Hallönger Zeitung Anzeigenpreis: Für 1 mm Höhe und 22 mm Breite 5 Pfg. Für Anzeigen im Textteil 1 mm Höhe und 75 mm Breite 20 Pfg. Ermäßigte Grundpreise und Nachlässe It. Preisliste Nr. 4. Anzeigenaufträge werden nur zu den„Allgemeinen Geschäftsbedingungen“ angenommen und in„Die Heimat am Mittag" Ausgabe A veröffentlicht. Schluß der Anzeigenannahme morgens 9 Uhr für die am gleichen Tage erscheinende Ausgabe. Für die Aufnahme von Anzeigen an bestimmter Stelle wird keine Gewähr übernommen. Für die Richtigkeit aller durch Fernsprecher übermittelten Anzeigen wird nicht gehaftet. Geschäftsstelle und Schriftleitung: Hattingen=R., Obermarkt/ Kleine Weilstraße. Fernsprech=Anschluß: Hattingen Nr. 2941, 2942 und 2943. Postscheckkonto: Dortmund Nr. 11103. Postschließfach Nr. 21 u. 22. Die Geschäftsstelle ist von morgens 8 Uhr durchgehend bis abends 7 Uhr geöffnet. Ausgabe A 88. Jahrgang für den Ennepe=Ruhrkreis Boten frei Haus halbmonatlich 1,08 RM., für Abholer halbmonatlich 0.95 RM. Verlagsleitung: Rudolf Hundt; Hauptschriftleiter: Dr. Rudolf Hundt; dessen Stellvertreter und verantwortlich für den örtlichen und provinziellen TeiAdolf Beineke; für Beilagen und Unterhaltung: Dr. Rudolf Hundt; verantwortlich für Politik, Bilder, Sport und den übrigen Teil Hans Hollender, Bochum, übrige Hattingen; Verantwortlicher Anzeigenleiter: Paul Robert Herweg, Hattingen. Druck und Hundt sel. Wwe., Hattingen=Ruhr. Drahtanschrift: Kreisblatt Hattingenruhr. Für die Aufbewahrung aller der Schriftleitung unverlangt eingesandten Beiträge kann keine Gewähr übernommen werden.„Die Heimat am Mittag“ D.=.A für Ausgaben Hattinger Zeitung, Bochumer Tageblatt und Tageblait für Essen=Steele=Kray=Ueberruhr=Kupferdreh II. 10416 Die große Heimatzeitung in Stadt und Kreis Nummer 76 Montag. 30. März 1936 Deutschland, Gronitblock der Einigkeit kein Land der Erde sah je solche Treue— Die ersten Auslandsstimmen zur deutschen Wahl London wenig erstaunt dnb London, 30. März. Das überwältigende Bekenntnis des deutschen Volkes für den Führer hat starken Eindruck auf die englische Oeffentlichkeit gemacht. Die Morgenblätter versuchen allerdings, diesen Eindruck etwas abzuschwächen, indem sie erklären, daß man das so gut wie einstimmige Ergebnis von vornherein für selbstverständlich gehalten habe. Das Wahlergebnis habe aber die Tatsache unterstrichen, daß das deutsche Volk voll und ganz die Politik Hitlers für Freiheit und Frieden unterstütze. Die Blätter bringen ausführliche Meldungen über den Verlauf der Wahlen und besonders über den Begeisterungssturm am Sonntagabend vor der Reichskanzlei. Die„Times“ schreiben: Niemand, der die deutschen Gefühle kennt, kann daran zweifeln, daß Hitler selbstverständlich die begeisterte Unterstützung der großen Massen seiner Landsleute für die Wiederbesetzung des Rheinlandes und für sein Angebot einer Dauerregelung besitzt. „Daily Mail" sagt: Niemals in der Geschichte ist die Handlung eines Führers mit solcher Einstimmigkeit ratifiziert worden, wie bei der gestrigen Reichstagswahl.„Daily Expreß" erklärt, Hitler habe einen nie erwarteten Triumph erzielt. Noch nie habe irgend ein Mann in Deutschland eine so große Stimmenzahl erhalten. Die fünf Millionen, die vor 18 Monaten noch gegen Hitler gestimmt hätten, seien jetzt auf eine halbe Million herabgesunken. Die liberale„News Chronicle" schreibt: Das Wahlergebnis zeige ohne Zweifel, daß die gesamte deutsche Nation in ihrer flammenden Bekräftigung des deutschen Gleichberechtigungsanspruches hinter Hitler stehe. Im übrigen legen die Blätter allgemein das Hauptgewicht darauf, daß der Führer, nachdem das deutsche Volk seine Politik einstimmig bestätigt habe, nunmehr in der Lage sein sollte, einen Beitrag in Form eines Gegenvorschlages an die Locarnomächte zu leisten, ohne daß sich die Presse aber im klaren darüber ist, worin dieser Beiterag bestehen solle. Ueber den Eindruck des Wahlsieges schreibt der Berliner Reuterberichterstatter: Die Parole„Hitler ist Deutschland“ sei durch eine Abstimmung bestätigt worden. Mit 98,8 v. H. habe Hitler den höchsten Prozentsatz in allen Wahlen seit der Machtergreisung erzielt. Das Wahlergebnis bedeute ein überwältigendes Ja für die Kündigung des Locarnovertrages, die Wiederbesetzung des Rheinlandes und das Angebot eines 25jährigen Friedens für Westeuropa. Hitlers persönlicher Erfolg sei mehr als ein Triumph. Den Beweis dafür hätten die Begeisterungsstürme am Sonntagabend geliefert, als der Führer mehrere Male auf dem Balkon der Reichskanzlei erschien. Einfach überwältigend Erste Stimmen aus Dänemark. dnb Kopenhagen, 30. März. „Hitler erzielt einen neuen Rekord" und„Hitler erhielt 99 Prozent", so überschreiben die Kopenhagener Blätter ihre Berichte über das Wahlergebnis. In der Berlinske Tidende wird u. a. festgestellt, daß Hitler das größte Vertrauensvotum erhalten habe, das man je gesehen habe. „Dagens Nyheter“ spricht von der machtvollen Jurück von Deutschlandfahrt Luftschiff Hindenburg nach 7000.Kilometer Fahrt glatt gelandet. dnb Friedrichshafen, 30. März. Am Sonntag um 17.30 Uhr ist das Luftschiff „Hindenburg" von seiner großen Deutschlandfahrt kommend, in Löwenthal glatt gelandet. Das herrliche Frühlingswetter hatte eine unzählbare Menschenmenge, darunter zahlreiche auswärtige Kraftfahrer, angelockt, die das Landungsmanöver verfolgten. Während der Landung des „Hindenbure“ traf auch das Luftschiff„Graf Zeppelin" ein und krenzte wiederholt über seinem Schwesterschiff, wobei die Menge in brausende Heilrufe ausbrach. Dr. Eckener wohnte der Landung bei. Zustimmung des deutschen Volkes zur Wiederbesetzung des Rheinlandes und von einem überwältigenden Wahlsieg. Nach einem Hinweis darauf, daß Deutschland vor der Machtergreifung einen so friedlichen Wahltag niemals erlebt habe, hebt der Berliner Berichterstatter des Blattes u. a. hervor. er habe sich mit eigenen Augen davon überzeugen können, daß die Wahlhandlung frei und geyeim vor sich gegangen sei. Auch„Politiken“ betont, daß der Wahlsieg des Führers größer als bei irgend einer früheren Wahl gewesen sei. Ausdrücklich wird in den Berichten auch der Jubel der Berliner über das Wahlergebnis geschildert. Ein Kommentar zu dem Wahlergebnis findet sich bisher nur in der konservativen„Berlinske Tidende", deren außenpolitischer Hauptschriftleiter dem neuen Deutschland gegenüber nicht gerade freundlich gesinnt ist. Aber auch er muß feststellen, daß das Wahlergebnis einen Weltrekord darstelle, der buchstäblich nicht zu schlagen sei. Deutschland habe, so heißt es weiter, mit einer beispiellosen Stimmenzahl Hitlers Recht zur Wiederbefestigung des Rheinlandes bestätigt. Das vorläusige Endergebnis 99 Prozent für den Führer ONB Berlin, 30. März. Das vom Reichswahlleiter errechnete vorläufige Gesamtergebnis lautet: Für die Liste und damit für den Führer Gegen die Liste und ungültig..... Abgegebene Stimmen......... Wahlberechtigte............ Davon 1770129 Stimmscheine Das ergibt in Prozenten für die Liste und damit für den Führer 99 v. h.- Die Wahlbeteiligung beträgt 98,95 v. h. 44411 911 543026 44954937 45431102 Berlin huldigt dem Führer Begeisterungssturm am Wilhelmsplatz dub Berlin, 30. März. „Herr mach uns frei" war es inbrünstig am Samstagabend überall im deutschen Vaterland gen Himmel gestiegen, ein Gebet aus Millionen deutscher Herzen, in denen die aufrüttelnde Rede des Führers in der freien Stadt am deutschen Rhein noch nachklang. So innig der Gesang dieses Liedes emporgestiegen war, so aufrecht lohten die Herzen 24 Stunden später in Jubel. Was lag für die Berliner Bevölkerung näher in dem Bestreben, ihrer Stimmung Ausdruck zu geben, als zur Reichskanzleizuwandern. Ein ununterbochener Zug war es, der von den ersten Abenstunden bis tief in die Nacht hinein nach dem Wilhelmplatz zog. Ein Meer freudig gestimmter Menschen wogte auf und ab vor dem Haus, das dem Führer Arbeitsstätte und Heim zugleich ist. Vor der Reichskanzlei konnte selbst die Schupo nicht gegen den Jubel der Menschen an. Es gab keine Sperrkette, keinen Streit; es gab nur Freude, Freude, immer wieder Freude. Vaterländische Lieder, die die Befreiung der Rheinlande feierten, die Nationalhymnen und alte Kampflieder lösten einander ab. Im Vorgarten der alten Reichskanzlei war in den späten Abendstunden der Musikzug der Leibstandarte unter Begleitung von Fackelträgern aufmarschiert. In die Weisen stimmte im mer wieder von neuem die Menge ein. In den Pausen erschollen begeistert und unbändig die Rufe nach dem Führer. Und wenn er dann auf den Balkon hinaustrat und lächelnd und ergriffen die Menge grüßte, dann klang der Jubel wie das Rauschen des Meeres. Und wie sie dort standen, Mann und Frau, jung und alt, Kämpfer der Idee aus allen GliederunDer Dank des Führers dnb Berlin, 30. März. Am Sonntag um Mitternacht, als an Hand der letzten Zusammenzählung endgültig zu überblicken war, daß der Führer am 29. März einen Wahlsieg errungen hat, wie er in der Geschichte einzigartig dasteht, empfing der Führer im Kabinettssaal der Reichskanzlei die Mitglieder der Reichswahlkampfleitung der NSDAP., die ihm von Reichsminister Dr. Goebbels vorgestellt wurden, jene Männer, die drei Wochen lang Tag und Nacht unermüdlich mit nur wenigen Stunden Schlaf gearbeitet haben, um dieses so gewaltige und einmütige Bekenntnis der deutschen Nation zu ihrem Führer organisatorisch und propagandistisch vorzubereiten. Der Führer begrüßte jeden dieser Männer mit festem Händedruck und dankte ihnen für diesen so grandiosen, ebenfalls in der Geschichte wohl einmalig dastehenden Aufklärungsfeldzug mit einer herzlichen Ansprache für ihre große Leistung. Er wies darauf hin, daß der schönste Dank aber das erhebende Bewußtsein jedes einzelnen sei, daß er mit dabei sein durfte. gen, alle beseelte wohl innerlich nur das eine Dank an den Führer, der dieses Millionenvolk einte, der die ganze deutsche Nation zu einem Wil len erzog; Dank und Bitte an den Herrgott, daß er diesen Mann dem deutschen Volk noch lange erhalte. Die durch den Lautsprecher bekanntgegebenen Wahlergebnisse wurden mit tosendem Beifall aufgenommen. Und wenn anfangs noch bei der Nennung der Stimmen, die gegen die Liste fielen, Pfuirufe laut wurden, so ernteten später die verschwindend wenigen Bedauernswerten, die immer noch nicht heim zu ihrem Volk gefunden haben, das Gelächter der Menge. Um Mitternacht zeigte sich Adolf Hitler noch einmal, mit ihm erschien auch Rudolf Heß auf dem Balkon der Reichskanzlei. Aus der Menge streckten sich Arme mit Blumen dem Führer entgegen; Fähnchen wurden geschwungen, und spontan stiegen immer wieder das Lied der Deutschen und die Hymne des unvergeßlichen Sturmführers zum nächtlichen Himmel. Als sich dann die Vorhänge in der Reichskanzlei wieder schlossen, das Licht erlosch und einige wenige mit den Worten:„Laßt unseren Führer schlafen“ zur Heimkehr mahnten, trat für kurze Zeit Ruhe ein. Aber sie dauerte nicht lange. Einige Pimpfe stimmten in ihrem luftigen Sitz in den Bäumen das. Lied der Hitlerjugend an, das sich im Nu fortpflanzte über den Wilhelmplatz in die anliegenden Straßen und den Beginn für eine neue Welle des Begeisterungssturmes bildete. Noch bis tief in die Nacht hinein wich und wankte die Menge nicht, blickte bald jubelnd, bald stumm zu den Fenstern auf, hinter denen der Führer, wie sie alle wissen, unermüdlich weiterarbeiten wird für sein Volk, für dessen Freiheit und Ehre. „Ganz Deutschland erobert" Die Pariser Abendpresse zum 29. März. dnb Paris, 30. März. „Deutschland stimmt für seinen Führer", überschreibt der Berliner Berichterstatter des„Paris Soir“ seinen Bericht über den Wahltag in Berlin. Die Abendpresse veröffentlicht auf der ersten Seite spaltenlange Berichte über den Wahltag in Deutschland und zahlreiche funktelegraphisch übermittelte Bilder von einzelnen Szenen. Die Berichterstatter können sich des ungeheueren Eindrucks der freudigen Geschlossenheit und der Disziplin des deutschen Volkes nicht erwehren.„Niemals ist eine Wahl von einer so ausgezeichneten Organisation unterstützt worden." meldet Havas in seinen bis ins Einzelne gehenden Berichten. Die Sonderberichterstatter des„Intransegiant“ schreiben, der Wahltag habe die Formen eines Volksfestes angenommen. Eine Tatsache müsse man feststellen und immer wiederholen: „Hitler hat Deutschland erobert, ganz Deutschland." Es muß aber gesagt werden, daß die Pariser Heimatredakteure zahlreiche Versuche machen, in ihren Kommentaren die sachlichen und objektiven Berichte ihrer Berliner Vertreter zu verdrehen oder abzuschwächen. Weitere französische Stimmen dnb Paris, 30. März. Das fast einstimmige Bekenntnis des deutschen Volkes zu seinem Führer und seiner Politik bildet auch in der Pariser Montagspresse das Hauptthema. Die Berliner Sonderberichterstatter der großen Informationsblätter beschreiben in langen Aufsätzen die Begeisterung des deutschen Volkes, das, mit seinem Führer einen fest zusammengeschweißten Block bildet." Das Wahlergebnis hat hier jedoch nicht überrascht. Das„Echo de Paris" erklärt, daß der Wahlverlauf absolut korrekt gewesen sei. Die einzige Frage, die nunmehr auftauche, sei die, was die Reichsregierung nun mit diesen 44 Millionen Anhängern machen werde. Der„Jour“ stellt fest, daß das deutsche Volk fast einstimmig den Gewaltsstreich(?) vom 7. März gebilligt habe. Der Führer habe ein unbegrenztes Mandat erhalten, aber niemand wisse, wie er es anwenden werde. Der Berliner Sonderberichterstatter des „Matin" sagt:„Der Führer hat seinem Volk bewiesen, daß er Deutschland und Deutschland er ist". Das deutsche Volk, so fährt das Blatt fort, habe seinen Aufruf verstanden und eine bisher noch nie dagegewesene Mehrheit habe geantwortet:„Wir sind mit Dir“. Hieraus könne man vielleicht auch französischerseits eine Lehre ziehen. Mit absoluten Vollmachten ausgestattet, habe der Führer jetzt auch eine in den Augen seines Volkes und darüber hinaus in den Augen der ganzen Welt noch nie dagewesene Verantwortung übernommen. 98,79 v. H. aller Wahilberechtigten stimmten ab Sanz Deutschland an der Urne Ruhiger und schneller Verlauf der Reichstagswahl im ganzen Reich dnb Berlin, 30. März. Der Wahltag ist im ganzen Reich in der gleichen Weise verlaufen. Die Meldungen aus allen Teilen besagen übereinstimmend, daß bei schönstem Frühlingswetter der Wahltag unter regster Teilnahme der Bevölkerung vor sich geht. Der Andrang zur Wahlurne setzte bei Oeffnung der Wahllokale schlagartig ein. Ueberall bildeten sich Schlangen, aber das Wahlgeschäft vollzog sich reibungslos und ohne Stockungen. Die Stimmabgabe auf dem Lande war in vielen Fällen bereits um die Mittagszeit beendet. Aus den Städten wird berichtet, daß um 12 Uhr weit mehr als die Hälfte der Wähler ihre Wahlpflicht erfüllt hatten. Die Hauptstadt der Bewegung In der Hauptstadt der Bewegung wurde der Wahltag, ein schöner sonniger Frühlingstag, mit einem dröhrenden Salutschießen und einem großen Wecken eingeleitet. Der Wahlakt begann zum erstenmal in München schon um 7 Uhr, um auch alle Ausflügler zu erfassen, und es zeigte sich in der Tat, daß zwischen 7 und 8 Uhr früh schon eine erstaunlich große Zahl von Wählern zur Urne ging. Um die Mittagsstunde trug die weitaus größte Zahl der Straßenpassanten bereits das Abstimmungsabzeichen. In der Gaustadt Augsburg war die Wahlbeteiligung schon am Vormittag so stark, daß man um 11 Uhr kaum noch einen Volksgenossen ohne das Wahlabzeichen sah.— Der Wahlakt begann in Regensburg um 8 Uhr, aber schon lange vor dieser Stunde standen die Wähler Schlange. In kleineren Orten der Umgebung ging die Bevölkerung nach dem Gottesdienst geschlossen zur Wahl. In der Grenzstadt Passau In der Grenzstadt Passau erhielt der Wahltag seine besondere Note durch die Ankunft von 3600 Reichsdeutschen in vier Sonderzügen aus Oesterreich. Sie wurden am Sonnabend mit klingendem Spiel empfangen und von der Einwohnerschaft herzlich begrüßt. In der Nibelungen halle fand am Abend eine von freudiger Begeisterung erfüllte Wiedersehensfeier statt. Die Ni belungenhalle war auch für die Abstimmung der Reichsdeutschen aus Oesterreich bereitgestellt. Schon gegen 10 Uhr vormittags trug fast jeder sein Abzeichen. Um 11 Uhr kam noch ein Sonderzug mit reichsdeutschen Wählern in Passau an. Festliche Wahl in Hamburg Strahlender Sonnenschein liegt über Hamburg und der ganzen Wasserkante/ und erhöht die festliche Stimmung, die jeden einzelnen an diesem Tag der Freude und des Dankes beseelt. Schlag 9 Uhr beginnt die Wahlhandlung, und trotz des großen Andranges, der überall gerade in den ersten Morgenstunden einsetzt, wickelt sich die Wahl mit bemerkenswerter Schnelligkeit ab. Gibt es doch keinerlei Widerstreit der Meinungen und Geühle, jeder weiß, wie er seine Treue zu Führer und Volk bekundet. An den Türen großer Wohnhäuser konnte man vielfach um 10 und um 11 Uhr die stolze Kunde lesen:„n diesem Hause hat alles gewählt." Stark ist auch der Zutrom der Seeleute zu den im Hafen eingerichteten besonderen Wahllokalen. Viele, deren Schiffe im Laufe der letzten Woche den Hafen verlassen haben, konnten schon an den Vortagen ihre Stimme abgeben, und zu 100 vom Hundert haben die deutschen Schiffsbesatzungen freudig ihre Pflicht erfüllt. Wie in Hamburg, so ist es auch in allen Städten der Nordmark und Nordhannovers. Das Saarvolk an der Urne Das deutsche Saarvolk hat heute seinen ganz besonderen Ehrentag. Zum ersten Male seit mehr als 17 Jahren dürfen die Saardeutschen wieder ihre Stimme für eine deutsche Volksvertretung abgeben. Im vorigen Jahr erkämpfte sich das Saarvolk seine Befreiung von der internationalen Völkerbundsherrschaft. Mit der gleichen Begeisterung und Entschlossenheit gibt das Saarvolk heute der Politik seines Führers die Zustimmung, der das große Befreiungswerk fortgesetzt hat, indem er dafür sorgte, daß die Saar wirklich wieder frei ist, da deutsche Soldaten Deutschlands Grenzen schützen dürfen. Am frühen Morgen fand gestern im festlich geschmückten Saarbrücken in allen Stadtteilen ein großes Wecken durch Signalbomben statt. Dann setzten sich die Musikzüge der einzelnen Gliederungen der Partei in Bewegung. Es schlossen sich Standkonzerte auf allen Plätzen der Stadt an. Schon vor 8 Uhr sammelten sich die Menschen in dichten Scharen vor den Wahllokalen. Jeder will der erste sein, wenn es heißt, dem Führer die Stimme zu geben. Gegen 12,30 Uhr erschien das Luftschiff„Hindenburg“ über der Stadt. In kurzem Abstand folgte„Graf Zeppelin“. Von den Luftschiffen wurden Fallschirme mit langen Hakenkreuzfahnen und Flugzettel abgeworfen. Ueberall standen die Menschen auf den Straßen und jubelten den Luftschiffen zu. Von der Bodenstation Winterberg begrüßte im Auftrage des Gauleiters Bürckel der Saarbrücker Oberbürgermeister Dürrfeld die Luftschiffe Die Deutschen jenseits der Grenzen Die gleiche Treue zum Führer wie im Vaterland dnb Berlin, 30. März. Nach einer Mitteilung des Presseamtes der Auslandsorganisation der NSDAP. war es wegen der kurzen Zeit der Wahlvorbereitung nicht möglich, allen Reichsdeutschen in der Welt Gelegenheit zu schaffen, an der Wahl teilzunehmen. Bekanntlich kann eine solche Abstimmung zur Reichstagswahl nur auf reichsdeutschem Boden erfolgen. Für die Auslandsdeutschen in Uebersee mußte daher die Gelegenheit geschaffen werden, auf deutschen Schiffen abzustimmen, die jenseits der Hoheitszone der betreffenden Länder reichsdeutschen Boden darstellen. In den Häfen, in denen sich am Tage der Reichstagswahl reichsdeutsche Schiffe befanden, konnte somit abgestimmt werden. In zahlreichen Häfen aber waren am Wahltag keine deutschen Schiffe anwesend. Aber auch die Reichsdeutschen, die nicht wählen konnten, stehen in gleicher Geschlossenheit und Einmütigkeit hinter dem Führer. Sie wollten hinter den übrigen Reichsdeutschen nicht zurückstehen und gaben deshalb in Treuekundgebungen ihrer Meinung Ausdruck. Wie in Rom versammelten sich auch in Neavel zahlreiche deutsche Volksgenossen, denen die technischen Voraussetzungen zur Wahl fehlten. Sie Am Wahllokal der Minister Der Führer wählte auf dem Potsdamer Bahnhof Berlin, 29. März. Unmittelbar nach seiner Rückkehr aus Köln, der Stätte des letzten großen Appells an das deutsche Volk, gab der Führer im Abstimmungslokal des Potsdamer Bahnhofs, das im Wartesaal dritter Klasse eingerichtet worden war, seine Stimme ab. Mit ihm wählten im gleichen Wahllokal Reichsminister Dr. Frank, Reichspressechef Dr. Dietrich und Brigadeführer Schaub. Als der Führer und seine Begleitung im Wahllokal erschienen, wurden sie vom Wahlvorsteher und den Beisitzern mit erhobener Rechten begrüßt. Der Führer und seine Begleitung überreichten dann ihre Stimmscheine und vollzogen ihre Wahlpflicht. Nach der Wahlhandlung verabschiedete sich der Führer von den Wahlbeamten mit eniem Händedruck und verließ dann unter den spontanen Heilrufen der Reisenden, die zufällig Zeugen dieses Augenblicks waren, den Potsdamer Bahnhof. Zu beiden Seiten des liebevoll ausgeschmückten Ausgangs des Restaurants„Fürst Bismarck“ in der Jägerstraße, dem zuständigen Wahllokal für die Minister, staute sich schon gegen 8 Uhr eine große Menschenmenge. Als einer der ersten erschien kurz nach 9 Uhr Reichsminister des Aeußern, Freiherr von Neurath, mit seiner Gattin, herzlich von der Menge begrüßt, und gaben auf Listennummer 21 und 22 ihre Stimmen ab. Im Schein der Jupiterlampen sprach der Reichsaußenminister einige Worte für den Tonfilm: „Ich bin überzeugt, daß das deutsche Volk hundertprozentig mit einstimmigem Ja für Deutschland und für den Führer eintreten wird.“ Einige Minuten später wählten Dr. Gürtner und seine Gattin. Um 10 Uhr gibt eine 86jährige Frau ihre Stimme ab. Sie wird von einem Polizeibeamten und einem politischen Leiter hinausgeführt in dem Augenblick, als Reichsminister Dr. Goebbels mit seiner Gattin, jubelnd begrüßt, vor dem Wahllokal eintrifft. Er war unmittelbar vom Potsdamer Bahnhof, aus Köln eintreffend, nach seinem zuständigen Wahllokal gefahren. Stumm drückt er der alten Frau, die trotz ihres Gebrechens ihrer Pflicht Genüge geleistet, dankend die Hand, wie er ahlzimmer betritt. Der Vorsitzende verkündet mit lauter Stimme:„Es wählen jetzt Reichsminister Dr. Goebbels und Frau auf Nr. 646 und 647. Wieder flammen Jupiterlampen auf. Auf die Bitte des Tonfilmoperateurs, einige Worte für die Wochenschau zu sprechen, antwortet der Minister: „Der Führer hat gestern alles gesagt, ich habe dem nichts mehr hinzuzufügen. Aber ich bin der festen Ueberzeugung, daß das deutsche Volk einmütig hinter dem Führer steht.“ Die Geduld und Ausdauer der harrenden Menge vor dem Wahllokal in der Jägerstraße wurde mehrfach belohnt. Kurz nach 10,30 Uhr er chien Reichsinnenminister Dr. Frick mit seiner Gattin zu Fuß im„Fürst Bismarck“, um die Wahlpflicht abzuleisten. Wieder rollte der Filmstreifen ür die Wochenschau ab und hielt des Ministers Worte fest: „Jeder deutsche Mann und deutsche Frau setzen sich heute für Deutschlands Ehre und Deutschlands Frieden ein.“ Um die gleiche Zeit erfüllten auch die Staatssekretäre Lammers und Meißner ihre Wahlpflicht. Eine halbe Stunde später wählt der persönliche Adjutant des Führers, Obergruppenführer Brückner. Der außerordentliche Gesandte des Reiches für Oesterreich, von Papen, und seine Gattin wählten in der Reichshauptstadt. Um 11,30 Uhr gaben sie im„Ministerwahllokal“ ihre Stimme ab. Punkt 12 Uhr übergibt der Stellvertreter des Führers, Reichsminister Rudolf Heß, dem die Menschenmenge herzlich zujubelt, seinen Wahlschein dem Wahlvorsteher. Viele Hände strekken sich ihm voll Dankbarkeit entgegen, als er das Wahlzimmer verläßt. Für jeden hat er ein freundliches Wort, für jeden einen Händedruck. Reichsminister Kerrl wählte im zuständigen Wahllokal seines Wohnbezirkes in Spandau, während Reichsminister von Eltz=Rübenach und seine Gattin in der Taubenstraße abstimmten. Ein Teil der engsten Mitarbeiter des Führers weilte noch von ihren großen Wahlreisen im Reich. Ministerpräsident Reichsminister General der Flieger Göring wählte auf Stimmschein in Weimar, Reichsarbeitsminister Seldte in Magdeburg, Reichsernährungsminister Darre in Schlesien. Da der Reichserziehungsminister Rust am Sonntag in Hannover weilte, erfüllte er dort auf Stimmschein seine Pflicht. Reichsminister von Schwerin=Krosigk gab, seine Stimme in der Thiel=Allee in Zehlendorf ab, während Reichsmi nister Reichsbankpräsident Dr. Schacht in Dahlem zur Wahlurne ging. Stabschef Lutze ging in Dahlem zur Wahlurne. Reichsführer SS. Himmler und Korpsführer Hühnlein, die erst heute früh mit dem Führer von Köln aus in der Reichshauptstadt eingetroffen waren, wählten hier auf Stimmschein. Reichsleiter Rosenberg wurde bei seiner Wahl in der Tiergartenstraße schnell erkannt und gefeiert. Reichsorganisations leiter Dr. Ley wählte auf der Ordensburg„Vo gelsang“, der Erbauer der Reichsautobahnen, Generalinspektor Dr. Todt in München. Der Bischof von Berlin, Graf von Preysing, wählte gegen Mittag in der Französischen Straße im Lokal„Zum Rochus“. erneuerten feierlich ihr Treuegelöbnis zu Führer und Reich. Auch in Lissavon versammelte sich die deutsche Kolonie, die bedauerte, nicht mitwählen zu können. Sie telegrafierte, daß sie in unverbrüchlicher Treue und aufrichtiger Dankbarkeit zu ihrem Führer stehe. Aus Havanna wurde von den Reichsdeutschen an die Auslandsorganisation der NSDAP. kurz und bündig telegrafiert:„Dem Führer begeistertes Ja!“ Die Reichsdeutschen in Hankau(China) telegrafierten, daß die vollständig versammelte deutsche Gemeinde einmütig für den Führer und seine Politik stimme. Auch den Reichsdeutschen in Argentinien war die Beteiligung an der Wahl unmöglich. In Buenos Aires wie im ganzen Lande wurden von der Landesgruppe der NSDAP. Versammlungen abgehalten, in denen die deutschen Volksgenossen dem Führer treue Gefolgschaft ausdrückten. Auch die Reichsdeutschen in Paraguay ga ben in einem Treuetelegramm ihre Zustimmung zur Politik des Führers. Die Deutschen aus der Mandschurei versammelten sich auf einem Rikmers=Dampfer in Dairen und stimmten mit 100 Prozent für Adofs Hitler. Bei der Bekanntgabe des Resultates wurde spontan„Die Wacht am Rhein“ gesungen, was auf die zahlreich vertretenen japanischen Journa listen einen tiefen Eindruck machte. Die Deutschen in Griechenland und aus einigen benachbarten Ländern, etwa 800 an der Zahl, stimmten auf dem Levante=Dampfer „Arta“ ab. Noch am Abend vorher hatten sie die Führerrede aus Köln gehört und das Niederländische Dankgebet ergriffen mitgesungen. Der Dampfer, der um 10 Uhr den Pyräus verlassen hatte, ist im Laufe des Nachmittags wieder zurückgekehrt. Die Deutschen aus Mexiko und einigen angrenzenden Staaten suchten die nächstgelegenen Häfen auf, um auf deutschen Dampfern ihre Stimme abzugeben. Aus Guatemala war allein ein Sonderzug mit 250 deutschen Wählern in Bewegung gesetzt worden. Die in der Tschechoslowakei ansässigen Reichsdeutschen, unter ihnen die Mitglieder der deutschen Gesandtschaft, begaben sich geschlossen über die Grenze, um ihrer Wahlpflicht zu genügen. Die reichsdeutschen Wähler aus Warschau waren bereits am Sonabend an der Grenze des Kreises Neidenburg eingetroffen. Sie fuhren von dort mit Kraftwagen weiter nach Allenstein, wo sie ihrer Wahlpflicht genügten. Am Reichsehrenmal in Hohenstein legten sie einen Kranz nieder. Die deutschen Staatsangehörigen aus Posen und Pommerellen beteiligten sich an der Wahl in einer bisher nie erreichten Zahl. In Aachen trafen schon am Sonnabendabend die ersten Reichsdeutschen aus Belgien zur Teilnahme an der Reichstagswahl ein. In den frühen Morgenstunden kamen aus Brüssel, Antwerpen und Lüttich 500 Reichsdeutsche. Den ganzen Sonntag über brachten die Auslandszüge sowie Autobusse und Lastwagen weitere Gruppen heran. Sogar aus England Zuspitzung in Fern-Oft Sowjetrussische Truppenverstärkungen bei Honchum. dnb Tokio, 30. März.(Östasiendienst des DNB.) Entgegen den in dem sowjetrussischen Protest gegen angebliche Grenzverletzungen an der Östgrenze von Mandschukuo durch japanische Truppen erhobenen Behauptungen liegen in Tokio neue Berichte von der Kwantung=Armee und von dem Oberkommando in Korea vor, in denen mitgeteilt wird, daß eine einwandfreie Grenzverletzung durch die Sowjets erfolgt sei. Zugleich wird aus Moskau gemeldet, daß die Regierung der Aeußeren Mongolei einem Militärvertrag mit Moskau zugestimmt habe, in dem eine gegenseitige Hilfe bei einem Angriff von dritter Seite vorgesehen werde. Die japanische Presse sieht darin eine weitere Verschlechterung der Lage und erneute Erschwerung der Grenzverhandlungen, besonders der Verhandlungen mit der Aeußeren Mongolei, da nunmehr die Abhängigkeit dieses Staates von Moskau offenbar werde. Von der 19. japanischen Division wird aus Nordost=Korea fast zu der gleichen Zeit berichtet, daß die sowjetrussischen Truppen an der Östgrenze bei Honchun durch Artillerie und Tanks verstärkt worden seien, außerdem sowjetrussische Kreuzer in der Possiet=Bucht erschienen. Die Gesamtstärke der sowjetrussischen Truppen an der gefährdeten Grenze werde auf etwa 4000 Mann beziffert. mmmmmmmmmm mit herzlichen Worten. Er wies darauf hin, daß Saarbrücken seine ganze Ehre darin setze, bei der heutigen Wahl an der Spitze zu marschieren. Die badische Grenzmark Wie alle deutschen Gaue, steht auch die seit dem 7. März völlig befreite badische Grenzmark im Banne eines großen vaterländischen Erlebens. Mit den überwältigenden Eindrücken der Kölner Schlußkundgebung am Vorabend ging Karlsruhe in den Wahlsonntag hinein. Ueber Stadt und Land bis zur letzten Dorfgemeinde liegt eine würdevolle, feierliche Stimmung. Schon zu Beginn der Wahlhandlung um 9 Uhr morgens setzte ein starker Ansturm zu den Wahllokalen ein, der bis zu den ersten Nachmittagsstunden unvermindert anhielt. Bis dahin dürften wohl die meisten gewählt haben. Die Danziger auf hoher See An Bord des Motorschiffes„Preußen“ ist die Zählung der Stimmen der Danziger Reichsdeutschen beendet. Es wurden auf den fünf Fahrten des Schiffes für den Führer abgegeben 7120 Stimmen, gegen die Liste 54 Stimmen. Von den Danziger Reichsdeutschen haben sich also 99¼ Prozent zum Führer bekannt. Etwa 1300 weitere Reichsdeutsche aus Ganzig stimmten in deutschen Grenzorten ab. Die Wahlbeteiligung der Danziger Reichsdeutschen betrug 100 Prozent. Die Fahrten des Seedienstschiffes„Preußen“, das den 154. Stettiner Wahlbezirk bildete, wurde von der begeisterten Anteilnahme der Danziger und Zoppoter Bevölkerung begleitet. Auf dem Schiff selbst spielte während des ganzen Nachmittags die Kapelle der Danziger SS. Wie der Westen wählte Westfalen Süd und Nord waren Wähler eingetroffen. Man sah manchen al ten Mann und manches alte Mütterchen, die schon ein Menschenalter drüben leben und jetzt in die alte Heimat geeilt sind. Besonders zahlreich kamen die Wähler naturgemäß auch aus dem holländi schen Grenzstrich. Noch nie war der Einsatz aller Kräfte bei einer Wahl so stark wie diesmal. In Tilsit wählten 1700 Reichsdeutsche aus dem Memelgebiet und aus Lettland. Mit Blumen geschmückt, wurden sie bei ihrem Eintreffen unter Vorantritt eines Musikzuges durch die Straßen geführt. In geschlossenem Zuge ging es ins Lichtspielhaus, wo der große Parteitagfilm„Triumph des Willens" aufgeführt wurde Die Wahl wurde in einem besonderen Stimmlokal vorgenommen. 50 0oo Rm. Lohnnachzahlung Der nationalsozialistische Staat verbürgt gerechte Löhne. dnb Würzburg, 30. März. Eine Fabrik in Würzburg hatte seit mehreren Jahren ihre Heimarbeiter untertariflich entlohnt. Der Inhaber wurde zur Rechenschaft gezogen und nunmehr ist durch die Bemühungen der Deutschen Arbeitsfront ermöglicht worden, daß an 210 Heimarbeiter und Heimarbeiterinnen Nachzahlungen in der Gesamthöhe von etwa 50 000 RM ausgezahlt werden konnten. Diese freudige Ueberraschung wurde den Arbeitern gelegentlich der Uebertragung der Führerrede aus Essen mitgeteilt. NUMMER 76 ZWEITES BLATT MONTAG, 30. MÄRZ Ums Ganze Nicht über Kleinigkeiten stolpern Da kann einer sagen, was er will, es wird ihm nicht immer gelingen, daß er sich von den kleinen Angelegenheiten des Tages, die ihn ärgern und verdrießen, den Blick nicht trüben, sein Denken nicht einengen läßt. Kleinigkeiten, über die man mit einem Achselzucken hinweggehen könnte. Man muß sich wohl oder übel auch damit abfinden, denn das Leben gibt nicht nur spiegelglatte Asphaltstraßen, sondern hat auch holprige Wege für uns. Wenn so eine Kleinigkeit in die Quere kommt, ist es meist auch gar nicht weiter schlimm. Man wird bequem damit fertig. Aber da regt sich ein anderes Bedürfnis. Man gefällt sich darin, an dem Mangel dieser Geringfügigkeit seine eigene Unfehlbarkeit leuchten zu lassen. Wenn der Nebenmann einen kleinen Fehler gemacht hat, läßt sich an ihm nachweisen, daß man selbst über solchem Fehler steht So etwas könnte einem nie passieren, sagt man,— bis man an einem andern Fehler, den man selbst gemacht hat, erkennt daß man auch nicht unfehlbar ist. Ob man es zugibt, ist eine andere Frage; ob man es zugeben soll, ebenfalls. Meist wird man viel eher geneigt sein, über einen eigenen Fehler ein verhüllendes Tuch zu breiten, bis das Gras nachgewachsen ist. Man könnte das natürlich auch bei fremden Fehlern tun, und es wäre gar nicht einmal so übel, aber meist reicht die liebe kleine Menschlichkeit nicht dazu, so großzügig zu verfahren. Wenn einem kleinen Lehrling ein Glas aus der Hand rutscht, wackelt noch nicht das ganze Hotel; aber wenn der Oberkellner deswegen Krach macht, kann er einen Stammgast für immer vertreiben. Fehler sind in die Welt gesetzt, daß sie gemacht werden. Hätte sich der liebe Gott eine vollkommene Welt gedacht, so hätte er sie auch vollkommen gemacht; dann brauchten wir keine Hühneraugen zu haben und keine Zahnschmerzen dann wäre die soziale Frage von Anfang an gelöst, und auch die Sonne hätte keine Flecken. Das soll nicht heißen, daß man die Dinge auf die leichte Schulter nehmen sollte. Es ist nur nicht gut, sie schwerer zu nehmen, als sie sind. Wenn der Nachbar einmal versehentlich aufs Hühnerauge tritt, kann der Getretene zwar die Engel singen hören, aber einen Weltuntergang gibt es deswegen noch lange nicht. Nein, es geht niemals um diese Kleinigkeiten, sondern immer nur um das Ganze. Und ist das Ganze bewundernswert, so soll ein kleiner Nagel der nicht ganz nach Wunsch eingeschlagen wurde keine Sorgen bereiten, zumal man ihn ja immer noch zu gegebener Zeit geradebiegen kann.*h dazu 25887 Lehrkräfte benötigt. Ferner besuchten 10 000 Teilnehmer die Abend= und Tagesschulen des Amtes. Der Einsatz künftiger Berufserziehung muß, wie das Amt betont, verbunden sein mit einer durchgehenden Reformierung des gesamten Ausbildungswesens. Er muß beim Lehrling beginnen, um so von unten her eine Grundlage zu schaffen, auf der eine breite Schicht leistungsfähiger QualiEin einzigartiges Erlebnis Die Stimme des Führers „Das Kriegsbeil soll begraben sein!" Der Stimme des Führers schallt über den Rhein Das Kriegsbeil soll begraben sein! Wer stark ist, der darf sich zum Frieden bekennen Und Schranken zerstören, die heute noch trennen Die Stimme des Führers schallt über den Rhein— Und ihr Ja ist stärker als feindliches Nein, Denn die Toten stehn auf im Niemandsland Und reichen sich über den Gräbern die Hand. Die Stimme des Führers schallt über den Rhein Wir wollen als Nachbarn Kameraden sein! So wächst aus dem blutgetränkten Grund Für immer ein ehrlicher Friedensbund! Heinrich Anaker. Arbeitsschulen werden im ganzen Reich gegründet Drei Jahre Berufserziehung der Deutschen Arbeitsfront haben bereits Wesentliches auf dem Gebiete der zusätzlichen Schulung der Schaffenden leisten können. Allein im Jahre 1935 betrug, wie das Amt für Arbeitsführung und Berufserzie hung meldet, die Zahl der Berufserziehungsmaß nahmen 45611; diese Einzelmaßnahmen wurden von 2182 431 Teilnehmern besucht. Es wurden tätsarbeiter als Fachmänner entstehen kann. Zur Erreichung dieses Zieles werden in nächster Zeit im ganzen Reich Arbeitsschulen gegründet werden, die in ihrer betriebsnahen Ausbildung wahre Hochschulen der Arbeit und des Sozialismus werden sollen. Die besten Lehrkräfte, die hochwertigsten Lehrmittel und einwandfreie sachliche Unterlagen unterstützen diese großzügige ergänzende Schulung der DAF. *h Ja!- tausendmal: Ja! Der geschichtliche 29. März im mittleren Ruhrtal ..... dann saßen wir vor den Lautsprechern und hörten den Jubel der Tausende und abermals Tausende, die in der Reichshauptstadt immer und immer wieder dem Führer ihre Huldigungen darbrachten. Es gibt keine Worte für die Gefühle, die in diesen Stunden die Herzen aller Deutschen bewegten. Jeder war erschüttert von dem überwältigenden Treuebekenntnis unseres 65=MillionenVolkes. Und doch, wie hätte es anders sein können, nachdem wir erkannt und erlebt haben und es tausendfach erfühlen daß der Mann, den die göttliche Vorsehung aus seinem Volke emporgeührt und an die Spitze des Reiches gestellt hat, ein wirklicher Führer und ein Mensch mit einem warmen Herzen ist, der kein anderes Ziel kennt, als auch den letzten und ärmsten seiner Volksgenossen glücklich zu sehen. War deshalb etwas anderes zu erwarten auf die Frage des 29. März als die Antwort, die in dem einzig dastehenden Wahlergebnis o sinnfällig ihren Ausdruck findet:„Ja, mein Führer, tausendmal Ja"? Als am Sonntagmorgen Kanonenschläge die Eröffnung des Wahlganges verkündeten, standen chon Wahlberechtigte wartend da. Jeder wollte unter den ersten sein, die ihr Treuebekenntnis ablegten. Irgendwo in einem Hattinger Wahllokal saß weit vor der festgesetzten Zeit ein Mütterchen, wohl an die achtzig Jahre alt, und harrte des Augenblicks, da sie ihre Stimme abgeben konnte, um damit dem Führer zu danken dafür, daß ihr Sohn nach jahrelanger Erwerbslosigkeit wieder Arbeit gefunden hat. Noch viele Fälle ließen sich anführen zum Beweise dafür, mit welcher Freude die große Masse der Wahlberechtigten dem Rufe des Führers folgte, um der Welt gegenüber ihren Willen zu bekunden. Schon von der ersten Stunde an standen die Wahlberechtigten in ihren Wahllokalen Schlange, und um Mittag bereits hatte weitaus die Mehrzahl ihre Wahlpflicht erfüllt. Ueber das Ergebnis der Wahl in unserer engeren Heimat geben die folgenden Zusammenstellungen Aufschluß: Amt Hattingen Am Blankenstein: Insgesamt 70681 6902 1 166 Amt Sprockhövel: 1688 Nieder=Sprockhövel, Bezirk I. Nieder=Sprockhövel, Bezirk II. Ober=Sprockhöel. Insgesamt Stadt Hattingen Amt Herbede: Bommerholz, Bezirk I.... 516 Durchholz, Bezirk II..... 683 Vormholz, Bezirk III.... 865 Östherbede. Bezirk IV.... 1052 Westherbede=Dorf, Bezirk V. 1069 Westherbede=Kämpen, BezirkVI 622 Insgesamt 4807 510 680 861 1051 1068 621 4791 16 Zeppelin über hattingen Also doch!— Was Frühaufsteher hörten und sahen Ein Freund unseres Blattes berichtet uns: Der Wunsch vieler Hattinger, die beiden Riesen=Luftschiffe in den heutigen Morgenstunden (Sonntag) zu sehen, ist leider nicht in Erfüllung gegangen. Und doch gab es eine Gelegenheit, sowohl den„Graf Zeppelin“ als auch den L3 129 „Hindenburg“ zu sehen. Um etwa 6.00 Uhr— der Horizont lag noch im dichten Nebelschleier— wurden wir durch das bekannte singende Motorengeräusch geweckt. Raus aus dem Bett, und im Schlafanzug ging es an das am höchsten gelegene Fenster des Hauses in der Winzer Straße, Nähe Mühlenwinkel. Trotz aller Bemühungen gelang es aber nicht, auch nur etwa festzustellen, woher das Geräusch kam. Einmal trug der Wind es aus dem Süden zu uns, ein andermal schien es, als ob das Geräusch von Östen käme. In einigen Fenstern in der Nähe entdeckten wir noch mehrere verschlafene Gesichter, die sicherlich auch dieses große Ereignis erleben wollten. 6.20 Uhr! Da plötzlich, was war das? Am Horizont sah man einen schlanken Körper, der sich wie ein großer silberner Fisch durch die Luft bewegte. Nach etwa einer Minute sahen wir auch den zweiten Zeppelin, der sich entgegengesetzt vom LZ 129 nach Norden bewegte. Auf zwei verschiedenen Wegen überkreuzten diese beiden Giganten der Luft die Ruhrstädte Essen und Bochum. Bald aber drehte L3. 120 bei, und nach etwa 25 bis 30 Sekunden hatte dieser gewendet und folgte dem „Graf Zeppelin", der seinen Weg nach Bochum genommen hatte. Es war ein erhebender Anblick, wie diese beiden Repräsentanten deutscher Technik sich majestätisch durch die Luft bewegten. Wieder einmal hat der Führer ein Werk vollendet, das als Symbol des deutschen Friedenswillens zum Weltfrieden beitragen soll. in Haßlinghausen sah man sie Unser Haßlinghauser Mitarbeiter berichtet: Seitdem in der vergangenen Woche die voraussichtliche Fahrstrecke der beiden Luftschiffe bekannt geworden war, rechnete man hier damit, sie ebenfalls sehen zu können. Die Haßlinghauser wurden auch nicht enttäuscht. Kurz nachdem der Rundfunk bekanntgegeben hatte, daß die Luftschiffe über dem Ruhrgebiet seien, konnte man sie am nördlichen Horizont vorbeiziehen sehen. Wenig später, kurz nach 7 Uhr, näherten sie sich aus Richtung Hagen ganz niedrig über dem nahen Ennepetal fliegend Voraus der„„Graf Zeppelin", dahinter in großem Abstand LZ 129„Hindenburg". Beide Luftschiffe flogen so niedrig, daß man die Einzelheiten gut erkennen konnte, das gilt besonders für den „Graf Zeppelin". Da sie mit geringer Geschwin digkeit fuhren, konnte man sie mit Muße betrach ten, als sie Wuppertal ansteuerten. Es war ein großartiger Anblick, die beiden silberglänzenden Luftschiffe am Morgenhimmel entlanggleiten zu sehen. 1520 982 4190 1673 1503 966 4142 48 Ennepe-Ruhr-Kreis Gesamtergebnis. der NSDAP. 117 668 1554 116 114 Schwelm: Zahl der abgegebenen Stimmen 16038, davon Zahl der ungültigen Stimmen 280, gültige Stimmen für den Wahlvorschlag der NSDAP. 15 758. Gevelsberg: Zahl der abgegebenen Stimmen 15217, davon Zahl der ungültigen Stimmen 257, gültige Stimmen für den Wahlvorschlag der NSDAP. 14 960. Wetter: Zahl der abgegebenen Stimmen 6587, davon Zahl der ungültigen Stimmen 51, gültige Stimmen für den Wahlvorschlag der NSDAP. 6536. Herdecke: Zahl der abgegebenen Stimmen 4533, davon Zahl der ungültigen Stimmen 16, gültige Stimmen für den Wahlvorschlag der NSDAP. 8on. Am Vorabend des Wahltages in Hattingen Den ganzen Samstag nachmittag hörte man Marschmusik, teils tönte sie aus vielen Lautsprechern, teils von marschierender Jugend. Die Männer eilten hierhin und dorthin, jeder zum Sammelpunkt seiner Formation. Man sah frohe Gesichter über braunen Uniformen. Da hielt es einen auch nicht länger zu Hause. Es zoa einen auf die Straße, denn man wollte„mit dabei sein“. Hattingens Straßen waren reich mit Flaggen geschmückt. Viele, viele Fahnen wiegten sich leise im Frühlingswind. Die Schaufenster waren zum Teil wunderschön geschmückt mit Blumen und Hitlerbildern. Das Wetter war herrlich und bewirkte, daß ganz Hattingen auf den Beinen und auf den Straßen war. Da rückte der Zug auch schon heran. Man hatte gerade noch rechtzeitig einen Platz dicht am Bordstein erhascht und konnte heute Fackelzug in hattingen Aus Anlaß des gewaltigen Bekenntnisses der Treue des deutschen Volkes zu seinem Führer findet heute abend ein Fackelzug statt, an dem sich alle Gliederungen der Bewegung sowie die gesamte übrige Bevölkerung — Männer und Frauen, alt und jung ohne Ausnahme— beteiligen. Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen versammeln sich um 20 Uhr auf dem Adolf=Hitler=Platz. Fackeln werden dort für 10 Rpfg. abgegeben. Die Ingendbewegung der Stadt tritt um 19,30 Uhr auf dem Schulhof an der Blankensteiner Straße an. Es sind 10 Rpfg. für Fackeln mitzubringen. Ehrentafel der Alten Achtzig Jahre und mehr Sprockhövel „Oma" Althaus 90 Jahre alt. Eine der ältesten Volksgenossinnen von Niedersprockhövel, Witwe Gustav Althaus, Wiesenstraße wohnhaft, vollendete am Sonntaa ihr 90. Lebensjahr. Die Hochbetagte erfreut sich noch auter Gesundheit. Sie nimmt noch regen Anteil an dem Leben in unserer Gemeinde und konnte sich auch gestern noch an der Reichstagswahl beteiligen. Wir übermitteln der Neunzigjährigen nachträglich unsere herzlichsten Glückwünsche. Mögen ihr noch viele Jahre im Kreise ihrer Lieben beschieden sein. „Oma“ Billert feiert ihren 86. Geburtstag. Heute vollendet Oma Billert, die ihren Lebensabend im Haushalt ihrer Tochter Frau Homberg an der Hauptstraße verbringt, ihr 86. Lebensjahr. Wir grüßen auch diese Hochbetagte und wünschen ihr weiter einen friedlichen und freundlichen Lebensabend. nun das immer wieder begeisternde Bild des marschierenden Deutschland erleben. Braune Kolonnen, Musik, Uniformen! Die Pimpfe mit den großen Landsknechtstrommeln und der schnellen Marschmusik, die Hitlerjugend mit Schildern und Transparenten. Blaue, braune, schwarze Kolonnen dazwischen, vor allem aber braun! Ein ganzer Heerwurm zog sich durch die Straßen. Auch das Hattinger SA.=Hilfswerklager bildete in diesem grandiosen Festzug, der wie ein vielstimmiges „Ja" auf den Zuschauer wirkte, eine gern beachtete Gruppe. Der BDM. erreate ebenfalls Wohlgefallen, denn auch sie„können marschieren", wie ein alter Haudegen unter den Zuschauern brummend anerkannte. Vor allem war es die Reibungslosiakeit, mit der dieser„Kreuz= und quer=Marsch“ durch Hattingens alte, winklige Straßen vor sich aing. Da schwenkten Gruppen in die ihnen vorbezeichneten straßen, oft haarscharf an der entaegengesetzt weitermarschierenden anderen Gruppe vorbei. Es klappte bis auf den letzten Tritt, es entstanden keine Lücken, keine Stauuna, alles aina akkurat und vorschriftsmäßig, daß dem müßigen Zuschauer am Bordrand das Herz im Leibe lachte. Endziel aller Marschkolonnen war der Adolf Hitler=Platz. auf dem der Gemeinschaftsempfang der Kölner Rede des Führers stattfand. Die SA. umsäumte in„Schützenkette" den weiten Platz, in deren Innerem die geschlossen angetretenen einzelnen Betriebe sowie die übrigen Formationen Aufstellung genommen hatten.— Ergreifend und mächtig war das Schlußbild dieses Aufmarsches, als im weiten Viereck die Fackeln aufflammten. Hell leuchtete die Lichterkette um das riesengroße Hakenkreuz. * Stellvertr. Ortsgruppenleiter Pa. Lüer hatte die Feierstunde auf dem Adolf Hitler=Platz mit einer kurzen Ansprache eingeleitet. Dann verkündete das durch den Rundfunk bis in die fernsten Gegenden des deutschen Landes getragene feierliche Geläut der Kölner Domglocken den Beginn des letzten großen Appells vor dem Wahltag unter der Parole„Deutscher Volkstag für Ehre, Freiheit und Frieden“. Noch einmal hörten wir den Führer, wie er aus übervollem Herzen mit seinem Volke Aussprache hielt, und ergriffen lauschten wir seinem Glaubensbekenntnis, wie es überzeugender keines Menschen Mund jemals ausgesprochen hat. Der Wahltag Standartenführer Büscher als Standortführer Hattingen teilt mit: Die Gliederungen des Standortes Hattingen haben heute um 20 Uhr auf dem Adolf=Hitler=Platz in Marschkolonne, Front zum Rathaus, in der wie bisher befohlenen Reihenfolge anzutreten. selbst stellte noch einmal große Anforderungen an alle in die Wahlarbeit eingespannten Kreise. Morgenmusik auf verschiedenen Plätzen der Stadt leitete den Tag ein. Auf dem Adolf=HitlerPlatz hatte das NSKK. seinen Helferkreis versammelt. In langen Reihen standen Kraftwagen und Motorräder ausgerichtet, um nach erfolgter Einteilung in die den einzelnen Fahrern zugewiesenen Bezirke zu eilen und dort die ihnen zugewiesenen Aufgaben zu erfüllen. Viele Fahrer nebst ihren Maschinen haben dabei in zum Teil unwegsamem Gelände anerkennenswerte Arbeit geleistet. Aber diese Arbeit hat auch die gewünschten Erfolge gezeitigt. Die hohe Wahlbeteiligung ist der beste Beweis dafür und zugleich der Lohn für den aufopferungsvollen Dienst aller Beteiligten. hattingen — Korpsführer Hühnlein in Hattingen und Haßlinghausen. Am Samstag vormittag passierte der Korpsführer des NSKK., Hühnlein, auf der Fahrt zur Motorsportschule in Haßlinghausen die Stadt Hattingen. — Schwerer Verkehrsunfall auf der Bruchstraße. Am Samstagnachmittag befand sich der im Betrieb der Eisenbahnabteilung der RuhrstahlAG. Henrichshütte beschäftigte Va. Gottlieb K. mit dem Fahrrad auf dem Wege zu seinem Garten. Als er in der Nähe der Ruhrtaler Schrauben= und Nietenfabrik von der Bruchstraße in einen Seitenwea einbiegen wollte, wurde er von einem aus der Richtung Hattingen kommenden Auto, dessen Signal er anscheinend überhört hatte, erfaßt und zu Boden geschleudert. K. erlitt erhebliche Kopfverletzungen. Er wurde besinnungslos dem Krankenhaus zugeführt. Die Schuldfrage ist noch nicht geklärt. Der Verunglückte ist am Mittwoch dieser Woche 25 Jahre auf der Henrichshütte tätia. — Zirkus in Hattingen. In dieser Woche wird auf dem Adolf Hitler=Platz der Zirkus Barley seine Zelte aufbauen. Die große Reiniamgsprozedur des Nationalsozialismus ist auch am Deutschen Zirkus nicht spurlos vorübergegangen. Wie vieles andere, hat sich auch hier gegenüber der Nachkriegszeit verändert. Vorbei die Zeit, da Spekulantentum und Geschäftemacherei um jeden Preis den Zirkus als ausschließliche Verdienstquelle ausnutzen und damit mißbilden konnten,— vorbei die Zeit halbnackter Manegenrevuen bar Weitere Hattinger Nachrichten siehe nächste Seite. — Diebstähle. Dem Landwirt V. aus Vormholz statteten Diebe in der Nacht einen Besuch ab. Die Täter drangen durch ein Kellerfenster in das Innere des Hauses und entwendeten mehrere Seiten Speck und Fleisch im Gesamtgewicht von zirka 55 Pfd. Ebenso wurde in einer der letzten Nächte die Schießhalle des Schießstandes im Muttental aufgebrochen. Aus einem verschlossenen Schranke wurden mehrere blaugemusterte Tischdecken und ein Tisch=Telefonapparat gestohlen. — Gefühlsroheit. Der Sohn eines Kötters in Durchholz ließ ein erkranktes Pferd über Nacht auf dem Acker hilflos zurück. Am nächsten Mittage nahmen sich Nachbarn des Tieres an und veranlaßten, daß es in einem Stall gebracht wurde. Das Tier wurde sodann einem Pferdemetzger zugeführt. Der Besitzer des Tieres wird sich auf Grund der neuen Tierschutzbestimmungen wegen Tierquälerei zu verantworten haben. haßlinghausen — Heute abend großer Fackelzug. Wie am Samstag bekannt wurde, soll heute(Montag) abend ein Fackelzug stattfinden, an dem sich wohl sämtliche Gliederungen, Verbände und Vereine beteiligen werden. Die Aufstellung erfolgt um 20 Uhr an der Schwenke. Welper — Schwerer Unfall im Beruf. Im Blocklager des Walzwerkbetriebes der Henrichshütte geriet in der Nacht zum Samstag der Arbeiter Walter W. aus Hattingen unter einen etwa 400 Kilogramm schweren Eisenblock. Er wurde schwerverletzt im Hattinger Krankenhaus eingeliefert. Der Verunglückte war erst seit Anfang des Monats auf dem Werk beschäftigt. Mockgonelade Von Karl Schwerter hattinger Nachrichten (Fortsetzung von der vorhergehenden Seite jeden künstlerischen Gehaltes,— vorbei die Zeit zotigen und alles verulkenden Nichtskönnertums. Der deutsche Zirkus hat zu sich selbst zurückgefunden. Reine gute Artistik, gepaart mit vollendetsten Leistungen einer liebevollen Tiererziehung, machen den Zirkus heute wieder zur Pflegestätte gediegener Volkskunst, zum wahren Tempel der leichten Muse. Die Reichsfachschaft Deutscher Artistik als ständische Gliederung in der Reichskulturkammer hat in zielbewußter Arbeit dafür Sorge getragen, daß der artistische Berufsstand von allem Schmarotzertum befreit wurde, und bürat heute dafür, daß ausschließlich vollendetes artistisches Können zur Geltung gelangen. Die Auslese, die hier in Kürze vollendet sein wird, gibt dem Zirkusbesucher die Gewähr, sauberste künstlerische Leistungen als Gegenwert für sein Eintrittsgeld geboten zu erhalten. Damit ist nun der deutsche Zirkus wieder in die vorderste Linie der Volksunterhaltungsstätten eingerückt und zu einem wahren Volkskunstförderer geworden. Dem Zirkus Barley geht ein guter Ruf voraus, und in allen Ländern, in denen Barley in den letzten Jahren, selbst in den schlimmsten Krisenjahren, Gastspiele gab, konnte er gleich ganze Serien vollster Erfolge buchen. Dank seinen unermüdlichen Bemühungen, seinen Besuchern immer etwas Besonderes zu bieten.— Direktor Barley hat sich für dieses Jahr eine eigene Aufgabe gestellt, deren Lösung ihm restlos gelungen sein dürfte. Er will ein hundertprozentiges Weltstadtprogramm im Jahre 1936 in Deutschlands Mittel= und Kleinstädte bringen, um so deren Einwohnern einen Genuß zu vermitteln, der sonst im allgemeinen nur den Einwohnern ganz großer Städte zugute kommt. Man wird Gelegenheit haben, im Rahmen der Barlayschen Zirkusfestspiele mit Artisten Bekanntschaft zu machen, die nachweislich ihre Kunst in den ersten Etablissements in Berlin, Hamburg, München, Frankfurt, Basel. Zürich. Prag. Wien, Budapest, Rom, Mailand, Paris, London, Manchester, ja soaar in Neuyork schon zeigten, und dort überall eine erstklassige Pressebeurteilung fanden. Wir werden Tiere sehen, die bereits in namhaften Filmen in Partnerschaft mit großen Filmschauspielern aufgetreten sind. — Sperrfrist für Tauben. Der Landrat in Schwelm hat mit Zustimmung des Regierungspräsidenten in Arnsberg die Sperrzeit für Tauben während der diesjährigen Frühjahrsbestellung für den Ennepe=Ruhr=Kreis auf die Zeit vom 1. 4. bis 15. 5. d. J. festgesetzt. Die Taubenhalter sind verpflichtet, ihre Tauben in dieser Zeit so zu halten, daß ein Ausfliegen auf die bestellten Felder und Gärten nicht möglich st. Zuwiderhandlungen ziehen Bestrafungen nach sich. Der Wahltag in Winz-Baak Bevor der Weckruf durch die SA. erfolgte, surrten die Propeller der beiden Zeppeline, Deutschlands Stolz, über unser Ortsgruppengebiet. Freudig erregt wurde dieses Wunder der Technik von den Volksgenossen bestaunt. Der erste Auftakt für unseren historischen Entscheidungstag war gegeben. Punkt 7 Uhr erdröhnten die Marschtritte der braunen Sturmkolonnen zu dem übrigen Weckruf. 8.30 Uhr. Massen bewegen sich zu den Wahllokalen Dellmann, Burgeck und Krampe. Als pünktlich um 9 Uhr die Wahl beginnt, vollzieht sich schnell und zielbewußt der Wahlakt. Schnell und klar arbeiten die Politischen Leiter, SA. und NSKK. Es mangelt /an nichts. Prompt wird jede Anweisung ausgeführt mit dem Gefühl der Genugtuung und des Stolzes für den Führer und für Deutschland. Die Alten und Kranken, die es sich nicht nehmen lassen, ihre Stimme abzugeben, werden gewissenhaft und liebevoll in den Wahllokalen betreut. Man merkt in jedem sorgenvollen Gesicht ein freudiges Aufblitzen der Augen und eine stolze und bestimmte Haltung bei Abgabe der Stimmen. Unwillkürlich überträgt sich diese ganze Stimmung auf die gesamte Bevölkerung. HJ. und Pimpfe marschieren, zackige Lieder und kraftvolle Aufrufe werden begeistert von der Menge aufgenommen. Das Kraftfahrkorps der Haßlinghauser Motorsportschule stattet pünktlich mit seinem Musikkorps den angesagten Besuch ab. Am Ehrenmal ertönen die wuchtigen Märsche. Alles, was Uniform trägt, geht einen bestimmten Weg. Man merkt, hier ist unbedingt vorgearbeitet und organisiert. Alles klappt, ein jeder tut seine Pflicht. 12 Uhr. Die Ortsgruppenleitung stellt fest, daß 65 Prozent der Gesamtbevölkerung gewählt hat. Die nächsten Wähler erscheinen von 14—17 Uhr. Sind dieses Mal Nachzügler und Ausbleiber vorhanden? Nein! Dieses war der Wirkung unseres Führers zu verdanken. Welch eine Lust war es, nach der Wahl die Stimmen zu zählen. Die wenigen armseligen NeinStimmen ca. 0,5 Prozent der Gesamtabgabe haben bewiesen, daß auch in den ehemalig rotesten Ecken Stolz und Achtung für Deutschland und den Führer vorherrscht. 20 Uhr. Die ersten größeren Wahlresultate werden bekannt gegeben. Die gesamte Ortsgruppe und die Formationen haben sich mit ihren Angehörigen im Saalbau Krampe, Baak zusammengefunden. Freudig bewegt, zuversichtlich und stolz begrüßen sich die Kameraden. Es spricht der Ortsgruppenleiter und schildert in knappen, aber bewegten und wahren Worten die Bedeutung des heutigen Tages und streift die kommende Außenpolitik. Begeistert wird das Sieg=Heil aufgenommen. Aus dankbarem Herzen erklingt das Deutschland= und Horst=Wessel=Lied. Eine freudige Ueberraschung bereitet die NS. Frauenschaft den anwesenden Partei= und Volksgenossen. Eine schmackhafte und kräftige Erbsensuppe wird verabfolgt. Man sieht an den zufriedenen Gesichtern, daß es gut getroffen ist. Die alten Bilder aus der Kampfzeit treten auf. Abwechselnd folgen Lieder der SA. und SS. Inzwischen werden die großen Nachrichten von Berlin übernommen. So verlebte man in Winz=Baak nach getaner Arbeit den Abschluß des Tages für Ehre und Gleichberechtigung des deutschen Volkes. Herbede — An der Schwelle des Achtzigsten. Der Kötter Ewald Waskönig, wohnhaft in Durchholz Nr. 33, vollendet heute, am 30. d. M., sein 79. Lebensjahr. Der Hochbetagte erfreut sich noch einer verhältnismäßig guten Gesundheit. Möge ihm dieses Wohlbefinden noch lange erhalten bleiben. Bauern, Kötter und Leute ohne eigene Scholle. Auf märkischen Einzelhöfen saß ein achtunggebietender Stamm freier Bauern. Ihr Pflugland überstieg nicht den Bedarf der eigenen Familie. In der Gesamtheit aber, in Sippe und Nachbarschaft, verfügten sie über weite Gebiete, die in ältester Zeit zwischen den Siedlungen unbebaut liegen blieben und von privateigenem Kulturland durchsetzt oder umsäumt waren. Das war die altgermanische Flurgemeinschaft, in der jeder holzen, roden, weiden, jagen und fischen durfte. Später erforderte das gesteigerte Wachstum der Bevölkerung eine Schonung des gemeinsamen Grundvermögens. Es kam in die Verwaltung der Markgenossenschaft, einer rein wirtschaftlichen Körperschaft mit eigener Verfassung. Uneingeschränkte Nutzungen galten nicht mehr. Das Nießbrausrecht des einzelnen richtete sich nach der Größe des Hofes und seinem wirtschaftlichen Bedürfnis. In der Weniger Mark, die mit 2000 Morgen Gemeinheitsgrund das Kirchdorf Wengern östlich bis südwestlich umfaßte, gab es 58 berechtigte Bauern. Sie waren die„gemeinen Erben“. Im Gegensatz zu den Köttern wurden sie auch Meistberechtigte genannt. Ihre gewöhnlichen Rechte bestanden in freier Holznutzung, Viehweide und Mast. Als eigentliche Verwalter der gemeinsamen Liegenschaft und Rechtsweiser beim Markgericht regelten sie durch Holzrichter und Geschworene das Maß der Einzelrechte und die Rodung. Persönlich eigene Wälder, Weiden und Wiesen waren nur in beschränktem Umfange vorhanden. Der normale Bedarf an Holz und Viehfutter konnte nur vom Gemeingute aus befriedigt werden. Die Genossenschaft setzte an die Stelle des ursprünglich freien Hiebes eine sparsame und haushälterische Holzentnahme. Die Kuhhude blieb innerhalb des Markgebietes frei und durchgehend. Die Zahl der zur Mast zugelassenen Schweine richtete sich nach der Menge der Eicheln und Bucheckern. Volle Mast gab es durchschnittlich alle acht Jahre. Dann durfte jeder Bauer so viele Borstenträger in die Mark eintreiben, als sein Hof gestattete. Das Weistum als Grundgerüst des gesamten Markrechts bestimmte: „Ick Arndt Howarde, in der tydt ein Holtrichter der Wenger marck, stelle an dy Hartleff tho Ellinghaußen, dattu wysest den gemeinen erven ver recht. Doe karde sick dey vurb. Hartleff umb und beriet sick met den gemeinen erven, und quam weder int gerichte und wyste oen vor ver recht, wat ein ytlich erve hedde van schwynen op oeren trögen vor sunte Margreten, sollen sey dryven op veren gewohnlichen scharkamp und laten dey scharen den seven geschwornen schernen“. Einige Bauern verfügten noch über Erbgeschworenen=, Schuldschweins= und Hofesrechte. Die Geschworenen hatten die Mark zu verwahren. Dadurch, daß ihr Amt sich mit den Höfen forterbte, unterschieden sich die Erbgeschworenen von den auf Zeit gewählten Gemeingeschworenen. Der Erbgechworene genoß jährlich eine Schweinsmast besonders. Schuldschweins= und Hofesrechte gestatteten, daß die als Erbzins an Adelige abzuliefernden Schweine und Ferkel frei in die Mark eingetrieben wurden. Rodungen hat die Markgemeinde nur in mäßigem Umfange betrieben, weil sie dem Grundsatz, daß das große Naturvermögen zusammengehalten werden müßte, widersprachen. Nur dann wurde gerodet, wenn die Gewinnung neuen Ackerlandes für bereits ansässige Bauern nicht zu umgehen war, od. wenn es sich um die Ausscheidung v. Sondereigentum handelte, wie es die Ansiedlung von Köttern mit sich brachte. Wahrscheinlich wurden die ersten Kotten zu einer Zeit errichtet, als die Markgenossenschaft schon einige Jahrhunderte bestand. Ihre Anlage war eine Folge der Bevölkerungszunahme und der dadurch notwendig gewordenen stärkeren Ausnutzung des Bodens. Die Kötter hatten ein Erbrecht an Haus, Garten und etwas Pflugland. Darum hießen sie Erbkötter. Weitere Anteile am genossenschaftlichen Gemeingute hatten sie zunächst nicht. Aus Vergünstigungen, die man ihnen gewährte, bildete sich schließlich ein Gewohnheitsrecht. Man hat sie dann als Markgenossen minderen Rechts anerkannt und ihre Nutzung in das Weistum aufgenommen. Es berichtet: „Ock wyste deyselve Hartleiff vor recht den kottern, dat sey mogen dryven ein schwyn, und wat sey vor sunte Margreten selveß gewoed hebben, dat sollen sey bringen op den gewonliken scharkamp und laten dat scharen. Und fort wyste dey vurb. Hartleiff den kottern oer recht in dißer vurb. marcken, the hawn erlen, backen(Birken?) und tovorn sellvsfallen holt, und tw er sake, dat sey wat behofften to tymmern, dann sollen sey gam to den gemeinen erven und gewen en to kennen, wat sey oen dan wysen, dat sollen dey kotter hawen, und anders nicht". Als 1772 die Weniger Mark aufgeteilt wurde, waren 46 Erbkötter in ihr berechtigt. Die Bestimmungen des Weistums konnten als Unterlage für das Maß ihres künftigen Eigentums nicht genügen. Die Daseinsmöglichkeit dieser Kleinhöfner hing davon ab, daß sie hinreichend Ackerland, Weide und Wald als Freibesitz bekamen. Das war auch die Meinung König Friedrichs II., der als Inhaber der obersten Forstgerichtsbarkeit und höchster Erbe der Mark ihre Aufteilung befohlen hatte. Er wollte,„daß auf die Erhaltung dieser geringen Königlichen Untertanen ganz besonders zu sehen sei“.— In langwierigen Verhandlungen mit den Meistbeerbten wurde erreicht, daß bei der Teilung das Rottrecht 23 mal so hoch bewertet wurde als ein Recht der Bauern, die je nach der Größe und dem wirtschaftlichen Bedürfnis ihrer Höfe über 8 bis 32 gewöhnliche Rechte verfügten. Weit ungünstiger als die Erbkötter standen die seit dem 16. Jahrhundert in geringer Zahl vorhandenen Markkötter. Ihnen fehlte das Merkmal der Erbkötter: sie hatten kein Erbrecht. Zu ihren Wohnhäusern gehörte nur wenig Land, das zwar von der Genossenschaft gepachtet war, zu weiteren Marknutzungen aber nicht berechtigte. Sie waren durchweg Tagelöhner, die durch Arbeit bei den Bauern oder als Holzhauer und Knechte der Markgemeinde ein leidliches Auskommen hatten. In die Reihe der Nichtberechtigten gehörten auch die Einwohner, die auf Bauernhöfen als Mieter im„Backs“ wohnten. Gleich dem Markkötter genossen sie kleine Vergünstigungen aus der Mark. Dafür waren sie Mitträger aller vorfallenden Gemeinheitslasten, zahlten ihre Markensteuer und halfen beim Pflanzen von Eichen= und Buchenhestern. Bei der Markenteilung baten sie um Berücksichtigung ihrer Notlage. Sie könnten nicht ein einziges Jahr ohne den geringen, für sie aber unentbehrlichen„Markenfreiheitsnutzen“ bestehen.Ihr Bitten war umsonst. Nach erfolgter Gemeinheitsteilung gelang einigen dieser besitzlosen Familien ein bescheidener Aufstieg. Sie errichteten auf ehemaligem Markengrunde Erbpachtkotten. Grund und Boden überließen ihnen die Bauern, die durch die Aufteilung einen erheblichen Zuwachs an lastenfreiem Besitz erhalten hatten, gegen eine geringe Entschädigung. So vererbpachtete im Jahre 1803 Johann Heinrich Peters zu Albringhausen einen ihm bei der Teilung der Weniger Mark zugefallenen Buschgrund an Henrich Kaspar Kiekuth. Er durfte roden und ein Haus bauen, mußte an Erbpacht jährlich zahlen 14 Reichstaler Franksurter Kurs, in der Erntezeit zwei Mähtage bei Peters arbeiten und jedes Jahr Weihnachten einen Weizenplatz von 15 Stübern liefern.— Auch die Erbpachtkotten, die keine Beziehungen zur Markgemeinde mehr gehabt haben, sind heute freies Eigentum ihrer Besitzer. Im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts wurden mit Rentenbankhilfe die Jahresleistungen an Bauern abgelöst. Leider haben diejenigen, die es anging, vor vollzogener Gemeinheitsteilung nicht über die wirtschaftliche, soziale und volkstümliche Bedeutung der Markgenossenschaft nachgedacht. Für Bauern und Erbkötter war der künftige Alleinbesitz so verlockend, daß sie mit keinem Wort au den Rückhalt hinwiesen, den sie selbst und ihre Vorfahren Jahrhunderte hindurch an ihr gehabt hatten. Ernsthafte Einsprüche kamen nur von den Nichtberechtigten. Ihre Sorgen wurden gegenstandslos, als die zunehmende Entwicklung von Bergbau und Industerie ihnen Arbeit und Brot brachte. Viele blieben Generationen hindurch bis heute landverbunden und seßhaft auf heimatlicher Scholle, sei es in„Bäcksen“ der Bauern oder in Heimstätten neuerer Zeit. Sie sind heute noch, was sie immer waren: Gleich Bauern und Erbköttern ein achtunggebietender Stamm tüchtiger und wertvoller Volksgenossen. Niederbonsfeld Fackelzug und Kundgebung Die gesamte Bevölkerung Niederbonsfelds versammelt sich heute um 19.45 Uhr bei Bachmannbzw. bei Kisker zu einem Fackelzug. Fackeln stehen zur Verfügung. Treffpunkt der beiden Gruppen ist der Fußballplatz in Nierenhof, wo ein Redner von auswärts sprechen wird. Niemand, der nicht durch Arbeit oder Krankheit verhindert ist, darf bei dieser Kundgebung, die das Treuebekenntnis vom 29. März krönen soll, fehlen! Niederwenigern-Jumberg — Die Ausgabe der Fettverbilligungsscheine an die Bedürftigen erfolgt am Dienstag, dem 31. 3., für die Buchstaben A—K und am Mittwoch, dem 1. 4. 36, für die Buchstaben L—Z von 11,30 Uhr bis 17 Uhr im Dienstzimmer des Ortswarts Nasse. Verdienstbescheinigungen müssen mitgebracht werden. Blankenstein — NS.=Frauenschaft. Der für den 1. April angekündigte Vortrag von Prof. Dr. Grimm, der bei Köster stattfinden sollte, muß verschoben werden, da der Redner an diesem Tage verhindert ist. Der neue Termin wird rechtzeitig bekanntgegeben. Buchholz — Grober Unfug. An der öffentlichen Fernsprechstelle in Buchholz wurde das Hinweisschild gewalttätig abgebrochen und am Hause eines Zahnarztes angebracht. Da es sich um Beschädigung öffentlicher Anlagen handelt, wird für die Täter das„dicke Ende" folgen. Der Sternenhimmel im April Jupiter beherrscht die Nächte. Die Pracht des winterlichen Sternhimmels neigt sich ihrem Ende zu. Der große Orion steht in der Dämmerung schon im Westen kurz vor seinem Untergang. Auch der helle Sirius flackert uns bereits tief aus Südwesten entgegen. Ueber ihm sind noch Proykon und die Zwillinge einige Zeit zu sehen. Um 22 Uhr sind Orion und Großer Hund verschwunden. Prokyon und die zarten Linien des Einhorns haben sich an ihre Stelle geschoben. Etwas höher über dem Westpunkt steht das Zwillingsgestivn Kastor und Pollux. Die Verbindungslinie der beiden Sterne nach rechts verlängert trifft gegen Norden die helle Kapella im Fuhrmann und noch weiter, also schon fast in den Dünsten des nordwestlichen Horizontes, die vielen Sterne des Perseus. Das charakteristische„W“ der Kassiopeia funkelt tief im Norden, etwas höher, aber viel schwächer das Bild des Kepheus. Im Nordosten jedoch flammt ein heller Stern; die Wega. Langsam erhebt sie sich aus den Tiefen des Horizonts und wird in den kommenden Monaten wieder ob ihrer großen Helligkeit das Augenmerk des Sternfreundes auf sich lenken. Links unter ihr beginnt gerade das Kreuz des Nordens, der Schwan mit seinem Hauptstern, seine Reise über das Firmament. Lassen wir nun den Blick zur Scheitelgegend schweifen. Dort finden wir die bekannten Sterne des Großen Bären. Die fünffache Verlängerung seiner beiden vorderen Rumpfsterne nach Norden trifft auf den Polarstern am Schwanzende des Kleinen Bären. Zwischen diesem und der Wega leuchtet ein Viereck, das Haupt des Drachen. Verlängern wir den Bogen der Schwanzsterne des Großen Bären, so treffen wir auf den funkelnden Arktus im Bootes, in dessen Nähe (links) die schwachen Sterne der nördlichen Krone stehen. In der Weiterführung dieses Bogens nach Süden bemerken wir die Spika in der Jungfrau und daneben ein nettes Bild, das Trapez des Raben. Planeten sind am Abendhimmel nicht zu sehen. Erst um Mitternacht steigt im Östen Jupiter in hellem Glanze herauf. Er ist der Beherrscher der kommenden Sommernächte. Die Mondphasen: Vollmond: 6. April, letztes Viertel 14., Neumond 21., erstes Viertel 28. April.*h. Bochum einmütig hinter dem Führer NUMMER 76 DRITTES BLATT MONTAG, 30. MARZ Die Triümphfahrt des Führers dürch Röln Wo der Führer weilt, jubelt das Volk Die huldigung der rheinischen Stände— Volksfest in der Domstadt dnb Köln, 29. März. Daß Hunderttausende an den Straßen Kölns stehen würden, um unbedingt den Führer zu sehen, das haben wir von Anbeginn als selbstverständlich angenommen. Aber immer größer wurde die Zahl allein derer, die mit Sonderzügen und Autobussen aus der Umgebung Kölns und dem mittleren Rheinland sich anmeldeten. Und so mußte man schließlich den Weg des Führers nach dem Gürzenich auf viele Kilometer verlangern, um alle diese Menschenmassen an der Durchfahrtsstraße unterzubringen und ihnen die Möglichkeit zu geben, den Führer einen Augenblick zu sehen, zu sehen den Mann, der ihnen die Freiheit brachte. So ging der Weg des Führers dann um den ganzen Kölner Ring über die großen Kölner Plätze, und alles war erfüllt von einer wogenden, brausenden Menschenmasse. Wir haben gestern in Essen einen Höhepunkt dieser Wochen, einen Höhepunkt selbst der Jahre seit dem 30. Januar 1933 erlebt, und heute will es uns scheinen, als ob diese beiden letzten Tage vor dem Gesamtappell des deutschen Volkes, daß diese beiden Kundgebungsorte Essen und Köln wahrhafte Verkörperung der nationalsozialistischen Idee sind. In Essen, im Herzen der Arbeit, da erlebten wir die Verwirklichung des Sozialismus, so wie Adolf Hitler ihn gelehrt und gelebt hat, erlebten wir die große Gemeinschaft aller arbeitenden und schaffenden Menschen dieses deutschen Volkes. Heute in Köln, der deutschen Metropole am Rhein, deren Name mit dem König der Ströme für alle Zeiten ein Begriff ist, überwiegt der nationale Ueberschwang, die grenzenlose, überströmende Freude eines Volkes, das endlich frei ward! Fahrt durch den Menschenwald Langsam im Schritt=Tempo fährt der Führer stehend durch diese Menschenmauern. Köln ist vom Wetter begünstigter als gestern Essen, denn heute lacht, als der Führer durch die Stadt fährt, die Sonne vom Himmel. Die Kölner haben Milli onen kleine Hakenkreuzfähnchen mitgebracht, kein Zuschauer ohne Fähnchen, und so erleben wir ein eigenartiges Bild: Zu beiden Seiten der Straßen wogende rote Ströme, die sich in der Ferne zu vereinigen scheinen. Es ist genau so wie in Essen, kein Plätzchen auf Häusersimsen, am Fenster, auf Dächern, auf Schornsteinen, auf Laternenpfählen, auf Straßenbahnen, Autobussen ist freigelassen. Der Neumarkt und der Heumarkt sind ein dichtes, brodelndes Menschenmeer. Transparente und Fahnen! Wir kennen diese Bilder, und doch schlagen unsere Herzen schneller, wenn wir mitten drin sind in diesem Strom des Jubels. Alle alten Kölner versichern es mir, daß Köln heute seinen größten Tag in diesem Jahrhundert erlebt, daß so etwas in Köln noch niemals da war. Steil ragen über uns empor die gotischen Türme des Kölner Domes. Auch im Innern flattern Hakenkreuzfahnen. Schließlich ist der Führer vor dem Gürzenich angekommen, und zum ersten Male sehen mmmmmmmummnmemmnmmm österreichischer haß Polizei verbietet Kraftwagenfahrt zur Reichstagswahl. dnb Wien, 30. März. Etwa 800 Reichsdeutsche aus der Steiermark beabsichtigten, in 24 Antobussen und Privatkraft wagen zur Wahl ins Reich zu fahren. Sie hatten sich am Samstag gegen 11 Uhr vormittags in Graz eingefunden, von wo aus die Fahrt angetreten werden sollte. Plötzlich erschien Polizei die den Führern der Kraftwagen verbot, die Reichsdeutschen zur Grenze zu befördern. Das Verbot rief nicht nur bei den Reichsdeutschen, sondern auch bei der Bevölkerung der steierischen Landeshauptstadt größte Erregung hervor. Trotz sofortiger energischer Schritte des deutschen Konsuls in Graz wurde das Verbot aufrechterhalten. Die Menschenansammlungen wurden immer größer und die Erregung steigert sich. Schließlich sah sich die Behörde bewogen einen Eisenbahnsonderzug von Graz nach Salzburg zur Verfügung zu stellen. Samstag mittag gingen vom Wiener Westbahnhof vier Sonderzüge mit etwa 2500 Reichs deutschen nach Passau av, wo diese ihrer Wahl pflicht genügten. Ein weiterer Sonderzug ging von Linz nach Passau. Auch aus Innsbruck wurde ein Sonderzug zur Wahl nach Scharnitz geführt. wir feldgraue Stahlhelme schnurgerade ausgerichtet. Die Kölner haben wieder Soldaten, und sie wissen sie zu schätzen und überschütten diese Ehrenkompagnie mit besonderem Jubel. Waren doch Hunderttausende in Köln aus anderen rheinischen Städten, die keine Garnisonen haben, und als die Ehrenkompagnie anmarschierte, da war jeder einzelne Mann selbst überrascht von dem, was sich nun tat. Am liebsten hätten die Rheinländer jeden einzelnen Soldaten aufgeteilt und ihn stückweise mit nach Hause genommen. Nach der Feier im Gürzenich dasselbe Bild bei der absichtlich über längere Umwege geleiteten Fahrt zum Dom= Hotel. Als aber der Führer das Hotel betreten hat und eine Reihe von Abperrungen fallen, da ist bald die ganze Gegend um den Dom, sind alle Plätze und Straßen retungslos verstopft, so verstopft, daß keine Absperrung sie meyr zu entwirren vermag. Alle Augenblicke muß sich der Führer zeigen. Wenn er dann am Fenster steht, dann bietet sich draußen ein Bild, das zu beschreiben der Sprache die Worte mangeln. Arm und dürftig wäre die Schilderung, die man davon zu geben vermöchte. Von 5 bis abends um 8 Uhr bis zur Abfahrt des Führers zu den Messehallen änderte sich dieses Bild nicht. Eine dreistündige Ovation von vielen Hunderttausenden! Es sind Hunderttausende, zählt sie nur! Es vermag im wahren Sinne des Wortes in diese Menchenmenge hinein kein Apfel zu Boden zu fallen. Musikkapellen spielen, immer wieder braust urgewaltig das Deutschland=Lied über den Platz und dann als Schwur die„Wacht am Rhein“. Sie ist kein Lied des Angriffs, kein Lied der Revanche, ie ist eine Antwort auf alle die bangen Fragen, die 18 Jahre lang Deutsche an die Brüder am Rhein stellten, eine Antwort, die tröstlich ist und stolz bleibt: „Lieb' Vaterland, magst ruhig sein— Fest steht und treu die Wacht am Rhein!“ Gast seit zehn Jahren Jubel um den Führer in Godesberg Godesberg stand am Freitag und Samstag wieder einmal ganz im Zeichen des Führers. Das liebliche Städtchen am Rhein ist stolz darauf, daß der Führer auf seinen Fahrten immer wieder in seinen Mauern einkehrt. Als am Freitag das Gerücht in Godesberg von Mund zu Mund lief, daß gegen Mittag der Führer eintreffen werde, da war in weniger als einer Stunde die ganze Stadt in ein Flaggenmeer verwandelt. Die Schulen schlossen den Unterricht, die SA.Männer des Hilfswerks Nordwest, SS.= und HI. Formationen aus Godesberg und Umgebung bildeten ein Spalier vom Bahnhof zum Rheinhotel Dreesen, das seit zehn Jahren den Führer oft in seinen Mauern beherbergte, als noch zahlreiche deutsche Hotelbesitzer aus Furcht vor Geschäftsschädigung es ablehnten, Adolf Hitler aufzunehmen. Mit dem Führer trafen Reichsführer SS. Himmler und Reichspressechef der NSDAP. Dr. Dietrich ein. Später erschienen Reichsminister Dr. Goebbels, Reichsleiter Dr. Ley, die Gauleiter Terboven und Grohé, abends auch Botschafter v. Ribbentrop. Bei der Rückkehr des Führers am Abend von der Kundgebung aus Essen glühte aanz Godesberg in rotem bengalischen Feuer. Godesberg hatte zu Ehren des Führers illuminiert. Chöre brachten dem Führer Lieder. Musikkapellen spielten seine Lieblingsmärsche. Ganz Godesberg war in Feststimmung. Als der Führer am Samstagmittag Godesberg wieder verließ und nach Köln fuhr, da säumte noch einmal ein dichtes Menschenspalier alle Straßen der Stadt. huldigungsfeier im Gürzenich Dankadresse der Stände— Gelöbnis des Führers Sommelt Wahlbilder! Eine Bitte des Hauptarchivs der NSDAP. Die Reichspressestelle der NSDAP. gibt bekannt:„Das Hauptarchiv der NSDAP., München, Barerstraße 15, bittet alle Volksgenossen und Dienststellen der Partei um Uebersendung von Bildmaterial und Berichten über inter essante Vorgänge vor und bei der Wahl." Bereits eine Stunde vor Beginn der großen Huldigungsfeier zogen die Standarten der sieben befreiten Gaue in den Gürzenichsaal ein und nahmen links und rechts des Podiums Aufstellung. Ihnen folgten die zweiältesten Sturmfahnen jedes Gaues und die Fahnen der Kölner Bewegung, die zwischen den Säulen rings um den Saal aufmarschierten und die rechte und linke Seite des Podiums bis hinauf zur Galerie besetzten. Schmetternde Marschmusik klang von draußen herein und zeigte an, daß die Ehrenkompagnie, die die 80 Fahnen der ehemaligen rheinischen Regimenter begleitet, vor dem Gürzenich aufmarschiert ist. Die Fahnen, die von Ofizieren mit gezogenem Degen geleitet wurden, nahmen die Mitte des Podiums ein. Vor ihnen nahm die SA.=Standarte Rhein Aufstellung Im feierlichen Zuge trifft nun die Abordnung aller Stände aus der ehemals entmilitarisierten Zone, geführt von den Gauleitern, ein. An der Spitze sieht man Baden, dann Hessen=Nassau, Koblenz=Trier, Köln=Aachen, Düsseldorf, Essen und Wespfalen=Süd. Je 25 Abgesandte aller Stände sind vertreten, die Oberbürgermeister der Städte mit ihren Amtsketten, die Universitätsrektoren der westdeutschen Hochschulen in ihren Amtsroben, Beamte der öffentlichen Betriebe in Uniform, Bergknappen mit ihren Grubenlampen, Winzer, Handwerker und Arbeiter der vielfältigen Industrien des Westens, Vertreter der beiden Konfessionen und andere. Von den Mitgliedern der Reichsregierung erschien als erster der Reichskriegsminister, Generaloberst von Blomberg, dann die Reichsminister Freiherr von Eltz=Rübenach, Dr. Frick und Dr. Frank. Der Reichskriegsminister ist begleitet von dem Oberbefehlshaber des Heeres, General der Artillerie, Freiherr von Fritsch. „Der Führer kommt!" Huldigungen der Bevölkerung. Kurz vor 16 Uhr dringt von draußen ein gewaltiges Brausen herein in die Halle. Man hört den Präsentiermarsch der Ehrenkompagnie, die vom Kölner Infanterie=Regiment 39 gestellt wird, und erlebt die Wogen des Jubels und der Verehrung, die den Führer umbranden. Spontan stimmt die Menge entblößten Hauptes die„Wacht am Rhein" und das Lied der Deutschen an, während der Führer aus dem Wagen steigt und die Front der Ehrenkompagnie abschreitet. Vor dem Portal wird er von dem Kölner Gauleiter Staatsrat Grohé und dem Oberbürgermeister der Hansestadt Köln, Dr. Riesen, empfangen. Nachdem er nach allen Seiten für die stürmischen Huldigungen gedankt hat, wird er von Gauleiter Staatsrat Grohé in das Innere des Gürzenichs geleitet. Im geschichtlichen Saal haben die Scheinwerfer ihre Lichtfluten ausgegossen. Die Reichsminister und mit ihnen die Staatssekretäre Lammers und Milch schreiten zum Podium. Mit erhobener Rechten grüßen sie mit den deutschen Männern aus allen Ständen des befreiten Rheinlandes den Führer. Vom Podium begrüßt der Führer die Abordnungen der befreiten Gaue, vor denen jedesmal der Gauleiter steht. Der Oberpräsident der Rheinprovinz, Gauleiter Staatsrat Terboven, tritt vor und verliest die Dankadresse der befreiten Gaue. Sie hat folgenden Wortlaut: Verlesung der Dankadresse durch Oberpräsident Ganleiter Terboven Mein Führer! Am 2. Dezember 1918 marschierte die Nachhut des deutschen Heeres ostwärts über den Rhein. Am 7. März 1936 rückten Soldaten des auf das Gebot des Führers wiedererstandenen Heeres über den heiligen Strom unserer Geschichte in die alten Friedensstandorte. Diese beiden Ereignisse umschließen mit 17 Jahren nicht nur einen durch alle Tiefen und Höhen geführten Kampf der rheinischen Lande um Recht und Freiheit, sie machen auch der Welt kund, daß das nach seinem Zusammenbruch in dunkelstes Wirrsal getriebene deutsche Volk seine Schmach und Schande nicht einmal für die Dauer eines halben Menschenalters ertragen wollte. Die Landschaft an den Ufern des Stromes von der Lippe zur Dreisam, nördlich die Ebene, in der Mitte das Tal mit Wäldern und Rebenhügeln, südlich die breiten fruchtbaren Wannen, an denen Wein, Obst und Weizen auf einem Acker gedeihen— sie scheint in ihrer Anmut und Milde vom Schöpfer für einen ewigen Frieden geschaffen. Ihre Bewohner, die Arbeiter in Zechen und Werkhallen, die Bauern in den ge segneten Tälern und auf den einsamen Höhen, die Handwerker, deren Können durch ein Jahrtausend hindurch als verpflichtendes Erbe an sie weitergegeben ist, die Fischer und Schiffer, die Kaufleute, die Angehörigen eines jeden Stan des— sie kennen kein größeres Glück, als ihre Arbeit in Frieden zu tun. Die in Jahrtausendfrist auf ihrer Landschaft erstandenen Werke, die Dome mit ihrer strengen Pracht, die Bildtafeln mit ihren andächtigen Far ben, die ehrwürdigen Gesänge des Mittelalters, die Gläubigkeit Meister Ekkehards, die Helden musik des Niederrheiners Beethoven, die Lebens dichtung des Rheinfranken Goethe: Sie sind der Beitrag der Gaue am Rhein zum währenden Bestande deutschen Schaffens und darüber hinaus zu der Schatzkammer der Menschheit. Darum grüßen die Bewohner der Rheinlande in allen ihren Stämmen und Ständen das neuerstandene Heer in ihrer Heimat als Bürgen eines Friedens, der sie nicht ehr= und schutzlos ir gendeinem Zugriff von außen her preisgibt, sondern ihnen erlaubt, unbedroht ihr friedliches Tagewerk zu leisten zum Gedeihen des ganzen Vaterlandes. Sie danken dem Führer für seine Tat. Sie wissen: Einzig der Mut des aus dem deutschen Volke in den Tagen seiner Not auf erstandenen Führers hatte dem Reich und hat Moskauer Tonfall „Wann kommt Friede im Fernen Osten?“ dnb Moskau. 30. März. Die„Iswestija" behauptet in einem Artikel über die letzten Grenzzwischenfälle im Fernen Östen, daß„abenteuerliche Elemente“ der Kwantung=Armee durch„Provokationen" die Grenzfestetzung durch die gemischten Kommissionen, die bereits eine Verständigung erzielt hätten, vereiteln wollten. Dem Einfluß dieser„Elemente" sei es zuzuschreiben, daß solche Kommissionen, über deren Wert sich beide Regierungen klar seien, nicht für die gesamte sowjetrussisch=mandschurische Grenze eingesetzt worden seien. Ebenso seien dadurch ähnliche Kommissionen für die mongolischmandschurische Grenze verhindert worden. Auffallend ist an dem Artikel die sanfte Tonart und die Erklärung, daß von sowjetrussischer Seite zum Ausdruck gebracht werde,„eine Zusammenarbeit mit der japanischen und der mandschurischen Regierung zu erreichen, um Mittel und Wege zur Sicherung des wirklichen Friedens im Fernen Östen zu suchen. mmmmmmmmimmn nunmehr auch den rheinischen Landen die Wehrhoheit wiedergegeben. Sie glauben: Nur ein in sich starkes gesundes Volk kann den anderen Völkern, kann der Menschheit nützlich und ein guter Nachbar sein. Sie hoffen: Daß der schwere, zugleich mit einem hochherzigen Friedensplan der Welt vermittelte Entschluß des Führers als Auftakt einer Neuordnung Europas erkannt werden möge. Sie geloben: Dem Führer, was immer auch seinem Entschluß entspringe, als dem Träger des deutschen Gewissens unverbrüchliche Treue, Gehorsam und Gefolgschaft und erweisen durch dies die nie versagende Liebe zu Deutschland. Gegeben am Rhein, im März 1936. Wagner Simon Gauleiter und Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger Grohé Gauleiter und Reichsstatthalter Gauleiter Bürckel Florian Gauleiter und Reichskommissar Gauleiter Terboven Gauleiter und Oberpräsident. In das Sieg=Heil, das der Oberpräsident der Rheinprovinz auf den Führer ausbringt, fallen die Vertreter des rheinischen Volkes begeistert ein. Dank im Namen der Nation Adolf Hitler zu den Ständen Dann tritt der Führer vor, um den Angehörigen der rheinischen Stände für das Gelöbnis der Liebe und Treue zu danken: „Ich muß Ihnen, meine deutschen Männer, die Sie hier versammelt sind, um mir im Namen Ihrer Gebiete die Freude auszudrücken über die endliche Wiederherstellung der deutschen Souveränität, nun meinerseits den Dank der gesamten deutschen Nation übermitteln. Ich will den 15 Millionen Deutschen, die Sie heute hier vor mir vertreten, nunmehr danken für die unzähligen Beweise der Treue, der Anhänglichkeit und des Opfersinnes, die sie uns allen in den Zeiten der vergangenen Not so oft als Vorbild gegeben haben. Wie blickte nicht das deutsche Volk einst mit innerem Bangen auf die besetzten Gebiete, ahnungsvoll mitfühlend all das Leid, das sie damals so lange Jahre ertragen mußten. Und wie oft hat nicht die Nation aus ihrer beharrlichen Liebe und aus ihrer unwandelbaren treuen Verbundenheit mit Deutschland selbst wieder neuen Mut geschöpft zur Austragung ihres eigenen schweren Kampfes um die Behauptung des Reiches und die Erhaltung des deutschen Volkes. Im Namen der deutschen Nation versichere ich Ihnen, wie glücklich wir alle sind, Ihnen endlich aber nicht nur zu danken, sondern auch helfen zu können. Das Reich nimmt Sie wieder unter seinen Schutz. Der Wächter Ihres Friedens ist von jetzt ab wieder die deutsche Armee. Daß die Vorsehung mich bestimmt hat, diese Handlung zu vollziehen, empfinde ich als die größte Gnade meines Lebens. So wollen wir uns aber in dieser feierlichen geschichtlichen Stunde alle versprechen, niemals mehr von den Gütern der nationalen Ehre, Freiheit und Unabhängigkeit zu lassen, sie gegen jedermann zu vertreten und zu schützen, um so mitzuhelfen am Aufbau eines wirklichen und besseren Friedens, so wahr uns Gott helfe!“ Nun verläßt der Führer das Podium, schreitet auf dem roten Teppich in den Saal hinein, steht mitten im gleißenden Licht, allen sichtbar: Hier steht der Befreier des Rheinlandes. Nach rechts geht der Führer hinüber, dorthin, wo die Befehlshaber jener Truppenteile stehen, die am 7. März den geschichtlichen Marsch in die Friedensgarnisonen über den Rhein antraten. Und dann gibt er jedem einzelnen die Hand, der dieser Abordnung der Gaue und Stände angehört, dem Bergmann wie dem General, dem Werksherren der großen Werke wie den Monteuren und Weinbauern. Nun ist der Rundgang beendet, und noch einmal steht der Führer in diesem herrlichen Saal vor den im Halbkreis stehenden Vertretern des deutschen Volkes am Rhein. In diesem Augenblick intoniert ein SS.=Musikzug das Deutschland=Lied. Ueber 200 Arme recken sich empor. Und da wird uns eine Parallele bewußt zu einem Bilde, das allen Deutschen bekannt ist: Als General Yorck von Wartenburg im denkwürdigen Frühjahr 1813 in Östpreußen vor den Vertretern der ostpreußischen Stände stand, sie aufrief zum Kampf für die Freiheit Preußens und jubelnd und begeistert alle die Arme emporstreckten. inder eeisen wit Piraten Nach einer wahren Begebenheit erzählt von Dampfer„Tungchow“ meldet sich nicht.. TEXANDER Cop. by: Horn-Verlag Berlin W 35 2. Fortsetzung.(Nachdruck verboten.) Kreuzer nelimen die Verfolgung auf „Ist der neuen Kurs abgesetzt?" fragte der Anführer seine Leute auf der Brücke. „Jawohl, Südsüdost.“ „Wo sind die Offiziere?" „Im Unterdeck eingesperrt, teilweise in den Kabinen." „Gut. gebt auf den Ingenieur Donald acht. Er ist der gefährlichste. Stellt eine Wache vor seine Kammer. Auch vor die Kapitänskammer. Laßt den Koch frei und den Proviantmeister. Wer den geringsten Widerstand leistet, wird erschossen. Einige Leute mit gutem Mundwerk sollen den Kindern Geschichten erzählen. Wenn uns morgen Schiffe begegnen, wird die enalische Flagge gesetzt. Morgen früh will ich anstelle des„Tungchow“ ein weißes Motorschiff sehen.“ Der Unterführer läßt die Maschine des„Tungchow" stoppen, die Fallreepstreppe wird gefiert, und hocherhobenen Hauptes steigt der Hauptmann wie der Kommandant eines Kriegsschiffes in sein Boot, das ihn zu seinem gestohlenen Dampfer zurückbringt. Drüben wird wieder die Klappe über das Geschütz gezogen. Der Lauf der Kanone wird parallel zu den Hebebäumen des Mastes gestellt und mit dem Mast durch Taue verbunden. Das Geschütz sieht von weitem nicht anders aus als ein Hebebaum, der quer stber die Ladeluke liegt. Von ferne blinken die Leuchtfeuer der chinesischen Küste; man begegnet einem großen deutschen Östasienfahrer, der entlang der Küste nach Norden fährt. Die Schiffe tauschen Lichtsignale und wünschen sich gegenseitig aute Reise. Es ist etwas nach Mitternacht, als ein kleiner englischer Dampfer den„Tunachow“ anmorste: „Habt ihr den Dampfer„Tungchow“ begegnet? Schanahai sunkt ununterbrochen nach seiner Position." „Hier englischer Dampfer„Makalla“, morst ein schlitzäugiger Pirat zurück(die Leitung zur Antenne ist längst wieder geflickt). Haben nichts gesehen. Vor vier Stunden verdächtigem Dampfer mit Kurs Nordwest begegnet.“ Der„Tungchow“ fährt weiter nach Süden. In der Funkenkammer des„Tunachow“ sitzt ein Pirat, den Kopfhörer umgeschnallt, und dreht an den Spulen; dann horcht er auf die Zeichen, die sich einander im Aether jagen. „Flugzengträgerschiff„Hermes“ mit 50 Flugzeugen auf dem Kurs nach Norden!“ Der Piratenfunker grinst über das ganze Gesicht, als er den Zettel einem der Seeräuber reicht. „Sofort zum Chief.“ Und weiter lauscht er in die Nacht. „Englischer Kreuzer„Suffolk“ an„Bainty“: Habt ihr etwas gesichtet?“ „Bainty" an„Suffolk":„Nein. Ein englischer Dampfer soll verdächtiges Schiff auf Nordkurs gesichtet haben.“ „Danke," funkt„Bainty" an„Suffolk" zurück. „Werde mich sofort an/ die Verfolgung machen.“ Die genasführten englischen Kreuzer dampfen, jeder in einer falschen Richtung, davon. Noch keine Nachricht Die Redaktion der„China Daily News“ gleicht einer belagerten Festung. Frauen sitzen auf den breiten Stahlrohrsesseln und weinen. Männer schimpfen auf die Angestellten, auf die Behörden und die Polizei, fassungslose Reporter schieben durch die Warteräume und suchen sich hinter den doppelt gepolsterten Bürotüren zu verschanzen. Es aibt wenig europäische Familien in der Stadt, die nicht eigene oder verwandte Kinder auf dem„Tungchow“ haben. Mit halblauter Stimme lesen einige Herren Berichte aus den letzten Zeitungen vor, Frauen brechen in Weinkrämpfe aus. Man hört Schreie... „Meine Kinder sind nicht mehr am Leben!“ „Alles Lüge— warum sagt man uns nicht die Wahrheit? Das Schiff ist gestrandet!“ „Wir haben noch keine Nachricht, wir wissen selbst nichts Genaues,“ sagt ein Redakteur.„Ein Dampfer der China Navigations=Company kann nicht spurlos verschwinden!“ „Man hat das Schiff angebohrt," schreit eine andere Frau. Wir können nicht tausend Inseln und Buchten absuchen," sagt der Chef der englischen Marinestation einem Reporter.„Wir brauchen Anhaltspunkte, ganz bestimmte Anhaltspunkte. Wenn unsere Kräfte zersplittern, brauchen wir Monate.“ „Fünfzia Flugzeuge des„Hermes" suchen die Küste ab," meldet die Abendausgabe der„Daily News".„Keine Funksprüche vom„Tungchow“.“ Die„China Post" schießt den Vogel ab: „Dampfer„Tunachow" von Piraten gekapert auf dem Wege zur Bias Bucht.“ (Man sieht. Zeitungen in China haben auch Beziehungen zu Piraten!) Die Polizeibehörden werden von einer Menschenmenge belagert.„Warum wißt ihr nichts? Die Zeitungen wissen mehr als die Polizei!“ Eine englische Kreuzerflottille verläßt den Hafen von Schanghai. Die Direktion der China Navigations=Comp. mietet einen bewaffneten Dampfer. Zehn Minuten später empfängt der Piratenfunker auf dem„Tungchow" einen Funkspruch, der in seinem Kopfhörer knattert:„Achtung, hier Geheimsender IV. Englische Schiffe nach Biasbucht unterwegs.“ Das Schift erhält einen anderen Bodböche Am nächsten Morgen bescheint die aufgehende Sonne ein schmuckes Motorschiff, das langsam nach Süden fährt. Aus dem kurzen, gedrungenen Schlot kommt etwas viel Rauch für ein Motorschiff, sonst bietet das schmuckte Fahrzeug einen sauberen Anblick. Die Bordwand des Schiffes ist glänzend weiß gestrichen, die Aufbauten von jenem matten Gelb, das die Engländer auf ihren Schiffen in den Tropen zu verwenden pflegen. Wenige Seemeilen hinter dem weißen Motorschiff dampft ein moderner Dampfer, dessen Bug scharf vorgestreckt ist. Niemand kann in dem weißen Motorschiff den alten, schwarzgestrichenen Tungchow erkennen. Während der Nacht saßen die Piraten auf Brettern, die sie außenbords hinabgelassen hatten, und pinselten los, um dem Dampfer einen neuen Anstrich zu geben. Der lange Schlot des Tungchow wurde abgesägt, um das Aussehen eines Motorschiffes vorzutäuschen, die Wand des Schlotes dunkelgelb gestrichen und mit vier roten Linien sorgfältig verziert. Jetzt ist der Tungchow ein echtes Thompson, Stanley=&-John=Schiff. Am frühen Morgen zieht ein Flugzeug über dem Tungchow, ohne von ihm weitere Notiz zu nehmen. Mac Donald, der von seinem Fenster das Flugzeug beobachten kann, beißt sich vor Wut die Lippen blutig als er merkt, warum der Flieger den Tungchow nicht erkennt. Es bleibt kein anderer Weg übrig, als den Funker zu überwältigen und Notsignale zu geben, denkt er, selbst auf die Gefahr hin, daß sie mich niedermachen wie den tapferen Gospov. Vierzig Kinder sind im Salon. Bis an die Zähne bewaffnete Piraten erzählen Geschichten, daß ihnen vor Staunen der Mund offen steht. Die anderen Kinder sind im oberen Salon bei Mr. Duncan. Manchmal verschwindet ein Pirat und schleppt Körbe mit Orangen und Südfrüchten zu den Kindern. Manche von den Kindern haben sich die Kopfbedeckung der Piraten aufgesetzt, die sie zum Geschenk bekommen haben. „Hauptsache, daß die Ferien länger dauern", sagt ein kleiner Bub mit blonden Haaren. Was wissen die Kinder von den Taten der Piraten auf anderen Schiffen?! Sie wissen nicht, daß ihre Freunde den schwerverletzten Rittmeister über Bord geworfen haben, daß im Falle eines Angriffes die Besatzung des Tungchow kaltblütig niedergemetzelt wird! „Seid brav, Kinder“, ermahnt sie der Unterführer,„dann wird euch der gute Onkel Hauptmann wieder Schokolade schicken!“ Und sie sind brav wie nie zuvor. mac Donald fünkt 565 Der dritte Tag der unfreiwilligen Reise des Tungchow ist angebrochen. Ingenieur Mac Donald liegt in seiner Kammer und denkt nach, wie er das Schiff retten kann. Es ist ihm klar geworden, daß der Tungchow die Spur der Verfolger abgeschüttelt hat, in erster Linie durch sein verandertes Aussehen. Mac Donald öffnet leise das Schloß seiner Kabinentür und blickt in den Gang. Der Wächter ist aufgesprungen. Bevor der Chinese einen Schrei ausstoßen kann, hat ihn der Ingenieur mit einem Faustschlag zu Boden gestreckt. Mac Donald hüllt sich in einen chinesischen Mantel und schleicht durch den Gang. An Deck ist es noch finster, nur im Osten färbt sich der Himmel im hellen Rot des kommenden Morgens. Mac Donald kriecht im Schatten der Boote an die Funkkammer heran. Ein Blick durch das runde Bullauge der Station belehrt ihn, daß der Piratenfunker sich zur Ruhe begeben hat. Mac Donald springt in die Kammer, reißt die Hebel auf Strom. Er hört nicht, ob ihm Schritte folgen, das Singen der Induktoren und das Knattern der Funken übertönt jedes Geräusch. Ingenieur Mac Donald kennt nicht die Position des Schiffes. Er weiß nicht einmal den Kurs, es ist ihm unbekannt, ob der Dampfer in der Nacht nach Norden oder Süden fährt. Es bleibt ihm nichts übrig, als Funksignale zu geben, damit die englischen Kriegsschiffe ihre Funkenpeiler auf den Tungchow einstellen können. „Tungchow... SOS Pirats... COD... kommt schnell... Gefahr...!“ Unermüdlich funkt er seinen Hilferuf in den Aether hinaus: Er läßt keinen Blick von der Tür, die er von innen verriegelt hat. * Auf dem Flugzeugmutterschiff„Hermes“ nimmt der diensthabende Funker den Kopfhörer um, zündet sich seine Pfeife an und versucht das Kreuzworträtsel der„China Post" zu entziffern. Er will eben eine chinesische Stadt mit 38 Buchtaben suchen, als ihm das nervenaufpeitschende SOS in die Öhren knistert. SOS... SOS.. SOS! Keine Position! Keinen Kurs! Nichts als das klägliche Notzeichen. Im Nu ist das Schiff alarmiert. Der runde Rahmen des Funkenpeilers dreht sich wie von unsichtbarer Hand geführt auf dem obersten Deck des„Hermes“ nach allen Seiten, tastet die genaue Richtung ab, aus der die Hilferufe kommen. „Jetzt ist die Lautstärke am größten", meint der Funker. Neben ihm steht der Navigationsoffizier des„Hermes“ und zieht auf der Seekarte Linien und Kreise. „Entfernung?“ „Schätze hundert Seemeilen.“ „Wir haben den Tungchow!“ Das Kriegsschiff fällt von seinem Kurs ab und jagt mit Volldampf nach Süden. An Deck werden die Flugzeuge klar gemacht. Plötzlich hören die Notzeichen auf... Mac Donald weiß, daß sie ihn jetzt hören. Er weiß auch, daß man zur genauen Einpeilung längere Zeit braucht. Der Ingenieur sieht durch das Bullauge, wie sie ihn von allen Seiten beschleichen, angelockt von dem lauten Knattern in der Funkenkammer. Vor dem Fenster, auf dem Dach der Kammer vor der Tür liegen die Piraten und versuchen, zur Funkenkammer einzubrechen. Schwere wuchtige Schläge fallen von außen gegen die starke Tür. Mit einer Hand bearbeitet Donald den Taster, mit der anderen schießt er durch das Fenster und das Holz der Türfüllung hinaus. Dann ist sein Magazin ausgeschossen. Immer noch knistern die Funken ihr SOS in die Ferne. Die Tür bricht ein; drei, vier Piraten fallen gleichzeitig durch die Oeffnung. Einige Schüsse krachen. Schwer verletzt bricht der Ingenieur zusammen.— Die Schüsse haben das Schiff alarmiert. Die Kinder laufen verstört an Deck herum, die Mannschaft des„Tunachow“ ist aus dem vorderen Loais, in dem sie eingesperrt war, ausgebrochen. In wenigen Minuten wird sie überwältigt; die Piraten haben wieder die Herrschaft über das Schiff. Der Piratendampfer liegt nun dicht neben dem „Tunachow". Ein Boot stößt von drüben ab. Der Hauptmann kommt an Bord. „Wer meutert, wird erschossen.“ Das Kunstwerk des April.— Als Kunstwerk des Monats April wird im Deutschen Museum in Berlin diese Büste des großen Denkers und Philosophen Immanuel Kant von Barbon zur Schau gestellt. Es ist ein Meisterwerk deutscher Bildniskunst aus dem Ende des 18. Jahrhunderts.(Diese Marmorbüste stammt aus dem Jahre 1798.) (Staatliche Museen, K.) M brüllt er über das Deck, wird aber ruhig und freundlich, als er die verschüchterten Kinder sieht. „Mr. Duncan soll herausgeführt werden.“ Zwei bewaffnete Chinesen bringen den Lehrer vor den Anführer. Flügzeüge über dem Lungehow „Lassen Sie sämtliche Kinder an Deck führen." befiehlt er. „Warum müssen die Kinder an Deck?“ „Ihr sollt euch den Flieger ansehen. Seht ihr, wie schön er fliegt?" „Was will der Flieger von uns— ist er auch ein Pirat?" „Er will Bomben werfen, wißt ihr? Wenn er meinen Dampfer dicht neben eurem Schiff und euch an Deck sieht, wird er es bestimmt nicht tun!“ Inzwischen hat sich der Piratendampfer an den „Tungchow“ heranmanövriert. Nun sieht Mr. Duncan, daß die Piraten inzwischen versucht haben, eine Dschunke zu kapern, um sich und den wertvollsten Teil der Ladung in Sicherheit zu bringen. Die Dschunke liegt am Achterschiff des„Tunachow". (Fortsetzung folgt.) Mmmmmn Unvergeßliches Erlebnis Die ersten Madeirafahrer wieder daheim. Als erstes Schiff der Madeira=Urlauberflotte legte die„St. Louis" am Montag früh kurz nach 7 Uhr an den Hamburger Landungsbrücken an. Damit nahm die herrliche Seereise nach fast 16tägiger Dauer ihr Ende. Kurz vor dem Abschied vom Schiff wurde das vorläufige Endergebnis der Wahl bekannt, an der wir auf hoher See teilgenommen haben. Es sind rund 1100 Volksgenossen. Sie stiegen gebräunt von der südlichen Sonne und mit blanken Augen wieder an Land. Im Laufe des Tages werden Sonderzüge die Urlauber wieder in die Heimat bringen. Kurz nach der„St. Louis“ werden„Der Deutsche“ und„Sierra Cordoba“ in Bremerhaven ankommen. Die Fahrt der „Ozeana“ endet erst Anfana April in Hamburg. Neue Zwischenfälle an der mongolisch=mandschurischen Grenze. Die„Tas" meldet neue schwere Zwischenfälle von der mongolisch=mandschurischen Grenze. Nach Darstellung dieser Agentur hat am 29. März eine japanisch=mandschurische Abteilung auf Lastautos einen„Ueberfall“ auf den mongolischen Grenzposten Adykdolon ausgeführt. Gleichzeitig sei eine andere japanisch=mandschurische Abteilung gegen den mongolischen Posten Buludersu vorgegangen. Die mongolischen Grenzwächter hätten nach Eintreffen von Verstärkungen die japanisch=mandschurischen Streitkräfte zurückschlagen können. Die Angreifer hätten sich dann mit Verlusten— es wird von mehreren Toten gesprochen— auf ihr Gebiet zurückgezogen. Saubere Straßen, schlechte Luft Warum gähnen die Großstädter soviel? Die Großstädte Europas und Amerikas rühmen sich heute ihrer Sauberkeit. Wirklich ist Köln im Freudentaumel. Soviel Jubel und Begeisterung, wie bei der Ankunft des Führers, hat die Domstadt am Rhein in ihrer 2000jährigen Geschichte noch nicht erlebt.(Scherl=Bild.) mit dem Verschwinden des Pferdes die Sauberkeit der Straßen äußerlich um ein Vielfaches gewachsen. Aber diese äußerliche, diese sichtbare Sauberkeit wird dutzendfach ausgeglichen durch einen unsichtbaren, in seiner Masse nicht wägbaren Schmutz, der in der Luft herumschwebt und von uns eingeatmet wird und der stündlich und täglich zunimmt: Jener Schmutz nämlich, der in gassörmiger Gestalt durch die Verbrennung von Benzin und Oelen verursacht wird. Einige Fachleute, die in London und Paris die Verschmutzung der Atemluft studierten und alle möglichen Versuche machten, um die Verschmutzung auf ein Mindestmaß herabzusetzen, müssen heute, nach fast 20jährigem Studium und Kampf zugeben, daß ihre ganzen Bemühungen nur in einem sehr beschränkten Umfange Erfolg hatten. Man weiß heute durch medizinische Beobachtungen, daß die Unsauberkeiten, die von den Benzingasen ausgehen und mit der Luft in unsere Lungen gelangen, außerordentlich schädlich sein können. Man unterscheidet sogar in dieser Richtung chemisch und ärztlich gesehen schon zwischen schädlichen Einflüssen und giftigen Einflüssen. Das häufige Gähnen des Großstadtmenschen und seine schnelle geistige Ermüdung wird zu einem großen Teil auf die gasvergiftete Luft zurückgeführt, die er dauernd einatmen muß. Von einigen Lungenspezialisten wird sogar behauptet, daß die geringe Widerstandskraft des Durchschnittseinwohners der europäischen Großstadt, die verheerende Wirkung einer einzigen Grippe=Epidemie, die Häufung der Lungen= und Kehlkopfleiden zum größten Teil auf die gleiche Ursache— auf die Einatmung der verschmutzten Stadtluft, zurückzuführen ist. Die Lage ist genau gesehen heute für uns so: wir haben uns an die schlechte Luft gewöhnt. Unsere Ahnen würden zweifelsohne schon in wenigen Tagen an einer solchen Luft zugrunde gegangen sein und zugrunde gehen, wenn sie von heute auf morgen in eine Großstadt versetzt würden. Aber die Mediziner vermuten, daß jene Anpassung auf Kosten der allgemeinen Lebenskraft vor sich gegangen ist. Trotz aller Anpassung werden somit die Städtebautechniker, die Motorfachleute und die Gesundheitsförderer nicht um die wichtige Aufgabe herumkommen, in allen Großstädten die Luft zu verbessern, zu reinigen und jenes Unheil von den Stadtmenschen fernzuhalten, das heute auf dem Wege über die Lungen an ihrer Lebenskraft Meil. Fünf Millionen km. sammelte die DAF am 1. März Das Ergebnis der DAF=Betriebs=, Straßenund Haussammlung am 1. März 1936, das jetzt in der endgültigen Summe vorliegt, ist ein erfreuliches Zeichen der Geschlossenheit aller Schaffenden. Die vorläufige Mitteilung über das Sammelerträgnis, die einen Betrag von etwa 4,5 Millionen meldete, wurde durch die endgültigen Ermittlungen überholt. Das Gesamtergebnis dieser Sammlung war nämlich das höchste Ergebnis aller bisherigen Sammlungen überhaupt mit nicht weniger als fünf Millionen Reichsmark. Die amtliche Deutsche Arbeitskorrespondenz bemerkt dazu, daß dieser Erfolg beweise, daß der schaffende deutsche Mensch sich in seiner Opfer= und Einsatzbereitschaft für Volk und Heimat von keinem übertreffen läßt. Deutscher, denke an die Olympischen Spiele!- Tägliche Beilage für das Gesamtgebiet der Leibesübungen Schwungvoller kompfunserer Stockballer hockey-Großkampf England—Deutschland 2: 2(2: 1)— 4000 in Birmingham Die beiden führenden Hockey=Nationen Europas, England und Deutschland, haben sich erneut in einem Länderspiel mit einem unentschiedenen Ergebnis getrennt. Nach dem allerdings nicht offiziellen Länderkampf in Folkestone, der 2:2 ausging, und dem Hamburger 1:1 des Jahres 1931 folgte nun wieder ein 2:2 Remis. Dieses Ergebnis entspricht der Stärke beider Mannschaften, wobei für Deutschland das bemerkenswerte Plus hinzukommt, daß diese Begegnung auf englischem Boden stattfand. Es hat sich auch gezeigt, daß dieser englische Rasenboden erhebliche Anforderungen an die deutschen Spieler stellte. Umso höher ist dieses Ergebnis zu bewerten. Wären wir etwas mehr vom Glück verfolgt gewesen, hätte es sogar einen deutschen Sieg geben können. Auf jeden Fall hat sich unsere Elf ganz prächtig geschlagen und man kann ihr auch zu diesem Teilerfolg nur voll und ganz die Anerkennung aussprechen. Die englische Sportpresse war in den letzten Tagen stark auf dieses Länderspiel eingestellt. Schlagzeilen wie„Unser wichtigstes Länderspiel in der Hockeygeschichte" oder„Englands Prestige steht auf dem Spiel“ brachten die führenden Zeitungen. Es war daher nicht weiter verwunderlich, daß sich rund 4000 Zuschauer auf dem WarwickshireGround bei Birmingham eingefunden hatten, darunter viele bekannte Spieler, die heute zum „alten Eisen“ zählen, aber doch an solchen Ereig nissen, wie sie nun einmal Länderspiele bringen, teilnehmen müssen. Ein fachmännisches Publikum also, das denn auch die englischen wie die deutschen Leistungen gleichermaßen kritisierte bzw. durch Beifall Anerkennung zollte. Die deutsche Mannschaft war am Mittwoch mit der„Ju 52“ in Croydon angekommen. In Highbury sah man sich den Fußball=Meisterschaftskampf Arsenal gegen Everton an, der einen starken Eindruck hinterließ. Noch am gleichen Tage ging es nach Birmingham. Hier war der deutsche Konsul Baedecker zur Begrüßung erschienen, der sich auch weiterhin in väterlicher Weise seiner deutschen Sportkameraden annahm. Aber auch Vertreter der deutschen Kolonie sowie der Englischen Hockey=Association bemühten sich um die Spieler, so daß der starke und ununterbrochen herniedergehende Regen nicht viel „Schaden“ anrichten konnte. Trotz der ungünstigen Witterung wurde am Nachmittag auf einem der Nebenplätze trainiert, während abends der deutsche Konsul Gastgeber war. Am Freitag gab es einen Empfang durch Birminghams Oberbürgermeister. Der Warnickshire=Cricket=Ground, ein ideales Hockeygelände, liegt inmitten des Grüngeländes von Birmingham. Ein ebener Rasenboden, glatt wie ein Billard, war durch seine Federung für die Deutschen ein ungewöhnliches Hindernis. Die Ballkontrolle war überaus schwierig, da der Rasen den Ball allzu leicht aufhält. Die deutsche Elf fand sich überraschend gut und diktierte in den ersten zehn Minuten fast vollständig das Kampfgeschehen. Erstklassige Kombinationszüge der Angriffsreihe hatten zunächst aber nur zwei Strafecken als Ergebnis, von denen die zweite Evans nur soeben durch Fußtritt aus der Ecke holen konnte. Das Publikum feuerte die Engländer mächtig an, die sich denn auch bald frei machen konnten und nun ihrerseits zum Angriff übergingen. Ein scharfer Schuß von Penn strich knapp am Pfosten vorbei. Der ungewohnte Boden machte vor allem der deutschen Verteidigung zu schaffen, die zahlreiche Fehler beging und dadurch äußerst gefährliche Situationen hervorrief. Mehrfach rettete Warnholtz in letzter Sekunde, einmal im Fallen noch soeben vor dem englischen Sturmführer. Auf deutscher Seite leitete Weiß verschiedene gute Angriffe ein. Er verstand sich namentlich sehr gut mit dem Essener Huffmann. In der zehnten Minute fiel denn auch durch diese beiden Stürmer der deutsche Führungstreffer. Huffmann legte dem Berliner eine genaue Flanke vor, die Weiß aus wenigen Metern Entfernung mit halbhohem Schlag verwandelte. Wenig später war Evans wieder in Gefahr, er konnte jedoch den harten Strafeckenschuß von Weiß am Tor vorbeidrücken. Infolge allzu hastigen Spiels ließ nun die Zusammenarbeit in der deutschen Fünferreihe viele Wünsche offen und leider übertrug sich die Nervosität auch auf die Läuferreihe. Schwaches Abspiel und falsches Stellungsspiel, von dem vorher kaum etwas zu bemerken war, häuften sich. Die Engländer nutzten diese Schwächeperiode geschickt aus. Mit ruhigen und energischen Schlägen wurde die Kugel vorgebracht und in der 21. Minute war denn auch dem Gastgeber der Ausgleich vergönnt. Whitlock, Englands weitaus gefährlichster Stümer, nahm ein kurzes Zuspiel im Schußkreis geschickt auf und durch Schlenzball hatte Warnholtz das Nachsehen. Kurz darauf fiel ein zweites Tor für England, das aber wegen Körperball von Penn nicht gegeben werden konnte. Warnholtz wurde nun eine ganze Zeit lang stark beschäftigt, aber der Hamburger war in großer Form und ließ sich nicht so schnell einschüchtern. Mehrmals rettete er durch schnell entschlossenes Berauslaufen. In der 27. Minute war er jedoch nicht in der Lage, einen zweiten englischen Treffer zu verhindern. Schmalix wurde Die deutsche Mannschaft, die am Sonnabend in Edgbaston bei Birmingham zum dritten offiziellen Länderkampf gegen England an getreten war, in einem Spiel, bei dem es um die Vormacht im europäischen Hockey ging. Von links nach rechts: Warnholtz, Kemmer, Paffenholtz, Meßner, Gerdew, Kubitzki, Mehlitz, Huffmann I, K. Weiß, Keller, Schmalix, Sander. (Schirner, K.) Neuer Weltrekord 220 Yards Rücken in 2:48,7 Minuten. Die amerikanischen Schwimmerinnen stellen immer wieder ihre gute Form unter Beweis. Auch die bekannte Rückenschwimmerin Eleonore Holm=Jarret hat von ihrem großen Können noch nichts eingebüßt, denn sie legte jetzt die 220 Yards Rücken in der neuen Weltbestzeit von 2:48,7 Minuten zurück. Auf dieser Strecke werden offizielle Weltrekorde allerdings nicht registriert. Zum Vergleich sei der Weltrekord der 200=Meter=Strecke angeführt, den die Holländerin Ria Mastenbroeck mit 2:49,6 Minuten hält. Eleonore Holm=Jarret stellte außerdem über 200 Yards mit 2:32,2 Minuten einen neuen amerikanischen Rekord auf. Querfeldeinlauf der Nationen England vor Frankreich und Schottland. In Blackpool wurde am Samstag der Querfeldeinlauf der sechs Nationen entschieden. England, Schottland, Wales, Irland, Frankreich und Belgien waren wieder mit vollzähligen neunköpfigen Mannschaften vertreten. Die hervorragenden englischen Langstreckenläufer feierten ihren 22. und zugleich siebten Sieg in ununterbrochener Reihenfolge. Englands Mannschaft belegte mit 41 Punkten den ersten Platz.— In der Einzelwertung siegte der Engländer W. Eaton, der die schwere Strecke über 14,5 km in der Zeit von 47:38,: zurücklegte.— Ergebnisse: Einzelwertung: 1. W. Caton=England 47:38,2; 2. I. Holden=England 48:08, 3. A. Dow=Schottland 48:14; 4. A. Lonlas=Frankreich. — Mannschaftswertung: 1. England 41 Punkte, 2. Frankreich 66, 3. Schottland 112, 4. Wales 158, 5. Belgien 163, 6. Irland 191 Punkte. Deutschland—Schweden Fechtländerkampf ging 15,5:20,5. Die schwedischen Fechter, die in Holland und Belgien mit wechselndem Erfolg tätig waren, stellten sich am Samstagabend in Berlin einer deutschen Mannschaft zum Länderkampf. Vor zaylreichen Zuschauern, darunter viel Militär, SA. und SS., gab es im Studentenhaus der Berliner Universität spannende Gefechte, denen auch der schwedische Gesandte und Reichssportführer von Tschammer und Östen beiwohnten. Im Gesamtergebnis siegten die Schweden mit 20½:15½ Punkten. Frankreich— Belgien 3:1. In Paris fand ein französisch=belgi scher Fechtkampf statt, den die Franzosen mit 3:1=Siegen zu ihren Gunsten entschieden. Für Frankreich siegten A. Gardère über Aerts mit 10:s, Bougnol über van den Werwe mit 10:5 und E Gardère über Bru mit 10:8, während den einzigen belgischen Erfolg Herremans über Pondoux mit 10:9 herausholte. Achtung Gau Niederrhein! Ab 1. April 1936 neue Sportgroschen=Quittungen. Laut Verfügung werden die bisher ausgegebenen Sportgroschen=Quittungen aus dem Verkehr gezogen und durch eine Neuausgabe bzw. durch Sportgroschen mit dem Ueberdruck„Rückzahlung aufgehoben“ ersetzt. Alle Vereine haben etwaige Bestände alter Sportgroschen=Quittungen zwecks Umtausch an die Mitarbeiter der Deutschen Sporthilfe oder an die Gaugeschäftsstelle 10, Duisburg, Margarathenstraße 15, Postfach 196, einzuenden. Wir machen ausdrücklich darauf aufmerksam, daß ab 1. April 1936 eine Rückzahlung nicht mehr in Frage kommt. Neue Anschrift der Gaugeschäftsstelle. Ab 1. April 1936 lautet die Anschrift der Gaugeschäftsstelle 10 der Dtsch. Sporthilfe wie folat: Gaugeschäftsstelle 10 der Deutschen Sporthilfe, Duisburg, Margarethenstraße 15, Postfach 196, vorläufige Telefon=Nummer 25 546. m von Milford überspielt und seinen Paßschlag verwandelte Whitlock zum 2:1. Obwohl die deutchen Läufer jetzt wieder stark auf das Tempo drückten, konnte sich der Sturm nicht mehr zur Geltung bringen. Aber auch unsere Hintermannschaft war nun gut auf dem Posten und ließ keine weiteren Erfolge mehr zu, so daß es mit 2:1 für England in die Pause ging. Schon zu Beginn der zweiten Hälfte zeigte sich bei den deutschen Stürmern ein besseres Zusammenwirken, doch konnte nicht verhindert werden, daß die Engländer zunächst wieder recht gefährlich wurden. So vor allem Whitlock, mit dem Warnholtz mehrfach zu tun hatte. Die Torgelegenheiten gingen aber zum Glück für Deutschland ohne Treffer vorüber. Die deutsche Verteidigung wurde zusehends besser und da auch die Läuferreihe eine große Leistung vollbrachte, konnte England bald mehr und mehr zurückgedrängt werden. Die glänzende Zusammenarbeit zwischen Läuferreihe und Sturm, die von Minute zu Minute besser wurde, brachte Deutschland stark in Front. Unsere Mannschaft beherrschte das Mittelfeld vollkommen und konnte sich sogar lange Zeit in der englischen Hälfte festsetzen. Tore blieben jedoch aus, da einmal Mehlitz stark ausfiel, zum anderen der große Fehler gemacht wurde, den famos aufgelegten Huffmann viel zu wenig zu beschäftigen. Auch auf englischer Seite ließ die Mannschaftsarbeit viele Wünsche offen. Zweimal hatte Weiß großes Pech, als er den Ball zu hart schlug und dadurch das Ziel knapp verfehlte. Da die Deutschen immer wieder vor das englische Tor kamen und sich eine klare Ueberlegenheit der Gäste zeigte, konte schließlich ein Torerfolg nicht ausbleiben. Die aufmerksame englische Abwehr zeigte sich aber vorerst allen Lagen gewachsen. Erst in der 30. Minute, kurz vor dem Schlußpfiff, schaffte Deutschland den Ausgleich. Der Essener Huffmann spielte sich von der Mitte aus allein durch und aus wenigen Metern Entfernung landete sein Schuß im Netz. Diese famose Leistung wurde auch vom englischen Publikum lebend anerkannt. Die restlichen Minuten brachten keiner Partei mehr Vorteile ein und mit 2:2 nahm ein überaus faires und schönes Kampfspiel sein Ende. Olympisches Das eifrige Salvador. El Salvador, der mittelamerikanische Staat, ist sportlich bisher wirklich noch nicht besondern aufgefallen. Und doch hat die kleine aktive Sportgemeinde in den letzten Tagen an Eifer und Rührigkeit in Vorbereitung der Berliner Olympischen Spiele viele andere Staaten in den Schatten gestellt. Dr. Zelaya, Vertreter Salvadors im JOC, ist bekanntlich schon nach Berlin unterwegs und jetzt wird gemeldet, daß auf Einladung des deutschen Gesandten ein Olympia=Delegierter nach Deutschland kommen wird. Alfredo Guirola wurde von seiner Regierung auf diesen Posten berufen. haushohe Niederlage Holland besiegt Belgien 8:0(4:0). Vor 4000 Zuschauern wurde am Sonntag im Amsterdamer Olympiastadion der Fußballänderkampf Holland gegen Belgien ausgetragen, der von Holland überraschend glatt mit 8:0(4:0) gewonnen. wurde. Nachdem Holland schon in der ersten Minute durch den Rechtsaußen Wels ein Tor erzielt hatte, ließ die Mannschaft etwas nach, vor allem zeigten sich die Verteidiger als reichlich unsicher und nervös. Erst in der 26. Minute fiel durch den Halblinken Smit das zweite Tor. Eine Minute später stand es durch einen unhaltbaren Schuß des Mittelstürmers Bakhuys 3:0, dem auch sechs Minuten vor der Pause durch einen Alleingang der vierte Treffer gelang.— Holland beherrschte nun klar die Situation und schoß vier weitere Tore durch den Linksaußen van Nellen mit Kopfstoß, durch Bakhuys, durch den Halbrechten Drok und wieder durch van Nellen. Nach dem sechsten Treffer wurde Belgiens Torwart Christiäns wegen Verletzung durch Badjou ersetzt. Frühling im Olympischen Dorf (Schirner, K.) Ein zweites Unentschieden Holland B— Westdeutschland 1:1(0:1). Fast zur gleichen Stunde, wo sich die Nationalvertretungen von England und Deutschland in Birmingham im Hockey trafen, kam in Deventer der Hockeykampf Holland B gegen Westdeutschland zum Austrag. Es gab ein zweites Unentschieden. Während sich die Nationalvertretungen mit 2:2 trennten, gab es in Holland ein Remis von 1:1. Bei der Pause führten die Westdeutschen noch mit 1:0. Beide Mannschaften traten in vorgesehener Aufstellung an und lieferten sich ein schönes Spiel. Die Westdeutschen spielten im Felde klar überlegen und fielen vor allem durch die bessere Stocktechnik und das gute Zusammenspiel auf. Die Holländer hatten ihre stärkste Waffe in der Hintermannschaft. Im Sturm gefiel Guning, der nach dem Wechsel auch die Ausgleichschance herausarbeitete. 500 Zuschauer wohnten dem Spiel bei, die davon überzeugt waren, daß das Ergebnis für die Holländer sehr schmeichelhaft ist. Die Westdeutschen gingen bereits nach zehn Minuten durch Dr. Korthäuer in Führung, der eine Strafecke glatt verwandelte. Im weiteren Verlauf war Hollands Hintermannschaft auf dem Posten. In die Abseitsfalle der Gastgeber liefen unsere Stürmer wiederholt hinein, so daß sie bei ständiger Feldüberlegenheit zu keinem weiteren Treffer kamen. Nach der Pause kamen die Holländer etwas auf, sie wurden schneller und damit auch gefährlicher. Das Ausgleichstor fiel schon in der fünften Minute auf eine Flanke vom Rechtsaußen Guning, die der Halblinke Heybroek verwandelte. Die Bemühungen der Deutschen, an dem Ergebnis noch etwas zu ändern, scheiterten an der aufmerksamen und sicheren Abwehr der holländischen Verteidigung In der westdeutschen Elf war der Gladbacher Menke der beste Mann. Neben ihm gefiel Weber vor allem durch seine Schnelligkeit im Sturm. Die Hintermannschaft brauchte nur wenig einzugreifen und auch Pfaffenholz wurde nie ernstlich gefährdet. Er bekam kaum einen ernsthaften Schuß zu halten. Den einen Erfolg der Holländer hätte er bei entschlossenerm Herauslaufen halten können. (Weitere Sportnachrichten siehe Anzeigenseite.) 1 chicksal in zehn Minufen ROMAN VON KXTHE DONNY Alle Rechte vorbehalten bel: Horn-Verlag, Berlin W. 32. (Nachdruck verboten.)Sie hat es mir nicht ganz deutlich gesagt, sie schien so weit zu sein, daß sie in die Oder gehen wollte. Jedenvor mal, Erna," sagte Sabine jetzt, sie hatte so ihre falls hat Becker sie dort im Park, wo die Wendling,“ Gedanken, aber es war nicht nötig, daß Erna sie er= unterbrach sie sich.„Ja, also diese Erna Bunzel verfuhr,„ich muß jetzt fort. Und du mußt wieder an die dankt es Becker, daß sie noch lebt. Und denken Sie Arbeit. Aber bei deinem nächsten Ausgang wirst du er hat zu ihr gesagt, er müßte ihr doch belfen, sie hätte zu mir kommen. Dann sollst du mir einmal von die doch auch das Mal.“ ihn sein. Also überlege dir alles, was dr vonndreta Sabine swürte, „Ich babe es immer gedacht," sagte er endlich nach Erna nickte. Es war wie ein neuer Ausdruck in ihren Augen, etwas Hoffnung. 5. Kapitel. denklich,„diese Entstellung Beckers geht weit über das Aeußerliche hinaus. Dies ist ein Mal auch in der Seele. Er hat offenbar schon immer darunter gelitten Auch in der Schule. Beim Studium, bei der StellungsDie Fenster des Sitzungszimmers des Fürsorgever= suche. Vielleicht wars ihm, als wenn man ibm selbst bandes waren geöffnet. In der Helle des abendlichen etwas Gutes getan hätte, wenn er dem Mädchen half Himmels mit seinem beinahe zitronenfarbenen Leuch Ich danke Ihnen, Fräulein Keinow. Eventuell wird ten stand die Silhouette des Doms schwarz und zu man diese kleine Bunzel als Leumundszeugin laden sammengeschlossen. Eine Welle von Wassergeruch, ver Das ist Ihnen doch recht?" mischt mit Teer. ram von der Oder berüber. Irgend„Eigentlich bin ich als Fürsorgerin nicht sehr erbaut wo erklang der kurze Schrei eines Dampfers.davon, Herr Geninde. Je weniger man die Mädchen Sabine wandte unwillkürlich den Kopf; immer um der Oeffentlichkeit aussetzt, um so besser!“ diese Zeit bel ne Seonsucht binaus. Nur Himmel„Nun, Fräulein Keinow, dann verzichte ich selbstWolken und Ferne. Nicht dies beengte des Blicks. verständlich auf Benennung der Erna." Sabine sagte voll Wärme und schnell: „Wenn es allerdings Ihnen etwas nützen kann, muß ich sehen, meine Bedenken zurückzustellen. Ich möchte Aber ihre Ferien kamen noch lange nicht. Sie mußte auf den Urlaub des Vaters warten— und vorher war doch noch der Prozeß Becker. Sie sah zu Geninde herüber. Er saß an der Schmalseite, in Vertretung von Dr. Bleß, dem Vorsitzenden.— wünschte— ich könnte Ihnen helfen." „Nein, ich bringe einer Frau kein Glück, Fräulein Sabine," wiederholte Geninde. „Was ist Glück?“ Das Mädchen fragte es aus der Dunkelheit beraus Wie tief ihre Stimme ist, mußte er denken. „Jeder denkt sich Glück anders. Wie können Sie wissen, was einer Frau Glück sein kann?" Damit habe ich ihm ja meine Liebe eingestanden, brannte es in einem letzten Stolz in ihr auf. Aber das galt gleich. Er wußte ja ohnehin alles. Und auf einmal schämte sie sich ihrer boffnungslosen Liebe nicht mehr. Er war keiner von den Männern, denen Liebe billiger Triumph war. Er hatte selbst zu schwer und tief gelitten. Er verstand. Vielleicht weiß ich das wirklich nicht, Fräulein Sabine. Jeder Mensch macht sich ia sein besonderes Bild vom Glücklichsein. Und doch, ich glaube, es ist im Grunde fast immer das Gleiche, was man ersehnt. Zusammengebörigkeitsgefühl, Einander=Verbundensein. Gerade das habe ich nie vermocht, ich war immer Gefangener meiner Arbeit.“ Dann müßte man Sie frei machen.“ Sabine sagte es heiß beschwörend. War da noch ein Weg zu ihm? Aber Geninde schüttelte den Kopf. „Einmal, Fräulein Sabine, hat mir das Schicksal die Ohnmacht menschlichen Fühlens und menschlichen „Na, aber Ihrer Tochter geht es doch ordentlich Frau Lehmann, seitdem sie bei Herrn Direktor Keinow im Hause ist. Da müssen Sie sich doch freuen.“ „Tu ich ja auch, Fräulein.„Ich freue mich, daß die Erna ietzt bei Fräulein Keinow ist. Vorher in der Stelle, da hat sie es doch nicht gut gehabt. Aber ich habe sie halt nicht im Haus, das Mädel. Ich habsie doch nicht bei mir." Die ausgeblaßten Augen überzogen sich mit einem trüben Schein. „Es ist doch bloß das Mädel, das ich hab, Fräulein Krüger, sonst nichts.“ Na, das wird sich auch mal wieder finden. Vielleicht macht sichs mal wieder, daß die Erna zu Ihnen ins Haus kommt. Man kann ia nicht wissen, wie alles wird." Ins Haus? Die Erna? Die kann nicht mehr ins Haus!" Etwas wie Angst war in Blick und Stimme. Die Fürsorgerin fragte erstaunt: „Warum denn nicht, Frau Lehmann? Das können Sie doch nicht wissen.“ Da sagte die Frau bastig, als ob sie ihre Worte vorhin verdecken wollte: Nee, nee, entschuldigen Sie, Fräulein Krüger, natürlich, das kann man ooch nich wissen. Ich habs nur Er schien ihr beute eigentümlich zerstreut, zeigte nicht die ihm sonst eigentümliche Aufmerksamkeit. „Was meinen Sie zu diesem Projekt, Fräulein Keinow?“ fragte einer der Herren neben ihr. Sabine schrak empor. Sie war gar nicht bei der Sache. Was hatte Pastor Dehnert eigentlich gesagt? Geninde fühlte aus der Dunkelheit heraus ihr schnelleres Atmen. Auch er schwieg, unruhig und bedrückt. Die Straße war leer. Eine Baumgruppe von der Anlage drüben auf der anderen Seite verstellte ein Stück des Himmels und der Sterne. Warum sagt er kein Wort, dachte Sabine von hoffAch so, es ging um die Einrichtung der Schneiderwerk= nungsloser Trauer angerührt. Erst jetzt begriff sie statt in dem Landheim für jugendliche Gefährdete.(ganz, sie hatte sich an diese kleine Nachricht von Becker „Aber bei unserem finanziellen Status," warf nun geklammert, wie ein schmales Verbindungsseil zwischen der Kassenführer, Kaufmann Brandt, ein,„unmöglich Geninde und sich. Und nun war auch das wieder vorkönnen wir uns noch mit der neuen Einrichtung be= bei. Schon war nichts mehr zwischen ihnen als dies lasten. Pflichtgemäß muß ich abraten." trübe Schweigen. Sowie das Berufliche erledigt war, Sabine sah wieder einmal einen ihrer Träume zer sog Geninde sich in sich zurück— dorthin, wo sie ihn lieben. Sie wußte, wie wichtig es war, immer neue nicht erreichten konnte. Würde es immer so sein? Wie Lehrmöglichkeiten für die gefährdeten Mädchen zu schaffen. Es gab ia fir olche Menschen nur eins: Arbeit! schen konnte man ankämpfen, gegen einen Toten nicht. Da sprach Geninde aus dem Dunkel. Hatte er ihre Denkens gezeigt. Ich habe versagt in bezug auf meine gesagt, weil— man glaubt schon nicht mehr an Gutes.“ Ehe. Wer das erfährt, der wird nicht wieder frei]„Nun dürfen Sie aber nicht undankbar werden zum Glück und Glauben." Frau Lehmann. Anderen gebts viel schlechter. Sie „Nie?"haben doch schließlich jetzt für nichts anderes mehr zu „Ich glaube, nie. Es ist am besten, man läßt mich sorgen, als für Ihren Mann. Das geht mit Ihrem in dem Bezirk, in dem ich allein etwas wie Genüge Verdienst doch recht ordentlich.“ finde, in der Arbeit."„Na. ja—“ es kam hastig und demütig. Sie senkte den Kopf. Es gab nichts mehr zu sagen. Die Frau schaute vor sich hin. Ein eigentümlicher Nichts zu widersprechen. Er wies ihr den Platz an, den sie einnehmen mußte. Und dieser Platz war nicht neben ihm. Verzeihen Sie mir, Fräulein Sabine," klang es aus dem Dunkel.„Ich habe Ihnen weh getan?“ Und als sie nicht antwortete: „Hier sind wir an Ihrer Bahn— nun finden Sie allein?" Dies Abschiedswort war wie ein Symbol. Ich werde Ausdruck war in ihrem Gesicht. „Das geht jetzt ordentlich— nur den Mann— ich danke auch schön für den Besuch,“ sagte sie dann ungeschickt, fuhr schnell noch einmal mit der sauberen blauen Schürze über die Klinke, ehe Lisbeth Krüger die Hand darauf legte. Die junge Fürsorgerin war schon längst die Stiegen herunter. Frau Lehmann stand noch immer da mit Als bätte Immer wieder Arbeit! Wie hilflos sah sie zu Geninde herüber. der ihre Enttäuschung gefühlt, fragte er: „Haben Sie schon einmal einen Kostenanschlag gemacht, Herr Brandt?“ „Hier bitte!“. Brandt reichte Geninde ein Blatt herüber. Geninde sah die Zahlenkolonne durch, nahm ein Blatt Papier— rechnete!“ Solange stelle ich den Betre für eine Lehrkraft.„Verzelhen Sie, Fraulein Keinow, wenn ich nichr ch den Betrag für eine Lebrkraft zur den richtigen Ausdruck wählte. Ich bin so wenig geSai wohnt, Persönliches zwischen mir und anderen Menschen Sabine war rot geworden. Strahlend nickte sie Ge=zu besprechen. Aber es muß doch einmal sein. Fräu inde zu. Ihr herbes Gesicht war weich und freud= lein Keinow, ich möchte Sie warnen.“ oll. Da nickte auch er zu ihr herüber. Es war nur! Nun brach doch der Stolz auf, steil wie eine Flamme eine kleine Bewegung. Nur für einen Moment war er die Liebe überwehend ihr nahe, aber schon vertiefte sich ihre Freude.„Warnen, Herr Rechtsanwalt?“ Wie auf eine stillschweigende Verabredung gesellte sich von nun an immer allein finden müssen, ohne ihn, diesen, eigentümlich angstvollen und zugleich bitterem sia ala sia in dia Nacht hinoinkukn Hramuk. Shern. Gedanken vielleicht doch gespürt? Hatten sie ihn erreicht in ihrer Einsamkeit? Fräulein Keinow," sagte er,„Sie sind immer so voll Wärme und Güte— Ach, Güte,“ es war eine Gegenwehr, verzweifelt, schamhaft. Alles hätte sie hören wollen, nur nicht dieses„Güte“. Dann schon lieber gar nicht. Wie weh ihr Herz tat. Verzeihen Sie, Fräulein Keinow, wenn ich nicht „Nur den Mann,“ batte Fräulein Krüger gesagt, dachte sie, als sie in die Nacht hineinfuhr. Krampf haft sah sie hinaus. Die Mitfahrenden brauchten ihr Gesicht nicht zu sehen und nicht in ihre Augen, die dachte sie. von Tränen brannten. Die hatten eine Ahnung, alle, die da kamen! Sie -———————— meinten es ja gut, überhaupt Fräulein Keinow! Öhno Die kleine Wohnküche bei Erna Bunzels Mutter sie hätte sie die Aufräumestellen nicht bekommen und die Frau Lehmann, war bis in die letzten Winkel sauber. Erna säße noch bei der Sanderschen! Und doch ahnten Wie sie das immer noch machen, unsere Frauen, nen fagte. Und es gab eben Binge, von denen man dachte die junge Fürsorgerin Krüger, die Helferin Sa ihnen sagte. Und es gab eben Dinge, von denen mar bine Keinows, den ganzen Tag unterwegs nach Arbeit und doch halten sie mit den paar Pfennigen immer noch die Sache aufrecht. „Na, und der Mann, Frau Lehmann, immer noch keine Arbeit?“ „Er versucht es immerfort, Fräulein Krüger, aber Sie wissen ja— einen Säufer nimmt niemand gern,“ die Frau machte eine hoffnungslose Bewegung mit den nicht redete. Sonst war alles verloren. Sie mußte ja Gott danken, daß das Mädel so aus dem Hause gekommen war. Es konnte aber nicht mehr zurück. „Na also, ist sie glücklich weg?“ Lehmann stand in der Tür: breit, schwer mit einem Gesicht, das nur aus Stirn und Kiefern zu bestehen schien. Nase, Augen und Mund waren zu schmalen Spalten zusammengedrückt. Darüber saß die Stirn Geninde beim Herausgehen zu Sabine. „Fahren Sie, gnädiges Fräulein?" „Lieber ein Stück gehen,“ sagte sie schnell und verabschiedete sich beinahe unhöflich von der Kollegin Kube. Ueber der Dominsel standen die Sterne sehr sommerlich. Es duftete nach Jasmin. Hollunder mußte irgendwo blühen. Sabine schwieg eine Weile— sie wollte jetzt nichts Es klang sehr hochmütig und abweisend. „Ich wüßte nicht, inwiefern ich eine Warnung brauche.“ Ich lüge ja, dachte Sabine verzweifelt. Ich brauche keine Warnung, vielmehr, sie kommt zu spät,— viel zu spät. Wenn er es ist, vor dem er mich warnen will? „Fräulein Keinow," sagte die dunkle traurige Stimme wieder,„Sie müssen nicht trotzig sein oder stolz, wie man es auch nennen könnte. Ich weiß, es gibt da so Gesetze,— ein Mann hat so zu sein und eine Frau die Frau machte eine höffnungslose Bewegung mit den a riesige huschige Schädel. Die ganze Händen. Sie waren rot, rissig, ein paar Finger etwas und er resige buschige Schadel. Die ganze Phys gichtig verrrümmt.nomie hatte etwas Stures. Liaheth Prüger sah auf diosa perarheitaton Hända 1„Ein Mensch, der schwer aus einer Richtung in die Lisbeth Krüger sah auf diese verarbeiteten Hande. andere kommt," hatte Sabine Keinow gesagt nach einem „War doch Zeit, daß Sie mit der Wäscherei auf= Besuch damals auf dem Fürsorgeamt.„Nun hat ihn hörten, Frau Lehmann. Sonst wäre es mit der Gicht das Schicksal aus seiner Bahn gestoßen. Da kommt noch schlimmer geworden. Erst haben Sie so gejammert,er sobald nicht wieder hinein. Das geht weiter, ganz und nun gehts doch mit den Aufwartestellen ganz gut, egal, wohin!" Frau Lehmann hatte viel Falten in einem noch nichtat sie dir Geld dagelassen?" Fraate Lehmann kurg. underes, als die Schritte Genindes im gleichen Klang so, der eine darf seine Gefühle zugeben, der andere neben sich hören— und zu wissen, er war neben ihr darf es nicht. Fräulein Keinow, wer das Leben erWenn auch nur für eine kurze Stunde. Aber man fahren hat wie ich, der kann nicht in diesemoengen durfte sich an dieses persönliche Glücksempfinden nicht Bezirk der Konversation denken. Vor allem Ihnen zu lange hingeben. Wer mochte wissen, wann sie ein= gegenüber.“ mal wieder so zusammen sein würden. Es war ja Er blieb stehen— und auch sie verhielt ihren Schritt die letzte Sitzung vor den Ferien.in der halben Dunkelheit sah sie seine Augen mächtig „Unsere Mädchen im Marthastift werden glücklich und mit einer traurigen Zärtlichkeit in die ihrigen sein, daß sie ihre Schneiderwerkstatt bekommen. Wie dringen. Aber sie konnte jetzt nur die Trauer als schön, Herr Geninde, daß Sie das tun wollen.“ „Ach, Fräulein Keinow, ein Tropfen auf den heißen Stein. Was nützt das alles. Es bleibt viel zu tun. Manchmal denkt man, es hat keinen Sinn, Einzelnen zu helfen— wo so viel allgemeines Unglück ist.“ das Ueberwiegende fühlen. „Sprechen Sie," flüsterte sie. Ganz bereit war ihre Seele, ihn zu verstehen, ihn in sich aufzunehmen ohne eigenes Wünschen. Fräulein Sabine, ich bin kein Mann, der einer doch führen Sie selbst den Gegenbeweis gegen Frau Glück bringen kann. Ich habe eine liebe, geliebte sich selbst. Sie mühen sich doch auch immer um den Frau gehabt, ich habe erst zu spät erkannt, wie ich hätte Einzelnen. Im Fall Becker zum Beispiel."zu ihr sein müssen. Ich bin ein schwerer Mensch, Fräueinmal scheitern. lein Sabine. Ich kann mich nicht aufschließen, und Es sieht so schlecht aus. Sie wissen ja." das kann eine Frau verlangen, die mit einem Manne „Vielleicht darf ich Ihnen etwas erzählen, was dem lebt." Becker nützen kann. Es ist nicht viel—“ sagte sie„Verlangen?" fragte Sabine zurück.„Kann man schnell—„gegenüber der Anklage. Nur ein kleines verlangen? Kann man nicht höchstens hoffen und freundliches Licht auf seinen Charakter.“ Und sie erzählte von Erna Bunzel. „Und als die Erna damals aus ihrem schrecklichen warten?“ Das Wort schwang dunkel und hallend zu Geninde es war das gleiche Wort aus Annettes Brief an Milieu herauskam, ahnte ich nicht, welche Beziehungen Thomas Mintheffer. Der Tod hatte Annette nicht ersich daraus entwickeln würden. Nun stellte sich her laubt, zu warten. Wäre im Leben ihrem Warten Er aus, eigentlich ist es Becker gewesen, der sie damals füllung geworden? Wer konnte es wissen? Auch seine gerettet hat. Sie war aus Angst vor dem rohen eigene Entwicklung war ja durch Annettes Tod in eine Stiefvater aus dem Hause gelaufen. Geldmittel hatte ganz andere Bahn gelenkt. Aber kaum in eine, die sie nicht. Sie bettelte so herum und wäre beinahe mit der helleren Lebensbahn einer liebenden Frau unter die Räder gekommen. Da hat Becker sie gehalten zusammentraf. alten Gesicht. Ihre Augen waren von trauriger Aus geblaßtheit. Sie hatte etwas Demütiges und zugleich Erschrecktes an sich. Die Tochter, die Erna, würde einmal ebenso aussehen stellte Lisbeth Krüger bei sich fest, wenn es nicht gelang, ihr ein besseres Leben zu schaffen. Ach Gott, Fräulein Krüger, gehen tut alles. Bloß ich habe halt gehangen an der anderen Arbeit.“ Frau Lehmann sah mit angstvoller Abscheu auf den riesenhaften Menschen, der sich jetzt schwer auf den Küchenstuhl warf. „Du weißt doch, sie kam nur wegen der Unterstützung. Die wird mir doch jetzt abgezogen, wo ich mehr Arbeit habe.“ Dumm bist du,“ sagte Lehmann höhnisch. „Ich habe dir ja immer gesagt: besser, wir melden Na, wissen Sie, Frau Lehmann, ich kann mir das zu zweit Unterstützung an, da kriegen wir beinahe so gar nicht so herrlich denken, anderer Leute schmutzige Wäsche zu waschen. „Na ja, zuerst, wenn die Wäsche kommt, da ist sie ja schmutzig, aber dann, wenn man sie gewaschen hat, man sieht doch, wie es akkurat wird und sauber. Die Aufräumestelle? Ja, ja, man tut doch verdienen. Aber es ist keine so saubere Arbeit. Ich mag es so gern viel, wie wenn du dich bei deinen dämlichen Leuten herumquälst." Ich will aber nicht. Ich will arbeiten, wenn ich kann." „Du willst. Und ich? Wenn ich nach Hause komme, keine Frau da. Kein Essen, keine Ordnung. Und was sehe ich von den paar Pfennigen, die du nach Hause wenn ich alles klar kriege, Fräulein Krüger. Und bringst? Nichts! Nichts!" chrie er Mötlich und n deswegen bin ich traurig, daß ich nicht mehr waschen darf.“ Die kleine Helferin schwieg. Eigentlich erschütternd wie ein Mensch wie diese Frau Lehmann an einem so schweren Brotverdienst hing. Alt war sie vor der Zeit geworden. Die Gicht saß ihr in den Fingern. Aber 2 sie hatte offenbar eine geradezu fanatische Beziehung zu allein. Er hatte ja auch immer noch Geld. ihrer Arbeit. Kneipe an der Ecke reichte es immer noch. terte die Faust auf den man dabei." In seinen kleinen zusammengepreßten Augen war Wut. Die Frau schwieg. Sie wußte, jedes Wort reizte den Mann noch mehr. Was sollte sie ihm auch sagen! Daß er bis jetzt nicht verhungert war, wußte er ja Für die Aber sie „Na, es sieht ja bei Ihnen auch blitzblank aus, Frau wagte nicht, zu fragen, woher. Lehmann, da können Sie sich doch auch freuen.“ Die Frau zuckte die Achseln: „Außen ja, Fräulein Krüger, aber Lisbeth Krüger wußte, was die Frau sagen wollte Da war die Geschichte mit dem Mann. Seitdem er bei der Zuckerfabrik entlassen worden war, hatte er sich vollkommen verändert. Er trank. Er randalierte, Heute hatte sie noch etwas anderes auf dem Herzen Die ganze Woche hatte sie sich schon darum gedrückt. Aber einmal mußte es doch gesagt sein. Sie mußte ihn nur bei guter Laune haben, ehe sie anfing. „Ich habe Wurscht für dich und Kraut, soll ich dir bringen?“ Schweigend holte die Frau ein Tischtuch aus dem Die Frau hatte es schwer mit ihm. Bekam er einmal Schrank, deckte es über den Tisch. Arbeit, schickte man ihn bald wieder fort. (Fortsetzung folgt.) Lin teurer Kater Von G. Fröhlich Theodor Meisner sitzt mit einem schweren Kopf beim Schreibtisch. Seine Frau hatte gemeint, daß daran nur der verlängerte Skatabend schuld sei. Zugeben darf man das natürlich nicht. Zumindest nicht, wenn man Theodor Meisner ist. Bitte: Theodor Meisner. Inhaber von Dheodor Meisners Gemüsegroßhandlung. Aber unangenehm ist die Sache doch! Peinlich. Und gerade ihm muß so etwas passieren! Zu dumm! Sie hatten da ihren Skatabend gehabt, wie gewöhnlich; der Franz, der Karl, der Seff und er, Halt! Da stimmt doch was nicht? Der Karl hatte sich doch entschuldigen lassen?! Natürlich! Also: Er, Theodor Meisner, der Franz, der Seff.. Herrgott, wer war denn der vierte gewesen? Richtig! Der Doktor Müller war ja eingesprungen! Mit dem hatte er doch auch Bruderschaft getrunken? Oder nicht? Na, ist ja egal! Und dann hatte plötzlich der Franz Geburtstag gehabt man hatte gefeiert, immer mehr Freunde waren dazu gekommen... Rrrrrrrrrrrrr! Das Telefon! „Halloh, hier Theodor Meisner, Gemüsegroßhandlung." „Hier Städtische Polizei. Herr Meisner, könnten Sie im Laufe des Vormittags einmal vorsprechen? Es ist da so eine unangenehme Sache.. „Aber bitte, bitte!“ Städtische Polizei? Herrgott, was wollen denn die? Sollte es vielleicht deswegen...? Er hatte doch da so laut gesungen auf dem Heimweg! Was denn nur gleich?„So leben wir, so leben wir, so leben wir alle Tage!" Ja, freilich, das, und dann auch noch„Bier her, Bier her!“ Stimmt! Der Franz hatte ihm noch den Mund zuhalten wollen. Und was gesagt hatte er auch Von nächtlicher Ruhestörung oder so. Ach du liebe Güte! War das vielleicht? Rrrrrrrrrrrrr! Das Telefon! „Halloh, hier Theodor Meisner, Gemüsegroßhandlung." „Hier ist die Bezirkshauptmannschaft. Herr Meisner, könnten Sie im Laufe des Vormittags einmal vorsprechen? Es ist da so eine unangenehme Sache..." „Aber bitte, bitte!“ Also, alle Achtung! Da hatte er sich ja tüchtig hereingeleiert! Nächtliche Ruhestörung? Wieviel Strafe kostet...“ Rrrrrrrrrrrrrrr. „Halloh. wer dort? Hier Theodor Meisner.“ „Hie Gendarmeriewachtposten. Bitte könnten Sie..? Rrrrrrrrrrrrrrr. „Sofort. Besetzt.“ Rrrrrrrrrrrrrrr. „Bitte, bitte, ich spreche gegen elf Uhr vor." „Hier die Liga gegen Straßenlärm.“ „Es ist da so eine unangenehme Sache.. „Hier Theodor Meisner.“ Rrrrrrrrrrrrrrr. „Besetzt, ich spreche noch!“ „Hier das Amt zum Schutze der öffentlichen Ordnung." „Halloh, halloh, ja ich komme." „Natürlich spreche ich noch, Fräulein. Sie hören doch!“ Rrrrrrrrrrrrrrr. Erschöpft sinkt Theodor Meisner in einen Stuhl. Er sieht blaue Ringe vor den Augen. Nichts als blaue Ringe. Wahnsinn! Blaue Ringe sind ein Zeichen von beginnendem... Rrrrrrrrrrrrrrr. Theodors Stimme schwankt, der Angstschweiß bricht ihm aus. „Halloh, hier Theodor Meisner... nein: Hier Theodor Meisner.“ Eine tiefe Stimme. „Hier die Dechantei. Könnten Sie nicht im Laufe des Vormittags....“ Theodor hält sich den Kopf. Er hängt ab. Wütend! Rasend!! Und plötzlich versteht er alles.„Franz," denkt er „Franz!“ Das war doch Franzens Stimme? Aha! Daher die vielen Anrufe! Ntaürlich! Die Fistelstimme von der Gendarmerie war doch Seff! Und der von der Liga gegen Straßenlärm war Doktor Müller! Und er ist ihnen auch wirklich darauf reingefallen! Macht nur der verdammte Kopfschmerz! Na, wartet nur, ihr Brüder! Ins Bockshorn wollt ihr mich jagen? Mich? Theodor Meisner, Inhaber von...“ Rrrrrrrrrrrrrrr. Wutschnaubend reißt er den Hörer aus Ohr. „Hier der Bürgermeister. Herr Meisner, könnten Sie." „Ich? Nein, ich könnte nicht! Aber Sie, Herr Bürgermeister! Sie! Ihr könnt mir den Buckel runterrutschen, ihr verdammte Blase, ihr! Ihr denkt wohl, ich bin so dumm, wie ihr ausseht?" Krach. Der Hörer fliegt auf den Tisch. So, denen hätte er heimgeleuchtet! Er hat dann wegen Beleidigung einer Amtsperson Strafe zahlen müssen. Ziemlich viel sogar. Konnte er denn aber ahnen, daß der Bürgermeister wirklich etwas von ihm wollte? Ausgerechnet an diesem Morgen?! Ist doch schon Pech, so waat Aüs estdeikseland Unsere Luftschiffe über der Westmark Die Wahl an Bord des„hindenburg" Die deutschen Luftschiffe„Graf Zeppelin“ und„Hindenburg“ befanden sich am Sonntagmorgen auf ihrer Deutschlandfahrt über der Westmark. Von Kassel, Paderborn kommend, überquerten sie das Ruyrgebiet und fuhren weiter über rheinisches Land zur Saar. Die Eindrücke der Fahrtteilnehmer und ihre Erlebnisse sind im folgenden wiedergegeben. An Bord„LZ 129“, 28. 3., 23 Uhr. Wir können die Größe des Erlebnisses kaum fassen, das uns allen der nächtliche Besuch in Berlin geworden ist. Worte können nicht das Bild schildern, das uns diese kurze Stunde vor Augen zauberte, das Bild der Reichshauptstadt im nächtlichen Lichterglanz, das Bild der illuminierten Geschäftshäuser und angestrahlten öffentlichen Gebäude, das Bild, das ein Dutzend Scheinwerferkegel an den Nachthimmel warfen, um bald den„Graf Zeppelin“, bald unseren„Hindenbura“ in ihren aleißenden Bann zu ziehen, oder das Bild der großen benaalischen Feuer, die von verschiedenen Plätzen gleich riesigen roten Fackeln aufleuchteten. Mit Bewunderung und Ergriffenheit schauten wir das nächtliche Berlin im farbigen Festkleid der Illumination. Unvergeßlich vor allem der nochmalige Besuch im Lustgarten inmitten einer feierlich beleuchteten Umgebung und der Ausklang mit dem Deutschland= und dem Horst Wessel=Lied. 29. März 1936, 7 Uhr. Wir sind in der befreiten Westmarkl Die nächtliche Fahrt führte über Erfurt, Kassel und Paderborn nach dem Westen bis nach Wesel hinauf und an die holländische Grenze. Gegen Uhr treffen wir über dem Ruhraebiet wieder auf den„Graf Zeppelin“. Essen, Dortmund, Bochum. Witten und all die vielen Städte des Industriegebietes werden besucht, ein endloser Wald von Hochöfen und Schloten, die dank dem Werk des Führers wieder rauchen dürfen. Durch das Bergische Land geht es über Wuppertal= Barmen an den Rhein. Der Lautsprecher ruft die Langschläfer zur Pflicht:„Wahlrecht ist Ehrenrecht, Wahlrecht ist Wahlpflicht".„Deine Stimme dem Führer“. Düsseldorf, Krefeld, das breite Band des Rheins, unseres deutschen Rheins. Die Wahl an Bord des„Hindenburg“ An Bord des„LZ 129“, 29. März. Während wir über Gladbach=Rheydt nach Aachen fahren, werden die Vorbereitungen für den Wahlakt getroffen, denn zum erstenmal in der Geschichte der Luftfahrt wird zwischen Himmel und Erde gewählt. Eine Zellenwand wird aufgerichtet und mit einem großen Leinentuch verhängt. Neben der Wahlzelle hat der Wahlvorstand sein Büro aufgeschlagen.„Stimmbezirk Luftschiff LZ 129 Hindenburg“ kündet eine Tafel. Es ist zwar nicht das höchste Wahllokal Deutschlands— diesen Ruhm lassen wir der Zugspitze—. aber bestimmt das originellste und erste seiner Art, ein fliegendes Wahllokal, „Zur schönen Aussicht“. Selbstverständlich, daß sich jeder vor Fahrtantritt einen Stimmschein besorgen mußte. Etwa 100 Waylberechtigte hat„L3 129“, ausgenommen die Angehörigen der Wehr macht.— Um 9 Uhr kreuzen wir bei herrlichstem Frühlingswetter über der alten Krönungsstadt Aachen. Kurz darauf wird der Wahlakt auf„L3 129“ eröffnet. Gewissermaßen als Auftakt bekommen wir die neueste Nummer der Bordzeitung mit dem aufrüttelnden letzten Friedensappell des Führers aus den Kölner Messehallen. Die Bei sitzer werden durch Handschlag verpflichtet, die Urne einer letzten Kontrolle unterzogen. Schnell bildet sich eine lange Kette von Wartenden vor dem Wahllokal. In einer halben Stunde hat L3 129 gewählt. Während wir uns Köln nähern, ist das Wahlbüro schon bei der Bilanz. „LH. Hindenburg" über Saarbrücken An Bord des„LZ 129“, 29. März. Köln: Hoch über dem Dom ziehen wir unsere Schleifen über der festlich beflaggten Rheinmetropole, durch deren Straßen sich ein blumen= und fahnengeschmückter Automobilkorso bewegt. Rings um den Dom herum flattern die von dem Luftschiff abgeworfenen Fallschirmflaggen zu Boden Weiter geht die Fahrt über Bonn rheinaufwärts, überall finden die Luftschiffe einen begeisterten Empfang. Von den Rheinufern donnern Böllerschüsse herauf, von des Rheines Burgen grüßt das Hakenkreuz. Unbeschreiblich schön ist die Fahrt über das Siebengebirge, am Drachenfels und Rolandsbogen vorüber. Das Deutsche Eck in Koblenz ist bis in die Denkmalsspitze schwarz von Menschen. Auf einem großen Platz hat Koblenzer Jugend einen gewaltigen Kreis mit einem Kreuz in der Mitte, einen lebendigen Stimmzettel gebildet, die Stimme für den Führer. Auf„23 Hindenbura“ ist der Wahlakt über dem Rhein soeben geschlossen worden. Als einer der letzten hat Kapitän Lehmann seine Stimme abgegeben. Die Auszählung nimmt nur kurze Zeit in Anspruch. 104 Wahlberechtigte, 104 Stimmen, 104 für den Führer. Niemand hat etwas anderes erwartet.— Von Koblenz folgen wir den Windungen der Mosel mit ihren vielen Burgen, ihren tiefen Tälern und sonnigen Weinhängen. Trier und das Saargebiet sind unser Ziel. Drüben, immer in unserem Blickfeld, strebt der schlanke silberne Leib des„Graf Zeppelin" dem gleichen Ziele zu.— Gegen 13 Uhr sind wir über Saarbrücken. Die ganze Fahrt durch das Saarland ist eine einzige Triumphfahrt. „Frei ist die Saar, frei ist das Reich, dem Führer unser Dank“. Wer in die Städte des Saargebiets, in die fahnenbesäten Straßen, in denen sich Girlanden von Haus zu Haus ziehen, hineingeschaut hat, der kann über die Stimme der Saar nicht im Zweifel sein. Ueber Kaiserslautern führt uns die Reise durch die Pfalz an den Rhein zurück, an Mainz vorbei nach Frankfurt am Main. Uever Bad Ems Ehrung eines Zeppelin=Veteranen Auf ihrer Rheinlandfahrt statteten die beiden Luftschiffe„Hindenburg“ und„Graf Zeppelin“ auch dem weltberühmten Kränchen=Brunnenbad Ems einen längeren Besuch ab, um einen alten Zeppelin=Veteranen zu ehren. Es handelt sich um den in Bad Ems wohnenden alten Bordmonteur Alb. Groß, der vor 37 Jahren den ersten Zeppelinaufstieg auf dem Bodensee miterlebte. Am 1. Mai 1899 trat er in den Dienst des Grafen Zeppelin und am gleichen Tage wurden die Arbeiten zur Durchführung der Erfindung aufgenommen. Im Juni war das Gerippe des ersten Luftschiffes fertig, und ein Jahr später erfolgte der denkwürdige erste Aufstiea, bei dem sich das Luftschiff von 7,55 bis 8,20 Uhr in der Luft befand. Die Angen des alten Zeppelin=Veteranen glänzen, wenn er von diesem ersten Flug erzählt, bei dem unter versönlicher Führung des Grafen mit sünf Personen Besatzung die Richtigkeit des genialen Gedankens unter Beweis gestellt wurde. Und dann folgen die Vergleiche. Man kann es kaum alauben, wenn wir an die riesigen Ausmaße der Montagehalle denken, die dem Bau des„Hindenburg“ diente, daß als erste Werkstatt damals eine Bretterbude von 6 m Länge und 3 m Breite benutzt wurde. Albert Groß hat sie selbst gebaut und das notwendige Werkzeug dazu geschafft. Er erzählt, wie damals eine Steuerfläche von nur 8 am für das erste Luftschiff vorgesehen war, der heute eine solche von über 100 gm gegenübersteht, wie man damals mit nur zwei 14,7 PS.=Daimler=Motoren mit 4 Zylindern als Antrieb das kühne Werk vollbrachte. Der eiserne Wille des Grafen beherrschte seine Getreuen und führte trotz aller Schwierigkeiten doch zum Ziel und ermöglichte schließlich die Großleistungen späterer Jahrzehnte. Mit rührender Sorgfalt hütet Vater Groß ein Bild mit der Unterschrift des Grafen Zeppelin, das ihm als Erinnerung damals persönlich überreicht wurde. Vergilbte Extrablätter zeugen von dem denkwürdigen ersten Aufstieg neben vielen anderen Erinnerungszeichen, die treu aufbewahrt werden. Albert Groß gehört auch heute zu den bekannten Persönlichkeiten in Bad Ems, die immer wieder von Kurgästen aufgesucht werden, denen er dann von seinem großen Erlebnis, der ersten Zeppelinfahrt, erzählen muß. „Hindenburg" und„Graf Zeppelin" über Düsseldorf und Krefeld Aus Düsseldorf wird berichtet: Die beiden Luftschiffe„Graf Zeppelin“ und„Dindenvurg“ erschienen am Sonntaamorgen kurz nach 7,30 Uhr, von Wuppertal kommend, über Düsseldorf. Während„Graf Zeppelin“ zuerst sichtbar wurde, traf„Hindenburg“ etwa 10 Minuten später ein. Die beiden Giganten der Luft, ruhia und majestätisch dahingleitend, zogen in etwa 200 Meter Höhe eine Schleife über der Stadt, wo sie von zahlreichen Volksgenossen von den Straßen und aus den Fenstern heraus herzlich begrüßt wurden. Eine ganze Anzahl Erinne rungszettel und Fallschirmflaggen wurden abgeworfen, während schneidige Marschmusik und markante Wahlparolen von oben her durch den Aether klangen, klar und deutlich vernehmbar. Die Luftriesen verschwanden dann in Richtung Krefeld, wo „Graf Zeppelin“ um 7,48 Uhr und„Hindenburg“ etwa 12 Minuten später eintrafen. Auch hier wurde ihnen, wie auf ihrer ganzen Fahrt, begeistert zugejubelt. Weiter aina die Fahrt nach M.=Gladbach, Rheydt, Aachen und Köln. Wahltag im niederrheinischen Grenzland ßleve und Emmerich begrüßen die Hollanddeutschen Das niederrheinische Grenzland stand am alte Heimat geeilt waren, um das Gewicht ihrer Wahlsonntag ganz im Zeichen zweier besonderer Ereignisse: einmal statteten kurz nach 5 Uhr die beiden deutschen Luftschiffe„Hindenburg“ und „Graf Zeppelin" unerwartet und zur großen Freude der Bevölkerung dem Niederrhein ihren Besuch ab und zum anderen galt es, die vielen in Holland lebenden deutschen Volksgenossen zu begrüßen, die herüber gekommen waren, um dem Führer auch ihre Stimme zu geben, und denen ein überaus herzlicher Empfang zuteil wurde. In der Grenzstadt Kleve trafen kurz vor Mittag in zwei Sonderzügen aus Amsterdam und Dem Haag 2000 Auslandsdeutsche ein. Weitere ro. 2000 Brüder und Schwestern aus den benachbarten Niederlanden kamen in Kraftwagen und Omnibussen, um ihre Treue zum deutchen Vaterland und seinem Führer zu bekunden. Die Klever Bevölkerung bereitete den lieben Gästen einen festlichen Empfang. Bürgermeister Puff entbot ihnen den Willkommgruß. In einer feierlichen Kundgebung versammelte die Ortsgruppe Kleve der NSDAP. Tausende von Gästen und Einheimischen. Kreisleiter Reichstagsabgeordneter Neven berichtete hier von der Aufbauarbeit des Führers. Der Sprecher der Gruppe Amsterdam dankte im Namen der Auslandsdeutschen dafür, daß die Stadt Kleve ihnen ein so eindrucksvolles Erlebnis eines Tages deutscher Volksgemeinschaft vermittelt habe. Die 4000 auslandsdeutschen Volksgenossen sandten an den Führer ein Dank= und Huldigungstelegramm. Auch an den Oberpräsidenten der befreiten Rheinprovinz, Gauleiter Terboven, wurde ein Begrüßungstelegramm abgesandt. Die Stadt Kleve zählte am Sonntag insgesamt 16 858 Stimmberechtigte. Abgegeben wurden 16722 Stimmen, davon 16574 für den Führer und 148 gegen die Liste. Mit diesem Ergebnis hat die Grenzstadt Kleve, haben die auslandsdeutschen Volksgenossen bewiesen, daß sie in einmütiger Geschlossenheit hinter dem Führer und seinem Werk stehen. In Emmerich kam kurz vor Mittag ein Sonderzug aus Rotterdam an, der rd. 1150 wahlfreudige auslandsdeutsche Volksgenossen in die schmucke Stadt am Niederrhein brachte. Wohl 2000 weitere Hollanddeutsche waren mit dem Rad, mit Kraftwagen und Omnibussen herbeigeeilt. In festlichem Zuge wurden die Gäste mit Musik durch die Stadt zum Alten Markt geführt, wo Bürgermeister und Ortsgruppenleiter Mai sie herzlichst begrüßte. Am Nachmittag trafen nochmals rund 300 Holland deutsche aus Arnheim und Umgebung ein, um dem Führer aller Deutschen ihre Stimme zu geben. Auch sie wurden herzlichst begrüßt. Aus den Gesichtern aller Gäste war die Freude über den herz lichen Empfang zu lesen, Freude aber auch leuch tete aus ihren Augen, als sie in selbstverständlicher vaterländischer Pflichterfüllung ihr Wahlrecht ausübten. In Rachen und Trier In Aachen trafen schon am Samstagabend die ersten Reichsdeutschen aus Belgien ein. In den frühen Morgenstunden kamen aus Brüssel, Antwerpen und Lüttich 500 Reichsdeutsche. Den ganzen Sonntag über brachten die Auslandszüge sowie Autobusse und Lastwagen weitere Gruppen heran. Sogar aus England waren Wähler eingetroffen. Auf dem Auslandsbahnsteig wurden die Ankommenden mit den Klängen einer Musikkapelle und den Nationalliedern empfangen, in die sie freudig einstimmten. Man sah manchen alten Mann und manches alte Mütterchen, die schon ein Menschenalter drüben leben und jetzt in die Stimme mit in die Waagschale zu werfen. Besonders zahlreich kamen die Wähler naturgemäß aus dem holländischen Grenststrich. Mit zahlreichen eigenst bereitgestellten Autobussen wurden sie vom frühen Morgen nach Tüddern, Gangelt, Horbach, Scherpenseel und Vaalsequartier gebracht. Viele kamen zu Fuß oder mit dem Fahrrad nach Herzogenrath, dem nächsten größeren Ort an der Grenze. Auch aus Dem Haag und anderen weiterliegenden Städten sah man zahlreiche Wa gen. Noch nie war der Einsatz aller Kräfte bei einer Abstimmung so stark wie diesmal. In Trier wählten über 4000„Auslands deutsche. In zwei Sonderzügen, in Omnibussen, Miet= und Privatwagen kamen die reichsdeutschen Volksgenossen aus dem nahen Luxemburg, aus dem benachbarten französischen Grenzgebiet und dem südlichen Belgien. Die von den zuständigen Stellen geleitete organisatorische Vorarbeit wurde von allen Seiten dankbar anerkannt, und der herzliche Empfang, der den Auslandsdeutschen in Trier zuteil wurde, löste gleich herzliche Gefühle bei diesen aus. Mit einem Umzug durch die Stadt bekundeten sie ihre Anhänglichkeit zur angestammten Heimat und zum Vaterland, das auch heute auf ihre uneingeschränkte treue Gesinnung rechnen kann. Die Stimmabgabe erfolgte in drei Stimmbezirken. Auf Einladung der Stadtverwaltung und der Partei blieb man noch mehrere Stunden in der Stadthalle versammelt, wo die Gäste aufs herzlichste begrüßt und bewirtet wurden. Dank an den Ein Telegramm des Gauleiters Staatsrat Grohé an den Führer Gauleiter Staatsrat Grohé hat an den Führer folgendes Telegramm gerichtet:„An den Führer und Reichskanzler, Berlin. Melde über 99 Pro zent positive Stimmen und damit über dem Reichsdurchschnitt liegendes Wahlergebnis. Mit dieser Meldung verbinde ich nochmaligen Dank für Kölner Besuch und überwältigende Schlußrede gez. Grohé." Arbeitsdienstmänner verlassen das Emsland Platz für den nächsten Jahrgang Auf den Bahnhöfen des Emslandes zeigte sich in den letzten Tagen ein ungewohntes Bild In mehreren Sonderzügen traten mehrere tau send Arbeitsmänner, die ihrer Arbeitsdienstpflicht genügt haben, die Rückfahrt in ihre Heimat nach Bayern, Schwaben, Sachsen, ins Rheinland und ins Ruhrgebiet— an. Sie werden das tiefe Gefühl des Erlebens der Gemeinschaft und den Stolz in ihre Heimat mitgenommen haben, an dem großen Aufbauwerk des Führers zu ihrem Teil mitgearbeitet zu haben. Treu bis in den Tod Ein erschütterndes Beispiel von unwandelbarer Treue gegenüber dem Führer bis in den Tod gab der 71jährige Berginvalide August Strauch in Buer=Resse. Trotz seines schweren Herzasth mas wollte er mit dabei sein, wenn das deutsche Volk dem Führer seine Stimme gab. Strauch ließ sich durch Sanitätsmannchaften zum Wahllokal bringen, wo er freudig dem Führer sein Jawort gab. Kaum war er wieder nach Hause zurück gekehrt, als er von einem Unwohlsein befallen wurde. Zwei Stunden später verstarb Strauch Vor etwa drei Wochen ist die Gattin des jetzt so plötzlich Verschiedenen heimgegangen. „Schönheit der Arbeit" bei den öffentlichen Behörden. Der Oberpräsident der Rheinprovinz hat kürzlich folgenden Aufruf an die Regierungspräsidenten, Polizeipräsidenten und Landräte sowie an die Verwaltung des Provinzialverbandes erlassen: Das Amt„Schönheit der Arbeit" in der Deutschen Arbeitsfront hat es sich zur Aufgabe gemacht, in allen Betrieben und auch in den Behörden gesunde und würdige Arbeitsplätze zu erreichen. In den Dienststellen der Behörden tritt den Volksgenossen und anderen Besuchern das neue Deutschland mit am unmittelbarsten entgegen. Sie können daher mit Recht als Visitenkarten des nationalsozialistischen Staates bezeichnet werden und müssen sich deshalb durch besonders saubere und gesunde Gestaltung und Erhellung, einfache und würdige Ausstattung auszeichnen. Nach ihrem Zustand und nach dem Verhalten der in ihnen tätigen Staatsdiener wird der Staat selbst beurteilt. Ich erwarte daher von allen Leitern der Behörden der inneren Verwaltung der Rheinprovinz und den Gefolgschaften, daß sie die Bestrebungen des Amtes„Schönheit der Arbeit" in der NS=Gemeinschaft„Kraft durch Freude" tatkräftig unterstützen. Englische Schauspielertruppe gastiert in Duisburg Heute, am 30. März, gastiert im Duisburger Opernhaus zum erstenmal Edward Stirling mit seiner Schauspieltruppe. Zur Aufführung gelangt an diesem Tage die neueste Komödie Bernhard Shaws„Village wooing" und das Schauspiel von John Drinkwater„Maria Stuart“. Ein großer Erfolg 22. Milchvieh=Versteigerung in Paderborn Die guten Erfahrungen, die Genossenschaften und Großaufkäufer aus Süddeutschland und dem aargebiet mit dem Vieh aus der Paderborner Gegend gemacht haben, ließ die Paderborner 22. Milchvieh=Versteigerung zum großen Erfolg werden. Der Nachfrage entsprechend war von den Viehverkaufsgenossenschaften der umliegenden Kreise ein starker Auftrieb sehr guter Tiere zu bemerken. Von den 110 insgesamt aufgetriebenen Tieren, darunter 80 Kühe und 15 Rinder, wurden 102 verkauft. Als Höchstpreis wurde erzielt für Kühe 650 RM und für Rinder 460 RM, während die Durchschnittspreise bei 442 bzw. 367 RM lagen. Fast 50 Prozent der aufgetriebenen Kühe nahmen die süddeutschen und die Sargenossenschaften auf. kein Tummelplatz für Rohlinge Tätlichkeiten gegen einen Fußballspieler.— Gefängnis für einen Rohling. Nach einem Meisterschaftsspiel zweier Fußballmannschaften der 1. Kreisklasse in Wesel drangen zahlreiche Zuschauer, die über den Ausgang des Spieles mißgestimmt waren, auf das Spieleld und griffen die auswärtigen Spieler an. Hierbei schlug einer der Angreifer derart auf einen Spieler ein, daß dieser bewußtlos wurde. Der Schiedsrichter vermochte den Täter zu støllen und der Polizei zu übergeben. In der Gerichtsverhandlung wurde der Rohling überführt, daß er mindestens sechs bis sieben heftige Schläge gegen den Fußballspieler geführt hatte. Das Gericht verurteilte ihn zu zwei Wochen Gefängnis mit der Begründung, daß eine derartige Gefühlsroheit nur mit Gefängnis geahndet werden könne. Die Sportplätze dienten der Ertüchtigung des Volkes und seien kein Tummelplatz für Rohlinge. Auch wurde in diesem Falle die bisherige Unbescholtenheit des Angeklagten nicht als Milderungsgrund in Betracht gezogen Blinde Wut forderte ein Todesopfer. In einer Weseler Wirtschaft war es bei einer Vereinsfestlichkeit zu einer Keilerei gekommen. Als einer der Festteilnehmer bemerkte, daß seine Frau geschlagen worden war, und daß ihr das Blut aus einer Schramme am Kopf tropfte, geriet er in sinnlose Wut, ergriff einen Stuhl und schlug damit auf die Anwesenden ein. Hierbei wurde ein unveteiligter älterer Mann getroffen, der in der Folge an einer Gehirnentzündung erkrankte und starb. Vor dem Duisburger Schwurgericht wollte sich der Täter damit entschuldigen, daß er über die Verwundung seiner Frau in blinde Wut geraten sei und den Stuhl zur Abwehr hoch im Kreise umhergeschwungen habe. Das Gericht stellte jedoch fest, daß der Verstorbene durch einen von oben nach unten geführten Schlag getroffen worden war, und da zudem der Angeklagte schon einmal vor mehreren Jahren ebenfalls in blinder Wut das Messer gezogen und rücksichtslos um sich gestochen hatte, wurde er zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Großfeuer in Witten Erheblicher Sachschaden Am Samstagabend kurz nach 19 Uhr entstand in dem bekannten Wittener Kaufhaus Lang u. Spennemann am Kornmarkt ein großes Schadenfeuer, das sich sehr schnell ausbreitete. Vor allem wurde der zweite Stock des Hauses, wo auch wahrscheinlich der Brand ausgebrochen ist, schwer in Mitleidenschaft gezogen. Durch das tatkräftige Eingreifen von SA- Männern und des Personals der Firma, konnte das mit vielen Käufern gefüllte Haus schnell geräumt werden, ohne daß Personen zu Schaden kamen. Die benachrichtigte Freiwillige Feuerwehr bekämpfte mit mehreren Schlauchleitungen den Brand und mußte wegen der starken Rauchentwicklung mit Gasmasken vorgehen. Der Sachschaden dürfte nach den bisherigen Feststellungen sehr erheblich sein, die Ursache des Brandes ist noch ungeklärt. Keiner fehlte beim Aufmarsch für Freiheit und Frieden. Schon in den frühen Vormittagsstunden bildeten sich vor den Wahllokalen lange„Schlangen" von Wählern. An die Kranken wurde wie immer gedacht. Wahlhelfer sorgten dafür, daß auch alte und gebrechliche Volksgenossen dem Führer ihre Treue bekunden konnten.(Weltbild 2, Atlantic, Scherl=Bilderd., K.) Lieber Schulden bezahlen! Seuator Lewis gegen französischen Rüstungswahnsinn. dnb Washington, 30. März. Im Verlaufe der Senatsaussprache in der ersten Sitzung, die der Senat nach der Wiederherstellung der deutschen Souveränität im Rheinland hatte, richteten die Senatoren Borah, Lewis und der Führer der Senatsmehrheit, Robinson, scharfe Angriffe gegen England und Frankreich und beschuldigten beide, für die europäische Krise die Verantwortung zu tragen. Senator Borah erklärte:„Die Nichtanerkennung der Kriegsschulden muß unendlich schärfer kritisiert werden als die Mißachtung des Versailler Vertrages durch Deutschland, da Deutschland diesen Vertrag nur zwangsweise, unter dem Druck der Bajonette, unterzeichnet hat!“ In seinen weiteren Ausführungen betonte Vorah, daß es unter allen internationalen Verträgen oder Abmachungen keinen gebe, der eine größere Verpflichtung enthalte als die Verpflichtung, die Kriegsschulden zu bezahlen. Von der Durchführung der internationalen Verträge gelte wie überall das Wort, was dem einen recht sei, sei dem andern billig. Senator Lewis beschuldigte Frankreich, daß es Millionen=Ausgaben für Rüstungen mache, anstatt seine Schulden zu bezahlen. Diese Ausgaben seien„zur Belagerung und Niederzwingung vermeintlicher Gegner oder Rivalen“ gemacht. In ähnlicher Form wurden von den Senatoren fast alle ehemaligen Alliierten der Vereinigten Staaten im Verlauf der Senatsaussprache scharf verurteilt. Der nächtliche Besuch der Zeppeline in Berlin. Von Scheinwerfern angestrahlt, boten die silberglänzenden Luftriesen einen ganz phantastischen Anblick.(Weltbild, K.) Die italienische Kronprinzessin hat sich an Bord eines Hospitalschiffes nach Eritrea eingeschifft. Das Bild zeigt sie in ihrer RoteKreuz=Tracht.(Presse=Photo. K.) Links: Die rheinischen Städte huldigen dem Führer. Gauleiter Terboven verliest die Huldigungs= und Dankadresse beim Empfang der rheinischen Stände durch den Führer im historischen Saal des Gürzenich. Im Hintergrund von links nach rechts: Reichskriegsminister v. Blomberg, Reichsminister Dr. Frick, der Führer, Reichsminister v. Eltz=Rübenach, Staatssekretär Lammers, der Oberbefehlshaber des Heeres, General von Fritsch, Staatssekretär Milch, Reichsminister Dr. Goebbels, Reichsorganisationsleiter Dr. Ley, Reichsführer SS. Himmler.(Hrch. Hoffmann, K.) Rechts: Auf seiner Deutschlandfahrt überflog„L3 129“ auch das Reichsehrenmal Tannenberg und grüßte den großen Toten, dessen Namen es in alle Welt tragen wird.(Weltbild, K.) Wrack in der Arktis Das„Gespensterschiff“ an der Barrowspitze Ein geheimnisvolles„Geisterschiff“, das unweit der Barrowspitze, dem Kap an der Nordküste Alaskas im Eise eingeschlossen ist, beschäftigt gegenwärtig sowohl die Eskimos, als auch die weiße Bevölkerung von Nordalaska. Bisher noch vermochte niemand den Schleier des Mysteriums zu lüften, der dieses im Eise gefangene Seefahrzeug umgibt. In der Stadt Barrow raunen sich die ältesten Einwohner die merkwürdigsten Gerüchte ins Ohr. Zwei Eskimos berichten... Einige der ältesten Männer versichern mit größter Bestimmtheit, daß es sich bei dem plötzlich aufgetauchten„Geisterschiff“ um einen jener sieben Walfischfänger handele, die vor ungefähr 50 Jahren nach den nördlichen Meeren ausfuhren und niemals wieder zurückkehrten. Die erste Kunde von dem im Eise gefangenen Schiff brachten zwei Eskimos. Sie waren auf einer Erkundungsreise im hohen Norden, als sie in der Ferne plötzlich einen Zweimaster erblickten. Es gelang ihnen indessen nicht, durch das Treibeis näher an das Schiff heranzukommen. Der Erzählung der beiden Männer wird unbedingter Glauben geschenkt; der eine von ihnen ist jener Claire Oakveha, der im Sommer vorigen Jahres 25 Kilometer weit durch die arktische Tundra nach Barrow eilte, um als erster die Nachricht vom Absturz der amerikanischen Maschine mit den Fliegern Will Rogers und Wiley Post zu überbringen. Das Schicksal der„Baychimo“ Andere Kenner der Arktis neigten zuerst zu der Ansicht, daß das„Geisterschiff“ vermutlich der unglückselige Schoner„Baychimo" sei, der mit einer Ladung Pelzen an Bord vor 4 Jahren im Eise der Arktis eingeschlossen wurde. Es war damals nicht möglich, dem Schiffe Hilfe zu leisten. Alle Versuche, in seine Nähe zu kommen und es aus der Umklammerung des Todes zu befreien, mußten als erfolglos aufgegeben werden. So fand die Besatzung der„Baychimo“ im Eise der Arktis einen grauenvollen Tod. 100 Seelente fanden den Tod Oakpeha und Bill Solomon, die beiden Eskimojäger, die das„Geisterschiff“ entdeckt haben, bestreiten jedoch, daß der„Gefangene im Eise“ die „Baychimo“ sei. Wird man das Rätsel jemals lösen? Die 7 Walfischfänger, die vor einem halben Jahrhundert auszogen und nie wieder gesehen wurden, bilden noch heute an der Nordpitze Alaskas den Gegenstand lebhafter Erörterung. Noch heute trauern Dutzende von Familien um die Opfer dieser ungeklärten Schiffahrtskatastrophe, bei der über 100 Seeleute den Tod fanden. Bekanntlich treiben ja auf den Weltmeeren unzählige solcher Wracks, die stummes Zeugnis ablegen von einem grausamen Schicksal ihrer Bemannung. Von den 7 Walfischbooten aber ist seit 50 Jahren kein einziges gesichtet worden. Die Möglichkeit, daß es sich bei dem„Geisterschiff“ unweit der Barrowspitze um eines jener unglückseligen Boote handelt, liegt nach Ansicht der beiden Eskimos durchaus nahe. Mit der Auffindung des Zweimasters würde damit erstmalig in die rätselhafte Tragödie Licht geworfen, die 7 Boote und über 100 Menschenleben forderte. Bombenanschlag bei einem Empfang der„Freunde der Sowjetunion" in Mexiko. Bei einem Empfang der„Gesellschaft der Freunde der Sowjetunion“ in dem dem Unterrichtsministerium geyörigen Hidalgotheater explodierte in der Freitagnacht eine Bombe. Eine zweite Bombe, die nicht explodierte und entdeckt werden konnte, explodierte später auf der Polizeiwache, ohne größeren Schaden zu verursachen. Etwa 40 Personen, die ihre Zugehörigkeit zu der Gesellschaft nicht nachweisen konnten, wurden vorläufig verhaftet. Die Umschlagseite des vom Reichskriegsminister im Einvernehmen mit dem Reichsinnenminister eingeführten neuen Wehrpasses, in dem künftig für alle Wehrpflichtigen Angaben über den Reichsarbeitsdienst und alle wehrmäßig wichtigen Angaben eingetragen werden.(Scherl=Bilderd., K.) Links: Adolf Hitler, der erste Wähler der Nation, erfüllte seine Wahlpflicht, von Köln kommend, im Wahllokal des Potsdamer Bahnhofs.(H. Hoffmann.)— Rechts: Das berühmte Schwarzhäupterhaus in Riga, der Sitz der Großen Gilde, die nunmehr von den lettischen Behörden aufgelöst wurde und deren Vermögen, einschließlich des Gildenhauses, nunmehr in den Besitz der öffentlichen Hand fällt. Die Große Gilde war ein Mittelpunkt des deutschen Volkstums in Lettland, und ihre Auflösung bedeutet einen schweren Schlag für das dortige Deutschtum. Glaubt Lettland etwa, mit dieser Entrechtung verwischen zu können, daß Riga eine deutsche Gründung ist, und Deutsche es waren, die Kultur in die baltischen Lande brachten?(Selle=Evsler, K.) Lustkuriere grüßen den Führer Die Luftschiffe wieder in Friedrichshafen dnb Berlin, 30. März. Die Luftschiffe„Hindenburg“ und„Graf Zeppelin" haben an den Führer und Reichskanzler folgendes Radiotelegramm gesandt: „Standort Tannenbergdenkmal. Vom deutschen Geschwaderflug über das befreite Deutsche Reich gedenken Besatzungen und Fahrgäste der Luftschiffe„Hindenburg" und„Graf Zeppelin“ ihres Führers in Dankbarkeit und Treue. Lehmann, Christiansen.“ Der Führer hat hierauf funktelegraphisch wie folgt geantwortet: „Den Besatzungen und Fahrgästen der Luftschiffe„Hindenburg“ und„Graf Zeppelin" danke ich für die mir vom„Standort Tannenbergdenkmal“ übermittelten Grüße. Ich erwidere sie herzlich und wünsche weitere gute Fahrt. Adolf Hitler.“ Zeppeline über Münster Begeisterte Volksgenossen— Sirenensignale dnb An Bord LZ.„Hindenburg", 30. März. Kurz vor Münster schiebt sich plötzlich aus einem Wolkenfetzen der„Graf Zeppelin“ an uns vorbei. Wir freuen uns über das Wiedersehen, denn wir haben den LZ. 127 seit Hamburg nicht mehr gesehen. Er hat seit heute morgen eine eigene Linie befahren, damit die Volksgenossen in den Städten und Dörfern, die bei gemeinsamer Fahrt nicht berührt werden können, wenigstens zum Teil entschädigt werden. LZ.„Hindenburg“ schweift aus den Wolken heraus und läßt sich in wenigen Sekunden von 650 auf 300 m über Münster herab. Wir sehen zwar den Boden und die winkenden Massen näher kommen, sonst fehlt uns jedoch jedes Gefühl dafür, daß wir„fallen“, so selbstverständlich und ruhig vollzieht sich diese Bewegung. Unser Schiff schlägt die Richtung Bielefeld=Hannover ein. Mit halber Kraft gleitet LZ.„Hindenburg“ unter den Klängen der deutschen Lieder langsam durch die Porta Westfalica. Nach Bielefeld sind wir in einer Stunde über Minden. Ueberall der gleiche Jubel. Die Signale der Sirenen und Dampfpfeifen wachsen zeitweise zu einem ohrenbetäubenden Orkan an. Ein Flaggenmeer in allen Straßen, sei es im Süden, im Osten, im Norden oder jetzt im Herzen unseres Vaterlandes. Das ganze Volk bekennt sich zur Nation und zu dem Werk, das Adolf Hitler geschaffen hat. Kletterpartie im Zeppelinbauch Kleine Geheimnisse— Interessante Entdeckungen dnb An Bord des LZ.„Hindenburs“, 30. März. (Vom Sonderberichterstatter des DNB. über Berlin abgeworfen und Unter den Linden— Ecke Charlottenburgerstraße gefunden.) Von der Größe des LZ.„Hindenburg“ macht man sich erst die rechte Vorstellung, wenn man ein wenig in seinem Bau umherklettert. Man glaubt sich in einer großen Halle zu befinden, obwohl sie nach oben zur Hälfte durch die riesigen Gaskammern verhängt ist. Gigantisch wirkt das Gestänge mit seinen unzähligen Verästelungen, aus dem das Gerippe des Luftschiffes zusammengesetzt ist. An Back= und Steuerbord donnern die Motoren, und unter dem starken Luftdruck ist die baumwollene Ballonhülle in dauernder flatternder Bewegung. Auf schmalem Steg kann man von der äußersten Spitze bis zum Heck und von dort hinunter in die Schwanzflosse klettern, und wenn man auf diesem Wege noch die Führergondel und einige der Motorengondeln mitnimmt, dann hat- man rund einen halben Kilometer zurückgelegt. Das mag die Größenmasse unseres fliegenden Hotels einigermaßen illustrieren. Dort hinten in der Schwanzflosse ist auch das Loch für den Abwurf; von hier gehen nicht nur die großen Pakete Propagandamaterials zu Boden, sondern auch die Nachrichtenbeutel der Berichterstatter. An den Seiten des Laufsteges durch den silbernen Leib hängen die mächtigen Behälter für Oel und Wasser, die einerseits die Motoren und zum anderen das musterhafte Bordhotel während der ganzen Reise mit Stoff versorgen. Hier befinden sich auch die zahlreichen Schlafkabinen und Arbeitsräume der Luftschiffbesatzung. mung des Lebensrechtes des deutschen Volkes und der Gleichberechtigung naher bestimmen. Diesen Ausführungen, die augenscheinlich von dem Wunsche getragen wurden, propagandistisch auf die französischen Wählermassen zu wirken, fügte landin einige Schlußbetrachtungen über die Friedensliebe des französischen Volkes an, das ebenso wie das deutsche Volk von der Notwendigkeit überzeugt sei, für Europa den Frieden auf festen und dauerhaften Grundlagen zu organisieren. Er sei sogar davon überzeugt, daß die Franzosen sich nicht einen zeitlich oder räumlich begrenzten Frieden vorstellten, der da und dort und zeitweise die Kriegsdrohung wieder aufkommen lassen würde. Wenn Reichskanzler Hitler zu einer allgemeinen vorbehaltlosen und rücksichtslosen Auseinandersetzung bereit sei, möge er auf diese Fragen antworten und sich im Angesicht eines Volkes nicht durch unbestimmte Reden, sondern durch kategorische und bestimmte Erklärungen aussprechen. Frankreichs Ziel sei die Vermehrung der kollektiven Kräfte, die in den Dienst des Rechts und der internationalen Gerechtigkeit gestellt werden und die Verminderung der Kräfte, die zum Nutzen dieses oder jenes Imperalismus verwendet werden könnten. harrar durch Bomben zerstört Dschidschiga ebenfalls schwer bombardiert Am Sonntag 8 Uhr belegten nach abessinischen Meldungen italienische Bombengeschwader, die seit dem 2. Dezember zur offenen Stadt erklärte alte Residenz Harrar mit Bomben. Schon vor Tagen gingen nicht nachzuprüfende Gerüchte um, die das Bombardement für den 29. März voraussagten. Wie ergänzend zu dem italienischen Bombenangriff auf Harrar gemeldet wird, ist Harrar nach abessinischen Meldungen vollständig zertört worden. Neben dem Sender ist auch die ranzösische Rot=Kreuz=Station und die französische Kirche sowie die koptische Kirche dem Bombenangriff zum Opfer gefallen. Gleichzeitig sollen auch 14 italienische Flugzeuge die Stadt Dschidschiga mit Bomben beleat haben. Lobhudeleien Herriots„liebe Freunde“. dnb Paris, 30. März. Der frühere Ministerpräsident Herriot stellt im„Oeuvre“ Betrachtungen über die durch London geschaffene Lage an. Er preist Eden, und zwar vor allem, weil er in Edens Ausführungen über die kollektive Sicherheit und über die Rolle des Völkerbundes seine eigenen wiederholt geäußerten Gedankengänge wiederfindet. Aber auch Sir Austen Chamberlain, den Herriot als seinen„lieben Freund“ bezeichnet, erhält Lobsprüche wegen seiner Formulierungen. Aus der geschichtlichen Sitzung des Unterhauses ergaben sich verschiedene Anzeichen dafür, daß, wenn Hitlers Vorschläge unannehmbar sein wurden, die Ausarbeitung eines„konstruktiven“ englisch=französischen Planes möglich sein werde, an den auch er, Herriot, denke, und auf den er noch zurückkommen werde. Neue Studienbestimmungen Die Immatrikulationen an deutschen Hochschulen. dnb Berlin, 30. März. Am 20. März 1936 hat an den deutschen Hochschulen die Immatrikulationsfrist begonnen, die am 18. April abläuft. Im Interesse der Studenten wird folgendes bekanntgegeben: 1. Immatrikulationen können nur noch während der Immatrikulationsfrist(für das Sommersemester vom 20. März bis 18. April) beantragt und vorgenommen werden. Außerhalb der angegebenen Zeit dürfen weder Neuaufnahmen noch Rückmeldungen zum Studium entgegengenommen werden. 2. Studien=Rückmeldung. Alle Studierenden müssen sich nach Beendigung der Semesterferien zum Studium unter Abgabe eines beim Sekretariat erhältlichen Meldescheines zurückmelden. Diese Rückmeldungen müssen während der Immatrikulationsfrist erfolgen. Studierende an Hochschulen mit festgesetzten StudentenHöchstziffern, die im Sommer=Semester 1936 dort verbleiben wollen, müssen ihre Rückmeldung bis spätestens 31. März 1936 persönlich oder schriftlich vornehmen, da sonst ein Weiterstudium an der bisherigen Hochschule infolge der festgesetzten Höchstziffern in Frage gestellt ist. 3. Fristeinhaltung. Innerhalb der angegebenen Frist eine persönliche Beantragung der Immatrikulation oder Studien=Rückmeldung nicht möglich, so muß sie auf schriftlichem Wege unter Angabe des Hinderungsgrundes rechtzeitig vorgenommen werden. Verspätet eingehende Anträge oder Meldungen können mit Rücksicht auf einen geordneten Geschäftsverkehr unter keinen Umständen Berücksichtigung, sondern erst zur Meldefrist des nächsten Semesters Erledigung finden. 4. Beurlaubung für ein Semester ist bis pätestens zum Ende der Immatrikulationsfrist bei der Hochschulverwaltung zu beantragen. Beurlaubte Studenten haben für das Semester, in dem sie beurlaubt sind, keinen Meldebogen oder Meldeschein auszufüllen; sie werden von der Hochschulverwaltung in der Beurlaubtenliste geführt. Sieg der Regierungstruppen Chinesische Kommunistenbanden zurückgeschlagen. dnb Berlin, 80. März. Die Chinesische Botschaft in Berlin veröffentlicht folgende telegraphische Mitteilung des Auswärtigen Amtes in Nanking:„Die Regierungstruppen haben die wichtigen strategischen Punkte der Provinz Schansi in diesen Tagen besetzt. Sie sind jetzt bis zu dem Ort Schilou vorgedrungen, den sie bereits eingenommen haben. Der Chef der Finanzkommission der kommunistischen Banden, Wang Scheng Wen, ist gefangen genommen worden. Die kommunistischen Banditen, die über den Hwangho nach der Provinz Schansi eingedrungen waren, haben einen Verlust von mehr als 8000 Mann zu verzeichnen, darunter teils Tote, teils Ueberläufer, teils Gefangene. Der Rest dieser kommunistischen Banden kann in kurzer Zeit bewältigt und unschädlich gemacht werden. Die Nachricht von der Einnahme der Orte Lingchi=kan und Kungtung durch die Banditen ist erfunden. Die Ausländer befinden sich dort in bester Sicherheit." Chautemps mit Schimpfworten empfangen Das„Scho de Paris“ berichtet aus Le Havre, daß der ehemalige französische Ministerpräsident Chautemps bei seinem Eintreffen an der dortigen Handelsbörse von den dort versammelten Maklern mit Schimpfworten empfangen worden sei. Es sei schließlich zu einem Handgemenge gekommen, so daß die Polizei sich veranlaßt gesehen habe, einzugreifen und verschiedene Verhaftungen vorzunehmen. Einige Polizeibeamter wurden dabei leichter verletzt. „Keine Kunststückchen" Polnische Stimmen zur deutschen Wahl. dnb Warschan, 30. März. Zum Ergebnis der deutschen Wahlen sagt„Gazeta Polska“, man könne den Sieg Hitlers nicht durch irgendwelche Druckmittel und Kunststückchen erklären, sondern aus dem deutschen Charakter und aus der Stimmung des deutschen Staatsbürgers, dessen Vaterlandsliebe, nationalen Stolz und Glauben an die inneren Kräfte Deutschlands ein Adolf Hitler zu entfachen wußte, wie niemand vor ihm. Durch die Stimmabgabe für Hitler hätten die deutschen Staatsbürger alle Schritte des Kanzlers in den drei Jahren seiner Regierung bestätigt und gebilligt und ihm völlig freie Hand für die nächsten Jahre gegeben. Auch die Blätter der Opposition heben hervor, daß Hitler einen„unglaublichen Sieg“ errungen habe, der zweifellos dazu beitragen würde, seine Autorität noch zu verstärken. Das Wahlergebnis bedeute letzten Endes die Billigung seiner Politik im Laufe der letzten drei Jahre durch das ganze Volk. Blick us die Wietschaft Der heutige Frühverkehr Weiter feste Börse. Am Montag lagen vorbörslich bei den Banken wie üblich nur wenig Orders der Bankenkundschaft vor. Immerhin lassen diese erkennen, daß weitere Kaufneigung anhält, während Abgaben so gut wie garnicht zu beobachten sind. Man kann also mit einer weiterfesten Börse rechnen. Am-Valutenmarkt blieb der französische Frank vorerst noch unverändert, dagegen lag der holländische Gulden mit 168,22 sehr schwach. Die angelsächsischen Valuten zeigten festere Veranlagung. Das Pfund errechnete sich in Berlin mit 12,30½, der Dollar mit 2,49. Berliner Getreidegroßmarkt Weizen 212, Roggen 175, feinste Braugerste 206 bis 212. Ruhig. Das Geschäft ist noch unentwickelt. Die Grundstimmung ist stetig. Das Angebot bleibt allgemein maßig. Für Roggen hat sich die bessere Kauflust erhalten. Altenessener Schweinemarkt Altenessen, 30. März. Auftrieb am Samstag: Ferkel 2100, Läuferschweine 784, zusammen 2884. Es kosteten im Großhandel: Ferkel unter 6 Wochen 15 RM., 6—8 Wochen alte 15—21, 8—12 Wochen alte 21—28. Läuferschweine: 3—4 Monate alte 28—34 RM., 4—6 Monate alte 34—50 RM., größere entsprechend höher. Marktverlauf: langsam. Kennziffer der Großhandelspreise. Die Kennziffer der Großhandelspreise hält sich für den 25. März wie in der Vorwoche auf 103,6 (1913= 100). Die Kennziffern der Hauptgruppen lauten: Agrarstoffe 104,7(+ 0,2 v. H.), industrielle Rohstoffe und Halbwaren 93,7(unv.) und industrielle Fertigwaren 120,2(unv.). Scharfe Diskonterhöhung in Frankreich. Die Bank von Frankreich hat auf den in der letzten Zeit zu beobachtenden Druck auf den französischen Franken, der u. a. in großen Kapitalbewegungen von Paris nach London und besonders Newyork zum Ausdruck kam, die Folgerungen gezogen und die Diskontschraube stark angezogen. Es wurde beschlossen, den Diskontsatz, der am 6. Februar d. J. durch Herabsetzung um ½ v. H. auf 3½ v. H. das letzte Mal verändert worden war, nachdem er bis Ende 1935 noch 6 v. H. betragen hatte, von 3½ um 1½ v. H. auf 5 v. H. zu erhöhen. Ferner wurde der Zinssatz für Vorschüsse auf Wertpapiere von 5 v. H. auf 6 v. H. und der Satz für Vorschüsse auf 30 Tage von 3½ auf 5 v. H. erhöht. Der große Zweifler Flandin kann nicht aus seiner Haut dnb Paris, 30. März. Der außenpolitische Teil der Rede, die Außenminister Flandin im französischen Rundfunk von seinem Wahlkreis Vezelay aus am Sonntagabend hielt, enthält scharfe Ausfälle gegen Deutschland, die sich stellenweise zu Gehässigkeiten steigern und in denen die Friedensliebe des Führers angezweifelt wird. Seitdem Deutschland den Locarno=Pakt ver leugnete, so führte Flandin u. a. aus, habe Reichs kanzler Hitler seine Ansprache und Aufrufe für den neuen Frieden immer wiederholt, den er der Welt zum Ausgleich bieten wolle. Er, Flandin, habe im Namen der Regierung erklärt, daß Frank reich nach Wiederherstellung der Achtung des inter nationalen Gesetzes zu jeder Verhandlung bereit sei, die geeignet wäre, den Frieden zu festigen Aber die Grundlage dieser Regelung müßte natür lich bestimmt und ernst zu nehmen sein. Man hätte hoffen können, daß Reichskanzler Hitler durch seine Kommentare das Unbestimmte in seinen anfänglichen Vorschlägen ver bessern würde. Der Führer habe dies aber leider nicht getan. Welchen Wert werde morgen ein Vertrag haben, so frage er sich, wenn Deutschland sich das Recht vorbehalte, ihn im Namen der„ewigen Moxal und des Lebensrechts" des deutschen Volkes zu verleugnen? Weiterhin müsse man die Frage stellen: Wer solle morgen hinsichtlich eines neuen Vertrages mit Deutschland unabhängiger und unpartetischer Richter sein, den Deutschland anerkenne, dessen Entscheidungen es sich unterwerfe? Wenn Reichskanzler Hitler es mit seinen Frie densbeteuerungen aufrichtig meine, so müsse er unbedingt seine Gedanken hinsichtlich der BestimVorläufiges amtliches Endergebnis der 35 Wahlkreise Fußball-Allerlei Frankreichs Länderspiele. Der Französische Fußball=Verband hat für die kommende Spielzeit bereits den Abschluß einer Reihe von Länderspielen getätigt. In der Liste wird auch der vierte Länderkampf gegen Deutschland angeführt, der am 21. März 1937 voraussichtlich in Berlin durchgeführt wird. Die weiteren Termine lauten: 13. Dezember 1936 gegen Portugal in Paris, 21. Februar 1937 gegon Belgien in Brüssel und 11. April 1937 gegen Italien in Paris. Polens Meisterschaft beginnt In Polen wird am 5. April die neue FußballMeisterschaft in Angriff genommen. Die Spiele erstrecken sich über den ganzen Sommer und werden mit Ruücksicht auf den harten polnischen Winter schon im Herbst beendet. Die Staatsliga setzt sich zum ersten Male aus der ursprünglich festgesetzten Zahl von zehn Vereinen zusammen. Es sind dies Ruch Bismarckhütte(Titelverteidiger), Slonsk Schwientochlowitz, Dab Kattowitz, Pogen Lemberg, Garbania Krakau, Warta Posen, Wisla Krakau, Warszawianka Warschau, Legja Warschau und LKS. Lodz. Nachwuchsspiele am 2. April Die Uebungsspiele der deutschen Nachwuchsspieler, die zusammen mit den besten Nachwuchskräften des Gaues Brandenburg im Berliner Sportforum bei einem Lehrgang versammelt sind, werden erst am Dienstag, 2. April ausgetragen. Auf dem Hertha=BSC.=Platz tritt zunächst die Reichs=B=Mannschaft gegen die zweite Vertretung Brandenburgs an, während anschließend der Olympia=Nachwuchs gegen die A=Mannschaft von Brandenburg spielt. Graf Baillet=Latour beim Mikado Graf Baillet=Latour, der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees, wurde vom Kaiser von Japan, dem Mikado, in Audienz empfangen. Baillet=Latour sprach seine höchste Anerkennung aus über die großartigen sportlichen Einrichtungen Japans, vor allem über das Meiji=Schrein=Stadion, das als Austragungsstätte der XII. Olympischen Spiele in Frage kommt. SA-Schützen in Sportvereinen Der Chef des Führungsamtes der Obersten SA=Führung, Gruppenführer Jüttner, weist darauf hin, daß die Mitgliedschaft von SAAngehörigen in Vereinen des Deutschen Schützenbundes im Deutschen Reichsbund für Leibesübungen durchaus zulässig sei. Verschiedentlich hatten Einheitsführer ihren Sturmangehörigen diese Mitgliedschaft untersagt und den Austritt aus den Vereinen gefordert. Billardsport Weltmeisterschaft im Cadre 45/2. Bei der Billard=Weltmeisterschaft im Cadre 45/2 in Barcelona hatte der deutsche Vertreter, Lütgehetman, einen schlechten Start. Er wurde von dem Spanier Cabra mit 400:397 besiegt, gewann aber in der zweiten Runde“seinen Kampf gegen Reicher=Oesterreich mit 400:201 in 34 Aufnahmen. Zuvor mußte er aber auch Albert=Frankreich mit-400:117 in acht Aufnahmen einen überlegenen Sieg überlassen. Zu den Favoriten des Wettbewerbs zählen vor allem Davin=Frankreich, Albert=Frankreich, Moons und Sweering=Holland. Bemerkenswert ist noch, daß Davin und Albert bereits zusammentrafen. Davin gewann den Kampf mit 400:319. Deutsche Bormeisterschaften Programmänderungen in Bielefeld, Münster, Duisburg und Hagen. Bei den Vorrundenkämpfen um die Deutschen Amateurboxmeisterschaften wurden in letzter Min. in verschiedenen Gewichten noch Aenderungen vorgenommen. Die neuen Kampfpaarungen: In Bielefeld: Fliegengewicht: Friedrich=Spremberg gegen Strahl=Danzig; Weltergewicht: NeuMülheim gegen Knoth=Düsseldorf, Campe=Berlin gegen Weiß=Chemnitz, Radomski=Schalke gegen Mutsch=Trier. In Münster: Weltergewicht: Ulderich=Köln gegen Lupar=Allenstein; Halbschwer: Lenzen=Göttingen gegen Krumm=Köln. In Duisburg: Schwergewicht: Fischer=Nürnberg gegen Kleinholdermann=Homberg. In Hagen: Leichtgewicht: Schmedes=Dortmund gegen Biemer=Köln; Mittelgewicht: StrathmannHerne gegen Knödl=Straubing. Das Ende vom Lied... Selbstmordversuch eines Clowns Mit schweren Vergiftungserscheinungen wurde dieser Tage der bekannte Zirkusclown und Theaterdirektor Jancsi Kobor in seiner Wohnung in Budapest aufgefunden. Der Mann hatte wegen eines Strafverfahrens, das gegen ihn eingeleietet warden war, einen Selbstmordversuch gemacht. Es ist nun schon eine Reihe Jahre her, seitdem der Clown Jancsi Kobor in einem kleinen Budapester Zirkus jung und alt mit seinen urkomischen Späßen erheiterte. Aus allen Teilen der Stadt liefen die Menschen zusammen, wenn Kobor auftrat. So ging es Jahr für Jahr, bis Kobor eines Tages erklärte, er wolle sich nunmehr selbständig machen und in der Nähe von Budapest eine Freilichtbühne eröffnen. Die Abschiedsvorstellung in dem Budapester Zirkus bildete einen wahren Triumph für den Clown; das Haus war derart überfüllt, daß die Polizei einschreiten mußte. Bald darauf zog der gefeierte Clown tatsächlich als eigener Zirkusdirektor hinaus, um seine Freilichtbühne zu eröffnen. Er stellte Artisten, Tierbändiger und Kunstreiter in seine Dienste, und es hatte fast den Anschein, als ob er dem Budapester Zirkus, einem alten, soliden und gutfundierten Unternehmen, langsam das Wasser abgraben würde, denn sein Publikum hielt ihm die Treue. Zwei Jahre lang konnte sich Jancsi Kobor eines stets ausverkauften Hauses erfreuen. Es lenzt in allen Gärten „Gehört mir, ich hab' ihn zuerst gesehen!" „Nee, meiner isses— ich bin dem Ferd schon viel länger nachgelaufen als du!“ mmmmmmmmmmmmmmnu Dann riß der Erfolg aber mit einem Male jäh ab. Es kamen Tage, an denen sich kaum 20 Zuschauer zur Vorstellung einfanden. Kobor geriet in Not. Er war verzweifelt, denn nun konnte er nicht einmal mehr die Gagen für seine Leute aufbringen. In seiner Ratlosigkeit wandte er sich an den Artistenverband und bat um Unterstützung. Aber auch hier fand er kein Verständnis. Man machte ihn im Gegenteil ausdrücklich auf seine Verpflichtungen seinen Artisten gegenüber aufmerksam. Alle diese Enttäuschungen dürften Jancsi Kobor nun dazu getrieben haben, den Entschluß zu fassen, freiwillig aus dem Leben zu scheiden. Der einst so gefeierte Clown soll den letzten Meldungen zufolge in hoffnungslosem Zustand darniederliegen. In einem sind sich alle einigdaß wir nur Qualitätswaren führen, aber zu Preisen, die auch Ihnen eine Anschatfung ermöglichen. Wir zeigen Ihnen gern unsere große Auswahl und bitten um Ihren unverbindlichen Besuch in unseren Geschäftsräumen. Hein de Groot, Bochum Möbel/ Teppiche/ Verbinder/ Läuferstoffe/ Kleinmöbel Polstermöbel Ehrenfeldstr. neben Westf. Hof 4 und Bürohaus Hattinger Str. Eingang Clemensstraße Städtisches Orchester Bochum Vormiete Viertes Meister-Konzert Donnerstag, den 2. April, 20 Uhr, im Stadttheater Sollat: Gaspar Cassado Programm: W. A. Mozart: Symphonie in g-moll. H. 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März 1938 verlängert worden. Die diese Verlängerung der Geltungsdauer genehmigende Verfügung wird nachstehend zur Kenntnis gebracht. „Genehmigt für die Zeit bis zum 31. März 1938. Arnsberg, den 11. März 1936. Der Regierungspräsident (L. S.) IK1674 J. A: gez. Dr. Martinius.“ Bochum, den 26. März 1936. Der Oberbürgermeister. Bochum. Die Ordnung angung der Erlaubnis nkwirtschaft oder Bezirk der Stadt Bochum vom 25. Juni 1925 in der Fassung des I. und II. Nachtrages vom 30. 6. 1927 Verlängerung nigende Verfügung wird nachstehend zur Kenntnis yt:„Die Genehmigung wird hiermit im Einvernehmen mit dem eichs- und Preußischen Minister des Innern und dem Preußischen Finanzminister für die Zeit bis zum 31. 3. 1938 verlängert. Arnsberg, den 11. März 1936, Der (L. S.) I K I 660. Bochum, den 27. März 1936. J. A.: gez. Dr. Martinius.“ Der Oberbürgermeister. Diplome, Urkunden, Wertpapiere fertigen wir in unserem neuzeitlichen Druckereibetrieb in technisch und künstlerisch hervorragender Ausführung. 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