Erscheini laglich an allen Werltagen morgens früh.- Bezugspreis 1.60 Mi. monatlich einschl. Botenlohn= durch die Post frei ins Haus gebracht 1.66 Mi., f. Selbstabholer 1.30 Mi. Einzelpreis 10 Pfg.— Anzeigenpreis mm 3 Pfg. Anzeigenannahmeschluß 17 Uhr am Tage vorher.— Für die Aufnahme von Anzeigen an bestimmten Tagen und Plätzen wird eine Gewähr übernommen. Allgemeiner Anzeiger für die Aemter Sprockhövel und Haßlinghausen. Lokal=Anzeiger für die Aemter Volmarstein. Verbede, Blankenstein und Hattingen. Druck u. Verlag R. Steinbeck, Sprockhövel. Hauptschriftleiter Alfred Steinbeck, dessen Stellvertreter: Rudolf Steinbeck, b. 1 Sprockhövel. Verantwortl. für Ortlich. u. Allgem. A. Steinbeck, Sprockhövel, f. d. übr. Textteil: Wilh. Gehlen Wattenscheid, für den Anzeigenteil. R. Steinbeck, Sprockhövel. D.-A. I. 38. 3081 Fernruf: 4078 Amt Hattingen. Z. Zt. ist Preisl. Nr. 3 gültig. Nr. 53(Erstes Blatt) Freitag, den 4. März 1938 41. Jahrgang Englands Rüstung: 343.25 Millionen Pfund Ein Weißbuch über das gewaltige englische Aufrüstungsprogramm für das Jahr 1938=39 Erhöhung zu erwarten London, 3. März. Am Mittwochabend wurde in London der Voranschlag für den Rüstungshaushalt des kommenden Finanzjahres in Form eines Weißbuches veröffentlicht. Er wird mit 343¼ Millionen Pfund für alle drei Wehrmachtsteile angegeben und übersteigt somit denjenigen des abschließenden Finanzjahres von 278¼ Millionen Pfund beträchtlich. Gleichzeitig wird mitgeteilt, daß mit einer Erhöhung der Rüstungshaushalte für das Finanzjahr 1939=40 zu rechnen sei. Die Ausgaben in den kommenden Jahren hingen notwendigerweise von Umständen ab, die man nicht voraussehen könne, insbesondere aber von dem Grade des Erfolges, den die britische Regierung in ihren Bemühungen um eine Entspannung in der internationalen Lage haben werde. Man müsse somit erwarten, daß die Rüstungsauslagen in den fünf Finanzjahren 1937 bis 1941 die ursprünglich vorgesehene Grenze von 1½ Milliarden Pfund überschreiten werden. In dem Weißbuch wird anschließend Bericht erstattet über den Stand der britischen Aufrüstung. Im einzelnen wird hier u. a. angeführt: Rüstungswerke: Eine Anzahl neuer Werke seien ins Leben gerufen worden, andere wuroen gebaut bzw. bereits bestehende ausgebaut. Es habe Schwierigkeiten und Rückstände in gewissen Lieferungen gegeben. Im großen und ganzen sei der Fortschritt zufriedenstellend und die Rüstungsherstellung steige schnell. Flotte: Wie schnell die Stärke der britischen Flotte erhöht werde, gehe aus folgenden Angaben über die Tonnageziffern hervor: 1. 1. 1935: rund 139 000 To. auf Kiel, 1. 1. 1936: 282 000 To. auf Kiel, 1. 1. 1937: 376 000 To. auf Kiel, 1. 1. 1938: 547 000 To. auf Kiel. Für das kommende Finanzjahr 1938=39 erwarte man, daß 60 neue Einheiten der verschiedenen Klassen in Dienst gestellt werden könnten, was eine Gesamttonnage von über 130 000 To. ausmache. Das Flottenbauprogramm 1938 sehe folgende Aufkiellegungen vor: Zwei Großkampfschiffe, ein Flugzeugmutterschiff, vier große Kreuzer, drei kleine Kreuzer, drei U=Boote, drei Minenleger, zwei Flußkanonenboote, ein ZerstörerDepotschiff, ein U-Boot=Depotschiff, ein Reparaturschiff für Flugzeuge, ein weiteres Reparaturschiff, Deckboote, Motor-Torpedoboote und weitere kleine Einheiten. Die Modernisierung der bestehenden Einheiten werde gründlich fortgesetzt. Ein Großkampfschiff sei beendet und drei weitere befänden sich gegenwärtig im Umbau. Landheer: Die notwendigen Kriegsmaterialreserven wurden in großem Ausmaß aufgestapelt. Die Pläne für moderne Herstellungsgegenstände seien bereits vollendet bzw. ständen vor der Vollendung. Luftwaffe: Neue Flugzeugtypen werden den Geschwadern jetzt schneller geliefert als bisher. Die Lieferungen erfolgen in zufriedenstellender Weise, und die Anzahl verschiedener Modelle wird ständig vermindert. Sechs Werke für Flugzeugmotoren hätten die Herstellung aufgenommen, zwei weitere würden in wenigen Wochen die Arbeit aufnehmen und ein drittes im Laufe des Jahres eröffnet werden. Außerdem sei die Arbeit in anderen Werken für Propeller und Vergaser aufgenommen worden. Flugplätze: 59 neue Flugplatzgelände seien seit Beginn des Aufrüstungsprogrammes aufgekauft worden, von denen 30 bereits besetzt seien, während bereits bestehende Flugplätze ausgebaut worden seien. Rekruten-Neueinstellungen: Die Anwerbungen in der Flotte stiegen ständig. Im Jahre 1937 seien 10 000 Mann ange worben worden, was die vorgesehenen Ziffern um 25 Prozent übersteige. Für 1938 erwarte man ein Anwachsen von 7000. Bezüglich der Anwerbungen für das Landheer heißt es, daß 1937 ein Bestjahr für die Rekrutierung in der sogenannten Territorialarmee gewesen sei. 45 320 Rekruten seien angeworben und die Territorialarmee somit um 17 690 verstärkt worden. Das gleiche gelte für die Luftflotte. Fliegerschulen seien von vier auf elf erhöht worden, während es jetzt außerdem 13 Militärausbildungsanstalten für Flieger gebe. Seit April 1935 seien 4500 Flugzeugführer und 40 000 Mann zur Ausbildung angeworben worden. Auch die Ausbildung der Reserve sei befriedigend. Tankbataillone: Von den vorgesehenen vier neuen Infanteriebataillonen und zwei neuen Tankbataillonen seien bereits zwei neue Infanteriebataillone und ein Tankbataillon aufgestellt, während ein zweites in Kürze zusammengestellt werde. Uebersee-Garnisonen: Gewisse Uebersee=Garnisonen seien verstärkt worden. Andere Verstärkungen seien beabsichtigt, und die Verteidigungsanlagen der britischen Ueberseestützpunkte seien verbessert worden. Luftschutz: Die Heimatluftflotte sei während des vergangenen Jahres auf 123 Geschwader gegen 52 im Jahre 1934 erhöht worden, die zwei Flakdivisionen seien verstärkt und neue Flakgeschütze würden in Kürze eingesetzt werden. Auch die Ballonsperre sei erfolgreich begonnen worden. Der größte Teil des erforderlichen Materials sei bereits geliefert und Truppen seien entsprechend ausgebildet worden. Auch die Arbeit auf dem Gebiete des Luftschutzes für die Zivilbevölkerung gegen Luftangriffe sei von Erfolg gekrönt. Neue Schulen seien errichtet worden und Bezirksinspektoren überall eingesetzt. Gasmasken für die Zivilbevölkerung seien bereits in großem Ausmaß vorhanden, und man hoffe bis Ende d. J. Gasmasken für die gesamte Bevölkerung fur Verfügung zu haben. 2500 Luftschutzfeuerpritzen seien in Auftrag gegeben usw. Transportwesen: Alle Vorkehrungen seien getroffen, um die Lebensmittelzufuhr und Lebensmittelverteilung im Notfalle sicherzustellen. Das gleiche gelte für die Oelversorgung im Notfalle. Neue Steuern unvermeidlich London, 3. März. Die gesamte Londoner Presse steht stark unter dem Eindruck der Veröffentlichung des Rüstungs-Weißbuches und des Haushaltes des Luftfahrtministeriums. „Times" kommt dabei zu dem Ergebnis, daß die Endsumme des kommenden englischen Haushaltes etwa 11 172 000 000 Mark betragen werde. Dazu kämen dann noch 1 080 000 000 Mk. für Verteidigungszwecke, die aus der Anleihe gedeckt werden. Gegenüber dem Vorjahre bedeute das eine Zunayme um mehr als 823 000 000 Mark. In etwa ähnlicher Höhe werden die Endziffern der Rüstungsausgaben auch in anderen Blättern geschätzt. In ihrem Leitartikel in der Donnerstagmorgenausgabe gibt die„Times" der Zufriedenheit über das Rüstungsprogramm Ausdruck und erklärt u. a.: Mit der beschleunigten Fertigstellung neuer Flugzeugträger, Kreuzer und kleinerer Fahrzeuge sowie der Modernisierung so vieler Einheiten der Schlachtflotte weise die englische Flotte mit ihrem heutigen Stande bereits eine eindrucksvolle Ueberlegenheit auf. „Daily Telegraph" spricht die Vermutung aus, daß Schatzkanzler Simon wohl eine neue Steuer einführen müsse, um im Haushalt noch fehlende 600 Millionen Mark zu decken. Das Blatt hebt hervor, die Tonnagezahl der im Bau befindlichen Kriegsschiffe sei jetzt viermal so groß wie bei Beginn des Rüstungsprogramms. ASA. Botschafter Wilson beim Führer „Wahrung und Ausbau der freundschaftlichen Beziehungen“ Berlin, 3. März. Der Führer und Reichskanzler empfing Donnerstag mittag den neuernannten Botschafter der Vereinigten Staaten von Amerika, Hugh R. Wilson, zur Entgegennahme seines Beglaubigungsschreibens. Botschafter Wilson überreichte die Handschreiben des Präsidenten Roosevelt über die Abberufung seines Amtsvorgängers und seine eigene Beglaubigung als Botschafter dem Führer und Reichskanzler mit einer Rede in englischer Sprache, die in Uebersetzung wie folgt lautet: Herr Reichskanzler! Ich habe die Ehre, Eurer Exzellenz zugleich mit dem Abberufungsschreiben meines Vorgängers das Schreiben zu überreichen, mit dem der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika mich als seinen Außerordentlichen und Bevollmächtigten Botschafter bei Ihnen beglaubigt. Ich freue mich darauf, nun ein drittes Mal in diesem Lande zu leben, und es ist mein ernstlicher Wunsch, daß die Wahrung und der Ausbau der freundschaftlichen Beziehungen und der Bande, die zwischen unseren beiden Ländern bestehen, während meines Aufenthaltes in Deutschland vertieft und gestärkt werden mögen. Der Führer und Reichskanzler erwiderte diese Ansprache mit folgenden Worten: Herr Botschafter! Ich habe die Ehre, aus den Händen Eurer Exzellenz zugleich mit dem Abberufungsschreiben Ihres Herrn Amtsvorgängers das Schreiben entgegenzunehmen, durch das Sie als Außerordentlicher und Bevollmächtigter Botschafter der Vereinigten Staaten von Amerika bei mir beglaubigt werdén. Mit lebhafter Genugtuung begrüße ich es, daß Sie, Herr Botschafter, den ernstlichen Wunsch zum Ausdruck brachten, die freundschaftlichen Beziehungen, die zwischen unseren beiden Ländern bestehen, während Ihres Aufenthaltes in Deutschland zu vertiefen und zu stärken. Der Umstand, daß Sie nicht zum ersten Male nach Deutschland kommen, und daß Sie das deutsche Volk aus Ihrer früheren diplomatischen Tätigkeit kennen, wird Ihnen Ihr Bestreben, dem gegenseitigen Verständnis der beiden Völker zu dienen, wesentlich erleichtern. Eure Exzellenz können versichert sein, daß ich und die Reichsregierung von den gleichen Bestrebungen geleitet sind und alles tun werden, um Sie bei der Erreichung dieses Zieles zu unterstützen. Die freundlichen Wünsche des Herrn Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika für das Gedeihen des deutschen Volkes nehme ich mit Dank entgegen und erwidere sie aufrichtig. Im Namen des Deutschen Reiches heiße ich Sie, Herr Botschafter, herzlich willkommen. Hieran schloß sich eine längere Unterhaltung des Führers mit dem Botschafter. Der Führer und Reichskanzler empfing heute den britischen Botschafter Sir Neville Henderson zu einer allgemeinen Aussprache über die beide Länder betreffenden Fragen. Der französische Dampfer„Suvule", der bei Juist aufgelaufen war, ist am Donnerstagmittag mit Hilfe der Bergungsschlepper und mit eigener Kraft wieder flott geworden. Er wird in Hamburg auf der Werft von Blohm u. Voß ins Dock gebracht. Der bisherige Chef des österreichischen Generalstabes, Feldmarschall=Leutnant Jansa, ist in den Ruhestand getreten. Mit seinem Aufgabenkreis wurde Generalmajor Böhme betraut. 10,2 Milliarden Francs für Landesverteidigungszwecke ausgegeben Paris, 3. März. Die Kammer hat Donnerstag nachmittag mit der Beratung des Gesetzes ur Schaffung einer selbständigen Kasse für die Landesverteidigung begonnen. Der Abgeordnete Fernand-Laurent forderte in der Aussprache zunächst Aufklärungen über die Verwendung von 8 Milliarden Francs. Der Berichterstatter des Gesetzentwurfes trat darauf den Gerüchten über eine anderweitige Verwendung der 8 Milliarden entgegen und stellte fest, daß sogar mehr als 8 Milliarden für Landesverteidigungszwecke verausgabt worden seien, und zwar 5,316 Milliarden für das Heer, 2,417 Milliarden für die Marine und 2,525 Milliarden für die Luftwaffe. Ministerpräsident Chautemps wies schließlich darauf hin, daß es nicht um die Bewilligung neuer Kredite gehe, sondern um die Verabschiedung eines Gesetzes zur Gründung einer Kasse, Die Kammer schloß sich dem Wunsche des Ministerpräsidenten an und begann mit der Einzelberatung. Amnestie nicht nach leeren Buchstaben Eine Anweisung des österreichischen Justizministeriums Wien, 3. März. Das Justizministerium an die Staatsanwaltschaft Weisungen ertei die Amnestie auch auf Fälle anzuwenden, die zwar nicht durch den Wortlaut der Amnestieverfügung direkt bezeichnet, dem Wesen nach aber durch sie ebenfalls erfaßt werden. Es sollen auch jene Personen, die sich zur Zeit der Verkündung der Amnestie im Auslande aufgehalten haben, ohne sich der Verfolgung durch die Sicherheitsbehörden entziehen zu wollen, begnadigt werden. Ferner werde bei solchen Verurteilten, denen ähnlich der Amnestie vom Juli 1936 ein bedingter Strafnachlaß zuteil wurde, von allen weiteren Maßnahmen abgesehen. Schließlich werden laut der Anweisung des Justizmin 16. Februar schon ähnlich steriums durch die Amnestie vom ene Personen erfaßt werden, die der Amnestie von 1936 begnadigt worden waren, gegen die aber wegen neuer politischer Betätigung ihre alten Strafen wieder geltend gemacht worden waren. Schießereien in Haifa Die Begleitmusik zur Ankunft des neuen Oberkommissars Jerusalem, 3. März. Der neue englische Oberkommissar für Palästina, Sir Harold Alfred MeMichael, ist Donnerstag früh im Hafen von Haifa eingetroffen, wo ihm zu Ehren Empfangsfeierlichkeiten stattfanden. Er ist der fünfte Oberkommissar für Palästina seit der Errichtung dieses Postens im Jahre 1920. In der Araber-Altstadt von Haifa haben sich in der Nacht zum Donnerstag wiederum Zwischenfälle ereignet. Durch Schüsse aus dem Hinterhalt wurde ein arabischer Polizeiwachtmeister lebensgefährlich verletzt und ein Angehöriger der jüdischen Polizei ebenfalls, wenn auch leichter verwundet. Da auch aus verschiedenen Teilen Palästinas kleinere Sabotageakte wie Zerstörungen von Telefonleitungen und ähnliches gemeldet werden, bemüht sich die jüdische Zeitung„Haaretz", in ihrem Leitartikel zu fragen, ob die Unruhen der letzten Tage und die blutigen Zwischenfälle einen Willkommensruß der Araber an den neuen Oberkommissar arstellten. Der Stellvertreter des Bundesleiters des volkspolitischen Referats in Wien, Staatsrat Dr. Jury, hat den Vorsitz des Vereins„Deutsche Bühne" übernommen. Der Verein bemühte sich bisher vergeblich, eine Konzession für ein auf völkischer Grundlage stebendes Theater zu erhalten GMA. Werr: Plötzlicher Amfall Krestinskis Krestinski, völlig zermürbt, widerruft seine zunächst gemachten Erklärungen— Der Staatsanwalt triumphiert— Phantastische Behauptungen Bessonows— Hirnverbrannte Aussagen Moskau, 3. März. N h kurzer Pause wird in vem Moskauer Theaterprozeß mit dem Verhör der klagten begonnen. Als erster tritt der frühere stsrat der Sowjetbotschaft in Berlin, Bessonow, ans Mikrophon. Lediglich auf kna uorig laßt, m seiner„Verbrechen". Bessonow hat sich selbst als den hauptsächlichsten Verbindungsmann zwischen Trotzki einerseits und dessen Anhänger in der Sowjetunion, Pjatakow und Krestinski andererseits darzustellen. Besonders will schon vor Jahresfrist hingerich er von dem schon vor Jahresfrist hingerichteten Pjatakow bereits seit 1932 beträchtliche, aus sowjetischen Staatsmitteln entwendete Geldsummen erhalten haben, die er an Trotzki und dessen Sohn Sedow zu Agitationszwecken übereben habe. Ferner behauptet Besskann der Staatsanwalt nicht umhin, Krei zu fragen, ob Bessonows Angaben richtig darauf erklärt Krestinski mit fester Stimme: Bessonows Behauptungen sind falsch!" Auf die Frage des Staatsanwalts, warum Krestinski denn während der Voruntersuchung „Geständnisse" gemacht habe, die mit den Erklärungen Bessonows übereinstimmten, schweigt Krestinski bedeutungsvoll, so daß der Staatsanwalt Wyschinski rot vor Zorn und Verlegenheit nur noch bemerken kann:„Da ich keine Antwort höre, habe ich auch keine Frage mehr an den Angeklagten Krestinski zu richten." Bessonow fährt daraufhin mit seinem Redeschwall fort. Krestinski, so behauptet er weiter, habe ihm im Jahre 1934 die Direktive gegeben, „die normalen diplomatischen Beziehungen zwischen Deutschland und der Sowjetunion zu sabotieren, dagegen in seiner Eigenschaft als rtreter des antisowjetischen Blocks der Trotzkigeheime Beziehungen mit den nationalsozialijen Parteistellen aufzunehmen"(!!). Auch das treitet Krestinski ganz energisch. Der Musterengeklagte Bessonow verfällt darauf gleich in die Rolle des Staatsanwalts und bezichtigt Krestinski immer wieder von neuem. Krestinski, vom Staatsanwalt scharf über den Wandel zwischen seiner jetzigen Haltung und seinen „Geständnissen" während der Voruntersuchung befragt, gibt darauf die programmatische Erklärung, die das ganze Konzept dieses Prozesses durcheinanderbringen dürfte:„Meine Geständnisse während der Voruntersuchung habe ich unfreiwillig gemacht. Ich habe unrichtige Aussagen abgegeben, um überhaupt auf diese Anklagebank zu kommen und um dann die Wahrheit sagen zu können!" Jetzt muß der Staatsanwalt in äußerster Verwirrung andere Angeklagte gegen Krestinski ausspielen: Rosengolz und Grinko müssen auf Drängen Wyschinskis bestätigen, daß Krestinski Trotzkist und Landesverräter sei. Krestinski bestreitet beharrlich alles weiter, und als Bessonow Einzelheiten der angeblichen Begegnung Krestinskis mit Trotzki in Meran zum besten gibt, erklärt Krestinski bissig, Bessonow gebe da nur seine,„Krestinskis, falschen Geständnisse" wieder! Bessonow wird daraufhin wieder aufgefordert, seine Erklärungen fortzusetzen. Genau nach bekannten früheren Beispielen behauptet er— mit einem vielsagenden Lächeln—, bereits im Jahre 1933 auf Verlangen des trotzkistischen Blockes mit onalsozialistischen Politikern(!!) in Fühlung getreten zu sein, denen er als Gegenmaßnahme für die Unterstützung der trotzkistischen Opposition in der Sowjetunion die Sowjet-Ukraine aneboten haben will! Ein Abkommen der trotzkistiOpposition mit Deutschland, zwecks Beschleung des Krieges gegen die Sowjetunion, so n Trotzki und Krestinski immer wieder erklärt, müßte„forciert“ werden. Dieselbe Ansicht hätten die militärischen Hochverräter um Tuchatschewski vertreten. Damit ist Bessonow mit seinen phantastischen „Geständnissen" am Ende. Krestinski erklärt noch einmal mit allem Nachdruck die Erklärungen Bessonows für falsch. Dann wird die dramatische Vorund Nachmittagssitzung für beendet erklärt. Grinko ist willfährig Opposition befindlichen Politikers hinzustellen und vermeidet es vorläufig, sich zu direkten Verbrechen wie Spionage und Landesverrat zu bekennen. ehemali Nach Iwanow kommt der kannt, daß dieser Pakt eine wichtige Etappe in der „Friedenspolitik" der Sowjetunion bedeute und daß ihre Pläne der Beschleunigung der Intervention auswärtiger Mächte gegen die Sowjetunion beeinträcht werden könnten. Als nächster Angeklagter kommt noch ein weiterer mustergültiger„Verbrecher" zu Wort: der frühere Volkskommissar für Landwirtschaft, Tschernow, der den Eindruck eines völlig willenlosen Opfers macht.. Er„gesteht“ mit derselben Bereitwilligkeit die ungeheuren „Sabotageakte", insbesondere auf dem Gebiete der Landwirtschaft, die angeblichen Koalitionsverhandlungen des trotzkistischen„Blockes" mit menschewistischen Emigrantengruppen usw. Er weiß ferner insbesondere über seine Spionagetätigkeit förmliche Kriminalromane zu erzählen und bezeichnet sich selbst bereitwillig als teuflischen Spion. Aus den„Geständnissen" Grinkos und Tschernows ist im übrigen zu entnehmen, daß noch zahlreiche weitere frühere führende Sowjethäuptlinge, die sich im gegenwärtigen Prozeß noch nicht unter den ngeklagten befinden, einem ähnlichen Schicksal wie diese entgegensehen. Grinko nannte selbst die seit einigen Monaten verschwundenen Volkskommissare Antipow(Volkskommissar für Sowjetkontrolle). Rudsutak(ehemals stellvertretender Vorsitzender des Volkskommissarenrates), sowie den Leiter des Komitees für Landwirtschaftsfragen beim Zentralausschuß der bolschewistischen Partei, Jakowlew, als Mitglieder der„Verschwörung“, während Tschernow den ukrainischen Volkskommissar Satonski sowie den ehemaligen Volkskommissar für Leichtindustrie, Ljubimow, erwähnte und in diesem Zusammenhang sogar von einem Reservezentrum“ der Verschwörung sprach. als Staatsanwalt zählungen des Alten überein. lige stellver99 Die Donnerstagvormittag=Sitzung des Moskauer Prozesses verlief„glatt“. Sensationelle Zwischenfälle in der Art der gestrigen wurden von den Leitern dieses grauenhaften Prozeßtheaters peinlich vermieden. Die Gerichtsverhandlung wird zunächst fortgezt mit dem„Verhör“ des früheren VolkskomIwanow der igentliche ig an völlig klar zutage liegt. Iwanow„gesteht“ gleich zu Beginn einer Aussägen, ohne vom Staatsanwalt überjaupt dazu erst aufgefordert werden zu müssen, daß er bereits vor dem Kriege ein Agent der zaritischen Geheimpolizei(der sogenannten Ochrana) gewesen sei, Gegen einen Judaslohn von 75 Rubel habe er bolschewistische Revolutionäre in dieser Periode der zaristischen Polizei ausgeliefert. Zwanow fühlt sich so sicher, daß er sogar inmitten der kläglichsten„Geständnisse" Witze reißt und versucht, das Gericht und das Publikum zum Lachen zu bringen. Im Verlauf der Aussagen Iwanows wird erhtlich, daß sein Auftrag darin besteht, den Hauptangeschuldigten Bucharin aller erdenklichen Verbrechen zu bezichtigen. Iwanow trägt als erster die Behauptung der Anklageschrift vor. wonach Bucharin bereits im Jahre 1918 eine Verschwörung gegen Lenin angezettelt habe. Bucharin, den der Staatsanwalt zu bewegen versucht, die Aussagen Iwanows zu bekräftigen, verhält sich betont zurückhaltend. I müht er sich, seine Tätie mmerhin begkeit als die eines in der Entsetzen in der ganzen Welt Stalin ein wahnfinniger oder blutrünftiger Verbrecher großen Schauprodes früheren FiDie Abendverhandlung des zesses beginnt mit dem Verhör nanzkommissars Grinko. Dieser zeigt sich so willfährig, daß der Staatsanwalt dem Strom seiner„Geständnisse" während zweier Stunden freien Lauf lassen kann. Grinko verweilt mit besonderem Nachdruck lange bei der angeblich von ihm im Auftrag des Leiters des Oppositionsblocks vorbereiteten Sabotagearbeit. Er ist so unerschöpflich in seinen Selbstbezichtigungen, daß ihn bald der Staatsanwalt, bald der Gerichtsvorsitzende zur Kürze mahnen muß(!). Alle die notorischen Mißstände der sowjetrussischen Finanzwirtschaft nimmt Grinko bereitwillig auf sein Schuldkonto. Ja noch mehr, sogar die Hungerlöhne der Landarbeiter in den Kolchosen, die überall herrschende Knappheit an Waren und Bedarfsgegenständen wird von der Wirtschaftssabosten" erklärt. Pariser Presse erschüttert Paris, 8. März. Stalins Vorbereitungen für ein neues Blutbad stoßen in der Pariser Presse auf entrüstete Ablehnung. Die Blätter verurteilen in schärfster Weise diese neue Komödie und halten Stalin entweder für einen wahnsinnigen oder für einen blutrünstigen Verbrecher. Selbst der sozialdemokratische„Populaire" bezeichnet die Anklageschrift als eine zum Himmel stinkende Lüge. Man ist sprachlos vor einem solchen Massenmorden. Man müsse Jahrhunderte zurückgreifen, um etwas Aehnmenhan der m bleibt es Grinko überlassen, den Zusamg des trotzkistischen Verschwörerblocks mit ilitärischen„Hochverrätergruppe" Tuchatschewski, Gamarnik usw. näher zu schildern. Er behauptet, daß Rykow, Bucharin, Rosengolz und „vermutlich" auch Jagoda über die„Verschwörung“ der Generale informiert gewesen seien, mit denen sie sich im wesentlichen einig gewußt hätten. Besonders erheiternd wirkt die Tatsache, daß die Prozeßregie es für notwendig erachtet, dem„Hochverräter und Spion" Grinko auch eine außenpolitische Erklärung in den Mund zu legen. Auf ein Stichwort des Staatsanwalts hin hat Grinko mit lauter Stimme zu erklären, daß der trotzkistische„Block" sich seit 1934 scharf ablehnend em sowjetischen Pakt mit Frankreich verhalten Trotzlisten hätten mit Enttäuschung erAnsau saotseischen Wahnsinns oder Deliriums erlitten habe. Auf internationalem Gebiet könnten die sowjetrussischen Ereignisse die schwersten Rückwirkungen haben. Sie entrüsteten das Weltgewissen und würden mit Recht als ein Zeichen der Zerrüttung und Zersplitterung des Kommunismus und seines Regimes angesehen. Das„Echo de Paris" schreibt u. a., die abscheuliche Komödie zeige, daß die Angeklagten im voraus zum Tode verurteilt seien. Der Wahnsinnige im Kreml, der in seiner Zitadelle zittere, träume bereits von neuen Prozessen. Diesmal habe jedoch die Welt ihrer Entrüstung Ausdruck gegeben. Der GBU. nicht erlegen Warschau, 3. März. Der politische Monstreprozeß in Moskau steht in der polnischen Presse im Vordergrund des Tagesinteresses. Das Verhalten Krestinskis wird dabei als eine politische Sensation herausgestellt. Krestinskis Verhalten habe unter den Diplomaten und Vertretern der Auslandspresse eine ungeheure Sensation hervorgerufen. Der frühere Vertreter Litwinows sei nicht dem Terror der GPU. erlegen und habe sich die vor der Oeffentlichkeit — genau wie Iwanow— voll und ganz den Eindruck eines verkappten Staatsanwaltes macht. Auch Subarew nimmt die phantastischsten Sabotageakte, insbesondere auf dem Gebiete der Landwirtschaft, auf sein Schuldkonto. Auch er bekennt t verdächtiger Bereitwilligkeit der Spionage und des Landesverrates schuldig, ohne auch nur mit der Wimper zu zucken. Der Schluß der Morgensitzung bleibt noch für einen besonderen Effekt vorbehalten: In der langen Liste seiner Verbrechen hatte Subarew auch „gestanden“, daß er— genau wie Iwanow— bereits vor dem Kriege ein Spitzel der zaristischen Geheimpolizei gewesen sei. Nunmehr wird als „Zeuge" ein früherer zaristischer Polizeiinspektor namens Wassiljew in den Saal geführt, unter dessen Anleitung Subarew vor 30 Jahren Spitzeldienste geleistet haben will! Das Wiedersehen der beiden rief allgemeine Heiterkeit des Publikums hervor. Die Regie klappt gut: Der alte Wassiljew, der mit seinem gewaltigen Schnauzbart und seiner altertümlichen Ausdrucksweise genau so in Erscheinung tritt, wie ein zaristischer Polizeiinspektor in der Phantasie des Sowjetpublikums leben soll, erkennt— natürlich— in dem Angeklagten Subarew sofort den früheren Spitzel wieder, evinnert sich auf die Frage des Gerichtsvorsitzenden genau daran, Subarew vor 30 Jahren 60 Rubel für Spitzeldienste ausgezahlt zu haben, und auch Subarews Erinnerungen stimmen wundervoll mit den ErGPU. zermürbte Krestinski Die Nachmittagsitzung des Moskauer Theaterprozesses sollte mit der Vernehmung des früheren stellvertretenden Außenkommissars Krestinski beginnen, der Mittwoch durch seinen sensationellen Widerruf die ganze Prozeßinszenierung durcheinanderzubringen drohte. Bevor Krestinski jedoch ins Verhör genommen wird, läßt der Staatsanwalt durch den Angeklagten Rakowski, einen notorischen Trotzki=Anhänger, nochmals bestätigen, daß Krestinski trotz seiner im Jahre 1927 erfolgten formellen Absage an Trotzki im Herzen immer ein Anhänger der trotzkistischen Richtung geblieben sei. Die Spannung im Saal erreicht ihren Höhepunkt, als der Staatsanwalt nnumehr Krestinski auffordert, sich zu den Erklärungen Rakowskis zu äußern. Leichenblaß und wankend tritt Krestinski— ein anderer Krestinski, als alschen Scham, die furchtbare Erregung, sich plötzlich im öffentlichen Prozeß auf der Anklagebank zu befinden und schließlich sein schwer angegriffener Gesundheitszustand hätten ihn angeblich dazu veranlaßt, vor Gericht seine Zugehörigkeit zu der„Verschwörung" zu leugnen.„Ich konnte es gestern nicht über mich bringen", so erlärte Krenski jetzt,„es ging über meine Kräfte, vor der eltöffentlichkeit die Wahrheit zu sagen. Nunmehr bekenne ich mich jedoch aller meiner Verbrechen voll und ganz schuldig und bestätige Wer ist verrückter? Diese Frage stellt man sich, wenn man den Moskauer Schauerprozeß verfolgt. Weri rückter: Die Ankläger oder die A klagten? Sind die Ankläger von einem blinden Zerstörungswahnsinn besessen, der sie zu Irren stempelt, oder ist es die Lust an reiner Perversion, der diese Prozesse aufziehen läßt? Oder sind die Angeklagten derart willenlose Geschöpfe eines vertierten Machthabers, daß sie sich in diesen widerlichen Selbstbezichtigungen ergehen? Was bezweckt Moskau damit? Ungeheure Anschuldigungen gegen andere Staaten, von denen Deutschland, was ja zu erwarten war, nicht verschont wurde, um sich so provokatorisch wie immer zu betätigen! Unfriede und Haß soll in die Welt gesät werden, damit Moskau so sein Schlachtfeld reif für die Weltrevolution findet. Zwei Fragen drängen sich bei der Betrachtung dieses Prozesses weiter auf: Die Tatsachen, deren sich die Angeklagten bezichtigen, sind wahr, dann sind sie die größten Verbrecher aller Zeiten, sie, die noch gestern die Beherrscher eines unterdrückten Volkes waren. Oder aber: die Anklagen sind unwahr, erdichtet und den Angekla ten angedichtet, dann sind die heutigen Mack haber des Sowjetregimes die größten Verbrecher, Lügner und Mörder. Schamlos demaskiert sich das Sowjetregime mit seinem blutdürstigen Diktator Stalin an der Spitze in seiner gemeinsten Form, bietet der Welt ein Bild des Spottes und der Verachtung. Und diese Leute haben auf ihr Panier geschrieben, daß sie den russischen Arbeiter und Bauern frei machen wollen. Die Anklagen, die gegen Deutschland erhoben wurden, sind zu kindisch, als daß es sich verlohnen würde, sich mit ihnen zu beschäftigen. Wenn, wie dort behauptet wird, Deutschland mit führenden Kommunisten Verbindungen hätte, dann wäre es das gleiche, als wenn heute Feuer und Wasser miteinander vertragen würden. Und so groß, wie die Gegensätze auf der einen Seite sind und niemals eine Annäherung bringen werden, so groß sind sie auch auf der anderen Seite. vorbehaltlos meine während der Voruntersuchung abgegebenen Aussagen.“ Triumphierend nehmen Staatsanwalt und Gerichtshof von den Erklärungen Krestinskis Kenntnis. Der Staatsanwalt, der wohl einen Rückfall des reuigen Sünders befürchten mag, verzichtet gern darauf, weitere Fragen an Krestinski zu richten. Krestinski, dessen letzte Widerstandskraft nunmehr gebrochen zu sein scheint, nimmt erschöpft wieder seinen Platz auf der Anklagebank ein. Auf welche Weise und mit welchen Methoden Krestinski im Laufe der letzten Nacht zu einer so völligen Sinnesänderung gebracht worden ist, wird wohl für immer eines der Rätsel dieses Prozesses bleiben. Im übrigen vermag freilich der heutige Umfall des völlig zermürbten Krestinski an der Bedeutung seiner gestrigen Erklärungen nichts zu ändern, die für die Beurteilung des gegenwärtigen Prozesses in vollem Umfange aufrechterhalten bleiben. stattfindende Gerichtsverhandlung zunutze gemacht, um die Methoden aufzuzeigen, mit denen die Untersuchung erzwungen wird. Stalin wußte um Kirow Amsterdam, 3. März.„er Volk", das Blatt der holländischen sozialdemokratischen Partei, veröffentlicht eine Unterredung seines Pariser Mitarbeiters mit dem ehemaligen Sowjetoffizier Kriwizki, der früher enge Beziehungen zur GPU. unterhielt und im Zusammenhang mit der Hinrichtung des roten Marschalls Tuchatschewski im Dezember 1937 nach Paris geflüchtet ist. Ueber die angebliche Mitschuld des früheren GPU.-Gewaltigen und jetzigen Angeklagten im Moskauer Schauprozeß Jagoda an der Ermordung Kirows weiß Kriwizki zu berichten, daß Jagoda selbst die Untersuchung in dieser Sache geleitet habe. Damals sei in Leningrad auch ein noch immer geheimnisvolles Attentat auf Jagoda erfolgt, dem es jedoch gelungen sei, dem Anschlag zu entgehen. Niemand, außer Stalin und Jeschow, dem heutigen Volkskommissar für innere Angelegenheiten, seien die näheren Umstände des Kirow=Mordes bekannt. Es sei mehr als bezeichnend, daß Stalin den Leningrader GPU.=Leiter Medwedjew und seine Mitarbeiter, die im Zusammenhang mit dem Fall Kirow verurteilt wurden, bald begnadigt und ihnen sogar hohe Posten gegeben habe. Deutsche Beschwerde in Moskau Schließung der Sowjetkonsulate in Hamburg und Königsberg verlangt Berlin, 3. März. Der deutsche Geschäftsträger in Moskau, Botschaftsrat Dr. Tippelkirch, hat Donnerstag im Auftrage der Reichsregierung dem Außenkommissariat in Moskan mitgeteilt, daß wir infolge fortgesetzter Schikanierungen unserer Konsulate in Kiew und Nowosibirsk, die trotz wiederholter Vorstellungen bisher nicht abgestellt wurden, und die wir infolgedessen nur als bewußte Störungen unserer Konsulartätigkeit ansehen können, bis zum 15. Mai d. J. die Schließung der Sowjetkonsulate in Königsberg und Hamburg verlangen. Unsere Konsulate in Kiew und Nowosibirsk werden bis zum gleichen Termin liquidiert werden. Die gesamte Konsulartätigkeit für die Sowjetunion wird fortan auf die Konsularabteilung der Botschaft in Moskau übergehen. 6e „Stahl für Sojabohnen Schweden wünscht Handelsabkommen mit Mar tandschukuo Tokio, 8. März. Wie Domei aus Hsinking meldet, soll Schweden über seine Gesandtschaft in Tokio vorbereitende Besprechungen über ein Handelsabkommen mit Mandschukuo angeregt haben, und zwar auf der Grundlage eines Austausches von schwedischem Stahl gegen Sojabohnen. Schweden solle die Entsendung einer Handelskommission nach Hsinking vorgeschlagen haben, die die Aufgabe haben werde, den Abschluß eines Abkommens nach dem Muster des deutsch-mandschurischen Abkommens anzustreben. Kinder verursachen Niesenbrand Mehrere Bauerngehöfte ein Raub der Flammen König Georg VI. gab am Donnerstag den in diesem Frühjahr üblichen Empfang der am Hof von St. James beglaubigten ausländischen Diplomaten. Gleichzeitig wird angekündigt, daß der König der Flotte am 21. und 22. Juni e wird. Der Führer und Reichskanzler empfing heute den auf Heimaturlaub befindlichen deutschen Gesandten in La Paz(Bolivien) Dr. Wendler zur meldung vor leiner Wiederausrelse. Wien, 3. März. Spielende Kinder haben in der Nähe der Stadt St. Pölten einen Riesenbrand verursacht. Mehrere Bauerngehöfte, zahlreiche Wirtschaftsgebäude, große Mengen von Vieh wurden ein Opfer der Flammen. Ein der vierjähriges Kind, das nicht mehr rechtzeitig aus einen Besuch abstatten einem brennenden Gebäude gebracht wurde, fand den Tod. Außenminister von Kanva ist Donnerstag von seinem kurzen Privatbesuch in Wien wieder in Budapest eingetroffen. Nr. 53. Fernruf: 4078 Amt Hattingen. Freitag, den 4. März 1938. Postscheck: Dortmund 10 350. 41. Jahrgang. Aus der Seimat. Sprockhövel. Feuer im Schachtgebäude Leichtsinniges Verhalten führt auf die Anklagebank. Es wird vielen noch erinnerlich sein, daß Mitte November vergangenen Jahres auf der Zeche Alte Haase das Holzwerk im Schachtgebäude Feuer gefangen hatte und dieserhalb die Sprockhöveler Wehr alarmiert worden war. Zwar brauchte diese nicht mehr einzugreifen, da die Werksfeuerwehr mittlerweile den Brand gelöscht hatte. Der Brandfall hatte jetzt ein Nachspiel vor dem Essener Schöffengericht. Angeklagt war der 47 Jahre alte Förderaufseher Wilhelm H. Er hatte damals einen 16 Jahre alten Jungbergmann damit beauftragt, die zugefrorene Wasserleitung einer Maschine an der Hängebank mit einem benzingetränkten Tuch aufzutauen. Das wurde mehrere Male wiederholt. Beim letzten Mal, gegen Mittäg, beging H. den Leichtsinn, den Jungbergmann bei seiner nicht ungefährlichen Auftauarbeit unbeaufsichtigt zu lassen, während er sich eben zur Wäsche begab. Schon war auch das Unglück geschehen, denn die Bretterwand des Schachtes hatte Feuer gefangen. Die Ursache war darin zu suchen, daß sich Kohlenstaub an der Flamme entzündet hatte. Ehe die Zechenwehr eingreifen konnte, war die Bretterwand bereits gänzlich niedergebrannt, doch konnte eine Ausbreitung des Feuers in den Schacht glücklicherweise verhütet werden. Der Staatsanwalt kritisierte mit scharfen Worten das Verhalten des Angeklagten, dem bekannt war, daß das Hantieren mit offenem Feuer am Schachtgebäude streng verboten ist. Der Förderaufseher kam noch einmal glimpflich davon, denn das Gericht verhängte nur eine Geldstrafe, die es auf 75.— Mark bemaß. — Finanzamtliches. Steuerinspektor Kopperschläger aus Herbede ist mit der Bearbeitung der Steuerbezirke Nieder= und Obersprockhövel, Nieder= und Oberelfringhausen, Nieder= und Oberstüter, Buchholz und Holthausen betrant worden. Es handelt sich um den Steuerbezirk, der früher von dem in die Reichshauptstadt versetzten Oberinspektor Kolb bearbeitet wurde. Haßlinghausen. Es konnte schlimmer kommen... Als vorgestern mittag kurz nach 2 Uhr der fahrplanmäßige Personenzug nach Schee den Uebergang zur Motorsportschule passierte, wollte gerade ein mit sechs Motorsportschülern und einem Fahrlehrer besetzter Lastwagen das Geleise überqueren, um zur Uebungsfahrt hinauszufahren. Der Wagen war noch nicht ganz auf der Glashüttenseite, als er von der Lokomotive erfaßt und in den jenseitigen Graben geworfen wurde. Sekunden früher— dann wäre die Lokomotive dem Wagen in die Seite gefahren und hätte ihn mit seinen Insassen zermalmt. So wurden nur drei Schüler verletzt. Nachdem ihnen erste Hilfe zuteil geworden war, wurden sie ins Gevelsberger Krankenhaus gebracht, doch konnten zwei von ihnen, die leichte Kopfverletzungen erlitten hatten, gestern nachmittag wieder entlassen werden. Der andere, der beim Sturz aus dem Wagen einen Oberschenkelbruch davongetragen hatte, wird mehrere Wochen im Krankenhause verbleiben müssen. Der Personenzug setzte nach kurzem Aufenthalt seine Fahrt fort. Der Schulwagen wurde von einem anderen Fahrzeug der Motorsportschule wieder auf die Straße gezogen; er hatte schwere Beschädigung am Fahrgestell abbekommen. Die NSV. tritt zusammen. Der Ortsgruppenamtsleiter der NSV und Beauftragte für das Tagung der RSB. in Herzkamp Maisanbau durch die Schulen. Vorgestern nachmittag hatte die Ortsamtsleitung der NSV. Herzkamp ihre Mitglieder, Helfer und Helferinnen sowie die Erzieher und Erzieherinnen der Schulgemeinde zu einer Tagung ins Lokal Max Aeckersberg in Herzkamp eingeladen. Ortsamtsleiter Brückner, der die Versammlung leitete, konnte eine stattliche Anzahl Teilnehmer begrüßen. Zunächst wurde über die Aktion des Maisanbaues durch die Schulkinder gesprochen und über glänzende Erfolge aus anderen, klimatisch viel ungünstiger gelegenen Bezirken des Kreises berichtet. Die Aktion ist so gedacht, daß jedes Kind von Hause aus einen Quadratmeter Land zur Verfügung gestellt bekommt und hierauf einige Maisstauden zieht. Der Samen wird kostenlos von der NSV. gestellt. Viel wenig gibt ein Viel! Das erhellt am besten aus der Tatsache, daß auf dem genannten Wege im Briloner Bezirk nicht weniger als 600 Doppelzentner Mais geerntet wurden. August Sonnenschein erklärte sich bereit, die Anleitung für den Anbau zu geben und diesen zu beaufsichtigen. Eine Angelegenheit, die alle Herzkamper angeht, ist die Kinderlandverschickung. Es besteht für die Herzkamper Ortsgruppe die Möglichkeit, etwa 20 Kinder aufs Land zu verschicken, allerdings nur unter der Voraussetzung, daß auch hier 20 Kinder aufgenommen werden. Es wäre an sich eine einfache Lösung, daß die Familien, die ein Kind verschicken, dafür ein fremdes aufnehmen. Das ist aber nicht der Sinn der Sache, vielmehr sollen auch die Mütter durch diese Maßnahme Entspannung finden und nicht durch die Aufnahme eines fremden Kindes eine noch größere Belastung erfahren. So wird denn an alle kinderlosen Familien und an alle solche, die zur Aufnahme eines Kindes in der Lage sind, appelliert, die Maßnahme der Kinderlandverschickung nach Kräften zu unterstützen. Gegenstand der Aussprache waren ferner Sammeltätigkeit und Sammelergebnis in der Gemeinde. Dem anwesenden Führer der Kriegerkameradschaft sprach Ortsamtsleiter Brückner für den Einsatz der alten Soldaten bei der Reichsstraßensammlung am 6. u. 7. Februar seinen Dank aus. Innerhalb von fünf Stunden hatten die Kameraden die Abzeichen abgesetzt und einen Erlös von 85.12 Mk. erzielt. Herzkamp nahm dafür innerhalb des Kreises den 18. Rang ein, vor Sprockhövel(19.) und Haßlinghausen (20.). Beim letzten Eintopf war das Ergebnis gegen andere Ortsgruppen ungünstiger, weshalb bei dieser Gelegenheit dazu aufgerufen wird, sich bei den Sammlungen vor Abschluß des Winterhilfswerks 1937/38 mit größeren Spenden zu beteiligen. Bezüglich der Pfundspende ist zu bemerken, daß die letzten Monatsspenden in vielen Fällen noch rückständig sind. Bekanntlich bezieht sich die Spende normalerweise auf sechs Monate. Da der Monat März schon begonnen hat, ist der letzte Spendenbetrag fällig, den man mit den rückständigen anderen in den Geschäften begleichen möge. Zum Schluß wurde noch erwähnt, daß das hiesige Reichsarbeitsdienstlager als Erlös der Sammlung vom 24. bis 28. Februar aus dem hiesigen Bezirk und der nächsten Umgebung 95.69 Mark betrug, welcher Betrag der NSV. zugewiesen wurde. In Wuppertal, wo das Lager II/206 Herzkamp ebenfalls eingesetzt worden war, haben die braunen Werkssoldaten nicht weniger als rd. 4000 Mark gesammelt. WHW hat alle Politischen Leiter, die Mitarbeiter der NSV und des WHW, die Führer sämtlicher Formationen sowie die NS=Frauenschaft für heute abend 20 Uhr zu einer Arbeitstagung ins Lokal Siebenborn eingeladen. Es wird der Rechenschaftsbericht erstattet, des weiteren findet ein Lichtbildervortrag über die Aufgabengebiete der NSV. statt. Auch der Kreisamtsleiter, Pg. Dahmen, wird anwesend sein und über aktuelle Fragen sprechen. — Hohes Alter! Seinen 85. Geburtstag kann heute der Berginvalide Gustav Dahlhaus, am Hölzern Hammer wohnhaft, feiern. Dem Altersjubilar, der noch sehr rüstig ist, unseren Glückwunsch! — Von Hause entfernt hat sich der etwa 15 Jahre alte Sohn der Familie W. von hier. Von seinem Ausgang am Sonntag ist er nicht wieder nach Hause zurückgekehrt. Der Junge, der schon früher einmal mehrere Tage von Hause fortgeblieben ist, befand sich auf der Zeche Alte Haase in Sprockhövel in Arbeit. Der Grund seines Ausbleibens ist nicht bekannt. Bredenscheidt=Stüter. Elternabend am Hackstück. Am 6. März steigt am„Hackstück“ der diesjährige Elternabend der HJ. Alle Eltern der Gemeinde sind hierzu herzlich eingeladen. Es darf keiner fehlen. Programme, die zum Eintritt berechtigen, sind bei allen Jungen und Mädchen noch zu haben. Hattingen. — Einbrecher, der um den Erfolg kam! In der Nacht zum Mittwoch verschaffte sich ein Einbrecher Eingang in die Fabrik Erich Wurm an der Hattingerstraße in Winz. Er schaffte Reifen heraus, die er im Garten für seinen Helfershelfer zum Abholen in der Morgenfrühe bereit legte. Der Lastwagen traf verspätet ein und so wurde die Beute entdeckt und konnte dem Besitzer zurückgegeben werden. Der Einbrecher soll ein früherer Arbeiter sein, der entlassen werden mußte und mit den Oertlichkeiten sehr vertraut war. Holthausen. Altmaterial bereithalten! Die Pimpfe sammeln stets in der ersten Woche des Monats das Altmaterial, wie Flaschenkapseln, Metallfolien(Silberpapier usw.) Es wird gebeten, die Sachen zum Abholen bereitzuhalten. — Junge vom Motorrad angefahren. Am Donnerstagnachmittag gegen 14.30 Uhr wurde auf der Schulenbergstraße, im Keuserschen Steinbruch am Sünsbruch, der 15 Jahre alte Sch. von der Schulstraße in Hattingen von einem Motorrad angefahren. Er stürzte derart unglücklich auf den Hinterkopf, daß er besinnungslos liegen blieb und ins Hattinger Krankenhaus gebracht werden mußte. Der ebenfalls gestürzte Fahrer H. kam ohne Verletzungen davon. Hammerthal. — Elternabend im Hammerthal. Die Schar 4 der Hitler=Jugend veranstaltet Sonntag im Restaurant„Zur Post“(Schmitz) einen Elternabend, bei dem auch das Deutsche Jungvolk, der BdM. und die Jungmädel mitwirken. Zu dieser Veranstaltung, die um 19 Uhr beginnt ist die Bevölkerung der Gemeinde Buchholz herzlich eingeladen. 68 sborn. — Aus der NSDAP. Am Samstag, dem 5. März 1938, 20 Uhr, findet in Albringhausen im Lokale Arens eine Mitglieder=Versammlung der NSDAP., Ortsgruppe Esborn, statt. — Filmveranstaltung. Am kommenden Freitag 20 Uhr bringt die Gaufilmstelle den ausgezeichneten Film„Schlußakkord“ im Saale der Frau Wwe. Aug. Heiermann zur Aufführung. — Tüchtige Schützen in der Kriegerkameradschaft. Die Wengerner Kriegerkameradschaft konnte im Jahre 1937 von sämtlichen Kameradschaften des Kreisverbandes bezüglich des Schießens am besten abschneiden. So errangen nicht weniger als drei Kameraden die Goldene Ehrennadel, sieben die Silberne, und dazu mehrere die Bronzene Auszeichnung. Bei der letzthin stattgefundenen Jahreshauptversammlung, der auch Kreisführer Hornig beiwohnte, wurden einige rückständige Schießauszeichnungen den betreffenden Kameraden ausgehändigt. Auf diese Leistungen darf die Kameradschaft stolz sein! Volmarstein. — Kundgebung für Handel, Handwerk und Gewerbe. Eine öffentliche Kundgebung für die Fachschaft„Handel, Handwerk und Gewerbe“ findet am kommenden Dienstag, dem 8. März, um 20 Uhr, im Lokale Struwe(Volmarstein) statt. An diesem Abend spricht Parteigenosse Braun(Bochum) über das Thema„Der soziale Aufstieg des deutschen Volkes“. An dieser Kundgebung nehmen die Handwerker und Gewerbetreibenden mit ihren Gefolgschaftsmitgliedern teil. Schwelm. — Bau eines Luftschutzhauses. Wie schon in der letzten Gemeinderatssitzung berichtet wurde, plant Schwelm den Bau eines Luftschutzhauses. Für diesen Zweck wurden im IV. Nachtrag des Haushaltsplanes 13 500.— Rm. bereitgestellt. Mit diesem Zuschuß der Stadt soll das Luftschutzhaus auf dem Gelände an der Gasstr. errichtet werden. Altenvoerde. — Ueber das Schicksal der Kluterthöhle soll demnächst entschieden werden. Aus diesem Anlaß fand gestern eine Besichtigung der Höhle statt, an der außer Vertretern der Gemeindebehörden auch der Bezirksbeauftragte des Ruhrsiedlungsverbandes für Naturschutz, Oberkirch=Essen, teilnahmen. Witten. — Straßenanwohner angefahren— Fahrer geflüchtet. Am 2. März, gegen 5 Uhr, wurde ein Anwohner der hiesigen Herbeder Straße auf der Herbeder Straße, etwa 500 Meter unterhalb des Wasserwerkes, von einem Kraftwagen angefahren und schwer verletzt liegengelassen. Der Fanrer des Wagens hat sich um die Fortschaffung des Schwerverletzten nicht gekümmert, sich vielmehr durch Flucht der Verantwortung entzogen. Wo ist ein Kraftwagen mit Beschädigung an dem vorderen Schutzblech oder der Stoßstange in Reparatur gebracht worden. Angaben von Belang nehmen alle Polizeidienststellen entgegen. Der Schwerverletzte wurde gegen 5 Uhr von vier Radfahrern an der Fundstelle aufgefunden. Bochum. — Der Prozeß der„Westdeutschen Baugesellschaft" beendet. Am Mittwoch wurde in dem Strafprozeß gegen die verantwortlichen Träger der„Westdeutschen Baugesellschaft“ in Recklinghausen das Urteil gesprochen. Waltenbauer und Obermüller erhielten wegen Betruges, Unterschlagung und Konkursvergehens je ein Jahr drei Monate Gefängnis und 2000 Mk. Geldstrafe, wobei das Gericht von anderen Voraussetzungen ausgegangen war als der Staatsanwalt. Dr. Borchmeyer wurde auf Kosten der Staatskasse wegen erwiesener Unschuld freigesprochen. Peter Wendts berühmte Frau Ein Roman von Künstlertum und Ehe/ Von Else Jung=Lindemann Urheberrechtsschutz Drei=Quellen=Verlag, Könygsbrück 19 „Ich soll ihn rufen?" fragte sie fassungslos. „Ja, und so schnell wie möglich.“ „Und wenn es dann zu einer Entscheidung, zu einer endgültigen Trennung kommt?" Knörr lächelte.„Sehen Sie, wie recht ich habe? Davor fürchten Sie sich, das wollen Sie nicht. Und warum? Weil Sie Ihren Mann lieben und ihn nicht verlieren möchten. Sie wollen aber auch das andere nicht missen: Ihre Kunst! Diesen wundersamen Rausch, Geschöpfe zu schaffen, die zu Menschen von Fleisch und Blut werden. Tausende miterleben zu lassen, was Sie erleben, erleiden und was Sie beglückt, nur durch die Magie des Wortes, durch den Zauber Ihrer Persönlichkeit und Ihrer großen Kunst. Aber niemand kann zwei Herren dienen, das ist eine alte Weisheit. Auch Sie werden nicht darum herumkommen, sich entscheiden zu müssen. Rufen Sie Peter Wendt, und dann fragen Sie Ihr Herz, es ist oft klüger als der Kopf.“ Knörr gab Gina einen leichten, zärtlichen Schlag auf die Wange und schob sie an den Schminktisch. „Wo steckt denn die Wunderlich, die alte Schachtel?“ sagte er in einem leichten Ton, der bemüht war, dem Ernst des vorangegangenen Gesprächs eine heitere Wendung zu geben.„Anstatt Ihnen behilflich zu sein, tratscht sie wieder irgendwo herum." „Lassen Sie nur, Doktor, ich brauche sie nicht. Wahrscheinlich hat sie uns sprechen gehört und ist deshalb nicht hereingekommen.“ Knörr stand neben ihr und spielte mit einem Salbendöschen. „Und...? Was werden Sie nun tun, Gina?“ „Ich weiß es noch nicht. Ich kann nicht mehr denken... ich bin müde.“ Knörr nickte. „Schlafen Sie sich aus, Gina. Und grübeln Sie heute nicht mehr. Nehmen Sie Brom, ich sagte es Ihnen schon. Ein tiefer, fester Schlaf tut Wunder.“ Er reichte ihr die Hand, drückte sie kameradschaftlich und ging. Zehntes Kapitel, Peter Wendt hatte in dieser Nacht nach dem Theaterabend einen Entschluß gefaßt, der ihm im grauen Morgenlicht verrückt erschien. Er wollte, ehe er Gina aufsuchte, mit Dr. Knörr sprechen. Was er mit ihm reden wollte, war ihm durchaus noch nicht klar. Er hatte nur das Empfinden, als ob es gut wäre, sich mit diesem Manne, der Gina gut kannte, zu verständigen. Was glauben Sie, Herr Doktor? Würde eine Begegnung mit meiner Frau nicht neue Unruhe in ihr Leben tragen? Ich sah sie gestern abend als Frau Ute und war ergriffen von der Reife ihrer Darstellungskunst. Zum ersten Male fühlte ich, daß es vermessen von mir war, sie an mich zu fesseln. Wenn es sein muß, und wenn Sie meinen, daß es für Ginas künstlerische Entwicklung gut wäre, will ich ihr den Weg freigeben. Unsinn, das würde er nicht sagen. Das ging diesen Knörr nichts an. Und war er wirklich entschlossen, alle Wünsche, alle Hoffnungen aufzugeben? Nein, nein und nochmals nein! Wie sehr er Gina liebte und wie er sie in diesen Monaten der Trennung entbehrt hatte, wußte er erst jetzt. Peter stand vor dem Spiegel und rasierte sich. Seine Hand war unsicher, so daß er sich ein paarmal schnitt. Verdammt! Wo hatte er nur wieder den Alaunstein hingelegt? Da stand das Telephon. Man brauchte nur den Hörer abzunehmen und sich mit der Pension Kelling verbinden zu lassen. Brauchte nur zu sagen: Hier ist Peter. Was würde dann wohl durch den Draht und die kleine, runde Muschel zu ihm kommen? Ein beglückter Ausruf oder eine strenge, abweisende Stimme? Nein, es war besser, doch erst mit Knörr zu sprechen. Als Peter sich das Gesicht abwusch, hatte er plötzlich einen neuen Gedanken. Ich gehe zu Knörr und bitte für Gina um einige Tage Urlaub. Das muß sich doch machen lassen. Er würde das schon durchsetzen. Und dann? Dann sollte Gina bestimmen, was zu geschehen hatte. Peter war bereit, mit ihr ans Ende der Welt zu reisen. Knörr war sprachlos. Er sah die Sekretärin in und fragte:.„Wer ist da?" „Herr Wendt aus Groß=Karschin, er möchte Sie nern sprechen, Herr Doktor.“ „Kommt mir gerade recht, der Herr Wendt aus Groß=Karschin. Herein mit ihm!" Das junge Mädchen verschwand. Dann stand Peter Wendt im Büro und lachte auch. „Mich hatten Sie wohl am wenigsten in Berlin vermutet, Herr Doktor?" „„Stimmt, stimmt genau. Gestern sprachen wir noch von Ihnen und überlegten, wie wir Sie auf schnellstem Wege herbefördern könnten." Peter nahm den angebotenen Stuhl und bediente sich aus dem Zigarettenkasten, den Knörr ihm reichte. „Wer war so liebenswürdig, sich mit mir zu beschäftigen und meine Anwesenheit zu wünschen?“ fragte er gespannt. „Gina und ich!“ „Gina... wirklich... Gina? Ist das wahr?“ Peter beugte sich vor.„Reden Sie weiter, Herr Doktor. Spricht sie denn überhaupt noch von mir?" Knörr lehnte sich in seinem Sessel zurück und stieß einen komischen Seufzer aus. „Leider! Sie spricht und denkt nichts anderes. Lieber Himmel, was könnte man aus Gina Holl machen, wenn Sie nicht auf der Welt wären!“ In Peter war ein unbeschreiblicher Jubel. Es war doch gut, daß er zu Knörr gefahren war. Gelobt sei sein Instinkt, der ihm dazu riet! „Ich kann mein Dasein jetzt nicht mehr rückgängig machen“, antwortete er vergnügt,„aber eins vermag ich: aus Gina Holls Leben zu verschwinden, die Scheidung einzureichen und ihr den Weg zu ihrer Kunst freizugeben.“ Knörr rang die Hände. „Um Himmels willen, Mann! Sie scheinen nicht zu wissen, daß Gina sich gerade vor dieser Möglichkeit vier Monate lang gefürchtet hat! Warum haben Sie eigentlich so lange geschwiegen und die Nerven Ihrer Frau systematisch zermürbt?“ fuhr er Peter Wendt an.„Ein wahres Wunder ist es, daß Gina trotz dieser Nervenprobe durchgehalten hat. Aber jetzt ist sie fertig, vollkommen erledigt... durch Ihre Schuld.“ Peter erschrak. „Ist sie krank?... Ich sah sie doch gestern auf der Bühne?" „Na... und? Hat sie nicht hervorragend gespielt, war sie nicht ganz groß?" „Ja, ich war erschüttert...“ „Pah... erschüttert! In die Luft hätten Sie gehen sollen, zerspringen, zerplatzen. Ich Esel, hätten Sie sagen sollen, ich dreimal gehörnter Esel. Eine solche Frau...“ „Habe ich Kamel nicht zu halten verstanden“, unterbrach ihn Peter.„Sie haben recht, Herr Doktor, ich habe alles ganz verkehrt angefangen. Aber ich habe inzwischen gelernt, wie man es enders machen muß.“ Knörrs Gesicht war skeptisch.„Lieber Herr Wendt, das wäre erst zu beweisen. Aber Sie haben mehr Glück, als Sie perdienen. Gina liebt Sie, und das gibt Ihnen Chancen. Ich glaube, sie ist entschlossen, der Bühne endgültig den Rücken zu kehren.“ „Doktor!" Wendt sprang auf, warf den Zigarettenrest in die Schale und stand vor Knörr. Es hätte nicht viel gefehlt, und er wäre ihm um den Hals gefallen. „Glauben Sie das wirklich?“ „Von einem Glauben ist gar nicht mehr die Nede. Ich weiß es. Gina hat genug vom Theater. „Hat sie das gesagt?" „Menschenskind, es braucht nicht alles ausgesprochen zu werden So etwas fühlt ein alter, erfahrener Theatermann. Ich weiß jetzt, daß Gina, auf die ich so große Hoffnungen setzte, mehr Frau ist als Künstlerin. Sehen Sie, es gibt Schauspielerinnen, die nur eine große Liebe haben: ihre Kunst. Nebenbei haben sie kleine Liebeleien, die nichts bedeuten. Und es gibt Frauen, die eine Zeitlang große Schauspielerinnen sind und sich einbilden, es auch immer zu bleiben. Bis dann die große, eine und einzige Liebe kommt und sie gänzlich umformt. Diese Frauen sind für die Bühne verloren, auch wenn sie sich wieder zü ihr zurückfinden sollten. Sie werden mit der Zeit krank, wenn man sie ihrer Bestimmung, Gattin und Mutter zu sein, entzieht. Eine solche Frau ist Gina, und wissen Sie, was ich glaube?" Knörr stand auf und trat dicht an Peter heran und flüsterte ihm ins Ohr:„Sie sehnt sich danach, Mutter zu werden.“ Ueber Peter Wendts offenes Gesicht flog Röte. Plötzlich packte er Knörrs Hände und drückte sie. „Herrgott, Doktor, Sie wissen ja gar nicht, was Sie mir damit sagen..." Knörr lachte behaglich, seine Brillengläser blitzten, als freuten sie sich mit. „Das ist Ihren Ohren Engelsmusik, wie?" „Mehr als das! Ich muß Gina sprechen. Wo treffe ich sie am sichersten? Ist heute Probe, kommt sie her?" „Ihre Frau hat bis zum 2. Januar Ferien." „Auch das noch! Dann brauche ich ja gar nicht um Urlaub für sie zu bitten, wie ich es vorhatte. Will sie fort, hat sie etwas gesagt?" Knörr hob die Schultern. „Keine Ahnung. Jetzt ist gewiß noch in ihrer Pension. Sie kennen ja die Pension Kelling, nicht wahr? Nehmen Sie ein Auto und fahren Sie hin. Aber... Kontraktbrüche gibt es nicht mehr, verstanden? Bis zum Frühjahr ist Frau Gina Holl unserm Theater verpflichtet. Und wissen Sie was? Wenn Sie Geduld genug äufbringen, bis zu diesem Zeitpunkt zu warten, wenn Sie Ihrer Frau Ihre Zustimmung geben, daß sie bis zum Schluß der Spielzeit bei uns bleibt, so wird das nur von Vorteil für Sie beide sein.“ Wendt nickte.„Ich verstehe, Herr Doktor. Es ist zwar verflucht schwer, aber ich werde es schon schaffen." „Sie müssen es schaffen, weil jetzt alles von einem klugen, verständnisvollen Verhalten abhängt. Mayn, Mann, Sie haben ein Glück, das man Ihnen neiden könnte." Sie schüttelten sich die Hände, und Knörr begleitete seinen Gast hinaus. „Grüßen Sie Gina, und machen Sie Ihre Sache gut. Reisen Sie mit ihr fort, aber nicht nach Damerau. Tante Carla in allen Ehren— ich hatte das Vergnügen, diese famose alte Dame kennenzulernen—, aber jetzt müssen Sie zwei allein sein. „Ganz meine Meinung“, lachte Peter. Auf der Straße schlug er einen Trab an, der ihn an der nächsten Ecke mit einem behäbigen Berliner Bürger zusammenprallen ließ. „Hoppla...“ brummte der Dicke. „Entschuldigen Sie!“ sagte Peter mit strahlendem Gesicht. „Wenn Se langsamer rennen, kommen Se schneller ans Ziel“, rief ihm der Dicke nach. „Im Gegenteil, ich nehme ein Taxi!“ Sprach's, winkte eine Autodroschke heran und stieg ein. 4 Dieser Dezembermorgen war grau und neblig. Aber dem, der ein ganzes Herz voll fröhlicher Hoffnungen in ihn hineintrug, lachte die Sonne. Peter hatte Blumen gekauft, die schönsten und kostbarsten, die er auftreiben konnte. Er drückte sie dem Mädchen in der Kellingschen Pension in den Arm und schob sie ungeduldig hinaus. „Gehen Sie, sagen Sie meiner Frau, daß ich da bin.“ Nun stand, er wieder im Arbeitszimmer des verstorbenen Obersten und wartete. Stand auf einem Fleck und schaute auf die Tür. Gina... Gina... Gina! Er hätte den geliebten Namen singen und pfeifen mögen. Was hatte Knörr gesagt? Machen Sie Ihre Sache gut. Natürlich, das wollte er. Aber dazu mußte man das stürmische Herz zur Ruhe zwingen und den Kopf klar behalten. Gina... Gina... liebste Frau! Auf dem Eckschrank im Zimmer tickte eine altmodische Bronzeuhr. Der schnelle Takt des Uhrwerks hielt gleichen Schritt mit dem Schlag seines Herzens. Gina... Gina... Gina! Peter hörte das Mädchen die Treppe herunterkommen. Gleich darauf vernahm er andere Schritte, springende, eilende... Sein Herz zuckte, setzte einen Augenblick aus und trommelte dann wie rasend in seiner Brust. Unwillkürlich hoben sich seine Arme, öffneten sich... Und dann war Gina da, war fast lautlos durch die Tür geglitten und hatte sich in seine Arme eingeschmiegt. Sie sprachen kein Wort. Sie waren wie trunken, benommen, verwirrt. Was der Mund nicht sagen konnte, das legten sie in die Zärtlichkeit ihrer Hände. Enger preßten sich die Körper aneinander, heißer wurden die Lippen, und als sie sich berührten, brach Gina in erlöstes Weinen aus. „Daß du da bist, Peter!“ Sie fragte nicht, warum er sie so gequält, warum er niemals geschrieben hatte. Alles war vergessen, nun er bei ihr war. „Du zürnst mir nicht mehr, Peter, du liebst mich immer noch?" „Ja...! Ach Gina, ich wußte nicht, wie sehr ich dich liebe." Sie drückte ihr Gesicht an seine Wangen und schloß die Augen „Du... ich wußte es auch nicht. Aber nun will ich nichts anderes mehr... nur dich. Will wieder zu Hause sein bei dir und alles gut machen. Nimmst du mich mit, wenn du jetzt heimfährst?" Liebes, Geliebtes, wenn ich es doch könnte! In der nächsten Stunde schon säße ich mit dir im Zug. Peter bog Ginas Kopf zurück und strich ihr weich über das Haar. „Kindlein, weißt du nicht, daß du einen Vertrag hast?" Erstaunt schaute sie zu ihm auf. War das jetzt nicht alles hinfällige Konnte es noch etwas geben, was sie trennte? „Verträge lassen sich lösen, Peter." „Nein, Verträge sind da, daß man sie hält.“ Wie unerbittlich streng das klang. Wie ernst des Mannes Gesicht war. Gina wurde unsicher.„Liebst du mich denn nicht so, daß du es nicht auch wünschtest, mich bei dir zu haben?" Klug sein, verständig sein, Peter. Sie müssen ihr Ueberlegenheit zeigen, hatte der alte Arzt in Rom gesagt. Er nahm ihren Kopf in seine Hände und sah ihr in die Augen. „Dieses Mal muß unsere Liebe warten lernen, Gina. Du bist bis zum Frühjahr deinem Theater verpflichtet, und du wirst deinen Kontrakt einhalten. Ich will keine Frau mehr, die ein gegebenes Versprechen nicht einhält." Gina senkte die Lider. Ihr Gesicht glühte vor Scham. Einen Augenblick mußte sie denken, wie verändert der Mann war und wie recht er hatte. So sollte sie noch ein Vierteljahr warten müssen? „Ja, Kind, es geht nicht anders." Kindlein, Kind, sagte er jetzt. Das hatte er nie getan. War dies das Neue, das sie empfand und dem sie sich beugen mußte? Peter, der immer wie ein großer Junge gewesen war im Zusammenleben mit ihr dem sie sich immer etwas überlegen gefühlt hatte außerhalb seines Berufes, in dem er unbestritten der Herr war, jetzt fühlte sie ihn auch als Herrn über sich. Fühlte einen festen Willen, der voraussah und ihr Handeln nach dem Maß des Rechten bestimmte. War es nicht gut so? War es nicht beglückend. Festigkeit und Sicherheit zu spüren? „Du!“ Sie zog seinen Mund zu sich herab und küßte ihn.„Ich tue alles, was du willst.“ Peter lächelte. Sein Herz stürmte. War das schon Sieg? Hatte er seine Sache gut gemacht? „Ich war bei Knörr“, sagte er, weil er eben an den Doktor denken mußte.„Ich hörte, daß du acht Tage Urlaub hast. Wo wollen wir ihn verbringen, Liebstes? In Bozen oder Garmisch oder in Capri, Oberhof? In diesem Fall tue ich alles. was du willst, Gina.“ In den dunklen Augen der Frau standen goldene Lichter. „Du bleibst bei mir? Du fährst nicht zum Fest nach Groß=Karschin zurück?“ „Nein, ich will mit dir zusammen sein!“ Er zog sie an sich, preßte sein Gesicht in die weiche, warme Beuge ihres Halses und sprach leise und/ zärtlich auf sie ein. „Was habe ich für eine Frau... und wie dumm bin ich gewesen. Gina, Liebes, Einziges, jetzt weiß ich, daß ich dich gequält habe. Es soll alles anders werden, wenn du erst wieder bei mir bist." Sie drängte sich an ihn.„Ja, ja alles soll anders werden, wir haben beide an unsern Fehlern gelernt. Was bedeuten mir jetzt noch Ruhm und Beifall... nichts... gar nichts.“ „Du bist eine große Schauspielerin geworden, Gina." „Ich will nur noch deine Frau sein.“ „Und du wirst nie mehr von mir weggehen, dich nie mehr zurücksehnen nach deinem Beruf?“ „Jetzt nicht mehr, Peter. Ich habe eine Höhe erreicht, nach der ich einmal mit allen Kräften strebte. Nun ist es ein stolzes Gefühl, freiwillig von dieser Höhe Abschied zu nehmen.“ „Knörr sagte mir, daß du noch Größeres erreichen könntest, wenn du bliebest.“ Sie löste sich sanft von ihm los, stand vor ihm, lächelnd, wissend, durchleuchtet von einem Glück, das ihr Antlitz strahlend machte. „Knörr weiß nicht, daß die Aufgaben, die ich jetzt zu erfüllen habe, für mich größer und wertvoller sind.“ Sie legte die Arme um seinen Hals. „Ach Peter... ich habe so gar keinen Ehrgeiz mehr.“ Seine Hände griffen nach ihr, seine Arme hoben sie hoch. „Kindlein... wohin entführe ich dich jetzt? Wohin willst du mit mir reisen?" Sie ließ sich tragen und wiegen. „Wohin du willst... am liebsten nach Hause.“ „Geht nicht, Liebes. Ich will dich mit niemandem teilen. Ich will ganz allein sein mit dir.“ „Dann laß uns ins Gebirge fahren, ganz hoch hinauf, wo es Schnee gibt..“ „Und dort feiern wir Weihnachten... wir zwei ganz allein. Was wünscht sich meine Fran vom Christkind?" „Nichts ich habe alles... du bist ja bei mir.“ Peter ließ sie sanft aus seinen Armen gleiten, stand vor ihr, reckte sich und lachte glücklich. „Ueber ein Jahr, Gina, wenn wieder- Weihnachten ist, ob wir dann noch allein sind, wir zwei?" Sein Blick streifte das große Oelbild des Oberst Kelling,, glitt über die Möbel und den fadenscheinigen Teppich. Mit einem Male fand er die dumpfe Luft im Zimmer unerträglich. „Komm, laß uns zu dir hinaufgehen, hier ist es scheußlich.“ Gina hängte sich in seinen Arm. Als sie die Treppe hinaufstiegen, in gleichem Schritt, eng aneinandergeschmiegt, fragte Gina:„Und was tun mir jetzt?" „Koffer packen.“ Ihr warmes, dunkles Lachen läutete durch das Treppenhaus. „Meinst du, daß ich das kann, wenn du dabei bist?" „Warum nicht?" „Weil ich immer wieder zu dir hinlaufen werde, um dich liebzuhaben." Da lachte auch er. „Macht nichts, einmal werden wir schon mit der Packerei fertig werden." * Acht lange Tage vor Weihnachten hatte es geregnet. Es schien dabei bleiben zu wollen. Das Wetter kümmerte sich nicht um das Schelten und Brummen, mit dem Tante Carla es jeden Morgen nach dem Erwachen vom Schlafzimmerfenster aus begrüßte. „Verrückte Zeiten, früher war das anders. Da hatten wir Schnee und Frost— Weihnachtswetter, wie sich das gehört. In meiner Jugend hatten wir um diese Zeit knietiefen Schnee und konnten auf dem Dorfteich Schlittschuh laufen." (Fortsetzung folgt.) . 1.1 . E 2e tat. 5a 3. . Ek. ::of. . 3 ko8 ktt tt. GE6 S—0H . 2: B2 2 20 —- e ew:e E. so . 1 & 9 = 2 . 92 = . — a. — — 3= E9 sko 0 kktE 6. BE o. a tksE 8 en s S 25.2 k 2. 9 02 t. k eae E. 5E:. s6 . tt k . s 2. 52. : stEE 2220 a ttktt. tes 0 20s. e-. 2 t . . 2 p . t30. E t k t9 o gun . 5 . = t. tkt5 6 t3082ktks 2 = 2oo 1 2 taos . sA1 tk. tkk . 2.Ea. k. A: 26E stkttttts. . . t. t. tk2 tn sao s 30 6 o oe oa :: k020 t 2 satp . 58 2 2E. .9 03 kS . 2 2 t. ta: ka2e E k 219w2 o pa: U stk. e t . * 2 vt* tkt. k y . tt tttk . est ta e8. k a ; 222 10 2 — e. EkE 2aa S. ät o: oo . to SE 5 8 kPon o2. . . .o 2 — E28 kk. .2 t. kk0 . . tttEss stkSoSE e 2 E 12 kTt eos . 1=: 8 2o tE'2 2 E , k t 5So.2 n22. : kU D . 2 . . Et 22e. . 21 t t akk. s. 2 t — t. .8 . o .-... 2am k ts—...... . k. S2 . k . e kt. . s. 2 22. s —8 TE. S 1 co 26 6 tktt. k. 92: 8 20 . co. . SEE: e0 1 . a s( 0 2 t ot —. 2750 . . . s Lerg . t 8 9T 2-a des * 2 8 8 —. 4— t s m s kt. k22i 2 10 2 2.8 2 . . ttt. t. E t. 0:2 : 8 — 8. 2 as t. tk. , 23 8 . 2 —2? 2 2. — 28 G 32 32 28 2.0: E . 2 2 s. kk 2. . . e2.5. s. m 2.+ s k s. S S E8 1 2 4H ga Di. aT 48. TT tkt tTo . st. 4 . 2 8 S: t. tt0n2.2 . 2. s 8 2 2 a co 3. ar. k3o 5 . . sE a s amn ttt. kkk2 2:835 s. 2.3 2 3 S 2. C. 1 A. 28 30 3 .R. —2 2. . 22 . 2. . 2 s 3." 3a2 18 5 tts 9 . g. . . sn . o 3 2030E 3 29a 20 U..... 28 D1 3 2 2 5 2 202. Aa To2: 25 . 9 . 2.24 to EoaE . 8: C . 2! 2 8E 22 kt2-.2 . . 2 — r0 E s 25..0 22. . S EaE:—.o 0 t k. m: kkt. s 2 t C.o2: — tS2.2 . k 0 . . 2, ktkE2 eo . . 10 5 . 2 . s kkt2... ttt. sa. 2! 8 3 22. tt30t kkk2 9. . B 2& —E 2 . 5. o2.E 8. -22.o . 5 s e ttkG . k2 t ak. . e AA Sa 2 22. 2 * 9 . — tm: s2e a2. S.27 tI —2 . tr 2. 2. 2 8 ttt. . . 2T s S t. tsta . G. 8 EGES ans 9 — . IM SPROCKHOVELER von der Mühlens BettenBottwaren GESCHÄFTSLEBEN Gardinen Bettwäsche- Tischtücher etc. In allen Zeiten war Bettenkauf Vertrauenssache! Heute benötigen Sie den Fachmann ganz besonders. Ich verkaufe Ihnen keine Bettfedern und keinen Barchent, die nicht die Qualitätsprüfung voll und ganz bestanden haben. Wollen Sie höchsten Wert für Ihr Geld, dann kaufen Sie im Beitenhaus von der Mühlen, Sprochhöpel, Hauptstrasse 98. Täglich werden Betten gereinigt. Abholen und Wiederzustellen kostenlos. 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Um gegenüber dem Vorjahre die Propaganda für die Unfallverhütung noch wirksamer zu machen, steht die diesjährige Woche in der Hauptsache unter der Einwirkung der ersten Hilfe. Die Gefolgschaftsmitglieder müssen darauf hingewiesen werden und von selbst als notwendig erkennen lernen, daß die sofortige Benutzung der Ersten=Hilfe=Einrichtungen selbstverständlichste Pflicht eines gewissenhaften Bergmannes sein muß, damit größere Schäden an seiner Gesundheit vermieden werden. Den Betriebsführern muß klargemacht werden, daß die Erste=Hilfe=Einrichtung in einem tadellosen Zustand, vorbildlichst ausgerüstet und in unmittelbarer Nähe des Arbeitsplatzes sein muß. Der Verlauf der Woche ist wie folgt: Montag: Am Montag findet ein Reichsbetriebsappell statt, auf dem der Leiter der Wirtschaftsgruppe Bergbau und Stellvertreter des Fachamtsleiters, Generaldirektor Wisselmann, und der Fachamtsleiter Parteigenosse Padberg selbst zu den Bergmännern sprechen werden. Es ist dafür Sorge zu tragen, daß bei dem Betriebsappell Rundfunkübertragung möglich ist. Die Uebertragungszeit wird noch bekanntgegeben. Außerdem haben Vertrauensratssitzungen stattzufinden. Hierbei sollen der Betriebsführer und der Unfallbeauftragte Bericht über die Einrichtungen zur Verhütung und Bekämpfung von Unfällen und Schäden auf der Anlage geben. Weiter soll ein besonders wirkungsvoller Einsatz der ersten Hilfe bei Grubenkatastrophen organisatorisch behandelt werden. Dienstag oder Mittwoch: Ueberprüfung aller Rettungsgeräte und sonstigen Hilfsmittel und Apparate für die erste Hilfe. Ueberprüfung aller Vorschriften und Anordnungen für die Unfallverhütung. Sonnabend: Nochmals auf allen Werken Vertrauensratssitzungen. Thema: Ergebnisse und Feststellungen in der Schadenverhütungswoche im Bergbau. Darüber hinaus erhalten alle Gefolgschaftsmitglieder genau wie im Jahre 1936 eine Sondernummer der Zeitschrift„Kampf der Gefahr", die auf die Schadenverhütungswoche abgestellt ist. Des weiteren werden von seiten der Fachabteilung Bergbau in der Gauwaltung Westfalen=Süd während dieser Zeit Grubenfahrten durchgeführt. Die Betriebsmänner sämtlicher Bergbaubetriebe werden aufgefordert, sich für die Schadenverhütungswoche des Fachamtes Bergbau energischst einzusetzen. nsg. Ein Hund läuft 400 Kilometer, In Scheidegg im Allgäu war ein Schnauzer in den Schwarzwald verkauft worden. Mit dem Zug und in eine Kiste verpackt, war der Hund an Der Kreisfachwart für Turnen, Hans Tüttelmann, teilt mit: In der nächsten Woche beginnen die schon mehrfach angekündigten Lehrkurse des Olympiasiegers Walter Steffens, Gausportlehrer in Lüdenscheid, im Kreise Mark. Der 1. Lehrgang für den Unterkreis Ennepe findet statt von Dienstag, den 8., bis Freitag, den 11. März, in der Milsper Turnhalle(Schulstr.) täglich von 20—22 Uhr. Von jedem Verein sollen 2 Turner teilnehmen, die aber unbedingt das Zeug dazu haben müssen, das Erlernte in ihrem Verein weiterzugeben. Diese Turner müssen am Dienstag, Donnerstag und Freitag erscheinen. Ausdrücklich wird bemerkt, daß es hierbei nicht um Gipfelturnen, sondern um Vorturnerausbildung geht. Kamerad Steffens legt daher Wert darauf, daß er an allen Abenden dieselben Turner vor sich hat, nicht jedesmal andere, weil an jedem Abend etwas Anderes durchgenommen wird, und weil die Lehrgangsteilnehmer karteimäßig erfaßt werden müssen. Die Gemeinschaft stellt also einen geschlossenen Lehrgang dar; daneben sind aber auch Zuschauer, natürlich solche, die durch Sehen etwas lernen können, in beschränktem Umfange zugelassen. Am Mittwoch turnen die Turnerinnen und sind hierfür ebenfalls 2—3 Kameradinnen je Verein zu entsenden. Am Freitag ist von 20—21 Uhr die Männerlehrstunde und anschließ. von 21—22 Uhr eine Musterturnstunde, wozu auch die Turnerinnen und auf jeden Fall als Zuschauer die Vereinsführer erscheinen. Anschließend Kameradschaftsabend. Die Vereine wollen postwendend melden, ob gegebenenfalls noch Turnerinnen an evtl. zusätzlich einzurichtenden Lehrstunden an 2 Abenden von 18—20 Uhr in der Zeit vom 8.—11. März teilnehmen wollen. Ob und wann dann diese Stunden stattfinden, wird noch bekanntgegeben. Außerdem wird der Kreisjugendwart Karl Müller für die HJ. einige Jugendlehrstunden einlegen. Beschickt auch diese mit befähigten Jugendlichen. Zusammengefaßt sieht der Lehrplan wie folgt aus: seinen neuen Herrn geschickt worden. Wenige Tage nach dem Transport in den Schwarzwald stand der Hund wieder vor der Tür seines alten Besitzers. Der Schnauzer hatte den etwa 400 Kilometer langen Weg in allerkürzester Zeit zurückgelegt. Das Heimweh hatte seine Flucht von dem neuen Herrn sehr beschleunigt. Dienstag, 8. März, 20 Uhr: Kurze Einführung und Eröffnung des Lehrgangs. Anschließend bis 22 Uhr: Männerlehrstunde. Mittwoch, 9. März, 20—22 Uhr: Frauen=Lehrstunde. Donnerstag, 10. März, 20—22 Uhr: MännerLehrstunde. Freitag, 11. März, 20—21 Uhr: Männer=Lehrstund.; 21—22 Uhr: Musterturnstunde für Turner und Turnerinnen. Anschließend Kameradschaftsabend. Dazu evtl. die erwähnten zusätzlichen Frauenund Jugendlehrstunden. Außerdem ist für einen Vormittag noch ein Turnen mit den Schulkindern vorgesehen.— Zu den obigen Lehrstunden sind auch die Sportleiter und=Leiterinnen der Formationen eingeladen. An den Vereinen liegt es nun, diese günstige Gelegenheit nach Kräften auszunutzen. Walter Steffens ist nicht nur der bekannte und berühmte deutsche Spitzenturner, sondern ein außerordentlich befähigter Lehrer, dessen Arbeit an der Gausportschule in Lüdenscheid bereits reiche Früchte im Gau Westfalen trägt. Jedem Turner und jeder Turnerin vermag er etwas mitzugeben. Wer nicht die Zeit für einen Lehrgang=an der Gausportschule aufbringen kann, der sollte wenigstens diese Abendlehrstunden sich nicht entgehen lassen. Vom 15.—18. März ist der gleiche Lehrgang in Wetter, vom 21.—25. März in Witten und zwischendurch oder im April ein solcher in Hattingen. Außerdem voraussichtlich am 20. März in Hagen ein Turnen der Kreis=Geräteriege. Aus der HJ. „Erde schafft das Neue". Ein Film vom Landdienst der Hitlerjugend „Erde schafft das Neue“ läuft nun auch im Gau Westfalen=Süd an. Die Forderung„Jugend aufs Land“ hat im übervölkerten Industriegebiet unseres Gaues ihre besondere Bedeutung. Darauf hinzuweisen ist Hauptaufgabe des Films. Er erzählt von dem frischen und fröhlichen Leben der Landdienstgruppen, von ihrer gemeinschaftlichen Freizeitgestaltung und von der gesunden, vielseltigen und abwechselungsreichen Arbeit auf dem Land. Am Mittwoch fand die erste Vorstellung im Städtischen Jugendheim in Hagen statt. nsg. HJ.=Fliegergefolgschaft 2/99: Am Sonntag, dem 6. März, tritt die Fliegerschar Sprockhövel um 8.30 Uhr am HJ.=Heim zum Gefolgschaftsappell an. Willi Bartsch. Zur 5. Reichsstraßensammlung am 5. und 6. März. Dem Kampf für das Leben unseres Volkes dient der freiwillige Einsatz des Sammlers bei der Reichsstraßensammlung. Als mahnende Zeugen dieses Kampfes stehen wir Angehörigen der SA., SS., des NSKK., NSFK., der NSKOV. und des RDK.(Reichsbund der Kinderreichen) auch diesmal wieder auf der Straße und fordern von jedem deutschen Volksgenossen Pflichterfüllung durch Opfer für das ewige Deutschland! Lutze, Stabschef der SA. Hühnlein, Korpsführer NSKK. Himmler, Reichsführer. Konrad, Reichsbundleit. des RöK. Oberlindober, Reichkriegsopferführer. Lehrgangsarbeit des Olymvigsiegers Walter Steffens Statt jeder besonderen Anzeige. Nach einem arbeitsreichen Leben wurde heute nacht unsere gute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante . Wwe. Caspar Kleine-Herzbruch verw. Berenbeck geb. Brüggerhoff nach kurzer, schwerer Rrankheit im Alter von 73½ Jahren heimgeholt. Um stille Teilnahme bitten: Die trauernden Kinder. O.-Sprockhövel, den 3. März 1938. Die Beerdigung findet am Sonntag, dem 6. März 1938, nachmittags 3.30 Uhr, vom Trauerhause, Elberfelderstraße 110½, aus nach dem Friedhof im Eickersiepen statt. Suchen für sofort ein braves, fleißiges Müdchen für Hausarbeit in Wirtschaft u. Metzgerei bei Familienanschluß. Anfang Lohn 30 Mark. Geschw. Eickhorn, Solingen=Widdert. Habe schöne Ferkel und LäuferSchweine preiswert zu verkaufen. Hr. Rahmann, Obersprockhövel. Scaenenele Mitesser und Pickel entfernt Hiesser und vickei emjei SCHONHEITSWASSER APHRODITE Drogerle Gett mann, Sprockhövel Wegen Heirat des jetzigen, ordentliches Mädchen zum 1. 4. 38 oder früher gesucht. Erstmädchen vorhanden. „Jägerhaus", Hattingen-Bredenscheid(W. Kistner). Kindersportwagen zu kaufen gesucht. Zu erfragen in der Geschäftsstelle ds. Ztg. in Sprockhövel. Unterlagen, runde Kartonplatten u. Papier= Unterlagen empf. bill. Rud. Steinbeck, Sprockhövel heitskäufe und Löschzug VI Hiddinghausen der Amtswehr Haßlinghausen. Sonntag morgen 7 Uhr Uebung Der Zugführer. Verein, geor. 1877. abend 7.30 Uhr Gefangprobe Verkäufe in ten gebrauch Gegenständen jeglicher Art kann man am besten machen, wenn man sich einer in dies. Zeitung bedient. große Verbreitung sichert einen Erfolg! Viktorla-Lichtspiele Sprocknövel Wir starten mit einer neuen Großfilm-Serie! Von heute(Freitag) bis Montag: Benjamino Gigli, zur Zeit einer der ersten Tenöre der Maria Cebotari, der schöne Sopran der Berliner Staatsoper. Michael Bohnen, der international berühmte, kraftvolle Peter Bosse, Hilde Hildebrand, Hans Großes Beiprogramm. Pausenlose Vorführung soper. Bariton. 1s Moser. Ferkel und Läuferschweine zu den billigsten Tagespreisen abzugeben. F. Hilgenstock, Sprockhövel, Südfeldmark 45, am Voßbrink. 15 Ztr. Heu I, Zentner 3.— Mark, zu verkauf. Bruckner, Schee, Kuxloh 29. Turn=Verein Sprockhövel 1881 Sonntag 14 Uhr 1. Igd. gegen Witten 77, 15 Uhr 1. M. gegen Witten 77 auf dem Platz an der Wittenerstea3: 2 Ziegenzucht Verein Ober=Sprockhövel. Sonntag, den 6. März 1938, nachmittags 5 Uhr Versammlung. Tagesordnung: 1. Zahlung der Beiträge. 2. Aufnahme neuer Mitglieder. 3. Verschiedenes. Die Mitglieder, die Futtermittel benötigen, wollen sich in der Versammlung melden. Der Vorstand. Nach kurzem, schwerem Leiden verstarb unser langjähriges, treues Mitglied Ludwig Milberg im Alter von 57 Jahren. Wir werden dem Verstorbenen stets ein ehrendes Andenken bewahren. Haus- u. Grundbesitzer-Verein Sprochkhövel. Sprockhövel, den 2. März 1938. Danksagung. Für die vielen Beweise inniger Teilnahme beim Heimgang unserer lieben Entschlafenen sagen wir allen Verwandten, Freunden und Bekannten, besonders Herrn Pastor Böing für seine trostreichen Worte am Grabe, unseren herzlichsten Dank. Familie Rich. Oberste-Vorth. Herzkamp, im März 1938. n Rudolf Steinbeck, Sprockhövel (Aus amtlichen Bekanntmachungen). Die im Grundbuche von Gennebreck, Band 1, Blatt 23, eingetragenen Grundstücke des Kaufmanns und Fabrikanten August Vorwerk in Barmen sollen am 14. März 1938, 10 Uhr, an Gerichtsstelle, Zimmer 15, versteigert werden. Die Abgabe eines wirksamen Gebots bedarf der vorherigen Genehmigung der nach§ 10 der Grundstücksverkehrsbekanntmachung vom 26. 1. 1937 zuständigen Behörde. Amtsgericht Schwelm. schablonen für Wäsche usm in 6 verschied. Mustern vorrätig, kl. Sorte Blatt 10, große S. Bl. 15 Pfg. an empfiehlt: Rud. Steinbeck, Sprockhövel. MIMNMIMnMmIN 1.Monats-Pekg. 1 RM. O 14.Wochen-Pckg. 3 RM. mit prahlisch-oleg. Taschendese. 2u hahaa: in Sprockhövel: Drogerle zur alten Post, E. Gethmann jr., in Haslinghausen: Sanitäts-Drogerie Gustav Weiß. vielseldem ellung nsg. dem um haftslkes bei ehen RK. ichsauf schen für 1, uf in edie ortduir., Weltgeltung des deutschen Films Eröffnung der Jahrestagung der Reichsfilmkammer Berlin, 3. März. Im Reichstagssitzungssaal der Krolloper wurde Donnerstagabend in festlichem Rahmen die Jahrestagung der Reichsfilmkammer in Gegenwart von Vertretern der Ministerien und der Partei sowie Angehörigen aller Gruppen des Filmschaffens, der Produzenten, Künstler und Techniker durch den Präsidenten der Kammer, Staatsminister a. D. Prof. Lehnich eröffnet. Vor genau einem Jahr, auf der 1. Jahrestagung der Reichsfilmkammer, wurde bekanntlich von Reichsminister Dr. Goebbels der Filmproduktion, der Filmwirtschaft und allen Filmschaffenden ein umfangreiches grundsätzliches Programm vorgetragen. Nach diesen Grundsätzen hat der deutsche Film im vergangenen Jahre gearbeitet, und der Erfolg des letztjährigen Schaffens hat bewiesen, daß er auf dem richtigen Wege ist. In seiner Rede schilderte Präsident Lehnich zunächst die einschneidenden Aenderungen, die vorgenommen werden mußten, um die künstlerische und wirtschaftliche Aufwärtsentwicklung des deutschen Filmes zu sichern. Dem energischen Eingreifen von Reichsminister Dr. Goebbels sei es zu verdanken, daß innerhalb eines Jahres eine Umstellung vorgenommen wurde, von deren Ausmaß man sich kaum eine Vorstellung machen könne. Es wurde eine Konzentration der Kräfte vorgenommen und der Künstler im Rahmen der deutschen Filmproduktion dort eingeschaltet, wo er die Verantwortung, die er in Zukunft tragen soll, auch wirklich übernehmen kann. Sodann äußerte er sich über die Urheberrechtsform, wozu die Vorbereitungen im wesentlichen abgeschlossen seien. Auch eine Reihe wichtiger anderer Probleme stehe unmittelbar vor der Entscheidung. Weiter konnte ein außerordentlich schwieriges Problem in Angriff genommen werden: Die Planung des Kulturfilmschaffens. Auf diesem Gebiete habe Deutschland zweifellos eine Höhe erlangt, die bisher von keinem Lande der Welt erreicht worden sei. Auch der unverkennbare Aufschwung des deutschen Werbefilms sei festzustellen. Sodann gab er Zahlen aus 1937 bekannt. die den Aufschwung des deutschen Films aufzeigten. An den Führer und an Dr. Goebbels wurden Begrüßungstelegramme gesandt. 66 „Tug der deutschen Kunst Von 8. bis 10. Juli 1938 in München— Eine neue Großschau deutscher Kunst in Vorbereitung München, 3. März. Wie eine längere und bebeutsame Mitteilung der Leitung des„Tages der deutschen Kunst“ besagt, wird auch 1938— wie nunmehr in jedem Jahr— der„Tag der deutschen Kunst“ in München stattfinden. Mit der Durchführung dieses Tages(8. bis 10. Juli) ist wiederum der Gauleiter des Traditionsgaues München=Oberbayern, Staatsminister Adolf Wagner, beauftragt worden. In einer weiteren wichtigen Mitteilung heißt es, daß im Rahmen des diesjährigen Tages der deutschen Kunst am Sonntag, 10. Juli 1938, eine neue Großschau deutscher Kunst, die diesmal wieder den zeitgenössischen Malern, der Graphik und Plastik gewidmet ist, eröffnet wird. An alle innerhalb und außerhalb der Reichsgrenzen schaffenden deutschen Maler, Bildaner und Graphiker, die die klare und eindeutige Zielsetzung des Führers erkannt und verstanden haben, ergeht der Ruf, sich aufs neue zu rüsten und für diese kommende Großschau deutscher bildender Kunst ihr Bestes zu geben. Alle Einzelheiten über die Ausstellung können die Künstler ab 6. März von der Ausstellungsleitung im Haus der deutschen Kunst, München, Prinzregentenstraße 1, gegen eine Unkostengebühr von 0,50 RM. beziehen. Letzter Termin zur Mitarbeit Reichsstudentenführer Dr. Scheel über die Mitarbeit im Altherrenbund der Deutschen Studenten München, 3. März. Die Einigung des gesamten Altherrentums im Altherrenbund der Deutschen Studenten(NS.-Studentenkampfhilfe) hat in der letzten Zeit erfreuliche Fortschritte gemacht. Im ganzen Reich haben sich die Altherrenvereinigungen mit wenigen Ausnahmen zu neuen Altherrenschaften zusammengeschlossen. Um nun die Neubildung von Altherrenschaften zu einem Abschluß zu bringen, hat der Reichsstudentenführer, Dr. Gustav Adolf Scheel, folgende Bekanntgabe veröffentlicht: „Nachdem durch den Erlaß des Stellvertreters des Führers vom 14. Mai 1937, durch Aufrufe der Gliederungen und der Berufsverbände, durch Kundgebungen und Ausführungen in der Presse die Oeffentlichkeit über die Ziele des Altherrenbundes der Deutschen Studenten eingehend unterrichtet wurde, bestimme ich: 1. Altherrenvereinigungen ehemaliger Korporationen, die bis zum 15. Mai d. J. über ihre Bereitwilligkeit zur Mitarbeit im Rahmen einer Altherrenschaft des Altherrenbundes der Deutschen Studenten keine bindende schriftliche Erklärung an den zuständigen Gaustudentenführer abgegeben haben, werden nach diesem Zeitpunkt zur Mitarbeit im Altherrenbund der Deutschen Studenten nicht mehr herangezogen werden. 2. Verhandlungen mit diesen Altherrenvereinigungen finden ab 15. Mai nicht mehr statt." Am Donnerstagvormittag eröffnete Korpsführer Hühnlein im Sitzungssaal des Deutschen Auslandsklubs in Anwesenheit von Vertretern der Kraftfahrverbände Dänemarks, Schwedens, Norwegens, Finnlands und Hollands die deutsch-nordichen Verkehrsbesprechungen. Wie der„Intransigeant" berichtet, ist durch einen Erlaß des sowjetspanischen Unterrichtsministers die Erlernung der russischen Sprache in allen Schulen Kataloniens zum Pflichtfach gemach worden, um die enge Verbindung mit den Sowjet behörden besondets zum Ausdruck zu bringen. sa Wie Ossietzky begaunert wurde Spiel und Sport Pazifistisches Säbelrasseln um den Friedens=Nobelpreis Balke schwamm Eurovarekord Berlin, 3. März. Am Donnerstagvormittag wurde vor dem Berliner Schöffengericht die Verhandlung gegen den 51jährigen Dr. Kurt Wannow fortgesetzt, den der salonbolschewistische Schreiberling Karl von Ossietzkey als Vertrauensmann für den ihm als Demonstation gegen das nationalsozialistische Deutschland zuerkannten Friedens=Nobelpreis eingesetzt hatte. Wannow hatte, wie in der Verhandlung am vergangenen Freitag festgestellt wurde, den größten Teil dieses Preises in Höhe von mahr als 100 000 RM. unterschlagen. In der Donnerstagverhandlung wurde zunächst Ossietzky als Zeuge vernommen. Er erklärte, den Angeklagten Dr. Wannow zunächst für einen Rechtsanwalt gehalten zu haben. Nachdem er erkannt habe, daß sein Vertrauensmann ein Schwindler war, habe er seinen Arzt Dr. D. um Rat gebeten. Dr. D. sei es dann gewesen, der die Geheime Staatspolizei von der Unterschlagung des Geldes in Kenntnis gesetzst habe. Die Polizei habe dann sofort den noch vorhandenen Rest von 16 500 RM. sichergestellt und sich um die Wiederbeschaffung der von Wannow veruntreuten Gelder bemüht. So Heien z. B. von 40 000 RM., die der Angeklagte seiner 17jährigen Geliebten zugesteckt hatte, 30000 RM. durch die Geheime Staatspolizei für Ossietzky gerettet worden. Bemerkenswert ist die Tatsache, daß dem Preisträger seitens der deutschen Finanzbehörde sogar die Schenkungssteuer erlassen worden ist, obgleich dazu eigentlich gar keine Veranlassung vorlag. Gegenüber Greuelnachrichten in der Auslandspresse, in denen mehr oder weniger offen beauptet worden war, daß der Angeklagte Wannow im Auftrage der Polizei dem Preisträger Ossietzky das Geld vorenthalten habe, stellte ein Beamter der Geheimen Staatspolizei vor Geeinwandfrei fest, daß die Staatspolizei erst durch diese Auslandshetze auf Wannow aufmerksam geworden sei und daß sie ihn sofort in Haft genommen habe, als sich herausstellte, daß der Angeklagte sich fälschlich als Rechtsanwalt ausgab. Außerordentlich kennzeichnend für das Säbelrasseln um den Friedens-Nobelpreis, das in einer gewissen Auslandspresse aufgeführt wurde, ist ein„Bericht", der sich am 18. April 1937 in dem Karlsbader Sudelblättchen emigrierter Juden„Neuer Vorwärts“ befand. Zur gleichen Zeit, in der sich die deutsche Polizei darum bemühte, dem begaunerten Ossietzky zu helfen, führten die Greuelhetzer ihr Getöse auf. Im „Neuen Vorwärts" sah das— wörtlich— so aus:„Ossietzky wird zu Schanden gemartert und von seinen Peinigern mit kriminellen Mitteln um seinen Preis gebracht, weil er Menschheitsideale nicht verraten will. Der ihm zugeteilte Preis verschwindet in den Taschen der Geheimen Staatspolizei". Dieses Pamphlet war bezeichnenderweise am nächsten Tage auch in anderen ausländischen Blättern zu finden— eine Tatsache, die einen vorzüglichen Einblick in die Bezugsquellen der Greuelfabrikation gewährt und lebhaftes Kopfschütteln bei den im Gerichtssaal anwesenden Auslandsjournalisten auslöste. Eschs unerhörte Verlogenheit Der Staatsanwalt droht mit Sicherungsverwahrung Düsseldorf, 3. März. Nach einer einwöchigen Pause im Esch=Prozeß wurde die Verhandllung am Donnerstag fortgesetzt. Einleitend kam der Buchvertrieb zur Erörterung, den Esch im Jahre 193637 im Stadtsteueramt aufgezogen hatte und bei dem er von der Stadt bezahlte Beamte und Angestellte in ausgiebiger Weise damit beschäftigte, seine Steuerbroschüren gegen Provision an Steverzahler zu verkaufen(!). Sie erhielten sogar teilweise Urlaub zu diesem Zweck. Es kam nicht sellten vor, daß über 20 Beamte in dieser Angelegenheüt unterwegs waren. Unerhört war auch folgendes; Ende des Jahres 1936 stellte der Oberbürgermeister dem Esch zur Bezahlung von Mehrarbeit 6000 RM. zur Verfügung. Esch ließ sich zunächst 515 RM. auszahlen. Anstatt daß Esch nun an 103 in Frage kommende Beamte(es war seinerzeit in der Bürgerteuerabteilung eine starke Mehrarbeit erforderlich) e 5 RM. für Sonntagsarbeit auszahlte, ließ er ich von jedem Beamten eine Quittung über 5,RM. ausstellen, gab ihnen aber nicht die 5 RM., sondern seine Steuerbroschüre, die einen Wert von noch nicht einer Mark besaß.— Esch gibt den Sachverhalt zu, macht allerdings einige Einwände. Nun kommt es zu dem unerwarteten Zwischenspiel. Der Oberstaatsanwalt hält Esch vør, daß er im ganzen Verlauf der Voruntersuchung wie auch der Hauptverhandlung nur immer wieder gelogen und vor allem einen Menschen, der immer makellos und ehrenhaft durchs Leben gegangem sei, den damaligen Oberbürgermeister Dr. Wagenführ, schwer beschuldigt habe, indem er ihm 6000 RM. von seinen früheren„Honoraren" mitgegeben haben wolle. Sollte sich nun herausstellen, daß Esch den Oberbürgermeister fälschlich beschuldigt habe, so sei die Verhängung der SicherungsRosenberg und Dr. Gürtner vor den Justizbeamten im Berliner Spportpalast Berlin, 3. März. Auf einer Großkundgebung im Berliner Sportpalast sprachen am Donnerstag Reichsleiter Alfred Rosenberg und Reichsjustizminister Dr. Gürtner. Reichsleiter Rosenberg ging auf ein Problem ein, das besonders debattiert werde, nämlich der Versuch, das Kirchenrecht über das Staats- und Volksrecht zu setzen. Grundsätzlich könne hier nur folgendes erklärt werden:„Wer die Interessen einer Volksgesamtheit nicht anerkennt, kann auch den Schutz dieser Gesamtheit nicht in Anspruch nehmen.“ Das müsse gelten gegemüber Einzelpersonen, gegenüber Klassen, gegerüiber Konfessionen. Reichsleiter Rosenberg führte dann eine große Anzahl von Stimmen Kirchenrechtler an, welche die Konkordate nur als päpstlüche Privilegien kennzeichnen und ausdrücklich und amtlich hervorhöben, daß solche Privilegien auch stets der Verfügungsgewalt unterworfen blieben, die allein die autoritative Interpretation darüber besitze. Reichsleiter Rosenberg schloß, mit dem Hinweis, daß das Recht heute in den Schutz von dem Volk selbst unter die Schirmherrschaft dieses starken Staates genommen worden sei und auf ieses Recht würde es nunmehr niemals mehr verzichten. Reichsminister Dr. Gürtner dankte Reichsleiter Rosenberg herzlich für seine Ausführungen. Heute, in einer Zeit, in der es dem nationalsozialistischen Staat gelungen sei, nicht nur die Arbeitslosigkeit zu beseitigen, sondern in der bereits Mangel an Arbeitskräften fühlbar werde, sei es in so großem Maße notwendio die Intenität und die Qualität der Leistung zu steigern. matflotte bei Gibraltar teilzunehmen. verwahrung mit Sicherheit zu erwarten. Deshalb ersuchte der Oberstaatsanwalt den Esch noch einmal dringend, gerade in diesem Punkt unbedingt die Wahrheit zu sagen. Der Vorsitzende ermahnt Esch ebenfalls noch einmal eindringlich. N zur wurde, rung ab. Erst nach langem Widerstreben habe er, so betont Esch, die bekastende Aussage gegen den Oberbürgermeister gemacht, den er doch als seinen Wohltäter ansehe. Er müsse die Aussage aber aufrechterhalten(!?). Der Vorsitzende erklärt hierzu, daß er eine andere Erklärung eigentlich auch nicht erwartet habe. Es sei schon richtig, wenn der Untersuchungsrichter Esch als einen unverbesserlichen Lügner bezeichnete.„Wenn Sie nicht immer gelogen“— so fährt der Vorsitzende fort—,„sondern die Wahrheit sagt hätten, wäre dieser Prozeß in acht Tagen endet gewesen. Wir glauben Ihnen überhaupt nichts mehr! Die Auswertung Ihrer Aussage müssen Sie uns überlassen. Der Eindruck Ihrer Verlogenheit wird durch Ihre jetzige Aussage nur noch verstärkt.“(!) Nach diesem für Esch höchst unerfreulichen Zwischenspiel wendet sich das Gericht der Erörterung von Esch' Reisekosten zu. Daß Esch auch in diesem Punkt immer mit seiner ihm gewohnten„Großzügigkeit“ vorging, ist nur zu verständlich. Das Buch, in das Esch seine Reisekosten eintrug, fand man bei seiner Verhaftung mit Petroleum getränkt vor, offenbar zum Verbrennen fertig. Ueber seine zum Teil sehr hohen Reisekosten will Esch heute keine genauen Angaben mehr machen können. Befugnisse der Konsistorien Berlin, 3. März. Nachdem die Tätigkeit der Provinzialkirchenausschüsse beendet war, mußte Vorsorge getroffen werden, daß ihre Befugnisse auch weiterhin wahrgenommen werden. Diese Frage ist jetzt durch eine Verordnung des Präsidenten des Evangelischen Oberkirchenrates geregelt worden. Danach erfolgt die Neubildung, Veränderung, Aufhebung und Vereinigung von Kirchengemeinden oder Kirchenkreisen sowie die Errichtung neuer Pfarrstellen, die dauernde Verbindung und die Aufhebung bestehender Pfarrstellen durch das Konsistorium. Das Konsistorium hat die beteiligten Pfarrer, Gemeindekirchenräte und Kreissynodalvorstände vorher zu hören und, soweit erforderlich, die Zustimmung der bei ihm gebildeten Finanzabteilung einzuholen. Der Beschluß des Konsistoriums bedarf der Genehmigung des Präsidenten des Evangelischen Oberkirchenrates und der Finanzabteilung des Oberkirchenrates. Die Bewilligung und Ausschreibung von provinzialkirchlichen Kirchenkollekten geschieht durch das Konsistorium, und zwar mit der Genehmigung des Präsidenten des Oberkirchenrates. Die Ernennung der Supertintendenten erfolgt nach Anhörung des Konsistoriums durch den Präsidenten des Evangelischen Oberkirchenrats. Für die Kirchenprovinzen Westfalen und Rheinland bleibt in dieser Frage eine Sonderregelung vorbehalten. Das Konsistorium verwaltet den Provinzialsynodalverband, das Amt des Präses der Provinzialsynode ruht. Bei den Konsistorien wird aus Laien und Geistlichen ein Provinzialsynodalrat zur Beratung des Konsistoriums gebildet. Der frühere Präsident der Vereinigten Staaten, Hoover, der von der technischen Hochschule Wien zum Ehrendoktor ernannt werden wird, stattete nach seinem Eintreffen in Wien dem Bundespräsidenten Miklas, dem Bundeskanzler Dr. Schuschnigg, dem Außenminister Dr. Schmidt und dem Unterrichtsminister Dr. Pernter Besuche ab. In Australien hat der Entschluß Chamberlains, englisch-italienische Besprechungen aufzunehmen, zu einem Antrag der Opposition auf Einberufung einer Sondersitzung des australischen Parlaments geführt. Der Antrag wurde damit begründet, England habe seine Politik geändert, ohne die Dominien zu befragen. Deutsche und dänische Schwimmerklasse in Samburg Im überfüllten Hamburger Hallenbad in der Kellinghusenstraße wurde am Mittwochabend ein internationales Schwimmfest abgewickelt. Besonders Interesse hatte vor allem der Start der dänischen Weltrekordschwimmerin Ragnhild Hreger und Jnge Sörensen. Den gröhten Beifall aber erntete Joachim Balke, der gegen Erwin Sietas einen spannenden Kampf lieferte und einen neuen Europarekord im 200=Meter=Brustschwimmen aufstellte. Bei den ersten 50 Meter sicherte er sich einen Vorsprung, den er nachdrücklichst bis zum Ende verteidigte. Die Rekordzeit lautete 2:38,8 vor SietasHamburg 2:38,7. Das 100=Meter=Kraulschwimmen gewann FischerBremen in 1:00,3 vor seinem Vereinskameraden Heibel(1:00,4) und Puttfarken(Hamburg) 1:06.— Im 200=Meter=Brustschwimmen für Frauen siegte Inge Sörensen=Kopenhagen in 3:05,1 vor BusseBerlin mit 3:05,7,— Das 100=Meter=Kraulschwimmen der Frauen sah zwei Däninnen in Front. Den ersten Platz belegte Ove Petersen=Kopenhagen in 1:08,6 vor Elvi Svendsen(1:10).— Im glänzenden Stil schwamm Schlauch die 100 Meter Rücken in der Zeit von 1:08. Ganz hervorragend war seine Wende.— Die 200 Meter Kraul für Frauen gewann erwartungsgemäß in der guten Zeit von 2:29,3 die Dänin Ragnhild Hveger gegen Ruth Halbsguth=Charlottenburg, die 2:42,7 benötigte.— Bei den Männern war über die gleiche Strecke der Bremer Heibel in 2:18,6 vor seinem Landsmann Freese(2:24,5) erfolgreich.— In der Lagenstaffel für Frauen(100 Meter Rücken, 100 Meter Brust, 100 Meter Kraul) vermochte die dänische Staffel(Hveger, Christensen, Kraft), trotz 25 Meter Vorgabe, den Sieg an sich zu bringen. Die Zeit betrug 3:55,2. Den zweiten Platz belegte die dänische zweite Mannschaft mit 4:00,4.— Das Wasserballspiel Hamburger SV 1879 gegen Kriegsmarine Kiel endete 6:4 für Samburg. Auf doppelter Front Hockeykampf zwischen Niederrhein— Mittelrhein Die diesjäbrigen Silberschildkämpfe der deutschen Hockeyspieler werden nicht nur von den ersten Vertretungen der Gaue, sondern auch von je einer Nachwuchsmannschaft bestritten. Zur Probe des Könnens ihrer Spieler haben die Hockey=Gaue Niederrhein und Mittelrbein für den kommenden Sonntag nach Duisburg(Lotharplatz) einen Zweifrontenkampf vereinbart, der Gelegenheit geben soll, Aufschlüsse über das Können der A=Vertretung und der Nachwuchsspieler zu bekommen. Besonders das Treffen der ersten Mannschaften wird große Beachtung finden, da bier die besten Kräfte aufgeboten sind. Dabei scheint uns der Niederrbein auf Grund seiner besseren Verteidigung und Läuferreihe die größeren Aussichten zu besitzen. Hoher kanadischer Sieg in München Mittwochabend der Eis4000 Zuschauer wohnten am sportveranstaltung im Münchener Stadion bei. Ausgezeichnet gefiel wieder Megan Taylor mit ihrer Kür.— Im Eishockeyspiel Kanada gegen USA siegten die Kanadier hoch mit 5:0 (1:0, 3:0, 1:o). Wie mitgeteilt wurde, ist jetzt auch in New=Castle ein nationalspanischer Handelsagent, der dem Londoner Hauptagenten unterstellt ist, eingesetzt worden. Der Posten in New=Castle ist mit Don Emilion del Rio besetzt worden. Ohne Gewi Gewinnauszug 5. Klasse 50. Preußisch-Süddentsche (276. Preuß.) Klassen-Lotterie öhr Nachdruck verbolen 20. Ziehungstag 2. März 1938 In der heutigen Vormittagsziehung wurden gezogen 2 Gewinne zu 50000 RM. 9234 4 Gewinne zu 20000 RM. 28087 119731 2 Gewinne zu 5000 RM. 176012 4 Gewinne zu 3000 RP 4195 96608 RM. 1699 25515 35096 77974 79958 82660 86887 147805 261045 271438 304120 324707 zu 1000 RM. 7747 13925 27960 66306 68544 70486 76533 77408 92990 166827 160854 177022 227864 234499 242227 264566 280500 287119 298333 369186 362569 383165 390692 zu 500 RM. 10063 26863 36377 46430 60676 63106 64426 56702 70039 70277 76160 78042 79493 91696 92132 00943 104720 106677 113889 119969 126667 29718 130997 134357 143988 170730 196321 207730 221168 226937 231060 238980 266748 264016 273899 283381 290183 291271 292168 292609 294042 296730 304200 314783 320294 322694 323492 345948 346169 849062 849413 357012 366587 379161 386403 166 Gewinne zu 300 RM. 6678 12329 24620 28896 34162 48320 49905 50965 58960 65316 66787 76635 88975 91667 99637 102268 110260 123824 130864 138425 146840 155698 158570 168900 159930 160105 160961 166121 168766 171142 177910 178090 180228 181740 184969 188946 19330 193627 194782 198188 198716 210708 213467 216709 221846 222736 223688 224272 226509 226998 227698 244626 254806 267054 268149 275332 276664 279132 280068 280089 280786 288646 290481 293212 293492 294702 301043 308768 312187 321686 331008 340049 341641 356269 857507 359216 870983 877314 383643 384104 399593 399600 899716 In der heutigen Nachmittagsziehung wurden gezogen 2 Gewinne zu 10000 RM. 292002 4 Gewinne zu 5000 RM. 480 48963 4 Gewinne zu 3000 RM. 325989 383315 4 Gewinne zu 2000 RM. 2047 66691 119297 156385 166490 194669 222570 26 Gewinne zu 1000 RM. 65521 87286 110497 133487 134926 169757 175302 206824 279606 286468 292546 365802 969782 94 Gewinne zu 500 RM. 26914 27631 56689 64102 99899. 74010 86851 96778 100806 106372 108059 136419 135434 138939 140083 143496 167887 168086 171524 172366 180849 184930 186480 189606 199636 198482 202798 208079 211672 211787 211961 262991 275504 306744 316754 323313 926812 327830 362780 357760 363942 389321 390366 397182 398999 180 Gewinne zu 900 RM. 26310 36668 41078 493 68763 73865 84076 850 103358 105146 113400 19624 122407 129088 146977 147481 147799 176219 179767 180012 207706 210412 212794 233588 241904 246014 262153 263579 264264 274001 281197 289936 305429 324957 326187 333996 335319 338490 356381 360132 361775 271996. 874636 290398 48 6972 10638 52 62810 61036 46 93841 96636 116357 11710 136079 139750 166662 171894 186866 186846 223633 225053 248112 267663 265899 266190 291160 300876 831214 331258 341057 347428 361868 367991 382129 387807 16487 66926 99743 117717 141163 176098 197986 233302 262079 268488 804379 832119 353121 370364 Westfalen und Rheinland Die Frage des Kartenverkaufs Weitere Zeugenvernehmungen im Lommersum=Prozeß Uebler„Geschäftemacher“ Familien um ihre Ersparnisse gebracht Bielefeld. Vor der Bielefelder Strafkammer mußte sich der 1888 geborene Arno Katz aus Bielefeld=Gadderbaum wegen recht häßlicher Betrügereien verantworten. Der Angeklagte vertrieb auf eigene Rechnung Wäschereimaschinen. Um Interessenten zu finden, gab er in einer Bielefelder Zeitung eine sog. Kleinanzeige auf, worin er eine gebrauchte Heißmangel zu günstigen Bedingungen anbot. Als sich ein Ehepaar mit kleinen Ersparnissen meldete, wußte K. die Leute zu überreden, doch lieber eine neue Heißmangel zu kaufen, die er ebenfalls fabelhaft billig besorgen könne. Die Leute zahlten dann in Raten insgesamt 720 RM., doch wurde die Mangel nie geliefert. Eine andere Familie wurde um 2200 RM. geschädigt. In einem dritten Fall hatte sich der Angeklagte zwei Steppdecken von einer Firma erschwindelt. Die Strafkammer sah in dem Verhalten des Angeklagten einen besonders schweren Fall des Betruges und verurteilte ihn zu einem Jahr vier Monaten Zuchthaus und drei Jahren Ehrverlust. Griff in die Kasse kostete zweieinhalb Jahre Zuchthaus Bielefeld. Der 34jährige Anton Hornberg aus Bielefeld benutzte im November vorigen Jahres den Umstand, daß ein Gastwirt ihn für kurze Zeit allein an der Theke stehen lassen mußte, zu einem schnellen Griff in die Ladenkasse. Er erbeutete rund 70 Mark, mit denen er sich sofort aus dem Staub machte. Der Gastwirt nahm wenig später die Verfolgung auf und ließ ihn in einer anderen Kneipe verhaften. Auf dem Wege zur Wache ließ H. das Geld in den Stiefelschaft gleiten, wo es dann auch bei der Durchsuchung gefunden wurde. Die Strafkammer verurteilte den wiederholt einschlägig vorbestraften Dieb jetzt zu zweieinhalb Jahren Zuchthaus und drei Jahren Ehrverlust. Zuchthaus für Motorraddiebstahl Bielefeld. Unter den zahlreichen Vorstrafen des 25 Jahre alten Otto Breuer aus Hiddenhausen befanden sich allein drei Strafen wegen Motorraddiebstahls. Trotzdem stahl B. im vergangenen Herbst ernent ein Kraftrad. Das Bielefelder Schöffengericht glaubte den Angeklagten nur durch eine empfindliche Zuchthausstrafe von seiner unheilvollen Liebe zu fremden Motorrädern heilen zu können. Es erkannte wegen Rückfalldiebstahls, Urkundenfälschung(Aenderung des Nummernschildes) und Fahrens ohne Führerschein auf zwei Jahre sechs Monate Zuchthaus und fünf Jahre Ehrverlust. Im Steinbruch verunglückt— Mit dem Motorrad gestürzt Bleiwäsche(Krs. Büren). Bei Aufräumungsarbeiten in seinem Steinbruch in der Feldmark Madfeld wurde der Ziegeleibesitzer Bruno Graniza plötzlich von einem mächtigen herunterstürzenden Stein getroffen und am Knie schwer verletzt. Da er vollkommen allein in dem einsamen Gelände war, versuchte er dennoch in schwerverletztem Zustand das Motorrad zu besteigen und davonzufahren, was ihm anfangs auch gelang. Unterwegs aber stürzte er kraftlos vom Rade und brach zusammen. Durch Zufall nur wurde er in diesem Zustand gerettet, da ein fahrender Handwerksbursche des Weges kam und ihn fand, so daß er ihn zu Menschen brachte und für seine Unterbringung im Krankenhaus Sorge tragen konnte. Gr. ist Ortsgruppenleiter der NSDAP. Kind vom Lastauto getötet Hohenwepel(Krs. Warburg). Gegenüber der Gastwirtschaft Fischer schaute eine Kinderschar einem Arbeiter zu, der auf fahrbarer Säge des Nachbars Holz zerkleinerte. Plötzlich rief der Bauer die Kinder an, vor einem nahenden Kraftwagen sich in Sicherheit zu bringen. Während die Buben auf den Bürgersteig sprangen, rannte ein fünfjähriges Mädel mitten in den Lastzug hinein, der von Paderborn her kam, und wurde augenblicklich getötet. Glücklicherweise konnte ein Junge, der das Mädchen noch in letzter Sekunde zurückreißen wollte, noch zurückspringen. Den Fahrer des Wagens scheint keine Schuld zu treffen. Von einem Bullen zu Tode gestoßen Sende. Dieser Tage hat sich in Sende ein schweres Unglück abgespielt. Der Landwirt Heinrich J. wollte mit seinem Deckbullen zu einem Nachbarn, um hier eine Kuh decken zu lassen. Auf dem Hofe angelangt, stürzte sich der wütende Bulle auf den Besitzer und drückte ihn an der Scheune zu Tode. Der 56jährige Verunglückte wurde von seiner Frau tot an der Scheune gefunden. Der Bulle, der sich zwischenzeitlich in die Führungsleine verstrickt hatte, konnte erst nach langwierigen Bemühungen gebändigt und in den Stall geführt werden. Kinder spielten mit Streichhölzern Meppen. Die aus Scheune und Wohnhaus bestehende Besitzung eines Kaufmanns in Rütenbrock wurde durch einen Brand zum größten Teil in Asche gelegt. Durch die Gendarmerie wurde festgestellt, daß Kinder, die auf der Diele des Wohnhauses mit Streichhölzern spielten, den Brand verursacht hatten. Bonn. Im Prozeß wegen des Einsturzes der Tribüne in Lommersum wurden mehrere Chefärzte von Krankenhäusern und klinischen Anstalten als Zeugen und Sachverständige über die Verletzungen der bei der Parade verunglückten Zuschauer vernommen. Zu Beginn der Verhandlung bezifferte der Vorsitzende die Zahl der Opfer auf einen Toten und 840 Verletzte. Die Verteidigung ließ diese Zahl mit der Einschränkung gelten, daß 840 Personen Ansprüche bei der NSG.„Kraft durch Freude“ gestellt hätten, daß jedoch nur rund 400 Personen in ärztlicher Behandlung gewesen seien. Wie sich aus den Bekundungen der Zeugen und Sachverständigen ergab, dürfte etwa ein Fünftel der in ärztlicher Behandlung gewesenen Verletzten auch noch in den kommenden Jahren unter den Schäden zu leiden haben. Die Zahl der für immer Geschädigten kann heute noch nicht genau festgelegt werden. Zu den schweren Verletzungen gehören Knochenbrüche, Versteifung der Wirbelsäule, Rippenbrüche usw. Die Verlesung des Gutachtens eines in Euskirchen kommissarisch vernommenen Arztes und die Verlesung mehrerer ärztlicher Atteste ergänzten die Zeugenaussagen. Im Anschluß an die Vernehmung einer Reihe von Zeugen, deren Ladung die Verteidigung beantragt hatte, äußerte sich ein früherer Angestellter der NS.=Gemeinschaft„Kraft durch Freude“, Gau Köln=Aachen über die auf Anordnung der Reichsdienststelle der NS.=Gemeinschaft„Kraft durch Freude“ erfolgte Berufung des Angeklagten Rix zum Reichsparteitag nach Nürnberg. Durch diese Reise war Rix mehrere Tage verhindert, den während seiner Abwesenheit begönnenen Bau der Lommersumer Tribünen zu kontrollieren. Ueber den Kartenverkauf bei Veranstaltungen der KdF. bekundete der Zeuge, daß im allgemeinen der Bauunternehmer, der die Tribünen errichte, auch die Zahl der Plätze nenne, worauf dann eine entsprechende Zahl von Karten in Druck gegeben werde. Bei jeder Veranstaltung würden mehr Karten gedruckt und ausgegeben, als Plätze vorhanden seien. Das komme daher, weil die Verrechnung der bei den einzelnen Dienststellen ausgegebenen Karten jeweils erst nach der Veranstaltung stattfinden könne. Da aber bisher immer eine gewisse Anzahl Karten unverkauft geblieben sei, sei bisher jeder Karteninhaber noch zu seinem Platzrecht gekommen. Der Vorsitzende wies den Zeugen in diesem Zusammenhang auf den Erlaß des Reichspropagandaministeriums über den Tribünenbau und Kartenverkauf hin, in dem es u. a. heißt, daß die baupolizeiliche Abnahme der Tribünen schriftlich erfolgen und die Polizei die Tragkraft der Tribüne prüfen müsse, worauf dann die Zahl der Zuschauer festgelegt und eine entsprechende Zahl Karten gusgegeben werde. Diebesbande festgenommen Oberhausen. Seit dem Dezember vorigen Jahres wurden im Stadtteil Österfeld fortgesetzt Kleinviehdiebstähle und Wirtschaftseinbrüche ausgeführt. Die Kriminalpolizei hat nunmehr die Diebe ermittelt und festgenommen; es wurden insgesamt neun Personen aus Österfeld, Frintrop und Dellwig verhaftet, von denen sieben dem Amtsgericht in Oberhausen zugeführt worden sind. Die Diebesbande konnte bisher in zwölf Einbruchsfällen überführt werden. Es handelt sich größtenteils um Automaten- und Kleinviehdiebstähle. Geschädigt sind durchweg wenig bemittelte Volksgenossen, die durch die Diebstähle besonders hart betroffen wurden. Außerdem konnte den Festgenommenen eine Eisenbahnberaubung nachgewiesen werden, die sie in der Neujahrsnacht im Sammelbahnhof in Österfeld durchgeführt haben. Mehrere der Festgenommenen sind bereits wegen Diebstahls vorbestraft. Gegen sechs Festgenommene wurde Haftbefehl erlassen. Englische Gäste Östern in Wuppertal Wuppertal. Wuppertal rüstet zum Empfang englischer Gäste, die die Österfeiertage in der Schwebebahnstadt verleben werden. Es handelt sich um 30 Polizeibeamte der Stadt Hove, die unter Führung des Chief Constable of Hove, W. C. Hilier, und des Oberstkommandeurs von Drigthon, W. C: Hutchinson, einen kürzlichen Besuch führender Persönlichkeiten der Partei und der Behörden Wuppertals erwidern. Diese erste Fahrt nach England, an der auch Kreisleiter Straßweg aus Wuppertal teilnahm, war den Bestrebungen der englischen Arbeitsgemeinschaft in Wuppertal zu verdanken, die den Verständigungsgedanken zum Ziele haben. Verkehrsunglück in Neuß vor Gericht Düsseldorf. Am 9. Februar, morgens gegen 7.30 Uhr, ereignete sich zwischen Neuß und Düsseldorf ein schwerer Zusammenstoß zwischen dem Lastzug eines gewissen Heinrich Pistel aus Holzweiler und einem Straßenbahnzug. Der Zusammenstoß wurde dadurch hervorgerufen, daß der Fahrer des Lastzuges hinter einem anderen Straßenbahnzug fuhr und diesen ersten Zug links überholen wollte. Als der Fahrer des Lastzuges den anderen Straßenbahnzug herankommen sah, wollte er schleunigst nach rechts einschwenken. Durch dieses Manöver kam der Anhänger des Lastwagens ins Rutschen und riß die linke Seite des herankommenden Straßenbahnwagens auf. Da der Straßenbahnwagen in den frühen Morgenstunden mit Arbeitern dicht besetzt war, waren die Folgen entsetzlich. Ein Fahrgast blieb auf der Stelle tot, ein zweiter starb am folgenden Tag, einem Mädchen wurde der rechte Arm buchstäblich abgerissen, außerdem mußten sieben weitere Schwerverletzte ins Krankenhaus geschafft werden.— Pistel hatte sich nun vor der Großen Strafkammer in Düsseldorf zu verantworten. Er bestritt jede Schuld an dem Unglück, wurde aber durch eine stundenlange Verhandlung restlos im Sinne der Anklage überführt und zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Aus dem Zuge gestürzt Düsseldorf. Auf der Strecke Düsseldorf—Köln stürzte in der Nähe von Leverkusen ein 40jähriger Reisender aus dem Fenster eines D=Zuges. Mit lebensgefährlichen Verletzungen mußte der Mann dem Krankenhaus in Leverkusen=Wiesdorf zugeführt werden. Die näheren Umstände des Vorfalls bedürfen noch der Klärung. Der neue Eifelsee füllt sich Aus der Nordeifel. Ein eigenartiges Schauspiel vollzieht sich zur Zeit in der Nordeifel, wo vor einigen Monaten die Bauarbeiten an der Talsperre Schwammenauel ihre Vollendung gefunden haben. Unmittelbar nach Beendigung der Bauarbeiten wurde das Zuflußwasser in das gewaltige Staubecken eingelassen. Langsam füllte sich der Seenraum, immer höher stieg der Wasserspiegel und erreichte bald jene Stellen, die noch vor wenigen Jahren die Wohnstätten fleißiger Bauernfamilien waren. Durch die in den letzten Tagen erfolgte Schneeschmelze ist auch der laufende Zufluß zu dem Staubecken größer geworden. Mehr als ein Drittel des Fassungsraumes des Sees ist bereits mit Wasser gefüllt, so daß die gesamte Wassermenge etwa 35 bis 40 Millionen Kubikmeter betragen dürfte, die sich schon jetzt in der Talsperre befindet. Trier. In den Abendstunden bemerkten die Bewohner eines Hauses im nördlichen Stadtteil aus einem Zimmer eines Nachbarn Qualm hervordringen. Man erbrach sofort die Türe und brachte zwei in dem Zimmer schlafende Kinder, einen Knaben im Alter von fünf Jahren und ein 14jähriges Mädchen ins Freie. Die Kinder waren durch den starken Qualm bereits bewußtlos, erholten sich aber bald wieder. Auch der Brand in dem Zimmer konnte bald gelöscht werden. Wie die Ermittlungen ergaben, hatten die Kinder, als sie schlafen gingen, eine Kerze mitgenommen, die sie auf einen Stoffsessel stellten. Sie vergaßen aber, die Kerze auszublasen, wodurch beim Niederbrennen der Sessel Feuer fing und sich die Flammen dann weiter ausbreiteten. Der im Nebengemach schlafende Großvater war angetrunken und hatte das Feuer nicht bemerkt. Die den Haushalt versorgende ältere Schwester der Kinder war ausgegangen und hatte die Kinder sich selbst überlassen. Durch das schnelle Eingreifen der Nachbarn ist ein großes Unglück, dessen Folgen kaum abzusehen waren. verhütet worden. Schädennachlese im John=Prozeß Zeugen um den Angeklagten Dr. Müller Koblenz, 3. März./ In der Mittwoch=Verhandlung im John=Prozeß wurden drei von der Verteidigung des Angeklagten Dr. Müller vorgeschlagene Zeugen gehört. Der Zeuge Gatzweiler, der von Müller als Jugendfreund bezeichnet wird, war zu der damaligen Zeit beim Kölner Reichswirtschaftsgericht beschäftigt. Er wird über die Art seiner im bisherigen Verhandlungsverlauf öfters erörterten Mitarbeit bei den von Müller bearbeiteten Besatzungsschädensachen befragt. Allgemein betont er, daß er sich an Einzelheiten nicht mehr erinnern könne. Das Gutachten des amtlichen Sachverständigen Hastrich im Falle Conti=Meyer, an dem Gatzweiler eine Reihe von Abänderungen vorgenommen hat, habe er jedenfalls nicht als amtliches Gutachten betrachtet. Auch habe er nicht gewußt, daß dieses abgeänderte Gutachten nachher der Feststellungsbehörde vorgelegt werden sollte. Er habe es nicht für möglich gehalten, daß in einem solchen Verfahren amtliche Gutachten vorher in die Hände Müllers hätten gelangen können. Seine Tätigkeit habe in der Ausarbeitung von Exposés auf Grund der ihm von Müller bereitgestellten Akten und der mit ihm geführten Besprechungen bestanden. Diese Sachdarstellungen habe er sich als Unterlage für die Beschwerdeschriften und die weitere Arbeit Müllers gedacht. Für diese seine Tätigkeit habe er jeweils etwa 30 bis 50 Mark von Müller bekommen. Zu den Briefen mit Ausdrücken wie„Dreh“ und„durchmogeln“, die Müller an ihn geschrieben habe, erklärt der Zeuge, daß Müller dies zweifellos harmlos gemeint habe, da er im allgemeinen sehr gerne drastische und burschikose Ausdrücke verwendet habe. Der Zeuge Hoteldirektor Fritz Dreesen(Bad Godesberg), Leiter der Reichsfachgruppe Beherbergungsgewerbe, war früher Vorsitzender des rheinischen Hotelierverbandes und in dieser Eigenschaft mit Dr. Müller(dem Syndikus dieses Verbandes) viele Jahre zusammen. Er bezeichnet Müller als einen durchaus korrekt handelnden Menschen, der in jeder Beziehung gewissenhaft und zuverlässig sei. Ueber das, was Müller vorgeworfen werde, sei er sprachlos, und er könne durchaus nicht glauben, daß Müller illoyal gehandelt habe. „Ich halte das heute noch für unmöglich“, erklärt der Zeuge. Die Frage des Staatsanwalts, ob denn niemals Klagen über Müller gekommen seien, verneint Hoteldirektor Dreesen. Er habe vielmehr kürzlich noch mit einem scharfen Widersacher Müllers gesprochen, der damals mit diesem zusammen dienstlich tätig war; dieser Mann habe ebenfalls gesagt:„Ich bin sprachlos. Wenn einer vertragstreu war, dann war es Dr. Müller.“ Auch dem Angeklagten Schmidt, den der Zeuge kennt, stellt er das beste Zeugnis an Gewissenhaftigkeit und Treue aus. Der Zeuge Wagner(Wuppertal), Hotelier und Leiter der Kreisfachgruppe Wuppertal des Beherbergungsgewerbes, der Müller aus seiner jüngsten Tätigkeit kennt, hält ihn für einen durchaus anständigen, korrekten und hilfsbereiten Menschen, den er einer unkorrekten Handlungsweise einfach nicht für fähig halte. Die beiden Zeugen Dreesen und Wagner werden vereidigt, Gatzweiler nicht. In siedendes Wasser gestürzt Meppen. Das dreijährige Söhnchen einer Familie im Rühlertwist stürzte in einem unbewachten Augenblick in einen mit heißem Wasser gefüllten Waschkessel. Der Kleine erlitt schwere Brandwunden, die an seinem Aufkommen zweifeln lassen. Tolle Keilerjagd im Weserland Beverungen. Eine aufregende Jagd nach einem Keiler wurde im benachbarten Derental durchgeführt. Bei einer Wildschweinjagd hatte man einem schweren Keiler den Vorderlauf abgeschossen, wodurch das Tier erklärlicherweise in eine ganz ungeheure Wut geriet und wie so oft schon auch in diesem Falle außerordentlich gefährlich wurde. Wie besessen raste der Keiler am Waldgatter entlang, und als man versuchte, ihn aufzuhalten, wurde er noch wilder und angriffslustiger. Ein Bauersmann flüchtete entsetzt auf seinen Ackerwagen, als das Tier ihn angriff. In einem Dickicht entstand ein neuer Kampf mit Waldarbeitern, wobei einer der Verfolger des vor Wut und Schmerz schnaufenden Tieres auf einen Baum flüchten mußte, um diesem zu entgehen. Einige Kugelschüsse trafen bei der Aufregung das Tier nicht zu Tode, sondern zerschmetterten nur den Unterkiefer. Das Tier raste weiter zur Weser hin und durchschwamm den Strom. Die Dunkelheit brachte die Jäger und Treiber von der Fährte ab, und erst am nächsten Tage konnte das stattliche Tier im Blankenauer Forst erlegt werden. Frau ermordet aufgefunden Geflüchteter Ehemann unter Tatverdacht Köln. Am Vormittag wurde die 40 Jahre alte Ehefrau Apollonia Urbach in ihrer Wohnung in der Pantaleonsmühlengasse ermordet aufgefunden. Die Frau wies Stichverletzungen in der Herzgegend auf. Nach den bisherigen Ermittlungen muß die Tat bereits am Samstag voriger Woche verübt worden sein. Der Tat dringend verdächtig ist der 57jährige Ehemann Hermann Urbach, der seit Samstag verschwunden ist. Gas in Haushalt und Gewerbe Sondergruppe auf der Kölner Frühjahrsmesse Köln. Mit Unterstützung der Zentrale für Gasverwertung, Berlin, und Rheinischer Gaswerke gelangt auf der Frühjahrsmesse in Köln vom 20. bis 27. März als technische Veranstaltung eine Sonderschau„Gas in Haushalt und Gewerbe“ zur Durchführung, nachdem schon in früheren Jahren solche Ausstellungen auf der Kölner Messe einen guten Erfolg gebracht haben. Die Schau wird mit den Einzelhändlern, die in diesen Tagen die Messe in Köln besuchen, und darüber hinaus weite Verbraucherkreise über die heutige konstruktive und wirtschaftliche Entwicklung der Gasgeräte unterrichten. Die Schau gliedert sich in zwei Hauptgruppen. Die Bierreise und das dicke Ende Köln. Einem Manne, der durch die Lokale des Altstadt=Rheinviertels eine Bierreise unternahm, wurden 510 RM. aus der Tasche gestohlen. Die Polizei konnte als Diebin eine 37jährige Frau aus Köln=Ehrenfeld ermitteln und festnehmen. 470 RM. wurden von dem gestohlenen Gelde wieder herbeigeschafft. Jagd ist nationales Gut und nicht Besitz einzelner Idar=Oberstein. Vor einiger Zeit erschoß ein Berufsjäger im Gebiet des Stadtteils Oberstein einen wartvollen Jagdhund, der in einem Jagdbezirk frei umhergelaufen sein sollte. Vom Besitzer des Hundes wurde dies bestritten und eine Zivilklage angestrengt, die dem Berufsjäger eine Geldstrafe von 500 RM. einbrachte. Dieser legte jedoch Berufung ein und ließ die Sache vor der 6. Zivilkammer des Landgerichts Koblenz entscheiden, die nach eingehender Verhandlung und Ortsbesichtigung das erstinstanzliche Urteil aufhob und die Klage des Hundebesitzers zurückwies. Obwohl der Hund direkt in der Stadt erschossen worden sei, habe er sich doch noch im Jagdgebiet befunden, und der Berufsjäger habe nach dem neuen Jagdgesetz, das die Jagd als ein nationales Gut und nicht als Besitz einzelner ansieht, durchaus rechtmäßig gehandelt.