0 Rebmnatt oun Mg Boltogeer Anzeigenpreis: Für 1 mm Höhe und 22 mm Breite 5 Pfg. Für Anzeigen im Textteil 1 mm Höhe und 75 mm Breite 20 Pfg. Ermäßigte Grundpreise und Nachlässe It. Preisliste Nr. 4. Anzeigenaufträge werden nur zu den„Allgemeinen Geschäftsbedingungen" angenommen und in„Die Heimat am Mittag“ Ausgabe A veröffentlicht. Schluß der Anzeigenannahme morgens 9 Uhr für die am gleichen Tage erscheinende Ausgabe. Für die Aufnahme von Anzeigen an bestimmter Stelle wird keine Gewähr übernommen. Für die Richtigkeit aller durch Fernsprecher übermittalten Mssaiaan mirh nicht achaftet Mafchättdltelle uuh Hattingen=R., Obermarkt/ Kleine Weilft Dortmund Nr. 11103. Postschließfach Nr. 21 u. 2 Kunst und Kultur: Hans Hollender Verlag: C. Hundt sel. Wwe, 5a er halbmonatlich 0.95 RM. Verlagskettung: Rudolf neke; verantwortlich für Politik, Handel, Bilder, UnterBeineke; verantwortlich für Örtliches, Provinzielles, Sport, Schrif unverlangt eingesandten n Hattinger Zeitung, Ausgabe A 88. Jahrgang Kreisblatt für den Ennepe-Ruhrkreis Die große Heimatzeitung in Stadt und Kreis Nummer 195 Freitag, 21. August 1936 Die Blütige Schreckensherrschaft der Kommünisten 7000 in Madrid erschossen! General de Llano kündigt Vergeltungsmaßnahmen an dnb Lissabon. 21. August. In seiner Abendansprache über den Sender Sevilla erklärte General de Llano, daß nach ihm zugegangenen vertraulichen Mitteilungen in Madridungefähr 7000 Erschießungen politisch Andersdenkender erfolat seien. In einer anderen Stadt seien es 1400. Komisch mute es an, so betonte General de Llano, wenn der Madrider Kriegsminister Sarabia in der offiziellen Zeitung der Marxisten„Tribuna“ ankündige, daß er nunmehr das Kriegsrecht anwenden wolle, nachdem schon so viel Erschießungen erfolgt seien. Der General kündigte daun Vergeltungsmaßnahmen an den Familien marxistischer Parteigänger an, falls in San Sebastian Geiselmorde stattfinden sollten. Die in Badajoz liegende Standarte 4 der Fremdenlegion ist zur Zeit damit beschäftigt, die gesamte Provinz einer gründlichen Säuberung zu unterziehen und allenthalben die etwa noch vorhandenen marxistischen Widerstandsnester zu vernichten. Dabei ist es angesichts der entsetzlichen Greueltaten, wie Verbrennungen, Kreuzigungen und Martern aller Art, die in den unter Kommunistenherrschaft stehenden Ortschaften an der Tagesordnung waren, nicht verwunderlich, daß teilweise recht umfangreiche Erschießungen von Kommunisten vorgenommen werden, um auf diese Weise das Uebel mit der Wurzel auszurotten. Außer dem Städten Villa Nueva de la Serena und Don Benito mit seinem wichtigen Flughafen haben die Legionäre am Donnerstag die Ortschaften La Albuera. Almendral und Santa Marta sowie Aracena de Huelva erobert. Der Widerstand war überall nur gering. Damit ist in der gesamten Provinz Badajoz wieder Ruhe und Sicherheit eingetreten. Der Eisenbahnverkehr zwischen Merida und Badajoz konnte wieder aufgenommen werden. Die nationalen Truppen gehen weiter vor Der Sender Sevilla teilte am Donnerstag abend mit, daß es den Streitkräften der Madrider Linksregierung bisher noch nicht gelungen sei, auch nur eine einzige Abteilung des vorrückenden Heeres der Nationalisten zurückzuschlagen. Am Donnerstag sei es den nationalistischen Truppen gelungen, die Stadt Guadalcanal in der Sierra Morena einzunehmen. Vor dem Einmarsch der Streitkräfte der Militärgruppe hätten die Roten ein Haus in Brand gesteckt, wobei 43 Personen den Feuertod erlitten hätten. Der Sender teilt weiter mit, daß am Mittwoch die zwischen Granada und Antequera liegende Stadt Loja von den Nationalisten besetzt worden sei. Der Sonderberichterstatter des„Diario da Manha“ meldet aus Avila, daß an der Guadarama=Front auf seiten der Militärgruppe große Aktivität herrsche. Die Artillerie beschieße schon seit Stunden die feindlichen Stellungen. Am Mittwochnachmittag sei es gelungen, Abteilungen der Linksregierung nach schweren Straßenkämpfen in Navalperal in die Flucht zu schlagen. Riesige kriegsrüstungen in Sowjetrußland Unzählige Kasernenbauten an der Westgrenze- 2 Millionen aktive Soldaten dnb Leningrad, 21. August. Die Sowjetregierung baut mit größter Eile und in riesigem Umfange neue Kasernen im westlichen Rußland, um die Hunderttausende von Soldaten unterzubringen, um die die Sowjetarmee durch Herabsetzung des Dienstalters vergrößert worden ist. Die aktive Armee wird im Herbst rund zwei Millionen Mann haben. Ein großer Teil der neu aufgestellten Truppenteile muß zunächst in Barackenlagern untergebracht werden. Nach Leningrad kommen allein vier neue Regimenter. Besonders auffällig ist es, daß der größte Teil der neuen Truppenteile in die westliche Grenzzone Rußlands gelegt wird, wo auch eine Reihe von neuen Flugplätzen im Entstehen begriffen ist. Bei der Heeresvermehrung soll die Luftwaffe eine prozentual erheblich stärkere Vermehrung erfahren als die übrigen Waffengattungen. Nach amtlichen russischen Statistiken ist die Produktion an Flugzeugen im Jahre 1936 bereits jetzt um 72 Prozent höher als die gesamte Jahresproduktion des Jahres 1935, so daß die russische Luftwaffe in absehbarer Zeit so stark wie die aller Staaten zusammen sein dürfte. Der Heeresetat, der für 1936 21 Prozent der gesamten Staatsausgaben gegenüber 12 Prozent im Jahre 1929 beträgt, dürfte bei der in jedem Jahre bisher zu verzeichnenden erheblichen Ueberschreitung des Etats im Jahre 1936 über 30 Prozent erreichen. Am Dienstag fand in der ganzen Sowjetunion ein„Tag der Luftfahrt" statt, der ganz im Zeichen der militärischen Rüstungen stand. Der Bevölkerung wurde an diesem Tage die Macht der Luftflotte vorgeführt. Den Flugvorführungen in Moskan wohnten auch die gegenwärtig in Moskau weilende Abordnung der französischen Luftfahrtindustrie und zahlreiche französische Flugzeugkonstruktenre bei. Die Franzosen sollen sich sehr lobend über die sow jetrussischen Luftrüstungen ausgesprochen haben. Die Presse begleitet diese Veranstaltungen mit Kommentaren, in denen immer wieder die Notwendigkeit neuer Rüstungen hervorgehoben wurde,„um den Frieden der Welt gegen die faschistischen Ruhestörer zu verteidigen." Die Maßnahmen, einer die Herabsetzung des Dienstalters beim Militär und der Flugtag, stellen Erscheinungen eines und desselben Geistes der Erhöhung dersowjetrussischen Offensivrüstungen mit allen Mitteln dar. Die parteiamtliche„Prawda" schreibt dazu, die Rote Armee stelle heute schon eine Macht dar, die jede andere Kriegsmacht der Welt übertreffe. In der Tat ist die von Kriegskommissar Woroschilow geforderte Militarisierung der Psyche der Sowjetbevölkerung schon außerordentlich weit fortgeschritten. Durch die im Vorjahr durchgeführte Heeresreform besteht die Rote Armee heute schon beinahe zu% auslangdienenden Soldaten. Die Stärke der Armee wird durch die Herabsetzung des Einberufungsalters in den nächsten vier Jahren bis auf 50 v. H. erhöht und erreicht damit eine Effektivstärke von rund zwei Millionen Mann. Anausgebildeten Reserven besitzt die Rote Armee nach den neuesten Angaben 10,5 bis 11 Millionen Mann, nicht gerechnet die zahlreichen Sowjetbürger männlichen und weiblichen Geschlechts, die durch den Ossoaviachim ausgebildet wurden. Diese Organisation zählt gegenwärtig über 13 Millionen Mann. Sie hat im Laufe der letzten drei Jahre 700 000 Schützen, 500 000 Gasabwehrleute, 550 000 Fallschirmabspringer, 900 000 Fahrer, 140 000 Gleitflieger usw. ausgebildet. Sie besitzt 1500 Fliegerschulen, 72 Öffiziersschulen, 2500 Kavalleristenverbände usw. Der sowjetrussische Militärhaushalt beträgt 14,7 Milliarden Rubel, ein Betrag, der dem gesamten französischen Staatshaushalt entspricht. Kürzlich rühmte sich die Sowjetpresse, daß die Rote Armee auf dem Gebiete der Motorisierung alle anderen Armeen weit hinter sich gelassen habe. Sie verfügt heute über mindestens 4700 einsatzbereite Flugzeuge, etwa 8000 Kampfwagen und ungefähr 7000 Geschütze aller Kaliber sowie über 800 Minenwerfer und 32 000 leichte und schwere Maschinengewehre. Diese außerordentliche Ausrüstung ist eine Folge der in den letzten zwei Jahren planmäßig durchgeführten Neubewaffnung der Armee. Es ist selbstverständlich, daß mit dieser Vermehrung der Ansrüstung sowohl als auch des Mannschaftsbestandes eine starke Verbesserung und Vervollkommnung Hand in Hand gegangen ist. Nimmt man die Fortschritte auf dem Gebiete der Heeresmotorisierung hinzu, so werden die gewaltigen Offensivrüstungen der Roten Armee der Weltrevolution augenscheinlich, die es dem Marschall Tuchatschewski auf der Tagung des Zentralen Vollzugsausschusses gestatteten, auszurufen:„Wir können jetzt, wenn die Regierung es wünscht, auf jedem beliebigen Punkt eine kampfbereite, ausgerichtete, bewaffnete Macht aufstellen, und die Kampfbereitschaft der Roten Armee ist größer als die jeder anderen Armee.“ Generalfeldmarschall v. Mackensen übernimmt sein Regiment. Generalfeldmarschall v. Mackensen nimmt im Beisein des Oberbefehlshabers des Heeres, Generaloberst v. Fritsch, den Vorbeimarsch des Reiterregiments Nr. 5 in Stolp ab, zu dessen Chef ihn der Führer ernannt hat.(Weltbild. K.) Der Keim aller Unruhen in der Welt: Moskaus Weltrevolutionswille Seit geraumer Zeit ist bereits in die Schulbücher des politischen Lebens der Völker die Weisheit eingetragen worden, daß nicht allein mit Waffen die Völker Krieg untereinander führen, daß nicht der Marsch ausgebildeter Armeen für einen Kriegs= oder Friedenszustand entscheidend ist, sondern daß die Existenz von verschiedenen Internationalen die innere Ordnuna der Völker und Staaten mitten im Frieden angreift und gefährdet. Die Beschlüsse des gerade in Genf zum Abschluß gelangten ersten füdischen Weltkonaresses haben zu den bestehenden Internationalen eine neue hinzugefügt. Das Judentum hat den Beschluß gefaßt, durch ein ständiges Zentralbüro jüdische Weltpolitik und jüdische Weltpropaganda durchzuführen und vorwärts zu treiben. Der Bolchewismus aber und seine Vollzugsorgane, die Komintern, haben bereits jenen Krieaszustand seit der Zeit, wo in Versailles Wilsons 14 Punkte zu Grabe getragen wurden, in der zelt verewiat, einen Kriegszustand, der mitten im Frieden die Ordnung und Ruhe der Staaten stört und vernichten soll. So spannend und sensationell die schaurigen Ereignisse in Spanien sind, wie sie uns täglich übermittelt werden, so dürfen wir darüber doch nicht vergessen, daß sie sich folgerichtig in die Kette jener Ereignisse einreihen, die wir seit Bestehen des sowjetrussischen Reichs und der Kominterntätigkeit kennengelernt haben. Da waren es die verschiedenen bolchewistischen Ausschreitungen auf dem Balkan, die rote Herrschaft in Südchina, die verschiedenen bolschewistischen Revolutionen in den südamerikanischen Staaten. Die Erinnerung in unserer schnellebigen Zeit läßt die bolschewistischen Revolutionsausbrüche in Mexiko wieder ins Gedächtnis zurücktreten, während die Versuche Moskaus, in Mitteleuropa Fuß zu fassen, die Umtriebe in Wien, die Herrschaft Bela Khuns in Budapest und der kommunistische Vormarsch im Reich, noch in spürbarer Erinnerung sind. Der Generalsekretär der Komintern, Dimitroff, hat den hier und da über den Völkern der Welt aufgestapelten und zur Entladung gebrachten Zündstoff roter Revolten geordnet und einer großen Strategie unterworfen. Die Bilduna von Volksfronten, die, wenn nicht die nationalsozialistische Bewegung am 30. Januar 1933 dem marxistischen Spuk ein Ende bereitet hätte, heute im Herzen Europas ihre stärkste Herrschaft entfaltet haben würden, ist an die Stelle der planlosen Umsturzversuche getreten. Die Sammlung der Arbeitermassen hinter mehr oder weniger gemäßigten Linksregierungen soll den Weg öffnen für die Errichtung der Sowiets, die Kollektivierung der landwirtschaftlichen Güter, die Kollektivierung des Außenhandels, die Enteignung allen Besitztums und Vergesellschaftung aller wirtschaftlichen Betriebe. Im Falle Katalonien ist dieser Weg, wie die neuesten Erlasse der Regierung von Barcelona erkennen lassen, bereits zu Ende gegangen worden. Täuschen wir uns nicht, auf der iberischen Halbinsel besteht heute— wenn auch nicht de jure, so doch de facto— ein sowjetrussischer Staat Katalonien. So wie die Voraussetzungen, welche zum Zusammenbruch der staatlichen Ordnung in Spanien geführt haben, die gleichen sind, wie jene Zustände, die das Ende des zaristischen Regierungssystems in Rußland herbeiführten, so spielt sich gegenwärtig ein Entscheidungsringen in Spanien ab, das dem Ringen zwischen den weißen und roten Armeen nach dem Ausbruch der bolschewistischen Revolution gleichkommt. Und die Methoden, wie man die unschuldigsten Geschöpfe zu Tode quält, um den Geaner zu erschöpfen und auszurotten, stehen in nichts nach— ja übertreffen jene grausigen Geiselmorde und Hinschlachtungen von Menschen noch. wie sie auch in der Vernichtung des baltischen Deutschtums eine unvergeßliche Narbe im deutschen Volkskörper zurückgelassen haben. Wenn heute zwischen den europäischen Staaten ein Neutralitätsabkommen geschlossen werden soll, um zu verhindern, daß ganz Europa durch das „Brennende Arsenal Spanien" ins Chaos hinabgezogen wird, so zeigen die jüngsten Ereianisse, daß mit einem Waffenausfuhrverbot eine wirksame Neutralitätsaarantie nicht aeschaffen ist. Hat doch das russische Gold die Madrider Regierung befähigt, in ganz Europa Munition und Fluazeuge aufzukaufen, sind doch die menschenunwürdigen Exzesse, die Vergewaltigungen der Frauen und Mädchen, die Ermordungen der Geiseln, die Verstümmelung von Kindern, die Erschießung von Familienangehörigen der Kämpfenden und die fortgesetzte psychologische Bearbeitung der Volksseele durch die bolschewistischen Agenten und den roten Rundfunk verursacht worden. Die Tätigkeit einer bisher am Moskauer Sender beschäftigten Sprecherin in einem für die spanische Linksreaierung arbeitenden Kurzwellensender in Barcelona zeigt die unverhüllte Schamlosiakeit, mit welcher die neuen Waffen der bolschewistischen Kriegsführung in Europa angewandt werden. Die Behandlung des deutschen Handelsschiffes, das zur Aufnahme von Flüchtlingen in spanischen Gewässern sich aufhielt, zeiat die Auflösung aller völkerrechtlichen Gesetze, die mit der Auflösung aller elementarsten Menschenrechte in Spanien identisch ist. Gewiß lieat die tiefe Ursache für diesen schwelenden Gefahrenherd in Europa in den sozialen Sünden und Versäumnissen der spanischen Veraangenheit. Die hemmunaslose Hinmordung eines Volkes und die ständige Bedrohung des europäischen Friedens sind nur deshalb möglich, weil die fremdländische Verhetzung eines Volkes und die fortgesetzte materielle Unterstützung durch die marristische Regierung in Frankreich und die bolschewistische in Rußland die Gegensätze derart vertieft und die Spannungen auf Europa übertragen haben. Wenn das deutsche Volk, zerrissen und uneinig, in Hader und Fehde geschwächt, wie die spanische Nation im politischen Leben Europas dahintreiben würde, so wäre das Spiel mit dem Feuer, die Entladuna immer neuen Zündstoffes, die auf dem spanischen Kriegsschauplatz durch die Komintern getrieben wird, als verständlich anzusehen. Die deutsche Zucht und Ordnung, die politische und seelische Geschlossenheit der Nation und die gesunde körperliche Kraft, die sich jetzt erst wieder während der Olympischen Spiele so bewährt hat, nicht zuletzt das ausgesprochene Ehrgefühl des deutschen Volkes sollten in elfter Stunde allen denjenigen Elementen in Europa, die Oel in das spanische Feuer gießen, eine unmißverständliche Warnung sein. Man vermißt ietzt die eneraischen Neutralitätsbemühungen der franischen und enalischen Reaierung Moskau. Man vermißt weiter, wenn der aufrichtige französische Neutralitätswille anerkannt werden soll; eine feste Abriegeluna der Pyrenäenarenze. Und man meint, daß es doch wohl der französischen Volksfrontreaieruna in erster Linie gelingen müßte, eine befreundete Macht wie Sowjetrußland für ihre Friedensbemühungen zu gewinnen. Es scheint fast, als ob die papierenen Entwürfe von Neutralitätsabkommen, zu denen wir ja grundsätzlich unsere Bereitschaft zugesaat haben, auf die Bedeutuna einer schauspielerischen Veranstaltuna herabgewürdigt werden sollten, damit im Rücken derartiger Erörterungen die Waagschale des Sieges zugunsten eines sowiet russischen Spanien mit neuem Geld und Flug zeugen beschwert werden sollte. Die Verletzung der Hoheit des Deutschen Reiches durch spanische Piraten läßt es angeraten erscheinen, daß nicht von spitzfindigen politischen Juristen Wege be schritten werden, die nach dem Muster der Völkerbundspolitik neben dem tatsächlichen Geschehen er gebnislos einherlaufen. Wem in Europa ist es außer Moskau wert, daß um innerpolitische Auseinandersetzungen auf der spanischen Halbinsel ein Kontinnent von neuem in Brand gerät? Das ist die Schicksalsfrage, vor der Europa heute steht. G. K. Bestialische kommunistische Mörder cher Soldat mit Benzin nund angezündet. dnb London, 21. August. Zwei englische Bergwerksbeamte, die vier Wochen lang von den Marxisten in Nerva im RioTinto=Gebiet gefangen gehalten worden waren, sind in Gibraltar eingetroffen und haben dem Sonderberichterstatter des„Daily Telegraph“ über ihre Erlebnisse berichtet. Sie schilderten u. a., wie die kommunistischen Arbeiter in der Nacht vor ihrer Flucht vor den nationalistischen Truppen 17 Gefangene, darunter zwei 14jährige Knaben, in einem Schlachthaus niedermetzelten. Ein nationalistischer Soldat wurdeauf einem Tor festgebunden, mit Benzin übergossen und im Mittelpunkt der Ortschaft lebendig verbrannt. Die übrigen Gefangenen wurden dadurch getötet, daß man Dynamitpatronen in ihr Gefängnis schleuderte. Beim Einmarsch der nationalistischen Truppen in die Ortschaft wurde kein einziger Schuß abgegeben. Nationali stisa übergosse Die deutsche Flotte droht mit Gewalt Scharfer Protest des deutschen Flottenchefs- Bei einem zweiten Gewaltakt greift die Flotte ein dnb Berlin, 21. August. Der Befehlshaber der Linienschiffe, dem die zur Hilfeleistung in spanische Gewässer entsandten deutschen Seestreitkräfte unterstellt sind, hat an den Chef der spanischen Regierungsflotte auf Grund des Vorgehens gegenüber dem deutschen Dampfer„Kamerun" folgendes Telegramm gerichtet: „Nachdem eben erst der Rechtsbruch gegenüber Sevilla durch„Almirante Valdez“ beigelegt ist, hat Kreuzer„Libertad" gestern nachmittag den Dampfer„Kamerun“ außerhalb der spanischen Hoheitsgewässer auf freier See beschossen, in Kielwasser gezwungen und durch bewaffnete Soldaten untersuchen lassen. Dieses Verhalten gegenüber einem deutschen Dampfer ist ein Verbrechen gegen das Recht freier Schifffahrt in offener See. Ich bin nicht gewillt, solche Gewaltakte zu dulden. Ich habe meine Seestreitkräfte angewiesen, jedem unberechtigten Gewaltakt Ihrer Schiffe mit treten." ewalt entgegenzuLondon nimmt auch gegen Madrid Stellung Der scharfe deutsche Protest in Madrid wegen des„Kamerun"-Zwischenfalles wird von amtlichen englischen Kreisen als durchaus berechtigt anerkannt. In London wird dabei betont, daß die Berechtigung des Anspruches der marxistischen Behörden auf eine Blockade gewisser Küstenbezirke, die sich in den Händen der Militärgruppe befinden, bisher nicht erwiesen sei, um so weniger, als die Parteien des spanischen Bürgerkrieges auch von der Madrider Regierung bisher nicht offiziell als Kriegführende anerkannt sind.— Der Flottenberichterstatter des der englischen Regierung nahestehenden„Daily Telegraf“ kennzeichnet die Lage wie folgt: Deutschland ist in seinem Recht, indem es bei der Madrider Regierung energisch wegen der„Kamerun“=Angelegenheit protestiert Die Basken wollen Waffenstillstand Verhandlungen mit Moin— Geheimnisvolle Verbindungen dnb Paris, 21. August. Zur Waffenruhe, die Donnerstag bei Irun und San Sebastian herrschte, wird dem Echo de Paris gemeldet, daß sich gegenwärtig in Tamplona die Führer der baskischen Separatisten aufhielten, um mit General Mola über den Abschluß eines Waffenstillstandes zu verhandeln. Die baskischen Bauern hätten einzusehen begonnen, daß ein Sieg der Marxisten für sie eine Niederlage bedeuten könne. Außerdem hätten sie festgestellt, daß die wirklichen Herrscher in der spanischen Republik nicht die gemäßigten Republikaner, sondern die„circhen= und religionsfeindlichen Marxisten und Anarchisten“ seien. Die nationale Bewegung in Burgos beginne auch für die baskischen Bauern eine Volksbewegung zu werden. Aber, so meint das Blatt weiter, auch ohne die baskischen Separatisten seien die Marxisten von Irun und San Sebastian außerordentlich stark. Sie seien auch gut bewaffnèt. Auf„geheimnisvolle" Weise hätten sich in den letzten Tagen den Marxisten von Irun 3000 katalanische Anarchisten angeschlossen. Ein Blick auf die Karte aber genüge, so meint das Blatt, um zu erkennen, daß diese„geheimnisvolle" Verbindung zwischen dem Norden Spaniens und Kataloniens über die französische Stadt Hendaye führe. Außenpolitische Unabhängigkeit Kataloniens? Die Nachrichtenagentur Radio meldet aus Barcelona, daß der Generalrat der Generalidat am Donnerstag beschlossen habe, die Unabhängigkeit Kataloniens in allen Fragen der Außenpolitik, der Verwaltung und Polizei zu erklären. Die Bestrebungen Kataloniens seien damit ihrem Ziel ein großes Stück näher gekommen. USA. lehnt Vermittlung im spanischen Bürgerkrieg ab Wie berichtet, hatte der uruguayische Gesandte am Dienstag eine Note überreicht, die ein Eingreifen aller amerikanischen Republiken zur Beilegung des spanischen Bürgerkrieges vorschlug. Das Staatsdepartement hat nunmehr am Donnerstagabend diesen Vorschlag abgelehnt. Ist das Neutrolität? Neue Waffenschiebungen- Das zwiespältige Gesicht Frankreichs dnb Paris, 21. August. Die„Action Francaise" bringt am Freitag erneut sehr ins Einzelne gehende Mitteilungen über Waffentransporte für die spanischen Marxisten, die ununterbrochen in Gang seien, und zwar vor den Augen der zum Grenzschutz bestimmten Mobilen Garde. Die Mobile Garde scheine nur dazu da zu sein, Journalisten und Neugierige fern zu halten. Auf den Munitionskisten lese man größtenteils die Aufschrift„Cartuchos Sevilla 35 polvora" Granada oder Toledo Von so weit her seien sie jedoch wohl nicht. Die beiden plombierten Eisenbahnwagen, die beispielsweise am Donnerstag in Hendaye eingetroffen seien und von Juvisy(südl. Paris) stammen sollten, kämen in Wirklichkeit aus Perpignan.— Auch eine andere Geschichte sei in diesem Zusammenhang von Interesse: Ein früherer mexikanischer Ofizier namens Manuel Zernimao, ein Agent der Madrider Regierung, habe vor einigen Tagen im Hafen von Marseille den alten Dampfer„Verbere" gekauft. Die„Berbere" sei inzwischen zum mexikanischen Transportdampfer„Jalisco" umgearbeitet und übermalt worden. Am Donerstag habe er endlich seine Ladung erhalten: Mehrere Waggons seien von der Schweiz kommend, plombiert in Marseille eingetroffen. Am Kai D des Hafens seien dann 120 Kisten Gewehrpatronen und 20 Kisten mit Maschinengewehren in den Luken der „Jalosco" verschwunden. Das Conossement laute auf Vera Cruz in Mexiko, aber man spreche im Hafen von Marseille davon, Französische Granaten nach Madrid Französische Freiwilligenabteilungen überschreiten die Grenze dnb Paris, 21. August. Der für Freitag angekündigten Einberufung des Verwaltungsrates des marxistischen Gewerkschaftsverbandes durch Generalsekretär Jouhaux kommt ganz besondere Bedeutung zu. Der Bewegarund dieser Zusammenkunft ist der, angesichts der äußerst kritischen Lage der spanischen Marristen und Kommunisten Maßnahmen zu beschließen, die geeianet sind, der spanischen Volksfront moralische und materielle Hilfe zu leisten. In welcher Richtung sich dieser Einfluß geltend machen wird, erhellt zur Genüge aus einem Artikel, den Léon Jouhaux im Gewerkschaftsblatt „Le Peuple" veröffentlicht und in dem er sich für die Lieferung von Kriegsmaterial an die spanische Regierung einsetzt. Die Bewegung des Generals Franco, so schreibt Jouhaux, sei nur eine Evisode des allgemeinen Kampfes zwischen Faschismus und Nationalismus auf der einen Seite und dem demokratischen Regime auf der andclen Seite. Es sei angebracht, die Frage der Neutralität noch einmal zu überprufen. Der marxistische Gewerkschaftsverband fordere lediglich das Recht für die spanische Volksfront=Regieruna, in aller Unabhängiakeit, das zu kaufen, was sie brauche. Von allen linksgerichteten Verbänden werden inzwischen die Sammlungen für die spanische Volksfront fortgesetzt. In den großen MetallIndustrien sind besondere Ausschüsse eingesetzt, die diese Sammlungen zentralisieren. Die angebliche Neutralität der französischen Reaierung kommt durch diese offensichtliche Unterstützung einer der beiden sich in Spanien bekämpfenden Parteien in eine sehr schiefe Laae. Es bestehen außerdem berechtigte Zweifel daran, daß sie mit aller Strenge gewahrt wird.— In Hendaye, so schreibt die„Action Francaise" weiter, habe der spanische sozialistische Abgeordnete Alvarez Rengulo sein Hauptquartier aufgeschlagen. Im Hotel„Terminus" sammle er französische und spanische Freiwillige und werbe sie für die spanische Volksfront an. Die„Petite Gironde" und der„Expreß du Midi" erklären übereinstimmend, daß am vergangenen Samstaa eine Abteilung spanischer Miliz in Uniform in Toulouse eingetroffen und von dort nach Bayonne und Hendaye weiterbefördert worden sei. daß alles bereits für eine Havarie vorbereitet ei, damit der Dampfer in Barcelona anlegen könne. Immerhin sei es bemerkenswert, daß die„Jalosco", die doch nun ein mexikanisches Schiff geworden sei, weiterhin die französische Flagge führe. Neue Pariser Einmischungsversuche Kommunistische Arbeiter fordern sofortige Lieferung zweier Flugzeuge nach Madrid dnb Paris, 21. August. „Echo de Paris" und„Figaro“ bringen am Freitagmorgen einen neuen Beweis für die Auf fassung von der Nichteinmischung,„wie sie die französische Regierung zu haben scheine". Die kommunistischen Arbeiter der Flugzeugwerke Bloch hätten am Mittwochabend nach Betriebsschluß eine Versammlung in den Fabrikräumen abgehalten und beschlossen, den spanischen Marxisten zwei Flugzeuge zur Verfügung zu stellen, deren Bezahlung durch Ueberstunden erfolgen soll. Unter Androhung des Streiks habe eine Arbeiterabordnung der Direktion diesen Beschluß unterbreitet und gebeten, daß ihr die bereits fertiggestellten und auf dem Flugplatz Villacoublay befindlichen, dem Staat gehörenden Flugzeuge zur sofortigen Lieferung an die spani schen Marxisten zur Verfügung stel len solle. Eine zweite Abordnung der kommunistischen Arbeiter habe sich zum Luftfahrtminister Pierxe Cot begeben, der den Arbeitern z#gesagt habe, daß er ihrem Vorhaben nichts in den Weg stellen werde. Die Direktion der BlochWerke habe sich daraufhin für die Lieferung der Flugzeuge entschlossen. Der„Figaro" fragt zu diesem Beschluß, ob es den Tatsachen entspreche, daß der Beschluß der Arbeiter auf Veranlassung des marxistischen Gewerkschaftsverbandes hin erfolgt sei, und ob es stimme, daß die Direktion der Werke sich dazu entschlossen habe, den Preis für die Flugzeuge zu ihrem Schaden auf 1,6 Mill. Fr. herabzusetzen. hat. Durch die Belästigung des deutschen Schiffes in sieben Meilen Entfernung von der spanischen Küste haben die Regierungskriegsschiffe einen flagranten Bruch des Völkerrechtes begangen. Wenn es zu irgendeinem weiteren Gewaltakt spanischer Kriegsschiffe kommen sollte, sich in die deutsche Schiffahrt außerhalb der territorialen Gewässer einzumischen, dann werden die deutschen Kriegsschiffe in spanischen Gewässern wahrscheinlich drastische Maßnahmen gegen die betroffenen Schiffe ergreifen und sie als Piraten behandeln. Unter ähnlichen Umständen würde England selbst wahrscheinlich dasselbe Vorgehen einschlagen. In einem Leitaufsatz kennzeichnet das Blatt das Anhalten und die Durchsuchung der„Kamerun" als einen schweren Mißgriffder Madrider Regierung, der eine neue und gefährliche Verwicklung in die internationale Lage gebracht habe. Bis die deutsche Regierung volle Entschuldigung und Genugtuung erhalten habe, würden voraussichtlich alle weiteren Schritte in bezug auf eine Nichteinmischung verzögert werden. Madrider zu den Nationalisten übergegangen dnb Paris, 21. August. Der Rundfunksender von Burgos bestätigte am Donnerstagabend die Gerüchte über den Abfall der Flieger des Flugplatzes Quatro Vientos in der Nähe von Madrid. Die Flieger hätten sich, so wurde vom Sender in Burgos erklärt, zugunsten der Nationalisten erhoben. Auf der Insel Mallorca hätten die nach den Balearen entsandten Regierungstruppen außerordentlich schwere Verluste gehabt. Von 3500 Mann, die ausgebootet worden seien, seien rund 2500 getötet oder verwundet worden. Die Nationalisten beherrschen die Insel vollkommen. Nach Rundfunkmeldungen nationalistischer Sender sollen vier Regierungsflugzeuge abgeschossen worden sein. Ferner sei es gelungen, Alburquerque und Olivenza nahe der portugiesischen Grenze und Eibar zwischen Bilbao und San Sebastian zu nehmen. 787 deutsche Flüchtlinge kommen in die Heimat dnb Mailand, 21. August. Aus Genua traf in der Nacht zum Freitag um 1 Uhr ein Sonderzug mit deutschen Flüchtlingen aus Spanien ein. Er fuhr über den Brenner nach München weiter. Es handelt sich um den bisher größten Transport mit 787 Reichsdeutschen, 24 Oesterreichern und 10 Tschechoslowaken, unter denen sich insgesamt 124 Kinder befinden. Die Reichsdeutschen kommen vorwiegend aus Madrid und Barcelona und sind unter dem Schutz der deutschen Kriegsschiffe von den deutschen Dampfern„Baden“ und„Monte Sarmiento" aufgenommen und nach Genua gebracht worden. Viele Flüchtlinge wurden mit deutschen Flugzeugen von Madrid nach Alicante befördert. Während des Aufenthaltes in Mailand wurden die Flüchtlinge trotz der nächtlichen Stunde von den Mitgliedern der deutschen Kolonie unter Leitung von Konsul Dittmann und dem Ortsgruppenführer der NSDAP. liebevoll betreut. Schlägerei zwischen französischen Soldaten und Zivilisten dnb Paris, 21. August. In Rochefort=sur=Mer kam es am Donnerstag zu einer schweren Schlägerei zwischen Soldaten und Zivilpersonen. Schließlich gingen die erbitterten Gegner mit Messern aufeinander los, so daß über zehn Personen verletzt wurden. Der englische Landarbeiterverband fordert Spanienaussprache im Unterhaus dnb London, 21. August. Der am kommenden Dienstag zusammentretende Ausschuß der englischen Landarbeiterbewegung wird voraussichtlich die Einberufung des Parlaments zu einer außerordentlichen Sitzung zwecks Erörterung der Lage in Spanien fordern. Wie„Daily Telegraph" meldet, ist es als sicher anzunehmen, daß die Regierung diese Forderung ablehnen wird. Die„Morningpost“ erwartet, daß sich der Ausschuß unzweideutig für die Einmischung Englands zugunsten der spanischen Maristen einsetzen wird. Ju deei Zeilen Berlin. Unter Führung des Befehlhabers der Aufklärungsstreitkräfte, Konteradmiral Böhm auf Kreuzer„Nürnberg“, sind am 20. 8. aus Kiel und Wilhelmshaven zur Ablösung der bisher in Spanien befindlichen Seestreitkräfte ausgelaufen: Panzerschiff„Admiral Graf Spee", die Kreuzer „Nürnberg" und„Leipzig“ die vierte Torpedobootsflottille mit den Torpedobooten„Greif" und „Falke" und von der dritten Torpedobootsflottille die Torpedoboote„Jaguar" und„Wolf“. Oberhof. Am Donnerstag vormittag fand in Oberhof unter Leitung des Reichswirtschaftsministers Dr. Schacht eine Tagung der Reichsstatthalter und preußischen Oberpräsidenten statt, auf der nach einem Vortrag des Ministers eine Aussprache über wirtschaftspolitsche Fragen erfolgte. Paris. Vom 23. bis 29. August werden im Gebiet Bourges, Troyes, Tours große Luftmanöver durchgeführt, an denen Formationen der gesamten französischen Luftflotte teilnehmen. Der Chef des Generalstabes der Luftstreitkräfte, General Pujo, leitet die Manöver. Paris. Der Schifferstreik, von dem die Frachtkähne auf der Seine betroffen wurden, ist durch eine Einigung zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern beendet worden. Die Sperrketten der Frachtkähne wurden aufgelöst. Paris. Zu der Ankunft einer sowjetrussischen Militärabordnung in Paris berichten die Blätter ergänzend, daß es sich um General Yakir, Mitglied des Obersten Kriegsrates der Sowjetarmee, und Brigadegeneral Ratchinski handelt, die den französischen Herbstmanövern beiwohnen wollen. London. Nach einer Mitteilung des britischen Luftfahrtministeriums wird in Zukunft jedem Flieger, der dem von der Regierung erlassenen Verbot zuwiderhandelt und auf Grund einer falschen Zollerklärung Flugzeuge nach Spanien und den spanischen Besitzungen ausführt, die Flugerlaubnis entzogen werden. Beick u die Heimat „on der Heimat ist es schön" so sang Ida nebenan in Müllers Küche laut und gefühlvoll beim Geschirraufwaschen. Ich horchte auf. Eine Jugenderinnerung kam mir, da alle Idas, Annas, Trinas bei der Arbeit ihren Gefühlen in Melodien Luft machten und die Schusterjungen beim Austragen der Stiefel pfiffen, daß einem die Ohren gellten. Uebrigens: Ida ist unmodern. Wenn sie modern wäre, dann sänge sie: „Eine Seefahrt— die ist lustig...“, oder einen anderen Filmschlager. Mich rührte dies schlichte Bekenntnis zur Heimat. Hat Ida nicht recht? Tags zuvor war ich von einer größeren Reise zurückgekehrt, zwar recht froh, wieder daheim zu sein, aber doch noch im Banne der Schönheiten fremder Länder unter warmer südlicher Sonne, mit blau=grünen Seen und ragenden Berggipfeln. Nun hat Ida mich zurechtgewiesen. Ich wanderte hinaus durch den Schulenberg ins Bredenscheider Tal mit seinen Wiesen und buntem Blumenschmuck. Im Garten eines Bauerngasthauses hielt ich Rast. und jeder Blick auf die bewaldeten Höhen, der Gesang des Vögleins über mir im Apfelbaum, das Wiehern der Pferde auf dem Felde drüben, das Lachen der spielenden Kinder, ja jeder Zuruf in bäuerlicher Mundart: alles ließ in mir die Liebe zur Heimat heiß aufwallen, und auch ich hätte singen mögen:„In der Heimat ist es schön!" Jeder kann teilnehmen Das Vogelschießen im Schützenhof am 6. Sept. Wie wir schon mitteilten, können diesmal nicht nur die eingeschriebenen Schützenbrüder, sondern alle erwachsenen Hattinger, die die Kugelbüchse zu handhaben wissen, am Königschießen teilnehmen und damit das Anrecht auf die Schützenkönigswurde erringen. Daher werden auch die Fragen:„Welcher Stadtteil wird den König stellen und mit der im Rathause aufbewahrten wertvollen alten silbernen Schützen königskette geschmückt welche Hattingerin Königin werden?“ lebhafter erörtert als früher, da der Kreis der Bewerber verhältnismäßig eng gezogen war. Geschossen wird bekanntlich am Kirmessonntag, dem 6. September, nach einem Vo gel, der auf einer Stange in Wallhöhe des Schützenstandes angebracht und dessen knorriges Holz bereits auf seine Festigkeit durch Abgabe von Schüssen geprüft worden ist. Der 6. September schließt mit dem Krönungsball im„Weiltor“ Zu der Nachfeier im Schützenhof(7. September), bestehend in Konzert, Kaffeetrinken und geselliger Unterhaltung mannigfacher Art ist die ganze Bürgerschaft eingeladen. — Bestandene Meisterprüfung. Vor der Prüfungskommission der zuständigen Handwerkskammer in Dortmund bestand der Sohn Artur des Bäckermeisters Julius Ruthenbeck von hier, Ecke Bruchstraße=Gartenstraße wohnhaft, seine Meisterprüfung als Bäcker= und Konditormeister mit der Note„gut“. Dem jungen Meister auch unseren herzlichen Glückwunsch! — Dritter Vorflug der Jungtanben! Die Hattinger Reisevereinigung führt am Sonntag die dritte und letzte Vortour für die Jungtauben durch, dann geht es am übernächsten Sonntag zur ersten Preistour. Diesmal geht der Vorflug av Gütersloh über die Strecke von rund 100 Kilometer: Mit einer guten Teilnahme ist auch jetzt zu rechnen. Deutsche Jugend schlägt Brücken hattinger hitlerjunge erlebt das Jeltlager in Silschede Pimpfe und ihre englischen Gäste friedlich und lustig vereint beim Bockspringen.(Muthherr.) Alle waren gespannt wie Flitzebogen. Wie mögen die Engländer aussehen. Aber wozu soll man sich unnötig aufregen? Mir ist es ganz egal, wie sie aussehen. Ich habe mir schon eine ganze Stunde lang die Beine in'en Bauch gestanden. Es sollten ja auch unsere Englandfahrer mitkommen, deswegen freuten wir uns doch. Vier Autobusse brachten unsere Kameraden wieder und mit ihnen kamen auch die Engländer. Richtige Gentlemen. Lange graue Hose, weiße Schuhe, marineblaue Jacke, auf der Tasche waren zwei überkreuzte englische Fähnchen und als Abschluß der Uniform noch eine weißüberzogene Mütze. Eine ganze Litanei von Reden wurde gehalten, auf englisch und deutsch. Diese Jugend ist die Anbahnerin einer neuen Freundschaft zwischen uns Brüdern England und Deutschland. Ich sage, wenn es in der Politik ebenso ging, wie mit den englischen „Boys“, so lebten wir schon längst wie Bruder und Schwester. Mit zurückhaltender Vorsicht verstauchten sie am Abend unsere„Karos", wenn sie auch vorher die Wurst schon abgeleckt hatten, und ungefähr die Hälfte Brot wieder an unsere„Küchenbullen“ zurückgaben, so muß es ihnen doch gut geschmeckt haben. Am nächsten Morgen gaben sie weniger Brot zurück und schließlich vergaßen sie ganz ihr schönes Weißbrot, das sie zu Hause gewöhnt sind. Sie konnten von jedem ein bißchen lernen. Z. B. Fanfarenblasen. Der Max schlug sogar auf unseren Ausmärschen die schwere Landsknechtstrommel. Das englische:„It's a long way...“ wechselte mit dem deutschen:„Wir ziehen über die Straße...“ Jungen verschiedener Nationen, aber gleichen Blutes, ließen da wieder ihre Herzen im gleichen Takt schlagen, und lebten da ein Leben des Friedens. Zusammen marschier ten sie in unseren Reihen im selben Schritt mit dem selben Lied auf den Lippen. Doch lange sollte unsere Freude nicht dauern. Bereits am 11. August packten sie ihre Koffer, nachdem am Abend vorher noch eine Siegerehrung vom deutsch=englischen Wettstreit im Dreikampf vorausgegangen war, aus dem als Sieger der Jungzugführer des Fähnleins 7/99, Alfons Hetfeld, hervorging. Das Lager stand dann einen ganzen Tag frei. Nur ab und zu sah der Führer vom Dienst nach den Zelten, verbesserte etwas, schaute mal wieder in seine Liste und wartete dann wieder eine Weile stumm. Lange wartete er auf die neuer Lagerbesatzung. Doch nach dem Mittag kamen die Pimpfe scharenweise an. Mit lautem Gesang marschierten sie bis zur Lagermitte. Kurz nachher stürmtem sie mit wildem Geschrei ihr Zelt. Unter den vielen Marschkolonnen kamen auch Pimpfe vom Fähnlein 7/99, Stamm„Westgoten“(Ruhrhalbinsel), Nierenhöfer und Winzermärker Jungens. Frische Gesichter und fröhliche Laune brachten sie mit. Nach einem langen Marsche waren sie in ihre neue Heimat eingerückt, um auch mal zu zeigen, daß sie nicht nur bei der Mutter allein leben können. Der Nachmittaa verlief schnell. Alle hatten einen Der„Höntroper Gänseritt" Die neue Bauernkomödie auf dem Isenberg Das Lustspiel„Der Höntroper Gänseritt" hat am letzten Sonntag einen Besuch gehabt, wie das in den ganzen Jahren seit Bestehen der Bühne kaum vorgekommen ist. In keinem Spiel sind die Zuschauer derartig spontan mitgegangen wie beim „Höntroper Gänseritt“. immer wieder brauste der Beifall auf der offenen Szene. Bei dem bis ins Letzte volkstümlichen Charakter des Spiels wäre es zu wünschen, wenn möglichst viele Volksgenossen die Gelegenheit hätten, dabei zu sein. Wir glauben, daß die bekannten Bauernkomödien der letzten Zeit zwar ebenso lustig sind, daß sie aber über die lustige Situation hinaus schwächer an ethischem Gehalte sind als dieser„Gänseritt". Das war gerade das Besondere am letzten Sonntag: Aus der stillsten, fast feierlichen Stimmung. stieg das Publikum rasch und ganz mitgerissen auf die Höhen herrlichster Laune. Man kann ruhig sagen, daß das Volk heute wie je im Plattdeutschen seine echteste Aussprache findet, das sprachliche Element übertrug sicher die inneren Wendungen des Ausdrucks. Ein solcher Westfale wie der alte Scharpensel hat außer bei Grabbe hier wohl noch nicht auf der Bühne gestanden, die abgründige Mischung von Ernst und überlegenem Humor ließ ihn offenbar so zu Fleisch und Blut werden, daß er unsere Landsleute an der Ruhr an ihren eigensten Kern erinnerte. m Riesenhunger. Die Kaumuskeln knackten, als das Brot zwischen die Zähne geschoben wurde. Dann kam der große Zapfenstreich. Nach dem Zapfenstreich laa der„Donnerbalken“ dicht besetzt in dem nächtlichen Urwald, der sich sofort unserem Lager anschloß. Das Einschlafen aina aut bis zum Wachwerden. Zwei Schwarze krochen aus dem Zelt, in der einen Hand eine Scheuerbürste, in der anderen Ata. Und kurz vor dem Wecken huschten zwei Weiße wieder über den Zeltplatz in ihr Zelt. Mit dem Weckruf bricht eine ganze Horde aus ihren Zelten. Es ist kühl, nur in Turnhose stehen sie zum Frühsport bereit. Eben ist er beendet, geht es auch schon zum Waschen. Einer hat sogar vergessen, sein Hemö auszuziehen. Er ahnt es kaum, ein Dutzend fleißiger Hände zarren an seiner Wäsche, bis auch er dasteht wie die anderen. Eine Stunde später schreitet ein braunes Heer zur Flaggenparade. Ein Kommando ertönt; Jungvolk Achtung: Die Augen zur Meldung links. Ich melde dem Lagerleiter: Das Deutsche Jungvolk ist zum Flaggenappell bereit.„Augen grade aus; Rührt euch. Jungvolk stillgestanden: Die Augen links. Heiß Flagge:„Gib Herr, daß dieser Fahne Schaft, in jungen Fäusten ewig stehe, schenk' uns den Kampf, gib uns die Kraft, daß dieses Deutschland nie vergebe!“ Großflugtag in Bochum Auch für die Volksgenossen des hattinger Landes bestimmt Nierenhofer Pimpfe lassen sich allzugern fotografieren. Hier wird am Dauerlutscher gesogen.(Barrabas.) Die Vorbereitungen zum Volksflugtag in Bochum, die durch die Flieger=Ortsgruppe Bochum, in Verbindung mit der Deutschen Arbeitsfront, NS.=Gemeinschaft„Kraft durch Freude“, Gau Westfalen=Süd, getroffen wurden, versprechen eine Fliegergroßtat zu werden, wie sie bisher in Bochum nicht geboten wurde. Im Mittelpunkt der wechselvollen Darbietungen, die durch Lautsprecher fachmännisch erklärt werden, steht etwas für Bochum Einzigartiges und noch nie hier Gezeigtes: Kunstflug im Segelflugzeug! Schon das bloße Fliegen im Segelflugzeug— also im motorlosen Flugzeug— muß bei dem Laien hellste Begeisterung erwecken, weil sich hier die Fliegerei am meisten ihrer Urform, dem Vogelflug, nähert. Ruhig und lautlos, wie ein großer Vogel, wird das Flugzeug, nachdem es durch einen großen motorischen Bruder hochgeschleppt worden ist, seine Himmelsbahn ziehen und nur die naturgegebenen Kräfte, Wind und Wärme, geschickt für seinen lautlosen Flug hoch in den Lüften zur Fahrt ausnutzen. Aber dieses nicht allein, der Führer des Segelflugzeuges, der Fluglehrer Schilling, wird in diesem motorlosen Flugzeug sämtliche Kunstfiguren, wie die Motorflugzeuge, vorführen, Loopings, Rollings, Turnings, Trudeln usw. zeigen, und so den hohen Stand der deutschen Fliegerei unter Beweis stellen. Es folgt dann eine zweite Ueberra schung: Mehrere Fallschirmabsprünge, etwas in Bochum nie Gesehenes, die sicherlich bei den Zuschauern großen Anklang finden werden Die Veranstaltung beginnt um 15 Uhr. Da mit einem Massenandrang zu rechnen ist, ist den Teilnehmern frühzeitiges Erscheinen anzuraten. Für musikalische Unterhaltung ist bestens gesorgt. spielt die Kapelle der Luftsport=Landesgruppe, Ortsgruppe Bochum, unter der Stabführung des Kapellmeisters Roy. Eine Ueberraschung besonderer Art wird der„Luftangriff“ auf ein besonders aufgebautes Dorf darstellen, das mit„Bomben“ beworfen wird. Ferner soll ein Ballonrammen die Wendigkeit der Flieger zeigen. Eigens aufgebaute Erfrischungsräume sind ausreichend vorgesehen. Wie wir außerdem hören, wird ein alter Kampfflieger die fliegerischen Darbietungen sachgemäß erklären. Am übernächsten Sonntag muß die Losung sein: Auf zum Großflugtag nach Bochum=Weitmar, Zeche Prinz Regent. * Wo gibt's Karten? Da der Flugtag in Bochum=Weitmar auf dem Gelände der Zeche„Prinz Regent“ steigt, ist für jedem aus unserem Bezirk die Teilnahme gut möglich. Die Verbindungen mit der Straßenbahn, dem Zuge usw. als auch mit dem Omnibus sind von allen Stellen aus aut, so daß jeder Interessent unbedingt teilnehmen kann. Vorverkaufsstellen: Altendorf: DAF=Büro oder Pg. Rupietta, Dumberg=Höfe 28; Blankenstein: DAF=Büro, Adolf=Hitler=Str.; Bredenscheid: DAF=Büro oder Pg. Ruthmann, Bredenscheid Nr. 41; Hattingen: DAF=Büro, Sprockhöveler Str. 17; Herbede: DAF=Büro oder Amtshaus; Sprockhövel: DAF=Büro; Winz=Baak: DAF=Büro, Hattinger Straße. Außerdem bei allen KdF.=Betriebswarten. Welper das gesetzlich zulässig ist. bietet ALVA die Höchstmenge an Tabak. Aber nicht nur das! Die verarbeiteten macedonischen Tabake sind besonders ausgewählt und stammen: aid guten Uten.(Spiten-Emte 350 RUNDE SORTE — Gefaßter Dieb. In letzter Zeit wurden auf dem Hüttenwert von den dort untergestellten Fahrrädern Teile entwendet. Dem Sicherheitsdienst gelang es nun, den Täter zu erwischen. Es handelt sich um den Arbeiter F. aus Niederbonsfeld. In zwei Fällen wurde der Täter überführt. 4 23 1 Die alten Berghalden in Linden Denkmäler des jugendlichen Bergbaues an der mittleren Ruhr Die Wahrzeichen unserer kohlenreichen, heimatlichen Gegend sind gewaltige Schachtanlagen aus rotem Ziegelmauerwerk, mächtige Maschinengebäude mit schlanken, hochragenden Kaminen oder Schornsteinen, die ihre schwarzen Rauchfahnen in den blauen Aether senden. Großartige Fördergerüste aus starkem eisernen Gestänge und von zierlicher Konstruktion ragen aus den verschiedenen Schachtanlagen hervor. Lustia sich drehende kleine Räder zeigen an, daß die Förderkörbe mit „Vollen" oder„Leeren" besetzt Hunderte von Metern im dunklen Schacht auf= und absausen, um die heißbegehrten Kohlen aus dem Reiche der schwarzen Diamanten ans goldene Tageslicht zu fördern. Die Kokereien, die mit ihrem schwefelgelben Dunste früher unsere schöne, romantische Gegend verräucherten und verpesteten, sind glücklich seit einigen Jahren verschwunden. Ja, selbst die gewaltigen Berahalden— kleine Miniaturaebirae—, die in früheren Jahrzehnten, als der Berabau den Bergeversatz noch nicht kannte, aufgeschüttet werden mußten, wandern bereits seit einiger Zeit wieder in die abgekohlten Flöze der dunklen Tiefe, um dort die entstandenen leeren Räume zu füllen und den Einsturz des Deckgebirges zu verhindern. Die alten Berahalden, die in den verschiedenen Bezirken unserer lieben Heimat vor Jahren unter großer Mühe und Anstrengung aufaekippt worden sind, drücken unserer Gegend ein eigenartiges Gepräge auf. Wo früher grüne Wiesen, wallende Kornfelder, weite Täler mit rauschenden Wäldern, sanft rieselnden Bächen und Becken im wundervollen, anheimelnden Landschaftsbilde das Auge des Naturfreundes erfreuten, da erheben sich nun nur noch dunkelgraue, ausgedehnte und in die Länge gezogene Gebirasketten, die der Gegend wahrlich nicht zur Zierde gereichen. Und doch haben die alten hohen Berahalden mit ihren Rinnen und Schluchten, hervorgerufen durch Regen stürze und Verwitterung, mit ihren Höhlen und oft seltsam gestalteten Berghängen, für den Wan derer etwas Anziehendes und Nachdenkliches. Wieviel fleißige Hände haben sich wohl im Laufe der Jahrzehnte unter und über der Erde regen müssen, um solche Berahalden mit Gebirascharakter aufzutürmen. Die meisten Er zeuger der kleinen Gebirge liegen nach hartem Lebenskampfe gewiß schon im engen Schrein zur langen Ruhe unter dem grünen Rasen des Gottesackers. Berahalden, die aus frisch aufgeschüttetem Gestein bestehen, haben wegen ihrer Durchsetzung mit Kohle ein schwarzes, düsteres, unheimliches Aussehen. In der Gestalt gleichen sie Riesenoder Hünensärgen, die in seltsamer Weise schwer und mächtig das frühere schöne und liebliche Landschaftsbild beeinträchtigen und verschandeln. Gemildert aber wird dieser herbe Eindruck/ auf den Beschauer, wenn Gras und Kräuter, Sträucher und soaar Bäume die Berahaldenwände schmücken und vor den Augen des Wanderers ein niedliches Waldgebirae hervorzaubern. Im Winter aber wenn der Schnee einen weißen Mantel um das Gebirge schlägt, dann glaubt man sich in einer Art Hochalpenlandschaft mit weißgrauen Trümmerlinien, tiefen Runsen und mächtigen Lavinenbahnen versetzt. Sonst aber hat der Berabau im Verein mit der Industrie durch den Aufsturz der „Berge“ oder Steine die früheren grünen Fluren und blumengeschmückten Wiesen, die lachenden Saaten und prächtigen Wälder vernichtet, aber dafür Tausenden im Kampf ums Dasein das tägliche Brot gereicht. Mancher Landmann hat beim Verkauf der zur Aufschüttung der Berahalde nötigen Gelände einen märchenhaften Preis erzielt, so daß er den Bauernkittel an den Nagel hängen und als Rentner irgendwo behaglich und zufrieden leben konnte. Doch nicht nur der landverkaufende Landwirt, sondern auch die Bergleute selbst mit ihren zahlreichen Familiengliedern haben Seaen von diesen Berahalden gehabt. Vor vielen Jahren wimmelten zur Zeit der Aufschüttung die Abhänge von Kindern, Frauen und alten Männern, um aus dem abgestürzten tauben Gestein die herabfallenden Kohlenstückchen zu suchen. Hatte der Kohlensucher Glück bei seiner mühsamen Beschäftigung, so waren Sack und Kippkarre bald gefüllt. Mit lachendem Gesicht und freudigem Geühl zoa der glückliche Kohlenfinder heimwärts, denn das Kohlensuchen war für die beramännische Hauswirtschaft noch ein gutes, einträgliches Geschäft. das dem fleißigen Kohlensucher ansehnlichen Nutzen brachte. Später wurde das Betreten der Berahalden von den Zechenverwaltungen verboten, weil beim„Schürfen" und„Kohlenlesen" oft beklagenswerte Unglücksfälle vorkamen, meistens hervorgerufen durch herabstürzende„Berae" und andere Vorkommnisse. Trotz der fleißigen Tätigkeit der Kohlensucher laaerten im Innern der Berahalden doch noch viele Kohlenstückchen. Durch Druck und Feuchtigkeit gelanaten sie manchmal zur Selbstentzünduna. Solche Haldenbrände dauerten oft viele Jahre und erfüllten mit ihrem durchdringenden Geruch die ganze Umgegend. Durch das Ausbrennen der Kohlen entstehen öfter Hohlräume in der Berahalde. Durch Zusammensturz können leicht Unglücksfälle entstehen, so daß die unbefugten Haldenbetreter in der glühenden Tiefe ein schreckliches Grab finden. Seitdem der Bergeversatz in den Gruben gehandhabt wird, wandern in Linden=Dahlhausen zur Ausfüllung der durch Abkohlung im Innern der Erde entstandenen Hohlräume die Halden wieder in die dunkle Tiefe der Unterwelt. Die Berghalde der Zeche„Johann Friedrich“— Baker Mulde— im Süden ist bereits seit langem von der Bildfläche verschwunden und hat dem großen, geräumigen Zechenplatz den nötigen Raum für allerlei Anlagen gemacht. Außerdem ist die im Norden von Baaker Mulde— Friedlicher Nachbar— gelegene große Berahalde der alten Zeche„Friedlicher Nachbar“ in der früheren „Grüne" mit Hilfe einer Drahtseilbahn vor jetzt etwa zehn Jahren abgetragen worden. Nach und nach verschwinden die Denkmäler des jugendlichen Bergbaues an der mittleren Ruhr aus unserem Gesichtskreis, und das alte Landschaftsbild kehrt vielleicht demnächst in verjüngter Aufmachung und verschönter Gestalt dort wieder zurück. Urlaubsfahrten„Kdf“ Wieder eine Fahrt besetzt.— Reise nach Berlin Die Urlauberfahrt Nr. 69 vom 26. 8. bis 3. 9. in die Eifel ist besetzt und können daher Anmeldungen hierzu nicht mehr entgegen genommen werden. Wir weisen noch einmal besonders auf die KF Nr. 200/36 nach Berlin zur Rundfunkausstellung in der Zeit vom 26. bis 30. August d. J. hin. Während der Rundfunkausstellung sind die Anlagen des Reichssportfeldes(Stadion, Dietrich=Eckart=Bühne, Schwimmstadion usw.) noch zur Besichtigung freigegeben. Der OlympiaSchmuck ist an den Zentral=Verkehrspunkten noch während der Funkausstellung zu sehen, so daß allen Besuchern neben dem Besuch der Funkausstellung auch nachträglich noch ein überzeugender Eindruck von den gewaltigen Anlagen der Olympiade vermittelt wird. Ausgangspunkt der Fahrt ist Hagen, bis dahin erhält jeder Teilnehmer bei der Reichsbahn eine 75proz. Ermäßgiung der Fahrt. Der Preis beträgt 23,50 RM. für Fahrt, Unterkunft und Verpflegung, sowie einen dreimaliaen Besuch der Funkausstellung. Anmeldungne hierfür sofort bei allen KdFDienststellen.“ hattingen Herbstvorahnung in Herbede Aus Garten, Feld und Wald. Der Herbst naht und seine Spuren sind in Garten, Wald und Feld deutlich wahrzunehmen. Die Getreideernte ist zum größten Teil geborgen. Ein endgültiges Urteil über ihren Wert läßt sich erst fällen, wenn der Drusch beendet ist. Der Wind zeht über die Stoppeln und die Drachen steigen. Schon sammeln sich die Schwalben und halten ihre Uebungen ab, die Vorboten ihres baldigen Wegzuges sind. Glücklicherweise haben die unendlichen Regengüsse und die Kälte der ersten Augusthälfte einer freundlicheren Witterung Platz gemacht. Das ist besonders im Hinblick auf die Kartoffeln zu begrüßen, von denen die Frühkartoffeln schon häufig Fäule zeigten. Nun beginnt auch die Ernte des Flachses, der auf Veranlassung der Regierung auch hier angebaut wurde. Hoffentlich erfüllen sich die Hoffnungen, die hierauf gesetzt wurden.— Die bessere Witterung wird auch von den Hausfrauen sehr begrüßt, denn die so sehr beliebten Bohnen, die in dem an Gemüse nicht sehr reichen Jahr noch eine große Hoffnung der Hausfrau bilden, versprechen nunmehr noch eine erträgliche Ernte. Leider haben Kälte, Ungeziefer, erst Trockenheit, dann Nässe im Garten so manche Hoffnung zuschande gemacht. Auch Elstern und Eichelhäher, die sehr stark auftraten, wurden den Erbsen und anderem Gemüse gefährliche Feinde. Die Hühnerställe wissen von vielen Besuchen von Freund Reineke zu erzählen. Auch menschliche ungerufene Helfer haben manchen Gärten einen unerwünschten Besuch abgestattet.— In den Wäldern hat die Ernte der Brombeeren begonnen und unsere Brombeerhecken haben Besuch aus nah und fern aufzuweisen. Der Behang ist sehr reich und wird im Winter die vielen Kratzen an Hand und Fuß, die das Pflücken der Brombeeren nun mal mit sich bringt, vergessen lassen. Auch die Pilzsucher haben sich eingestellt. Allerdings hat das Schwinden der Arbeitslosen das Heer der Pilz= und Beerensucher beträchtlich vermindert.— Auch wer ohne Zweck und Ziel unsere Berge durchstreift, kommt auf seine Kosten. Der herbstlich kräftige Geruch des Waldes stärkt ihn, und das reiche Tierleben wird ihn erfreuen. Die Zahl der Rehe hat erfreulich zugenommen und wer sie belauschen will, der braucht nur Abends oder am frühen Morgen ihre Lieblingsplätze aufzusuchen, die zuweilen nahe an den menschlichen Behausungen liegen. Wer gerne dem Spiel der Eichkätzchen zuschaut, der braucht nur abends oder am frühen Morgen ihre Also— nutzen wir die Zeit, die die Natur uns noch gönnt, ihrem Leben und Weben zuzuschauen. Nur zu bald wird sie sich zum Schlummer legen. Blankenstein — Glucke mit zwölf Küken gestohlen. Dem Gastwirt U. von hier wurde eine Glucke mit zwölf Küken gestohlen. Der Diebstahl wurde in den Morgenstunden ausgeführt. Bei der Glucke handelt es sich um ein weißes Leghorn. Die Küken waren weiß, eine Tier hatte schwarze Flügel. Angaben erbittet die Polizei in Blankenstein. — Mit dem Fahrrad durchgebrannt. Der hier bei dem Kötter T. beschäftigte landwirtschaftliche Arbeiter St. nahm„französischen Abschied“ und ließ hierbei ein Fahrrad des Vg. N. mit sich gehen. Sein Reiseziel ist zur Zeit noch unbekannt. — Rücksichtslose Fahrer. An der Sprockhöveler Straße beschädigte ein Kraftfahrzeug beim Drehen die Umfassungsmauer des Vg. Schm. Der Fahrer fuhr, ohne sich um den von ihm angerichteten Schaden zu kümmern, davon. Inzwi schen ist das Fahrzeug ermittelt worden. — Katholische Kirchengemeinde. Für die Libori=Jubiläumsgabe ist in der Kirche ein Opferstock aufgestellt. Diese Gabe soll dienen zum Bau von Kirchen in der Diaspora.— Am sonntag, 8 Uhr vormittags, ist gemeinschaftliche hl. Kommunion aller Frauen und Mütter der Gemeinde. Für die Junamänner beginnen wieder die regelmäßigen Heimabende, wie sie bisher gehalten wurden: Donnerstags für die Jungmänner, Dienstags für die Jungenschaft. Die Heimabende der Jungfrauen sind für die älteren am Mittwoch, für die jüngeren am Freitag.— Die Pfarrbücherei leiht in den Ausleihstunden(Sonntag nach dem Hochamt, Mittwoch von 5 bis 7 Uhr) Bücher an die Mitglieder aus.— Für die Hattinaer Pfarre ist die Wallfahrt nach Hardenberg=Neviges am 13. September. Abfahrt ab Nierenhof 7.13 Uhr, Rückkunft 17,47 in Nierenhof.(Hardenberg zählt zu den ältesten Wallfahrtsorten der Welt zu Ehren des unbefleckten Empfängnisses Marias.) holthausen — Der Krieger= und Landwehrverein Holthausen feiert am Samstag einen Kameradschaftsabend, zu dem die ganze Gemeinde herzlich eingeladen ist. Buchholz — Mit dem Fahrrad gestürzt. An der Pil grimshöhe stürzte der Vg. G. mit einem Fahrrad in dem Augenblick, wo er einem aus entgegengesetzter Richtung kommenden Kraftwagen ausweichen wollte. Durch den Sturz zog er sich eine Verstauchung des linken Handgelenks zu, wodurch er zunächst mal arbeitsunfähig geworden ist. Nierenhof Tierquölerei wird heute bestraft Unglaubliche Zustände auf einem Bauernhof in Stiepel Vor dem Schöffengericht in Bochum wurde ein Fall von Mißwirtschaft auf einem Bauerngehöft in Stiepel an der Ruhr aufgedeckt, wie sie in solchem Ausmaß wohl noch nicht ein Gericht beschäftigt hat. Die beiden Brüder Wilhelm und Paul Sch. O., die in einer Erbgemeinschaft den alten und früher bedeutsamen Hof bearbeiteten, waren der Tierquälerei nach dem neuen Gesetz beschuldigt. Der schier unglaubliche Zustand des Hofes, besonders in seiner Viehbewirtschaftung, hatte schon längere Zeit die Entrüstung der Nachbarschaft gefunden, so daß Polizei und Tierschutzverein unter Zuhilfenahme von Tierärzten eine Nachprüfung der Verhältnisse anstellten, die zur Einleitung eines Strafverfahrens gegen die beiden genannten Brüder führte., Auf dem Hofe hat, wohl infolge der mangelnden Geldmittel, eine Mißwirtschaft seit längerer Zeit bestanden, die schließlich zur völligen Verluderung hätte führen müssen. So ergab die Beweisaufnahme der Gerichtsverhandlung haarsträubende Bilder der Verantwortungslosigkeit, unter der dort das Vieh behandelt worden ist. Man fand einen halbverhungerten Viehbestand vor. Infolge der unzureichenden Nahrung und der miserablen Stallverhältnisse sind auf dem Hofe im vorigen Jahre zwei Pferde eingegangen. Längere Zeit gemästete Schweine hatten das Aussehen von Windspielen. Obwohl eineinhalb Jahre gefüttert, hatten sie nur ein Gewicht von je 60 bis 80 Pfund. Offenbar erhielten sie nur soviel Mast, daß sie eben das Leben fristen konnten. Der Zustand der Kühe war ähnlich. In ihrem überaus abgemagerten Zustand, der das ganze Rippengehege hervortreten ließ, machten die Kühe und Rinder den Eindruck wandernder Hut= und Schirmständer. Die gleiche Abmagekung zeigten die Kälber. Eine Kuh mußte, da sie zum Verkauf nicht mehr geeignet war, dem Abdecker übergeben werden. Vier Kühe ergaben insgesamt eine Milchverwertung von 6°Litern. Die Milchentnahme mußte offenbar für die Kühe eine Tierquälerei abgeben. Bei einem 18jährigen Gaul, der gefohlt hatte, stellte man eine Brustwunde fest, in die man eine Hand hineinstecken konnte. Der gesamte Viehbestand litt an dauernder Entkräftung. Dazu die verlodderten Stallverhältnisse! Durch Löcher in den Stallwänden, die notdürftig mit Mistteilen verstopft waren, fegten Wind und Unwetter. Von einer Tierpflege konnte überhaupt auf dem Hofe nicht geredet werden. Daher hatte das Vieh auch keine Freßlust. Die Angeklagten begründeten die vorgefundenen unerhörten Zustände mit Geldnot, die eine Heranziehung eines Tierarztes ihnen unmöglich gemacht habe. Aus der Verhandlung erhielt man den Eindruck, daß die Erbgemeinschaft, an der mehrere Geschwister beteiligt waren, infolge ihrer Uneinigkeit zum Teil diese Zustände heraufbeschworen hat. Das Gericht war der Ueberzeugung, daß durch die den Tieren angediehene Behandlung das neue Gesetz des Tierschutzes verletzt sei. Infolge der schlechten Pflege und Ernährung habe das Vieh Schmerz und stilles Leid ausgestanden. So wurde eine Verletzung des§ 2 Absatz 1 und 9 des neuen Gesetzes für vorliegend erachtet. Die unzweifelhaft vorhandene Notlage, ferner das Alter der Angeklagten und ihr strafloses Vorleben, ließ das Gericht von der Verhängung einer Freiheitsstrafe absehen. So erhielt W. zur O. 150 R M. und P. 75 R M. Geldstrafe. Die Feststellungen des Verfahrens werden jetzt gründlichen Wandel in der Bewirtschaftung des Hofes bringen dadurch, daß man sie in eine einzige und starke Hand überleitet. — Nierenhofer HJ. fährt an den Niederrhein! Hitler=Jugend fährt durch alle Gaue unseres schö nen Vaterlandes, um die Heimat kennen und lieben zu lernen. Hitler=Jungen sind Sendboten der Idee und des Glaubens. Die HJ. und das Jungvolk des Standortes Nierenhof fahren in drei Wochen in Stärke von 60 Jungen nach Kalkar an den Niederrhein, hier veranstaltet die HJ. in der Jugendherberge einen Abend, der dem größten Sohn der Stadt Kalkar gewidmet ist„Jo seph von Lauff“. Die Fahrt wird über Wesel und Xanten nach Kalkar führen. Führer und Veranstalter der Fahrt ist Gefolgschaftsführer Hoose, an der Fahrt werden der Ortsgruppen leiter, der Ortsbürgermeister und ein Sohn des toten Dichters teilnehmen.— Die Bevölkerung von Niederbonsfeld kann stolz auf ihre Jungen sein, Vereine, Körperschaften und Verbände helfen mit, damit die Fahrt auch von anderer Seite aus steigen kann. In Kalkar werden neben den Be sichtigungen auch Feierstunden am Grabe von Lauffs sein, sowie am Ehrenmal. Der Zweck ist, unseren Jungens wieder ein schönes Stück Heimat zu zeigen und kulturell und politisch wieder einen Weg weiter zu gehen. — NS=Volkswohlfahrt Niederbonsfeld. An alle Feld= und Gartenbesitzer! Unsere Zellen= und Blockfrauen und Helferinnen der NSV. gehen in diesen Tagen wieder um! Dieses Mal um für den kommenden Winter zu hamstern. Wir wollen Vorsorge treffen und für die von der NSV. bzw. dem Winterhilfswerk zu betreuenden hilfsbedürftigen Volksgenossen alles einkochen, was Feld und Garten uns in diesen Herbsttagen schenken. Die genannten Frauen sind bereits dar an, in Kesseln und in von der NSV. zur Verfü gung gestellten Einkochdosen alles einzukochen, was fleißige Sammlerinnen zusammenbrachten. Es ergeht deshalb an alle die herzliche Bitte, un sere Frauen in diesem gewißlich schönen Vorhaben zu stärken und reichlich aus Feld und Garten zu geben. Leichenlandung in Steele Selbstmord oder Unglücksfall? Gestern morgen gegen 9,30 Uhr wurde unterhalb der Badeanstalt der Steeler Badegesellschaft eine Leiche aus der Ruhr gezogen. Es handelt sich um eine männliche Person im Alter von etwa 50 Evangelische Gottesdienste Hattingen. St.=Johannis=Kirche: 7,45 Uhr Frühgottesdienst, Pastor Radicke.— St.=Georgs Kirche: 8,45 Uhr Kindergottesdienst; 10 Uhr Hauptgottesdienst, Pastor Graefe; nach dem Hauptgottesdienst Kirchentaufen; 3 Uhr Kirchentaufen in der St.=Georgs=Kirche, Pastor Graefe.— Krankenhauskapelle: 8,45 Uhr Gottesdienst, P. Graefe. Christl. Hospiz: 8,45 Uhr Andachtsstunde, Pastor Radicke.— Winz: 10 Uhr Gotkesdienst, P. Haag. — Bibelstunde. St.=Johannis=Kirche: Donnerstag 8,15 Uhr. P. Radicke. Niederbonsfeld=Elfringhausen. Sonntaa 8,30 Uhr Gottesdienst in Niederbonsfeld, Vikar Karlmeier: 10,15 Uhr Gottesdienst in Elfringhausen, Vikar Karlmeier: Dienstaa nachm. 3,30 Uhr: Frauenhilfe Nierenhof. Bredenscheid=Stüter. So. 9,15 Uhr Gottesdienst im Kirchsaal, Pastor zur Nieden: 10,30 Uhr: Gottesdienst in Oberstüter, Pastor zur Nieden; kein Kindergottesdienst.— Mi. 3 Uhr Zusammenkunft der Frauenhilfe Bredenscheid bei Neuhaus.(Während des Urlaubs von Pastor Blesken(bis zum 13. September) wende man sich bitte in allen Fällen an Herrn Pastor Radicke. Wiederbeginn des kirchl. Unterrichts Dienstag, den 15. Sept. Welper. Sonntag 10 Uhr: Gottesdienst, P. Radicke; 11,15 Uhr: Kindergottesdienst. Mi. 8 Uhr gemeinsame Bibelstunde für die Gemeinde und die männliche und weibliche Jugend. Do. 3 Uhr: Versammlung der Frauenhilfe. Holthausen. So. 8,30 Uhr(nicht 10,15 Uhr): Gottesdienst, P. Ebbinghaus.— Di. 6 Uhr: Bibelstunde für die weibl. Jugend. Blankenstein. So. 9 Uhr: Gottesdienst, Pastor Altena; 14 Uhr: Kindergottesdienst; Mi. 8 Uhr: Bibelstunde; Fr. 8 Uhr: Bibelstunde für die weibl. Jugend; danach Sinaen. Herbede. So. 9.45 Uhr: Hauptgottesdienst, Sup. Liz. Werdermann, Witten. Mi. 20 Uhr: Jugendbibelstunde im Gemeindehause. Do. 15,30 Uhr: Frauenhilfe„Im Holz" bei Wirt Sonnenschein, Durchholz. Niederwenigern. So. 10 Uhr: Gottesdienst, Pastor Ebbinghaus. Stiepel. So. 8,30 Uhr: Gottesdienst im Lutherhause, Pastor Lohmeyer; 10 Uhr: Gottesdienst in der Kirche, P. Lohmeyer; 10,30 Uhr Gottesdienst in Buchholz, Pastor Altena.— Jugendschar. Dorf: Dienstaa 8 Uhr; Haar: Dienstag 7.30 Uhr. Sprockhövel. So. 9,30 Uhr: Gottesdienst, Pastor Moeller, Kollekte für die Frauenarbeit im Bereich der Deutschen Evangel. Kirche; 10,45 Uhr: Kindergottesdienst; 10,45 Uhr und 11,30 Uhr: Kirchentaufen. 86 mmmmmmmmmmmmuummn Das Wetter Noch nicht niederschlagsfrei In der Störungstätigkeit Englands—Islands ist eine gewisse Beruhigung eingetreten. Die in Verbindung mit den Niederschlägen der letzten Tage nach Mitteleuropa eingeströmten kühleren Meeresluftmassen haben zu leichtem Druckanstieg in diesen Gebieten geführt. Da nunmehr einheitlichere Meersluftmassen den Kontinent erreichen, ist mit einer Wetterbesserung zu rechnen, doch werden immer noch bei zeitweise stärkerer Bewölkung leichte Schauer niedergehen. Vorhersage für Samstag: Bei mäßigen westlichen Winden meist wolkig, vorübergehend aufheiternd, geringfügige Schauer, mäßig warm. Vorhersage für Sonntag: Winde um West, zeitweise stärkere Bewölkungsum eine mannliche Person im Alter von erwa 501 Winde um West, zeitweise startere BewoltungsJahren. Bei dem Toten wurde ein Brief gefunden, abnahme in den Vormittagsstunden, noch geringe der an einen Bewohner der Stadt Wattenscheid ge= Schauer, Temperaturen bis 22 Grad. richtet war. Die Untersuchung ist eingeleiter.MrAkalAatalich. Mai.anantat... Wie die Ermtitlungen ergaben, handelt es sich Wayrscheinliche Weiterentwicklung: bei den Toten um den 48 Jahren alten Steuer Abnehmende Niederschlagstätigkeit, sonst wenig berater Alex Dahm aus Dortmund. Aenderung. NUMMER 195 DRITTES BLATT FREITAG, 21. AUGUST Ründschon Großkampftag der Kennfahrer die Kennwagen in der Schweiz und on der hohensyburg— Die Motorräder in Deutschland Das bevorstehende Wochenende wartet im Motorsport mit einer Fülle von Großveranstaltungen auf, die aber auch restlos alles auf den Plan bringen, was im internationalen Automobil- und Motorradrennsport einen Namen hat. Im Mittelpunkt steht der Große Preis der Schweiz für Rennwagen. Die Teilnehmer an der Internationalen Alpenfahrt legen für diesen Sonntag eine Ruhepause ein, um dem großen Rennen im Berner Bremgartenwald beiwohnen zu können. Auf dem landschaftlich reizvollen Teterower Bergring gelangt die zweite internationale Prüfung des Jahres für Motorräder zum Austrag. Der DDAC.=Gau XI(Bayrische Östmark) veranstaltet zum 11. Male das Ratisbona=Bergrennen bei Kehlheim, das für Krafträder und Wagen offen ist. Schließlich wickelt der DDAC.Gau IX(Schlesien) das 6. Groß=Wartenberger Dreiecksrennen ab, das nur den Krafträdern Startgelegenheit gibt. Der Westen hat sein 10. Hohensyburgrennen. Auto Union und Mercedes Benz in Bern Der Große Preis der Schweiz ist die jüngste Veranstaltung dieser Art in Europa. Erst drei Jahre alt ist seine Geschichte und doch zählt er jetzt schon zu den berühmten„Grandes Epreuves“. Großkampftage stehen auf der Rundstrecke im Berner Bremgartenwald bevor. Sie ist gerüstet dank verschiedener Ausbau=Arbeiten, zu denen auch die Ueberhöhung von zwei Kurven zählt. Drei Rennen finden am kommenden Samstaa und Sonntag statt. Der Große Preis der Schweiz für Rennwagen nach der internationalen Formel der Preis von Bern für Rennwagen bis 1½ LiterZylinderinhalt und der den nationalen Fahrern vorbehaltene Preis vom Bremgarten für Sportund Rennwagen. Zwei deutsche Siege sind im Großen Preis der Schweiz zu verteidigen, der im Mittelpunkt der Veranstaltung steht. Das erste Rennen im Jahre 1934 hat mit einem Doppelerfolg der Auto=Union geendet, Hans Stuck gewann mit 140 km/std. vor Momberger, und im Jahre darauf trat MercedesBenz das Erbe an. Caracciola siegte mit 144 km/std. vor Fagioli. Wieder stehen die beiden deutschen Werke im Kampf, jedes stellt vier der ruhmreichen silbergrauen Wagen. Für Untertürkheim starten Rudolf Caracciola, Manfred von Brauchitsch, Hermann Lang und Luigi Fagioli. Die Zwickauer setzen Bernd Rose meyer, Hans Stuck, Ernst von Delius und Achille Varzi ein. Der gefährlichste Gegner ist wieder im Stall der Scuderia Ferrari und ihren Zwölfzylinder=Alfa=Romeos zu suchen. Tazio Nuvolari führt die Mannschaft an, der noch Rene Dreyfuß, Guiseppe Farina und ein noch zu benennender vierter Fahrer angehören. Das italienische Aufgebot wird durch zwei Fahrzeuge der Florenyer Scuderla Maremmana verstärkt. Cesare Biondetti=Bologna fährt einen von der Siata umgebauten Maserati und der Schweizer Stuber=Bern einen Alfa=Romeo. Mit großem In teresse sieht man dem Start des neuen Bu gatti=Modells entgegen, das Jean Pierre Wimille steuert. Mit diesem Wagen hat der Molsheimer Konstrukteur den Versuch gemacht, den Anschluß an die führenden Rennwagen zu finden. Unter den 20 Teilnehmern befinden sich noch die fünf Einzelfahrer Philippe Etancelin(Mase rati), Räymond Sommer(Alfa=Romeo), Earl Howe(Bugatti), Charley Martin(Alfa Romeo mmmm Aufstieg zur Handball-Gauliga Wieder drei Treffen in Westfalen Im Gau Westfalen gehen am Sonntag die Kämpfe um den Aufstieg zur Handball=Gauliga mit drei Begegnungen weiter. Westfalia Ahlen, die mit den günstigsten Aussichten auf den dritten Platz im Rennen liegt, tritt die Fahrt zum Post=SV. Hagen an. Die Hagener überraschten am letzten Sonntag durch ihre ausgezeichneten Leistungen in Werdohl und werden au eigenem Platz besonders schwer zu schlagen sein. Die Gäste müssen also schon in bester Tagesform sein, wenn sie zu dem wichtigen Erfolge kommen wollen. Der Reichsbahn=SV. Recklinghausen hat seine letzte Chance im Treffen gegen den TV. Spenge, der sich bereits als Tabellenführer den Aufstieg endgültig sicherte. Bei dem samosen Angriffskönnen der Bielefelder Vorstädter ist ihr Sieg in Recklinghausen mehr als wahrscheinlich. Das dritte Spiel führt Westfalia Dortmund=Somborn und den SV. Jahn Werdohl zusammen. Die Werdohler halten den zweiten Platz, und ihr Aufstieg dürfte ebenfalls so gut wie sicher sein. Dagegen sind die Dortmunder durch ihre vorsonntägliche Niederlage in Spenge stark zurückgefallen. Ein weiterer Punkteverlust würde sie vollends als Anwärter auf den dritten Tabellenplatz ausscheiden lassen. Reichsbahn=SV. Recklinghausen— TV. Spenge, Westfalia Somborn— SV. Jahn Werdohl, Post=SV. Hagen— Westfalia Ahlen. und Hans Ruesch(Maserati). Vertreten sind fünf Nationen, Deutschland, Italien, Frankreich, Großbritannien und die Schweiz. Das Rennen geht über die Grand=Prix=Distanz, die mit 70 Runden = 509,6 km erreicht wird. Der Kampf der Kleinen um den Preis von Bern hat ebenfalls eine hervorragende Besetzung erfahren. Acht Nationen sind mit 20 Fahrern zur Stelle. Die beiden einzigen Deutschen sind Walter Bäumer=Bünde mit einem Austin=FabrikWagen und Robert Kohlrausch=München mit seinem M. G. Die Schweizer Spitzenklasse ist in Stärke von 22 Fahrern in den vier Rennen um den Preis vom Bremgarten vertreten, der schon am Samstag über 101,920 km= 14 Runden entschieden wird. Stuber, Kautz, Christen, Ruesch sind die Bekanntesten. Das vom DDAC., Gau Östmark, ausgeschriebene 11. Ratisbona=Bergrennen um den HansSchemm=Gedächtnispreis wird bei Kehlheim entschieden. Die Rennen sind offen für Krafträder mit und ohne Seitenwagen sowie für Sportund Rennwagen. Die Rennstrecke ist 4 km lang und stellt bei einer Steigung von durchschnittlich 12 Prozent große Anforderungen an die Teilnehmer. Das Groß=Wartenberger=Dreiecksrennen, Schlesiens größtes rennsportliches Kraftfahrtereignis des Jahres, hat über 50 Nennungen erfahren. Insgesämt werden acht Rennen für Solo=Krafträder und Seitenwagen der Ausweisfahrer und Lizenzfahrer ausgetragen. Die Besetzung beschränkt sich durchweg auf schlesische und brandenburgische Fahrer. hohensyburg-Dreiecks-Rennen 180 Fahrer haben gemeldet-150 000 Zuschauer werden erwartet Das weit über Westdeutschlands Grenzen hinaus bekannte Hohensnvura=DreieckRennen, Westfalens große Motorenschlacht, gelangt am Sonntag zum zehntenmal am Fuße der Hohensyburg zur Durchführung. Die Rennstrecke, die sich durch weiteren Ausbau in glänzender Verfassung befindet, ist mit 5,5 Kilometer Länge der Rennkurs zweitkürzeste den wir in Deutschland besitzen. Man hat mit Absicht diese kurze Strecke gewählt, um das Publikum durch dauernde Positionskämpfe in Spannung zu halten, denn der Kurs wird von den Lizenz=Fahrern in nicht weniger als 3 Minuten zurückgelegt. Durch die immer wieder in 3 Minuten erscheinende Spitzengruppe und durch die sich auf der Strecke dauernd abspielenden Positionskämpfe dürfte auch nicht für eine Sekunde Langeweile unter den Zuschauern aufkommen. Mit Rücksicht auf die außerordentlich große Besetzung dürfte auch in diesem Jahre wieder mit packenden Kämpfen zu rechnen sein. Es ist alles nur Erdenkliche getan worden, um eine reibungslose Abwickelung der Veranstaltung zu gewährleisten. Drei über die Bahn errichtete Brücken sorgen für den Pendelverkehr zwi schen dem Innen= und Außenring, wodurch den Zuschauern Gelegenheit gegeben wird, ihre Plätze beliebig zu wechseln, um das Rennen an allen in teressanten Punkten beobachten zu können. Start und Ziel sowie die beiden Haupttribünen liegen an der Westhofer Brücke. Das Ren nen ist von den Tribünen einmal die ganze Be tongerade hinunter zu verfolgen, zum anderen ist die Bergstrecke nach Garenfeld hinauf gut zu übersehen. Weitere Tribünen sind in der Südkurve Garenfeld und in der Östkurve Ergste errichtet worden, sodaß überall für Sichtmöglich keit bestens gesorgt ist. Das Meldeergebnis von über 180 Fahrern dürfte zur Genüge beweisen, welch großes Interesse diese Veranstaltung in allen Sportkreisen ausgelöst hat. Drei Deutsche Meister nehmen den Kampf mit unserem Nachwuchs auf. In Anbetracht des überaus großen Nennungsergebnisses und des großen Andrangs unserer jungen Nachwuchsfahrer hat sich die Rennleitung gezwungen gesehen, die Rennen zu unterteilen. Insgesamt werden 9 Rennen gestartet, die etwa 6 Stunden in Anspruch nehmen, so daß, da der Start pünktlich morgens 9 Uhr erfolgt, mit dem Schluß gegen D.O.A.C. KohensyburgDreieck-Rennen Richard Hofmann begnadigt Er ist am Weihnachtstage spielberechtigt Aus Anlaß der großen deutschen Erfolge bei den Olympischen Spielen in Berlin hat der Fachamtsleiter Felix Linnemann die gegen den bekannten Fußballspieler Richard Hofmann (Dresden) ausgesprochene Strafe auf Ausschluß aus dem Fachamt Fußball aufgehoben. Hofmann kann wieder Mitglied des Reichsbundes für Leibesübungen werden und wiro am 25. Dezember spielberechtigt. mmmmmmmnn 16 Uhr zu rechnen ist. Es verbleibt also genügend Zeit, um nach der Veranstaltung noch einen kleinen Ausflug ins schöne Ruhrtal zu machen. Eingeleitet wird der Vormittag mit den Rennen der Ausweisfahrer. Sie kamen von jeher gern zu„unserem westfälischen Ring", und haben ihm auch in diesem Jahre wieder die Treue geyalten. Mit rund 80 Nennungen ist eine Besetzung zustande gekommen, wie sie nur selten bei anderen Veranstaltungen erreicht wird. Bei der Chancenbesprechung der einzelnen Klassen kann man auch nicht nur annähernd Namen nennen, denn dieses hieße den einen gegenüber den anderen bei den überaus vielen Nennungen in Nachteil bringen. Allein in der Klasse bis 500 Kubikzentimeter gehen rund 25 Fahrer an den Start. Die Lizenz=Motorrad= und Wagen=Rennen nehmen selbstverständlich das größte Interesse für sich in Anspruch. Die Wagenrennen werden anschließend an die Rennen der Ausweisfahrer gestartet. Schon der erste Versuch im Vorjahr, Wagen starten zu lassen, war von Erfolg gekrönt, denn die Streckenführung eignet sich auch für den Wagensport ausgezeichnet. Beim Training wurde uns von verschiedenen namhaften Fahrern gesagt, daß gerade dieser DreiecksKurs der schönste und in bester Verfassung befindliche von allen deutschen Rennstrecken sei. In der kleinen Klasse bis 800 Kubikzentimeter kämpfen Ceyer(Dortmund) auf BMW., Oertzen (Dortmund) auf DKW. und Pflug(Schwerte) auf BMW. um den Sieg. Recht lebhaft geht es in der Klasse bis 1100 Kubikzentimeter zu, in welcher Vorster(Rheydt) auf M. G., Odendahl (Köln) auf M. G. und Steinmeyer(Bielefeld) auf NSU=Fiat erste Siegeschancen besitzen. Glänzend besetzt ist die Klasse bis 1500 Kubikzentimeter, trifft doch hier die ganze Garde unserer erfolgreichen Sportwagenfahrer zusammen. Der Vorjahrssieger Roese(Düsseldorf) auf BMW., Heinemann(Geilenkirchen) auf BMW., Hillegaard(Altona) auf Aston Martin, Krings (Aachen) auf BMW. und Kleßmann(Gütersloh) auf BMW. werden sich einen Kampf bis zum äußersten liefern, von welchen wir Roese und Hillegaard einen kleinen Vorzug geben. In der Klasse über 2000 Kubikzentimeter streiten Ibing (Dortmund) auf Hanomag, Lütkemaas(Rheda) auf L.=Spezial und Petzold(Hannover) auf Ford um die Siegespalme. Bei den Sportwagen mit Kompressor bis 800 Kubikzentimeter dürfte der Ausgang nur zwischen den Austin=Waaen, die von Lang(Düsseldorf). Deutz(Lüdenscheid) und Verheyn(Düsseldorf) gesteuert werden, liegen. In der Klasse bis 2000 Kubikzentimeter bewerben sich Bera(Altena) auf Alfa Romeo, Rindermann(Hamm) auf Wanderer und Röttger(Hagen) auf Wanderer um den Sieg. Den Höhepunkt dieses 10. Hohensyburg=Dreiecks=Rennens bildet aber wieder der Start der Lizenz=Motorradfahrer, denn hier ist alles vertreten, was im deutschen Rennsport Klana und Ruf besitzt. Wo soll man in der Klasse bis 350 Kubikzentimeter anfangen und wo aufhören? Sie haben alle schon gewonnen und große Kämpfe gezeigt, alle haben sie Anspruch auf den Sieg. In der großen Klasse, Motorräder bis 500 Kubikzentimeter, ist die Lage ähnlich wie bei der 350Klasse. Auch hier gibt es keinen ausgesprochenen Favoriten, auch hier ist eine Voraussage kaum möglich. Aber gerade in dieser Ungewißheit liegt das reizende Spiel, welches Hunderttausende von Menschen immer wieder in seinen Bann schlägt. Die Beiwagen=Rennen versprechen mit Rücksicht auf die Qualität der einzelnen Fahrer recht interessant zu werden. Auch in der Solo= Klasse bis 1000 Kubikzentimeter dürften die Zuschauer voll und aanz auf ihre Kosten kommen, denn Weyres(Aachen) auf Harley=Davidson, Brinkmann(Münster) auf BMW., Kammer tr.(Völklingen) auf BMW., Vaasen(Jülich) auf Norton und Römer(Vohwinkel) auf Norton werden beweisen wollen, wer von ihnen der Schnellste ist. So wird auch das 10. Hohensyburg=DreiecksRennen wieder das Volksfest der westfälischen Motorsportler werden, denn eine Veranstaltung mit einer derartigen Besetzung wird kein am Motorsport Interessierter versäumen. Karlheinz Lückel. Deutsche Leichtathleten in Straßburg Der AS. Straßburg führt am 30. August ein internationales Leichtathletiktreffen durch, an dem sich auch mehrere deutsche Sportler beteiligen. So gehen Stöck, Borchmeyer, Dompert, Fink und Müller an den Start. Holland wird vertreten durch Osendarp, van Beveren, Berger. Hinzu kommen eine japanische Mannschaft und die besten französischen Leichtathleten wit Keller, Noel, Winter u. a. Was der Sonntag bringt Die 11. Olympischen Spiele, die dem deutschen Sport einen so überwältigenden Triumph bescherten, gehören der Vergangenheit an. Zwar halten sich zahlreiche Olympiamannschaften des Auslandes noch innerhalb unserer Landesgrenzen auf, um in Gastspielreisen den Daheimgebliebenen Ausschnitte olympischer Leistungen zu bieten, doch ist trotzdem das Wochenendprogramm wieder in seine früheren Bahnen gelenkt worden.— Der Fußball hat seine Ruhepause beendet und sieht für Sonntag auch zwei Treffen um den Tschammer=Pokal vor. In Düsseldorf erwartet der VfL. Benrath den Deutschen Meister 1. F C. Nürnberg und der SV. Waldhof Mannheim erhält den Besuch des Besiegers von Fortuna Düsseldorf, SV. Klafeld. In beiden Spielen müßten sich die Favoriten, 1. FCN. und Waldhof klar behaupten können. Ein Ereignis von größter Bedeutung ist der Fußball=Länderkampf Deutschland— Peru in Stuttgart. Die Peruaner stellten in Berlin gegen Oesterreich ihre große Klasse eindeutig unter Beweis und stellen Deutschlands Vertretung vor keine leichte Aufgabe.— Eine internationale Begegnung steigt in Düsseldorf zwischen Turu und dem White Star A C. Brüssel.— Im Handball herrscht nach den großen internationalen Treffen wieder etwas mehr Ruhe. Lediglich einige Freundschaftsbegegnungen zieren das Programm.— Die Leichtathletik dagegen bringt weitere nacholympische Sportfeste in Bremen, Warschau und Karlstadt mit erstklassiger Besetzung. Mitte und Hessen tragen einen Gaurepräsentativkampf in Erfurt aus. Deutschlands Elite trifft sich in Bremen.— Im Tennis geht es von Turnier zu Turnier. Nach Baden Baden folgt nunmehr das Internationale in Wiesbaden.— Die Ruderer haben eine kleine Ruhepause zur Schonung eingelegt. Lediglich in Frankfurt a. M. wird der Achterkampf Frankfurt— Naris gestartet, womit ein traditionsreicher Ruderkampf endlich wieder auflebt.— Der Kanusport sieht auf dem Bertasee in Duisburg die Europameisterschaften vor. Belgien, Holland, Oesterreich, USA und Deutschland haben ihre stärksten Mannschaften dafür namhaft gemacht.— Der Schwimmsport steht auch noch nach den Olympischen Spielen in voller Blüte. Die vielen ausländischen Gäste zeigen in den verschiedensten deutschen Städten ihr großes Können. Die Japaner stellen sich in Bochum und Oberhausen vor. Ein anderer Teil der Söhne Nippons weilt in Budapest, wo ein Länderkampf Ungarn— Japan stattfindet.— Weniger umfangreich als sonst ist diesmal das Programm im Radsport, das im Reich als bedeutendste Veranstaltung die Bahnmeisterschaften der Amateure in Frankfurt a. M. bringt. Daneben sei noch änf die allsonntägliche Veranstaltung in Paris hinge wiesen.— Recht tatkräftig greifen dagegen die Motorsportler in die Ereignisse des Sonntags ein. Im Vordergrund steht die Internationale Alpenfahrt die am 20. August beginnt und am 26. August endet. Der Große Preis der Schweiz für Automobile bringt erneut die besten deutschen und italienischen Rennwagen zusammen. Die Auto=Union steht hier vor einem weiteren Erfolg. In Deutsch land weisen das Hohensyburg=Rennen das Wartburg=Rennen bei Heilbronn und das Ratisbona=Bergrennen bei Kelheim durchweg eine vorzügliche Besetzung auf.— Der Turniersport bringt die zahlreichen olympischen Teilnehmer in den Tagen vom 22. bis 30. August in Aachen zusammen. Neun Nationen, USA, Holland, Ita lien, Rumänien, Frankreich und die Schweiz be streiten neben Deutschland auch den Preis der Nationen, womit das Turnier gleichzeitig seinen Höhepunkt erreicht. Aufsteigende Linie 1½ Millionen Deutsche tragen Sportabzeichen. Die bei den Olympischen Spielen von den deut schen Teilnehmern erzielten Leistungen ließen die ganze Welt aufhorchen. Einen Ueberblick über die Verbreitung des Sportes in Deutschland überhaupt gibt die Mitteilung des Statistichen Reichsamtes, wonach bis Ende März 1936 rund 1½ Millionen Sportabzeichen erworben wurden. Den stärksten Anteil hat mit 835 281 das SA=Sportabzeichen; außerdem wurden bis zu diesem Termin 486276 Reichssportabzeichen und 165 358 Reichssport=Jugendabzeichen verliehen. Die Entwicklung zeigt bei allen Sportabzeichen in den letzten Jahren eine ständig aufsteigende Linie; so entfallen allein 43 Prozent aller bisher verliehenen Reichssportabzeichen auf die Zeit von 1933 bis 1936. Die nacholympischen Spiele Neuer 800 m-Weltrekord— Wöllke warf 16.60 m die Kugel Ein großer Teil der deutschen Olympiakämpfer und Japans Spitzenklasse in der Leichtathletik beteiligte sich am Donnerstagabend an einer leider nur schwach besuchten Veranstaltung auf dem Frankfurter Sportfeld. Wohl die erfreulichste Leistung vollbrachte unser Olympjasieger im Kugelstoßen, Hans Wöllke=Berlin/ der mit einem Wurf von 16,60 Meter seinen deutschen und Europa=Rekord ganz erheblich verbesserte, gleichzeitig damit aber auch seinen Olympiasieg bestätigte. Auch sonst gab es durchweg ausgezeichnete Leistungen. Erwin Blask warf den Hammer 53,70 Meter weit, Greulich=Mannheim kam auf 51,42 Meter und der Japaner Abe tellte mit 51,30 Meter einen neuen Landesrekord auf. Das Diskuswerfen gewann LampertSaarbrücken mit 48,32 Meter vor Blask, der es auf 48,14 Meter brachte. Im Hochsprung bewältigte Weinkötz als einziger die 1,90 Meter und Leichum holte sich mit 7,35 Meter den Weitsprung, nachdem er bis zu seinem letzten Sprung nicht über sieben Meter gekommen war. Der Dreiprung fiel mit 14,85 Meter an den Japaner Harada. Neckermann Doppelsieger In den Sprintstrecken zeigte der Mannheimer Neckermann gute Form. Ueber 100 Meter schlug er in 10,7 den Japaner Suzuki, Leichum und Hornberger, für die je 10,8 gestoppt wurden. Die 200 Meter gewann der Süddeutsche in 21,9 vor Hornberger 22,3. Meister Hamann=Berlin schlug in 48,8 über 400 Meter die beiden Japaner Aihara 49,3 und Taiman 50,3. Dessecker lief über 800 Meter ein gutes Rennen und konnte den auf der Zielgeraden stark aufkommenden Kasseler Seifert 1:55,9) in 1:55,8 knapp niederhalten. Ueber 5000 landeten drei Darmstädter vorne; Haag belegte in 15:43 nur den dritten Platz. Walasiewicz vor Käthe Krauß Auch die Frauenwettbewerbe waren gut besetzt. Die 100 Meter sicherte sich die Polin Walasiewicz in 11,9 vor der Dresdnerin Käthe Krauß 12,1 und Albus=Barmen 12,5. Die 80 Meter Hürden waren der Duisburgerin Anni Steuer in 12,4 nicht zu nehmen. Die deutsche Meisterin Platz. Mollenhauer=Hamburg errang mit einem Wurf von 39,91 vor Käthe Krauß den Sieg im Diskuswerfen. 800 m in 1:49.7 Glen Cunningham lief Weltrekord.— Hein warf den Hammer 54,96 Meter. Im Vergleich zum ersten Tage brachte die Fortsetzung der Stockholmer Leichtathletiksviele am Freitag noch eine Steigerung. Das Wetter war klarer, die Bahnverhältnisse besser und auch der Besuch mit 15000 Zu schauern stärker. Im Mittelpunkt stand der 800Meter=Lauf, den der Amerikaner Glen Cunningham nach mörderischem Kampf in neuer Weltrekordzeit von 1:49,7 vor Powell=England 1:51,8, Lanzi=Italien 1:52,4 und dem Schweden Erik Ny 1:52,8 gewann. Harbig=Dresden belegte in diesem schweren Rennen mit 1:55,2 nur den sechsten Platz. Den zweiten Höhepunkt brachte das Hammerwerfen. Hier bestätigte auch unser Olym piasieger Karl Hein=Hamburg mit einem Wurf von 54,96 Meter, daß sein Sieg in Berlin kein Zufadl war. Wie hart der Kampf gegen Skandinaviens Klasse war, geht am besten daraus hervor, daß Warngard=Schweden mit 52,73 Meter, Jansson=Schweden mit 51,99 Meter und Pärni=Finnland mit 51,10 Meter über der Fünf zigmetermarke blieben. Ausgezeichnete Leistungen gab es auch im 110=Meter=Hürdenlauf, den der amerikanische Olympiasieger Forest Towns in 14,2 Sekunden vor Lidman=Schweden 14,4 O'onner=Kanada 14,5 und dem Zehnkampf=Weltrekordmann Glen Morris=USA. 14,7 gewann. Der Berliner Vogt kam über 200 Meter mit 22,5 nur auf den sechsten Platz. Hier siegte Draper=USA. in 21,1 vor Theunissen=Südafrika, Cagle=USA. Danielsson=Schweden und Fritz=Kanada. Mit Meadows. der im Stabhochsprung nur 4,15 zum Siege brauchte, setzte sich vor LindströmSchweden 3,80 Meter und Ljungberg=Schweden 3,60 Meter ein weiterer Olympiasieger durch Maffei=Italien holte sich den Weitsprung mit 7.24 Meter vor dem Schweden Stenquist 7,16 Meter Braddock tatsächlich verletzt: Entscheidung nach dem Bericht des Arztes Der von der Neuyorker Boxkommission mit einer Untersuchung Braddocks beauftragte Arzt äußerte sich als Knochenspezialist über den Zustand des Schwergewichts=Boxweltmeisters Jimmy Braddock. Dieser leide unter einer eftigen Gelenkentzündung an der linken Sand und an beiden Ellenbogen. Die Schmerzen eien gerade an den letzten Tagen wieder sehr tark gewesen. Er halte es für notwendig, daß der Kampf mit Schmeling um einen Monat hinausgeschoben werden müsse. Der Vorsitzende der Neuyorker Athletikkomission erklärte, daß eine Entscheidung über die Verlegung des Kampfes am Freitag getroffen werde, wenn der schriftliche Doktorbericht vorliegen würde. Joe Louis will Schmeling schlagen! John Roxborough, der Manager des jungen Negerboxers Joe Louis, deutete nach dem eindrucksvollen Sieg seines Schützlings über den rüheren Weltmeister Jack Sharkey an, Louis werde zunächst nicht mehr kämpfen. Er wolle Schmeling schlagen und kein anderer Boxer würde ihn vorläufig interessieren. Mit diesen Aeußerungen wurden die zahlreichen Fragen der amerikanischen Pressevertreter beantwortet. Mmn bekannt ist. Bekannte Namen wie Disselbeck usw. tauchen in der Mannschaft der Gäste auf. Die Steeler müssen auf jeden Fall das schwerste Geschütz auffahren, wenn sie günstig abschneiden wollen. Die Steeler haben sich durch Wagner und Boddenbera vom BC. Dubois verstärkt. Es werden sich auf jeden Fall im Steeler Ring Kämpfe abspielen, wie man sie seit langer Zeit nicht mehr gesehen hat. In folgender Aufstellung treten sich die Mannschaften gegenüber(Bochum zuerst genannt): Igd.Fliegengewicht: Luxnat— Probst, Igd.=Bantam: Binkle— Kasper. Igd.=Leicht: Weitkämper gegen Friederich. Federgewicht: Gänserig— Hinz. Welter: Kaisler— Fischer. Mittele Weinkauf gegen Kampmann. Halbschwer: Höflich— Herbes. Die Hauptkämpfe bestreiten im Leichtgewicht: Disselbeck—Wagner und im Schwergewicht: Pristav gegen Boddenberg. Die Mannschaft des SV. Steele trägt am Sonntagmorgen gegen die Schwimmer vom RWE.=Sportverein ein Wasserballspiel aus. Am Nachmittag steigt ein Klubkampf zwischen den Seniorenmannschaften des SV. Steele und GrünWeiß Essen. Außerdem steigen im Rahmen des Klubkampfes noch Einlagekämpfe. Eckert=Frankfurt kam mit 12,5 auf den zweiten! und Morris=USA. 6,73 Meter. Snort in und ùm Steele Pokalturnier beim Jubelverein 25 Jahre Preußen Steeie- Kray gegen Gelsenkirchen 07 Nachdem am vergangenen Sonntag die Spielvereinigung Steele 1911 ihr 25jähriges Vereinsjubiläum beging, begehen die Preußen das gleiche Jubiläum im Laufe der kommenden Woche. Bereits am Samstag beginnen die von den Preußen aus Anlaß des Jubiläums ausgeschriebenen Pokalspiele. Das Meldeergebnis ist sehr gut ausgefallen. Auf den Ausgang und den Verlauf der Spiele, die durchwea lokalen Charakter haben, darf man gespannt sein. Auf dem Platz an der Altendorfer Straße wird sich im Verlauf der kommenden Woche allerlei tun. Spannende Kämpfe werden sich die Mannschaften liefern, es geht letzten Endes nicht nur um den Pokal, man könnte diese Spiele auch als inoffizielle Austragung der Steeler Stadtmeisterschaft betrachten. Es ist nur schade, daß die Preußen selbst nicht mit dabei sind. Aber immerhin werden diese Pokalspiele viel Rückschlüsse zulassen, wie unsere Steeler Mannschaften für die kommende Saison gerüstet sind. Die Vorrunde steigt bereits am Samstag und Sonntag. Die Auslosung ergab folgende Paarung: Samstag: BV. Steele 03— Teutonia Ueberruhr. Die Alpenfahrt hat begonnen Ueber 333 km von Luzern nach Lugano sind gefahren In Abständen von einer Minute wurden die Teilnehmer an der 8. Internationalen Alpenfahrt am Donnerstag früh 5 Uhr in Luzern auf die Reise geschickt. Von den 73 gestarteten Fahrzeugen schieden auf der ersten Etappe nach Lugano nur zwei, beide durch Unfälle, aus. Die Strecke, in die eine Bergprüfung am Klausenpaß eingeschaltet war, erwies sich als nicht sonderlich schwierig. Ein furchtbarer Regen ging nieder, als die Fahne zum ersten Start gesenkt wurde. Die Straßen waren förmlich überschwemmt, dichter Nebel herrschte, so daß bis 11 Uhr mit Licht gefahren werden mußte. Von den 75 Gemeldeten waren zwei nicht zur Abnahme erschienen, u. a. auch Dr. Nieders auf BMW. Die Fahrzeuge starteten in vier Gruppen. Zuerst die Klasse über 3000 cem, unter deren 15 Teilnehmern sich nur zwei deutsche Fahrer befinden. Die verlangte Durchschnittsgeschwindigkeit steht auf 45 km Std. Der Gruppe 2 gehören Wagen von 2 bis 3 LiterZylinderinhalt an, sie besteht aus 11 Konkurrenten, darunter sechs Deutschen. Die Gruppe 3, 1100 bis 2000 ccm, ist mit 33 die zahlenmäßig stärkste. Zuletzt gehen 15 Bewerber der Gruppe 4, bis 1100 ccm, auf die Strecke, die sie mit 40 km/Stö. hinter sich zu bringen haben. Die Schwierigkeit für die Fahrer liegt in erster Linie darin, daß Zahl und Ort der Zeitkontrollen nicht bekanntgegeben werden, so daß vor jedem Dorf ein eifriges Vergleichen der gefahrenen Zeit mit der Durchfahrtszeit einsetzt. Einen ausgezeichneten Eindruck hinterließen die deutschen Teilnehmer; sie waren einheitlich in Weiß gekleidet und zeigten gediegenes Können. Die Geländefahrten er wiesen sich als gute Schulung. Von Luzern ging die Fahrt am Vierwaldstätter See entlang, um die Südspitze des Züricher Sees und dann südlich in die Alpen hinein. Auf der berühmten 21,5 km langen Klausenpaß Rennstrecke fand eine Bergprüfung statt. Dabei war die Zeit der vier Besten jeder Gruppe zuzüglich einer Freigrenze von 10 v. H. maßgebend für Strafpunktfreiheit. Frau Lotte Hückel(Tschechoslowakei) überschlug sich mit ihrem BMW., kam aber, wie ihr Mann als Beifahrer, mit leichten Hautabschürfungen davon. Dagegen wurde der Wagen so stark beschädigt, daß er als erster ausscheiden mußte. Trotz der kühlen Witterung kochte es in verschiedenen Kühlern, als die steilen Serpentinen gemeistert werden mußten. Auf dem nächsten Teilstück wurde die Gotthardt=Straße bis Andermatt gefahren, dann wurde nach Östen zur Oberalp abgebogen und an den Adula=Alpen vorbei durch die Tessiner Alpen über Bellinzona das Tagesziel Lugano erreicht. Bei Biaska ereignete sich ein zweiter Unfall. Die Holländer van Beeck= v. d. Spek fuhren gegen einen Telegraphenmasten und mußten aufgeben. In der Südschweiz herrschte wesentlich besseres Wetter, so daß die Fahrer bei strahlendem Sonnenschein in Lugano einfahren konnten, wo ihnen zahlreiche Zuschauer einen begeisterten Empfang bereiteten Sonntag: TV. Horst=Ruhr—Rellinghausen 1910. Sonntag: Steele 09— Steele 11. Tus Steele=Rott zog ein Freilos und kommt kampflos in die Zwischenrunde. Wer wird nun die Vorrunde überstehen? Gleich im ersten Spiel treffen in Steele 03 und Teutonia Ueberruhr zwei Favoriten aufeinander. Einer muß ausscheiden. Die Teutonen sind gewiß in Form, und von den 03ern kann man sich kein klares Bild machen, denn die Mannschaft ist am Ende der vorigen Saison wenig hervorgetreten. Der Sieger dieses Spieles dürfte bestimmt im Endspiel zu finden sein: denn in der Zwischenrunde trifft die siegende Mannschaft auf Tus. Steele=Rott. Die Rotter dürften diesem Gegner, ob es nun die Steeler oder die Ueberruhrer sind, nicht gewachsen sein. Das zweite Spiel: TV. Horst=Ruhr— Rellinghausen 1910 ist eine offene Angelegenheit. Ob es die Horster, die am vergangenen Sonntag einen sehr guten Start hatten, schaffen werden, muß abgewartet werden. Ein Sieg der Horster ist durchaus möglich. Das dritte Spiel führt Steele 09— Steele 11 zusammen. Wenn es ohne Ueberraschung abgeht, die ja meistens in Pokalspielen an der Tagesordnung sind, dann müßten auch die 09er eine Runde weiterkommen. Nach all den Rechnungen scheint das Ende wohl zwischen Teutonia Ueberruhr. Steele 03 und Steele 09 zu liegen. Die Zwischenrunde wird am Dienstag und Donnerstag der kommenden Woche erledigt. Das Endspiel steigt am nachsten Sonntag Sonst ist es am kommenden Sonntag ruhig im Steeler Fußballsport, die Mannschaften schonen sich für die Pokalspiele.— Ein Spiel, das seine Anziehungskraft auch nicht verfehlen wird, steigt am Samstag an der Riddershofstraße in Kray zwischen Kray 04 und Gelsenkirchen 07 Die Krayer haben sich scheinbar auch in dieser Saison allerlei vorgenommen. Am ersten Sonntag stellte sich mit dem MBV. Linden eine spielstarke Mannschaft vor, und am Sonntag setzt kein Geringerer als Gelsenkirchen 07 den Reigen fort. Für die Gelsenkirchener wurde einmal der Name„Gelbe Gefahr“ geprägt, und das hatte schon seine Bedeutung. Die Mannschaft wird ein weiterer Prüfstein für die Krayer sein. Essener Amateurborer Endrunde der Stadtmeisterschaften am Samstag. Im Zirkus Hagenbeck werden am kommenden Samstagabend die Entscheidungskämpfe um die Essener Stadtmeisterschaft der Amateurboxer steigen. Es kämpfen: Fliegen: Hammernick, Boxring 23— Liebig— BC Dubois. Bantam: Palussek, Boxring 23— Roeberg, BC Kupferdreh. Feder: Olsen, BC. Kupferdreh— Lorenz, BC. Dubois. Leicht: Belusa, Helene Altenessen— Wagner, BC. Dubois. Welter: Weinert, Helene Altenessen— Grüter, BC. Dubois. Mittel: Mattern, Katernberg— Girock, IR 77. Halbschwer: Löhr, Boxring 23— Riethoff, IR 77. Schwer: Hoffmann, Helene Altenessen— Boddenberg, BC Dubois. Boxen BC. Steele— Polizei=SV. Bochum Nach längerer Ruhepause tritt am kommenden Sonntag der BC. Steele wieder mit einer Veranstaltung an die Oeffentlichkeit. Die Veranstaltung verspricht etwas Besonderes zu werden Als Gegner wurde der Polizeisportverein in Bochum verpflichtet. Eine Mannschaft, deren Name weit über die Grenzen der engeren Heimat Großer„Gruga-Preis“ von Essen über 120 Kilometer Der Große Gruga=Preis von Essen am kommenden Sonntag hat eine sehr starke Besetzung gefunden. Die Meldeliste ist nun abgeschlossen, und es finden sich sehr viele Fahrer, die im Straßenrennsport einen Namen haben. Aus der stattlichen Zahl der A=Fahrer wollen wir einige herausgreifen: Paffrath=Solingen, W. Oberbeck, Haak, Huth, Kotels, Fuhrmann(Bielefeld), Wemper, Richter, Pardon, Püter(Dortmund), Fischer(Düsseldorf), Hochkeppler, Naupert(Köln), Bokarren(Remscheid), Murski(Hamborn), Brodde, Rehberg(Essen) und die Duisburger Lück und Geiling. Start und Ziel: Gruga Das Rennen wird sicherlich Beachtung finden. Es wird um 9 Uhr draußen an der Gruga gestartet, und die Hauptklasse wird zwischen 12 und 12.30 Uhr zurückerwartet. Der Kurs ist recht schwer und verlangt sehr viel von den Fahrern. 120 Kilometer schwere Fahrt Das geht am besten aus der Streckenführung hervor. Steigungen und Talfahrten wechseln in bunter Folge ab: Gruga— Kettwig— Saarn— Krummen Weg— Hösel— Heiligenhaus— Kettwig— Werden— Velbert— Tönisheide— Apprath— Wieden— Dornap— Mettmann— Wülfrath— Ratingen— Saarn— Kettwig— EssenGruga. Die„letzten Vier“ Internationales Tennis=Turnier in Baden=Baden Das Internationale Tennis=Turnier in Baden=Baden konnte auch am zweiten Tage gut gefördert werden, obwohl das Wetter nicht gerade günstig war. Vor zahlreichen Zuschauern gab es schöne und spannende Kämpfe. Bei den Männern wurden, wie bei den Frauen, die„letzten Vier“ im Einzel ermittelt. Marieluise Horn und Irmgard Rost setzten sich zusammen mit der Polin Jedrzejewska und der Holländerin Rollin=Couquerque durch, während bei den Männern Henner Henkel mit dem Oesterreicher Bawarowski, dem Chinesen Cho SinKie und Tarlowski(Polen) in der Vorschlußrunde steht. In den Doppelwettbewerben gab es deutsche Siege durch Denker=Henkel, Dr. Buß=Kaska und Schneider=Peitz=Kuhlmann. Erschossen zu Braunau.. Der Opfertod des Buchhändlers Palm vor 130 Jahren Am 26. August jährt sich zum 130. Male der Tag, an dem auf Befehl Napoleons der Nürnberger Buchhändler Johann Philipp Palm in Brannan am Inn(Ober=Oesterreich)) erschossen wurde. Am 28. Juli 1806 öffnete sich die Tür der Steinschen Buchhandlung in Nürnberg, deren derzeitiger Inhaber der Buchhändler Palm war,— er weilte zur Zeit auf der Messe in München. Vier schwarzgekleidete Herren traten sehr feierlich ein, legitimierten sich als Beauftragte der Besatzungsbehörde und fragten den Gehilfen Palms nach dem Vorrat einer gewissen Broschüre. Unter dem Titel„Deutschland in seiner tiefsten Erniedrigung“ war sie vor einiger Zeit im Verlag dieser Firma ohne Angabe des Verfassers oder Druckers erschienen. Das kleine, 144 Seiten starke Heft beschäftigte sich mit der traurigen Lage Deutschlands, geißelte in scharfer Weise das Betragen der französischen Truppen in Bayern und verurteilte in harten Worten das Handeln Napoleons. Der Gehilfe sagte wahrheitsgemäß auf Befragen aus, daß sein Chef sich auf Reisen befinde, und daß kein einziges Exemplar der Schrift mehr auf Lager sei. Das genügte den Schwarzgekleideten aber nicht; sie stellten sofort eine Haussuchung an, die natürlich ergebnislos blieb. Denn der Gehilfe hatte selbst vorher die gefährlichen Exemplare beiseite geschafft, und der Drucker in Altdorf hatte einen ganzen Ballen davon in seinen Brunnen versenkt.— In der Schrift war hauptsächlich die Rede von dem unerhörten Betragen der französischen Soldaten in dem damals noch mit Frankreich verbündeten Bayern. Die Offenherzigkeit ihrer Sprache war gefährlich. Wenn die Franzosen diese Schrift zu Gesicht bekamen, waren Verfasser und Verleger erledigt, und den Mut zur Verbreitung hatte gerade jener Buchhändler Johann Philipp Palm aus Nürnberg gehabt. Palm selbst ahnte nicht, welche dunklen Wolken sich über seinem Haupte zusammenballten. Er kehrte nach Nürnberg zurück, erfuhr, was geschehen, beantragte eine gerichtliche Untersuchung, die aber abgelehnt wurde. Schon glaubte er, daß Gras über die Geschichte gewachsen wäre, als er vernahm, daß der Geschäftsführer der Buchhandlung in Augsburg, der Palm ein Stück der Schrift zugesandt hatte und die von französischen Offizieren, welche dort einquartiert waren, gelesen wurde, verhaftet worden war. Sofort begab er sich zu seinem Oheim nach Erlangen, das damals noch unter preußischem Schutz stand. Aber das Schicksal des Verhafteten in Augsburg gab ihm keine Ruhe. Er kehrte nach Nürnberg zurück, hielt sich von der Oeffentlichkeit fern, wurde aber kurz darauf von zwei französischen Gendarmen zu dem Kommandanten geholt. Bei der Vernehmung erklärte Palm, daß er jene Schrift nur zur Weiterbeförderung von unbekannter Hand erhalten habe. Man entließ ihn zunächst, um ihn am nächsten Tage zu verhaften und auf das Rathaus zu bringen. Befehl aus Paris Der Verteidiger Palms versuchte jetzt alles, um den Unglücklichen frei zu bekommen. Er fuhr zu dem Marschall Bernadotte nach Ansbach, wo man ihm erklären mußte, daß alles verloren sei, da Palms Verhaftung sich auf einen unmittelbaren Befehl aus Paris gründe. Am nächsten Tage brachte man ihn nach der österreichischen Stadt Braunau, wo das Verhör fortgesetzt werden sollte. Palms Gattin, von Angst erfüllt, war nicht untätig geblieben. Sie hatte dem Minister Bertnier ein Bittschreiben übersandt. Vergebens.— Der Korse hatte befohlen, und nichts konnte mehr rückgängig gemacht werden. Eine kurze Verhandlung folgte vor einer Kommission, die sich auf Napoleons Befehle stützte. Ein Verteidiger wurde nicht zugelassen. Am 25. August wurde der Buchhändler Palm wegen Verbreitung von Schandschriften gegen den Kaiser der Franzosen zum Tode verurteilt. Palm glaubte zuerst, nicht recht gehört zu haben.„Das kann nicht sein, das kann nicht sein"— rief er—„das ist ein Irrtum“, brach erschüttert zusammen und weinte. Den Mitgliedern der französischen Behörde war selbst nicht wohl zumute; sie hielten es für unbegreiflich. Aber der Korse hatte befohlen, und nie hätte einer gewagt, gegen diesen Befehl- zu handeln. Man führte den Unglücklichen wieder in sein Gefängnis zurück. Bereits zwei Stunden darauf erschienen die zwei französischen Offiziere, die die Exekution zu befehligen hatten, ferner der Pfarrer und ein geistlicher Begleiter. Auf dem Leiterwagen zur Richtstätte Draußen stand der Leiterwagen, mit zwei Ochsen bespannt. Man band dem Unglücklichen die Hände, der mit seinen zwei geistlichen Begleitern auf dem Wagen Platz nahm. Durch ein dichtes Spalier von Menschen ging der traurige Zug langsam zur Stadt hinaus. Alle standen schweigend, viele weinten, die Männer zogen den Hut, als der Zug vorüber kam. Die Frauen von Braunau liefen vor der Kommandantur zusammen und baten flehend um das Leben des Verurteilten. Wie ein einziger Hilferuf ging es durch die ganze Stadt; aber außer den Truppen, die den Befehl zur Exekution erhalten hatten, war niemand da. Der. Festungskommandant hatte mit mehreren ranzösischen Offizieren die Stadt verlassen, um der traurigen Szene nicht beiwohnen zu müssen. An Ort und Stelle angekommen, standen die Truppen im Karree. Sechs Soldaten hielten ihre Gewehre auf den Unglücklichen gerichtet, und ihre Hände zitterten so stark, daß jeder es sehen konnte. Feuerknall und Pulverdampf. Ein schreckliches Bild. Palm war vornübergebrochen und ächzte laut. Wieder mußten sechs Soldaten antreten, sie taten es widerwillig und zögernd. Noch einmal dröhnten sechs Schüsse. Es war ein trübseliger Heimmarsch auch für die Soldaten; keiner wagte, ein lautes Wort zu sprechen, und in die Zwischen Nikolassee und Wannsee leuchtet zwischen den grünen Bäumen eines herrlichen Parkes ein Wunder wie aus Tausend und einer Nacht. Man glaubt sich in ein orientalisches Märchen versetzt: ein schön geschmücktes Prunkzelt, dessen Wände bemalt sind mit allerlei Getier und Fabelwesen. Einen herrlichen Schwung zeigt das Vordach, und gerade über dem Eingang präsentieren sich ein paar blaue Elefanten— das Wappenzeichen von Indore in Zentralindien. Das viele gemalte Getier auf der Zeltwand hat seine Bedeutung. All diese seltsamen Vögel, die Tiger, Hirsche und Elefanten weisen darauf hin, daß es sich um ein Jagdzelt handelt, das der Maharadscha Yeshwant Rao Holkar von Indore, Gast der 11. Olympischen Spiele zu Berlin, hierhergebracht hat. Wohl um der Sitte seines Landes zu genügen — und nicht, um darin zu wohnen. Das Zelt ist mehr ein Repräsentationsstück, obgleich es auch Bett, Tisch und andere Einrichtungsstücke enthält. Deutsche Baukunst in Indien. Indien am Wannsee— denn der Maharadscha ist nicht allein gekommen, er hat seine schöne Frau und einen Teil seines Hofstaates mitgebracht, den Kommandanten seines kleinen Heeres, Offiziere, Sekretäre, Köche und einige Dutzend herrlich großer Schrankkoffer, die alles enthalten, was der Fürst braucht und noch vieles aufnehmen sollen, was er in Berlin zu kaufen gedenkt. Der Park, in dem das Zelt steht, gehört zu der Villa eines bekannten Berliner Architekten, der mit dem Maharadscha in Oxford einige gemeinsame Studienjahre verbracht hat. Und in der Villa eben dieses Jugendfreundes wohnt der Maharadscha mit seiner Begleitung. Der Architekt genoß die Zuneigung des reichen indischen Fürsten und durfte vor Jahren in dessen Hauptstadt Indore einen herrIn diesen Tagen kehrte der englische Dampfer „Nestor“ in seinen Heimathafen Liverpool zurück. Die„Nestor“ kam von Australien. Kurz nach Verlassen des Hafens Adelaide geriet der Dampfer in den berüchtigten„Todeskessel“ unweit der südaustralischen Küste. Der„Todeskessel“ ist eine Gruppe gefährlicher Sandbänke, denen schon manches Schiff zum Opfer gefallen ist. Die Passagiere der„Nestor“ erzählten bei ihrer Ankunft in Liverpool das dramatische Erlebnis und den verzweifelten Kampf der Schiffsbesatzung, die in selbstloser Aufopferung nicht nur das eigene Schiff rettete, sondern auch den australischen Küstendampfer „Mungana", ein 3300=Tonnen=Schiff, vor dem Untergang bewahrte. * Ein furchtbarer Sturm heulte und trieb die Wellen haushoch. Es war Sonntag, den 21. Juni abends 6 Uhr, als Kapitän J. Power von der „Nestor“ den SOS=Ruf der„Mungana“ auffing. Dieses Schiff trieb mit zerbrochener Schraube im Meere herum, hilflos den Naturgewalten ausdumpfe Stille hinein sagte der befehligende Offizier zu dem Geistlichen:„Dieser Mann war wohl recht standhaft?"— Plötzlich schien in der Kleinstadt alles Leben erloschen; eine wehe Stimmung lag über jung und alt. Jeder merkte: hier war ein furchtbares Unrecht geschehen. Einer wurde geopfert für viele. Sechzig Jahre später wurde dem aufrechten Buchhändler Palm, der wie ein Held in den Tod ging, in Braunau ein Denkmal gesetzt... Millionärin stiebitzt Strümpfe Eine Nacht im Gefängnis Einer englischen Zeitung zufolge, der wir auch die Verantwortung für ihre Meldung überlassen müssen, hat die Amerikanerin Mildred Wilson O'Neil, die Frau eines amerikanisfen Millionärs, die mehrere Wochen in London weilte, die letzte Nacht auf englischem Boden in einer Gefängniszelle zugebracht. Sie wurde verhaftet, als sie in einem Geschäft Seidenstrümpfe und andere Waren im Werte von 30 Mark mitnahm, ohne daß sie dafür bezahlen wollte. Die Polizeirichter verurteilte sie zu 600 Mark Strafe. Frau O'Neil zahlte den Bertag, ohne mit der Wimper zu pucken und verschwand. Sie nahm sich sofort ein Flugzeua und kam so gerade noch rechtzeitig nach Cherbourg, um hier einen Dampfer zurück nach Amerika benutzen zu können, auf dem sie bereits eine erster Klasse=Kabine belegt hatte. lichen Palast aufführen, der alles enthält, was die moderne Wohnungskultur überhaupt geschaffen hat. Der Palast gilt als einer der schönsten in Indien überhaupt; er ist eine Stadt für sich, und außer den Hunderten von Privaträumen enthält er Schwimmbäder, mächtige Repräsentationsräume, eine richtige Bühne und eine ganze Flucht von unterirdischen Küchen. Ein Freund Deutschlands. Die modernsten Kühlanlagen sind eingebaut, Springbrunnen und Wasserspiele sorgen für Luftbefeuchtung— aber er hat auch vier Millionen Mark gekostet. Der Maharadscha war stets ein großer Freund Deutschlands. Er hat in seinem Reich alles eingeführt, was deutsche Wissenschaft und Technik im Laufe der letzten Jahre erfanden. Sein kleines Heer ist wohl gerüstet und mit allem versehen, was die Armeen der großen Reiche unüberwindlich macht, Tanks, Flugzeuge und Artillerie. Der Ahnherr des Maharadscha von Indore war jener Mulhar=Rao Holkar, der es zu Beginn des 18. Jahrhunderts in Indien vom schlichten Soldaten zum Feldherrn brachte und 1725 mit dem Staat Indore belehnt wurde. In Deutschland- interessiert den Maharadscha alles; er hat Berlin genau besichtigt, ist ständiger Gast bei allen großen Veranstaltungen auf dem Reichssportfeld; er fehlt vor allen Dingen niemals, wenn die indische Mannschaft sich zum Kampfe rüstet. In Berlin will er noch etwas dazu lernen, landwirtschaftliche Maschinen und die Landwirtschaft überhaupt besichtigen, und das Beste davon in seiner Heimat verwerten zu können. Da der Maharadscha noch in jugendlichem Alter steht— er ist kaum dreißig Jahre— trägt er sich mit großen Plänen, die Indore zugute kommen sollen. geliefert. Eine Gruppe verzweifelter Männer stand an der Reling; sie schienen auf das Schlimmste gefaßt zu sein. Die„Nestor“, die selbst schwer zu kämpfen hatte, nahm Kurs in der Richtung des Standorts des gefährdeten Schiffes. Zwei ihrer Besatzungsmitglieder forderten tollkühn den Tod heraus, als sie in einem offenen Rettungsboot an die„Mungana" heranzukommen versuchten. Aber das mutige Vorhaben schlug fehl, mußte fehlschlagen. Mit den verzweifeltsten Anstrengungen bemühte man sich dann, ein Tau hinüberzubekommen, aber auch dies mißlang, weil gefährliche Untiefen es unmöglich machten, nahe an die „Mungana" heranzukommen. Unaufhörlich sandte die„Nestor“ Raketen hinüber, diese aber erreichten ihr weites Ziel nicht. Bald waren sämtliche an Bord befindlichen Raketen verbraucht. Der Mut der Männer der.„Nestor" schien zu sinken, nachdem alle Raketen ins Wasser gefallen waren. * Die„Mungana“ trieb immer hilfloser auf eine Sandbank zu. Die„Orungal“, ein Schwesterschiff, Spieltrieb der Tiere Gemeinschaftsspiele der Mücken, Krähen, Pinguine usw. Alle Tiere, ob wild oder als Haustier aufgewachsen, besitzen einen natürlichen Spieltrieb, besonders in der Jugend. Manche Tiergattungen führen aber auch Gemeinschaftsspiele aus, an denen sich alle Altersklassen beteiligen. Das Tanzen der Mücken, das meist in den Abendstunden erfolgt, ist sicher ein derartiges Gemeinschaftsspiel, ein rhythmischer Tanz, in dem jedes Individuum rhythmisch auf und nieder fliegt. Oft wird, wie auf Befehl, der Tanz plötzlich abgebrochen, die Mücken fliegen an einen anderen Ort in dichter Wolke und beginnen da ihren Tanz wieder. Ein eigentümliches Gemeinschaftsspiel kann man bei Dohlen und Krähen beobachten. Scharenweise sitzen sie auf einem kahlen Hügel, plötzlich erheben sie ein heftiges Geschrei, dann fliegt eine oder ein Pärchen auf, der ganze Schwarm folgt und läßt sich in der Nähe auf einem ähnlichen Platze nieder. Oft kreist der Schwarm auch dichtgedrängt in großen Kreisen in der Luft umher, bis er sich wieder niederläßt. Dieses Spiel wird oft stundenlang getrieben. Von anderen Vogelgattungen sind es besonders die in den Polargegenden lebenden Pinguine, die eifrig Gemeinschaftsspiele treiben. Aus den dicht gedrängten Reihen dieser bis über einen Meter hohen Vögel treten gravitätisch einige hervor, machen sich tiefe Verbeugungen, wobei sie mit den Stummelflügeln wedeln und dazu schreien. Dann watscheln sie wieder zurück, andere watscheln vor und verbeugen sich voreinander. Dieses Spiel sieht sehr komisch aus und hat Polarreisenden schon viel Freude gemacht. Auch die Brüllkonzerte vieler Affenarten dürften als Gemeinschaftsspiele anzusehen sein, wie z. B. die der Paviane. Eine Horde derselben sitzt dicht gedrängt auf Bäumen, da fängt ein alter Pavianmann an zu brüllen, und nun fällt der ganze Chor ein. Wie auf Befehl schweigt er dann plötzlich, und nach einiger Zeit beginnt das Konzert von neuem. Wahrscheinlich sind auch die in ähnlicher Weise erfolgenden Konzerte unserer einheimischen Frösche Gemeinschaftsspiele. Dr. F. St. mmminn tauchte plötzlich auf dem Meere auf, und die Verwirrung wurde noch gesteigert, als dieser Dampfer mit der„Nestor“ zusammenstieß und einigen Schaden verursachte. Inzwischen wurden alle Boote zur Rettung der Besatzung der„Mungana" klargemacht. In einem Boote wurde ein Tau mitgenommen, doch konnten die Ruderer angesichts des hohen Wellengangs nur schwer vorwärtskommen. Als alle Hoffnung bereits dahin war, feuerten die Schiffbrüchigen die letzte Rakete der „Mungana“ ab. Zur größten Freude aller, fiel sie auf Deck der„Nestor“ nieder. Nun war es nur die Frage weniger Momente bis das Seil an Bord war. Damit war der schwierigste Teil des Rettungsmanövers glücklich bewältigt. Die „Mungana“ wurde von der„Nestor“ ins Schlepptau genommen und sicher und wohlbehalten nach der Hafenstadt Adelaide gebracht. „Niedriger hängen" Das Folgende stammt aus dem großen klasfischen Anekdotenschatz, der sich im Lauf der Generationen um den Alten Fritz anhäuft: 1781 hatte der König die Kaffee=Regie eingeführt, um den übermäßigen Verbrauch dieser Auslandsware zugunsten der einheimischen Biersuppe zu steuern. Aber nicht nur in Sachsen, sondern auch in Preußen zog man schon damals ein Schälchen Kaffee der Biersuppe vor, und alles Volk war ervegt. Als nun eines Tages der Alte Fritz mit seinem Heiducken die Jägerstraße in Berlin heraufgeritten kam, bemerkte er einen großen Auflauf. Die Leute drängten sich um ein hoch an der Mauer angeschlagenes Papier, aber nur die Nächsten konnten erkennen; was es bedeutete. Wie der König heranritt, flogen die Mützen herunter; der König schickte seinen Begleiter näher, um zu erfahren, was los war. Der Heiduck kam etwas verlegen lächelnd zurück und sagte zögernd:„Sie haben da was auf Ew. Majestät angeschlagen.“ Der König ritt dicht heran und sah, daß dort seine Karikatur hing, die ihn darstellte, wie er auf einem Fußschemel, zwischen den Beinen eine Kaffeemühle hielt— und während die eine Hand emsig mahlte, griff die andere nach jeder herausfallenden Bohne Sobald der König die Bedeutung erkannt hatte winkte er mit der Hand und rief:„Hängt es doch niedriger, daß die Leute sich nicht den Hals ausrenken müssen!" Ein allgemeiner Jubel war die Antwort, man riß das Bild herab und in tausend Stücke— und der König ritt langsam sinnend weiter. Nach diesem Vorfall ist das berühmte „niedriger hängen" ein geflügeltes Wort geworden. Indien am Wannsee Der Maharadscha von Indore als Olympiabesucher Rettung durch die letzte Rakete Schwierige Rettung Schiffbrüchiger Politische Wochenschau! Text und Zeichnüngen von Glaf Wersen Neue Attribule.— Der Friedensengel und die Friedenstaube:„Fort mit dem orientalischen Palmwedel und dem Oelzweig— ab heute sollen unsere Friedenssymbole die fünf Ringe sein!“ An der spanisch-französischen Grenze.— Der französische Jollbeamke:„Ah— Monsteur reisen nach Spanien und haben hier im Koffer einige Thermosflaschen, und nicht wahr, über der Schulker tragen Monsteur einen eingepackten Regenschirm — passez, alles in Ordnung, Monsieur!“ Flugzeuge für Madrid.— Der französische Flugzeugführer:„Hallo, Sennor, das ist doch der Notlandeplatz für Bombenflugzeuge— bitte, wann kommt denn endlich jemand und beschlagnahmt die Maschine, ich habe eine quittierte Rechnung mit!" Sowsetmilizen auf dem Wege nach Spanien. — Litwinow:„Das ist lediglich eine bevölkerungstechnische Maßnahme! Wenn die Franzosen, Deutschen, Engländer ihre Leute abholen, müssen wir dafür sorgen, daß diese Lücken wieder ausgefüllt werden.“ Der Erdball brennt. schon an zwei Stellen: in Madrid und in Berlin! Hoffen wir, daß nicht die brennenden Kirchen Spaniens, sondern das Olympische Feuer im Stadion zum Weltbrand werde! Roman von Erika Leffler Copyright by Karl Köhler& Co., Berlin-Zehld. 9 (Nachdruck verboten.) „Nein!" sagte sie bastig.„Ingo!—— Meiner ist der mit dem grauen Kopf." Dann versuchte sie, den rechten Fuß auf die Erde zu setzen, stöhnte leise auf und sank still in sich zusammen. „Sie ist obnmächtig geworden," murmelte Dr. Brand vor sich bin.„Geben Sie sie mir, Doktor. Ich trage sie schon bis zum Arzt.“ Er nahm Viktoria sanft aus den Armen des Vaters, und sie schritten schweigend der Stadt entgegen. „Glück bat sie gebabt," sagte er nach einer Weile.„Geradezu unbeimliches Glück! Sie ist doch direkt in die letzten Tiere bineingefallen.—— Wenn ein Keiler dan unter gewesen wäre oder wir bätten eins davon ange schossen!— Aber unsere drei liegen Gott sei Dank Und die anderen sind davongelaufen—— Unheimliches Glück!“ flüsterte er noch einmal.... 10. Während ber zehn langen Tage, die Viktoria auf dem Diwan im Herrenzimmer liegend verbringen mußte, entstand eine seltsame Spannung zwischen ibr und dem Vater. Er war wortkarg, saß abends lange neben ihr und sab sie von Zeit zu Zeit nachdenklich an Sie erwiderte seine Blicke mit einem schwachen, unwahren Lächeln, versicherte ungefragt, daß sie gar keine Schmerzen habe und wagte nicht, ihrem Mitleid füblbaren Ausdruck zu geben. Denn aus der Blässe seines ernsten Gesichts glaubte sie richtig zu folgern, daß er heute noch nicht über den Schreck jenes gefahrvollen Sturzes hinweg war, der ihr Leben in zwiefacher Form bedrobt hatte. Gewiß, erstens bätte eins der Tiere an deren penetranten Körpergeruch sie sich immer noch schaudernd erinnerte, über sie berfallen können. Zweitens aber hatte sie im Sturz das eben abgeschossene noch ungesicherte Gewehr mit beruntergerissen und unter sich begraben. Aber das war doch nun alles glücklich vorüber—— Sie begriff nicht, warum er sie mit so fürchtenden manchmal fast verstörten Blicken betrachtete. Ein einziges Mal in all den Tagen batte er gelächelt. Und das war, als sie auf die Frage Dr. Brandts, wie sie denn das Stilliegen ertrüge, seufzend geantwortet batte„Ich büße alle meine Sünden ab!“ Heute war sie zum ersten Male wieder auf. Der Fuß war fest gewickelt worden, so daß sie nur langsam geben konnte. Aber die Pein der Untätigkeit war immerhin von ihr genommen. Viktoria freute sich wieder im Anblick der prächtigen Hauer des Grauköpfigen, besuchte die freudig wiehernden Schimmel im Stall und saß eine Weile neben Friedrich auf der Haferkiste. „Nu bast du sogar in de Zeitung geßtanden!" bewunderte er sie. „Ja, das stimmte. Dr. Brandt hatte ihr den Artikel„Jagdunfall infolge eines gewissenlosen Attentats auf unseren Bürgermeister“ lachend vorgelesen. „Den Kerl müßt' ick man twischen de Finger kriegen!" drohte Friedrich.„Oha—— bor würd' äwer nicht veel von übrigbleiben..“ Viktoria lächelte und strich ihm sanft über das grau gewordene Haar.„Laß man, Friedrich. De meld't sick nich!“ Dann ging sie langsam ins Haus zurück. Ihr war vor einigen Tagen, als sie unzufrieden vor sich bindösend auf dem Diwan gelegen und darüber nachgedacht batte, wem wohl von den Feinden des Bürgermeisters das„Attentat“ zuzuschreiben sei, ein wegen seiner Bedeutungslosigkeit vergessenes Bild wieder le bendig geworden. Deutlich und klar sah sie den wider Willen in den Ruhestand versetzten Landjäger Buller vor sich, der mit einer über die Schulter gehängten Tischlersäge aus dem Wald kam. Jetzt erst fiel ihr ein, daß er bei ihrem Anblick erschrocken war und sich eiligst aus dem Lichtkreis ihrer Wagenlaterne zurück gezogen batte. Das war am Vorabend der Jagd gewesen, als sie den leicht beschwipsten Bürgermeister eigenhändig nach Hause gefahren und sich dann allein auf dem Rückweg befunden batte. Viktoria schwieg über diese Entdeckung. Sie würde ihm diese kleine Niederträchtigkeit, deren mögliche katastrophale Folgen er sicher nicht bedacht hatte, einmal persönlich„unter die Nase reiben"... Nicht heute und nicht morgen. Auch nicht im Beisein anderer, die ihn zur Rechenschaft ziehen könnten. Nein, einmal, wenn sie ihm irgendwo allein begegnete—— so ganz in Ruhe und Freundschaft. Wann?—— Ach, das hat Zeit. Vorläufig dürfte er viel zu erschrocken sein, um weiter zu„attentätern"... „Was gibts?" fragte Dr. Claudius, als er ihr abends gegenübersaß und zufällig das amüsierte Lächeln au fing, das der Gedanke an den Landjäger jedesmal in Viktorias Antlitz lockte. „Ach nichts... ich dachte nur an etwas." „So. du dachtest——“ sagte er, wieder mit dem eltsam fürchtenden Blick, der ihr Mitleid anrief.„Du scheinst in letzter Zeit viel zu denken." Viktoria schwieg betroffen. „Willst du dich nun vor mir verbergen, wie du es neulich abend getan bast, als ich dich fragte, ob du Schmerzen hättest? Du sagtest nein, so daß ich dir glauben mußte, und dann wurdest du doch vor Schmerzen ohnmächtig——“ Der überraschende Inhalt der Frage und die Weichbeit des Tons, in dem leise Trauer schwang, wirkten tark auf Viktoria. Das also war es gewesen!.. Sie erhob sich, ging zu ibm, setzte sich auf die Lehne eines Sessels.„Ich konnte dir die Wahrbeit nicht agen." murmelte sie.„Du warsk so bleich—— Ich ab, wie sehr du fürchtetest, sie zu bören—— und da mußte ich lügen.“ Habe ich dich nicht gelebrt, daß die Lüge ein Kind der Feigbeit ist?——“ drängte er.„Und da traust du mir zu, die Wahrheit gefürchtet zu baben?" Viktoria sah ihn an. Es war, wie wenn ihre Auger sich nach innen geöffnet bätten, so unergründlich tie leuchtete ibr Blick. Du weißt nicht, daß es so war," sagte sie ernst. Du weißt es nicht, weil du die Furcht bedacht hast! Aber in deinem Herzen war sie das habe ich gesehen... Wenn ich also feige war, bin ich es für dich gewesen.“ Ich weiß,“ nickte er ungeduldig.„Du wolltest mich chonen. Aber auch das, mein Kind, darf man nicht auf Kosten der Wahrheit tun!“ Viktorias Züge wurden sonderbar weich. Sie lächelte still auf ihn berab, so wie eine Mutter ihr Kind betrachtet: liebevoll, gütig, und mit dem sichtbaren Zeichen des Wissens in den strahlenden Augen. Eines Wissens, das dem Kind verborgen ist. Dann öffneten sie die Lippen:„Wie denn?" Dr. Claudius abnte, daß diese zwei Worte keine zu beantwortende Frage umschlossen. Sie waren die Antwort selbs.... Er trat in Gedanken einige Schrittvon ihr zurück, um nicht verstummen zu müssen. Jemand schonen wollen ist mangelndes Vertrauer zu seiner Ueberwindungskraft!“ Viktorias Lächeln wurde tiefer und weicher. „Liebe ist es," sagte sie fest.„Nur Liebe! Und Liebe muß böber sein als Wahrbeit. Liebe ist wie Gott, der alles weiß und kann....." Dr. Claudius senkte den Blick. Da saß auf der Lehne seines Sessels das Kind, dem er Wahrheit gepredigt, und verteidigte die Lüge, die er sein Leben lang gehaßt hatte: und er wußte nicht einmal, was er nun sagen könnte, um sie zu widerlegen. Widerleg werden mußte sie aber! Daraum rang er sich ein kopfschüttelndes:„Du bast unrecht" ab. Viktoria stand auf. Sie verschlang die Finger ineinander und sah ihn mit leidenschaftlich flehendem Ausdruck an:„Ich bin jetzt kein Kind mehr. Vater Laß mich einmal sagen, was ich denke. Vielleicht ver stehst du mich dann...“ Bitte," nickte er kühl. Es lag ihm daran, Leerraum zwischen ihr und sich zu schaffen. Einen gewissen Abstand, der ihm verbürgte, daß sie ihn nicht mitreißen würde. Denn die Gefahr bestand. Das erkannter klar! Du sagst, daß ich unrecht habe," begann sie mit seltsam dunkelschwingender Stimme.„Und ich glaube dirAber es muß zweierlei Recht für uns Menschen geben. So, daß man entweder in Gedanken und Worten recht und mit dem Herzen unrecht haben kann—— oder umgekehrt! Mit dem Herzen habe ich recht gehabt, das weiß ich! Und darum, Vater, bereue ich auch nicht daß ich gelogen habe, sondern einzig und allein, daß mein Körper zu schwach war, um die Täuschung aufrechterhalten zu können...“ Dr. Claudius griff sich heftig an den Kopf. „Du hast gelesen," sagte er dumpf Viktoria wurde sehr bleich, schloß sekundenlang die Augen und öffnete sie dann mühsam „Ja," gab sie zu „Du hast heimlich gelesen, obwohl ich es verboten batte?" Sie senkte den Kopf:„Ja.“ „Nun," sagte er kalt,„dann bin ich dir ja ganz schön aufgesessen—— Und höchstwahrscheinlich hast du mich auch schon öfter belogen..." Viktorias Kopf flog mit einem Ruck in die Höbe. Ihr schmerzlich verzogener Mund öffnete sich, wie zu einem Schrei. Dann preßte sie die Lippen zusammen, atmete einmal tief und schwieg. Dr. Claudius sah, wie übermenschlich sie sich bezwang. Als sie endlich sprechen konnte, war ihre Stimme rauh und trug den Ausdruck tiefster Ermattung. „Warum sagst du das?—— Ich habe dich niemals belogen—— Wohl habe ich dein Leseverbot übertreten, weil mich die Sehnsucht dazu trieb. Ich habe ohne Wissen Timmermanns die ganze Bibliothek Tante Dorchens in mich hineingefressen... und darüber gechwiegen. Du bast mich niemals gefragt, sonst bätte ich es dir natürlich gesagt, wie ich das ja eben auch getan habe— Du selbst hast mir geraten, zu schweigen, wenn ich jemanden mit meiner Rede ärgern oder betrüben könnte!—— Dich um Bücher zu bitten, habe ich nicht gewagt! Meine einzige Sünde ist also, daß ich nicht darauf verzichten wollte—— und dafür bitte ich dich um Verzeibung.“ Dr. Claudius schwieg. Er starrte auf seine Stiefelpitzen, fühlte sich leer und unglücklich. Ihre Bitte um Verzeibung schien ihm unerträglich. Irgendwie riß sie ihm den Boden unter den Füßen weg, lockte eine quälende Scham aus seinem Herzen hervor, von der er nicht wußte, welchem Vergeben sie gelten konnte. Nein, noch nicht... Endlich hob er den Blick in ihre bemütig weichen Augen und würgte mühsam bervor:„Da ist nichts zu verzeihen.“ Viktoria seufzte:„Kannst du nicht?" Dr. Claudius stand auf und ging in jähem Entschluß auf sie zu.„Wir wollen uns nicht mit Lappalien unglücklich machen," sagte er, seine helle, tönende Stimme wiederfindend. Dann zog er sie fest an sein Herz. „Was liegt schließlich daran, daß du ein paar Bücher gelesen hast? Vielleicht hätte ich dir ruhig etwas mehr Freiheit lassen können, als ich zu dürfen glaubte.. Laß nur, du hast schon recht!“ „Und das andere, Vater?“ flüsterte sie, seine Rock klappe streichelnd. Er sah sie sinnend an... „Hast du nie Aehnliches erlebt?" fragte sie sanft. Dr. Claudius senkte die Stirn gegen Viktorias Hals. Jener längst vergessene Abend, als er ihre Furcht vor dem Begräbenwerden mit Erzählungen von Engeln besiegt hatte, stieg vor seinem geistigen Auge berauf. „Doch,“ murmelte er,„einmal habe ich es auch erlebt." Sie fuhr mit kaum spürbaren Strichen über sein nun fast weißes Haar.„Und glaubst du, daß du dadurch ein schlechterer Mensch geworden bist?" Nein!" sagte er leidenschaftlich.„Ich— ich bin stolz darauf!“ Sie hob seinen Kopf und lächelte ihm nah in die Augen.„Dann weißt du doch, daß Liebe böher ist als Wahrheit! Du battest es nur vergessen—— Siebst du, Vater, du denkst zuviel!“ Dr. Claudius hob sie lachend über seinen Kopf: „Gut, daß ich nicht dein Sohn geworden bin. Du bist ja eine ganz gefährliche Person!“ 11. Der Winter kam und zerschmolz in der Sonne des Frühlings. Der Frühling wich der Hitze des Sommers. Dann war es wieder September geworden. Viktoria war jetzt neunzehn Jahre alt. Wieder lag sie am Fuß der alten Windmühle auf dem Mühlenberg. Neben ihr saß Dr. Brandt und rauchte. Die beiden Schimmel jagten einander über die Wiese, riefen wiehernd nach ihr und begnügten sich, da sie nicht zu ihnen kam, miteinander. Und unten, wo der Feldweg vorbeiführte, stand der leichte Wagen mit den Geschirren der Pferde beladen. Dr. Brandt sah zur Seite und betrachtete Viktoria die mit geschlossenen Augen neben ihm lag. Ihr Kopf ruhte auf ihrem gewinkelten rechten Arm. Die linke Hand fuhr in streichelnder Bewegung über das bräun liche Gras. Er beugte sich näher zu ihrem gelösten Gesicht, auf dem ein unbewußtes Lächeln glänzte, sah, wie die scheidende Sonne kupferne Reflexe aus ihrem schimmernden Haar lockte. „Was denken Sie, Viktoria?" Ihr Gesicht wurde ernst, aber sie regte sich nicht. „Vater ist so anders geworden—— er schenkt mir Bücher.“ „Ich weiß," nickte der Bürgermeister, eine zudringliche Fliege von Viktorias Arm scheuchend.„Er ist zufrieden!“ „Ich glaube, er ist müde" murmelte sie. Dr. Brandt stützte das Kinn in die Hand und sah in den rötlich strahlenden Himmel. „Sie haben ihn besiegt," sagte er langsam. „Das wollte ich nicht!“ „Nein,“ lächelte er.„Frauen siegen immer dann, wenn sie es nicht wollen.“ „Und was ist, wenn sie wollen?" forschte sie kindlich „Dann ziehen sie gewöhnlich den kürzeren.“ Beide lächelten, ohne einander anzusehen, dasselbe ruhige Lächeln. „Er erzieht mich gar nicht mehr," seufzte sie.„Und wenn ich ihn frage, was ich tun soll, sagt er immer tu nur, was du für richtig hältst. Das weißt du selbst am besten.. „Nun ja, Sie sind jetzt erwachsen,“ lachte Dr. Brandt. Viktoria schlug die Augen auf und sah ihn voll an „Das ist es nicht allein! Es bängt noch mit etwas anderem zusammen. Aber ich kann nicht berausfinden, was dieses andere ist!“ Dr. Brandt wollte gerade erwidern, daß es ibr mit der Zeit bestimmt noch gelingen werde, das Geheimnis zu ergründen, als er einen Fremden auf dem Feldweg erblickte. Einen großen, schlanken Mann mit kräftigen Schultern, der mit weitgreifendem Schritt auf den Mühlenberg zukam. Er trug einen hellen Mantel von weitem Schnitt und einen ebenfalls hellgrauen Hut mit dunklerem Band. „Ingo!" raunte Viktoria, sich aufsetzend und ihren Arm auf seine Schulter stützend, wobei sie das Gesicht nabe an seine Wange brachte.„Wat sünd sei för'n unmanierlichen Minschen! Seggt rein gor nix mihr, un kiekt sick de scheune Gegend an——“ „Na. denn kieken se man en beten mit, Mamselling." lächelte er, sein von ihr gelernten plattdeutschen Sprachkenntnisse verwendend.„Dor kümmt ein', den ick hier noch nich seihn beww, un wi sünd doch nu mal Kleinß —täders!“ „Wat denn—— wat denn?——“ zappelte sie, dicht an sein Gesicht gelehnt den Hügel hinunterspähend.„Dat is ia warraffich en gaanz frömden Kirl!—— Baby! Lady!“ rief sie die beiden Schimmel, die den Fremden neugierig betrachteten.„Kommt mal fir zu Mudding!“ „Wie'n Pferderäuber sieht er ja nun gerade nicht aus!“ lachte Dr. Brandt. Die Stuten hatten den Ruf der Herrin gehört. Sie rissen die Köpfe zur Seite, wieherten hell und galopvierten nebeneinander den Berg berauf. Rechts und links von Viktoria, die sich erhoben hatte, blieben sie steben, um mit sanft fragenden Augen in ihrem Gesicht zu forschen. „Brav seid ihr," lobte sie, die schlanken Hälse streichelnd. Dann stiegen ihre Blicke wieder den Hügel berab und blieben an dem Fremden baften, der indessen am Fuße des Mühlenbergs angekommen war. Er hatte den weichen grauen Hut abgenommen und grüßte lächelnd berauf. Viktoria und Dr. Brandt nickten ihm zu. Sie sahen die tiefbraune Farbe seiner Haut, die grohen grauen Augen, deren Ernst auch das Lächeln nicht mildern konnte, die scharfe, gerade Nase und den herben Mund, dessen weiße Zähne hell aus der Dunkelheit seines Gesichts leuchteten, sahen, wie das Lächeln verebbte und in einem eigenartigen Zucken des linken Mundwinkels versank. Dann drückte der Fremde den Hut in sein dichtes, schwarzes Haar und ging den Weg den sie hernach zu fahren gedachten. Dr. Brandt Blick blieb auf Viktoria haften. Sie beugte sich vor, kroch unter dem Hals der rechts vor ihr stehenden Stute hindurch und sah dem Fremden lange nach. „Er lächelte wie Vater," murmelte sie. Der Bürgermeister zuckte unwillkürlich zusammen. Er batte dasselbe gedacht. Als sie eine Stunde später am Hause des Nachtwächters vorüberfuhren, trafen sie den Unbekannten noch einmal. Er ging an ihnen vorbei, ohne sie zu sehen. Mit gebeugtem Kopf, den Blick auf die Erde gerichtet, setzte er langsam Fuß vor Fuß. Wie einer, der sehr viel Zeit und sehr wenig Hoffnung bat... Weder Dr. Brandt noch Viktoria konnten den Fremden vergessen. Er, der Dr. Claudius' ganze Lebensgeschichte kannte, forschte mit großer Vorsicht in den Anmeldelisten der beiden einzigen Hotels. Alles, wäs er fand, war der ihm gänzlich fremde Name Herbert Frank, der im Gästebuch des blauen Löwen verzeichnet war. Unter„Ankunft“ war der 19. September, als Abreisetag der 20. September angegeben. Die Rubrik der Ansässigkeit trug den Vermerk: USA. Am 19. September waren Viktoria und er jenem Fremden begegnet. Dr. Brandt kam langsam zu der Ansicht, daß er sich geirrt habe. Nein, die seltsame Aehnlichkeit war wohl nur einem Zufall zuzuschreiben, Viktoria, die ihres Vaters Leben nicht kannte, der eine natürliche Erklärung für die Aehnlichkeit zwischen ihm und dem fremden Spaziergänger nicht in den Sinn kommen konnte, lebte von nun an als Gefangene dieses in all seiner Verschlossenheit ihr so vertrauten Gesichts, daß sie nur einmal wenige Sekunden lang gesehen hatte. So deutlich, wie es ihre Augen wahrgenommen hatten, bewahrte es ihr Erinnerungsvermögen, belebte es die Seele immer aufs neue. Sie konnte es lächeln lassen, vermochte das seltsame Zucken des linken Mundwinkels zu beschwören, um wieder jenen siedenden Schreck zu empfinden, der irgendwo ein Glück in sich versteckt trug. Und wenn sie in Dr. Claudius' etwas eng zusammenstehende graue Augen sah, wandelten sie sich in den ernsten Blick des Fremden. (Fortsetzung folgt.) Der letzte Zöllner Von Glass-Falkenstein Abseits von der großen Straße wo die Automobile sausen, liegt das kleine Zollhaus. Still, beinahe verschämt, schmiegt es sich in eine Gruppe duftender Linden, die prächtig in Blüte stehen. Schon seit einem halben Jahrhundert befindet es sich in Rubestand und mit ihm sein Bewohner, ein alter Zöllner. 87 Lenze hat er schon erlebt, doch sein Aeußeres gleicht dem eines rüstigen Siebzigers. Aus dem braungebrannten Gesicht, von dem sich das schneeige Haar in sonderlicher Weiße abhebt, leuchtet ein Paar belle Augen. So schreitet er bedächtig durch das kleine Gärtchen, in dem er jedes Fleckchen Erde kennt. Zuweilen nestelt er liebevoll an den Rosenstöcken berum, die schon sein Vater gepflanzt batte, und die er mit einer fast göttlichen Ehrfurcht pflegt. Das Zollhäuschen hat einen freundlichen Anstrich. Auf den Fensterstöcken blühen die bunten Geranien. An der Vorderseite rankt sich wilder Wein empor. Auch im Innern ist es bübsch gemütlich. Dort am Fenster steht der alte Lebnstuhl, der verdächtig knarrt, wenn man sich darin niederläßt. An der getünchten Wand bängt als einziger Schmuck das Bild der seligen Frau Zöllner. Sonst füllen noch ein Tisch sowie zwei Stühle und eine Holbank den Raum, der trotz seiner Schlicht beit und Einfachheit etwas Freundliches an sich hat. Der alte Zöllner aber ist ein Philosoph nach seiner Art. Er hat niemals geistreiche Bücher gelesen oder gar studiert, wie der Pfarrer oder der Schulmeister, die gar zu gerne mit ihm plaudern kamen. Und dann saß der Alte in seinem quietschenden Lebnstubl am offenen Fenster, und der Herr Pfarver hatte auf der Holzbank gerabe unter dem Bild der seligen Frau Zöllner Platz genommen und lauschte den Erzählungen des Alten, der um die geheimsten Dinge zu wissen schien. „Es war eine große Zeit, als ich zur Welt kam“ sagte er,„und überall in der Welt brodelte es, eine Revolution tagte die andere. Aber davon habe ich nichts gemerkt; Gott sei Dank!" Er lachte.„Das bat mir der selige Vater später erst alles erzählt, der den Bonaparte noch gekannt hatte.— Aber ich kann mich noch recht aut meiner Jugend entsinnen." Der Alte nickte ein paarmal mehr für sich mit dem Kopf.„Ja, schauen Sie, Herr Pfarrer, es war halt doch eine schöne Zeit, als die Straße noch an meinem Zollhäuschen vorbeiführte, als noch nicht die eiserne Brücke sich in mächtigem Bogen über den Strom spannte, als noch die alte aus Holz mit den Steinpfeilern hinüber auf die andere Seite führte. Damals, da war der Zöllner noch eine gewichtige Persönlichkeit, ja, damals—“. Er nickte wieder sinnend vor sich hin.—„Damals, als die Postkutschen noch über Land rollten, dke Postkutschen mit ihrem traulichen Pferdegetrappel und dem schmetternden Hörnerklang des Postillons, mit den freundlichen Reisenden in schottisch-karierten Hosen und buntem Frack mit silbernen Knöpfen und mit grauem Zylinderbut oder mit vornehmen Damen in weiten Röcken, engem Mieder und lustigen Puffärmeln. Und war eine solche Reise auch beschwerlich— so war sie doch bezaubernd weil sie der Romantik nicht entbehrte. Der Alte langte sich die Tabakspfeife von der Wand und steckte sie in Brand. Er blies den blauen Rauch in die Dämmerung.„Sehen Sie, Herr Pfarrer, der Mensch muß immer mehr haben, als ihm Gott gegeben. Nicht einmal mit der frischen Luft ist er zufrieden. Er muß Rauch machen!“ Und dann, ohne eine Antwort abzuwarten, fuhr er kort:„Aber der Betrieb auf der alten Heerstraße hatte schon stark nachgelassen. Die Reisekutschen wurden seltener und die schweren Frachtwagen blieben ebenfalls aus. Wäre der Brückenzoll nicht gewesén, dann hätte ich schon damals das Fensterchen zumachen können. Und eines Tages da kamen sie gezogen die fremden Arbeiter, alles Gesindel, meistens Katzelmacher, und es wurde gegraben und geschaufelt, gesprengt und gebohrt, und dem Strom spannten sich bald mächtige Eisenträger, und es war ein Hämmern und Dröhnen und mit jedem Schlag fühlte ich die alte, schöne Zeit in Trümmer gehen. Die Menschen aber klagten und erzitterten unter dem Andrängen der neuen Zeit, die auf unsichtbaren Fittichen dahinrauschte.“— Es war still geworden in dem kleinen Raum. Die Abendsonne erhellte die Wand. Die alte Kuckucksuhr tickte lauter denn je. Der Pfarrer räusperte sich. „Und eines Tages“, unterbrach der Alte das Schweigen,„da fuhr die Postkutsche das letztemal vorüber Noch einmal ertönte das Horn lustig und schmetternö in den lichten Morgen hinein— es war wie ein= Fanfarenstoß, der Signal war, daß die alte Brücke und die alte Straße ausgedient hatten. Drüben aber raste der Dampfwagen dabin.— Mir war das alles wie ein Traum. Eine Leere hatte sich in mein Dasein einaeschlichen. Des nachts eilte ich ans Fenster und horchte in die Stille binaus ob nicht das vertraute Getrappel der Pferde zu hören wäre oder der frische oder auch webmütige Ton eines Hornes. Aber statt dessen zerriß ein schriller Pfiff die Stille und zugleich mein Herz, und ein Donnern verhallte in der Nacht.“ Der Alte zog ein paarmal kräftig an seiner Pfeife, bis sie wieder in Brand war. „Die Zeit der Beschaulichkeit war endgültig vorbei. Nur noch wenige Jahre, und die ersten Flugmaschinen erfüllten den uralten Traum der Menschheit, und heute rasen die Automobile dahin, die eisernen Wege durchkreuzen das Land, und die Flugmaschinen kennen keine Entfernungen mehr. Die Erde ist zusammengeschrumpft. Der Raum ist bezwungen!“— Der Kuckuck rief zwölfmal neckisch von der Wand. „Er hat es auch sehr eilig“, lächelte der Zöllner,„er ist immer fünf Stunden voraus, dafür darf er um 8 Uhr aber auch nur einmal rufen.— Auch dieser Kuckuck ist schon an die hundert Jahre alt. Damals bat er wohl auch noch Zeit gehabt, genau wie wir. Damals kam es kaum darauf an, ob man einen Tag länger reiste als berechnet war, obgeich die Reise anstrengender und unbequemer war als beute. Je schneller aber die erzielten Geschwindigkeiten wurden, desto weniger Zeit wollten die Menschen haben. Je kleiner der Raum wurde, desto schneller wollten sie sein. Und so hasten sie heute dahin, und alle rufen: Wie haben die Zeit nicht mehr. Es ist ein aufreibendes Hetzen nach Glück und Beute! Sie jagen in D=Zügen vorbei, sie rasen in Automobilen nach Rekorden, sie stürmen mit Flugzeugen dahin sie wollen mit Elektrizität die Zeit bezwingen! Vergebens! Die Zeit sitzt an ihrem Spinnrocken und hält das Rad des Lebens in sausendem Schwung! Und je schneller die Menschen eilen, desto schneller entflieht die Zeit. Die Menschen aber rasen dahin und stöhnen — und sie wissen nicht, daß die Zeit sie jagt, um die Ueberwindung des Raumes zu sühnen.“ Es war ganz still geworden in dem schummrigen Raume. Noch einmal blitzte die Sonne auf und übergoß das Zollhäuschen mit rotem Feuerglast. Der Pfarrer aber nickte und sann den Worten seines alten Freundes nach. Aüs Westdeütselland Große Viktortracht in Xanten Eine Sonderschau des unschätzbaren Domschatzes Xanten. In feierlicher Weise ist die diesjährige Viktortracht in Xanten am Dienstag mit dem von 600 Pilgern besuchten„Bekenntnistag der Frauen und Mütter“ eröffnet worden. In einer durch die Jahrhunderte beibehaltenen traditionellen Weise wurde der kostbare, aus dem Jahre 1129 stammende Schrein des hl. Viktor. der in Xanten in christlicher Frühzeit den Märtyrertod erlitten hat, durch Mitglieder der Handwerkerzunft aus dem Hochaltar des Bartholomäus Bruyn(1534) herausgehoben und durch Angehörige der Xantener Schützenbruderschaft nach feierlichem Umgang durch die von Gläubigen bis zum äußersten Platz gefüllte Kirche auf dem Hochchor zur Verehrung während der bis zum 18. Oktober reichenden Jestzeit aufgestellt. Die ehemalige Kollegiat= oder Stiftskirche zu St. Viktor wird in dieser Festzeit das Zielvie ler Tausende von Pilgern sein. Hat man den auf der Südseite des Domes vorgelagerten starken Torbogen der Michaelskapelle durchschrit ten, dann steht man unmittelbar vor dem prächtigen Südportal der fünfschiffigen gotischen Basilika, die, abgesehen von den beiden älteren romanischen Westtürmen, in ihrer grandiosen Bauweise die ganze Entwicklung des gotischen Bau stils eindrucksvoll vor Augen führt. Reich wie die äußere Architektur, ist auch die Ausstattung des Innenraums. Der von einem Lettner(1400) abgeschlossene Chor enthält neben kostbaren Gobe lins ein besonders wertvolles Chorgestühl aus dem 13. Jahrhundert. Von den 20 Altären seien 5 mit Holzschnitzereien und von diesen vornehmlich der Marienaltar der alten niederrheinischen Schnitzerschule hervorgehoben. Wertvolle Teppiche und Glasmalereien des 14 Jahrhunderts bilden das Entzücken jeden Kunst freundes. Eine für die Festzeit zusammengestellte Aus stellung bietet die Möglichkeit zur Besichtigung der wertvollsten Stücke des Domschatzes, der kost baren Paramentensammlung, des Ar chivs und der Stiftsbibliothek. Im ersten Raum dem alten Kapitelsaal, finden wir in übersichtlicher Anordnung eine erlesene Auswahl der archivari schen Schätze. Die älteste Domurkunde ist datiert im Jahre 1120; die Xantener Stadterhebungs urkunde von 1288 zeigt eine besonders fein Schrift und einen herrlichen Siegel avdruck. Durch eine Urkunde des Jahres 1461 nimmt Papst Pius II., der vorher Propst von Xan ten gewesen war, das Xantener Stift in seinen besonderen Schutz. Interessant ist auch die Ur kunde Kaiser Karls V. von 1544 und ein Brief Philipps von Spanien an das Xantener Stift von 1550. Zahlreich sind die Inkunablen und Hand schriften des 15. Jahrhunderts. Von den hier auf gestellten Urkunden seien namentlich erwähnt eine spanisch=maurische Fayenceschüssel mit dem Haupt Johannes des Täufers aus dem 15. Jahrhundert und die römisch=byzantinischen Elfenbeinarbeiten Besonders kostbar ist eine Elfenbeindose des 5. Jahrhunderts und ein emaillierter Tragaltar des 12. Jahrhunderts. Im zweiten Ausstellungsraum, der Paramentenkammer, finden wir wiederum eine kostbare Auslese sonst nie gezeigter Stücke dieser bekannten Sammlung alter Priestergewänder. Die Bernardus=Kasel stammt nachweislich aus dem Anfang des 11. Jahrhunderts. Das Ryswickn Vörpfeld-Ehrung Wuppertal ehrt einen berühmten Gelehrten Wuppertal. Im Rahmen einer schlichten Feier wurde eine aus Muschelkalk geschaffene Tafel enthüllt, die die Fr.=Wilh.=DörpfeldStiftung gemeinschaftlich mit der Stadt Wuppertal am Geburtshaus von Professor Wilhelm Dörpfeld in Barmen hatte anbringen lassen. Oberbürgermeister Friedrich unterstrich die Verdienste des Gelehrten, dessen Vater, Rektor Dörpfeld, als bekannter Schulmann bereits in Wuppertal durch ein Denkmal in den Barmer Anlagen und die Namensverleihung an eine moderne Volksschule geehrt worden sei. Mit besonderer Freude habe Professor Dörpfeld in diesen Tagen vernehmen könne, daß der Führer gewillt sei, die Ausarabungen in Olympia fortzuset zen. Professor Dörpfeld, der mit Recht den Namen„Meister der Spatenforschung“ trage, habe in 30jähriger Arbeit in Griechenland in hohem Maße dazu beigetragen, die Idee Olympia wieder zu erwecken und nun erlebt, daß der Führer des neuen Deutschlands willens sei, die griechische Idee befruchtend wirken zu lassen. So möge auch von dieser Tafel der Gedanke der Wiedererweckung des klassischen Geistes ausgehen und von einem Vater und einem Sohn berichten, die beide ihr Volk liebgehabt hätten. Die Bedeutung Dörpfelds für die wissenschaft liche Forschung kennzeichnete Professor von Mas sow=Trier, der u. a. ausführte, daß Professor Dörpfeld ganz neue Wege und ganz neue Methoden in der Altertumsforschung gefunden habe und die deutsche archäologische Wissenschaft zu Weltruf geführt hätte. Professor Dörpfe dankte tief bewegt für die Ehrung und betonte wie sehr er trotz aller Ehrungen und einer gesegneten Lebensarbeit im fernen Griechenland ein treuer Sohn seiner Heimat geblieben sei. Chorgewand ist eine wertvolle niederrheinische Ar beit aus dem 16. Jahrhundert. Neben den Ge wändern der gotischen Zeit und der Renaissance bildet ein Meßgewand der Barockzeit für uns den Gegenstand besonderen Interesses. Der wertvolle mit Rosenmustern übersäte Seidenstoff ist aus dem Hochzeitsgewand der unglücklichen Marie Antoinette gewonnen und für diesen ganz andersartigen Zweck verwendet worden. Den Eindruck eines absolut deutschen Kunstempfindens erhalten wir schließlich von dem von Blattwerk, Ranken und Vögeln in ruhiger Ornamentik gefüllten Webmuster einer Lesepultdecke aus dem 14. Jahrhundert. Allein schon diese Ausstellung gibt jedem Beucher die Möglichkeit zur gedanklichen und gemüt vollen Vertiefung auf längst entschwundene Zeit läufe, die zugleich Höhepunkte kirchlichen Lebens am Niederrhein waren. Spricht doch aus den jetzt zuganglichen Schätzen nicht nur die Tatsache eines toten musealen Besitzes, sondern der überzeitliche Ausdruck eines religiösen Lebens, das reich war an Glaube, Opfer und Verehrung. Die Anerkennung der Stadt Duisburg empfing seine Olympiakämpfer Duisburg. Am Donnerstag empfing die Stadt Duisburg seine Olympiakämpfer Anni Steuer Trude Wollschläger, Schneider und Klin genburg. Tausende von Menschen hatten sich in den Straßen zum Rathausplatz angesammelt und die Polizei hatte große Mühe, den Kämpfern und Kämpferinnen freie Bahn zu machen. Im Sitzungs saal des Rathauses wurden sie vom Oberbür germeister und Kreisleiter Loch empfan gen. Der Oberbürgermeister begrüßte die Sieger und Siegerinnen mit herzlichen Worten und brachte zum Ausdruck, daß sich ganz Duisburg über ihre Erfolge freue und überreichte ihnen zum Zeichen der Anerkennung eine Vase und eine Schale mit Blumen und den männlichen Olympiakämpfern einen silbernen Becher. Mit dem Wunsche, daß es ihnen auch vergönnt sein möge, in Japan die deutchen Farben zu vertreten, schloß er die Feier mit einem Sieg=Heil auf den Führer. des Reichsversicherungsamtes Muß ein Unfallverletzter eine Operation dulden? Essen. Zur Frage, inwieweit ein Unfallverletzter zur Duldung von Operationen verpflichtet ist, hat jetzt das Reichsversicherungsamt eine grundsätzliche Entscheidung getroffen. Danach muß der Verletzte ein gewisses Maß von Gefahr und Schmerzen auf sich nehmen, und eine Operation dulden, wenn durch sie nach dem Gutachten der Sachverständigen eine angemessene Aussicht auf Besserung der bestehenden Unfallfolgen besteht. Die diebische Elster Ihre ehemalige Brotgeberin bestohlen. Düsseldorf. Die 27jährige Else Hasenkranz war früher einmal Hausangestellte bei einer am Schwanenmarkt in Dusseldorf wohnenden Herrschaft gewesen und wußte in dem Haus genau Bescheid. Kürzlich wurde sie erwervslos und hatte Unterkunft bei einem Verwandten ihres Bräutigams gefunden. Sie erzählte dem Mann, bei dem sie wohnte, dem 29jährigen mehrfach vorbestraften Peter Schmitz, von den Juwelen der Herrschaft am Schwanenmarkt und in der Nacht zum 2. August dieses Jahres gingen beide, nachdem sie sich vergewissert hatten, daß die Herrschaft abwesend war in die betreffende Wohnung. Nachdem sie sich mit einem Stemmeisen Einlaß in die Wohnung verschafft hatten, entwendeten sie für 2000 RM. Schmucksachen und 90 RM. Bargeld. Zur Aburteilung im beschleunigten Verfahren erschienen beide vor dem Schöffengericht, wo sie geständig waren. Schmitz wurde zu einem Jahr drei Monaten und das Mädchen zu zehn Monaten Gefängnis verurteilt. Arbeitskameroden bestohlen Zwei Jahre Zuchthaus für die gemeine Tat. Koblenz. Vor dem Koblenzer Gericht hatte sich der 32 Jahre alte Heinrich Pörschke aus Wanne zu verantworten, der in ganz gemeiner Weise in einem Notstandslager in Mengerscheid einen Arbeitskameraden bestohlen hatte. Pörschke hatte sich im Lager krank gemeldet und die Abwesenheit seiner Arbeitskameraden dazu benutzt, um ein Spind aufzubrechen und eine Geldbörse zu entwenden. Trotz aller Ausreden konnte der Angeklagte in der Verhandlung überführt werden. Der Staatsanwalt stellte fest, daß es sich bei dem Angeklagten um einen vorvestraften Menschen handele, auf den alle früheren Strafen keinen Eindruck gemacht hätten. Er müsse nunmehr mit der ganzen trenge des Gesetzes angefaßt werden, zumal er bei der Tat eine ganz gemeine Gesinnung dadurch gezeigt habe, daß er einem Arbeitskameraden einen Teil des Lohnes gestohlen habe, den dieser sauer verdient habe. Der Angeklagte wurde unter Versagung mildernder Umstände wegen Diebstahls im Rückfalle zu einer Zuchthausstrafe von zwei Jahren verurteilt. Wegen Blutschande drei Jahre Duisburg. Der Angeklagte Franz Sz. aus Duisburg wurde vom Duisburger Schwurgericht wegen Blutschande zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt. Da Sz. bis zum Schluß hartnäckig leugnete, verweigerte ihm das Gericht die Anrechnung der Untersuchungshaft. Gewinnauszug 5. Klasse 47. Preußisch=Südbeutsche (273. Preuß.) Klassen=Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten Auf jede hohe Gewinne auf die Nummer sind zwei gleich gefallen, und zwar je einer Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II 10. Ziehungstag In der heutigen Vormittagsziehung über 150 RM gezog 19. August 1936 wurden Gewinne gezogen 176889 271781 128043 317798 886580 Schreckensfahrt auf Erntewagen Bauer tot, Tochter schwerverletzt, Bäuerin gerettet Hameln. Der Bauer Friedrich Grupe aus Brockensen fuhr mit Frau und Tochter auf seinem Erntewagen zum Feld als plötzlich die Pferde schenten und durchgingen. Der Wagen prallte schließlich gegen einen Baum, wobei er zum Teil in Trümmer ging; die Pferde stürmten weiter, bis sie vor einem zweiten Baum stehenblieben. Bauer Grupe war bei der tollen Fahrt vornüber abgestürzt und unglücklicherweise mit einem Fuß hängengeblieben. So wurde er mit dem Kopf nach unten hängend eine weite Strecke mitgeschleift. Neben anderen erheblichen Verletzungen hatte Grupe einen Schädelbruch davongetragen, dem er im Hamelner Krankenhaus bald erlag. Die Tochter zog sich einen komplizierten Oberarmbruch zu, während Frau Grupe sich im letzten Augenblick durch Abspringen hatte in Sicherheit bringen können. Gesamte Ernte vernichtet Großfener in einem Eifeldorf. Monschau. Am Mittwochabend wurde das im Kreise Monschau gelegene Dorf Vossenack von einem Großfeuer heimgesucht, dem ein landwirtschaftliches Anwesen zum Opfer fiel. Gegen 22 Uhr brach in einem Schuppen ein Feuer aus, das ch mit außerordentlicher Schnelligkeit ausbreitete und bald Haus, Stall und Scheune erfaßt hatte. Die Freiwillige Feuerwehr mußte sich darauf beschränken, die angrenzenden Anwesen zu schützen. Der Brand wütete über zwei Stunden und legte Haus, Stall und Scheune in Asche. Nur einige haus= und landwirtschaftliche Geräte konnten gerettet werden, alles andere ist mitverbrannt. Die gesamten Erntevorräte fie len den Flammen zum Opfer, außerdem kamen eine Kuh und zwei Kälber in den Flammen um. Explosion auf einer Motoryacht Zwei Verletzte kamen ins Krankenhaus. Köln. Mittwochnachmittag kam es auf einer Jacht, die am rechten Rheinufer vor Anker lag, zu einer Exvlosion. Mit lautem Getöse flog das Vorderteil in die Luft. Ein Kölner und eine Kölnerin, die sich in der Kabine befanden, wurden schwer verletzt und mußten dem Krankenhaus zugeführt werden. Die Feuerlöschpolizei mußte eingreifen, um den Brand zu löschen. Als Ursache soll ein Gasgemisch in Frage kommen, das sich auf dem Vorderdeck angesammelt hatte und sich dann beim Anlassen des Motors entzündete. Das Boot war in den letzten Tagen noch vollständig überholt worden. Unfall oder Selbstmord? Unbekannte Leiche aufgefunden Dortmund. In den frühen Morgenstunden des Donnerstag wurde auf dem Bahnkörper des Eisenbahnübergangs an der Straße„Am Segen" in Dortmund=Brünninghausen eine zerstükkelte männliche Leiche aufgefunden. Ob Unglücksfall oder Selbstmord vorliegt, konnte bisher noch nicht festgestellt werden. Der Tote trug keinerlei Paviere bei sich, so daß die Persönlichkeit bisher noch nicht festgestellt werden konnte. Es handelt sich um einen 32-35jährigen Mann, der 1,65 bis 1,70 m groß ist. Ausländische Besucher der Kölner Herbstmesse erhalten Fahrpreisermäßigung Köln. Die Deutsche Reichsbahngesellschaft kommt den ausländischen Besuchern der Kölner Herbstmesse(20.—22. September) dadurch besonders entgegen, daß für sie die in den Tarifbestimmungen über die 60 Prozent betragende Fahrpreisermäßigung für Ausländer zur Bedingung gemachte Mindestaufenthaltsdauer in Deutschland von sieben Tagen auf einen Tag— einschließlich Einreise— herabgesetzt wird, so daß sie die verbilligten Reisebürofahrscheine bereits am Ankunftstag zur Rückfahrt benutzen können. Italienischer Besuch Studenten und Jugendführer besuchen Koblenz. Koblenz. Auf ihrer Deutschlandfahrt trafen die italienischen Studenten und Jugendführer am Mittwochmittag in Koblenz ein. Die ausländischen Gäste hatten vorher die Reichsführerschule der HJ in Remagen besichtigt. In Koblenz wurden sie von Gebietsführer Rolf Karbach begrüßt. Der Führer der italienischen Abordnung, Professor Mario Borsalino, dankte mit freundlichen Worten. Zur Erinnerung an den Besuch wurde Professor Mario Borsalino ein Bild der Burg Westmark und der alten Moselbrücke von Gebietsführer Karbach überreicht. Eine Rundfahrt machte die ausländischen Gäste mit den Sehenswürdigkeiten der Stadt Koblenz bekannt. Am Nachmittag wurde die Reise rheinaufwärts nach Bacharach fortgesetzt, wobei eine Besichtigung der Burg Stahleck stattfand. Die Gäste treten die Heimreise von München aus an. Gegen den„Wahrsage"-Unfug Gegen die Sterndeuter und Kartenlegerinnen Minden i. W. Der Regierungspräsident zu Minden hat eine Polizeiverordnung erlassen, die das übertriebene Wahrsagen im Bezirk verhindern soll. Nach dieser Verordnung ist das entgeltliche Wahrsagen, die öffentliche Ankündigung entgeltlichen oder nichtentgeltlichen Wahrsagens sowie der Handel mit Druckschriften, die sich mit Wahrsagen befassen, verboten. Unter dieses Verbot fällt auch jedes sogenannte Kartenlegen, die Stellung des Horoskops, die Sterndeuterei und die Zeichen= und Traumdeutung. Es ist zu wünschen, daß der so stark eingerissene Unfug des Wahrsagens durch diese Polizeiverordnung unterbunden wird. 2 Gewinne zu 20000 RM. 2 Gewinne zu 10000 RM. 8 Gewinne zu 5000 RM. 390364 6 Gewinne zu 8000 RM. 57410 143495 375351 22 Gewinne zu 2000 RM. 59408 88110 117647 151689 250757 273163 318098 332943 867011 390469 396340 60 Gewinne zu 1000 RM. 11716 18029 27520 29529 40630 55761 61035 119603 119526 127205 145240 164051 191672 193777 198120 208800 238608 244381 252145 258060 267955 272195 291495 314566 825914 332901 336854 354045 354368 898299 72 Gewinne zu 500 RM. 8039 8376 8466 16165 25963 84968 37731 38059 41802 52197 64539 75204 87846 90570 135693 142561 149403 156877. 156944 215443 276835 288160 308328 310825 315539 332830 343309 359639 367162 872679 875709 377816 379948 384016 397448 899475 412 Gewinne zu 300 RM. 177 1543 8606 5402 6885 7984 11002 13400 14676 14995 15951 18016 21844 23242 28144 29275 34567 37920 40551 42535 44586 47090 48725 51249 51282 51919 51926 54114 54647 57163 58146 62495 64719 66981 69307 71595 73804 77118 77204 78206 86567 88621 96900 98601 104983 106659 107366 107591 107959 110336 116310 126267 133744 146793 158900 174334 189002 197490 208702 222302 229625 243786 250638 260311 270601 276337 287865 298880 303594 312127 329247 360123 365743 879820 385137 895663 116701 129268 135659 148911 158966 178873 189658 197726 208720 223721 232352 244228 251185 263448 271288 277190 288093 299352 808548 314540 330004 360267 366110 381649 385640 396754 118144 129690 135988 153593 160334 182968 191509 200043 211048 224444 233555 248746 253930 265531 272949 279978 288954 299693 309884 816022 333196 353172 367131 382119 386190 397955 118381 131941 137714 155634 163478 183349 192702 200896 216979 228054 236392 249075 264145 266877 274809 280745 291604 301026 310683 316626 335898 355776 368072 382266 391780 398949 111907 121103 133542 143826 167373 168940 185440 192882 205506 219575 228630 237130 249795 264944 267371 274930 284423 294524 301039 311244 323596 338692 361363 371798 382933 392459 114807 123092 133612 144866 168311 170500 186320 193436 205894 219915 228892 237334 260167 259928 269860 275266 285819 298761 301346 811351 328839 347572 365167 374399 384006 392619 In der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 150 RM gezogen 2 Gewinne zu 10000 RM. 279992 4 Gewinne zu 5000 RM. 331696 370647 4 Gewinne zu 3000 RM. 201522 395180 10 Gewinne zu 2000 RM. 57763 85799 139602 154398 284542 20 Gewinne zu 1000 RM. 35174 97643 187440 199705 215766 216619 240124 251389 326161 385466 72 Gewinne zu 500 RM. 107 15427 22579 27549 30849 32449 39072 42692 68941 73683 88990 96991 108787 123127 138616 142480 156252 172872 195354 201414 221321 233732 236876 258096 272299 274760 293266 802402 307487 321139 824303 327171 328750 852400 361862 393079 342 Gewinne zu 300 RM. 2498 2942 3977 4756 7375 8995 12870 13182 14540 14801 16483 23175 24833 26238 28911 81058 38365 39849 42878 45096 45151 45218 48708 48994 52303 52996 56826 57132 57739 58169 58564 60316 60865 62923 62962 68503 70168 70195 74423 74844 74955 78617 79353 81477 81722 84178 87095 89431 89453 94707 96368 97678 98234 99406 99706 103381 103964 109292 117628 123497 126940 143476 151847 168864 189771 210646 229638 235280 248774 269230 275541 289344 303842 317558 333860 843497 357673 881503 398626 130213 143669 154975 170237 192292 211404 229683 238606 250985 270371 276832 294953 805412 322356 836657 344860 360381 382356 398814 130256 145373 156401 171963 192308 211553 229913 240684 252694 271121 278686 297291 306499 325599 337805 347491 371984 382696 398916 137276 147892 160391 177150 196203 217638 231619 241727 258476 271769 282733 297696 307326 326411 339489 348547 372727 385251 138934 148051 161048 184402 196834 217846 232018 243770 262227 273176 283649 299886 313663 327785 341788 352075 376887 894032 142484 151617 163102 188312 210045 219542 233760 245790 267583 273925 285798 800249 815454 329898 343312 356934 380575 397367 Im Gewinnrade verblieben: e 1000000, 2 zu je 800000, 2 au 6 zu je e 75000, 2 zu je 50000, 0000, 68 zu je 10000, 112 zu je 8000, 648 zu je 2000, 1962 zu je 1000, je 500, 12994 zu je 800 RM. 4 Gewinne zu e 100000, 2 zu 0000, 8 zu je 5000, 282 zu je 3294 zu 11) Bakelite halter Olympische„Siegesallee". Auf dem Reichssportfeld in r hohe Säulen aufgestellt, von denen jeweils eine an d rt und die Namen der deutschen Olympiasieger trägt. Broblich81o Auf Horchposten. Ein Bild von den Uebungen der Luftwaffe im Gebiet des Luftkreiskommandos 3(Halle=Merseburg). Eine Flugwache zur Meldung nahender feindlicher Flieger in Tätigkeit. Mit Hörtrichtern wird die Richtung des ankommenden Geschwaders ermittelt.(Weltb.) Jetzt auch deutsche Botschaft in Brasilien. Nach der Erhebung der beiderseitigen Gesandtschaften zu Botschaften hat nunmehr Dr. SchmidtElskov(rechts) dem Staatspräsidenten Varaas slinks) sein Beglaubigungsschreiben als Botschafter überreicht.(Pressephoto. K.) Kleine Ursachen.... Alles wegen der Katz Enalischen Blättermeldungen aus China zu folge wäre es beinahe zu einem diplomatischen Zwischenfall gekommen, der die ohnehin nicht gerade herzlichen Beziehungen zwischen dem Reich der Mitte und seinem japanischen Nachbarn auf eine ernste Probe gestellt hätte. Und dies alles nur wegen einer Anzahl Katzen! Die Sache verhält sich angeblich so: Seit län gerer Zeit mußten die Bewohner Nordchinas die betrübliche Feststellung machen, daß ihre vierbeinigen Hausgenossen spurlos verschwanden. Sie rüsteten eine regelrechte Expedition aus, um der Sache auf den Grund zu gehen. Schließlich kamen sie dahinter, daß ihre Katzen von Dieben gestohlen und getötet wurden. Während nun das Katzen fleisch in China blieb und zur Bereicherung mancher Mittaastafel diente, wurden die Felle in größeren Posten nach Japan verschoben./ Hier, so wissen englische Blätter zu melden, würden die Katzenfelle zur Bespannung des japanischen Na tionalinstruments„Samisen", einer dreisaitigen Zupfgeige, verwendet. Bei der Verfolgung der Diebe kam es nun zu unerlaubten Grenzüber schreitungen und Schießereien, die, wie gesagt, beinahe einen diplomatischen Zwischenfall heraufbeschworen hätten. Ein Pavian als Flurwächter Ein rettender Gedanke Die Eingeborenen von Spion Kop in Ratal mußten die bedauerliche Feststellung machen, daß ihre Felder in nächtlicher Stunde von unbekann ter Hand geplündert wurden. Bald verbreitete sich unter der abergläubischen Bevölkerung das Gerücht, daß ein Geist am Werke sei. Als man schließlich eines Nachts den Spuren dieses Geistes folate, fand man zur größten Ueberraschung aller einen— Pavian, der offenbar von seiner Herde geächtet worden war, vor. Schon wollten sich die Bestohlenen an dem unschuldigen Affen rächen, als einem Eingeborenen ein rettender Gedanke kam. Er schlua vor, daß man den einsamen Pavian gewähren lassen solle, damit er etwaige Ernteplünderer verscheuche. Der Einfall fand einstimmige Annahme, und der Pavian wurde zum „lokalen Polizisten“ ernannt. Seither haben auch die Plünderungen der Felder ein Ende genommen. „Jalpaiguri", das tanzende Ungeheuer Die Polizei von Kalkutta und wissenschaftliche Kreise beschäftigen sich augenblicklich mit einem Riesenungeheuer, das in der Nähe der Stadt ge sichtet wurde. Es soll sich um ein Tier von der Gestalt eines großen Affen handeln. Das Unge tüm läßt Fußspuren von 60 Zentimeter Größe zurück, tanzte vor den Eisenbahnzügen der Strecke Kalkutta—Darjeelina, um schließlich im Urwald zu verschwinden. Das rätselhafte Ungeheuer, das in der Bevölkerung eine wahre Panik hervorgerufen hat. tritt nur nachts auf. Man hat das geheimnisvolle Tier„Jalpaiauri“ getauft. Man kann ruhig behaupten, der Fujijama ist einer der berühmtesten Gipfel der Welt. Jeder jat ihn schon irgendwo einmal gesehen, den spitzen Vulkankegel mit seiner auslaufenden Halskrause von weißem Schnee: auf einem Papierfächer, auf einer Japanvase, auf Tellern, Lackschränkchen und Lackkästchen, gestochen, gemalt und in Bronze= oder Silbergefäße getrieben. Der Fujijama ist das Wahrzeichen Japans, eine Art Gottheit, oder die Verkörperung„der Prinzessin, die die Knospen der Bäume zum Blühen bringt“. Die Besteigung des Fujijama gilt als religiöse Pflicht, als Sühne ür Sünden. Tausende und aber Tausende von Pilgern strömen in jedem Jahre herbei, aus allen Teilen Nippons, und zu ihnen gesellen sich die Scharen der europäischen Reisenden, die auch einmal auf dem Gipfel des berühmten Berges getanden haben wollen. Ein Blick in den Krater Auf der Kante der ungefähr 400 Meter im Durchmesser betragenden Oberfläche des Kraters entwickelt sich in der großen Pilgerzeit ein reges Leben. In Hütten aus Lavablöcken werden Getränke und einfache Eßwaren dargeboten. Etwa jundert Meter tief kann man in den Kessel hineinsehen. Er ist von einem starken Geländer umgeben, und man sieht zunächst nichts als ein Wirrwarr gigantischer Lavablöcke, zwischen denen ertarrte Lavafluten in Zacken hinabhängen. Hier und da zischt zwischen den Felsen eine weißgelbe Dampfsäule hervor und verbreitet einen starken Schwefelgeruch. Das ist aber auch alles, was man zu sehen bekommt. Viel großartiger ist der Blick bei Sonnenaufgang über Land und Meer. Ein Feuerwerk von märchenhafter Pracht entwickelt sich, die Wolken flammen auf, der ganze Berg ist scheinbar in einen Purpurmantel lodernder Glut gehüllt. Tokio ist zu sehen, der Hafen von Yokokeine Entweihung des Fujijama Japans heiliger Berg bleibt unberührt Das Projekt, eine Drahtseilbahn auf den Gipfel des Fujijama zu führen, ist von dem zuständigen japanischen Ministerium abgelehnt worden, weil es das religiöse Empfinden des Japaners verletzen würde. hama mit seinem Verkehr an Schiffen aller Art; kurz, es bietet sich ein Anblick, wie man ihn sich überwältigender kaum vorstellen kann. In diesen Wochen ist die große Pilgerzeit für den Fujijama. Unausgesetzt sind Züge unterwegs von zehn, zwanzig, dreißig Personen: alt und jung, reich und arm. Aber nur Männer sind es, da den Frauen das Betreten des heiligen Berges untersagt ist. Alle sind sie weiß gekleidet, tragen weiße Socken und Strohsandalen an den Füßen— und in der Hand eine stets in Bewegung befindliche Glocke. Tunnelbaupläne in Neuyork Unterführung des East=River Die Stadtbehörden in Neuyork planen einen neuen gewaltigen Tunnelbau. Es handelt sich um eine Unterführung zwischen dem Stadtteil Queens am East=River und dem Zentrum von Manhattan. Der Tunnel wird in erster Linie zur Entlastung des riesigen Kraftverkehrs dienen. Bereits am 15. September soll die Arbeit in Angriff genommen werden, und zwar werden 4300 Arbeiter je zur Hälfte von beiden Seiten des Flusses mit den Ausschachtungen beginnen. Das großzügige Bauprojekt dürfte nicht vor 1940 beendet sein. Die Unterführung, die aus zwei Riesenpassagen besteht, die je 10 Meter Durchmesser und 2120 Meter Länge aufweisen werden, soll nach den Schätzungen nicht weniger als 58½ Millionen Dollar kosten. Die Gelder werden bis zu 11 Millionen von der Bundesregierung zur Verfügung gestellt und die übrigen 47½ Millionen in Form von öffentlichen Anleihen aufgebracht werden. Das Tunnelbauprojekt ist somit das größte Werk unter den öffentlichen Arbeiten Amerikas, das ein Einzelstaat der Union verwirklichen läßt. Nürnberg wirft seine Schatten voraus. In der Stadt der Reichsparteitage werden fieberhaft die letzten Vorbereitungen für den diesjährigen Reichsparteitag getroffen. Die Verpflegungsstätten, die sich rings um das Lager der SA. hinziehen, sind bereits fertiggestellt.(Hoffmann.) Die Meter innert In Freystadt a. d. Unstrut vollzog der Reichssportführer im Beisein der siegreichen deutschen Olympiaturner u.-turnerinnen die Weihe des neuen JahnHauses, in dem der Vater der Turnbewegung seinen Lebensavend verbracht hatte. (Schirner, K.) Der reichste Mann der Welt, der Maharadscha von Mysore, ist, von London kommend, auf dem Flughafen Tempelhof eingetroffen. Scherl=Bilderd., K.) Der französische Flieger Georges Detré hat mit 14836 m einen neuen Höhenweltrekord für Flugzenge aufgestellt. Damit ist die bisherige Höchstleistung des Italieners Donati um 403 m überboten.(Pr.=Ph.) Jugoslawische Ordensverleihungen Gelsenkirchen. In Anerkennung ihrer Verdieste um die Förderung der deutsch-jugoslawischen Beziehungen wurden im Namen des jugoslawischen Königs Peter II. ausgezeichnet mit dem Orden vom Heiligen Sava: Pfarrer Nikol. Kaufhold(Gelsenkirchen), Schriftleiter Gerhard Kill (Gelsenkirchen=Buer) und Schriftleiter Dr. Wilh. Mansfeld(Berlin); mit dem Orden der Jugoslawischen Krone 4. Klasse: Fabrikant Bogoljub Maritsch(Solingen). Berlin werden zur Zeit zehn zwei die früheren Olympischen Spiele er(Scherl=Bilderd., K.) haushaltskurse für Bräute Die Schule besorgt Ehemänuer Daß der schönste und zugleich der naturgemäße Beruf der Frau ebenso wie jeder andere Beruf, in dem man etwas zu leisten gedenkt, eine gründliche Ausbildung erfordert, haben wir in Deutschland längst eingesehen. Aber auch in anderen Ländern werden jetzt Kurse für Bräute eingeführt, die sich im Haushalt vervollkommnen möchten. In Japan hat die Gattin eines hervorrägenden japanischen Politikers eine Schule für Bräute eingerichtet. Sie werden hier in der Haushaltführung im allgemeinen, im Kochen(auf japanische und europäische Art) und im Nähen unterwiesen. Ferner werden sie körperlich geschult, lernen mit Kindern umgehen und lernen auch, was für die Japanerinnen sehr wichtig ist. Blumen arrangieren. Zur Zeit besuchen 63 junge Mädchen diese Schule, von denen die meisten verlobt sind. Für diejenigen, die es nicht sind, bemüht sich die Schule, einen geeigneten Mann zu finden. Ein Teil des Schulunterrichts besteht auch darin, daß immer fünf junge Mädchen zusammen eine Wohnuna mieten und mit möalichst aeringen Summen ihren Lebensunterhalt zu bestreiten suchen. Diese praktische Lehrzeit erweist sich als besonders günstia. Wohin der Kurs gehen soll! Forderungen der französ. Kommunisten- Ein Moskowiter hetzt dnb Paris, 21. August. Die Kommunistische Partei veranstaltete am Donnerstagabend im Pariser Vorort St. Denis eine Massenversammlung, auf der der Generalsekretär der Partei Thorez, sprach. Er begann mit einem Loblied auf die Volksfront, deren Regierung den Arbeitermassen Vorteile verschafft habe. Weitere Vorteile seien zu erwarten. Die Zukunft des Landes aber müsse gesichert werden. Wohin der Kurs gehen soll, das verrät Thorez sehr deutlich, wenn er erklärt,„die Provokationen der faschistischen Presse müßten ein Ende nehmen und die faschistischen Führer in Gefängnisse gesperrt werden." Er gab also genau die Parole aus, die in Spanien mit der Ermordung Sotelos befolgt worden ist. Es sei unstatthaft, daß sich die Bünde in politische Parteien verwandelten, die nur den Bürgerkrieg vorbereiten. In der Armee und in der Verwaltung müsse ein wahrer republikanischer Geist seinen Einzug halten. Es komme darauf an, auch die Kreise für den Gedanken der Freiheit zu gewinnen, die noch nicht ganz mit den Zielen der Volksfront zufrieden seien. Die französischen Ar beiter ständen auf seiten der spanischen Republikaner. Hitler wolle Frankreich einkreisen. Frank reich sei, ganz gleich unter welcher Regierung, stets der Todfeind Deutschlands. Die Kommunistische Partei solle eine französische Front schaffen, die von niemandem abhänge und die Unabhängigkeit Frankreichs kraftvoll verbürgen könne. Zum Schluß seiner Ausführungen forderte Thorez vollkommene Freiheit des Handels mit Spanien. Er sei davon überzeugt, daß die sozialistischen Arbeiter das gleiche wünsch ten. Die Stimme des Volkes müsse verstanden werden. Die spanische Republik brauche Flug zeuge, Kanonen und Munition, und denjenigen, die für Freiheit und Frieden kämpften, müsse wirksame Hilfe zuteil werden. Anschließend wurde eine Entschließung an genommen, die von der Regierung Blum sofortige Aufhebung der Handelssperre gegen das republikanische Spanien fordert. deutsche Fahne zurück. Die Fahne stammt aus Klippdamm. Kapitän Frylingk hatte sich auf den Hinweis des Ministers, daß die Fahne Deutschland gehöre, sofort zur Rückgabe bereit erklärt. Der deutsche Gesandte Wiehl übernahm die Fahne mit Worten des Dankes für die freundschaftliche Geste. Bei der Eröffnung des Neubaues gab der Gesandte in einer Ansprache der Hoffnung Ausdruck, daß das neue Deutsche Haus der Erhaltung und weiteren Festigung der Freundschaft zwischen Deutschland und Südafrika dienen möge. Divisionsadmiral Paladini dankt dnb Kiel, 21. August. Beim Auslaufen des italienischen Kreuzers „Gorizia“ aus dem Kieler Hafen richtete der italienische Divisionsadmiral Paladini nachstehendes Telegramm an den Kommandierenden Admiral der Marinestation der Östsee, Admiral Albrecht: „Während ich den Hafen verlasse, den Sitz des Marinestationskommandos der Östsee, danke ich Eurer Exzellenz für die kameradschaftliche Aufnahme, die ich hier und überall gefunden habe und für alle freundliche Sorge, mit der wir hier umgeben worden sind. Eure sehr geehrte Exzellenz grüße ich mit meinem Personal in Dankbarkeit, die ich gleichzeitig im Namen des Kommandanten des Stabes und der Besatzung der„Gorizia“ ausspreche." Alpenüberquerung im Segelflugzeug dnb Berlin, 21. August. Im Rahmen von Versuchen, die das Deutsche Forschungsinstitut für Segelflug, Darmstadt, in Verbindung mit Segelfluggruppen technischer Hochschulen zurzeit zur Erforschung der Möglichkeiten einer Alpenüberquerung von Prien am Chiemsee durchführt, gelangen am Mittwoch einige sehr beachtliche Flüge. Drei Flugzeuge flogen von Prien bis ins Zillertal. Heini Dittmar erreichte unter Ueberquerung der 3600 Meter hohen Tauern(Großglockner) Villa Bassa(Niederdorf) bei Toblach. Güterzugunfall bei Zerbst dnb Halle a. d. S., 21. August. Die Pressestelle der Reichsbahndirektion Halle a. d. S. teilt mit: Am 20. August, gegen 5,20 Uhr wurde auf der Bahnstrecke Güsten=Belzig zwischen Güterglück und Lindau i. A. ein Lastkraftwagen einer Firma in Dessau=Roßlau von einem Güter zug erfaßt und zertrümmert. Die Schranke war nicht geschlossen. Von den beiden Fahrern des Kraftwagens wurde einer schwer, der andere leichter verletzt. Von dem Zuge entgleisten 20 Wagen von denen 15 mit Kraftwagen beladene in Brand gerieten. Motorbarkasse eines französischen Kreuzers gesunken Die Motorbarkasse des im Hafen von Tanger liegenden französischen Kreuzers„Duquesne eist in der vergangenen Nacht gekentert und geunken. Der Kommandant des Kreuzers hatte die Barkasse dem Kommandanten eines portugiesischen Torpedobootes zur Verfügung gestellt, auf dem ein Empfang stattfand. Als die Barkasse gegen Uhr nachts in den Hafen zurückkehrte, stieß sie in voller Fahrt gegen die Kajanlagen, kenterte und sank sofort. An Bord befanden sich zahlreiche Persönlichkeiten, darunter auch der vortugiesische Gesandte in Tanger und seine Frau, die aber alle gerettet werden konnten. Rom. Die auf eine ausländische Agentur zurückgehenden Meldungen, nach denen Italien im Hinblick auf die Ereignisse in Spanien eine vor der Entlassung stehende Jahresklasse weiter unter den Waffen halte, werden von maßgebender italienischer Seite als phantastisch bezeichnet und in aller Form in Abrede gestellt. Schweigen Sie Herr Innenminister Scharfe Sprache gegen den franz. Innenminister Salengro Blutiges Gefecht in Palästina dnb London, 21. August. Wie aus Jernsalem gemeldet wird, sind in einem erbitterten 8stündigen Gefecht zwischen britischen Truppen und bewaffneten Aufständigen bei Hedera in Mittelpalästina vier Araber getötet worden. Die englischen Truppen, die große Mengen von Waffen und Munition erbeuteten, haben, so weit bisher bekannt. Keine Verluste erlitten. König Ghasi I. für ein arabisches Palästina dnb Jernsalem, 21. August. König Ghasi I. hatte dieser Tage zu einer Sondersitzung in Bagdad den irakischen Ministerpräsidenten, den Außenminister und den englischen Gesandten empfangen. Ghasi I. legte dem englischen Gesandten dringend nahe, in London wegen einer beschleunigten Lösung der Palästina=Frage im arabischen Sinne vorstellig zu werden. Der irakische König wies darauf hin, daß eine derartige beschleunigte Lösung im Interesse der Aufrechterhaltung der guten Beziehungen zwischen den Arabern des Irak und England notwendig sei. Erneute Streikbewegung im Lütticher Kohlenrevier dnb Brüssel, 21. August. Im Lütticher Kohlenrevier sind auf mehreren Gruben die Belegschaften in den Streik getreten wegen Meinungsverschiedenheiten mit den Grubenleitungen hinsichtlich der Frage des bezahlten Urlaubs. Diese Meinungsverschiedenheiten bildeten gestern den Gegenstand von Beratungen der zentralen Bergwerkskommission, die aber zu keinem Ergebnis geführt haben. Horthy in Oesterreich dnb Budapest, 21. August. Das Ungarische Telegraphen=Korrespondenzbüro meldet: Der Reichsverweser von Ungarn ist am 20. August für einige Tage nach Oesterreich gereist, wo er auf Einladung der österreichischen Regierung in Nordtirol an einer Gemsjagd teilnimmt. Der Reichsverweser wird auf seiner Reise von Oberstleutnant Brunswick als Reisemarschall begleitet. Dies ist die erste Reise des Reichsverwesers nach dem Ausland seit seiner 1920 erfolgten Wahl. Einweihung des neuen Deutschen Hauses in Pretoria dnb Pretoria, 21. August. Bei der Einweihung des neuen Deutschen Hauses in Pretoria gab der südafrikanische Minister Grobler dem deutschen Gesandten Wiehl eine im April 1915 bei den Kämpfen in Südwestafrika in die Hände des Kapitäns Frylingk gelangte dnb Paris, 21. August. Der Chefredakteur des„Jour“, Léon Bailby, kommt am Donnerstag noch einmal auf die Rede des französischen Innenministers Salengro in Lille zurück und schreibt unter der Ueberschrift:„Ein Manlkorb für Salengro, damit er schweigt" u. a. folgendes: „Sie haben vor kaum sechs Monaten eine militärische Niederlage der regulären italienischen Regierung gewünscht. Sie fordern jetzt die Bevölkerung Deutschlands und Oesterreichs auf, durch eine Revolntion die regulären Regierungen von Berlin und Wien zu stürzen. Haben Sie geschworen, uns mit der ganzen Welt zu verfeinden und uns als einzigen Trost nur das Bündnis mit einem 3000 Kilometer entfernt gelegenen Sowjetrußland zu lassen, das uns lediglich sowjetisieren will, und glauben Sie, daß das, was in Madrid noch von einer Regierung übrig bleibt, fähig ist, uns wirksame Hilfe zu leisten, wenn jemals die antoritären änder, die Sie beleidigen, sich entschließen sollten, einzugreifen? Sie behaupten, im Namen der Franzosen zu sprechen. Das ist falsch. Sie erklären sich als Mitglied einer Klassenregierung. Das Land hat Ihnen nicht das Recht gegeben, an allen Grenzen den Krieg zu entfachen. Durch Unvorsichtigkeiten wie die Ihrigen geht man aber dem dümmsten und wahnwitzigsten Kriege entgegen. Wenn Sie den Wert der Worte nicht kennen, schweigen Sie!“ Gerüchte von einer Parisreise der polnischen Außenministers Beck dnb Warschau, 21. August. Wie die nationaldemokratische Presse im Zu sammenhang mit der Mittwochkonferenz zwischen dem Staatspräsidenten und dem Außenminister Beck mitteilt, wird in maßgebenden Kreisen ein Besuch des Außenministers Beck in Paris erwogen. Außenminister Beck werde sich gemeinsam mit dem Generalinspekteur der Armee General Rydz=Smigly Anfang September nach Paris begeben. Tschiangkaischek verlängert sein Ultimatum an die Kwangsi=Generale dnb Schanghai, 21. August. Tschiangkaischek hat den Militärführern von Kwangsi eine mehrtägige Verlängerung der Frist für das ursprünglich am Donnerstag ab laufende Ultimatum gewährt, um alle Möglich keiten für einen friedlichen Ausgleich zwischen Nanking und Kwangsi auszunutzen. Inzwischen bemüht sich Tschiangkaischek, durch Verhandlungen eine Einigung zu erzielen. Nach einer Meldung aus Kanton haben die Kwangsi=Führer starke Truppenabteilungen zu sammengezogen und an der Grenze von Kwang tung in Wutschau 100000 Mann bereitge stellt, um in Kwangtung einfallen zu können höht werden sollen, sind, wie der Minister erklärt angesichts der schwierigen Finanzlage Kürzun gen des Haushalts notwendig. Besonders wer den sie beim Heeres= und Marinehaushalt not wendig sein. Moskau gegen eine neutrale Zone im Fernen Osten dnb Tokio, 21. August. Der japanische Botschafter in Moskau hat der Agentur Domei zufolge dem Ministerpräsidenten Irota einen ausführlichen Bericht über die allgemeine Lage der Sowjetunion erstattet. Der Botchafter glaubt von einer angeblich zunehmenden nneren und äußeren Konsolidierung der Sowjets prechen zu können, die durch den Fünfjahresplan und den Anschluß Moskaus an Genf sowie durch die Verträge mit Frankreich und der Kleinen Entente und die Annäherung an England bedingt ei. Japan müsse dieser angeblichen Besserung Rechnung tragen. Da die Sowjetunion ihre militärische und wirtschaftliche Stellung im Fernen Östen, gestützt auf 300000 Mann, auf Befestigungen und Eisenbahnen und neue Industriezentren, verstärkt habe, habe sie den japanischen Vorschlag, eine neutrale Zone an der Östgrenze von Mandschukuo zu schaffen und die Truppen zurückzuziehen, abgelehnt, aber den Gegenvorschlag auf Abschluß eines Nichtangriffspaktes aufrechterhalten. In politischen Kreisen und in der Presse wird darauf hingewiesen, daß angesichts der entchiedenen Ablehnung des Nichtangriffspaktes durch die Armee jeder Versuch Hirotas, eine Verständigungspolitik mit Moskau auf Kosten der militärischen Sicherheit Mandschukuos und Japans einzuleiten, den Betand des Kabinetts gefährde. Haushaltssorgen in dnb Tokio, 21. August Wie die Agentur Domei berichtet, beziffert der Finanzminister den Gesamthaushalt für 1937 ans Grund der von den einzelnen Ministerien eingereichten Neuforderungen auf 3.2 Milliarden en. Das würde gegenüber dem gegenwärtigen Haushalt eine Erhöhung um 900 Millio nen Yen bedeuten. Da die Staatseinnahmen je doch nicht durch steuerliche und andere Mittel er Beick in die Wictschaft Der heutige Frühverkehr Auchhente vorbörslich keine Belebung. Im heutigen Effektenfrühverkehr machte sich noch keine Aenderung des Börsengeschäftes bemerkbar. Aufträge der Bankenkundschaft liegen kaum vor. Bei der ausgesprochenen Unternehmungsunlust besteht immerhin die Möglichkeit, daß selbst kleine Verkäufe noch zu weiteren Rückgängen der Kurse führen. Am Valutenmarkt schwächte sich das Pfund auf 12,52½ leicht ab. Der Dollar blieb unverändert 2,49. Von den Goldvaluten zogen der Schweizer Franken auf 81,15 u. der Gulden auf 169,10 an. Dagegen blieb der französische Franken mit 16,39½ nahezu unverändert. Berliner Getreidebericht Weizen 198—200, Roggen 163, feine Braugerste 205—211, gute Braugerste 199—204, Wintergerste zweizeilig 174—180. Tendenz: Das Geschäft blieb in den Morgenstunden zunächst noch unentwickelt. Brotgetreide ist unter Bevorzugung kurzfristiger Lieferung weiter lebhaft gefragt. Die Lage am Futtergetreidemarkt hat keine Veränderung erfahren. Hafer und Futtergersten kommen nur wenig heraus. Gewinnauszug 5. Klasse 47. Preußisch=Süddeutsche (273. Preuß.) Klassen-Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich inne gefallen, und zwar je einer ase Gew die leicher Nummer in den beiden teilungen I und II 20. August 1936 ung wurden Gewinne gezogen 11. Ziehungstag In der heutigen über 150 R2 2 Gewinne zu 10000 RM. 293949 4 Gewinne zu 3000 RM. 87881 283135 22 Gewinne zu 2000 RM. 4830 54308 135709 169964 176529 188307 190899 232997 831313 354983 384076 86 Gewinne zu 1000 RM. 3789 7556 9023 13016 33597 49348 54384 55112 56317 59362 74868 85529 89010 90612 106845 107626 115132 123238 128607 137043 143280 154117 157068 158475 185407 189003 193137 195876 201894 209734 211212 238804 247847 253723 255791 272778 273164 284246 311352 324737 344333 356067 375153 88 Gewinne zu 500 RM. 6179 11314 15038 15541 26420 27085 31380 62395 64729 67846 77561 83144 94435 111379 111893 118214 136993 157197 168702 169788 173408 173508 193752 196072 206617 214340 226998 235719 239860 256874 261999 272358 277926 286595 303770 314403 319627 322697 328054 341080 341777, 341935 387868 390236 378 Gewinne zu 300 RM. 780 787 994 1409 4711 9815 10020 10152 12369 12818 12845 14871 16500 17751 20174 21794 22683 23962 26504 27784 28802 29655 31497 33279 35278 35844 37437 40827 45626 47248 47786 48527 54241 55274 57303 58321 60485 62335 65814 72031 74419 75907 77480 77723 77916 78771 80330 85139 85872 89525 90790 91681 94151 94814 96804 115303 134421 147402 158596 177460 187529 196360 206069 221366 230990 241484 256995 269042 282625 301386 311306 317241 830944 341559 865378 379457 894643 On der 101260 116284 134504 148017 160557 177560 190439 196485 209087 223360 231135 245026 257759 269271 283553 302436 3128 8174 3345 349449 370794 380422 398715 103404 119374 136287 148202 167524 177797 191254 197776 210761 226761 234043 246099 258231 274075 292987 302739 313310 326257 336069 353927 373197 380479 399684 104887 120755 141985 148630 169296 180186 193175 198344 210797 108675 126223 142113 152221 170750 181687 194885 199083 218437 227686 229092 234145 239832 253411 259976 274560 295215 307204 313969 327026 336572 354609 373550 383446 109291 131897 146554 167722 175693 183792 196192 203641 219432 230262 239975 254141 268756 281086 299370 310105 315829 328828 329289 339232 841834 355275 355385 377544 879107 389462 390833 253765 266573 274778 295267 307876 315035 wurden Gewinne gezogen 2 Gewinne zu 5000 RM. 236127 4 Gewinne zu 3000 RM. 76142 363600 16 Gewinne zu 2000 RM. 7220 13832 72814 105079 288271 309969 344104 846201 50 Gewinne zu 1000 RM. 571 25016 35099 38371 53188 61312 65185 91726 105021 109445 160428 174013 186812 206112 234203 239688 259331 270234 298133 307679 323062 333462 361353 385743 387088 82 Gewinne zu 500 RM. 5144 8136 10957 20363 27692 32543 44802 49875 66358 79308 84565 100479 104601 110181 120085 124548 144167 146268 158071 158755 196546 208093 222380 224520 260323 277398 279090 306828 830754 331561 331965 338860 339344 347598 350392 352628 353803 356995 363610 376560 379203 328 Gewinne zu 300 RM. 1251 5419 6448 7188 7605 10054 11284 13985 15536 16312 16996 20074 21036 23198 23263 24711 26234 27172 29263 31199 32350 38388 41351 46148 46890 49941 51313 55935 57444 61351 72965 74447 75957 78823 82436 82892 82982 83039 87016 89954 91905 91977 97302 103241 104726 106382 106565 109614 120149 124041 136696 149418 160102 170415 177580 187508 196850 208330 225955 244333 260348 286231 295738 309167 832630 343716 367317 386902 124 137947 149482 161938 171901 179049 191317 198838 209713 226133 244960 264935 286324 301316 314642 335214 349804 374293 375447 391536 391573 124156 138391 149617 162664 174023 181535 191884 203202 212641 229864 250428 267579 112738 113893 124522 130939 138789 155169 164855 174195 182061 193271 203965 214969 234972 253670 270385 146662 158609 166092 174737 184975 194338 205517 216607 243410 118038 135266 148107 159307 169362 176351 186983 194679 208207 218219 243651 291302 291486 301985 805871 318077 324667 335485 337020 357826 360303 378458 395859 257577 257897 273258 273629 292030 294742 306801 307494 325838 326308 341048 343291 364661 365082 382233 382983 399803 Im Gewinnrade verblieben: 2 Gewinne zu je 1000000, 2 zu je 300000, 2 zu je 100000, 2 zu je 75000, 2 zu je 50000, 6 zu je 80000, 8 zu je 20000, 66 zu je 10000, 110 zu je 5000, 224 zu je 3000, 610 zu je 2000, 1826 zu je 1000, 8124 zu je 500, 12288 zu je 300 RM. Zeitungsreklame ist ein Fundament für geschäftliche Aufwärtsentwicklung! Erhältlich In Apotheken u. Drogerien; In Hattingen bei: Contraldrogerle Otto Sless Mädchen oder Frau für ¾ Tag gesucht. Zu erfragen in der Geschst. dsr. Ztg. in Hattingen. Zwangsversteigerung Am 22.8. 36, 15 Uhr. versteigere ich in Hattingen, Zusk. b. Spediteur Reichenbach: maschine(Phönk) 1 Ladenschrank, 1 Küchenschrank, 2 Schreibtische, 2 Ball. Herrentuchstoffe, 1 masch., 1 Klavier öffentlich meistbietend gegen bar. Hattg., den 21. 8. 36 Dciricenaige ein Zeichen nalürlicher, gesunder Lebensaullassung. lunge Frauen sollien auf feste, gesunde Figur bedachi sein— es ist bessert Viel Bewagung und Dr. Richters Frühslückskräuferlee hallen den Körper frisch und stralf— kein unnöliges Felt wird sich ansehen, des Blut hat freie Zirkulelion und der Stolfwechsel ist in schönster Ordnung.-Packg. 1. 80 u. 2.25. Auch als Drix-Tablellen ethälllich. Dr. Ernst Richters Frühstückskräuteriee Jhte Auzeige wird auch am Samstag sorgtältla bearbeitet. Im Laute der Woche können wir sie aber sicher mit größerem Fleiß behandeln. Dürfen wir rechtzeitig um Ihre Vorlage bitten? Es wird am Sonnabend, 22. Aug. 1936, vormitt. von 9—12 Uhr, an der Wirtschaft Kirchmeier in Hattingen, Ecke Nord= und Sprockhöveler Straße, von 12.30—2 Uhr, an der Wirtschaft Bosselmann in Winz=Baak Ferkel ein großer Transport das Stück von 12,— RM. an verkauft. Joh. Kutsch, Bossel. und Landwehr=Verein Holthausen Morgen, Sonnabend, den 22. 8., abends 7 Uhr Kameradschaftsabend beim Wirt Wilhelm Krüpe, N.Holthausen. Hierzu ist die ganze Gemeinde herzlich eingeladen. Konzert, humor. Vorträge Ball Der Vereinsführer. Deutliche Schrift im Anzeigenmanuskript(nur einseitig beschreiben) hilft Fehler und Verzögerungen vermeiden. Für Beachtung ist der Berlag dankbar. Zwangsversteigerung, Am Samstag, dem 22. ds. Mts., vorm. 11 Uhr, versteigere ich im Versteigerungslokal in Steele, Berliner Straße 20: 1 Büfett, 1 Grammophon mit 30 Platten, 1 Schreibtisch, 1 Standuhr, 1 Hobelbank, 1 Singer=Nähmaschine und 1 Staubsauger öffentlich meistbietend gegen bar. Der Verkauf findet bestimmt statt. E.=Steele, den 21. August 1936. Obergerichtsvollzieh. Central-Theater Hattingen-Ruhr Heute bis einschl. Montag ein gewaltiges Programm, das Abenteuer und Sensationen In unerhörter Fülle bringt: Gold nach Singapore Der ferne Osten mit seinen nie gelösten Rätseln, die Schrecken eines Taifun, mitten auf offenem Meere, das sind Szenen, die grenzen an das Phantastischste, das bisher die Leinwand zeigte. Clark Gable, Jean Harlow, Wallace Beery Reichhaltig und interessant das Belprogramm Die neue Ufa-Tonwoche bringt die Fortsetzung der Kämpfe und Sieger-Ehrungen während der Olympiade in Berlin. Sonntagnachm. 2 Uhr. Jugendvorstellung Fabelhaft und sensationell das Propramm: „Der Pampasreiter“„Smoky“ Kremers Tonfilm-Theater Nierenhof Freitag Samstag Sonntag Montag 8 Uhr 8 Uhr ab 3½ Uhr 8 Uhr Anfang. Ab heute bis einschl. Montag bringen wir den neuen Ufa-Film: mit Carola Höhn, Hans Stüwe, Käthe Haack, Walter Steinbeck, Karl Hellmer.— Rudolf Stratz, einer unserer bedeutendsten Autoren, schrieb den vielgelesenen Roman, der durch die Ufa unter der künstl. Oberleitung von Peter Östermayr zu einem spannungsgeladenen, mitrelßenden Filmwerk gestaltet wurde, das in dramatischer Erelgnisfülle die aufwühlend. Geschehnisse um die liebenden, leidenden u. kämpfenden Menschen auf Vodelöd zur Darstellung bringt! Krieger= neradsch Winz=Baak Am Samstag. d. 22.8. Friedel Pisetta. Gerhard Damman in dem lustigen Kurztontilm: Kalbsragout mit Champignons Deutschland kreuz und quer Ufa-Tonwoche Viktoria-Lichtspiele Sprockhövel Samstag Sonntag Montag 8 Uhr ab 3 Uhr 8 Uhr Das erste große Militärlustspiel seit langer Zeit! Herbstmanöver Liebe— Muelk— Soldaten und eine ganz große Besetzung: Leo Slezak, Hans Söhnker, Jupp Hussels, Ida Wüst, Susi Lanner, Hertha Worell. Grofles Beiprogramm Sonntag nachmittag 3 Uhr Jugendvorstellung abends im Lokale des Kam. L. Dellmann. Tagesordnung wird in der Versammlung bekanntgegeben. Erscheinen ist Pflicht. Der Kameradschaftsführer. Wernimmt Monate altes ind in lieben. flege? geld monatRM. Offerten unter B 1869 an die Gesch. d. Ztg. in B.=Linden. Suche f. Untersekd. Pension mit Familienanschl. Preis nach Uebereinkunft. Ang. u. Nr. 1068 an d. Gesch. d. Z. in E.Steele, Isingerm. 6. Eine erhalten Sie schnell durch eine kleine Anzeige in dieser Zeitung. 3—4=Z.=Wohnung v.ält. Ehepaar(pens. Beamt.) i. Hatting.o. Umgeg. z.mieten ges. Offerten m. Preisu richten schst. d. 3 in Hattingen. WROBEL BEWEIST WAS LEISTUNG HEISST! leues Sauerkraul......7 1g 12. Westiälische Bervelalwuret..1. 1g 1,49 Westiälische Plockvurst. 2g 1,49 Uippische Landmelvuret ½ kg 1,45 .½ kg 1,00 1/-kg-Tafel gesalzen ½2 kg 1,40 lose ½2 kg Holländerkäse. Stück, 40%.. ½ kg i. Stück, 45%.. ½ kg i. Stück, 45%. ½ kg 1.19 Frisch geschl. Suppenbübner .. ohne Darm ½ kg ½ kg 10 Stack 29. .Kopt von 2Oan 3 Stuck 10 ¼ Dose LIEFERUNG FREI HAUS! FERNRUF Sammel-Nummer 68051 WROBEL BOCHUM ADLER-PALAST WELPER Auf vieltachen Wunsch der aufsehenerregende Großfilm der Uta in Neuaufführung! Hundertprozentige Sensation und Spannung— hervorragendste Schauspieler-Leistungen durch Hans Albers— Paul Hartmann Sibylle Schmitz— Herm. Speelmanns Dazu ein auserwähltes Beiprogramm Jugend-Vorstellung Sonntag 2 Uhr kaufen wir bel Karl Bohlmann immer größte Auswahl büllig und Qualltät — Farben— Bochum, Kortumstraße 107 Fernruf 65426 Geschäftshaus im Mittelpunkt der Stadt Hattingen zu verkaufen. Offerten u. Nr. 5326 an die Geschst. dsr. Ztg. in Hatting 1.10Shweine work Fnütn W zum Weiterfüttern sofort zu verkaufen. Westfalenstr. 275. Telef. 58431. Zu haben in den Fachgeschäften. Mielewerke A.G.Gütersloh/Westf. Größte Weschmeschinenfebrik Deutschlenda. Walhalla □ □ Wir zeigen Ihnen einen übermütigen und lustigen Film, der Ihre Lachmuskeln kitzeln wird! Mit 3 Kanonen des Humors wird auf Sie geschossen!!! Hans Moser Richard Romanowsky Leo Slezak und die reizende Friedl Szepa Regie führt Hubert Marischka Im Beiprogramm: Kulturfilm: Bantu weiß nichts von Europa Lustspiel: Des Winters Herold Ufa-Tonwoche Gloria-Theater Essen-Steele Krayer Straße 45 ININNINIINNININNININRINNINNMNENIMINNNN Guter Tip für die Hausfrau! Unser tägliches Rochbüch Samstag, 22. August: Erstes Gericht: Rindfleisch mit Kartoffelstückchen und grünem Salat. 250 Gramm Fleisch, 3 Pfund Kartoffeln, Salz, Suppengrün, Kümmel. Das Fleisch wird in Brühe mit Suppengrün gar gekocht. Die Kartoffeln werden geschält, in Stücke geschnitten und in der Brühe gekocht. Man würzt sie mit Kümmel, gibt das in Stücke geschnittene Fleisch hinzu und schmeckt nochmals gut ab. Dazu reicht man Salat. Zweites Gericht: Weißkohl in weißer Soße mit Schweinsrippchen und Karkoffeln. Der gut vorbereitete Kopf wird entblättert, die Blätter aber nicht zerschnitten. Man entfernt lediglich die dicken Rippen. Die Blätter werden in Brühe mit den Schweinsrippchen aufgesetzt und mit Salz, Kümmel oder Paprika gewürzt. Die Kochbrühe wird hell angeschwitzt und der Kohl darin angerichtet. Schnellgericht: Kalbskokeletten mit gemischtem Salat. Die panierten Kokelekts werden in offener Pfanne auf beiden Seiken angebraten. Nach dem ersten Wenden wurzt man und kräufelk auch einige Tropfen Würze darauf. Man begießt 1 bis 2 Minuten dauernd, wodurch sie sich nach oben wölben und bratet sie zugedeckt dann fertig. Der Bratensatz wird losgekocht und mit angerichtet. Man reicht verschiedenen Salat dazu. Diätgericht für Zucherkranke: Mischgemüse zu beliebigem Fleisch. Man nimmt dazu 200 Gramm Bohnen, 100 Gramm frische Tomaten und 100 Gramm Karotten. Man bereitet das Gemüse gut vor, kocht Bohnen und Karotten ab und gibt sie in eine eingefektete Pfanne. Dann gibt man die in Scheiben geschnittenen Tomaten hinzu, dünstet weiter, schmecht mit Salz ab und gibt, wenn nötig, nochmals 6 Bramm Feit dazu. Man reicht das Gemüse mit beliebigem Fleisch zu Tisch. auf 2 Jahre Zie bei nur 10% Anzahlung keine Wechsel Küchen Schlaf=, Herren=, Speisezimmer, Einzelmöbel, Herde. sterr Be Kredit bis zu 200 Mk. 5% Anzahlg. Lohnausweis 1. Rate 15. Oktober durch Möbelagent. I. Lorey, Elberfeld, Hofaue 76I. Neutrale Belieferung Verlangen Sie Vertreter=Besuch. Theater Kray-Nord Nach vollständiger Renovierung eröffnen wir das Theater heute, 20 Uhr. mit dem Großfilm der Bavaria: Henker Frauen und Soldaten Der Hans-Albers-Großtilm Männliche Abenteuer und eine große Liebe sind die Grundmotive dieses großartigen Filmwerks. Dazu: Beiprogramm Ufa-Wochenschau Wir würden uns freuen, auch Sie bearüßen zu dürfen! Union-Theater Steele, Bochumer Str. 49 Tel.58929 Steele, Friedrichstr. 13 Tel. 58929 Ein Film von Liebe und atemraubender Abenteuer: Unter falschem Verdacht Der Herzensroman eines englischen Kolonial-Offiziers. Spannende Kämpfe mit aufständischen Arabern, geheimnisvolle Abenteuer und die Liebe einer mutigen Frau machen diesen Film zu einem einzigartigen und aufregenden Erlebnis. Ein Film den Sie nicht versäumen dürfen. Im Bolprogramm: Spuk im Spielklub Ein Tanzfilm von R. Laban. Fox-Tonwoche Kulturfilm Wir zeigen ab heute den spannenden Syndikat-Film Der geheimnisvolle Mister X Ein spannender Kriminalfilm humorvoll gewürzt und voll lustiger Einfälle mit Ralph Arthur Roberte, Mady Rahl Hermann Thimig, Eugen Rex. Ein wirklicher Kriminalfilm, aber kein schauriges Gruselstück voller Spannung und Humor. Im Bolprogramm: Für Ehre, Freiheit Frieden Zeppeline im Wahlkampf. Ufa-Tonwoche Kulturfilm Letzte Abendvorstellung 8 Uhr