Sprockhöveler Zeitung Haßlinghauser Zeitung Amtlicher Anzeiger für das Amt Sprockhövel: Blankenstein=Herbeder Zeitung Anzeiger für die Gemeinden des Ennepe=Ruhr=Kreises Wieder innenpolitische Arbeit Das Wiederaufleben der politischen Tätigkeit nach der Ruhe der Feiertage kommt in einer ganzen Reihe von Aeußerungen in politischen Zeitungen zum Ausdruck, in denen die Entwicklung der innerpolitischen Lage, vor allem das Verhältnis zwischen Regierung und Reichstag erörtert wird. Uebereinstimmend wird in einer ganzen Reihe von Blättern der 17. Januar als der Termin für den Zusammentritt des Reichstages genannt und hervorgehoben, daß die Reichsregierung besonderen Wert darauf lege, die Stellungnahme der Parteien zu ihrem Programm in einer Debatte ohne weitere Verzögerung zu ttüren und nicht durch eine Vertagung des Reichstages die grundsätzlichen Fragen in der Schwebe zu lassen. Die Germania sagt darüber hinaus, die Regierung werde sich auch hinsichtlich des Zeitpunktes den Wünschen des Reichstages gegenüber entgegenkommend zeigen. Das Blatt hebt weiter hervor, daß der Reichskanzler vor allem ein klares Bekenntnis der NSDAP. für oder gegen sich fordern werde. Auch in anderen Blättern wird die Auffassung des Kanzlers betont. Einige Blätter beschäftigen sich in diesem Zusammenhang auch mit der Preußenfrage und der bevorstehenden Aussprache zwischen Reichskanzler von Schleicher und Ministerpräsident Braun. Die Deutsche Allgemeine Zeitung meint, daß diese Unterredung neben anderem auch die Möglichkeiten der legalen Wahl eines neuen Ministerpräsidenten in Preußen und die Beendigung der kommissarischen Regierung zum Thema haben werde. Sollte eine Neuwahl des Ministerpräsidenten entsprechend den gesetzlichen Bestimmungen nicht zustandekommen, so dürfte nach Auffassung des Blattes mit einer Auflösung des Landtages auch unabhängig von dem künftigen Schicksal des Reichstages zu rechnen sein. Auch die Vossische Zeitung gibt dieser Auffassung Ausdruck und sagt: In der Unterredung Schleicher—Braun werde geklärt werden müssen, ob sich in dem Dreimännerkollegium, das über die Auflösung zu entscheiden habe, und das sich aus Ministerpräsident Braun, dem Staatspräsidenten Dr. Adenauer(Zentrum) und dem nationalsozialistischen Landtagspräsidenten Kerrl zusammensetze, eine Mehrheit für Neuwahlen finden könnte. Kein Vorstoß Bayerns im Reichsrat Zu den Meldungen über den Länderappell an den Reichspräsidenten während des Neujahrsempfanges des Reichsrates wird von unterrichteter bayerischer Seite bekannt, daß die Initiative zu dieser Ansprache des preußischen Ministerialdirektors Coßmann weder von bayerischer noch von anderer süddeutscher Seite ausgegangen sei. Zu den Meldungen, daß Mitte Januar im Reichsrat ein Vorstoß Bayerns zu erwarten sei, wird weiter an zuständiger Stelle in München betont, daß von einer solchen Absicht nichts bekannt sei. Die bayerischen Entschließungen in dieser Frage würden von der Entwicklung der Verhältnisse abhängen. Reichskanzler a. D. Cuno Der Leiter der Reichspolitik im Ruhrkampf Der frühere Reichskanzler Geheimrat Cuno, Vorsitzender des Vorstandes der Hamburg=Amerika-Linie, ist im 57. Lebensjahre gestorben. Zum Ableben Cunos teilt die Hapag mit, daß Dr. Cuno seit einigen Tagen an Anfällen von Herzneuralgie gelitten habe. Der Arzt hatte ihm am Montag geraten, schleunigst einen Urlaub anzutreten. Dr. Cuno war am Dienstag früh im Begriff, sich für eine Urlaubsreise, die er mit seiner Gattin unternehmen wollte, zu rüsten, als ein Schlaganfall seinem Leben ein Ziel setzte. * Der Name Cuno ist unzertrennlich verknüpft mit der Erinnerung an den Ruhrkampf und die Inflationskatastrophe des Jahres 1923. Dr. Wilhelm Cuno, der aus Suhl in Thüringen stammte, war während des Krieges Leiter der Reichsgetreidestelle und übernahm 1916 im Reichsschatzamt das Hauptreferat für kriegswirtschaftliche Fragen. Im Jahre 1917 verließ er den Reichsdienst und trat in den Vorstand der Hamburg=Amerika=Linie ein, deren Generaldirektor er nach dem Tode Ballins im Jahre 1918 wurde. Bei den Waffenstillstandsverhandlungen und den zahlreichen folgenden Konferenzen der ersten Nachkriegszeit wirkte Dr. Cuno als Sachverständiger für Schiffahrtsfragen mit. Als im November 1922 die vom Reichspräsidenten Ebert gewünschten Bemühungen zur Erweiterung des Kabinetts Wirth scheiterten und zum Rücktritt der Reichsregierung führten, wurde, inmitten der sich immer mehr komplizierenden Schwierigkeiten mit der Reparationskommission, Dr. Cuno mit der Kabinettsbildung betraut. Sein Kabinett der„diskontfähigen Unterschrift“ prägte in der Regierungserklärung den allmählich zum Allgemeingut gewordenen Programm„Erst Brot, dann Reparationen“. Denkwürdig bleibt Cunos Angebot einer Reparationsanleihe und eines Sicherheitspaktes im Dezember 1922, das freilich den französisch-belgischen Ruhreinbruch mit seinen katastrophalen Folgen für die deutsche Währung nicht mehr abwenden konnte. Das Kabinett Cuno hatte die schwere Aufgabe, den passiven Widerstand und die Fürsorge für die zahlreichen Opfer des Rhein= und Ruhrkampfes zu organisieren. Am 12. August, auf dem Höhepunkt der innen- und außenpolitischen Schwierigkeiten, trat das Kabinett Cuno auf Grund eines von der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion beschlossenen Mißtrauensvotums zurück. Seine Erbschaft übernahm Gustav Stresemann. Dr. Cuno widmete sich seitdem wieder mit großem Erfolge als Vorstandsmitglied der Hapag der Wiederanknüpfung der internationalen Beziehungen der deutschen Schiffahrt sowie dem Problem der Reparationssachlieferungen. Beileid des Reichspräsidenten und des Reichsaußenministers Die Bereitstellung von Gütern zu Siedlungszwecken Von zuständiger Stelle wird darauf hingewie sen, daß jetzt auch die Besprechungen in den Landstellen der Provinzen Oberschlesien und Nie derschlesien über die Bereitstellung von Land für Siedlungszwecke durchgeführt worden sind, nachdem die entsprechenden Verhandlungen in den Landstellen der übrigen, am Siedlungswerk in teressierten Provinzen schon vorher erfolgt wa ren. In Niederschlesien stehen schätzungsweise 80 000 Morgen und in Oberschlesien etwa 50 000 Morgen für Siedlungszwecke zur Verfügung. An diesen Besprechungen der Landstellen waren außer den Provinzialbehörden und provinziellen Selbstverwaltungskörperschaften die interessierten Kre ditinstitute, die Landschaften und landwirtschaft lichen Hypothekenbanken beteiligt. Diese Kreditinstitute haben sich bereit erklärt, ihre auf die Güter, die der Siedlung zugeführt werden sollen, gegebenen Hypotheken stehen zu lassen. Die Hypothekenbanken und die Landschaften sind wei ter bereit, Vereinbarungen über eine rasche Durch Reichsminister Freiherr von Neurath hat anläßlich des Ablebens Cunos der Witwe und der Hamburg=Amerika=Linie seine aufrichtige Teilnahme ausgesprochen. führung der Zwangsversteigerung bei den Güern zu treffen, die im Entschuldungsverfahren als entschuldungsunfähig ausscheiden. Um die Durchführung der Siedlung noch im laufenden Jahre zu beschleunigen, sind die Fristen für die Zwangsversteigerung abgekürzt worden. Die Januartagung des Völkerbundsrates Das Völkerbundssekretariat veröffentlicht die Tagesordnung des Völkerbundsrates für die am 26. Januar beginnende Tagung. Die wichtigste Angelegenheit wird die Stellungnahme des Rates bezw. seiner Sonderausschüsse zur Vorbereitung der Weltwirtschaftskonferenz sein. Von weltpolitischer Bedeutung ist sodann die Behandlung des britisch-persischen Konflikts wegen der Persian Oil Company. Ferner stehen wieder eine Reihe von Danziger Angelegenheiten und Minderheitsfragen zur Beratung: die Wahl des Völkerbundskommissars in Danzig, die Neuordnung des dringlichen Verfahrens und zwei Berufungen des Danziger Senates gegen Entscheidungen des interimistischen Komitees vom 30. November betr. Zollkontingente. An Minderheitssachen ist zunächst die Angelegenheit der polnischen Agrarreform in Posen und Pommerellen weiter zu behandeln; ferner liegen eine Klage des Deutschen Volksbundes in Oberschlesien über Eigentumsrechte im Rybnicker Spital, sowie drei Petitionen von Einzelpersonen vor, während von polnischer Seite die Angelegenheit der Fortbildungs- und Berufsschulen in Deutschoberschlesien wieder zur Sprache kommt, ferner ist vom Polenbund in Deutschland eine Klage über behauptete Mißstände bei der Vorbereitung der preußischen Landtagswahlen vom April 1932 eingegangen. Beamtensperre in Frankreich Der Präsident der französischen Republik hat auf Vorschlag des Ministerpräsidenten und des Finanzministers eine Verordnung unterzeichnet, die bis zum 31. Dezember 1933 jede Neueinstel lung von Beamten, Angestellten und Arbeitern durch den Staat untersagt. Ausnahmen können nur zugelassen werden, wenn die betreffenden Ernennungen vom Finanzminister und den zuständigen Ressortministern gegengezeichnet wer den. Die Regierung will mit diesem Verbot der Neueinstellung von Beamten und Staatsangestellten den ersten Schritt zur Einführung neuer Arbeitsmethoden und einer Reform der Staatsverwaltung tun. „Times" über die Erholung der deulschen Anleihen und Papiere „Times" schreiben in ihrem finanziellen Teil: Ein bedeutsames Merkmal auf dem Markt der Auslandanleihen war im vergangenen Jahr die Erholung der deutschen Papiere. Diese Bewegung, die nach der Lausanner Konferenz im Juni begann, hat in den letzten Wochen des abgelaufenen Jahres schnelle Fortschritte gemacht, und zwar infolge der Rückkehr Deutschlands zur Abrüstungskonferenz, infolge der Berichte über die durch die Ernennung des Generals von Schleicher zum Reichskanzler bewirkte Beruhigung im Innern und infolge der Anzeichen einer Besserung der deutschen finanziellen und industriellen Lage. Der Jahresbericht der Reichskreditgesellschaft findet in den großen Blättern große Beachtung. Es wird hervorgehoben, daß er„zum erstenmal seit vielen Jahren" einen hoffnungsvollen Ton habe. Der Reichspräsident hat an die Witwe des verCuno das Abrüstungsinikiative des Stockholmer Zu dem schweren Schicksalsschlag, der Sie, gnädigste Frau, und die Ihren durch das so plötzliche Hinscheiden Ihres Herrn Gemahls getroffen hat, spreche ich Ihnen meine allerherzlichste Teilnahme aus. Die hohen Verdienste, die der Entschlafene sich um das Vaterland und den Wiederaufbau seines Wirtschaftslebens erworben hat, sichern ihm ein bleibendes, ehrendes Angedenken. gez. von Hindenburg, Reichspräsident. Forksetzungsausschusses Der Fortsetzungsausschuß der ökumenischen Konferenz zur Vereinigung der christlichen Kirchen in Stockholm hat bei der Regierung seine Bedenken über die gegenwärtige Gestaltung der Abrüstungsarbeiten ausgedrückt. Erzbischof Eidem äußerte im Namen des Ausschusses Besorgnisse wegen der mageren Ergebnisse der Abrüstungskonferenz und erklärte, daß eine Erhöhung der deutschen Rüstungen auf Grund der Forderung nach Gleichheit zu einem Wettrüsten und einer neuen Weltkatastrophe führen könnte. Angesichts dieser Lage sei es notwendig, die im Versailler Vertrag verheißene Herabsetzung der Rüstungen zu verwirklichen und so den deutschen Gleichberechtigungsanspruch zu erfüllen. Der Ausschuß forderte nachdrückliche Anstrengungen der schwedischen Delegation bei den bevorstehenden Konferenzarbeiten, um diese Entwicklung zu fördern. Der Ministerpräsident erwiderte, die Wünsche des Ausschusses stimmten mit denjenigen der Regierung überein. Der große Brand in dem Moselstädichen Zell Blick auf die Brandstätte Japans neuer Vorstoß Die Besetzung Schanghaikwans China zum Widerstand bereit— Mitteilung an den Völkerbund Wie die chinesische Gesandtschaft in London mitteilt, hat die Zentratregierung die chinesischen Behörden Nordchinas aufgefordert, über den Zwischenfall von Schanhaikwan eingehend Bericht zu erstatten und allen Einfällen japanischer Truppen Widerstand entgegenzusetzen. Reuter berichtet aus Nanking, 3. Jan.: Die chinesische Regierung hat dem Völkerbund Mitteilung von den Kämpfen um Schanhaikwan gemacht; sie hat aber keine Protestnote an Japan gerichtet und wird auch in diesem Sinne nichts unternehmen, bevor die Lage geklärt ist. Indessen hat sie den Truppen weitere Anweisungen gegeben, jedem Angriff auf die chinesischen Stellungen Widerstand zu leisten. Was die Parteien berichten Eine Reutermeldung aus Peiping, 3. Jan., berichtet: Die Kämpfe zwischen den chinesischen und den japanischen Truppen bei der Stadt Schanhaikwan an der Grenze von Mandschukuo waren, chinesischen Meldungen zufolge, gestern um 22 Uhr noch in vollem Gange. Berichte aus japanischer Quelle besagen, daß die hiesige japanische Vertretung dem Marschall Tschangsuehliang ein Ultimatum zugestellt hat, in dem verlangt wird, daß der Zwischenfall von Schanhaikwan binnen 24 Stunden geregelt werden müsse. Nach chinesischer Darstellung ist der Streit folgendermaßen entstanden: Am Sonntagabend richteten die japanischen Militärbehörden die Forderung an die Chinesen, daß die Stadt Schanhaikwan von der ganzen chinesischen Zivilbevölkerung geräumt werde. Die chinesischen Führer erwiderten, sie hätten keine Befugnis, eine solche Weisung zu geben. Am Montag früh um 2 Uhr stellten die Japaner die Forderung, die chinesischen Truppen sollten die Stadt räumen. Dies wurde abgelehnt. Am Montagmittag eröffnete japanische Artillerie das Feuer auf die Stadt. Dreißig Granaten fielen innerhalb der Stadtmauern nieder und richteten schweren Schaden an. Gleichzeitig warfen fünf japanische Flugzeuge zehn Bomben ab; einige von diesen fielen ebenfalls in der Stadt nieder. Um 15 Uhr brachten drei japanische Panzerzüge Verstärkungen, und der Kampf entbrannte von neuem. Ein Telegramm des chinesischen Kommandanten im Abschnitt von Schanhaikwan, General Hoschukuo, meldet, daß die Japaner von den chinesischen Verteidigungstruppen zurückgeschlagen wurden, nachdem die japanische Artillerie mit Unterstützung von Flugzeugen in einstündigem Kampf eine Bresche in die Mauer der Stadt gelegt hatte. Die Japaner haben sich, dieser Meldung zufolge, zurückgezogen, so daß die chinesische Garnison nunmehr in Erwartung eines neuen Angriffes die Verteidigungsstellungen ausbaut. Das Kriegsministerium in Tokio erklärt in einer Mitteilung an die Presse, daß der Kampf um Schanhaikwan von den Chinesen herausgefordert worden sei, die auf die Japaner geschossen hätten; das sei eine Auswirkung der bewußten chinesischen Politik, die darauf ausgehe, den Völkerbund zum Handeln zu zwingen. Japans Aufgebot an Streitmacht Wie Reuter gemeldet wird, sollen die Japaner bei dem Angriff gegen Schanhaikwan am 2. Januar 5000 Mann und Flugzeuge eingesetzt haben. Zugleich wurde die Stadt durch Kriegse beschossen. Die chinesische Besatzung ist Mann stark. Nach einer Meldung aus Schanghai sind acht japanische Kriegsschiffe im Hafen von Tschinwangtau, 16 Kilometer südwestlich Schanhaikwan, eingetroffen. Der Erfolg der Japaner Nach amtlichen Depeschen des Vertreters der Vereinigten Staaten in Schinwantao haben die Japaner am 3. Januar von 16.30 Uhr an die Stadt Schanhaikwan vollkommen besetzt. Garnisonen von Saragossa, Valencia und Madrid überwachen, da radikale Elemente in diesen Garnisonen Propaganda trieben. Man habe auch neue Bomben- und Waffenlager entdeckt und sei einer Verschwörung auf die Spur gekommen. Flucht Deportierter Der spanische Innenminister erklärte, daß 29 der wegen Beteiligung an der Aufstandsbewegung vom 10. August vor. Is. nach Afrika deportierten Personen aus dem Fort Villa Cisneros, wo sie in Haft gehalten wurden, geflüchtet sind. Sie benutzten zur Flucht einen französischen Segler. Der Gouverneur von Rio de Oro wurde abgesetzt, ebenso der Befehlshaber von Cap Juby. Polnischer Protest gegen die Silvesterveranstaltung des englischen Unterhaltungsrundfunks Der polnische Botschafter in London hat im Foreign Office eine Beschwerde über die Silvesterveranstaltung des englischen Unterhaltungsrundfunks überreicht. In der Silvesternacht hatte der englische Rundfunk Silvesterprogramme mehrerer europäischer Staaten übertragen. Bevor auf einen neuen ausländischen Sender umgeschaltet wurde, machte der Sprecher einige einleitende Bemerkungen. Bei der Umschaltung auf Warschau soll Polen, der Note zufolge, als ein Land bezeichnet worden sein, das ein Drittel seines Staatshaushaltes für Rüstungen ausgibt. In dieser Bemerkung sieht Polen die Verwendung der englischen Sender zu politischer Propaganda gegen eine befreundete Macht und fordert Maßnahmen, die eine Wiederholung unmöglich machen. 9 Generalversammlungen der Bergarbeiterverbände Der Bergbauindustriearbeiterverband beruft seine diesjährige Generalversammlung für die Zeit des 25. bis 30. Juni nach Bochum, dem Sitz des Verbandes, ein. Die Tagung wird sich vornehmlich mit den Fragen der Verkürzung der Arbeitszeit im Bergbau, der Verstaatlichung des Bergbaues und mit Wahlen zum Internationalen Bergarbeiterkongreß beschäftigen. Der Gewerkverein christlicher Bergarbeiter Deutschlands hält seine Generalversammlung vom 13. bis 17. März in Königswinter ab. für gegeben sei, daß diese Bauernschaften restlos vom agrarpolitischen Apparat der NSDAP. geführt werden. Norwegische Ausfuhrsperre für Obligationen und Kupons Norwegen hat das Beispiel Schwedens befolgt und durch eine vorläufige Verordnung eine Sperre über die Ausfuhr von Obligationen oder Kupons, gleichgültig, ob sie in norwegischen Kronen oder in ausländischer Währung zahlbar sind, verhängt. Die in Norwegen wohnenden norwegischen Inhaber solcher Wertpapiere können nur Bezahlung in norwegischen Kronen verlangen. Die Verordnung, die sofort in Kraft tritt, gilt auch für alte Forderungen, jedoch nur für die Zeit der Aufhebung des norwegischen Goldstandards. Die Forderungen von Ausländern bleiben unberührt, auch in den Fällen, in denen solche Forderungen später auf einen Nor weger übertragen worden sind. Aus der nsdap Neugliederung der Reichsorganisationsleitung Der Stabsleiter der nationalsozialistischen Parteiorganisation, Dr. R. Ley, gibt in einer Anordnung bekannt, daß sich die Reichsorganisation der NSDAP. wie folgt gliedert: 1. Der Stab, 2. das Personalamt, 3. das Organisationsamt, 4. das Schulungsamt. Ley ernennt zu seinem Stellvertreter den Gauleiter Robert Wagner(Karlsruhe). Wagner wird gleichzeitig zum Leiter des Personalamtes ernannt. Das Organisationsamt und das Schulungsamt bleiben vereint, zum Leiter des Organisationsamtes wird Reichskommissar Heinz Haake(Köln-Braunsfeld) ernannt. Gauleiter Wagner behält seinen Gau und sein Landtagsmandat. Ein Bannführerbefehl der Berliner HitlerJugend Der„Völkische Beobachter" veröffentlicht einen Befehl des Bannführers der Berliner HitlerJugend. In diesem wird angeordnet, daß aus Anlaß der Ermordung des 16jährigen HitlerJungen Walter Magnitz sämtliche Fahnen und Wimpel solange mit Trauerflor zu versehen seien, bis Adolf Hitler Führer des Deutschen Reiches sei und die ermordeten Kameraden gerächt seien. Für den Bann Berlin 2 ist bis zum 15. Februar die Mitgliederaufnahme gesperrt. Die Sperre soll die Möglichkeit geben, mit einem vollkommen überholten Organisationskörper den marxistischen Verbänden einen Kampf zu liefern, der ein„Meucheln der Hitler=Jungen" ein für allemal unmöglich mache. In einer Verfügung Hitlers über nationalsozialistische Bauernschaften heißt es u. a., soweit der Leiter des Amtes für Agrarpolitik bei der Reichsleitung der NSDAP Walther Darre, die Einrichtung von NS-Bauernschaften in den Gauen und Landesteilen geneh mige, müßten diese in den agrarpolitischen Appa rat der NSDAP. eingebaut und von diesem so geführt werden, wie es die Anordnung des Amtsleiters vorsehe. Alle bereits gegründeten NS-Bauernschaften hätten sich mit sofortiger Wirkung als aufgelöst zu betrachten, andernfalls werde Hitler gegen die Der deuksche Einspruch im Falle Gilles Aus Brüssel, 3. Jan., meldet das Wolffbüro: Gegen die Ausweisung des Reichsdeutschen Kaplans Gilles aus Eupen hat am Dienstag der deutsche Gesandte bei der belgischen Regierung Einspruch erhoben. Der Gesandte konnte auf Grund der über den Fall vorliegenden Darstellung des Kaplans Gilles darauf hinweisen, daß dieser mährend seiner Tätigkeit in Belgien die in politischen Dingen gebotene Zurückhaltung stets beobachtet und sich nicht nur jeder antibelgischen Politik, sondern überhaupt jeder politischen Betätigung enthalten habe. Der Gesandte betonte besonders die Gefahr einer erheblichen Verschärfung der Beziehungen zwischen den beiden Ländern, die sich aus Maßnahmen, wie der Ausweisung des Kaplans Gilles und die dadurch in der deutschen Oeffentlichkeit hervorgerufenen außerordentlichen Erregung, ergeben müsse. Parlamentsauflösung in Frland Die Regierung der irischen Freistaates hat das Abgeordnetenhaus aufgelöst Die Neuwahlen sind auf den 24. Januar festgesetzt worden. Der Schritt der Regierung erklärt sich aus den Schwierigkeiten, in die sie in der letzten Zeit geraten ist. Die Arbeiterfraktion, durch deren Stimmen allein eine Mehrheitsbildung möglich ist, will nichts von der geplanten Herabsetzung der Bezüge der unteren Staatsangestellten(Postbeamten usw.) wissen. Hierzu ist noch eine Bewegung gekommen, die auf Bildung einer aus allen Parteien zusammengesetzten Koalitionsregierung abzielt. Weiter wird aus Dublin, 3. Januar, berichtet: Heute früh wurde eine von dem neuen Generalgouverneur des irischen Freistaates. Donald Buckley, und dem Präsidenten der vollziehenden Gewalt, de Valera, unterzeichnete Proklamation veröffentlicht, durch die nicht nur das Abgeordnetenhaus, sondern auch der Senat für aufgelöst erklärt werden. Dieser Schritt ist den politischen Parteien völlig unerwartet gekommen und hat größte Ueberraschung hervorgerufen. Pressevertretern gegenüber erklärte de Valera, daß das neue Parlament am 8. Februar zusammentreten werde. Er fügte hinzu, die Regierung werde den Wählern ein unverändertes, wenn auch mehr detailliertes Programm unterbreiten. Er stellte in Abrede, daß der Auflösungsbeschluß irgendetwas mit der gegenwärtigen Meinungsverschiedenheit mit der Arbeiterpartei zu tun habe. Das Zusammenwirken der Regierungspartei und der Arbeiterpartei sei im allgemeinen durchaus harmonisch gewesen und werde hoffentlich in Zukunft ebenso innig sein. Dagegen sei eine Beilegung des Streits mit der britischen Regierung unmöglich, solange diese infolge der Angriffe der irischen Opposition hoffe, durch einen Druck auf das irische Volk die jetzige Regierung zu stürzen und die Opposition an die Macht bringen zu können. Französische Propaganda gegen die Abrüslung Das nationalistische„Echo de Paris" veröffentlicht einen Hirtenbrief des Bischofs von Chalons, in dem dieser sich gegen die Abrüstung wendet. Der Bischof erklärt, durch eine viel weitergehende Beachtung der sozialen und inter nationalen Gesetze der zehn Gebote könne es an gesichts schlecht verheimlichter Begehrlichkeiten ehrgeiziger, gieriger Nachbarn vertretbar sein, stark und auf der Hut zu bleiben, um das nationale Erbe an Reichtümern, Freiheiten und Ruhm zu schützen. Die Schwäche eines Volkes, die Nach barvölker in Versuchung führen würde, laufe der Erhaltung des Friedens ebenso zuwider wie der Kriegsgeist, der nicht durch Respektierung der Rechte anderer gezügelt werde. Ferner gibt das Blatt Ausführungen des ehe maligen französischen Militärattachés in Berlin, Generals Tournés, wieder, der sich leidenschaft lich gegen den französischen Konstruktivplan wen det und gegen jeden Versuch, auch nur irgend etwas vom Versailler Vertrag fortzunehmen Keine Ruhe in Spanien Die sozialen Konflikte, Spanien ausgebrochen sind, geben Sparmaßnahmen und Steuererhöhun gen in Griechenland Die griechische Regierung plant Maßnahmen von äußerster Strenge, um durch Einschränkung der Staatsausgaben das Defizit des Staatshaushaltes für das Finanzjahr 1933=34 auszugleichen, das auf 1200 Millionen Drachmen oder mehr geschätzt wird, wenn die Ernte des nächsten Jahres schlechter sein sollte als die des laufenden Jahres, die außerordentlich gut war. Die von der Regierung beabsichtigten Maßnahmen sehen u. a. eine Verringerung des Haushaltes des Kriegsministeriums um 240 Millionen Drachmen vor. Diese Verringerung ist möglich durch eine Herabsetzung der Dienstzeit von 14 au 12 Monate, durch die 73 Millionen Drachmen für Verpflegung und 71 Millionen Drachmen für Bekleidung der Truppe eingespart werden. Der Haushalt des Außenministeriums wird um 33 Millionen Drachmen verringert, und zwar durch Gehaltskürzungen und Aufhebung der griechischen Gesandtschaften in Wien, Bern, Prag und dem Haag und einer großen Zahl griechischer Konsulate. Die für das Landwirtschaftsministerium grundsätzlich beschlossenen Einsparungen betragen 23 Millionen Drachmen, die sich aus der Aufhebung einer großen Zahl von Aemtern in der Zentralverwaltung sowie in den Provinzen ergeben. Die gesamten für das Haushaltsjahr 1933=34 beschlossenen Sparmaßnahmen belaufen sich auf 400 Millionen Drachmen. Um das übrige Defizit zu decken, hat die Regierung beschlossen, Steuererhöhungen vorzunehmen bzw. neue Steuern einzuführen. mehreren Kanonenbooten und einem Transportdampfer mit tausend Mann unter General Cobo, hat die Fahrt den Amazonenstrom aufwärts nach der 3000 Kilometer entfernten Stadt Leticia begonnen. Der Hafen von Amapala wieder geöffnet Nach Meldungen aus Honduras haben die Aufständischen die Stadt Amapala wieder geräumt. Der Hafen ist wieder geöffnet. die in der Regierung Anlaß zu Besorgnis. Die Polizei hat umfangreiche Vorkehrungen getroffen. Trotzdem sind im Laufe des Montags allerhand Störungen der öffentlichen Ordnung vorgekommen, vor allen Dingen in der Provinz gu vercunern, aun wer gege. Asturien, wo nicht weniger als 50 Bomben und Verantwortlichen unnachsichtlich vorgehen. Darre Sprengkörper zur Explosion kamen. Allerdings sei angewiesen, die Genehmigung von NS ist nur Sachschaden angerichtet worden. In Bauernschaften nur in Ausnahmefällen zu er Saragossa sind ungefähr 150 Ana tet worden. teilen und die Bestätigung bereits bestehender NS=Bauernschaften auch nur in Sonderfällen und nur dann zu vollziehen, wenn Gewähr daNach einer Meldung des„Journal" aus Madrid läßt das Kriegsministerium besonders die Nord- und Süd-Amerikanisches Offener Brief amerikanischer Wirtschaftsführer an Roosevelt 20 amerikanische Wirtschaftsführer haben an Roosevelt einen Offenen Brief gerichtet, in dem sie gegenseitige Herabsetzung der Zollsätze und baldige Regelung der Kriegsschuldenfrage als Mindestprogramm zur Wiederherstellung gesun der wirtschaftlicher Verhältnisse fordern. Mindestpreise für landwirtschaftliche Erzeugnisse in USA. Aus Washington wird berichtet: Der Vorsitzende der Landwirtschaftlichen Kommission des Repräsentantenhauses hat das von ihm entwor fene Sondergesetz zur Linderung der landwirt schaftlichen Notlage im Hause eingebracht. Der Entwurf sieht die Festsetzung von Mindestpreisen für Getreide, Baumwolle, Tabak und Schweine vor. Bolivianischer Erfolg im Gran Chaco Aus La Paz wird berichtet: Der Generalstab teilt mit, daß die bolivianischen Truppen die feindliche Nachhut aus dem Fort Corrales ver trieben hätten. Verschärfung des Konfliktes zwischen Kolumbien und Reuter meldet aus Para(Brasilien), 2. Jan. Die„Armada" von Kolumbien, bestehend aus Unglückschronik Glimpflicher Autounfall mit tragischem Nachspiel In der Silvesternacht spielte sich in Derschlag ein Autounfall ab, der zunächst sehr harmlos verlief. Infolge Glatteises kam ein Opelwagen ins Schleudern und fuhr gegen einen Baum. Der 23jährige Hähner und sein Mitfahrer wurden aus dem Wagen geschleudert, verletzten sich aber nicht ernstlich. Die beiden wurden nach Hause gebracht. Anscheinend infolge des ausgestandenen Schreckens erlitt dort Hähner einen Nervenzusammenbruch. Er verließ fluchtartig das Haus und stürzte sich in das nahegelegene Freibad, wo er den Tod fand. Eine Baugrube der Hamburger Untergrundbahn ersoffen Aus Hamburg, 3. Januar, wird berichtet: Die in monatelanger Arbeit hergestellte Baugrube für den neuen Untergrundbahnhof Jungfernstieg ist heute früh ersoffen. Wasser der Binnenalster, das mit ungeheurer Kraft unter der Spundwand durchgebrochen war, drang mit so großer Schnelligkeit in den Schacht ein, daß die in der Baugrube beschäftigten Arbeiter sich nur mit großer Not retten konnten. Die Hamburger Hochbahngesellschaft teilt mit, daß die Abdichtung der Baugrube sofort in Angriff genommen worden sei. Der bereits fertiggestellte erste Bauabschnitt und der im Betrieb befindliche Tunnel seien nicht gefährdet. Die wasserdichten Querwände zum Schutze dieser Teile hätten ihren Zweck vollständig erfüllt. Schweres Schiffsunglück bei Aberdeen Ein Dampfer aus Aberdeen wurde ungefähr 20 Kilometer südlich der Stadt vom Sturm gegen die felsige Küste geworfen und scheiterte. Die Besatzung von neun Mann ertrank. Eine Familie bei einem Brande ums Leben gekommen In Shelby brach in der Nacht zum Dienstag in einem Wohnhaus Feuer aus. Eine Mutter und ihre fünf Kinder fanden den Feuertod. Der Vater wurde zwar gerettet, hat aber so lebensgefährliche Verletzungen erlitten, daß an seinem Aufkommen gezweifelt wird. Ordnungsmaßnahmen an der Wiener Universität Der Rektor der Wiener Universität bringt in einer Kundgebung den Studenten eine Reihe von Maßnahmen zur Sicherung von Ruhe und Ordnung an der Universität zur Kenntnis. So wird zur Unterstützung der akademischen Behörden und Organe eine Akademische Legion aus verläßlichen Studenten gebildet. Das Tragen von Parteiuniformen und politischen Parteiabzeichen in den Universitätsräumen ist verboten. Das Tragen von Waffen, tätliche Angriffe auf Mitglieder der Akademischen Legion und auf Universitätsorgane werden mit Relegierung bestraft. Die Not der Angestellten Eine Denkschrift des Afa-Bundes Wie„Der Freie Angestellte", die Zeitschrift des Zentralverbandes der Angestellten, mitteilt, hat der Afa=Bundesvorstand Reichsregierung und Reichstag eine Denkschrift übermittelt, in dem die sozialpolitischen Gegenwartsforderungen der Angestelltenverbände unterbreitet werden. In ihr wird darauf hingewiesen, daß kaum eine andere Schicht der werktätigen Bevölkerung so von den Erschütterungen der Weltwirtschaft, von der Krisis des Monopolkapitalismus in Mitleidenschaft gezogen ist wie die Angestellten. Ueber eine halbe Million Angestellte der verschiedensten Berufsgruppen ist im Jahresdurchschnitt 1932 ohne Arbeit. Ueber ein Drittel von ihnen erhält überhaupt keine Unterstützung. Alle bisherigen Versuche, eine Entlastung des Arbeitsmarktes der Angestellten herbeizuführen, sind gescheitert. Die Lebenshaltung der noch beschäftigten Angestellten ist durch die Gehaltspolitik der deutschen Arbeitgeber in der Krise, die die volle Unterstützung der bisherigen Reichsregierungen fand, und durch die Maßnahmen der öffentlichen Körperschaften aufs stärkste gedrosselt. Der Afa=Bund weist in der Denkschrift nach, daß das Einkommen der vollbeschäftigten Angestellten auf diesem Wege und durch Beseitigung der übertariflichen Bezüge um rund 40% unter dem Gehaltsniveau des Jahres 1929 liegt. Noch wesentlich schlechter geht es den kurzarbeitenden Angestellten, denen infolge der Auslegung des Angestelltenvertragsrechtes durch das Reichsarbeitsgericht die Gehälter unerträglich gekürzt sind. Die Kurzarbeit für Angestellte hat keine Vermehrung der Arbeitsgelegenheiten gebracht, da die Arbeitgeber von den kurzarbeitenden Angestellten das gleiche Arbeitspensum verlangen. Der Afa=Bund wendet sich weiter im Hinblick auf die katastrophale Lage des Arbeitsmarktes gegen jene Bestrebungen der Unternehmer, das Kündigungsschutzgesetz abzubauen. Er fordert die unbedingte Sicherung der geltenden Kündigungsschutzbestimmungen gegen jeden Versuch einer Verschlechterung oder Umgehung. Er verlangt die Einführung eines Abkehrgeldes, der Melde- und Einstellungspflicht, die Bindung des Rechts zum Abschluß befristeter Anstellungsverträge an tarifliche Abmachungen. Er tritt für eine weitere Verkürzung der Arbeitsseit ein. Der Zentralverband der Angestellten hat bereits national und international die Einführung der 36stündigen Arbeitswoche für die Angestellten bei vollem Lohnausgleich auf sein Programm geschrieben. In der Denkschrift des Afa=Bundes wird erneut auf seine Vorschläge betreffend Verbot der Doppelarbeit durch Beamte und Bezieher ausrommlicher Pensionen, Wartegelder usw. verwiesen. Den Versuchen der Arbeitgeber, die Provisionsvertreter völlig zu entrechten, stellt der Afa=Bund die Forderung der Ungültigkeit des nachträglichen Tarifverzichtes und der Anerkennung der Angestellteneigenschaft abhängiger Provisionsvertreter entgegen. Die Denkschrift hat weiter die Aktion des Zentralverbandes der Angestellten gegen die Bevorzugung der Versorgungsanwärter übernommen. Die folgenden Abschnitte der Denkschrift wenden sich der Arbeitslosenversicherung, der Angestellten=, Knappschafts=, Krankenund Unfallversicherung zu. nach Deutschland geltenden allgemeinen Devisenbestimmungen ergeben, keine erhebliche Aenderung des gegenseitigen Ausfuhrverhältnisses zur Folge haben dürfte. Sollte dies doch der Fall ein, dann soll das Abkommen unverzüglich von beiden Parteien daraufhin überprüft werden. Reichskanzler a. D. Cuno Wechsel auf dem ungarischen Außenministerposten Wie in Budapest aus zuverlässiger Quelle verlautet, wird anstelle des zum Präsidenten des Verwaltungsgerichtshofes ausersehenen Ministers des Aeußern, Dr. Puky, der Verliner Gesandte Dr. Kanya zum Minister des Aeußern ernannt werden. Keine Diktaturabsichten in Bulgarien Die bulgarische Telegraphen=Agentur ist ermächtigt, die Meldungen einiger ausländischer Blätter, daß in Bulgarien möglicherweise die Diktatur proklamiert werden könnte, kategorisch zu dementieren. Schleichhandel in Opiaten aus deutschen chemischen Fabriken nach dem Fernen Osten? Die niederländische Kriminalpolizei ist zurzeit mit der Aufdeckung einer Rauschgiftschmugglerorganisation, die ihr Unwesen namentlich im niederländisch-deutschen Grenzgebiet treibt, beschäftigt. In Nymwegen und Eindhoven wurde eine Reihe von verdächtigen Personen festgenommen, die einen großen Opiumtransport bei Nymwegen über die Grenze geleitet haben. Zum großen Teile betrügen die Schmuggler jedoch auch ihre Abnehmer, indem sie an Stelle von Opium ein völlig wertloses weißes Pulver vertreiben. Darüber hinaus sollen große Mengen von Morphium und Kokain besonders vom Rotterdamer Hafen aus nach dem Fernen Osten geschmuggelt werden, die aus deutschen chemischen Fabriken herrühren. Mit Unterstützung der zuständigen deutschen Behörden und der konsularischen Vertretungen im Fernen Östen soll versucht werden, die Hintermänner der eigentlichen Rauschgifthändler unschädlich zu machen. Kleine volit. Nachrichter Dank des Reichspräsidenten Anläßlich des Jahreswechsels ist dem Reichspräsidenten wiederum eine Fülle telegraphischer und brieflicher Glückwünsche aus dem In- und Auslande zugegangen. Da die Einzelbeantwortung ihm nicht möglich ist, spricht der Reichspräsident allen, die seiner freundlichst gedacht haben, auf diesem Wege seinen herzlichen Dank und seine Erwiderung der Glückwünsche aus. Huysmans Bürgermeister von Antwerpen Die Ernennung des flämischen Sozialisten Ca mille Huysmans zum Bürgermeister von Antwerpen ist vom König unterzeichnet worden. Camille Huysmans ist neben Vandervelde die hervorragendste Gestalt des belgischen Sozialismus Er tritt an die Stelle des flämischen Katholiken van Cauwelärt, nachdem die Sozialisten ihre Koalition mit den Katholiken im Antwerpener Stadt. rat gelöst und durch eine solche mit den Liberalen ersetzt haben. General Guillaumat tritt in den Ruhestand General Guillaumat, einstiger Oberbefehlsha ber der französischen Rheinlandarmee, tritt die ser Tage in den Ruhestand, nachdem er 70 Jahre alt geworden ist. Er war zuletzt Mitglied des Obersten Kriegsrates. Südslawischer Schritt in London Laut„Times" hat der südslawische Gesandte Djuritsch im Foreign Office vorgesprochen und der Besorgnis seiner Regierung Ausdruck gege ben über die angebliche Absicht Italiens, als Gegenleistung für finanzielle Hilfe eine Zollunion mit Albanien einzugehen. Das deutsch-holländische Devisenabkommen Die niederländische Regierung läßt den offi ziellen Wortlaut des am 31. Dezember unter zeichneten holländisch-deutschen Verrechnungsab kommens veröffentlichen. Aus dieser Veröffent lichung geht in Ergänzung der bereits bekannten Einzelheiten noch hervor, daß das Abkommen vom 10. Januar bis zum 31. März gilt. Sollte aber eine der beiden Parteien zwei Wochen vor dem genannten Zeitpunkt das Abkommen nicht gekündigt haben, so soll es stillschweigend für unbestimmte Zeit verlängert werden. In letzterem Falle kann die Kündigung zum 1. oder 15. eines Monats erfolgen, wonach das Abkommen einen halben Monat später außer Kraft tritt. Beide Parteien sind ferner der Ansicht, daß die Erleich terungen, die sich aus dem jetzigen Abkommen im Vergleich zu den für die holländische Ausfuhr Selbstmord eines Verzweifelten In der Nacht zum Dienstag stürzte sich auf dem U-Bahnhof Berlin=Friedrichsstadt ein etwa 50ähriger ärmlich gekleideter Mann vor einen einahrenden U=Bahnzug. Er wurde überfahren und getötet, obwohl der Zugführer noch im letzten Augenblick zu bremsen versucht und den Zug auf kürzester Bremsstrecke zum Halten gebracht hatte. Der Zugverkehr zwischen Gleisdreieck und Alexanderplatz mußte auf längere Zeit stillgelegt werden, und die Feuerwehr begann um ½1 Uhr nachts, den Wagen zu heben, um die Leiche zu bergen. Der Selbstmörder war schon vorher dem Bahnteigpersonal aufgefallen. Er hatte auf dem Bahnteig wirre Redensarten geführt und u. a. geäußert:„Ihr wißt ja noch gar nicht was Hunger ist! Mein Testament habe ich in der Tasche!" In seiner Tasche fand man einen fast unleserlichen Abschiedsbrief mit der Ueberschrift:„Liebe, gute Mutter!“ Aus diesem Abschiedsbrief ist zu entnehmen, daß es sich um einen am 30 9. 1878 in Leipzig geborenen Mann handelt, dessen Namen etwa Arthur Uebel lauten dürfte. Der U-Bahnverkehr konnte nicht mehr aufgenommen werden. Letzte Drahtnachrichten Beileid des Reichskanzlers zum Tode Cunos Reichskanzler von Schleicher hat anläßlich des Todes des Geheimrats Cuno der Gattin des Verstorbenen ein in herzlichen Worten gehaltenes Beileidstelegramm gesandt und auch dem Direktorium der Hamburg=Amerika-Linie zu dem außerordentlich schweren Verlust kondoliert. Von einem Parteigenossen erschossen Aus Magdeburg, 3. Januar, meldet das Wolffbüro: Die Polizei hat den Mann festgenommen, der am Neujahrsmorgen den Redakteur Martin Bartholdy vom nationalsozialistischen„Neuen Magdeburger Tageblatt“ durch einen Revolverschuß schwer verletzte. Der Täter ist gleichfalls Mitglied der NSDAP und heißt Luci. Er gibt an, die Tat in angeheiterter Stimmung aus Eifersucht begangen zu haben. Der Eisbrecher„Malygin“ auf eine Sandbank aufgelaufen Aus Moskau, 3. Jan., wird gemeldet: Der Eisbrecher„Malygin“ lief drei Meilen von der Küste von Spitzbergen auf eine Sandbank auf. Der herbeigeeilte Eisbrecher„Sedow“ konnte allein die„Malygin“ nicht flott machen. Aus Archangelsk eilte der Eisbrecher„Lenin" der Malygin" zu Hilfe. Sparmaßnahmen in Frankreich Ministerpräsident Paul-Boncour hat ein Rundschreiben an alle Ministerien vorbereitet, in dem bestimmt wird, daß alle Gesetzentwürfe, soweit sie Geldmittel erfordern, erst dem Finanzminister zur Gegenzeichnung vorgelegt werden müssen, bevor sie dem Parlament unterbreitet werden. Deukschlands modernste Kaserne Blick in einen Wohnraum der neuerbauten Reichswehrkaserne in Ludw ast. Die Mannften sind hier zu Zweien und Dreien in geräumigen Einzelzimmern untergebracht, die mit Zentralheizung, fließendem Wasser usw. versehen sind, und die durchaus nicht mehr an die ungemütlichen Stuben der älteren Kasernen erinnern. Bluttaten Bestätigtes Todesurteil Das Reichsgericht hat das Todesurteil bestätigt, das am 20. Oktober v. J. vom Schwurgericht Koblenz gegen den Metzger Viktor Krutzek aus Hindenburg in Oberschlesien wegen Mordes ausgesprochen worden ist. Krutzek hatte am 12. September v. J. seine Braut Emma Lange im elterlichen Hause in Eller an der Mosel aus Verzweiflung über seine lange Arbeitslosigkeit und die Aussichtslosigkeit einer Heirat durch einen Revolverschuß tödlich verletzt und sich dann der Polizei gestellt. Das Reichsgericht erachtete die Ueberlegung bei der Ausübung der Tat durch das Schwurgericht als einwandfrei festgestellt und verwarf daher die Revision des Angeklagten, der nur im Affekt gehandelt haben will. Die Mörder des Posener Seminarpräfekten verhaftet Die am 30. Dezember begangene Mordtat an dem Präfekten des Posener Lehrerinnen=Seminars ist schnell aufgeklärt worden. Zwei mehrfach vorbestrafte Diebe, die erst kürzlich aus dem Gefängnis entlassen wurden, sind die Täter. Die Raubmörder dürften schon in den nächsten Tagen vor das Standgericht gestellt werden, wo ihnen die Todesstrafe droht. Mord in der Newyorker Unterwelt Der Gangster Larr Fay, der in der Newyorker Unterwelt unter dem Namen„Milchkönig“ bekannt war, wurde nachts beim Betreten eines Nachtklubs, den er unterhielt, durch einen Revolverschuß getötet. Der Mörder ist der Pförtner des Klubs, der sich angeblich für eine Herabsetzung seiner Bezüge an dem Getöteten rächen wollte. Larr Fay wandte bei seinen Reisen seit langem außerordentliche Vorsichtsmaßnahmen an. Er fuhr z. B. immer in einem gepanzerten Automobil. Trotzdem hat ihn nun das Schicksal ereilt. Der Mordfall Kruft in Köln Festnahme eines Verdächtigen Der am Neujahrstage an der Hausangestellten Kruft in der Bismarckstraße in Köln verübte Raubmord dürfte nach dem bisherigen Ermittlungsergebnis in Kürze seine Aufklärung finden. Es ist noch in Erinnerung, daß die Polizei ihr besonderes Augenmerk auf einen Ausländer gerichtet hatte, der mit der Ermordeten ein Freundschaftsverhältnis unterhalten haben soll. Die Verfolgung dieser Spur hat zur Festnahme eines Italieners namens Barzelona geführt, der Elektrotechniker ist und sich schon seit einiger Zeit in Köln aufhielt. Eine Haussuchung bei ihm förderte einen hellen Hut zu Tage, an dem sich Blutflecken befanden. Im Verhör gab Barzelona zu, mit einer gewissen Kruft aus der Bismarckstraße ein Verhältnis unterhalten zu haben. Ein bei ihm gefundenes Lichtbild älteren Datums wies auch eine Aehnlichkeit, wenn auch nicht völlig überzeugende Uebereinstimmung auf. Bei der Obduktion der Leiche wurde Barzelona der Ermordeten gegenübergestellt. Er bestritt aber sofort, den Mord begangen zu haben; die ihm bekannte Kruft sei kleiner. Ganz überraschend hat sich nun herausgestellt, daß ebenfalls in der Bismarckstraße in der Nähe des Mordhauses eine zweite Kruft, eine entfernte Verwandte der Ermordeten, als Hausangestellte tätig ist. Diese zweite-Kruft gibt zu, mit Barzelona ausgegangen zu sein. Das Blut an dem Hut stammt nach Angabe Barzelonas von einem Huhn, das er geschlachtet haben will. Inzwischen ist der Kriminalpolizei bekannt geworden, daß ein Ausländer in einem Lokal in der Schildergasse verkehrt hat, auf den die äußere Gestalt Barzelonas zutrifft. Barzelona ist inzwischen dem Gefängnis zugeführt worden. Wie erinnerlich, ist die Polizei auf der Suche nach einer Freundin der Ermordeten, die den Ausländer, auf den die Vermutung der Täterschaft von vornherein fiel, vom Sehen kennt. iese Freundin hat sich auffallenderweise noch nicht gemeldet. Für die Beurteilung der Frage, ob Barzelona der gesuchte Ausländer ist, wäre das Zeugnis dieser Freundin von außerordentlicher Bedeutung. Weiter darf man der Blutprüfung Wichtigkeit beimessen, die inzwischen an n Blutspuren des Hutes vorgenommen wird. Sehr belastend für Barzelona ist noch die Tatsache, daß er ein einwandfreies Alibi für die fragliche Stunde nicht nachweisen kann. Kündigung von 8000 Mekallarbeitern im Siegerland Der Arbeitgeberverband der Siegerländer Gruben und Hütten hat den Belegschaften in den Metallbetrieben infolge Lohnstreitigkeiten und zwecks Herbeiführung eines neuen Arbeitsverhältnisses zum 14. Januar gekündigt. Von dieser Maßnahme dürften im Siegerland etwa 8 000 Belegschaftsmitglieder betroffen sein. Die gleiche Maßnahme wurde auch auf dem Weißblechwerk der Vereinigten Stahlwerke A.=G. durchgeführt. „Da nach den mit dem Metallarbeiterverband und Schlichtungsausschuß geführten Lohnverhandlungen," so heißt es in dem Kündigungsschreiben,„das Zustandekommen eines neuen Lohntarifs in Frage gestellt ist, aus wirtschaftlichen Gründen eine Ermäßigung der Löhne und Akkordverdienste aber nicht weiter hinausgeschoben werden kann, kündigen wir hierdurch der Gesamtbelegschaft. Gleichzeitig machen wir der Belegschaft ein neues Vertragsangebot, das alle bisherigen Arbeitsbedingungen, wie Löhne, Akkord= und Prämienregelung ausgenommen, aufrechterhält. Wir werden die Lohnzahlung am 15. Januar 1933 gemäß nachstehender Lohntafel vornehmen: Die Akkorde und Prämien werden vom gleichen Zeitpunkt um 5,2% herabgesetzt.. Kommt ein neuer Lohntarif zustande, so gelten dessen Vorschriften vom Tage der Rechtskraft ab." Aus We Butterbeimischu erverbilligung? Kreisen Berlins hat man ufschland der Ermächtigung, die die Rei nids e t eben lie Schmuggel in umgekehrter Richtung In einer Woche 100 000 Kilogramm Margarine nach Holland geschmuggelt In Kleinhandelskreisen im niederländisch-deutschen Grenzgebiet wird lebhaft Klage geführt über den zunehmenden Schmuggel deutscher Margarine über die holländische Grenze, an der je Kilogramm 30 bis 40 Cents verdient werden. Die holländischen Zollbeamten seien dem Ansturm Tausender von Erwerbslosen gegenüber vollkommen machtlos. Allein in der vergangenen Woche seien durch Einzelschmuggler schätzungsweise 100 000 Kilogramm deutscher Margarine nach Holland eingeschmuggelt worden. Der Kleinhandel im Grenzgebiet erleide durch den Schleichhandel, der sich eine vorzüglich funktionierende Absatzorganisation, die tief in das Hinterland hineinreiche, geschaffen habe, empfindliche Einbußen. Es sei Sache der zuständigen Behörden, für wirksame Maßnahmen zur Eindämmung dieser Krisenerscheinung Sorge zu tragen Gladbach=Rheydt. Der Mord— die Tat eines Anormalen. Aus dem bereits gemeldeten Geständnis des Gladbacher Mörders, dem der 18jährige Gustav Jansen zum Opfer fiel, können wir noch folgende Einzelheiten berichten: Nach der Tat zu Hause angekommen, legte sich der Mörder ins Bett, und verbrachte darauf den Samstag und Sonntag wie gewöhn. lich. Er gibt zu, daß er homosexuell veranlagt ist, so daß man annehmen muß, daß es sich um einen Lustmord handelt. Süchteln. Angeschossener Schmugglerentkommt. In Süchteln bemerkten Zollbeamte in einem Autobus zwei Personen, die ihnen verdächtig vorkamen. Als sie sich ihnen ohl naturgemäß die Reichster abgeben zu müssen, ließ sich die Frau im 24. im Vordergrund des alegen, den Riegel zurückzuschieben. Nach seinäherten, verließen beidsses stand. Man gewinnt n Nucktehr fand der Mann seine Die Zollbeamten machtehr den Eindruck, daß es doch os im Korridor liegen, sie war vor Gebrauch und trafen eint, ob die Reichsregierung von in Ohnmacht gefallen.— Dieser Vorfall Schulter. Der Verwunung zur Butterbeimischung: als warnendes Beispiel dienen, UnbekannBegleiter, der festgenon wird, denn die politischen in keinem Falle de Ture zu öffnen. lei Schmuggelgut bei siener solchen Aktion drohen, Beißenthurm. Ein Schiffsjunge ergelassen weroen. unken. Nachmittags fiel ein 19jähriger Düren. Unter eirnährungsminister hat zwar ciffsjunge aus Dortmund bei Weißenthurm Mauer begrabenrt, daß technische Schwierigke dem zu Berg fahrenden Schleppzug„Marseit langer Zeit stilliegnsicht die Beimischung nicht 2“ in den Rhein und ertrank. Der Junge u. Co., die durch den nachen würden, aber es hante einer Reparaturarbeit zugesehen und muß erfolgen, ereignete sich ur um eine technische, sondernei über Bord gefallen sein. Der Schiffsführer, tödlicher Unfall. Bein eine politische Frage, deren den Jungen vermißte, mußte zu seinem Entlief der Bautechniker Ikreisen der Reichsregierung, en feststellen, daß dieser etwa 20 bis 30 Meter Seite, stolperte und u kann, auf jeden Fall nicht unn Schiff entfernt mit den Wellen rang. Obmassen begraben. Millerdings geht es hier auf derhl der Schleppzug sofort abstoppte und man wurde der Verunglückch um eine Prestige=Frage, die suchte, dem Ertrinkenden zu Hilfe zu kombracht, wo er kurz dantur ist, als Freiherr von Brn, glückte es nicht, ihn zu retten. Die Leiche läßt Frau und ein Kin Lasten seines nicht erfolgreiente noch nicht geborgen werden. Homberg(Niederrh.“e Kontingentierung zu tragen Roblenz. Selbstmord auf den Schiekehrsunglück; 1 sich in maßgebenden Kreisen n. Morgens wurde auf dem EisenbahnkörAm Morgen ereignetes darüber vollkommen im klat zwischen Koblenz und Kapellen eine unbeStraße in Homberg ein daß der Beimischungszwang inte männliche Leiche gefunden. Die von der Der Radfahrer Neilin=au., dufur ein ebenbürtiges Aeiminalpolizei sofort angestellten Ermittlungen einem Motorrad zusgren werden muß. jaben, daß es sich um den Selbstmord eines geschleudert und so sce schon mehrere Vorschläge, er in Stellung gewesenen Bäckergehilfen aus auf der Stelle einte von diesen ist sehr beachtensutenburg gehandelt hat. und sein Beifahrer, ditlich vorgeschlagen, die But Traben=Trarbach. Ausgrabung einer gen erhebliche Verletzu"dilfeaktion einzubanzösischen Festung an der MoKalkum. Geiste wesentliche Verbilligul. In der Nähe von Traben-Trarbach werGeschäftsfrau. Am Abe. vorzunehmen. Die dafür eri gemeinsam von Reichsbanner., Stahlhelm. ben will der Täter wegen des Mädchens schon mehrere Selbstmordversuche unternommen haben. Jolonialwarengeschäft mikosten hat man auf etwad SA-Leuten Arbeiten ausgeführt, die öffentUeberfall verübt. Die Mark errechnet. Mit diesemes Interesse beanspruchen dürften. Es hanVorhaltung von Reyck? könnte man eine Verbillt sich um die Ausgrabung einer unter Ludfrau die Auslieferung d: 50 Pfg. pro Pfd. vorm XIV. in der dortigen Gegend durch Vaudan Frau ließ sich geistesge"rden im ganzen 20 000 Teichteten Zwingburg, die 40000 Soldaten fallen und rief laut werden. Diese Menge ist saen Schutz bieten konnte. Unter der Leitung zu Hilfe eilte, gabend Menge, die man an Buttern Dr. Ernst Spies, Traben=Trarbach, sind ab, der aber fehlging mischen wollte. Sie betrug on seit Jahren Arbeiten durchgeführt worden, Fahrrädern unerkannk. diese Zwingburg, die den Namen„Montdie praktische Durchführung diyal“ hatte, wieder freizulegen. Da nicht nur ungsaktion übersehen läßt, kr Koblenzer Regierungspräsident, sondern Aarnhain auf hingewiesen werden, daß ich der Landeshauptmann der Rheinprovinz Vom Mittel- Und ÜbereINjung auch den Erwerbslosen e Arbeiten zu fördern gewillt waren, werden wissen Bezug von Butter ern seit einigen Wochen im Rahmen des frei 20n00 um untorschlagon und 1vellerschecks auf, die Lcließlich erfahren wir von illigen Arbeitsdienstes durchgeführt. 20 000 Km unterschlagen und Seite, daß der Reichsfinanzmin, verwettet Son jahbar gerent lolr. Geen wirp. Ju essen-Nassau ner Dostyandeisfirma oeschafrigt war und 20000 trsigen. Er acht in sink.Eesnim ein ci.Ur uikiotweyr erstochen. Im Stadttel Höchst Mark im Laufe der letzten Monate unterschlagencnkinfu Butter nichtw einem hat, ist festgenommen worden. Der ungetreue in har augzahlen 1öglichen liegt, und außerdenm es in der Nacht zu einem Streit zwischen Angestellte hatte aus der abwechselnd mit an in bar auszahlen deren Kollegen geführten Kasse die Gelder entnommen uno restlos verwettet. Ein Mitarbeiter muß der Sachlage nach von den Verfehlungen Kenntnis gehabt haben, hat aber keine Beanstandungen erhoben. Nach Angabe des festgenommenen Verkäufers soll auch jener 300 bis 400 RM. der Kasse entnommen haben. Die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen. im es in pei Mietern eines Hauses, die sich schon seit Münster. Das neue Wehrkreisverwaltungsgebäude wird, wie verlautet, am 12. Januar eingeweiht werden. Aus diesem Anlaß wird u. a. der Chef der Heeresleitung, General von Hammerstein, nach Münster kommen. Auch eine große Zahl ehemaliger Heerführer werden an diesem Tage am Sitz des Stabes des Wehrkreiskommandos weilen Herford. Ein Mädchen vom Zuge überfahren Am Morgen gegen 9 Uhr wurde auf dem Bahnkörper der Reichsbahn an der Blockstelle 100 in der Gemeinde Stedefreund die Leiche eines 16—18jährigen Mädchens gefunden. Die Tote ist aus dem in Herford um 8,16 Uhr abfahrenden Kölner Eilzug gefallen, den sie in Herford mit einer Bahnsteigkarte bestiegen hatte. Ob Unglücksfall oder Selbstmord vorliegt, konnte bis jetzt noch nicht geklärt werden, ebenso war eine Identifizierung der Toten noch nicht möglich. Aus dem Ruhrbezirk Wieder eine Bluttat in Boktrop Frau und Kind durch Hammerschläge lebensgefährlich verletzt In der Nacht kam es in Bottrop wiederum zu einer furchtbaren Bluttat, die wahrscheinlich zwei Todesopfer zur Folge haben wird. Nach voraufgegangener Streitigkeit zertrümmerte der Bergmann Johann Zagalski in seiner Wohnung, Beckstraße 9, mit einem Hammer seiner Ehefrau und seinem fünfjährigen adoptierten Kind derart die Schädeldecke, daß beide in hoffnungslosem Zustande ins Krankenhaus eingeliefert werden mußten. Die beiden bedauernswerten Opfer sind furchtbar zugerichtet worden. Der Täter ist flüchtig.— Weiter wird gemeldet: Der Bergmann Johann Zagalski, der seine Ehefrau und seine fünfjährige Adoptivtochter durch Hammerschläge lebensgefährlich verletzte und nach der Tat flüchtete, konnte bisher noch nicht festgenommen werden. Nach Lage der Verhältnisse ist anzunehmen, daß der Mann sich das Leben nimmt. Eine völlige Klärung der Tatmotive war noch nicht möglich, weil die lebensgefährlich verletzte Frau besinnungslos im Krankenhaus liegt. Die Familienverhältnisse des noch in Arbeit stehenden Mannes waren ganz besonders gut. Sowohl der Mann wie auch die Frau standen in allerbestem sind von schmutzige Es mulene eehedunce Scwenger Zeit befeindeten. Der Arbeiter Höffler, Rufe. Erst in den letzten Tagen ist, durch eine zeichen. Butterverbilligung nicht er ziemlich stark angetrunken war, suchte auch Eifersuchtsszene veranlaßt, eine Trübung der rötlichbrajerer Vorschlag, der der Landußt wieder mit der Hausgenossen Heinrich L. glücklichen Familienverhältnisse erfolgt. Die sind von zeichen. enlicher erscheinen möge, Köln. Beim dz auftaucht. sie sich täusche. ist in einem Hause de in Der Mord an Margarete Kruft Ein Ausländer und eine junge Dame gesucht Die Obduktion der am Sonntagnachmittag in der Bismarckstraße in Köln ermordeten Hausangestellten Margarete Kruft hat ergeben, daß der Tod infolge der Stichverletzung ins Herz und andere Organe eingetreten ist. Im Laufe des Nachmittags sind von der Kriminalpolizei noch mehrere Freundinnen der Kruft ermittelt und vernommen worden. Eine von ihnen hat bekundet, daß sie noch am ver gangenen Samstag die Ermordete getroffen habe. Auch dieser Freundin hat die Kruft erzählt, daß sie seit acht Tagen einen neuen Ver ehrer habe. Er sei Ausländer und spreche ge brochen deutsch. Wie Margarete Kruft der Freundin noch weiter erzählt hat, ist dieser nen Streit vom Zaune zu brechen, doch dieser eß sich nicht darauf ein. Schließlich ging Höffer mit einem Schlagring auf L. los und vertzte ihm mehrere Schläge. In höchster Not og L. ein Taschenmesser und stach seinen Geger in den Unterleib. Höffler sank im Treppenaus zusammen und starb bald darauf im Kranüberfullen und surer und Papen zur Hergabe ihrer 2. N 1 aus zu Mark gezwungen wil sich über eine nalionenhaus daß die Burschen ers Konzentrakion Hanau. Der Vater stellt den Toten Raub ausführen konn Is seinen Sohn fest. Morgens wurde klopften sie an die Talsozialistische Korrespondenz uf der Eisenbahnstrecke Frankfurt(Main)— nicht, sondern fragte eldung, wonach zwischen Wanau der 23jährige Adolf Rabe aus Hanau, schen erwiderten, sien früheren Reichskanzler v. Paohn eines Polizeibeamten, am Bahndamm tot Betriebsleiter abzugelnterredung stattgefunden hat. ufgefunden. Es liegt Selbstmord vor. Eine Mann hat kein Pakei, so schreibt die Korrespond“ ondere Tragik erhält der Fall dadurch, daß Stunde wiederholte sine zwangslose Unterhaltung zer mit der Feststellung des Vorganges beaufauch diesmal öffnete Vorgänge der letzten Wochenragte diensttuende Polizeibeamte in dem Ueberdie Räuber zum dritusammenkunft habe im Hause ahrenen seinen Sohn erkennen mußte. NSDAP in Köln stattgefunden äußerte sich dem DüsseldorferF MunSTAPAti-Nachrichtenbüros gegenüber WeStN Gerüchten, die im issprache mit Hitler aufgecher Vornahme der kirchlichen Zeremonien durch Frau hatte deshalb die Neujahrsnacht bei den Eltern verbracht. Dem Polizeibeamten, der ihre Ueberführung ins Krankenhaus veranlaßte, konnte die Frau noch sagen, daß ihr Mann ihr schon am Neujahrstag nach dem Leben getrachtet habe. Frau Zagalski hat mehrere Hammerschläge auf den Mund und auf den Kopf erhalten und einen schweren Schädelbruch erlitten, so daß ständig mit ihrem Ableben gerechnet werden muß. Auch ihr Kind ist durch die Hammerschläge so schwer verletzt worden, daß es nicht mehr gerettet werden kann. Aufklärung der Bluttat in DortmundBerghoven Geständnis des Festgenommenen— Angebliche Notwehr Zu der Bluttat, die sich in der Neujahrsnacht in Dortmund=Berghoven zutrug, und bei der der 24jährige Arbeiter Albert Schaffenberger durch einen Messerstich tödlich verletzt wurde, erfahren wir, daß der der Tat dringend verdächtige BergDr chmne meiner Reise nach Disseldor darter Weinung fo ste das von einem Mönner- mann Brink unter dem Druck des von der Mord D. Noggeiter habe ich mit Herrn Hitler cor vorgetragene Lied„Wie so ruhig, wie sie kommission zusammengetragenen Beweismate Mann zwei Tage vorher mit einer jungen Dameissprache in Köln gehabt. Wie o weitere musikalische und gesangt rials ein Geständnis abgelegt hat. Brink behaupin ihrer Wohnung gewesen. Die Nachforschun Besiden des ird, knüpft ein Teil der Bersche Darbietungen folgten.tet, in Notwehr gehandelt zu haben. Als er das gen der Kriminalpolizei erstrecken sich nunmehrle Meldung hierüber Kommen! Die Untersuchung in der Mordsache wird eifrig Haus Berghovener Straße 24 habe verlassen neben der Fahndung nach dem Ausländer auf ec don lmnden sind, so insbesondereweitergeführt. Bis zur Stunde war es aber noch wollen, sei ihm der Weg versperrt worden, und die Ermittlung dieser jungen Dame.cals ob die Unterredung mit Hmicht möglich, der Täter habhaft zu werden.als er bedrängt wurde, habe er sich den Weg daDie Bluktat in Saarbrücken Zu der gemeldeten Bluttat des Arbeiters Hoff in Saarbrücken erfahren wir noch, daß Hoff anscheinend für seine Tat nicht voll verantwort lich ist. Er lief nach der Schießerei zu einem in der Nähe wohnenden Arzt, um sich die im Kampfe mit seinen Söhnen erhaltenen Stich wunoen verbinden zu lassen. Hier wurde er festgenommen und dann zusammen mit seinen drei Söhnen ins Krankenhaus gebracht. Der Zustand seiner drei Angehörigen ist ernst. Ueber — Spitze gegen den Reichskan Noher 40000 jenwärtige Regierung gehabth in ößlich um die Lösung der Frag. Ein Liebesdrama schidigte somet war, der Frage der in deim Abschiednehmen seine Braut niederNSDAP in eine nationale! Die eingehende N des früheren Sektic steinfurt der Allger Reichsbahn daß dieser außer de# krankenkasse auch i Uovember 1932 Die Polizei in Soest teilt mit: In der Frühe brachte ein auswärtiger junger Mann seiner hier bei einem Landwirt in Steldurch freigemacht, daß er mit dem Messer um sich gestochen haben. Wie weit diese Angaben zutreffen, muß die weitere Untersuchung ergeben. Bottrop. Zum Mordan Szczotok. Wie bereits gemeldet, sind die Bergleute Vinzenz Rduch und Michael Steimer aus Bottrop am Freitag unter dem Verdacht, den Mord an dem Bergmann Vinzenz Szczotok begangen zu haben, festgenommen und dem Amtsgericht zugedes lung befindlichen Braut mit einem langen Brot sis t wörden. Das Amtsgericht hat gegen die messer einen lebensgefährlichen Lungenstich der Festgenommenen Haftbefehl erlassen. Einer der den Grund zu der Tat sft Näheres noch nicht Pen ar del Zunahme des Güterverkehrs aus vefer dann von der öffentichen Fernsprecheo zu der Tar it Näheres noch nicht treut hat.n, die im September und Okt stelle die Polizeiwache an und bat um seine Ab ehemaligen Rot-Frontkämpfer=Bundes ist. war, hielt auch im November holung, die auch sofort erfolgte. Nach Feststel Eser 30 Jahre Kruppsche ZahnkliSchulzo-Moddigliche Wagenstellung von 113 lung des Tatbestandes wurde er ins Gefängnis Die Kruppsche Zahnklinik in der Hindene Seine Mör in den früheren Jahren der Köln. Ein Greis schwerverletzt aufgefunden. Abends wurde in Ehrenfeld ein etwa 70jähriger Mann bewußtlos auf Aus der näheren stets ein geringes Abflauen dem Bürgersteig aufgefunden. Der Mann hatte am Morgen die Fne etwas hoffnungsvollere Beu standen, in deren Verlauf sich das Mädchen losSchnittwunden an der rechten Hand, Verletzun= geströmt, um an milage des Güterverkehrs nicht sagen wollte. Dies hatte sich der junge Mann so gen am rechten Auge und innere Verletzungen. des durch Mörder zu Herzen genommen, daß er ein Brotmesser erDer Greis wurde ins Krankenhaus gebracht. rissenen Gutsbessovemer eigene Stille im Reise griff und seiner Braut in der Küche beim AbEs besteht Lebensgefahr. Wie der Mann an die nehmen. Kurz na auch in diesem Jahre. schiednehmen den gefährlichen Stich beibrachte. Verletzungen gekommen ist, steht noch nicht fest. licht auf dem Gusseinnahmen, die sich auf 22 Das Mädchen hatte noch die Kraft, das Messer Köln. Ein Betrüger mit falschen chenwagen gehobens25) Miul. RM. beliefen, bli selbst aus der Brust zu ziehen und um Hilfe zu Travellerschecks. In den letzten Tagen der Trauerzug folg Marz 1932 um weniger als rufen. Der Dienstherr fand die Bedauernswerte tritt in Köln ein Betrüger mit gefälschten Tra dem Friedhof an“ hinter dem entsprechenden und leistete die erste Hilfe. Nach eigenen Angagebracht. burgstraße konnte am 2. Januar auf ihr 30jähZwischen dem Täter und seiner Braut waren riges Bestehen zurückblicken. Sie war die erste auf dem Heimwege vom Kino Streitigkeiten entZahnklinik eines industriellen Unternehmens in Deutschland und wurde von Friedrich Alfred Krupp als Wohlfahrtseinrichtung geschaffen. Sie gehört gegenwärtig zu den besteingerichteten Kliniken für Mund- und Kieferkrankheiten und erfreut sich eines hohen wissenschaftlichen Rufes. Ein besonderes Verdienst erwarben sich die Klinik und der jetzige Leiter Dr. Hauptmeyer durch die Einführung des nichtrostenden Krupp=Stahles in die Zahnheilkunde. N 3. Postscheckkonto 10 350 Dortmund. Mittwoch, 4. Januar 1933 Fernruf 24 78 Amt Hattingen. 36. Jahrgang. Das Vermächtnis des Vaters Roman von Selene Selbio-Tränker Irene Ramlow, die Tochter des verstorbenen Privatgelehrten Dr. Ramlow, sucht ihre Mutter, von der sie durch ein widriges Geschick seit früher Kindheit getrennt war und findet diese an einem kleinen Vorstadt=Varietee in erbärmlichen Verhältnissen wieder. Brüchig und ausdruckslos ist die Stimme der ehemals so gefeierten Sängerin geworden; in Erpresserhänden ist Irene Ramlows Mutter— und zudem Morphinistin. Mit ihrer Liebe, Güte und Willenskraft sucht das junge Mädchen immer wieder die Versinkende zu sich zu lenken. Für nur kurze Zeit flackern Selbstbesinnung und die wehmütige Erinnerung an das umfriedete Sein früherer Tage in der alteruden Künstlerin auf, bis sie doch untergeht, und— von Erpresserhänden ermordet,— ein schreckliches Ende findet. Irene Ramlow ist dann nach langen Jahren einer opferreichen und freudelosen Ingend dennoch ein stilles Glück beschieden. 33 Das ist in kurzen Zügen der Inhalt dieses Romans, den eine lebensechte Schilderung der Charaktere, eine treffsichere Milienzeichnung und die Straffheit der Handlungsführung besonders auszeichnen. Wir beginnen heute mit seinem Abdruck. Aus der Heimat. Nachrichten aus dem Leserkreise über örtliche Begedenheiten sind un stets sehr erwünscht.— Die Vereinsvorstände werden gebeten, Berichte üher ihre Versammlungen und Veranstaltungen unserer Redaktion aukommen Au laslen aa. Tarifloser Zustand im westdeutschen Banarwerbe. Die Konferenz der Arbeitgeber des Baugewerbes im westdeutschen Tarifgebiet(In dustriegebiet, Sauerland, Münsterland und Pa derborn) beschäftigte sich mit dem Lohnstreit im Baugewerbe, in dem bekanntlich zurzeit ein tarifloser Zustand herrscht. Die Unternehmer fordern eine Lohnkürzung um 10 Pfa. für die Stunde, während von Gewerkschaftsseite jede weitere Lohnminderung abgelehnt wird. Die Arbeit geber wiesen darauf hin, daß eine Lohnminde rung zugunsten der Baukostenherabsetzung erfol gen müsse. Von Seiten der freien Gewerkschaft wird hierzu erklärt, daß auch der Schlichter an erkannt habe, daß eine Lohnkürzung nicht in Frage kommen könne. In allen Fällen der Lohn berabsetzung werde man zu der Waffe des Streiks greifen. In einigen Betrieben sei auch unter dem Druck der Gewerkschaften der volle Tariflohn gezahlt worden. aa. Die Lohnordnung im Ruhrbergbau ist nicht gekündigt worden. Die Lohnordnung für den Ruhrbergbau, die durch Schiedsspruch des Schlichters, Professor Dr. Brahn, am 24. Sep tember 1932 zunächst auf vier Monate mit Wirkung vom 1. Oktober 1932 in Kraft gesetzt wurde, ist zum ersten Kündigungstermin, dem 31. Dezebr., weder von Arbeitnehmer= noch von Arbeitgeberseite gekündigt worden. Damit läuft der Tarif unverändert einen Monat weiter und kann erst am 31. Januar zum 28. Februar gekündigt werden.— Mitbestimmend für die Nicht kündigung des Lohntarifs dürfte bei den Zechenbesitzern der im Augenblick gute Absatz im Ruhrgebiet gewesen sein, der das saisonübliche Ausmaß übersteigt und zu einer Verminderung der Feierschichten sowie zu zahlreichen Neueinstellungen führte. Der Rahmentarif ist erstmalig am 1. Februar zum 1. April 1933 kündbar. ag Generalversammlung des Bergbauindustriearbeiterverbandes. Der freigewerkschaftliche Bergbauindustriearbeiterverband beruft seine Generalversammlung für den 25. bis 30. Januar 1933 nach Bochum ein. Die Versammlung wird sich mit der Frage der Arbeitszeitverkürzung n. Verstaatlichung des Bergbaues, sowie mit den Geschäftsberichten für 1930=31 und 1931=32 zu be schäftigen haben. Zu der Generalversammlung, die bekanntlich alle zwei Jahre einberufen wird, werden 150 Delegierte aus allen Teilen des Reiches erwartet. den, daß eine Spätverbindung nach und von den umliegenden Städten lediglich an Sonntagen beteht. Die Reichsbahndir. Essen hat nunmehr in Aussicht gestellt, daß die beiden Sonntagsspätzüge(Hattingen ab 22,31 Uhr, Hagen an 23,23 Uhr bezw. Hagen ab 23,41 Uhr, Hattingen an 0,25 Uhr) zum Sommer 1933 täglich verkehren. ag. Die Treibhaus=Gemüsezüchter wollen gerichtlich vorgehen. Wir berichteten schon wiederholt von der bedrängten Lage der TreibhausGemüsezüchter, die sich nicht in der Lage sehen, Verzinsung und Tilgung der erhaltenen Staatskredite vorzunehmen. Wie wir hören, wollen sie jetzt auf gerichtlichem Wege ihre Forderungen durchdrücken. Bekanntlich haben einzelne Städte des Ruhrgebietes, die Bürgschaften für die taatskredite leisten mußten, unter dem Druck der sich an sie haltenden Staatsregierung Beiträge bis zu 100 RM. in der Woche eingefordert. Die Gemüsezüchter, die von Mörs bis Dortmund sich zusammengeschlossen haben, sam meln untereinander Geld, um einen Fall dieser schweren Bedrückung vor Gericht, und zwar, wenn notwendig, durch alle Instanzen hindurch auszutragen. Sie hoffen, daß die Gerichte für die seltsame Lage, in die sie durch die Annahme des ihnen angebotenen Kredits gekommen sind, Verständnis zeigen werden. Sprockhövel. — Iugendherberge Sprockhövel. Das letzte Wanderjahr 1932 brachte einen Zugang von 33½ Prozent an Besuchern. Beherbergt wurden 701(532) männliche und 163(116) weibliche, insgesamt 864(648) Wanderer. Von dieser Zahl waren 228(241) Volksschüler, 72(93) höhere Schüler und 564(314) sonstige Jugendliche. 191 Wanderer konnten in der Herberge wegen Ueber füllung keinen Platz finden, wurden aber bei freundlichen Landwirten in der Scheune unter gebracht. Den stärksten Besuch hatte die Herberge mit 26 Wandergruppen und 299 Nächtigungen aus Bochum. Ihm folgen Essen mit 71, Wup pertal mit 62, Wattenscheid mit 56, Dortmund mit 49 und Duisburg mit 23 Nächtigungen. Ein erfreulicher Besuch, der manchem zu denken ge ben wird.(Die eingeklammerten Zahlen geben die Benutzung im Vorjahre an). — Zum Sechstagerennen am kommenden Samstag in Dortmund können mit dem Autobus des Herrn Hohgräfe aus Stüter noch Sportinteressenten mitfahren. Anmeldungen bis Freitag mittag. Siehe Inserat! Haßlinghausen. — Straferlaß. Sieben Anfang vergangenen Jahres wegen Landfriedensbruchs zu Gefäng nisstrafen von 7 und 3 Monaten verurteilten hiesigen Einwohnern wurde auf Grund des Am nestiegesetzes die Strafe erlassen. ag. Die christlichen Metallarbeiter und der Tarifstreit. In einer Versammlung in Hagen faßten die Verwaltungsvorstände und die Tarifkommission des Christl. Metallarbeiterverbandes Hagen=Schwelm im Hinblick auf den Stand der Verhandlungen mit dem Märk. Arbeitgeberverband eine Entschließung, in der die tarifliche Regelung der Lohn= und Arbeitsbedingungen gefordert wurden unter der ausdrücklichen Betogung, daß die getroffenen Vereinbarungen den berechtigten Interessen der Arbeiterschaft Rechnung trügen. Für die weiteren Verhandlungen und den evtl. Neuabschluß der Verträge seien einzig die Gewerkschaften verantwortlich. Parolen zur Bildung kommunistischer Kampfaus schüsse, Streikvorbereitungen usw. würden abgelehnt. Es komme der Arbeiterschaft des Tarifgebietes Hagen=Schwelm nicht darauf an, ihre Interessen der Parteipolitik unterzuordnen, sie würden sie sachlich vertreten. Sie hätten den festen Willen, im Sinne der gewerkschaftlichen Parole den Neuabschluß der Verträge herbeizuführen. ag. Sonntagskarten nach Dortmund zum Sechstagerennen. Zum Besuch des 8. Sechstage rennens in Dortmund vom 6. bis 12. Januar 1933 werden im Umkreise von 130 km. um Dortmund von allen Fahrkartenausgaben bei Vorzeigung von Eintrittskarten oder Vorver kaufsgutscheinen Sonntagsrückfahrkarten ausge geben. Die vom 6. bis 9. Januar einschl. gelösten Sonntagsrückfahrkarten gelten bis zum 10. Januar 24 Uhr(Antritt der Rückreise), die am 10., 11. und 12. Januar gelösten je 24 Stunden von 12 Uhr bis zum folgenden Tage 2 Uhr(Antritt der Rückreise). ag. Spätverbindung nach und von Hagen. Von den Anwohnern der Strecke Hattingen Hagen wird es als ein großer Mangel empfun— Standesamtliches. Im Monat Dezember wurden folgende standesamtlichen Beurkundun gen vorgenommen: Geburten 4, Hochzeiten 5, Sterbefälle 3. Im ganzen vergangenen Jahre wurden beurkundet: 46(61) Geburten, 47(51) Hochzeiten und 41(54) Sterbefälle. Die Zah len in Klammern sind die des Jahres 1931. In diesen Zahlen sind die des Standesamtsbezirks Gennebreck nicht enthalten. Linderhausen. — Die Ansiedlungsgenehmigung zur Errichtung eines Wohnhauses hat der städtische Angestellte Rudolf Claus in Wuppertal=Barmen auf dem außerhalb der Ortschaft in der politischen Gemeinde Linderhausen belegenen Grundstück Flur 5 Parzelle 448=20 beantragt. Gegen dieen Antrag kann von den Eigentümern, Nutzungs= und Gebrauchsberechtigten und Pächtern der benachbarten Grundstücke innerhalb einer Ausschlußfrist von 21 Tagen bei dem von dem Verbandsausschuß des Siedlungsverbandes Ruhr kohlenbezirk beauftragten Bürgermeister zu Haß linghausen Einspruch erhoben werden. Elfringhausen. — Autozusammenstoß. Gestern morgen zwi schen 8 und 9 Uhr ereignete sich in der Kurve beim Gutshaus Auerhof ein Zusammenstoß zwi schen zwei Kraftwagen. Der Lieferwagen vom Marienhof kam aus der Richtung Herzkamp und von unten kam der Personenwagen der Firma Colsmann aus Langenberg. Der Fahrdamm war an dieser Stelle durch Reparaturarbeiten an der Ferngasleitung etwas verengt, so daß die beiden Wagen zusammenstießen. Glücklicherweise entstand nur Materialschaden, der zwar nicht unbedeutend war. Die Wagen wurden noch am Vormittag von einer Wuppertaler Reparaturanstalt abgeschleppt. Durchholz. — Zwangsversteigert werden sollen heute ab 15 Uhr im Lokale Sonnenschein 30 to. Kohlen, 1 Anrichte, 1 Kleiderschrank, 1 Vertiko. Herbede. — Verschiedene Möbelstücke, 1 Waschmaschine, 1 Liefer= und 1 Flachwagen sollen heute vorm. ab 11 Uhr im Lokale Frielings zwangsversteigert werden. Vormholz. Holz=Verkauf. Am 5. Januar 1933, vorm. 10 Uhr, sollen in der Waldung des Gutes Herbede, Forstort: Düster=Siepen, von der Gräfl. von Wedelschen Rentei, Haus Ruhr bei Schwerte, ca. 80 Nr. Rottannenstangen zu Leiterbäumen, Frechtungsholz und Baumpfählen, 600 Stck. Rottannenbohnenstangen und ca. 30 Nr. Eichen= u. Kiefernbrennholz öffentlich meistbietend verkauft werden. Zusammenkunft an Ort und Stelle und in der Wirtschaft zur„Neuen Welt“. Wengern. — Eine teuere Silvesternacht. Ein junger Mann schlug hier in der Silvesternacht in ange trunkenem Zustande an verschiedenen Häusern der Mar=Gruhl=Straße die Fensterscheiben ein. An der Wirtschaft Schmale zertrümmerte er eine große Reklamescheibe. Die Polizei nahm ihn fest. Wetter. — Kündigungen der Demag. Das Werk Wet ter der Demag sah sich zum Jahresende gezwungen, 15 Angestellten zu kündigen. Es handelt sich zum Teil um Leute, die schon seit längeren Jahren auf dem Werk beschäftigt sind und sich zum Teil in gehobener Stellung befinden. — In dem Konkursverfahren über das Vermögen der Offenen Handelsgesellschaft August Prinz soll die Schlußverteilung erfolgen. Dazu sind 697,51 Mark verfügbar. Zu berücksichtigen sind 16 705,73 Mark bevorrechtigte Forderungen der Klasse 1. Schlußrechnung und Schlußverzeich nis liegen auf der Geschäftsstelle des Amtsgerichts Wetter, Zimmer Nr. 5, zur Einsicht aus. Zur Abnahme der Schlußrechnung, zur Erhebung von Einwendungen gegen das Verzeichnis der bei der Verteilung zu berücksichtigenden Forderungen usw. ist der Schlußtermin auf den 19. Januar, vormittags 10 Uhr, vor dem hiesigen Amtsgericht, Zimmer 1, bestimmt. Schwelm. — Aus dem Polizeibericht. Einem Kaufmann wurden aus seinem Büro an der Mittelstraße 130 Mark gestohlen.— Eine Frau aus Barmen wurde hier beim Diebstahl erwischt. — Ueberfall. Auf der Kölnerstraße wurde ein 22 jähriger Maurer von einem anderen Arbeiter überfallen und schwer mißhandelt. Der Maurer gibt an, daß er keinen Anlaß dazu gegeben habe. — Durch Messerstiche verletzt. In der Silvesternacht wurde hier in der Nordstraße ein Mann durch einen Messerstich verletzt. Der Täter ist erkannt. Sonst sind hier im Gegensatz zu den größeren Nachbarstädten keine Ausschreitungen vorgekommen. — Kammersänger H. Schlusnus in Schwelm. Wie wir hören, ist es dem Vorstand des evgl. Kirchenchores in Schwelm gelungen, den Kammersänger Heinrich Schlusnus, erster Bariton der Berliner Staatsoper, für ein Abendkonzert in der Christuskirche als Solisten zu gewinnen. Schlusnus ist wohl z. Zt. der größte Ba riton Deutschlands. Er befindet sich augenblicklich auf einer Gastspielreise in Amerika. Noch im Dezember sang er in Paris und in Antwerpen. Es steht uns also mit seinem Auftreten hier ein Ereignis allerersten Ranges bevor. Gevelsberg. — Dreißig Flaschen Wein gestohlen. Aus dem Kolonialwarengeschäft von Rittinghaus, am Ufer in Vogelsang, wurden in der Nacht zum Montag 30 Flaschen Wein gestohlen. Die Kerle müssen einen mächtigen Nachdurst vom Silvester her gehabt haben. auch allein vollführte: Die erste seiner Fahrten, die der Polizei bekannt wurde, ging noch bescheiden mit einem Opel, der aus der Viehhof straße stammte, vor sich. G. kam jedoch nicht weit. In Lichtscheid ging das Benzin aus. Das Pärchen tippelte per pedes zurück ins Städtchen. Noch am gleichen Tage riskierte es der Kavalier jedoch, sich trotz Parkwache in einem Mer zedeswagen vom Thalia=Theater nach Dortmund zu entfernen. Hier befuhr er jedoch eine Einbahnstraße in verkehrter Richtung und fiel dadurch dem Schutzmann auf. Da er die Wagenpapiere vorweisen konnte, entließ man ihn, um einen Chauffeur zu besorgen. Dabei entwich er. Später wollte G. noch einmal mit einem Mercedeswagen, den er vereinsamt in der Gustavstraße fand, losgondeln. Seine Aufregung bei der Besitzergreifung dieses Wagens war aber so bedenklich, daß Passanten ihn am Start hinderten und der Polizei übergaben. Das Gericht stellte dem jungen passionierten Autofahrer jetzt eine Rechnung auf 6 Monate Gefängnis und 60 Mk. Strafe aus. Hagen. — Unerfreuliche Neujahrsbotschaft. In der Abteilung für Zahlungsbefehle herrschte in den letzten Tagen vor Jahresschluß am Hagener Amtsgericht eine rege Tätigkeit. Nicht weniger als 450 Zahlungsbefehle wurden allein am Freitag aufgeliefert. Die säumigen Schuldner werden von diesem Ueberfall nicht gerade erbaut gewesen sein. — Auf offener Straße vom Tode ereilt. Ge stern abend brach plötzlich im Hasperbruch ein Mann zusammen, der, wie sich herausstellte, einen Gehirnschlag erlitten hatte und auf der Stelle tot war. Mettmann. — Der Durchgangsverkehr in Mettmann vor 100 Jahren. Bekanntlich ging vor hundert Jahren der Verkehr zwischen Düsseldorf und Elberfeld über die Bergische Landstraße und somit durch Mettmann. Das Förderungsquantum, das durch Mettmann ging, war damals schon sehr beträchtlich. Amtlichen Angaben zufolge hatte die Barriere zu Mettmann nach Angabe der Steuerbehörde im Jahre 1832 eine Einnahme von 2927 Talern und 4 Silbergroschen. Dieser Betrag setzte sich wie folgt zusammen: 1825 zweispännige Luxusgespanne 132 Taler und 15 Silbergroschen, 212 Kabrioletts 10 Taler und 18 Silbergroschen; 600 Reiter 10 Taler, 18 000 beladene schmalräderige Karren 815 Taler; 9500 unbeladene breiträderige Karren 433 Taler und 10 Silbergroschen: 3000 unbcladene schmalräderige Karren 202 Taler und 20 Silbergroschen; für den Verkehr zur Verdener Straße 89 Taler und 1 Silbergroschen: zusammen 2997 Taler und 4 Silbergroschen. In Zentnern ausgedrückt machte das Gewicht der passierenden Güter 957 000 Zentner aus. Remscheid. — Schuhgeschäft vollständig ausgeräubert. In Dieringhausen wurde in einer der letzten Nächte ein Schuhgeschäft von Dieben völlig ausgeräumt. Es wurden etwa 70 Paar Herrenschuhe und 30 Paar Damenschuhe entwendet. Die Diebe haben die Schuhe aus dem Verkaufsraum in den Keller getragen, dort aus den Kartons genommen und in Kisten verpackt. Solingen. — Waffenfunde bei einer Haussuchung. In der Wohnung eines Kommunisten in Oberkatternberg=Solingen wurden bei einer Haussuchung nach Diebesgut u. a. auch 3 Armeepistolen, eine Mauserpistole und 43 Schuß Pistolenmunition gefunden. Essen. — Die Freiheit bedeutet Not. Anläßlich der Amnestie wurden aus dem Essener Gefängnis rund 100 Gefangene entlassen. Einige dieser Amnestierten baten den Gefängnisdirektor inständig, sie doch dazubehalten, da sie draußen vor dem Nichts ständen. Dem Wunsche konnte nicht entsprochen werden, doch dürfte sich die Gefangenenhilfe dieser Amnestierten angenommen haben. Einen gehörigen Denkzettel, an den sie noch häufig zurückdenken werden, bekamen hier vor einigen Tagen drei Leute von Langenberg. Gröhlend durchzogen sie die Straße von Herzkamp nach Nierenhof und bettelten sich unterwegs einige Zehrpfennige zusammen. Da sie angetrunken waren, wurden sie an verschiedenen Stellen abgewiesen. Bei dem Einwohner W. erging es ihnen ebenso. Sie wurden aber frech und drangen auf den Mann ein. Als sich dieser mit einer Mistgabel bewaffnete, sollen sie das Messer gezogen haben. Kurz darauf kamen sie aber an den Unrechten. Sie vermuteten in einem Einwohner wegen seiner langen Schnürstiefel einen Anhänger der NSDAP. und fingen Streit mit ihm an. Der aber machte nicht lange Federlesens, sondern verabreichte ihnen eine gehörige Tracht Prügel, wobei er von einigen anderen Einwohnern unterstützt wurde. Als die Angreifer später in Niederelfringhausen versuchten, ein vorbeifahrendes Auto mit Steinen zu bombardieren, erhielten sie von dessen Insassen eine zweite Tracht Prügel Zuguterletzt wurden sie in Langenberg von der Polizei empfangen und inhaftiert. Das gerichtliche Nachspiel wird wohl noch folgen. Hattingen. — Spitzbuben drangen nachts in das Lokal Kellings an der Friedrichstraße ein. Sie stahlen Zigarren, Zigaretten und Spirituosen. Milspe — Spatzen stellen einen Sperber. Hier ereignete sich unter der Tierwelt ein sonderbares Drama mit tragischem Ausgang für die Hauptperson Ein Sperber hatte einen Buchfinken geschlagen, Eine Schar Spatzen war scheinbar der Meinung daß einer ihrer Artgenossen gewürgt werden sollte. Die freche kleine Gesellschaft scheuchte den Räuber mit seiner Beute zur Erde, wo er in einer Hecke Schutz suchte. Hier griff ein Knabe ein. Er hatte den Vorgang bemerkt und fing den Sperber. Wuppertal. — Die Leidenschaft des Autofahrens treibt überall Blüten, und zwar die verschiedenartig Eisenbahnunfall im Bahnhof Letmathe 1 Toter, vier Verletzte. Im Bahnhof Letmathe fuhr am Montagabend gegen 19 Uhr auf einen zur Ausfahrt bereitstehenden Personenzug infolge unerlaubter Freigabe des Gleises ein Güterzug auf. Durch den gewaltigen Anprall wurde der Zugführer des Personenzuges, Gustav Schneider, der sich auf der Plattform des letzten Wagens befand, unter den Güterzug geschleudert und auf der Stelle getötet. Die beiden Lokomotivführer und zwei Reisten. Hier wurden vor Gericht zwei interessante sende wurden verletzt. Ein Reisender erlitt schweFälle dieser Art behandelt. Schwarzfahrten in re Kopfverletzungen. Der Sachschaden soll nicht gestohlenen Autos sind z. B. nicht der Fall bedeutend sein. Die Strecke wurde vorübergehend des Händlers Alfred B. aus Barmen. Ihm gesperrt und die Reisenden des verunglückten genügte es nicht, im verschwiegenen Dunkel sei= Personenzuges von dem Personenzug 375, ner Leidenschaft zu frönen, sein Wunsch war Frankfurt—Hagen—Oberhausen übernommen vielmehr außerdem, als großer Herr aufzutreten. Er machte das so: Die Taxen werden teleDie Pressestelle der Reichsbahndirektion Wuppertal teilt zu dem Eisenbahnunglück mit: Infonisch bestellt. Durch herablassende Anweisungen folge vorzeitiger Freigabe der Einfahrt eines imponiert er den Fahrern. Und wenn dann doch Güterleerwagenzuges stieß dieser auf den zur einer sich an seinem wenig vertrauenerweckenden Ausfahrt bereitstehenden Personenzug 631, LetAussehen stößt und fyagt, ob er auch Geld zum mathe—Schwerte, auf. Der auf der Plattform Bezahlen habe, klopft B. auf sein Schlüsselbund des vorletzten Wagens des Personenzuges stemit den Worten: Genug, fahren Sie los. Die hende Zugführer Schneider 1 aus Schwerte wurFahrt geht dann durch die halbe Stadt. An de dabei getötet. Der Lokomotivführer und einer Wirtschaft steigt B. aus und verschwindet Heizer sowie zwei Reisende des Personenzuges hinten hinaus. Oder: Er nimmt noch ein paar wurden leicht verletzt. Die Reisenden des PerFreunde mit, lädt den Fahrer mit in die Wirt= sonenzuges 631 wurden mit dem 19,01 Uhr von schaft ein, macht eine große Zeche und läßt Letmathe abfahrenden Personenzug 371, Franksich später vorab nach Hause bringen„um Geld furt-Hagen—Oberhausen, weiterbefördert. Der zu holen". Autofahrer und Kellner kriegten na= Sachschaden ist gering. Erhebliche Störungen im türlich von dem Geld nichts zu sehen. B. muß Betriebe sind nicht entstanden. jetzt wegen Rückfallbetruges in 4 Fällen insgesamt 7 Monate Gefängnis absitzen, sein Freund kam mit einem Monat davon.— Den Kaufmann G. aus Elberfeld brachte seine Autoleidenschaft dagegen auf allerlei schöne Schwarzfahrten, die Meist stark bewölkt, regnerisch, mild, unbeer zum Teil mit seinem lieben Mädchen, z. T. ständig. Wie wird das Wetter? Malmgrens Marsch in den Tod Eine Gedenkkirche für den schwedischen Polarforscher Von Prof. Dr. Franz Behounek In Stockholm weihte der schwedische Erzbischof Erling Eidem eine neue Kirche ein, die auf einem mächtigen Felsblock in dem Villenvorort Appelviten erbaut worden ist. Am Altar befindet sich eine Gedenktafel zur Erinnerung an den tragischen Tod des bekannten schwedischen Nordpolforschers Finn Malmgren, der aus Appelviten stammt. Dr. Finn Malmgren starb bei der Nobile=Expedition für seine Kameraden. Malmgrens Mutter, die von der italienischen Regierung einen lebenslänglichen Ehrensold bezieht, nahm an der Kircheneinweihung teil. Eine Sammlung, die seinerzeit zur Erinnerung an den Töd des jungen schwedischen Forschers in die Wege geleitet wurde, gab den eigentlichen Anstoß zur Erbauung der Kirche, die sich in einem eigenartigen neuklassischen Stil mit viereckigem Turm über die Häuser des Stockholmer Vorortes erhebt. Die ganze wertvolle Ausschmückung der Kirche ist durch freiwillige Gaben der neuen Gemeinde zustandegekommen. Der einzige nichtitalienische überlebende Teilnehmer an der NobileExpedition, der tschechische Rodiologe Prof. Dr. Franz Behounek, lenkt durch das hier wiedergegebene Kapitel seines Buches„Sieben Wochen auf der Eisscholle"(Brockhaus=Leipzig) die Erinnerungen an jene Tragödie im ewigen Eise zurück. ... Nach einigen Stunden war der Schlitten fertig, und gerade als Oessioni seine Werkzeuge zusammenlegte, hörten wir Zappis Ruf:„La lerra in vista!"(Land in Sicht!) Jeder, der nur irgend konnte, kletterte auf den ersten besten Eisblock und schaute nach Südwesten, wohin Zappi zeigte. Ich glaube, nur das Auge eines Seemannes konnte auf dem grauen, dunklen Horizont zwei etwas dunkle Schatten unterscheiden: einen etwas höheren— das war die Brochinsel, einen zweiten, niedrigeren, die Foynininsel. Auf Befehl des Generals machte Mariano ein kleines Oelfeuer, um durch den Rauch die Aufmerksamkeit von Pelzjägern auf uns zu ziehen, die etwa auf einer der Inseln sein mochten, was allerdings kaum anzunehmen war. Ich stand neben Mariano, der mit einem merkwürdigen Ausdruck in den Augen nach der Insel blickte. „Es wäre eine Schande für die drahtlose Telegraphie, wenn wir auf diese primitive Art eine Verbindung mit Menschen erreichen sollten", bemerkte ich; Mariano antwortete nicht, sondern schaute ständig zu den Inseln hinüber. Doch kein Rauch zeigte sich am Horizont, kein Laut erscholl! Wir befanden uns übrigens bestimmt mehr als 30 Kilometer von den Inseln, und der Rauch, den das Oel entwickelte, war sehr schwach./ Die Inseln sind vollkommen öde, und ich glaube, sie sind nur zweimal von Menschen betreten worden: einmal von denen, die sie auf der Karte— überdies schlecht— aufgezeichnet haben, und später von denen, die zu unserer Rettung kamen. Das Bewußtsein, daß Land in Sicht war— wenn auch nur eine öde Insel— vergrößerte unsere Sehnsucht, dieses Lager zu verlassen. So wurde gleich nach dem Mittagessen die Festigkeit des Schlittens erprobt. Als Zugseil banden wir einen Strick daran und zogen den Schlitten dann zum Bären, von dessen Fleisch wir schätzungsweise 70 Kilo aufluden. Dann wurde der schwierige Rückweg zum Lager angetreten. Mit einem Umweg war dieses etwa 60 Meter entfernt; Zappi blieb bei dem Bären zurück, um mit der Uhr in der Hand festzustellen, wie lange wir zu dieser Strecke brauchten. Mariano und Viglieri zogen, Trojani und ich schoben den Schlitten. Ueberall lagen kleine Eisblöcke im Weg. Manchmal war es notwendig, uns durch den Einschnitt zwischen zwei großen Eisblöcken durchzuzwängen, manchmal mußten wir den Schlitten über eine dünne Schneelage, unter der sich Wasser befand, schafsen. Hier war es notwendig, Eis abzuhacken, dort den Schlitten zu tragen. Auch wo der Schnee fest war, glitt der Schlitten nur sehr schwer vorwärts, da er zahlreiche scharfe Kanten hatte, die abzuhacken oder zu glätten nicht möglich war. Trotzdem Cicioni den Draht der die Platten mit dem Gestell verband, so fest als möglich angezogen hatte, lockerte sich schon bei diesem kur zen Marsch die hintere Platte, und als wir schließlich ermattet beim Zelt waren, erklärte Zappi, daß wir eine volle halbe Stunde gebraucht hatten! Schon bei diesem kurzen Stück war der Schlitten teilweise zerbrochen; es war so gut wie ausgeschlossen, einen Menschen damit 200 Kilo meter weit zu befördern. Zas hatte mit seiner Voraussage recht behalten! Nach diesem Versuch folgte nur noch eine kurze Erörterung über den Abmarsch. Nobile war der Ansicht, daß drei vollkommen genügten, da im Fall der Unfähigkeit eines Mannes, weiterzumarschieren, der zweite bei ihm bleiben und der dritte allein seinen Weg fortsetzen könnte. Aus dem Schluß seiner Ausführungen erkannte ich daß Viglieri sich entschlossen hatte, bei uns zu bleiben„Vergessen Sie nicht, wenn Sie mit einem Flugzeug kommen, für Viglieri recht viele Zigaretten herabzuwerfen!" schloß Nobile näm lich mit resigniertem Lächeln seine Worte. Kurz darauf sprach ich mit Malmgren über die bewundernswerte Ruhe Nobiles, mit der dieser, zum Krüppel geworden und bewegungsun fähig, den Abmarsch seiner beiden ersten Offi ziere hinnahm.„Der General ist wahrhaftig Mensch und fühlt gut, wie klein alle mußte Moral durch ständiges Antreiben zur Arbeit aufrecht erhalten hatte? Wie sollten wir ohne Malmgren auskommen, den einzigen, der die Verhältnisse im hohen Norden wirklich kannte, und dessen Fortgang ich mit Rücksicht auf unsere Freundschaft besonders bedauerte? Es wurde nun endgültig beschlossen, daß Malmgren, Mariano und Zappi gehen sollten. Der General sträubte sich gegen diese Wahl nicht, obgleich der Weggang Marianos und Malmgrens ihn sichtlich bedrückte. Als Malmgren aber sagte daß er sich ganz nach seiner Entscheidung richte, gab ihm der General vollkommen Freiheit. Ueber das, was die drei mitnehmen sollten, entwickelte sich eine längere Beratung.„Damit Ihr bis zur Ankunft der Hilfsexpedition aushalten könnt, lassen wir Euch alles Bärenfleisc)“, erklärte Malmgren. Er hatte beschlossen, ner soviel Pemmikan und Schokolade mitzunehmen wie von den Gesamtvorräten auf drei Mann entfiel, 18 Kilo für jeden, insgesamt also 54 Kilo Lebensmittel für die drei. Der größte Teil war Pemmikan, der kleinere Schokolude. Von dieser behauptete Maligren, sie sei für den Marsch zu schwer.„Meine Kameraden sind sehr gut", sagte Malmaren eine Weile später,„sie haben mir mit Rücksicht auf meine Verletzung versprochen, den größten Teil der Vorräte zu tragen.“ Eine heftige Erörterung entwickelte sich wegen der einzigen Schußwaffe, der Colt=Pistole. Malm. gren wollte sie gern mitnehmen, doch der General entschied, daß sie bei uns bleibe. Die Erahrung hatte uns ja gelehrt, daß Bären bis dicht ans Zelt herankommen konnten. Malingren unterwarf sich der Entscheidung. und ich ging dann mit ihm hinaus, einen Teil der Ausrüstung vorzubereiten. Für den Rest orgten Mariano und Zappi, während Viglieri in Verzeichnis unserer Vorräte machte. Ich half ein großer und ich rechne diesen Augenblick zu den schwersten unseres ganzen Aufenthaltes auf dem Eise. Wie wird es werden, wenn Mariano, dieser geradezu mustergültige Offizier, jetzt weggeht, der unsere meinem Feunde, eine Flasche mit Benzin füllen, wovon fie etwa vier Liter mitnehmen wollten, damit sie sich auf dem Marsch wenigstens von Zeit zu Zeit eine warme Pemmikansuppe kochen konnten. Vor dem Abmarsch merkten Malmgren und Mariano aber, daß die Ausrüstung zu schwer war, und ließen zwei Liter Benzin zurück. Was Malmgren tragen sollte, wurde in den Rucksack des Maschinisten Angloti getan, der in der Königsbucht verblieben war. Wir hatten den Rucksack in den Trümmern der Motorgondel gefunden. Dort war auch der Rucksack Pommellas mit seinem Schuhwerk gewesen, den Biaggi sofort an sich genommen hatte. Er war damit der glückliche Besitzer des einzigen Paares fester Lederschuhe, die wir auf der Eisscholle hatten. Außerdem hatte er darin etwas Wäsche, insbesondere Strümpfe gefunden. Wir lasen auch einige warme Polarröcke auf— einer zeigte auf dem Futter den Namen Pommellas als Eigentümer; ein anderer den Carattis, des Maschinisten der linken Motorgondel, der mit dem Wrack der„Italia“ verschwunden war; einer war, glaube ich, ohne Namenszettel. Mein Eindruck war, daß Malmgren zwischen Optimismus und Pessimismus schwankte, genau so, wie auch wir es dann eine Reihe von Wochen tun sollten.„Ich habe dem General versprochen, mit einer Hilfsexpedition zurückzukehren, sofern ich nicht so krank bin, daß ich nicht kommen kann", sagte er.„Doch wie stellen Sie sich das vor, wie kann uns bei der ständigen Bewegung unseres Eisfeldes eine Expedition finden?" wen dete ich ein.„Sie kann einen Radioapparat mitnehmen", antwortete er,„und auf kurze Entfernung wird sie Euch sicher hören und die Meldung erhalten, wo ihr euch befindet. So weit werdet ihr doch bis zu dieser Zeit vom Wind nicht getrieben worden sein, daß die Entfernung größer wäre als die, die wir heute von der „Citta di Miluno" haben? Wenn die Expedition nach dem Smythkap käme, würde sie doch eurem Lager schon sehr nahe sein." General Nobile hat mir nach unserer Rettung in der Königsbucht erzählt, daß Malmgren Pessimist war und daß et vor dem Abmarsch gesagt hat:„Voth purts will die“(beide Abteilungen werden sterben).— schwimmende Flugplätze im Ozean Von Albert Henninger. Von den ersten Flugversuchen an bis zu dem Augenblick, wo das Flugzeug in die Reihe der modernen Verkehrsmittel trat, sind viele Jahre vergangen. Genau wie das Automobil galt das Flugzeug im Anfang seiner Entwicklung als Sportmittel. Einen Anspruch auf Bedienung eines Verkehrs konnte es noch nicht erheben, weil es die für den Verkehr notwendigen Voraussetzungen, zuverlässig und regelmäßig zu sein, nicht erfüllte. Die durch den Krieg beschleunigte konstruktive Vervollkommnung des Flugzeuges hat dann das Flugzeug in verhältnismäßig kurzer Zeit zum allgemeinen Verkehrsmittel in allen Kulturstaaten werden lassen. Es dauerte aber nicht lange, da wurden dem Flugzeug die Grenzen seines Verkehrsgebietes zu eng und der unter den Fliegern lebendige Sportsgeist drängte nach neuen Flugleistungen. Eines der Hauptziele wurde die Ueberfliegung langer Seestrecken, die insofern einen besonderen sportlichen Reiz ausübte, als bei der Bewältigung dieser Aufgabe viel, wenn nicht alles, auf den persönlichen Mut des Piloten ankam. Wie auf anderen Gebieten des Sports. so 'orderten auch die Transozeanflüge kostbare Opfer an Menschen und Material. Hierdurch konnte aber der Betätigungsdrang der Flieger nicht gemindert werden. Wenn man die Ozeanflüge als rein sportliche Leistungen auffaßt, zollt man dem hierbei aufgebrachten persönlichen Mut der Flieger und den hervorragenden Leistungen der Flugzeugkonstrukteure die höchste Anerkennung. Ich vermag mich aber nicht der Ansicht anzuschließen, daß wir heute schon auf Grund dieser Leistungen alle Vorbedingungen für die Einrichtung eines transozeanischen Flugverkehrs geschaffen haben. Denn die„Non=stop=Flüge“ über den Ozean stellen an die Tragfähigkeit der Maschinen, an die Willenskraft der Piloten und an die meteorologischen Verhältnisse Ansprüche, die nur beim günstigen Zusammentreffen aller dieser Vorbedingungen erfüllt werden können. Versagt aber einer dieser Faktoren, dann muß der Flug mit einer Katastrophe enden. Auf Grund meiner fliegerischen Erfahrungen habe ich mich seit Jahren mit dem Problem beschäftigt, wie man die sich hier bietenden Schwie rigkeiten mit den heute vorhandenen technischen Mitteln meistern kann. Wohl ist anzunehmen, daß im Laufe der Jahre die Leistungsfähigkeit immer größer werden wird, so daß man vielleicht einmal Weitstrecken von mehreren tausend Kilometern ebenso regelmäßig und sicher wie die heutigen Landfluglinien befliegen kann; aber die hier durch die meteorologischen Verhältnisse bedingte Regelmäßigkeit und Sicherheit wird sich dennoch in absehbarer Zeit auf den über den Ozean zwischen Europa und Nordamerika führenden Luftlinien nicht erreichen lassen. Daran hindert uns in erster Linie der meteorologische Hexenkessel im Nordatlantik, dessen Brodeln aus dem Zusammentreffen der kalten Polarluft mit der erwärmten Golfstromluft entsteht. Der Luftweg über den Ozean wird daher zweck mäßigerweise nicht längs der Route unserer Schnelldampfer führen können, sondern im In teresse der Verkehrssicherheit einen südlicheren Verlauf nehmen müssen. Aber auch dieser Weg setzt der Verwirklichung eines Flugverkehrs insofern Hindernisse entgegen, als ich nicht glaube, daß wir in nächster Zeit mit so betriebssicheren Wie schon angedeutet, wird die Insel an einer ihrer Querseiten verankert und zwar so elustisch, daß sie dem Wind und der Strömung innerhalb bestimmter Grenzen nachgeben kann. Da auf der Insel außer den für den Flugverkehr erforderlichen technischen Anlagen auch eine Kraftanlage vorgesehen ist, mit deren Hilfe die Insel ähnlich einem Schiff selbsttätig operieren kann, besteht bei gefährlicher See immer die Möglichkeit, gegen Wind und Strömung anzusteuern. Es ist erklärlich, daß mich der Wunsch, eine derartige Insel einmal wirklich ausführen zu können seit Jahren beseelt. Und zwar umso intensiver, je deutlicher sich herausstellte, daß die anderen Projekte bei genauerer Prüfung grundsätzliche Mängel haben zu Tage treten lassen, die von vornherein gegen eine Versuchsausführung sprachen. Wie sehr mein Entwurf der Wirklichkeit nahekommt, geht schon daraus hervor, daß es gelungen ist, naturgetreue Teilnachbildungen der„schwimmenden Insel" für die Verfilmung des von Hans Siodmak geschriebenen Romans „F. P. 1 antwortet nicht" zu bauen. Mit einem ungewöhnlich großen Aufwand an technischen Bauten, um deren Ausführung sich Architekt Kettelhut besonders bemühte, hat die Ufa den gleichnamigen Film jetzt fertiggestellt, in dessen Mittelpunkt der Flugstützpunkt„F. P. 1“, ein schwimmender Flugplatz im Ozean, steht. Der technische Bau eines solchen Stützpunktes und seine verkehrswirtschaftliche Bedeutung sollen im Rahmen dieses neuen Großfilms dem Zuschauer gegenwärtig werden. Mir liegt vor allem daran, zu betonen, daß es sich bei dem Projekt der schwimmenden Insel nicht um eine Utopie handelt, sondern daß nicht nur die technischen, sondern auch die wirtschaftlichen Vorbedingungen für die Errichtung derartiger Flugstützpunkte im Meere gegeben sind. Der Bau einer einzigen„F. P. 1“ zwischen den Azoren und den Vermudas=Inseln würde die über Lissabon nach Newyork führende Flugverbindung in Abschnitten von nicht mehr als 1500 Kilometer Länge unterteilen, eine Flugstrecke, deren verkehrsmäßige Bewältigung schon heute denkbbar wäre. Flugzeugen rechnen dürfen, daß im praktischen Verkehr überhaupt keine Ausfälle vorkommen können. Denn, wenn wir uns den Landluftverkehr ansehen, erkennen wir aus dem sorgfältig entwickelten Netz der Bodenorganisation, dem Wettermeldewesen und der Bereithaltung von Zwischenlandeplätzen, daß hier dem Flieger bei irgendeiner Störung auf jeden Fall die Möglichkeil geboten wird, einen vorbereiteten Stützpunkt zu erreichen. Dasselbe Moment der Sicherheit muß auch für die Schaffung eines transozeanischen Flugverkehrs bestehen, selbst wenn nach menschlicher Voraussicht eine regelmäßige Ueberquerung von mehreren tausend Kilometern flugtechnisch möglich ist. Diese Erkenntnis hat in allen Ländern, die an einem transozeanischen Verkehr ein Interesse haben, zu Ueberlegungen geführt, wie man weite Seestrecken durch Flugstützpunkte sichern und unterteilen kann. Ich selbst verfolge diese Gedanken seit vielen Jahren und kenne die meisten Projekte, die darüber bestehen. Nach meiner Ueberzeugung kann eine Lösung des Problems, in absehbarer Zeit einen Luftverkehr über den Atlantik zu schaffen, nicht anders gefunden werden als durch den Bau von Flugstützpunkten, die an einer bestimmten Stelle im Meere fest verankert sind. Die technische Möglichkeit, derartige„schwimmende Inseln" auszuführen, habe ich in zahlreichen Besprechungen mit anerkannten Fachleuten soweit geklärt, daß diese Frage bejaht werden darf. Ich lasse es dabei hingestellt, oo sich meine Pläne noch nach dieser oder jener Richtung verbessern lassen, die Grundidee hat sich jedenfalls als richtig erwiesen. Ich habe der„schwimmenden Insel“ eine Länge von 500 Meter und eine Breite von 150 Meter gegeben. Die zunächst gering erscheinende Breite genügt, weil sich die Insel infolge ihrer einseitigen Verankerung stets nach dem Winde und der Strömung einstellen kann, so daß zum Landen und Starten immer die gesamte Länge zur Verfügung steht. Voraussetzung für die Benutzung dieses Flugplatzes ist, daß er auch bei schwerer See so ruhig liegt, daß jeder Pilot ungefährdet niedergehen und starten kann. Die Kiele, auf die sich die Insel stützt, müssen daher dem Einfluß der Bewegungen des Meeres entzogen werden. Hierzu besteht die Möglichkeit, wenn man die Kiele der Insel in die Zone völliger Wasserruhe verlegt. Diese wird bei einer Tiefe von ungefähr 20 Meter erreicht. Ferner muß die Landefläche den hochgehenden Wogen entzogen werden, indem man sie so hoch über das Wasser erhebt, daß selbst die größten Wellenberge sie nicht mehr erreichen können. Nautische Erfahrungen halten eine Höhe von etwa 25 Meter für völlig ausreichend, da bisher die beobachteten größten Wellenhöhen 15 Meter kaum überschreiten. Aus diesen beiden Forderungen ergibt sich die Bauhöhe der„schwimmenden Insel" mit etwa 60 bis 75 Metern. Damit dem flutenden Wasser möglichst wenig Angriffsflächen geboten werden, wird die Landefläche von Säulenreihen getragen, die in Folge ihrer stromlinienförmigen Durchbildung den Druck des Wassers auf ein Minimum beschränkt. Hinzu kommt, daß die ungeheure Masse einer solchen Insel, deren Dienstgewicht (Eigengewicht+ Ballast) mehr als 400 000 Tonnen betragen wird, den bewegenden Meereskräfeten großen Widerstand entgegensetzt. Die Haare der Mama Sind die Haare der Mama 25000 Franken wert, wenn die Tochter heiratet? Eine seltsame Fragestellung. Zweifellos. Aber diese Frage wurde den Richtern in Paris vorgelegt. Sie haben den Versuch gemacht, sich durch einen Vergleich aus der Affäre zu ziehen. Es kam für sie darauf an, entweder die Haare der Mama zu unterschätzen, oder sie aber— nach der Auffassung des Friseurs— zu überschätzen Töchterchen hatte endlich einen Gatten gefunden. Und wenn Töchterchen zum Altar geht, dann will die Mutter jung sein. So ging denn Mama hin und ließ sich vom Haarkünstler ein prachtvolles Tizianrot in die Fülle der grauen, durch ehrbares Alter erworbenen Haare hineinzaubern. Der große Tag brach an. Als aber Mama das Netz vom Kopfe nahm, das die schöne Ondulation über Nacht schützen sollte, da nahm sie gleichzeitig einen großen Büschel Haare mit ab. Als es Zeit war, die Hochzeitskutsche zu besteigen, da war Mama erst einmal in Ohnmacht gefallen, da sie kahl war wie— im Französischen sagt man: wie ein Knie, Ein Chemikalium hatte da wohl nicht ganz gestimmt... „Liebste, setze deinen Hut auf!“ sagte der Gatte, der mißmutig seine kahle Gattin betrachtete, die noch immer zwischen Weinen und Ohnmacht schwankte. Der Hut war aber ein Spitzenhut und ließ die weiße, strahlende Kahltöpfigkeit noch deutlicher erkennen. Man rief einen Friseur zu Hilfe. Wie sollte man so schnell einen Ersatz finden für die entschwundene Haarfülle? Alle vorhandenen Perrücken wurden durchprobiert. Eine paßte mit Aechzen und Wehklagen. Daß die Haarfülle diesmal schwarz war, lies sich nicht mehr ändern. Madame ging so zur Kirche. Mit wenig Feierlichkeit, aber mit viel Groll im Herzen gegen den Friseur, gegen die ganze Welt Das Unheil ist noch nicht zu Ende. Als sich die Zeremonie dem Ende näherte, da zog sich die Perücke durch irgendwelche physikalische Ursachen aus der Zwangslage, mit der sie um den Schädel lag, mit einem regelrechten Hupser in die Höhe. Mitsamt dem Hut. Die Gläubigen in der Kirche vermochten das Lachen nicht zu unterdrücken. Eine Feierlichkeit erstarb in Lächerlichkeit. Braucht noch mehr erzählt zu werden? Die Blamage ist nicht wieder gutzumachen. 25 000 Franken soll der Friseur für den seelischen und körperlichen Schaden zahlen. Die kahlköpfige Mama kämpft um ihr Recht. Dynamo=Maschinen gefährden die SixtinischKapelle! Wie aus der Stadt des Vatikans berichtet wird, hat die Aufstellung von Dynamo=Maschinen in der elektrischen Station des Vatikans, insbesondere der Rückwand der Sixtinischen Kapelle mit Michelangelos„Jüngstem Gericht", schweren Schaden zugefügt. Durch die dauernden Erschütterungen haben die uralten Bauten Risse bekommen, so daß man sich entschlossen hat, die Maschinen jetzt mit halber Kraft arbeiten zu lassen. Caruso boxt... In Neu=Münster wurde dieser Tage eine Viln von zwei Einbrechern heimgesucht. Ein Overnsänger, der gerade als Gast des Besitzers in der Villa weilte, trat den Spitzbuben mutig entgegen und streckte sie mit wuchtigen Kinnhaken zu Boden Während der eine Einbrecher sich mühsam aufrappelte und heulend davonlief, blieb der andere ohnmächtig liegen und konnte der Polizei übergeben werden. Das Vermächtnis des Vaters ROMAN VON HELENE HELBIG-TRANKNER „So laß dir doch ein wenig helfen, liebster Vater, bin ich nicht dazu hier, um darüber zu wachen, daß du dir nicht zu viel zumutest?"—— Ein Sommerfalter flatterte zum geöffneten Fenster herein. Irene Ramlow verfolgte mit den Augen, wie die blauen Flügelchen in dem Luftzug wippten, sah, wie sich der leichte Körper zu flüchtiger Rast auf dem Spitz des Kissens niederließ, worauf der Kopf des stillen, bleichen Mannes, ihres Vaters, ruhte. Die blutleeren Lippen öffneten sich: „Kind, du hast schon so viel für mich getan“, sprachen sie— ohne Klang— müde.— Der Falter flatterte auf, fand den Weg durch das geöffnete Fenster hinaus in die sonnendurchwärmte Juniluft. Irene sah ihm nach— jetzt stand etwas wie Sehnsucht in ihren guten großen Mädchenaugen. Ihr Vater beobachtete sie, las aus ihnen diese Sehnsucht. Ein Schatten umdüsterte seinen Blick. „Du solltest ein wenig ins Freie gehen!" bat er, sie aber schüttelte den Kopf. „Ein gewisser Jemand wollte doch aufstehen, hat man das schon vergessen?" sagte sie und drohte mit dem Finger. „Ich kann auch liegen bleiben, was kommt darauf an.— Ein paar Tage früher oder später — Kind, es ist doch so gleichgültig, einmal muß es doch kommen!“ Sie ging nicht auf diesen Ton ein, sie zwang sich sogar zu einem Lächeln: „Der Doktor sagt, wenn du weltschmerzlich würdest, soll ich dir ein paar Verse„Busch" vorlesen, ich glaube, es ist an der Zeit." Irene wollte aufspringen, aber er hielt ihren Arm fest. „Willst du mir einen Gefallen tun?" Und als sie fragenden Blickes nickte, fuhr er fort: „Nimm den Schlüssel aus der Tasche meines Jacketts und schließe damit den linken Kasten des Schreibtisches auf. Du findest ein Bündel Briefe dort, mit einem blauen Band verschnürt, bring es mir, bitte!“ Sie tat, wie er sie geheißen. „Und dann— stehst du auf. Wir lesen diese Briefe miteinander auf der Veranda!“ rief sie ihm aus dem Nebenzimmer zu, indem sie das Biindel dem Kasten entnahm.—— Irene half ihrem Vater, dessen Mund sich bei jedem Schritte, den er tat, gequält zusammenzog, in den Lehnstuhl, der für ihn bereitstand. Die Nachmittagssonne meinte es gut und wärmte den erkalteten Körper. Irene setzte sich unter die Markise, die die Veranda halb überspannte, ihm gegenüber. „Wolltest du mir etwas vorlesen, Väterchen?" Ihre Blicke senkten sich über die Briefe, die, ein jeder in der gleichen flattrigen Handschrift die gleiche Handschrift auswiesen: Herrn Dr. Harry Ramlow, Privatgelehrter— nur die Ortsbezeichnungen waren verschieden, zuerst Weimar, einmal Berlin, dann Leipzig, und dann wieder der Name einer kleinen süddeutschen Universitätsstadt, zuletzt wieder der Heimatsort: Weimar, Lisztstraße. „Ja, ich möchte dir etwas sagen, Kind!" klang die müde, tonlose Stimme des Kranken. „So feierlich, Väterchen?" Dann erlaubst du wohl, daß ich mein Reißbrett dazu hole, ich muß noch einige Entwürfe machen, Stilisierübungen, man hat schon wieder um ein neues Muster ge beten.“ Irene nickte ihm zu und verschwand für einen Augenblick, währenddessen der Kranke, für die sen Augenblick dem Bereich der töchterlichen Beobachtung entraten, in verzweifelter Hast die ganze Summe seiner Schmerzen ausstöhnte Als Irene wieder zurückkehrte, hatte er die Augen geschlossen. Seine Züge sahen alt und verwittert aus und erinnerten nicht mehr an das schöne enste Bildnis, das als Zeichnung über dem Bett hing und dem Kinde immer als ein Meisterstück erschienen war, das den schönsten Mann, den es kannte, darstellte, den über alles geliebten Vater. Sie erschrak, als sie diese Beobachtung machte „Väterchen!" Er öffnete, erschrocken, sich undieniert gezeigt zu haben, die Augen. „Bist du bereit?" fragte er matt. Und als sie nickte:„Reich mir die Briefe.“ Umständlich lockerte er das Band, sie fielen aus einander. Ein schaler Duft wie von welken Blumen strömte daraus hervor. Unwillkürlich schloß er von neuem die Augen— nur kurze Sekunden. „Es sind die Briefe deiner Mutter." Unmerk lich nickte Irene und betrachtete etwas besorgt den großen Stoß. „Willst du sie alle— lesen?" Er lächelte. „Sei unbesorgt, mein Kind,— es wäre mir nicht möglich, das Glück und Leid meiner Jugend jemandem preiszugeben, selbst meinem Kinde nicht, aber einige Stellen, gus denen du— in deinem Alter kannst du es vertragen—, die Seele und das Wesen deiner Mutter etwas näher ken nen lernen sollst.— Ich bin das ihr schuldig, denn sie ist immerhin deine Mutter."— „Sie hat dich verlassen." Die skrupellose Empörung der Jugend über eine Tat, die ihr schlecht erscheint, die sie nicht verstehen kann, sprach aus diesen wenigen Worten. Doktor Ramlow nickte. „Gewiß, das war einer Mutter unwürdig, denn sie verließ damit auch dich, ihr damals noch hilfloses Kind." „Warum eigentlich tat sie es?“ fragte Irene gespannt. Da entnahm Doktor Ramlow einigen Briefumschlägen die Bogen und begann zu lesen: „Ich liebe dich, wie ich noch nie einen Menschen geliebt habe und werde es tun, solange der Ekel vor allem Erlebten und Vergangenen, vor allem, was mich an mein Theaterleben erinnert, anhält. Und das wird ein ganzes Leben dauerik, glaube es mir.“ Er legte den Bogen beiseite und öffnete eine anderen. „Du allein bist der Mann, der mein unruhevolles Wesen bändigen kann, verzeihe mir alle Trennungen, ich gehöre ganz Dir und unserem süßen Kinde. Der Tag. an dem Du von deiner Expedition zurückkehrst, die Dich, mir und meiner Liebe und Hingabe entzieht, wird mein schönster Festtag sein."— Wieder öffnete er einen neuen Brief. „Rückfällig werden alle schwachen Menschen, Du siehst, wie nöitg es ist, daß Du mich festhälst. Ziehe Deine Hand nicht von mir weg, ich versinke ohne Dich. Du Einziger, ich liebe Dich ewig— nur— ein einziges Mal gestatte mir, die alten Bekannten wiederzusehen, es lockte mich zu sehr, deshalb floh ich heimlich. In einigen Tagen bin ich wieder bei Dir, in der Enge Deines Gelehrtenstübchens, in der verstaubten Atmosphäre Deiner alten Scharteken, wo es immer so beruhigend und wohl ist, und an der Wiege unserer süßen Irene. Nur noch ein paar köstliche Augenblicke! Ich habe eine erkrankte Kollegin vertreten, die Adele in der„Fleder maus" gespielt. Ein Applaus, sage ich Dir. Ach, es ist ein eigener Zauber in jener Welt, aber sei unbesorgt, ich versinke nicht, ich habe Dich ja und— Irene.“—— Die Stimme, die durch das Lesen geschwächt worden war, versagte jetzt fast ganz. Einen Augenblick schwiegen beide. War es am Ende, weil aufsteigende Tränen den Kranken am Wei terlesen hinderten? Endlich hub er von neuem an, wie zu sich selber: „Und sie versank doch!“ Noch immer wagte Irene nichts zu erwidern, ie sah nur den Vater, den heißgeliebten, verehr ten, aus teilnehmenden Augen an, und ihre Blicke verstanden sich. „Sie hat dir sehr weh getan, hat dich unglücklich gemacht, dich verraten, ich kann meine Mutter nicht— lieben!“ sagte sie endlich zornerfüllt. Aber er schüttelte den Kopf. „Irene“, erwiderte er matt,„ich habe es in den langen Jahren meines Alleinseins endlich ver tehen gelernt, auch ich war nicht frei von Schuld — ich nahm eine Blume aus einem fremden Garten— und pflanzte sie in die verbrauchte Luft meiner Gelehrtenstube. Ich und sie— nein es war unmöglich, es war lächerlich, es war ein Frevel. Und du, mein Kind, lieben können wirst du deine Mutter vielleicht nicht, aber du sollst sie auch nicht verachten. Das versprich mir, Kind!" Er streckte seine Hand aus, aber Irene griff nur zögernd nach ihr. „Und wenn— wenn ich— wenn dieser arm elige Körper einmal die unsterbliche Seele nicht mehr zu umhüllen vermag— Kind, nicht doch!“ Irenes Schluchzen unterbrach ihn. „Es kommt für uns alle der Tag, früher oder später, du bist doch mein starkes, mutiges Kind, — dann...“ Er wischte sich umständlich den Schweiß von der Stirn, den ihn jede noch so geringe Anstren gung kostete. „Dann geh und suche deine Mutter! Du wirst sie nach diesen Briefen finden. Laß es dir mein Vermächtnis sein. Suche sie durch deine Liebe, deine Stärke und Willenskraft zu dir zu lenken, was noch an ihr zu retten ist, Kind, das erlöse von dunklen Mächten. Du bist meine Tochter, hast die klare, geruhige friedfertige Art der Ramlows, die ihr so wohltat. Wärest du ein Knabe gewesen, vielleicht, daß du ihren ruhelosen Sinn geerbt hättest, Gott hat es besser gefügt, obgleich ich einst über dein Erscheinen enttäuscht war.— Irene, willst du es mir versprechen, willst du mein Vermächtnis antreten, ich habe kein weiteres. Willst du zu ihr gehen?" Und als sie unentschlossen mit großen Augen ins Weite sah, fuhr er fort: „Es ist möglich, daß wir nicht gleich wieder so ungestört miteinander reden können—“— er verzog in heftigem Schmerz den Mund. „Versprich es mir!" da drückte sie seine Hand, die noch in der ihren ruhte, kühl und feucht. „Ja, Vater— ich verspreche es dir!" sagte Irene langsam, fast feierlich. „Ich danke dir, mein Kind, du hast mir das Sterben leicht gemacht, denn du sollst es wissen — so weh sie mir getan— ich habe sie sehr lieb gehabt, die kleine leichtsinnige Nelly Olnmar, das Glück meiner Reisejahre, nach schweren Ent täuschungen— sprechen wir nicht davon.. Er lehnte sich matt in die Kissen, war blaß, fahl, auf der Stirn standen unzählige Schweiß perlen. In seinem Körper grub die furchtbare Krankheit weiter an ihrem Zerstörungswerk, nur hin und wieder ihre Sendboten durch krampfhafte Schmerzen ausschickend, ihre Spur auf dem wachsbleichen Antlitz zeichnend. Irene legte eine wollene Decke über sein Deckbett, denn es schien ihr, als ob er fröstelte, und wischte ihm die Tropfen von der Stirn. „Danke", sagte er matt. Dann löste er einige Briefe aus dem Bündel, legte sie beiseite und gab die übrigen seiner Tochter, daß diese sie an ihren Platz zurücklegen sollte. Als Irene das Schubfach wieder öffnete, fiel ihr ein fast verblichenes Lichtbild auf, eine reizende junge Frauengestalt in phantastischem Kostüm, lachend, die Arme voll Blumen, die Grübchen in den Wangen von süßer Schelmenhaftigkeit, die Reihe der gleichmäßigen Zähne wie Perlen.— „Nelly!" stand nur darunter. Die Augen des jungen Mädchens verdüsterten sich.„Mutter“, kam es wie zornig über ihre Lippen, und doch vermochte sie nicht, sich rasch wieder von dem Anblick zu trennen. Sie muß doch sehr schön gewesen sein", dachte sie und sah plötzlich im Spiegel zwischen den Fenstern ihr eigenes Antlitz, jung und strahlend und lachte sich zu, gewahrte die Grübchen, die Perlenreihen der Zähne, die schönen, übergroßen Augen. „Man sagt, ich sei Mutter ähnlich", flüsterte sie in sich hinein, aber es mochte doch lauter geklungen haben, als sie beabsichtigt hatte, die an leise Geräusche gewöhnten und geschärften Ohren des Kranken hatten die Worte vernommen. Nur die Augen sprechen eine andere Sprache, vielleicht wissen sie mehr von innen zu erzählen als jene", sagte Doktor Ramlow mit liebevollem Ausdruck. Als Irene zu ihm zurückkehrte, kniete sie vor dem Lager des Vater und lehnte ihren Kopf an seine Schulter: „Geh nicht von mir, Väterchen, verlaß mich nicht,— ich fürchte mich so allein!" flehte sie. Er antwortete nicht. Endlich fand er ihre Hand, die führte er an sein Herz. „Willst du, daß dieses arme Ding hier drin einem zerstörten Körper noch unnötig lange martervolle Tage schlagen soll?— Einmal kommt für jeden die Stunde, da er einsam ist, sich fürchten möchte vor dem Kommen den. Dann denke daran, daß dir noch unendlich viel geblieben ist, mein Kind. Deine Kunst, deines Vaters Segen und das Vermächtnis— die Tat, die er dir zutraut, deine Mutter zu retten!— Und nun führe mich in mein Bett. Ich möchte schlafen!“ Doktor Ramlow, der einst ein großer, statt licher Mann gewesen, war durch die furchtbare Krankheit ein armer, zusamengesunkenere, halb verfallener Körper geworden, der sich an der Hand seiner Tochter nur mühsam aufrechthielt. Heute ging es ihm schlechter als sonst. Die un gewöhnliche Erregung hatte an seine Nerven zu hohe Anforderungen gestellt. „Gott sei Dank!“ sagte er, als er endlich in seinem Bett lag. Irene betrachtete ihn sorgen voll. „Soll ich den Arzt rufen?" fragte sie, aber er wehrte ab. „Der alte gute Sanitätsrat kann nichts tun, du bringst ihn nur in Verlegenheit, ich fühle, ich werde heute bald einschlafen und du, mein Kind, gehst ein wenig an die Luft. Es gibt. einen wundervollen Mondscheinabend heut, im Park am Rundteil vor dem Schloß ist Musik, hättest du nicht Lust? Laß die Fenster offen und schicke mir Frau Rädel, damit ich ihr einiges sage, ja, mein Kind?" Er drängte sie förmlich fort, aber als Irene Einwände machen und sich sträuben wollte, zu gehen ward er unwillig. „Alle deine Freundinnen sind dort, ich weiß es und— hat nicht Sanitätsrat Wendler gesagt, jede Aufregung könne mir schaden? Ich ärgere mich, wenn du nicht gehst, willst du mir Nachteiliges antun?" Da erhob sich Irene zögernd, winkte ihm noch einmal mit der Hand und ging hinaus. 2. entlang und Sie schritt die Brauhausstraße überquerte den Wielandplatz. An der Ackerwand hielt sie einen Augenblick inne. Es war ein köstlicher Abend, Juninächte, die keine Dunkelheit kennen. An dem dämmrigen Himmel hing das silberne Schifflein und zauberte magisch beleuchtete Szenerien hervor. Die hohen Baumstände des Parkes warfen eine eigenartige Silhouette gegen den Himmel. „Wunderschön!" dachte Irene und freute sich der Schönheiten ihrer Vaterstadt, des eigenen klassischen Zaubers dieser einstigen Geistes residenz. Aber es war etwas in ihr, das sie nicht zum rechten Genusse kommen ließ. Die Unter redung mit ihrem Vater klang noch in ihr nach. Es war ein Erlebnis gewesen, das ihr die Mutter, von deren Eristenz sie bisher so herzlich wenig wußte, in ein ganz anderes Licht gerückt. ja, das in ihr beinahe eine Sehnsucht erweckte, nach jener Frau, die sie beide einst verlassen hatte. Etwas wie Angst und ein unbestimmtes Furchtgefühl vor dem Kommenden bemächtigte sich ihrer, das Bewußtsein, den geliebten Vater in absehbarer Zeit verliern zu müssen, machte sie mutlos und traurig, aber als sie an dem Palais Charlotte von Steins vorüberkam, aus dessen Fenstern die Lichter ihre Kegelschnitte freundlich auf die Steinfließen warfen, als die frohen Klänge einer flotten Militärmusik aus der Nähe lockten, da siegte doch die Jugendfreude und die Lust am Rhythmus und Klang, und sie schwenkte mit raschen Jungmädchenschritten hinüber nach dem Platz im Park, wo die Musik aufspielte. Aus den dunklen Umrissen der Sträucher hoben sich helle Grüppchen junger Mädchen, lustiges Geplauder schwirrte zwischen den Instrumten, Lachen, zuweilen Jauchzen und Scherzen. Suchend ließ Irene ihre Augen umherschweifen. Sicher waren ihre Freundinnen schon alle versammelt, es war immer so zu den Abendkonzerten, wie eine selbstverständliche Vereinbarung. Dazwischen pendelten die jungen Kavaliere, Schüler der beiden Anstalten, Kunstschüler und die ganze wohlangesehene akademische und merkantile Jugend höheren Alters aus der Stadt. Ein paar Reichswehroffiziere hielten sich ein wenig abseits, sie streiften an Irene vorüber und musterten sie mit wohlgefälligen Blicken. Irene wirkte in ihrer ganz besonders künstlerisch gewählten Kleidung stets reizvoll und anziehend Es lag etwas in ihrem Gang, ihrer Haltung. wodurch sie, ohne zu wollen, aus dem Kreis der Freundinnen heraus und stets das Augenmerk zuerst auf sich lenkte. Nicht, daß sie von hervorragender Schönheit gewesen wäre, dazu war die Nase etwas zu kühn, der Mund vielleicht um ein weniges zu groß, aber der ganze Eindruck ihres Gesichtes wirkte in seiner Gesamtheit wie ein Frauenbildnis aus der Zeit der Befreiungskriege, und man hätte sich gut vorstellen können, wie Irene Ramlow hier auf diesem Boden etwa zu Goethes Zeiten als irgend eine Lotte oder Anna Amalie, eine der lieblichen Honoratiorentöchter gewandelt wäre, mit dem Empirekleidchen und der samtenen Schute über dem lichtbraunen Gelock. Plötzlich löste sich aus einer der Gruppen junger Leute ganz unmerklich die Gestalt eines sehr gepflegt aussehenden jungen Mannes und schritt im Dunkeln Irene entgegen. Sie schien ihn zunächst nicht bemerkt zu haben, denn als er plötzlich vor ihr stand, zuckte sie zusammen. Fräulein Irene, es ist sehr lieb von Ihnen, daß Sie noch kommen", sagte der junge Mann, ihre Hand ergreifend,„gerade heute! Denn es ist der letzte Abend, den ich in der Heimat verlebe. Von morgen ab schon muß ich in Eisenach antreten, die Versetzung ging ganz rasch vor sich." „O“, machte Irene, und eine kleine Falte der Enttäuschung grub sich um ihren Mund. „So bald schon?" Er nickte.„Leider, ich hatte mich so sehr auf den Sommer gefreut, auf unsere Ausflüge nach Ettersberg und Belvedere, nach all den lieben Orten, an denen die Erinnerung meiner Kindheit hängt. Aber es fragt nun einmal niemand danach, und dann ist es ja auch eine Erleichterung für meine Mutter, Sie wissen ja— die beiden kleinen Brüder kosten noch ein Stück Geld bei der Erziehung, da ist es schon erfreulich, wenn der Aelteste sich einmal endlich selbst ernähren kann." Er war längst an ihre Seite getreten, aber anstatt zu den übrigen zurückzukehren, lenkte er nach den verschlungenen Wegen des Parkes ein, wo sich die Nachtwandler verstreuten und man nur noch wie aus weiter Ferne die Marschmelodien vernahm. „Sie werden sich bald einleben in der neuen Umgebung", erwiderte Irene, und es war, als ob die Stimme ein wenig zitterte. „Für einen jungen Mann ist das nicht schwer, der Kreis, der ihn aufnimmt, sorgt dafür, daß er bald heimisch wird, bei uns Mädchen ist das etwas anderes, uns betrachtet man eher als Eindringlinge." Es sollte nicht bitter klingen, aber der junge Mann hörte doch einen Unterton von Wehmus daraus. „O. Ihnen ist es doch vergönnt in der heimischen Stadt bleiben zu können, wenn wir Männer nicht ein wenig Anpassungsvermögen hätten, ginge es uns schlecht", meinte er. „Es ist heute anders, Herr Referendar, auch wir müssen hinaus in die Fremde, wenn wir uns behaupten wollen, auch meines Bleibens wird nicht allzulange hier mehr sein", versetzte sie ernst. Er lauschte auf.„Wollen Sie fort von Ihrem Vater?" Sie schüttelte den Kopf.„O nein, aber es wird die Zeit kommen, da er mich verläßt, er ist sehr krank." Ein Ausdruck des Bedauerns lag in seinen Augen. „Armes Fräulein Irene!"——— Er sah sie fragend an. „Haben Sie niemanden, zu dem Sie gehen, bet dem Sie Ihre Heimat finden könnten, Verwandte, nahe Freunde?" fragte er teilnehmend. Sie schüttelte den Kopf.„Niemanden sonst als meine Mutter, zu der ich gehen werde, mein Vater wiinscht es“ Ein Ausruf des Entsetzens rang sich aus seinem Munde, sie schien ihn gehört zu haben, sah ihn mit großen erstaunten Augen an. Fortsetzung folgt.) Autofahrer dürfen z. Verhütung von Unfällen falsch ausweichen. In der Verhandlung gegen den Kraftwagenführer Seibel aus Remscheid, der bekanntlich am 16. August an der Straßenkreuzung am Uellendahl in Linderhausen mit dem Motorradfahrer Israel aus Witten zusammenstieß, wobei dieser getötet wurde, kam es, wie wir. Samstag schon berichteten, zu einem Freispruch für den Angeklagten. Die Untersuchung dieses Falles ergab folgendes genaueres Bild von dem Vorfall: S. fuhr mit seinem Kraftwagen von Schwelm ber die kurvenreiche und ziemlich unübersichtlichStraße Schwelm—Haßlinghausen binunter. In der Nähe der Schmiede Lemke kam ihm aus Richtung Haßlinghausen der 26 jährige J. auf seinem Motorrad mit Beiwagen entgegen. Zeugen sag ten aus, daß J. in die große Kurve mit ziem lichem Tempo hineinfuhr. Er konnte seine Ma schine nicht auf der rechten Straßenseite halten, sondern geriet durch die Schleuderbewegungen des Beiwagens, dessen Räder manchmal frei in der Luft schwebten, immer mehr nach links. Als der Autoführer sah, daß der Motorradfahrer die Maschine nicht auf die richtige Straßenseite be kommen konnte, stoppte er zunächst ab und lenkte im letzten Moment seinen Wagen nach links, um zu ermöglichen, daß beide Fahrzeuge, wenn auch auf der falschen Seite, aneinander vorbeikämen. Er sah nämlich voraus, daß, wenn er mit seinem Wagen halten würde, das Motorrad unbe dingt auf ihn auffahren würde und ein Unglück so ganz bestimmt passieren mußte. Leider mißlang der Versuch, das Motorrad rechts vorbeizulassen durch die Bemühungen des Motorradfahrers, doch noch die rechte Straßenseite zu gewinnen. Der Beiwagen des Motor rads wurde von dem Auto erfaßt und total zertrümmert. Der Führer des Rades flog ge gen das Auto und von da auf die Straße. Er erlitt einen Schädelbasisbruch, einen Unterarm und einen Kieferbruch und starb noch am selben Tage im Schwelmer Krankenhaus. Dieser Unfall warf die Frage auf, ob ein Autofahrer von Schuld freizusprechen ist, wenn er zur Verhütung eines Unglücks den Verkehrs vorschriften zuwiderhandelt. Das Hagener Ge richt hatte in dem vorliegenden Falle keine leichte Aufgabe, da die Ansichten der Sachver ständigen auseinandergingen. Sachverständiger Oberleutnant Woestner bekundete, daß der An geklagte, wenn auch nicht allein, so doch auch Schuld an dem Unglück trage. Er hätte, als er die unsichere Fahrweise des Getöteten sah, un bedingt anhalten müssen. Der Sachverständige des Angeklagten, Dipl.=Ing. Schmiedeknecht, führte aus, daß der Fahrer das Recht habe, die Verkehrsvorschriften zu überschreiten, wenn es die Verhütung eines Unglücksfalles fordere. Der Angeklagte habe durch das Fahren nach links allein noch die Möglichkeit gehabt, eventuell das Unglück noch zu verhüten. Dies wäre ihm auch gelungen, wenn nicht im letzten Moment der Motorradlenker seine Maschine noch etwas nach rechts habe herumreißen können. Hätte der Angeklagte seinen Wagen angehalten, so wäre das Rad ganz bestimmt auf das Auto aufgefahren. Das Gericht schloß sich der Auffassung des letzteren Sachverständigen an und sprach den Angeklagten frei. Der Angeklagte habe alle Ueber legungen sorgfältig angestellt, um ein Unglück zu verhüten. Zudem habe der Getötete ja auch durch sein unvorschriftsmäßiges Fahren die kritische Situation herausgefordert. Reform der Reichsbahn=Urlaubskarten. Die Urlaubskarte, die die Reichsbahn erstmalig zu Beginn dieses Jahres ausgab, hat in weitesten Kreisen nicht die Beachtung gefunden, die man von dieser Neuerung erwartete. In einer Sitzung der Arbeitsgemeinschaft westdeutscher MER.=Büros, die kürzlich stattfand, ist auf die Mängel eingehend hingewiesen worden, die der bisher getroffenen Regelung(mindestens 200 km Entfernung) anhaften. Eine Herabsetzung der Sperrzone auf den 100km=Kreis sei dringend notwendig. Von einer derartigen Neugestaltung würden besonders die westdeutschen Städte, die Eifel, das Sauerland und der Westerwald Nutzen ziehen. Notwendig sei ferner, daß die Gültigkeitsdauer der Urlaubekarte auf 6 bis 7 Tage herabgesetzt wird, um auch die zahlreichen Kurzarbeiter in den Genuß dieser Vergünstigung zu setzen. Steuerkalender für Jauuar 193.. 5. Januar: Lohnabzug für die Zeit vom 16. bis 31. Dezember 1932: falls im Ueberwei sungsverfahren die bis 14. Dez. 1932 einbehal tenen Beträge 200 Mark nicht überstiegen haben, für die Zeit vom 1. bis 31. Dez.1932, Ledigen steuer, soweit sie im Steuerabzugsverfahren ein zubehalten ist. 2. Abgabe zur Arbeitslosenhilfe an die Finanzkasse. 3. Abführung der Bürger steuer 1932 für Arbeitnehmer für Lohnzahlun gen vom 16. bis 31. Dez. 1932; für die Lohn zahlungen vom 1. bis 15. Dez. 1932 nur, wenn die abzuführende Bürgersteuer weniger als 200 Mark betrug oder die Abführung an auswärtige Gemeinden erfolgen muß. 4. Anmeldung der Salzmengen, für die im Dezember die Salzsteuerschuld entstanden ist. 10. Januar: 1. Krisensteuer für Veranlagte. 2. Umsatzsteuervorausanmeldungen und=voraus zahlungen für Monats= und Vierteljahrszahler. 17. Jannar: Letzter Tag für Umsatzsteuervor anmeldung und=vorauszahlung. 20. Januar: 1. Lohnabzug für die Zeit vom 1. bis 15. Jan. für das Markenverfahren, für das Ueberweisungsverfahren nur, falls die vom 1. bis 15. Januar einbehaltenen Lohnbeträge 200 Mark übersteigen, Ledigensteuer, soweit sie im Steuerabzugsverfahren einzubehalten ist. 2. Abgabe zur Arbeitslosenhilfe an die Finanzkas sen, soweit Lohnsteuer im Ueberweisungsverfah ren entrichtet wird. 3. Abführung der Bürger steuer 1933 für Arbeitnehmer für die Lohnzah lungen vom 1. bis 15. Jan. 1933, wenn die abzuführende Bürgersteuer mehr als 200 Mark beträgt und die Abführung nicht an eine aus wärtige Gemeinde zu erfolgen hat. 27. Januar: Zahlung der Salzsteuer für Dez. 31. Jannar: 1. Letzter Tag für Antrag auf Erteilung von Steuergutscheinen wegen Mehrbe schäftigung für das Kalendervierteljahr Oktober bis Dezember 1932. 2. Außerkrafttreten der Tariflohnunterschreitungsmöglichkeit für gefährdete Betriebe. Verständigungsverhandlungen in der Hausbandindustrie Die Bergische Industrie= und Handelskammer hat die gesamten an diesen Fragen interessierten Organisationen, also neben den Fabrikantenverbänden und dem Verband der Bergisch=Niederrheinischen Hausbandwirker auch die Verbände der Winder= und Kettenscherer, den Verband der Bandwirkermeister für Barmer Artikel u. a. zu einer Besvrechung eingeladen, die am 5. Januar stattfinden wird. Gegenstand der Besprechung, an der auch ein Vertreter des zuständigen preuß. Ministeriums und der Regierung in Düsseldorf teilnehmen wird, ist neben der Lohnfrage vor allem auch die seit einiger Zeit auf Veranlassung der Regierung wieder aufgerollte Frage eines Fachausschusses für die Hausbandindustrie. Da nach der Entscheidung des Reichsarbeitsgerichts vom 21. Dez. ds. Is. der langwierige Streit um die Auslegung des Arbeitsgemeinschaftsvertrages geklärt und die Tariffähigkeit der Hausbandwirker zu verneinen ist, besteht bei beiden Parteien der Wunsch, den vertragslosen Zustand möglichst bald zu beenden und wieder zu geregelten Lohn= und Vertragsverhältnissen zu kommen. Unter diesen Umständen nimmt man in beteiligten Kreisen an, daß die jetzt eingeleiteten Verhandlungen in aller Kürze zu einer Verständigung führen werden. Sprengung des alten Wehres am Baldeney=See. In 4 Wochen fertig zur Benntzung. Die Arbeiten am Essener Stausee in Baldeney schreiten rüstig fort. Sie werden wahrscheinlich in vier Wochen bis zur Füllung des Sees bis auf geringe Kleinigkeiten erledigt sein. Immer schärfer und klarer lassen sich schon die einzelnen Teile der Anlage erkennen: das Kraftwerk, die Wehranlage mit den aufgesetzten Windwerkhäuschen und den drei riesigen zum Teil schon eingefahrenen Walzenwehren. Am Abschlußbauwerk liegen noch behelfsmäßige Stege und Bretter, über die hinweg man von der einen zur anderen Ruhrseite gehen muß (nür für schwindelfreie Passanten geeignet!). Um bei der Sprengung der alten Wehrmauer keine zu großen Wasserverluste im Oberwasser zu erleiden, hatte man einen Damm aus Spundbohlen und Sandsäcken eingebaut. Die Sprengung wurde jetzt mit einer starken Dynamitladung vorgenom men. Damit ist praktisch der erste Teil einer für die Wasserkraftgewinnung notwendigen Maßnahme durchgeführt. Die alte Mauer, die jetzt auf 30 Meter gesprengt worden ist, hätte einen Stau hervorgerufen, der dem Ziel der Kraftgewinnung abträglich gewesen wäre. Die augenblickliche Senkung des Sees hatte eine große Anzahl„Strandräuber" auf den Plan gerufen, die verlorene Wertgegenstände(Ketten und Ringe von Wassersportlern) bargen. Verkaufe ab heute ca. 400 Pfund frisches Rindfleisch a Pfund. 45 Pfg. 5 Pfund. 2.— Mk. Sämtliche Wurstwaren billigst. Metzgerei Werbeck, Sprockhövel. Telefon Hattingen 2134. Zum Sechstagerennen in der Westfalenhalle in Dortmund fahre ich mit meinem bequemen Autobus am Samstag, dem 7. Januar, abends 6.45 Uhr von Ascherfeld in Oberstüter und um 7 Uhr von Heine in Sprockhövel. Meldungen zur Mitfahrt bis Freitag mittag bei Ascherfeld, Heine oder dem Unterzeichneten erbeten. Fahrpreis je Person für die HinSchwere, gußeiserne Feuertöpfe baut in jeden Küchenherd, auch wo Chamottefeuerung vorhanden, m.langjähriger Garantie für Haltbarkeit Arthur Ibing, Sprockhövel. Bemeinnüh. Bauverein e. G. m. b. H. Sprockhövel Wir haben in Sprockund Rückfahrt 1.50 Mark. Betr. der Rück hövel, Am Holte 14½ eine fahrt richte ich mich nach Möglichkeit nach den Wünschen der Fahrgäste. Richard Hohgräfe. Dreizimmerwohnung (abgeschlossen mit Abort, Kochnische, Bad, Gasanschluß, Keller, Stall, Garten) zu vergeben. Bürger- und e. V. Gegründet 1858. Sprockhövel. Eine große Allgemeine Haninchen-Ausstellung. verbunden mit großer Produktenschau, veranstaltet der K.-Z.-V.„Friedlicher Nachbar“, Ober-Sprockhövel, am 14. und 15. Jan. 1933 im Restaurant„Zu den drei Linden“, Inh.: Arnold Kutsch, auf Dräing. Das Protektorat hat Herr Bürgermeister Theis, Sprockh. Am 14. Januar 1933 findet großer Festkommers statt. Grosses Preisschießen. Verlosung. Die Leitung. Ich habe mich als Rechtsanwalt bei dem Aintsgericht Schwelm niedergelassen. Rechtsanwalt Dr. Blume. Wir haben us mit Herrn Rechtsanwalt Dr. Blume zur gemeinsamen Tätigkeit verbunden. Justizrat Geilen u. Zimpel, Rechtsanwälte und Notare, auch zugelassen beim Landgericht Hagen. Büro: Bismarckstraße 1. Ritglied des Westfäl. Sängerbundes e. V. Am Sonntag, dem 15. anuar, nachm. 5 Uhr im ereinsheim Stracke Jahreshauptversammlung Tagesordnung: 1. Jahresbericht 2. Kassenber. u. Entlastung der Kassierer 3. Vorstandswahl 4. Veranstaltungen 1933 5. Verschiedenes Besondere Einladungen zu dieser Versammlung ergehen nicht, wir bitten um zahlreiches Erscheinen. M Sängerbund Ober=Sprockhövel Sonntag nachm. 3.30 Uhr JahresHanptversammlung. Landw. Verein Haßlinghausen. Freitag nachm. 5 Uhr Versammlung. Tagesordnung: 1. Bestellung von Erdnußmehl, Sojaschrot, Trockentreber, Kainit, Thomasmehl, Knochenmehl und Ammoniak 2. Verschledenes. Der Vorstand. KriegerUnterstützungs=Verein Sprockhövel. Am Sonntag, dem 8. Januar 1933, findet im Vereinslokal Ew. Hilgenstock die Jahreshaupwersammlung statt. Tagesordnung: 1. 5-6 Uhr Zahlung der Beiträge und Aufnahme neuer Mitglieder. 2. Jahresbericht des Vorstandes. 3. Kassenbericht und Rechnungslage. 4. Vorstands=Ergänzungswahi. 5. Wahl d. Kreisdeligierten. 6. Wahl der Kassenprüfer. 7. Festangelegenh., Trommler= und Pfeifferkorps. 8. Verschiedenes. Anschließend etwa 7.45 Uhr hält Kamerad Herr Pfarrer Totzeck aus Vier= sen(Rhld.) einen Vortrag über„Die Tannenberg= schlacht". Hierzu sind auch die Angehörigen unserer Mitglieder herzlichst eingeladen. Zur Verlosung wer= den die Mitglieder gebeten, nach Möglichkeit kleine Geschenke mitzubringen. Um pünktliches Erschei= nen wird gebeten. I. Hiddinghausen. Sonntag, den 8. Jan., nachmittags 5 Uhr Geschäftsbücher Briefordner Schnellhefter billigst bei Rudolf Steinbeck, Sprockhövel. Darlehn zur Entschuldung, Anschaffung, Studium, Aussteuer usw. Kurze Wartezeit. Bis 6 Jahre unkündbar. In den letzten Monaten über 14000 RM. ausgezahlt. Bezirksvertreter F. W. Köster, Bochum-Werne. Werner Hellweg 573. Rudolf Steinbeck, Sprockhövel. Nicht übertragbar! Nur für unsere Abonnenten! Gutschein für 1 Inserat nur im Monat Januar 1933 in dieser Größe: im Vereinslokal. Tagesordnung: 1. Zahlung der Beiträge. 2. Aufn. neuer Mitgl. 3. Ergänzungswahl zum Vorstand. 4. Wahl der Kreisdelegierten. 5. Jahresbericht 6. Wahl der Rechnungsprüser u. Kassenbericht. 7. Verschiedenes. Es wird um rege Beteiligung gebeten Turn=Verein e. V. Sprockhövel. Das Turnen der Schülerinnen b. Stöter=Tillmann fällt aus. Mittwoch abend 8 Uhr Spielausschuß= und Spielersitzung bei Niedersteberg. Bei Aufgabe größerer Inserate im Monat Januar wird dieser Gutschein mit 1.— Mk. angerechnet. Abonnent: Ort u. Straße: (Dieser Gutschein hat nur im Monat Januar Gültigkeit.) Empfehle die guten Markenschuhe Salamander Fabrikpreise: 9.75 12.50 15.50 Wolko Fabrikpreise: 6.90 Nirgends billiger! Sportverein Mitglied d. Westd. Spielverbandes Sprockhövel. Donnerstag Hallenturnen chülerinnen 6 Uhr Schüler 8 Uhr Senioren Samstag 18 Uhr Jugendausschußsitzung 19 Uhr Jugendversammlung Samstag, den 7. Jan., abends 8 Uhr Jahreshaupwersammlung bei Laas. Tagesordnung: Zahlung der Beiträge und Aufnahme neuer Mitgl. Bericht des Vorstandes u. der einzelnen Ausschüsse Entlastung des Vorstandes und der Ausschüsse Neuwahlen Platzangelegenheit Vereinslokalsfrage estsetzung der Beiträge erschiedenes. I Turnverein Haßlinghausen Mittwoch v. 2-4.30 Uhr Turnen d. Schülerinnen Donnerstag 8—10 Uhr Männerturnen Freitag von 8-10 Uhr Damenturnen Samstag 2.30 Uhr Schülerturnen Samstag 8- 10 Uhr Männerturnen Donnerstag abd. 7 Uhr Vorstandssitzung an der Ley. Samstag abend 7 Uhr Jahreshauptversammlung Tagesordnung wird in der Versammlung bekanntgegeben. Um pünktliches Erscheinen wird gebeten. Der Vorstand 7.90 8.75 10.75 Lederwaren besonders billig! Ledertornister, la. Qualität, 4.25 Besuchstaschen, große Auswahl, von 0.75 an Einkaufsbeutel, la. Leder. von 2. Turn-Verein „Jahn" Siddinghausen. Das Turnen fällt vorläufig aus. Die Bekanntgabe der nächsten Turnstunde erfolgt an dieser Stelle. Der Vorstand. Spiel=Verein 07 Mitglied d. Westd. Spielverbandes Haßlinghausen Samstaa avo. 8 Uhr Vorstandssitzung Sonntag 1. M. MeisterSchuhhaus Herm. Weber, leegre.s, Uhr av Kickuth. Sprockhövel, Hauptstraße 34. Der Vorstand. an Nur im