Hattinger Zeitung General=Anzeiger für den Ennepe=Ruhrkreis Kreisblatt für den Ennepe=Ruhrkreis Größte u. meistgelesene Zeitung in Stadt und Kreis Nummer 302 Donnerstag, den 28. Dezember 1933 Zielsetzung für 1934: Jedem Deutschen Arbeit!— Marxistische Wühler in Holland. Aus dem Inhalt der fronzösischen Antwortnote. Pariser Indiskretionen. Zwei„Uebergangsperioden" von je vier Jahren. Paris. Die Pariser Boulevardpresse schwelgt heute wieder in Indiskretionen. Trotzdem der französische Ministerpräsident am Schluß des gestrigen Ministerrats(wir berichten darüber weiter unten) auf die Vertraulichkeit der Besprechungen über die Denkschrift an die deutsche Reichsregierung hinwies. werden heute hier Einzelheiten dieser Denkschrift veröffentlicht, die das Wesentliche aus dem Inhalt darzustellen scheinen. Danach will Frankreich nicht nur die künftigen Verhandlungen wieder im Nahmen der Abrüstungskonserena führen, sondern auch genau dort anknüp'en, wo die Genser Verhandlun sen im Oktober unterbrochen wurden. Fränkreich will einen eigenen Plan für allgemeine Abrüstung vornehmen, der auf den englisch=ranzösischen Beschlüssen vom 23. und 24. September und ank der bekannten Simon=Erklärung vom 14. Oktober beruhen soll. Man spricht jetzt nicht nur von Probezeit oder Bewährnngsfrist, sondern von zweillebergangsveriodenvonjevle: Janren. In der ersten Periode, die mit der Unterzeichnung der Konvention beginnen soll. soll für die enronäischen Heere ein einheitlicher Tup mit kuralristiger Dienstzeit ge= schaffen werden. Dentschland soll 200 000 Mann und ein entsprechendes„leichtes Desensiv=Material“ erhalten. Frankreich würde, ebenso wie England, zunächst keinen bisherigen Truppenbestand behalten, auch seine gesamten vorhandenen Materialien. Während der ersten vier Jahre würde eine ständige gegenseitige Kontrolle zwilchen den enronäischen Heeren bergestellt werden. Jm Verlauf der zweiten vier Jahre würde Deutschland, ie nach dem Ergebnis der Kontrolle. das Recht ervalten lämtliche Desensivwalsen zu besitzen seinschließlich Tanks und Flugzenge), während die anderen Mächte ihre Oflensin=Wasen Geschütze mit einem Kaliber von über 103 Millimeter und Tanks von mehr als 1300 To. zerstöten mühten. In französischen Kreisen aibt man sich über die Erfolgsaussichten dieser Vorschläge, die die ganze Entwickelung der Genter Krise zu lanorieten suchen oftenber keinen Illusionen bin. Es kommt, in der Presse deutlich zum Ausdruck, daß es sich vorwiegend um ein taktisches Manöver zur Verschiebung der Schuldfrage und zur Vorbereitung entl Aktionen im Völkerbundsrat han= delt. An diesem Zweck gemessen, wirkt die angewandte Methode aber ebensa plumo wie hinsichtlich der Abrüstungsfragen selbst. Leon Blum vertritt im Populaire“ die These der Ausarbeitung eines allgemeinen Abrüstungsolanes der die deutsche Reichsregierung entweder anneymen könne oder den man ihr einsach anzzwingen müsse. Frankreich habe nur die Wahl zwischen dieser Methode oder der eines allgemeinen Rüstungswettlaufs. Der Ministerrat in Paris. Der Ministerpräsident zu der Presse. Paris. Der französische Ministerrat tagte Mittwoch nachmittag über dreieinhalb Stunden unter dem Vorsitz des Statspräsidenten. Die Minister beschäftigten sich zunächst mit dem schweren Eisenbahnunglück bei Lagny und beschlossen, eine allgemeine Untersuchung einzuleiten, die sich nicht nur auf die Verantwortlichkeit des Lokomotivführers und des Heizers des Schnellzuges Paris=Straßburg erstrecken soll, sondern auch auf die Verpflichtungen der Eisenbahngesellschaften, wobei nachgeprüft werden soll, ob alle Sicherheitsmaßnahmen getroffen worden waren. Nach einer Reihe Haushaltsfragen und der Besprechung der Lage in den französischen Gruben ging man zu den deutsch=französischen Besprechungen über. Außenminister erstattete einen ausführlichen Bericht über die verschiedenen Informationen, die er in der Frage der Abrüstung eingeholt habe. Paul=Boncour machte den Ministerrat mit den großen Linien einer Denkschrift laide memoire) bekannt, die er dem französischen Botschafter in Berlin zugehen lassen will. Der Ministerrat stimmte diesem Vorschlag und dem Inhalt der Denkschrift zu. Der französische Ministerpräsiden; Chautemps empfing im Anschluß an die Sitzung des Ministerrats die französischen Pressevertreter und erklärte ihnen, die französische Regierung müsse zunächst noch eine starke Zurückhaltung beobachten, weil es nicht üblich sei, diplomatische Schriftstücke zu veröffentlichen, bevor sie zur Kenntnis der ausländischen Regierung gelangt seien, für die sie bestimmt seien. Chautemps fuhr dann wörtlich fort: „Alles, was ich Ihnen sagen kann, ist, daß Frankreich— wenn es gern bereit ist, mit allen interessierten Staaten die Besprechungen fortzusetzen, die zudem von dem Büro der Abrüstungskonferenz vorgesehen waren— die Organisierung der allgemeinen Sicherheit auf dem Wege der Rustungseinschränkung und im Nahmen des Völkerbundes sucht. Die französische Regierung ist heute wie früher bereit, von sich aus entsprechende positive Vorschläge zu machen, die den Verhandlungspartnern die Aufrichtigkeit des französischen Friedenswillens beweisen würden." Chautemps fügte hinzu, daß der genaue Zeitpunkt für die Ueberreichung der Denkschrift noch nicht sestliege. * Aus unterrichteten französischen Kreisen erfährt man heute, daß das Pariser Kabinett den Schwerwiegende Vorwürfe gegen die französische Ostbahn=Gesellschaft. Paris. Am Mittwoch abend ereignete sich in der Nähe von Lvon ein Eisenbahnunglück, das glücklicherweise keine ernsten Folgen hatte. Die beiden letzten Wagen des DeZuges Paris Marseille sprangenaus den Schienen und legten sich quer über den Eisenbahndamm, während der Zug mit einer Geschwindigkeit von etwa 90 Stundenkilometer dahinraste. Es gelang glücklicherweise, ihn rechtzeitig zum Stehen zu bringen, noch ehe die beiden letzten Wagen umkippten. Drei der Insassen wurden durch Glassplitter mehr oder weniger schwer verletzt. * Das„Oeuvre“ greift heute heftig die französische Ostbahn=Gesellschaft an, wirft ihr zahlreiche Betriebsmängel vor und macht sie für die schwere Katastrophe bei Lagny verantwortlich. Die Haftentlassung des Lokomotivpersonals des Straßburger Schnellzuges sei vor allem erfolgt, weil die Untersuchung ergeben habe, daß grobe Fehler begangen worden seien, für die höher gestellte Persönlichkeiten, als ein Heizer oder Lokomotivführer, die Verantwortung trügen. Die Gesellschaft habe am Samstag abend trotz des dichten Nebels Vorund Nachzüge eingesetzt, während beispielsweise die Nordbahn aus dem gleichen Grunde mehrere Züge habe ausfallen lassen. Die verspätete Abfahrt der Züge vom Pariser Ostbahnhof sei nicht auf den Nebel, sondern auf den schlechten Zustand der Lokomotive zurückzuführen, denen ver chiedene Zuleitungsrohre eingefroren gewesen eien. Aus Ersparnisgründen habe man mehrere Arbeiter aus der Lokomotivwerkstätte entlassen. In der Pariser Oeffentlichkeit hat es außerdem sehr eigentümlich gewirkt, daß die Nachricht von dem schweren Unglück erst in später Nachtstunde bekannt wurde, obwohl die Katastrophe sich schon gegen acht Uhr abends ereignet hatte. Der Pariser Polizeipräsident erklärte einem Vertreter des „Oeuvre“, daß er erst gegen 23½ Uhr von dem Unglück erfahren habe. Die Eisenbahngesellschaft von Reichskanzler Hitler betonten Willen zur Verstärkung der europäischen Nichtangriffspakte und zur Annahme einer gegenseitigen allgemeinen Rüstungskontrolle mit Befriedigung zur Kenntnis nehme. Aber die Vorbedingungen Deutschlands, ein 300 000=Mann=Heer, die Aufrechterhaltung der SA. und SS. und das Material für ein 300 000Mann=Heer stünden in absolntem Gegensatz zu den Arbeiten der Abrüstungskonferenz. Frankreich könne sich keinem Aufrüstungsverlangen Deutschlands ausschließen. Die französische Regierung teile keineswegs den Pessimismus der leitenden Politiker in Deutschland hinsichtlich des Ergebnisses der Abrüstungskonferenz. Sie glaube im Gegenteil, daß nur im Rahmen des Völkerbundes und auf dem Wege der Herabsetzung der Nüstungen die internationale Sicherheit geschaffen werden könne, die die Grundlage der Anerkennung des Gleichberechtigungsgrundsatzes bilde. Um das Endabkommen vorzubereiten, sei das Pariser Kabinett zu allen Verhandlungen mit den interessierten Staaten bereit underneuere die Abrüstungsvorschläge, die auf Grund der englisch=französischen Verhandlungen vom 28. und 24. September sestgelegt worden seien. Durch diese halbamtliche Auslassung werden also die Vermutungen der Pariser Presse über den untragbaren Charakter der französischen Denkschrift bestätigt! habe aber trotzdem keinerlei Hilfe angefordert. Erst zwei Stunden später sei er dann über die wahre Tragweite unterrichtet worden, und habe sofort alle notwendigen Schritte unternommen. Es sei selbstverständlich, daß er die gleichen Maßnahmen schon früher getroffen hätte, wenn er rechtzeitig über die Auswirkungen der Katastrophe unterrichtet gewesen wäre. Parlamentarismus! Schwerer Wahlzwischenfall in Rumänien. Crajova. Hier kam es gestern zu den bisher schwersten Zusammenstößen während des ganzen Wahlkampfes in Rumänien. Eine große Gruppe von nationalzaranistischen Wählern, denen angeblich die Ausfolgung der Wählerkarten für den Senat verweigert worden sein soll, stießen vor einem der Wahllokale von Crasova mit Anhängern der Regierung zusammen. Es kam zu einer regelrechten Straßenschlacht zwischen den beiden Gruppen, wobei anscheinend von beiden Seiten von Schußwafsen Gebrauch gemacht worden ist. Vier Nationalzaranisten wurden durch Schüsse schwer verletzt. Einer der Verletzten erlag bald seinen schweren Verletzungen. Die Ruhe wurde durch ein starkes Polizeiaufgebot wiederhergestellt. Nationalsozialismus der Tat. Berlin. Beispielgebend haben die Angestellten der N2DAP. München zu Weihnachten 5000 Lose der zweiten Geldlotterie für Arbeitsbeschaffung erworben. Bekanntlich dient die Arbeitsbeschafsungslotterie dazu, neue Arbeitsplätze zu schaffen und zu erhalten. Die Ziehung findet schon am 29. und 30. Dezember statt. Es ist also nur mehr wenige Tage Gelegenheit gegeben, sich diesem Vorgehen anzuschließen. in Paris. Paris. Der belgische Außenminister Humans hatte am Mittwoch Besprechungen mit Mitgliedern des französischen Kabinetts. Aus einer halbamtlichen Mitteilung geht hervor, daß„die zögernde Haltung Englands gegenüber den deutschen Forderungen sich auch in Brüssel ausgewirkt hat.“ Drei Zentner. Prager„Anklagematerial"— und die Beweise? Von unserem Prager=ss=Berichterstatter. Prag, 27. Dezember. Triumphierend berichtet die tschechische Presse: In den ersten Jännertagen werde der große Prozeß gegen zwölf nationalsozialistische Studen ten beginnen, dem Ende Jänner sofort der große Prozeß gegen die Abgeordneten der sudetendent schen Nationalsozialisten Ing. Jung, Knirsch, Krebs, Kasper und Schubert folgen soll. Nicht we niger als drei Zentner Anklagematerial habe der Prager Generalstaatsanwalt Dr. Caslavksy, der die Anklage vertritt, zur Verfügung gehabt und durchgearbeitet! Drei Zentner Material— man bedenke! Unter der Wucht dieser drei Zentner müßten die bösen Nationalsozialisten zusammenbrechen! Um was geht es in diesem Prozeß? Man kennt die Materie ziemlich genau aus dem„Volkssport“Prozeß, der beim Brünner Kreisgericht stattfand und mit der Verurteilung der 5 angeklagten Stu denten zu 15 Jahren Kerker geendet hat. Es soll hier kurz in Erinnerung gerufen werden: In den Jahren 1930 32 bildete die sudetendeutsche N2DAP. eine Organisation ihrer aktivistischen Jugend, die ähnlich wie die SA. im Deutschen Reiche, Braunhemden und die Hakenkrenzarmbinde trug. Diese Uniform wurde im Mai 1930 von der Landesbehörde in Böhmen bewilligt und der Verein „Volkssport" durch das Prager Innenministerium genehmigt. Der„Volkssport“=Verband wuchs indessen bald zu einer nach einigen Tausenden zählenden Organisation an. Weder Sozialdemokraten. noch Kommunisten konnten gegen ihn aufkommen. Er bildete den Versammlungsschutz, veranstaltete Aufmärsche und Wanderungen und brachte die sudetendeutsche Jugend in hellen Scharen zu den Jahnen des Hakenkreuzes. Plötzlich begannen die Staatsbehörden, ganz offenkundig nach Aufforde rung der in der tschechischen Regierung sitzenden Marxisten, gegen den„Volkssport“=Verband einzuschreiten. Anfang März 1932 wurden plötzlich einige junge Studenten der Prager deutschen Universität, Dr. Petermichl, Ing. Haider. Architekt, Metzner u. a. verhaftet und nun ging die erste große Verfolgungswelle gegen das Sudetendentsch tum los. Nicht weniger als 1500 Haussuchungen und gleichzeitig 362 Verhaftungen fanden statt. Ans dieser Masse von Verhafteten griff die Staatsan waltschaft fünf Studenten heraus, denen sie den Prozeß machte und der mit der Verurteilung al ler Angeklagten zu jahrelanger Kerkerhaft führte. Das Blnturteil von Brünn wurde damit begrün det, daß die Angeklagten„bewaffnete und oraani sierte Kräfte sammelten", die die Aufgabe gehabt hätten,„in Verbindung mit der reichsdeutschen 2A. die deutschen Gebiete der Tschechoslowakei von diesem Staate loszureitzen und der reichsdentschen Staatshoheit zuunterstellen!" Was ist bei diesem Prozeß geschehen? Hat man den Studenten akten mäßig eine Aktion gegen die Tschechoslowakei be weisen können? Haben sie selbst gestanden, einen bewaffneten Aufstand organisiert zu haben? Haben sich bei den Hausdurchsuchungen Waffen gefunden? Oder ist man auf Pläne usw. gestoßen? Nichts von alledem! Die fünf jungen Sudetendeutschen wurden verurteilt, weil im Programm der reichsdeutschen NSDAP. der Zusammenschluß aller Deutschen auf Grund des Selbstbestimmungs rechtes gefordert wird. Dieses Programm aber, so sagt das Urteil, könnte nur gegen den Widerstand des tschechischen Volkes erreicht werden. Dazu bedürfe es der Waffengewalt und deshalb sei es klar, daß die Jungen die„gewaltsame Losreißung" der sudetendeutschen Gebiete anstrebten... Alle Anträge auf Zulassung von Zeugenwurden abgelehnt! Es war offenkundig, daß man die Zeugen nicht hören wollte, weil sie das Gegenteil von den Behauptungen der Anklage festgestellt hätten, weil sie dargetan hätten, daß die reichsdeutsche NSDAP. garnicht an eine „Losreißung“ der deutschen Gebiete der Tschechoslowakei gedacht hatte, und weil sie noch eindeutiger erwiesen hätten, daß die sudetendeutschen Nationalsozialisten seit jeher nichts anderes als die Gleichberechtigung der Sudetendeutschen innerhalb der Tschechoslowakei, aber niemals die Zerstörung des tschechischen Staates, angestrebt hatten. Aber diese Beweise wollte die politisierte tschechische Justiz nicht hören und darum lehnte das Gericht alle Zeugenanträge einfach ab. Man Das Gesetz der Serie. Eisenbahnunfall bei Lyon. benke das Geschrei der Welt, wenn im Reichstagsbrandprozeß gegen van der Lubbe, Torgler und Genossen das Gericht einfach alle Beweisanträge rundweg abgelehnt hätte! Und dabei standen in Brünn nicht Brandstifter und Verbrecher, sondern durchweg unbescholtene Sudetendeutsche, die Ingenieure, Doktoren, Architekten und Lehrer waren, vor Gericht!— Man nahm damals an, daß dieses Fehlurteil durch das Oberste Gericht, an das sofort Berufung eingelegt wurde, auf gehoben werden würde. Das war ein Irrtum. Das Oberste Gericht bestätigte das Brünner Fehlurteil in vollem Umfange— und lehnte wieder jede Zeugenführung ab. Das primitivste Recht aller Rechtsordnung, das Angebot von Zeugen wurde einfach mit Füßen getreten. Die Wirkung der Bestätigung des Brünner Urteils trat sofort ein. Nun war die NSDAP. in der Tschechoslowakei vom Obersten Gericht— wenn auch ohne Zeugenzulassung—zur„staatsfeindlichen Partei“ stigmatisiert. Das nutzte das Innenminstierium aus und löste die Partei einfach auf. Die Regierung stellte den Antrag auf ein Gesetz zur Verfolgung staatsfeindlicher Parteien, das vom Prager Parlament sofort beschlossen wurde und die Aberkennung der 12 Mandate der sudetendeutschen NSDAP. im Prager Parlament zur Folge hatte. Endlich wurden die Führer der sudetendeutschen Nationalsozialisten— bis auf den Abgeordneten Hans Krebs— der das Staatsgebiet verließ— verhaftet und eingekerkert; ihnen selbst der Prozeß gemacht. Jetzt melden die tschechischen Zeitungen bereits triumphierend: Drei Zentner Anklagematerial! Was braucht es da noch der Zeugen? Daß es sich um nichts anderes als um öffentlich aufliegende Bücher, Zeitungen, ja ganze Bibliotheken handelt, die der tschechische Staatsanwalt auf den Richtertisch wirft, wird nicht gesagt. Wird es auch diesmal die Prager Justiz sich so leicht machen, wie im „Volkssport“=Urteil? Wird sie auch diesmal rundweg alle Zeugenaussagen ablehnen und die angeklagten Führer der NSDAP. einfach zu mehrjährigen Kerkerstrafen verurteilen? Die gesamte deutsche Oeffentlichkeit, ja darüber hinaus die zivilisierte Welt, der das Recht noch nicht zum geistlosen Instrument geworden ist, wird den Prozeß gegen die sudetendeutschen Führer der gequälten deutschen Volksgenossen in der Tschechoslowakei aufmerksam verfolgen. Der Anschlag gegen die Telephonzentrale. Rote Brandstiftung in Holland. Parteiverbot gefordert. Hungerstreik des verhafteten Brandstifters. Amsterdam. Das Großfeuer in der Amsterdamer Telesonzentrale, durch das 10 000 Leitunen vernichtet worden sind, hat nach der Veraftung eines Monteurs, der dem syndikalistischen Gewerkschaftsverband angehört, die erwarteten politischen Folgen gehabt. Man hat durch diesen Brand, der für das gesamte Wirtschaftsleben Hollands erheblichen Schaden nach sich zieht, mit einem Schlag in Holland erkannt, welche Gefahr dem ganzen Staate dadurch droht, daß in immer stärkerem Maße syndikalistische und kommunistische Elemente in wichtige Verwaltungsbehörden Hollands eingedrungen sind. Zum erstenmal hat der Brand eine nationale Organisation in Holland veranlaßt, an die Reierung bestimmte Forderungen zur Bekämpfung es Kommunismus zu stellen. Der Verband für den Nationalen Wiederaufbau, der die nationale Spitzenbewegung Hollands darstellt, hat in einem Telegramm an den Ministerpräsidenten das sofortige Verbot der Kommunistischen Partei Hollands, die Beseitigung aller staatsfeindlichen Elemente aus allen Verwaltungskörperschaften und die strenge Kontrolle aller marxistischen Bewegungen und Organisationen gefordert. Außerdem ist die bezirksweise Verhängung des Standrechts für den Fall verlangt worden, daß sich bestimmte politische Befürchtungen, die man in Holland im Anschluß an den Brand hegt, bewahrheiten sollten. Bekanntlich spielen in Holland auch diesenigen Organisationen eine große Rolle, die sich der Oetze gegen Deutschland widmen. Die kommunistischen und marxistischen Agitatoren, die das berüchtigte„Braunbuch“ veranlaßt haben und die den Reichstagsbrand zu einer Bekämpsung des nationalsozialistischen Deutschland benuben wollten haben ihre Zusammenkunft in Holland gehabt. Auch bei den Verhandlungen im eichstagsbrandstifter=Prozet ist zulage getreten, in welchem Umsang in Holland Zentralen kommunistischer Hetze vorhanden sind. Daß man in den sozialistischen Kreisen Hollands mit besonderer Wut dem neuen Deutschland gegenübersteht, hat sich bei einer Jahresversammlung der sozialistischen Partel Hollands gezeigt. Der Sozlalistenführer Albardy führte dabei aus, daß die internationale Sozialdemokratie durch den Sieg des Nationalsozialismus in Deutschland den schwersten Schlag erlitten habe. Er bekannte ganz offen, daß die Sozialdemokratische Partel Deutschlands die mächtigste Gruppe der internationaler sozialistischen Bewegung geweien sei. Albardy bezichtiate dann das neue Deutschland in Fortsetzung der gemelnen Hetze. die gegen Deutschland in allen linksradikalen Kreisen Hollands betrieben wird, der Vorbereitung eines Revanchekrieges. Es ist mehrfach in der holländischen Presse im Anschluß an den Reichstagsbrandstifterprozeß schon vor Wochen zum Ausdruck gekommen, daß Maßnahmen gegen den Kommunismus und auch gegen die staatsfeindliche Tendenz des Marxismus von der Regierung getroffen werden müßten. Sollte die weitere polizeiliche Untersuchung in Holland ergeben, daß der verhaftete Monteur, der in einen Hungerstreik getreten ist, wirklich im Auftrage einer syndikalistischen oder kommunistischen Organisation gehandelt hat, so würde man in Holland gerade an dem Tage, an dem in Deutschland das Urteil gegen van der Lubbe vom Reichsgericht gefällt wurde, das erste sehr deutliche Anzeichen dafür erhalten haben, daß die terroristischen Methoden des Kommunismus nach der energischen Unterdrückung in Deutschland sich nun in anderen Ländern zu betätigen versuchen. Man würde daraus erkennen, mit welchem Recht in Deutschland unter voller Wahrung aller Rechtsgrundsätze die Untersuchung des Reichstagsbrandes durchgeführt worden ist und mit welchem Recht das Reichsgericht in dem einen klar erwiesenen Fall die schwerste Strafe in seinem Urteil verkündet hat. Dennoch Gnadengesuch für Lubbe! Berlin. Im Auftrag seiner Regierung hat der niederländische Gesandte, Graf Limburg=Stirum, an den Reichsminister des Answärtigen, Freiherrn von Nenrath, ein Schreiben gerichtet, in dem er die Reichsregierung bittet, die gegen van der Lubbe erkannte Todesstrafe in eine mildere Strase umzuwandeln. Frankreich-Reisen erschwert. Nur noch 200 RM. dürfen ausgeführt werden. Berlin. Am 18. Januar d. J. wurden die Relsen nach Frankreich dadurch erheblich erleichtert, daß auf Grund eines Zusatzabkommens für den Reiseverkehr zwischen Deutschland und Frankreich außer den genehmigungsfreien 200 Mark noch Reiseschecks im Gegenwerte bis zu 500 Mark zur Mitnahme freigegeben wurden. Diese Schecks wurden u. a. auch von den französischen Hotels in Jahlung genommen. Infolge der unlänast un= terbrochenen deutsch=französischen Wirtschaftsverhandlungen ist diese Sonderabmachung für den Neiseverkehr vorerst nicht verlängert worden, so daß bis auf weiteres Reisende nach Frankreich nur noch die von der Devisenbewirtschaftsstelle zugelassenen 200 Mark für einen Monat als Zahlunasmittel mitnehmen können. Blauer Dunst. Zigarren, Zigaretten, Tabak. Daß der Tabak uns die graue Welt etwas ver= schönern kann, weiß jeder Raucher. Besonders die alten Frontkämpser wissen es, und wer vorher noch kein Raucher war, wurde es gewiß im Kriege. Wenn auch der Verpflegungsnachschub nicht immer aut und reichlich war, so waren doch aell Befehlsstellen darauf bedacht, die Soldaten mit Tabak zu versorgen.„Tabak ist ebenso notwendia wie die tägliche Nahrung“, schrieb der amerikanische General Pershing nach Hause,„wir brauchen sofort tausend Tonnen davon“. Es ist nicht nur zufällig, daß wir, da wir vom blauen Dunst des Tabaks reden. mit dem Weltkrieg beainnen. Denn die zahllosen Männer, die der Krieg zu Rauchern gemacht hatte, verblieben gewöhnlich bei dieser Gewohnheit auch später, so daß die ohnehin schon starke Armee der Raucher beträchtlich anwuchs. Die Weltproduktion an Tabak betrua vor dem Kriege nahezu anderthalb Milliarden Kilogramm. zehn Jahre nach dem Kriege aber zweieinhalb Milliarden. Vor dem Kriege wurden in Deutschland auf den Kopf der Bevölkerung jährlich 195 Zigaretten gezählt, zehn Jahre später aber nahezu fünfhundert. Noch stärker ist die Zunahme etwa in den Vereinigten Staaten. Dort entfielen auf den Kopf der Bevölkerung vor dem Kriege 143, zehn Jahre später aber nahezu 800 Ziaaretten. Wir wissen auch, daß das braune Gift die Eigenschaft besitzt, die Gedanken anzuregen, also sollten ihm alle geistigen Arbeiter wohlgesinnt sein. Johann Christian Günther, der schlesische Dichter aus der vorgoetheschen Zeit, von dem Goethe später sagte, sein Leben sei ihm wie sein Dichten zerronnen, war in allen zeitgenössischen Lastern erfahren, er trank nicht ungern und huldigte natürlich auch der Pfeife. der einzigen damals bekannten Art des Rauchens. Er hat das„Lob des Knaster=Tobaks“ in einem längeren Pvem besungen, das die „Nahrung edler Geister— aller Sorgen Meister“ verherrlicht. In der„Kleinen Chronik der Anna Magdalena Bach“ finden wir ein kleines Lied, das Johann Sehastian an seine Pfeise richtete, und Anna Maadalena entwirkt dazu folgende hübsche Familienszene:„Ich liebte die Melodie zu diesen Worten so sehr. daß ich sie eines Tages für Sopran nach G=Moll transvonierte, und mich. das Liedchen singend, am Soinett niederließ. Er ergötzte sich sehr an meinem Liedchen und saate:„Die Melodie lieat Deiner Stimme so aut. viel besser wie Tabak Deinem Mündchen stehen würde, kleines Mütterchen. Laß mich niemals eine Pfeise zwischen Deinen Livven sehen“, fuhr er mit gespielter Ernsthaftigkeit fort.„Du würdest keinen Kuß mehr von mir bekommen.“ Im Weimar des Klassifizismus huldigten sie alle dem Tabak. indem sie rauchten oder schnupften. der Herzog Karl Anaust und sein ganzer Kreis, mit Ausnahme von Gocthe. der als ein Hasser des Tabaks grollend dabei stand, obwohl seine Mutter. Frau Aja, gerne ein„orißgen Tabak“ nahm. weil dann das Brieschreiben„wie geschmiert“ ginge. Und hier muß man die Geschichte von Charlotte Hoyer erzählen, die Goethes Köchin war. Nachdem sie ihn zwei Jahre entsetzlich geärgert hatte, entließ Goethe sie und schrieb ihr ein denkbar schlechtes Dienstzeugnis. Die Köchin rächte sich. „Als Goethe“, erzählt ein Zeitgenosse,„nach kurzer Abwesenheit mittaas sein Arbeitszimmer betrat, kamen ihm dicke Schwaden beißenden Rauchs entgegen. Die hatte ihm die Köchin in den ernsten Raum geblasen, weil sie wußte, daß der Herr Geheimrat den Tobak haßte.“ Alexander von Humboldt stand ganz auf Seiten Goethes:„Zwei Pflanzen von großer Bedentung sind von Amerika zu uns herübergekommen, die eine zum Segen, die andere zum Verderben. Die Segenspflanze ist die Kartoffel, die Pflanze des Verderbens das Kräutlein Tabak.“ Goethe hatte einige Idiosynkrasien, so gegen Gift und Schlangen. Knoblauch und Tabakrauch. Er lobte den„reinlichen Lavater“, aber Basedow hatte eine trübe Erinnerung hinterlassen, weil er nicht auf sein Aeußeres achte und ununterbrochen schlechten Tabak rauchte, den er mit einem häßlich dunstenden Schwamm ansteckte. Goethe sah sogar aus dem Tabak die bösesten Folgen für Dentschland entstehen: Wenn es so fortgehen sollte, wie es den Anschein hat, so wird man nach zwei oder drei MenschenArbeitsfront-Führer äußern sich. Sozialpolitik im neuen Jahr. Das Gesetzbuch der Arbeit. Jedem Deutschen sein Recht auf Arbeit. Berlin. Die Deutsche Arbeitsfront hat eine Reihe führender Persönlichkeiten über ihre Erwartungen vom neuen Jahr befragt. Das VDZ.Büro entnimmt den Antworten folgende beachtliche Ausführungen: Ueber die Sozialpolitik des neuen Jahres äußert sich der Ministerialdirektor im Reichsarbeitsministerium, Dr. Werner Mansfeld: Die Sozialpolitik des vergangenen Jahres fand ihren Abschluß mit dem Aufruf vom 27. November der Eingliederung der Unternehmer in die Deutsche Arbeitsfront und der daraufhin erfolgten Auflösung der noch bestehenden Arbeitgeberverbände. Die deutschen Arbeitsmenschen haben den Weg zueinander gefunden. Niemand hätte ein solches überwältigendes Ergebnis kaum eines Jahres nationalsozialistischer Sozialpolitik erwarten können. Jetzt gilt es, die Gemeinschaft zu vertiefen und auch zu einem inneren Erleben zu gestalten! Es müssen deshalb zunächst neue Formen gefunden werden, innerhalb derer künftig die sich auch bei gemeinsamer Arbeit ergebenden Verschiedenheiten ohne Reibungen und ohne Aufreißen der alten Kluft im nationalsozialistischen Geiste ausgetragen werden. Die Schafsung dieser Formen wird die erste Aufgabe im neuen Jahr sein. Auch inhaltlich ist die gemeinsame Arbeit mit neuem Geiste zu erfüllen. In ruhiger und abwägender Arbeit wird daher das Arbeitsvertragsrecht neu gestaltet werden müssen. Dem Schutze der arbeitenden Menschen endlich wird ein neues Arbeitsschutzrecht Rechnung zu tragen haben. Zu allem sind die Vorarbeiten eingeleitet. Das große Gesetzbuch der deutschen Arbeit, das wir schaffen wollen, soll nicht nur für die Gegenwart, sondern für Generationen bestimmt sein. Die ganze Sozialpolitik des neuen Jahres wird von dem Streben beherrscht sein, auch den letzten Volksgenossen, dessen arbeitsgewohnte Hände heute noch zum Feiern gezwungen sind, wieder in den Kreis der schaffenden Deutschen einzugliedern." Der Leiter des Presseamtes der Deutschen Arbeitsfront, Hans Biallas, betont, daß jedem deutschen Volksgenossen sein Recht auf Arbeit werden soll, der neue Geist soll Betriebsführung und Gefolgschaft zusammenschweißen und deutsche Arbeitsehre soll ein stolzes Wort und eine Verpflichtung zugleich sein. Erhöhte Kaufkraft des Volkes aber möge der deutschen Wirtschaft Gesundung und neue Blüte bringen. Der stellvertretende Führer des Gesamtverbandes der deutschen Arbeiter, Brucker, führt aus, daß die am 12. November erfolgte weltanschauliche völlige Eingliederung der Arbeiterschaft in das deutsche Volk noch ihre soziale Prägung erhalten müsse. Aus dem weltanschaulich einheitlichen Glauben müsse die soziale Gesinnung in allen deutschen Herzen wachsen. Auf dem Wege vom Klassenproletariat zum deutschen Arbeitertum sei noch die letzte Teilstrecke des Weges zureckzulegen. Das Jahr 1934 werde noch ein Jahr der unermüdlichen und zielklaren sozialen Aufbauarbeit sein. Albert Forster, der Führer des Gesamtverbandes der Angestellten spricht den Wunsch aus, daß das Schicksal der Partel, dem deutschen Volke und seinem Führer ebenso gnädig sein möge wie im abaelausenen Jahr. Ueber die Schulung und Erziehung des deutschen Volkes im Nationalsozialismus äuhert sich der Reichsschulungsleiter der NSDAP., Otto Gohdes. Er führt aus, daß er im großen und ganzen die Schulung im Jahre 1934 ebenso fortsetzen werde, wie im vergangenen Jahr. sedoch auf einigen Schulen durch längere Kurse wesentlich vertiefen werde. Gleichzeitig gehe er 1934 zu einer anderen Aufgabe über. Es müßten die zukünftien Führer für die nächste Generation herangebildet werden. also Volksgenossen, denen das Erlebn's des Kampfes fehlt. Diese lungen Leute würden aus der SA. oder PO. nach Elgnung und Fähigkeit herausgesucht und zunächst ein halbes Jahr au den Landesführerschulen geschult. Die tüchtigsten Naaltern schon sehen, was die Bierbäuche und Schmauchlümmel aus Deutschland gemacht haben. An der Geistlosiakeit. Verkrüppelnna und Armsellgkeit unserer Literatur wird man es zuerst merken, und jene Gesellen werden dennoch diese Misere höchlich bewundern.. Hierzu ist zu sagen, daß es doch wohl darauf ankommt, wer aucht. Erinnern wir uns Vismarcks, der die Zigarre leidenschaftlich liebte. Als Jules Favre als Friedensunterhändler im deutschen Hauptquartier erschien, meinte der Kanzler, daß die Zigarre die seelischen Aufregungen pariere: „Die Zigarre ist eine Ablenkung, dieser blaue Rauch, der in Spiralen aufsteigt und dem man ganz unwillkürlich mit dem Auge folat, betört Sie und macht Sie entgegenkommender, man ist glücklicher. Das Auge ist beschäftigt, die Hand zurückgehalten, Geruch= und Geschmacksinn sind zufrieden, dan ist sehr geneigt, sich wechselseitige Konzessionen zu machen. Sie als Raucher haben mir als Nichtraucher gegenüber einen Vorteil. Sie sind wachsamer. Aber auckh einen Nachteil. Sie sind eher geneigt, aufzufahren, dem ersten Impuls nachzugeben." B. D. Der Geschäftsbrief. Eine Erportfirma, die viel mit afrikanischen Händlern arbeitet, erhielt kürzlich folgenden Brief eines schwarzen Geschäftsfreundes: Niambwe Nogogo, Ostafrika. Massa Guckler, Katzler u. Co., Hamburg Massa! Warum hast du nicht die Seife geschickt, welche ich verlangt habe? Glaubst du, mein Geld ist schlecht? Verflucht seist du, Guckler, Katzler u. Co., die Heuschrecken mögen deine Maisfelder fressen und die Tsetsefliege deine Kühe stechen, weil du die Seife nicht schickst. Schicke die Seife sofort und sei bedankt von deinem untertänigen Diener Hasson ben Oman. Nachschrift: Entschuldige den Brief, denn eben findet meine Frau die Seife unter dem Ladentisch. Allah segne dich! tionalsozialisten werden dann in einem einjährigen Kursus auf der Reichsschule zusammengefaßt. Alle anderen Parteigenossen würden in den Schulungslagern, die im kommenden Jahre an den schönsten Plätzen Deutschlands eingerichtet werden, weltanschaulich geschult. Neben der Schulung soll der Aufenthalt in den Lagern gleichzeitig eine Entspannung und Erholuna sein. Auf diese Weise werde das Lebensgefühl des deutschen Arbeiters gesteigert und er hoffe, im Jahre 1934 wieder einen Schritt tiefer in die Seele des Volkes einzudringen. Bernhard Köhler, Leiter der Kommission für Wirtschaftspolitik der NSDAP., betont, daß der Kampf um die Lebensbedingungen des deutschen Arbeiters fortgeführt werde. Ganz besonders aber werde das deutsche Volk mehr und mehr von einem wirklichen Sozialimus zu durchdringen sein. Zum Schluß äußert sich Paul Zeleny, der Vizepräsident des Reichsstandes des deutschen Handwerks: Der einzige Schatz, den Deutschland noch besitze, sei seine Fähigkeit, hochwertige Arbeit leisten zu können. Das Handwerk wolle dem Dreiklang Meister, Geselle und Lehrling einen neueren, tieferen und nationalsozialistischen Sinn geben und dem deutschen Volke richtungweisend sein auf seinem Wege zum sozialen Frieden. Der Chef der Heeresleitung, General von Hammerstein, zurückgetreten. Berlin. Der Chef der Heeresleitung, General der Infanterie Freiherr von Hammerstein, hat sich im vollen Einvernehmen mit der Reichsregierung entschlossen, zum 1. Febrnar 1934 seinen Abschied zu erbitten. Der Reichspräsident hat das Abschiedsgesuch genehmigt und den General Freiherrn von Hammerstein mit dem Tage seines Ausscheidens zum Generaloberst befördert. General der Infanterie Freiherr von Hammerstein=Ecquord wurde 1878 in Hinrichshagen in Mecklenburg als Sohn des großherzoglich=mecklenburgischen Forstmeisters von Hammerstein geboren. Er besuchte die Kadettenanstalten Plön und Groß=Lichterfelde und trat 1898 in das dritte Garderegiment zu Fuß ein. 1911 bis 1913 war er zum großen Generalstab kommandiert und erhielt 1913 den Hauptmannsrang. In den Krieg rückte er als Adjutant des Gardequartiermeisters beim Chef des Generalstabes, General von Stein. Freiherr von Hammerstein ist der Verfasser der meisten bekannten Heeresberichte des Großen Hauptauartiers aus der ersten Kriegszeit. Später war er in verschiedenen Generalstabsstellen tätig, so beim Armeeoberkommando III, bei der 27. Insanteriedivision, beim Armeckommando IV und beim Generalkommando 65. 1917 wurde er zum Masor ernannt, 1020 zum Oberstleutnant und Chef des Stabes des Gruppenkommandos II(Kassel). 1922—1924 war Hammerstein Kommandeur des britten Bataillons des Insanterieregiments 12 in Magdeburg. 1924 bis 1929 als oberster Chef des Stabes der dritten Division(Berlin). Im Jahre 1929 wurde er zum Generalmajor und Chef des Truppenamts im Reichswehrministerium ernannt. Seit dem 18. Oktober 1980 ist er General der Infanterie und Chef der Heeresleitung. Der Hirtenbrief. Unangebrachte Einmischung österreichischer Bischöfe. München. Der„Völkische Beobachter" nimmt auf der Titelseite unter der Ueberschrift„Neue Herausforderung des Dollfuß=Systems" zu dem Hirtenbrief der österreichischen Bischöse gegen den Nationalsozialismus scharf Stellung. Das Blatt äußert: Anläßlich des Weihnachtsfestes haben österreichische Bischöfe einen Hirtenbrief veröffentlicht. der sich offen gegen die politische Neuordnung im Deutschen Reich und gegen den Nationalsozialismus ausspricht. Die österreichischen Bischöse machen auf diese Weise den unangebrachten Versuch, sich in die Verhältnisse Reichsdeutschlands einzumischen. Dieser Versuch verdient schärfste Zurückweisung. Er wird die Entwicklung in Oesterreich se doch oben so wenig aufhalten, wie alle sonstigen Zwangsmaßnahmen des Herrn Dollsuß und seiner reunde. Die Unterbindung der politischen Tätigkeit der Geistlichen im nationalsozialistischen Staat erweist sich bei dieser Gelegenheit wiederum als eine durchaus notwendige und weitsichtige Maßnahme der Regierung Hitler, durch die die Geistlichkeit in die Schranken der ihr angemessenen Gebiete gezwungen und der Kirche und ihren Anhängern politische Gewissenskonflikte erspart werden. Es ist kein Zweifel, daß der Schritt der österreichischen Bischöfe in engem Einvernehmen mit der Regierung Dollfuß getan worden ist. Es ist bezeichnend, daß dieser Hirtenbrief ausgerechnet in den Tagen des Weihnachtsfestes erlassen wurde. Der Schritt der österreichischen Bischöfe ist angesichts des Konkordats zwischen Deutschland und dem Vatikan besonders befremdlich, da er selbstverständlich gegen Sinn und Geist des Konkordates verstößt. * Wie der Oesterreichische Pressedienst mitteilt, wurde der Gauleiter des Gaues Niederösterreich der NSDAP., der niederösterreichische Landtagsabgeordnete u. Landesratshauptmann a. D. Joseph Leopold aus dem Konzentrationslager Wöllersdorf entlassen. Ehrenring der SS. Berlin. Der Reichsführer der SS., Heinrich Himmler, hat für verdiente SS=Führer und=Manner den Totenkopfring geschaffen. In der Ehrenurkunde, die aus Anlaß des Weihnachtsfestes zum erstenmal an die ältesten und verdientesten SS=Männer verliehen wurde, heißt es u. a.:„Der Totenkopf ist die Mahnung, jederzeit bereit zu sein, das Leben unsers Ichs einzusetzen für das Leben der Gesamtheit. Die Runen dem Totenkopf gegenüber sind Heilszeichen unserer Vergangenheit, mit der wir durch die Weltanschauung des Nationalsozialismus Nur Flüssigma Zu den 2 gen Flüssign für Arbeitsl wird amtlich Eine Ver der Antrag b kann, wird 1 als am 31. amt eingehei werden. Die Ersa zung, Wohn bau muß n sein. Auche nicht erfolge schaffung vo chen oder lan delt, deren 8 Gründen ni März 1934 Fristverl solcher Grund sich um einen sirma nicht muß, und de Beginn der den 31. Mär eine Verlän Juni 1934 z Industr Ueber ob heit. Das N Industrie i zen, deren 2 ges Schema schützt dema hörigen. so Diese Werklassen haben hören zum haben also i des Hauses aleichaultia. wohnen. 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Lediglich, wenn es sich um Beschaffung von Ersatzgegenständen des gewerblichen oder landwirtschaftlichen Anlagekapitals handelt, deren Lieferung oder Einbau aus technischen Gründen nicht innerhalb der Frist bis zum 31. März 1934 möglich ist, kann im Einzelfall Fristverlängerung gewährt werden. Ein solcher Grund ist beispielsweise gegeben, wenn es sich um einen Gegenstand handelt, den die Liefersirma nicht auf Lager hat, sondern erst herstellen muß, und dessen Herstellungsdauer bei sofortigem Beginn der damit verbundenen Arbeiten über den 31. März hinaus reicht. In dem Falle kann eine Verlängerung der Lieserfrist bis zum 30. Juni 1934 zugestanden werden.(*h n Industrieller Luftschutz, Selbstschutz, Reichsluftschutzbund. Ueber obige Begriffe herrscht vielfach Unklarheit. Das Reichsministerium der Luftfahrt hat der Industrie überlassen, ihre Werke selbst zu schützen, deren Verschiedenartigkeit ein allgemeingültiges Schema des Schutzes nicht zuläßt. Der industrielle Luftschutz schützt demaemäß seine Werke und die Werkszugehörigen. solanae sie auf dem Werke sind. Diese Werkszugehörigen, sobald sie das Werk verlassen haben, deren Angehörige aber dauernd, gehören zum Selbstschutz. haben also im Haus, in der Selbstschutzoraanisation des Hauses ihren Schutz zu suchen Dabei ist es aleichgültig. in welcher Art von Siedlungen sie wohnen. Auch die Werkswohnunaen gehören zum Selbstschutz. Der Reichsluftschutzbund hat die Aufgabe, neben der Werbung für den Luftschutzgedanken durch Aufklären der Benölkerung, den Selbstschutz aufzubauen, die Hausluftschutzwarte zu schulen, für Vorbereiten der Schutzkeller und Anfräumen der Böden zu sorgen, sowie dafür, daß sich die gesamte Bevölkerung in Zeiten der Gefahr richtig verhält. Dieser umfangreichen Aufaabe kann der Reichsluitschunbund nur bei einer aroßen Mitaliederzahl entsprechen und die Mittel erlangen. welche die erforderlichen Schulungskosten decken. Alle sind gefährdet alle gehören in den Neicsluftschutzbund, der niedrige Beitraa von 1 RM fährlich ermöglicht dies. Luftschntz ist Pflicht gegen Familie und Volk! * Keine Abschaffung des Kellnerfracks. Die Jentralverwaltung des Reichseinheitsverbandes des Deutschen Gaststättengewerbes aibt bekannt, daß die in einem Teil der Presse verbiientlichte Mitteilung, wonach zwischen ihr und dem Deutschen Arbeiterverband des Nahrungs mittelgewerbes eine Vereinbarung über die Ve seitigung des Kellnerfracks zustande gekommen sein solle, den tatsächlichen Verhältnissen nicht entspreche. Ueber einen Termin für die Abschaffung des Kellnerfracks sei überhaupt nicht verhandelt worden. In der Frage der Einheitskleidung habe der Reichseinheitsverband des Deutschen Gaststättengewerbes dem Deutschen Arbeiterverband des Nahrungsmittelgewerbes nur mitgeteilt, daß die ihm im September d. J. vorgeführte Kellnerkleidung als zweckmäßig für die Allgemein= heit der Lokale erachtet werden könne. Es sei aber auch gleichzeitig zum Ausdruck gebracht worden daß für eine ganze Anzahl von Lokalen die Einheitskleidung der Kellner überhaupt nicht in Betracht komme. da zum Teil Sondertrachten be ständen, die sich nach den einzelnen Landesteilen richten, zum Teil der internationale Verkehr, insbesondere in Großhotels und Fremdenverkehrs Restaurants, die Beibehaltung der internationalen Kellnerkleidung unbedingt erforderlich mache.(*h * Schneeschuhe können auch in die Polster= und Schlafwagen mitgenommen werden. Seit einiger Zeit können in die dritte Wagen klasse der Züge aller Gattungen Schneeschuhe mit genommen werden, wenn Belästigungen der Rei senden und Beschmutzung der Wagensitze ausge schlossen ist. Reisende der ersten und zweiten Wie wird das Wetter? Leichte Schneefälle. Für das mittlere Norddentschland: Meist leich ter Frost, vorwiegend bedeckt, zeitweilig leichte Schneefälle auffrischende östliche Winde. Für das übrige Deutschland: Im Nordosten Temperaturrückgang, im übrigen Reich Temperatur wenig verändert, besonders im Süden und Westen Deutschlands leichte Schneefälle. Die zweite Etappe. das Jahr mit Opfern an, Dann wird es mit Segen enden. Wenn in früheren Jahren ein Nationalsozialist für seine Weltanschauung eintrat, dann erwiderte man ihm wohl:„Daß ihr Nationalsozialisten national seid, glauben wir euch, wie aber steht es mit eurem Sozialismus?“ Schon die ersten Monate der Regierung Hitlers haben gezeigt, daß er es mit dem Sozialismus bitter ernst meint. Nationalismus und Sozialismus sind zwei Worte für den gleichen Begriff. Wenn das Wort Nationalismus die ideelle Seite dieses Begriffes kennzeichnet, so weist das Wort Sozialismus auf die materiellen Folgerungen aus diesem Bekenntnis zur Nation hin. Mit anderen Worten: Die einzelnen Glieder eines Volkes sind nichts ohne die Nation; einzeln sind sie schwach und klein wie Spreu vor dem Winde, gemeinsam sind sie eine unüberwindliche Macht— wenn sie einig sind. Die Einigkeit hat uns der Führer gebracht. Ohne Einigkeit wäre eine erfolgreiche Selbsthilfe des deutschen Volkes unmöglich. Wenn wir uns einer für den anderen einsetzen, dann bringen wir wieder die Nation zur Blüte; durch solche Opfer für die anderen helfen wir uns selbst. Das anschaulichste Beispiel für diesen Sozialismus der Tat ist das gigantische Werk der Winterhilfe, dessen erste Etappe jetzt hinter uns liegt. Die Opfer sind nicht umsonst gewesen; die werden tausendfache Frucht tragen, wenn es uns gelingt, auch die zweite Etappe siegreich zurückzulegen. Diese zweite Etappe muß mit aller Energie in Angriff genommen werden. Sie beginnt am 1. Januar mit einer allgemeinen Sammelaktion. Jeder Deutsche, der sein Vaterland liebt, jeder Deutsche, der Weitblick genug besitzt, die Idee der Selbsthilfe zu bejahen, jeder Deutsche, der sich zum Nationalsozialismus bekennt, trägt am Neujahrstage den Sonnenadler des Winterhilfswerks. Die No. Vollwohsahrt geht an die Arbeil. Ihr Hauptaufgabengebiet. Von zuständiger Hattinger Stelle wird uns geschrieben: Ist die NS. Volkswohlfahrt, die Betreuerin des Winterhilfswerks, von der Reichsregierung nur ins Leben gerufen worden, um in diesem Notwinter allen noch erwerbslosen Volksgenossen zu helfen?— Das nur nebenbei! Die Erfüllung der ihr gestellten Wauptausaben bedingt die bedeutende und unbedingt notwendige Umwälzung auf dem Gebiete der „Jolksgesundheit“, denn hier haben wir eine traurige Erbschaft angetreten, die eine Folgeerscheinung des liberalistischen und marristischen Denkens der verflossenen Jahre war. Die Errettung und Erhaltung unseres Volkes liegt nur in der zukünftigen Gesundheitsführung deselben, die wir nach festgelegten Nichtlinien übernehmen. Wir haben die Aufbauarbeit unseres Führers durch unsere so wichtige Arbeit zu verankern uno zu fundamentieren. Nur ein eroaeiundes und rassereines Volk läßt eine Höherentwicklung zu und gibt uns die Garantie für eine Fortpflanzung unserer, die Grundgesetze der Natur beachtende Weltanschauung Donnerstag, 28. Dez. Die„Hattinger Zeitung“ in Afrika. in weitere Volkskreise und in kommende Geschlechter. Allen Volksgenossen volksgesundheitliches Denken und Kandeln beizubringen, ist unsere vornehmste Aufgabe. Die Sorge der Menschen wird dann nicht mehr in der Höherentmialuna von Hunden, Katzen usw. gipfeln, sondern im Emporheben des Menschen selbst. Unser Führer sagt in seinem Buche„Mein Kampf", und diesen Ausspruch wollen wir alt Geleitwort unserer Arbeit voranstellen: „Wer von einer Mission des deutschen Volkes auf der Erde redet, muß wissen, daß sie nur in der Bildung eines Staates bestehen kann, der seine höchste Aufgabe in der Erhaltung der unverletzt gebliebenen edelsten Bestandteile unseres Volkstums, ja der ganzen Menschheit sieht. Das Dentsche Reich soll als Staat alle Deutschen umschließen mit der Aufgabe, aus diesem Volke die wertvollsten Bestände an rassischen Urelementen nicht nur zu sammeln uno zu erhalten, sondern langsam und sicher zur beherrschenden Stellung emporzuführen." Wir werden in gewisser Zeitfolge Aufsätze veröffentlichen, die die einzelnen Aufgaben der NSV. erläutern, um später die Maßnahmen der Regierung auf dem Gebiete der Gesundheitsführung besser zu verstehen.—n. Unter Palmen, in Daressalam, der Hauptstadt des ehemaligen Deutsch=Ostafrika, unterrichtet sich ein Hattinger Landsmann, Wilhelm Stefaniak, eit fast zehn Jahren Weltreisender, aus der soeben eingetroffenen„Hattinger Zeitung" über die Vorgänge in der lieben alten Heimat. Volksgenosse Stefaniak reist auf dem Dampfer Niana". Er ist immer noch eifriger Leser der eimatzeitung, die ihm auf diesem Wege die herzlichsten Grüße der Heimat übermittelt. Wagenklasse und der Schlaf= und Liegewagen mußten ihre Schneeschuhe als Reisegepäck oder auf Fahrradkarten aufgeben. Die Vergünstigung der frachtfreien Mitführung in den Abteilen soll von sofort an auch den Reisenden der Polsterklassen und der Schlaf= und Liegewagen gewährt werden. Die Reichsbahndirektion gibt dabet der Erwartung Ausdruck, daß die Reisenden, die von der neuen Vergünftigung Gebrauch machen, auf die Mitreisenden und die Bahneinrichtungen gebührende Rücksicht nehmen. Von der Bewährung des Versuchs wird es abhängen, ob die Vergünstigung beibehalten wird.(*h Haltingen. Siebzigjahr- und Weihnachtsfeier des Vereins für Turn= und Rasensport Hattingen, gegr. 1863(DT.). Der Verein für Turn= und Rasensport Hattingen hat die den Menschen gesetzte biblische Altersgrenze erreicht. Sieben Jahrzehnte besteht nunmehr der im Jahre 1863 aus der Taufe gehobene Verein. Die Vollendung dieses Zeitabschnittes wurde am zweiten Weihnachtstag in Verbindung mit der seit altersher üblichen Weibnachtsfeier in einfachster, jedoch würdiger Weise gefeiert. Vereinsführer Oberschullehrer Brüggemann widmete in seiner Begrüßungsansprache dem Gedenktag treffliche Worte. Ehrend erwähnte er die vorbildliche Arbeit der Vereinsführer sowie der Vorturner, Turnwartensw. und zeich nete dabei in knappen Umrissen die siebzigjährige Vereinsgeschichte und die Geschichte des deutschen Turnwesens von Friedrich Ludwig Jahn bis zum großen Deutschen Turnfest in Stuttgart im Som mer dieses Jahres, wo die Deutsche Turnerschaft für ihre Arbeit die uneingeschränkte herzliche An erkennung unseres Führers und Kanzlers entgegennehmen durfte. Freudige Zustimmuna fanden die Schlußworte des Vereinsführers:„Wir sind eingespannt in das Dritte Reich. Zeigen wit uns der Arbeit gewachsen, die uns zugewiesen ist. Ich glaube in Ihrer aller Sinne zu sprechen, wenn ich hier bekenne: Wir deutschen Turner hängen mit der ganzen Kraft unserer Seele und mit der ganzen Liebe unseres Herzens an Volk und Vaterland. Höchste Pflicht muß es uns sein, zu arbeiten, zu dienen, für unser Volk zu kämpfen." Die Ansprache endete mit einem dreifachen Siegheil auf den Reichspräsidenten Generalfeldmarschall von Hindenburg und den Führer und Volkskanzler Adolf Hitler und klang aus in dem gemeinsamen Gesang der ersten Strophen des Deutschland= und des Horst=Wessel=Liedes. Es solate dann die Abwicklung einer nicht über mäßig reichhaltigen, aber aut ausgewählten Fest solae mit zahlreichen von Musikvorträgen um rahmten turnerischen Vorführungen. Aus ihrer Reibe seien besonders bervorgehoben Schritt= und Tanzbewegungen und ein Walzertanz der Tur nerinnen und weiter erwähnt Keulenübungen und Barrenturnen der Turnerinnen. Uebungen der Gesundheitsriege am Barren sowie der Turner an Barren. Reck und Schwunabrett. Die reizenden Tanzvorführungen der Turnerinnen mußten wiederholt werden auf dringendes Verlangen der Zn schauer, die sich dann im dritten Teil der Festfolge selber im Ahnthmus alter deutscher Tanzweisen beweaten. Möge dem Verein für Turn= und Rasensport auch im achten Jahrzehnt seines Lebens eine ae sunde Weiterentwicklung beschieden sein —„Die Spatzen pfeisen's von den Dächern!“ Diesmal ist's jedoch harmlos und dennoch so wichtig. Meistens ist es ja leider nicht so. Wer ihr „Pfeifen“ auszulegen versteht, der hört heraus die Klage über die schreckliche Leidenszeit, die unsere Vogelwelt in den vergangenen frostharten Tagen erduldet hat. Als der Nordost so grausam kalt blies und auch das molligste Federkleid nicht mehr warm halten wollte. Als man sich die Schnä belchen blutig stieß an der steifgefrorenen Erde beim mühsamen Suchen nach der täglichen Nah rung. Das waren Zeiten! Die wurden schließlich selbst dem rauhen Spatzenvolk zu bunt und wie viel mehr mußten sie es ihren zarteren, weniger widerstandsfähigeren Genossen in der übrigen Kleinvogelwelt werden. Da wäre so man ches zu berichten über das traurige Ende dieses oder jenes kleinen edlen Sängers. Und es würden ihrer noch viel mehr gewesen sein, wenn nicht gutherzige Menschen sich ihrer angenom men, ihnen Futterplätze bereitet hätten, wo sie sich geschützt vor Winterstürmen, Schnee und Eis, dann und wann einmal ordentlich sattessen konnten Neuerdings nun hat sich etwas ereignet, was in der ganzen Vogelwelt lebhaft erörtert und in den Kreisen aller ihr freundlich gesinnten Menschen dankbar begrüßt wird. Auf dem großen Rasenplatz vor dem Rathaus ist eine Futterhütte auf gestellt worden. Das ist gar nicht eine so belanglose Angelegenheit, wie vielleicht der eine oder der andere unserer Leser zunächst denken mag, sondern sogar eine sehr wichtige Maßnahme, die hoffentlich beispielgebend wirkt für viele ähnliche. Sie nicht so aufzufassen, daß nun ausgerechnet für das lästige Spatzenvolk gesorgt werden soll; das schlägt ich schon durch. Sondern sie gilt den kleinen Freunden, die uns im Frühling durch ihren Ge sang erfreuen und darüber hinaus im Haus- und Obstgarten wichtige Aufgaben zu erfüllen haben. Der Winter ist noch nicht zu Ende, wir stehen kalendermäßig erst am Anfang. Möchten unsere Schutzbefohlenen in den noch kommenden kalten Tagen viele gedeckte und geschützte Tische finden. — Stabschef Reichsminister Röhm ehrt SA.Gruppenführer Scheymann. Als Anerkennung für seine hervorragenden Verdienste um die Beweauna. insbesondere um die SA., wurde SA.=Grupvenführer Polizeipräsdent Scheymann vom Stabschef der SA., Reichsminister Röhm. ein Ehrendolch verlieben. Auf der einen Seite des Dolches befinden sich die Worte„Alles für Deutschland“. auf der anderen Seite ist eine versönliche Widmuna mit dem Namenszug des Stabschefs eingraviert.(ah — Die N2BO., Hattingen, teilt mit: Die Deutsche Arbeitsfront wird mit dem 31. d. M. endgültig gesperrt. Wir rufen noch einmal jeden erwerbstätigen Menschen, d. b. Arbeitnehmer sowie Arbeitgeber lanber Beamten). wie auch Erwerbslose und Pensionäre, soweit er noch nicht Mitglied eines Berufsverbandes, der N2BO. oder der Deutichen Arbeitsfront ist. auf. sich unverzüglich in die Deutsche Arbitsfront einzugliedern. Aufnahmescheine sind in der NEBO.Geschäftsstelle, Untermarkt 3. zu haben und müssen vom Antraasteller, genau ausgefüllt, dort eigenhändig bis zum 31. d. M. abgegeben werden. Die Aufnahmegebühr beträgt RM. 0.50. Di. Geschäftsstelle der N2BO. ist von 9—12 und von 15—18 Uhr und am Samstag von 9—13 Uhr geöffnet. — Die Emplänger der Allgemeinen, Sozialund Aleintentnerfürsorge erhalten die von den BEW. aus ihrer Winterhilfe zur Verfügung gestellten Gutscheine über se 50 Pia. am Freitag. dem 2. d. M., vormittags von 9—12 Uhr, im Nathaus, Zimmer 24. Letzte Lichtrechnung bzw. Qnittung der VEW. vorzeigen. — Die Geschäftsstelle der Handwerker=Ortskrankenkasse ist in das Verwaltungsgebäude der Allgemeinen Ortskrankenkasse in der Kreisstraße verlegt worden. Wir verweisen auf die Anzeige des Vorstandes in dieser Zeitung. — Reichsluftschutzbund, Ortsaruppe Hattingen. Der hiesigen Ortsgruppe(Geschäftsstelle Rathaus. Zimmer 34) wurden als Stützpunkte angeschlosWelper=Hüktenau mit Lehrer Weage als Stützpunktleiter und Niedersprockhövel mit Ing. Düsterloh als Stützpunktleiter. Die Gesamtführung liegt in Händen des Führers der Ortsgruppe Hattingen Ing. Hölling. — Der Ortsgruppenleiter der NS. Hago und GHG. ersucht uns um Veröffentlichung folgender Mitteilung: Ich mache nochmals darauf aufmerksam, daß die Aufnahmesperre am 1. Januar 1931 eintritt, d. h. also, es können nur Aufnahmen getätigt werden bis zum 31. Dezember 1933, und zwar werden alle Parteigenossen in die NS. Hago aufgenommen und sämtliche Nicht=Pa teigenossen in die Deutsche Arbeitsfron(GHG., Gesamtverband Deutscher Handwerkee. Kaufleute und Gewerbetreibender). Bis zu obigem Termine haben sich nicht nur die Betriebsinhaber. sondern auch deren Angestellte, wie Gesellen, Arbeiter und Lehrlinge, zwecks Aufnahme zu mel Wieder zwei Kulturbauämter im Regierungsbezirk Düsseldorf. Die durch die frühere Regierung erfolgte Zusammenlegung der beiden Kulturbauämter 1 und 2 hat sich als nicht vorteilhaft erwiesen. Auf Anregung des Regierungspräsidenten in Düsseldorf hat der preußische Landwirtschaftsminister im Einvernehmen mit dem Minister des Innern und dem Finanzminister wieder die Teilung in zwei selbständige Stellen zum 1. Januar 1934 angeordnet. Mit der Leitung der Dienstelle„Der staatliche Kulturbaubeamte 1“ ist Regierungsbaurat Schweicher und mit der Dienststelle„Der staatliche Kulturbaubeamte 2“ Regierungsbaurat Kiel beauftragt worden. Regierungsbaurat Schweicher führt gleichzeitig die Geschäfte der Oberdeichinspektion. Die Dienststelle 1 umfaßt die rechte Rheinseite des Regierungsbezirks Düsseldorf mit Ausnahme des Niederschlagsbezirks der Wupper und auf dem linken Rheinufer das engere Rheingebiet, welches unmittelbar zum Rhein entwässert. Die Dienststelle 2 umfaßt die Niederschlagsgebiete der Erft, der Schwalm, der Niers und der Wupper. Den Kulturbauämtern obliegen die gesamten wasserwirtschaftlichen und kulturbautechnischen Angelegenheiten, sowie sonstige Kultivierungsmaßnahmen, Unterhaltung und Ausbau der Wasserläufe, Grundwasserdienst, Trinkwasserversorgung, Abwässerbeseitigung u. Abwässerreinigung, Talsperren, Wasserkraftsachen, Hochwasserschutz, serner der besonders am Niederrhein wichtige Deichschutz.(*h den. Mitteilungen, wonach Aufnahmen bis zum 15. Januar 1934 getätigt werden können, stimmen nicht. Die Reichsleitung hat den von ihr festgesetzten Termin(1. Januar 1934 bestehen lassen. Anmeldungen werden vom Kassenwart, Pa. P. Harnack, hier, Keilstr. 5(Wäscherei), entgegengenommen. * In den Wuppertaler 300 ging diesmal die„Fahrt ins Blaue“. Die Reichsbahndirektion Essen ist bekanntlich Inhaberin des Patents„Fahrt ins Blaue!“ Als erste hat sie eine solche Fahrt, bei der den Fahrtteilnehmern das Ziel der Reise erst unterwegs bekanntgegeben wird, durchgeführt. Fahrten „ins Blaue“ gehören heute bereits nicht nur bei allen Reichsbahndirektionen, sondern auch bei vielen Vereinen zu den alljährlich mindestens einmal stattfindenden„Veranstaltungen". Die Reichsbahndirektion Essen hat es verstanden, diese Fahrten immer recht abwechselungsreich zu gestalten. Es ist daher nicht verwunderlich, daß die jüngste „Fahrt ins Blaue“ am 2. Weihnachtsfeiertag bereits die 24. der von der Reichsbahndirektion Essen veranstalteten„blauen Fahrten" war. Wie wohl immer bisher, so waren auch zu dieser Fahrt schon Tage vorher keine Karten meyr zu haben. „Fahrt ins Blaue— Bahnsteig 5“, das war zunächst alles, was am Bahnhof in Essen am 2. Weihnachtstag über diese Fahrt zu erfahren war. Das war doch nicht so schwer zu raten, wohin die Fahrt diesmal ging, denn der Zug setzte sich doch in Richtung Steele in Bewegung. Also nach? Na, da hätte man bald recht gehabt, wenn sich nicht die Maschine in Steele an das Ende des Zuges gesetzt hätte. Dann ging es in Richtung Kupserdreb... Erst dann bekam man von den Herren der „Reiseleitung“ ein Schreiben überreicht, in dem mitgeteilt wurde, daß die Fahrt nach— Wupvertalzum Joo ainge. Das war für die, welche sich auf eine mindestens 10stündige Fahrt gefaßt gemacht hatten, natürlich eine große Ueberraschung. Mein Freund meinte, er hätte es sich gleich denken können, daß wir im Joo landen würden. Da sollte man nun nicht einschnappen! Wie konnte man so eine anzügliche Bemerkung aber schließlich einem Freunde übelnehmen, wenn selbst die Reichsbahndirektion in ihrem überreichten Programm folgendes schrico..... Diesmal ist deshalb für die Weibnachtsfahrt ein Iiel ausersehen worden, das mehr dem Bedürfnis nach Gekelligkeit in diesen Festtagen als der Wanderlust entspricht. Darum(1) besuchen wir den Joologischen Garten in Wupeprtal..." Das ist denn doch die Höhe! Als wenn alle„Blaubänder“ in den Wuppertaler Zoo gehörten! Manche haben denn aus Aerger(?) über diese insame Beleidigung den Zoo selbst gar nicht erst besichtigt, sondern sind gleich in die für die Fahrtteilnehmer geschmückten Räume des Gaststättenbetriebs am Joo eingezogen. Bei Musik. Gelang und Tanz gingen die Stunden bis zur Abfahrt in die Heimat um 21.02 Uhr für manchen viel zu schneil berum. In Essen— nicht nur in Essen!— sollen manche die Fahrt noch fortgesetzt haben. So wird wenigstens erzählt... hib. Welper=Hüllenau. — Ein Stützpunkt des Reichsluftschutzbundes, Ortsgruppe Hattingen wurde hier errichtet. Stützvunktleiter ist Lehrer Rndolf Wegge, Finkenstraße 13, woselbst auch Anmeldungen entgegengenommen und Auskünfte erteilt werden. Jahresbeitrag 1 RM. Mitarbeit ist Pflicht. Bredenscheid=Stüter. —„Wir helfen!“ Der MGV.„Sängerhain“, Niederstüter, spendete für die Winterhilfe im Amt Hattingen 10 RM. Niedersprockhövel. — Auch hier wurde ein Stützpunkt des Reichsluftschutzbundes, Ortsgruppe Hattingen errichtet. Stützpunktleiter ist Dipl.=Ing. Alwin Düsterloh. Hauptstraße 68. Anmeldungen werden daselbst entgegengenommen und Auskunft erteilt. der muß mithelfen! Herbede. — Weihnachtsfeier im Krieger= und Landwehrverein Herbede. Nachmittags füllte eine frohe Kinderschar den großen Buschmannschen Saal. Wie leuchteten die Augen der Kleinen, als beim Klange der Weihnachtslieder der Tannenbaum im Glanze seiner Lichter erstrahlte. Deklamationen und Chorgesänge kündeten von des Festes Freude. Die Kinderbühne von den Kam. Haase und Wiefel liebevoll betreut, brachte die„Zwergenpost“ zur Aufführung. Ins Traumland führten auch die Geschichten, die Pastor Kracht den Kleinen vom Christkind erzählte, das auch Das große Umtauschen begann. Kunden mit schlechtverpackten Paketen.— Aus Umtauschkunden werden Dauerkunden"“ Was man nicht umtauschen kann. Gestern setzte überall der große Umtausch ein. Man sieht Frauen und Männer mit schlecht verpackten Paketen und Päckchen die Geschäfte betreten und sorgfältig verborgen gehaltene Kassenzettel zücken:„Leider ist der Schlafanzug doch zwei Nummern zu groß und die Krawatte finde ich etwas zu bunt...“ „Onkel Eduard hat uns da eine Tischdecke geschenkt, ich sage ja nichts zu seinem guten Willen, aber das Ding sieht denn doch zu dem Nußbaum=Speisezimmer etwas zu einfach aus, lieber zahle ich noch ein paar Mark zu und nehme ein anderes Stück!“ Derartige Worte sind Musik in den Ohren der Geschäftsleute, denn sie bedeuten ja, daß der Umtausch „das zweite Weihnachtsgeschäft“ bringt.„Die meisten Umtauscher“, so berichtet ein bekannter Geschäftsinhaber,„zahlen erfreulicherweise gern ein paar Mark drauf, um noch bessere Ware als die geschenkte zu erhalten. Wir sagen nichts gegen die Mühe, die von den Umtauschkunden zurückgebrachten schlecht zusammengelegten Sachen auszupacken und wieder ordentlich hinzulegen. Wir sehen die zum Umtausch kommenden Kunden sehr gern, denn es ist eine alte Erfahrung, daß aus dem Umtauscher ein Dauerkunde wird. Mancher Kunde, der überhaupt nur mit der Absicht zu uns kam, eine ihm nicht zusagende als Weihnachtsgeschenk erhaltene Ware gegen einen für ihn brauchbaren Gegenstand einzutauschen, hat sich im Laufe des Besuches entschlossen, noch einige Ergänzungen mitzunehmen. Mitunter bringt der Umtausch noch ein Drittel des Weihnachtsumsatzes ein, und das will eine ganze Menge bedeuten! „Gerne tauschen wir alle bei uns gekauften Gegenstände um", erklärt der Inhaber eines anderen Geschäftes. „Aber in einem Fall, wie ich ihn einmal erlebt habe, lehnen wir doch höflich bedauernd ab im Interesse der Kundschaft, der wir nicht zumuten wollen, schon getragene Sachen für neu zu erwerben. Da erscheinen zwei Damen mit je einem sorgsam eingepackten Abendkleid, erklären, daß sie doch lieber zwei Nachmittagskleider und noch andere Kleinigkeiten dafür mitnehmen und auch notfalls „draufzahlen“ würden. Bei näherem Ansehen zeigte es sich, daß beide Kleider etwa zwei Abende lang getragen waren, und als wir den Damen erklärten, daß sie die Kleider schon einige Stunden angehabt hätten, gaben sie zu, daß sie„nur ein paar Stunden probiert hätten“. Diesen Umtausch mußten wir natürlich ablehnen.“ Wenn ein Kunde dem Radiohändler einen Lautsprecher zurückbringt, weil dem Kunden die äußere Form nicht zusagt, so wird niemand etwas gegen einen Umtausch haben, obgleich der Lautsprecher zwei oder drei Tage in Betrieb war. Mit Kleidern, Schuhen oder Handschuhen ist es selbstverständlich eine andere Sache...(*h Die Industrie=und Handelskammer Bochum gibt bekannt: Richtlinien für den Inventurverkauf Am 8. Januar 1934 darf mit dem Verkauf begonnen werden.— Gegen marktschreierische Reklame. Inventurverkäufe dürfen nur für solche Warengruppen vorgenommen werden, für die sie von der Industrie= und Handelskammer als im ordentlichen Geschäftsverkehr üblich oder als für eine ordentliche und gesunde Geschäftsentwicklung notwendig anerkannt sind. In jedem Jahre darf nur ein Inventurverkauf nach vorausgegangener Inventur stattfinden. Der Inventurverkauf 1934 beginnt am Montäg, dem 8 Januar. Seine Höchstdauer beträgt zwei Wochen. Für den Inventurverkauf gelten folgende Richtlinien: 1. Ankündigungen, die auf den Inventurverkauf hinweisen insbesondere Schilder und Plakate. dürsen vor Samstag. dem 6. Januar 1934, nicht angebracht werden. Gleichzeitig muß in deutlicher Form darauf aufmerksam gemacht werden, daß der Inventurverkauf erst am Montaa, dem 8. Januar, beginnt. Ein derartiger Hinweis ist vor allem am Eingang des Geschäfts anzubringen. 2. Wird der Ausdruck„Inventurverkauf" in zwei Wörter geteilt, so empfiehlt es sich, zur Vermeidung einer Irreführung des Publikums jedes Wort in Buchstaben gleicher Größe und in gleicher Farbe anzubringen Das Wort„Inventur“ darf keinesfalls derart angebracht sein, daß es dem flüchtigen Leser entgeht. 3. Dekorationen zum Inventurverkauf sind bis Samstag, dem 6. Januar 19 Uhr, zu verhängen. 4. Vorverkäufe sowie Resteverkäufe (Restetage) vor und nach dem Inventurverkauf sind verboten. Als Vorverkauf ailt auch. wenn Inventurverkaufsware vorher vorgelegt wird und Wünsche auf spätere Auslieferung der Waren vorgemerkt werden. 5. Preisgegenüberstellungen. wie„Früher— Jetzt“. Alter Preis durchgestrichen— neuer Preis. oder ähnliche Ankündigungen der Preisherabsetzung sind verboten. 6. Auf reauläre Waren dürfen während des Inventurverkaufs Rabatte weder angeboten noch gewährt werden. 7. Das Anbieten neuer".„frischer" Ware zu Inventurpreisen ist unzulässig. Neue modische Waren bürfen im Inventurner“aufnicht angekündigt oder angeboten werden. 8. Zeitungsinserate dürfen frühestens Samstag. den 6. Januar 1984. erscheinen. 9. Marktschreierische Reklame, wie „Ohne Rücküicht auf den reellen Preis“ Unter Herstellungspreis".„Verkäufe mit Verlust“ und deral, ist verboten. 10. Das Verteilen von Handzetteln auf öffentlichen Straßen und Plätzen ist verboten.-bh— Blutvergiftung verschieden. Die Bochumer Musikfreunde stehen trauernd vor der Bahre eines Mannes, den der Tod zu früh abberufen hat. Wie bekannt wird, hatte Marks sich vor einigen Tagen eine Verletzung zugezogen, die sich entzündete und eine Blutveraiftung verursachte. Trotzdem ihm der Arm abgenommen wurde, war der Tod nicht mehr abzuwenden.(*6 * Stadttheater Bochum: Heute:„Alle gegen einen— einer für alle“. Forsters Schauspiel„Alle gegen einen— einer füralle“, jenes Stück, das in historischer Gewandung die große nationale Erhebung unserer Tage feiert, steht für heute abend wiederum auf dem Spielplan. Diesmal ist es die Vormiete B, die das Werk zu sehen bekommt. Aber auch alle anderen müssen sich mit dieser Dichtung auseinandersetzen,— auch die, die nicht zu den Vormieter zählen. Für sie ist dadurch Gelegenheit zur Teilnahme geschaffen, daß genügend frei verkäufliche Karten zu Preisen zwischen 0,50 RM. und 3,50 NM. zur Verfügung gestellt wurden. Die Aufführung dauert von 20 bis 22.30 Uhr. Das heitere Element kommt am Freitag wieder zu seinem Recht, wo die Operette„Försterchrist!“ von Georg Jarno, die in ihrer kürzlich erstmalig gezeigten Inszenierung starke Nachfrage und freudigen Beifall sand, geboten wird(Vormiete A,— Tageskarten von 0.75 bis 5 RM.). Die Weihnachtsstimmung des Jahre 1933 geht in die Silvester= und Neujahrsstimmung über. Noch einmal erinnert die Aufführung des diesjährigen Kindermärchenspiels„Schneewittchen“ an die festlichen Tage. Eine letzte Aufführung des Märchens steht für Samstag im Spielplan, wo es von 17 bis 19.30 Uhr gegeben wird, wieder wie bisher außer Vormiete und zu den ganz kleinen Preisen von 0.25 bis 1 RM. Der Vorverkauf dazu ist seit gestern im Gange. Alle Kinder, die ihr Stück noch nicht gesehen haben, mögen diese nur noch einmalige Gelegenheit wahrnehmen. Es ist ein alter Brauch, zu Silvester eine besonders ulkige und ausgelassen. Aufführung zu bringen. Diesem Brauch entsprechend, wurde für dieses Jahr einer der wirksamsten Schwänke ausgesucht: Thomas'„Charleys Tante“. Viktor Ahlers inszeniert das Stück, zu dem heute der Vorverkauf beginnt. Es ist außer Vormiete vorgesehen; die Preise liegen zwischen 0.50 und 3.50 RM. Der Neujahrstag bringt mit der Operette von Johann Strauß„Die Fledermaus“ desgleichen die Heietrkeit zu ihrem Necht. Auch dieser Abend wird außer Vormiete gegeben, zu Preisen zwischen 0.50 und 450 RM. Der Vorverkauf dazu beginnt morgen(Freitaa). bh Essen. — Umsatzsteigerungen bis 60 Prozent waren am Goldenen Sonntag in Essen zu verzeichnen. Damit hat das Weihnachtsgeschäft 1933 einen vorzüglichen Abschluß gefunden.(*t Filmbühne. Adler=Palast. Welper. Heute letzter Tag mit dem großen Programm„Walzerkrieg" und dem Film„Wenn ich eine Million hätte". Anfang 18,00 Uhr. Letzte Abendvorstellung 20 Uhr. ce I 1 J C heute die, die lieb und brav gewesen, beschenken wolle. Das Letztere traf offenbar auf aule zu, denn jedes Kind durfte klopfenden Herzens aus den Händen des Nikolaus eine mit Naschwerk gefüllte Tüte in Empfang nehmen.— Abends saßen die Erwachsenen in dem durch die Strahlen der Weihnachtskerzen erleuchteten Raum. Nach kurzer, kerniger Begrüßung durch den Vereinsführer, Kam. O. Kogelheide, lauschten sie in stiller Andacht der Ansprache des Ehrenvorsitzenden, Pastor Kracht. die auf die Bedentung des Weihnachtsfestes in Familie und Volk hinwies. Gemeinschaftlich gesungene Weihnachtslieder und ausgewählte Musikstücke der Heideschen Kapelle, Theateraufführungen usw. erhöhten die Weihnachtsstimmung. Nach Erledigung des Programms blieb noch Zeit für ein Tänzchen. — Fürsorge für Notleidende. Nachdem den Belegschaftsangehörigen der Zeche Speckbart wegen der geringen Lohnzahlung bereils in der Weihnachtswoche seitens des Arbeiterverbandes des Berabaues ein Betrag von 1500 RM. zur Verfügung gestellt worden war, gelangte am Tag vor Weihnachten ein seitens des Landrats in Schwelm erwirkter Staatszuschuß in gleicher Höhe zur Auszahlung. Bel der Zahlung waren der Landrat. der Kreisleiter des Verbandes, Pg. Siebert, und Bürgermeister Möller zugegen. — Weihnachtsfeier im Kindergottesdienst. Pastor Richter veranstaltete die diesjährige Weihnachtsfeier des Kindergottesdienstes in Verbindung mit dem Hauptgottesdienst des 4. Advents. Mit dem kirchlichen Weihnachtsspiel„Nun singet und seid fröhlich!“ sangen die Kinder sich und den Erwachsenen das Evangelium ins Herz. Pastor Richter gab Hinweise auf den tiefen Sinn der gesungenen Worte und stellte den Herrn mit seiner großen erbarmenden Liebe in den Mittelnunkt der Verkündigung. Singend bekräftigte die Gemeinde die aufgenommene Heilandsbotschaft. — Die Fleischbeschaubezirle Herbede I und Herbede II werden vom 1. kommenden Monats an zu einem Fleischbeschaubezirk vereinigt. Die Beschau wird von genanntem Tage ab durch den Tierarzt Dr. Falk, Witten, allein ausgeübt. Zum Stellvertreter des Genannten wurde der Tierarzt Dr. Hetkamp, Sprockhövel, bestellt. — Die Ausgabe der Fettverbilligungsscheine für die Monate Januar und Februar n. Is. erfolgt für die Wohlfahrtserwerbslosen am kommenden Freitag gelegentlich der Unterstützungszahlung bei der hiesigen Amtskasse, für die übrigen Unterstützungsempfänger einschließlich der Zusatzrenten empfänger am folgenden Tage— Samstag— während der Bürostunden auf dem Wohlfahrtsamt. — Ihr 77. Lebensjahr vollendet am 29. d. Mts. die Witwe August Peschel, Pauline geb. Siegesmund, Bez. II Nr. 31, wohnhaft. Der Hochbetagten freundliche Glückwünsche! Bochum. — Tödlicher Sturz aus dem Fenster. Am 21. Dez. stürzte eine auf der Heidestraße wohnhafte Witwe aus einem Flurfenster ihrer im dritten Stock gelegenen Wohnung auf den Hof. An den erlittenen Verletzungen verstarb die Verletzte im Augustakrankenhaus.(*b — Jakob Marks gestorben. Der Inhaber debekannten Bochumer Pianohauses ist am Mittwoch nachmittag an den Folgen einer schweren Neue Dienstbezeichnungen. Trennung in politische Leiter und Amtswalter. Verlin, 27. Dezember. Der„Völkische Beobachter“ meldet aus München: Eine Anordnung der obersten Leitung der PO. besagt, daß die Leiter der Politischen Organisationen in Zukunft nicht mehr Amtswalter, sondern polltische Leiter heißen. Dagegen beißen alle, die mit einem Amt in den gleichgeschalteten Verbänden, wie Deutsche Arbeitsfront usw. betrant sind, Amtswalter. Diese Trennung wird desbalb durchgeführt. um jede Verwechslung zu vermeiden und um den Charakter des politischen Führers der N2DAP. klar zum Ausdruck zu bringen. Der Stabsleiter der obersten Leitung der PO., Dr. Robert Len. erläßt an die politischen Leiter und Amtswalter zum Jahreswechsel folgenden Aufruf:„Ein Jahr des Sieges lieat hinter uns. Adolf Hitler hat die Macht! Das Jahr 1933 bedentet den Beainn einer Weltenwende. Ihr politischen Leiter der NSDAP. u. ihr Amtswalter der der gleichgeschalteten Verbände habt Eure Opferbereitschaft, Euren zähen Arbeitswillen und Eure nnerschütterliche Disziplin dieses Werk bis zum Erfolg geführt. Euer Ringen verdient Dank und Anerkennung. Was seit 2000 Jahren in der Geschichte Deutschlands als unmöglich erschien, nämlich die Schaffung einer politischen Führung, ist jetzt Tatsache geworden. Diese Tat unseres Führers wird einst zu den größten Leistungen der Geschichte gehören. Erst dadurch, daß wir den politischen Unteroffizier und Offizier geschaffen haben, wird der Erfolg der nationalsozialistischen RevoIntion für alle Zukunft gesichert sein. Politische Leiter! Ihr seit ein Top geworden, der Tup des Predigers und Soldaten zugleich. Arbeiten wir weitet in dieser zähen Verbissenheit um die Vollendung unseres Wollens. Dem Schicksal danken wir, daß es uns auf diesen Platz gestellt hat und unsern Führer Adolf Hitler lieben und verehren wir. Mit ihm vorwärts in ein neues Jahr!“ Die ca. 1000 Arbeiter und Angestellten der Zigarettenfabrik Lande GmbH., Dresden, haben sich ohne jede Ausnahme durch freiwilligen Abzug vom Arbeitslohn an der Spende zur Förderung der nationalen Arbeit beteiligt— ein schönes Zeichen der einmütigen Geschlossenheit und des volksverbundenen Geistes dieser Belegschaft; der Spende konnte bereits ein namhafter Betrag zugeführt werden.— Zu Beginn der Winterhilfsaktion wurden seitens der Belegschaft auch ein größerer Betrag und ganz erhebliche Sachspenden dem Winterhilfswerk zur Verfügung gestellt. Im gleichen Geiste hat die Direktion der Firma Lande GmbH. allen Arbeitern und Angestellten einen Barbetrag als Weihnachtsgeschenk ausgehändigt. htb. Nr. 302. Donnerstag, 28. Dez. Wieder Schiffsverkehr auf der Niederrheinstrecke von Duisburg nach Rotterdam und Antwerpen. Nach kurzer Unterbrechung haben die beiden Eisbrecher am Mittwoch ihre Tätigkeit an der Loreley wieder aufgenommen. Hauptziel ist jetzt, nachdem eine eisfreie Rinne vom Betteck bis nach Kaub hergestellt worden ist, die mächtigen Eisblöcke zu zersplittern, um so eine Verbreiterung der Fahrrinne zu erreichen. Bei dem niedrigen Wasserstand stößt dieser Versuch aber auf große Schwierigkeiten. Das stellenweise drei Meter über dem Wasserspiegel ragende Saumeis sitzt im Grund noch fest verankert und weicht nur stückweise den fortgesetzt anstürmenden Eisbrechern. Immerhin ist bereits in den letzten Tagen ein großes Stück Arbeit geleistet worden, so daß die Rheinstrombau=Verwaltung heute erwägen wird, ob zwischen der Loreley und Kaub ein Richtungs=Verkehr eingerichtet werden kann. Trotz des strengen Verbots haben während des zweiten Weihnachtstages mehrere ausländische Güterboote die Gefahrenzone talwärts durchfahren. Bis gegen Abend hatten fünf Güterboote auf eigene Gefahr die„Eiszone“ bewältigt. Die Rheinstrombauverwaltung bittet aber dringend darum, erst dann die Talfahrt zu wagen, wenn die Fahrtrinne breit genug ist. Der Schiffsverkehr auf der Niederrheinstrecke von Duisburg nach Rotterdam und Antwerpen ist gestern wieder aufgenommen worden. In den Sicherheitshäfen herrscht reges Treiben. Die Schiffsbesatzung hat sich eingesunden und versucht nun mit Hilfe der Hafenschleppboote, die Kähne wieder flott zu machen. Allerdings bedeutet der niedrige Wasserstand ein großes Hindernis. Die Kähne können nur auf 1,50 bis 1,60 Meter beladen werden. Das Eis in den Häfen ist aufgebrochen. Der Verkehr an der Schifferbörse ist gleichfalls wieder in vollem Gange. Frachtenvermittlungen kommen jedoch nur für Talfahrten in Frage. Gesteigerte Reiselust. Im Kölner Bezirk 5prozentige Steigerung gegen 1982. Gewisse Anzeichen deuteten schon Wochen vor dem Weihnachtsfest darauf hin, daß im Kölner Bezirk in diesem Jahre mit einer gesteigerten Reiselust zu rechnen sei. Die Reichsbahn stellte daher zahlreiche Sonder= und Vorzüge in den Dienst die sämtlich stark benutzt wurden. Schon frühzeitig am 20. Dezember, setzte der Reiseverkehr auf einigen Strecken ein, steigerte sich von Tag zu Tag und erreichte am 23. Dezember den Höhepunkt. Auch am 24. Dezember war der Verkehr noch recht bedeutend. Wenn auch endgültige Zahlen noch nicht vorliegen, so kann doch schon setzt gesagt werden, daß im Vergleich zum Vorfahr, der Reiseverkehr im Kölner Bezirk schätzungsweise 5 Prozent stärker war. Feierliche Ueberführung der bei Dortmund tödlich verunglückten belgischen Flieger. Am Mittwoch wurden die Leichen des belgischen Verkehrsfliegers Delhaue und des Vordsunkers Goddevriendt, die am Freitag vergangener Woche bei der Landung auf dem Dortmunder Flugbasen tödlich verunglückten, in feierlicher Weise von der Dortmunder Friedhofshalle zum Hanptbahnhof übergeführt, von wo aus sie die Fahrt in ihre Heimat antreten. In der Trauerversammlung bemerkte man leitende Herren der Sabena aus Elsen und Brüssel, Vertreter der Luftverkehrs=AG., den beigischen Konsul in Dortmund, die Führer der Ortsgruppe Dortmund des 39 Mansardendiebstähle eines Düsseldorfer Reklamemalers. Am 3. August 1933 hörte ein in einer Mansarde in der Klosterstraße in Düsseldorf wohnender Mann in einer benachbarten Mansarde ein ungewöhnliches Geräusch. Er ging hinaus, um nachzusehen und schaute durchs Schlüsselloch der anderen Mansarde. Dort sah er, wie ein Fremder damit beschäftigt war, die Sachen der auf der Mansarde wohnenden Hausangestellten durchzustöbern. Der ungerufene Gast wurde der Polizei übergeben. Es war der 1906 geborene Reklamemaler Fritz Oe., dessen Wohnung durchsucht und darin eine Menge aller möglichen Sachen, Tischdecken, Schmuckgegenstände, Geldbörsen, Wäsche, Koffer, Weinbrand usw., außerdem Pfandscheine aus Leihanstalten und Pfandvermittlergeschäften aus Düsseldorf, Duisburg, Köln usw., die auf verschiedene Namen lauteten, gefunden wurden. Bei Prüfung der versetzten Sachen stellté sich heraus, daß alle diese Gegenstände aus Mansardendiebstählen herrührten. Ins Gebet genommen, gab Oe. schließlich zu, in der Zeit vom 27. Juni 1932 bis zum Tage seiner Festnahme nicht weniger als 36 schwere und drei einfache Diebstähle begangen zu haben, und zwar in allen möglichen Stadtvierteln Düsseldorfs. Als harmloser Spaziergänger wanderte er, eine dunkelbraune Aktenmappe unter dem Arm, durch die Straßen. In vornehme Häuser verschaffte er sich Eingang; traf er jemanden auf der Treppe, so erkundigte er sich nach diesem oder jenem Hausbewohner und gelangte schließlich zu den Mansarden. Er klopfte an die Türen, und wenn niemand antwortete, nahm er seine Einbrecherwerkzeuge aus der Aktenmappe, erbrach die Türen und im Innern der Mansarden die Behältnisse. Seine Opser waren ausschließlich Hausangestellte Handwerksgesellen und Arbeiter, denen er alles mitnahm, was nicht niet= und nagelsest war: Wäsche, Kleider, Geld usw. Bei den Diebstählen entwendete er auch Personalausweise, auf denen er die Namen fälschte und mit diesen Urkunden das Diebesgut versetzte. Angesichts der Niedertracht seiner Handlungsweise, mit der er minderbemittelte Personen um ihre sauer verdienten Sachen brachte, hat das Gericht dem Angeklagten mildernde Umstände versagt Deutschen Luftfahrtverbandes, eine Abteilung des Segelfliegersturmes und eine Abordnung der Dortmunder Lustpolizei. Nach der Einsegnung der Leichen wurden die Särge nebst zahlreichen Kranzspenden zu dem bereitstehenden Wagen getragen und unter großer Anteilnahme des Publikums zum Hauptbahnhof gebracht. Flugkapitän Marcard von der Weln, Konsul Cremer vom belaischen Konsulat in Dortmund und der Führer der Dortmunder Fliegergruppe, Pg. Sellina. entboten den beiden toten Kameraden letzte Grüße. Darauf wurden die Särge in einem mit Tannenarün ausgeschlagenen Waggon nach Belgien übergeführt. Tagung des Katholischen Akademiker=Verbandes in Gelsenkirchen. Eine Taauna des Katholischen AkademikerVerbandes in Gelsenkirchen wurde am Mittwochmoraen mit einer Gemeinschaftsmesse eingeleitet. der die Eröfinung einer mit der Tagnna verbundenen Ansstellung moderner christlicher Kunst solate und in der Universitätsprosessor Dr. Bern= bard Rösenmöller eine kurze Ansprache hielt. Er betonte hierbei, daß der Katholische Akademiter=Verband stets allem Kitsch den Kampf angeund Oe. zu zwei Jahren neun Monaten Zuchthaus, drei Jahren Ehrverlust und Stellung unter Polizeiaufsicht verurteilt. Zahme Hirschkuh von Wilderern erschlagen. Mit großer Liebe hatte Förster Hochgesand in Waldalgesheim bei Bingerbrück vor vier Jahren sich eines erst einige Tage alten Rehkitzleins angenommen, als er es allein und sich selbst überlassen im Büdesheimr Wald auffand. Er zog das muntere Tierchen auf, das ihm diese Liebe mit großer Treue vergalt. Oefter konnte man den Förster mit der zahmen Hirschkuh auf seinen Gängen in die Umgegend, sei es in den Wald oder in die Stadt. beobachten. Immer folgte ihm auf den Schritt das treue Tier. Die Hirschkuh suchte auch häufiger den Wald auf, kehrte aber stets nach längstens drei bis vier Tagen wieder ins Försterhaus zurück. Jetzt vor Weihnachten war die lammfromme Hirschkuh wieder einmal in den Wald gegangen, kam aber diesmal nicht wieder. Das Tier wurde verendet in einer Mulde aufgefunden. Wilddiebe, die sich offenbar einen Weihnachtsbraten beschaffen wollten, haben das Tier im Bübesheimer Wald in der Nacht auf Sonntag mit Hammerschlägen getötet und dann in eine Mulde geschleift. Vermutlich sind sie bei ihrem Treiben gesiört vorden. Eine verhängnisvolle Berüchtigte Schmuggler legten einen Antovermieter schwer herein. Obwohl durch die starke Grenzbewachung der Kleinschmuggel in der Eifel fast gänzlich unterbunden ist, kommen immer wieder Schmuggler aus der Stadt, um das unlautere Handwerk zu betreiben. So kamen auch am Freitag vor Weihnachten drei fremde Männer mit schweren Paketen nach Schleiden zu einem Autovermieter und wünschten nach Köln gefahren zu werden. Ohne Argwohn kam der Sohn des Autovermieters dem Wunsch der Männer nach. Kurz vor Köln mußte er bei einer Revision des Wagens zu seiner Ueberraschung feststellen, daß er berüchtigte Schmuggler mit Schmuagelware im Auto hatte. Die Folge war natürlich Verhaftung und Beschlagnahme des Wagens und der Ware. sagt habe, nicht allein im Interesse der Kunst, sondern auch im Interesse des religiösen Lebens. Die Reihe der Vorträge begann mit den Ausführungen von Prälat Münch(Köln) über Wesen und Tragweite für eine religiöse Erneuerungsbewegung unter den Intellektuellen.— Professor Dr. Bauhofer(Freiburg) sprach in längeren Ausführungen über die Gottesliebe. Das Gebot der Gottesliebe habe unter allen Geboten die erste und überragende Stellung inne. — Ueber die Menschenliebe sprach Prof. Dr. Rosenmöller(Münster), der manche Parallele zu den voraufgegangenen Vortrag brachte. Am Nach mittag traten die Arbeitsgemeinschaften zu ihrer Arbeit zusammen. Am Abend fand im großen Saal des Hans=Sachs=Hauses ein weiterer Vortrag aus dem Gebetsleben statt, der von Pater Soreth(Düsseldorf) gehalten wurde. Selbstauflösung von Arbeitasberverbänden. In Verfolg des Aufrufs der Reichsregierung und des Führers der Arbeitsfront und wegen der grund= legenden Umstellung der Sozialordnung haben der Arbeitgeberverband der Metallindustrie von Köln und Umgebung c. V. und der Arbeitgeberverband der seuerfesten Industrie von Köln und Umgebung in außerordentlichen Mitgliederversammlungen beschlossen, sich aufzulösen und in Liquidation zu treten. Der Kampf gegen Staatsfeinde. Ueber 300 Personen in zwei Monaten verurteilt. Wie die Justizpressestelle des Oberlandesgerichts Hamm mitteilt, wurden in der Zeit von Mitte Oktober bis Mitte Dezember rund 300 Personen wegen kommunistischer Umtriebe verurteilt. Unter den Verurteilten befinden sich auch 13 Frauen. Die weitaus meisten Straftaten wurden in den Monaten Februar bis April begangen. Die Verurteilungen erfolgten im einzelnen wegen folgender Delikte: 124 Personen wegen Herstellung, Verbreitung oder Aufbewahrung kommunistischer Flugblätter und Handzettel, 15 Personen wegen Errichtung einer Geheimdruckerei. 9 Personen wegen Erteilung von Schießunterricht oder wegen Teilnahme an einem solchen, etwa 90 Personen wegen Errichtung eines Waffenlagers, Verstecken von Waffen und Munition, Herstellung von Sprengkörpern, sieben Personen wegen Verkaufs von Beitragsmarken für die KPD., drei Personen wegen Bemalens von Zäunen mit kommunistischen Inschriften, vier Personen wegen Verheimlichung von Eigentum der KPD., um den Fortbestand der KPD. zu sichern. zwei Personen wegen Teilnahme am„Antifaschistischen Kongreß“ in Paris Anfang Juni 1933, 46 Personen, die sich für das Wiederaufleben der RGO. oder als Funktionäre der KPD. für die Vorbereitung und Herbeiführung eines kommunistischen Umsturzes betätigt haben, eine Person, die Arbeitskameraden des Freiwilligen Arbeitsdienstes für die KPD. zu gewinnen versucht hat. Es wird eindringlich davor gewarnt, dem hochverräterischen Treiben der Kommunisten eine Unterstützung angedeihen zu lassen. Wer hierbei gefaßt wird, hat schwere Zuchthausstrasen zu erwarten. Ein aufregender Vorfall auf dem Koblenzer Hauptbahnhof. Am ersten Feiertage ereignete sich nachts auf dem Koblenzer Hauptbahnhof ein aufregender Vorfall. Als der von Frankfurt kommende D=Zug in den Bahnhof einlief, versuchten zwei Postangestellte mit einem schweren Postkarren das Gleis zu überqueren. Dadurch, daß sie ihre Aufmerksamkeit auf den Frankfurter Schnellzug lenkten, übersahen sie, daß auf dem Nebengleis aus entgegengesetzter Nichtung ein Personenzug einlief. Im letzten Augenblick konnten die beiden Angestellten sich durch einen Sprung vor dem Ueberfahren werden retten. Die Lokomotive ersaßte den schweren Postkarren und zermalmte ihn samt seinem Inhalt. Der angerichtete Schaden ist nicht gering. Dr. Göbbels in Düsseldorf. Als Gast im Schauspielhaus. Am zweiten Weihnachtstage besuchte Reichsminister Dr. Goebbels mit seiner Gemahlin in Begleitung des Gauleiters Staatsrat Florian und des Oberbürgermeisters Dr. Wagenführ das Düsseldorser Opernhaus, wo„Rigoletto" gegeben wurde. Gestern abend gab das Düsseldorfer Schauspielhaus zu Ehren des Propagandaministers„Götz von Berlichingen“. Rehabilikiert. Aber eine neue Anklage gegen den ehemaligen Bürgermeister von Münster. Von der Disziplinarkammer der Regierung in Münster wurde das gegen den Verwaltungsdirektor Conrad eingeleitete Disziplinarverfahren einaestellt. Im Zusammenbang mit den gegen den alten Magistrat der Stadt Münster erhobenen Anschuldigungen wurde auch gegen Verwaltungsdirektor Conrad ein Verfahren einge= leitet. da der dringende Verdacht bestand, daß Conrad an unzulässigen Handlungen seiner un= mittelbaren Vorgesetzten beteiligt, mindestens ... Originalroman von Harald Haumgarsen l. Fortsetzung. „Aber Herr Witkopf!“— versuchte sie zu trösten—„wir haben doch erst gestern das Brantpaar gehabt. Und dann der Matrose mit den sechs Abzügen für alle seine Bränte“ Verzweiselt rang Wittkopf die Hände, nachdem er die Schatulle Fanny auf den Schoß gesetzt.„Matrosen— Brautpaare— wo soll mer denn da die Kunst entfalte?“ Er packte mit plötzlichem Entschluß die Glasplatten aus, die die Kassette enthielt, und hielt sie Fanny vor die Augen. „Dat sind Motive— watt? Da lacht das Herz in der Brust. Da gann man noch...“ Er hätte sich wohl noch des längeren und breiteren über die Schönheit und die geschickte Auswahl ergangen, wenn nicht setzt schwere Schritte auf der Treppe einen Kunden angekündigt hätten. Heiser bellte das Glöckchen auf, das den Eingang zum Atelier bewachte, und zwar in einer so heftigen und über alle Maßen erschrockenen Weise, daß man mit Fug und Recht auf die Ankunft eines äußerst zahlungskräftigen Besuchers rechnen konnte. Und diese Erwartung sollte nicht enttänschi werden. Eine mittelgroße, dafür nach der Breite um so ausladendere Gestalt in einem schon zu eng gewordenen blauen Anzug füllte den Türrahmen so vollständig aus, daß man hinter ihr die Figur der Ehehälfte mehr ahnen, als erkennen konnte. Aus einem nicht gerade lieblich klingenden Geschrei, das nun von der Treppe her einsetzte, ließ sich schließen, daß auch der Nachwuchs des Vierschrötigen bemüht war, sich durch die allzu enge Tür zu drängen. „Können wir uns bier photographieren lassen?“ — ertönte eine Stimme, der das viele Bier die Abgrundtiefe des Basses geschenkt hatte. Gleichzeitig stürzten drei Knaben im Alter von fünf, sechs und sieben Jahren mit einem frenetischen Geheul auf Fanny los, die ängstlich mit den wertvollen„Moliven“ des Herrn Wittkopf in eine Ecke flüchtete. Der Mann im blauen Anzug war in die Mitte des Zimmers gekommen und hatte sich mit einer Gebärde der Erlösung auf einen der zierlichen Rokokosessel geworfen, die Wittkopf alle Frühjahre mit großer Geduld bronzierte.„Mein Name— Edi, du sollst doch nicht immer mit die Finger in die Näse— also mein Name is König. Werden Se wohl schon mal jehört haben, waa? Königs Würstchen sind die feinsten und vom Schweinefleisch dem reinsten! Waa? Immer noch nich bekannt?“ Der rothaarige Stoppelkopf sank einen Augenblick aufs Kinn, als sinne er über den Verderb einer Menschheit nach, der solche Dinge unbekannt sind. Dann schnitt er diese Unterhaltung mit einer schnellen Handbewegung ab und ging zum Zwecke dieses Besuches über... „Also, wat meine Frau is und meine Kinders und ick— also wir sind doch von Berlin rüberjekommen, um uns mal Hamburg zu bekieken. Also— reden wir nich drüber! Kinders, Kinders, wat Ihr von uns noch lernen könnt! Na, jut— jehört ja nich hierher, wag? Also— wir sinn jekommen, weil wir uns photographieren lassen wollen. Aber, verstehste de— so richtig uff einem jroßen Dampfer. Jeld spielt keine Rolle.“ „Also. Sie möchten sich photographieren lassen, Herr König— unterbrach Fanny den Redestrom, der sich ins Endlose fortzusetzen drobte—„und wenn ich recht verstanden habe, soll das Bild Sie und Ihre liebe Familie(dabel warf sie einen Blick auf die Kinder, die den etwas dürren Herrn Wittkopf als Kletterstange benutzten) auf einem Schiff darstellen. Wir haben hier einen Hintergrund, der einen modernen Amerikadampfer darstellt. Das macht sich immer gnt." Frau König, die ihrem Gatten an Umfang glich, kugelte heran, und übersah mit ihrem Lorgnon den Hintergrund, der allerdings ein etwas merkwürdiges Abbild des Hamburger Hafens darstellte. „Wat denn, Emil—— vor dett Machwerk soll ick mir abbilden lassen? Ick hab dir fleich jesagt, laß uns in Berlin photographieren, da kriegst du bessere Schiffsbilder, wie in ganz Hamburg.“ Herr Wittkopf, der unterdessen mit heroischen Anstrengungen den Ansturm der drei reizenden Knaben abgewehrt hatte, hielt es nun doch an der Zeit, für das gefährdete Geschäft einzuspringen. Er erklärte Herrn und Frau König einiges von Projektion, Fernwirkung, bildhafter Abtönung, und versicherte zum Schluß, das Bild werde so wirken, als ob die Familie König, Würstchen en gros— eben im Begriff sei, sich an Bord eines jener majestätischen Ozeanriesen zu begeben, von deren kolossaler Ausdehnung sich der Binnenländer keine Vorstellung machen könne(eine Phrase, die Herr König zwecks weiterer Verwendung am Stammtisch in sein Notizbuch eintrug). Dann gab Wittkopf einige tiefsinnige Bemerkungen über Reisen und seine Erfahrungen zum Besten, eine Gelegenheit, die König sofort benutzte, um das Gespräch wieder an sich zu reißen. „Iloben Sie man ja nicht, daß wir nich das Jeld jehabt hätten zum Reisen. Jotte nee— dett es doch allens heute so bequem, sagen die Leute. Hat sich watt! Wenn Se jung sind, na, denn jeht man auf die Tanzböden, dann denkt man nicht dran. Wenn Se erst Jeselle sind, denn jeht es nicht wegen de Brant. Und wenn Se erst verheiratet sind, denn jebt's nich wegen die Kinder. Na— hab ick recht? Un dett wird keen Jeppelin und kein Flugzeug ändern...“" „Herein!“ sagte in diesem Augenblick Fannn Römer wie erlöst, denn ein Pochen an der Tür kündete einen neuen Besucher. Aber die letzte Silbe blieb ihr beinahe in der Kehle stecken, denn niemand anders, als Ralf Peters trat ein. Mit einem freundlichen und gänzlich unschuldigen Lächeln schritt er durch das altmodische Atelier des Herrn Vernhard Wittkopf geradeswegs auf Fannu zu. Geschäftsmäßig sagte er:„Fräulein— ich möchte mich sotografieren lassen.“ Bei diesen Worten lachten aus seinen Augen plötzlich der ganze Frühling, die ganze warme Nacht, der volle, süße Fliederduft von gestern. Für Fanny verwandelte sich mit einem Male das Atelier. Sie sah nur noch die Sonne, die breite, goldene Bänder über“ die Sessel warf. Sie empfand, daß Herr und Frau König eigentlich zwei sympathische Menschen wären, und ihre Kinder gar nicht so ungezogene Rangen. Vor lanter Aufgestörtheit, Verlegenheit und innerem Jubel lief sie im Atelier herum, bot bald Frau König. bald Ralf Peters einen Stuhl an, schob das Staiv hin und her, machte sich an den Vorhängen zu schaffen, die Beleuchtung regelten, obwohl es ganz und gar unnötig war, kurz, benahm sich so verlegen und ungeschickt wie möglich. Obwohl diese Geschäftigkeit dazu dienen sollte, ihre beglückte Verwirrtheit zu verdecken, kam sie gerade dadurch so deutlich zum Ausdruck, daß selbst Herr Wittkopf, dessen kurzsichtige Harmlosigkeit berühmt war, verwundert den Kopf schüttelte. Glücklicherweise verstand Ralf Peters, sich der Situation anzupassen. Er setzte sich in eine Ecke und bewunderte die Vorbereitungen des Photographen, um das schwierige Familienbild zustande zu bringen. Arbeitsbeschaffung. Der erste Spatenstich zum Rheinhausener Rheinbrückenbau am 11. Januar. In der letzten Gemeinderatssitzung in Rheinhausen nahmen die Besprechungen über den Beginn des Rheinbrückenbaues, die von Rheinhausen nach Duisburg=Hochfeld führen soll, einen breiten Raum ein. Der erste Spatenstich zu diesem Rheinbrückenbau wird am 11. Januar 1934 auf der rechten Rheinseite erfolgen. Mit diesem Brückenbau, der im Rahmen des Arbeitsbeschaffungsprogramms durchgeführt wird, werden wieder eine große Anzahl Arbeitsloser für lange Zeit in Arbeit und Brot gebracht. 50 Neueinstellungen bei der Gutehoffnungshütte in Oberhausen. Die Belebung in der Eisenindustrie hat es der Gutehoffnungshütte ermöglicht, 50 Arbeitern, die früher im Walzwerk beschäftigt waren, die Mitteilung zukommen zu lassen, daß sie ab 1. Januar die Arbeit wieder aufnehmen können.— Ihren sämtlichen Arbeitern und Angestellten mit fünf Kindern und darüber hat die GHH. einen ansehnlichen Geldbetrag übermittelt. Auch solche Werksangehörige sind in diese Sonderzuweisung einbezogen worden, die drei Kinder und einen besonders niedrigen Lohn haben. aber Mitwisser sein würde. Im Verlaufe der Untersuchung ergab sich jedoch einwandfrei, daß Conrad weder als Helfer noch als Mitwisser bei den fraglichen Handlungen in Betracht kommen konnte.— In diesem Zusammenhang wird noch berichtet, daß gegen den kürzlich bereits in einem Falle gerichtlich bestraften Bürgermeister a. D. Schlanstein von Münster von der Staatsanwaltschaft auf Grund weiterer Klärungen eine neue Anklage erhoben wurde. Falsche Buchungen? Die Unregelmäßigkeiten bei der Universitätsklinik in Köln ziehen weitere Kreise. In Verfolg der Ermitlungen wegen der Unregelmäßigkeiten bei der Universitätsklinik wurde der Stadtschulzahnarzt Dr. Ernst sestgenommen. Dr. Ernst ist wegen der Vorkommnisse bei der Zahnklinik auf Grund des gegen ihn schwebenden Verdachts bereits am 11. Dezember beurlaubt und am 14. Dezember festgenommen worden. Er mußte jedoch nach einer längeren Vernehmung wieder auf freien Fuß gesetzt werden, da die ihm vorgeworfenen Verfehlungen den Erlaß eines Haftbefehls nicht rechtsertigten. Bei den weiteren Ermittlungen wurden nunmehr aber wiederholte Buchungen durch den Buchsachverständigen entdeckt, die Dr. Ernst aufs schwerste belasten. Der Staatsanwalt hat daraufhin die Festnahme angeordnet. 1000 Reichsmark Lohngelder gestohlen. Samstag wurde einem Handlungsgehilfen einer Hagener Firma im Hauptpostamt in einem unbewachten Augenblick eine Aktentasche mit 1000 RM Lohngeldern gestohlen. Todessturz eines 70jährigen. Der 70jährige Invalide Viedner aus Erkenschwieck, der bei einer Familie in Datteln zu Besuch weilte, rutschte am Mittwoch auf einer Haustreppe aus und erlitt einen Schädelbruch, an dessen Folgen er gestorben ist. Harmlose Besucher. Japanische Werkspionage in schottischen Whisky=Brennereien. Der schottische Whisku ist in der ganzen Welt berühmt und bedeutet in der Handelsbilanz des Landes einen nicht zu unterschätzenden Posten. Die Whisky=Brenner sind auch sorgfältig darauf bedacht, die Rezepte, die sich von Generation zu Generation überliefern werden, geheim zu halten. um sich keine unerwünschte Konkurrenz zu schaffen. Die Bestürzung unter den Whisky=Produzenten und=Händlern Schottlands war daher nicht gering, als sie vor kurzem erfuhren, daß der indische und ostasiatische Markt mit einem Whisko überschwemmt werde, der aus Japan komme und dem schottischen fast völlig gleichwertig sei. Natürlich lieferten die Japaner zu Preisen, die weit Als es nach vielen„Bitte, recht freundlich“, denn Wittkopf bewegte sich bei Porträts noch ganz auf der altmodischen Linie— und manchem ärgerlichen„Bitte, still halten die Kinderchens,“ endlich gelungen war und Familie König das Atelier verlassen hatte, um neue Sehenswürdigkeiten in Hamburg ausfindig zu machen, verschwand unter Entschuldigungen in der Dunkelkammer. Die Hände auf dem Rücken, schlenderte Fanny auf Ralf zu. Sie hatte einen weißen Kittel an, der sich eng um ihre zierliche Figur schloß. In ihren Augen saß der Schalk, spiegelte in sprühenden Lichtern, als sie jetzt— streng und mit einer eigenwilligen Bewegung des Kopfes fragte:„Also, mein Herr! Wie haben Sie mich entdeckt? Ich habe Ihnen doch absichtlich dieses zeitvergessene Atelier auf der Reeperbahn verschwiegen." Fest blickte Ralf Peters in diese klaren Mädchenaugen.„Ich war bei Feldmann, dort traf ich zufällig ein junges Mädchen, das mit Ihnen gut bekannt ist. Sie war so liebenswürdig, mir Ihre Arbeitsstätte zu verraten.“ „Und nun wollen Sie sich photographieren lassen?“ „Photographieren— ach ja— natürlich! Wozu käme man denn sonst hierher? Aber, bitte, wenn es geht, nicht auf dem Amerikadampfer!“ Sie nahm das abgebrauchte Buch, in dem die Kunden eingetragen wurden. „Ralf Peters!“— sagte sie. Und plötzlich kam die Erinnerung an die Geschichte, die sie heute mittag Bärbel Uhde erzählt hatte. Ein dunkler Schreck stieg ihr in die Kehle.„Ein seltsamer Gleichklang zweier Namen. Oder stimmt es etwa nicht, was Sie mir gestern erzählten? Sind Sie doch verwandt mit dem Reeder Ralf Peters?“ Sofort fühlte Ralf die Feindseligkeit des Tones. Es war ihm, als warne ihn eine innere Stimme, die Wahrheit zu sagen, und seine gestrigen Worte, er sei nur ein armer Angestellter, Lügen zu strafen. unter denen des schottischen Originalwhiskys lagen. Der Konsum des aus dem Mutterlande importierten Getränks ging daher rapid zurück. Unter den schottischen Schnapsbrennern herrschte helle Verzweiflung. Es war ofenbar, daß die Japaner sich auf irgendeine geheimnisvolle Weise die Rezepte der schottischen Whisky=Brenner verschafft hatten. Es wurde eine strenge Untersuchung eingeleitet, durch die es endlich gelungen ist, die mysteriöse Whisky-Affäre aufzuklären. Vor ungefähr zwei Jahren weilte eine japanische Reisegesellschaft mehrere Wochen in Schottland. Angeblich bestand sie aus Gelehrten und Aerzten, die sich für die Alkohol=Erkrankungen interessierten. Es erregte daher keinen Verdacht, daß sie auch das einheimische Nationalgetränk kennen lernen wollten und einige große Brennereien besichtigten. Man gewährte ihnen mit größter Zuvorkommenheit Einblick in den Fabrikationsprozeß. Einer der Fabrikanten war sogar so naiv, ihnen seine Rezepte zu zeigen. Die gelben Herren bedankten sich mit großer Liebenswürdigkeit und schickten dem freundlichen Fabrikanten eine Anzahl von Geschenken, über die der gute Mann nicht wenig erfreut war. Die Freude sollte nicht von langer Dauer sein. Denn nach einiger Zeit setzte das japanische Whisky=Dumping ein und schließlich mußten die sonst so schlauen und geschäftstüchtigen Schotten die traurige Feststellung machen, daß sie in diesem Fall die Gefoppten waren. Was weiß der„ Eine große Spionage=Affäre. Die schöne Russin und der hörige Professor. Die Ermittlungen des französischen Geheimdienstes über das Wirken der achtzehn Spione, die vor wenigen Tagen in Paris verhaftet worden sind, zeigt immer deutlicher, daß es sich hier um eine Spionageaffäre handelt, wie sie in solchem Umfange selbst während des Weltkrieges kaum dagewesen ist. Obwohl man bereits nach dem Kriege die ersten Spuren dieser Spionagebande entdeckte, hat es doch mehr als 13 Jahre gedauert, bis der französische Geheimdienst zum entscheidenden Schlage ausholen konnte. Anfang des Jahres 1933 fiel den französischen Geheimagenten ein amerikanischer Flieger, Robert Gordon Switz, durch verdächtige Reisen und Bekanntschaften auf. Er verkehrte mit zwei Russen, die der französischen Spionage=AbwehrZentrale nicht unbekannt waren, denn die beiden waren bereits vor einigen Jahren in Zusammenhang mit einer Spionageaffäre in Finnland— Finnland scheint sich nach dem Kriege zu dem klassischen Land der Spionage entwickelt zu haben— genannt worden. Als die Polizei jedoch im März die beiden verhaften wollte, müssen sie einen Wink bekommen haben, denn sie zogen es vor, Frankreich den Rücken zu kehren. Durch die beiden Russen hatte man aber eine ganze Reihe von Anhaltspunkten für fremde Spionage in Frankreich erhalten. In den darauffolgenden Monaten wurden über 300 Geheimagenten nicht nur in Frankreich, sondern in allen Staaten Eurovas und sogar in Uebersee angesetzt, um die neuen Spuren zu verfolgen. Dabei verstärkten sich auch wieder die Verdachtsmomente, die man bereits im Jahre 1920 gegen eine Russin geäußert hatte. Vor einigen Tagen schritt man nun zu Verhaftungen, denn man glaubte, daß die Spione bereits von den Plänen der französischen Polizei Wind bekommen hätten. Zuerst wurde das polnische Ehepaar Salzmann(!) verhaftet, das vor acht Monaten von Deutschland nach Frankreich übergesiedelt war(!) Beide behaupten, Studenten der Medizin zu sein. Sie ließen sich jedoch nach den Angaben der französischen Agenten wenig in medizinischen Kollegs sehen, sondern wohnten in einem sehr teuren Hotel, obwohl sie gar keinen vermögenden Eindruck machten. Weiter wurden verhaftet ein Rumäne, der aber die kanadische Staatsangehörigkeit besitzt, namens Benjamin Vercovitz. Dieser Mann wird als das geistige Haupt der Spionagebande bezeichnet, denn er verfügte bei seiner Verhaftung über große Geldbeträge. Später sand man in den Pyjama seiner Frau weitere große Geldbeträge eingenäht. Mit diesem„kanadischen" Rumänen standen noch einige Franzosen, Serben und Russen in Verbindung. Welcher Art die Delikte dieser Gruppe sind, ist zur Stunde noch nicht bekannt. Man weiß nur, daß sie sich mit Industrie=Spionage wie auch mit der Ausspionierung militärischer und anderer Staatsgeheimnisse befaßten. Weit sensationeller sind schon die Kenntnisse, die man über zwei andere Verhaftete hat, denn bei diesen ergaben sich zuerst ungeabnte Perspektiven über die riesige Ausdehnung und über die Bedeutung der Spionageaffäre. Es sind dies ein französischer Universitätsprosessor Martin und die Russin Lodia Stahl. Martin ist als Dolmetscher im Marine=Ministerium und auch in sait allen anderen Ministeren, sogar im Auswärtigen Amt tätig gewesen und hatte dadurch naturgemäß Zugang zu den allerwichtigsten Doku Die soziale Kluft, die sie beide trennte, kam ihm zum Bewußtsein, und er fürchtete, die Stellung seines Vaters und der Reichtum seines Hauses, auf den er sonst so stolz war, könne hier— diesem Mädchen gegenüber— einen unüberbrückbaren Wall aufrichten. Da in seinem sonst so leicht bewegten Herzen der gestrige Abend ein Gefühl von Leidenschaft hervorgernfen, ein Gefühl von Liebe, die vorläufig noch mit zarten Schwingen und noch ein wenig unsicher, in einem blauen Himmel voll Glückseligkeit zu schweben versuchte, so beschloß Ralf, alles zu umgehen, was ihrer Freundschaft irgendwie gefährlich zu werden Drohte. „Aber Fräulein Römer“— lachte er—„der Name Peters steht doch in Hamburg an jeder Straßenecke. Ich glaube wirklich, Sie haben mich in Verdacht, ich gehöre zu Ralf Peters u. Co., und könne über Millionen verfügen. Sehe ich denn wirklich so aus, wie ein verzauberter Prinz? Oder gefällt es Ihnen nicht, daß ich— wie ich Ihnen schon gestern gestehen mußte, nur ein mäßig bezahlter Kommis bin?“ „Sie wissen ja nicht, wie das alles zusammenhängt, Herr Peters.“ Fanny wunderte sich selbst, wie sie beide in dem nüchternen Licht des Ateliers zu der formellen Anrede zurückkehrten, während am vorigen Abend sich schon das vertrauliche„Ralf und Fanny“ zwischen ihnen gesponnen hatte. „Nein, nein"— fuhr sie fort—„es wäre ja ein sonderbarer Zufall, oder eine Art Vorsehung, denn man soll doch nicht für alles, was einem im Leben passiert, den Zufall verantwortlich machen, nicht wahr?“ Jede Wendung, die das Gespräch nahm, war Ralf recht, wenn sie ihn nur von einer näheren Auskunft über seine Person entband. Heiter antwortete er.„Nun, wenn das kein Zufall war, daß ich Sie gestern kennen lernte, so war es doch eine sehr reizende Vorsehung.“ Einen Augenblick senkte sie den Kopf. Seine Worte erschienen ihr viel wichtiger und bedeutenim Tower"? menten. Seine Arbeit bestand hauptsächlich im Uebersetzen dechiffrierter Telegramme und in Berichte erstatten der Geheimagenten. Dieser Universitätsprofessor und Geheimdolmetscher war der Russin Lydia Stahl— einer auffallend schönen Frau— mit Leib und Seele verfallen. Er war ein willenloses Spielzeug in ihren Händen. Diese Russin ist die interessanteste Persönlichkeit der Spionageaffäre. Als die Polizeibeamten sie verhafteten, war sie gerade dabei, chinesisch zu lernen. Lydia Stahl ist in jeder Beziehung ein Genie. Sie kennt von ihren zahlreichen Reisen her fast jedes Land der Welt und spricht fast noch mehr Sprachen als ihr Geliebter, der Dolmetscher Professor Martin. Schon bei den ersten Verhörsfragen sahen die Beamten, daß sie es hier mit einer überaus intelligenten und klugen Frau zu tun haben. Diese beiden Leute standen wohl in Verbindung mit anderen Spionen, die in Paris arbeiteten, aber gerade Lydia Stahl wachte eifersüchtig darüber, daß ihnen die anderen nicht zu sehr in die Karten sehen konnten. Die beiden hatten als„Arbeitsgebiet“ lediglich das Marineministerium. Auffällig war nun, daß sowohl Lydia Stahl als auch Martin wiederholt Reisen nach Helsingsfors machten. Dort forschten die französischen Agenten nach und machten dabei sensationelle Entdeckungen, die den Schlüssel zu der ganzen Spionageaffäre abgaben. Man erinnert sich noch der großen Spionageaffäre Finnlands, die vor einiger Zeit bekannt wurde und in deren Mittelpunkt die geheimnisvolle Frau„Marie Luise“ und der Leutnant Pentikainen standen. Es wurde seinerzeit verlautbar, daß es sich um Spionage zugunsten der Sowjets handele. Die französischen Agenten stellten nun fest, daß Lydia Stahl in dauernder Verbindung mit„Marie Luise“ und mit russischen Militärattachés und Funktionären stand.„Marie Luise“ — die eigentlich Marie Schule heißt und aus Estland stammen soll— nannte sich mit ihrem Decknamen sogar nach Professor Martin, nämlich Marie Luise Martin. Denn auch der Prosessor unternahm zahlreiche mysteriöse Reisen nach Helsingssors. Auf der anderen Seite hat man bereits festgestellt, daß„Marie Luise", die jetzt in einem finnischen Militärgefängnis gefangen sitzt, zahlreiche Neisen nach Schweden, Estland, Deutschland und auch nach Frankreich unternommen hat und dort Mitglieder der Pariser Spioniagebande getroffen hat. Da nun einwandsrei erwiesen ist, daß „Marie Luise“ für die Sowjet=Union gearbeitet hat, glaubt man mit einiger Berechtigung sagen zu dürsen, daß auch die in Paris verhafteten Spione nur munpen in einem riesigen Sowjet=Spionagenetz— dessen Umsang man heute noch gar nicht abzusehen vermag—, das sich über ganz Enropa und sogar über Teile des französischen Kolonialreichs erstreckt, sind. Im Augenblick sind die französischen Agenten dabei zu ermitteln, wie weit die Verbindungen zwischen Lydia Stahl und dem berühmten„Offizier im Tower", der ebenfalls wegen einer Spionageaffäre, in die„Marie Luise“ verwickelt war, in London eine Freiheitsstrafe verbüßt, gehen. Denn man hat Anhaltspunkte, daß auch der„Offizier im Tower", Baillie=Stewart, in diese Affäre verwickelt ist. Wenn man Ballie=Stewart fragen würde, und er würde sein notorisches Schweigen über„Marie Luise“ brechen, dann würde er sicher viel über die Sowjel=Spionage in Europa zu erzählen haben. Der klügste Kobf in diesem Spionagenetz ist unzweiselhaft Ludia Stahl, die man bereits vor 13 Jahren beobachtete, und von der man behauptet, daß sie der, als sie gemeint waren.„Ich will es glauben.“ erwiderte sie leise, aber mit solcher Eindringlichkeit, daß Ralf, gewöhnt, in Gesprächen auf einer angenehmen Oberflächlichkeit zu schwimmen, sie leicht beschämt ansah. Wie gestern hatte er wieder das Gefühl einer Unzufriedenheit mit sich selbst, denn alles, was er sagte, schien ihm doch diesem Mädchen gegenüber nicht klug und herzlich genug zu sein. Es war das unsichere Gefühl eines jungen Menschen, der zum ersten: Male einem Mädchen gegenübertritt, das — in seinem Gefühlsreichtum ihm überlegen— alle guten Eigenschaften des eigenen Ichs anspornt. Bernhard Wittkopf tauchte aus seiner Dunkelkammer auf. In seinem Gesicht lag ein so siegessicheres Lächeln, als er jetzt die Platte hin und her schwenkte, um sie zu trocknen, als sei er es gemesen, der die ganze Photographiererei erfunden habe. „Ein herrliches Bild, Fräulein Fanny! Wie jemalt die janze Familie— bloß der Kleenste hat natürlich jewackelt, und da kann man sein Jesicht nich erkenne!“ Als er das fröhliche Gelächter der beiden hörte, fügte er voll Ironie hinzu:„Watt übrigens ein Glück für den Kopp is. Fräulein Fanny, Sie werden das eben retuschieren. Sie haben ja so e hübsches Geschick zum Zeichnen.“ Eben so schnell, wie er gekommen, verschwand er wieder hinter der Tapetentür. „Sie müssen sich jetzt aufnehmen lassen"— sagte Fannn, zog den Apparat an die richtige Stelle und versteckte ihren Kopf unter dem dunklen Tuch, um einzustellen. Ralf Peters warf sich in Positur und suchte sich einen lächerlichen Anstrich zu geben. Aber Fanny hatte dafür kein Verständnis. Alles, was mit ihrem Beruf zusammenhing, nahm sie ernst. Und sie wurde böse, als sie seine theatralische Haltung auf der Milchscheibe bemerkte.„Nein, so geht das doch nicht. Wir wollen doch ein richtiges Bild Mord oder Selbstmord? Mysteriöser Tod des„größten Geigers der Welt". Als vor wenigen Tagen ein indischer Musiker aus dem Gefolge des Maharadschas von Abwar von einem nächtlichen Ausgang in das Londoner Palais des Maharadschas zurückkehrte und seinem Freund Zammarudin noch einen Besuch in dessen Zimmer abstatten wollte, fand er die Tür verschlossen. Zwar war es nicht die Gewohnheit Zammarudins, dies zu tun, aber der Freund machte sich trotzdem keine Gedanken. Am nächsten Morgen war die Tür immer noch verschlossen. Tansen, der Freund, wurde nun doch stutzig und forderte einen Diener auf, durch das Lichtfenster oberhalb der Tür zu steigen und von innen zu öffnen. Kaum war er wenige Minuten später eingetreten, so prallte er entsetzt zurück; Zammarudin lag mit durchschnittener Kehle auf dem Bett, in der Hand hielt er ein Rasiiermesser. Tansen schlug sofort Lärm und rief den Arzt des Gefolges, der ebenfalls in dem Palais wohnte. Dieser ordnete die sofortige Ueberführung in ein Krankenhaus an, da Zammarudin während der Untersuchung wieder zur Besinnung kam. Während man auf den Krankenwagen wartete, fragte der Arzt den Verletzten, wer ihm die Schnitte beigebracht habe, denn nach der Schnittrichtung glaubte er an keinen Selbstmord. Er erhielt aber keine Antwort. Kurz nach seiner Einlieferung starb dann der indische Violinkünstler, den die Engländer für den größten Geiger der Welt erklärten. Wenige Minuten vor seinem Tode rief er noch seinen Freund ans Bett und gestand ihm in Hindustanischer Sprache, daß er selbst Hand an sich gelegt habe. „Wurum tatest du das?“ fragte der Freund. „Weil ich großes Heimweh hatte, es war mir zu kalt in dem häßlichen Europa.“ Die Polizei glaubte den Worten Tansens nicht, sie vermutete hier vielmehr eines der indischen Geheimnisse. Ihr Verdacht wurde noch bestärkt, als der Maharadscha mit seinem Gefolge Hals über Kopf abreiste. Tagelang dauerten die Untersuchungen; der Leichnam wurde beschlagnahmt; Vernehmungen auf Vernehmungen waren. Die tüchtigsten Kriminalisten Scotland Yards suchten das Mordzimmer nach Spuren ab, doch sie alle konnten nichts finden, was auf einen Mord hindeutete. Schließlich mußte man die Leiche freigeben zur Beurteilung des Beschauers. Noch einmal wurde der Fall aufgerollt, und Tansen vernommen. Am Schluß fragte der Leichenbeschauer: „Sind Sie vollkommen überzeugt, daß der Tod nicht durch Dritte herbeigeführt wurde?" „Ich bin vollkommen überzeugt," war die Antwort. Als auch der Leichenbeschauer diese Ueberzeugung äußerte, erklärte sich die Polizei bereit, die Ermittlungen einzustellen. Damit wurde der Maharadscha von Alwar vor einer peinlichen Untersuchung bewahrt, denn Scotland Yard trug sich schon mit dem Gedanken, ihm einen Besuch abzustatten, der sogar mit seiner Verhaftung hätte enden können, sobald der König von England dazu seine Erlaubnis erteilt hätte. Trotzdem herrschen in der Londoner Polizeizentrale noch Zweifel. bereits während des Weltkrieges als Spionin tätig war. Man nennt sie vielleicht nicht mit Unrecht: das Double Mata Haris. Denn weder an Schönheit noch an Intelligenz steht sie dieser nach. Wie vorsichtig sie arbeitete, geht schon daraus hervor, daß sie ihren Geliebten, Professor Martin, bereits vor mehr als acht Jahren kennen lernte, doch erst vor kurzem für ihre tenflischen Spionagezwecke ausnutzte. Die Sowset=Regierung hat sich bei der vor wenigen Wochen aufgedeckten finnischen Spionageaffäre trotz der schweren gegen sie erhobenen Anschuldigungen in beharrliches Schweigen gehüllt und wird wahrscheinlich auch zu den Ermittlungen der Pariser Spionageaffäre schweigen— und weiterarbeiten... Vom Schnellzug überfahren und getötet. Der Schnellzug Vannes—Paris ist am Mittwoch morgen in eine Gruppe von Streckenarbeitern gefahren, von denen drei getötet und einer schwer verletzt wurde. Der dichte Nebel, der immer noch in ganz Frankreich herrscht, hatte es dem Rottenführer unmöglich gemacht, das Herannahen des Schnellzuges rechtzeitig zu bemerken. bekommen, nicht wahr?“ Das schwarze Tuch fiel zu Boden. Ihr Gesicht erinnerte ihn an ihre erste Begegnung im Walde. „Lassen wir doch das Bild für ein andermal. Fränlein Fanny. Sagen Sie doch Ihrem Chef mit den wehenden Künstlerlocken. Sie müßten irgend etwas besorgen, und wir fahren noch ein wenig die Elbe hinunter.“ Uebermütig lachte sie auf.„Sie sind wohl nicht recht gescheit, Herr Peters. Haben Sie nicht gehört, daß ich dem Kleinen einen Kopf retuschieren muß? Morgen müssen die Bilder abgeliefert werden. Entweder wird jetzt die Aufnahme gemacht, oder ich lasse Sie ganz allein. Verschwinde in meinem Arbeitszimmerchen, und lasse Sie von dem Chef mit den Künstlerlocken hinausbugsieren.“ „Dann lieber photographieren! Machen Sie es gnädig, und sagen Sie nicht„bitte, recht freundlich“. Das erinnert mich nämlich an Tante Mathilde, die mir das immer in der Jugend gepredigt hat, wenn Leute zu Besuch kamen, die ich nicht leiden konnte.“ „Tante Mathilde, wer ist denn das?“ Schnell lenkte er ab.„Eine alte, im übrigen herzlich unwichtige Verwandte. Aber nun sagen Sie mir doch, wenn Sie dieses schreckliche Atelier verlassen, damit ich Sie wenigstens abholen kann und wir noch ein wenig plaudern können.“ „Gewiß, das Atelier ist schrecklich. Es ist auch kein Vergnügen, Familie König zu photographieren. Aber es bringt mir meinen Lebensunterhalt ein und hilft einem Menschen, dem ich mehr Dank schuldig bin, als ich jemals werde abtragen können. Sehen Sie, Herr Peters— so ist das!“ Wie gerne hätte Ralf diesem lieben, bescheidenen Mädel geholfen. Ihre ganze Eristenz erschien ihm verstaubt und ihrer ganz und gar unwürdig. Er hätte ihr ein heiteres und genußreiches Dasein schenken mögen. Aber er erkannte sofort, daß alle derartigen Vorschläge bei ihr nicht angebracht waren. (Fortsetzung folgt.) 20 18 — . 02 2 e0 99 S. 2 2 s5 — eo a 2 t 25 5.2 2. e k60. ov k. 2 . eo E e s s. t. . 2 — 2: 2 — 29 0 ee . 90.. . o sLE 9 . . 2 —::: 220. 2 ss S. tSS tt-— S " 2go & —E 2 2 5 26. So. 6. 2 2. — T.2002 a . 2 23. 20 S .8 G — 222 50. 8 . t65a. 2. S. 20 o Sas 9 1 -.5 S —* 180. s0 22 2 0nE20 — 6 — 205 6 2 25 20 DS 2 e0ra 2 s. 992 s00 ta. tk-a . oeoxe . 2a 2e.2a e 2 020" . 2. st. E 22..2 2 35 tees. o2e 3 2 2 —o e 3 s 2 2.20-22 k S. 20 2 . e2 2 Sa:. 2 27 2t. 29 20 2 2 . ze S2 ". t. . 2 o . 2. 9o -, a. 2. e S a9er U 20. tS 9 —— 85 Sagabe s—" o. —. t2: os 2 20 ktaE 3 28. 2 22 = — . — — 2eo 0 o tt ss3et 200:25e k2 -5 a2a o Eua oet. p Se ar t 220 .. 2 a k. 23 kka tkk. E ktttkk. . 206 .. 22 2 . .o. 2:2 E . 22 Ss tt. . k22 a0 a 2 2W 2a 2 20220 2 3-2CWE0E kkka tt. 5 . k2 2 2 kk .2sa. . 2 tE.RO k. ae SE03 2E5 222 22* 22 E 669. kks25. t. . kssk t. 35 3. s.-.5. 2. -2. 620 1. .2 t t . . SaE s . 32 2 s:. tt. tERvs, 3 0 . kkkt. . tkse ttk5282352 t s. 3 . er k 2 2. Si . 2 e . . . . 29 . 22ee. e S2., 22 t—Ektt. t220 sk28: k. 2 . tks 220R a . 2 . k eo . 3298 0—: 2o 82 2 e ttttkktskas R . . tk s 2. 2 . t2e ag. —-— tkkt3 ttt . tttttk2, 3 B— a. p tkk3 as. 550 2o2 ktskkkTa 3 st 2.0 2 — ee 202 S 80 E 2. — 8 1 e. 2 2.2 . . . .2. ree 22.. 5 : 2*. 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Wie ein Donnerschlag schlug da die Nachricht von der“ Ermordung des österreichischen Thronfolgers in Serajewo ein. Der Kaiser ließ sofort alle in Aussicht genom menen Vergnügungen absagen. Die sportlichen Vergnügungen zwischen den englischen und deutschen Seeleuten, die Festvorstellungen in den Theatern, die großen Diners an Bord der heimischen und fremden Kriegsschiffe, alles wurde plötzlich abgesagt. Wo vorher Festestaumel herrschte. trat nunmehr eine dumpfe Niedergeschlagenheit ein. In nächster Nähe des Kaisers stand ich, als ihm der Flügeladjutant die Depesche überreichte. Blässe überzog sein Gesicht: Er schlug mit der Faust auf den Tisch.„Ich habe ihm immer gesagt, er soll nicht so langsam fahren. Wäre er schneller gefahren, wäre das nie passiert.“ Die eng lische Flotte kürzte ihren auf acht Tage berechneten Besuch ab und dampfte heimwärts. Der freundliche Abschiedsgruß, den uns der englische Admiral von seinem Flaggschiff noch signalisierte, lautete: „Friends today, Friends in future, Friends for ever.“(Freunde heute, Freunde in Zukunft, Freunde für immer). Den Eingeweihten konnte dieser honigsüße Abschiedsgruß nicht täuschen. Aehnliche Worte haben wir bei fast allen Zusammenkünften gekrönter Häupter gehört, und sie hatten sie alle nachher doch vergessen. Alles das ging mir durch den Kopf, als ich diesen kleinen Engländer, den wir seinerzeit in Kiel so miß trauisch beobachteten, jetzt an Bord meines Damp fers„Ajax“ kommen sah. Was wollte der wohl in Deutschland, gerade zu einer Zeit, wo die Luft angefüllt war mit Zündstoff, der sich jeden Augen blick entladen konnte? Meinen Verfolgern in England war ich glücklich entwischt, schon bot sich mir eine neue Aufgabe. Ihm konnte ich mich ja ruhig nähern, er kannte mich nicht. All die Veränderungen, die ich mit mir vorgenommen, um den Augen der beiden Zurückgebliebenen zu entgehen, konnte ich wieder abmachen. Ich war wieder da. Hauptaufgabe war jetzt, festzustellen, was dieser Mann in Deutschland wollte. Dazu mußte ich zuerst mit ihm bekannt werden Schnell war mein Plan gefaßt. Ich war dänischer Kaufmann, Vertreter einer der größten Vieh handelsfirmen in Esbjerg und wohnte in London. Zur Zeit kam ich von einer Vergnügungstour aus Schottland und wollte nach Esbjerg, vorher jedoch Hamburg einen Besuch abstatten. Glücklicher weise hatten wir wunderbares Wetter, so daß ich damit rechnen konnte, daß sich die Passagiere an Deck aufhalten würden. Nach nicht allzulanger Zeit hatte sich die erste Aufregung, der erste Trubel, der immer an Bord herrscht, wenn der Dampfer in See geht, gelegt. Jeder suchte sich ein Eckchen oder Plätzchen aus, wo er sich häuslich, auch für die Nacht, niederlassen konnte. Bel vielen machten sich schon die Vorboten der Seekrankheit bemerkbar. Zwar war die See spiegelglatt und wurde durch keinen Windhauch getrübt, doch setzte von Osten eine Dünung ein. Ein erfahrener Seemann merk dann bald, wer von den Passagieren secsest ist und wer nicht. Zu den ersteren gehörte auch mein Engländer, den ich jetzt Mr. Powell nennen will. Durch einen kleinen Trick meinerseits eröfsnete er die Unterhaltung mit mir. Er lief an Deck auf und ab, während ich auf einem sogenannten Poller saß. Ich hatte meine Pfeise frisch gestopft, wollte sie anzünden und hielt eine Schachtel Zündhölzer in der Hand. Als er nun bei mir vorbeikam, holte das Schiff gerade über, wodurch meine Zündholzschach tel auf Deck siel, ihm fast vor die Füße. Freundlich lächelnd hob er sie auf, um sie mir zu überreichen. Dabei bat er zugleich um Feuer, da sich seln Feuerzeug im Ueberzieher befände, welchen er, wie übrigens die meisten Passagiere, im Zwischendeck aufgehängt habe. Natürlich stellte ich ihm meine Zündhölzer zur Verfügung und da das Schiff gerade wieder schwer überholte, kamen wir nun auf die Dünung zu sprechen. Damit hatten wir unsere Bekanntschaft eröffnet. Im Laufe der Unterhaltung fragte ich ihn, ob er dänisch syre chen könne, was er lächelnd verneinte. Daran stellte ich mich denn als Däne vor, er sich mich als Engländer. Er wollte„in Geschäften“ nach Hamburg und dann später zurück nach London. Auch ich hatte meine beabsichtigte Rückkehr nach London in Aussicht gestellt. Dann läutete der Steward zum Abendessen und wir gingen hinunter. Ich nahm mein Essen allein für mich ein und ging nachher an Deck, ohne mit ihm zu sprechen. Auf keinen Fall wollte ich aufdringlich erscheinen, um sein Mißtrauen nicht zu erregen. Aber es dauerte nicht lange, so kam er hinterher. Nun bat ich den Steward, mir eine Flasche Whisky zu verkaufen und fragte ihn. ob ich ihn zu einem Whisky=Soda einladen dürfte. Er nahm dankend an und sagte, daß er die Absicht gehabt hätte, mich einzuladen. Bis gegen ein Uhr saßen wir an Deck, dann war unsere Flasche leer und wir gingen schlafen. Er hatte mir mehr als genug erzählt und ich wußte nun, daß er nach Deutschland reiste, um für die englische Regierung Spionage zu treiben. Er schien doch im Juni in Kiel Verbindungen angeknüpft zu haben. Als wir am nächsten Morgen an Deck kamen, verhielt er sich reservierter, mochte sich vielleicht auch ärgern, daß er unter dem Einfluß des Whisky am Abend vorher so viel ansaevlandert hatte. Im Laufe des Tages kratzte er aber wieder auf und als wir abends in Hamburg ankamen, war er damit einverstanden, mit mir gemeinsam noch einige Stunden Hamburg bei Nacht genießen zu wollen. Trotz der vielen Versuche, die ich unternahm, hatte ich doch nicht aus ihm herausbekommen, woyin er reisen wollte. Er nannte verschiedene Städte, Homburg, Hannover, Kiel, aber der Frage, wo er denn geschäftlich zu tun hätte, wich er beständig aus. Nachdem wir verschiedene Vergnügungslokale aufgesucht hatten, bei welcher Gelegenheit er sehrviel Geld für die„Damen“ spendierte, begaben wir uns auf den Heimweg. In der Nähe unseres Hotels wurden wir von zwei jener leichten Hamburger„Damen“ angesprochen, die uns aufforderten, noch einen Kaffee mit ihnen zu trinken. Da wir nichts zu versäumen hatten, folgten wir dieser Aufforderung. Für eine— eine Schwedin, mit hübschem, fast strohblondem Haar— entbrannte er in Liebe. Er vertraute mir dann an, daß er beabsichtige, sie nach Hause zu bringen, ich möchte entschuldigen, daß er mich allein ins Hotel gehen ließe. Ich beruhigte ihn, merkte mir aber ihre Adresse. Ich erzähle sonst über derartige menschliche Schwächen nichts, aber in diesem Falle muß ich es erwähnen, da ich auf die Schwedin noch zurückkommen muß.— Ich verabschiedete mich nun von ihm, indem ich ihm sagte, daß mein Zug schon um sechs Uhr morgen fährt. Um fünfeinhalb Uhr verließ ich am nächsten Morgen das Hotel. Es begann nun die schwierige Arbeit, ihn zu beobachten, ohne daß er es merkt unter Umständen mit ihm mitfahren. Auf der Bahnhofstoilette nahm ich eine kleine notwendige Veränderung mit mir vor: Künstlerischer Bart, dem Haar und Schnurrbart andere Friseur gegeben, Hornbrille oder Monokel und andere Kleinigkeiten. Wenn ich nicht mit ihm sprechen mußte, konnte er mich kaum erkennen. Da der Reichshof gegenüber dem Bahnhof liegt, konnte ich ohne Aufsehen den Hotelausgang beobachten. Meine Geduld wurde auf eine harte Probe gestellt. Erst um vier Uhr nachmittags verließ er das Hotel und kam direkt auf den Bahnhof zu. Merkwürdigerweise ohne Gepäck. Er löste sich eine Fahrkarte nach Kiel und stieg auch in den betreffenden Zug ein. Da er ohne Gepäck war, nahm ich an, daß er nach Hamburg zurückkehren würde. In Kiel angekommen, ging er schnurstracks in das dem Bahnhof gegenüberliegende Hansa=Hotel. Er wußte also Bescheid in Kiel. Die untere Etage dieses Hotels besteht aus großen Restaurationsräumen. Kaum hatte er Platz genommen und sich ein Glas Bier bestellt, so sprang er auch schon wieder auf und ging in eine Telefonzelle. Er kam aber gleich wieder mißmutig heraus, schien also keinen Anschluß bekommen zu haben. Am anderen Ende des Lokales hatte ich Platz genommen und winkte mir nun einen Kellner heran. Nachdem ich meine Bestellung gemacht, sagte ich zu ihm: „Fünf Mark erhalten Sie extra, wenn Sie herausbekommen, wohin der Fremde dort— ein Engländer— telefoniert.“ Der Kellner war auf dem Posten. Er ließ kein Auge von dem Gast. Es dauerte immerhin noch eine Stunde, bis dieser in die Telefonzelle ging. Freudestrahlend kam der Kellner kurz hinter zu mir: „Nach Friedrichsort.“ meldete er und schmunzelnd steckte er die fünf Mark ein. Powell war wieder mißmutig, als er die Zelle verließ, den richtigen Anschluß schien er nicht erhalten zu haben. Er ließ sich nun Briefbogen, Kuvert und eine Ansichtskarte geben und schrieb eine kurze Weile. Wie mir der Kellner sagte, war der Brief nach London adressiert, wähport-Rundschau Der Führer bedankt sich. Der Führer hat dem Staatssekretär der Reichskanzlei, Dr. Lammers, und dem Staatskommissar Dr. Lippert für das in dem seinerzeit veröfsentlichten Schreiben zum Ausdruck gebrachten Interesse der Stadt Berlin an der Ausgestaltung des Sportforums und des Stadions im Grunewald seinen Dank ausgesprochen. Besondere Frende zeigte der Führer darüber, daß die Stadt Verlin trotz ihrer angespannten Finanzlage sich der Anlage und Ausgestaltung der dringend notwendigen Iusahrtsstraßen annehmen will, wofür er einen besonderen Dank übermitteln ließ. Schwabe Vierter beim Dasenflug. Der deutsche Sportflieger Karl Schwabe, der sich auf einem Flug nach Kavstadt befindet, hat vor Weibnachten bekanntlich an dem internationalen Oasenflug=Wettbewerb in Kairo teilgenommen. Schwabe hat ganz beachtlich abgeschnitten. Von 32 Teilnehmern, die zum Teil anerkannte internationale Flieger sind, lieat Schwabe in der Endbewertung auf dem vierten Platz. Dabel ist noch besonders zu beachten, daß Schwabe diesen Wettbewerb mit einer Reisemaschine, einer Klemm K1 82 mit Siemens SH 14 Motor, bestritt, während die übrigen Konkurrenten über Spezialwettbewerbsmaschinen verfügten. Auf dem Empfana bei König Fuad sand Schwabe größte Anerkennung. Der deutsche Gesandte empfing den Sportflieger ebenfalls. 2 Erich Möller muß Ruhe haben. Drei Monate Erholungspause. Erich Möllers Gesundheitsbefinden ist augenblicklich nicht das beste. Auf ärztliche Veranlassung hin zieht sich der Hannoveraner, der noch am ersten Weihnachtstag in Paris über die beste französische Klasse triumphierte, auf drei Monate vom aktiven Rennsport zurück. Die Ruhepause soll mit dem Beginn des neuen Jahres einsetzen. Am Sil vesterabend geht er noch einmal in Basel an den Start. * Der Dortmunder Sechstagefahrer Göbel, der erst vor einigen Tagen bei einem Autounfall leicht verletzt wurde, ist jetzt schwer an Rippenfell- und Lunaenentzüinduna erkrankt. Man ist um den sym vathischen Dortmunder sehr in Soraen. Die deutschen Skidamen im Training. Zur Förderung der deutschen Spitzenklasse im Damen=Skilauf und zur Vorbereitung für die bevorstehenden Ereignisse im In= und Auslande führt der Deutsche Skiverband demnächst am Kreuzeck bei Garmisch zwei Uebungskurse in Abfahrt und Slalom durch. Bei dem am 8. Januar beginnenden ersten Kursus befinden sich un ter den auf Verbandskosten teilnehmenden Läuferinnen so bewährte Kräfte wie Hadi Lantschner=Pseiffer, Elsbeth Greiff, Ilse Adolph, Christl Cranz. Lotte Baader, Anna Wagner=Denz. Lena und Marie Gruber, Resi Schwalb, Lieselotte Ficker, Magda Pfleghaar und Maria Anwander. Weitere zwölf Damen beteiligen sich aufeigene Kosten an dem Lehrgang. Ein zweiter Kursus, der wie der erste unter der Leitung des hervorragenden österreichischen Abfahrtsläufers Anton Seelos steht, beginnt am 14. Februar. Zu einem noch zu bestimmenden Termin werden zehn unserer besten Abfahrts= und Slalomlänfer am Kreuzeck eben falls der Obhut von Seelos anverkraut, und zwar gilt dieser Kursus als letzte Vorbereitung für den zweiten Teil der FJS.=Rennen in St. Moritz. Um Frankreichs Olympiavertretung. Sorgen der Finanzierung! Wenig günstig stebt es um den Olympia=Etat Frankreichs, der wie noch in mehreren anderen Ländern keineswegs bereits gesichert ist. Frankreichs Olumpia=Komitee hat bekanntlich die Absicht ausgesprochen 1936 zum 11. Olympia in Berlin Spiel i. Berliner Sport= palast zciaten die kanadischen Eishockeyspieler der Ottawa Shamrocks, was sie wirklich können. Es war denn auch kein Wunder, wenn die 8000 Zuschauer, die den Sportvalast restlos füllten, in helle Begeisterung gerieten. Mit 8:2 begnügten sich die Kanadier. Die Berliner leisteten beherzten Widerstand und gaben das Spiel nie verloren. Dafür war ihnen das Publikum auch dankbar.— In den Pausen soraten die Kunstläufer wieder für beste Unterhaltung. rend die Karte nach Kiel ging. Der Kellner hatte ihm über die Schulter geschaut. Abends um acht Uhr saßen er und ich schon wieder im Zuge nach Hamburg und gegen elf Uhr langten wir dort an. Wie ich geahnt, hatte er sein Zimmer behalten. Ich zog nun den Portier vom Reichshof ins Vertrauen, nahm aber selber in einem Nachbarhotel Wohnung. Fast alle drei bis vier Stunden ließ sich der Portier bei mir sehen und berichtete über die Bewegungen meines Freundes. Inzwischen hatte ich auch einen Krimiminalbeamten in die Wohnung der Schwedin geschickt, um sie über ihren nächtlichen Besucher auszuforschen. Er brachte mir die Bestätigung, daß ich es mit einem Spion zu tun habe. Am dritten Tage, morgens gegen acht Uhr, kam der Portier zu mir und sagte: „Heute fährt er nach Östende. Er trifft sich hier auf dem Bahnhof noch mit jemand.“ Gegen elf Uhr verließ er denn auch das Hotel, diesmal glücklicherweise mit der Handtasche und begab sich auf den Bahnhof. Im Wartesaal zweiter Klasse kam ein Herr auf ihn zu, der ebenfalls eine Handtasche hatte. Beide begrüßten sich und gingen auf den Bahnsteig. Sie waren schon im Besitz von Fahrkarten. Da mir der Portier gesagt hatte, daß Powell sicher eine Fahrkarte nach Östende hat, nahm ich mir ebenfalls eine solche. Die beiden nahmen im Wagen nach Östende Platz, so auch ich. Natürlich hatte ich mich unkenntlich gemacht. Der Neuhinzugekommene machte einen sehr anständigen, aber etwas ängstlichen Eindruck. Er vermied es, sich am Fenster des Abteils zu zeigen. Zur Vorsicht fragte ich noch den Kontrolleur, wohin die beiden Herren fahren, und er antwortete kurz: „Alles, was in diesem Wagen sitzt, fährt nach Ostende.“ So gut es ging, ohne Aufsehen zu erregen, beobachtete ich die beiden und bemerkte, wie der neue Gast seiner Handtasche ein Paket entnahm und es Powell übergab. Dieser holte darauf seine Brieftasche hervor und zahlte ihm eine anständige Summe in Hundertmarkscheinen. Dann griff er in seine Seitentasche und holte ein Paket englischer Noten heraus, in welcher Höhe konnte ich nicht sehen. Auch dieses Paket übergab er ihm und dieser steckte das Geld befriedigt ein. (Fortsetzung folgt.) eine 300 Sportler starke Expedition zu entsenden. Hierfür ist eine regierungsseitige Unterstützung von sechs Millionen Francs angefordert worden. Im Augenblick beläuft sich der Kassenbestand auf nur 100 000 Francs. Willi Seisler bleibt Meister. Berufsboxkämpfe in Berlin. Die letzten Berufsborkämpfe kamen Mittwochabend in der Reichshauptstadt zum Austrag. Im Mittelpunkt des Abends stand der Meisterschaftskampf im Leichtgewicht zwischen dem Titelverteidiger Willi Seisler(Berlin) und seinem Herausforderer Paul Czirson(Berlin). Der Kampf wurde ganz erbittert durchgeführt. Die Zuschauer kamen richtig in Stimmuna. In den ersten Runden sicherte sich zunächst Seisler eine alatte Punkteführung. Allmählich drehte aber der alte Handegen Czirson auf und kam mit seiner Rechten aut durch. Seisler mußte während dieser Zeit schwer einstekken, erholte sich aber bald wieder. In der sechsten Runde sina Seisler den Heransforderer aut ab, und kam von da wieder auf. Zum Schluß landete Seisler einige schwere Kopitresser.— Das Urteil lantete unentschieden, was beim Publikum keinen Anklana sand.— Willi Seisler behält also seinen Titel.— Im Einleitunaskamof verlor Krann über vier Runden aegen Schläael.— Der Verliner Anklam unterlaa aegen den al= ten Funke über sechs Runden nach Punkten, und auch Wallner(Düsseldorf) mußte sich gegen Scholz(Breslau) nach Punkten geschlagen bekennen. Else Jacobsen fordert Revanche. Cläre Dreyer und Annn Stolte wieder nach Tänemark eingeladen. Zum zweiten Male sind letzt die beiden Düffeldorfer Schwimmerinnen Cläre Dreyer und Annn Stolte nach Dänemark eingeladen worden. Bekanntlich wurde vor nicht allzu langer Zeit die dänische Weltrekordschwimmerin Else Jacobsen von Cläre Dreuer geschlagen. Die Dänin hat setzt Revanche verlangt. Die Kopenhagener SchwimmUnion veranstaltet nun am 12. und 14. Jannar 1934 ein internationales Schwimmfest. Am ersten Tage trifft Cläre Dreuer im 200-Pards=Brustschwimmer auf Else Jacobsen und weitere führende dänische und schwedische Schwimmerinnen. Am zweiten Tag startet sie über 2mgegen die gleiche Konkurrene Frl. Stoldte hat im 100=m=Rückenschwimmen die Enaländerin Davies, die in Los Angeles den dritten Platz erringen konnte. als Geanerin. der Rückreise werden die Düsseldorferinnen am 17. Jannar noch einmal in Aarhus antreten. und zwar anläßlich einer Bad=Einweihung. Während Fortuna gewann... wurde im Umkleideraum Geld gestohlen. Der Elf von Fortuna Düsseldorf wurde nach dem 6:2=Sieg über den BV. Preußen Altenessen eine unangenehme Ueberraschung zuteil, da während des Spiels ihre Kabinen mit einem Nachschlüssel geöffnet und 100 RM entwendet worden waren. Später wurde zwar der Täter gefaßt, aber es konnten nur noch 40 RM wieder herbeigeschafft werden. Zu Kleine Sportnachrichten. der am zweiten Weihnachtstage in Moritz durchgeführten großen Skisporiveran tung hatten sich auch 15 Oesterreicher angemel Aus dem Absagetelegramm ging hervor, daß Oesterreicher wegen innerer politischer Schwie keiten keine Ausreiseerlaubnis bekommen hät Vom 30. Dezember bis 1. Januar sollte in Mailänder Tennishalle ein Länderkampf der N wuchsspieler zwischen Deutschland und Ital ausgetragen werden. Da von den italienise „Youngsters" einige erkrankt sind, hat Italien Länderkampf abgesagt. Ein neuer Termin wu noch nicht genannt. Der Reichssportführer verfügt, daß während Deutschen Winterkampfspiele(26. Januar bis Februar) keine Ski=Verbandsmeisterschaften o verbandsoffene Läufe gestartet werden. Die den 20. bis 21. Januar angesetzten Meisterschaf Bayerns bei Traunstein und des Schwarzwal am Feldberg sind vorverlegt worden. Weitere Bilder vom Eisenbahnunglück bei Lagny. Oben links: Eine Uebersicht vom Schauplatz der Katastrophe. Oben rechts: Auf der Suche nach Toten und Verwundeten unter dem Trümmerhaufen. Unten links: Der französische Staatspräsident Lebrun(X) mit Mitgliedern der Regierung vor den Särgen der Opser in der Halle des Pariser Ostbahnhofs. Nebenstehend: Uebersichtskarte der Eisenbahnstrecke Paris— Stran burg, auf der sich das Unglück ereignete. Ein deutscher Augenzenge berichtet über das Eisenbahnunglück bei Lagny. Wie das„Abendblatt“ berichtet, war der Augsburger Ingenieur Geora Müller unter den Fahrgästen des D=Zuges Berlin=Straßburg. Müller erzählt über die Katastrophe u. a., daß es plötzlich einen furchtbaren Knall gab. Das Licht löschte aus und das Gepäck stürzte herunter. Die Reisenden taumelten durcheinander und wurden zu Boden geworfen. Furchtbare Angstschreie durchdrangen die Finsternis. Niemand wußte was geschehen war. Es herrschte starker Nebel. Auf zwei Meter Entsernung schon war nichts mehr zu erkennen. Hinter dem Wagen, in dem der Ingenieur saß, lagen die Toten des Eilzuges, gräßlich verstümmelt. Als die Leuchtfeuer ihren Schein verbreiteten, sah man sich inmitten eines Trümmerfeldes. Es dauerte zwei Stunden, bis der Hilfszug kam, der das Rettungsmaterial brachte und die unverletzten Reisenden weiterbeförderte. Der Hilfsdienst war sehr schlecht organisiert. Verschiedene Anordnungen kreuzten sich. Keiner der Verantwortlichen wunte aus noch ein. Alles war kopflos. Man erlaubte dem Ingenieur nicht, nach Hause zu telegraphieren und so sahen die Angehörigen Müllers einem traurigen Heiligen Abend entgegen. Jeden Angenblick erwartete die Gattin die Nachricht von dem Tode ihres Mannes. Um so größer aber war die Freude, als Müller endlich um 20 Uhr zu den Seinen zurückkehrte. Trauerfeier. Am Ostbahnhof in Paris sand am Mittwoch vormittag eine schlichte, eindrucksvolle Feier an den Särgen der Todesopfer von Lagny statt. Unter der Führung des Ministerpräsidenten war die gesamte Regierung erschienen, ferner das Präsidium beider Kammern, Vertreter der Stadt Paris und aller zuständigen Behörden. Der Minister für öffentliche Arbeiten, dem in Frankreich das Eisenbahnwesen untersteht, und der Vorsitzende des Aufsichtsrates der Compagnie de l' Est hielten kurze Ansprachen, in denen sie betonten, daß das Unglück von Lagny das ganze französische Volk betrossen habe. Etwa 80 Särge wurden im Laufe des Nachmittags den Angehörigen zugeführt, die übrigen auf Kosten der Eisenbahngesellschaft beigesetzt. Die Untersuchung über die Ursache des Unglücks dauert sort. Nachdem die ersten Verhöre abgeschlossen sind, werden nun die Sachverständigen ihre Berichte einreichen. Junächst handelt es sich darum, den gesamten Zugverkehr auf der betrofsenen Strecke an jenem Abend zu überprüsen, eine lange, mühsame Arbeit, da fast alle Züge mit Verspätung verkehrten. Ferner muß festgestellt werden, ob der Signalapparat normal funktioniert hat. Die bisherigen Versuche haben noch kein einwandfreies Ergebnis gezeitigt. Und schließlich muß die Frage geklärt werden, ob auf der Unglücksstrecke an diesem Abend andere Störungen erfolgt sein können. 203 Todesopfer! Paris. Die Zahl der Todesopfer der schweren Eisenbahnkatastrophe hat sich im Laufe des Mittwoch auf 203 erhöht. Zwei Schwerverletzte, die in Pariser Krankenhäusern gepflegt wurden, sind ihren Verletzungen erlegen. Inzwischen ist es gelungen, alle Opfer zuidentifizieren. 81 Särge haben bereits die Totenhalle des Ostbahnhofs verlassen. 68 Verletzte liegen noch in verschiedenen Pariser Krankenhäusern. Eine Reibe anderer wird in Lagny gepflegt. Am Mittwochabend ereignete sich in der Höhe von Lyon ein Eisenbahnunglück, das glücklicherweise keine ernsten Folgen hatte. Die beiden letzten Wagen des D=Zuges Paris-Marseille spran= Stehen zu bringen, ehe die beiden letzten Wagen gen aus den Schienen und stellten sich quer. Es umkippten. Drei Insassen wurden durch GlassplitGelang glücklicherweise den Zug rechtzeitig zum ter mehr oder weniger schwer verletzt. Der Katalanenführer Macia Der Präsident der Katalaniicheen Nepublik, Oberst Macia der— wie mitgeteilt— in Barcelona an den Folgen einer Operation verstarb. Oberst Macia ist ein seit Jahren bekannter Ka talanenführer. Ueberschwemmung in Brafilien. Zahlreiche Tote und Verletzte. Nio de Janeiro. In dem Gebiet von Catagnazes sind überall schwere Wolkenbrüche niedergegangen. Weite Gebiete wurden überschwemmt. Nach den hier eingegangenen Meldungen sind zahlreiche Tote, Verletzte und Vermißte zu verzeich= nen. Man spricht davon, daß etwa 2000 Personenobdachlos sein sollen. Schnellere Flugzeuge im deutschen Luftverkehr. Berlin. Die Deutsche Lufthansa hat soeben das 12. Großflugzeug vom Typ Junker„u 5?“ in Dienst gestellt. Der Ankauf dieser dreimotorigen Großflugzeuge, die einen Reisedurchschnitt von etwa 210 Stundenkilometer gestatten, war notwendig geworden, weil die Deutsche Lufthansa in den vergangenen Jahren kaum nennenswerte Beschaffungen an Flugzeugmaterial vorgenommen hatte. Die Indienststellung der neuen Junkersflugzenge, die sich im regelmäßigen Streckendienst bereits außerordentlich gut bewährt haben, liegt in der Linie der planmäßigen Entwicklungsarbeit der Deutschen Lufthansa, die stets bemüht war, nur die leistungsfähigsten, zuverlässigsten und schnellsten Verkehroflugzeuge einzusetzen. Vor allem verlangt der diesjährige Winterluftverkehr, der bekanntlich alle wichtigen Wirtschaftszentren Deutschlands und Europas verbindet, das Vorhandensein von Großflugzeugen in genügender Anzahl. Die„u 5.“ ist somit zum Großflugzeug=Standardtyp der Deutschen Lufthansa geworden, zumal sich infolge der ansteigenden Frequenz des letzten Jahres die anderen Maschinen auf den großen innerdeutschen und zwischenstaatlichen Strecken als zu klein erwiesen haben. Mit Rücksicht hierauf hat sich die Deutsche Lufthansa kürzlich entschlossen, den Junkers=Flugzeugwerken einen Auftrag auf Lieferung einer weiteren Serie von„Iu=52“=Flugzeugen zu erteilen. Die Mutter des preußischen Justizministers gestorben. Am Heiligen Abend starb in Braunschweig nach kurzer Krankheit die Mutter des preußischen Justizministers Kerrl im Alter von 87 Jahren. Frost richtete im Erzgebirge großen Schaden an. Durch die eigenartigen Witterungsverhältnisse der letzten Tage ist im oberen Erzgebirge Rauhreif aufgetreten in einer Stärke, wie sie wohl noch nicht zu verzeichnen war. An den Hochspannungs= und Fernsprechleitungen setzte sich soviel Eis an. daß die Leitungen rissen. Eine große Zahl von Ortschaften befindet sich ohne Licht und ohne Fernsprechveroinonnn— Auf unserem Bilde sieht man eine zerrissene Hochspannungsleitung. Die Drähte sind bis zu Armdicke mit Eis bedeckt. Verleihung des Adlerschildes an Dörpfeld. Der Reichspräsident hat dem Altertumsforscher Prof. Dr. Wilhelm Dörpfeld, der zur Zeit auf der Insel Leukas in Griechenland wohnt, anläßlich seines 8. Geburtstages den Adlerschild des Reiches mit der Widmung„Dem Altvater der Forschung antiker Baukunst“ verliehen. Die„Hartungsche Zeitung“ stellt ihr Erscheinen ein. Am 31. Dezember wird die„Königsberger Hartungsche Zeitung“ bis auf weiteres ihr Erscheinen einstellen. Der Verlag der„Hartungschen Zeitung“ hat sich entschlossen, das„Königsberger Tageblatt“ auszubauen und als Heimatblatt wie bisher weiterzuführen. Die Hauptschriftleitung des„Königsberger Tageblatts“ übernimmt am 1. Januar der Chef vom Dienst der Hartungschen Zeitung, Schriftleiter Alfred Müller=Hepp. Spritschmuggel mit Flugzeugen. Die finnischen und schwedischen Spritschmugg ler sind neuerdings dazu übergegangen, auch das Flugzeug in den Dienst des Schmuggels zu stellen. Die finnischen Zollbehörden haben festgestellt, daß die geheimnisvollen Flugzeuge, die man in Nord schweden festgestellt hat, tatsächlich Schmuggelflug zeuge sind. Von großen Lagern, die an der norwegischen Küste angelegt worden sind, gehen die Flugzeuge zur schwedischen Ostküste und zur finnischen Westküste, wo Stationen zur Weiterleitung eingerichtet worden sind. Die Spritpolizei in Wasa (Nord=Finnland) nimmt an, daß der größte Teil der illegalen Alkoholeinfuhr der letzten Zeit auf dem Luftwege befördert worden ist. Die Edkartfeier in Berchtesgaden. In Berchtesgaden fand am 10. Todestage des Freiheitsdichters Dietrich Eckart an seinem Sterbehause die Weihe einer schlichten G. denktofel statt. ernen versin feln. nicht serer Be größte organ bis vo ren, i der M runa zeln i aufgen anwäl Mo Sowje Der kowsk das Fa kaum 2. Seit größere versber haftet 1 wollte, Verneh junge 2 haftet 1 eine vo statt mi In d feiertage glückt. wurden Verletzte Behandl druckere einer O Sch Am nem Gel sion, wol ganzen Straße aingen Der Wo wunden war aus zimmer ausgestri Ofentür sich dadu Badezim die Fens genüber in Brand gelöscht1 Furchtb Der 3 in der N Ebefran und sich gebracht. in einem hat. eu In 7 ganze Fa es ali erneuk verbunden sind. Die beiden Siegrunen versinnbildlichen den Namen unserer Schutzstaffeln. Hakenkreuz und Hagal=Rune sollen uns den nicht zu erschütternden Glauben an den Sieg unserer Weltanschauung vor Augen halten.“ Der Deutsche Anwalt-Verein aufgelöst. Berlin. Der Deutsche Anwalt=Verein, die größte bisher in Deutschland bestehende Gerichtsorganisation mit 15 000 Mitgliedern, unter denen bis vor kurzem noch 3000 jüdische Anwälte waren, ist in Hamburg in einer Vollversammlung der Mitglieder nach entsprechender Satzungsänderung aufgelöst worden. Die Mitglieder sind einzeln in den Nationalsozialistischen Juristenbund aufgenommen und die Reichsfachgruppe Rechtsanwälte eingegliedert worden. Lunatscharski gestorben. Moskau. Wie die Telegraphen=Agentur der Sowjet=Union aus Paris meldet, ist der ehemalige Volkskommissar für Bildung und Künste, Lunatscharski, in Frankreich gestorben. Er hat den Posten des Volkskommissars von 1917 bis 1928 bekleidet. Später wurde er für außerordentliche politische Missionen verwendet, besonders in Frankreich, wo er gute Beziehungen zu französischen politischen Kreisen besaß. Lunatscharski ist ferner als Mitglied der russischen Abordnung in Genf aufgetreten. Am Neujahrstage spricht auf Einladung der Funkstunde Berlin Frau Paul Siber über den Großsender Tegel zu den deutschen Frauen. Zu den Maßnahmen der Reichsregierung wegen Flüssigmachung von Reichssteuerrückständen für Arbeitsbeschaffung wird amtlich mitgeteilt, daß eine Verlängerung der Frist für die Einreichung der Anträge nicht beabsichtigt sei. „Morningpost“ zufolge erklärte der Präsident der Abrüstungskonferenz, Henderson, daß Gerüchte, wonach er vor dem 21. Januar zurücktreten werde, jeder Grundlage entbehr ten. HANDEL UND JNDUSTRIE Tendenz heute nachgebend. Berliner Börse. Der zum Tode verurteilte Muttermörder Ocz kowski wurde heute früh in Hamburg durch das Fallbeil hingerichtet. Der Hingerichtete war kaum 22 Jahre alt. Falschmünzer im Saargebiet. Seit einigen Tagen tauchten im Saargebiet in größerer Menge falsche Frankstücke auf. In Elversberg konnte nunmehr ein junger Mann verhaftet werden, der mit 5=Frank=Stücken bezahlen wollte, die sich sämtlich als falsch erwiesen. Die Vernehmung des Verhafteten belastete drei weitere junge Burschen im gleichen Ort, die ebenfalls verhaftet wurden. Im Hause des einen fand man eine vollständig eingerichtete Falschmünzerwerkstatt mit allem Zubehör. Zahlreiche Münchener beim Schilauf verunglückt. In den Bergen sind während der Weihnachtsfeiertage zahlreiche Münchener Schiläufer verunglückt. In die chirurgische Klinik in München wurden allein über 30 Verwundete eingeliefert. 22 Verletzte mußten im Krankenhaus in ärztlicher Behandlung bleiben. Ein 22 Jahre alter Buchdrucker erlitt so schwere Verletzungen, daß er sofort einer Operation unterzogen werden mußte. Schwere Gasexplosion in Heilbronn. Am zweiten Weihnachtsfeiertag erfolgte in einem Gebäude in Heilbronn eine heftige Gaserplosion, wodurch die Stirnseite des Gebäudes in ihrer ganzen Ausdehnung hinausgedrückt und auf die Straße geschleudert wurde. In der Nachbarschaft gingen zahlreiche Fensterscheiben in Trümmer. Der Wohnungsinhaber erlitt erhebliche Brandwunden im Gesicht und an den Händen. Das Gas war aus einem undichten Ofenrohr in das Wohnzimmer und das daneben liegende Badezimmer ausgeströmt und kam durch die Oeffnung der Ofentür zur Entzündung. Die Stichflamme, die sich dadurch bildete, griff durch das Fenster des Badezimmers über die Straße hinüber und setzte die Fenster und Einrichtungsgegentände des gegenüber liegenden 8 Meter entfernten Gevändes in Vrand. Dieser konnte von der Feuerwehr sofort gelöscht werden. Furchtbare Bluttat nach dem Weihnachtsfest. Der Tierarzt Dr. Walter Bauer in Stade hat in der Nacht zum Mittwoch in Abwesenheit seiner Ehefrau seinen zehnjährigen Sohn Kurt erschossen und sich dann selbst einen tödlichen Kopfschuß beigebracht. Man nimmt an, daß Dr. Bauer die Tat in einem Anfall geistiger Umnachtung begangen hat. Feuertod einer vierköpfigen Familie. Taraoviste(Rumänien) verbrannte eine ganze Familie dadurch, daß die Kleider eines Arbeiters, der offenkundig mit Benzin Flecken reinigen wollte, in Brand gerieten. Seine Frau, die ihm zu Hilfe eilen wollte, wurde ebenfalls von den Flammen ergriffen, desgleichen die beiden Kinder, die dazukamen, als die Eltern lichterloh brannten. Als später Nachbarn zu Hilfe eilten, fand man die vier Personen nur noch als halbverkohlte Leichen auf. Rettungstat eines Cuxhavener Fischdampfers. Der Cuxhavener Fischdampfer„Eppendorf“ hat 68 Mann des an der Nordküste Norwegens gestrandeten norwegischen Küstenwachtschiffes„Fritjof Nansen“ geborgen. Auf Wunsch der norwegischen Regierung blieb der Fischdampfer zunächst noch in der Nähe des gestrandeten Schiffes, bis Bergungshilfe zur Stelle war. Nachdem sich herausgestellt hatte, daß eine Hilfe für das Küstenwachtschiff nicht mehr möglich war, hat der Fischdampfer seine Reise nach der Barentsee fortgesetzt. Portugiesischer Frachtdampfer gestrandet. Der portugiesische Frachtdampfer„Angra“, 1542 Bruttoregistertonnen, ist Mittwoch früh bei Porto in Seenot geraten und auf Grund gelaufen. Infolge des hohen Seeganges war die Benutzung der Rettungsboote unmöglich, doch konnte sich die aus 34 Köpfen bestehende Besatzung mit Hilfe von Rettungsseilen, die an Land geschleudert wurden, in Sicherheit bringen. Ein großer Teil der Besatzung mußte mit erheblichen Verletzungen ins Krankenhaus gebracht werden. Bis zu 44 Grad Kälte in den Vereinigten Staaten. In den nördlichen Gebieten der Vereinigten Staaten herrscht eine ungebeure Kälte. Vielsach werden die Kältehöchstzahlen der letzten 50 Jahre überschritten. In Illinvis, Jowa, Nordund Süd=Dakota, Michigan, Wisconsin wurden Temperaturen von 26 bis 35 Grad Celsius Kälte gemessen. Aus Minnesota werden sogar 41 Grad Celsius unter Null gemeldet. In Chikago herrschen 23 unter Null. Dort sind 12 Personen der Kälte zum Opfer gefallen. Erfolglose Suche Admirals Byrds nach Land in der Antarktis. Der amerikanische Forscher Admiral Byrd hat das Land, das er in den antarktischen Gewässern zu finden erwartete, nicht entdecken können. Er startete mit dem Flugzeug von seinem Expedltionsschiff gestern um 10,58 Uhr und kehrte um 15,16 Uhr zurück. Auf seinem Fluge folgte er dem 150. Längengrad bis zum 70. Breitengrad, aber das in der dortigen Gegend erwartete Festland wollte sich nicht zeigen. Flucht vor der Liebe. Einfiedlertragödie eines U=Boot=Kommandanten. Das amerikanische Küstenwachschiff„Bae"" patroullierte die Nordküste Alaskas ab und verglich dabei gleichzeitig die Seekarten des Nördlichen Eismeres auf ihre Genauigkeit. Oft legte der Motorkutter an, damit die Mannschaften Messungen vornehmen konnten. Selbstverständlich interessierten sich die Eskimos für die Arheiten der Ingenieure. Sie kamen näher, sahen eine Weile stumm zu und wurden stets nach kurzer Zeit schon so vertraulich, daß sie sich mit der Mannschaft des„Baer“ in Unterhaltungen einließen. So oft sie auch landeten, immer hörten die Matrosen die Eingeborenen von einem Weißen sprechen, der schon Jahrzehnte dort lebte. aber jeden Verkehr mit den Eskimos mied. Trotzdem nannten sie ihn einen großen Wohltäter, denn er ließ sich immer drei bis vier Wochen in unmittelbarer Nähe eines Eingeborenendorfes nieder und baute in dieser Zeit eine kunstvolle Schneehütte. Schon wenige Tage nach der Vollendung dieser Hütte verschwand er aus der Gegend, um kilometerweit entfernt eine neue Hütte zu bauen. Nie kehrte er in eine der alten zurück, so daß die Eskimos ungehindert sein Erbe antreten konnten. Als dem Kommandanten des Küstenwachschiffes diese Gerüchte zu Ohren kamen, beriet er mit seinen Offizieren, wer der Weiße sein könnte. Sie überlegten hin und her, doch keiner kannte ihn oder hatte vorher von ihm gehört. Man beschloß, diesen sonderbaren Kauz aufzusuchen und sich ihn näher anzusehen. Es wurde eine Expedition ausgerüstet, die seine Spur verfolgen sollte. Die Expedition hatte Glück und traf schon zwei Tage später auf einen Eingeborenen, der ihr erzählte, daß sich der weiße Wohltäter gerade vor einer Woche bei einem Dorf angesiedelt habe, das etwa zwei Kilometer weiter liege. Ahnungslos näherte sich der kleine Trupp dem Dorf. Die Matrosen und Offiziere konnten schon die einzelnen Hütten unterscheiden. Da knatterte es plötzlich und Kugeln pfissen um ihre Köpse. Sofort warfen sich alle zu Boden. Der Leiter der Expedition winkte mit einem weißen Tuch. Aber das Feuer ließ nicht nach. Da signalisierte er, wenn das Schießen nicht sofort aufhörte, würde er es erwidern.— Seine Signale wurden nicht beachtet. Nun ließ er von seinen Leuten eine Salve in die Luft abgeben, was den Erfolg zeitigte, daß die Kugeln nur noch stärker um ihre Köpfe sausten. Es war nichts zu machen. Der merkwürdige Einsiedler schien den Weißen seindlich gesinnt zu sein. Was blieb dem Offizier übrig, als die Gewehre seiner Leute auf die Stelle im Schnee richten zu lassen, aus der das Feuer kam. Es entwikkelte sich nun ein regelrechtes Feuergefecht, bei dem drei Matrosen verwundet zusammenbrachen. Plötzlich jedoch herrschte auf Seiten des Einsiedlers vollkomene Stille. Er mußte entweder keine Munition mehr haben, oder er war getroffen. Vorsichtig schlich der kleine Trupp näher und sah schließlich den Gegner vornüber gesunken im Schnee liegen. Der die Expedition begleitende Arzt wendete den Körper um, um im nächsten Moment erschreckt zurückzuprallen. Der da lag, war ihm sehr gut bekannt. Es war Fredrik Darner, ein U=Boot=Kommandant der amerikanischen Marine, dessen spurloses Verschwinden wenige Monate vorher großes Aufsehen erregt hatte. Der Arzt machte die beiden die Expedition begleitenden Offiziere darauf aufmerksam, wer da vor ihnen lag Zwei Stunden warteten die Seeleute, ehe der Anfangsstimmungsbild von heute. Berlin. 28. Dezember. Im heutigen Frühverkehr von Büro zu Büro kam es kaum zu irgendwelchen Umsätzen, da nach der gestrigen ruhigeren Abendbörse in Frankfurt eine leichte Unsicherheit Platz gegriffen hat. Da zudem besondere Anregungen aus der Wirtschaft nicht vorliegen, beabsichtigt man wohl, die Entwickelung an der bevorstehenden Börse abzuwarten. Immerhin bleibt die Grundtendenz aber auch weiter freundlich. Auch nach den Feiertagen erfuhren die Devisenkurse nur mäßige Schwankungen. Heute sind Dollar und Psund eher wieder etwas fester. Pfunde=Kabel stellen sich auf 5,10. Das Pund aus Paris wird mit 83,65, aus Zürich mit 16,91½ und aus Amsterdam mit 8,15 gemeldet. Der Dollar notiert in Zürich mit 3,31¾ und in Amsterdam mit 1,60. Die Reichsmark lag unverändert fest. Aus Zürich wird sie mit 123,40 und aus Amsterdam mit 59,36 gemeldet. Infolge der außerordentlichen Geschäftsstille, die den heutigen Börsenbeginn kennzeichnet, vermochte sich das Kursniveau, entgegen den Erwartungen des Vormittags, nur zu einem kleinen Teil zu behaupten. Einige wenige Werte konnten kleine Kursbesserungen aufweisen, wie z. B. Berliner Maschinen plus ¾, Schultheiß plus 3, Harpener und Salzdettfurt je plus ¼. Dagegen kamen IG. Farben um 2½ Prozent, Rüttgers um 258, Gelsenkirchener Bergwerk um 1½, Siemens und Reichsbank um je ½ Prozent nieoriger zur Notiz. Selbst die im Vormittagsverkehr bevorzugten Aku büßten ½ Prozent ein. Chade waren dagegen um 2½ Mark gebessert. Auch am Rentenmarkt blieb es sehr ruhig. Altbesitzanleihe eröffneten ½ Prozent, Nenbesitz 2½ Pfg. niedriger. Späte Reichsschuldbuchsorderungen büßten gegen den Vortag ca. ½ Prozent ein. Am Geldmarrt waren zuverlässige Sätze noch nicht zu hören. Im Verlauf blieb es bei grösierer Geschäftsstille weiter uneinheitlich, doch überwiegend schwächer. * Elektrolykupfer notierte heute mittag in Berlin 49,2. Berliner Getreidegroßmarkt. Berlin, 28 Dezember. Die Ausfuhrscheine für Weizen und Roggen erzielten gestern weitere Steigerungen, die sich mit der Nichtverlängerung der zollfreien Wiedereinfuhr erklären. Woizenscheine waren mit 149 RM. per Januar gefragt, ohne daß ein nennenswertes Angebot bei diesem Preis herauskam. Roggenscheine 125 RM. Das Brotgetreideangebot ist mit Rücksicht auf die am 1. Januar automatisch eintretende Erhöhung der Festpreise nicht sehr groß, reicht aber für die Dekkung der sehr geringen Nachfrage vollkommen aus. Die Preise bleiben allgemein unverändert. Berliner Schlachtviehmarkt. Berlin, 28. Dezember. Im Frühverkehr wurden heute gezahlt für 100 Pfd. Lebendgewicht Im Freihandel: Rinder 10—35. Kälber 22—53, Schafe 20—43, Schweine 43—51, Sauen 44—47. Marktverlauf: Trotzdem in dieser Woche nur ein Markt stattfindet, waren Austriebe ziemlich reichlich. Kälber glattes Geschäft, sonst abflauend. Berliner Eierpreise. Berlin, 28. Dezember.(Abgabepreise in Reichspfennig je Stück an den Großhandel ab Waggon oder Lager Berlin nach Berliner Usancen.) A. Inlandseter(vollfrische): Sonderklasse über 65 Gr. und darüber 12½, Klasse A unter 65 bis 60 Gr. 11¾, Klasse B unter 60 bis 53 Gr. 10½, Klasse C unter 55 bis 50 Gr. 9¼, Klasse D unter 50 bis 45 Gr. 8½; unsortierte 10. abweichende, kleine. mittlere und Schmutzeier 7—7½. B. Auslandeeier: 18er 12½, 17e1 11½, 15½—16er 10½, leichtere 9½: Rumänen 8½—9. Ausländische Kühlhauseier extra große 9e, große 9. normale 8½. kleine 7½. Vorläufige Marktregelung für Speise= und Gewerbesalz Berlin, 28. Dezember. Die Verhältnisse auf dem Markt für Speise= und Gewerbesalz haben dem Reichswiktschaftsminister Veranlassung gegeben. Einigungsverhandlungen über eine Ordnung des Absatzmarktes einzuleiten. Diese Verhandlungen haben zu einem vorläufigen Abschluß geführt. Um die noch erforderlichen Schlußverhandlungen über die Bildung einer einheitlichen, das ganze Reichsgebiet umfassenden Absatzorganisation der Erzenger unter Aufrechterhaltung der bisherigen Verbände zu erleichtern, hat der Reichswirtschaftsminister die den bisherigen Verbänden nicht angehörenden Salzerzeuger diesen Verbänden vorläufig beigeschlossen. Die Abschlußverhandlungen werden von der bisherigen Einigungsstelle geführt werden. Guter Auftakt der Sonderverkaufstage der Textilindustrie. Wuppertal, 28. Dezember. In Hofaue, der bekannten Messestraße der Elberfelder Textilgroßhandelshäuser, begannen am Mittwoch morgen unter sehr starkem Andrang der Käuferschaft die Sonderverkaufstage des Textilhandels. Das Geschäft hat sich in diesem Jahre besonders gut angelassen. Schon lange vor Beginn der Eröffnung der Handelshäuser waren diese von über 100 Einkäufern umlagert. Am ganzen Vormittag war ein äußerst reges Geschäft zu verzeichnen, das auch am Nachmittag nicht abflaute. Wenn sich auch ziffernmäßig noch nichts Genaues sagen läßt, so kann man dock schon jetzt feststellen, daß das Geschäft in diesem Jahre bedeutender ist, als in den letzten Jahren und daß auch hier der Wirtschaftsaufschwung besonders zu spüren ist. Reichsmark-Obligationen gegen Hinterlegung von Dollar=Bonds. Berlin, 28. Dezember. Vom Zentralverband des deutschen Bank= und Bankiergewerbes e. V. wird folgendes bekanntgegeben: Die Deutsche Golddiskontbank ist mit einer summarischen Einreichung von zu tauschenden zertifizierten Dollarbonds mit einem von der einreichenden Bank ausgestellten Umtauschangebot einverstanden, vorausgesetzt, daß die einzelnen Bondsinhaber mit dem Umtausch unter den Bedingungen des Instituts einverstanden sind und daß die an die Golodiskontbank gerichteten Einzelanträge- in einer Liste zusammengestellt— beigefügt werden. Bei Einreichung von nicht zertifizierten Bonds müssen die einzelnen Anträge mit den zugehörigen Assidavits an die Golddiskontbank abgeliefert werden. Der Reichsfinanzminister hat sich damit einverstanden erklärt, daß die aus Anlaß des Umtausches von Dollarbonds deutscher Anleiheschuldner gegen Reichsmark=Obligationen derselben Unternehmungen geschuldete Börsenumsatzsteuer in Abweichung der diesbezüglichen gesetzlichen Vorschriften in voller Höhe von der Deutschen Golddiskontbank verrechnet wird. Für die Berechnung des steuerpflichtigen Wertes des Dollar=Vonds wird allgemein ein fester Umrechnungssatz von 50 Prozent des mit 4.20 RM. umzutauschenden Dollarnennwertes zuarunde gelegt. Die Ausreichung der neuen Stücke erfolgt durch die Golddiskontbank. Für diese Ausreichung entsteht keine Steuerpflicht. Erste Berliner Effekten von heute. Dt Anl., Ausl.-Sch. einschl.! s Abl.-Sch.] 89,37 89,12 Dt. Anl., Ablös.-Sch. ohne Ausloa.-Sch. 17,10 16,45 % Hoesch Elsen.u 8Stabl. RM-Anleihe 92 1 91 600 Fr. Krunn RM-Anlelho 90,25 90,25 7% Mitteld. Stahl RM-Anlelhel 85 1 84.13 7% Ver. Stahl-RM. Anleihe S. B. 85,87 a7 28. 12. 27.12 Akkumulatoren 179.5 a7 130 8494 Allg. Elcktr.-Oea. Aschalfenb.Zelletoft Rayer. Motor.-Worke l. P. Bemberg Jul. Berge: Tiefbau Herl.-Karler. Induetr. Berl. Kraft u. Licht(117.25 114.24 Berl. Maschinenbau 69 1 62.75 Braunkoblen u. Brik. 137 Bremer Wollkämm.'— Buderus Eisenwerke— 69.25 Pharlotib. Wasser 81 7925 Chem. v. Heyden—— Compania Hispano 1143 11913 Cont. Gummi-Werke 149.75, 14: Cont Linol. Zurich—a aimler-Bens 325 IM.Allant. Telegr. 1103 M.C'onti-(ias. Desau 114 23 10e.3 Deutsche Rrdal 1103 Mach. Kabelwerke 89 Diech. Lnol-Werke 1 44,12 4 INech Telel. u. Kabell—— lleutech. E.senhand. 43.25 443 Dortm. Ua.-Brauerei(1921— intracht Braunz. 369: Lintracht Braunk. 1172 L Risenb.-Verkehra 89.5 Elektr.-Lieferung8 Hlektr. Werke Schlea— Blektr. Licht a. Kraft I 95 Engelhardt-Brauer. 1 € Larbeniodustrie. I. O. 122 Feldmühle, Papier 13 Felten à Guilleaumel 82.23 160 euenk. Bergwerse Gesfüret-l. Loewe Th. Goldechmidt 47 120.15 amourger Blextr. 1104 lus Harburger Gummil 23 1— Harpener Bergbau 8823 60 Hoesch-KMl.-Neuesa 65 883 Philipp Hoizmann Hoteibetriebe-Gea ehemalige U=Voot=Konmmandant aus seiner tiefen Ohnmacht erwachte. Als er die Augen aufschlug, huschte ein kleines Lächeln über seine bleichen Züge — er hatte den Arzt als seinen alten Freund erkannt. Stöhnend versuchte er, sich aufzurichten. Aber der Arzt drückte ihn vorsichtig wieder in den weichen Schnee. Er wußte, daß die kleinste Anstrengung ihn das Leben kosten konnte; zu retten war Darner sowieso nicht mehr. Aber vor seinem Ableben, wollte der Arzt, daß er das Geheimnis seines spurlosen Verschwindens vor wenigen Monaten lüftete. Er sollte auch nicht lange daranf warten müssen. Denn schon wenige Minuten später winkte ihn der Verwundete mit den Augen zu sich herunter und flüsterte ihm zu, daß er jetzt, da er doch gleich sterben müsse, bereit sei, sein damaliges spurloses Verschwinden aufzuklären.— Er hatte ein Vierteljahr vorher auf einer Bummeltour eine bilöhübsche amerikanische Negerin kennen gelernt, in die er sich grenzenlos ver liebte. Als guter Amerikaner, und dazu noch als U=Boot=Kommandant, mußte er diese Liebe aus seinem Herzen reißen. Viele Wochen kämpfte er schwer mit sich selbst und— unterlag schließlich, beschloß, mit der Negerin nach Europa zu fahren und sie dort zu heiraten. Als er aber bei seinem nächsten Urlaub wieder in das Lokal kam, in dem sie als Tänzerin auftrat, erfuhr er, daß sie sich zwei Wochen vorher mit einem reichen Mann von ebenfalls schwarzer Hautfarbe verheiratet atte. Diese Neuigkeit nahm er sich so zu Herzen, aß er sich sofort aufmachte und nach dem Norden fuhr, wo er als Einsiedler sein Leben zu beschlietzen dachte. „Aber so ist es besser", sagte er zu dem Arzi, „nun brauche ich mich nicht so lange herumzu quälen." Eine Stunde später schloß er für immer die Augen. Und die Expedition übergab seinen Leichnam mit allen seemännischen Ehren dem Meere. Bulkanausbrüche in Japan. Bis jetzt 12 Tote, 33 Verletzte und 40 Vermißte. In diesen Tagen sind gleichzeitig auf mehreren Inseln Vulkane mit so großer Heftigkeit in Tätigkeit getreten, daß die japanische Bevölkerung von einer schweren Panik ergriffen wurde. Man befürchtet nämlich allgemein, daß die erhöhte Vulkantätigkeit eine noch größere Katastrophe ankündigt. Auf den betroffenen Inseln sind die Häuser bereits geräumt worden und alles für eine sofortige Flucht vorbereitet. Auf der Insel Kanegatake brachen aus dem Vulkan so große Lavamassen, daß acht Männer auf den Feldern von ihnen eingeschlossen wurden und den Ausweg nicht mehr fanden. Mehrere Häuser verbrannten in der Lavaglut. Der Sachschaden und der Verlust an Vieh ist beträchtlich. Noch größeren Umfang hatte der Vulkanausbruch auf der Insel Kushinerabushima. Gestern nachmittag, nach kurzem schwerem Leiden, ist unser allerliebstes Töchterchen Ruth im Alter von 5 Wochen still heimgegangen. In tiefer Trauer: Willy Vorkölter u. Frau Bochum-Linden, den 28. Dez. 1933. Die Beerdigung findet am Samstag, dem 30. Dezember, vormittags 8¾ Uhr vom Trauerhause, Hattinger Straße 801, aus statt. Sollte jemand aus Versehen keine besondere Nachricht erhalten haben, so diene dieses als solche. Kasino Henrichshütte Hattingen. Zur diesjährigen Sifvester-Feier beehrt sich einzuladen Hans Schmiedel, Oekonom. Tischbestellungen rechtzeitig erbeten. Fernruf 2087. Bekanntmachung. Die Geschäftsstelle der HandwerkerOrtskrankenkasse Hattingen=Ruhr befindet sich seit dem 28. Dezember d. J. in dem Verwaltungsgebäude der Allgemeinen Ortskrankenkasse Hattingen=Ruhr, Kreisstr. Der Vorstand der Handwerker=Ortskrankenkasse: Papenhofl. Vorsitzender. L. Ischies, Hexenschuß. Gllederreisen, Neuralgle (Nervenschmerzen), Gicht! Gem teile ich kostenlos mit, welches reelle, bewährte Mittel mir u. vielen anderen Patienten half. Über 5000 Anerkennungen! Ich verkaute nichts Krankenschwester Margret Heber, Wiesbaden B 124 Wie Eigenheime in günstigster Lage von Altendorf=Ruhr und Kupferdreh. in jeder Preislage, bei zirka 30% ital. Belastung pro Raum etwa RM Gesellchaft für Pavanslubrung und Piol.= Jng. Etnnpf& 60., esie, Teiefon 28901. 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Auch einige Aktveteranen und der Humos jener Zeiten kommen in diesem Werk zu Wort Um den volkstümlichen Charakter dieses Buches zu gewährleisten, ist der Verkaufspreis auf RM 2,50 festgesetat worden. Bestellungen erbeten an: Reichsverband zur Unterstützung deutscher Veteranen e. V. Berlin W 9, Potsdamer Straße 126 Postscheckkonto: Berlin Ne. 21 600 Befö Postzeitu Anzeige Gelegenh Textteil jedoch be 1Inse G für de Ni Gege Der an Washin stern aber sprach, wie trolle der werden kü sei gekomi Politik de gen ein sei. Der! Bau des rika nicht bundes 1 arbeit aut erster Lin friedlichen Völker de Bevölkeri Landesar weiter dasselbe erklären. wassen en herz rung aba neten Me arenzen einbarung unterzeich sie nur 1 unterzeich ßig leicht reit sind. Minderhe noch umn einen Ei ariff auf Jum sich dami wieder auswärti ste Punk lich ausg waline ka. 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