Hattinger Zeitung Bezugspreis: Durch Voten frei Haus halbmonatlich 1,08 Mk., davon 20 Pfg. für Beförderung und Votenlohn. Postbezugspreis monatlich 2.00 Mk., davon 32 Pfg. Ponzeitungsgebühr ausschl. Zustellgeld. Erscheint täglich, außer Sonn= u. Feiertags. Anzeigenpreis: Für 1 mm Höhe und 22 mm Breite 6 Pfg. Für Anzeigen im Leriteil 1 mm Höhe und 75 mm Breite 30 Pfg. Ermäßigte Grundpreise u. Nachlässe li. Taris. Anzeigenaufträge werden nur zu den„Allg. Geschäftsbedingungen“ entgegengenommen. Verössentlichung in den Vereinigten Ruhrtal=Zeitungen: Hattinger Zeitung, Bochumer Tageblatt u. Tageblatt s. Essen=Steele=Kray=Ueberruhr=Kupferdreh Amtlicher Anzeiger Obermarkt/ Kl. Weilstraße Jernsprech=Anschluß: Nr. 2941, 2942, 2943 Postscheckkonto: Dortmund Nr. 11103 Postschließfach: Nr. 2 und Nr. 7 Hauptschriftleiter und verantwortlich für Politik und Handel: Ernst Dittmer; dessen Stellvertreter und verantwortlich für den heimatlichen und kulturellen Teil: Adolf Beineke; für Spoxt u. 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Nach dem diplomatischen Mitarbeiter des„Daily Telegraph“ sind in der Besprecung zwischen dem euglischen Außenminister Simon und dem französischen Botschafter Corbin eine Anzahl Fragen erörtert worden, die sich aus der letzten französischen Note ergaben. Der Botschafter habe dem britischen Außenministern weitere Insormationen über Frankreichs Forderungen nach neuen Sicherheitsbürgschaften im Zusammenhang mit dem geplanten Abrüstungsabkommen gegeben. Diese Mitteilun gen. zu denen Corbin aus Paris besondere An weisungen hatte, dürsten dem britischen Ka binett bei seiner hentigen Beratung sehr wertvoll sein, wenn es sich um die Festsetzung der Richtlinien für die nächste britische Mitteilung an Frankreich handle. Eine Entschließung des Vollzugsausschusses der englischen Völkerbundsvereinigung bedauert, daß die französische Regierung in ihrer Note nicht sagt. in welchem Maße sie abrüsten würde, falls sie die verlangten Sicherheitsbürgschaften erhielte. Da aber die Franzosen„Gleichheit in einem Regime der Sicherheit“ grundsätzlich annähmen, hätte man das Recht, zu erwarten, daß sie bei Uebernayme der Bürgschaft einen weiteren Schritt in Richtung auf die Abrüstung tun würden. Die Entschließung, die von Lord Cecil verfaßt ist, verlangt u. a., daß sich die Regierung sür schrittweisen Abbau aller Angriffsrüstungen zu Lande einsetzen solle, die gegenwärtig Deutschland verboten seien. In einem von Lord Howard of Penrith, Sir Edward Grigg und Wickham Steed unterzeichneten Brief an die„Times“ wird gesagt, daß die britische Regierung unverzüglich eine britische Reichskonferenz einberufen sollte, die die Aufgabe haben würde, über die Frage der Sicherheit, der Abrüstung und der Stellung des britischen Reiches zum Völkerbund Beschlüsse zu fassen. Wenn sich nicht die Regierungen Großbritanniens und der Dominions auf eine Politik der Verteidigung und Sicherheit einigten, dann würden die kriegerischen Vorbereitungen in der ganzen Welt unaufhaltsam weiter gehen. Zur Abrüstungsfrage sagt der diplomatische Korrespondent der „Morning Post": Wenn Berichte aus Paris zutreffen, dann scheint die Lage so zu sein, daß Großbritannien sich bemüht, Frankreich zur Mitteilung seiner Mindestforderung in der Sicherheitsfrage zu veranlassen, während Frankreich versucht, Großbritannien dazu zu bewegen, ein Höchstangebot zu machen. Eine Besprechung auf dieser Grundlage kann lange dauern, mit einer baldigen neuen Wendung ist auch nicht zu rechnen. Städte unter Wasser. Die Einwohner geflüchtet. Ueberall fehlt Trinkwasser. Antosagasta(Chile). Die CordillerenFlüsse sind infolge der zahllosen Wolkenbrüche derart angeschwollen, daß zahlreiche Ortschaften von den Wassermassen ernstlich bedroht werden. Die Stadt Baquedano ist überschwemmt. Die Einwohner flüchteten in die Berge. Viele von ihnen ertranken unterwegs. Auch die Copiado, die 20 000 Einwohner zählt, steht zum Teil unter Wasser. Die Brücken und Gleise der Antofagasta=Bolivia=Eisenbahn sind an vielen Stellen weggerissen. Infolge der Zerstörung der Wasserleitungen herrscht überall großer Mangel an Trinkwasser. Ein„galantes" Urteil. Paris. Germaine Huot, genannt d'Anglemont, eine noch aus der Zeit vor dem Kriege bekannte Halbweltdame, die im Jahre 1933 ihren Freund, den Präfekten des Departements Bouches=du=Rhone, Causeret, in ihrer Wohnung in Paris erschoß, ist vom Pariser Schwurgericht wegen fahrlässiger Tötung zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt worden, Die einjährige Untersuchungshaft wird ihr angerechnet. Vor Gericht erklärte sie, daß der Schuß aus Versehen losgegangen sei, als sie den Präfekten, der sich in ihrem Badezimmer gerade rasierte, zur Rede stellte, weil er ihr eine unwahre Auskunft über seinen Aufenthalt gegeben hatte. Die Quittung für Dollsuß. wird Vertragsbruch vorgeworfen. London. Der Sonderberichterstatter des„Daily Expreß“ meldet aus Graz: Oesterreichbricht vorsätzlich den Friedensvertrag, der ihm das Recht auf Besitz von Militärflugzeugen verweigert. Ich habe festgestellt, daß auf dem Thalerhof=Flugplatz bei Graz 15 Militärflugzeuge italienischer Herkunft stationiert sind. Ueberdies haben Geschwader italienischer Militärflugzeuge Graz auf dem Wege nach Ungarn passiert. Die Flugzeuge in Thalerhof sind vor zwei Wochen eingetroffen. Sie hatten kein Abzeichen und kamen aus einer Höhe von annähernd 5000 Meter herunter. Zwölf Kampfflugzeuge besitzen je zwei Maschinengewehre, die durch den Propellerradius feuern, drei sind Bombenflugzeuge. Einer der italienischen Piloten ist in Graz geblieben, wo er jetzt als Lehrer an der Militärflugschule wirkt. Die Leistung des„Graf Rekord=Oelquelle bei Celle. Wie bekannt, ist in der Nähe von Nienhagen bei Celle eine neue Oelquelle angebohrt worden, aus der, wie unser Bild zeigt, das Oel in einem armdicken Strahl herausschießt. Täglich schleudert die Quelle etwa 216 Tonnen Erdöl heraus Der Wert des Oels wird dadurch gesteigert, daß es besonders reich an Benzin ist. Das Hohelied deutscher Flugkunst. Ein Vortrag Dr. Eckeners in London. London. Der Vorstand der„All Peoples Association“(Apa) veranstaltete im Claridge=Hotel ein Frühstück zu Ehren des Präsidenten der deutschen Gruppe dieses Verbandes, Dr. Hugo Eckener. Der deutsche Botschafter von Hoesch, Lord Dufferin. Lord Sempill, der frühere Luftfahrtminister Guest. das Parlamentsmitglied Buchan, der Luftvizemarschall Sir Edgar Budlow=Hewitt Botschaftsrat Fürst Bismarck und zahlreiche andere hervorragende Persönlichkeiten des englischen Flugwesens, der Politik, Gesellschaft und Presse waren anwesend, um den deutschen Gast zu ehren. Nach dem Trinkspruch auf den englischen König und den deutschen Reichspräsidenten gedachten Lord Dufferin, Kapitän Guest und der bekannte Mount Everest=Flieger Etherton der hohen Verdienste Eckeners um die Lustschiffahrt. Am Abend hielt Dr. Eckener vor über tausend Mitgliedern der Apa im Scala=Theater einen Vortraa über„Die Zukunft des Luftschiffes“. Er gab ein eingehendes anschauliches Bild über die Entwicklung der Luftschiffahrt. Er betonte dabei, daß Deutschland als einziges Land hartnäckig am Luftschiff festhalte, dessen Aktionsradius fast grenzenlos vergrößert werden könne. Das Luftschiff sei im gegenwärtigen Zeitpunkt und noch für lange Zeit das einzige Mittel des Lufttransportes über große Entfernungen und insbesondere über den Ozean. Das Luftschiff„Graf Zeppelin“ und seine glänzende Mannschaft mußten, so hob Dr. Eckener hervor, im höchsten Maße Pionierwerk leisten. In den sünf Jahren, seitdem er im Dienste steht, hat der „Graf Zeppelin“ fast eine halbe Million Kilometer in allen möglichen Klimaten zurückgelegt. Er hat den Atlantischen Ozean 50 mal überquert, den Stillen Ozean einmal, er hat eine große arktische Erpedition unternommen und 21 regelmäßige Planfahrten nach Brasilien. Dr. Eckener führte hierbei zahlreiche Lichtbilder von den Fahrten des„Graf Zeppelin“ vor und er brachte den überzeugenden Nachweis von der Si cherheit der Zeppelin=Luftschiffe. Den Schluß sei nes Vortrages bildete eine Darlegung der finan ziellen Seite des Zepvelin=Luftverkehrs und sei nes Planes für die Organisierung eines regel mäßigen Transozean=Luftschiffdienstes, zunächst für die beiden Dienste von Mitteleuropa nach Rio de Janeiro und von Nordamerika nach Hol ländisch=Indien. Er schloß mit der Hoffnung an eine Wiederbelebung des internationalen Han delsverkehrs und mit der Zuversicht, daß der Güteraustausch sich in der Zukunft noch stärker entwickeln und daß das Luftschiff hierbei die ihm zukommende Rolle spielen werde.— Der stür mische Beifall, den die Ausführungen Dr. Ecke ners auslösten, war ein neues Zeichen für di enge Verbundenheit Deutschlands und Englands auf dem Gebiete der Förderung des Flugwesens. Ueber 2000 Tote in Hakodake. Tokio. Bei den Anfräumungsarbeiten in der Stadt Kakodate sind bisher 1878 Leichen gevorgen worden. Man fürchtet, daß die Zahl der Toten 2000 übersteigen wird. Der Schaden beträgt schätzungsweise 110 Millionen RM. Die Aufstellung des Reichshaushaltsplanes für 1934/35 war nicht so einfach, wie das die alatten Zahlenreihen scheinbar dartun. Wäre es nur ein Uebergana von einem Haushaltsjahr zum anderen, so könnte nicht nur der Raum, sondern auch der Inhalt wesentlich unverändert übernommen werden. Aber seit der Machtergreifungen durch den Nationalsozialismus hat sich in Deutschland einiges gewandelt, was nicht zum wenigsten auch in der Reichsfinanzpolitik zum Ausdruck kommt. Vor allem dadurch, daß diese Politik mit Tatsachen und Ziffern rechnet, wie sie wirklich sind, während es in der Novemberrepublik üblich war, ins Blaue hinein zu wirtschaften. Zahlenmäßig schließt das Haushaltsgesetz für 1934/35 in Einnahmen und Ausgaben mit 6,5 Milliarden NM. ab, was gegenüber dem Vorjahre eine Erhöhung von 600 Millionen RM. bedeutet. Diese Zahlen sind nicht willkürlich geschätzt und eingesetzt worden, sondern das Ergebnis sorafältiger Uebrprüsung und Berechnung. Es war davon auszugehen, daß die Wirtschaft ihr inneres Gleichgewicht wiederaefunden hat, so daß an und für sich kein Bedenken bestand, die Einnahmen, die 1933/34 erzielt worden sind, als Voranschlag für 1934/35 einzusetzen. Das ist auch im wesentlichen geschehen, nicht deshalb, weil eine weitere Belebung der Wirtschaft 1934, also auch erhöhte Steuereinnahmen, nicht erwartetet würden, sondern, um ein für allemal in den Maßnahmen gegen die Arbeitslosigkeit durch Rückschläge im Reichshaushalt nicht behindert zu werden. Sicher werden im Ablauf des Haushaltsjahres 1934 wohl alle Steuern höhere Einnahmen bringen, aber diese höheren Einnahmen können entweder dazu dienen, die schwebende Schuld abzubürden oder aber zu einer Entlastung der Wirtschaft von Steuern und Abgaben. Daß die Reichsregierung sowie alle Sachverständigen unbedingt 1934 mit einem Wirtschaftsaufstieg rechnen, aeht unzweifelhaft daraus hervor, daß das Aufkommen aus der Umsatzsteuer um 200 Millionen RM. höher veranschlagt worden ist, als im Vorjahre. Die Umsatzteuer soll also insgesamt 1,7 Milliarden RM. bringen, was bei dem geringen Steuersatz eine Steigerung der Erzeugung im Umschlaaswert von Milliarden Mark voraussetzt. Diese Schätzung ist unbedenklich, denn die Wirtschaft hat im Haushaltsjahr 1933/34 2,7 Millionen Krisenopfer neu einstellen können, so daß, wenn sich dies auch 1934 fortsetzt, eine weitere Steigerung des Umsatzes erwartet werden darf. Gewiß kommt die Steigerung der Erzeugung nicht nur bei der Umsatzsteuer zum Ausdruck, sondern auch bei allen anderen Steuern, deren Ertrag von der wirtschaftlichen Entwicklung mehr oder weniger abhängig ist. Der Reichshaltsplan für 1934 trägt dem durchaus Rechnung, denn die Körperschaftssteuer ist um 80 Millionen RM. im Ertrag höher eingeschätzt worden, während bei der Einkommensteuer eine Minderschätzung von 15 Millionen RM. erfolgt ist. Das hängt offenbar damit zusammen, daß die Reichsregierung fest entschlossen ist, die Einkommensteuer zu senken, was wohl eintreten mird, sobald im Ablauf des Finanzjahres höhere Einnahmen, sowohl bei der Lohnsteuer als auch bei der neranlagten Einkommensteuer, eintreten werden. Die Lohnsteuer ist im Gesamtertrag mit 750 Millionen RM. vorveranschlaat worden, weil dieser Ertraa im Haushaltsjahr 1933/34 erreicht worden ist. Hier zeigt sich die vorsichtige Finanzgebarung, die festen Boden unter den Füßen haben will. um, wenn der tatsächliche Ertrag den Voranschlag übersteigt, durch eine Senkung der Steuersätze die Massenkaufkraft volkswirtschaftlich um eine erhebliche Summe zu steigern oder freizumachen. Irgendwelche Rückschläge sind bei dieser vorsichtigen Finanzpolitik nicht zu erwarten. Daß die Einnahmen um rund 600 Millionen RM höher eingeschätzt wurden als im Vorfahre, begründet sich durch den Zwang, die vom Reich aus finanzierte Arbeitsbeschaffung aus früheren Hausbaltsjahren abzudekken. Es werden rund 660 Millionen RM. zum Zuge kommen, darunter allein 285 Millionen RM. für die Verrechnung von Steuergutscheinen, sowie für 175 Millionen RM. für die Arbeitswechsel aus dem Paven=Plan. Diese Maßnahmen sind ein Beweis dafür, daß die Vorbelastung des Reichshaushalts durch die Arbeitsbeschaffung die Steuerkraft der deutschen Wirtschaft nicht übersteiat. Es ist aber auch der Beweis dafür daß die Vorbelastung für die Haushaltsjahre 1935/39 auch dann tragbar sein wird, wenn die Abdeckung der Vorbelastung in jedem Haushaltsjahr über 660 Millionen RM. hinausgeht. Bei weiterer Belebung der Inlandswirtschaft werden die Einnahmen aus Zöllen und Steuern umso höher sein, wobei nicht einmal entfernt die bohen Summen in den soa. Konjunkturiahren erreicht zu werden brauchen. Allein wenn 1934die Belebung der Wirtschaft so weit fortschreitet, um zwei Millionen Krisenopfer wieder in den Wirtschaftsprozeß einreihen zu können, so werden wir 1936=87 ungefähr die Glattstellung des Arbeitsmarktes erreicht haben. Der Fall läge nicht anders, wenn statt der Vorbelastung des Reichshaushaltes die Mittel für die Arbeitsbeschaffung durch Anleihen oder Kredite beschafft worden wären. Denn auch dann hätte die Abdeckung durch höl here Steuererträge aus der Belebung der Wirtschaft erfolgen müssen. Der größte Teil der Arbeiten, die von der öffentlichen Hand finanziert worden sind. ist auf Dauer berechnet, wobei noch zu berücksichtigen ist, daß diese Arbeiten nach ihrer Vollendung auch Einnahmen bringen, die bei normaler Entwicklung der Wirtschaft die Kosten dekken werden. Schließlich ist auch darauf Rücksicht genommen worden, daß die Reichseinheit sich selbsttätig vollzieht. daß also die einzelnen Länder verwaltungstechnisch und finanzvolitisch in das Reich aufgehen. Auch von der Seite der sozialen Versicherung kann es Einbrüche in die Reichsfinanzpolitik nicht mehr geben, denn das soziale Versicherungswerk ist ebenso wie der Reichshaushalt selbst auf eine neue und gesunde Grundlage gestellt worden. Die neue Staatsführung hat aus nationalsozialistischem Geist ein Werk vollbracht, das volkswirtschaftlich und finanzvolitisch nicht hoch genna angeschlagen werden kann. Die wirkliche Ordnung der Reichsfinanzen war nur durch eine kraftvolle Staatsführung möglich, für die es weder Interessenten noch andere Nutznießer aibt. Polizeiaktion in Dresden. Der illegale Apparat zerschlagen. Ein früherer Stadtverordneter spielte den Verräter. tesden. Das Presseamt des Polizeipräsidiums Dresden teilt mit: Nachdem es im Herbst vergangenen Jahres gelungen war, die illegale Fortführung der SPD. in Dresden aufzudekten und die Schuldigen der Bestrafung durch das Sondergericht Freiberg zuzuführen, ist es im letzten Vierteljahr der politischen Polizei möglich gewesen, auch den illegalen Apparat der KP D. in Dresden zu zerschlagen und hierbei über dreihundert Personen zu verhaften. Die Aufdeckung des gesamten Parteiapparates im Bezirk Dresden war dadurch möglich, daß ein bekannter Funktionär und früherer Stadtverordneter aus reiner Feigheit den Verräter spielte. Im Laufe der Untersuchung stellte es sich heraus. daß die Hauptfunktionäre vom Zentralkomitee der KPD. von auswärts nach Dresden geschickt worden waren, und daß offenbar ein planmäßiger Austausch zwischen den Hauptfunktionären der verschiedenen Bezirke bestand, damit sie als Unbekannte ihre illegale Arbeit leichter durchführen konnten. Weiter ergaben die Ermittlungen, daß die KPD. auch nach dem Verbot von ihren Parteiangehörigen Beiträge erhob. Es zahlten Erwerbslose vom Geld der öffentlichen Fürsorge wöchentlich zehn Pfennig. die Erwerbstätigen wöchentlich 35 Pfennig. Anfangs wurden über die Beiträge Quittungsmarken ausgegeben. Später fiel diese Markenausgabe aus Sicherheitsgründen wea. Die Beiträge wurden von Kassierer erhoben und an eine bestimmte Stelle weitergeleitet. Zahlreichen Genossen wurde hierbei zugesichert, daß die Beiträge zur Unterstützung von Angehörigen der Schutzhaftgefangenen Verwendung finden sollten. Tatsächlich sind aber alle in Dresden aufgebrachten Beiträge von den Hauptfunktionären für sich selbst verwendet worden. Im Laufe der Untersuchung stellte sich außerdem heraus, daß der Bezirk Dresden selbständig eine Zeitung„Arbeiterstimme" herausgab, die hektoaraphisch vervielfältigt und für zehn Pfennig verkauft wurde. Die Zeitung erschien monatlich einmal und tischte im wesentlichen den gläubigen Genossen die Greuellügen des Auslandes auf. Als Material hierfür diente vor allem das berüchtigte Braunbuch. Daneben wurde auch noch eine ähnliche Zeitung„Der Bolschewik“ und die in der Tschoslowakei erscheinende „AIZ.“ verkauft. Außerdem hatte der Bezirk Dresden sogar damit begonnen, die Zeitung„Der Kämpfer“ für den Bezirk Chemnitz herzustellen, nachdem die Chemnitzer Polizei die dortige Druckerei ausgehoben hatte. Die Schreibmaschinen und Vervielfältigungsapparate, mit denen diese Zeitungen hergestellt worden waren, konnten beschlagnähmt werden. Außer dem Stadtgebiet Dresden unterstanden dem Bezirk Dresden noch andere Ortsgruppen, gie ebenfalls restlos zerschlagen werden konnten. Unabhängig von dieser erwähnten Untersuchung hatte sich bei den Erörterungen gegen Personen, die Ende 1933 illegale Druckschriften aus der Tschechoslowakei eingeführt hatten, der Verdacht verstärkt. daß durch Verteilung und Bezug von solchen Druckschriften in einigen Orten in der Nähe Dresdens der Zusammenhalt der illegalen Arbeiterwehr, einer Fortführung des schon 1929 verbotenen Rotfrontkämpferbundes, gewahrt wurde. Die Ermittlungen in dieser Angelegenheit haben in umfangreicher Kleinarbeit zu einer vollen Bestätigung dieses Verdachtes, zur Festnahme von mehr als hundert Personen und zur Auffindung einer erheblichen Menge Munition und einer russischen Sturmfahne geführt. Außerdem wurde auch festgestellt, daß in einer Ortschaft in der auf die Wahl vom 5. März 1933 folgenden Nacht diese Arbeiterwehr in Alarmbereitschaft gehalten wurde, weil man erwartete, daß am 6. März 1933 der kommunistische Aufstand losbrechen würde. Abschließend sei festaestellt, daß nach Durchführung der erwähnten volizeilichen Maßnahmen und der Zerschlaguna des illeaalen Parteiapparats der KPD. selbst nach Angaben des festgenommenen Leiters dieser illegalen Tätiakeit hier in Dresden an eine Fortführung dieser Arbeit der KPD. für die nächste Zeit kaum mehr zu denken ist. Eintopf=Sonntag fällt bis zum 1.=Oktober Sonntag fort. Berlin. Das Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda teilt mit: Es besteht Veranlassung darauf hinzuweisen, daß mit Abschluß des Winterhilfswerkes 1933 94 am 31. März auch bis zur Wiederaufnahme des kommenden Winterhilfswerkes 1934 35 die Einrichtung des sogenannten Eintopf=Sonntages am 1. Sonntag jeden Monats ausgesetzt wird. Es fällt demgemäß bereits av 1. April bis zum 1. Oktobersonntag dieses Jahres der Eintopf=Sonntag fort. Der erschossene Reichswehrsoldat. Gerichtliches Nachspiel in Innsbruck. München. Wie aus Innsbruck gemeldet wird sindet am kommenden Freitag vor einem Schöffensenat des Landesgerichts in Innsbruck eine Verhandlung gegen den Kommandanten der Grenzpatrouille, der seinerzeit den Reichswehrsoldaten Schuhmacher erschossen hat, den Heimatwehrmann Anton Staele, statt. Die Anklage lautet nur auf fahrlässige Totung, die anderen beiden Mitglieder der Patronille sind nicht angeklagt. Wie erinnerlich, ist der Reichswehrsoldat Schuh macher aus Nürnberg am 23. November 1933 an der bayrisch=tirolischen Grenze auf reichsdeutschem Boden von einer österreichischen Grenzpatrouille erschossen worden. Die österreichische Regierung stellte damals eine eingehende Untersuchung über den Zwischenfall an, gab eine offizielle Entschuldigungserklärung beim deutschen Gesandten in Wien sowie im deutschen Auswärtigen Amt ab und ver sicherte, daß die Schuldigen den zuständigen Gerich ten übergeben werden sollten. Maßnahmen der Regierung. Der Kampf gegen die Arbeitslosigkeit. Ein Minister und drei Staatsselretäre prechen vor ausländischen Pressevertretern. Berlin. Auf Einladung der Presseabteilung des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda fand am Dienstag nachmittag eine Aussprache mit der Auslandspresse über die deutsche Arbeitsbeschaffung statt, auf der Reichsarbeitsminister Seldte und die Staatssekretäre Dr. Posse und Reinhardt Vorträge über die technische und finanzielle Durchführung des großen Arbeitsbeschaffungsprogrammes der Reichsregierung und die Handelspolitik Deutschlands hielten. Der Leiter der Versammlung, Staatssekretär Funk, ührte in seiner Eröffnungsansprache aus, daß die ausländische Presse bei der Betrachtung der deutchen Wirtschaftsvorgänge vielfach von einem anderen Ausgangspunkt ausgehe als die nationalsozialistische Staats= und Wirtschaftspolitik und deshalb den deutschen Verhältnissen nicht immer gerecht werde. Für uns sei das Wirtschaftsproblem nicht in erster Reihe ein Geldproblem, eine Frage der internationalen Geldversassung und der internationalen Kreditmärkte, sondern zunächst ein Problem des Willens, des Glaubens und der Organisation. Wenn das Ausland heute vielfach Kritik an den starken deutschen Nohstoffeinfuhren übe. so sei dies erstaunlich. Das Ausland sollte sich doch freuen, daß Deutschland auf den internationalen Rohstoffmärkten in so erheblichem Umfange kaufe, alle Kräfte für den Inlandsmarkt systematisch zusammenfasse und das Schwergewicht der Arbeitsbeschaffung auf eine zweckentsprechende Organisation der inländischen Wirtschaft lege. Unsere Bevisenlage könne uns allerdings sehr bald zu eine. Forcierung des Exportes zwingen. Dann fuhr der Staatssekretär fort:„Eine gesunde Volkswirtschaf darf immer nur zu einem geringen Teil vom Export leben. Deshalb wird die deutsche Wirtschaftspolitik auch in Zukunft die weitere Bekämpfung der Arbeitslosigkeit mit Maßnahmen auf dem Inlandsmarkte in erster Reihe in Angriff nehmen und sich sobald wie möglich von der Einfuhr von Auslandsprodukten, die wir im Inlande erzeugen können, befreien müssen. Die Frage der Ersatzprodukte ist lediglich eine Frage der Preise und des Absatzes im Inlande. die durch oraanisatorische und verwaltungspolitische Maßnahmen gelöst werden wird, wenn dies aus staats= und valutapolitischen Gründen notwendig ist. Dies ist immer noch besser, als eine Valuta=Entwertung zur Förderung des Exportes vorzunehmen, die nur auf Kosten der arbeitenden Bevölkerung geschehen kann. Valuta=Entwertung bedeutet letzten Endes immer Verarmung und Kapitalverlust.“ Reichsarbeitsminister Seldte legte im einzelnen die Maßnahmen dar. die im vergangenen Jahre zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit mit so großem Erfolge angewandt wurden. Die tiefsten Wurzeln des Erfolges lägen in dem wiedererstandenen Vertrauen des deutschen Volkes in seine Führung und in der freudigen, opferwilligen Mitarbeit aller Volksgenossen. Die Ausgangsstellung für den neuen Abschnitt unseres Kampfes. in den wir jetzt eingetreten sind. ist“, so sagte der Minister dann u. a.,„natürlich unvergleichlich viel günstiger als im Vorjahr. Deshalb können wir in diesem Jahr mit viel größerer Hoffnung und Zuversicht an diese Aufgabe herangehen als im Frühjahr 1933 als wir vor einer fast hoffnungslosen Situation standen. Die zunehmende Tätigkeit der Industrie hat schon jetzt eine Steigerung des Bedarfs an Rohstoffen hervorgerufen, und natürlich auch an solchen, die aus dem Ausland eingeführt werden müssen. Die Förderung des Exports ist deshalb für die nächste Zeit eine der dringendsten Aufgaben der Reichsregierung und der deutschen Wirtschaft. Deutschland ist immer zu einer ehrlichen Zusammenarbeit auf dem Gebiete der Weltwirtschaft bereit gewesen, und wir hoffen, daß es gelingen wird, im Zuge der Belebung, die sich auch in anderen Ländern bemerkbar macht, neue Grundlagen für einen Wiederaufbau des weltwirtschaftlichen Tauschverkehrs zu schaffen und die zahllosen Handelsschranken, die vor allem die Wirtschaft der hochentwickelten Industrieländer an der vollen Entfaltung ihrer Leistungsfähigkeit hindern, niederzulegen." Staatssekretär Posse, vom Reichswirtschaftsministerium betonte, daß das Gesetz zur Ueberwachung der Rohstoffbewirtschaftung in erster Linie durch unsere schlechte Devisenlage notwendig geworden sei. Wie sehr sich unsere Devisenlage verschlechtert hat, wies der Staatssekretär an Hand von Zahlen nach. Während wir Ende 1931 noch Devisenbestände von 1100 Millionen RM. hatten betrugen sie Ende Dezember 1933 nur noch 396 Millionen und nach dem letzten Reichsbankausweis sogar nur noch 262 Millionen. Wir hätten also, so führte Posse weiter aus, in nicht ganz drei Monaten 134 Millionen Devisen verloren, wobei durch spekulativen Einkauf von Textilrohstoffen erhebliche Beträge ins Ausland gegangen seien. Bei dieser Sachlage habe die Reichsregierung eingreifen müssen und versuche, unter Schonung der internationalen Verflechtung der Wirtschaft der augenblicklichen Schwierigkeiten Herr zu werden. Die Reichsregierung habe Maßnahmen getroffen, um eine Panik auf den Märkten zu verhüten, und sie erwarte in allseitigem Interesse, die Maßnahmen bald wieder aufheben zu können. An eine Diskriminierung der Ausländer sei bei diesen Maßnahmen nicht gedacht. Wenn allerdings die andern Länder ihre bisherige Handespolitik weiter fortsetzten und wenn man nicht endlich international eine Umsetzung des in der Theorie längst erkanten Grundsatzes in die Praxis vollziehe, daß der Schuldner eben heutzutage nur durch Waren oder Dienstleistungen bezahlen könne, dann werde auch Dentschland seine Maßnahmen noch verstärken müssen. Staatssekretär Reinhardt vom Reichsfinanzministerium sprach dann über die Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen der Reichsregierung. Er zählte die einzelnen Maßnahmen in steuerlicher Hinsicht auf und sagte dann:„Alle diese steuerpolitischen Maßnahmen sind auf Erhöhung der Nachfrage nach Gütern und Leistungen abgestellt. Diese Nachfrage führt zur Erhöhung des Beschäftigungsgrades, zur Verminderung der Arbeitslosigkeit, zur Verminderung des Finanzbedarfs der Arbeitslosenhilfe und infolge der erhöhten Umsätze, der erhöhten Einkommen und des erhöhten Verbrauchs zur Erhöhung des Gesamtaufkommens an Steuern, Abgaben und Sozialnersicherungsbeiträgen, zusammengefaßt: zur Gesundung der sozialen, wirtschaftlichen und finanziellen Dinge unsers Volkes.“ Musilzellen in jedem Betrieb. Um die kulturelle Erfassung der deutschen Arbeiterschaft. Berlin. Ueber die Neugestaltung des deutschen Musiklebens äußert sich der Leiter der Abteilung Musik im Kulturamt der NS.=Gemeinschaft„Kraft durch Freude“, Pg. Renner. Es sei sinnlos, den Arbeiter unvorbereitet in Sinfonie=Konzerte und Opern zu schicken, solange ihm die systematische Erziehung zur Musik in der Schule fehle. Diese systematische Erziehung sei allerdings geplant. Ihre Auswirkung werde sich aber erst in der nächsten Generation bemerkbar machen. Bis dahin solle auf die einfachste Weise an die Musik herangegangen werden, nämlich durch Laienmusik und musikalische Feierstunden. Die Werbung solle von Mann zu Mann erfolgen. Deshalb werde die Zellenarbeit organisiert, etwa in der Form, daß in jedem Betreibe ein oder mehrere musikalische interessierte Volksgenossen für die Information und Belehrung der Arbeitskameraden sorgen. Diese „musikalischen Zellenwarte“ könnten vor größeren Konzerten durch einen Fachmusiker in die Werke eingeführt werden, damit sie das zu Hörende gut an ihre Kameraden weitergeben könnten. Ferner sollten alle in den Betrieben bestehenden Laienorchester und Gesangvereine erfaßt werden. Der Deutsches Gedenken. Mittwoch, 28. März 1934. Teure Hoffnung, du bist schon ein Anfang der Glückseligkeit, die du versprichst. Wieland. * Was geschah heute... ... vor einem Jahre? Verlängerung des Verbots der sozialdemokratischen Presse in Preußien.— Ein englisches Passagierflugzeug stürzte bei Dixmuiden ab. 15 Personen fanden den Tod. .. vor 18 Jahren? Der Herausgeber der„JuSchriftsteller und Verleger Georg Hirth, starb in München. ... vor 50 Jahren? Gründung der Gesellschaft für deutsche Kolonisation durch Dr. Karl Peters. ... vor 110 Jahren? Schriftsteller Ludwig Büchner(„Kraft und Stoff“) in Darmstadt geboren. Der Landpfleger. Von Otto Mühlenhoff. Geschichtlich scheint festzustehen, daß Pontius Pilatus vom Jahre 30 n. Chr. römischer Prokurator oder Landpfleger von Judäa war. Ebenso scheint sicher zu sein, daß man schließlich in Rom mit seiner Regierung und Verwaltung in der anvertrauten Provinz nicht ganz zufrieden war, daß er im Jahre 36 abberufen und vom Kaiser Tiberius zur Berichterstattung, vielleicht zu seiner Rechtfertigung nach Rom berufen wurde. Als Pilatus im Jahre 37 nach Rom kam, war Kaiser Tiberius bereits gestorben und Gajus Cäsar, unter dem Namen Caligula bekannt, war Kaiser geworden. Der fernere Lebensweg des Pontius Pilatus verschwindet in der Dunkelheit. Vielleicht erhielt er einen anderen Posten im großen Römischen Reiche, der seinen Namen nicht mehr an die Oeffentlichkeit brachte, vielleicht ist er auch auf einem römischen Landsitze oder in der Hauptstadt gestorben. Dafür aber beschäftigte sich vom 2. Jahrhundert an die christliche Legende um so stärker mit ihm. Dieser Legenden gibt es eine ganze Anzahl und beinahe jede läßt Pilatus anders enden. Nach einer Legende, die wohl zu den ältesten gehört, soll sich Pilatus aus Verzweiflung darüber, daß er an Christi Tod Mitschuld trug. erhängt haben. Dann entstand eine andere, nach der sich Pilatus gegen Kaiser Nero empört habe und deswegen enthauptet worden sei. Da Nero ers von 54 bis 68 Kaiser war, müßte also Pilatus bis dahin noch gelebt haben. Nero, so heißt es weiter habe den Leichnam des Pilatus in den Tiber werfen lassen. Der Tiber aber wollte den Leichnam nicht haben und warf ihn immer wieder aus. Da brachte man den Leichnam fort bis zur Rhone und warf ihn dort hinein. Doch auch dieser Fluß warf den Leichnam wieder aus. Nun brachte man ihn zu einem kleinen Bergsee in der Nähe des Pilatus in den Berner Alpen. Der Bergsee zog zwar den Leichnam in die Tiefe, aber Pilatus fand auch dort keine Ruhe. Jedesmal am Karfreitag, heißt es in der Legende. wird er unten auf dem Grund des Sees an seine Missetat erinnert Er muß dann hervor an das Ufer, geht dort im Gewand eines römischen Prokurators auf und ab und stößt Verwünschungen auf die Menschheit aus. Ungezählte wollen ihn in früheren Jahrhunderten am Karfreitag, am Ufer auf= und abgehend, gesehen haben, doch war es sehr gefährlich, sich ihm zu nähern. Denn, wer dies tat oder gar mit ihm sprechen wollte, mußte noch am gleichen Tage sterben. Im Mittelalter war dieser Glaube so fest eingewurzelt. daß sogar die weltlichen Obrigkeiten der Bevölkerung strengste Weisung gaben, am Karfreitag den Bergsee beim Pilatus zu meiden. Und noch am Ende des 16. Jahrhunderts zog ein Geistlicher mit einer großen Volksmenge zum Bergsee, um Pilatus im Namen Gottes aufzufordern, endlich mit seinem gefährlichen Treiben aufzuhören. Aber damit haben die Legenden über Pontius Pilatus noch nicht aufgehört. Nach zwei alten deutschen Chroniken aus dem 12. Jahrhundert, von der die eine in der alten lateinischen Fassung noch in der Münchener Staatsbibliothek aufbewahrt wird, war Pontius Pilatus sogar ein Deutscher, und man wußte auch anzugeben, woher er stammte, nämlich aus dem Städtchen Forchheim, einem schon im 8. Jahrhundert als karolingische Pfalz bekannten Orte südöstlich von Bamberg. Sogar die Namen der Eltern wußte man, die Mutter hieß Pila, der Vater Atus. Aus diesen beiden Namen sei donn Pilatus entstanden. Diese Familie soll in Forchheim einen Hof besessen haben, den Pilatushof, der später einem Schlosse Platz machen mußte. Die Forchheimer Lokalchronik weiß auch zu melden, daß es früher einen Stein gegeben habe, der die Inschrift trug:„Pontius Pilatus Vorchemii natus"— Pontius Pilatus ist aus Forchheim gebürtig. Dieser Stein ist allerdings jetzt nicht mehr aufzufinden; möglicherweise war er wirklich einmal vorhanden, die alten Chroniken und noch mehr alte Quellen besagen genau, daß Pilatus aus Forchheim stammte; also konnte auch ein solcher Stein in ein Gemäuer eingesetzt worden sein. Wenn es ein Ruhm ist. den einstigen römischen Landpfleger zum Mitbürger gehabt zu haben, so wird dieser Ruhm jedoch den Forchheimern streitig gemacht durch ein nahegelegenes Dörfchen. Nach der Lokalchronik dieses Dorfes ist Pilatus hier und nicht in Forchheim geboren. Sicher ist wohl, daß diese Legenden erst im 12. Jahrhundert aufgeschrieben wurden, daß sie aber bereits vorher im Volksmunde waren. Wie kgm nun Pilatus nach Rom und später als Landpfleger nach Judäa? Auch darüber wissen die Chroniken zu berichten. Nach der einen Quelle scheint Pilatus schon zu Hause ein Taugenichts gewesen zu sein. Danach war er ein Müllerssohn, der von einem sagenhaften deutschen König an Kindesstatt angenommen wurde. Er zeigte sich jedoch recht undankbar und in einem Streite erschlug er den richtigen Sohn des Königs. Dieser war darüber sehr aufgebracht und schickte den Pilatus als Geisel nach Rom. Dort betrug er sich ebenfalls schlecht, da jedoch seine Brauchbarkeit und sein Verstand erkannt worden waren, schickte man ihn als Landpfleger in das ferne Judäa, zu einem Volk, das nie recht Ruhe halten wollte und das in verschiedene Sekten gespalten war, die sich untereinander heftig bekämpften. Nach der anderen Legende war Pilatus in Deutschland keineswegs ein Taugenichts, sondern ein braver Goldschmiedelehrling, der nach Beendigung seiner Lehrzeit auf die Wanderschaft ging und nach Rom kam. Dort wurde sein hoher Verstand allgemein anerkannt, und so stieg er zum Prokurator empor. Vom 2. bis 4. Jahrhundert tauchten in Rom auch Akten und Briefe auf, die von Pilatus herstammen sollten, so auch ein Brief an Kaiser Tiberius, in dem der frühere Landpfleger Christus nachträglich noch verherrlicht haben soll. Auch heute sind diese alten Legenden im Volke noch nicht vergessen. Wer am Karfreitag an dem kleinen Bergsee in der Nähe des Pilatus herumwandert, wird immer noch gefragt, ob ihm nicht Pontius Pilatus in seinem römischen Prokuratorengewand begegnet sei, und ein richtiger Forchheimer wird immer noch behaupten, nur allein in seinem Städtchen sei Pontius Pilatus zur Welt gekommen. Jan Kiepura sang für die Winterhilfe, Jan Kiepura, der große polnische Tenor, verabschiedete sich am Dienstag persönlich in einer Nachtvorstellung im Berliner Gloria=Palast von seiner deutschen Gemeinde. Daß er diesen Abend benutzte, um seine Kunst in den Dienst des Winterhilfswerks zu stellen, und so auch seinerseits zu dem gewaltigen Hilfswerk des deutschen Volkes beisteuerte, trug dem sympathischen Künstler stürmischen Jubel und ein dankbares Gedenken ein. Die Festvorstellung begann mit dem letzten Tonfilm des Künstlers„Mein Herz ruft nach Dir“. Die großen Gesangspartien des Künstlers wurden auf offener Szene beklatscht. Nach Schluß der Filmvorführung sang Kiepura, begleitet vom großen Sinfonieorchester, Arien aus Aida und Rigoletto sowie die Schlager des Films in deutscher und polnischer Sprache. Wahre Beifallsstürme erzwangen immer neue Zugaben. Die Festvorstellung erhielt besondere Bedeutung durch die Anwesenheit des Führers, des Reichsministers Dr. Goebbels, des Staatssekretärs Funk, des Gruppenführers Brückner, des Reichsleiters der NS.=Volkswohlfahrt Hilgenfeldt sowie des polnischen Gesandten Lipski. 1 Nr. 74. Mutter und Kind. Generalmitgliederversammlung der WhW. des Ennepe=Ruhr-Kreises Kinder der HJ. zuführen. Der Ortsgruppenleiter erinnert diese Pg. an ibre Pflicht. Frauenschaftsleiterin Frau Errerich berichan erster Stelle unter den Notstandsgebieten, tet über die Entwicklung der NS.=Frauenschaft zweiter Stelle im Reiche überhaupt. im allgemeinen und im besonderen in Hattingen. an Gestern abend fand im Evangelischen Gemeindehause die Generalmitgliederversammlung der Ortsgruppe Hattingen der NSDAP. statt. Musikvorträge des SS.=Musikzuges unter Leitung von MZ.=Führer Schuld umrahmten den geschäftlichen Teil. Unter den Klängen des Badenweiler Marsches wurde die Ortsgruppensahne in den Saal geleitet. Dann nahm Ortsgruppenleiter Pg. Borgschulze=Mentges das Wort zur Eröffnung der Versammlung. Er hieß die Erschienenen herzlich willkommen und führte dann etwa folgendes aus: Es ist lange her, seitdem wir letztmalig uns in der großen Familie der Ortsgruppe zusammengefunden hatten. Wenn längere Zeit keine Mitgliederversammlung stattgefunden hat, dann ist das darauf zurückzuführen, daß die Ortsgruppenleitung und alle Mitglieder im Uebermaß mit Arbeit versehen waren. Es haben jedoch reichlich Zellenabende und sonstige Zusammenkünfte stattgefunden, so daß der Kontakt zwischen der Ortsgruppenleitung und den Mitgliedern stets gewahrt war. Vor allem die Zellenwarte haben interessante Abende geboten, und dafür möchte ich ihnen herzlich danken. Parteigenossen, wir sind heute alle Träger des Staates; die Mitarbeit jedes einzelnen ist mehr denn je erforderlich. Daß Sie alle mitgearbeitet haben, erfüllt mich mit großer Freude. Ueber eins sind wir uns klar: Wir sind noch weit davon entfernt, jedem Menschen das beizubringen, was not tut; immer mehr zeigt Volksgenossen das Wollen MMM Eine Plastik des Professors Seffner in Leipzig. Zu der großen Hilfsaktion der NS. Volkswohlfahrt für die deutsche Mutter, die kinderreiche. Diese Entwicklung ist befriedigend, die Frauenschaft darf die Hoffnung haben, daß sie die Stellung bekommt, die sie sich wünscht; sie wird führend werden in dem neuen deutschen Frauenwerk. Die Frauenschaft in Hattingen ist auf über 500 Mitglieder angewachsen. Bei dieser großen Zahl darf man sich nicht wundern, meint launig die Berichterstatterin, wenn mal gelegentlich etwas vorkommt, aber ich bin überzeugt, daß in den Männerorganisationen mindestens ebensoviele Widerworte vorkommen.(Allgemeine Heiterkeit.) Zum Schluß stellt die Berichterstatterin fest, daß die Frauenschaft noch sehr große Aufgaben zu erfüllen hat. Es ist noch sehr viel zu tun in den Häusern, um die Leute aufzuklären, was der Nationalsozialismus bedeutet. NSV.=Ortsgruppenwalter Pg. Volkenborn berichtet zunächst über das große Winterhilfswerk, das mit außerordentlichem Erfolg zum Abschluß gebracht werden konnte. Die Ortsgruppe Hattingen war eine der erfolgreichsten Ortsgruppen im Gau Westfalen=Süd auf Grund der Opferbereitschaft unserer Frauen und auch der Parteigenossen sowie überhaupt fast aller Volksgenossen, dank dem Führer, der den Opfersinn entfachte. Die NSV. ist in dem Aufgabengebiet der nationalsozialistischen Staatsführung einer der wichtigsten Faktoren. Ihre neue Aktion heißt„Müller und Kind"; hier geht es um das Sein oder Nichtsein der Nation. Der Ortsgruppenwalter richtet zum Schluß an die Parteigenossen, die es noch sich, daß noch nicht alle nicht sind, die dringende Bitte, der NS V. beides Staates begriffen zutreten und damit einzutreten für den Soziahaben. Das hat sich noch in den letzten lismus der Tat. Tagen recht deutlich gezeigt beim Aufmarsch Ortsgruppenleiter Pg. Vorgschulzeder SA.=Standarte aus Anlaß der Anwe= Mentges: Es ist nicht meine Aufgabe, den senheit des Gruppenführers in Hattingen. Es einen oder anderen Amtswalter hervorzuheben; ist uns nicht verborgen geblieben, daß in einzel= sie taten alle ihre Pflicht. Ich kann nen Straßen, vor allem in der Nähe des Rathau= aber nicht umhin, unserem Parteigenossen VolkenDienststunden der Kreisverwaltung während der Sommerzeit 1934. Vom 1. April 1934 ab sind für die Kreisverwaltung des Ennepe=Nuhr=Kreises die Dienststunden wie folgt festgesetzt worden: Montags bis Freitags: 7.30—13 und 15—18 Uhr; Samstags: 7.30—13 Uhr. Hattingen. — NS. Gemeinschaft„Kraft durch Freude“. Am Karfreitag dem 30. d. M., morgens 11 Uhr, findet im Central=Theater Hattingen eine Veranstaltung der NS. GemeinschaftN raft durch Freude“ statt. Es wird der Film„Kameradschaft“ gegeben. Das Thema dieses Films ist die größte Bergwerkskatastrovhe aller Zeiten, das Grubenunglück in Courieres, bei dem über 1200 Bergleute verschüttet wurden. Dieser Film ist ein hohes Lied auf den deutschen Arbeiter. Es versäume keiner, sich diesen Film anzusehen. Eintrittspreise auf allen Plätzen für sämtliche Mitglieder der Deutschen Arbeitsfront 0,35 RM. — Achtung, Zelle V der PO. Der für Monat März d. J. vorgesehene Zellenabend der Zelle V findet heute, Mittwoch, den 28. März, 20 Uhr in der Gastwirtschaft der Wwe. Scheu, Obermarkt, statt. Der Leiter der Zelle ersucht hierdurch sämtliche Parteigenossen, sowie sämtliche Mitalieder der Unterorganisationen und Einwohner der Zelle, heute abend zu erscheinen. Redner ist Pg. Sturmführer Siegfried Lindermann. — Gesellenprüsung. Der Bäckerlehrling Willy Westermann, Heagerstraße 48, bestand an der Handwerkskammer in Dortmund seine Gesellenprüfung mit der Note„Sehr gut und Auszeichnung“. ses, die Fahnen fehlten.(Lebhafte Pfui=Rufe.) Wir fordern keine Sympathiekundgebung für uninsbesondere seren alten Parteigenossen Wilhelm Schupmann, wir verzichten auf den Dank dieser Leute, aber wir warnen sie, mit ihrem Oppositionsgeist mehr als bisher an die Oeffentlichkeit zu treten.(Lebhafter Beifall.) Jetzt werden die Leiter der einzelnen Organisationen kurz einen Bericht über die Tätigkeit dieser Organisationen geben. Sturmbannführer Silberbauer berichtet über die SA.: Unsere SA. hat sich in vorzüglicher Weise weiterentwickelt. Wir marschieren weiter! Den Herrschaften von der Augustastraße möchte ich, genau wie unser Ortsgruppenleiter es schon getan hat, eine letzte Warnung zugehen lassen.(Lebhafter Beifall.) Ich möchte ihnen sagen, daß an der Spitze des Zuges unser SA.=Gruppenführer marschiert born als dem Leiter des Winterhilfswerks und der Leiterin der NS.=Frauenschaft, Frau Etterich, meinen herzlichen Dank auszusprechen für 28. die von ihnen und ihren Organisationen geleistete Arbeit. Ich erfahre soeben vom Pg. Schultheiß, daß im Ennepe=Ruhr=Kreis für das Winterhilfswerk 360 000 RM. aufgebracht worden sind. Das ist eine Leistung, mit der der Kreis als Notstandsgebiet im Reiche an erster Stelle und im übrigen an zweiter Stelle steht. Allen, die das WHW. tatkräftig unterstützt haben, gebührt unser herzlicher Dank. Es ist eine kolossale Arbeit geleistet worden. Die Veranstaltungen, die aufgezogen wurden, konnten sich sehen lassen; sie haben aber ungeheure Vorarbeiten erfordert. Alle Veranstaltungen sind restlos ein voller Erfolg gewesen. Es stimmt nicht, wenn vom Rundfunkabend gesagt wird, daß er nicht so gewesen sei, wie er sein mußte, daß das Programm veraltet gewesen sei. Was von dem Rundfunk geboten wird und geboten wurde, unterliegt der Zensur des zuständigen Intendanten und ist einwandfrei. Ortsgruppenbetriebswart Pg. Reichenberg erstattet Bericht über die Tätigkeit der NSBO. und der Deutschen Arbeitsfront. Er verweist darauf, daß die NSBO. nach dem Ausspruch des Führers und des Leiters der Deutschen Arbeitsfront Dr. Ley als die SA. der Betriebe anzusehen ist. Scharfe Kritik übt der Sprecher an dem Verhalten der sogenannten 110=Prozentigen vom 1. Mai 1933, deren Stimmung bereits wieder umzuschlagen beginne. Anders könne man es nicht auffassen, wenn beispielsweise abgelehnt werde, Parteigenossen für einen Kursus zu beurlauben. 1918 sei es ähnlich gewesen; am Nationalsozialismus aber sollten sich diese Leute die Zähne ausbeißen. Der Sprecher appelliert an die SA.=Kameraden, mit der NSBO. Hand in Hand zu arbeiten, damit das Werk des Führers nicht vor die Hunde geht. Die NSBO. sei führend im Ennepe=Ruhr=Kreis und der Ennepe=Ruhr=Kreis wieder führend im Gau Westfalen=Süd. Ausführliche Berichte erstatteten weiter die Pg. Niermann für die nationalsozialistische Beamtenorganisation(dieser wurde durch Kreisleiter Pg. Lüer ergänzt), Pg. Holland für die Ortsgruppe der NS. Lehrerschaft, Pg. Emde für die Nationalsozialistische Kriegsopferversorgung, Pg. Hölling für die Ortsgruppen des Deutschen Luftschutzbundes und des Deutschen Luftfahrt=Verbandes. Sämtliche Berichte, auf die im einzelnen einzugehen leider der hier verfügbare Raum nicht gestattet, legen Zeugnis ab Vom 14. bis 16. Juli: Wie wird das Wetter? Trocken. Für das mittlere Norddeutschland: Recht kühl, überwiegend bewölkt, keine nennenswerten Niederschläge. Für das übrige Deutschland: Allgemein sinkende Temperaturen, im Nordosten größtenteils bewölkt, nirgends Niederschläge von Bedeutung. und die Zurufe gehört hat. Wir sind, wie unser Stabschef Röhm es will, keine Lämmer, er will ganze Kerle haben.(Bravo=Rufe und Händeklatschen.) Wir lassen uns von niemand, sei es in der Stadt Hattingen oder sonstwo, Opposition vormachen. Es sind noch mehr Stellen vorhanden, die heute geben, offene Opposition gegen sozialistischen Staat zu treiben.(Pfui=Rufe.) fühle mich eins mit meinem Standarten=, Brigade= und Gruppenführer und weiß, daß ich meine SA.=Kameraden zu jeder Zeit hinter mir habe. (Starker Beifall.) Die Leiterin des Bd M. berichtet und richtet an die Eltern den Appell, ihre Töchter mehr noch als bisher zu den Heimabenden zu schicken. Schon die kleinen Mädel sollen wissen, daß sie ein Glied der großen Volksgemeinschaft sind. Ortsgruppenleiter Pg. BorgschulzeMentges heißt den soeben erschienenen Vertreter des Kreisleiters, Pg. Schultheiß(Gevelsberg) herzlich willkommen. Der Vertreter der Hitlerjugend betont deren Aufgabe, die Jungens so zu formen, daß sie lebenstüchtig werden. Ebenso wie die Vertreterin des BdM. bittet auch er die Eltern, ihre Kinder der Hitler=Jugend zuzuführen, damit sie im nationalsozialistischen Geiste geschult werden. Ortsgruppenleiter Pg. BorgschulzeMentges unterstreicht den Appell an die Eltern. Tatsächlich müsse festgestellt werden, daß noch nicht alle Parteigenossen ihre Drei Vereine als Träger der dreitägigen Veranstaltung. Gestern abend sand in der Gastwirtschaft Gethmann eine Vereinsführerbesprechung sämtlicher Sprochöveler Vereine statt, die vom Ortskulturist wart, Pg. Gerlach, einberufen war. Als Vertreter der PO. und der SA. waren die Pgg. Muthmann und Düsterloh, sowie der Bezirkskulturwart Janssen(Hattingen) erschienen. Pg. Gerlach eröffnete die Versammlung und machte ihr Mitteilung von einem Schreiben des Burgschütr zenvereins, wonach der Burgschützenverein in der schon dazu über= Zeit vom 14.—16. Juli ein Schützen= und Volksden national= fest veranstalten will. Dem standen große Schwierigkeiten im Wege, da der Knappenverein in Form eines Kreisverbandsfestes sein 40jähriges Bestehen 14 Tage vorher und der Kriegerverein sein 90jähriges Stiftungsfest 8 Tage nach diesem Zeitpunkt feiern wollte. Hierzu machte der Bezirkskulturwart Janssen grundsätzliche Ausführungen. Die Nationalsozialistische Bewegung vertritt den Gedanken der Einheit, genau wie das Deutsche Volk einig war im Opfern, genau so einig soll es auch sein, wenn es gilt, ein gemeinsames Fest der Freude zu begehen. Da die Bevölkerung durch ihre Täligkeit in der SA., in der PO. und den Nebenorganisationen der PO. schon genügend in Anspruch genommen ist, so kann man, um dem Ganzen eine große Durchschlagskraft zu verleihen und wirklich den Charakter des Volksfestes zu wahren, nicht zwei oder mehrere solcher Volksfeste in einem Sommer in einer Gemeinde veranstalten, da ja dann nicht die Gemeinschaft, sondern irgendein Verein Träger dieser Veranstaltung wäre. Außerdem würde sich die NSDAP. mit ihren sämtlichen Gliederungen nur einem einzigen Fest zur Demonstration zur Verfügung stellen. Der Vorschlaa geht dahin, daß in jedem Jahre dem Verein ein Haupttag zur Ausgestaltung vorbehalten bleiben soll, der durch einen Kreistag oder aber ein hervorstechendes Jubiläum besonders herausgehoben werden muß. Da in Sprockhövel drei Vereine vorhanden sind, die etwas Besonderes in diesem Jahr bedeuten, so soll jedem Verein ein Taa des dreitägigen Festes zur Programmgestaltung überlassen bleiben. Pg. Ortsgruppenleiler Muthmann sprach auch grundsätzlich zu dieser Frage, die auch er in vorgenanntem Sinne gelöst wissen wollte. Wenn Schwierigkeiten bestehen sollten, die aus einer zu frühen Festlegung des Datums herrühren sollten, so werde die NSDAP. als die Trägerin des heutigen Staates schon Mittel und Wege finden, die trotzdem, ohne daß der einzelne Verein in seiner Betätigung beeinträchtigt ist, zu dem gemeinsamen Fest führen können. Auch Sturmbannführer Bürgermeister Düsterloh sprach sich in ähnlichem Sinne aus. Schwierigkeiten sind dazu, daß sie überwunden werden, er glaube bestimmt, daß der Kreisverband des Knappenvereins viel lieber ein Fest der wahren Volksgemeinschaft feiere, wo die Pioniere der Arbeit mit allen Schichten der Bevölkerung zusammen sich einer selbstlosen Freude hingeben können. Dieser Appell an das Gemeinschaftsgefühl aller Beteiligten verhallte nicht ungehört, zum Schluß konnte man die größte Einmütigkeit feststellen, so daß das Sprockhöveler Volksfest in der Zeit vom 14.—16. Juli Wirklichkeit wird. Der Kriegerverein wird den Samstag, der Knappenverein den Sonntag und der Burgschützenverein den Montag programmgemäß ausgestalten. Der Bezirkskulturwart dankte den Vereinsführern für ihre Einmütigkeit, sie hätten dadurch den Beweis erbracht, im nationalsozialistischen Staate arbeiten und wirken zu dürfen. Fabrikant Düsterloh sprach sich auch anerkennend über diese Einmütigkeit aus, die er auch auf das Vereinsleben auszudehnen bat, damit auch in Sprochövel die Vereinsmeierei endlich ihr Ende erreiche. Ein offenes Uor für die Raucher.- Wir haben uns entschlossen, die Namen der hervorragenden Tabaksorten zu veröffentlichen, die wir in unserer Qualitätsmarke verarbeiten. Die Raucher müssen wissen, dass sie feinste, türkisch-macedonische Tabake geniessen. Edel-Blatt-Auslese!• Hochovale Mit neuen Farb-Filmbildern A von großer Rührigkeit innerhalb der verschiedenen Gruppen. Pg. Emde beanstandete insbesondere, daß der Aufruf der NSKOV betreffend Einstellung von Kriegsopfern keine Beachtung gefunden habe. Pg. Hölling empfahl allen, die heute noch nicht von der Wichtigkeit des Luftschutzes und der Luftfahrt überzeugt sind, den Holzhammer.(Heiterkeit.) Die Luftfahrt=Veranstaltung am vergangenen Samstag und Sonntag sei von der minderbemittelten Bevölkerung sehr gut, von der wirtschaftlich bessergestellten jedoch weniger gut besucht gewesen, trotzdem diese doch im Ernstfalle das meiste zu verlieren hätte. Die Ortsgruppe dürfe mit Recht erwarten, daß ihre Veranstaltungen in Zukunft besser besucht würden, vor allem durch die Schulen, wie überhaupt von der Jugend. Ortsgruppenleiter Borgschulze=Menrges bittet ebenfalls, die Arbeit der Ortsgruppen des Luftschutzbundes und des Luftfahrtverbandes in Zukunft besser zu würdigen. Sämtliche Berichte der Unterorganisationen wurden von der Versammlung mit Beifall aufgenommen. Nachdem Pg. Jung den Kassenbericht erstattet und der Ortsgruppenleiter eine Anzahl neuer Bestimmungen und Verordnungen bekanntgegeben hat, hielt nach einer kurzen Pause Pg. Schultheiß einen fast 1½ stündigen Vortrag über das Thema: Warum das Dritte Reich kommen mußte! Der Redner gab zu Beginn seiner Freude darüber Ausdruck, zu einer der ältesten Ortsgruppen des Industriegebietes sprechen zu können. Was er aus den Rechenschaftsberichten der einzelnen Amtsleiter gehört, habe ihn noch mehr erfreut. Pg. Schultheiß versteht, seine Ausführungen mit soviel Humor und mehr noch, wo es angebracht ist, mit beißender Satire zu würzen, daß seine Hörer seinen Worten bis zum Schluß mit größter Aufmerksamkeit lauschten, trotzdem der größte Teil der Rede bereits in die Mitternachtstunde fiel. Oft wurden die Ausführungen von Beifall unterbrochen. Der Redner kam in seinen Betrachtungen zu dem Schluß, daß das erste Deutsche Reich, das„Heilige römische Reich deutscher Nation", an einem Längsschnitt krankte, weil das Ausland hinein redete, und das zweite an einem Querschnitt, der das Volk in obere und untere Stände trennte. Darum mußte das Dritte Reich, das Reich Adolf Hitlers, kommen. Wir wollen uns einen klaren Blick bewahren für das, was gewe sen ist im ersten und im zweiten Deutschen Reich und daraus lernen, was uns not tut im dritten Reich: die wahre Volksgemeinschaft. Kurz vor Mitternacht, im Anschluß an seinen Vortrag, vereidigte Pg. Schultheiß als Vertreter des Kreisleiters in feierlicher Handlung 32 Parteigenossen, denen die rote Mitgliedskarte überreicht werden konnte. Die Feier und damit auch die Generalmitgliederversammlung klangen aus mit einem dreifachen Siegheil auf Reichspräsident, Führer, Volk und Vaterland, auf die lebenden und die toten Kämpfer und mit dem gemeinsamen Gesang des Deutschland= und des Horst=Wessel Liedes. Ehrengabe von je 100 RM. für 51 Mann von Alte Haase. Winz-Baak. — Ein alter, schöner Brauch, der in der Nachkriegszeit beinahe in Vergessenheit geraten war soll wieder aufleben. Am Abend des ersten Österfesttages sollen wieder die Össterfeuer aufflammen. Die Anregung geht von der Reichsbauernschaft aus. In Winz=Baak nehmen nach den für das ganze Reich einheitlich festgesetzten Richtlinien sämtliche NSDAP.=Gliederungen, Vereine, sowie die übrige Bevölkerung auf der Verbandsstraße Richtung Tankstelle Schulz Aufstellung. Von hier aus erfolgt der Abmarsch zur Horst, un ter Vorantritt der NSBO.=Kapelle. Um 20 Uhr beginnt die Feier auf der Horst mit dem gemein samen Gesang des Liedes„Ich hab' mich ergeben“. Um 20,10 Uhr wird das Österfeuer aufflammen begleitet von dem gemeinsamen Gesang des „Flamme empor“. Es wird empfohlen, den Text dieses schönen, leider vielen Volksgenossen noch zu wenig bekannten Liedes auswendig zu lernen. Es folgt die Feuerrede, dann der gemeinsame Gesang der ersten Strophe des Liedes„Deutsch land, Deutschland, über alles“, um 20.45 Uhr Feuerspruch und als Abschluß des offiziellen Teiles der gemeinsame Gesang des Horst=Wessel Liedes. Danach kommt ein allgemeiner Teil mit Feuertänzen und anderem. Möge die An regung der Reichsbauernschaft überall so schnell entschlossene und tatfreudige Unterstützung finden wie bei der Ortsgruppe der NSDAP. WinzBaak. hb — Evangelische Kirchengemeinde. Bei Krollmann fand am letzten Sonntag eine Nachfeier für die in diesem Jahr konfirmierten Jungen und Mädchen statt. Mit viel Mühe und Liebe hatte die Frauenhilfe die Feier vorbereitet; sie wurde durch einen überaus guten Besuch belohnt. Der Saal war bis auf den letzten Platz besetzt. Gedichtvorträge, Chor= und Lautenlieder umrahmten ein Theaterstück, das bei viel Humor durchzogen war von einem tiefen Ernst und der Mahnung, zufrieden zu sein mit dem Los, das Gott den einzelnen Menschen gegeben hat. Pastor Saß begrüßte die Gekommenen und Pastor Radicke hielt die Ansprache. Eine Kaffeepause hielt alt und jung in angeregter Unterhaltung zusammen und aufmerksam wurden alle Darbietungen verfolgt. Nun treten die jungen Menschenkinder ins Leben. Gott gebe seinen Segen zu ihren Plänen und Wünschen.=ss. h6 Bredenscheid. — Auf dem Wege von Hattingen nach Haßlinghausen ist gestern kurz vor dem Wiedenkamp ein Motorradfahrer, ein jüngerer Mann namens Lehmann, bei dem Versuche, den Ruhr=Wupper=Autobus zu überholen, an diesen zu nahe herangekommen und mit seinem Rade umgeworfen worden. Der Verunglückte wurde ins Hattinger Krankenhaus gebracht. Er hat zahlreiche Körperquetschungen und einen linksseitigen Rippenbruch davongetragen. Xh Nierenhof. — Wegen Vergehens gegen das Sprengstoffgesetz hatten sich am Montag mehrere ehemalige Kommunisten— barunter auch vier aus Nierenhof vor dem Oberlandesgericht in Hamm zu verantworten. Als im März 1933 in Nierenhof fünf Kommunisten wegen Vergehens gegen das SprengstoffDer Generaldireltor im Kreise seiner Mitarbeiter. Dienstag nachmittaa. Arbeitsruhe auf Alte Haase“, der einzigen Zeche südlich der mittleren Ruhr! Ausstand? Fehlgeraten! Alle Wege von und nach Sprockhövel bzw. Niederstüter, in denen die Betriebsanlagen der Gewerkschaft„Alte Haase“ liegen, voll von Menschen. Doch nicht dorthin geht es, sondern zum Börgerschen Saale auf angrenzendem Sprockhöveler Gebiet. Ein Durchkommen gibt es nur unter geschickter Anwendung der Ellbogen, namentlich im Flur und auf den Stiegen rauf und runter zum Saaleingang. Der Saal dicht besetzt und bestanden bis in den Thekenraum und zur Bühne. Hakenkreuzfahnen und=fähnchen, wohin man blickt; von der Bühne ruft es in großen Lettern:„Hinein in ie Deutsche Arbeitsfront!“ und darüber winkt vor brennenden Grubenlampen im Hintergrunde der alte deutsche Bergmannsgruß lück auf!" „Heil Hitler!“ Damit ist die Versammlung eröffnet, die Arbeiter, Angestellte, Betriebsleiter und Generaldirektor zusammengeführt hat. Weisen, die man schon lange nicht mehr hörte, vielen gewiß unbekannt sind, erklingen. Mächtig braust durch den Saal des Werksgesangvereins„Blankes Wort“ und mit besonderer Betonung:„Der Kanzler rief's, das Volk stimmt ein, ganz Deutschland wie ein Mann“. Zeit damals wie heute! Parteigenosse Müller, Dortmund, Generaldirektor der EW. Westfalen AG., der auch „Alte Haase“ angeschlossen ist, hat das Wort. „Werkskameraden und Kameradinnen!" wendet er sich an seine Mitarbeiter und erinnert eingangs seiner Rede an die Worte Hitlers vor einem Jahre bei der Machtübernahme:„Wir wollen nicht lügen und nicht schwindeln. Wir versprechen nicht, daß die Auferstehung von selbst kommt. Es wird nichts geschenkt; aller Mithilfe ist nötig!“ Der Ruf ist gehört und verstanden worden: alle haben mitgeholfen bei der Winterhilfe. Weiter sagte er:„Wir glauben niemals an fremde Hilfe!“ Hat der Kanzler recht behalten? Ganz gewiß!„Nicht Klassenhaß wollen wir, sondern Versöhnung der deutschen Klassen. Einer kann nur Sieger sein; entweder der Marxismus oder das deutsche Volk. Siegen wird Deutschland! Erziehen wollen wir das Volk durch den Glauben an sich selbst und an Gott. In dem Kampfe, den wir beginnen, geht es in erster Linie um den deutschen Bauern. Der zweite Pfeiler in unserm Volkstum ist der deutsche Arbeiter.“ Dieses und anderes mehr erwähnte der Kanzler damals, und das Ganze nannte er das Programm der nationalen Wiedererhebung. Wenn wir das alles im Geiste an uns vorüberziehen lassen, an die Vergangenheit mit ihren Haßpredigten unter= und gegeneinander erinnern, und dabei die Gegenwart betrachten, dann können wir vor allem feststellen, daß der schaffende Mensch in die Volksverbundenheit eingereiht wurde. Obenan steht die sittliche Forderung, daß Gemeinnutz vor Eigennutz zu gehen hat und dem werktätig schaffenden Menschen ein würdiges Los schaffen. In der Deutschen Arbeitsfront sind wir alle miteinander vergraben. Wir fragen nicht danach, was verdienst du, was du, wir fragen: Wie hast du deine Pflicht getan? Mit diesem anderen Denken findet die Arbeit eine andere Wertung; sie fordert Hingabe, Opferbereitschaft, Arbeit am Volke. Hohe Aufga ben gibt es zu erfüllen. Die Ehre des Arbeiters besteht darin, daß er seine Pflicht gegenüber der Allgemeinheit erfüllt. Vordem habe es geheißen, so fährt der Redner fort, Schönheit und Würde der Arbeit! Jawohl: Schönheit der Juden, und die Würde ging verloren!(Lebhafte Zustimmung.) Durch falsche Leitung der Regierung lagen sieben Millionen Menschen auf der Straße. Und die Ar beitsgemeinschaft? Tagelang berieten die Interessenten. die vornehmlich an sich selbst dachten, und das Ergebnis war: Werksstillegung und lieber 3000 Menschen verhungern lassen. Das wurde dann„Führung“ genannt. Der Nationalsozialist nennt das Verbrechen.(Sturm. Beifall.) Heute ist der Staat der Garant der Arbeit. Der Redner behandelt eingehend das Gesetz von der nationalen Arbeit und dem organischen Aufbau der Deutschen Arbeitsfront. bezeichnet es als eine Verankerung der sozialen Ehre im sozialen Recht und nennt den damit einzuschlagenden Weg revolutionär. Er bringe das Führertum, den Begriff der Gemeinschaftsarbeit, Ehrenrichter, Ehrenrechtsordnung. Das Wort vom Führer in allen Lagen gehe jeden an. Wer Führer werden wolle, habe seine innere Gesinnung zu klären. Zur Ausführung des Gesetzes wurden ehrenhafte Menschen verlangt, handelnd im Geiste der Kameradschaft und der Verantwortlichkeit. Der Führer entscheide in allen betrieblichen Angelegenheiten, die anderen aber hätten ihm zu folgen und die Treue zu halten. Was von den Vertrauensmännern zu sagen sei, über ihre Mitarbeit, werde in der NSBO. noch näher erläutert werden. In der Forderung, arbeiten zum Wohle des Volkes und des Staates läge das, was der Nationalsozialist unter Gemeinschaftsarbeit verstehe. Schicksalsverbundenheit müsse die Grundlage für die Neugestaltung der Arbeit bilden. Wenn der Führer das begreife, dann werde er sich auch klar darüber sein, was er für das Wohl der Gefolgschaft zu tun hat. Es gehe nicht mehr an, diesen mit langjährigen Verträgen, jährlicher, halbjährlicher usw. Kündigung anzustellen, den Arbeiter der Faust aber mit einem oder wenigen Kündigungstagen zu entlassen. Bei den Betrieben des EW. sei der Anstoß dazu schon vorher gegeben worden. Nach seinem Gewissen habe man zu handeln, ohne die Grundlagen der Gewerkschaft zu gefährden. Bei der Behandlung der Punkte„Leistungslohn, Erholung“ teilt der Redner mit, daß der Wunsch, die Veteranen der Arbeit zu ehren, Erfüllung finden solle durch die nachträgliche Gewährung eines Ehrengeschenks. Wer vor 1933 25 Jahre im Dienste der Zeche gestanden, erhalte ein Ehrengeschenk von 100 RM., das er sich von Mittwoch srüh ab abholen könnte. Es handle sich dabei um 51 Mann.(Stürmischer Beifall.) Wer Führer sein wolle, habe Dienst am Volke und an der Nation zu erfüllen. Nicht abseits dürfe er stehen, sondern mitten im pulsierenden Leben; seine ganze Kraft gehöre dem Werke und seine ganzen Kenntnisse habe er an andere weiterzugeben, damit viele seiner Gefolgschaft in die Lage kämen, ihn zu ersetzen, wenn die Notwendigkeit es gebiete. Das Gesetz sichere die Unantastbarkeit und die Oraanisation des Geschäftsgebarens, wenn sie auf Lauterkeit des Sinnens, Denkens, Fühlens und Wollens eingestellt sei, und verlange Sauberkeit auf allen Gebieten des Lebens bei sich und anderen. Verschwinden müsse jene Hinterhältigkeit, die auf ausgehe, da sie viel Unfrieden Dasein anderer verpfusche. habe eine Quelle der Ehre zu sein; zur Sauberkeit des Arbeitsplatzes gehöre auch eine saubere Arbeit. Jeder habe sich Mühe zu geben, das Beste zu leisten. Der echte deutsche Arbeiter habe immer so gedacht und Freude daran gefunden, wenn ihm seine Arbeit gelungen war Alle Führer habe das Gefühl heiligster Verantwortung zu beseelen. Nicht auf Ma schinen, Häuser usw., sondern auf den Menschen, der daran und darin wirke, komme es in erster Linie an; denn die der Führer sühren soll, seien doch die Mittler. Eingedenk der Opfer der Arbeit, der Millionen Gefallenen, solle man sich daran erinnern, daß ihr Tod uns die Arbeit erhalten, daran denken, daß sie für das deutsche Volk gefallen seien, und solches Gedenken verpflichte. Immer und überall habe der Führer sich neu einzusetzen für die Belange des Werkes und der Gefolgschaft. Geschäftigkeit und Beschäftigtsein seien verschiedene Begriffe. Fehler, die nicht böswilliger Absicht entsprangen, möge der Führer lind übersehen, im übrigen aber, wie an sich selbst, höchste Anforderungen an die Gefolgschaft stellen. Aus diesem Gedanken heraus ergebe sich das wichtigste: die Zielsetzung. Wer seinen Erfolg letzten Endes in materiellen Dingen sehe, sei ein Räuber oder Betrüger an den Menschen, von denen er Gefolgschaft verlange. Der Mensch sei ein Geschöpf mit Blut und Seele, mit Geist und Nachdenken behaftet, und es sei darauf zu sehen, nicht die Ehre und Lauterkeit in ihm zu unterdrücken. Führen heiße: Verantwortung übernehmen! Beispiel solle der Führer sein und Zeit finden und haben für seine Gefolgschaft, auch außerhalb des Dienstes im Sinne des Gemeinnutzes. Als klarer und eindeutiger Richter habe er keiner Entscheidung aus dem Wege zu gehen. deutschen Stellenhascherei bereite und das Die Arbeit Sauberkeit An der Arbeitsstätte habe der Geist Weisens zu walten, danach hätten sich alle zu richten: Generaldirektor und Lehrling und die anderen an der Stelle, die sie einnehmen. Und ihr Handeln solle im Einklang stehen mit ihren Reden. Niemals möge man sich einbilden, alles zu können, vielmehr glauben, daß andere es noch besser können, aber das, was man kann, habe man mit ganzem Ernst in den Dienst der Arbeit zu stellen, die einem aufgetragen wurde. Diese Bestimmungen seien gesetzlich verankert. Die Pflicht gemeinsamen Verstehens verlange, ein Herz für seine Leute zu haben, damit sie begreifen lernten, daß man zusammengehöre. Die gleichen Aufgaben träten an die Vertrauensleute der Betriebe heran, diese Aufgaben seien viel umsassender als sonst. Frühere Gegensätze zwischen Volk und Führer seien zu überbrücken. Mit den Vertranensleuten habe man zu besprechen, was einem auf dem Herzen liegt. Hoffentlich sei es jedem bekannt, daß man ihn(den Generaldirektor) täglich besuchen könne, und daß er auch ohne vorherige Anmeldung bei seinen Sekretären zu sprechen sei, wenn ihn nicht gerade andere Geschäfte in Anspruch nähmen.(Beifall.) Die zu lösenden Aufgaben seien nicht klein, und„Alte Haase“ sei nicht auf Rosen gebettet; aber den Weg der sozialen Gerechtigkeit zu suchen, sei sein heißes Bestreben. Ihn zu finden sei nur möglich durch gemeinsames Zusammenhalten und Vertrauen zum Führer, der das Banner des Hakenkreuzes vorantrage. Heil Hitler! Alle erhoben sich und stimmten ein. Versammlungsleiter Betriebszellenobmann Emil Muhrmann dankte dem Führer Generaldirektor Müller für seine Worte, die seinem Wirken im nationalsozialistischen Sinne entsprächen. In diesem Sinne verspreche auch die Gewerkschaft von„Alte Haae“ treue Gefolgschaft. Der Werksgesangverein unter Leitung von Lehrer Winklør, Sirrenberg, beschloß den ersten Teil mit dem Vortrage des wohl bekannten Bergmannsliedes und eröffnete den zweiten mit einem Sange vom Frühling am deutschen Rhein. Kreisleiter der NSBO., Pg. Röttger, Gevelsberg, bezeichnete die Rede des Parteigenossen Generaldirektor Müller nicht als die eines Befehlshabers, sondern als eines Kameraden, der sich mit dem einfachen Kumpel in der Erde verbunden fühle und Freude und Not mit der Belegschaft teile. Nicht als Direktor, der nur den Profit zu sichern suche, sondern als sorgender Vater, der seine Arbeit und sein Leben einsetze für die Kameraden, so sei er allen bekannt. Solcher Begriff an sich sei nicht neu, aber Adolf Hitler habe ihn erneut und in die Volksseele hineingetragen. Der Kumpel gehöre zum edelsten Stand und habe bewiesen, daß er zu opfern und zu sterben verstand. Leider sei das bisher viel zu wenig gewürdigt worden. Scharf, schärfer, als es kaum geschehen kann, kritisierte er die liberalistischmarxistische Vergangenheit, die den Gemeinschaftssinn zerstörte, die Gier nach materiellem Gewinn stark blühen und den Klassenkampf riesengroß wachsen ließ, so daß das Elend im Lande geradezu furchtbar wurde. Erst der Nationalsozialismus habe Wandel geschafft. „Alte Haase“ gehöre hente allen Belegschaftsmitgliedern. In dem Empfinden und Bewußtsein, Mitbesitzer zu sein, kristallisiere sich der Adel der Arbeit. Aus diesem Empfinden und Bewußtsein, ein Eigentum zu verwalten, entspränge auch das Bewußtsein und die Einsicht hundertprozentiger Pflichterfüllung. Arbeitsfreude ersülle den Arbeiter wieder und stärke den Stolz auf seine eigene Leistung. Noch besser werden werde es, wenn jeder an sich selbst arbeite und den Schweinhund in sich niederringe. Der Redner bedauerte, daß noch manche nicht in der Arbeitsfront stehen, erhofft aber auch in dieser Beziehung baldige Besserung. Wer jedoch bewußt abseits bleibe, wer gar Sabotage treibe, werde als Zerstörer des deutschen Volkstums ebenfalls bald erfahren, daß er das Anrecht auf eine Arbeitsstätte verwirkt habe. Die Zeche„Alte Haase“, so schloß der Redner seine wiederholt von starkem Beifall begleiteten längeren Ausführungen, müsse das Vorbild einer deutschen Arbeitsstätte werden, und jeder Träger des Betriebes stolz darauf sein, ihn tragen und fördern zu können durch seine Arbeit. Betriebszellenobmann Muhrmann verband seinen Dank an den Kreisleiter mit der Aufforderung, seine Worte zu beherzigen und danach zu handeln. Der Werksgesangverein ließ sich noch mit dem Kraftgesang„Deutschland, dir, mein Vaterland“ hören, dann kam das Schlußwort des Leiters Pg. Muhrmann. Es war der Dank an alle, die an der Zusammenkunft und ihrer Vollendung mitgeholfen haben, und die Aufforderung, am 29. März zur Wahl der Vertrauensleute zu gehen.„Wir erwarten von jedem, daß er seine Pflicht tut und teilnimmt. Imeinzelnen braucho ich wohl kaum zu wiederholen, daß jeder, der fragen will, vertranensvoll an uns herantreten kann. Parteigenosse Generaldirektor Müller, den wir heute zu hören die Freude hatten, war schon früher bei uns. Wir kennen ihn als langjährigen Vorkämpfer unserer Bewegung und danken ihm nochmals. Das letzte Wort aber gelte dem Volkskanzler, unserm Führer mit einem dreifachen Sieg=Heil!“ Begeisterte Zustimmung und:„Die Fahne hoch, die Reihen dicht geschlossen..... gesetz festgenommen wurden, führten die weiteren Ermittlungen zur Festnahme weiterer Kommunisten aus der näheren und weiteren Umgebung. Einer von den fünf in Haft genommenen Kommunisten aus Nierenhof ist in der Untersuchungshaft verstorben, so daß jetzt neben den vier Angeklagten aus Nierenhof weitere 17 Kommunisten aus Hattingen, Bochum und aus anderen Orten auf der Anklagebank saßen. Einwandfrei wurde festgestellt, daß sich alle Angeklagten des Vergehens gegen das Sprengstoffgesetz schuldig gemacht haben. 1½ Zentner auf einem Zementwerk gestohlenes Dynamit hatte man mit Hilfe von zirka 70 Stauferfettbüchsen zu ungemein gefährlichen Sprengkörpern verarbeitet. Wozu diese gebraucht werden sollten, braucht wohl nicht besonders gesagt zu werden. Nur dem eneraischen Zugreifen der Polizei, unterstützt durch SA. und SS., ist es zu verdanken, daß das Vorhaben dieser Mordgesellen noch eben rechtzeitig vereitelt worden ist. Die Strasen fielen natürlich entsprechend der Schwere des Vergehens aus. So wurden die vier Nierenhofer Angeklagten zu insgesamt 6½ Jahren Zuchthaus und zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Einer ist Am der Dienst bei den Behörden der Reichsfinanzverwaltung wie an Sonntagen zu regeln. Der Zollabfertigungsdienst bleibt den örtlichen Bedürfnissen der Post und Reichsbayn angepaßt.*h der Nierenhofer Angeklagten erhielt ein Jahr Gefängnis, zwei weitere je zwei Jahre Zuchthaus und ein weiterer Angeklagter 2½ Jahre Zuchthaus. Von den übrigen 17 Angeklagten wurde einer zu einer Gefängnisstrafe von sechs Monaten, alle übrigen zu Zuchthausstrafen von drei bis zu sieben Jahren verurteilt.*h. Katholische Gottesdienste. Gründonnerstag: Hattingen: Mittwoch nachm. 5—7 Uhr Beichtgelegenheit; 8 Uhr Andacht mit Lamentationen. — Donnerstag: 7 Uhr wird die hl. Komm. ausgeteilt; 8 Uhr Levitenamt: 9—10 Uhr stille Anbetung; 10 bis 11 Uhr für die Schwestern: 11—12 Uhr für die Kommunionknaben; 12—13 Uhr Armenseelensiunde; 13—14 Uhr für den 3. Orden; 14—15 Uhr für die Männersodalität; 15—16 Uhr für die Kommunionmädchen: 16—17 Uhr für alle übrigen Schüler und Schülerinnen; 17—18 Uhr für die Mütter: 18—10 Uhr für die Jungfrauen; 19—20 Uhr stille Anbetung, 20 Uhr Sakramentsandacht mit Lamentationen. Bredenscheid(Antonkuskapelle): Mittwoch 6 Uhr Fastenandacht.— Gründonnerstag 8 Uhr Hochamt; 2 Uhr Anbetungsstunde für die Schulkinder. Welper: 8 Uhr Hochamt, anschl. ewige Anbetung von morgens 10 bis abends 8 Uhr. Blankenstein: Mittwoch 5.30 Uhr Beichtgelegenheit.— Gründonnerstag 8 Uhr Hochamt, tagsüber stille Anbetung: 8 Uhr abends Andacht. Herbede: 7.15 Uhr Hochamt; 7.30 Uhr abends ist Andacht. Die heutige Ausgabe umfaßt 16 Seiten! 1 Nr. 74. Feuer! Um Geld zu verdienen... Doppelwohnhaus vernichtet. In dem Ort Fankel bei Cochem richtete am Montag eine Feuersbrunst schweren Schaden an. Auf bisher noch völlig ungeklärte Weise brach plötzlich im Dachgeschoß eines Dopvelwohnhauses Feuer aus, das an den auf dem Dachboden lagernden Strohvorräten reiche Nahrung fand und sich mit unheimlicher Schnelligkeit ausbreitete. Das ganze Gebäude sowie die Stallungen und eine Scheune fielen den Flammen zum Opfer. Lediglich das Vieh konnte in Sicherheit gebracht werden. Ein Nachbarhaus, auf das die Flammen übergesprungen waren, hatte ebenfalls schwere Brandschäden aufzuweisen, doch gelang es hier, wenigstens das Mobilar zu retten. Die Löscharbeiten der Ortsfeuerwehr, der auch noch mehrere Wehren der benachbarten Ortschaften zu Hilfe geeilt waren, wurden durch das Fehlen einer Wasserleitung sehr behindert. Das Wasser mußte aus einem in der Nähe liegenden Brunnen mit Eimern herangeschafft werden, wobei sich die ganzen Ortseinwohner tatkräftig beteiligten. Trotzdem mußte man zusehen, wie das Doppelwohnhaus vollkommen vernichtet wurde. Kinder verursachen einen Brand. Drei Morgen Schonung abgebrannt. Am Dienstagnachmittag entstand im Driesenbusch bei Walsum in einer Schonung ein Feuer, das mit erheblicher Schnelligkeit um sich griff. Der Feuerwehr gelang es zwar schnell, den Brand einzudämmen, doch sind rund drei Moraen Schonung dem Feuer zu Opfer gefallen. Die Ermittlungen eraaben, daß drei schulpflichtige Kinder in der Nähe der Schonung ein Feuer angelegt hatten und durch Funkenflug das Schadenfeuer verursacht wurde. Großes Österfeuer in Recklinghausen. Wiederaufleben alter Sitten und Gebräuche im Industriegebiet. In Recklinghausen soll die alte schöne Sitte des Österfeuers wieder aufleben. Am Abend des Östersonntag wird auf dem historischen Quellberg, der höchsten Erhebung vor den Toren der Stadt, ein Riesenholzstoß abgebrannt. Der Verein für alte Sitten und Gebräuche hat für die Veranstaltung ein ausgezeichnetes Programm herausgebracht, in dessen Mittelpunkt neben Gemeinschaftsliedern, Darbietungen eines Massenchores und einer Kanolle. Darbietungen der Hitler=Jugend und des Bundes deutscher Mädel stehen. Reigen und Volkstänze umrahmen die Veranstaltung, die mit einem Feuerreigen beschlossen wird. Die HJ. wird mit einem Fackelzug den Tag der Neuerweckung alten Volksgutes abschließen. Lieferant von Greuelmärchen. Für den Moskauer Gender! Noch rechtzeitig geschnappt. Der etwa dreißig Jahre alte Kaufmann Josef Peter Lentzen aus M.=Gladbach hatte versucht, den Moskauer Sender mit Greuelmärchen zu beliefern. Er gründete vor Jahren in M.Gladbach und in Holland verschiedene Handelsfirmen und in Holland eine„Bank". Wenn eine der beiden„Handelssirmen“ größere Einkäufe tätigten, dann dienten die andere und das Bankhaus jeweils als„Referenzen“. Auf Grund der falschen Auskünfte erfolgten die Lieferungen. Wegen seiner Betrügereien ist er zu langjährigen Gefängnisstrafen verurteilt worden. Dann ging L. dazu über, falsche Nachrichten über die Verhältnisse in eurschland gewerbsmäßig an den Mostauer Sender zu veräußern, der die Greuelmärchen in aller Welt verbreiten sollte. Zu diesem Zweck hatte Lentzen sich mit einem früheren Bekannten aus Holland in Verbindung gesetzt, der die Meldungen nach Moskau vermitteln sollte. Ehe der Verbrecher zur Ausführung seines Planes kommen konnte, faßte ihn die Polizei. Am Dienstag wurde Lentzen aus dem Gefängnislazarett in Düsseldorf=Derendorf der Großen Strafkammer in M.=Gladbach zur Aburteilung vorgeführt. Der Angeklagte versuchte seine Tat zu bestreiten, obwohl die Originalbriefe vorlagen. Nur mit Rücksicht auf seinen schweren Krankheitszustand erkannte das Gericht auf die geringst zulässige Strafe von einem Jahr Zuchthaus, geißelte aber in der Urteilsbegründung scharf die ungewöhnlich niederträchtige Handlung des Angeklagten. Liebestragödie. Wegen einfacher Bestechung. Das Hauptverfahren gegen den früheren Oberbürgermeister Dr. Lehr eröfsnet. Die Justizpressestelle Düsseldorf teilt mit: In der Strafsache gegen Dr. Lehr und Genossen hat die Große Strafkammer des Landgerichts durch Beschluß vom 27. 3. 1934 das Hauptverfahren gegen Dr. Lehr wegen einfacher Bestechung (§ 331 Stgb.) eröffnet. Der angeschuldigte Engels ist mangels hinreichenden Schuldbeweises außer Verfolgung gesetzt. Die Strafkammer selbst sieht nicht als festgestellt an, daß auf Seiten Dr. Lehr und Dr. Odenkirchen Handlungen, die eine Verletzung einer Amts= oder Dienstpflicht darstellen, begangen sind. Infolgedessen war der angeschuldigte Engels wegen Beschuldigung der aktiven Bestechung(§ 33 Stgb.) außer Verfolg zu setzen. Rehabilitiert. Untersuchung in Sachen Salz und Schmitz in Düsseldorf abgeschlossen. In Düsseldorf wurde das Untersuchungsverfahren der gegen die städtische Verwaltung erhobenen Anschuldigungen bezüglich der Bauwerke der Fa. Salz und Schmitz durch den Untersuchungsausschuß der Stadt Düsseldorf abgeschlossen. Es sind keinerlei Verfehlungen seitens der Stadt und der Fa. Salz und Schmitz festgestellt worden. Die bereits vor der Machtübernahme durch den Inhaber der Fa. Salz und Schmitz für die Klärung dieses Falles zur Verfügung gestellten Geschäftsakten usw. sind im Laufe der vergangenen Woche dem Inhaber wieder zurückgereicht worden. Zum Tode eines SA.-Mannes. Amtliche Erklärung über den ärztlichen Besund. Die Justizpressestelle M.=Gladbach teilt uns amtlich mit:„Der Tod des Klaus Kaulen im NS. Volkshaus in M.=Gladbach am 20. März 1934 hat zu wilden Gerüchten im In= und Auslande Anlaß gegeben. Bereits am 21. März 1934 ist die Staatsanwaltschaft mit der Sache befaßt worden. Diese hat sofort die Leiche durch den zuständigen Nichter untersuchen und öffnen lassen, wozu Prof. Dr. Berg(Düsseldorf) und der zuständige Kreisarzt Dr. Jacobi(M.=Gladbach) zugezogen wor den sind. Diese amtliche Untersuchung hat ein wandfrei ergeben, daß der Tod des Kaulen durch Erhängen erfolgt ist und daß die Leiche keinerlei Anzeichen innerer oder äußeter Einwirkungen durch fremde Hand auf den Körper aufweist, insbesondere auch keinerlei Spuren von Mißhandlungen— Die Vorgänge, die dem Tod des Kaulen vorausgegangen sind, werden zur Zeit von der Staatsanwaltschaft eingehend und beschleunigt geprüft. Ueber das Ergebnis werden weitere Mitteilungen erfolgen.“ 28. März. Neuer Gaupressechef der NSDAP. Gau KölnAachen. Der Hauptschriftleiter des„Westdeutschen Beobachters“ und Direktor des Internationalen Forschungsinstituts für Pressewesen an der Universität Köln, Pg. Martin Schwaebe, ist zum Gaupressechef der NSDAP., Gau KölnAachen, ernannt worden. Der neue Landrat von Paderborn. Zum Landrat von Paderborn ist am 26. März Pa. Hohmann aus Bielefeld ernannt worden. Hohmann ist zur Zeit Gauinspekteur bei der Gauleitung der NSDAP. in Münster. Er gehörte der Bewegung eit 1925 an. Professor Hübner gestorben. Der Direktor der Provinzial=Heil= und Pflegeanstalt in Bonn und Direktor der Bonner Universitätsnervenklinik, Prof. Hübner, ist am Montagabend im Alter von 55 Jahren gestorben. Liebespaar im Gerätehaus eines Gartens erschossen aufgefunden. Im Gerätehaus eines Gartens an den Rheinanlagen in Mehlem wurden, wie erst jetzt bekannt wird, am Montagmorgen ein 22jähriges Mädchen und ein 26jähriger junger Mann, die beide aus Mehlem stammen, erschossen aufgefunden. Wie die sofort benachrichtigte Polizei am Tatort feststellte, muß der junge Mann der mit dem Mädchen seit etwa einem Jahr ein Liebesverhältnis unterhielt, zuerst seine Freundin durch zwei Halsschüsse getötet und dann selbst seinem Leben durch zwei weitere Schüsse ein Ende gesetzt haben. Ob die furchtbare Tat im gegenseitigen Einvernehmen verübt wurde, war bisher noch nicht festzustellen. Auch über das Motiv zur Tat ist noch nichts bekannt. Die jungen Leute hatten noch am Abend vorher ein Tanzvergnügen besucht. In die Transmission geraten. Vor den Augen des Vaters und des Bruders. Der etwa 20 Jahre alte Grobschmied Eugen Hummel aus Flaskamp wurde im Betrieb der Firma F. W. Krägeloh in Schalksmühle vermutlich beim Auflegen des Treibriemens von der Transmission erfaßt, wobei ihm ein Arm ausgerissen wurde. Recht schwierig gestaltete sich die Befreiung des Verunglückten aus seiner gefahrvollen Lage. Kurz darauf trat der Tod durch Verbluten ein. Vater und Bruder waren Zeugen des schrecklichen Unfalls. Schwerer Unfall durch ein unbeleuchtetes Fahrrad. Zu einem schweren Zusammenstoß zwischen einem Radfahrer und Kraftwagen kam es in der vergangenen Nacht in Mörs. Der Kraftwagen suhr in der Dunkelheit gegen einen Radfahrer, der auf einem unbeleuchteten Rade fuhr. Dabei trug der unverantwortliche Radler so schwere Verletzungen davon, daß er kurz nach seiner Einlieferung ins Krankenhaus starb. Auch der Kraftfahrer erlitt bei dem Zusammenstoß schwere Verletzungen. Fünf Ladendiebinnen gefaßt. In Köln. Den Geschäftsandrang am letzten offenen Sonntag hatten die Ladendiebe wieder einmal als willkommene Gelegenheit betrachtet, um ihr unsauberes Handwerk ausführen zu können. Dank der Wachsamkeit des Personals und von Kriminalbeamten konnten in Köln fünf Ladendiebinnen auf frischer Tat ertappt werden. In einem Kaufhaus in der Schildergasse hatten drei Diebinnen versucht, mit Mänteln, die sie zur Anprobe angezogen hatten, unbemerkt das Kaufhaus zu verlassen. In einem Einheitspreisgeschäft wurde beim Ladendiebstahl eine Frau aus Sülz betroffen, die schon mehrfach wegen des gleichen Vergehens vorbestraft ist. In einem Kaufhaus hatte sich eine stellenlose Verkäuferin einen Kindermantel angeeignet. Der Diebstahl war jedoch vom Verkaufspersonal bemerkt worden. Erste Entscheidung des Erbgesundheitsgerichtes in Duisburg. Das Erbgesundheitsgericht Duisburg hielt unter dem Vorsitz von Amtsgerichtsrat Dr. Kerkhoff und mit den ärztlichen Beisitzern Medizinalrat Dr. Teudt aus Essen und Stadtarzt Dr. Vollbrandt aus Duisburg seine erste Sitzung ab. Es standen zehn Verfahren an. In sieben Fällen wurde die Unfruchtbarmachung angeordnet und in zwei Fällen wurde sie abgelehnt. In einem Jalle wurden weitere Ermittlungen be schlossen. Zum Oberbürgermeister ernannt. Der Regie rungspräsident in Arnsberg teilt mit: Der Mi nister des Innern hat auf Grund des§ 349 des E.meindeverfassungsgesetzes vom 15. 12. 1933 den kommissarischen Oberbürgermeister Dr. Anton in Castrop=Rauxel zum Oberbürgermeister der Staöt ernannt. Der P-Wagen hat's ihnen angetan... Auch Frankreich und Spanien mit neuen Rennwagen. In den Interessentenkreis zur Aufstellung neuer Schnelligkeitsrekorde sind neuerlich auch Frankreich und Spanien einaetreten, die mit neuen Spezialkonstruktionen herauskommen werden. Neben dem P=Wagen der Auto=Union, dem neuen Mercedes=Typ und den Neukonstruktionen von Maserati und Alfa Romeo werden bei den großen internationalen Rennen Europas in der kommenden Saison noch zwei weitere Spezialtypen hinzukommen. In Frankreich hat sich eine Gesellschaft gebildet, die in den Werkstätten von Brault einen neuen Wagen bauen ließ. Hierüber verlautet aber bisher nur, daß die Maschine einen neuartigen Kompressor aufweist, der eine enorm hohe Endgeschwindigkeit gestattet. Zum ersten Male soll der neuen Wagentyp beim„Großen Preis von Frankreich“ herauskommen.(Hier werden auch einige deutsche Wagen an den Start gehen!)— In Spanien handelt es sich um die Weiterentwicklung des in den Vorjahren mehrfach in Erscheinung getretenen 12 Zylinder„National Pescara“. Der 16=Zylinder=Motor mit 4000 ccm Inhalt, ist mit Vierradantrieb und automatischem chaltgetriebe ausgestattet und soll 500 PS.'leisten. Die Versuche verliefen befriedigend. Familientragödie in Danzig. Auf furchtbare Weise fand in diesen Tagen die Tragödie einer bekannten Danziger Familie ihren Abschluß. Der Danziger Dermatologe Dr. med. Karl Löschel endete vor einiger Zeit sein Leben durch Selbstmord, indem er sich erschoß, und zwar im Zusammenhang mit Verdachtsmomenten wegen des Vergehens gegen§ 218 Strafgesetzbuch. Seine 68jährige Mutter Margarethe Löschel konnte seinen Tod nicht verwinden und stürzte sich jetzt aus ihrer im zweiten Stock gelegenen Wohnung auf den Hof. Sie erlitt tödliche Verletzungen. Hinrichtung der Bombenleger in Belgrad. Am Dienstag wurden in Belgrad der Kaufmann Dimitrij Grantschitsch und der Maurer Gavrilo Jovanowitsch hingerichtet. Sie hatten im Jahre 1932 in verschiedene Eisenbahnzüge und zuletzt auch in das Belgrader Offizierskasino Höllenmaschinen geschmuggelt. Im Offizierskasino wurden durch die Explosion des Sprengkörpers eine Person getötet. Die beiden Hingerichteten hatten im Auftrage des Mazedonischen Ausschusses gearbeitet und von diesem auch die Höllenmaschinen erhalten. mild, lelcht schäumend, ganz wundervoll Im Geschmock. nr grosse Tube Das Hlück Moman von Bernhard Lonzer 20. Fortsetzung. „Ja,“ entgegnete er fest.„Aber das— Verzeihung!—, das möchte ich dem gnädigen Herrn unter vier Augen sagen...“ „Nichts da!“ erklärte Manfred von Ragenthin bestimint.„Ich habe vor meinem Sohn keine Geheimnisse. Und was Fräulein Jutta betrifft, das geht ihn sogar in erster Linie an. Also heraus mit der Sprache— was weißt du?“ Der Alte sah einen Augenblick zu Boden. Dann richtete er sich wieder auf und begann: „Als der gnädige Herr am Nachmittag nach dem Gutshof gegangen war, sah ich die beiden Damen— Fräulein Jutta und Fräulein Lotte— zufällig miteinander in die Halle gehen.. Da fuhr Klaus mit einem jähen Ruck herum. „Ist das wahr, Friedrich? Irren Sie sich auch nicht?“ „Ich irre mich nicht!“ „Und Klaus atmete heftig. Seine Augen blitzten. Der Diener zögerte einen Augenblick. „Weiter!“ drängte Klaus. Der Alte zog das Taschentuch hervor und fuhr sich damit über die Stirn. „Wenn ich als alter Mann und als treuer Diener des Hauses Ragenthin das sagen darf: ich habe Fräulein Jutta sehr in das Herz geschlossen und habe es immer für meine Pflicht gehalten, mich ein bißchen darum zu kümmern, daß ihr niemand etwas zuleide tat— und so bin ich denn in der Nähe geblieben, weil ich weiß daß Fräulein Lotte ihr nicht wohlgesinnt ist—“ „Und.... wiederholte Klaus mit harter Stimme und verdüstertem Gesicht. „Und da habe ich gehört, daß Fräulein Lotte ihr eine Mitteilung machte——“ „Weiter— weiter!“ drängte Manfred von Ragenthin erregt. Da gab sich der Alte einen Ruck. „Fräulein Lotte behauptete, daß Fräulein Jutta die—.— Tochter des gnädigen Herrn wäre. Und somit die Schwester des jungen Herrn...“ Einen Augenblick herrschte die Stille des Entsetzens. „Friedrich, Mensch, bist du wahnsinnig geworden?" kam es dann von Manfred von Ragenthins Lippen. Der Alte schwieg. Klaus war es, als hätte ihm eine unsichtbare Faust einen betäubenden Schlag versetzt. Haltlos und totenblaß stand er da. „Vater— ist das wahr?“ kam es stoßweise über seine Lippen. Manfred von Ragenthin löste sich aus der Er starrung, die ihn noch immer gefangen hielt. „Nein, es ist nicht wahr! Wahnsinn ist es— Lüge!" Klaus fühlte ein Würgen im Halse. „Vater—“ sagte er mit brüchiger Stimme,„ich habe mich gestern abend mit Jutta verlobt— heute abend wollten wir es dir sagen und— Ver lobung feiern.. Da nahm ihn der Vater bei den Schultern. „Klaus, Junge, hör' doch— es ist nicht wahr! Es ist Lüge, eine ebenso durchsichtige wie raffi nierte Lüge. Es wird sich alles aufklären. Jetzt aber müssen wir vor allen Dingey versuchen, Juttas wieder habhaft zu werden, ehe vielleicht gar noch ein Unglück geschieht." Klaus war noch immer wie betäubt. Ein tiefer, schwerer Atemzug hob seine Brust. Da hatte Manfred von Ragenthin sich dem Diener schön wieder zugewandt. „Wenn du das mit angehört hast, Friedrich, so mußtest du doch voraussehen, daß irgend etwas geschehen würde. Hast du denn nicht acht auf Fräulein Jutta gegeben?" „Doch,“ versicherte der Alte.„Ich konnte nicht mehr hören, was dann noch in der Halle gesprochen wurde, weil das Gewitter heraufkam; aber ich sah die beiden Damen nach einer Weile zusammen die Treppe hinaufgehen und in Fräulein Juttas Zimmer treten. Dann kam Fräulein Lotte allein wieder herunter. Ich bin nicht von der Stelle gewichen, als sie vorüber war. Aber ich mußte dann die Fenster in der Bibliothek vor dem Unwetter schließen. Ich habe mich beeilt und bin kaum eine Minute fortgewesen; aber gerade in diesem Augenblick muß das gnädige Fräulein wieder heruntergekommen sein und das Schloß verlassen haben.“ Manfred von Ragenthin war maßlos erregt und empört. „Wußte Lotte von eurem Verlöbnis?“ wandte er sich wieder an Klaus. „Ja, sie hat uns gestern abend belauscht.“ „Also wären wix so ziemlich im klaren, was sich hier abgespielt hat. Diese schamlose Unverfrorenheit und Scheinheiligkeit! Sich zu stellen, als wüßte sie nicht, was geschehen ist! Nun, die Geschichte wird ihr teuer zu stehen kommen!“ „Die Abrechnung mit Lotte überlaß mir nur, Vater!“ bat Klaus.„Jetzt aber wollen wir erst einmal tun, was zu tun ist. Zweifellos ist Jutta zur Bahn geganger. Kann sie den Nachmittags zug noch erreicht häben?" „Ausgeschlossen! Ich bin bis gegen halb sechs Uhr mit ihr zusammen gewesen.“ „Also wird sie den Abendzug benutzen." Er zog die Uhr hervor. „Noch knapp zehn Minuten— da komme ich gerade noch zurecht.“ Mit langen Schritten eilte er hinaus. Wenige Augenblicke darauf sauste er mit dem Auto die Kastanienallee entlang. Dann bog er in die Landstraße ein, die nach der kleinen Bahnstation führte. Wasserlachen spritzten vom Wege auf. In grauen Streifen sprang der Schmutz zu beiden Seiten hoch durch die Luft. Klaus kam noch zurecht. Mit einem Satz sprang er aus dem Wagen. Von Jutta war nichts zu sehen. Er eilte in das kleine Bahnhofsgebäude. Vor dem Fahrkartenschalter drängte sich eine lange Reihe von Menschen. Jutta war nicht darunter. Auch im Warteraum fand er- sie nicht. Er begab sich hinaus an die Sperre und nahm dort Aufstellung. Ein dumpfes Rollen kam aus der Ferne heran, ein langgezogenes Pfeifen klang durch den Abend. Stampfend und keuchend lief der Zug ein. Menschen hasteten an Klaus vorüber, durch die Sperre, auf den Bahnsteig. Jutta war nicht unter ihnen. Der Zugführer winkte. Mit hartem Ton schlugen die Türen der Wagenabteile zu. Wie durch einen Nebel hindurch sah Klaus den Zug sich wieder in Bewegung setzen und in der Dunkelheit verschwinden. Regungslos starrte er ihm nach, bis er fühlte, daß der Beamte, der die Sperre wieder schloß, ihn neugierig musterte. Fast mechanisch begab er sich wieder zurück zu seinem Wagen. Er zögerte, bevor er einstieg, und suchte mit brennenden Blicken den freien Platz vor dem Bahnhofsgebäude und die Zugangsstraßen noch einmal ab. Es war umsonst— von Jutta war nichts zu sehen. Da stieg er ein und jagte wieder durch die Dunkelheit zurück.—— porz-Rundschau Am 2. Östertag: Anfliegen in den Borkenbergen. Passagierflüge im Segelflugzeug für das Publikum. Im westlichen Westfalen gibt es neben den Borkenbergen zwischen Haltern und Dülmen noch verschiedene Uebungsplätze für den Segelflug, z. B. auf dem Henkenberg in B.=Stiepel und bei Bocholt. Wenn am 2. Östertaa alle Segelfluggruppen im Bezirk der Fliegeruntergruppe 16 aus ganz West=Westfalen in den Borkenbergen zusammenkommen, so hat dies einen besonderen Zweck. Eine ganze Reihe neuer Gruppen sind entstanden, die sich auf den in den Borkenbergen im Herbst stattfindenden VI. Westdeutschen Segelflugwettbewerb vorbereiten wollen. Mancher junge westfälische Segelflieger hat sich vorgenommen, in diesem Jahre etwas besonderes zu leisten. Prof. Georgii, der Leiter des Instituts für Segelflugforschung in Darmstadt. der z. Zt. mit drei berühmten deutschen Segelfliegern Südamerika Kunde von der deutschen Segelfluakunst brinat, hat noch bei seiner Anwesenheit im Vorjahre den Borkenbergen eine große Zukunft, insbesondere auf dem Gebiete der thermischen Flüge, vorausgesagt. Werden die Höchstleistungen von 1933 im Jahre 1934 überboten werden? Seit 1928 wird in den Borkenbergen geflogen Fern dem Strom des Verkehrs führen die Segelflieger in der herrlichen Heide ihr gesundes Gemeinschaftsleben in echtem Kameradschaftsgeist. Im vorigen Jahre wurde eine der fünf anerkannten Segelfliegerschulen des Deutschen Luftsportverbandes errichtet, die sich besonders die Pflege der Flachlandschulung, des Winden= und Flug zeugschlepps, zur Aufgabe gesetzt hat. Der 2. Östertag bietet vom Morgen bis zum Abend eine Fülle von Abwechslungen. Der Vormittag ist mit der Einweihung einer Flugzeuahalle, der Taufe von Gleitflugzeugen und einer Besichtigung der angetretenen Gruppen und Fluggeräte ausgefüllt, während der Nachmittag den eigenlichen Flugberieb bringt. Das Ausfliegen der Preise er folgt in drei Abteilungen. In der ersten Abteilung können Segelflieger ohne Prüfung Preise erringen. In der zweiten Abteilung messen Segelflie ger mit A= und B=Prüfung ihre Leistungen, während die Fortgeschrittenen mit C= oder amtlichem C=Ausweis mit ihren Hochleistungsflugzeugen in der dritten Gruppe fliegen. Neben dem Hanafliegen wird das Publikum besonderes Interesse dem Winden= und Flugzeugschlepp entgegenbringen. Es bietet sich jedem Besucher der Borkenberge am 2. Östertag die Gelegenheit, sich das unvergeßliche Erlebnis eines Passagierfluges im Segelflugzeug zu verschaffen. zeigte von der 10. Runde ab Ermüdungserschei= Arbeit der Pressewarte war. Aufgabe der Presse nungen, so daß de Alfara wieder aufholen konnte. In der 13. Runde disqualifizierte der Ringrichter plötzlich den Spanier wegen dauernden Haltens und stoppte den Kampf. Diese Maßnahme kam um so überraschender, als Alfara vorher nicht einmal verwarnt worden war. Mit diesem vielleicht nicht aanz verdienten Siege Thils hat sich eine ganz neue Situation für den deutschen Halbschwergewichtsmeister Adolf Witt ergeben, der bekanntlich als Anwärter auf den Titel von der JBU. anerkannt worden ist und nun gegen Thil vor einer weitaus schwereren Aufgabe steht, als gegen den soeben entthronten Meister. Abgesagt. Die irischen Amateure nicht in Deutschland. Der Deutsche Amateur=Boxsport wird um einige sehr gehaltvolle Kämpfe kommen. Irland wird zu den Europameisterschaften in Budapest keine Mannschaft entsenden, so daß natürlich auch die in Verbindung mit der Fahrt nach der ungarischen Hauptstadt geplanten Gastvorstellungen in Deutschland fallen. Die Kämpfe der Iren in München, Frankfurt, Köln und Essen fallen somit aus * Hower gegen Larry Gains. Der Kampf des deutschen Schwergewichtsmeisters Vinzenz Hower mit dem Südafrikaner Ben Foord, der für den 12. April in London vorge sehen war, ist nicht zustande gekommen, da Foord die von Hower verlangte Distanz von 15 Runden nicht angenommen hat. Dafür wird Hower aber bestimmt am 16. April in Leicester gegen Larry Gains antreten.— Der bejahrte aber immer noch ausgezeichnete kanadische Meisterboxer Larry Gains kam jetzt zu einem neuen Erfolg. In Leicester sieate der Mulatte schon in der fünften Runde über den früheren englischen Halbschwergewichtsmeister Harry Croßley entscheidend. 3 Ludwig Papius †, der erste Segelflieger der Borkenberge. Unsere Reiter sind gerüstet. Ausscheidungsspringen für Nizza und Rom. Die deutsche Reiterexpedition, die für die internationalen Turniere in Nizza und Rom, insbesondere für den Kampf für die neue„Coppa Mussolini“ in Betracht kommt, wurde am Dienstag auf dem Turnierplatz in Hannover einer letzten Prüfung unterzogen. Die gezeigten Leistungen sind nicht ausschlaggebend für die Aufstellung der Mannschaft, die erst kurz vor der Abreise erfolat. Dem Springen wohnten eine Reihe hoher Offiziere bei, darunter der Inspekteur der Kavallerie, Generalleutnant Knochenhauer/ Ueberraschend kam das gute Abschneiden von„Fridericus“ unter Oblt. Schlickum und„Bianca“ unter Oblt. Brandt, die beide fehlerlos über den schweren Kurs kamen, eine Leistung, die sonst nur noch von„Der Mohr“ unter Oblt. Hasse erzielt wurde. Einen besonders schwarzen Tag hatte diesmal„Derby“, der wieder seine Launen hatte und zahlreiche Fehler machte. Im ganzen läßt sich sagen, daß die Pferde in guter Form sind und die deutschen Farben in Frankreich und Italien gewiß würdig vertreten werden. Oblt. Großkreutz verunglückt. Für längere Zeit außer Gefecht. Der bekannte Turnierreiter Oblt. Großkreutz von der Kavallerieschule Hannover ist bei einem Automobilunfall in der Nähe von Itzehoe verunglückt. Infolge eines Steuerungsdefektes raste der Wagen auf der Elmshorner Chaussee in darunter Oblt. Großkreutz, trugen sämtlich erhebliche Verletzungen davon, so daß sie ins Krankenhaus Itzehoe gebracht werden mußten. Der sympathische Reiter, der in diesem Jahr mit für die Auslandsstarts in Nizza und Rom vorgesehen war, dürfte somit für längere Zeit außer Gefecht sein. * Neuer Trainer der Kavallerieschule. Der Rennstall der Kavallerieschule Hannover erhält Anfang April einen neuen Trainer. Der bisherige Leiter, Rittmeister Jay, geht als Schwadronchef nach Großenhain. Sein Nachfolger ist Oberst a. D. B. Neumann, der als 4. Thorner Ulan einer der besten Rennreiter des deutschen Östens ist. Er hat in seiner aktiven Laufbahn 69 öffentliche und 38 andere Rennen gewonnen. 1927 errang der neue Leiter das Championat der Reichswehr. Marcel Thil auch Europameister. Martinez de Alfara in der 13. Runde disqualifiziert. Der französische Weltmeister im Mittelgewicht Marcel Thil, holte sich am Montagabend im nur schwach besuchten Pariser Sportpalast auch noch den Europatitel im Halbschwergewicht, den der Spanier Martinez de Alfara verteidigte. Thil als ausgezeichneter Techniker beherrschte in dem auf 15 Runden angesetzten Kampf seinen Gegner durchweg von der ersten bis zur neunten Gub. Hüsten 09 gesperrt. Wegen falscher Abrechnung bei den Meisterschaftsspielen. In den letzten Amtlichen Mitteilungen vom 27 März finden wir folgende Notiz:„Der Spiel= und Sportverein 09 Hüsten wird vom Tage der Veröffentlichung ab bis zum 1. Juli 1934, mit Ausnahme der Jugendmannschaften, für alle Spiele gesperrt und außerdem in eine Geldstrafe von 200 RM genommen. Zwei Mitglieder des Vereins wurden für dauernd aus dem DFB. ausgeschlossen und dem Kassenwart, welcher sich durch Austritt aus dem DFB. der Bestrafung entzogen hat, wird für dauernd die Mitgliedschaft in einem DFB.Verein untersagt. Die Bestrafung ist erfolgt wegen wissentlich falscher Abrechnung bei den Meisterschaftsspielen, sowie wegen Verstoßes gegen den§ 11 des dritten Teiles der Spielordnung“. Im Rheinstadion... Fortuna Düsseldorf— Hamborn 07 am 2. Östertag. Der auf den 2. Östertag angesetzte Entscheidungskampf um die Meisterschaft des Gaues Niederrhein zwischen Fortuna Düsseldorf und SV Hamborn 07 wird nicht auf der Anlage des Deutschen Meisters, sondern im Rheinstadion zur Durchführung kommen. Das zu erwartende große Publikumsinteresse machte diese Verlegung notwendig. So sind allein aus Duisburg=Hamborn 7000 Karten für den Kampf angefordert worden warte wird es in Zukunft sein, mit den Dietwarten dafür zu sorgen, daß der Nationalsozialismus Gemeingut der gesamten DT. wird. Zur regelmäßigen Schulung der Vereinspressewarte werden innerhalb der Turnkreise Kameradschaften gebildet, in denen die Vereinspressewarte alle vier bis sechs Wochen einmal zusammenkommen. Der Turnkreis Bochum ist in vier Kameradschaften eingeteilt worden, in die Kameradschaften Bochum 1 und 2. Herne und Wanne=Eickel. Jede Kameradschaft wird von einem Kameradschaftsführer geleitet, der in nächster Zeit bestimmt wird.— Die turnerischen Ereignisse dieses Jahres gipfeln in dem Landesturnfest in Minden, für das auch im Turnkreis Bochum eifrig gerüstet wird. Die allgemeinen Freiübungen sowie die Pflicht=Wettkampfübungen hierfür sind gefilmt worden. Sie werden in der Woche nach Östern in den einzelnen Ringen vorgeführt und zwar am 3. April für den Ring Langendreer, am 4. für den Ring Bochum=Altstadt, am 5. für den Ring Herne und am 6. April für den Ring Wanne=Eickel. Besprochen wurde u. a. auch noch der am 3. Juni statfindende Staffellauf„Quer durch Bochum“, an dem sich der Turnkreis Bochum in voller Stärke beteiligen wird. Kleine Sportnachrichten. Der Eidgenössische Leichtathletik=Verband hat auf seiner letzten Sitzung beschlossen, den früheren mitteldeutschen Sportlehrer Hoffmann für ein weiteres Jahr als Olympiatrainer zu verpflichten. Vizekänzler von Papen hat die Präsidentchaft des Union=Clubs übernommen. Ferner wurde Graf zu Dohna=Finckenstein in das Präsidium berufen. Hervorragende Sprünge wurden beim Training für einen großen internationalen Sprunglauf auf der Schanze von Ratege=Planica in Jugoslawien erzielt. Zuerst stand der Norweger Sigmund Ruud 82 Meter, wurde dann aber von Gregor Höll(Innsbruck) noch um einen Meter übertroffen. Beim Städteturnen Frankfurt— München— Leipzig wird der Turnfestsieger Krötzsch an der Spitze der Münchener Mannschaft stehen. Das Zusammentreffen der beiden besten deutschen Geräteturner Krötzsch und Winter(Frankfurt) wird dem Städtekampf eine besondere Note verleihen. Die Deutsche Reichspost wird anläßlich der Olympischen Spiele 1936 eine Serie besonderer Briefmarken herausgeben. Während der Spiele wird innerhalb des Stadions eine besonders schöne Ausführung dieser Serie auf Büttenpapier zu haben sein. Runde. Der Spanier suchte sein Heil im Clinch, voller Fahrt gegen einen Baum und die Insassen,lum so der Wucht der Schläge zu entgehen. Thil Tagung des Führerstabes des Turnkreises Bochum Unter dem Vorsitz des Kreisführers Eisermann trat der Führerstab des Turnkreises Bochum der Deutschen Turnerschaft zu einer Sitzung zusammen. Nach dem Liede„Deutsch ist die Saar“ machte der Kreisführer zunächst einige geschäftliche Mitteilungen, aus denen die Berufung des Kreisoberturnwarts Aug. Schmidt zum Bezirksoberturnwart sowie der Zusammenschluß des Werksportvereins Schlägel und Eisen Langendreer mit dem Sportverein Westfalia Somborn besonders hervorzuheben sind. Leider bedeutet der Zusammenschluß der beiden Vereine ein Verlust für den Turnkreis Bochum, da der neue Verein aus Zweckmäßigkeitsgründen dem Turnkreis Dortmund zugeteilt wurde. Kreispressewart Backhaus berichtete über die in Dortmund stattgefundenen Gaupressetagung die reichtung= und zielgebend für die künftige Dörfer der Langlebigkeit. „Wenn wir aus der Stadt kamen, waren wir ganz krank.“ Man behauptet, das Land mit den langlebigsten Menschen sei Persien, in Europa aber gebe es die ältesten Leute oder die meisten ältesten Menschen in Bulgarien. Bei uns in Westeuropa streiten sich, angekränkelt durch Kultur und Zivilisation, nicht mehr Länder, sondern höchstens einige Landschaften, und in England gar einige Dörfer um die Ehre der Langlebigkeit. So liegt denn mitten im Hertfordshire ein Dörflein, Benington genannt, sonst nicht besonders bemerkenswert, aber berühmt durch seine alten Leute. Dutzende von Leuten werden hier über 80 Jahre alt. Ja, man hat jetzt eine Familie festgestellt, in der noch sechs Schwestern leben, die alle die 80 überschritten haben. Bei alten Leuten interessiert natürlich immer das Rezept. Bringt man die gute Luft und die Erblichkeit des Altwerdens in Abzug, dann bleibt dennoch eine gewisse Lebensart, die das Altwerden ermöglichte. So haben wir denn die Schwestern gefragt:„Ich bin Mary Anne Carter,“ sprach die älteste von den sechs Schwestern:„Ich werde in einigen Tagen 90. Mit meinen Schwestern zusammen bin ich 510 Jahre alt. Ja, wenn unsere Betty noch lebte. Aber die ist so früh gestorben. Mit 83 Jahren. Wie wir das gemacht haben— so alt zu werden? Nun, wir haben immer gearbeitet und immer arbeiten müssen. Und noch eines, ja, wir sind immer früh zu Bett gegangen und früh aufgestanden. Und in der Stadt sind wir nur selten gewesen. Wenn wir von dort kamen, waren wir ganz krank. So haben wir's gemacht. Und mehr können Ihnen meine kleinen Schwestern auch nicht erzählen...“ Manfred von Ragenthin ging voll Unruhe vor der Freitreppe auf und ab, als er zurückkam. Er war aufs höchste bestürzt, als er sah, daß Klaus Jutta nicht mitbrachte. Sofort kam ihm der Gedanke: es ist ein Unglück geschehen! Aber er hielt mit einer Aeußerung darüber zurück, als er die tiefe Erregung und das förmlich verfallene Gesicht des Sohnes gewahrte. „Vielleicht ist sie absichtlich nicht zur Bahn gegangen, sondern hat einen der Nachbarorte aufgesucht, um von dort aus in die Stadt zu gelangen,“ tröstete er.„Aber da könnte man doch erst morgen an ihren Onkel telegraphieren, ob sie sich eingefunden hat. Ich schlage vor, nicht so lange zu warten, sondern mit unseren Leuten die ganze Umgebung abzusuchen. Vielleicht ist sie unterwegs irgendwo gesehen worden, so daß wir sie in einem der nächsten Dörfer finden werden.“ Klaus nahm den Vorschlag begierig auf. Sie gingen nach dem Inspektorhause hinüber und setzten den Inspektor von Juttas Verschwinden in Kenntnis. Der bejahrte Beamte machte sich sofort auf, um die Gutsarbeiter zusammenzurufen. Kurze Zeit darauf standen die Leute vollzählig auf dem Gutshof versammelt. Manfred von Ragenthin unterrichtete sie mit knappen Worten darüber, um was es sich handelte, und fragte, ob Jutta zufällig von jemanden gesehen worden sei. Da meldete sich einer der Geschirrführer. „Ich habe das Fräulein gesehen. Ich kam mit einem Geschirr im Galopp die Landstraße her, um noch einigermaßen trocken nach Hause zu kommen, da lief sie mir kurz vor den Pferden über den Weg. Beinahe hätt' ich sie überfahren. Ich wunderte mich, wo sie bei dem Gewitter hin wollte, und habe ihr nachgesehen— sie ging über die Wiesen nach dem Walde zu.“ „Hatte sie Gepäck bei sich?“ forschte Manfred von Ragenthin erregt. „Nein!=Sie war auch ohne Hut und Mantel.“ Durch Manfred von Ragenthins Gestalt ging ein Ruck. „Los, Leute! Schnell! Was an Laternen da ist, hergeholt!“ kommandierte er. Die Leute stoben auseinander. Wenige Minuten später standen sie mit brennenden Laternen in der Hand wieder beisammen. Mit raschen Schritten ging es hinaus in die Dunkelheit. Der Geschirrführer führte den Trupp bis zu der Stelle. wo er Jutta getroffen hatte. Dann ging es quer über die nassen Wiesen hinüber nach dem Walde. In langgezogener Kette schwärmten sie in den Wald ein. Spuren waren auf dem vollgesogenen, moosigen Waldboden nicht zu entdecken. Auf Geratewohl ging es vorwärts. Zersplitterte Stämme und umgestürzte Bäume versperrten hier und da den Weg. Nasse Zweige schlugen den Männern klatschend ins Gesicht. Wie riesige Leuchtkäfer schwankten die flackernden Läternen durch die Dunkelheit hin. Stunden vergingen. Von Jutta fand sich keine Spur. Auf einer Waldschneise ließ Manfred von Ragenthin anhalten. Er verteilte die Leute und hieß sie, in einzelnen Trupps nach allen Seiten hin ausschwärmen. Hier auf der Schneise, bei den drei aufgeschichteten Holzstößen, wollte man wieder zusammentreffen. Wieder ging es vorwärts durch den weglosen, dunklen Wald. Rufe schwirrten hin und wieder verhallend durch die Dunkelheit. Sternenlos stand der Himmel über den endlos scheinenden Waldbreiten. Es war tief in der Nacht, als sich der letzte der Trupps wieder an der vereinbarten Stelle einfand. Jutta war nicht gefunden worden. Die Leute waren sichtlich erschöpft und trieften vor Nässe. Klaus hing das Haar in feuchten, wirren Strähnen um den Kopf. „Es ist zwecklos, heute noch weiter zu suchen,“ erklärte Manfred von Ragenthin resigniert.„Wir können erst morgen früh weitere Schritte unternehmen." Schweigend ging es wieder zurück. Vater und Sohn wagten nicht, ihren heimlichen Vermutungen und Befürchtungen Ausdruck zu geben. Klaus spürte eine seltsame, dumpfe Leere im Kopfe. So also mußte der Tag enden, der sein Glück hatte offenbar machen sollen! Glück und Glas— wie bald bricht das! Mit geradezu schmerzhafter Deutlichkeit glaubte er dies Wort plötzlich durch die dumpfe Leere klingen zu hören, die in ihm war. Ol.— Lotte hatte ganz genau gewußt, was sie gestern abend damit hatte sagen wollen! Sie war sich zweisellos bereits völlig im klaren gewesen über Schritte, die sie unternehmen wollte. Wie mochte sie Jutta zugesetzt haben, daß die Geliebte mitten in dem rasenden Unwetter von der Stätte geflohen war, die ihr die Liebe zur Heimat machen sollte! Einen Augenblick legte sich ihm der Gedanke, daß Lotte mit ihrer Behauptung doch recht haben könnte, wieder schwer aufs Herz. Aber er vertraute dem Wort des Vaters. Und so grausam konnte das Schicksal ja auch nicht sein. Nein, die Grausamkeit lag allein bei Lotte, die sich angemaßt hatte, Schicksal zu spielen und die Dinge heimlich und mit raffinierter Berechnung nach ihrem Willen und zu ihren Gunsten zu lenken. Zorn und Empörung brannten in Klaus, als er wieder bei diesem Gedanken angelangt war. Es war schon recht und gut gewesen, daß er den Vater gebeten hatte, ihm die Abrechnung mit Lotte zu überlassen. Ihm kam das in erster Linie zu, und er würde der Heuchlerin die Maske schon gebührend vom Gesicht reißen. Der Trupp der Heimkehrenden näherte sich dem Schlosse. Als man aus dem Walde heraustrat, sah Klaus von weitem einen matten Lichtschein im Erdgeschoß des Schlosses. Anscheinend waren Lotte und die Tante trotz der späten Stunde noch auf, um die Zurückkehrenden zu erwarten. Sie mochten vielleicht fürchten, daß man Jutta zurückbrachte. Klaus machte den Vater darauf aufmerksam und erklärte ihm, daß er sofort mit Lotte sprechen werde. Manfred von Ragenthin verabschiedete die Leute, als man das Schloß erreicht hatte, und sprach ihnen seinen Dank aus. Dann begab er sich mit Klaus hinein. Die beiden Frauen waren in der Tat noch auf. Der Frau Regierungsrat fiel es offenbar schwer. sich unbefangen zu zeigen. Lotte aber atmete erleichtert auf, als sie sah, daß Klaus und sein Vater ohne Jutta zurückkamen. Sie hatten im stillen wirklich befürchtet, daß man die Vermißte finden und das geschickt eingefädelte Spiel aufdecken würde. Manfred von Ragenthin wandte sich mit einem Gesicht, das nichts Gutes verhieß, sofort an die Schwägerin: „Willst du mal einen Augenblick mit in die Bibliothek, hinüberkommen!? Ich habe mit dir zu sprechen.“ Sie sah ihm mit einem raschen, unsicher forschenden Blick in das finstere Gesicht. Dann erhob sie sich mit rotem Kopf. Stumm ging Manfred von Ragenthin ihr voran. Klaus und Lotte waren allein. Klaus stand im Zimmer grad unter dem Kronleuchter, dessen Licht voll auf sein abgespanntes, aber von tiefer Erregung zeugendes Gesicht fiel. Mit einer heftigen Bewegung strich er das wirre, feuchte Haar zurück. Lotte musterte ihn verstohlen. Sie wollte eben eine Frage nach Jutta stellen, als er sich ihr mit einer scharfen Bewegung zuwandte und begann: „Ich habe ein paar Fragen an dich...“ Lotte richtete sich langsam auf. „Bitte1?“ Er sah ihr fest und scharf in die Augen. (Fortsetzung folgt.) Staviskys Glück und DER MANN, DER FRANKREICI SCIILUG Von F. da Costa. Alle Rechte durch„Nationalen Pressedienst, Berlin N 58“ 5. Fortsetzung.(Nachdruck verboten.) Stavisky weiß bereits, wie man sich ungeheure Kredite beschaffen kann, wie man Bankdirektoren betört und zur Hergabe von Geldern veranlaßt. Er weiß, wie man Aktiengesellschaften gründet und die Aktionäre um ihr Geld prellt. Er weiß, zu all dem gehören Verbindungen und nochmals Verbindungen. Dazu gehören Freundschaften mit Politikern, die einem Konzessionen und Aufträge zuschanzen können. Dazu gehören Freundschaften mit der Polizei. Es kann die Freundschaft jedes Beamten der Exekutive, vom einfachen Polizisten bis zu den mächtigsten Statsanwälten gebrauchen. Alerander Stavisky schüttet das Geld in ungeheuren Mengen aus. Ihm ist kein Betrag zu hoch, um sich eine wertvolle Freundschaft zu erkausen. 150 Strafakten sind im Laufe der Zeit gegen ihn angelegt worden. Steckbriefe laufen gegen ihn. Unzählige Verfahren sind nei den Gerichten gegen ihn eröffnet worden. Aber das kann ihn setzt schon nicht mehr stören. Zu hoch ist er schon gestiegen, zu zallreich und mächtig sind seine Verbindungen. Er hat genügend Aerzte an der Hand, die ihm zu jeder Minute bescheinigen, daß er krankheitshalber den Termin nicht wahrnehmen könne. Will man ihn verhaften, so genügt ein Anru bei einem seiner politischen Freunde und der erhobene Arm der Gerechtigkeit wird aufgehalten. Stavisky wird mächtiger und mächtiger. Außerdem gehört er jetzt zur Gesellschaft. Er ist ein Mann der oberen Zehntausend in Frankreich geworden. Der Name Stavisky, der in so unzähligen Protokollen, Strafakten und Steckbriesen steht, wird ihm langsam unbequem. Er will nicht mehr Stavisky heißen. In kurzer Zeit erreicht er sein Ziel: Der Name Stavisky verschwindet und er heißt jetzt: Monsieur Alexandre. Das, was früher sein Spitzname war, ist jetzt sein legaler Name geworden. Ein Name, den man mit Achtung nennt; ein Name, der Bankdirektoren zum Telephon stürzen läßt, wenn der große, allmächtige Alexander bei ihnen anruft und einen neuen Kredit verlangt. Sein Name ist Gold wert. Was er anfaßt, wird Gold und die Bankdirektoren schwören auf ihn als den großen Mann der Zukunft. Und so wird ihm sein Spitzname sogar so legal, daß die Polizei nicht zögert, ihm einen vollwertigen Paß auf den Namen Alexandre auszustellen. Stavisky ist tot, es lebe Monsieur Alexandre... Was kann ihm jetzt noch ein armseliger Haftbefehl gegen Stavisky ausmachen? Erist nicht Stavisky, er ist Monsieur Alexandre, der Mann, der Gold an den Händen hat, und wo er etwas berührt, bleibt Gold hängen. Alle profitieren von diesem Goldstrom, die Polizeibeamten, die Justizangestellten, die Rechtsanwälte, die Aerzie.... In kurzer Zeit gibt es bei den Pariser Banken für sieben Millionen Franken Schecks, die Monsieur Alexandre ausgegeben hat. Niemand weiß später, wofür diese sieben Millionen eigentlich gezahlt worden sind. Und die, die es wissen müßten, haben allen Grund, darüber zu schweigen. Stavisky gründet Bankunternehmen, kauft Juweliergeschäfte, gründet Konzerne mit hochtrabenden Namen. Er gibt die üppigsten Diners und Soupers in Paris. Lukull speist bei Lukull, heißt es von demjenigen, der bei Monsieur Alexandre dininert oder soupiert. Rauschende Feste tragen den Namen des neuen Gottes über ganz Frankreich. Geld zieht Geld an. Monsieur Alexandre hat Geld, und es zieht bei ihm immer Geld an. Und in dieser Zeit tritt ein großes Ereignis in sein Leben. Die große Liebe tritt ganz plötzlich und unerwartet in das Leben dieses großen Abenteurers. Und, es ist seltsam, daß von diesem Augenblicke an sein Leben von einer gewissen Tragik umwittert wird. Es ist schon der„Große Alexander“, der im Jahre 1925 in eines der elegantesten Modehäuser am Champs Elysée tritt, um seiner augenblicklichen Freundin— zur Abwechesung eine rassige spanische Tänzerin— eine elegante Abendtoilette zu kaufen. Mannequins führen die raffiniertesten Toiletten vor. Plötzlich zuckt Monsieur Alexandre zusammen. Ein Manequin ist erschienen, dessen Anblick ihm sofort den Atem nimmt. Diese Frau ist ungewöhnlich schön, aber schöne Frauen hat Monsieur Alexandre genügend in seinem Leben kennen gelernt. Schönheit allein ist es nicht, die sein Blut aufrauschen läßt. Er weiß im ersten Augenblick selbst nicht, warum sein Herz beim Anblick dieses Mannequins schneller zu schlagen beginnt. Zum ersten Male in seinem vielbewegten Leben empfindet er Achtung vor einer Frau. Was ist mit dieser Frau...? fragt er sich selber verstört. Warum ist sie so ganz anders als all die anderen Frauen, die er bisher auf seinem Wege kennen gelernt hat, die von ihm nur Leidenschaft wollten und die Leidenschaft als Liebe nahmen. Als er sie dann verstohlen von der Seite mustert, kommt ihm leise die Erkenntnis, wodurch sich diese Frau von all den anderen Frauen unterscheidet. Irgendein Atem von Lauterkeit geht von ihr aus. In Eile und verstohlen schreibt er einen Zettel hinter dem Rücken seiner Freundin, der spanischen Tänzerin. Er bittet darin den schönen Mannequin— Violette heißt sie— um ein Rendezvous. Während er nahe an Violette herantritt, um das Kleid besser bewundern zu können, läßt er verstohlen den Zettel in ihre Hand gleiten. Aber was ist das? Ist Alexander ungeschickt gewesen...? Der Zettel gleitet zu Boden und bleibt achtlos vor den Füßen Violettes liegen. Sie tritt darauf. Alexander bückt sich schnell und hebt verstohlen den Zettel auf. Ein zweites Mal versucht er ihn in ihre Hand zu schieben, aber diesmal merkt er deutlich, daß Violette die Hand nicht öffnet, sie hat sie zur Faust geballt. Ein Blick Violettes trifft ihn, so abweisend, so kühl, so vernichtend, daß Alexander zum ersten Male in seinem Leben errötet. Diable! Eine solche Frau ist ihm noch nicht vorgekommen. Er kauft das Kleid, das die Tän zerin haben möchte und verläßt in ungewöhnlicher Erregung den Modesalon. Da ist etwas in ihm aufgewühlt, daß er in seinem Leben noch nie gekannt und gespürt hat. Er verabschiedet seine Freundin sehr schnell, die ihn schmollend verläßt. Alexander verbringt den ganzen Rest des Tages in einem kleinen Café gegenüber dem Modesalon, in dem Violette beschäftigt ist. Er muß sie unbedingt heute noch einmal sprechen. Er wartet Stunden um Stunden. Schließlich werden die Läden geschlossen. Die Angestellten des Modesalons verlassen ihre Arbeitsstätte. Violette ist eine der letzten, die den Modesalon verlassen. Zuerst erkennt er sie kaum. So einfach, so bescheiden, fast dürftig gekleidet, verläßt sie das elegante Geschäft. Trotzdem, an diesem weichen, wiegenden Gang, an dieser stolzen und abweisenden Haltung des Kopfes erkennt er sie sofort. Er geht hinter ihr her und zum ersten Male spürt er, der große Abenteurer, etwas wie Befangenheit. Violette steht wartend an der Omnibushaltestelle. Alexander spricht Violette an. Violette antwortet nicht. Wieder trifft ihn dieser kühle abweisende Blick, der ihn immer mehr erregt. Alexander spricht eifrig auf sie ein. Aber er macht ungeheure taktische Fehler bei dieser Frau. Er hat sein ganzes Leben mit Lebedamen zugebracht und er spricht in der Sprache dieser Welt. Alexander verspricht ihr Schmuck und Kleider und den Himmel auf Erden. Sie antwortet immer noch nicht. Aber als er wagt, von Geld zu sprechen, flammt ihr Blick plötzlich auf. Sie zeigt auf eine der eleagnten Kokotten, die vorbeigehen. „Diese Frauen sind für Sie!“ sagt sie scharf, und ehe Alexander weiß, was geschieht, ist sie auf einen vorüberfahrenden Autobus aufgesprungen. Alexanders Gesicht brennt rot, als habe er einen Backenstreich bekommen. Ihm das! Ihm, dem großen Alexander! Seine Gefühle schlagen plötzlich in Wut um. „Sie ist eine ganz Raffinierte! Aber ich werde schon hinter ihre Schliche kommen“, sagt er ärgerlich zu sich. Am nächsten Tage hetzt Alexander einen Detektiv auf die Spur von Violette. Er ist jetzt fest davon überzeugt, daß alles nur Komödie war, um sich interessant zu machen. Sicher hat auch sie ihre Freunde, wie die meisten Pariser Mannequins. Aber er wird ihr die Maske vom Gesicht reißen. Aber als der Detektiv berichtet, sieht Alexander, daß er die Schlacht verloren hat. Der Detektiv hat festgestellt, daß Violette tatsächlich keinen Freund hat. Sie ist fast ohne Geld und nur auf ihr schmales Gehalt angewiesen. Sie besucht keine Vergnügungslokale, sondern sie lernt des Abends fremde Sprachen. Verehrer umringen sie, aber es ist bekannt, daß sie bisher alle abgewiesen hat. Ja, es ist also wahr, diese Frau ist ebenso tugendhaft wie schön. Trotzdem, als der Detektiv Alexander verlassen hat, ist er plötzlich so glücklich, als hätte er den schönsten Tag seines Lebens gefunden. Und nun beginnt er, seinen Krieg gegen die uneinnehmbare Feste der tugendsamen Violette. Seine unablässigen Bemühungen um sie erwecken schließlich doch ihr Interesse, und er kann sie erst dann wirklich gewinnen, als er ihr die Ehe verspricht. Alexander ist so verliebt in sie, daß er ihr nicht nur die Ehe verspricht, sondern schwört, ihr die ganze Welt vor die Füße legen zu wollen Violette ist keine Frau, die mit ihren Erfolgen prahlt. Sie ist jetzt die Frau eines reichen Mannes und, wie sie glaubt, auch eines Ehrenmannes Sie verläßt ihre Stellung im Modesalon, ohne zu erzählen, warum sie fort geht. Sie ist still und bescheiden gegangen, sowie es ihrem ganzen Charakter entspricht. Zwei Jahre später hört sie, daß der Modesalon in dem sie gearbeitet hat, Verluste gehabt haben soll. Eines Tages fährt ein mächtiger Rolls Royce vor dem Modesalon vor. Ein schwarzer Diener reißt den Schlag des Wagens auf. Eine elegante Dame betritt den Modesalon. Der Chef stürzt der Kundin entacaen. Plötzlich stutzt er und sieht verwirrt auf. Diese Frau mit den Allüren einer großen Dame von Welt ist ja Violette, sein früheres Mannequin. Violette kauft für zweihunderttausend Franken Abendkleider, aber der Chef muß zugeben, daß sie auch jetzt noch ebenso höflich und bescheiden ist wie früher. Reichtum und Luxus haben sie nicht arrogant und hoffärtig gemacht. „Das ist eine Frau...!“ ruft der Chef begeistert aus und blickt ihr nach, als sie den Laden verläßt... * Nein, Violette ist nicht arrogant und hoffärtig geworden. Sie ist im Grunde ihres Charakters der stille und bescheidene Mensch geblieben, der sie immer gewesen ist. Aber sie liebt Alexander und Alexander verlangt, daß sie wie eine Königin gekleidet geht. Er wünscht, daß sie große Bälle besucht und ist glücklich, wenn ihr die ganze Herrenwelt von Paris zu Füßen liegt. Alexander ist dann stolz, wenn er weiß, diese Frau gehört ihm. Sie ist ganz sein Eigentum, und er kann sich zum ersten Male im Leben auf eine Frau verlassen, wie auf sich selbst. Und wirklich, Paris und die Pariser Gesellschaft liegt der schönen Frau Violette zu Füßen. Ihre Jours sind die besuchtesten und elegantesten in Paris. Kunst, Diplomatie und Hochfinanz verkehrt bei Frau Violette. Keiner geht von ihr fort, ohne nicht entzückt zu sein. Sie ist die charmanteste Frau von Paris! Violette hatte Alexander Glück gebracht. Sie hat ihm neue Verbindungen geschaffen, und er weiß sie auszunutzen. Eine Frau wie diese kann nicht die Frau eines Betrügers sein, sagt sich jeder, wenn irgend wo ein Zweifel laut wird. Sie schafft ihm eine Sphäre des Vertrauens. Der Betrüger Stavisky sieht seine Saat reich aufgehen. Aber man muß ihm soweit Gerechtigkeit angedeihen lassen, daß er eine Frau nicht absichtlich als Lockvogel benutzt. Er möchte sie nur aller Welt zeigen, wie man gern etwas Schönes und Kostbares zeigt, was man besitzt. Er liebt diese Frau wirklich. Er liebt auch eine beiden Kinder von Herzen, die ihm diese Frau schenkte. Ein Junge und ein Mädel... Alexanders Glückssonne steht im Zenith. (Schluß folgt.) Die kleinste Wanduhr der Welt. Eine Ehrengabe für Kaiser Franz Joseph. In dem sogenannten Roten Zimmer in der Hofburg in Wien befindet sich neben anderen Kostbarkeiten, die von jeher die Besucher aus aller Welt lebhaft interessiert haben, auch die kleinste Wanduhr der Welt als besondere Sehenswürdigkeit. Dieses kleine Pendelührchen, das nur ganze drei Zentimeter groß ist, wurde von einem Meister der Uhrmacherkunst, dem Invaliden Karl Stift, in monatelanger, mühseliger Arbeit hergestellt. Als dann Kaiser Franz Joseph im Jahre 1908 sein 60jähriges Regierungsjubiläum feierte, wurde ihm diese winzige und zierlich kleine Wanduhr, die dem Monarchen Zeit seines Lebens besondere Freude bereitet hat, von der Uhrmacherinnung der Stadt als Ehrengabe überreicht. Seitdem hat sich wohl manches geändert, aber das kleine Uehrchen dort an der Wand in dem Roten Zimmer in der Wiener Hofburg läßt immer noch sein leises Tick=Tack hören. Beschleunigte Fahrt. Von B. Ericson. Kapitän Sparring kam herunter in seine Kajüte. Er wollte sich schlafen legen, aber er war zu müde, um sich auszuziehen. Er setzte sich an den Tisch und ließ ausruhend den Kopf auf die Arme sinken. Eine ganze Woche hindurch hatte er keinen Schlaf gehabt, obwohl das Wetter verhältnismäßig gut war. Augenblicklich hatte das Schiff so große Fahrt, daß der Kohlenverbrauch übernormal sein mußte. Aber er hatte ausgerechnet, falls er vor drei Uhr nachts Nückelneß passieren konnte, würde er zeitig am Samstagmorgen den Hafen erreichen und konnte noch löschen. Und mit neuem Ballast noch am selben Abend weiter. Kam er aber später an, riskierte er, über Sonntag liegen zu bleiben. Das bedeutete für die Reederei eine vermehrte Ausgabe von vielen Hunderten von Mark, nicht nur durch das Hasengeld, sondern auch, weil die neue Fracht mindestens einen Tag verspätet an Bord kam. Er hob den Kopf und lauschte. Ging die Maschine nicht etwas langsamer? Er nahm seine Uhr hervor und zählte die Umdrehungen der Maschine. Es waren nicht soviel in der Minute, wie es sein sollten. Das war reine Opposition! Der Maschinenmeister war an möglichst wenig Kohlenverbrauch interessiert, und außerdem wollte er gern einen Sonntag an Land verbringen. Darum hatte er die Fahrt vermindert. Der Kapitän sprang auf. Er war wütend, daß man seine Berechnungen über den Haufen werfen wollte. Seine erste Eingebung war, mit einem Donnerwetter dazwischen zu fahren. Aber er überlegte. Gab es Krach, würden alle Heizer gemeinsame Sache mit ihrem Vorgesetzten machen. Er war nicht einmal ganz sicher, ob der Steuermann auf seiner Seite stehen würde. Wer wollte wohl nicht gerne einen Ruhetag haben im Hafen? Er selber würde gar zu gern ausruhen können. Aber er hatte die Pflicht, die Interessen der Reederei um jeden Preis zu wahren. In seiner Ratlosigkeit kam er auf den Gedanken, den Radiotelegraphisten Soerensen anszuhorchen, mit dem er sonst nur das Nötigste sprach, weil er mehr als erwünscht seine Tochter anblickte. Zwar war ihm nicht klar warnin, wenn auch Soerensen ein recht tüchtiger Mann war. Außerdem war er gut Freund mit allen an Bord. Er war friedfertig und zuverlässig. Und was man ihm sagte, behielt er sicherlich für sich. Ohne weiteres nachzudenken, ging der Kapitän hinauf in die Radiostation. Er fragte wir nebenbei:„Na, Soerensen, Sie reuen sich wohl schon auf einen Sonntag an Land?“ „Daraus wird wohl nichts werden, Kapitän“, antwortete Soerensen mit schwachem Lächeln. „Nein. Nicht, wenn es nach mir geht: Aber es kommt ganz darauf an, wie schnell wir fahren. Ich habe den Eindruck, daß wir die Fahrt vermindern. Vielleicht liegt's an den Kohlen." Soerensen sah den Kapitän offen an. Sein Blick besagte, daß er den Zusammenhang begriffen hatte. Nach einigem Nachdenken meinte er:„Falls Sie es wünschen. Kapitän, könnte ich vielleicht eine bessere Fahrzeit veranlassen.“ „Sie— wieso?" „Ah, ich schicke dem Maschinisten nur drei Wörter, und er wird fahren, was die Maschine herhält.“ Der Kapitän sah ihn einen Augenblick zweifelnd an. Dann rief er den Schiffstungen. Und etwas später rannte der in den Maschinenraum mit einem Stück Papier in der Hand. Es überstieg des Kavitäns Fassungsvermögen, daß der Telegrafist die Möglichkeit hatte, auf den Maschinisten einzuwirken. Er aina wieder in seine Kabine, um ein drückendes Machtlosigkeitsgofühl zu überwinden. Sicher hatte Soerensen ihn zum Narren gehabt. alle an Bord waren gegen ihn. Wieder nahm er die Uhr zur Hand und zählte die Umdrehungen noch einmal. Und sein Mißmut wich einem wachsenden Erstaunen. Die Fahrt war erhöht! Nun aina es so vorwärts, wie es sollte. Ja, es schien ihm, als aina es jetzt noch etwas schneller als vorhin War es denkbar, daß Soerensen das geschafft hatte? Und worin bestand sein Einfluß? Er wurde nicht klug daraus. Sparrina gina hinauf auf die Kommandobrücke. Er sprach nicht, lief nur auf und ab, wie er es oft tat, wenn ihn etwas beschäftiate. Hin und wieder sah er nach der Uhr und lauschte dem Stampfen der Maschine. Nun war es ziemlich sicher, daß die Fahrt schneller ging, als er angeordnet hatte. Er blieb auf der Brücke, bis man gegen halb drei Uhr Nickelpaß passiert hatte, erst da ging er zur Ruhe. Zeitig am Morgen war man im Hafen. Und kurz nachdem man begonnen hatte, zu löschen, hörte Der falsche Gorguloff hingerichtet? Neue Sensation um den Präsidentenmörder. Das tragische Ende des Präsidenten der französischen Republik, Doumer, und der darauffolgende Mordprozeß hatten monatelang die Welt in Atem gehalten. Doumer war bekanntlich bei der Eröffnung einer Ausstellung von dem russischen Abenteurer Gorguloff erschossen worden. Der Mörder, der eine äußerst bewegte Vergangenheit hat und in der Verhandlung den Eindruck eines wirrköpfigen Fanatikers machte, wurde von den Geschworenen zum Tode verurteilt und in Paris hingerichtet. Jetzt kommt aus der Heimatstadt Gorguloffs, dem russischen Städtchen Labinsk, eine Nachricht, die geeignet ist, eine neue Sensation in den schon längst erledigt geglaubten Fall hineinzutragen. Eine Abordnung der Einwohner des Städtchens Labinsk erschien bei der Stadtverwaltung und protestierte im Namen der Familie Gorguloffs und der übrigen Bürger dagegen, daß Gorguloff als der Mörder des Präsidenten Doumer hingestellt wird. Der wirkliche Gorguloff, dessen Personaldaten vollkommen mit denen übereinstimmen, die der Mörder angegeben hatte, sei schon im Jahre 1917 bei den Kämpfen um Horozanka gefallen. Der Mann, der seinen Namen später mißbrauchte, sei zweifellos ein Betrüger, der sich die Papiere des Gefallenen angeeignet hatte und sich später aus irgendwelchen Gründen für Gorguloff ausgab. Es bleibt abzuwarten, wie sich die französischen Justizbehörden zu diesen Erklärungen stellen werden. Sollte sich der Protest der Bürger von Labinsk als berechtigt erweisen, so wäre damit der ungewöhnliche Fall gegeben, daß ein Soter wegen einer Mordtat zum Tode verurteilt und— hingerichtet worden ist. König Ahabs Elfenbeinpalast. Von amerikanischem Forscher entdeckt. Seit langer Zeit befanden sich Archäologen auf der Suche nach dem sagenhaften Prunkbau, der sich einmal auf dem Boden des alten Samaria erhoben und die Residenz des biblischen Königs Ahab und seiner Gattin Isabel gebildet. haben soll. Dieser Palast soll nach der biblischen Ueberlieferung aus Elfenbein gebaut gewesen sein. Es heißt dann weiter in der Bibel, daß Gott die Bewohner Samarias geschlagen habe und daß die Stadt mitsamt dem prächtigen Königspalast vom Erdboden verschwunden sei. Nun teilt der amerikanische Archäologe Lake, Professor der Harvard=Universität, mit, daß es ihm gelungen sei, Spuren dieses Palastes zu entoecken. In der Nähe Samarias, die einstmals eine große, blühende Stadt war, stieß er bei Grabungen auf mehrere tausend Bruchstücke und Splitter von Elfenbein, die zum Teil Spuren eines Brandes erkennen ließen. Professor Lake nimmt an, daß es sich mit größter Wahrscheinlichkeit um Ueberreste des Ahabschen Palastes handelt, dessen Möbel ja aus Elfenbein gewesen sein sollen. Dieses Elfenbein war von Aegypten nach Samaria eingeführt worden. Sparring eine wütende Stimme. Der Maschinist fragte den Telegrafisten:„Was sahn Sie für Gespenster, Soerensen? Das Wasser ist doch herrlich! Warum schickten Sie mir denn den Zettel?“ „Verzeihung, Meister“, antwortete Soerensen langsam.„Ich hätte mich deutlicher ausdrücken sollen, damit Sie verstanden, daß der Alte das Unwetter vorbereitete! Ich sah ihn dastehen und mit einem Ausdruck in den Maschinenraum starren, als habe er Lust, euch allen den Schädel einzuschlagen. Und da wollte ich Sie warnen Kam er denn nachher gar nicht runter?“ Der Maschinenmeister entfernte sich mit unverständlichem Gebrumm. Später hatte Sparring Gelegenheit, allein mit dem Telegraphisten zu sprechen.„Wodurch haben Sie die erhöhte Fahrt erreicht?“ „Mit nur drei Wörtern, Kapitän. Ich schrieb: Unwetter in Sicht!— Sie wissen doch auch, daß der Maschinenmeister nie ganz seesest werden wird. Deshalb besteht zwischen uns die heimliche Verabredung, wenn ich Sturmwarnung erhalte, es ihn sofort wissen zu lassen. Manchmal hat er denn auch durch erhöhte Fahrgeschwindigkeit dem Gröbsten aus dem Wege gehen können. Ich hoffe, Sie sagen ihm nicht, was ich Ihnen da erzähle.“ „Ich werde nicht aus der Schule plaudern“ Sparring stand gedankenvoll vor dem Telegraphisten.„Uebrigens, ich will gerade nach Hause schreiben— soll ich meine Tochter grüßen?" „Danke schön, Kapitän." Ein vertrauliches Lächeln glitt über des Kapitäns sonst so ernstes Gesicht.„Aber Sie können ja auch selbst schreiben— wenn Sie wollen— nur drei Wörter.“ 4 .. 4 Das kommt vom Kratzen im Ghir Heute kam ein junges Mädchen zu mir in die Sprechststunde, das mir folgendes erzählte: Sie batte vor einigen Tagen ein unangenehmes Empfinden in einem Gehörgang, das sie veranlaßte, mit der Haarnadel ein bißchen im Ohr sich zu kratzen. Zunächst hatte sie wohl etwas Linderung, dann bekam sie aber von neuem Schmerzen im Ohr, die sich immer mehr steigerten, ihr sogar die Nachtruhe raubten, und schließlich so heftig wurden, daß sie den gefürchteten Gang zum Arzt machen mußte. Beim Schlucken und Kauen hatte sie auch Schmerzen im Ohr, und vor jeder Berührung schrak sie ängstlich zurück. Ich mußte bei der Untersuchung wegen der großen Schmerzhaftigkeit sehr vorsichtig sein, brauchte aber auch nicht lange nach der Ursache der Beschwerden zu fahnden. Es handelte sich um einen Furunkel im Gehörgang, eine nicht seltene, durch die mitunter wütenden Schmerzen in übelster Weise sich auszeichnende Erkrankung. Mir ist eine Patientin erinnerlich, die mich nachts deswegen holen ließ und erst nach einer Morphiumeinspritzung zur Ruhe kam. Jedenfalls hatte das Herumkratzen mit der Haarnadel, das, wie erwähnt, meine heutige Patientin mir eingestand, die Gehörgangshaut verletzt und dadurch den Furunkelerregern den Eingang freigemacht. Nun ist im Gehörgang nur sehr wenig Platz; die Haut ist nicht durch Fettmassen unterpolstert„sondern liegt fast unmittelbar dem Knochen auf. Man kann deshalb verstehen, daß jeder raumbeschränkende Vorgang zu heftigen Schmerzen führt. Nicht selten kommt durch Gehörgangsfurunkel eine beträchtliche Schwellung der ganzen Ohrmuschel und ihrer Umgebung zustande, das Hören wird dadurch sehr behindert und bei oberflächlichem Zusehen eine Erkrankung des Mittelohres und der Schädelknochen vorgetäuscht. Schon, um darüber Klarheit zu haben, ist ärztliche Hilfe unbedingt erforderlich: man soll' auch keinesfalls auf irgendwelche Vertröstungen sich verlassen. Durch Anwendung von Wärme erreicht man nicht selten, daß der Furunkel sich zurückbildet. Vorzügliche Dienste leistet hierbei das Bestrahlen mit der Soluxlampe; ich habe heute wieder einmal feststellen können, wie günstig die heftigen Schmerzen dadurch beeinflußt werden. Auch wenn die Bestrahlung oder im Notfall anderweitige Wärmeanwendung— etwa durch Auflegen von heißen Kamillenkissen oder heißem Kartoffelbrei— den Furunkel nicht verschwinden läßt, leistet sie doch gute Dienste dadurch, daß sie das Reifwerden beschleunigt Ein kleiner Einstich befreit dann schnell von allen Beschwerden. Durch Einlegen salbengetränkter Gazestreifen in den Gehörgang verhütet man, daß die kleine Stichöffnung sich zu früh wieder schließt. Sehr brauchbar ist gerade zur Behandlung von Gehöraanasfurunkeln die nach Angabe von Professor von Wassermann hergestellte Histoninsalbe, die gleichzeitig verhindert, daß an den ersten Furunkel sich noch mehrere anschließen. Sie enthält Gegengifte speziell gegen Furunkelerreger. Jedenfalls kann man nur davor warnen, mit Haarnadeln oder anderen Instrumenten im Gehörgang herumzukratzen. Es ist schließlich nicht nötig, erst durch Schaden klug zu werden! Was kann man mit alten Strümuten machen? Die sparsame Hausfrau ärgert sich jedesmal, wenn sie ein Paar arg zerstopfte Strümpfe wegwerfen muß. Kann man sie denn nicht noch irgendwie verwenden? Gewiß! Anbei einige Ratschläge: 1. Hat man gleichfarbige Strümpfe. die ebenso zerrissen sind, so setzt man in das eine Paar eine Sohle ein. Man schneidet knapp den zerrissenen und zerstopften Teil aus, schneidet dann doppelt aus dem anderen Paar eine neue Sohle, die einen Zentimeter größer zugeschnitten wird. Dann zieht man den auszubessernden Strumpf links über einen festen Leisten und heftet die Sohle ein. Man näht aber besser mit der Maschine zwei= bis dreimal ringsherum und besticht den losen Rand. 2. Hat man nur ein paar derselben Farbe, so schneidet man den Füßling schräg nach oben ab und näht die Schnittkanten ebenfalls mit der Maschine mehrmals zusammen, besticht wie bei eins. Der Strumpf zieht sich nach dem Fuße und kann wenigstens im Hause noch gut getragen werden. Wird er etwa durch mehrmaliges Abschneiden zu kurz, setzt man oben, unter dem Kleid. ein Stück an oder schneidet den meist sehr breiten Saum auf an der oberen Kante von links, näht ihn dann schmaler. Auch kann man zu kurze Strümpfe noch immer im Winter unterziehen unter bessere. 3. Geht alles das nicht mehr, so trennt man die Strümpfe auf und gewint dadurch gutes Stonfgarn wenn man diese Fäden zu drei oder vier alesch aufwickelt. Nur muß man sehen, wie die Naht zusammengenäht ist. Meist ist der Strumnf flach gemeht und dann überwendlich zusammengehracht. Die Naht muß vorsichtig mit einer Nadel aufgetrennt werden. Dann bleibt der Faden gut und man kann den Strumpf auftrennen. Ich gemine dadurch fast mein ganzes Stanfgarn, das besser ist als das in Knäulchen gekaufte. Lackschube, Risse. Fangen Lackschube an, brüchig zu werd. so spanne man sie auf einen Leisten und reihe die Stellen wiederholt mit Eiweiß ein. Eiweiß macht den Lack wieder geschmeidig.— Man kann auch mit einem Stückchen Hartmachs, das man in Drogenbandlungen zu kaufen bekommt, die brüchig gewordenen Stellen bestreichen: der Erfolg ist der gleiche. Mit einem wollenen Lanven oder besser noch mit einem weichen Lederläppchen reibt man die Schuhe wieder blank. Geselligkeit mit bescheidenen Mitteln „Tages Arbeit, abends Gäste...- Die Bewirtung ist unwichtig Nur gleichgestimmte Freunde einladen Die meisten müssen sparen und sich einrichten, und man lernt es allmählich, wenn es einigen vielleicht zunächst auch schwer fällt. Eine der unangenehmsten Einschränkungen bedeutet es, auf Geselligkeit zu verzichten, aber man kann, beim besten Willen nicht mehr so oft Gäste bei sich sehen wie in früheren Jahren. Auch wenn wir unsere Gäste nur zu Kaffee und Kuchen einladen, merken wir es in unserer Wirtschaftskasse, besonders wenn sich solche Besuche häufiger wiederholen. Aber wir sollen deshalb doch nicht auf die Pflege der Geselligkeit verzichten, denn der Mensch hat es bitter nötig, sich auszusprechen. Vieles — womit er für sich allein nicht fertig werden kann— gewinnt ein anderes Gesicht, wenn er mit ihm sympathischen Menschen darüber sprechen und deren Ansicht hören kann. Man entbehrt es zu schmerzlich, wenn man seine Freunde seltener sieht, nur weil es zu viel Geld kostet, sie zu bewirten. Wäre es nicht praktisch, wenn wir in größerem Maße bei uns die Picknick=Gesellschaften durchführten? Der eine hat vielleicht eine große Wohnung,— der steuert dann nichts weiter bei als eben die Räume und die Beleuchtung, ein anderer bringt Rauchbares mit, ein dritter selbstgebackene Kuchen, ein vierter Kaffee oder Tee. Wenn man das Abendbrot gemeinsam einnehmen will. so soll man die Beteiligten beratschlagen lassen, was jeder zum gemeinsamen Mahl beisteuern zu können glaubt. Es brauchen durchaus keine teuren Delikatessen zu sein, aber eine der Frauen versteht vielleicht einen guten Heringssalat zu machen die andere einen Kartoffel= oder Gemüsesalat, eine dritte kann aus Heringen köstliche Marinaden herstellen, eine vierte ist Meisterin in der Herstellung von Käsegebäck. Man trinkt Tee bei Tisch oder kann eine leichte Bowle ansetzen. im Hause ist, den seinen mitbringen, dann kann getanzt werden. Auch durch den Rundfunk kann man oft reizvolle Unterhaltung schaffen. In vielen Kreisen wird man Bridge oder ein anderes Kartenspiel spielen, man kann musizieren, vorlesen, sich unterhalten... das Leben wird wieder reich und bunt, wenn man die Geselligkeit zu neuer Blüte bringt. Man muß sich nur frei machen von der schrecklichen Vorstellung: wir können es uns nicht leisten! Wir müssen uns darauf beschränken, unsern Gästen einfache, aber schmackhafte Speisen vorzusetzen. Die Zeiten von Hummermayonnaise und Kaviar sind für fast alle dahin, aber brauchen wir ihnen nachzutrauern? Brauchen wir wirklich diese materiellen Genüsse, um ein Zusammensein mit Freunden zu genießen? Viel wichtiger als seinerzeit die Zusammenstellung eines luxuriösen Diners erscheint die richtige Zusammenstellung der Eingeladenen, denn man muß natürlich darauf Rücksicht nehmen, daß man nicht Leute zusammen einlädt, deren Anschauungen durchaus nicht übereinstimmen. Es hat keinen Sinn, daß die Gastgeber den ganzen Abend wie auf einem Pulverfaß sitzen, nur immer in Angst vor dem Augenblick, wo Lehmann und Schulze aufeinanderplatzen und die ganze Gemütlichkeit in die Luft fliegt. Man muß seine Freunde ja schließlich so weit kennen, daß man genau weiß, wen man zusammen einladen kann, ohne fürchten zu müssen, daß die Eintracht durch sie gestört wird. Denn wir wollen uns ja in diesen Feier= und Mußestunden nicht zanken und streiten, sondern wir wollen versuchen, ein Stück von der köstlichen Ausgeglichenheit um uns zu schaffen, die für unsere gehetzten Nerven das Allerwohltuendste ist. Diese Harmonie klingt noch tagelang beglückend in Zusammenkünfte dieser Art pflegen meist besonders uns nach, und wir können überzeugt sein, daß wir lustig zu sein, da alles Gezwungene, wie man bei Soupers und feierlichen Abendessen so oft findet, wegfällt. Jeder glaubt sich bei sich zu Hause, und dadurch entsteht von Anfang an eine fröhliche Stimmung. Gern wird einer der Gäste, wenn kein Sprechapparat auch in unserm täglichen Leben noch Gewinn und Vorteil davon haben, wenn wir an unsern Feierabenden ab und zu ein paar Stunden verleben; von denen wir sagen können: es hat sich wirklich gelohnt, diese Stunden gehabt zu haben. Der Arzt im Hillswerk„Mutter und Kind" Ein Stück praktische Volksbiologie- Der Mutter zur Seite Die Kameradschaft aller Welch schönes großes Dasein liegt in den Worten beschlossen: Mutter und Kind. Welch gewaltiges Aufgabengebiet, wenn es' von Staatswegen zum Leitgedanken eines großen Hilfswerks gemacht wird. Es ist beides zusammen Sinn und Inhalt jenes einundzwanzigsten Punktes im nationalsozialistischen Parteiprogramm:„Der Staat hat für die Hebung der Volksgesundheit zu sorgen durch den Schutz der Mutter und des Kindes“. Mit dem Hilfswerk„Mutter und Kind“, das nach Abschluß der Winterhilfe beginnt, lagert sich der Aufgabenkreis der NS.=Volkswohlfahrt organisch neben die Bevölkerungspolitik des nationalsozialistischen Staates. Ein Stück praktischer Volksbiologie tritt hier Leben gebend unmittelbar neben die anderen großen nationalen und sozialistischen Aufgaben, die bereits mit starker Hand ins Werk gesetzt worden sind. Bewußt stellt sich auch hier die ganze Arbeit in erster Linie auf die Förderung des erbgesunden Volksteils, auf die Hilfe für die deutsche Familie, die deutsche Mutter und ihr Kind ein. Das Hilfswerk„Mutter und Kind“ der NSV. wird die neue, die nationalsozialistische Presse mit begründen helfen. Aber zugleich ist es die Abtragung einer Dankesschuld an die vielen„unbekannten und tapferen Heldinnen des Alltags". Dabei hat gerade der Arzt im neuen Reiche in diesem Hilfswerk eine ungeheure Aufgabe zu erfüllen. Denn in den Arbeitsrichtlinien der NSV. für das Hilfswerk„Mutter und Kind“ sind dem Arzt neben den Aufgaben der wirtschaftlichen Hilfe, der Arbeitsplatzhilfe und Wohnungshilfe(um nur einen Teil des gewaltigen Aufgabenkreises zu erwähnen) eine Neihe von anderen Aufgaben zugewiesen, deren er sich im Dienste der Volksgemeinschaft mit voller Hingabe widmen wird. Ihm liegt es ob, die Erholungsbedürftigkeit der Mütter festzustellen. Er soll entscheiden, wie lange dieser Erholungsurlaub der Miitter dauern muß. Denm wenn dafür im allgemeinen auch eine Dauer von vier bis sechs Wochen vorgesehen ist. so ist doch seiner ärztlichen Entscheidung über die Mindestgrenze von vierzehn Tagen hinans Spielraum gelassen. Mit einem ortsansässigen Arzt wird gegebenenfalls ein Pauschalabkommen getroffen werden, durch das die ärztliche Fürsorge während der Er= Nationalsozialismus. holungsdauer auch für die nicht kranken versicherten Frauen geregelt wird. Seine Beratung und Unterstützung wird der Arzt auch bei den großen Fragen der Mütterschulung, die in den Händen der NS.Frauenschaft liegt, mit einsetzen. Und dann steht er selbstverständlich an erster Stelle bei der Hilfe für werdende Mütter und Wöchnerinnen, wie auch bei der Säuglingsfürsorge. So wird er die ärztliche Beratung der Mütter und der Säuglinge in den besonders vorgesehenen„Beratungsstellen“ ausüben. Es ist ausdrücklich vorgesehen, daß auf Veranlassung des Arztes der Mutter bis zu vier Wochen vor und vier Wochen nach der Entbindung von ehrenamtlichen Kräften der NSV. oder aus dem Frauen=Arbeitsdienst Hilfe im Haushalt gewährt werden kann. Dies sind nur im großen Rahmen die Aufgaben des Arztes, die in engster Zusammenarbeit mit den anderen für das Hilfswerk eingesetzten Kräften gelöst werden müssen. Da es sich um ein Werk von Dauer handelt,— denn das Hilfswerk„Mutter und Kind“ soll ja eine ständige Einrichtung der NSV. werden— wird hier wahrhaft planmäßige Arbeit auf ganz weite Sicht hin geleistet. Und erst dann kann ja auch dieses Riesenwerk zu einem echten Jungbrunnen der Volksgesundheit werden. So sehen wir dieses Hilfswerk für Mutter und Kind anknüpfen an die großen tragenden Gedanken des Nationalsozialismus, die die völlige Erneuerung und die völkische Gesundung der deutschen Familien und der großen Staatsfamilie zum Ziele haben. Die bereits für den Aufbau des Werkes geleistete Arbeit ist geradezu beispielgebend. Wenn man bedenkt, daß das ganze Werk ruhen wird auf der Selbsthilfe des Volkes und daß eben dazu eine Unsumme von Kräften, von sittlichen Energien aus allen Volkskreisen herausgenommen und zusammengefaßt wird, so steht man auch hier wieder vor einer Organisationsleistung, wie sie an sich eben nur die gewaltige Bindemacht des Nationalsozialismus zu fördern vermocht hat. Diese Gemeinsamkeit des Helfens fördert auch eine Gemeinsamkeit des Denkens und Fühlens, und gerade das: dieser Gemeinschaftsgeist, diese Kameradschaft Aller am Werke für Deutschland schafft auch in dem Hilfswerk„Mutter und Kind“ wieder ein Stück lebendigen Keine Magenfragen Natürliche Ernährungssitten In der Zeitschrift„Der Balneologe“ nimmt Profesfor von Bergmann zu den Schwierigkeiten diätetischer Behandlung Stellung. Er weist darauf hin, daß manche merkwürdige Erzählung von Kranken den Arzt anregen sollte, seine Ansichten über Diät umzugestalten. Immer wieder hört man, daß im Kriege bei Feldküichenkost Magengeschwüre heilten. Damit soll nicht die Feldküche als Diätform empfohlen werden: aber es ist sehr wohl möglich, daß die Loslösung vom Hocken im überheizten Büro oder der Studierstube und das Leben in freier Luft eine allgemeine Umstimmung hervorrufen. Wenn unsere Jugend wieder ins Freie muß zur Abbärtung, so werden gleiche Erfah das Zurückgehen der Erkältungskrankheiten bei den Pferden gemacht haben, als die Tiere im Weltkriege nicht mehr in den warmen Ställen geschützt untergebracht werden konnten. So kommt zur Parole„Licht, Luft und Sonne“ die Forderung, daß auch die Kost sich von der Verweichlichung der Küche etwas mehr entfernen muß. Man kann nicht die Erfolge der Abhärtung durch Pfarrer Kneipp, die Wasserbehandlung durch Prießnitz übersehen und auch nicht die von Bircher=Benner mit seinem„Muesli“ und seinen Diätkuren. Zwar sind die wissenschaftlichen Begründungen dieser Methoden oft recht unsinnig, aber es ist eben Aufgabe der Wissenschaft, diese durch die Erfahrung bestätigten Heilbehandlungen zu untermauern. Die Aufaabe heißt auch für die Ernährung nicht wie einst bei Rousseau:„Rückkehr zur Natur“, sondern zum Erworbenen in der Kultur unserer zivilisierten Küche rungen gemacht, wie sie die Tierärzte in Bezug auf sollen wir das hinzufügen, was an natürlichen Eßgewohnheiten zurückgedrängt und vernachlässigt wurde. Hier können wir viel lernen von den im Volkstum verankerten Ernährungssitten. Für das Essen von Fleisch In der„Zeitschrift für Ernährung“ spricht H. von Hoeßlin über die Bedeutung des Fleisches für die menschliche Ernährung. Mit Muskelfleisch allein ist auf die Dauer keine Ernährung möglich, doch fallen unter den Begriff„Fleisch“ auch alle tierischen Organe. Fleischlose Ernährung wird bei anderweitiger Deckung des täglichen Bedarfs an Eiweiß meist anstandslos vertragen. Untersuchungen an vegetarischen Klosterinsassen zeigen, daß der durchschnittliche Blutdruckwert bei ihnen etwas niedriger ist als bei normal ernährten Menschen. Einem gesunden Menschen schadet reichlicher Fleischgenuß nicht. Unangenehme Folgeerscheinungen kommen nur bei gleichzeitiger Ueberernährung vor. Daß durch Fleischgenuß Krankheiten entstehen könnten, wie zum Beispiel die Gicht, ist neuerdings sehr umstritten. Dagegen ist die Heilwirkung mancher Tierteile erwiesen. Bei der bösartigen Blutarmut wirkt Leberextrakt lebensrettend. Lebertran ist das wichtigste Mittel gegen Nachitis; Muskelextrakte verwendet man zur Gefäßerweiterung. Fleisch ist bedeutungsvoll in der Genesung, nach eiweißverbrauchenden Erkrankungen, im Wachstum bei Darmerkrankungen mit schlechter Verwertung pflanzlicher Stoffe, Zuckerkrankheit und so weiter. Schließlich darf auch der Sättigungs= und Geschmackswert nicht übersehen werden. Die Ursache für die verschiedenen großen Bedürfnisse einzelner Menschen nach Fleisch ist unbekannt. Das Meinste badet Es muß ein Vergnügen sein!— Waschen mit der Hand— Vorgewärmte Tücher Die junge Mutter hat manche schwierige Handreichung zu tun, wenn sie ihr Kind aufzieht, und eins der wichtigsten Geschäfte ist das Baden des Säuglings. Hierbei werden oft Fehler gemacht, die dem Kind sehr schaden. Man muß das Bad stets so gestalten, daß die täglichen Badestunden ein Vergnügen für Mutter und Kind sind, was sie doch sein sollen. Zunächst ist der Raum, in dem das Bad vor sich gehen soll, gut zu durchwärmen und vor Zugluft zu schützen. Natürlich darf das Zimmer auch nicht überhitzt sein. Die frische Wäsche, die man dem Säugling anzieht, muß man vorher anwärmen, so daß sie Körpertemperatur hat. Man legt sie am besten in die Ofenröhre oder auf ein Heizkissen oder eine Wärmeflasche. Auch die Handtüchter muß man wärmen, denn eine Erkältung kann schwerwiegende Folgen nach sich ziehen. Man muß Handtüchter, Leibwäsche und alle Sachen, die man während des Bades braucht, vorher bereit legen, ehe man den Säugling entkleidet, damit man nicht hin und her zu laufen braucht. Man nimmt für das Bad des Säuglings eine halbgroße Wanne, stellt sie auf den Fußboden und stellt sich einen niedrigen Stuhl daneben, so daß man in gleicher Höhe mit der Badewanne sitzt. Stets muß man die Temperatur des Badewassers mit der Hand selber nachprüfen damit es niemals geschieht, daß das Kind in zu heißes Wasser gebracht wird. Man muß auch noch ein Badethermometer haben, um die Wärme des Wassers nachzukontrollieren. Die normale Wärme ist 36 Grad Celsius. Man soll auch während des Badens von Zeit zu Zeit nachmessen, damit die Temperatur nicht unter diesen Wärmegrad sinkt. Um dem vorzubeugen, stellt man einen Krug mit heißem Wasser bereit, um eventuell nachhelfen zu können. Zum Waschen des Säuglings nimmt man entweder nur die Hand, die oft als das ideale Waschmittel bezeichnet wird, da durch sie eine natürliche Frottierung erzielt wird. Gut ist aber auch ein gestrickter Waschlappen, den man täglich auskocht. Natürlich kann man auch einen guten, sauberen Badeschwamm benutzen, aber die beiden anderen Hilfsmittel sind vorzuziehen. Daß man eine zarte Seife wählen muß, ist eigentlich selbstverständlich. Ehe man das Kind für das Bad auszukleiden beginnt, wäscht man sich selber sehr gründlich die Hände in warmem Wasser und Seife, dann erst nimmt man das Kind auf und legt es mit dem Gesicht nach unten auf den Schoß, den man mit einem gewärmten Frottiertuch bedeckt hat. Man öffnet nun hinten alle Kleider und zieht Kleidchen und Röckchen bis an die Schultern hoch. Dann legt man das Kind auf den Rücken und zieht ihm nun ein Kleidungsstück nach dem andern vorsichtig über den Kopf. Nachdem man das Kind ausgezogen hat, deckt man ihm ein weiches, warmes Handtuch über die Brust. Man nimmt nun einen kleinen Wattebausch, den man in eine leichte Vorlösung getaucht hat und reinigt damit die Nasenlöcher, und zwar nimmt man für jedes Nasenloch einen neuen Wattebausch. Hierauf wäscht man auch die Augen, aber sehr zart, aus, und zwar auch mit einem neuen Wattebausch für jedes Auge; man streicht von der Nase an nach auswärts. Während das Kind noch auf dem Schoß sitzt, seift man es schnell ab und setzt es dann in das Bad, aber immer stützt man den Kopf des Kindes mit der linken Hand und reinigt es mit der rechten. Hierauf nimmt man ein neues warmes Frottiertuch auf den Schoß, hebt das Kind heraus, legt es auf das Handtuch und bedeckt es mit einem andern warmen Tuch, worauf man es so rasch wie möglich abtrocknet. Hat es sich wund gelegen, so bestreut man die wunden Stellen mit Hautpuder, aber nicht zu reichlich, denn man soll nicht unnötig die Hautporen verstonfen. Dann kann man das Kind wieder ankleiden. Alles muß aber recht schnell geschehen, denn der kindliche Körper wird zu leicht kalt. Daß man besonders vorsichtig mit dem Konf des Kindes umgehen muß, wird sich jede junge Mutter selber sagen. Die sogenannte Fontanelle oben auf dem Kopf, wo die Schädelnähte noch nicht geschlossen sind, muß vor jeder unsanften Berührung geschützt werden. Diese Stelle wird erst bei dem zweijährigen Kinde weniger empfindlich. nins nas. sehr daß itter sich t zu beräugß sie 1 die rmemen, nach und voreidet, Man große sich gleiman seldas muß lärme ärme d des Temndem Wasweder el beerung Waschnman nutzen. ziehen. eigenten beHände t man unten Frote KleiSchulRücken andern 8 Kind varmes einen VorNasenasenloch an auch uch mit streicht 1s Kind ab und nan den inigt es es warnd heres mit so rasch egen, so er, aber tia die n mieeschehen, konf des Mutter ben auf eschlossen geschützt jährigen t. ste m . o 82 n.a e 2 kttk s2o k0 —(. . 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Die Wahlpropaganda beschränkte sich diesmal auf die Propagierung des Wortes„Si“, was zu deutsch„Ja“ bedeutet. Die Zahl der Ja=Stimmen erreichte denn auch die Höhe von 96 Prozent der Wahlbeteiligten. Die Beisetzung der Königin=Mutter Emma. Bildtelegramm von den Beisetzungsfeierlichkeiten in Delft für die holländische Königinmutter. In Delft befindet sich seit dem Jahre 1584 das Erbbegräbnis des Hauses Oranien=Nassau. Die Karwoche in Rom. Ein berühmter Passionsbrauch in Rom ist die Prozession der Brüder des Miserikordias, die alljährlich mit verhüllten Gesichtern den„Weg des Kreuzes“ abschreiten.— Man sieht sie auf dem Wege zum Colosseum. Im Hintergrund der Titusbogen. Molino von Kluck †. Die sympathische Filmschauspielerin und Enkelin des bekannten Heerführers aus dem Weltkriege, die bei einem Kraftwagenunfall in der Nähe von Bordeaux tödlich verunglückte. Bergrutsch in Oberösterreich., Zwölf Bauernhöfe verschüttet. Linz. Durch das Eintreten der warmen Witterung ist es in Wienen am Grundlsee zu einem Bergrutsch gekommen. Die in Bewegung geratenen gewaltigen Erdmassen gleiten mit großer Geschwindigkeit talabwärts. Die Ortschaft Wienen konnte noch rechtzeitig geräumt werden. Bauernhöfe wurden verschüttet. Der Bergrutsch hat bisher fünf Hektar Jung= und Hochwald sowie Geröllhalden erfaßt. Die Erdmassen stürzen mit großem Getöse in den Grundlsee. Der Schaden wird auf einige hunderttausend Schilling geschätzt. An den Unfallplatz wurden Pionierabteilungen entsandt, um die verschütteten Bauernhöfe wieder auszugraben und die notwendigen Sicherheitsmaßnahmen zu treffen. Insbesondere hofft man durch Errichtung eines Schutzwalles die übrige Frühlingserwachen am Wasser. Auf den Vorplätzen der Bootshäuser herrscht bereits reges Leben. o Ortschaft zu schützen und die Lawine womöglich in eine andere Richtung abzulenken, in der sich keine bewohnten Gehöfte und Aecker befinden. An der Errichtung des Schutzwalles wird ohne Unterlaß mit Unterstützung des Militärs gearbeitet. Sollten allerdings diese Hoffnungen sich nicht verwirklichen, so wäre wahrscheinlich die ganze Ortschaft verloren. Angelsport unter Maschinengewehrschutz. Natürlich in Amerika. Es ist in den USA. so: wer etwas auf sich hält, der muß heute wenigstens schon einmal von einer Entführung bedroht worden sein. Jede Bühnen= und Filmgröße muß in ihren Zeugnissen bestimmt ein halbes Dutzend derartiger Drohbriefe aufbewahren. Es gehört heute beinahe zum„guten Ruf“, bestimmt aber zur Berühmtheit, von Menschenräubern bedroht zu werden. Keinen lassen sie aus. In diesen Tagen war Edsel Ford, der Sohn des nicht ganz unbekannten Automagnaten Ford aus Detroit, fest entschloisen, seinen Angelsport zu betreiben. Da er aber vor einigen Stunden erst seine letzte Entführungsdrohung erhalten hatte, so bildete man in aller Eile eine Leibgarde, die mit Polizeimaschinengewehren ausgerüstet war und die das gesamte Gelände rund um den fischenden Edsel Ford besetzt hielt. Die Räuber sind nicht gekommen. Man hat sie also nicht abschießen können.— Edsel Ford ist noch nicht verschleppt. Aber man vergaß in den Berichten an die große Oeffentlichkeit anzugeben, ob denn die Fische wenigstens angebissen hatten angesichts der drohenden Maschinengewehrmündungen. Gefährliches Abenteuer des Rennfahrers von Brauchitsch. Mailand. Der deutsche Rennfahrer von Brauchitsch, der sich zur Zeit in Italien zur Erprobung des neuen Mercedes=Rennwagens aufhält, ist am Montagabend wie durch ein Wunder dem Tode hast du Töne...! Lustige Musik=Anekdoten. Lorbeer. Der Sänger Bankes ließ sich, als er in eine andere Stadt zog, seine Lorbeerkränze per Frachtgut nachschicken. Als er dann einen Blick auf den Frachtbrief warf, entdeckte er, daß sein früherer Hauswirt darauf geschrieben hatte: „Inhalt der Sendung: Gebrauchte Suppenkräuter." Verlegenheit. Königin Maxia von Rumänien wurde seinerzeit während ihrer Rundreise durch Amerika auch in die Metropolitan=Oper geführt. Sie ließ sich einen Bariton, dessen Stimme einen ganz besonderen Eindruck auf sie gemacht hatte, in der Pause vorstellen. Sie reichte ihm liebenswürdig die Hand und sagte:„Sie haben eine sehr schöne Stimme!" „Ja,“ gab der Sänger verlegen zur Antwort, „das schon.“ Er zögerte einen Augenblick und fügte dann hinzu:„Aber Majestät haben auch eine ganz schöne Stellung!“ Tolle Wirkung. „Ich habe ein Wiegenlied komponiert, kann ich Ihnen sagen, das ist das tollste in der ganzen bisherigen Musikgeschichte.“ „Na, na." entronnen. Brauchitsch fuhr mit äußerster Geschwindigkeit die Autostraße, die Mailand mit den oberitalienischen Seen verbindet, als der Wagen in Höhe der Stadt Legnano aus unbekannter Ursache von der Autostraße absprang und in rasendem Laufeinen Kilometer weit über die angrenzenden Felder sprang, wo er zum Glück auf kein Hindernis stieß. Von Brauchitsch entstieg dem Wagen unversehrt. Im Augenblick des Unfalls hatte der Wagen eine Geschwindigkeit von 240 bis 250 Kilometer. Als Ursache des Unglücks nimmt man entweder das Platzen des Reifens, oder die Blockierung der Transmission an. Er schlief am Steuer. Zu dem schweren Autounglück bei Garding im Kreise Eiderstedt erfahren wir noch, daß der Führer des Unglückswagens, der Chauffeur Walter Otto infolge dringenden Schuldverdachtes verhaftet worden ist. Bei seiner ersten Vernehmung äußerte Otto, daß die Steuerung versagt habe. Es besteht jedoch die Vermutung, daß er am Steuer eingeschlafen war, da er am Tage vor dem Unglück eine größere Autofahrt gemacht und in der folgenden Nacht nicht geschlafen hatte. „Doch, wenn ich Ihnen sage! Es wurde neulich vom Gewandhaus=Orchester gespielt, und die Wirkung war so eklatant, daß plötzlich mittendrin das Orchester zu spielen aufhörte.“ „Was soll denn das heißen?“ „Das ganze Orchester ist dabei eingeschlafen.“ Lebensrettung. „Meine Kunst,“ sagte der Sänger,„hat schon mal einem besseren Menschen das Leben gerettet.“ „Ach nee. Wem denn?“ „Mir selber. Ich wohnte in der Schweiz in einem Hotel und sang in meinem Zimmer. Da klopfte mein Nachbar an die Wand und schrie, wenn ich nicht sofort aufhörte, würde er rüberkommen und mich über den Haufen schießen. Ich hörte auf und kam mit dem Leben davon...!“ Operette. Frau Pempel, seit fünf Jahren im Berliner Westen wohnend, macht in Bildung. Neulich sagte sie ernstlich böse: „Also, daß sogar bedeutende Theater ihre Pforten der Operette widmen, das ist einfach unerhört! Stellen Sie sich vor: In einem Theater, wo bisher immer nur klassische Stücke gespielt worden sind, hat man sich jetzt auch dem Zeitgeschmack angepaßt. Man verherrlicht einen Operettenfritzen! Schon der Titel von dem Stück ist maßlos übertrieben.“ „Wie heißt denn eigentlich das Stück, von dem Sie reden," fragte man neugierig Frau Pempel. „König Lehar und der Komponist heißt Sackspeer." Unser täglicher Bildbericht. Geheimnis des verschollenen Andenflugzeugs. Zufällig entdeckt. Eine Flugzeugkatastrophe in 4000 Meter Höhe. Im Juli 1932 stieg das Passagierflugzeug „San Jose“ zum letzten Male zu einem Flug über die Anden auf. Es traf in seinem Bestimmungsort nicht ein und blieb verschollen. Flugzeuge machten sich auf die Suche und flogen die in Betracht kommende Strecke immer wieder ab. Alpinisten überquerten unter eigener Lebensgefahr die hohen Pässe und Gebirgsketten. Immer fieberhafter wurde die Suche, denn man glaubte, das Flugzeug sei notgelandet und könne nur nicht aufsteigen. Wochen vergingen. Immer noch hatte man die Verschollenen nicht gefunden. Längst mußten die Unglücklichen verhungert sein, denn sie hatten ja keinerlei Proviant an Bord. Man gab die Suchexpeditionen schließlich ganz auf. Das ewige Eis würde seine Töben doch nicht wiedergeben. Dieser Tage wurde jedoch durch Zufall das Geheimnis um die„San Jose" gelüftet. Ein Hotelangestellter. der mit Freunden einen weiten Ausflug ins Gebirge unternommen hatte, sah mitten auf einer weiten Schneefläche einen eigenartigen Gegenstand hervorragen. Er glaubte zunächst, es sei ein verschneiter Baumstumpf, überlegte sich dann aber, daß es in dieser Höhe ja gar keine Bäume gibt. Er ging deshalb näher und stellte zu seiner Ueberraschung fest, daß es der abgebrochene Flügel eines Flugzeugs war, was aus der Erde ragte. Er erinnerte sich der „San Jose“ und schaufelte weiter im Schnee. Er stieß denn auch auf den zertrümmerten Flugzeugrumpf, der ganz in der Nähe lag. Er zögerte nicht lange, lief zurück zur nächsten Unterkunftsstätte, von wo aus er die Polizei alarmierte. Die polizeilichen Untersuchungen an dem Flugzeugwrack ergaben, daß die„San Jose“ in einen Schneesturm gekommen sein muß und abstürzte. Die Maschine wurde bei dem Aufprall völlig zertrümmert und alle Insassen kamen ums Leben. Zur allgemeinen Ueberraschung zeigte sich jedoch, daß die Leichen sämtlich beraubt waren. Ein Unbekannter hatte die Kabinentür erbrochen und war ins Innere der Maschine eingedrungen. Die Nachforschungen führten sehr rasch zur Ermittlung des Leichenfledderers. Es Aüskünst war ein Mann, der in der Nähe wohnt, und der das Wrack schon vor mehr als einem Jahr fand. Um es ungestört ausrauben zu können, schaufelte er ringsum eine Schneefläche auf, in der das Flugzeug bis jetzt verborgen liegen blieb. Durch verschiedene Aeußerungen und größere Geldausgaben hatten sich der Mann bei seinen Nachbarn verdächtig gemacht. Niemand aber konnte die Herkunft seines plötzlichen Reichtums ahnen. Man vermutet, daß die Passagiere große Summen mit sich führten. Die Absturzstelle der„San Jose“ befindet sich in 4000 Meter Höhe auf dem Mount des Plomos. „Deutsches Opernhaus“. Die Berliner städtische Oper im Reichsbesitz Berlin. Der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda, Dr. Goebbels, hatte zum Dienstag eine Versammlung des gesamten künstlerischen und technischen Personals der städtischen Oper, Charlottenburg, einberufen, in welcher er folgende Mitteilungen machte: Das Reichskabinett hat in seiner letzten Sitzung die Ueberleitung der städtischen Oper, Charlottenburg, aus dem Besitz der Stadt Berlin auf das Reich und die Weiterführung der Oper als reichseigenes Institut beschlossen und die zu diesem Zweck erforderlichen Mittel bereitgestellt. Die bisherige städtische Oper, Charlottenburg, erhält den Namen„Deutsches Opernhaus“. Die Führung und Verwaltung der Oper wird von dem für das deutsche Theaterund Kunstwesen zuständigen Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda ausgeübt. Reichsminister Dr. Goebbels wird schon in den nächsten Tagen den neuen Intendanten berufen. Auf die Wahrung eines hohen künstlerischen Niveaus des Deutschen Opernhauses wird besonderer Wert gelegt werden. Um dem Häuse einen wärmeren und repräsentativen Charakter zu geben, wird sofort bei Beginn der spielfreien Zeit mit dem Umbau wesentlicher Teile des Theaters begonnen Die neue Spielzeit soll am 15. September d. J. beginnen. Die Erklärungen des Reichsministers Dr. Goebbels wurden von allen Mitgliedern des Hanses, die in der Zeit, in der das Schicksal der städtischen Oper vollkommen ungeklärt war, treu zu ihrem Institut gehalten haben, mit dankbarer Befriedigung und großer Freude aufgenommen. Eisbrecher„Krassin“ passiert den Nord=Östsee=Kanal. Kiel. Der russische Eisbrecher„Krassin“, der von der sowjetrussischen Regierung zur Rettung der „Tscheljuskin“=Expedition ausgeschickt wurde, lief am Dienstag in den Nord=Östsee=Kanal ein, um so zunächst die Nordsee zu erreichen. Der Eisbrecher befindet sich auf der Reise nach Wladiwostok und wird nach den Schiffbrüchigen der Expedition in der Beringstraße suchen. An Bord des Schiffes befindet sich eine 146 Mann starke Besatzung. Um die Rettungsaktion wirksam durchführen zu können, hat die Schiffsleitung eine vollständige Polarexpedition mit an Bord genommen. Der an Vord befindliche Proviant reicht für neun Monate aus. Gasuhr: Nach Ihrer Darstellung der Sachlage gelangten wir zu der Ueberzeugung, daß Sie eine Gasuhr gekauft haben, wenn auch unbeabsichtigt und unwissentlich. Die Gasanstalt mußte zu der Ueberzeugung kommen, denn in der von Ihnen bezogenen Wohnung hatte sich ja die von der Gasanstalt leihweise für diese Wohnung zur Verfügung gestellte Gasuhr befunden, die der Hauswirt scheinbar ohne Zustimmung der Gasanstalt entfernt und für sich in Anspruch genommen hat.„Die Gasanstalt mußte, da sie von dem Verbleib dieser Uhr keine Ahnung hatte, diese als verloren ansehen und ließ sich die neue Uhr von dem Wohnungsinhaber, Ihnen, bezahlen. Ob der Hauswirt aus Unwissenheit oder aus Böswilligkeit gehandelt hat, ist eine Frage, die nur das Gericht klären kann. Ob eine etwaige Klage für Sie erfolgreich sein würde, können wir ebenfalls nicht sagen, denn auch„Unwissenheit schützt vor Strafe nicht"; Sie hätten sich die Sache mit der Gasuhr sofort näher vom Hauswirt erklären lassen müssen und nicht erst nachträglich die Sache in Ordnung bringen wollen. Nr. 394: Zur Zinsen=Forderung ist der Gläu biger an sich berechtigt, allerdings sind 8 Prozent viel zu hoch, das ist Wucher. Soviel uns bekannt ist, dürfen nur bankübliche Zinsen verlangt werden. Nr. 100 O. B.: Auch Sie haben, wie viele andere, den Fehler gemacht, erst eine Verpflich tung freiwillig und stillschweigend auf sich zu nehmen und sind nun enttäuscht, daß ein ande rer den Nutznieß daraus ziehen soll. Und doch können wir Ihnen keine andere Antwort geben als die: Eine Herausnahme der vonnge machten Anlagen in einer Wohnung ist nicht statt haft. Es besteht nicht einmal eine rechtliche Handhabe, daß Sie zu Ihren Kosten kommen, höchstens eine moralische, und zu der scheint Ihr Hauswirt sich nicht verpflichtet zu fühlen. Denn ein Haus wirt, der die Notlage eines Mieters zu einer Räumungsklage benutzt, ist sicher nicht übermäßig zart empfindend in moralischer Beziehung. Die Gehaltssätze der Wuppertaler Beamten sind uns nicht bekannt. W. 44: Die Unfallversicherung wehrt sich natürlich, wie jede andere Versicherung, Bindun gen einzugehen, die sie nicht unbedingt einzugehen braucht. Scheinbar haben Sie nicht einmal den Antrag auf Unfallversicherung gestellt. Unter Umständen muß ein solcher Anspruch auf gericht lichem Wege ausgeklagt werden. Wir wissen nicht, inwieweit Ihr Anspruch gerechtfertigt ist. Sie müssen sich da schon mit Ihrem zuständigen Wohlfahrtamt in Verbindung setzen. Stavisky als Polizeispitzel. Paris. Polizeiinspektor Bayard, der im Jahre 1926 Alexander Stavisky verhaften ließ, teilte vor dem parlamentarischen Stavisky=Ausschuß mit, daß er Stavisky von 1928 bis 1931 als Spitzel benutzt und ihm einen besonderen Ausweis ausgestellt habe. Die Aussagen des Zeugen warfen im übrigen ein eigenartiges Licht auf die Methoden, deren sich die französische Polizei hie und da zu bedienen pflegt. A. D.: Jawohl, lt. Genossenschaftsgesetz die Genossenschaft nicht zur sofortigen Auszahlung des Anteils verpflichtet. Die Wartezeit kann unter Umständen zwei Jahre dauern, bevor der Anteil ausgezahlt wird. A. W.: Von einer solchen Rente ist uns nichts bekannt. Wenden Sie sich doch einmal an Ihren Kriegerverein. O. H. 100: Der Closettopf ist durch Ihre Schuld zertrümmert, denn da Ihnen der Stand desselben ja bekannt ist, mußten Sie Vorsorge treffen, daß die Kälte an ihm keine Zerstörung anrichten konnte. Sie haben das unterlassen und müssen nun den Schaden tragen. Mit Schönheitsreparatur hat das nichts zu tun; daher kommt ein Abzug an dieser nicht in Frage. 72: Hier kämen die banküblichen Zinsen in Frage. Parole Heimat: An sich gehört der Schaden zur„Schönheitsreparatur“ und der Hauswirt hat recht, wenn er die Beseitigung Ihnen überläßt. Für das Dach muß jedoch der Hauswirt sorgen. Dringen Sie darauf, daß er das Dach in Ordnung bringen läßt. Die Herren Professoren. Der große Berliner Mathematiker Jacobi wurde oft mit seinem zwar unbedeutenderen, aber lange Zeit berühmteren Bruder, dem Physiker, verwechselt. Bei einer Reise durch Italien sagte ein Anatom in Neapel zu ihm:„Ein Anatom in Pavia heißt ebenfalls Jacopi, schreibt sich mit einem p, wo sich Ihr Bruder mit einem b schreibt. Einst fragte ihn eine Dame:„Sind Sie der Bruder des berühmten Jacobi?"—„Nein“, ontwortete er mit gerechtem Selbstgefühl.„Das ist mein Bruder.“ Zum Charakter Talleyrands. Fürst Talleyrand von Perigord, aus dem geistlichen Stande hervorgegangen, Anhänger hintereinander der Revolution, Napoleons, der Restauration, mit einer früheren griechischen Matrosendirne zusammenlebend, glattzüngiger und geschickter diplomatischer Unterhändler, auf dem Wiener Kongreß das geistige Gegengewicht gegen den Fürsten Metternich, wegen eines körperlichen Fehlers von seinen Feinden und Freunden— von diesen noch überzeugter!— der„hinkende Teufel“ genannt, ein Politiker, der immer auf zwei Schultern trug und dem der Begriff der Treue fremd war wie das Klima auf dem Mars, ist der Gegenstand einer neuen geschichtlichen Enthüllung in der„Revue de Paris". Danach hat dieser gewissen= und pietätlose Politiker nach dem Zusammenbruch Bonapartes die gesamte diplomatische Korrespondenz, die zwischen ihm, dem Außenminister, und seinem Herrn und Gebieter gewechselt worden war, an den Kaiser von Oesterreich verkauft. Er mußte sich die Korrespondenz zu diesem Zwecke gar durch einen— Diebstahl im Pariser Ministerium des Auswärtigen beschaffen. Sein Mittelsmann war Metternich selbst, dem er seine Forderung von einer halben Million Francs und die Bitte vortrug, ihm bis zum Lebensende Aufenthaltsgenehmigung in Oesterreich zu gewähren„für den Fall, daß die Umstände, in die Frankreich vielleicht gestellt werden, ihn zum Verlassen des Landes zwingen würden". Es ist echt französisch, daß er in diesem Briefe, den die„Revue de Paris“ wortwörtlich wiedergibt, in einem Atemzuge weiterschreibt: „Ich bin und bleibe Franzose, ein guter Franzose, trotz aller Ungerechtigkeit, die ich und die Meinen erfahren haben." Ein Charakterbild, dem wohl nichts mehr hinzuzufügen ist—— UMNS Hasch. Extrakt ket2009 E Feines Welzenmehl Kalser-Auszugsmehl Malspuder Stamptzucker Puddingpulver Sultaninen Große Rosinen 5-Pfund-AE Beutel O,75 5-PfundBeutel 0,95 1 Ptund O,35 1 Pfund O,34 1 Piund O,32 1 Pfund O,28 1 Pfund O,38 LEBENSMITTEL Deutsche Trinkeier 10 Stück ab 0,75 Kokosraspel 1 Ptund 0,28 Süße Manden1 Ptund 0,98 Citronat Pfund 1.10 Reite Citronen 10 Stack 0,30 A Helvetia-Sehpilbohu. pose 0,46 Helvetia-Brechbohnen pose 0,46 Jung. grob. Bohnen Dose 0,56 Gemüse-Erbsen 1 Dose 0,48 Brechspargel dann Dose 1,15 Erübeeren. 1. Dose 0,90 Pfirsichstücke. 1 Dose 0,10 1 Ltr. D. Wermutwein larräyon 1 Ltr. U,00 Ingelheimer Rotwei Ler. 0,75 besheimer.... 1 Ltr. 0,88 1Ltr. 0,35 Ltr. 0,00 Flasche 2,25 Im Ganzen ... 1 Pfund Heute trisch von der See! Roibarsch o. Kopt. 1 Ptund 0,18 Cälliau ohne Kopf, 1 Ptund U,16 o. Kopf, 1 Pfund 0,19 Schweller Käso t. Holländer 400.. 1 Pta. toamer 40%.. 1 Pid. Iilsiter 45% . 1 Pfd. ohne Rinde 20% 1 Pfd. .. 1 Pfd. Harzer Käse lose. 1 Pra 0,92 0,15 0,16 0,95 0,39 0,20 0,38 Vollm.-Schokolade 122. F 0,15 gefüllte Ostereler Stac 0,05 Uköreler. Stac 0,10 Dragees-Eier 8 Ptun0,60 gefüllte Waffeleler s1° 0.25 gemischte Pralinen pla. 0,25 Kokosmakronen„ Pta. 0,17 Haushalmargarine2 auf Bezugsschein 1 Pfd. U,00 Rinderfett..1-Pta.Tate 0,45 Mischtett.... 1 Pta. 0,65 Blasenschmalt. 1 pta. 0,19 Molkereibutter..1 Pta. 1,34 Westi. Süllrahmbulter pla. 1.46 Oldenb. Markenbuller pra. 1,54 E 4E Santos welch un Pn 180 Santos-Perl...1 Ptund 2,15 Fest-Mischung 1 Ptund 2,40 Kakaoa1 Ptund 0,55 Trink-Schokolade 1 pta. 0,85 Cabllau-Fllel..1 Ptund 0.30 BUCHIINgE..1 Ptund 0.25 Seelachs ge..1 Ptund 0,35 Qualitäts-Heringssalatpr.0,55 Qualitäts-Feischsalatpt. 0,72 Qual.-Mayonnaise 1 pta. 0,82 In Tomaten Dose 0,34 Makrelen aue Bose 0,10 Delsardinen dosen 0,50 Felttrief. Rheinaal Sea. 2,80 Junge Tauben Masthühner Hähnchen beleilte Hühner 1Pta. 1,10 1 Stck. 0,75 1Ptd. 0,05 1 pla. 0,90 1 Pta. 1,05 Lebensmittel-Bestellkasse Fernruf Sammel-Nr. 680 51 Heute trisch von der See Seeaal ger Plund 0,40 MakrelenPund 0.35 Sprollen1 Pund 0,42 Z Westfäl. Plockwursi Ptund 0,98 Schinkenplockwurst Ptund 1,15 Bauernmettwurst1 Ptund 1,20 Westf. Schinkenspeck 1. 1,20 Westf. Nußschinken Ptund 1,25 Ger. Schweinenäcke.. Pfund 1,10 Westf. Lachsschinken 1 Ptund 1,55 Gekochter Schinken U pt. 0,29 Westtäl. Rollschinken. Pl. 0,34 Kassier Rippspeer 1Pl. 0,78 Mag. Frühstücksspeck pu. 0,94 zur Bowle.. ... 2 Bünde 35 Meine Fisch-Preiselll Grüne Heringe.. Pra. 10 Schellfische.“.. Pta. 25 Kabeljau..Pta. 193 Schollen.Pta. 60 Bratschellfisch.. Pta. 20 Fischlilet.... Pra. 22 Bresen.....Pfa. 30. Goldbarsch... Pra. 253 Seelachs. Pfa. 159 Gemüse-Erbsen ½ Dose 45 Pllaumen... Dose 463 Junge Erbsen ¼ Dose 58 5 Leipziger Allerlel ½ D. 58 Eier 12 Stück 1.— Weine 1932 Wöllsteiner.Fi. 70 1932 Rüdesh. Roseng. Fi. 90 1932 Laubenh. Löhr Fi. 85, 1932 Gaubickelheim. Fi. 85 1932Nierstein.Domtal Fi. 95 Rolwein.... Liter 90 Weillwein.... Liter 30 Johannisb.-Wein. Liter 70 Taragona.... Liter 88 Holländ.Käse. Pfa. 78 U. 66 Schweizer Käse Pfund 783 AllgäuerStangenk. Pfa. 39 Oster-Hasen/ Oster-Eier 5 Stück 20 Pig./ Hasen 10 u. 5 Pig. das Stück Nußschinken Plockwurst Mettwurst. Pfund 106 Pfund 106 Pfund 10 4 TTING Elektr. Licht- und Kraftanlagen In sachgemäßer Ausführung Große Auswahl in modernen Beleuchtungskörpern elektr. Heiz- und Kochapparate Reparaturen schnell u. gründiich Electron Mülhaus& Schlimme Hattingen, Untermarkt 6 Wenn die Österglocken läuten, Mit Geschenken von Wilke Freude bereiten! Verlobungsringe in jeder Jreislage T Rattingen. G.Weilste19 Große Auswahl in Beleuchtungskörpern elektr. Heiz- u. Kochapparaten u. 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Zusammenkunft beim Spediteur Reichenbach: 1Klavier, 1Grammophon, 1 Büicherschrank, 1 Büsett, 1 Sofa, 1 Spiegel, 1 Kronleuchter, 1 Kleiderschrank, 1 Glasschrank, 1 Nähmaschine(Phö nix), 1 Tisch, 2 Kommoden, 1 Wäscheschrank, 1 Kleiderschrauk, 1 Bett, 10 Stühle, 1Vitrine, 1 Sosa, 1 Schreibtisch, 1 Büicherschrank, 1 Büfett, 1 Kredenz öffentlich meistbietend gegen bar. Hattingen, 28.3. 1934. Obergerichtsvollzieh, Ein in allen häuslich. Arbeiten erfahr. Mädchen gesucht. Müggenburg, Essen=Rüttenscheid Nathalienstr. 25. 25% Verdienst durch Verkauf von Becking=Kaffee in Bekanntenkreisen. Becking& Co., Hamburg 8/C 42. 124 „Unsere Alfveteranen“ — 1664, 66, 70 und 71— Unter diesem Titel gibt der Reichsverband zur Unterstützung deutscher Veteranen e. V. aus Anlass seines 20-jährigen Bestehens ein Gedenkbuch heraus, um der vergessenen Alten zu gedenken, die für die erste Einigung aller eutschen Gaue dereinst gekämpft und geblutet haben. Noch leben 25000 dieser alten wadteren Streiter. Das Buch, an dem führende Persönlichkeiten mitarbeiten, bringt bei erstklassiger typographischer Ausstattung eine Fülle von interessanten— zum Teil bisher unbekannten— bildlichen Darstellungen aus den großen Kriegen des vorigen Jahrhunderts und gestattet uns einen erhebenden Rückblick in die ruhmreiche Vergangenheit unscres deutschen Volkes. Auch einige Altveteranen und der Humor jener Zeiten kommen in diesem Werk zu Wort. Um den volkstümlichen Charakter dieses Buches zu gewährleisten, ist der Verkaufspreis auf RM 2,50 festgesetzt worden. Bestellungen erbeten an: Reichsverband zur Unterstützung deutscher Veteranen e. V. Berlin W 9, Potsdamer Straße 126 Postscheckkonto: Berlin Nr. 21 600 Das maßgebende Fachgeschäff in Haffingen Immer preiswert o Immer preiswert alles neu wer oste ande ibst wer Ostern bst be anenkt, Senn son Krerrenwäsche MMSIeId Jeuu MeMseid leuu Anläßlich des Vankfeiertages bleiben unsere Hauptstelle u. sämtl. Zweigstellen am Karsamstag, d. 31. 3. 34 geschlossen. Städtische Sparkasse Essen. Herz, Leber, Darm, Niere usw. arbeiten besser, wenn Sie mindestens 10 Pfd. abnehmen. Schlank sein, heißt gesund sein. Schlank sein, heißt auch schön sein. Beginnen Sie noch heute mit der fettzehrenden„Neinm“-Kur, den unschadlichen Entfettungstabletten. RM 1.75. In allen Apotheken erhältlich. Verlangen Sie nur„Reinin“. zur Bekämpfung der Schwarzarbeit. Auf Veranlassung der Reichspropagandastelle WestsalenSüd wird darauf hingewiesen, daß Arbeitsgesuche von selbständigen Handwerkern(besonders von Tapezierern Weißbindern, Polsterern. Dachdeckern, Schreiner usw.) nur mit Namensnennung und bei Nachweis selbständigen Gewerbes veröffentlicht werden sollen. Wir lehnen daher Kundenwerbung mit chiffrierten Anzeigen ab. Für den Schulanfang Tornister echt Leder, von 2,50 RM. an. A.Schweigar Vossen Nachf. Hattingen, Heggerstr.25 Im erwachenden Bekanntmachung. Feiertagshalber wird die Müllabfuhr in dieser Woche von Freitag auf Sonnabend verlegt. Hattingen, den 26. März 1934. Der k. Bürgermeister. Sürke B beseitigt. S Prel RN 1.60, 2.75 Gegen Pickel, Mitesser Stärke A Arstlich emplohlen. Laufen Sie nicht länger so häßlich herum. Hattingen: Adler-Drog. Wemper, Heggerstraße 10, Central-Drog. Sieß, Heggerstraße 13. Bochum-Linden: Drogerie Stens, Hattiagor Straa 791. ens Mühlensiepen Hattingen. Große Weilstraße 17 Hüttenau. Bismarckstraße 77 Steele, Berliner Straße 22 Bochum, Handelshof 970 Oetern eteht vor der Jür! Nutzi die große Sonderwerbung von Handel, Handwerk u. Gewerbe aus! Jeder Einkauf förderf das Wirtschaffsleben! Die Oeterkleidüng muß von sein Hattingen-R., geg. der Post Beachten Sie bitte meine Schaufenster Größte Auswahl, billigste Preise Der Österhase auf der Reise! Kleine hübsche Geschenke aus Glas und Porzellan hat er mit. Sie bereiten auch mit einem kleinen Östergeschenk die rechte Österfreude. Preiswerte kleine Geschenke aus Glas u. 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Ganz Deutschland wird vom 9. bis 15. April im deutsche Jugend wird innerhalb jeder Berufsgruppe Zeichen des Reichsberufswettkampfes stehen. Die zum Kampfe um die Bestleistung aufgerufen. Dieser Reichsberufswettkampf wird einen großen Ueberblick über die Leistungen der Jugend in allen Berufen bringen und außerdem der ganzen deutschen Jugend die unbedingte Notwendigkeit und den Werteiner guten Berufsausbildung vor Augen führen. Eine sehr gute Beruksausbildung können aber nicht allein die Praris und die Schule bringen. Die Hitlerjungend und die ihr angegliederten Jugendberufsverbände führen deshalb eine zusätzliche Berufsschuleung durch. In der pflichtmäßigen Berufsschulung ist die Möglichkeit ziemlich beschränkt, alle die in dem einzelnen Jungen steckenden Kräfte freizumachen und zu entfalten und alle seine Begabungen zum Ausdruck und zur Vollendung zu bringen Hier liegt die Aufgabe der Berufsschulung durch die Hitlerjugend. Sie hat einen ganz und aar anderen Charakter als die der Vergangenheit. In der Vergangenheit war die Berufsschulung für den einzelnen das Mittel, sich mit größerem Erfolge in dem Kampfe aller gegen alle durchzusetzen. Sie gab ihm das Rüstzeug zum Konkurrenzkampf mit dem„Gegner“ desselben Berufes und erzog ihn zum Strebertum. Wir dagegen sehen in der Berufsschulung die Aufgabe, dem einzelnen die ihm vorenthaltene Möglichkeit zur Entwicklung einer größeren Leistung zu geben, ihn selbst den Wert seiner beruflichen Fähigkeiten erkennen zu lassen und ihn dadurch zur Vervollkommnung seiner Ausbildung zu veranlassen. Wir glauben es nicht verantworten zu können daß in der Zeit des Aufbaues mertvolle Kräfte des Volkes brach liegen. nur weil sie niemand gefördert hat. Für unser Volk wollen wir aus iedem einzelnen die Höchstleistung heraushalen. So stellt auch für jeden einzelnen die Möglichkeit sich weiterzubilden, eine Pflicht dar. Die Parole heißt: Mit unserem Berufe und mit unserer Leistung dienen wir Deutschland. Der einzelne steht nicht in keiner Arheitsgemeinschaft. weil er muk oder weil er dafür bezahlt wird, sondern er bekennt sich in ganzer Freiwilligkeit zum Dienst für den Aufbau seines Volkes. Diese Berufsschulung der Hitlerjugend bietet jedem das Recht zur Leistung. Daher gilt in ganz besonderer Weise die Sorge der Hitlerjugend dem größten Stiefkind des Kapitalismus, dem ungelernten Jungarbeiter. Weder seine Arbeit im Betriebe noch seine Schule macht ihm ein Vorwärtskommen möglich. Ihm den Weg zu ebnen, wird deshalb die Aufgabe der Verufsschulung der Hitler=Jugend sein. Er kann hier zuerst einmal Lehrgänge besuchen, die ihn zu einem bestimmten Berufe hinführen. Später kann er sein Können in den Facharbeitsgemeinscaften erweitern und vertiefen. Auch für die erwerbslosen Jugendlichen bedeutet die Berufsschulung eine Lebensnotwendigkeit. Sie verhindert nicht nur, daß seine schon erworbenen Kenntnisse verloren geben, sondern macht ihn darüber hinaus mit neuen Arbeitsweisen vertraut, die ihm Unterkommen in einer Arbeitsstätte sehr erleichtern. Damit aber, daß sie Kenntnisse von neuen Arbeitsweisen verschafft, bat die Berufsschulung der Hitler jugend auch für die im Lehr= und Arbeitsverhältnis stehende Jugend ihre unersetzlichen Werte. Wieviel Lehrlinge erhalten eine nur oberflächliche Ausbildung! Wie oft läßt das Tempo der Arbeit nicht zu, daß der Meister oder Gehilfe dem Lehrling eine notwendige Erklärung oder Kenntnis vermittelt. So entstehen oft bedeutende Lücken, die auch durch die Theorien der Schule, die vielfach mit der Praxis nicht im Einklang stehen ausgefüllt werden. In der Berufsschulung der Hitleriugend vereinigen sich Theorie und Praxis. Auch die Lücken, die durch öfteren Wechsel der Lehrstelle oder durch vorzeitige Beendigung der Lehre entstanden sind, werden hier beseitigt. Weiter wird der Lehrling des Kleinbetriebes in die Arbeitsweise des Goßbetriebes eingeführt, während der aus dem Großbetrieb die Werkstätte des Handwerkers kennen lernt. Diese Kenntnis der verschiedenen Arbeitsgebiete desselben Berufes ist später, wenn einmal der Arbeitsplatz gewechselt wird, von entscheidender Wichtigkeit. Die umfassendere Kenntnis sichert auch eine weit größere Unabhängigkeit. Außerdem bringt diese Art der Berufsschulung ein Verständnis des gesamten Arbeitsganges mit sich. Der einzelne sieht seine Arbeit nicht nur von dem Gesichtswinkel seiner eigenen Tätigkeit. wodurch ihm seine Arbeit in vielen Fällen überflüssig erscheint. Hier in der Arbeitsgemeinschaft wird er an alle Arbeiten herangeführt. Er verrichtet auch die Arbeit, die sonst stets von einem ganz anderen in einem ganz anderen Teil der Fabrik verrichtet wird. Er lernt in berufskameradschaftlicher Weise die Arbeit des Bürovorstehers oder des Prokuristen verstehen. Kurz und gut, er sieht setzt den Sinn seinerganzen Arbeit ein. Er sieht, daß sie in der Gemeinschaft der Gesamtarbeit notwendig ist und daß auf eine gute Ausführung Wert gelegt werden muß. — Nicht nur den Arbeitsgang lernt er kennen, sondern auch seine Werkzeuge und sein Material. Er baut sich seine Werkzeuge selbst, er setzt sich seine Maschinen selbst zusammen. Er weiß jetzt, wieso seine Maschine sich in Bewegung setzt, wenn er den Hebel umlegt. Durch diese genaue Kenntnis ist er nicht mehr gleichsam ein Teil der Maschine, sondern er wird zum Herrscher über sie. Auch den Stoff, den er verarbeitet, kennt er nach seiner Herkunft und seiner Gewinnung. Diese Berufsschulung verbindet ihn also tief mit seiner Arbeit. Er arbeitet nicht nur, um sein Auskommen zu haben. Er ist auch innerlich arbeitsbejahend. Diese Neigung zur Arbeit ist dann ein Ansporn zur Leistung. Diesen großen Aufgaben dient die Berufsschulung der Hitlerjugend. Sie ist Sozialismus der Tat. Sie wird wegen ihre Form der Kleinarbeit für die Oeffentlichkeit nicht immer in ihrem riesigen Ausmaße erkennbar sein. Aber einmal in jedem Jahr werden sich im Reichsberufswettkampf die Erfolge der Berufsschulung der Hitleriugend in den stolzen Leistungen der deutschen Jugend zeigen. Schon in Feiertagsstimmung. Berliner Börse. Anfangsstimmungsbild von heute. Berlin, 28. März. Angesichts der fortschrei tenden Erholung der I. G. Farben, die zent höher einsetzten, war die Börse überwiegend freundlicher, wenn sich auch das Geschäft infolge der bevorstehenden Unterbrechung durch die Feiertage in kleinem Rahmen hielt. Renten waren allgemein befestigt, Neubesitz konnten 15, Altbesitz 10 gewinnen. Reichsschuldbuchforderungen wurden ¼ Prozent höher bezahlt, dagegen eröffneten Verein. Stahl=Obligationen% Prozent niedriger. Daimler gewannen ¾ Prozent, Bemberg waren 3¼ Prozent niedriger; da laut Erklärung der Verwaltung an dem Kapitalschnitt nichts geändert wird. Blanko=Tagesgeld versteifte sich auf etwa 4½—4¾ Prozent. Kölner Getreidegroßmarkt. Köln, 28. März. Weizen fand gestern keine Aufnahme. Roggen lag stetig bei unveränderten Preisen. Mehl ruhig. Hafer fest bei sehr kleinem Angebot. Gerste still. Mais war bei kleinem Geschäft stetig. Futtermittel bei ziemlich unveränderten Preisen ruhig. Kartoffeln, Stärke. Köln, 28. März. Kartoffeln. Nach dem Preisbericht des Amtlichen Großmarkts für Getreide und Futtermittel zu Köln stellten sich gestern die Großhandelsverkaufspreise für 50 kg bei Waggonladungen zu 15 t, lose verladen, frachtfrei Kölner Bahnstationen, unverändert wie folgt: Rheinische runde gelbe Industrie I 3,30 und II 3,20. Altenessener Schweinemarkt. Essen, 28. März. Gestern waren 796 Tiere aufgetrieben. Es kosteten im Großhandel: Ferkel unter sechs Wochen bis 10 6—8 Wochen alte 10 bis 15, 8—12 Wochen alte 15—20, 3—4 Monate alte 20—26, 5—6 Monate alte 26—40 RM., gröpere entsprechend mehr. Kreuzer„Karlsruhe" in Kalifornien. Unter den Salutschüssen der Batterien Fort Rosecrans und Northisland ist der Kreuzer „Karlsruhe“ in San Diego vor Anker gegangen. von Mangel an geeigneten Leitern gebe Veranlassung, in Verbindung mit anderen Organisationen Kantoreien(Chormeisterschulen) zu gründen, in denen auch Laienlehrkräfte umfassend geschult werden könnten. Verschobener Termin. Steueramnestie bis zum 4. April. Berlin. Kürzlich machten wir darauf aufmerksam, daß am 31. März die Frist abläuft, in der durch freiwillige Spende zur Förderung der nationalen Arbeit Steueramnestie erlangt werden kann. Da aber der 30. März ein Feiertag(Karfreitag) ist und auch am 31. März der geschäftliche Verkehr in gewissem Umfang eingeschränkt ist, hat der Reichsminister der Finanzen die Finanzbehörden angewiesen, Arbeitsspenden, die spätestens am 4. April(Mittwoch nach Östern) geleistet werden, so zu behandeln, als wenn sie bis Ende März geleistet worden wären. Demgemäß kom men allen Arbeitsspenden, die bis zum Ablauf des 4. April geleistet werden, die steuerlichen Vergünstigungen(insbesondere die Amnestiewirkungen) zugute, die das Arbeits spendengesetz vorsieht. 9, du mein Oesterreich! Wieder Doppeladler.— Der 1. Mai als Staatsfeiertag. Wien. Ueber das in der neuen Verfassung Oesterreichs vorgesehene Notrecht des Bundespräsidenten und der Bundesregierung zum Erlaß von Gesetzen und Abänderung der Verfassung wird jetzt bekannt, daß die vorgesehenen Verfassungsartikel der Regierung eine außerordentlich unabhängige Stellung gegenüber den gesetzgebenden Körperschaften sichern. Die Regierung soll darin die Ermächtigung erhalten, unter„außerordentlichen" Umständen bestimmte Grundrechte zeitweilig und örtlich aufzuheben. Die Regierung beabsichtigt, wie verlautet, in der kommenden Verfassung neben der Streichung der Bezeichnung Republik auch das bisher von Karl Renner im Jahre 1919 eingeführte republikanische Wappen Oesterreichs, das bekanntlich einen Adler mit Hammer und Sichel darstellt, abzuschaffen und den Doppeladler der habsburgichen Monarchie wieder einzuführen. Ferner beabsichtigt die Regierung, den 1. Mai zum Staatsfeiertag zu erklären. Der diesjährige 1 Mai soll zu einer großen vaterländischen Arbeitsfeier ausgestaltet werden. Furchtbare Zustände in den österreichischen Konzentrationslagern Wien. Der Delegierte der amerikanischen Hilfsaktion für Zentraleuropa, Gildemeester, der seit einiger Zeit diejenigen europäischen Länder-bereist, in denen sich politische Häftlinge befinden, beabsichtigt, wie verlautet, bei der öster reichischen Regierung vorstellig zu werden, um eine Besserung in der Behandlung der in den Konzentrationslagern festgehaltenen Nationalsozialisten und Sozialdemokraten zu erreichen. Die sanitären und humanitären Zustände in den österreichischen Konzentrationslagern sind in der letzten Zeit für die Gefangenen außerordentlich unzulänglich geworden. Insbesondere soll die Verpflegung derartig ungenügend sein, daß in einzelnen Konzentrationslagern die Gefangenen zum Protest in den Hungerstreik getreten sind. Weiter verlautet, daß in einem Konzentrationslager 60 Ruhrerkrankungen festgestellt worden sind und aus den übrigen Lagern zahlreiche schwerkranke Gefangene ins Hospital gebracht werden mußten. ten königlichen Familie und zahlreicher hoher holländischer und ausländischer Würdenträger die feierliche Beisetzung der sterblichen Hülle der Königin=Mutter Emma im Mausoleum des Hauses Oranien=Nassau statt. Der Trauerzug traf gegen 14 Uhr(14,40 Uhr deutscher Zeit) aus dem Haag auf dem von einer großen Menschenmenge umlagerten historischen Rathausplatz in Delft ein. Elwa eine Viertelstunde später begann die kirchliche Beisetzungsfeier. Kurz nach 15 Uhr wurde der Sarg in die Gruft getragen, wo die Königin=Mutter neben 37 anderen Fürsten und Fürstinnen ihre letzte Ruhe gefunden hat. Barthou in Brüssel. Ein Halbtages=Besuch. Brüssel. Der französische Minister des Aeußern Barthou traf gestern nachmittag zu dem angekündigten Besuch beim belgischen Minister des Aeußern in Brüssel ein. Er wurde am Bahnhof vom französischen Botschafter und einem Vertreter des Ministeriums des Aeußern empfangen. Der Minister des Aeußern Hymans gab dem französischen Gast ein Essen, an dem auch der Ministerpräsident Graf de Brougeville teilnahm. Danach hatten die beiden Minister in Anwesenheit des französischen Botschafters und des Generalsekretärs des Ministeriums des Aeußern, Langenhove, eine Besvrechung über die schwebenden außenpolitischen Fragen. Am späten Nachmittag empfing der König Barthou. Abends reiste Barthou wieder nach Paris zurück. Außenminister Barthou ist um Mitternacht aus Brüssel wieder in Paris eingetroffen. Er äußerte sich sehr befriedigt über seine Brüsseler Besprechungen. Der König habe für Frankreich Gefühle geäußert, die zu der Annahme berechtigten, daß der junge Herrscher, ebenso wie sein Vater, ein großer Freund Frankreichs sei. Der wesentliche Teil der Brüsseler Verlautbarung über seine Besprechungen mit dem belgischen Außenminister sei der erste Teil, der sich mit der Gefahr einer Wiederaufrüstung Deutschlands befasse. Die französische Regierung habe sich nie einem Abkommen widersetzt, Bedingung aber sei, daß es feste Bürgschaften enthalte. Auf dieser Grundlage sei auch die Verständigung mit Belgien erzielt worden. Die Beisetzung der Königin=Mutter Emma in Delft. Delft. In der hiesigen Neuen Kirche fand am Dienstag nachmittag in Anwesenheit der gesam Das Hoheitsabzeichen an Stelle der preußischen Landeskokarde. Berlin. Wie der„Amtliche Preußische Pressedienst“ mitteilt, hat der preußische Ministerpräsident und Minister des Innern, Göring, durch Runderlaß an alle staatlichen und Gemeindepolizei=Behörden(einschließlich Gendarmerie) angeordnet: Mit sofortiger Wirkung wird die preußische Landeskokarde an der Mütze dur das Hoheitsabzeichen in silberner Ausführung ersetzt. An Stelle des schwarzweißen Tschako-Nationals tritt ein National in den Reichsfarben und an Stelle des preußischen Wanvenschildes am Stahlhelm ein schwarzweißrotes Wappenschild. Die Durchführung der Aenderung an der Mütze und am Tschako hat erst nach Uebersendung der Muster an die Dienststellen zu erfolgen, die Aenderung am Stahlhelm ist sofort durchzuführen. Ein Bombenanschlag auf das Gebäude der Freimaurer=Loge in Cannes. Paris. Durch eine Bombe wurde das Gebäude der Freimaurer=Loge„Großer Orient“ in Cannes am Dienstag stark beschädigt. Kurz vor 10 Uhr wurde die in der Umgebung des Gebäudes wonnende Bevölkerung durch eine heftige Explosion alarmiert. Bald darauf sah man aus den Fenstern des großen Saales der Loge, der sich im Erdgeschoß befindet, dichte Rauchwolken dringen. Sämtliche Fensterscheiben des Gebändes sind zerstört. Das Mauerwerk ist an verschiedenen Stellen stark beschädigt. Menschen sind nicht zu Schaden gekommen. Eine sofort eingeleitete Untersuchung hat ergeben, daß kurz vor der Explosion ein Kraftwagen vor dem Gebäude hielt. Nationalsozialistische Jungenführer. Jede weltanschauliche Bewegung, deren Träger von der Idee dieser Bewegung fest und unerschütterlich überzeugt und durchdrungen sind, wird die Erfüllung ihrer weltanschaulichen Ziele nicht darin erblicken, daß diese Ziele gern oder ungern anerkannt werden. Sie wird nicht allein durch die Uebernahme der Herrschaft innerhalb eines Staates bereits den vollendeten Sinn ihres Kampfes erblicken. Eine Bewegung, die ihren Kampf um diese Herrschaft nur ausfocht, um nachher den Kampf um die von ihr getragene Weltanschauung auf einer breiteren Front vortragen zu können, wird ihre Kraft mit allem Nachdruck dort ansetzen, wo die Erfassung und Durchdringung des einzelnen Menschen mit der Idee der Bewegung am tiefstgehenden möglich ist. Die nationalsozialistische Bewegung wird deshalb nicht um der Schaffung eines mehr oder weniger großen Nachwuchses wegen der Arbeit an der Jugend den allergrößten Wert beimessen, sondern sie wird die Wichtigkeit dieser Arbeit vor allen Dingen um der Verwirklichung der von ibr getragenen Ideen willen erkennen. Wir wissen, daß der Jungvolkjunge einen Weg gehen wird, der ihn durch das Jungvolk, durch die H.=J. in die anderen Organisationen der Bewegung führt, daß im Jungvolk geleistete Arbeit die Grundlage für die weitere Arbeit der Bewegung darstellt. Aus diesen Erkenntnissen ergibt sich ganz klar, daß bereits in der äußeren Form das Jungvolk, wie die H.=J. überhaupt ein vollkommen anderes Gesicht als die Jugendorganisationen eines vergangenen Zeitalters tragen wird. Ging es damals um einen Aufstand gegen die bestehenden Lebensreformen, so geht es heute um die Verwirklichung der nationalsozialistischen Idee. Das ist ein Unterschied, der grundsätzlich auch von den Führern dieser vergangenen Jugendbewegung zu begreifen sein sollte. Die Form der Arbeit im Jungvolk dient dem Zweck. Sie ist hart, knapp und ohne falsche Romantik, sie ist klar, weil sie als Grundlage die nationalsozialistische Idee in sich trägt. Die Arbeit des Jungvolks steht nicht außerhalb des Alltags, sondern die Kenntnis von der Not und der schweren Lage eines großen Teiles unseres Volkes zwingt sie, mit offenen Augen in diesen Alltag hineinzugehen. Sie ist nicht Selbstzweck, sondern dient dem Volk. Die erste Voraussetzung für die Jungvolkarbeit ist nicht, auf irgend eine Art interessant zu sein, sondern erste Voraussetzung ist, daß sie nationalsozialistisch ist. Es geht nicht um die Schaffung eines„sonnigen" Jugendlandes, sondern um die lebendige Gestaltung der nationalsozialistischen Idee. Jeder Versuch, die Form und die Arbeitsweise des Deutschen Jungvolks anders aufzufassen, ist falsch, und es gibt keinen schwereren Vorwurf den ehemaligen Jugendbünden und Verbänden gegenüber, als den, daß sie zum größten Teil, sei es aus Unkenntnis, sei es aus Böswilligkeit, immer aber aus Oberflächlichkeit, die Arbeit des Jungvolkes zu verfälschen versucht haben.— Diesen Versuchen wird die HitlerJugend den festen Damm ihrer Führerschaft gegenüberstellen. Und es sei deshalb einmal klar gesagt, daß nicht der gute Jungenführer, sondern in erster Linie der nationalsozialistische Jungenfüh= rer in diese Führerschaft berufen ist. Jeder andere soll die Finger von der nationalsozialistischen Jugendarbeit lassen. Es ist leichter, ein guter Jungenführer, als ein einfacher schlichter Nationalsozialist zu sein. Aus diesen Gründen scheint es uns anmaßend und überheblich, daß die Führer derjenigen Bünde, deren Ueberführung in die Hitlerjugend erst durch Gleichschaltung erreicht werden konnte, heute sich bereits wieder vordrängen und Ansprüche auf Gestaltung der nationalsozialistischen Jugendbewegung geltend machen wollen. Die Ausrichtung der Jungvolkarbeit ist von größter Wichtigkeit, denn diese Ausrichtung auf nationalsozialistischer Grundlage ist die Voraussetzung für die Erreichung des Zieles der Bewegung. Leichter, raunertige Halbschuh„Panama"-Scnuh, mit Wilop-Gummisohle In vielen Farben vorrätig Der neue HuntingealtSportschuh Herron„Panama". Schuh, besonders angenehm im Tragen Praktische, bequeme Laufschuhe für Frühjahr und Sommer öhmer Bochum Das Schuhhaus mit der reichen Auswahl 7 Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, heute morgen 1 Uhr, nach schwerer Operation unsere liebe Schwester, Schwägerin, Tante und Großtante Frau Witwe Heinr. Eisenhardt Lina, geb. Stratmann an ihrem 59. Geburtstage zu sich in die Ewigkeit zu nehmen. Um stille Teilnahme bitten: Die trauernden Hinterbliebenen. Bochum-Linden, den 27. März 1934. Die Beerdigung findet am Sonnabend, dem 31. März, nachmittags 3½ Uhr vom Trauerhause, Bochum-Linden, Hattinger Straße 594a, aus statt. Allen, denen aus Versehen keine besondere Nachricht zuging. diene diese als solche. Es ist bestimmt in Gottes Rat, daß man vom Liebsten was man hat, muß scheiden. Heute abend 8¼ Uhr ertschlief sanft und gottergeben nach langem, schwerem, mit großer Geauld ertragenem Leiden, mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwiegervater, Großvater, mein innigstgeliebter Sohn, Bruder und Schwager, Zimmermeister Gustav Roeher im Alter von 56 Jahren. Um tille Teilnahme bitten Die trauernden Hinterbliebenen. Steele, Essen, Katernberg, Dortmund, Leipzig, Halle-Saale, Stolp, den 26. März 1934. Die Eeerdigung tindet am Freitag. dem 30. März 1934, nachm. 3,45 Uhr vom Trauerhause, Steele. Dahlhauser Straße 40 aus statt. Tranerfeier ¼ Stunde vorher. Von Beileidsbesuehen bitten wir höflichst Abstand zu nehmen. Am 26. März starb im Evangel. Altersheim in Essen-Werden Fräulein Lydia Vogelsang aus E.-Steele, im Alter von 55 Jahren. Geschwister Vogelsang. Wiesbaden, Taunusstraße 36. Die Beerdigung erfolgt am Donnerstag, dem 29. März, nachmittags 3½ Uhr, auf dem evangl. Friedhofe in E.-Steele, Bochumer Straße. Stadttheater Bochum Mittwoch, 28. März 20—22,30 Uhr Vormiete B 23 Neu einstudiert: Die Bohème Oper in 4 Bildern von Puccini Donnerstag, 29. 3. Wegen Neueinrichtung des „Parsifal“ Zwangsversteigerung. 14 K 97/33 Gemarkung Dahlhausen, Linden. Grundbuch von Dahlhausen, Band 10 Blatt 186 Flur 8 Nr. 15 Gr. 3.48 Flur 8 Nr. 16 Gr. 4.04 Ar Flur 8 Nr. 22 Gr. 2.25.32 Flur 8 Nr. 20 Gr. 5.39 Ar Flur 8 Nr. 149·18 Gr. 3.61 Ar Flur 8 Nr. 151/17 Gr. 0.23 Ar Flur 8 Nr. 152/21 Gr. 1.57,09 Ar Flur 8 Nr. 153/19 Gr. 20.43 Ar Flur 8 Nr. 161/17 Gr. 51.15 Ar In der Heide Halfmannswiese 75,82, bebaute Grundstücke, Wiese, Acker und Wasser. Gemarkung Linden. Flur 3 Nr. 86/12 Gr. 35,26 Ar Flur 3 Nr. 191/12 Gr. 1.89.01 Ar An der Hofure, unbebaute Grundstücke. Eigentümer: 1. Der Ziegeleibesitzer Karl Johannes Götte in Essen und 2. dessen Kinder: a) Karl Götte, Kaufmann in Berlin= Nicolassee, b) Josefine Götte in Berlin=Dahlem, c) Heinrich Götte, Student in Essen, d) Edmund Götte, Bankbeamter i. Essen in dem nach beendigter Gütergemeinschaft bis zur Auseinandersetzung bestehenden Gesamthandsverhältnis nach§§ 1493, 1471 B. G. B. Versteigerungstermin am 11. April 1934. vorm. 10 Uhr an der Gerichtsstelle, Viktoriastraße 14, Zimmer 52. 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