Erscheini täglich an allen Werktagen morgens früh.— Bezugspreis 1.60 Mi. monatlich einschl. Botenlohn, durch die Post frei ins Haus gebracht 1.66 Mi., s. Selbstabholer 1.30 Ml. Einzelpreis 10 Pfg.— Anzeigenpreis mm 3 Pfg. Anzelgenannahmeschluß 17 Uhr am Tage vorher.— Für die Aufnahme von Anzeigen an bestimmten Tagen und Plätzen wird keine Gewähr übernommen. Allgemeiner Anzeiger für die Aemter Sprockhövel und Haßlinghausen. Lokal=Anzeiger für die Aemter Volmarstein. Herbede, Blankenstein und Hattingen. Druck u. Verlag: Rudolf Stein= beck, Sprockhövel.- Hauptschriftleiter: Alfred Steinbeck, Sprockhövel(verantwortlich für Politi und Lotales); dessen Stellvertr.: Schriftleiter Rudolf Steinbeck, Sprockhövel(verantwortlich für Allgemeines, Provinzielles und d. Anzeigenteil). D.-A. XI. 36. 2939 Fernruf 4078 Amt Hattingen. Postschecklonto Dortmund 10350, z. Z. ist Preisliste Nr. 3 gültig Nr. 1(Erstes Blatt) Samstag=Sonntag, den 2. und 3. Januar 1937 40. Jahrgang Neujahrsaufruf des Führers an die Partei Deutschland wird immer mehr ein Bollwerk sein der europäischen Kultur und Zivilisation gegenüber dem bolschewistischen Menschenfeind. Deutschland wird damit ein sicherer Garant des Friedens dnb. Berlin, 1. Jan. Der Führer hat, wie die NSK. meldet, zum Neuen Jahre folgenden Aufruf an die NSDAP. gerichtet: Nationalsozialisten! Nationalsozialistinnen! Parteigenossen! „Gebt mir vier Jahre Zeit." So lautete die Bitte, die ich am Tage der Machtübernahme 1933 an das Deutsche Volk richtete. Das vierte Jahr ist nun beendet. Noch niemals aber konnte in der Geschichte ein Regime mit stolzerer Genugtuung auf die Erfüllung seines Programms zurückblicken als die Nationalsozialistische Partei an der Wende dieses Jahres auf das ihre. Ungeheures, ja kaum Faßbares ist in diesen vier Jahren geleistet worden. Auf allen Gebieten unseres nationalen Lebens, innen-, außen-, kultür- und wirtschaftspolitisch erlebten wir den Sturm der größten Revolution unserer deutschen Geschichte. Ein tiefgedemütigtes, politisch und moralisch geschlagenes, wirtschaftlich ruiniertes Volk hat sich wieoer erhoben! Was bedeutet dieser gewaltigen geschichtlichen Tatsache gegenüber das stupide Beiseitestehen oder gar Kritisieren der einzelnen wenigen Unbelehrbaren in unserem Volk? Ihre Namen, ja die Erinnerung an sie werden vergehen, aber die Tatsache der deutschen Wiederauferstehung wird als ein Wunder eingehen in die Geschichte. Dieses Wunder ist das Werk der Nationalsozialistischen Partei! Ihr gebührt das Verdienst, diese roße Zeitwende der Nation vorereitet, herbeigeführt und vollendet zu haben. Was sie in 14jährigem phantastischem Kampfe um die Macht ankündigte, wurde in nier Kahren in einem wahrhaft seltenen geschichtlichem Ausmaß durchgeführt. Der Aufbau unseres neuen Heeres aber wird dem nationalsozialistischen Reiche der Deutschen die Kraft zur Behauptung in einer Welt geben, die mehr denn je bedroht ist von den Schatten einer schweren internationalen Gefahr. Dieses vierte Jahr kann nicht abschließen, ohne daß ich mich der unendlichen Treue, aber auch der unendlichen Opfer erinnere, die die Millionen unserer Parteigenossen mir und damit Deutschland gebracht haben. Den gewaltigsten Ausdruck fand diese nationalsozialistische Erziehungsarbeit unseres Volkes in der Märzwahl 1936. Wann hat sich jemals in unserer Geschichte die Nation zu einem so einheitlichen Willensausdruck erhoben, wie in untigen Zeit. Dies ist das Verdienst der nationalsozialistischen Erziehung und Führung unseres Volkes. Und ist damit in erster Linie euer dienst, meine Parteigenossen Parteigenossinnen! Indem ich dieses feststelle, weiß ich aber auch, daß wir den Aufaaben der Zukunft nicht schwächer, sondern nur noch stärker gegenübertreten werden. Deutschland wird immer mehr ein Bollwerk sein der europäischen Kultur und Zivilisation gegenüber dem bolschewistischen Menschheitsfeind. Deutschland wird damit aber getade dadurch auch sein ein sicherer Garant eines starken europäischen Friedens! Wenn die Vorsehung dieses große Werk der nationalen Wiederaufrichtung unseres Volkes gelingen ließ, denn danke ich am Ende des vierten Jahres all denen, die mir durch ihre opferbereite und gehorsame Treue die Voraussetzungen für den Erfolg meiner Arbeit gegeben haen. Ich danke all den Hunderttausenden meiner politischen Mitarbeiter in der Partei und in ihren gewaltigen eigenen und angeschlossenen Organisationen. Ich danke den Führern und Kämpfern in meiner SA., in der SS., im Arbeitsdienst, in der Hitler=Jugend. Ich danke den Führern und Führerinnen der Arbeitsfront, der Frauenschaft und des BDM. und all der zahlreichen sonstigen Verbände. Ich danke den Mändies Verund nern unserer Propaganda und unserer Presse! Ich danke aber wieder vor allem den unzähligen namenlosen Volksgenossen, die als Nationalsozialisten die Träger des Willens der heutigen Führung im Volke selbst sind! Ich will aber auch in diesem Dank mit einschließen all die unzähligen deutschen Volksgenossen in führenden und nichtführenden Stellen, die als Nichtparteigenossen dennoch in treuester Pflichterfüllung und bedingungsloser Hingabe dem deutschen Staat und der deutschen Nation dienten und so mithalfen, den Verfall der Vergangenheit zu überwinden und den Aufbau der Gegenwart zu fördern. Das Jahr 1937 findet uns Nationalsozialisten entschlossen, den neuen gewaltigen Kampf für die Selbstbehauptung der Nation auf wirtschaftlichem Gebiete aufzunehmen. Das politisch aus den Fesseln des Versailler Vertrages erlöste Volk wird in den kommenden vier Jahren auch die Alles für Deutschland Neujahrsaufruf des Führers an die Wehrmacht dnb. Berlin, 1. Januar. Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht richtet an die Wehrmacht folgenden Aufruf: . Soldaten! Ein bedeutungsvolles Jahr deutscher Wehrgeschichte hat geendet. Seit dem 7. März 1936 stehen unsere Regimenter wieder am Rhein. Die Einführung der zweijährigen Dienstzeit aber festigt das Gefüge der Wehrmacht und stärkt dadurch die Sicherheit des Reiches. Ich danke Euch für Eure treue Pflichterfüllung. Gehorcht auch im neuen Jahr der ewigen Losung: Alles für Deutschland! Berlin, den 31. Dezember 1936. Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht. Adolf hitler. Der Reichskriegsminister und Oberbefehlshaber der Wehrmacht: An die Wehrmacht! In einmütiger Anspannung aller Kräfte wurde im vergangenen Jahre der Ausbau der Wehrmacht zu Lande, zu Wasser und in der Luft fortgesetzt. Höchster Ansporn war uns dabei die Anerkennung des Führers und das Vertrauen des Volkes. Auch im neuen Jahre wollen wir den alten Soldatentugenden getreu für unser Deutschland arbeiten. Berlin, den 31. Dezember 1936. Der Reichskriegsminister und Oberbefehlshaber der Wehrmacht. von Blomberg. Der Oberbefehlshaber des Heeres: An das Heer! Führung und Truppe können mit Stolz auf das vergangene Jahr zurückblicken. Entschlossener und zielbewußter Ausbau des Heeres kennzeichnen ihre erfolgreiche Arbeit. Ich bin gewiß, daß auch im neuen Jahr das Heer seine Pflicht in Manneszucht und Treue erfüllen wird. Berlin, den 31. Dezember 1936. Der Overbefehlshaber des Heeres. Freiherr von Fritsch. Der Oberbefehlshaber der Kriegsmarine: An die Kriegsmarine! Rastlos ist im vergangenen Jahr, das uns den 20. Gedenktag der Skagerrak=Schlacht brachte, am Wiederaufbau der Kriegsmarine gearbeitet worden. Stolz erfüllt uns alle ob des Erfolges unserer Arbeit. Unser Streben sei, im neuen Jahr mit gleicher HinAAE AAT RREA gabe und Entschlossenheit die uns vom Führer gestellten Aufgaben zu erfüllen. Berlin, den 31. Dezember 1936. Der Oberbefehlshaber der Kriegsmarine. Der Oberbefehlshaber der Luftwaffe: An die Luftwaffe! Kameraden! Ich danke Euch für Eure treue, fleißige und erfolgreiche Arbeit im Jahre 1936. Gemeinsam wollen wir auch im neuen Jahre weiterarbeiten für unseren geliebten Führer, für Ehre und Sicherheit unseres deutschen Volkes. Berlin, den 31. Dezember 1936. gez. Göring. wirtschaftlichen Fesseln lösen. Ueber dem Gespött und Gerede der anderen wird wieder stehen die nationalsozialistische Tat! Das Bekenntnis zu ihr sei das feierliche Gelöbnis an dieser Jahreswende. Wenn manche kleine Journalisten vier Jahre lang glaubten, den Erfolg der nationalsozialistischen Arbeit einfach weglügen zu können, so haben sie ihre unzweideutige Widerlegung durch die Wirklichkeit erfahren. Wenn sie heute mit denselben Phrasen den Erfolg der kommenden vier Jahre anzuzweifeln versuchen, so werden wir dem Versuch dieser Irreführung der öffentlichen Meinung die gleiche nationalsozialistische Belehrung zuteil werden lassen: Am Ende der vor uns liegenden vier Jahre wird sich erweisen, daß die Resultate eines entschlossenen Willens und unentwegter fleißiger Arbeit stets größere sind als die Ergebnisse des Wirkens ewig nur schwätzender Kritikaster! Indem wir am Beginn des neuen Jahres noch einmal rückblickend die gewaltigen Leistungen des alten an unserem Auge vorbeiziehen lassen, fassen wir den Entschluß, in noch größerer Liebe zu unserem Volke keine Arbeit, kein Opfer und keine Mühsal zu scheuen, um seinen irdischen Lebensweg zu sichern vor jeder Not und Gefahr. Dann wird uns aber auch in der kommenden Zeit so wie in den vergangenen Jahren der Segen des Allmächtigen nicht verlassen, den wir in Dankbarkeit und Demut herabflehen auf unser deutsches Volk und unser eigenes redliches Sorgen, Tun und Schaffen. Es lebe die nationalsoztalische Bewegung! Es lebe unser einiges Deutsches Volk und Reich! Berlin, den 1. Januar 1937. gez. Adolf Hitler. Aeußerste Kraft voraus! Ministerpräsident Görings Parole für 1937 Berlin, 1. Jan. Der Beauftragte des Führers für den Vierjahresplan, Ministerpräsident Generaloberst Göring, hat der NSK. zufolge nachstehenden Neujahrsaufruf veröffentlicht: „Ein Jahr harter Arbeit und herrlicher Erlebnisse liegt hinter uns. Der Führer hat uns teilnehmen lassen an den Erfolgen seiner unermüdlichen Arbeit, die allein dem Wohl des Volksganzen dient. Es war auch im vergangenen Jahre unser Stolz— jeder nach seinem Können und seiner Kraft— mitzuarbeiten am Aufbau des nationalsozialistischen Deutschland. Die Vergangenheit liegt hinter uns; wir haben keine Zeit, bei ihr zu verweilen. Jeder errungene Erfolg, jede Leistung bedeutet für uns nur die Verpflichtung, noch mehr zu arbeiten, alle Kräfte zu erhöhter Leistung anzuspannen; denn die Weltgeschichte wird uns einmal nicht danach veurteilen, was wir schaffen wollten, sondern ihr Urteil danach sprechen, was wir geleistet und geschaffen haben. Der Führer hat uns durch den neuen Vierjahresplan eine Aufgabe gestellt, die alle Kräfte des deutschen Volkes umfaßt und von allen getragen werden muß. Es gilt das Werk der politischen Freiheit der deutschen Nation zu krönen urch die wirtschaftliche Unabhängigkeit Deutschlands für heute und für die Zukunft. Jedem einzelnen von uns sind die Aufgaben seiner Arbeit gestellt und klar umrissen. Wir wollen und werden unseren Stolz allein darein setzen, von der Arbeit und ihren Schwierigkeiten möglichst wenig zu sprechen, und mit um so größerer nationalsozialistischer Energie und Tatkraft alles für das Gelingen einsetzen. Darum kann die Parole für 1937 nur lauten: Aeußerste Kraft voraus! zur Sicherung der deutschen Ehre und des deutschen Lebens Hermann Göring." Wir müssen das Reich weiter ausbauen Ausblick auf das Jahr 1937 Dr. Goebbels sprach zum Jahreswechsel— Daten, die in die Geschichte eingehen— Deutschland ein Hort des Friedens inmitten einer friedlosen welt „Schreiten wir mutig und erhobenen Hauptes in das neue Jahr mit dem festen Entschluß, für eine freie deutsche Nation zu kämpfen und zu arbeiten" Berlin, 1. Jan. Reichsminister Dr. Goebbels sprach über alle deutschen Sender zum Jahreswechsel. Er führte u. a. aus: Meine deutschen Volksgenossen und Volksgenossinnen! Es ist ein schöner Brauch im neuen Reich, daß in den letzten Stunden des Jahres die Reichsregierung sich noch einmal an die gesamte Nation wendet, um durch den Mund eines ihrer Mitglieder vor ihr und vor der Welt Rechenschaft abzulegen über die Arbeit der vergangenen zwölf Monate und einen Ausblick zu gewähren auf die nähere und weitere Zukunft. Es ist das eine Art letzte Jahreszwiesprache zwischen Führung und Volk, sußend auf dem festen und unbeirrbaren Vertrauen, das heute bei uns alle Kreise und Stände im ganzen Lande umschließt. Man müßte lügen, wenn man behaupten wollte, daß dieses Jahr irgendeinen von uns mit Sorgen verschont hätte. Aber in diesem Jahre ist auch nach Zeiten schwerer Enttäuschungen und furchtbarster Verbitterung, die unser Volk von 1918 bis 1933 belasteten, das Glück wieder in Deutschland eingekehrt. Die Früchte aus der Saat der ersten Jahre unserer Revolution haben nun allmählich zu reifen begonnen, und mit Freude können wir beobachten, wie die ganze Nation nach und nach in ihren Genuß kommt. Sorgen und Mühen, Arbeit und Schweiß fangen an sich zu lohnen. Wie alle anderen Völker haben wir im vergangenen Jahre uns mühen und sorgen müssen; aber wir haben nicht umsonst gekämpft. Es liegt uns nicht, uns in die inneren Verhältnisse anderer Länder hineinzumischen. Trotzdem aber können wir mit tiefer Beglückung feststellen, daß, während anderswo die Völker vielfach von Bürgerkrieg und Wirtschaftsverfall, von Finanzkrisen und Inflation heimgesucht wurden, der Kampf aller gegen alle die Gemeinschaft der Nationen zerstörte, blutige Auseinandersetzungen das nationale Gefüge der Staaten erschütterten, Deutschland von all diesen Geißeln der Menschheit verschont geblieben ist. Während bei uns Frieden, Ordnung, Arbeit und Disziplin herrschen, werden anderswo vielfach die Völker durch Aufruhr, Streik, Fabrikbesetzungen, wahnwitzige Geldmanöver, Haß und blutige Zwietracht auf das tiefste beunruhigt. Auch mancher gute Deutsche, der im Anfang unserer Revolution noch mit gewissen Vorbehalten uns gegenüberstand und vielleicht meinte, daß das Glück der Völker nur in dem längst als Scheindemokratie entlarvten Parteitreiben gefunden werden könnte, hat gerade im vergangenen Jahr Gelegenheit genug gehabt, an den Verfallserscheinungen unserer demokratischen Umwelt die Richtigkeit des vom Führer eingeschlagenen Regierungs= und Führungskurses zu erkennen und festzustellen, daß es in den modernen Staaten weniger auf die Formen als auf Wesen und Inhalt einer demokratischen Uebereinstimmung zwischen Volk und Regierung ankommt. Wenn ich nun noch einmal einzelne Vorgänge dieses Jahres ins Gedächtnis zurückrufe, so hauptsächlich, um darzutun, wieviel wir ihm zu verdanken haben und wie glücklich und zufrieden wir darauf zurückblicken können. Am 15. Februar proklamierte der Führer in seiner großen Rede bei der Eröffnung der Internationalen Automobil- und Motorradausstellung den Plan der deutschen Selbstversorgung mit Brennstoff und Gummi. Am 9. September erging auf dem Parteitag der Ehre in Nürnberg eine Botschaft an die Nation zum Beginn des zweiten Vierjahresplanes zur Sicherung des deutschen Lebens; in vier Jahren soll Deutschland in all den Stoffen gänzlich unabhängig sein, die irgendwie durch die deutsche Fähigkeit, durch die Chemie= und Maschinenindustrie, sowie durch unseren Bergbau selbst beschafft werden können. Ein kühner Wurf in der Projektierung und Zielsetzung, dessen Ernst und Bedeutung vor allem daraus erhellte, daß der Führer dem Ministerpräsidenten Generaloberst Göring in einem Erlaß vom 18. Oktober die Durchführung dieses Vierjahresplanes übertrug. Der erste Vierjahresplan, der bei Beginn der Machtübernahme vom Führer proklamiert wurde, konnte mittlerweile als erfüllt und damit erledigt gelten. Während es am 1. Januar 1936 im Reich noch zweieinhalb Millionen Arbeitslose gab, waren Ende Oktober 1936 nur mehr etwas über eine Million Arbeitslose vorhanden. Es war also nationalsozialistischer Initiative und Tatkraft gelungen, mit der Beseitigung der Arbeitslosigkeit das wichtigste und einschneidendste Problem der Gegenwart, an dem sich alle unsere Vorgänger vergebens abgemüht hatten, zu lösen. Der Nationalsozialismus vertritt den Stand punkt, daß der Politik der Primat der Volksfüh rung zukomme, und die Wirtschaft nur eine, wenn auch eine der wichtigsten Funktionen des Volks lebens ist. Politische Erfolge also sind die Voraussetzung für wirtschaftliche Besserung, und es war deshalb auch notwendig, im Jahre 1936 eine Reihe von Aktionen politischen Charakters durchzuführen und Maßnahmen zu treffen, die zur Sicherung unseres nationalen Lebens erforder. ich waren. Am 7. März proklamierte der Führer in seiner großen Rede vor dem Reichstag die volle Reichssouveränität im Rheinland, nachdem der franco=sowjetrussische Vertrag den Locarnopakt praktisch annulliert hatte. Diese Aktion schloß in sich die Elemente einer wahrhaften Frieenshandlung. Der am selben Tage einsetzende Wahlkampf endete am 29. März mit dem überwältigendsten Stimmensieg, der jemals in einem Volke errungen wurde. Bei den Olympischen Spielen in Garmisch=Partenkirchen und in Berlin batten Hunderttausende von Ausländern Gelegenheit, das neue Reich mit ihren eigenen Augen zu sehen und das Gesehene in Vergleich zu setzen mit all den Lügen und Verleumdungen, die von einer feigen und niederträchtigen Emigrantenpresse immer noch in der Welt über Deutschland verbreitet werden. Durch die Einführung der zweijährigen Dienstzeit am 24. August wurde unserem Willen zur SelbstDeutsche Gegenmaßnahme Vorläufige Aufbringung eines roten spanischen Dampfers durch deutsche Seestreitkräste Berlin, 1. Jan. Nachdem die roten Machthaber in Bilbao es abgelehnt haben, den bei Freigabe des deutschen Dampfers„Palos" zurückgehaltenen Teil der Ladung und den ebenfalls zurückgehaltenen Passagier an den deutschen Kreuzer„Königsberg" auszuliefern, sah sich, wie angekündigt, die deutsche Regierung gezwungen, ihrer Forderung durch Gegenmaßnahmen Nachdruck zu verleihen. Im Verfolg dieser Aktion zur Verteidigung deutschen Hoheitsrechtes gegen den Akt von Piraterie ist ein roter spanischer Dampfer von deutschen Seestreitkräften in den Gewässern um Spanien vorlaufig PlymouthäbergibtEdenden Kontrollplan Sofortige Weiterleitung an die spanischen Parteien— Eine italienische Note behauptung, aber auch zu einem ehrenhaften Weltfrieden demonstrativ und wirksam Ausdruck gegeben. Am 17. September erfolgte die feierliche Indienststellung des Segelschulschiffes„Sorst Wesle!“, am 1. Oktober die Indienststellung der UBott=Flottille„Salzwedel". Am 3. Oktover lief in Wilbelmshaven das Schlachtschiff„Scharnhorst" und am 8. Dezember in Kiel das Schlachtschiff„Gneisenau" vom Stapel. Die Parole, die der Führer in seiner Neujahrsbotschaft 1936 ausgab, erfuhr so ihre fortlaufende Verwirklichung. Das Reich steht in Ehre, es genießt seine Freiheit und kämpft für den Frieden. Ein Ausdruck des deutschen Friedenswillens ist der Abschluß des deutsch=österreichischen Abkommens vom 11. Juli. Damit wurde einer der gefährlichsten Gefahrenpunkte der mitteleuropäischen Lage aufgebracht worden. Es ist einwandfrei festgestellt, daß der Dampfer„Palos" seinerzeit weit außerhalb der Hoheitsgewässer der spanischen Küste, und zwar 23 Seemeilen nordöstlich von Kap Machichaco, aufgebracht wurde. Der Kapitän der„Palos" hat sich deshalb auch geweigert, ein Protokoll zu unterschreiben, wonach die„Palos" 5 Seemeilen von der Küste aufgebracht sein sollte. Dieser angebliche Aufbringungsort liegt im übrigen ebenfalls außerhalb der Drei=Seemeilen=Grenze und damit außerhalb des Hoheitsgebietes. London, 1. Jan. Lord Plymouth, der Voritzende des Nichteinmischungsausschusses, übermittelte am Freitag auftragsgemäß dem englischen Außenminister Eden den Plan für die Einführung einer Waffeneinfuhrkontrolle zu Lande und zur See für Spanien. Er richtete dabei an Minister Eden die Bitte, diesen Vorschlag beiden Parteien in Spanien zu unterbreiten. Nach einer Mitteilung des englischen Außenamtes wird der Plan zusammen mit den Antworten, die auf eine Reihe damit im Zusammenhang stehender Fragen gegeben wurden, unverzüglich durch die diplomatischen Vertreter Englands in Spanien übermittelt. Gleichzeitig werden belde Parteien aufgefordert, sich innerhalb von 10 Tagen zu der geplanten Waffeneinfuhrkontrolle zu äußern. Die italienische Regierung hat vor einigen Tagen dem Vorsitzenden des Nichteinmischungsausschusses eine Note zugeleitet, in der sie einige Fragen beantwortet, die in der letzten Sitzung des Nichteinmischungsausschusses vor Weihnachten aufgeworfen worden waren. Diese Note wird zusammen mit den Antworten anderer Mächte in der nächsten Sitzung des Nichteinmischungsausschusses am 5. Januar erörtert werden. Amtlich wird festgestellt, daß es sich dabei nicht um eine Antwort Italiens auf den französisch-englischen Schritt in der Freiwilligenfrage handelt, wie ein Teil der englischen Presse irrtümlich berichtet hatte. Die Fragen, die vom Nichteinmischungsausschuß aufgeworfen waren, bezogen sich auf die Reihenfolge in der Behandlung der verschiedenen Formen der Einmischung in Spanien. Insbesondere war verlangt worden, daß die Regierungen zustimmen sollten, daß die Freiwilligenfrage vor anderen rten der indirekten Einmischung bevorzugt erledigt würde. Also doch ein Bolschewistenflugzeug! Eine amtliche französische Mitteilung Paris, 1. Jan. Amtlich wird mitgeteilt, daß die Untersuchung über den Absturz des Flugzeuges der französischen Botschaft in Madrid, bei dem der Berichterstatter des Paris Soir den Tod gefunden hatte und der Berichterstatter der Agence Havas schwer verletzt worden war, ergeben hat, daß das angreifende Flugzeug zwei rote Streifen, also das Kennzeichen der„roten Regierungsflugzeuge", getragen hat. Die französische Regierung hat ver Regierung von Valencia dieses mitgeteilt, hat dagegen protestiert und für die Familien der Opfer Entschädigungen verlangt. Man entsinnt sich, daß seinerzeit, als das französische Flugzeug, eine Potez=Bombenmaschine, 100 Kilometer von Madrid entfernt abgeschossen worden war, das rote Spanien und die gesamte französische Linkspresse einmütig behaupteten, daß ein nationales Flugzeug das französische Kurierflugzeug abgeschossen habe. In eingeweihten Kreisen wurden aber damals bereits Zweifel laut, die sich nunmehr als vollberechtigt erwiesen haben. Es heißt, daß der ebenfalls in dem abgeschossenen Flugzeug befindliche Vertreter des Roten Kreuzes Beweismaterial über die Mißhandlung von Gefangenen seitens der Roten mit sich geführt habe, an dessen Verschwinden den Roten sehr gelegen war. der Roten in Brüssel verlangt, daß ein Beauftragter der belgischen Regierung an der Unter suchung über die Ermordung des belgischen Di plomaten beteiligt werden solle. Zugleich ist dem besonderen Interesse der belgischen Regierung an der Aufklärung dieses Falles Ausdruck gegeben worden. Eine dunkle Angelegenheit Der Mord an dem belgischen Botschaftssekretär in Madrid Brüssel, 1. Jan. Wie Reuter aus Brüssel be stätigt, ist das Mitglied der belgischen Botschaft in Madrid, der erste Sekretär Baron de Borchgrave, über dessen Verschwinden vor kurzem berichtet wurde, auf eine geheimnisvolle Weise in Madrid umgekommen. Nach den bisher angestellten Ermittlungen ist der Belgier ermordet worden. Dieser Bericht wird vorerst jedoch noch nicht„amtlich" bestätigt, doch hat Reuter zufolge der belgische Außenwinister von dem Vertreter Der Führer nach Berchtesgaden zurückgekehrt Berlin, 30. Dez. Der Führer und Reichs kanzler, der anläßlich der Beisetzung des Gene ralobersten Hans von Seeckt zu einem kurzen Aufenthalt in Berlin eingetroffen war, hat am Mittwochabend Berlin wieder verlassen und sich nach Berchtesgaden zurückbegeben. Beileidstelegramm des Führers zum Tode von Erzherzog Friedrich Berlin, 1. Jan. Der Führer und Reichskanz ler hat anläßlich des Ablebens des Erzherzogs Friedrich, Budapest, das nachstehende Telegramm an den Sohn des Verstorbenen, Erzherzog Albrecht, gerichtet: „Ew. Kaiserlichen Hoheit spreche ich anläßlich des Heimganges Ihres verewigten Vaters meine und des deutschen Volkes aufrichtige Teilnahme aus. Seine Verdienste als preußischer Generalfeldmarschall und bei der Führung deutscher Truppen im Weltkriege werden in Deutschland unvergessen bleiben. Adolf Hitler, Deutscher Reichskanzler." überwunden und zwischen den beiden Bruderstaaten Deutschland und Oesterreich ein erträgliches Verhältnis geschaffen. Am 14. November fiel durch die Wiederherstellung der deutschen Hoheit über die Ströme im Reichsgebiet eine weitere Entehrung durch den Versailler Vertrag. Unser unermüdlicher und konequenter Kampf gegen den Versuch einer bolschewistischen Revolutionierung der Welt gipfelte in dem am 25. November abgeschlossenen Abkommen zwischen Deutschland und Japan zum gemeinsamen Widerstand gegen die Moskauer Komintern. Welch eine Bilanz schließen diese Tatsachen ein, aber wieviel Sorgen auch für Führung und Volk brachten sie im einzelnen mit sich. Es ist sehr leicht, die Vorgänge eines Jahres, wenn es hinter uns liegt, aufzuzählen. Schwer aber ist es, sie für ein anbrechendes Jahr zu planen, festzulegen und durchzuführen. Das erfordert ein Höchstmaß an Arbeitsernst, Mut, Entschlossenheit, Initiative und Verantwortungsfreudigkeit. Denn die Gelegenheiten zum Handeln sind selten: man muß sie schnell und kühn ergreifen, ehe sie wieder entschwinden. Was wird das nun anbrechende Jahr 1937 uns bringen? Seine Aufgaben liegen klar und unverkennbar zutage: Wir müssen das Reich weiter ausbauen. Die Durchführung der ersten Etappe des Vierjahresplanes zur Sicherung unseres nationalen Lebens erfordert den restlosen Einsatz der ganzen Nation. Neben dieser Arbeit hat die bewußte Gestaltung und weitere Vervollkommnung unserer sozialen Ordnung zu treten. Zu diesen Aufgaben ist die ganze Nation aufgerufen. Sie vereinigt sich in dieser letzten Stunde des abgelaufenen Jahres in einem festen und unverbrüchlichen Dank= und Treuebekenntnis zum Führer, der uns auch in den vergangenen zwölf schweren Monaten wie der Herzog seines Volkes voranschritt im Kampf um die Freiheit, das Leben und die Ehre der Nation. Wir alle wünschen ihm aus tieftem Herzen Glück, Gesundheit und eine geegnete Hand in all seinem Tun und Lassen, Kraftim Werk und wie bisher Größe. Mut und Kühnheit im Entschluß. So wie in der Vergangenheit, so kann er auch in kommenden freudigen und schweren Stunden der Liebe und des Vertrauens seines Volkes immer gewiß sein. Deutschland ist stolz und glücklich, ihn zu besitzen und seiner starken Hand die Führung der Nation anvertraut zu wissen. Diesem Volke aber auch gebührt der Dank seiner Führung. Es hat sich seiner großen Aufgaben würdig erwiesen. Es ist nicht mutlos und schwach vor ihnen zurückgewichen, sondern hat sie ins Auge gefaßt und mit ihnen gerungen, bis sie bewältigt waren. Gemeinsam aber wollen wir alle dem Allmächtigen danken, daß er uns auch in diesem Jahre seinen Segen nicht vorenthielt, und ihn bitten, auch weiterhin seine schützende Hand über Volk und Reich zu halten. So grüße ich denn zum letzten Mal in diesem Jahre alle Deutschen in Stadt und Land. Ich grüße die Deutschen, die das Glück haben, im Reich zu leben und die Segnungen des neuen Staates zu genießen. Ich grüße aber auch und vor allem aus tiefstem Herzen die Deutschen, die jenseits unserer Grenzen leben, und die nur mit sehnsuchtsvollen Augen das Land ihrer Väter aus der Ferne sehen. Mit ihnen fühlen wir uns alle verbunden und verbrüdert So wie unser Hers ihnen gehört, so gehört, das wissen wir, ihr Hers uns. Ein festes Band umschließt in dieser Stunde die Deutschen im Reich mit allen Deutschen in fremden Ländern und fernen Kontinenten, mit den deutschen Piloten in der Luft und den deutschen Seeleuten auf dem weiten Weltmeer. In wenigen Stunden wird das Jahr 1936 zu Ende sein. Mit lautem Jubel wird nach altem Brauch das neue begrüßt werden; bei Frohsinn und Schers aber wird uns auch alle gewiß ein Gefühl ernster Zuversicht erfüllen, wenn vor uns groß und rätselhaft die Frage auftaucht, was das neue Jahr uns bringen wird. Einiges davon ist Schicksal, das meiste aber ist der Gestaltung unserer eigenen Hände, unseres eigenen Willens und unserer eigenen Kraft anvertraut. Schreiten wir also mutig und erhobenen Hauptes in dieses neue Jahr hinein mit dem festen Entschluß, treue Diener des Volkes zu sein und für eine freie deutsche Nation zu kämpfen und zu arbeiten. In diesem Sinne grüße ich den Führer und sein Werk, unser Volk und unser Reich. Rudolf Heß dankt München, 1. Jan. Der Stellvertreter des Führers, Reichsminister Rudolf Heß, bittet alle diejenigen, die zum Weihnachtsfest und zum Jahreswechsel seiner gedachten, auf diesem Wege seinen Dank entgegenzunehmen. Kosemeyer schnellster Fairfield Sieger— Ueberraschender Ausgang des Großen Preises von Südafrika Oestlich von Kapstadt bei der Bäderstadt Eastlondon wurde am Neujahrstage der dritte Große Automobilpreis von Südafrika ausgetragen, an dem zum ersten Male deutsche Rennwagen teilnahmen. Die Austragungsweise ähnelt mit ihrer eigentümlichen Vorgabeformel den englischen Rennen. Dies war dann auch, wie schon im vergangenen Jahre, die Ursache für einen überraschenden Ausgang. Der Engländer Pat Fairfield siegte auf Era in 2:13:87,35 Std. mit einem yschnitt von 152,80 Stundenkilometer. Bernd Rosemeyer auf Auto=Union konnte die seinen Mitbewerbern zu reichlich bemessenen Vorgaben nicht ganz aufholen und wurde nur Zweiter Chiappini-Kapstadt auf Riley, obwohl er mit 161 Stundenkilometer Durchschnitt weit schneller als Fairfield war. Von Delius schied wegen eines Reifenschadens vorzeitig aus, Eine Bilanz deutscher Weligeltung L3. Hindenburgs erstes Fahrtenjahr Drei Kapitäne und die Mannschaft unserer Zeppeline erzählen... Besuch bei der Zeppelin-Reederei Irgendwo, wähnt man, müßten dem Wunder die Tore sich öffnen. Im Dunst des abendlichen Nebels. An trüben Tagen. In grau-schwarzen Wolken. Doch es geschieht im Dunkel der Nacht. Wenn die Sterne klar am Gewölbe des Himmels hängen. Wenn ein klirrender Wind sich aufmacht und über das Land fegt. Da ertönt plötzlich fern ein Chor der Motoren. Tief und stark wirbelt er näher. Dann taucht in der Finsternis ein schimmernder Leib auf. Blaß wie eine Nebelbank schwebt er über dem Luftschiffhafen. Wendet über der Halle in sanftem Bogen. Und fährt im Lied seiner Motoren davon. Doch bald kehrt er wieder. Scheinwerfer tasten über die ungeheuer weit gebreitete Fläche hin. Das Trommeln der Motoren verstummt. In die erhabene Stille der Nacht senkt sich das Luftschiff tiefer und tiefer. Die unzähligen roten Neonlichter des Flugfeldes spiegeln sich im silberglänzenden Dumpf. Dann fallen die Taue. Scharfe Kommandos ertönen. Der Jubel der Menschen klingt in die Nacht. Am Heck steht der Ankermast... An die fünfzig Male vollzog sich dieses Wunder im Jahre 1936. Nun ruhen die stolzen Schiffe aus von langer Fahrt. Und dies ist die stolze Bilanz: 30 Ozean=Ueberquerungen, 600 000 Fahrt=Kilometer, 3530 Fahrgäste, 30 000 Kilogramm Post und Fracht. 1936 ein Wendepunkt Wir sprachen die drei Kapitäne der Deutschen Zeppelin=Reederei. Zuerst Kapitän Lehmann, den Kommandanten des LZ.„Hindenburg“. „Nun haben wir“, sagte er uns,„das erste Fahrtenjahr beendet. Das Jahr 1936 wird in der Geschichte der Weltluftfahrt einen unvergänglichen Platz einnehmen. Es bedeutet einen entscheidenden Wendepunkt in den dreieinhalb Jahrzehnten der Entwicklung der deutschen Luftschiffahrt. Denn es leitete eine neue Epoche im überseeischen Luftverkehr ein. 1936 brachte die doppelte Anzahl von Zeppelin=Fahrten gegenüber dem Vorjahre nach Uebersee, den erstmaligen Einsatz des LZ. Hindenburg, die Aufnahme von Versuchsfahrten nach Nordamerika, die Eröffnung der neuen Luftschiffhäfen in Frankfurt am Main und in Rio de Janeiro und endlich im Herbst die erstmalige Durchführung eines wöchentlichen Südamerikadienstes mit den beiden Luftschiffen Graf Zeppelin und Hindenburg. Ich erinnere mich noch genau an diesen 5. März in Friedrichshafen, als die Haltemannschaften den Hindenburg mit schweren Schritten aus der Halle führten: erster Start des ersten Transozean=Luftschiffes der Welt. Es war einer jener Tage, an denen man mit seltsamer Stärke empand, daß Deutschlands Herz wieder einen geunden Schlag tat. Mancher starrte damals den zlänzenden Leib an wie eine unwirkliche Ercheinung. Mancher fragte uns besorgt, ob es nicht vermessen sei, mit diesem Giganten, vor dem die Menschen wie vergessene Punkte wirken, den Weg in die Welt zu suchen. Aber ich sage Ihnen: wir haben ihn gefunden! Hindenburg hat im Personenverkehr über den Atlantik in der Luft die Spitze übernommen. Ihm haben die Tore der Welt sich geöffnet. Ich kann Ihnen nur sagen: LZ. Hindenburg kann als der sichtbarste Ausdruck neuen deutschen Lebenswillens betrachtet werden.“ „Wird das Luftschiff Graf Zeppelin", fragten wir Kapitän Lehmann noch,„später weiter den Südamerikadienst versehen?" „Nein", erwiderte er.„Wenn LZ. 130 im Dienst steht, nicht mehr. Graf Zeppelin, der sich oft in vielen gefahrvollen Situationen bewährt hat, wird Schulschiff werden. Es ist ein antes Schiff." „Und„Hindenburg"?" „2Z.„Hindenburg“ bleibt bis Ende Februar in der Halle. Es werden neue Kabinen eingebaut, so daß er im nächsten Jahre nahezu hundert Passagiere befördern kann." „Wie ist es mit den Luftschiffhäfen in Amerika?" „Es sind mehrere Plätze in Aussicht genommen. Wir haben sie besichtigt. Endgültiges steht noch nicht fest. Doch die Amerikaner sind am Trans atlantik=Verkehr stark interessiert." Dann sprachen wir Kapitän von Schiller, den Kommandanten des„Graf Zeppelin". Er hat das sieghafte Schiff in vielen Fahrten über den Ozean geführt.„Das Jahr 1936 ist für uns ein stolzes Jahr", erklärte er uns.„Graf Zeppelin" hat sein achtes Fahrtenjahr beschlossen. Ein Luftschiff, das Lustfahrtgeschichte ge macht hat. Es ist das erfolgreichste Fahrzeug, das je zu Wasser, Land oder Luft seine Bahnen zog: 578 Fahrten, 139 Ozean=Ueberquerungen, 13 000 Fahrgäste, 100 000 Kilogramm Post und Fracht. Das sind unerreichte Ziffern." Jeder tut seine Pflicht „Wie wurde die Leistung möglich?" fragten wir ihn. „Ach, man müßte viele, viele Namen nennen," erwiderte der Kapitän,„wenn man das erklären wollte. Jeden Werkmeister, jeden Mann, der in der Werft am Bodensee oder im Luftschiff seine Pflicht tat. Weil diese Pflicht noch heute im Geiste des Grafen Zeppelin erfüllt wird, war diese Leistung möglich. Es gibt soviele Beispiele, Von Hanns Maria Hausmann-Frankfurt a. M. pflegen und den wir pflegen müssen, wenn wir das Werk im Geiste seines Schöpfers weiterbilden wollen. Mit diesen Männern, von Dr. Dürr bis zum jüngsten Arbeiter, war es ein leichtes, den„Graf Zeppelin" zum Sieg zu führen." Kapitän Pruß, den zweiten Kommandanten des 2Z.„Hindenburg", trafen wir am Luftschiff, als die letzten Gäste der letzten Fahrt ihre Kabinen verließen. Jeder einzelne Fahrgast verabschiedete sich mit einem kräftigen Händedruck von ihm.„Auf baldiges Wiedersehen!“ riefen ihm alle entgegen. „Sie machen sich keine Vorstellung," sagte er uns,„wie herzlich die Verbundenheit zwischen Schiffsleitung und Fahrgästen im„Hindenburg“ ist. Wir sind wie eine große Familie. Jeder fühlt sich wohl bei uns. Jeder nimmt die Fahrt hin wie einen wunderbaren Traum. Solange ich fahre, wurde niemand see- oder luftkrank. Bei uns herrscht nur das ungetrübte freudige Gefühl wunderbarsten Erlebens. Man nennt das Luftschiff ein„AtmosphärenHotel". Jede nur denkbare Bequemlichkeit, jeder Komfort, ein Bau ohne Vorbild. Das sagen die Ausländer immer wieder. Wir haben in diesem Jahr im„Hindenburg“ mehr als zweieinhalbtausend Fahrgäste über den Ozean befördert. Nicht einer war darunter, der nicht von diesem wunderbaren Erleben zu uns gesprochen hätte. Und darauf, denke ich, dürfen wir stolz sein!“ Besuch in der Funkbude Dann suchten wir Herrn Speck, den Bordfunker, auf. Wir stiegen zu ihm in die„Funkbude", wo er mit seinen Getreuen saß. Er nimmt die Geleitsprüche auf, die von unten heraufkommen, und erwidert sie. Er erzählte uns von seinem schweren und verantwortungsvollen Dienst.„Jede Nacht", sagte er uns in seiner freundlichen Art,„senden wir zwei- bis dreitausend Worte. Und etwa fünfzehnhundert empfangen wir. Das ist mehr als in mancher Stadt von rund 50 000 Einwohnern. Daneben müssen wir für die Leitung des Schiffes Wettermeldungen heranholen und aufnehmen, die den Kurs des Schiffes bestimmen. „Hindenburg“ steht dauernd mit den Wetterstationen der Erdteile in Verbindung. Aber noch wichtiger für uns sind die Wetterangaben der Schiffe, denen wir auf dem Ozean begegnen. Aus ihren Meldungen können wir in erster Linie die Schlüsse ziehen, ob die Hochs und Tiefs auf dem Ozean und die Winde, die entgegenstehen oder vorwärtsschieben, uns veranlassen, nach Süden oder nach Norden auszubiegen. Zwei Sender und zwei Empfänger sind Tag und Nacht ohne Unterbrechung tätig. Vier Mann wechseln sich Dienst ab. Aber oft gibt es für uns sechzehn und achtzehn Stunden lang keine Ruhe!“ Der Meister über Küche und Keller Darauf gingen wir zum Ober-Steward, dem Meister über Küche und Keller— vielmehr Bar.„Wir kochen", erzählte er uns rasch, selbstverständlich elektrisch. Unser Geschirr ist eine Sehenswürdigkeit, das wissen Sie wohl. Ich glaube, es gibt nirgends so schönes und leichtes die den Geist der Kameradschaft zeigen, den wir Modell des Erweiterungsbaues des Reichspostzentralamtes in Berlin Im Rahmen des Aufbauprogrammes des neuen Deutschland nimmt auch der riesige Erweiterungsbau für das Reichspostzentralamt in Berlin=Tempelhof einen breiten Raum ein. Unser Bild: Modellansicht der neuen Bauteile, deren Entwurf von Oberpostbaurat Dipl.=Ing. Werner stammt. (Weltbild— M.) Entwurf für einen Edison=Gedächtnisturm Die Edison=Stiftung in Newyork hat beschlossen, dem weltbekannten Erfinder Thomas Alva Edison ein monumentales Denkmal zu setzen, das als über 40 Meter hoher Turm an dem Ort entstehen soll, wo sich Edisons erstes Laboratorium befand. Ueberstrahlt wird das gewaltige Bauwerk von einer riesigen Leuchte, die die Form der ersten elektrischen Birne erhalten und als„Ewige Lampe" ständig brennen soll.(Weltbild— M.) Geschirr wie bei uns. Jeder Fahrgast will sich einen Teller oder eine Tasse mitnehmen. In der Mannschaftsmesse Zum Schluß machen wir noch einen Blick in die Messe der Mannschaft. Die Koffer standen bereits gepackt in der Ecke. Beladen mit Andenken und Erinnerungen aus Nord= und Südamerika.„Es war ein schönes, wenn auch ein hartes Jahr", sagten sie uns. Ihre Augen glänzten. Stolz lag in ihren Worten. Und als wir sie nach dem schönsten Erlebnis der vielen Fahrten fragten, wußte jeder etwas zu berichten. Zum Beispiel die erste Landung des„Hindenburg" in Lakehurst vor 300000 ihnen zujubelnden Zuschauern. Wie sie in Gruppen unten standen auf dem Platz, während das Luftschiff über ihnen hing. Und wie sie wortlos aufwärts schauten. Wie in der dunklen Geborgenheit der Tiefe sich ihre Hände faßten. Wie viele zitterten! Oder aber, daß Max Schmeling sich auf seinen beiden Fahrten meist in den Mannschaftsräumen aufhielt. Weil es ihm dort besser gefallen hatte... Dies sind die Männer, die Deutschland im Frieden die Welt erobern helfen! Merkwürdiger Unfall einer Rekordfliegerin Fallschirm als Rettungsboot stürzle, ehe ich wußte, wie mir geschah!"/ Den sicheren Tod vor Augen Einen merkwürdigen Unfall hatte die berühmte französische Rekordfliegerin Maryse Hilsz, die dieser Tage über dem Berre=See in der Nähe von Marseille einen neuen Geschwindigkeitsrekord für Frauen aufstellen wollte. Bei einer Geschwindigkeit von beinahe fünfhundert Stundenkilometer erwies sich ihre Maschine in einem starken Abwind plötzlich als fluguntauglich. Die Pilotin wurde aus dem Führersitz geschleudert und ging mit ihrem Fallschirm auf den See nieder. Auf dem Wasser aber wirkte der Fallschirm wie ein großes Segel, zog die Verunglückte hinter sich her und rettete sie vor dem Ertrinken. Ein seltsames Wasserfahrzeug Die Fischer auf dem Berre=See hatten sich durch die Ankündigung des Flugplatzes Istres, daß die Pilotin Maryse Hilsz über dem See einen Geschwindigkeitsrekord=Versuch unternehmen werde, nicht von ihrer gewohnten Arbeit abbringen lassen. Als dann aber plötzlich ungewöhnlich lautes Motorengeräusch vom Flugplatz herüberschallte und ein kleiner Eindecker pfeilschnell heranschoß, blickten sie doch auf. Die Maschine ging elegant in die Kurven und entwickelte eine Schnelligkeit, die auch dem Laien auffallen mußte. Plötzlich aber geschah etwas Seltsames. Das Flugzeug legte sich hart auf die Seite und ging in oen Sturzflug über. Das Motorengeräusch wurde schwächer und für mehrere Sekunden gewann die Maschine ihre normale Lage wieder. Dann aber überschlug sie sich ruckartig, um wie ein Stein hinab in den See zu fallen, wo sie unter ohrenbetäubendem Krachen sofort versank. Schon glaubten die Fischer die Pilotin verloren, als sie hoch oben in der Luft einen schwarzen Punkt bemerkten, über dem sich plötzlich die gelblich weiße Hülle eines Fallschirmes wölbte. Der schwarze Punkt wurde größer und größer und erwies sich als die Pilotin. Kaum hatten sich die Fischer von ihrem Schrekken erholt, als auch schon die Pilotin die Wasseroberfläche berührte Die Hülle des Fallschirms aber legte sich nicht flach auf die Wellen, sondern stellte sich auf und wirkte wie ein großes Segel. Von kräftigem Wind getrieben bewegte sie sich vorwärts, die Pilotin nach sich ziehend. Die Fischerboote nahmen die Verfolgung des seltsamen Wasserfahrzeugs auf und erreichten es auch nach mehreren Minuten. Die Pilotin, Maryse Hilsz, war halb bewußtlos, als sie von den Fischern an Bord gezogen und von den Fallschirmleinen losgeschnitten wurde. Man übergab sie einem großen Motorboot des Flughafens von Istres, das sie auf dem schnellsten Wege ins Krankenhaus brachte. Hier stellten die Aerzte mehrere Rippenbrüche fest, die aber nicht lebensgefährlich sind. Die Fliegerin erholte sich dann auch verhältnismäßig rasch, so daß sie schon am nächsten Tage den Journalisten und auch der mit der Untersuchung des Unfalls betrauten Kommission eine ausführliche Schilderung ihres Abenteuers geben konnte. „Ich ließ nichts unversucht..." „Daß der Start ohne jeden Zwischenfall verlief, das wissen Sie, meine Herren, ja alle. Ich stieg rasch und hatte bald eine Höhe von siebenhundert Meter erreicht. Die Geschwindigkeit ließ nichts zu wünschen übrig. Die Nadel des Geschwindigkeitsmessers bewegte sich gleichmäßig vorwärts. Dreihundertfünfzig, vierhundert, vierhundertfünfzig Kilometer zeigte sie an. Es ging der Fünfhundert=Kilometer=Marke entgegen. Mit Befriedigung bemerkte’ich, daß ich den Rekord ohne Mühe brechen konnte. Was nun geschah, spielte sich ab, ehe ich recht zur Besinnung kam. Das Flugzeug wurde von einer Boe getroffen, begann zu schwanken und verlor das seitliche Gleichgewicht. Gleich danach stürzte es. Ganz instinktiv drosselte ich den Motor, die Geschwindigkeit herabzumindern. Dann versuchte ich die Maschine wieder aufzurichten, was mir auch alsbald gelang. Kaum aber gab ich wieder Gas, da sackte die Maschine abermals vornüber. Ich muß mich in einem scharfen Abwind befunden haben. Ich riß am Höhensteuer, an der Verwindung. Ich versuchte mein Möglichstes, drosselte auch selbstverständlich den Motor. Das Flugzeug überschlug sich. In meinem Führersitz wurde ich mit furchtbarer Gewalt hin- und hergeschleudert. Ich wußte nicht mehr, wie mir geschah. Plötzlich bemerkte ich, daß ich nicht mehr auf meinem Sitz saß, sondern frei in der Luft schwebte. Ein schmerzhafter Ruck, ein Ruck, daß ich glaubte, ich würde auseinandergerissen, benahm mir den Atem und vielleicht für kurze Zeit sogar das Bewußtsein. Wahrscheinlich hatte ich mir die Rippenbrüche schon im Führersitz zugezogen, so daß der Schmerz beim Entfalten des Fallschirms so unerträglich werden konnte. Uebrigens kann ich mich nicht entsinnen, die Reißleine gezogen zu haben. Vermutlich tat ich es ebenfalls ganz instinktiv." „Ich glaubte nicht an meine Rettung!" „Nur noch undeutlich entsinne ich mich der zahllosen Gedanken, die mir in den Sekunden vor dem Aufschlagen auf das Wasser durch den Kopf jagten. Ich weiß nur das eine, daß mir der Tod vor Augen stand. Ich wußte, daß ich auf dem Wasser niedergehen und bei meinen Schmerzen nicht zum Schwimmen imstande sein würde. Nach menschlichem Ermessen mußte ich ertrinken. Der Aufschlag auf das Wasser war hart und schmerzhaft. Mir wurde schwarz vor Augen. Aber dann fühlte ich, wie ich an die Oberfläche gezogen wurde. So sonderbar es klingt, der Fallschirm war es, der mich wieder hochzog. Wie ein Segelboot glitt er über die en und ich hatte nichts zu tun, als meinen Kopf so hoch wie möglich zu halten, um atmen zu können. Trotzdem mußte ich selbstverständlich noch viel Wasser schlucken, bevor man mich endlich auffischte. Schade um meinen Rekord ich hatte ihn schon so gut wie in der Tasche!" Fußballjahr 1937 beginnt mit einem Großkampf Vokal-Endkampf: Schalke- BfB. Leipzig Achtung! Favorik Schalke!— Das Endspiel um den Tschammer-Pokal an olympischer Stätte— Pfb. Leipzig Ueberraschungsgegner von Schalke 04 Das Jahr 1937 wird im deutschen Fußballsport mit einem bedeutungsvollen Großkampf eröffnet. Das Endspiel um den Tschammer=Pokal im Olympia=Stadion auf dem Reichssportfeld in Berlin ist neben dem Endspiel um die Deutsche Meisterschaft und dem Schlußkampf um den Tschammer=Pokal die bedeutendste Fußballveranstaltung überhaupt. Nach kaum zweijähriger Geschichte ist der Kampf um den Tschammer=Pokal als der Wettbewerb aller deutschen Vereinsmannschaften bereits zu großer Volkstümlichkeit gekommen. Während sich 1935 rund 4000 Mannschaften an der Austragung des ersten PokalWettbewerbes beteiligten, waren es 1936 bereits 5288 Mannschaften. Der sportliche Wert des Tschammer=Pokal=Wettbewerbs liegt vor allem darin, daß er Aufschluß über die Spielstärke der führenden deutschen Vereinsmannschaften gibt. Jeder Pokal=Wettbewerb bringt Ueberraschungen, und diese Ueberraschungen sind die Würze der Pokalkämpfe. Während im letzten Jahre beim Endkampf in Düsseldorf mit Schalke 04 und dem späteren Pokal=Gewinner 1. FC Nürnberg sich zwei Vereine gegenüberstanden, von denen man überzeugt war, daß sie in diesem Zeitpunkt über die stärksten Mannschaftseinheiten in Deutschland verfügten, hat es die Eigenart des Pokalkampfes diesmal mit sich gebracht, daß ein Verein, der im MeisterschaftsWettbewerb seines Gaues in den letzten Jahren über einen Mittelplatz nicht hinauskam und zurzeit im Meisterschaftswettbewerb an 6. Stelle bei zehn teilnehmenden Vereinen liegt, sich bis zum Endspiel des Tschammer=Pokals durchgerungen hat. Was der Meisterschafts=Wettbewerb versagte, ist so dem VfB Leipzig im Tschammer=Pokal=Wettbewerb gelungen. Der Weg des Endspiels Die Gauliga=Mannschaften haben das Vorrecht, erst in den Hauptrunden eingreifen zu müssen, nachdem sich in den vorhergehenden Runden die Kreisund Bezirksklassenmannschaften auseinandergesetzt haben. Jeder der beiden Vereine mußte sich fünf Gegnern stellen, und es ist ein Spiel des Zufalls, daß sowohl der VfB Leipzig, als auch der FC Schalke 04 je einmal ein Unentschieden nach verlängerter Spielzeit erzielten und dadurch erneut gegen den gleichen Gegner antreten mußten. Der VfB Leipzig stand bei Vorwärts=Rasensport Gleiwitz schon in der zweiten Hauptrunde vor der entscheidenden Frage seines Verbleibens im Wettbewerb. Erst in der Wiederholung gelang es ihm, die oberschlesische Elf von Vorwärts=Rasensport zu schlagen. Schalke 04 dagegen erzielte in der dritten Hauptrunde gegen den VfB Stuttgart, der ihm 1935 im Endspiel um die Deutsche Meisterschaft gegenübergestanden hatte, nur ein mageres 0:0, um erst bei der Wiederholung klar mit 6:0 zu siegen und damit weiter zu kommen. Der schwerste Gegner für den VfB Stuttgart war zweifellos Wormatia Worms. Die Fath=Mannschaft hatte vorher den VfL Benrath, der den vorjährigen Pokalmeister, den 1. FC Nürnberg, geschlagen hatte, ausgeschaltet und durchaus günstige Aussichten, nach einem Sieg über den VfB Leipzig ins Endspiel vorzustoßen. Aber es kam anders. Nachdem VfB Leipzig die Spielvereinigung Jena 5:0, Vorwärts=Rasensport Gleiwitz nach einem ersten Unentschieden 2:2 in der Wiederholung schließlich 3:0 geschlagen, gegen den Berliner SV 92 4:1 und den VfB Peine 4:2 besiegt hatte, gelang auch der große Wurf gegen den Meister des Gaues Südwest. Wormatia Worms wurde von dem Altmeister hoch 5:1 geschlagen. Durch diese Leistung hat sich der VfB Leipzig als durchaus ernsthafter Gegner der bekannten Elf von Schalke 04 erwiesen. Schweinfurt war Schalkes Prüfstein Nachdem Schalke 04 den VfvB Ruhrort mit 5:2, Röhlinghausen mit 2:0, den VfB Stuttgart mit 0:0 und 6:0 und schließlich Werder Bremen mit 5:2 ausgeschaltet batte, stand der Meister gegen die Mannschaft des FC Schweinfurt vor einer Elf, die im letzten Jahr durch großartige Leistungen wiederholt von sich reden gemacht hat. Was in dieser baye rischen Mannschaft steckt, bewies sie sehr deutlich auch gegen den Meister Schalke 04, der seine ganze Kraft zusammennehmen mußte, um schließlich mit 3:2 sehr knapp erfolgreich zu bleiben. Die Leistungsauslese bat also beiden Mannschaften keineswegs die Teilnahme am Endspiel leicht gemacht und einem der beiden Gegner ein Glückslos zugeschanzt. Schalke 04 und der VfB Leipzig mußten gegen anerkannt große Gegner erst unter Beweis stellen, daß sie der Teilnahme am Schlußkampf im Olympia=Stadion nach Leistung und Einsatz würdig sind. Die Mannschaften: Schalke 04 Mellage Bornemann Schweißfurth Gellesch Tibulski Valentin Berg Szepan Pörtgen Kuzorra Kalwitzki Breidenbach Schön May Reichmann Holst Richter Thiele Jähnig Dobermann Große Wöllner VIB Leipzig Die Geschichte des Wettbewerbs der deutschen Fuß ballvereine um den Tschammer=Pokal ist nicht„alt" und ist mit der Feststellung umschrieben, daß der 1. FC Nürnberg 1935 in Düsseldorf das Endspiel gegen Schalke 04 mit 2:0 gewann. Schalke 04 steht zum zweiten Male in der Entcheidung und die vielfachen Möglichkeiten, die dieer Wettbewerb allen deutschen Fußballvereinen dietet, konnten kaum treffender zum Ausdruck kommen als in der Tatsache, daß ein Meister der„guten alten Zeit“, der VfB Leipzig, sich als Gegner quali. fizierte. Dreimal ist der VfB Leipzig vor dem Kriege Deutscher Meister gewesen. Jahrelang hat er große Anstrengungen gemacht, zur deutschen Spitzenklasse aufzurücken. In Sachsen spielt er im Kampf um den Meistertitel auch in diesem Jahre keine Rolle. Aber ist das Pokal=Endspiel nicht auch ein großer Erfolg? Zum ersten Male stehen sich zwei deutsche Vereinsmannschaften an olympischer Stätte gegenüber. Das Reichsfachamt Fußball macht große Anstrengungen, dem Spiel einen seiner Bedeutung entsprechenden Rahmen zu sichern. 10 000 Freikarten an Jugendliche, ermäßigte Eintrittspreise, eine großzügige Werbung— wir sind auf das Ergebnis gespannt. Ohne dem VfB Leipzig auch nur irgend etwas anhaben zu wollen, kommt man nicht an der Feststellung vorbei, daß dieses Endspiel für die breiten Massen im Reich bei weitem nicht so populär ist. als wenn es z. B. eine Begegnung Schalke gegen Nürnberg gegeben hätte. Der Pokalwettbewerb ist schließlich noch neu, hat noch nicht die nachhaltige Tradition, die auch eine Außenseiter=Mannschaft mit einem Schlage hoch hinausheben könnte, wenn ihr der Weg in dieses Endspiel gelingt. Vielleicht Westfalen sucht die„Anglücksraben" Vier Punktekämpfe in Abwesenheit des Spitzenreiters Natürlich bestimmt der Berliner Kampf die Anteilnahme der Fußballfreunde, aber trotzdem finden ie auch im heimischen Gau genug des Fesselnden. Vier Kämpfe um die Punkte stehen in Abwesenheit des Spitzenvereins auf der Tageskarte und sie alle werden ihre Liebhaber finden. Freilich ist der Lauf um den Platz an der Sonne schon lange entschieden, aber wie es„unten“ werden wird, das ist noch nicht abzusehen. Voller Rätsel ist noch die Suche nach den „Unglücksraben“, die am Ende der Saison aus der höchsten Spielklasse des Gaues scheiden müssen. Und noch ist nichts entschieden... Vielleicht schafft der erste Januarsonntag wieder etwas mehr Klarheit. Folgende Spiele stehen an: SV. Höntrop— Borussia Dortmund Erle 08— Westfalia Herne Germania Bochum— Spielvereinigung Herten SuS. 09 Hüsten— TuS. Bochum Außer Schalke 04 ist noch der SV. Rotthausen untätig. Der SV. Höntrop muß nun allmählich daran denken, seinen schlechten Tabellenplatz zu verbessern. Gegen Borussia Dortmund wird es ihm nicht leicht fallen; selbst nicht auf eigenem Platz. Die Dortmunder können kämpfen, um so mehr, als auch sie noch nicht aus der Gefahrenzone sind. Erle 08 hat einen Vertreter der Spitzengruppe zu Gast. Westfalia Herne überfuhr erst vor einer Woche den SV. Höntrop. Sie ist wieder in einer vorzüglichen Form, die auch in Erle zum Siege ausreichen müßte. Da aber die Erler mit der Größe ihres Gegners wachsen, darf man ihnen die Chance eines Erfolges nicht absprechen. Germania Bochum empfängt die gefürchtete Heimmannschaft, Spielvereinigung Herten. Die bessere Besetzung der hinteren Reihen räumt den Bochumern die besseren Aussichten ein, zumal der Angriff der Hertener auf fremden Plätzen noch meist versagt hat. Hüsten 09 ist als typische Heimmannschaft für alle Besucher ein schweres Hindernis. TuS. Bochum wird sich sicherlich alle erdenkliche Mühe geben, ob aber mit Erfolg, bleibt fraglich. Mit vollen Segeln ins neue Jahr! Alle zehn Vereine am Niederrhein stehen im Punklekampf Mit Abschluß des alten Jahres scheint endlich auch die hemmende Abwicklung der Meisterschaftsspiele im Gau Niederrhein überwunden zu sein. Das neue Jahr beginnt am 3. Januar mit einem Programm, das alle zehn Vereine der Gauliga in Tätigkeit sieht. Zum Teil sind es noch Spiele aus der ersten Serie. Mit zwei Begegnungen wird gleichzeitig die zweite Halbzeit der Saison in Angriff genommen. Von besonderer Bedeutung ist das Oberhausener Spiel zwischen Rot=Weiß und Fortuna Düsseldorf. Erst vor zwei Wochen scheiterte der VfL. Benrath dort und mußte sich mit einem Unentschieden begnügen. Bei der weiterhin durchschlagsschwachen Angriffslinie der Fortunen würde es uns nicht wundern, wenn auch dieses Treffen einen unentschiedenen Verlauf nähme. Auf beiden Seiten sind die Hintermannschaften die überragenden Teile. Der VfL. Benrath besucht Duisburg 99. Seine Aussichten sind auf dem Papier zwar die besseren, doch wurden wir schon einmal eines besseren belehrt. Wo Fortuna scheitert, kann für Benrath ebenfalls nicht viel zu hoffen sein. Immerhin bleibt aber die Tatsache, daß die Duisburger hernach stark abgefallen sind. Die größere technische Reife der Gäste könnte also den Ausschlag geben. Hamborn 07 wird vom VfL. Krefeld erwartet. Während man bei den Gästen zuletzt eine große Unbeständigkeit feststellte, verbesserten die Krefelder ihr Können erheblich. Deshalb glauben wir auch nicht, daß den Hambornern diesmal die Punkte winken. Turu Düsseldorf bestreitet ihr erstes Rückspiel gegen den schwachen SSV. Elberfeld, der in der Form des zweiten Festtages kaum Aussichten auf einen Punkt hat. Ebenso sollte sich Schwarz=Weiß Essen gegen den Duisburger FV. 08 siegreich behaupten, denn bei der ausgezeichneten Abwehr bleiben den Gästen nur geringe Chancen. Das Programm im einzelnen; Rot=Weiß Oberhausen— Fortuna Düsseldorf Duisburg 99— VfL. Benrath VfL. Preußen Krefeld— SV. Hamborn 07 Turn Düsseldorf— SSV. Elberfeld Schwarz=Weiß Essen— Duisburger FV. 08 Spitzenkampf BfR. Köln- Würselen Meisterschaft noch einmal offen?— Verschiebungen im Abstiegsfeld? Am 3. Januar wird den in den letzten Wochen gehetzten Beuelern, die dabei große Punktverluste erlitten, ein Ruhetag gewährt; die übrigen zehn Mannschaften der mittelrheinischen Liga stehen im Kampf. Das wichtigste Treffen des Tages, in Höhenberg zwischen VfR Köln— Rhenania Würselen, kann bereits die Meisterschaft so gut wie entscheiden. Denn im Siegfalle wird der VfR einen Abstand von 5 Punkten zu einem bisher ernsthaftesten Verfolger sowie zu Kölner EfR herstellen, und in diesen. Falle wäre er kaum noch einzuholen. Aber— man hat sich derart an den Siegeszug der von Beginn an führenden Höhenberger gewöhnt, daß man fast übersieht, was im Falle einer Niederlage des VfR gegen Würselen— die doch„unmöglich" ist— sofort wieder hergestellt ist: Eine durchaus offene Meisterschaft zwischen den beiden Spitzengegnern vom 3. Januar und dazu vielleicht KEfR. Wenn VfR aus der Begegnung mit Würselen nur einen Punkt Vorsprung behält, dann ist das für restliche acht Spiele kein meisterschaftlicher Vorschuß mehr. In den übrigen Spielen kann das große Feld der vom Abstieg bedrohten Mannschaften gehörig durcheinandergewirbelt werden. Wenn eine Mannschaft an den nächsten Spieltagen nicht völlig„ausfällt dann wird das noch lange so weitergehen mit dem Rätselraten um drei Abstiegskandidaten. Das Programm des Sonntag: VfR Köln— Rhenania Würselen Kölner EfR— Kölner SC 99 Sülz 07— Tus Neuendorf Bonner FV— Tura Bonn SV Andernach— Mülheimer SV Neujahrssport in Kürze Fußball im Reich Nach den schmalen Tageskarten über Weihnachten war auch zu Neujahr der sportliche Betrieb nicht gerade überreich. Immerhin lockten noch einige Freundschaftsspiele von Bedeutung im Fußball die Anhänger hinaus zu den Spielplätzen. In der Reichshauptstadt warb das Spiel Hertha BSC— 1. FC Nürnberg um die Anteilnahme der Fußballfreunde. 11 000 kamen noch zum Gesundbrun nen und sahen schließlich ein überlegenes Spiel der Bayern, die nach einer torlosen ersten Halbzeit schließlich auch noch mit 2:0 den Sieg herausschossen. In Stuttgart stellte sich Polens Fußballmeister Ruch Bismarckhütte 5000 fußballfreudigen Schwaben vor. Nachdem die Polen schon in den vorangegangenen zwei Auseinandersetzungen mit dem V. f. B Stuttgart immer das bessere Ende für sich hatten siegten sie auch diesmal mit 3:1(1:1) noch einem schönen Spiel verdient. Guts=Muts Dresden hatte sich den FK 03 aus Teplitz als Neujahrsgast geladen, kam aber ebensowenig gegen die überragende Spielweise der Gäste an wie schon Fortuna Leipzig zu Weihnachten. Teplitz siegte schließlich mit 4:1(2:0). Die Spielvereinigung Fürth fuhr nach Bamberg und stellte sich dort einer spielstarken Stadt=Aus wahl zum Kampf. Die Bamberger legten sich mächtig ins Zeug und hatten schließlich einen vielbejubelten 3:2.(2:0=) Sieg in der Tasche. ist das Spiel im Olympischen Stadion Auftakt zu einem nachhaltigen Erfolge in allen deutschen Fußballkreisen. Soll man über Schalke 04 viel sagen? Die Art, wie die Mannschaft am zweiten Weihnachtstage Fortuna Düsseldorf„überspielte“ war einfach fassinierend. Allerdings traf sie eine Halbzeit lang einen Gegner an, der sich nicht„körperlich" einstellte. Und das wird der VfB Leipzig tun. Die Sachsen stellen eine körperlich sehr starke Mannschaft, die es versteht, von diesem körperlichen Können ausgiebig Gebrauch zu machen. Was Schalke zustattenkommen wird, sind die großen Ausmaße des Spielfeldes, auf dem sich der VfB Leipzig sicherlich in dem Kombinationsnetz der Westfalen verfangen wird. Westdeutsche Bezirksklasse Westfalen: Gelsenkirchen: SC Hassel— Gelsenguß Gelsenkirchen, Viktoria Recklinghausen— Schwarz=Gelb Gladbeck, VfB Bottrop— Spielvgg. Röhlinghausen, BV 12 Gelsenkirchen— Gelsenkirchen 07, TB Eickel — Union Recklinghausen, Sportfreunde Gladbeck— Union Gelsenkirchen. Bochum: Sportring Gevelsberg— VfB Börnig, MBV Linden— Wattenscheid 09=30, FC Schwelm Preußen Bochum. TG Ehrenfeld— Tura Altenvoerde, STV Werne— Westfalia Bochum, Witten 92— SC Dahlhausen. Dortmund: TuBV Mengede— Arminia Marten, Alemannia Dortmund— BC Bövinghausen, Unna 08— DSC Hagen, Union Haspe— BV Brambauer, Castrop 02— Hagen 72, SC Hörde— Sportfreunde Dortmund. Minden: Westfalia Brackwede— Teutonia Lipptadt, VfB Bielefeld— SuS Herford, SpVag Beckum— Bielefeld 06=07. Union Herford— Borussia Lippstadt, Padorborn 08— Arm. Bielefeld. Münster: SpVgg Erkenschwick— BV Rheine, Rheine 09— SuS Ahlen, Westfalia Ahlen— SuS 13 Recklinghausen. Borussia Rheine— Vorwärts Gronau. Arnsberg: SpVgg Olve— VfB Weidenau, BC Siegen— Hemer 08, SV. Herdringen— SuS Menden, RSV Eiserfeld— Arnsberg 09, LüdenscheidHöh— Sportfreunde Siegen, Klafeld=Geisweid— Jahn Werdohl. Niedrrhein: Gruppe 1: SpV Dohr— Rheydter SpV, Viktoria Rheydt— Lürrip 1910, Grün=Weiß Viersen— Eintracht Gladbach, Sportfreunde Krefeld— SC Gladbach, Borussia Gladbach— Viktoria Mennrath. Gruppe 2: SSV Haan— SSpVg Barmen, TSG Langerfeld— Germania Küllenhahn, BV 04 Düsseldorf— SSV Velbert, SC Cronenberg— VfB Hilden, Eller 04— Ratingen 04, BV Altenessen— Tura Essen. Gruppe 3: SpV Langenberg— Tus Ronsdorf, VfR Öhligs— Bayer Leverkusen, SSV Oberkassel — Solingen=Gräfrath, Schwarz=Weiß Barmen— Germania Elberfeld, Eintracht Düsseldorf— BV Lüttringhausen, BV Stoppenberg— Tus Helene Altenessen. Gruppe 4: VfB Mülheim— Kleve 63, VfvB Alsum— Duisburger SpV. SC Österfeld— Union Krefeld. VfB Lohberg— Kray 04. 1. FC Styrum Meiderich 06, SV Lintfort— SV Duissern. Gruppe 5: VfvB Ruhrort— Preußen Essen, Union Hamborn— Sterkrade 06=07. Rot=Weiß Essen— Thyssenhütte Hamborn, Kleve 03— Homberger SpV. Meidericher Spr— Westende Hamborn. Vikt. Oberhausen— Borussia Rheinhausen. Mittelrhein: Gruppe 1: Allianz— B.=Gladbach, Nippes 12— Viktoria, Jugend Kalk— Kölner BV 07. BlauWeiß— Troisdorf, Oberlar— Wolsdorf. Gruppe 2: Phönix— Hennef. Union 05— Bonner BC, Köln=Nord— Rhenania, Bayenthal.— Preußen, Poll— Friesdorf, Godesberg— Kölner BC. Gruppe 3: Herdorf— Daaden, Betzdorf— Waldbröl, Mudersbach— Brachbach, SV Höhe— Bruche, Gummersbach— Eitorf. Gruppe 4: Urbar— VfL Koblenz, Lützel— Kottenheim, Klotten— Koblenz 1900, Plaidt— Niedermendig. Gruppe 5: Saffig— TV Mayen, Neuenahr— SC Neuwied, Engers— Hönningen, Rheinland Mayen— Heimbach=Weiß. Gruppe 6: Trier=Süd— Post Trier, Wittlich— Sportfreunde Trier, Konz— Ehrang, Westmark— Neumagen, Kürens— Zewen. Gruppe 7: 1. FC Idar— Eintracht Kreuznach, Tiefenstein— Schwarz=Weiß Kreuznach, Kirn— SV Idar. Gruppe 8: Kellersberg— Alemannia Aachen, Düren 99— Kreuzau, Jugend Düren— Mariadorf, Eschweiler— Birkesdorf, Stolberg— Dürener SV. Palenberg— Baesweiler. Deutsche Rugbysiege über Italien Der deutsche Rugbysport eröffnete die internationale Spielzeit des neuen Jahres mit dem großen Länderspiel gegen Italien. In Mailand trafen zum zweiten Male die Auswahlmannschaften von Deutschland und Italien zusammen. Nach einem großartigen Kampf beendeten unsere Spieler die Begegnung siegreich mit 6:3(3:3) Punkten. Die Aszuris verdanken das günstige Abschneiden vor allem ihrem ungeheuren und von ihren vielen tausend Landsleuten immer neu angefeuerten Kamfpgeist, der den deutschen Spielern das Letzte an Können und Kraft abverlangto. Sprochöveler Zeitung= Haßlinghauser Zeitung= Enneve=Ruhr-Kreis-Zeitung Nr. 1. Fernruf: 4078 Amt Hattingen. Samstag u. Sonntag, den 2. und 3. Jannar 1937. Postscheck: Dortmund 10 350. 40. Jahrgang. 6 Aus der Heimat Die eiserne Rose Das Ansteckzeichen der 4. Reichsstraßensammlung am 2. und 3. Januar 1937. Am ersten Sonnabend und Sonntag des neuen Jahres werden sich SS, SA und NSKK bei der 4. Reichsstraßensammlung erneut in den Dienst des Winterhilfswerks stellen. Dabei wird als Januarabzeichen des Winterhilfswerkes eine eiserne Rose verkauft. Die Abzeichen des Winterhilfswerks wollen nach zwei Seiten hin helfen. Durch sie wird vielen Volksgenossen Arbeit und Brot gegeben. Gleichzeitig werden aber die erforderlichen Mittel für die Hilfsmaßnahmen des Winterhilfswerks beschafft. Auch bei der Herstellung der„Eisernen Rose“ ist dieser Grundsatz maßgebend gewesen. Drei Gießereien sind es, und zwar in Harzgerode, in Gleiwitz(Oberschlesien) und in Saarlautern, die den Auftrag von insgesamt 16¾ Millionen dieser Abzeichen erhielten. Die mit der Herstellung beauftragten Betriebe konnten einer großen Zahl von erwerbslosen Volksgenossen mehrere Monate hindurch Beschäftigung geben. An alle Volksgenossen ergeht die Bitte, sich auch im neuen Jahre opferbereit in die Volksgemeinschaft einzureihen. Jeder trägt die„Eiserne Rose“ als Symbol eines unverbrüchlichen Gemeinschaftswillens. Oyfer Machssiraßansammlung 2u3Januar Es hat sich gut eingeführt, das„allerneueste“ Jahr— mit strahlender Sonne und offener Sicht. Wie es nicht anders sein konnte, feierte man nach Tradition den Abschied vom alten, das jedem Freud und Leid brachte und vor allem dem deutschen Volke weiteren ungeahnten Aufstieg. Und als müßte ein neues immer noch Besseres bringen, ging man froh und voll guter Hoffnung in das nächste Kalenderjahr. Das deutsche Staatsschiff führt ein sicherer Lenker, er wird uns alle finden, wenn es heißt, mit Hand anzulegen zu weiterer, glücklicher Fahrt. Neujahr— ein Tag so lang, so vergänglich wie alle anderen im Jahr, aber eben doch ein Tag mit neuen Hoffnungen für jeden, und da man glaubt, daß wenigstens einige von all den Wünschen für sich und die andern noch in Erfüllung gehen möchten, wünscht man jedem, der den Weg kreuzt, „ein frohes, glückliches Neujahr!“ Ebenso treu und eifrig, wie im vergangenen Jahr, soll unser Blatt auch im kommenden der Idee des Führers dienen, und sie wird weiter die Heimatzeitung für alle sein, die ihr Treue hielten und weiter halten werden. Und nun mit Vertrauen und Zuversicht in das Neue Jahr! : Große Kreisfachschaftsschau. Samstag, den 9. Januar, und Sonntag, den 10. Januar, findet in Milspe im Saale Küper eine große Kreisfachschaftsschau der Geflügelzuchtvereine des Ennepe=Ruhr=Kreises statt, die einen Ueberblick über die Leistungen der Geflügelzüchter des Kreises vermittelt wird. : Mehr Achtung vor dem Brot! Immer wieder kann man in den Müllkästen weggeworfene Nahrungsmittel und vor allem leider in erheblichem Umfange Brotreste finden. Das darf nicht sein. Das tägliche Brot ist Volksgut und darf nicht verkommen. Brot wird durch harte Arbeit des Bauern dem Boden abgerungen, es muß als ein Geschenk der Erde geachtet werden. Wer Brot wegwirft, schädigt sein Volk. Wer das Brot achtet und sorgfältig nutzt, hilft die Ernährung sichern für das Volk und sich selbst. Durch die Hand der Hausfrauen gehen fast alle Nahrungsmittel. Sie sind berufen, das tägliche Brot zu hüten. Laß kein Brot vertrocknen, auch der kleinste Rest läßt sich noch gut im Haushalt verwerten. Werft nichts weg, achtet das tägliche Brot! : Auf der Gauschulungsburg Hagen=Hohenhof wurde in der Zeit vom 11. bis 20. Dezember 1936 der 4. weltanschaul.-politische Schulungslehrgang für NS=Rechtswahrer des Gaues Westfalen=Sud durchgeführt. Die in dem Rahmen des Lehrgangs gehaltenen Vorträge beschränkten sich bewußt, unter Ausschaltung fachkundlicher Themen der Rechtswissenschaft, auf die grundsätzliche Vertiefung der nationalsozialistischen Weltanschauung. Die nächstjährigen Schulungslehrgänge für NSRechtswahrer unseres Gaues finden wie folgt statt: Vom 7. bis 17. Mürz 1937 auf der Gauschulungsburg Hagen=Hohenhof; 4. bis 14. Mai auf der Gauschulungsburg Arnsberg; 22. Juli bis 1. August auf der Gauschulungsburg Arnsberg; 19. bis 29. August auf der Gauschulungsburg Arnsberg. Meldungen können unmittelbar an den Gauhauptstellenleiter für Rechtswahrerschulung im Gau Westfalen=Süd, Pg. Oberbürgermeister Günnewig in Wanne=Eickel gerichtet werden. : Große Meisterkurse für die Provinz Westfalen. In der Zeit vom 18. Januar bis 27. Februar 1937 werden sich täglich von 8—12 und 14 bis 18 Uhr Meister und Altgesellen der Maler, Schuhmacher, Schneider, Schreiner, Schlosser und Schmiede, Klempner und Installateure für Gasund Wasseranlagen und Damenschneiderinnen zu eifriger Arbeit in den Räumen der Handwerkerschule in Dortmund zusammenfinden. Sie werden sich in 6=wöchiger Tagesarbeit mit den Belangen ihres Berufes in praktischer, selbstschöpferischer Meisterarbeit auseinandersetzen und daneben sich das theoretische Wissen aneignen, das sie in Preisermittlung, Maschinenkunde, Werkzeugkunde und Materialienkunde, Fachrechnen, Geschäftskunde und Betriebswirtschaftslehre zu den Handwerkern macht, die für das Aufblühen des deutschen Handwerkerstandes sichere Gewähr bieten. In langer Vortragsreihe werden die Jungmeister nationalpolitisch und fachwissenschaftlich geschult und finden eine Abwechslung in der Besichtigung hervorragender Qualitätsarbeit und vorbildlicher Arbeitsplätze. Um auch dem bedürftigen und strebsamen Handwerker die Möglichkeit zu geben, diese der Handwerksertüchtigung dienende Einrichtung zu besuchen, können auf Antrag Beihilfen für den Lebensunterhalt gewährt werden. Weiteres ist durch die Leitung der Meisterkurse in Dortmund, Brügmannstraße 25, zu erfahren. Sprockhövel. —„Allotria" im Lichtspielhaus Viktoria Sprockhövel. Nach dem großen Erfolg, den Willy Forst mit„Maskerade“ und„Mazurka“ errang, mußte der geniale Regisseur schon mit Eifer und Elan ans nächste Werk gehen, um nicht abzusteigen auf der Leiter des Erfolges, denn das Kinopublikum ist heute nicht weniger kritisch als die Theaterfreunde. Er hat's geschafft. Mit eigenem Können, mit einer fabelhaften Besetzung, mit einer Handlung, die köstlich unterhält. Der Inhalt ist nicht weltbewegend: Zwei Freunde haben, ohne es zu wissen, eine gemeinsame Freundin, die beiden beinahe verhängnisvoll wird auf der Suche nach der Richtigen. Diese beiden sind wiederum, ohne Wissen der Männer, ebenfalls befreundet. Und wie es in einem richtigen Lustspiel sein muß, ergeben sich daraus Verwirrungen, Spannungen, bis die Aufklärung der Verwicklungen sich ergibt. Bei dem heillosen Kunterbunt tuen sich Jenny Jugo mit ihrem Partner Heinz Rühmann, dem Spaßvogel engro, Renate Müller und Adolf Wohlbrück und, nicht zu vergessen, Hilde Hildebrandt, der lockere Vogel, hervor, der nur satt wird an Intrigen. Was da an Allotria von diesen Kanonen zusammengebraut wird, ist herrlicher Unsinn, heilloses Kunterbunt, verquirlt mit spritzigen Mitteln der Filmkunst. Den heiteren Jux sich anzusehen, darf man dem, der sich einige Stunden köstlich unterhalten möchte, empfehlen. — Glück gehabt! Die glücklichen Gewinner der Weihnachtsspendenmarken-Verlosung haben sich inzwischen gemeldet, und es kann berichtet werden, daß alle Hauptgewinne in Famalien gefallen find, die diesen unerwarteten Zuschuß wohl gebrauchen konnten. Den ersten Gewinn(60.— Mk.) bekam ein Bergmann von der Elberfelder Straße, den zweiten(30.— Mk.) eine Familie in Durchholz. Haßlinghausen. — Wünsche, die 1937 erfüllt werden! Wie wir bereits ankündigten, sollen im neuen Jahre weitere Wegeausbauprojekte durchgeführt werden. So ist u. a. der Ausbau des Weges von der Wirtschaft Höhmann zur Heide vorgesehen, ferner sollen der Kirchhofsweg und der Weg SchevenKleinbeck ausgebaut werden. Das werden die ersten Arbeiten sein, die im Wege der Notstandsarbeiten durchgeführt werden. Vorbedingung ist in allen Fällen größtes Entgegenkommen seitens der Grundstücksanlieger in Bezug auf Abgabe der benötigten Geländestreifen. Nur unter dieser Voraussetzung ist der Ausbau der Wege möglich. — Zum Fall Schweinsberger, über den wir gestern wieder berichteten und mitteilen konnten, daß er zwei weitere Attentate eingestanden hat, ist noch folgende Feststellung zu machen: Bekanntlich hat Schw. seine Taten damit begründet, daß er alle Bessergestellten hasse, weil er mit seinen wirtschaftlichen und persönlichen Verhältnissen unzufrieden sei, auch hat er sich bei seiner Vernehmung über schlechte Behandlung beklagt. Es läßt allerdings wenig auf schlechte Behandlung seitens seines Arbeitgebers schließen, daß er nunmehr schon 10½ Jahren dort in Diensten steht. Als er 5 Jahre bei seinem letzten Arbeitgeber beschäftigt war, wechselte er die Stelle, fragte aber nach einigen Tagen schon wieder bei ihm an, ob er nicht wieder zurückkommen könne. Daraus geht eindeutig hervor, daß seine diesbezügliche Aussage völlig ungerechtfertigt ist und scheinbar lediglich dazu dienen sollte, für seine Schießereien einen Grund zu finden. Herzkamp. — Seinen 80. Geburtstag beging vorgestern der Rentner Wilhelm Kleine=Grese, früher im Kleinen Siepen hierselbst wohnhaft. Der Jubilar wohnt heute im benachbarten Dönberg, und zwar im„Lohbusch“. Unter den Gratulanten befand sich auch eine Abordnung der Gennebrecker KriegerKameradschaft, der der Jubilar als ältestes Mitglied angehört. Stüter. Auch ein Neujahrswunsch. Die Gemeindestraßen befinden sich hier z. Tl. in ganz außergewöhnlich schlechtem Zustande. Das ist vor allem von der Straße vom„Scharfen Eck" zur Sprockhöveler Grenze zu sagen. Vom Hause Küthgen bis zur Kreuzung ist die Straße bald nicht mehr befahrbar, so tief sind im Laufe der Zeit die Schlaglöcher geworden. Auf dem Straßenstück von Pergande abwärts liegen die Verhältnisse ähnlich. Man darf hoffen, daß diesem Zustand bald ein Ende bereitet wird. Ein Hinweis auf die schlechte Beschaffenheit des Weges durch ein Schild mit der Aufschrift„Schlechte Wegestrecke“ wäre übrigens angebracht. Wie wir hören, hat man schon vor einiger Zeit in Erwägung gezogen, die scharfe Wegekrümmung am Hause Arenhövel durch Umlegung der Straße an der nördlichen Seite des Hauses vorbei-zum Verschwinden zu bringen. Man muß sagen, daß eine solche Straßenkrümmung den heutigen verkehrlichen Bedürfnissen nicht mehr Rechnung trägt und es wäre zu wünschen, wenn auch dieser Wunsch bald Erfüllung fände. Hattingen. — Aus dem Geschäftsleben Hattingens. Mit Jahresbeginn wird die Firma Heinr. Hill AG. ihr bisher in Essen unterhaltenes Einkaufsbüro nach Hattingen verlegen.— Das Gerücht, daß auch die Ruhrstahl=Aktiengesellschaft eine Verlegung der Zentralverwaltung von Witten nach Hattingen beabsichtige, entspricht nicht den Tatsachen. — Konzertabend mit Egbert Grape. Die NSG „Kraft durch Freude“ bringt am Freitag, dem 8. Januar, abends 20 Uhr, im Evangelischen Gemeindehause einen großen Konzertabend mit Egbert Grape(Klavier), Jetti Topitz=Feiler (Koloratursopran), Günther Schulz=Fürstenberg (Cello). Ein Programm von hochkünstlerischem Wert steht damit bevor. Das umfangreiche Programm enthält u. a. Werke von Chopin, Schumann, Schubert, Bach, Beethoven, Mozart, Rossini, Alabieff, Strauß. Im ersten Teil des Programms nennen wir: Polonaise, Mazurka, Valse brillante F=Dur, Variationen über ein deutsches Lied, gespielt von Egbert Grape. Der Nußbaum, Waldesgespräch, Im Walde, Frühlingsnacht, Die Forelle, gesungen von Jetti Topitz=Feiler, am Flügel Egbert Grape, Arioso, Variationen über„Bei Männern, welche Liebe fühlen“ aus Zauberflöte, gespielt von Günther Schulz=Fürstenberg, begleitet von Egbert Grape. Die zweite Hälfte des Programms bietet: Jetti Topitz=Feiler: Königin der Nacht aus„Die Zauberflöte“, Arie der Rosina aus„Barbier von Sevilla", Die Nachtigall, begleitet v. Egbert Grape, Günther Schulz=Fürstenberg, Menuett, Gnomentanz und Scherzo, Schmetterlinge; Egbert Grape: Rosen aus dem Süden, Konzertbearbeitung für Klavier von Egbert Grape. Der Eintrittspreis ist trotz der hochkünstlerischen Veranstaltung niedrig gehalten. Karten sind bereits zu haben bei der DAF., Straße der SA 17, sowie bei den KöFBetriebswarten. Blankenstein. — Fettscheine werden ausgegeben. Die Reichsverbilligungsscheine für Speisefette und Margarinebezugsscheine(ohne Verbilligung) für die Monate Januar bis einschl. März 1937 für die minderbemittelte Bevölkerung des Amtsbezirks Blankenstein=Ruhr werden für Buchholz und Holthausen in nachstehender Reihenfolge ausgegeben: Gemeinde Buchholz: Donnerstag, den 7. Januar 1937, Buchstabe A—Z von 8—11 Uhr. Gemeinde Holthausen: Donnerstag, den 7. Januar 1987, Buchstabe A—Z von 15—17 Uhr. Die Ausgabe erfolgt für alle Gemeinden im Amtshaus 2, Zimmer Nr. 9. Vorzulegen sind in jedem Falle sämtliche Ausweise über das Einkommen, insbesondere auch der letzte Lohnnachweis. Die festgesetzten Ausgabetermine müssen genauestens eingehalten werden. Abweichungen und Ausnahmen können grundsätzlich nicht gemacht werden. — 25 Jahre beim Amte Blankenstein. Am 2. Januar des neuen Jahres kann der Obervollziehungsbeamte Parteigenosse Wolpert auf eine 25 jährige Tätigkeit beim Amte Blankenstein zurückblicken. Durchholz. — Wegeinstandsetzung der Große=Stoltenbergstraße im Ortsteil Durchholz und des Weges von Kogelheide bis Griethe in Westherbede wurde an einen hiesigen Unternehmer vergeben. Die Arbeiten wurden bereits aufgenommen. Die Wasserversorgung im Ortsteil Vormholz konnte durchgeführt werden. — Der MGV.„Pyllomele“ veranstaltete am Neujahrstage im Vereinslokal Heinrich Sonnenschein ein Winterfest, bestehend in Gesangvorträgen, instrumentalen Darbietungen und humoristischen Vorträgen. Das Konzert wies einen guten Besuch auf. Der veranstaltende Verein legte mit seinen gut vorgetragenen Chören und Liedern den Beweis ab, daß der Sängerchor durch seinen bewährten Dirigenten eine gute Schulung genießt. Die Instrumentalmusik wurde von der Heideschen Kapelle ausgeführt, während für den humoristischen Teil ein Vortragskünstler ver pflichtet worden war. Der Reinüberschuß aus dem Konzert wird der Winterhilfe zugeführt werden, womit die Veranstaltung u. a. auch einem wohltätigen Zweck gedient hat. Holthansen. — Großes Mißgeschick hatte der Berginvalide A. von hier. Er wollte beim Roden einen schweren Baum umlegen, dabei verfehlte der Baum die Fallrichtung und durchriß die Starkstromleitung. Als Folge hatte ganz Holthausen für längere Zeit keinen Strom. Herbede. Wechsel in der Sängervereinigung. In der Generalversammlung der Sängervereinigung wurde anstelle des bisherigen Vereinsführers der Sangesbruder Adolf Beckmann zum Vereinsführer gewählt. Der bisherige Dirigent, Steup, hatte die Tätigkeit niedergelegt. An seine Stelle wurde der Dirigent Karl Hollmann, Wengern, beauftragt. Bereits vor Jahren hat Hollmann die Sängervereinigung geleitet. Unter seiner Führung hat die Sängervereinigung manchen Wettstreitsieg mit heimbringen können. Die Gesangproben finden nunmehr wieder regelmäßig statt. Silschede. — Keine Schalterstunden. Die Sparkassen haben im allgemeinen wegen Abschlußarbeiten heute Schalterschluß, so z. B. auch die Sparkassen in Wengern und Volmarstein. Dagegen wird der Kundentermin heute von 5.30 bis 7.30 Uhr bei Trögler in Silschede aufrechterhalten. Grundschöttel. — Er wollte ein unterschlagenes Anto an den Mann bringen, kam aber an die verkehrte Adresse. Auf ein Inserat in einer Tageszeitung, in dem eine Opel=Limousine angeboten wurde, meldete sich K. von hier. Nachdem 14 Tage vergangen waren, fuhr der 24 jährige Adolf G. aus Bochum mit einem Opelwagen vor. Der Wagen war in Ordnung und man einigte sich auf einen Kaufpreis von 700 Mk. Als K. darüber einen Scheck ausstellen wollte, verlangte G. Bargeld. Nun wurde K. stutzig. Er verlangte von G., ihn mit nach Bochum zu nehmen, damit er feststellen könne, ob G. auch wirklich der rechtmäßige Eigentümer des Wagens sei. G. sagte zu, fuhr dann aber im nächsten Augenblick, als K. den Rücken gewandt hatte, allein fort— und rief bald darnach an, er habe den Wagen bereits verkauft. K. aber, dem die Sache verdächtig schien, ließ nicht locker, und nun wurde festgestellt, daß der schon mehrfach vorbestrafte G. garnicht Eigentümer des Wagens war. Er stand nun wegen versuchter Unterschlagung und versuchten Betruges vor Gericht. Das Urteil lautete auf 6 Monate Gefängnis. Volmarstein. — Gute Entwicklung der Sparkasse. Wie der augenblicklich aushängende Jahresabschluß zeigt, weist die Amtssparkasse Volmarstein, die in Wengern eine Zweigstelle unterhält, eine gute Entwicklung auf. Die Amtssparkasse wurde im Jahre 1873 gegründet. Sie hatte bis zum Jahre 1899 ihren Sitz in Wengern, wurde dann aber mit der gesamten Amtsverwaltung nach Volmarstein verlegt und bis über 1920 hinaus mit der Amiskasse(Steuerkasse) gemeinsam verwaltet. Unter diesen Verhältnissen konnte die Sparkasse nicht gut über den Rahmen einer kleinen ländlichen Sparkasse hinauswachsen. Sie verfügte Ende 1914 über ein Kapital von rund 1,5 Millionen Mark. Die in der Nachkriegszeit durchgeführte Loslösung der Sparkasse von der Amtskasse, die Schaffung einer Zweigstelle in Wengern nad einer Annahmestelle in Silschede sowie die Errichtung eines eigenen neuzeitlichen Sparkassengebäudes in Volmarstein und die Umstellung des Geschäftsbetriebes auf alle Zweige des gesteigerten Geldund Zahlungsverkehrs der heutigen Zeit, haben der Sparkasse dann auch die angestrebte bessere Entwicklung gebracht. Der nach der Inflation für alle Sparinstitute erforderlich gewordene vollständige Neuaufbau ist in Volmarstein überraschend schnell gelungen und auch die allgemeine Bankenkrise des Jahres 1931 wurde ohne besondere Schwierigkeiten überwunden. Dafür sprechen die folgenden bedeutendsten Zahlen der Bilanz: Der Abschluß von 1935 verzeichnete eine Bilanzsumme von Rm. 2955 680.— u. einen Jahresumsatz von Rm. 49 167 000.— Die Zahl der Geschäftsvorfälle betrug 83092 An Spareinlagen wurden auf 4250 Büchern Rm. 2 163135.— verwaltet oder im Durchschnitt Rm. 509.— für den einzelnen Sparer. Bei einer Einwohnerzahl von ca. 14 000 entfällt auf etwa 3 Personen 1 Sparbuch. Im Berichtsjahr vermehrten sich die gesamten Einlagen um Rm. 143778.— An Hypotheken, Darlehen und Krediten wurden bisher in insgesamt 563 Fällen Rm. 1 796 585.— Mk. ausgegeben, der Durchschnitt je Darlehen liegt bei rd. Rm. 3200.—. Der Besitz an Wertpapieren(Reichs=, Staats= u. Provinzialanleihen) beziffert sich auf Rm. 626 609.— Die flüssigen Mittel, wie Wertpapiere, Bankguthaben, Wechselund Barbestand, machte insgesamt die ansehnliche Summe von Rm. 868 607.— Rm. aus. Daraus spricht am deutlichsten die jederzeitige Zahlungsbereitschaft, die denn auch neben dem Spar= und Hypothekengeschäft den uneingeschränkten Geschäftsverkehr mit der heimischen Kleineisenindustrie und auen öffentlichen Anstalten und Einrichtungen ermöglichte. Aber auch die Kleinspartätigkeit wird nach Kräften gefördert. Die ausgegebenen Heimsparbüchsen erbrachten bisher ein Sparkapital von 34121.— Rm., die Schulsparkassen ein solches von 7086.— Rm. Die versichtige und sparsame Geschäftsführung erlaubte die Ansammlung einer recht beachtlichen Sicherheitsreserve von 204984.— Rm., die sich aber noch um den Reingewinn von 1935 und um sonstige Vermögenswerte beträchtlich erhöht. Diese erfreuliche Gesamtentwicklung hat sich in dem jetzt zu Ende gehenden Jahre 1936 weiter durchgesetzt. Wenn auch für 1936 noch keine abschließenden Ergebnisse vorliegen, so konnte doch bereits aus den 11 Monaten von Januar bis November ein Einlagenzuwachs von Rm. 262 702.— festgestellt werden. Schwelm. — Das Bettlerunwesen hatte vor den Festtagen arg zugenommen. Arbeitsscheue Menschen sind es zumeist, welche die gebefreudige Festtagsstimmung der Einwohner auszunutzen versuchten, um auf diese Weise in den Besitz von Schnapsgroschen zu kommen. Falsches Mitleid ist aber bei diesen Bettlern nicht angebracht und es ist das einzig Richtige, wenn man ihnen in Zukunft die Türe weist. Eine Person aus Schwelm wurde von der Polizei bei der Bettelei ertappt und zur Anzeige gebracht, — Ein tödlicher Verkehrsunfall ereignete sich mittags an der Straßenkreuzung Hattinger, Wörther= und Metzerstraße. Ein auswärtiger Motorradfahrer prallte an der Kreuzung gegen die linke Hinterseite eines Personenwagens, der die Straßenkreuzung schon fast überquert hatte. Der Motorradfahrer flog durch den Anprall gegen die seitlichen Scheiben des Kraftwagens und dann zurück auf das Straßenpflaster. Schwerverletzt und bewußtlos wurde er, nachdem erste ärztliche Hilfe geleistet war, ins Krankenhaus gebracht, wo er kurz darauf verschied. Den Führer des Kraftwagens soll keine Schuld treffen. Hagen. — Bahnhöfe werden umgebaut. Man kann die erfreuliche Tatsache feststellen, daß in letzter Zeit die Reichsbahn zahlreiche Bahnhöfe in Hagens Umgebung umbaute oder noch umzubauen beabsichtigt. Seit kurzem ist der Altenvoerder Bahnhof nunmehr, einem dringenden Bedürfnis entsprechend, ausgebaut. Der Hohenlimburger Bahnhofsumbau dürfte Mitte Januar beendet sein, u. zwar hat das ganze Gebäude eine gründliche Verbesserung erfahren. Auch ein schöner und großer Bahnhofsvorplatz wurde geschaffen. Sport=Vorschau Bezirksklasse Kämpfe im Zeichen des Abstiegs Wichtige Begegnungen in der Bochumer Bezirksklasse. Von Sonntag zu Sonntag nähern sich nunmehr die Fußballmeisterschaftsspiele dem entscheidenden Stadium immer mehr u. immer brennender, immer spannender werden die Kämpfe. Für einen Teil der Mannschaften beginnt schon bald mit dem letzten Drittel der Spiele der Endspurt. Am kommenden Sonntag entbrennt zum ersten Male auf der ganzen Linie der Kampf um den Abstieg. Selbstverständlich wird auch an der Spitze mit letzten Kräften weiter gefochten, aber es ist nicht zu übersehen, daß dieses Mal die Mannschaften im Vordergrund stehen, die vom Abstieg bedroht sind: Dahlhausen, Werne und Gevelsberg. Alle drei Mannschaften stehen vor schweren Aufgaben und doch wird ihnen die Sorge vor dem Abstieg auch dieses Mal größere Kräfte verleihen, so daß natürlich mit Ueberraschungen zu rechnen sein wird. Gevelsberg 33 hat in Börnig den schwersten Gegner. Nach den letzten Spielen zu urteilen, hat die Kampfkraft der früher so starken Gevelsberger ganz erheblich nachgelassen. Dazu fehlt es in der Elf an der nötigen Geschlossenheit. Diese Tatsache ist nicht zu verheimlichen, denn wenn man den Grund der Spielschwäche kennt, kann man sie auch wieder heben. Im Interesse der Erhaltung der Gesamtspielstärke des Ennepetales kann man nur dringend hoffen und wünschen, daß der Sportring seine derzeitige krisenhafte Schwäche recht bald überwindet und sich zusammenreißt. Gegen Börnig wird zwar ein Erfolg gerade so schwer sein, wie gegen Schwelm und Linden. Vielnicht gewonnen. Gelingt es dem erstklassigen Gevelsberger Mittelläufer, seinen Gegenspieler kalt zu stellen und ist die Gevelsberger Hintermannschaft wieder komplett, muß zum mindesten ein Teilerfolg möglich sein.— Auch der zweite Abstiegskandidat, der STV. Werne, spielt zu Hause. Seine Aufgabe ist nicht unlösbar. Denn Westfalia Bochum ist ebenfalls über die Zeit bester Form schon wieder hinweg. Das Treffen ist offen.— Den dritten im Bunde empfängt Witten 92. Wir glauben, daß hier das Schicksal des SC. Dahlhausen entschieden wird.— Eine sehr wichtige Begegnung steigt in Linden, wo Wattenscheid 09=30 erscheint und beweisen will, daß der große Erfolg gegen den Spitzenführer Schwelm am letzten Sonntag kein Zufallserfolg war. Die Lindener haben den Vorteil des eigenen Platzes. Das macht sehr viel aus. Außerdem glauben wir nicht, daß die Verteidigung der Wattenscheider dem Lindener Sturm gewachsen ist. Aus diesem Grunde rechnen wir mit einem klaren Sieg der Platzherren. Eine Niederlage der Lindener würde diese weit zurückwerfen. Auf der anderen Seite würde dann Wattenscheid wieder groß in den Vordergrund treten.— Sehr wichtig ist auch das Treffen zwischen dem Schwelmer FC 06 und Preußen Bochum. Hier geht es um die Frage: Behält der Fußball=Club 06 Anschluß? Schwelm kann sich im Falle eines einwandfreien Sieges vielleicht noch einmal einschalten. Diese Hoffnungen bestehen aber nur im Falle eines klaren Sieges. Der Verlierer dieses Treffens fällt erbarmungslos in das große Mittelfeld zurück, in das Feld der Mittelmäßigkeit.— Ohne Einfluß für die Spitze und das Ende ist die Begegnung zwischen Ehrenfeld u. Altenvoerde. Tura ist wieder besser in Form und wird in Ehrenfeld kein schlechtes Ergebnis herausholen. Erste Vorrunde der Tschammer=Pokalspiele. Nicht immer ganz glückliche Paarungen.— Warum kein Los? Am gleichen Sonntag, da in Berlin das große Endspiel der Pokalspiele aus dem Jahre 1936 steigt, fängt bei den untersten Klassen die Runde 1937 an. Auf ein Neues! Das ist der große Reiz der Tschammer=Spiele: Von unten an ist jeder deutsche Verein bei diesem großen, den deutschen Fußvallsport ungemein belevenden Ereignis dabei. Das ist das volkstümliche an diesem gewaltigen Pokalwettbewerb. Jeder hat— zum mindesten theoretisch— die Chance, eine große Rolle in diesem Wettbewerb zu spielen. Öhne Zweifel würde es daher auch den Reiz dieser Spiele noch bedeutend erhöhen, wenn man die Paarungen nicht feststellen, sondern auch tatsächlich dem Zufall überlassen würde, das heißt, wenn man die Mannschaften gegeneinander auslosen, statt sie nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten paaren würde. Gewiß sind auch bei dem jetzigen Modus zahlreiche interessante Begegnungen dabei, aber in Wirklichkeit ist in der Mehrzahl der Spiele, abgesehen von dem vielfach vertretenen Lokalreiz, der Sieger feststehend. Im Kreise Mark finden zwischen erster und zweiter Kreisklasse insgesamt 22 Spiele statt. Nur in einem Fall ist die erste Kreisklasse unter sich: Wetter 10- SV. Herbede. Die Begegnung ist offen, doch glauben wir, daß die Chance der Gäste etwas größer ist.— Die übrigen Treffen sind folgende: Germania Boelerheide— Boele 19 Tura Kabel— Altenhagen Germania Eilpe— VfB. Hagen 31 Relchort Hagen— Eppenhausen 70 sbahn Hagen— Hagen 10 orten— Kückelhausen Vogelsang— Westfalia Haßlinghausen Tus Milspe— Büttenberg Haßlinghausen 07— Linderhausen Schwelm 95— Rot=Weiß Schwelm Volmarstein— Silschede— Bredenscheid— Henrichshütte—— Sprockhövel— Hammerthal Welper— Niederwenigern Durchholz— Bommern 05 Herdecke 68— Voßkuhle 30 nnen 19— Ruhrtal Witten Ballfreunde Ardey— Witten 07 Heven— Germania Stockum Breckerfeld— Wengern Niederbonsfeld— SV. Altendorf Natürlich sind in fast allen Fällen die klassenhöheren Vereine Favoriten, wenn sie den Kampf, wie man es erwarten kann und muß, ernst nehmen. Daß Ueberraschungen nicht ausbleiben werden, ist bestimmt; das erhöht den Reiz der Sache erheblich. Handball Wer wird Handballmeister? Sportring Gevelsberg ist auf dem Vormarsch. Die Handballspiele nähern sich schon der Entscheidung. Schon Mitte bis Ende Januar wird Schluß sein. Ob es daher richtig ist, die Mannschaften Sonntag für Sonntag spielen zu lassen, ist mehr als zweifelhaft. Immerhin sind allerdings auch noch einige Spiele nachzuholen. Am günstigsten steht der Sportring Gevelsberg 33. Auch am Sonntag wird Milspe 74 dem Siegeslauf der Gevelsberger keinen Einhalt tuen. — Der Schwelmer FC. 06 hat Gelegenheit, seinen in letzter Zeit etwas stark ramponierten Ruf wieder in Ordnung zu bringen. Allerdings muß gegen Reichsbahn Hagen in kämpferischer Hinsicht doch etwas mehr geboten werden, als in den letzten Spielen. Das spielerische Können ist sicherlich beim Klub das alte geblieben.— Tus Eilpe wird den VfL. Hagen nicht schonen. Denn noch kann Tus eingreifen, wenn Gevelsberg einmal unerwartet zurückfallen würde. Für VfL. Hagen ist die Lage sehr bedenklich.— Eintracht Hagen sollte Postsport Hagen nach Kampf schlagen. Die 1. Handballkreisklasse. Gruppe 1: Tgmde. Schwelm— Eintr.=Jahn Gevelsberg Hasperbach— Haspetal Tgmde. Gevelsberg— Tus Milspe Gruppe 4: Hattingen 04— TV. Bommern Jahn Annen— Röhrchen Ruhrtal— Tura Hattingen Bommern 08— Rüdinghausen 2. Kreisklasse. Gruppe 1: Silschede— Haspe 60 Altenhagen 93— Dahl Altenvoerde— Jahn Westerbauer Oberhagen— Vogelsang Gruppe 2: Eintracht Witten— TV. Witten Witten 07— Sprockhövel Herbede— Wengern Gegen Finnland und Ungarn im Gerätturnen. Zu den bedeutendsten turnerischen Veranstaltungen des kommenden Jahres gehören zwei Länderkämpfe gegen Finnland und Ungarn, in denen die deutschen Turner ihre großen Erfolge bei den Olympischen Spielen zu verteidigen haben. Der Länderkampf zwischen Deutschland und Finnland ist bereits in allen Einzelheiten festgelegt. Schauplatz dieser zweiten Begegnung ist die Hanseatenhalle in Hamburg, wo am Karfreitag, 26. März, gekämpft wird. Jedes Land wird acht Turner stellen. Das erste Zusammentreffen im Länderkampf fand im November 1935 in Helsingfors statt, wo Deutschland knapp unterlag. Für die Österfesttage ist weiterhin geplant, mit vier deutschen und vier finnischen Spitzenkönnern ein Schönheitsturnen am 28. März in Köln und in Frankfurt a. M. zu veranstalten. Der Länderkampf zwischen Ungarn u. Deutschland konnte zeitlich noch nicht untergebracht werden. Mit Rücksicht auf andere Großveranstaltungen konnte das Fachamt Turnen nicht zustimmen, den Kampf im Februar in Budapest auszutragen. Nun wird es wahrscheinlich zur Austragung des Kampfes im Herbst kommen. Meisterschaften der Turnerinnen vorverlegt. Die vom Reichsfachamt Turnen nach Jena vergebenen Reichsmeisterschaften der Turnerinnen mußten vorverlegt werden, da sich der Durchführung am 26. April Schwierigkeiten in den Weg stellten. Die Kämpfe werden 60 der besten deutschen Turnerinnen um den Meistertitel bestreiten. Die Meisterschaftstreffen finden nunmehr 14 Tage früher, und zwar am 11. April, in Jena statt. Weltrekord von Rie Mastenbroek. Im Verlauf einer Wohltätigkeitsveranstaltung der Rotterdamer Schwimmer schwamm Rie Mastenbroek die 400 Meter Rückenstrecke in der neuen Weltrekordzeit von 5:48,8 Minuten. Die bisherige Weltbestleistung lautete gleichfalls auf den Namen der Holländerin und wurde mit 5:59,8 Minuten am 12. Januar 1936 aufgestellt. Sie hat damit ihren Rekord um 11 Sekunden verbessert Athletisches Theater. Jesse Owens lief gegen ein Pferd. Nachdem der vierfache Olympiasieger Jesse Owens Berufsläufer geworden ist, bleibt ihm nichts anderes übrig, als sich auf einen richtigen Rummel zu werfen. Owens weilt zurzeit in Havanna. Hier bot er sensationsgierigen Zuschauern ein besonderes Schauspiel. Der Neger hatte sich zum Gegner ein Rennpferd bestellt, das allerdings Owens vierzig Meter Vorgabe geben mußte. Owens gewann. Sein Start über die 100 Meter war weit schneller als der des Pferdes, das im Finish mächtig aufkam, aber nur gut 20 Meter gutmachen konnte. Amnestie im Radsport. Stadtrat Otto Holzhüter hat aus Anlaß seiner Berufung zum Führer des Deutschen RadsportVerbandes allen Amateuren und Berufsfahrern, die wegen Verstoßes gegen die sportlichen Regeln und die Wettfahrtbestimmungen bestraft wurden, mit Wirkung vom 1. Februar 1937 die Strafen auf dem Gnadenwege erlassen. Von besonderer Bedeutung ist diese Amnestie für die Frankfurter Radballspieler Schreiber und verschiedene seiner Vereinskameraden, sowie den Kölner Dauerfahrer Krewer, die damit ab 1. Februar wieder startberechtigt sind. Achtung, Vereine des Restkreises Hattingen! Die in der Verfügung des Reichssportführers für die Einführung der Eintrittskarten mit anhängendem Sportgroschen vorgesehene Uebergangszeit läuft am 31. Dezember 1936 ab. Es wird nochmals darauf aufmerksam gemacht, daß vom 1. Januar 1937 ab die Neuordnung ausnahmslos durchgeführt werden muß. Am 10. und 17. Januar wird bei einzelnen Vereinen der Ortsgruppen Hattingen und Altendorf eine Kontrolle stattfinden, ob die Neuordnung durchgeführt ist. Japan droht der FIS. mit neuem Ski=Weltverband. Wie stark Japan mit einer Uebertragung auch der Durchführung der Winterspiele 1940 rechnet, geht aus folgendem hervor: der Japanische Skiverband hat an die FIS ein offizielles Schreiben gerichtet, in der diese aufgefordert wird, die Streitigkeiten mit dem Internationalen Olympischen Komitee bis nach 1940 zu vertagen. Sollte die FIS auf diesen Vorschlag nicht eingehen, so würde Japan einen neuen Ski=Weltverband auf der Grundlage des olympischen Amateurgedankens gründen. Japan wird diesen seinen Standpunkt auf dem nächsten FIS=Kongreß vertreten. Auswahlturnen in Westfalen. Zur Ermittlung seiner Vertretung in dem Gerätkampf gegen Bayern am 31. Januar in Limburg hat der Gau Westfalen für den 10. Januar ein Ausscheidungsturnen nach Dortmund anberaumt. Zu diesem Wettbewerb in der Eintrachthalle wurden 24 Turner eingeladen. In den Vormittagsstunden werden die sechs Kürübungen für den Kampf in Limburg geturnt, und am Nachmittag werden die Pflichtübungen für die Deutschen Meisterschaften geübt, die in Stuttgart zum Austrag kommen. Die westdeutschen Teilnehmer werden in einem Ausscheidungsturnen der Gruppe West am 10. März ermittelt, zu dem Westfalen, Nieder= und Mittelrhein, sowie Hessen je 10 Turner entsenden können. Sonja=Film uraufgeführt Sonja Henie, die mehrfache norwegische Weltmeisterin und Olympiasiegerin im Eiskunstlauf, ist nach ihrem Uebertritt zum Berufssport in Amerika Großverdienerin geworden. Für ihren ersten Film„The girl in a Million“ der jetzt nach Europa kommt, hat Sonja 150 000 Dollar erhalten. Ein einziger Vortrag im Rundfunk wurde ihr mit 1000 Dollar bezahlt. Die einstige Weltmeisterin wird in einem neuen Film ihren„Sterbenden Schwan“ tanzen. Auf dem Eis natürlich, und wie die Dinge für eine Eisläuferin nun einmal liegen, so steckt Sonjas Kapital in ihren Beinen. Den Beinen darf nichts zustoßen, oder aber sie müssen doch hinreichend„taxiert" sein. Diesen Weg ist die einstige Olympia=Siegerin denn auch gegangen. Sonja Henie hat ihre Beine mit einem Prämienbetrag von 20000 Dollar versichern lassen! In Amerika zieht das allemal! Mit dieser Versicherung hat sie vielleicht über alle Weltmeisterschaften hinaus einen neuen Rekord aufgestellt. Kein Wunder, wo die Beine doch so viele Dollar bringen sollen! * In Hollywood fand mit dem bei diesen Anlässen üblichen Gepräge— Paradeauffahrt der Filmsterne usw.— die Uraufführung des ersten Sonja-Films„The Girl in a Million" statt. Der Film behandelt die Geschichte eines Mädels, dessen Vater Olympiasieger war, und das selbst die Gøldmedaille erringt— nach einer kleinen Abwandlung also die Geschichte Sonjas selbst. Der Erfolg soll stark gewesen sein, und Sonja soll einen großartigen Vertrag erhalten haben. Die Presse sagt der kleinen Norwegerin auch als Filmschauspielerin eine große Zukunft voraus. Mitteilungen aus der NSSAP. NS=Frauenschaft Niedersprockhövel: Montag, den 4. Jan. 1937: Probe der Singschar. Nüchenzettel Zusammengestellt vom Deutschen Frauenwerk, Abteilung Volkswirtschaft— Hauswirtschaft für die Woche vom 4. bis 10. Januar 1997. Montag: Reste vom Sonntag; Diensrag: Pichelsteiner Fisch; Mittwoch: Rindfleischbrühe, Weißbrotpudding; Donnerstag: Gekochtes Rindfleisch mit Meerrettichtunke; Freitag: Fischkotelette mit Sauerkrautsalat, Kartoffeln: Samstag: Graupen mit Pflaumen; Sonntag: Wirsing mit Kartoffeln als Eintopf. Durchführung der Realsteuergesetze Der Reichsfinanzminister hat eine erste Ausführungsanweisung zu den neuen Realsteuergesetzen erlassen. Die Festsetzung der Hebesätze für die Gewerbesteuer muß danach im Rahmen der Haushaltssatzung erfolgen. Eine Erhöhung im Laufe des Rechnungsjahres bedarf der Genehmigung der Aufsichtsbehörde. Die Hebesätze für die Gewerbesteuer nach dem Gewerbeertrag und dem Gewerbekapital bedürfen bis zum Erlaß endgültiger Bestimmungen der Genehmigung der oberen Aufsichtsbehörde, soweit diese Sätze 200 Prozent oder, wenn auch die Lohnsummensteuer erhoben wird, 160 Prozent übersteigen. Der Hebesatz für die Lohnsummensteuer bedarf der Genehmigung, wenn er den Satz von 400 Prozent überschreitet. Das Gesetz will verhindern, daß das Gewerbe innerhalb der Gemeinde in seiner Gesamtheit für die Uebergangsjahre 1937 und 1938 höher als bisher belastet wird. Der Gemeinde soll, wie der Erlaß betont, andererseits aber nicht das Steuermehraufkommen vorenthalten werden, das sie bei Aufrechterhaltung des bisherigen Rechtszustandes infolge der wirtschaftlichen Entwicklung erhalten haben würde. Im übrigen kann eine Erhöhung des Gewerbesteueraufkommens über die festgelegten Grenzen hinaus ausnahmsweise nur den Gemeinden gestattet werden, deren Haushalt trotz Heranziehung aller sonstigen Einnahmequellen auf andere Weise nicht ausgeglichen werden kann. Ueber die Anhörung der Berufsvertretungen vor Festsetzung der Hebesätze für die Gewerbestener werden besondere Weisungen angekündigt. Gleichzeitig werden Richtlinien für die Erhehung der Gewerbesteuer nach der Lohnsumme erlassen. Gemeinden, die für das Rechnungsjahr 1936 die Gewerbesteuer nach der Lohnsumme erhoben haben, können auch die Lohnsummensteuer nach dem Gewerbesteuergesetz erheben. Der Hebesatz für die Lohnsummensteuer ist höchstens so zu bemessen, daß kein höheres Einkommen zu erwarten ist, als nach bisherigem Recht erzielt worden wäre. Mit Rücksicht auf die Verbreiterung der Besteuerungsgrundlage durch die Erhebung der Gewerbesteuer nach Gewerbeertrag und Gewerbekapital wird der Hebesatz für die Lohnsummensteuer unabhängig von der erforderlichen Umrechnung zu senken sein. Das gilt besonders für solche Gemeinden, in denen die bisherige Lohnsummensteuer im Verhältnis zur Ertragssteuer sehr stark angespannt worden ist. Es muß dabei vermieden werden, daß aus der zusätzlichen Heranziehung des Gewerbekapitals in Verbindung mit der Lohnsummensteuer eine Ueberlastung einzelner Betriebe einsetzt. Kattowitz. — Deutsche Frauenorganisation in Ostoberschlesien verboten. Der Landrat in Tarnowitz hat der Ortsgruppe Badzionkau des Katholischen Deutschen Frauenbundes jede weitere Tätigkeit untersagt. Das Verbot, gegen das Einspruch erhoben worden ist, wird damit begründet, daß die Ortsgruppe sich bei ihrer Arbeit nicht an die Satzungen gehalten und so gegen das Vereinsgesetz verstoßen habe. Bekanntlich sind von den unteren polnischen Behörden in Östoberschlesien unter ähnlichen Vorwänden bereits zahlreiche deutsche Jugendorganisationen verboten und aufgelöst worden. 780 Verkehrsopfer in USA. Newyork. Die Zahl der Verkehrsunfälle, die sich in den Weihnachtstagen in Amerika ereignet haben und schon am Montag eine ungewöhnlich große Zahl aufwiesen, hat sich nach den letzten Meldungen noch beträchtlich gesteigert. Demnach hat der Feiertagsverkehr 780 Todesopfer gefordert. Allein 600 Personen kamen bei Autounfällen ums Leben, so daß die bisher höchste Unfallzahl des Nationalfeiertages am 4. Juli bedeutend überholt ist. Opfent fiisWIW N3.Jaudarias7 : Die Provinz Westfalen ist fast frei von Tierseuchen. Den im Reichsgesundheitsamt zusammengestellten Berichten der beamteten Tierärzte über den Stand der Tierseuchen im Deutschen Reich am 15. Dezember 1936 ist zu entnehmen, daß die Provinz Westfalen, wie auch das gesamte Deutsche Reich, frei ist von Rinderpest, Lungenseuche des Rindviehs, Pockenseuche der Schafe und Beschälseuche der Pferde. Ferner ist Westfalen frei von Maul= und Klauenseuche, Rotz, Schweinepest und Tollwut. Im Regierungsbezirk Münster ist im Kreise Borken der Milzbrand in je einem Gehöft zweier Gemeinden festgestellt worden. Der Regierungsbezirk Minden ist nach wie vor verschont von allen Tierseuchen. Im Regierungsbezirk Arnsberg ist in der Stadt Bochum die Geflügelcholera in einem Gehöft neu aufgetreten. Aus der Eifel. — Wieder Hand= und Gespanndienste in den Eifelgemeinden. Zahlreiche Eifelgemeinden haben in der letzten Zeit die althergebrachten, in den ersten Nachkriegsjahren jedoch abgeschafften Handund Gespanndienste wieder eingeführt. Es handelt sich hierbei um eine Arbeitsleistung für die Gemeinde, die jedem einzelnen Gemeindebürger nach Maßgabe seines Grundvermögens und seines Einkommens auferlegt wird. Diese Art der Tragung eines Teils der Lasten der Gemeindeverwaltung ist in doppelter Hinsicht von Bedeutung. Einmal wird den Gemeindeeingesessenen die Aufbringung ihres Anteils an den Gemeindelasten erheblich erleichtert und andererseits können die laufenden Unterhaltungsarbeiten an den Gemeindewegen und anderen gemeindeeigenen Anlagen gründlich durchgeführt werden, ohne daß die Gemeinde als Trägerin dieser Arbeiten hierfür geldliche Aufwendungen aufzubringen braucht. Bei dem ausgesprochenen kleinlandwirtschaftlichen Charakter des Eifelgebietes bedeutet die Einführung von Hand= und Gespanndiensten in den Gemeinden eine beachtliche steuerliche Entlastung der landwirtschaftlichen Betriebsinhaber, denn die zusätzliche Arbeit, die hiermit verbunden ist, kann von jedem einzelnen ohne Schwierigkeiten erfüllt werden, während die gleiche Leistung in Geld eine fühlbare Belastung darstellen würde. lu Neujahrswüinschen K. 9 WHW Briefmarken Die baemherzige Lüge Roman von Erich Lennard Copyright by Horn=Derlag, Berlin W3 Almuth hatte keine Zeit mehr, nachzudenken. Der Zug fuhr langsamer. Ein Pfiff. Eine Holzbrücke, fern in der letzten Abendsonne ein Dorf. Nur ein hoher Turm. Zmischen grünen Bäumen hervorragend. Das mußte Gut Veltheim sein. Wie oft hatte Elisa ihr dies Bild gezeigt, diesen Turm zwischen Silberpappeln. Nun sänftigte der Zug seine Fahrt. Almuth lehnte sich hinaus. Der Bahnsteig lag hell im Licht. Ein paar Landleute. Ein gelber Postkarren. Ein Postboote mit einer großen Mappe. Und jetzt, hoch aufgerichtet, die Hand spähend über die Augen gelegt, eine große gereckte Gestalt mit braungebranntem Gesicht, graues Haar unter der Mütze. Das Herz schlug Almuth bis zum Halse. Dort stand der Vater von Thomas Ebbeke. Und dann wußte sie nichts mehr, als daß sie ausgestiegen war, etwas schwankend. Daß ihr ein Koffer von irgendwelchen Händen genommen wurde, daß sie an der Brust eines großgewachsenen alten Herrn lag. „Willkommen in der Heimat, mein Kind", sagte Hermann Ebbeke. Er räusperte sich, die Stimme gehorchte ihm nicht. Jetzt ergriff ihn doch auch der Jammer, daß sie allein kam, die Frau des Jungen. Allein ohne Thomas. „Nun komm, Kind, Mutter wartet schon“, er faßte sie unter den Arm und ging mit ihr den Bahnsteig entlang. Almuth sprach nicht. Sie war so verwirrt und in Angst, daß ihr einfach kein Wort über die Lippen kam. Der alte Herr fühlte das Zittern in Almuths Arm. „Na, nur Mut, Kind! Nur Mut! Unser Herrgott hat's nun einmal so gewollt. Gott sei Dank, daß wir wenigstens dich haben, Elisa.“ Almuth mußte sich zusammennehmen, um nicht kehrt zu machen und fortzustürzen. Ganz gleich wohin, nur fort, wo sie nicht Elisa zu sein brauchte und das ganze Lügengewebe um sich aufrecht zu erhalten. Sie tat es ja, weil die Tote es gewollt. Jetzt aber begriff sie ganz, was sie getan hatte. Oder vielleicht begriff sie es noch nicht ganz. Denn es fing ja alles erst an. Was noch werden würde? Sie schauerte zusammen. Der alte Herr schaute von der Seite besorgt in das helle junge Gesicht: „War wohl alles ein bißchen viel für dich, Elisa? Die Reise nach deiner schweren Krankheit. Sollst mal sehen, wie wir dich rausfüttern werden. Das versteht Mutter aus dem Effeff. Kranke Hühnchen herausfüttern ist ihre Spezialität!" Sie waren durch die Sperre hindurch. Der Beamte und der Stationsvorsteher sahen ihr neugierig nach. Ein paar Landleute grüßten. Es hatte sich wohl überall schon herumgesprochen, daß die junge Frau von Thomas Ebbeke heute auf Gut Veltheim erwartet wurde. „Nun komm, Elisa", Hermann Ebbeke führte das junge Geschöpf rit erlich die kleine Steintreppe hinab.„Das ist unserer“, deutete er auf den Jagdwagen, auf dessen Bock Fritz starr und steif wie eine Bildsäule saß. „Schöne Pferde", sagte sie,„zweijährig oder dreijährig höchstens." „Zweieinhalb auf den Kopf genau.— Die Pferde hat Thomas nicht mehr gekannt, die sind erst angeschafft, nachdem er rüberging. Steig ein, Kind, ich will mich nur um die Koffer kümmern." * Das Gutshaus war ein langgestreckter Bau in Hufeisenform, einstöckig, an der Vorderfassade hoch bewachsen mit Wein. Hinten aber rankten sich alte Rosen wie ein dichtes Geflecht von Weiß und Rot über die alten Mauern. Bis in das Zimmer von Almuth kamen sie herein, die wei ßen und roten Rosenbüschel, erfüllten den gan zen Raum mit ihrem zarten Duft. Almuth saß am Fenster und schaute hinaus. Es war Abend. Der Tag lag hinter ihr. Dieser Tag mit seinen schwerwiegenden Ereignissen. Als Thomas Ebbekes Mutter ihr entgegenge kommen war, da wußte Almuth, sie mußte die Lüge aufrechterhalten um der Barmherzigkeit willen. Diese blasse, vergrämte Frau mit den bläulichen Lippen— das hilflose Streicheln der lieben Hand— das ließ Almuth ihre Aufgabe erkennen. Der Vater hätte ihr nicht erst zu sagen brauchen, daß Bettina Ebbeke sich nur aufrecht erhalten hatte nach der Todesnachricht des Sohnes, weil da seine Frau war, weil man die Frau nicht allein lassen wollte. Angesichts der Mutter von Thomas Ebbeke begriff Almuth, warum Elisa dies alles von ihr verlangt hatte. Diese Frau wäre zu Tode getroffen worden, wäre nichts mehr von Thomas geblieben. Jetzt wußte Almuth Ebeling: alle Angst, alle Scham über die Lüge— alles, was sie selbst betraf, mußte ausgelöscht sein, wie sie selbst, Almuth Ebeling, ausgelöscht war. Wenigstens solange, bis diese Frau mit dem gütigen Munde und den leidvollen Augen sich in den Tod des Sohnes gefunden. Nun ging alles eigentümlich leicht. Sie zuckte nicht mehr zusammen, wenn die Eltern sie Elisa nannten. Sie saß wie selbstverständlich am Abendbrottisch zwischen den beiden alten Leuten. Die schönen alten Tassen aus Familienbesitz glänzten sanft in bunt und gold hinter dem Glas der Kredenz. Die alten Familienbilder im goldenen Rahmen schauten still herab. Das Fenster war geöffnet. Süßer Duft ergoß sich vom Garten herein. Eine Schale von Frührosen blühte auf dem Tisch. Ab und zu flatterte ein Nachtschmetterling herein, stieß leise gegen die Lampe und taumelte wieder hinaus. Sommerabend! Almuth fühlte sich in einer wunderlichen Weise ganz daheim. Sie nickte, als wüßte sie dies alles schon lange, wenn Frau Bettina tausend kleine Züge von Thomas erzählte: wie er als Knabe gewesen, und wie es war, als er das letzte Mal bei ihnen geweilt. Ab und zu warf Almuth eine Erinnerung dazwischen. Oh, Elisa hatte in den Wochen der Krankheit ja Zeit gehabt, ihr von dem Vergangenen zu erzählen. Außerdem hatte ja auch Elisa all diese Dinge nur vom Hörensagen gekannt. Denn sie selbst war seit ihrer Begegnung mit Thomas Ebbeke niemals in Deutschland gewesen. Alles fügte sich viel leichter, als sie es in ihrer sinnlosen Angst vorher geglaubt. Alle Scham wurde still, wenn die alte Frau zwischen dem Erzählen immer wieder leise ihre Hand nahm und sagte: „Weißt du, Kind, erst habe ich mich ja gefürchtet, daß du allein zurückkommst. Du mußt das verstehen. Aber nun danke ich oem Herrgott. So, ganz so, haben wir uns dich vorgestellt, als Thomas uns schrieb, er hätte sich in eine junge deutsche Erzieherin drüben verliebt, und sie wollte als seine Frau mit in den Urwald. Und nun sind wir wenigstens nicht mehr allein, wir beiden Alten. Nun haben wir wenigstens wieder ein Kind.“ „Also auf dich, mein Kind", hatte Hermann Ebbeke herzlich gesagt und das Glas mit dem Wein erhoben. Und nun saß Almuth hier und überdachte diesen Tag. Er war der Anfang eines neuen Lebens. Sie wollte dieses Leben gehen neben Thomas Ebbekes Mutter, solange es für die alte Frau gut war. Wie rührend sie war in ihrer Fürsorge, in ihrer Liebe. Eine Ahnung überkam Almuth, daß sie hier mindestens soviel empfing, wie sie gab. Mutterliebe hatte sie niemals kennengelernt. Unwillkürlich faltete sie die Hände: „Rechne es mir nicht an", dachte sie,„daß ich nicht die Wahrheit sage. Was ist Wahrheit? Was ist Lüge? Ich versuche nur, es zum Besten zu führen." 4 „Einen Augenblick, bitte, Herr von Löhr“, der Bankbeamte hinter dem Tisch sagte es zögernd. Er warf einen unmerklichen Blick über den Herrn, der vor ihm stand, einen großen, schlanken Menschen, sehr elegant im hellgrauen Sommeranzug, den weichen Hut über dem mageren Gesicht mit der vorspringenden Hakennase und dem Einglas in das scharfe, braune Auge geklemmt. „Aber bitte, etwas schnell“, sagte der mit einer leise schnarrenden Stimme,„ich hab's eilig, will hinaus zum Rennen“ Der Bankbeamte zuckte die Achseln. „So schnell wie möglich, Herr von Löhr.“ Er perschwand mit einem Scheckformular in einem Glasverschlag im Hintergrunde des Bankraumes. Fedor von Löhr ging mit seinem nachlässigen Gang durch den Raum, setzte sich auf einen der Hocker. Er zog die Rennzeitung hervor. Wie würde es heute in Karlshorst sein? Er hatte hoch auf Niobe gesetzt. Er mußte gewinnen. Es blieb einfach nichts anderes übrig, er mußte. Denn das Bankkonto? Warum hatte der Mann eigentlich so gezögert? Wollte man ihm wirklich keinen Kredit mehr geben? Lächerlich. Er als Neffe von Hermann Ebbeke, er würde doch noch für ein paar Tausender gut sein. Wenn auch der Alte auf Veltheim nichts mehr pumpte, das Gut war ihm ja sicher. Kein Erbe, seitdem Thomas drüben in Afrika gestorben. „Herr von Löhr, darf ich bitten?" Der Beamte war zurückgekommen. Löhr erhob sich. „Na, was ist denn", sagte er erstaunt, als der junge Bankbeamte stillschweigend die kleine Schranke öffnete, die den Kassenraum von den Ausgangsschaltern trennte. „Der Herr Vorsteher möchte Sie, bitte, sprechen, Herr von Löhr." Löhr unterdrückte ein heftiges Wort. Da hatte man die Pastete! Sicher wollte man ihm nichts mehr geben. Er griff lässig an den Hut. Der alte Herr, Vorsteher der Depositenkasse, verheugte sich leicht: „Wollen Sie, bitte, Platz nehmen." „Können wir ja auch im Stehen erledigen." „Ja, Herr von Löhr, wir können Ihnen keinen Kredit mehr geben, Ihr Konto ist bereits ziem lich hoch überzogen." „Lächerlich", Fedor von Löhr brauste auf,„hoch überzogen? Wieviel denn?" „Zweitausend Mark, Herr von Löhr." „Und das nennen Sie viel? Für einen Nef fen von Hermann Ebbeke? Ich denke, der wird Ihnen noch mehr wert sein als zweitausend Mark." Das Gesicht des alten Herrn wurde undurchdringlich. „Wir haben den Vorzug, Herrn Ebbeke seit dreißig Jahren zu unseren geschätzten Kunden zu zählen Herr von Löhr.“ „Na, sehen Sie wohl!" Der Vorsteher zuckte die Achseln: „Es ist aber nicht die Gepflogenheit unseres Instituts, Herr von Löhr, nur auf Verwandtschaft und Namen hin ein Konto über die Vorschrift zu belasten. Bringen Sie uns bitte eine Bürgschaft von Ebbeke, und wir werden gern bereit sein, über die Einräumung eines neuen Kredits mit Ihnen zu verhandeln." Löhr grüßte kurz und ging hinaus. Der Vorsteher und der Bankbeamte sahen sich an: „Auch eine Erscheinung“, murmelte der alte Herr vor sich hin, dann verschwand er in seinem Büro. Löhr schlug die Tür seines hellgrauen Wagens so heftig zu, daß eine alte Dame auf dem Gehweg erschreckt zusammenzuckte. Er war miserabler Laune. Hätte er sich ja eigentlich denken können, daß es so kommen würde. Aber man hoffte doch immer bis zum letzten Augenblick. Jetzt saß ihm das Wasser ja tüchtig an der Kehle. Wenn Niobe jetzt nicht gewinnen würde? Er schaltete den Wagen auf höhere Tourenzahl, ein Schupo, an dem er vorbeiraste, sah ihm argerlich nach, zückte sein Notizbuch. Halb zwei,— höchste Zeit, daß er herauskam. Er hatte sich mit Mellenthin und Durand verabredet. Der Wagen raste vorwärts, schnaufte ungeduldig wie ein Rennpferd, wenn er am Stopplicht halten mußte. Löhrs Hände in den genarbten Schweinslederhandschuhen hielten das Steuer fest. Nur ein Gedanke war in ihm: Niobe mußte gewinnen. Der Rennplatz von Karlshorst lag grün und wellig in dem grellen Sommerlicht. Lärmen, Rufen, Schwatzen. Ein Durcheinander von Menschen. Helle Sommeranzüge, Uniformen, aufflatternde Frauenkleider, in den Logen ein elegantes Publikum. Bekannte begrüßten sich Aus den Logen winkte man sich zu. Und auch unten auf dem Rennplatz schien alles eine große Gemeinschaft, die dem Rennen entgegenfieberte. Löhr ging suchend durch die Reihen. Am Totalisator sah er Durand mit seinem schwarzen Bärtchen und den schnellen listigen Augen. Neben ihm Mellenthin, breit, ein wenig zu dick in seinem gelblichen Covercoat. „Tag, Löhr." „Na, wie hat die Chose geklappt?“ Wütend sage Löhr:„Gar nicht! Ex! Die Bank pumpt nicht mehr." Mellenthin stieß einen gedehnten Pfiff aus. „Was nun, teurer Sohn? Du weißt, die Wechsel. Uebermorgen sind sie fällig.“ „Niobe wird gewinnen“, meinte Löhr verbissen. Durand lachte auf. Es war ein dünnes, mekkerndes Lachen:„Aben Sie sehr große Sicherheit, mon cher Löhr. Ich würde sein glücklich, ich würde haben auch solchen Optimismus.“ Löhr zuckte die Achseln. Wenn man keinen Optimismus mehr hätte, könnte man sich gleich aufhängen. Optimismus war das einzige, was einem blieb, und der zähe Wille, nicht unter die Räder zu kommen trotz allem! Hatte man sich dazu durch Krieg und Inflation durchjongliert, um jetzt noch vor die Hunde zu gehen? Herrgott, das Leben war doch so schön. Er sah sich um. Er sog die Luft mit vibrierenden Nasenflügeln in sich ein. Das war die Luft des Rennplatzes Dieses Gemisch von Sonne, Wind, Menschen, Staubgeruch, und ganz fein dazwischen der Brodem der Pferde, die jetzt langsam von den Stallburschen im Ring herumgeführt wurden. Und dies alles sollte man aufgeben? Nicht mehr dabei sein. Nicht mehr dort sein, wo das Leben schön war und lustig und leicht? Wo schöne Pferde waren, wo in Spielsälen das leise Rotieren des Roulette klang. Wo schöne Frauen waren, Sekt, Lustigkeit. Das alles nicht mehr. Nur weil einem das Geld fehlte? Niobe würde siegen. Niobe mußte siegen. Dann war erst einmal Luft. Und schließlich mußte der Alte auf Veltheim doch endlich einmal ein Einsehen haben. Er konnte doch seinen einzigen Neffen nicht mit diesem lächerlichen Wechsel abspeisen. Löhr fuhr aus seinem Nachdenken auf „Da kommt Niobe", hörte er ein paar Stimmen neben sich. Wie elektrisierend drehte er sich um. Leise schnaubend kam das schöne Tier, von seinem Stallburschen an der Leine gehalten. Es war kohlschwarz. Nur auf der Stirn hatte es einen schneeweißen Fleck. Es hatte die schönsten Gelenke, die ein Rennpferd nur haben konnte. Mit einer verhaltenen Kraft setzte es die Hufe. „Tadellos", sagte Mellenthin und ließ seinen sachverständigen Blick über Niobes ebenmäßigen schlanken Körper streifte. „Die höchsten Wetten sein auf Niobe abgeschlossen", warf Durand dazwischen,„aber ich weiß nicht, ich sein— wie sagt man bei Sie in deutsch— ich sein aberglaubisch." „Nehmen Sie abergläubisch, Durand, klingt besser!" „Also abergläubisch. Wenn zuviel gesprochen von einem Pferd, es verliert meist." „Unke!" Löhr sagte es zwischen zusammengebissenen Zähnen, der Kerl fehlte ihm noch. Er hatte eine wütende Abneigung gegen Durand. Der war schuld daran, daß er vor ein paar Ta gen in einen Privatspielzirkel gegangen war und nach Strich und Faden verloren hatte. Er hätte sich nicht mit Durand einlassen sollen. Seit er mit dem zusammen Geschäfte machte, klappte nichts. Ekelhaft, sich mit solchen Gestalten um geben zu müssen! Aber Durand und Mellenthin wußten eben immer, wo noch etwas zu holen war. Wenn der Alte auf Veltheim nicht mit Geld herausrückte, blieb einem ja nichts übrig, als sich in diese Gesellschaft von halben Schwind lern zu begeben. Er ging an Durand vorbei dem Ring zu. Bald sah man ihn mit dem Jockei von Niobe im eifrigen Gespräch stehen. Löhr hatte seine Hand auf den Hals des Pferdes gelegt und strich ihm zärtlich über das glänzende dunkle Fell. Der kleine, sehr elegante Franzose im zu eng taillierten Rock, in dem er aussah wie eine Puppe aus einem Modegeschäft, sah Löhr ironisch nach„Sehr nervös, der gute Löhr, sehr nervös!" „Na, seien Sie mal nicht nervös, wenn Sie mehr Schulden haben als Haare auf dem Kopf“, gab Mellenthin zurück,„hoffentlich macht er sich bei dem Rennen gesund, sonst—“ Mellenthins kurze, dicke Hand machte eine unmißverständliche Bewegung zum Hals, als schnürte ihm dort einer die Luft ab „Also machen Sie's gut, Jonny", Löhr nickte dem Jockei zu, streichelte Niobe noch einmal. „Kommst du auf unsern Platz", rief Mellenthin. „Muß erst mal nach meiner alten Dame sehen, ich find' mich dann schon ein." Löhr ging über den Platz hinweg bis zu den Logen. In der zweiten Reihe sah er seine Mutter sitzen. Frau von Löhr war eine immer noch schöne, nur ein wenig zu sehr zurechtgemachte Frau. Ihr scharfgeschnittenes Gesicht mit den dunklen Augen und den etwas vorstehenden Backenknochen zeigte ihre russische Herkunft. Sie las eifrig in dem Rennprogramm Die Ringe an ihren Fingern blitzten in der Sonne. „Guten Tag, Mama!" Das etwas scharfe Gesicht Frau von Löhrs wurde weich. Ihre dunklen Augen leuch eten auf Fedor küßte ritterlich die Hand seiner Mutter: „Nun, wie steht es?" unruhig forschte Sonja von Löhr in den Zügen ihres Sohnes,„ist deine Verlegenheit behoben?" Fedor zuckte die Achseln: „Nicht zu machen, Mama“, er senkte die Stimme,„die Bank pumpt nichts mehr.“ „Entsetzlich! Was wirst du tun? Ich habe nichts mehr." Wirkliche Angst sprach aus ihren Worten. „Beunruhige dich nicht, Mama. Es wird schon irgendetwas werden. Vielleicht gewinnen wir den großen Preis Es ist bis jetz. noch ni mals schief gegangen. Warum auf einmal?" Frau von Löhr sah ihren Sohn bewundernd an. Er hatte einen unverwüstlichen Optimismus Zwar den hatte er von ihr geerbt, aber ihr war er in den letzten Jahren abhanden gekommen Früher konnte man leicht an eine glückliche Zukunft glauben. Denn die Gegenwart war ja glücklich, damals, vor der Revolution in Rußland. Der Reichtum der Eltern, das herrliche Leben im Sommer auf einem der großen Güter in Mittelrußland, im Winter in Petersburg Dann ihre Heirat mit Löhr, dem baltischen Baron. Die glücklichen Ehejahre, Reisen Jagden, Gesellschaften, Sorglosigkeit, Glanz und überschäumendes Dasemn. Und dann der Krieg, der Tod des Mannes. Fedor war noch klein Und dann der furchtbare Zusammenbruch. Die roten Mordbanden, die roten Blutströme über Rußland. Die Flucht, abenteuerlich in tausend Gefahren, bis nach Deutschland Und nun ein Dahinvegetieren Immer weniger Geld Stück um Stück des Schmuckes, den man gerettet, versetzt Der äußere Schein den aufrecht zu erhalten man verzweifelt kämpfte, und den man doch bald nicht mehr bewahren konnte. Nach außen hen war man die Baronin Löhr— aber alles— Lächeln, Geselligkeit, Schein der Eleganz— war unterminiert. In Wahrheit war man arm, ganz arm. Wovon Fedor so eigentlich lebte, wußte sie selbst nicht. Und sie wollte es eigentlich auch nicht wissen. Sie sah ihn oft in Gesellschaft von Menschen, denen sie früher nicht die Spitze des kleinsten Fingers gereicht hätte Aber man durfte nicht so wählerisch sein, man mußte ja leben. Irgendwie gelang es Fedor, durch diese Menschen immer noch zu verdienen. Rührend, wie er ihr davon abgab, der gute Junge. Aber wie lange würde er das können? Warum half Ebbeke nicht mehr? Was zögerte er eigentlich, den Jungen als seinen rechtmäßigen Erben anzuerkennen Freilich, zwischen Hermann Ebbeke und Fedor war nicht viel Sympathie. Die beiden paßten ja auch zueinander wie Feuer und Wasser. Ebbeke, der deutsche Gutsbesitzer, wie er im Buche stand! Sonja von Löhr verzog spöttisch die Lippen: Ein Bauer war er, der gute Hermann, trotz seiner Güte und seines Geldes. Hatte nichts anderes als seine Arbeit im Kopf. Dagegen ihr Fedor! Das Bild eines vollkommenen Aristokraten. Nichts fehlte ihm, um eine Rolle in der Welt zu spielen, als dieses elende bißchen Geld. Und das mußte Hermann Ebbeke ihm schließlich geben. Er konnte ja seine Güter und sein Getd nicht mit ins Grab nehmen. Ihr Fedor war der einzige rechtmäßige Erbe. Nur noch ein Weilchen aushalten, nur mit Hermann Ebbeke ins reine kommen! Frau Sonja von Löhr tupfte sich das heißs Gesicht. Sie hatte, in Gedanken versunken, völlig die Umwelt um sich vergessen Sie hatte nichtmehr gesehen von dem grünen Rasen. Nich! das Läuten der Glocke gehört, nichts miterlebt von der fieberhaften Bewegung, die durch die Menge ging. (Fortsetzung folgt.) Evangelische Kirchengemeinden: hövel: Sonntag 10 Uhr Gottesdienst, PaMoeller(Kollekte für die evang. Schülerheime); 11 Uhr Kindergottesdienst; 11 Uhr und 11.45 Uhr Kirchentaufen. Frauenhilfe Niedersprockhövel: Dienstag 15 Uhr Monatsversammlung bei Stöter=Tillmann. Frauenhilfe Obersprockhövel: Donnerstag 15 Uhr Monatsversammlung bei Düsterloh. Kirchenchor: Donnerstag 20 Uhr Probe i. Vereinslokal Stracke. Getauft: Hans Peter Brinkmann. Getraut: Schleifer Otto Wienäcker und Agnes Emma Bunzel; Oberfeldwebel Heinz Ringelsiep und Elfriede Hedwig Lina Kowalewski. Gestorben: Steiger Artur Pauli, 40 Jahre alt; Architekt Wilhelm Niedersteberg, 58 Jahre alt; Ehefrau Erna Halverscheidt, 75 Jahre alt. Haßlinghausen: Sonntag 10 Uhr Gottesdienst, Pastor Weirich; 4.30 Uhr: Musikalische Feierstunde in der Kirche. Heute, Samstag, 8 Uhr: Hauptprobe des Jugendchores für das Konzert. Erscheinen ist Pflicht. Gestorben: Julie Wallbruch, geb. Kuhweide, 82 I. 5 Mon. alt. Nächstebreck: Sonntag 8.30 Uhr Frühgottesdienst im Kirchsaal Schellenbeck; 10 Uhr Hauptgottesdienst in der Kirche am Hottenstein(Abendmahlssonntag); 5 Uhr Rüstversammlung im Konfirmandensaal; 6 Uhr Jungmännerverein Hottenstein(Jungenstunde); 7 Uhr Männerund Jungmännerverein Schellenbeck(Unterhaltungsabend). Herzkamp: Sonntag 10 Uhr Gottesdienst(Kollekte für die Evang. Schülerheime in Höxter, Gütersloh, Soest und Bethel); 2 Uhr Kindergottesdienft in Herzkamp. Dienstag abend 8 Uhr Singabend. Mittwoch abend 8 Uhr im Vereinshause Blaukreuzstunde. Samstag abd. 8.30 Uhr Posaunenchor. Beerdigt: nach Barm.=Wichlinghausen: Metzgermeister Wilhelm Vitinius, Einergraben, 60 re alt. Niederbonsfeld=Elfringhausen: Sonntag 8.30 Uhr Gottesdienst, Pastor Ebbinghaus. Elfringhausen: Sonntag kein Gottesdienst. Bredenscheid=Stüter: Sonntag 9.15 Uhr Gottesdienst im Kirchsaal, Pastor Blesken; 10.30 Uhr Gottesdienst in Bredenscheid, Pastor Blesken; 11.30 Uhr Kindergottesdienst in Bredenscheid; 2 Uhr Kindergottesdienst im Kirchsaal; 3 Uhr Zusammenkunft der weiblichen Gemeindejugend. Mittwoch 4 Uhr Zusammenkunft der rauenhilfe Niederstüter; 7.30 Uhr Bibelstunde in Bredenscheid bei Umfermann(gegenüber Wirtschaft Wienand). Donnerstag 3.45 Uhr Bibelstunde im Konfirmandensaal. Beerdigt: Witwe Ida Hill, geb. Wegemann, 68 I. alt; Ehefrau Anna Katharina Schmitz, geb. Gruda, 22 Jahre alt. Holthausen: Dienstag 3 Uhr Bibelstunde für die weibliche Jungend. Donnerstag 3 Uhr Versammlung der Frauenhilfe. Blankenstein: Sonntag 9 Uhr Gottesdienst, Pastor Altena. Buchholz=Stiepel: Sonntag 9.30 Uhr Gottesdienst im Lutherhause, Pastor Husemeyer; 11/Uhr Kindergottesdienst; 10 Uhr Gottesdienst in der Kirche, Pastor Wagener; 11.15 Uhr Kindergottesdienst; 10.30 Uhr Gottesdienst in Buchholz, Pastor Altena; 11.30 Uhr Kindergottesdienst. Herbede: Sonntag 9.45 Uhr Hauptgottesdienst mit anschl. Beichte und Abendmahlsfeier, Pastor Richter; 11 Uhr Kindergottesdienst, Pastor Richter. Montag 15 Uhr Bibelschar im Gemeindehaus. Mittwoch 20 Uhr Jugendbibelstunde im Gemeindehaus. Donnerstag 15 Uhr Versammlung der Frauenhilfe„Im Dorf“ im Gemeindehause. Getauft: Klaus Helmut Kötting, Herbede. Getraut: Gärtner Julius Pampus, Westherbede, und Emma Erna Krebs, Holthausen; Helmut Lotz und Maria Anna Pütz; Reichsbahnaushelfer Wilhelm Mühlhaus und Anna Eugenie Witthüser, Durchholz; Bergmann Heinrich Strühmeier, Langendreer, und Paula Geilenbrügge, Westherbede; Schlosser Hugo Lindemann, Witten, und Martha Middelmann, Vormholz. Beerdigt: Invalide Friedrich Pennekamp in Vormholz, 85 Jahre alt; Superintendent van Hoefen in Herbede, 79 Jahre alt; Witwe Ida Wegmann, geb. Goebel, in Herbede, 62 Jahre alt; Monteur Heinr. Dördelmann in Herbede, 33 Jahre alt; Rote=Kreuz=Schwester Frieda Helene Grunwald aus Westherbede, 29 Jahre alt; Witwe Emilie Priester, geb. Feldsieper, in Östherbede, 70 Jahre alt; Weichensteller Ewald Küper, Durchholz, 63 Jahre alt. Missionsfest: Am übernächsten Sonntag, 10. Jan., feiern wir unser Missionsfest, an dem Herr Missionsinspektor Flicker unter uns weilen, predigen und reden wird. Der Mission zugedachte Gaben müssen spätestens am Tage des Missionsfestes abgeliefert werden. Sie werden also nicht abgeholt. Bommern: Sonntag 10 Uhr Gottesdienst; 11.15 Uhr Kindergottesdienst. Montag 8 Uhr Evang. Jugendschar, Heimabend. Mittwoch 3 Uhr Frauenhilfe bei Keßler, am Berchem; 5.30 Uhr Bibelstunde in der Kapelle des Lutherhauses. Donnerstag 8 Uhr Frauenchor der Frauenhilfe; 5.30 Uhr bis 7 Uhr Bibelschar. Freitag Wiederbeginn des kirchl. Unterrichts; 3 Uhr Katechumenen; 4 Uhr Konfirmanden; 8 Uhr Vorbereitung im Pfarrhause. Getauft: Gertrud Rosendahl; Inge Kuhlmann. Wengern: Sonntag 9.45 Uhr Gottesdienst; 3 Uhr Bibelstunde in Esborn. Donnerstag 3 Uhr Frauenhilfe Wengern; 8 Uhr Jungmädchenkreis. Nähschule: Die Nähschule in Wengern wird wieder eröffnet. Die Vorbesprechung findet statt am Montag, dem 4. Jan., nachm. 3.30 Uhr im Gemeindehaus zu Wengern. Silschede: Sonntag 10 Uhr Gottesdienst. Freitag 8 Uhr Helferkreis. Beerdigt: Schlosser Gustav Krüner, Grundschöttel, 49 Jahre alt. Berge: Sonntag 9.45 Uhr Kindergottesdienst. Mittwoch 3 Uhr Frauenhilfe. Volmarstein: Sonntag 9.45 Uhr Kirchentaufen; 9.45 Uhr Gottesdienst in der Kirche; 11 Uhr Kindergottesdienst in der Kirche; 2 Uhr Kindergottesdienst in Grundschöttel(Bethanien); 2 Uhr Jungendienst; 3 Uhr Jungmädchen; 4 Uhr Knabendienst. Montag 8.30 Uhr Gebetsabend im Gemeindehaus. Dienstag 8.30 Uhr Gebetsabend im Gemeindehaus. Mittwoch 8.30 Uhr Gebetsabend im Gemeindehaus. Donnerstag 8.30 Uhr Gebetsabend im Gemeindehaus. Freitag 8.30 Uhr Gebetsabend in Grundschöttel(Bethanien). Evangelisch=Kirchliche Gemeinschaft Sprockhövel, Brinkerstr. 1. Jeden Sonntag 5.30 Uhr Bibelstunde. Donnerstag 8.15 Uhr Bibelbesprechstunde. Katholische Kirchengemeinden: Sprockhövel: Sonntag 7.30 Uhr Frühmesse; 10 Uhr Hochamt; 2.30 Uhr Andacht. Haßlinghausen: Sonntag 7 Uhr Frühmesse; 10 Uhr Hochamt; 3 Uhr Andacht. Hagen Samstag, 2. Jan., 20—22.45 Uhr: Towarisch, 0.60—3 Mk., Sonntag 19.30—22.45 Uhr: Erstaufführung, Der Obersteiger, Operette von Zeller, 0.80—3.40 Mk.; Montag 20—22.45 Uhr: Towarisch, 0.60—3 Mk.; Dienstag 20—22.45 Uhr: Towarisch, 0.60—3 Mk.; Mittwoch 20—23.15 Uhr: Der Obersteiger, 0.80—3.40 Mk.; Samstag 20 bis 23.15 Uhr: Der Obersteiger, 0.80—3.40 Mk.; Sonntag 15—17.30 Uhr: Tiefland, 0.50—2.40 Mk., 19.30—22.15 Uhr: Der Obersteiger, 0.80—3.40 Mk. Samstag, den 2. Jan., 20—22 Uhr: Gastspiel der Tanzgruppe der Kölner Oper: Apollo und Daphne,„Andalusische Zigeunerszene",„Der goldene Schuh“; Sonntag 16—18.30 Uhr: Der gestiefelte Kater, 0.25—1.20 Mk.; 20—22.15 Uhr: Petermann fährt nach Madeira; Montag 20—22 Uhr: Penthesilea; Dienstag 19.15—23.15 Uhr: Wallenstein; Mittwoch 16.30—19 Uhr: Der gestiefelte Kater, 0.25—1.20 Mk.; 20—22.45 Uhr: Petermann fährt nach Madeira; Donnerstag 20—22 Uhr: Symphonie=Konzert, Werke von Weber, Pizetti und Schumann; Freitag 20—22.30 Uhr: zum letzten Male: Neun Offiziere; Samstag 20—22 Uhr: Gastspiel der Tanzgruppe der Kölner Oper: Apollo und Daphne; Sonntag 16—18.30 Uhr: Der gestiefelte Kater, 0.25—1.20 Mk.; 20—22.15 Uhr: Petermann fährt nach Madeira, 0.40—2.20 Mk. Wer sich dem WHW.=Opfer verschließt, stellt sich außerhalb der Volksgemeinschaft und verliert damit jedes Recht an diesem Staat. Was Gott tut, das ist wohlgetan. Mein geliebter Mann, mein treusorgender Vater, mein lieber Schn, Schwiegersohn, Bruder, Schwager und Onkel Gustav Kleine-Herzbruch wurde uns im Alter von 42 Jahren infolge eines Unglücksfalles kurz nach dem Heimgange seines Vaters durch den Tod entrissen. In tiefer Trauer: Frau Milli Kleine-Herzbruch geb. Kikuth Sohn Günter Familie Kleine-Herzbruch Familie Kikuth Bochum. z. Zt. Ober-Sprockhövel, und Haßlinghausen, den 30. Dezember 1936. Die Beerdigung findet am Sonntag, dem 3. Januar 1937, nachmittags 2½ Uhr vom elterlichen Hause, Ober-Sprockhövel, Elberfelderstraße 110½2, nach dem Friedhof im Eickersiepen statt. Statt jeder besonderen Anzeige. Plötzlich und unerwartet starb heute gegen 18 Uhr mein lieber Vater, Sohn, Bruder, Schwiegersohn, Schwager und Onkel Hugo Leveringhaus im Alter von 39 Jahren. Um stille Teilnalime bitten: Die trauernden Hinterbliebenen. Sprockhövel, Nieder-Stüter, den 31. Dezember 1936. Sprockhövel. Gestern nachmittag verschied unerwartet unser lieber, treuer Kamerad Hugo Leveringhaus im Alter von 39 Jahren. Wir verlieren in dem Verstorbenen einen pflichttreuen Kameraden, dem wir ein ehrendes Andenken bewahren werden. Der Führerbeirat. Zür Beerdigung tritt der 1. Zug am Sonntag. dem 3. Januar, nachmittags 2 Uhr am Vereinslokal an. Teilnahme ist Ehrenpflicht. Unser langjähriges Mitglied Hugo Leveringhaus wurde durch einen plötzlichen Tod in ein besseres Jenseits abberufen. Der Verstorbene war stets ein Freund des deutschen Männergesanges und werden wir sein Andenken in Ehren halten. Bürger- u. Gesang-Verein e. V. Sprockhövel. Zur Teilnahme an der Beerdigung versammeln sich die Sänger und Mitglleder am Sonntagnachmittag um 2 Uhr im Vereinsheim. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Heimgange meines lieben Entschlafenen sage ich allen Verwandten, Freunden und Bekannten, besonders Herrn Pastor Moeller für seine trostreichen Worte am Grabe, sowie der Kriegerkameradschaft Sprockhövel, dem Lotterieverein und dem Sprockhöveler Männer-Gesangverein, meinen herzlichsten Dank. Frau Anna Bosselmann. Sprockhövel, im Januar 1937. Amt Bekanntmachung. Die Ausgabe der Reichsverbilligungsscheine für Speisefette für die Monate Januar, Februar und März 1937 erfolgt am Dienstag, dem 5. Januar 1937, für die Gemeinde Niedersprockhövel, und zwar: für die Familien mit den Anfangsbuchstaben A bis D von 8 bis 9 Uhr, für die Familien mit den Anfangsbuchstaben E bis G von 9 bis 10 Uhr, für die Familien mit den Anfangsbuchstaben H bis I von 10 bis 11 Uhr, für die Familien mit den Anfangsbuchstaben K bis L von 11 bis 12 Uhr, Mittwoch, dem 6. Januar 1937, für die Familien mit den Anfangsbuchstaben M bis N von 8 bis 9 Uhr, für die Familien mit den Anfangsbuchstaben O bis R von 9 bis 10 Uhr, für die Familien mit den Anfangsbuchstaben S bis T von 10 bis 11 Uhr, für die Familien mit den Anfangsbuchstaben U bis Z von 11 bis 12 Uhr. Donnerstag, dem 7. Jannar 1937, vormittags von 8 bis 12 Uhr für die Gemeinden Obersprockhövel und Hiddinghausen II im Amtshause, Zimmer Nr. 7. Die Bezugsberechtigten werden gebeten, die ihnen zustehenden Bezugsscheine unter allen Umständen an den vorbezeichneten Ausgabetagen und zu den angegebenen Zeiten abzuholen. Es wird darauf aufmerksam gemacht, daß die Ausgabe der Karten an Lohnempfänger nur gegen Vorlage von Verdienstbescheinigungen erfolgt. Außerdem werden an den vorgenannten Tagen für Personen, deren Lohn= und sonstiges Einkommen den 2½ fachen aber nicht den 3 fachen Fürsorgerichtsatz übersteigt, Margarinebezugsscheine ohne Verbilligungsscheine ausgegeben. Der 3 fache Richtsatz beträgt z. B. für ein Ehepaar ohne Kinder 144.— Rm. netto monatlich und erhöht sich für jedes Kind unter 16 Jahren um 36.— Rm. Das Einkommen muß durch Lohnbescheinigungen oder durch sonstige glaubhafte Unterlagen nachgewiesen werden. Sprockhövel, den 31. Dezember 1936. Der Amtsbürgermeister: V.: Muthmann, Amtsbeigeordneter. Die Beerdigung findet am Sonntag, dem 3. Januar 1937, nachmittags 2½ Uhr vom Trauerhause, Hauptstraße 25, aus zum alten Friedhof statt. Tanzschule Hausherr 55 Neuer Kursus im Lokale des Herrn August Bosselmann, O.-Sprockhövel, am Schlagbaum, beginnt am Freitag, d. 8. Jan. 1937, abends 8 Uhr. Anmeldungen für neue Kurse in den Lokalen Laas, Sprockhövel u. Flockenhaus, Linderhausen, werden daselbst, sowie bei mir entgegen genommen. HE Ev. Frauenhilfe Niedersprockhövel. Dienstag nachmittag 3 Uhr Zusammenkunft bei Stöter=Tillmann. A Der Rud. Steinbeck, Sprockhövel. Spitzen in mod. Must. in all. Breiten u. Ausführung. Rolle schon von 10 Pfg. an. Rud. Steinbeck, Sprockhövel in viel. Qualität., 75X100 cm, schon v. 2 Pfg. an empfiehlt: Rud. Skeinbeck. Sprockhövel. echt Eiche, nicht gebraucht, für 330.- Mk. sofort zu verkaufen. Angebote unter Nr. 200 an die Buchhandlung Carl Stock, Haßlinghausen. Junge Kuh 2. mal kalbend (eingetragenes Herdbuchtier) einjähr. Hühner, pr. Zentrifuge, Buttermaschine, Heu, Runkeln, Dünger u. großes Regenfaß preiswert zu verkaufen. Frau K. Biever, Esborn, Egge 175, b. Wengern. Verein zur Versicherung von Schweinen Sprockhövel. Sonntag, den 10. Jan., nachmittags 4 Uhr b. Geschw. Stöter-Tillmann Jahres=Hauptversammlung. Tagesordnung wird in der Versammlung bekanntgegeben. Sport=Verein „Westfalia", Haßlinghausen Sonntag, 1. M. Pokalspiel g.. Vogelsang. Abfahrt 12.56 Uhr ab Haßlinghausen=Kirche. Spiel der A1. Jugend im Aushang. . Sprockhövel, gegr.1858. Wegen der Beerdigung unseres Mitgliedes H. Leveringhaus fällt die Probe am Sonntag morgen aus. Sonntag, den 10. dss. Mts., nachmittags 2 Uhr Gesangprobe. Anschließend Jahreshauptversammlung. 186.. Zu der am 3.1. 37, nachmittags 6 Uhr, stattfindenden Jahres=Hauptversammlung wird gebeten, rechtzeitig zu erscheinen. Der Führerring. Anzug: Mütze; Orden und Ehrenzeichen sind anzulegen. MHNNRINENSSIINIUIE S ot . kE. 12 26 Eo-Ea sE ksopo . kE. . . e sk— tka aE 55 t : E 2. a p E E E 8 EE 9 o . t. E6 9 kSo-o 8 20E6 — 6 . 9 . k2 ktakEE t p t SkE — oo 2 8 B o. ss E — E8BE 25.2 co. tkmo kkkttka28 . 8 2.2 8A E4:0 E3. k9 3— E t.EE & tt & 8 E S a . S1 B6 t kEn 2 50 k2 kttkk8 t 292 E80 1. 2 2 2 E 6 - 68u 2 kp22 2 tkstk. 5 8s o 22 S 2 t s 2360 E. ttt. kk. 3 E stss tkk0 t:— 6. 2a s kkk5. S tä: 6o8 2o tkk866 E PE 6 . .26 2 . 2 2 8 . kkk22. t2.22.E : E2o 820: B 2 2 83 a tun 82 E. . en e. 2 o 2oSE .E 9 -1 2 22 2 8 2 o erojee ttkkkkttESorp t t122 kktk 2 g6o 8 . A s2o. skt. GOE 22s k. t:8e 2 kos60 Se Et2 tk o26 . — E 08 60 . 2 E 0 kps . E. , t6 3 e S . O :u 85 8t — ts 3 tv8.2 :2 o . tttSop k8 — —2 t 1 k:2 t. 2 EE 8 o t: 62 2eaas, SENE0 o2 E8 65 t tAE LE 22.2 st k. sS k.... 5. EE ttk, a t kko EE n: k sE20 2 E E t. E.EEEE - S. t:0 E 8 2r tk—E k22 S t5 EE oo 26 2 20 tt0) : k. . tco k E E 2 2 S tt9 s2 kks. s6 SE ttsm: k:0 5 kkk: tt tkkk k . kkkktsttkt SarSAse os s tktst. : S . kE2303 26 k t m kca . 2.9 ta. 9 . . sS8 tt. . tka. . 2 t. ttk9 st. tta322 9 17 8 2.2 .i t t. 2 k . t kkea n2er 210 tt. . tt kkkks. E: 28 2 . . . . f s kt— 2 2 o tttg 2 6 tt tkk: ttttt. 8 8 0 kt. ck ttssttt. t. —. . 22 t: — stTE . . t. s 3 . a 2 8 n go kkttk8 8 762 ks a2 2E: 2 . 2.-2 tt. 25 . . 2 . . E t toos tkavoa . 8 1 2E t tk. — . t. . . ame2 2 54. . 2.MR g-2 8 8 22. a2 TE 2 . . 24 ts. . . ttk2.422 oer 6 . 342.. 10 . 2. ttttt. t. . . kt. stkkt. at 0 23. kkn t. t .0 t . . E2E . 2 . . a 2 . t. s. 2525 t. t tk kt. . k. o2. . . . tstt s2. S. k . s6 . 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Auch auf dem großen, schönen Besitztum des Andreas Flor sah man mit Bangen dem neuen Jahr entgegen, denn von den großen Herden war nur noch eine einzige Kuh übriggeblieben. Und wenn die blonde Enkelin des Andreas sich ans Melken machte, sagte sie traurig:„Die liebe braune Liese, sie kann nicht mehr viel Milch geben. Wie sollen wir durch den Winter kommen?“ Sie freute sich, wenn sie dem armen Tiere wenigstens einen warmen Hafertrunk bringen konnte, war doch die Ernte schon fast ganz den dänischen Soldaten anheimgefallen. Die Kleine war ein bildhübsches Mädchen. Und wenn ihre blauen Augen nicht so hell gestrahlt und ihr roter Mund nicht so hold gelächelt hätte, wäre das Leben auf dem Hofe des Andreas Flor gewiß noch viel trauriger gewesen, als es ohnehin schon war. So schien das blonde Kind der Sonnenschein des Großvaters zu sein. Und der Gedanke, für sie sorgen zu müssen, hielt ihn aufrecht, wenn er schier verzagen wollte in dem Gedanken, daß er vom reichsten Hofbesitzer der Insel zum bettelarmen Manne herabgesunken sei. Ställe, Speicher und Scheunen standen leer, und nur in einem versteckten Keller befanden sich noch etliche Lebensmittel, die bei großer Sparsamkeit vielleicht noch bis zum Frühjahr reichen mochten. Der Winter war ausnahmsweise früh ins Land gekommen. Vom Advent an hatte es geschneit, und nach Weihnachten kam klingender Frost. Dieser starke Frost war es wohl, der ein Fähnlein dänischer Reiter veranlaßte, den Hof des Andreas, an dem sie am 31. Altjahrstag zufällig vorbeikamen und der sich von der Landstraße her gesehen, immer noch recht stattlich ausnahm, zum Standquartier zu wählen. Sie langten halberfroren an, hungrig und durstig und forderten, wie es ihre Art war, daß man ihnen sofort ein gutes Mahl bereite.„Ich habe nichts mehr“, sagte der alte Andreas „Du hast nichts mehr?“ schrie einer der Dänen.„Du hast nichts mehr, elender Hund, und dabei habe ich eben eine Kuh brüllen hören! Und du sagst, du hast nichts mehr, für brave Soldaten, die hungrig und halb erfroren sind? Geht hin“, wandte sich der Führer an einen Trupp seiner Leute,„und schlachtet sofort die Kuh."—„Es ist meine einzige, meine letzte“, stammelte der Bauer.„Sie wird uns einen guten Silvesterbraten geben“, erwiderte ungerührt der Führer.„Getränke haben wir glücklicherweise bei uns. Und ihr anderen“, sagte er, „ihr durchsucht das Haus. Es wird sich schon etwas Eßbares finden.“ So wurde denn die letzte Kuh geschlachtet. Die Soldaten durchsuchten die Vorratskeller, und nur zu bald fanden sie den Raum mit den verborgenen, sorgsam aufgesparten Lebensmitteln, die bis zum Frühjahr reichen sollten. Das hübsche Mädchen hatte der Großvater vorsichtigerweise versteckt und ihm befohlen, den Riegel der Tür von innen vorzuschieben; denn es ist nicht ratsam, so viel blonde Schönheit herumspazieren zu lassen, wenn feindliche Soldaten im Hause sind. Der Abend kam, und das Festmahl wurde aufgetragen. Wein und Punsch hatten die Soldaten aus ihrem Bagagewagen geholt. Und nachdem sie dem Braten alle Ehre angetan hatten, begannen sie, den Silvesterabend mit einem ausgiebigen Gelage zu feiern. Sie brachten die Gesundheit ihres jungen Anführers aus, tranken auf das Wohl ihrer Heimat und auf all das, auf das junges Kriegsvolk in ausgelassener Stimmung zu toasten pflegt.! Da kam einer der Lustigsten und am wildesten Lärmenden plötzlich auf den Gedanken, auch der alte Andreas möge einen Toast ausbringen, ausgerechnet auf die tapferen Dänen, die in diesem Jahre so viele Siege erfochten hatten. Zitternd stand der Alte mit dem ihm aufgedrungenen Glas Punsch in der Hand und wußte nicht, was er tun sollte.„Laßt mich, ihr Herren“, bat er,„ihr werdet euch denken können, daß mir nicht nach Toasten zumute ist“.— „Was?“ schrie der, welcher den Vorschlag gemacht hatte,„du weigerst dich, auf das Wohl unseres ruhmreichen Heeres zu trinken? Das soll dir übel bekommen!“ Und seinen Säbel ziehend, stürzte er sich auf den Unglücklichen. Da hörte man plötzlich einen schweren Riegel zurückschieben, die Tür öffnete sich, und mitten unter die halbbetrunkenen Soldaten trat serchtlos ein bildschönes Mädchen. Die Enkel'n hatte im Nebenzimmer jedes Wort gehört und lam, um ihrem Großvater zu helfen. Die wilden Soldaten staunten sie an wie eine Geistererscheinung. Ihr blondes Haar glänzte wie reifes Korn, ihre blauen Augen blitzten, ihre Wangen glühten, aber ihr roter Mund lächelte hold und süß, trotz der Herzensangst, die sie dazu getrieben, aus ihrem Versteck herauszukommen. Wenn es sein sollte, war sie bereit, mit ihrem Großvater zu sterben. Eben holte die alte Wanduhr zum Schlage der Mitternacht aus, das neue Jahr begann, da nahm„Matje Flor“ (Jungfer Flor) dem zitternden Alten das Glas aus der Hand, hob es empor, verneigte sich tief vor dem Anführer und seinen Begleitern und sprach mit lauter Stimme, obwohl ihr Herz vor und Aufregung bebte:„Möge es euch allen wohl gehen in euren alten Tagen!“ Der Erfolg ihres plötzlichen Erscheinens und ihrer Worte, noch dazu in diesem feierlichen Augenblick der Jahreswende, war wunderbar. Der Rausch der Soldaten verflog. Sie schämten sich von Herzen ihrer Roheit. Aber ihr Anführer, ein junger dänischer Prinz, sah wie verzaubert in die strahlenden Blauaugen des Mädchens. „Wer bist du, schönes Kind? Woher kommst du?" fragte er.—„Ich bin Matje Flor“, sagte sie errötend.„Und ich komme aus dem Zimmer feier in der Skihütte (Scherl— M.) nebenan, in dem der Großvater mich versteckte, aus Furcht, ihr könntet mir etwas zuleide tun. Aber ich habe keine Angst vor euch. Ihr seid gut und edel und werdet einem kleinen Mädchen, das für seinen Großvater bittet, kein Leid antun. Es ist sehr hart, im Alter das zu ertragen, was er erduldet hat, und keiner von euch, ihr reichen vornehmen Herren, die ihr noch jung und fröhlich seid, kann wissen, was ihm das Schicksal im Alter bringt. Mein Großvater war der Reichste im Land, und nun habt ihr ihm unsere letzte Kuh genommen und unser letztes Brot.“ Beschämt sahen die jungen Leute zu Boden. Es schien, als ob sie, gründlich ernüchtert, tief bereuten, daß sie mit dem Alten einen so rohen Scherz getrieben.„Matje Flor“, sagte der Anführer,„dein Großvater soll alles ersetzt bekommen, was wir ihm genommen haben. Du bist ein braves, tapferes Mädchen. Komm, setz dich zu uns!“—„Es würde mir nicht ziemen, hoher Herr, bei euch zu sitzen. Mein Großvater und ich bitten um die Erlaubnis, uns zurückziehen zu dürfen.“—„Und willst du nicht wenigstens dein Glas austrinken?“ fragte der junge Prinz, der kein Auge von ihr ließ.—„Gern, wenn ihr es verlangt“, sprach die blonde Schönheit.„Ich sage noch einmal meinen Trinkspruch: Möge es euch allen wohl gehen in euren alten Tagen!“ Und wieder neigte sie sich tief vor dem Anführer, nahm ihren Großvater bei der Hand und verließ mit ihm das Gemach. Die schweren, blonden Flechten leuchteten wie eine Krone darüber. Niemand wagte, die beiden zurückzuhalten. Die Chronik erzählt, daß schon in der Morgenfrühe des neuen Jahres das Fähnlein dänischer Reiter den Hof des Andreas Flor verließ, Lebensmittel aus den Bagagewagen zurücklassend. Ein Zettel lag dabei:„Zu Ehren Matje Flors. Als das Eis brach und der Frühling ins Land kam, erschien der junge dänische Prinz wieder auf dem Hof von Andreas Flor. Er erbat sich das schöne blonde Mädchen von dem alten Andreas zur Frau. Und Matje Flor sagte ja! Auf der ganzen Insel aber ruft man noch heute am Silvesterabend, wenn die Uhr zum Schlage der Mitternacht aushebt, mit hocherhobenem Glas den üblichen Trinkspruch:„Matje Flor!“ Das ist die Silvestergeschichte von dem schönen, blonden Bauernmädchen, das eine Prinzessin wurde. Kein Märchen! Eine wahre Geschichte! Aber viele, die am Silvester„Matje Flor!“ rufen, wissen nicht mehr, wem diese Worte gelten. Sie wissen nur noch die Bedeutung des Toastes:„Möge es euch allen wohl gehen in euren alten Tagen!“ So ist's halt in Beundling! Das Grundlinger Schneetreiben ist immer von ganz besonderer Art. Wenn man sagen würde, in Grundling schneit es, so ist's damit noch lange nicht getan, denn schließlich, schneien tut's ja überall, wo Hochtäler und Dreitausender sind. Aber nirgends so wie in Grundling! Wenn's dort so dem Silvester zugeht, kommen von oben wollige Leintücher, die jedem Baum eine weiße Haube aufsetzen und sogar den Misthaufen so einwickeln, als wenn er ein Schwerkranker wär'... Darum sind die Grundlinger auch ganz eigene Leut'. Sie reden fast weniger als ihre Teichforellen, die auch oft stundenlang an einem Fleck stehen, ohne irgendein Unterhaltungsbedürfnis zu verraten. Damit ist natürlich wieder nicht gesagt, daß die Grundlinger den ganzen lieben Tag nur herumstehen. Im Gegenteil, sie rühren sich sogar recht fleißig, müssen es ja auch, denn da oben ist's für gebratene Tauben viel zu kalt. Da fliegt meist nur Eiswind herum, und der saust oft so scharf um Bart und Nase, daß er jedes Wörtel gleich von den Zähnen weg zerreißt. Ja, die Grundlinger muß man kennen, sonst geht's einem wie dem Lehrer Georg Siebener zu Silvester. Siebenhofer hatte vor einem halben Jahr die Schule übernommen und waltete dort selbstherrlich wie ein Rektor einer großmächtigen Universität. Zu ihm kamen nicht nur die ABCSchützen, sondern auch die Großbauern mit Steuer= und Prozeßgeschichten. Und da wußte Herr Georg Siebenhofer immer in wohlgesetzter Rede kluge Auswege und vortreffliche Ratschläge zu geben, so daß er wahrhaft sein Ansehen nicht umsonst genoß. Schließlich brachte er auch so etwas wie feinere Sitten in die Dörflerkreise, wofür wieder die Mägdelein herzliches Verständnis bewiesen. Daher war's allen ganz selbstverständlich, daß man den Herrn Lehrer auch zur Silvesterfeier einlud. Beim Lahnhofbauern, wo man ihn erwartete, ging's schon hoch her. Die Schmalzkrapfen häusten sich in der Schüssel. Riesige Schinkentrümmer und Speckseiten lagen bereit, um noch vor der mitternächtigen Geister- und Neujahrsstunde den Weg alles Irdischen zu gehen. Insgeheim erhoffte sich der Lahnhofbauer auch die Verlobung seiner Tochter Leni. Allerdings wußte er selber noch nicht, wen er eigentlich als zukünftigen Schwiegersohn betrachten konnte. Vom Lehrer wußte er, daß er seiner Tochter gefühlvolle Gedichte widmete und in geruhmen Abendstunden ihr gern ein bißchen von m anderen Leben in der großen Stadt erzählte, gleichsam um sie schon vorzubereiten, wenn sie einmal mit ihm als Frau dorthin ziehen müßte. Doch wußte er auch vom Sepp, seinem Großknecht, daß der manchmal der Leni Altenberg im (Weltbild(M.) Geisingberg recht nachdenklich nachschaute und einmal hatte der ihr sogar ohne ersichtlichen Grund die Hand gedrückt. Und weil der Sepp ein echter Grundlinger war, so galt das mehr als ein ganzer Erdäpfelsack Gedichte. Die Leni selbst war in argem Zwiespalt. Ihr gefiel der Sepp, gefiel auch der Lehrer. Da aber beide so grundverschieben waren, konnte sie sich für keinen richtig entscheiden. Wer halt zuerst um sie anhielt, dem würde sie zufallen. Das wußten sie und der Lahnhofbauer. Und darum waren eigentlich beide neugierig, obwohl die Aussichten weit mehr beim Lehrer lagen, weil ja dem das Reden leichter fiel. Die Leni glaubte es sich schon im Geiste ausmalen zu können, wie es kommen würde. Ein bißchen leid tat ihr's, daß der Sepp nicht auch so schnell mit dem Munde war und somit schon im voraus geschlagen schien. Schließlich würde sie von ihm eigentlich gar nicht mehr verlangen, als daß er bloß und endlich sagte:„Deandle, magst mi als dein Mann?" Aber zu dem, weil er eben ein echter Grundlinger war, würde er sich wohl erst dann aufschwingen, wenn's schon lang zu spät sein würde, wenn der Lehrer längst geredt hätte. Draußen wolkte der Schnee in fäustlinggroßen Flocken, als wollte er justament sogar den Rauchfang des Lahnhofers zudecken. Aber damit hatte er kein Glück, denn unter dem Punschkessel brannte ein mächtiges Feuer; Leni sorgte dafür, daß es so wenig ausging wie der Punsch. Dem Lehrer war's bereits heiß hinter dem Kragen geworden. Tastend fingerte er zwischen ihm und seinem Hals herum und begann halblaut zu memorieren. Der Sepp aber saß mit hochrotem Kopf stur auf der Bank und begann auch schon zu drucksen, wobei er abwechselnd auf seine rechte Faust sah, die er manchmal ein wenig öffnete, aber sofort wieder rasch schloß, wenn die Leni einen neugierigen Blick herübersandte. Sie bekam richtiges Herzklopfen, wenn sie sein Glas nachfüllte und bemerken mußte, daß er ausgerechnet für ihren Ringfinger besonderes Interesse zeigte. Ganz sachte zog er ihre Hand vor seine Augen und besah sich den Finger von allen Seiten. Dann schmunzelte er still, wie nur ein Bauer schmunzeln kann, wenn er etwa eine ute Ernte oder sonst ein Stückel richtig eingehätzt hatte. Dem Lehrer wurde es dabei noch heißer hinter seinem Kragen, er schickte einen sehr mißbilligenden Blick zu Sepp, so etwa: „Lackl, damischer, wenn man die Hand einer Dame ergreift, hat man sie in aller Ehrerbietung zu küssen!“ Dem Leni wurde es aber nachher wirklich ganz schwer ums Herz. Jetzt fürchtete sie den enblick, in dem der Lehrer zu sprechen beginnen würde. Nach dem Bleigießen würde es kommen. So wollte es der Brauch schon seit je. Langsam wurde es ihr bewußt, daß es eigentlich nur lyrische Fäden waren, die sie mit dem Lehrer verbanden, daß aber ihr Herz an Sepp hing, so fest, als wäre es mit einem echten Grundlinger Strick angebunden. Jetzt kam das Bleigießen. Der Lehrer zupfte sich die Krawatte zurecht und strich sein Bärtchen, während der Sepp einen tiefen Zug aus dem Punschglas nahm und sich einen tüchtigen Ruck gab, als ob er einen wilden Stier bei den Hörnern fassen wollte. Zischend fuhr das heiße flüssige Blei in die große Blechschüssel. Bedächtig langte er mit seiner Faust ins Wasser, um die seltsamen Orakelgebilde herauszufischen. Dabei begab sich etwas ganz Sonderbares: Mitten unter den silberschimmernden alraunigen Bleistückerln lag— allen sichtbar— ein schmaler Goldreif. „Aber das ist doch ganz unmöööglich!" rief der Lehrer ganz entsetzt. „Warum denn?" rief die Leni kampflustig und schon ganz auf Seppls Seite.„Und passen tut er mir wia angossen!" jubelte sie weiter und fiel vor lauter Freude glatt dem Seppl um den Hals. „Ja, wie gibt's denn das?“ murmelte der Lehrer ganz verdattert. „Ganz oanfach", lachte der Seppl, z'erscht giaßt ma das Blei eini, und dann greift man mit da Hand zuwi, und dann muaß ma halt das Ringerl, was ma vorher in der Hand hat, recht stad fallen lass'n. Wann ma dann bemerkt, daß dös Ringerl dera g'fall'n tät, die wo ma gern als Weiberl hätt', dann fischt ma's eben wieder außer und steckt's ihr auf. Ganz oanfach s dös!" Frauenwelt und Heim Die Frau aus dem Backofen Meujahrserzählung von Wilhelm Deier In manchen Gegenden Mecklenburgs herrscht unter den Frauen und Mädchen ein sonderbarer Glaube, man sagt, wer in der Neujahrsnacht beim zwölften Glockenschlag in den Backofen geht, der hat das Glück, den Geliebten und zukünftigen Mann zu sehen. Manche alte Frau versichert noch heute, das Bild ihres Mannes zum erstenmal dort geschaut zu haben. Wer will ihr das bestreiten? Daß aber Lene Möller in einer Neujahrsnacht ihren Klaus im Backofen gesehen und gefunden hat, ist bestimmt wahr. Und darum will ich das hier erzählen. Das ist natürlich schon lange her, und Lene war noch ein junges Ding mit roten Backen und hellblonden, aufgesteckten Zöpfen. Mit den Freundinnen schritt sie am Sonntagabend Arm in Arm über die Dorfstraße, und sie lachten alle vergnügt, wenn die Burschen hinter ihnen herzingen und Späße machten. Und bei den Dorfestlichkeiten hüpfte ihr Herz vor Freude, wenn ie lustig von Bursche zu Bursche schwang. Damals war ein neuer Verwalter auf den Gutshof gekommen. Der verstand es, Wind zu machen und Eindruck bei den jungen Mädchen zu schinden. Das war ein schlanker, sehniger Mann. Wenn der im Jägeranzug und in hohen Stiefeln über die Dorfstraße ging, schauten ihm die Dorfmädel alle nach. Auf dem Erntefest hatte er fast nur mit Lene getanzt. Darauf war sie außerordentlich stolz, ihre Gedanken beschäftigten sich viel mit ihm. Und dann kamen die Winterabende, da saß Lene mit ihren Freundinnen bei der Großmutter in der Spinnstube. Die Großmutter erzählte den Mädchen von den Geheimnissen der zwölf heiligen Nächte. „Großmutter, ist es wahr, daß man in der Neujahrsnacht den zukünftigen Mann im Backofen zu sehen bekommt?“ fragte ein Mädchen zaghaft. „Oh ja, das ist wahr“, sagte die Großmutter, „manche Frau hat ihren Mann dort zum erstenmal erblickt.“ „Lene, dann mußt du dich unbedingt in der Neujahrsnacht im Backofen einschließen“, scherzten die Mädchen. Und Grete Voß, die immer sehr schadenfroh war, kicherte höhnisch:„Lene sieht bestimmt n Verwalter.“ Lene bekam einen roten Kopf, sie senkte ihre Blicke verlegen auf den Strickstrumpf. Die letzten Stunden des alten Jahres feierten die Freundinnen gemeinsam, mit Spielen und Späßen erwarteten sie das neue Jahr. Nut Lene war nicht zugegen, sie hatte kurz vorher abgesagt. Sie fühle sich nicht wohl, hatte sie erklärt und wollte früh zu Bett. Das fiel allen auf. Die Mädchen lächelten, sie wußten/ Bescheid. Und Grete Voß machte den Vorschlag: „Wir gehen um zwölf Uhr mal zum Backofen und lauschen. Vielleicht sehen wir auch den Verwalter.“ O ja, das wollten sie tun. Auf dem Lande stehen noch heute pvereinzelt die schmalen und hohen Backöfen mit dem gewölbten Dach, sie stehen völlig frei, eine Strecke vom Haus entfernt, der erhöhten Brandgefahr wegen, welcher die Strohdächer der Bauernhäuser durch die Funken ausgesetzt sind. Kurz vor zwölf Uhr schlich sich Lene ganz heimlich über den vom Regen aufgeweichten Hof. Sie trug ihr Geheimnis allein, niemand durfte das wissen, sonst besaß der Backofen nicht die Kraft, ihr das Bildnis zu zeigen. Mit Herzklopfen stand sie vor dem Ofen. Wie manches Mal hatte sie ihn eingeheizt und aus ihm das frische Brot gezogen, und auch oftmals hatte sie Pflaumen und Flachs darin getrocknet. Und nun sollte er ihr das süßeste Wunder des Lebens zeigen. In banger Erwartung vor dem Kommenden und in Ehrfurcht vor dem alten Brauch zog sie den Riegel von der Tür und trat in den Raum. Die Tür zog sie hinter sich zu. Eine wohlige Wärme war in dem Ofen. Die warzen Mauerwände umfingen ihren Leib, ie Decke wölbte sich über ihr. Hingegeben und gläubig wartete Lene auf das Kommende. Feierlich erklangen die Glocken vom Kirchturm. Schüsse ballerten, und Neujahrsgrüße erschallten. Wie in ein frommes Mysterium versunken, flog Lenes Seele fort in unendliche Räume. Sie wagte nicht, zu atmen. Sie hörte auch nicht, wie draußen ganz leise Schritte an das Haus herankamen, Grete Voß und die Freundinnen waren ihr heimlich nachgeschlichen. Sie lauschten an der Tür. Eben murmelte Lene: „Lieber, lieber Backofen fein, Laß mich schauen den Liebsten mein.. Da schob Grete Voß sacht den Riegel vor die Tür und gab den Freundinnen einen Wink, sich mit ihr unmerklich zu entfernen. Als sie wieder in Gretes Stube zurückkehrten, fragte ein Mädchen: „Soll Lene denn die ganze Nacht im Backofen bleiben?“ „Laß sie nur. Frieren tut sie nicht. Es ist ön warm darin. Morgen lassen wir sie wier raus.“ Als die Klänge und Geräusche von Glocken, Schüssen und Rufen lange verrauscht waren, als die Stille der Nacht mit ihrem eintönigen Rauschen wieder um, sie kreiste, erwachte Lene aus ihrer Versunkenheit. Sie wartete inbrünstig auf die gewünschte Erscheinung. Die Zeit vertropfte ihr unendlich langsam. Doch sie wartete gläubig. Von dem Turme erscholl die erste Stunde der Nacht. Da erkannte Lene schmerzlich, daß das Wunder nicht mehr kommen konnte. Vielleicht hatte sie es verpaßt, meinte sie, vielleicht sei sie nicht heimlich genug gewesen. Sie wollte wieder aus dem dunklen Gefängnis heraus. Dabei stieß sie mit dem Ellenbogen gegen die Tür. Da bemerkte sie, daß die Tür verriegelt war. Wer hatte das getan? Sollte sie nun die ganze Nacht hier bleiben? Hier, in dem engen, dunklen Backhaus? Ein bitteres Gefühl der Verlassenheit überkam sie. Leise weinte sie vor sich hin, Aber dann wachten der Trotz und der Lebenswille in ihr auf. Sie schrie, so laut sie vermochte: „Hil—fe! Hil—fe! Hil—fe!" Nach kurzer Pause gab sie wieder dieselben Schreie von sich. Ihre Eltern würden schon aus dem Schlaf gerüttelt werden, dachte sie. Doch ihre Eltern hörten das nicht. Aber einen einsamen Wanderer, der zur nächtlichen Stunde am Hofe vorbeikam, trafen diese Rufe. Klaus Möller, der junge Müllerbursche, war frühzeitig aus dem Krug, wo er die Silvesterfeier verbringen wollte, nach Hause gegangen, weil er von dem Trubel, von Musik und Tanz innerlich sehr unbefriedigt war. Als er sich dem Hofe von Lenes Eltern näherte, mußte er an Lene denken. Es war das einzige Mädchen im Dorf, das ihm gefiel. Schon lange trug er eine heimliche Zuneigung zu ihr im Herzen, immer hielt ihn eine Scheu zurück, sich ihr zu nähern. Die Schreie rissen ihn aus seinen Betrachtungen. Er merkte sofort, daß sie vom Backhaus kamen. Schnell lief er dort hin, klopfte an die Tür und sagte: „Hat hier jemand um Hilfe gerufen? Ist einer drinnen?“ „Ja, ich bin es! Mach mir doch bitte auf!“ Eine Mädchenstimme? Ein Mädchen im Backhaus? Verwirrt schob Klaus den Riegel von der Tür, zog das Mädchen heraus, faßte es mit beiden Armen und hielt es an sich. Halb erschöpft lehnte sich Lene an ihn, legte ihren Kopf an seine Brust und weinte. Klaus Müller wußte nicht, wie ihm geschah. So oft hatte er sich danach gesehnt, Lene beim Tanz in seinen Armen zu halten, nun mußte er sie aus dem schmutzigen Backofen ziehen, und sie lag hilflos an seiner Brust. Den linken Arm schlang er um sie und hielt sie fest. Mit der'rechten Hand strich er ihr unbeholfen über das blonde Haar und tröstete sie: „Sei nur schön ruhig, Lene, weine nicht.“ Vor Verlegenheit wußte er nicht, was er eigentlich sagen sollte. Behutsam führte er sie zu der Bank vor dem Hause und setzte sich neben sie. Sanft hielt er ihre Hand. „Hat man dich im Backofen eingesperrt?“ fragte er. Sie nickte. „Wer hat das getan?“ „Die Freundinnen?“ Und nun erzählte sie leise von dem Brauch der Mädchen, wie sie in den Backofen gegangen sei, und wie die Freundinnen ihr nachgeschlichen sein müßten, und die Tür zum Backofen verriegelt hätten. Klaus Möller lauschte und lauschte, ganz langsam erhellte sich sein Sinn. Lag nicht hier vielleicht ein höherer Wille vor? War es nicht sonderbar, daß er das geliebte Mädchen in der Neujahrsnacht aus dem Backofen befreien mußte, als sie ihren zukünftigen Mann sehen wollte? Wer hatte dem Mädchen den Einfall Kinder im WinterHusten und Schaupfen gehören nicht unbedingt dasn— Oberstes Gebot: an die frische Euft/— Sonnenschein in Obst und Gemüse Die Wintermonate mit wenig Sonne und meist naßkaltem Wetter sind auch für die Kinder, die sich den Sommer über von früh bis spät im Freien tummeln konnten, nicht leicht zu überstehen. Husten und Schnupfen sind zwar die gewohnten Begleiterscheinungen des Winters, aber die Mütter werden es doch lieber sehen, wenn ihre Kinder davon verschont bleiben, schon weil man nie weiß, wozu sich so ein anfangs harmloser Husten oder Schnupfen entwickeln kann. Man soll deshalb dafür sorgen, daß die Kinder sich diese Krankheiten erst gar nicht zuziehen. Wichtig ist eine zweckmäßige, d. h. nicht zu dicke und nicht zu dünne Kleidung. Kinder in der Winterkälte mit Halbstrümpfen oder kurzen Aermeln herumlaufen zu lassen, ist eine Torheit. Die Kinder müssen im Winter festes Schuhwerk tragen. Bei großer Kälte sind Ueberstiefel oder Gamaschen praktisch. Auch für warme Handschuhe muß gesorgt sein. Sind Füße und Hände warm gehalten, so erkältet sich das Kind schon weniger leicht. Vor allem müssen Schuhe und Strümpfe bei feuchtem Wetter sofort gewechselt werden, wenn das Kind nach Hause kommt. Auch eine warme Mütze ist im Winter unentbehrlich, eine gute Wollmütze, die über die Ohren gezogen werden kann. Ohne Kopfbedeckung soll man das Kind im Herbst und Winter niemals ins Freie lassen. Man soll andererseits nicht dulden, daß die Kinder den ganzen Tag in der Stube hocken, selbst wenn sie Lust dazu zeigen. Sie brauchen Bewegung. Wenn es für Spiele im Freien zu kalt ist, soll man ausgiebig mit ihnen spazierengehen. Selbst bei schlechtem Wetter soll man auf den täglichen Spaziergang nicht verzichten. Denn Regen und Wind können nichts ausrichten, wenn man zweckmäßig angezogen ist. Ein wasserdichter Mantel und eine gleichartige Mütze sind auch für kleine Kinder die richtige Schlechtwetterbekleidung. Sobald Schnee liegt, werden die Kinder sich Was Ulla schon kann, muß Klein=Ulla noch lernen(Weltbild— M.) Die Berliner Meisterin im Eiskunstlaufen, Ulla Schwarz, nimmt sich des Nachwuchses an, zu dieser Tat gegeben? Wer hatte ihn gerade zu dieser Zeit hier vorbeigehen heißen? Er fragte ganz leise: „Hast du deinen Geliebten gesehen?“ Sie schüttelte den Kopf. Da meinte er: „Ich glaube, du hast ihn doch gefunden.“ Erstaunt sah sie ihn mit großen Augen an. „Bist du es?“ „Ja, Lene, ich denke, daß ich es bin.“ Und dann bekannte er ihr seine große Zuneigung, die bereits Liebe war, schon lange, lange liebte er sie. „Und davon habe ich nie etwas gemerkt, Klaus.“ „Du siehst auch nur den Verwalter, aber der macht allen Mädchen schöne Augen.“ Lenes Herz schmolz dahin. Sie wußte, ihrem Glauben war Erfüllung geworden. Sie hatte gesucht und hatte gefunden. Selig war sie vor Glück, ihr Geliebter war gekommen und hatte sie erlöst aus der dunklen Nacht des Backofens. Nun saß er neben ihr. Bald hatte Klaus seine eigene Mühle und nahm die Lene zur Frau. Der Backofen hatte recht behalten. Wenn sie in späteren Jahren Brot buken, sprach Lene oft:„Weißt du noch Klaus, wie ich dich einst in der Neujahrsnacht im Backofen gesehen habe?“ Dann antwortete Klaus: „Ja, Lene, das vergesse ich nie. Ich habe dich wie Brot aus dem Backofen gezogen. Du duftetest so schön wie frischgebackenes Brot. Und die Hauptsache, du warst gut ausgebacken.“ Dabei lächelte er vergnügt. ja wieder mit Vergnügen draußen tummeln; laßt sie gewähren: es gibt nichts Schöneres und Gesünderes. Auch die kleinen Kinder lernen bald mit ihrem Schlitten richtig umgehen; die größeren haben die Wahl zwischen Rodeln, Skilaufen und Schlittschuhlaufen. Sie werden nach einiger Anleitung bald alle drei Sportarten meistern und kommen gewöhnlich rasch zu der Ueberzeugung, daß der Winter gerade so schön sein kann wie der Sommer. Zum Wohlbefinden der Kinder im Winter gehört, daß man sie richtig ernährt. Den fehlenden Sonnenschein soll man durch Nahrung ersetzen, die reich ist an Gemüse, frischem Salat und an Obst. Sehr gern essen Kinder rohe geriebene Mohrrüben, die ihnen sehr zuträglich sind. Noch wirksamer kann man das im Winter mangelnde Sonnenlicht durch regelmäßige Bestrahlungen mit der künstlichen Höhensonne ersetzen. Durch derartige Bestrahlungen werden genau so wie durch das sommerliche Sonnenbad im Organismus Vitamine erzeugt, die den Stoffwechsel regeln und daher zur Aufrechterhaltung eines guten Gesundheitszustandes unerläßlich sind. Man bestrahlt die Kinder nicht sehr lange, aber mit einer gewissen Regelmäßigkeit täglich oder jeden zweiten Tag. Die Wirkung ist erstaunlich: sie tritt nicht nur in einem gesunden Aussehen, sondern vor allem auch in einer raschen und deutlichen Hebung des Allgemeinbefindens des Kindes in Erscheinung. Sie hat aber auch Folgen, die man ihr nicht unmittelbar anmerkt. So beugt sie einer der gefährlichsten auf Sonnenmangel beruhenden Kinderkrankheit, der Rachitis, wirksam vor und behebt auch die Neigung zur Bleichsucht. Kommt ein Kind frierend nach Hause, so wird es sogleich umgekleidet. Man reibt dabei den Körper kräftig mit den Händen, zieht das Kind dann recht mollig an und gibt ihm heißen, etwas gezuckerten Pfefferminztee. Holt sich ein Kind trotz aller Vorsicht eine Erkältung, die auch auf Ansteckung beruhen kann, so steckt man es möglichst bald ins Bett, gibt ihm heißen Tee und ruft, wenn es Fieber hat, bald den Arzt. Bei Erkältungen ohne Fieber läßt man das Kind durch heißen Pfeferminztee oder heißen Zitronensaft tüchtig chwitzen. Es darf erst wieder aufstehen, wenn die Erkältung wirklich vorüber ist, weil sich onst immer ein Kind am andern ansteckt. Bei Heiserkeit ist Gurgeln mit Salzwasser anzuraten. Bei Husten gibt man erwärmten Honig. Brustpackungen und. Halsumschläge sind oft heilsam, wenn man sich aber nicht sehr gut darauf versteht, soll man eine solche Behandlung lieber unterlassen, da durch unsachgemäße Ausführung oft mehr Schaden als Nutzen bewirkt wird. REICHSSENDER KÖLN und DEUTSCHLANDSENDER Programm vom 3. bis 6. Januar 1937 R REICHSSENDER KOLN : von Hamburg; Bremer hafenkonzert an Bord des dampfers„Bremen" des Nordeutschen Lloyd.— I,; Das broße Geläute vom Bremer dom: Choral: Jesu, geh' vorHampelmann; 5. Fantasie aus der Oper„Bajazzo"; 6. Pour 12.55: Zeitzeichen der Deutschen Seewarte, 18.00: Glückwünsche. 18.10: Aus München: Musik zum Mittag. Es spielt das Unterhaltungs=Funkorchester. 14.00: Kinderfunkspiel: Ederland überlistet die Trolle. Ein Spiel nach einem alten nordischen olksmärchen. Thorlieder im Volkston. heut ist Tanz im Burschen, schmiert die Beine! 15.30: Hörbericht von dem Endspiel um den Tschammer=OstenPokal zwischen VfB Leipzig u. Schalke 04 im Olympiastadion, Borlin Voltsmarcher 14.30: Chorliet 15.00: Juchhet, Dorf! Burs. der le mérite. le meri bella, L ble tar 7. Isola der schönen lauen Donau, Walzer; 9. Einsun der Stadtwache, Charakterick: 10. Potpourri aus der perette„Die Fledermaus"; 11. Parapbrase über„Ein Vöglein sang im Lindenbaum"; 12, Hereinspaziert, Walzer; 13. Kirschblüte; 14. Der alte Fritz, Marsch. 8.00: Zeit, Wetter, Wasserstandsmeldungen. 8.05: Vermächtnis des Dichters Matthias Claudius an seinen Sobn. 8.15: Unterhaltungskonzert.— 1. Fest=Ouvertüre; 2. Blauer Himmelsbogen, Walzer; 3. Melodien aus der Oper„Der Postillon von Lonjumeau"; 4. a) Ideale; b) Heimat, du Inbegriff der Liebe: 5. Das verzauberte Prinzeßchen; 6. a) Im Zerlin. 15.45: Meister l ihres 1. Auge dische reue dich, Tatjana; 9. Noriche Folge: 10. Nett und zierich. Masurka: 11. Flieger9.45: Sendepause. 10.00: von Stuttgart:„Uns ist gegeben, auf keiner Stütze zu ruh'n. 10.45: Musik am Sonntagmorgen. 11.30: Uebertragung aus d. Städtischen Saalbau, Essen: Westdeutsche Meister der Orgel.— 1. Präludium und Fuge d-moll; 2. Adagio a-moll; 3. Präludium und Füge h-moll. 12.00: v. Berlin: Musik am Mittag.— 1. Melodien aus„Wenn die kleinen Veilchen blüh'n“; 2. Rumänisches Lied: 3. Serenade: 4. a) Sonnenstrahl; b) Ingrid: 5. Kennst du mein Liebeslied; 6. a) Mein Herz: b) Reite weiter; 7. Nordseestürme, Walzer. 13.00: Glückwünsche. Berlin: F rundfunkvereins. 18.30: Schöne Melodien. 1. vertüre zu„Rosamunde"; 13.05: v. Berlin: Fortsetzung der„ie dter Wünsche, 10 Musik am Mittag. 8. 1. Rhap blauer Himmel: 11. Vorsi odie: 9. Marsch-Polka; 10.„Der Göttergatte"; 12.9 Norwegischer Tanz Nr. 2: 11. blaues Himmelbett, aus Aufschwung: 12. Walzer; 13. Sag, was du träumst; 14. Geigenpolka; 15. Mein Dorf— mein Garten; 16. Don Pedro; 17. Eine Romanze; 18. Wenn sich zwei so wunderbar wie wir verstehen; 19. Heimweh kennt keiner so gut wie der Musikant: 20. Marsch. 14.00: Kleine Musik. Es spielt das Kammerquintett. 14.30: Lustiger Rätselfunk. 15.00: v. Deutschlandsender: Hörbericht vom Endspiel um den Tschammer=Osten=Pokal zwischen VfB Leipzig und Schalke 04 im Olympia-Stadion, Berlin. 15.45: Kleine Musik. Schallplatten. 1. Hindulied; 2. Hochzeitstag auf Troldhaugen: 3. Weaner Herzen, Walzer; 4. Die Spieluhr; 5, Spitzentang. 16.00: Nette Sachen aus Köln. 17.30: Wo bist du. Kamerad?— Funkappell alter Frontsoldaten. 18.00: von Berlin: Der ganzen Welt ein glückliches und gutes neues Jahr. Eine Ringsendung des Weltrundfunkvereins. 18.30: Kleine Stücke großer Mei18.50: Der Teppich des Lebens. Gedichte von Stefan George. 19.05: Alte Weihnachtschöre. 19.30: Der Sonntag im Funkbericht. 19.45: Sportvorbericht, 20.00: von Berlin: Ernste und heitere Liebesmelodie. Singen. spielen, lachen, schluchzen, weinen und tanzen. 22.00: Zeit, Wetter, Nachrichten. 22.80 bis 24.00: Wir bitten zum Tanz. schingswalzer: 3. Stradella=Ouvertüre; 4. Pierrot und Colombine; 5. Kleine Ballettfantasie. — 2. Teil: 6. Fest=Oupertüre; 7. Schlummerlied für Trompeten-Solo; 8. Suite Gohardica: a) Einleitung, b) Liebeswalzer, c) Mattinata, d) CarnevalsGalopp: 9. Bei dir, Walzer; 10. Schwäb. Rhapsodie; 11. Bunte Blumen, Walzer: 12. Deutsche Marschperlen. 7.00: Nachrichten— Morgenlied — Morgenruf. 8.00: Kalenderblatt: Zeit, Wetter, Wasserstandsmeldungen. 8.10: Frauenturnen. 8.30: Morgenmusik. Schallplatten. 9.00: Ratschläge für den Küchenzettel der Woche. 9.30: Sendepause. 9.45: Zeit, Nachrichten, Wasserstandsmeldungen. 10.00: Richard Heinemeyer: Was brachte der Sportsonntag? 10.10: Sendepause. 12.00: von Hamburg(aus Hannover); Schloßkonzert. 1. Festpolonaise; 2. Konzertouvertüre in italienischem Stil D=dur: 3. Konzertstück für Klavier und Orchester. Werk 92; 4. BallettSuite: 5. Rosenkavalierwalzer. 13.00: Mittagsmeldungen, Glückwünsche. 13.15: Fortsetzung des Schloßkonzerts.— 6. Aufforderung zum Tanz: 7. Zwei Klavierstülcke; 8. Kleine Orchester=Suite; 9. Spanische Rhapsodie: 10. Ungarischer Marsch. 14.00: Mittagsmeldungen. 14.15: Zur Unterhaltung.— Die Funkschrammeln.— 1. Lustig alleweil, Marsch: 2. Frohsinn StradellaDEUTSCHLANDSENDER 6.00: s. Köln. 8.00: Der Bauer spricht— Der Bauer hört: 1. Im Stall und auf der Weide, Diesmal bei unserm edlen Borstenvieh.— 2. Von unserm kleinsten Haustier. Honig als Heilmittel.— 3. Bauern und Jungarbeiter rüsten zum Reichsberufswettkampf. 0:S. onntagmorgen ohne SorScht 9.00: Son gen. Die Schrammelbuben; Carl de Vogt mit Liedern zur Laute. 10.00: Wer schaffen will, muß fröhlich sein...! Eine Morgenfeier. 10.45: Fantasien auf der Wurlitzer Orgel. Aus dem„Kristall=Palast, Berlin. 11.00: Beschwingte Fah te von Rudol 11.15: Deutscher 11.30: Mozart12.00: Aus Mün aus der Fel te Fahrt. GedichSaboetin etterbericht. - Schubert. en: Standmusik errnhalle. Der Gleichbleibende Tageseintellung 6.00: 6.30: 7.00: 8.00: 8.10: 9.45: 12.00: 13.00: Choral. anschließ. Leibesbungen. Frühkonzert. Nachrichten. Kalenderblatt, anschl. Zeit. Wetter. Wasserstandsmeldungen. Frauenturnen. Zeit. Nachrichten. Wasserstandsmeldungen. Musik am Mittag. Mittagsmeldungen 1— Glückwünsche. 13.15: 14.00: 14.15: 15.00: 15.45: 18.00: 19.45: 20.00: 22.00: 22.30: Fortsetzung des Mittagskonzerts. Mittagsmeldungen 2. Allerlet von Zwei bis Dret (außer So., Mo.) Sendepause. Wirtschaftsmeldungen. Nachmittagskonzert. Momentaufnahme. Erste Abendmeldungen. Zeit. Wetter, Nachrichten achtmusik und Tanz. orspiel zu Schallplatten.— „La Traviata": 2. In tiefem Schweigen lag die Nacht, aus „Lucia di Lammermoor"; 3. Intermezzo aus„Der Schmuck der Madonna"; 4. Wie eistalt ist dies Händchen, aus„La Bohème"; 5. Vorspiel zu„Lohengrin": 6. Register=Arie aus „Don Juan"; 7. Intermezzo aus „Cavalleria rusticana"; 8. Der perklungene Ton, Lied: 9. Polonaise Nr. 2: 10. Soirée dans Grenade: 11. Letzter Frühling: 12. Adagio A=dur: 13. Kleine Suite: 14. Allegro aus dem Violinkonzert D-dur: 15. Die fröhlichen Damen: 16. Rigoletto-Konzertparaphrase; 17. Ungarischer Marsch. 17.30: Deutsche in der Bukowina. Die deutschen Siedlungen im Buchenlande. 18.00:„Der ganzen Welt ein glückliches u. gutes neues Jahr“ — eine Ringsendung des WeltOuAndante aus der D=dur-Sinfonie: 3. Aufforderung 3. Tanz: 4. Andante aus der c=moll=Sinfonie; 5. Ouvertüre zu„Zar u. Zimmermann": 6. Andantino aus der 4. Sinfonie; 7. Walzer aus der Ballett=Suite; 8. Vorspiel zu„Hänsel und Grekel"; iccicato-Polka; 10. Hofballtänze. 19.40: Deutschland=Sportecho. 20.00: Otto Dobrindt spielt... 1. Quvertüre zu„Euryanthe"; 2. Suite aus„Sylvia": 3. Siziliana aus„Cavalleria rusticana"; 4. Zwei elegische Melodien für Streicher: 5. Ungarische Rhapsodie Nr. 3: 6. O. komm im Traum; 7. Intermeszo und Tarantella aus „Rossiniana": 8. Walzer aus „Der, Rosenkavalier": 9. Fesch und schneidig muß er sein, aus „Die drei Wünsche"; 10, Ewig blauer Himmel; 11. Vorspiel zu „Der Göttergatte"; 12. Hab ein blaues Himmelbett, aus„Frasquita": 13. Goldene Träume; 14. Der alte Querulant; 15. Schenk mir doch ein kleines bißchen Liebe; 16. Küsse im Dunkeln; 17. Wann kommt die Stunde: 18. Ach, so ein Mann kann reizend sein; 19. Vergißmeinnicht: 20. Nimm bloß die Liebe nicht wichtig, alter 22.00: Wetter=, Tages= u. Sportnachrichten: anschließ. Deutschland=Echo. 22.30 bis 0.55: Wir bitten zum Tanz! Es spielt die Kapelle Arnd Robert und das Akkordeon=Duo Gebrüder Hansen. 22.45: Deutscher Seewetterbericht. REICHSSENDER KÖLN 6.00: Morgenlied: Wetterbericht für den Bauer. 6.05: Leibesübungen. 6.30: Frühkonzert.— 1. Teil: 1. Heldenblut, Marsch; 2. Faer; 3. Stradturmbanns ug des 1. SS=Totenkopf„Oberl erbayern". auf der Alm, Marsch: 3. A tulli Weinderl, Lied; 4. Lustiges Wien, Walzer: 5. Der Klabautermann, Polka; 6. Fünf Minuten von hier, Lied: 7. Lustig und fidel, Marsch. 14.45: Schlachtviehmarktberichte. 15.00: Für große und kleine Kinder. Heute groß. Märchenraten. 15.30: Sendepause. 15.45: Wirtschaftsmeldungen. 16.00: Musik am Nachmittag. 16.50: Besuch bei dem Dichter Edwin Erich Dwinger. 17.05: Griff ins Leben. Vom Land der Ruhr bis zur Waterkant. Eine Folge von Funkberichten (mit lustigen Seemannsgeschichten). 18.00: Musik zum Feierabend.— I.: 1. Ouvertüre zur Oper„Der grobe Märker"; 2. Konzert amoll Werk 53 für Violine und Orchester; 3. Mythologischer Zug.— II.: Bilder aus dem rient für Klavier.— III.: Tänzerische Musik. 19.45: Neues vom Film. 20.00: Erste Abendmeldungen. 20.10: Die Westdeutsche Wochenschau. 21.00: Neue deutsche Hausmusik. 1, Serenade für Klarinette, Violine und Klavier: 2. Nordische Zwiegespräche vom deutschen Jahresring, für Sopran, Alt u. Klavier: 3. Passacaglia und Fuge für zwei Klaviere: 4. Nordische Skizzen, Werk 41, für Streich=Quartett. 22.00: Zeit, Wetter, Nachrichten. 22.30 bis 24.00: Nachtmusik. DEUTSCHLANDSENDER 6.00: Gioae Wetterbericht wirtschaft. Fröhlicher Wochenanfang mit Schallplatten und Udo Vietz. Dazwischen um 7 Uhr: Nachrichten des Drahtlosen Dienstes. 8.00: Sendepause. 9.00: Sperrzeit. 9.40: Sendepause. 11.15: Deutscher Seewetterbericht. 11.30: Sendepause. 11.40: Der Bauer spricht— Der Bauer hört: Unter Schnee und Eis drohen auch Gefahren. Anschließend Wetterbericht. 12.00: Aus Dresden: Musik zum Mittag. Es spielt die Dresdner Philharmonie. 12.55: Zeitzeichen der Deutschen Seewärte. 13.00: Glückwünsche. 13.45: Neueste Nachrichten. 14.00: Allerlei— von Zwei bis Drei! 15.00: Wetter= u. Börsenberichte; Programmhinweise, 15.15: Alexand. Brailowsky spielt (Schallplatten). 15.40: Italienische Opernarien. Simone Boccanegra/ Mephistophele/ Der Barbier von Sevilla. 16.00: Musik am Nachmittag.— 1. Ouvertüre zu„Raymond"; 2. Deutsche Suite; 3. Zwei Stücke für Cello und Klavier; 4. Norwegische Rhapsodie; 5. Zwei Stücke von Brase; 6. Ewige Jugend; 7. Ouvertüre zu einer 8. Rendezvous bei elodien aus„Liseräume an der DoGlockenspiel; Morgenruf; icht für die Landschichte, auf Russisch helm Busch. gie; b) Hemd des Zufrie denen. Eine alte Geschichte, auf gezeichnet von Wilhelm Busch. 17.50: Bücherstunde der Hitler jugend. aul Grümmer spielt... tätten deutscher ForKampf den Bakterien! esuch beim Bakteriologiund Sexum=Institut in an der Warthe Stuttgart: Ae wärts zur Sonne, Marsch: 2. Seemanns Morgengruß: 3. Hochzeit der Winde, Walzer; 4. Fliegerparade; 5. Husarenritt, Galopp: 6. In alter Frische, Marsch.— 2. Teil: 7. Mit klingendem Spiel, Marsch: 8. Ouvertüre„Zar u. Zimmermann"; 9. Schwarzbraun ist die Haselnuß. Marsch: 10. Am Taubenhaus, Polka-Mazurka: 11. Mit frischer Kraft, Marsch; 12. Schattenspiele; 13.Liebestraum; 14. Funkheinzelmanns Geburtstagsgruß; 15. Schlittschuhläufer. Walzer; 16. Heil dem Sieger. Marsch. 7.00: Nachrichten— Morgenlied — Morgenruf. 8.00: Kalenderblatt; Zeit, Wetter, Wasserstandsmeldungen. 8.10: Frauenturnen. 8.30: von Saarbrücken: Musik am Morgen. 1. Titanenmarsch: 2. Ouvertüre„Die schöne Galathee"; 3. Ob hlond, ob braun, Walzer: 4. Stelldichein im Sonnenschein; 5. Melodien aus „Wo die Lerche singt": 6. Lyrisches Intermezzo. 9.30: Sendepause. 9.45: Zeit, Nachrichten, Wasserstandsmeldungen. 10.00: Jungen und Mädel am Werk. Wir besuchen sie an ihren Arbeitsstätten. 10.30: Kindergarten. 11.00: Sendepause. 11.50: Bauer, merk auf! 12.00: Die Werkpause des Reichssenders Köln(in Verbindung mit der DAF.). Was sich die arbeitenden Volksgenossen des Sendegebietes wünschen. Übertragung aus der Firma Demag Akt.=Ges., Werk Wetter, Wetter(Ruhr). Es spielt das NSBO.=Streichorchester unter Leitung von Walter Schmidt. 13.00: Mittagsmeldungen, Glückwünsche. 13.15: von München: Mittagskonzert.— 1. Heiß brennt die Liebe, Marschlied; 2. Zwei Stücké: a) Humoreske; b) Florida; 3. a) Über den blauen Wogen; b) Wenn ein Schneemann verliebt ist: 4. Frühlingsfanfare: 5. Musikanten sind da; 6. Rialtobrücke: 7. Exotischer Tanz; 8. O Primadonna. 14.00: Mittagsmeldungen. 14.15: Allerlei— von Zwei bis Drei! 15.00: Sendepause. 15.45: Wirtschaftsmeldungen. 16.00: Musik am Nachmittag, 16.45: Am Büchertisch. Dr. Josef Mahlberg bespricht Neuerscheinungen. 17.00: Kammermusik. Trio, Werk 46 von L. M. Tedeschi. 17.30: Der Dichter Edwin Erich Dwinger erzählt über Rußland und Spanien. 18.00: Schöne Stimmen auf Schallplatten.— 1. Der Hölle Rache kocht in meinem Herzen, aus der Oper„Die Zauberflöte"; 2. Bravour-Variationen; 3. Holde Märchenträume, Walzer aus„Tausendundeine Nacht"; 4. Schwalben zur Heimat ziehen; 5. Kuß=Walzer. 18.20: Politische Zeitungsschau. 18.40: Unterhaltungskonzert.—1. Vorspiel zur Oper„Der Korsar"; 2. a) Märchen beim Tans; b) Ramadanfest, aus der Folge Aus 18.10: 18.40: Ein schen Land 19.00: 00: Aus Stuttgart: Aergern ist Unfug! Ein heiteres Hörspiel mit Gesang über ein alltägliches Thema. 19.45: Deutschland-Echo. 20.00: Kernspruch: anschließend: Wetterbericht u. Kurznachrichten des Drahtlosen Dienstes. 20.10: Orchestermusik aus Oesterreich. 21,00:„Kreuszug 1921".— Eine Ballade für den Rundfunk. 22.00: Wetter=, Tages= u. Sportnachrichten: anschließ. Deutschland=Echo. 22.30: Eine kleine Nachtmusik. 22.45: Deutscher Seewetterhericht. 23.00 bis 24.00: Es meldet sich zur Stelle die ultrakurze Welle!— Bunte Musik als Freudenspender vom kleinen über den großen Sender. REICHSSENDER KÖLN 6.00: Morgenlied: Wetterbericht für den Bauer. 6.05: Leibesübungen. 6.30: v. Frankfurt(aus Kassel): Frühkonzert.— 1, Teil: 1, Aufnadanfest, aus der Folge dem Morgenlande"; 3. che Rhapsodie: 4. a) Elegie; b) Plauderei: 5. Melodien aus der Oper„Die Regimentstochter": 6. Der sterbende Schwan; 7. Polka und Czardas aus„Ritter Pasman": 8. Scherzando, aus der„Zweiten Kleinen Folge“, 19.45: Momentaufnahme. 20.00: bendmeldungen ungen, 20.10: Aus alten und neuen Operetten. 1. Vorspiel zurO zur Operette rieg": 2. Meloingspiel„Aennretten. 1. „Der lustige dien aus dem Singspiel„Aenn chen von Tharau": 3. Ballsirenen, Walzer aus der Operette „Die lustige Witwe"; 4. Intermezzo aus der Operette„Herz über Bord": 5. Vorspiel zur Operette„Lysistrata": 6. Du nur bist das Glück meines Lebens. Lied aus der Operette Die Vielgeliebte"; 7. Der Zauber der Montur, Marsch aus der Operette„Die Landstreicher". 21.00: Kleine Kostbarkeiten aus dem Schallplattenschrank. 22.00: Zeit, Wetter, Nachrichten. 22.30: Englische Unterhaltung. 22.45 bis 24.00: von Hamburg: Tanz- und Volksmusik. DEUTSCHLANDSENDER 6.00: Glockenspiel; Morgenruf: Wetterbericht Jür die Landwirtschaft; anschließend Schallrade: 5. Husarenritt: 6. In alter Frische; 7. Mit klingendem Spiel: 8. Ouvertüre zu„Zar u. Zimmermann": 9. Schwarzbraun ist die Haselnuß; 10. Am Taubenhaus: 11. Mit frischer Kraft: 12. Schattenspiele; 13. Liebestraum: 14. Funkheinzelmanns Geburtstagsgruß: 15. Schlittschuhläufer=Walzer: 16. Heil dem Sieger. Dazwischen um 7 Uhr: Nachrichten des Drahtlosen Dienstes. 8.00: Sendepause. 9.00: Sperrzeit. 10.00: Sendepause. 10.30: Fröhlicher Kindergarten. 11.00: Sendepause. 11.15: Deutschen Seewetterbericht. 11.30: Wir fertigen eine Haushaltskartei an. 11.40: Der Bauer spricht— Der Bauer hört: Wasserschleppen ist Kraftverschwendung. Eine Anleitung zur Selbstherstellung einfacher Wasserversorgungsanlagen. Anschließend Wetterbericht. 12.00: Aus Stuttgart: Musik zum Mittag. 1. Ouvertüre zu„Artistenleben"; 2. Japanische Gesichte; 3. Melodien aus„Der Mikado": 4. Ouvertüre zu „Prinz Methusalem"; 5. Thüringer Wald: 6. Aus einer kleinen Stadt; 7. Grüße aus Österreich; 8. Melodien aus„Tatjana". 12.55: Zeitzeichen der Deutschen Seewarte. 13.00: Glückwünsche. 13.45: Neueste Nachrichten. 14.00: Allerlei— von Zwei bis Drei! 15.00: Wetter= u. Börsenberichte: Programmhinweise. 15.15: Briefe aus dem Alltag.— Werktätige Frauen schreiben an den Deutschlandsender. 15.45: Kleines Zwischenspiel.— Schallplatten. 16.00: Musik am Nachmittag.— 1. Ouvertüre zu„Der Opernball": 2. Husarenwalzer: 3. Aufforderung z. Tanz: 4. Mazurka für Flöte und Klavier; 5. Serenade und Polonaise aus „Die Millionen des Harlekin": 6. Darf ich bitten; 7. Bayerische Polka für Posaune mit Orchester: 8. Schenk mir doch ein kleines bißchen Liebe; 9. Bauerngalopp: 10. Ouvertüre zu „Das Fest der Infantin"; 11. Kastagnettenklänge: 12. Tanzrhythmen; 13. Melodie und Intermeszo für Violine und Klavier; 14. Die Musik spielt ganz leise; 15. Tanz der bösen Buben; 16. Die Rosen, die am Hhönsten blühn; 17. Mondziergang: 18. Alles, alles tu ich aus Liebe; 19. Lebe wohl, kleine Frau; 20. Maskerade. Solo für Xylophon mit Orchester: 21. Lachen ist gesund; 22. Nimm bloß die Liebe nicht wichtig, alter Freund. In der Pause von 17.00 bis 17.10; Ein Mensch... Nachdenkliche Verse. 18.00: Das deutsche Lied. 18.20: Politische Zeitungsschau d. Drahtlosen Dienstes. 18.40: Schallplatten. 19.00: Guten Abend, lieber Hörer! Blumen und Liebe.— Ein klingender Strauß. 19.45: Deutschland=Echo. 19.55: Die Ahnentafel, Wir forschen nach Sippen und Geschlechtern. 20 9: Kernspruch; anschließend: Wetterbericht u. Kursnachrichten des Drahtlosen Dienstes. 20.10: Aus Stuttgart.„Die Bohème" von G. Puccini. 22.00: Wetter=, Tages= u. Sportnachrichten; anschließ. Deutschland-Echo. 22.30: Eine kleine Nachtmusik. 22.45: Deutscher Seewetterbericht. 23.00 bis 24.00: Zum Tanze erklingen die Geigen.— Schallplatten. REICHSSENDER KÖLN 6.00: Morgenlied: Wetterbericht für den Bauer. 6.05: Leibesübungen. Nicht frieren und frösteln, sondern Blutzirkulationsübungen. 6.30: Frühkonzert 7.00: Nachrichten— Morgenlied — Morgenruf, 8.00: Kalenderblatt; Zeit, Wetter, Wasserstandsmeldungen. 8.10: Frauenturnen. 8.30: v. Leipsig(aus Dresden): frühstückspause.— Ma ilika- und spiel s. Operette„Die Irrfahrt ins Glück"; 2. Serenade: 3. Melodien aus d. Operette„Die Spiegel"; 4. Konderted„Ueber die Frau im stück über Hochzeit der Winde. Walzer: 6. Im wogenden Aehrenfeld; 7. Frei ist der deutsche Rhein, Marsch. 14.00: Mittagsmeldungen. 14.15: Fortsetzung des Mittagskonzerts.— 8. Aus der zweiten kleinen Folge: a) Präludium: b) Heimweh: 9. Püppchens Traum; 10. Melodien aus der Oper„Lakme“; 11. Kastagnetten=Klänge, Walzer; 12. Melodien aus der Operette„Friederike". 15.00: Für unsere Kinder. Frau Holle schüttelt die Betten aus. Ein Spiel von Gertrud Krönke. 15.30: Sendepause. 15.45: Wirtschaftsmeldungen. 16.00: Wir treiben Familienforschung. Ratschläge. Antworten und Anleitungen von Hugo Schünemann. 16.30: Uebertragung aus Düsseldorf: Nachmittagskonzert. 17.30: Liederstunde. 1. Mädchengebet. Kinderabendlied, Herbstgefühl, Mädchenlied: 2. Klavierstücke; 3. Der Funken. Jesu Wiegenlied. Volkslied. Der Gänsehirt. 18.00: Unser singendes, klingendes Frankfurt. 1. Wenn sie die Trommel rühren: 2. Polonaise aus„Eugen Onegin": 3. Ein jeder kennt die Liebe, aus „Eugen Onegin"; 4. Malaguena: 5. Die Nachtigall: 6. Hymne an die Sonne; 7. Trinklied; 8. Tanz der Blumen: 9. Woher dieses Sehnen?: 10. Moderne Ballettsuite: 11. O du Palermo, aus„Die sizilianische Vesper"; 12. Ouvertüre zu„Die sizilianische Vesper": 13. Zigeunerweisen: 14. Melodien aus „Frau Luna": 15. Liebe kleine Betty: 16. Polowetzer Tänze: 17. Leise klingt eine Melodie: 18. Abendständchen: 19. In der Waldschenke: 20. Zeit ist Geld, Galopp. 19.45: Momentaufnahme. 20.00: Erste Abendmeldungen. 20.10: Sendepause. 20.15: von Berlin: Stunde der jungen Nation. Oesterreich— Volk und Land. 20.45: Brucknerfeier im Reichssender Köln, 5. Sinfonie B=dur (Urfassung). 22.15: Zeit. Wetter, Nachrichten. 22.45 bis 24.00: Übertragung aus der„Kaskade" in Düsseldorf: Tanzmusik. DEUTSCHLANDSENDER 6.00: Glockenspiel; Morgenruf: Wetterbericht für die Landwirtschaft: anschließend Schallplatten. 6.30: Aus Köln: Frühkonzert. Dazwischen um 7 Uhr: Nachrichten des Drahtlosen Dienstes. 8.00: Sendepausé. 9.00: Sperrzeit. 9.40: Kleine Turnstunde für die Hausfrau. 10.00: Sendepause. 10.30: Fröhlicher Kindergarten. 11.00: Sendepause. 11.15: Deutscher Seewetterbericht. 11.30: Der Bauer spricht— Der Bauer hört: 1. Durchforstung gehört zur Waldpflege; 2. Roher Torf macht Humuserde. Anschließend Wetterbericht. 12.00: Aus Breslau: Musik zum Mittag.— 1. Gotteskämpfermarsch: 2. Festoupertüre; 3. Melodien aus„Hänsel und Gretel": 4. Hummelflug: 5. Kocheler Ländler; 6. Caprice für Klarinette und Orchester: 7. Espana; 8. Fürstenkind, 12.55: Zeitzeichen der Deutschen Seewärte. 13.00: Glückwünsche. 13.45: Neueste Nachrichten. 14.00: Allerlei— von Zwei bis Drei! 15.00: Wetter= u. Börsenberichte: Programmhinweise. 15.15: Werke großer Meister.— Schallplatten. 15.40: Lieder aus der Biedermeierzeit. 16.00: Musik am Nachmittag. In der Pause von 16.50 bis 17.00: Truthahn und Truthähnhen.— Kindergedichte über Liere. 18.00: Zeitgenössische Chormusik. Friedr. Welter: Nach Ostland. 1s nach ostpreu8.20: Der Dichter spr zeit der Winde; 4, Fliegerpasyll am See. 2. W aus der Oper„Martha“. 9.00: Dein sind die Himmel, dein ist die Erde. Eine Morgenfeier. 9.45: Zeit, Nachrichten, Wasserstandsmeldungen. 10.00: Bezwinger des Ozeans. 10.30: Sendepause. 11.50: Bauer. merk auf! 12.00: Die Werkpause des Reichssenders Köln(in Verbindung mit der DAF.). Was sich die arbeitenden Volksgenossen des Sendegebietes wünschen. Übertragung aus den Silik Schamotte=Fabriken Pagenstecher A.=G heim, Es spielt die Kapelle der Schutzpolizei Köln unter Leitung von Erich Seeger. Meister der Schutzpolizei. 18.00: Mittagsmeldungen. Glückwünsche. 18,15; Mittagskonzert.— 1. Vor18.20: Der Dichter Euringer liest heitere ten. portfunk. uten Abend. lieber Höuntes Allerlei.eutschland-Echo, pr 18.40: 19.00: rer! 19.45: 20.00: ernspruch: anschließend: Wetterbericht u. Kurznachrichten des Drahtlosen Dienstes. 20.10: Kleine bunte Musik. Von der Flöte bis zum Fagott. 20.45: Stunde der jungen Nation. Oesterreich. Volk und Land. 21.15: Mit frohem Mut ins neue Jahr. 1. Mit frischem Mut; 2. Ouvertüre zu„Der Wildschütz": 3. Märchen aus alter Zeit: 4. Erinnerung an die Schwetz: 5. Großer Festmarsch: 6. Fackeltans: 7. Wilhelmus von Nässauen, Armeemarsch 122: 8. Treue um Treue. 22.00: Wetter=, Tages= u. Sportnachrichten; anschließ. Deutschland=Echo. 22.30: Eine kleine Nachtmusik. 22.45: Deutscher Seewetterbericht. 23,00 bis 2400: Wir bitten zum Tanz! 7 1 Westfalen und Rheinland Ein Sack Düngekalk als Ursache eines verheerenden Brandes r. Siegen. Im Wittgensteinschen Lande hatte die Bauernschaft die Streukalkdüngung in diesem Jahre zum ersten Male in stärkerem Maße durchgeführt. Der 75jährige Altbauer A. war den Empfehlungen der Schulungsabende gefolgt, hatte Streukalk geworfen und dabei vor einer Mittagspause einen Sack Streukalk übrig behalten, der am Nachmittag geworfen werden sollte. Er hatte den Sack in einem mit Stroh gefüllten Schuppen nahe am Tor niederstellen lassen. Ueber Mittag aber hatte ein Gewitterregen dem Sack Wasser zugeführt, der Kalk geriet in Löschprozeß und setzte das naheliegende Stroh in Brand. Der Bauernhof brannte bis auf die Grundmauern nieder. Nun standen der Bauer und sein Knecht unter der Anklage fahrlässiger Brandstiftung vor Gericht. Die Angeklagten machten geltend, daß ihnen nicht bekannt gewesen sei, daß Streukalk ungelöschter Kalk sei, und da die gerichtlichen Erhebungen zu der Feststellung führten, daß dem überwiegenden Teil der Bauern und Landwirte der Umgebung diese Eigenschaft unbekannt war, konnte den Angeklagten ein eigenes Verschulden, auch ein fahrlässiges, nicht mehr zur Last gelegt werden und das Gericht sprach sie frei. Hundertjähriger Bauernhof w. Minden. Mit Ablauf dieses Jahres kann das im benachbarten Eisbergen gelegene Gut Bruchhof auf ein hundertjähriges Bestehen zurückblicken. Das Gut ist Eigentum der Familie von Schellersheim in Eisbergen. Die Stätte Nr. 33, früher Hofstelle des Cord Meier, bildete den Ursprung des heute in ausgezeichneter Verfassung stehenden Gutes. Nach dem Aussterben der Besitzer fiel die Stätte an den Gutsherrn zurück, da dieser Ober=Eigentümer war und somit als Erbe aller aussterbenden Güter galt. Zur Zeit ist das Mustergut Bruchhof an den Pächter Sander verpachtet. Vorher war es über 50 Jahre in den Händen der Familie Meier zur Heide. Personenwagen überschlagen und ausgebrannt. Ein schweres Unglück w. Warburg. In der Morgenfrühe nach den Feiertagen ereignete sich unweit Warburg ein schweres Autounglück, bei dem wie durch ein Wunder niemand ernstlich verletzt wurde. Ein aus Kassel stammender Reisender, welcher aus dem Westen nach dem Feiertagsbesuch heimfuhr, geriet aus unbekannter Ursache hier aus der Fahrbahn, raste gegen einen Baum, riß einen zweiten um und überschlug sich mit seinem Wagen, einem schweren Mercedestyp, so daß er ange Zeit liegen blieb, bis hilfsbereite Anwohner auf den furchtbaren Krach hin herbeikamen. Sie befreiten den Fahrer in letzter Sekunde aus dem verschlossenen Wagen, der sonst unrettbar verlorengewesen wäre; denn im gleichen Augenblick brannte der Kraftwagen, welcher Feuer gefangen hatte, vollkommen aus. Nächtlicher Brand in Greven— Fabriklager durch Feuer vernichtet w. Greven. In der letzten Nacht gegen 0.30 Uhr brach in dem Gebäude der früheren RamieUnion, das von der Firma Hermann Biederlack u. Co. für ihre Reißerei und als Lager gebraucht wird, Feuer aus, durch das ein großer Teil der hier lagernden Baumwolle und der Abfallwolle vernichtet wurde. Durch das Dach brachen dauernd hohe Flammen und dichte Rauchwolken hervor; die Funken wurden über 100 Meter weit fortgetragen. Der Sachschaden ist bedeutend. Kurz nach Bekanntwerden des Brandes traf die Freiwillige Feuerwehr Greven ein, die bis in die frühen Morgenstunden hinein das Feuer bekämpfte und dafür sorgte, daß ein Uebergreifen der Flammen auf ein Nachbargebäude und auf die durch eine Mauer von dem Lager getrennte Reißerei vermieden wurde. Das ausgebrannte Gebäude umfaßt eine Fläche von 4—5000 Quadratmeter. Die münsterische Feuerwehr, die ebenfalls zur Brandstätte ausgefahren war, brauchte nicht mehr einzügreifen. Tödlicher Verkehrsunfall w. Paderborn. Wiederum ereignete sich an der gefährlichen Kurve bei der Eisenbahnbrücke nach Salzkotten ein tödlicher Verkehrsunfall. Der 29jährige Händler Kaß aus Paderborn hatte mit einem Sozius soeben in Richtung Salzkotten die Stadt verlassen, als er infolge der eisigen Glätte die Gewalt über sein Motorrad verlor und gegen einen Bordstein geschleudert wurde Bei diesem Sturz wurde er so schwer verletzt, daß er auf der Stelle tot war. Der Beifahrer wurde ebenfalls bedenklich verletzt. Durch ein Sanitätsauto wurde er ins Krankenhaus ge bracht. Den Bruder im Streit niedergeschossen w. Münster. In der vergangenen Nacht wurde der Kaufmann Arthur Horstmann, Salzstraße 30 wohnhaft, von seinem Bruder Wilhelm vor dem elterlichen Hause durch mehrere Schüsse schwer verletzt. Der Grund zu der furchtbaren Tat ist unbekannt, scheint aber in Familienstreitigkeiten zu suchen zu sein. Der Täter ist zur Zeit Ein Appell an die Radfahrer! Kämpft mit gegen Fahrraddiebe Mit der Zunahme der Fahrräder im Straßenverkehr hat sich auch der Kreis der Fahrraddiebe vergrößert. Dabei sind meist minderbemittelte Volksgenossen die Opfer der Fahrradmarder. Mancher, der nach jahrelanger Erwerbslosigkeit in Arbeit und Brot kam und mit seinem ersten Verdienst ein Fahrrad auf Teilzahlung erstand, hatte es schon eingebüßt, bevor er mit der Abzahlung begonnen hatte. Nicht selten aber hat die eigene Fahrlässigkeit den Verlust des Fahrrades begünstigt, so z. B. das unbeaufsichtigte Stehenlassen des Fahrrades auf der Straße. Der abgefeimte Fahrraddieb steht still und beobachtet. Besonders neue Räder sind ihm willkommen. Eine kurze Abwesenheit des Besitzers, etwa un eine Kleinigkeit zu besorgen, benutzt der Dieb, um das Rad verschwinden zu lassen. Die unermüdlichen und zeitraubenden Ermittlungsarbeiten der Kriminalbeamten sind in vielen Fällen zwecklos, weil die Bestohlenen nicht die einfachsten Anhaltspunkte geben können. Gerade die Kriminalpolizei kann ein Lied davon singen, wie sorglos und leichtfertig viele Volksgenossen sind. Von jedem Fahrradbesitzer muß unbedingt verlangt werden, daß er sich Marke und Nummer seines Fahrrades aufschreibt. Mit diesen Merkmalen kann die Kriminalpolizei oft noch nach langer Zeit dem rechtmäßigen Eigentümer sein Fahrrad zurückgeben, das irgendwo und irgendwann einmal aufgegriffen wird. Fehlen der Polizei aber diese Merkmale, so sind die Eigentümer einfach nicht zu ermitteln. Man soll es nicht für möglich halten, daß es Leute gibt, die der Polizei nicht einmal die Fabrikmarke ihres Fahrrades angeben können. Und was helfen alle polizeilichen Maßnahmen, wenn die leichtfertigen Fahrradbesitzer selbst durch ihr Verschulden immer wieder Anreis zum Stehlen geben! Kölner Karneval 1937 „Märchen und Sagen aus aller Welt“ Leitsatz des Kosenmontagszuges rw Köln. Silvester begann in der rheinischen Domstadt, die nach einer Verlautbarung des Reichsfremdenverkehrsverbandes zusammen mit München als„Hochburg des deutschen Karnevals“ erklärt worden ist, der kölsche Fastelovend. Seine Tollität Prinz Karneval trat die Herrschaft an, wenn er auch persönlich sich noch nicht der Oeffentlichkeit zeigte. Die 17 großen Karnevalsgesellschaften und Karnevalskorps haben unter Führung des Festausschusses des Kölner Karnevals inzwischen die Veranstaltungsfolge festgelegt. Nicht weniger als 20 Herrensitzungen, 27 Sitzungen mit Damen und 17 Fremdensitzungen sieht der Festkalender vor. Hinzu kommen 40 große Maskenbälle in allen großen Festlokalen der Stadt. Eingeleitet wird die Festfolge der engeren Karnevalstage am Freitag, 29. Januar, mit der Prinzenproklamation und Vorstellung des Kölner Bauern und der Kölner Jungfrau, die im Rahmen einer Prunkfestsitzung des Festausschusses in der großen Messehalle erfolgen. Es folgen dann die Weiberfastnacht und eine Fülle von Maskenbällen. Der Rosenmontag stellt seit nahezu 100 Jahren die glänzendste Veranstaltung des Kölner Karnevals, den Rosenmontagszug heraus, der 1937 unter dem Leitwort„Märchen und Sagen aus aller Welt“ veranstaltet wird und nach den Angaben des Festausschusses eine Ausgestaltung erfahren wird, wie es nach dem Kriege bisher noch nicht der Fall gewesen ist. Der Rosenmontagszug 1937 wird gegenüber dem Vorjahr ein Mehr an Kosten von rund 30 000 RM. erfordern. Erstmalig werde sich auch die Kölner Garnison mit der Gestellung von Musikkapellen, Bespannungen und Reitpferden beteiligen. Am 24. Januar steht der gesamte Kölner Karneval im Zeichen des WHW. Sämtliche im Karneval tätigen Musikkapellen werden in der Stadt musizieren, und die Präsidenten und Elferräte sammeln in den Straßen und während der Veranstaltungen, um damit ihren Dank für die Unterstützung seitens der Behörden zum Ausdruck zu bringen. Von allen Eintrittskarten wird außerdem ein WHW.=Groschen erhoben. Der Zugweg des Rosenmontagszuges hat eine Aenderung erfahren und beschränkt sich 1937 in der Hauptsache auf die alten Zugstraßen in der Innenstadt und auf den Ringen. Mit dem Dienstag=Ball der Vereinigten Dienstag=Ballgesellschaften und dem üblichen Aschermittwoch=Fischessen werden die tollen Tage um die Herrschaft des Prinzen Karneval für 1937 begraben. Festpreise für Verbrauchszucker r. Bonn. Die Hauptvereinigung der deutschen Zuckerwirtschaft hat, wie der Zuckerwirtschaftsverband Rheinland mitteilt, mit Zustimmung des Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft und des Reichskommissars für die Preisbildung mit Wirkung ab 1. Januar 1937 für die einzelnen Zuckerwirtschaftsgebiete Festpreise für Verbrauchszucker(Ladenverkaufspreise) und für das ganze Jahr einheitlich geltende Fest=Einkaufspreise für die Wiederverkäufer und Verarbeiter von Zucker für die einfachste Verbrauchszuckersorte(Grundsorte) festgesetzt. Dabei ist eine Vergütung in Geld vom Rechnungsbetrage oder eine Verbilligung des Zuckers durch Vergünstigungen auf anderen Waren sowie jede auch anders geartete Vergütung oder Vergünstigung vom Zukerverkäufer an den Käufer ausdrücklich verboten. Hiernach gelten im Gebiet des Zuckerwirtschaftsverbandes Rheinland(Rheinprovinz, Birkenfeld) am 1. Januar 1937 nachfolgende Festpreise in den genannten Bezirken: a) Ladenverkaufspreise: 1. Rhein=Ruhr=Lippe und Stadt= und Landkreis Aachen, Kreis Jülich und Geilenkirchen: 0,76 RM. je Kilo Zucker; 2. Eifel, Hunsrück, Trier, Westerwald: 0,78 RM. je Kilo Zucker; 3. übriges Rheinland: 0,78 RM. je Kilo Zucker. Zum„Tag der Briefmarke“ Der„Tag der Briefmarke", der vom 7. bis 10. Januar in Deutschland begangen wird, findet seinen Höhepunkt in einer großen Werbeschau in Hamburg. Hier sind die beiden ersten Mauritius=Marken auf einem Briefumschlag zu sehen, die einen Wert von 125 000 RM. darstellen.(Scherl— M.) b) Einkaufspreise der Wiederverkäufer und der Verarbeiter von Zucker: 1. Rhein=Ruhr=Lippe und Stadt= und Landkreis Aachen, Kreise Jülich und Geilenkirchen: 69,10 RM. je 100 Kilo bei Abnahme von 1—3 Dz.; 2. Eifel, Hunsrück, Trier, Westerwald: 70,60 RM. je 100 Kilo bei Abnahme von 1—3 Dz.; 3. übriges Rheinland: 70,10 RM. je 100 Kilo bei Abnahme von 1—3 Dz. c) Mengenstaffelung: Von den unter b) festgesetzten Grundpreisen sind folgende Mengenabschläge zu gewähren: Bei einmaliger Abnahme von 4— 10 Dz. 0,50 RM. für 100 Kilo, 11— 20 Dz. 0,75 RM. für 100 Kilo, 21— 50 Dz. 1,00 RM. für 100 Kilo, 51—100 Dz. 1,20 RM. für 100 Kilo, 101—150 Dz.= 1,50 RM. für 100 Kilo, und mehr. Bei Abholung des Zuckers durch den Käufer ab Waggon oder ab Lager tritt ein Abschlag von 0,25 RM. je 100 Kilo ein. Die festgesetzten Preise gelten nur zur Abnahme von 250 Dz. im Vierteljahr. Bei größeren Abnahmen sind freie Vereinbarungen zwischen Käufer und Verkäufer möglich. Streik der Lebensmittelbranche in Paris Ueberall warten Menschenmassen vergeblich auf das Oeffnen der Lebensmittel- und Kolonialwarengeschäfte. In der französischen Hauptstadt traten die Geschäfte der Lebensmittelbranche in Rrotest gegen die den Streik zum Protest neuen Arbeits- und Lohnbestimmungen. (Weltbild— M.) Schloß Schwarzenraben wieder aufgebaut w. Erwitte. Das in ganz Deutschland bekannte und vielbesuchte Wasserschloß Schwarzenraben, eine der schönstgelegenen Wasserburgen des Westfalenlandes, das vor rund 1½ Jahren durch einen Brand schwer heimgesucht wurde, ist nach schwierigen Aufbauarbeiten vollständig im alten Stil neu errichtet und zeigt sich in seinem neuen Zustande in all seiner winterlichen Schönheit. Im Innern jedoch sind einige Aenderungen vorgenommen worden, die einen Brand wie den vergangenen unwahrscheinlich werden lassen. So hat man zum größten Teil Eisenbetonkonstruktion verwendet, die dem alten Schloß für viele Jahre den notwendigen Halt verleihen. Bei der konstruktiven Neugestaltung wirkte auch der Darmstädter Professor Kleinlogel mit. Bekanntlich ist das schöne Wasserschloß im Besitz der freiherrlichen Familie von Ketteler. Mit dem Motorrad in den Tod w. Lockhausen(Lippe). Als der hiesige Einwohner Fritz Wiedemann sich mit einem Arbeitsdienstmann auf einer Motorradfahrt befand, glitt das Rad auf der feuchten Straße in Theesen bei Bielefeld aus und prallte gegen einen Telegraphenmast. Hierbei erlitt Wiedemann schwere Kopfverletzungen, an deren Folgen er nach kurzer Zeit starb. Der Arbeitsmann kam mit leichten Verletzungen davon. Neue Fernverkehrsstraße in Castrop=Rauxel w. Castrop=Rauxel. Nach dreijähriger Bauzeit wurde am Mittwoch die neue Verbandsstraße NS VIII, die vom gleichen Tage ab die Bezeichnung„Hermann=Göring=Straße" trägt und eine Teilstrecke der Reichsstraße 235 von Münster über Lüdinghausen— Datteln— Castrop=Rauxel— Witten— Schwelm nach Köln darstellt, dem Verkehr übergeben. 6620 Ehestandsdarlehen in Bochum w. Bochum. Nach einer Mitteilung der Stadtverwaltung Bochum wurden seit dem Inkrafttreten des Gesetzes zur Förderung der Eheschließung in Bochum 6620 Ehestandsdarlehen beantragt. Insgesamt sind durch diese Ehestandsdarlehen drei Millionen Mark der Bochumer Wirtschaft zugeflossen, was sich vornehmlich in der Steigerung der Gütererzeugung und in der starken Belebung des Baumarktes ausdrückt. Langgesuchter Verbrecher niedergeschossen w. Gelsenkirchen. Vom Schicksal ereilt wurde ein langgesuchter Verbrecher. Bei einem Reviergang stellte ein Polizeibeamter in der Wilhelmstraße in Gelsenkirchen einen von drei Staatsanwaltschaften gesuchten Schwerverbrecher, der beim Erscheinen des Beamten flüchtete und sich auf dem Dachboden eines Hauses versteckte. Als ihm der Beamte folgte, griff der Bursche zur Pistole und legte auf den Beamten an; der Schuß ging jedoch nicht los. Gleichzeitig hatte aber auch der bedrohte Beamte von der Schußwaffe Gebrauch gemacht. Der Verbrecher wurde getroffen und auf der Stelle getötet. Leichter Unfall eines KdF.=Omnibusses r. Essen. Von mehreren KdF.=Omnibussen, die sich mit Düsseldorfer Volksgenossen auf einer ilvesterfahrt nach dem Harz befanden, geriet ein Wagen auf dem Ruhrschnellweg Essen—Dortmund an einer vereisten Straßenkurve in EssenKray ins Schleudern. Der Wagen wurde beschädigt und einige Fahrtteilnehmer erhielten geringfügige Schnittverletzungen. Nach kurzem Aufenthalt konnte die Fahrt mit sämtlichen Teilnehmern fortgesetzt werden. Die frohe Silvesterstimmung der KdF.=Reisenden wurde durch den kleinen Zwischenfall nicht beeinträchtigt. Chilenische Gäste in Düsseldorf r. Düsseldorf. Eine Gruppe chilenischer Ingenieur=Studenten und Professoren, die sich seit Anfang Dezember auf einer viermonatigen Studienreise durch Deutschland befinden, trafen in diesen Tagen in Düsseldorf ein, wo sie bis zum 8. Januar bleiben werden.