmidt an der Spitze des Wettbewerbs vor Willi Borgmann und Emil Meßmann mit 57 Ringen. Am nächsten Samstag findet bei Porlock ein weiteres Schießen statt. Dann treten die Welperaner in den Wettbewerb ein. Altendorf-Ruhr — Biblisches Alter. Am vergangenen Samstag erreichte die Witwe Julius Lautermann, Bahnhofstraße 10, ihr 84. Lebensjahr. Wir gratulieren der Hochbetagten und wünschen einen gesegneten Lebensabend! Stadttleater Boclum Der völkische Kleist Unter diesem Titel beabsichtigt das Stadttheater Bochum in der zweiten Hälfte des Februar einen Teil der Kleist=Woche zu wiederholen, da auch die dritte Kleist=Woche wieder fast völlig ausverkauft war. Der Kleist=Zyklus beginnt am Freitag, 19. Februar, mit„Käthchen von Heilbronn", es folgt am Samstag, 20. Februar,„Prinz von Homburg“, der am Sonntag, 21. Februar, vormittags 11 Uhr wiederholt wird, während anläßlich des Heldengedenktages der Zyklus mit der„Hermannsschlacht" um 19 Uhr schließt. Trotz der starken Nachfrage können noch Bestellungen berücksichtigt werden. Sespenater Ibsens„Gespenster", ein Werk, das lange re von den deutschen Spielvlänen verschwunden war und nun eine neue Aktualität bekommen hat, erscheint in der kommenden Woche unter der Spielleitung von Dr. S. Schmitt in neuer Inszenierung. „Romeo und Julia“ in der neuen Inszenierung konnte bisher zahlreiche Wiederholungen vor ausverkauften Häusern erleben. Die Nachfrage aus den Nachbarstädten ist außergewöhnlich stark. Die nächste Wiederholung findet am Mittwoch, 10. Februar, statt. Leipziger Gewandhaus-Quartett spielt in BochumDas sechste Konzert in der Reihe der städtischen Kammermusikveranstaltungen in der kommenden Woche am Donnerstag, 11. Februar, bestreitet das weltberühmte Gewandhaus=Quartett aus Leipzig. Die Herren Professor Edgar Wollgandt (1. Violine), Kammervirtuos Karl Wolschke (2. Violine), Professor Karl Herrmann(Viola) und Kammervirtuos Willy Rebhan(Violoncello) spielen folgende Werke: Wolfgang Amadeus Mozart: Streichquartett D=dur(K. V. 575); Hans Pfitzner: Streichquartett D=dur op. 18— rstaufführung: Ludwig van Beethoven: Streichquartett C=dur op 59 Nr. 3. Das Konzert findet im Ernst=Moritz=Arndt=Haus statt und beginnt um 20 Uhr. Preise: 75 Rpfg. bis 1,50 RM. Karten sind an der Konzertkasse im Stadttheater sowie in den bekannten Vorverkaufsstellen zu haben. Schülerkarten werden nur an der Konzertkasse im Stadttheater ausgegeben. Vorbestellungen unter Nr. 61051. haßlinghausen — Eine Gondelfahrt ins Blaue.— Varieté mit Fredo Moreno. Am letzten Samstagabend fand im Saalbau Jansen ein vom Gauamt„Kraft durch Freude“ veranstalteter Varietéabend statt, der ein abwechslungsreiches Programm bot und gut besucht war. Neben dem bekannten Tierstimmenimitator und Kunstpfeiser Fredo Moreno und dem Ansager Ernst Walter wirkten noch die Tänzerin Heddy Heggar, Gera und Partnerin Fangkünstler, Borco=Bora ein Meister des Xylofons, und Rewelly und Kara die urkomischen Akrobaten mit. Die erwartungsvollen Besucher begrüßte Ernst Walter mit einer witzigen Ansage. Dnn stellte er die junge und hübsche Tänzerin Heddy Heggar vor, die zunächst mit einem schönen Spitzentanz aufwartete. Diesem Tanz im Walzertakt folgten später ein temperamentvoller slawischer Tanz und ein eindrucksvoller gymnastischer Tanz. Das große Können Heddy Heggars fand reiche Anerkennung. Dann war BorcoBora der Xylofonist an der Reihe. Zuerst brachte er eine beliebte Ouvertüre von Suppé zu hör, dann breitete er eine Decke über sein Instrument, um in einem Xylofon-Galopp in atemberaubenden Tempo wahre Kaskaden von Tönen erklingen zu lassen. Dem begeisterten Publikum mußte Vorco=Bora noch eine Zugabe machen. Auch Gera und Partnerin zeigten mit ihren Fangkunststücken beachtenswerte Leistungen. Der Ansager Ernst Walter beschloß den ersten Teil des Abends mit einem humoristischen Vortrag. Nach der Pause startete die„Gondelfahrt ins Blaue“ mit 10 Einaktern in 10 Min. Den Höhepunkt des Abends bildeten dann die Darbietungen Fredo Morenos. Kaum hat er sein Repertoire begonnen, so hat er die Zuhörer auf seiner Seite. Die Tierstimmenimitationen, die Moreno, ohne ein Hilfsmittel zu gebrauchen, produziert, sind wirklich einzigartig. Moreno heimste reichen Beifall ein und mußte sich zu einer Zugabe bereitfinden, die wieder zu einem Programm für sich wird. Endlich kamen noch Rewelly und Kara, die schwierige akrobatische Künste in komischer Form zeigten. Das Schlußbild vereinte die ganze Künstlertruppe auf der Bühne, die sich mit lustiger Rede und heiteren Liedern verabschiedete. Nach dieser„Blauen Gondelfahrt" in Haßlinghausen wird Moreno und seine Truppe viele andere Orte unserer Gegend mit Gastspielen besuchen. Der Varietéabend in Haßlinghausen dürfte Veranstalter, Künstler und Besucher gleichermaßen befriedigt haben. Ihr lieben Hattinger, ihr werdet sicherlich nicht auf den Gedanken kommen, einen Karnevalszug zu veranstalten! Wozn auch? Mit dem langen Fernrohr zaubern wir uns aus diesem Anblick einen Zug vor das geistige Auge. llagens 1. Reeisllasse Der HS0 ernstlich gefährdet Welper und Herbede bleiben im Wettbewerb In der Ruhrtaler Gruppe kam am Sonntag ein gemischtes Programm zum Austrag. Neben den im Vordergrund stehenden Pokalspielen interessierten besonders die beiden Meisterschaftsspiele, die großen Einfluß auf die weitere Tabellengestaltung am Ende besaßen. Der Hattinger SpV. mußte beide Punkte in Sprockhövel lassen und ist dadurch in eine sehr gefährliche Lage geraten, während die Leute vom Erlbruch sich nun ziemlich außer Gefahr befinden. Der Tabellenletzte konnte ebenso den Anschluß nicht herstellen und verlor gegen den VfTuB. Henrichshütte verdient 4:2. Der SpV. Herbede und die SpVgg. Welper erfüllten das in sie gesetzte Vertrauen und blieben auch weiterhin im Pokalwettbewerb. Der SpV. Herbede schlug Germania Boelerheide 3:2 und die SpVag. Welper besiegte Eppenhausen 73 4:1. Die beiden Tabellenführer des 1. Kreises Hagen lieferten sich in Milspe den erwarteten heißen Kampf, der mit dem unentschiedenen Ausgang von 4:4 keine Entscheidung fand. Der F C. Vogelsang schlug weiterhin den FCI. Wengern etwas überraschend mit 4:2. Die Spiele: 30:4 22:10 21:9 17:15 16:10 16:16 16:18 14:18 12:22 12:22 10:22 8:26 Stiepel — Werbeabend des Haus= und GrundbesitzerVereins B.=Stiepel. Am Samstaa, 6. Februar, veranstaltete der Haus= und Grundbesitzer=Verein im Saale Rumbera, Kemnader Straße, einen erbeabend. Der große Saal war bis auf den letzten Platz besetzt. Durch Musikvorträge wurde der Abend eingeleitet. Vereinsführer Pa. Haarmann barüßte die Erschienenen und hieß besonders den stellvertr. Ortsgruppenleiter der NSDAP., Pa. Böraer, willkommen. In kurzen Worten sprach er über die Ereignisse der letzten Zeit und über die Gesetze der Reichsregierung. die den Haus= und Grundbesitz betreffen. Im AnSp. u. Sp. Witten 07 17 14 2 1 52:18 SpVgg. Welper 16 9 4 3 34:19 VfTuB. Henrichshütte 15 10 1 4 33:19 Haßlinghausen 07 16 8 1 7 36:38 V. Herbede 13 8 0 5 33:15 Witten=Stockum 16 8 0 8 42:37 SV. Sprockhövel 16 6 2 8 36:38 VfB. Annen 16 6 2 8 23:34 attinger Sp.V. 17 5 2 10 20:34 p.V. Altendorf 17 4 4 8 24:43 L. Winz=Baak 16 4 2 10 27:44 Sp.V. Bommern 17 2 4 11 21:44 Nun wird es ernst! SpV. Sprockhövel— Hattinger SpV. 8:0(1:0) Beide Mannschaften gingen mit großem Eifer ans Werk, da für sie von dem Punktegewinn äußerst viel abhing. Die Platzleute lösten ihre Aufgabe besser als erwartet und siegten mit 3:0. Dieser Erfolg war zwar auf Grund der größeren kämpferischen Leistung verdient, jedoch dem Spielgeschehen nach waren die Gäste keine drei Tore schlechter. Von beiden Seiten wurden gute Leistungen gezeigt. Das Tempo war äußerst lebhaft, und in den ersten 25 Minuten vermochetn die Stürmerreihen weniger hervorzutreten. Als dann Mitte der ersten Hälfte ein Strafstoß für Sprockhövel nicht weit genug wegbefördert werden konnte, erhielt der Linksaußen eine direkte Vorlage, spielte den Ball sofort an seinen Verbindungsstürmer, der entschlossen einschoß. Beide Hintermannschaften hatten dann einige Male Glück, als der Ball knapp sein Ziel verfehlte. Die Bemühungen, kurz vor der Pause noch den Ausgleich für Hattingen zu erzielen, waren nicht von Erfolg gekrönt. Wenige Minuten nach dem Wiederanstoß gab es einen Eckball für Sprockhövel, den der Halblinke aufnahm und zum zweiten Tor einschoß. Die Gäste gaben sich nicht geschlagen, lagen stets mehr im Angriff, aber der Sturm versagte stets im entscheidenden Augenblick. Außerdem legte die Spröckhöveler Hintermannschaft eine sicheres Ahwehrsptel an den Tag und verhinderte wiederholt die besten Absichten der Gäste. 15 Minuten vor dem Spielende fiel dann die Entscheidung. Einen haltbaren Ball des jetzt auf Linksaußen spielenden linken Verbindungsstürmers ließ der Hattinger Hüter passieren. Auch die restlichen Minuten, in denen die Hattinger größtenteils zeitweise glatte Feldvorteile hatten, verschafften ihnen nicht mehr den erwarteten Erfolg. Verdient gewonnen SpV. Bommern—VfTuB. Henrichshütte 2:4(0:2) Der Tabellenletzte wehrte sich auf eigenem Platz gegen die technisch überlegene Hüttenmannschaft vergebens und verlor verdient 4:2. Bereits nach 8 Minuten legten die Gäste den Bommeranern einen 2:0=Vorsprung vor, den der Sturm nach schönen Angriffsleistungen erzielte. Der zweite Treffer fiel im Anschluß an einen direkten Freistoß, der vom Verteidiger ins Netz prallte. Dabei blieb es bis zum Seitenwechsel. In der 55. Minute erhöhten die Hüttenleute die Trefferspanne auf 3:0. 10 Minuten später erreichten die Platzleute das erste Gegentor und hatten Ausgleichsmöglichkeiten, als sie die Partie auf 8:2 stellen konnten. Trotzdem Hüttes Verteidigung gerade keinen sicheren Eindruck machte, schlug sie alle Angriffe erfolgreich ab, dagegen vermochte die Abwehr der Bommeraner einen weiteren Treffer der Gäste nicht zu verhindern. SpVgg. Welper— Eppenhausen 73 4:1(2:1) Bereits nach zwei Minuten führten die Platzleute durch ihren Halbrechten Köhler mit 1:0 und drei Minuten später hieß es durch den Halblinken 2:0. Die Gäste ließen den Mut aber nicht sinken und holten in der 8. Minute ein Tor auf. Die Platzleute spielten dann weiterhin leicht überlegen, konnten aber bis zur Pause nichts mehr anbringen. Auch im weiteren Verlauf des Kampfes erwies sich die Welperaner Mannschaft als die stärkere Einheit. In der 30. Minute der zweiten Hälfte verwandelte der Linksaußen Mawik eine Vorlage sofort, damit war die Entscheidung gefallen. Kurz vor dem Abpfiff schoß dann der Halbrechte noch einmal ins Schwarze. NUMMER 32 DRITTES BLATT MONTAG, 8. FEBRUAR 1937 Sor-Ründschod Um den Bündespohal in Berlin und Leipzig Jett oder nie, der Pokal muß unser sein! Niederrheinmannschaft besiegt Brandenburg— Endspiel um den Bundespokal in Berlin Im reichen Flaggenschmuck prangte das Berliner Poststadion, als Brandenburgs in den letzten Monaten von Sieg zu Sieg geilte Gauelf sich den„Nationalen“ des Gaues Niederrhein zum Pokalkampf stellte. Der Eintritt in die Schluß runde um den Reichsbundpokal, ein wahrlich hohes Ziel, stand auf dem Spiel. Kein Wunder, daß über 25000 Zuschauer die herrliche Kampfstätte im Nordwesten der Reichshauptstadt umsäumten, als der Düsseldorfer Janes und Hahn (Berlin) mit dem Königsberger Schiedsrichter Brust die Seiten auslosten. Der Kampf war überaus abwechslungsreich, hatte viele Höhepunkte und verlief teilweise direkt rassig. Das zweckmäßigere Spiel der Westdeutschen entschied, wenn auch mit etwas Glück, und Brandenburg mußte sich nach sieben in ununterbrochener Reihenfolge errungenen Siegen mit einer 3:4=Niederlage abfinden, ohne auch nur etwas enttäuscht zu haben. Janes in Länderspielform Die Rheinländer hatten es keineswegs leicht, zum Siege zu kommen. Sie fanden sich verhältnismäßig schlecht mit dem durch zu lockeren Torfmull bestreuten Platz ab und hätten bis zur Pause leicht entscheidende Tore hinnehmen müssen, wenn der rechte Verteidiger Paul Janes von der Düsseldorfer Fortuna nicht in so großartiger Form gewesen wäre. Mit größter Umsicht und Ruhe stand er im Mittelpunkt der NiederrheinAbwehr, in der sich Abromeit und Albrecht wohl restlos einsetzten, aber nicht immer sicher schienen. In der Läuferreihe, die in Stephan ihren „Stopper“ hatte, gefiel Rodzyinski am besten. Der Sturm enttäuschte trotz seiner vier Tore etwas. Vor allem bis zur Pause wurde viel zu engmaschig auf Hohmann aufgebaut. Erst später, als Albrecht etwas besser ins Spiel kam, gewann dieser Angriff an Gefährlichkeit. Unermüdlich versuchte Hohmann, von Stoffels vorbildlich eingesetzt, zum Torschuß zu kommen, aber auf dem lockeren Boden fehlte einfach der Halt. Von Stoffels, einem technisch famosen Spieler, war man in Berlin angenehm überrascht. Günther und Albrecht(Turu Düsseldorf), zwei Neulinge für Berlin, überragten nicht. Brandenburgs Elf technisch gut Mit etwas Glück hätte der Sieg ebenso an Brandenburg fallen können, da die Berliner ein gutes Spiel lieferten, im Sturm gut kombinierten, aber ihr Spiel ging zu sehr in die Breite. Der Niederrhein trug seine Angriffe meistens steil vor. Der beste Spieler bei Brandenburg war Appel als rechter Verteidiger, der dem nationalen Günther schon bald den Schneid genommen hatte. In der Läuferreihe lieferte der Ersatzmann Buchmann(Nowawes) das wirkungsvollste Spiel. Raddatz hatte es gegen Hohmann sehr schwer, versagte aber nicht. Im Angriff war Sobeck doch etwas zu langsám. Schulz fiel gegen Ballendat, Marske und Hahn stark ab. Der linke Flügel Hahn=Marske kombinierte im Feld vorbildlich, fand aber bei Janes durchweg seinen Meister. Krause sand während des ganzen Kampfes nicht seine frühere Form. Schwarz im Tor lieferte ein Spiel ohne Höhepunkte. Wie die Tore fielen: Mit großem Jubel wurden beide Mannschaften von den Zuschauern bei ihrem Einmarsch in das Stadion empfangen. Brandenburgs Elf fand sich mit den sieben Hertha=Spielern schneller, doch der Niederrhein hatte den heftigen Wind zum Bundesgenossen. Beide Sturmreihen hatten gleich zu Beginn gute Torchancen, die aber auf dem lockeren Boden vergeben wurden. In der 30. Minute fiel dann ganz überraschend das Führungstor für den Niederrhein. Eine weiche Albrecht=Flanke hob Raddatz stark bedrängt ins eigene Netz. Nach dem Wechsel drehten die Brandenburger zunächst stark auf, konnten den Ausgleich aber nicht erzwingen, denn wieder ganz überraschend fiel der zweite Treffer für die Gäste, den Stoffels vorbereitet hatte und von Günther in der 53. Minute erzielt wurde. Die Berliner waren jetzt etwas entmutigt. Das Eckenverhältnis stand 5:8 für den Niederrhein, als Hahn in der 65. Minute das Ergebnis auf 2:1 stellte. Die Zuschauer feuerten ihre Elf mächtig an, doch hatten die Brandenburger wenig Glück. Vom Anstoß an gehl Soymann schon in der 66. Minute durch und erzielte den dritten Treffer für den Niederrhein. Vier Minuten später trug der rechte Berliner Flügel einen Angriff vor, Albrecht zögerte einen Moment, das Leder kam zu Marske, und das Spiel stand 3:2. Brandenburg setzte nun alles auf eine Karte, um auch noch den Ausgleich zu schaffen, stürmisch angefeuert von den Zuschauern. Mit erstaunlicher Ruhe läßt Janes den Berliner Sturm leerlaufen. In der 85. Minute fällt dann schließlich das entscheidende Tor. Albrecht flankt über Schwarz hinweg zu Günther, der einschießt. Großer deutscher Reitersieg Deutschland siegt im Preis der Nationen Der Preis der Nationen sah in diesem Jahre nur vier Ländermannschaften— Frankreich, Ungarn, Holland und Deutschlann— im Wettbewerb, von denen Ungarn und Holland teilweise mit Zivilreitern antraten und für den Ausgang schon nach dem ersten Umlauf nicht mehr in Frage kamen. Das Springen gestaltete sich vielmehr zu einem Zweikampf Deutschland— Frankreich, in dem die deutschen Reiter wiederum ihre klare Ueberlegenheit zeigten. Schon nach dem ersten Parcours lagen unsere Vertreter mit allerdings nur knappem Vorsprung von vier Fehlern gegenüber acht der Franzosen in Front, während Ungarn hier schon 24½ und Holland 28½ Minuspunkte hatte. Hptm. von Barnekow auf Olaf und Rittm. K. Hasse auf Tora, zu denen sich noch der Franzose Lt. de Busnel auf Champagne gesellte, brachten den Kurs fehlerlos hinter sich. Alchimist hatte sich am Rick versehen, während Baccarat das schwierige Gatter nicht fehlerfrei gesprungen hatte. Im zweiten Umlauf trat die große Klasse der deutschen Reiteroffiziere ganz klar in Erscheinung. Alle vier bewältigten den Parcours ohne jeden Fehler, so daß lediglich die vier Strafpunkte von Alchimist— Baccarat, der ebenfalls im ersten Gang vier Fehler aufwies, wurde nicht mehr gewertet- in der Gesamtwertung auf dem Konto Deutschlands erschienen. Die französischen Pferde fielen im zweiten Umlauf durch ihre eftigkeit auf und verdarben dadurch viel. Die vorher fehlerlos gebliebene Champagne machte acht Fehler, Volant III wiederum vier und Saida einschließlich Zeitfehler sogar 8¾.— Die Ungarn behaupteten ihren dritten Platz durch Schmeling soll betrogen werden Geld erreicht alles— Titelkampf Louis—Braddock? Die unheilvolle Arbeit der Hintermänner im amerikanischen Borgeschäft zielt darauf ab, unsern Max Schmeling um sein wohlverdientes und vertraglich zugesichertes Recht auf einen Titelkampf mit Weltmeister Braddock zu bringen. Aus Chikago teilt die Athletikkommission des Staates Illinois mit, daß am kommenden Montag Louis und Braddock einen Vertrag unterschreiben werden, auf Grund dessen sie am 15 Juni in Chikago einander im Rina gegenübertreten. In Aussicht genommen ist als Kampfplatz das am Seeufer gelegene berühmte SoldiersField, das 125000 Zuschauern Platz bietet. Man schätzt schon jetzt die Mindesteinnahme auf eine Million Dollar. Beide Boxer sollen verpflichtet werden, am 1. Mai mit dem Training in der Nähe von Chikago zu beginnen. Die Leitung des Neuyorker Square Garden droht zwar mit dem ordentlichen Gericht, und die Boxkommission des Staates Neuyork, die allein das Recht auf einen Weltmeisterschaftskampf besitzt, kündigt an, Braddock den Titel abzuerkennen. Doch alle Gegenmaßnahmen scheinen nicht viel zu fruchten. Hinter Chikago steht das Geld in der Person des Millionärs Sheldon Clark, der durch Mike Jakobs dem Weltmeister für einen Kampf mit Louis eine Garantie von 500000 Dollar anvietet. Jakobs, der Schmeling und Louis unter Vertrag hat, setzt sich voll für eine Begegnung Braddock=Louis ein, da er sich hiervon mehr Einnahme als von dem Neuyorker Kampf verspricht. Selbst Schmeling geneigte Kreise betrachten die Lage für den Deutschen als hoffnungslos; denn man ist überzeugt, daß er diesmal endgültig um seine rechtmäßigen Ansprüche betrogen werden soll. Auch ein Prozeß macht dem Betreuer Braddocks, Joe Gould, wenig Kopfschmerzen, denn mit der halben Million Dollar Vorgarantie und der Hälfte der Kasseneinnahmen aus dem Chikagoer Kampf hofft man, alle Ansprüche der Metropole zu befriedigen. Ja, man ist sogar der Gewißheit, daß die erheblichen finanziellen Zuwendungen die in Neuyork noch aufbegehrenden Stimmen bald zum Schweigen bringen werden. * Soweit das amerikanische Kabel, aus dem allerdings nicht mit Bestimmtheit hervorgeht, daß es sich bei der Begegnung Braddock— Louis um einen Titelkampf handeln muß. Auch würde der Chikagoer Kampf nicht abhängig gemacht von einer Nichtaustragung der Weltmeisterschaftsbegegnung Braddock— Schmeling. Es kann also durchaus möglich sein, daß Braddock am 3. Juni gegen Schmeling seinen Titel verteidigt und unabhängig davon, ob mit oder ohne Erfolg, am 15. Juni in Chikago auf den Neger Joe Louis trifft. b man in USA. nach einem Titelkampf Braddock— Schmeling noch das zum finanziellen Erfolg nötige Interesse für den Chikagoer Kampf hat, bezweifeln wir. einen fehlerlosen Parcours von Mursa unter Oblt. Szarka. In der holländischen Mannschaft war, wie erwartet, Oblt. Greter auf Ernica der weitaus beste Vertreter mit insgesamt 12 Fehlern. Er fand jedoch bei seinen Landsleuten zu wenig Unterstützung. Der Parcours bestand aus zwölf Hindernissen, darunter einige Doppelsprünge, die größte Schwierigkeiten bereiteten. Der 1,60 Meter hohe Stangensprung und die 1,50 Meter hohe Mauer waren nicht so schwierig zu nehmen als das Doppelgatter im Anschluß an den Graben, an dem die meisten Teilnehmer scheiterten. Selbst ein so sicherer Springer wie Baccarat kam nicht um diese Klippe herum und ebenso zog sich auch Ernika hier ihre Fehler zu. Der Olympiasieger Tora bot wiederum eine ganz große Leistung, nachdem sie beim bisherigen Verlauf des Turniers immer etwas enttäuscht hatte. Deutschland stellte zudem auch die beiden besten Einzelreiter in Hptm. v. Barnekow auf Olaf und Rittm. K. Hasse auf Tora, die dadurch beide den Ehrenpreis des Reichsministers Dr. Frick erhielten. Die große Dressurprüfung um den Preis des Reichskriegsministers vereinte mit Ausnahme des Olympiasiegers Kronos die besten Dressurpferde Europas. Sie erschienen bereits vorgeführt in der Bahn. Den Sieg errang, wie schon so oft, der schwedische Rittm. von Adlercreutz auf seiner berühmten Stute Teresina vor dem Östpreußen Lapislazuli, dessen zweiter Platz die größte Ueberraschung in diesem Wettbewerb bedeutete. Der Dank des Führers für die siegreichen deutschen Reiter. Nach Beendigung des Großen Mannschaftswettbewerbes um den Preis des Führers und Reichskanzlers empfing der Führer alle vier Mannschaf. ten, die an dem höchsten Wettbewerb des diesjährigen Reit= und Fahrturniers teilgenommen hatten. Der Führer überreichte dem Chef der dentschen Mannschaft, Rittmeister Momm, den von ihm gestifteten Preis, die Bronzestatne des berühmten Trakehners„Tempelhüter“. Mit Worten höchster Anerkennung dankte der Führer allen vier deutschen Reitern für ihre hervorragende Leistung und sprach ihnen seine herzlichen Glückwünsche aus. Der Führer ließ sich darauf die Mitglieder der französischen, ungarischen und holländischen Mannschaft vorstellen und dankte auch ihnen für ihr hervorragendes Reiten. Reichsminister Dr. Frick überreichte den beiden deutschen Reitern Rittmeister Kurt Hasse und Hauptmann von Barnekow den von ihm gestifteten Preis für die beste Einzelleistung des Wettbewerbs. Jubel um die siegreichen deutschen Reiter. Die Begeisterung der Tausende über die hervorragenden Leistungen der deutschen Reiter erhöhte sich noch mehr, als das Endergebnis mit dem ganz überlegenen Sieg der deutschen Reiter bekannt wurde. Danach hat Deutschland den Preis des Führers und Reichskanzlers nach der Zusammenzählung der drei besten Ritte der sechs Umläufe mit insgesamt vier Fehlern gewonnen vor Frankreich mit 28¾, Ungarn mit 36¼ und Holland mit 56¾ Fehlern. Italien kauft deutsche Pferde Hannoveraner als Reitpferde nach Tripolis Eine italienische Offiziers=Abordnung besuchte in diesen Tagen die Hochzuchtgebiete des hannoverschen Pferdes, um dort einige Ankäufe zu tätigen. Die Kommission, die in erster Linie Wert auf große und angerittene Pferde mit gutem Reitmodell legte, erwarb insgesamt acht Hannoveraner, die in der Kolonie Tripolis in Nordafrika zu Reit= und Turnierzwecken verwandt werden sollen. Die großen Erfolge der deutschen Warmblüter auf allen internationalen Turnieren und vor allem bei den Olympischen Spielen, haben es mit sich gebracht, daß sich unsere Warmblutzucht noch höherer Wertschätzung im Auslande erfreut und so greift auch Italien erneut auf deutsche Pferde zurück. Die acht Hannoveraner sollen gleichzeitig auf ihre Brauchbarkeit im Turniersport geprüft werden und ihre neuen Besitzer denken dabei schon an die Olympischen Spiele in Tokio. Zwar kann Ballendat drei Minuten vor Schluß noch den dritten Treffer für Brandenburg erzwingen, am Sieg Niederrheins ist aber nichts mehr zu ändern. Das Spiel in Leipzig Sachsens Fußball=Sieg über Baden 4:3. Im zweiten Vorschlußrundenkampf der Fußballgaumannschaften siegte in Leipzig vor 18000 Zuschauern der Pokalverteidiger über Baden gleichfalls mit 4:3(1:1). Das Treffen wurde auf der Anlage des deutschen Vereinspokalmeisters VfB Leipzig ausgetragen. Während also Sachsen seine stärkste Mannschaft ins Feld stellen konnte, mußte Baden mit nochmals umgestellter und dadurch geschwächter Angriffsreihe antreten. Die Mannschaft war aber noch stark genug, um den Pokalverteidiger zu einem offenen und zähen Kampf um den Sieg herausfordern. Die Grün=Weißen kamen sofort gut ins Spiel. Die geringe Feldüberlegenheit in den ersten zehn Minuten brachte jedoch nichts ein, zumal Munkelt und Helmchen über eine halbe Stunde benötigten, um zu guten Leistungen aufzulaufen. Die Rot=Schwarz gekleideten Gäste blieben die Antwort nicht schuldig, und die prächtigen Vorstöße ihrer Sturmreihe schafften wiederholt Gefahren vor dem Sachsentor. Die Ausbeute waren zunächst auf beiden Seiten einige Eckbälle, bis in der 40. Minute Sachsen die Führungan sich reißen konnte Badens Tormann Drayß war dem anstürmenden Kund entgegengelaufen, doch im letzten Augenblick war Hähnel schneller am Leder. Die Freude der Zuschauer währte nicht allzu lange denn schon vier Minuten später hatte Baden durch einen etwas glücklichen Erfolg den Ausgleich erzielt. Bei einem Flankenwechsel wehrte Kreisch das Leder mit dem Kopf ab. Der Ball rutschte jedoch rückwärts ab, und bevor Kreß eingreifen konnte, lag das Leder schon im Tor. Im zweiten Abschnitt verschärften beide Mannschaften ihre Bemühungen. Bereits vier Minuten nach Wiederbeginn ging Helmchen in unwiderstehlicher Art durch die feindlichen Reihen und schloß seinen Alleingang mit einem erfolgreichen Torschuß ab. Die Sachsen waren nun mächtig im Zug, und in der folgenden Minute köpfte Rose zu Helmchen, und der Halbrechte schoß ohne zu zaudern hart in eine Torecke. Die Badener gaben den Kampf noch nicht verloren, und in der 68. Minute drückte Hessenauer einen Flankenball von Fischer zum zweiten Treffer über die Linie. Mehrmals waren nun die Gäste dem Ausgleich sehr nahe, aber die Hoffnungen schwanden, als in der 76. Minute abermals Helmchen den Vorsprung seiner Mannschaft auf 4:2 Tore erhöhen konnte. Vorher hatte der gleiche Spieler einen Elfmeterball verschossen. Die Südeutschen rissen sich nun zu einem schönen Endkampf zusammen. Sachsens Abwehr hatte alle Hände voll zu tun. Einige Eckbälle waren glücklich überstanden, dann brannte Fischer auf eigene Faust durch und schoß unhaltbar für Baden das dritte Tor. Endspiel in Berlin Das Fachamt Fußball teilt mit, daß der Schlußkampf um den Reichsbundpokal der Ganmannschaften von Sachsen und Niederrhein am 28. Februar in Berlin veranstaltet wird. Die Spielstätte wird noch bekanntgegeben. Maßgebend für den Beschluß war in erster Linie der großartige äußere Erfolg des Berliner Vorschlußrundenspiels zwischen Brandenburg und Niederrhein im Poststadion, das nach der Kassenabrechnung von 35 000 Personen besucht war. Weiterhin stehen sich die Endspielgegner in der Reichsauptstadt am 28. Februar auf neutralem Boden gegenüber. Neuer Nixen=Rekord Bei den Vergleichskämpfen der Berliner Schwimmer und Schwimmerinnen glückte es der Lagenstaffel von Nixe Charlottenburg im Sportforum=Bad über 3 mal 100 Meter mit 4:03,1 Min. einen neuen deutschen Rekord aufzustellen. Die alte Bestleistung wurde gleichfalls von den Nixen gehalten und stand auf 4:11 Minuten. Die Spiele der Gauliga Herten nimmt Schalke den ersten Punkt ab Tus Bochum dem Abstieg verfallen?— Germania auf eigenem Platz besiegt In Fortsetzung der Punktejagd der westfälischen Gauliga brachte der letzte Sonntag wieder einmal Ueberraschungen am laufenden Band. Vier Spiele standen zur Erledigung, die bei schönstem Wetter regen Zuspruch fanden. Steht nach wie vor die Abstiegsfrage im Vordergrund all der Geschehnisse auf dem grünen Rasen, so richtet man doch auch den Blick auf Schalke 04, denn man erwartete einen ungeschlagenen Westfalenmeister. Daß es aber anders kommen kann, bewies das Treffen in Herten, wo die Schalker auf die dortige Spielvereinigung trafen. Die Hertener setzten sich gegen den großen Gegner voll ein und erzwangen ein Unentschieden von 4:4, das allenthalben aufhorchen läßt. Zwar spielte Schalke technisch sein Spiel, aber die Spielvereinler setzten dem einen verbissenen Kampfeifer entgegen, und so ist das Unentschieden zu erklären. Damit ist auch Schalke 04 als letzte deutsche Einheit in der Tabelle zu finden, die nicht mehr ohne Minuspunkte dasteht. In der zweiten Begegnung Germania Bochum— SV. Rotthausen stand nicht allzuviel auf dem Spiel, denn beide Mannschaften haben sich einen guten Tabellenplatz gesichert. Das Spiel selbst verlief trotzdem recht spannend und endete mit einem 3:1=Siege des SV. aus Rotthausen. Ueberraschend kommt dieser Ausgang insofern, da Bochum auf eigenem Gelände geschlagen wurde. Die beiden übrigen Begegnungen brachten dann viell Interessantes, denn hier lagen zwei vom Abstieg arg bedrohte Einheiten im Kampf. Zunächst die Begegnung SV. Höntrop— TuS. Bochum. Die Höntroper zeigten sich auf eigenem Gelände groß in Form und fertigten die Bochumer glatt mit 4:0— das Ergebnis stand bereits bei der Pause fest— ab. Damit dürfte das Ende für die Bochumer hereingebrochen sein, denn mit 22 Minuspunkten dürfte der Abstieg so gut wie sicher sein. Zwar hält der SV. Höntrop vorerst noch die zweitletzte Position in der Tabelle, liegt aber noch mit zwei Spielen zurück, so daß bei weiteren Siegen noch ein guter Mittelplatz herausspringen kann. Die Borussia aus Dortmund stellte sich in Herne bei der Westfalia vor und kam zum ersten Siege, der auf fremden Gelände erfochten wurde. Die Herner hatten bis zum Wechsel noch eine knappe 3:2=Führung, dann kam Borussia aber gut ins Spiel und schaffte mit zwei weiteren Treffern den 4:3=Siea. Erle 08 als Abstiegsanwärter benutzte den freien Sonntag zum Freundschaftskampf gegen Union Gelsenkirchen und wurde überraschend mit 3:1 geschlagen. Spielvg. Herten— Schalke 04 4:4(1:3) Germania Bochum— SV. Rotthausen 1:3(0:1) SV. Höntrop— TuS. Bochum 4:0(4:0) Westfalia Herne— Bor. Dortmund 3:4(3:2) FC. Schalke 04 Westfalia Herne SV. Rotthausen SpVgg. Herten Germania Bochum Borussia Dortmund SuS. Hüsten 09 Erle 08 SV. Höntrop TuS. Bochum 60:12/23: 1 40:26 19:13 30:27 17:13 31:29 15:13 24:26 15:13 32:26 14:14 26:26 14:16 23:54 10:20 19:25 9:17 16:50 6:22 Verbissener Kampfeifer Spielvereinigung Herten— Schalke 04 4:4(1:3) Wohl selten hat man am Katzenbusch die Elf der Spielvereinigung mit einem derartigen Einsatz kämpfen sehen, wie im Spiel gegen den großen Gegner aus Schalke. Den spielerischen Feinheiten der Knappen setzten die Hertener einen erhöhten Eifer und einen kämpferischen Willen entgegen, so daß ein— nimmt man die Gesamtwertung des Spiels als Maßstab— verdientes Unentschieden von 4:4 heraussprang. Damit gaben die Schalker in ihrem 12. Spiel den ersten Minuspunkt ab. Schalke spielte oyne Tibulski und Gellesch. Herne präsen tierte sich in stärkster Besetzung. Schaar auf Rechtsaußen und Hecht als rechter Verbindungsstürmer waren eine wirksame Ergänzung der linken Sturmseite mit Dreinert und Gasber, während Zymner mit großem Erfolg den Mittelstürmerposten einnahm. Die Schalker, die überzeugtofsen spielten, ohne auf betonte Deckung Wert zu legen, hatten in der ersten Hälfte leichte Vorteile, obwohl Herten durch Zymner nach 20 Minuten in Führung ging. Eine Vorlage von Hecht nahm Zymner geschickt an und nach Täu schung der Schalker Verteidigung hieß es 1:0 für Herten. Kurz darauf konnten allerdings die Schal ker durch Berg ausgleichen. Nach der Kombina tion von Szepan=Kuzorra leitete letzterer an Berg, der nur einzuschießen brauchte. In kurzen Abständen fielen für die Schalker bis zum Wechsel hessen überrascht Niedersachsen in Kassel 3:1 besiegt Nach der Neuordnung im deutschen Sport ka men die Fußballgaue Nordhessen und Nie dersachsen am Sonntag in Kassel vor 6000 Zuschauern im ersten Freundschaftskampf zusammen. Das Spiel stand ganz im Zeichen zweier aufmerksamer Hintermannschaften. Nordhessens Sturm arbeitete die besseren Tormöglichkeiten heraus, so daß Niedersachsen mit 3:1(1:0) besiegt wurde. Mit Sonne und Wind im Rücken begann Hessen den Kampf. Sonnrein mußte verschiedene sehr kritische Situationen klären, tat dies aber mit gewohnter Sicherheit. In der 35. Minute fiel durch den Mittelstürmer Istel(Sportvereinigung Kassel) das erste Hessentor, bei dem es bis zur Pause blieb. Nach dem Wechsel erhöhte der Linksaußen Kleim(Kassel 03) auf 2:0, ehe Lipke(Germania Wolfenbüttel), der für Lachner Niedersachsens Angriff führte, auf 2:1 aufholte. In der 83. Minute stellte Nordhessen durch ein drittes Tor von Eisenreich(VfB. Friedberg) seinen Sieg sicher. noch zwei schöne Tore. Einmal war es Kuzorra, der nach einem geschlossenen Angriff zum Schuß kam und dann konnte Pörtgen im Anschluß an eine Ecke das Leder über die Linie befördern. In der zweiten Hälfte kamen die Hertener stark auf und als Schaar von Schweißfurth im Strafraum unfair gelegt wurde, gab es einen Elfmeter, den Zymner glatt verwandelte und die Spielvereinigung auf 3:2 heranbrachte. Durch kämpferischen Einsatz kamen die Hertener dann durch Dreinert zum Ausgleich, aber zehn Minuten später schoß Kuzorra aus einem Gedränge kurz vor dem Hertener Tor für die Knappen den vierten Erfolg. Die Hertener gaben sich aber noch nicht geschlagen und Dreinert schaffte zum guten Schluß dann noch das Unentschieden von 4:4. Die Schalker hatten noch einmal Gelegenheit, den Sieg an sich zu reißen, aber einen Bombenschuß von Kallwitzki prallte von der Latte ab. Das Ende für TuS? Höntrop— TuS. Bochum 4:0(4:0) Auf eigenem Gelände konnten die Rothosen vom Hellweg über ihren Gegner TuS. Bochum glatt mit 4:0 erfolgreich bleiben und damit besteht für die Höntroper alle Aussicht, sich den Verbleib in der Gauliga zu sichern. Die Bochumer mußten auf Maßmeier und Menski verzichten, während Höntrop in stärkster Besetzung den Kampf aufnahm. Nach den ersten Tastversuchen auf dem schweren aber durchaus spielbaren Boden schälte sich eine klare Feldüberlegenheit der Höntroper heraus, die nach mehrfachen Vorstößen bereits in der 15. Minute durch den Halblinken Przetak in Führung gingen. Den vom Bochumer Torhüter Friedrich zu schwach abgewehrten Ball konnte er leicht eindrücken. Eine weitere schöne Torchance verpaßte Höppner, als er von Przetak nach einer geschickten Täuschung freigestellt wurde. Tus.' Gegenangriffe scheiterten an der aufmerksamen Arbeit der Halbreihe mit Drescher, Ox und Reinke, und was darüber hinaus kam, erledigte Höntrops Verteidigung mit Timpert I und Jost. Bereits in der 22. Minute konnte Timpert II eine ausgezeichnet von links hereingegebene Flanke glatt einschießen. Friedrichs war gegen diesen Ball machtlos. Und wiederum konnte Timpert II in der 29. Minute für seine Farben erfolgreich sein, als er einer Steilvorlage von Reinke nachspurtete, nach schnellem Platzwechsel in der Mitte auftauchte und wuchtig und plaziert zur 3:0=Führung einschoß. Der Anstoß der Bochumer wird sogleich abgefangen, und nach einem schnellen Vorstoß der linken Höntroper Sturmseite kann Mittelstürmer Knust noch vor der Pause auf 4:0 erhöhen. Nach diesem Ergebnis war für die zweite Hälfte mit einer beträchtlichen Erhöhung der Torspanne zu rechnen. Wenn diese ausblieb, so lag das an der deutlich zutagetretenden Uebeholfenheit der Höntroper Stürmer. nern ein gleichwertiger Gegner, so daß das erzielte 1:1=(1:1)=Unentschieden den Leistungen beider Mannschaften gerecht wird. Rot=Weiß Essen, das den Homberger SpV. knapp 3:2(1:0) schlug, macht sich nach diesem erneuten Punktoerlust der Hamborner wieder berechtigte Hoffnungen auf den Gruppensieg. Der Meidericher SpV. hatte gegen Sterkrade 06/08 nichts zu bestellen und wurde sicher 0:3(0:1) geschlagen. Westende Hamborn gewann gegen Preußen Essen 2:1(1:0). Mit dem gleichen Ergebnis schickte Viktoria Oberhausen Cleve 03 geschlagen nach Hause, wayrend Borussia Rheinhau, sen über Thyssenhütte Hamborn knapp mit 3:2(2:1) triumphierte. Niederlage auf eigenem Boden Germania Bochum— SV. Rotthausen 1:3(0:1) Der SV. Rotthausen landete in Bochum bei der Germanig vor rund 2000 Zuschauern einen 3:1=Sieg, der auf Grund der besseren Stürmerleistungen verdient ist. Die Bochumer spielten ohne den Mittelläufer Kölling und rechten Läufer Lasar, wodurch eine Umstellung erforderlich wurde, diese bewährte sich nicht gut, es fehlte dem Sturm vor allem die nötige Unterstützung der Halbreihe. Bei Rotthausen spielte erstmals wieder Sylla mit, dem wohl seine 14tägige Ruhepause nicht gut bekommen zu sein schien, denn er erreichte nicht seine gewohnte Leistung. Die ersten Minuten standen im Zeichen der Bochumer, die auch einige schöne Sachen herausarbeiteten. Aber einmal war es Hempel, der in letzter Sekunde klärte, und dann rettete der Torpfosten. Aber auch Rotthausen wartete mit energischen Gegenangriffen auf. Sylla verspielte sich zuviel im Strafraum und so hatte die Böchumer Verteidigung immer Zeit, rechtzeitig dazwischen zu fahren. Am Ende blieben die Bochumer infolge der besseren Gesamtleistung der gegnerischen Stürmer mit 3:1 auf der Strecke. Kray 04 besiegt den Altmeister Quer durch die Bezirksklasse des Gaues Niederrhein Am ersten Februarsonntag konnte das recht umfangreiche Meisterschaftsprogramm in der Nie. derrhein=Bezirksklasse bei schönem Fußballwetter reibungslos durchgeführt werden. Bei fast allen Begegnungen wurde erbittert um die Punkte gekämpft und in mehreren Fällen blieben die favorisierten Mannschaften auf der Strecke. Gruppe Altenessen In der Gruppe 2 siegte der bisher stark enttäuschende VfB. Hilden. Die Hildener schlugen trotz zahlreichem Ersatz den Spitzenreiter, BV Altenessen, auf Grund der besseren zweiten Hälfte verdient mit 4:2(1:2). Der Vorsprung der Altenessener beträgt nunmehr nur noch viet Punkte vor Ratingen 04, das gegen den BV 04 Düsseldorf zu einem sicheren 3:1=(1:1). Siege kam. TuraEssen raffte sich angesichts des drohenden Abstieges gegen den SC. Cronenberg zu einer Energieleistung zusammen und holte sich durch einen 3:1=(1:1)=Sieg zwei wertvolle Punkte Blau=Gelb Wuppertal(früher SSoVag Barmen) mußte sich gegen den Tabellenletzten Eller 04, mächtig anstrengen, um zu einem knappen 2:1=(1:1)=Siege zu kommen. Der SSV. Velbert war der TSG. Langerfeld in technischer Hinsicht überlegen und gewann nach hartem Kamp verdient 2:1(0:1). Gruppe Langenberg Die Gruppe 3 hatte ihre Sensation in der Niederlage von TuS. Ronsdorf. Die Ronsdorfer waren gegen Bayer-Leverkusen gerade nicht in bester Verfassung und wurden auch promp 1:2(0:2) geschlagen. Sie verlieren dadurch zwei äußerst wertvolle Punkte, die sie vielleicht um den Gruppensieg bringen. Der BV. Stoppenbera konnte nur mit Ach und Krach und erst in den letzten Minuten Germania Wuppertal mit 5:4(1:2) besiegen. Die Tabellenspitze übernahmen die Barmer Schwarz=Weißen die sich gegen TuS. Helene Altenessen in bester Form befanden und unerwartet hoch 5:0 (0:0) gewannen. Sehr schwer hatte es auch der vierte Anwärter auf den Gruppensieg, der VfR Öhligs, um gegen den Abstiegskandidaten Solingen=Gräfrath durch einen knappen 2:1(0:1)=Sieg zu beiden Punkten zu kommen. Der BV. Lüttringhausen schlug den SSV. Oberkassel erwartungsgemäß mit 4:2(1:1), während sich der Düseldorfer SC. 99 nach einem harten Punktekampf dem VfB. Eintracht Düsseldorf mit 2:3(1:2) beugen mußte. Schw.=W. Wuppertal TuS. Ronsdorf VfR. Öhligs BV. Stoppenberg TuS. Helene Essen Bayer Leverkusen BV. Lüttringhausen Eintracht Düsseldor SpV. Langenberg Düsseldorf 99 Solingen=Gräfrath Germania Wuppertal SSV. Oberkassel Gruppe Speldorf In der Gruppe 4 strebt der VfvB. Alsum mit Riesenschritten dem Gruppensieg entgegen, zumal seine Verfolger sich auch gestern wieder Punktverluste leisteten und so den Alsumern die Erringung der Meisterschaft noch erleichtern. Die Alsumer überzeugten gegen den SV. Duissern gerade nicht, aber es reichte doch zu einem 1:0=(1:0)=Siege Der VfB. Mülheim unterlag gegen den SC Österfeld überraschend mit 1:3(1:2), und auch die 1:2=(0:0)=Niederlage des Duisburger SpV gegen Kray 04 entspricht nicht der„Papierform“ Der 1. FC. Styrum hatte gegen den SV. Lintfort spielerisch klare Vorteile, die sich in einen sicheren 4:0=(2:0)=Erfolg auswirkten. Union Krefeld mußte gegen die eifrige Elf von Cleve 63 eine knappe 2:3=(2:2)=Niederlage einstecken. BfV. Alsum SC. Osterfeld VfB. M.=Speldorf Duisburger SpV. Union Krefeld Meiderich 06 SpV. Duissern Kray 04 Kleve 63 VfB. Lohberg 1. FC. Styrum SpVg. Lintfort Gruppe Rot-Weiß Essen In der Gruppe 5 leistete sich der Tabellenfüh rer Union Hamborn einen weiteren Punktverlust. Der VfvB. Ruhrort war den HamborDas hat geklappt Duisburger SpV— Kray 04 1:2(0:0). Von den zahlreichen Zuschauern wird schwerlich einer mit Befriedigung den Platz verlassen haben, denn was sich da so alles vollzog, hatte mit Meisterschaftsfußball kaum etwas gemein. Die Zeit verrann langsam, weil keine Tore fielen. Auf beiden Seiten Stürmerreihen, die sich an Hilflosigkeit geradezu übertrafen. Bis auf den Mittelstürmer und den Rechtsaußen spielte bei Kray 04 alles unter dem Durchschnitt. Ausnahmslos gefallen konnte die Abwehr, während es auch in der Halbreihe nicht so recht klappen wollte. Alte Leiden äußerten sich also. Wer nun geglaubt hatte, mit dem Seitenwechsel wäre die Wendung gekommen, der wurde eines anderen belehrt. Es ging im alten Trott weiter bis etwa Mitte der Halbzeit. Da bot sich den Gästen bei einem Strafstoß die große Gelegenheit, zu der man auch endlich beherzt griff. Kaum eine Minute später stellte der Sturmführer der Krayer auf 2:0. Da konnte man es schon eine Zeitlang aushalten. Und es ging tatsächlich gut. Die Gästedeckung begegnete den wenigen Angriffen der Duisburger, die meist unbedeutend waren, mit dem besten Erfolg, und so hatte sich der Platzverein bis fünf Minuten vor Schluß zu bescheiden. Durchbruchsartig war der Spielverein durchgekommen und im richtigen Augenblick schnellte der Mittelstürmer hoch, um mit dem Kopf einzusenden. Dann war Schluß. Tapfer geschlagen SpV. Langenberg— Rot=Weiß Oberhausen 2:4(0:1). In Langenberg erlebten 1500 Zuschauer einen schnellen und schönen Kampf, in dem sich die Langenberger überraschend gut hielten und besonders vor der Pause durch großen Eifer den Gauligisten starken Widerstand entgegensetzten. Das spielerisch bessere Können der Oberhausener war zwar unverkennbar, doch hatten sie ihre Mühe, den Widerstand der Bergischen zu brechen. Vor der Pause schoß der Halblinke Günther das Jührungstor. Oberhausen erhöhte auf 0:2, doch kam Langenberg zehn Minuten später durch den Halbrechten Kirsch zum ersten Gegentreffer. Nachdem die Platzbesitzer verschiedentlich mit ihren Angriffen Pech gehabt hatten, kamen die NotWeißen durch den Rechtsaußen Winczek noch zu zwei weiteren Trefsern. Vier Minuten vor Schluß verringerte Sternberg auf 2:4. Essen 91 ist Gaumeister Hilgen 30 mit 15:3 besiegt In der Niederrhein=Gauklasse ist am Sonntag die Entscheidung gefallen: Eiche 91 Essen sicherte sich durch einen klaren 15:3=Sieg über Hilgen 1930 zum zweiten Male den Meistertitel. Die Essener haben zwar am nächsten Sonntag noch einen Kampf in Hochemmerich gegen den dortigen KSV. nachzuholen, doch ist der Ausgang des Treffens belanglos geworden, da sie nicht mehr einzuholen sind. Zu dem Treffen selbst hatte sich nicht die gewohnte große Anhängerschar eingefunden. Hilgen erschien ohne den Leichtgewichtler, wodurch Eiche 91 schon auf der Waage durch Sterbenk drei kampflose Punkte verbuchte. Das Endergebnis von 15:3 täuscht über die wirkliche Kampfkraft der Gäste= die durchaus ebenbürtige Gegner abgaben. handballmeisterschaft im Westen hindenburg-Minden siegt weiter— Spiele am Niederrhein In den fünf Spielen der westfälischen Handball=Gauliga stand als Hauptbegegnung der Kampf von Hindenburg Minden gegen Eintracht Dortmund; fragte es sich doch, ob die Dortmunder stark genug waren, um den Mindenern doch noch den Weg zur Meisterschaft zu versperren. 2000 Zuschauer sahen für die Mindener, die nach dem Wechsel nur mit zehn Mann spielten Röttger wurde kurz vor der Pause des Feldes verwiesen— sehr schwarz, da die Partie bis dahin noch unentschieden 1:1 lautete. Aber es kam wieder einmal anders. Die Mindener gestalteten trotz dieser Schwächung das Spiel überlegen und hatten zum guten Schluß einen knappen, aber verdienten 5:3=Sieg. Von den übrigen Begegnungen interessiert zunächst der Sieg vom MSV Münster mit 12:8 über Schalke 04. da die Münsteraner hierdurch wieder Anschluß gefunden haben und dem Abstieg vielleicht noch entgehen können. Westfalia Somborn sicherte sich auf eigenem Gelände über den TV Spenge einen 11:8=Sieg, während Arminia Bielefeld im Lokaltreffen Grün=Weiß auf eigenem Gelände knapp mit 7:5 schlagen konnte. Für die Grün=Weißen aus Bielefeld stand der Abstieg bereits fest, nur fragt sich, wer sich als Begleiter einstellt. Diese Frage wurde auch am 7. Februar nicht beantwortet und so heißt es noch ein Weilchen warten. Im fünften Spiel des Sonntags siegte der DS C Hagen in Werdohl über die dortige Elf mit 8:4. Handball am Niederrhein Solingen 98 um einen Punkt zurückgefallen. Der Kampf um die Niederrhein=Gaumeisterschaft im Handball ist wieder etwas offener geworden, da dem Einspruch gegen das von Tura Barmen gegen TV Stoppenberg gewonnene Spiel stattgegeben wurde und dieses Treffen wiederholt werden muß. Indessen ist kaum daran zu zweifeln, daß die Tura in ihrer gegenwärtigen Form auch das Wiederholungsspiel auf eigenem Platz gewinnt. Vielmehr dürfte die Entscheidung bei dem Zusammentreffen der beiden Tabellenersten Tura und Solingen 08 in Barmen fallen. Der Sonntag brachte den Barmern, die im Lokalkampf gegen den SC mit 10:4 siegreich blieben, noch den Vorteil, daß sich Solingen 98 in Mülheim mit einer sogar noch recht glücklichen Punkteteilung im 3:3=Spiel zufriedengeben mußte. Der Vorsprung von Tura Barmen(27:3 P.) vor Solingen 98(25:5) beträgt nunmehr zwei Punkte und bei dem guten Torverhältnis der Barmer haben sie weiterhin die größten Aussichten, Meister vom Niederhein zu werden. Allerdings dürfen sie dann nicht in dem weiterhin noch ausstehenden Spiel in Mülheim straucheln. Drei Mannschaften beendeten am Sonntag bereits die Meisterschaftsspiele; neben SC Barmen sind dies die Rasensportler von Gerresheim, die sich mit einem 4:4=Achtungserfolg bei Kupferhütte Duisburg von der Gauliga verabschiedeten, und die Düsseldorfer Rhenanen, die dem SV Lintfort nach mäßiger Leistung mit 6:8 die Punkte überließen. Im Zahlenspiegel ist das Bild der diesjährigen Gaumeisterschaft wie folgt: Noru Der Winters mannsch lands S Mann, lief un nem Lar konnte. Staffeln zweiten Die bach ste Völke der Stat Strecke liche fla fünften Weststrefälle und Der sechs Lä Blicken seinen b auch als wechsel. nuten, d ten. Die weit zur Deutsche Abfahrer den Nor fahrt au Deutschl hatte 27 Eie 28:5 Der chener X weger H nen, übe brachtes Minuten ster Ma pech. U einer W. wir gege ren. De Sekunde sieger E und vor Gudmun ging. 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Siebzehn Sekunden trennten die beiden Staffeln, von denen die deutsche bereits durch den zweiten Mann in Führung gegangen war. Die Staffelkämpfe fanden in Thummersbach statt. Schon frühzeitig setzte eine wahre Völkerwanderung zur Kampfstrecke ein, da der Start schon um 9 Uhr gegeben wurde. Die Strecke bildete zwei Schleifen, von denen die östliche flacher war und vom zweiten, vierten und fünften Mann durchlaufen werden mußte. Die Weststrecke wies für die Läufer 1 und 2 großes Gefälle und Steigungen auf. Der Start erfolgte im dichten Nebel, der die sechs Läufer schon nach den ersten Schritten den Blicken der Zuschauer entzog. Oesterreich hatte seinen besten Mann eingesetzt und Rößner kam auch als Erster nach 35:22 Minuten zum Tuchwechsel. Der Norweger Odde brauchte 36:05 Minuten, der Deutsche Gerhard Schepe 36:20 Minuten. Die Tschechoslowakei lag mit 38:07 Minuten weit zurück. Auf der Weststrecke zeigte dann der Deutsche May sein Können im„Klettern“ und Abfahren Schon im ersten Drittel überholte er den Norweger Nils Eie und ließ nach seiner Abfahrt auch den Oesterreicher Hesse hinter sich. Deutschland führte beim zweiten Wechsel. May hatte 27:32 Mniuten, Hesse 28:53 Minuten und Eie 28:55 Minuten gebraucht. Der deutsche Vorsprung wurde von dem Münchener Xaver Kraisy noch vergrößert. Der Norweger Holte lief ebenfalls ein sehr gutes Rennen, überholte Dr. Schmidt(Oesterreich) und brachte sein Land an die zweite Stelle. Mit 33:40 Minuten war der Tschechoslowake Wetava schnellster Mann. Dann hatte unsere Staffel Rennpech. Unser vierter Mann, List, verlief sich an einer Waldstelle und unser schöner Vorsprung, den wir gegen die Norweger hatten, ging verloren. Deutschland führte aber immer noch mit 22 Sekunden, als unser bester Mann, der Langlaufsieger Eduard Büchel das Staffeltuch annahm und vor seinem großen Rivalen, dem Norweger Gudmund Heggstad, auf die letzten fünf Kilometer ging. Büchel war wieder in großer Form, es schien ausgeschlossen zu sein, daß ihn Heggstad überholen konnte— da verlief sich der Deutsche an der gleichen Stelle, die auch seinem Kameraden List viel Zeit gekostet hatte. Heggstad lief sogar hinter Büchel her, merkte aber dann, daß er nicht geradeaus, sondern nach links abbiegen mußte und kam so weit früher als Büchel auf die richtige Spur. Heggstad erreichte nach 27:58 Minuten gegen 28:37 Minuten von Dr. Büchel als Erster das Ziel und verschaffte Norwegen in der Gesamtzeit von 2:34:50 Stunden den Staffelsieg. Abfahrtsklasse unerreicht Roman Wörndle und Christl Cranz bestätigen ihre Siege Nachdem schon kürzlich bei den Wettkämpfen der Internationalen Garmisch=Partenkirchener Sport in und um Steele Die gestrigen Pokalspiele brachten wieder allerlei Ueberraschungen. Besonders die Mannschaften der unteren Klassen gaben sich alle Mühe, ihre klassenhöheren Gegner abzuhängen und in den meisten Fällen ist das auch restlos geglückt. Vielfach war es auch so, daß die klassenhöheren Mannschaften ihren Gegner zu leicht nahmen und am Schluß war dann das Unglaubliche wahr geworden. So blieben Mannschaften, wie Steele 09, Teutonia Ueberruhr und VfR. 09 Kupferdreh auf der Strecke. Steele 03— BV. Kettwig 5:2 Die alten Steeler bewiesen am Sonntag, daß sie doch noch da sind. Nach den hohen Niederlagen der letzten Sonntage hat sich die Mannschaft nun doch überraschend schnell wiedergefunden. Sehr gut spielten die 03er in der ersten Hälfte. Schon bei der Pause lagen sie durch 2 Tore von Böhmer und ein Tor von Hirner klar in Führung. In der zweiten Hälfte ließen die 08er es langsamer gehen. Die Kettwiger kamen zum ersten Gegentor, als Hirner dann die Partie auf 4:1 stellte, waren die Kettwiger endgültig geschlagen. Sie kamen zwar noch auf 4:2 heran, aber im Endspurt sorgte nochmals Böhmer für den fünften Treffer. Die Kettwiger stellten eine überaus eifrige Mannschaft, die aber manchmal reichlich hart spielte. Kray-Leithe— Steele 09 3:0 Daß auch die 09er gestern schon aus dem Pokalwettbewerb ausscheiden würden, hatte wohl niemand erwartet. Aber die Leither brachten das fertig. Unbekümmert spielten sie mit einem Rieseneifer und ließen den 09ern keine Chance. Schon nach 15 Minuten Spieldauer gingen die Leither durch den Rechtsaußen in Führung. Bei diesem Stande blieb es bis zur Pause. Auch in der zweiten Hälfte trat bei den Oern der erwartete Aufschwung nicht ein. Im Gegenteil, die Mannschaft ließ noch mehr nach. Die Leither brauchten sich längst nicht mehr so wie in der ersten Hälfte anzustrengen, und dennoch kamen sie zu zwei weiteren Toren, für die der Mittelstürmer und der linke Läufer, der kurz vor Schluß einen Weitschuß vom Stapel ließ, den 09's Hüter passieren ließ, verantwortlich zeichnen. Teutonia Ueberruhr— BV. Heidhausen 2:3! Die Heidhausener sind tatsächlich eine Pokalmannschaft, wie man sie nicht alle Tage sieht. Wintersportwoche die deutschen Abfahrtsläufer und Abfahrtsläuferinnen sich der ersten österreichischen Klasse überlegen gezeigt hatten, kam es am Samstag in Innsbruck zu einer weiteren deutsch=österreichischen Begegnung im Abfahrtslauf. Dieser Kampf, der als inoffizieller Länderkampf angesehen werden kann, war gewissermaßen für unsere alpine Läufergarde eine Generalprobe für die bevorstehenden FIS.Rennen in Chamonix. Deutschlands Vertreter belegten bei den Männern und bei den Frauen vor den Oesterreichern die ersten Plätze und bestätigten damit noch einmal nachdrücklich ihre führende Stellung. Wiederum waren es die Sieger von Garmisch=Partenkirchen, Roman Wörndle und die Olympiasiegerin Christl Cranz, die die ersten Plätze belegten. Ganz überragend fuhren bei den Mänern Roman Wörndle und Rudi Cranz. Beide zeigten tollkühne Geländesprünge. Wörndle war mit 7:17 Minuten 7.2 Sekunden schneller als der Freiburger. Bei den Frauen kam Christl Cranz abermals zu einem überlegenen Sieg. Gestern hatte sie noch in Zell am See bei den Akademischen Welt=Winterspielen gekämpft und sich drei Weltmeistertitel erobert, und 24 Stunden später sauste die Freiburgerin in überzeugendem Stil in Innsbruck den Hand hinab und siegte in Bochümer Bezirksklasse Ein frühlingsfroher Tag war den Sportlern beschieden, so daß die Vorbedingungen für eine restlose Dürchführung der Spiele gegeben waren. Ueberraschungen gab es direkt wohl keine, aber immerhin brachte der Draht Ergebnisse, die nicht ganz erwartet waren. Ueberall ging es ziemlich heiß her, versteht sich, denn wer will es einer Elf verdenken, wenn sie mit letzter Kraft das Schicksal zu meistern versucht. Die Lage hat sich nicht wesentlich geandert, Verschiebungen gab es nicht. Nur im Mittelfelde setzte sich Gevelsberg vor Witten 92. Wir gehen wohl nicht zu weit, wenn wir behaupten, der Schwerpunkt der Spiele lag in Linden, wo der MBV Linden eine Partie zu spielen hatte, die noch so eben gewonnen wurde. Es hätte nicht viel gefehlt, und die Sensation wäre dagewesen, denn bis zur Pause hatten die Dahlhauser mit 2:1 die Führung. Linden wartete mit einer unsicheren Mannschaftsleistung auf, vermochte aber bis zum Ende mit 3:2 den Sieg an sich zu bringen. Große Hoffnungen hatte man sich gemacht, einen rassigen Kampf zu erleben, aber weit gefehlt; es ging oft drunter und drüber, so daß die zahlreichen Besucher eine kleine Enttäuschung erlebten. An der Wasserstraße wurden die Börniger Gäste diesmal energischer angefaßt. Allerdings waren sie bis zum Wechsel ziemlich gleichwertig, Kampf und nochmals Kampf, das ist die Parole der Heidhausener. Vor einigen Sonntagen schlugen sie den SpV. Byfana und gestern mußten die Tautonen aus dem Pokalwettbewerb ausscheiden. Allerdings konnten die Teutonen nicht ihre stärkste Mannschaft aufbieten. Die zweite Hälfte und auch einen Teil der ersten Hälfte spielten die Teutonen nur mit 10 Mann. Der Spielführer setzte einen Spieler, der sich vorbeibenommen hatte, kurzerhand vom Platz! Durch den Halblinken gingen die Teutonen mit 1:0 in Führung. Den Ausgleich besorgte der Rechtsaußen und auch das Führungstor leitete der Rechtsaußen der Gäste geschickt ein. Die Teutonen drängten in der zweiten Hälfte stark, sie kamen auch zum Ausgleich, aber 10 Minuten vor dem Abpfiff stellte der Mittelstürmer mit einem dritten Treffer den Sieg sicher. Und beim Abpfiff war eine Ueberraschung fällig. VfR. 09 Kupferdreh— Bonifatius Kray 1:2 Beide Mannschaften lieferten sich einen dramatischen Kampf. Bis 10 Minuten vor Schluß war noch kein Tor gefallen. Bis dahin hatten die Kupferdreher bedeutend mehr Chancen, die aber alle unausgenutzt blieben. Dann rächte sich die Zerfahrenheit der Kupferdreher Stürmer. Durch einen Elfmeter, wegen Handspielens, aingen die Krayer in Führung. Kurz darauf ließ der Mittelstürmer den zweiten Treffer folgen. In den letzten Minuten wollten die Kupferdreher es reißen. Es war aber zu spät. In der letzten Spielminute erreichte der Rechtsaußen lediglich das Ehrentor. Ballfreunde Borbeck— Preußen Steele 2:7 Mit ziemlich gemischten Gefühlen waren die Preußen nach Borbeck gefahren. Aber das Spiel hatte kaum begonnen, und Preußens Anhang wurde zuversichtlicher. Die Mannschaft, vor allem der Sturm, war in bester Verfassung, was man allerdings von den Gastgebern nicht behaupten kann. Schon beim Seitenwechsel stand der Sieg der Preußen, die bis dahin vier Tore getreten hatten, fest. Auch in der zweiten Hälfte waren die Preußen immer die bessere Mannschaft. Daran ändern auch die zwei Gegentore der Ballfreunde nichts.— Die Meisterschaftsspiele der 3. Kreisklasse brachten erwartete Ergebnisse. TV. Stoppenbera wurde vom TV. Frillendorf mit 0:8 geschlagen und Gelb= Blau schlua Juvo mit 1:0 aus dem Felde. 9:02,4 Minuten vor Lisa Resch(9:22,2), Käthe Grasegger(9:38) und Lisl Schwarz. Noch großere Erfolge Geschwister Cranz Oesterreichs Meister Die in Innsbruck am Sonntag mit dem Torlauf abgeschlossenen Meisterschaften von Oesterreich im Abfahrts= und Torlauf endeten mit einem großartigen deutschen Doppelsiege. Unsere Olympiasiegerin Christl Cranz war wie schon im Abfahrtslauf am Vortage auch im Torlauf am Sonntag eine Klasse für sich und gewann mit zwei ersten Plätzen in der Kombinationswertung überlegen den Meistertitel. Bei den Mänern war Rudi Cranz erfolgreich, der nach seinem zweiten Platz in der Abfahrt im Torlauf am besten abschnitt. Cecilia Colledge Europameisterin Martha=Maria Meyerhans auf dem 10. Platz In später Abendstunde des Samstags wurde bei den Europameisterschaften im Kunstlaufen im Prager Eisstadion noch der zweite Titel vergeben. Wie nicht anders zu erwarten war, holte sich die Engländerin Cecilia Colledge einstimmig und mit klarem Vorsprung die Meisterwürde. Die bei der Kür gezeigten Leistungen fanden bei den über 6000 Zuschauern großen Beifall. Unsere deutschen Vertreterinnen MarthaMaria Meyerhans und Irmi Hartung kamen auf den 10. bzw. 13. Platz. Sie sind beide noch so jung, daß man von ihnen im ersten internationalen Wettbewerb bei so starker Besetzung nicht mehr erwarten durfte. so daß die Partie torlos blieb. Dann funkten die Bochumer Stürmer energischer und siegten klar mit 3:0 Toren. Wie nicht anders zu erwarten, holte sich die Turngemeinde abermals zwei wertvolle Punkte. Die Werner mußten sich knapp mit 2:1 beugen, wehrten sich aber sehr tapfer, um die Niederlage abzuwenden. Die Bochumer Westfalen retteten im Spiel gegen Gevelsberg durch das 1:1 einen wertvollen Punkt. Obwohl Gevelsberg bis zur Pause führte, brachte die Westfalia doch noch soviel Kraft und Energie auf, den Ausgleichstreffer zu erzielen. Die Wittener waren nicht zu Hause tätig, sondern hatten den FC Schwelm zu besuchen, und wurden dort klar mit 5:1 geschlagen. Bereits im ersten Spielabschnitt hatten die Platzleute mit 3:0 den Sieg schon in der Tasche. Frohe Karnevalsstimmung war allerorts festzustellen, nur auf dem Sportplatze am Lewacker waren die Akteure sehr ernst gestimmt. Für die Lokalmatadoren stand sehr viel auf dem Spiele, denn Linden benötigte einen Sieg, um ernster Titelanwärter zu bleiben, Dahlhausen einen Erfolg, um sich in etwa aus der Gefahrenzone herauszuarbeiten. Was lag da also näher, als sich auf einen Kampf vorzubereiten, der auf Biegen und Brechen ging. Es mögen etwa 2500 Zuschauer gewesen sein, die zu diesem Lokalkampf erschienen waren und eine Enttäuschung erlebten, denn man wollte etwas anderes sehen, als das, was man leider vorgesetzt bekam. Wir wollen hier nicht über den einen oder anderen den Stab brechen und die Ursache feststellen, wer nun Schuld hatte, daß die gereizte Stimmung aufkam, aber sie hatte sich eingeschlichen, so daß der spielerische Wert um ein Bedeutendes sank. So sah man einen Kampf, wie man ihn nicht sehen mag, wenn wir die ersten 20 Minuten dabei ausschalten, wo man so das Gefühl hatte, es wird ritterlich um den Erfolg gekämpft. Was nachher kam, ist nicht wert, behandelt zu werden. Man mag über den Unparteiischen urteilen wie man will, er hatte einen schweren Stand, war aber im Anfang zu streng, ließ aber später die Zügel zu locker. Leider gab es einen Platzverweis, Dahlhausen verlor seinen Mittelläufer gegen Ende der zweiten Hälfte. War Linden in der Einzeldurchbildung wohl als besser anzusehen, so muß der Erfolg als etwas glücklich bezeichnet werden. Wir wollen hoffen, daß die erregte Stimmung inzwischen vergessen ist. Linden hat eben drei Tore für sich buchen können, Dahlhausen den 2:1 Vorsprung nicht zu halten vermocht. Gleich mit dem Anstoß der Lindener vollzog sich ein flottes Spiel, in dem die Lindener leicht diktierten, ohne aber das Schlußdreieck der Dahlhauser überwinden zu können. Dahlhausens Außenstürmer hatten gute Tormöglichkeiten, waren aber teils zu unentschlossen, teils zu umständlich. Linden spielte zeitweilig zu offen, so daß Dahlhausen mit blitzschnellen Vorstößen, vornehmlich von der Mitte, sehr gefährlich wurde. Als nach 15 Minuten, wo eigentlich, spielerisch gesehen, der Sieg für Linden in etwa hätte gesichert sein müssen, Lindens Mittelstürmer einen Schuß vom Halblinken den letzten Rest zum ersten Erfolg gab, wurde Dahlhausen lebendig. Von links rollte das Leder in den Lindener Strafraum, der Rechtsaußen von Dahlhausen schob zum Ausgleich ein. Das Spiel wurde offen, aber leider etwas hart. Lindens linker Verteidiger verursachte einen Strafstoß, der hoch vor das Tor kam, Schäfer verpaßte, ein Dahlhauser Stürmer erzwang die 2:1=Führung. Ein überraschendes Ergebnis. Im zweiten Gang sollte es sich entscheiden, wer den Vogel abschoß. Gelegenheiten gab es auf beiden Seiten, Dahlhausen war sogar in gewissen Spielabschnitten durch wuchtige Schläge nach vorn gefährlicher. Als Dahlhausens Hüter einen Ball verpaßte, war der Lindener Halblinke zur Stelle und der Ausgleich hergestellt. Dahlhausens Mittelstürmers setzte einen wohlgemeinten Schuß gegen die Latte. Das Spiel wurde dann zerrissen. Radau gab es im Zuschauerraum, Deutsche Eishockeymeisterschaft Nach 65 Minuten 2:1 für SC. Riessersee Das zweite Spiel der Gruppensieger kam am Samstagabend vor 4000 Zuschauern im Düsseldorfer Eisstadion zum Austrag, und zwar standen sich der Düsseldorfer EG. und SC. Riessersee gegenüber. Riessersee hatte diesmal Dr. Strobel zur Stelle, war also komplett. Düsseldorf trat ohne den besten Stürmer Wiedemann an, Schmidinger spielte mit verbundenem Kopf und Tobin mit einer Armverletzung. Die Rheinländer waren also gehandicapt, zumal nur selten alle neun Spieler eingesetzt werden konnten.— Die Schiedsrichterleistungen waren diesmal etwas besser als am Vortage. Bis zum regulären Ende verlief das Spiel torlos, da Egginger und Rohde u. die Verteidigung sehr aut waren. Auf beiden Seiten hatte man etwas Glück.— In der ersten Minute der ersten Verlängerung konnte Schmidinger durch überraschenden Weitschuß Düsseldorf mit 1:0 in Führung bringen, das sich dann nur noch auf Verteidigung verlegt, während Riessersee jetzt mit allen Leuten auf den Ausgleich zusteuerte. Das Ausgleichstor für Riessersee wurde von Schenk nach ganz klarem Fußspiel erzielt. 1:1.— Auch in der zweiten Verlängerung gab es tumultartige Szenen. In der letzten Minute der zweiten Verlängerung fiel das zweite und Siegtor durch Wild für Riessersee. So kam SC. Riessersee in der 65. Minute zu einem knappen 2:1=Sieg. Der beste Spieler auf dem Eise war der Düsseldorfer Horst Orbanowski, der nur selten pausierte, ferner gefielen noch Dawydow, Rohde und Tobin. Auf der Gegenseite war der erste Sturm mit Schnek, der zweite Sturm mit Wild gut. In der Verteidigung glänzte Braumüller und Egginger im Tor. 119 Goldmedaillen Ausgezeichnetes Ergebnis der KraftfahrzeugWinterprüfung Am Sonnabend wurde die Kraftfahrzeug=Winterprüfung 1937 abgeschlossen. Obgleich ursprünglich die Ansicht vorherrschte, die Fahrt würde keine sonderlichen Schwierigkeiten bereiten und man dann doch diese Ansicht gründlich ändern mußte, war das Ergebnis mehr als zufriedenstellend. Von den 287 Teilnehmern, die den Wettbewerb aufnahmen, hielten 237 alle vier Tage durch, und nur 50 schieden aus. 119 Einzelfahrer erhielten die Goldmedaille, 18 Mannschaften den Goldschild. Die entsprechenden Auszeichnungen in Silber wurden an 103 Einzelfahrer, darunter 13 Mannschaften, gegeben. 17 Fahrer mit drei Mannschaften bekamen die Eiserne Medaille oder den Eisenschild. Vier Teilnehmer erhielten die Erinnerungsplakette. nebenbei wurde bei der überflüssigen Begleitmusik der Halbwüchsigen hinter den Toren oft die Pfeife des Schiedsrichters überhört. Dahlhausens Mittelläufer mußte auf Geheiß des Schiedsrichters abtreten. Inzwischen war der Dahlhauser Linksaußen wieder eingetreten. Das Spiel näherte sich dem Ende. Gut zehn Minuten waren noch zu spielen, als Jerzierski II anlief, flach nach innen schoß, wo Schmitz für Linden das dritte Tor trat. Jetzt ging es aufs Ganze, Schrick verursachte einen Handelfer, der getretene Strafstoß wurde verschossen, womit sich Dahlhausen um ein greifbares Unentschieden brachte. Auch auf der Gegenseite war die Gelegenheit in Gestalt eines Elfmeters vorhanden, auf 4:2 zu kommen, aber Jerzierski I schoß zu ungenau, so daß der Dahlhauser Hüter halten konnte. Gelsenkirchen: SC. Hassel— SpVgg. Röhlinghausen 1:6(1:5) Schwarz=Gelb Gladbeck—Gelsenkirchen 07 2:5(1:1) Gelsenguß Gelsenk.—Union Recklingh. 4:1(1:0) VfV. Bottrop— Sportfr. Gladbeck 3:2(1:1) BV. 12 Gelsenkirchen— TB. Eickel 2:0(1:0) Union Gelsenkirchen— Erle 08(Privat) 3:1(2:0) Dortmund: DSC. Hagen— Arminia Marten 2:3(1:2) BC. Bövinghausen— BV. Brambauer 5:1(3:0) TuBV. Mengede— Hagen 72 9:1(2:0) Alemannia Dortm.— Sportfr. Dortm. 3:3(2:1) Unna 08— SC. Hörde 3:2(1:0) Union Haspe— Castrop 02 6:2(4:0) Rückennummer für Fußballer? In englischen Fußballkreisen überlegt man, ob nicht auch für das Fußballspiel Nummern von 1—11 eingeführt werden sollen, die die Spieler auf dem Rücken tragen sollen. Wie der Kassierer der englischen Football Association mitteilt, soll ein Versuch in dieser Hinsicht unternommen werden, Wahrscheinlich würden erstmalig bei dem Länderspiel England—Wales in diesem Jahre die Spieler Rückennummern tragen. Aus Schottland kommt die Nachricht, daß die schottischen Fußballvereine und Fußballbehörden gegen eine Nummerierung der Spieler seien. Pokalspiele mit Ueberraschungen Steele 09, Kupferdreh 09 und Teutonia sind ausgeschieden Linden gewinnt den Ortskampf Ehrenfeld siegt gegen Werne— Witten verliert in Schwelm hochspannung beim MBV Linden Nur ganz knapp schlug Linden den SI Dahlhausen ROMAN VON GEORG WALLENTIN 4(Nachdruck verboten.) Gussy sab sie beide von oben bis unten an, dann sagte sie ganz rubig, aber sehr scharf:„Meine Herren schämen Sie sich nicht ein bißchen, Ihren Onkel so schamlos auszunützen?" „Was unterstehen Sie sich!" donnerte Heini. „Eine Unverschämtheit!" sekundierte Rudi.„Glauben Sie, daß wir uns das von einem Hausbolzen.." Er kam nicht weiter, den Gussys kleine, aber sehr kräftige Hand fuhr klatschend auf seine Wange. Das kam so überraschend, daß beide wie angewurzelt dastanden, dann aber drängten sie beide auf Gussy ein. Aber Gussy wich keinen Schritt zurück. Sie batte keine Angst vor den beiden„Jammerlappen", wie sie die beiden Helden immer genannt hatte, und als jetzt der Geschlagene tätlich werden wollte, da packte sie ihn am Handgelenk, und Rudi stieß einen beftigen Schreaus. Dabei hatte sie nur einen ganz einfachen JudoGriff angewandt, den sie seinerzeit im Sportkursus gelernt batte. Ebe sich's die beiden versaben, war sie in der Küche * Das Mittagessen wurde zu viert eingenommen. Der Kammersänger hatte darauf bestanden, daß Gussy mit ihnen speiste, und die Neffen mußten den „Hausbolzen" wohl oder übel in ibrer Umgebung dulden. Es ist begreiflich, daß sie sehr schweigsam waren. Um so aufgeräumter schien Liebenberg, dem Gussy mitgeteilt hatte, daß die Filmgesellschaft 7800 Mark morgen früh aufs Konto einzahle, und daß alle Schulden — mit Ausnahme einer Rechnung über 400 Mark für zwei Anzüge der Neffen— gezahlt seien. Er lachte und scherzte mit Gussy, und als sie abräumte, sagte er zu ihr:„Ich habe beute wieder eine Serie Schallplatten besungen, Gussy. Ich habe die Gesellschaft gebeten, mein Honorar auf das Bankkonto zu überweisen. Es sind immerhin auch fünfzehnhundert Mark!“ Gussy nickte ihm erfreut zu und begann den Tisch abzuräumen. Als sie das Zimmer verlassen batte, nahm Rudi das Wort und sagte: „Ich finde, lieber Onkel, du bast zu diesem Fräulein Bauermeister etwas zuviel Vertrauen. Und du behandelst sie ja wie— wie eine Dame!" „Sehr richtig, Rudi. Wie eine Dame. Sie ist auch eine Dame. Und Vertrauen, oh. es gibt gar nicht so viel Vertrauen, wie ich zu Gussy habe. Es war mein gescheitester Gedanke, daß ich sie zu meinem Finanzminister machte.“ Die beiden Neffen machten sehr dumme Gesichter und sahen sich erschrocken an. „Finanzminister?" fragte Heini unsicher, der Furchtbares ahnte.„Ich verstehe das nicht, Onkel.“ „Ganz einfach. Sie bezahlt alles, aber auch alles. Sie bat Bankvollmacht und verwaltet mein Bankkonto. Ich brauche keinen Notar als Vermögensverwalter, mir genügt die Gussy. Sie hat alle Schulden bezahlt, und was ich nun jetzt brauche, da kommt die Rechnung an sie. Sie fragt mich, ob sie in Ordnung ist, und dann bezahlt sie die Rechnung.“ Eine Weile war Stille, die Neffen saßen da wie die betrübten Lohgerber, denen die Felle fortgeschwommen waren. Schließlich sagte Rudi:„Und— wie— wie ist es diesmal mit dem Zuschuß, den— den du uns jeden Monat gegeben hast?“ Der Kammersänger wunderte sich, er wurde diesmal nicht verlegen, er stotterte nicht irgend etwas und gab dann nach. Nein, diesmal, zum ersten Male, fühlte er sich sicher. „Den Zuschuß— den wird euch Gussy zahlen. Jedem hundertfünfzig Mark. Aber— nur noch für diesen Monat!" Beide waren bleich geworden, sie suchten nach Worten, aber es fiel ihnen nichts Gescheites ein. „Seht," nahm der Kammersänger wieder das Wort, „ich habe euch geholfen, daß ihr Engagements fandet. Ich habe eure Ausbildung bezahlt, und was ihr gebraucht habt,— alles habe ich bezahlt. Das sind viele Tausende gewesen, die ich— gewissermaßen meinem Sohne, der doch einmal mein Erbe sein wird, fortgenommen habe. Und das gebt nicht länger. Ihr seid weiter in meinem Hause willkommen, könnt hier wohnen und essen und trinken, aber— geldliche Zuschüsse dürft ihr in Zukunft von mir nicht mehr erwarten. Ich habe genug für euch getan!“ Die Sprache war so neu, daß die beiden Neffen um ihre Fassung kämpften. „Aber— Onkel,“ stieß schließlich Rudi bervor.„Du — weiß doch, daß— wir nur zweihundertfünfzig Mark Gage baben!“ „Ja, das weiß ich. Ich weiß aber auch, daß es in Deutschland Hunderttausende von Familienvätern gibt, die keine hundertfünfzig Mark im Monat zu verzehren haben. Ihr seid ledig, habt für Wohnung und Verpflegung nicht aufzukommen und habt ein Taschengelö von zweibundertfünfzig Mark. Nein, Jungen, damit müßt ihr auskommen. Wie soll denn das später einmal werden? Mein Sohn wird doch rechtmäßiger Erbe sein. Wenn ich mit ihm auch nicht auf dem allerbesten Fuße stehe, so ist es doch recht und billig, daß ich ihn einmal als Erben einsetze.“ Seufzend fügte er binzu:„Das heißt— wenn diese Gussy nicht in mein Haus gekommen wäre— dann hätte ich vielleicht nie was zum Vererben. Also Schluß damit. Richtet euch entsprechend ein!“ Man kann nicht sagen, daß die beiden Neffen wie die Sieger" abgegangen wären. Haß erfüllte sie, und dieser Haß galt natürlich nur Gussy. Ihr wollten sie es beweisen, sie mußte aus dem Hause, koste es, was es wolle! * Gegen abend, kurz bevor der Kammersänger sich rüstete, um zur Oper zu fahren, meldete ihm Gussy, daß ihn eine Dame zu sprechen wünsche. „Wer ist es denn?" „Keine Ahnung. Sie wollte ihren Namen nicht nennen. Ich glaube aber, sie ist eine Ausländerin. Eine Indianerin." „Wie kommen Sie darauf?“ „Wegen der Kriegsbemalung, Herr Liebenberg!“ entgegnete Gussy lustig, daß der Kammersänger lachen mußte. „So! Das lieben Sie wohl nicht? Freilich nicht. Wer so natürliche rote Bäckchen und Lippen bat, der hat es auch nicht nötig. Also führen Sie die— Indianerin schon berein!" Gussy nickte, und nach wenigen Minuten erschien eine elegant gekleidete Dame in der Tür. „Waldi..!“ Liebenberg zuckte zusammen, als er jetzt so angerufen wurde. „Ja, ich bins, Liebster!“ Und ebe er ein Wort entgegnen konnte, hing sie an seinem Hals und küßte ihn. Schwer ging der Atem des Mannes, als er jetzt die Frau an seiner Brust fühlte, die ihn geliebt hatte und die ihn doch verließ. „Was willst du?“ sagte er schroff und trat einen Schritt zurück, als er sich von ihr befreit hatte. „Was ich will? Dich, Waldi! Immer habe ich nur dich gewollt!“ Liebenberg sab die Frau an, die er geliebt batte. Sie war immer noch schön, immer noch begehrenswert — wenn auch fünf Jahre dazwischenlagen, seit er sie das letztemal geküßt batte.„Oder liebst du mich nicht mehr?“ „Ich— weiß nicht. Du bist damals mit dem— dem anderen weggelaufen—“ „Mit meinem Lebrer!“ „Das sagst du!“ „Ja, mit meinem Lehrer. Du mußt mich verstehen. Liebster. Sieb, alle Welt bewunderte dich, du warst der berühmte Künstler, und du wolltest nicht, daß ich auch der Kunst diente.“ „Weil dir das Können fehlte!" erklärte Liebenberg bart. Triumphierend sah ihn die schöne Frau an. Dunkle Augen glitzerten wie schwarze Perlen, der kleine feuerrote Mund wölbte sich wie zum Spott. Sie strich mit einer kleinen Bewegung das gelockte, tiefschwarze Haar aus der Stirn und sagte:„Und du hast dich doch geirrt!" „Das ist nicht möglich! Du hast nie Stimme gehabt!“ „Doch— nur nicht für die Oper! Ich bin unter dem Bühnennamen Angela d'Auberty eine bekannte Größe des Varietés!“ „Des Varietés, ja, das glaube ich dir. Angela d'Auberty— ich habe davon gehört!“ „Ich habe gearbeitet die ganzen Jahre, immer nur an mir gearbeitet. Nur ein Ziel hatte ich. Als die große, berühmte Künstlerin wollte ich zurückkehren, denn ich bätte es nicht ausgehalten, im Schatten zu stehen. Und nun wirst du mich jetzt verstehen, daß ich zurückgekommen bin!“ „Und dein Galan? Hat doch auch eine blendende Karriere gemacht, der Herr Galander. Der Tenor mit der süßen Stimme, der alle Frauenherzen zum schmelzen bringt.“ „Du bist eifersüchtig, mein Lieber. Was bedeutet mir Galander? Nichts! Ich liebe dich! Dich will ich mir erringen!“ Und wieder küßte sie ihn. Der Mann saß ganz still. Das lockende Leben, vielleicht das Glück stand vor ihm. Frauenliebe bot sich ihm— und doch hielt ihn etwas davon ab, die Arme danach auszustrecken. „Liebst du mich noch?“ „Laß mir Zeit!“ bat er.„Die Jahre waren so bitter— ich weiß nicht mehr, was Liebe ist!“ Leise lachte die schöne Frau auf, sicher, triumphierend war das Lachen, sie fühlte sich des Sieges gewiß. „Ich lasse dir Zeit! Ich weiß, daß unsere Glücksstunde kommt! Ganz gewiß weiß ich das. Du singst heute den Herzog—!“ „Ja, die Rolle, die mir nicht liegt, die ich nicht mag! Ich bin kein zierlicher Bursche, wie dieser Herzog dargestellt werden muß.“ „Aber du singst den Herzog— wie keiner!“ „Galander singt ihn süßer, schmelzender,“ höhnte er. „Lassen wir das! Ich muß zur Oper!" „Ich begleite dich!“ „Es ist mir recht!“ * Gussy sah dem seltsamen Paar nach. Neben der mächtigen Figur des Kammersängers wirkte die schöne Frau klein zierlich wie ein Kind. Auch eine Künstlerin! dachte Gussy ein wenig niedisch. Sie ahnte nicht, daß Pera, als sie im Wagen saßen, eben fragte: „Wer ist das schöne Mädchen, das in deinem Hause ist?" „Fräulein Gussy, die den Haushalt führt.“ „Die muß fort, wenn wir erst verheiratet sind!“ Er wollte aufbegehren, aber er bezwang sich. „Später reden wir darüber!“ sagte er höflich. Die Unterhaltung bis zur Oper war ziemlich einsilbig. Als an diesem Abend der große Sänger durch das Loch im Vorhang blickte sah er in der Loge Pera und neben ihr saß Galander, der darum kämpfte, an der Staatsoper ein Engagement zu finden. Liebenberg haßte den schleimigen Burschen, haßte die ölige Stimme, die nur auf Publikumswirkung eingestellt war. Er haßte sie, und er war doch in Kunstdingen fanatisch gerecht. Ihm war Neid fremd, er vermochte sich für die Stimme eines Kollegen zu begeistern, ohne jedes andere Gefühl. Und darum liebten ihn die Kollegen. Er hatte das Bedürfnis, an diesem Abend alles berzugeben, was in ihm war. Seine Stimme jubelte sieghaft durch das Haus, zwang alle Herzen in den Bann, und als der Vorhang fiel, da brauste der Beifall, als die Verzauberten wieder erwachten. Das Publikum raste, und alles war sich darüber klar, daß die Stimme noch nie so schön geklungen habe wie heute, die unsagbar füß im Belcanto, in lyrischen Partien war und die auch in den Heldenrollen eines Siegfried und eines Tristan die Menschen mitriß. Peras Augen strahlten. So wunderbar sang er nur, weil sie ihm lauschte. Das glaubte sie und sie sprach es aus. Ferdi Galander zog eine Grimasse und nickte ihr zu. „Selbstverständlich, Darling! Ich finde nur, er geht zu unvorsichtig mit seinem Material um. Um so besser für uns, dann ist er früher damit fertig.“ „Er ist der größte Sänger, Ferdi—!“ „Er kommt an einen Lauri Volpi, an einen Gigli nicht heran!" „Oh, er ist genau so gut! Heute war er noch besser als alle die anderen. Wahrlich— jetzt begreife ich— Rhodesund!" „Welch ein Glück, daß du es erfahren hast!“ spottete Galander.„Du bist die einzige, die um die Absicht der Amerikaner weiß!“ „Es hat auch sein Gutes!“ „Zweifellos! Ich mache dir keine Schwierigkeiten. Vielleicht— wirkt es sich auch für mich— gut aus. Wenn du Frau Liebenberg bist— ich meine— unsere kleine Freunöschaft braucht ja nicht zu Ende zu sein.“ Pera sagte nichts zu den Worten, ihre brennenden Augen lagen in weiter Ferne. * Pera wollte Liebenberg nach der Aufführung treffen und mit ihm zusammen im Adlon soupieren, aber Liebenberg sandte ihr ein paar Zeilen, in denen er sie bat, ihn davon zu entbinden. Er habe morgen abend in Leipzig in einem Gewandhauskonzert zu singen und brauche darum dringend die Ruhe. Sobald er zurück sei, werde er sie im Hotel anrufen. Pera war enttäuscht, aber sie war klug und sah es Der Kammersänger fuhr sofort nach der Aufführung nach Hause. Er besaß kein eigenes Auto, nahm sich bin und wieder eine Taxe, benutzte auch des öfteren die Vorortsbahn. Das tat er heute wieder. Und hatte Pech, denn er stieß auf einen Kreis Lichterfelder, die heute die Staatsoper besucht hatten, ihn begeistert umdrängten und um ein Autogramm baten. Wohl oder übel erfüllte er ihnen die Bitte, so müde er auch war. Vom Bahnhof Lichterfelde nahm er eine Taxe und war frob, als er wieder zu Hause war. Gussy empfing ihn in ihrer berzlichen Art, und er fühlte sich mit einem Male wieder richtig heimelig. Der Tisch war gedeckt, ein leichter Imbiß stand bereit, und ein Tee wartete auch auf ihn. Er schnupperte.„Was ist das für ein Tee?“ „Ein Apfeltee, Herr Liebenberg. Den müssen Sie mit einem kleinen Schuß Rum trinken. Das regt an. Sie werden danach wunderschön schlafen.“ Dankbar trank er, und der Tee schmeckte ihm ganz ausgezeichnet. „Sie sind eine kleine Künstlerin." „Im Teekochen?" „In allem, Gussy!" Nach einer Weile fragte er:„Wie bat Ihnen Pera gefallen?“ „Pera?" „Ja, Fräulein Pera, nein, Angela d'Auberty. Früher nannte sie sich Pera Loden, in Wirklichkeit heißt sie Berta Kinz.“ „Ich weiß nicht, was ich sagen soll, Herr Liebenberg — eine schöne Frau ist sie gewiß. Wenn ich mich ungezogen ausgedrückt habe, bitte ich um Verzeibung— aber ich basse das Schminken. Ich basse den Lippenstift. Das sind Dinge nur für die Bühne.“ „Mein kleines Fräulein, der liebe Herrgott schenkt nicht allen einen so wundervollen Teint und so korallenrote Lippen wie Ihnen. Und da muß eben nachgeholfen werden. Die Natur wird korrigiert. Doch— Pera hatte es auch nicht nötig, früber wenigstens nicht. Jetzt— ja, fünf Jahre liegen daswischen— ich weiß nicht, wie sie ausschaut. Puder und Schminke haben alles zugedeckt.“ „Sie haben diese Frau geliebt, Herr Liebenberg?“ fragte Gussy leise. „Ja, sehr— oder— vielleicht doch nicht— ich weiß es nicht. Ich weiß nur, daß ich sie gewinnen wollte, daß ich sie begebrte, wie man nur eine Frau begehren kann." „Und—? Verzeihen Sie, daß ich frage." „Sie dürfen fragen, kleine Gussy. Zu Ihnen habe ich Vertrauen, und was ich den anderen nie sagen könnte— zu Ihnen kann ich sprechen. Ja. ich— ich wollte sie heiraten. Ich hoffte darauf. Obwohl mich oft Zweifel packten, daß sie mich liebt. Immer mußte ich daran denken, daß sie nur die Frau des berühmten Liebenberg werden wollte. Und beute— muß ich wieder daran denken.“ „Und warum ist sie einst von Ihnen gegangen?" „Warum? Ich weiß es nicht. Sie sagt, daß sie der Ehrgeiz fortgetrieben habe, daß sie nicht neben mir als kleine, unbekannte Frau stehen wollte, sondern ebenbürtig als anerkannte Künstlerin. Und sie bat es ta geschafft. Stimme hat sie nie gehabt. Auf der Varietébühne kommt man ja auch ohne Stimme aus, wenn man geradegewachsen ist.“ (Fortsetzung kolgt.) Lielmeier hats geschafft Von Hans Holfert Pielmeier bat Sorgen. Denn Pielmeier ist Hauswart in einem großen Hause und wähnt sein Leben aufs engste verbunden mit dem Wohlergehen der gesamten Bewohner des Vorder= wie des Hinterbauses.„Vater Pielmeier“ nennt er sich selbst und hat nur den einen Kummer, daß es bei zweien seiner„Kinder“ nicht so recht klappen will. Mit der Liebe nämlich. Und diese beiden, das sind der Ingenieur Feinrat und die Kunstgewerblerin Lotte Buchrück. Horst wohnt im vierten Stock rechts, Lotte hat ihr Atelier im gleichen Stockwerk links. Lotte und Horst waren schon einmal so weit, daß sie dicht vor der Verlobung standen. Zur Unzeit aber wurden beide aus beruflichen Gründen unsicher, aus der Verlobung wurde nichts, trotzdem sich beide liebten wie je— und seit dieser Zeit sinnt Vater Pielmeiet vergebens, wie er eine unglückliche Liebe in eine glückliche verwandeln könne. Doch, wie gesagt, er ist Hauswart und kein Zauberkünstler. Gerade, wie Pielmeier in seiner Loge diesen verzwickten Fall nach einer Tasse Kaffee bei einem Pfeischen überdenkt, stürmt Horst Feinrat vorbet, öffnet hastig die Fahrstuhltüt, schwenkt dem Alten, der eiligst in den Hausflur getreten ist, freudestrahlend ein Bündel Briefe zu und ruft:„Vater Pielmeier ich habs geschafft, die Elli bab ich!" Und schon ist er im Fahrstuhl und schwebt dachwärts. Vielmeier bringt einen Augenblick seinen Mund vor Entrüstung nicht zu.„Elli— Ell'—? Lotte heißt sie doch!? Na warte, so einfach geht das denn doch nicht. Bis gestern noch Lotte und nun mit einem Male Elli— wer weiß, was da für eine Falschbeit dabinter steckt!" „Nanu, Vater Pielmeier", staunte Lotte Buchrück, die lautlos eingetreten ist und den alten Hauswart verdattert an der Mauer stehen siebt„ist Ihnen nich gut?“ „Mir schon", aibt er brummend zurück,„aber dem da oben nicht! So'n Kerl!“ „Wer ist denn das-— der da oben?" „Ach, der da eben binaufgefahren ist. Kennen ihn schon. Hat der da so ein liebes, braves Mädel in seiner ällernächsten Näbe und ist rein aus dem Häuschen. weil er seine Elli gekriegt hat!“ „Warum soll denn einer nicht glücklich søin, wenn er seine Elli gekriegt bat, Pielmeier?“ „Nanu Frollein. da fragen Sie mich noch? Kommen Sie, nehmen Sie es sich nicht zu Herzen", orakelte Pielmeier, öffnete die Tür des Fahrstuhls, den er mittlerweile heruntergeholt bat und schiebt Lotte binein, die Böses ahnt. Pielmeier bat Sorgen. In seiner Loge gießt er sich eine neue Tasse Kaffee ein, kommt aber nicht dazu, sie an den Mund zu setzen, da Horst Feinrat mit allen Anzeichen schwerster Bestürzung hereinpoltert:„Mensch, Pielmeier, Sie müssen mir das Schriftstück wieder besorgen. Als ich in den Fahrstuhl stieg, hatte ich den großen Umschlag noch bei den anderen Papieren in der Hand— und nun ist er weg. Ich bin ruiniert, wenn ich das Material nicht wieder bekomme. Sehen Sie doch auch noch einmal hinter den Polstern des Fahrstuhlsitzes nach. Ich habe nichts gefunden— vielleicht im Fahrstuhlschacht!“ „Sehen Sie, das kommt davon", meinte Pielmeier, „eben waren Sie noch übermütig und nun sammern Sie. Sagen Sie mal, Herr Feinrat, hat das Papier etwas mit der Elli zu tun, von der Sie vorhin lprachen?“ „Sehr viel sogar, Pielmeier“ „Herr Pielmeier, bitte!“ „Mensch! Vater Pielmeier, machen Sie doch keine Schwierigkeiten. Hundert Mark Belohnung, wenn Sie mir das Papier wieder schaffen!“ „Läßt sich hören, Herr Feinrat", schmunzelte der Hauszerberus,„läßt sich bören. Ich werde mein Möglichstes tun. Hier bitte, überzeugen Sie sich selbst— bintet den Polstern und unter der Bank ist nichts. Wenn Sie das Papier nicht doch oben haben, dann bat es ein anderer.“ „Eben— und wer das ist, das müssen Sie wissen, lieber Vater Pielmeier, denn Sie sehen ja jeden, der bier aus und ein geht!“ „Hm", murmelt Pielmeier und kratzt sich den Kopf, „man kann nicht so einfach jeden verdächtigen, der nach Ihnen den Fahrstuhl benutzt bat. Aber wir werden schon sehen. Suchen Sie noch einmal in Ihrer Wohnung nach— ich werde bier das Meinige tun!“ Damit ließ Pielmeier den Feinrat stehen und gino in seine Loge. Der Kaffee war kalt. Pielmeter trank ihn trotzdem, ließ sich seukzend in seinen Lehnstuhl nieder und sinnierte:„Pielmeier, Pielmeier, das ist ein schwieriges Ding. Offenbar eine Weibergeschichte. Wnns auch zu dem Feinrat, der immer ein anständiger Kerl gewesen ist, nicht recht passen will. Aber ganz deutlich hat er„Elli“ gesagt— und nun ist das auf eben diese Elli bezügliche Schriftstück spurlos verschwunden— nachdem Lotte Buchrück gleich nach Feinrat den Fahrstuhl bestiegen hatte. Und wie die Lotte zu ihrem Horst steht, das werde ich doch wissen!" Ohne sich erst vom Mund den Kaffee zu wischen, nimmt Pielmeier den Fahrstuhl und saust in die Regionen, in denen Horft und Lotte wohnen. „Fräulein Lotte", sagt er, als er dem Mädel gegenübersteht„Sie werden schon wissen, weshalb ich komme. Vor Ihnen hat der Herr Feinrat den Aufzug benutzt, dann habe ich den Fahrstuhl leer herunte gelassen, dann stiegen Sie ein— und seitdem ist ein gewisses Schriftstück verschwunden, das Herr Feinrat in seiner Freude über seine Elli im Fahrstuhl liegen ließ. Kindchen, Kindchen, weshals haben Sie das nur getan?“ Pielmeier, der genau wußte, daß die liebe Eifersucht ihre Hand hier im Spiel gehabt hatte, hört denn auch, was er zu hören eowartet hat.„Ach, Vater Pielmeier bitte, verraten Sie mich nicht. Ja, ich habe den Umschlag mit dem Schriftstück, der im Aufzug lag, an mich genommen. Weil ich sehen wollte, was das mit der— Elli ist——— Sie wissen doch, der Horst und ich—“ „Ich weiß, Fräulein Lotte, ich weiß. Was ist denn mit dem Frauenzimmer?" „Ich habe mich noch nicht getraut zu lesen, Pielmeier. Es ist so ein entsetzliches Gefühl, was unterschlagen zu haben. Und ich habs doch nur—“ „Aus Liebe getan—“, ergänzte schmunzelnd der Alte „Jetzt möchten Sie das Ding wieder los werden und wissen nicht, wie Sie es anfangen sollen. Her mit dem Wisch. Das Weitere mache ich, ehe sich gar die Kriminalpolizet einmischt!" Bei dem Wort„Kriminalpolizei“ war es mit Lottes Fassung vorbei. Schluchzend holte sie unter dem Sofa den bei Pielmeiers Eintreten schleunigst bingeworfenen Umschlag, auf dem neben Horst Anschrift noch der Vermerk stand:„Betrifft Elli!“ und das Wort Elli war rot unterstrichen. Dann ließ sich Lotte Buchrück weinend aufs Sofa gleiten, indes Pielmeier den Umschlag besah, vorsichtig das Schriftstück herauszog und sich au die Lippen biß. Dann meinte er langsam, Wort für Wort betonend:„Nun weinen Sie man nicht, das bat gar keinen Zweck nicht mehr. Der Fall ist ernst, das unterschlagene Papier nst ungeheuer wichtig. Ich muß es sofort dem Verlierer zustellen. Ein Glück noch, daß ich dem Horst sagen kann, wer das Schriftstück— na. sagen wir mal, gefunden hat!“ Und damit war er zur Tür hinaus und ließ die arme Lotte, die auf seine Worte nicht geachtet und nur etwas von Elli und Kriminalpolizei gehört hatte, in ihren Tränen zurück. Mochte kommen was da wollte. Und was da kam, war folgendes: Vater Pielmeier ließ den Herrn Feinrat zunächst ein wenig sappeln, dann überreichte er ihm das wiedergefundene Papier und veranlaßte den Glücklichen, sich bei Fräulein Lotte Buchrück zu bedanken. Was Horst denn auch tat. Das Ergebnis der Aussprache war die Verlobung von LottBuchrück mit Horst Feinrat und ein sorgenloser Papo Pielmeier. Pielmeier hats geschafft! osto. nar noch die Grüge nach der geheimnisvöllen Dame Elli. Die gibt es gar nicht. Elli war nur die Abkürzung für„Elektrische Licht- und Leitungs-Installation". Dem Ingenieur Horst Feinrat war ein sehr ansehnlicher behördlicher Auftrag auf eine Lichtleitungsarbeit nach seinem neuesten, vatentierten Verfahren erteilt worden. Das war alles! helen Heller und ihr Werk Die Mutter der Blinden Helen Keller, die bekannte blinde und taubstumme Schriftstellerin Nordamerikas ist auf ihrer Europareise in Paris eingetroffen, wo sie eine Vortragsreihe begonnen hat. Sieg des Willens. Hellen Keller wurde im Jahre 1880 in Tiscumbia im Staate Alabama geboren. Im zarten Alter von 19 Monaten machte sie eine schwere Krankheit durch, die ihr Augenlicht, Gehör und Sprache raubte. Trotz dieser Gebrechen erwarb sie sich nicht allein eine ausgezeichnete Allgemeinbildung, sondern wurde ein Sprachgenie, das sie, selbst wenn sie im Vollbesitz ihrer Sinne geblieben wäre, weit über den Durchschnitt ihrer Mitwelt herausgehoben hätte. Helen Keller beherrscht acht Sprachen, ist Inhaberin mehrerer akademischer Grade und Verfasserin von zehn verschiedenen Werken, die sie in der ganzen Welt berühmt machten. Helen Keller begann ihre Studien an der Universität Harvard und reiste später von einer Hauptstavi der Welt zur anderen, um mit den führenden Psychologen der Erde Fühlung zu nehmen. Die Wissenschaftler zweier Welten begrüßten den seltenen Anlaß, mit einem so interessanten Fall, wie er sich in der Person Helen Kellers bot, sich zu beschäftigen. Noch nie in der Geschichte der Welt hatte eine blinde Taubstumme über ein so reiches Wissen auf allen Gebieten der Wissenschaft verfügt, wie jene junge Amerikanerin. Die Beobachtungen, die die Gelehrten dabei machten, sind längst der Blinden= und Taubstummenforschung zugute gekommen Das Wunder der Hände. Helen Keller ist trotz ihrer 57 Jahre innerlich jung geblieben. Auch ihr frisches Antlitz verrät nicht ihr Alter. Ihr Gesicht strahlt trotz der geschlossenen Augen eine beinahe kindliche Lebensfreude aus. Ihre feingegliederten Hände sind ein Wunder an Beweglichkeit. Ein Blick auf die Ausdrucksformen ihrer Finger genügt, um die Gefühle zu erraten, die diese mit drei Grebechen belastete Frau bewegen. Um die blinde Taubstumme drängen sich Scharen begeisterter Freunde, die mit ihr sprechen wollen. Dies ist freilich nur durch die Vermittlung von Helen Kellers ständiger Begleiterin möglich die alles verdolmetschen muß. Die blinde Schriftstellerin legt zu diesem Zweck die Hand auf das Gesicht der Dolmetscherin: den Daumen in der Höhe des Halses, den Zeigefinger auf die Lippen und den Mittelfinger unter die Nasenlöcher. Auf diese Weise nimmt die Taubstumme sämtliche Schwingungen der Sprache, Kehl=, Lippen= Zisch= und Nasallaute wahr. Sie fühlt also die einzelnen Worte mit ihren überaus fein entwickelten Fingern. Nicht eine einzige Silbe entgeht ihr. Sie antwortet auf die Sätze, die sie nicht hört, aber dennoch versteht, mit tastenden Bewegungen auf dem Gesicht ihrer Dolmetscherin, die die Sprache der Finger in gesprochenes Französisch überträgt. Sie tanzt und reitet. Helen Keller verstand es, sich eine ungewöhnlich hohe Bildung zu erringen. Von unbeugsamer Willenskraft besessen, erschloß sie sich die Welt der Wissenschaft und der Künste und erwarb eine Fülle von Kenntnissen, um die sie manche normale Frau beneidete. In Harvard studierte sie Englisch, Lateinisch, Griechisch, Französisch, Deutsch, Italienisch und Spanisch— Sprachen, die sie durch ausdau erndes Lernen zu meistern verstand. Ihre botanischen Kenntnisse sind geradezu verblüfsend. Sie sagt von sich selbst, daß sie nichts mehr liebe, als Blumen zu„sehen", deren Entwicklung vom Sa men bis zur Blüte sie genau verfolgt. Sie ist Mitglied verschiedener wissenschaftlicher Gesellschaften und kennt alle namhaften Werke der Weltliteratur durch eigenes Lesen. Am metsten aber liegt ihr das Los ihrer Leidensgenossen am Herzen. Jeden Tag empfängt sie ganze Berge von Briefen in Blindenschrift, die sie alle beantworten läßt. Zu helfen, wo immer sie kann, ist der Inhalt ihres Daseins. Als Inspektorin der Taubstummen= und Blindeninstitute der Vereinigten Staaten hat sie sich sehr für die Gefährten ihres eigenen Schicksals eingesetzt. Helen Keller ist bei allen ihren Gebrechen von außerordentlichem Lebensmut beseelt. Man kann sie sogar als eine Sportsfrau bezeichnen, denn sie schwimmt, rudert, reitet und— tanzt ausgezeichnet. Es gibt auch kaum ein Gebiet des Lebens, dem diese ungewöhnliche Frau nicht Interesse entgegenbringt.... Mißverstandenes Hörspiel Wie die Nachricht von dem Untergang eines französischen U=Bootes entstand. Zu einem nicht alltäglichen Zwischenfall ist es in Brest, dem bekannten französischen Kriegshafen, gekommen. Dort tauchte plötzlich— kein Mensch wußte, wieso und woher— das Gerücht auf, ein französisches U=Boot sei mit Mann und Maus untergegangen. Man kann sich lebhaft vorstellen, daß diese Nachricht in der Stadt eine gewaltige Aufregung auslöste, denn schließlich tun viele Angehörige der Einwohner von Brest auf französischen Kriegsschiffen Dienst. Amtlich war merkwürdigerweise keine Bestätigung der Nachricht zu erlangen. Auf der Marinestation wurden die Leute sogar grob und weigerten sich allmächlich, überhaupt irgendwelche Auskünfte zu erteilen. Diese Tatsache mag nicht wenig dazu beigetragen haben, daß das von Mund zu Mund weitergegebene Gerücht immer mehr Glauben fand, und daß die Leute nun behaupteten, sogar Einzelheiten zu wissen. Der Unfall war angeblich dem Unterseeboot„Ajax", einem der größten und modernsten U=Boote der französischen Flotte— zugestoßen; und zwar sollte es bei Fahrt unter Wasser an die Felsen des Kap Finistère gestoßen und mit der gesamten Besatzung verloren gegangen sein. Als der Sturm der verängstigten Angehörigen der Besatzung des„Ajax" auf die Präfektur einen geradezu bedrohlichen Charakter annahm telephonierte der Präfekt mit dem Ministerium in Paris. Von dort bekam er zunächst den Bescheid, die Meldung kategorisch zu dementieren gleichzeitig wurde er aufgefordert, sofort Nachforschungen darüber anzustellen, wie diese Gerüchte entstanden waren. Die durchgeführten Erhebungen haben zu einem merkwürdigen Ergebnis geführt. Es stellte sich nämlich heraus, daß ein Radiohörer von Brest ein Hörspiel, das den dramatischen Untergang eines U=Bootes schilderte, für bare Münze genommen und die Nachricht weiterverbreitet hatte. Der Mann hat sein Versehen eingestanden und seinen Irrtum begriffen.„Glauben Sie denn", so fragte man ihn,„daß im Ernstfall ein Funkreporter zur Stelle wäre, der sofort einen packenden Bericht lieferte, und wäre es nicht im höchsten Maße taktlos, das Sterben von ein paar Dutzend Männern zu einer Radiosensation aufzubauschen?“ Der Missetäter blieb die Antwort schuldig. an „Ausgerechnel mir... Rixdorf führt seit 25 Jahren den Namen Neukölln Ende Januar 1912 wurde der damals bereits eine Viertelmillion Einwohner zählenden Stadt Rixdorf auf wiederholtes Ansuchen die Genehmigung erteilt, sich fortan Neukölln nennen zu dürfen. Das geschah, weil nach Meinung der Stadtverwaltung und weiter Einwohnerkreise der Name Rixdorf„anrüchig“ geworden war. Berliner Junge gibt Auskunft Es waren ereignisreiche Wochen für Berlin vor 25 Jahren, als die große Entscheidung gefallen war. Es gab viel für und wider den ehrlichen Namen Rixdorf, den der Ort damals schon länger als 400 Jahre getragen hatte. Die erste Siedlung dieses Namens wurde nämlich schon 1360 erwähnt, aber sie nannte sich Richardsdorf. Der Name Rixdorf war tatsächlich eine Art mundartlicher Verballhornisierung, aber Jahrhunderte waren darüber hinweggegangen, der Ort hatte sich Jahr um Jahr vergrößert und zählte um 1912 herum über 250 000 Einwohner. Ein Fremder fragte zu jener Zeit in der südlichen Friedrichstraße einen kleinen Jungen nach der Herrmannstraße in Neukölln. Der Junge lachte ihn an, steckte die Hände in die Hosentaschen und sagte:„Da müssen se ausgerechnet mir nach fragen, wo ich aus Rixdorf bin. In Neukölln wees ick nich Bescheid!“— Stolz wider Stolz. Ein sehr großer Teil der damaligen Rixdorfer Einwohnerschaft schämte sich durchaus nicht des Namens ihrer Stadt. Sie war sogar stolz auf den Namen, den man in der ganzen Welt kannte, wenn auch aus Gründen, die man außerhalb der Nixdorfer Grenzpfähle nicht recht zu schätzen wußte. In Rixdorf lebte eben das„Volk", die große Masse, die nach der Meinung der guten Bürger Radau liebte und Händel suchte. Da haben wir es also, die„niedrigen Stände“ waren es, die den Namen anrüchig machten, die vielen Tanzlokale und Vergnügungsstätten. Nun, es wurde zwar redlich geschwoft im Rixdorf jener Zeit und Keilereien zwischen den jungen Rixdorfern und dem Militär um die Mädchen im TanzHerger in Amerika Parkometer drangsalieren Autofahrer Eine Maschine mit dem reizvollen Namen Parkometer ist das neueste Ding. was die Autofahrer der Vereinigten Staaten in Zorn versetzt. Die Straßenränder sind eingesäumt mit diesen gedrungenen Apparaten, die ein Uhrwerk haben, das gerade eine Stunde läuft. Das Dina ist nun eine Quelle ständigen Aergers. Die Städte wollen erreichen, daß die begehrten Parkplätze nicht stundenlang von einem Auto in Anspruch genommen werden, und sich außerdem eine lohnende Einnahmequelle verschaffen. Mindestens 40 Cents muß jeder Parkometer täglich einbringen. Das macht für eine so kleine Stadt wie Omaha im Staate Nebraska täglich schon 300 Dollar. Von Omaha aus ging dann der Siegeszug des Parkometers durch viele Staaten der USA. Gift und Gegenaift Die Sache geht so vor sich, daß in dem Augenblick, in dem ein Wagen am Straßenrand hält, aus dem Parkometer eine große, gelbe Fahne auftaucht und erst in dem Augenblick wieder verschwindet in dem man ein Geldstück in die Maschine geworfen hat. Bleibt die Fahne mehr als eine Minute in der Luft, so erscheint alsbald ein Polizeibeamter und notiert sich die Nummer des der solchermaßen die Behörde geschädigt hat. Die Strafe lautet auf fünf Dollar. Was also der unglückliche Autobesitzer? Er zahlt. Wenn er dann irgendwo eine Konferenz hat, dann muß er plötzlich nach Verlauf einer Stunde aufstehen, seinen Federhalter zurücklegen, die Treppen herunter auf die Straße laufen und ein neues 5=Cent=Stück in den Parkometer werfen, ansonsten sind fünf Dollar Strafe fällig.— Die Folge war, daß die erregten Autobesitzer sich zu Gegenmaßnahmen entschlossen. Sie fuhren in Kolonnen immer ena am rechten Straßenrand und die Parkometer winkten unentwegt mit ihrer gelben Fahne, bis es den Polizeibeamten ganz gelb vor Augen wurde. Dann suchten sie mit ihren Autos die Nebenstraßen auf, in denen keine Parkometer standen. Krieg mit allen Schikanen „Schließlich ist eine Stadtbehörde ja die Stärkere," dachten die maßgeblichen Beamten erbost, als sie die leer gewordenen Parkplätze sahen. Sie ließ als Gegenmaßnahme dreihundert Parkverbotschilder anfertigen und sie auf den Straßen aufstellen, die nicht von Parkometern verseucht waren. Uebertretung des Parkverbotes kostete ebenfalls fünf Dollar. Ein paar Tage später kam ein auswärtiger Autofahrer in die Stadt, sah mit Erstaunen die neben ihm in die Höhe flitzende Fahne und wußte nicht recht, was er daraus machen sollte. Dann boa er den Fahnenstock herunter und hina seinen Mantel darauf. Seither haben die Autofahrer die verschiedensten Methoden gefunden, um den Parkometer außer Betrieb zu setzen. Eines Morgens waren sämtliche gelben Fahnen mit grausigen Totenköpfen bemalt. Ein andermal hatte man jeweils einen Zeitungsbogen zerknüllt und in den Schlitz gesteckt. Die neueste und wirksamste Methode, die Parkometer außer Betrieb zu setzen, ist folgende: Auf der Straße befindet sich eine eiserne Schiene, die im Parkometer sofort anzeigt, wenn ein Wagen an der fraglichen Stelle anhält, der Wagen drückt die Schiene nieder. Jetzt schoben die findigen Autobesitzer einen Kieselstein unter die Schiene. Der Stein trua treu und brav die Last des Autos, das Parkometer streikte. Im Augenblick sind die verschiedenen Stadtverwaltungen bemüht, den zur Zeit siegreichen Autofahrern auf eine neue Weise beizukommen; bisher fehlt ihnen allerdings noch die Idee dazu. 800 Kieselsteine unter den teuren Parkometern kosten jede Stadtverwaltung einen Verdienstausfall von täglich 300 Dollar. saal gehörten auch nicht zu den Seltenheiten. Außerdem war der„Rixdorfer“ Mode geworden, jener etwas wilde Polka=Tanz, bei dem nicht nur die Beine und die Röcke flogen, sondern auch die Kehlen etwas zu tun bekamen, wenn sie laut hinausschmetterten: „In Rixdorf ist Musike, Da tanzt die lahme Rieke, In Rixdorf bei Berlin.“ Alles das soll nun geeignet gewesen sein, den Namen Rixdorf anrüchig zu machen. So behauptete es wenigstens die Stadtverwaltung, hinter der der Hausbesitzerverein stand. Die Hausbesitzer drängten am stärksten auf eine Namensänderung. Sie sagten, solange der Name beibehalten werde, sei es nicht möglich, eine wirtschaftlich besser gestellte Bevölkerung nach der Stadt zu ziehen. Niemand von den guten Bürgern und von den Beamten und Offizieren wollte in Rixdorf wohnen. Die Eingaben an den Regierungspräsidenten wurden dringender. Vorschläge wurden erbeten und unterbreitet. Das Urwüchsige verschwand Nach und nach kam man auf das Richtige. Die alte Schwesterstadt Berlins, Cölln an der Spree, wies den Weg. Ganz in der Nähe lagen früher die Cöllner Wiesen, und so kam man auf den Namen Neukölln. Der Name fand Zustimmung unter den Einwohnern, die Stadtverordnetenversammlung erklärte sich dafür; bald darauf wurde auf dem Umwege über die kaiserlichen Instanzen, die auch ein Wort mitzureden hatten, die Genehmigung erteilt. Das„anrüchige" Rixdorf wurde im stillen, von vielen bedauert, zu Grabe getragen und das unter Schmerzen geborene Neukölln trat an seine Stelle. Es entwickelte sich wirklich zu einer modernen Großstadt. Das Urwüchsige, das sich im alten Rixdorf noch erhalten hatte, verschwand nach und nach. Neukölln gab sich Mühe, der benachbarten Reichshauptstadt alle Ehre zu machen. Seit 1920 gehört Neukölln zu Berlin und ist der Sitz eines eigenen Verwaltungsbezirkes. Vieles hat sich verändert, nur dort in der Hasenheide nicht, wo Neukölln beginnt. Dort liegt noch der Turnplatz, den einst Vater Jahn einrichtete, um aus der Berliner Jugend Männer zu machen, die sich die Freiheit ihres Vaterlandes erkämpften. Dort liegen auch die Tanz= und Vergnügungslokale, wo man in dieser bockbierseligen Zeit bayrisch sprechen und bayrisch jodeln lernen kann. Im Januar zieht alles dort hinaus, ruft nach der Zenzi, freut sich am Schnadahüpfeln und trinkt a Maß und noch a Maß. Das ist die Zeit der Bockbierfeste, bei denen im größten Saalgebäude der Hasenheide ganze Ochsen und ganze Schweine am Spieß gebraten werden. Hier herrscht noch immer das„Volk von Berlin“, ist lustig und guter Dinge und singt dazu wie einst im alten Rixdorf. Seltsamer Unfall Aufklärung eines rätselhaften Todesfalles Die Kriminalpolizei von Belgrad wurde kürzlich in ein einfaches Vorstadthaus gerufen, in dem eine aufgeregte Menge sie erwartete. Die Bewohner des Hauses waren durch einen eigenartigen Schuß aus ihrer Ruhe aufgestört worden, der fraglos aus dem Zimmer eines jungen Mädchens kam. Sie waren dorthin geeilt. Durch das Fenster sahen sie das Mädchen neben ihrem Bett regungslos auf der Erde liegen. Das Zimmer war von innen abgeschlossen. Die Polizei erbrach die Tür. Der Arzt konnte nur noch den Tod des jungen Mädchens feststellen. In der Fensterscheibe befand sich ein faustgroßes Loch. Ein Schuß war abgegeben worden, das stand fraglos fest— vergeblich suchte man aber bei der Toten den Einschuß. Der Arzt stellte Tod durch innere Verblutung fest. Nach Tagen bemerkte man schließlich in dem Hals der Toten ein kleines, scharfes Eisenstückchen, etwa wie den Teil einer Rasierklinge. Es muß mit Gewalt in den Körper des Mädchens geschossen worden sein, die Wunde hatte sich sofort wieder geschlossen. Das Metallstückchen hatte die Halsschlagader getroffen und dadurch den Tod herbeigeführt. Man vermutete ein ganz raffiniertes Verbrechen, und wochenlang arbeitete die Kriminalpolizei an diesem Fall. Ueberraschend kam dann die Aufklärung. Da fand in der Nähe des Fensters vor dem Mordzimmer ein Polizeihund einen Metallring, wie ihn die Eisenbahner benutzen, um Zugwarnungen zu geben. Diese Ringe werden auf die Schienen gesetzt und sobald ein Zug über sie hinfährt, ertönt ein lauter Knall als Signal, das den Lokomotivführer zu sofortigem Ziehen der Notbremse veranlaßt. Dieser Ring brachte des Rätsels Lösung. Ein Freund des Mädchens war bei der Eisenbahn angestellt und hatte einen solchen Ring versehentlich in ihrer Wohnung vergessen. Das Mädchen wollte ihn untersuchen und bog an ihm herum. Dadurch erfolgte die Explosion, ein Metallplättchen drang dem Mädchen in den Hals. Der Ring selber sprang durch die Wucht der Explosion fort, zerstörte die Fensterscheibe und blieb schließlich— lange Zeit unbeachtet— im Hof des Hauses liegen. So wurde aus dem vermuteten Mord ganz überraschend nur ein ungewöhnlicher Unfall. Mumien in Berliner Katakomben Ueberraschende Entdeckung beim Einban einer Zentralheizung Bei Umbauarbeiten in der Berliner Luisenstadt=Kirche stießen, wie schon kurz berichtet, die Arbeiter unerwartet auf unterirdische Gewölbe, die sich als Katakomben herausstellten. Keine Schrift, nichts hatte auf das Vorhandensein von Katakomben unter der Kirche hingedeutet. So stieß die erste Mitteilung der Arbeiter, die eine Zentralheizung für die Kirche bauen wollten, auf maßloses Erstaunen. Unter Heranziehung von Wissenschaftlern wurde dann vorsichtig das wiederentdeckte Gewölbe unter der Kirche erforscht. Und hierbei mußte man weitere Feststellungen machen, die eigenartig sind, und für die man keine zuverlässige Erklärung weiß. Siebenundzwanzig Grabkammern öffneten sich vor den erstaunten Augen. Hier unten tun Menschen ihren letzten Schlaf, Unbekannte, von denen man noch nicht weiß, welches ungewöhnliche Schicksal sie gerade in die Katakomben verschlagen hat. Alle Toten sind nicht einbalsamiert, dennoch sind sie auf irgendeine natürliche, noch nicht geklärte Weise mumifiziert, und zwar äußerst lebendig,— ein Anblick, der die ersten Entdecker dieser Räume ungemein erschreckte. Die Begegnung mit diesen Toten in den vergessenen Gewölben der Kirche ist von nachhaltigem Eindruck. Hier schläft friedlich, beinahe noch mit einem Lächeln im Gesicht, ein junges Mädchen im Brautkleid. Neben ihr tut ein altes Mütterchen den ewigen, geheimnisvollen Schlaf. Neben einer anderen Mumie entdeckt man den ebenfalls mumifizierten Körper einer Katze... Ein Rätsel vergangener Zeit lüftete dieses Grabgewölbe bereits. Der letzte Besitzer von Wilmersdorf— einem früheren Dorf, das heute mitten in Berlin liegt, und hier ein ganzer Stadtteil geworden ist— konnte kurz nach seinem Tode nicht mehr aufgefunden werden. Niemand wußte, wo der Tote geblieben war. Man fand sein Grab nicht, und geheimnisvolle Geschichten woben sich um das unerklärliche Verschwinden des Toten. Sie waren fraglos alle aus der Phantasie gegriffen. Jetzt entdeckt man den Leichnam des Mannes hier in den Katakomben von Berlin. Gibt es den Schulkompler? Der überaus merkwürdige Fall eines 10jährigen englischen Jungen Aus Worthing, einem kleinen englischen Landstädtchen, wird ein überaus merkwürdiger Fall berichtet. Dort lebt ein 10jähriger Junge, der einen Schulkomplex hat, das heißt, in dem Augenblick, da er das Klassenzimmer in dem College betritt, das er besucht, sind seine Kenntnisse und Fähigkeiten wie ausgelöscht. Der Junge kann dann weder mehr sprechen, noch lesen und schreiben. Dieser Bann, der auf ihm zu ruhen scheint, verschwindet umgekehrt wieder sofort, wenn er aus der Schule herauskommt. Dann erweist es sich jedenfalls, daß der Junge nicht nur ein sehr aufgeweckter, sondern auch außergewöhnlich intelligenter Schüler ist, dem alles, sogar die komplizierteste Rechnung, sehr leicht fällt. Der Fall ist bereits mehreren Aerzten unterbreitet worden. Sogar Spezialisten aus London wurden herangezogen, um den Jungen durch psychotherapeutische Behandlung zu kurieren. Aber der Erfolg ist bisher gleich Null gewesen. Der Magistrat des Städtchens hat inzwischen aus städtischen Mitteln einen Betrag von 150 Pfund zur Verfügung gestellt, die demjenigen Arzt zufallen sollen, der den Jungen von seiner Schulangst kuriert. Allerdings fehlt es auch nicht an Skimmen, die behaupten, das Ganze sei nichts anderes als eine gutgespielte Komödie. Der Knabe wolle eben, wie viele Jungens in diesem Alter, nicht zur Schule gehen und simuliere daher seine Schulangst. Man hält dieser Auffassung wiederum entgegen, daß ein Mensch in diesem Alter wohl kaum so ausgezeichnet Komödie spielen könne, um Erwachsene auf die Dauer an der Nase herumzuführen. Im übrigen steht fest, daß der Junge durchaus Lust am Lernen hat und sogar Ehrgeiz besitzt. Warum sollte er sich also vor der Schulbank drücken wollen? Der Fall des Jungen aus Worthing, der als vollkommen normal entwickelt und gesund bezeichnet wird, ist jedenfalls um so komplizierter geworden, je mehr man sich damit beschäftigt hat. Und vorläufig weiß noch kein Mensch, was man davon halten soll und wie man der Sache beikommen kann. Wo bleibt Dein Moas WHW. warter daraurl Französischer Soldat als(Juwelenräul Ein Soldat, der in der Nähe von Pa einer Kaserne stationiert war, fälschte ein laubsschein und entfernte sich so aus der K Er fuhr nach Nantes und verübte hier mit Kumpan einen schweren Raub. Maskiert man zu zweien in die Wohnung eines Jur ein, schlug den Juwelier und seine Frau und fesselte beide. Dann packten sich die Juwelen und Schmucksachen ein und sucht Weite. Der Juwelier hatte seine Geistesgeg behalten und sich den Anschein gegeben, als bewußtlos. In dem Augenblick, in dem die Diebe das Haus verließen, rief er laut um Daraufhin nahmen Fußgänger die Verf auf und konnten einen der beiden Ver fassen, eben jenen Soldaten aus Paris. seinen Kumpan hat er bisher die Aussag weigert. in dem neuen Fridericus=Film, der heute in Berlin zugunsten des Winterhilfswerkes hevalier, Frankreich, der während des Turniers eine ganze Reihe vorzüglicher fehlerfreier Reichsministers Darré besonders ausgezeichnet. Graf Wolf Metternich(Mitte) überreicht LeutLinks: Otto Gebühr als Friedrich der Große seine Uraufführung erlebt.— Rechts: Leutnant Ch Ritte vorführte, wurde durch den Sonderpreis des Reichsminister nant Chevalier den Sonderpreis.(Links: Kom. Lessage.) Herber—Baier wieder Enropameister. Das deutsche Meisterpaar errang bei den enropäischen Eislaufmeisterschaften in Prag wieder vor den Geschwistern Pansin einen Sieg. Das deutsche Europa=Meisterpaar bei seinem Meisterprogramm.(Schirner, K.) Ein tüchtiger Mann Französischer Ein von Paris in einen UrKaserne mit einem nieder die Diebe ein und suchten das Geistesgegenwart gegeben, als sei er in dem die beiden er laut um Hilfe die Verfolgung beiden Verbrecher aus Paris. Ueber er bisher die Aussage verVon Füchsen belagert Aufregender Kampf in einem Bergwerk Die Flutwelle kommt! Die Gleisanlage des Bahn hofs Kairo im Staate Illinois im amerikanische Ueberschwemmungsgebiet ist gleichsam zu einer Wehr geworden, über das unablässig die Wassernassen in die tiefer gelegenen Landstriche strömen. (Associated Preß, K.) Hoch türmen sich die Felsen der Rocky Mountains. Sie sind von dichten, oft nur schwer zu durchdringenden Wäldern bedeckt. Mitten in dieser Einsamkeit stößt man auf kleinere oder größere Ansiedlungen, die zu einem in der Nähe befindlichen Erzbergwerk gehören. Eine kleine Schmalspurbahn ist vorhanden und bringt die Erze fallweise bis zu einer der großen Eisenbahnlinien des Landes. Die Bergwerke sind abweichend von denen, die wir meist in Deutschland kennen: Man fährt nicht hundert Meter tief in einen Schacht ein, sondern der Schacht beginnt an einer schrägen Felswand und bohrt sich auf einer geraden Ebene in das Felsmassiv hinein. Von hier zweiten die Stollen ab. in denen die verschiedenen Erze gewonnen werden. Regelmäßig morgens um 7 Uhr beginnen die Arbeiten. Eine Stunde vorher kontrolliert ein Vorarbeiter mit zwei Leuten die Stollen, setzt die elektrischen Anlagen in Betrieb und prüft die Sicherheitsvorrichtungen. So auch heute. Gen Taylors traf sich pünktlich um 6 Uhr mit seinen beiden Freunden, die ihm seit Jahren regelmäßig bei der Kontrolle behilflich waren. Gemeinsam schritt man durch die dunkle Ungewißheit. Aber man war noch nicht weit gekommen, da machten sich seltsame Geräusche im Bergwerk bemerkbar. Die Männer lauschten, faßten ihre Lampen fester und gingen dann unerschrocken weiter, immer den Geräuschen nach. Plötzlich wurden sie angegriffen, ein Iltis sprang Gen Taylor ins Gesicht.— Das war des Rätsels Lösung: Der plötzliche Kälteeinbruch der vergangenen Nacht, der Schneesturm, der seit dem voraufgegangenen Abend die Rocky Mountains einhüllte, hatte zahlreiche Raubtiere von ihren gewohnten Plätzen vertrieben. Sie hatten sich geflüchtet und waren so in das Bergwerk geraten. Hier hatten sie untereinander eine Art Notkameradschaft gehalten. Der Mensch aber war ihrer aller Feind. Sein Erscheinen störte sie auf und veranlaßte sie schließlich zu verzweifelten Angriffen. Mit Stangen und Stöcken und durch Schwenken der Lampen versuchte man, das Raubzeug fern zu halten. Die Tiere wollten schließlich flüchten, aber der Schneesturm, der vor dem Ausgang des Bergwerkes wütete, trieb sie wieder zurück. Eine ganze Stunde lang kämpften die Männer verzweifelt um ihr Leben. Dann endlich kamen die anderen Arbeiter. Als sie merkten, worum es ging, kamen sie mit Schußwaffen den bedrängten Kameraden zu Hilfe. Die Füchse griffen rücksichtslos an, wenn sie keine Fluchtmöglichkeit mehr sa hen. Siebzehn Füchse erlegte man im Zeitraum von zwei Stunden, ehe man das Bergwerk von den Tieren gereinigt hatte, ferner drei Iltisse. Gen Taylors und einer seiner beiden Kameraden mußten mit sehr schweren Verletzungen ins nächste Krankenhaus gebracht werden. Der Besatzung des Krenzers„Emde"“ wurde bei dem Besuch in der japanischen Hauptstadt ein begeisterter Empfang zuteil. Der Kommandant der„Emden", Kapitän z. S. Lohmann stattet dem Marineminister Admiral Osami Nagano einen Besuch ab.(Weltbild, M.) Schlesiersee Ein deutsches Grenzstädtchen legt seinen fremden Namen ab. Nur wenige werden je etwas von Schlawa gehört haben, einem kleinen Grenzstädtchen von rund 1400 Einwohnern im Kreise Freystadt(Niederschlesien). Es liegt am Knotenpunkt der Bahn Glogau=Kontopp, hat Brennereien, Ziegeleien, Oel= und Getreidemühlen, sowie Säge- und Torfwerke. Soviel wenigstens entnimmt man dem Lexikon, wobei noch hinzugefügt sei, daß Schlawa bereits 1312 als deutsche Stadt bezeugt wurde. Jetzt hat der Oberpräsident die dankenswerte Verfügung getroffen, den Namen dieses alten deutschen Grenzstädtchens in„Schlesiersee" umzuändern. Das ist ein schöner, anheimelnder Name, der gleichzeitig Bezug nimmt auf die Lage des Städtchens, an einem großen See,„Schlesisches Meer“ genannt. Im Schlesierland weiß man übrigens Schlesiersee schon lange zu schätzen. Es hat einen Stamm von Sommergästen, die Jahr für Jahr wiederkommen und auch die Einsamkeit des Winters zur Erholung nicht verschmähen. Der große Bildmittelpunkt des Städtchens ist das Schloß, mit seinem herrlichen, an den See grenzenden Park, der jedem offensteht. Dicht daneben gibt es eine wunderbare alte Kirche, in der die sogenannte „Kometenkanzel" besonderen Ruf genießt; sie stammt noch aus der ersten Zeit des Dreißigjähri, gen Krieges. Auf der anderen Seite des Sees gibt es einen verträumten, uralten Waldwinkel, mit seltsamen runden Grabhügeln. Während der Schlesischen Kriege unter Friedrich dem Großen haben bereits ie Zietenhusaren dicht am Ufer des Sees, der ele Kilometer lang ist, ihr Quartier gehabt. Nundherum im weiten Raum gibt es Wald und Heide und außerdem noch viele kleine Seen, die versteckt unter hohen Bäumen liegen. lailais in üblem Geruch Tansend Tonnen Kunstdünger schwelen. In einer großen Fabrik in Calais, die künst liche Düngemittel herstellt, brach durch unbekannte Ursachen ein Brand aus. Das Feuer erfaßte die fertiggestellten Düngemittelvorräte in einem Lagerhaus, etwa 1000 Tonnen. Das Ergebnis war verheerend. Die chemischen Produkte begannen zu schwelen und es war unmöglich, diesen Brand zu löschen. Der beißende Qualm und Rauch machten jedes Atmen unmöglich. Die am Brandort wei lende Feuerwehr konnte nur unter Anwendung von Gasmasken ihre Arbeit verrichten. Das ekelhafte, außerordentliche schwere Gas trieb bald durch die Straßen der Stadt. Zunächst entschloß man sich dazu, zwei Schulen zu schließen und zu räumen, eine halbe Stunde später mußten jedoch die beiden anschließenden Stadtviertel vollkommen geräumt werden. Die Bewohner verlie ßen fluchtartig ihre Häuser. Sämtlicher Straßen bahn- und Autobusverkehr mußte aufgehoben wer den, da es niemandem möglich war, in der verpesteten Luft zu atmen. Ein kleines Krankenhaus konnte nur mit Mühe in letzter Minute geräumt werden, nachdem sich sämtliche verfügbaren Krankenwagen in den Dienst der Sache gestellt hatten. Die zum Entsatz kommenden Züge der Feuerwehr mußten, bevor sie die verräucherten Stadtviertel durchfuhren, bereits Gasmasken anlegen. Der Kampf gegen das brennende künstliche Düngemittel dauerte über einen ganzen Tag und war praktisch erfolglos. Man mußte die ganzen Vorräte ausbrennen lassen. Die geräumten Woh nungen sind von den Bewohnern zum großen Teil noch nicht wieder bezogen worden. Die Feuerwehr versucht jetzt, die gefährdeten Straßenzüge zu entgasen. Neue Paradeuniform für Polizeioffiziere. Durch Runderlaß des Reichsführers der SS und Chefs der deutschen Polizei wird jetzt allgemein für Polizeioffiziere eine eigene Paradeuniform eingeführt. Außer dem bereits eingeführten Felbindenschloß gehört dazu ein Tschako mit weißem Haarbusch, ferner ein Bandelier und eine schwarzlackierte Kartusche mit Hoheitsabzeichen. Englands neuer Botschafter für Berlin. Der englische König hat der Ernennung des bisherigen britischen Botschafters in Argentinien und Paragnay, Sir Nevile M. Henderson, zum britischen Botschafter in Berlin zugestimmt.(Weltbild, K.) Die eigene Mutter Maskierte Räuber gegen ein 17jähriges Mädchen In Krakau(Polen) wurde ein junges, 17jähriges Mädchen am Spätnachmittag in einer stillen Straße von einem Auto überholt, dessen Fenster dicht zugezogen waren. Der Wagen hielt, und drei maskierte Personen stürzten aus dem Auto, zwei Männer und eine Frau. Sie griffen das Mädchen an und versuchten, es in den Wagen zu schleppen. Das Mädchen schrie um Hilfe und setzte sich energisch zur Wehr. Inzwischen liefen von allen Seiten Passanten herbei, doch die Räuber ließen von ihrem Opfer nicht ab. Die Frau war offensichtlich der Anführer und trieb zu immer neuen Versuchen an. Schließlich griffen die Passanten in den Kampf ein, und hierbei wurde der Frau die Maske vom Gesicht gerissen. Zu seinem Erstaunen stellte das 17jährige Mädchen fest, daß es von seiner eigenen Mutter entführt werden sollte... Die drei Räuber wurden zur Polizeiwache gebracht. Hier ergaben sich die Gründe für den seltsamen Entführungsversuch: In einem Ehescheidungsprozeß war die Tochter dem Vater zugesprochen worden. Die Mutter aber liebte ihr Kind über alles, und an dem gleichen Tag, an dem das Urteil bekannt geworden war, versuchte sie den Ueberfall. Rotkäppchen auf der„Grünen Woche". Ein Schnappschuß von der Rassehund=Ausstellung, die im Rahmen der„Grünen Woche" in den Ausitelllungshallen am Kaiserdamm zu Berlin stattfindet. Westdeikselland hände hoch und Geld raus! Zwei Kaubüberfälle unter Kornevalsmasken Köln. Am Samstag zwischen 18 und 19 Uhr wurde in Grefrath bei Bergheim auf die dortige Filiale der Konsumgenossenschaft Eintracht ein dreister Raubüberfall ausgeführt. Bei den Tätern handelt es sich um zwei Männer, die mit einem Personenkraftwagen vor das Geschäft gefahren waren. Während einer der beiden Männer im Wagen am Steuer blieb, drang der andere mit vorgehaltener Schußwaffe in das Geschäft ein und zwang das Personal und die anwesenden Käufer, die Hände hoch zu nehmen. Der Verbrecher, der eine Gesichtsmaske trua(gelber Damenstrumpf), setzte sich in den Besitz der Ladenkasse und flüchtete dann schleuniast in den Wagen, der sofort mit höchstem Tempo davonsauste. Der Kraftwagen, der in KölnBrück gestohlen worden war, wurde am Sonntag „ morgen am Bahnhof Urfeld bei Wesseling herrenlos aufgefunden. Die Geldschublade befand sich noch im Wagen. Nach— sich allerdings widersprechenden— Nachrichten sollen sich noch 90 RM. in der Kassette befunden haben.— Bei den Tätern handelt es sich offenbar um die gleichen Burschen, die am 29. Januar d. J. in Köln die beiden kurz aufeinanderfolgenden Raubüberfälle auf zwei Kölner Filialen der Konsumgenossenschaft Eintracht verübt haben. Raub im Zigarrengeschäft Der Täter im Kraftwagen entkommen Köln. Am Samstag früh, kurz vor 7 Uhr, erschien in einem Zigarrengeschäft in der Taunusstraße im Vorort Kalk ein Mann, der um den Kopf einen gelben Damenstrumpf gelegt und eine seidene Karnevalsmaske angezogen hatte. Mit den Worten:„Los, los!“ forderte er den Geschäftsinhaber auf, ihm Geld herauszugeben. Der Händler war im ersten Augenblick der Meinung, es handle sich um einen Karnevalsstreich. Als aber der Mann ihn mit dem Revolver bedrohte und ihn in einen Nebenraum dränate, erkannte der Geschäftsinhaber den Ernst der Lage. In dem Nebenraum ariff der Maskierte in einen Behälter, in dem er Geld vermutete, jedoch nicht vorfand. Der Händler lief in seine Wohnung im ersten Stockwerk und schrie um Hilfe. Der Täter flüchtete und entkam in einem Kraftwagen, mit dem er auch vor das Geschäft gefahren war. Die Kriminalpolizei ist mit der Aufklärung des Falles beschäftigt. Sühne für Verkehrsunfall Fahrlässige Tötung und Fahrerflucht— Ein Jahr Gefängnis Osnabrück. Vor einigen Tagen war ein Radfahrer, der mit seiner Frau vorschriftsmäßig die Straße befuhr, von einem entgegenkommenden Kraftwagen angefahren und schwer verletzt worden. Der Wagenführer hatte sich zuerst seiner Feststellung durch die Flucht entzogen. war dann zurückgekehrt und hatte den Schwerverletzten in den Wagen übernommen und vor die Tür eines Osnabrücker Krankenhauses geleat, worauf er sich entfernte. Der Schwerverletzte starb bald darauf. Der inzwischen ermittelte Wagen. führer. der am Unglückstage reichlich Alkohol zu sich genommen hatte, wurde im Schnellverfahren zu einem Jahr Gefänanis verurteilt. Steigerung des Bodenertrages Großzügige Bodenuntersuchung in Westsalen Münster. Die große Bedeutung eines gesunden Kalkzustandes für den Boden hat die Landesbauernschaft westfalen veranlaßt. planmäßige Untersuchungen des Bodens auf den Kalkzustand durch Entnahme von Bodenproben anzustellen. So wurden im Laufe der letzten zwei Jahre 1160000 Morgen mit Hilfe des Arbeitsdienstes und der Landwirtschaftsschulen auf ihren Kalkzustand untersucht. Erst die Ergebnisse dieser Untersuchungen machten es möglich, eine allgemeine Steigerung des Bodenertrages zu gewährleisten. Zeiaten doch die Untersuchungen das erschreckende Bild, daß im Mittel 13 Prozent aller Aandwirtschaftlich genutzten Böden in Westfalen Säuregrade aufweisen, wie wir sie nach Beendigung des Gärvorganges im Sauerfutter vorfinden. Derartige Böden aber sind tot und Nährstoff=Verschwender. Erst eine richtige Kalkung, berechnet nach den Ergebnissen der Untersuchungen, machen sie wieder wirtschaftlich. Die Verteidigung hat das Wort Duisburger Beamtenbankprozeß vor dem Abschluß Duisburg. Im Prozeß um den Zusammenbruch der Rhein.=Westf. Beamtenbank erweiterte zu Beginn der Samstagsitzung der Vertreter der Anklage seine in der letzten Sitzung gestellten Anträge dahingehend, daß er für den Angeklagten Jost noch wegen eines Sonderfalles zwei weitere Monate Zuchthaus und 500 RM. Geldstrafe, ersatzweise neun weitere Tage Zuchthaus zusätzlich beantragte, ohne damit an der Gesamtstrafe, von fünf Jahren Zuchthaus etwas zu ändern, und für die Angeklagte Bours die Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von fünf Jahren beantragte. Dann hielt der Verteidiger des Angeklaaten Jost sein Plädoyer. Nach Würdigung des Prozeßverlaufes führte er aus, daß keinem der Angeklagten der Vorwurf geldlicher Bereicherung gemacht werden könne. Nicht die Angeklagten seien für den Zusammenbruch der Bank verantwortlich, die Schuld treffe vielmehr die Zeit, in der die Beamtenbank gegründet und geführt wurde und die auch an anderen, größeren Unternehmungen nicht spurlos vorbeigegangen sei. Gründe des Zusammenbruchs seien in der wirtschaftlichen Krise des Jahres 1931 zu suchen. Hinzu kämen die ungeheure Herabminderung der Grundstückswerte und nicht zuletzt die großen Veruntreuungen früherer Vorstandsmitalieder der Bank, die auf 150000 RM. zu beziffern seien. Leider seien diese Personen, Pütz und Jackmuth, gerichtlich nicht meyr zu fassen. Der Verteidiger bat schließlich um Freisprechung seines Mandanten, andernfalls aber um eine entsprechend niedrige Strafe. Die Verhandlung wurde auf Montaa vertagt. Der Dummen sind gar zu viel Hochstapeleien eines 20jährigen Duisburg. Eugen von St. Vieth hat eben erst seine 20 Jahre überschritten, aber schon viel von sich reden gemacht, Einmal durch seine Tätigkeit als„Treuhänder“ und„Inhaber" der Deutschen Auskunftei für Haus= und Grundbesitz Köln, deren Filiale in Duisburg er auf eigenen Namen übernahm, als das Kölner Unternehmen durch Polizei und Fachverbände stillgelegt wurde, da hier für wenig Geld Riesenleistungen versprochen, aber nicht gehalten wurden. In Duisbura setzte er seine Tätigkeit in gleichem Sinne fort und wußte das Unternehmen sehr einträglich für sich zu gestalten, so daß er sich schon bald ein elegantes Auto zulegte und ein recht flottes Leben führte. Schon in kurzer Zeit hatte er seinen Kundenkreis bis auf über 1500 Personen gebracht, die dafür Beiträge von 4 RM. jährlich und bei Inanspruchnahme Entgelt bis zu 80 RM. zu zahlen hatten. Hausbesitzer gingen so weit, ihm unbedenklich die Vollmacht zur Empfangnahme der Rückvergütungen auszustellen, und in der Folge ließ sich der saubere„Treuhänder“ diese Beträge auf sein eigenes Konto überweisen und verfügte darüber, als ob es sein eigenes Geld wäre. Daraus sind allein fast 12 000 RM. Fehlbeträge entstanden. Der Angeklaate gab seine Verfehlungen zu, berief sich aber darauf daß man ihm als jungen Menschen die Sache sehr leicht gemacht habe. Das Gericht verurteilte ihn zu zwei Jahren Gefängnis. Schon einmal gelebt? Aufregender Vorfall in Polen— Erklärung eines Seelenarztes In der polnischen Presse wurde kürzlich ein Fall behandelt, bei dem es um die Frage geht, ob man schon früher einmal gelebt haben kann. Ein Apotheker aus Gdingen machte kürzlich mit seiner Frau und einer Nichte, die bei ihm zu Besuch weilt, einem 25jährigen jungen Mädchen namens Maria Schnabel, einen Ausflug in die Umgebung, wobei auch der dicht am Strand der Ostsee gelegene Marinefriedhof von Oxhöft besucht wurde. Kaum hatte das junge Mädchen ein paar Schritte auf den Friedhof getan, als es aufschrie: „Hier wurde ich begraben!" und ohnmächtig umfiel. Später wieder zur Besinnung gekommen, erzählte sie, ihr sei plötzlich bewußt geworden, daß sie„vor Jahrhunderten schon einmal gelebt“ habe, und zwar habe ihr Haus dicht neben jenem Friedhof gestanden. Sie sei verheiratet gewesen und habe drei Kinder gehabt. Sie gab für sich und die Kinder altertümliche Namen an, die es heute gar nicht mehr gibt, und sie berichtet weiter, ihr Mann sei Fischer gewesen und an einem Tage umgekommen, als fremdes Kriegsvolk die Kirche von Oxhöft in Brand gesteckt habe. Als Witwe habe sie das Gewerbe ihres Mannes weiter ausgeübt, sei dabei einmal auf See vom Gewitter überrascht worden und ertrunken. Auf dem Oxhöfter Friedhof sei sie dann begraben worden. Damals sei das Dorf eine Halbinsel mit einem ganz schmalen Zugang zum Festland gewesen. Einige Zeitungen sind dieser Erzählung einmal nachgegangen. Sie berichten, daß Fräulein Schnabel keineswegs einen überspannten Eindruck mache, sie sei ein ganz natürliches, ruhiges, blondes Mädchen, das keinerlei Veranlagung zur Hysterie zeige. Sie sei seit kurzem bei ihren Verwandten zu Besuch und zum erstenmal auf dem Friedhof gewesen. Auch habe sie nie Geschichte oder Dinge studiert, woraus ihr die alten Namen geläufig sein könnten. Wenn ihre Erzählung richtig sei, müsse sie eben im siebzehnten Jahrhundert gelebt haben. Damals sei die Kirche von Oxhöft durch die Schweden angezündet worden. Kirchenbücher, aus denen man die Namen nachprüfen könnte, existieren leider nicht mehr. In den Kreisen der bodenständigen Schiffer und Fischer geht noch heute die Legende um, daß Oxhöft früher einmal eine Insel gewesen sei. Das etwa ist der Tatbestand. Ein Psychiater, den ein Warschauer Blatt um seine Ansicht befragt hat, äußerte sich allerdings recht skeptisch dazu. Solche Erinnerungen aus einem angeblichen früheren Leben seien keine Seltenheit in der Praxis eines Seelenarztes. Das Mädchen sei eben in einen Zustand verfallen, den man in der Wissenschaft als„Kryptomnesie“ bezeichnet und der in dem Wiederauftauchen verborgener Erinnerungen aus der Kindheit, aus gelesenen Büchern oder erzählten Geschichten bestehe, die von der Phantasie ausgebaut werden. Auch bei ganz gesunden Menschen komme ja der Fall vor, daß man sich sagt:„Das hast dn irgenöwie schon einmal erlebt!“ Das sei jedoch nur eine Täschung, die beim Gesunden schneller wieder vergehe, bei hysterisch veranlagten Personen aber längere Zeit dauern könne. Solche Erscheinungen bezeichnet der Gelehrte auch als die psychologische Grundlage der Lehre von der„Seelenwanderung“, wie sie z. B. ein Bestandteil der Religion der alten Aegypter war. Vam Hänia züm Kronnrinzen Michael der größte Fünfzehnjährige des Landes— Die Krankheit des Kronprinzen In der Wintersonne Bukarests flattern die Fahnen im Winde. In schnurgerader Reihe sind die Fahnenträger der rumänischen Armee angetreten. Spannung liegt über dem Bukarester Paradefeld. Gleich muß der König kommen. Endlich erscheint König Carol, umweht von einem weißen Öffiziersmantel, auf dessen rechter Seite ein großes goldenes Kreuz gestickt ist. Hinter ihm schreitet ein junger Offizier von athletischem Wuchs, breitschultrig, massiv, ernsten Angesichts. Er überragt den König. Es ist der Kronprinz, der Wojwode Michael. Der Kronprinz— ein Kraftmensch Dieser junge Offizier soll erst fünfzehn Jahre sein? Es ist unalaubhaft. Er wirkt wie ein Zweiundzwanzigjähriger. Ja, Kronprinz Michael ist der stärkste und größte Fünfzehnjährige des Landes durch sorgfältigstes Sporttraining gestählt, gibt zu hundert Legenden Anlaß. Man behauptet zum Beispiel, daß er ein Stück Eisen mit bloßer Hand krumm zu biegen vermag. Michael ohne Appetit Am Abend ist Hoftafel. Der Kronprinz sitzt neben dem Ministerpräsidenten Tatarelsku, gegenüber dem König. Doch der Wojwode ist heute nicht von jener Fröhlichkeit und jenem guten Appetit, der ihn fast genau so populär gemacht hat wie seine Kraft, wie sonst. Man merkt, daß er sich eisern beherrschen muß. Ab und zu geht ein Zucken des Schmerzes über sein Gesicht. Nur mit aller Beherrschung vermag er der Hoftafel bis zum Schluß beizuwohnen. Angst um Rumänien Am nächsten Morgen wird die rumänische Oeffentlichkeit von der traurigen Nachricht überrascht, daß der Kronprinz schwer erkrankt ist. Einige Tage später muß Michael sich einer schweren Blinddarmoperation unterziehen. Angst befällt das Land, denn Komplikationen kommen hinzu. Die Aerzte vertrauen der Bärennatur des Patienten. Und sie taten recht daran. Warum ist Michael populär? Denn der Kronprinz befindet sich wieder auf dem Weg der Gesundung. Bei dieser Gelegenheit kommt die große Popularität, die der fünfzehnjährige Thronfolger bei den Rumänen genießt, zum vollen Ausdruck. Ist es ein Wunder? Es gibt wenig junge Fürsten, die eine so romantische und merkwürdige Jugend hinter sich haben, wie Michael. Vom Kinderzimmer auf den Königsthron Der Fünfjährige liegt in seinem Zimmer auf dem Boden und spielt mit seinen schönen Zinnsoldaten. Plötzlich holt ihn seine über alles geliebte englische Erzieherin aus dem Kinderzimmer. Er muß seine blaue Leutnantsuniform anlegen, einige Orden werden ihm angeheftet, er wird zu seiner Großmutter geführt, der Königin Maria. Sie teilt ihm mit tränenumflorter Stimme mit, daß er nun König sei, weil Papa verreist ist. Einer möchte nicht König sein Der Fünfjährige ist von dieser Wandlun seines Schicksals keineswegs begeistert. Ersten liebt er Papa Carol zu sehr. Zweitens möcht er nicht immer in langen Hosen herumlaufen und drittens schätzt der Fünfjährige es gar nich in feierlichem Aufzug, begleitet von vielen Her ren mit Zylinderhüten, an irgenöwelchen Orter deren Bedeutung ihm noch gar nicht klar sei kann, aufzutauchen. Es beginnt eine harte Zeit für ihn, eine Ze des Lernens. Denn der König muß viel wisse und Sprachen lernen(er spricht deutsch, englisch französisch, italienisch) Eine Zeit der Selbstüben windung—, denn Michael kommt kaum noch z seinen Bleisoldaten und seinen kleinen Spielke meraden, und eine Zeit der Sehnsucht, denn M chael liebt seinen Vater, der im fernen Pari weilt. Ein abgelehnter königlicher Vorschlag Der kleine König hat seine Freunde nicht ver gessen. Bei einem Ministerrat, dem die Königir Mutter Maria präsidierte, und bei dem der libe ralistische Ministerpräsident Bratianu, der seine Vater stürzte, das große Wort führte, erhob sie plötzlich der kleine inzwischen sechsjährige König und fragte, ob seine Minister nicht ebenso klein Jungens sein könnten, wie er selbst. Au den Raud 85jähriger Opfer des Verkehrs. Auf der Schwelmer Straße in Wuppertal wurde ein 85jähriger Mann, als er die Fahrbahn überqueren wollte von einem Personenkraftwagen angefahren und schwer verletzt. Der Greis starb auf dem Wege zum Krankenhaus. Die Ursache des Unglücks bedarf noch der Klärung. Matrose im Rhein ertrunken. Am Samstagvormittaa schlug vor einem in Porz liegenden Schlepper ein Kahn um, in dem zwei Matrosen zu Land rudern wollten. Während einer der beiden sich durch Schwimmen retten konnte, hielt sich der andere an einem Seil über Wasser. Aber ehe Hilfe gebracht werden konnte, verließen ihn die Kräfte, und die Strömung riß ihn fort. Er wurde zwar rasch geborgen, doch blieben Wiederbelebungsversuche ohne Erfola. Aufstieg und Landung zweier Freiballone. Am Sonntaavormittaa stiegen aus Anlaß der fünften Reichsstraßensammlung, an der bekanntlich auch der Deutsche Luftsportverband beteiligt war, vom „Rhein=Elbe“=Füllplatz in Gelsenkirchen die beiden Ballone„Emil Kirdorf“ und„Raven" auf. Ballon „Emil Kirdorf“ landete um 15,15 Uhr unter Führung von Dr. Kaulen sen.(Wuppertal) bei Detmold; Ballon„Raven“ unter Führung von Dr. Buschmann(Gelsenkirchen), der damit seine 25. Fahrt durchführte, um 17 Uhr bei Hillegossen in Lippe. Emsland=Bann der HJ. Mit dem 1. April 1937 wird ein eigener Bann„Emsland" der Hitlerjugend und ein Jungbann des Deutschen Jungvolks gebildet werden. Die Banne erhalten die Nummer 383 und werden ihren Sitz in Papenburg haben. Zum Bann= und Jungbannbereich gehören die Einheiten der HJ. und den DI. der Kreise Aschendorf=Hümmling und Meppen, die bisher zum Bann bzw. Jungbann 148 Lingen gehörten. Immermann=Literaturpreis der Stadt Düsseldorf Düsseldorf hat am 26. Oktober 1935 auf der ersten Tagung von Dichtern und Schriftstellern aus allen Teilen der Westmark die Stiftung eines jährlichen Literaturpreises verkündet. In Erinnerung der großen Verdienste, die vor einem Jahrhundert Karl Lebrecht Immermann sich um Düsseldorf erworben hat soll der Preis den Namen Immermann=Literaturpreis der Stadt Düsseldorf tragen. Der Literaturpreis beträgt 1000 RM. und wird für ein arteigenes und würdiges Werk des Schrifttums verliehen, das im rheinischen Volkstum wurzelt oder von dem Leben der Westmark kündet. An dem Wettbewerb können sich alle deutschen arischen Schriftsteller und Dichter beteiligen. Werke, die von anderer Seite bereits preisgekrönt wurden, werden nicht berücksichtigt. Schlußtermin der ersten Einsendung ist der 15. April 1937. Die Einsendungen sind zu richten an den Oberbürgermeister der Stadt Düsseldorf, Amt für kulturelle Angelegenheiten, Düsseldorf, Rathaus. Das Bauunglück an der Bever-Talsperre Die Angeklagten freigesprochen Wuppertal. Das große Bauunglück an der Bever=Talsperre, das sich im Herbst veraangenen Jahres ereignete und zwei Wuppertaler Arbeitern das Leben kostete, bildete den Geaenstand einer mehrere Tage dauernden Verhandlung vor der Großen Strafkammer des Wuppertaler Landgerichtes. Auf der Anklagebank saßen ein Oberwachtmeister, ein Vorarbeiter und ein Mineur, denen vorgeworfen wurde, durch mangelhafte Aufmerksamkeit und Sorafältiakeit den Tod der Arbeitskameraden verursacht zu haben. Der bedauernswerte Unfall hatte sich dadurch ereignet, daß herabstürzende Erdmassen die beiden dort beschäftigten Arbeiter verschüttet hatten. Auf Grund der Zeugenaussagen und der Gutachten der Sachverständigen gelangte das Gericht im Gegensatz zur Anklagebehörde zur Verneinung der Schuldfrage und sprach die Angeklaaten frei. Es begründete diese Freisprechung mit dem Hinweis auf die von den Sachverständigen vertretene Auffassung, daß der Absturz der Erdmassen nicht auf das Verschulden der Angeklaaten, sondern auf einen Zufall zurückzuführen sei. So kindlich die Frage sein mochte, so sehr zeigte sie, mit welcher Treue der Knabenkönig an seinen Spielkameraden hing. Die Flucht aus dem Palast Einmal bekam er die Königswürde satt. In einem geeigneten Moment riß er aus dem Palast aus, streifte in den Straßen Bukarests umher und spielte mit ein paar unbekannten Junges, denen er sich anschloß, Räuber und Soldaten. Es waren wunderbare Stunden für ihn, bis schließlich ein Passant ihn erkannte und ihn aufforderte, ins Palais zurückzukehren, Michael wollte nicht. Als aber der Passant ihm auseinandersetzte, daß seine Gouvernante und sein Erzieher große Unannehmlichkeiten, ja die Entlassung wegen seiner Eskapade erleiden würden, raste er in der Sekunde ins Schloß zurück. Niemand war glücklicher über die Rückkehr seines Vaters als Michael. Vier Jahre Königtum hatten ihm genügt. Aus dem König wurde wieder der Kronprinz, ein einzigartiger Vorgang in der dynastischen Geschichte Europas. Michael interessiert sich für Politik Heute trägt der fünfzehnjährige Kronprinz die Pflicht der Repräsentation gern und mit Würde. Es gibt kaum eine Gelegenheit, wo man nicht den großen, breitschultrigen, jungen Offizier neben seinem Vater bemerkt. Man erzählt sich in Hofkreisen, daß er sich bereits jetzt für die Politik des Landes außerordentlich interessiert, und daß ihm zum Beispiel Herr Titulescu niemals sehr gefallen hat. Aus dem Kind ist ein Jüngling geworden. Man kann die Erleichterung verstehen, die das rumänische Volk empfindet, weil der Kronprinz gerettet ist und weil man hofft, ihn bald wieder an der Seite seines Vaters durch die Straßen des Landes reiten zu sehen. Nach Gottes unerforschlichem Ratschluß verschied Samstag morgen 1½ Uhr mein lieber Mann, unser treusorgender Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel, der Bauer Gustau Pampus sen. Er starb nach segensreicher Arbeit im 75. Lebensjahre. Die trauernden Hinterbliebenen: Wilhelmine Pampus geb. Kißler ipu Gustav Pampus jr. Wilhelm Pampus Wilhelm Nüfer Lilly Nüfer geb. Pampus Hedwig Pampus geb. Därma Erna Pampus geb. Därmann und 4 Enkelkinder. Westherbe, Durchholz u. Stüter, den 6. Febr. 1937. Die Beerdigung findet Dienstag, den 9. Febr., nachmittags 4 Uhr, vom Trauerhause aus statt. Trauerfeier eine halbe Stunde vorher. Allen, denen aus Versehen keine besondere Nachricht zuging, diene diese als solche. Statt besonderer Anzeige. Heute morgen gegen 2 Uhr entschlief sanft und gottergeben nach langem, mit großer Geduld ertragenem Leiden unsere liebe, gute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Urgroßmutter und Tante Wwe. Friedr. Wiele Berta geb. Lührmann im 90. Lebensjahre. Die trauernden Hinterbliebenen. Herbede-Ruhr, Lütgendortmund, Witten-Wannen, den 7. Februar 1937. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 10. Febr. 1937, nachm. 5 Uhr, vom Sterbehause aus statt. Trauerfeier eine halbe Stunde vorher. Warum Anzeigenwerbunge Die Zeitungsanzelge ist das wandernde Schaufenster des Kaufmannes treues Mutterherz hat aufgehört zu Nach langem, schwerem Leiden, geduldig 8.20 Uhr n und meine gottergeben, starb heute abend 8. innigstgeliebte Frau, unsere treusorgende Mutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Maria Sintermann geb. Feldmann im 76. Lebensjahre. In tiefer Trauer: Friedrich Sintermann nebst Kindern u. Anverwandten Altendorf-Ruhr, den 5. Februar 1937. (Im Vaeste 10) Die Beerdigung findet am Dienstag, dem 9. Februar 1937, 15.30 Uhr vom Trauerhause aus statt. Um 15 Uhr Hausandacht. Allen, denen aus Versehen keine besondere Anzeige zuging, diene diese als solche. Jeden Tag Qualität Zahncreme Rasiercreme Niederwenigern= Altendorf. Zur Beerdigung unseres verstorbenen Mitglieds Frau Wilh. Sintermann versammeln sich die Mitglieder Dienstag nachmittag 3¼ Uhr am Sterbehause Altendorf, im Vaeste. Umzahlreiche Beteiligung bittet der Vorstand. Stadttheater Bochum Montag. 8. Februar, 20—22.15 Uhr: Geschlosl. Porstellung Petermann fährt nach Madeira Dienstag, 9. Februar. 20—22,15 Uhr. Brauner Ring 6: Moral. Komödle von L. Thoma Habe noch Heu und Stroh billig abzugeben. N.=Stüter 106. Mehrere Schweine zum Weiterfüttern zu verkaufen. Baak b. Hattingen Hattinger Straße40 Suche für Anfang März ein tüchtiges, ehrliches, gesundes, kinderliebes Alleinmädchen nicht unter 18 Jahr., das mit allen Hausarbeiten vertraut ist. Waschhilfe vorhanden. Angebote mit Zeugnisabschriften an Frau Oskar Harz, Essen, Juliusstraße 13. Saubere Betriebsingenieur sucht zum 1. 4. 3-4=ZimmerOfferten unt. B 242 an die Geschst. dsr. Ztg. in B.=Linden. Heute und morgen Dienstag ab 8 Uhr Karnevalistisches Konzert im Union-Brau-Stüb' Hattingen-Ruhr Konditorei und Kaffee Hattingen 9 Städtisches Orchester Bochum Vormiete 6. Kammermusik Das GewandhausQuartett, Leipzig spielt Donnerstag, 11. Februar 20 Uhr, Im Ernit-Moritz-Arndt-Haus Streichquartette von Mozart, Plitzner u. Beethoven Preise: 75 Rpf. bis 1,50 RM. Karten sind an der Konzertkasse im Stadttheater sowie in den bekannten Vorverkaufsstellen zu haben. Schülerkarten werden nur an der Konzertkasse ausgegeben. Vorbestellungen unt. Nr. 61051 Haus Juliana Eine Viertelstunde vom Bahnhof Schee Heute, Rosenmontag nach dem Festzug GROSSER KARNEVALSTRUBEL Aschermittwoch nachm. u. abends Großler Kaffeeklatsch mit Kehraus unter Mitw. des beliebten Karnevalisten Hans Schürmann und weiterer Künstler Punkt 10.11 Uhr: Beerdig. d. Hopediz Unentbehrlich ist heute die Kleinanzeige besonders für kleinere und mittlere Geschäfte, sowie für die Handwerkerschaft geworden— man investiert ein paar Groschen und spricht zu Tausenden in dieser interessanten Lokalchronik, die jeder Leser als Fundgrube günstiger An gebote betrachtet! erufskleidung immer sut und billis nur von Küfner, Steele, Grendplatz NNNNN Guter Tip für die Hausfran! Unser tägliches Rochbüch Dienstag, 9. Februar. Erstes Gericht: Kartoffelpuffer und Backobst. Wir nehmen 1½—2 Kg. Kartoffeln, 3—4 Eser. 2 Zwiebeln, 1 Tasse Semmelkrumen, 120—150 Gr, Fett und etwas Salz.— Die geschälten, rohen Kartoffeln werden gerieben, mit den Eiern, Zwiebeln und Semmelkrumen vermischt, und zu je 3 oder 4 Stück, ungefähr 1 Zentimeter stark, in der Pfanne auf beiden Seiten gebekommen in heißes Feit; empfehlenswert ist eine Mis Oel und anderem(fe Bedarf) wird gewaschen Weichwasser und mit dem nötigen Zucker langsam gargeschmort. Dauer: 1—1½ Stunde. Wer kein Backobst verwenden will, nimmt Apfelmus oder verwendet Konserven. Zweites Gericht: Brühwürstchen mit Zwiebelsoße, Kartoffelbrei und Gurken. Zutaten für 4 Personen: ½ Kilo Brühwürstchen, 2 Eßlöffel Fett oder die entsprechende Menge Speck mit 3 bis 4 Tassen Wasser rühren, mit Salz und den anderen Zutaten, vielleicht auch nock mit Salz und den ne einem Soßenwürfel würzen und mit den Würstchen zusammen langsam 5 Minuten kochen, weitere 5 Minuten ziehen lassen.— Die geschälten und geviertelten Kartoffeln in Salzwe pien laen., durch den Auescher Prlcken garkochen, abgießen und in fest Scheiben geschniteen. lehen la zwasser knapp pp 10 Minuten feinstampfen. Is durchkochen Streifen oder MINIE NNNNNNNR Rest.„Zum gemütl. Eck“ Inh. W. Kirchmeier, Hattingen, Straße d. S.A. Heute abend das beliebte Preis-Kostümlest mit 6 wertvollen Preisen Morgen der große Lumpenbal mit 7 Preisen Anfang 20 Uhr. Ende?? Allertel Überraschungen! Restaurant Heinr. 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