10 Hallinger Zeilung Anzeigenpreis: Für 1 mm Höhe und 22 mm Breite 5 Pfg. Für Anzeigen im Textteil 1 mm Höhe und 75 mm Breite 20 Pfg. Ermäßigte Grundpreise und Nachlässe It. Preisliste Nr. 4. Anzeigenaufträge werden nur zu den„Allgemeinen Geschäftsbedingungen" angenommen und in„Die Heimat am Mittag“ Ausgabe A veröffentlicht. Schluß der Anzeigenannahme morgens 9 Uhr für die am gleichen Tage erscheinende Ausgabe. Für die Aufnahme von Anzeigen an bestimmter Stelle wird keine Gewähr übernommen. Für die Richtigke Hattingen-N Dortmund Nr. 1 Bezugspreis: Durch Boten frei Haus halbmonatlich 1,08 RM., für Abholer halbmonatlich 0.95 RM. Verlagsleitung: Rudolf Hundt Hauptschriftleiter: Dr. Rudolf Hundt; dessen Stellvertreter Adolf Beineke; verantwortlich für Politik, Handel, Bilder, Unterhaltung: Dr. Rudolf Hundt; verantwortlich für Allgem.=Lokales: Adolf Beineke; verantwortlich für Ortliches, Provinzielles, Sport Kunst und Kultur: Hans Hollender, sämtlich in Hattingen. 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Noch niemals aber konnte in der Geschichte ein Regime mit stolzerer Genugtuung auf die Erfüllung seines Programms zurückblicken als die Nationalsozialistische Partei an der Wende dieses Jahres auf das ihre. Ungeheures, ja kaum Faßbares ist in diesen vier Jahren geleistet worden. Auf allen Gebieten unseres nationalen Leben, innen-, außen-, kulturund wirtschaftspolitisch erlebten wir den Sturm der größten Revolution unserer deutschen Geschichte. Ein tief gedemütigtes, volitisch und moralisch geschlagenes, wirtschaftlich ruiniertes Volk hat sich wieder erhoben! Was bedeutet dieser gewaltigen geschichtlichen Tatsache gegenüber das stupide Beiseitestehen oder gar Kritisieren der einzelnen wenigen Unbelehrbaren in unserem Volk? Ihre Namen, ja die Erinnerung an sie werden vergehen, aber die Tatsache der deutschen Wiederauferstehung wird als ein Wunder eingehen in die Geschichte. Dieses Wunder ist das Werk der Nationalsozialistischen Partei! Ihr gebührt das Ver„dienst, diese große Zeitwende der Nation vorbereitet, herbeigeführt und vollendet zu haben. Was sie in vierzehnjährigem phantastischem Kampfe um die Macht ankündigte, wurde in vier Jahren in einem wahrhaft seltenen geschichtlichen Ausmaß durchgeführt. Der Aufbau unseres neuen Heeres aber wird dem nationalsozialistischen Reiche der Deutschen die Kraft zur Behauptung in einer Welt geben, die mehr denn je bedroht ist von den Schatten einer schweren internationalen Gefahr. Dieses vierte Jahr kann nicht abschließen, ohne daß ich mich der unendlichen Treue, aber auch der unendlichen Opfer erinnere, die die Millionen unserer Parteigenossen mir und damit Deutschland gebracht haben. Den gewaltigsten Ausdruck fand diese nationalsozialistische Erziehungsarbeit unseres Volkes in der Märzwahl 1936. Wann hat sich jemals in unserer Geschichte die Nation zu einem so einheitlichen Willensausdruck erhoben wie in unserer heutigen Zeit. Dies ist das Verdienst der nationalsozialistischen Erziehung und Führung unseres Volkes. Und dies ist damit in erster Linie euer Verdienst, meine Parteigenossen und Parteigenossinnen? Indem ich dieses feststelle, weiß ich aber auch, daß wir den Aufgaben der Zukunft nicht schwächer, sondern nur noch stärker gegenübertreten werden. Deutschland wird immer mehr ein Bollwerk sein der europäischen Kultur und Zivilisation gegenüber dem bolschewistischen Menschheitsfeind. Deutschland wird damit aber gerade dadurch auch sein ein sicherer Garant eines starken europäischen Friedens! Wenn die Vorsehung dieses große Werk der nationalen Wiederaufrichtung unseres Volkes gelingen ließ, dann danke ich am Ende des vierten Jahres all denen die mir durch ihre opferbereite und gehorsame Treue die Voraussetzungen für den Erfolg meiner Arbeit gegeben haben. Ich danke all den Hunderttausenden meiner politischen Mitarbeiter in der Partei und in ihren gewaltigen eigenen und angeschlossenen Organisationen. Ich danke den Führern und Kämpfern in meiner SA., in der SS., im Arbeitsdienst, in der HitlerJugend. Ich danke den Führern und Führerinnen der Arbeitsfront, der Frauenschaft und des BDM. und all der zahlreichen sonstigen Verbände. danke den Männern unserer Propaganda und Presse! Ich danke aber wieder vor allem den unzähligen namenlosen Volksgenossen, die als Nationalsozialisten die Träger des Willens der heutigen Führung im Volke selbst sind! Ich will aber auch in diesen Dank mit einschließen all die unzähligen deutschen Volksgenossen in führenden und nichtführenden Stellen, die als Nichtparteigenossen dennoch in treuester Pflichterfüllung und bedingungsloser Hingabe dem deutschen Staat und der deutschen Nation dienten und so mithalfen, den Verfall der Vergangenheit zu überwinden und den Aufbau der Gegenwart zu fördern. Das Jahr 1937 findet uns Nationalsozialisten entschlossen, den neuen gewaltigen Kampf für die Selbstbehauptung der Nation auf wirtschaftlichem Gebiete aufzunehmen. Das politisch aus den Fesseln des Versailler Vertrages erlöste Volk wird in den kommenden vier Jahren auch die wirtschaftlichen Fesseln lösen. über dem Gespött und Gerede der anderen wird wieder stehen die nationalsozialistische Tat! Das Bekenntnis zu ihr sei das feierliche Gelöbnis an dieser Jahreswende. Wenn manche kleinen Journalisten vier Jahre lang glaubten, den Erfolg der nationalsozialistischen Arbeit einsach weglügen zu können, so haben sie ihre unzweidentige Widerlegung durch die Wirklichkeit erfahren. Wenn sie hente mit denselben Phrasen den Erfolg der kommenden vier Jahre anzuzweifeln versuchen, so werden wir dem Versuch dieser Irreführung der öffentlichen Meinung die gleiche nationalsozialistische Belehrung zuteil werden lassen: Am Ende der vor uns liegenden vier Jahre wird sich erweisen, daß die Resultate eines entschlossenen Willens und unentwegter fleißiger Arbeit stets größere sind als die Ergebnisse des Wirkens ewig nur schwätzender Kritikaster! Indem wir am Beginn des neuen Jahres noch einmal rückblickend die gewaltigen Leistungen des alten an unserem Auge vorüberziehen lassen, fassen wir den Entschluß, in noch größerer Liebe zu unserem Volk keine Arbeit, kein Opfer und keine Mühe zu scheuen, um seinen irdischen Lebensweg zu sichern vor jeder Not und Gefahr. Dann wird uns aber auch in der kommenden Zeit so wie in den vergangenen Jahren der Segen des Allmächtigen nicht verlassen, den wir in Dankbarkeit und Demut herabflehen auf unser deutsches Volk und unser eigenes redliches Sorgen, Tun und Schaffen. Es lebe die nationalsozialistische Bewegung! Es lebe unser einiges Deutsches Volk und Reich! Berlin, den 1. Januar 1937. (gez.) Adolf Hitler. 50000 Hinrichtungen in Madrid Ein grauenhafter Bericht eines engl. Korrespondenten 1 sich hunderte von Frauen und selbst einige nder. In zahlreichen Fällen seien die Frauen rihrem Tode aufs schwerste mißhandelt worden. dnb London, 2. Januar. Ueber die rote Schreckensherrschaft in Madrid veröffentlicht die konservative„Morningpost" den Bericht eines Korrespondenten, der die Zahl der „hingerichteten" oder richtiger„hingewordeten" Personen in der spanischen Hauptstadt bis Anfang Dezember auf insgefamt 50 000 beziffert. Als Nachweis für die Richtigkeit der Schätzung macht der Korrespondent darauf aufmerksam, daß allein schon die amtlichen Angaben des sogenannten „Identifizierungsbüros" des Madrider Polizeipräsidiums, wo die Personalien und Fotografien jedes Opfers registriert werden, eine Ziffer von 36 000 angeben. Hinzugerechnet werden müßten die während der ersten drei Wochen der Revolntion getöteten, über die noch nicht Buch geführt wurde und die Zahl derjenigen, die in den Vororten ermordet wurden. Unter den Opfern befänFranzösische Gewerkschaft fordert zur Bildung einer freiw. Brigade auf Wie der„Figaro" berichtet, hat der Vorstand der französischen Baugewerkschaft dieser Tage den Beschluß gefaßt, ihre Mitglieder aufzufordern, eine freiwillige Brigade zu bilden, die an der Verteidigung von Madrid teilnehmen und„für den Sieg der Freiheit und des Friedens" mitkämpfen sollen. Der Vorstand beauftragt die Verbandsleitung, im Einverständnis mit den französischen Gewerkschaftsverband CGT. alle geeigneten Vorkehrungen zur Verwirklichung dieses Beschlusses zu ergreifen. In Paris brachen wieder Unruhen aus, die erst nach Einsatz von Polizei und berittener Gendarwerie unterbunden werden konnten. Die Angestellten der öffentlichen Betriebe zogen vor das Rathans, um für bessere Arbeitsbedingungen zu demonstrieren.(Associated=Preß. K.) fußerste Kraft voraus! Ministerpräsident Görings Parole für 1937 Der Beauftragte des Führers für den Vierjahresplan, Ministerpräsident Generaloberst Göring, hat der NSK. zufolge nachstehenden Neuahrsaufruf veröffentlicht: „Ein Jahr harter Arbeit und herrlicher Erlebnisse liegt hinter uns. Der Führer hat uns teilnehmen lassen an den Erfolgen seiner unermüdlichen Arbeit, die allein dem Wohl des Volksganzen dient. Es war auch im vergangenen Jahre unser Stolz— jeder nach seinem Können und seiner Kraft—, mitzuarbeiten am Aufbau des nationalsoaialistischen Deutschland. Die Vergangenheit liegt hinter uns; wir haben keine Zeit, bei ihr zu verweilen. Jeder errungene Erfolg, jede Leistnng bedentet für uns nur die Verpflichtung, noch mehr zu arbeiten, alle Kräfte zu erhöhter Leistung auzuspannen; denn die Weltgeschichte wird uns einmal nicht danach beurteilen, was wir schaffen wollten, sondern ihr Urteil danach sprechen, was wir geleistet und geschaffen haben. Der Führer hat uns durch den neuen Vierjahresplan eine Aufgabe gestellt, die alle Kräfte des deutschen Volkes umfaßt und von allen getragen werden muß. Es gilt das Werk der politischen Freiheit der deutschen Nation zu krönen durch die wirtschaftliche Unabhängigkeit Dentschlands für heute und für die Zukunft. Jedem einzelnen von uns sind die Aufgaben seiner Arbeit gestellt und klar umrissen. Wir wollen und werden unsern Stolz allein darein setzen, von der Arbeit und ihren Schwierigkeiten möglichst wenig zu sprechen, und mit um so größerer nationalsozialistischer Energie und Tatkraft alles für das Gelingen einsetzen. Darum kann die Parole für 1997 nur lanten: Aeußerste Kraft voraus zur Sicherung der deutschen Ehre und des deutschen Lebens. gez.) Hermann Görina.“ An die Wehrmacht! dnb Berlin, 1. Jannar. Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht richtet an die Wehrmacht folgenden Aufruf: Soldaten! Ein bedeutungsvolles Jahr deutscher Wehrgeschichte hat geendet. Seit dem 7. März 1936 stehen unsere Regimenter wieder am Rhein. Die Einführung der zweijährigen Dienstzeit aber festigt das Gefüge der Wehrmacht und stärkt dadurch die Sicherheit des Reiches. Ich danke Euch für Eure treue Pflichterfüllung. Gehorcht auch im nenn Jahr der ewigen Losung: Alles für Deutschland! Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht. Adolf Hitler. Der Reichskriegsminister und Oberbefehlshaber der Wehrmacht erläßt folgenden Aufruf: An die Wehrmacht! In einmütiger Anspannung aller Kräfte wurde im vergangenen Jahr der Ausbau der Wehrmacht zu Lande, zu Wasser und in der Luft fortgesetzt. Höchster Ansporn war uns dabei die Anerkennung des Führers und das Vertrauen des Volkes. Auch im neuen Jahre wollen wir den alten Soldatentugenden getreu für unser Deutschland arbeiten. Der Reichskriegsminister und Oberbefehlshaber der Wehrmacht von Blomberg. Der Oberbefehlshaber des erläßt folgenden Aufruf: Andas Heer! Führung und Truppe können mit Stolz auf das vergangene Jahr zurückblicken. Entschlossener und zielbewußter Ausbau des Heeres kennzeichnet ihre erfolgreiche Arbeit. Ich bin gewiß, daß auch im neuen Jahr das Heer seine Pflicht in Manneszucht und Treue erfüllen wird. Der Oberbefehlshaber des Heeres Frhr. von Fritsch. Der Oberbefehlshaber der Kriegsmarine erläßt folgenden Aufruf: Andie Kriegsmarine! Rastlos ist im vergangenen Jahr, das uns den 20. Gedenktag der Skagerrakschlacht brachte, am Fünf Monate unter der Sowjetgeißel Kirchen wurden zu kinos- Zum Tode Verurteilte sprangen von Kirchtürmen dob Salamanca, 2. Januar. Vom Sonderberichterstatter des DNB.) Ein von einer Inspektionsreise in das Kampfgebiet von Cordoba zurückgekehrter spanischer Jurist stellte dem Sonderberichterstatter des DNB das von Augenzeugen. Flüchtlingen und Ueber läufern gesammelte Material über die unmensch lichen Grausamkeiten der kommunistischen Banden in Andalusien und Estremdura zur Verfügung. Diese Unterlagen sind, wie sich aus einer eingehenden Nachprüfung ergab, völlig einwand frei. Die spanischen Behörden, die mit der Untersuchung der von den Roten verübten Verbrechen beauftraat sind, entledigen sich dieser Aufaabe mit besonderer Gewissenhaftigkeit, da die Furchtbar keit der Greueltaten leicht bezweifelt werden könnte. Alle Augenzeugen wurden genauestens vernommen und alle Angaben und Unterlagen gründlich untersucht und dokumentarisch festgelegt. So haust das Untermenschentum Ein entsetzliches Bild enthüllt der Bericht von der kleinen, einst blühenden Stadt Montoro, die erst kürzlich von den nationalen Truppen der Südarmee aus den Klauen der roten Schreckensherrschaft befreit werden konnte. Montoro war das kommunistische Hauptquartier an der Süd front und wurde wegen seiner geschützten Lage inmitten hoher Berge noch zwei Tage vor der Einnahme im bolschewistischen Rundfunk als„uneinnehmbar" bezeichnet. Der Anblick, den dieser wegen seiner landwirtschaftlich reichen Umgebung wohlhabende Ort beim Einmarsch der nationalen Truppen bot, war grauenvoll. In der ganzen Stadt traf man nur fünf Einwohner an, darunter eine taubstumme Greisin, einen Irren und eine alte Nonne, die sich in einem Hospital versteckt hatten. In den winkligen Gassen lagen die Leichen mehrerer Einwohner, die sich geweigert hatten, dem Räumungsbefehl der roten Bandenführer Folge zu leisten. Ein Arzt, der sich in Erwartung des Eintreffens der nationalen Trup pen vorzeitig die rote Sowjetarmbinde abnehmen wollte, wurde von den bolschewistischen Verbrechern überrascht und ebenfalls niedergeschossen. Alle Geschäfte waren restlos geplündert. Der Hausrat laa zu Beraen aufgetürmt auf den Straßen. Sämtliche Fensterscheiben und Türen waren zertrümmert. Die Ahnenbilder und Heiligenfiguren, die hier in jedem Haushalt zu finden waren, waren auf die Straße geworfen und zerstört worden Ein schreckliches Bild zeiate sich in den drei Kirchen der Stadt. Die Holzverkleidungen der Altäre und Orgeln waren mit Aexten gänglich auseinandergeschlagen worden. Soaar die steinernen Heiligenreliefs an den Decken und Wänden wurden mit Hilfe von Spitzhacken zerstört. In der Kirche St. Bartholome wurde ein Kino eingerichtet, wobei über den Hochaltar die FilmWiederaufbau der Kriegsmarine gearbeitet worden. Stolz erfüllt uns alle ob des Erfolges unserer Arbeit. Unser Streben sei, im neuen Jahr mit gleicher Hingabe und Entschlossenheit die uns vom Führer gestellten Aufgaben zu erfüllen. Der Oberbefehlshaber der Kriegsmarine Raeder. Der Oberbefehlshaber der Luftwaffe erläßt folgenden Aufruf: Andie Luftwaffe! Kameraden! Ich danke Euch für Eure treue, fleißige und erfolgreiche Arbeit im Jahre 1936. Gemeinsam wollen wir auch im neuen Jahre weiterarbeiten für unsern geliebten Führer, für Ehre und Sicherheit unseres deutschen Volkes. gez. Göring. leinwand gespannt wurde. Die Kirche Carmen Jesus mußte als Kartoffelspeicher dienen. Die„Helden" dieser Werke hatten zwei Tage vor der Einnahme des Ortes in Voraussicht der nationalen Offensive Montoro bereits in mehreren gestohlenen Luxusautos verlassen. Die Bilanz ihrer fünfmonatigen Schreckensherrschaft wies u. a. auch die Ermordung von über 300 Einwohnern, darunter auch viele armselige Bauern. auf. Diese unglücklichen Opfer bolschewistischer Unmenschlichkeit wurden oft auf öffentlichen Plätzen oder häufig in ihren Wohnungen angesichts ihrer Familienangehörigen erschlagen und erschossen oder langsam zu Tode gequält. Andere Einwohner des Städtchens wurden zunächst in den Kirchen eingesperrt, wo sie nachts einer nach dem andern zur Richtstätte abasholt wurden. Mehrere Gefangene, die die tagelangen Todesqualen nicht auszuhalten vermochten, stürzten sich vom Kirchturm herab. Einem Lehrer wurden die Ohren und die Nase abgeschnitten, bevor er erschossen wurde. Der kommunistische Kassierer der Bank von Spanien raubte vor seiner Flucht den gesamten Barbestand. Das Revolutionskomitee gab„Banknoten" heraus, die aus Kartonfetzen bestanden, auf die man den Sowietstempel gedrückt hatte. auf der Flucht Im weiteren Teil des Berichtes wurde vor allem die unübertreffliche Feigheit der aus Sowjetrussen. Franzosen, Tschechen und Spaniern zusammengesetzte und aus Albacete abkommandierten internationalen„Elitetruppen" geschildert, wie sie bei der Eroberung der andalusischen Ortschaften besonders auffallend war. Auf ihrer kopf losen Flucht vor den Nationalisten hatten sie weit über 1000 Tote. In ihrer maßlosen Verwir rung. in der sie sich als Landfremde auf verlorenem Posten befanden, verloren sie jede Orientierung, versteckten sich in Abwässerkanälen oder auf Olivenbäumen. Ganze Scharen flohen in falscher Richtung und liefen der siegreichen natio nalen Truppe direkt in die Arme. Eine Verständigung unter ihnen ist kaum möglich, da jeder eine andere Sprache spricht. Viele sind unter falschen Versprechung nach Spanien angeworben und hier vollkommen in der Gewalt der Roten. 200 Einwohner erschlagen Auch in Villa del Rio haben die Roten schrecklich gehaust. In diesem kleinen Orte wurden 80 Einwohner ermordet. Ein Ehepaar, das durch seine Wohltätigkeit besonderes Ansehen bei der Bevölkerung genoß, wurde zusammengebunden und dann erschossen. Ein Arzt wurde in mitten der Krankenbehandlung ermordet, weil er ein Muttergottesbild bei sich trug. Alle Todesurteile in diesem Ort wurden von einem kommunistischen Kraftfahrer ausgesprochen. Ein von den Roten gesuchter Einwohner hielt sich fünf Monate in einer alten Truhe verborgen. Seinen Bruder hatte man nach unvorstellbaren körverlichen Züchtigungen ermordet, weil er den Ort des Verstecks nicht verraten wollte. Auch in Lopera wurden über 200 Einwohner, die durch ihre soziale Stellung besonders hervorragen, von den Roten erschlagen. Jahr des Aufbaus in Danzig Gauleiter Forster über die politische und wirtschaftliche Lage dnb Danzig, 2. Januar. Der deutsche Freistaat Danzig begeht die Jahreswende im Zeichen der engen Verbundenheit zwischen der nationalsozialistischen Partei und dem Staat, nachdem diese Verbundenheit trotz der besonders gelagerten Danziger Verhältnisse im verflossenen Jahr weiterhin befestigt werden konnte. Diese Tatsache kommt auch in den offiziellen Neujahrsveranstaltungen zum Ausdruck. Senatspräsident Greiser stattete am Neujahrstage mit sämtlichen Senatoren dem Gauleiter Jorster in der Gauleitung einen Neujahrssuch ab. Daneben erfolgten die üblichen diplomatischen Empfänge und Besuche. Mit Befriedigung stellte Gauleiter Forster in einem Neujahrs-Aufruf an die Danziger Parteigenossen und die Anhänger der nationalsozialistischen Bewegung fest, daß die Danziger NSDAP. nach einem Jahr innerer und äußerer Auseinandersetzungen vertrauensvoll in die Zukunft blicken könne. Immer wieder sei im verflossenen Jahre durch die Oppositionsparteien und durch Eingriffe von außen versucht worden, die Ruhe und Ordnung in Danzig zu stören. Heute könne festgestellt werden, daß sich in den vergangenen 12 Mnoaten vieles geändert habe. Der Parteienstreit habe ganz beträchtlich nachgelassen. Die Sozialdemokratische Partei als Wegbereiterin des Bolschewismus sei wegen unbefugten Waffenbesitzes und Vorbereitung zum Bürgerkrieg aufgelöst und für alle Zukunft verboten worden. Gauleiter Forster betonte dann unter Hinweis auf die wiederholten Einmischungsversuche des Völkerbundes im verflossenen Jahr, daß es das unabänderliche Bestreben der NSDAP. sei, der Danziger Regierung im nächsten Jahre die uneingeschränkte Handlungsfreiheit im Innern des Staates zu bewahren und zu festigen. Der Gauleiter weist weiter darauf hin, daß es in Danzig unter nationalsozialistischer Führung gelungen ist, die Arbeitslosenziffer im Laufe des verflossenen Jahres von rund 21000 auf rund 14 000 herabzudrücken, obwohl das gerade in Danzig wahrlich nicht einfach gewesen sei. Der Mord an dem belgischen Botschaftssekretär in Madrid dnb London, 2. Januar. Wie Reuter aus Brüssel bestätigt, ist das Mitglied der belgischen Botschaft in Madrid, der Erste Sekretär Baron de Borchgrave, über dessen Verschwinden vor kurzem berichtet wurde, auf eine geheimnisvolle Weise in Madrid umgekommen. Nach den bisher angestellten Ermittlungen ist der Belgier ermordet worden. Dieser Bericht wird vorerst jedoch noch nicht „amtlich" bestätigt, doch hat Reuter zufolge der belgische Außenminister Spaak von dem Vertreter der Roten in Brüssel verlangt, daß ein Beauftragter der belgischen Regierung an der Untersuchung über die Ermordung des belgischen Diplomaten beteiligt werden solle. Zugleich ist dem besonderen Interesse der belgischen Regierung an der Aufklärung dieses Falles Ausdruck gegeben worden. Roter Dampfer aufgebracht Gegenmaßnahme deutscher Seestreitkräfte dub Berlin, 2. Januar. Nachdem die roten Machthaber in Bilbao es abgelehnt haben, den bei Freigabe des deutschen Dampfers„Palos" zurückhaltenden Teil der Ladung und den ebenfalls zurückgehaltenen Passagier an den deutschen Kreuzer„Königsberg" auszuliefern, sah sich, wie angekündigt, die deutsche Regierung gezwungen, ihrer Forderung durch Gegenmaßnahmen Nachdruck zu verleihen. In Verfolg dieser Aktion zur Verteidigung deutschen Hoheitsrechtes gegen den Akt von Piraterie ist ein roter spanischer Dampfer von deutschen Seestreitkräften in den Gewässern um Spanien vorläufig aufgebracht worden. Es ist einwandfrei festgestellt, daß der Dampfer„Palos" seinerzeit weit außerhalb der Hoheitsgewässer der spanischen Küste, und zwar 28 Seemeilen nordöstlich von Cap Machichaco aufgebracht wurde. Der Kapitän der„Palos" hat sich deshalb auch geweigert, ein Protokoll zu unterschreiben, wonach die„Palos" fünf Seemeilen von der Küste aufgebracht sein sollte. Dieser angebliche Aufbringungsort liegt im übrigen ebenfalls außerhalb der Drei-Seemeilen=Grenze und damit außerhalb des Hoheitsgebietes. 38 Reichsdeutsche in den Kerkern der GPu dnb Moskau, 2. Januar. Zu den bisher bekannten 37 Haftfällen von Reichsdeutschen in der Sowjetunion kam gestern noch ein neuer hinzu. In Leningrad wurde in der Nacht zum 30. Dezember der reichsdeutsche Sportlehrer Meter von der GPU verhaftet, nachdem dort erst kurz vor Weihnachten der reichsdeutsche Straßenbauingenieur Dr. Metzger mit seiner Frau festgenommen worden war. Das Ehepaar Metzger ist nach Moskau gebracht worden. Die Zahl der verhafteten Reichsdeutschen beläuft sich damit für Leningrad auf 15, für die gesamte Sowjetunion, soweit sie den amtlichen deutschen Stellen bekannt wurde, auf 38. Die Opfer der ersten Verhaftungswelle von Anfang November sind nunmehr schon über eineinhalb Monate in den Gefängnissen der GPU festgesetzt, ohne daß bisher auch nur in einem einzigen Falle die Besuchserlaubnis für Angehörige oder Vertreter deutscher Konsulate erteilt worden ist. Auch ist bis zum heutigen Donnerstag nicht bekanntgegeben worden, welche konkreten strafbaren Handlungen den einzelnen Verhafteten zur Last gelegt werden. Jahre Gefängnis für Tschanghsueliang Begnadigung in Aussicht gestell? dnb Nauking, 2. Januar. Das durch den Ausschuß für militärische Angelegenheiten eingesetzte Kriegsgericht verurteilte Tschanghsnellang wegen Anstiftung des Aufstandes in Sianfn zu zehn Jahren Gefängnis. Das Kriegsgericht stellte eine Benadigung durch die Regierung in Aussicht, da schanghsneliang Marschall Tschiangkaischek freiwillig aus seiner Gefangenschaft nach Nanking zurückkehren ließ. Im Zusammenhang mit der Verurteilung Tschanghsneliangs werden beunrugende Rückwirkungen auf die Truppen in Shensi und Kansu befürchtet. Verbot der Kommunistischen Partei in Argentinien dnb London, 2. Januar. Wie aus Buenos Aires gemeldet wird, hat der argentinische Senat das Verbot der kommunistischen Partei in Argentinen mit 17 gegen 4 Stimmen angenommen. NUMMER Frauzösische Rüstüngspläne eüe 1937 Zahlen sagen mehr als Worte- Von E. K. Beltzig „Der nächste Heereshaushalt— für das Jus1937— ist der höchste, der je von der französischen Kammer bewilligt wurde", schreibt die„Temps". Und„Daily Telegraph" fügt hinzu, daß der größte Friedensheereshaushalt, der jemals für ein einziges Jahr aufgestellt wurde, von Frankreich für das Jahr 1987 von der Kammer gefordert wurde. Milliarden— Milliarden— Milliarden Zahlen, trockene, nüchterne Zahlen können dem, der sie zu lesen versteht, höchst lebendige Dinge schildern! 14 Milliarden für die Armee, 5 Milliarden für die Marine, 500 Millionen für die neuen Befestigungen der französischen Nordgrenze, 5 Milliarden für die Luftwaffe, das sind insgesamt 24,5 Milliarden, welche die französische Regierung für den Heeresetat 1937 einsetzte. Hiervon glaubt Minister Daladier 10,5 Milliarden als außerordentlich Kredite auf dem Anleihewege aufzubringen. Die„Außerordentlichen Kredite" sind ein Teil des Sonderfonds, der zur Durchführung des Aufrüstungsund Arbeitsprogramms bestimmt im neuen Haushalt„Compte des investissements en capital" heißt und durch Anleihen aufgebracht werden soll. Dieser Sonderfonds trat an die Stelle des„Fonds spécial d'armement". Vergleicht man den neuen Etat mit dem von 1936, so wird man eine interessante Feststellung machen. Rüstungsausgaben 1937 um 59 Prozent gestiegen Die Steigerung des Rüstungsetats von 1937 liegt um rund 59 Prozent höher als die des Vorjahres. Frankreich, das all diese Kredite aufbringt,„nur um den Frieden in Europa zu erhalten", macht auf dem Gebiete der Rüstungen die unerhörtesten Anstrengungen. Es will seine Vormachtsstellung in Europa um jeden Preis erhalten! Der„ordentliche Heereshaushalt" von rund 5,865 Milliarden für 1937 und die„außerordentlichen Heereskredite" aus Anlethen von 4,222 Milliarden, ferner die für das neue Jahr eingesetzten 959 Millionen für die republikanische Garde und die militärische Gendarmerie ergeben rund 11,046 Milliarden Francs. Da 1936 für die gleichen Etats insgesamt 6,962 Milliarden ausgegeben wurden, beträgt die Steigerung im Jahre 1937 für die französischen Heeresausgaben 4,084 Milliarden Francs mehr, also: 59 Prozenti Der Französische Finanzminister gab für diese Mehrausgaben folgende Begründungen an: 1. Vermehrung der Zahl der Berufssoldaten. 2. Erhöhung der Prämien für längere Dienstzeit. 3. Verlängerung der Dienstzeit. 4. Bessere Verpflegung der Truppen. 5. Dauernde Besetzung der Grenzbefestigungen. 6. Die Befestigungen der Nordgrenze: Aus den Berichten der„Revue de Paris, „Echo de Paris" und„Temps" geht hervor, daß Kriegsminister Daladier in seiner Begründung der geforderten Kredite vor dem französischen Heeresausschuß der Kammer sechs Aufgaben betonte, mit deren Lösung bereits begonnen wurde. Die sechs Aufgaben Diese militärischen Aufgaben seien folgende Rüstungsmaßznahmen: 1. Ausbau der Befestigungen der französischen Nordarenze. Die neue belgische Politik und die veränderte Stellung Belgiens zu Frankreich bedinge die Verstärkung der Befestigungen zwischen Maas und Schelde, also von Charleville und Valenciennes. Ferner soll der Grenzbezirk von Valenciennes bis zur Nordsee bei Dünkirchen befestigt werden und besonders der Mont Cassel neue Befestigungen erhalten. Die wichtige Industriegegend von Roubaix, Lille und Toureving, die bisher im Schutz des belgischen befestigten Gent lag, müsse neuartigen Schutz erhalten. Da die Wassermengen des Ueberschwemmungsgebietes in Flandern im Weltkriege aus Belgien fluteten, müsse auch für einen Zukunftskrieg der Schutz dieser Gegend durch Ueberschwemmung sichergestellt werden. 2. Das„Loch von Basel" soll„verstopft“ werden. 3. Gründung eines Instituts, das der wissenschaftlichen Erforschung der Landesverteidigung dient. 4. Die Zahl der Offiziere und Unteroffiziere soll erhöht werden, besonders die der Berufssoldaten.(Die Zahl der Berufssoldaten ist bereits in den letzten 1½ Jahren von 106 000 auf 144000 angestiegen!) 5. Die Uebungen der Reservisten, die bisher 21 Tage bauerten, finden in Zukunft zweimal im Jahre statt und betragen jedesmal 15 Tage. (Das bedeutet eine Verlängerung von neun Tagen, um eine bessere Handhabung moderner Waffen zu gewährleisten.) 6. Ein neues Gesetz soll die militärische Vorbereitung aller jungen Leute vom 18. Lebensjahre ab zur Pflicht machen. Ebenfalls soll die Teilnahme an allen Uebungen zur körperlichen Ertüchtigung schon während der Schulzeit vom 14. bis zum 18. Lebensjahr gesetzliche Pflicht werden. Die Riesenrüftungen der französischen Marine Auch der französische Marinebauplan für 1987 sieht eine große Steigerung von Neubauten vor. „Temps" schreibt darüber, daß die Erhöhung der Neubautonnage auf 47000 Tonnen für 1987 nur mit aller Anstrengung den„Rückgang von 1983 und 1985“ nachholen wolle. Das französische Bauprogramm von 1922 sah nämlich eine jährliche Baurate von rund 87000 Tonnen vor. In den letzten drei Jahren habe aber diese Rate„nur" ungefähr 30000 Tonnen erreicht. Hauptsächlich plane das neue Bauprogramm die Schaffung leichter Schiffe, weil der Bau der vier neuen Schlachtschiffe„Dunkerque",„Straßbourg" (je 26 500 Tonnen),„Richelieu" und„Jean Bart" (je 35000 Tonnen) ein neues französisches Schlachtschifgeschwader darstelle. Die geplanten 47000 Tonnen sollen 51 Schiffe umfassen, und zwar: 1 Kreuzer von 8000 Tonnen, 2 Kreuzer von je 1850 Tonnen, 4 Zerstörer von je 1000 Tonnen, 7 U-Boote(3 von je 1500 Tonnen, 2 von je 8002 Tonen und 2 U=Boote für Küstenschutz), 4 Flugzeugmutterschiffe, 2 Avisos, 28 Minensuchboote und U=Bootjäger, 2 Motortorpedoboote und 1 Tankschiff von 4600 Tonnen. Ein gleichzeitig vom Obersten französischen Marinerat aufgestelltes mehrjähriges Flottenbauprogramm, das bis 1943 erfüllt sein soll, sieht den Bau von 15 weiteren Schiffen vor, und zwar 5 Schlachtschiffe von je 35000 Tonnen und zehn Kreuzer von je 10000 Tonnen. Durch diese starken Aufrüstungen der Flotte will Frankreich auch unbedingt zur stärksten europäischen Seemacht aufrücken. Zur Zeit verfügt die französische Marine bereits über die größte U-Bootflotte der ganzen Welt. Es ist interessant, welche„traurigen" Gefühle gerade das„Abkommen über die Regeln der U-BootKriegführung", das am 6. 11. 1930 in London auch von Frankreich unterzeichnet wurde, in manchen französischen Marineoffizieren aufkommen ließ! Eine aufschlußreiche These So bedauert z. B. in„France Militaire“ der französische Fregattenkapitän Pelle des Forges die Unterzeichnung Frankreichs mit folgenden Worten: Beim Handelskrieg auf einen Unterwasserangriff ohne Ankündigung zu verzichten, ist gleichbedeutend mit der Verringerung der Offensivkraft des U-Bootes um 90 Prozent. Besonders schwerwiegend sei dieser Verzicht für Frankreich, weil es nun den Vortetl, die erste und stärkste U-Boot-Flotte der Welt zu besitzen, aufgebe. Diese Flotte, die nach dem Ausspruch des englischen Kapitäns Dewar„eine starke Bedrohung für jede mit Frankreich nichtfreundschaftlich stehende Macht" sei, habe durch das Abkommen von London den größten Teil ihrer Offensivkraft eingebüßt. Die obigen Betrachtungen sollen unseren Lesern die Rüstungsanstrengungen unseres westlichen Nachbarn zeigen, der, außer diesen starken Rüstungen, sich noch mit der Sowjet=Union militärisch und wirtschaftlich verbündete. Immer wieder müssen wir Deutsche uns diese Zahlen und Tatsachen vor Augen führen, um nie zu vergessen, welch notwendige und große Tat der Führer vollbrachte, als er uns die junge, starke Wehrmacht gab, die schützend den Schild über deutsche Arbeit und deutsches Land hält. 4 4 49 Ein Jahr Weiter ti Und jede Denn un Ist nicht Und weil Wächst ste Zum Sie Hin in de Und bis Dies neu Und keine Ein Volk Ein ein'ge Ein glückl Und alle — Treue der Henrich Lummer, diesen Tage feiern, wozu den Arbeitsk wurden. Auch — Vetera Gut wie das Altkriegsvete das 88. 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JANUAR 1937 4 * Blick in die Heimat Jus neue Jale Ein Jahr versank im Schoß der Zeit— Weiter tragen wir der Menschheit Licht, Und jede Stunde findet uns bereit, Denn unsere Pflicht Ist nicht im engen Kreis gebunden. Und weil wir so das Ziel gefunden, Wächst stetig Kraft aus unsrem Blute. Zum Siege tragen wir das Gute Hin in der Welten Weiten Und bis in Ewigkeiten. Dies neue Jahr— frisch geht es an, Und keiner wird die Fahne je verraten. Ein Volk tritt an, so wie ein Mann, Ein ein'ger Wille drängt zu neuen Taten. Ein glückhaft Schiff strebt stolz zu neuem Ufer, Und alle sind der heil'gen Freiheit Rufer. P. E. Rings. — Treue im Dienst. Der im Kokereibetrieb der Henrichshütte beschäftigte Schlosser Karl Lummer, hier Neustraße wohnhaft, konnte in diesen Tagen sein silbernes Arbeitsjubiläum feiern, wozu ihm seitens der Verwaltung und von den Arbeitskameraden sinnvolle Ehrungen zuteil wurden. Auch unseren herzlichen Glückwunsch! — Veteranen=Geburtstag in der Kreisstraße. Gut wie das Wetter ist auch das Befinden des Altkriegsveteranen Heinrich Wieg heute, da er das 88. Lebenjahr vollendet. Den Geburtstagstisch zieren die bei früheren Geburtstagen eingegangenen Grüße und Bilder mit Unterschrift des Reichspräsidenten von Hindenburg und des Führers und Kanzlers Adolf Hitler, grüßen „Kyffhäuser"=Andenken und die Blumen aus Verwandten= und Bekanntenkreisen, der große Veteranenbrezel der Veteranen=Vereinigung, die bekannte„Weygand"=Handgranate und sinnige Angebinde der Krieger= und Landwehr=, sowie der Kavallerie Kameradschaft Hattingen. Mögen alle Wünsche zum Erinnerungstage freundliche Erfüllung finden! — Der erste Wochenmarkt 1937 fand heute vormittag statt und war im großen und ganzen nur wenig belebt. Die Anfuhr auf dem Fisch=, Fettund Gemüsemarkt war reichlich. Die Preise zeigten einen festen Stand und haben sich gegenüber der Vorwoche nur unwesentlich verändert. — Evgl. Gemeinde. Der Kindergottesdienst beginnt am Sonntag, 31. Januar 1937, 8,45 Uhr in der St. Georgskirche. — Silberhochzeit. Die Eheleute Ernst Feuerstein und Frau, Hattingen, Bismarckstraße 89, konnten vor einigen Tagen das Fest der Silberhochzeit feiern. Freundlichen Glückwunsch. Winz — Hochbetagte Mitbürgerin. Ihr 80. Lebensjahr vollendet heute Frau Brune, Fährstraße. Wir gratulieren! Ingenieur Karl Kaminski und Luise Friederike Harlinanon— Angestellter Wilhelm Stefaniak und Erna Schmidt(B.=Stiepel). — Bergmann August Göbbeler(Bochum) und Josefine Stemmanns(Winz=Dumberg)— Bauarbeiter Robert Julius Wilhelm Walkenhorst(Winz=Baak) und Regina Hilde Weiß (Holthausen).— Obst= und Gemüsehändler Peter Paul Köbel und Liselotte Elpert(Wuppertal, vorher in Baak). Mit Punsch und kalter Ente- hinein! Der Ausklang des alten Jahres- fröhlicher Rutsch ins Jahr 1937- Ausflug nach Bochum Man sagt, daß die Hattinger früh zu Bett gehen; und vielleicht ist das in der gewöhnlichen Woche auch allemal richtig. Aber Silvester war das anders! Da waren in unserer Stadt alle sonstigen Gewohnheiten glatt auf den Kopf gestellt. Aehnlich wie Karneval. Und Silvester ist ja auch ein halber Karneval. Um die Stunde, in der sonst dem einsam nach Hause Kommenden trübe brennende Lampen auf leeren Straßen den Wen weisen, aina es los: die ersten Kanonenschläge, von vorwitzigen Jungens geworfen, eine seltsame Unruhe in den Straßen, schon Konfetti und Papierschlangen hier und dort, aus den Gaststätten Fetzen der Tanzmusik: Du kannst nicht treu sein, nein, nein, das kannst du nicht! Immer mehr Menschen drängen sich auf den Straßen: lachend und mit fröhlichen Gesichtern in Erwartung der Mitternachtsstunde. Vor fast allen Lokalen das Schild: Wegen Ueberfüllung geschlossen! Wenn ein Wirt sich dazu entschließt, dies Schild herauszuhängen, dann muß drinnen wirklich mit dem Platz Not am Mann sein, so daß sogar der vielzitierte Apfel nicht mehr zur Erde fallen kann. Und so war es! Es gehörten aute Beziehungen und einige Ortskenntnisse dazu, in diese Gaststätten trotzdem noch hineinzukommen. Was Aeltere nicht begriffen und Unkundige nicht mehr für möglich halten: in dieser Fülle wurde noch getanzt. Unaufhörlich spielte die Musik auf: Damenwahl, Herrenwahl, was verlangt wurde. Kaum daß die Musiker Zeit hatten für ein kleines Helles. Vollbeladen bahnten sich die Kellner durch das Gedränge ihren Wea. von manchen aufmunternden Zurufen der Gäste begleitet Der Stand mit den Silvesterscherzsachen — Stück für Stück einen Groschen— war dicht belagert. Irgendwo fand sich das Plakat, auf dem mit roten Lettern stand:„Lustia wird's! Heute Stimmuna und Humor!“(Aeltere Gäste kannten dieses graphische Kunstwerk noch vom vorigen Jahr her.) Silvester ist nur einmal im Jahr, und man soll solch einmaliges Ereianis zu würdigen wissen, mit seiner seltenen Gabe umzugehen verstehen. Wer für den Abend keinen richtigen Plan hatte, brauchte sich nur treiben zu lassen, er konnte überall auf seine Kosten kommen. Doch vorerst wäre es ratsam, für all die bevorstehenden Genüsse eine verständige Unterlage zu legen. Man ißt zu Silvester Karpfen oder sonst ein leckeres Mahl. Eine Flasche Wein dazu kann immer nur gut sein; denn der Fisch und auch die Gans wollen schwimmen. So handelten viele. Die Gaststätten der Stadt waren aut besetzt, schon in den frühen Abendstunden, und auch die Daheimgebliebenen werden sich etwas Besonderes geleistet haben. Während des Essens bruzzelten dann in der Küche im Schmalz die Pfannkuchen kurz Berliner genannt. Dazu gehört ein leckerer Punsch, mit viel Zucker und Zimt. Aber erst nach 12 Uhr soll er getrunken sein. Und bis dahin ist noch einige Zeit! Dieser Tag heißt Silvester oder Altfahrsabend, und in den beiden BezeichnunDie Reichs-Verbilligungsscheine Ausgabe für hattingen ab Montag bis Jonnerstag Die Ausgabe der Scheine, gültig für die Monate Januar, Februar und März 1937 erfolgt für den Stadtbezirk Hattingen in nachstehender Ordnung: Bezugsberechtigte Personen mit grauer Ausweiskarte: Montag, den 4. Januar 1937: Nr. 1— 150 von 8— 9 Uhr vorm. Nr. 151— 300 von 9—10 Uhr vorm. Nr. 301— 450 von 10—11 Uhr vorm. Nr. 451— 600 von 11—12 Uhr vorm. Nr. 601— 750 von 15—16 Uhr nachm. Nr. 751— 900 von 16—17 Uhr nachm. Nr. 901—1050 von 17—18 Uhr nachm. Dienstag, den 5. Januar: Nr. 1051—1200 von 8—9 Uhr vorm. Nr. 1201—1350 von 9—10 Uhr vorm. Nr. 1351—1500 von 10—11 Uhr vorm. Nr. 1501—1650 von 11—12 Uhr vorm. Nr. 1651—180 von 15—16 Uhr nachm. Nr. 1801—1950 von 16—17 Uhr nachm. Nr. 1951—2100 von 17—18 Uhr nachm. Mittwoch, den 6. Januar 1937: Nr. 2101—2250 von 8— 9 Uhr vorm. Nr. 2251—2400 von 9—10 Uhr vorm. Nr. 2401—2550 von 10—11 Uhr vorm. Nr. 2551—2700 von 11—12 Uhr vorm. Donnerstag, den 7. Jannar 1937: Nr. 2701—2850 von 8— 9 Uhr vorm. Nr. 2851—3000 von 9—10 Uhr vorm. Nr. 3001—3150 von 10—11 Uhr vorm. Nr. 3151—3300 von 11—12 Uhr vorm. Für Nachzügler und Nenanträge von 15—18 Uhr nachm. Die vorstehenden Zeiten sind genau innezuhalten. Für den Bezug der Verbilligungsscheine kommen nur die Personen bzw. Familien in Frage, deren Gesamtfamilieneinkommen 250 Prozent des Fürsorgegerichtsatzes, somit folgende Beträge, nicht übersteigt: Alleinstehende Personen 82.50 RM. monatl. Ehepaar ohne Kinder 123.75 RM. monatl. Ehepaar mit einem Kind unter 16 Jahren 155.— RM. monatl. Ehepaar mit zwei Kindern unter 16 Jahren 186.25 RM. monatl. Familien mit drei und mehr unversorgten Kindern(bei Witwen 2 Kinder) sind als kinderreiche ohne weiteres bezugsberechtigt. Die Abgabe der Verbilligungsscheine erfolgt nur gegen Vorlegung der letzten Lohnnachweise sämtlicher verdienender Familienmitglieder. Die Ausgabe der Bezugsscheine für Konsummargarine(ohne Verbilligung) findet in der Woche vom 11. bis 16. Januar 1937 statt und wird noch besonders bekanntgegeben. Fettscheine für das Amt hattingen Vom Amt Hattingen wird mitgeteilt: Die Ausgabe der Fettverbilligungsscheine an die minderbemittelte Bevölkerung erfolgt im hiesigen Amtsbezirk nach folgendem Plan: Für Altendorf: Montag, den 4. Januar, 8—12 Uhr, Buchstabe A—H; Dienstag, den 5. Januar, 8—12 Uhr, Buchstabe I—R; Mittwoch, den 6. Januar, 8—12 Uhr, Buchstabe S—Z im Gemeindebüro. Für Niederwenigern=Dumberg: Dienstag, den 5. Januar, 10,30—17 Uhr in der Wohnung des Ortswarts Nasse. Für Bredenscheid=Stüter: Donnerstag, den 7. Januar, 14—18 Uhr in der Wirtschaft Wienand, Bredenscheid. Für Winz=Baak: Montag, den 4. Januar, 9 bis Ihr, 15—17 Uhr, A—K; Dienstag, den 5. Januar, 9—12 Uhr, 15—17 Uhr, L—Z im Amtshaus, Wohlfahrtsamt, Zimmer Nr. 2. Für Niederbonsfeld, Ortsteil Nierenhof: Montag, den 4. Januar, 14—18 Uhr in der kath. Schule Nierenhof; Ortsteil Winzermark: Dienstag, den 5. Januar, 14—18 Uhr in der kath. Schule Winzermark. Für die Gemeinden Ober= und Nieder=Elfringhausen und Ober=Stüter erfolgt die Ausgabe in der bekannten Weise. gen kommt sein doppelter Sinn zum Ausdruck. Wir sagen Silvester. wenn wir die frohe Laune meinen, mit der wir uns ins neue Jahr hineinstürzen: und nennen wir die Stunde den Altjahrsabend, so denken wir an Abschied und den Ernst des Lebens. Man hält Rückschau und Ausschau, die Gedanken bewegen sich in besinnlicheren Bahnen: Das alte Jahr veraanaen ist... In allen Kirchen hat man an diesem Abend so gesungen, zum letztenmal vereinigte sich die Gemeinde mit dem Geistlichen um den Lichterbaum im Gotteshaus und hörte die Prese und die Botschaft des Evangeliums. Da wurden ernstere und gewichtige Töne angeschlagen. Ich bekenne gern, daß ich niemals ohne herzliche Erquickung den Silvestergottesdienst mit seiner Mahnung und seinem frohen Bekenntnis erlebte. Da können die Stunden bis Mitternacht auch im Familienkreise niemandem zu lana sein Man hat sich stets am Altjahrsabend noch einiges zu sagen, auch wenn man es nur zögernd und scheu in Worte zu fassen vermaa. In Ruhe und Beschaulichkeit wird der letzte Augenblick verbracht. bis dann die Gläser erklingen und in das Rauschen der Glocken, das Rufen auf der Straße und in die Freude der Menschen von Haus zu Haus froh und glücklich das vielseitige„Prosit Neufahr“ erklingt. Von allen Domen und von den hohen Glockenstühlen der Kathedralen hallt es wider, landauf, landab erfüllen die zwölf Schläge der Uhren die Mitternachtsstunde. Wie ein Jauchzen und Jubilieren ist das volle Geläut der Kirchen, das überall einsetzt, die Klänge aufnehmend und sie weitergebend. Feierlich rufen die Glocken, daß jeder sie höre. Dazu erklingen die Neujahrschorälé aus vielstimmigen Posaunen, und immer wieder der eine Ruf: Glückliches neues Jahr! Mit allen nur erdenklichen Ehren wird das neue Jahr aus der Taufe gehoben, wie das seit langem und mit vielen Hoffnungen erwartete Kind reicher Eltern, dem die Paten goldene Löffel in die Wiege legen. Daß sich das neue Jahr seines Empfanges würdig und wert erweise! Auch aus den Gaststätten waren die Menschen, als es 12 Uhr schlug, auf die Straßen geeilt, um den großen Augenblick mitzuerleben. Nun erstieg die Lebensfreude ihren Höhepunkt. Längst trua alles den bunten Flitter wie zur Fastnacht. Karnevalskappen und Papierschlangen. Auf der Einladung zu dem Silvesterball der Groß= Bochumer Karnevalsaesellschaft stand: Mit der Lösung dieser Karte unterwirft sich der Gast der Ordnung der Gesellschaft. Und da aina es folgendermaßen zu: Auf der Bühne war eine Riesenuhr aufgebaut. Die Zeiger rückten mählich auf 12. Mit dem Glockenschlag schlua Kapellmeister Fritz Croy, der sich auf so etwas versteht, auf die Pauke— und aus der Uhr sprana im festlichen Ornat der Prinz Karneval! Da stand er nun mitten unter der Menae. und mit ihm zusammen sprangen alle Narren und Närrinnnen ins neue Jahr. Des Prosit=NeujahrRufens war gar kein Ende, und es dauerte geraume Zeit, bis Seine Tollität, immer wieder unterbrochen von seinen ungehorsamen Untertanen, sich Gehör verschaffte. Silvester ist ein langer Taa. Und doch ist er einigen, ohne daß sie es merkten, wie im Fluge vergangen. Es war heller Morgen, als die letzten nach Hause kamen. Doch, was schadet es?— Es war ja Silvester...! süWelper — Zwei silberne Jubilare der Arbeit. Die lange Kette der Jubilare im Betriebe der Henrichshütte konnte nunmehr wieder um zwei Glieder verlängert werden, denn am Jahresschluß konnten die beiden Gefolgschaftsmitglieder Anton Wicher und Schweißer Heinrich Decker vom Stahlwerk I auf eine 25jährige ununterbrochene Tätigkeit im Dienst der Henrichshütte zurückblicken. Auch diese beiden verdienstvollen Arbeitskameraden erhielten eine besondere Anerkennung in der üblichen Form. Auch wir gratulieren! Peterinatn Cälirt nach Madeira Ein Volksstück von August Hinrichs— Erstaufführung in Bochum Der Dichter des Volksstücks hat schon Recht, wenn er in seinem Vorwort zur westdeutschen Erstaufführung sagt:„So bleibt nur zu hoffen, daß die wirklichen Könner unter unseren Dramatikern— an denen ja kein Mangel ist— sich wieder auf ihr Volkstum besinnen. Oder daß uns aus eben diesem Urgrund neue Dichter erwachsen, die dem deutschen Theater das lebendige Drama schenken, nach dem wir uns alle sehnen. Das gilt auch vom heiteren Bühnenstück in ähnlicher Weise." Nun, August Hinrichs stammt aus diesem Urgrund. Er war ein schlichter Handwerker als er zu schreiben und seine Bühnenmenschen zu formen begann. So entstanden„Krach um Jolanthe",„Wenn der Hahn kräht", Novellen und Romane, und jetzt„Petermann fährt nach MaDie Menschen, die er auf die Bühne stellt sind Fleisch von unserem Fleisch, das was sie tun, von dem sie sprechen, der Rahmen, in dem sie handeln, sind Begebenheiten unserer Tage. Wir sind den Dingen, die wir sehen, nahe, wir leben sozusagen mittendrin. Da ist also der Buchhalter Petermann. 25 Jahre ist er der Treueste der Firma. Seine Bacher sind in Ordnung. Die Bilanz stimmt bis auf den Pfennig. Da wird nicht„storniert", abgeschrieben, vorgetragen auf neue Rechnung. Ob nein, der Fehler wird gefunden und wenn die Nächte zu Tagen werden. Aber das Leben rauscht an Julius Petermann vorbei. Korrekt wie seine Bücher sind Anzug und Benehmität. Mit Menschen kann er nicht umgehen. Sie sind Sachen. Von Herz, von Natur, von Fröhlichkeit hat er keinen Schimmer. Lebt er nicht unter uns in hundertfacher Ausfertigung? Kennt nicht jeder von uns einen Herrn Petermann? Dieser besagte Prima=Buchhalter bekommt von der Firma als Jubiläumsgeschenk eine „KoF=Fahrkarte“ für eine Reise nach Madeira. Kaum auf dem Laufsteg geht's Unglück schon an. Er vermißt sein Gepäck, er kann die Fahrkarte nicht finden, er findet das alles viel zu dumm und ist sittlich entrüstet, daß man ihm zumutet, mit so einem bayerischen Monteur in einer Kabine zu hausen. Was heißt hier Meer, Sonne, Urlaub, Reisen, fröhliche, herzliche Menschen, Weite, Ferne, fremde Länder? Er muß arbeiten, muß die 7 Pfennige finden, die buchmäßig verschwunden sind. Und seine Chefs haben ihn sicher nur fortgeschickt, um an seinem Arbeitsjubiläum der Notwendigkeit enthoben zu sein, ihn zum Prokuristen zu machen. Mißtrauen hat sein Gesicht zerknittert, sein Herz verhärtet, seine Seele verkümmert. Während sich die Mitreisenden in überschäumender Lebensfreude der schönen Welt jauchzend an die Brust werfen, hockt Herr Petermann in der Kabine und rechnet, revidiert Spalte um Spalte und sieht weder Meer, noch Sonne noch Mond. Aber das gütige Schicksal naht sich ihm in doppelter Gestalt. Da ist Hannchen Kiekebusch(FreccaRenate Bortfeld), die Plätterin aus seiner heimatlichen Nachbarschaft, ein lecker Mädchen, das ihn begrüßt:„Tschä, wie scheun, das is ja unser Herr Petermann!" Ein Frauenherz schlägt ihm entgegen. Sieh an, Julius, du hast es gar nicht verdient. Da kommt ferner Dr. Hans Meyer (Robert Harprecht), der moderne Schriftleiter mit dem heißen Herzen, der mit dem urwüchsigen Bayern Sepp Stadler(Alfred Schieske) eine Wette abschließt, daß er Petermann kuriert. Sie klauen ihm die Brille, damit er nicht mehr rechnen kann, sie schleppen ihn überall hin mit, necken ihn und treiben den tollsten erzieherischen Schabernack mit dem Verhärteten. Dabei ergeben sich tolle Situationen. Und nebenbei, als Rahmenhandlung, gibt's die wunderbarsten Szenen von einer geradezu beglückenden Urwüchsigkeit. Wer einmal eine„KöF=Schiffsreise" mitmachte, erkennt sich unschwer wieder. Da werden die Mädchen erbärmlich seekrank. Die Pietschen aus Dräsden— Magda Reichardt kann doch richtig sächs'sch, sie stammt ja daher,— Verzeihung für einen„hochtouristlichen" Fehlschuß— gloobt nich, daß der Wind eegentlich nur ne leichte Prise is." Sie gloobt ooch nich an de kute Verpflächung. Weeß mersch denn?„Na, watt denn, junger Mann, bei Ihnen piepst wohl, wollense wohl Lotteken in Ruhe lassen. Dat Kind weeß ja noch jar nischt," pustet sich Milly Scholz(Hidde Ebert), Näherin aus Berlin uff. Und Lotte Schnäble (Gudrun Christmann) aus der Gegend womer keir spreche kann, spricht zum Schriftleiter: „Ach hoesche mol Hä Dokto, wie bringese denn die Bericht' so schnell in'd Zeitung?"„Jo, himmi, Kreiz=Teifel noch emol, is des a Trottel, der Petermann, nausg'schmissa hat er mi, als i mei Sachtichle hob suche wolle!" Dazu der Rheinländer Gustl Schmitz(Heinz Willecke), der dat Hannche bütze wollt. Kurz und klein, Herr Petermann, Adolf Schneider spielt ihn meisterhaft, wird kuriert, ganz und gar umgekrempelt und kriegt Hannchen Kiekebusch. Eine köstliche Geschichte, die ihren besonderen Reiz dadurch erhält, daß die beteiligten Künstler ihren heimatlichen Dialekt sprechen dürfen und so herrlich echt wirken. Da sie am Silvesterabend auch noch alle mit Leib und Seele beim lustigen Spiel waren, dem Regisseur Viktor Ahlers auch noch zahlreiche„Nebenwitze" eingefallen sind und Adolf Schneider seine Rolle so lebensecht spielte und die kleinsten und feinsten Dinge aus allen Falten seines glänzend beobachtenden Künstlertums hervorholte, kam eine prächtige humorgeladene Aufführung zustande, die das sehr aufgeschlossene, besetzte Haus mit donnerndem Beifall bedachte. Die hübschen Bühnenbilder stammten von Georg Peschek. Das zigfache„happy end" mit der Bekehrung Petermanns, zur Aufgeschlossenheit den Dingen des Lebens gegenüber, waren ganz nach dem Herzen des Publikums Sollte im Theater tatsächlich einer gesessen haben, der auch„Petermann" hieß, so glauben wir, daß er ab 1937 nicht mehr so heißen wird d. h. ein neuer, gänzlich umgekrempelter Herr Petermann geworden ist. Hans Hollender. Neuer Spaziergang im neuen Jahr Wohin am Sonntag?— Wanderung über den Ruhrhöhenweg An das wochentags schon sattsam geplagte Familienoberhaupt tritt für gewöhnlich am Sonntag die ewige Frage:„Wohin gehen wir heute spazieren?" Im allgemeinen ist es ja so, daß man den Wald wählt, der von der Wohnung schnell und mühelos zu erreichen ist, und das ist für uns Hattinger nun mal der Schulenberg, anschließend Hansberg und Homberg. Schön und gut, aber eines Tages ist dann doch der Zeitpunkt gekommen, wo man nicht nur jeden Weg, sondern beinahe jeden Baum kennt, was nur zu leicht das Gefühl tödlicher Langeweile auslöst. Und von hier ab unterbleiben gewöhnlich die sonntäglichen Spaziergänge. Das ist schade, denn unsere Gegend ist wirklich schön, sieht man sie mit„fremden" Augen an. Das aber ist gar nicht so leicht, und darum wollen wir für eine Weile unsere gewohnten Spazierwege meiden und uns nach einer anderen Gegend umsehen. Ein Spaziergang, der wirkliche Schönheiten bietet und für viele den Reiz der Neuheit hat, ist der Gang über den Ruhrhöhenweg. Wir beginnen ihn zweckmäßig mit dem Umweg durch das Ludwigstal, ersteigen den Weg nach dem Horst=Wessel=Ring(früher hieß er„die Treppe") und kommen über das Gelände der neugewandeten Horstschule, vorbei an den hübschen Neubauten der Gemeinde Welper, an den Eingang zum Gemeindewald, der sich bei der Straßenbahnkreuzung ziemlich unscheinbar öffnet. Ein kleiner, aber lohnender Umweg(nach links abwärts) führt uns an der reizvoll gelegenen Jugendherberge vorbei, die von Wanderern sehr geschätzt wird. Wir kehren dann auf unsern Weg zurück und folgen ihm weiter. Er geht durch dichten Wald und führt uns nach weitgespannten Ausblicken der Burg Blankenstein zu, die wir heute aber einmal ganz anders als sonst sehen. Vom Fuße des Burgberges steigt unser Blick an dem trotzigen Gemäuer empor, und wer seine Gedanken gern zurückschickt in vergangene Zeiten, mag hier, wie nirgends sonst, Gelegenheit zum Träumen finden. Wenn wir wollen, ist unser Spaziergang hier schon zu Ende; wir brauchen nur zur Burg aufzusteigen. Aber das Weitergehen lohnt sich. Wir verlassen den Burgwald und kommen in ein Wiesental, das sich vom Burgberg abwärtszieht, und dessen sanftgeschwungene Linien tiefen Frieden atmen. Jetzt wendet der Weg und bringt uns in ein Jungholz. Immer wieder öffnen sich Durchblicke, und an solchen Stellen laden Bänke zur Rast und Beschaulichkeit ein. An der alten Ruhr, die im Winter meistens eine prächtige Eis bahn bietet, stehen Fischreiher. Durch das Glas können wir sie ausgezeichnet beobachten. Aber gehen wir weiter! Der Weg senkt sich in einen finsteren Tannengrund. Hier ist es immer kühl, und Wasser murmelt geheimnisvoll. Für eine kurze Strecke steigen wir steil aufwärts und stehen unvermittelt auf der nach Blankenstein Maerneeenaneennneen Goldene hochzeit in Bonsfeld Ehelente August und Emilie Butz Am letzten Tage des vergangenen Jahres, konnten die Eheleute August Butz und Emilie Butz, geb. Jakob, auf einen 50jährigen gemein samen Lebensweg zurückblicken. Der Ehemann stammt aus Hattingen, er ist dort am 8. Juni 1853 geboren und hat also im vergangenen Sommer sein 88. Lebensjahr vollendet. Viele Jahre lang übte er den Bandwirkerberuf aus. Später, während der Kriegszeit, war er bei der Firma H. Laakmann beschäftigt und heute lebt er als Alters invalide im Ruhestand. Das Pfeischen schmeckt ihm immer noch, es ist der beste Beweis dafür, daß er sich gesundheitlich noch wohlfühlt.— Frau Butz ist 72 Jahre alt, ihre Wiege stand in Elfringhausen. Gleich ihrem Gatten kann auch sie sich noch guter Gesundheit erfreuen.— Wir grüßen in dem Jubelpaar alte, bewährte Freunde der Heimat zeitung und wünschen ihm weiter Gesundheit, ein langes Leben und eine frohe Feier im Kreise der Verwandten, Freunde und Bekannten.— Das Paar gedenkt seinen Erinnerungstag bei Sonder mann zu begehen. Ih Ruhr führenden Straße. Pilgrims-Höhe heißt diese Stelle nach dem Gedenkstein, den man dem derzeitigen Landrat Pilgrim für seine Verdienste um den Straßenbau errichtete. Die Straße hat lebhaften Verkehr; mit der nötigen Vorsicht überqueren wir sie und steigen die Steintreppe empor in einen schönen Hochwald hinein. Der Berg ist der Katzenstein. Aus den hochstämmigen Buchen führt der Weg in ein Jungholz. Diese Wegstrecke ist geradezu romantisch schön(besonders, wenn man nicht ganz allein ist). Sie mündet auf einem Waldweg, der schon eine Straße ist. Wenn wir abwärts gehen, so sind wir bald an dem bekannten Steinenhaus. Wer hier noch nicht müde ist, kann noch weiter wandern, aber für heute ist unser Gang zu Ende.— Ob man den Rückwag zu Fuß macht oder mit der Bohn oder dem Autobus fährt, bleibt jedem überlassen. Und nun los! Gleich morgen, solange das Wetter noch so mild ist— und recht viel Freude!— — Neues Postpaketabkommen mit Großbritannien. Das im Jahre 1894 zwischen den Postverwaltungen von Deutschland und Großbritannien abgeschlossene Postpaketabkommen verliert mit Ablauf d. J. seine Gültigkeit. Dafür ist zwischen der Deutschen Reichspost und der am zwischenstaatlichen Postpaketabkommen von Kairo nicht teilnehmenden Postverwaltung von Großbritannien ein neues Postpaketabkommen abgeschlossen worden, dessen Bestimmungen am 1. Januar 1987 in Kraft treten werden. Dieses Abkommen enthält, abgesehen von einigen technischen Verbesserungen, gewisse Vorteile für die Versenderkreise. — Die Deutsche Reichspost unterstützt das Winterhilfswert des deutschen Volkes. Nach einer Verordnung des Reichspostministeriums wird bis Ende März 1937 für Postanweisungen und Zahlkarten über Beträge an das Winterhilfswerk von den Landzustellern keine besondere Annahmegebühr erhoben. Solche Postanweisungen und Zahlkarten müssen entweder an das Winterhilfswerk oder seine Vertretungen oder an die NSV oder ihre Beauftragten gerichtet oder zur Gutschrift auf deren Postscheckkonten bestimmt sein. Auf den Abschnitten muß der Vermerk„Gaben für das Winterhilfswerk" oder„Winterhilfe" stehen. Neues aus den Hemtern Bredenscheid-Stüter — 25jähriges Dienstjubiläum. Der im Ortsteil Oberbredenscheid wohnhafte Otto Lammeck kann am heutigen Tage auf ein 25jähriges Jubiläum als Elektrotechniker bei der Firma Heinrich Bodde in Hattingen zurückblicken. Dem Arbeitsjubilar wurde seitens der Geschäftsleitung und seiner Arbeitskameraden eine schöne Ehrung zuteil. Lammeck trat am 2. Januar 1912 bei der Firma ein und erwarb sich in dieser Zeit das vollste Vertrauen der Geschäftsleitung. Auch wir gratulieren! Sprockhövel — Freitod. Der verheiratete Fuhrunternehmer L. von hier wurde am letzten Tage des alten Jahres von seinen Angehörigen tot aufgefunden; er hatte seinem Leben freiwillig durch Erhängen ein Ende bereitet. Der Grund zur Tat ist nicht bekannt. — Tragischer Schicksalsschlag. Vom Schicksal schwer heimgesucht wurde die Familie KleineHerzbruch in Obersprockhövel. Nachdem erst vor kurzer Zeit das Familienoberhaupt starb, kam jetzt der älteste Sohn Gustav auf tragische Weise ums Leben. Dieser stürzte auf seiner Arbeitsstelle in Bochum durch den Schacht und erlitt einen Bruch der Wirbelsäule, so daß er schon nach kurzer Zeit tot war. Der Verunglückte war verheiratet und wollte zu Neujahr seine Mutter und Geschwister hier besuchen. Zu diesem Zwecke hatte er bereits seine Frau voraufgeschickt, die nun die traurige Nachricht vom Tode ihres Gatten hier erhielt. Der Tote soll seine letzte Ruhestatt in seiner Heimat finden; er wird morgen nachmittag auf dem Friedhof im Eickersiepen beigesetzt. Der Tote stand im 43. Lebensjahr und hinterläßt Frau und einen Sohn. Herdede —„Gruß aus Westfalen!" Letzthin entstanden auf Anregung der NS.-=Frauenschaft allenthalben Heimatbücher, die vom Gau Westfalen-Süd in seinen Patengau Oberschlesien gesandt wurden. Es ist dies ein Teil der Fürsorge für die Grenzlanddeutschen, deren Trägerin die NS.=Frauenschaft ist. Es geht in der Hauptsache um die kulturellen Güter des Volkes. Wort und Bild gehören zu ihren Erscheinungsformen. Das von der Ortsgruppe Herbede der NS.-Frauenschaft hinausgegangene Buch wurde von deren Mitgliedern Frau Ilse Hake(Bommerholz) und Frl. Helene Eick(Bommerholz) ausgeführt. Es zeigt in ausgesuchten fotografischen Aufnahmen und sinnreich dazu gewählten Dichterworten die Landschaft der mittleren Ruhr und das Leben ihrer Bewohner in seinen gegenwärtigen Formen. „Westfalen, das Land der Roten Erde— Westfalen, das Land der Zechen und Schlote— Westfalen ehrt seine Helden— Westfalens Jugend.“ Das sind die Abschnitte dieses seiner Bestimmung gemäß schlicht gehaltenen Buches, das als eines der schönsten und bestgelungensten Bücher des Gaues Westfalen=Süd bezeichnet worden ist. Es ist gewiß geeignet, über die allgemeine Verbundenheit hinaus persönliche Bindungen herzustellen, die sich mit der Zeit immer mehr festigen werden, und dürfte so mit der Reihe der Heimatbücher aller Patengaue zu einem bedeutungsvollen Beitrag zur Schaffung der deutschen Volksgemeinschaft werden. Altendorf-Ruhr — Die erfreuliche Belebung im Wohnungsbau unserer Gemeinde hält auch weiterhin an, so daß fast alle Zweige des heimischen Handwerks die bauliche Entwickelung zu spüren vermögen. Das Gelände am Wasserturm ist zu einem begehrenswerten Siedlungsgelände geworden. Augenblicklich werden dort drei weitere Wohnhäuser von hiesigen Baufirmen errichtet, und wie verlautet, ist im kommenden Jahre mit der Errichtung weiterer Eigenheime zu rechnen. An der Ueberruhrer Straße konnten nahe an der Grenze nach Ueberruhr ebenfalls zwei Wohnhäuser fertiggestellt werden. Seit einigen Tagen winken die Richtkronen vom First. Es handelt sich um die Eigenheime der Vg. Plücker und Kotterheide. Evangelische Gottesdienste Sonntag, den 3. Jannar 1937, Sonntag nach Nenjahr St.=Georgs=Kirche. 8.45 Uhr Kindergottesdienst; 10 Uhr Hauptgottesdienst, Pastor Radicke. Nach dem Hauptgottesdienst Kirchentaufen. 3 Uhr Kirchentaufen in der St.=Georgs=Kirche, P. Radicke. St.=Johannes=Kirche. 5 Uhr Abendgottesdienst, Pastor Ebbinghaus. Krankenhauskapelle. 8.45 Uhr Gottesdienst, Pastor Radicke. Christliches Hospiz. 8.45 Uhr Gottesdienst, Pa stor zur Nieden. Baak=Sundern. 10 Uhr Gottesdienst, Pastor Haag. Niederbonsfeld. 8.30 Uhr Gottesdienst, Pastor Ebbinghaus. Elfringhausen. Kein Gottesdienst. Niederwenigern. 10 Uhr Gottesdienst, Pastor Ebbinghaus. Donnerstag, den 7. Jannar 1937 St.=Johannes=Kirche. Abends 8.15 Uhr, Epi phaniasfeier. Evangelischer Jungmännerverein. Dienstag, den 5. Januar, abends 8 Uhr Bibelbesprechstunde im Gemeindehause.— Evangelische Frauenhilfe Hattingen. Mittwoch, den 6. Januar, nachmittags 3 Uhr Versammlung im Gemeindehause.— Evgl. Frauenhilfe Niederwenigern: Donnerstag, den 7. o fur die groͤßte 4Reichoftraßensammlung des Winichilfswakos Januar, nachmittags 4 Uhr Versammlung bei Nieding, Altendorf. Bredenscheid=Stüter. Sonntag 9.15 Uhr Gottesdienst im Kirchsaal, Pastor Blesken. 10.30 Uhr Gottesdienst in Bredenscheid, Past. Blesken. 11.30 Uhr Kindergottesdienst in Bredenschied. 2 Uhr Kindergottesdienst im Kirchsaal. 3 Uhr Zusammenkunft der weiblichen Gemeindejugend. Mittwoch 4 Uhr Zusammenkunft der Frauenhilfe Niederstüter. 7.30 Uhr Bibelstunde in Bredenscheid bei Umfermann(gegenüber Wirtschaft Wienand). Donnerstag 3.45 Uhr Bibelstunde im Konfirmandensaal. Welper. Sonntag 10 Uhr Gottesdienst, Pastor zur Nieden. 11.15 Uhr Kindergottesdienst. Sprockhövel(Sonntag nach Neujahr). 10 Uhr Gottesdienst, Pastor Möller. 11 Uhr Kindergottesdienst. 11 Uhr und 11.45 Uhr Kirchentaufen.— Mittwoch 8 Uhr Bibel= und Gebetsstunde. 5.30 Uhr Bibelschar. Donnerstag 8 Uhr Bibel= und Gebetsstunde. Freitag 8 Uhr Bibel= und Gebetsstunde. Holthausen. Dienstag 3 Uhr Bibelstunde für die weibliche Jugend. Donnerstag 3 Uhr Versammlung der Frauenhilfe. Herbede. Sonntag 9.45 Uhr Hauptgottesdienst mit anschließender Beichte und Abendmahlsfeier, Pastor Richter; 11 Uhr Kindergottesdienst, Pastor Richter. Montag 15 Uhr Bibelschar im Gemeindehaus. Mittwoch 20 Uhr Jugendbibelstunde im Gemeindehaus. Donnerstag 15 Uhr Versammlg. der Frauenhilfe„Im Dorf“ im Gemeindehause. Stiepel. Sonntag 9.30 Uhr Gottesdienst im Lutherhause, Pastor Husemeyer. 11 Uhr Kindergottesdienst, 10 Uhr Gottesdienst in der Kirche, Pastor Wagener. 11.15 Uhr Kindergottesdienst. 10.30 Uhr Gottesdienst in Buchholz, Pastor Altena. 11.30 Uhr Kindergottesdienst. Jugendschar (Dorf): Dienstag 20 Uhr. Haar: Dienstag 19.30 Uhr. Blankenstein. 9 Uhr Gottesdienst, P. Altena. Buchholz. 10.30 Uhr Gottesdienst, P. Altena. katholische Gottesdienste Hattingen. 7 Uhr: hl. Messe; 8 Uhr: hl. Messe mit Predigt; 9 Uhr: hl. Messe mit Predigt; 10 Uhr: Hochamt mit Predigt; 17 Uhr: Singandacht. Welper. 7.30 Uhr: Frühmesse; 10 Uhr: Hochamt mit Predigt; 14.30 Uhr: Andacht. Blankenstein. 7.45 Uhr: Frühmesse. 9.45 Uhr: Hochamt; 14.30 Uhr: Andacht. Niederwenigern. 7.30 Uhr Frühmesse. 10 Uhr Hochamt mit Predigt. 14.30 Uhr Rosenkranz=Bruderschafts-Andacht mit Segen. Altendorf. 7.30 Uhr Frühmesse. 9 Uhr hl. Messe. 10.15 Uhr Hochamt. 15 Uhr Andacht. St. Marien, B.=Stiepel. 7.35 Uhr Frühmesse. 10 Uhr Hochamt. Von 13—17 Uhr Aussetzung mit Krippenfeier und Predigt. Herbede, 7,30 Uhr Frühmesse mit Prediat: 10° Uhr Hochamt mit Prediat; 14,30 Uhr Andacht mit Segen. Sprockhövel. 7,30 Uhr Frühmesse, gemeinschaftliche hl. Kommunion der Männer. 10 Uhr Hochamt. 14,30 Uhr Andacht. Niederbonsfeld, 7,30 Uhr Frühmesse. 10 Uhr Hochamt. 14,30 Uhr Andacht. Bbasodes Rdbeerggel. Tanzgastspiel des Kölner Opernballetts in Bochum Immer weiter und immer schneller rücken wir vom Tanzspiel der Mary Wigman und ähnlicher Schulen ab, die in dem letzten Jahrzehnt fast allein das Feld des Tanzes beherrschten. Sie sind allerdings die Wegbereiter einer Kunst geworden, die in der ganzen Welt richtunggebend wurde und als Stil und Art den Ehrennamen „german dance" trägt. Bei uns jedoch scheint die Rückkehr zum Bühnentanz, zur getanzten Handlung nach alter und neuer Weise so große Fortschritte zu machen, daß fast nur noch die Erinnerung geblieben ist. So weit, daß die WigmanSchule in Vergessenheit geriete, geht die neueste Entwicklung nicht. Was wir am Mittwoch vom Kölner Opernballett zu sehen bekamen war wirklich ein Rausch von Anmut. Der Frühling selbst schien zu uns gekommen zu sein. Aus der Fülle des Gebotenen ragte das Finale besonders hervor. Man gab nach Melodien Mozarts den„Goldenen Schuh". Das wunderschöne Märchen vom„Aschenbrödel" erlebte eine tänzerische Gestaltung, die das ganze Wunder des alten Kindermärchens blühend auferstehen ließ. Regie(Inge Herting). Bühnenbild(Erich Metzold. Kostüme(Roswitha Schubert), Farbe und tänzerische Gestaltung schlossen sich zu einem bestrickenden zaubervollen Gesamtbild. Trude Schneider gab das Aschenbrödel Elfriede Scheurel. Wanna Posteher und Thea Maas tanzten die beiden bösen Schwestern und die herzlose Mutter Eine prächtige Leistung waren die tollen Bocksprünge Karl Terheggens, der den Hofnarren glänzend mimte. Walter Wurg würdevoll in der Rolle des schönen Prinzen und Edga v. Pelchrzim stocksteif und karikierend als Hofmeister. Die Auswahl und Zusammenstellung der mozartschen Weisen schuf Robert Rehan in sehr geschickter Weise. Zu Beginn des Abends tanzten Mitglieder des Balletts Georg Friedrich Händels Kantate „Apollo und Daphne", eine Art gemäßigten Ausdruckstanzes. Walter Wurg bot als Apoll eine Musterleistung der Körperhaltung und der tänzerischen Auslegung des dichterischen wie musikalischen Gedankens. Elfriede Scheurer als keusche Daphne eine ätherische, duftig rührende Gestalt. Der Tanz, der größte Anforderungen an die beiden Solisten stellt, erwarb sich Bewunderung und Beifall. Siegfried Tappolett und Henny Neumann-Knapp sangen die Stimmen von Apollo und Daphne. Zwischen diesen beiden Werken gab's noch einen feurig heißen Zigeunertanz von M. de Falla und ein klanglich reizvolles Rondo von Bettingen. Erich Riede am Pult war dem Abend ein erfolgreicher und temperamentvoller musikalischer Gestalter. Hans Hollender. Filunkülene Adler=Palast, Welper. „Der Bettelstudent“ Nun haben wir Millöckers Operette auch im Film, und das gut unterhaltene Publikumbewies, daß diese Verfilmung bestehen kann. Der Bettelstudent, zum drittenmal im Film (einmal stumm, zweimal tönend), hat sich diesmal etwas frei gemacht vom eigentlichen Vorbild. Der Helden= und Freiheitssang, erinnernd an„Schwarze Rosen", übertönt den Operetten-Schnick-Schnack und bringt eine heroische Geste in dieses Geschehen um Jan Janicki und Simon Rymanowicz, die dem Obersten Ollendorf, dem Kommandeur von Krakau zur Zeit Augusts des Starken, ein tolles Stücklein spielen. Sie revolutionieren die Stadt und erobern sich ganz nebenbei die Herzen der immer hungrigen Bronislawa und der schönen Laura, der Töchter der schwiegersohnsüchtigen Gräfin Nowalaka. Was diesen Film auszeichnet, ist die Spiellaune aller Beteiligten, vom Regisseur angefangen, ist das beherzte Draufloswirbeln, ist der Mut zur Parodie und Persiflage dort, wo die beiden angebracht sind. So kommt es, daß Marika Rökk als ewig hungrige Komtesse den Löwenanteil amApplaus davonträgt, der sich besonders dann zu Stürmen steigert, wenn sie, einem Wirbelwind vergleichbar, über Bretter dahintanzt, denen man leider nur zu deutlich anmerkt, daß sie in einem Atelier stehen. So kommt es des weiteren, daß eine Charge, Ernst Behmer als Gefängniswärter, mit zu einem der Motoren der Handlung wird und manchen herzlichen Lacher verzeichnen kann. So kommt es vor allen Dingen, daß Fritz Kampers als Oberst Ollendorf, ein kleiner Falstaff und ein großer Aufschneider, beherrschend durch den Film stampft; man weiß nicht, welche seiner Szenen man besonders hervorheben soll.— Er ist in allem herzerfrischend und mitreißend. Daneben bewähren sich die liebliche und anmutige Carola Höhn, die sich in bester Spiellaune befindliche Ida Wüst, dann selbstverständlich der mit seiner Stimme die Szene beherrschende Ivhannes Heesters, der sogar ein neu in die Operette hineingeheimnistes Lied von Franz Baumann zur Geltung zu bringen vermag. Berthold Ebbecke reißt mit seinem Temperament mit und vermag manchen holprigen Dialog zum Sieg zu führen. Des weiteren sind zu nennen Bendow, Bienert, Platen, Schaufuß und Bernt. Kremers Tonfilm=Theater, Nierenhof „Inkognito" Aus der nicht mehr ganz originellen Filmgeschichte vom reichen, jungen Großunternehmer, der sich das Leben einmal von der anderen Seite ansehen will und darum in einer seiner Filialen als Verkäufer antritt, hat Richard SchneiderEdenkoben einen reizenden Lustspiel=Film geschaffen, einen Film, der ohne großen Aufwand und in bescheidener Zurückhaltung beste Unterhaltung gibt. Diese Leistung ist verbürgt durch einige bekannte Darsteller, die man hier einmal ganz neu eingesetzt und ihren tatsächlichen Fähigkeiten gemäß beauftragt sieht und durch das flotte Tempo, das der Regisseur anschlug. Harald Bratt hat es verstanden, der Sache einige neue, originelle Seiten abzugewinnen, die so zu erfreulicher Belebung der Handlung beitragen und erfrischenden Humor nicht vermissen lassen. Jedenfalls könnte man sich denken, daß bei weniger großen Bemühungen um Flottheit und Natürlichkeit dieser Film den Durchschnitt leichter Unterhaltungsstücke kaum überschritten hätte, — so aber wurde es ein sauberer Unterhaltungsfilm besten Formats. Gustav Fröhlich fand in der Hauptrolle dieses Stoffes die schöne Gelegenheit, in natürlichem, ungezwungenen Spiel dem Schema der ihm auf den Leib geschriebenen Rollen zu entrinnen. Neben ihm hat auch Hanst Knotek nun endlich einmal anders sein dürfen als bisher, kein „Seelchen" und kein allzu zart besaitetes Edelfräulein,— im Gegenteil, diesmal ist sie sehr tapfer dabei, ihren vermeintlichen VerbrecherLiebsten aus der Affäre zu ziehen. Hollender. NUMMER 1 DRITTES BLATT SAMSTAG, 2. JANUAR 1937 Aüs Westdeilselland bergleute in vorderster Front Aufruf des Reichsbetriebsgemeinschaftsleiters„BergbaEssen. Der Leiter der Reichsbetriebsgemeinschaft Bergbau, Pg. Padberg, erläßt zum Jahreswechsela folgenden Aufruf: „Kameraden im deutschen Bergbau! Wieder einmal können wir auf ein Jahr der Arbeit und des Schaffens, aber auch der Erfolge zurückblicken. Das vierte Jahr der nationalsozialistischen Staatsführung ist für das deutsche Volk von geschichtlicher Bedeutung. Auch der deutsche Bergbau kann mit Befriedigung auf das letzte Jahr zurückblicken. Viel ist erreicht worden, aber noch viel mehr bleibt zu tun. Der Führer hat auf dem Parteitag der Ehre dem deutschen Volk den neuen Vierjahresplan verkündet. Gerade dem deutschen Bergbau sind hierbei große und bedeutende Aufgaben gestellt worden, die den bedingungslosen und restlosen Einsatz eines jeden von uns fordern. Diese Erkenntnis ist uns Aufgabe und Verpflichtung. Wie in den vier vergangenen Jahren werden die deutschen Bergmänner auch weiterhin in der vordersten Linie der Schaffenden stehen, um mitzuarbeiten und mitzukämpfen am weiteren Aufbau unseres Volkes. Ohne Kampf kein Sieg, und ohne Arbeit kein Aufstieg! Kameraden im deutschen Bergbau! Die Parole der deutschen Bergmänner heißt: Mit Adolf Hitler in das neue Jahr zum Kampf für die endgültige Sicherheit der Lebensrechte der deutschen Nation und damit der ewigen Zukunft des deutschen Volkes.“ Remagen Stadt und Amt zusammengeschlossen Remagen. In der letzten Ratsherrensitzung der Stadtverwaltung Remagen gab Bürgermeister Dr. Kemming bekannt, daß die Stadtverwaltung und Amtsverwaltung Remagen mit Wirkung ab 1. April 1937 zusammengeschlossen wür den. Gleichzeitig verliert die Gemeinde Oberwinter von diesem Tage an die Selbstverwaltung, die sie vor einigen Jahren erhalten hatte. Die Stadtverwaltung Remagen=Stadt mit den Orten Remagen und Kripp, sowie die Amtsverwaltung Remagen=Land mit den Orten Oberwinter, Rolandswerth, Oedingen, Unkelbach und Bodendorf bilden vom 1. April dieses Jahres ab einen einheitlichen Verwaltungskörper als Amt Remagen. Dynamitreste angebohrt Ein Toter und ein Schwerverletzter in Dillenburg Dillenburg. Im Untertagebetrieb der Grube Königszug bei Österfeld stießen zwei Bergleute beim Bohren auf einen Dynamitrest, der offenbar von einer früheren Sprengung zurückgeblieben war. Während der Bohrung explodierte das Dynamit und dabei drang die Bohrstange dem 40 Jahre alten Hauer Albrecht Schneider aus Sixfeld in die Brust. Der Verunglückte starb bald nach der Einlieferung ins Krankenhaus. Sein Arbeitskamerad, der 25jährige Richard Heimann aus Tringenstein, trug einen schweren Schädelbruch davon; doch hofft man, ihn am Leben zu erhalten. Brillantendiebstahl in Duisburg Scheibe zertrümmert und 32 Ringe entwendet. Duisburg. Der letzte Tag des Jahres 1936 brachte in Duisburg=Hamborn noch einen schweren Einbruch, wie er sich seit Jahren im Industriegebiet nicht mehr ereignet hat. Am Silvesternachmittag fuhr vor dem Goldwarengeschäft Kellermann in der Weseler Straße in Hamborn ein Kraftwagen vor. Während der Fahrer am Steuer sitzen blieb, sprang ein junger Mann aus dem Wagen, holte einen Pflasterstein aus der Tasche und warf damit die Schaufensterscheibe ein. Sodann ergriff er ein Tablett mit 32 Damenbrillantringen im Werte von 1500 RM und sprang mit seiner Beute in das Auto zurück, das sich sofort in Bewegung setzte. Das Ganze hatte sich innerhalb weniger Sekunden abgespielt, so daß die wenigen Straßenpassanten kaum Zeit fanden, sich von ihrer Bestürzung zu erholen. Ein anderer Autofahrer, der zur selben Zeit die Straße passierte, nahm sofort die Verfolgung der Räuber auf. Diese schlugen jedoch ein schnelles Tempo an, so daß der Verfolger schließlich sein Vorhaben aufgeben mußte. Der Kraftwagen, der zu dem Raub benutzt wurde, ist ein grauer Olympiawagen, dessen Kennzeichen offensichtlich gefälscht waren. Die Nummer kann 3448 oder auch 4228 lauten. Die ersten Zahlen waren überklebt. Unverbesserlicher Betrüger Auch seine Frau zum Betruge verleitet. Münster. Erst 31 Jahre alt ist der aus Castrop=Rauxel stammende Walter Wagner alt, aber schon zum 18. Mal steht er heute vor dem Richter. Unter seinen 17 Vorstrafen befinden sich allein elf wegen Betruges und Rückfallbetruges. Auch diesmal wirft ihm die Anklage Betrug im Rückfall, versuchten Betrug und schwere Urkundenfälschung, insgesamt 14 Straftaten vor. Wagner hatte in Wilhelmshaven eine Beschäftigung mit ausreichendem Einkommen gefunden, von dem er und seine Frau wohl leben konnten. Aber er verließ die Stellung und ging nach Westfalen. Damit fing die Reihe seiner Straftaten an. Ein Telgter Autovermieter wurde geprellt, ein Fuchspelz wurde widerrechtlich versetzt, Gastwirte brachte er um die Zeche. Seine erst 20 Jahre alte Frau, die ganz unter dem verderblichen Einfluß des Mannes steht, ließ sich herbei, die Betrügereien mitzumachen. Ein Geistlicher in Herzebrock wurde um einen Betrag erleichtert, und noch viele andere mußten daran glauben. Das angeklagte Ehepaar gab die Schandtaten zu, so daß auf einen großen Teil der zwölf Zeugen verzichtet werden konnte. Das Gericht erkannte bei dem Mann wegen der zahlreichen und hohen Vorstrafen auf zwei Jahre sechs Monate Zuchthaus und eine Geldstrafe von 200 RM. Die Ehefrau kam mit einer Geldstrafe von insgesamt 100 RM. noch einmal glimpflich davon. Eine Hundertjährige Bad Oeynhausen. In der Ortschaft Ennigloh beging am 1. Januar Frau Rahe in großer Rüstigkeit ihren hundertsten Geburtstag. Maler und Anstreicher helfen Wohnungsrenovierungen für bedürftige Volksgenossen. Solingen. In hochherziger Weise hat das Solinger Maler= und Anstreicherhandwerk dem Winterhilfswerk seine Spende unterbreitet: In den letzten Innungsversammlungen folgten die Mitgliedmer einem Vorschlag des Obermeisters und erklärten sich bereit, eine größere Anzahl von Wohnungen bedürftiger Volksgenossen in einen sauberen und geschmackvollen Zustand zu setzen; ein Hilfswerk, das mit großem Erfolg zum ersten Male in Braunschweig durchgeführt wurde. Die erste Einzeichnungsliste hatte einen sehr schönen Erfolg, denn die anwesenden Meister erklärten sich bereit, vorerst einmal 160 Zimmer neuherzurichten. Mit der Ausführung wird begonnen, sobald die entsprechenden Vorschläge der NSV., die bekanntlich vor Weihnachten mit Arbeit überhäuft war, vorliegen. Wildernde Hunde im Schafstall Meppen. Von großem Schaden wurde ein Bauer in der Gemeinde Lähden betroffen. Nachts wurden ihm in dem Schafstall 13 Mutterschafe von wildernden Hunden zerrissen. Die Tiere waren zum Teil schon angeschnitten oder mußten notgeschlachtet werden. Schwerer Verlust für die 51 Großer Lagerhausbrand- Jelte und Feldküchen vernichtet Köln. In der Neujahrsnacht entstand in einem Lagerhaus der Hitlerjugend in Köln=Deutz ein Großfeuer, das die Feuerlöschpolizei mit 23 Schlauchleitungen bekämpfte. Der Dachstuhl brannte vollständig aus, Feldküchen und andere Geräte, die im Erdgeschoß standen, konnten gerettet werden; verbrannt sind aber große Vorräte an Zelten und anderen Ausrüstungsstücken der Hitlerjugennd. Die Vernichtung des Gebietslagers der HitlerJugend des Gebietes 11 Mittelrhein durch ein Großfeuer in der Neujahrsnacht bedeutet für die mittelrheinische HI einen schweren Verlust. Unter den größten Mühen und Opfern wurde dieses Lager Jahr um Jahr weiter ausgebaut und zählte bald zu den besteingerichteten Lagern der HI im Reich. Das gesamte Zeltlagermaterial, Hunderte der weißen Spitzzelte, Zeltbahnen, Decken, Affen, die gesamte Lagerkleidung, Feldküchen, Koch= und Eßgeschirre, die sanitären Anlagen für die Sommerlager alles wurde ein Raub der Flammen. Gebiets führer Wallwey begab sich mit seinen Mitarbeitern zur Brandstelle und sorgte persönlich für die Unterbringung der Lagerbesatzung, deren Hab und Gut ebenfalls restlos vernichtet wurde. Der Gebietsführer mußte sich davon überzeugen, daß trotz des selbstlosen Einsatzes der gesamten Kölner Feuerlöschpolizei und der tatkräftigen Hilfe einer Reihe SA=Männer das gesamte Lager ein Raub der Flammen geworden war. Führer von Partei und Staat erschienen am Neujahrsmorgen ebenfalls an der Unglücksstelle und gaben ihr besonderes Bedauern darüber zum Ausdruck, daß alle die Werte, die zur Ertüchtigung und Gesundung der mittelrheinischen Hitler=Jugend in den letzten Jahren so vortrefflich gedient hätten, vernichtet Doppelmörder nach 12 Jahren entlarvt Tätowierungen verrieten den Mörder Eine unglückselige Vorliebe für Tätowierun gen am ganzen Körper wurde einem Schwerverbrecher zum Verhängnis. Seit Jahren forschte die Polizei aller Erdteile nach einem gewissen Jean Caputo, der 1924 wegen eines Doppelmordes in Aix=en=Provence vom französischen Gericht zum Tode verurteilt, kurz vor der Hinrichtung aber geflüchtet war. Am 18. November nahm die Neuyorker Polizei eine Rauschgiftrazzia im Hafenviertel vor. Bei dieser Gelegenheit wurde auch jener Jean Caputo festgenommen, der stark unter dem Verdacht des Opiumhandels stand. Der Verhaftete beteuerte seine Unschuld und schwor hoch und heilig, ein gesetzesfürchtiger amerikanischer Staatsbürger zu sein. Irgendetwas an dem Manne aber geftel den Beamten nicht: war es sein fremdlänher Akzent, Unstimmigkeiten in seinen Papieren oder die große Zahl der Tätowierungen, die seine Hände bedeckten? Eine genaue Körperuntersuchung brachte das Geheimnis zutage: Jean Caputo war vom Kopf bis zur großen Zehe mit jenen Nadelporträts bedeckt, wie sie von altersher den Stolz der Seeleute, aber auch der Unterweltler bilden. Unter den 20 auffallend klaren Tätowierungen befanden sich Szenen aus Caputos Leben; auch das Muttergrab im heimatlichen Korsika war mit der feinen Nadel in die Haut geritzt worden. Auf dem tätowierten Grabstein war Caputos Geburtsortangegeben. Nun wußten die Beamten vom Rauschgiftdezernat, daß der Mann kein Kalifornier, wie er erklärt hatte, sondern ein Korse war. Dennoch mußten sie ihn wieder freilassen, da wirklich nichts Greifbares gegen ihn vorlag. Der Sicherheit wegen aber wurden die einzelnen Nadelporträts aktenmäßig festgelegt. Eine Rückfrage bei den französischen Strafbehörden ergab ein unvermutetes Resultat: Jean Caputo mit den 20 Tätowierungen, darunter das Muttergrab, war der 42jährige Doppelmörder, der Ende Januar 1924 kurz vor der Hinrichtung auf unerklärliche Weise geflüchtet war. Die französische Behörde, die diesen Bescheid kabelte, stellte gleichzeitig Auslieferungsantrag. Die Neuyorker Behörde bereute es nun, den Rauschgiftverdächtigen so vorzeitig auf freien Fuß gesetzt zu haben. Drei Detektive wurden nun mit der Wiederverhaftung Caputos beauftragt. Sie hatten Glück. Bereits nach einer Stunde sahen sie, wie Caputo in einem Rennwagen den Broadway hinunter fuhr. Seine Festnahme war eine Kleinigkeit. Auf der Polizei protestierte er erneut gegen die Verhaftung, erklärte, amerikanischer Bürger und niemals in Frankreich gewesen zu sein. Diese Ausreden werden ihm freilich nichts nützen. Bereits in den nächsten Tagen werden in Neuyork einige französische Polizeibeamte eintreffen, um Caputo nach Europa zu geleiten. So wird ihn sein Hang zu Tätowierungen also auf das Schafott bringen. seien. In einer Stabsbesprechung gaben Gebiets führer Wallwey und der Verwaltungsführer des Gebietes Mittelrhein, Bannführer Zeruhn, sofort die ersten Maßnahmen bekannt, um die große Zeltlageraktion des Jahres 1937, mit deren Vorbereitung bereits Anfang November begonnen wurde, in jeder Hinsicht zu sichern. Postraub nach 16 Jahren aufgeklärt Bingen. Die Kriminalpolizei Mainz hat einen vor 16 Jahren verübten Postraub in diesen Wochen aufgeklärt. In der Nacht des 5. Juli 1920 drangen vier maskierte Männer vom hinteren Eingang her in das Postamt Bingen und erbeuteten 230000 Mark, deren größten Teil sie aber auf der Flucht verloren. Die damals durch geführten polizeilichen Ermittlungen blieben er folglos. Im vergangenen Monat nun erhielt die Binger Polizei durch Briefe und Gespräche er neut Verdachtsmomente und ermittelte vier Täter. Einer befindet sich in der Fremdenlegion, ein weiterer ist ebenfalls außerhalb der deutschen Reichsgrenzen, der dritte ist 1926 gestorben und der vierte Täter wurde festgenommen. Da lachen die Jäger Der„Meisterschuß“ auf Reineke Fuchs Grevenbroich. Folgende Begebenheit, die sich letzter Tage in Grevenbroich zutrug, wird viel belacht. Ein Einwohner hatte plötzlich auf dem hinter seiner Wohnung gelegenen Schuttplatz des Nachbargrundstückes einen Fuchs bemerkt. Dessen geduckte, lauernde Haltung erweckte ganz den Anschein, als wolle er sich in dem Hühnerstall des Mannes nach einer guten Mahlzeit umsehen. Da der Mann nicht wußte, wie er am besten dem Räuber ans Fell könne, holte er einen in der Nähe wohnenden Jäger herbei. Dieser pirschte sich ziemlich nahe an den Fuchs heran— ote Büchse knallte und der„Hühnerdieb" sank zu Boden. Wie groß war aber das Erstaunen des Jägers und des Beobachters, als sie feststellen mußten, daß es sich um einen ausgestopften Fuchs handelte, den der Nachbar zum Ausstauben auf den Schutt platz gestellt hatte. Schloß Schwarzenrahen wird aufgebaut Erwitte. Das in ganz Deutschland bekannte und vielbesuchte Wasserschloß Schwarzenraben, eine der schönstgelegenen Wasserburgen des Westfalenlandes, das vor rund eineinhalb Jahren durch einen Brand schwer heimgesucht wurde, ist nach schwierigen Aufbauarbeiten vollständig im alten Stil neu errichtet und zeigt sich in seinem neuen Zustande in all seiner winterlichen Schönheit. Im Innern jedoch sind einige Aenderungen vorgenommen worden, die einen Brand wie den vergangenen unwahrscheinlich werden lassen. So hat man zum größten Teil Eisenbetonkonstruktion verwendet, die dem alten Schloß für viele Jahre den notwendigen Halt verleiht. Bei der konstruktiven Neugestaltung wirkte auch der Darmstädter Professor Kleinlogel mit. Bekanntlich ist das schöne Wasserschloß im Besitz der freiherrlichen Familie von Ketteler. Der Führer als Pate Herford. Der Führer und Reichskanzler hat für das neunte lebende Kind des Tischlermeisters Eilbrecht im Ortsteil Melbergen die Ehrenpatenschaft übernommen. Au den Raud Hagen. Nach einer offiziellen Feier der Reichskulturkammer am 11. Januar 1937 wird Professor Graener in Hagen während der GraenerWoche persönlich zu Gast sein. Dortmund. Bergassessor Weigelt vom Bergrevier Buer ist am 1. Januar 1937 zum Bergrat ernannt worden. Münster. Die günstige wirtschaftliche Entwicklung der Stadt Münster in den letzten drei Jahren hat einen vorzüglichen Gradmesser in der Entwicklung der Sparkasse der Stadt. Die Spareinlagen, die 1933 einen Bestand von 36 510000 RM. aufwiesen, belaufen sich am heutigen Jahresende auf 42 640 000 RM., brachten mithin eine Zunahme in diesen drei Jahren von 6 130.000 RM. und im Jahre 1936 allein eine Zunahme von 1638 000 RM. Münster. Der aus Münster stammende bekannte Zoologe Professor Dr. Ferdinand Karsch, der frühere Kustos des zoologischen Universitätsmuseums, ist im 84. Lebensjahre in Berlin gestorben. Herne. Wie wir hören, wird voraussichtlich in diesem Jahre ein Gautreffen der alten Kämpfer des Gaues Westfalen=Süd in Erinnerung an das denkwürdige erste Treffen dieser Art 1926 in Herne stattfinden. Anröchte. Der zwanzigjährige Johannes Wiggeshoff achtete nicht darauf, als er auf dem Kornboden von einem Haufen Getreide absprang, daß die beiden Bunde, auf die er sprang, auf der Bodenluke lagen. Er sauste in die Tiefe und blieb auf der Tenne mit gebrochenem Rückgrat liegen. Kampf gegen Straßenglätte Neuartige Maschinen in Betrieb Aus der Eifel. Den örtlichen Straßenbauverwaltungen in der Eifel— Baumeistern der Provinzialstraßenbauverwaltung— wurden moderne Apparate zur Verfügung gestellt, mit deren Hilfe die Straßenglätte wirkungsvoll bekämpft und Schneeverwehungen schnell beseitigt werden können. Es handelt sich um je eine Splittstreumaschine und um einen Motorschneepflug. Mit der Splittstreumaschine, die in Adenau zur Verfügung steht, wurden bereits die ersten Probearbeiten zur vollsten Zufriedenheit ausgeführt. Der Schneepflug wird durch einen Lastzug vorwärts bewegt. Der Pflug wird vor den Lastwagen gespannt und von diesem vorwärtsgedrückt. Ss appelliert an den Opferwillen Zur Sammlung für das Winterhilfswerk am 2. und 8. Jannar dnb Berlin, 2. Januar. Die oberste SA.=Führung wendet sich mit folgendem Appell an alle Volksgenossen: Weihnachten, Silvester und Neujahr sind kaum vorüber und schon befindet sich das deutsche Volk wieder mitten in der Arbeit des Alltags, im Kampf um das Leben der Nation. Und das ist gut so. Ein Volk, das nicht täglich im Kampf um und für sein Leben steht, wird schwach und weich. Hart, stahlhart muß das deutsche Volk sein und bleiben. Nur dann wird der Gedanke an die Ewigkeitsbestimmung auch Tat werden können. Die nationalsozialistische Bewegung hat in den Jahren des Kampfes vor der Machtübernahme den Grundstein gelegt für ein machtvolles Wachstum der deutschen Nation, sie hat seit dem 30. Januar 1933 ungeheure erfolgreiche Anstrengungen gemacht, um diesem Grundstein auch den Aufbau zu schaffen und zu sichern. Es wäre müßig, alle diese Dinge aufzuzählen, wo Taten dem Volk täglich zeigen, was der vom Nationalsozialismus getriebene Wille des deutschen Volkes zum Leben an positiven Zukunftswerten aller Art bereits geschaffen hat. Wir wollen aber nie die Ursache unseres wieder aufblühenden Lebens vernachlässigen oder gar vergessen: die Stimme des Blutes, die der Führer wieder wachgerufen und die im deutschen Volk das Bewußtsein der Zusammengehörigkeit, der unlösbaren Gemeinschaft neu geweckt hat. Gerade, weil die Männer der Sturmabteilungen mit ihren Kameraden von der SS. und vom NSKK. am ersten Sonntag im neuen Jahr wieder zum Opfern aufrufen für die Gemeinschaft des deutschen Volkes, für das Winterhilfswerk, wollen wir uns dieser Tatsache besonders erinnern. Freiwillig und uneigennützig, heute wie früher materielle und ideelle Opfer bringend versieht der SA.=Mann seinen Dienst. Ohne Anspruch auf klingenden Lohn bestreitet er die Kosten seiner Uniform, seiner Ausrüstung und Ausbildung aus eigenen oft kärglichen Mitteln. Und wenn diese Männer am Sonntag zum Sammeln antreten und ihren Appell zum Opfer an das deutsche Volk richten, dann sollte dieses Vorbild Ansporn sein. Gewiß— der Zeitpunkt zum Sammeln ist nicht günstig, die Feiertage sind gerade vorüber. Feiertage aber, die das deutsche Volk in einem bisher nie gekannten Maße der Einheit, der Zusammengehörigkeit und im Bewußtsein verleben konnte, daß nicht nur der Friede im Innern gewährleistet ist, sondern daß der Führer auch den Frieden, nach außen hin gesichert hat. Diese Feiertage verpflichten zum verstärkten Bekenntnis zur Volksgemeinschaft, sie müssen Impuls sein zu neuer Tat und neuem Opfer. Und so wird auch der erste Sammeltag im Jahre 1937 für das große sozialistische Werk der gegenseitigen Hilfe eines ganzen Volkes zu einem Erfola werden, der dem Opferwillen des deutschen Volkes für 1937 als Richtschnur dienen kann. banischen Senats, wo die Einzelheiten in dem Prozeß iano Gomez behandelt werden. Der kubanische Präsimabhängige Entscheidung einer gesetzgeberischen Körverzu haben.(Associated=Preß, K.) ungemeine Kraft die Papageien und in ihren Schnäbeln haben. HORTALEZA Der von General Franco er die Kunstschätze in dem von den pen eroberten und besetzten Gel vor kurzem seinen Bericht über in Toledo veröffentlicht. Auch a geht mit aller Deutlichkeit her störungswut und die Habgier Grenzen kennt. Besonders die Toledo, eines der ältesten, schör Baudenkmäler Spaniens, hat tismus des gottlosen Pöbels zu aus diesem ehrwürdigen Gotte werte gestohlen und entführt ha ist der unersetzlich wertvolle Jungfrau von Sacrario, der CANIIAS POTUIIO DE ALARCON CAMPAMIENTO MILITAR Ader/ ALCOSCON LEGANE RALEOE1 Die Stellung der nationalen Truppen vor Madrid ist schwarzgezackt eingezeichnet. Im oberen Teil ist der Manzanares überschritten. In der Ausbuchtung liegt die Universitätsstadt. Die rote Front ist schwarz=weiß gekennzeichnet. (Erich Zander, K.) Links: In Paris sind die Streikunruhen wieder aufgeflackert. Unser Bild zeigt streikende Pariser Schlachthofarbeiter, die es sich an ihrer Arbeitsstätte„bequem" gemacht haben.(Pr.=Photo.)— Rechts: Die„Paragnay", eines der drei Schiffe der Hamburg=Süd, die den Zirkus Hagenbeck nach Urugnay brachten, geriet unmittelbar nach Verlassen des Kanals in einen schweren Sturm. Die Ladung, die in der Hauptsache aus dem Tier= und Wagenmaterial des Zirkus bestand, wurde völlig durcheinander und ineinander geschoben, so daß schwere Beschädigungen entstanden. Unser Bild zeigt einen der zerstörten Zirkuswagen.(Weltbild. K.) Kampf mit 50000 Papageien Drei große Siedlungen vernichtet Im Süden Australiens wurden drei große Ansiedlungen von einem Heer von Papageien überfallen, das man auf 50000 Tiere schätzte. Die Ansiedler wurden buchstäblich in die Flucht geschlagen. Die Angriffe von Papageien auf menschliche Niederlassungen sind in ihrer Eigenart und Gefährlichkeit kaum zu beschreiben. In Europa ist man gewohnt, diese Tiere für sehr possierlich und harmlos zu halten. In Freiheit schließen sie sich zu großen Heeren zusammen, ausgenommen in der Brutzeit. Wachsen diese Heere auf mehrere tausend Tiere an, dann werden sie übermütig. Böse Beispiele machen sie raublustig und wild. Aus der südaustralischen Siedlung Dobbie erhalten wir nun folgende Schilderung: In den frühen Morgenstunden des Freitag rückten die Tiere an. Die Morgendämmerung war kaum über den Horizont gekommen und die meisten Bewohner schliefen noch. Sie wurden geweckt durch ein gellendes Kreischen und wildes Toben. Die ganze Gegend war bedeckt von den bunten, aufgeregt kreischenden Tieren. Sie wühlten die frische Saat aus den Feldern, fielen in die Scheunen ein und öffneten mit wenigen Schnabelhieben die Säcke. Klirrend zerstörten sie die Fensterscheiben und richteten ein wüstes Durcheinander an. Zuerst kläfften die Hunde und wehrten sich wütend. Als sie aber verschiedene Papageien zerbissen hatten, gingen die Vögel auf sie los. Man ahnt nicht, welche in ihren Krallen Ein Blick in den Sitzungssaal des ku gegen Staatspräsident Miguel Mariano Gomez behandelt werden. dent ist beschuldigt, in die freie und unabhängige Entscheidung einer schaft unberechtigterweise eingegriffen zu haben. as die roten horden raubten Der Perlenmantel von Toledo und anderes Die Hunde, die sich zur Wehr setzten, wurden getötet. Aus dem Schlaf geschreckt, nahmen die Menschen fast unbekleidet den Kampf mit den Tieren auf. Die Farmer griffen zu ihren Gewehren und eröffneten ein heftiges Feuer. Tatsächlich blieben Hunderte von toten Vögeln bei diesem Vernichtungskampf, der über Stunden dauerte, auf dem Platz— dann aber mußten die Menschen fluchtartig ihre Häuser räumen. Das Schnellfeuer imponierte den Tieren nicht, ihre Zahl war überwältigend. Die Papageien scheuten sich nicht, selbst die Menschen anzugreifen. Sie zertrümmerten sämtliche Fensterscheiben, um in die Häuser einzudringen. Von verschiedenen Seiten angegriffen, war es den Siedlern unmöglich, sich gegen die Tiere zu behaupten. So wurde Dobbie und mit ihr noch zwei andere Siedlungen vollkommen von den Menschen geräumt. Mehrere Tage lang hielten die Papageien die drei Niederlassungen buchstäblich besetzt. Als sie wieder abzogen, hatten sie unglaublichen Schaden angerichtet. Sämtliche Vorräte waren aufgefressen und Häuser und Möbel auf die unfaßbarste Weise vernichtet. Die Tiere hatten Bretter von mehreren Zentimetern Dicke durchnagt, hatten Mauerwerk durchlöchert und selbst dünnes Eisenblech, das um die Vorratskisten genagelt war, durch die Gewalt ihrer Schnäbel zerstört. Von seiten der Regierung mußte den Ansiedlern durchgreifend geholfen werden und einige Wagenkolonnen sind augenblicklich mit den dringendsten Lebensmitteln auf dem Weg, um der drohenden Hungersnot zu begegnen. General Franco ernannte Kustos für in dem von den nationalen TrupGebiet Spaniens, hat über die Plünderungen aus diesem Bericht daß die Zerder Roten keine die Kathedrale von und reichsten dem Fanagehabt, der Gotteshaus Millionenhat. Unter anderem wertvolle Perlenmantel der der mit 8 000 Perlen bestickt war und infolgedessen eine der größten Sehenswürdigkeiten Spaniens darstellte, entwendet worden. Desgleichen ist das Kreuz des Kardinals Eisneros, das mit zwei kostbaren Topalen und einer Reihe Brillanten besetzt war, spurlos verschwunden. Man geht wohl in der Annahme kaum fehl, daß alle diese Werte von gewissenlosen Schiebern zum Zweck der persönlichen Bereicherung gestohlen worden sind, ebenso wie die aus purem Gold bestehende Krone eines anderen Muttergottesbildes und die aus dem 17. Jahrhundert stammende Monstranz, deren Schrein, gleichfalls aus lauter hauchdünnen Goldblättchen bestehend, als ein Meisterwerk spanischer Goldschmiedekunst betrachtet wurde. Auch die berühmte Monstranz von Arfe fehlt. Es ist dies ein besonderes Kunstwerk gewesen, nicht nur wegen des Goldes, der Perlen, der Smaragde und Rubine, aus denen diese Monstranz zusammengesetzt war, sondern in erster Linie auch wegen ihres historischen Wertes; sie war nämlich ein Geschenk der Königin Elisabeth, die dieses Sakral aus dem Golde anfertigen ließ, das Christoph Columbus nach seiner erfolgreichen Entdeckung Amerikas aus der neuen Welt zurückbrachte. In einem Maße, das alle menschlichen Vorstellungen überschreitet, hat sich der Vandalismus der Bilderstürmer von Toledo auch an den herrlichen Gemälden der Kathedrale ausgetobt. Was nicht beschmutzt, zerschnitten oder zerschossen worden ist, wurde gleichfalls gestohlen. Unter anderem fehlen die wertvollsten Bilder von Raffael, und zwar in erster Linie seine„Heilige Familie", das Triptichon von van Dyck und das pompöse Porträt des Erzbischofs von Toledo, das einst der berühmte Greco gemalt hat. Alle diese Werte sind nicht zu ersetzen. Es handelt si um viele Millionen. Allein die Bibel des Heiligen Ludwig von Frankreich, die eben alls nicht mehr aufzufinden war, revräsentiert einen Wert von zwanzig Millionen Reichsmark. Jede Seite dieser Bibel bestand aus feinstem dünnen Gold, mit Miniaturen, die Episoden aus dem Neuen und Alten Testament wiedergaben. Diese Bibelausgabe zählte vier Bände. Einer davon befindet sich auch heute noch in der National-Bibliothek in Paris, die übrigen drei, die im Besitz der Katbedrale von Toledo waren, sind nun also der Habgier der roten Räuber zum Opfer gefallen. Vor 25 Jahren, am 3. Jannar 1912, starb zu Breslau der Geschichtsschreiber und Schriftsteller Felix Dahn, der in gleicher Weise bekannt als Rechtslehrer an verschiedenen deutschen Universitäten gewirkt hat. Die Stoffe seiner zahlreichen Romane sind meist dem Altertum und dem frühen Mittelalter entnommen, in denen er überzeugt die germanische Rasse verherrlicht. Sein bekanntestes Werk ist der große Roman„Kampf um Rom“, der eines der meistverlegten deutschen Bücher darstellt.(Erich Zander, K.) Der Oberkommandierende der Oesterreich=Ungarischen Armee währens des Weltkrieges, Erzherzog Friedrich, verstarb im 80. Lebensjahre auf seinem Landsitz in UngarnIteny Altenburg. (Presse=Photo. K.) Der König von Schweden hat der schwedischen Filmschauspielerin Greta Garbo die Medaille für Kunst und Wissenschaft, die höchste Auszeichnung, die Schweden für künstlerische und wissenschaftliche Leistungen kennt, verliehen. iehen. (Erich Zander. K.) Gewalttätiger Landstreicher Bünde i. West. Ein ortsfremder Landstreicher suchte in Bünde Aufnahme im Obdachlosenasyl; da er aber keine Papiere vorzeigen wollte, mußte er abgewiesen werden. In seiner Wut sammelte er auf der Straße Steine und zertrümmerte damit die Fenster des Heimes. Er fand nun Aufnahme im Gefängnis. Links: Auf dem Schienenwege von Peking zur Großen Mauer befindet sich das chinesische Heer in ständiger Bereitschaft gegen Räuberbanden, die fortlaufend die Sicherheit der Bahnlinien zu bedrohen suchen. Unser Bild zeigt eine militärisch gesicherte Bahnstation in der Nähe von Kalgan.(Atlantic, K.)— Rechts: In einem Berliner Vorort geriet einer der großen Verkehrs=Omnibusse ins Schleudern und stürzte um. Dank der vorzüglichen Konstruktion blieben die zahlreichen Insassen unverletzt. Nur zwei Fahrgäste zogen sich leichte Prellungen zu. Das Fahrzeug konnte, nachdem es von der Feuerwehr aufgerichtet war, sogar mit eigener Kraft seine Fahrt ins Depot fortsetzen. (Scherl=Bild, K.) VIERTES BLATT SAMSTAG, 2. JANUAR 1937 e 9 * Sor=Ründschon Startschuß für eine lange Reise Die Pokalspiele im Kreise Hagen- 44 Vereine am Start Am ersten Januarsonntag steigt bekanntlich im Olympia=Stadion zu Berlin das Endspiel um den Tschammer=Pokal zwischen dem FC. Schalke 04 und dem VfB. Leipzig und gleichzeitig mit diesem großen Fußballereignis fällt bereits wieder der Startschuß zu den ersten Vorrundensvielen der Kreisklassenvereine im ganzen deutschen Reich um diesen so heiß begehrten Pokal. Also selbst den kleinsten Vereinen ist heute somit die Gelegenheit gegeben, sich einmal mit den ganz Großen zu messen. Das wird aber wohl kaum mal Wirklichkeit werden und wohl nur stets ein frommer Wunsch aller Kreisklassenvereine bleiben. Aus dem Programm im Kreise Hagen interessieren uns hier ganz besonders die Pokalkämpfe der Vereine in der Hattinger Umgebung. Den Hattinger SV. und den VfL. Winz=Baak vermißt man in diesem Jahr unter den Teilnehmern. Sonst sind jedoch fast alle Mannschaften am Start. Die Vereine der 2. Kreisklasse werden gegen die klassenhöheren Gegner alle einen sehr schweren Stand haben. So dürften beispielsweise in der Ruhrtaler Gruppe der TV. Hammerthal, Tus Niederwenigern, Niederbonsfeld und Durchholz in ihrem ersten Kampf gleich auf der Strecke bleiben. Der Tus Bredenscheid, der ungeschlagen die Tabelle der 2. Kreisklasse in seiner Gruppe anführt, wird trotz dieser glänzenden Leistung gegen den VfTuB. Henrichshütte selbst auf eigenem Platz kaum bestehen können. *Die Bredenscheider werden den Gästen das Siegen aber nicht leicht machen. Eine recht schwere Aufgabe hat ebenso der SV. Herbede erhalten, der die Reise zum VfL. Wetter antreten muß. Eine in Bestform spielende Herbeder Elf ist aber durchaus in der Lage, den Gastgeber auszuschalten. Die Spiele: Der Spielplan: Germania Boelerheide— FC. Boele 19 Tura Kabel— Altenhagen Germania Eilpe— VfB. Hagen 31 Postsport Hagen— Eppenhausen 73 Reichsbahn Hagen— Hagen 10 Harkorten 11— Kückelhausen Breckerfeld— FC. Wengern FC. Vogelsang— Westfalia Haßlinghausen Tus Milspe— SC. Büttenberg Haßlinghausen 07— SC. Linderhausen Tus Schwelm 95— Rot=Weiß Schwelm FC. Volmarstein— Schwarz=Weiß Silschede“ Tus Bredenscheid— VfTuB. Henrichshütte SV. Sprockhövel— TV. Hammerthal SpVg. Welper— Tus Niederwenigern TB. Niederbonsfeld— SV. Altendorf SpuSp. Durchholz— SV. 05 Bommern Herdecke 63— Voßkuhle 80 VfL. Wetter 10— SV. Herbede VfB. Annen— Ruhrtal Witten Ballfreunde Ardey— SpuSp. Witten 07 SpVg. Witten=Heven— Germania Stockum Pokalspiele beginnen in Steele Wer kommt eine Runde weiter?— Wer scheidet aus? Zur gleichen Zeit wenn in Berlin der FC. Schalke 04 und der VfB. Leipzig das Pokalendspiel bestreiten, beginnen die Vereine der Kreisklassen bereits wieder die neue Runde der Pokalspiele. Zum dritten Male nehmen die Vereine die Spiele um den Tschammer=Pokal auf, zum dritten Male werden sich die Mannschaften erbitterte Kämpfe liefern; denn gerade die Pokalspiele eröffnen den Mannschaften der unteren Klassen viele Möglichkeiten ihre Spielstärke unter Beweis zu stellen, Keiner will schon in der ersten Runde ausscheiden, jeder wahrt seine Chance und versucht eine Runde weiterzukommen. In und um Steele wurden für den kommenden Sonntag folgende Spiele angesetzt: Preußen Steele— Polizei Essen TuS Steele=Rott— Steele 09 Teutonia Ueberruhr— TV. Horst=Ruhr Bonifatius Kray— TuS Amalie Essen VfR. 09 Kupferdreh— BV. Heisingen Rellinghausen 10— Steele 11 BV. Heidhausen— SpV. Byfang TV. Frillendorf— Kray=Leithe Phönix Essen— Steele 03 Die Preußen aus Steele haben ein günstiges Los gezogen. Es dürfte nicht allzu schwer fallen über die Polizisten eine Runde weiterzukommen. Der Sieg der Preußen wird zahlenmäßig sogar auch hoch ausfallen. TuS SteeleRott dürfte an einer Niederlage und demit an einem Ausscheiden aus dem weiteren Wettbewerb nicht vorbeikommen. Die Mannschaft der 0er hat sich wieder gut herausgemacht und geht als haushoher Favorit in das erste Pokalspiel des neuen Jahres.— Teutonia Ueberruhr sollte mit seinem Gegner, dem TV./HorstRuhr fertig werden. Die Horster haben im vergangenem Jahr wenig gezeigt, wenigstens nicht soviel, daß man ihnen auch nur die geringste Chance geben könnte.— Bonifatius Kray hat einen Gegner vorgesetzt bekommen, dessen Spielstärke zu beachten ist. Die Essener spielen in Gruppe 1 der 1. Kreis klasse, sie halten in der Tabelle einen Mittelplatz. Die Krayer müssen sich gewaltig strecken, wenn sie im Wettbewerb bleiben wollen. In Kupferdreh wird es zwischen dem VfR. 09 und dem benachbarten BV. Heisingen zu einem spannenden Spiel kommen. Wenn es ohne Ueberraschung abgeht, dann heißt der Sieger VfR. 09 Kupferoren— Steele 11 muß nach Rellinghausen. Der Sportverein 1910 ist unbedingt zu beachten. Noch am 2. Weihnachtstag zogen die 03er den Kürzeren. Die Steeler stehen vor einer schweren Aufgabe. Der SpV. Byfana wird seine Fahrt zum BV. Heidhausen siegreich beenden, daran wird auch der Platzvorteil der Heidhausener nichts ändern können.— Dor TV. Frillendorf erwartet Kray=Leithe. Die Kray=Leither dürsen den Kampf keineswegs auf die leichte Schulter nehmen, das könnte sich bitter rächen.— Der BV. Steele 03 steht ebenfalls vor einer schweren Aufgabe. Phönix Essen spielt in der Gruppe 1 der 1. Kreisklasse. Die Mannschaft war im vergangenem Jahr nicht besonders erfolgreich, aber was die Mannschaft immer bisher auszeichnete waren die Kampfkraft und der unbeugsame Wille zum Sieg. Zwei Merkmale, die besonders in Pokalspielen sehr gute Waffen sind. bernd konnte nicht ganz aufholen Ueberraschender Ausgang des Großen Preises von Südafrika Schönes Spiel in Berlin Hertha BSC.— 1. FC. Nürnberg 0:2(0:0) Das Sportereignis des Neujahrstages in der Reichshauptstadt war das Gastspiel des Deutschen Fußballmeisters bei der Hertha am Gesundbrunnen. 11000 Berliner versprachen sich von dem Kampfe viel und sie kamen auch auf ihre Kosten. Sie sahen ein schönes Spiel, das der Club schließlich verdient mit 2:0 für sich entschied, nachdem der erste Abschnitt torlos geblieben war. Hertha mußte allerdings auf Hanne Sobek, Hahn und Krause verzichten, die zur gleichen Stunde im Städtespiel in Danzig mitwirkten. Auch Nürnberg war ohne„Hauptmann Köhl“ gekommen, doch hatte sein Vertreter bei der uneinheitlichen Stürmerleistung der Berliner wenig Arbeit. Nürnberg war in allen Linien besser besetzt und das entschied auch nach dem Wechsel den Kampf. Schon in den ersten Minuten des Spieles zeigte es sich, daß die Nürnberger ohne Schwierigkeiten mit dem glatten Boden fertig wurden und vollkommen einseitig das Kampfgeschehen diktierten. Allerdings übertrieben die Süddeutschen die Kombination und vor dem Tore fehlte der Entschluß zu einem kernigen Schuß. Daß es trotz der Ueberlegenheit der Nürnberger Hertha gelang, vor der Pause das Spiel torlos zu halten, war lediglich der überragenden Arbeit des Torwärters Schwarz zu verdanken, der auch durch das aufopfernde Spiel der Verteidigung fein unterstützt wurde. Nürnbergs Torwart brauchte während der ersten Halbzeit nur ein einziges Mal einzugreifen, sonst spielte sich der Kampf in der Hälfte der Berliner ab. Obwohl Nürnbergs rechter Verteidiger Billmann beim Sprung eine Verletzung am Kopf erlitten hatte, die sein Ausscheiden bedingte, litt darunter die Mannschaftsleistung nicht. Erst nach dem Wechsel wurden die Angriffe der Bayern gefährlicher. Ein Bombenschuß von Friedel prallte vom Pfosten ins Feld zurück, aber in der zehnten Minute landete ein Weitschuß des Mittelläufers Carolin im Berliner Tor. Nach einem schönen Zusammenspiel zwischen Schmitt und Uebelein 2 schoß Uebelein unhaltbar den zweiten Treffer in der 24. Minute ein. Wie sehr noch Nürnberg fortan überlegen war, geht aus dem Eckenverhältnis von 13:2 hervor. Oestlich von Kapstadt bei der Bäderstadt Eastlondon wurde am Neujahrstag der dritte Große Automobilpreis von Südafrika ausgetragen, an dem zum erstenmal deutsche Rennwagen teilnahmen. Die Austragungsweise ähnelt mit ihrer eigentümlichen Vorgabeformel den englischen Rennen. Dies war dann auch, wie schon im vergangenen Jahre, die Ursache für einen überraschenden Ausgang. Der Engländer Pat Fairfield siegte auf Era in 2:13:87,35 Std. mit einem Durchschnitt von 152,80 km/std. Bernd Rosemeyer auf Auto=Union konnte die seinen Mitbewerbern zu reichlich bemessenen Vorgaben nicht ganz aufholen und wurde nur Zweiter vor Chippini=Kapstadt auf Riley, obwohl er mit 161 km/std. Durchschnitt weit schneller als im Mailänder Nebel Deutscher Rugby-Erfolg über Italien mit 6:3(3:0) Mailand kamen am Neujahrstage Deutschland und Italien im Rugby=Länderkampf zusammen. 3000 Freunde des harten Kampfsports stellten sich in der Mailänder Arena ein, sahen aber nicht das, was sie erwarteten. Der Boden war naß und schwer und eine wallende Nebeldecke entzog den Zuschauern die Sicht. Es war ihnen vollkommen unmöglich, den Kampf genau zu verfolgen. Die für Norditalien ungewöhnlichen Wetterverhältnisse verschlechterten sich mehr und mehr, so daß nach der Pause selbst die Spieler Mühe hatten, den Kameraden vom Gegner zu unterscheiden. Die deutsche Mannschaft bot eine geschlossene gute Leistung und siegte— wenn auch erst nach hartem Kampf— durchaus verdient. In der ersten Halbzeit spielte Deutschland leicht überlegen, aber Italien wurde mit seinem kräftigen und stets nachsetzenden Sturm wiederholt sehr gefährlich. Ihre beste Zeit hatten die Italiener in der ersten Viertelstunde nach dem Seitenwechsel. Hier glückte ihnen auch der Ausgleich. Als Deutschland dann durch einen zweiten Versuch erneut in Führung gegangen war, hatte man nicht mehr das Gefühl, als ob Deutschland noch den Kampf verlieren könne. Etwas Kritik: In technischer Hinsicht waren die deutschen Spieler dem Gegner klar überlegen, aber es war doch deutlich ersichtlich, daß die Italiener aus den letzten Spielen mit französischen Mannschaften viel Gewinn gezogen hatten. Alle Spieler waren sehr schnell und gewandt und stets am Ball. Im Gedränge und in der Gasse waren sich beide Sturmreihen ungefähr gleichwertig; im Dreiviertelspiel hatte aber Deutschland doch ein kleines Uebergewicht. Das Spiel: Wie wir schon oben feststellten: Deutschlands Sieg ist verdient. Den ersten Versuch legte Dünnhaupt Mitte der ersten Halbzeit, und mit einer 3:0=Führung Deutschlands wurden auch die Seiten gewechselt. Gleich nach der Pause glichen die Italiener durch einen Versuch von Cinci 3 aus, aber eine Viertelstunde später schoß Hübsch einen schönen Dreiviertel=Angriff mit einem zweiten Versuch ab und da alle Erhöhungstritte mißlangen, blieb es bei diesem Ergebnis. Das Spiel wurde von beiden Nationen in den bekannten Aufstellungen durchgeführt. Sieg der Polen VfB. Stuttgart— Ruch Bismarckhütte 1:3(1:1) Mit der Verpflichtung des polnischen Fußballmeisters zu einem Gastspiel am Neujahrstage war der VfB. Stuttgart wirklich gut beraten. Es war der dritte Kräftevergleich zwischen den beiden Mannschaften und innerhalb von zwei Jahren. Nach den Siegen in Stuttgart und Bismarckhütte entschieden die Nolen auch heuer den Kampf wieder für sich. 5000 Zuschauer sahen einen schönen Kampf und eine vorzügliche Gesamtleistung des polnischen Meisters. Der VsB. war im Felde ein durchaus gleichwertiger Gegner, aber gegen die starke Abwehr der Polen, in der der wieselschnelle Torhüter Tatus überragte, kamen seine Stürmer nicht an. Der überragende Mann von Ruch war der linke Verbindungsstürmer Willimowski, der auch alle drei Tore für seinen Verein schoß. Das Spiel war meistens immer offen und brachte den Gästen bereits in der ersten Hälfte eine ganze Anzahl von guten Torgelegenheiten. Immerhin währte es 40 Minuten, ehe Bismarckhütte zur Führung kam. Umgehend fiel aber auch der Ausgleich für die Schwaben im Anschluß an einen Freistoß durch Haage. Sofort nach Wiederbeginn schoß Willimowski Ruchs zweites Tor und sechs Minuten vor Schluß auch das dritte. Zwischendurch hatte der VsB. zwar ein recht gutes Feldspiel gezeigt, aber sein Sturm scheiterte immer wieder an der aufmerksamen Deckung der Polen. Fairfield war. Von Delius schied wegen Retzordprotokoll gina verloren eines Reifenschadens vorzeitig aus.be Die drückende Hitze des afrikanischen Sommers wurde durch den heftigen Wind, der vom Indischen Ozean herüberwehte, nur wenig gemildert. Das große Ereignis— noch nie war die Besetzung so umfangreich und so ausgezeichnet gewesen— hatte 60 000 Zuschauer angezogen. Sie verfolgten mit verständlichem Interesse den Kampf, den die schwereren Wagen gegen die leichteren mit einer Zeitvorgabe auszufechten hatten. Zuerst startete W. Mills=Maritzburg mit einem 1,5 Liter Aston=Martin, dann folgte ein Wagen nach dem anderen in den vorbestimmten Abständen. Alle ausländischen Gegner waren schon unterwegs, als noch die beiden Auto=Union=Wagen am Start standen. Etwas mehr als 51 Minuten war Mills schon unterwegs, als Ernst von Delius das Startzeichen erhielt. 2:06 Min. nach ihm machte sich als Letzter Bernd Rosemeyer auf den Weg. 340 Kilometer waren in 18 Runden auf der schwierigen Strecke zurückzulegen, die mit ihren wenigen und vor allem nur sehr kurzen Geraden den Auto=Union nur wenig Möglichkeit gaben, ihre wett überlegene Höchstgeschwindigkeit voll einzusetzen. Dennoch stand das Rennen im Anfang ganz im Zeichen der deutschen Wagen. Der Europameister Rosemeyer erregte die helle Bewunderung der Zuschauer. Es dauerte bei dem von ihm vorgelegten mörderischen Tempo nicht lange, bis er die ersten Vorgaben ausgeglichen und einige seiner Mitbewerber überholt hatte. s. ür ihn wurden Rundenzeiten gemessen, die rüher noch nie gefahren worden waren und in der fünften Runde schraubt: er den Rekord auf 181,8 km/std. Immer weiter schaffte sich Rosemeyer nach vorn. Auch von Delius hielt sich ganz hervorragend und beteiligte sich an der Jagd solange erfolgreich, bis ihn ein Reifenschaden zur Aufgabe zwang. Nun ruhten die ganzen Hoffnungen der kleinen deutschen Kolonie auf Rosemeyer. Die Zahl der vor ihm liegenden Wagen— beim Start waren es 24— schmolz immer mehr zusammen und als er in die Schlußrunde ging, waren es nur noch zwei. Mit begreiflicher Spannung wurden die Teilnehmer aus der letzten Runde erwartet. Als Erster kam der kleine grüne Era von Pat Fairfield, wenig später brauste stürmisch bejubelt Bernd Rosemeyer durch das Ziel. Pat Fairfield gewann in 2:13:37,35 mit 28:13 Min. Vorgabe. Rosemeyer holte ohne jede Vorgabe 2:34:34,15 heraus und ein Mittel von 161 km. Dritter wurde Chiappini=Kapstadt auf einem 1,1=LiterRiley in 2:36:48 bei 48:33 Vorgabe. Wenn es den Deutschen auch nicht glückte, den Sieg zu erringen, so verdient ihr schwerer Kampf gegen die durch die Vorgaben begünstigten Gegner alle Achtung. Die Gewinner der drei bisher ausgetragenen Rennen sind 1934: Whitney auf Straight=USA.; 1986: Maria Massacuratti=Italien; 1937: Pat Fairfield=England. Welthöchstleistung kein USA.=Rekord Die amerikanische Rekordkommission hat die in Berlin anerkannte Welthöchstleistung des Olympiasiegers Archie Frankie Williams im 400=m=Lauf mit 46,1 Sekunden mangels ausreichender Unterlagen die Bestätigung als amerikanischer Rekord versagt. Es ergibt sich dadurch der etwas merkwürdige Zustand, daß ein Weltrekord nicht gleichzeitig als Landesrekord geführt wird. Die Angelegenheit hat eine kleine Vorgeschichte. Als Williams am 19. Juni in Chikago seinen großartigen Weltrekord aufstellte, wurde darüber ein Protokoll aufgenommen und das Formular ordnungsgemäß von dem Präsidenten Brundage und dem Sekretär Ferris unterzeichnet. Anläßlich der Tagung des Leichtathletik=Weltverbandes im Rahmen der Olympischen Spiele in Berlin übergab Brundage das Protokoll dem ungarischen Generalsekretär Konstantin Stankovits, worauf durch die Rekordkommission die Anerkennung als Weltrekord erfolgte. Auf der Tagung der Amerikanischen Amateur=Athletic=Union in Houston war jedoch das Rekordprotokoll nicht mehr aufzufinden, so daß die Beglaubigung nicht ausgesprochen werden konnte. Erst auf eine Rückfrage von Ferris an Stankovits begann im Generalsekretariat ein eifriges Suchen und siehe da... das wertvolle blaue Formular wurde unter anderen Schriftstücken vergraben gefunden und sofort nach USA. gesandt. Nur muß Williams bis zum nächsten amerikanischen Kongreß auf die Anerkennung seiner Höchstleistung als Landesrekord warten. Radländerkampf Deutschland—Italien Die Deutschlandhalle leitet das neue Radsportjahr am 9. Januar mit einem Länderkampf ein, für den wieder ein verändertes Wertungssystem Gültigkeit hat. Unter den bisher verpflichteten Fahrern befinden sich Lohmann, Möller, Merkens sowie die Italiener Severgnini, Canazza, di Pacci, Olmo und Battesini. mm Korpsführer Hühnlein an Rosemeyer Der Führer des Deutschen Kraftfahrsports, Korpsführer Hühnlein, richtete von München aus an Bernö Rosemeyer und an die Auto=Union aus Anlaß des hervorragenden Abschneidens beim Großen Automobil=Preis von Südafrika folgendes Telegramm: „Bernd Rosemeyer, Auto=Union. Zu der ausgezeichneten Leistung, die Sie heute im Großen Preis von Südafrika trotz der ungewöhnlich schweren Vorgabebedingungen und unter ungewohnten klimatischen Verhältnissen fernab der heimatlichen Basis aufgestellt haben, spreche ich Ihnen und der Anto=Union meine ganz besondere Anerkennung aus. Korpsführer Hühnlein.“ Bochümer Bezirksklasse Wattenscheid bei den Märkern Dahlhausen und Preußen auswärts tätig Das alte Jahr ist verklungen, mit neuem Mut und den kühnsten Hoffnungen gehen die Fußballer in das Fußballjahr 193., um es in jeder Hinsicht besser zu machen. Man will an sich arbeiten, um dem Sport zu dienen. Hoffentlich werden die guten Vorsätze auch verwirrklicht. Gleich der 1. Spielsonntag bringt die Bochumer Gruppe wieder etwas in Unruhe, denn alle Mannschaften schicken sich an, nach dem Siegeslorbeer zu greifen. Was auswärts nicht gelang, versucht man hie und da auf eigenem Boden wieder ausgleichen zu können. In Linden wird es am Sonntaa wieder hoch hergehen, denn der MBV. Linden hat Wattenscheid 09/30 zu Gast, der mit der bestimmten Marschroute erscheint, den Märkern in ihrem Siegeszug Einhalt zu gebieten. Tabellenführer werden ist schwer, aber die Führung auch zu behalten, ist noch schwerer, denn jeder trachtet darnach, dem Spitzenreiter eins zu versetzen. Wattenscheid hat das Zeug dazu, denn die Elf hat sich in den letzten Wochen herausgemacht und im Angriff an Durchschlagskraft gewonnen. Die Lindener haben daher auf der Hut zu sein und dürfen nicht so sorglos handeln wie in Wattenscheid, wo sie zu ihrem eigenen Leid knapp auf der Strecke blieben. Aber wie die Dinge auch liegen, Linden hat durch die letzten Erfolge an Sicherheit gewonnen, das Mannschaftsgefüge ist derart aufeinander abgestimmt, daß bei geschicktem Manöver Linden auf Grund der besseren Technik gewinnen müßte. Im Lager Lindens soll man sich aber nicht täuschen, daß die Besucher etwas im Schilde führen, um den MBV. zu entthronen. Dieses könnte eintreten, zumal der mit gleichen Verlustpunkten an 2. Stelle stehende VfB. Börnig gegen Gevelsberg im Falle eines Sieges die Rollen vertauschen könnte. Aber wie hoch die Trauben in Gevelsberg hängen, dürfte bekannt sein. Die Platzleute denken nicht daran, sich schlagen zu lassen, vielmehr werden sie versuchen, die Verlustpartie aus Börnig auszugleichen, denn die Mannschaft bedarf der Punkte, denn das Gespenst sitzt ihr im Nacken. Das Spiel Schwelm— Preußen ist für beide von besonderer Tragweite, denn der Verlierer dieser Partie würde etwas zurückfallen. Da beide letzthin enttäuschten, muß man den Ausgang offen lassen, allerdings trifft man sich diesmal in Schwelm, wo der Platzverein sich bisher nicht schlagen ließ. An der Landwehr steigt die Begegnung Ehrenfeld— Altenvoerde wo es fraglich erscheint, ob die Platzleute ihren Erfolg aus der 1. Serie wiederholen können, denn bei den Ehrenfeldern fehlt auch das gewisse „Etwas" im Angriff. Was nutzt eine stahile und betriebssichere Hintermannschaft, wenn der Angriff keine Tore macht. Die Besucher aus dem südlichen Westfalen haben ihre Spielstärke gehoben, so daß es nicht ausgeschlossen ist, daß der Spieß umgedreht wird. Im Spiel STV. Werne gegen Westfalia ist ein bestimmter Typ unmöglich, denn beide Mannschaften waren in ihren Leistungen sehr schwankend. Auf beiden Seiten sind die Hintermannschaften gut besetzt, wer die größere Durchschlagskraft im Sturm aufbringt, dürfte knapp siegen. Werne hat nicht unwesentliche Vorzüge durch den eigenen Platz. Schiff in Not, so muß man bedauerlicherweise von dem Lindener Nachbar sprechen, denn das Spiel Witten 92— Dahlhausen ist für den Besucher ein harter Prüfstein. Die Leute vom Kassenberg sind in diesem Jahre nicht vom Glück begünstigt, denn obwohl die Mannschaft sich anscheinend wieder etwas erholt hatte, fehlt ihr der starke Arm, der sie aus dem Strudel zurückbringt. Die Mannschaft hat den schlechten Platz nicht verdient, aus 12 Spielen noch keinen Sieg haben melden können, bedrückt etwas. Glauben wir diesmal an die böse 13, vielleicht gelingt es, bei den alten Wittenern den Vogel abzuschießen. Auch ein Teilerfolg ließe sich hören, aber in Witten ist heißer Boden. Linden— Wattenscheid Gevelsberg— Börnig Schwelm 06— Preußen Ehrenfeld— Altenvoerde Werne— Westfalia Witten 92— Dahlhausen Gelsenkirchen: SC Hassel— Gelsenguß Gelsenkirchen Viktoria Recklingh.— Schwarz=Gelb Gladbeck VfB Bottrop— Spielvgg. Röhlinghausen BV 12 Gelsenkirchen— Gelsenkirchen 07 TB Eickel— Union Recklinghausen Sportfreunde Gladbeck— Union Gelsenkirchen Dortmund: TuBV Mengede— Arminia Marten Alemannia Dortmund— BC Bövinghausen Unna 08— DSC Hagen Union Haspe— BV Brambauer Castrop 92— Hagen 72 SC Hörde— Sportfreunde Dortmund. Sport und Sprache Eine Plauderei über Fachausdrücke im Sportleben Sportdeutsch— Sprache des Aktiven, des Fachmannes und aller derer, die sachverständig tun, ohne es zu sein. Sportjargon— täglich gesprochen, geschrieben und durch unzählige Rotationsmaschinen gejagt, dem Jungen auf dem 20=Pfennig=Stehplatz ebenso geläufig, wie dem Zuschauer auf dem Acht=MarkTribünenplatz. Gibt es heute überhaupt noch ein Problem Sprache und Sport, das einmal so brennend war, daß man in eifrigen Artikeln dafür und dagegen die Zeitungsspalten füllte? Dreierlei hat man an der Sprache, die sich der Sport geschaffen hat, auszusetzen gehabt: die vielen Fremdwörter, den rauhen und daher nicht„gesellschaftsfähigen" Ton und letzten Endes die schwere Verständlichkeit für den Laien. Dem Mediziner, dem Gelehrten billigte man zu, Latein und Griechisch zu sprechen; die englischen Wörter aber, die der Sport in seinem Sprachschatz hatte, hielt man für Mangel an Nationalgefühl. Man vergaß, daß es unvermeidlich war, daß mit dem Sport und den Spielen, die vom Mutterland des Sports auf den Kontinent kamen, auch die fremden Bezeichnungen aufgenommen werden mußten. Man sprach plötzlich von Start, Spurt und Finish, von Team, Goal, Football und Kricket, von Handicap, Record und Fairneß. Und weil es Engländer in der ganzen Welt verstreut gab, und weil jeder Brite Sport trieb, so übernahm allmählich die ganze Welt die englischen Bezeichnungen. Seitdem ist es ein stilles, selbstverständliches Uebereinkommen, eine Gepflogenheit nur, aber von internationaler Gültigkeit, daß jeweils der „Erfinder“ einer neuen Sportart nicht nur die Regeln, sondern auch seine eigene Sprache mitbringt. Der beste Beweis ist augenblicklich das Handballspiel, das, in Deutschland entstanden, seit der Olympiade beginnt, sich international durchzusetzen. Die Auslandspresse schreibt von „The Handball"; in Frankreich heißt es„Das deutsche Spiel". Aehnlich ist es beim Skilaufen; deutsche Worte sind hier dem Ausländer vollkommen geläufig, selbst auf„The Skihaserl" scheint man nicht verzichten zu können. Der dritte Vorwurf, die Sprache sei nicht für jeden verständlich, ist durchaus berechtigt. Aber ist es denn in anderen Fächern anders? übrigens ein schwacher Trost: es gibt ein Sportwörterbuch, nicht so umfangreich wie der Große Brockhaus, sondern ein kleines handliches Buch, in dem so ziemlich alles steht, was man braucht— aber eben doch nicht alles. Es fehlen all die herrlichen, oft humorvollen, oft bissigen, immer aber treffenden Bezeichnungen, die von denen geprägt wurden, die aktiv oder zuschauend dem Sport „verfallen" sind, der keine gesellschaftlichen Unterschiede kennt, keine Gehalts= und Altersgrenzen und keinen Rang. Nirgends sind ja die Menschen so durcheinandergewürfelt wie bei großen sportlichen Ereignissen. Sie sind da, bereit zu kämpfen, zu erleben, anzufeuern und zu kritisieren. Jeder tut dies in seiner Art, und se hat sich neben ber reinen Fachsprache, die das besagte kleine Lexikon so gut erklärt und, wenn nötig, übersetzt, eine zweite Sprache gebildet, die, im Sportvolk entstanden, dem Laien allerdings nicht weniger rätselhaft erscheinen mag. Sport ist Kampf, kein Wunder also, daß der Soldat, reinster Ausdruck alles Kämpferischen, ein gut Teil seines Wortschatzes hat abgeben müssen; beim Fußball wird dies besonders deutlich. Da gibt es Kanonen, die sogar schießen, noch dazu scharf; es gibt Vorpostengefechte und Flügelplänkeleien. Geht ein Stürmer besonders energisch durch, nennt man ihn einen Tank. Entweder die Bombe schlägt ein, bei Schnellfeuer nicht selten, es fällt ein Tor, d. h. es hat geklingelt, oder aber nicht. Dann muß die Elf eben auf volle Touren gehen, den letzten Gang einschalten(bei diesen Ausdrücken stand offensichtlich die Technik Pate), um die Blockade des Gegners, der inzwischen die Schotten dicht gemacht hat(letzte Rettung für das sinkende Schiff), zu durchbrechen. Dieser aber wird vielbeinig mauern, d.h. alle freien Spieler zur Verteidigung heranziehen, und das Betonsystem feiert Triumphe. Damit ist dann das Konto gerettet, das man sogar belasten kann, das aber mit Geld nichts zu tun hat, sondern ein Punkt- oder Torkonto ist, für das sich einzusetzen wichtig genug ist. Wenn die Schwäche der Elf auf den Flügeln liegt— sie kann trotzdem fliegen, zum Beispiel aus der Liga— dann wird das Innentrio, Mittel= und Halbsturm, versuchen, die Front des Gegners zu brechen, der zwar über gute Stopper verfügt, die aber dann doch kaltgestellt werden. Siegt dann die Elf des SC. Xdorf= was man gar nicht erwartet hatte, dann steigt vielleicht ein neuer Stern am Bezirksklassenhimmel auf, und es ist sicher, daß dieser Himmel uns menschlich näher ist, als die von den Astronomen dargestellte Unendlichkeit. Der geschlagene Gegner liegt nun am Schwanz— der Tabelle nämlich— weil die Läufer dem Sturm nicht servierten und ihn nicht fütterten, nicht, daß er vor Hunger umgefallen wäre, es ist nur gemeint, daß die nötige Verbindung zwischen Sturm und Verteidigung nicht bestand, so daß dem Leder keine Möglichkeit gegeben wurde, im Netz zu zappeln, was der Torwart durch geschicktes Herausfischen wahrscheinlich sowieso verhindert hätte. Jedenfalls, mit dem Zeichen des Schiri(Abkürzung von Schiedsrichter) oder Pfeifenmannes war das Spiel zu Ende und verloren. Oder— gehen wir in die Welt des Pedals. Ein Steher, das ist ein Fahrer über lange Distanz, liegt am Schluß des Feldes, er macht die rote Laterne, langsam macht er Meter für Meter Boden gut und geht in Führung. Dabei fällt ihm ein, wie er beim vorigen Rennen von(nicht aus) der Rolle fiel, das heißt das Tempo seines Schrittmachers nicht halten konnte; in der Erinnerung daran fällt er aus der Kurve, und das ist ebenso gefährlich wie aus dem Fenster, denn nun hat er den Anschluß verpaßt und ist in diesem Rennen ein toter Mann. Bei den Boxern im Ring, der allerdings ein seilgespanntes Viereck ist, geht es nicht weniger merkwürdig zu. Es gibt eine Reich= und Schußweite, und sind die Chancen günstig, dann wird hineingefunkt; versucht der Gegner zu clinchen, dann pfeifen die Ränge, denn es ist nicht erlaubt, das liebe Gegenüber, dem man so sehr wünscht, daß es auf den Teppich geht, festzuhalten und zu behindern. Die Antwort ist vielleicht ein halbes Dutzend trockener, linker Aufwärtshaken, der Gegner ist groggy, d. h. angeschlagen, er steht nicht mehr pari, punktgleich, sondern der eine zieht davon, womit gemeint ist, daß er dem Gegner immer näher und nachdrücklicher auf die Haut rückt, dem man nun das Herz abkauft, den man k. v. schlägt, was ein steifer linker Gerader zur Genüge besorgen kann. Dies alles gehört zur Sportsprache. Es ist sozusagen der Sportslang. Treffend, kurz, eindeutig für jeden, der mit seinem Sport Bescheid weiß, erlernbar nur durch das stete Dabeisein. Dem einen ein Aergernis, dem anderen ein Teil seiner Muttersprache, den er nicht missen möchte. Aus dem Handballager Die Spiele im hattinger Bezirk- Kleines Programm Der erste Sonntag im neuen Jahr bringt auch den Handballern gleich wieder eine umfangreiche Tageskarte, denn auf der ganzen Linie herrscht Hochbetrieb und manches schöne und interessante Trefen steht zu erwarten.— In der Bezirksklasse sind für die Gruppe Mark=Ruhr, der unser heimischer Vertreter VfTuB. Henrichshütte zugeteilt ist, keine Spiele bekannt geworden, während in der anderen Gruppe vier Spiele auf dem Programm stehen. Diese Gruppe sieht für morgen fogende Spiele vor: Sportring Gevelsberg 33— Milspe 74 FC. Schwelm 06— Reichsbahn Hagen Tus Eilpe— VfL. Hagen Eintracht Hagen— Postsportverein Hagen In der 1. Kreisklasse. dagegen sind auch unsere heimischen Vereine mit dabei und sie werden versuchen, das neue Jahr gleich mit einem schönen Siege einzuleiten. Hier stehen zunächst folgende Spiele auf der Tageskarte: Gruppe 4(Hattingen-Witten): SV. Hattingen 04— TV. Bommern TV. Jahn Annen— Röhrchen Witten Ruhrtal Witten— Tura Hattingen Bommern 08— Rüdinghausen Bei dieser Gruppe interessiert vor allem das Abschneiden unserer beiden heimischen Vertreter. — Der Hattinger SV. ist zu Hause am Wasserwerk beschäftigt und empfängt hier die spielstarke Mannschaft des TV. Bommern. Die Gäste stellen eine schnelle Elf, die schon oft Ueberraschugen zustande brachte und sich auch am Wasserwerk nicht so ohne weiteres geschlagen geben. Die Hattinger müssen sich schon gewaltig anstrengen wenn ein Sieg gemeldet werden soll. Auf Grund des Platzvorteils erwarten wir die heimische Mann schaft in Front. Unser zweiter Vertreter, Tura Hattingen, begibt sich nach Witten zu den Ruhrtalern. Hier wird es für Tura ebenfalls nicht leicht sein, den einen oder anderen Punkt mit nach hier zu bringen, denn die Platzmannschaft ist sehr stark und wird alles daransetzen, um die Punkte im Lande zu behalten. Dennoch aber wäre es verfehlt, die Flinte schon vorzeitig ins Korn zu werfen. Wenn jeder sein Bestes hergibt, sollte es zu einem harten Kampfe kommen, dessen Ausgang wir vollkommen offen lassen. In den beiden übrigen Treffen erwarten wir Jahn Annen und Bommern 08 im Vorteil.— In der 2. Kreisklasse sind ebenfalls alle Gruppen und Mannschaften be schäftigt. In der Gruppe 2 sind folgende Mannschaften als Gegner: Witten 07— SV. Sprockhövel TV. Herbede— FC. Wengern Eintracht Witten— TV. Witten Die beiden heimischen Vereine Sprockhövel und Herbede haben es recht schwer, sich erfolgreich durchzusetzen. Die Sprockhöveler als Spitzenreiter sollten es aber nach hartem Kampfe in Witten schaffen können, während für Herbede schon ein Punkt ein schöner Gewinn wäre. Im dritten Spiel hat der Platzverein die größeren Aussichten auf den Sieg. Neue Handball-Termine Am 3. 1. 37 beginnen die Spiele der zweiten Serie der Essener Kreisklassen, deren Termine wir nachstehend veröffentlichen: Der vierbeinige Olymvia=Sieger. Der Berliner Bildhauer Hußmann arbeitet im Auftrage von Reichsminister Darré an zwei Statuen, die die beiden siegreichen Olympia=Pferde Kronos(unser Bild) und Nurmi, die Gewinner der Dressurprüfung und der Vielseitigkeit darstellen. Diese Statnen werden die Züchter der siegreichen Pferde erhalten, die beide Bauern in ostpreußischen Dörfern sind.(Pr.=Photo.) Jugendfußball Hattinger SV.— SC. Schwarz=Weiß Essen Die bisher ungeschlagene A=1.-Jugendmannschaft des Hattinger Sportvereins hat am Sonntag vormittag die gleiche vom SC. chwarz=Weiß Essen zu Gast. Die HSV.Jugend bestritt nach der Spielsperre bereits 14 Kämpfe, die sie größtenteils alle recht überzeugend gewann. Ob sie auch gegen die spielstarke Essener Jugend ihren Siegeszug wird fortsetzen können, ist noch sehr fraglich. Da beide Mannschaften aber über gutes Können verfügen, darf man wohl ein spannendes Treffen erwarten, dessen Ausgang erst mit dem Spielende feststehen dürfte. 6 1. Kreisklasse, Gruppe 1: 3. 1.: ETB. Schwarz=Weiß— Altenessen 12; Rellinghausen— Preußen Essen; Kruppsche Tgd. — Holsterhausen. 10. 1.: Tv. Bonsfeld=Nierenhof Rellinghausen; Altenessen 12— Kruppsche Tgd.; Preußen Essen— ETB. Schwarz=Weiß. 24. 1.: Kruppsche Tgd.— Tv. BonsfeldNierenhof; Rellinghausen— Altenessen 12; ETB. Schwarz=Weiß— Holsterhausen. 31. 1.: ETB. Schwarz=Weiß— Kruppsche Tgd.; Tv. Bonsfeld=Nierennu.— Preußen Essen; Altenessen 12— Holsterhausen. 14. 2.: Holsterhausen— Tv. BonsfeldNierenhof; Rellinghausen— ETB. SchwarzWeiß; Preußen Essen— Altenessen 12. 21. 2.: Kruppsche Tgd.— Preußen Essen; Tv. Bonsfeld=Nierennnr— Altenessen 12; Holsterhausen— Rellinghausen. Gruppe 2: 3. 1.: Tgd. Borbeck— Tbd. Ueberruhr; Phönix Essen— Rüttenscheid; Frillendorf— Bv. 16 Essen; Spv. Velbert— Essen=Ost. 10. 1.: Phönix Essen— Essen=Ost; Frillendorf — Tgd. Borbeck: Tbd. Ueberrunr— Bv. 16 Essen; Rüttenscheid— Spv. Velbert. 24. 1.: Rüttenscheid— Frillendorf; Phönix Est sen— Tbd. Ueberruhr; Essen=Ost— Tgd. Borbeck; Bv. 16 Essen— Spv. Velbert. 31. 1.. Tgd. Borbeck— Bv 16 Essen; Rüttenscheid— Essen=Ost; Phönix Essen— Frillendorf; Spv. Velbert— Tbd. Ueberruhr. 14. 2.. Tbd. Ueberruhr— Frillendorf; Bv. 16 Essen— Essen=Ost: Rüttenscheid— Tgd. Borbeck; Spv. Velbert— Phönix Essen. 21. 2.: Essen=Ost— Frillendorf; Phönix Essen — Bv. 16 Essen. 21. 2.. Tbd. Ueberrunr— Rüttenscheid; Spv. Velbert— Tgd. Borbeck. 28. 2.: Bv. 16 Essen— Rüttenscheid: Tbd. Ueberrunz— Essen=Ost; Tgd. Borbeck— Phönix Essen; Frillendorf— Spv. Velbert. 2. Kreisklasse, Gruppe 1: 3. 1.: Essen 59— Cronenberg: Rura Dellwig — Jahn Essen; Reichsbahn Essen— Märk. Tgd. Steele=Horst; Frohnhausen— Werden 12. 10. 1.: Jahn Essen— Frohnhausen; Cronenberg— Steele=Horst; Rura Dellwig— Werden 12. 24. 1.: Rura Dellwig— Steele=Horst; Jahn Essen— Essen 59, Cronenberg— Frohnhausen; Werden 12— Reichsbahn Essen. 31. 1.: Cronenberg— Reichsbahn Essen; Rura Dellwig— Frohnhausen; Jahn Essen— SteeleHorst; Werden 12— Essen 59. 7. 2.: Reichsbahn Essen— Essen 59. 19. 2.: Essen 59— Steele=Horst; Frohnhausen— Reichsbahn Essen; Cronenberg— Rura Dellwig; Werden 12— Jahn Essen. 21. 2.: Steele=Horst— Frohnhausen; Reichsbahn Essen— Jahn Essen; Essen 59— Rura Dellwig; Werden 12— Cronenberg. 2d. 2.: Rura Dellwig— Reichsbahn Essen; Essen 59— Frohnhausen; Jahn Essen— Cronenberg: Steele=Born— Werden 12. Gruppe 2: 3. 1.: Katernberg— Amalie Essen; VfL. Altenessen— Tbd. Altendorf; Bergeborbeck— Tv. Kupferdreh: Krehwinkel— Frintrop. 10. 1.: Altenessen— wrintrop; Amalie Essen — Bergeborbeck; Kupferoren— Katernberg; Krehwinkel— Altendorf. 24. 1.: Bergeborbeck— Altendorf: Altenessen — Katernberg; Amalie Essen— Frintrop; Krehwinkel— Kupferdreh. 31. 1.: Amalie Essen— Kupferdreh; Frintrop— Altendorf; Altenessen— Bergeborbeck; Krehwinkel— Katernberg. 19. 2.: Katernberg— Bergeborbeck; Frintrop — Kupferdreh; Altendorf— Amalie Essen; Krehwinkel— Altenessen 21. 2.: Bergeborbeck— Frintrop; Kupferdren— Altenessen; Altendorf— Katernberg; Krehwinkel— Amalie Essen. 28. 2.. Kupferoren— Altendorf; Katernberg— Frintrop; Altenessen— Amalie Essen; Bergeborbeck— Krehwinkel. (e e 4 2) . ta. D. e kts. tstk2 kkstassta. 2 6 sta. stka 2 2 s a Se 2 e6 . . . S . 29E . :.5 7 29 . — 8 E 69 2 2 S7: 298 O. 27 t5 o . a :ea kk. — * 59 0. 2 0 E 2 5. . E = 8 E 2 o: a9. k3 . . . . 20?. t223. E22 : t. 2. 2 * L 23s.. : — SS2a 22:e — t 292 69 . t 2 5 u — ss a -3 500 ktkSek. e. — 9 20 8 21 30 2 & e p 5 2 3.2 8 S 9.2 4 D26 20 2 2 s. e N.20. . 09 tkks tskt C 2. 2 28. S 3 aa 2. : s 2os. k 23. 2eo 99 20.0 . . t Sa ppee 22 5.. 2 = 20: 26:a 2 0 2 as 5 2 a a 2. . 30., ae 3o5. 2 225 . Töde 2. E 3 o2. 29 2:. kva S. k0 g ta kt 20 . . e2: 2 s kk k kvkoo * 6.& e —2 k . 5 29 . . S . as 20 20 e 2a 15 . : d 00 ä . 8. EE -oa S SERER.e osea3. ses tE 5 GEE op:e 2: 2 0 5..9.. -2o s t. . t tk. 2 e tt2 tt. 2 2: 0 kk. s092 E 5 oe 24. 28 kk S . . 4 "2 o.E o:. . ao s e Sa S . . skk. t sE2 22 2 346 k t t. .E. stt. 2 EE 5se ... -*a-. — 22002 . . tk2202. E s. tS 22 tt . s ttO. ee 2 k Jasa. 22s. . . 50 22 22 S 3 . . 232 28: -0 0 2.2. U . (3 C7 . 20 ttktts t8 S 8 OE 9 . . t . . ttttt. t. skk. ts k. t5. 2 E T0 88 S 8. . 92.2e 28 sst. 22020 o t kt t. 2 9 t 5.2.. 8 E. 5 Be 5a 5 280 090 E . . . E s. 692 . s 2: . . 5. 2 . . 8—: 22 2 . . e *2 ( s s S.Sa : — . . 22: . e. . S . . . . . et e—. E:: . .. 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Es ist ja sein Vater, dem ich nun angehören werde! Vielleicht hat Hans aus jener anderen Welt mein Schicksal in diese Bahnen gelenkt. Ich will nicht mehr träumen. Ich will nur noch an meine Pflichten den ken und alles tun, um Robert eine gute Frau zu werden. Ich will Ja, ich will!“ Sie richtete sich auf. Ihr Gesicht zeigte einen entschlossenen Ausdruck. Und als sie ein Klopfen an der Tür hörte und die Stimme der Mutter ihr zurief, daß die Schneiderin das Brautkleid noch einmal anprobieren wolle, da ging Christa Seidler ruhig und gefaßt ins Wobnzimmer zurück. Nicht das leiseste Zucken verriet etwas von dem schweren Kampf zwischen Liebe und Pflicht, den sinoch einmal gekämpft batte. Sie wollte den Weg der Pflicht gehen, auf den sie die Dankbarkeit gegen Robert Falk und die Sorgum die Ihrigen trieben. 4 Geschäftig eilte der braune Diener des deutschen Konsuls in Kalkutta von einem Landhause zum anderen. Ueberall, wo Deutsche wohnten, überbrachte er eine Einladung für den Abend und versicherte, daß im Hause des Konsuls Heinrich Dittmar heute zu Ehren unerwartet eingetroffener deutscher Landsleute ein Fest gefeiert werden solle. Freudig kamen die Eingeladenen dieser gastfreundlichen Aufforderung nach. Man hielt in der Fremde fest zusammen und sorgte durch gemeinsame Feiern dafür, daß die Heimat nicht vergessen wurde. Pünktlich füllte sich das Haus des Konsuls mit Gästen. Alle waren gespannt, die Landsleute kennenzulernen, um derentwillen der Konsul sein Haus festlich geschmückt batte. Doch Heinrich Dittmar lächelte geheimnisvoll, als man mit Fragen auf ibn einstürmte. Er gab keinerlei Auskünfte über die Neuangekommenen, sondern ließ seine Gäste erst an der Tafel Platz nehmen und freute sich, weil durch sein geschicktes Arrangement die Feststimmung erhöbt und die Erwartung gesteigert wurde. Man erging sich in Vermutungen. Man konnte sich die Geheimniskrämerei des Hausherrn und seiner Gattin nicht erklären. Als Konsul Dittmar erkannte, daß die Spannung aufs höchste gestiegen war, erschien er plötzlich an der Bite zweier junger Männer in weißen Tropenanzügen. r stellte sich mit diesen seinen Gästen an das oberste Ende der Tafel. Triumphierend sah er im Kreise umber und erklärte schließlich, als tiefste Stille eingetreten war: „Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich habe Sie beute in mein Haus bitten lassen, um Ihnen zwei junge, tapfere Landsleute vorzustellen, die durch eine wunderbare Fügung des Schicksals am Leben geblieben sind, obwohl sie von uns— und vor allen Dingen von ihren Angebörigen in Deutschland— längst als Tote betrauert wurden. Sie erinnern sich noch jener kühnen Expedition unseres Landsmannes Professor Doktor Neudorf, der kurz nach dem Kriege mit einem Dutzend wagemutiger Männer nach dem Innersten Asiens aufbrach, und über dessen erfolgreiche Forschungsfahrt bereits die ersten Berichte in allen Zeitungen erschienen." Eine allgemeine Bewegung entstand unter den Gästen, als der Redner eine Pause machte: Heinrich Dittmar fuhr lebbhaft fort: „Wir, gerade wir, haben mit großer Anteilnahme dieses kühne Werk verfolgt. Wir wußten genau, welche unendlichen Schwierigkeiten diese tapferen Männer erwarteten. Noch nie hatten Europäer die Gebiete aufgesucht, die sich Professor Neudorf zum Ziele gesetzt hatte. Aber es schien, als sollte der Wagemut unserer Bandsleute alle Hindernisse überwinden. Die Expedition war von Rußland aus durch die Mongolei gezogen. Berichte vom Marsch durch die Wüste Gobi erreichten uns. Immer weiter nach Süden drang man vor. Durch die Steppen, über Gebirge. Die Tapferen ertrugen beldenmütig alle Strapazen. Diese jungen Wissenschaftler, die Geologen und Völkerkundler fieberten vor Freude über ihre Entdeckungen. Begeistert klangen ihre Berichte. Bis— nun, bis die entsetzliche Kunde eintraf, daß die Mitglieder der Expedition nach anstrengendem Marsch im Pe—schan, im zerklüfteten, einsamen Nordgebirge von räuberischen Nomaden überfallen und niedergemetzelt worden seien. Sie alle werden sich mit mir noch des Schmerzes erinnern, den diese Nachricht in uns auslöste. Die gesamte Kulturwelt bedauerte das tragische Ende der Expedition, die nun das Schicksal so vieler Forscher teilte. Man versuchte zwar, Einzelheiten über die Tragödie zu erfahren, vergeblich— ein düsteres Geheimnis lastete über dem tragischen Ende Doktor Neudorfs und seiner Begleiter. Und doch wurden zwei unserer tapferen Landsleute wie durch ein Wunder gerettet. Sie stehen hier vor Ihnen, und Sie alle sollen und dürfen sich mit ihnen freuen, daß sie sich nun endlich in Sicherheit befinden. Sie alle sollen mit mir diesen beiden Helden sagen, daß wir alles tun werden, um für ihre glückliche Heimkehr Sorge zu tragen. Heute, am 18. Mai, trifft bei den Angehörigen der Geretteten die Nachricht ein, daß die als tot Beweinten leben. Heute, am 19. Mai, sitzen wir mit diesen beiden Glücklichen zusammen, mit den einzigen Ueberlebenden jener kühnen Expedition. Nach unsäglichen Strapazen und unter Ueberwindung furchtbarer Gefahren ist es ihnen nach jahrelangen Irrfahrten gelungen, sich bis hierher durchzuschlagen. Es würde zu weit führen. Ihnen Einzelheiten über die abenteuerlichen Erlebnisse unserer beiden Helden zu schildern. Sie sollen Ihnen im Laufe des Abends selbst davon berichten. Ich bitte Sie jetzt, Ihre Gläser zu erheben und mit mir auf das Wohl und die glückliche Zukunft Georg Bernhofers, der bier an meiner rechten Seite steht und Zeitungsreporter und Kameramann der Expedition war— und auf das Wohl Hans Falks anzustoßen, des Freundes Professor Neudorfs. Unsere beiden tapferen Landsleute Georg Bernhofer und Hans Falk, sie leben hoch! Hoch! Hoch!“ Begeistert stimmten die Gäste ein. Aller Augen leuchteten, die Gläser klangen aneinander. Man drängte sich um die beiden jungen Männer. Besonders die Damen wollten mit ihnen anstoßen. Hände wurden geschüttelt, Glückwünsche ausgetauscht, Fragen gestellt. Kurz— es herrschte ein solches Durcheinander daß die Dienerschaft die mit dem Auftragen der Speisen beginner wollte, fast verzweifelte. Erst auf wiederboltes Bitten der Hausfrau wurden die Plätze wieder aufgesucht, und das Essen nahm seinen Anfang. Frau Margot Dittmar batte ein deutsches Mahl zusammengestellt und die Eubereitung der Speisen selbst üverwacht. Sie saß neben Hans Falk und freute sich über den gesunden Appetit, mit dem er den Speisen zusprach. Sie nötigte ihn immer wieder zum Zulangen. „Essen Sie nur, damit Sie nicht so ausgehungert in die Heimat kommen", sagte sie mütterlich.„Sie find ja nur noch Haut und Knochen. Es erbarmt einen wirklich, wenn man Sie ansiebt. Hoffentlich erholen Sie sich auf der Dampferfahrt noch etwas, damit Ihre Angehörigen nicht allzusehr erschrecken, wenn Sie Ihnen gegenüber stehen. Ich glaube, wenn Sie unangemeldet nach Hause kämen, würde man Sie vielleicht erst gar nicht erkennen.“ Hans Falk lächelte. „Heute sehen wir doch schon ganz passabel aus, gnädige Frau. Wir haben uns beinahe selbst nicht wieder erkannt, mein Freund Georg und ich, als wir uns gründlich gereinigt, gewaschen, frisiert und rasiert und in diesen Kleidern wiedersahen. Gott sei Dank, daß man sich endlich wieder als Mensch fühlt! Monatelang haben wir wie die Tiere gelebt. Ganz verwildert sind wir bier angekommen. Es ist wirklich ein Wunder, daß Sie uns nicht die Tür ewiesen haben. Schlimmer als Landstreicher sahen wir aus." „Bei Gott, das ist wahr“, entgegnete Frau Margot. „Besäße Ihr Freund Bernhofer nicht eine so glänzende Rednergabe, dann würden wir wohl kaum überzeugt worden sein, daß Sie wirklich Ueberlebende der Neudorffschen Expedition sind. Sie müssen Entsetzliches erlebt haben.“ Hans Falks hageres, von Wind und Wetter und Sonne gebräuntes Gesicht verdunkelte sich. Mit einer müden Bewegung strich er sich durch das blonde Haar, in dem eine breite, weiße Strähne zu sehen war. „Entsetzliches erlebt", wiederholte er schwer. Bilder furchtbarer Leiden schienen wach zu werden. Doch hastig schüttelte er den Kopf, als wollte er lästige Gedanken verjagen.„Nicht zurückdenken!" sagte er dann.„Vorwärts schauen. Freude wartet ja nun auf uns. Heimkehr! Ach, ich kann es nicht erwarten, daß der Dampfer endlich fährt, der uns in die Heimat bringt. Ich wünschte, wir könnten die letzte Strecke mit dem Flugzeug zurücklegen.“ „So groß ist Ihre Sehnsucht nach der Heimat? Dann wartet gewiß ein liebes Mädchen auf Sie?" Hans Falks blaue Augen leuchteten strahlend auf. „Ja, gnädige Frau. Sie haben es erraten. Eine Braut ließ ich damals in Deutschland zurück. Drei Jahre habe ich nichts mehr von ihr gehört. Drei Jahre konnte ich ihr keine Nachricht geben. Wie viele Tränen werden ihre lieben Augen um mich geweint haben. Aber heute, heute— wenn sie mein Telegramm in Händen bält— wenn sie liest, daß ich lebe, daß ich heimkehren werde— heute werden diese braunen Mädchenaugen lachen! Ach, ich freue mich ja so sehr darauf, sie wiederzusehen, sie in meinen Armen zu halten. Nur der Gedanke an sie hat mich alle Strapazen ertragen lassen, hat mir oft übermenschliche Kraft gegeben, um mein Leben dem Tode abzutrotzen. Ich wollte doch heim, beim zu ihr!— Bitte, lachen Sie nicht, gnädige Frau, daß ich so schwärme. Aber nun, da ich weiß, daß ich meine Christa bald wiedersehen werde, möchte ich am liebsten allen Menschen erzählen, wie groß mein Glück ist.“ Mit ernsten Blicken sah ibn Frau Margot an. „Ich lache nicht über Sie, Herr Falk“, sagte sie leise. „Es muß schön sein, sich auf ein solches Wiedersehen freuen zu können.— Aber, haben Sie nie daran gedacht, daß Ihre Braut Sie für tot balten könnte?“ „Nein, nein. Ich fühle es, daß Christa auf mich wartet, stets auf mich gewartet hat. Morgen werde ich die Anwort auf mein Telegramm in den Händen baben. Morgen werde ich erfahren, wie groß ihre Freude auf das Wiedersehen ist. Mrogen! Ach, wäre doch diese Nacht schon vorüber!“ Besorgt sah ihn Frau Margot Dittmar an. „Gott gebe, daß er keine Enttäuschung erlebt. Drei Jahre sind eine lange Zeit. In drei Jahren ändert sich oft viel!“ dachte sie. Aber Hans Falk lachte sorglos. In diesem Augenblick erhob sich sein Freund Georg und dankte in einer Ansprache den Gastgebern und allen deutschen Landsleuten für die liebenswürdige Aufnahme. Auch Hans mußte einige Worte sprechen. Dann wurde er in einen Kreis der Gäste gezogen, denen er von den überstandenen Abenteuern berichtete. Doch, je weiter die Zeit schritt, desto größer wurde seine Ungeduld. Der nächste Tag mußte ihm ja eine Nachricht aus der Heimat bringen— eine Nachricht von Christa, der alle Sehnsucht seines Herzens galt. „Großartig, einfach großartig, Herr Falk! Wie dieser Cut sitzt! Wenn man Sie so sieht, glaubt kein Mensch, daß Sie schon über die Fünfzig sind." Frau Berta Reimers, die seit beinahe zwanzig Jahren den frauenlosen Haushalt Robert Falks geführt batte, bielt die Hände über den Leib gefaltet und betrachtete wohlwollend ihren Herrn. Robert Falk stand vor dem hohen Ankleidespiegel und drebte sich prüfend nach allen Seiten. Er war mittelgroß, neigte zur Fülle, über die er sich in diesem Augenblick zu ärgern schien, denn er zerrte wiederholt an den Enden der Weste. Nie batte er sich in den letzten Jahren darum gekümmert, ob er an Leibesumfang zu= oder abnahm. Auch daß seine Haare dünner wurden und sich am Scheitel lichteten, war ihm völlig gleichgültig gewesen. Aber seit er auf Freiersfüßen ging, stand er öfter und länger vor dem Spiegel, als früher das ganze Jahr über. Und das alles nur, um Christa zu gefallen. Wer ihm früher einmal prophezeit bätte, daß er auf seine alten Tage noch einmal eitel werden würde, den hätte er schlankweg ausgelacht. Doch als er seine Bemühungen belohnt sab, kannte seine Freude keine Grenze. Eines Tages sagte Christa zu ihm, nachdem sie lange an ihm vorbei gegangen war, obne zu bemerken, wie sehr er sich äußerlich verändert batte: „Der dunkle Anzug stebt bir sehr gut, Vater. Dn siehst ordentlich verjüngt aus." Da batte er sich Mut gefaßt und um Christa Seidler geworben, obwohl sie dem Alter nach seine Tochter hätte sein können. Gislys God Von Herbert BUHL „Zurück, Gräfliche Gnaden, zurück!" Johann Tferklaes Reichsgraf Tilly sab den Obristen den Panzerreiter durchbohrend an.„Zurück sagt Ibr?“ Andächtig zog er ein Kreuz unter der Feldbinde bervor und küßte es„Was kann mir denn geschehen? In hoc signo vinces— in diesem Zeichen wirst du siegen!“ „Gräfliche Gnaden, Ihr müßt Euch schonen. Seine Fürstliche Durchlaucht von Bayern haben gebeten, Ihr möchtet aus der Feuerlinie weichen. Seht nur, die Kanonade wird von Minute zu Minute beftiger!“ In der Tat brüllten die Geschütze Gustav Adolfs immer stärker über den Lech. Der Schwedenkönig wollte den Uebergang bei Oberndorf erzwingen, Wollenstein half dem ihm verhaßten Kurfürsten von Bayern nicht, und so mußte Tilly der alte Löwe der kaiserlichen Heere, dem Schweden noch einmal die Stirn bieten. In Bamberg war er noch einmal als Sieger eingezogen. Niemand hatte in seinem steinernen Antlitz lesen können, niemand ahnte, welche Gedanken den Mann bewegten, der fühlte, daß sein Breitenfeld, sein Stern, Im Verbleichen war. Warum war er denn persönlich zur Beobachtung des Artillerierkampfes geritten? Warum setzte er sich aus, als gelte sein Leben nichts mehr? Schweigend und beherrscht ritt er dahin. Wenn der Tod doch kommen wollte. Breitenfeld! Wie hatten alle die Kleinen, die Feigen zu schmälern begonnen. Flugblätter hatten sie gedruckt, auf denen er als Neider und Betrüger verkniffen undv or dem gewaltig redenden Schweden dargestellt war, Spottbilder, auf denen sie ihn verhöhten, ihn, vor dem sie eben noch im Staube gekrochen waren. Sic transit gloria mundi! Wahrhaftig, er hatte es erfahren, und unendlich bitter— warum sollte er es sich selbst nicht gestehen— war ihm diese Erfahrung geworden. Eine verlorene Schlacht, was konnte er schon dafür, das Pappenheim zu voreilig gewesen war und sich von seinem Temperament batte hinreißen lassen— und alle die Neider machten große Worte und erreichten es glücklich, daß man ihm den Oberbefehl nahm. Er hatte bei Breitenfeld um seinen Tod gebetet: er war nicht gekommen. Er mußte erst die ganze Bitternis des geschlagenen Feldherrn auskosten. Er konnte die Getfernden nicht hassen, aber er verachtete sie so abgründig, daß er nicht mehr leben mochte. Er gab seinem Gaul die Sporen. Wie klein die Menschen doch waren, wie erbärmlich in ihrem Denken und Fühlen! Mochte der Tod doch kommen und ihn befreien von dieser immerwährenden Qual. Seine Zeit war vorbei. Der Friedländer würde größer als er, und er war so müde, so grenzenlos müde. Eine Erlösung würde der Tod für ihn sein. Eine Erlösung. Der Obrist fing ihn auf. Eine Falkonettkugel hatte ihm den rechten Oberschenkel zerschmettert. Sie brachten ihn in die bintere Linie. Maximilian von Bayern gebärdete sich wie ein Verzweifelter. Doch der Graf lächelte. Er fühlte an seinem verrinnenden Blut, daß der Tod gekommen war, daß er zur Ruhe gehen könnte. Befehlt den Rückzug", kurfürstliche Gnaden. Marschiert gegen Ingolstadt und legt Euch in die Stadt. Auf mich nehmt keine Rücksicht. Ich bin dahin!" Nach langem Zögern gab der Kurfürst den Befehl. In Ingolstadt bereiteten sie dem großen Gegner Gustav Adolfs das letzte Lager. Von seinem Sterbebett aus verfolgte er im Donner der Belagerungsgeschütze die Operationen des Feindes Vergeblich bemühte sich der Schwede, die Festung zu erobern. Langsam und deutlich sprach er die Worte, als Maximilian bei ihm eintrat: Bald werde ich zu meinen Vätern versammelt werden, hochfürstliche Gnaden, und deshalb befolgt meinen letzten Rat, ehe es zu spät ist. Ingolstadt und Regensburg kann der König nicht nehmen. Die Werke sind zu stark für ein Geschütz. Haltet die beiden Städte, und Ihr werdet Euch Euer Bayern erhalten." Ich will Euch rächen, Graf!", sprach dann der Kurfürst mit bebender Stimme. Ich will den Schweden heimsuchen, wie sehr ich es nur immer vermag." Der Sterbende lächelte:„Denkt nicht an mich, kurfürstliche Gnaden, denkt nicht an Rache. Sie ist ein schlechter Lenker für einen Fürsten, der um seines Landes Wohlergehen kämpft. Denkt an die Sache, der Ihr das letzte Bollwerk seid!“ Er schloß die Augen. Rubig entschlummerte er, der sich im Tode noch felbst besiegte und größer als fein Schicksal war. Abdullak greift in die bechnik ein Von W. LERSE Seit fünf Wochen sind wieder einmal so 35 Grad im Schatten, und feuchter, heißer, sandiger Wind— ein niedlicher Sommertag in der Hölle Aden. Walter hätte bei der Hitze bestimmt nicht schon am Vormittag sein Haus verlassen, wenn er nicht gerade ein Telegramm bätte aufgeben müssen. Auf dem Rückweg kehrt er wie immer im Büro seines Freundes Eddie „auf einen Schluck" ein. Aber da ist ja eine ganz besondere Hitze. Die Fenster wegen des Sandstaubes zu, die beiden riesigen Flügel des langsam laufenden Deckenventilators über dem Schreibtisch stehen still: heiß, feucht, dumpf, nicht zum Aushalten. „Hallo, Eddie, find es verdammt mollig hier. Hast wohl n Schnupfen? Warum steht denn der Ventilator? Willst du Strom sparen, ausgerechnet in der heißen Zeit?" Eddie, der freundliche, grinsende Eddie aber ist unausstehlich wie der heiße Tag. „Herrgott, du bist heute der verflucht Fünfte mit solch blödsinnigen Bemerkungen. Was wird denn los sein: der Schund von einem Ventilator hat Panne, und bis der schwarze Affe von Elektriker kommt, bin ich im eigenen Saft geschmort. Trink deinen Whisky und sei bitte nur nicht witzig!“ Eddie hatte sich mit viel Flüssigkeit gerade wieder etwas berubigt und beginnt sogar beim SchweißabUnd hatte es erreicht, daß aus der Anrede„Vater“ ——„lieber Robert“ wurde. Heute war nun der große Tag gekommen, an dem der Bund fürs Leben geschlossen werden sollte. Obwohl) er sich nunmehr am Ziele seiner Wünsche wußte, war Robert Falk doch sehr aufgeregt. Schon seit einer Stunde stand er vor dem Spiegel. Immer wieder band er die Krawatte und zupfte an dem weißen Seidentuch, das aus seiner Brusttasche lugte. Als er Frau Reimers Worte hörte, lächelte er zufrieden und fragte, sich noch einmal vor dem Spiegel drehend: „Also wirklich schlank? Wirklich jugendlich, Frau Reimers?" „Gewiß! Man könnte ordentlich neidisch werden, Herr Falk.“ Dabei reichte sie Robert den neuen Chapeau clalue. Sie strich gewohnheitsmäßig mit dem Aermel über die spiegelblanke Fläche, schluchzte ein wenig und fügte noch hinzu: „Also: alles Gute, Herr Falk. Und viel, viel Glück!“ Entsetzt wehrte Robert Falk ab.„Aufhören, Frau Reiners, aufhören! Heute will ich keine Träne sehen. Mein Hochzeitstag ist ein Freudentag. Da gibt es nichts zu flennen.“ Er setzte sich vorsichtig den Zylinder auf, griff nach den Glacebandschuben und dem Strauß Maiblumen, den er Christa für die Fahrt nach dem Standesamt überreichen wollte. Dann winkte er Frau Reimers zu und eilte aus dem Zimmer. Der elegante, sechssitzige Maybach=Wagen mit dem in tadelloseblaue Livree gekleideten Chauffeur am Steuer wartete bereits. In rascher Fahrt kam Robert Falk vor dem Hause der Seidlers an, das für die Trauung sehr festlich geschmückt worden war. Vor der Haustür hing eine mächtige Girlande. Ein breiter Läufer lag auf den Stufen, die zur Wohnung führten. Blumen waren gestreut. Aber als Robert Falk diesen Duft der welkenden Blumen spürte, schoben sich seine Augenbrauen zusammen. Genau denselben Duft batte er damals eingeatmet, als man seine erste Frau aus dem Hause trug. Doch er wehrte sich heftig gegen die Erinnerung, die denn auch sofort in ein Nichts zurücksank, als er Christa gegenüber stand. Sie trug ein duftiges Crepe=Satin=Kleid mit blau und weißem Blumenmuster, das sie mimosenhaft sart erscheinen ließ. Besorgt sah Robert Falk seine junge Braut an. „Du siehst blaß aus, Kind", sagte er leise. Aber Erwin batte diese Worte gehört und warf lachend ein: „Kunststück! Hochzeit feiert man schließlich nicht oft im Leben. Alle Mädchen werden an diesem Tage blaß aussehen!“ „Ja Robert, sorge dich nicht", entgegnete Christa, sich zu einem Lächeln zwingend.„Ich fühle mich gans wohl.“ Falk küßte sie, streifte ihr dabei einen schweren goldenen Armreif an und flüsterte ihr ins Obr: „Mein Geschenk für die standesamtliche Trauung, Cbrista." Verlegen wehrte sie ab.„Aber Robert, dn überschüttest mich ja mit Geschenken.“ „Laß mich! Es macht mir Spaß, Christa.“ Lori eilte herbei und bewunderte das neue Schmuckstück nach Gebühr. Aber Christa sah nachdenklich barauf nieder und dachte: Es ist wie eine Fessel. Da inzwischen der zweite Trauzeuge, ein Bruber Frau Seidlers, eingetroffen war, drängte Erwin zum Aufbruch. Robert Falk reichte Christa den Arm. An seiner Seite schritt sie zum letzten Male als Christa Seidler aus dem Haus. Schon nach kurzer Zeit schrieb sie in das Standesamtsregister ihren neuen Namen. „Ella Christa Falk, geborene Seidler.“ Mit einem Male waren die Erinnerungen wieder lebendig, die schemenhaft-füßen Erinnerungen an jene Tage ihrer ersten, jungen Liebe. Gerade jetzt, da sie ihren neuen Namen schrieb, sab sie sich deutlich mit Hans Falk wieder in der Laube ihres Gartens sitzen, wo er im Scherz Vermählungsanzeigen für die Zeitung entworfen hatte. Damals hatte sie auf seinen Wunsch ihren Namen unter den seinen setzen müssen, schon damals hatte sie geschrieben: Christa Falk.(Fortsetzung folgt.) wischen schon wieder schwach zu grinsen, als sein Hausbon mit einer nebensächlichen Nachricht herein kommt. Eddie heißt ihn warten, um ihm als Antwort ein vaar Worte aufzuschreiben. Abdullab wundert sich über die außeroerdentliche Temperatur und kann nicht umhin, zu bemerken:„Sab, zu viel beiß bier, solltest nicht stov kühle Deckenwindmaschine!" Jetzt wars aus. Eddie wird blan vor Wut. Zunächst belegt er den Boy mit einer Auswahl von selbst für Adener Ansprüche auserlesenen arabischen Behauptungen über thn, seine Vorfahren und eventuellen Nachkommen und schließt seine Ausführungen mit der Aufforderung:„... und wenn es dir zu heiß ist. dann binde doch einen Strick um den Ventilatorflügel und lauf damit im Kreis herum, damit er sich dreht und wir Luftzug haben. Ich wär recht froh darum." Der Boy, ein etwa 25jähriger, gerissener SanamAraber, glotzt zunächst, dann nickt er und holt ein langes Stück Schnur und fragt:„Sab, darf Abduh auf deinen Schreibtisch steigen, wenn ich Papier unter meine Füße lige“ Eddie bejaht, steht auf und geht mit seinem Freund schnell in einen Nebenraum, um nicht durch Lachen den Spaß zu verderben. Dort beobachteten die beiden den Abdullah, wie er die Schnur an einen der großen Flügel des Ventilators anbindet und dann wie ein Wahnsinniger im Zimmer herumläuft, sich dabei das Schienbein am Papierkasten anhaut, einen Stuhl umwirft, aber die Flügel des Deckenventilators unter dem Kameltreiberruf„Heijj! heiji!" dreht. Geschlagene fünf Minuten hält er es aus. Dann kommt er erschöpft herein und stöhnt:„Oh Sab, no gut! Abduh laufen, was ich kann, aber kein Wind, kein kühl! Abduh viel mehr heiß jetzt, ob Sab, ein, no gut!“ Die beiden Freunde schwitzen nun auch noch vom Lachen. Aber Eddie hat wieder seine normale gute Stimmung, und als auch noch der schwarze Elek.riker daher kommt, um den Ventilator zu richten, meint Eddie wieder optimistisch:„Na, vielleicht ist dieser moderne Sohn Mohammeds doch noch schlauer als mein Abduh!" REICHSSENDER KOLN und DEUTSCHLANDSENDER Trogramm vom 3. bis 6. Januar 1937 REICHSSENDER KOLN 6.00: von Hamburg: Bremer Hafenkonzert an Bord des Dampfers„Bremen" des Norddeutschen Lloyd.— I.: Das Große Geläute vom Bremer Dom: Choral: Jesu, geh' voran: Weckruf.— II.: 1. Die eiserne Schar, Marsch: 2. Ouvertüre zu der Operette„Nakiris Hochzeit": 3. Rote Orchideen, Walzer: 4. Puppe und Hampelmann; 5. Fantasie aus der Oper„Bajazzo": 6. Pour le méxite. Marsch: 7. Isola bella, Lied: 8. An der schönen blauen Donau, Walzer: 9. Einzug der Stadtwache, Charakterstück: 10. Potpourri aus der Operette„Die Fledermaus": 11. Paraphrase über„Ein Vöglein sang im Lindenbaum": 12. Hereinspaziert, Walzer; 13. Kirschblüte: 14. Der alte Fritz. Marsch. 8.00: Zeit. Wetter, Wasserstandsmeldungen. 8.05: Vermächtnis des Dichters Matthias Claudius an seinen Sohn. 8.15: Unterhaltungskonzert.— 1. Fest=Ouvertüre: 2. Blauer Himmelsbogen, Walzer: 3. Melodien aus der Oper„Der Postillon von Lonjumeau": 4. a) Ide 12.55: Zeitzeichen der Deutschen Seewarte. 18.10: Aicnichen: Musitk zum Mittag. Es spielt das Unterhaltungs-Funkorchester. 14.00: Kinderfunkspiel: Ederland überlistet die Trolle. Ein Spiel nach einem alten nordischen Volksmärchen. 14.30: Chorlieder im Volkston. 15.00: Juchhei, heut ist Tanz im Dorf! Burschen, schmiert die Beine! 15.30: Hörbericht von dem Endiel um den Tschammer=OstenMärchenschloß; b) Ständchen: 7. Glocken=Serenade: 8. Zwei Augen, so betörend wie deine; b) Freue dich, Tatjana: 9. Nordische Folge: 10. Nett und zierlich, Mazurka; 11. Flieger9.45: Sendepause. 10.00: von Stuttgart:„Uns ist gegeben, auf keiner Stütze zu ruh'n." 10.45: Musik am Sonntagmorgen. 11.30: Uebertragung aus d. Städtischen Saalbau, Essen: Westdeutsche Meister der Orgel.— 1. Präludium und Füge d=moll: 2. Adagio a-moll; 3. Präludium und Fuge h=moll. 12.00: v. Berlin: Musik am Mittag.— 1. Melodien aus„Wenn die kleinen Veilchen blüh'n": 2. Rumänisches Lied; 3. Serenade: 4. a) Sonnenstrahl; b) Ingrid: 5. Kennst du mein Liebeslied: 6. a) Mein Herz: b) Reite weiter; 7. Nordseestürme, Walzer 13.00: Glückwünsche. 13.05: v. Berlin: Fortsetzung der Musik am Mittag. 8. 1. Rhapsodie: 9. Marsch=Polka: 10.„ Göttergatte": 12. Norwegischer Tanz Nr. 2: 11. blaues Himmelbett, au Aufschwung: 12. Walzer; 13. Sag. was du träumst; 14. Geigenpolka; 15. Mein Dorf— mein Garten: 16. Don Pedro: 17. Eine Romanze; 18. Wenn sich zwei so wunderbar wie wir versteben: 19. Heimweh kennt keiner so gut wie der Musikant: 20. Marsch. 14.00: Kleine Musik. Es spielt das Kammerquintett. 14.30: Lustiger Rätselfunk. 15.00: v. Deutschlandsender: Hörbericht vom Endspiel um den Tschammer-Osten-Pokal zwischen VfB Leipzig und Schalke 04 im Olympia-Stadion, Berlin. 15.45: Kleine Musik. Schallplatten. 1. Hindulied; 2. Hochzeitstag auf Troldhaugen: 3. Weaner Herzen, Walzer; 4. Dio Vimmeidert, aus„Frasquita: 13. Goldene Träume; 14. Der alte Querulant: 15. Schenk mir doch ein kleines bißchen Liebe: 16. Küsse im Dunkeln: 17. Wann kommt die Stunde: 18. Ach, so ein Mann kann r. meinni Lieb ann reizend. sein; 19. Bergiß. Funkappell alter Frontsoldaten. 18.00: von Berlin: Der ganzen Welt ein glückliches und gutes neues Jahr. Eine Ringsendung des Weltrundfunkvereins. 18.30: Kleine Stücke großer Meister. 18.50: Der Teppich des Lebens. Gedichte von Stefan George. 19.05: Alte Weihnachtschöre. 19.30: Der Sonntag im Funkbericht. 19.45: Sportvorbericht. 20.00: von Berlin: Ernste und heitere Liebesmelodie. Singen. spielen, lachen, schluchzen, weinen und tanzen. 22.00: Zeit, Wetter, Nachrichten. 22.30 bis 24.00: Wir bitten zum Tans. DEUTSCHLANDSENDER 6.00: I. Köln. 8.00: Der Bauer spricht— Der Bauer hört: 1. Im Stall und auf der Weide. Diesmal bei unserm edlen Borstenvieh.— 2. Von unserm kleinsten Haus. 20. Nimm bloß be nicht wichtig, alter Freund. 22.00: Wetter=, Tages= u. Sportnachrichten; anschließ. Deutschland=Echo. 22.30 bis 0.55: Wir bitten zum Tanz! Es spielt die Kapelle Arnd Robert und das Akkordeon=Duo Gebrüder Hansen, 22.45: Deutscher Seewetterbericht. REICHSSENDER KOLN 6.00: Morgenlied: Wetterbericht für den Bauer. 6.05: Leibesübungen. 6.30: Frühkonzert.— 1. Teil: 1. Heldenblut, Marsch: 2. Faschingswalser; 3. Stradella=Ouvertüre; 4. Pierrot und Colombine; 5. Kleine Ballettfantasie. — 2. Teil: 6. Fest=Oupertüre: 7. Schlummerlied für Trompeten-Solo; 8. Suite Gohardica: a) Einleitung, b) Liebeswalzer, Marschverlen. 0: Nachricht Morgenlied 9.00: Sonntagmorgen ohne Sorgen. Die Schrammelbuben: Carl de Vogt mit Liedern zur Laute. 10.00: Wer schaffen will, muß fröhlich sein...! Eine Morgenfeier. 10.45: Fantasien auf der Wurlitzer Orgel. Aus dem„Kri stall=Palast", Berlin. 11.00: Beschwingte Fahrt. Gedichte von Rudolf Habetin. 11.15: Deutscher Seewetterbericht. 11.30: Mozart— Schubert. 12.00: Aus München: Standmusik aus der Feldherrnhalle. Musikzug des 1. SS-Totenkopf. anns„Ob berbayern“ 7.00: Nachrichten — Morgenruf. 8.00: Kalenderblatt: Zeit, Wetter, Wasserstandsmeldungen. 8.10: Frauenturnen. 8.30: Morgenmusik. Schallplatten. 9.00: Ratschläge für den Küchenzettel der Woche. 9.30: Sendepause. 9.45: Zeit, Nachrichten. Wasserstandsmeldungen. 10.00: Richard Heinemeyer: Was brachte der Sportsonntag? 10.10: Sendepause. 12.00: von Hamburg(aus Hannover): Schloßkonzert. 1. Festpolonaise: 2. Konzertouvertüre in italienischem Stil D=dur; 3. Konzertstück für Klavier und Orchester. Werk 92: 4, BallettSuite; 5. Rosenkavalierwalzer. 13.00: Mittagsmeldungen, Glückwünsche. 13.15: Fortsetzung des Schloßkonzerts.— 6. Aufforderung zum Tans: 7. Zwei Klavierstücke: 8. Kleine Orchester=Suite; 9. Spanische Rhapsodie: 10. Ungarischer Marsch. 14.00: Mittagsmeldungen. 14.15: Zur Unterhaltung.— Die Funkschrammeln.— 1. Lustig alleweil. Marsch: 2. Frohsinn Gleichbleibende Tageselntellung 6.00: 6.30: 7.00: 8.00: 8.10: 9.45: 12.00: 13.00: Pokal zwischen VfB Leipzig u. chalke 04 im Olympiastadion, Berlin. 15.45: Meister ihres Fachs.— Schallplatten.— 1. Vorspiel zu „La Traviata": 2. In tiefem Schweigen lag die Nacht, aus „Lucia di Lammermoor"; 3. Intermezzo aus„Der Schmuck der Madonna": 4. Wie eiskalt ist dies Händchen, aus„La Bohème": 5. Vorspiel zu„Lohengrin": 6. Register=Arie aus „Don Juan"; 7. Intermezzo aus „Cavalleria rusticana"; 8. Der verklungene Ton, Lied; 9. Polonaise Nr. 2: 10. Soirée dans Grenade: 11. Letzter Frühling: 12. Adagio A=dur: 13. Kleine Suite: 14. Allegro aus dem Violinkonzert D-dur; 15. Die fröhlichen Damen: 16. Rigoletto-Konzertparapbrase; 17. Ungarischer Marsch. 17.30: Deutsche in der Bukowina. Die deutschen Siedlungen im Buchenlande. 18.00:„Der ganzen Welt ein glückliches u. gutes neues Jahr" — eine Ringsendung des Weltrundfunkvereins. 18.30: Schöne Melodien. 1. Ouvertüre zu„Rosamunde"; 2. Andante aus der D-dur-Sinfonie: 3. Aufforderung z. Tanz: 4. Andante aus der c-moll=Sinfonie; 5. Ouvertüre zu„Zar u. Zimmermann": 6. Andantino aus der 4. Sinfonie: 7. Walzer aus der Ballett=Suite; 8. Vorspiel zu„Hänsel und Gretel": 9. Piccicato-Polka; 10. Hofballtänze. 19.40: Deutschland=Sportecho. 20.00: Otto Dobrindt spielt... 1. Quvertüre zu„Euryanthe"; 2. Suite aus„Sylvia": 3. Siziliana aus„Cavalleria rusti cang“: dien komm im Traum; 7. Intermezzo und Tarantella aus „Rossiniana": 8. Walzer aus „Der Rosenkavalier": 9. Fesch und schnaine—. ral. anschließ. Leibesbungen. rübkonzert. Nachrichten. Kalenderblatt. anschl. Zeit, Wetter, Wasserstandsmeldungen. rauenturnen. seit, Nachrichten, Wasserindsmeldungen. usik am Mittag. littagsmeldungen 1— Glückwünsche. 13.15: Fortsetzung des Mittagskonzerts. 14.00: Mittagsmeldungen 2. 14.15: Allerlei von Zwei bis Drei (außer So., Mo.) 15.00: Sendepause. 15.45: Wirtschaftsmeldungen. 18.00: Nachmittagskonzerk. en. 22.30: Nachtmusik und Tanz. auf der Alm. Marsch: 3. A tulli Weinderl, Lied: 4. Lustiges Wien, Walzer; 5. Der Klahautermann, Polka; 6. Fünf Minuten von hier, Lied; 7. Lustig und fidel. Marsch. 14.45: Schlachtpiehmarktberichte. 15.00: Für große und kleine Kinder. Heute groß. Märchenraten. 15.30: Sendepause. 15.45: Wirtschaftsmeldungen. 16.00: Musik am Nachmittag. 16.50: Besuch bei dem Dichter Edwin Erich Dwinger. 17.05: Griff ins Leben. Vom Land der Ruhr bis zur Waterkant. Eine Folge von Funkberichten (mit lustigen Seemannsgeschichten). 18.00: Musik zum Feierabend.— I.: 1. Ouvertüre zur Oper„Der grobe Märker"; 2. Konzert amoll Werk 53 für Violine und Orchester; 3. Mythologischer Zug.— II.: Bilder aus dem rient für Klavier.— III.: Tänzerische Musik. 19.45: Neues vom Film. 20.00: Erste Abendmeldungen. 20.10: Die Westdeutsche Wochenschau. 21.00: Neue deutsche Hausmusik. 1. Serenade für Klarinette, Violine und Klavier; 2. Nordische Zwiegespräche vom deuthen Jahresring, für Sopran, für Streich=Quartett. 22.00: Zeit, Wetter, Nachrichten. 22.30 bis 24.00: Nachtmusik. DEUTSCHLANDSENDER 6.00: Glockenspiel: Morgenruf; Wetterbericht fü wirtschaft 8.00: 9.00: 9.40: 11.15: 11.30: 11.40 für die LandDaswischen um 7 Uhr: Nachrid ten des Drahtlosen Dienstes. endepause. perrzeit. eutscher Seewetterbericht ndepause. er Bauer spricht— Der ner hört: Unter Schnee und Eis drohen auch Gefahren. Anschließend Wetterbericht. 12.00: Aus Dresden: Musik zum Mittag. Es spielt die Dresdner Philbarmonie. 12.55: Zeitzeichen der Deutschen Seewarte. 13.00: Glückwünsche. 13.45: Neueste Nachrichten. 14.00: Allerlei— von Zwei bis Drei! 15.00: Wetter= u. Börsenberichte: Programmhinweise. 15.15: Alexand. Brailowsky spielt (Schallplatten) Deutsche Suite: 3. Zwei Stücke für Cello und Klapier: 4. Norwegische Rhapsodie: 5. Zwei Stücke von Brase: 6. Ewige Jusend: 7. Ouvertüre zu einer Festlichkeit: 8. Rendezvous bei 9. Melodien aus lott": 10. Träume an nau. 13„Liseder Doschen und Landsberg In der Pause von 16.50 bis gezeichnet von Wilhelm Busch. 17.50: Bücherstunde der Hitlerjugend. 18.10: Paul Grümmer spielt... 18.40: Stätten deutscher ForKampf den Bakterien! beim BakteriologiSexum=Institut in oeeg an der Warthe. 19.00: Aus„Stuttgart: Aergern ist Unfug! Ein heiteres Hörspiel mit Gesang über ein alltägliches Thema. 19.45: Deutschland-Echo. 20.00: Kernspruch: gnschließend: Wetterbericht u. Kurznachrichten des Drahtlosen Dienstes. 20.10: Orchestermusik aus Oesterreich. 21.00:„Kreuzzug 1921“.— Eine Ballade für den Rundfunk. 22.00: Wetter=, Tages= u. Sportnachrichten; anschließ. Deutschland-Echo. 22.30: 22.45: 23.00 bis 24.00: Es meldet sich zur Stelle die ultrakurze Welle!— Bunte Musik als Freudenspender vom kleinen über den grotzen Sender. REICHSSENDER KOLN 6.00: Morgenlied: Wetterbericht für den Bauer. 6.05: Leibesübungen. 6.30: v. Frankfurt(aus Kassel): Frühkonzert.— 1. Teil: 1. Auf20. und iel rieg" retten. 1. Vorspiel zur Operette 2 Meloenn„Der lustige dien aus dem Singspiel„Aenn chen von Tharau": 3. Ballsire nen, Walzer aus der Operette „Die lustige Witwe"; 4. Intermezzo aus der Operette„Hers über Bord"; 5. Vorspiel zur perette„Lysistrata": 6. Du nur bist das Glück meines Lebens. Lied aus der Operette „Die Vielgeliebte": 7. Der Zauber der Montu aus de. Ope 21.00: Kleine Kostbarkeiten aus dem Schallplattenschrank. 22.00: Zeit. Wetter, Nachrichten. 22.30: Englische Unterhaltung. 22.45 bis 24.00: von Hamburg: Tanz= und Volksmusik. DEUTSCHLANDSENDER 6.00: Glockenspiel: Morgenruf: Morgenruf: ür die Landwärts zur Sonne, Marsch; 2. Seemanns Morgengruß; 3. Hochzeit der Winde, Walzer; 4. Fliegerparade: 5. Husarenritt, Galopp: 6. In alter Frische, Marsch.— 2. Teil: 7. Mit klingendem Spiel, Marsch: 8. Ouvertüre„Zar u. Zimmermann": 9. Schwarzbraun ist die Haselnuß, Marsch: 10. Am Taubenhaus, Polka-Mazurka: 11. Mit frischer Kraft, Marsch: 12. Schattenspiele: 13. Liebestraum; 14. Funkheinzelmanns Geburtstagsgruß; 15. Schlittschuhläufer. Walzer; 16. Heil dem Sieger. Marsch. 7.00: Nachrichten— Morgenlied — Morgenruf. 8.00: Kalenderblatt: Zeit. Wetter, Wasserstandsmeldungen. 8.10: Frauenturnen. 8.30: von Saarbrücken: Musik am 2. latheeon Walzer: 4. Stelldichein im Sonnenschein: 5. Melodien aus „Wo die Lerche singt“: 6. Lyrisches Intermeszo. 9.30: Sendepause. 9.45: Zeit, Nachrichten, Wasserstandsmeldungen 10.00: Jungen und Mädel am Werk. Wir besuchen sie an ihren Arbeitsstätten. 10.30: Kindergarten. 11.00: Sendepause. 11.50: Bauer, merk auf! 12.00: Die Werkpause des Reichssenders Köln(in Verbindung mit der DAF.). Was sich die arbeitenden Volksgenossen des Sendegebietes wünschen. Übertragung aus der Firma Demag Akt.=Ges., Werk Wetter, Wetter(Ruhr). Es spielt das SBO. Streichorchester unter Leitung von Walter Schmidt. 13.00: Mittagsmeldungen, Glückwünsche. 13.15: von München: Mittagskonzert.— 1. Heiß brennt die Liebe, Marschlied: 2. Zwei Stücke: a) Humoreske; b) Florida: 3. a) Über den blauen Wogen: b) Wenn ein Schneemann verliebt ist; 4. Frühlingsfanfare: 5. Musikanten sind da: 6. Rialtobrücke; 7. Exotischer Tans; 8. O Primadonna. 14.00: Mittagsmeldungen. 14.15: Allerlei— von Zwei bis Drei! 15.00: Sendepause. 15.45: Wirtschaftsmeldungen. 16.00: Musik am Nachmittag 16,45: Am Büchertisch. Dr. Josef Mahlberg bespricht Neuerscheinungen. 17.00: Kammermusik. Trio, Werk 46 von L. M. Tedeschi. 17.30: Der Dichter Edwin Erich Dwinger erzählt über Rußland und Spanien. 18.00: Schöne Stimmen auf Schallplatten.— 1. Der Hölle Rache kocht in meinem Herzen. aus der Oper„Die Zauberflöte": 2. Bravour-Variationen: 3. Holde Märchenträume, Walzer aus„Tausendundeine Nacht": 4. Schwalben zur Heimat ziehen: 5. Kuß=Walzer. 18.20: Politische Zeitungsschau. 18.40: Unterhaltungskongert.—1. Vorspiel zur Oper„Der Korjar“; 2. a) Märchen beim Tans: b) Ramadanfest, aus der Folge gie: b) Plauderei: 5. Melodien aus der Oper„Die Regimentstochter"; 6 Schwan: aus„ Scherzando, Kleinen Folge", 19.45: Momentaufnahme. 20.00: Erste Abendmeldungen. 1.10: Aus alten und neuen Operade: 5. Husarenritt: 6. In alter Frische; 7. Mit klingendem Spiel; 8. Ouvertüre zu„Zar u. Zimmermann"; 9. Schwarzbraun ist die Haselnuß; 10. Am Taubenhaus: 11. Mit frischer Kraft; 12. Schattenspiele; 13. Liebestraum: 14. Funkheinzelmanns Geburtstagsgruß: 15. Schlittschuhläufer=Walzer: 16. Heil dem Sieger. Dazwischen um 7 Uhr: Nachrichten des Drahtlosen Dienstes. 8.00: Sendepause. 9.00: Sperrzeit. 10.00: Sendepause. 10.30: Fröhlicher Kindergarten. 11.00: Sendepause. 11.15: Deutscher Seewetterbericht. 11.30: Wir fertigen eine Haushaltskartei an. 11.40: Der Bauer spricht— Der Bauer hört: Wasserschleppen ist Kraftverschwendung. Eine Anleitung zur Selbstherstellung einfacher Wasserversorgungsanlagen. Anschließend Wetterbericht. 12.00: Aus Stuttgart: Musik zum Mittag, 1. Ouvertüre zu„Artistenleben": 2. Japanische Gesichte: 3. Melodien aus„Der Mikado": 4. Ouvertüre zu „Prinz Methusalem"; 5, Thüringer Wald: 6. Aus einer kleinen Stadt: 7. Grüße aus Österreich; 8. Melodien aus„Tatjana. 12.55: Zeitzeichen der Deutschen Seewarte. 13.00: Glückwünsche. 13.45: Neueste Nachrichten. 14,00: Allerlei— von Zwei bis Drei! 15.00: Wetter= u. Börsenberichte: Progxammhinweise. 15.15: Briefe aus dem Alltag.— Werktätige Frauen schreiben an den Deutschlandsender. 15.45: Kleines Zwischenspiel.— Schallplatten. 16.00: Musik am Nachmittag.— 1. Quvertüre zu„Der Opernhall": 2. Husarenwalzer: 3. Aufforderung z. Tans; 4. Mazurka für Flöte und Klavier: 5. Serenade und Polonaise aus „Die Millionen des Harlekin"; 6. Darf ich bitten; 7. Bayerische Polka für Posaune mit Orchester: 8. Schenk mir doch ein kleines bißchen Liebe; 9. Bauerngalopy: 10. Ouvertüre zu „Das Fest der Infantin": 11. Kastagnettenklänge; 12. Tanzrhythmen: 13. Melodie und Intermezzo für Violine und Klavier; 14. Die Musik spielt ganz leise; 15. Tanz der bösen Buben; 16. Die Rosen, die am schönsten blühn: 17. Mondscheinspaziergang: 18. Alles, alles tu ich aus Liebe; 19. Lebe wohl. kleine Frau; 20. Maskerade. Solo für Tylophon mit wichtig, alter Freund. In der Pause von 17.00 bis 17.10: Ein Mensch... Nachdenkliche Verse. 18.00: Das deutsche Lied. 18.20: Politische Zeitungsschau d. Drahtlosen Dienstes. 18.40: Schallplatten. 19.00: Guten Abend, lieber Hörer! Blumen und Liebe.— Ein klingender Strauß. 19.45: Deutschland-Echo. 19.55: Die Ahnentafel. Wir forschen nach Sippen und Geschlechtern. 20.00: Kernspruch: gnschließend: Wetterbericht u. Kurznachrich„ten des Drahtlosen Dienstes. 20.10: Aus Stuttgart,„Die Bohême" von G. Puccini. 22.00: Wetter=, Tages= u. Sportnachrichten; anschließ. Deutschland-Echo. 22.30: Eine kleine Nachtmusik. 22.45: Deutscher Seewetterbericht. 23.00 bis 24.00: Zum Tanze erklingen die Geigen.— Schallplatten. egiments r": 6. Der sterbende an: 7. Polka und Czardas „Ritter Pasman": 8. zando. aus der„Zweiten Glocken) Wetterbericht fur. wirtschaft; anschließend Schall30; Aus Kassel: Frühkonzert. 1. Aufwärts zur Sonne: 2. Seemanns Morgengruß: 3. Hochzeit der Winde: 4, Fliegerpader Schutzpolizei, : Mittagsmeld 13.00 ungen. Glückspiel 3. Operette„Die Irrfahrt ins Glück"; 2. Serenade: 3. Melodien aus d. Operette„Die geht mein Gedenken"; hochzeit der Winde. Walzer: 6. m wogenden Aehrenfeld: 7. Frei ist der deutsche Rhein, 1400 Ritagsmeldungen. 14.15: Fortsetzung des Mittagskonzerts.— 8. Aus der zweiten kleinen Folge: a) Präludium; b) Heimweh: 9. Püppchens Traum: 10. Melodien aus der Oper„Lakme"; 11. Kastagnetten-Klänge, Walzer; 12. Melodien aus der Operette„Friederike". 15.00: Für unsere Kinder. Frau Holle schüttelt die Betten aus. Ein Spiel von Gertrud Krönke. 15.30: Sendepause. 15.45: Wirtschaftsmeldungen. 16.00: Wir treiben Familienforschung, Ratschläge, Antworten und Anleitungen von Hugo Schünemann. 16.30: Uebertragung aus Düsseldorf: Nachmittagskonzert. 17.30: Liederstunde. 1. Mädchengebet. Kinderabendlied, Herbstlied: REICHSSENDER KOLN 6.00: Morgenlied: Wetterbericht für den Bauer. 6.05: Leibesübungen. Nicht frieren und frösteln, sondern Blutzirkulationsübungen. 6.30: Frühkonzert 7.00: Nachrichten— Morgenlied — Morgenruf, 8.00: Kalenderblatt: Zeit, Wetter, Wasserstandsmeldungen. 8.10: Frauenturnen. 8.30: v. Leipzig(aus Dresden): Musikalische Frühstückspause.— 1. Auf dem Czorneboh. Marsch: 2. Quvertüre 3.„pet. Schmoll": 3. Idyll am See: 4. Melodien aus der Oper„Martha“. 9.00: Dein sind die Himmel, dein ist die Erde. Eine Morgenfeier. 9.45: Zeit. Nachrichten, Wasserstandgmeldungen. 10.00: Bezwinger des Ozeans. 10.30: Sendepause. 11.50: Bauer, merk auf! 12.00: Die Werkpause des Reichssenders Köln(in Verbindung mit der DAF.). Was sich die arbeitenden Volksgenossen des Sendegebietes wünschen. Übertragung aus den Silika- und Schamotte-Fabriken Martin& Pagenstecher A.=G., Köln=Mülheim. Es spielt die Kapelle der Schutzpolizei Köln unter Leitung von Erich Seeger, Meister egenlie Gänsehirt. 18.00: Unser singendes, klingendes Frankfurt. 1. Wenn sie die Trommel rühren; 2. Polonaise aus„Eugen Onegin": 3. Ein jeder kennt die Liebe, aus „Eugen Onegin"; 4. Malaguena; 5. Die Nachtigall: 6 Hymne an die Sonne: 7. Trinklied; 8. Tanz der Blumen: 9. Woher dieses Sehnen?: 10. Moderne Ballettsuite; 11. O du Palermo, aus„Die sizilianische Vesper": 12. Ouvertüre zu„Die sizilianische Vesper": 13. Zigeunerweisen; 14. Melodien aus „Frau Luna": 15. Liebe kleine Betty; 16. Polowetzer Tänze; 17. Leise klingt eine Melodie; 18. Abendständchen: 19. In der Waldschenke: 20. Zeit ist Geld. Galopp. 19.45: Momentaufnahme. 20.00: Erste Abendmeldungen. 20.10: Sendepause. 20.15: von Berlin: Stunde der jungen Nation. Oesterreich Volk und Land. 20.45: Brucknerfeier im Reichssender Köln 5. Sinfonie B-dur 22 15 Zei Wetter, Nachrichten. 22.45 bis 24.00: übertragung aus der„Kaskade" in Düsseldorf: Tansmusik. DEUTSCHLANDSENDER 6.00: Glockenspiel; Morgenruf: Wetterbericht für die Landwirtschaft: anschließend Schallplatten. 6.30: Aus Köln: Frühkonzert. Dazwischen um 7 Uhr: Nachrichten des Drahtlosen Dienstes. 8.00: Sendepause. 9.00: Sperrzeit. 9.40: Kleine Turnstunde für die Hausfrau. 10.00: Sendepause. 10.30: Fröhlicher Kindergarten. 11.00: Sendepause. 11.15: Deutscher Seewetterbericht. 11.30: Der Bauer spricht— Der Bauer hört: 1. Durchforstung gehört zur Waldpflege: 2. Roher Torf macht Humuserde. Anschließend Wetterbericht. 12.00: Aus Breslau: Musik zum Mittag.— 1. Gotteskampfermarsch: 2. Festoupertüre; 3. Melodien aus„Hänsel und Gretel"; 4. Hummelflug: 5. Kocheler Ländler: 6. Caprice für Klarinette und Orchester: 7. Espana; 8. Fürstenkind. 12.55: Zeitzeichen der Deutschen Seewarte. 13.00: Glückwünsche. 13.45: Neueste Nachrichten. 14.00: Allerlei— von Zwei bis 15.00: Wetter= u. Börsenberichte: Programmhinweise. 15.15: Werke großer Meister.— Schallplatten. 15.40: Lieder aus der Biedermeierzeit. 16.00: Musik am Nachmittag In der Pause von 16.50 bis 17.00: Truthahn und Truthähnchen.— Kindergedichte über Tiere. 18.00: Zeitgenössische Chormusik. Friedr. Welter: Nach Ostland. Zyklus nach ostpreuksliedern 18.20: Der Dichter spricht. Rich. Euringer liest heitere Ge ten. Sportfunk. huten Abend, lieber HöZuntes Allerlei.Heutschlar kern Geschich18.40: 19.00: rer! 19.45: 20.00: Wetterb tschland-Echo. ispruch: anschließend: Wetterbericht u. Kurznachrichten des Drahtlosen Dienstes. 20.10: Kleine bunte Musit. Von der Flöte bis zum Fagott. 20.45; Stunde der jungen Nation. Oesterreich. Volk und Land. 21.15: Mit frohem Mut ins neue Jahr. 1. Mit frischem Mut: 2. Ouvertüre zu„Der Wildschütz": 3. Märchen aus alter Zeit: 4. Erinnerung an die Schn Erinnerung an die Schweis: 5 Großer Festmarsch: 6. Fackeltans; 7. Wilhelmus von Nasla T littagskonzert.— 1. Vorsauen, Armeemarsch Lreue um Treue. 22.00: Wetter T nachrichten: an land-Echo. 22.30: Eine klei 22.45: Deutscher 23.00 bis 2400: Tanz! 122: ages- u. Sportieß. DeutschNachtmusik. tterberich ewetterbericht. ir bitten zum Reiseerzählung von Carl Klee, Steele 26. Fortsetzung.(Nachdruck verboten.) Das schienen die Indianer nicht erwartet zu haben, denn ich sah, wie sie erstaunt stehen blieben und sich nach der ersten Ueberraschung lang auf den Boden fallen ließen. Da war der Schlangenjäger bis zur Hütte angelangt; die Indianer nahmen ihren getroffenen Botschafter und die anderen Getroffenen vom Boden auf und flüchteten damit in den Urwald zurück. Wohl hatten meine Schüsse den ersten Ansturm abgeschlagen; aber ebensolche nachteiligen Folgen sollten sie haben; denn sie hatten die Indianer davon überzeugt, daß noch jemand in der Hütte anwesend war. Sie würden nie vermuten, daß ein Weißer bei dem Schlangenjäger zu Gast war, viel eher würden sie glauben, daß der gesuchte Neger auf sie geschossen habe Und besonders würde die ausweichende Antwort des Schlangenjägers sie in ihrer Vermutung bestärkt haben. „Ich kenne die Indianer", so sagte mein Freund,„um zu wissen, daß sie nicht eher ruhen werden, bis sie wissen, ob der Neger hier in der Hütte ist.“ „Glauben Sie, daß sie wirklich abgezogen wären, wenn Sie mit„nein“ geantwortet hätten.“ „Möglich, denn die Urubus wissen, daß ich nicht lüge und bei einem früheren Zusammentreffen habe ich ihnen das bewiesen. Es kann aber sein, daß sie in diesem für sie so wichtigen Falle verlangt hätten, daß eine gewisse Abordnung von ihnen meine Hütte hätte besichtigen mögen.“ „Sie denken nicht, daß ihre alte Feindschaft zu Ihnen in diesem Falle sozusagen durch Erinnerungen aufgewärmt worden wäre?“ Der Schlangenjäger zuckte die Schultern. „Ich weiß nicht...? Doch viel eher glaube ich, daß ihr Interesse nach dem Mörder so stark ist, daß ihnen in diesem Augenblick alles andere nebensächlich erscheint. Wie gesagt man kennt sich bei diesen Indianern niemals aus, ihr Morden ist meistens nicht Sache langer Ueberlegung, sondern rein zufällig." „Und das Verhalten des Botschafters vorhin?" „„Auch eine Handlung ihres wilden Instinktes. Die Suche nach dem Mörder nimmt ihr ganzes Denken in Anspruch und daß er mich hinterrücks erschießen wollte, hatte ich nach meiner ungewissen Antwort erwartet. Ich war darauf vorbereitet, daß die Ungewißheit und die wahrscheinliche Anwesenheit des Negers hier in der Hütte ihn zum Aeußersten veranlassen würde." „Und was nun?" „Tja, was nun. Jetzt wird's ein Festungs= und Belagerungsspiel geben." „Sie glauben nicht, daß die Urubus so abziehen werden?“ „Niemals! Sie werden vielmehr auch die anderen suchenden Krieger nach hierhin benachrichtigen, die in den anderen Teilen des Urwaldes nach dem Neger suchen." „Dann haben wir also für die nächste Zeit Stubenarrest, nicht wahr? Gut, daß wir zufällig genug Essen in Vorrat haben.“ „Ja", bestätigte mein Freund,„sa kann man mal wieder sehen, wie unangenehme Abenteuer nachher den schönsten Nachgeschmack haben können." „Darum werde ich mir den Wildschweinbraten auch doppelt so gut schmecken lassen.“ „Aber was denken Sie, wie lange das dauern kann." „Wenn ich das wüßte... Zu hoffen ist nur, daß die anderen Urubus auf ihren Streifzügen mit hiesigen Indianern in Berührung kommen. Den Wauras oder den Bakiris wird ihre Anwe senheit höchstwahrscheinlich nicht verborgen bleiben und dann gibt es hier einen Indianer-Kampf; denn ein Eingreifen der Urubus, die ihre stärksten Feinde sind, in die heimischen Jagdgebiete, gilt sozusagen als kriegerisches Ueberschreiten der Landesgrenze und ist gleichbedeutend mit den Begriffen unserer europäischen Nationen." „Na, dann mal abwarten und Pecaris essen.“ „Sie scheinen Ihren Humor nie zu verlieren, was?" fragte der Schlangenjäger in einem Ton, der verriet. wie erfreulich ihm diese Tatsache war. „Warum auch?" gab ich lächelnd zur Antwort. „Erstens sehen sich unabänderliche Begebenheiten mit lachenden Augen ganz anders an. Grübeln überlasse ich kleinlichen, pessimistischen Menschen." &s gibt Reieg Dieses Abwarten dauerte bis zum selben Abend. Wir hatten in den ganzen Stunden nichts mehr von den Urubus zu sehen bekommen und man hätte glauben können daß sie sich verzogen hätten, doch die Erfahrung meines Freundes kannte die Indianer ganz genau, um zu wissen, daß sie die hereinbrechende Dunkelheit abwarteten, um im nächtlichen Halbdunkel besser an die Hütte heranschleichen zu können. Wir ließen den nahen Urwald keinen Augenblick aus den Augen und selbst das Essen nahmen wir einzeln ein, wobei zwei die jeweilige Richtung im Auge behielten. Wie der Schlangenjäger richtig vermutet hatte, würde sich bis zum Fallen der Dunkelheit nichts weiter ereignen. Als nun die letzten Strahlen der untergegangenen Sonne verschwunden waren, verdoppelten wir unsere Aufmerksamkeit, Glücklicherweise war der Himmel an diesem Tage ziemlich hell, so daß wir einigermaßen das Gelände überschauen konnten. Nicht lange, und die Urubus versuchten, an unsere Hütte heranzukommen. Sie hatten uns umkreist und kamen nun von allen Seiten zugleich herangeschlichen. Wie Schlangen krochen sie langsam, Zentimeter vor Zentimeter auf dem Boden vorwärts. Wir hatten uns in den beiden Kammern der Hütte so verteilt, daß wir alle Richtungen genau übersehen konnten. In der ersten hatten sich der Schlangenjäger an der einen Seite, und Bumba an der anderen Seite der Wand schußfertig hingestellt. Ich war in der angrenzenden Kammer, die durch eine türgroße Oeffnung mit der ersteren verbunden war und hielt die Richtung zu den Bananenstauden und die Plantagenseite im Auge. Neben mir saß Findi auf seinen Hinterpfoten und verfolgte interessiert jede meiner Bewegungen. Ich tätschelte ihm liebkosend auf den Kopf. „Findi, ich glaube es geht los.“ „Wir wollen sie bis auf Sehweite herankommen lassen“, rief die Stimme meines Freundes aus dem Nebenzimmer„Können Sie schon die einzelnen unterscheiden?“ „Ja, ich glaube, daß ich sie schon treffen kann.“ „Dann schießen Sie ruhig“, kam es zurück. Die Indianer kommen anscheinend nicht gleichmäßig näher, denn hier sind sie noch außer Schußsicherheit." „Ich hatte ein Gewehr vom Schlangenjäger in der Hand. Den Revolver hatte ich lose in der Rocktasche sitzen und meine Winchesterbüchse wollte ich erst bei dem kommenden Ansturm benutzen, hatte ich neben mich an die Wand gelehnt. Langsam hob ich das Gewehr, legte den Lauf auf die Holzöffnung der Hütte, genau zielte ich auf das anschleichende Etwas, dann... ein Knall hallte durch die nächtliche Stille und der Urwald Vize.„Wir streiten uns darüber, in welchen Zeitabständen die Bayreuther Festspiele und die Oberammergauer Passionsspiele stattfinden. Ich behaupte, daß die Richard=Wagner-Festspiele in Bayreuth alle zwei Jahre stattfinden— also 1934, 1936, 1938 usw.— und das Passionsspiel in Oberammergau alle zehn Jahre, letztmals 1934. Eine Bekannte von mir ist jedoch der Auffassung, daß Bayreuth alljährlich und Oberammergau in kleineren Zeitabständen als zehn Jahre spielt. Wer hat recht?"— Die Oberammergauer Passionsspiele werden seit dem Jahre 1634 aufgeführt, und zwar in Zeitabständen von zehn Jahren. Noch im 17. Jahrhundert wurde das Zehnerjahr zum Aufführungsjahr bestimmt und mit seltenen Abweichungen von dieser Regel eingehalten. Der Weltkrieg veranlaßte die Spiele auf das Jahr 1922 zu verschieben. 1930 war normales Spieljahr, 1934 wurde das 300jährige Jubiläum durch ein Zwischenspiel gefeiert. Als nächstes Spieljahr kommt wiederum 1940 in Frage, womit endgültig zum Zehnerjahr zurückgekehrt ist. In Bayreuth finden immer zwei Jahre nacheinander Festspiele statt. Dann folgt ein Jahr Pause. Z. B. wurden in diesem Jahre, 1936, Festspiele ausgeführt, 1937 ist ein Wiederholungsjahr, 1938 ist Pause usw. Armes Dienstmädchen.„Der Briefkasten hat schon öfters manchem Menschen aus der Not geholfen, darum bitte ich, mir ebenfalls aus meiner Lage zu helfen. Aus Unvorsichtigkeit beim Großreinemachen stieß mir das Unglück zu, daß mir die Leiter auf die Marmorplatte der Waschkommode fiel und sie dadurch einen Riß von vorn bis hinten bekam. Jetzt bitte ich um einen Rat, wie ich die Platte wieder machen lassen kann, bevor meine Herrschaft aus dem Winter zurückkommt.“ — Wenn die Marmorplatte fest aufliegt, kann man den Riß zusammenkitten, indem man Schlämmkreide mit Wasserglas zu einem dünnen Brei anrührt, die Bruchflächen bestreicht und fest zusammenpreßt. Sie sollten aber ihrer Dienstherrin Mitteilung von Ihrem Mißgeschick machen. Anszug.„Vor sechs Jahren bezog ich mein neuerbautes Haus. Gleichzeitig vermietete ich den zweiten Stock an einen Beamten, der nun dieser Tage ausgezogen ist. Bei der Vermietung unterhielt ich mich mit dem Mieter über eine etwaige Neuherrichtung beim Auszug nach so vielen Jahren. Mietvertrag habe ich jedoch keinen. Auch sind kleinere Beschädigungen in der Wohnung vorhanden. Kann ich den Mieter zur Neuinstandsetzung der Wohnung zwingen?"— Nein. Zur Instandsetzung der Wohnung ist der Mieter nicht verpflichtet; dafür, daß die Wohnung abgenützt ist, haben Sie ja auch Miete erhalten. Der Mieter haftet nur für Beschädigungen der Mieträume infolge unpfleglichen Gebrauchs. Vorlesungen.„Ich habe die Universität nicht besucht. Aber ich habe mich nur immer über folgendes gewundert: Warum gibt es Vorlesungen? Also eine große Anzahl von alten und jungen Studenten ist in einem großen Saal versammelt und hört von einer wissenschaftlichen Autorität einen Vortrag. Warum ist das? Ist meine Frage dumm? Ich denke mir, daß es doch praktisch besser wäre, man würde eine solche Vorlesung drucken oder warf das Echo wie ein dröhnendes Gespenst zurück. Nichts war von der Wirkung des Schusses zu sehen. Langsam lud ich, um kurz darauf genau so abzufeuern. Jetzt konnte ich die einzelnen Gestalten deutlicher unterscheiden und beim nächsten Schuß sah ich, wie ein getroffenes„Etwas" unter leisem Aufschrei zur Seite vollte. Auch mein nächster Schuß war ein Volltreffer. Nun wurde auch im Nebenzimmer geschossen und auf einmal hallten die fürchterlichsten Schreie durch die Luft. Gleichzeitig sprangen die Urubus auf und stürmten in gebückter Haltung von allen Seiten unter Ausstoßen der gräßlichsten Kriegsgeschreie auf die Hütte zu. Mit einem Augenschlag konnte ich wohl annähernd fünfzig dieser dunklen Schatten feststellen die allein von meiner Seite auf uns zugestürmt kamen. Ich schoß, und mit einem Aufschrei ließ die Rothaut den Bogen seinen Händen entfallen und stürzte zu Boden. Schnell ergriff ich meine Winchesterbüchse. Immer dichter kamen die roten Teufel herbei. Sie gaben mir ein willkommenes Ziel. Nur ein kurzes Visieren..., ein Schuß, und einer der Anstürmenden sank in die Knie..., wieder ein Schuß, genau dasselbe Bild... wieder.. wieder, immer wieder. Wurden denn diese Teufel nicht alle? Ein ohrenbetäubender Lärm durchhallte die nächtliche Luft. Hier das Schießen der Gewehre, ..die Kriegsgeschreie der Vorwärtsstürmenden, ... die gräßlichen Klagelaute der Verwundeten, ... die gequälten Aufschreie der Getroffenen... Hier traf wieder eine Kugel ihr Ziel,... klatschend fielen die roten Körper zu Boden, krümmten und wanden sich... Zischend sausten die Pfeile durch die Luft, sie wie ein Peitschenschlag messerscharf mit deutlichem Ssst! zu durchschneiden und mit einem„Zack“ in der Holzwand unserer Hütte zu landen. Immer mehr lichteten sich die Reihen der Teufel... noch kamen sie näher... meine Büchse war leer, ich griff den Revolver, feuerte und feuerte. Sechs weitere Teufel wälzten sich am Boden..„ die restlichen ließen sich von selbst zur Erde gleiten, Rufe schollen durch die Luft wie das Kreischen der Aasgeier, das Zeichen der Urubus zum Rückzug... Gott dank! Ich hatte Zeit, mein Gewehr zu laden. (Fortsetzung folgt.) in Maschinenschrift vervielfältigen lassen. Wäre das nicht besser und vorteilhafter? Es gibt Menschen, die eine leichte Auffassungsgabe haben, viele andere sind aber oft„schwer von Begriff“. Diese hätten dann doch den Vorteil, es öfter durchzulesen, bis es„sitzt". Ich habe dieses in schlichter Weise klargelegt, und der Briefkasten, den ich gewiß zu denen rechnen darf, die eine„leichte Auffassung“ haben, wird mich verstehen, was ich sagen will.“— Die Studenten kommen zur Vorlesung, um die Persönlichkeit des Lehrers unmittelbar und nicht über den Umweg über das gedruckte Wort auf sich wirken zu lassen. Das gesprochene Wort ist unter Umständen von nachhaltigerem Eindruck und von größerer Wirkung als das geschriebene. Im Vorlesungssaal lernen sich auch die Studenten untereinander kennen und haben Gelegenheit, ihre Gedanken über das Gehörte nach der Vorlesung auszutauschen. In den naturwissen. schaftlichen und medizinischen Fächern sind die Vorlesungen auch meistens mit praktischen Vorführungen verknüpft. Auch soll der Universitätslehrer in den Vorlesungen über den neuesten Stand seiner Wissenschaft und über Streitfragen usw. berichten. Aus all diesen Gründen sollte der Student nicht auf das Anhören von Vorlesungen verzichten. Es gab allerdings immer Studenten, die sich nach Möglichkeit ihr Wissen nur aus Büchern holen. Tankstelle.„Ich habe meinen Personenkraftwagen an einer Tankstelle aufgestellt, um Brennstoff nachfüllen zu lassen. Der Brennstofftank faßt normalerweise zehn Liter. Da nun der Boden neben der Zapfstelle schräg war, stand der Wagen schief, der Tank war nicht ganz voll zu bekommen, und ein Teil des Brennstoffs lief über. Als ich den Motor anspringen ließ, stand der ganze Wogen im Nu in Flammen und brannte vollständig aus. Wer haftet nun für den Schaden der zweifellos auf den infolge unsachgemäßer Anlage der Tankstelle übergelaufenen Brennstoff zurückzuführen ist?"— Wenn der Wagen schief stand, so durften Sie eben in den Brennstofftank keine zehn Liter einfüllen lassen. Unter allen Umständen mußten Sie den übergelaufenen Brennstoff mit einem Lappen usw. sorgfältig auftrocknen, bevor Sie den Motor wieder in Gang setzten. Die Hauptschuld trifft Sie, nicht den Inhaber der Zapfstelle. Eine Klage gegen den letzteren halten wir für ziemlich aussichtslos. Pacht—Kantion.„Wir haben im Jahre 1920 eine Kaution gestellt für den Pächter bzw. Uebernehmer einer Gastwirtschaft. Die 2000 RM. waren seinerzeit am Einzahlungstag 220 Goldmark. Ist die Kaution vielleicht verjährt, oder kann ich heute noch Aufwertung verlangen? Der Empfänger des Geldes hat mir auf meine in diesen Tagen erfolgte Mahnung einen groben Brief geschrieben und fühlt sich nicht verpflichtet, wir etwas zu ersetzen. Ich habe auch noch nie Zins erhalten während der ganzen Zeit, obwohl ein solcher vereinbart war. Wie kann ich nun gegen den Schuldner vorgehen?"— Kautionen sind nicht als Vermögensanlagen anzusehen, sondern als Bestandteil eines gegenseitigen Vertrags, so daß unbeschränkte Aufwertung möglich ist. Ob und inwieweit eine Aufwertung stattzufinden hat, hängt von den Umständen ab. Hat der Verpächter die Kaution in seinem Geschäft mitarbeiten lassen, so ist anzunehmen, daß die Substanz nach Abzug eines Entwertungsfaktors erhalten geblieben ist. Ist aber das Geld bei einer Bank einbezahlt worden, so haftet er nur, wenn ihm nach Lage des Falles ein Vorwurf wegen des Stehenlassens des Guthabens gemacht werden kann, insbesondere wenn er entgegen einer getroffenen Vereinbarung das Geld anders angelegt hat. Ein Dankbarer.„Was ist unter„Wander=Imkerei zu verstehen? Wie wird dieses Gewerbe betrieben? Unter welchen Bedingungen können bei den Gemeinden solche Bienenkästen aufgestellt werden. Wie ist der Erfolg im allgemeinen? Welche behördliche Genehmigung ist hierzu nötig? Kann dieses Gewerbe auch hauptberuflich ausgeübt werden?"— Wander=Imker ist, wer zur Ausnutzung guter Trachten mit den Bienenvölkern nach entfernt liegenden Trachtgebieten wandert. Ueber die Wanderbienenzucht gibt es gute Fachbücher, die Ihnen gerne jede Buchhandlung besorgt. Wenn Sie Bienenzucht und besonders Wanderbienenzucht betreiben wollen, schließen Sie sich am besten der Reichsfachgruppe Imker bzw. der für Sie zuständigen Ortsfachgruppe an. Die Ortsfachgruppen haben Wandervereinigungen, denen Sie sich anschließen können, denn erst die gemeinsame Durchführung der Wanderung macht diese lohnend und die damit verbundenen Kosten tragbar. Fast alle Länder haben Bestimmungen über das Wandern mit Bienen zum Schutze gegen Seuchenübertragungen erlassen. Ueber die einzelnen Bestimmungen unterrichtet Sie die Ortsfachgruppe, die Ihnen auch die notwendigen Papiere beschafft. Die hauptberufliche Ausübung der Bienenzucht können wir Ihnen nicht empfehlen, höchstens dann, wenn Sie eine praktische Ausbildung als Imker durchgemacht haben. Alleinstehend.„Kann mir der Briefkasten sagen, welches die mittleren Jahre sind bei einem Menschen, das heißt, wie hoch das Durchschnittsalter ist, das ein Mensch erreicht?"— Das durchschnittliche Lebensalter hat während der letzten 75 Jahre stark zugenommen. Wenn man die Sterblichkeit des ersten Säuglingsalters außer acht läßt, so ist das Durchschnittsalter in den Jahren 1871 bis 80: 50 Jahre; 1891 bis 1900: 55 Jahre und 1910—11: 59 Jahre. heute aber rund 63 Jahre. A. D.„Ich habe einem Herrn vor vier Jahren 350 Mark geliehen, weil er in großer Not war, gegen 5 v. H. Zins. Nun hat der Herr seither nichts mehr von sich hören lassen. Er bezahlt keine Zinsen und tut, wie wenn er überhaupt nichts von mir bekommen hätte. Nun möchte ich gern wissen, ob der Schuldschein schon verjährt ist und ob ein Schuldschein überhaupt verjähren kann, wenn der Gläubiger sein Guthaben mehrere Jahre nicht einfordert?"— Darlehen verjähren von der Hingabe an erst in 30 Jahren, auch wenn der Gläubiger in der Zwischenzeit wegen Rückzahlung des Darlehens keine Schritte gegen den Schuldner unternommen hat. Die Zinsen aus Darlehen da= gegen verjähren in vier Jahren. Sofern Ihr Schuldner auf Mahnung die rückständigen vierjährigen Zinsen nicht bezahlt, müßten Sie den Betrag der Zinsen gegen ihn einklagen. M. Sch. Boxer.„Welchen Beruf hat Max Schmeling gelernt, und wo hat er ihn gelernt? Hat er höhere Schulen besucht? Wann fing er zu boxen an und in welchem Verein? Wann wurde er Berufsboxer? Wo und wann ist Schmeling geboren?"— Max Schmeling ist am 28. 9. 1905 geboren, und zwar in Klein=Luckow in der Uckermark. Er fing 1925 an zu boxen, also mit 20 Jahren, und war von Anfang an Berufsboxer, 1930 wurde er erstmals Weltmeister im Schwergewicht. Höhere Schulen hat er nicht besucht. Wenn Sie sich so für Max Schmeling interessieren, dann finden Sie alles Wissenswerte in seinem eigenen Buch „Mein Leben— Meine Kämpfe", das Sie durch jede Buchhandlung beziehen können. Tante Lieschen.„Möchte gerne vom allwissenden Briefkasten eine wichtige Auskunft. Meine beiden Söhne sind für immer beim Militär, und meine Tochter geht noch zur Schule. Nun könnte ich mich wieder verheiraten. Muß nun der Mann für mich die Schuld an das Fürsorgeamt zurückbezahlen? Durch die Geldentwertung und spätere Arbeitslosigkeit kam ich in die Notlage, Miete und Lebensunterhalt von dort zu beziehen, ein eigentliches Selbstverschulden lag nicht vor. Ich befürchte, daß der Mann an den möglichen Vorschriften des Fürsorgeamtes sein Vorhaben scheitern ließe und ich auch weiterhin eine Last der Stadt bleiben müßte."— Bei Wiederverehelichung haftet der künftige Ehemann nicht für den für Sie früher entstandenen Unterstützungsaufwand. Er wird auch vom Wohlfahrtsamt hierfür nicht in Anspruch genommen werden. Diese Frage kann demnach kein Hinderungsgrund für die Verehelichung sein. Schriftliche Anfragen aus unserem Leserkreise werden von uns kostenlos beantwortet. Die letzte Bezugsquittung ist der Anfrage beizulegen. Die Mitarbeit aus unserem Leserkreise ist uns jederzeit erwünscht.— Die Schriftleitung übernimmt für die Auskünfte nur die preßgesetzliche Verantwortung. Türkei droht dem Völkerbund Austritt wegen der Sandschak-Frage? dnb Istambul, 2. Januar. Die türkische Zeitung„Cumhuriyet" veröffentlicht am Donnerstaa einen Leitartikel ihres Herausgebers, des Abgeordneten Yunus Nadi, der sich mit der augenblicklichen politischen Lage im Sandschak Alexandrette und der aus diesem Grunde bestehenden Spannung zwischen der Türkei und Frankreich beschäftigt. In dem Aufsatz wird Frankreich vorgeworfen, daß es sich hinter der Völkerbundssatzung verschanze. Es wolle dem Völkerbund eine Entscheidung nach seinem, Frankreichs Willen, aufzwingen, die natürlich gegen die Türkei gerichtet sei. Die Arbeitsmethoden des Völkerbundes seien nur zu gut bekannt, und ebenso wisse man, wie reformbedürftig der Völkerbund sei. Aus diesem Grunde sei die Türkei entschuldbar, wenn sie sich das letzte Mittel suche, um ihr Recht zu wahren, Yunus Nadi betont, die Türkei werde sich keineswegs dem irrigen Verfahren dieser noch unausgereiften Genfer Funktion opfern lassen. Wenn nicht bis zur Januar=Tagung des Rates ein Abkommen mit Frankreich zustandegekommen sei, dann werde die Türkei mit dem Austrittsbeschluß aus dem Völkerbunde in der Tasche nach Genf kommen. Der Verfasser schließt seine Ausführungen mit den Worten: Bevor wir uns vor die Möglichkeit einer für die Türkei entehrenden Lage gestellt sehen, werden wir als erstes dem Völkerbund den Rücken kehren und werden, wenn das unsere verletzte Ehre erfordert, mit erhobener Stirn auch einer ganzen Welt Trotz bieten. Die Ausführungen des Abgeordneten Yunus Nadi sind um so bedeutungsvoller, als der Verfasser gleichzeitig Vorsitzender des außenpolitischen Ausschusses des türkischen Parlements ist. Falsche Hoffnungen in Paris und London Italienische Zeitungen gegen Pariser und Londoner Unterminierungsversuche des deutschitalienischen Verhältnisses dnb Rom, 2. Januar. Die Pariser Korrespondenten der römischen Blätter heben in ihren Berichten die Enttäuschung hervor, mit der man dort das Mißlingen des Versuches aufgenommen habe, durch die englisch-französische Initiative die deutsch-italienischen Beziehungen zu trüben, ja geradezu Deutschland und Italien zu entzweien. Der Korrespondent der„Tribuna" schreibt, die Hoffnungen des Quai d'Orsay seien nun endgültig geschwunden. Dieselben seien nicht nur ganz falsch gewesen, ja man könne sagen, daß im Gegenteil der englisch-französische Schritt dazu beigetragen habe, die Uebereinstimmung der deutschen und der italienischen Anschauungen zu beweisen und ihr Zusammengehen zu verbürgen. „Lavoro Fascista“ wendet sich unter dem Titel „Böswillige Beschuldigungen und bewußte Lügen der französischen Presse" mit höhnischen und scharfen Bemerkungen gegen die Gerüchte, die anläßlich der Unterredung des deutschen Botschafters in Rom mit dem italienischen Außenminister in gewissen französischen Blättern aufgetaucht sind. Daß man derartige Gerüchte in einem Augenblick ausgestreut habe, wo die europäische Lage ohnedies gespannt genug erscheine, sei gewissenlos und könne nicht genug bedauert werden. Mit aller Schärfe wenden sich auch die Londoner Korrespondenten der römischen Blätter gegen die Verdächtigungen, die ein Teil der englischen Presse gegenüber Deutschland zum Ausdruck bringt. Die italienischen Blätter bezeichnen die Behauptungen gewisser Londoner Blätter über imperialistische Pläne Deutschlands als völlig absurd. Schwerer Unfall in der Silvesternacht Am Silvesterabend ereignete sich in Frankfurt a. M. ein schwerer Unfall. Ein 18jähriger Bursche versuchte mehrere mit Karbid gefüllte Büchsen zur Explosion zu bringen. Dabei flogen die Büchsen auseinander, da sie sich schon zu stark mit Gas gefüllt hatten. Der junge Mann wurde auf der Stelle getötet, eine Hausangestellte und ein zweiter junger Mann wurden schwer verletzt. Sie wurden nach dem Krankenhaus übergeführt. Der Zustand der Hausangestellten ist hoffnungslos. Dem jungen Mann mußte noch in der Nacht ein Arm abgenommen werden. Das Wetter Unbeständig Die Westwetterlage hat sich noch vollkommener in Westeuropa durchgesetzt. Mit meist lebhaften westlichen Winden gelangen zunächst noch warme Meeresluftmassen zu uns, daher werden die Niederschläge auch im Bergland anfangs noch als Regen fallen, sie werden aber langsam in Schnee übergehen. Vorhersage für Sonntag: Bei frischen westlichen Winden wechselnd wolkig und einzelne Schauer, mild. Winterberg meldet starken Schneefall bei — 1 Grad Celsins; Gesamtschneehöhe 3 Zentimeter, Neuschnee 3 Zentimeter(Pappschnee).— Sportmöglichkeiten: keine. Statt KartenEdmund Rodemann Hildegard Rodemann geb. Brieler Vermählte Hattingen O-Osterfeid z. Zt. N.-Wenigern, Kupierdreher Str. 12 den 3. Januar 1937 Am Nei lieber unser guter Vetter Du meine Seele, singe, wohlauf und singe schön dem, welchem alle Dinge zu Dienst und Willen stehn. Ich will den Herren droben hier preisen auf der Erd, ich will ihn herzlich loben, solang ich leben werd. irsmorgen gegen 4 Uhr durfte mein mein lieber Sohn, Schwiegersohn, 3ruder, Schwager, Onkel, Neffe und Herr Walter Peters nach schwerer, mit Geduld und Stärke ertra Krankheit zu seinem Herrn und Heiland Christus heimgehen. Er starb im Alter von fast 36 Jahren. Um stille Teilnahme bittet im Namen der Hinterbliebenen Frau Helene Peters geb. Pletsch. Essen-Steele, Franziskastr. 18, den 1. Jan. 1937 Die Beerdigung findet am Montag, dem 4. Jan. 1937, nachm. 3.45 Uhr, von der Leichenhalle des evgl. Krankenhauses, E.-Steele, Augenerstr. 86, aus statt. Die Trauerfeier ist 1/4 Stunde vorher. Allen denen, die versehentlich keine Auseige erhalten haben, diene diese als solche. Tanzschule Hattingen=Ruhr Gegr. 1856 Die neuen Kurse beginnen in: Donnersta 8 Uhr im den 7. Jan. abends ergischen Hof. A Dienstag. den 12. Jan. 20 Uhr in Halingen unserem Parkettsaal, Viktor-Lutze= Str. 32 Gefl. Anmeldungen erbeten. Kinderlieb., fleißig., latholisches für alle Hausarbeit sucht Frau Maria Feldmann Essen. Schubertstraße 24. Junges Mädchen für Leihbücherei ges. Schriftl. Angeb. u. Nr. 11 a. d. Gesch. d. Ztg. in Hatting. Perfekte 18 die mehrere Jahre in verschied. Büros tätia war, sucht z. 1 Febr. 1937 geeignete Stelle. Angebote unter Nr. 24 an die Geschst, d. Ztg. in Hattingen Gute hochtr. zu verkaufen. erfk. 82. Kämpfe den guten Kampf des Glaubens. 1. Tim. 6, V. 12. Statt jeder besonderen Anzeige. meine innigstgeliebte Frau, unsere treusorgende, unvergeßliche Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Henriette Kamm geb. Kinzius im Alter von 70 Jahren. In tiefer Trauer: Familie Karl Kamm. Essen-Steele, Ahlfeld, Mettmann, Newyork, Kettwig, Heiligenhaus und Düsseldorf, den 1. Januar 1937. Die Beerdigung findet am Montag, dem 4. Januar 1937, nachmittags 2 Uhr, vom Trauerhause, Hansastraße 22, aus statt, Trauerfeier eine halbe Stunde vorher. Eisenbahnverein Unser Mitglied Franz Voßwinkel ist gestorbee. Zur Teilnahme an der Beerdigung am Montag 25 1. 37. Abmarsch vom. Vereinslokal 8,45 Uhr. Beteiligung M Dentliche Schrift im Anzeigenmannskeipt(nur einseitig beschreiben) hilft Fehler und Verzögerungen vermeiden. Für Beachtung ist der Verlag dankbar Freundl. möbl. Zimmer evtl. mit voller Pension zu vermiet. Retgerei kräger Hatting. Heggerstr. 9 Jräumige Neubau=Wohng. m. Baderaum und Speisez. an ruhige ältere Leute zum 1. 4. in Linden zu Off. unt. Nr. 9 an d. Gesch. d. Ztg. in Hattingen. zum 1.2. od. 1. 3. 37. in Umg. dfr. Ztg. ein kleines Haus od. kl. Kotten zu pachten oder zu kaufen. Miete kann ½ Jahr im Voraus gezahlt werden. Offerten unt. Nr. 4 an die Gschst. d. Z. in B.=Linden. Zwangsversteigerung. K 27/34 Im Wege der Zwangsvollstreckung soll das in Essen=Steele belegene im Grundbuch von Steele Band 5, Artik. 28 auf den Namen des Kaufmanns Hermann Brandt zu Steele eingetragene Grundstücke am 15. Januar 1937, vormittags 10 Uhr an der Gerichtsstelle Grendplatz Nr. 2, Zimmer Nr. 1, versteigert werden. Die nähere Bezeichnung des Grundstücks ist aus dem an der Gerichtstafel befindlichen Aushang ersichtlich. E.=Steele, den 29. August 1936. Amtsgericht. Zwangsversteigerung. K 5/36. Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen die in Steele belegenen, im Grundbuche von Steele, Band 21, Blatt 665, auf den Namen Wilhelm Kirchhoff in Steele(Eigentünter hat anf sein Eigentum verzichtet) eingetragenen Grundstücke am 15. Januar 1937, vormittags 10.15 Uhr der Gerichtsstelle, Grendplatz 2, Zimmer Nr. 1 versteigert werden. Die nähere Bezeichnung der Grundstücke ist aus dem an der Gerichtstafel befindlichen Aushang ersichtlich. Ess.=Steele, den 25. Septbr. 1936. Amtsgericht. an Dein ganzes Leben war nur Schaffen Warst jedem immer hilfsbereit. Du konntest bessere Tage haben, Doch dafür nahmst du dir nie Zeit. Silvesterabend 23.55 Uhr verschied sanft und unerwartet mein lieber Mann, unser lieber Vater, Großvater und Urgroßvater Ferdinand Forbrich In tiefer Trauer: Frau Ottilie Forbich geb. Krenz Familie Fritsche Familie Jauer Enkel und Urenkel. Hattingen, Berlin und N.-Stüter, den 2. Jan. 1937. Die Beerdigung findet am Montag, dem 4. Januar nachmittags 3.30 Uhr, von der Ev. Friedhofskapelle in Hattingen aus statt. Trauerfeier eine halbe Stunde vorher. Allen, denen aus Versehen keine besondere Nachricht zuging, diene diese als solche. lig die in dem Herrn sterben. Offenb. Joh. 14, V. 13, Nach kurzer, schwerer Krankheit wurde unser Mitarbeiter Herr Waller Pelers durch den Tod aus unserer Mitte genommen. Mit großer Treue und ganzer Hingabe hat er seinen Dienst erfüllt Es war seine Freude, für seinen Herrn Chistus tätig zu sein. In diesem Dienst hat ihn das Presbyterium, die Leitung des Krankenhauses und die Gefolgschaft ehren und schätzen gelernt. Das Presbyterium der evgl. Kirchengemeinde Königssteele. Führer und Gefolgschaft des evgl. Krankenhauses E.-Steele. Drucksachen aller Art liefert preiswert in kürzester Frist unsere Druckerei. Für die vielen Beweise herzlicher Anteilnahme beim Heimgange unserer lieben, unvergeßlichen Mutter, sagen wir allen, besonders Herrn Pastor Altena für seine trostreichen Worte, sowie für die zahlreichen Kranzspenden unseren herzlichsten Dank. Adolf Utermann Marta Utermann Buchholz, im Dezember 1936. MUNNNINNINNINRNINUN Unser tägliches Rochbüch = Sonntag, 8. Jannar: Erstes Gericht: Hasenbraten mit Rotkohl und Karloffeln. Für vier Personen sind an Zutaten nötig: 1 Paar Keulen oder ein Hasenrücken, 50 Gramm Speck, 100 Gramm Felt, eineinhalb Kilo= gramm Rotkohl, 2—3 Eßlöffel Weinessig, 2 glatte Löffel Zucher,= 2 Löfsel Mehl, 1 Zwiebel.— Das Hasenfleisch wird gewaschen, ge= bäutet, gespickt, leicht gesalzen und im Topf auf beiden Seiten= angebrännt; eine Tasse Wasser wird aufgefüllt, und ein Bodensatz= muß sich bilden. Dann etwa ein halbes Liter kochendes Wasser= nachgleßen und das Fleisch in 25 Minuten fertig braten. Die Sohe wird mit Mehl leicht gerundet. Wird das Hasenfleisch im Ofen braten, ist das Wenden überflüssig; das rschöpft in Feit geschwitzten Zwiebel durchschwenken, Aussig: das Fleso muß dann nur mit der Sohe beschöpft werden.— Den Rotkohl fein schneiden, Sohe 1ge. ofter mil salzen, en, der in Feit geschwitzten Zwiebel durchschwenken, leicht ser darüber Essig und Jucher dazu kun und den Kohl langsam gar werden las sen. Wenn Aepfel milgekocht werden, 1 Löffel Essig weniger verwenden. Vor dem Anrichten 1 Eßlöffel trochenes Mehl darüberstreuen, mik dem Kohl verrühren und auskochen lassen.— Die Suppe bereiten wir aus der Fleischbrühe, die von dem Fleisch übriggeblieben ist, das für den Heringsalat am Silvester verwendet wurde. Oderlieber ein elschgericht? Gespickter Schellfisch oder Rotbarsch mit gequetschten Karkoffeln. Wir kaufen 1 Kllogramm Fisch, reinigen, waschen ihn und krochnen ihn gut ab. Dann wird der Rücken gehäutet, gesalzen und einreihig gespickt. 3 Eßlöffel Feik in der Pfanne erhißzen, einige Speckscheiben gleichzeitig anbraten und den Fisch mit der Bauchseile nach unten in die nun gut gefettete Pfanne legen. Den Fischrücken nach Belieben mit geriebenem Käse bestreuen. Jetzt den Bratofen schliezen. Nach 10 Minuten etwa dreiviertel Liter kochendes Wasser zuammen mit dem Tomatenmus(Zubereilungsangaben auf der Dose eachten!) angießen. In 10—15 Minuten ist der Fischrücken leicht angebräunk; wenn das Fleisch fest werden will, herausnehmen und warmhalten. Die Soße braucht dann nur noch mil Mehl oder Semmelkrumen gerundet zu werden. Das Gericht ist fertig.— Karkoffelbrei schmeckt sehr gut dazu. Noch einfacher ist es, wenn die Karkoffeln nur durch den Quetscher gedrücht werden und in dieser Form auf den Tisch kommen. Als Nachtisch kann es Kompolt geben. Montag, 4. Jannar: Eestes Gericht: Rindfleisch mit Senfsoße und Salzkarkoffeln, vorher eine Nudelsuppe. Rudelsuppe ißt jeder gern und ein Stück Rindfleisch ebenfalls. Für vier Personen brauchen wir zu diesem Essen: 375—500 Gramm Rindfleisch, etwas Wurzelwerk, 79-125 Gramm Rudeln, je einen Ehlöffel Feit und Mehl, zwei bis drei Ehlöffel Senf.— Das Fleisch wird mit eineinhalb bis zwei Liter leicht gesalzenem, kochendem Wasser angesetzt Nach einer Stunde kommt das feingeschnittene Wurzelwerk hinein, etwas spater die Nudeln. Faden- oder Stern=Nudeln werden in einer Vierkelstunde gar, die breiten brauchen zehn Minuten mehr. Wenn alles gar ist, wird das Fleisch herausgenommen und warm gehalten; de Suppe abschmecken.— Für die Soße Mehl in Feit leicht bräunen, mit Senf, Wasser und etwas Fleischbrühe glalt rühren, das Ganze aufhochen und mit Salz abschmecken. Wer es liebt, mag noch Salz= oder Gewürzgurken dazuessen.— Wenn es ein Einkopfgericht aus Rudeln mit Rindfleisch geben soll, muß das Fleisch zunächst eine Stunde kochen, dann kommen Wurzelwerk, Rudeln und die entsprechende Menge Karkoffeln dazu. Nach Bedarf Wasser nachfüllen, abschmecken, das Fleisch schließlich hineinschneiden. Schnellgericht= Ueberbackenes Fleisch mik beliebiger Beilage. Fleischreste werden in Würfel geschnikten und in Fett angebraten. Darüber gibt man noch 1—2 Eser. Freiwillige, Flugzeuge, Munition Von einer franz. Grenzkontrolle kann keine Rede mehr sein dnb Paris, 2. Januar. Ein weiterer Artikel des französischen Journalisten Jean d'Esme über den Menschen- und Hilfsmaterialschmuggel nach dem roten Spanien in der gestrigen Ausgabe des„Intransigeant“ enthält erneute und durch die Genauigkeit der Angaben ausgezeichnete Beweise für das doppelte Spiel Frankreichs in der Neutralitätsfrage gegenüber dem spanischen Bürgerkrieg. Jean d'Esme hat die mehr oder weniger bekannten und bedeutenden Stellen an der roten spanisch=französischen Grenze aufgesucht, durch die fast täglich Flugzeuge, Lastkraftwagen, Pulversendungen, Munitions- und Kriegsmaterialtransporte passieren. Als„kleinere Türen" dieser Art nennt der Berichterstatter des„Intransigeant" die vielen Nester, die in dem Pyrenäen=Gebirgsmassiv verborgen liegen: St. Martin, Las Illas, Coustouges, Villeroze, Estavar und noch 20 ähnliche kleine Flecken. Von allen führen Maultierpfade über das Gebirge, die sich für den Schmuggel eignen. Außerdem aber, so berichtet Jean d'Esme, gebe es drei offizielle breite, bequeme und gut organisierte Pforten: Cerbère mit der Eisenbahnlinie 114, Perthuis und Bourg=Madame, diese beiden letzteren mit den Großverkehrsstraßen erster Ordnung sogenannten Nationalstraßen Nr. 9 und Nr. 20. Diese drei Hauptrouten seien diejenigen, die von den Waffenschiebern benutzt würden. Warum sollte man auch auf den schwierigen und rauhen Bergpfaden hinaufsteigen, wenn man so schön asphaltierte, breite und selbst für schwerste Lastkrafttransporte geeignete Landstraßen habe. Der Berichterstatter habe seine Studien in Cerbère begonnen. Hier sei er von dem Grenzwächter, der scheinbar schon Gewohnheit habe, als Freiwilliger für das rote Spanien angeworben worden; dieser habe ihm, ohne daß er nach Ausweiskarten fragte, gesagt: „Ach, Sie sind Freiwilliger, das genügt, Sie können passieren!" Auch an der zweiten großen Pforte nach dem roten Spanien hat der Berichterstatter des „Intransigeant" seine Untersuchungen fortgesetzt. In Bourg=Madame, in diesem großen Dorf, bewache eine ganze Garnison von Zivilgardisten, Zollbeamten und Gendarmen den Grenzübergang. Jeden Tag kämen hier Lastkraftwagen durch, die von den Zollbeamten angehalten würden, aber nach höchstens zehn Minuten wieder weiterfahren dürften, und zwar auf Grund einer kurzer Unterredung eines der Begleiter der Kraftwagen mit dem Kommissar der Zollwache. Ueber den Inhalt dieser kurzen Unterredungen wüßte man nichts. Außer den großen Transportkraftwagen kämen aber eine ganze Menge moderner ameribanischer Personenwagen an dieser Stelle durch, in denen die führenden Anarchisten Spaniens, die Herren Clos, Rosique, Martinez u. a. sich in Milizuniform nach Perpignan begeben. Mit eigenen Augen hat der Berichterstatter zwei große Lasttransportzüge, deren Nummern er genau angibt, gesehen. Das seien die Geschenke der Arbeiter der Billancourt=Werke, die diese der spanischen Volksfront gestiftet haben. Die dritte große Pforte, die von Perthuis, werde in der Hauptsache von den sogenannten roten Lastbraftwagen durchfahren. Da gäbe es einen bekannten roten Kraftwagen mit den Inschriften der spanischen Anarchisten F. A. J., der dnb London, 2. Januar. „Daily Mail" weist darauf hin, daß das Auwachsen der Anwerbung von Engländern für den spanischen Bürgerkrieg in Großbritannien beträchtliche Sorge hervorrufe. Die kommunistische Partei Englands habe auf die Befehle Moskaus hin eine organisierte Werbung insbesondere in den Industriegebieten Südwales und in Clyde begonnen. Die Werbung werde so gerissen durchgeführt, daß die einschlägigen Gesetze umgangen werden. Infolgedessen überlege die Staatsanwaltschaft nunmehr, wie man diesem Treiben Einhalt gebieten könne. Es sei nicht zu bestreiten, daß die Kommunisten mit einem gewissen Erfolg gearbeitet hätten. Einige hundert Engländer würden im Januar in den Reihen der spanischen Roten kämpfen. Jeder Mann, der sich melde, erhalte ein Pfund für den Tag, außerdem wöchentlich 20 Schilling für seine Frau und 10 Schilling für jedes Kind. In Liverpool habe man insbesondere versucht, ehemalige Artilleristen anzuwerben und habe etwa 50 Mann nach Spanien schicken können. In Schottland beläuft sich die Zahl der Angeworbenen auf etwa 200. Aus Südwales seien etwa 50 Mann geschickt worden und aus London ebenfalls 50. regelmäßig Goldsendungen nach Frankreich bringt und dann mit rund 60 000 Schuß Munition wieder Burletcre. Kieler Dampfer im Sturm gesunken? dnb Kiel, 2. Januar. Von dem 850 Tonnen großen Dampfer„Sensal" der Reederei Paulsen u. Ivers(Kiel), der in Königsberg Getreide für Brake geladen hatte, fehlt sei dem 26. Dezember jede Nachricht. Der Dampfer„Sensal" hatte am 24. Dezember seine Beladung in Königsberg zu Ende geführt. Am ersten Weihnachtsfeiertag verließ er den Hafen und ging um 11.30 Uhr von Pillau in See. Im Laufe dieses Tages kam schwerer Sturm auf. Die Vermutung, daß der Dampfer„Sensal" unter Hela vor Anker ging und die Fahrt auch durch den später einsetzenden Nebel verzögert wurde, verliert angesichts der an der Küste bei Pillau angetriebenen Rettungsringe an Wahrscheinlichkeit, so daß man ernste Besorgnisse um das Schicksal des Dampfers und seine 12köpfige Besatzung hat. Geldmittel, da die Angeworbenen nicht nur beträchtliche Vorschüsse erhielten, sondern auch voll ausgerüstet würden. Sie würden in England gesammelt und zunächst nach Paris geschickt. Von dort gingen sie nach Portugal, wo die Rekruten eingehend ausgebildet würden. Sodann gelangen sie über Port=Bou nach Barcelona, wo sie formell der Roten Brigade beitreten. Auch über Bilbao ging eine Anzahl von Freiwilligen. Für britische Flugzeugführer, die sich meldeten, würden vierzig Pfund in der Woche gezahlt und eine Prämie von einigen 100 Pfund für jede abgeschossene Maschine. Der Landesstatthalter von Steiermark zurückgetreten Der Landesstatthalter von Steiermark, Graf Berthold Stürzkgh, ist nach Grazer Blättermeldungen zurückgetreten. Eine Begründung für diesen Entschluß wurde nicht gegeben. Graf Stürzkgh, ein Verwandter des bekannten von dem jüdischen Marxisten Friedrich Adler ermordeten österreichischen Ministerpräsidenten Stürzkgh, war Heimatschutzmann und wurde nach der im Anschluß an die Maiverfassung vom Jahre 1934 durchgeführten Reorganisation der politischen Verwaltung auf den Posten des Landesstatthalters von Steiermark berufen. Kontrollplan für Spanien Uebergabe an Englands Außenminister.— Sofortige Weiterleitung an die spanischen Parteien dnb London, 2. Januar. Lord Plymouth, der Vorsitzende des Nichteinmischungsausschusses, übermittelte am Freitag auftragsgemäß dem englischen Außenminister Eden den Plan für die Einführung einer Waffeneinfuhrkontrolle zu Lande und zur See für Spanien. Er richtete dabei an Minister Eden die Bitte, diesen Vorschlag beiden Parteien in Spanien zu unterbreiten. Nach einer Mitteilung des englischen Außenamtes wird der Plan zusammen mit den Antworten, die auf eine Reihe damit in Zusammenhana stehender Fragen gegeben wurden, unverzüglich durch die diplomatischen Vertreter Großbritanniens in Spanien beiden Parteien übermittelt. Gleichzeitia werden beide Parteien aufgefordert, sich innerhalb von zehn Tagen zu der geplanten Waffeneinfuhrkontrolle zu äußern. Die italienische Reaierung hat vor einigen Tagen dem Vorsitzenden des Nichteinmischungsausschusses eine Note zugeleitet, in der sie einige Fragen beantwortet, die in der letzten Sitzung des Nichteinmischungsausschusses vor Weihnachten aufgeworfen worden waren. Diese Note wird zusammen mit den Antworten anderer Mächte in der nächsten Sitzung des Nichteinmischungsausschusses am 5. Januar erörtert werden. Amtlich wird festgestellt, daß es sich dabei nicht um eine Antwort Italiens auf den französisch-englischen Schritt in der Freiwilligen=Frage handelt, wie ein Teil der englischen Presse irrtümlich berichtet hatte. Die Fragen, die vom Nichteinmischungsausschuß aufgeworfen worden waren, bezogen sich auf die Reihenfolge in der Behandlung der verschiedenen Formen der Einmischung in Spanien. Insbesondere war verlangt worden, daß die Regierungen zustimmen sollten, daß die FreiwilligenFrage vor anderen Arten der indirekten Einmischung bevorzugt erledigt würde. Schwerer Unfall am Neujahrsmorgen Eine Tote, zwei Schwerverletzte Kraftwagen überfuhr Fußgänger Hamm. Am Neujahrsmorgen zwischen 7 und 8 Uhr wurden auf der Provinzialstraße von Hamm nach Pelkum in der Nähe der Zeche de Wendel drei Personen von einem in gleicher Richtung fahrenden Lieferkraftwagen angefahren. Eine Frau wurde getötet, die beiden anderen Personen erlitten schwere Verletzungen. Eine Gerichtskommission ist mit der Klärung des Tatbestandes und der Schuldfrage beschäftigt. Die ums Leben gekommene Fran und die Schwerverletzten, von denen einer der Bruder der Fran ist, stammen aus Wiescherhöfen. Die Kommunisten hätten offenbar reichliche Die Roten werben in England Einige hundert Freiwillige für Spanien- Geld spielt keine Rolle Bochumer Krieger= u. Landw.-Kameradsch. F Moritz Sievers Antreten nachm. 3 Uhr Friedhof Hamme. Kolonialwarenund Gemüsegeschäft (Monatsmiete einschließzl. Einrichtung RM. 80.—) günstig zu perkaufen. Die vorhandene Ware muß mit übernommen werden. Off. u. 8512 an die Geschäfsstelle dieser Zeitung in Hattg. Isräumig. Wohnung zu vermieten. E.=Ueberruhr, Mühlenstr. 17. Möbliertes mit 2 Betten und Heizung an berufstätige Leute zu vermieten. Näheres: E.=Steele, Laurentiusberg 5. Eine 3=ZimmerWohnung zum 1. Februar zu tieten. Flachsmä 6=Zimmerzum 1. April 1937 zu vermieten. Zu erfragen in der Geschst. dsr. 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Das neue Film-Ereignis Der Welt berühmtester Sänger Benjamino Gigli in Dü Eist mein Glück Der Lebensroman einer schönen Frau und eines großen Sängers. Strahlendes Lebensglüch— große seelische Not, Lachen und Veinen— und über allem Giglis herrliche Stimme— das ist der Rahmen für die Handlung dieses wundervollen Films Unsere Tonwiedergabe-Apparatur„Europa“! — Europas beste Ton-Apparatur— bringt die herrliche Stimme Giglis zu einer noch nie erreichten natürlichen Wiedergabe Dazu das interessante Vorprogramm Täglich 3.15 Uhr, 5.40 Uhr. 8 Uhr LICHTBURG BOCHUM Stadttheater Bochum Samstag. 2. Jan., 20—22 Uhr. Grüner Ring 3 u. Blauer Ring 5: Gastspiel der Tanzgruppe der Kölner Oper! „Apollo u. Daphne" „Andalusische Zigeunerszene" „Der goldene Schuh“ Sonntag, 3. Jan., 16—18.30 Uhr Außer Vormiete: Der gestiefelte Märchen mit Musik von Wagner=Vorsm. Preise von 0.25 bis 1,20 Mark, 20—22,15 Uhr, Außer Vormiete: Petermann fährt noch Madeira Volksstück von A. Hinrichs. Montag, 4. Jan., 20—22 Uhr. Vormiete A 12: Penthesilea Trauerspiel von H. von Kleist Dienstag, 5. Jan. 19,15—23,15 Uhr, Gelber Ring 3: Wallenstein Dramat. Gedicht in 3 Teilen von Fr. von Schiller Mittwoch, 6. Jan., 16.30—19 Uhr Außer Vormiete Der gestiefelte Preise: 0.25 bis 1,20 RM. 20,30—22,45 Uhr Vormiete C 12: Petermann fährt nach Madeira Donnerstag. 7. Jan. 20—22 Uhr, Vormiete: SymphonieKonzert Werke von Weber, Pizzetti und Schumann.— Solistin: Maria Forst(Violoncello). Freitag, 8. Jan., 20—22.30 Uhr. Vormiete B 12: Zum letzten Male! Neun Offiziere Schauspiel von Georg Fraser. aa o san, Brauner Ring 4: Gastspiel der Tanzgruppe der Kölner Oper! „Appollo u. Daphne" „Andalusische Zigeunerszene"; „Der goldene Schuh“ Sonntag, 10. Jan. 16—18.30 Uhr: Außer Vormiete: Der gestiefelte Preise von 0.25 bis 1,20 Mark, 20—22.15 Uhr. Außer Vormiete: Petermann fährt nach Madeira Preise von 0,40 bis 2,20 Mark. WesfälscheHerdbuchgesellchaft für die Zucht des schwarz weißen Tieflandrindes Herford i. 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