altinger Zeitung 87. Jahrgang Bezugspreis: Durch Boten srei Haus halbmonatlich 1,08 Mk., davon 20 Pfg. für Beförderung und Botenlohn. Postbezugspreis monatlich 2.00 Mk., davon 32 Pfg. Postzeitungsgebühr ausschl. Zustellgeld. Erscheint täglich, außer Sonn= u. Feiertags. Anzeigenpreis: Fur 1 mm Höhe und 22 mm Breite 5 Pfg. Für Anzeigen im Textteil 1 mm Höhe und 75 mm Breite 20 Pfg. Ermäßigte Grundpreise u. Nachlässe lt. Tarii Nr. 2. Anzeigenaufträge werden nur zu den„Allg. Geschäftsbedingungen" anenommen. Veröffentlichung in den Vereinigten Ruhrtal=Zeitungen: Hattinger eitung. Bochumer Tageblatt u. Tageblatt f. Essen=Steele=Kray=Ueberruhr=Kupferdreh 3 Allgemeiner Geschäftostelle: Obermarkt/ Kl. Weilstraße Jernsprech=Anschluß: Nr. 2941, 2942, 2943 Anzeiger Polischeckkonto Dortmund Nr. 11103 Postschließsach: Ne. 21 und Nr. 22 Verlagsleitung: Rudolf Hundt; Hauptschriftleiter u. verantwortl. für Politik, Handel u. 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London.„Morningpost" zufolge werden Bundeskanzler Schuschnigg und Außenminister Berger=Waldenegg etwa am 20. Februar einen amtlichen Besuch in London abstatten. Ihre Absicht sei, mit den britischen Ministern verschiedene Fragen von beiderseitigem Interesse, wie die internationale Anleihe für Oesterreich und die allgemeine sinanzielle, wirtschaftliche und politische Lage Oesterreichs im Lichte der letzten Ereignisse zu erörtern. Die wichtigste dieser Fragen sei selbstverständlich die Vereinbarung von Rom über die österreichische Unabhängigkeit. Die Einzelheiten des geplanten Paktes seien noch keineswegs fertig, und da die britische Regierung bei der Befürwortung des Planes an der Spitze gestanden habe, habe sie natürlich ein besonderes Interesse an seinem Fortschritt. Keine Pferde mehr! Bildung einer vollmechanisierten englischen Brigade. London. In der neuen mechanisierten 6. Infanteriebrigade deren Bildung demnächst erfolgen wird wird es überhaupt keine Pferde mehr geben. Dies ist der erste derartige Fall in einem größeren britischen Truppenkörper. Die Zugpferde werden durch leichte Traktoren, gewöhnliche Kraftwagen und Lastkraftwagen ersetzt, die Reitpferde durch zweisitzige leichte Kraftwagen. Zur Abwehr von Tanks wird die Brigade Selbstladegeschütze von 2 cm Kaliber erhalten deren Geschosse in einer Entfernung von 500 m Panzerplatten von 14 mm Durchmesser und in einer Entfernung von 150—200 m Panzerplatten von 25 mm Durchmesser zu durchschlagen vermögen Die 6. Infanteriebrigade wird ein Brigadehauptquartier mit einer größeren Anzahl Kraftwagen, ein Maschinengewehrbataillon mit 36 Maschinengewehren und 16 Tankabwehrgeschützen, sowie drei Infanteriebataillone mit je vier Mörsern von 7½ cm und 52 leichten Maschinengewehren umfassen. Generalstreit in Tampico. Die Auswirkungen des mexikanischen Oelstreiks. Mexiko. Obwohl bereits Schiedsverhandlungen im Gange sind, nimmt der mexikanische Oelstreik immer schärfere Formen an. Die Streikenden wollen die Arbeit keineswegs eher aufnehmen, bis ein Schiedsspruch vorliegt, der jedoch auch nur unverbindlich sein würde, so daß die Arbeiter oder die Gesellschaft„Mexikanischer Adler“ ihn ablehnen können. Das würde naturgemäß neue Schwierigkeiten hervorrufen. Am heutigen Mittwoch tritt auch die Arbeiterschaft der einzigen, bisher noch nicht vom Streik betroffenen Gesellschaft California Standard Oil Co. in einen Sympathiestreik. Die Benzinknappheit wird immer größer, obwohl die Regierung zollfreie Einfuhr aus dem Auslande gestattet hat und bereits rund 350 000 Liter eingeführt worden sind, die unter Kontrolle der Regierung verkauft wurden. Zahlreiche Kraftwagen sind wegen des Benzinmangels außer Betrieb gesetzt worden, und vor den wenigen noch arbeitenden Zapfstellen stehen lange Wagenschlangen. Auch in Tampico beginnt am heutigen Mittwoch der von der dortigen Arbeitskammer angesetzte Generalstreik, an dem voraussichtlich 20000 Personen aus allen Berufen teilnehmen werden. Die Ursache hierfür liegt in einem Streit zwischen Kraftwagenführern und Fuhrunternehmern, die verschiedentlich Autobusse in Verkehr gestellt hatten. Trotz dem Eingreifen des Präsidenten hat sich der Konflikt soweit verschärft, daß die Arbeitskammer den Generalstreik ausrief. Insgesamt stehen 46 Gewerkschaften hinter dem Generalstreik. Da auch die Elektrizitätsarbeiter streiken, wird Tampico ab Mittwoch völlig stromlos sein. Heute früh eingetroffen. Herzlicher Empfang auf dem Anhalter Bahnhof. Berlin. Auf dem Anhalter Bahnhof trafen heute früh 500 saarländische Kriegsbeschädigte und Kriegerwitwen, Mitglieder der Deutschen Kriegsopferversorgung=Saar, ein. Auf dem Bahnsteig hatten zum Empfang die Fahnenabteilung der NSKOV., eine Ehrenstaffel des NSKK., eine Dienstmannschaft der PO., sowie je ein Musikzug des Feldjägerkorps und der Motorstandarte 28 Aufstellung genommen. Als um 7,33 Uhr die erste Gruppe der Kriegsopfer mit dem fahrplanmäßigen Zuge eintraf, wurde sie, während das Saarlied erklang, vom Reichskriegsopferführer Oberlindober, sowie vom stellvertretenden Gauleiter Staatsrat Görlitzer und vom Geschäftsführer der NSKOV. Liebel begrüßt. Wenige Minuten später traf auch der Sonderzug Und Japan wirbt um Verständnis. Schanghai. Wie die Zeitung„Sche=ScheSchin=Pao“ mitteilt, wird die chinesische Regierung nach der endgültigen Unterzeichnung des Verkaufsabkommens über die chinesische Ostbahn erklären, daß China diesen Verkauf nicht anerkennt. Das Blatt erinnert in diesem Zusammenhang daran, daß China Mitbesitzer der Bahn sei, und daß die Sowjetunion stets erklärt habe, daß sie schwache Nationen gegenüber imperialistischen Bestrebungen unterstütze. Sowjetrußland habe aus selbstsüchtigen Beweggründen die Sache der Gerechtigkeit vergessen. * Unter Bezugnahme auf die am Dienstag abgeschlossenen Verhandlungen über den Verkauf der Östbahn läßt die japanische Presse durchblicken, daß die Unterzeichnung des Vertrages tatsächlich eine Anerkennung Mandschukuos durch die Sowjetunion bedeuten würde. Die japanische Außenpolitik habe nunmehr vor allem die Aufgabe, in China besseres Verständnis für Mandschukuo zu erwecken. In diesem Sinne ist auch eine Anfrage im japanischen Unterhaus gehalten, aus der deutlich zu erkennen ist, daß in Japan stärkstes Interesse an einer Besserung der Beziehungen zu China vorhanden ist. In diesem Zusammenhang werden auch die Ausführungen Hirotas über China stark beachtet. In ausländischen Kreisen hat eine angebliche Erklärung des japanischen Generalkonsuls in Nanking, Suma, gewisses Aufsehen erregt, wonach Japan als Voraussetzung für engere Beziehungen mit China angeregt haben soll, China möge sich von der Vorherrschaft der fremden Mächte befreien und endlich seine volle Unabhängigkeit herstellen. Der Sprecher des japanischen Außenministeriums erwiderte auf diesbezügliche Anfragen, daß die amtliche Politik Japans gegenüber China in der Rede Hirotas deutlich zum Ausdruck gekommen sei, und daß er diesen Ausführungen nichts hinzuzufügen habe. Der Sprecher erklärte weiter, daß, außer der mittelamerikanischen Republik Salvadore, nur Estland der durch die Gründung Mandschukuos geschaffenen Lage Rechnung getragen habe. Ob der Vatikan Mandschukuo tatsächlich anerkannt habe, sei zweifelhaft, trotzdem er in einem amtlichen Schreiben an die mandschurische Regierung die Einsetzung eines Vertreters in Mandschukuo angekündigt habe. Zu dem Vorvertrag über den Bahnverkauf wird noch mitgeteilt, daß die vertraglich noch vorgesehenen Warenlieferungen von aus Saarbrücken mit der zweiten Gruppe in der Halle ein. Abermals erklang das Lied von der Saar. Von Heilrufen begleitet, marschierten die saarländischen Kameraden an dem langen Ehrenspalier der Berliner Formationen vorüber, um auf dem Bahnsteig Aufstellung zu nehmen, wo sie Reichskriegsopferführer Oberlindober mit den herzlichsten Worten begrüßte. Im Anschluß sprach Staatsrat Görlitzer im Namen des politischen Gaues und des Gauleiters Dr. Goebbels kurze Begrüßungsworte. Nach der Ansprache erfolgte unter Vorantritt des Musikzuges des Feldjägerkorps der Abmarsch vom Bahnhof. Im langen Zuge ging es zu einer in der Nähe liegenden großen Gaststätte, wo die Saarländer nach ihrer langen Fahrt ein Frühstück erwartete. Der Reichskriegsopferführer, der stellvertretende Gauleiter, sowie der Geschäftsführer der NSKOV. verweilten noch lange im Kreise der saarländischen Kameraden und Kriegerwitwen. Mittags um 12 Uhr fand ein Besuch der Kriegsbilder=Ausstellung von Prof. Dettmann im Zeughause statt. Japan geleistet würden, bis auf die Sojabohnen, die von Mandschukuo geliefert werden. Bei dem zur Entlassung gelangenden Bahnpersonal handele es sich um 6000 sowetrussische Beamte und Angestellte. * Anläßlich des 11. Todestages Lenins versuchten in Tokio die japanischen Kommunisten öffentliche Kundgebungen zu organisieren und Flugblätter zu verteilen. Ueberall wurde die kommunistische Propagandatätigkeit unterbunden. 20 Menschen vermißt. Zwei japanische Dampfer im Sturm gesunken. Tokio. Ein japanischer Dampfer ist in der Nähe von Horeschima in einem schweren Sturm gekentert und gesunken. 11 Mann der Besatzung werden vermißt. Ein weiterer japanischer Dampfer geriet in einem Hafen vor der Insel Hokkaido in einen Taifun und sank ebenfalls. Man befürchtet, daß neun Personen, die vermißt werden, den Tod in den Fluten gefunden haben. Todesstrafe gefordert. Das große Eisenbahnunglück Moskau— Leningrad vor Gericht. Leningrad. Heute begann hier ein Prozeß gegen sieben Eisenbahnbeamte, denen vorgeworfen wird, Anfang Januar an der Strecke Moskau— Leningrad ein großes Eisenbahnunglück verschuldet zu haben, das 27 Tote und 60 Verwundete forderte. Der Prozeß dürfte voraussichtlich drei Tage dauern. Die Anklage verlangt die Todesstrafe gegen drei Beamte. In der Anklageschrift wird den Beamten vorgeworfen, durch Unvorsichtigkeit und Unkenntnis der technischen Vorschriften das Unglück herbeigeführt zu haben. * Auf Veranlassung des Verkehrskommissariats der Sowjetunion sind in einer Anzahl von Städten die Anstalten besichtigt worden, denen die Ausbildung des Eisenbahnernachwuchses obliegt. Die Revisionen, die sich vor allem auf die Eisenbahnerfachschulen in Tula, Charkow und Kremenschuk erstreckten, haben unglaubliche Zustände zutage gefördert. Von einem normalen Unterrichtsbetrieb konnte nirgends die Rede sein. Diebstähle, Schlägereien, Am 85. Geburtstage des Generals Litzmann ließ es sich der Führer nicht nehmen, dem berühmten Truppenführer aus dem Weltkriege und bewährten Mitkämpfer persönlich seine Glückwünsche zu überbringen. Man sieht den Führer und General Litzmann vor dem Hause der Tochter des Generals in Berlin=Nikolassee, links Adjutant Brückner, im Hintergrunde Litzmanns Sohn und Reichspropaganda=Minister Dr. Goebbels, Der Verkauf der Ostchinabahn. Gereizte Stimmung in Peling Trunkenheit und Massenflucht aus den Anstalten waren an der Tagesordnung. An den Ausschreitungen beteiligten sich nicht nur parteilose Schüler, sondern auch Kommunisten und Mitglieder der kommunistischen Jugend. Das Lehrpersonal war gänzlich ungebildet und seiner Aufgabe so wenig gewachsen, daß viele Schüler auf den Besuch der Unterrichtsstunden überhaupt verzichteten. Auf Veranlassung des Verkehrskommissariats wurden zahlreiche Rektoren und Lehrer entlassen. Gegen sie wird ein Verfahren eingeleitet werden. Außerdem sollen sämtliche untanglichen Elemente unter den Fachschülern aus den Anstalten entfernt werden. Das Blutbad in Somaliland 97 Tote— Keine diplomatischen Folgen... Paris. Das Kolonialministerium veröffentlicht eine Mitteilung über den blutigen Zwischenfall in Französisch=Somaliland. Danach ist die Zahl der Toten erheblich höher. Es sind 97 Personen umsLeben gerommen, nämlich außer dem jungen Kolonialbeamten Bernard, der 1932 die Kolonialschule verlassen hatte und seinen 16 Milizsoldaten noch 80 Eingeborene des auf französischem Gebiet zeltenden Issa=Stammes. Der Ueberfall wurde am 18. Januar in der Gegend von Dikil=Lac=Abbe vom kriegerischen Stamm der Assaimara ausgeführt. Der Gouverneur hat jetzt eine Polizeiexpedition entsandt. Zwischen den auf abessinischem Gebiet lebenden Assaimara und den Issa herrscht eine alte Feindschaft, der schon 1939 16 Angehörige der Issa zum Opfer fielen. Damals kam es bei der Verfolgung durch französische Polizeitruppen zu einem Gefecht, bei dem der Gegner 60 Mann verlor. Am Quai d’Orsay wird erklärt, daß der Zwischenfall in Französisch=Somaliland eine rein örtliche Bedeutung habe und deshalb keine diplomatischen Folgen nach sich ziehen dürkte. Der französische Regierungsbeamte Bernard, der im Kampfe mit den räuberischen Nomaden sein Leben gelassen hat, ist nachträglich zum Ritter der Ehrenlegion ernannt und wegen Tapferkeit vor dem Feinde im Staatsanzeiger rühmend erwähnt worden. Georgieff zurückgetreten. Neue Regierung in Bulgarien. Glateff Ministerpräsident. Ein Kabinett der Königstreuen. Sofia. Ministerpräsident Georgieff hat nach einer kurzen Sitzung des Ministerrates dem König den Rücktritt des gesamten Kabinetts überreicht, der angenommen wurde. Mit der Bildung des neuen Kabinetts wurde der bisherige Kriegsminister General Slaterf betraut. Dieser hat die neue Regierung gebildet, die sich wie folgt zusammensetzt: Ministerpräsidium und Kriegsministerium: General Slateff, Inneres: der bisherige Kommandant der Sofioter Kriegsschule Koleff, Aeußeres: der bisherige Außenminister Batoloff, Wirsschaft: der bisherige Kultusminister Molloff, Kultus: General Radeff, bisheriger Garnisonkommandant von Philippopel, Justiz: der frühere radikaldemokratische Abgeordnete Kalonderoff, Verkehr: der bisherige Verkehrsminister Zas-ariefs. Das neue Kabinett weist durchweg Offiziere und Politiker auf, die, wie betont wird, das volle Vertrauen des Königs genießen. Der neue Ministerpräsident General Slatoff empfing am Dienstag in den späten Abendstunden die in- und ausländische Presse, um zu ihr über die Aufgaben seiner Regierung zu sprechen. Er versicherte einleitend. innenpolitisch werde die Durchführung des von der bisherigen Regierung Georgieff erfolgreich begonnenen Erneuerungswerkes vom 19. Mai 1934 fortgesetzt. Die Regierung werde vor allem bestrebt sein, die volle Autorität des Staates in jeder Hinsicht aufrecht zu erhalten und zu verankern, wobei sie der Unterstützung aller nationalen Kräfte des Landes sicher sei. Die außenpolitischen Richtlinien des neuen Kabinetts, nämlich Frieden und Freundschaft mit allen Staaten und vor allem mit den Nachbarländern, unterschieden sich in nichts von denen seines Vorgängers. Anschließend sagte der Ministerpräsident, daß der König seine Ministerliste gebilligt habe. Justizminister Kalenderoff werde vorläufig auch die Geschäfte des Finanzministeriums führen, da der ursprünglich für dieses Amt vorgesehene Handelskammenpräsident Obreikoff abgelehnt habe. Hauptmann überführt? Vor Beendigung der Beweisaufnahme im Hauptmann=Prozeß. Flemmington. Generalstaatsanwalt Wilenz gab bekannt, daß er am Mittwoch nachmittag die Beweisaufnahme mit der Vernehmung von sieben Zeugen abschließen werde. Der Holzsachverständige Koehler, der in etwa 40 000 Bauholzgeschäften Erhebungen nach der Herkunft des Holzes der Entführungsleiter angestellt hat, wird aussagen, daß ein Teil dieser Leiter aus dem zußboden des Dachgeschosses im Hause Hauptmanns stamme. Regierungsumbildung in Spanien. Rocha endgültig Außenminister. Madrid. Der spanische Ministerpräsident gab gestern das Ergebnis der wochenlangen Besprechungen über eine Kabinettsumbildung bekannt. Danach ist der den Radikalen angehörende bis herige Marineminister Nocha, der gleichzeitig vertretungsweise das vor zwei Monaten freigewordene Außenministerium verwaltete, endgültigzum Außenministerernannt worden. Das Marineministerium wird von Abad Conde, dem bisherigen Präsidenten des Staatsrates, übernommen. Er gehört ebenfalls der Radikalen Partei an und ist der einzig neue Mann im „reorganisierten" Kabinett. Mit dieser Ernennung hat ein wochenlanger Schwebezustand sein Ende gefunden. Daß die von der katholischen Aktion lebhaft geforderte Neuorganisierung Wirklichkeit geworden wäre, kann nicht behauptet werden, da die parteimäßige Zusammensetzung dieselbe geblieben ist. Die Forderungen der katholischen Volksaktion und der Agrarier nach einem zusätzlichen Ministerposten sind nicht durchgedrungen; lediglich haben die Radikalen sich den ihnen durch Rücktritt des früheren Ministers des Aeußern verloren gegangenen Sitz zurückgeholt. Der große Rundfunkprozeß. Und dennoch verschuldet. Finanzgeschäfte rund um den Leipziger Sender. Berlin. Bei der weiteren Erörterung des Falles Leipzig im Großen Rundsunkprozeß wurde am Dienstag der Bücherrevisor Donath als gerichtlicher Sachverständiger über die Bezüge des Angeklagten Dr. Jaeger aus seiner Tätigkeit bei der Mitteldeutschen Rundsunk=AG.(Mirag) gehört. Der Sachverständige berechnete das Gesamteinkommen Dr. Jaegers in der Zeit von 1924 bis einschließlich 1028 auf 400000 R M. Dabei sind neben Gehalt, Aufwandsentschädigung und Tantieme auch die Bezüge eingerechnet, die Dr. Jaeger von der Drucksirma der Rundfunkzeitschrift auf Grund seines Vertrages erhielt. Dazu kamen noch jährlich 15000 N M. Spesen. Der Vorsitzende erklärte, bei so hohen Einnahmen sei es gar nicht zu verstehen, daß Dr. Jaeger in jener Zeit so verschuldet war, daß er wiederholt vom Aufsichtsrat santert werden mußte. Der Angeklagte Dr. Jaeger erklärt das damit, daß er sehr große Ausgaben gehabt habe. Er habe einen doppelten Haushalt führen müssen. weil seine Frau in Dresden als Sängerin ausgebildet wurde. Er habe auch große Aufwendungen zur Unterstützung der Rundfunkvereine in Mitteldeutschland gemacht. Beispielsweise habe er viele Rundfunkapparate gestiftet. 60 000 RM., die er als Darlehen gegeben hatte, seien ihm nicht zurückgezahlt worden. Schließlich sei auch zu berücksichtigen, daß er über 80 000 RM. an Steuern zahlen mußte. Das Gericht beschäftigte sich dann mit der Nachzahluna von 75000 R M., die der Aufsichtsrat der Mirag Dr. Jaeger bewilllat hat für die Rundfunkaktien, die er vorher zum Nennwert der Mirag übergeben hatte. Diese Nachzahlung wurde von den übrigen Angeklagten damit gerechtfertigt, daß die Aktien einen Kurs von 150 v. hatten. Es sei als korrekt betrachtet worden. Dr. Jaeger den wirklichen Wert dieser Aktien zu bezahlen, nachdem man ihn zur Abgabe gezwungen hatte. In der Nachmittagssitzung äußerte sich der Hauptangeklagte Dr. Bredow über die Gründe, die ihn zur Bewilligung der Nachzahlung an Dr. Jaeger=Leipzig für dessen Rundsunkaktien bestimmt haben. Dr. Jaeger habe seinerzeit auf Verlangen der Reichsrundfunkgesellschaft seine Rundfunkaktien an diese zum Nennwert abtreten müssen. Nun habe ihm Dr. Jaeger später klar gemacht, daß die RRG. in diesem Falle ihre wirtschaftliche Macht über einen Angestellten dazu ausgenutzt habe, diesem seine Aktien zu einem Preise abzunehmen, der 50 v. H. unter dem normalen Kurse lag. Daraushin, fuhr Bredow fort, habe er der Nachbewilligung zugestimmt. Er habe aber durchgesetzt, daß Dr. Jaeger schristlich anerkannte, keinerlei Ansprüche mehr an die Mirag oder-an die RRG. zu haben. Es wurde dann ein weiterer Anklagepunkt erörtert, der die von der Mirag eingerichtete Abteilung„Funkwerbung“ betrifft. Die Anklage wirft den Leipziger Angeklagten Dr. Jaeger, Dr. Otto und Dr. Kohn Untreue zum Nachteil der Mirag vor im Zusammenhang mit der Verwendung der Einnahmen aus der Funkwerbung. Der Angeklagte Dr. Otto erklärte dazu. von den beträchtlichen Summen, die bei der Abteilung Funkwerbung für die durch den Sender verbreiteten Geschäftsreklamen eingingen, habe die Neichspost=Reklame=GmbH. 65 v. H. bekommen. Von den 85 v. H., die der Mirag verblieben, seien 10 v. H. für die Durchsagung des Werbematerials und der Rest für die Anzeigenwerber aufgewendet worden. Er selbst habe zwar durch diese neue Abtellung eine vermehrte Arbeitslast, aber keinerlei Einnahmen gehabt. Umorganisation der 6A. Lutze spricht zu den Gruppenführern. Berlin. Die Nationalsozialistische Korrespondenz meldet: In Berlin fand am Dienstag in den Räumen des Propagandaministeriums in Anwesenheit des Chefs des Stabes Lutze eine Tagung der Gruppenführer der SA. statt. Hauptzweck dieser kurzen Arbeitstagung war die Behandlung der Frage der Umorganisation der SA., die durch die neue Zielsetzung bedingt ist. Im Anschluß daran berichteten die einzelnen SA.=Gruppenführer über die Arbeit der SA. in den vergangenen Monaten und über die Lage in den SA.=Gruppen. Abschließend faßte der Chef des Stabes noch einmal seine grundsätzliche Auffassung über die Aufgaben und Zukunft der SA. in einer Ansprache zusammen. Der Nachmittag stand den SA.=Gruppenführern zu Einzelbesprechungen mit dem Chef des Stabes zur Verfügung. An den Rand geschrieben. Bovölkerungsziffer steigt Die Millionen=Stadt in Deutschland. Berlin veröffentlicht für das Jahr 1934 ihre Bevölkerungsstatistik, die verdient, der breitesten Oeffentlichkeit des deutschen Volkes bekannt zu werden. Ist sie doch ein getreues Spiegelbild der Aufwärtsentwicklung, in deren Zeichen Deutschland unter der Führung des Nationalsozialismus steht. Während man früher mit Recht das Wort prägte, daß die Großstädte das Grab der Nation seien, ist jetzt zum erstenmal der Beweis erbracht, daß eine starke und auf das Wohl des Volksganzen bedachte Staatsführung der katastrophalen Bevölkerungsentwicklung auch in den Großstädten Einhalt zu gebieten vermag. Seit dem Jahre 1922 weist die Reichshauptstadt zum erstenmal die Höchstzahl an Lebendgeborenen mit 56504 auf, einer Zahl, die die Geburtsziffer gegenüber dem Vorjahr um 19421 übersteigt. Wenn man die Zahl der Lebendgeborenen in der Reichshauptstadt in den Jahren 1922—1938 im Durchschnitt errechnet, so ergibt sich pro Jahr eine Gebürtenziffer von 42820, der gegenüber die Geburtenziffer des Jahres 1934 um 19684 überlegen ist. Wir sind uns bei der Errechnung dieser Durchschnittsziffer natürlich darüber im Klaren, daß sie nur ein ungefähres Bild insofern geben kann, als die Geburtenziffern in den erwähnten zwölf Jahren selbst ebenfalls verschieden waren. Nach Beendigung der Inflation durch die Stabilisierung der Währung und die sich anschließende Scheinkonjunktur ist ein leichtes Ansteigen der Geburtenziffer festzustellen. Am meisten steigt sie im Jahre 1920, in dem bekanntlich verantwortungslose Staatsregierungen die verhängnisvollen Riesenkredite aus dem Ausland hereingenommen und der Bevölkerung einen Aufschwung der Wirtschaft vorgegaukelt haben. Die Enttäuschung hinterher war um so katastrophaler, was sich in erschreckend ster Weise am Emporschnellen der Arbeitslosen ziffer und damit natürlich auch am Niedergang der Geburtenziffer bemerkbar machte. Die schlimmsten Jahre sind 1932 und 1994, in denen sich die Geburtenziffern um 36000 und 37000 bewegen. Nach der Machtübernahme sinken die Elends ziffern der Erwerbslosen, kehren in die Bevölkerung und in die Wirtschaft neues Vertrauen und neuer Unternehmungsgeist zurück, der auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens, also auch in der Bevölkerungsentwicklung, seinen Niederschlag findet. Wenn man weiter bedenkt, daß die nationalsozialistische Staatsführung der verhängnisvollen Landflucht energisch einen Riegel vorgeschoben hat, so ist die Hoffnung nicht unberechtigt, daß sich die Großstädte auch einmal wieder bevölkerungspolitisch selbst erhalten werden. Eine natürliche Krise werden sie freilich noch durchmachen müssen, da in den nächsten Jahren die schwächeren Jahrgänge, die im Kriege geboren wurden, in das heiratsfähige Alter treten. Dessen ungeachtet jedoch ist die nationalsozialistische Politik auf weite Sicht abgestellt und wird auch über die zu erwartenden bevölkerungspolitischen schwächeren Jahre die Brücke in eine weitere bessere Zukunft schlagen. Ist doch im Dritten Reich nicht nur für eine wirtschaftliche Besserung tatkräftigst Vorsorge getroffen worden sondern man hat auch die sittlichen Werte der Nation wieder einen höheren Kurs erringen lassen. Die Ehe und die Familie stehen unter einem besonderen Schutz des Staates und sollen als die Keimzellen dieses Staates für seinen ewigen Bestand gefördert und gepflegt werden Die Eltern sollen wissen, daß sie ihre Kinder keinem ungewissen und hoffnungslosen Schicksal über liefern, sondern für den Dienst an einem Staate erziehen, dessen Inbegriff die nationalsozialistische Volksgemeinschaft ist. Die erfreulichen Geburtenziffern des Jahres 1934 sind ein Zeichen unserer großen Zeit. Freude in Nikolassee. Der Der Führer als Gast. Das Geschenk der Partei: Ein Kraftwagen. Berlin. Das Haus der Tochter des Generals Litzmann in dem Berliner Vorort Nikolassee war das Ziel vieler Tausender. Feierte dort doch der berühmte Herrführer und treue Gefolgschaftsmann Adolf Hitlers, General Litzmann seinen 85. Geburtstag. Das Haus, an dessen Eingang ein SS.=Doppelposten mit geschultertem Gewehr stand, trug Flaggenschmuck, ebenso der ganze Ort. Seit den ersten Vormittagsstunden kamen in unaufhörlicher Folge die Gratulanten mit Sträußen, Blumenkörben und Geschenken. Vor allem waren es die Vertreter der Partei und ihrer Gliederungen, ferner Vertreter der alten Armee sowie der Polizei. Die Kapelle der Reichsschule des nationalsozialistischen Arbeitsdienstes und die des Infanterieregiments 9 brachten dem Geburtstagskinde Ständchen. Währenddessen marschierten auf der Straße in langer Front ein Ehrensturm der SA.=Standarte 17 und eine Ehrenabteilung der PO. auf, dahinter die Hitler=Jugend. Wenige Minuten später erschien der Gefeierte vor der Gartentür in Begleitung seines Sohnes, des SA.Obergruppenführers. Heilrufe grüßten ihn von allen Seiten, der Präsentiermarsch klang auf, die SS.=Wache präsentierte. Der General, der den Pour le mérite mit Eichenlaub angelegt hatte, musterte die lange Front und drückte seine Freude in einer kurzen Ansprache aus, die in einem SiegHeil auf den Führer ausklang. Gegen Mittag erschienen als weitere Gratulanten u. a. die Reichsminister Dr. Frick und Kerrl und in Vertretung des außerhalb Berlins weilenden preußischen Ministerpräsidenten General Goering Staatssekretär Körner. Der preußische Ministerpräsident hat General Litzmann eine Porzellanvase mit der Ansicht des Stadtschlosses Potsdam überreichen lassen. Im Namen der von General Litzmann bei Brzezsny geführten 8. Garde=Infanteriedivision und aller Mitkämpfer der Durchbruchsschlacht sprachen Generalleutnant v. Roeder als letzter Kriegskommandeur der Division und Hauptmann Krukenberg als früherer Ordonnanzoffizier des Generals Litzmann diesem unter Ueberreichung einer Ehrengäbe ihre Glückwünsche aus. Um 13,45 Uhr wurde General Litzmann die schönste Ehrung zuteil: Der Führer und Reichskanzler selbst kam, um seinem treuen Mitkämpfer, der als erster General der alten Armee den Weg zur natlonaksozialistischen Bewegung gefunden hatte, persönlich seine Glückwünsche auszusprechen. Mit dem Führer erschien auch sein Stellvertreter. Reichsminister Rudolf Heß. Unter dem unaufhörlichen Jubel und den brausenden Heil=Rufen der Menge betraten der Führer und sein Stellvertreter mit Gefolge das Haus, in dem wenige Minuten vorher auch Stabschef Lutze eingetroffen war. Kurz darnach erschien, gleichfälls von begeisterten Heil Rufen empfangen, Reichsminister Dr. Goeb bels. In einer kurzen. überaus herzlichen Ansprache beglückwünschte der Führer den General im Namen des ganzen deutschen Volkes zu seinem 85, Geburtstage. Er dankte ihm für feine hewunderungswürdigen unvergänglichen soldatischen Leistungen im Dienst des Vaterlandes und ebenso auch für seine so mutige und tapfere Haltung, die er im Kampfe für die nationalsozlalistische Bewegung in so hervorragender Weise gezeigt habe. Als Ausdruck dieses Dankes übergab er ihm persönlich und im Namen der Partei als Geburtstagsgeschenk einen Krastwagen und stellte den dazugehörigen Fahrer. Der Führer fügte den Wunsch hinzu, daß General Litzmonn den Wagen noch viele, viele Jahre in bester Gesundheit benutzen möge. General Litzmann dankte dem Führer tiefster Ergriffenheit für die große Ehre, die ihm durch das persönliche Erscheinen des Führers zuteil werde, und für die Auszeichnung, die er gar nicht verdiene. Als Soldat habe er seine Pflicht erfüllt für sein Volk, und die Arbeit, die er für die nationalsoziglistische Bewegung habe leisten dürfen, sei die Krönung seines Lebens gewesen. Es sei für ihn ein unendliches Glück, daß er in seinen alten Tagen den Sieg der Bewegung und die nationale Erhebung des Volkes noch habe miterleben können. Den herrlichen Sieg an der Saar verdanke das deutsche Volk seinem Führer Der heutige Tag sei für ihn einer der allerschönsten Tage, die er habe erleben dürfen. Die Reichsminister Heß und Dr. Goebbels sowie Stabschef Lutze überreichten dem Jubilar Blumen und Geschenke. Zehn Minuten später geleitete der Führer den General Litzmann am Arm vor das Haus und zeigte ihm das 11/60 MercedesCabriolet, das General Litzmann tief gerührt besichtigte. Es drückte sich in den Jubelrufen, die während dieser Szene auf der Straße vor dem Hause des Generals kein Ende nehmen wollten, die ganze Liebe aus, die das Volk dem Führer sowohl wie seinem getreuen Mitkämpfer entgegenbringt. General Litzmann nahm probeweise in dem Wagen Platz, in angeregtem Gespräch mit dem Führer. Noch einmal wünschte beim Abschied der Führer seinem treuen Mithelfer im Kampf um die Macht das Beste. Der alte Herr, der bekanntlich seit Jahren an einem Stock geht und zumeist von seiner Tochter gestützt wird, hat trotzdem in den Jahren des Kampfes, ohne jede Rücksicht auf seine Gesundheit, unter schwierigsten Bedingungen für die nationalsozialistische Bewegung fast Abend für Abend in Versammlungen gesprochen, einen Kraftwagen aber hat er nie besessen. Er war dadurch in seiner Beweglichkeit, ganz natürlich in der letzten Zeit, stark behindert. Der Führer und die Bewegung statten ihm nun durch dieses Geschenk ihren Dank ab und geben ihm damit die Möglichkeit, an seinem Lebensabend ohne Behinderung wie bisher teilzuhaben am deutschen Aufbau und am Werden einer deutschen Volksgemeinschäft. Vater Litzmanns Auge ist noch scharf, und sein Geist klar und voll, und er hat größtes Interesse für alles, was das deutsche Volk beute bewegt. In das Mikrophon des Rundfunks sprach der General folgende Worte:„Ich bin hochbeglückt, in meinem hohen Alter noch zu erleben, daß Deutschland seine Ehre wiedergewonnen hat und wieder zur Macht zurückkehrt durch das alleinige Verdienst seines Führers Adolf Hitler. Ich bin beglückt, an meinem 85. Geburtstag diesen herrlichen Mann unter meinen Gratukanten zu haben. Deutschland muß das alte Ansehen in der Welt wiedergewinnen, und das alles wird erreicht werden durch unseren Führer Adolf Hitler!“ Rufe von der Menge draußen:„Wir gratulieren!" erwiderte der General freundlich mit den Worten:„ch danke Euch!" Die Fülle der Gaben und Glückwünsche. Elne besondere Freude Vereitete die Stadt Frankfurt(Oder) ihrem Ehrenbürger, indem sie auf einer Feler in der Stadthalle eine Reibe von alten BrzezinyKämpfern, die in Frankfurt(Oder) wohnen, mit einer einmaligen Ehrengabe von 50 RM. bedachte; Insgesamt waren 1000 RM. zur Verfügung gestellt worden. Glückwunsch aus Ostpreußen. Königsberg. Oberpräsident Gauleiter Erich Koch hat General Litzmann, dem Sieger von Brzezny. anläßlich seines 80. Geburtstages solgendes Glückwunschtelegramm gesandt: Die Provinz Ostpreußen entbietet dem verehrten und verdienstyollen General und Heerführer des Weltkrieges zum 86, Geburtstaa exgebenste Glückwünsche und verbindet damit den Wunsch, daß Ihnen noch lange Jahre ersolgreicher Arbeit am Wieder Nr. 19. Mittwoch, 23. Januar. Deutschland will den Frieden! Luftschutz ist Selbstschutz. Der Führer kämpft für Volk und Vaterland und Ehre, Gleichberechtigung und Sicherung des Lebensraumes seiner Volksgenossen! Jeder Deutsche muß ihm zur Seite stehen, um die mit beispiellosem Kräfteeinsatz begonnene Aufbauarbeit zu fördern. Im Luftschutz muß das ganze Volk zusammenstehen, damit niemals der Lebens= und Selbstbehauptungswille des deutschen Volkes gebrochen werden kann. Der Reichsluftschutzbund will alle Volksgenossen zu selbstloser, gegenseitiger Hilfsbereitschaft im Selbstschutz gewinnen. Darin liegt sein hohes völkisches und staatserhaltendes Ziel. Schon im Frieden gilt es, den Selbstschutz der Bevölkerung vorzubereiten und durchzuführen. Alle Volksgenossen müssen die Gefahr bannen helfen, die uns durch die gewaltigen Luftrüstungen der anderen Völker droht. Zu tätiger Mitarbeit werden tausende Amtsträger und Helfer benötigt, die im Ernstfalle ebenso nötig sind, wie die Feldgranen an der Front. Auch für sie gilt das Wort:„Einsatzbereitschaft bis zum letzten; einer für alle, alle für einen.“ Jeder Volksgenosse muß Mitglied im Reichsluftschutzbund werden, um durch die zahlenmäßige Geschlossenheit der Bewegung dem Ausland den Friedenswillen des Volkes erneut zu beweisen. Erkennt und fördert die Aufgaben des Reichslustschutzbundes Werdet Mitglied im Reichsluftschutzbund und stellt euch zu tätiger Mitarbeit zuVerfügung.*h Fürsorge für ältere arbeitslose Angestellte. Leistungsausgleich auch bei zusätzlicher Einstellung männlicher Angestellter über 40 Jahre. Auf Grund der Anordnung über die Verteilung von Arbeitskräften vom 28. August 1934 kann Betrieben(Verwaltungen) unter bestimmten Voraussetzungen ein Leistungsausgleich gezahlt werden, wenn sie im Zuge des Arbeitsplatzaustausches für einen unter 25 Jahre alten Angestellten einen arbeitslosen männlichen Angestellten im Alter von über 40 Jahren einstellen. Der Präsident der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung hat in Erweiterung dessen bestimmt, daß dieser Leistungsausgleich in Zukunft auch in den Fällen gewährt werden kann, in denen männliche Angestellte über 40 Jahre zusätzlich neueingestellt werden. Die persönlichen Voraussetzungen— arbeitslose, fachlich vorgebildete männliche Angestellte über 40 Jahre, die in den letzten drei Jahren vor der Einstellung länger als zwei Jahre Arbeitslosenunterstützung aus öffentlichen Mitteln erhalten haben— müssen aber auch in diesen Fällen erfüllt sein. Ebenso finden die Bestimmungen der Anordnung vom 28. August 1931 über die Höhe und Dauer des Zuschusses Anwendung Die Gewährung des Leistungsausgleiches setzt die Vermittlung des Neueingestellten durch das zuständige Arbeitsamt voraus.*h Zivilrecht und Zivilrechtspflege im neuen Staat. Ein gewaltiger Schritt vorwärts. Zwedkmäßigere Abgrenzung der Gerichtsbezirke. Nachdem an der Spitze der deutschen Justiz die Einheit geschaffen ist, sind in allen Ressorts Arbeiten im Gange, um die Vereinheitlichung von Recht und Justizverwaltung restlos durchzuführen. Ueber die Vereinheitlichung der Justizverwaltung insbesondere äußert sich Ministerialdirektor Dr. Nadler vom Reichs= und preußischen Justizministerium. Er bezeichnet die Vereinheitlichung namentlich bei den Justizbehörden und dem Justizpersonal als die Aufgabe der Stunde. Die Gerichtsbezirke können nunmehr ohne Rücksicht auf bisherige Landesgrenzen in Anpassung an die wirtschaftliche und politische Gliederung des Reiches allein nach dem Gesichtspunkt größter Zweckmäßigkeit neu gestaltet werden. Daß dabei der Bevölkerung der Weg zum Gericht nichterschwert und verlängert, sondern verkürztunderleichtert werden solle, sei selbstverständlich. Der Referent teilt in der„Deutschen Justiz“ mit, daß eine einheitliche Lösung der Nachwuchsfrage bevorsteht. Entwürfe für einheitliche Laufbahnbestimmungen des Bürodienstes sind bereits fertiggestellt, und auch in den übrigen Laufbahnen ist eine einheitliche Regelung in die Wege geleitet. Ueber die Vereinheitlichung des bürgerlichen Rechts macht Ministerialdirektor Dr. Volkmar nähere Mitteilungen. Er weist darauf hin, daß auf Teilgebieten die Vereinheitlichung bereits vollzogen ist. So wurde der Zersplitterung des bäuerlichen Rechts durch das Reichserbhofgesetz ein Ende gemacht; das Jagdrecht ist einheitlich geregelt und auf dem Gebiete des Familienrechts ist die Zersplitterung der Zuständigkeiten beseitigt. An weiteren Reformen kündigt der Referent, wie das Ndz. meldet, die Vereinheitlichung der Grundbuchbestimmungen und des Notariatswesens an. Die Vorarbeiten dafür haben bereits begonnen. Das gleiche gilt für das Kostenwesen der freiwilligen Gerichtsbarkeit und die anderen dem Landesrecht bisher vorbehaltenen Kostenbestimmungen. Nicht minder wichtig sei die Vereinheitlichung auf dem Gebiete der Gerichtsverfassung und der Zivilprozeßordnung. Abschließend könne gesagt werden, daß, verglichen mit dem Rechtszustand vor 1933, das deutsche Volk auf dem Gebiete des Zivilrechts und der Zivilrechtspflege bereits einen gewaltigen Schritt vorwärtsgekommen sei.*h Goldene Hochzeit in Stiepel. Kartoffelpreise. Die Erzeugermindestpreise für gelbfleischige, weiße und rote Speisekartoffeln. Der Gebietsbeauftragte für die Regelung des Absatzes von Kartosfeln und Gartenbauerzeugnissen für Rheinland und Westfalen(einschl. Lippe) teilt mit: Zur Beseitigung von Mißverständnissen wird nochmals bekanntgegeben, daß der Erzeugermindestpreis im Bereiche der Landesbauernschaft Westfalen und Lippe für gelbfleischige Speisekartoffeln nach wie vor ohne Ausnahme 2,75 und für weiße und rote Kartoffeln 2.55 RM. waggonfrei Vollbahnverladestation beträgt. Graue Glücksmänner im Postwagen. Die Deutsche Reichspost unterstützt das Winterhilfswerk. Bekanntlich vertreibt die Deutsche Reichspost auch in diesem Winter wieder Wohlfahrtswertzeichen zugunsten der Deutschen Nothilfe und befördert die Sendungen des Winterhilfswerks unter erleichterten Bedingungen als Postgut. Außerdem sammeln die Führer der Kraftposten an Sonn= und Feiertagen bis Ende März 1935 für das Winterhilfswerk Geldspenden von den Fahrgästen. Nunmehr hat der Reichspostminister angeordnet, daß auch die ReichswinterhilfeLotterie unterstützt werden soll. Um ihr die Möglichkeit zu geben, ihre Lose auch auf dem flachen Lande abzusetzen können die Losverkäufer die Kraftposten und Landkraftposten unentgeltlich benutzen.*h Hattingen. — Kreis=Amtswalter=Tagung der Deutschen Arbeitsfront in Hattingen. Am Sonntag, dem 27. d. M., um 16 Uhr beginnend, findet im Saalbau „Weiltor“ eine Kreis=Amtswalter=Tagung der Deutschen Arbeitsfront statt. Die Tagung wird der Rückkehr der Saarkameraden zur Heimat gewidmet sein. Gleichzeitig wird den Amtswaltern der DAF. und den Führern der Vertrauensräte(Unternehmern) die Marschrichtung für das Jahr 1935 gegeben werden. Es sprechen: Stellv. Gauwalter der DAF., Pg. Merz, Bochum; Gauwart der NS. Gemeinschaft „Kraft durch Freude“, Pg. Obst, Bochum; stellv. Gauwirtschaftsberater Pg. Bornemann, Hagen; Kreiswalter der DAF., Pg. Röttger, Gevelsberg. Auf Grund der Zusammenarbeit zwischen Kommunalverwaltung und Wirtschaft spricht außerdem Landrat Pg. Dr. Hanholz, Schwelm. — Musik= und Gesangvorträge werden die Ansprachen umrahmen. — Sterbegeläut vom Turm der St.=GeorgsKirche zu ungewohnter Morgenstunde ließ gestern die Leute aushorchen. Es handelte sich um die Beisetzung der Angehörigen einer alten Hattinger Familie, Wwe. Hugo Wichand, Emilie geb. Schultes, deren letzter und innigster Wunsch dahin gegangen war, nach jahrelanger Abwesenheit in Nord=, Mittel= und Westdeutschland die letzte Ruhestätte auf dem Heimarfriedhof am Hörstchen zu finden. Pastor Radicke hielt die Leichenrede. Zuletzt wohnte Frau W. bei ihrer in Köln verheirateten Tochter. vordem bei ihrem Sohne Gustav Adolf Wichand in Dessau. Frau Wichands Vater war Meister in der Spinnerei Fliegenschmidt in Winz und gründete nach der Stillegung des Betriebes ein Wollund Weißwarengeschäft am Obermarkt, das später von der Familie Fritz Ochs übernommen wurde. Ihr Mann Hugo Wichand wohnte nebenan, führte das von seinem Vater übernommene Porzellangeschäft im jetzigen Hause August Schulz, trat dann in die Dienste der Fa. August Thyssen und fand auf einer Fahrt im Aermelkanal seinen Tod. Das Schiff ging im schweren Sturm mit Mann und Maus unter; seit seiner Abfahrt hat man nichts wieder von ihm gehört und gesehen. (Der heimgegangene Sohn Gustav Adolf W. machte den Krieg als Offizier im Inft.=Regt. 135 wird das Wetter? ... und so weiter! Für das mittlere Norddeutschland: Weiterhin recht mild, zeitweise etwas aufheiternd, keine wesentlichen Niederschläge, lebhafte westliche Winde. Für das übrige Deutschland: Allgemein weitere Milderung auch in Süddeutschland Temperaturen über Null Grad. In Norddeutschland zeitweise etwas aufheiternd, sonst bedeckt; stellenweise leichte Regensälle. mit und erhielt auner dem E. K. I und II den Hohenzollernschen Hausorden mit Eichenlaub und Schwertern. Sein Großonkel gleichen Namens fiel in der Schlacht bei Nachod am 27. Juni 1866. Der Name steht auf dem 66er Kriegerdenkmal vor der St.=Georgs=Kirche und im Ehrendom der Kirche.) — Die Wählerliste für die katholische Kirchenvorstandswahl liegt bis 28. Januar einschließlich im Pfarrhaus, Bahnhofstraße 13, aus. Wenn ein Wahlberechtigter die Wählerliste für unrichtig oder unvollständig hält, kann er spätestens am letzten Tage der Auslegungsfrist bei Pfarrer Werra schriftlich oder mündlich unter Angabe der Gründe Einspruch erheben. — Ein schöner Erfolg des Reitersturms. Der Reitersturm III/69 Hattingen nahm in der vergangenen Woche recht erfolgreich an dem großen Turnier in der Münsterlandhalle in Münster teil. Bei dem zwischen 15 bis 20 Bewerbern ausgetragenen SA.=Patrouillenspringen wurde dem Reitersturm der 1. Preis zuerkannt. In der Klasse A der Dressurprüfung konnte das Pferd des Besitzers Rhode, „Dora“, geritten von Günther Rhode, den 3. Preis erringen. Der Patrouillenritt war mit den Pferden„Freischütz“, geritten von Heinrich Henkel,„Dora“, geritten von Fritz Rhode und„Famo“, geritten von Günther Rhode, belegt. Der Erfolg, den der Hattinger Reitersturm für sich erzielen konnte, verdient hohe Anerkennung, denn bei der auserlesenen Beteiligung wurden nicht unwesentliche Anforderungen an Reiter und Pferde gestellt. Jede Tasse Kathreiner ist— eine Taſse Gesundheit! Das Jubelpaar Heinrich und Wilhelm Haarmann. Heute begehen die Eheleute Schreinermeister Heinrich Haarmann gen. Stemmann und seine Ehefrau Wilhelmine geb Haarmann, B.Stiepel, Kemnader Straße 97, in körperlicher und geistiger Frische das Fest der Goldenen Hochzeit. Ihrer Ehe entsprossen 7 Kinder, wovon noch leben, und weiter 6 Enkelkinder. Der Jubelbräutigam gehörte 4 Jahrzehnte der evgl. kirchlichen Körperschaft, davon 30 Jahre dem Presbyterium unserer Gemeinde an. Haarmann ist geb. am 31. 1. 1860 und seine Ehefrau am 8. 1. 1860. Sie haben mithin das 75. Lebensjahr erreicht. Den Gratulanten, die ihrer am heutigen Tage gedenken, schließen auch wir uns an und wünschen dem Jubelpaare auch fernerhin einen sonnigen Lebensabend in alter Frische im Kreise ihrer Angehörigen. bh. — Die NSV.=Amtswalter werden hierdurch noch einmal auf den morgen abend bei Rech(„Zur Glocke“) stattfindenden Schulungsabend aufmerksam gemacht. Es spricht Pg. Dr. Rusche. — Feierstunde unter Arbeitskameraden. Führer und Gefolgschaft des Hochofenbetriebes der Henrichshütte waren am Samstag zu einem gemütlichen Abend in der städtischen Waldwirtschaft „Schulenburg“ versammelt. Es wurde musiziert und getanzt. Humoristische Vorträge gaben reichlich Gelegenheit zu herzbefreiendem, frohem Lachen. Eine Sammlung erbrachte einen namhaften Betrag für das Winterhilfswerk. — Richtigstellung. In der gestrigen Besprechung des Bunten Abends der NSV. ist ein Irrtum unterlaufen, in dem der letzte Satz des zweiten Absatzes verstümmelt wiedergegeben wurde. Es muß dort heißen: Zum Schluß eine Bearbeitung alter und neuer Wiener Weisen(bearbeitet von Heinz Hinsenbrock und Paul Niederdräing) und den Badenweiler Marsch (bearbeitet von Paul Niederdräing), kontrapunktisch mit den Motiven des Saarliedes und des Horst=Wessel=Liedes verarbeitet, konnten den Beifall erringen. Niederbonsfeld. — Das Winterhilfswerk Nieder bonsfeld richtet folgenden Aufruf an die Bevölkerung: Am Donnerstag, dem 24. d. M., findet in unserer Gemeinde die Pfundsammlung für den Monat Jannar statt. Es ergeht an alle Einwohner die dringende Bitte, mitzuhelfen am Gelingen unseres großen Spendenwerkes, damit die ärmeren Volksgenossen, die von eurer Hände Spenden einiges erhoffen, nicht leer ausgehen. Zeigt, ihr Hausfrauen. ernent eure Gebefreudigkeit und seid versichert, daß euch der herzlichste Dank aller gewiß ist. Niederwenigern. — Von der Jugendherberge. Unsere Jugendherberge in Niederwenigern=Dumberg erfreute sich auch im verflossenen Jahre eines überaus zahlreichen Besuches. Der erfreuliche Aufschwung im wirtschaftlichen Leben hat auch den Wander„Der Verrat von Novarra“ Zweites Hattinger Gastspiel des Westfälischen Landestheaters.“ Gestern fand im Evangelischen Gemeindehause der zweite Theaterabend 1934/35 der NS. Kulturgemeinde Hattingen in der NS. Gemeinschaft „Kraft durch Freude“ statt. Dieses zweite Hattinger Gastspiel des„Westfälischen Landestheaters“ hatte wiederum ein volles Haus zu verzeichnen. Das ist kein Wunder, denn gerade wir Einwohner von kleineren Städten ohne eigenes Theater wissen es am meisten zu schätzen, wenn uns gutes Theater geboten wird. Das„Westfälische Landestheater“ brachte in seiner Reihe„Der deutsche Mensch im Drama“ das Schauspiel„Der Verrat von Novarra“ von Cäsar von Arx, eine Handlung die gerade uns Heutige so seltsam gegenwartsnah anmutet, denn das, was sich vor mehr als 400 Jahren abgespielt hat, ist das Schicksal des deutschen Bauern schlechthin. List und Verschlagenheit auf der Gegenseite machen sich die ehrliche und offene Treue des deutschen Bauern, des deutschen Menschen, zunutze. Und da der Deutsche ohne Treue(Verrat ist gebrochene Treue) nicht leben kann, muß er, und immer nur er, notgedrungen der„zahlende Teil“ im Drama der Weltgeschichte sein. Meistens zahlt er mit dem eigenen Leben wie Wilhelm Tell. Auch der Held des Dramas„Der Verrat von Novarra“, der Schweizer Bauer Erni Turmann, zahlt mit dem Leben, aber der Hof, sein Hof, an dem er hängt, wie eben nur ein deutscher Bauer an seiner Scholle hängen kann, der bleibt seiner Familie, seinem Blut erhalten, und darum geht er zum Schluß gefaßt und groß den Weg zu Ende, den Weg in den Tod den uralten, aber erst unter der nationalsozialistischen Regierung wieder zu neuem Leben erweckten und scharsumrissenen Begriff„Blut und Voden“. Ein deutscher Bauer kämpft um seinen Hof, das steht im Vordergrund. Das geschichtliche Geschehen ist eigentlich nur Nebensache. Aber wie Nebensachen oft von weittragender Bedeutung werden können, so biegen sie auch hier das Leben eines deutschen Menschen, der Bauer und nichts anderes als Bauer sein will, in Bahnen, die ihm zum Verhängnis werden. Das Spiel war ausgeglichen und von einprägsamer Wirkung. Bühnenbilder und Kostüme wirkten echt und verrieten sorgfältige Vorbereitung. Es ist im Hinblick auf die Gesamtwirkung dieser Darbietung, die, wie bereits erwähnt, gerade in ihrer Geschlossenheit so tiefen Eindruck hinterließ. eigentlich nicht angebracht, die Leistungen der Mitwirkenden einzeln zu betrachten, denn jeder war das, was er zu sein hatte. Hauptperson und tragischer Held war Erni Turmann, der Urner Bauer, dem Hans Richard Grabert eine Verkörperung gab, wie wir sie uns kaum lebensechter vorstellen können. So ist er, so fühlt er, der deutsche Bauer, der, rauh und grob nach außen, von einer geradezu rührenden Liebe besessen ist für alles, was hilflos und seiner Pflege anvertraut ist. Gegen sich selbst hart und streng, gegen sein Vieh von einer fast zarten Besorgtheit und gegen sein Kind von einer rührenden Liebe.— Sein Bruder Gylgh(Hermann Stövesand) war ein stattlicher Bruder Leichtfuß, dem man sein Glück bei Frauen gern glaubte, über dessen Wandlung zum Schluß man jedoch tiefe Freude empfand. Aus einem verantwortungslosen Burschen war hernach ein Bauer geworden, in dessen Händen man das Hoferbe in sicherer Hut wußte. Großartig war der Dialoa zwischen den beiden Der Stoff des Dramas ist das hohe Lied auf Brüdern zum Schluß des Geschehens, als der ältere, den Tod vor Augen, vom jüngeren Rechenschaft verlangte über den Hof, und der jüngere — ganz Bauer geworden— in kargen, knappen Worten Antwort gab. Die Rolle des flatterhaften, lebensgierigen und triebhaften jungen Weibes des Bauern Erni, das bedenkenlos um Geld ihren eigenen Mann verrät und das doch so schön war, daß ihr kein Mann widerstehen konnte, die Amei wurde von Käthe Hoffmann mit leidenschaftlichem Leben erfüllt. Die liebenswerteste Erscheinung war die Mutter Turmann(Kitty Dore Lüdenbach), die mitleidend, immer noch ein liebes, schlichtendes Wort der Versöhnung findet, die immer vermittelt und alles verteidigt, auch da noch verteidigt, wo ihr scharfes Mutterauge schon lange den Unwert erkannt hat.— Der ränke= und listenreiche Diplomat, Graf von Baissy, wurde von Wolfgang Grynberk glaubwürdig und geschmeidig gegeben, während die draufgängerische Rolle des General Trivulzio wirksam von Werner Nippen verkörpert wurde. Der schweizerische Feldhauptmann In der Gassen, dem die Rolle des „Verräters am Verräter“ zufiel, wurde sympathisch von Leo Masuth dargestellt. Die weiteren Mitwirkenden fügten sich gut dem Ganzen ein und verhalfen dem Stück zu dem wohlverdienten Erfolg. Auf eine kleine Unsitte seitens eines Teiles des Publikums, die wohl mehr einer Gedankenlosigkeit denn einer bösen Absicht entspringt, sei bei dieser Gelegenheit hingewiesen: das voreilige Verlassen des Saales, noch bevor der Vorhang sich schließt und die mitwirkenden Künstler peinlich berühren muß. Jede gute Leistung ist eines Lobes wert! Und gerade Künstler brauchen für ihr Schaffen anspornende Anerkennung. Wenn man einen dreistündigen Genuß erlebt hat, kommt es auf die letzten fünf Minuten auch nicht mehr an— sollte man meinen! E. W. betrieb günstig beeinflußt. Es wurden insgesamt 18 455 Uebernachtungen gezählt, das sind 5443 mehr als im Jahre 1933. Somit weist das Jahr 1034 die höchste Uebernachtungsziffer auf; denn 1032 betrug sie 6940. 1931 7241 und 1930 nur 6400. Von der Gesamtziffer 1934 entfallen auf Volksschüler, männlich: 1353, weiblich: 1294; auf höhere Schüler männlich: 3416, weiblich: 2097; auf sonstige Jugendliche unter 20 Jahren. männlich: 2380, weiblich: 2878; auf über 20 Jahre alte Wanderer, männlich: 23, weiblich: 14. Der Hauptanteil der Uebernachtungen entfällt auf die umliegenden Großstädte. So kamen von Gelsenkirchen 2671, von Herne 1954, von Essen 1591, von Münster 1770 und von Wanne=Eickel 2089 Wanderer. Häufig war die Jugendherberge die Stätte intensiver Schulungsarbeit. Die Zahl der Uebernachtungen durch Teilnahme an Lehrgängen beträgt 6868. Altendorf-Ruhr. — Statistisches. Die bevölkerungspolitischen Maßnahmen der Regierung haben sich auch in unserer Gemeinde günstig ausgewirkt. Während im Jahre 1933 59 Geburten zu verzeichnen waren, stieg die Zahl 1934 auf 84. Auch die Zahl der Eheschließungen stieg in diesen beiden Jahren von 41(1938) auf 60(1934). 1032 waren nur 35 Ehen geschlossen worden. — Der Kaninchenzucht=Verein Altendorf (Ruhr) ersucht uns um Veröffentlichung folgender Mitteilung: Die Kaninchenhalter sichern sich gegen das Stehlen von Tieren, wie es in letzter Zeit sehr oft vorgekommen ist, am besten durch Eintritt in den Kaninchenzüchterverein, welcher dem RDK. angeschlossen ist. Die Reichsfachgruppe Kaninchenzüchter e. V. hat für ihre Mitglieder eine Schutzkasse eingerichtet. effentliche Zuchtberatungsstellen hat der Kaninchenzüchter=Verein beim Zuchtwerbewart Bernhard Massolle, Lauraberg, beim Fellfachwart Ernst Kamperhoff, Kupferdreher Str., und beim Zuchtbuchführer Jos. Altenbeck, Charlottenstraße, eingerichtet. Bredenscheid-Stüter. Wer fähri mit? Urlaubsfahrt in den Winter. Ins bayrische Allgäu. Die große Winterfahrt der NSG.„Kraft durch Freude". Bei uns in Westfalen hat der Winter seine Versprechungen nicht erfüllt. Wenige Tage nur ließ eine dünnschichtige Schneedecke die Winterfreuden ahnen. Aber tagtäglich sieht der Himmel mit seinem ermüdenden Grau weiter auf uns hernieber. Um so begreiflicher ist das Verlangen, einmal dorthin zu fahren, wo die Welt in Schnee und Eis gehüllt ist, und wo dennoch eine herrliche Wintersonne die Gemüter frohgelaunt macht— ins bayrische Allgäu. Vom 2. bis 10. Februar 1935 fährt ein Urlauberzug zum Schwanengau, in die Bergwelt der Allgäuer Alpen. In den Orten Füßen, Riedern, Weißensee, Buching. Hohenschwangau und Schwangau wird Station gemacht.. Abstecher nach Garmisch=Partenkirchen und Oberammergau sind ebenfalls vorgesehen. Der Skisport beherrscht das gesamte Gebiet, in dem sich in der ersten Februarwoche die westfälischen Arbeitskameraden bei lustigem Treiben erholen werden. Kleine und große Sprungschanzen, sowie ausreichendes Uebungsgelände für Anfänger sind vorhanden. Vor allem ist reichlich Gelegenheit zu Tages= und Halbtagstouren(bis zu 2000 m Höhe) gegeben. Der Eissport ist für alle diejenigen Urlauber gedacht, die ohne eigene Skier die Reise antreten müssen und sich lediglich mit Schlittschuhen ausrüsten können. Darüber hinaus werden Eishockey=Wettspiele, an denen sich jeder Kundige beteiligen kann, veranstaltet. Selbst SchlittenWettrennen stehen auf dem Tagesprogramm. Wer also dem Wintersport huldigt, findet hier das. was er sucht.— Dem Nichtsportler, der Ruhe und Erholung braucht, kann gerade dieser Gebietsstreifen nur bestens empfohlen werden. Denn nicht umsonst wird immer wieder die Behauptung aufgestellt, daß Wintersonne heilkräftiger, denn Höhensonne sei. Sonnig und windstill gebettet liegen die kleinen Ortschaften umringt von mächtigen Bergriesen. Schnee, Nebelfreiheit, trockene Luft und viel Sonne, das sind die Heilmittel der Natur in den bayrischen Bergen. Der Preis dieser 8tägigen Reise einschließlich Fahrt, Unterkunft und Verpflegung beträgt N M. 37.—. Anmeldungen mussen sofort erfolgen. Man wendet sich zweckmäßig an das jeweilige Kreisamt der NSG.„Kraft durch Freude“ oder an den Ortswart bzw. Betriebswart der„KöF.“. Anmeldungen nach dem 30. Januar können nicht mehr berücksichtigt werden. Oder Berlin? Kostenlose Besichtigung der Berliner Autoausstellung vom 16.—20. Februar 1935. In der Zeit vom 14. bis 24. 2. 1935 findet in Berlin die diesjährige große Anto=Ausstellung statt, die in immer steigenderem Maße die Leistungen der deutschen Automobil=Industrie zur Schau stellt. Vom ältesten Modell, der primitiven Benzkutsche, bis zur schwersten und modernsten Limousine reihen sich Wagen an Wagen und verkünden den Fortschritt der Zeit. Die Technik wartet bekanntlich gerade bei diesen Anlässen stets mit Ueberraschungen auf, die nicht zuletzt durch verblüssende Preissenkungen die Herzen der Besucher erfreuen. Natürlich kann nicht jeder Volksgenosse den selbst„spottbilligen“ Wagen käuflich erwerben. Aber je mehr von Jahr zu Jahr die Preise fallen, um so mehr ist auch die Hoffnung berechtigt, eines Tages ein Modell zu entdecken, dessen Anschafsungspreis als erschwinglich gelten kann. In den Abendstunden des 16. Februar verläßt der Urlauberzug den Bochumer Hauptbahnhof, um am 17. 2. morgens in Berlin einzutreffen. Am 18. 2. ist die Besichtigung der Ausstellung vorgesehen. Eintrittsgeld wird nicht extra erhoben! Die Rückfahrt beginnt am 20. 2. morgens. Der Fahrtpreis einschließlich Stägiger Verpflegung und Uebernachtung in Berlin wird ca. RM. 21.— betragen. Denjenigen Volksgenossen, die beabsichtigen, an dieser Fahrt teilzunehmen, empfehlen wir, ihre Anmeldung sofort oder spätestens bis zum 2. 2. bei den örtlichen Kreisämtern des Gaues Westfalen=Süd der NSG.„Kraft durch Freude“ vorzunehmen, da nur eine beschränkte Anzahl von Karten abgegeben werden kann. Bei der Anmeldung bis zu diesem Termin genügt vorerst eine kleine Anzahlung. jedoch muß der Gesamtbetrag bis zum 10. Februar bei den Kreisämtern hinterlegt sein. Die Erwartungen, die der Automobil=Ausstellung gelten, sind wohl zumeist dieselben: Wann kommt der Volkswagen? Daß gerade die Automobil=Ausstellungen in einer besonders großen Aufmachung aufgezogen werden, ist heute kein Geheimnis mehr, da der Führer diesem Fabrikationszweig sein ganz besonderes Interesse widmet. — Die Sprechstunde der NSV. findet am Freitag, dem 25. d. M., von 16 bis 17 Uhr, im Büro der ehemaligen Zeche Johannessegen statt. Blankenstein. — Die Pfundsammlung des WHW. für den Monat Januar in Blankenstein, Buchholz und Holthausen wird durchgeführt von der NS. Frauenschaft. der Frauenhilfe, der Karitas und vom Roten Kreuz. Herbede. — Missionsfest. Am 2. Sonntag nach Epiphanias feierte die evangelische Kirchengemeinde Herbede, wie gewohnt, das Missionsfest. Ueber der Predigt im Hauptgottesdienst, die Missionar Momeyer von der Rhein. Missionsgesellsch.(Wuppertal) hielt, stand das Wort Jes. 60, 1—6. Die Mission trägt Licht hinein in das Dunkel der Völker. Sie bringt mehr als Religion, sie bringt das Evangelium, und im Evangelium kommt Gott zu den Menschen.— Auch die Kinder sollten nicht leer ausgehen. Missionar Momeyer erzählte ihnen im Kindergottesdienst von seiner Arbeit auf der Insel Nias, wo er 1897 eine Station anlegen und 31 Jahre wirken durfte. Er hatte den Kleinen einen Ahnengötzen mitgebracht, der mit Interesse betrachtet wurde.— Nachmittags sand im Evgl. Gemeindehaus(Helenenstift) eine Nachversammlung statt, an der sich die Gemeinde sehr rege beteiligte. Nach dem Kaffeetrinken, zu dem gestifteter Kuchen zum Besten der Missionskasse verkauft wurde, leitete Pastor Kracht die Feier mit einer Ansprache über Micha 5, 2—3 ein. Missionar Momeyer— der Herbeder Missionsgemeinde vom Missionsfest 1930 her kein Unbekannter— nahm Matth. 9. 30, zum Ausgangspunkt seiner Ausführungen vom königlichen Werk der Mission, das insbesondere auf Nias herrlicher Erfüllung entgegenreift. Aber auch vom Ernst der Lage unserer Rheinischen Mission mußte der Missionar berichten. Zu der uns „Munken Vendt“. Das Bochumer Stadttheater ehrt Knut Hamsun. Durch diese Ehrung des großen norwegischen Dichters Knut Hamsun(man nennt ihn auch den größten Dichter der Gegenwart überhaupt) ehrt sich das Bochumer Schauspiel selbst. Gewiß, eine Eroberung der deutschen Bühne für Hamsun, der sich die deutschen Leser längst eroberte, wird auch dieser Versuch, dem einige andere bereits voraufgingen, nicht einleiten. Heute noch nicht. Denn, sagt selbst, sind wir in unserer Gesamtheit, nach einigen Jahrzehnten des Amüsier= und Spektakeltheaters, reif genug, im Parkett tiefste Probleme des menschlichen Daseins aufzunehmen und ihnen auf dem Heimweg nachzuspüren? Im stillen Bücherwinkel sinniert man gern mit Hamsuns Menschen aus den Fjorden und Schären. Dieser Dichter spricht aus seiner Einsamkeit zum Einzelnen, nicht zur Menge. Und deshalb wurde sein„Munken Vendt“. auch nach der Bearbeitung durch Per Schwenzen, nicht zu dem, was man gemeinhin bühnenwirksam nennt. Aber ein literarisches, besser, ein geistiges Erlebnis war der Abend. Für alle, die folgen konnten. Die hinter den Worten und Geschehnissen des Versdramas mehr, als die Geschichte eines Vagabunden, aufspürten. Die fühlten, wie diese Sätze an den unentdeckten Saiten des Empfindens rissen und die sich am Wohlklang der Sprache eines einzigartigen Dichters berauschten. Ein gesprochenes Feuilleton ging der Erstaufführung voraus. Der Kölner Schriftleiter Otto Brües sprach es. In kluger und schöngeformter Rede wies er die Beziehungen Knut Hamsuns und seiner Gestalten zu Blut und Boden auf, stellte den Dichter und sein Werk in Gegensatz zum mechantsierten Menschen, fand Verwandtes bei Nietzsche und zeichnete den Gegensatz zu Ibsens Per Gynt, der dort Konzessionen mache, wo Munken Vendt an sich selbst zerbreche, weil er gegen sein Blut nicht könne, nicht gegen sein Schicksal, das seine Heimat ist. * Das Drama selbst? Ein Taugenichts(landläufig!) schwärmt durch die Wälder, narrt die Bauern. verführt ihre Töchter, trinkt, tollt und philosophiert. Die Erde und den Himmel will er sich zum Werkzeug machen, nicht ihr Werkzeug sein. Dogmen(auch und besonders die der Kirche) verabscheut er. Haßt die Obrigkeit und ersehnt den„Frei=Tag“, einmal im Jahr, der seinem nur allzu gut bekannten Geldverlegenheit kommt eine ganz neue, bisher noch nie erlebte Not hinzu, die Schwierigkeit. unseren Arbeitern draußen die Mittel hinauszusenden wegen der Knappheit der Devisen, die den Verkehr Deutschlands mit dem Auslande lähmt: Bei allem Wohlwollen der Behörden ist es diesen nicht möglich, die bereits sehr knapp berechneten Devisen für den Unterhalt un serer Arbeiter braußen zu bewilligen.— Die Herbeder Missionsfreunde haben sich auch im vergangenen Jahre nicht vergeblich an ihre Missionspflicht erinnern lassen. Die Zeitschriften der Missionsgesellschaft haben in manchen Häusern Ein gang gefunden(Bezugspreis 1—2 RM.). 30 Familien stellten eine Sammelbüchse als Dankopferaltar in ihrer Wohnung auf. Der in ihnen 1934 zusammengekommene Betrag beläuft sich bei zwischen 1 und 22 RM. schwankendem Einzelinhalt auf insgesamt 100 RM. Vier Kirchenkollekten erbrachten rund 98 RM. Dazu kommen 12 RM. an Einzelgaben und der Erlös des Missionsfestes.— Zur Ausschmückung der Feier hatte sich der Evgl. Jungmädchenbund wiederum freundlichst zur Verfügung gestellt. Auf die Heidenmission Bezug nehmende Gedichte sprachen Frl. Goos(Alles für Jesum), Frl. Lorberg(Des Heiden Frage), Frl. Vedder(Der Opferaltar zu Hunan) und Jenni Mann(Fröhliches Geben). Auch die Lieder des Jungmädchenchors waren sehr wirkungsvoll, besonders das Flemmingsche„Ach, mein Herr Jesu, wenn ich dich nicht hätte".— Zum Schluß sprach Superintendent i. R. van Hoefen zur Bekräftigung und Beherzigung dessen, was in der Kirche gehört und am Nachmittag an zahlreichen Beispielen aus der Missionsarbeit erläutert worden war, von der Notwendigkeit, der Schwierigkeit und dem Segen der Mission. Die Worte aus dem Munde dieses tatkräftigen Förderers der Mission, dessen Vater auf dem Missionsfelde in Sumatra bis zum Tod getreu war, werden manchen, der Gottesglauben die Erfüllung bringt, dem Glauben an die Göttlichkeit der Freiheit, der Kraft, der Liebe und des Zornes. Drei Mädchen sind auf seinem Weg: Blis, die verschlagen Sinnliche(und gerade sie wird Mutter seines Kindes!), Inger, die animalisch Hingebungsvolle, und Iselin die Stolze, die sich lieber fortwirft, den Geliebten lieber tötet, statt ihn mit anderen zu teilen. Ihr, die ihm nie so nah war, wie die beiden anderen, gehört er ganz. Sie läßt, ehe sie ins Meer geht, Gras in seine offenen Hände säen. Und während das frische Grün, genährt von seinem Blut, aus dieser Krume sprießt, während die Kraft seiner Glieder und Gelenke sich in die ewige Natur verströmt— stirbt er, gottgläubig in seinem Sinn, voll letzter Sehnsucht nach dem Kind, das Blis ihm schenkte.— * Herbert Wahlen, der Spielleiter, schuf(vor leuchtenden Bildern mit traumhaften Fernen von Johannes Schroder) eine eindringliche Aufführung, die beschwingt war in ihren Höhen und hinreißend in ihren Tiefen. Ueber allem stand das Dichterwort, das(so soll es sein) durchweg ungeünstelt und untheatralisch, dafür um so ergreifender, den Weg ins Ohr des Hörers nahm. Alles, was geschehen konnte, aus dem Epos ein Drama zu gestalten, hier geschah es. Im Mittelpunkt der Aufführung behauptete sich Fritz Brandt als Munken Vendt. In den ersten Auftritten vielleicht etwas zu geräuschvoll, wuchs er im Lauf des Spiels zu einer unerhört lebensnahen Persönlichkeit, die überall und immer souverän die Szene beherrschte, wie es das Stück will. Eine darstellerische Leistung, die ihresgleichen sucht. Kein Wunder, daß das Ensemble Abstand hielt! Aber auch in ihrer Art prachtvoll: Heidi Kuhlmann als Iselin, Walter Kaltheuner als Elias, Alfred Schieske als Dyre, Adolf Schneider als Esben, Anna Budzinski als Blis, Gerhard Meinecke als Didrik, Hidde Ebert als Inger, Ernst Holznagel als Omoinsa, Hans Grell als Vogt und die vielen anderen. Es war der Abend eines Dichters, eines Regisseurs und eines Schauspielers. Wir danken allen Beteiligten, daß sie ihn so gestalten halfen. Und wir hoffen, daß„Munken Vendt“ in der Folge sein Publikum findet, wie er es verdient. Der Kritiker müßte sich sonst, weil die Aufführung Kritik kaum zuläßt, am Parkett und an den Rängen schadlos halten.—er. nach Gebet und Segen den Heimweg antrat, darin bestärkt haben, sich nicht nur zum Genossen der Freude, sondern auch zum Genossen der Last zu machen. Sprockhövel. — Sprockhövel erhält eine Standarten=Jungbannfahne. Morgen, Donnerstag, am Todestage des Hitlerjungen Herbert Norkus, werden in der Marienburg in Östpreußen die Standarten=Jungbannfahnen des ganzen Deutschen Reiches feierlichst geweiht und dem Reichsjugendführer übergeben. Eine dieser Jungbannfahnen erhält auch Sprockhövel. Jungbannführer von 1/99 Ruhr=Ennepe ist, wie bekannt, Albert Roellinghoff, Sprockhövel. — Kind durch Gas getötet, die Mutter in Lebensgefahr. Als Montagvormittag der Volksgenosse Ecke. Kirchstraße 54. wohnhaft, mit dem Möbelwagen nach seiner Wohnung kam, um Möbel abzuholen, da er nach Hohenlimburg verzogen ist, sah er seine Frau und sein noch nicht zwei Jahre altes Kind im Bett wie leblos liegen. Starker Gasgeruch strömte ihm aus dem geöffneten Gashahn entgegen. Der Arzt wurde hinzugezogen, er stellte fest, daß das Kind schon tot war. Die Frau wurde ins Krankenhaus gebracht, auch bei ihr besteht Lebensgefahr. Aus der Nachbarschaft. Linden-Dahlhausen — Schwerer Berufsunfall. Schwer zu Schaden kam im Untertagebetriebe einer benachbarten Schachtanlage in der Morgenschicht kurz vor Mittag, der in Oberdahlhausen am Eiberg, Im Stapel wohnhafte 38jährige Hauer Fritz Wa. Er war mit einigen Arbeitskameraden mit dem Abfangen und Verschalen eines Ortsstrebs beschäftigt, als plötzlich das Gebirge hereinbrach und W. darunter geriet, während sich die Kumpel in Sicherheit bringen konnten Mit Kopf=, Oberkörper= und Beinquetschungen wurde der Aermste geborgen und dem Krankenhaus eingeliefert. Bochum. — Stadttheater Bochum. Eine Operette, die gleichermaßen in ihrer musikalischen und szenischen Gestaltung gefällt, ist mit Millöckers„Bettelstudent“ gegeben, der heute gezeigt wird. Der Beginn der Vorstellung ist auf 20 Uhr angesetzt; das Ende wird gegen 22,45 Uhr sein. Abgesehen von den Plätzen für die Serie C der NS. Kulturgemeinde sind Tageskarten in genügender Auswahl vorhanden.—„Mignon“, die beliebte Oper von Thomas, wird an Freitagabend mit Ellen Schiffer in der Titelpartie aufgeführt. In den übrigen wesentlichen Aufgaben sind beschäftigt: Grete Siegert, Gustav Weitenhiller, Theo Thement, Heinrich Löffler, Leonhard Kistemann und Heinz Freudenberger. Die Karten sind bereits für den Vorverkauf freigegeben. Die neue große. Inszenierung des Schauspiels, Hamsuns Nordische Romanze„Munken Vendt“, wird am Samstag erstmalig wiederholt, und zwar mit dem Weißen Ring als Vormiete. Der Vorverkauf der frei verfügbaren Karten setzt heute ein. Einen Hinweis verdient noch die Sonntagabendvorstellung, die Hinrichs=Komödie„Wenn der Hahn kräht“ zum letzten M.ole bringt. Meisterkonzert im Theater. Professor Wilhelm Kempff spielt in Bochum. Wilhelm Kempff ist aus Südamerika heimgekehrt, wo er als Interpret deutscher Musik begeistert gefeiert wurde. Besonders in Buenos Aires gestaltete sich das Auftreten Kempffs zu einem„Triumph für die deutsche Kunst" und die argentinische wie auch die gesamte ausländische Presse bezeichnete seinen Klavierzyklus in zehn Abenden als einen „Markstein im Konzertleben der letzten Jahrzehnte". Die deutschen Gesandten in Buenos Aires, Montevideo und Rio de Janeiro veranstalteten zu Ehren des Künstlers Empfänge, an welchen die Regierungsvertreter und sonstigen hervorragenden Persönlichkeiten der Länder Argentinien, Uruguay und Brasilien teilnahmen. Kempff, welcher noch vor seiner Abreise aus Südamerika sogleich für eine großangelegte Tournee durch die südamerikanischen Länder verpflichtet wurde, begibt sich nach einigen Konzerten in Deutschland nach Rumänien Bulgarien und Griechenland, wo er wiederum wie im Vorjahr im Odéon zu Athen gastieren wird. Der Künstler wird in Bochum in dem 3. Meister=Konzert des Städtischen Orchesters am Donnerstag. dem 24. Januar, abends 8 Uhr, im Stadttheater das Klavier=Konzert Nr. 1 in C=Dur von Beethoven, 2 Klavierstücke„Aus meinem Tagebuch“ As=Dur und H=Moll von Max Reger und Präludium und Fuge für Klavier von Hans Silberberg spielen. Professor Kempff gehört zweifellos zu den ungewöhnlichsten Musikerpersönlichkeiten unserer Zeit. Das Werk von Silberberg wurde im Oktober 1934 in Berlin(Stunde der Musik) von Wilhelm Kempff uraufgeführt und hatte einen solchen Erfolg, daß er das Werk wiederholen mußte— Das Programm des Meister=Konzertes sieht am Anfang das Konzert für Orchester, op. 61, von Hermann Unger vor; den Beschluß macht„Till Eulenspiegel“. op. 28, von Richard Strauß. Die Werke von Unger, Beethoven und Silberberg werden zum ersten Male in den städtischen Veranstaltungen aufgeführt. Dirigent: Städtischer Kapellmeister Professor Leopold Reichwein.— Tageskarten zum Preise von 1.— bis 5,— RM. sind an der Konzertkasse im Stadttheater von 10 bis 2 Uhr vormittags sowie in den bekannten Vorverkaufsstellen und 1 Stunde vor Beginn der Veranstaltung an der Abendkasse zu haben, Schülerkarten zu 75 Rpfg. bis 2,50 RM. gegen Vorlegung eines entsprechenden Ausweises nur an der Konzertund Abendkasse. Vorbestellungen werden unter Nr. 68 651 entgegengenommen. Große Strafkammer. Zuchthaus für versuchtes Münzverbrechen. Vor der. Großen Strafkammer des Landgerichtes Bochum hatte sich ein gewisser P. von Witten wegen versuchter Münzfälschung zu verantworten. Als eines Tages die Kriminalpolizei eine Durchsuchung der Wohnung des Angeklagten vornahm, fand sie 4 falsche und 2 echte Fünfmarkstücke vor, außerdem Material, das offensichtlich zur Herstellung der falschen 5=MarkStücke gedient hatte. Die Nachforschung ergab, daß die Fälschungsarbeit des Angeklagten bei einem Versuch geblieben ist, und daß es sich um sogenannte Halbfabrikate handelte, die bei einem etwaigen Vertrieb eben wegen ihrer schlechten Herstellung sofort aufgefallen wären. Da es sich nur um einen Versuch zur Herstellung von Falschgeld handelte, fiel die Strafe milde aus, aber in Anbetracht, des in letzter Zeit stark auftauchenden Falschgeldes wurde auf Zuchthaus erkannt, und zwar auf ein Jahr, ferner 3 Jahre Ehrverlust und Polizeiaufsicht. Schöffengericht. Tödlicher Antounfall vor Gericht. Vor einiger Zeit trug sich auf der Hauptstraße in Langendreer ein schwerer Autounfall zu, der den Tod eines Kindes forderte. Das betreffende Fahrzeug wurde gelenkt von einem N. aus Langendreer, der sich am Dienstag vor dem Schöffengericht in Bochum wegen fahrlässiger Tötung zu verantworten hatte. Der Angeklagte bestritt, schuldhafterweise den schweren Unfall herbeigeführt zu haben. Um völlig klar über die Ursache des Unglückes zu werden, wurde ein Ortstermin in Langendreer abgehalten. Bei diesem ließ sich aber eine Schuld des Angeklagten nicht mit Bestimmtheit feststellen, weshalb dann wegen mangelnden Beweises die Freisprechung des Angeklagten erfolgte. Kleine Strafkammer. Respektloses Verhalten gegenüber der Hoheitsfahne. Vom Schöffengerichte Bochum war eine Frau K. in Riemke wegen Mißachtung der Hoheitsfahne gegenüber zu drei Monaten Gefängnis verurteilt worden. Sie legte gegen dieses Urteil bei der Kleinen Strafkammer des Landgerichtes Bochum Berufung ein mit einer unwahr klingenden Begründung. Passanten hatten bemerkt, wie die Frau in einem Torweg stehend, als ein Zug mit Fahnen vom Nürnberger Parteitag zurückkehrte, verächtlich vor den Fahnen ausspie. Die erneute Beweisaufnahme änderte nichts an der Beurteilung des Falles durch das Schöffengericht. Die Berufung wurde verworfen. Schulung der Mütter. Einweihung der Gaumütterschule Westfalen=Nord. In Gelsenkirchen=Horst wurde am Dienstag am Amtsplatz in dem Hause des früheren Bürgermeisters von Horst die erste ständige Mütterschule des Gaues Westfalen=Nord durch den Reichsmütterdienst Verlin feierlichst eröffnet. Schon seit Mai 1934 wurden im Gau Westfalen=Nord Wanderkurse für Mütterschulung begonnen und durch sie sind etwa 12500 Frauen geschult worden. In Ergänzung dieser Wanderkurse ist nun die erste ständige Mütterschule eingerichtet worden. Die Stadt Gelsenkirchen hat in Erkenntnis der darin liegenden großen volkserzieherischen Aufgabe ein geeignetes Haus zur Verfügung gestellt und herrichten lassen.— Zur Einweihung der Gaumütterschule hatten sich unter Führung der Gauamtsleitung der NS. Frauenschaft WestfalenNord namhafte Vertreterinnen des Deutschen Frauenwerks, der Partei, der Behörden usw. eingefunden. Nach Ansprachen erfolgte eine Besichtigung der Räumlichkeiten der Mütterschule, in denen Küche, Nähkurse, Erziehungskurse, Säuglings= und Gesundheitspflege untergebracht sind. Unter den Klängen des Deutschland= und des Horst=Wessel=Liedes schloß dann die Einweihungsfeier mit der feierlichen Flaggenhissung. Anschließend fand sich die NS. Frauenschaft mit dem Deutschen Frauenwerk zu einer Arbeitstagung zusammen. Die Reihe der Veranstaltung schloß am Dienstagabend mit einer öffentlichen Kundgebung der NS. Frauenschaft und des Deutschen Frauenwerks im großen Saal des HansSachs=Hauses in Gelsenkirchen. Film, Presse und Rundfunk. Eine Aussprache in Düsseldorf. Aus Anlaß der Sonderaufführung des TerraSpitzenfilms„Hermine und die sieben Aufrechten“ am Dienstag in Düsseldorf veranstaltete die Direktion der Terra=Film=AG., Berlin, im Breidenbacher Hof“ einen Empfang von Vertretern aus Presse, Film und Rundfunk, zu dem auch Vertreter der Partei, der Regierung und Stadtverwaltung sowie Heinrich George persönlich erschienen waren. Direktor Österwind=Berlin trat nach kurzen Begrüßungsworten dem Märchen vom bösen Verleiher entgegen und betonte das Verantwortungsbewußtsein des deutschen Filmverleihers, der Treuhänder und Sachwalter der Interessen des Publikums sei. Die Filmstoffe der Zukunft hätten immer den Interessen der Allgemeinheit zu dienen und müßten in starker Menschlichkeit wurzeln. Wer es mit dem deutschen Film gut meine, sei ein Feind des Startums, und der Freund des guten Films werde nicht nur den großen Künstler suchen, sondern ihn auch in Ehren halten. Nachdem noch verschiedene andere Sprecher zu Worte gekommen waren, machte Direktor Österwind noch Mitteilungen über die neuen Terra=Filme(„Purzelbaum ins Glück“, ein Skifilm mit Brigitte Helm,„Ein idealer Gatte“ in der Form der feinen Gesellschaftskomödie,„Schlösser im Mond“, in dessen Mittelpunkt das Milieu der Weltstadt Berlin zur Zeit der Jahrhundertwende mit Heinrich George steht und der große Fliegerfilm„Wunder des Fliegens“ mit Udet). Ein Meisterwerk der Technik. Die Rur fließt unterirdisch. Der Bau des Hundert=MillionenStaubeckens in der Rur bei Hasenfeld in der Nordeifel hat in den letzten Wochen einen erheblichen Fortschritt zu verzeichnen durch die Fertigstellung des Stollens, durch den die Rur abgeleitet wird, um die Trockenlegung des Rurbettes zu erreichen. Es wird nun mit dem über 300 Meter langen und 50 Meter hohen Erddamm abgeriegelt, hinter dem sich die 100 Millionen Kubikmeter Wasser aufstauen sollen. In wenig mehr als einem halben Jahre ist der über 300 Meter lange Stollen gebrochen und mit einer lichten Oeffnung von sechs Metern im Durchschnitt betoniert worden. Nunmehr fließt die Rur bereits durch ihr neues unterirdisches Bett. Damit ist eine der technisch schwierigsten Aufgaben des großen Bauvorhabens gelöst worden. Das vor einigen Wochen dem Betrieb übergebene kleine Staubecken bei Heimbach ist bisher nur zum Teil gefüllt worden, da die Witterung die Aufspeicherung großer Wassermengen noch nicht zuließ. Mit dem Bahnpostbetrieb vertraut? Sofort die Stelle gefunden, wo die Geldkisten standen. Zu dem dreisten Raubüberfall auf den Postwagen des Personenzuges 261 werden noch folgende Einzelheiten gemeldet: Der Personenzug verließ fahrplanmäßig um 23.29 Uhr den Bahnhof Rauxel in Richtung Dortmund. Bei Kilometer 106,1 etwa 800 Meter vom Bahnhof Rauxel entfernt, als der Zug sich in der Höhe des alten Bahndammes der Westfälischen Eisenbahn im Grutholz befand, wurde die Notbremse gezogen. Der Zug kam sofort zum Stehen. Darauf sprangen drei maskierte Männer auf das Trittbrett des Bahnpostwagens, der am Schluß des Zuges fuhr, forderten die Zugbegleiter der Reichspost auf, den Postwagen zu öffnen und gaben gleichzeitig mehrere Schüsse auf die im Postwagen befindlichen fünf Beamten ab, wobei einer der Beamten leicht verletzt wurde. Obwohl die Beamten sich tapfer wehrten, konnten die Räuber vier Geldkisten, in denen sich zusammen etwa 20 000 RM. befanden, aus dem Wagen auf den Bahnkörper werfen. Ebenso schnell wie sie gekommen waren, ergriffen die Täter unter Mitnahme von zwei Geldkisten mit insgesamt 8450 RM. die Flucht und entkamen in den den Bahnkörper umgebenden Wald. Wie verlautet, sollen die Burschen in einem Auto, das sie an einem in der Nähe liegenden Tennisplatz erwartete, entkommen sein. Die beiden anderen Geldkisten wurden auf dem Bahnkörper vorgefunden und konnten sichergestellt werden. Ferner fand man am Tatort eine Maske, die einer der Räuber zurückgelassen hatte. Unmittelbar nach Verständigung des Bahnhofs Rauxel, dessen Dienststelle die zuständigen Stellen benachrichtigte, trafen die Kriminalpolizei von CastropAutofahrer unter Wasser. Im letzten Augenblick gerettet. Beim Einbiegen in die Provinziallandstraße nach Brüninghausen verlor ein 75jähriger Anstreichermeister aus Lüdenscheid die Gewalt über seinen Kraftwagen und fuhr in einen Teich. Ein hinzueilender Schlächtergeselle sprang kurz entschlossen in das Wasser, riß die Tür des Kraftwagens auf und rettete den Anstreichermeister, sowie dessen Frau, die das Bewußtsein schon verloren hatte. Die Frau erholte sich später wieder. Nachdem der Teich entleert worden war, konnte auch das Fahrzeug geborgen werden. Kleine Wunde führte zum Tode. Ein Einwohner aus Ratheim ritzte sich auf einem Wege in den Wald, um Holz zu holen, an einem rostigen Nagel das Bein. Die zuerst kaum beachtete Wunde verursachte einige Stunden später solche Schmerzen, daß ein Arzt hinzugerufen wurde. Er stellte Blutvergiftung fest, die schon soweit fortgeschritten war, daß ärztliche Kunst nichts mehr vermochte. In der folgenden Nacht starb der Mann unter großen Schmerzen. Glück bei der Winterhilfslotterie. Glück hatten am Montag abend fünf bedürftige Volksgenossen, die sich auf der Marktstraße in Oberhausen mit je einem Groschen an der Winterhilfslotterie beteiligten. Einer von ihnen zog ein Los mit dem schönen Gewinn von 100 Mark. Die Freude war natürlich groß, als jedem der Beteiligten an Ort und Stelle 20 RM ausgezahlt wurden. Rauxel, die Streifenabteilung der Bahnpolizei, Dortmund, Beamte der Fahndungsstelle der Reichsbahn und der Postüberwachungsstelle Dortmund am Tatort ein. Die bisherigen Ermittlungen ergaben, daß die Räuber nach einem wohlvorbereiteten Plan den Ueberfall ausgeführt haben und mit dem inneren Betrieb der Bahnpost genau vertraut gewesen sein müssen. Bei dem Betrag, der den Räubern in die Hände fiel, handelt es sich um Geldablieferungen einiger kleinerer Postämter der Umgebung, die mit der Bahn nach Dortmund transportiert werden. Soweit bisher festgestellt werden konnte, haben die Täter den Zug nicht in Rauxel bestiegen, sondern müssen schon auf einer anderen Station der Strecke eingestiegen sein. Die Notbremse ist im letzten Personenwagen des Zuges gezogen worden, so daß die Räuber bis zu dem am Schluß des Zuges fahrenden Bahnpostwagen nicht weit zu laufen brauchten. Wie von anderer Seite berichtet wird, sind die Postbeamten nicht dazu gekommen, sich zur Wehr zu setzen, denn die Räuber betraten den Postwagen mit der Schußwaffe in der Hand unter dem Rufe„Hände hoch!“ und griffen sofort an die Stelle, wo die Geldkisten sich befanden. Offenbar haben die Räuber nur Schreckschüsse abgegeben, denn alle Kugeln bis auf eine sind vorbeigegangen. Durch eine Kugel wurde der Postschaffner Kneipp geringfügig verletzt; er erlitt eine Prellung an der rechten Hand. Im übrigen verfing sich die Kugel im Taschentuch seiner rechten Tasche und richtete keinen weiteren Schaden mehr an. Des Zugpersonals und der Fahrgäste bemächtigte sich bei dem nächtlichen Ueberfall nicht geringe Aufregung. Der überfallene Zug konnte nach viertelstündigem Aufenthalt seine Fahrt fortsetzen. Wie verlautet, wird die Reichspostdirektion Dortmund auf die Ergreifung der Täter eine Belohnung aussetzen. Autolastzug stürzt eine Böschung hinab, die Fahrer wie durch ein Wunder unverletzt. Auf der Landstraße zwischen Andernach und Brohl, am sogenannten Fornicher Krotzen, kam in einer Kurve ein schwerer Lastwagen mit Anhänger durch die Straßenglätte ins Schleudern. Der Lastzug riß einige schwere Straßensteine aus der Erde, legte das Eisengeländer um und stürzte, sich mehrmals überschlagend, etwa 13 Meter tief die Böschung hinunter. Wie durch ein Wunder kamen der Kraftwagenführer und der Beifahrer ohne Verletzungen davon. Der Wagen und der Anhänger, die mit Fässern voll Syrup beladen waren, sind schwer beschädigt worden. Bauernhof niedergebrannt. Am Sonntagabend geriet das dem Bauern Bernhard Kuhl in Esterfeld bei Meppen gehörende Wohnhaus mit Stallung aus unbekannter Ursache in Brand. Der Feuerwehr gelang es trotz dreistündiger schwerer Arbeit nicht, die mit großen Stroh= und Heuvorräten angefüllten Gebäude zu retten. Das Großvieh, Mobiliar und Ackergeräte konnten in Sicherheit gebracht werden. Lindenwirtin...! Gratulanten beim„Aennchen“. Am Dienstag hatte sich im Gasthaus der „Lindenwirtin“ in Godesberg noch einmal eine große Anzahl Gratulanten eingefunden. Die Jubilarin, Aennchen Schuhmacher, hatte im Sessel in der Gaststube Platz genommen und schüttelte jedem die Hand, der seine Glückwünsche überbrachte. Das Heim des Geburtstagskindes hatte sich in einen Blumengarten verwandelt. Nicht allein Freunde und frühere Studenten aus der näheren Umgebung hatten der„Lindenwirtin“ gedacht, sondern aus allen deutschen Gauen kamen Glückwünsche mit der Post, so vom Landeshauptmann der Rheinprovinz, vom früheren Kronprinzen, von den Bonner und Kölner Studentenkorporationen, von Dr. Eckener, von„Mama Ey“ aus Düsseldorf und noch vielen anderen. Baltikum- und Freikorpskämpfer des Landesverbandes Westfalen=Niederrhein. Im Deutschen Heim in Herford fand bei reger Beteiligung ein Kameradschaftstag der ehemaligen Baltikum= und Freikorpskämpfer des Landesverbandes Westfalen=Niederrhein statt, an dem Kameraden aus Herford, Bielefeld, Brackwede, Minden, Gütersloh, Hamm, Oerlinghausen, Attendorn und Soest teilnahmen. Landesverbandsführer Dr. Wiemers(Münster) überbrachte die Grüße des Reichsführers Major a. D. Bischoff und nahm die über 60 Mann starke Ortsgruppe Herford unter feierlicher Verpflichtung auf den Führer in den Landesverband auf. Mit dem Treuegelöbnis zu Führer und Vaterland bekräftigten alle den Willen zur Mitarbeit am neuen Deutschland. An den Führer wurde folgendes Telegramm gesandt:„Die ehemaligen Baltikumund Freikorpskämpfer aus Westfalen, Lippe und Niederrhein erneuern dem Führer auf dem Kameradschaftstag in Herford treues Gefolgschaftsgelöbnis." Die Taten zweier Autobanditen. Zu langjährigen Zuchthausstrafen verurteilt. Das Kölner Schöffengericht verurteilte am Dienstag den 28jährigen Peter Giesen und den 24 Jahre alten Hubert Thamm, beide aus Köln, wegen zahlreicher schwerer Einbruchsdiebstähle im Rückfalle Giesen zu 7 Jahren Zuchthaus, Thamm zu 5 Jahren Zuchthaus und erkannte gegen beide außerdem auf je 5 Jahre Ehrverlust, Stellung unter Polizeiaufsicht und Anordnung der Sicherungsverwahrung.— Damit sind zwei gefährliche Autobanditen unschädlich gemacht, die erst im Sommer vergangenen Jahres aus den Strafanstalten entlassen wurden. Als sie die Freiheit wiedererlangt hatten, begaben sie sich sofort wieder an ihr verbrecherisches Handwerk. Aus einer Garage in Köln entwendeten sie ein Motorrad, mit dem sie in die Eiffel fuhren, wo beide dann eine Reihe weiterer Betrügereien begingen. In Köln verübten sie anschließend einen Lagereinbruch, bei dem ihnen Werte für 1000 RM. in die Hände fielen. Giesen und Thamm suchten schließlich erneut eine Garage in Köln auf, aus der sie nachts einen Kraftwagen entwendeten und mit diesem nach Koblenz fuhren. Hier ging ihnen das Benzin aus. Kurzerhand ließen sie den Wagen auf der Landstraße stehen, erbrachen eine Koblenzer Garage und holten sich aus dieser einen anderen Wagen heraus, mit dem sie der Stadt Dortmund einen Besuch abstatteten. Nachdem sie hier einen schweren Einbruch verübt hatten, begaben sie sich wieder nach Köln. Auf der Heimfahrt überfuhren die Burschen noch einen Fußgänger. Sie zogen es dann vor, den Wagen nicht nach Köln zu steuern, sondern ihn auf der Landstraße stehen zu lassen. Bei einem weiteren Garageeinbruch in Köln erbeuteten sie zwei Motorräder, mit denen sie eine Vergnügungsfahrt nach Neustettin unternahmen. Nachdem sie unterwegs eines der Räder an einen Schmiedemeister für 100 RM. verkauft hatten, konnte man endlich dieser gefährlichen Banditen habhaft werden.— In der Urwohlvorbereitetem Plan Ein Erlebnis, das man nicht vergißt. Schwester Gerlinde 14. Fortsetzung.(Nachdruck verboten.) Graf Hark trat erkältet zurück, und zu Söderborg, der in abwartender Haltung ruhig dastand, sagte er: „Winifred hat gewählt. So heiße ich dich, Dirck, also als Sohn und Freund willkommen. Möchte der Bund, den ihr heute schließt, euch beiden zum Segen gedeihen.“ Söderborg hatte beide Hände auf des Freundes Schultern gelegt. Mit tiefem Blick sah er ihm in das ernste, bekümmerte Gesicht. „Ich danke dir. Hark,“ sagte er innig.„Danke dir mit ganzem Herzen. Ich weiß das Vertrauen wohl zu werten, das du und auch Winifred mir entgegenbringt, und ich werde mich bemühen, mich dessen würdig zu erweisen.“ Und Graf Hark heftig die Hand drückend, trat er zu Winifred, die steif und starr mit steinernem Gesicht dastand. Ihre schlaff herabgesunkene Hand ergreifend und sie an seine Lippen führend, kam es in weichen, warmen Herzenstönen aus seinem Munde: „Wir wollen versuchen, eins zu sein, Winifred, im Denken und Fühlen; wir wollen versuchen, jeden Tag besser zu werden in dem Bestreben, füreinander zu leben.“ Die Komtesse sah ihm mit eisigem Blick in das bewegte Gesicht, und mit beleidigendem Gleichmut erwiderte sie: „Ich werde mir natürlich Mühe geben, die Pflichten zu erfüllen, die du von mir erwarten kannst. Für Sentimentalitäten sind wir beide aber wohl nicht geschaffen.“ Söderbora ließ Winifreds Hand jäh fallen. Einen Augenblick sprühten seine Augen zornig auf. Roman von Anny Aber er hatte sich doch zu aut in der Gewalt, um seinem Unmut Worte zu leihen. „Dein Vater,“ sagte er zu Winifred höflich, „ist damit einverstanden, daß wir möglichst bald heiraten." Winifred fuhr heftig herum und sah ihren Vater forschend an. Wußte er vielleicht von ihrer gestrigen Flucht? Hatte Dirck, hatte die Diakonissin sie verraten? Dunkle Glut trat in Winis Antlitz. Sie schämte sich plötzlich, daß sie so schwach gewesen, Söderborg zu folgen; sie schämte sich, daß sie sich gewissermaßen verkauft hatte, um der verhaßten Tyrannei ihres Vaters zu entrinnen. Aber jetzt hieß es durchhalten. Niemand sollte ihre Schwäche sehen. „Ich danke dir, Dirck,“ entgegnete sie kühl,„daß du bereits alles mit Papa geordnet hast. Da bleibt mir ja nichts mehr zu tun.“ „Nein," lachte nun Söderborg leise auf,„es bleibt also nun weiter gar nichts mehr übrig, als uns den Vorsumern als glückliches Brautpaar zu präsentieren." Er zog ohne weiteres ihren Arm durch den seinen. „Komm jetzt zu Großmama,“ gebot er ganz selbstverständlich,„ich glaube, sie wartet schon lange auf uns.“ Befremdet sah ihm Winifred ins Gesicht. Also auch die Großmama wußte bereits. „Kommst du mit, Hark?“ fragte Söderborg, schon im Fortgehen, den Freund. Graf Borsum nickte. „Ich folge euch sofort.“ Da tönte auch schon der Gong durchs Haus, der zur Mittagstafel rief. Hark sah dem Brautpaar düster, fast verzweifelt nach. Einen Augenblick deckte er beschattend die Hand über die Augen. Wie schrecklich das alles war! Jeder Vater hätte sein Kind in einer solchen Stunde warm ans Herz genommen und hätte den Segen des Himmels auf das junge Haupt herabgefleht. Und er hatte sich nicht mal überwinden können, seinem Kinde die Hand zu reichen. Liebte er denn Winifred nicht, die der Frau so ähnlich sah, die einst sein Leben kaltlächelnd vernichtet hatte? Ein schmerzliches Stöhnen entrang sich der Brust des Grafen. Nur jetzt nicht denken müssen, nur jetzt nicht grübeln. Aber er hob doch. ehe er das Zimmer verließ, beide Hände wie betend empor, und aus innerstem Herzen kam es über seine Lippen: „Möchte sie mit Söderbora glücklich werden möchte sie lernen, daß es der Liebe Brauch, alles hinzugeben, selbst das Leben. Möchte sie lernen daß das Glück auch im Vergeben liegt.“ Als Graf Hark in den Speisesaal trat, sah er gerade noch. wie Söderborg sich über die Hand seiner Mutter beugte, und wie seine Mutter dann bewegt die Enkelin in ihre Arme schloß. Unwillkürlich stockte sein Fuß. Am liebsten wäre er umgekehrt. Er liebte Familienszenen nicht. Aber seine Mutter, die ihn schon kannte nickte ihm nur strahlend, verständnisinnig zu, als er ihr die zitternde Hand küßte. Als er ihren Arm in dem seinen fühlte, um sie zu Tisch zu führen, nachdem er Dr. Berting und die Hausgenossen begrüßt, wurde er ruhiger. Es war, als ginge ein sanfter, besänftigender Strom von dieser alten Frau an seiner Seite aus die soviel Liebes und Leides mit ihm getragen. Schwester Gerlinde war an ihm wie ein Schatten vorübergehuscht. Er hörte aber von Sölve, daß sie es gewesen, die den Tisch so festlich mit rotem Weinlaub und den letzten Herbstrosen geschmückt hatte. Auch von der Fruchtschale fiel buntes Weinlaub in duftigem Gerank hernieder, und sogar die Sektgläser zierten kleine Sträuße von Rosenknospen. Er sah das alles bis in die kleinste Einzelheit, und doch war seine Seele weitab und seine Gedanken so schwer. Das war ein seltsames Verlobungsmahl. Als der Graf in kurzen Worten, die leis von verhaltener Bewegung zitterten, die Verlobung kündete, hatte für Sekunden peinliches Schweigen geherrscht. Bis Dr. Berting dann aufsprang, hell an sein Glas schlug und in launiger Kürze eine Rede auf das Brautpaar schwang, die Sölve ganz glücklich gemacht haben würde— so schön fand sie das, was der Doktor Berting sagte—, wenn nicht eine so entsetzliche Angst um Dr. Nielsen sie gefoltert hätte. Der Hauslehrer saß an ihrer Seite kreidebleich. Die blonden, sonst so glatt gestrichenen Haare gesträubt, ein Bild des Jammers und der Zerrissenheit. Winifred sah es auch, aber mit einer kleinen, stillen, boshaften Freude. Sie wußte ganz genau, daß der Hauslehrer. wie Sölve sich drastisch ausdrückte, in sie„verknallt“ war. Aber daß er sie so heiß geliebt, daß er nun gar nicht imstande war, sich äußerlich zu beherrschen, das bereitete ihr prickelnde Freude. Immer wieder schaute sie voll Neugierde in das abwechselnd rot und blaß werdende Antlitz des blonden Jünglings. Schwester Gerlinde machte endlich der Qual ein Ende. indem sie zu der Großmama leise sagte: „Wollen Sie Dr. Nielsen nicht gütigst beurlauben, Frau Gräfin. Er hatte schon heute vormittag Fieber. Er muß entschieden sofort zu Bett.“ Winisred warf der Diakonissin ein paar bitterböse Blicke zu. Besonders ärgerte sie der Blick unbeschreiblicher Dankbarkeit, der von Dr. Nielsen zu Schwester Gerlinde flog. Natürlich gab die Gräfin besorgt und erschreckt ihre Erlaubnis, und Dr. Nielsen schwankte dann auch, von Dr. Bertina gestützt, fast getragen, aus dem Zimmer. Sport-Rundschau Ernst Strodel: Hallenfeste sind Volksfeste. Gemeinschaftsgeist die Grundlage ihrer Erfolge. teilsbegründung betonte der Vorsitzende: Beide Angeklagte seien gemeingefährliche Gewohnheitsverbrecher. Aus diesem Grunde habe das Gericht auch trotz ihrer Jugend die Sicherungsverwahrung anordnen müssen. Schiebungen mit Zigarettenpapier. Die Zollfahndungsstelle Düsseldorf konnte einen gewissen Schlipper aus Sterkrade des Großschmuggels mit Zigarettenpapier überführen. Der inzwischen festgenommene Schmuggler hatte lange Zeit hindurch über die deutsch-tschechische Grenze in Schlesien große Mengen Zigarettenpapier herübergeschafft und im Ruhrbezirk weiterverkauft. Soweit man bis jetzt übersehen kann, hat der Festgenommene in den letzten vier Wochen rund 570 000 Blatt Zigarettenpapier erhalten. 200 000 Blatt konnten noch bei der Haussuchung beschlagnahmt werden. Tod durch Elektrizität. Im Walzwerksbetrieb der August=Thyssen=Hütte in DuisburgHamborn kam der 25jährige Monteur Rudolf Batmus aus Beeck durch Starkstrom zu Tode. Bei der Reparatur eines Kontrollers am Stoßofen der Blockstraße erhielt er plötzlich einen elektrischen Schlag, der seinen Tod herbeiführte. Die sofort aufgenommenen und stundenlang durchgeführten Wiederbelebungsversuche waren erfolglos. Der Verunglückte hinterläßt seine Frau und zwei Kinder. Gegen das Jägerlatein. Auf der Tagung der Jäger und Heger aus dem Stadt= und Landkreis Herford sprach sich der Kreisjägermeister von Consbruch=Hiddenhausen scharf gegen das Jägerlatein aus. Er erklärte, immer wieder bemerken zu müssen, daß die Jäger die waidmännische Selbstzucht oft genug außer acht ließen, und sei es auch nur am Stammtisch im Gespräch über irgendeine Jagdbegebenheit. Der§ 57 des Reichsjagdgesetzes werde gegen jeden Jäger beim Ehrengericht des Gaues in Anwendung gebracht. der diese Selbstzucht nicht lernen wolle. Durch diese Säuberungsaktion wolle man die Ehrlichkeit der Aussage über jedes Vorkommnis in Jägerkreisen sichern. Von der Straßenbahn erfaßt. Beim Ueberschreiten der Straßenbahngleise vor einer herannahenden Straßenbahn stolperte in M.=Gladbach ein Mann und fiel auf den Fahrdamm. Dem Führer des Straßenbahnwagens gelang es nicht mehr, den Wagen rechtzeitig zum Halten zu bringen. Der Mann erlitt einen schweren Schädelbruch und sonstige Verletzungen und ist noch auf dem Transport zum Krankenhaus gestorben. Großfener in einer Fabrik. In dem zwischen Eilendorf und Stoglberg gelegenen Ort Atsch brach in der Nacht zum Dienstag gegen 3,30 Uhr in der Fabrik für feuerfeste Produkte, Peters, ein Brand aus, der sich bald zu einem Großfeuer entwickelte. Drei Wehren mußten zur Bekämpsung des Brandes herbeigerufen werden, die sich allerdings nur darauf beschränken konnten, ein weiteres Umsichgreifen des Feuers zu verhindern. Die Fabrik, die etwa 50 Mann beschäftigt, wurde zum Teil vernichtet. Der Betrieb braucht jedoch nicht vollkommen unterbrochen zu werden. Der Schaden ist sehr groß, aber durch Versicherung gedeckt. Das Feuer ist anscheinend durch Ueberhitzung der Oefen entstanden, so daß durch Selbstentzündung eine Holzdecke in Brand geriet. Turmseilkünstler abgestürzt. Im Tivoli=Varieté in Hannover ereignete sich am Dienstagnachmittag ein schwerer Unfall. Beim Auftreten der Wallendas=Truppe, die als Turmseilkünstler Weltruf besitzt, stürzten von den vier Mitgliedern der Truppe während der Arbeit auf dem hoch oben im Saal gespannten Drahtseil drei ab und fielen in das Schutznetz, das glücklicherweise standhielt. Alle drei trugen Verletzungen davon und mußten ins Krankenhaus gebracht werden. Die Vorstellung wurde sofort abgebrochen. Vier Tote bei einem Verkehrsunfall. Bei Mariakerk in der Nähe von Gent fuhr ein Lastkraftwagen gegen einen Handkarren. Der Lastkraftwagen stürzte in den neben der Straße führenden Kanal. Der Besitzer, der Chauffeur und ein Arbeiter ertranken. Der Lenker des Handkarrens starb nach kurzer Zeit an den erlittenen Verletzungen. Es wird angenommen, daß der Kraftwagenführer durch die Scheinwerfer eines entgegenkommenden Autos geblendet worden ist und somit die Führung verlor. Die Hallensportfeste sind zu wahren Volkstagen geworden und zeigen, daß die seit Jahren betriebene Breitenarbeit das richtige ist, um ein gutes Fundament der sportlichen Erziehung eines ganzen Volkes zu geben. Man wird sich noch daran erinnern, daß in früheren Jahren ein Hallensportfest nur dann ein voller Erfolg wurde, wenn es gelang, eine ganze Reihe von Stars zu verpflichten, d. h. das Publikum besuchte diese Feste nur oder jedenfalls doch nur in erster Linie, um Sensationskämpfe einiger weniger Sportler zu erleben. Man ging zu einem Hallensportfest, um die paar Höhepunkte des Abends zu erleben und nahm das Massenauftreten der übrigen Sportler als ein notwendiges Uebel mit in Kauf. Heute ist das anders geworden. Zu dem 24. Berliner Hallensportfest waren zum Beispiel derart viele Meldungen eingegangen, daß bei der ungeheuren Beteiligung von 2500 Teilnehmern ein ganzer Vormittag geopfert werden mußte, um allein die Vorkämpfe unter Dach und Fach zu bringen. Dies schon stellt eine organisatorische Glanzleistung allererster Ordnung dar. und der Reichssportführer hatte es sich nicht nehmen lassen, den ganzen Vormittag über den Vorkämpfen beizuwohnen. Er wollte wohl damit bekunden, daß er sein Interesse auch denjenigen Sportlern entgegenbringe, die heute noch in Vorkämpfen ausscheiden müssen, weil sie vielleicht noch zu jung und zu wenig routiniert sind, von denen aber mancher in wenigen Jahren an der Spitze der von ihm bevorzugten Sportart stehen mag. Man hatte diesmal dafür gesorgt, daß Sportler aus allen Gauen, in denen die deutsche Zunge klingt, zugegen waren, also auch Abgesandte aus den Sudeten, aus Rumänien, von der Saar, aus Danzig usw. So wurde dieses Hallensportfest durch völkischen GemeinSternfahrt nach Monte Carlo. Vorjahrssieger D. M. Healey ausgeschieden. Auf der Sternfahrt nach Monte Carlo gab es am Dienstagmorgen die erste größere Ueberraschung: der Vorjahrssieger Donald M. Healey, England, auf Triumph, der Umea zum Startort gewählt hatte, fuhr in der Nähe von Flensburg gegen die Wand einer Eisenbahnunterführung, wobei sein Wagen derart stark beschädigt wurde, daß der Engländer die Fahrt aufgeben mußte.— In Paris traf, von Stavanger kommend, als erster der Holländer Stoffel auf Chrysler ein. Bis zum späten Nachmittag hatten sich rund 70 Teilnehmer eintragen lassen, darunter der DKW.=Fahrer Soergel, Koopman auf BMW., Berg(Mercedes), der Gewinner der großen Klasse 1934, Trevoux, der Australienflieger Cathcart, Jones usw. Monte=Carlo=Fahrer im Schnee stecken geblieben. Monte=Carlo=Fahrer, die aus Italien und Belgard gestartet waren, es handelt sich um 6 Fahrzeuge, sind alle restlos im Schnee stecken geblieben, es war ihnen daher unmöglich, die Kontrollstelle Wien zu erreichen.— Insgesamt 27 Fahrer hatten die Fahrt von Palermo aus angetreten. Sie fanden aber schon in Italien viel Schnee und vereiste Straßen vor, so daß bereits bis Wien mehrfach Ausfälle zu verzeichnen sind. Eine interessante Kunstturnbegegnung steigt am 2. Februar in Dortmund zwischen den Zehnermannschaften des VfL. Vereinigte Stahlwerke Dortmund und der Dortmunder Turngemeinde. In den Reihen der Turngemeinde ist bekanntlich auch Willi Trostheim vertreten. schaftsgeist zu einem großen Volksfest der Leichtathleten. Daß bei einem solchen Massenauftrieb von Sportlern, wobei das Gefühl der Verbundenheit und des gemeinsamen Kämpfens im Vordergrund stehen, die Einzelleistungen nicht so hoch sein können, wie bei einem Fest der ersten Klasse, bei welchem in erster Linie auf Rekorde gesehen wird, braucht nicht weiter erwähnt zu werden. Die gezeigten Leistungen waren bis auf ganz geringe Ausnahmen recht schwach So brauchte zum Beispiel der Sieger im 1500=Meter=Lauf 4:20,2 Minuten. Von Athleten, die etwas gelten wollen, muß man heute verlangen, daß sie eine solche Strecke unter der 4=Minuten=Grenze zurücklegen. Dafür konnte aber zum Beispiel der Sieger im Hochsprung 1.93 erzielen eine Höhe, die bisher in der Haell noch von keinem Deutschen erreicht wurde. Das Wesentliche waren aber, wie gesagt, nicht die Leistungen an sich. sondern auch hier wiederum das Zusammenarbeiten, und so bildete denn auch das 3000=Meter=Mannschaftslaufen, bei denen Dutzende von Läufern gleichzeitig die Bahn umkreisten, den Höhevunkt des Abends. Der Wert solcher Hallensportfeste darf nicht unterschätzt, aber auch nicht überschätzt werden. Er darf nicht unterschätzt werden, weil hier die Sportler in dem verhältnismäßig engen Raum einer Halle kämpfend, mehr das Gefühl der Zusammengehörigkeit haben als unter freiem Himmel auf offener Bahn, und weil bei diesen Massenkämpfen sich langsam diejenigen Talente herausschälen, welche später einmal berufen sein werden, große Aufgaben für den deutschen Sport zu leisten. Der Wert darf nicht überschätzt werden. weil für die eigentlichen Könner des Sportes das Training in der Halle immer ein Wintertraining bleiben wird, von dem alle hoffen, daß es der beginnende Frühling mit seinem Freilufttraining ablösen möge. Gutes Einvernehmen. Englische Militär=Auswahl in Neunkirchen. Daß im Saargebiet zwischen der einheimischen Bevölkerung und den ausländischen Truppen ein recht gutes Einvernehmen besteht, konnte man am Sonntag in Neunkirchen erleben, wo eine englische Militär=Fußballelf des Regiments Esse gegen Borussia Neunkirchen vor 3500 Zuschauern ein Freundschaftsspiel bestritt. Die Engländer zeigten großen Eifer, Schnelligkeit und gute Körperbeherrschung. Den Sieg trugen die Neunkirchener mit 7:4(1:1) davon. Der Kampf verlief jederzeit fair und ritterlich, wodurch Schiedsrichter Paulus=Saarbrücken einen leichten Stand hatte. Länderkampf Deutschland— Holland. 5000 Eintrittskarten für deutsche Besucher. Der Königlich Niederländische Fußball=Bund hat beschlossen 5000 Eintrittskarten für deutsche Besucher zum Fußball=Länderkampf Holland— Deutschland am 17. Februar in Amsterdam zur Verfügung zu stellen. Die Karten werden durch ein Reisebüro zur Verteilung gelangen. Rita Mastenbroecks schwimmt Weltrekord. Bei einem nationalen Schwimmsest in Amsterdam stellte die erst 15jährige Holländerin Rita Mastenbroeck über 200 Meter Rücken mit 2:49,6 Minuten einen neuen Weltrekord aus. Die alte Bestleistung hielt die Engländerin Harding mit 2:50,4 Minuten. Ueber 100=Meter=Kraul kam Mastenbroeck in 1:06,2 zu einem sensationellen Sieg über Willie den Ouden, die 1:06,6 benötigte. „Der arme Mensch,“ bedauerte ihn Sölve,„es hat ihn völlig umgeworfen.“ „Ekelhaft ist so was," grollte Winifred.„Wie kann einer nur so haltlos sein?" Die großen Blauaugen Schwester Gerlindes, die so ernst ihrem Blick begegneten, ließen Winifred verstummen. In demselben Augenblick kehrte der Arzt schon wieder zurück. „Öhne Sorge, gnädigste Gräfin," wandte er sich zu der alten Dame.„Dr. Nielsen scheint mir etwas überarbeitet. Schwester Gerlinde wird ein wenig acht auf ihn haben müssen, damit er nicht zuviel tut.“ Die Krankenpflegerin nickte Dr. Bertina lächelnd zu. Winifred aber kräuselte die vollen, roten Lippen, als wollte sie sagen: Das wird der Schwester gewiß schrecklich angenehm sein. Sölve aber rief lebhaft:„Wir müssen Nielsen schnell gesund pflegen, Schwester, ich helfe Ihnen gern." „Ei, ei," neckte Berting, seine hellblauen, tiefklaren Augen fest auf die Sprecherin gerichtet,„da entdecke ich ja zu meiner Freude, daß eine kleine Samariterin in Ihnen steckt, Komtesse?" Sölves junges Gesicht war wie mit Blut übergossen, als sie verwirrt die Augen senkte. „Ich verstehe gar nichts von solchen Dingen, Herr Doktor,“ stotterte Sölve. „Sie sollten bei Schwester Gerlinde ein wenig in die Lehre gehen, Komtesse. Es gibt soviel Elend und Krankheit im Dorfe, und wir haben so wenig Hilfskräfte. Darf ich Sie mal rufen, wenn ich Sie brauche?“ Sölve sah hilflos um sich. Die Großmama nickte ihr gütig, Schwester Gerlinde aufmunternd zu, und der Vater sah ihr bewegt und forschend in das Gesicht, so daß sie am liebsten geweint hätte. Auch Söderborg machte ein zustimmendes Gesicht. nur Winifred spöttelte: „Gräßlich, wenn Sölve nun auch den Humanitätsdusel kriegt, fremden Menschen helfen zu wollen. Ich finde das alles so überflüssig." „Weil Sie nie Not und Sorge gekannt haben, Komtesse," warf Schwester Gerlinde ein. Der junge Arzt aber lachte inzwischen fröhlich zu Sölve hinüber. „Wir lassen uns nicht bange machen, Komteßchen, sondern begeben uns tapfer auf unseren Pfad der Barmherzigkeit. Nicht wahr? Sie schlagen ein?" Er bot ihr seine kräftige weiße Hand über den Tisch, und Sölve legte etwas zaghaft, aber doch mit glückseligem Lächeln ihre Fingerspitzen hinein. Es war ein Glück, daß die alte Gräfin die Tafel soeben aufhob, denn Winifred hatte die helle Zornesröte in dem schönen, stolzen Gesicht, als sie aufstehend zu Söderborg sagte: „Es wird wirklich immer toller. Diese ewige Krankenatmosphäre raubt mir den Atem. Nun haben sie glücklich Sölve auch so weit, daß sie ins feindliche Lager übergeht.“ Sie hielt erschrocken inne, als sie Söderborgs lächelndem Blick begegnete, mit dem er sie, augenscheinlich höchst amüsiert, betrachtete. Flammende Glut flog über ihr Antlitz, und sie verspürte nicht übel Lust, ihren Arm, den er ganz selbstverständlich genommen, aus dem seinen zu ziehen. Aber er hielt ihn ganz unbeirrt fest und meinte gelassen: „Du sollst froh sein, Winifred, daß Sölve sich endlich auf sich selbst besinnt. Ich hoffe bestimmt, daß auch du noch lernst, wie sie zu empfinden!“ „Nie!“ trumpfte Winifred auf, und Arm in Arm, da Söderborg sie nicht losließ, trat sie mit ihm zu ihrem Vater. „Darf ich heute eine Bitte aussprechen, Papa?“ fragte sie überraschend sanft. Söderborg sah seine Braut von der Seite an. Wenn sie so lammfromm tat, hatte sie immer nichts Gutes vor. „Was wünschest du, Wini?“ fragte Graf Hark aufmerksam. „Ich möchte gern nach Hallig Hooge, zu Frau Inge! Erlaube es doch. Sie hat mich schon so oft gebeten, zu kommen.“ Jähe Glut stieg in das Gesicht des Grafen, und Söderborg war einen Augenblick so erschrocken, daß er den Arm seiner Braut fahren ließ. „Wenn dir besonders daran liegt, Winifred.“ gab der Graf zögernd zurück,„aber ich meine, so kurz vor der Hochzeit gäbe es so viel zu sorgen. und zu tun, daß du kaum fort kannst.“ Winifred senkte nun doch die langen Wimpern vor den forschenden Augen der beiden Männer. „Ich möchte gern einige Zeit allein sein," kam es dann hastig von ihren Lippen—„ich brauche das unbedingt.“ Wie ein Drohen war es in ihren Blicken. Graf Hark lächelte müde. „Wenn du es durchaus willst. Wini, und Dirck nichts dagegen einzuwenden hat?“ „Ich?" Grenzenlos erstaunt fragte es Söderborg.„Winifred untersteht doch vorläufig nur deinem Willen, bester Hark. Es paßt sogar ganz vorzüglich, denn ich beabsichtige, schon morgen zu verreisen." Nun war es an Winifred, ihn erstaunt anzusehen. „Es muß doch vieles im Eichenkamp verändert werden," meinte Söderborg gleichmütig,„da will ich mal nach Hamburg fahren und mit dem Architekten alles besprechen. Wenn du besondere Wünsche hast, Winifred, so bitte ich dich, sie nur zu sagen.“ Sie sah ihm kalt ins Gesicht. „Ich habe keine.“ Keine Muskel zuckte in dem braunen Gesich Söderborgs. „Ich weiß nicht, wie lange ich bleibe. Vielleicht Tage, vielleicht Wochen. Jedenfalls bin ich rechtzeitig zurück, um die notwendigen Arbeiten für unser künftiges Heim zu überwachen, soweit sie noch vor der Reise Erledigung finden sollen.“ Kleine Sportnachrichten. Klub=Meisterschaften des BC. Sauerland. Der Bob=Club Sauerland trug in Winterberg seine Club=Meisterschaften im Zweierund Vierer=Bob aus. Für die Zweier=Rennen gingen acht Maschinen an den Start. Den Sieg errang Bob„Racker“ mit Dietrich Jungvluth am Steuer und Mosecker an der Bremse mit Zeiten von 2:061 und 2:06,9 Minuten und der Gesamtzeit von 4:13 Minuten. Amateurboxer für die Winterhilfe. In der Woche vom 11.—17. Februar stellen sich nunmehr auch die deutschen Amateurboxer in den Dienst des Winterhilfswerks. Der Voxportführer Erich Rüdiger hat angeordnet, daß in dieser Zeit von jedem Verein eine Veranstaltung zugunsten des großen nationalen Opferwerks durchgeführt wird Darüber hinaus haben sich die Bezirke und Gaue restlos für das gute Werk einzusetzen und von sich aus Veranstaltungen in größerem Rahmen durchzuführen. Polen hat 70 000 Fußballspieler. Nach einer für das Jahr 1934 abgeschlossenen Mitgliederzählung gehören dem Polnischen Fußball=Verband 69 996 Mitglieder in 889 Vereinen an. Mit 141 Vereinen steht Oberschlesien an der Spitze der Unterverbände. Es folgen dann Lemberg mit 105, Warschau mit 101. Kielce mit 91, Lodz mit 82, Krakau und Posen mit 72 und Pommerellen mit 45 Vereinen. Ausscheidungskämpfe im Gau Westfalen. Der Gau IX(Westfalen) im Deutschen Schwimm=Verband veranstaltet am 27. Januar in Witten Ausscheidungskämpfe seiner Schwimmer und Schwimmerinnen für das am 17. Februar in Altenessen stattfindende OlympiaGebiets=Prüfungs=Schwimmfest. Für Witten meldeten 17 Vereine mit 109 Einzel= und 18 StaffelTeilnehmern. Die Boxstaffel von Boxsport 19 Bochum gastiert am 25. Januar bei Boxclub SchwarzWeiß Osnabrück. Die Kämpfe werden einen interessanten Verlauf nehmen. Ein Schwimmwettkampf kam am Sonntag in Osnabrück zwischen den Stadtvertretungen von Münster und Osnabrück zum Austrag, der nur Staffelwettkämpfe vorsah. Die Osnabrücker siegten im Gesamtergebnis mit 16:10 Punkten.— Auch das Wasserballspiel gewann Osnabrück gegen Münster mit 5:3. Der Reichsstand des Deutschen Hanöwerks über das Jahrbuch 1935 „Ansere Saar“ Das Jahrbuch ist ein einmaliges Dokument von bleibendem Wert, dem ein Ehrenplatz in jedem deutschen Hause zukommt. Es darf auch im deutschen Handwerk nicht fehlen. Bestellungen sind unmittelbar in den örtlichen Buchhandlungen aufzugeben. Preis 1,— NM. Die weißen Hände Winifreds zitterten ein wenig, die sich jetzt unwillkürlich ihrem Vater auf den Arm legten. „Wann kann ich nach Hallig Hooge, Vater? Noch heute?“ „Langsam, langsam, Kind.“ wehrte dieser leise. „Wenn du denn durchaus willst, so kannst du morgen mit mir und Schwester Gerlinde fahren die schon lange einen Besuch im Pastorenhaus vorhat.“ Einen Augenblick war tiefe Stille. „Ich kann ja heute über das Watt laufen, Papa, wenn wir die Flut zur Abfahrt abwarten müssen. Du weißt, ich habe es früher oft getan.“ „Ausgeschlossen,“ mischte sich Söderborg in das Gespräch.„Es ist viel zu gefährlich. Und dann glaube ich auch heute, an unserm Verlobungstag, ein kleines Anrecht an deine Gegenwart zu haben.“ Winisred zuckte hochfahrend die Schultern. Und zu Schwester Gerlinde tretend, sagte sie leise: „Wir werden also morgen sehr einträchtig zusammen nach Hallig Hooge segeln. Freuen Sie sich auf die Fahrt?“ „Wenn Klauschen wohl genug ist, daß ich ihn ruhigen Herzens der Trud überlassen kann,— gewiß.“ Winifred sah angelegentlich auf die Spitze ihres weißen Lederschuhes hernieder, den sie auf und nieder wippte. „Sie waren so besorgt. Schwester,“ daß ich in die Borsumburg zurückkehrte. Ist es nicht ein traaisches Geschick, daß Sie selbst nun mich auf den Weg bringen, wo ich sie selbst nun endlich doch verlasse?" Schwester Gerlinde sah dem schönen Mädchen forschend in das unentwegte Gesicht. „Ich weiß eine Zeit, Komtesse," sagte sie warm „wo Sie gern und freiwillig in Ihr Vaterhaus zurückkehren werden, und darauf warte ich.“ (Fortsetzung folat.) s . E t2. — 28 S s ttks58 2o *—.R 25. — g2. 0 :20 8 k- ks -5e . 2: 9 22 ttta2289 . s o— 5.— kts .—— k. 2 —.. 82. s496g-. ksG ,o s. o:e . E —.0 2—. 6a te s. 0 2. mt—2 8 ta tkto: E— — 52.s 2.Sa 2 a- S k k. k 2. sa : s 2 2 2 0 i —=+ — —— 5 8 E 2 —. 8 ssk. a 0 o-2 —. E, 3on . . —. 282 . 322e 0: — . m: * —. 22o —. — A 6—. e52e so..ooan— 2s.. 0 2oE: . C. 2 a 2E: t. t kOE tta— — 1— 22: —-s.2. — TEEAS 3 2t . tks 6 E o . oos . . 2 So2: . o * E 8o oo tt:252 sB tttt skts e — .0 . co t. t.....waa: s. 2 aas— 2 2 . sE:. tat t0 2a:: : . — 340 S10 2 « & S. —. 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An die Gewehre, Marsch(Lehnhardt); 7. Amorettenständchen(Kockert); 8. Fantasie aus der Oper „Der Waffenschmied“(Lortzing). 8.00 Wasserstandsmeldungen. 8.30 Zeit, Wetter. 8.35 Hilde Bremus: Frauenturnen. 8.50 Erik Niels Mengel a. Odensee: Wie ein junger Däne Deutschland erlebte. 9.00 bis 13.00 Sendepause wegen Arbeiten am Langenberger Sender. 13.00 Mittagsmeldungen— Glückwünsche. 13.15 Musik am Mittag. Das Westdeutsche Kammerorchester, Leitung: Hermann Hagestedt. 1. Vorspiel zu Coeur=As(Künneke); 2. Schwert und Leyer, Walzer(Jos. Strauß); 3. Melodien aus der Operette„Die Geisha“(Jones); 4. Vorspiel zur Operette„Boccaccio"(Suppé). 14.00—14.15 Mittagsmeldungen. 5. Grubenlichter, Walzer(Zeller); 6. a) Ein lieber Schatz, Polka(Millöcker); b) Rasch wie der Blitz, Galopp(Millöcker); 7. a) Komm wir gehn dem Schein des Mondes nach(Stolz) b) Du sollst der Kaiser meiner Seele sein (Stolz); 8. Radetzky=Marsch(Strauß). 14.45 Sendepause. 15.00 Mutter und Kind. Käte Martin: Von Hasen und Fröschen— Illen Remagen: Vom großen und kleinen Bär. 15.30 Wirtschaftsmeldungen. 15.50 Stimmen der Zeit. 16.00 von München: Nachmittagskonzert. Es spielt das Kleine Funkorchester. Leitung: Erich Kloß. 1. Das eherne Pferd, Ouvertüre(Auber); 2. Anime Alla Deriva(Bottacchiari); 3. Karneval=Miniaturen(Kaskel); 4. Fantasie aus „Fedora“(Giordano); 5. Frauenblätter, Walzer)(Strauß); 6. San Remo, Serenade(Hummel); 7. Naila=Walzer(Delibes); 8. MiniaturSuite(Coates). 17.30 Der König. Zum Geburtstag Friedrichs des Großen am 24. Januar. Von Friedrich Banse. 18.00 Ludwig van Beethoven. 1. Sieben Variationen über das Duett„Bei Männern, welche Liebe fühlen", aus der Oper„Die Zauberflöte", v. Mozart. 2. Sonate D=Dur, Werk 102/2, für Cello und Klavier. Karl Maria Schwamberger(Cello), Erich Rummel(Kla vier). 18.30 Wolf Sluytermann von Langeweyde: Los vom demokratischen Gleichheitswahn. 18.45 Zeit, Wetter, Wirtschaftsmeldungen, Sportvorbericht. 19.00 HJ. singt und musiziert. Auf, auf zum fröhlichen Jagen. Schöne Jägerlieder und=weisen. 19.25 Sendepause. 19.30 von Königsberg: Reichssendung: JungbannFahnen in der Marienburg. 20.00 Erste Abendmeldungen. 20.10 Bilder aus dem Volksleben. Der Mann. der eine Botschaft nicht bestellen konnte,— Pferd kämpft gegen Lokomotive. Zwei Szenen von Wilhelm Schmidtbonn, Spielleitung: Josef Kandner. 20.45 Soldatenmusik gesungen n. geblasen. Uebertragung aus der Volksgartenhatte zu Gladbach in Verbindung mit der NS=Gemeinschaft„Kraft durch Freude“ und des Reichsverbandes Deutscher Rundfunkhörer. Zusammenstellung und Leitung: Gustav Kneip. Ausführende: Hubert Kirsch(Bariton), Willy Schneider(Baß=Bariton), Willi Jansen(Accordeon), die verstärkte Standartenkapelle, Leitung: Leo Eysoldt, mehrere SA.=Chöre. Sprecher: Hermann Probst— Rudolf Rauher — Wilhelm Wahl. 22.00 Zeit, Wetter, Nachrichten. 22.20 Aus Washington: Kurt G. Sell: Worüber man in Amerika spricht. 22.30 Wochenvorschau. 22.35 bis 24.00 Aus dem„Café Europa“ in Bielefeld Nachtmusik. Kapelle Hans Kagerl. Freitag, den 25. Januar. 6.00 Morgenruf. Anschließend Frühkonzert(Schallplatten). 6,45 Hans Jacob Reinarz: Leibesübungen. 7,00 Nachrichten, Zeit, Wetter, Morgenruf. Heute ist Lostag!(Pauli=Bekehrung). 7,15 Morgenkonzert. Was sich unsere Hörer wünschen(Schallplatten). 8,00 Wasserstandsmeldungen. 8,30 Zeit, Wetter. 8.35 Hilde Bremus: Frauenturnen. 8,50 Stunde des Handwerks. Dr. Schmitz: Banhandwerk und Behörden. 9,00—13,00 Sendepause(wegen Arbeiten am Langenberger Sender). 13,00 Mittagsmeldungen, Glückwünsche. 13,15 Musik am Mittag. Tonfilm=Künstler singen! 1. Victor de Kowa. Guten Morgen, liebe Sonne, Marsch= und Wanderlied(Böhmelt, Odeon O—25254. 2. Paul Hörbiger. Ein Lied aus Wien und ein Mädel wie du, Wie ner=Walzerlied aus dem Tonfilm„Ein Herr ohne Wohnung"(Stolz), Grammophon„Die Stimme seines Herrn“ 10272. 3. Marta Eg gerth. Ich bin heut' so froh, Lied aus dem Tonfilm„Ihr größter Erfolg“(Grothe), Odeon O—25243. 4. Hans Söhnker. Der Liebe Melodie, langsamer Walzer aus dem Ton film„Sie und die Drei"(Leenen), Odeon O-25268. 5. Renate Müller. Öhne dich gibt's kein Vergnügen, Foxtrot aus dem Ton film„Die englische Heirat“(Doelle), Grammophon„Die Stimme seines Herrn" 10255. 6. Louis Graveure. Was gibt es Schön res auf der Welt, Marsch aus dem Tonfilm „Ich sehne mich nach dir"(Engel=Berger) Grammophon„Die Stimme seines Herrn“ 10271. 7. Hans Albers. Nun muß ich fort, ade, mein Kind, Lied aus dem Tonfilm„Peer Gynt"(Becce), Odeon O—25269. 8. Hilde Hildebrand. Liebe ist ein Geheimnis, Tango aus dem Tonfilm„Die englische Heirat“ (Doelle), Electrola EG 3208. 9. Jan Kiepura. Mein Herz ruft immer nur nach dir, Lied aus dem gleichnamigen Tonfilm(Stolz), Odeon O—4711. 10. Anny Ondra. So etwas wie Sie... kleines Fräulein, Foxtrot aus dem Tonfilm„Die vertauschte Brau!“ (Leux), Odeon O—25053. 11. Willi Forst und Magda Schneider. Ich liebe die: und kenn' dich nicht, langsamer Walzer aus dem gleichnamigen Tonfilm(Grothe), Odeon O—11975. 12. Harald Pausen. Wenn du wüßtest, wie ich dich verehre. Tango aus dem Tonfilm„Ein Mädel wirbelt durch die Welt“ (Knobel). Odeon O—11976. 13. Herbert Ernst Groh. Wenn du die große Liebe bist, Marschlied aus dem Tonfilm„Schön ist es, verliebt zu sein"(Engel=Berger), Odeon O— 25012. 1400 Mittagsmeldungen. 14,15 Wilhelm Ziesemer: Polen und seine Lieber. Eine bunte Hörfolge mit Schallplatten. 14,45 Sendepause. 15,00 Jungmädelstunde. Allerlei Lustiges um Hans Sachs. 15,30 Wirtschaftsmeldungen. 15,45 Willi Ehmer: Geh' zum Fachmann, wenn's auch Kleinigkeiten sind. 16,00 Nachmittagskonzert. Nordische Musik. Das Kleine Orchester, Leitung: Leo Eysoldt. 1. Im Herbst, Konzert=Vorspiel(Grieg=Mausz); 2. Aus„Erotiken"(Jensen): a) Kassandra— b) Die Zauberin— c) Eros; 3. Finlandia, sinfonisches Gedicht(Sibelius); 4. a) Irmelin Rose(Peterson=Berger); b) Wiegenlied(Järnefeld); 5. Fest=Polonaise(Svendsen); 6. a) Liebe— b) Die alte Mutter(Grief=Mausz): 7. In Norwegens Fjorden, Folge(Frederiksen); 8. a) Frühlingslied(Kjerulf), b) Solveigs Lied(Grieg); 9. Grotesker Marsch(Sinding). 17,30 Der Student spricht. Gaustudentenbundführer Manfred Garben, Köln: Kampferlebnis als Forderung und fortwirkende Kraft. 17,45 Kinderlieder und Klaviermusik. 1. a) Hans und die Spatzen, b) Der kleine Optimist(Neinecke): Käte Krausen(Sopran), Walter Beißel(Begleitung); 2. Kinderstücke für Klavier (Eidens): Hubert Mengelbier; 3. a) Des Kindes Engel, b) Die kleinen goldnen Sterne (Reinecke): Käte Krausen(Sopran), Walter Beißel(Begleitung); 4.„Bilder aus d. Osten für Klavier zu vier Händen(Schumann): Hubert Mengelbier— Walter Beißel. 18,15 Zur Erzeugungsschlacht. Dipl.=Landwirt Barrenbrügge: Kartoffelban unter Berücksich tigung der rheinischen Verhältnisse. 18,30 Englische Unterhaltung. 18,45 Zeit, Wetter, Wirtschaftsmeldungen, Sportvorbericht. 19,00 vom Deutschlandsender:„Die goldene Sieben". Unsere virtuosen Tanzmusiker. 19,50 Momentaufnahme. 2000 Erste Abendmeldungen. 20,15 von Köln: Reichssendung: Stunde der Na tion. Liebesszene aus der Oper„Warpune“ von Hans Bullerian. Dichtung von Hans Mar tin Cremer. Ausführende: Cläre Hansen(So pran), Walter Ludwig(Tenor), das Große Orchester des Reichssenders Köln, Leitung: Dr. Wilhelm Buschkötter. 21,00 Rheinisches Schilda. Alte rheinische Spott geschichten. Für den Rundfunk neu bearbeitet von Willi Schäferdiek. Musik von Gustav Kneip. Spielleitung: Josef Kandner. 22 00 Zeit, Wetter, Nachrichten. 22.20 Filmecke. 23,00—24,00 Nachtmusik.(Willy Schneider(Baß Bariton), das singende Rheintrio, Willi Jan sen— Willy Meyer(Accordeon), die Funk schrammeln. 1. Servus meine Herrn, Marsch (Lorenz); 2. Das Herzklopfen, Polka(Krem ser); 3. Das singende Rheintrio; 4. Außer Rand u Band, Marsch(Kutschera); 5. Münch ner Kindl, Walzer(Komzak); 6. Am Tegernsee, Ländler(Mayer); 7. Das singende Rhein trio; 8. Fünf Minuten von hier, Lied(Föderl); 9. Die Unzertrennlichen, Accordeon=Duett (Meyer); 10. Du Guater Himmelsvater, Lied (Krakauer); 11. Das singende Rheintrio; 12 Schatzwalzer(Strauß); 13. Tiroler HolzhackerBuabn, Marsch(Wagner). Samstag, den 26. Januar. 6.00: Morgenrnf. Anschließend: Frühkonzert(Schallplatten). 6.45: Hans Jacob Reinarz: Leibesübungen. 7.00: Nachrichten, Zeit, Wetter, Morgenruf. 7.15: Uebertragung aus Dortmund: Morgen konzert, ausgeführt vom Orchester der Berufs musiker beim Arbeitsamt Dortmund. Leitung: Gerard Bunk. 1. Ouvertüre zur Oper„Wilhelm Tell"(Rossini). 2. Adagio und Menuett aus der C=Dur=Symphonie„Maria Theresia“ (Haydn). 3. Schlittschuhläufer=Walzer(Waldteufel). 4. Ouvertüre zur Operette„Der Zigeunerbaron"(Strauß). 5. Fantasie aus Delibes' Ballett„Sylvia"(Rhode). 6. Schön Japan, Mazurka(Ganne). 7. Vorspiel, Chor, Ballade und Tanz aus der Operette„Das Pensionat"(Suppee). 8. Wasserspiele, WalzerIntermezzo(Rusch). 9. Indischer Schleiertanz, Charakterstück(Siede). 8.00: Wakserstandsmeldungen. 8.30: Zeit, Wetter. 8.35: Hilde Bremus: Frauenturnen. 8.50: Maria Schmolz: Das Backen in schwimmendem Fett. 9.00—13.00: Senbepause(wegen Arbeiten am Langenberger Sender). 13.00—14.00: Reichssendung von Berlin: Eröffnung der Grünen Woche 1935, aus den Ausstellungshallen am Kaiserdamm, Berlin. Begrüßung durch Oberbürgermeister Dr. Sahm. Ansprachen des Preußischen Ministerpräsidenten Hermann Göring und des Reichsernährungsministers und Reichsbauernführers Walter Darré. 14.00: Mittagsmeldungen. 14.15: Wochenendkonzert auf Schallplatten. 15.00: Eine lustige Geschichte. Herbert Kranz: Die Meerfahrt zu Wien. 15.30: Wirtschaftsmeldungen. 15.45: Steuerinspektor Küppers: Die neue Lohusteuerverordnung. 16.00: Der frohe Samstagnachmittag. Gesamtleitung: Gustav Kneip. Ausführende: Kläre Hansen(Sopran), Resi Korfmacher(Sopran), Friedrich Eugen Engels(Tenor), Sechs frohe Sänger, Die Funkschrammeln und Willy Schneider, Das Große Orchester(Leitung: Otto Julius Kühn). Das Kleine Orchester (Leitung: Leo Eysoldt), Die drei lustigen Gesellen und unsere„Laterna magica“. 18.00: Im größten Binnenhafen der Welt. Beim Kohlenmischer in Duisburg=Ruhrort. Sprecher: Dr. Maus. 18.20: Kleine Musik(Schallplatten). 18.30: Wanderungen auf Brettern. Dr. Dr. Konrad Pfennig: Der Nürburgring als Winterwander= und Rennstrecke und andere Eifeler Skigebiete. 18.45: Zeit, Wetter, Wirtschaftsmeldungen, Sportvorbericht. 19.00: Musik unserer Zeit. Das Große Orchester. Leitung: Otto Julius Kühn. Solisten: Gerda Schüler=Rehm(Sopran), Robert Grote(Viola da Gamba): 1. Vorspiel, Intermezzo und Arie für Sopran, da=Gamba=Solo und Kammerorchester, Werk 84(Graener). 2. Orchesterlieder: Am Scheidewege; Nachglanz(O. Volkmann). 3. Capriccietto für 4 Pauken=Soli und Streichorchester(Gerster). 19.50: Momentaufnahme. 20.00: Erste Abendmeldungen. 20.10: Et geit loß! Große Karnevalssitzung des „Ausschuß Kölner Karneval im Kölner Verkehrsverein e. V.“— Uebertragung aus der großen Messehalle Köln=Deutz. Es präsidiert: Fritz Maaß, Präsident der Großen Kölner Karnevals=Gesellschaft von 1882, unter Mitwirkung der Kölner Karnevals=Gesellschaften und Corps. Kapelle: Fritz Hannemann. 22.00: Zeit, Wetter, Nachrichten. 22.15: Hinter den Kulissen des Sports. 22.35—1.00: Von Breslau: Tanzmusik der Funkkapelle. Leitung: Fred Ilgner. Professor Kaisins Plan wird Wirklichkeit. Vor einer Expedition Ein phantastischer Plan. Forschungslaboratorium in 3 Kilometer Tiefe. Als Professor Felix Kaisin, der Leiter des Geologischen Instituts an der Louvain=Universität, Ende Oktober des vorigen Jahres mit seinen Plänen, einer wissenschaftlichen Expedition ins Erdinnere, vor die Oeffentlichkeit trat, konnte er nicht ahnen, wie rasch sich die Finanzierung des Unternehmens ermöglichen lassen sollte. Völlig überraschend wurden dem Gelehrten aus dem Fond der nationalen Forschungsinstitute Belgiens die erforderlichen Summen zur Verfügung gestellt, so daß mit den Ausschachtungsarbeiten schon in den nächsten Wochen begonnen werden kann. „Ich weiß, daß man mich auslachen wird und daß ich sehr bald eine Witzblattfigur darstellen werde. Aber das ist nun einmal so. Das müssen alle Leute erleben, die revolutionäre Ideen vertreten!" So pessimistisch äußerte sich Professor Kaisin im vorigen Jahr, als er einigen Journalisten seine Pläne für eine Expedition ins Innere der Erde erklärte. Aber entgegen allen seinen Erwartungen fand kein Mensch den Mut zum Spott. Ja, in der wissenschaftlichen Welt wurden die Absichten Professor Kaisins lebhaft begrußt. Wenn man auch im allgemeinen seine Theorien nicht teilt so verspricht man sich doch von einer Durchbrechung der äußeren Erdkruste eine ganz erhebliche wissenschaftliche Ausbeute. Die belgische Nation, die stolz darauf ist, die Heimat des Pioniers der Stratosphärenforschung Professor Piccards, zu sein, griff die Vorschläge Professor Kaisins sogar mit Begeisterung auf. Unser Planet ist durch und durch massiv! Im Gegensatz zu den bisher geltenden wissenschaftlichen Theorien, nach denen die Erde aus einer riesigen feurig=flüssigen Masse besteht, die nur von einer dünnen Erdkruste bedeckt wird, glaubt Professor Kaisin auf Grund seiner 25jährigen Forschungsarbeit annehmen zu können, daß unser Erdball durch und durch massiv ist und daß die Erdoberfläche aus einer Anschichtung von eingestürzten Gebirgen und riesigen Wäldern besteht, die wie Fischschuppen geformt sind. Diese„Schuppen", so lehrt Professor Kaisin weiter, bilden sich äußerst langsam und verschlingen im Laufe weiter Zeiträume ganze Länder. Der belgische Gelehrte weiß nur allzugut, daß seine neue Lehre lediglich eine Annahme ist und daß auch sie nicht genügend begründet werden kann, da es bisher noch keinem Menschen gelungen ist, in größere Tiefen der äußeren Erdkruste vorzustoßen. Er weiß weiter, daß seine geplante Bohrung nur begrenzten wissenschaftlichen Wert hat, da sie bei dem Stand der heutigen Technik nur bis in eine Tiefe von drei bis dreieinhalb Kilometern führen dürfte. Ein Schacht von anderthalb Meter Durchmesser. Trotz allen technischen Mängeln, die seinem Unternehmen zwangsläufig anhaften, hofft der belgische Gelehrte doch die äußere Erdkruste zu durchstoßen. Die Ausschachtungsarbeiten können selbstverständlich nicht mit den bisher für ähnliche Zwecke verwendeten Bohrmaschinen stattfinden. Es werden vielmehr Spezialapparaturen Verwendung finden, deren Konstruktionsprobleme bereits gelöst sind und die schon in mehreren Fabriken hergestellt werden. Es ist zunächst beabsichtigt, einen Schacht von eineinhalb Metern Durchmesser zu bohren. Um eine Tiefe von über drei Kilometern zu erreichen, wird eine Arbeitszeit von drei Jahren erforderlich sein. Die Maschinen arbeiten vollautomatisch und registrieren selbsttätig die Temperaturen in den verschiedenen Tiefen. An den zutage geförderten Erdund Gesteinsmassen wird man die Beschaffenheit der tieferen Erdschichten eingehend studieren können. Ob dabei auch etwa Kohlen= oder Erzschätze entdeckt werden können, wie das von vielen Seiten behauptet wird, läßt Professor Kaisin dahingestellt sein. Auch über die Gegend, in der die Bohrung erfolgen soll, ist jetzt eine endgültige Entscheidung getroffen worden. Nachdem man zuerst eine Gegend in Südbelgien ins Auge gefaßt hatte, die von den Flüssen Haine, Sambre und Meuse umgrenzt wird, ist man jetzt zu der Ueberzeugung gekommen, daß eine Tiefebene in der Nähe von Dinant am Maasufer in Frankreich am geeignetsten sei. Der Gelehrte wird selbst in den Schacht hinabsteigen. Wenn die Bohrmaschinen entfernt sind, will Prosessor Kaisin mit einigen Assistenten einen Abstieg unternehmen. Die wichtigste Frage ist dabei die Sauerstoffzufuhr. Vermutlich wird sich die kleine Expedition dazu entschließen müssen, eine Art Taucherausrüstung zu benutzen. Lassen es die in der Tiefe vorgefundenen Verhältnisse zu, dann wird sich Professor Kaisin unten, in 3000 Meter Tiefe, ein Forschungslaboratorium einrichten lassen; denn die wissenschaftliche Auswertung der großen Bohrung wird längere Zeit, vielleicht sogar Jahre beanspruchen. Die 29 Frauen Don Juans. Ob man Peter Kamanakas jemals zur Rechenschaft wird ziehen können für seine sehr zahlreichen Ehen? Er brachte es fertig,(weiß der Mensch wie?) in einem Jahre nicht weniger als 3 Frauen zu ehelichen. Doch damit ist das Repertoire noch nicht erschöpft. Der große Frauenheld hatte sich auch noch mit 24 Damen verlobt. Als eine der Frauen mißtrauisch wurde und den Vielfältigen verhaften ließ, ergab sich, daß unter den übrigen von ihm geheirateten Frauen darüber Einmütigkeit bestand, daß Kamanakas ein geradezu idealer Gatte gewesen sei. Sie legten daher ihre wenigen Gelder zusammen und erreichten, daß er gegen eine Kaution zunächst einmal auf freien Fuß gesetzt wurde. Damit er aber nicht sogleich wieder auf Freiersfüße gehen konnte, scharten sich, als er das Gefängnis verließ, an der Tür etwa 30 Frauen, die ihn zu umarmen und zu küssen versuchten. Er ließ seinen Kennerblick umherschweifen und griff mit sicherer Hand seine 4. ehemalige Gattin heraus, die gleich in einem eyr eleganten Auto gekommen war, um ihn abzuholen. Mit ihr brauste er im Auto davon, Zurückblieben 29 trauernde Gattinnen und Bräute, die ganz im stillen doch ein wenig die Kaution bedauerten, die sie gestellt hatten— ja, eigentlich für die 4. Frau in der Serie der Geheirateten. Zehnmal reich— zehnmal arm— zum Schluß nichts. Sechs Jahre haben die amerikanischen Erbschaftsbehörden gebraucht, um den Fall John Fawke zu klären. Er starb im Jahre 1928, aber setzt erst kann das Ergebnis der Testamentseröffnung bekannt gegeben werden. Fawke galt bald als steinreich und dann wieder als arm wie eine Kirchenmaus. Er machte Riesenvermögen und verldr wieder alles. Man konte jetzt ausrechnen, daß er zehnmal reich wurde und zehnmal alles verlor. Man wird verstehen, daß es nicht leicht wurde, aus diesem wechselvollen Leben zu errechnen, was noch übrig blieb. Fawke brannte mit 17 Jahren nach Kanada durch und wurde Holzkönig, Goldgräber, Reeder, Theaterdirektor Hotelier und wieder Goldsucher. Auf und ab und her und hin. Das letzte Testament machte er 1917, als er ein sehr reicher Mann war. Als er starb, war er wieder arm. Und heute weiß man, daß er nur eine kleine Handvoll Schulden hinterließ. Gelohnt hat es sich also eigentlich nicht— weder für ihn, noch für die Erben Bilder vom Tage. Viele hundert Kilometer von uns entfernt schaffen Kämpfer des Nationalsozialismus für das deutsche Volk dem Meere abgezwungenes Neuland. Durch die Errichtung von Deichen wird das Wasser zurückgedrängt, so daß weite Strecken fruchtbaren Ackerbodens zubereitet werden können. Wie unser Bild zeigt, bedient man sich dabei eines riesigen Förderbandes, auf dem Steine und Erdmassen zum Deichbau herantransportiert werden. Dieses neue technische Hilfsmittel wird an der Holsteinischen Nordseeküste verwendet. Wieder ruft in wenigen Tagen das Winterhilfswerk alle Volksgenossen an den Altar des Opferns. Für den Monat Februar gelangt die auf unserem Bilde dargestellte Plakette an die Spender zur Verteilung. Auch im kommenden Monat soll der Volksgemeinschaft durch ein gutes Sammelergebnis sichtbaren Ausdruck verliehen werden. An keinem Hause darf daher das Spendenzeichen des WHW. fehlen! Am 20. Jannar wird bekanntlich in Berlin eine große Schan der deutschen Landwirtschaft, die„Grüne Woche", eröffnet. In wirkungsvollen Darstellungen führt man die Arbeit des deutschen Bauern für eine Volksgenossen vor Augen. Aus der großen Bildersolge, die den erdegang des Brotes veranschaulicht, zeigt unser Bild die Schnitter beim Mähen des Getreides. Die in strategischer Hinsicht außerordentlich wichtige Verbindungsbrücke zwischen dem rumänischen uno russischen User des Dujestr soll wiederhergestellt werden. Die Brücke war während des Rückzuges gesprengt und nicht wiederaufgebaut worden. Unser Bild zeigt sie in ihrer früheren Gestalt. Der Wüstenkönig mit dem Leopardensell. Frau Löwin ängstigt sich fast zu Tode. Der Londoner Zoo verfügt über einen tattlichen Bestand von Löwen. Sie leben in grozen Gehegen fast wie in der Freiheit und nur wenige besondere Exemplare werden in den sonst üblichen Käfigen gehalten. In einem solchen Löwenläfig hat sich kürzlich die Tragikomödie abgepielt, die von den Angestellten des Zoos noch heute belacht wird. Während der Mittagspause hörten die Angestellten in ihrer Kantine plötzlich ein wüstes Gepolter in einem der Käfige. Als man nachsah, was es gab, konnte man folgende Szene erleben: In der Mitte des Käfigs aß, offenbar völlig verdutzt und hilflos, der Wütenkönig und blickte seiner Frau Gemahlin nach, die ihn in ängstlichen Sprüngen umkreiste und sich entsetzlich vor ihm ängstigte. Der Löwe sah aber auch äußerst befremdend aus. Sein sonst so glattes Fell und seine Mähne waren über und über beschmutzt, und auf seinem Leib zeichneten sich dicke schwarze Flecken ab. Als man ein Gatter zu einem benachbarten leeren Käfig öffnete, raste die Löwin sofort hinein und verkroch sich in die äußerste Ecke. Der schmutzige Löwe blieb weiter nachdenklich auf seinem Platz sitzen. Es währte geraume Zeit, ehe die Wärter sich den Vorfall erklären konnten und diese Erklärung war sehr einfach. Am Vormittag war das Gitter des Löwenkäfigs mit schwarzer Farbe gestrichen worden und als sich der Löwe am Gitter rieb, beschmutzte er sich so sehr, daß ihn die Löwin nicht wiedererkannte. Ein Bär raubt ein Kind und spielt mit ihm im Gebüsch. Ein seltsamer Zwischenfall hat sich vor einiger Zeit in der Nähe der kleinen türkischen Ortschaft Allania zugetragen. Dort lebt in der Einsamkeit der Wälder ein Bauer mit seiner Frau und seinem Säugling. Neulich hatte sich der Mann für einige Zeit aus der bescheidenen Hütte entfernt, um draußen im Walde Reisig zu sammeln. Er blieb nur kurze Zeit weg, da er wußte, daß auch seine Frau inzwischen zu einem Votengang aufgebrochen war und infolgedessen das Kind allein in seiner Wiege zurückblieb. Den Mann packte lähmendes Entsetzen, als er bei seiner Rückkehr in die Hütte feststellen mußte, daß das Kleine verschwunden war. Er rannte in den Wald zurück und bat einige Holzfäller, ihm bei der Suche nach dem vermißten Kind behilflich zu sein. Aber in der ganzen Gegend war keine Spur zu finden. Erst gegen Abend ist dann weit weg von der einsamen Waldhütte, mitten im dichtesten Gebüsch. ein riesiger Bär aufgestöbert worden, der, wie sich herausstellen sollte, das Kind aus seiner Wiege geraubt und davongetragen hatte. Jetzt spielte er mit ihm. Bei der Annäherung der Leute ergriff Meister Petz die Flucht. So konnte der Säugling unversehrt geborgen werden. Er hatte nur ein paar Schrammen und Kratzer, die vom Spiel mit dem Bären herrührten. In einem Seitenflügel eines Londoner Altersheims brach in diesen Tagen ein Brand aus, der etwa 250 Insassen in Gefahr brachte. Es ist der Umsicht der Krankenschwestern und der schnell herbeigeeilten Feuerwehr zu verdanken, daß den alten Leuten kein Schaden zugefügt wurde. Bei den deutschen Wintersportmeisterschaften, die in Garmisch=Partenkirchen ausgetragen wurden, ging aus dem Eis=Schnellaufen, wie bekannt, der Münchener Sandtler als Sieger hervor. Das Bild gibt einen Ausschnitt aus diesem Kampf wieder. Die englische Münzpräge=Anstalt gibt aus Anlaß des bevorstehenden 25jährigen Regierungsjubiläums des Königs Georg von England diese Silbermünze heraus. „Jollwütige" Bauern in Fünflirchen. Die Sehnsucht nach der Hauptstadt. Auf eine sonderbare Idee kam ein Bauer aus dem ungarischen Bergarbeitergebiet Fünfkirchen. Seine große Sehnsucht war, einmal nach der schönen Hauptstadt Budapest reisen zu können, um einige Tage dort zu sein und sich das Leben der Stadt anzusehen. Aber die Mittel reichten nicht dazu. Da las er eines Tages, daß jeder, der von einem tollen Hunde gebissen worden ist, auf Kosten des Staates nach Budapest geschickt wird, um im Pasteurinstitut untersucht zu werden. Das gab ihm die Idee ein, sich so zustellen, als sei er von einem Hunde gebissen worden. Er brachte sich eine Verletzung bei und erklärte vor der Polizei, daß ein fremder Köter, der sonderbare Tänze aufgeführt habe, ihn gebissen habe. Daraufhin wurde sofort seine Ueberführung nach Budapest angeordnet. Der Bauer aber erzählte im Kreise vertrauter Freunde von seiner guten Idee, und alle bewunderten ihn wegen seiner„Krugheit“. Sein Gedanke aber machte Schule. Jetzt mehrten sich die Fälle, in denen Bauern und Bergarbeiter von tollen Hunden gebissen wurden. Es ging soweit, daß die Behörden angewiesen wurden, nach den Hunden zu fahnden, um sie zu erschießen. Aber trotz eifrigen Suchens wurde kein toller Hund angetroffen. Aber die Meldungen der Gebissenen hörten trotzdem nicht auf. Das Pasteurinstitut in Budapest hatte Hochbetrieb. Das Gebiet um Fünfkirchen mußte tatsächlich mit tollwütigen Hunden verseucht sein. Als aber die ersten Untersuchungsergebnisse kamen, stellte sich heraus, daß die„Kranken" überhaupt nicht gebissen waren. Nun nahm man sie in scharfes Verhör. Sie hielten zuerst dicht, bis man drohte, ihnen die Kosten für den Aufenthalt und die Untersuchungen aufzuhalsen. Nun überfiel sie das Geständnisfieber. Sie gaben an, daß sie alle einmal nach Budapest wollten und sich von Hunden beißen ließen, die sie vorher gereizt hatten. Als diese Handlungsweise offenbar wurde, empörte sich das Publikum. Denn die Betrügereien an einem der öffentlichen Gesundheitspflege und Wohlfahrt gewidmeten Institut, wie es die Pasteuranstalt darstellt, ist ein Betrug am Staate. Die Behörden haben festgestellt, daß durch dieses unanständige Manöver der Staat um einen erheblichen Betrag geschädigt ist. Der Haupt rädelsführer wurde in Haft genommen. Gläschen Wodla in Ehren! Die Lebensweisheit eines 136jährigen sibirischen Bauern. Eine russische Expedition, die vor einigen Monaten zum Zwecke von Rassen= und Völkerstudien nach Sibirien aufgebrochen ist, entdeckte dieser Tage etwa zweihundert Kilometer von Chabarowsk entfernt einen Mann namens Michael Postnoff, der Ende Januar seinen 136. Geburtstag feiern wird. Der alte Mann chwindelt nicht etwa mit seinem hohen Alter, sondern konnte sich an Hand behördlicher Unterlagen ausweisen Michael Posthoff wird von den Teilnehmern der Expedition als ein noch durchaus lebhafter und rüstiger Greis geschildert, der sogar jeden Morgen, ohne Stock, weit über Land geht, um in dem nächstgelegenen Dorf im Wirtshaus sein Gläschen Wodka zu trinken. „Sehn Sie, Genossen,“ so soll der Alte den Forschern schmunzelnd erklärt haben,„das ist überhaupt das Geheimnis meines langen Lebens. Es sind jetzt fast genau 124 Jahre her, seitdem ich mein erstes Gläschen Wodka getrunken habe, und seitdem habe ich von dieser Gewohnheit nicht mehr gelassen. Ich lebte damals mit meinen Eltern in oskau. Mein Vater hatte einen kleinen Posten im Kreml. Eines Tages brannte uns nun das Haus über dem Kopf ab. Ich war ein Junge von etwa 12 Jahren. Der Brand jagte mir einen solchen Schrecken ein, daß ich das bessere Teil der Tapferkeit erwählte und davonrannte. Nur um mir Mut zu trinken, ging ich auf den Vorschlag eines Nachbarn ein, kehrte mit diesem in einem Ausschank ein und trank Wodka. Es war mein erstes Glas Schnaps im Leben, aber es ist nicht mein letztes geblieben, denn sonst hätte ich vielleicht nie das Mittel kennen gelernt, dem ich nun ein langes Leben zu verdanken habe.“ Die Tibet=Expedition Wilhelm Filchners. Die Verhandlungen des Asien=Forschers Wilhelm Filchner mit der Nanking=Regierung sind soweit gediehen, daß der Antritt seiner Expedition nach Tibet vorläufig auf Mai oder Juni festgesetzt worden ist. Filchner will dort maanetische Messungen vornehmen, durch die das Bild magnetischer Abweichungslinien vervollständigt werden soll. Selbstmörder gefährdet ein Haus. In der Nacht zum Dienstag hatte in seiner Wohnung in der Pohland=Straße in Dresden ein im vierten Stock wohnender Mann in selbstmörderischer Absicht den Gashahn geöffnet. Als seine Mutter mit brennendem Licht das Zimmer betrat, erfolgte eine Explosion, durch die die Decken und Wände eingedrückt wurden. Drei Personen der Selbstmörder, seine Mutter und sein Sohn, trugen erhebliche Vreletzungen und Verbrennungen davon und mußten dem Rudolf=Heß=Krankenhaus zugeführt werden. Durch die Explosion wurde ferner der Dachboden des Hauses in Brand gesteckt und das ganze Haus gefährdet. Mauern, Fenster und Decken wurden zertrümmert. Die Feuerwehr war lange Zeit mit der Bekämpfung des Brandes beschäftigt. aufdau unseres Vaterlandes vergönnt sein mögen. Dem 85jährigen General, in dem die deutsche Nation einen ihrer besten soldatischen Führer sieht, und dem Kämpfer, der mit nationalsozialistischer Leidenschaft für die deutsche Freiheit stritt, gilt der Gruß der deutschen Grenzmark im Östen.“ Ausgeschlossen! Bayreuth. Das Presseamt der Hauptamtsleitung des NSDL. teilt mit: Der Vorsitzende des Philologen=Verbandes, Oberstudiendirektor Schwensdke(Berlin), wurde wegen seines Aufsatzes„Besinnung" in Nr. 1 des Deutschen Philologenblattes mit sofortiger Wirkung ans dem NSDL. ausgeschlossen. Desgleichen ist Nr. 1 des Philologenblattes, Jahrgang 35 vom 9. d. M., polizeilich beschlagnahmt und eingezogen worden. Diese Maßnahme erstreckt sich auch auf sämtliche außerpreußischen Länder. „Der Angriff"— Organ der DAF. Berlin. Der Reichsleiter für die Presse, Amann, der Reichsorganisationsleiter der NSDAP. und Leiter der DAF.. Dr. Robert Ley, und der Beauftragte des Führers für die gesamte geistige und weltanschauliche Erziehung, geben in einer Veröffentlichung im„Angriff“ bekannt. daß ab 1. Februar 1935„Der Angriff“ das Organ der Deutschen Arbeitsfront werden wird. Auf Grund freundschaftlicher Besprechung, heißt es in der Veröffentlichung weiter, mit dem Ziel der Herbeiführung einer immer näheren Verbundenheit der Deutschen Arbeitsfront mit der Partei, wurde der Beschluß gefaßt, das im Partei=Zentralverlag erscheinende alte Traditionsorgan der Reichshauptstadt der DAF. zur Verfügung zu stellen und die weltanschauliche Linie in gemeinsamer Arbeit für alle Zukunft zu sichern. Flaggenerlaß zum 30. Januar. Berlin. Aus Anlaß der zweiten Wiederkehr des Tages der nationalen Erhebung flaggen auf Anordnung der Reichsregierung am Mittwoch, 30. Januar. die Gebände des Reiches, der Länder. der Gemeinden, der Körperschaften des öffentlichen Rechts, sowie der öffentlichen Schulen. Diese Anordnung wird hiermit amtlich mit dem Hinzufügen bekanntgegeben, daß eine schriftliche Benachrichtigung der Behörden nicht erfolgt. Akademische Korporation suspendiert. Hannover. Der Rektor der Technischen Hochschule hat der Akademischen Turnerschaft Brunonia, veranlaßt durch Klagen seitens zahlreicher Volksgenossen über anstößiges Verhalten ihrer Mitglieder im Anschluß an die Weihnachtskneipe nach sorgfältiger Prüfung die Anerkennung als akademische Korporation entzogen. Gleichzeitig wurde sie von dem zuständigen Führer der Studentenschaft suspendiert. In der Begründung heißt es:„Lärmende und besoffene Studenten sind in den Augen schwer arbeitender Volksgenossen Schädlinge in der Volksgemeinschaft.“ HANDEL UND JINDUSTREE Heute sehr stilles Geschäft. Neuer Zwischenfall an der Saar. Verbrecher bei Verhaftung erschosfen. Ein Alt der Notwehr. Aber Knox befiehlt Festnahme des leitenden Polizeibeamten. Saarbrücken. Der Schrotthändler Meyer, gegen den in Schaffhausen ein Hastbefehl wegen Unterschlagungen bei einer Holzsirma von etwa 360 000 Franken durchgeführt werden sollte, widersetzte sich der Verhaftung mit der Pistole in der Hand, die er auf den Polizelinspektor Tilk von der Saarbrücker Kriminalpolizel richtete. Der Polizeiinspektor kam ihm zuvor und schoß ihn in der Notwehr nieder. Meyer, übrigens ein ehemaliger RheinlandSeparatist und separatistischer Landrat, war nach dem Zusammenbruch der rheinischen Separatistenherrschaft ins Saargebiet gekommen und von der Grubenverwaltung mit Holzgeschäften beauftragt. Dabei kam er in Verbindung mit einer Holzsirma A. und B., der gegenüber er sich der Unterschlagung und Urkundenfälschung schuldig machte. Bereits im November vorigen Jahres wurde er deswegen festgenommen, aber wieder auf freien Fuß gesetzt, weil ihm seine Schuld nicht einwandfrei nachgewiesen werden konnte. In den letzten Tagen hatte nun die Holzfirma erneut gegen ihn Anzeige erstattet. Auf Grund richterlichen Haftbesehls sollte er dann festgenommen werden. Die mit der Ausführung des Haftbefehls beauftragten Beamten, darunter der Polizeiinspektor Tilk, trafen ihn zu Hause nicht an. Sie bedeuteten seiner Frau, daß ihr Mann wegen des genannten kriminellen Deliktes gesucht werde und sich freiwillig stellen möge. Meyer hatte sich jedoch im Neller seiner Wohnung verbarrikadiert. Seine Frau und der Sohn erklärten nach Rücksprache mit dem Manne, daß dieser zum äußersten entschlossen sei. Deshalb schritten die Beamten zur gewaltsamen Festnahme und gaben nach vorherigen Warnungen Schreckschüsse auf die Kellertür ab. Darauf erschien der Gesuchte in der Tür. Als der Polizeiinspektor im Schein der Taschenlampe den Lauf einer von Meyer gezogenen Armeepistole auf sich gerichtet sah. legte er an und traf Meyer tödlich. Auf Veranlassung des Inspekteurs der saarländischen Polizeitruppen. Hennessy, ist inzwischen die Festnahme des Polizeiinspektors erfolgt, der da sich Meyer früher auch im Saargebiet politisch betätigt hatte, jetzt vor das oberste Abstimmungsgericht kommen soll. Das „Saarbrücker Abendblatt“ nimmt an, daß die Fest nahme des Polizeiinspektors Tilk auf Anweisung des Präsidenten Knox oder des Herrn Heimburger erfolgt ist. Meyer habe sich der besonderen Freundschaft des Herrn Heimburger erfreut, der ihm sogar die Erziehung und Dressur seiner Hunde anvertraut hatte. Die Gesunderhaltung der Jugend. Ein Erlaß des Reichsinnenministers. Berlin. Der Reichs= und preußische Minister des Innern hat in Uebereinstimmung mit der Neujahrsrede des Reichsjugendführers, in der auf die Wichtigkeit der Gesunderhaltung der Jugend besonders hingewiesen ist, den Länderregierungen und Regierungspräsidenten ausführliche Richtlinienfürdiegesundheitliche Betreuuna der HJ. gegeben. Er macht dabei darauf aufmerksam, daß die zwischen dem Reichsminister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung und dem Reichsjugendführer am 80. Juli 1934 getrofsenen Vereinbarungen nicht überall innegehalten wurden und stellt fest, daß Ueberanstrengungen der Jugend unbedingt vermieden werden müssen. Ferner ist auf Witterungs verhältnisse genügende Rücksicht zu nehmen und die Bekleidung der Jahreszeit anzupassen. Ganz besonders bedarf die Veranstaltung von Zeltlagern in bezug auf die Jahreszeit und auch sonst sorgfältiger und sachverständiger Vorbereitung; ärztliche Hilfe ist dabei sicherzustellen. Die amtlichen Stellen werden beauftragt, mit den zuständigen Gebietsführern der HJ. und den Führerinnen des BdM. sich in Verbindung zu setzen und darauf hinzuwirken, daß unter Heranziehung der Amtsärzte und HI.=Aerzte nicht nur die bisher erlassenen Bestimmungen befolgt, sondern ganz allgemein bei Fahrten, Uebungen, Lagern, Kinder verschickungen und sonstigen Veranstaltungen die gesundheitlichen Belange der Jugend voll gewahrt werden. Berliner Börse. Anfangsstimmungsbild von heute. Berlin, 29. Jan. Nachdem schon an der gestrigen Frankfurter Abendbörse eine kaum mehr zu überbietende Geschäftsstille eingetreten war, kamen heute vorbörslich in Berlin Umsätze überhaupt nicht zustande. Auch für die bevorstehende Börse wird mit sehr stillem Geschäft zu rechnen sein. Besondere Anregungen aus der Wirtschaft liegen nicht vor. Das Kursniveau dürfte jedoch, da sich die Kulisse bereits in den letzten Tagen glattgestellt hat, keine stärkeren Einbußen erfahren. Am Valutenmarkt errechnete sich der Dollar in Berlin knapp behauptet mit 2,498, während das Pfund mit 12,20 keine Veränderung aufwies. Die Börse selbst eröffnete bei sehr eng begrenztem Geschäft zu eher leicht nachgebenden Kursen. Farben waren ¾ Proz. schwächer, Bekula und Daimler verloren je%. Braubank ¾ Proz. Von Montanen waren Mannesmann mit minus ¾ und Buderus mit minus ½ Proz. stärker rückgängig, während Harpener ¼ Proz. höher einsetzten. Feter waren auch Bubiag um 2 Proz. und Ilse Genußscheine um 1¼ Proz. Am Rentenmarkt blieb es zwar ebenfall. ruhig, doch ist der Grundton freundlich. Für späte Reichsschuldbuchforderungen bestand Nachfrage. indessen wurde auf der gestrigen Basis gehandelt. Altbesitz zogen um ½ Proz. an, Zinsvergütungsscheine blieben unverändert. Kommunalumschuldung aaben um 5 Pfg. nach. Die Blankotagesgeldsätze wurden zunächst mit unverändert 3½ bis 3% genannt. Berliner Getreidegroßmarkt. Berlin, 28. Jan. Der Handel hat sich nicht belebt. Von Brotgetreide ist Weizen reichlicher angeboten als Roagen. Die Berliner Mühlen bekunden nur einige Kauflust für Roagen, während Weizen vernachlässigt ist. An der Küste und an Von der Saar nach Berlin. Die Sturmfahne der DKOV Saar in Magdeburg. Magdeburg. In den Abendstunden des Dienstag traf die schwarze Sturmfahne der saarländischen Deutschen Kriegsopfer=Versorgung, die um Mitternacht des 13. Januar Saarbrücken verlassen hatte, um im Fußmarsch nach Berlin gebracht zu werden. in Magdeburg ein. Diesen Anlaß benutzte die Stadt Magdeburg, um erneut in einer gewaltigen und erhebenden Kundgebung ihr Treuebekenntnis zur deutschen Saar abzulegen. An der Stadtgrenze wurde die Fahne der Magdeburger Stafette übergeben und von einem aus Ehrenstürmen der PO. gebildeten Fackelzug durch die von dichten Menschenmassen umsäumten Straßen der Stadt nach dem Alten Markt geleitet. Im Mittelpunkt der Kundgebung auf dem Marktplatz stand eine Ansprache des Reichsstatthalters und Gauleiters Hauptmann Loeper, der auf die symbolische Bedeutung des Marsches der Fahne durch das deutsche Land hin wies und an die unheilvollen Folgen des Vertrages von Versailles erinnerte. Er geißelte die Lüge von den 150 000 Saarfranzosen und sagte, die Saarbevölkerung werde auch die letzten fünf Wo chen diszipliniert aushalten. Reichsstatthalter Loe per übergab sodann die Fahne der saarländischen Kriegsopfer dem nächsten Träger und schloß mit einem von den Massen begeistert aufgenommenen Sieg=Heil auf Volk und Führer. Während die Massen sich noch verliefen, wurde die schwarze Sturmfahne der Saar, wieder von Fackelzügen begleitet und überall begeistert begrüßt, bereits weitergetragen, der Reichshauptstadt zu. Eine Tragilomödie in Frankreich. Nächtliches Duell zwischen betagten „Liebesleuten". Paris. Ein seltsames nächtliches Duell sand in der letzten Nacht in einem Dorf bei Etampes statt. Der 65 Jahre alte Chemiker und Ingenieur Brocquet war gerade zu Bett gegangen, als er plötzlich ein Rumoren im Kleiderschrank ver nahm. Die Tür des Schrankes ging auf, eine Ge stalt kam auf ihn zu, und, noch ehe er Licht machen konnte, gab sie einige Schüsse auf ihn ab. durch die er verwundet wurde. Der Angegriffene riß darauf einen an der Wand hängen den Paradesäbel an sich und hieb und stach auf die Gestalt ein, als die er bald seine ehemalige Freundin, ein 60 Jahre altes Fräulein Lerminaux, erkannte, die ihm schon gelegentlich ihrer Trennung im Jahre 1930 Vitriol ins Gesicht gespritzt hatte. Die beiden ehemaligen Geliebten trugen nun mit der Wakse ihren Liebes- und Haß Streit aus, wobei der Mann die Oberhand gewann und zum Schluß des„Turniers“ nach längerem Nahkampf die Frau zum Fenster hinauswarf. Dann waren auch die Kräfte des Mannes, der einen Schulterschuß erhalten hatte, zu Ende und er sank im Zimmer ohnmäch tig zusammen. Die beiden leidenschaftlichen alten Leute wurden in besorgniserregendem Zustand in ein Krankenhaus gebracht. den Oderstationen besteht vereinzelt Nachfrage. Hafer und Futtergersten werden von der ersten Hand kaum zum Verkauf gestellt. Für Braugerste sind die Verwertungsmöglichkeiten nach Mitteldeutschland günstiger als nach Berlin. Roggenscheine 163 erzielbar. Die ersten Preise: Weizen 207, Roggen 168, Braugerste(feinste) 206—211, (gute) 198—203, Industriegerste 195—198. Getreidegroßmarkt in Köln. Köln, 23. Jan. Gestriger amtlicher Preisbericht in RM. je 100 kg Frachtlage Köln. Mehl zuzüglich 0,50 RM. Frachtausgleich bei Abnahme von mindestens 10 t frei Empfangsstation gemäß Anordnung 9 der WV. Auf= und Abschläge gemäß Anordnung 8 der WV. Kleie ab Mühle, Stroh ab rheinischer Station: Weizen 20,50—21,30; Roggen 16,50—17,30; Hafer 16.20—16,90; Industriegerste 19,50—20,00; Futtergerste 16,70—17,20; Weizenmehl 27,40; Roagenmehl 23,80; Roggenschrot 20,30; Weizenkleie Grundpr. 12,00, desgl. Handelspr. 12,30; Weizengrießkleie(Bollmehl) Richtpreis 13,00—13.30: Roggenkleie Grundpr. 10,55, desgl. Handelspr. 10,85; Leink.=Mehl 37proz. 17,25—17,50; Erdnußk.=Mehl 50proz. 16,20—16,40, 54proz. 16,50 bis 16.60; Sojaschrot 45proz. 13,50—13,70; Rapskuchen 12,50—12,70; Palmkernkuchen lose 21proz. 13,50—14,00; Trockenschnitzel lose 8,82; Zuckerschnitzel lose 10,42; Rohmelasse 6,14; Wiesenheu lose 10,50—11,00; Luzernekleeheu lose 12,25—12,50; Roggenstroh gepr. 3,75—4,00; Weizenstroh gepr. 3,75—4,00; Hafer= und Gerstenstroh gepr. 4,00 bis 4,20 RM. Altenessener Schweinemarkt. Altenessen, 23. Jan. Auftrieb gestern: 790 Tiere. Es kosteten im Großhandel: Ferkel unter sechs Wochen 10, 6—8 Wochen alte 10—14, 8—12 Wochen alte 14—19 RM.; Läuferschweine: 3—4 Monate alte 19—25, 4—6 Monate alte 25—40 RM.; größere entsprechend mehr. Neben den Kursen. Die Kleinstadt in der Arbeitsschlacht. Gegen das deutsche Siedlungswerk und seine Zielsetzung der Schwergewichtsverlagerung von der Großstadt auf die Klein= und Landstadt ist häufig der Einwand erhoben worden, daß man mit der gegebenen Entwicklung rechnen müsse und derartige Pläne an den Realitäten vorbeigingen. Wie richtig aber die nationalsozialistische Siedlungsplanung und wie notwendig auch im Interesse der Beseitigung der Arbeitslosigkeit ihre baldige Durchführung ist, können erneut Aeußerungen des Präsidenten der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung Dr. Syrup zeigen. In einem Ueberblick über die Entwicklung der Arbeitsschlacht bezeichnete es Dr. Syrup als charakteristisch, daß die Arbeitslosigkeit in Kleinund Mittelstädten stärker zurückgegangen sei als in den Großstädten. Gerade diese Beobachtung wird dem Gedanken des deutschen Siedlungswerkes und dem Plan einer Verpflanzung der großstädtischen Erwerbslosen auf das Land dienen. Es ist ja dabei nicht allein an die bäuerliche Siedlung zu denken, zu der, wie auch Dr. Syrup betonte, im wesentlichen nur Jugendliche mit bäuerlicher Tradition in Frage kommen. Diese Strukturveränderung wird in größerem Ausmaß durch die Heimstättensiedlung gebracht werden, bei der der Industriearbeiter nicht zum Bauern umgeschult wird, aber doch wieder bodenständig und durch die Aus stattung mit Gartenland in seiner Existenz neu gesichert wird. * Büroräume werden knapp. Waren noch vor einem Jahr seit langer Zeit leerstehende Büroräume selbst modernster Bauart in Berlin jederzeit zu haben, hat sich dieses das Aeußere der Geschäftsstraßen durch Aushängeschilder beherrschende Bild gänzlich umgestaltet. Heute sucht man an den Fronten solche Angebote, denn Büroräume sind ruapp geworden. Auch das ist ein Zeichen für den Wirtschaftsaufstieg, in dem sich Deutschland seit zwei Jahren befindet, und ein weiteres Zeichen dafür, wie weit sich diese Wirtschaftsbelebung schon durchgesetzt hat und auswirkt. Gewiß bildet Berlin ein Fall für sich. Hier drängen sich Reichs= und Staatsbehörden zusammen, die in der letzten Zeit gerade auf wirtschaftlichem Gebiet eine starke Vermehrung erfahren mußten, wenn man z. B. an die Ueberwachungsstellen und derartigen Einrichtungen denkt. Die Knappheit beruht aber nicht etwa allein auf der Nachfrage seitens staatlicher Stellen, sondern auch die private Nachfrage ist groß, jedenfalls viel größer als noch vor einem Jahr. Diese erfreuliche Tatsache kennzeichnet am besten den Wirtschaftsaufschwung und die belebte Geschäftstätigkeit. Die selbstverständliche Folge ist Bauplanung auf diesem Gebiet. Und so wird Berlin in diesem Frühjahr einige umfangreiche Neu= und Umbauten auf diesem Gebiet zu verzeichnen haben. Ein Vorkrag Henriots verboken. Paris. Der rechtsstehende Abgeordnete Henriot wollte in Marseille einen Vortrag über das Thema„Mussolini" halten, Die Stadtverwaltung hat den Vortrag verboten, weil linksextremistische Gruppen die Bevölkerung gegen den Redner aufgehetzt hatten und auch, weil Henriot in seinem Vortrag der Stadt Marseille einige„Liebenswürdigkeiten" zu sagen beabsichtigte, die nicht nach dem Geschmack der Stadtväter gewesen zu sein scheinen. Ende der Saarstimmzekkel. Genf. Wie die Genser Presse am Dienstagabend meldet, sind die 539 300 Wahlzettel aus dem Saargebiet in der Papierfabrik Bristlen in Versoux bei Genf eingestampft worden. Bei diesem Akt waren Beamte des Völkerbundes und mehrere Gendarmen anwesend. Die 27 Urnen mit den Wahlzetteln wurden in einen großen Eisenbottich geschüttet, der mit heißem Wasser gefüllt war. Die Einstampfung erfolgte dann durch Rotation. Aus der Papiermasse soll Packpapier gemacht werden. In drei Zeilen. Der Führer empfing gestern im„Hause des Reichspräsidenten", wie alljährlich, das diplomatische Korps. An dem Empfang nahmen sämtliche in Berlin anwesenden Botschafter, Gesandten und Geschäftsträger teil. Der Vorsitzende der Vereinigung der französischen Feuerkreuzler, Oberst de la Roque, teilte einem Vertreter des„Figaro" mit, daß die Feuerkreuzler am 6. Februar, dem Jahrestage der blutigen Straßenunruhen in Paris, in Alarmbereitschaft gehalten würden. Der„Ausschuß für die deutsche Winterhilfe“ in Buenos Aires gibt bekannt, daß aus Argentinien für die„Deutsche Winterhilfe 1934/85“ bis zum 12. Januar 1985 insgesamt 103 175,87 Pesos eingegangen sind. Nach einer Mitteilung aus Moskau wurde in Koselsk der jugendliche Kommunist Sanin von Unbekannten ermordet. Zahlreiche Personen wurden in Haft genommen. In Haisa fand am Dienstag die feierliche Einwelbung der aus dem Jrak kommenden 2000 Kilometer langen Oelrohrleitung durch den enalischen Oberkommissar Palästinas statt. Der Memelländer-Prozeß. Drei Verhaftungen im Gerichtshof. Kowno. In der Dienstag=Verhandlung im Prozeß gegen die Memekländer wurden die bisher auf freiem Fuß befindlichen Angeklagten Dr. Herbert Boettcher, Gronenberg und Encke in Haft genommen. Das Gericht folgte damit einem Antrage der Staatsanwaltschaft, der mit Verdunkelungsgefahr begründet wurde. Der Angeklagte Kubbutat, der neben dem litauischen Spitzel Molinnus einer der sogenannten„Geständigen“ ist. hatte ausgesagt, er sei beauftragt gewesen, unter der Jugend eine sogen. „schwere Gruppe“ bzw. Sturmabteikungen in der Neumann=Partei zu bilden. In der Verhandlung erklärte Kubbutat, daß er wegen dieser Ausfagen vor Gericht von den drei Angeklagten zur Rede gestellt und von Gronenberg und Eycke sogar„bedroht“ worden sei. Diese unbewiesenen Behauptungen des Spitzels Kubbutat gaben Ankad zu einem lebhaften Wortgefecht zwischen den Prozeßbeteiligten. Das Gericht beschloß schließlich. gegen den Widerspruch der Verteidiger, die Inhaftnahme der von Kubbutat Beschuldigten, die sosort im Gerichtssaal verhastet wurden. Im weiteren Verlauf des Prozesses beantragte der Angeklagte Leo Boettcher, ihn wegen dringender Familienangelegenheiten und seines schlechten Gesundheitszustandes aus der Haft zu entlassen. Das Gericht beschloß, für die Enthaftung eine Sicherheit von 50 000 Lit zu fordern. Leo Voettcher ist Sekretär des Memelländischen Landtages und wird beschuldigt, an Sitzungen der Neumann=Partei teilgenommen und Mitglieder geworben zu haben. Die weitere Vernehmung zum Fall Jesuttis brachte keinerlei Angaben mehr, die die Behauptungen der Anklage stützen könnten. Die Nachmittagsverhandlung brachte ein Moment, das den Angeklagten Kubbutat und seine am Vormittag abgegebene Erklärung charakterisiert. Der Angeklagte Brokoph gab eine Erklärung ab, wonach Kubbutat einem gewissen Saukeit in Heydekrug erklärt habe, daß er von dem Beamten der litauischen Geheimpolizei. Andrischunas, unter verschiedenen Versprechungen für Spitzeldienste in der Geheimpolizei angeworben worden sei und nicht recht wisse, was er da zu leisten habe. Japanisches Marineflugzeug abgestürzt. Wie die Telegraphenagentur„Schimbun Rengo" mitteilt, ist in dem japanischen Marineflughafen, Sasebo, am Dienstag ein Flugzeug avgestürzt. Alle drei Insassen ertranken. Ein weiteres Flugzeug mußte notwassern. Die Besetzung sandte rechtzeitig SOS=Rufe und konnte so gerettet werden. Das Flugzeug versank. Wenn es in Apulien schneit. Unweit Bari, in der Provinz Apulien, stürzten unter den Schneemassen mehrer Bauernhäuser ein: nicht weniger als 27 Familien sind obdachlos geworden. Verletzt wurde niemand. Soldaten im Schneesturm umgekommen. In der Nähe von Podgoritza(Montenegro) wurden am Dienstag die Leichen von sieben südslawischen Soldaten aufgefunden, die auf einer Uebung von einem Schneesturm überrascht worden ünd. Drei weitere Soldaten werden noch vermißt. Man befürchtet, daß sie ebenfalls erfroren sind. Die Kältewelle in den Die Kältewelle in den USA. hat nunmehr auch auf die Südstaaten übergegriffen. Schneestürme und Ueberschwemmungen verursachten große Schäden, die man auf mehrere Millionen Dollar bezifsert. Die Kälte hat auch bereits zahlreiche Menschenopfer gefordert. Ganze Viehherden sind der Kälte zum Opfer gefallen, und viele Schiffe sind vom Sturm von ihren Ankerplätzen losgerissen worden. ElektrizitätsWerbe-Veranstaltung In Nierenhof in der Wirtschaft Huxelmann, Freitag, den 25. Januar 1935, um 19¼ Uhr Vortrag über die Verwendung der Elektrizltät im Haushalt Schaukochen auf elektr. Siemens-Herden mit Kostproben. Filmvorführungen sorgen tür köstliche Unterhaltung. Gratisverlosung von elektr. Geräten bereichern das Programm. Frauen, Mädchen u. Haushaltungsvorstände sind herzlich eingeladen. Eintritt trei! Anschließend finden am 28., 29., 31. Jan. u. 1. Febr. d. Js. in demselben Saal die beliebten elektrischen Oetker Back- und Kochstunden statt. Die Unkosten betragen 2.— RM. In den anderen Gemeinden unseres Versorgungsgebietes tinden in den nächsten Wochen dieselben Veranstaltungen statt. Auskuntt u. Anmelaung: B.E V. E.-Kupferdreh, bei den Installateuren u. im Kursusraum Huxelmann. Stadttheater Bochum. Mittwoch. 23. Jan. 20—22.45 Uhr. Außer Vormiete und NS.= Kulturgemeinde Serie C: Der Bettelstudent Operette in 3 Akten von Carl Millöcker. 3. Meisterkonzert Werke von Unger, Beethoven. Reger, Silberberg und Strauß. Solist: Professor Wilhelm Kempff (Klavier). Barkredite an Festangestellte o. Vork. schnellstens durch: Jos. ven Forst. Bochum. Westfäl. Straße 23. hrank, ähmaschine, arderobenst., versteigerung. Am Freltag, dem 25. Januar, nachm. 3 Uhr, werden in Herbede in d. Wirtschaft Frielings 1Pfeiler=Spiegel 1 Plüschsofa, 1 Schrank, 1 Na 1 Garderobenst., 1 kl. Schränkchen, 1 Nähmaschine, Geldschrank, 1 Schreibtisch, 1 Schreibmasch., 1 Chaiselongue, 1 Glasschrank, 1 Regulator, 1 Nähmaschine, öffentlich gegen Barzahlung versteigert werden. Hatting. 23. Jan.1935 Die Vollstreckungsstelle des Finanzamteo. Suche für m. Tochter 16 J alt, Stelle als Hauslochter bei etw. Tascheng. Frau Liebold, oest i. W. Nöttenstraße 16. Prels des Schlitzens nach dem RutschnieVerfahren je nach Größe RM 3.- RM 3.50 Am 4.Fahrzeug-Werke LUEG: Bochum, Fomt. 6021 Essen, Fernt. 24747 Dieser Tage kam eine Bäuerin aus dem Spessart nach Aschaffenburg, um ein Säckchen Silbertaler im Nennwert von 300.— RM. bei einer Bank umzutauschen. Die Frau hielt obwohl sie es könnte, keine Zeitung, und hörte nach Neujahr zufällig, daß die Dreimarkstücke aufgerufen worden waren. Als sie von dem versäumten Umtausch hörte, nahm sie die Münzen wieder mit nach Hause. 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