Erscheini täglich an allen Werltagen morgens früh.- Bezugspreis 1.60 Mi. monatlich einschl. Botenlohn; durch die Post frei ins Haus gebracht 1.66 Mi., f. Selbstabholer 1.30 Mi. Einzelpreis 10 Pfg.- Anzeigenpreis mm 3 Pfg. Anzeigenannahmeschluß 17 Uhr am Tage vorher.— Für die Aufnahme von Anzeigen an bestimmten Tagen und Plätzen wird teine Gewähr übernommen. Allgemeiner Anzeiger für die Aemter Sprockhövel und Haßlinghausen. Lokal=Anzeiger für die Aemter Volmarstein. Herbede, Blankenstein und Hattingen. Druck u. Verlag R. Steinbeck, Sprockhövel. Hauptschriftleiter Alfred Steinbeck, dessen Stellvertreter: Rudolf Steinbeck, b. i.Sprockhövel. Verantwortl. für Ortlich. u. Allgem. A. Steinbeck, Sprockhövel, f. d. übr. Textteil: Wilh. Gehlen, Wattenscheid, für den Anzeigenteil. R. Steinbeck, Sprockhövel. D.-A. XII. 37. 3065 Fernruf: 4078 Amt Hattingen. Z. Zt. ist Preisl. Nr. 3 gültig. Nr. 27(Erstes Blatt) Mittwoch, den 2. Februar 1938 41. Jahrgang Bernd Rosemeyers letzte Fahrt Beisetzungsfeier auf dem Waldfriedhof Berlin=Dahlem Wir vergessen es nicht Ein Jude ermordete vor zwei Jahren Wilhelm Gustloff Vor zwei Jahren, am 4. Februar 1936, erreichte uns die Kunde, daß der Jude David Frankfurter in Davos den Landesgruppenleiter der NSDAP., Wilhelm Gustloff, in seiner Wohnung ermordet hatte. Ein Sturm der Empörung ging über Deutschland, Empörung loderte auch dort im Auslande auf, wo jüdische Gazetten die Hirne noch nicht vernebelt haben, und all diese Empörung war eine einzige furchtbare Anklage gegen das internationale Judentum, das mit diesem Verbrechen die ganze nichtjüdische Welt herausgefordert hatte. „Das deutsche Volk“— so erklärte der Führer Adolf Hitler später am Sarge Wilhelm Gustloffs —„hat einen Lebenden verloren, allein einen Unsterblichen für die Zukunft gewonnen!“ Wie sehr diese Worte zutreffen, das empfinden wir heute in diesen ersten Februartagen des Jahres 1938, da sich zum zweitenmal der Todestag Gustloffs wiederholt. Er ist zwar von uns gegangen, aber wahrhaftig, für alle Zukunft ist er uns unsterblich geworden, sein Name lebt weiter als der eines der treuesten Männer, als der eines nationalsozialistischen Kämpfers, der für seinen Führer und für seine Idee das größte Opfer gebracht hat. Für unsere deutschen Volksgenossen und Volksgenossinnen im Auslande wird der 4. Februar immer ein Tag des Gedenkens sein, ein Tag der Besinnung und des Gelöbnisses. Wir alle aber trauern und klagen nicht, wir richten uns auf gerade an diesem Tage, da ein jüdischer Mordbandit vor zwei Jahren seinen Revolver auf Gustloff abschoß, wir richten uns auf in neuer Empörung gegen dieses Verbrechen, das— wie David Frankfurter bei seiner Vernehmung erklärte— das nationalsozialistische Deutschland treffen sollte. Jawohl, wir haben die Richtung dieses Schusses auf Wilhelm Gustloff wohl verstanden: das ganze nationalsozialistische Deutschland wird diesen feigen Mord niemals vergessen. Wir werden dafür Sorge tragen, daß heute und in aller Zukunft immer wieder die Finger auf den Verbrecher zeigen, ihn kennzeichnen als das, was er ist: ein Jude! Ein Jude ist der Mörder! Das ist ein Alarmruf für das ganze deutsche Volk. Er wird uns immer wieder wachrufen gegen den wahren Feind, er wird uns niemals wieder schwach machen gegenüber dem Judentum und uns für alle Zeiten die Ermahnung sein, in der Judenfrage bis zur letzten Konsequenz kompromißlos zu bleiben. Zuspitzung in der SandschakGeneral Huntziger plötzlich nach Paris abgereist Beirut, 1. Febr. Der Höchstkommandierende der französischen Levantetruppen in Syrien und im Libanon, General Huntziger, der unerwartet nach Paris berufen wurde, ist am Dienstag abgereist. Politische Kreise bringen dies in Zusammenhang mit der jüngsten außerordentlichen französisch-türkischen Zuspitzung in der Sandschak=Frage. Berlin, 1. Febr. ¼=Hauptsturmführer Bernd Rosemeyer, der aus einem beispiellos sieghaften Kampf für die Sache des deutschen Kraftfahrsports und damit für die Geltung des deutschen Namens in der Welt so jäh gerissen wurde, ist am Dienstagnachmittag auf dem Waldfriedhof Dahlem zu seiner letzten Ruhestatt geleitet worden. Vier 4=Untersturmführer und vier Rennfahrer in weißer Rennkleidung hielten die Totenwache. Mütze und Ehrendolch lagen auf dem zunächst nur mit den Kranzspenden der Anverwandten geschmückten, mit der Flagge des Reiches bedeckten Sarg. Namens des Reichsführers ¼ Himmler gedachte der Chef des ¼=Hauptamtes,=Obergruppenführer Heißmeyer, in tiefer Dankbarkeit des tapferen, fleißigen, stets bescheidenen und freundlichen Kameraden. Die Schutzstaffel habe einen lieben Kameraden verloren und einen unsterblichen gewonnen. Bernd Rosemeyer habe in beispielloser Pflichterfüllung und Treue das wahrgemacht, was er einst versprochen: sich mit ganzer Kraft selbstlos für Volk und Vaterland einzusetzen. Anschließend legte Korpsführer Hühnlein den prachtvollen, blumengeschmückten Lorbeerkranz des Führers und Reichskanzlers an der Bahre nieder mit den Worten:„Im Namen und im Auftrage des Führers als äußeres Zeichen seiner Anerkennung und seines Dankes für Deine Erfolge und Deinen Einsatz für Deutschlands Geltung.“ Der zweite Kranz, den der Korpsführer niederlegte, war der des Stellvertreters des Führers, Rudolf Heß. Dann widmete er in seiner Eigenschaft als Führer des deutschen Kraftfahrsports dem Dahingegangenen einen Lorbeerkranz und würdigte ihn als leuchtendes Vorbild sportlicher Haltung, Rom, 1. Febr. Der 15. Jahrestag der Gründung der faschistischen Miliz ist zu einer eindrucksvollen Heldenehrung der für die Eroberung des Imveriums und in den antibolschewistischen Kämpfen in Spanien gefallenen Offiziere und Legionäre der Miliz geworden. Wie seit Jahren war am heutigen Gründungstage vor dem Colosseum eine Anzahl Milizbataillone mit Abordnungen des Heeres zur Parade angetreten, die Mussolini nach der feierlichen Verleihung des Militärischen Verdienstordens des italienischen Königshauses in der Triumphstraße mit dem neuen, sportlicher Leidenschaft und ganzen Einsatzes: „Mit Zustimmung des Führers tragen zwei Stürme der politischen Armee Deinen Namen, ehren Dein Gedächtnis und künden Ruhm, Kraft und auch Tragik Deiner sportlichen Laufbahn.“ Für die Reichsregierung entbot Reichsverkehrsminister Dr. Dorpmüller den letzten Abschiedsgruß. Er sprach von dem größten Opfer, mit dem Bernd Rosemeyer sein Deutschland verschriebenes Leben abschloß und das auch den unvergeßlichen Dank des Vaterlandes verdient. Weitere Kränze wurden niedergelegt im Namen des Ministerpräsidenten Generaloberst Görina, des Reichsministers für Volksaufklärung und Propaganda, Dr. Goebbels, und des Reichsministers für kirchliche Angelegenheiten, Kerrl. Direktor Bruns von der Auto=Union widmete Bernd Rosemeyer ebenfalls herzliche Dankesworte. Unter Trauerklängen von Beethoven trugen dann unter blauem Himmel und leuchtender Sonne die Rennfahrer Stuck, Hasse, Müller, Caracciola, von Brauchitsch und Lang durch ein von Ehrenstürmen der ¼ und des NSKK.=Motorlehrsturmes„Bernd Rosemeyer“ mit Fackeln gebildetes Spalier den Sarg zur Gruft. Die Ehrenkompanie der Leibstandarte Adolf Hitler präsentierte das Gewehr, als beim Liede vom guten Kameraden die sterbliche Hülle Bernd Rosemeyers der Erde übergeben wurde, und zum letzten Gruß senkten sich über dem offenen Grabe eine Sturmfahne der ¼ und zwei Stander des NSKK. Dem Treulied der ½„Wenn alle untreu werden" folgten noch viele tiefempfundene Ansprachen aus dem großen Freundeskreis, und bald schknückten im weiten Umkreis Berge von Kränzen die letzte Ruhestatt Bernd Rosemeyers, in dessen Nähe auch sein Kamerad Ernst von Delius den ewigen Schlaf schläft. erst seit kurzem eingeführten römischen Paradeschritt abgenommen hatte. Die Auszeichnungen wurden vom Duce persönlich den Frauen oder Geschwistern der Gefallenen der Miliz bzw. Milizoffiziere und-soldaten überreicht und angeheftet. Der militärischen Feier, die zu Füßen des Palatins und der großen geschichtlichen Wahrzeichen des antiken römischen Imperiums im Lichte einer prächtigen Frühlingssonne stattfand, haben auf den umliegenden Höhen und in der unmittelbaren Umgebung Zehntausende von Zuschauern beigewohnt. In diesem geschichtlichen Rahmen wandte sich Mussolini vor Abschluß der Heldenehrung an die Offiziere und Unteroffiziere und die „nahen und fernen Legionäre“ mit einer kurzen Ansprache, in der er seiner stolzen Genugtuung über die Miliz Ausdruck gab, die heute eine„geschlossene Masse bildet, die ein einziges Gesicht hat". Bei dem heutigen Aufmarsch könne man ohne weiteres die ungeheure Tragweite der in den ersten 15 Jahren der Miliz gemachten Fortschritte ermessen. „Schulter an Schulter", so führte der Duce weiter aus,„steht an der Seite der übrigen Streitkräfte des Staates die Miliz, die in brüderlicher Kameradschaft in Friedenszeit ihre gewaltige Aufgabe mit ihnen teilt und in Kriegszeit ihre Bataillone mobilisiert, um den Heldengeist der ersten faschistischen Sturmstaffeln als den treuen Wächter der Revolution von Geschlecht zu Geschlecht weiterzutragen. Während dieser 15 Jahre hat die Miliz in Libyen, in Aethiopien und in den spanischen Landen ihr Blut vergossen und Blätter des Ruhmes geschrieben. Sie ist bereit, sich auch noch in kühneren Kampftaten zu stählen. Ich weiß, ihr wartet nur auf den Ruf darauf." Bezugnehmend auf den neuen römischen Paradeschritt erklärte Mussolini:„Dieser Paradeschritt ist das Symbol der Kraft, des Willens, der Energie der jungen Geschlechter des Liktorenbündels, die davon begeistert sind. Es ist Freiherr von Neurath 65 Jahre (Weltbild— M.) Der Reichsminister des Auswärtigen, Freiherr Konstantin von Neurath, der am Mittwoch seinen 65. Geburtstag feiert, wurde in Klein=Glattbach(Württemberg) als Sohn des Oberstkammerherrn des Königs von Württemberg, Konstantin von Neurath, geboren. Nach Abschluß des rechtswissenschaftlichen Studiums in Tübingen und Berlin trat er als Assessor ins Auswärtige Amt ein. Von 1903 bis 1908 wirkte er als Vizekonsul in London. Kurz vor Ausbruch des Weltkrieges wurde Konstantin von Neurath als Botschaftsrat nach Konstantinopel versetzt, um bald darauf als Kompaniefüher ins Feld zu rucken. Auf Anforderung des Auswärtigen Amtes 1915 in die Heimat zurückgerufen, kehrte er nach kurzer Zeit wieder auf seinen Posten in Konstantinopel zurück. Als Nachfolger des Grafen Brockdorff=Rantzau auf dem KopenhagenerGesandtenposten kehrte Freiherr von Neurath 1919 wieder in den diplomatischen Dienst zurück. Zwei Jahre später wurde er Botschafter des Deutschen Reiches in Rom. Am 1. Oktober 1930 erfolgte die Berufung auf den Londoner Botschafterposten. Als von Papen im Jahre 1932 die erste nationale Regierung der Nachkriegszeit bildete, wurde der vielfach bewährte und erfolgreiche Diplomat zum Reichsminister des Auswärtigen ernannt. Als der Reichskanzler Adolf Hitler am 30. Januar 1933 sein neues Kabinett bildete, da gehörte Freiherr von Neurath zu denjenigen Männern, die als besonders bewährte nationale Persönlichkeiten ihrer hohen fachlichen Eignung wegen aus dem alten Kabinett übernommen wurden. Freiherr von Neurath gehört dem neuen Kabinett somit seit fünf Jahren an. Deutschland ist in dieser Zeit wieder eine starke und selbständige Großmacht geworden. die überall in der Welt Ansehen genießt. In dieser Zeit schärfsten außenpolitischen Ringens und Entscheidungen von weittragender Bedeutung hat Freiherr von Neurath das verantwortungsvolle Amt eines deutschen Außenministers versehen. Klug abwägend im Denken und Handeln und rein in der Gesinnung hat Freiherr von Neurath in seiner 40jährigen bewegten Dienstzeit seinem Vaterlande unschätzbare Dienste geleistet. Der Führer und Reichskanzler hat seinen Außenminister mehrfach besonders ausgezeichnet, so durch die Verleihung des Goldenen Ehrenzeichens der NSDAP. und durch die Ernennung zum Gruppenführer. ein Schritt schwierigen und harten Stils, der eine besondere Vorbereitung erfordert, und gerade deshalb wollen wir ihn. Es ist ein Schritt, den Stubenhocker, Fettwänste und die sogenannten Blindgänger niemals werden machen können, und gerade deshalb gefällt er uns.“ Zum Schluß wandte sich der Duce in seiner durch den italienischen Rundfunk übertragenen Rede an die Legionäre unmittelbar mit den Worten:„Das faschistische Italien ist stark. Es hat viele Waffen und noch mehr Männer zu ihrer Handhabung. Es hat ein einziges Kommando und eine in vier Kriegen gestählte Willenskraft. Das Italien des 16. Jahres der faschistischen Zeitrechnung achtet die Interessen aller. Aber es ist bereit, seinen Frieden und seine Zukunft gegen jedermann zu verteidigen." Seine Schlußfrage:„Habt ihr verstanden?" wurde von den Massen stürmisch mit einem tausendfachen„Ja" beantwortet. Hollands Schulkinder feiern Nach Bekanntwerden der Geburt der Prinzessin wurde in Holland an die Schulkinder das traditionelle Festgebäck„Zwieback mit Mäuschen“(mit Zuckerperlen bestreuter Zwieback) verteilt.(Weltbild, M.) 15 Jahre faschistische Miliz Eindrucksvolle Heldenehrung— Ansprache Hirota: Erst Neuordnung Chinas dann Friedensverhandlungen Tokio, 1. Febr. Außenminister Hirota erklärte am Dienstag vor dem Etatausschuß, Japan werde mit dem neuen Regime in China erst dann über den Frieden verhandeln, wenn dieses Regime die Vereinheitlichung Chinas durchgeführt habe und als Zentralregierung anerkannt werde. Grundlage der Friebensverhandlungen blieben die vier Punkte, die Mitte Januar von der bisherigen Regierung abgelehnt worden waren. Auf die Frage, ob und wo japanische Garnisonen in China verblieben, antworteten Hirota und auch der Kriegsminister, hierüber werde erst nach Beendigung des Konfliktes zu entscheiden sein. Die Garnisonen sollten zur Unterstützung der neuen chinesischen Regierung und als Garantie für die Durchführung der Friedensbedingungen sowie die Aufrechterhaltung der Ordnung dienen. Wie aus den Ausführungen des Außenministers weiter hervorgeht, regt Japan einen Abschluß eines Wirtschaftsvertrages mit ganz China an, der gleichzeitig Sonderverträge über die Ausbeutung der Bodenschätze sowie Handel und Verkehr enthalten muß. Verhaftungen in Tokio Tokio, 1. Febr. Die Polizei verhaftete heute früh in Tokio zehn Anhänger von linksradikalen Verbänden. Unter den Festgenommenen befinden sich die Professoren Arizawa und Wakimura von der kaiserlichen Universität und Professor Minobe von der Hosei=Universität. Letzterer ist der Sohn des bekannten Staatsrechtlers Minobe, der wegen seiner vielumstrittenen Organtheorie unter der Anklage der Majestätsbeleidigung stand und zur Niederlegung seines Lehrauftrages und seiner Oberhausmitgliedschaft gezwungen wurde. „Nicht mehr benötigt“ Washington zieht seine Truppenverstärkungen aus Schanghai zurück Washington, 1. Febr. Das Marineministerium gab bekannt, daß 1400 Seesoldaten und 85 Offiziere des 6. Regiments, die im August vorigen Jahres von San Diego nach Schanghai zur Verstärkung der dortigen amerikanischen Streitkräfte gesandt wurden, am 18. Februar nach Honolulu transportiert werden. In Schanghai verbleibe nur das seit 1927 dort stationierte 4. Regiment, das aus 60 Offizieren und 1000 Mann besteht. Wie das Marineministerjum erklärte, würden weitere Truppenteile in Schanghai nicht mehr benötigt. Truppen zu einer Aktion in Nordpalästina Jerusalem, 1. Febr. Im Zusammenhang mit der neuerlichen Aufruhrbewegung in Nordpalästina erfolgte am Møntag ein Großeinsatz britischer Truppen, die die Gegend von Nablus und Jenin systematisch absuchen sollen. Angeblich ist es im Jenin=Bezirk bereits zu einem Gefecht mit arabischen Freischärlern gekommen. * Erfolgreicher Gegenangriff Salamanea, 1. Febr. Der nationale Heeresbericht meldet: Im Gebirgsabschnitt der Front von Madrid wurden die vorderen Linien ausgerichtet. Ein feindlicher Angriff im Sektör Carabanchel, der durch starke Minensprengungen eingeleitet wurde, ist blutig abgeschlagen worden. Die nationalen Truppen antworteten mit einem Gegenangriff, wobei sie dem Gegner erhebliche Verluste zufügten. Bei den Säuberungsaktionen an der Teruel-Front im Abschnitt Singra wurden 380 Tote geborgen, die die Sowjetspanier bei den letzten Kämpfen zurückgelassen hatten. tene Salamanca, 1. Febr. General Franco hat das Dekret über die Bildung ner neuen nationalen Regierung unterzeichnet. Sie hat folgende Zusammensetzung: Präsidønt: General Franeo Vizepräsident u. Aeußeres: General Jordana. Justiz: Graf Rodezno(Führer der Requetes) Nationale Verteidigung: General Davila Oeffentliche Ordnung: General Martinez Anldo Inneres: Serrano Suner(ein Schwager Francos) Finanzen; Andres Amado Industrie und Handel: MJuan Antonio Suances Landwirtschaft: Fernandez Cuesta(Generalsekretär dor Falange) Nationale Erziehung: Pødro Sainz Rodriguez Oeffentliche Arbeiten: Alfonso Pena Syndikate: Gonzglez Bueno. Das Danziger Staatstheater brachte Montagabend„Die Meistersinger von Rürnberg“ mit berühmten Gästen aus dem Reich zur Aufführung. Der rumanische Außenminister traf in Belgrad ein. wo er u a vom Ministerpräsidenten und Außenminister Dr. Stosadinowitsch bewurde Landarbeit ist Arbeit für Deutschland Präsident Syrup über Nachwuchsbeschaffung in der Landwirtschaft Berlin, 1. Febr. Die Hitler=Jugend beinnt in diesen Tagen in Zusammenarbeit mit em Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda und dem Reichsnährstand eine Werbeaktion für die Nachwuchsschulung in den ländlichen Berufen. Im Reichsjugendpressedienst nimmt der Präsident der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung, Dr. Syrup, zu diesem brennenden Problem der deutschen Landwirtschaft Stellung. Es heißt da u. a.: Eine der wichtigsten Aufgaben des Vierjahresplanes ist die Sicherung der Nahrungsfreiheit unseres Volkes. Abgeschnitten von wichtigen Rohstoffquellen der Welt, auf verkleinertem Raume und daher mit ungewöhnlich hoher Bevölkerungsdichte muß Deutschland alle Kräfte regen, um sich auf eigener Scholle zu ernahren. Umfassende- Pläne, wie die Trockenlegung von Mooren und Sümpfen, die Urbarmachung von Einöden und Bruchland, die Eindeichung an der Meeresküste wurden in Angriff genommen und zum Teil schon vollendet. Es fehlt aber an Händen, die den Boden bearbeiten, die pflügen, säen und ernten, die die Tiere pflegen und hüten und die Arbeiten des bäuerlichen Haushaltes verrichten. In der deutschen Landwirtschaft sind wenigstens 100 000 männliche und weibliche Arbeitskräfte zu wenig vorhanden. Es ist daher dringendes Gebot der Stunde, ihr Arbeitskräfte und jugendlichen Nachwuchs zuzuführen. Landarbeit ist Arbeit für Deutschland! Die deutsche Jugend muß wieder hinausgehen und Bauern= und Landarbeit erlernen. Dies ist möglich, denn im Dritten Reich ist die Bauernarbeit wieder gelernte Arbeit geworden, genau so wie die des Handwerkers, des Industriefacharbeiters und des Kaufmannes. Der Reichsnährstand hat zu diesem Zwock eine geordnete uno planmäßige Grundlehre mit anschließender Gehilfenzeit geschaffen. Dieser bäuerlichen beruflichen Ausbildung sollten sich immer mehr Jugendliche zuwenden, damit künftig dem deutschen Volke für die Bestellung der Felder und die Einbringung der Ernte ein beruflich gut ausgebildeter Stand an landwirtschaftlichen Facharbeitern zur Verfügung steht und es nicht mehr notwendig ist, für Saat- und Erntezeit fremde Arbeitskräfte hereinzuholen. GMA. prellt Pariser Polizei Pariser Sowjetbotschoft verhalf mordverdächtiger GPU.=Agentin zur Flucht Paris, 1. Febr. Die kommunistische GPU.Agentin Lydia Grosowsky, die bei der Ermordung des ehemaligen GPU.-Agenten Reiß in der Schweiz beteiligt gewesen sein soll, wurde am 23. Januar unter Kaution freigelassen. Wie die Pariser Zeitungen berichten, fuhr die von der französischen Geheimpolizei überwachte Grosowsky mit einem Kraftwagen der sowjetrussischen Handelsvertretung in Paris in die Sowjetbotschaft und blieb seitdem der Polizei verschwunden. Die französische Presse zweifelt nicht mehr daran, daß die unter Mordverdacht stehende Agentin höchstwahrscheinlich mit Hilfe der Sowjetbotschaft bereits über die französische Grenze entkommen ist. Man vermutet sie schon in Moskau, wo ihr Mann— der von der Schweizer Polizei gesuchte Mörder des Reiß— schon seit Wochen weilt. Die„Action Grancaise“, die besonders aufgebracht ist über diesen Versager der französischen Polizei und über die Unverschämtheit der Sowjetbotschaft, fragt, ob etwa der sowjetrussische Botschafter an der Flucht seiner Agentin persönlich mitgewirkt habe. Jedenfalls stehe fest, daß Lydia Grosowsky mit einem Kraftwagen der Sowjetbotschaft unbemerkt das Weite gesucht habe und daß die französische Polizei sich von der GPU. an der Nase herumführen lasse. Nach der Entführung des weißrussischen Generals von Miller sei ein Kraftwagen der Sowjetbotschaft in Le Havre gesehen worden, und jetzt diene ein Kraftwagen der Sowjetbotschaft zur Befreiung und Flucht einer mordverdächtigen Person. Das sei jetzt aber genug. Werde Frankreich noch lange das Vornsein dés Schlupfwinkels in der Rue de Grenelle(Sowjetbotschaft) und ihre Einwohner dulden? erklärt die„Action Francaise" und fordert:„Heraus mit den moskowitischen Mördern!“ Jüdische Flut aus Rumänien Sie richten sich in Oesterreich häuslich ein Wien, 1. Febr. Die jüdische Einwanderung aus Rumänien nach Oesterreich scheint in vollem Schwunge zu sein. Die„Reichspost“ veröffentlicht aus Kreisen des Beherbergungsgewerbes eine Zuschrift, nach der in einem großen Wiener Hotel bereits seit Wochen zahlreiche jüdische Emigranten aus Rumänien Aufenthalt genommen haben und auch die Absicht durchblicken ließen, in Oesterreich zu bleiben. Bezeichnend sei es, daß nur die Frauen der eingewanderten Juden im Hotel wohnen, während die Männer in Oesterreich umherreisen und nach Beschäftigung suchen. Weiter erklärt die„Reichspost“, daß es wirklich an der Zeit wäre, dieser tüdischen Einwanderung einen Riegel vorzuschieben, andernfalls könnte der Schaden gefährliche Ausmaße annehmen. „Sensationelle Anklagen“ gegen britische Kolonialpolitik London, 1. Febr. Mit den schweren kommunistischen Unruhen im Juni 1937 auf Trinidad befaßte sich eine dorthin entsandte Untersuchungskommission. Das Ergebnis, mit dem diese Kommission nunmehr vor die Oeffentlichkeit tritt, ist erstaunlich. Man macht nämlich der britischen Kolonialpolitik, insbesondere dem früheren Gouverneur Fletcher und dem Kolonialsekretär Nankivell schwere Vorwürfe. Die genannten Beamten seien wegen„unzeitgemäßer und unglücklich formulierter Reden“ zu einem großen Teil für die kommunistischen Unruhen verantwortlich zu machen. Ferner wird die Trinidad=Verwaltung scharf kritisiert, weil sie mit einem Agitator„in unangemessener Weise" verhandelt habe. Die Polizeileitung wird wegen allzu großer Nachsicht angegriffen. Schwerwiegende Eingeständnisse werden dann bezüglich der Betreuung der Eingeborenen gemacht. Der wahre Grund für die Ausschreitungen, so heißt es nämlich weiter in dem Bericht, sei in der mehr oder weniger großen Unzufriedenheit zu suchen, die ihren Höhepunkt mit der Steigerung der Lebenskosten und ihrem Mißverhältnis zu den Löhnen erreicht habe. Die Kommission schlägt schließlich u. a. die Errichtung eines Arbeits= und Industrieamtes und sonstige Verbesserungen im Gesundheits- und Hauswirtschaftswesens vor. Die Londoner Abendblätter veröffentlichen den Bericht in allergrößter Aufmachung und bezeichnen die Ergebnisse des Trinidad=Ausschusses als eine große„Sensation". Die„Times“ nennt das Ergebnis der Untersuchung in der britischen Kolonie„sensationelle Anklagen gegen grobe Regierungsschnitzer“. „Glückliches deutsches Ein Franzose erlebt das heutige Deutschland Paris, 1. Febr.„Journal“ veröffentlicht unter der Ueberschrift„Fünf Jahre HitlerRegime, Eindrücke eines Besuches in München und Berlin" aus der Feder seines Sonderberichterstatters Andre Demaison einen Deutschlandbericht. Demaison, der Deutschland aus der Vorkriegszeit, dann aus den Jahren des Niederganges 1918 bis 1921 und dann auch aus dem Jahre der Machtübernahme kennt, betont, das deutsche Volk habe soviel zu essen, wie es wolle, und es sei glücklich. Er habe jetzt im allgemeinen von Deutschland einen günstigeren Eindruck als im Jahre 1933. Das heutige Deutschland etwa mit dem des Nachkriegsdeutschland zu vergleichen, komme gar nicht in Frage, Damals sei die Zeit der großen Misere gewesen, ein kläglicher Zustand, der bemitleidenswert gewesen sei. Heute herrsche in Deutschland Ordnung. Höflichkeit untereinander und dem Ausländer gegenüber sei selbstverständlich. Ganz besonderen Eindruck hat auf den französischen Berichterstatter bei einem Vergleich der Jahre 1919, 1933 und 1938 der neue Komfort und die Bekleidung der deutschen Menschen auf der Straße gemacht. Die Restaurants seien sehr gut besucht, sowohl bei Tag wie bei Nacht, und das Bier munde ausgezeichnet. Die Haushaltgegenstände der deutschen Industrie seien billiger als in Frankreich. Das allgemeine Wohlbefinden sei also unbestreitbar. Die Menge des Volkes sei von Freude erfüllt. chwimmkran vom Sturm umgestürzt Schweres Unglück im Hamburger Hafen— Zwei Tote Hamburg, 1. Febr. Ein schweres Unglück ereignete sich heute gegen ½8 Uhr im Hamburger Hafen. Am Kranhoeft am Asia=Kai wurde ein großer Schwimmkran einer Hamburger Kohlenfirma von einer heftien Sturmbö erfaßt, losgerissen und auf en Strom getrieben, Dort warf der Sturm den Kran auf die Seite, so daß er schließlich zum Teil in den Fluten versank. An Bord befanden sich zur Zeit des Unglücks acht Männer, die sich in den Mannschaftsräumen aufhielten. Auf die Meldung„Menschenleben in Gefahr“ rückte die Hamburger Feuerwehr mit mehreren Zügen und Löschbooten, die Polizei mit einigen Barkassen an die Unfallstelle. Mit Schneideapparaten verschafften sich die Feuerwehrleute Zutritt zu dem über Wasser liegenden Teil des Fahrzeuges. Sechs Mann konnten gerettet werden. Drei von ihnen wurden ins Krankenhaus eingeliefert. Die beiden Eingeschlossenen dürften tot sein, da von den Rettungsmannschaften keine Klopfzeichen gehört wurden. Es besteht keine Aussicht mehr auf Rettung der Eingeschlossenen. Drei englische Drei Tote London, 1, Febr. Bei heftigem Sturm stieß am Montag ein Flugzeug der englischen Fliegerschule Hanworth mit einem anderen Flugzeug zusammen und ging in Flammen auf. Ein Flugschüler wurde getötet, ein anderer schwer verletzt.— Ein Zweisitzer der Fliegerschule von Leuchars stürzte auf ein Eisenbahngleis, wobei der Pilot getötet wurde. Bel einem dritten Flugzeugabsturz in Ufford wurde ein Fliegeroffizier getötet und sein Begleiter verletzt: Englisches mit 15 Mann Besatzung London, 1. Febr. Nachdem am Sonntag, wie bereits gemeldet, bei Torneß(Orkney=Insoln) vier Leichen und einige Wrackteile angetrieben worden waren, wurde am Montag bei Hoy eine weitere Leiche an Land gespült. Der Tote wurde als ein Besatzungsmitglied des Fischerbootes„Leicestershire“ festgestellt, zu dem auch die anderen vier gehörten. Es steht nunmehr fest, daß das Boot mit seiner 15köpfigen Besatzung untergegangen ist. Das seit etwa 14 Tagen vermißte Fischerboot „Bostanian“ mit einer zwölf Mann starken Besatzung wird jetzt ebenfalls aufgegeben. Italienischer Dampfer gestrandet Vier Schiffbrüchige ertrunken London, 1. Febr. Der schwere SüdwestSturm über England erreichte an den Küsten auch am Montagabend noch eine Stundengeschwindigkeit von rund 100 Kilometer. Infolge der stürmischen See wurde in der St.Ives-Bucht der italienische Dampfer„Alba“ auf einen Felsen geworfen. Ein Rettungsboot aus St. Ives konnte 20 Mann der Besatzung des gestrandeten Dampfers aufnehmen, kenterte dann aber selbst infolge des hohen Wellenganges. Dabei ertranken vier Mann. Die übrigen Insassen des Rettungsbootes konnten schwimmend das Ufer erreichen. Drei Mann der Besatzung des italienischen Dampfers werden noch vermißt. Wirbelsturm über Palermo Rom, 1. Febr. Ein ungemein heftiger Wirbelsturm hat in Palermo und Umgebung beträchtlichen Schaden angerichtet. Im Hafen sind einige Schiffe zusammengestoßen, und dabet, wann auch zumeist nur leicht, beschädigt worden. Die KdF.=Schiffe„Ozeana",„Der Deutsche" und„Sterra Cordoba“ sind völlig verschont geblieben, konnten aber erst mit zehnstündiger Verspätung ihre Fahrt nach Venedig fortsetzen. In Palermo und den benachbarten Ortschaften wurden zahlreiche Telegraphenmasten und Bäume umgerissen und verschledene Dächer ganz oder teilweise abgedeckt, doch sind Menschen glücklicherweise nicht zu Schaden gekommen. „Beatrix Wilhelmina Armgard“ Die Namen der niederländischen Thronfolgerin Amsterdam, 1. Febr. Heute, am holländischen Nationalfeiertag, wurden in den Nachmittagsstunden die Namen der neugeborenen Prinzessin in das standesamtliche Geburtenregister der Gemeinde Baarn eingetragen. Bei diesem Staatsakt, der im Schloß Soestdijk vor sich ging, traten der Ministerpräsident Colijn und der Vizepräsident des Staatsrates Belaerts van Blokland als Zeugen auf. Die Anmeldung war durch den Prinzen Bernhard der Niederlande vorgenommen worden. Die Namen der Prinzessin lauten Beatrix, Wilhelmina, Armgard. Der erste Namen gilt als Rufname, währen die beiden anderen Namen der Prinzessin zu Ehren ihrer beiden Großmütter, der Königin Wilhelmina der Niederlande und der Prinzessin Armgard zur Lippe=Biesterfeld, gegeben wurden. Sollte die Prinzessin Beatrix einmal den Thron der Niederlande besteigen, so kann sie jedoch als Königin den Namen Wilhelmina führen. Auch der Dienstaa steht für ganz Holland noch völlig im Zeichen der allgemeinen Freude über die Prinzessinnengeburt und es herrscht überall dieselbe ausgelassene frohe Stimmung wie gestern. Ministerpräsident Coliin wandte sich in einer Rundfunkansprache an die Bevölkerung, in der er die enge Verbundenheit des niederländischen Volkes mit dem Hause Nassau=Oranien in berzlichen Worten zum Ausdruck brachte. in über die Verlobung des Königs Tirana, 1. Fehr. Das albanische Parlament hat in seiner außerordentlichen Sitzung die verfassungsmäßig bedingte Zustimmung zur Verlovung des Königs Zögu mit der ungarischen Gräfin Geraldsne Apponyl erteilt. der felerlichen Sitzung wohnten die Schwestern des Königs, alle Minister sowie das Diplomatische Korps bei. Vor dem Parlamentsgebäude hatte sich eine große Menschenmenge versammelt, die ihrer Freudø über die Verlobung des Königs lebhaften Ausdruck gab. Gräfin Geraldine Apponvi wurde 1915 In Budapest geboren. Ihr Vater war der 1926 verstorbene Graf Julius Apponyi, der Sohn des ungarischen Oberhofmarschalls Ludwig Apponvi. Nr. 27. Fernruf: 4078 Amt Hattingen. Mittwoch, den 2. Februar 1938. Postscheck: Dortmund 10 350. 41. Jahrgang. Wenn Schlußverkauf ist... Wenn Schlußverkauf ist, pflegt man sich meistens zu beeilen, um recht günstig einzukaufen. Man hat dabei mancherlei Vorteile und erhält für wenig Geld manche gesuchte Ware. Schlußverkauf, das ist ein Wort, das alle Hausfranen interessiert. Auch das WHW. macht jetzt Schlußverkauf, nämlich mit seinen WHW.=Briefmarken, von denen der Rest noch in diesen Tagen abgesetzt werden wird. Zwar bringt dieser Schlußverkauf keine Preisherabsetzung und Vorteile für dich selbst, wohl aber einen umso größeren Vorteil für die Gesamtheit deiner hilfsbedürftigen Kameraden, die der Hilfe des WHW. bedürfen. Erwirb auch du eine Anzahl WHW.=Briefmarken und hilf mit, die Briefmarkenverkaufsaktion zum erfolgreichen Ende zu führen. Aus der Heimat : Betriebsappelle in allen Betrieben. Auf Anordnung des Propagandaamtes der Deutschen Arbeitsfront und mit Genehmigung des Reichspropagandaleiters der NSDAP., Reichsminister Dr. Goebbels, fanden am Montag in allen Betrieben Betriebsappelle in Form einer kurzen Feier statt. Die Parole lautete:„Wir stehen zu Deutschland und seinem Führer Adolf Hitler“. Auf diesen Appellen wurde in würdiger Weise des Führers und seines gewaltigen Werkes der letzten 5 Jahre gedacht. Im Gau Westfalen=Süd sprachen in größeren Betrieben die örtlichen Hoheitsträger. Wo keine Redner der NSDAP. eingesetzt waren, sprachen der Betriebsobmann zu den Arbeitskameraden und zum Schluß der Betriebsführer. : Beförderungen zum 30. Januar in der SA. Im hiesigen Bezirk wurden außer den von uns veröffentlichten noc folgende Beförderungen in der SA. vorgenommen: Sturmführer H. Schrader, Führer des Sturmes 1/99, Obersturmführer; Obertruppführer E. Bodde, R. 32/99, Welper, Sturmführer; Obertruppführer Walter Eichholz, R. 31/99, Hattingen, Sturmführer; Obertruppführer A. Eckhardt, 13/99, Schwelm, Sturmführer; Truppführer Franz Stötzel, 2/99, Winz, Obertruppführer. : Das goldene Ehrenzeichen der NSDAP. erhielten wegen der außerordentlichen Verdienste um die nationalsozialistische Bewegung und den nationalsozialistischen Staat u. a. Obergruppenführer W. Brückner, Hein Diehl, Gauorganisationsleiter von Westfalen=Süd in Bochum, und Graf E. v. Schwerin, Hauptschriftleiter der Nationalzeitung Essen. Sprockhövel. — Schützen an die Front zum WHW=Schießen! Wie in den vergangenen Jahren, so wird auch jetzt wieder im Monat Februar das große WHWSchießen durchgeführt, das bekanntlich in einer Reihe von Lokalen ausgetragen wird. Am kommenden Samstag und Sonntag wird der Reigen dieser Schießveranstaltungen eröffnet. Zunächst wird in den Lokalen Ewald Hilgenstock, Gustav Mühlhaus und Arnold Kutsch geschossen, u. zwar wird Samstags um 4 Uhr und Sonntags um 1 Uhr mit dem Schießen begonnen. Den besten Schützen winkt eine KdF.=Fahrt! Der erste Preis ist eine KdF.=Fahrt von 60 Mk., der zweite eine Fahrt von 40 Mark. Wertvolle weitere Preise, die im Schaufenster von August Hilgenstock ausgestellt sind, sind ausgesetzt, außerdem Geldpreise für die besten Tagesschützen. Wenn das nicht zieht! Die Begräbnis=Unterstützungs=Gemeinschaft Niedersprockhövel hielt am 23. Januar ihre Jahreshauptversammlung ab, die leider nur schwach besucht war. Man darf diese Tatsache als ein Zeichen dafür ansehen, daß man Vertrauen zur B.U.=G. und zu ihrem Vorstand hat. Der 1. Vorsitzende Wilhelm Georgi gab den Geschäftsbericht. Es war daraus zu entnehmen, daß 23 Mitglieder gestorben und 7 ausgetreten sind. Die Zahl der zahlenden Mitglieder beträgt 1078, vier weniger als im Vorjahre. Hiernach gab der Vorsitzende einen kurzen Rückblick auf die verflossenen 15 Jahre. Die B.=U.=G. sei in der Zeit der Not, am 7. Februar 1923, gegründet worden und sie habe seit dieser Zeit sehr segensreich gewirkt und manche Not lindern helfen. Es wäre zu wünschen, daß sich alle Gemeindeeingesessenen der B.=U.=G. anschlössen, damit die Leistungen noch verbessert werden könnten. Nach dem Bericht des Geschäftsführers betrugen die Einnahmen 3948,87 Mk., die Ausgaben 2850,48 Mk.; es verblieb danach ein Bestand von 1098,39 Mark. Hierzu kommt der Bestand von 1936 mit 2346,13 Mk., so daß am Jahresschluß ein Kassenbestand von 3444,52 Mark vorhanden war. Dem Gesamtvorstand wurde Entlastung erteilt. Der Vorstand wurde wiedergewählt; neu in den Ausschuß wurden Wilh. Dörnemann, Karl Fischer und Emil Sparthmann berufen. Auf Anfrage wurde bestätigt, daß bei Feuerbestattungen genau so wie bei Erdbestattungen die Leistungen der B.=U.=G. bestehen. Die Mitglieder werden gebeten, beim Einziehen der Beiträge den Geldeinsammlern keine Schwierigkeiten in den Weg zu legen, um vergebliche Laufereien zu vermeiden. Wer Rechte hat, hat auch Pflichten! Reichsgründungsfeier in Haßlinghausen Die Ortsgruppe der NSDAP. eröffnete am Vortage des 30. Januar die Feier mit einem Fackelzug, an dem sämtliche Formationen, sowie die Motorschule geschlossen teilnahmen. Beim anschließenden Kameradschaftsabend war der Jansen'schen Saal bis auf den letzten Platz gefüllt; die Bevölkerung Haßlinghausens gab so Zeugnis ihrer Freude über die 5. Wiederkehr des Tages des Sieges der nationalsozialistischen Revolution. Die gesamte Programmfolge stand unter dem Motto: Ueber allem steht das Reich! Zur Ausgestaltung der würdigen Feier hatten sich besonders die SA., die Hitlerjugend und der BM., die neugegründete Spielschar der NSDAP. sowie die Gefangvereine„Germania" und MGV. bemüht. Tagessprüche, Musik= und Liedvorträge wechselten in rascher Reihenfolge miteinander ab. Nach einer Ehrung der Gefallenen der Bewegung erfolgte durch den OrtsgruppenPropagandaleiter Pg. Gerd eine Lesung über die letzten Kampftage vor der Machtergreifung. Die unvergeßlichen Stunden des 30. Januar 1933 wurden lebendig in die Erinnerung gerufen. Als Redner des Abends war der Kreisschülungsleiter Pg. Büscher gewonnen worden. Nach einer lebendigen Schilderung des lippischen Wahlkampfes, an dem der Redner selbst teilgenommen hat, betonte dieser besonders den stets gleichen harten und entschlossenen Einsatz der NSDAP., die mit lebendiger Kraft jedes Hindernis beseitige, das dem Reiche Gefahr bringen könne. Der ewige Traum der Deutschen ist Wirklichkeit geworden: die Reichs= u. Volkswerdung. Deutschland verlange heute mit vollstem Recht den Platz an der Sonne, der ihm gebühre auf Grund seiner rassischen und zahlenmäßigen Stärke. Die wichtigste Aufgabe, die vor uns liege, ist, wie der Führer selbst sagt, dem deutschen Volk den Raum zu schaffen, der ihm zukommt. Dieses Ziel verlangt von jedem Volksgenossen letzten Einsatz und größte Opfer. Nachdem der Badenweiler Marsch verklungen war, schloß Ortsgruppenleiter Pg. Dippe die Feierstunde mit einem Treuegelöbnis an den Schöpser des 3. Reiches, unseren Führer Adolf Hitler. In echter Freude schloß sich ein unterhaltender Teil an, der ebenfalls bestens ausgestaltet war. Eine Parallelveranstaltung fand im Saale Oesterling statt. Hier feierte der Lehrgang der Motorschule Westfalen den Tag der Reichsgründung. Wem gehört das Reichssportabzeichen? In der Gemeinde Haßlinghausen wurde ein bronzenes Reichssportabzeichen gefunden. Der Verlierer möge sich auf dem Polizeibüro melden. Linderhausen. — Schulkinder bestritten das Programm! Eine schöne Feier wurde hier aus Anlaß der 5. Wiederkehr der Machtübernahme durch die NSDAP. durchgeführt. Die Veranstaltung, die im Lokale Teckenbrock stattfand, durfte sich eines guten Besuches erfreuen, so daß kein Sitzplatz mehr zu haben war. Das Programm des Abends wurde in der Hauptsache von den Schulkindern bestritten, die unter der Leitung von Hauptlehrer Niemeier schauspielerische Glanzleistungen vollführten. Sie stellten den schweren Schicksalsgang des heutschen Volkes nach dem Weltkriege dar und ließen dann den Freiheitskampf Adolf Hitlers und seiner Getreuen und den endgültigen Sieg mit dem Tage der Machtergreifung einen jeden Besucher im Geist noch einmal erleben. Hauptlehrer Niemeyer sprach in Verbindung mit dem Voraufgegingenen die Schlußworte. Zeigten sich die Kinder im 1. Teil als Schauspieler, so entpuppten sie sich im folgenden gemütlichen Teil als Musiker und Unterhaltungskünstler. Mädels und Jungen mit Mandolinen, Mundharmonikas— ja, sogar ein Bandoneon war dabei— unterhielten die Gäste mit ihren schönen musikalischen Weisen wohl über eine Stunde lang, bis es Zeit war, nach Hause zu marschieren und in die Betten zu klettern. Das junge Volk hat sich förmlich in die Herzen ber Einwohnerschaft hineingespielt. Es war für die Eltern dazu eine besondere Freude, zwischen dem Schulleiter und seinen Kindern ein solch herzliches, kameradschaftliches Verhältnis vorzufinden. Bredenscheid=Stüter. —„Bunter Karnevalsabend“. Der seit langem gehegte Wunsch der Bevölkerung, einmal nach Herzenslust an einer Großveranstaltung der örtlichen NS.=Gemeinschaft„Kraft durch Frende“, teilnehmen zu können, geht nunmehr in Erfüllung: die Ortswaltung der Deutschen Arbeitsfront plant für den 26. Februar einen Bunten Abend mit Karneval. Ein großzügiges Programm ist seitens des Gaues vorgesehen, und man darf jetzt schon sagen, daß die Veranstaltung, die Jeder Mensch ist von Natur aus mit einem Sinn für Reinlichkeit, Sauberkeit und Schönheit ausgestattet. Es ist selbstverständlich, daß er seinen eigenen Körper sauber hält, daß er sich die Zähne putzt. Doch kommt er an seine Arbeitsstelle, dann muß er oft sehen, wie schlecht und unordentlich es um ihn herum aussieht. Es gibt immer noch Betriebe, die den Begriff „Schönheit der Arbeit“ nicht verwirklicht haben. Alle sollen zur Mitarbeit aufgerufen werden. Zu diesem Zweck wird erstmalig das nachstehende Preisausschreiben veranstaltet: Die Frage lautet: Wie kann Schönheit der Arbeit in den Werkstätten des Handwerks gefördert werden? Und zwar: 1. Wie kann der Handwerker dafür gewonnen werden, seine Werkstätte im Sinne der Bestrebungen des Amtes„Schönheit der Arbeit“ zu überprüfen und zu verbessern? 2. Welcher Art können diese Verbesserungen in den Werkstätten der nachfolgenden Handwerke sein? 1. Steinmetzhandwerk, 2. Tapezierhandwerk(Polsterer), 3. Glaserhandwerk, 4. Tischlerhandwerk, 5. Schmiedehandwerk, 6. Klempnerhandwerk, 7. Kraftfahrzeugreparaturhandwerk, 8. Uhrmacherhandwerk, 9. Schneiderhandwerk, 10. Schuhmacherhandwerk, 11, Friseurhandwerk, 12. Bäckerhandwerk. Zux Teilnahme berechtigt ist jeder deutsche Volksgenosse, insbesondere alle im Handwerk Beschäftigten, einschließl. deren Familienmitglixder. Es sind einzureichen für jedes Handwerk gesondert: auf den Karnevalssonnabend fällt, für alle Volksgenossen ein Erlebnis besonderer Art sein wird. Die musikalische Unterhaltung des Abends liefert das Accordeon=Orchester Bochum. Es werden schon in diesen Tagen seitens der Straßenblockwalter Karten im Vorverkauf zum Preise von 0.50 Mark angeboten. Die NS.=Gemeinschaft „KdF.“ empfiehlt jedem, sich Karten im Vorverkauf zu besorgen, zumal an der Kasse ein bedeutend höher Preis zu zahlen ist. Vorverkaufsstellen sind: Alle Straßenblockwalter, die Gaststätten Feldmann, zur Nieden, Wienand, Vorthmann, die Verbrauchergenossenschaft, sowie die Dienststelle der Deutschen Arbeitsfront. Sammelbestellungen unter Amt Hattingen Nr. 3321. Gründungsversammlung der Feuerwehr. Am Donnerstag, dem 3. Februar 1938, findet um 19 Uhr im Lokale Fritz Wienand die Gründungsversammlung der Freiw. Feuerwehr statt. Die Einrichtung einer Wehr für die Gemeinde ist eine dringende Notwendigkeit, und es ergeht an alle Volksgenossen die Bitte, sich aktiv oder passiv zu beteiligen. Die Gründungsversammlung steht unter der Leitung des Amtsbürgermeisters Pg. August Düsterloh. Hammerthal. Vom Auto angefahren und tödlich verletzt. Am Samstag mittag wurde die Zeitungsbotin Freund aus Hammerthal=Nord unterhalb der Wirtschaft Wilhelmi von dem Auto des Rechtsanwalts E. aus Sprockhövel angefahren und schwer verletzt. Die 50 jährige Frau, die in Richtung Steinenhaus ging, überquerte ganz plötzlich die Fahrbahn, ohne sich vorher überzeugt zu haben, ob die Straße auch frei war. So lief die Frau dem Autofahrer sozusagen vor den Kühler, so daß ein Ausweichen nicht mehr möglich war. An den schweren Verletzungen— 9 Rippenbrüche und eine Gehirnerschütterung— ist die Bedauernswerte vorgestern gestorben. Hattingen. Tageschronik. Auf der Heggerstraße stieß ein Motorradfahrer mit dem Krankenwagen der Ruhrstahl=AG. zusammen. Es entstand nur Sachschaden.— In der Bruchstraße wurde ein vor einem Geschäftshause abgestelltes Fahrrad von einem bisher noch unbekannten Täter gestohlen. Herbede. — Gottesdienst im Waldlandheim. Das Waldlandheim am Kämpen wurde nunmehr gottesdienstlichen Zwecken dienstbar gemacht. Das Presbyterium der Evangel. Kirchengemeinde Herbede hat beschlossen, dort jeden Monat je einen Gottesdienst für Erwachsene und Kinder einzurichten. Die ersten Gottesdienste fanden am Sonntag statt. Der Besuch bewies, daß die Gemeindeglieder vom Kämpen von dieser Gelegenheit, Gottes Wort zu hören, gern Gebrauch machen. Auch der sich im selben Raum anschließende Kindergottesdienst war gut besucht. Westherbede. — Tauben=Ausstellung am Kämpen. Die fünf Herbeder Taubenvereine stellten am Sonntag im Lokale Lamping ihre Siegertauben zur Schau. 115 Tiere waren ausgestellt. Aus der Klasse IA gingen fast alle Sieger mit 18 Punkten gleichwertig hervor. Es handelte sich in dieser Klasse um 20 auserlesene Tiere mit über 3000 km. Flugleistung im letzten Jahre. Die ersten drei Preisempfänger waren in Klasse Ia(bis 3000 km Flugleistung) W. Klöser, A. Vormberge, L. Schmitz. In der Klasse Ib(Täubinnen mit über 2000 km. Flugleistung) Fr. Löffler, A. Frielings, L. Schmitz. In der Klasse 3a(Täubinnen mit über 1000 km Flugleistung) Fr. Grüter, Rüsberg=Lieber, August Lieber. In der Klasse 2b(Täubinnen mit über 1000 km Flugleistung) Fr. Grüter und A. Vormberge. In der Klasse 3a(Täuber mit mindestens 2 Preisen im letzten Flugjahr) P. Heide, W. Klösser, Fr. Grüter. In der Jungklasse für Täuber und Täubinnen P. Lieber, A. Bömmelburg, E. Lieber, P. Lieber, E. Heidholt, L. 1. Ein Schriftsatz(höchstens 2 Schreibmaschinenseiten) mit entsprechenden Vorschlägen, die sich aber nicht nur auf einen einzelnen Betrieb oder auf die generelle Umgestaltung aller Betriebe des jeweiligen Handwerks beziehen dürfen, sondern ganz allgemein durchführbare Maßnahmen enthalten. Dabei sind die Lage des jeweiligen Handwerks, d. h. die Wirtschaftlichkeit, die vorhandenen Werkstätten bezw. sonstigen Arbeitsplätze, die Arbeitsmethoden usw. zu berücksichtigen. 2. Der Voranschlag kann durch Zeichnungen und Photographien ergänzt werden. 3. Jeder Teilnehmer am Preisausschreiben kann für mehrere der genannten Handwerke Voranschläge einreichen. Die Ueberschrift zu jedem Voranschlag muß wie folgt lauten: Vorschlag zur Verwirklichung von„Schönheit der Arbeit“ in den Werkstätten, z. B. des Steinmetzhandwerks, des Bäckerhandwerks usw. 4. Die Vorschläge sind für jedes Handwerk gesondert in verschlossenen Briefumschlägen, die auf der Vorderseite lediglich ein Kennwort und die Bezeichnung des Handwerks tragen, bis zum 1. April 1938 an„Das deutsche Handwerk“, Reichsdienststelle, Referat„Kulturelle Betreuung“, Berlin SW. 68, Wilhelmstraße 140, einzusenden. 5. Für jedes Handwerk wird ein besonderes Preisgericht eingesetzt. 6. Als Preise werden 2760 Mk. verteilt, und zwar für jeden Handwerksberuf gesondert je ein 1. Preis in Höhe von 100 Mk., je zwet 2. Preise in Höhe von 40 Mk., je fünf 3. Preise in Höhe von 10 Mk. Unter den ersten Preisträgern werden die drei ersten Lösungen noch besonders dadurch ausgezeichnet, daß sie kostenlos eine KöF.=Reise nach Norwegen oder Italien erhalten. NS.-Schwesternschaft/ Deutsches Rotes Kreuz/ Reichsbund der Freien Schwestern Bommerholz. — Wer einmal von Herzen lachen will, der besuche heute abend um 20 Uhr die Filmveranstaltung im Lokale Becker in Bommern mit dem herrlichen Lustspielfilm:„Wenn wir alle Engel wären“. Heinz Rühmann spielt die Hauptrolle. Silschede. — Die Nachbarschaft Silschede hielt unter dem Vorsitz von W. Möller ihre Jahreshauptversammlung ab. Die Darlegung der Kassenverhältnisse zeigte, daß die Nachbarschaft finanziell gut fundiert ist, zumal in letzter Zeit mehrere Neuaufnahmen jüngerer Mitglieder zu verzeichnen waren. Bei dieser Gelegenheit sei darauf hingewiesen, daß Kinder bis zum 18. Lebensjahre als zur Familie gehörig angesehen werden, über dieses Alter hinaus muß die selbständige Mitgliedschaft erworben werden, die bei sofortiger Anmeldung ohne Eintrittsgeld möglich ist. Im vergangenen Jahre wurde in 11 Fällen unterstützend eingegriffen. Die Ausgaben betrugen 2572 Mark. Es verblieb am Jahresschluß ein Kassenbestand von 954 Mark. Aus der Versammlung heraus wurde darauf hingewiesen, daß die Errichtung einer Leichenhalle wünschenswert sei, zumal die Wohnraumverhältnisse in manchen Familien recht beschränkt seien und gerade bei Todesfällen besonders unangenehm wirke. Grundschöttel, — Beigeordnete Külpmann F. Nach kurzer, schwerer Krankheit verschied am Samstagmorgen der Beigeordnete der Gemeinde Grundschöttel, Gustav Külpmann. Der Verstorbene, der als Angestellter bei dem Hasper Eisenwerk Geweke beschäftigt war, bekleidete seit Anfang 1925 den Posten eines Beigeordneten und war in der Partei Ortsgruppen=Schulungsleiter. Die Amts= und Gemeindeverwaltung und die Kreis= und Ortsgruppenleitung der NSDAP. widmen dem Verstorbenen, der schon vor der Machtübernahme zu den Fahnen Adolf Hitlers gestanden hat, einen ehrenden Nachruf. Schwelm. — Mit Humor ans Werk. Die Schwelmer Beamtenschaft im Reichsbund der deutschen Beamten hatte sich in den Dienst im Kampfe gegen Hunger und Kälte gestellt. Es waren Restbestände aus früheren Sammlungen, Blumen und Plaketten, die sie mit viel Humor zum Kauf anboten.„Großer Inventurausverkauf“—„Wer nimmt hier ein Stück aus der gedrängten Jahresübersicht“— „Gelegenheitskäufe, Restposten von großem Seltenheitswert“— so gingen die heiteren Rufe hin und her. Sie schafften's aber, die Beamten. Bei einem Sammelergebnis von über 500 Mark wurde alles ausverkauft. — Rüpelhafte Burschen. Zwei junge Männer aus Haspe, die einen über den Durst getrunken hatten, führten sich in der Nordstraße recht rüpelhaft auf. Ein kleiner Pinscher, der ihnen über den Weg lief, wurde von ihnen in der brutalsten Weise mißhandelt. Der Besitzer des Hundes war auf die Rüpelei der beiden Männer aufmerksam gemacht worden, es gelang ihm, sie zu stellen und ihre Personalien festzustellen. Die beiden Burschen haben auch an einem Hause der Nordstraße einige Fensterscheiben eingeschlagen. Sie werden sich demnächst wegen Mißhandlung des Hundes und wegen Verübung von grobem Unfug vor dem Strafrichter zu verantworten haben. Gevelsberg. — Sittlichkeitsverbrecher festgenommen. Dem Amtsgericht Schwelm zugeführt wurde ein in den 40er Jahren stehender Mann aus der Haßlinghauserstraße. Es wurde Haftbefehl gegen ihn wegen Sittlichkeitsverbrechens erlassen, die er an Mädchen unter 14 Jahren beging. Milspe. — Pastor Dedeke F. Im Alter von fast 70 Jahren wurde Pastor Gerhard Dedeke aus dem irdischen Leben abberufen. Seit 1909 hat er in Milspe gewirkt. Er wahr im wahren Sinne ein Volkspastor. Mit Freude hat er den Kampf Adolf Hitlers mitgekämpft. In jungen Jahren wurde der Verstorbene von der Evangelischen Gesellschaft als Pfarrer nach Südamerika in die Urwälder Brasiliens entsandt. Pastor Dedeke ist übrigens der Vater unseres Kreisleiters der NSDAP. — Ein 83 jähriger Ehrenbürger der Gemeinde. Dem ehemaligen Gemeindevorsteher der Gemeinde Oelkinghausen, Parteigenossen Hugo HeilenWinter. Ein Preisausschreiben für Handwerksbetriebe beck, wurde das Ehrenbürgerrecht der Gemeinde Milspe verliehen. Wuppertal. — Der Wuppertaler Ferienplan. Die Schulferien für das Jahr 1938=39 liegen jetzt endgültig vor: 31. März bis 20. April: Österferien; 2. Juni bis 10. Juni: Pfingstferien; 22. Juli bis 1. September: Sommerferien; 6. Oktober bis 12. Oktober: Herbstferien; 21. Dez. bis 5, Jan.(1939): Weihnachtsferien. — Ab sofort wieder Milchleistungsprüfungen. Den Milcherzeugern des gesamten Einzuggebietes Wuppertal sei hiermit bekanntgegeben, daß die vorübergehend wegen der Maul= und Klauenseuchengefahr unterbrochenen Milchleistungsprüfungen für Groß=Wuppertal ab 1. Februar wieder durchgeführt werden. Essen. — 1000=Mark=Gewinn aus der WHW.=Lotterie. Von einem jungen Mädel wurde in der Nacht zum Sonntag im Essener Städtischen Saalban bei einem Losverkäufer der WHW.=Lotterie ein Hauptgewinn von 1000 Mark gezogen. Man kann sich die Freude der glücklichen Gewinnerin, die kurz vor der Heirat steht, wohl vorstellen. Herdecke. — Unterirdischer Gang entdeckt. Bei der Erneuerung der Herdecker Stiftskirche hob man auch die Grabplatten und dabei wurde ein unterirdischer Geheimgang entdeckt, der das Stift mit der Kirche verbindet. Der Gang beginnt am Nordausgang der Kirche. Hagen. — Auto am Baum zertrümmert. Am Sonntagabend fuhr ein Hagener Personenauto auf der Hohenlimburgerstraße gegen einen Straßenbaum. Der Fahrer und ein Insasse wurden schwer verletzt und mußten dem Krankenhause zugeführt werden. Das Auto wurde stark beschädigt. — 10 Einbrüche in einem Monat. Der Polizei gelang es, zwei Männer festzunehmen, die im Laufe des Monats Januar 10 Einbruchsdiebstähle ausgeführt haben. Das gestohlene Gut konnte zum größten Teil wieder herbeigeschafft werden. Witten. — In zwei Stunden 120 Verwarnungen. Am letzten Samstag wurde an verschiedenen Verkehrspunkten der Verkehrserziehungsdienst des NSa0, eingesetzt. Innerhalb von zwei Stunden mußten nicht weniger als rd. 120 Verwarnungen ausgesprochen werden. Im Gegensatz zur Polizei sind diese Verwarnungen kostenlos. Mögen sich die Verwarnten umsomehr bemühen, sich im Straßenverkehr vorschriftsmäßig zu verhalten. — Fußgängerin angefahren. In der oberen Ardeystraße wurde eine Fußgängerin von einem 15 jährigen Bäckerlehrling angefahren, der mit einem Kleinkraftrad die Straße befuhr. Die Fußgängerin trug einen Schädelbruch davon und mußte dem Krankenhause zugeführt werden. Bochum. — Gesandter Stive spricht.„Die deutsche Außenpolitik von Bismarck bis heute", so heißt das Thema des Vortrages, den der Gesandte Stieve, Berlin zum Schluß seiner Sondervortragsreihe über„Gegenwartsfragen aus Politik und Wirtschaft“ am Donnerstag, 3. Februar, 20 Uhr, in der Verwaltungsakademie Bochum halten wird. Teilnehmerkarten sind noch an der Abendkasse zu haben. Dahlerbrück, — Ein humorvoller Storch! Die„BMZ.“ weiß lustige Sachen über den Dahlerbrücker Storch zu berichten, der mit seinen Mätzchen das ganze Dorf in Spannung hält: Als dieser Tage zwei Schüler aus der Schule kamen, sahen sie auf dem Wege ins Dahl unterhalb der Ruppelsburg sich dem Storche gegenüber. Adebar nahm mit seinem langen Schnabel einem der Jungen die grüne Schülermütze vom Kopf. Dann warf er die Mütze zu Boden und fing an zu klappern. Da die Burschen weiter ihres Weges gingen, lief er ihnen ein Stück nach, und dann erst ließ er die Kinder ziehen. Am anderen Tage ereignete sich der gleiche Fall. Wieder an derselben Stelle sahen sich die Kinder dem Storch gegenüber. Diesmal faßte er nicht nur zur Mütze, sondern an den Mantel. Jetzt blieben die Kinder sofort stehen und hörten sich den Klappervortrag des Storches an. Als er diesen wieder beendet hatte, ließ er die beiden Kinder wieder gehen. Diese Fälle wiederholten sich in der letzten Woche jeden Tag. Ein anderer Fall ereignete sich noch; ein junger Mann von hier ging ebenfalls seines Weges. Plötzlich hörte er den Storch ankommen. Im Fluge nahm der Storch dem jungen Mann die Mütze ab und verschwand damit. So erlaubt sich der Storch in unserem Dorf allerlei Mätzchen. Die kleinen Kinder sind natürlich durch diese Geschichtchen etwas ängstlich geworden. Aber der Storch ist ja bekanntlich ein großer Kinderfreund! Kampf dem Verderb— So gut wie Erwerb! : Behandlung aufgefundener Luktballone mit wissenschaftlichen Apparaten. Die Regierungspressestelle in Arnsberg teilt mit:„Zur Sicherung der Luftfahrt und zu wissenschaftlichen Zwecken werden von verschiedenen meteorologischen Instituten mittels Ballonen und Drachen Instrumente aufgelassen, die die Temperatur und andere Wetterelemente selbsttätig aufzeichnen. Die Finder solcher Ballone oder Drachen mit Registrierinstrumenten werden ersucht, die an denselben befindlichen Anweisungen genau zu befolgen. In diesen Anweisungen ist stets die Drahtanschrift oder der Fernruf des in Frage kommenden Instituts enthalten. Dem Finder werden die Unkosten für die Benachrichtigung erstattet. Bei richtiger Behandlung der Instrumente, die genau angegeben wird, erhält der Finder außerdem eine Belohnung. Die Ballone, Drachen sowie mitgeführten Apparate sind Staatseigentum. Böswillige Beschädigungen oder Entwendung wird strafrechtlich verfolgt. : Erläuterungen des Gesetzes zum Ausbau der Rentenversicherung. Bei der Durchführung des Gesetzes zum Ausbau der Rentenversicherung vom 21. 12. 1937 tauchen in der Praxis vielfach Zweifelsfragen auf. Der Abteilungsleiter im Sozialamt der DAF., Dr. Wilhelm Friedrich Funke, hat deshalb eine Erläuterung des Gesetzestextes aufgrund des amtlichen Materials im Verlag W. Kohlhammer, Berlin=Stuttgart, herausgegeben. Das Buch kann zum Preise von 1,60 Rm. durch alle örtlichen Buchhandlungen bezogen werden. nsg. Willst du dich deines Vorrats freuen, Laß' ihn Licht und Wärme scheuen! Herabsetzung der Steuerhebesätze jederzeit möglich Der Reichsinnenminister und der Reichsfinanzminister haben eine Ergänzungsverordnung zum Einführungsgesetz zu den Realsteuergesetzen erlassen, die eine Uebergangsregelung für die Rechnungsjahre 1937 und 1938 bringt. Die Verordnung bestimmt, daß die Hebesätze für die Grundsteuer für das Rechnungsjahr 1938 bereits vor Erlaß der Haushaltssatzung vorläufig festgesetzt werden können. Die endgülnige Festsetzung erfolgt dann im Rahmen der Haushaltssatzung. Im Interesse der Steuerpflichtigen ist vor allem von Bedeutung die Bestimmung, daß die Hebesätze für die Gewerbesteuer für das Rechnungsjahr 1937 und für die Grundsteuer für das Rechnungsjahr 1938 im Laufe des Rechnungsjahres beliebig oft herabgesetzt werden können. Das Einführungsgesetz selbst läßt eine Aenderung der Hebesätze nur einmal im Jahre zu, und zwar auch nur bis zum 31. Dezember, damit die Steuerpflichtigen disponieren können und vor überraschenden Steuererhöhungen bewahrt bleiben. Nun besteht in den Uebergangsjahren(1937 für die Gewerbesteuer und 1938 für die Grundsteuer) für die Steuerbehörden insofern eine besondere Lage, als sich die erstmalige Bemessung der Hebesätze außerordentlich schwierig gestaltet. Die Gemeinden neigen daher eher dazu, die Hebesätze etwas höher als zu niedrig festzusetzen. Um eine daraus mögliche zu starke Belastung der Wirtschaft und der einzelnen Steuerpflichtigen zu vermeiden, ist jetzt angeordnet worden, daß eine Herabsetzung der Hebesätze auch mehr als einmal im Jahre erfolgen kann, und zwar bis zum Schluß des Rechnungsjahres. Hierdurch wird die Möglichkeit geschaffen, jederzeit sofort Korrekturen der Hebesätze nach unten zu Gunsten der Steuerpflichtigen vorzunehmen, wenn sich herausstellt, daß die Hebesätze zu hoch bemessen wurden. Schließlich enthält die Verordnung noch eine Regelung des Ausgleichszuschusses, der von den Betriebsgemeinden für die beschäftigten Arbeitnehmer anderer Gemeinden auf Grund der Realsteuergesetze an die Wohngemeinden zu leisten ist. Die Verordnung bestimmt, daß dieser Ausgleichszuschuß bis zu einem Höchstbetrage von 50 Rm. je Arbeitnehmer zu zahlen ist. Kreislehrgang in Hagen Kreis Mark des DRL. Für den 13. Februar ist in Hagen ein Kreislehrgang angesetzt, der alle Vereinsübungsleiter mit dem Breslauer Uebungsstoff vertraut machen soll. Das gilt besonders für die Recksondervorführungen und die Freiübungen. Da der Lehrgang zudem im Zeichen der Grundschulung steht, haben die Vertreter aller Sportarten zu erscheinen. Die Verteilung auf die Turnhallen ist folgende: 1. Turnen: Turnhalle an der Bergstraße(Gymnasium) für Männer und Jugendleiter; Turnhalle des Lyzeums für Uebungsleiterinnen. 2. Leichtathletik: Turnhalle a. d. Fleyer Straße. Der Lehrgang für Schwimmer am gleichen Tage fällt aus. Jeder Verein hat seinen Vereinssportwart bezw. seinen Vertrauenswart und für jede Fachart einen Uebungsleiter bezw. Uebungsleiterin zu entsenden. Diese sind bis zum 5. Februar an Kreissportwart Heyde, Wetter, Hochstraße, namentlich zu melden und Fahrtverbilligungsscheine dort anzufordern. Nicht benutzte Scheine müssen zurückgegeben werden. Andere Kameraden bezw. Kameradinnen sind herzlich willkommen. Beginn des Lehrgangs 8.30 Uhr. Bezirksklasse, Gruppe Bochum: Witten 92 MBV. Linden SC. Dahlhausen Preußen Bochum TuS. Bochum Witten 07 Westfalia Bochum TG. Ehrenfeld Polizei Bochum Aus der HJ. Jungmädelgruppe 6/99, Schar 3: Heute, Mittwoch, um 3 Uhr, Heimnachmittag. Notizbuch und Bleistift sind mitzubringen. Jedes Mädel muß in tadelloser Kluft erscheinen. Deutsches Jungvolk, Fähnlein 4/99, Sprockhövel: Lehrjungzug: Heute 3.30—5 Uhr Heimabend. Der Beitrag für Januar und Februar(0.70 Mk.) ist mitzubringen, soweit er noch nicht bezahlt ist Jugendgruppe der NSF. Niedersprockhövel: Mittwoch abend 20 Uhr im Lokale Wevelsiep Pflichtversammlung. REICHSSENDER KOLN und DEUTSCHLANDSENDER Programm vom 3. bis 5. Februar 1938 REICHSSENDER KÖLN 6.00: Morgenlied: Wetterbericht für den Bauer. 6.10: Leibesübungen. 6.30: Frühkonzert. 7.00: Nachrichten— Morgenlied 8.00: Wetter, Wasserstand— Kalenderblatt. 8.10: Frauenturnen. 8.30: Morgenmusik. 9.45: Nachrichten. 10.00: Volksliedsingen.— Liederfolge 22. Wiederholung. 10.30: Sendepause. 11.45: Bauer, merk auf! 12.00: Mittagskonzert. 13.00: Nachrichten: Glückwünsche. 13.15: Fortsetzung des Mittagskonzerts. 14.00: Nachrichten. 14.15: Bunte Musik. 15.00: Sendepause. 15.30: Das Recht des Alltags.— Gaugerichtsvorsitzender Assessor Utendörfer spricht. 15.45: Wirtschaftsmeldungen. 16.00: Nachmittagskonzert. 17.30: Kleine Musik großer Meister. Eine Hausmusikstunde des BDM. 18.00: Dichter der Siebenbürger Sachsen. Sänger von jenseits d. Grenze 18.30: Lebendige Vergangenheit. Ein Hinweis auf neue geschichtliche Romane. 18.50: Momentaufnahme. 19.00: Nachrichten. 19.10: Die Schrammeln spielen. 20.00: Wir schlagen eine Brücke. 5. Abend: Schubert- Bruckner.(Aus österreichischer Ländlerseligkeit wird Sinfonie.) 22.00: Nachrichten. 22.20: Wir lernen Italienisch. 22.35 bis 24.00: Volks= und Unterhaltungsmusik. DEUTSCHLANDSENDER 6.00: Glockenspiel— Morgenruf — Wetterbericht— anschließend Aufnahmen. 6.30: Frühkonzert. Dazwischen um 7 Uhr: Nachrichten des Drahtlosen Dienstes. 8.00: Sendepause. 9.00: Sperrzeit. 9.40: Sendepause. 10.00: Volksliedsingen.— Wiederholung der Liederfolge. 22 der Zeitschrift„Schulfunk". 11.15: Deutscher Seewetterbericht. 11.30: Dreißig bunte Minuten. Anschließend Wetterbericht. 12.00: Musik zum Mittag. 12.55: Zeitzeichen der Deutschen Seewarte. 13.00: Glückwünsche. 13.50: Neueste Nachrichten. 14.00: Allerlei— von Zwei bis Drei! 15.00: Wetter= u. Börsenberichte; Marktberichte des Reichsnährstandes. 15.15: Hausmusik einst und jetzt. Vierhändige Klaviermusik. 15.55: Programmhinweise. 16.00: Musik am Nachmittag. In der Pause von 17.00—17.10: Die dritte Frau. Eine Erzählung. 18.00: Goethe in Liedern seiner Zeit. 18.40: Deutsches Turn= u. Sportfest 1938. Wir berichten heute von den Vorbereitungen der Fachämter im DRL. 19.00: Kernspruch: Wetterbericht und Kurznachrichten. 19.10:... und jetzt ist Feierabend! Die Kapelle Bernhard Derksen spielt. Als Einlage eine Kurzszene„Der Apfelstrudel". 20.00: Deutschlandecho. 20.10: Blasmusik. 21.00: Verhör um Mitternacht.— 22.00: Wetter=, Tages= u. Sportnachrichten. Anschließend Deutschlandecho. 22.30: Eine kleine Nachtmusik. 22.45: Deutscher Seewetterbericht. 23.00 bis 24.00: Nachtmusik. M REICHSSENDER KÖLN 6.00: Morgenlied: Wetterbericht für den Bauer. 6.10: Leibesübungen. 6.30: Frühkonzert. 7.00: Nachrichten— Morgenlied — Morgenruf. 8.00: Wetter, Wasserstand— Kalenderblatt. 8.10: Frauenturnen. 8.30: Froher Klang zur Arbeitspause. 9.30: Ist Mitarbeit im Luftschutz auch Frauenarbeit? 9.45: Nachrichten. 10.00: Jugend, die Technik ruft dich! Es spricht Generalinspektor Dr. Todt. 10.30: Körperliche Ertüchtigung. Wir besuchen die ReichsschießGleichbleibende Tageseinteilunn 6.00: 6.30: 7.00: 6.00: 8.10: 9.45: 12.00: 13.00: Choral, anschließ. Leibesübungen. Frühkonzert. Nachrichten. Kalenderblatt, anschl. Zeit, Wetter, Wasserstandsmeldungen. Frauenturnen. Zeit, Nachrichten, Wasserstandsmeldungen. Musik am Mittag. Mittagsmeldungen 1— Glückwünsche. 13.15: Fortsetzung des Mittagskonzerts. 14.00: Mittagsmeldungen. 14.15: Allerlei von Zwei bis Drei (außer So., Mo.). 15.00: Sendepause. 15.45: Wirtschaftsmeldungen. 16.00: Musik am Nachmittag. 19.00: Erste Abendmeldungen. 19.45: Momentaufnahme. 22.00: Zeit, Wetter, Nachrichten. 22.30: Nachtmusik und Tanz. schule der Hitler=Jugend in Obermaßfeld(Thür.). 10.45: Sendepause. 11.45: Bauer, merk auf! 12.00: Die Werkpause des Reichssenders Köln(in Verbindung mit der DAF.). 13.00: Nachrichten: Glückwünsche. 13.15: Mittagskonzert. 14.00: Nachrichten. 14.15: Leichte Kost. 15.00: Sendepause. 15.30: Von einer törichten Jungfrau. Eine Novelle. 15.45: Wirtschaftsmeldungen. 16.00: Nachmittagskonzert. 17.00: Neue Bücher zur Germanenkunde./ Kultur und Religion der Germanen; Die Götter der Germanen: Germanische Kunde. 18.00: Burgen um Köln. Eine Wanderung durch Kölner Land. 18.25: Der flämische Dichter Ernest Claes erzählt eine Episode aus seinem Roman„Flachskopf". 18.45: Wenn die Soldaten durch die Stadt marschieren. Rundfunkbericht von der Herstellung des WHW.=Abzeichens für die 4. Reichsstraßensammlung. 19.00: Nachrichten. 19.10: Ti saluto. Ein Abend als Gruß von Volk zu Volk. 21.15: Zehn Minuten 21.25: Musik für Stimmen und Instrumente. 22.00: Nachrichten. 22.00: Worüber man in Amerika spricht. 22.30 bis 24.00: Tans bis Mitternacht. DEUTSCHLANDSENDER 6.00: Glockenspiel— Morgenruf — Wetterbericht— anschließend Aufnahmen. torradausstellung Berlin 1938. Ein Vorbericht. 21.15: Fortsetzung der Musik zur Unterhaltung. 22.00: Wetter=, Tages= U. Sportnachrichten. Anschließend Deutschlandecho. 22.30: Eine kleine Nachtmusik. 22.45: Deutscher Seewetterbericht. 23.00 bis 24.00: Zur Unterhaltung. 6.30: Frühkonzert. Dazwischen um 7 Uhr: Nachrichten des Drahtlosen Dienstes. 8.00: Sendepause. 9.00: Sperrzeit. 9.40: Kleine Turnstunde. 10.00: Jugend, die Technik ruft dich! Es spricht Generalinspektor Dr. Todt. 10.30: Wir besuchen die Reichsschießschule der Hitler=Jugend in Obermaßfeld(Thür.). 11.15: Deutscher Seewetterbericht. 11.30: Dreißig bunte Minuten. Anschließend Wetterbericht. 12.00: Musik zum Mittag. 12.55: Zeitzeichen der Deutschen Seewarte. 13.00: Glückwünsche. 13.15: Musik zum Mittag. 13.50: Neueste Nachrichten. 14.00: Allerlei— von Zwei bis Drei! 15.00: Wetter= u. Börsenberichte; Marktbericht des Reichsnährstandes. 15.15: Kinderliedersingen. Peterle und Eberle. 15.35: Spinnerinnenfleiß. Lieder, in der Spinnstube zu singen. 15.55: Programmhinweise. 16.00: Musik zum Mittag. In der Pause von 17.00—17.10: Aus dem Zeitgeschehen. 18.00: Neue Lieder. 18.30: Die Grenzmark einst und jetzt.— Ein geschichtlicher und politischer Ueberblick. 19.00: Kernspruch; Wetterbericht und Kurznachrichten. 19.10:... und jetzt ist Feierabend. Ein Junggeselle schüttet sein Herz aus. Kurzer Einblick in das Leben d. möblierten Herrn. 20.00: Großes Unterhaltungskonzert. 21.00: Deutschlandecho. Die internationale Automobil- und MoRET ASJENDER KOLN 6.00: Morgenlied; Wetterbericht für den Bauer. 6.10: Leibesübungen. 6.30: Frühkonzert. 7.00: Nachrichten— Morgenlied — Morgenruf. 8.00: Wetter, Wasserstand— Kalenderblatt. 8.10: Frauenturnen. 8.30: Musik am Morgen. 9.30: Musizierstücke. 9.45: Nachrichten. 10.00: Dem Feind zur Wehr— dem Land zur- Ehr! Deutsches Soldatentum in vier Jahrhunderten. Hörfolge zur 5. Reichsstraßensammlung des W5W. 10.30: Fröhliches Spiel für unsere Kleinsten. 11.00: Sendepause. 11.45: Marktberichte des Reichsnährstandes/ Bauer, merk auf! Vielfachgeräte erleichtern die Arbeit im Hackfruchtbau. 12.00: Mittagskonzert. 13.00: Nachrichten; Glückwünsche. 14.00: Nachrichten; Sportvorschau. 14.15: Bunte Musik. 15.15: Jungmädel spiel. ein Stegreifspiel.— Jungfer Marleen. 15,45: Wirtschaftsmeldungen. 16.00: Bunte Melodien. 18.00: Was bringt der Reichssender Köln in der kommenden Woche? 18.10: Der Löwener Studentenchor singt. 18.45: Kraftfahrzeug=Winter=Prüfung in Altenberg. Rundfunkberichte von Start, Strecke und Ziel. 19.00: Nachrichten. 19.10: Wochenendkonzert. 20.00: Bunter Abend des Reichssenders Köln(in Verbindung mit der NSG.„Kraft durch Freude") zugunsten des Winterhilfswerkes. 22.00: Nachrichten. 22.15: Deutsche und WehrmachtsSki=Meisterschaften.— 1. Tag: Abfahrtslauf. 22.30 bis 1.00: Unterhaltungsmusik. DEUTSCHLANDSENDER 6.00: Glockenspiel— Morgenruf — Wetterbericht— anschließend Aufnahmen. 6.30: Frühkonzert. Dazwischen um 7 Uhr: Nachrichten des Drahtlosen Dienstes. 8.00: Sendepause. 9.00: Sperrzeit. 9.40: Sendepause. 10.00: Dem Feind zur Wehr— dem Land zur Ehr! Deutsches Soldatentum in drei Jahrhunterten. Hörfolge zur Reichsstratensammlung. 10.30: Fröhlicher Kindergarten. 11.00: Sendepause. 11.15: Deutscher Seewetterbericht. 11.30: Dreißig bunte Minuten. Anschließend Wetterbericht. 12.00: Musik zum Mittag. 12.55: Zeitzeichen der Deutschen Seewarte. 13.00: Glückwünsche. 13.45: Neueste Nachrichten. 14.00: Allerlei— von Zwei bis Drei! 15.00: Wetter= u. Börsenberichte; Marktbericht des Reichsnährstandes. 15.15: Buntes Wochenende. 15.55: Programmhinweise. 16.00: Unser lustiges Wochenend. 18.00: Musikalische Kurzweil. 18.45: Reichs=Wintersport=Wettkämpfe der HJ. 1938.— Geländelauf der HJ. 19.00: Kernspruch: Wetterbericht und Kurznachrichten. 19.10: Die Kraftfahrzeug=Winterprüfung in Altenberg.— Ein Ueberblick 19.30:... und jetzt ist Feierabend! Wir schalten um... 20.00: Soldaten— Kameraden.— Vom alten zum heutigen Militärmarsch. 22.00: Wetter=, Tages= u. Sportnachrichten. 22.15: Deutsche und Heeres=SkiMeisterschaften. Hörberichte vom Abfahrtslauf. 22.30: Deutschlandecho.— Weltmeisterschaft im Hallenbandball. Hörbericht vom ersten Tage. 22.45: Deutscher Seewetterbericht. 23.00 his 0.55: Unterhaltungsmusik. kturen Steuerisstellt, wurden. ne Reen BeeitnehRealten ist. leichs0 Rm. Kreissleiter t maonderder ulung zu erlen ist GymTurntraße. eichen Vert und .Uezum etter, tvernutzte ndere rzlich hr. 1:9 1:11 9:11 9: 13 7:11 Nittzbuch tädel ivel: jend. (0.70 tbeNittlichtMNINMNNSNINNAIEENOINI 9 .8 stEo . . 2 s. o ktkkSopE S5g. A 2 oSSE 5 E220 0 6 2Eu:. tge tkt 9 k 22 . st5 C 2 ooow t. . tts: — S. tt2. 12 skt. sk . o 23 t :se. 2 2. s 2: :2 e 2 u ao 5 2 t 2 O SE 2 t— 26.2 5. 9e — k2 kttktsk . 0E r 2 8 . t 1 . SSUMMIMSDININISINEMALNININIES & 2e s . ttk 2' k2 2 oa 91 . 2 6 1 —— — a 2 2 V 6. 8. 212 o 2 t2 . kk2 o 3 k— S.200 op 990 at: . . 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X7 st. 2 k. e: 2s 2 26 8t § — 91 TE 2.OR . 8u 2 22 2 sk2 . 3 2 32 8 2e2.22 SMF S . . SG. . . t. S.8o 3era 8 2 . . 1 27 o2 a3 2 G . 39 . . tt . n . . 24 et . s2. 2e . . 22 22 2 9 2 2. tk. s 2 2g 8 s. 3. 82 33. 3.9 2 15 6 a . 3 2:9. s 2.9 o 9 2.8 2 — 62; 22: 39. e 3. 2 2.1352 e 3 3. 22.9 s9 —1ME . a00 0 32 88 4 . s. . . at? k9 t0 k. . 8 . 2. o ttst. . 3 . s2 28e 9 , . 22. . . -8.2 . e . 2a. t. —— t. t. . . — o . . EP . 22. 5 + 8 223 2 . . T. e 8 . t . km20 . 2 2 2e & t. t k t. s t2 8E . 2. . 3. . . tt2 . . . . . . t 2ee 2 . . 8g.2 Kompf von Grube Hommerkott Roman von Ernst Grau nn „Ich kann mir beinahe denken, um was es Ihnen jetzt geht, Fräulein Reni.. Sie hob den Blick. Ein frohes Leuchten lag in den braunen Augen. „Sagen Sie es,“ bat sie, und ihre Blicke lagen fest ineinander. „Sie möchten einmal einen Blick in das Leben unter Tage tun... ist es so?" Seine Worte atmeten eine wohltuende, natürliche Zärtlichkeit, die ganz rückhaltlos und ohne Absicht zu ihr kam. „Ja,“ gab sie freudig zurück und es überfiel sie überströmend wie eine heiße Welle, als sie sah, wie gut der Mann an ihrer Seite in ihren Gedanken zu lesen wußte.„Aber ich weiß nicht... geht es überhaupt?" „Gewiß. Wenn Sie sich mir anvertrauen wollen. Die Verantwortung übernehme ich schon. Es ist so wenig alltäglich, daß eine Frau einen solchen Wunsch äußert... Sie konnten mir keine größere Freude bereiten.“ „Und Sie werden keine Unannehmlichkeiten dadurch haben? Es ist doch offiziell verboten?“ „Sie denken an Terbrüggen?“ Er lachte herzlich auf.„Keine Sorge. Wir sind die besten Feinde unter der Sonne. Warum...? Ja, das könnte ich Ihnen nicht einmal so genau sagen. Reine Gefühlssache. Beruht auch wohl auf Gegenseitigkeit. Als Fachmann ist er vielleicht nicht zu übertreffen, das gestehe ich ihm gern ehrlich zu. Aber als Mensch halte ich ihn für einen nicht so ganz einwandfreien und eigennützigen Charakter. Ihn und seinen Freund Meinders dazu.“ „Die beiden sind befreundet miteinander? Ich hätte eher das Gegenteil angenommen.“ Hellingrath hob die Schultern. Er wußte jetzt, daß Hammerkotts Tochter diese Frage gestellt hatte. „Freund ist vielleicht nicht ganz das richtige Wort für dieses Verhältnis. Ich kann eben das Gefühl nicht loswerden, daß die beiden irgend etwas Gemeinsames in ihrer Vergangenheit haben, das vielleicht nicht ganz stubenrein ist. Nun, mich geht es nichts an, und Sie werden das wahrscheinlich bald selbst merken, Sie haben ja die beiden dauernd um sich.“ Papa hält aber sehr viel von Terbrüggen, dachte sie und hätte es in ihrem Eifer beinahe auch ausgesprochen. Die plötzliche Gefahr, sich zu verraten, jagte ihr das Blut ins Gesicht. „Wie ich gehört habe,“ versuchte sie, immer noch etwas unsicher, einzuwenden,„hat ihm Hammerkott eine Generalvollmacht gegeben. Das bedeutet doch, soweit ich mich darin auskenne, ein grenzenloses Vertrauen. Vielleicht tun Sie ihm also doch unrecht?" Energisch schüttelte er den Kopf. Walter Hammerkott ist ein viel zu gradliniger Charakter, aber er hat andererseits wieder viel zu wenig übrig für uns hier auf der Zeche. Er kennt von Terbrüggen nur die glatte Außenseite und sieht nur seine Erfolge, die ihm auch niemand abstreitet. Wir, die wir unter ihm stehen, wir wissen. daß er noch ein anderes Gesicht hat. Auch Sie werden das schon noch erfahren. Doch ich will Sie an diesem schönen Nachmittag nicht mit diesen unerfreulichen Dingen behelligen. Sagen Sie mir lieber, wann Sie mit mir einfahren wollen. Können Sie sich an einem der nächsten Vormittage, sagen wir am Dienstag, auf ein paar Stunden freimachen?" „Sicher.“ Er sah sie etwas erstaunt an. Sagen Sie das nicht so siegessicher, Fräulein Reni. Bei Terbrüggen kann man das nie. Vor allem dürfen Sie gegen ihn oder Meinders'nichts davon verlauten lassen. Denn nach dem heutigen Auftritt werden vermutlich alle beide nicht sonderlich gut auf mich zu sprechen sein und würden die Sache ganz einfach verbieten...“ Er sah auf die Uhr.„Uebrigens... haben Sie heute lange in Köln zu tun?" Sie verstand diese Frage. „Ich fahre voraussichtlich erst morgen am späten Abend wieder zurück... natürlich mit der Bahn,“ setzte sie lächelnd hinzu. „Schade“ Eine unausgesprochene Bitte lag in diesem verzichtenden Bedauern. Aber er ließ es dabei. Sich aufzudrängen war nicht seine Art. In Köln kam jedoch alles ganz anders, als Renate vorher gedacht hatte. Um sieben traf sie mit ihrem Vater, wie ververabredet, im Central=Hotel zusammen, und schon eine knappe Stunde später saßen sie wieder im Wagen und fuhren zum Flugplatz nach Nippes hinüber. Die fahrplanmäßige Maschine nach Berlin stand schon startbereit. Renate mußte sich mit dem Einsteigen sehr beeilen und hatte kaum Zeit, sich von dem Vater zu verabschieden. „Mach's gut, Mädel!“ rief er ihr noch nach. „Und sagé ihr, daß ich am Dienstag nicht starten werde, wenn sie nicht dabei ist." „Sie wird kommen, Papa. Sei unbesorgt, ich..", den Rest verstand er nicht mehr. Ihre Worke verwehten in dem aufbrausenden Lärm der Motoren. Noch einmal winkte sie ihm zu. Dann wurde die Kabinentür geschlossen, der Flugpolizist gab das Zeichen zum Abflug, und die Maschine sauste mit blitzenden Propellern über das weite Feld dahin. Wenige Minuten später war sie im Dunst des aufsteigenden Abends verschwunden. Walter Hammerkott sah ihr noch eine Weile nach und ging dann nachdenklich zu seinem Wagen, um in die Stadt zurückzufahren. Seltsam, dachte er dabei, in den Frauen kennt sich unsereiner nie aus, selbst wenn es sich dabei um die eigene Tochter handelt, die einem sozusagen unter den Fingern groß geworden ist und die man zu kennen glaubt wie sich selbst. Neulich noch bis zum letzten Augenblick diese abgrundtiefe Abneigung gegen Thora, eine Abneigung, gegen die nichts aufkam, an der Thora selbst scheitern zu müssen glaubte, und heute... acht Tage später, ist sie wie ausgewechselt. Eine einzige Woche auf Hammerkott hat genügt, ihr verständlich zu machen, daß auch ich noch ein wenig Anspruch darauf habe, mir ein neues Glück aufzubauen. Aber richtiger muß es wohl heißen: acht Tage Hellingrath, lächelte er still in sich hinein. Geschwärmt hatte sie ja genug von ihm. Walter Hammerkott dachte an den Morgen, an dem er das letztemal auf der Zeche war und sah den blonden Riesen mit den gutmütigen, blauen Augen vor sich stehen, der wegen... was war es doch gleich... ach, ja, wegen eines gerissenen Förderseils, mit ihm gesprochen hatte. Ein aufrechter, gerader Kerl, nichts dagegen zu sagen. Und Renate „Sei einmal ganz ehrlich, Renate,“ hatte er sie gefragt,„liebst du diesen Hellingrath?" „Und wenn es so wäre, Papa...“, war es etwas kleinlaut zurückgekommen. „Also es ist so, Mädel. Gut. Und er weiß in der Tat nicht, wer du bist?" „Er hat keine Ahnung, Papa. Bestimmt nicht. Terbrüggen ist der einzige, der darum weiß.“ „Ich hoffe, du bist dir darüber im klaren, daß dieser Umstand entscheidend ist, Renate?“ „Aber was soll das, Papa? Ich habe dir doch erzählt, wie ich ihn kennengelernt habe. Woher sollte er also wissen, daß ich...“ „Gewiß. Aber wenn er nun trotzdem etwas erfahren hat und nun unter dem Schutz einer angeblichen Ahnungslosigkeit versucht, die Erbin von Hammerkott zu erobern, was dann? Die Möglichkeit besteht doch.“ „Nein. Ein solcher Fall ist völlig ausgeschlossen, Papa. Ich würde ihm auch eine solche Hinterhältigkeit niemals zutrauen.“ Er hatte sich schließlich damit zufrieden gegeben. Zumal Hellingrath ihm nicht unsympathisch war. Und wenn sich wirklich alles so verhielt, wie Renate sagte, warum sollte er sich dagegen stemmen? Dem unguten Beispiel des Senators Hagenström würde er gewiß nicht folgen. Das schönste Ereignis dieses Tages jedoch war für ihn, daß Renate ihren Widerstand gegen Thora vergessen zu haben schien. Jetzt, wo sie selbst mit ihrem Herzen gebunden war, jetzt verstand sie ihn. * Renate sah hinab auf das Land tief unter ihr, das sich jetzt langsam in nächtliches Dunkel hüllte und zur Ruhe begab. Dort unten grüßte das im letzten Widerschein des scheidenden Tages matt aufglänzende breite Band des Rheins, zu beiden Seiten die Häuser Kölns, der großen Stadt, aus der viele Straßen hinausführten nach Nord und Süd in das deutsche Land. Auf einer dieser Straßen fuhr er jetzt wohl wieder heimwärts, dachte sie mit suchenden Blikken. War es nicht möglich, daß er gerade in diesem Augenblick hinauf sah zu dem schwarzen Schatten, der am Himmel dahinraste und dessen Motorengedröhn die Luft erzittern machte, nicht ahnend, daß sie zu ihm hinunter sah, daß sich ihre Blicke irgendwo begegneten? Doch aus dem Dunkel kam keine Antwort auf diese Frage. Nur die roten Warnungslichter der hohen Fabrikschlote stiegen wie Leuchtkäfer zu ihr auf und flogen vorbei. Glück ist Zufriedenheit, dachte sie weiter. Was sie bisher nur als eine Woge unbekannter und widerstreitender Gefühle in letzte Ecken und Winkel ergriffen hatte. In dieser Stunde fühlte sie, daß sie erst jetzt die tiefe Wahrheit begriff, die in diesem Worte lag. Was sie sich nicht selbst eingestehen wollte, das hatte der Vater auf seine Weise, die immer rücksichtslos gerade auf das Ziel losging, ausgesprochen. Ja, es war so, sie liebte den Mann, der so plötzlich und auf so wunderliche Weise in ihr Leben getreten war, den sie erst zweimal gesehen und gesprochen hatte und dessen Wesen doch ihr ganzes Sein und Denken bis in die ihrem Innersten mit sich herumgetragen hatte, das war durch die einfache Frage des Vaters zu einer schönen, strahlenden Wirklichkeit geworden. Ihr war, als sei sie damit durch ein hohes, goldenes Tor geschritten, hinein in eine andere, schönere Welt, in der Sonne und Glückseligkeit alles Leben überflutete. Alles Wünschen und Hoffen war ein glückliches Zufriedensein geworden. Und welch ein größeres Glück stand ihr noch bevor für den Tag, an dem sie vor ihn hintreten und ihm die volle Wahrheit sagen würde. Sie sah schon jetzt, wie er vor Freude rot wurde, wenn er hörte, daß er hier, auf diesem Grund und Boden, dem er seine ganze Liebe, sein ganzes Können und Wollen schenkte, daß er hier auf Hammerkott nach eigenem Willen schalten und walten durfte. Renate war von glücklichen Zukunftsträumen so ganz erfüllt, daß ihr die wenigen Stunden des Fluges wie flüchtige Minuten vergingen. Am Sonntag vormittag stand sie dann nach einer sorglos durchschlafenen Nacht vor der Tür, über deren Klingelknopf ein kleines Messingschild hing, das den Namen Thora Kersten trug. Bis zu dieser Tür war Renate Hammerkott unbekümmert ihren Weg gegangen. Aber beim Anblick dieses Namens zögerte sie nun doch, ehe sie die Hand hob, um zu läuten. Gestern hatte sie in ihrem überströmenden Glücksgefühl dem Vater bedenkenlos versprochen, alles wieder gutzumachen, was sie bisher je gegen Thora Kersten gefehlt hatte. Heute hieß es nun dieses Versprechen zu erfüllen, Worte in Taten zu wandeln. Nur noch diese eine Tür trennte sie jetzt von der Frau, über die sie bisher so anmaßend hinweggesehen hatte und die von nun an auch an ihrem eigenen Leben teilnehmen sollte. Die vielleicht die Hand der Versöhnung, die sie ihr vieten wollte, ebensowenig beachten würde, wie sie es einst selbst getan hatte. Die heute sogar ein Recht dazu hatte, wenn sie gewillt war, Gleiches mit Gleichem zu vergelten. Endlich läutete sie nun doch, und ein Mädchen öffnete ihr. Ohne ihren Namen zu nennen, ließ Renate sich melden. So erreichte sie zunächst einmal, daß Thora Kersten den unverhofften und vielleicht auch unerwünschten Besuch nicht einfach ablehnte. Dann stand sie in einem kleinen, gemütlichen Salon, dessen gediegene alte Möbel sicher noch aus dem Hamburger Patrizierhause des Senators Hagenström stammten. Doch Renate, die sich sonst gern mit solchen Dingen abgab, hatte jetzt kein Auge dafür. Sie trat ans Fenster und sah auf die sonntagsstille Straße hinunter, während sie noch einmal alles überdachte, was sie sich zu sagen vorgenommen hatte. Aber als sie sich dann nach kurzen Minuten des Wartens auf das Geräusch der sich öffnenden Tür umwandte und sich einer durchaus nicht ablehnend dreinblickenden Frau gegenübersah, die ihr sogar nach kurzem Zögern mit einem herzlichen Lächeln die Hand entgegenstreckte, da war alles, was sie sich eben noch zurechtgelegt hatte, wie ausgelöscht. Sie fand kein Wort. Sie sah nur das vergebende Lächeln, das alles Ungemach vergessen zu haben schien, das diese Frau während eines langen Jahres willig hingenommen hatte. „Es ist schön von Ihnen, Renate, daß Sie nun doch noch den Weg zu mir gefunden haben,“ sagte Thora Kersten frohen Blickes, das Mädchen mit einer freundlichen Bewegung zum Sitzen einladend. Renate blieb beschämt und verwirrt vor ihr stehen. Sie hatte sich diese erste Begegnung anders gedacht; sie hatte geglaubt, schenken zu können, und mußte es nun hinnehmen, daß sie selbst die Beschenkte war. „Ich weiß... ich hätte früher kommen sollen," entgegnete sie endlich.„Ich habe so unendlich viel wieder gutzumachen, Frau Thora.“ „Aber nun sind Sie ja da, Renate. Und damit ist doch alles gut.“ Was sie unter der Mißachtung des Mädchens auch gelitten haben mochte, in diesem Augenblick hatte sie alles vergessen. „Nein!“ Renate schüttelte heftig den Kopf, als wollte sie es sich selbst nicht leicht machen.„Es war ja alles so grenzenlos dumm von mir, Frau Thora. Ich bin doch kein Kind mehr...“ „Doch, Renate,“ sagte Thora voll Güte und Verstehen.„Sie sind ein Kind: ein Kind, das seinen Vater zu verlieren glaubte.“ Der warme mütterliche Ton in diesen Worten bezwang das Mädchen. „Ja...“ kam es nach einer Weile leise.„Sie haben recht..., so war es wohl. Und es reizte mich manchmal sogar, daß Sie es so einfach hinnahmen...", gestand Renate fast gegen ihren Willen. Mit einem nachsichtigen Lächeln stand die Aeltere neben ihr und ihre beiden Hände lagen auf den Schultern des Mädchens. „Ich habe das alles sehr gut verstanden, Renate. Aber was sollte ich tun? Ich liebe den Kampf nicht. Kampf ist nun einmal Sache des Mannes. Und ich bin eine Frau, nichts weiter, und will auch nichts weiter sein. Ich habe sehr früh lernen müssen, zu verzichten. Es ist schon lange her, und ich habe dann später gesehen, daß man auch darin ein wenig Glück zu finden vermag." Renate sah zweifelnd zu ihr auf. Einen geliebten Menschen aufgeben und dennoch...? „Glück im Verzicht...?“ fragte sie verwundert. „Da kann ich Ihnen nicht folgen, Frau Thora.“ Sie saßen nun einander gegenüber, und jede schien in den Augen der anderen zu suchen. „Doch. Es ist so, Renate," nickte Thora nach einer kleinen Pause.„Mehr als uns das Schicksal geben will, erreichen wir auch im Kampf nicht. Denn jedem ist sein Quentchen Glück zugemessan, und der Kampf würde dann nur mit einer Niederlage enden. Aber jede Niederlage verbittert den Menschen nur und macht ihn unglücklich, treibt ihn zu neuen Kämpfen und damit zu neuen Niederlagen." „Ich sehe es anders, Frau Thora,“ gab Renate rasch zurück.„Alles Leben ist Kampf." „Sie sind noch jung," warf die andere voll Nachsicht ein.„Das Leben läßt uns nicht immer die Wege gehen, die wir gern gehen möchten." „Gewiß. Aber sich im voraus besiegt geben nein, das kann nicht der rechte Weg sein.“ Der helle Eifer des Mädchens gefiel Thora. Sie ist ganz Hammerkotts Tochter, dachte sie, „Für Sie auch nicht, Renate. Aber wir Menschen sind nun einmal verschieden. Und das ist gut so. Für manche aber gibt es keinen anderen Weg, wenn sie sich im Kampf nicht nutzlos zerreiben wollen, weil sie noch andere Pflichten haben. Sehen Sie, Renate, Ihnen ist jetzt der Vater das Liebste. Aber sie würden vielleicht auf ihn verzichten, wenn ein Mann in Ihr Leben träte, der Ihnen mehr bedeutete...“ Thora Kersten schwieg, ohne den Satz zu vollenden. Sie sah, wie ein heißes Gefühl dem Mädchen helle Röte in die Wangen trieb. Sie verstand dieses jähe Aufflammen und lächelte mütterlich. „Du brauchst mir nicht zu antworten, Kind," sagte sie und zog das große Mädchen zärtlich an sich.„Nun verstehe ich erst ganz, warum du heute zu mir kommst. Du konntest ja gar nicht eher kommen. Aber nun wird alles gut.“ „Thora, du beschämst mich mit jedem Wort.“ „Du großes Kind, du.“ „Und der Vater...? Er erwartet mich heute abend zurück... was soll ich ihm sagen...?" „Daß er mich am Dienstag sehen wird, wenn er auf dem Nürburgring startet.“ * Werner Hellingrath sollte sich nicht getäuscht haben, als er sich sagte, daß Meinders oder Terbrüggen bei allernächster Gelegenheit auf die Ereignisse des vergangenen Sonnabend zurückkommen würden. Er hatte sich durch sein Dazwischentreten doch in eine zu komische Rolle gedrängt, als daß sie das so ohne weiteres vergessen würden. Es erheiterte ihn im stillen jetzt noch, wenn er die beiden vor sich sah, wie sie in grenzenloser Verblüffung seinem„Laubfrosch“ nachstarrten, dessen plötzliches Auftauchen ihrem Streit ein so unerwartetes Ende gemacht hatte. So saß er denn am Montagvormittag in seinem kleinen Werkbüro neben dem Maschinensaal der Förderanlage beim Frühstück, als Terbrüggen eintrat. Daran war zunächst weiter nichts Auffälliges, denn auf seinen Kontrollgängen durch das Werk kam er sehr häufig hierher. Ungewohnt war nur seine betont freundliche Miene, die erkennen ließ, daß er diesmal nicht ohne besondere Absichten kam. „Sie wollen einfahren, Herr Direktor?" fragte Hellingrath nach kurzer Begrüßung. „Ja. Ich habe da eben Ihren letzten Wochenbericht vorgehabt und sehe, daß Sie mit dem Streckenvortrieb auf Sohle fünf nicht recht vorwärtskommen." Hellingrath nickte. „Leider. Aber es ist so. Wir sind da auf eine sehr brüchige Stelle im Hangenden gestoßen, so daß die Zimmerleute mit ihrer Arbeit verschiedentlich..." „Gut, gut," fiel Terbrüggen unterbrechend ein. „Ich will mir das einmal selbst ansehen." Hellingrath packte sein Frühstücksbrot zusammen und wollte sich erheben. „Aber nein, so ist das natürlich nicht gemeint, lieber Doktor," wehrte Terbrüggen leutselig ab. Er zog sich einen kleinen Hocker heran und ließ sich neben Hellingrath nieder.„Ich will Sie beileibe nicht um Ihre Frühstückszeit bringen. So sehr brennt es mir nicht.“ Der ungewohnt freundliche Ton erfüllte den anderen mit Mißtrauen. Doch er vermied jede Gegenrede und wickelte sein Brot wieder aus. „Also, wenn Sie nichts dagegen haben, Herr Direktor,“ meinte er mit einem halben Lächeln, „Essen und Trinken hält bekanntlich Leib und Seele zusammen.“ Der andere nickte verstehend. „Und nicht zu vergessen: die Liebe," bemerkte er mit vertraulichem Zwinkern. Hellingrath warf ihm einen kurzen Seitenblick zu. Da war es schon. Also hatte er sich in seinen Vermutungen doch nicht getäuscht. „In diesem Punkte haben Sie als der Aeltere sicher mehr Erfahrungen,“ gab er angriffslustig zurück.„Ich kann da schlecht mitreden.“ Doch Terbrüggen steckte den Hieb ruhig ein. Er hatte noch mehr zu sagen. „Nun... ich meine, wie Sie am vergangenen Sonnabend dem armen Kerl von Meinders das Mädel ausgespannt haben... einfach großartig, Verehrtester. Ich hatte alle Mühe, ihn zurückzuhalten." Hellingrath sah ihn überrascht an, als hätte er sich verhört. „Sie...?" fragte er dann erstaunt.„Sie haben Meinders zurückgehalten? Seit wann nehmen Sie denn soviel Anteil an meinem Wohlergehen?" „Es handelt sich dabei weniger um Ihr Wohlergehen als um das der Dame, die dabei in Frage kommt, Herr Doktor Hellingrath.“ Die sonderbare Betonung, die in diesen Worten lag, gefiel dem anderen nicht. Jetzt schien es Ernst werden zu sollen. Nun gut... wie er wollte! „Sie zielen natürlich auf Fräulein Schmidt ab?" fragte er kurz. Terbrüggen nickte. „Soviel ich vermute, haben Sie die Dame nach Köln gebracht?" „Ja.. und ich glaube, daß ich dazu keine besondere Erlaubnis der Direktion brauche. Aber trotzdem... ich verstehe nicht ganz, was Sie zu dieser Frage berechtigt?" Derandere ning darauf nicht ein. (Fortsetzung folgt.) Weinet nicht, weinet nicht, Wenn leis ein edles Auge bricht, Wenn wir am Totenbette stehn, So sagen wir auf Wiedersehn, Drum weinet nicht. Und sank ich auch ins kalte Grab, Eure Mutter, die ihr geliebet habt; Hört ihr die Trauerweide wehn, Da rauscht es süß auf Wiedersehn. Drum weinet nicht. Heute nachmittag 16.40 Uhr nahm der Herr unsere liebevolle, unvergeßliche Mutter, Schwiegermutter, Großmutter. Urgroßmutter, unsere gute Schwester, Schwägerin und Tante Frau Hermann Lange verwitwete Langewiesche, Mathilde geb. Arns nach kurzem, schwerem Leiden im vollendeten 66. Lebensjahre zu sich in die Ewigkeit. Um stille Teilnahme bitten: Die trauernden Hinterbliebenen. Haßlinghausen, Nächstebreck, Milspe und Essen, den 31. Januar 1938. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 3. Februar, nachmittags 3 Uhr vom Sterbehause, Schmiedestraße 138 a, aus statt. Trauerfeier ½ Stunde vorher. Sollte jemand aus Versehen keine Nachricht erhalten haben, so wolle man dieses als solche betrachten. Sauerländ. Gebirgsverein Abteilung Haßlinghausen. Am Samsta im Saale W. Wechtenbruch, dem 5. Febr. 1938, esterling, Haßlinghausen, 2. Konzert. Ausführende: Hertha Brenscheid(Dortmund), Robert Ruthenfranz(Witten), Klavier, Alfred Schaber(Bochum), Violoncello, Werner Voß(Witten), Flöte, Märkischer Kammerchor, Leitung: Rob. Ruthenfranz. Karten im Vorverkauf 0.60 Mk. im Schreibwarengeschäft Breker u. bei den Mitgliedern, a. der Kasse0. 75 Mk. Einl. 19 Uhr, Beg. 20 Uhr für nachmittags u. abends. Zu erfragen in der Geschäftsstelle ds. Ztg. in Sprockhövel. Oer Rud. Steinbeck, Sprockhövel. Vorm. Musikalische Gesellschaft Sprockhövel. Samstag abend 7 Uhr Zusammenkunft bei Wilhelm Weckelmanu. Ein schönes groß. Zimmer an alleinstehende Frau oder Fräulein sofort oder später zu vermieten. Zu erfragen bei Breker, Haßl. Evang. Kirchenchor Sprockhövel Wegen Verhinderung des Dirigenten findet die Probe in dieser Woche am Freitag statt. meinte unser Einkäufer, der um Qualitäten und Preise am besten Bescheid weiss. Winterwaren zu solch niedrigen Preisen gibt es nur einmal im Jahre, und kluge Käufer nutzen das ordenttich aus! 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Zur Nachkur und zur Vermeidung von Rückfällen trinke man noch einige Tage die halbe Menge. Klosterfrau=Melissengeist hat schon vielen bei Erkältungskrankheiten geholfen. So berichtet beispielsweise Herr Hermann Fölsch, Postinspektor, Magdeburg, Goethestr. 47, am 21. 3. 37:„Ich kann Ihnen nur bestätigen, daß Klosterfrau=Melissengeist von ausgezeichneter Wirkung ist. Klosterfrau=Melissengeist hat mir bei Erkältungserscheinungen, wie sie in diesem nassen Winter besonders häufig vorkamen, schnelle und gute Dienste geleistet, so daß ich überhaupt nicht dienstunfähig und krank wurde." Und weiter Herr Curt Zippel(Bild nebenstehend), Kaufmann, Dresden A 24, Sedanstr. 18, am 11. 6. 37:„Ich bin ständig auf Geschäftsreise und kann Ihnen die erfreuliche Mitteilung machen, daß ich dauernd Klosterfrau=Melissengeist mit Erfolg verwende. 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Gewohntermaßen war auf der anderen Seite eine Aenderung der baulichen Bestimmungen nicht zu erreichen. Mehrere Umbaupläne, die vom deutschen Schulverein in Bromberg eingereicht worden waren, fanden keine Bestätigung. Im Zusammenhang mit dieser Tatsache sei darauf hingewiesen, daß auf reichsdeutscher Seite die polnische Kleinkinderschule in Posebrück in der sicheren Erwartung eröffnet wurde, daß gleichzeitig die deutsche Schule in Neutomischel eröffnet werden sollte, zumal sich der deutsche Schulverein in Bromberg bereit erklärt hatte, die von polnischer Seite beanstandeten Mängel im neuen Gebäude zu beseitigen. Trotz der Eröffnung der polnischen Schule in Posebrück blieb der erwartete Gegenzug von polnischer Seite aus. Jetzt wurde die deutsche Schule in Neutomischel sogar endgültig geschlossen. Eden über die Lage in Fernost London, 1. Febr. Im weiteren Verlaufe der Sitzung des Unterhauses gab Außenminister Eden auf verschiedene Anfragen eine Erklärung zur Lage im Fernen Osten ab. Er schilderte zunächst kurz die militärische Lage sowie die verschiedenen politischen Erklärungen, die anläßlich der Bemühungen um einen Frieden in China abgegeben worden sind. Eden teilte dabei mit, die britische Regierung habe einen Protest gegen Abänderung der Zölle in Nordchina abgegeben, auf den die japanische Regierung befriedigend geantwortet habe. Die britische Regierung werde fortfahren, ihr äußerstes zu tun, um die britischen Interessen zu schützen und die internationale Zusammenarbeit zu fördern. Sie stehe in ständiger Fühlung mit den anderen hauptsächlich interessierten Mächten und freue sich, festzustellen, daß eine völlige Uebereinstimmung der Ansichten herrsche. Auf eine Anfrage des Abgeordneten Archibald Sinclair, ob die Regierung etwas unternehme, damit die Mitglieder der Genfer Liga China unterstützen, erklärte Eden, er könne ohne vorherige schriftliche Anfrage keine Antwort geben. Unrühmliches Ende in Genf Reformpläne auf den Herbst verschoben „Offenkundige Krise“ Genf, 1. Febr. Während am Montag vor allem von Schweden und der Schweiz der Mißerfolg der Genfer Liga und insbesondere das ungeheure Risiko zum Ausdruck gebracht worden waren, das mit dem Artikel 16 verbunden ist, marschierten am Dienstag in erster Linie die Verfechter des erwähnten Sanktionsparagraphen auf. An ihrer Spitze selbstverständlich der Delegierte Moskaus, Litwinow-Finkelstein, dessen rabulistisches Geschwätz lediglich erneut bewies, daß Moskau der Haupinteressent für die Aufrechterhaltung der Genfer Unfriedensliga in ihrer gegenwärtigen Form ist. Außer Litwinow=Finkelstein versuchte bezeichnenderweise besonders der Abgesandte der spanischen Bolschewisten im Sinne Moskaus auf die Versammelten einzuwirken. Nach endlosem Redeschwall wurde die Sitzung geschlossen, ohne daß auch nur der Versuch unternommen wurde, den Widerspruch zwischen den Auffassungen der Gegner und der Anhänger des automatischen und obligatorischen Sanktionssystems zu beseitigen. Auf Vorschlag Lord Cranbornes wird lediglich an die nächste Vollversammlung eine „Mitteilung" über die Montag und Dienstag abgegebenen Erklärungen(nicht etwa ein mit Vorschlägen versehener Bericht) gesandt werden. Diese Mitteilung ist bereits ausgearbeitet worden und soll am Mittwoch genehmigt werden. Die Eile bei der formalen Erledigung der Frage erklärt sich aus dem eingestandenen Wunsch der Westmächte, das Thema mindestens bis zum Sepember jeder weiteren Erörterung zu entziehen. Der belgische Vertreter unterstützte die Vorschläge Cranbornes mit dem Bemerken, daß man neiner Krise lebe, deren entscheidender Wendepunkt offenbar nahe herangekommen sei. Wahlabkommen zwischen den Deutschen Rumäniens und der Regierung Bukarest, 1. Febr. Die Verhandlungen zwischen der Regierung und der Volksgemeinschaft der Deutschen in Rumänien als der anerkannten Partei der deutschen Volksgruppe wurden am Dienstag erfolgreich abgeschlossen. Die deutsche Partei wird auf der Regierungsliste kandidieren und 12 Sitze in der Kammer, 2 im Senat erhalten. Für Donnerstag ist eine Erklärung des Ministerpräsidenten angekündigt, in der die Rechte der deutschen Volksgruppe feierlich bekräftigt werden sollen. Der Führer und Reichskanzler empfing am Dienstag/ den japanischen Reichstagsabgeordneten und Leiter der„Deutsch=Japanischen Kameradschaft“ in Toklo. Setao Nakano, der sich auf seiner europäischen Studienreise zur Zeit in Deutschland aufhält. Turnen, Spiel und Sport Fußball=Termine Die am Niederrhein noch ausstehenden Meisterschaftsspiele der Fußball=Gauliga sind jetzt wie folgt angesetzt worden: 18. Februar: Fortuna Düsseldorf— Turu Düsseldorf Duisburg 99— Rot=W. Oberhausen BV Altenessen— ETB Schwarz=Weiß 20. Februar: Hamborn 07— Union Samborn Fortuna Düsseldorf— VfL Benrath ETB. Schwarz=W.— Turu Düsseldorf BV Altenessen— Rot=W. Oberhaus. 27. Februar: Fortuna Düsseldorf— Rot=Weiß Oberhausen SSV Wuppertal— Duisburg 99 6. März Rot=Weiß Oberhausen— Fortuna Düsseldorf Duisburg 99— BV Altenessen VfL Benrath— ETB Schwarz=Weiß 13. März: Turu Düsseldorf— SSV Wuppertal VfL Benrath— Duisburg 99 Wiederholung Baden— Bayern Zwischen Baden und Bayern soll am Sonntag in Karlsruhe der vierte Teilnehmer an der Vorschlußrunde des Reichsbund=Pokalwettbewerbes ermittelt werden. Die Gaue haben für das Wiederholungsspiel folgende Mannschaften aufgestellt: Baden: Drayß; Conrad, Bols; Heermann. Lorenzer, Leupold: Brecht, Fischer 1, Langenbein, Förv, Bieble. Bayern: Köhl; Haringer, Billmann: Uebelein, Goldbrunner, Luber; Kronzucker, Itkowiak, Gäbler, Schmitt, Siemetsreiter. Oberhausen— Fortuna abgesetzt Rot=Weiß Oberhausen und Fortuna Düsseldorf werden das für den kommenden Sonntag vorgesehene Punktespiel nicht durchführen. Der Kampf ist abgesetzt worden.— Oberhausen will natürlich nicht ohne Willi Jürissen, der in Köln gegen die Schweiz das Tor hütet, den Kampf gegen den Tabellenführer aufnehmen. Uebrigens werden TRU Düsseldorf und der VfL Benrath mit Rücksicht auf Köln ihr Spiel bereits am Vormittag austragen. Aufstiegsspiele in zwei Gruppen Am Niederrhein ist nunmehr die Austragungsform der Aufstiegspiele zur Bezirksklasse amtlich festgelegt worden. Nach den neuen Ausführungsbeungen werden diese Spiele in zwei Gruppen ausgetragen. Da am Niederrhein sechs Gruppen der Bezirksklasse bestehen, hat der Gaufachwart bestimmungsgemäß die Einteilung vorzunehmen. Die Entscheidung für die Aufstiegspiele lautet: Es spielen die Sieger der Gruppen 1 bis 3 und 4 bis 6 Ueberraschung oder Taktik? Nachbetrachtung zum Schmeling=Foord=Kampf zusammen in einer Gruppe. In der ersten Abkeilung stebt Westende Hamborn als Teilnehmer fest. Rot=Weiß Essen hat sich als Gruppensieger der Gruppe 4 für die Spiele der zweiten Abteilung qualifisiert. Reichswintersportwoche der HJ. Die Banner der Hitler=Jugend kösten in Garmisch=Partenkirchen die Fahnen des DRL. ab. Wo eine Woche lang Deutschlands beste Schiläufer, Schlitten= und Eissportler der Elite des Auslandes gegenübergestanden hatten, dort werden nun sieben Tage lang die Auserwählten der deutschen Jugend gegeneinander antreten. Den Auftakt zur ReichsWintersportwoche der 5J. bildete die Verpflichtung der 1200 Teilnehmer im Olvmpischen Festsaal. Am Dienstag herrschte auf allen Kampfstätten Hochbetrieb. Bei herrlichem Winterwetter tummelten sich die Jungen auf der Abfahrtsstrecke vom Kreuzeck nach dem Hausberg, übten den Torlauf und gleichzeitig fand sich das Jungpolk zu Ausscheidungsspringen auf der eigens errichteten Jugendschanze ein. Die Eislaufwettbewerbe mußten von Kainzenbad, wo die brennende Sonne das Eis weich machte, nach dem Olympiastadion verlegt werden. Die spitzen Kurven machten den Läufern hier viel zu schaffen, aber mit der Unbekümmertheit ihrer Jugend setzten sie sich über alle Schwierigkeiten binweg. Klasse 1, 500 Meter: 1. Molter=Gebiet Franken 62,8, 2. Rießer=Franken 65,2, 3. Walter RothFranken 66,3, 4. Funk=Ostland 68,2, 5. GoltzBerlin 69,9, 6, Backhaus=Mittelrhein 71. Klasse 2, 250 Meter: 1. Horst George=Berlin 36,2, 2. Harry Filschen=Ostland 37, 3. Köhler=Westfalen 37,1, 4. Leberzammer=Franken 38,4, 5. Merz=Württemberg 40,6, 6. Pfahl=Mittelland 40,8. Nackte Ergebnisse trügen. Sie sind zu einseitig für jede Auswertung. Ben Foord wurde in seinen drei letzten Kämpfen von Neusel und Farr ausgepunktet, von Max Baer sogar durch K.=o. besiegt. Die Folgerung liegt also sehr nahe, Neusel und Farr ständen auf der gleichen Stufe wie Schmeling, der Amerikaner Baer sogar über ihm. Vergleiche hinken aber immer, erst recht hier. Denn Foord wurde in der Form seines Lebens von einem glänzend aufgelegten Schmeling derart eindrucksvoll und vernichtend geschlagen, so deklassiert, wie es bei einem vorzeitigen K.=o.=Sieg einfach nicht möglich gewesen wäre. Alle, die unseren„Maxe" in Hamburg sahen, werden es ihm mehr als danken, daß er nicht den letzten Ehrgeis hatte, entscheidend zu siegen. So wundervoll war die Demonstration seiner borerischen Fähigkeiten, die er im Kampf zu einem ästhetischen Genuß werden ließ! „Max braucht Kämpfe, nichts als Kämpfe, um sich auf dieser Höchstform zu halten," waren die Worte seines„ewigen Schattens“ Max Machon nach dem Hamburger Treffen. Und gerade die Begegnung mit Ben Foord hatte eine ganz besondere Bedeutüng. Schmeling trifft im Juni als Verausforderer auf Joe Louis. Er wird also, um ganz sicher zu gehen, den Kampf machen, seine ihm angeborene Rolle als Konterborer aufgeben und den Angriff suchen müssen. Diese Aufgabe hatte sich „Max“ für den zweiten seiner Aufgaloppkämpfe gestellt. Wie er sie gegen einen großen Vertreter der englischen Schule, die bekanntlich die Selbstverteidigung über den„Fight“ stellt und dadurch wahre Meister der Verteidigungskunst hervorgebracht hat, löste, war einfach begeisternd und unübertrefflich. Die Frage, ob der„Nur=Punktsieg" eine Ueberraschung oder Taktik war, sollte damit beantwortet sein. Schmeling wollte keinen kurzen Kampf, er wollte sich als Offensivboxer erproben und dabei feststellen, was er alles„wegstecken" kann, wenn es Gegner und Kampfverlauf erfordern! Schmeling— ein lebendes Lehrbuch Wenn die Amerikaner hingehen und ihrem Tennisnachwuchs das Können der Tilden, Perry, Vines, Budge und von Cramms in Filmen vermitteln, so sollte die deutsche Boxsportführung es nicht versäumen, von Schmeling einen ausgesprochenen Lehrfilm zu drehen, der unserer boxenden Jugend für Jahre hinaus außerordentlich dienen kann. Man wußte in Samburg einfach nicht, was an dem deutschen Meister aller Klasse mehr zu bewundern war, seine unglaubliche körperliche Verfassung, die federnd leichte Beinarbeit, das blitzschnell Gefahr und Blößen erkennende Auge, und die intelligente Art seiner Kampfesführung, die zermürbende Art seiner Linken oder die urplötzlich abgeschossenen Rechten und die bis zur höchsten Kunst entwickelte Schlagtechnik. Kein Wunder, daß ein Boxer von o hundertprozentigem Können manchmal etwas orglos in der Deckung scheint oder fast zu viel Freude am Boxen hat, um vom ersten Gongschlag an auf den schnellen K.=o.=Sieg auszugehen Die große Ueberraschung des Hamburger Kampftages war Ben Foord. Wohl niemand hatte dem Südafrikaner sugetraut, daß er über die Runden kommen würde. Foord aber war in hervorragender Form, machte von seiner Linken so vielseitigen Gebrauch, wie eben möglich und bewies eine Härte, die selbst Weltmeistern Ehre gemacht hätte. Daß er kein„Fighter" im Stile unseres Halbschwergewichtlers Heuser sein würde, mußte man erwarten, da der Brite ja Sprößling der englischen Borschule ist. Auf jeden Fall hat Ben Foord eine derart gute Leistung und so starken Widerstand gezeigt, daß Schmeling ihn nach dem Kampf über Tommy Farr und den Amerikaner Harry Thomas stellte. Kilian Viererbobmeister Das überaus günstige Wetter— fünf bis sieben Kältegrade herrschten im Rießerseegebiet— veranlaßten den Deutschen Schlittensportverband am Dienstagvormittag die in der vergangenen Woche verschobene Viererbobmeisterschaft auf der Olympiabobbahn nachzuholen. Die Beteiligung war in Anbetracht des sozusagen über Nacht angesetzten Termins gut. Fünf Maschinen fanden sich am Start ein. Schön der Vorlauf ergab, daß sich die Bahn in besserem Zustand befand als während der Weltmeisterschaft. So war es kein Wunder, daß Hans Kilian mit seiner im ersten der beiden Rennläufe erzielten Zeit von 1:22,07 auf vier Sekunden an den Bahnrekord des Schweizers Capadrutt berankam. Im zweiten Lauf hatte zwar sein Landsmann Rousselle auf„Greif“ mit Kemser als Bremser mit 1:22,14 die beste Zeit, doch war Kilian mit Krempl als Bremser und Eishockeyspieler Braumiller und Windhaus als Mannschaft auf Bob„Zugspitze" mit der Gesamtzeit on 2:44,33 am schnellsten und errang damit den Titel. Die Thüringer fanden sich mit der diesmal sehr schnellen Bahn nicht so gut ab wie sonst. Braddock will sich zurückziehen Sehr überraschend kommt aus Newyork die Meldung, daß Exweltmeister James Jimmy Braddock sich vom Borsport zurückziehen wolle. Es steht nur nicht genau fest, daß Braddock, der durch seinen Punktsieg über Farr wieder stark gewonnen hat, nun wirklich den Rücktritt beabsichtigt oder die Meldung aus Reklamegründen von seinem Manager verbreitet wurde. Es scheint aber nunmehr festzustehen, daß Farr, der am 11. März gegen Max Baer bort, nicht von Braddock die Revanche erhält, Aufgelöst Katholischer Jungmännerverband der Diözesen Aachen und Köln Aachen, 1. Febr. Die Staatspolizeistelle Aachen teilt mit: Der Katholische Jungmännerverband der Diözese Aachen mit seinen sämtlichen Neben- und Untergliederungen ist am 1. Februar 1938 von der Staatspolizeistelle Aachen im Einvernehmen mit der Staatspolizeistelle Düsseldorf auf Grund des§ 1 der Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutze von Volk und Staat vom 28. 2. 1933 in Verbindung mit dem§ 1 des Gesetzes über die Geheime Staatspolizei vom 10. 2. 1936 für den Bereich der ganzen Diözese aufgelöst und verboten worden, weil er fortlaufend gegen die Bestimmungen über die Betätigung konfessioneller Jugendverbände verstoßen hat. Wie die Geheime Staatspolizeistelle Köln mitteilt, ist auch der Katholische Jungmännerverband der Erzdiözese Köln mit seinen sämtlichen Neben= und Untergliederungen am 1. Februar 1938 unter der gleichen Begründung verboten worden. Eschs Straftaten aus dem Jahre 1929 Düsseldorf, 1. Febr. Die Dienstag=Verhandlung im Esch=Prozeß brachte einige Fälle zur Sprache, in die auch der Mitangeklagte Werksprokurist Gottschalk und der Steuerinspektor Schülbe verwickelt sind. Die Fälle sind aus den Jahren 1929-1930, als Esch noch beim Finanzamt war und dort schon sehr erhebliche Summen in seine Tasche zu spielen wußte. Im ersten Fall soll er von einem verstorbenen Firmeninhaber 15 000 RM. Honorar für ein Gutachten bekommen haben. Dieser Fall wurde aber vorläufig zurückgestellt, da die Schuldfrage nicht geklärt erscheint. Im nächsten Fall hatte Esch in Erfahrung gebracht, daß in den Büchern einer Firmenteilhaberin eine Dividende von 40 000 RM. nicht verbucht war. Er brohte mit hoher Strafe. Gottschalk, der als privater Steuerberater für sie tätig war, ließ sich dann bewegen, an Esch 15000 RM. zu zahlen, womit die Angelegenheit aus der Welt geschafft war. Der folgende Fall sieht außer Gottschalk auch Schülbe unter Mitanklage. Esch hatte bei einer Firma festgestellt, daß eine Abfindung von 00 000 RM. aus steuerlichen Gründen nicht verbucht worden war. Als G., der der Prokurist der Firma war, das zugeben mußte, erklärte Esch, daß durch Zahlung eines Schweigegeldes von 20 000 RM. die Angelegenneit erledigt sei. G. hat dann von der Firma aus die 20 000 RM. an Esch gezahlt. Esch erklärt hierzu, daß das kein Schweigegeld, sondern„Honorar“ für Gutachten gewesen sei. Die 20 000 RM. will er zu gleichen Teilen mit Schülbe geteilt haben, da Schülbe von der Angelegenheit gewußt habe. Schülbe bestreitet das. Er habe Esch in verschiedenen Fällen Unterlagen der Rechtsprechung und Literatur herausgesucht und beschafft und will es für seine diesbezügliche Hilfe erhalten haben. In dem dann zur Erörterung gekommenen Fall überredeten Esch und Schülbe den Gottschalk, 30 000 RM. zuviel bezahlte Steuern seiner Firma selbst abzuheben und zu dritt zu verteien. Esch und Schülbe erhielten je 10 000 RM., während Gottschalk seinen Anteil von rund 10 000 RM. seiner Firma zurückzahlte. In dem letzten zur Verhandlung stehenden Fall hat Gottschalk an Esch für Schülbe für dessen weitere„Bemühungen" noch einmal 2000 RM. gezahlt. Esch will sie angeblich verloren haven(1?), worauf G. an Schülbe noch einmal 1000 RM. zahlte. Ein Todesurteil vollstreckt Berlin, 1. Febr. Am 1. Februar 1938 wurde der am 15. August 1915 geborene Walter Schlitzkus hingerichtet, der vom Schwurgericht in Frankfurt a. M. wegen Mordes zum Tode verurteilt worden ist. Schlitzkus, ein schon mehrfach vorbestrafter Mensch, hat in der Nacht zum 21. Juli 1937 in Frankfürt a. M.=Zeilsheim den 53 Jahre alten Schausteller Karl Bauer mit einer Axt erschlagen, um ihn berauben zu können. Bei der Feler des fünften Jahrestages der Machtergreifung durch die deutsche Kolonie in London wurde erstmalig die„Deutsche Zeitung in Großbritannien" verteilt. Das Blatt soll zum geistigen Mittelpunkt des heimatverbundenen Deutschtums in England werden Kammerbeschiune: Diätenerhöhung— selbstverständlich! Paris, 1. Febr. Die französische Kammer hat am Dienstagnachmittag die Erhöhung der Abgeordnetenbezuge von jährlich 60 000 auf 82 500 Francs mit großer Mehrheit angenommen. Der Gesetzentwurf über ein Ausfuhrverbot von Zeitungen und Zeitschriften wurde auf Donnerstag vertagt. In der Grafschaft Somerset(England), wo sich der Typhus wie in Croydon zu einer Epidemie auszuwachsen droht, ist jetzt bereits das zweite Todesopfer zu verzeichnen. Die Bewohner nd durch Rundfunk gewarnt worden, bei der Verwendung von Milch und Wasser Vorsicht zu üben. Das Kattowitzer Gastspiel des Preußischen Staatsschauspielhauses gestaltete sich neben dem völkischen und kulturellen Erlebnis für das ostoberschlesische Deutschtum zu einem gesellschaftlichen, künstlerischen und kulturpolitischen Ereignis, das um so höher zu bewerten ist, als es das erste dieser Art in Ostoberschlesien war. Der litauische Seim nahm am Montagabend den neuen Verfassungsentwurf in erster Lesung an und übertrug die weitere Bearbeitung einer elfgliedrigen Kommission, Einige Abgeordnete, darunter zwei Memelländer, übten an dem Entwurf Kritik wegen der Schmälerung der Rechte des Seims. In einer Zuschrift an die„Times" stellt William Teelling den Reichsarbeitsdienst für England als Vorbild hin. Ein solcher Arbeitsdienst würde für das Empire von großem Nutzen setn. Die jungen Engländer sollten, so sagte Teelling, für ein Jahr in den Dominien und Kolonien bisher noch unerschlossene Gebiete für die menschliche Besiedlung erschließen. Der König von Aegypten hat am Dienstag im Königlichen Opernhaus den Weltnachrichtenkongreß eroffnet. Von 70 eingeladenen Ländern haben 62 über 600 Vertreter entsandt. Die starke deutsche Abordnung wird geleitet von Ministerialdirektor Flaischmann, Der Präsident des Senats der Freien Stadt Danzig hat am Dienstag an den Staatspräsidenten der Republik Polen Professor Moscicki ein Telegramm gerichtet, in dem er ihm zu seinem Namenstage die aufrichtigsten Glückwünsche des Senats der Freien Stadt Danzig übermittelta. Westfalen und Rheinland Außenstelle des Hauses der Technik Reichstreuhänder Hahn sprach zur Eröffnung in Mülheim Mülheim(Ruhr). Das Haus der Technik in Essen hat seine erste Außenstelle in Mülheim (Ruhr) geschaffen, um auch den außerhalb Essens wirkenden und wohnenden Männern der Technik Gelegenheit zur Teilnahme an diesen einzigartigen Veranstaltungen technisch=wissenschaftlicher Art zu geben. Mit einer kurzen Feier wurde die Außenstelle Mülheim(Ruhr) am Montagabend im Kammermusiksaal der Stadthalle in Anwesenheit der Vertreter der Partei, des Staates und der Wirtschaft eröffnet. Kreisleiter Camphausen gab in einer einleitenden Ansprache dem. Wunsche Ausdruck, daß aus den Vorträgen in der Mülheimer Außenstelle der Geist hervorgehen möge, den wir nötig hätten, um in der nationalsozialistischen Führung tätig sein zu können. Hierauf hielt der Reichstreuhänder der Arbeit für das Wirtschaftsgebiet Westfalen, Hahn(Essen), einen 1½stündigen Vortrag, in dem er über die Aufgaben und Erfahrungen aus seiner Praxis sprach. Er ging davon aus, daß nach dem Willen des Führers die Volksgemeinschaft auf die Kameradschaft aufgebaut werden müsse. Die Volksgemeinschaft könne nicht gebildet werden, wenn nicht alle Voraussetzungen geschaffen würden, um eine wirkliche Betriebsgemeinschaft herzustellen, die auf Kameradschaft, Treue. Leistung, Opfermut und gegenseitige Achtung beruhe. Sehr eingehend schilderte der Vortragende die mannigfaltigen Aufgabengebiete, die dem Treuhänder der Arbeit gestellt sind, der der sozialpolitische Beauftragte der Reichsregierung in seinem Wirtschaftsgebiet und als politischer Beamter an die Richtlinien und Weisungen der Reichsregierung gebunden, aber für jeden zuständig sei, der ein Gefolgschaftsmitglied oder einen Lehrling beschäftige. Die Tarifordnung sei ein staatlicher Rechtsetzungsakt. Einen Tariflohnverzicht oder eine Ausgleichsquittung kenne man in Deutschland nicht mehr. Ueber die Lohnpolitik sagte der Vortragende, daß er an die Richtlinien gebunden sei, die stabile Preise und stabile Löhne vorsähen. Für seine Maßnahmen sei er dem Reichspreiskommissar gegenüber verantwortlich. Als Treuhänder könne er nur einen Ausgleich suchen zwischen dem wirtschaftlich Tragbaren und dem sozialpolitisch Gewünschten. Wichtig sei, daß kein Antreibersystem herrsche und daß nor allem die üble Akkordschere wegfalle. Hier gebe es immer wieder Schwierigkeiten. Man müsse bedenken, daß der deutsche Arbeiter gerecht behandelt werden wolle. Zum Schluß betonte der Vortragende, daß in seinem Wirtschaftsgebiet außerordentlich gure Ansätze eines wirklichen Führertums in den Betrieben festzustellen seien. Mit einem Appell zur Mitarbeit an dem Aufbau der Betriebsgemeinschaft an Führer und Gefolgschaft schloß der Reichstreuhänder seine mit großem Beifall aufgenommenen Ausführungen. Neue Pflichten der Führerschaft ührer Deinert vor den Führern der HJ. Winterberg. Der 4. Tag der Führerarbeitswoche des Gebietes Ruhr=Niederrhein(10) in Winterberg stand im Zeichen der richtungweisenden Ausführungen von Gebietsführer Heinz Deinert für die im laufenden Jahr auf dem Gebiete der Jugenderziehung von allen Führern zu erledigenden Arbeiten. Der Tag nahm seinen Auftakt mit Referaten der Abteilungsleiter Bannführer Wenzel (Weltanschauliche Schulung, Kultur und Rundfunk), Bannführer Wilke(Grenz= und Ausland) und Bannführer Hartmann(Körperliche Ertüchtigung), die ausführlich über ihre Arbeitsgebiete und über die Notwendigkeit für die weitere nationalsozialistische Erziehung der deutschen Jugend sprachen. Zu Beginn seiner grundlegenden Ausführung wies Gebietsführer Heinz Deinert zunächst darauf hin, daß im Sinne des Reichsjugendführers die Arbeit des Jahres 1938 im Zeichen der Verständigung zu der Jugend des Auslandes stehen müsse und wies gleichzeitig auf die Unterstützung des neuen BDM.=Werkes„Glaube und Schönheit“ hin. Nach Aufzählung innerdienstlicher Mißerfolge und Darlegung ihrer Gründe und Herausstellung der Erfolge auf dem Gebiete der Jugenderziehung in weltanschaulich gefestigtem nationalsozialistischem Sinne gab er seinen Führern neue Anordnungen für die folgende Arbeitsweise innerhalb des Gebietes Ruhr=Niederrhein bekannt. Zur Feststellung der Leistungen und Arbeitserfolge der Einheiten und zur schnelleren Behebung von arbeitsmäßigen und technischen Mängeln werde eine feste Inspektion und Besichtigung der unteren Einheiten im Laufe eines Jahres festgelegt und durchgeführt werden. Hiermit nähme im Gebiet Ruhr=Niederrhein zum ersten Male eine Dienstleistungsprüfung ihren Auftakt. Diese Inspektion werde jeweils von ihm selbst, vom Stabsleiter, dem Leiter der Organisationsabteilung— die im übrigen Zentralstelle und Träger aller neuen Arbeitsvorhaben sei— oder in Einzelfällen von Abteilungsleitern und vom Gebietsführer zu bestimmenden Angehörigen des Gebietsstabes ausgeführt. Unter Inspektion sei die Besichtigung von Dienststellen, sowie Heimabenden, Sport= u. Ausbildungsabenden und Durchführung von besonders angeordneten Aktionen zu verstehen. Eingeschlossen seien hierbei die Besichtigungen von Unterbannen und Gefolgschaften, denen hierzu vorher eine besondere Aufgabe gestellt werde. Von der Organisationsabteilung gehe den Bannen monatlich eine Terminaufstellung zu über die Einheiten, die besichtigt werden bzw. werde den Bannen 8—14 Tage vor der Besichtigung die besondere Aufgabe bekanntgegeben. Weiterhin sei besonders wesentlich ein Sondereinsatz in den Landbannen. Jeder Stadtbann habe einen Landbann als Patengebiet zu übernehmen. Hiermit soll in einer systematischen Bearbeitung der kleinen Ortschaften erreicht werden, daß auch im kleinsten Ort im Gebiet Ruhr=Niederrhein mindestens ein= bis zweimal jährlich eine vorbildliche HJ.=Einheit durch mustergültiges Auftreten, durch Kameradschaftsabende, Morgenfeiern, Dorfgemeinschaftsabende, Kundgebungen, Laienspiele, musikalische Veranstaltungen und Märsche der Bevölkerung die Gedanken einer nationalsozialistischen Erziehung und Haltung näherbringen. Wesentlich vorwärtsgetrieben werde diese Aufgabe durch die Unterbringung der betreffenden Igg. in Privatquartieren. Um den Bann= und Jungbannführern Gelegenheit zu geben, in einen noch engern Kontakt mit der Gebietsführung zu treten und um die Arbeit des Gebietsstabes näher in seiner Gesamtheit kennen zu lernen, werde in Zukunft jeder Bann= und Jungbannführer drei Wochen zur Gebietsführung berufen. Hier habe er dann Gelegenheit, sich in allen Abteilungen mit den wesentlichsten Aufgaben vertraut zu machen. Um weiterhin über einen festen Stand von Nachwuchsführern zu verfügen, würden in Zukunft nach dem Besuch der Gebietsführerschule die betreffenden Führer ebenfalls für 14 Tage zur Gebietsführung abkommandiert. Anschließend wies der Gebietsführer auf die von ihm neuerdings abgehaltenen Kurzführerlehrgänge der Stamm= und Unterbannführer hin und behandelte abschließend die wichtigen Fragen der Landflucht und des Landarbeitermangels. Der arbeitsreiche Tag wurde mit einem Referat des Leiters des Landesverbandes Rheinland des Hauptbannführer Conrad, beendet, der über die Erfolge seit 1933 und die Vorhaben für die kommende Zeit innerhalb seines Landesverbandes berichtete. Merkwürdige Naturerscheinung Elmsfeuer im Sennegebiet Vaderborn. Die gewitterreichen Unwetter=Einfälle der letzten Tage haben dem Paderborner Land nicht nur starken Sturm, Regen, Hagel und Schnee gebracht, sondern im Sennegebiet auch ein recht seltenes Naturschauspiel hervorgezaubert, das besonders klar und eindringlich in der Nähe der Station Riege an der Bahnstrecke Paderborn—Bielefeld beobachtet werden konnte. Hier flammten aus den Spitzen einiger Lindenbäume dauernd helle Lichter auf. Es handelt sich um Elmsfeuer, eine Naturerscheinung, die in der Ebene fast kaum zu verzeichnen ist und bekanntlich vor allem in Hochgebirgsgegenden und an hoch aus dem Meere ragenden Gegenständen wie Schiffsmasten, Leuchttürmen usw. beobachtet werden kann. Das Elmsfeuer ist eine Ausströmung von elektrischen Kräften, die sich bei starker Gewitterluft an den genannten höheren Gegenständen bilden und die sich merkwürdigerweise jetzt auch in der flachen Ebene der Sennelandschaft zeigten. Vom Begräbnis in den Tod gefahren Geseke. Einem tragischen Unglücksfall fiel hier der 27 Jahre alte Paul Anlauf aus Holzhausen zum Opfer, der sich mit seiner Frau auf dem Motorrad von einem Begräbnis in Herne auf der Heimfahrt befand. Als er einen Radfahrer überholen wollte und ihm zu gleicher Zeit ein Lastwagen entgegenkam, geriet er mit dem Motorrad zu weit nach rechts, streifte den Radfahrer und verlor die Gewalt über sein Fahrzeug, das gegen einen Baum fuhr. Während seine Frau vorher vom Rade heruntergeschleudert wurde und nur leichte Verletzungen erlitt, trug Anlauf so schwere Verletzungen davon, daß er bald nach der Einlieferung in das Krankenhaus starb. Mutter verbrennt ihr uneheliches Kind Lauenhagen(Schaumburg=Lippe). Eine ledige Einwohnerin hat in der Nacht vom 10. zum 11. Januar einem Kinde das Leben geschenkt. Die Mutter gab zunächst an, das Kind sei tot zur Welt gekommen und sie habe es daraufhin in den Hülsebach geworfen. Sie wurde im Amtsgerichtsgefängnis nochmals verhört und hat nun ein Geständnis abgelegt. Danach hat sie das Kind erst erwürgt und dann im Feuer unter einem Kessel verbrannt. Vater von fünf Kindern verunglückt Detmold. In Sonneborn wurde nachts auf der Reichsstraße 1 der Schmiedemeister Greimeier aus Sonneborn von einem Lastauto angefahren und tödlich verletzt. Greimeier befand sich mit dem Ortsbauernführer auf dem Heimweg von einer Familienfeier. Die Klärung der Schuldfrage wurde sofort eingeleitet. Der Verunglückte ist Vater von fünf unmündigen Kindern. Bielefeld senkt Strom= und Gaspreise Bielefeld. Das Städtische Betriebsamt Bielefeld hat nach Genehmigung durch die zuständigen Stellen ab 1. Februar eine Ermäßigung der Tarife für Gas und elektrischen Strom vorgenommen. Diese Maßnahme bedeutet für die Stadtkasse einen Ausfall von rund 336 000 RM. jährlich. Entsprungener Zuchthäusler wieder gefaßt Minden. Vor etwa einer Woche wurden in Minden systematische Beraubungen von Warenund Telefonautomaten usw. festgestellt. Jetzt ist es der Mindener Kriminalpolizei gelungen, die Automatenräuber in den beiden Brüdern E. aus Minden zu ermitteln und festzunehmen. Der eine der Brüder ist vor längerer Zeit bei Außenarbeiten aus dem Zuchthaus in Celle entsprungen und konnte auf dem Bahnhof Minden verhaftet werden, als er gerade von einem Raubzug in die Umgebung zurückkam. Er trug einen Koffer mit Diebesgut bei sich. Seine Festnahme konnte erst nach einer wilden Flucht über die Bahnanlagen und durch die anliegenden Straßen mit Hilfe von Straßenpassanten bewerkstelligt werden. Ein läsniger Ausländer Zuchthaus und Sicherungsverwahrung Dortmund. Von der Großen Strafkammer des Landgerichts Dortmund wurden der 36 Jahre alte tschechoslowakische Staatsangehörige Josef Luhan wegen fortgesetzter Anstiftung zur Urkundenfälschung, wegen Diebstahls, wegen Vergehens gegen Paragraph 5 des Gesetzes über die Reichsverweisung und wegen fortgesetzter Zuhälterei zu drei Jahren Zuchthaus, drei Jahren Ehrverlust und zur Sicherungsverwahrung, und der zuletzt in Düsseldorf wohnende 43 Jahre alte Adolf Schmidt zu zwei Jahren Zuchthaus, drei Jahren Ehrverlust und zur Sicherungsverwahrung verurteilt. Luhan war bereits 1922 wegen verschiedener Straftaten in Deutschland des Landes verwiesen worden, doch tauchte er unter falschem Namen wieder in Deutschland auf und verging sich erneut gegen die Gesetze. Ausweise fertigte er sich selbst an oder beschaffte sie sich auf andere Weise. Dreimal wurde Luhan über die tschechische und einmal über die holländische Grenze zwangsweise abgeschoben, aber immer wieder kehrte er unter anderen Namen nach Deutschland zurück. Der Angeklagte Schmidt, der ebenso wie Luhan ein erhebliches Vorstrafenregister aufzuweisen har, war dem Luhan bei der Beschaffung falscher Papiere ein treuer Gehilfe, scheute sich aber auch nicht, seinen Spießgesellen zu erpressen. Tödlicher Betriebsunfall Dortmund. Im Blechwalzwerk des DortmundHörder Hüttenvereins kam der 53 Jahre alte Arbeiter Bernhard Klempt bei dem Versuch, an einem Motor einen Schaden zu beseitigen, mit der Starkstromleitung in Berührung, was seinen sofortigen Tod herbeiführte. Klempt war verheiratet und Vater mehrerer Kinder Hochwasser der Sieg Siegen. Im Bereich des mittleren Siegtales, das bei dem letzten Hochwasser vor einigen Wochen schwer heimgesucht wurde, ist nunmehr wieder Hochwassergefahr zu verzeichnen. Die Sieg ist durch die gewaltigen Wassermassen der Nebenbäche weit über die Ufer getreten und hat weite Strecken unter Wasser gesetzt. Das Wasser hat bereits verschiedene Keller der angrenzenden Häuser erreicht und Schaden angerichtet. Der Sturm, der mit orkanartiger Wucht über das Land hinwegfegte, hat vor allem in den Waldungen schweren Schaden angerichtet. Ausgebrochener Stier Halden. Ein 16 Zentner schwerer Bulle, der auf dem Hofe eines Bauern eingestallt war, riß sich plötzlich von der Kette los. Das wütende Tier griff den Bauer an, der sich durch die Flucht auf einen Wagen rettete. Trotzdem zerbrach der Stier die Deichsel und eine im Wege stehende Mähmaschine. Einem zu Hilfe eilenden Nachbarn gelang es im letzten Moment die Stalltür von außen vor dem Wüterich zu verrammeln, der nun kein Unheil mehr anrichten konnte. hätte schief gehen können Schwarzfahrt eines Zwölfjährigen Trier. Ein tolles Stück leistete sich hier ein zwölfjähriger Junge. Schon lange hatte er den Wunsch gehabt, einmal auf eigene Faust mit dem Auto des Vaters losfahren zu können. Natürlich konnte ihm der Vater diesen Wunsch nicht erfüllen. Der Junge machte nun eines guten Tages kurzen Prozeß; er bestieg den Wagen seines Vaters. Wie durch ein Wunder kam er heil aus Trier heraus, aber außerhalb des Stadtgebietes wurde die Sache doch recht ungemütlich, zumal er den Wagen nicht mehr zum Halten bringen konnte. Wie es kommen mußte, kam es: das Auto landete schließlich im Straßengraben. Während der Wagen erheblich beschädigt wurde, kam der Junge mit heiler Haut davon. Zufällig vorbeikommende Leute sorgten dafür, daß der kleine Schwarzfahrer bald wieder zu seinen Eltern kam. Welche Abreibung es von dem gestrengen Vater gegeben hat, entzieht sich unserer Kenntnis. Jedenfalls dürfte dem Jungen die Lust zum Autofahren vorläufig vergangen sein. Tötungsabsicht nicht nachzuweisen Köln. Am 11. Oktober vorigen Jahres wollte der 28 Jahre alte Fr. L., der mit seiner Frau in Scheidung lebte und in Essen tätig war, seine in Köln wohnende Geliebte besuchen. Er traf sie nicht in der Wohnung an, fand aber dort eine an die Geliebte gerichtete Postkarte. Ueber die zärtlichen Worte auf dieser Karte regte er sich sehr auf und fuhr, ohne die Geliebte gesprochen zu haben, sofort wieder nach Essen zurück. Die Eifersucht ließ ihm keine Ruhe; drei Tage darauf, am 14. Oktober fuhr er wieder nach Köln, wo er nun seine Geliebte antraf und mit ihr eine heftige Auseinandersetzung hatte. Während des Streites fuchtelte er ständig mit einem Revolver herum, den er in Essen zu sich gesteckt hatte. Plötzlich ging ein Schuß los, der aber glücklicherweise das Mädchen nicht traf. Eine Mitbewohnerin schlug Lärm und ließ durch einen Bekannten sofort die Polizei benachrichtigen, die den Eifersüchtigen festnahm. Unter der Anklage des Mordversuchs hatte er sich nun vor dem Kölner Schwurgericht zu verantworten. Der Angeklagte bestritt jede Tötungsabsicht, und wollte sich an die Tat nicht erinnern können, da er sinnlos betrunken gewesen sei. Die Kronzeugin machte entgegen ihrer ersten Vernehmung vor dem Schwurgericht eine wesentlich andere Aussage, die den Angeklagten sehr entlastete. Die weitere Beweiserhebung veranlaßte schließlich den Staatsanwalt, die Anklage wegen Mordversuchs fallen zu lassen und nur wegen versuchten Totschlags aufrechtzuerhalten. Er beantragte drei Jahre Zuchthaus. Das Urteil lautete wegen Bedrohung und Vergehens gegen das Schußwaffengesetz auf eine Gesamtgefängnisstrafe von einem Jahr unter Anrechnung der Untersuchungshaft. Wie in der Urteilsbegründung hervorgehoben wurde, war dem Angeklagten eine Tötungsabsicht nicht zweifelsfrei nachzuweisen. Auf die Mutter geschossen, den Stiefvater getötet Bonn. Am Abend des 6. Juli 1937 schoß der 27jährige Hans Termeer in sinnlosem Haß auf seine Mutter und traf dabei versehentlich seinen Stiefvater. Das Schwurgericht Bonn verurteilte den Angeklagten, der bereits zweimal in einer Heilanstalt gewesen war, am 22. November 1937 wegen versuchten Totschlags an seiner Mutter in Tateinheit mit fahrlässiger Tötung seines Stiefvaters zu drei Jahren Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverlust. Wie das Gericht feststellte, war sich der Angeklagte trotz aller bei seiner abnormalen Geisteshaltung und erblicher Belastung ihm zuzugestehenden Erregung der Tragweite seines Entschlusses voll bewußt gewesen, doch habe er nicht mit Ueberlegung gehandelt. In strafrechtlicher Hinsicht sei er für die Tat voll verantwortlich. Dieses Urteil hat nun, wie der Reichsgerichtsdienst des DNB. mitteilt, Rechtskraft erlangt, da das von dem Angeklagten angerufene Reichsgericht die Revisien als unbegründet verworfen hat. Aufklärung zum Koblenz. In einem Teil der Presse ist in den Sitzungsberichten des Besatzungsschädenprozesses John u. a. behauptet worden, der Anklagevertreter habe seinen Strafantrag in einem Punkte hinsichtlich des Angeklagten Schmidt zurückgezogen. Da hieraus fälschlich gefolgert werden konnte, daß der Strafantrag gegen Schmidt leichtfertig, ohne materielle Rechtsgrundlage, gestellt worden ist, sei hiermit festgestellt, daß die Zurücknahme dieses Anklagepunktes durch die Auslieferungsbeschränkungen der Schweiz bedingt war. Der Angeklagte Schmidt, der nach seiner Flucht in die Schweiz die Behauptung aufgestellt hatte, er werde wegen politischer Delikte verfolgt, und damit, entsprechend seinem Charakter, der Greuelpropaganda der Gegner Vorschub leistete, ist von der Schweiz lediglich unter der Bedingung ausgeliefert worden, daß er von Deutschland nur in den Punkten unter Anklage gestellt wird, die gleichzeitig auch nach dem Strafgesetz in der Schweiz verfolgbar sind. Auf Grund dieser Tatsachen mußte die Anklage gegen Schmidt schon erheblich eingeschränkt werden. Die neuerliche Zurücknahme eines Anklagepunktes wurde erforderlich, weil in der Zwischenzeit das eingegangene Auslieferungsurteil der Schweiz diese weitere Beschränkung der Anklage forderte. Dieser Punkt der Anklage wird in einem anderen abgetrennten Verfahren in Abwesenheit des Angeklagten verhandelt. Die Zurücknahme dieses Strafbegehrens des Staates ist somit nicht durch die materiele, sondern durch die formelle Lage bedingt. Die geschenkten 50 Pfennig und das große Glück Stromberg(Hunsrück). Fortuna hat hier letzter Tage einem wirklich Bedürftigen die Hand gereicht. Ein älterer, seit längerer Zeit erwerbsloser Mann traf, als er kurz vorher 50 Pfg. geschenkt bekommen hatte, zufällig einen braunen Glücksmann. Kurz entschlossen setzte er die 50 Pfg., übrigens seine letzten Groschen, für ein Los ein. Und siehe da,— 500 RM. zeigte das Los als Gewinn an. Die Freude des glücklichen Gewinners zu schildern, ist uns wirklich nicht möglich.