Do Robmnok omn Mag, Bossogger Anzeigenpreis: Für 1 mm Höhe und 22 mm Breite 5 Pfg. Für Anzeigen im Textteil 1 mm Höhe und 75 mm Breite 20 Pfg. Ermäßigte Grundpreise und Nachlässe It. Preisliste Nr. 4. Anzeigenaufträge werden nur zu den„Allgemeinen Geschäftsbedingungen" angenommen und in„Die Heimat am Mittag“ Ausgabe A veröffentlicht. Schluß der Anzeigenannahme morgens 9 Uhr für die am gleichen Tage erscheinende Ausgabe. Für die Aufnahme von Anzeigen an bestimmter Stelle wird keine Gewähr übernommen. Bezugspreis: Durch Boten frei Haus halbmonatlich 1,08 RM., für Abholer halbmonatlich 0.95 RM. Verlagsleitung: Rudolf Hundt; Hauptschriftleiter: Dr. Rudolf Hundt; dessen Stellvertreter Adolf Beineke; verantwortlich für Politik, Handel, Bilder, Unterhaltung: Dr. Rudolf Hundt; verantwortlich für Allgem.=Lokales: Adolf Beineke; verantwortlich für Örtliches, Provinzielles, Sport, Kunst und Kultur: Hans Hollender, sämtlich in Hattingen. Verantwortlich für Anzeigen: i. V. Erna Balke, Hattingen. Druck und Verlag: C. Hundt sel. Wwe., Hattingen=Ruhr. Drahtanschrift: Kreisblatt Hattingenruhr. Für die Aufbewahrung Schriftleitung unverlangt eingesandten Beiträge kann keine für Ausgaben Hattinger Zeitung, Ausgabe A 88. Jahrgang Kreisblatt für den EnnepeDie große Heimatzeitung in Stadt und Kreis Nummer 247 Mittwoch. 21. Oktober 1936 Was weeden die Berliner Besprechüngen Leingen? Paris zu Grof Lionos Besuch in Berlin Die italienische Presse erwartet wichtige politische Entschlüsse dnb Paris, 21. Oktober. Der Reise des italienischen Außenministers Graf Ciano nach Berlin wird von der französischen Oeffentlichkeit weitgehende Beachtung geschenkt. Die Zeitungen des Dienstag widmet den bevorstehenden italienischen Besprechungen in Berlin und Berchtesgaden großes Interesse und läßt ihre römischen oder Berliner Berichterstatter ausführlich zu Worte kommen. Ueber die auf der Tagesordnung stehenden Fragen gehen allerdings die Meinungen auseinander. Einerseits will man der Reise Cianos nur einen allgemeinen Charakter zubilligen: andererseits„befürchtet“ man, daß Deutschland und Italien doch vielleicht irgendwie feste Bindungen eingehen könnten, deren Auswirkungen für die französische Politik nur neue Unannehmlichkeiten mit sich bringen würden. Jedenfalls berichten verschiedene Blätter, daß Berlin dem Schwiegersohn des Duce einen sehr herzlichen Empfang bereiten werde, und daß die deutschen Zeitungen Ciano ausführliche Begrüßungsartikel widmen. Der Außenpolitiker des„Journal". Saint Brice, stellt bei seinen Betrachtungen die Reise Cianos in den großen Zusammenhang der europäischen Politik. Er schreibt u. a., daß diese Reise sich in einer an Ueberraschungen so reichen Zeit durch eine lange Vorbereitung auszeichne. Dieser Punkt verdiene festgehalten zu werden. Der Auftrag zur Reise Cianos nach Berlin sei in dem Augenblick erteilt worden, als die Zwischenfälle von Genf die Wiedererrichtung der StresaFront verzögert hätten. Auch das spanische Drama hätte dazu beigetragen, die Solidarität derjenigen Länder zu fördern, die sich gegen den Bolschewismus richteten. Die überstürzten Ereignisse der letzten Tage seien nicht dazu angetan, die Bedeutung der Berliner Besprechungen zu verringern; ganz im Gegenteil, das Unbehagen im Mittelmeerbecken halte an. Auch der„Figaro“ unterstreicht die Bedeutung der italienisch=deutschen Besprechungen in Berlin. In Rom werde, wie der Vertreter dieses Blattes meldet, der Parallelismus der deutschen und der italienischen Stellungen hervorgehoben, woraus man schließen müsse, daß beide Regierungen entschlossen seien, sich gegenseitig vorbehaltlos in den wesentlichen Punkten einer europäischen Politik zu unterstützen. Die italienische Regierung werde auf ihrem durch die Protokolle von Rom vorgezeichneten Weg beharren, das heißt Reorganisierung des Donaubeckens mit wirtschaftlicher Unterstützung des Reiches, aber in voller politischer Unabhängigkeit und unter moralischer Leitung Italiens. kein Höflichkeitsbesuch sondern wichtige politische Besprechungen sind vorgesehen Die Turiner„Stampa“ schreibt zu dem Besuch des italienischen Außenministers Ciano in Berlin, es sei nicht denkbar, daß sich die Vertreter von zwei aufbauenden Regierungsformen wie des faschistischen und des hitlerischen Regimes zu einem Höflichkeitsbesuch ohne genauen Zweck und ohne ein bestimmtes Programm träfen. Die im einzelnen dargelegte Aehnlichkeit des Aufbaues und die Gemeinsamkeit der politischen Gesichtspunkte der beiden Staaten bilden, wie das Blatt weiter ausführt, eine ausgezeichnete Voraussetzung und ein günstiges Vorzeichen für die Berliner Zusammenkunft. Es steht fest, daß Deutschland und Italien den Frieden wünschten und für den Frieden arbeiten wollten. Die internationale Lage sei heute durch Verwirrung, Unsicherheit und Unbeständigkeit gekennzeichnet. Unter diesen Umständen könne ein engeres deutsch=italienisches Zusammengehen, also eine Verabredung zwischen zwei starken und entschlossenen Staaten, die genau wüßten, was sie wollten, den ersten festen Grundstein für die Aufrichtung einer neuen Ordnung bilden, die den zukünftigen Erfordernissen der europäischen Völker besser Rechnung trage. „Gazzetta del Popolo“ erklärt, wenn der Besuch des Grafen Ciano keinen konkreten Zweck und kein politisches Ziel hätte, so würde er gar nicht erfolgen. Einfache Höflichkeits= oder Unterhaltungsbesuche im Auslande wären für den Außenminister eines so realistischen Landes wie des faschistischen Italiens jetzt nicht an der Zeit. Europa sei seit dem Weltkriege niemals so tief aufgewühlt gewesen wie jetzt. Der Völkerbund liege mitten in der Krise. Das völlige Verkennen der natürlichen und lebenswichtigen Erfordernisse Deutschlands und Italiens sei der Hauptgrund für ihre Abkehr von der Genfer Einrichtung gewesen, die eine Beute der Freimaurerei und des Sozialkommunismus geworden sei. Rußland pervielfältige seine Anstrengungen, um Europa zu bolschewisieren. Seine Tätigkeit mache sich in Spanien, Frankreich, Belgien und auch in England bemerkbar. Frankreich scheine wie gelähmt durch das Eindringen des Komunismus. England hätte eine Politik der Bereinigung verfolgen können, aber es habe nicht gewollt. Auch heute fehle durchaus fene diplomatische Vorbereitung für einen Westpakt, den Italien und Deutschland als unerläßlich bezeichnet hätten. Belgien habe durch seine Rückkehr zur Neutralität Völkerbund, Locarnopakt, Versailler Vertrag und Militärbündnis einen Fußtritt versetzt. Es sei eigenartig, festzustellen, daß England und Frankreich, während sie Deutschland in Abmachungen zur Sicherung ihrer Gebiete hineinzwingen wollten, niemals die etwaigen Dispositionen aus den Angen verloren, um gegen Dentschland in den Krieg zu ziehen. Das gehe klar aus dem gegenwärtigen Manöver hervor, mit dem man neue Verpflichtungen von Belgien herausschlagen wolle. Wenn Deutschland Italien Unterstützung geliehen habe, so sei auch Italien Deutschland nützlich gewesen. Wahre Allianzen seien nicht auf ein Stück Papier geschrieben, sondern ergäben sich aus der Uebereinstimmung der Interessen. Keiner könne sich bedroht fühlen, weil Deutschland und Italien nichts anderes als den Frieden und die Eintracht wünschten. Ministerlesück Der italienische Außenminister Graf Galeazzo Ciano ist am gestrigen Tage in der Reichshauptstadt eingetroffen. Die gesamte deutsche Oeffentlichkeit begrüßt auf das wärmste und aufrichtigste die Ankunft eines Mannes, der als engster Vertrauter des italienischen Regierungschefs in erster Linie berufen ist, mit den verantwortlichen deutchen Staatsmännern einen Meinungsaustausch über die durch die gegenwärtige Lage bedingten Probleme und Entwicklungen zu führen. Der italienische Ministerbesuch erscheint um so zeitgemäßer, als er in einem Augenblick erfolgt, in dem die europäische Situation im Zeichen ausgesprochener Spannuna und Unsicherheit steht. Dieser Zustand ist um so bedenklicher, wenn man die vielfach zu beobachtende Unfähigkeit oder gar Unwilligkeit in Betracht zieht, die verworrenen gegenwärtigen Verhältnisse mitsamt ihren tieferen Ursachen und möglichen Gefahren nüchtern zu beurteilen und entschlossen für Abhilfe zu sorgen. In Verkennung des Umstandes, daß nicht abstrakte und gleichzeitig willkürlich auslegbare Formeln, sondern Realitäten und konkrete Entwicklungen das Leben der Völker beherrschen, sind vielfach falsche Wege eingeschlagen und andererseits nur zu viele Krankheits= und Gefahrenkeime verschleppt worden. Angesichts dieser Situation erscheint es naheliegend und notwendig, wenn Italien und DeutschIann— im vollen Bewußtsein ihrer Verantwortung als europaische Zentralmächte— sich über die gegenwärtige Lage und ihre Erfordernisse klar zu werden wünschen. Was beide Länder eint, sind nicht Bindungen und Pakte im Sinne einer exklusiven und friedenstörenden Blockpolitik, sondern gemeinsame Grundauffassungen hinsichtlich der Voraussetzungen und Bedingungen eines gesunden und gesicherten europäischen Gemeinschaftslebens. Gerade unter diesem Gesichtspunkt betrachtet man ebenso in Deutschland wie in Italien die europäische Situation und die Tendenzen, deren Einfluß der gegenwärtige unbefriedigende Zustand zuzuschreiben ist, mit berechtigter Sorge. Es wird zwar nach wie vor in der Welt sehr viel von Solidarität und Kollektivität geredet, praktisch aber kaum danach gehandelt. Von wahrer Kollektivität kann so lange ernsthaft keine Rede sein, so lange solche wohlklingenden Formeln in erster Linie dazu benutzt werden, um selbstsüchtige Pläne und Absichten nach außen zu tarnen. Ja, unter Berufung auf diese„Kollektivität" sollen am Ende sogar noch diejenigen diskriminiert und mangelnden europäischen Solidaritätsgefühls bezichtigt werden, die diesen Mißbrauch mit idealen Begriffen durchschauen und die ihre warnende Stimme erheben, wenn für den Aufbau stabiler europäischer Verhältnisse schließlich gar noch die Mitwirkung jener Macht als unerläßlich bezeichnet wurde, die durch Wort und Tat bekräftigt, daß sie im Gegenteil an der Störung des zwischenstaatlichen Friedens und an der bewußten Hervorrufung von Unruhe und Unfrieden unter den Kulturstaaten interessiert ist. Daß die Sicherheit und der Friede Europas auf dem natürlichen Fundament der Realitäten und der Anerkennung der berechtigten Interessen und Bedürfnisse aller ordnungsliebenden Staaten verwirklicht werden muß, ist nicht nur in Deutschland erkannt worden. Auch die wirklichkeitsnahe und aufbaufreudige Politik Mussolinis, der seit Jahren das Unheilvolle der Politik von Versailles durchschaut und entsprechend gehandelt hat, strebt zielbewußt die Herstellung gesunder Verhältnisse auf der Grundlage eines wohlverstandenen allgemeinen Interessenausgleichs an. Es ist ein großer Gewinn für Deutschland und Italien, daß sie für ihr staatliches Leben Formen gefunden haben, die sie befähigen, in Erkenntnis der eigenen Interessen auch den Bedürfnissen der anderen Rechnung zu tragen. Beide Staaten fassen diesen Grundsatz als oberstes Gesetz auf und sind gewillt, nach diesem Grundsatz zu handeln und für seine allgemeine Anerkenung zu wirken. In diesem Sinne wird der Besuch des italienischen Außenministers Graf Ciano sich nicht nur ersprießlich für die beiden in der Mitte Europas liegenden Staaten auswirken. sondern überhaupt zur Klärung und Besserung der verfahrenen Verhältnisse in Europa beitragen. Das amtliche Ergebnis der norwegischen Storthingwahlen dnb Oslo, 21. Oktober. Nach den nunmehr vorliegenden amtlichen Ergebnis der Storthingwahlen haben die Arbeiterpartei 71 gegen bisher 69, die konservative Partei 36(30), die liberale Partei 23(24), die Agrarpartei 18(23) und die Christlich-soziale Volkspartei 2(4) Sitze erhalten. herzlicher Empfang des Grafen Liono Der italienische Außenminister kam gestern abend in Berlin an dnb Berlin, 21. Oktober. Am Dienstag abend gegen 20 Uhr traf Seine Exzellenz der Königlich-Italienische Minister des Aeußern, Graf Ciano di Cortellazzo, zu einem offiziellen Besuch der deutschen Reichsregierung auf dem Anhalter Bahnhof in Berlin ein. In seiner Begleitung befanden sich die Gesandten Buti, Graf Vitetti, Grazzi, der stellvertretende Protokollchef Graf Eittadini, der Vizekabinettschef Commendatore Anfuso, sowie die Vizekonsuln Marquis Lanze d'Ajeta, Marguis Sanfelice di Monteforte, Cav. Bellia und Seine Exzellenz der Königlich=Italienische Botschafter Attolico, der dem Grafen Ciano nach München entgegengefahren war. Im Auftrage des Führers und Reichskanzlers begrüßte der Staatssekretär und Chef der Präsidialkanzlei Meißner den Königlich=Italienischen Minister des Aeußern und seine Begleitung. Ferner hatten sich zur Begrüßung der italienischen Gäste eingefunden der Reichsminister des Aeußern von Neurath, der stellvertretende Staatssekretär Dieckhoff, der Chef des Protokolls Gesandter v. Bülow=Schwanto, fer ner im Auftrage des Oberbefehlshabers der Luftwaffe Generalmajor Dransfeld sowie der Kommandeur der Leibstandarte Adolf Hitler Obergruppenführer Sepp Dietrich und der Italienreferent im Propagandaministerium Dr. C. Willis. Von italienischer Seite waren unter Führung des Botschaftsrats Graf Maaistrati die Mitglieder der Botschaft erschienen, außerdem der italienische Generalkonsul Biondelli und zahlreiche Mitglieder des Fascio, der Ballila und der italienischen Kolonie. Eine Ehrenkompagnie der Leibstandarte Adolf Hitler erwies den italieni schen Gästen unter den Klängen der italienischen Nationalhymnen die Ehrenbezeugung. Von der schweren Sturmkatastrophe an den deutschen Küsten sind jetzt Bilder eingetroffen. Am Hamburger Hafen mußten die vielen Besucher, die anläßlich des Kameradschaftstreffens der Mittelmeerdivisionen zur Zeit in Hamburg weilen und den Krenzer„Karlsruhe“ besichtigen wollen, sich von starken Männern durch die Flut tragen lassen.(Scherl=Bilderd., K.) Revision der Sicherheitspolitik Englischer Pessimismus um die Fünfmächte-Konferenz London, 21. Oktober. „Times" spricht sich heute in einek längeren Untersuchung für eine Politik der regionalen Sicherheitsabmachungen aus, im Gegensatz zu einem kollektiven Sicherheitssystem im Sinne des Sanktionsartikels 16. England beginne der Stellungnahme Belgiens ein freundliches Verständnis entgegenzubringen. Auch wenn der König erklärt habe, daß Belgien eine ausschließlich belgische Politik wünsche, so müsse das nicht zur Folge haben, daß England seine bereits eingegangenen Verpflichtungen zurückziehe. Jedoch seien die allgemeinen Verpflichtungen der Völkerbundssatzung übernommen worden, die von der jetzigen Lage völlig verschieden gewesen seien. Deshalb werde es für die britische Regierung immer wichtiger, ihren eigenen Anteil an diesen Verpflichtungen genauer festzulegen. Die Sicherheit gewisser Gebiete, besonders die Grenzen westeuropäischer Länder und die Mittelmeerdurchfahrt sei von England von unmittelbarer Bedeutung. Für diese Interessen müsse England bereit sein, einzutreten und im Notfall zum Kriege zu schreiten. Dagegen könne es jedoch nicht einen unveränderlichen Anteil an der Verantwortung für die Verhütung eines Angriffes in allen Teilen der Welt übernehmen. Wenn militärische Maßnahmen gegen einen Angriff notwendig würden, dann müßten sie in Zukunft in allererster Linie von denen getroffen werden, die sich am nächsten befinden und unmittelbar wirksam eingreifen könnten. Von anderen Nationen könne man nicht mehr erwarten, als daß sie sich zum mindesten irgend welcher Maßnahmen zugunsten des Angreiferstaates enthielten, und im übrigen ihre Handlungsfreiheit bewahrten. Eine kollektive Sicherheit dieser Art scheine selbst jetzt noch erreichbar. Es sei wirklich wünschenswert, daß die britische Regierung keine Zeit verliere, ihre Verpflichtungen festzulegen; gleichzeitig dürfen sie nicht den geringsten Zweifel darüber lassen, daß sie diese begrenzten Verpflichtungen bis zum äußersten erfüllen werde. Die Aussichten der geplanten Fünf=MächteKonferenz werden übrigens von sämtlichen Morgenblättern besonders pessimistisch beurteilt. So sagt der diplomatische Mitarbeiter des„Daily Telegraph“, der erste Meinungsaustausch bestätige die Annahme, daß die Fünf=Mächte=Konferenz, wenn sie umfassend vorbereitet werden solle, in weite Zukunft gerückt sei. Der diplomatische Korre spondent der„News Chronicle“ schreibt, daß die Hoffnungen auf einen Fünf=Mächte=Pakt in zu nehmendem Maße abgeschwächt worden seien. Die belgische Antwort enthalte Vorschlge, die mit den Beistandsmaßnahmen der Völkerbundssatzung un vereinbar seien. General Rydz-Smigly wird Marschall von Polen dnb Warschau, 21. Oktober. Die polnische Regierungspresse bestätigt die seit einiger Zeit umlaufenden Gerüchte über die bevorstehende Ernennung des Generalinspekteurs der polnischen Wehrmacht, General Rydz=Smigly, zum Marschall. Wie„Kurjer Czerwonny“ erfährt, wird diese Ernennung durch den polnischen Staatspräsidenten am Unabhängigkeitstage(11. November) er folgen. An diesem Tage wird dem Oberbefehls haber feierlich der Marschallstab überreicht wer den. Das Blatt fügt hinzu, daß die ganze Nation diese Ernennung mit größter Befriedigung be grüße. Die Würde eines Marschalls von Polen hat bekanntlich bisher außer Marschall Pilsudski nur der französische Marschall Foch bekleidet. Vielfach wird vermutet, daß der 11. November auch der Tag der Verkündung des ideellen Programms sein wird, das der Kommandant des Legionär verbandes, Oberst Koc, im Auftrage des General inspekteurs ausgearbeitet hat und das die Grundlage für die Neuordnung der inneren politischen Verhältnisse sein soll. Telegramm des Führers an die Leitung der Reichstagung für Vor= und Frühgeschichte dnb Ulm, 21. Oktober. Die dem Führer von der Dritten Reichstagung ür Vor= und Frühgeschichte übermittelten Grüße erwiderte dieser mit folgendem Telegramm: Für die mir von der Reichstagung für deutsche Vorgeschichte und der Reichstagung für Geschichte telegrafisch übermittelten Grüße sage ich Ihnen meinen besten Dank. Ich erwidere sie mit aufrichtigen Wünschen für weitere erfolgreiche Ar beit. Adolf Hitler.“ General der Flieger Milch in Turin und Mailand dnb Mailand, 21. Oktober. Staatssekretär General der Flieger Milch wurde, von Rom kommend, bei seinem Eintreffen im Flughafen Turin von den Behörden der tadt und Vertretern der faschistischen Partei empfangen. Eine Ehrenkompagnie hatte auf dem Flughafen Aufstellung genommen. Am Nachmittag besichtigte General Milch in Begleitung des italienischen Staatssekretärs für die Luftfahrt die Lingotto=Werke und unternahm darauf in einer neuartigen italienischen zweimotorigen Mah schine einen Rundflug über der Stadt. Sodann setzte er in Begleitung des Generals Christiansen und des Oberst Udet sowie der anderen Herren seiner Begleitung im Kraftwagen die Reise nach Mailand fort. Die deutschen Gäste wurden beim Eintritt der Autobahn in die Stadt Mailand von dem Komandanten der 4. Bomberbrigade begrüßt. Die deutschen Ozeanflugzeuge kehren zurück dnb Berlin, 21. Oktober. Mit der Rückkehr des Dornier=Flugbootes Zephir“ nach Lissabon sind die Nordatlantik=Erkundungsflüge der Deutschen Lufthansa in diesem Jahre beendet worden. Die beiden Flugboble„Alblus“ und„Zephir“ haben insgesamt achtmal den Nordatlantik überflogen. Jede Maschine hat je zwei Hin= und Rückflüge über die Bermuda=Inseln und unmittelbar von Horta nach Neuyork ausgeführt. Mit einer Planmäßigkeit, wie sie vom regelmäßigen Südatlantik=Postverkehr der Lufthansa her bekannt ist, wickelte sich auch der Nordatlantik=Erkundungsdienst ab. Die Gesamtleitung der Unternehmung lag in den Händen des AtlantikFlugbetriebsleiters der Lufthansa, Freiherrn von Buddenbrock, der den ersten Öst=West=Flug mit dem„Aiolus“ ausführte. Auch der schwim mende Flugstützpunkt„Schwabenland“ der Lufthansa war an den Versuchen beteiligt. Massenfestnahme französischer Bauern dnb Paris, 21. Oktober. Die Zahl der bei den Zusammenstößen in der Pariser Großmarkthalle festgenommenen Bauern beträgt nach einer amtlichen Mitteilung 112. Luftkämpfe an der Fragon-Front Die rote Regierung will nach Barcelona flüchten dnb Sevilla, 21. Oktober. In seinem täglichen Lagebericht erklärte General Queipo de Llano am Dienstagabend im Rundfunksender Sevilla, die Besetzung von ganz Asturien sei nach der endgültigen Befreiung Oviedos nur noch eine Frage von Tagen. An der Front von Algodore in der Nähe von Olias Bargas sei einer der Führer der roten Truppen, Oberst Ristori, getötet worden. Dieser habe während der Belagerung des Alcazars in Toledo der Madrider Regierung vorgeschlagen, den Kadetten durch Flugzeuge vergiftete Nahrungsmittel abzuwerfen. Die Madrider Regierung hat nach einer Meldung des Rundfunksenders Valladolid beschlossen, alle die roten Milizsoldaten standrechtlich zu erchießen, die bei ihrer Rückkehr von der Front achrichten über Niederlagen der roten Truppen verbreiten und dadurch die Panikstimmung erhöhen. Die von der Madrider Regierung ausgegebenen Lebensmittelkarten sind wieder außer Kraft gesetzt worden, da sie infolge Fehlens jeglicher Nahrungsmittel wertlos geworden sind. An den verschiedenen Fronten herrschte am Dienstag nach den vorliegenden Nachrichten im allgemeinen Ruhe. An der Front von Toledo versuchten die Roten einen Gegenangriff; sie wurden jedoch ohne Schwierigkeiten und unter großen Verlusten zuruckgeschlagen. An der Front von Aragon hat ein Luftkampf zwischen neun roten Flugzeugen und einer Kampfstaffel der Nationalisten stattgefunden, wobei sechs Apparate der Roten avgeschossen wurden. In der Nähe von Illescas wurden drei Flugzeuge der Marxisten, französische Apparate, abgeschossen. Roter Stükpunkt östlich von Saragossa erstürmt Augenblicklich sind die militärischen Operationen an der Front von Aragonien von er höhtem Interesse. Seit einigen Tagen wurden die katalanischen roten Milizen in den Bergen östlich von Saragossa von den Truppen der Nationalisten immer mehr zurückgedrängt. Am Dienstag nahmen nunmehr die Nationalisten die Bergkette von Alenquiste im Sturm. Der Moskau zum Eingreifen bereit? Offene Unterstützung der Madrider Regierung durch die Sowjets dnb Warschau, 21. Oktober. Wie hier bekannt wird, haben im Verlauf der letzten Tage im Kreml unter dem Vorsitz von Kaganowitsch wichtige Beratungen des Politischen Büros der Kommunistischen Partei stattgefunden. Diesen Besprechungen soll jedoch Stalin nicht beigewohnt haben. Es heißt, daß als Ergebnis der Beratungen in nächster Zeit eine Erklärung der Sowjetregierung bekanntgegeben werden soll, die den Standpunkt der Sowjetnnion zu den Vorgängen in Spanien im einzelnen festlegt. Diese Erklärung werde vor allem den Entschluß der Sowjetunion zur offenen Unterstützung der Madrider Regierung zum Ausdruck bringen. In Odessa soll ein Lager zur Aufnahme von 20 000 Personen aus dem spanischen Kampfgebiet, angeblich Kindern und Frauen, vorbereitet werden. Eine Warnung des portugiesischen Ministerpräsidenten dnb Lissabon, 21. Oktober. Nach Beendigung der Manöver einzelner portugiesischer Heeresteile in der Nähe der Hauptstadt hielt Ministerpräsident Oliveira Salazar vor den Generälen eine Ansprache. Einleitend wies Ministerpräsident Salazar auf die hohe sittliche Verpflichtung des Heeres gegenüber dem Volke hin, für dessen Schutz es geschaffen sei. Die Bewaffnung des Heeres weiter zu vervollkommnen und zu ergänzen sei eine Notwendigkeit. auht der spanischen Bürgerkrieg in einen internationalen Konflikt zu verwandeln und die Welt ins Unglück zu stürzen. Hoffentlich, schloß er, muß die Welt und besonders Europa nicht die Schwäche, mit der manchmal diesen Absichten gegenübergetreten wird, mit Ruinen bezahlen. Portugal stört den Weltfrieden nicht, aber es kann auch niemand erlauben, seinen Frieden zu stören. Sollte jedoch die Schwäche verantwortlicher Staatsmänner dem Kommunismus die Möglichkeit der Entfachung eines enropäischen Krieges geben, dann steht fest, daß unmöglich die Frontstellung die gleiche wie im Weltkrieg ist, da jetzt der Kampf um Weltanschauungen geht. Kommunistische Weiber überfallen einen Schnellzug dnb Neuyork, 21. Oktober. Wie aus Minden im Staate Louisiana gemel det wird, überfielen mehrere hundert strei kende kommunistische Eisenarbeiter innen einen auf dem dortigen Bahnhof zur Gegner ist auf der Flucht und hinterließ eine große Anzahl von Toten und Verwundeten sowie eine große Menge Kriegsmaterial. Die Nationalisten beherrschen nach der Erobe rung dieser Stellung, die von den Roten stark be estigt war, und von großer strategischer Bedeu tung ist, das ganze Gebirge von Alcubierre an der Grenze der Provinzen Jesta und Saragossa. Auch an der Biscayafront haben die nationalistichen Truppen einen Erfolg zu verzeichnen. Sie erstürmten am Montag den Berg Susquiza der die Straße und Bahnlinie von Mondragon südlich von Eibar beherrscht. Die Roten wurden acht Kilometer zurückgedrängt. Diese Stellung war durch vorzüglich ausgebaute Schützengräben und zwei Maschinengewehrstützpunkte gesichert. 33 französische Flieger bei Madrid gefallen „Daily Mail" veröffentlicht bemerkenswerte Enthüllungen ihres Pariser Korrespondenten über die militärische Unterstützung der Madrider Regierung durch Frankreich. In letzter Zeit eien rund 50 französische Flieger nach Madrid gesandt worden. Von diesen hätten sich 17 geweigert, ihren Dienst fort zusetzen, da die ihnen übergebenen Maschinen nicht flugtüchtig seien. Etwa 33 französische Flie jer seien an der Madrider Front gefallen. Eine ranzösische Verkehrsluftfahrtgesellschaft habe ihre ämtliche Flugzeuge nach Madrid gesandt, um, wie man glaubt, die rote Regierung nach Barcelona zu befördern. In den letzten vier Tagen habe die Pariser spanische Botschaft mit der Anwerbung von 50 weiteren französischen Fliegern begonnen, denen sehr hohe Monatsgehälter ange boten würden. Die rote Regierung will nach Barcelona flüchten Aus verläßlicher Quelle wird über ein privates Funkgespräch zwischen Madrid und Barcelona berichtet, das interessante Enthüllungen über die augenblicklichen Pläne der roten Madrider„Regierung“ bringt. Der rote Minister Prieto benutzte die augenblickliche Arbeitsunfähigkeit infolge angeblicher Erkrankung des Madrider„Mi nisterpräsidenten" Caballero, um seinen Plan, Madrid zu räumen und den Sitz der roten„Regierung" nach Barcelona zu verlegen, vorzubereiten. Diese Absicht Prietos wäre schon lange durchgeführt worden, wenn nicht der sowjetrussische Botschafter bisher dagegen gewesen wäre. Nach der Niederlage von Oviedo habe, so wurde in dem ab gelauschten Funkgespräch mitgeteilt, Moses Ro senberg seine Meinung geändert. Man glaubt in Burgos, daß die rote„Regierung“ nunmehr bald nach Barcelona übersiedeln wird, um dort eine„unabhängige Sowjetrepablik" auszurufen. In dem fraglichen Funkespräch wurde u. a. auch von einer wachsenden sanik angesichts des Vordringens der nationalen Truppen gesprochen. der miß und Wasseraufnahme haltenden Schnellzug Strecke New Orleans— Shreveport und handelten den Lokomotivführer, den Heizer den Schaffner des Zuges auf die roheste Weise Dem Bahnhofsvorsteher, der diesen Ausschreitungen Einhalt gebieten wollte, wurden die Kleider vom Leibe gerissen. Schließlich wurde das gesamte Zugpersonal von den wütenden Weibern in den naheliegenden Wald getrieben und die Fahrgäste des Zuges wurden zum Aussteigen gezwungen Im Verlaufe ihres schon seit etwa drei Wochen andauernden Streiks haben die kommunistischen Weiber bereits zwei Züge überfallen, einen Per sonenzug zum Entgleisen gebracht, zwei Personen getötet und eine Eisenbahnbrücke niedergebrannt. Das Ausland zur Beauftragung Görings Anerkennung für Generaloberst Göring. Die polnische Presse würdigt eingehend die Bedeutung der Beauftragung Görings.„Kurer Porany“ bringt wie auch eine Reihe anderer Blätter eine Meldung der polnischen Telegraphenagentur, in der es heißt, die Erhebung des Generalobersten Göring zum zweiten Mann im Staate nach dem Kanzler sei die offizielle Bestätigung einer schon lange vorhandenen Sachlage und ein Beweis, daß der Preußische Ministerpräsident sich des vollen Vertrauens des Führers erfreue. „Polska Zorojna“ schreibt in einer Berliner Meldung, die Uebertragung so weitgehender Vollmachten an eine Einzelpersönlichkeit sei begründet durch die Notwendigkeit, alle Anstrengungen zur Durchführung des Vierjahresplanes zu vereinheitlichen, der in alle Gebiete des deutschen Lebens eingreife. Zu rein wirtschaftlichen und finanziellen Anordnungen würden in vielen Fällen weitgehende organisatorische und sogar innenpolitische Aenderungen erforderlich sein. Weiter müßten alle Anordnungen mit der Außenpolitik in Einklang gebracht werden. Somit habe die Stellung des Generalobersten Göring einen ungewöhnlich umfassenden Charakter. Der Berliner Berichterstatter des klerikalen Kurjer Warczawski“ nennt die Entscheidung des Führers eine außerordentlich wichtige Wendung. Der Kanzler übertrage eine so wichtige Mission, von deren Durchführung schließlich das weitere Schicksal Deutschlands abhängige, seinem besonderen Vertrauensmann. Ministerpräsident Göring, der als hervorragender und seit Jahren erprobter Parteikämpfer schon vielfach Beweise großer Taten gegeben habe, sei vollauf berufen, eine solche Aufgabe zu übernehmen. Die neue Entscheidung des Kanzlers habe eine erstklassige politische Bedeutung. Der Verordnung des Führers, durch die Ministerpräsident Generaloberst Göring mit der Durchführung des in Nürnberg angekündigten Vierjahresplanes betraut wird, hat in Holland großes Interesse ausgelöst. Vielfach bringen die Blätter den Bericht groß aufgemacht auf der ersten Seite. Eigene Stellungnahmen fehlen jedoch vorläufig. Die Zeitungen beschränken sich im wesentlichen auf die Wiedergabe der Berichte ihrer Berliner Korrespondenten. Laut dem Bericht des „Telegraaf“ sei die Ernennung des Ministerpräsidenten Göring erfolgt, um das schwere Amt des Reichsbankpräsidenten Dr. Schacht zu erleichtern. Hitler habe wiederum die oberste verantwortliche Leitung in die Hände des Ministerpräsidenten Göring gelegt, der in hohem Maße Ansehen und Volkstümlichkeit genieße. Lille, Roubaix und Tourcoing ohne Kohlenzufuhr Paris, 21. Oktober. Die Anordnung des Präfekten des Norddepartements in Lille, die Versorgung der Fabriken in Lille, Roubaix und Tourcoing trotz des Bergarbeiterstreiks sicherzustellen, hat nicht den gewünschten Erfolg gehabt. Infolge von Drohungen der Streikenden weigerten sich die Lastwagenführer, auszufahren. Mehrere Werke mußten bereits aus Kohlenmangel ihre Betriebe schließen. Während sich in Lille eine Einigung zwischen Lastwagenführern und Streikenden anzubahnen scheint, hat sich in Roubaix und Tourcoing die Lage zwischen beiden Gruppen zugespitzt. 1100 Bergleute streiken in PolnischOberschlesien dnb Kattowitz, 21. Oktober. Am Montag ist die Belegschaft der FlorentineGrube in Hohenlinden in Stärke von 1000 Mann in einen Streik getreten, nachdem bereits am Sonnabend 120 Hauer den Ausstand erklärt hatten. Der Streik richtet sich gegen die niedrigen Löhne und die Ausbeutung der Arbeitskraft. Der Demobilmachungskommissar versucht, den Streik durch Verhandlungen beizulegen. Neue Beauftragung des Ingenieurs Wilhelm Keppler dnb Berchtesgaden, 21. Oktober. Der Führer und Reichskanzler hat, wie bereits bekanntgegeben, durch die Verordnung vom 18. Oktober 1936 den Ministerpräsidenten Generaloverst Göring mit der Durchführung des neuen Vierjahresplanes beauftragt. Dieser Auftrag umfaßt auch die dem Beauftragten des Führers und Reichskanzlers für Wirtschaftsfragen, Ingenieur Keppler, seinerzeit übertragenen Aufgaben. Aus diesem Grunde hat der Führer und Reichskanzler die Beauftragungen des Ingenieurs Keppler mit Wirtschaftsfragen und mit der Sonderaufgabe Rohstoffe zurückgenommen. Ministerpräsident Göring wird innerhalb seines neuen Arbeitsbereiches dem Ingenieur Keppler ein bedeutsames Sondergebiet zur Bearbeitung übertragen. Der Führer und Reichskanzler hat Ingenienr Keppler bei dem Ausscheiden aus seiner bisherigen Tätigkeit seinen besonderen Dank und Anerkennung ausgesprochen. Reichsführer SS Himmler bei Mussolini Rom, 21. Oktober. Mussolini empfing am Dienstag vormittag den Reichsführer SS. und Chef der deutschen Polizei Himmler und hatte mit ihm eine herzliche Unterredung. Anschließend begab sich Reichsführer SS. mit den Mitgliedern der deutschen Polizeiabordnung nach Ostia, wo der Chef der italienischen Polizei, Bocchini, zu seinen Ehren ein Frühstück gab. Am Nachmittag besichtigte der Reichsführer SS. unter Führung des Leiters der faschistischen Jugendorganisation, Staatssekretär Ricci, das Forum Mussolinis und die Akademie für Leibesübungen und stattete ferner den Propagandaminister Alfieri, dem Landwirtschaftsminister Rossoni und dem stellv. Parteisekretär Morigi seinen Besuch ab. Abends gab der Staatssekretär im Innenministerium, Buffarini, zu Ehren des Reichsführers SS. ein Bankett. Die Rückreise des Reichsführers SS und der deutschen Polizeiabordnung erfolgt voraussichtlich am Donnerstag. Das Wetter thastuk. Auf der Rückseite des rasch nach Osten abgezogenen Sturmwirbels beruhigen sich die Luftmassen schnell, nachdem sie teilweise starke Verheerungen angerichtet hatten. Der vorübergehende Druckanstieg vermag jedoch keine Besserung zu bewirken. Da vom Atlantischen Ozean dauernd neue Störungen ihren Weg nach dem Kontinent nehmen und mit ihren Luftkörpern von verschiedenen Eigenschaften sehr wechselhaftes Wetter bringen, wobei durch die Stauwirkung des Wirbels im Bergland strichweise ergiebige Regenfälle niedergehen. Im ganzen erfahren die Temperaturen keine große Aenderung. Bei Aufklaren in der Nacht können jedoch die Temperaturen bis gegen den Nullpunkt absinken. Mit Frost ist aber nicht zu rechnen. Vorhersage für Donnerstag: Westliche Winde, meist stark bewölkt, nur zeitweise geringe Auflockerung der Bewölkung. Leichte Niederschläge und diesig. Temperaturen nur unwesentlich geändert. Vorhersage für Freitag: Stark wechselnde Bewölkung bei Winden aus West bis Nordwest. Keine Temperaturänderung, und immer noch Niederschläge. In höheren Lagen Temperaturen bis gegen den Nullpunkt. Wahrscheinliche Weiterentwicklung: Kühl und unbeständig. MMER 247 ZWEITES BLATT MITTWOCH, 21. OKTOBER Aick ue die Heimat hausbäckerei auf dem Lande Ein kräftiges, im Holzfeuer gebackenes Bauernbrot ist ein Leckerbissen für den Städter. Die Brotbäckerei auf dem Dorfe hat etwas Eigenes an sich. Der Backofen. der meistens etwas abseits von den anderen Gebäuden steht, verbreitet einen würzigen Duft, und es ist ein verlockender Anblick. wenn die runden Bauernbrote aus dem Backofenloch herausgeangelt werden. In manchen Gegenden hat fast jedes Bauernhaus einen eigenen Backofen. In anderen gibt es einen gemeinsamen Backofen. Dort kann man beinahe jeden Tag das Schauspiel des Brotbackens erleben Dauernd schwebt der Dust frischgebackenen Brotes über den Häusern. In der Umgebung eines solchen Backofens herrscht selbst im strengen Winter eine angenehme Wärme. Infolgedessen suchen um diese Zeit dort die verschiedensten Tiere Zuflucht. Fasane drücken sich an seine Mauern. Unter dem kleinen Dach mmm Großkundgebung der Ortsbetriebsgemeinschaften Freie Berufe. Handel und Handwerk Heute abend 20 Uhr findet im Evangelischen Gemeindehaus, Hattingen, Bruchstr., eine Großkundgebung der Deutschen Arbeitsfront Ortsbetriebsgemeinschaften Freie Berufe, Handel und Handwerk statt. Es spricht der Parteigenosse Theiler, Hagen. Es ist Pflicht aller Angehörigen dieser Berufe, mit ihren Gehilfen, Gesellen und Lehrlingen an dieser Kundgebung teilzunehmen. nmmmmmmmmmin halten sich nicht nur Sperlinge, sondern auch Drosseln und Zaunkönige auf. Und die Fledermäuse verbringen hier, aufgehängt mit dem Kopf nach unten, ihren Winterschlaf. Selbst Wanderburschen halten hier Rast, um sich ein wenig aufzuwärmen. Brotbacken ist für die Kinder ein kleines Fest, für die Hausfrau aber natürlich ein schwerer Arbeitstag. Ein Brot wiegt etwa vier bis fünf Pfund. Im Frankenwald haben die Brote oft ein Gewicht bis zu acht Pfund. Die größten Bauernbrote aibt es in Westfalen, von wo der berühmte kräftige Pumpernickel herkommt. Dort werden Brote von zwanzig bis fünfundzwanzig Pfund gebacken. Sie haben beinahe die Größe eines Wagenrades. Die Rinde des Brotes ist gut einen halben Zentimeter stark. Um die nötige Hitze für diese großen Brote zu erzielen, wird das Ofenloch vermauert. Schon die Handhabung eines solchen Brotes beim Schneiden ist keine Kleinigkeit. Aber die Westfalenfrauen sind bekannt als kräftig, und das dortige Bauernbrot ist eine wahre Kraftspende. Ein gutes Bauernbrot kann man natür lich auch ohne Belag essen, so schmackhaft ist es Auch der Städter ißt gern einmal ein Stück saftiges Bauernbrot. kdf-Winterfahrten Wintersport, Skilaufen, Erholung!!! UF 1/37 vom 25. 12. bis 3. 1. 37 nach Sont hofen, Gau Schwaben, 44 RM. UF 2/37 vom 31. 12. bis 3. 1. 37 ins Bodetal (Blankenburg), Gau Süd=Hannover=Braun schweig, 19 RM. UF 3/37 vom 8. 1. bis 17. 1. 37 zur Rhön(Was serkuppengebiet), Gau Kurhessen, 25,10 RM UF 4/37 vom 22. 1. bis 3. 2. 37 nach Kniebis Schwarzwald, Freudenstadt, Gau Württ Hohenzollern 47,90 RM. UF 5/37 vom 4. 2. bis 17. 2. 37 nach Ruhpol ding, Obbay. Gau München=Oberbayern, 57,60 RM. UF 6/37 vom 19. 2. bis 5. 3. 37 nach Oberammergau, Gau München=Oberbayern, 60,20 RM. UF 7/37 vom 25. 3. bis 31. 3. 37 nach Thale, Harz, Gau=Magdeburg=Anhalt(Österfahrt), 26,50 RM. Anmeldungen zu diesen Fahrten nehmen ab sofort entgegen: Ortsamt NS.=Gemeinschaft „Kraft durch Freude“ Hattingen=Ruhr. Dienststelle der DAF., Straße der SA. Nr. 17. Große Pläne der hottinger Verwaltung Gestern war Ratsherrensitzung— Umbau der Schulenburg— Es bleibt 500 Proz. Bürgersteuer Gestern nachmittag 17 Uhr fand im Rathause eine Sitzung der Beigeordneten und Ratsherren statt. Bürgermeister Jordan begrüßte ie und die Vertreter der Presse und verbreitete ich dann in längeren Ausführungen über den ersten Punkt der Tagesordnung: Neufestsetzung der Bürgerstener für das Jahr 1937. In den letzten Jahren betrug der Satz 500 Prozent. Auch im Jahre 1937 muß es dabei bleiben. Zwar geht die finanzielle Entwicklung erfreulich aufwärts— der Kassenabschluß verzeichnete einen Bestand von rund 74 000 RM.—, aber ist doch noch mancherlei in Betracht zu ziehen, das eine Senkung einstweilen nicht geraten erscheinen läßt. Weiter sind die Kommunen an die Rücklageverordnung vom 5. Mai 1936 ge bunden, nach der auch bei günstiger finanzieller Entwicklung Rücklagen für den Ausbau ae meindlicher Anlagen und für eine vorichtige und sparsame Finanzpolitik der Zukunft zu bilden sind. Hier hat der Grundsatz einer fi nanziellen Belastung der Geaenwart als Entlastung der Zukunft zu gelten. Unter Berücksichtiguna dieser vom Bürgermeister betonten Um tände wurde beschlossen, die Bürgersteuer auch für 1937 in der bisherigen Höhe von 500 Prozent zu erheben. Bei Punkt 2: Abnahme der Jahresrechnung der Stadtkasse verlas der Bürgermeister die Entlastungsberichte der Prüfungsbehörden, mit der Feststellung, daß das Rechnungswesen des Städt. Gaswerkes und des Wasserwerkes in Ordnung sind. Aus dem Reingewinn von 20 628 RM. gehen 20 000 RM. an die Stadtkasse und 628 RM. an die Ruhegeldkasse. Die Tarife der städtischen Betriebswerke halten einen Vergleich mit denjenigen ähnlich großer Werke sehr wohl aus. Der Abnahme der Rechnung wurde zugestimmt. Genehmiat wurden einige überplanmäßige Ausgaben, als da sind: 5000 RM. zur Durchführung von Fürsorgearbeiten am Exerzierplatz der Wachstandarte„Feldherrnhalle“ zwischen Waldstraße und„Am Hörstchen“, an der Schulenburg und an der Geländeabtraauna Ecke Waldstraße und Straße der SA.; Ausbesserung von Verkehrsschildern(400 RM), 2521 RM. für die Durchführung der Besteuerung des älteren Neuhausbesitzes in Hattingen, 250 RM. für notwendige Vertretungskosten am Schlachthof, sowie 200 RM. zur Durchführung von Dienstreisen. Bürgermeister Jordan teilte u. a. noch mit, daß die Stadt die Frage prüfe. ihren Hausbesitz aus dem Jahre 1923 zu verkaufen, also abzustoßen. Es handelt sich um durchweg im Jahre 1923 gebaute Häuser, besonders an der Akazienstraße. Käufer wollen sich an die Stadtverwaltung wenden; Angevote von einigen Interessenten liegen bereits vor. Der Umbau der Schulenburg In der gestrigen Sitzung der Beigeordneten und Ratsherren war auch die Rede von dem ge planten Umbau der Schulenburg, der seit langem nicht nur vom Heimatverein und dem Verkehrsverein, sondern auch von der gesamten Bürgerschaft gewünscht wird. Die„Hei mat am Mittag“ hat des öfteren in Wort und Bild auf die Notwendigkeit einer durchgreifenden Renovierung hingewiesen und entsprechende Vor schläge gemacht. Bei ihrer Einweihung vor 33 Jahren sprach der damalige Bürgermeister Eigen von einem Bereitet ihnen festlichen Empfang konzerte der Wachstandarte in hattingen und Welper Wie wir bereits berichteten, kommt der Musikzug der Wachstandarte„Feldherrnhalle“, Berlin, am Montag und Dienstag nächster Woche nach Hattingen, um hier einige Konzerte zu geben. Dieser Besuch bedeutet für Hattingen natürlich eine große Ehre, und die Bevölkerung wird sich dieser Ehre würdig erweisen, das ist wohl mit Bestimmtheit zu erwarten, denn Hattingen war von jeher eine starke Feste des Natiolnasozialismus und daher stark interessiert an allen Vorgängen, die das Parteileben mit sich bringt. Wir sind heute in der Lage, Einzelheiten über den Besuch des Musikzuges mitzuteilen: Eintreffen am Montag morgen 10 Uhr auf dem Bahnhof Hattingen, Abmarsch zur Unterkunft an der Waldstraße, von dort um 11 Uhr Abmarsch durch die Stadt zur Henrichshütte. Hier findet vor dem Hauptportal ein Promenadenkonzert unter Mitwirkung des Chores des Sturmbannes statt. Dieses Konzert wird gleichzeitig auf den Rundfunk übertragen. Gegen 13 Uhr erfolgt Rückmarsch zur Stadt. Auf der Heggerstraße ist dann ein Vorbeimarsch, bei dem hauptsächlich das vorbildliche Ausschwenken eines Musikzuges gezeigt werden soll. Am Montag abend findet dann das erste große Konzert statt, und zwar in der Horstschule zu Welper um 8 Uhr abends. Der erste Teil des Programmes sieht leichtere Musikstücke vor, der zweite bringt Märsche. Der Eintritt zu diesem Konzert kostet 50 Pfg., Kartenverkauf beginnt heute durch die Parteigenossen der Ortschaften WelperBlankenstein. Am Dienstag abend steigt das Konzert in Hattingen! Es findet im Gemeindehause statt. Beginn 8 Uhr, Eintritt 50 Pfg. Anschließend an das Konzert ist dann im Weiltor ein großer Manöverball, zu dem der Musikzug ebenfalls aufspielen wird. Die Konzert=Eintrittskarte berechtigt auch zur Teilnahme an dem Manöverball. Wer jedoch nur den Manöverball im Weiltor besuchen will, muß hierfür 30 Pfg. zahlen.— Wir nehmen an, daß die Konzerte der Standarte unseres Hattinger Ehrenbürgers Viktor Lutze überfüllt sein werden, denn das ist die Hattinger Bevölkerung dem Stabschef schuldig, der ja so oft schon in Hattingens Mauern weilte und dadurch bekundete, daß er Hattingen in gutem Erinnern Adt kampf dem Verderb Schützt den Vorrat von Winterkartoffeln dem Verderben! vor Die Pflege der eingelagerten Kartoffeln verursacht wenig Arbeit, wenn die Einkellerung richtig durchgeführt ist. Man darf nicht vergessen, daß die Kartoffel auch nach Trennung von der Pflanze weiterlebt. Sie braucht daher eine trockene Lagerstelle mit guter Luft, gleichmäßig kühler, frostfreier Temperatur und Dämmerlicht. Der Wintervorrat kann auch neben den Kohlen lagern, da die Kohlenstäubchen den Gehalt an schädlichen Keimen in der Luft verringern. Die Kartoffeln werden zum Einlagern auf dem mit Stroh und Brettern belegten Kellerboden 60 em hoch geschüttet. Bei Verwendung von Kisten dürfen diese— wegen etwaiger Feuchtigkeit— nicht direkt auf dem Boden stehen. Am zweckmäßigsten sind besondere Schüttkästen aus Holzplatten zusammengefügt. Sofern der Keller den Anforderungen an guter Lüftung und Dunkelheit nicht entspricht. müssen die Kartoffeln später verlesen und entkeimt werden. An Frosttagen sind die Kartoffeln je nach Art des Kellers zuzudecken, da sie bei 3 Grad unter Null einen süßlichen Geschmack annehmen. Dieser entsteht durch die Tätigkeit von Stoffen(Enzymen), die aus Stärke Zucker bilden, welcher infolge der verminderten Lebenstätigkeit nicht mehr völlig verarbeitet wird, sondern sich in der Kartoffel anhäuft. Nach Lagerung in einem warmen Raum können diese Kartoffeln, da sie im übrigen nicht gesundheitsschädlich sind, durch die gesteigerte Atmuna wieder zuckerfrei werden. Bei starkem Frost aber gefriert der Zelleninhalt, zersprengt die Wände, und die Kartoffeln sind dem Verderb ausgesetz“.*5 Fest der Freude. Inmitten der herrlichen Waldungen solle die Schulenburg eine Stätte der Erholung sein für die Bürgerschaft und die Wanderer, die aus den Arbeitsstätten des Industriebezirks über die Ruhr kämen, frische Bergluft zu atmen Auge und Herz zu laben an dem freundlichen Rundblick über Hattingen und seine geseaneten Fluren und dadurch Kraft für das neue Tagewert zu sammeln. Daß das Stadtwaldrestaurant diese Aufgabe erfüllt hat und heute nicht weniger erfullt, wie in den vergangenen drei Jahrzehnten, wissen wir. Anderseits verschließen wir uns aber auch nicht der Einsicht, daß der Fremdenverkehr neue Anforderungen stellt, die beachtet werden müssen, wenn das Stadtwaldrestaurant seine alte Anziehungskraft behalten und weiter erüllen soll. Die Versammlung interessierte sich daher lebhaft für die vom Bürgermeister vorgelegten Umgestaltungspläne der Schulenburg. Inzwischen hat ein Essener Architekt eine vorläufige Skizze eingereicht, also einen Plan entworfen, in welcher Weise man der Schulenburg, einem der Hauptanziehungspunkte eines stark zu fördernden Fremdenverkehrs, ein modernes Gesicht geben kann. Dabei ollte man natürlich nicht nur den Ton auf„modern“ legen, vielmehr auf Schönheit und mäßigkeit. Die Umbauten erstrecken sich auf eine Aufreißung der vorderen Zimmer, die im Anschluß an die zu erweiternde Glasveranda luftiger und heller gestaltet werden sollen. Vorgesehen ist serner eine Verbesserung des Vorplatzes und die Anlage einer Terrasse an der südöstlichen Seite mit dem Blick in das reizende Bredenscheider Tal und eine Vorziehung und Verbesserung der Terrasse an der nordwestlichen Seite. um dadurch einen Windschutz für die Wirtschaftsfläche im Freien zu schaffen. Der Schankraum soll erweitert werden. Der Bürgermeister erklärte in der Sitzung, daß die Frage zur restlosen Beantwortung noch nicht reif sch, da die außerordentlich hohen Unkosten, die dabei entstehen, noch Kopfschmerzen machen und über die Finanzierung Beratungen gepflogen werden müssen. Aus den Worten des Stadtoberhauptes ging jedoch hervor, daß das Projekt nicht wieder in die Schublade des Bauamtes zurückwandert, um dort den ewigen Schlaf zu schlafen, sondern daß in absehbarer Zeit nun endlich etwas geschehen wird, um den Fremden in Hattingen den Anziehungspunkt zu bieten, der notwendig ist. Wir haben alle Ursache, uns über diese Initiative zu freuen und hoffen gerne, daß durch den Architekten ein so hübscher Vorschlag gemacht ist, daß wir alle stolz auf die Krone des Schulenberges sein können. Wir dürfen annehmen, daß der Zeitpunkt nicht mehr fern ist, an dem die Verwaltung den Umbauplan bzw. das neue Gewand der Schulenburg in einer Ausstellung zur allgemeinen Besichtigung freigibt, so daß die GesamtbevölkeDas soll Ihre Jahnbürste schaffen? Sie soll jeden winzigen und entlegenen Winkel Ihrer Zähne erreichen? Das wird sie nicht allein schaffen. Da muß schon Nivea-Zahnpasta helfent Die sorgt dafür, daß jedes Eckchen gründlich und dabei doch schonend gereinigt wird und daß Ihre Zähne weiß und gesund erhalten werden. rung in der Lage ist, sich ein umfassendes Bild von dem schönen Plan zu machen. Es kann den Ausführenden ja nur angenehm sein, wenn die Hattinger ihre Ansicht rechtzeitig sagen und vielleicht wertvolle Anregungen aus der Mitte der Bürgerschaft noch Verwendung finden können. Gesecht der Jünglanne Verrat am Jacobsberg— Der Hohlweg ist besetzt Gerüchte wildester Art durchschwirrten die Lagergassen des großen Zeltdorfes. Wer wußte Genaues? Niemand! Aber das wußten alle: Heute morgen, kurz nach der Flaggenparade, war auf einem Rade ein fremder Pimpf mit fremder Jungbann=Nummer auf den Schulterklappen im Lager erschienen, hatte dem Lagerleiter ein verchlossenes Schreiben in die Hand gedrückt und war ebenso schnell, wie er gekommen, auch wieder verschwunden. Danach aber hatten die Fähnleinführer den ganzen Vormittag über den Karten gesessen. Stopp. So viel wußte man, nicht mehr, nicht weniger. Am Lagermast sammelten sich die Führer um den Lagerleiter mit Karten in der Hand.„Die Lage ist folgende: Die ganze Belegschaft unseres Nachbarbannes marschiert in Richtung auf den Jacobsberg, der von uns gehalten werden muß!“ Der Lagerleiter spricht, die Karten werden studiert, Uhren verglichen. Zeltneun grinst. In fünf Minuten ist der Lagerplatz leer. Nur die Wache wandelt um die Zelte. Schweigend steigt aus den Tälern ein weißer Abendnebel, unheimlich in seiner Ruhe und Beständigkeit. Bald bilden die Tannenwipfel schwarze Mauern, die sich in die graue, formlose Masse hineinziehen, weiter drüben wölben sich dunkel die Kuppen aus dem Nebel. Merkwürdige Ruhe. Fast ist man verzweifelt. Da streckt plötzlich einer der Blinker den Arm aus:„Dort!" Viele Augenpaare starren hinüber zur gegenüberliegenden Kuppe, die sich mächtig aus dem Nebel heraushebt und an deren Waldrand in kurzen Abständen ein Licht aufflammt.„Feindlicher Blinker! Sucht Nachbarstation!“ zischt Robert.„Hans!“ Hans, der Zeltführer neun, schiebt sich an den Lagerleiter heran.„Zelt neun bildet einen Spähtrupp! Versucht an den Blinker heranzukommen!“ Unter Vermeidung des leisesten Geräusches schiebt sich der Trupp den von milchigem Nebel erfüllten Hochwald empor. Es ist die ganze Belegschaft von Zelt neun; Hein trägt ein dunkles Etwas auf dem Rücken, den Scheinwerfer. Da! Drüben, 200 Meter vor ihnen, blinkt es hell auf. Der Schein wandert...„Sie suchen noch immer ihre zweite Station!" Hans schnallt Hein blitzschnell den Scheinwerfer vom Rücken, streift die Hülle ab, richtet ein. Er schiebt sich etwas höher... kurz— kurz— lang— kurz— lang... blitzt der Scheinwerfer über Gräser hinweg zur Kuppe. Noch einmal... Da haben sie ihn! Die Verständigung ist im Nu hergestellt. Da der Feind an diese Möglichkeit nicht glauben konnte, glückte es: er geht in die Falle.„.befehl— 22 uhr— vormarsch und angriff— durch— hohlweg— stop.." Ob sie wirklich drauf reinfallen? In dem Hohlweg raschelt es. Eine dunkle Masse steigt aus dem Pfad und drängt an den Rand des Hohlweges. 21.58 Uhr! Da! Da lösen sich aus der Höhe des Jacobsberges dunkle Reihen und gleiten talabwärts, verschwinden im Nebel, tauchen wieder auf, verschwinden. Neue Reihen schieben sich die Höhe hinunter, verschwinden im Nebel, hinter einem Graben, hinter Büschen, und wieder neue. 22.00 Uhr! Schweigend schwingt sich Mann für Mann über den Rand des Weges, da fährt ein blendender Lichtstrahl aus einem Gebüsch, streift den Rand des Pfades ab — überall bleiben dunkle Gestalten wie angewurzelt stehen... Der Hohlweg besetzt? Verrat? Da stürmen aus allen Gräben allen Bodenfalten die Reihen von der Höhe hinab und stürzen sich, eine unwiderstehliche Welle, in den Hohlweg. Bisher war alles schweigsam; jetzt aber brüllt es auf: „Verrat— Horridoh!“ Unbarmherzig verweilt der Scheinwerfer mit seinem Licht in dem Weg und beleuchtet ein wildes Schauspiel. So wurde die Nacht ein großer Sieg für das Lager, besonders aber für Zelt neun: Vom nächsten Tage an flatterte ein neuer Wimpel von der Spitze des Zeltes. Welper 312000 Mark gesammelt am Eintopfsonntaa im Gau Westfalen=Süd Am ersten Eintopfsonntag des Winterhilfswerks 1936/37 wurden im Gau Westfalen=Süd rund 312 000 Mark gesammelt. Dieser Betrag, der höher als der des vergangenen Jahres ist, beweist, daß die Bevölkerung Südwestfalens den Appell des Führers verstanden hat, denen beizustehen, die in den kommenden Wintermonaten noch der Hilfe bedürftig sind. Es bleibt zu hoffen, daß auch in den kommenden Wochen und Monaten dieser Betrag noch eine Steigerung erfährt. hb — Silberhochzeit. Am 22. Oktober können die Eheleute Martin Kruse und Frau Luise, geb. Hannen, Welper, Schewenkamp 36, das Fest der Silberhochzeit feiern. Wir gratulieren. — Gefolgschaftsmitglieder singen und spielen für ihre Arbeitskameraden. Am 14. November findet im Gemeindehaussaal eine Veranstaltung der Gefolaschaft der Henrichshütte statt, die unter dem obigen schönen Motto steht. Der Männergesangverein des großen Werkes unter der Leitung seines neuen Dirigenten Graf aus Witten und die Werkskapelle, die von Ruhrus geleitet wird, werden für ihre Arbeitskameraden singen und spielen. Der Dirigent des Männergesangvereins, ein ausgebildeter Sänger, will seinen Freunden Lieder für Bariton vortragen, und eine Tanzgruppe unter der Leitung der Damen Utermann und Feigel beabsichtigt, ihren Volksgenossen klassische und moderne Tänze zuführen. Der Cellist Stefaniak aus Hatnaen wird ebenfalls sein beachtliches Können in den Dienst dieser echten Werkgemeinschaft stellen. Der Festabend ist gedacht für die Angehörigen des Werkes, ist also nicht öffentlich. Waisenkinder des Gartens Die Bäume müssen besser gepflegt werden Es ist leider Tatsache, daß unsere Obstbäume sehr häufig nicht die sachgemäße Pflege finden. Ganz besonders zeigt sich dies in der Zeit, da die Früchte abgeerntet sind. Daß der Boden gut zu bearbeiten und zu düngen ist, daß man kein schlechtes Saatgut verwenden darf, erscheint jedem Bodenbebauer als eine Selbstverständlichkeit; nur beim Obstbau scheint dies bei recht vielen auf Unverständnis zu stoßen. Man beobachtet das Blühen der Bäume, sieht mit Freuden, daß sich Früchte ansetzen und ist recht zufrieden, wenn im Spätsommer und im Herbst die Körbe gefüllt werden können; ist jedoch das Abernten vorüber, so denkt ein großer Teil der Gartenbesitzer nicht mehr daran, daß die Bäume ebenso Pflege und Beobachtung brauchen, wie alles andere in der. Landwirtschaft und im Gartenbau. Tragen die Obstbäume schlecht oder kann nur saftloses und wurmstichiges Zeug abgenommen werden, so wird dies beinahe als eine Schandtat der Obstbäume angesehen, oder man nimmt es hin wie etwas, das nicht zu ändern ist. Man kann denen nicht so ganz unrecht geben, die die Obstbäume als die Waisenkinder des deutschen Gartens bezeichnen. Oft fehlen die einfachsten Kenntnisse über die Schmarotzerbekämpfung. Man läßt die Bäume verwahrlosen, schlägt eiserne Nägel in die Stämme, damit„Mutter“ ihre Wäscheleine ziehen kann, achtet nicht auf die Wunden, die zunächst unbedeutend sind, jedoch mit der Zeit gefährlich werden können. Dort, wo viele Gärten enger zusammenliegen wie in Schrebergärten, Laubenkolonien, Industrieansiedlungen usw. nutzt es zudem nicht viel, wenn einige Gartenbesitzer so viel Einsicht haben, den Kampf gegen die Schädlinge an den Obstbäumen aufzunehmen, wenn die meisten anderen Gartenbesitzer zu bequem sind, darin nachzueifern; denn die Schädlinge verbreiten sich rasch weiter von einem Garten zum an dern. Hier haben die Kolonie= und Siedlervereine eine wichtige Aufgabe vor sich. Träge und Wider spenstige müssen durch Belehrung dahin gebracht werden, daß sie sich ebenfalls— zum eigenen Nutzen und zum Nutzen der Allgemeinheit— zu einer guten Baumpflege verstehen. Dabei sei gleich noch auf eins hingewiesen: auf den Schnitt der Obstbäume. Wer dafür nicht das genügende Verständnis und die ausreichende Er fahrung besitzt, der sollte lieber seine Finger davon lassen. Besonders an wertvollen Obstbäumen kann dabei von ungeübten Händen viel verpfuscht werden. Es ist viel besser, bei diesen Arbeiten einen erfahrenen Fachmann heranzuziehen. Auch die schönsten gedruckten Ratschläge können bei Un erfahrenen zu schweren Mißgriffen führen; denn recht häufig ist es so, daß der beste Fachmann über die Behandlung eines Baumes nur Ratschläge erteilen kann, wenn er vor dem Baum steht und sein gesamtes Wachstum beobachten kann. Außer den Frostfaltern oder Frostspannern machen sich im Spätherbst und Winter Schmarotzer an den Obstbäumen bemerkbar, von denen nur die schlimmsten erwähnt werden sollen: Ringelspinner, Schwammspinner, Goldafter. Manche Gartenbesitzer glauben schon Großartiges geleistet zu haben, wenn sie ihre Obstbäume bis hinauf zu den Aesten mit Kalk bestreichen. Ihnen gegenüber mag bemerkt werden, daß ein Kalkanstrich nie vor Schädlingen schützt. Soweit diese nicht durch Leimringe gefangen werden können, müssen sie abgesucht werden oder es muß mit den entsprechenden Mitteln gespritzt werden. Schließlich sei noch etwas Allgemeines über die Behandlung der Obstbäume im Spätherbst und Winter angeführt. Bei Obstbäumen, die nicht auf Grasland stehen, sollte der Boden ringsum während des Winters in rauher Scholle liegen bleiben. Es empfiehlt sich, bei jungen Bäumen und bei Zwergobst, die Baumscheibe zum Schutze der Wurzeln während der Wintermonate mit Torfmull oder strohigem Dünger zu belegen. Um Fäulniserscheinungen am Stamme zu verhüten, dürfen jedoch diese Stoffe nicht unmittelbar an den Stamm gelegt werden. Auf Baumwunden ist bereits hingewiesen worden. Wer sich vor Schaden bewahren will, dem kann nur dringend angeraten werden, solche Wunden besonders vor Eintritt des Winters nicht unbeachtet zu lassen. Aus solchen unscheinbaren Wunden entsteht oft der Baumkrebs, der die Bäume zum Eingehen bringt. Einstellung von Reservisten Auch für sie ist die Zustimmung des Arbeitsamts erforderlich In den Kreisen der Wirtschaft bestehen vielfach noch Zweifel darüber, ob für die Wiedereinstellung der zur Entlassung gekommenen Soldaten der Heimat. Das ist nett von ihnen und wird sicherlich jeden freuen. Grüße erreichten uns aus dem Arbeitsdienstlager Hallenboa im Sauerland von W. Leiseling, Gustav Novitzky, Robert Becker und Heinz Bock. und Arbeitsdienstmänner der formularmäßige Antrag auf Zustimmuna zur Einstellung von Personen unter 25 Jahren erforderlich ist. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, daß auch für diese Versonen die Anordnung über die Verteiluna von Arbeitskräften vom 28. 8. 1934 Anwendung zu finden hat, d. h. daß vorr der Einstellung von Soldaten und Arbeitsdienstmännern der vorgeschviebene formularmäßckige Antrag auf Zustimmung zur Einstellung beim Arbeitsamt einzureichen ist. Die Einstellung ist erst dann zulässig, wenn die schriftliche Zustimmung des Arbeitsamtes vorliegt. Der formularmäßige Antrag ist ordnungsmäßig auszufüllen und gewissenhaft zu begründen. Aus der Begründung muß zu ersehen sein, warum die Einstellung einer älteren Arbeitskraft nicht möglich ist. Unvollständig ausgefüllte oder nicht genügend be gründete Anträge werden zurückgegeben. hattinger Tagesspiegel — Gesellenprüfung im Herrenschneider=Handwerk. Vor dem Prüfungs=Ausschuß der werrenschneider-Innung zu Hattingen unterzogen sich 5 Lehrlinge der Gesellenprüfung. Bestanden haben mit gutem Erfolg die Lehrlinge Willy Weckelmann aus Hattingen(Lehrmeister: Gustav Demmler, Hattingen); Adolf Kutkat aus Bochum=Dahlhausen(Lehrmeister: Ernst Lange, Baak); Helmut Schneider aus Bredenscheid (Lehrmeister: Albert Vorthmann, Hattingen); Gustav Drebber aus Herbede(Lehrmeister: Karl Gimbel, Herbede). Einem Lehrling konnte der Gesellenbrief wegen mangelhafter Leistungen nicht ausgehändigt werden. — Zahlung der Militärrenten. Postamtlich wird uns mitgeteilt: Hier und bei den Postämtern Blankenstein und Sprockhövel, sowie bei den Postagenturen Altendorf, Bredenscheid, Herzkamp, Niederwenigern. Nierenhof, Welper 1, Welper 2 und den Poststellen werden die für November 1936 fälligen Militärrenten am 28. Oktober gezahlt.— Die Zahlung der für November 1936 fälligen Unfall=, Invaliden= und Waisenrenten findet am 31. Oktober statt. — Wiedersehensfeier der 61er in Bochum. Am Samstag, dem 24. Oktober 1936, ab 20 Uhr, feiern die ehem. Angehörigen des Res.=Inft.=Reats. 61, das sich zu Beginn des Krieges fast zur Hälfte aus Bochumer Reservisten zusammensetzte, ihr 1. Wiedersehen im weißen Saal der Bürgergesellschaft. Luisenstraße. Zu dieser Feier sind die Kameraden aus Bochum und Umaegend nebst ihren Angehörigen eingeladen und auf Grund der Rundfunkbekanntmachung und der Bekanntmachung in der Zeitschrift NSKOV. haben sich viele Kameraden von nah und fern zur Teilnahme angemeldet, so daß mit mehreren 100 Personen zu rechnen ist. Für die nötige Unterhaltung ist gesorat. Nachmittaas gegen 16 Uhr soll zu Ehren der Gefallenen am Ehrenmal an der Königsallee durch eine Abordnung ein Kranz niedergeleat werden. — Flugsportschar der HJ. Hattingen, Vergangenen Sonntag fand in Gevelsbera der erste Modellflug=Wettbewerb sämtlicher Fluasportscharen der Flugsportgefolgschaft des Bannes 99 statt. Dies war für die Flugsportschar Hattingen ein besonderes Exeignis. 17 Modelle, die in mühevoller Arbeit in der Werkstatt der Gewerblichen Verbandsberufsschule gebaut wurden, waren zum Wettbewerb gemeldet. Wenn von diesen 4 Modelle im Hochstart beste Flugleistungen erzielten, dann dürfte dieses Ergebnis wohl außerordentlich befriedigen. Außerdem wurde bei der Baubewertung einem Ja. ein Baupreis zuerkannt. Bücher und Bilder waren Lohn für die Preisträger. Die Ortsgruppe des DLV. Gevelsberg hatte sich anerkennenderweise um die Durchführung der Veranstaltung verdient gemacht. — Grüße aus dem Arbeitsdienstlager. Die jungen Hattinger denken an ihre Volksgenossen in Die Betrogenen sahen in den Mond Vorlehnsschwindler zu 7 Monaten Gefängnis verurteilt Der Zwecksparkassen=Darlehnsschwindel, der immerfort zahlreiche Opfer forderte, ist bekanntlich durch den Schritt der Regierung zur Auflösung all dieser Gebilde, zwar beseitigt worden, aber es werden immer noch Leute vor Gericht zur Verantwortung gezogen, die auf diesem Betrugsgebiet die Arbeit fortsetzen. So stand vor dem Schöffengericht ein Mann aus Bochum, der als Vertrauensmann einer ebenfalls aufgelösten Zwecksparkasse Leute auf Grund schwindelhafter Versprechungen geworben hatte, die dann die ersten Anzahlungen machten, sich aber später arg betrogen sahen. Die Tätigkeit für die Zwecksparkasse wechselte der Angeklagte mit der als Werber für einen wirtschaftlichen Kundendienst. Aber auch hier arbeitete er mit gleichen Versprechungen auf baldigste Darlehnsauszahlung, sowie auch darauf in Diensten eines Stutgarter Darlehnsvermittlers. In der Gerichtssitzung marschierten nun in Reihen die Opfer des Angeklagten auf. ihren großen Hoffnungen auf Grund der Versprechungen die ihnen der Mann wortreich gemacht hatte, sahen sie sich alle getäuscht. Manche haben bis zu 15 Mark angezahlt, andere weniger, aberalle schauen in den Mond, auch nicht einer ist in den Besitz des so sehnlichst erwarteten Darlehns gekommen Unter ihnen fanden sich manche, die das Geld sich vom Munde abgespart hatten. Obwohl der Angeklagte von der Polizei, die energisch dem Darlehnsschwindel nachgeht, verwarnt war, setzte er sein Treiben fort, so daß er nun zur Verantwortung gezogen wurde. Vor Gericht erklärte der Angeklagte M. sich in Not besunden zu haben. Es wurde ihm entgegnet, daß diese ihn nicht berechtige, Volksgenossen das Geld abzuschwindeln. Das Gericht erkannte gegen ihn wegen fortgesetzten Betruges auf 7 Monate Gefängnis und sprach ihm außerdem die Berechtigung zur Weiterführung seines Gewerbes als Darlehnsvermittler auf drei Jahre ab. Die rechte Strafe 5 Jahre Zuchthaus für Sittlichkeitsverbrecher Erschütternde Bilder sittlicher Verwahrlosung entrollte eine hinter verschlossenen Türen geführte Verhandlung gegen einen Jos. Wilks aus Erckenschwick, der der unzüchtigen Handlung an unerwachsenen Kindern in drei Fällen angeklagt war. In ihm hatte man einen auf diesem Gebiete unverbesserlichen Gewohnheitsverbrecher vor sich, der bereits zweimal einschlägig vorbestraft, immer wieder rückfällig geworden ist. Der ärztliche Gutachter bezeichnete den Menschen als niederträchtig. Da er hemmungslos immer wieder zum Kinderschänder werde, sind gegen ihn Maßnahmen erforderlich, die ihn aus der menschlichen Gesellschaft fern halten, für die er eine große Gefahr bildet. Dem Antrage des Staatsanwaltes gemäß verurteilte das Gericht den Angeklagten zu 5 Jahren Zuchthaus, 5 Jahren Ehrverlust und nach verbüßter Strafe zur Sicherungsverwahrung In der Urteilsbegründung wurde hervorgehoben, daß der mit Recht als niederträchtig bezeichnete Angeklagte eine ständige Gefahr für die Jugend ist, daher darf er auf die Menschheit nicht mehr losgelassen werden. Die schwere Strafe hat auch abschreckend auf andere zu wirken. Filmvorführung. Das Wanderkino der Gaufilmstelle zeigt heute abend um 20 Uhr im Saale Winkelhaus(früher Nieding) in Altendorf ein Filmprogramm mit den Filmen„Der höhere Befehl— Reichsparteitag der Freiheit— Unsere Wehrmacht“. Vorverkaufskarten sind noch zu haben bei den Zellen= und Blockleitern der Ortsgruppe sowie in der Geschäftsstelle der DAF. Durchführung der Pfundsammlung. Am kommenden Freitag, dem 23. Oktober, wird von der NS.=Frauenschaft in Altendorf, Dumbera und Niederwenigern die Pfundammlung durchgeführt. Die Volksgenossen werden gebeten, ihre Spende bereitzuhalten. Sie wird ofort mitgenommen. Gebt alle, eure Spende kommt den wirklich Bedürftigen zugute. Speisung der 3000 Großer Aufmarsch der SA. in Bochum Manchen großen und unvergeßlichen Aufmarsch der SA.=Standarte 17 haben wir in unserer Stadt erleben dürfen, und am kommenden Sonntag wird ich diesen Marksteinen der nationalsozialistischen Bewegung ein ebenso großes und unvergeßliches Erlebnis anreihen. Wiederum wird von der Standarte 17 ein Aufmarsch vorbereitet, der bisher einzig dasteht. Auch diesmal werden die Sturmabteilungen Adolf Hitlers ihre Verbundenheit mit der gesamten Bevölkerung unserer Stadt eindeutig beweisen und zeigen, daß sie die alten geblieben sind. Der Aufmarsch beginnt Sonntag in aller Frühe, bereits um 9.30 Uhr sind die drei Sturmbanne auf dem Moltkemarkt angetreten, wo anschließend Gruppenführer Schramme, Brigadeführer Bauer und Hoheitsträger der Partei zu den SA.=Kameraden sprechen werden. Hierauf erfolgt der Abmarsch, der durch folgende Straßen seinen Weg nehmen wird: Moltkemarkt, Schul=, Henrietten-, Antonius-, Wörth-, Roon=, Marien=, Humboldtstr., Bahnhofsvorplatz, Hattinger, Hunscheidt=, Friederikastraße, Bülowplatz, Friederika=, Westfälische Straße, Hermannshöhe, Kreuz=, Kortum=, Bongardstraße, Rathaus— hier erfolgt der Vorbeimarsch—, Gußstahl=, Malteser=, Albert=, Mühlen=, Hohenzollern=, Brück=, Franz=, HorstWessel=Straße, Schwanenmarkt, Castroper Straße, Volkssportplatz. Hier findet die Speisung der SA.Standarte 17 mit etwa 3000 bedürftigen Volksgenossen statt. Um 15 Uhr beginnen dann die sportlichen Vorführungen, die vor allem Disziplin, Kameradschaft und sportliches Können verlangen: oberstes Ziel unserer SA.=Männer. Im Anschluß an die sportlichen Vorführungen marschiert die Standarte zum Schützenhof, wo sich alle Teilnehmer zu einem Kameradschaftsabend vereinen. Zigeunerinnen als Wechselfallenschwindlerinnen Daß Geschäftsleute niemals vorsichtig genug sein können, zeiat folgender Vorfall: Anfangs d. M. erschienen in einem Bochumer Geschäft zunächst 2 Zigeunerinnen, die verschiedene Kleinigkeiten kauften und von der Geschäftinhaberin bedient wurden. Eine 3. Frauensperson, die vor dem Laden gestanden hatte, kam dann hinzu und ließ sich von dem Lehrmädchen bedienen. Ihr fiel zweifellos die Aufgabe zu, die Aufmerksamkeit des Lehrmädchens von den Absichten der beiden ersten Zeugerinnen abzulenken, so daß diese leichtes Spiel hatten. Eine der Käuferinnen bezahlte mit einem 20=RM.Schein, den sie aber wieder zurücknahm, als die Geschäftsinhaberin ihrem Wunsche, das Wechselgeld in 10=Pfennig=Stücken herauszugeben, nicht nachkommen konnte. Es wurde nunmehr von beiden Käuferinnen mit je einem 5=Mark=Stück bezahlt. Beide Frauenspersonen bestanden auf der Herausgabe von neuen Geldstücken und wiesen abgegriffene zurück. Sie kauften dann nach Erledigung des ersten Kaufs noch weitere Kleinigkeiten, wobei die eine wieder den 20=RM.=Schein in Zahlung gab und diesen nunmehr auch gewechselt erhielt. Infolge des dauernden Zurückweisens der abgegriffenen Geldstücke gelang es den beiden Frauenspersonen, die Geschäftsinhaberin völlig zu verwirren. Als sie später Kassenabschluß machte, mußte sie erkennen, daß sie von den Zigeunerinnen um 14,60 RM. betrügerisch geschädigt worden war. Begeisterüng üm Max Fiedler 1. Sonderkonzert des Essener Städt. Orchesters im Saalbau Die guten Essener treiben einen wahrhaften Kult mit„ihrem" Max Fiedler. Wenn er auf dem Programm steht, heißt es, sich um Karten bemühen, denn die letzten Sitzplätze sind schnell vergriffen. Erscheint er am Pult, dieser Gralshüter des Taktstockes, dann schwillt die Begrüßung zum Orkan. Die Essener haben alle Ursache, einen Kult mit dem Mann zu treiben, der nicht weit von dem 80. Geburtstag steht, denn ihm ganz allein verdankt die Industriestadt ein Musikleben, die allen Stürmen getrotzt hat. Das Fundament, das er legte, ist so fest gebaut, daß sich auf ihm fortbauen ließ. Der Saalbau ist besetzt wie zu seiner Zeit. Er hat den Essenern eine solche Liebe zur Musik in die Seele gepflanzt, daß sie der Musik, dem Orchester, den Dirigenten nach ihm in Gedenken an ihn die Treue halten. Niemand darf auf den Gedanken kommen, daß man ihn zu Beginn und nach dem letzten Geigenton eines Konzerts nur deshalb bejubelte, weil man ihn einst liebte. Nein, das ist es nicht! Dieser Künstler an der Schwelle der 80 steht heute wie einst wie ein Feldherr vor seinen Mannen. Hebt er den Taktstock, so strafft sich sein von der Last der Jahre— aber nur durch die Jahre— gebeugter Rücken und aus seinem Stab strömt die Zauberkraft, die das Orchester zu Leistungen befeuert, die so köstlich sind, daß man ganz von selbst in den Taumel der Begeisterung gerät, der die ganze große Gemeinde erfaßt. In Max Fiedler steckt noch eine geradezu ungeheure Vitalität, und diese intensive Art des Musizierens ist immer aufs neue ein Erlebnis ganz eigener Art. Musiker wie Hörer geraten in den Bannkreis einer künstlerischen Persönlichkeit, deren Begabung zu den stärksten gehört, die im Vaterlande gewachsen sind. Gestern trat er vor seine Gemeinde mit zwei Werken von Brahms, der tragischen Ouvertüre und der köstlichen F=dur=Symphonie Nr. 3. Brahms und Bruckner sind die paradiesischen Gefilde, in denen er alle Blumen zum wundersamen Blühen zu bringen imstande ist. Die F=dur insonderheit ist eine Domäne, auf der er fast allein Herr und Meister ist. Man muß dies selige Musizieren von ihm gehört haben, um ganz ermessen zu können, wie man dies herrliche Werk zum Klingen und Tönen bringen kann. Mit der „Tragischen Ouvertüre", die ganz besondere Persönlichkeitswerte Johannes Brahms birgt, die in ihrem ersten Thema aus dunklen Tiefen heraufsteigt und zu wahrhaft tragischen Höhepunkten schwillt, schuf er die Voraussetzung für die Symphonie, die, zwar ernst im Grundton, doch jene Heiterkeit birgt, die Ewigkeitswerte hat. Die sanfte Biegsamkeit des Allegretto, nach dem weitbogigen Adagio ist ein köstliches Erlebnis. Im wuchtigen ersten Satze allerdings ließ Fiedler dem Blech allzusehr die Zügel schießen, so daß das Hauptthema, das in den Geigen liegt, nicht zur Reife kommen konnte. Es fehlten auch einige charakte ristische Akzente. Was will das aber besagen ge gen die Gesamtleistung, die geradezu ideal ab gewogen war. Das Orchester spielte dazu mit beispielloser Hingabe an den Taktstock, der den unbeugsamen Willen des Dirigenten zu individuellster Leistung verdeutlichte. Den langsamen, etwas spröden Satz gab Fiedler mit einer inneren Durchglühung wie man es selten hört. Nach der Pause spielte das Orchester dann noch die h-moll=Symphonie, die Pathetische von Tschaikowsky, jenes Werk, das nicht nur des Meisters letztes, sondern wahrscheinlich auch sein bestes ist. Tschaikowsky schwankt zwischen westlich infizierter Kunst und dem ursprünglichen Empfinden, das aus der Unendlichkeit, der Schwerblütigkeit des russischen Reiches und seines Volrstums geboren wurde. Welch ein Gegensatz zu Brahms. Hier der tiefe, philosophierende, mit dem Stoff ringende und ihn bezwingende Norddeutsche, dort der elegante spielerische, in Paris lebende Russe, der allerdings in den Ecksätzen seiner Sechsten heimkehrt in den Schoß Mütterchen Rußlands, der seine Sehnsucht verströmen läßt in Melodie und einem Morendo, einem Verhauchen, das die Todesahnung, die Lebenszielsetzung an der Stirn trägt. Die Melodie des Seitenthemas im ersten Satze ist von so überirdischer Schönheit, daß man ohne weiteres das Genie erkennt. Solche Weise konnte nur ein ganz und gar von der Musik Besessener schreiben. Das Adagio des Schlußsatzes ist von geradezu erschütternder Tragik. Neun Tage nach der Uraufführung starb der Komponist. Wer spürt nicht den Schatten der Vollendung? Wer hört den Flügelschlag des Todes nicht, wenn so gespielt wird wie gestern? Und zwischen diesen weit gesponnenen Ecksätzen tänzelt ein rhythmisch ungemein reizvolles Allegretto, rast ein wildes Allegro vivace, ein unglaublich leidenschaftlicher wirbelnder Marsch, der höchste Anforderungen an die Musiker stellt, gespannteste Aufmerksamkeit vom Dirigenten verlangt. Die Hörner, Posaunen, Trompeten müssen schon das Letzte von Einfühlung in den Rhythmus hergeben, wenn sie diesem Tempo Fiedlerscher Prägung gerecht werden wollen. Solcher Art gestaltete sich musikalisch das Konzert. Für Max Fiedler war es ein Triumph. Rasender Beifall dröhnte viele Minuten lang durch den großen Saal und eine Fülle von Blumen war der äußere Dank für seine großartige Leistung. Ho. Stadtiheater Boclum Heute Kleist-Aufführungen. Im Rahmen der Vorbereitungen der KleistWoche kam als letzte Inszenierung in der vergangenen Woche„Robert Guiskard“ und„Der zerbrochene Krug“ heraus. Durch diese in zwei so verschiedenen Welten beheimateten Werke kann der ganze Reichtum der dichterischen Erscheinungsformen bei Kleist deutlich gemacht werden, und jeder, der sich einmal mit Kleist beschäftigt hat, muß neben dem besten deutschen Lustspiel den genialsten Ansatz zur großen Tragödie, den „Robert Guiskard“, in dieser Einrichtung erleben. Die heutige Aufführung hat die gleiche Besetzung wie die Erstaufführung. Die Spielleitung liegt in den Händen von Dr. S. Schmitt. Musik und musikalische Leitung besorgt Emil Peeters; die Bühnenbilder stammen von Dr. H. Mänz. Die Aufführung ist für Vormiete A angesetzt; Beginn 20 Uhr. In diesem Zusammenhang sei auf die nächste Neuinszenierung des Schauspiels„Die vier Gesellen" von Jochen Huth hingewiesen, die Samstag unter der Spielleitung von Viktor Ahlers ihre Erstaufführung erlebt. DRITTES BLATT MITTWOCH, 21. OKTOBER Aüs Westdeütsehland Dem Gedenken Justus Mösers Osnabrück feiert seinen großen Sohn Osnabrück. Osnabrück begeht in diesen Tagen eine Festwoche. die dem größten Sohne Osnabrücks. Justus Möser, gilt und die ihren inneren Anlaß in der Tatsache findet, daß die Gedanken und Anschauungen des genialen Staatsmannes, Politikers und Dichters Justus Möser, den Goethe den„beständigsten Menschen“ nannte, in der Zeit der nationalsozialistischen Erneuerung heute erst ihre fruchtbare Verwirklichung erhalten, während die Zeit, die Mösers Leben umaab, und auch das nachfolgende Jahrhundert ihn nicht verstanden Der äußere Anlaß zu dieser Gedenkwoche ist die hundertjährige Wiederkehr jenes Tages, da das dankbare und ehrfürchtige Osnabrück seinem großen Sohne Justus Möser ein Denkmal setzte, das nun nach langer Zeit der Not, des Niederganges und des nunmehr vollendeten Aufstiegs von neuem in die lebendige Geaenwart gestellt wird. da Justus Möser in seinem Beispiel, das zu erkennen einer innerlich und äußerlich ungeahnt neuen Zeit vorbehalten blieb, Auferstehung zur Unsterblichkeit feiert. Eine in den Räumen des Osnabrücker Schlosses von Dr. Wilhelm Becker zusammengetragene Möser=Ausstellung wurde durch Kreisleiter Münzer eröffnet, der dem Wunsche Ausdruck gab, Möser nicht länger in der Vergessenheit schlafen zu lassen, sondern seine Seele im Volke zu wek ken. In der Ausstellung werden Mösers Werke, Handschriften, Bilder seiner Ahnen, Urkunden und viele Dinge gezeigt, die einst sein Leben umgeben haben. Am Abend fand eine dem Gedenken Justus Mösers gewidmete Veranstaltung in der Stadthalle statt, in deren Mittelpunkt ein Vortrag von Dr. Friedrich Castelle stand. „Hausfrau und Vierjahresplan“ Das Deutsche Frauenwerk auf der Ausstellung „Kampf um 1½ Milliarden“. Köln. Im Rahmen der Ausstellung„Kampf um 1½ Milliarden“ vom 23. bis 31. Oktober in Köln veranschaulichen das Deutsche Frauenwerk und der Reichsnährstand durch lebensnahe praktische Darstellungen und durch Vorführung nach dem Leitwort„Kosten, proben, prüfen“ die Richtlinien und Anweisungen, die für die deutsche Frau wichtig sind, sich mit Erfolg in die Reichswerbeaktion einzuschalten. Der 28. Oktober ist als Tag der deutschen Frau vorgesehen. An diesem Tage wird auch eine Frauenkundgebung veran staltet, auf der Reichsabteilungsleiterin Frau Dr. Else Vorwerk zu dem Thema„Hausfrau und Vierjahresplan“ und ferner Reichsabteilungsleiterin im Reichsnährstand, Frau Eichwede, über die Aufgaben der Landfrau sprechen werden. 25 Jahre Hagener Stadttheater Hagen. Das Hagener Stadttheater feiert in diesem Jahre sein 25jähriges Bestehen. Aus die sem Anlaß wurde am Sonntag im oberen Wan delgang eine Erinnerungstafel für die verdienst vollen Gründer des Hagener Theaters enthüllt. Bei der Feierlichkeit hielt der Oberbürgermeister der Stadt Hagen, Vetter, die Festansprache Er würdigte die Verdienste des Theatervereins, der im Jahre 1911 das Theater ins Leben rief Nach dem Niedergang aller kulturellen Bestre bungen in den Jahren des Zusammenbruchs ist es in der kurzen Zeit des nationalsozialistischen Wiederaufbaues der rührigen Leitung mit erfolg reicher Unterstützung der Hagener NS=Kultur gemeinde gelungen, auch das Theater einer neuen Blütezeit entgegenzuführen. Neben einem Besu cherstand von 2300 Abonnenten, die für die begonnene Spielzeit gewonnen wurden, besitzt das Theater einen starken Rückhalt in der Zusammenfasung der jugendlichen Besucher, der Jugendbühne, deren gegenwärtigen 11000 Mitglieder berufen ind, das Erbe im Sinne der Gründer und Förderer der Hagener Kunststätte zu erhalten. An die Universität Köln berufen Köln. Der beamtete außerordentliche Professor an der Universität Rostock, Dr. phil. Fritz Schalk ist in gleicher Eigenschaft auf den Lehrstuhl für romanische Philogie an der Universität Köln berufen worden. Steinbeil im Kartoffelacker gefunden Leverkusen. Beim Kartoffelausmachen fand ein Schuljunge aus Rheindorf auf dem Acker ein Steinbeil aus der jüngeren Steinzeit. Man schätzt das Alter des Beiles auf etwa 3000 bis 4000 Jahre. Springmäuse in der Eifel Adenau. In diesem Jahre ist in der Eifel überall ein starkes Auftreten der Mäuse festzustellen In Wirft bei Adenau beobachtete ein Landwirt auf einem Rübenacker mehrere Mäuse, die, als sie aufgescheucht wurden, in Sprüngen von 80 bis 100 Zentimeter Länge das Weite suchten. Es handelt sich hier offenbar um die selten vorkommende Gattung der Springmäuse. Es gelang leider nicht, eins der Tiere einzufangen. Neuer Bürgermeister in Dülmen Dülmen. In der Ratsherrensitzung gab am Montag nachmittag der 1. Beigeordnete Dr. Schmidt bekannt, daß Pg. Helms zum Bürgermeister der Stadt Dülmen ernannt worden ist. Jüdische Großmetzgerei geschlossen Unvollständige Bücher zwecks Gewinnverschleierung. Aachen. Wie die Regierungspressestelle mitteilt, hat der Regierungspräsident in Aachen einem jüdischen Großmetzer in Aachen wegen Un zuverlässigkeit die Fortführung des triebes untersagt und die Schließung seiner Geschäfts= und Betriebsräume angeordnet. Die Ermittlungen hatten ergeben, daß der Großfleischer zur Verschleierung von Höchstpreisüberschreitungen die Führung der Bücher, die ihm gesetzlich obliegt, mangelhaft und unvollständig vorgenommen hat und daß er unter Ueberschreitung des Höchstpreises bei zahlreichen Verkäufen Großhandelspreise gefordert hat, die die Einhaltung der Verbraucherhöchstpreise seitens der von ihm belieferten meist wenig kapitalkräftigen Fleischer gefährdeten. Dadurch hat der betreffende Großmetzger gezeigt, daß er die für die Führung eines Betriebes erforderliche Zuverlässigkeit nicht besitzt. Um einen Krug Bier erschossen Geisteskranker tötet seinen Freund und begeht Selbstmord Lüdinghausen. Am Montagabend erschoß anscheinend in geistiger Umnachtung der 45jährige Josef Philipps seinen Freund, den gleichaltrigen Bernhard Philipps, in dessen Wohnung mit einer Pistole. Der Täter ging nach der Tat zur Stever und ertränkte sich. Der Getötete hinterläßt Frau und vier Kinder, der Täter Fran und acht Kinder. Zwischen den beiden namensverwandten Philipps herrschte das beste Einvernehmen. Josef Philipps hatte im Krieg eine schwere Kopfverletzung erlitten. Bei seinem Besuch bei der Familie Bernhard Philipps klagte er über Kopfschmerzen, weiter wurde man auf sein wirres Reden aufmerksam. Er ließ sich noch einen Krua Bier holen, den er in einigen Zügen leer trank. Als seine Bitte nach einem zweiten Krug Bier abgeschlagen wurde, wurde er sehr erregt, zog eine Pistole und gab drei Schüsse ab, von denen einer den Tod des Bernhard Philipps herbeiführte. Der Täter stürzte sich dann in die in der Nähe des Hauses vorbeifließende Stever, aus der er nur noch als Leiche geborgen werden konnte. Im Streit erstochen Köln. Am Dienstagmorgen gegen 5,30 Uhr entstand zwischen mehreren angetrunkenen Personen aus geringfügiger Veranlassung eine Auseinandersetzung, die in Tätlichkeiten ausartete. Im Verlaufe des Streites wurde ein 35jähriger Mann durch Stiche so schwer verletzt, daß er auf dem Wege zum Krankenhaus starb. Der Täter wurde vorläufig festgenommen. Von einem Motorrad angefahren und tödlich verletzt Düren. Am Montagabend ereignete sich in Düren ein tödlicher Verkehrsunfall. Gegen 20,30 Uhr wurde ein junger Mann von 17 Jahren, der mit einem Mädchen auf der rechten Seite des Fahrdammes ging, von einem Motorradfahrer von hinten angefahren. Der junge Mann stürzte zu Boden und trug so schwere Verletzungen davon daß der Tod auf der Stelle eintrat. Wie sich der Unfall im einzelnen zugetragen hatte, konnte noch nicht geklärt werden. Durch Hufschlag getötet Paderborn. In der Gemeinde Pemken bei Altenbeken wurde der Bauer Johann Glitz durch den Hufschlag eines jungen Pferdes vor den Unterleib getroffen und so schwer verletzt, daß er bald nach seiner Einlieferung in das Krankenhaus starb Schmuck und Pelze im Werte von 4000 RM gestohlen. Köln. In den späten Abendstunden des Sonn tags wurde in Köln=Nippes ein dreister Woh nungseinbruch ausgeführt. Den bisher noch unbekannten Tätern fielen Schmucksachen, u. Ringe mit Brillanten, Rubinen, Smaragden so wie verschiedene wertvolle Pelze in die Hände. Der Gesamtwert des gestohlenen Gutes beläuft sich auf nahezu 4000 RM. Die Fomilie“ Verschollen in der Ostsee Ein dunkles Schiffsschicksal vor dem Seeamt Am 14. Juli 1936 bei Sonnenaufgang verließ der Hamburger Dampfer„Wagrien" den Hafen von Leningrad mit einer Ladung von 900 Tonnen Eisenschrot=Stahlspänen und 500 Tonnen Walzeisen. Er war nach dem polnischen Hafen Gdingen in der Danziger Bucht bestimmt und hatte eine Besatzung von 14 Mann, sowie der Frau und dem Sohn des Kapitäns. Am Tage darauf verließen noch zwei andere deutsche Dampfer, „Magdalena Reith" und„Urania“ den russischen Hafen. Beide erreichten ihr Ziel. Der Dampfer „Wagrien" dagegen ist niemals in Gdingen eingetroffen, und seit jenem Tage wurde er von keinem anderen Schiffe mehr gesehen. Einige Zeit darauf wurden auf der Insel Oesel Wrackteile angespült, wie Rettungsringe mit dem Namen des Dampfers und eine Kajütenwand, mit einem Barometer darauf, die unzweifelhaft von„Wagrien" stammten. In den finnischen Gewässern konnte bald darauf die Leiche des ersten Offiziers der„Wagrien“, Richard Dorn aus Speyer, geborgen werden. Ein Schiffsschicksal, wie es leider nicht allzu elten ist. Jahr für Jahr verschlingt die Ostsee ihre Opfer, wirbelt auf ihren spitzen Wogen Dampfer wie Segler durcheinander und erscheint am nächsten Morgen unter der glitzernden Sonne wieder glatt und eben als wäre nichts geschehen. Sie hat eine niederträchtige Art, sagen die seebeahrenen Leute, die auf diesen„Tümpel von einem Meer“ niemals gut zu sprechen sind. Der Dampfer„Wagrien“ war schon ein recht altes Schiff. Er war vor 75 Jahren auf einer englischen Werft vom Stapel gelaufen und verdrängte 932 Tonnen. Er gehörte zu jener Sorte von alten Schiffen, die man für den Küstendienst noch für geeignet hält, d. h. solange alles gut geht. In diesem Falle war es nicht gut gegangen. Der Laderaum des Schiffes war voll ausgenutzt, und selbst auf Deck befand sich noch eine ansehnliche Ladung. Eines war besonders auffällig. Zur selben Zeit als„Wagrien“ sich auf der Fahrt befand, passierte ein russischer Schleppdampfer mit einer ganzen Kette von Holzflößen dieselbe Gegend. Zwei dieser Flöße, die aus riesigen Baumstämmen bestanden, gingen verloren, und ein großer Teil der Stämme wurden eben dort angetrieben, wo man fast zur gleichen Zeit auch die wenigen Wrackstücke der„Wagrien“ fand. In der letzten Zeit sind wiederholt Bedenken über die neuerdings geübte Art der russischen Seeflößerei geäußert worden. Um Dampfer zu sparen, wird das Holz zu Flößen zusammengefügt und von einem Schleppdampfer nach Memel geschleppt. Die losgerissenen Flöße bilden eine ungeheure Gefahr für die gesamte Schiffahrt in der östlichen Ostsee. Ein altes Schiff wie„Wagrien“ vermag den Rammstößen dieser Balken nicht standzuhalten. Das dürfte vielleicht auch zur Katastrophe des Hamburger Dampfers gefübrt haben. Zeugen sind nicht vorhanden. Das Hamburger Seeamt hat den Fall zu klären, und es fällt nach bestem Wissen und Gewissen seinen Spruch: Die Ursachen des Unfalls sind nicht aufzuklären, die Untersuchung hat keine Mängel in der Bauart, Ausrüstung, Beladung und Bemannung des Schifes ergeben.— Seemannslos— über 16 Opfer rollt die Östsee gleichmäßig ihre Wogen. künstler und Kaufmann Von Paul Pfund, Abteilungsleiter in der Reichskammer der bildenden Künste. Der moderne Staat und die Volkswirtschaft unserer Tage sind ohne Werbung nicht denkbar. Jeder zielbewußte Kaufmann bedient sich heute des Werbemittels, um Käufer zu gewinnen und zu erhalten. Bild und Wort sind die Werbemittel unserer Zeit. Das Bild ist für das menschliche Auge als das stärkste Sinnesorgan bestimmt, das Wort oder der Text soll überzeugen, wo die Aufmerksamkeit durch das Bild erregt wurde. Zum Bild gehört die gestaltende Hand des Künstlers. Gewiß kann ein suggestiver Text, ein guter zwingender Firmenname allein schon großes Interesse wecken, aber die größere Sinnfälligkeit ergibt sich erst dann, wenn zur Planung und Methode die Arbeit des Künstlers hinzutritt. Erst die Zwiesprache und die enge Zusammenarbeit zwischen Werbefachmann und Gebrauchsgraphiker ergeben das gute Werbemittel Dieses notwendige Bündnis zwischen Künstler und Kaufmann stellt an beide Teile bestimmte Anforderungen. Der Kaufmann muß einsehen lernen, daß nicht die schreiende Reklame, sondern das künstlerisch durchgestaltete Werbemittel besser und erfolgreicher wirbt. Auch der Kaufmann muß sich kulturell verantwortlich fühlen, denn das Werbemittel ist so ungeheuer weit verbreitet, daß es zugleich als das großartigste kulturelle Erziehungsmittel anzusehen ist. Es ist nicht wegzuleugnen, daß in der großen Flut der Werbemittel leider der größte Teil bisher eine wenig befriedigende Haltung aufweist. Gerade das allzu starke Betonen der kaufmännischen Absicht wird allzu oft noch von Unberufenen als Deckmantel zur Verbergung des größten Dilettantismus mißbraucht während wir in Deutschland doch über eine große Anzahl geschulter Gebrauchsgraphiker verfügen, deren Heranziehung zur Gestaltung der Werbemittel für den Kaufmann angesichts seines Werbeetats überhaupt nicht ins Gewicht fallen. Der Künstler, der sich der praktischen Kunst der Werbemittelgestaltung zuwendet, muß sowohl die Gesetze der Kunst als auch die Technik der Reproduktion beherrschen. Jeder wirkliche Werbekünstler muß von vornherein auf der ihm vom Kaufmann gegebenen kalkulatorischen Grundlage aufbauen können. Die Farbgebung, die Ueberwachung der Reproduktion, die Papierauswahl u. a. m. müssen vom Gebrauchsgraphiker entscheidend beeinflußt werden können, wenn ein gutes Resultat erzielt werden soll. Auch Werbedrucksachen, die nur mit Hilfe der Schrifttype hergestellt werden, machen keinesfalls die Arbeit des Künstlers überflüssig, denn er vermag es allein, auch dieses Werbemittel so wirkungsvoll in seinen Einzelteilen anzuordnen, daß ein gutes und einprägsames Gesamtbild entsteht. Die große Ausstellung„Die deutsche Werbung“ in Essen hat eine verdienstvolle Aufgabe auch dadurch erfüllt, daß sie die enge Zusammenarbeit zwischen Kaufmann und Künstler an vorbildlichen Beispielen zur Darstellung brachte. Die in der Reichskammer der bildenden Künste zusammengefaßten Gebrauchsgraphiker sind durchgehend mit guten Arbeiten hervorgetreten. Ich bin optimistisch genug, zu glauben, daß die durch den Gemeinschaftsgeist des neuen Reiches hervorgerufene neue Ausrichtung der Wirtschaftswerbung sich noch stärker durchsetzen wird. Erst wenn der größere Verkaufserfolg durch kulturell höhere Werbemittel erzielt wird, wird das in gemeinsamer Arbeit zwischen Künstler und Kaufmann erzeugte deutsche Werbemittel wieder jene führende Weltgeltung erhalten, die es am Beginn der Entwicklung der Werbedrucksachen schon einmal hatte. Bei der Einführung und Durchdringung der deutschen Wirtschaft mit deutschen Rohstoffen und Erzeugnissen, wie sie der große Vierjahresplan des Führers vorsieht, wird in größtem Maßstab diese vorbildliche Werbung und Gemeinschaftsarbeit von Künstler und Kaufmann in Erscheinung treten können. Wuppertaler Kunstausstellung Wuppertal. Im Rahmen der Gaukulturwoche der NSDAP. ist im Städtischen Museum Wuppertal=Elberfeld durch den Kunstring der NS.=Kulturgemeinde eine in ihrer Art besondersartige Ausstellung geschaffen worden, die sich mit der Familie als dem Ausdruck einer schöpferischen Lebensgemeinschaft befaßt. Die Ausstellung besteht zum großen Teil aus Bildern, wobei naturgemäß das Porträt, die Gruppen= und Familienbilder in den Vordergrund treten und den Darstellungen deutscher Familien in der Gesamtkunst des Volkes ein besonderer Platz eingeräumt worden ist. Dazu sind Möbel und Hausgeräte als Ausdruck des Kulturwillens und der Lebenshaltung der bergischen Familien hauptsächlich in der Zeit von 1750 bis 1850 zusammengetragen worden. Daneben hat man die verschiedensten Dokumente des Familiensinnes aller Art nicht vergessen, vor allem die Stammbücher und Chroniken, die Familienalben und Kinderbücher, die von der fleißigen Hausfrau hergestellten Webereien und Stickereien. Die Ausstellung ist aus Privatbesitz, Museen und öffentlichen Sammlungen und schließlich auch aus zur Verfügung gestellten Büchern und Dokumenten der Reichsjugendführung zusammengestellt. Jüdischer Rasseschänder verurteilt Dortmund. Die Dortmunder Strafkammer verhandelte am Montag gegen den 58jährigen Juden Iwan Fränkel und dessen Sohn, den 31 Jahre alten Ernst Fränkel, aus Dortmund, die im Juli dieses Jahres wegen fortgesetzten Mißbrauchs ihrer 17jährigen Hausangestellten Thea G. verhaftet worden waren. Die Verhandlung entrollte ein widerliches Bild völliger moralischer Verkommenheit von Vater und Sohn, die sich lange Zeit abwechselnd an dem in ihrem Haushalt beschäftigten und daher wirtschaftlich abhängigen Mädchen in der verwerflichsten Weise vergangen und es sittlich zugrunde gerichtet haben. Nur der Tatsache, daß die zur Anklage stehenden Fälle sich vor dem Inkrafttreten der Nürnberger Gesetze ereignet haben, konnten die Angeklagten es verdanken, daß sie mit der verhältnismäßig geringen Strafe von einem Jahr drei Monaten Gefängnis wegen fortgesetzter tätlicher Beleidigung bzw. fortgesetzter Notzucht davongekommen sind Aufofahrer auf den Schienen eingeschlafen Bünde. Am Bahnübergang nach Spradow wurde durch die Wachsamkeit eines Stellwerksbeamten ein Zugunglück verhütet. Um Mitternacht bemerkte der Beamte einen Kraftwagen auf den Gleisen. Der Fahrer, angeblich unter starkem Alkoholgenuß stehend, war am Steuer eingeschlafen. Da es dem Beamten nicht gelang, den Fahrer aus seinem Schlafe aufzurütteln, mußte der fällige Zug zurückgehalten werden, bis das Hindernis von einigen Bediensteten der Bahn beseitigt worden war. Der Führerschein wurde dem leichtsinnigen Autofahrer abgenommen. Endlich! Hase ist im Bilde Dito seine Frau, die Hilde! Kaum war er auf freiem Fuße, eilt' er heim. Nun tut er Buße. Endlich weiß er, was ihm fehlte, warum ihn das Unglück quälte... und nun wird er auch gescheiter. Recht so, Hase! Nur so weiter! Seine Weisheit lautet nämlich: „Ach, was war ich früher dämlich, Jetzt erst weiß ich's ganz genau— Zeitunglesen— das macht schlau!" 1 156 644 Gesetze Die Vereinigten Staaten sind das Land der Anwälte Ein bekannter, älterer Jurist aus dem amerikanischen Staate Maine hat sich der Mühe unterzogen, alle im Lande des Sternenbanners aegenwärtig in Kraft befindlichen Gesetze zu sammeln. Er hat auf diese Weise festgestellt, daß in den Vereinigten Staaten genau 1156 644 Gesetze in Kraft sind, wenn man die bundesstaatlichen Gesetze und die Gesetze in den Einzelstaaten zusammenrechnet. Die Vereinigten Staaten von Nordamerika dürften demnach auch auf diesem Gebiet eine Art Weltrekord inne haben. REICHSSENDER KÖLN und DEUTSCHLANDSENDER Programm vom 22. bis 24. Oktober 1936 REICHSSENDER KÖLN 6.00: Morgenlied— Wetterbericht für den Bauer. 6.05: von Stuttgart: Leibesubungen. 6.30: von Leipzig: Frühkonzert, ausgeführt v. Trompeterkorps des Artillerie=Regts. Nr. 14, Naumburg; Leitg.: Obermusikmeister R. Kegel. 1. Die Treue siegt. Marsch. 2. Ouvertüre zu „Die Nürnberger Puppe", 3. Tanz der Hexen und Kobolde, Charakterstück. 4. Joh. Strauß. der Walzerkönig. 7.00: von Leipzig: Nachrichten, anschließend aus Köln: Morgenlied— Morgenruf. 5. Argonner Wald, Marsch. 6. Melodien a. d. Operette„Der Obersteiger". 7. In der Venusgrotte, Walzer. 8. Zwei Fanfarenmärsche: a) KreuzritterFanfare, b) Alt Goseck, Fanfare. 9. Unter Kameraden, Potpourri. 8.00: Kalenderblatt— Zeit, Wetter, Wasserstandsmeldungen 8.10: Hilde Bremus: Frauenturnen. 8.25: Sendepause. 9.45: Zeit, Nachrichten, Wasserstandsmeldungen. 10.00: angeschlossen: Saarbrücken: Volksliedsingen(Liederbl. 14). 10.30: Sendepause. 11.50: Bauer merk' auf. 12.00: Die Werkpause des Reichssenders Köln(in Verbindung mit der DAF). Was sich die arbeitenden Volksgenossen des Sendegebietes wünschen. Uebertragung aus der Gute=Hoffnungshütte A.=G.(Maschinenhalle in Oberhausen. Es spielt das NS=Streichorchester der Betriebsgemeinschaft der Firma unter Leitung von Th. Otten. 13.00: Mittagsmeldungen: Glückwünsche. 13.15: von München: Mittagskonzert. Es spielt das Unterhaltungsfunkorchester, Leitg.: Fro. Mihalovic. 1. Ouvertüre zu „Raymond". 2. Menuett für Anna Magdalena". 3. Aus Franz Schuberts Werken. 4. Gaukler im Dorf. 5. Ballettmusik aus„Undine". 6. HockeySpiele. Intermezzo. 14.00: Mittagsmeldungen. 14.15: vom Deutschlandsender: Allerlei von Zwei bis Drei. 15.00: Sendepause. 15.45: Wirtschaftsmeldungen. 16.00: vom Deutschlandsender: Musik am Nachmittag. Gerhard Hoffmann spielt. 16.50: Neue Volksschriftsteller der Heimat. 1. Bergmannsgedichte im Platt des Essener Landes von Franz Lötte. 2. Ein guter Kamerad. Ein SA=Erlebnis. Von Emil Strodthoff. 17.10: Alte und neue Hausmusik. (Blockflöte und andere Instrumente.) 1. Werke alter Meister mit Blockflöten: a) Fantasie über ein flämisches Lied für zwei Flöten und Gambe: b) Maria zart: für Flöte, Gamba und Laute; c) Fackeltanz: für zwei Flöten, Gambe und Laute. 2 Sonatine für Violine und Klavier: Froher Sommertag Kleine Bitte/ Was die Linde singt. 3. Aus einem neuen Spielbuch: a) Kanonisches Stück für 2 Flöten, b) Maria durch den Dornwald ging: für 2 Flöten, c) Wie schön leuchtet der Morgenstern: für 2 Flöten und Gambe, d) Was woll'n wir auf den Abend tun: für Flöte und Gambe, e) Hirtenlied: für Geige und Flöte, f) Menuett nach I. S. Bach für 2 Flöten, g) Volkstans für zwei Flöten. 4. Pastorale für Sologambe. 2 Flöten und Continuo. 17.45: Deutsche Erzähler— alte Meister. Eine Anekdote von Jeremias Gotthelf und ein Bericht über ein neues GotthelfBuch von Dr. Oskar Jancke. Sprecher: Paul Apel. 18.00: Beliebte Tenöre(Schallplatten). 18.45: Sage und Sang aus dem Norden. Spielbuch: Dr. Josef Müller. I.: Volksmusik und Volkslied. II.: Ein Spiel um Finnlands Dichtung und Volksmusik. Musik: Helmut Riethmüller: Spielleitung: Josef Kandner. 19.45: Momentaufnahme. 20.00: Erste Abendmeldungen. 20.10: Unterhaltungskonzert. Es spielt das Große Orchester unt. Leitung von Leo Eysoldt. 1. Ouvertüre zur Oper„Hans Sachs" 2. Serenade f. Streichorchester. 3. Drei Tänze: Mädchen am Strande/ Hirtenruf Mock morris. 4. Transactionen, Walzer. 5. RadetzkyMarsch. 20.50: Und was meinen Sie? Gespräche zur Zeit. Verantwortlich: Heinz Häuschen. 21.00: Zum 125. Geburtstag von Franz Liszt. Das Große Orchester unter Leitung von Leo Eysoldt. Solist: Egbert Grape (Klavier). 1 Präludien. 2. „Totentans" für Klavier und Orchester. 3. Ungarische Rhapsodien Nr. 1 und 2. 22.00: Zeit, Wetter, Nachrichten. 22.20: Die Tat des„Ersten Deutschen". Von der Waldschlacht in der Osningmark. Zur Erinnerung an den germanischen Befreiungskampf vor 1925 Jahren. Ein Vortrag von Dr. I. O. Plaßmann. 22.40—24.00: von Berlin: Tanzmusik, Kapelle Walter Raatzke. DEUTSCHLANDSENDER 6.00: Glockenspiel, Morgenruf; Wetterbericht für die Landwirtschaft: anschließ.: Schallplatten. 6.30: aus Leipzig: Frühkonzert. 1. Die Treue siegt. 2. Ouvertüre zu„Die Nürnberger Puppe“. 3. Tanz der Hexen und Kobolde. 4. Johann Strauß, der Walzerkönig. 5. Argonner Wald. 6. Melodien aus„Der Obersteiger". 7. In der Venusgrotte. 8 2 Fanfarenmärsche: Kreuzritter-Fanfare; Alt-Goseck, Fanfare. 9. Unter Kameraden. Das Trompeterkorps des Artillerie=Regts. Nr. 14, Naumburg. Dazwischen um 7.00: Nachrichten des Drahtlosen Dienstes. 8.00: Sendepause. 9.00: Sperrzeit. 9.40: Kindergymnastik. 10.00: Volksliedsingen. Liederblatt Nr. 15. 10.45: Sendepause. 11.05: Herbstarbeit im Garten. Ratschläge für unsere Siedlerfrauen. 11.15: Deutscher Seewetterbericht. 11.30: Der Bauer spricht— Der Bauer hört. 1. Neues Fachwerk und alte Truhen. Ein Funkbericht von bäuerlicher Wohnkultur. 2. Das Buch des Bauern. Anschließend: Wetterbericht. 12.00: aus Breslau: Musik zum Mittag. 1. Ouvert. zu„Donna Diana". 2. Gesangsszene für Cello und Orchester. 3. Bella Figmetta. 4. Wir sind gesund und munter. 5. Orchester=Suite Nr. 1: Die Versuchung des Asketen: Der Träumer; Der Ausrufer auf dem Jahrmarkt: Die Jagd. 6. Ich trag dich auf Händen. 7. Im Vorstadtgärtchen. 8. Spanisches Capriccio. 9. Rollschuhe. 10. Concertino. 11. Strahlende Sonne. 12. Mein Herz ist noch frei. Das Orchester des Reichssenders Breslau und die Tanzkapelle des Reichssenders Breslau. 12.55: Zeitzeichen der Deutschen Seewärte. 13.00: Glückwünsche. 13.45: Neueste Nachrichten. 14.00: Allerlei— von Zwei bis Drei! 15.00: Wetter= u. Börsenberichte, Programmhinweise. 15.15: Frauen als Weltreisende. Unter deutschen Siedlern in Kaffraria. 15.45: Ein Ausländer besucht Einrichtungen der NSV. 16.00: Musik am Nachmittag. Gerhard Hoffmann spielt. 1 Ouvertüre zu„Mignon". 2. San Remo. 3. Am Lago maggiore. 4. Paraphrase über„Alle Tage ist kein Sonntag". 5. Blumenwalzer aus der Nußknackersuite. 6. Entr'acte=Gavotte. 7. Kleiner Tanz. 8. Die Geige weint. 9. Seid umschlungen, Millionen. 10. Ich bin nur ein armer Wandergesell, aus„Der Vetter aus Dingsda". 11. Die Glocken von Sanssouci. 12. Paraphrase über„Die Post im Walde". 13. Serenade. 14. Lustige Brüder. 15. Pußtamärchen. 16. Spanisch. Walzer. 17. Drunt in der Lobau. 18. Leuchtendes Florenz. 19. Melodien aus „Glückliche Reise“. In der Pause von 16.50—17.00: Heitere Geschichten von Heinz Steguweit. 17.50: Der Dichter spricht. Hans Kloepfer, der Dichter der Steiermark, liest aus eigenen Werken. 18.10: Tanz, tanz Jüngferlein... Niederländische Lieder u. Dichtungen. 18.45: Sportfunk. 19.00: Guten Abend, lieber Hörer! Sachen, die uns Freude machen! Die lustig. Akkordeons mit Lena Haustein. Als Einlage:„Tönende Tagesschau“. 19.45: Deutschlandecho. 20.00: Der Troubadour. Oper von Giuseppe Verdi. Ausführende: Chor und Orchester des Reichssenders Stuttgart; musikalische Leitung: Bernh. Zimmermann: Spielleitung: Fritz Ganß. 1. Akt: Der Zweikampf. 2. Akt: Die Zigeunerin. 3. Akt: Der Sohn der Zigeunerin. 4. Akt: Das Hochgericht. Personen: Der Graf von Luna: Hans Hermann Nissen— Leonore: Maria Reining— Azucena, eine Zigeunerin; Inger Karen— Manrico: Helge Roswaenge— Ferrando: Wilhelm Strienz— Inez: Emma Mayer — Ruis: Bruno Müller— Diener des Grafen/ Krieger/ Gefährtinnen Leonores/ Nonnen Zigeuner und Zigeunerinnen. Die Handlung spielt im 15. Jahrhundert teils in Biscaya und teils in Arragonien. 22.00: Wetter=, Tages= u. Sportnachrichten, anschließ.: Deutschlandecho. 22.30: Eine kleine Nachtmusik. Gleichbleibende Tageseinteilung 6.00: Choral, anschließ. Leibesübungen. 6.30: Frühkonzert. 7.00: Nachrichten. 8.00: Kalenderblatt, anschl. Zeit. Wetter. Wasserstandsmeldungen. 8.10: Frauenturnen. 9.45: Zeit, Nachrichten. Wasserstandsmeldungen. 12.00: Musik am Mittag. 13.00: Mittagsmeldungen 1— Glückwünsche. 13.15: 14.00: 14.15: 15.00: 15.45: 18.00: 19.45: 20.00: 22.00: 22.30: Fortsetzung des Mittagskonzerts. Mittagsmeldungen 2. Allerlei von Zwei bis Drei (außer So., Mo.) Sendepause. Wirtschaftsmeldungen. Nachmittagskonzert. Momentaufnahme. Erste Abendmeldungen. Zeit, Wetter, Nachrichten Nachtmusik und Tanz. Opet Belcanto". 12. Präludien für Dietrich Buxtehude: Trio=So 11. Ballettmusik aus der Oper nate D-Dur. 22.45: Deutscher Seewetterbericht. 23.00—24.00: Ausklang. Es spielt das Orchester des Deutschlandsenders. REICHSSENDER KÖLN 6.00: Morgenlied— Wetterbericht für den Bauer. 6.05: von Stuttgart: Leibesübungen. 6.30: von Königsberg: Frühkonzert. Es spielt die Kapelle der Schutzpolizei, Leitung: Musikdirektor Ernst Stieberitz. 1. Fest=Reveille, 2. Ouvertüre z. Oper„Das Modell“. 3. Perlen der Liebe. Walzer. 4. Serenade für Flöte und Waldhorn. 7.00 von Königsberg: Nachrichten, anschließend aus Köln: Morgenlied— Morgenruf. 5. Fantasie über deutsche Lieder. 6. Die Dessauer Schloßmusik. 7. Melodien a. d. Oper „Der Tribut des Zamora“. 8. Matrosen=Marsch. 9. Ouvertüre zur Oper„Abu Hassan". 10. Chor der Derwische. 11. Parademarsch der Kraftfahrtruppen. 12. National=Suite. 13. Endspurt. Galopp. 8.00: Kalenderblatt— Zeit, Wetter. Wasserstandsmeldungen 8.10: Hilde Bremus: Frauenturnen. 8.25: Sendepause. 9.45: Zeit, Nachrichten, Wasserstandsmeldungen. 10.00: vom Deutschlandsender: Die deutsche Reichsbank. Funkbericht mit einer Rede von Reichsbankpräsid. Dr. Schacht. 10.30: Sendepause. 11.50: Bauer merk' auf. 12.00: angeschlossen: Deutschlandsender von 12.55: Die Werkpause des Reichssenders Köln (in Verbindung mit der DAF). Was sich die arbeitenden Volksgenossen d. Sendegebietes wünschen. Es spielt das Kleine Orchester des Reichssenders Köln unter Leitung v. Leo Eysoldt. 13.00: Mittagsmeldungen: Glückwünsche. 13.15: angeschlossen: Deutschlandsender bis 13.45: Mittagskonzert. Es spielt das Kleine Orchester des Reichssenders Köln unter Leitung von Leo Eysoldt. 1. Vorspiel zur Oper„Die vier Haimonskinder". 2. a) Romanze Des=Dur, b) Die Spieluhr. 3. Melodien aus der Oper„Wilhelm Tell". 4. Harlekin, Walzer. 5. Titanen=Marsch. 14.00: Mittagsmeldungen. 14.15: Clemens Krauß dirigiert Joh. Strauß. Orchester: Wiener Philharmoniker(Schallplatten). 15.00: Sendepause. 15.45: Wirtschaftsmeldungen. 16.00: Freitags zwischen Vier und Sechs. Zwei Stunden Plauderei und Musik zum Nachmittag. Zusammenstellung: H. W. Kröning, Leitg.: Rich. Müller. Darin: gegen 16.05: Klara Fahlbusch: Morgen. Eine Erzählung: geg. 16.05: Von rheinischer Töpferkunst(ein Hinweis auf„Deutsches Volkstum im Rheinlande"); gegen 16.35: Besuch im Akkumulatorenmuseum in Hagen(ein Funkbericht von Herm. Probst); geg. 17.05: Außenseiter der Wissenschaft (Heldentaten ärztlicher Forschung von Heinz Bierkowski; gegen 17.30: Wie man Wein trinkt(Ratschläge für den rechten Weingenuß v. Ernst Wimmers=Sonderegger); geg. 17.45: Wiedersehen mit einem alten Schul=Lesebuch. Am Klavier: Emund Kirst; dazu Musik von Schallplatten. 18.00: von Leipzig: Musik aus Dresden. Es spielt die Dresdner Philharmonie. Solisten: Marga Rita Wüstner(Klav.); Kammersänger Rudolf Dietrich (Tenor): Helmuth Dost(Violoncell); Leit.: Hilmar Weber. 1. Ouvert. 3. Oper„Jessonda“. 2. Nein, länger trag' ich nicht die Qualen, Szene und Arie aus der Oper„Der Freischütz“. 3. Gesang der Rheintöchter aus „Hötterdämmerung". 4. Zwei Stücke für Klavier: a) Fantasiestück: In der Nacht, b) Gnomenreigen. 5. Intermezzo und Marsch aus der Musik zu„Kaiser und Galiläer". 6. Variationen für Cello und Orchester. 7. Vorspiel zur Oper„Hänsel und Gretel". 8. Wohin, wohin, Arie aus der Oper„Eugen Onegin“. 9. Intermezzo aus der Oper „Manon Lescaut". 10. Daß nun für mich dein Herz erbebt. Arie aus d. Oper„Der Troubadour“. Klavier. 13. Rhapsodie C=dur. 19.45: Momentaufnahme. 20.00: Erste Abendmeldungen. 20.10: Soldaten— Kameraden. 20.10: Grenslanddeutsche Märsche(3. Folge). 20.45: Dr. Hallbaum: Die Aufgaben d. Volksbundes für deutsche Kriegsgräberfürsorge. 20.55: Wo bist du, Kamerad? Funkappell alter Frontsoldaten. 21.25: Soldatenleben, ja das heißt lustia sein! Kamerad Humor stellt sich vor. 22.00: Zeit, Wetter, Nachrichten. 22.30—24.00: Konzert des Großen Orchesters, Leitung: Otto Jul. Kühn. Solisten: Anni Bernards(Alt): Robert Grote (Cello). 1. Ouvertüre D=dur. 2. Konzert für Cello und Orchester. 3. Suite im alten Stil. 4. Lieder für Alt und Orchester: Herbst in Aragon/ Ueber deine Augenlider Der Ferge Abendlied/ Einen guten Grund. 5. Bäurische Festmusik. DEUTSCHLANDSENDER 6.00: Glockenspiel, Morgenruf, Wetterbericht für die Landwirtschaft; anschließ.: Schallplatten. 6.30: aus Danzig: Frühkonzert. 1. Fest=Reveille. 2. Ouvertüre zu„Das Modell". 3. Perlen der Liebe. 4. Serenade für Flöte und Waldhorn. 5. Fantasie über deutsche Lieder. 6. Die Dessauer Schloßmusik. 7. Melodien aus„Der Tribut des Zamora". 8. Matrosen=Marsch. 9. Ouvertüre zu„Abu Hassan“. 10. Chor der Derwische. 11. Parademarsch der Kraftfahrtruppen. 12. National-LiederSuite. 13. Endspurt. Dazwischen um 7.00: Nachrichten des Drahtlosen Dienstes. 8.00: Sendepause. 9.00: Sperrzeit. 9.40: Hertha Burmeister erzählt baltische Geschichten. 10.00: Volk an der Arbeit. Die deutsche Reichsbank. Funkbericht mit einer Rede des Reichsbankpräsidenten Dr. Schacht. 10.30: Sendepause. 10.50: Spielturnen im Kindergarten. 11.15: Deutscher Seewetterbericht. 11.30: Sendepause. 11.40: Der Bauer spricht— Der Bauer hört. Hinter Pflug und Buch muß sich der Nachwuchs bewähren! Wir besuchen eine Lehrlingsprüfung. Anschließend: Wetterbericht. 12.00: aus Köln: Die Werkpause des Reichssenders Köln(in Verbindung mit der DAF). Was sich die arbeitenden Volksgenossen des Sendegebietes wünschen. 12.55: Zeitzeichen der Deutschen Seewärte. 13.00: Glückwünsche. 13.15: aus Köln: Musik zum Mittag. 13.45: Neueste Nachrichten. 14.00: Allerlei— von Zwei bis Drei! 15.00: Wetter= u. Börsenberichte, Programmhinweise. 15.15: Lob des Tanzes. Jungmädel singen. 15.45: Bücherstunde für Mädel. 16.00: Musik am Nachmittag.— I.: 1, Kameradentreue. 2. Ouvertüre zu„Die vier Haimonskinder". 3. Miniatur-Suite: Kindertanz; Intermeszo; Tanzszene. 4. Verliebt. 5. Variationen über„Du, du liegst mir im Herzen" für Flöte mit Klavier. 6. Marionetten=Brautzug. 7. Ein Herbstmärchen. 8. Märchen aus dem Orient. II.: Aus Berliner Operetten und Singspielen: 1. Ouvertüre zu„Die Amazone". 2. Walzer aus„Drei alte Schachteln". 3. Es war einmal, aus„Im Reiche des Indra“. 4. Melodien aus„Liselott". 5. Ouvertüre zu„Frau Luna“. 6. Melodien aus„Tatjana". 7. Walzer aus„Das goldene Herz". In der Pause von 16.50—17.00: Woran wir oft vorübergehen.. Erlebtes und Erlauschtes aus dem täglichen Leben. 18.00: Blasmusik d. Hitlerjugend. 18.30: Fantasien auf der WelteKino=Orgel; aus dem StellaPalast Berlin. 19.00: Guten Abend, lieber Hörer! Kinderstimmen aus aller Welt. Schallplatten. Kindergedichte, gesprochen von Maja Hart. 19.45: Deutschlandecho. 19.55: Sammeln! Kamerad des Weltkriegs— Kamerad der Bewegung— Wir rufen Dich! 20.00: Kernspruch, anschl.: Wetterbericht und Kursnachrichten des Drahtlosen Dienstes. 20,10: Gaspar Cassado spielt.— Boccherini: Sonate; Weber: Adagio— Rondo: Dvorak: Indian Song: Paderewski: Menuett: Cassado: Serenata— Die Spinnerin der Pendeluhr und der Galant— Requièbros; Schumann: Adagio— Allegro op. 70; Laserna: Tonadilla; Mompu: Katalanische Lieder. 21.00: Bunte Bauernbühne. Eine heitere ländl. Stunde in Wort und Ton von Herm. Dankelsmeyer. Es singt der Kammerchor des Deutschlandsenders. Es musiziert das Kleine Orchester des Deutschlandsenders. 22.00: Wetter=, Tages= u. Sportnachrichten, anschließ.: Deutschlandecho. 22.30: Eine kleine Nachtmusik. Gabriel Pierné: Impromptu: Gavotte; Marcel Tournier: Am Morgen. 22.45: Deutscher Seewetterbericht. 23.00—24.00: Wir bitten 3. Tanz! Schallplatten. REICHSSENDER KÖLN 6.00: Morgenlied— Wetterbericht für den Bauer. 6.05: von Stuttgart: Leibesübungen. 6.30: von Breslau: Fröhlich klingt's zur Morgenstunde. Buntes Morgenkonzert. Eine bunte Morgenmusik, gespielt von der Tanskapelle des Reichssenders Breslau, Leitung: Carl Rau. Mitwirkend: Das Mukauer Mandolinen-Quartett. 1. Weckruf an Bord. Marsch. 2. Erinnerung an Schweden, Walzer. 3. Vöglein sang im Lindenbaum. 4. Sieben niedersächsische Tänze. 5. Rokoko. Intermeszo. 7.00: von Breslau: Nachrichten; anschließend aus Köln: Morgenlied— Morgenruf, 6. Germanentreue, Marsch. 7. Obertaß, Mazurka. 8. Münchener Kindl. Walzer. 9. Balkan. Fantasie. 10. Friedensgrüße, Marsch. 11. Die Bärenpolka. 12. Schwarze Marie von der Reeperbahn. 13. Nußknacker=Parade. 14. Laßt den Kopf nicht hängen. 8.00: Kalenderblatt— Zeit, Wetter, Wasserstandsmeldungen. 8.10: Hilde Bremus: Frauenturnen. 8.25: Sendepause. 9.45: Zeit, Nachrichten, Wasserstandsmeldungen. 10.00: vom Deutschlandsender: Herbst=Manöver. Funkberichte von den diesjährigen Manövern der Wehrmacht. 10.30: Lieselotte Hoppe: Fröhliches Spiel für unsere Kleinsten. 11.00: Richard Heinemeyer: Was ist los im Sport? 11.10: Sendepause. 12.00: von Stuttgart: Buntes Wochénende.— Ausführende: Mitglieder d. NationaltheaterOrchesters unter Leitung von Karl Klauß, das Musikkorps des Inf.=Regts. 110 unter Leitung von Musikmeister Kraus. 18.05: Fröhliche Musik. Mä 1. Frei weg, Marsch. 2. Die Schönbrunner, Walzer. 3. Ouvertüre zu„Rübezahl“. 4. Zwei Volkslieder: a) Abendlied, b) Heideröslein. 5. Norwegische Rhapsodie Nr. 1. 6. Parademarsch Nr. 2. 7. a) Die alte Mühle, b) Der Wunsch. 8. Ouvertüre zu„Fledermaus". 9. Kobold=Spiele. 10. Frühlingsstimmenwalzer. 11. Defiliermarsch. 13.00: Mittagsmeldungen. 13.15: von Stuttgart: Buntes Wochenende. 1. Fehrbelliner Fanfare. 2. Wein, Weib und Gesang. 3. Zwei Volkslieder: a) In einem kühlen Grunde, b) Nun leb' wohl. 4. Ouvertüre zu„Martha“. 5. Immer lebhaft. Bravour=Galopp. 6. Vorkscher Marsch. 7. Erinnerungen an Capri. 8. a) Ging als Bursch so gern, b) Zur Maienzeit. 9. Walzer aus„Der Nußknacker“. 10. Marsch der finnländischen 14.00: Mittagsmeldungen. 14.15: Wochenendkonzert(Schallplatten). Zusammengestellt von 15.15: Aus alten Truhen bringen Kölner Jungmädel Märchen, Lieder und Tänze. 15.45: Wirtschaftsmeldungen. 16.00: Nachmittagskonzert. Es spielt das Kleine Orchester des Reichssenders Köln unter Leitung von Leo Eysoldt. 1. Der Kobold, lustiges Vorspiel. 2. a) Ballgeflüster, b) Joshiwara. 3. Nachtschwärmer, Walzer. 4. Im Zirkus. Folge. 5. An der Weser, Lied. 6. Variationen über„Der Karneval in Venedig“. Internationales RingkampfChampionat. Eine heitere Geschichte von Sigismund von 7. Frauenliebe u.-leben, Walzer. 8. Kaskaden. 9. Melodien aus der Operette„Die Vielgeliebte". 10, a) Komödianten, b) Mit kleinen Schritten. 11. Westfalengrüße. Marsch. 12. Jung Deutschland, Marschfolge. 18.00: Was gibt es im Funkplan der nächsten Woche? Ausgeführt vom Märkischen KammerLeitung: Rovert Ruthe franz. 1. Oberpfälzer Bauerntänze für Violine, Klarinette und Cello. 2. Sechs heitere und besinnliche Chorlieder und Madrigale nach Worten von Wilh. Busch für gemischten Chor. 18.40:„Baron=Neuhaus=Folge" v. Alois Melichar(Schallplatt.) 19.00: Zur Eröffnung der Woche d. deutschen Buches. Das schlägt zu Buch. Hörbilder aus dem Le ben großer Männer u. Frauen von Otto Brües. Spielleitung: Josef Kandner. 19.45: Momentaufnahme. 20.00: Erste Abendmeldungen. 20.10: von Berlin: Lachen im Weinmond. Ein großer bunter Abend. Liedertexte und Szenen: Herb. Witt; Musik: Erich Einegg. 22.00: Zeit. Wetter, Nachrichten. 22.30—24.00: von Leipzig: Und morgen ist Sonntag.— Zum frohen Wochenende tragen bei: Ilse Gubelt(Sopran); Leo Hetzer(Saxophon); Friedbert Sammler(Klavier); das Funkorchester. Leitung: Th. Blümer. DEUTSCHLANDSENDER 6.00: Glockenspiel, Morgenruf, Wetterbericht für die Landwirtschaft, anschließ.: Schallplatten. 6.30: aus Breslau: Fröhlich klingt's zur Morgenstunde. Eine bunte Morgenmusik, gespielt von der Tanzkapelle des Reichssenders Breslau. Das Muskauer Mandolinen=Quartett. 1. Weckruf an Bord. 2. Erinnerung an Schweden. 3. Ein Vöglein sang im Lindenbaum. 4. Sieben niedersächsische Tänze. 5. Rokoko. 6. Germanentreue. 7. Obertaß. 8. Münchner Kindl. 9. Balkan. 10. Friedensgrüße. 11. Die Bärenpolka. 12. Schwarze Marie von der Reeperbahn. 13. Nußknacker=Parade. 14. Laß den Kopf nicht hängen. Dazwischen um 7.00: Nachrichten des Drahtlosen Dienstes. 8.00: Sendepause. 9.00: Sperrzeit. 9.40: Kleine Turnstunde für die Hausfrau. 10.00: aus Berlin: Volk u. Staat. Herbstmanöver(Funkberichte). 10.30: Fröhlicher Kindergarten. 11.00: Sendepause. 11.15: Deutscher Seewetterbericht. 11.30: Tierkameraden. Eine Plauderei von Nikol. von Dreyse. 11.40: Der Bauer spricht— Der hört! Bauern waren unsere Väter! Arbeitsmänner den Bauern des Waldes neue Straßen u. Ein Funkbesuch im Obernzell/ Donau. Anschließend: Wetterbericht. 12.00: aus Saarbrücken: Musik zum Mittag. 1. Ouvertüre zu „Euryanthe". 2. Der Eremit. 3. Melodien aus„Der Maskenball". 4. Norwegischer Brautzug im Vorüberziehen. 5. Pittoreske Szenen, Suite: Marsch: Ballettszene: Angelus; Zigeunerfest. 6. Ouvertüre zu„Pique Dame". 7. Sizilietta; Perpetuum mobile. 8. Konzertszene aus„Das Frauenherz“. 9. Wiener Blut. Das Landes=Sinfonie=Orchester Saarpfalz. 12.55: Zeitzeichen der Deutschen Seewarte. 13.00: Glückwünsche. 13.45: Neueste Nachrichten. 14.00: Allerlei— von Zwei bis Drei! 15.00: Wetter= u. Börsenberichte, Programmhinweise. 15.10: Ruf der Jugend. 15.15: Hier lacht der Pimpf! „Der Schlagerkrieg" oder„der zurückgerollte Käse“. 15.30: Wirtschaftswochenschau. 15.45: Eigen Heim— eigen Land. 16.00: Zur Unterhaltung(Schallplatten). Als Einlage.„Dart ich sie gelesen, wär's besser gewesen...“ Zwei heitere Szenen. 18.00: Volkslieder— Volkstänze. Englische und nordische Musik. Es spielt das Kleine Orchester des Deutschlandsenders. Es singt der Fleet Street Choir, London unter Leitung von T. B. Lawrence(Aufnahme). 18.45: Sport der Woche. Vorschau und Rückblick. 19.00: Guten Abend, lieber Hörer! Jägermusik und Jägerlatein. Es spielt die Kapelle Gerhard Hoffmann. Edgar Kanisch erzählt Jagdanekdoten von Rolf Herbert Kunze. 19.30: Das nationalsozialistische Buch im deutschen Rundfunk. 20.00: Kernspruch, anschl.: Wetterbericht und Kurznachrichten des Drahtlosen Dienstes. 20.10: Wir bitten zum Tanz! Bernhard Etté spielt—Ansage: Walter Scholz. 22.00: Wetter=, Tages= u. Sportnachrichten, anschließ.: Deutschlandecho. 22.30: Eine kleine Nachtmusik. Alexander Scriabine: Prélude. Franz Schubert: Impromptu B=Dur. 22.45: Deutscher Seewetterbericht. 23.00—0.50: Klingendes Wochenende- Ilja Livschakoff spielt. bauen en ege. Schloß Sort-Ründschon Indiens Dank an Deutschland Unvergeßliche Eindrücke der indischen OlympiaHockey=Mannschaft Die indische Olympia=Hockey=Mannschaft, die noch einige Kämpfe nach den Berliner Spielen in Deutschland und im übrigen Guropa durchgeführt hatte, ist kürzlich wieder in Bombay eingetroffen.s Noch am Abend der Ankunft wurde die Mannschaft im festlich geschmückten Deutschen Klub von der deutschen Kolonie in Bombay empfangen. Zu diesem Empfang erschienen auch die Spitzen der englischen und indischen Sportbehörden, sowie der Bürgermeister von Bombay. Der Landeskreisleiter Britisch=Indien begrüßte die indische Mannschaft. Seine kurze Ansprache erntete wiederholt lebhaften Beifall.— Der Führer der Mannschaft, Professor Jagannaty, antwortete mit einer längeren Rede, die sichtlich ehrlich gemeint war und aus voller Ueberzeugung tam. Zunächst lobte er die vorbildliche Organisation der Olympiade, den aufrichtigen Wunsch, den das deutsche Volk beberrschte, den Gästen nur das Beste zu bieten, und die Begeisterung, mit der es hinter dem olympischen Gedanken stand. Scharf wies er die böswilligen Versuche einer gewissen Presse zurück, den Erfolg der Olympiade in Berlin herabzusetzen. Dann sprach er von dem neuen Deutschland und seinen Erfolgen und betonte, welche unvergleichlich positive Arbeit gegen den Kommunismus geleistet wird— nicht zuletzt durch die sozialen Maßnahmen der Regierung, der Partei, der DAF., KdF. usw. Zum Schluß seiner Rede bat er den Landeskreisleiter, Deutschland und dem deutschen Volke noch einmal seinen Dank und den Dank seiner Mannschaft für die Aufnahme und die unEindrücke zu übermitteln. Auch Caracciola geht auf die Autobahn Die Reichsautobahn zwischen Frankfurt=Main und Heidelberg erfreut sich eines immer stärkeren Zuspruchs von Fahrern und Werken, die auf Re kordjagd gehen wollen. Nach Adler, AutoUnion und BMW. erscheint Mercedes=Benz, um am 26. Oktober die Fahrten als Reifenproben aufzunehmen. Am Steuer des Wagens sitzt Rudolf Caracciola. Wenn diese Probefahrten erfolgreiche Rekordversuche erhoffen lassen, werden sie in dieser Richtung fortgesetzt. bisher noch nicht zur Reise gekommen und so wird die grazile Schwedin in diesem Winter noch die Eissportfreunde Europas mit ihren Tänzen voller Musikalität erfreuen. Wie ihr großer schwedischer Landsmann Gillis Grafström hat sie ihr ganzes Können auf die klassische Formgebung des Eislaufs aufgebaut und durch ihr starkes künstlerisch=tänzerisches Empfinden einen Stil gefunden, der in der Welt einzig ist. Vivianne läuft nicht— sie schwebt über das Eis und der Ausdruck ihre Schwünge, Bogen und Sprünge ist eine einzige Offenbarung des Schönen. Die Schwedin wird in diesem Winter hoffentlich noch oft im Westen zu sehen sein und zur Akrobatik verschiedener Eisläuferinnen das Gegengewicht schaffen. Der Sport im Deutschen Jungvolk Jugendabteilungen der Sportvereine werden aufgelöst Die schwedische Eiselfe Vivianne Hulthén trainiert in Düsseldorf Gleichsam als ein zarter Vorbote des Eislaufwinters traf in Düsseldorf die begabte schwedische Eiskunstläuferin Vivianne Hulthén ein. So parador es klingt, es besteht für sie nicht die Möglichkeit, sich in ihrer nordischen Heimat auf die kommende Laufzeit vorzubereiten. Nunmehr wird sie drei Wochen lana auf dem Eis des Düsseldorfer Eisstadions sich einüben und auch mit ihrem neuen Programm zuerst in Düsseldorf sich zeigen. Vivianne Hulthén. die übrigens glänzend Deutsch spricht hatte schon die Absicht, den Amateursport aufzugeben und nach den USA. zu reisen, wo man ihr ein gutes Angebot gemacht hatte. Das Projekt ist aber Zu dem zwischen dem Reichssportführer und dem Jugendführer des Deutschen Reiches am 1. August 1936 abgeschlossenen Vertrag über die Leibeserziehung der deutschen Jugend hat Stabsführer Lauterbacher nun folgende Ausführungsbestimmungen erlassen, die wir im Auszug wiedergeben: Alle noch nicht im Deutschen Jungvolk(DI.) stehenden Jugendlichen des Deutschen Reichsbundes für Leibesübungen(DRL.) im Alter von 10 bis 14 Jahren werden bis spätestens 1. Dezember 1936 in das Deutsche Jungvolk überführt. Die Aufnahmesperre für den Eintritt in das DI. wird für diesen Zeitraum für die jugendlichen Angehörigen der Turn= und Sportvereine aufgehoben. Die Jugendabteilungen der Vereine und Verbände des DRL. werden auf Anordnung des Reichssportführers mit Wirkung vom 1. Dezember 1936 aufgelöst. Das Deutsche Jungvolk führt neben dem allgemeinen Jungvolkdienst in Zukunft einen freiwilligen Sportdienst durch, der die allgemeinen sportlichen Uebungsgebiete umfaßt. Boxen, Ringen und Skilaufen sind ein wesentlicher Bestandteil der Grundschulung des DI. Da in diesen Sportarten eine frühzeitige Spezialisierung und wettkampfmäßige Betätigung nicht erwünscht ist, werden für diese Sportarten im DI. keine freiwilligen Sportdienstgruppen aufgestellt. Die Fachämter Boxen, Ringen und Skilaufen haben deshalb ihre Uebungsleiter weitgehendst für die Grundschulung des DI. zur Verfügung zu stellen. Der freiwillige Sportdienst ist zusätzlicher Jungvolk=Dienst. Er findet mit einer Dauer von 1½ bis 2 Stunden einmal wöchentlich und an zwei Sonntagen(Vor= und Nachmittag) im Monat statt. An Orten, an denen kein Verein des DRL. besteht, führt das DI. den freiwilligen Sportdienst allein durch. An Orten, an denen mehrere Vereine des DRL. bestehen, stellt der Fähnleinführer entsprechende Sportdienstgruppen auf, z. B. Turnen, Hand= und Fußball, Leichtathletik usw. Die fachliche Betreuung erfolgt durch die betrefsenden Vereine. In Städten, wo Großvereine bestehen, übernimmt die Regelung der zuständige Jungbannfüurer im Einvernehmen mit dem DRL. Der Sinn des Vertrages vom 1. August 1936 ist neben der Abgrenzung der Aufgabengebiete und der engen Zusammenarbeit der beiden Organisationen in der Leibeserziehung der deutschen Jugend die Sicherung der organisatorischen und erzieherischen Einheit des DI. und die Gewinnung der Masse der deutschen Jugend in viel größerem Ausmaße als bisher für die Leibesübung, die sportliche Leistung und den sportlichen Wettkampf. Das Ergebnis der organisatorischen Umgliederung muß bis zum 15. März 1937 bei der Reichsjugendführung gemeldet werden. Auf Anordnung des Reichssportführers wird der Uebungs= und Wettkampfbetrieb der Jugendlichen im Alter von 10 bis 14 Jahren mit Wirkung vom 1. Dezember 1936 abgebrochen. Nach erfolgter Aufstellung der freiwilligen Sportdienstgruppen im DI. wird der Uebungs= und Wettkampfbetrieb wieder aufgenommen. Die Vereine des DRL. stellen für den Sportdienst des DI. ihre Uebungsleiter zur Verfügung. Nach dem Willen des Reichsjugendführers und des Reichssportführers sollen alle Uebungsleiter und Jugendwarte des DRL., die in der Sportarbeit der HI. bzw. des DI. tätig sind, Mitglieder der HJ. bzw. des DI. werden. Eine entsprechende Regelung für die Jungmädel im BDM. wird im Einvernehmen mit dem Reichssportführer getroffen. Dr. Lewald nach Südameriko Er stattet den Dank Deutschlands ab Exzellenz Lewald, der Präsident des Organisationskomitees für die XI. Olympischen Spiele, begibt sich am Mittwoch mit dem Luftschiff„Hindenburg“ von Frankfurt=Main aus nach Rio de Janeiro, um in einer Reise durch Brasilien, Argentinien, Uruguay und Chile den Olympiakomitees der südamerikanischen Länder seinen Dank für die starke Mitarbeit und Beteiligung an den Olympischen Spielen in Berlin auszusprechen. Exzellenz Lewald wird die Gelegenheit benutzen, um die Filme von den Olympischen Spielen in Südamerika zu zeigen und Vorträge zu halten. Die Rückreise soll am 7. November von Rio de Janeiro aus erfolgen. Westfalen von Bayern geschlagen Der Kunstturnwettkampf am Sonntag in der Westfalenhalle Der Kunstturnkampf zwischen den Gauen Westsalen und Bayern brachte der Dortmunder Westfalenhalle am Sonntag den guten Besuch von rund 8000 Zuschauern ein. Die Westfalenhalle war prächtia geschmückt, als die beiden Mannschaften— je zehn Turner— aufmarschierten und Westfalens Gauführer, SA.=Brigadeführer Lorenz(Münster), die Begrüßung vornahm. Unter den Ehrengästen sah man auch den Reichsdietwart Münch(Berlin). Die Bayern traten ohne Schwarzmann(Fürth) an, der durch Henning(Koburg) vertreten wurde. Schwarzmann hatte seine Kameraden aber begleitet und turnte auch einige Kürübungen vor, so am Reck, Barren und Pferd. Außerdem zeigte er die olympische Pflichtübung am Reck, die besonderen Beifall fand. Der Gesamtsieg fiel mit 1082:1059,9 Punkten an die Bayern, obwohl sie auf den OlymBayern: piasieger verzichten mußten. Der Beginn der Süddeutschen war schwach, trotzdem holte sie in der Freiübung bereits einen Vorsprung von 1,5 Punkten heraus. Ausschlaggebend war die Leistung der Bayern an den stillhängenden Ringen, denn hier zeigten sie sich mit 169,4:154,7 Punkten klar über legen. Die volle Punktzahl wurde nur einmal erzielt; Stangl(München) brachte es am Reck auf 20 Punkte. Leider zog sich die Veranstaltung allzu sehr in die Länge, denn bis zur Abwicklung des Programms waren mehr als fünf Stunden vergangen. Die Kampfrichter Lorenz(Hannover) und Kopp (Villingen) fanden mit ihren Wertungen nicht immer die Anerkennung seitens des Publikums. Die Ergebnisse waren: Westfalen: Rinke-Holthausen Gerhard=Iserlohn Meiser=Hazen Hüttemann=Hagen Wurm=Münster Hollfelder=Dortmund Trostheim=Dortmund Klinger=Dortmund Frisch=Eichen Stutte=Eichen Ostholland— Westfalen Westfalens endgültige Elfe für Enschede Für den Repräsentativkampf gegen Ostholland am kommenden Sonntag in Enschede hat der Gau Westfalen nun folgende endgültige El“ Kloth (Schalke 04) Krüger van Haaren (Westfalia Herne) Piotrowski Przetak Andreas (Gelsenguß Gelsenk.)(SV. Höntr.)(Germ. Boch Annanias Gockel (TuS. Bochum)(TuS. Bochum) Zeidler Philipp Sylla (STV. Werne)(Germ. Boch.)(Rotthausen) Falls Kloth, der augenblicklich seiner Dienstpflicht genügt, nicht abkommen kann, wird Stein vom SV. Höntrop im Tor spielen. Als Ersatzleute machen die Reise mit: Niederhausen und Schaar (SpVgg. Herten) sowie Menski(TuS. Bochum). Die Mannschaft fährt am Sonntagmorgen von Bochum aus nach Holland. Sieger am laufenden Band. Kilian=Vopel, die erfolgreichsten Sechstagefahrer der letzten Saison und zweifellos Deutschlands beste Mannschaft, nach ihrem Sieg im 100=KilometerMannschaftsfahren in der Deutschlandhalle. (Weltbild, K.) Joe Louis wird„aufgebaut“ Er will seine Niederlage vergessen machen Der amerikanische Negerboxer Joe Louis versucht auf jede Art und Weise, seine Niederlage gegen Max Schmeling vergessen zu machen und nimmt jede Gelegenheit zum Kämpfen wahr. In Ermangelung großer Gegner nimmt er auch mit unbekannten Boxern vorlieb, mit denen er dann Schaukämpfe bestreitet. In Neuyork absolvierte er jetzt an einem Abend zwei Kämpfe; im ersten gewann er gegen den Chikagoer Kaye Vrown über drei Runden nach Punkten, und im zweiten Kampf mußte dessen Landsmann Willie Davis sich nach vier Niederschlägen in der dritten Runde auszählen lassen. Hasselberg nur Vierter Amateure in der Deutschlandhalle Im Rahmen der radsportlichen Veranstaltun gen sind nun am Dienstagabend in der Berliner Deutschlandhalle wieder die Amateure zu Wort gekommen. In Verbindung mit der NSG.„Kraft durch Freude" zog der Bezirk Berlin einen Renntag auf, der eine recht gute Besetzung aufwies. Vor ausgezeichnetem Besuch bot das Fliegerhauptfahren den ersten Höhepunkt des Abends. Im Endlauf holte sich diesmal der Däne Stieler den ersten Platz vor Horn, hinter dem Kropman(Holland) und Hasselberg(Bochum) endeten. Der zweite Däne, Dissing, war nach gutem Fahren in den Vorläufen in den Zwischenläufen aus dem Renen geworfen worden. Ein 30=Runden=Punktefahren holte sich der taktisch ausgezeichnet fahrende Berliner Jogsch mit 19 Punkten vor seinen Landsleuten Schöpflin(14 P.) und Kinsbrunner(9 P.). Auch das Ausscheidungsfahren endete durch Schuler mit einem Berliner Siege. Gesamt: 176,4 186.8 169,5 157,7 185,0 187,5= 1059,9 Neuer Weltrekord von Nida Senff Bei einem Schwimmfest des Amsterdamer Damenschwimmklubs in Amsterdam stellte die holländische Olympiasiegerin Nida Senff einen neuen Weltrekord im Rückenschwimmen über 150 Yards auf. Nida Senff legte die Strecke in 1:45,4 Minuten zurück und unterbot damit den von der Amerikanerin Alice Bridges gehaltenen Rekord von 1:50,8 ganz beträchtlich. Knappe Jahlhauser Niederlage SC. Dahlhausen— Tgmde. Ehrenfeld 1:2(1:0). Auch diesmal konnten die Leute von der Kassenberger Straße keinen Sieg herausholen, allerdings mußten sie auf den bewährten Halbrechten Mohr verzichten, für den Scholz in die Bresche sprang. Dazu kam noch, daß der Torhüter verletzt wurde. In der ersten Halbzeit wurden beide Mannschaften, die sich mit äußerster Kampfkraft einsetzten, gefährlich, aber zunächst konnten die beiderseitigen Deckungen noch immer rechtzeitig Luftschaffen. Dann kamen die Du bist noch nicht Mitglied der NSV. Du erntest täglich, aber Du willst nicht selber säen. Du ziehst Deine Vorteile aus der Gemeinschaft, aber Du baust sie nicht mit auf. Soll das so bleiben? Dahlhauser in der 14. Minute der ersten Halbzeit zum Führungstreffer, als der Sturm geschlossen vorging und Walodka zum Schuß ansetzte, den der Gästetorhüter passieren lassen mußte. Die Ehrenfelder ließen sich aber keineswegs beirren und wurden nun ihrerseits sehr gefährlich, ohne aber bis zur Pause an dem knappen 1:0=Vorsprung der Dahlhauser etwas ändern zu können. In der zweiten Hälfte setzte der Kampf gleich wieder mit vollem Einsatz auf beiden Seiten ein. Die Gäste erzwangen schon nach fünf Minuten ein Tor, das aber wegen Abseitsstellung nicht gegeben werden konnte. Nun wurden die Ehrenfelder überlegen, doch hielt die Dahlhauser Dekkung zunächst stand. Bei einem flotten Vorstoß holten sich dann die Bochumer den Ausgleich. Die Dahlhauser kamen jetzt wieder auf und gestalteten den Kampf zeitweise tonangebend. Erfolge stellten sich aber nicht ein da die Deckung der Gäste gut auf der Hut war. Dagegen gelang den Ehrenfeldern zehn Minuten vor dem Ende der Siegtreffer, den die Dahlhauser trotz verzweifelter Anstrengungen nicht mehr aufholen konnten und sich knapp geschlagen geben mußten. Schmeling—Braddock am 3. Max Schmeling gab jetzt bekannt, daß der Kampfvertrag für den Weltmeisterschaftskampf mit J. J. Braddock bereits unterzeichnet sei. Der Kampf soll am 3. Juni 1937 in Neuyork ausgetraaen werden. „Wuppertal" Sieger von Nürnberg Nunmehr liegt auch das endgültige Ergebnis der Freiballonzielfahrt um den Preis der Stadt der Reichsparteitage vor die am 11. Oktober auf dem Nürnberger Flughafen begann. Sieger wurde der Ballon„Wuppertal“ vor„Düsseldorf",„Essen“ und„Stuttgart“ Roman von G. Ulrich Ulenhorst 18 (Nachdruck verboten. Er klingelte. Die Schwester, die auf dies Zeichen nur gewartet zu haben schien, erschien mit einer Tasse Kaffee: „So, die trinken Sie erst einmal. Und dann kanns weitergehen. Wir sind nämlich mit unseren guten Ueberraschungen noch nicht am Ende. Wir spielen heute Weibnachten, Frau Bürgner. Ein Geschenk nach dem anderen.“ Gunde Bürgner sah den Arzt an. Was war denn beute mit ihm? Er war sonst zwar auch immer gütig aber doch dabei ernst und wortkarg. Heute aber leuchtete es wie Freude aus seinen Augen: „Ich versteh Sie nicht Herr Doktor.“ „Na, dann wollen wir einmal sehen, ob Klein=Beatrix Ihnen nicht etwas erzählen kann. Beatrix, mit wem bast du denn beut nachmittag gespielt, eb du zur Mutti kamst?" Wie aus der Pistole geschossen kam es: „Mit Puppé Zara. Ach, Mutti, die ist so schön und ganz gelb im Gesicht und hat goldene Öhrringe und— Klein=Beatrix wollte sich in eine begeisterte Schilderung der Puppe Zara verlieren. Der Arzt lachte. „Kann ich mir ja denken, daß Puppe Zara für dich das Wichtigste ist. Aber wer hat denn außer Puppe Zara noch mit dir gespielt?" „Onkel Jürgen und Marianne.“ Gunde richtete sich im Bett auf: „Marianne? Welche Marianne?“ „Na, die Marianne von Onkel Wulf“, plauderte Beatrix treuherzig.„Kennst du nicht Marianne und Onkel Wulf und Onkel Jürgen?“ Gunde faßte die Hände des Arztes. „Herr Doktor, was sagt Beatrix? Marianne, Wulk. um Gotteswillen!" „Rube, Rube, liebe Frau Bürgner. Ich hab's doch gesagt, daß wir ein Schock voll guter Neuigkeiten für Sie haben. Ja, ja, es ist so, draußen wartet KleinMarianne, Ihr Töchterchen, und jemand, nach dem Sie sich die ganzen Jahre gesehnt haben, der Ihnen fern geblieben ist, der aber aus der Entfernung mit seinem Vaterherzen immer Ihrer gedacht hat.“ „Vater? Marianne?" schrie Gunde auf.„Oh, wo sind sie?" Ihr Herz flog, ihre Augen leuchteten. Da öffnete Hildegard die Tür. Tränen dunkelten Gundes Blick. Wie durch einen Nebel sah sie den Vater mit der kleinen Marianne an der Hand auf sich zuschreiten. Gundes kleine Wohnung lag im warmen Nachmittagsschimmer. Ueberall standen Blumen, Blumen auf Gundes Schreibtisch, Blumen auf dem Eßtisch, Blumen in Klein=Trixies kleinem Kinderzimmer, aus dem fröhliche Stimmen schallten. Dort spielte Trixie mit KleinMarianne. Jürgen Bürgner saß im Lehnstubl dabei. Mit glücklichen Augen schaute er auf die beiden kleinen Kindergestalten. Gunde saß in ihrem Wohnzimmer, Hildegard hatte sie bequem dort gebettet.(Seit einer Stunde durfte sie aufstehen. Aber der Arzt hatte noch große Schonung für die nächsten Wochen verordnet. Vor Gunde saß Wulf von Sydow. Er schaute sie an. Er suchte in ihren Zügen nach dem kleinen Mädchen aus dem Bukarester Park, das er getröstet und dem er geholfen. Und er fand das Erinnerungsbild wieder in den verklärten Zügen der jungen Frau. Alles wußte er nun, von Gundes Not und ihrem schweren Lebensweg. Von ihrer Verzweiflung an der Seite Boris Gordows, von ihrer Flucht vor ihm, er wußte, wie sie mit sich gerungen hatte, ehe sie Marianne fortgegeben und das sie nur getan hatte, weil es ein Opfer war für Beatrix, die geliebte Freundin, seine Frau. Eins hatte ihm Gunde verschwiegen: daß es auch ein Opfer war für ihn selbst, für ihren Märchenprinzen aus der Kindheit, dessen Bild sie niemals vergessen konnte. Aber aus ihren Worten hörte Wulf von Sydow viel mehr heraus, als sie in ihrer Seelenscheu ibm sagen wollte. Sie saß da in ihrem lichten, blauen Kleid wie ein junges Mädchen. Ihre Augen strahlten aus dem zarten Gesichtchen. Das Herz Wulfs, seit dem Tode seiner geliebten Frau tot und stumm gegenüber jeder anderen Frauschlug plötzlich wärmer und heißer. Es war ihm, als wäre Beatrix' Geist in dieser Stunde bei ihm und Gunde. Als spräche Beatrix' Stimme in ihm und sagte. daß er nicht ewig trauern dürfe, daß das Leben weiterginge und für ibn noch ein Glück in Bereitschaft hielte. Ganz schwach und zag wachte die Hoffnung in ihm auf. Noch wußte er nicht, wie alles werden würde Aber das eine fühlte er: dies Zusammentreffen mit Gunde Bürgner, der Mutter seiner kleinen, heißgeliebten Marianne, war nicht das letzte. Dies rührende Frauengesicht würde ihm nicht mehr aus dem Sinn kommen. Das Schicksal hatte sie alle zusammengebunden Es lag eine Bestimmung in alle dem, und er wollte sich ihr nicht entziehen. Lange saßen die beiden zusammen und sprachen von Beatrix, vom Leben dieses geliebten Menschen. Und nun erfuhr auch Wulf, daß Beatrix in ihrem lichten und reinen Leben ein einziges kleines Geheimnis vor ihm hatte. Die Geschichte der„Lucinda" und Boris Gordows in Rom. Sie batte ihr der Freundin gegebenes Versprechen gehalten und nie mit Wulf über dieses Erlebnis gesprochen. Langsam wanderten die Gedanken der beiden aus der Erinnerung der Gegenwart und Zukunft zu. „Wann reisen Sie wieder?" fragte Gunde Bürgner bang, die Angst, ihr zweites Kind, die kleine Marianne. sobald wieder bergeben zu müssen, zitterte in ibrer Stimme. „Ich reise in wenigen Wochen", gab Wulf zur Antwort,„aber die Marianne würde ich gern zunächst in Ihrer Obhut lassen. Ich habe mehrere große Reisen in Brasilien zu machen, habe im Auftrag der deutschen Regierung die deutschen Pflanzer zu besuchen, die weit verstreut drüben wohnen, da wäre die Kleine doch ohne mich viel allein. Wollen Sie das Kind zusammen mit Klein=Beatrix betreuen, bis ich es wieder zurückfordere?“ Da lächelte Gunde Bürgner selig. Sprechen konnte sie nicht. Ihre beiden geliebten Kinder sollten ihr bleiben?— Es war fast zuviel des Glückes und ließ die Bitterkeit der Trennung von dem beimlich geliebten Manne milder und stiller werden. Die kleine Wohnung in der Briennergasse, in der Gunde mit Hildegard und Klein=Trixie wohnte, war zu eng geworden, sollte sie doch den alten Herrn Bürgner und die kleine Marianne mit aufnehmen. Wulf von Sydow hatte selbst für die Familie ein bescheidenes Landhaus in einem Vororte Münchens ausgesucht. Er selbst leitete noch die Uebersiedlung. Jürgen Bürgner hatte es sich nicht nehmen lassen, eine schöne Einrichtung zu besorgen und erklärte immer wieder: „Ein ganzes Leben habe ich für meine Gunde und meine Enkelkinder nichts tun dürfen, nun muß man mir schon die Freude lassen, daß ich für meine Familie einmal aus dem Vollen schöpfen kann.“ Heute war der Umzug beendet. Die Handwerker hatten das Haus verlassen, alle Dinge standen an ihrem Platze. Das Haus war ein wirklich schönes Heim geworden, mit einer großen gemütlichen Wohndiele und behaglichen Zimmern. Marianne und Klein=Beatrix schliefen zusammen, ein Spielzimmer mit lustigen Wandmalereien und großen Schränken grenzte an ihr Schlafzimmer. Ein alter Garten umgab das Haus, das so recht eine Insel des Friedens und der Freude sein konnte. Und in den Augen aller seiner Bewohner strablte Frieden und Freude wider. Nur ein bitterer Tropfen fiel in dies Glück— das war die Abreise Wulfs von Sydow. Marianne freilich litt nach Kinderart am wenigsten bei dem Gedanken an eine Trennung von ihrem Vati, die Aussicht auf ein schönes Geschenk bei der Heimkehr erfüllte ihr Herzchen voll und ganz. Vor allem aber war sie mit Trixie schon so befreundet, daß die beiden wie die Kletten aneinander hingen, wo Marianne war, da war auch sicher lich Trixie, was die eine an Kinderstreichen anregte. das machte die andere begeistert mit, es war reizend und rührend zugleich, wie unbewußt Geschwisterliebe und die Bande des Blutes diese beiden kleinen Mädchen untrennbar umfingen. Je mehr Wulf in dieser Zeit die beiden beobachtete um so unumstößlicher wurde ihm bewußt: weder Trixie noch Marianne hatten auch nur einen Zug von ihrem Vater, sie waren beide ganz Gundes Kinder in ihrer Reinheit und Vornehmheit ihres Empfindens. Das beglückte ihn nicht nur um der Kinder willen, nein, ebenso um Gundes willen, wie schrecklich, wenn sie in ihren Lieblingen irgendein Erbteil von dem Charakter Boris Gordows gefunden hätte! So fand Gunde in beiden Kindern sich selbst wieder— und er— er fand Gunde Bürgner in ibnen. Es war der letzte Abend vor seiner Abreise. Die Kinder schliefen. Wulf hatte lange mit Jürgen Bürgner und Gunde zusammengesessen. Jetzt hatte sich der alte Herr zurückgezogen, von Gunde bis an sein Zimmer geleitet. Sie war die liebevollste Tochter, sie wußte nicht, was sie ihrem Vater alles Gutes und Liebes antun sollte. In tiefes Sinnen verloren, blieb Wulf von Sydow zurück. Der ganze schöne Raum im warmen Lampenlicht erschien ihm plötzlich wie tot, weil Gundes liebes Gesicht nicht mehr war. Jetzt in dieser stillen Stunde wurde ihm klar, auch er konnte Gunde Bürgner aus seinem Leben nicht mehr fortdenken, ebensowenig, wie er es mit Klein=Marianne konnte. Es war vielleicht keine so stürmische leidenschaftliche Liebe, wie er sie für seine unvergeßliche Beatrix empfunden hatte, aber damals war er ja auch viele Jahre jünger gewesen, war noch nicht durch Leid gegangen. Jetzt wußte er, was Leiden hieß. Und Gunde Bürgner, diese feine, gütige Seele wußte es auch. Was ihn zu ihr zog, war eine stille, zarte Liebe, die sich nach Heimat und Frieden sehnte nach den Stürmen des Schicksals. Er stand auf, trat vor das Bild auf Gundes Schreibtisch. Es war ein Bild seiner Frau aus ihrer letzten Zeit, er hatte es Gunde auf ihre Bitte hin gegeben. Die strahlenden Blauaugen waren nicht mehr so leuchtend, es lag wie eine Vorahnung des Todes in ihnen Aber unendliche Liebe zu ihm stand in ihnen, die Liebe die dem geliebten Menschen nur Gutes wünschte, die sich nicht eifersüchtig an ihn klammerte, sondern dem Lebenden gönnte, was des Lebens war. Wulf von Sydow war es, als hielte er in dieser Stunde Zwiesprache mit der geliebten Toten. Und er fühlte, sie war bei ihm und segnete seinen Entschluß segnete ihn, Gunde und Klein=Marianne. Die Tür wurde leise geöffnet. Gunde trat herein Sie hatte ein Kleid an in einer zarten lichtgrauen Farbe, sie sah so rein und schön aus. „Kommen Sie, Gunde, setzen wir uns noch ein Weilchen zusammen, es ist ja mein letzter Abend.“ „Ihr letzter Abend,“ klang es wie ein wehes Echo wider. Die blauen Augen trübten sich. Da nahm Wulf ihre Hände und sagte: „Gunde, und wenn es nur eine kurze Trennung wäre? Wenn ich bald wiederkäme zu Marianne und zu Ihnen, Gunde?“ Er zog die Willenlose näher an sich. „Gunde, wir haben beide Beatrix geliebt— du hast um ihretwillen das größte Opfer gebracht, das eine Mutter bringen kann— durch dich wurde Beatrix gerettet und glücklich— Gunde, wir sind beide einsam aber verbunden in der Liebe zu den Kindern, verbunden durch geheimnisvolle Fügung, sollen wir dies Band nicht enger knüpfen durch Liebe auch zueinander? Ich hab dich lieb, kleine Gunde, ich möchte dich festhalten und bewahren vor allem Lebensungemach, hast du mich auch lieb?" Die zarte Gestalt zitterte in seinen Armen. Zuviel des Glückes war es. Aber durfte sie dies Glück nehmen? Sie war eine ehemalige Tänzerin, und er? Sie wußte, daß er noch lange nicht am Ende seines Aufstieges stand. Einmal hatte sie Luigi Botelli gesagt: Niemals darf eine Frau ein Hemmschuh sein für einen Mann. Und für Luigi hatte sie nichts anderes empfunden, als dankbare Freundschaft. Ihn aber, Wulf, liebte sie mit aller Glut ihres Herzens. Ihn hatte sie geliebt Urheberrechtschutz: Horn-Verlag, Berlin seit ihrer Kindheit, von ihm hatte sie geträumt, wenn das Leben zu bart und grausam war. Nun war es da das Glück— und sie durfte es nicht nehmen. Wenn sie nur an sich selbst dachte, nicht an den Geliebten, dann war es eine falsche, eigensüchtige Liebe. „Nicht, bitte, nicht!" Sie versuchte sich aus den Armen Wulfs zu lösen. „Gunde, du hast mich nicht lieb?“ Er fragte es in bitterer Enttäuschung und fühlte jetzt erst ganz stark, wie er sein Herz an Gunde Bürgner verloren batte. Sie sah ihn aus leidvollen Augen an. „Ich liebe dich, Wulf, über alles in der Welt. Aber dein Beruf— es geht nicht, daß du eine ehemalige Varietétänzerin heiratest." Da lachte Wulf von Sydow auf, so jubelnd, wie er niemals gelacht, seitdem Beatrix von ihm ging. „Wen will ich heiraten? Eine Tänzerin? Nein, ich will die liebste, beste Frau von der Welt heiraten und meiner kleinen Marianne ihre wirkliche Mutti wiedergeben. Das will ich und nichts anderes. Und was meinen Beruf anlangt, Gunde, ich habe mich entschlossen, ich gebe die diplomatische Laufbahn auf. es zieht mich in die Heimat, es zieht mich zu euch. Das alte Erbgut meiner Familie ist mir vor kurzem durch Todesfall eines Onkels überkommen. Wenn ich wiederkehre, will ich es bewirtschaften und auf deutschem Boden arbeiten. Willst du mir dabei helfen, Gunde? Unsere kleine Marianne soll in der Heimat groß werden, bei dir und mir und ihrer Schwester Trixie und ihrem guten Großvater. Sagst du noch nein, du kleine törichte Frau?" Aber Gunde Bürgner sagte gar nichts mehr. Sie hatte die Augen geschlossen, ein Ausdruck überirdischer Seligkeit war auf ihren zarten Zügen, als Wulf sich zum Kuß über ihre Lippen beugte. Alles versank, aller Gram der Erinnerung. Nichts blieb, als die Sehnsucht aus Kinderzeit— und nun endlich gestillt in der Liebe des einzigen Menschen. Nun endlich war sie heimgekebrt— nun endlich war sie dort, wohin sie gehörte bei dem Märchenprinzen ihrer Kinderträume, bei dem einzigen Manne, den es für sie auf der Welt gab. In unendlicher Zärtlichkeit sah er sie an. Wie wunderschön sie war, nun das Glück sie förmlich durchleuchtete. Ihre sonst so matten, scheuen Lippen schienen unter seinem Kusse aufgeblüht zu sein. Da aber nahm Gunde mit einer bittenden Gebärde seine Hand. Er folgte ihr, sie gingen durch die Halle die Treppe empor. Gunde öffnete die Tür zum Schlafzimmer der Kinder. In der milden Helle der Mondnacht lag das Zimmer still und rein. Die beiden blonden Lockenköpfe der kleinen Mädchen ruhten friedlich auf den weißen Kissen Die langen dunklen Wimpern über den Augen bewegten sich leise im sanften Atem des Schlafes. Wulf von Sydow wurde es fromm und still zumute „Unsere Kinder, Gunde“, sagte er leise. „Unsere und Beatrix“, wiederholte Gunde. Dann sahen sie sich beide an— es war wie ein Gebet und Dank— das Gelöbnis, die Erinnerung an die teure Tote lebendig wirken zu lassen in der Gegenwart und im Leben für die Kinder. Die Kleinen regten sich im Schlaf. Mit einer weichen Gebärde deckte Gunde die lichtblauen Decken über ihre Lieblinge, dann ging sie leise an Wulfs Seite hinaus. „Der Vater“, fragte sie,„ob er noch wach ist, soll ich es ihm heute schon sagen?“ Nun standen sie vor dem Schlafzimmer Gundes. Wulf zog Gunde noch einmal innig in seine Arme. „Nun schlafe gut, mein Lieb. Und träume schön— hoffentlich von mir!“ Da reckte sich Gunde auf die Zehen und flüsterte in Wulf's Ohr: „Weißt du denn nicht, daß ich seit jenem Abend im Park von Bukarest nur von dir geträumt habe?“ Erschüttert sah er sie an: „Solange schon hast du mich lieb?“ Ihre Stimme schwankte in Tränen: „Solange! Ein ganzes bitteres Leben lang.“ „Aber nun beginnt das glückliche Leben, Gunde.“ Er küßte ihr die Tränen von den Wimpern. In seinen Arm geschmiegt, flüsterte sie: „Ja, das Glück!“ — Ende.— Der Lage Fridolin Von H. A. Berger In einem der großen Hotels von Baden=Baden versah neben einem bereits eingeübten ein Botenjunge seinen Dienü, der trotz der gleichmachenden Uniform sich auf den ersten Blick von seinem Kameraden unterschied. Dieser andere steckte auch hinsichtlich seiner Zungenfertigkeit und dem flitzenden Schwung seines allgegenwärtigen Eifers gleichsam in Uniform. Fridolin Himmelheber dagegen, dem neu in Dienst gestellten Pagen, gingen solche Berufseigenschaften gänzlich ab. Kein Wunder, war ihm der Posten doch nur versuchsweise, auf Probe für die Hochsaison, übertragen worden. Und dies auch nur nach wiederholten persönlichen Vorstellungen und Bitten seines Vaters, der dazu jedesmal aus dem etliche Bahnstationen entfernten einsamen Kinzigtal herübergekommen war. Der junge Kinzigtäler, hochgewachsen, breitschulterig und mit frischen rosigen Wangen, verkörperte für seinen Prinzipal den Schwarzwälder, der noch wie selbstverständlich in seiner Heimaterde wurzelte, ohne darüber nur ein Wort zu verlieren. Mit ihm glaubte er seinen Gästen etwas Besonderes bieten zu können. Zwar ging es doch wohl nicht an, ihn in seine malerische heimatliche Tracht zu stecken, wie er anfänglich dachte, — aber er würde auch ohnehin Figur und das wünschenswerte Aufsehen machen, so, wie er gewachsen und geartet war. Die Rechnung stimmte. Die Gäste, Ausländer die meisten, rissen sich förmlich um den interessanten Pagen, und sei es auch nur für ein kurzes Frage= und Antwortspiel, in das sie ihn zur Kurzweil verwickelten. Zumal bei den Damen hatte er bald einen Stein im Brett. Nicht laut genug konnten sie mit entzücktem„Very nice" und„Lovely, indeed!" seinen aparten Dialekt und überhaupt die ganze urwüchsige Art des Jungen rühmen. In der Tat, man hatte den einfachen Schwarzwälderjungen bereits zu einem Ereignis gestempelt, und so etwas sprach sich bald herum. Es dauerte nicht lange, so fanden sich neugierige Gäste der benachbarten Hotels ein, die es sich angelegen sein ließen, zum Fünf=Uhr=Tee etwa die kleine Sensation zu bewundern. Natürlich hatte man alsbald alles Wissenswerte über den Pagen in Erfahrung gebracht: seine Herkunft, die sechs Geschwister und den großen väterlichen Bauernhof. Ein ungelöstes Rätsel blieb indessen auch für die hartnäckigsten Frager, warum der Junge mit seinen sechzehn Jahren die Berge und Wälder seiner engeren Heimat floh und aus dem Herrentum eines künftigen Großbauern heraus sich in die Lakaienlivree eines Bediensteten zwingen ließ. Hätte er ihnen die Wahrheit sagen sollen? Den harmlosen Grund nennen, der sie ja doch nur enttäuschen würde? Dann hätte er ihnen erzählen müssen, wie sie, Vater und Sohn, einmal vor Jahren hier zu Besuch waren und welchen Eindruck dabei gerade die Hotelpagen auf ihn machten mit ihrer schmucken Uniform und dem schiefen Käppi auf dem Kopf. Und wie er später in einer bösen Krankheit, als man ihn schon aufgegeben hatte, dem Vater das Versprechen abnahm, ihn, käme er je wieder davon, Hotelpage in Baden=Baden werden zu lassen. Hier, wo die große Welt, schöne Frauen und berühmte Männer aus aller Herren Länder sich ein Stelldichein gaben. Ging nun sein Traum nicht wunderbar in Erfüllung? Vergessen war darüber die Mühsal der sauren Arbeit daheim auf dem Hof, die liebe Not mit Knechten und Mägden. Und durfte er nicht sogar sich selber einbezogen fühlen in diese große Welt, nicht nur als Zuschauer— nein, auch als ihr Zugehöriger? „Vou ist das Garcon von die Schwarzwald?" Die Frage, an seinen Kameraden, den älteren Pagen, gerichtet, war meistens nur ein Vorwand, um ein Gespräch unter vier Augen zu erzwingen. Was freilich nicht hinderte, daß er mit einem vertraulichen Händedruck und einem reichlichen Trinkgeld dazu, verabschiedet wurde. Diese und andere Aufmerksamkeiten, mit denen besonders die weiblichen Gäste ihr Gefallen an dem stattlichen Jungen bekundeten, war er nachgerade gewöhnt. Sie anders als ein bei vornehmen Leuten übliches Zeichen dienstlicher Anerkennung zu werten, wäre ihm niemals in den Sinn gekommen. Und wenn ihm aus Frauenmund gelegentlich noch deutlicheres Lob gespendet wurde, so hätte er nicht der kerngesunde Bauernsproß sein müssen, um nur den Hauch einer zarten Anspielung, die zweifellos darin lag, zu verspüren. Unüberwindlich, das fühlte er trotz allem, trennten ihn Gegensätze wie zwischen oben und unten von diesen in einer anderen, höheren Welt lebenden Menschen. Einmal hatte Fridolin die Eltern zu Besuch. Sie waren bescheiden durch den rückwärtigen Eingang„für Lieferanten“ gekommen und warteten in der Küche so lange, bis ihr Sohn in einem unbemerkten Augenblick sich freimachen konnte. Es verlief allerdings in sehr gemessenen Grenzen, dieses Wiedersehen, wobei man sich ein leises Gefühl der Entfremdung auf beiden Seiten, wenn auch wortlos, eingestand. Fast schämte sich Fridolin des auffallenden Kopfputzes und der fliegenden Bänder— des bäuerlichen Sonntagsstaates, in dem die Mutter von Einheimischen und Fremden sich bestaunen lassen mußte. Als beide dann wieder im Zuge saßen, war er eigentlich froh wie über eine nur widerstrebend erfüllte Pflicht. Das war schon lange her. Schon kündete sich der Herbst an, der hier die bunten Farben rings in den Bergen und Wäldern zu einem flammenden Protest gegen das Abschiednehmen mischt. Dennoch rückte selbst für die ausdauerndsten Gäste die Stunde der Abreise näher und näher. Auch für jene Frau, die dem Pagen Fridolin unter allen Rivalinnen die größte Gunst erwiesen hatte. Zwischen Spielbank und erfolgloser Koketterie ewig unbefriedigt ihre Tage verbringend, ersah sie schließlich den Jungen zum Gegenstand ihres weiblichen Ehrgeizes an. Aber Fridolin, dieses unverdienten Vorzugs allmählich müde geworden, war auf seiner Hut. Sein gesunder Instinkt witterte untrüglich die Gefahr, die ihm von dieser Seite für seine Jugend drohte. Und richtig: Als sie ihn eines Abends, angeblich, um ihm einen dringenden Auftrag zu bestellen, auf ihr Zimmer klingelte und eben die Tür hinter ihm abschließen wollte, hinderte er sie daran, und zwar auf eine so tatkräftige Weise, daß er, ohne es zu wollen, handgreiflich wurde. Im nächsten Augenblick schon drangen erregte Hilferufe nach außen.„Gemeiner Ueberfall! Tätlicher Angriff!“ schrie das Zimmertelephon. Der Hoteldirektor erschien und stellte jede nur gewünschte Sühne in Aussicht— umsonst: Weder vermochte er die zornbebende Dame zu beruhigen, noch ihren Entschluß rückgängig zu machen, morgen mit dem frühesten Zuge abzureisen Die anderen Hotelgäste wunderten sich am nächsten Morgen über das Ausbleiben des Pagen Fridolin. Sie sahen ihn nicht an diesem Morgen— sie sahen ihn überhaupt nicht mehr. Denn noch in derselben Nacht, da jener Vorfall sich ereignete, hatte er für immer die Uniform eines Pagen ausgezogen, um endgültig das zu sein, wozu ihn die Stimme seines Blutes, des Bauernblutes, rief. Wüßten Sie das? Die neue Lastautostraße, die über die Berge NordItaliens führt und La Camionale heißt, ist 50 km lang Auf dieser Strecke mußten 23 km Zementmauern, 10 Tunnels, 4 mächtige Viadukte und 325 große und kleine Brücken angelegt werden. Man bezeichnet die Strecke also wohl mit Recht als die teuerste Autostraße der Welt. In Afrika und Cochinchina wachsen Bananen, die bis zu ½ m lang werden. Sie sind so dick wie ein Arm und geben für 3 erwachsene Männer eine ausreichende Mahlzeit. Der größte Betrag, den jemals eine einzelne Person durch ein einziges Pferd verlor, wurde von dem bekannten Rennbesucher Marauis von Hastings bei dem Derby in Epsom im Jahre 1867 verloren. Bei diesem Mennen nämlich, das nur 3 Minuten dauerte, verlor der Marquis annähernd 2 Millionen Mark. Schätzungsweise gibt es im ganzen 3424 Sprachen in der Welt. Obwohl in Amerika nur 11 Prozent von der Bevölkerung der Erde leben, werden dort 1624 Sprachen gesprochen, also 47 Prozent aller Sprachen der Erde. In Australien gibt es jetzt eine neue Torheit, nämlich die Schubkarrenrennen. Kürzlich hat ein Mann einen Rekord aufgestellt, in dem er seine Frau auf dem Schubkarren die 1800 km lange Strecke von Brisbane nach Melbourne fuhr,(wobei man eigentlich die Ausdauer der Frau mehr bewundern muß als die des Mannes). Der Türke Ali Shefku Agha beginnt jetzt im Alter von 137 Jahren nach der neuen kürkischen Orthographie zu lesen und zu schreiben. Dieser Mann soll angeblich heute der älteste Mann der Welt sein, er selbst fübllich aber noch sehr iugendlich. Reiseerzählung von Carl Klee, Steele 8. Fortsetzung.(Nachdruck verboten.) „Kultur?“ fragte er leise und schüttelte dabei kaum merklich den Kopf.„Ich habe sie suchen wollen, doch ich habe sie nicht gefunden. Mein gestorbener Vater, der nach Ihrer Religion im Himmel ist, und nach unserer Religionslehre in den ewigen Jagdgründen weilt, hat mir als kleiner Junge schon viel von der Welt erzählt, die jenseits der Berge läge. Und schon damals hatte ich den Wunsch, diese unbekannte Welt kennen zu lernen, wo die Männer studierten, sich mit kleinen und großen Bällen die Zeit vertreiben, was sie dann Sport nennen, wo die Frauen wetteifern, es den unseren gleichzutun im Färben, wo sie auf hohen Stelzschuhen laufen wenn sie nicht zu müde sind, wo sie ihre Natürlichkeit durch raffinierte Kleider und andere Stückchen Zeug so „verdecken", daß dieses„Verdecken“ ein herausforderndes Unterstreichen ihrer Reize bedeutet. Wo beide Geschlechter künstliche Hilfsmittel benutzen, um schneller vom Platz zu kommen, wie sie sagen, in Wirklichkeit aber, um ihre Faulheit zu unterstützen.—— Von all diesem hatte mir mein Vater erzählt und als er von seinem letzten Besuch in der anderen Welt heimkehrte, sprach er begeistert davon, daß die Weißen auch nicht mehr die Nahrung zu erjagen brauchten, sie hätten sich die Erde dienstbar gemacht und das Essen wachse aus dem Bo den. Ich war begierig, dieses Getreide, wie es mein Vater nannte, zu sehen, um meinen Stammesleuten auch die Kunst beizubringen, wie man das Essen wachsen läßt um es nicht mehr in mühevoller Jagd zu erringen. Dies alles wollte ich kennen lernen. Jahre habe ich dazu gebraucht, doch enttäuscht kehrte ich zurück. Zuerst betrachtete ich voll Bewunderung all die Wunder der modernen Technik. Doch je länger ich in dem Maschinenlande weilte, je deutlicher lernte ich die Kehrseite kennen. Ich begriff, daß alles nur Machwerke des Gottes Mammon waren. Er regierte sie unsichtbar, sein sichtbarer Bote ist das, was Ihr„Geld“ nennt. Doch innerlich beherrscht er Eure Herzen und Sinne mit seinen falschen und gemeinen Helfern. Habsucht, Geldgier, Vergnügen, Sittenlosigkeit, Diebstahl, Mord und vieles andere was Ihr unter der Bezeichnung: Sparsamkeit, Vorwärtskommen, Amüsieren, Sport, Existenzberechtigung, Krieg, usw. beschönigt und entschuldigt und die ihr uns primitiven Wilden mit dem Sammelnamen„Zivilisation" als Fortschritt zu einer höheren Lebensstufe schmackhaft machen wollt." das Tun und Treiben unserer Völker, ich erkenne eure Klugheit, auf die ihr so überaus stolz seid, durchaus an, doch ich verachte euer erhabenes Gefühl, mit dem ihr spottend und mitleidig achselzuckend auf uns herunterschaut, weil ihr euch dadurch mit eigenen Waffen schlagt, denn eins eurer Sprichwörter sagt: Dummheit und Stolz wachsen auf einem Holz! Und ihr seid stolz auf eure Erfindungskultur. Eure Frauen rümpfen in falscher Sentimentalität die Nasen über unsere Naturtriebe, verachten das Töten der Tiere, doch ihre Männer betreiben es unter dem Namen „Jagd" als Sport. Frauen tragen die Erzeugnisse dieses abscheulichen Gewerbes als Hand taschen in ihren Händen und als Schuhe an den Füßen. Das Wort„Schlangenhaut“ ist ihnen in dieser Form erwünscht und versetzt sie in kindisches Entzücken, doch in seiner richtigen Form des Schlangen=Häutens jagt es ihnen Gruselschauer über den Rücken. Sie lesen die Geschichten phantasievoller Schreiber, um ihre Sinneslust zu befriedigen und entrüsten sich in sittlicher Erhabenheit, sobald das Buch zu Ende gelesen ist. Was wir tun, finden sie gemein und ordinär, wenn ihre Männer dasselbe tun, zeugt es von Mut. Das ist der große Unterschied zwi schen Weiß und Rot. Sie nennen sich die„Helleren" und meinen damit sowohl Hautfarbe wie Geist. Der schlimmste Geselle eures Geldgottes ist die Munition. Damit wollt ihr uns„be kehren". Ihr wollt uns damit beherrschen, weil ihr uns nötig habt. Sie wollen sich selbst zu Göt tern machen. Doch wir lachen über die Weißen genau wie diese über uns.“ Ich spreche hier nicht aus purer Unvernunft. Nein, ich habe eure sozialen und unsozialen Ein Dese Bilebroggn Sie WHW Briefnarken richtungen und Bestrebungen genauestens studiert, um mir ein klares Urteil bilden zu können. Ich habe genug Vergleiche gefunden, die eure heutigen Völkerregierungen, ob demokratisch oder diktatorisch, aus tausendjähriger Erfahrung her begründen, und wenn eure Forscher, unsere ehemaligen Brüder, die Inkas, mit ihren heutigen Betrebungen vergleichen, so tun sie das nicht zu Unrecht, denn so muß es in der Welt sein: einer muß vom andern lernen. Ich pflichte immer dem großen deutschen Dichter bei, der in seinem„Wilhelm Tell" den Schwur der Schweizer auch für uns gemünzt hat: Wir wollen sein ein einzia Volk von Brüdern, In keiner Not uns trennen und Gefahr; Wir wollen frei sein, wie die Väter waren... nur mit dem Unterschiede, daß wir kein einzig Volk von Brüdern sind, sondern eher das Gegenteil, ein in viele Stämme zerfallendes Volk, das sich in Feindschaft bekämpft, um Freiheit zu bewahren. „Nein," warf ich ein,„nicht um seine Freiheit zu bewahren, sondern aus wilder Mordlust, aus unbegreiflichem Vernichtungsdrang heraus, mordet ihr hinterrücks eure eigenen Brüder kaltblütig mit dem schrecklichen Gift! Darin seid ihr Rothäute uns über. Ihr versteht die Kunst der Kriegführung besser als wir. Ihr kennt schon seit Jahrhunderten den Gebrauch des Giftes, ja selbst die Anwendung der Giftgase war euch schon bekannt. Eure Väter verwandten schon vor Hun=mmmmmmmmmmmmmmm derten von Jahren den spanischen Pfeffer, wenn sie die Mauern der feindlichen Stellungen um terne" und das Lied aus der Operette„Der Falagerten.“— In dieser Form sagte ich dem Häupt vorit“„Du, du, sollst der Kaiser meiner Seele ling unnorhlümt Sio Mahrhoit aume“ mich soinsl sein“ zu neröffentlichen. und Seine ling unverblümt die Wahrheit, zumal mich seine bedingungslose Verachtung unserer Zeit gereizt hatte. Ich hatte nun erwartet, daß er am Schluß meiner Worte verärgert und verstimmt sein werde. Nichts dergleichen. Trauria schaute er in die Ferne und pflichtete mir mit leiser Stimme bei „Lassen wir dieses Thema ruh'n," sagte ich, „die Debatte über das Für und Wider könnte endlos weiter gesponnen werden. Ich versönlich habe keine Nichtachtung vor Ihnen und all den anderen Rothäuten. Ich erkenne durchaus an, daß ihr Naturmenschen uns Weißen in vielen Dingen voraus seid, und daß man eure Verstandesgaben vielfach mit dem Wort Instinkt erklären will. Hier meine Hand, die ich Ihnen in ehrlicher Freundschaft reiche!“ (Fortsetzung folgt.) Schriftliche Anfragen aus unserem Leserkreise werden von uns kostenlos beantwortet. Die letzte Bezugsquittung ist der Anfrage beizulegen. Die Mitarbeit aus unserem Leserkreise ist uns jederzeit erwünscht.— Die Schriftleitung übernimmt für die Auskünfte nur die preßgesetzliche Verantwortung. Fran P.„Mein Sohn ist tödlich verunglückt. Habe ich als Schwiegermutter Anspruch auf einen Teil der Möbel. Mein Sohn hinterläßt kein Kind."—— Die Witwe des Verstorbenen hat einen gesetzlichen Anspruch auf die zum ehelichen Haushalt gehörenden Gegenstände, soweit sie nicht ubehör eines Grundstücks sind, sowie auf die Hochzeitsgeschenke als Voraus(§ 1932 BGB.). 798 W. K.„Wie hoch ist die jetzige Miete, wenn eine 3=Zimmerwohnung vor dem Kriege 21 RM. und 24 RM. gekostet hat? Was darf in beiden Fällen heute für eine 2=Zimmerwohnung gesetzlich gefordert werden? Wie hoch beträgt der Prozentsatz der Friedensmiete?"—— Die gesetzliche Miete beträgt in Preußen allgemein 110 Prozent der Friedensmiete. Hat der Mieter durch ausdrückliche oder stillschweigende Vereinbarung die Ausführung der Schönheitsinstandsetzungen übernommen, so ist er berechtigt, die gesetzliche Miete um 4 v. H. der Friedensmiete zu kürzen. Zu dem Hundertsatz von 110 bzw. 106 kommen die örtlichen Zuschläge, die Sie auf dem Rathaus in Erfahrung bringen können. Ruth K.„Sei doch bitte so freundlich und schreibe das Lied:„Auf, in den Kampf, Torero!“ aus der Oper„Carmen“ in die„Heimat am Mittag".—— Auf, in den Kampf, Torero. (Arie des Escamillo aus der Oper„Carmen“.) Euren Trost kann ich wohl erwidern, mit Euch ihr Herren sind wir ja nah verwandt, und der Torero reicht seinen Brüdern eilt er wie sie zum Kampf, die fröhliche Hand. Seht ihr wohl, schon am heil'gen Fe. den weiten Zirkus von Menschen voll? Bis hoch hinauf sitzen die Gäste. Lärmen und schrei'n, ein Getöse ist es, wie toll, mancher zittert und mancher schweiget, mancher blickt hinab mit wilder Wut. 's ist der Tag, wo sich der Tapfere zeiget und erprobt den wahren Mut, Drum rasch voran, mit Mut, voran Ach! Auf, in den Kampf, Torero! Stolz in der Brust, siegesbewußt, wenn auch Gefahren dräu'n sei wohl bedacht, daß ein Aug' dich bewacht und süße Liebe lacht. O. Sch.„Mein Schwiegersohn hat von mir mit Einvernehmen des Hauseigentümers ein Zimmer gemietet. Er wohnt bei mir schon 4 Monate auf einem Korridor zu Untermiete, ohne jemals den Hausflur geputzt zu haben. Jetzt verlangt der Hauseigentümer(er wohnt nicht bei mir im Hause) infolge einer Beschwerde eines Hausbewohners, mein Schwiegersohn müsse von jetzt ab den Flur auch putzen. Nebenbei möchte ich bemerken, daß mein Schwiegersohn meinen Keller benutzt und mit mir zu gleicher Zeit die Waschküche und auch den Boden benutzt. Ist mein Schwiegersohn als Untermieter gesetzlich verpflichtet, den Hausflur zu putzen oder nicht? Kann der Hauseigentümer(falls er den Flur nicht als Untermieter putzen braucht) meinen Schwiegersohn wieder aus der Wohnung heraussetzen lassen?"— — Ihr Schwiegersohn ist als Untermieter zur Flurreinigung nur verpflichtet, wenn dies im Der Meckerer Mietvertrag zwischen Ihnen und dem Untermieter Zustände sind das— sowas wäre einem vor abgemacht ist. Der Untermieter hat das Zimmer dem Kriege nich passiert! von Ihnen gemietet, nicht vom Hauseigentümer. sein" zu veröffentlichen." Du sollst der Kaiser meiner Seele sein. Aus der Operette„Der Favorit“. Ich weiß ein Land, das ohne Schranken, Ich weiß ein Reich, worin sich ranken, wohl tausend zärtliche Gedanken um meiner Liebe Rosenpfad. Das ist das Land, worin ich lebe, das ist das Reich, das ich dir gebe, auf dessen Thron ich dich nun hebe, ist meines Herzens freier Staat! Du, du, du soll der Kaiser meiner Seele sein! Du, du, du sollst den Purpur tragen ganz allein! Du, du, du sollst das Szepter führen, du, du, nur du darfst drin regieren, du ziehst als Sieger ein! Wenn du mich liebst, hast du zum Lohne, in meinem Herzen deine Krone und schaltest frei auf gold'nem Thrøne, den meine Liebe dir gebaut! Du bist der Kaiser, den ich wähle, und deine Wünsche sind Befehle, gehorchen wird dir meine Seele, die ich so ganz dir anvertraut! Refr.: Du, du, du soll der Kaiser... B. D. K.„Ich bin ein Tierliebhaber und besitze schon lange Jahre Kaninchen. Mein neuer Hausbesitzer verlangt von mir, daß ich sie abschaffen soll. Ich kann mich noch nicht damit abfinden. Kann mir der Hausbesitzer ohne weiteres das Halten von Kaninchen verbieten?"—— Soviel wir aus Ihrem Schreiben ersehen können, halten Sie die Kaninchen mit Genehmigung des bisherigen Hauseigentümers. Dann kann Ihnen der neue Der Indianer-Philosopn Diese einfachen Worte des Indianers regten mich zum Nachdenken an. Mit aller mir zur Verfügung stehenden Ueberredungskunst versuchte ich ihm den Unterschied zwischen primitiver und gesitteter Lebensweise deutlich zu machen. Ich sprach von den modernen Erfindungen auf medizinischem Gebiet, schilderte begeistert die kulturellen Fortschritte, doch Ger=ty=buo widerlegte in seiner natürlichen Einfachheit:„Alle eure Erfindungen sind in Wirklichkeit eure Feinde, sind Boten eures Geldgottes und dazu bestimmt, euch zu verderben. Armut und Arbeitslosigkeit sind ihre Nachläufer. Eure Philosophie verweichlicht euch für den Kampf ums Dasein, macht euch zu gebildeten Hungerleidern und eure kulturellen Einrichtungen sind der Hemmschuh des Gesetzes, das euch die Befriedigung des Nahrungsbetriebes verbietet und Uebertretungen im Sinne unseres urwilden Verlangens an Ketten legt.“ Diese Philosophie einer Rothaut erstaunte mich und ich gab ihm zuletzt zu verstehen, daß er als Angehöriger einer anderen Rasse unsere Welt mit ganz anderen Augen betrachtete. „Ja, mit feineren, schärferen, kritischeren Augen," fuhr der Häuptling fort,„die den Weizen vom Unkraut besser zu unterscheiden vermögen. Einer eurer Weisheitssprüche lehrt, daß der Mensch das Produkt seiner Umgebung sei und sich in der Sphäre am wohlsten fühlt, in der er aufgewachsen ist. Das ist richtig. Darum werden Sie auch begreifen, daß ich nur hier beheimatet sein kann. Ich will keine Lobeshymnen singen auf Infolgedessen kann dieser ihn auch nicht heraus= Hauseigentümer das Halten nicht ohne weiteres setzen lassen, wenn er sich weigert, den Flur zu putzen, weil nichts darüber vereinbart ist. U. V. 105.„Darf einem Unfallschwerbeschädigten, der Krankenschein und Arznei frei hat und an einer anderen Krankheit im Krankenhaus liegt, die Kosten fürs Krankenhaus von zirka 1,60 RM. vom Krankengeld abgehalten werden?"—— Der Abzug vom Krankengeld für die Kosten der Krankenhausbehandlung ist zulässig. verbieten, da die mit dem Vorbesitzer abgeschlossenen mietvertraglichen Abmachungen bindend für ihn sind. Die Abschaffung kann nur aus dem Grunde verlangt werden, weil die Tiere die übrigen Hausbewohner belästigen oder das Grundstück sonst in seinem Bestande erheblich gefährden. „Die Neunte".„Ergänzend möchte ich dem Einsender zum Verständnis der„Neunten" nachfolHaarhausen. Ein Leser teilte dem Briefkasten genden Rat geben. Um mit, daß der Ort Haarhausen im Westerwals dere Beetyovensche Sinfoni liege. Von anderer Seite wird uns dazu mitge winn anhoren zu können, muß man in ven Geist teilt, daß dieser Ort Horhausen heißt, bei Al= derselben einzudringen versuchen. Man muß vertenkirchen im Westerwald liegt und im Volksmund stehen lernen, was der Tondichter in den einzel„Horsen" genannt wird. nen Sätzen und deren Themen zum gedanklichen en genannt wito. Ausdruck bringen wollte. Z. B. Kampf mit dem S. H. H.„Wie hoch war 1932 die Hinterblie= Schicksal, die Auseinandersetzung mit sich widerbenen=Rente einer Witwe welche kränklich war, streitenden Gefühlsregungen usw. Dazu bieten im Haushalt einer verheirateten Tochter lebte und eine treffliche Einführung die in Reklams Unideren nziger Sohn als Offtgier ge warz versalbibliothek erschienenen„Erläuterungen zu heantmonteabt ersichtlich int ab es seum Meisterwerken der Tonkunst, von denen die Numa nicht ersichtlich ist, ob es sich um mern 5281/5233 den Sinfonien Beethovens gewideine Witwpenrante rach vem meicäneerungungs met sind. In der letzten Nummer ist die„Neunte" nähere Aufrlärung, behandelt. Einleitend sind zu den einzelnen Sätzen gesetz handelt. Wir bitten um nähere Aufklärung. jeweils die trefflich charakterisierenden EinführunA. H.„Wieviel Kubikmeter Wasser kann eine gen Richard Wagners wiedergegeben, der bekanntFamilie mit 2 Zimmer(4 Personen) monatlich lich die„Neunte" aufs höchste eingeschätzt hat. Von verbrauchen? Wird das Wasser nach Personen oder den vier Sätzen stellt der dritte langsame Satz ein Zimmern berechnet? Wieviel kostet 1 Kubikmeter einziges Schwelgen in berückend süßen Tönen dar, Wasser? Was kostet eine 4=wöchentliche Wäsche von denen man endlos lauschen könnte. Und dann der 4 Personen mit Wassermotor?"—— Ihre Frage, herrliche Schlußsatz mit dem jubelnden Chorlied wieviel Kubikmeter Wasser eine Familie verbrau chen darf, ist nicht ganz klar. Wird gesetzliche Miete gezahlt, so ist hierin das Wassergeld mit 3 v. H. enthalten. Der Vermieter kann seinen Mietern eine schriftliche Erklärung zugehen lassen, daß er die Miete vom nächsten Mietzahlungszeitpunkt ab auf die Mieter umlegen werde. Die Umlage hat im Verhältnis der Friedensmieten zu erfolgen; die gesetzliche Miete ist um 3 v. H. zu kürzen. Da uns der Tarif des zuständigen Wasserwerks nicht bekannt ist, können wir die zweite und dritte Frage nicht beantworten. Wenden Sie sich doch an das Wasserwerk. F. K. 27.„Ich habe einen Mieter. Bisher habe ich die Entwässerungsgebühren allein bezahlt. Kann ich jetzt verlangen, daß mein Mieter die Hälfte bezahlt, oder kann ich diesen Betrag prozentual auf die Miete umlegen?"——§ 6 der Ausführungsverordnung zum Reichsmietengesetz bestimmt folgendes:„Werden in einer Gemeinde nach dem 30. April 1936 Abgaben für Entwässerung und Fäkalienabfuhr, für Straßenreinigung oder Müll= und Schlackenabfuhr neu eingeführt so ist der Vermieter berechtigt, diese Abgaben umzulegen; werden derartige Abgaben nach diesem Zeitpunkt erhöht, so gilt das gleiche hinsichtlich der Erhöhung. Haben bei einer Neueinführung dieser Abgaben die Vermieter für die gleichen Zwecke bisher selbst getragen, so hat der Regierungspräsident für diese Aufwendungen einen Hundertsatz d. Friedensmiete festzusetzen, um diesen Hundertsatz vermindert sich der umlagefähige Betrag.— Sind Abgaben der im Abs. 1 genannten Art vor dem 1. Mai 1936 neu eingeführt oder erhöht worden und ist auf Grund der bisher geltenden Vorschriften die gesetzliche Miete um einen von der Gemeinde festgesetzten Hundertsatz der Friedensmiete erhöht worden, so verbleibt es hierbei. H. I.„Wir bitten dich, Briefkastenonkel, uns die Texte des Tangos„Mit meiner kleinen La„An die Freude". Wenn man an Hand dieses thematischen Führers und vielleicht noch an Hand der Partitur die„Neunte" anhört, wird man hochbefriedigt von diesem musikalischen Kunstgenuß sein. Ein Musiker hat einmal den Ausspruch getan:„Wenn die Musik ganz vom Erdboden verschwunden wäre, mit der„Neunten" könnte man sie wieder einführen."—— Ihr Rat wird dem Anfrager von Nutzen sein. Allerdings ist es mit dem gedanklichen Verständnis eines Musikwerkes nicht getan. Die Musik hat ihre eigene Sprache. Sie will nicht gedanklich-begrifflich verstanden, sondern unmittelbar erfühlt werden. 1914.„Ist ein 15jähriges Mädchen, welches 15 Mark monatlich verdient, verpflichtet, ihre alleinstehende Mutter zu unterhalten? Das Mädchen ist im Haushalt tätig und ißt und schläft bei ihrem Arbeitgeber. Wieviel Geld muß sie von den 15 Mark hergeben? Die Mutter ist Fürsorgeempfängerin. Es ist noch eine ältere Schwester da, die 20 Mark monatlich verdient und unter gleichen Umständen tätig ist. Wieviel muß die beisteuern?" —— Nach der Verordnung der Fürsorgepflicht besteht der Grundsatz, daß Familienangehörige im gemeinsamen Haushalt restlos im Rahmen der Unterstützungsrichtsätze sich gegenseitig Unterhalt zu leisten haben. Ein 15jähriges Lehrmädchen hat seinen Lohn restlos an die Mutter abzuliefern. Die Töchter sind gesetzlich und moralisch verpflichtet, mit ihrem Lohn für die Mutter zu sorgen, Sonderwünsche der Töchter müssen zurücktreten. Friedl.„Stimmt es, daß von Oktober bis März eine Wohnung nicht gekündigt werden kann, weder„von seiten des Mieters noch des Vermieters?"—— Im Mietvertraa kann vereinbart werden, daß während der Wintermonate Oktober bis März das Mietverhältnis weder vom Mieter noch vom Vermieter gekündigt werden darf. Der Beginn der Preußischen Klassenlotterie brachte für alle Spieler eine beachtenswerte Neuerung, und zwar werden die Glücksräder künftig elektrisch angetrieben. Bisher wurden die Räder zum Mischen von Beamten mit der Hand gedreht. Die Elektrifizierung macht es möglich, sowohl das Nummernrad als auch das Gewinnrad beliebig vor= und rückwärts zu drehen. Dies ist immerhin beachtlich, wenn man bedenkt, daß das Nummernrad nach Einschüttung der 400 000 Nummernröllchen ein Gewicht von etwa 15 Zentner hat.(Pressephoto, K.) Links: Sandsackbarrikade gegen die Flut. Bei Mittelnkirchen durchbrach das Hochwasser den Deich unter einem Haus. Eine auf der Straße gehende Fran wurde von den Wassermassen weggerissen und ertrank in den Fluten. Die Stelle des Dammbruchs ist nur notdürftig durch Pfähle und Sandsäcke gegen weitere Wassermassen geschützt.(Scherl=Bilderdienst. K.)- Rechts: Die Adolf=Hitler=Jugendherberge in Berchtesgaden. Eine große Anzahl von Ingendherbergen wurde am Sonntag der deutschen Ingend übergeben.(Weltbild, K.) Links: Rote Bestien in Menschengestalt. Diese Aschenreste von fünf Personen, die von den Roten gebunden, mit Benzin übergossen und lebendig verbrannt wurden, sind von den aus Toledo nach Madrid vorrückenden nationalen Truppen aufgefunden worden.(Weltbild, K.)— Rechts: Hungerparadies Sowjetrußland. Verhungerte Kinder, die Opfer des Indenregiments in Moskau.(Nibelungen=Verlag genehmigt.)(Weltbild, K.) Das wandernde Auge Richtigstellung abwegiger Ansichten Der Ausdruck des Gesichtes hängt vorwiegend von der Lage der Augen in der Augenhöhle ab. Lieat das Auge tief in ihr. so alauben wir, einen geistia tief angelegten Menschen vor uns zu haben; liegen sie flach-oberflächlich, so sind wir stets geneigt, diese Oberflächlichkeit als Grundzua des ganzen Menschen anzusehen. Diese Beurteilungsart ist gänzlich abwegig, denn die Lage der Augen oder richtiger der Augäpfel, wird nur durch die Fettschicht bestimmt, die hinter den Augenäpfeln lieat und diese mehr oder weniger nach vorn schiebt. Ein flachliegendes Auge kann demnach bei Fettschwund in die Tiefe der Augenhöhle zurückwandern, umgekehrt kann bei Zunahme des hinter dem Augapfels liegenden Fettes ein tiefliegendes Auge nach vorn wandern und oberflächlich werden. Aus diesen Ursachen liegen bei mageren Menschen die Augen tief, bei wohlgenährten flach. Kummer und Sorgen führen bekanntlich zur Abmagerung. und deshalb haben meist damit Belastete eingesunkene Augen, ebenso viele Kranke. Die Lage der Augäpfel ist also keine für das aanze Leben gleichbleibende. Der Eindruck des Tief= bzw. Flachliegens der Augen wird auch durch den Abstand der Augenbrauen vom Auge und der Stärke bzw. Fülle der Brauenhaare beeinflußt. Je größer die Entfernung der Brauen von den Augen ist, um so flacher erscheint die Lage der Augen, während buschige Brauen die Augen tiefliegend erscheinen lassen. Das tiefliegende Auge ist das beliebtere, weil man ja glaubt, es beweise den geistigen Hochstand des Trägers. Darum werden flach liegende Augen häufig durch kosmetische Kniffe scheinbar in die Tiefe gerückt, indem man hochstehende Brauen abrasiert und tiefstehende malt, ferner die Augenlider dunkel färbt, auch wohl helle Wimpern dunkel färbt und lana auszieht. Denn auch lange dunkle Wimpern lassen das Auge zurückwandern. Dr. F. St. ter Jakob Johannes, der bis zum Schluß an der ront ausgeharrt hat und sich seitdem wieder in rot und Arbeit befindet. Bereits am nächsten Tage tritt das Kriegsgericht in einer Kaserne zuammen. Alle Beteuerungen Johannes', daß er nit der ganzen Sache nicht das geringste zu schafen habe, bleiben unwirksam. Man gibt sich kaum die Mühe auf seine Worte zu hören. In geschlosener Sitzung, in Abwesenheit des Angeklagten, wird das Todesurteil gefällt. Nichts dringt davon an die Oeffentlichkeit. Erst am nächsten Tage sickert etwas durch. Die Freunde des Unglücklichen verwenden sich persönlich bei dem französischen General, beschwören ihn, das Fehlurteil aufzuheben und eine neue Verhandlung anzusetzen. Die Prüfung der Angelegenheit wird zugesagt, aber Tage vergehen, ohne daß etwas erfolgt.— Jakob Johannes ist allein in seiner Zelle. Er denkt, man wird ihn vielleicht ein paar Wochen im Gefängnis lassen, um ihn dann mit einer Verwarnung wieder freizugeben. Er will sich gerade niederlegen, als ein Offizier ercheint und dem Unglücklichen das Todesurteil vorliest, das unmittelbar darauf vollstreckt werden oll. Jakob Johannes kann die Minuten zählen, die ihm noch bleiben. Wie im Traum hört er einen Wagen vorfahren. Ein Geistlicher nimmt ihn bei der Hand, spricht ihm Mut zu und beteigt mit ihm gemeinsam das französische Lastauto, auf dem bereits der Sarg steht, der das Opfer nachher aufnehmen wird. Ein größerer Trupp Kavallerie begleitet den Wagen. Auf dem Schießplatz außerhalb der Stadt wird haltgemacht. „Augen verbinden," sagte ein Offizier.„Nein," chreit Jakob Johannes, „ich bin unschuldig..“ Im nächsten Augenblick bricht er von den Kugeln der Schwarzen getroffen lautlos zusammen. In Nacht und Nebel haben sie das Opfer verscharrt. Erst am nächsten Tage erfahren die Angehörigen das Furchtbare:„Erschossen wegen Mordversuchs einer französischen Abteilung," heißt es in der Begründung. In aller Stille wurde dem Märtyrer dann von seinen Arbeitskameraden ein künstlerisches Grab hergerichtet. Die große Oefentlichkeit erfuhr nichts von seinem Tode. Nur m Saarland hielt man die Erinnerung an dieen Helden, der neben dem Wege fiel, in Ehren. Denn auch er starb für Deutschland. Die Fahne der spanischen Falangisten. Unter diesem Zeichen, dem Wappen des neuen Spaniens, wird der Freiheitskampf geführt. Die fünf Pfeile versinnbildlichen die fünf alten Königreiche, das Doppeljoch ist das Zeichen der Vereinigung unter Ferdinand und Isabella.(Wb.) Der Opfertod des Jakob Johannes Erschossen am 20. 10. 1919- Des Soarlandes dunkelste Tage Auf dem Südfriedhof in Saarbrücken liegt das Heldengrab des Eisenbahnarbeiters Jakob Johannes, der knapp ein Jahr nach Beendigung des großen Völkerringens nach einem Spruch des französischen Kriegsgerichtes erschossen wurde. Jan Kiepura und Marta Eggerth heiraten. Im Rathaus von Kattowitz, dem Wohnsitz Jan Kiepuras, ist für den Opernsänger und die Filmschauspielerin Marta Eggerth, als deren Wohnort Berlin=Wilmersdorf angegeben ist, das Aufgebot zum Aushang gebracht.(Weltbild K.) In den ersten Oktobertagen 1919 wurde von dem französischen Machthaber im Saargebiet der Belagerungszustand über die Stadt Saarbrücken verhängt. Schwerbewaffnete Patrouillen ziehen durch die Straßen, viele Marrokkaner darunter, die weniger Bedenken tragen, einen nicht ganz klaren Befehl auszuführen. In einem Gasthaus hat sich eine kleine Gesellschaft zusammengefunden, z. T. Arbeiter aus der Eisenbahnhauptwerkstätte, die vor dem Nachhauseweg ein Glas Bier trinken wollten. Der Krieg ist zu Ende, aber man unterhält sich noch viel über die großen Erlebnisse, die jetzt in der Erinnerung lebendiger werden. Das mochte vielleicht die Ursache sein, daß einer aus der Tasche eine Pistole zieht, um irgendetwas zu demonstrieren. Ein anderer, der wohl schon etwas über den Durst getrunken hatte, nimmt ihm die Waffe aus der Hand und zielt im Uebermut auf einen von der Gesellschaft. Den anderen wird es langsam unbehaglich. Sie suchen ihm die Waffe zu entwinden, aber dabei geschieht das, was man gerade vermeiden wollte: Ein Schuß geht los und schlägt krachend in die Mauer ein. Gottseidank hat es niemand etwas geschadet. Die Kugel ist über alle Köpfe hinweggegangen und hat sich in die Wand gebohrt. Aber fast im gleichen Augenblick öffnet sich die Tür und ein paar dunkle Gesichter blicken in das menschenerfüllte Gastzimmer. Alle überläuft es eiskalt. Es ist eine Marok kaner=Patrouille, die im Vorübergehen den Schuß gehört hat. Die Schwarzen haben die Tür wieder geschlossen, anscheinend um Verstärkung zu holen. Die Gäste ahnen jetzt, was kommen wird. Sie machen schleunigst, daß sie davonkommen, denn der Belagerungszustand gibt den Franzosen jeden Anlaß zu einem Vorgehen. Der Revolver ist auf den Fußboden gefallen und bleibt unter dem Tisch eines Mannes liegen, der stillschwei gender Zuschauer des ganzen Vorganges gewesen ist und keinen Anlaß sieht, sich zu entfernen. Als das Zimmer fast leer geworden ist, ent deckt er die Waffe, hebt sie auf und legt sie vor sich auf den Tisch. Unmittelbar darauf wird die Tür aufgerissen, und ein Dutzend schwarzer Ko lonialsoldaten stürzt in den Raum. Ihr Korporal sieht die Waffe und den erstaunt um sich blickenden stillen Gast. Bevor er etwas zur Aufklärung vorbringen kann, wird er umringt und fortge schleppt. Der Unglückliche ist der Eisenbahnarbei WHW. in Afrika. Das Winterhilfswerk der Deutschen in Afrika wurde auf dem Deutschen Tag in Nordtransvaal von dem stellvertretenden Landesgruppenleiter Südafrikas der Auslandsorganisation der NSDAP., Konsul Stiller, eröffnet. Die afrikanische Sammelbüchse besteht ans einem leeren Benzinkanister, der die Aufschrift trägt:„WHW. Afrika“.(Stark.) In letzter Minute befreit Nach der Entsetzung Oviedos-Nur 500 Soldaten zur Verteidigung Luarca, 21. Oktober. Bald nach der Befreiung Oviedos hatte der Sonderberichterstatter des DNB im Hauptquartier Grado vor Oviedo eine Unterredung mit General Aranda, der bekanntlich die Stadt Oviedo drei Monate lang verteidigt hat. General Aranda erzählte von der heldenhaften Verteidigung der Stadt, daß bei Aufbruch der nationalen Erhebung für die Verteidigung Oviedos 500 Mann Infanterie, 250 Mann Sturmpolizei, 800 Gendarmen und 350 Freiwillige vorhanden gewesen seien. Von diesen fast 2000 Mann seien in den ersten zwei Monaten 400 und in den letzten 15 Tagen 800 gefallen. Außerdem habe es 200 Typhuskranke gegeben. Bei der Befreiung der Stadt hätten ihm nur noch 500 Soldaten zur Verfügung gestanden. Die Zivilbevölkerung, die 40000 Personen zähle, habe durch Flugzeugangriffe 600 Tote zu beklagen gehabt. Die roten Streitkräfte seien 5—8000 Mann stark gewesen, sie seien gut organisiert und gut bewaffnet gewesen, und hätten genügend Artillerie und mexikanische sowie tschechoslowakische Waffen zur Verfügung gehabt. Die Verteidiger Oviedos hätten lediglich 60 Maschinengewehre in der ersten und 30 in der zweiten Linie gehabt, dazu zwei Millionen Schuß Munition, aber wenig Artillerie und wenig Granaten. Der Feind habe im Verlaufe der Belagerung ständig die Artillerietätigkeit gesteigert, wodurch die vielen Menschenverluste entstanden seien. General Aranda erklärte weiter, er habe die Verteidigung nach den modernsten strategischen Grundsätzen in fünf sternartig vorgeschobene Stellungen unterteilt und kleine Posten von 10 bis 12 Mann mit einem Maschinengewehr in gut getarnten Stellungen hätten die ersten Linien wirksam unterstützt. Der erste große Angriff der Roten vom 8. bis 11. Sept. sei mit vier Flugzeugen erfolgt. Beim 2., der vom 4. bis 12. Okt. dauerte, seien die vorgeschobenen Stellungen anstatt mit 10 nur mit 3 Mann besetzt gewesen. Da man ohne Reserven gewesen sei, habe man einen elastischen Rückzug teilweise bis zum Stadtrand vorgenommen. Die Roten hätten viele Tanks und Panzerwagen zur Verfügung gehabt. Die Verteidiger jedoch nur zwei alte Tanks. Man habe die Tanks der Roten mit einem kleinen 7,5 Zentimeter Berggeschütz auf 50 Meter Entfernung beschossen. Die Befreiung durch die marokkanischen Truppen sei in letzter Minute erfolgt, als fast keine Lebensmittel und keine Munition mehr vorhanden gewesen seien. Die Roten seien bereits in einige Häuser der Vorstadt eingedrungen gewesen. Die Artilleriebeschießung und die Flugzeugbomben hätten in Oviedo kein Haus mehr ganz gelassen. Die Bevölkerung, die stets in Kellern gelebt habe, habe sich nur von Reis und Bohnen ernährt und Wasser habe man nur aus Notbrunnen schöpfen können. Trotz dieser großen Entbehrungen habe die Bevölkerung gut durchgehalten. In den ersten zwei Monaten seien die roten Flieger überlegen gewesen und hätten oft täglich die Stadt bombardiert. Später seien jedoch die Flugzeugangriffe durch nationalistische Flieger abgewehrt worden. Der strategische Zweck der Verteidigung Oviedos sei ausgezeichnet gelungen, da man die roten Kräfte in Asturjen auf diese Weise dauernd bei Oviedo festgehalten habe. Ständig seien so 8000 rote Kämpfer und zahlreiches Kriegsmaterial bei Oviedo gebunden gewesen. Jetzt beginne, so erklärte General Aranda weiter, der Vorstoß nach Norden und Östen sowie die Säuberung Asturiens von den Roten. Dies werde, so sagte er, noch viel Arbeit machen, aber er sei mit der roten Taktik aus dem Asturienaufstand vom Jahre 1934, den er mit bekämpft habe, gut vertraut. Bis Dienstag abend sind in Oviedo 60 Lastwagen, von starken Eskorten gesichert, mit Kartoffeln, Brot, Fleisch und Munition in Oviedo eingetroffen, stürmisch von der Bevölkerung begrüßt. Italiens Antwort auf die englische Note überreicht dnb London, 21. Oktober. Im englischen Außenamt wurde am Dienstag bestätigt, daß dem englischen Botschafter in Rom, Sir Eric Drummond, die Antwort der italienischen Regierung auf die englische Note vom 18. September hinsichtlich einer neuen Fünfmächtekonferenz überreicht worden ist. Die Note werde auf dem Luftwege nach London gebracht und hier übersetzt und geprüft werden. Ueber ihren Inhalt könne daher im Augenblick noch nichts mitgeteilt werden. Bei dieser Gelegenheit wird darauf hingewiesen, daß nunmehr Deutschland, Italien und Frankreich ihre Antworten erteilt haben und daß nur noch die Antwort Belgiens ausstehe. „Hindenburg" nach Südamerika gestartet Frankfurt a. M., 21. Oktober. Das Luftschiff„Hindenburg“ ist um 8.30 Uhr vom Flughafen Rhein=Main zu seiner Südamerikafahrt gestartet. Das ist die 16. Fahrt des Luftschiffes„Hindenburg" und gleichzeitig seine erste Südamerikafahrt im Rahmen des jetzt beginnenden wöchentlichen Ueberseedienstes der deutschen Zeppelinluftschiffe nach Südamerika. An Bord des Hindenburg befinden sich diesmal 57 Fahrgäste. Kommunistischer Präsidentschaftskandidat mit faulen Eiern beworfen dnb Nenyork, 21. Oktober. Der kommunistische Präsidentschaftskandidat Browder sollte in Terre Haute(Indiana) eine Radiowahlrede halten. Als er vor dem Sendehaus eintraf, wurde er von einer erregten Volksmenge mit einem Hagel fauler Eier empfangen und mußte schleunigst in sein Hotel zurückkehren. Drei Personen wurden im Handgemenge verletzt. — Bereits vor drei Wochen hatte Browder versucht, in Terre Haute zu reden. Er war damals von den Paßbehörden verhaftet worden. Jetzt hatte er es verstanden, die Behörden zu zwingen, ihn noch einmal in die Stadt hineinzulassen. Er mußte aber die Erfahrung machen, daß die Bevölkerung im Mittelwesten von kommunistischen Lehren nichts wissen will. 100 000=RM.=Gewinn auf Nr. 3162 In der gestrigen Ziehung der Preußisch=Süddeutschen Klassenlotterie fiel der 100000=R M.Gewinn auf die Nummer 3162, die in der ersten Abteilung in Achteln im Rheinland, in der zweiten Abteilung in Vierteln in Westfalen gespielt wird. England rüstet mit Macht Neue Rüstungsfabriken— Schnelle Kampfflugzeuge im Bau dnb London, 21. Oktober. Die Beschleunigung und Erweiterung des englischen Aufrüstungsprogramms wird von der englischen Regierung Hand in Hand mit einer teilweisen industriellen Mobilmachung energisch vorwärts getrieben. Das Neueste in der kommenden Aufrüstungsmaßnahme ist jetzt die Schaffung einer „Schatten=Industrie“ für den Bau von Flugzeugen und Flugzeugmotoren. Wie das englische Luftfahrtministerium am Dienstag abend mitteilte, sind sechs englische Großfirmen mit der Errichtung von 8 Fabriken beauftragt worden, die ausschließlich Rüstungszwecken dienen sollen. Es handelt sich um die Bristol=Flugzeug=Gesellschaft und fünf bekannte Autofabriken. Der Bau der Fabriken wird von der Regierung finanziert. Nach ihrer Fertigstellung werden sie mit der Erzeugung beginnen und den für einen Kriegsfall notwendigen Angestelltenstab ausbilden. Sobald die unmittelbaren Erfordernisse der englischen Luftstreitkräfte erfüllt sind, werden die Werke wieder geschlossen. Sie werden jedoch in ständiger Bereirschaft gehalten werden, um bei dem Ausbruch eines Krieges sofort in Tätigkeit treten zu können. Die von Lord Nuffield kontrollierte Wolseley=Autofirma hat es, wie bereits gemeldet, abgelehnt, an diesen Maßnahmen teilzunehmen. Die Tatsache, daß die Regierung zur Zeit eine Reorganisation ihrer Verteidigungspläne vorbereitet, wird auch von den politischen Korrespondenten der„Daily Mail“ bestätigt. Nach der Wiederversammlung des Parlaments werde die Reaierung voraussichtlich ein größeres und umfassenderes Aufrüstungsprogramm ankündigen. Auch die Ernennung eines Munitionsministers und die Erweiterung der Vollmachten des Ministers für die Coordination der Verteidigung, Sir Thomas Inskip, würden erwogen. Der Luftkorrespondent des„Daily Telegraph“ meldet, daß die englische Luftflotte zur Zeit mit Maschinen ausgestattet werde, die durchschnittlich um 160=Stunden=Kilometer schneller flögen; als die bisherigen. Die neuen, im Bau befindlichen Kampfflugzeuge erreichten eine Stundenaeschwindigkeit von 500 Kilometer. n Araber boykottieren jüdische Geschäfte dnb London, 21. Oktober. Nach den letzten Berichten aus Jerusalem hat der Kampf der Araber gegen die Juden eine neue Wendung genommen. An Stelle des vor einigen Tagen abgesagten Streiks der arabischen Kaufleute und Händler ist ein Boykott der jüdischen Kaufleute durch die Araber eingetreten. Jugendliche arabische Boykottposten stehen vor den jüdischen Läden und warnen alle Araber davor, diese Kaufläden zu betreten oder sonst von Juden Waren zu kaufen. Arabische Kaufleute sind gleichzeitig bestrebt, den Großhandel mit Artikeln, die bisher ausschließlich von Juden geliefert wurden, neu zu organisieren, um sicherzustellen, daß die kleinen arabischen Kaufleute nicht mehr bei jüdischen Grossisten zu kaufen brauchen. Zwischenfälle und Zusammenstöße zwischen Arabern und Juden sind am Dienstag nicht zu verzeichnen gewesen. In englischen Kreisen ist man geneigt, dies als ein Zeichen der Rückkehr zu normalen Zuständen anzusehen. Wie groß tatsächlich die Nervosität ist, zeigt das in ganz Palästina verbreitete Gerücht, daß der Leiter des arabischen Aufstandes, Fauzi Kawukchi, insgeheim am Montag in Jerusalem eine Zusammenkunft mit seinen Unterführern gehabt habe, um weitere Kampfmaßnahmen gegen die Juden zu beraten Ob dieses Gerücht zutreffend ist oder nicht, ließ sich nicht feststellen. Der Araberführer machte sich in einer Erklärung an die Presse im übrigen darüber lustig, daß die Juden ihn bereits voreilig als tot und geflüchtet gemeldet hätten. Er ließ erklären, daß er sich bester Gesundheit erfreue und daß er weiter entschlossen sei, seinen Brüdern in Palästina zu helfen. Das„Fliegende Ehepaar“ läßt sich scheiden dnb London, 21. Oktober. Die englische Fliegerin Amy Mollison erlitt am Dienstag bei einer Notlandung in der Nähe von Orpington einen Nasenbeinbruch und andere Verletzungen. Sie teilte später mit, daß sie sich von ihrem Fliegergatten Jim Mollison getrennt habe und in Zukunft wieder unter ihrem Mädchennamen fliegen werde. Die Ruhe in Bombay wiederhergestellt dnb London, 21. Oktober. Dem rücksichtslosen Durchgreifen der Bombayer Polizei ist es, wie Reuter meldet, gelungen, die religiösen Unruhen völlig niederzuschlagen. Ueber die Maßnahmen der Polizei berichtet Reuter weiter, daß diese ganze Stadtviertel abgeriegelt und Hunderte von Personen verhaftet habe. Sie lasse durch die gefährdeten Stadtteile morgens und abends schwerbewaffnete Militärpersonen streifen und Panzerwagen patrouillieren. Die englischen Behörden sind daher der Ansicht, daß Ruhe und Ordnung in Bombay wiederhergstellt sei und daß nunmehr keine weiteren Gefahren bestünden. Ein Teil der Läden hat wieder geöffnet, ebenso haben die Bauarbeiter ihre Arbeiten wieder aufgenommen. Eine amtliche Mitteilung der Polizei besagt, daß bei den Unruhen insgesamt 58 Personen getötet und mehr als 500 verletzt worden seien. An 60 an den Unruhen beteiligten Indern wurde die Verurteilung zur Auspeitschung vollstreckt. Der Prozeß Maniura wird wieder aufgerollt dnb Kattowitz, 20. Oktober. Am Montag begann vor dem Kattowitzer Appellationsgericht als Berufungsinstanz der sogenante Maniura=Prozeß in zweiter Auflage, der im Juni dieses Jahres allgemein großes Aufsehen erregt hatte. In diesem Prozeß waren seinerzeit 99 Angeklagte wegen Hochverrates und Verbindung mit Personen einer fremden Macht bzw. wegen Geheimbündelei zu insgesamt 287½ Jahren schweren Kerkers und Gefängnis verurteilt worden. Neuer Wintereinbruch im Allgäu dnb Kempten, 21. Oktober. Nach orkanartigem Sturm setzte am Dienstag in den ersten Nachmittagsstunden, nachdem es schon am Vormittag in den Bergen geschneit hatte, starkes Schneetreiben auch im Tal ein das bis zum Abend anhielt. Auf den Bergen betrug am Dienstag abend die Höhe des Neuschnees 10 Zentimeter. Die Temperaturen lagen im Tal um den Gefrierpunkt. Beick in die Wietschaft 72 Personen ums Leben gekommen dnb Amsterdam, 21. Oktober. Ueber den Untergang des holländischen Dampers„van der Wijk“ an der Küste von Java, bei dem 72 Personen, darunter 14 Europäer, ums Leben kamen, wird aus Batavia gemeldet, daß sich während der Katastrophe entsetzliche Szenen abgepielt haben. Das Schiff kenterte so schnell, daß die Rettungsboote nicht mehr zu Wasser gelassen werden konnten. Stundenlang trieben die Schiffbrüchigen, an Einrichtungsgegenstände, Rettungsringe und treibende Holzstücke geklammert, in der offenen See. Mütter riefen verzweifelt nach ihren Kindern, Ehegatten wurden voneinander getrennt. Nachdem das Schiff gesunken war, bildete sich chnell auf der Wasserfläche eine dicke Oelschicht. Diesem Umstand ist es nach den Aussagen des Kapitäns zu danken, daß die Haifische der Unglücksstelle fernblieben. Sonst wäre der Umfang der Katastrophe noch viel größer geworden. Die holländische Presse weist im Zusammenhang mit diesem rätselhaften Schiffsunglück darauf hin, daß in denselben Gewässern bereits früher zwei Schiffe auf ebenso unerklärliche Weise gekentert seien. Zwei französische Schnellzüge fuhren aufeinander dnb Paris, 21. Oktober. Dicht hinter dem kleinen Bahnhof Foulain in der Nähe von Chaumont fuhr in der vergangenen Nacht der Schnellzug Paris— Belfort auf den Schnellzug Paris— Basel auf, der wegen eines Schadens an der Bremse auf offener Strecke halten mußte. Bei dem Zusammenstoß fanden zwei Personen, darunter der Maschinist des gerammten Zuges, den Tod, drei weitere trugen Verletzungen davon. An dem Aufkommen eines Schweizer Fahrgastes, des Industriellen Pauli aus Basel, dem beide Beine gebrochen wurden, wird gezweifelt. Die Schuld an dem Zusammenstoß trägt der Lokomotivführer des Schnellzuges Paris—Belfort, der sich um die Haltesignale an dem Bahnhof Foulain nicht gekümmert hatte. Er ist bereits in Haft genommen worden. Beide Züge konnten, nachdem eine Hilfsmaschine aus Chaumont die Opfer geborgen und die Unfallstelle aufgeräumt hatte, ihre Fahrt fortlegen. Begnadigung durch den dnb Berlin, 21. Oktober. Der Führer und Reichskanzler hat die durch das Schwergericht in Prenzlau am 12. Mai 1936 wegen Mordes zum Tode verurteilte 63jährige Anna Radam zu lebenslanger Zuchthausstrafe begnadigt, da sie sich bei ihrer geistigen Minderveranlagung und seelischen Stumpfheit der Schwere ihrer Straftat nicht voll bewußt gewesen ist. „Die Wehrmacht“ Eine neue Halbmonatszeitschrift der Wehrmacht. dnb Berlin, 20. Oktober. Das Reichskriegsministerium gibt bekannt: Anfang November 1936 erscheint erstmalig im Verlag„Die Wehrmacht" GmbH., Berlin W. 8, Kronenstraße 37, die illustrierte Halbmonatszeitschrift „Die Wehrmacht". Die Herausgabe erfolgt durch das Reichskriegsministerium. Die Zeitschrift hat die Aufgabe, die Belange der Wehrmacht in volkstümlicher Weise durch Bild und Wort in der Oeffentlichkeit zu vertreten. Sie wendet sich an den Soldaten, der sich über alle wichtigen Ereignisse innerhalb der Wehrmacht laufend unterrichten soll, sie wendet sich aber gleichzeitig an alle Deutschen, um über die neue Wehrmacht, ihren Aufbau, ihre Organisation, Bewaffnung und Ausbildung, über das Leben des Soldaten in allen drei Wehrmachtteilen Aufklärung zu geben. Ihr Inhalt wird sich ferner auf Ueberlieferungspflege, Berichterstattung über fremde Wehrmächte und gute Soldatenerzählungen erstrecken. Die Herstellung der Zeitschrift einschließlich Schriftleitung und Verlag liegt in Händen des Verlages „Die Wehrmacht" GmbH. Als Hauptschriftleiter ist Dr. Richard Jügler bestimmt worden. Der Preis der Zeitschrift beträgt bei Monatsbezug 0,50 RM, das Einzelheft kostet 0,25 RM. Der heutige Frühverkehr Kaufneigung im Börsenfrühverkehr Nach dem etwas unsicheren Verlauf der gestrigen Frankfurter Abendbörse war der Auftragseingang heute begrenzt, dabei überwog aber wieder Kaufneigung. Allerdings scheint die Blaukenkundschaft stärker als bisher auf der Suche nach sogenannten billigen Papieren zu sein, deren Auswahl aber kaum noch groß ist. Kaufinteresse bestand ferner noch für Renten. Insbesondere Umschuldungsanleihe. Am Valutenmarkt errechnete sich das Pfund mit 12,18½ etwas fester, der Dollar stellte sich auf unverändert 2,491. Der holländische Gulden vermochte sich nach dem gestrigen Rückgang wieder auf 133,72 zu erholen. Weitere Steigerung des deutsch-jugoslawischen Warenaustausches Der jugoslawische und der deutsche Regierungsausschuß zur Regelung der deutsch-jugoslawischen Wirtschaftsbeziehungen haben vom 10. bis 20. Oktober in Dresden ihre dritte gemeinsame Tagung abgehalten. Während dieser Tagung wurde eine Reihe den Waren= und Zahlungsverkehr betreffende Fragen erörtert. Da die Handelsbeziehungen zwischen den beiden Ländern sich in der letzten Zeit weiterhin befriedigend entwikkelt haben, konnte für die Zukunft auf verschiedenen Gebieten eine weitere Steigerung des Warenaustausches in Aussicht genommen werden. Außerdem wurde ermöglicht, in gewissem Umfange die erforderlichen Zahlungsmittel für den deutschen Reiseverkehr nach Jugoslawien bereitzustellen. Nur noch ein Sechstel der Insolvenzen des Jahres 1931 Ein erfreuliches Zeichen für die Befestigung der Verhältnisse im deutschen Einzelhandel ist der Rückgang der Zahlungseinstellungen, der sich dauernö fortsetzt. In den ersten drei Quartalen des Jahres 1936 ist es, wie im Einzelhandels=Pressedienst mitgeteilt wird, nur noch zu rd. 1300 Zahlungseinstellungen und Zahlungsschwierigkeiten gekommen gegen 1578 in der gleichen Zeit des Vorjahres, mehr als 3000 im Jahre 1933 und rd. 7500 im Jahre 1931. Der Anteil des Einzelhandels an den gesamten deutschen Konkursen beträgt nur noch 28 Prozent gegenüber 34 Prozent in den früheren Jahren. Im Monatsdurchschnitt 1936 ist es bisher im Einzelhandel zu 144 Zahlungseinstellungen und Zahlungsschwierigkeiten gekommen. Das ist ein Monatsdurchschnitt, der nur noch den besten Teil des Monatsdurchschnitts von 1931 erreicht. Berliner Getreidebericht Weizen 204, Roggen 167. Ruhig. Die Umsatztätigkeit im Verkehr von Büro zu Büro ist weiter gering, weil die Anlieferungen nach Berlin nicht zugenommen haben und die Provinzmühlen ihren Bedarf unter Umgehung des hiesigen Platzes zu decken pflegen. Infolgedessen hält die Kauflust der Berliner Großmühlen für Weizen und Roggen weiter an. Auch Hafer und Gerste zu Futterzwecken bleiben gesucht, werden aber nur wenig offeriert. Altenessener Schweinemarkt Altenessen, 20. Oktober. Auftrieb: Ferkel 700, Läuferschweine 592, zusammen 1292. Es kosteten im Großhandel: Ferkel unter 6 Wochen 6 RM., 6—8 Wochen alte 6—12 RM., 8—12 Wochen alte 12—18 RM. Läuferschweine: 3—4 Monate 18—24 RM., 4—6 Monate 24—50 RM, größere entsprechend höher. Marktverlauf: langsam. Gewinnauszug 1. Klasse 48. Preußisch=Süddeutsche (274. Preuß.) Klassen=Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten Auf jede gezogene Rummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II 1. Ziehungstag 20. Oktober 1936 In der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 100 RM. gezogen 2 Gewinne zu 5000 RM. 315600 2 Gewinne zu 3000 RM. 28524 2 Gewinne zu 2000 RM. 117980 GeDiaSS i 220 40 8 392 102458 201452 20 Gewinne zu 800 RM. 33157 55537 128822 179094 208981 294243 306090 11338 12505 1812 280 92828 8655 10358 183620 185077 192256 238895 243868 278790 834478 346774 363826 367367 367580 192 Gewinne zu 200 RM. 594 2284 2387 6876 8373 21983 23939 24923 26016 27889 33276 46697 47895 48427 51304 52795 57728 65885 66164 67502 68801 71979 73290 75392 81289 8. 466 86312 99468 99785 102737 107436 116913 124058 124428 127504 134941 152517 159925 161184 161356 172758 173819 180606 183029 188139 188828 200475 204250 218011 226185 230681 234425 251244 251945 255683 256251 267060 271586 279503 283795 303296 303961 304198 308913 327663 329485 332776 341500 377658 381902 386339 386418 388462 389250 394896 399186 In der 127504 161463 187094 207523 244971 264148 288522 320338 360565 386433 134941 172101 187604 207544 248824 266809 300970 324403 370365 388103 hung wurden Gewinne gezogen 2 Gewinne zu 100000 RM. 3162 2 Gewinne zu 10000 RM. 241994 4 Gewinne zu 5000 RM. 121649 886077 6 Gewinne zu 3000 RM. 200859 339457 340760 4 Gewinne zu 2000 RM. 268876 355166 20 Gewinne zu 1000 RM. 8055 20656 90634 137370 225173 251517— 369650 22 Gewinne zu 800 RM. 21701 178838 212285 227346 250901 319502 369345 56 Gewinne zu 500 RM. 20819 64135 74250 113425 134596 150330 163746 174367 179716 206886 209585 262074 265861 315797 322589 323757 347368 383083 146 Gewinne zu 200 RM. 1173 11693 15767 15932 17688 35249 85964 39162 39337 53499 57655 58642 61348 64558 67357 70568 75338 76311 78047 80308 88910 99083 109680 128960 131061 143663 144386 153465 155332 159527 179639 182307 184326 212694 219572 239807 243014 244542 245934 254711 265274 265819 289069 289780 290505 298351 299904 302186 302689 305763 316755 332736 345777 347573 356259 361779 365218 366655 368965 873214 381018 382790 882921 384269 393359 27587 351139 138838 314307 50368 45237 192681 288518 298374 347428 356591 254065 22994 275653 44309 139192 188277 221360 263190 290529 308603 357919 376878 89828 1 Statt besonderer Anzeige Heute vormittag entschlief nach schwerem Leiden im Alter von fast 73 Jahren meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Schwester, Großmutter und Schwägerin Frau Caroline Willie geb. Ballauff In tiefer Trauer: Rektor i. R. Richard Wilke Forstmeister i. R. Hans Ballauff u. Frau Grete, geb. Abel Heinrich am Wege und Frau Johanna, geb. Wilke Dr. med. Richard Wilke und Frau Else, geb. Jander Rechtsanw. u. Notar Hans Wilke u. Frau Hilde, geb. Cappell Direktor Hugo Rauterkus und Frau Auguste, geb. Wilke Grete Wilke Albert Wilke und Enkelkinder. Hattingen, Blankenstein, Essen, Wiesbaden, Siegburg und Düsseldorf, den 21. Oktober 1936. Die Beerdigung findet am Samstag, dem 24. Oktober, nachm. 4 Uhr, vom Trauerhause, Straße der SA Nr. 8, aus statt. Trauerfeier eine halbe Stunde vorher. Von Beileidsbesuchen bitten wir Abstand zu nehmen. Für die große Teilnahme und die vielen Kranzspenden beim Heimgange unseres einzigsten, guten, hoffnungsvollen Sohnes und Bruders Walter sprechen wir hiermit allen unsern herzlichsten Dank aus Familie Gustav Nelken Niederstüter, im Oktober 1936. / Stadttheater Bochum Mittwoch, 21. Okt., 20—22.30 Uhr, Vormiete A 5: Robert Gniskard Der zerbrochene Krug Donnerstag, 22. Okt. 20—22 Uhr, Vormiete: 2. SymphonieKonzert Werke vom Brahms und Liszt. Solist: Professor Herbert Pollo (Klavier) Selahrichnen kaufen wir bei Karl Bohlmann unsere . Guter Tip für die Hausfran! Unser tägliches Rochbüch Donnerstag, 22. Oktober: Erstes Gericht: Tomaten, Rührei mit Pilzen. 500 Gramm Tomaten werden in Scheiben geschnitten und in Fett= leicht angedünstet. Die Pilze werden ebenfalls in Fett mit Zwiebel= — und etwas süßer Sahne gedünstet. Von Eiern bereitet man Rührei,= richtet alles auf einer vorgewärmten Platte an und überstreut das= = Ganze mit feingeschnittenen Kräutern. Zweites Gericht: Kalbsbraten mit Rotkohl und Karkoffeln. Kalbsbraten bereitet man wie bekannt zu. Der Kohl wird vorbereiket, feingeschnitten und nach Belieben überbrüht. Man zerläßt inzwischen etwas Speck, dünstet den Kohl darin, gibt etwas Essig und Wasser heiß darüber und läßt den Kohl weichdünsten. Man schmeckt nach Geschmack ab. Schnellgericht: Nudeln mit Tomatensoße zu beliebigem Fleisch. 750 Gramm Nudeln werden in Salzwasser welchgekocht(für zwei Personen braucht man die Hälfte). Aus Fett, Mehl und geschnittener Zwiebel wird eine helle Schwitze hergestellt, zu der man langsam kochendes Wasser hinzugibt und dann das Tomatenmus. Man schmeckt mit Salz ab und kocht noch einmal auf. Diätgericht für Zuckerkranke: Schaumeierkuchen mit gekochtem Schinken und Salat. 2 Gelbeier, 2 Schnee, 1 Eßlöffel Sahne, 40 Gramm Butter, 50 Gramm feingehackter, gekochter Schinken, 1 Teelöffel gewiegte grüne Petersilie. Den mit der Sahne und Petersilie verrührten Gelbeiern wird der steife Schnee unterzogen. Auf einer Pfanne läßt man Bukter heiß werden, gibt die Eiermasse hinein, streut den Schinken darüber, schüttelt die Pfanne, damit sich der Kuchen ablöst. Wenn die Masse oben krocken ist, schlägt man den Kuchen zusammen und läßt ihn so an nicht zu heißer Stelle stehend gar werden. Draht Geflechte Gewebe Zäune/ Tore/ Stifte Seile Weide- und Stacheldraht/ Zaunplosten usw. Bochumer Drahtwaren u. Gitterbau Buhr u. Birkenfel Nachf. Bochum Fernruf 63070 Altenbochumer Str. MNIIINNININRI Schöne, moderne Schlafzimmer sehr preiswert. Au Wunsch Anz. 50-100 Rest in kleinen Monatsraten. Moderne Küchen in allen Holza Auf Wunsch geringe Anzahl. und kleine Monatsraten. Interessenten zeige ich gern meine große Auswahl. Eine Besichtigung lohnt sich! Möbellager Tecklenburg Bochum, Fahrendellerstr. 20. Armbanduh Abzugefunden. holen Hattingen, Südring 66. 1. Etg. gn Ennea e Städt. Pfandleihe, Essen, Sölingstr 13 Mittwoch, den 4. und 11. Novemb. 1936, jedesmal vormittags 9 Uhr beginnend, findet der Verkauf der vom 1. bis 31, Mai 1936 hinterlegten und nicht eingelösten oder erneuerten Pfänder Nr. A 414432 bis 419249 und Nr. B 235 631 bis 238301, sowie der etwaigen Restpfänder aus April 1936, im Auktionssaale der Anstalt meistbietend gegen Barzahlung statt. Käufer von Alt- und Bruchgold müssen im Besitze einer vorgeschriebenen Goldankaufsgenehmigung sein und diese vorlegen. Käufer von Geldwaren müssen Personalausweis vorlegen, Zum Verkauf gelangen Ueberzieher, Stoffe, Kleidungsstücke, Wäsche, Betten, Uhren, Ringe, Brillantschmuck usw. Die Sachen sind zum Teil neu. Die Pfänder können bis zum 3. Nov. 1936, 15 Uhr, noch eingelöst oder erneuert werden. Ueberschüsse können nach beendeter Abrechnung des Verkaufs bei der Kasse der städtischen Pfandleihe abgehoben werden. Nach Jahresfrist nicht abgehobene Ueberschüsse verfallen der Wohlfahrtskasse. Pfänder aus Monat April 1936 können, soweit vorhanden, noch eingelöst werden. Goldene und silberne Taschenuhren und andere Sachen sind jederzeit während der üblichen Geschäftsstunden freihändig verkäuflich. Zeitung sonst verpaßt man manchen Vorteil, kommt überall zu spät und muß auf viel Anregung verzichten! Frischer Fisch Kabeljau o. Kopi. 29 Schellfisch o. Kop.. 333 Rotbarsch343 Filettisch 46 grüne Heringe 14 Adolf Kalshach Hattingen-Ruhr Bekanntmachung. Die städt. Friedhofe bleiben an dem Allerheiligentage, am 1. 11., bis 21 Uhr geöffnet an Allerseelen jedoch nur bis zum Eintritt der Dunkelheit. Geplante Feiern sind rechtzeitig beim städt. Gartenamt anzumelden. Wegen der Wichtigkeit wird zum wiederholten Male darauf hingewiesen, daß Grabstättenbesitzer verpflichtet sind. für eine Standfestigkeit der Grabmäler Sorge zu tragen und bei Schadenfällen schadenersatzpflich tig sind. Essen, den 17. Oktober 1936. Der Oberbürgermeister. Hattingen(Ruhr) Heggerstraße 46 Ruf 3390 Obermarkt 3 Empfehie für diese Woche wieder direkt von der See: Schellsisch— Filet— Goldharsch Kabeljau und grüne Heringe goldgelbe Fettbückinge neue Vollheringe... 10 Stück 0.35 Ferner diese Woche wieder frischgeschlachtete Hähnchen ohne Darm Brat= und Suppenhühner Für große und kleine Wohnungen hat Möbel-Borgmann die passenden Möbel. Besuchen Sie einmal unsere Ausstellung, Sie sehen bei uns fertig eingerichtete Wohnungen von ein bis sechs Zimmeru. Und überall können Sie den Preis ablesen. Sie können bei uns ungestört spazierengehen, wie in einem Warenhaus. Möbel-Borgmann Bochum, Brückstraße 59—63 Mehr als 200 Zimmer Lagerbestand Sie kauf.dieOriginalWaschmaschine n. Deckelhebe (D.R.G.M.) sowie Herde, Deien u. Kessel-Deien bekannter Markenfirmen preisw. bei Caspar Haarhoff Inhaber E. Berger Hattingen, Friedrichstr. 42, Tel. 2183 Teilzahlungen gestattet Dampfgebogene Stühle und Sessel halten viele Jahre. an kauft sie billig Mieleu. a. Marken, preiswert und in leinen Raten. Ernst Vornholz, B.=Linden. 3-ZimmerWohnung zu vermieten. Besichtigung von 10—12 u. 3—5 Uhr. B.=Liuden, Hattinger Str. 776, 3. Etage. Möbel Schlafzimmer Küchen Speisezimmer Herrenzimmer preiswert und gut, in großer Auswahl. Bochum, Bongardstraße 38. Reelle Bedienung. Ein Beweis von Willenskraft ist es, wenn Du Dich zwingst, aus Deinem Einkommen regelmäßig einen bestimmten Betrag zurückzulegen. Zeige, daß Du zielsicher und überlegt handelst, indem Du Dir ein Sparkassenbuch ausstellen läßt. Mit dem Steigen des Guthabens wächst Dein Selbstvertrauen. Du fühlst Dich sicher und unabhänging. Du kannst Dir mit Deinen Ersparnissen manche Freude und Vorteile verschaffen, die dem Nichtsparer versagt bleiben. In der Not ist Dein Sparkassenbuch ein verlässlicher Freund Städtische Sparkasse Bochum Zwelgstelle: Bochum-Linden, Hattinger Straße 797 Für sofort Möbliert. heizbares Zimmer zum 1. Nov. gesucht. Anfr. mit Preisang. unt. Nr. H 13 an Annahmest. Buchhdlg. E. Bings, B.=Dahlhausen. Dr.=C=Otto Straße 117, Telf. 81511 Bochum. Am Freitagabend ein rostbraunerGürtel von Gemeindehaus—Bahnhofstr, verloren. Bitte abzugeben in der Gesch. d. Ztg. in Hattingen. Ich biete an: Mehrere wenig gespielte prachtvolle Markenpianos, hochmod., schw. pol. gebr. Pianos von 190.— an. Pianos Heiurich, Essen, Hansahaus, Schillerstraße 1-5. Zwangsversteigerung Am 22. 10. 36, 9.30 Uhr, versteigere ich im Hammertal, Zusammenkunft beim Wirt Becker daselbst. 10 Tonnen Kohlen öffentlich meistbietend gegen bar. Hattingen, 21. 10.1936 Doecgeachenats egerichtsvollijeb. 1 Transport ho tragend., frischme Kühe eingetroffen. Emil Danz Langenberg ze 18 lung. Gute und Tanzkapelle für Sonntags gesucht. Preisangeb. unter B 2430 an die Gesch. d. Ztg. in B.=Linden Zuverl. Person für dort. Vertret. als Bezirksleiter ges. Hoh. Dauerverd. Beruf gl. Geeaer Ene Gehring& Co. G. m. b. H. Unkel/Rhein 272. Ordentliches Mädchen für halbe oder ganze Tage, welches zu Hause schlafen kann. sofort gesucht. Frau Karl Stienemeyer, Hattingen, Kreisstraße 43. Suche für sofort noch eine tüchtige Oberhemdenfür 3 Tage in der Woche. Vorzustellen bei: „Frauenlob“ Hattingen, Talstr. 32 PRUCKE von uns hergestellt, zeichnen sich durch vollkommene Farpen-Harmonle aus. Es erforlert ganz besonderes Können, Semusche Erfahrung und künstlerisches Fingerspitzenjefühl um solche Mehrarben-Druckwerke herzustellen.— Fordern Sie unverbindlich unsere Muster oder Vertreterbesuch. Druckerei C. HUNDT SEL. Wwe. Hattingen-R.— Ruf 2941/43