Erschein/ laglich an allen Werllagen morgens früh.- Bezugsoreis 1.60 Mi. monatlich einschl. Botenlohn: durch die Post frei ins Haus gebracht 1.66 Mi., f. Selbstiabholer 1.30 M. Einzelpreis 10 Ofg.- Anzeigenpreis mm 8 Pfg. Anzeigenannahmeschluß 17 Uhr am Tage vorher.— Flli die Aufnahme von Anzelgen an beimmten Tagen und Plätzen wird'eine Gewähr übernommen. Allgemeiner Anzeiger für die Aemter Sprockhövel und Haßlinghausen. Lokal=Anzeiger für die Aemter Volmarstein, Herbede, Blankenstein und Hattingen. Druck u. Verlag R. Steinbeck, Sprockhövel. Hauptschriftleiter Alfred Steinbeck, dessen Stellvertreter: Rudolf Steinbeck, b i Sprockhövel. Verantwortl. für Ortlich. u. Allgem. A. Steinbeck, Sprockhövel, f. d. übr. Textteil: Wilh. Gehlen Wattenscheid, für den Anzeigenteil R. Steinbeck Sprockhövel. D.-A. III 38 3090 Fernruf 4078 Amt Hattingen Z. Zt. ist Preisl. Nr. 3 gültig. Nr. 102(Erstes Blatt) Dienstag, den 3. Mai 1938 41. Jahrgang Der Führer nach Stalien abgereist Jubelnde Menschen an den Straßen zum Anhalter Bahnhof/ Abschiedsansprache Hermann Görings Berlin, 2. Mai. Der Führer und Reichskanzler ist mit seiner Begleitung am Montagnachmittag um 16.44 Uhr im Sonderzug vom Anhalter Bahnhof zu seinem angekündigten Staatsbesuch nach Italien abgereist. Er folgt damit bekanntlich einer Einladung Seiner Majestät des Königs von Italien und Kaisers von Aethiopien und des italienischen Regierungschefs und Duce Benito Mussolini, dessen vorjährigen Besuch in Deutschland der Führer erwidert. Die Berliner Bevölkerung, die sich zu Zehntausenden an der festlich geschmückten Anfahrtsstrecke vom Wilhelmplatz über die Wilhelm= und Anhaltstraße zum Anhalter Bahnhof eingefunden hatte, gab dem Führer ein jubelndes Abschiedsgeleit. Auf dem Bahnhof selbst erwartete Generalfeldmarschall Göring mit Mitgliedern der Reichsregierung, den Gauleitern und Vertretern des Berliner Fascio den Führer, um ihm als Sprecher des ganzen deutschen Volkes die besten Wünsche der Nation mit auf den Weg zu geben. Schon Stunden vor der Abfahrt des Führers vor der Reichskanzlei drängten sich Tausende auf den Straßen zum Bahnhof, die einen großartigen Schmuck erhalten hatten. Girlanden zogen sich von Haus zu Haus. Die neben leuchtenden Hakenkreuzbannern flatternden grün=weiß-roten Fahnen Italiens wiesen auf den historischen Anlaß der festlichen Ausschmückung hin, die sich am und im Anhalter Bahnhof zu einem künstlerisch gestalteten, überaus prächtigen Bilde steigerte. Auf dem Askanischen Platz kündete ein großes Spruchband: „Hitlers Kampf ist der Kampf um den wirklichen Frieden der Welt!“ Um 16 Uhr hatten sich hinter dem inzwischen auf der Anfahrtsstrecke gebildeten Spalier der Parteiformationen— SA., 4, NSKK., Marine=SA. und Werkscharen— Zehntausende aufgestellt, die mehrere Glieder tief die Bürgersteige säumten. Alle Fenster waren dicht mit Schaulustigen besetzt, die wie Trauben an den Häuserfronten hingen. Besonders stark war der Andrang auf dem Wilhelmplatz und auf dem Askanischen Platz vor dem Anhalter Bahnhof. Auf dem Wilhelmplatz riefen Sprechchöre nach dem Führer. Inzwischen war die Erwartung der Massen aufs höchste gestiegen, als 10 Minuten nach 4 Uhr der Führer die Reichskanzlei verließ. Der Jubel und die Begeisterung der Berliner machte sich in brausenden Heilrufen Luft, die sich auf der ganzen Fahrt bis zum Bahnhof wie eine Welle fortsetzten. Der Führer dankte, in seinem Auto stehend, nach allen Seiten für die stürmischen Huldigung Bahnhof begrüßte Generalfeldi en. Vor dem Zahnhof begrüßte Generalfeldmarschall Göring den Führer, der hierauf die in der Möckernstraße angetretenen Ehrenkompanien der Wehrmacht unter den Klängen des Präsentiermarsches abschritt. Während das Deutschlandlied erklang, geleitete Generalfeldmarschall Göring den Führer in den Bahnhof, wo ihn die den Führer begleitenden Persönlichkeiten und die zu seinem Abschied versammelten hohen Vertreter von Staat und Partei bereits erwarteten. Ein überaus buntes Bild bietet sich in der Bahnhofsvorhalle. Schon um 16 Uhr war fast das gesamte Führerkorps von Deutschland hier versammelt. Jubelnd begrüßt wurden der Gauleiter von Berlin, Reichsminister Dr. Goebbels, und Reichsaußenminister von Ribbentrop, der in der neuen Diplomatenuniform auf dem Bahnhof erscheint. Kurz darauf werden auch dem Stellvertreter des Führers, Reichsminister Heß, Ovationen zuteil. Man sieht ferner neben den den Führer begleitenden Persönlichkeiten fast die gesamte Reichsregierung, die Minister von Neurath, Rust, Kerrl, Darré, Frick, Dorpmüller, Ohnesorge, Funk und Gürtner, ferner Korpsführer Hühnlein, Korpsführer Christiansen, Generaladmiral Dr. h. c. Raeder mit mehreren Admiralen und Generaloberst von Rundstedt mit einer Reihe von Generalen, Gauleiter Stürtz, Gauleiterstellvertreter Görlitzer, zahlreiche Staatssekretäre und viele Führer aus der Partei und ihren Formationen. Außerdem waren anwesend die gesamte italienische Botschaft unter Führung des Geschäftsträgers Botschaftsrat Graf Magistrati und der Berliner Fascio sowie die Militär- und Luftattachés Italiens. Vieltausendstimmiges Heil erfüllte die weite Bahnhofshalle, als um 16.20 Uhr der Führer in Begleitung von Generalfeldmarschall Göring die Halle betrat. Der Jubel und die Segenswünsche, die das Volk dem Führer mit auf die Reise nach Rom gaben, schlugen ihm auch entAmfassender Bauplan für München U=Bahn, neue Over, Großbauten von Partei, Behörden und Staat München, 2. Mai. Der Führer hat, wie erinnerlich, am 2. April in seiner Rede in München verkündet, daß die grundlegende Planung, die aus der Stadt München die Hauptstadt der Bewegung und die Hauptstadt der deutschen Kunst machen wird, nun zum Abschluß gekommen sei. Das Bauprogramm steht nun nach langjähriger wühevoller und aufopfernder Zusammenarbeit aller Beteiligten in klaren Umrissen fest. Ausgangspunkt der neuen Planung ist die Umgestaltung der Bahnanlagen in und um München. Zwischen Hirschgarten und Landsberger Straße ermöglicht ein neuer Hauptbahnhof im Fernverkehr einen reibungslosen Durchgangsverkehr von Norden und Westen nach Östen und Süden. Die neue Lage des Hauptbahnhofes erfordert eine schnelle Verbindung mit der Stadtmitte und dem Bahnhof München=Ost für den Vorortverkehr. Hierfür wird die U-Bahnlinie zen— Ost erbaut. Die Verbindung der Stadt von Süden nach Norden erfolgt durch die Süd=Nord=U=Bahnlinie. In städtebaulicher Beziehung ergibt sich für den Ausbau der Stadt die Möglichkeit, auf dem über 2,5 Kilometer langen freigewordenen Gelände des jetzigen Bahnkörpers einen wahrhaft monumentalen neuen Straßenzug zu schaffen, der alle Neubauten aufnehmen wird. Die neue große Oper wir hier als vornehmster Bau des neuen München Platz finden, ebenso ein M S Der Ausklang des Nationalen Feiertages des Deutschen Volkes Den Abschluß des Nationalen Feiertages in der Reichshauptstadt bildete eine gewaltige Kundgebung, in deren Mittelpunkt die Rede des Ministerpräsidenten Generalfeldmarschall Göring stand. Inser Bild: Generalfeldmarschall Göring schreitet in Begleitung von Reichsführer 4 Himmler Front der Formationen ab.(Weltbild- M.) die Der neue Flughafen schließlich soll schon im Oktober dem Verkehr übergeben werden. Hörberichte von der Italienfahrt Miterleben an den Lautsprechern Berlin, 2. Mai. Von der Ankunft des Führers in Rom und der Triumphfahrt zum Quirinal am Dienstag, dem 3. Mai, bringt der deutsche Rundfunk im Rahmen eines Unterhaltungskonzertes des Deutschlandsenders von 20 bis 22 Uhr laufend Hörberichte. Am Mittwoch, dem 4. Mai, 16 bis 19 Uhr, berichten alle Reichssender im Rahmen eines Unterhaltungskonzertes vom Aufmarsch der Jungfaschisten sowie von der Kundgebung der Auslandsdeutschen in der Basilika di Massenzio. Um 17.30 Uhr wird die Veranstaltung vom Deutschlandsender übernommen. neues großes Operettentheater, ein Varieté mit Kabarett, ein großes Tonfilmyaus, ein riesiges städtisches Sportbad mit allen erforderlichen Nebenanlagen, ein großer Saalban für Großveranstaltungen, das mächtige Parteiverlagsgebäude, ein KdF.Hotel für den Durchgangsverkehr sowie Hotels neben Vergnügungsstätten aller Art. Der Bahnhofsvorplatz erfährt eine ganz besondere Gestaltung. An ihm liegen auch die Großbauten der Eisenbahn= und der Postdirektion. Auf dem Bahnhofsvorplatz erfolgt die Einmündung der Reichsautobahn=Zubringerstraße von Karlsruhe— Stuttgart— München. Die Neuanlage des Südbahnhofes hat die Aufgabe zur Folge, nicht nur dem südlich neu entstehenden Stadtteil und der dort geplanten KdF.Stadt zu dienen, sondern vor dem künftigen GroßAusstellungsgelände und seiner großen Halle auf dem südlichen Teil der Theresienwiese dem Massenverkehr zu genügen. Besonderer Sorafalt bedurfte die Aufstellung eines wohnungspolitischen Bauprogramms, das für die Dauer der Durchführung der städtebaulichen Maßnahmen berechnet wurde. Es waren dafür vier Punkte zu beachten: Volkswohnungsbau bis 1945 mit etwa 12 000 Wohneinheiten, Ersatzwohnungsbau bis 1945 mit mindestens 18 000 Wohneinheiten, Bau mittlerer und größerer Wohnungen an städtebaulich wichtigen Punkten mit im ganzen 12 000 Wohneinheiten sowie Deckung des Wohnungsbedarfs für den Arbeiter= und Beamtenzuzug. Bezüglich der weiteren Bauvorhaben der Partei, des Reiches, des Landes und der Stadt sei erwähnt, daß im Zuge der Gabelsbergerstraße das Kanzleihaus der Partei entsteht. Weiter werden erstehen die„Halle der Parte“, das Museum für Zeitgeschichte", das„Haus der Deutschen Arbeitsfront“. Für die Gauleitung München=Oberbayern ist für das neue Gaugebäude der Platz am Gasteig ausgewählt worden. Außer dem neuen Opernhaus wird ein Deutsches Theatermuseum errichtet. Der vergrößerte Odeonsplatz erhält das neue Odeon und im Norden das neue Zentralgebäude der Regierung. Die Alte Pinakothek erhält Flügelbauten. Das Künstlerhaus wird zur Zeit durch umfangreiche Neubauten zu einer wirklichen Heimstätte aller Münchener Künstler umgestaltet. Die neue Technische Hochschule wird in Nymphenburg auf dem Gelände nördlich des neuen Botanischen Gartens entstehen. Auch die Tierärztliche Hochschule München muß vom Rande des Englischen Gartens wegverlegt werden. Die naturwissenschaftlichen Sammlungen des Parks erhalten einen Neubau. Im Zusammenhang mit dem Deutschen Museum entsteht ein Bau für die Technik der Neuzeit. An Reichsbauten werden errichtet das Landesfinanzamt an der Ecke Sophien=Arcisstraße, das Auftamt in der Prinz=Regenten=Straße, die Reichsbank in der Ludwigstraße sowie das neue Funkhaus. gegen, als Generalfeldmarschall Göring das Wort zu kurzen Abschiedsworten nahm: „Mein Führer! In diesem Augenblick darf ich Ihnen die Abschiedsgrüße des ganzen deutschen Volkes übermitteln. Sie fahren jetzt als Staatsoberhaupt, als unser Führer, zu einer befreundeten Nation, um den Besuch zu erwidern, den der Duce im Herbst dem deutschen Volke und Ihnen abgestattet hat. Unsere aufrichtigsten und heißesten Wünsche begleiten Sie. Wir wissen, daß auch dieser Besuch dazu beitragen wird, die Festigkeit der Achse Berlin —mom aufs neue unter Beweis zu stellen, und wir wissen, daß diese Zusammenkunft wieder für den Frieden beider Völker und den Frieden der Welt von größter Bedeutung ein wird. Die beiden größten Männer dieses ahrhunderts treffen sich, und diesem Treffen elten heute, mein Führer, die herzlichsten Wünche Ihres Volkes. Gott segne Sie bis zu Ihrer Rückkehr.“ Während sich darauf der Führer mit seiner Begleitung nach dem vorderen Teil des Zuges beriefen die Berliner in Sprechchören:„Glückoh. Peise und Grucß an den Duer, Etna Minuten unterhielt sich der Führer vor der ahrt mit Generalfeldmarschall Göring, dem Stellvertreter des Führers, Dr. Goebbels und dem italienischen Geschäftsträger Botschaftsrat Magistrati auf dem Bahnsteig. Um 16.44 Uhr, wie planmäßig vorgesehen, setzte sich dann der Zug in Bewegung. Der Führer zrüßte noch einmal zu seinen Mitarbeitern zum teig hin. Ihre Heilrufe und die der Bepölkerung jenseits der Bahnsteige begleiteten den Führer noch eine Weile aus dem Bahnhof hinaus. Der Stellvertreter des Führers und die mitreisenden Minister nahmen darauf im zweiten Sonderzuge Platz und verließen, ebenfalls jubelnd begrüßt, elf Minuten später Berlin. Freudige Erwartung in Italien Rom, 2. Mai. Am Vortage der Ankunft des Führers in Rom steht die italienische Presse restlos im Zeichen des geschichtlichen Ereianisses. Neben ausführlichen Schilderungen über die Vorbereitungen für den triumphalen Empfang Adolf Hitlers in der Ewigen Stadt veröffentlichen die Blätter eingehende Berichte über die Feststimmung in Berlin. Halbseitige Bilder zeigen Rom und Berlin im Festschmuck. So kann man, je näher die Stunde der Ankunft des Führers rückt, eine ständige Steigerung der Begeisterung feststellen, mit der das faschistische Italien sich für die Begrüßung des großen deutschen Gastes rüstet. In den Blättern spiegelt sich nicht nur die freudige Erwartung wider, die das italienische Volk beseelt, sondern auch die rundsätzliche Bedeutung, die dem Beuch des Führers beigemessen wird. Auch die Bande der Freundschaft, die Italien und Deutschland verbinden, werden erneut hervorgehoben. Der„Messaggero“ betont, daß das Einvernehmen zwischen beiden Völkern eine alte Ueberlieferung der Kultur bekräftigt.„Piccolo“ beschreibt eingehend die Grundlagen der Achse Berlin—Rom, während der„Tevere“ vorbeugend den Wasserfall von tendenziösen Nachrichten und Auslegungen zurückweist, der sich anläßlich des Führerbesuches sicherlich schonungslos über Europa ergießen werde. Das verzauberte Rom Rom, 2. Mai. Ganz Italien hat am Vorabend der bevorstehenden großen Reise nach dem Worte des Duce die Fahnen, die Wappen und ) Schwere Ausschreitungen 19 gegen Sudetendeutsche Schwere Provokationen der tschechischen Staatspolizei Prag, 1. Mai. In Troppau kam es am Sonnabend gegen 23 Uhr und am Sonntagvormittag im Zusammenhang mit Ausschreitungen von Tschechen und Kommunisten gegen Sudetendeutsche zu schweren Provokationen der Staatspolizei gegen Sudetendeutsche. Der Abgeordnete der Sudetendeutschen Partei Ingenieur Künzl hat dem Prager Innenminister in einem Telegramm die Vorfälle ausführlich geschildert. Er weist in seinem Bericht darauf hin, daß durch das Versammlungsverbot in Troppau eine überaus gefährliche Lage geschaffen worden sei. Obwohl die strikten Weisungen der Sudetendeutschen Partei, Disziplin zu wahren, von der deutschen Bevölkerung beachtet worden seien, hätten sich Gruppenbildungen nicht verhindern lassen. Als unerhörte Provokation der Polizei müsse festgestellt werden, daß sie vereint mit Kommunisten und tschechischen Elementen in brutaler Weise von rückwärts auf die Bevölkerung eingeschlagen habe. Der Rechtsanwalt Dr. HampelZattig habe gerufen.„Pfui! Schande!", worauf sechs Polizeibeamte ihn durch mehrere Hiebe zu Boden geschlagen und lebensgefährlich verletzt hätten. Die 56jährige Mutter des Wirtes vom„Grünen Hirsch“ habe bittend gerufen:„Um Gottes willen, schlagt doch den Mann nicht mehr!" Darauf habe sich die Polizei auf die alte Frau gestürzt und auf sie eingeschlagen. Die Verletzungen von Dr. Hampel-Zattig eien im Spital als sehr schwer festgestellt worden. Dr. Hampel=Zattig sei in Lebensgefahr. Auch in der Ottendorfer Gasse und am Schulring seien die Polizisten brutal vorgegangen, und zwar gegen Jugendliche. Am Sonntagvormittag habe vor der Kanzlei der Sudetendeutschen Partei die deutsche Jugend promeniert, als plötzlich etwa 500 Tschechen Herzen erhoben, um in der Hauptstadt des Imperiums, dem Ewigen Rom, dem herrlichen Neapel und der Hochburg mittelalterlicher Kultur, Florenz, den Führer Großdeutschlands, Adolf Hitler, zu empfangen. Von allen Türmen und aus allen Fenstern flattern die Fahnen der befreundeten Nationen, Stadt und Land haben sich festlich geputzt: Hier ist wirklicher Frühling in das Land und in die Herzen seiner Menschen eingezogen. Drei Jahrtausende haben im ewigen Rom die Schätze ihrer Kulturen in einer unbeschreiblichen Fülle aufgestapelt. Sie alle umrahmt der unendliche Zauber des römischen Mai, der um diese Kulturmetropole der Welt, die die Römer mit Stolz Capitale del Mundo nennen, seine Bande geschlungen hat. Neben den Wahrzeichen jahrhunderte= und jahrtausendealter Kulturen, neben den neuzeitlichen Denkmälern der faschistischen Aera entfaltet die Natur ihren ganzen unaussprechlichen Liebreiz. Seit Tagen hat sich das Getriebe in den Straßen der 1,2=Millionen=Stadt vervielfacht, und es ist gewiß nicht zuviel gesagt, daß sich die Zahl seiner Einwohner verdoppelt hat. Immer gibt es in dem überaus geschäftigen Leben dieser Stadt Neues zu bewundern. Hier ist ja in der Tat jeder Stein ein Stück einer jahrtausendealten Geschichte. Mehr noch aber nimmt die Besucher und auch die Römer selbst das Getriebe der Weltstadt gefangen, die in wenigen Stunden einem politischen Ereignis von geschichtlicher Bedeutung entgegensteht. Ueber die Straßen und Plätze, die die Triumphzüge römischer Imperatoren erlebten, marschieren heute die Soldaten des neuen Weltreiches, die Bannerträger des Liktorenbündels, die Avantgardisten der faschistischen Revolution und die Trachtengruppen aus allen Provinzen des Landes. Am Vorabend des großen Tages hat Rom unter strahlendem Himmel den letzten Schmuck angelegt. Rom ist seit Tagen buchstäblich im Fieberzustand. Alle Zeitungen bringen viele seitenlange Berichte über das nationalsozialistische Deutschland, seine politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Einrichtungen, die Bilder des Führers in Mehrfarbendruck, und es gibt in der Tat auch kaum ein Geschäft, in dem man nicht den Führer und den Duce mit Blumen und Emblemen umrahmt ausgestellt hat. Ueberall, wo sich die schon eingetroffenen deutschen Gäste in der Stadt zeigen, sind sie Gegenstand begeisterter Kündgeungen. Ein Platzkonzert der Standarte Feldherrnhalle am Pincio und auf anderen großen Plätzen der Stadt war jedesmal von vielen Tausenden begeisterter und dankbarer Zuhörer umlagert. Auch die auswärtigen und ausländischen Besucher, die in diesen Tagen in Rom eingetroffen sind, haben sich der Vorfreude nicht entziehen können. Es ist das ganze Rom, das dem großen Tage mit freudiger Erwartung entgegensieht. deutschen Pressevertreter in Rom Rom, 2. Mai. Die aus Anlaß des Führer=Besuches nach Italien entsandten deutschen Schriftleiter wurden bei ihrer Ankunft in Rom auf dem Bahnhof vom Generaldirektor der Auslandspresse, Gesandten Rocco, und dem Generaldirektor der italienischen Presse, Cassini, berüßt. In ihrem Sotel hieß sie später auch der Ninister für Volksbildung, Alfieri, willkommen, in geschlossenem Zuge heranmarschierten, auf die deutsche Jugend keilförmig eindrängten und zu provozieren begannen. Aus den Fenstern des Stationskommandos sei von tschechischen Militärpersonen den tschechischen Demonstranten aufmunternd zugewinkt worden. Die Polizei sei machtlos gewesen. Im richtigen Moment hätten Ordner der Sudetendeutschen Partei durch Zurückdrängen der Volksmenge einen Zusammenstoß, der die ernstesten Folgen hätte nach sich ziehen können, verhindert. Ein deutscher Ordner sei von den tschechischen Demonstranten blutig geschlagen worden. Die deutsche Bevölkerung habe sich auf Aufforderung der Sudetendeutschen Partei ruhig nach Hause begeben, während tschechische Gruppen von neuem durch die Straßen gezogen seien. Der Abgeordnete Künzl verlangt am Schluß seines Telegramms vom Innenminister, deß er den Kommandanten der uniformierten Sicherheitswache, Rudolf, in Troppau seines Postens enthebt, da bewiesen sei, daß die Wache nicht nur vollkommen ungesetzlich, sondern auch in höchstem Grade unmenschlich vorgegangen sei. Sudetendeutsche blieben in ihren Wohnungen 2. Mai. Auf Anordnung der Amtswalter der Sudetendeutschen Partei begab sich die deutsche Bevölkerung Troppaus nach den tschechischen und kommunistischen Ausschreitungen in ihre Wohnungen, während die tschechischen und kommunistischen Gruppen ihre provokatorischen Umzüge durch die Straßen der Stadt unentwegt fortsetzten. Am Sonntagnachmittag wurde die strenge Anordnung der Sudetendeutschen Partei, sich zurückzuhalten und keinerlei Anlaß zu neuen Zwischenfällen zu bieten, wiederholt, nur die Tschechen und Kommunisten demonstrierten auch am Nachmittag weiter. Faire Volksabstimmung für die Sudetendeutschen Eine beachtenswerte englische Stimme London, 2. Mai. Eine Zuschrift eines ungenannten Verfassers an die„Eimes“ beweist, daß die englische Bevölkerung in zunehmendem Maße die Gefahren des tschechoslowakischen Problems für den Frieden Europas richtig erkennt. Der Artikel sagt u. a.: Hierin wird die Tschechoslowakei in ihrer gegenwärtigen Form eine ständige Bedrohung für den Frieden Europas, ebenso aber auch eine traurige Verhöhnung des Ideals von Freiheit und Selbstbestimmungsrecht, für das wir gekämpft haben. Und jetzt, wo gesunder Menschenverstand anscheinend wieder in den Kanzleien Europas zu herrschen scheint, sollte sie ein für allemal durch die Selbstbestimmung und eine faire Volksabstimmung in allen ihren Einzelheiten liquidiert werden. Die Gefahr Europas Garvin im„Observer" für Gleichberechtigung und Selbstregierung der Sudetendeutschen London, 1. Mai. Garvin bezeichnet im„Observer“ das Ergebnis der Verhandlungen der französischen und englischen Minister in London als eine charakteristische Fortentwicklung der Chamberlain=Politik. Zur Frage der Tschechoslowakei führte er dann im wesentlichen aus: Die gegenwärtige innere Verluderung der Tschechoslowakei lasse sich nicht aufrechterhalten, sie könne nicht unbeschränkt fortbestehen, sie sei die Gefahr Europas. Der Name Tschechoslowakei stelle die undemokratischste und unhaltbare Vorherrschaft der Tschechen über eine gewichtige Mehrheit anderer Völker dar. Unter diesen Völkern befänden sich 3½ Millionen Deutsche, die in unmittelbarer Berührung mit der Hauptgruppe ihres Volkes stünden und sich als sein integrierender Bestandteil fühlten. Es sei verrückt von den Tschechen gewesen, die Sudetendeutschen zu annektieren, denn diese müßten zwangsmäßig einmal in eine Art von Union mit ihrem Hauptvolk kommen. Die Tschechen müßten daher entweder den gleichen Weg gehen, indem sie ein Bündnis schlössen, oder sie müßten es den Sudetendeutschen erlauben, ihren eigenen Weg zu gehen. Einen Mittelweg sehe er nicht. Die Tschechoslowakei könne in ihrer gegenwärtigen unnatürlichen Gestalt nur mit Gewalt aufrechterhalten werden. Die französischen Freunde würden es gern sehen, wenn Großbritannien den Tschechen eine Art Vorherrschaft in dem gemischten Staat garantiere. Dazu dürfe Großbritannien sich aber nicht verleiten lassen, da nichts Bestand haben würde, was nicht durch Uebereinkommen zwischen den Tschechen und den Sudetendeutschen erreicht worden sei. Für ein solches Uebereinkommen sei die ständige Selbstregierung und Gleichberechtigung des deutschen Elementes nunmehr erforderlich. Garvin betont sodann insbesondere, daß der Pakt zwischen Frankreich und Moskau unerträglich für die Sudetendeutschen sein müsse, und daß es keine Lösung geben könne, solange man die deutsche Minderheit verpflichtet halten wolle, gegen Großdeutschland und die deutsche Sache mobil zu machen. Das sei ein brudermörderisches Vorgehen im Interesse eines anderen Volkes, das kein Fleisch und Blut aufhalte. Das dürfe die britische Politik daher auch nicht im geringsten unterstützen. Der Ausweg liege in einer vollständigen Reform des tschechischen Staates. Fundament ist die Volksgemeinschaft Die Ansprache Görings bei der Abschlußfeier im Lustgarten Stelle Sonne FrühDen Höbepunkt der Abschlußfeier im Berliner Lustgarten bildete die Ansprache des Generalfeldmarschalls Ministerpräsidenten Göring. der u. a. ausführte: Meine lieben deutschen Volksgenossen und-genossinnen! Kameraden! Als heute mittag unser Führer an dieser zu uns sprach, brach durch das Gewölk die und strahlte über uns mit ihrem warmen lingslicht. Wie diese Sonnenstrahlen durch das Gewölk drangen, so wich auch einst die Finsternis aus Deutschland. Ein Mann hatte die Fackel, das Licht des Glaubens, das Feuer der Zuversicht entzündet, bis über allen Gauen Deutschlands das Feuer der Freiheit leuchtete. In nächtlicher Stunde, da wieder nun die Fackeln entzündet sind, gedenken wir der Vergangenheit und verpflichten uns für die Zukunft. Inmitten unter uns steht der herrliche Maibaum, eine gewaltige Fichte aus der befreiten Ostmark. Als wachsendes Bäumchen sah dieser Maibaum erste De nserer Gesch Sternen Geschichte die jenes erste Deutsche Reich, ein Reich deutscher Nation. Dieser Baumerzaylt uns symbolhaft von dem Werden und von dem Geschickunseres Volkes und unseres Vaterlandes. Er sah das erste Reichuntergehen, ein Reich, das nicht zu innerer Kraft und Stärke geeint war, sondern in zahllose Dynastien zerfiel, die sich untereinander bekämpften. Nur äußerlich noch der Rahmen eines Reiches. Im Innern aber strebten die Kräfte auseinander. Nacht wurde es um Deutschland. Zum zweiten Male sah dieser Baum die Sonne aufgehen über unserem Vaterland. Ein zweites Reich erstand, ein Reich äußerer Kraft und Stärke, gegründet im Spiegelsaal von Versailles unter dem Jubel der deutschen Stämme. Im Spiegelsaal von Versailles, wo es einst geboren wurde, zerbrach dieses zweite Reich. Es mußte zerbrechen, denn auch ihm fehlte der Zusammenhalt, fehlte die Einheit und fehlte damit die höchste Kraft, um die letzte Probe zu besteben. Das Zwischenreich entstand. Auch dieses Zwichenreich sah dieser Baum als ein Reich der Zerplitterung, das von Anfang an schon die Zeichen des Verfalles an sich trug. Eine Unzahl von Parteien, von Klassen und Ständen zerriß und zersplitterte das deutsche Volk. Bruder kämpfte gegen Bruder. Man verstand sich nicht. Das eigene Ich stand im Vordergrund, war allein maßgebend. So kam, was kommen mußte: dieses Reich ging mit Riesenschritten seinem Untergang, seinem Verfall entgegen. Wir Deutschen fühlten mit tiefer Trauer und tiefem Ernst, daß dieses Reich unterzugehen drohte, im Feuer und Rauch einer bolschewistischen Zerstörung und Anarchie. In dieser schwärzesten Nacht un holte der Führer aus den glorreiche Idee unserer Weltanschauung, entzündete sie zur Fackel und brachte schließlich an jenem 30. Januar 1933 das Zwischenreich zu Fall. Es verbrannte in den lodernden Flammen des aufgehenden neuen Reiches, des Dritten, des nationalsozialistischen Reiches, des Reiches Adolf Sitlers. Die Führung dieses Reiches erkannte: ein Reich kann nur dann ewigen Bestand haben, eine Nation nur dann stark sein, wenn das Volk zusammengeschweißt und zusammengeschmiedet ist. Erste Voraussetzung und Erkenntnis war: das Fundament dieses Dritten Reiches ist die Volksgemeinschaft! Ueber all den Parteien, Ständen und Klassen schloß sich das Volk zusammen. Jeder trug die Erkenntnis in sich: das Volk ist ewig. Diese Erkenntnis, daß nur das Volk allein entscheidend ist, sein Wohl und Wehe Richtlinien der Führung sein müssen, ist eherne Grundlage für die unüberwindbare Festigkeit des Reiches. Der Dienst an der Nation, der Dienst am Volk steht über allem. Es ist keine Phrase, wenn wir sagen, das einige deutsche Land ist unüberwindlich. Zwei Organisationen repräsentieren heute die höchste Ein heit des Volkes: die neu geschmiedete Wehrmacht, entstanden aus dem Willen des Führers, geschmiedet durch seine Kraft, geformt durch seinen Entschluß! Als Voraussetzung dieser militärischen Einheit steht die nationalsozialistische Partei als politische Einheit Deutschlands! Die Partei ist Träaerin des politischen Einbeitswillens, die unüberwindlich ist und dem deutschen Volke Ewigkeitswert gibt. Die Einheit der Wehrmacht, die Einheit der Partei, sie waren die Voraussetzung, um das Volk neu zu formen, um dem Dritten Reich jene Kraft zu geben, die so stark ausstrahlt, daß jener Traum Wirklichkeit wurde, den die besten Deutschen hegten, seitdem das erste Reich in Trümmer gegangen war: die Ostmark wiederzugewinnen, mit den Brüdern aus Oesterreich ein Reich zu gestalten! Als Symbol dieses einigen Großdeutschen Reiches steht dieser Maibaum vor uns. Jetzt strahlt er in seiner letzten Bestimmung als Baum der Freude am Feste der deutschen Volksgemeinschaft. Mit diesem Baum sandten die Brüder aus der Ostmark uns ihre Wünsche, die besten Wünsche ihres Herzens. Mit diesem Baum sandten sie ihren Jubel über ihre Heimkehr ins Reich. Mit diesem Baum sandten sie ihre Gefühle unermeßlichen Dankes für den Mann. der dieses Reich schuf. Die Welt hat erkannt, daß es dem ganzen Volk ernst ist mit dem Führerwort: Wir dulden nicht länger, daß Millionen Deutsche unterdrückt werden, nur weil sie Prag gibt die skandalösen Zwischenfälle zu Amtliche Untersuchung angeordnet Prag, 2. Mai. Zu dem Zwischenfall, der sich am Sonnabend in Troppau ereignete, teilt das tschechoslowakische Preßbüro auf Grund amtlicher Erhebungen Einzelheiten mit. Es heißt da u. a.: In Troppau, wo durch Beschluß der zuständigen lokalen Behörden am 1. Mai Kundgebungen und Umzüge verboten worden waren, kam es am Sonnabendabend auf dem Oberring zu einer Zusammenrortuna von meist jugendlichen Personen deutscher Nationalität, von welchen vier auch der Polizei vorgeführt und dann wieder freigelassen wurden. Im Anschluß daran kam es zu einer neuerlichen Zusammenrottung von etwa 400 Personen. Dieser Menge kam ein gleichfalls nicht bewilligter Umzug von Tschechen, der etwa 100 Personen zählte, entgegen. Bei dem Zusammentreffen der beiden Ansammlungen kam es zu Zusammenstößen, bei denen die Polizei einschritt, die die Demonstranten vertrieb und die Straßen räumte. Bei dem Einschreiten der Wache wurden drei sonen verletzt. Falls die Untersuchung, die ein vom Ministerium des Innern entsandter höherer Beamter führt, irgendeine Schuld der Organe der Sicherheitswache oder eines anderen Organes der öffentlichen Verwaltung bei diesem bedauernswerten Zwischenfall ergibt, so wird dessen kompromißlose Bestrafung erfolgen. Deutsche sind! Wir haben der Welt gezeigt, daß Deutschland für seine Brüder einzustehen vermag. Wenn Deutsche zu Deutschen kommen, so ist das kein Problem der Völker, das ist allein Angelegenheit Deutschlands. Das hat jenes einzigartige Bekenntnis zum Deutschtum gezeigt, das wir am 10. April abgegeben haben, der Welt verkündend: Deutschland ist einig— Deutschland ist stark und unüberwindlich! Was wir haben, behalten wir, bereit, den höchsten Einsatz dafür einzusetzen. Die Stärke Deutschlands ist so gewaltig, weil in diesen Jahren des Dritten Reiches gearbeitet wurde wie noch nie zuvor! So bauten wir die neue Heimat auf, so schufen wir die neue Wehrmacht, die Deutsche Arbeitsfront, alle jene Organisationen, die befähigt sind, Deutschland zu sichern. Aus den einzigartigen Erfolgen dieser Arbeit können wir nur eine Verpflichtung zieben, die Pflicht, weiterzuarbeiten! Wenn wir in diesen Jahren gerüstet haben, um Deutschlands Sicherheit zu garantieren, dann wissen wir auch, daß diese Sicherheit weiter gestärkt werden muß. Wir sehen, wie um uns herum die Völker rüsten, wie sie Flugzeuge aus aller Welt kaufen, Vorräte für den Krieg aufstapeln und fragen uns: warum? Deutschland ist sich selbst genug. Deutschland will nichts als in Sicherheit leben und arbeiten. Die Werte, die es schafft, sollen dem eigenen Volke zugute kommen. Das Gelöbnis, alles zu tun, um die Sicherheit der Nation zu wahren, wollen wir in dieser nächtlichen Stunde bekräftigen, wollen für alle die anderen, die nicht hier sein können, es aussprechen: die Pflicht jedes Deutschen ist höchster Einsatz für sein Volk. Wir konnten in diesen Jahren arbeiten, weil wir den Wert und den Segen der Arbeit und den Wert des deutschen Arbeiters erkannt und seine Eingliederung in Volk und Nation vollzogen haben. In andern Ländern und Nationen ruht am 1. Mai auch die Arbeit. Aber in anderem Sinne als bei uns! Nicht im Zeichen der Einheit, nicht im Zeichen der Volksgemeinschaft, sondern im Zeichen des Klassenkampfes, des Bruderhasses. Um uns herum Elend, Streik, Arbeitslosigkeit, Klassenkampf und Klassenhaß! Ueberall in diesen Staaten rückt heute die Polizei aus, steht das Militär alarmbereit. Auch bei uns haben wir dies einmal erlebt. Im nationalsozialistischen Reich aver feiert das ganze Volk, freut sich gemeinsam. Auch der Soldat feiert mit seinem Volk. Als Sohn dieses Volkes nimmt er teil an der Arbeit und den Freuden. So ist dieser Tag zum Tag der Volksgemeinschaft geworden! Es gibt nichts Größeres und Herrlicheres, über das man sich mehr freuen könnte, als das höchste Glück der Volksgemeinschaft. Daran zu arbeiten, die Volksgemeinschaft zu erhalten und zu festigen, ist die Parole für das nächste Jahr. Mit dieser Parole verbinden wir alle, die hier in nächtlicher Stunde stehen, und alle, die durch den Aether mit uns verbunden sind, jenen heißen Dank an den Führer. Wir wissen, was er uns geschenkt hat. Wir wissen, daß dieses köstlichste Geschenk der Einheit sein Werk war von erster Stunde an. Ihm allein verdanken wir es, wenn heute die Ostmark wieder Eckstein des Reiches geworden ist. Er hat uns wieder den Glauben, die Zuversicht, die Freiheit und die Ehre gegeben. Aus tiefster Nacht hob Adolf Hitler sein Volk zu strahlendem Licht empor, aus Not zur Freude, aus Ohnmacht zur Kraft. Deutschland ist wieder groß. Deutschland ist wieder schön. Deutschland ist wieder einig. Ein Volk, ein Reich, ein Führer!(Stürmische Beifallskundgebungen.) Ein Sicherheitsdirektor Schuschniggs verhaftet „Konfidentenfonds" geplündert Wien, 2. Mai. Der letzte Sicherheitsdirektor Schuschniggs im Burgenland, Helmut Hirnschall, ist in Eisenstadt wegen Verbrechens der Amtsveruntreuuna und des Betruges verhaftet und in das Bezirksgericht eingeliefert worden. Hirnschall, der durch besondere Brutalität gegenüber verhafteten Nationalsozialisten berüchtigt war, hatte während seiner Amtstätigkeit aus dem„Konfidentenfonds", aus dem an Polizeispitzel Belohnungen ausbezahlt wurden(!), mehrere tausend Schilling durch Fälschung von Empfangsbestätigungen für sich selbst verwendet. Der Verhaftete hat ein Geständnis abgelegt. Im Wilna=Gebiet stach ein Jude ohne jeden Anlaß einen polnischen Waldhüter nieder. Die entrüstete Bevölkerung wandte sich darauf gegen die jüdischen Marktstände und verprügelte mehrere Juden. X Hablinghauser Zeitung= Enneve=Ruhr=Kreis-Zeitung Nr. 102. Fernruf: 4078 Amt Hattingen. Dienstag, den 3. Mai 1938. Postscheck: Dortmund 10 350. 41. Jahrgang. 9 Aus der Seimat : Ein Dahlhauser unter den Reichssiegern. Unter den rund 530 Reichssiegern beim berufswettkampf gingen 7 Teilnehmer aus Südwestfalen und drei aus Bochum siegreich hervor. Unter den Bochumern befindet sich auch der Lehrling Erich Gießbach aus Dahlhausen, technischer Zeichner bei der Firma C. Otto. : Hitlerurlauber kommen in den Kreis. Im Lauf des Sommers werden rund 350 Hitlerurlauber in den Kreis kommen, ohne die Urlauberkameradschaften, von denen je eine in Stärke von etwa 35 bis 40 Männern nach Hattingen, Haßlinghausen, Gevelsberg und Schwelm gelangen wird.— Schließlich werden auch noch die Verwandtenkindertransporte mit Unterstützung der NSV. durch alle Gaue Deutschlands durchgeführt. : In Menden werden 170 Volkswohnungen gebaut. Als ein Generalangriff auf die Wohnungsnot soll in Menden ein großes Bauvorhaben durchgeführt werden. Die Vorbereitungen sind jetzt soweit beendet, daß in den nächsten Tagen der erste Banabschnitt mit 170 Volkswohnungen zur Ausschreibung kommen kann. Im Monat Mai soll mit den Bauarbeiten begonnen werden. nsg. : Mehr Salat! Der Stand unserer Salatkulturen läßt eine vorzügliche Ernte erwarten, so daß schon jetzt von einem reichlichen Angebot gesprochen werden kann. Es ergeht daher an alle Verbraucherkreise der dringende Appell, in der nächsten Zeit in verstärktem Maße grünen Salat zu verzehren. Der Preis liegt bereits so günstig, daß diese gesunde Speise jedem erschwinglich ist. nsg. Sprockhövel. — Wer sind die Ortssieger und=siegerinnen? Im Rahmen der Mai=Kundgebung am Sonntagmittag auf dem neuen Platze an der Turnhalle war zunächst auch die Ueberreichung der Urkunden an die 21 Ortssieger und drei Ortssiegerinnen des Reichsberufswettkampfes vorgesehen, doch mußte diese Ehrung ausfallen und wurde in den einzelnen Betriebsfeiern vorgenommen. In Sprockhövel gab es folgende Ortssieger resp. =Siegerinnen: Fritz Knippschild(Hauhinco) 127 Punkte, Kurt Bangert(Hausherr=Söhne) 121,5 P., Karl Heinz Döneke(Hausherr=Söhne) 120,5 P., Hans Bangert(Hausherr=Söhne) 120 P., Alfred Pilgrim(Nüsse u. Gräfer) 118 P., Heinz Knippschild(Hauhinco) 118 P., Walter Nockenberg (Gießerei Hammerthal) 116 P., Hans Vogelsang (Gießerei Hammerthal) 116 P., Fritz Küchler Maschinenfabrik Paul Pleiger) 115 P., Heinz Lehmhaus(Hausherr=Söhne) 114 P., Gustav Oehler(Hauhinco) 114 P., Rudi Offermann (Hauhinco) 114 P., Heinz Schubert(HausherrSöhne) 113 P., G. Altenhain(Hausherr=Söhne) 112 P., Karl Fach(Pleiger) 112 P., Gustav Niederheide(Hausherr=Söhne) 111 P., Helmuth Schaub (Pleiger) 111 P., Paul Thomas(Pleiger) 111 Eugen Vogel(Hausherr=Söhne) 110 P., Emil Hippert(Hausherr=Söhne) 110 P. und Erwin Brocke(Hauhinco) 110 P.— Ortssiegerinnen wurden: Fachschaft Handel und Gewerbe: Gerda Schroer 121 P., Margret Uden 119 P. und bei den Hausgehilfinnen Edeltraut Vorberg mit 116 Punkten.— Fritz Knippschild wurde gleichzeitig Kreissieger und nahm an den Gaukämpfen teil, wo er ebenfalls achtbar abschnitt, wenn es auch nicht ganz zum Gausieger langte. — Auszeichnung eines Schützen. Kamerad Fritz Vorberg von den Sprockhöveler„Burgschützen“ erhielt am Samstag auf der Unterkreisschützentagung in Hattingen vom Unterkreisführer Kroniger die Anerkennungsurkunde als Vereinsmeister 1937 im Kleinkaliberschießen beliebiger Anschlagsart mit 151 Ringen.— Ebenfalls erhielt eine solche Urkunde bei gleicher Gelegenheit Kamerad Willi Borgmann vom Kleinkaliberverein Holthausen als Vereinsmeister im Kleinkaliber beliebiger Anschlagsart mit 125 Ringen. — Herrenloses Gefährt aufgefunden. Am Morgen des 1. Mai wurde auf der Elberfelderstraße ein Pferd von der Polizei sichergestellt, das mit einem unbemannten Gig hier umherirrte. Der Lenker des Gefährts, der in Sprockhövel schon am Abend vorher gesichtet worden war und der scheinbar eine Bierreise unternommen hatte, gelangte u. a. wegen Tierquälerei zur Anzeige. — Im Silberkranze. Die Eheleute Bergmann August Vorthmann und Frau, Elfriede geb. Brandt, im„Siepen“ im Sirrenberge wohnhaft, konnten gestern das Fest ihrer Silberhochzeit feiern. Wir schließen uns den vielen Gratulanten nachträglich mit den besten Wünschen an. Obersprockhövel. — Im Silberkranze. Am vergangenen Sonntag konnten die Ehelente Fritz Kortmann und Frau, Lilli geb. Schmitz, zwei ehemalige Obersprockhöveler Einwohner, jetzt in Werne an der Lippe wohnhaft, ihr 25 jähriges Ehejubiläum begehen. Wir entbieten dem Jubelpaare nachträglich unsern Glückwunsch! Haßlinghausen. — Mauern müssen weichen. Im Zuge der Arbeiten zur Fortführung des Bürgersteiges in westlicher Richtung sind verschiedenerlei bauliche Veränderungen erforderlich. So wird die Mauer und auch ein Teil des Kohlenschuppens am Hause Spennemann niedergerissen, die Gartenmauer vor dem Stephschen Hause wird um einige Meter zurückversetzt und auch die Hecke an der Weide oberhalb der NSDAP.=Geschäftsstelle muß verschwinden. Es wird dadurch eine einheitliche Straßenfront geschaffen. Der Bürgersteig erhält dadurch eine ziemlich gleichmäßige Breite. Er wird auch in dieser westlichen Verlängerung genau wie auf dem ersten Teilabschnitt mit einem breiten Plattenstreifen und seitlichem Mosaikpflaster versehen. In sausender Fahrt zu Tal Zwei Kleinbahngüterwagen machten sich selbständig. Am Samstagnachmittag gegen 4 Uhr ereignete sich auf dem Rangiergleis der Zeche Elisabethenglück in Durchholz ein Vorfall, der ungeahnt schlimme Folgen hätte haben können. Es lösten sich zwei Güterwagen, an denen auf unerklärliche Weise die Luftbremse nicht funktionierte. Die Wagen setzten sich auf der abschüssigen Strecke in Bewegung und erreichten bald eine hohe Geschwindigkeit. Sie durchfuhren in sausender Fahrt die mehrere Kilometer lange Strecke, und ehe man telefonischen Bescheid durchgeben konnte, hatten sie bereits das Stationsgebäude der Kleinbahn passiert und fuhren in das Rangiergelände der Reichsbahn hinein. Hier stand unglücklicherweise gerade eine Lokomotive mit Packwagen auf dem Einfahrtgleis der Kleinbahn. Mit großer Wucht prallten die beiden mit Kohlen beladenen Wagen auf die Lokomotive auf, wobei der erste Güterwagen in Trümmer ging. Die Lokomotive war über und über— bis hoch zum Schornstein— mit Feinkohle bedeckt. Vor lauter Kohle war nicht zu erkennen, was die Maschine durch den Aufprall abbekommen hat, ganz spurlos dürfte das jedenfalls an ihr nicht vorübergegangen sein. Man kann von Glück sagen, daß die beiden Güterwagen unterwegs keinen Schaden angerichtet haben. Wie leicht hätte auf den vielen Bahnübergängen etwas passieren können. Man muß sich auch wundern, daß bei der hohen Geschwindigkeit die Wagen in den Kurven nicht aus dem Gleise gesprungen sind. Das kann als ein Beweis für den guten Oberbau der Kleinbahnstrecke gewertet werden. In Höhe des Stationsgebäudes der Kleinbahn lagen— wie immer als Vorsichtsmaßnahme— Hemmschuhe auf den Gleisen. Aber durch die hohe Geschwindigkeit wurden sie nach kurzer Bremswirkung beiseitegeschleudert. Immerhin haben die Wagen dadurch eine gewisse Abbremsung erfahren, sonst wäre der Aufprall auf die Lokomotive noch stärker gewesen. Lokomotivführer und Heizer werden bei dem Zusammenstoß einen nicht geringen Schrecken und einen nicht unsanften Stoß bekommen haben, verletzt wurden sie aber nicht. So ist denn nur Sachschaden entstanden, der nicht allzu bedeutend sein wird.— Unser Bild zeigt die Lokomotive mit den Trümmern des ersten Kleinbahnwagens. Bild: Steinbeck. Hiddinghausen. Angetrunkener Motorradfahrer fährt Passanten an. Sonntag abend kurz nach 10 Uhr wurde der beim Wirt und Autounternehmer Lohbeck hierselbst als Beifahrer beschäftigte Alfred Hesse von einem aus Bochum=Werne stammenden Motorradfahrer auf der Provinzialstraße zwischen Böving und dem Neubau angefahren. Der junge Mann trug außer Hautabschürfungen einen Knöchelbruch davon und wurde noch am gleichen Abend dem Krankenhause in Gevelsberg zugeführt. Auch der Motorradfahrer wurde leicht verletzt, vor allem im Gesicht. Die Polizei, die zur Feststellung des Tatbestandes herbeigerufen wurde, stellte fest, daß der Fahrer des Motorrades, Walter Bayer, der von Herzkamp kam, stark angetrunken war. Der Arzt nahm eine Blutprobe, die das bestätigen wird. Der Fahrer wurde von der Haßlinghauser Polizei festgenommen und gestern dem Amtsgericht in Schwelm vorgeführt. Zweifellos trifft die Schuld an dem Unfall nur den Fahrer, da sich der Angefahrene, der mit der Straßenbahn von Haßlinghausen gekommen war und in dessen Begleitung sich die Frau Gr. von hier befand, ganz rechts hielt. Die Angelegenheit wird für den leichtsinnigen Motorradfahrer, der mit einigen Freunden unterwegs war, ein böses Nachspiel haben. Er hatte die Führung des Rades angesichts des Alkoholgenusses an seinen Freund abgeben wollen, nahm dann aber doch selbst die Lenkstange in die Hand. Der auf dem Sozius mitfahrende Freund blieb gänzlich unverletzt. Herzkamp. — Die Gäste blieben aus! Mit Rücksicht auf die kalte Witterung hat die Gefolgschaft des Verlages der Rheinisch=Westfälischen Zeitung in Essen ihre 200 jährige Jubelfeier, die bekanntlich für Samstagabend im Herzkamper Festzelt vorgesehen war, verlegt. Man will erst wärmeres Wetter abwarten. Durch diese Umdisposition mußte auch die Militärkapelle, die für zwei Tage verpflichtet war, abbestellt werden. Für Sonntag zur Feier des nationalen Feiertages wurden die Militärmusiker von Kameraden der Kriegerkameradschaft mit mehreren Personenwagen von Düssoldorf abgeholt und später wieder fortgebracht. Silschede. — Ihre Silberne Hochzeit können am morgigen Mittwoch die Eheleute Fritz Hochstrathe und Frau, Adele geb. Oesterling, auf der Gehrenbecke bei Quambusch wohnhaft, begehen. Die Ehejubilare sind beide Kinder unserer Gemeinde, sie stammen aus dem Kalthöverholz. Ihnen zum morgigen Feste unsere besten Wünsche! Hattingen. — Gefolgschaft fährt für mehrere Tage nach Oesterreich. Die Westfäl. Lokomotivfabrik Karl Reuschling teilte auf ihrer Maifeier mit, daß die Betriebsführung sich entschlossen hätte, für 30 Prozent ihrer Facharbeiter am 11. Juni eine kostenlose mehrtägige Fahrt nach Oesterreich zu unternehmen. Herbede. — Rechtzeitig Richtungswechsel anzeigen! Man kann häufig bei Fuhrwerken beobachten, daß die Gespannlenker beim Wechsel der Richtung dies reichlich spät anzeigen und dabei wenig Rücksicht auf nachkommende Fahrzeuge nehmen. Vor der Schachtanlage der Zeche„Herbeder Steinkohlen“ wäre das einem Kraftwagenlenker beinahe zum Verhängnis geworden. Dieser war im Begriff, ein Fuhrwerk zu überholen, als dieser plötzlich seinen Arm herausstreckte und im gleichen Augenblick auch zur Seite abbog. Durch das starke Bremsen des Autolenkers geriet das Fahrzeug ins Schleudern und geriet mit dem Fuhrwerk zusammen. Der Fuhrmann wurde dadurch vom Wagen geschleudert, kam aber mit geringfügigen Verletzungen davon. Der Kraftwagen wurde an einer Seite stark beschädigt. Für den Fuhrwerkslenker, der die alleinige Schuld an dem Unfall trägt, dürfte der Vorfall hoffentlich eine Warnung für die Zukunft sein. Gevelsberg. — Gevelsberger Allerlei. In der Nähe der Haufe warf ein Schuljunge einem Motorradfahrer während der Fahrt einen Stein ins Gesicht. Der Fahrer geriet zunächst in Verwirrung, faßte sich aber schnell, wendete sein Rad und verabreichte dem Jungen eine gehörige Portion ungebrannter Asche, was ihn wohl für die Zukunft von solchen Flegeleien abhalten wird.— Freitag mittag fuhr Dr. K. von hier in der Nähe des Schwelmer Brunnens mit einem Lieferwagen zusammen. Dr. K. wurde schwer verletzt dem Krankenhause zugeführt. Schwelm. — Leichenauto kippte um. An der Ecke Potthoffund Gasstraße stießen zwei Kraftwagen zusammen, ein Personenkraftwagen, der in Richtung Blücher= und Gasstraße fuhr und ein Leichenauto, das die Potthoffstraße in Richtung Barmerstraße befuhr. Bei dem Zusammenstoß wurden beide Wagen nicht unerheblich beschädigt, das Leichenauto kippte bei dem Zusammenstoß auf die Seite. Wuppertal. Im Schlaf überrascht. Gefährliches Schadenfeuer— Fünf Menschen in Gefahr. In dem Hinterhaus Obergrünewalderstr. 25 a, einem zweistöckigen Gebäude, war in der Nacht ein Brand entstanden, der, da die Bewohner schliefen, sich mehr und mehr ausbreiten konnte. Das Feuer war im Treppenflur des Erdgeschosses ausgebrochen, das an den verbotswidrig im Flur lagernden Waren, Kisten und Verpackungsstoffen reiche Nahrung fand und das Treppenhaus vollständig in Rauch und Flammen hüllte. Zwei im zweiten und dritten Obergeschoß wohnende Familien von fünf Personen, die durch laute Feuerrufe auf dem Schlaf geweckt worden waren, fanden den Rückzugsweg im Treppenhaus abgeschnitten. In ihrer Verzweiflung waren die Bewohner zu den vom Feuer weniger bedrohten Giebelfenstern geeilt und riefen hier laut um Hilfe. Ein Trupp der Feuerwehr drang mit Hakenleitern zu diesen Fenstern vor, brachte zunächst die Bewohner des zweiten Obergeschosses in Sicherheit und anschließend über eine weitere Hakenleiter die zwei Bewohner der obersten Wohnung. Von den geretteen Personen hat eine Frau bei dem Sprung von der Leiter auf das Dach anscheinend Verletzungen u. einen Nervenzusammenbruch erlitten. Sie wurde in das Städt. Krankenhaus gebracht. : Ehrung der Hundertjährigen. Der Führer und Reichskanzler hat der Frau Maria Mesenholl, in Wuppertal=Elberfeld, aus Anlaß der Vollendung ihres 100. Lebensjahres ein persönliches Glückwunschschreiben und eine Ehrengabe zugehen lassen. Ministerpräsident Generalfeldmarschall Göring hat der Witwe Mesenholl eine in der Staatlichen Porzellan=Manufaktur in Berlin hergestellte Ehrentasse sowie ein Geldgeschenk überreichen lassen. Werden. — Kind aus 25 Meter Höhe abgestürzt. Der acht Jahre alte Gerhard Kiene aus Essen stürzte beim Spielen auf der Charlottenhöhe in Werden aus einer Höhe von etwa 25 Meter ab. Der Knabe trug einen Schädelbruch davon, dem er im Krankenhaus erlag. Das Fost des deutschen Volkes im engeren Bezirk. Der Ehrentag aller schaffenden Deutschen liegt hinter uns. Das Volk hat sich diesen Maitag der Arbeit als ein Fest der Einigkeit gegeben und stieß über Klassenkampf und Haß zur glückhaften Gemeinschaft vor. Bezwingender denn je kam bei dem nationalen Feiertag des deutschen Volkes durch die Riesenaufmärsche aller Männer der Arbeit die starke Verbundenheit des Volkes und das gemeinsame Wollen zum Ausdruck. Es war ein Tag der Freude und des Stolzes. So hielt der Monat Mai mit einem freudigen Auftakt seinen Einzug. Zeigte er sich leider auch gerade nicht von der besten Seite— den Einzug des Lenzes stellt man sich im allgemeinen mit warmen, hellen Sonnenstrahlen vor— so konnte das die freudige Stimmung des Tages doch nur wenig beeinträchtigen. Zwar litten die Veranstaltungen im Freien allerorts sehr unter dem kalten und teils nassen Wetter. Vor allem verdarb es den Jungen und Mädchen der nationalsozialistischen Jugendformationen die Freude bei dem Einholen und Aufrichten der Maibäume. Die Tänze um den Maibaum fielen in den meisten Orten aus und man beschränkte sich im allgemeinen darauf, nach dem Aufrichten des Baumes einige Lieder zu singen. In Sprockhövel hatten sich trotz des schlechten Wetters am Samstagabend viele Bewohner am Ehrenmalsplatz eingefunden, um dem symboWenig lenzlicher Maianfang. lischen Akt, der Krönung des Kampfes um das junge Leben eines neuen Jahres, beizuwohnen. Mit dem Liede„Der Mai ist gekommen“ wurde der schön ausgeschmückte Baum von der Jugend eingeholt und durch die Hauptstraße zum Ehrenmalsplatz gebracht. Als der Baum aufgerichtet war, erklangen die Lieder der Jugend, die um das Rondell herum Aufstellung genommen hatte. Eine Ansprache von Jungbannführer Röllinghoff wies auf die Sinndeutung der Handlung hin. Wie wir hören, soll das Einholen und Aufrichten des Maibaumes in Sprockhövel in Zukunft in weit großzügigerer Form, d. h. unter Beteiligung aller Formationen und Gliederungen ausgestaltet Für den Urlaubsfahrer Wir teilen nachstehend die noch offenen KofFahrten mit: vom 11. 5.—20. 5. zum Rhein, 33.50 Rm.: 18. 6.—29. 6. zum Taunus, 39 Rm.; 7. 7. bis 21. 7. zum Schwarzwald, 52 Rm.; 14. 7.—27. 7. zur Mosel, 46.50 Rm.; 28. 8.—7 9. zur Nordsee, 41.50 Rm., sowie noch einige Teilnehmer in Oberbayern, Allgäu= und Schwarzwaldfahrten. Ferner: vom 24. 6.—6. 7. zur Ostsee, 50 Rm.; 1. 7. bis 15. 7. zum Spessart, 51 Rm.; 29. 7.—10. 8. zum Fichtelgebirge, 48 Rm.; vom 1. 8.—11. 8. zur Östsee, 49 Rm.; 8. 8.—22. 8. zur Schwäbischen Alb 51.50 Rm.; 4. 8.—17. 8. n. Sächs. Schweiz, 50 Rm. 8.—22. 8. n. Franken, 52 Rm. 11 8.—30. 8. nach Schlesien, 69.50 Rm.; 17. 8.—29. 8. nach Thüringen, 45 Rm.; vom 18. 8.—1. 9. zur Ostsee, 55 Rm.; 19. 8.—31. 8. zum Taunus, 42 Rm.; 19. 8. bis 29. 8. zur Lüneburger Heide, 38 Rm.; 27. 8. bis 10. 9. zum Odenwald, 50 Rm.; 27. 8. bis 4. 9. zur Lüneburger Heide, 52 Rm.; 2. 9.—18. 9. zum Rhein, 49 Rm.; vom 16. 9.—26. 9. zum Hunsrück, 36 Rm.; 16. 9.—26. 9. zur Mosel, 38 Rm.; 16. 9. bis 26. 9. zur Bergstraße, 35.50 Rm.; 30. 9.—10. 10. zum Rhein, 35 Rm.; 3. 8.—20. 8. nach Östpreußen, 69.50 Rm.; vom 23.—30. 6. zum Teutoburger Wald, 26 Rm.; vom 24. 6.—1. 7. ins Sauerland, 22,70 Rm.; 15.—22. 7. ins Sauerland, 24 Rm.; 12.—17. 5. nach Norwegen mit dem Dampfer Oceana, 51.50 Rm.; 10.—13. 6. nach Berlin zur Handwerkerausstellung, 17.50 Rm. mit Uebernachtung und Frühstück, 12.50 Rm. nur Fahrt; 14.—16. 6. nach Berlin zum Fußball=Länderspiel, bei 2 Uebernachtungen mit Frühstück 17.50 Rm. : Wirtschaftskundliche Studienfahrten— wer nimmt noch teil? Am 9. Mai beginnt in Hagen eine Wirtschaftskundliche Studienfahrt, die durch eine Anzahl bekannter südwestfälischer Industriebetriebe führt. Besichtigt werden Werke der eisenerzeugenden Industrie, Maschinenfabriken, Herdfabriken und andere Betriebe. Am 13. und 14. Mai sind die Teilnehmer in Dortmund, wo die Fahrt, auf der die Städte Gevelsberg, Rummenohl, Hüsten, Bochum und Hattingen besucht werden, ihren Abschluß findet. Für diese Fahrt wird noch eine beschränkte Zahl Teilnehmer zugelassen. Auskunft erteilen die Kreiswaltungen der Deutschen Arbeitsfront, Abteilung Berufserziehung und Betriebsführung, bei denen auch das Verzeichnis über alle Wirtschaftskundlichen Studienfahrten erhältlich ist. nsg. : Beihilfen für Aufforstungen. Es wird darauf hingewiesen, daß noch Beihilfen für Aufforstungen für Oedland, ertragslosen Niederwald und Schneebruchflächen in Höhe von 40 Prozent der Pflanzenpreise ausgezahlt werden. Anträge sind an die Kreisbauernführer zu richten. nsg. : Neuer Kreissportlehrer. Anstelle des kürzlich ernannten Kreissportlehrers H. Trippe, der jetzt an die Rektoratschule in Voerde berufen wurde, ist Lehrer Wiemann, Gevelsberg, zum Kreissportlehrer ernannt worden. Mitten davor. Schee. In der Frühe des 1. Mai, gegen 5 Uhr, fuhr ein in Solingen beheimateter Personenwagen, der aus der Richtung Obersprockhövel kam, oberhalb der Kurve bei„Glück Auf“ an der linken Seite vor einen Straßenbaum. Dabei wurden Stoßstange, Kühler und Scheinwerferanlage schwer beschädigt, außerdem ging die ganze Karosserie„aus dem Leim“. Die Scheiben wurden zertrümmert, das Steuerrad brach. Der Insasse kam mit einer Knieverletzung davon. Wenn der starke Straßenbaum dem Wagen kein Halt geboten hätte, wäre das Fahrzeug die hier ziemlich hohe Böschung hinuntergesaust. Es soll zu dieser Zeit an der Unfallstelle starker Nebel geherrscht haben. Bewohner des dortigen Hauses hörten den Knall des Zusammenstoßes und liefen zur Hilfeleistung auf die Straße. Der Fahrer kann von Glück sagen, daß er so glimpflich davongekommen ist. Der Wagen— ein alter Ford— ist verschrottungsreif. Auf unserem Bild kann man erkennen, wie die Stoßstange den Baum förmlich „umarmt". Bild: Steinbeck. Der Aufstieg zur Bezirksklasse. Wetter versagte in Meschede.— Welper spielte nicht. Der Auftakt in den Aufstiegskämpfen in der ersten Kreisklasse war für die beiden Kreis MarkVertreter nicht gerade erfreulich. In Welper war Neheim erschienen, jedoch konnte man wegen des unbespielbaren Platzes nicht spielen. Die Neheimer haben also die weite Reise vergeblich gemacht. Sehr unglücklich war das Eingreifen von Wetter 10 in Meschede. Die Märker verloren nicht nur verdientermaßen mit 0:3(0:3), sondern hinterließen auch einen wenig kampffreudigen Eindruck. Scheinbar sind der Mannschaft entweder die vielen Vorschußlorbern oder die letzten schweren Spiele nicht gut bekommen. Jedenfalls muß man später mehr zeigen, sonst wird es mit dem Aufstieg nicht klappen. Neheim Meschede Welper Wetter 10 Schwelm 06— Haßlinghausen 07 Tura Wuppertal25 neue Lager für Arbeitsmaiden Der Arbeitsdienst für die weibliche Jugend Nach dem Reichsarbeitsdienstgesetz vom 26. Juni 1935 sind alle jungen Deutschen beiderlei Geschlechts verpflichtet, ihrem Volk im Reichsarbeitsdienst zu dienen. Damit ist eindeutig zum Ausdruck gebracht, daß die Arbeitsdienstpflicht als ein ständiger Bestandteil nationalsozialistischen Wollens nicht etwa einseitig nur die männliche Jugend erfassen, sondern die gesamte deutsche Jugend im Geiste des Nationalsozialismus zur Volksgemeinschaft und zur wahren Arbeitsauffassung, vor allem zur gebührenden Achtung der Handarbeit erziehen soll. Wenn der Arbeitsdienst nach den Worten des Führers„die Schule der Nation“ sein soll, können wir von dieser Erziehungsschule die Frau nicht ausschließen. Die deutsche Frau muß als Lebensgefährtin des Mannes, als Mutter oder als Berufskameradin genau so wie der Mann bewußt in der großen nationalsozialistischen Aufgabe stehen. Eine wesentliche Entwicklungsstufe auf dem werden. Am Sonntagmorgen waren die Jugendformationen wieder die ersten auf dem Plan. Schon gegen 8 Uhr hörte man den Marschtritt und ihre Lieder. In Sprockhövel wurde die Jugendkundgebung aus dem Olympiastadion im Börgerschen Saale angehört, andererorts meist in den Schulen. In Haßlinghausen wurde vor dem Anhören des Staatsaktes aus dem Lustgarten in Berlin unter großer Beteiligung ein Festumzug durch den Ort, ausgehend von der Schmiedestraße, unternommen, der zum Sportplatz an der Kirche, dem Ort der Uebertragung führte. Trotz des kühlen Wetters harrte man hier aus, bis dies letzte Wort des Führers verhallt war. In Sprockhövel hörte man die Uebertragung in den Betrieben und in den Festlokalen an. Anschließend begab man sich in geschlossenen Zügen zum Platz an der Turnhalle zu einer kurzen Feierstunde. Die vereinigten Sänger sangen unter Musiklehrers Hegels Stabführung die beiden Chöre„Arbeitervolk“ und„Deutscher Maienruf“. Sodann sprach der Ortsgruppenleiter kurz zu den Versammelten und wünschte ihnen zum Schluß unter dem Motto des Tages„Freut Euch des Lebens“ vergnügte Stunden bei den Gemeinschaftsfeiern. Anschließend wurde zum Festzug formiert, für den vier Kapellen zur Verfügung standen. Diesmal sah man auch wieder einige Wagen im Festzuge. Besonderes Gefallen fand das auf der„Werft“ von G. Düsterloh hierselbst erbaute MiniaturKdF.=Schiff Wilhelm Gustloff, das mit Jungen der Marine=HJ. und anderem jungen Volk besetzt war. Auch die Knappen waren mit einem Wagen vertreten, auf dem ein mit„schwarzen“ Diamanten“ beladener Förderwagen thronte. Einige Knappen in ihren schmucken Uniformen bildeten die Besatzung. Unentwegt erklang unter Begleitung eines Bergmannsklavieres ihr Lied„Der Steiger kommt“. Vom Handwerk hatten die Dachdecker einen Wagen hergerichtet, auf dem zwar vor lauter Jugend der Dachfirst nicht mehr zu erkennen war. Auch die NSV. war im Festzug mit einem Wagen vertreten, auf dem die Leiterin des hiesigen Kindergartens mit ihren Helferinnen und der Schar der Kleinsten Platz genommen hatten. Der Reichsnährstand hatte zwei Wagen im Festzuge, von denen der bei der Betrachtung den Vorzug erhielt, an dem an einer Stange appetitliche Schinken und Würste hin= und herbaumelten. Ein eindrucksvolles Bild bot die Spitze des riesigen Festzuges mit der Fahnengruppe, der Politischen Leitung und dem SA=Ehrensturm, alles in Sechserreihen. Der Festzug führte bis zum Kindergarten, dann zurück zum Österfeld und in die Wiesenstraße bis Alte Haase. Am Schulplatz Nord wurde der Festzug aufgelöst. Abends fanden die Betriebsfeiern statt, bei denen es seucht=fröhlich herging. Vielfach wurde schöne Unterhaltung geboten, meist ging es aber schon sehr früh zum gemütlichen Teil, zum Tanzen über. Die Stunden schwanden schnell dahin, so schnell, daß selbst der Zeiger der Turmuhr nicht Schritt halten konnte, der sich am anderen Morgen den Bewohnern vollständig verbogen vorstellte... Wie in Sprockhövel, so verlief der nationale Feiertag des deutschen Volkes auch in den anderen Gemeinden in schönster Weise. In Herzkamp stand das große Festzelt der Kriegerkameradschaft zur Aufnahme der Volksgenossen bereit. Hier hatte man sogar eine Militärkapelle für den Festzug, der von der Schule aus zum Brink, dann zum Ellerhäuschen und von hier aus ins Zelt führte. Darbietungen der nationalsozialistischen Jugend sowie das Konzert der Fliegerkapelle unterhielten die Festteilnehmer. Die Mädchen tanzten und sangen schöne Lieder, wozu ein Arbeitsdienstmann mit dem Schifferklavier die Musik lieferte. Die Festrede hielt hier Lehrer Hasenack von Hohrath. Ortsgruppenleiter Vogel brachte das Sieg Heil auf den Führer aus. Da es im Zelt reichlich kühl war, war schon gegen 12 Uhr Schluß der Feier, was zwar nicht ausschloß, daß in den Lokalen heftig weiter gefeiert wurde. Auch in Silschede und Esborn wie auch in den anderen Orten unseres Verbreitungsgebietes verliefen die Feiern zu aller Zufriedenheit, und so war der erste Mai allgemein ein wahrer Festund Freudentag. Bild er: Steinbeck. — auf dem Wege zur Arbeitsdienstpflicht. Wege zur Arbeitsdienstpflicht der weiblichen Iugend bedeutete der Erlaß des Führers vom 26. September 1936, der anordnete, daß die Zahl der Maiden bis zum Frühjahr 1938 auf 25 000 zu erhöhen sei. Dieses Ziel ist inzwischen erreicht worden. Im April, im Juli und im Oktober 1937 sowie im Januar und April 1938 wurden die erforderlichen neuen Lager eröffnet, so daß der Arbeitsdienst für die weibliche Jugend auf eine zweieinhalbfache Vergrößerung innerhalb des letzten Jahres zurückblicken kann. Eine Fülle von Arbeit war zur Erreichung des Zieles notwendig, aber es wurde erreicht, weil der Befehl des Führers sowie der Wunsch, möglichst bald die ganze weibliche Jugend an dieser segensreichen Einrichtung teilhaben zu lassen, alle Widerstände überwinden halfen. Für das nächste Jahr bis zum April 1939 ist durch Erlaß des Führers eine Erhöhung der Zahl der Maiden auf 30000 bestimmt. Neben dieser Erhöhung der Maiden— und damit auch der Lagerzahl— schreiten auch der organisatorische und der innere Aufbau entsprechend fort. Die Arbeit des letzten Jahres im Bezirf IX— Westfalen—, der die Gaue Westfalen=Süd und =Nord umfaßt, wurde durch zwei Hauptaufgaben bestimmt. Einmal war das der Ausbau, der im Rahmen der allgemeinen Verstärkung des Arbeitsdienstes für die weibliche Jugend durchgeführt werden mußte. Im Zuge dieser Entwicklung wurde die Lagerzahl im Bezirk IX vom 1. Januar 1937 bis heute von 17 auf 42 erhöht. Dazu wurden als neue Dienststellen die Lagergruppen in Münster, Arnsberg und Herford errichtet. Die zweite Aufgabe war, den Arbeitseinsatz immer stärker auf das Land und die bäuerliche Hilfe einzustellen. Auf Grund der Verfügung des Reichsarbeitsführers, daß der Arbeitseinsatz demnächst nur noch auf dem Lande zur Entlastung der Bauernfrau zu leisten sei, mußte eine Umstellung im Arbeitseinsatz erfolgen. Nach und nach wurden im Laufe des letzten Jahres die städtischen Lager auf das Land verlegt. Die neuen Lager werden nur noch auf dem Lande errichtet. nsg. 0:3 0:2 Gesellschaftsspiel: chw.=W. Wuppertal 1:1(0:0) Jahn Wuppertal 12:4 Schwelm 95 3:3 Die Gauausscheidungen in Hagen. Die Volmestadt steht vor einigen großen Sporttagen, die schon bald beginnen werden. Bereits am 15. Mai sinden für den gesamten südwestfälischen Bezirk die Gauausscheidungen in der Tschammer und Östen=Kampfbahn statt. Anderthalb bis zweitausend Turner und Sportler treffen hier zum friedlichen Wettkampf zusammen, bevor sie nach Breslau gehen. Wer nach Breslau will, muß zu den Gauausscheidungen, die für Westfalen=Nord in Münster und Bielefeld stattfinden. Interessant aber ist, daß der Zwölfkampf für Männer und der Zehnkampf für Frauen nur in Hagen ausgetragen wird. Damit ist die Gewähr geboten, daß die Besten aus dem Gau sich in Boelerheide am 15. Mai einfinden werden. Die gesamten Wettkämpfe finden für 80 gebildete Riegen von 8 bis 13 Uhr am genannten Tage statt, so daß der Nachmittag für Sonderübungen frei wird. Alle Gerätekämpfe der Männer werden in einem auf dem Nebenplatz errichteten 20 mal 40 m großen Zelt ausgetragen, während die Frauen und Mädchen ihre Geräteübungen in der Turnhälle erledigen. Der Nachmittag bringt Keulenübungen der Frauen, Breslau=Freiübungen der Männer, eine Pendelstaffel und ein Handballspiel zwischen den Stadtmannschaften Hagen und Gevelsberg. Eine große Kundgebung für die Leibeserziehung schließt sich dem Nachmittagsprogramm in der Kampfbahn an. — Festlegung der Austragungstermine für die Meisterschaften der Schützen. Die Vereinsmeisterschaften, an welche sich aus dem Unterkreis Hattingen u. a. auch die hiesigen Vereine„Burgschützen“ und„Jagdschützen“ beteiligen werden, müssen bis zum 15. Juni durchgeführt sein, die Unterkreismeisterschaften bis zum 15. Juli. Besonderen Ehrgeiz werden aber alle Schützen darin setzen, auch an den diesjährigen Kreismeisterschaften teilzunehmen, die in diesem Jahre wie folgt durchgeführt werden: Kreismeisterschaften im Kleinkaliber militärischer und beliebiger Anschlagsart am 14. August, Wehrmann und Diopter=Großkaliber am 7. August, Scheibenpistole am 24. Juli, Wehrmann=Zimmerstutzen und Zimmerstutzen am 31. August, Luftbüchse mit Kugeln am 30. Oktober, Luftbüchse mit Bolzen am 30. November und der große Vier=Waffenkampf am 3. Juli. Wo in diesem Jahre diese Kreismeisterschaften ausgetragen werden, steht noch nicht endgültig fest. Auch die kinderlandverschichung förderst Du mit Deinem Mitgliedebeitrag jur nsv.! Wellenberge verdeckten das Blinklicht Vergebliche Rettungsfahrt in Sturmnacht und Brandung. Gegen 5 Uhr gelang eine Verständigung mit dem Feuerschiff Norderney. Der Kapitän gab an, daß ein holländischer Motorfrachter die Notflagge gezeigt hätte. Weiter war nichts zu erfahren. Wir Schwere Weststürme, die besonders hart über der deutschen Küste tobten, haben auch diesmal den Frühling eingeleitet. Wieder galt es für die 1200 freiwilligen Männer der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger, in jeder Stun= beschlossen daraufhin, wieder einzulaufen. Um 9 de zum Einsatz bereit zu sein. Bei Westerland Uhr, nach 15 stündigem harten Kampf mit der und Helgoland wurden insgesamt 18 Per= wilden See erreichten wir glücklich den Hafen. sonen aus Seenot geborgen. Aber nicht immer Unser Boot sah böse aus. Der dicke Bugfender bringen die Rettungsfahrten einen so erhebenden(hing in Fetzen herab, der Antennenmast fehlte, Lohn. Manches Mal müssen die tapferen Männer und innen im Boot lag alles voll Glasscherben. eine lange, schwere Sturmnacht durchkämpfen Wenn der Suche auch der Erfolg versagt blieb, und schließlich doch unverrichteter Dinge nach so hat doch grade die Fahrt erneut bewiesen, daß Hause fahren. So berichtete Vormann Raß, Norderney, kürzlich an die Gesellschaft: „Am 3. April meldete die Fliegerhorst=Kommandantur, daß ein Motorboot sich in Seenot befändr. Bei schwerem Sturm und hoher See liefen wir um 18 Uhr aus. In der Brandung des Dovetiefs brach der Antennenmast, so daß wir keine die wetterharten Retter an Deutschlands Küste jederzeit ihre Pflicht bis zum äußersten erfüllen. G. B.(Ras). : Reichsleistungsschreiben in Hattingen und Gevelsberg. Am Sonntag, dem 8. Mai 1938, finFunkverbindung mehr aufnehmen konnten. Trotz det das„Reichsleistungsschreiben auf der Schreibdem ging es mit Kurs auf das Norderneyer Feu= maschine“ der Deutschen Arbeitsfront statt. Es enrschiff weiter. Der Sturm nahm an Heftigkeit wurden 2 Aufgaben gestellt: 1. 10 Minuten Abimmer mehr zu, in einzelnen Böen bis zu Wind= schreiben eines Drucktexies.(Schnellschreiben); 2. stärke 11. Erst um 21 Uhr kamen wir beim Feuer= formgerechtes Darstellen eines Briefes nach eischiff an, wo wir durch Blinkzeichen nach dem in nem Drucktext. Teilnahmeberechtigt ist jeder Seenot befindlichen Schiff fragten. Der Funker deutsche Volksgenosse. Die Teilnehmer dürfen somußte beim Morsen von 3 Mann festgehal= gar die Schreibmaschine benutzen, auf der sie tägten werden, um überhaupt die Lichtsignale geben lich schreiben. Jeder Teilnehmer, der mindestens zu können, doch konnte das Feuerschiff in der bei einer der beiden Aufgaben eine brauchbare wilden See und hohen Dünung unsere Zei= Arbeit abgegeben hat, erhält eine Leistungsbechen nicht ablesen. scheinigung. Außerdem erhalten die Reichs= und Wir suchten nun auf gut Glück weiter. In der Gausieger wertvolle Ehrenpreise. Die einzelnen schweren Brandung dampften wir die ganze Nacht Firmen haben bereits die Anmeldekarten erhalbald nach Östen, bald nach Westen. Eine Brechsee sten. Anmeldungen können von sämtlichen Genach der andern ging über Deck. Sämtliche Lam= schäftsstellen der Deutschen Arbeitsfront entgenach pen im Schiff wurden zertrümmert, durch die Entlüfter kam in den Motorenraum viel Wasser. Schließlich versagte die elektrische Lichtanlage durch Kurzschluß. gengenommen werden. Für Gevelsberg findet das Reichsleistungsschreiben im Sitzungszimmer der Kreiswaltung, Gevelsberg, Wittener Straße 5, statt. Gnade ruck verboten Krell zögerte. Dann schien er einzusehen, daß diese junge Dame sich doch nicht abweisen lassen würde; er sagte etwas widerwillig: „Ich werde Herrn Cessani anrufen; wen darf ich melden?" „Ich heiße Eva Martens.“ Nach wenigen Minuten erschien Krell wieder. „Herr Cessani erwartet Sie!“ sprach er und bezeichnete Eva die in Dahlem gelegene Wohnung des Bankiers. Eva saß in dem Wagen, der sie aus der City heraus gegen Westen führte. Mit starren Augen sah sie zum Fenster hinaus; aber sie gewahrte nichts von dem, was sich draußen abspielte. Eine Ewigkeit lang dünkte sie diese Fahrt zu währen. Dennoch schrak sie zusammen, als der Wagen hielt. Mit mechanischen Bewegungen stieg sie aus. „Warten Sie, ich bin bald wieder zurück,“ sagte sie mit einer Stimme, die ihr fremd erschien, zu dem Chauffeur. Sie sah ein schönes, zweistöckiges Haus, das in einem Garten stand. Ein hohes Gitter schloß das Anwesen ringsum ab. Nirgends war ein Mensch zu sehen; kein Laut war zu hören. Eva schritt durch den Vorgarten auf das Gebäude zu. Als ihre Hand auf die Glocke drücken wollte, ging es wie ein Zurückweichen durch sie. Aber sogleich hatte sie sich wieder in der Gewalt. Sie läutete. Eine ältere Frau erschien. „Ich möchte Herrn Cessani sprechen,“ sagte Eva. „Herr Cessani erwartet Sie!“ antwortete die Frau und führte Eva durch eine breite Vorhalle, dann die Treppe hinauf zum ersten Stockwerk. Stille, die etwas Beklemmendes hatte, herrschte auch hier. Es kam Eva vor, als sei das Haus ausgestorben. Die Frau klopfte an die Tür. „Herein!“ hörte Eva von drinnen Cessanis harte Stimme rufen. Als Eva eintrat, stand Cessani beim Fenster. Das Licht, das von draußen kam, fiel auf seine breite Gestalt. Er machte ein paar Schritte auf Eva zu. „Guten Tag, gnädiges Fräulein!“ „Guten Tag, Herr Cessani!“ „Darf ich Sie bitten, Platz zu nehmen?" Eva setzte sich; Cessani nahm ihr gegenüber Platz. Kurzes Schweigen herrschte. „Sie wünschten mich zu sprechen, gnädiges Fräulein?" begann Cessani. „Ja... Mein Vater hat Sie kürzlich davon verständigt, daß die Bedingung, die Sie an die Gewährung des Kredits, den er benötigt, knüpften, für ihn— und für mich nicht in Frage komme..." „Gewiß, ich nahm Ihren Entschluß zur Kenntnis!" „Ich habe Sie heute aufgesucht“, fuhr Eva fort, ihre Züge waren hart und verschlossen, und die Worte kamen wie eingelernt,„um Ihnen zu sagen, daß ich mich doch entschlossen habe, Ihre Frau zu werden.“ Unmerkliches Beben ging durch Cessani. Das Aufzucken in seinen Augen entging Eva, die nun wieder starr vor sich hinsah. Wieder herrschte für Sekunden schwere, spannungsreiche Stille zwischen ihnen. „Darf ich fragen, was Sie zu diesem Sinnesumschwung bestimmt hat, gnädiges Fräulein?“ fragte Cessani darauf. „Ich tue es für meinen Vater! Ich will verhindern, daß seine Arbeit und damit auch sein Leben zerstört werden! Und weil Sie, der Sie allein in seiner jetzigen verzweifelten Lage ihm helfen und ihn retten können, diese Hilfe nur leisten wollen, wenn ich Ihre Frau werde, so füge ich mich eben der stärkeren Macht!“ „Das klingt nicht sehr schmeichelhaft für mich, gnädiges Fräulein!" „Schmeicheleien können Sie nach Lage der Dinge von mir nicht erwarten, Herr Cessani!“ Haß flammte in Evas Stimme auf.„Es muß Ihnen genügen, daß ich die Dinge so darstelle, wie ich sehe!“ „Ich bin Ihnen für Ihre Offenheit dankbar!“ Will er mich verspotten? jagte es Eva durch den Sinn. Wenn Cessani selbst einsah, daß ihr der Schritt, zu dem er sie zwingen wollte, unangenehm war — warum bestand er dann auf der Heirat? Hoffte er, sie eines Tages doch zu seinen Gunsten umstimmen zu können, daß sie ihm vielleicht freundlicher gesinnt werde, ihn gar lieben lerne? Da würde er sich gründlich verrechnen! Nie würde sie vergessen, was er ihr angetan hatte. „Da sie selbst für Klarheit sind, Herr Cessani, möchte ich Ihnen nöch dieses sagen: Nur gezwungen komme ich zu Ihnen; nur weil ich keinen anderen Weg weiß, um meinen Vater zu retten, bin ich bereit, Ihre Frau zu werden! Sie dürfen bei mir kein wärmeres Gefühl für Sie erwarten, ich werde Ihnen immer fremd bleiben, wie auch Sie mir immer fremd bleiben werden! Ich werde nach außen hin Ihre Frau sein—— aber sonst werde ich mein Leben für mich führen! Und nun mögen Sie entscheiden, ob Sie auf diese Heirat noch Wert legen!“ Jetzt erst, als die letzten Worte gesprochen waren, wurde Eva sich dessen bewußt, daß sie dadurch vielleicht ihr Vorhaben, das ihren Vater hatte retten sollen, zum Scheitern gebracht hatte. Nach dem, was sie Cessani soeben erklärt hatte, würde er sicher auf die Ehe mit ihr verzichten. Aber sie hatte nicht anders handeln können... Mit einem suchenden Blick sah Cessani in das bleiche Antlitz Evas, als wolle er etwas daraus ergründen oder Antwort finden auf eine Frage, die ihn in diesem Augenblick bewegte. Dann sprach er, ein leichtes Lächeln huschte über seine Züge und verschwand wieder: „Trotz Ihrer abschreckenden Worte— ich lege nach wie vor Wert darauf, daß Sie meine Frau werden!“ Diese Antwort hatte Eva nicht erwartet. Eine Frage drängte sich ihr auf die Lippen; sie hätte nachher nicht sagen können, warum sie diese Frage gestellt hatte— konnte es ihr nicht gleichgültig sein, was Cessani zu seinem Vorgehen bestimmt hatte? „Warum wollen Sie eigentlich gerade mich heiraten, Herr Cessani?“ Cessani zögerte. „Sie sind sehr schön, Fräulein Martens“, erwiderte er dann, er hatte eine andere Antwort geben wollen, aber sie erschien ihm jetzt noch verfrüht—„wundert es Sie da, wenn ein Mann den Wunsch hegt, Sie für immer in seiner Nähe zu haben?“ Nach einer kleinen Pause fuhr er fort:„Ich sagte Ihnen neulich schon, daß ich hier draußen sehr einsam wohne— durch Sie, Fräulein Martens, kommt vielleicht etwas mehr Leben in dieses Haus!“ Wie unmerkliches Bitten oder Wünschen war es zuletzt in Cessanis Worten gewesen. Aber Eva hatte den veränderten Klang seiner Stimme nicht beachtet. Cessani würde sich irren! Sie war die letzte, die Leben in dieses Haus bringen würde, in das sie nur gezwungen kam. Eva sagte deshalb auch abweisend: „Ich glaube kaum, daß Sie in dieser Hinsicht auf Ihre Rechnung kommen werden, Herr Cessani! Ich erklärte Ihnen bereits, daß ich, wenn ich Ihre Frau werde, ganz mein Leben für mich zu führen gedenke, und dieses Leben wird sehr stille sein!" Cessanis Lippen preßten sich zusammen. Er entgegnete nicht gleich auf Evas Worte. „Ich werde selbstverständlich Ihren Wunsch, Ihr Leben ganz nach Ihrem Sinne einzurichten, respektieren!“ sprach er ruhig. Eva stand auf. Sie war am Ende ihrer Kraft. Ihre Nerven zuckten, zu groß waren die seelischen Bedrängnisse der letzten halben Stunde für sie gewesen. Wenn sie nicht schnell fortkam, fort aus der Nähe dieses Mannes, würde sie doch ihre mühsam errungene Haltung verlieren. „Ich möchte jetzt gehen“, sprach sie fiebrig. Auch Cessani hatte sich erhoben. „Ich danke Ihnen für Ihren Besuch, Fräulein Martens— und für Ihre Zusage!“ Er streckte Eva die Hand hin. Widerstrebend legte sie die ihre hinein. Sie spürte plötzlich etwas wie ein Zucken seiner Finger. Rasch zog sie ihre Hand zurück. „Haben Sie einen Wunsch hinsichtlich des Termins der Hochzeit?“ fragte Cessani in sachlichem Tone. Eva sah an ihm vorbei. „Das überlasse ich Ihnen!“ „Ich werde heute nachmittag Ihrem Vater meinen Besuch machen; vielleicht haben Sie die Freundlichkeit, mich ihm anzumelden.“ Er begleitete Eva die Treppe hinunter. Eva war plötzlich zumute, als kämen die Wände des Hauses auf sie zu, immer näher und näher— als wollten die Mauern sie erdrücken— sie hatte ein Dröhnen in den Ohren, alles umher wurde dunkel, schwarz... Wie hilfesuchend griff sie nach dem Geländer der Treppe. „Was ist Ihnen?“ rief Cessani bestürzt. Seine Stimme riß Eva empor; die Schwäche war überwunden. „Nichts, nichts...“ Dann hatte sich das Tor der Villa hinter ihr geschlossen. Hastia, als sei sie auf der Flucht, ging sie zum Auto, das gewartet hatte. Sie sah nicht zurück. Sie sah nicht, daß Felix Cessani am Fenster stand und mit rätselvollem Blick ihr nachschaute, bis das Auto in der breiten Allee verschwunden war. Fritz Martens ging durch die Räume des Ateliergebäudes. Seit Tagen hatte er sie nicht mehr betreten. Was sollte er auch hier tun? Wie ein Fremder kam er sich vor, der in diesen Räumen nichts zu suchen hatte. Er sah seinen Architekten, seinen Zeichner, die über die brekten Tische gebeugt waren, zu, wie sie arbeiteten; bei dem einen oder anderen blieb er stehen, aber er sprach kein Wort. Er hatte ein Würgen in der Kehle. Dann wieder war ihm, als müsse er hinauslachen— lachen über den Wahnwitz, daß er hier gearbeitet, daß Pläne gezeichnet und bis in die letzten Einzelheiten ausgeführt worden waren. Er hielt es plötzlich in dem Atelier nicht mehr aus. Zum nächstmöglichen Termin muß ich den Leuten kündigen, dachte er, während er zur Villa hinüberging, sie kosten nur Geld, und Zweck hat ihre Anwesenheit doch nicht mehr. Gerade als Martens das Haus betreten wollte, hielt auf der Straße ein Auto. Eva stieg aus. Martens blieb stehen. Er erschrak, als seine Tochter näherkam. „Wie siehst du aus?“ rief er und sah angstvoll in ihr Gesicht, das wie zur Maske erstarrt war. Er machte eine fahrige Geste mit der Rechten. Sie gab keine Antwort. „Was hast du, Eva?" „Ich habe etwas erledigt—“ Sie machte Anstalten, ins Haus zu gehen; nach zwei Schritten drehte sie sich um. „Komm mit, Papa, ich habe dir etwas zu bestellen!" Martens folgte ihr. Er begriff nicht, was mit Eva vor sich gegangen war. Nur, daß sich etwas ereignet hatte, das sie völlig aus der Bahn geworfen hatte, fühlte er plötzlich mit greller Klarheit. „Nun sprich!“ sagte er aufgeregt, als sie das Wohnzimmer betreten hatten. Eva war mitten im Raume stehengeblieben. „Herr Cessani kommt heute nachmittag zu dir!“ Martens sah seine Tochter verständnislos an. „Herr Cessani?— Was will er von mir?— Hast du ihn gesprochen, Eva?" „Ja, ich war bei ihm!“ Immer stärker wurde Martens' Bestürzung. „Du warst bei ihm?— Warum denn?" Evas Lippen zuckten, als sie antwortete: „Ich sagte ihm, daß ich mich entschlossen hätte — ich werde Cessani heiraten, und du, Papa, bekommst das Geld und kannst den großen Bau zu Ende führen." Martens stand da, als sei ein Blitz vor ihm niedergefahren. Er konnte nicht gleich sprechen. „Das hättest du nicht tun sollen, Eva!“ rief er dann erregt und faßte sie an den Schultern. „Unter keinen Umständen nehme ich dieses Opfer an! Lieber soll das Hochhaus und alles andere zugrundegehen!" Eva trat einen Schritt zurück. „Ich habe Cessani zugesagt," seine Frau zu werden, ich werde mein Wort halten!“ Martens staunte seine Tochter an. Wie ein ganz fremder Mensch erschien sie ihm, und fremd war ihm auch die Stimme, die aus ihr sprach. Jetzt begriff er, warum Eva ihm vorhin so verändert vorgekommen war! Was mochte dieser Schritt, den sie getan hatte, sie gekostet haben! Ueberströmendes Mitleid mit Eva erfaßte ihn. Er zog sie neben sich auf den Diwan und legte den Arm um sie. „Nun wollen wir einmal vernünftig miteinander reden, Eva! Es kann keine Rede davon sein, daß du Herrn Cessani heiratest! Meinst du, ich hätte vergessen, wie entschieden du neulich seinen Antrag zurückgewiesen hast? Und jetzt solltest du plötzlich anderen Sinnes geworden sein?" Eva sah vor sich nieder. „Ich bin über Cessani nicht anderen Sinnes geworden, ich denke noch genau wie neulich über ihn,"— wie hilfesuchend griffen ihre Hände nach jenen ihres Vaters—„aber ich will nicht, daß du zugrunde gehst, Papa, daß deine Arbeit, die dir alles ist, dir zerschlagen wird— ich hätte keine frohe Stunde mehr, wenn ich dich immer so unglücklich, so mit allem zerfallen sehen müßte wie in den letzten Tagen— lieber nehme ich das andere auf mich—“ Martens vermochte nicht gleich zu sprechen. „Soviel würdest du für mich tun, Kind?" sprach er dann in tiefer Ergriffenheit.„Aber es wäre unrecht von mir, wenn ich diese Heirat, nur um mich selbst zu retten, zuließe! Das darfst du nicht von mir erwarten!“ Er strich ihr zart über die Haare.„Wenn du dich einmal verheiratest, soll es mit einem Manne sein, den du lieb hast, nicht mit einem, der dir gleichgültig oder gar unsympathisch ist!“ Eva dachte an Rolf Hilligen. Und Schmerz jagte über sie hin; aber dann gewann ihre Entschlossenheit, den Weg, für den sie sich entschieden hatte, zu Ende zu gehen, wieder die Oberhand. „Warum machst du es mir unnötig schwer?" erwiderte sie, Auflehnung in der Stimme. „Glaubst du, ich hätte mir den Schritt nicht vorher gründlich überlegt? Jetzt ist er getan, jetzt gibt es kein Zurück mehr für mich!" Sie stand auf. Langsam, mit müden Schritten ging sie auf die Türe zu. „Eva!“ rief Martens und meinte, sie zurückreißen zu müssen von dem Schicksal, das sie sich selbst auferlegt hatte. Eva fuhr herum. Das Starre schwand jäh aus ihren Zügen. Wie eine unermeßliche Erschütterung schien es durch sie zu gehen. Mit einem erstickten Laut warf sie sich ihrem Vater in die Arme. Martens hielt sie schweigend umschlungen. Nach einer Weile hob Eva das Gesicht. Verzerrtes Lächeln irrte über ihre Züge. „Freust du dich, daß dein Hochhaus nun doch zustandekommen wird, Papa?" fragte sie. Es war die Stimme eines verzagten Kindes, die aus ihr sprach. Martens schüttelte den Kopf. „Nein, Eva— so, wie es jetzt gekommen ist, kann ich mich nicht freuen—“ Sie klammerte sich an ihn. „Du mußt dich freuen, Papa, hörst du! Du mußt jetzt nur noch an deine Arbeit denken, so Vieles und Großes kannst du noch schaffen, alles andere mußt du vergessen, das mußt du mir versprechen— dann wird es auch für mich leichter werden...“ 8. Ich muß alles ins reine bringen! dachte Eva, als sie auf dem Wege zu Rolf Hilligen war. „Endlich sehen wir uns wieder!“ empfing der Schauspieler sie in vorwurfsvollem Tone.„Du hast dich sehr rar gemacht.“ Eva sagte nicht gleich etwas darauf. Mit gesenktem Kopf ging sie neben Hilligen her. Nun sah sie auf. „Wir werden uns künftig nicht mehr sehen, Rolf" „Nicht mehr sehen? Was willst du damit sagen?" „Es muß zwischen uns zu Ende sein— ich werde in Kürze heiraten...“ Hilligen blieb stehen. „Du willst heiraten?" „Ja." Ein ungehaltener Ausdruck trat in seine hübschen Züge. „Du willst heiraten? Und das sagst du mir so ruhig ins Gesicht, als ob es die selbstverständlichste Sache von der Welt sei? Bin ich dir mit einem Male gleichgültig geworden? Ich dachte, du liebtest mich?" Wie ein Sturmwind, alles aufwühlend, brach in diesem Augenblick die Liebe zu Hilligen wieder über Eva herein. Aber mit verzweifelter Willenskraft zwang sie sich zur Ruhe. „Ich liebe dich, Rolf— nur sehr schwer trenne ich mich von dir, aber es muß sein— die Heirat, zu der ich mich entschlossen habe, ist nötig— ich kann dir die Gründe dafür nicht auseinandersetzen...“ „Ich will aber die Gründe wissen!“ begehrte Hilligen auf.„Ich will erfahren, warum ich plötzlich beiseitegeschoben werde!“ Mußte Rolf sie nicht verachten, wenn er hörte, daß sie um Geld sich an Cessani verkauft hatte? „Ich kann darüber nicht sprechen—“ antwortete sie leise, gequält. Hilligen machte ein beleidigtes Gesicht. Eine Weile sprach er nichts mehr. „Willst du mir nicht wenigstens verraten, wen du zu heiraten gedenkst?“ fragte er dann unvermittelt. Eva meinte, den Namen nicht aussprechen zu können. „Herrn Cessani...“ Der Schauspieler fuhr herum. „Cessani?— Cessani willst du heiraten?" Es war ihm anzusehen, daß diese Nachricht ihm ganz unglaubhaft vorkam.„Du und Cessani—— solche Geschichten mußt du einem anderen erzählen, aber nicht mir!“ „Es verhält sich so, wie ich sagte!" Also doch! Sinnlose Wut erfaßte Hilligen. Immer wieder dieser Cessani! Immer wieder er! Brutal faßte er Eva am Arm. „Unter keinen Umständen darfst du Cessani heiraten! Ich dulde das nicht!" Eva zuckte unter seinem harten Griff zusammen. „Du mußt dich damit abfinden, Rolf—“ „Ich habe größere Rechte an dich, als er! Meinst du, ich würde es ruhig zulassen, daß dieser widerliche Kerl dich bekommt? Du kennst mich schlecht!" Er geriet in immer größeren Zorn. Das Liebenswürdige, das er sonst an sich hatte, fiel ganz von ihm ab. „Mache es doch uns beiden nicht schwerer, als es ohnehin schon ist!" flehte Eva. „Jedem anderen hätte ich dich, wenn es wirklich nicht anders gegangen wäre, zur Not noch gegönnt— Cessani nicht!" stieß Hilligen hervor. Dann:„Wie kommst du ausgerechnet auf Cessani?" „Er hat um meine Hand angehalten..." „Und du hast sofort eingeschlagen? Hast du dich in ihn verliebt?" „Wie kannst du so etwas sagen!" wehrte Eva sich.„Du weißt, daß ich dich liebe und immer lieben werde.." „Oder nimmst du Cessani, weil er reich ist?" Ich muß Rols alles sagen, damit er mein Tun versteht, jagte es Eva durch den Sinn. (Fortsetzung folgt.) 7 Hattinger 2=Millionen=Etat verabschiedet. 150 000 Mark allein für Straßenausbau.— Kreissitz=Verlust noch immer nicht ganz überwunden.— Das Lyzeum ein Schmerzenskind. Der Haushaltsplan der Stadt Hattingen schließt im ordentlichen Haushalt ausgeglichen mit 1947605 Mark und der außerordentliche Haushalt mit 725 530 Mark ab. Bürgermeister Jordan betonte in seinen Ausführungen, daß wenn der Haushaltsplan auch ausgeglichen sei, er dennoch noch nicht auskömmlich sei. Im großen und ganzen aber sei auch diesmal ein weiterer erfreulicher Aufschwung zu verzeichnen. In Verbindung mit seinen Ausführungen erinnerte der Stadtbürgermeister an die schweren Wunden, die die Kreissitzverlegung nach Schwelm für die Stadt mit sich gebracht habe. Diese Auswirkungen des Kreissitzverlustes seien auch heute noch nicht vernarbt und an diese beklagenswerte Episode müsse sich die Stadt immer wieder erinnern, solange ihr nicht aus diesem Kreissitzverlust vollwertiger Ersatz zuteil geworden sei. Die Ausgabendrosselung der Stadt ist in den letzten Jahren so scharf gewesen, daß sie nicht beliebig fortgesetzt werden kann, wenn namentlich nicht die Straßenunterhaltung, der Straßenausbau, die Kanalisation, das Wohnungswesen, die allgemeine Fürsorge, das Schul= u. Gesundheitswesen sowie das Verkehrsproblem und die Schuldentilgung Schäden erleiden sollten. Deshalb hat die Stadt für Straßenunterhaltung, Straßenbau und Bürgersteiganlagen im neuen Haushalte rd. 150 000 Mark eingesetzt. Auch für das Schulwesen ist der Betrag erhöht worden, allein für den Gesamtschulzweckverband sind 100 000 Mk. eingesetzt. Für den HJ.=Heimbau sind 285 000 Mark eingesetzt, wovon der Zuschuß der Stadt sich auf 87000 Mark beläuft. Zur Förderung des Wohnungsbauwesens sind 80000 Mark eingesetzt. Ein Schmerzenskind der Verwaltung ist das Lyzeum, das durch die Schulreform des Frühjahrs 1937 auf 5 Klassen zurückzuführen war und ab Östern 1938 selbst keinerlei Berechtigungen mehr verleihen kann. Um den Bestand der höheren Mädchenschule zu sichern, hat sich die Stadt entschlossen, dem Lyzeum die unterste Klasse der Oberstufe hauswirtschaftlicher Form(6. Klasse/ gleich FSJ) aufzusetzen. Da jedoch von der Schulaufsichtsbehörde für die eine hauswirtschaftliche Klasse gleich 6 weitere Räume hauswirtschaftlicher Art und für den späteren achtklassigen Ausbau der Schule weitere drei naturwissenschaftliche Räume und dazu 2 Klassenzimmer für die 7. und 8. Klasse geschaffen werden müssen, so ist die Einrichtung der FSJ. angesichts der z. Zt. unerfüllbaren Forderungen der Schulaufsichtsbehörde zu Östern dieses Jahres nicht möglich. Der Herr Oberpräsident als Schulaufsichtsbehörde hat inzwischen bis zur Erfüllung der erheblichen Raumforderungen den Ausbau der Anstalt bis zum 1. 4. 1939 ausgesetzt. Es wäre außerordentlich bedauerlich, wenn die Schule, die früher einmal annähernd 300, heute jedoch nur noch 100 Schülerinnen zählte, angesichts der nicht ausreichenden Finanzlage der Stadt weiter verkümmern würde. (3 I. 9rs . 447 WUPPERTAL-BARMEN, Werth 42 W.-ELBERFELD, Herzogstaße 9.17 Gold. Armbanduhr am Samstag zwischen 19 und 20 Uhr auf dem Wege Uellendahler Schule— Gangelshause —Haßlinghausen, Kortenstr., verloren. Gegen Belohnung abzugeben: Haßlinghausen, Kortenstraße 14. Haus-n. Sprockhövel. Dienstag, den 3. Mai, morgens von 9 bis 12 Uhr, im Gasthof Hugo Laas, Mittwoch, den 11. Mai, nachmittags von 3 bis 7 Uhr, bei Gust. Bosselmann, auf Dräing Sprechstunden zwecks Aufnahme von Anträgen auf Ermäßigung der neuen Grundsteuer aus Billigkeitsgründen. Unterlagen sind unbedingt mitzubringen. „Burgschützen“ e. V., Sprockhövel. Das für Mittwoch nachmittag angesetzte Kaffeetrinken der Burgschützenfrauen findet aus besonderen Umständen erst am Mittwoch, dem 11. Mai, statt. Ortsbauernschaft Hiddinghausen. Bauern, die Flachs abgegeben haben, können am Mittwochvormittag ihr Leinsamenmehl beim Unterzeichneten abholen. Der Ortsbauernführer. Ev. Frauenverein Herzkamp Die Mitglieder werden gebeten, der verstorbenen Frau Wirminghaus, Hohrath, das letzte Ehren=Geleit zu geben. Die Trauerfeier im Hause ist Dienstag nachmittag um 3 Uhr. Evang. Kirchenchor Sprockhövel Wer am 29. Mai an unserer Autobusfahrt zum Niederrhein (Fahrpreis 5—6 Rm.) teilnehmen will, melde sich bitte bis Donnerstag bei Herrn Küster Niedergethmann. Kisten u. Packbretter abzugeben. Rudolf Steinbeck, Sprockhövel. mit Gold=, Platin= u. Kruppstahl=Feder in allen Preislagen von 75 Pfennig an. Sprockböbel. Das Arteil im Schlitterprozeß Gefängnisstrafen von 1 Jahr— Haftbefehle aufgehoben. Gegen Schlitter und andere wurde jetzt das Urteil gefällt. Der Angeklagte Schlitter wurde wegen Untreue, Begünstigung, wegen Betrugsversuches und wegen wissentlich falscher Anschuldigung in zwei Fällen zu 1 Jahr 2 Monaten Gefängnis und 400 Rm. Geldstrafe verurteilt. Der Angeklagte Hüning wegen leichtfertiger, falscher Anschuldigung zu 3 Monaten Gefängnis, welche Strafe durch die erlittene Untersuchungshaft für verbüßt erklärt wurde. Der Angeklagte Hoffmann erhielt wegen Begünstigung, Betrugsversuches und wissentlich falscher Anschuldigung 9 Monate Gefängnis. Der Angeklagte Haupt wegen Untreue in Tateinheit mit Unterschlagung 8 Monnate Gefängnis und 150 Rm. Geldstrafe. Der Angeklagte Dietrich wegen Untreue in Tateinheit mit Unterschlagung 10 Monate Gefängnis und 100 Rm. Geldstrafe. Müller wegen Untreue in Tateinheit mit Untreue in zwei Fällen ein Jahr ein Monat Gefängnis und 250 Rm. Geldstrafe. Der Angeklagte Wolf erhielt wegen Begünstigung und Betrugsversuches vier Monate Gefängnis und der Angeklagte Bongardts wegen Begünstigung unter Einbeziehung der von ihm jetzt verbüßten Strafe von einem Jahr acht Monaten Gefängnis, eine Gesamtstrafe von einem Jahr elf Monaten Gefängnis. Bei sämtlichen Angeklagten wurde der Haftbefehl aufgehoben. Begabtenförderung durch Selbsthilfe Ueberlegungen über einen sinnvollen Ausbau der Begabtenförderung gehören heute schon vielfach zum eisernen Bestand neuzeitlicher Sozialpolitik, und des öfteren haben wir in der letzten Zeit vernommen, daß große Industriewerke im Interesse der Sicherung ihres Nachwuchses StiStatt jeder besonderen Anzeige. Heute starb unerwartet nach kurzer Krankheit mein lieber Mann, unser herzensguter Vater, Sohn, Bruder, Schwiegersohn und Schwager Studienrat Hans Gesing im Alter von 46 Jahren. Im Namen der trauernden Angehörigen: Hildegard Gesing geb. Kuhlmann Marianne und Karl-Heinz Gesing Duisburg(Lahnstr. 21), Marburg(Lahn) und Sprockhövel, den 30. April 1938. Kinder singen: Maikäfer, flieg! Wir machen mit Dir Krieg. Du frißt uns unsern Garten leer Drum dulden wir dich nimmermehr. Maikäfer flieg! Brumm, brumm, brumm! Das ist uns jetzt zu dumm. Wir schütteln Dich vom Baum herab, Der Hühnermagen wird Dein Grab. Brumm, brumm, brumm. Fort mit Dir! Das Obst bekommen wir. Denn Deine böse Räuberei Auf unseren Bäumen ist vorbei. Fort mit Dir! nsg. pendien für begabte Jungarbeiter oder die Kinder ihrer Betriebsgefolgschaft ausgesetzt haben. Aus Köln wird nunmehr ein Fall gemeldet, bei dem sich' nun nicht allein die Betriebsführung, sondern die gesamte etwa 4500 Kopf starke Betriebsgemeinschaft in den Dienst einer derartigen Begabtenförderung durch Selbsthilfe gestellt hat. Anläßlich des diesjährigen Geburtstages des Führers hat die Betriebsgemeinschaft der Straßen= und Vorortbahnen Kölns den B'schluß gefaßt, 50 Patenschaften in Höhe von je 1000 Rm. zur beruflichen Förderung von begabten Kindern minderbemittelter Gefolgschaftsmitglieder zu stiften. Der Stipendienbetrag wird gemeinsam von der Betriebsführung und der Betriebsgefolgschaft aufgebracht, die Prüfung der Verteilung der Gelder erfolgt gleichfalls durch einen aus der Betriebsgemeinschaft heraus gebildeten Ausschuß. Deutsches Frauenwerk, Ortsgruppe Niedersprockhövel: Heute abend 8 Uhr Pflichtversammlung bei Wevelsiep. Die Zellen= und Blockleiterinnen bitte ich pünktlich um 7.30 Uhr zu erscheinen. Gebr. Damenrad (Kinderfahrrad) zu kaufen ges. Angebote unter G. 102 an die Geschäftsst. d. Ztg. in Sprockh. Fast neue Handharmonika (2½ reihig) billig zu verkaufen. Hermann Göbel, Sprockhövel, Östfeldmark 39. Einen 2 tür. Kleiderschrank, noch gut erhalten, zu verk. Fritz Haumann, Haßlinghausen, Wittenerstraße Nr. 20. Nehme noch Eine Trauerfeier findet am Dienstag, dem 3. Mai, 16 Uhr in der Turnhalle der Günther-Roß-Schule, D.-Ruhrort, Norkusstraße, statt. Die Beerdigung erfolgt am Mittwoch, dem 4. Mai, 16 Uhr von der Kapelle des ev. Friedhofes in Sprockhövel aus. Bei Herz= und Nervenbeschwerden und damit verbundenen Gesundheitsstörungen wie: Schlaflosigkeit, nervösen Magenbeschwerden oder Kopfschmerzen wirkt das berühmte Heilkräuterdestillat Klosterfrau=Melissengeift auf seine besondere Art, beruhigend und regulierend auf Herz=, Nerven= und Verdauungstätigkeit. Regelmäßig eingenommen beseitigt er nämlich Krankheitserscheinungen auf natürliche Weise, indem er Magen, Herz und Nerven kräftigt. Es urteilt Herr Hermann Bloß, Kunstschlosser, Köln, Salierring 59, am 12. 5. 37:„Ich habe Klosterfrau=Melissengeist zur allgemeinen Stärkung und bei Herzbeschwerden nervöser Art genommen, und zwar zweimal täglich einen Teelöffel auf einen Eßlöffel Wasser. 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Bestellen Sie bitte bei Bedarf sofort Rudolf Steinbeck, Sprockhövel Chamberlain verteidigt das englisch-italienische Abkommen London, 2. Mai. Die Unterhausaussprache über das englisch-italienische Abkommen begann mit einer ausführlichen Erklärung Chamberlainsüber die Vorgeschichte und über den Gang der Verhandlungen mit Italien. Schon am Anfang seiner Ausführungen griff Chamberlain die Opposition scharf wegen ihrer Einstellung gegen das Abkommen an. Ohne Vertrauen, so betonte er, könne es keinen Frieden in den internationalen Angelegenheiten geben. Vertrauen könne man aber nur schaffen, wenn man Beschwerden, Meinungsverschiedenheiten und Verdächtigungen beseitige. Das sei eine Aufgabe, die man nicht auf einmal erfüllen könne. Bei den Verhandlungen mit Italien sei die britische Regierung der Ueberzeugung gewesen, daß mit gutem Willen und Vernunft auf beiden Seiten eine große Gefahr beseitigt werden könne. Dabei habe man die Dinge so sehen müssen, wie sie tatsächlich seien. Chamberlain erörterte dann die Einzelheiten des Abkommens. Dabei gab er bekannt, daß hinsichtlich Palästinas mündliche Versicherungen von seiten beider Partner abgegeben worden seien. Die britische Regierung sei völlig befriediat mit den diesbezüglichen italienischen Erklärungen. Er glaube, daß auch die italienische Regierung mit der britischen Versicherung zufrieden sei. Mit einem Hinweis auf die französischitalienischen Verhandlungen sagte Chamberlain, falls diese Verhandlungen erfolgreich seien, sei ein weiterer Schritt auf dem Wege zur Klärung des europäischen Horizonts getan. Um bei der Opposition größeres Verständnis für das Abkommen zu finden, verwies Chamberlain darauf, daß das Abkommen fast ohne Ausnahme sympathisch in Europa und selbst von Präsident Roosevelt aufgenommen worden sei.„Ich für meinen Teil,“ so betonte Chamberlain der Opposition gegenüber,„weise den Gedanken zurück, daß es für Demokratien unmöglich sei, zu einem Abschluß und zur Verständigung mit Staaten zu gelangen, in denen autoritäre Ansichten vorherrschen. Das englisch-italienische Abkommen beweist das Gegenteil. Es ermutigt zu der Hoffnung, daß wir den ersten Schritt auf dem Wege zu einem gesünderen Stand der Dinge in Europa getan haben.“ Er, Chamberlain, glaube, daß das Abkommen für Italien und für England den Anbruch einer neuen Zeit darstelle, daß man jetzt aber einer Freundschaft mit dem neuen Italien entgegensehen könne, die ebenso fest sei wie die Freundschaft mit dem alten Italien. Abschließend brachte der Abgeordnete Herbert Morrison im Namen der Labouropposition den Gegenantrag der Opposition ein, in dem erklärt wird, daß die Opposition dem Abkommen nicht zustimmen könne. Gründung einer deutsch-italienischen Studienstiftung Berlin, 2. Mai. Zum Zweck der Förderung des Studiums der Kulturbeziehungen zwischen dem nationalsozialistischen Deutschland und dem faschistischen Italien sowie des Studiums der Bedeutung dieser Beziehungen für die europäische Kultur zum Wohle und Nutzen der beiderseitigen Völker ist am 27. April 1938 eine deutsch-italienische Studienstiftung mit dem Sitz in Berlin errichtet worden. Ein„melancholischer Umzug“ Die Pariser Maifeier Paris, 2. Mai. Die französische Presse läßt ihre Leser über den wahren Umfang der am Sonntag in Paris stattgefundenen Maifeiern im Die neue Arbeitszeitordnung Genügend Freizeit auch den Erwachsenen Berlin, 2. Mai. Das Reichsgesetzblatt veröffentlicht das neue Gesetz über die Arbeitszeitordnung. Wie hierzu bekannt wird, wurde durch das neugeschaffene Jugendschutzgesetz eine ganze Anzahl anderer Gesetze notwendig. Besonders betroffen davon wird die Arbeitszeitordnung vom Juli 1934, die die wesentliche Grundlage für die Arbeitszeitordnung darstellt. Die Arbeitszeitordnung findet künftig auf Jugendliche keine Anwendung mehr, da diese in Zukunft dem Jugendschutzgesetz unterliegen. Dadurch ist eine ganze Reihe zunächst formeller Aenderungen der Arbeitszeitordnung erforderlich geworden. Gewisse sachliche Aenderungen durch den Erlaß des Jugendschutzgesetzes kommen hinzu. Es war nötig, die Arbeitszeit der Erwachsenen an die der Jugendlichen anzupassen mit Rücksicht auf die enge Zusammenarbeit zwischen Erwachsenen und Jugendlichen in den Betrieben. Die neue Arbeitszeitordnung soll nicht nur den förmlichen und sachlichen Aenderungen Rechnung tragen, sie soll auch zugleich den erhöhten Anforderungen, die heute an die Erwachsenen gestellt werden mussen, Rechnung tragen und auch den erwachsenen Gefolgschaftsmitgliedern genügend Freizeit nach nationalsozialistischen Gesichtspunkten sicherstellen. Die Vorschriften über die regelmäßige Arbeitszeit sind im wesentlichen dieselben geblieben; sie beträgt 8 Stunden täglich. Die Bestimmungen über eine andere Verteilung der Arbeitszeit sind etwas geändert, teils erschwerend, teils erleichternd. Die Vorschriften über Vor= und Abschlußarbeiten sind zusammengefaßt und durch Uebernahme der Vorschriften des Jugendschutzgesetzes ebenfalls vereinfacht worden. Fälle von Arbeitszeitveränderung durch Tarifordnung und Genehmigung des Gewerbeaufsichtsamtes würden jetzt klarer als bisher gegeneinander abgegrenzt. Besonders hervorzuheben ist, daß künftig für alle männlichen Gefolgschaftsmitglieder eine einheitliche Mindestpause vorgeschrieben ist, und zwar eine halbe Stunde Pause, die in zwei Viertelstunden aufgeteilt werden kann. Die Bestimmungen über die Gewährung einer ununterbrochenen Ruhezeit von elf— in gewissen Fällen zehn— Stunden sind auf alle ausgedehnt worden. Der erhöhte Schutz der Frauen gilt unter Beseitigung der Beschränkungen, die bisher für Arbeiterinnen und größere Betriebe bestanden, künftig grundsätzlich für alle weiblichen Gefolgschaftsmitglieder; sie sind dadurch wesentlich einfacher geworden. Lediglich die Vorschriften über die Nachtruhe und den früheren Arbeitsschluß vor Sonn= und Feiertagen, der bei 17 Uhr liegt, sind nach wie vor auf Arbeiterinnen beschränkt geblieben, da ihre Ausdehnung auf weibliche Angestellte einer weiteren Prüfung vorbehalten bleiben muß. Auch die Durchführungsbestimmungen sind weitgehend dem Jugendschutzgesetz angepaßt worden. Die Arbeitszeitordnung tritt ebenso wie das Jugendschutzgesetz und andere mit ihm verbundene Aenderungen sozialer Gesetze am 1. Januar 1939 in Kraft. Die Inkraftsetzung für das Land Oesterreich ist zunächst vorbehalten geblieben. Die Bedeutung der Arbeitszeitordnung liegt nicht nur in einer wesentlichen sachlichen Verbesserung des Arbeitsschutzes für erwachsene Gefolgschaftsmitglieder, sondern sie hat auch das Arbeitszeitrecht wesentlich einfacher und übersichtlicher gestaltet. Diese Vereinfachung wird der Handhabung und Durchführung des Arbeitsrechtes zugute kommen. unklaren. Während die kommunistische und marxistische Presse durch große Aufmachung der Berichte über die Kundaebung in Vincennes die recht klägliche Beteiligung und die noch weniger große Begeisterung mit Mühe zu verhüllen sucht, indem z. B. die„Humanité“ und das Gewerkschaftsblatt„Le Peuple“ von 250 000 Kundgebern sprechen, gelangen andere, auch nicht der Rechtsopposition angehörende Blätter zu der Ansicht, daß sich wohl kaum mehr als 40 000 oder 50 000 Menschen auf den nassen Asphaltstraßen von Vincennes zusammengefunden hätten. Die„Epoque" spricht von einem melancholischen Umzug in Vincennes. Tatsächlich hat der größte Teil der grbeitenden Bevölkerung von Paris es angesichts der Kälte und des Regens vorgezogen, seinen 1. Mai zu Hause, im Kaffee oder im Kino zu verbringen. Schweres Flugzeugunglück in Italien An den Hängen des Apennin abgestürzt. 19 Tote Rom, 2. Mai. Auf der Strecke Tirana— Brindisi—Rom ereignete sich ein schweres Flugzeugunglück. Ein am Sonnabend von der albanischen Hauptstadt abgeflogenes Flugzeug ist in der Nähe von Formia in Italien abgestürzt. An Bord des Flugzeuges befanden sich 19 Personen, zumeist Journalisten und Photographen, die von den Hochzeitsfeierlichkeiten nach Italien zurückkehrten. Bei dem Flugzeug handelt es sich um einen dreimotorigen Apparat der italienischen Flugverkehrsgesellschaft Ala Littoria. Das Flugzeug war am Sonnabend um 11.50 Uhr in Brindisi gestartet und sollte bereits um 13.30 Uhr in Rom eintreffen. Sämtliche Insassen, neun Ausländer, darunter der albanische Gesandte in Rom, Djafer Villa, fünf Italiener und fünf Mann Besatzung, haben den Tod gefunden. Die Sentifigherung der Verunglückten, unter denen sich moglicherweise auch ein Deutscher befindet, gestaltete sich außerordentlich schwierig. Die Toten sind in dem Dorf Maranola im Haus des Fascio aufgebahrt worden. Faschistische Miliz hält die Totenwache. In einer amtlichen Mitteilung heißt es, daß das Unglück auf plötzlich eintretende außerordentlich schlechte atmosphärische Verhältnisse entlang des Apennin zurückzuführen ist, durch die der Flug erheblich erschwert wurde. Das Flugzeug stieß gegen 14 Uhr gegen die Berghänge des Cupa=Tales in der Nähe von Formia. Verkehrsunglück in Portugal 21 Tote Paris, 2. Mai. Nach einer hier vorliegenden Havasmeldung aus Lissabon wurde ein vollbesetzter Autobus an einem Bahnübergang in der Nähe der Hafenstadt Viana do Castelo im Norden Portugals vom Zuge erfaßt und zertrümmert. 21 Personen wurden dabei getötet und 19 verletzt. Der Führer und Reichskanzler hat der Frau Mara Mesenholl in Wuppertal=Elberfeld aus Anlaß der Vollendung ihres 100. Lebensjahres ein persönliches Glückwunschschreiben und eine Ehrengabe zugehen lassen. Weiter hat der Führer und Reichskanzler der Frau Emilie Birkenstamm in Brake in Lippe aus Anlaß der Vollendung ihres 100. Lebensjahres ein Glückwunschschreiben und eine Ehrengabe zugehen lassen. Auf dem Fluge nach Athen hat Montag mittag der Reichsorganisationsleiter Dr. Ley in Budapest eine kurze Zwischenlandung vorgenommen. Auf dem Flugplatz wurde Dr. Ley von dem deutschen Gesandten von Erdmannsdorff sowie dem Landeskreisleiter der NSDAP., Konsul Graeb, begrüßt. Dr. Ley setzte nach kurzer Zeit seinen Flug nach Saloniki fort. Wie Reuter aus Moskau meldet, ist General Dibenko, der Kommandierende der Leningrader Garnison, seines Amtes enthoben worden. Gleichzeitig wird Entfernung der Generäle Alksnis, Beloff und Kashirin aus ihren Kommandostellen bekannt. Sämtliche jetzt ihres Postens enthobenen Generäle haben in dem Verfahren gegen Tuchatschewski als Richter mitgewirkt. Spiel und Sport Portugal 2:1 besiegt Die Schweiz unser Weltmeisterschaftsgegner Nun ist für die Fußball=Weltmeisterschaft alles klar. Zur letzten Ausscheidung kamen am Sonntag in Mailand die Schweiz und Portugal zusammen 15 000 Fußballfreunde sahen die Portugiesen tief im Pech sitzen. Die Eidgenossen siegten schließlich mit 2:1(2:ö) und werden nun am 4. Juni im Pariser Prinzenpark in der Vorrunde gegen Deutschland aufmarschieren. Die Schweiz nahm den Kampf mit Huber, Minelli, Stelzer, Springer, Vernati, Loertscher, Bickel, Amado, Kielholz, Trello Abegglen, G. Aebi auf Portugal schickte die gleiche Elf nach Mailand, die in Frankfurt gegen uns 1:1 spielte. Der Sieger hätte nur Portugal heißen können. Aber das Spielglück war gegen die Portugiesen und mit der Schweiz. Portugal spielte fast immer leicht überlegen, arbeitete eine Erfolgsmöglichkeit nach der anderen heraus, hatte aber ein böses Pech. Die Eidgenossen wußten schon eher etwas mit ihren Torchancen anzufangen. In fünf Minuten(28. und 28.) schossen Aebi uno Amado das 2:0 heraus und hielten es eisern. Die Portugiesen drehten mächtig auf, doch im Tor stand mit Huber ein Klassemann und vor ihm fuhr immer wieder Minelli wuchtig dazwischen. Das Pech ließ Portugal nicht los. Zehn Minuten nach dem Wechsel knallte Cruz einen Handelfer gegen den Pfosten, wenig später zischte ein Peirotea=Schuß am leeren Tor vorbei und dann rettete Minelli noch in letzter Sekunde auf der Linie. Eine gute Viertelstunde war noch zu spielen, armandelte endlich Peirotea im Nachschuß— vorher war es Soeiro— zum 2:1. Das war das redlich verdiente Ehrentor. Portugal stürmte noch und noch, aber die Eidgenossen holten nun alles nach hinten und hielten mit acht Mann hoch den schmalen Sieg. Rapid ist Sonderklasse Hertha BSC. verlor 2:6 Den Sieg vom Dresdener Östragehege erhärtete Rapid Wien einen Tag später eindringlich in Berlin. Hertha BSC. wurde vor 15 000 Zuschauern am Tag der Nationalen Arbeit am Gesundbrunnen förmlich überfahren. 6:2 stand es zum guten Ende. Rapid spielte einfach ohne Schwächen und bot einen meisterlichen Fußball. Es war eine Freude, dem Spiel der Gäste zuzusehen. Die Hertha wollte es mit einer verstärkten Abwehr schaffen, aber trotzdem der Mittelläufer Krause dem genialen Mittelstürmer Binder einfach nicht von der Seite wich, schossen die Wiener ihre Tore. Binder und Aurednik trafen je zweimal ins Schwarze, Pesser und Hufetz besorgten den Rest. Die Hertha kam durch Schneiber 1 und Hoffmann zu ihren Toren. Dänemark und Jugoslawien. Auslandsmeldungen zur Deutschlandfahrt Für das größte deutsche Straßenrennen, die vom 9. bis 25. Juni stattfindende Internationale Deutschlandfahrt, liegen bereits die ersten Nennungen aus dem Ausland vor. Dänemark hat vier seiner besten Berufsfahrer genannt, von denen FalckHermannsen und Arne Petersen bereits im Vorjahr die Rundfahrt mitmachten, während Knud Jakobsen und Werner Grundahl=Hansen hervorragendes Können bei den Weltmeisterschaften zeigten. Jugoslawien entsendet zwei Fahrer, und zwar Stekan Liubisch und Rudolf Fiket, die durch die Teilnahme an der Tour de France und der Rumänien-Rundfahrt über große Erfahrungen verfügen. Besselmann bis August gesperrt Die Nachprüfung des Kampfurteils Besselmann— Tenet vom 7. April 1938 in Berlin, unterstrichen durch das Attest des Ringarztes, hat ergeben, daß das Verhalten Besselmanns der Sportordnung nicht entsprochen hat. Der Verbandsführer des Berufsverbandes Deutscher Faustkämpfer hat aus diesem Grunde dem Deutschen Mittelgewichtsmeister Jupp Besselmann zur Wiederherstellung seiner sportlichen Leistungsfähigkeit die Aktivenlizenz bis 1. August 1938 gesperrt. Tomski schwamm USA.=Rekord An verschiedenen Orten trugen die amerikanischen Schwimmerinnen Meisterschaftskämpfe aus. In Los Angeles gewann nach einem Kabel die junge Halina Tomski den Titel über 220 Yards Kraul in der neuen Landesrekordzeit von 2:32,4. Den Weltrekord über diese Strecke hält die Holländerin Willie den Ouden mit der weitaus besseren Zeit von 2:27,6. — In Indiapolis holte sich die Olympiazweite im Kunstspringen, Katherine Rawls, die Meisterschaft im 300=Vards=Lagenschwimmen in 4:02,2 und verbesserte dabei auf der 100=Yards=Bruststrecke den amerikanischen Rekord auf 1:18,5. In ihren Berichten über den Verlauf des 1. Mai in den verschiedenen Ländern weisen die Blätter darauf hin, daß bei Haussuchungen in den Wohnungen Kownoer Kommunisten Hetzschriften gefunden wurden, die— wie einwandfrei festgestellt werden konnte— zu einem Teil in der Tschechoslowakei bergestellt worden waren, Die Gewährung von Straffreiheit Erste Verordnung zur Durchführung des neuen Gesetzes Berlin, 2. Mai. Die„Erste Verordnung zur Durchführung des Gesetzes über die Gewährung von Straffreiheit" hat folgenden Wortlaut: § 1. 1. Der Straferlaß(§ 1 Abs. 1,§ 2 Nr. 1 und§ 3 Nr. 2 des Gesetzes) erstreckt sich auf Nebenstrafen, oweit sie noch nicht vollstreckt sind, und auf gesetzliche Nebenfolgen. Er erstreckt sich ferner auf rücktändige Bußen, die in die Staatskasse fließen, und auf rückständige Kosten. Das gilt auch, wenn die Strafe bei Inkrafttreten des Gesetzes bereits verbüßt war. 2. Für den bedingten Straferlaß nach§ 2 Nr. 3 des Gesetzes gilt Abs. 1, Satz 2 und 3 entsprechend. 3. Maßregeln der Sicherung und Besserung sowie Einziehung, Verfallerklärung und Unbrauchbarmachung bleiben von dem Straferlaß und dem bedingten Straferlaß unberührt. 4. Durch die Niederschlagung eines Verfahrens wird die Durchführung einer Einziehung oder Unbrauchbarmachung in einem selbständigen Verfahren nicht gehindert. § 2. 1. Enthält eine Gesamtstrafe, die bei Inkrafttreten des Gesetzes noch nicht verbüßt ist, eine Einzelstrafe wegen einer Straftat, für die nach§ 2 Nr. 1 und§ 3 Nr. 2 des Gesetzes Straffreiheit gewährt wird, oder mehrere derartiger Einzelstrafen. o wird ein Teil der Gesamtstrafe der nach dem Verhältnis der verwirkten Einzelstrafen auf die genannte Tat entfällt, von der Gesamtstrafe abgezogen. Dies gilt entsprechend für den bedingten Straferlaß nach§ 2 Nr. 3 des Gesetzes. 2. Ist bei der Bildung einer Gesamtstrafe Geängnisstrafe lediglich deshalb in Zuchthaus umgewandelt, weil sie mit Zuchthausstrafe wegen einer Tat zusammentraf, für die nach§ 2 Nr. 3 oder§ 3 Nr. 2 des Gesetzes Straffreiheit gewährt wird, so wird die Gesamtstrafe, die nach Absatz 1 dieser Verordnung gekürzt ist, in Gefängnisstrafe von gleicher Dauer umgewandelt. § 3. Im Falle des§ 2 Nr. 3 des Gesetzes ist die Strafe nebst rückständigen Geldbußen und Kosten endgültig erlassen, wenn bis zum Ablauf der Bewährungsrist bei dem Strafregister eine weitere Strafnachricht über eine Verurteilung wegen eines Verbrechens oder vorsätzlichen Vergehens oder eine Nachricht oder Anfrage, die auf eine anhängige Unteruchung schließen läßt, nicht eingegangen und auch der Vollstreckungsbehörde nichts davon bekannt geworden ist, daß der Verurteilte ein Verbrechen oder ein vorsätzliches Vergehen begangen habe. § 4. 1. Gerichtliche Entscheidungen(§ 458 der Strafprozeßordnung) darüber, ob und wieweit eine Gesamtstrafe nach§ 2 dieser Verordnung zu mildern ist, werden von dem Gericht erlassen, das für die Entscheidung über die Einzelstrafe zuständig ist. 2. Das gleiche gilt, wenn über die Erstreckung nach§ 1 dieser Verordnung oder über den Eintritt des endgültigen Straferlasses nach dieser Verordnung Zweifel bestehen. § 5. Ist von einer Verwaltungsbehörde rechtskräftig eine Geldstrafe festgesetzt worden und die dem Gericht zustehende Festsetzung der Ersatzfreiheitsstrafe noch nicht erfolgt, so entscheidet die Verwaltungsbehörde darüber, ob der Straferlaß nach§ 1 des Gesetzes Platz greift. Verneint sie dies, so entscheidet auf Antrag des Beschuldigten das Gericht. Gegen dessen Entscheidung findet sofortige Beschwerde statt. § 6. 1. Ueber die Einstellung anhängiger Verfahren (§ 1 Abs. 2,§ 2 Nr. 2 und§ 3 Nr. 2 des Gesetzes) entscheidet auf Antrag der Beteiligten das Gericht. Gegen den Beschluß des Gerichts findet sofortige Beschwerde statt. 2. War das Verfahren auf Privatklage eingeleitet, so werden die Kosten des Verfahrens niedergeschlagen. Die dem Privatkläger und dem Beschuldigten erwachsenen notwendigen Auslagen kann das Gericht angemessen verteilen oder einem von ihnen ganz auferlegen. Das gilt nicht für den Nebenkläger. §7. Die Vorschriften dieser Verordnung gelten sinngemäß im Lande Oesterreich mit folgenden Ergänzungen. Es folgen dann die lediglich für das Land Oesterreich geltenden Ergänzungen. Glückwunschtelegramm des an General Franco zum spanischen Nationaltag Berlin, 2. Mai. Der Führer und Reichskanzler hat General Franco anläßlich des spanischen Nationaltages drahtlich seine Glückwünsche übermittelt. Votschafter von Dirksen in London eingetroffen London, 2. Mai. Der neue deutsche Botschafter am Hofe von St. James, Dr. Herbert von Dirksen, traf am Montagnachmittag in Begleitung seiner Gattin in London ein. Er wurde am Bahnhof von dem Landesgruppenleiter Karlowa, den Mitgliedern der Botschaft und der deutschen Kolonie, sowie für die britische Regierung vom Vizemarschall des Diplomatischen Korps, Sir John Monck, begrüßt. Englischen Pressevertretern erklärte von Dirksen, er sei sich der großen Ehre und seiner Aufaabe in Großbritannien bewußt. Er würde sein Bestes tun, um eine Besserung der Beziehungen zwischen Großbritannien und Deutschland sowie ein besseres Verstehen zwischen diesen beiden Völkern herbeizuführen. Westfalen und Rheinland 60 000 Geseker Gösseln Geseke. Wie Jahr für Jahr wird in den ersten Tagen des Monats Mai in der aufblühenden Zementstadt Geseke wieder die weitbekannte„Gösselkirmes" veranstaltet werden, die diesmal einen bedeutend größeren Umfang und festlicheren Verlauf als in früheren Jahren nehmen wird. Da wegen des Kälteeinbruchs in diesem Jahre auch die kleinen Gänslein später als sonst herauskamen, wird vor dem Gösselmarkt kaum ein wesentlicher Verkauf und Vertrieb der Tierchen stattgefunden haben, so daß man mit 60 000 Gösnen Rekordauftrieb erwarten darf. Bekanntlich kommen Züchter aus dem ganzen Reiche zur Geseker Gösselkirmes, z. B. die Besitzer der pommerschen Mastganszuchten, und kaufen hier in großen Mengen ihren Jahresbedarf an Gösseln auf. Ein großer Kinderfestzug, der in Geseke schon zur Tradition geworden ist und über 3000 Kleine auf dem Plan sehen wird, soll unter dem Leitwort„Geseke ist schöner geworden" neben dem gewaltigen Rummel auf dem Festplatz zur Ausgestaltung der Gösselkirmes beitragen. Brütende Henne wärmt junge Kätzchen Istrup(Kr. Höxter). Wenig Hoffnung auf kommende warme Mainächte scheint eine hiesige Hauskatze zu haben, die ihre Nachkommenschaft, sieben an der Zahl, zur Wärmebetreuung einer brütenden Henne anvertraut hat. Der Hausvater, der die Bruterfolge des Huhnes feststellen wollte, bemerkte zu seinem Erstaunen, daß die im Uebermaß ihres Mutterglücks schwelgende, behaglich schnurrende Hauskatze neben dem Brutnest des Huhnes saß und daß die kleinen Kätzchen, sich wohlfühlend, unter dem Gefieder der Wärmepflegemutter hervorschauten. Auf glühende Asche gesetzt Sechsjähriges Kind mit Mühe dem Verbrennungstode entrissen Wünnenberg(Krs. Büren). Der Ortsbauernführer Wilhelm Riepe, der in Begleitung seiner beiden Kinder in die Feldflur gefahren war, hatte zum Vernichten des umherliegenden Unkrauts ein Feuer entzündet. Er selbst blieb in dessen unmittelbarer Nähe, bis es ausgebrannt war, und überließ die Wache dann seinen Kindern, um den Acker umzupflügen. Sein sechsjähriges Töchterchen setzte sich nun plötzlich in die glühende Asche, wobei sofort die Kleider des Kindes Feuer fingen, das nun laut schreiend in Flammen zum Vater rannte. Schnell entschlossen riß dieser dem Kinde die brennenden Kleider vom Leibe und rettete es so vor dem Verbrennungstode. Das Kind mußte mit schweren Brandwunden ins Krankenhaus gebracht werden. Paderborns 47. Milchviehversteigerung Paderborn. Die große Milchviehversteigerung in den Paderborner Versteigerungshallen brachte einen starken Auftrieb und eine hohe Durchschnittsqualität. Es waren 95 Kühe und 21 Rinder aufgetrieben, von denen 90 Kühe und 20 Rinder ihren Besitzer wechselten. Der Durchschnittspreis lag für Kühe bei 424 RM., für Rinder bei 341 RM., also jeweils höher als bei der letzten Versteigerung. Der geringe Ueberstand setzt sich aus kranken Tieren zusammen. Den Höchstpreis erzielte mit 600 RM. der Bauer Franz Schürjohann in Langenberg(Kreis Wiedenbrück) für die Herdbuchkuh„Mianka“, die ins Rheinland verkauft wurde. Das beste Rind, „Käthe", kam aus dem Stall des Bauern Arnold Hagemann in Thüle(Kr. Büren), das 450 RM. erzielte. Die nächste Versteigerung findet in Paderborn am Dienstag, 24. Mai, statt, wozu Anmeldungen bis spätestens 14. Mai getätigt sein müssen. 50 Jahre am Webstuhi Nordhorn. Wohl der älteste heute noch aktive Weber in der Nordhorner Textilindustrie, Johann Willemsen, konnte am 1. Mai auf eine ununterbrochene 50jährige Tätigkeit bei der Firma Baumwoll=Spinnerei und Weberei Ludw. Povel u. Co. zurückblicken. Am 1. Mai 1888 gehörte er zu den ersten 50 Arbeitern, mit denen die Firma Povel ihren Betrieb aufnahm. Heute beschäftigt die Firma 2400 Volksgenossen. Die ersten Hitler=Urlauber aus der Östmark Hagen. Auf dem Hauptbahnhof Hagen trifft am kommenden Freitag um 17 Uhr der erste Sonderzug aus Oesterreich in Westfalen=Süd ein. Er bringt 500 Kämpfer aus der Ostmark mit, die zunächst in Hagen Aufenthalt nehmen und dann auf drei Gaue verteilt werden. 150 Mann setzen ihre Reise nach Westfalen=Nord fort und 100 Mann sind für den Gau Essen bestimmt. 250 Hitler=Urlauber werden in Westfalen=Süd verteilt auf die Kreise Hagen, Dortmund, Witten, EnnepeRuhr, Arnsberg, Herne und das VEW.-Erholungsheim Winterberg. Nach dem Eintreffen des Sonderzuges in Hagen marschieren 300 Mann durch die Stadt zum Saalbau, wo sie verpflegt werden. Im Saalbau findet auch die Begrüßung der Kämpfer aus der Ostmark durch den stellvertretenden Gauleiter Vetter oder Gauamtsleiter Hütwohl statt.— Zur Unterbringung der Hitler=Urlauber in den genannten Kreisen können noch weitere Freiplätze zur Verfügung gestellt werden. Anmeldungen nehmen die Dienststellen der NSV. gerne entgegen. Eine verwickelte Angelegenheit Prozetz um einen Meineid nach fünf Jahren Münster. Nach zweitägiger Verhandlung ging vor dem Schwurgericht Münster ein Meineidsverfahren zu Ende, das eine lange und mehr als verwickelte Vorgeschichte hat. In Püsselbüren hatte Heinrich Leufkens den Steinbruch, dessen Besitzerin seine Frau war, an einen Josef Siemer verpachtet, der ihn zusammen mit den beiden Brüdern Andreas und August Bischof abbaute. Die Gebrüder Bischof aber trauten dem dritten Partner nicht recht; sie hatten vor, ihn aus dem Geschäft herauszudrängen und es dann allein weiterzuführen. Allerdings mußten sie vorerst Gewißheit haben, daß der Steinbruch auch bessere Steine als nur Packlagensteine hatte. Deshalb fragten sie den als guten Kenner der Verhältnisse bekannten Bernhard Dirol. Nun befand sich in diesem Steinsruch aber der Luftschacht der Zeche Mieke. Durch den Luftschacht, der 13 Meter tief war, konnte man in einen Stollen gelangen. Dirol schlug nun vor, in den Luftschacht zu steigen und unten zu prüfen, ob der Steinbruch in größerer Tiefe ein besseres Gestein aufweise. Dieser gut gemeinte Rat aber sollte zum Verhängnis für alle Beteiligten werden. Die drei Pächter des Steinbruches stiegen tatsächlich in den Luftschacht ein. Der Verpächter Leufkens und noch ein weiterer Zeuge hatten den Einstieg beobachtet, waren aber nicht mehr zugegen, als die drei wieder heraufkamen. Wenige Tage nach diesem Einstieg, der im August 1931 erfolgte, wurde auf der Grube festgestellt, daß aus dem Stollen Sprengstoff verschwunden war. Der Verdacht des Diebstahls richtete sich gegen die drei Pächter des Steinbruchs, die unter Anklage des Diebstahls gestellt wurden. In dem Verfahren bezeugte Leufkens unter Eid, daß er wohl das Einsteigen in den Schacht gesehn habe, daß er aber nicht wisse, was die da unten gemacht hätten. Er wisse wohl, daß in den Tagen nach dem Einstieg im Steinbruch mit Sprengstoff und nicht, wie gewöhnlich, mit Schwarzpulver geschossen worden sei. Die Gebrüder Bischof aber erklärten, daß sie nur das Gestein untersucht hätten. Die Patronen zu den Sprengstoffschüssen hätten sie wenige Tage vor dem Einstieg von einem Bekannten bekommen, wie dieser als Zeuge auch bestätigte. Der als Zeuge vernommene Dirol aber konnte die Aussage der Bischofs stützen dadurch, daß er zugab, den Rat zur Prüfung des Gesteins durch einen Einstieg in den Luftschacht gegeben zu haben. Es erging deshalb damals Freispruch gegen die drei Angeklagten, der auch in der Berufungsinstanz ausgesprochen wurde, da alle Beteiligten bei den gleichen Aussagen geblieben waren. Nun ruhte die Geschichte fünf Jahre lang. Im Juli vorigen Jahres aber wurde sie wieder aufgegriffen. Leufkens wurde in Haft genommen und verhört. Er legte verschiedentlich ein Geständnis ab, damals einen Meineid geschworen zu haben, denn er habe wohl gewußt, was der Einstieg bezwecken wollte. Dieses Geständnis hielt Leufkens aber nun in der Schwurgerichtsverhandlung, in der er unter Anklage des Meineides stand, nicht mehr aufrecht. Das Gericht konnte sich nach zweitägiger Verhandlung auch nicht davon überzeugen, daß eine vorsätzliche Eidesverletzung vorlag. Wohl aber nahm es nach eingehender Prüfung der Sachlage an. daß Leufkens fahrlässig wichtige Aussagen bei seiner eidlichen Vernehmung verschwiegen hatte. Für das Vergehen des fahriässigen Falscheides aber ist eine Verjährungsfrist von fünf Jahren festgesetzt. Und diese Frist war gerade zwei Monate vor Wiederaufnahme des Verfahrens abgelaufen, so daß das Verfahren gegen Leufkens eingestellt werden mußte. Die Ueberprüfung der früheren Zeugenaussagen des ebenfalls wegen Meineides angeklagten Dirol ergaben keine Anhaltspunkte für eine Eidesverletzung, weshalb Freisprechung erfolgte. Wenn aber Dirol keinen Meineid leistete, konnten ihn die Gebrüder Bischof auch nicht zum Meineid verleitet haben. So erging auch gegen die beiden Brüder ein Freispruch. Eine niederdeutsche Bühne im Kreise Bentheim Bentheim. Auf der in Nordhorn abgehaltenen Kreistagung der NSG.„Kraft durch Freude“ teilte der Kreisobmann der DAF. mit, daß für den Kreis Bentheim die Gründung einer niederdeutschen Bühne vorgesehen sei. Außerdem solle eine Trachtengruppe ins Leben gerufen werden. Beide Gruppen sollen vor allem für die Feierabendgestaltung in den Dorfgemeinden eingesetzt werden. Diamantene Hochzeit Bünde i. W. Das Fest der diamantenen Hochzeit konnten die Eheleute Tischlermeister Hermann Wüllner und Frau, Marie geb. Steinkamp, in Bünde feiern. 100 Jahre Eschweiler Bergwerksverein Kohlscheid Köln. Der Eschweiler Bergwerksverein Kohlscheid begeht im Mai d. J. das Fest des 100jährigen Bestehens. Er geht zurück auf eine im Jahre 1834 erfolgte Gründung der Frau Witwe Christine Englerth und deren Kinder. Am 19. Mai 1838 wurde alsdann unter der Firma Eschweiler Bergwerksverein ein Aktienverband errichtet, der sich im Laufe der Jahre zu einer der größten deutschen Bergwerksgesellschaften emporentwickelte und heute über mehr als drei Viertel des gesamten bergbaulichen Eigentums im Aachener Steinkohlenrevier verfügt. Die Gefolgschaft des Eschweiler Bergwerksvereins beträgt etwa 17 000 Mann; seine Produktion überschritt im letzten Geschäftsjahr bei Steinkohlen die 5=Millionen=Tonnen=Grenze. Bei Koks lag sie über 1,1 Millionen, während die Hüttenabteilung über 40 000 Tonnen Gießereiroheisen, über 45 000 Tonnen Stahl= und Bandeisen und 20 000 Tonnen Röhren und andere Hüttenerzeugnisse herstellte. Der Aufwand von rd. 38 Millionen RM. an Löhnen und Gehältern zeigt die Bedeutung, die der Gesellschaft im westlichen Grenzlandgebiet zukommt. Für die Gefolgschaft wurden bisher rd. 4900 werkseigene Wohnungen zur Verfügung gestellt, daneben wurden Darlehen zum Bau von Eigenheimen gewährt sowie verschiedenen Siedlungsgesellschaften Gelände und Kapital zu billigen Sätzen zur Verfügung gestellt. Aus Anlaß des Jubiläums findet am 21. Mai ein Festakt statt. Im Rahmen der Feier werden auch die diesjährigen 351 Jubilare der Gesellschaft besonders geehrt. „Schönheit der Arbeit" bei der Reichsbahn Köln. Die Reichsbahndirektion Köln veranstaltet in der Zeit vom 30. April bis 15. Mai im Reichsbahndirektionsgebäude am Kaiser=FriedrichUfer in Köln eine Ausstellung, die einen Querschnitt durch alles das bietet, was im Bereich der Reichsbahndirektion Köln seit dem politischen Umbruch auf dem Gebiete„Schönheit der Arbeit“ geleistet wurde. 2700 Liter Wein fließen in den Straßengraben Bad Kreuznach. Auf der Landstraße von Mainz kam bei Gau=Algesheim an der Abzweigung nach Bingen ein Lastauto einer Kreuznacher Weinhandlung in der Kurve ins Schleudern. Dabei lösten sich die Ketten, die die Ladung hielten. Der kostbare Inhalt, bei dem es sich um einen roten guten Burgunderwein handelte, lief aus. Nur etwa 300 Liter konnten gerettet werden, während 2700 Liter Wein in den Graben flossen. 30 Ballen Anzugstoffe gestohlen, 27 im Walde versteckt aufgefunden Bad Neuenahr. Bei einem Ende April in Bad Neuenahr verübten Diebstahl wurden insgesamt 30 Ballen Anzugstoffe und größere Wäschebestände im Gesamtwert von rund 3000 RM. gestohlen. Durch die aufmerksamen Beobachtungen eines hiesigen Einwohners gelang es nunmehr, den größten Teil des Diebesgutes sicherzustellen. 27 Ballen Anzugstoffe und ein Teil der Wäsche wurden in einem Walde versteckt gefunden. Die Ermittlungen der Polizei dürften voraussichtlich zur baldigen Ermittlung des Diebes führen. 75 Jahre Rhein. Fußartillerie=Regt. Nr. 8 Koblenz. Im nächsten Jahre, am 16. Juni 1939, feiert das ehem. Rheinische FußartillerieRegiment Nr. 8 sein 75jähriges Bestehen. Diese Feier soll in Koblenz stattfinden, wo das Artl.Regt. Nr. 70 die Tradition der„8. Rheinländer“ fortsetzt, die bis 1918 in der alten Garnison Metz lebte. Bei diesem Regimentsappell wollen sich die alten Soldaten und Kameraden aus Krieg und Frieben in Koblenz treffen: aktives, Regiment, Reserve=Regiment, Landwehrregiment, Regimentsstab 219, 223, Btl. 32, Btl. 137, Landwehr, Fußartl.=Regt. 24 und viele Einzelbatterien. Um eine möglichst vollzählige Liste aller noch lebenden 8. Rheinländer zu erhalten, werden die Regimentsangehörigen gebeten, ihre Anschrift und die ihnen bekannter Kameraden zu senden an Dipl.=Ing. Willi Reith, Berlin=Friedenau, Ringstraße 57. Milde Strafe für eine schwere Bluttat Trier. Am Freitag hatte sich vor dem Schöffengericht in Trier ein 27jähriger Bursche aus Kell zu verantworten, der am 7. Februar d. J. in dem kleinen Hochwalddörfchen Kell den 56jährigen Feldhüter schwer mißhandelt hatte. Der Feldhüter hatte sich an diesem Tage auf dem Nachhausewege von einer Festlichkeit befunden, als er unterwegs überfallen wurde. Der Täter leuchtete ihm zuerst mit einer elektrischen Taschenlampe ins Gesicht und schlug dann mit einem harten Gegenstand auf ihn ein. Als der Feldhüter stark blutend am Boden lag und sich kriechend vorwärts bewegte, erhielt er erneut mit einem Knüppel mehrere Schläge über den Kopf, und als er sich nach einer Weile an ein Wohnhaus herangeschleppt hatte, wurden ihm wieder Schläge auf den Kopf versetzt, so daß er das Bewußtsein verlor. In diesem Zustande fanden ihn Bewohner von Kell. In bedenklichem Zustande wurde der Ueberfallene in ein Krankenhaus nach Trier überführt, wo man zunächst nicht mehr mit seinem Aufkommen rechnete. Wider Erwarten kam er jedoch mit dem Leben davon, wenn auch seine Gesundheit noch nicht wiederhergestellt ist. Der Täter, der einen schlechten Ruf hat und mit dem Feldhüter verfeindet war, leugnete die Tat zuerst, mußte sie aber dann zugeben, als an seinen Kleidern Blutspuren festgestellt worden waren. Vor Gericht behauptete der Angeklagte, er sei angegriffen worden und habe sich lediglich zur Wehr gesetzt. Das Gericht verurteilte ihn wegen schwerer Körperverletzung zu acht Monaten Gefängnis und wies darauf hin, daß er Glück gehabt habe, daß die Staatsanwaltschaft nicht Anklage wegen versuchten Totschlags erhoben habe, an den seine Tat grenze. Schuljugend pflanzt Aus dem Bergischen. Im Rahmen der Maisaktion für das Ernährungshilfswerk sind an vielen Plätzen bisher unbenutzte Landflächen nutzbar gemacht worden, so daß diese Aktion über die Gewinnung des Kraftfutters für die Schweinemästereien hinaus eine zusätzliche Ackergewinnung bedeutet. Viele Morgen deutschen Bodens wurden somit auch im Bergischen Land in den Dienst der Volksernährung gestellt. Die ersten Vorarbeiten, die Urbarmachung und die gründliche Bearbeitung des Bodens, wurden bei größeren Flächen durch die Bauern übernommen, sonst setzten sich überall ehrenamtliche Kräfte ein. Die Setzarbeiten der Maiskörner übernahm dann an vielen Plätzen die Schuljugend unter der Aufsicht der Lehrer. Mit Begeisterung war die Jugend am Werk, jeder einzelne machte sich seinen „Setzpinn“, mit dem die Löcher gebohrt wurden, in die zwei oder drei Maiskörner gelegt werden. Die flinken Hände der Jugend hatten schnell einen Morgen nach dem anderen bestellt. Fahrerflucht nach tödlichem Verkehrsunfall Mülheim(Ruhr). Am Sonntagmorgen wurde auf der Auerstraße in Mülheim, etwa 16 Meter nördlich der Kreuzung Charlottenstraße, der 62 Jahre alte Arbeiter Johann Deiler von einem bisher unbekannten Personenkraftwagen angefahren und tödlich verletzt. Nach Angaben von Augenzeugen ist der Wagen sehr schnell in Richtung Aktienstraße davongefahren, ohne sich um den Verletzten zu kümmern. Weitere Zeugen werden gebeten, der Kriminalpolizei oder der nächsten Polizeidienststelle Mitteilung zu machen. Auch wird der Fahrer aufgefordert, sich bei der Kriminalpolizei zu melden. Kurze Freiheit Oberhausen. Auf der Lothringer Straße in Oberhausen wurde ein Strafgefangener festgenommen, der eine längere Freiheitsstrafe in der Strafanstalt Gütersloh zu verbüßen hatte und der am 25. April von der Außenstelle in Eggeberg mit noch einem anderen Strafgefangenen entwichen war. Der Flüchtige hat den Weg nach Oberhausen zu Fuß zurückgelegt, und zwar ist er, da er in Gefangenenkleidung war, nur nachts gelaufen. Am Donnerstagabend traf er in Oberhausen ein und schon am nächsten Morgen wurde er ergriffen. Den anderen Ausreißer will er unterwegs in der Nähe von Osnabrück verloren haben. Volksschädlinge unschädlich gemacht Oberhausen. Der Polizeipräsident in Oberhausen teilt mit: Kartoffelhöchstpreisüberschreitungen und großen Betrügereien der Kartoffelhändler Gebrüder Karl und Hugo Landers aus Oberhausen und Oberhausen=Sterkrade ist die Preisüberwachungsstelle in Zusammenarbeit mit dem Kartoffelwirtschaftsverband Rheinland auf die Spur gekommen. Es konnte den Genannten einwandfrei nachgewiesen werden, daß sie in einer großen Reihe von Fällen Speise- und Futterkartoffeln mit Höchstpreisüberschreitungen in den Verkehr brachten. Außerdem haben sie Futterund Speisekartoffeln als Saatgut verkauft und somit Sabotage an der Erzeugungsschlacht und mithin am Vierjahresplan betrieben. Der Händler Karl Landers hat weiterhin sich des Betruges zum Nachteil seiner Lieferanten und seiner Abnehmer schuldig gemacht. Sie sind beide festgenommen und zur Aburteilung dem Richter vorgeführt worden. Verhängnisvolle Bluttat Leverkusen. Eine verhängnisvolle Bluttat trug sich in der Wirtschaft Ratskeller zu. Gegen 23 Uhr kehrten mehrere Personen in den Ratskeller ein und setzten sich bei einem Glas Bier zusammen. An der Unterhaltung beteiligte sich zeitweise auch der Wirt des Ratskellers, Gräßle. Im Verlaufe von einigen Ulkereien, bei denen der Wirt einen Gummiknüppel in der Hand hatte, zog der Gast Pf. eine Stichwaffe. Durch einen unglücklichen Zufall— wie, ist noch nicht restlos geklärt— erhielt Gräßle einen ca. 3 Zentimeter tiefen Stich in die Leistengegend, wobei die Hauptschlagader verletzt wurde. Aerztliche Hilfe war sofort zur Stelle, doch starb der Wirt bereits auf dem Transport zum Krankenhaus. Der Vorfall ist um so tragischer, als der Wirt und der betreffende Gast befreundet waren. Trunkenheit lag bei keinem der Beteiligten vor. Auch Meinungsverschiedenheiten oder Streitigkeiten kommen nicht in Frage. Pf. wurde festgenommen; er ist dem Richter vorgeführt worden. Ueberall lauert der Tod Köln. Um einen Zusammenstoß mit einem anderen Kraftwagen zu vermeiden, mußte an der Ecke Frankfurter Straße—Buhlerweg ein Personenkraftwagen so stark abgebremst werden, daß er ins Schleudern geriet und schließlich auf dem Bürgersteig landete. Eine 58jährige Frau wurde von dem Fahrzeug erfaßt und so schwer verletzt, daß sie an den Folgen bald darauf starb. Düren. Drei junge Knaben vergnügten sich in der Ortschaft Jocobswüllesheim damit, ein kleines Radrennen zu veranstalten. Ein sechsjähriges Mädchen, das auf die Fahrbahn geriet, wurde von dem Rade eines der jungen Burschen erfaßt und so schwer verletzt, daß der Tod kurz darauf eintrat,