Hattinger Zeitung S. Johegang General=Anzeiger für den Ennepe=Ruhrkreis Kreisblatt für den Ennepe=Ruhrkreis Größte u. meistgelesene Zeitung in Stadt und Kreis Donnerstag, den 15. Juni Wels verrät Deutschland. Jeder Bezieher erhält laut unseren Bedingungen 300 Mark Unterstützung bei tödlichem Unfall. 1933/ Nr. 137 Volkserhebung in Oesterreich gegen die Regierung. Was wir dazu sagen. Das Extempore des Herrn Dollsuß. „Little Metternich", wie man den österreichischen Bundeskanzler mit einiger Ironie in London taufte(einige weniger liebenswürdige Zeitungen in Deutschland machten einen „Millimetternich“ daraus!), hat auf der Weltwirtschaftskonferenz ganze sieben Minuten gesprochen. Für seine Größe immerhin eine Leistung! Aber die sieben Minuten genügten Herrn Dollfuß, um erheblich aus der Reihe zu tanzen. Er leistete sich ein Extempore, um das ihn jeder Schauspieler beneiden müßte. Ueber das dem Präsidium der Konferenz vorgelegte Manuskript hinaus, stellte er spielerisch eine Redewendung zur Debatte, über die es in Deutschland nur eine Meinung geben kann. So extemporierte Herr DollfußMetternich:„Es kann der Frömmste nicht im Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt." Fein, was? Die französische und die englischePresse stürzen sich, mitmhrer Wolluk auf das durch den österreichischen Bundeskanzler vor einem internationalen Forum neu belebte beutsche Sprichwort. Herr Dollfuß wird zum Märtyrer. Während er in Wien und in Tirol, in Steiermark und in Kärnten, Maschinengewehre und Kanonen gegen braune Hemden und schwarz=weiß-rotes Fahnentuch aufmarschieren läßt, vorträtiert ihn eine wohlgesinnte öffentliche Meinung mit Friedenspalmen in den Patschhänderln. Ginge es nur um den Ruhm des Herrn Dollsuß, dann könnte man ihm dieses billige Vergnügen gern lassen. Es ist nämlich heute billig, in der Welt auf Kosten Deutschlands Lorbeeren zu ernten. Aber Herrn Dollfuß' Londoner Gastspiel hat auch eine bitter ernste Seite. Man verwechselt in der Weltöffentlichkeit Ursache und Wirkung. Der Einsatz einiger SS.=Leute an der deutschösterreichischen Grenze als Hilfszollbeamte genügt Wiener Boulevardblättern. um von einem SA.=Aufmarsch gegen die Donaurepublik zu schwafeln. Und in London und Paris macht man aus dieser Mücke vollends einen Elefanten und sordert Intervention der Großmächte gegen Deutschland. Wir sind davon überzeugt, daß es den Gerüchtemachern nicht gelingen wird, auch Italien gegen uns aufzuputschen. Die österreichische Politik sollte sich sagen, daß sie mil dem Feuer spielt. Schon kommen Nachrichten von spontanen Volkskundgebungen aus allen Teilen Oesterreichs. Einstweilen applandiert die Weltöffentlichkeit noch jedem, der das neue Deutschland lästert. Daß Herr Dollfuß für diesen Applaus geschmeichelt dankt, ist keine Ehre für ihn. Das österreichische Volk wird ihm. nach seiner Rückkehr, beweisen, wie klug er getan hätte, sich an sein Manuskript zu halten. - Unterredung mit Habicht. Streit um Dr. Wasserbed. Unerhörte Anwürfe gegen die deutsche Reichspolitik. London. Obwohl die vorläufige Regelung des Problems der Kriegsschulden an Amerika in den Betrachtungen der heutigen Morgenpresse im Vordergrunde steht, wird über die Verschärfung des Konfliktes zwischen Dentschland und Oesterreich sehr ausführlich berichtet. Die Meldungen aus Bexlin und Wien über Angelegenheit süllen in vielen Blättern mehrere Spalten. Die meisten Zeitungen ergreisen ganz einseitig für das Regime Dollsuß Partel und versuchen gleichzeitig, Italien Deutschland mobil zu machen. Die„Morninapost“ ergeht sich, mit Bezug auf den Fall Wasserbeck, in hestigen Anwürfen gegen Deutschland und schließt ihre Betrachtungen folgendermaßen: Dies ist keine innere AngelegenDr. Wasserbeck. gegen heit eines Landes. Sie berührt den Frieden Europas. Von den Nachbarn Oesterreichs kann schwerlich erwartet werden, daß sie einer gewaltsamen Besitzergreifung(1?) zustimmen, die ihre eigene Freiheit bedrohen würde. Es ist klar, daß die gewalttätige Behandlung Oesterreichs das italienische Interesse berühren und verletzen(??) würde. Weder Polen, die Tschechoslowakei und Frankreich, noch Großbritannien könnten zusehen, wenn Oesterreich durch Gewaltanwendung(!) zu einem Teile Deutschlands gemacht werden würde. In gleichem Sinne schreibt„Times": England ist im gegenwärtigen Augenblick offiziell nicht mit dem unheilvollen indirekten Versuch des jetzigen deutschen Regimes, die österreichische Unabhängigkeit zu untergraben, beschäftigt. Aber es steht außer Zweifel, welcher Seite die englische öffentliche Meinung freundlich gesinnt ist. Die Gefahr besteht, daß der ganze Friede Euroas durch diese Ueberariffe gestört(?!) wird. geeignet sind, zu Gegenkundgebungen zu führen und Streitigkeiten hervorzurufen, die weit über die Frage der politischen Zukunft Oesterreichs hinausgehen. Das Blatt spricht von der Möglichkeit einer internationalen Aktion, wobei das traditionelle enalische Eintreten für die„kleinen Nationen" wieder eine Rolle spielt. Der diplomatische Korrespondent des„Daily Telegraph“ äußert sich beträchtlich maßvoller. pa die Er sagt: Die Verhaftung von Dr. Wasserbeck habe in London und in noch höherem Maße in Rom und anderen europäischen Hauptstädten sehr beunruhigt. Die am Dienstag verbreiteten Gerüchte von einer evtl. diplomatischen Intervention Großbritanniens und Italiens im österreichisch=deutschen Konflikt seien übertrieben gewesen. Aber die Lage sei kritisch, und Oesterreich finde in England und Italien ein Wohlwollen, das Bundeskanzler Dollfuß noch erhöht habe. Die Besorgnisse, daß ein Einbruch bewaffneter Nationalsozialisten aus Deutschland in Oesterreich erfolgen könnte, seien zweifellos übertrieben. Suche nach Bundesgenossen. Bundeskanzler Dollfuß fliegt nach Paris. London. Bundeskanzler Dollsuß erklärte einem Reutervertreter, er fühle sich nicht in hinreichendem Kontakt mit den verantwortlichen österreichischen Behörden, um angesichts der gespannten Lage in London zu bleiben. Er beabsichtige, morgen sich im Flugzeug nach Paris zu begeben, wo er bis Sonntag zu bleiben gedenke. Im Laufe des Sonntags werde er in Wien eintresfen. Sie können nicht anders! Die 6PD. verübt offenen Landesverrat. Ein Telegramm nach Genf. So entstehen die Greuellügen! Prag. Der erste Vorsitzende der SPD.. Wels, hat aus Prag(!) an den Vorsitzenden der Arbeitergruppe auf der Internationalen Arbeitskonserenz in Genf folgendes Telegramm gesandt: „Die Sozialdemokraten und die im Geiste der freien Gewerkschaften kämpfenden Arbeiter Deutschlands begleiten mit lebhaftester Teilnahme Euren Kampf gegen die faschistischen Unterdrücker und Zerstörer der sozialistischen Arbeiterbewegung sowie Euren Protest Dollfuß-Kriegsschauplatz in Wien. So sieht es heute in Wien aus: Militär zieht, mit Maschinengewehren und Stahlhelm ausgerüstet, vor den öffentlichen Gebäuden auf, um sie vor etwaigen Angriffen zu schützen. gegen die Schande der gransamen Bersolgung in Kasernen, Gesängnissen und Konzentrationslagern. Dafür ist Euch der Dank aller freiheitlichen Menschen in Deutschland gewiß." * Dieses Telegramm des Herrn Wels(der noch immer der erste Vorsitzende der SPD. ist!) stellt wohl mit das Unerhörteste an Verleumdungen und Volksverrat dar, was sich die SPD. in dieser Hinsicht bisher geleistet hat. Daß Wels für die ausgesprochenen Verleumdungen Deutschlands keine Beweise hat, geht unter anderem aus den vielen einwandfreien Zeugnissen der Ausländer hervor, die Deutschland in letzter Zeit bereist haben. Wer die unerhörte Greuelpropaganda gegen Deutschland betreibt, enthüllt sich hier mit einwandfreier Deutlichkeit. Offenbar wünscht Herr Wels, durch diese Ausstreuungen das Vertrauen bei der Zweiten Internationale wiederzugewinnen, das er durch sein Verhalten im Reichstag im März dieses Jahres perloren hat. Händewaschen in Unschuld. Ein Beschluß des sozialdemokratischen Parteivorstandes. Berlin. Wie das VdZ.=Büro meldet, hielt der sozialdemokratische Parteivorstand heute eine Sitzung ab, über deren Ergebnis folgender Beschluß mitgeteilt wird:„Der Vorstand der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands mißbilligt ausdrücklich alle vom Ausland ergangenen, scheinbar im Namen der Partei abgegebenen Kundgebungen und erklärt, daß niemand im Auslande ein Recht habe, im Namen der Partei zu sprechen. Die Vertreter der Partei=Organisationen werden in den nächsten Tagen eine restlose Klärung der Angelegenheit herbeiführen."— Dieser Beschluß des sozialdemokratischen Parteivorstandes bedeutet eine scharfe Zurückweisung der bisherigen SPD.=Führer Wels, Vogel, Breitscheidt u. Stampfer. Man darf annehmen, daß die Vertreter der sozialdemokratischen Partei=Organisationen den Ausschluß der Vier verfügen werden. Wels demaskiert sich. Der Austritt aus der Internationale war Komödie. Berlin. Die„Börsenzeitung“ beschäftigt sich mit dem von der sozialdemokratischen Presse in der Tschechoslowakei veröffentlichten Brief Wels an die 2. Internationale, der darin seine Mandatsniederleanna als Mitglied des Büros der 2. Internationale zurückzleht, die der Reichsregierung einen Vorwand zu einem Gewaltstreich neymen sollte. Der Parteivorstand habe damals nachträglich die Motivierung seines Schrittes gebilligt und sei einstimmig der Auffassung gewesen, daß nicht nur selbstverständlich die SPD. in der 2. Internationale zu bleiben habe, sondern daß auch die vier Vertreter in deren Erekutive, zu denen Wels zähle, ihre Funktionen beibehlelten. Aus dieser Zuschrift geht, wie das Blatt dazu bemerkt, klar hervor, daß Wels im Einvernehmen mit dem Berliner Parteivorstand die Komodle der Niederlegung lediglich zu dem Zweck gespielt hat, um die deutsche Regierung irrezuführen. In dem Brief des Genossen Wels heißt es u. a. wörtlich:„Zu meiner Mandatsniederlegung als Mitglied des Büros der 2. Internationale habe ich mich entschlossen in der Absicht, der Regierung einen Vorwand zu einem Gewaltstreich zu nehmen. Nun haben die Hitlerbanditen den entscheidenden Schlag geführt. Die Zeit, wo wir hoffen konnten, durch die Ausschaltung von Vorwänden für Gewaltmaßnahmen etwas zu retten, ist vorüber. Wir haben nun die Aufgabe, den Kampf der Arbeiterklasse unter den Bedingungen des vollendeten saschistischen Terrors neu aufzunehmen. Damit ist der Moment gekommen, wo ich erklären will, daß ich meine Ankündigung des Austritts aus dem Büro der 2. Internationale zurückziehe. Die Genossen des Parteivorstandes haben damals nachträglich in Kenntnis meiner Motivierung meinen Schritt gebilligt. Aber wir waren einstimmig der Auffassung, daß nicht nur selbstverständlich die SPD. in der 2. Internationale zu bleiben habe, sondern auch unsere vier Vertreter in deren Exekutive, zu denen ich zähle, ihre Funktionen beibehalten." Das Voll steht auf! Kundgebungen gegen die Verhaftungen in Oesterreich. Wien. Die im Laufe des gestrigen Tages in Wien und in zahlreichen weiteren Orten Oesterreichs erfolgten Verhaftungen nationalsozialistischer Führer und Parteiangehöriger haben in vielen Orten zu Kundgebungen geführt. Die Demonstranten sangen nationalsozialistische Kampflieder und forderten in Sprechchören die Freilassung der Verhafteten. Besonders lebhaft waren die Demonstrationen in Leoben, als bekannt wurde, daß ein Zug mit Verhafteten aus ganz Obersteiermark dort eintreffen würde. Es hatten sich auf dem Bahnhofsvorplatz große Menschen mengen angesammelt, die sich vollkommen ruhig verhielten. Als eine Gendarmerie=Patrouille mit aufgepflanztem Seitengewehr herankam, wurde sie mit „Heil=Hitler!“= und„Oesterreich erwache!"=Rufen begrüßt. Darauf räumte die Gendarmerie mit gefälltem Bajonett den Platz. Die Menge, die das Deutschland= und das Horst=Wessel=Lied sang, wurde über die Murbrücke zurückgedrängt. Da sich die Menge immer wieder sammelte, ging die Polizei mit Gummiknüppeln und Gewehrkolben rücksichtslos vor. Auch eine Anzahl unbeteiligter Person wurde verletzt. Habicht ausgewiesen. Wasserbeck hat Deutschland verlassen. Wien. Nach einer Mitteilung des Bundeskanzleramtes an die deutsche Gesandtschaft ist Reichstagsabgeordneter Habicht in Begleitung von zwei Sicherheitsbeamten in seinem eigenen Auto von Linz an die Grenze nach Passau gebracht worden. Dem gleichfalls der deutschen Gesandtschaft zugeteilten Herrn Cohrs, der in Wien in Haft ist, ist der Ausweisungsbescheid zugegangen. Er hat hiergegen Berufung eingelegt, die für drei Tage aufschiebende Kraft hat. Der Führer der SA. Oesterreichs, Alfred Bigler, ist in Begleitung von zwei Kriminalbeamten im eigenen Auto an die österreichische Grenze gebracht worden. Desgleichen wurden auf eigenen Wunsch Dr. Gerhard Weyh, der kommunalpolitische Referent der NSDAP., und der Adjutant Habichts, Friedrich Steiner, mit dem Linzer D=Zug, ebenfalls in Begleitung von zwei Kriminalbeamten, zur Grenze befördert. Die drei Funktionäre der NSDAP. waren aus dem Bundesgebiet ausgewiesen worden und hatten keine Berufung dagegen eingelegt. Habicht, der inzwischen in Bayern eingetroffen ist, schilderte einem Pressevertreter seine Erlebnisse der letzten Tage wie folgt: Er habe bei seiner Verhaftung ausdrücklich auf seine Exterritorialität hingewiesen, trotzdem sei die Haustür gewaltsam geöffnet und eine Hausdurchsuchung vorgenommen worden. Trotz wiederholter Proteste und der Erklärung, nur der Gewalt weichen zu wallen, sei er am Arm gepackt und nach dem Polizeipräsidium gebracht worden, wo er zunächst mit drei Landstreichern zusammen in einer Zelle untergebracht worden sei. Bei der Vernehmung legte Reichstagsabgeordneter Habicht erneut schärfsten Protest gegen das Vorgehen ein, worauf ihm dann eine Einzelzelle zugewiesen wurde. Habicht trat hierauf in oen Hungerstreik. Bei den Vernehmungen befragte man ihn, inwieweit er selbst oder die NSDAP. mit den Attentate in Oesterreich zu tun habe, ob man solche Methoden billige und wie die NSDAP. ihre Ziele durchzusetzen gedenke. Weder seiner Frau noch seinem Rechtsanwalt wurde bekanntgegeben, wann er Linz verlasse, damit die Oeffentlichkeit nichts von seiner Abreise erfahren sollte. Habicht betonte ausdrücklich, daß die österreichischen Beamten korrekt und maßvoll vorgegangen und ihm wiederholt erklärt hätten, daß sie nur auf ausdrückliche Anweisung von Wien so handeln müßten. Gegen Mitternacht setzte Habicht die Weiterfahrt von Passan nach Berlin mit dem Schnellzuge fort. Der aus dem deutschen Reichsgebiet ausgewiesene Leiter der Presseabteilung der Berliner österreichischen Gesandtschaft, Dr. Erwin Wasserbeck, hat heute Deutschland verlassen. Er ist von der österreichischen Regierung nach London versetzt worden. Der Gesandtenmörder wird in Berlin abgeurteilt. Berlin. Der Untersuchungsrichter beim Landgericht 1 hat auf Antrag der Staatsanwaltschaft die Voruntersuchung gegen den 32jährigen afghanischen Ingenieur Kamal Seyd wegen Mordes an den afghanischen Gesandten in Berlin Sirdar Mohammed Assis Khan und wegen versuchten Mordes an dem Begleiter des Gesandten, dem Studenten Atik, eröffnet. Kamal Seyd hat gestanden, den afghanischen Gesandten am 6. Juni 1933 gegen 12.30 Uhr vorsätzlich und mit Ueberlegung getoret zu haben, während er die Absicht, den Begleiter des Gesandten zu verletzen oder gar zu töten, entschieden bestreitet. Der Angeschuldigte ist 1922 zusammen mit anderen afghanischen Schülern von der Regierung des damals herrschenden Königs Aman Ullah zum Studium nach Deutschland geschickt worden. Der Täter bezeichnet sich als Anhänger Aman Ullahs und Gegner des jetzigen Herrschers von Afghanistan. Er will in dem ermordeten Gesandten einen hervorragenden Vertreter der neuen von ihm bekämpften Richtung erkannt und aus diesem Grunde den Tatentschluß gefaßt haben. Die Staatsanwaltschaft hat die Strafverfolgung übernommen, weil sie die auch vom Reichsgericht gebilligte Auffassung vertritt, daß die Wohnung eines ausländischen Gesandten nicht Ausland, sondern Inland ist und daher ein in dieser Wohnung begangenes Verbrechen als im Inlande verübt anzusehen ist, denn wenngleich die Wohnung eines ausländischen Gesandten im völkerrechtlichen Sinne exterritorial ist so geht diese Auffassung nach der heutigen Anschauung doch nicht weiter als notwendig ist, um die versönliche Unverletzlichkeit des Gesandten und seiner Begleiter zu gewährleisten. NSDAP. und Hitler vor der nationalsozialistischen Führerschaft. Das neue Deutschland ist durch keine Macht mehr zu erschüttern. Berlin. Wie die NSK. von der Reichspressestelle der NSDAP. erfährt, begann gestern die Führertagung der NSDAP. mit einer Sitzung der Reichsleiter, der Gauleiter und der obersten Leitung der politischen Organisationen. Der Stabsleiter der PO., Dr. Ley, umriß in seiner Begrüßungsansprache die Aufgaben der Führertagung. In einer ausgedehnten Aussprache wurden zunächst interne Organisationsfragen der Partei behandelt. Reichspropagandaleiter Dr. Goebbels kündigte im Verlauf seiner Ausführungen u. a. ein Hilfswerk der NSDAP. für den kommenden Winter an. Anschließend an die Aussprache, an der sich Reichsschatzmeister Schwarz, Reichsleiter Buch, Gauleiter Deutschmann, Reichsleiter Dr. rank 2 und Gauleiter Kube beteiligten, ging der preußische Ministerpräsident Pg. Goering auf die politischen Verhältnisse in Preußen ein. Im Verlaufe seiner Rede brachte er u. a. zum Ausdruck, daß die Beruhigung in wirtschaftlicher Beziehung in Preußen in den letzten Wochen erfreuliche Fortschritte gemacht habe, er dankte den Parteidienststellen für ihre tatkräftige Unterstützung in dieser Hinsicht. Als preußischer Ministerpräsident sprach er dem Fübrer der Deutschen Arbeitsfront, Dr. Ley, Dank und Anerkennung aus für dieses Werk sowie für sein entschiedenes und würdiges Auftreten auf der Internationalen Arbeitskonferenz in Genf. Zum Schluß ging Pg. Goering auf die beabsichtiate Neugestaltung des Preußischen Staatsrates ein. Reichsleiter Dr. Frank 2, der bayrische Justizminister, teilte im Zusammenhang dieser Ausführungen mit, daß auch in Bayern die Errichtung eines Staatsrates mit entsprechenden Aufgaben in Vorbereitung sei. Im Mittelpunkt der Führertagung stand die große Rede des Führers, der in mehrstündigen Ausführungen insbesondere die Frage des Verhältnisses zwischen NSDAP. und Stahlhelm behandelte. In der Lösung dieser Frage, die vielleicht eine jahrelange Entwicklung brauche, liege das Schicksal der Erneuerung des Reiches. Der Führer wies auf die entscheidende Bedeutung der Weltanschauung als Grundlage jedes großen Staatsgedankens überhaupt hin und kennzeichnete dann auch die entscheidende Stellung der NSDAP. als der Träger der Weltanschauung des neuen Deutschland. Der Ausbau und die Stärkung der nationalsozialistischen Bewegung, in der die Wurzeln unserer Kraft liegen, sei deshalb eine der wesentlichsten Aufgaben, die im Interesse des neuen deutschen Staates zu erfüllen seien. Das Gesetz der nationalen Revolution sei noch nicht abgelaufen. Seine Dynamik beherrsche heute noch die Entwicklung in Deutschland, die in ihrem Laufe zu einer völligen Neugestaltung deutschen Lebens unaufhaltsam sei. Der Führer behandelte dann die Probleme, deren Lösung der nationalsozialistischen Bewegung hier zur Aufgabe gestellt seien, im deutschen Volkstum müsse immer und überall der Ausgangspunkt und die Richtschnur unseres Handelns sein. Der Führer gab am Schluß seiner bedeutsamen Ausführungen der gerade in den letzten Monaten noch besonders gestärkten Ueberzeugung Ausdruck, daß die nationalsozialistische Bewegung in dem Maße, wie sie die innenpolitischen Schwierigkeiten meistere, auch aller wirtschaftlichen und außenpolitischen Schwierigkeiten Herr werde. Er habe die felsenfeste Ueberzeugung, daß diese gewaltige, von unerhörtem Idealismus getragene Arbeit unserer Bewegung Jahrhunderte überdauern werde und durch nichts mehr beseitigt werden könne; das sei der Lohn für jeden Kämpfer in unseren Reihen. Diese Bewegung, die sich im Kampfe zusammengefunden habe und im Kampfe groß geworden sei, sei das Beste, was Deutschland aufzuweisen habe. Heute stehe die NSDAP. gefestigter und stärker da, als jemals zuvor. Ihre inneren Kräfte und ihre äußere Stellung haben sich in den letzten Monaten gewaltig konsolidiert, ihre Organisation unerhört gehärtet. Das neue Deutschland, das von dieser Bewegung getragen werde, sei durch keine Macht mehr zu erschüttern, wenn wir Nationalsozialisten bleiben, was wir sind und was wir waren, und uns stets der Quelle unserer Kraft bewußt bleiben: der Nationalsozialistischen Partei. Am Schluß der Führertagung wurde das folgende Telegramm an den Landesinspekteur bicht und die NSDAP. Oesterreichs abgesandt: „Heil Ihnen und Ihrem tapferen Verhalten. Die in Berlin versammelten Reichsleiter und Gauleiter der NSDAP. grüßen Sie und die österreichische Partei. Wir gedenken in Achtung und Ehrfuncht aller Parteigenossen, die durch ein wahnsinniges System ins Gefängnis geworfen wurden unter Hinwegsetzung über jedes Recht und mit Unterschiebung einer Verantwortlichkeit für Handlungen, für die Sie nicht verantwortlich sind." Die Lösung der Kriegsschuldenfrage. Roosevelt mit Ratenzahlung einverstanden! Erste englische Rate: Zehn Millionen Dollar in Silber. London. Chamberlain teilte im Unterhause mit, daß die britische Regierung Amerika die Zahlung von zehn Millionen Dollar als Anerkennung der britischen Schuld angeboten und daß Roosevelt das Angebot im Geiste der Zusammenarbeit und ohne Beschränkung der Handlungsfreiheit der beiden Regierungen bei den bevorstehenden Erörterungen angenommen hat. Die Abschlagszahlung werde in Silber zu 50 Cents je Unze Feinsilber erfolgen, das England von der indischen Regierung erworben habe. Aus Washington wird gemeldet: In einer Pressekonserenz gab Roosevelt über die Neuregelung der Schuldenfrage mit der englischen Regierung, insbesondere über den Notenwechsel, Aufschluß. Roosevelt hob hervor, daß er eine Neuregelung ohne Zustimmung des Kongresses nicht vornehmen könne. Er betrachte auch die Regelung nicht als wesentlich für den Erfolg der Wirtschaftskonserena. Er stellte ferner der englischen Regierung anheim, zu einem ihr genehmen Zeitpunkt hier in Washington die offiziellen Verhandlungen für die Schuldenregelung zu beginnen. Die englischen Vorschläge werde Roos.velt dem Kongreß, sobald dieser im Januar nächsten Jahres wieder zusammentrete, vorlegen. Schließlich verwies Roosevelt darauf, daß er lediglich eineeinzige Konzession bei der Neurcaelung der Schuldenfrage machen könne; sie bestehe darin, daß er das britische Angebot der zehn Millionen Dollar anstatt der fälligen 75,9 Millionen Dollar nichtals Zahlungsverzug betrachte. Zum Schluß hob Präsident Roosevelt bervor, daß die Diskussion über die Kriegsschulden weder innerhalb noch außerhalb der Weltwirtschaftskonferen; geführt werden könne. * In London kursierte gestern das treffende Wort: Die Stimmung auf der Wirtschaftskonferenz sel nach den ersten drei Tagen so schlecht, wie sonst nach der ersten Woche. Der Hauptarund dieses Pessimismus war die völlige Ungewißheit über die Haltung Amerikasinder Schnldenfrage. Begreiflicherweise knstpften sich große Hoffnungen an die angekündigte Note Roosevelts. von der man u. a. die Einberufung einer Schuldenkonserens erwartete. Nichts von alledem ist erfolgt. Die Vereiniglen Staaten erkennen Leitische Schilanen. Die Sperre der deutschen Buttereinfuhr. Riga. Das lettländische Kabinett hat sich mit der deutschen Einfuhrsperre für die lettländische Butter beschäftigt und nach Abschluß der Beratungen der Presse eine längere Mitteilung zugehen lassen. in der es seinen Standpunkt zu verteidigen versucht. Die Regierung erklärt in dieser Mitteilung unter anderem, daß sie das Buttereinfuhrverbot als Nichtinnehaltung des deutschlettländischen Handelsvertrages ansehen und sich freie Hand vorbehalten müsse, ihre Interessen zu verteidigen. Im übrigen betont sie unter anderem, daß sie beabsichtige, gegen ungesetzliche Schritte einzelner Organisationen in Lettland, die Unordnung in das innere Leben Lettlands hineintragen könnten, vorzugehen. Die Regierung bemüht sich also, sich von den Boykottbestrebungen abzusetzen. Ein Teil der lettländischen Presse brachte Mittwoch früh in großer Aufmachung die Nachricht, daß Lettland wegen der Sperre der lettländischen Buttereinfuhr seitens Deutschlands seinerseits ein Einfuhrverhot deutnicht an, daß zwischen der Schuldenfrage und der Weltwirtschaftskonferenz ein innerer Zusammenhang bestehe. Sie wollen keine Diskussion während der Londoner Konferenz, sondern erst nach ihrem Abschluß, und zwar nicht am Runden Tisch wie es der Wunsch der meisten Schuldnerländer ist, sondern in Einzelverhandlungen von Land zu Land. Der zwischen England und Amerika für den heutigen Fälligbeitstermin vercinbarte Zahlungsmodus zeigt auch, daß Amerika sich nicht im voraus auf die ihm vorgeschlagene 00prozentige Schuldenkürzung nach dem Muster des Lausanner Abkommens festlegen will. England hat zwar nicht 76, aber immerhin 10 Millionen Dollar bezahlt und damit seine Stellung als„erfüllendes" Land in Gegensatz zu Frankreich gewahrt. Aus den Washingtoner Meldungen über die Absichten Roosevelts ergibt sich, daß die seit der französischen Zahlungsverweigerung aufgestellten Grundsätze des Weißen Hauses ihre Gültigkeit behalten. Der 15. Dezember 1938 wird Frankreich noch einmal vor das gleiche Dilemma stellen. Frankreich zahlt nicht. Auch Belgien bleibt hartnäckig. Paris. Ueber die Stellungnahme Frankreichs zu dem Schuldenproblem berichtet der Außenpolitiker des„Echo de Paris" aus London: Ministerpräsident Deladier und die übrigen Mitglieder der französischen Delegation hätten beschlossen, sich an die von der Abegordnetenkammer im Dezember v. J. angenommene Entschließung zu halten. Die Summen, die die Vereinigten Staaten anf Grund des Mellon=Berenger=Abkommens von Frankreich erwarten, würden also am 15. Juni evenso unvezahlt bleiben, wie am 15. Dezember. In diesem Sinne seien dem französischen Botschafter in Washington Anweisungen gekabelt worden. Wie verlautet, hat die belaische Regierung die Vereinigten Staaten davon unterrichtet, daß sie nicht in der Lage sei, ihre Haltung hinsichtlich der Zahlungsfrage zum 15. Juni zu ändern. Die Antipoden. Hull und Litwinoff vor der Wirtschaftskonferenz. London. Der amerikanische Staatssekretär Hull hielt bei Beginn der gestrigen Nachmittagssitzung der Weltwirtschaftskonferenz eine Rede, scher Waren beschlossen habe. Die lettländische Telegraphen=Union ist setzt bevollmächtigt, mitzuteilen, daß die lettländische Regierung weder beschlossen hat, die deutsche Wareneinfuhr zu verbieten, noch auch eine Beschwerde oder Mitteilung an den Völkerbund zu richten. Dagegen bestätigt sich die Meldung, daß das rigaische Joslamt die Herausgabe deutscher Einsuhrwaren gesperrt hat. Zurzeit werden weder privaten Firmen noch Behörden deutsche Waren ausgeliefert unter dem Vorwand, eine strenge Ueberprüfung der Paviere durchführen zu müssen. Württembergische Landtagsabgeordnete festgenommen. Stuttgart. Der sozialdemokratische Landtagsabgeordnete und frühere Landtagspräsident Pflüger und zwei demokratische Landtagsabgeordnete sind festgenommen worden. Wie erklärt wird, sind die Festnahmen erfolgt, weil Schutzhäftlinge sich darüber beklagt haben, daß man die„Verführten“ gefangen halte, während ihre„Verführer“ in Freiheit seien. Aus dem Konzentrationslager Heuberg sind 200 Personen entlassen worden. die keinerlei greifbare Vorschläge enthielt und offensichtlich ziemliche Enttäuschung hervorrief. Er erklärte u. a., daß seiner Ansicht nach die Weltwirtschaftskonferenz durchaus fähig sei, die Weltlage zu ändern. Selbstsüchtige Interessenvertretung dürfe es auf der Konferenz nicht geben, und derjenige Staat, der durch eine solche Politik den Fehlschlag der Konferenz herbeiführe, verdiene die Aechtung der Menschheit. Hull erklärte sich energisch gegen einen wirtschaftlichen Nationalismus, wie er seit dem Kriege verfolgt werde und der durch die hohen Zölle, Einfuhrverbote, Devisenbeschränkungen usw. verheerend gewirkt habe. Internationale Zusammenarbeit sei heute eine grundlegende Notwendigkeit. Hull forderte schließlich die Stabilisierung der Währung, ohne einen greifbaren Vorschlag zu machen, sowie schrittweise und sorafältige Berichtigung der übermäßigen Zollschranken und anderer Handelshindernisse. Schließlich forderte er, daß die Konferenz an die Aufgabe einer ständigen Währungsstabilisierung herangehen müsse, und das richtige Funktionieren von Gold und Silber bei einem neuen Standard sestzulegen habe. Der russische Anßenminister Litwinoff erklärte Ziffern über die Einfuhrmöglichkeiten Sowsetrußlands und forderte die anderen Vertreter auf, auch die Einfuhrmöglichkeiten ihrer Länder offen bekannt zu geben. Die Sowsetunion erhebe keinen Einwand gegen den Vorschlag eines wirtschaftlichen Waffenstillstandes. Ein solcher Waffenstillstand, fügte er unter Anspielung auf den britischen Boykott russischer Ware hinzu, wäre sedoch nur wirksam, wenn die Staaten davon abließen, bestehende Maßnahmen des Wirtschaftskrieges auch weiterbin anzuwenden. Er schlage deshalb vor, gleichzeitig mit dem Waffenstillstand eine sofortige Außerkraftsetzung der Maßnahmen des Wirtschaftskrieges eintreten zu lassen, und werde die Annahme einer dahingehenden Entschließung beantragen. Rußland könne Aufträge in Höbe von einer Milliarde Dollar an das Ausland vergeben, wenn Rußland entsprechende Kredite erhalte. Litwinoff wiederholte dann seine bekannten Vorschläge der wirtschaftlichen Abrüstung und eines wirtschaftlichen Nichtangrifispaktes. Das Interesse des Publikums an der Vollsitzung der Weltwirtschaftskonferenz ist gleich Null. In der gestrigen Morgensitzung zählte man drel Zuschauer, in der Nachmittagssitzung sechs. Die halbamtliche Havas=Agentur bringt zu der Informat'on über eine angebliche Zusammenkunst zwischen Daladier und Hitler eine einschränkende Mitteilung, wonach es zur Zeit noch verfrüht sei, bavon zu sprechen. In Berlin ist offiziell von einer solchen Zusammenkunft nichts bekannt. Von Zentrumsseite wird partelamtlich mitgeteilt, daß das Zentrum in keinerlei Verbindung mitder Christlich=Sozialen Partel in Oesterreich steht und daß es nach wie vor zur positiven Mitarbeit am Aufbau des neuen Deutschland bereit sei. Das Schwurgericht in Berlin verurteilte den 23 Jahre alten Arbeiter Krause wegen versuchten Totschlags andem SA.=Mann Staron zu 8½ Jahren Zuchthaus. Bemerkenswert ist, daß der Angeklagte durch seine eigenen Entlastungszeugen der Tat überführt wurde. Der Leiter der württembergischen politischen Polizei teilt mit, daß der Jungdeutsche Orden e. V. in Württemberg aufgelöst und das vorhandene Vermögen beschlagnahmt worden ist. Wie Reuter erfährt, haben Dänemark, Rumänien, die Niederlande, Litauen, Indien und Rußland mitgeteilt, daß sie sich dem Zollwaffenstillstand anschließen. 2. Blatt Nr. 137. Sommermorgen! Um wieviel leichter erscheint uns doch das Leben, wenn solch ein duftig=blauer Sommermorgen wie der heutige uns mit seiner Schönheit überschüttet. Voll bläulicher Klarheit ist die Luft, denn noch hat kein rauchender Kamin, kein Straßenstaub ihre Reinheit getrübt. Menschenleer sind die Straßen und still; der Lärm spielender Kinder ist noch nicht erwacht. Nur die flinken Schwalben schießen schon geschwind und lautlos durch die sonnenklare Morgenluft. Ach, wer da mitfliegen könnte...! Die Rosen sind erblüht und heben ihre duftschweren Kelche der Sonne entgegen. Ueber die Felder streicht leise ein leichter Morgenwind und bewegt die Wogen des graugrünen Röggenmeers. Der Wald hat sich dunkelgrün gefärbt— es ist Sommer, kein Frühling mehr. Unsäglich rein und klar umblaut ihn die Morgenluft. Ueber allem, Feld, Wald und Gärten, über dem trauten Gewinkel der Stadt liegt der Morgenduft eines Junitages, der schön zu werden verspricht, so schön, daß uns die Vorfreude auf ihn schon froh stimmt. Es erscheint uns unmöglich, daß dieser Tag etwa auch seine Plage haben könnte, wie z. B. irgend solch verregneter, griesgrämiger Tag, an denen wir in letzter Zeit keinen Mangel hatten. Wenn ein wenig Sonne das Tagewerk bescheint, geht jede Arbeit noch einmal so flink von der Hand, und wenn solch ein herrlicher Sommermorgen der Auftakt zu einem Tage ist, dann kann dieser Tag nie mehr ganz lustlos werden. E. W. * Die reisenden Kaufleute in der Berufszählung erstmalig statistisch besonders erfaßt. Die kommende Berufszählung am 16. Juni ist mti besonderer Gründlichkeit vorbereitet worden. Während ähnliche Erhebungen der früheren Jahre von der Größenordnung der Mittelschichten unseres Volkes kaum Notiz nahmen, wird diesmal gerade dieser Teil der Erhebung sehr stark ausgebaut werden. Auf Anregungen des Bundes reisender Kaufleute im DHV. hat das Statistische Reichsamt innerhalb der Auszählungen von Einzelberufen auch die Erfassung der reisenden Kaufleute vorgesehen. Damit wird also zum ersten Male von einer deutschen Berufszählung diese. für unser Wirschaftsleben so wichtige Gruppe einer Sonderbetrachtung unterworfen. Besonders wichtig ist aber, daß im einzelnen die Reisenden, je nachdem ob sie in einer abhängigen Stellung oder als selbständige Agenten(Handelsvertreter) tätig sind, in zwei getrennten Gruppen nachgewiesen werden. Die neue Berufszählung bringt aber nun sehr wertvolle Unterlagen, die zweifellos auch für die Beurteilung der sozialen Lage der Reisenden dienen können. Voranssetzung für das Gelingen des Erhebungswerkes ist allerdings die sorgfältigste Ausfüllnng der Haushaltungslisten.*b Zum 28. Juni. Schulerlaß des Kultusministers Rust. Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt. hat Kultusminister Rust angeordnet, daß am 28. Juni, dem Tage der Wiederkehr der Unterzeichnung des Versailler Diktates, die Anstaltsleiter in allen preußischen Schulen in der letzten Vormittagsstunde die versammelte Schülerschaft in würdiger Form auf die Bedeutung dieses Tages und das Versailler Diktat hinweisen. In allen Städten und Dörfern, in denen Feiern zwischen 19 und 20 Uhr stattfinden, und in denen die aroße Kundgebung im Lustgarten übertragen wird, sind die Schüler im Alter von 10 Jahren an aufwärts zur Teilnahme an diesen Feierlichkeiten verpflichtet. * Hatlingen. — Die katholische Kirchengemeinde feiert hente, am Donnerstag nach Trinitatis, das Fronleichnamsfest. Es ist ein hohes Fest der römischkatholischen Kirche zur Feier der Wandlung der Hostie in den Leib des Herrn. Mit dem Fest ist eine Prozession verbunden, bei der das Allerheiligste sichtbar in einer Monstranz getragen wird. In Hattingen findet diese Prozession, wie hier von jeher üblich, am kommenden Sonntag statt. Die Gottesdienstordnung ist für diesen Tag wie folgt festgesetzt: Heilige Messen um 5, 6, 7 und 8 Uhr; 9 Uhr feierliches Hochamt, daran anschließend 9,30 Uhr bis 9,45 Uhr Auszug der Prozession. Die Ordnung der Prozession, der Weg und auch die Stationen sind wie in früheren Jahren. Die Andacht findet um 20 Uhr statt mit Predigt. — Am Realgymnasium in Hattingen sand un= ter dem Vorsitz von Herrn Oberstudiendirektor Dr. Watenphul eine Prüfung der Oberprimaner Volkenborn und Dreyer statt. Beide bestanden ihr Examen. Wie wird das Wetter? Fortschreitende Aufheiterung. Für das mittlere Norddentschland. Am Tage wenig wolkig, sonst heiter, mäßig warm. Oert= liche kleine Regenschauer noch mönlich Für das übrige Dentschland: In Nord= und Westdeutschland von Nord nach Süd fortschreitende Aufheiterung, im Süden und Südo'en noch mehr wolkia mit einzelnen mäßigen Regenschauern, überell mäßig warm. Drei hungrige Mäuler... Donnerstag, 15. Juni. Für den Kleinverkauf von Bienenhonig hat der Reichskommissar für Preisüberwachung angeordnet, daß ab 1. Juli 1933 beim Kleinverkauf von Bienenhonig in Behältnissen oder vorbereiteten Packungen auf diesen der Inhalt in Kilogramm oder Gramm, der Verkaufspreis dieser Menge ohne Verpackung, der sich aus diesen Angaben errechnete Preis je Pfund der Ware und der Preis des Behältnisses oder der Verpackung anzugeben ist. Die Angaben müssen von außen und auf der Vorderseite der Packung oder des Behältnisses sichtbar sein und in einheitlicher Schrift von gleicher Schrifthöhe räumlich zusammenhängend erfolgen. Die Schrifthöhe muß mindestens 6 Millimeter betragen. Ferner sind die Angaben in jeder Art(Stempelaufdruck, Tintenaufschrift, auch auf besonderer Klebemarke) zulässig. Die Anordnung gilt nicht für Behältnisse oder Verpackungen mit einem Inhalt von weniger als 50 Gramm.*6. Der Schrei nach Futter. Amselkinder sind immer hungrig. Die Mama hat ihre liebe Not, die ewig offenen Mäuler zu stopfen. Von früh bis spät muß sie auf dem Posten sein. Wenn sie dabei diese stete Sorge um das Wohl ihrer Kinder verleitet, gelegentlich einmal am Verbotenen zu naschen, wer will es ihr verargen! Sie erfreut uns Menschen dafür doch auch als unermüdliche Sängerin wie schon am frühen Morgen, so auch noch am späten Abend. — Zur Volks=, Berufs= und Betriebszählung am 16. Iuni. Morgen(Freitag) mittag müssen die Listen zum Abholen bereitliegen. Die Ausfüllung ist kein Kunststück, wenn die auf den Formularen vorhandenen Beispiele und Richtlinien, die vorher durchzulesen sind, beachtet werden. Für gewissenhafte Ausfüllung haftet der Haushaltungsvorstand bzw. sein Vertreter. Wie Anfragen aus dem Leserkreise erkennen lassen, ergeben sich noch Schwierigkeiten bei der Angabe der Flächenmaße für die land- und forstwirtschaftliche Betriebszählung, insbesondere hinsichtlich der Umrechnung des preußischen Morgens in Hektar und Ar. Wir verössent lichten bereits am Samstag vergangener Woche eine entsprechende Aufstellung und bringen diese heute an anderer Stelle dieser Zeitung noch einmal zum Abdruck. Wo sich trotzdem noch Schwierigkeiten ergeben sollten, werden die ehrenamtlichen Zähler bei der Umrechnung gern behilflich sein. — Egl. Gemeinde Hattingen. Heute um 20.15 Uhr Bibelstunde in der Sakristei der St.=GeorgsKirche, P. Radicke. — Das Ergebnis der Sammlung am Notkrenztag in Hattingen beträgt 616,89 NM. Es ist als außerordentlich erfreulich zu bezeichnen, würde aber vielleicht noch größer gewesen sein, wenn nicht der Sonntag so verreanet ware, daß an diesem Tage stundenlana kaum Leute auf der Straße anzutreffen waren. — Nach regelmäßigen Einzelübungen im Laufe des Frühjahrs hielt unsere Freiwillige Bürgerjeuerwehr gestern abend eine Hauptübung unter Leitung des städtischen Branddirektors Herrn Fritz Vogel ab, in der die alte Schlagfertigkeit von neuem bewiesen wurde; der große Zuschauerkreis am Steigerturm verfolgte die Uebung mit großem Interesse und spendete reichen Beifall. In der anschließenden Generalversammlung beim Kameraden Aug. Hüser wurde beschlossen, an dem 50fährigen Jubelseste der Blankensteiner Freiwillig. Feuerwehr in Verbindung mit dem Kreisseuerwehrverbandssest in Blankenstein am 9. Juli in voller Stärke und mit Musik teilzunehmen. Die Leitung der FeuerwehrKapelle ist an das langjährige Mitglied Herrn Anton Schult, Hattingen, übergegangen. Auf dem Provinzial=Abgeordnetentag in Minden(16. Juli) wird die Wehr durch die Kameraden Rud. Brandt, H. Heyl und Emil Busch vertreten sein. Das wichtige Amt des Gerätewarts soll fortan von dem im Gerätehaus wohnenden Kameraden wahrgenommen werden. Seit Jahren ist das der Kamerad Herr Emil Busch, dessen Arbeitsfreudigkeit und Treue noch bei der letzten Jahreshauptversammlung im Weiltor dankbar anerkannt wurde. Geräte und Geräteraum wurden auch gestern in vorbildlicher Ordnung befunden. Gut Wehr! — Zur großen Armee abberufen. In seinem Heim auf der Horst verschied heute vormittag der Senior einer alten Hattinger Familie, Herr Jul. Porbeck, im 82. Lebensjahre. Seine militärische Dienstzeit fiel in die ersten Jahre nach dem Kriege 70/71; in den 80er und 9er Jahren versah er längere Zeit den Nachtpolizeidienst in Hattingen. Später arbeitete er in der Seifenfabrik Gust. Weber und auf der Henrichshütte. Altersbeschwerden fesselten ihn jahrelang ans Haus. Der Krieger= und Landwehr=Verein Hattingen verliert in dem Heimgegangenen einen seiner ältesten Kameraden. — Die Vereinigung ehemaliger Königsgrenadiere des Ruhrbezirks bittet uns mitzuteilen, daß ihr früherer Regimentskommandeur Prinz Oskar von Preußen nicht nach WanneEickel kommt und die gemeinsame Reise nach dort daher unterbleibt.(*h. — Sonnenwendfeier Hattingen=Welper=Blankenstein an der Horstschule. Die Hattinger Männergesangvereine haben ihre Mitwirkung bei der Abendfeier des Festes der deutschen Jugend an der Horstschule durch Bildung eines Massenchores zugesagt, dessen Leitung wieder Herrn Lehrer Albert Richter, Hattingen, übertragen wurde. Einen zweiten Massenchor werden, wie wir hören, die vereinigten Gesangvereine von Blankenstein und Welper unter Leitung des Herrn Lehrer Degel, Hattingen, stellen.— Wie am Tage der nationalen Arbeit(1. Mai) hat sich das Kraftfahrerkorps der NSDAP. auch für diesen Abend bereit erklärt, Altveteranen seine Wagen zur Fahrt nach der Horstschule umsonst zur Verfügung zu stellen. Anmeldungen wolle man an die Geschäftsstelle im„Graunen Haus", Heggerstraße, richten. — Der Evangelische Kindergottesdienst Hattingen veranstaltet am nächsten Sonntag einen Ausflug zum Hackstück. Um 14 Uhr wird auf dem Kirchplatz angetreten. — Zur Bäckerei= und Wirte=Fachausstellung in Bochum. Die Verwaltung der Bochum=Gelsenkirchener Straßenbahnen teilt uns mit: Um dem Aublikum den Besuch der Bäckerei= und Wirteachausstellung zu erleichtern, haben wir uns entschlossen, auf unseren Linien, und denen der Westfälischen Straßenbahn vervilligte Rückfahrscheine einzuführen, die gleichzeitig zum Besuch der Ausstellung berechtigen. Die Scheine kosten ausschließlich des Eintrittsgeldes für die Ausstellung 70 Pfg. und gelten über zwei Teilstrecken von der Ausstellung aus gerechnet. Bei Fahrten über weitere Strecken wird der Fahrschein für die Hinfahrt sowohl als auch für die Rückfahrt mit 20 Pfg. angerechnet. Der am Fahrschein befindliche Abriß dient als Eintrittskarte für die Ausstellung und ist an der Kasse der Ausstellung mit dem Fahrschein zusammen vorzuzeigen.— Die Ausstellung beginnt morgen(Freitag) und dauert bis zum 25. dieses Monats. Herbede-Vormholz. — Der Reichsverband Deutscher KleinkaliberSchützenverbände hat nach erfolgreicher Ablegung der vorgeschriebenen Prüfung die Schützenkameraden vom Schützenverein Muttental Peter Gräber zum Oberschießwart RV. und Fritz Rusche sowie August Kühn zum Schießwart RV. ernannt. Die Kameraden sind somit berechtigt, bei Schießsportlehrgangen als Lehrer tätig zu sein. Vereine, die Schießsport betreiben, wollen sich bei Bedarf an diese Herren wenden. — Schützen=Verein Muttental. Beim Uebungsschießen(Groß= und Kleinkaliber), verbunden mit Werbeschießen am 2. Pfingsttag wurden im Durchschnitt gute Leistungen erzielt, z. B. Kleinkaliber: Uebung 9 Schuß- 3 Schuß lieg. freih., 3 Schuß kniend und 8 Schuß steh. freih. Die höchste erreichte Ringzahl waren 89 Ringe, die meisten Schützen hatten über 80 Ringe. Beim Großkaliberschießen wurden auch im Durchschnitt gute Leistungen erzielt. Zahlreiche Gäste von auswärts hatten sich eingefunden und sprachen sich lobend über die Schießstände aus. Beim Gästeschießen wurden als Höchstleistung 35 und 36 Ringe in 3 Schüssen steh. aufgelegt erreicht. Die Schießstände können nach vorheriger Vereinbarung von Vereinen und Gesellschaften auch an Sonntagnachmittagen benutzt werden. Haßlinghausen. — Drei Typhuskranke, zwei Frauen und ein junges Mädchen, mußten hier neuerdings dem Krankenhause zugeführt werden. Unter ihnen befindet sich die Mutter des in der vergangenen Woche zu Grabe getragenen ersten Opfers der Typhusepidemie, des kleinen Ulmecke: Frau Ulmecke von der Gevelsberger Straße. N6B9. Fahnenweihe in der Betriebszelle Reichsbahn. Ernstes und Heiteres aus der Geschichte der Betriebszelle Am kommenden Samstag weiht die Betriebszelle„Reichsbahn“ ihre Fahne. Damit geht ein langgehegter Wunsch der Reichsbahner endlich in Erfüllung. Die Feier beginnt um 20 Uhr im Weiltor. Die SA.=Sturmbannkapelle hat den musikalischen Teil übernommen. Die Fahnenweihe wird wahrscheinlich durch Gau=Betriebszellenleiter Stein vorgenommen werden. Alle Mitglieder der NSDAP., der NSBO., Freunde und Gönner der Bewegung, sind zu dieser Feier herzlich eingeladen. Bei dieser Gelegenheit lohnt es sich, einen Blick zurückzuwerfen auf die Geschichte der Betriebszelle. Es dürfte nicht allgemein bekannt sein, daß die Betriebszelle„Reichsbahn“ die älteste Betriebszelle in der Hattinger NSBO. ist. Ihre Ansänge liegen im Jahre 1928. 1930 erhielt sie als erste Betriebszelle in Westdentschland bei den Wahlen zum Betriebsrat die absolnte Mehrheit. Wieviel Arbeit und Mühe, wieviel Opfermut und Hingebung dazu nötig war, davon kann man sich heute nur schwer eine Vorstellung machen. So mußten die Reichsbahner monatlich einen Revers (Verpflichtungsschein) unterschreiben, daß sie sich jeder politischen Tätigkeit enthalten würden. Wie das zu verstehen war, zeigte die Praxis bald. Unter der politischen Tätigkeit war nämlich die Arbeit und Werbung in der nationalsozialistischen Bewegung zu verstehen. Man fand an den amtlichen Tafeln die Versammlungen und Veranstaltungen der SPD. angeschlagen. So glaubten die Jamaligen Machthaber alles in schönster Ordnung, als eines schönen Tages wie eine Bombe die Nachricht eintraf, daß die Nationalsozialisten bei den Betriebsratswahlen die absolnte Mehrheit erreicht hätten! Trotz aller Schikanen war der große Wurf gelungen! Aber die Bestürzung war fast noch größer, als eines Morgens die Hakenkrenzfahne lustig vom Schornstein des Betriebsamtes wehte! Die Telephone zwischen Hattingen und Essen rasselten, die „Stimme ohne Volk“ aus Hagen brachte prompt einen Artikel mit der Ueberschrift: „Unerhörte Frechheit der Hattinger Nazioten auf dem Hattinger Reichsbahngelände,“ und dieser„Aufsatz“ ging sofort mit einer geharnischten Beschwerde an die„Beschwerdestelle der Republik". Der Dienststellenleiter bekam daraufhin den Auftrag, die Täter festzustellen, und eine „Zigarre“, weil die Fahne noch bis zum Mittag geweht hatte! Und dabei hatte der Dienststellenleiter seine liebe Not gehabt, überhaupt jemand zu finden, der die Fahne wieder entfernte! Es ist bis heute nur im eingeweihten Kreise bekannt gewesen, daß der, der die Fahne in der Nacht still und heimlich hinaufgebracht hatte, sie im Auftrag der Reichsbahn auch wieder herunterholte und dafür von Amts wegen bezahlt werden mußte! Daß in den Kreisen der Beteiligten einige Tage lang das Gelächter nicht aufhören wollte, läßt sich denken, und dem Führer der„Gruppe Bosemüller“ sei an dieser Stelle für den famosen Witz herzlich gedankt! Es ist schon so, daß auch hier die Erinnerung schöner als das Erlebnis ist. Wie manchmal haben die alten Kämpfer die Zähne zusammenbeißen müssen, wie lange haben sie verzweifelt gekämpft Die Jahre bis zur großen Umwälzung 1933 zählten ihnen nach Tagen und Stunden, und darum kann man ihnen heute ihre Frende nachfühlen wenn sie am Samstag ihre Fahne weihen, die sie wahrhaft heißt erkämpft haben, und auf die sie stolz sein können!—1— Der Reichsbahnverkehr im Monat Mai im Direktionsbezirk Essen. Der Berichtsmonat steht im Zeichen einer günstigen Weiterentwicklung der Wirtschaftsbelebung auf der ganzen Linie, die sowohl gegenüber den Verkehrszahlen des Vormonats als auch den Zahlen des gleichen Monats 1932 deutlich erkennbar wird. Der Personenverkehr erhielt, wie alljährlich im Mai, die erwünschte Belebung, die aber mehr durch besondere Maßnahmen der Reichsbahn in der weiteren Verbilligung der Gesellschaftsreisen als in dem Wetter, das im Monat Mai wenig gut war, ihre Ursache hatte. Eine starke Belebung des Nahverkehrs wurde durch die vaterländischen und sportlichen Veranstaltungen herbeigeführt. Allein die Schlageter=Gedenkfeier erforderte im ganzen Industriegebiet 50 Sonderzüge nach Düsseldorf, die gut besetzt waren. Auch die Entsendung jugendlicher Arbeitskräfte aus dem Rhein=Ruhr=Gebiet als Landhelfer nach Pommern und Östpreußen hielt unvermindert stark an. Es wurden in diesem Verkehr insgesamt in 120 Einzeltransporten 9000 Personen befördert. Im ganzen fuhren im Monat Mai 1933 214 Personensonderzüge. Im Güterverkehr wies die Gütereinfuhr in den Bezirk Essen mit 246 798 Wagen(203 908 im Vormonat und 212 977 im Mai 1932) eine erfreuliche Entwicklung auf. Der Expreßgut=, Eilstückgut= und Frachtstückgutverkehr hat ebenfalls eine Steigerung erfahren. Der Wagenladungsverkehr war hinsichtlich des Obst= und Gemüseverkehrs lebhaft. Die bereits im April festgestellte leichte Belebung des Verkehrs mit Baustoffen, im besonderen mit Wegebaustoffen, hielt auch im Mai an. Während der April infolge starker Bezugsbeschränkung aus Anlaß der angekündigten Sommerrabatte für verschiedene Brennstoffsorten eine höchst unbefriedigende O=Wagenstellung aufwies, hat sich die Absatzlage des Ruhrbergbaues im Mai und mit ihr die O=Wagenstellung wesentlich gebessert. Die Zahl der beladen auf den Zechen abgestellten Reichsbahnwagen stieg von rund 7000 zu Monatsbeginn auf rund 8600 Wagen am Monatsschluß, da für den Absatz einzelner Sorten erhebliche Absatzschwierigkeiten bestanden.— Im Mai des Vorjahres betrug der Brennstoffversand auf der Reichsbahn arbeitstäglich 15167 Wagen zu 10 Tonnen; er wurde durch das diesjährige Maiergebnis um arbeitstäglich 429 Wagen zu 10 Tonnen oder 8 Prozent überholt.— Die Abwicklung des Gesamtverkehrs auf den Haupt= und Neben bahnen des Direktionsbezirks Essen verlief ohne Störung. Es wurden gefahren 2075 636 (1888 355) Zugkilometer und 78 860 712(67 498 842) Wagenachsenkilometer.(*t Witten. — Dem infolge eines Unfalles verstorbenen Oberbürgermeister Laue widmen Magistrat und Stadtverordneten=Versammlung folgenden Nachruf: Herr Oberbürgermeister Laue hat nach dreijähriger Tätigkeit als Zweiter Bürgermeister unserer Stadt 22 Jahre lang die Geschicke der Stadt Witten geleitet. In die Zeit seiner Amtsführung fielen die schweren Jahre des Krieges, des Zusammenbruchs, des Währungsverfalls und der Besatzung mit allen ihren Auswirkungen. Er ist den Gbefahren dieser Zeiten mit Klugheit und Festiakeit entgegengetreten und hat es durch seine zurückhaltende und konservative Haltung verstanden, die Stadt vor ernsten Schäden zu bewahren, darüber hinaus hat er sich im festen Glauben an die Zukunft der Stadt Witten mit Nachdruck und Erfolg für den Wiederaufbau des Wittener Wirtschatfslebens eingesetzt und sich auch dadurch unvergängliche Verdienste um das Gemeinwohl erworben. Lauterkeit der Gesinnung und Wärme des Herzens waren die Eigenschaften, die in seinem Verkehr mit der Bürgerschaft und der Beamtenschaft besonders wohltuend bervortraten, und endlich wird unvergessen bleiben seine unbeirrbar nationale Haltung, die in der Besatzungszeit ihn für 10 Monate in französische Gefängnisse gebracht hat. Mit Oberbürgermeister Laue ist ein deutscher Ehrenmann von uns gegangen. Sein Andenken wird in der Geschichte der Stadt Witten, aber auch in den Herzen aller derer, die ihm nahe standen fortdauern.(26 gedanken des Deutschen Staates." Flächenmaße Vortrag von Gauleiter Wagner in der Verwaltungsakademie. Gevelsberg Aktiengesellschaft für wirtschaftliche Unternehmungen des Ennepe=Ruhr=Kreises. überreicht den Bericht über das Geschäftsahr 1932. Die Aktiengesellschaft umfaßt den Betrieb des Elektrizitätswerks, dessen Verbreilungsbezirk in der Hauptsache der alte Kreis Schwelm bildet; ferner das Wasserwerk, das mit seiner Versorgung darüber hinaus bis an die Grenze von Essen geht und auch größere Mengen an das Wuppertal abführt. Endlich besitzt die Aktiengesellschaft noch 25 Prozent Beteiligung der Straßenbahngesellschaft Ennepe. Sämtliche Aktien sind im Besitze des EnnepeRuhr=Kreises.— Die im Geschäftsjahr 1932 mehrsach aufgetauchte Hoffnung auf Besserung der Wirtschaftslage ist nicht erfüllt worden. Der wirtschaftliche Niedergang wurde vielmehr noch fortgesetzt. Der Stromabsatz, der ein Gradmesser für den Beschäftigungsumfang der Industrie bedeutet, ist auch im Berichtsjahr noch weiter gesunken, und zwar um 11 Prozent. Damit beträat der Rückgang der Stromerzeugung seit dem Höhepunkt im Jahre 1929(40 Millionen KWh) bis heute 46 Prozent. Diese Zahl zeigt die verhängnisvolle Lage der hiesigen Wirtschaft. Während der Durchschnittsrückgang im Reiche ca. 23 Prozent ausmacht, zeigt die genannte Zahl, daß die wirtschaftliche Depression im hiesigen Bezirk doppelt so schwer ist. Das beweist auch die Kehrseite dieses Bildes, nämlich die sehr große Zahl der Erwerbslosen. Der fortlaufend sinkende Stromabsatz veranlaßte das Elektrizitätswerk, an allen Stellen größte Sparsamkeit walten zu lassen. So kam es, daß die Unkosten um rund 30 Prozent ermäßigt werden konnten. Dabei ist zu bedenken, daß bei Betrieben vorliegender Art derartig hohe feste Kosten Innerhalb Wochenfrist unternahm es Gauleiter Josef Wagner zum zweiten Male die Grundgedanken der nationalsozialistischen neuen Staatsauffassung darzulegen. Am Montag Abend hatte er sich die Aufgabe gestellt, die staatspolitischen Ideen seiner Bewegung klar zu entwickeln. Dabei war es selbstverständlich, daß er einleitend den Staatsgedanken kennzeichnete, wie er vor der nationalen Revolution im ehedem marxistisch regierten Deutschland aufgefaßt wurde. Weil damals das Volk innerlich sich überhaupt nicht mehr mit dem Staate verbunden fühlte, mußte es naturnotwendig dahin kommen, daß es sich geistig mehr und mehr von ihm abwand. Dabei war es das Verhängnis der Regierenden, diese innere Wandlung der Volksseele nicht einmal zu bemerken. Und darum ist es auch unrichtig, etwa zu sagen, den Nationalsozialisten sei eine reife Frucht in den Schoß gefallen. Vielmehr war der Zusammenbruch des marxistischen Systems ein natürliches Ergebnis seines falschen Staatsgedankens. Der alte bürgerliche Staat war eben auf Grund seines mangelhaften inneren Aufbaues nicht lebensfähig, den ungeheuren Erprobungen nicht gewachsen und mußte früh oder spät von selbst in Not und Elend zerfallen. Jedes Volk hat den Staat, den es verdient. Das hat die gegenwärtige deutsche Generation sehr drastisch erlebt. Neben dem wirtschaftlichen Verfall kam es auch auf geistigem Gebiete zur völligen Verwirrung der Begriffe und zur Zerstörung der natürlichsten und einfachsten Gefühle des deutschen Volkes. Man sprach zu häufig von Zivilisation und wußte gar nicht mehr, daß eine solche nur dann echt und wirklich ist, wenn auch eine echte Kulturhöhe vorhanden ist. Die Erkenntnisse all der Fehler des verflossenen Systems zeigten dem Nationalsozialismus, wo gearbeitet, verbessert und ergänzt werden müsse, um dem deutschen Menschen wieder festen Grund weltanschaulich unter die Füße zu geben. Dabei muß betont werden, daß Idee und Wirklichkeit niemals hundertprozentig übereinstimmen können. Es gilt, ein neues Fundament und eine neue Richtschnur zu schaffen, wonach gebaut werden kann, den Menschen einer neueren höheren Stufe entgegenzuführen. Der Staat läßt sich nicht auf rein formale und äußerliche Dinge aufbauen, sondern muß organisch wachsen. Die göttlich gesetzte Weltordnung schöpft alles Leben aus dem Volkstum und hebt den Staat darüber hinaus, nur Instrument zum irdisch behaglichen Leben seiner Glieder zu sein. Der Nationalsozialismus strebt darum bewußt dahin, die gesunden Volkstumskräfte zu erhalten, erneuern und zu fördern, und macht die Entwickelung des Staates zur inneren Angelegenheit eines jeden einzelnen Staatsbürgers. Keinesfalls wird der Staat, wie vielfach ausgesprochen, zum Selbstzweck; seine grundsätzliche Bestimmung liegt darin, für seine gleichartigen Glieder ein für sie und zugleich ihn erfolgverendes Gemeinschaftsleben zu schaffen. In der Betonung der Gleichartigkeit kommt bereits vorhanden sind, wie bei kaum einem anderen Industriezweig Die hohen Anlagekosten für Maschinen und Dampfkessel erfordern denselben Kapitaldienst, auch wenn die Anlagen nur zu einem geringen Teil belastet sind. Auch die Bedienung von Maschinen, Kesseln usw. kann nicht verringert werden, auch wenn das betreffende Aagregat nur mit 10—20 Prozent ausgenutzt wird. So ist es erklärlich, daß bei sinkender Ausnutzung der Produktions=Kapazität die Unkosten nicht im gleichen Maße fallen, da der Anteil der festen Kosten gleichbleibend ist. Trotzdem würde ein namhafter Neinsewinn zu verzeichnen sein, wenn nicht eine erhjebliche Nachversteuerung erfolgt wäre. Ein ofsener Reserveposten wurde von der Steuerbebörde nachträglich als steuerpflichtig bezeichnet, o daß eine Steuernachzahlung von rund 135 000 MM. erfolgen mußte. Dieser Betraa allein hätte die Ausschüttung einer Dividende von über 6 Prosent ermöglicht. Allein für Steuern und Zinsen hatte die Aafu im Geschäftsjahre einen Betrag von rund% Million RM. zu zahlen. Da man erner keine Gewinne auf Kosten der Abschreibungen erzielen wollte, die 2—20 Prozent ausmachen, chließt die Bilanz mit einem Verlust von rund 54000 RM. ab. Das Wasserwerk für sich bilanziert, weist einen Gewinn auf, der in der G.samtbilanz zur Verrechnung kam. Da die Straßenbahngesellschaft Enneve keine Gewinne auswirft, bedeutete die Verzinsung von 35 000 RM. des Beteiligungkapitals einen Zuschuß der Agfu zu der genannten Straßenbahn. Im Vergleich zum Vorjahre waren die Aussichtenfürdas lauende Geschäftsfahr im Januar gebessert, da der Umsatz sich um 10 Prozent steigerte. Dieser ging alsdann auf die Zahl des Vorfahres zurück. Im Mai ist dann eine erfreuliche Steigerung von 17½ Prozent eingetreten, die einen Lichtblick für die weitere Entwicklung der Geschäftslage bedeutet. Der neue Aufsichtsrat unter Vorsitz des Landrats Dr. Hanholz hat eine Strompreisermäzigung für sämtliche Kraftabnehmer beschlossen, und zwar in Höhe von 5—15 Prozent. Ferner ist der Rabatt für Nachtstrom erheblich vermehrt worden. Bei weiterer Besserung der Geschäftslage und normalen Steuern und Zinsen ist im nächten Jahre trotz der genannten Strompreisenkung mit einem günstigen Geschäftsabschluß zu rechnen. Am Dienstag, dem 13. d. M., fand die General=Versammlung der Agfu in Gevelsberg statt, in welcher der Geschäftsabschluß des Jahres 1932 genehmigt und dem Aufsichtsrat sowie dem Vorstande Entlastung erteilt wurde. Schwelm. — 35 Mill. RM im vergessenen Bahnban Witten-Schwelm. Die neue Bahnlinie, seit 1912 genehmigt, über 20 Jahre im Bau, aber vor der Vollendung abgebrochen, hat bisher 35 Mill. zum Ausdruck, daß die Quelle allen Volkstums in der Reinhaltung der Rasse liegt. Darum hat der Nationalsozialismus das Rasseproblem als entscheidende Frage der völkischen Neugeburt bewußt in den Vordergrund gestellt. Er weiß, daß die Erhaltung ewiger Werte, aus denen ein Volk immer wieder lebendige Kraft schöpft, allein den Fortbestand und die Höherentwickelung des Volkes garantiert. Diese rassenmäßige Bindung allein läßt mit ihrem unerschütterlichen Idealismus schwerste Notzeiten überwinden. Deutschland stände sicherlich nicht am Anfange eines nenen Lebens, wenn nicht die neue Staatsauffassung, die Quellen dieses alles überwindenden Idealismus freigelegt hätte.— Am Beispiele Aegyptens zeigt Gauleiter Wagner, daß da, wo die blutlich schöpferische Kraft eines Volkes erstorben, auch dessen kulturelle und wirtschaftliche Entwickelung abgeschnitten ist.— Mit der Geburt wird man zwar Staatsangehöriger, aber noch lange nicht Staatsbürger, was ja bekanntlich erst der ist, der auch gewisse Pflichten dem Staate gegenüber erfüllt. Aus dem jungen Manne einen tüchtigen Staatsbürger zu machen, ist nationalsozialistisches Streben, das deutsche Mädchen zu erziehen, dem Staate dadurch zu dienen, daß es ihm immer neues, lebendiges Leben schenkt, ist zweites Ziel. Und wer Gastrecht genießt, achte darauf, sich dessen auch würdig zu erweisen. Das Große am neuen Staatsgedanken ist, daß es keinerlei verschiedenartige Wertung des Menschen nach Abstammung oder materiellen Gütern kennt, und auf dieser Grundlage erst die wirklich wertvollen Kräfte voll zur Geltung kommen läßt. Bislang konnte sich die Verantwortung des Individiums in Regierungsgeschäften hinter die Verantwortungslosigkeit der Masse verstecken, heute ist der Staat pyramidenförmig auf den Schultern der Nation gewachsen und an der Spitze steht die Persönlichkeit. Die blutsmäßige Durchströmung von unten nach oben gewährleistet allein gesunde Weiterentwicklung. Im so aufgebauten neuen Staat muß die Wirtschaft zur wirklichen Volkswirtschaft werden, d. h. in ihren Gesetzmäßigkeiten ganz dem natürlichen Leben entsprechend, und an Volk und Staat gebunden sein. Auch das Verhältnis zum Recht kann so nicht bleiben, wie es bis jetzt war. Die Staatsidee kann nicht leben, wenn ein totes Buchstabenrecht über ihr steht. Die Rechtsprechung muß dem seelischen und natürlichen Empfinden des Volkes entsprechen, der deutsche Richter heraus aus dem Aktenstaub und mit dem wirklichen Leben verbunden werden. Ebenso darf die Oefsentlichkeit nicht mehr den Staat als formale Einrichtung sehen und die Wissenschaft nicht länger außerhalb des Lebens der Nation stehen. Erst wenn alle diese Voraussetzungen einer staatspolitischen vollständigen Umgestaltung erfüllt sind, und das Volk den Wert dieses neuen staatspolitischen Grundgedankens erfaßt hat, dann erst wird ein Staat, ein Volk, eine Führung die Hoffnung auf eine bessere Zukunft nähren können, daß denen die nach uns kommen, wieder einmal die Sonne scheint. R M. gekostet und erfordert dauernde Unterhaltungskosten. Fragt man nach der Ursache der Unterbrechung, so wird auf die überaus starke finanzielle Inanspruchnahme der Reichsbahn seit dem Kriege und ferner auf die betriebstechnische Notwendigkeit verwiesen, zunächst grundsätzlich den viergleisigen Ausbau der Hauptstrecke Dortmund-Köln mit den großen Bahnhofsumbauten soweit abzuwarten, bis sie den Zuwachsverkehr neuer Linien aufnehmen kann. Ein Hauptteil der jetzt zur Vollendung kommenden Bahnlinien durchzieht den Ennepe=Ruhr=Kreis, in dem die Arbeitslosigkeit besonders aroß ist, und dessen Bevölkerung daher durch die Bahnarbeiten eine starke Hilfe erhofft. Auch die hier anfässige Kleineisenindustrie. Verbraucherin der schwerindustriellen Erzeugnisse des Ruhrgebiets, rechnet mit einer Belebung: ebenso die ganz darniederliegende Steinbruchindustrie der Ruhrberge.(*b — Büroeinbruch im Mittelpunkt der Stadt. Diebe drangen mittels Nachschlüssels in die Büroräume eines Hauses der Kortumstraße ein und entwendeten zwei Schreibmaschinen, einen dunkelbraunen, gerippten Lederkoffer mit violetten Innenfutter und eine braune Aktentasche. Der Bügel der Aktentasche ist defekt. Bei den Schreibmaschinen handelt es sich um die Marken„Continental" und„Orga“. Von Oberbürgermeister Dr. Ruer 260000 RM. Schadenersatz gefordert. Die Stadtverwaltung Bochum hat gegen den früheren Oberbürgermeister Dr. Ruer eine Klage bei der Zivilkammer des Bochumer Landgerichts anhängig gemacht, in welcher sie einen Schadenersatz in Höhe von 260 000 RM. beansprucht. Gleichzeitig ersucht sie, den Zivilprozeß bis zur Erledigung des gegen Oberbürgermeister Dr. Ruer laufenden Strafverfahrens auszusetzen. Der unter der Beschuldigung der Veruntrenung von Verbandsgeldern vor einigen Wochen in Haft genommene frühere Vorsitzende des Kriegsbeschädigtenverbandes und der Siedlungsgenossenschaft, Rimbach(Wanne=Eickel), ist jetzt aus der Haft entlassen worden.*b Theater-Gemeinschaft Bochum-Duisburg bleibt erhalten. Der Gemeinscha 1 Ja Das Duisburger Theater=Büro teilt mit: Der städtische Ausschuß für Kunst und Volksbildung hat in seiner gestrigen Sitzung einstimmig beschlossen, die bisherige Theatergemeinschaft bei der land- und forstwirtschaftlichen Betriebszählung. Bei der land= und forstwirtschaftlichen Betriebszählung im Jahre 1925 war es den Betriebsinhabern freigestellt, ihre Flächen entweder in Hektar und Ar oder in dem landesüblichen Flächenmaß anzugeben. Dies führte naturgemäß zu zahlreichen Angaben in landesüblichen Flächenmaßen, deren spätere Umrechnungen in Hektar und Ar erhebliche Aufwendungen an Zeit und Geld erforderten. Bei der bevorstehenden Zählung am 16. Juni ist besonders darauf zu achten, daß die Flächenangaben ausschließlich in Hektar und Ar gemacht werden. Die ehrenamtlichen Zähler werden in den Fällen, in denen die Haushaltungsvorstände zu einer Umrechnung der alten Flächenmaße in Hektar und Ar nicht in der Lage sind, bei der Umrechnung gern behilflich sein. Für jede landwirtschaftlich, forstwirtschaftlich oder gärtnerisch genutzte Fläche, und sei sie auch noch so klein, müssen Flächenangaben gemacht werden. Es ist deshalb von allgemeinem Interesse, die Umrechnungen des preußischen Morgen in Hektar und Ar zu kennen: 1 preuß. Morgen= 180 Quadratruten= 0,2553 Hektar= 25,53 Ar= 2558 Quadratmeter; Die Beschreibung von Flächen bis zu ½ Hektar(= 50 Ar— 5000 Quadratmeter) erfolgt auf der Haushaltungsliste, die jeder Haushaltungsvorstand bekommt. Gehen die Flächen über ½ Hektar hinaus, so muß eine besondere Land- und Forstwirtschaftskarte ausgefüllt werden. Die Ausfüllung muß also in allen Fällen erfolgen, wenn die Gesamtfläche, in alten Maßen ausgedrückt, 2 preuß. Morgen oder 353 Quadratruten übersteigt.(*t. mit Bochum unter der künstlerischen Leitung von Intendant Dr. Schmitt auf ein Jahr weiterzuführen. Essen. — Verhaftungen bei der Beerdigung des Thomae=Mörders. Am Mittwochnachmittag wurde der bei einem Fluchtversuch erschossene Mörder des SA.=Mannes Thomae, der Kommunist Lottes, beerdigt. Auf dem Friedhof kam es zu Zwischenfällen, als sich mehrere Beerdigungsteilnehmer nicht anders von dem Toten verabschieden zu können glaubten, als daß sie sich in wüsten Drohungen ergingen. Besonders einige„Damen" taten sich dabei hervor.„Für dich fallen noch zehn" meinte dabei eine der„Leidtragenden". Da solche Tonarten im neuen Deutschland nicht mehr gespielt werden, gab man mehreren Beerdigungsteilnehmern, die sich die Beerdigung als eine kleine KPD.=Versammlung gedacht hatten, Gelegenheit, in der Zelle ihren großen Schmerz abzureagieren. Kray. — Vermißt wird seit dem 8. d. M. die Näherin Maria Keller, geboren 9. Juni 1913, zuletzt Kray, Elsterbuschstraße 15, wohnhaft. Beschreibung: Etwa 1,60 Meter groß, schmächtig, dunkelblondes, kurzes Haar, bleiches Gesicht, braune Augen, vollständige Zähne, kleine Narbe an der rechten Gesichtshälfte; Bekleidung: Weiße Mütze, dunkles Kled, helle Strümpfe und braune Schuhe. Anhaltspunkte über Aufenthalt oder Verbleib der Vermißten an die Kriminaldirektion Essen erbeten. k. iftsvertrag um vorläufig hr verlängert. Das große Programm des Hattinger CentralTheaters gelangt nur noch heute zur Vorführung. Erweroslose zahle nur 20 Pfennig. * Heute letzter Tag des schönen Programms„Gräfin Mariza“ und der„Waffenschmied“ im Adler=Palast Welper. Anfang 8 Uhr. Körbe voll Wäsche stehen vor Frau Hoffmann. Bunte Wäsche, weiße Wäsche, Grobes und Feines, auch Wolle und Seide— alles will gewaschen sein. „Na,“ sagt Frau Hoffmann,„das schaffen wir leicht. Wir haben ja solch eine tüchtige Hilfe: Sunlicht=Seise zum Einseifen, Kochen. Durchwaschen. Die schont mir die guten Sachen— denn sie ist ja garantiert rein. Und außerdem albt Sunlicht=Seife eine so kräftige und stark schäumende Lauge, daß die Wäsche wirklich schnell. gründlich und vor allem ohne große Arbeit gereinigt wird."(tbh Polar= und Nordkapfahrten des Norddeutschen Lloyd. Mit seinem hervorragend eingerichteten Erholungsreisendampfer„General von Steuben“(ca. 15 000 BRT.) und dem mit erlesenem Geschmack ausgestatteten 11 500 BRT. großen Passagierdampser„Sierra Cordoba“ veranstaltet der Norddeutsche Lloyd Bremen in den Monaten Juli bis August eine Polar= und drei Nordkapfahrten. Auf der Polarfahrt(D.„General von Steuben“) werden Schottland, Fär Oer und Island, die gletscherreichen Buchten Spitzbergens und die schönsten Punkte an den norwegischen Fjorden besucht. Die drei Nordkapfahrten(D.„Sierra Cordoba“) führen in die einzigartige Ffordwelt des südlichen und nördlichen Teils der Westküste Norwegens. Alle vier Fahrten vermitteln den Teilnehmern unvergeßliche Eindrücke von der Großartigkeit der nordischen Welt mit ihren Bergen und Gletschern, ihren Meeren und Fjorden, ihren rauschenden Wasserfällen und lieblichen Tälern und dem mystischen Glanz der Mitternachtssonne.— Interessenten wenden sich zweckmäßig an die Vertretung des Norddeutschen Lloyd, Hattingen, Große Weilstraße 1.(5 Die ersten Früchte der Industrierevierfahrt.— Besuch bei der JG.Farben=Industrie in Leverkusen. Die ausländischen Teilnehmer der Industrierevierfahrt trafen am Mittwoch, von Essen kommend, in Leverkusen ein, wo sie von den leitenden Herren der I. G. Farbenindustrie und Vertretern aus Politik und Wirtschaft begrüßt wurden.— Führende Persönlichkeiten aus 15 benachbarten Staaten ließen in einem freien Meinungsaustausch keinen Zweifel darüber, daß sie in höchstem Maße überrascht seien von dem, was sie auf dieser Industrierevierfahrt gesehen hätten. Sie erkannten rückhaltlos an, daß sie falsch unterrichtet worden seien und daß sie sich überzeugt hätten, daß das deutsche Volk bestrebt sei, einen grundlegenden Neubau des gesamten Wirtschaftslebens zu vollziehen. Eine Hoffnungsfreudigkeit atme aus allen Schichten der Arbeiter= und Angestelltenschaft, die Respekt einflöße und einem den Eindruck aufzwänge, daß das einmal begonnene Werk des Wiederaufbaues glücklich beendet würde. Der heilige Eifer, mit dem heute jeder in Deutschland seine Arbeit verrichte, beweise, mit welchem Ernst und auf welchen Grundlagen Deutschland das neue Reich aufbaue. Die Gäste versprachen, in ihrer Heimat aufklärend zu wirken, daß nicht Chaos, sondern ein eiserner Wille in Deutschland obwalte, der jegliche Unterstützung verdiene. Nach der Besichtigung folgten die Teilnehmer einer Einladung zu einem Mittagsmahl. Hier emtsprach Geheimrat Dr. Duisbera einem besonderen Wunsche aus dem Teilnehmerkreise und schilderte kurz seinen persönlichen Werdegang. „Ich arbeite Tag und Nacht“, führte Geheimrat Duisberg u. a. aus, und wenn die Jugend heute behauptet, Erfolge wären nicht mehr möglich, so behaupte ich:„Es gehe trotzdem!“(Beifall.) Auch heute geht die Entwicklung weiter, aber wir sind auf Sie, meine ausländischen Freunde, angewiesen. In der Weltwirtschaft soll man nicht gegeneinander, sondern miteinander arbeiten. Ich hoffe, daß Sie, meine Herren, Ihr Handeln nach diesen Grundsätzen einrichten, dann werden wir gute Freunde werden. Geheimrat Duisberg schloß seine begeistert aufgenommene Ansprache mit einem Hoch auf die Gäste. Der NSBO.=Obmann Dr. Dierlings(Leverkusen) dankte anschließend den ausländischen Gästen für ihren Besuch im Namen der Arbeiterschaft, die ein großes Interesse daran habe, daß das Ausland unsere Ware beziehe. Herzog Adolf Friedrich von Mecklenbura, der Präsident des AvD., brachte einen Trinkspruch aus auf die Arbeiterschaft der IG. und insbesondere auf den bewährten Führer Geheimrat Duisberg. Den Dank der ausländischen Gäste erstattete der sinnische Minister für Handel und Gewerbe, Exz. Killinen, der zugleich für die östlichen Randstaaten sprach.„Uns Ausländern." betonte er,„dünkt das, was wir gesehen haben, großar tig. Wir haben mit eigenen Augen gesehen, daß sich das deutsche Wirtschaftsleben in geordnete Bahnen abwickelt.“ Minister Killinen brachte ein dreifaches Hoch auf das neue Deutschland aus. Hierauf in= tonierte die Kapelle die finnische Nationalhymne. Anschließend wurde die erste Strophe des Deutschlandliedes gesungen. Nach kurzem Aufenthalt begaben sich die Teilnehmer zum Petersberg, wo zu Ehren der ausländischen Gäste ein„Rheinischer Abend“ veranstaltet wurde.— Heute, Donnerstag, findet die Industrierevierfahrt mit einem Abschiedsabend in Köln ihren offiziellen Abschluß. Gartenbau-Sachleute im Industriegebiet. Tagung in Gelsenkirchen. In Gelsenkirchen tagte die Deutsche Gesellschaft für Gartenkunst, Landesgruppen Industriegebiet, Rheinland und Westfalen. Die Gruppe Ruhrgebiet war vertreten durch 40 Delegierte der Städte Dortmund, Oberhausen, Bochum, Herne, Recklinghausen, Duisburg, Rheinhausen, Hamborn, Mülheim, Essen, Elberfeld und Krefeld. Die Tagung wurde eingeleitet mit einer Besichtigung des Grüngürtels von Buer und des Volkserholungsgebietes von Gelsenkirchen unter Führung des Gartenbaudirektors Gey(Gelsenkirchen). Gartenbaudirektor Gey hat aus einer versumpften, wenig beachteten Gegend teils durch Notstands=, teils durch Fürsorgearbeit in den Jahren 1922 bis 1932 ein vorbildliches Grüngebiet hergestellt. Anschließend an die mehrstündige Wanderung und Besichtigung fand im alten Saal des Schlosses Haus Berge die Tagung statt, die in Verhinderung des 1. Vorsitzenden Korte(Essen) von Architekt Persch(Dortmund) eröffnet und geleitet wurde. Bei der Stellungnahme zum Fall des 2. Vorsitzenden, Gartenbaudirektor Keßler (Mülheim), kam man zu dem einstimmigen Beschluß, den Rücktritt von Gartenbaudirektor Keßler nicht anzunehmen, vielmehr ihm volles Vertrauen entgegenzubringen. Als nächster Tagungsort wurde Dortmund für die Woche vom 16. bis 23. Juli festgesetzt. Die Garde marschiert in Wanne-Eickel. Aus Anlaß der 25jährigen Jubelfeier des Garde=Vereins Wanne am 17., 18. und 19. Juni treffen sich in WanneEickel alle ehemaligen Angehörigen des 5. Garde=Regiments zu Fuß. Verbunden hiermit ist die Tagung des Semper=Talis=Bundes und ein Aufmarsch des Stahlhelms. Deutschnationaler Kampfring im Präsidialbezirt Dortmund verboten. Polizeipräsident Schepmann hat den Deutschnationalen Kampfring für den Präsidialbezirk Dortmund auf Grund des§ 1 der Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutze von Volk und Staat vom 28. 2. 1933 in Verbindung mit dem Paragraphen 14 und 41 des Polizeiverwaltungsgesetzes aufgelöst. In der Begründung heißt es: Schon seit langer Zeit waren Klagen laut geworden, daß der Kampfring ein Sammelbecken für marxistische Elemente geworden sei. Diese Vermutung hatte deshalb von vornherein viel Wahrscheinlichkeit für sich, wetl ein Bund ohne geschichtliche Tradition wie der Kampfring am ehesten geeignet ist. Menschen in sich aufzunehmen, in denen der neue Geist der nationalen Revolution noch nicht lebendig wurde. Die Polizei hat deshalb sorgfältige Ermittlungen angestellt, die die genannten Vermulungen vollständig bestätiaten. Es wurde nämlich einwandfrei festgestellt, daß etwa 75 Prozent der neuaufgenommen Kampfringmitglieder noch bis März 1933 zur SPD. oder KPD. gehört haben; teilweise handelt es sich sogar um ehemalige Funktionäre der KP D. und um solche Leute, die sich noch im März an Ueberfällen auf SA.=Leute beteiligt hatten. Entgegen der Behauptung des Kampfringes, daß geschlossene Uebertritte größerer Personenkreise nicht erfolgt seien, ergab die Untersuchung weiter, daß z. B. am 15. März 1933 65 Mitglieder eines Vereins ebemaliger Polizeibeamter ohne besondere Ueberprüsung der politischen Zuverlässigkeit aufgenommen wurden. Bezeichnend ist, daß die nationalsozialistisch eingestellten Vereinsmitglieder sofort nach dem Umschwung diese Vereinigung verlassen hatten. Hinzu kam die rege Werbetätigkeit, die der Kampfring in letzter Zeit durch Umzüge und Veranstaltungen aller Art entfaltete. Auf Grund der angeführten Tatsachen war zu berücksichtigen, daß der Kampfring von marxistischen und kommunistischen Elementen aufgesogen wurde. Der Unwille der Bevölkerung führte in den letzten Tagen verschiedentlich zu Zusammennößen mit den Kampfringmitgliedern. Unter diesen Umständen konnte die verantwortliche Polizeibehörde nicht mehr untätig bleiben. Zur Aufrechterhaltung der Ruhe und Ordnung sowie im Interesse der ungehinderten Durchführung der nationalen Revolution mußte das Verbot ergehen. Es soll dabei anerkannt werden, daß die Führung des Kampfringes eine direkte Schuld an den vorhandenen Zuständen nicht trifft; die Verhältnisse sind ihr offenbar über den Kopf gewachsen, was seine Erklärung darin findet, daß die genannten Kreise sich während der letzten Jahre nicht die genügende Kenntnis der marxistischen und kommunistischen Kräfte durch den damals unvermeidlichen Kampf auf der Straße verschafft haben. * Aufruf Flumes und Dr. Gisevius'. Die bisherigen Landesführer des Deutschnatlonalen Kampfringes, Studienassessor Flume (Dortmund) und Dr. Gisevius(Düsseldorf) erlassen folgenden Aufruf: Kameraden! Um dem Vaterlande zu dienen, haben wir uns ehrlichen Herzens der Führung Adolf Hitlers unterstellt. Wir bitten die Kampfringkameraden, die seit Jahren mit uns für die nationale Erhebung gekämpft haben, sich unserem Schritt. der aus tiefster Liebe zum Volk und Reich erwachsen ist, sofort anzuschließen. In vertrauensvoller Aussprache hat uns Ministerpräsident Goering die seste Zuversicherung gegeben, daß die im nationalen Freiheitskampf schon vor dem 30. Januar erprobten Kameraden offene und ehrliche Aufnahme in den Reihen Adolf Hitlers finden. Darum fort mit allem Mißtrauen! Hinein in die Bewegung der Zukunft. E wenwonne ooer rorege Grobes oder Feine Alles worchen 50 rdch end echorend Aus der allgemeinen und inneren Verwaltung. Der Amtliche Preußische Pressedienst teilt aus dem Bereich der allgemeinen und inneren Verwaltung folgende Personalveränderungen mit: Es sind mit der vertretungsweisen Verwaltung folgender Stellen beauftragt: Polizeipräsident in KrefeldUerdingen: Sturmbannführer Gelberg in Büderich, Polizeipräsident in Gladbach=Rheydt: Sturmführer Grunert in Düsseldorf, Landrat in Biterfeld: Regierungsassessor Habildin Köln, Landrat in Weißenfels: Bürgermeister Pape in Österfeld, Landrat in Siegburg: Bürgermeister Buttlar in Königswinter. Milde muß eine Grenze haben. Strafregister eines Sittlichkeitsverbrechers. Die Sache wurde vor dem Schöffengericht in Hagen verhandelt. Der Bauarbeiter Heinrich W. und der Arbeiter Wilhelm Sch. vergingen sich an zwei Mädchen im Alter von 12 und 13 Jahren. Sch. ist inzwischen als Landhelfer nach Östpreußen geschickt worden. Seine Tat wird das Schöffengericht in Hagen später beschäftigen. Er ist in der Hauptsache geständig. Der Vertreter der Staatsanwaltschaft hielt die Taten des Angeklagten W., der Mitglied des Kampfbundes gegen den Faschismus ist, für so scheußlich, daß er eine Gesamtstrafe von 1 Jahr und 2 Monate Zuchthaus beantragte. Das Gericht aber bewilligte dem An geklagten noch einmal mildernde Umstände zu und verurteilte ihn nur zu 1 Jahr und 2 Monaten Gefängnis. Bei Feststellung der Vorstrafen ergaben sich fünf, darunter auch eine für Sittlichkeitsverbrechen. Und alle diese fünf Strafen sind nicht verbüßt, sondern auf Bewährung gesetzt worden. Man ersieht, so meinte der Vorsitzende, wohin solche Milde führt. Eröffnung der Braunen Messe in Hagen. Am Mittwoch wurde in Hagen die Braune Messe, deren Schirmherr Gauleiter Wagner ist, feierlich eröffnet. Die Braune Messe soll eine Demonstration für die unter der Idee des Nationalsozialismus zusammengefaßten Kräfte des Mittelstandes und eine Werbung für deutsche Ware sein. Der Sinn der Messe ist, Preiswürdigkeit und Qualität der Waren des deutschen Mittelstandes aufzuzeigen. Im guten Glauben? Die Strafkammer in Dortmund verurteilte den ebemaligen Redakteur der eingegangenen Westfälischen Allgemeinen Volkszeitung in Dortmund, Böttcher, zu vier Monaten Gefängnis und Veröffentlichung des Urteils im Dortmunder Generalanzeiger und in der Siegener National=Zeitung. Böttcher hatte am 20. Januar in seinem Blatt Behauptungen aufgestellt, die Beleidigungen für den Koburger Bürgermeister darstellten. Der Angeklagte bezeichnete in der Verhandlung diese Behauptungen selbst als unzutrefsend. Er will die Nachrichten aus dem Sozialdemokratischen Pressedienst entnommen haben, den er nach seinen Erfahrungen als zuverlässig in der Berichterstattung gehalten habe. Er habe daher in gutem Glauben gehandelt. Wegen Wirkschaftssabolage ins Konzenkrationslager. Auf Veranlassung des Kreisbetriebszellenleiters Neubauer wurde der Geschäftsinhaber der Fahrzeugwerke Recklinghausen, Danz. in Münster gelegentlich einer Besprechung mit dem Bezirksleiter der Deutschen Arbeitsfront, Nagel, verhaftet und in ein Konzentrationslager übergeführt. Die Festnahme erfolgte wegen Durchbrechung des Wirtschaftsfriedens und wegen der Gefährdung der Arbeitsstätte, sowie wegen staatsDas Geheimnis um Luttenberg Romen von Erich Ebenstein/(Urheberschutz durch C. Ackermann, Romanzentrele Stuttgart) 21. Fortsetzung.(Nachdruck verboten.) Wie war nur alles gekommen? Er hatte doch gemeint, der Mann müsse in den geheimen Gang eher eingedrungen sein als er, müsse also vor ihm sein. Und dann hatte er ihn von rückwärts überfallen! Da es in dem Gang selbst durchaus kein Versteck gab, so mußte der Mann also doch erst nach ihm gekommen sein. Wo konnte er aber bis dahin gewesen sein? Der Korridor schien doch leer— das Zimmer Kornelius Luttenbergs ebenfalls.— Wie war er selbst in die ausgemauerte Grube gekommen?— Er hatte sie doch so oft untersucht— die Steine schienen so fest gefügt— und dann war auf einmal eine offene Tür da gewesen— und der Mann, den er verfolgte, hatte ja gar keine langen schwarzen Haare, sondern ganz kurz geschnittene—! Wären sie lang gewesen, hätte die Luft sie doch beim Laufen fliegen gemacht— aber die Haare in der Weimutskiefer waren lang gewesen. Hempel begriff es nicht. Die Augen wollten ihm zufallen, er riß sie auf und starrte um sich. Wo war er denn? Ganz nahe ragten Schlote in die Luft— Hämmern und Getöse— Heinrichshütte? Oder G.?— Sie waren doch so lange gelaufen— endlos lange. Seine Gedanken verwirrten sich immer mehr und plötzlich hörten sie ganz auf.— Der Oberkörper sank zurück, der Kopf fiel mitten in den Straßenkot. 20. Als Silas Hempel wieder zum Bewußtsein kam, fand er sich in einem netten, kleinen Zimmerchen, wo alles weiß lackiert und peinlich sauber war. Eine barmherzige Schwester stand am Waschtisch und reinigte dort das Geschirr. Hempels Blick ruhte lange verwundert und sinnend auf ihr. Er hatte das Gefühl, herrlich geschlafen zu haben, und fühlte sich frisch und kräftig. Nur konnte er durchaus nicht begreifen, wie er in dieses fremde Zimmer gekommen war. Die barmherzige Schwester wandte sich um, und als sie Hempel mit offenen Augen daliegen sah, kam sie rasch an sein Bett. „Nun— ausgeschlafen, lieber Herr? Wie fühlen Sie sich?“— „Ausgezeichnet! Aber, bitte, wollen Sie mir nicht sagen, Schwester, wo ich eigentlich bin und wie ich hierher kam?" „Sie sind im Werkspital in Heinrichshütte. Man fand sie bewußtlos und voll Blut auf der Landstraße, knapp vor dem Eingang zum Ort.“ „Wann? Heute?“ „O nein, schon vorgestern morgen. Aber da kommt eben Dr. Hollberg, der Arzt, der Sie behandelt...“ „Guten Morgen“, sagte ein junger Mann mit offenen, freundlichen Mienen, an das Bett tretend.„Wie geht's? Haben Sie Schmerzen?“ Hempel sah den Sprecher überrascht an. Schmerzen? Mich behandeln?" fragte er:„Aber ich bin doch gar nicht krank!“ „Oho— wenn man einen so hübschen Messerstich hat von der Achsel bis in den Oberarm— mindestens zehn Zentimeter lang und fünf tief— und solch eine Menge Blut verloren hat— dann will man nicht krank sein?"— „Einen Messerstich— ich?“ „Ig. wissen Sie das etwa gar nicht? Gottlob, er ist ja am Schultergelenk abgeglitten und hat nur eine Fleischwunde im Oberarm gemacht, aber gemeint war er sicher nicht so harmlos, und Schmerzen muß er Ihnen anfangs doch tüchtig gemacht haben! Uebrigens heilt sie jetzt schon recht nett zusammen, seit ich sie genäht habe. Wenn Sie tüchtig futtern setzt— ein wenig gepäppelt haben wir Sie ja schon im Schlaf mit Milch und Coanak—, dann werden Sie in ein paar Tagen so wohlauf sein, daß Sie das Spital wieder verlassen können.— Jetzt, Schwester Alberta, bringen Sie unserm Patienten aber vor allem ein kräftiges Frühstück. ja? Dann sehen wir uns die Wunde an.“ Die Schwester entfernte sich, während der Arzt sich auf einen Stuhl neben dem Bett niederließ und heiter weiterplauderte über Hempels Auffindung am Straßenrand und sein schreckliches Aussehen durch Blut und Straßenkot. Silas lag ganz still da, hatte die Augen geschlossen und suchte seine Gedanken zu sammeln. Er erinnerte sich nun an alles ganz genau, von dem Augenblick an, wo er erwacht, den geheimen Gang offen gefunden hatte und in diesen eingedrungen war. Es war ihm jetzt auch ganz klar, daß der Mörder erst nach ihm eingestiegen, also hinter ihm gewesen sein mußte. Bei dieser Vorstellung erfüllte ihn starke Unruhe. Wo mochte der vorher gewesen sein? Wer war er überhaupt? Knapp vor Heinrichshütte war er ihm entwischt. Wohnte er hier oder in dessen unmittelbarer Nähe? Wußte der Mörder, wer er selber war? Hatte er erfahren, daß er schon drei Tage bewußtlos hier im Werkspital lag? Drei Tagel Was konnte inzwischen alles geschehen sein! Jedenfalls galt es, äußerste Vorsicht zu beobachten. Niemand durfte erfahren, daß er einen Mörder verfolgt hatte, und dieser durfte erst recht nun nicht erfahren, daß er, Hempel, ihn für einen solchen hielt und darum verfolgt hatte. Mochte er glauben, daß ein Zufall Hempel in den Gang geführt und Neugier und Aerger über den heimtückischen Ueberfall ihn zur Verfolgung veranlaßten. Er selbst mußte verschwinden, damit der Mörder sich wieder sicher fühlte. Nur so konnte man dann in aller Stille weiter nach ihm forschen— natürlich in ganz anderer Gestalt. „Nun sagen Sie mir aber auch, wer Sie sind, und wie Sie zu dem Messerstich kamen! Wir wissen ja bisher noch gar nichts über Sie!“ riß ihn die Stimme des jungen Arztes aus seinen Gedanken. Hempel öffnete die Augen. „Wer ich bin? Ein Reisender namens Ernst Müller. Ich reise in Textilwaren, und da ich gerade ein paar Tage frei hatte— ich wohne in G. —, so wollte ich einen Bekannten besuchen, der gegenwärtig im Sägewerk am Ende dieses Tales beschäftigt ist.“ „Zu Fuß wollten Sie diesen weiten Weg machen?“ „Ja, warum nicht? Ich bin ein guter Geher und hoffte, es in vier Stunden zu machen. Um 4 Uhr verließ ich G. und hoffte um 8 Uhr im Sägewerk zu sein. Kurz vor Heinrichshütte hörte ich Schritte hinter mir, achtete aber nicht weiter darauf. Aber plötzlich, an einer dunklen Stelle, wohin das Mondlicht nicht kam, fiel mich jemand von rückwärts an. Ich wehrte mich, begriff, daß der Mensch es wohl auf Geld abgesehen habe, und trachtete nur, meinen Revolver in die Hand zu bekommen, den ich in der Rocktasche trug. Bei der Balgerei fielen wir beide zu Boden und ich fühlte dabei einen plötzlichen Schmerz an der Schulter, dachte aber, es sei von einem Meilenstein, auf den ich just hingeschlagen war. Inzwischen hatte ich auch meinen Revolver erwischt, entsicherte ihn und schoß. Ob ich den Kerl getroffen habe, weiß ich nicht, denn er nahm gleich seindlicher Aeußerungen. Der Betrieb wird unter nationalsozialist. Leitung weitergeführt. Die durch Danz gekündigten und entlassenen Belegschaftsmitglieder sind durch Vermittlung der NSBO. restlos wieder eingestellt worden. Nur 1169 RM. Bei einer Revision der Bottroper Stadtkasse wurden Veruntreuungen eines Angestellten in Höhe von 1169 RM. festgestellt. Der Fall wurde der Kriminalpolizei übergeben. Im letzten Augenblick gerettet. In Beelen stürzte eine Hausangestellte kopfüber in den Axtbach, als sie mit dem Spülen der Wäsche beschäftigt war. Zwei in der Nähe beschäftigte Mädchen riefen um Hilfe, und so war der Händler Kottenstedde noch gerade früh genug zur Stelle, um der Ertrinkenden eine lange Stange hinzuhalten, als sie zum dritten Male auftauchte. Mit Hilfe mehrerer Männer wurde sie dann ans Ufer geschafft. Kellner im Braunhemd. Die Kreispressestelle Bielefeld der NSDAP. übergibt eine Erklärung der Oeffentlichkeit, in der u. a. nachstehende Gedanken ausgeführt werden: Vor einiger Zeit wurde durch Verhandlungen mit dem Wirteverein, dem Arbeitgeberverband und den Gaststättenangestellten vereinbart, daß in Bielefeld allgemein der Kellner im Braunhemd bedient. In mehreren Städten ist diese Neuerung von der nationalen Bevölkerung freudig begrüßt worden. Auch hier ist in mehreren Wirtsbetrieben die Regelung eingeführt und veranschaulicht so in wunderbarer Weise die Verbundenheit des Volkes zu unserer herrlichen Bewegung. Wenn es heute noch Leute gibt, die glauben, mit der neuen Zeit des geistigen Umbruchs nicht Schritt halten zu können, oder bewußt unseren Aufbauwillen zu sabotieren versuchen, so sei ihnen gesagt, daß wir derartige Betriebe meiden werden. Katastrophale Finanzlage in DuisburgHamborn. 82,5 Millionen RM. Fehlbetrag. Vor Vertretern der Presse gab der Finanzdezernent der Stadt Duisburg=Hamborn, Beigeordneter Dr Besserer, Erläuterungen zum Haushaltsplan des Rechnungsjahres 1933. Die Ausführungen des Dezernenten zeigten erneut, daß die Finanzlage der Stadt geradezu als katastrophal anzusprechen ist. Aus dem Finanzbericht für das Jahr 1932 geht hervor, daß aus den Jahren 1929, 1930 und 1931 noch ein Fehlbetrag von rund 24,7 Mill. RM. mitzuschleppen ist. Das Rechnungsjahr 1932 schließt mit einem Fehlbetrag von rund 25 Mill. RM., also ein Gesamtdefizit von insgesamt rund 50 Mill. RM. aus der Vergangenheit. Der Voranschlag für 1933 rechnet mit einem Fehlbetrag von rund 32,5 Mill. RM., so daß im ganzen gerechnet der Stadt ein auszugleichendes Manko von rund 82,5 Mill. R M. verbleibt. Millionenstrafe in einem Steuerhinterziehungsprozeß. In einem Millionenprozeß verhandelte das Schöffengericht Duisburg gegen zwei Duisburger Kaufleute wegen Steuerhinterziehung aus Geschäften mit Zucker. Nach längerer Verhandlung verurteilte das Gericht einen der Angeklagten zu 2281 000 RM. Geldstrafe, ersatzweise für je 10 000 RM. 1 Tag Hakt. Der zweite Angeklagte kam mit 80 RM. Geldstrafe davon. Zweijähriger Knabe ertrank im Bach. In Duisbura-Hamborn spielte das zweijährige Söhnchen der Eheleute Andre am Ufer des Rahmer Baches. Es stolperte plötzlich, kollerte die Uferböschung hinab und fiel in den angeschwollenen Bach. Ehe Hilfe zur Stelle war, ertrank das Kind. Zehn Jahre in Männerkleidung. Die Mörser Polizei mußte eine dreißigjährige Frau vorläufig festnehmen, die seit mehr als zehn Jahre in Männerkleidern Berufsarbeiten nachging, die sonst nur von Männern ausgeübt werden. Als Grund gab sie an, daß es ihr so leichter möglich gewesen sei, einen Beruf zu erareifen und ihre alleinstehende Mutter zu unterstützen. Täuberungsmaßnahmen in Düsseldorf. In der Nacht zum Mittwoch veranstaltete die Polizei in Düsseldorf, verstärkt durch Hilfspolizei, SA und SS., eine auf großer Grundlage aufgebaute Razzia besonders im Hofgarten= und BahnhofsReißaus. Ich gab noch ein paar Schüsse ab und ging dann, als sich nichts Beunruhigendes mehr zeigte, weiter. Da merkte ich, daß ich stark blutete, und stopfte mein Taschentuch auf die Wunde. Ich dachte, ich hätte mich nur tüchtig aufgeschlagen. Aber ich muß wohl viel mehr Blut verloren haben, als ich dachte, denn das Gehen wurde mir immer schwerer, und gleich hinter Heinrichshütte fühlte ich mich sehr elend. So setzte ich mich ein wenig an den Straßenrand, um auszuruhen. Dort muß mich dann wohl auch das Bewußtsein verlassen haben. Ein Gefühl von Schwindel war das letzte, an was ich mich erinnern kann.“ „So müssen Sie die ganze Nacht dort gelegen haben! Ein Glück, daß Tanwetter war, sonst hätten Sie erfrieren können. Aber wer kann der Kerl gewesen sein, der Sie überfiel? Hier gibt es sonst doch wahrlich kein Raubgesindel!— Wie sah er denn aus?“ „Woher soll ich das wissen, da es pechfinster an der Ueberfallstelle war? Nach den Bewegungen und dem schmächtigen Körper zu schließen, muß es ein ganz junger Bursche gewesen sein. Mehr weiß ich nicht." Die Krankenschwester brachte das von Dr. Hollberg angeordnete, sehr reichliche Frühstück, über das sich Hempel sogleich mit wahrem Wolfshunger hermachte. Lächelnd sahen ihm Arzt und Pflegerin zu. „Recht so!“ sagte jener.„Nach so viel Blutverlust heißt es jetzt die verlorenen Kräfte wieder einbringen. Wenn Sie brav weiteressen, werden Sie bald ganz gesund sein." „Oh, ich denke, das bin ich schon jetzt. Uebrigens, hat sich jemand erkundigt nach mir hier im Spital?“ „Nein, niemand. Ihr Bekannter im Sägewerk konnte kaum von Ihrem Mißgeschick wissen, da niemand Ihren Namen kannte.“ „Ich dachte auch nicht an diesen— natürlich kann er nichts wissen. Ich dachte eher an Freunde in G." viertel, um dem Treiben von lichtscheuem Gesindel ein Ende zu bereiten. 156 Frauen und 35 Männer (Dirnen und Zuhälter) wurden festgenommen und bis zur Prüfung ihrer Personalien in Gewahrsam gehalten. 26 Frauen wurden wegen anstekkender Krankheiten den Krankenanstalten zugeführt. „Nebeneinnahmen“ eines Kellners. Wegen fortgesetzten Betruges wurde in Düsseldorf der Kellner M. festgenommen, der beschuldigt wird, von 1926 bis heute fortgesetzt Kassenbons als Kellner eines größeren Düsseldorfer Lokals gefälscht zu haben. Auf diese Weise verschaffte er sich durchschnittlich fünf bis zehn RM. tägliche Nebeneinnaymen. Der Gesamtschaden, den der Schwindler dem Unternehmen zufügte, beläuft sich nach den vorliegenden Unterlagen auf etwa 30 000 RM. Der Festgenommene gibt die Fälschungen dor Bons dem Grunde nach zu, bestreitet aber die Höhe des angegebenen Gesamtschadens. Es wurde gegen ihn Haftbefehlerlassen. Verhängnisvoller Steinwurf. Durch einen Steinwurf wurde in Attendorn der 7jährige Schüler Berthold K., während des Spiels auf dem Schulhofe in das rechte Auge getroffen. Der Stein traf die Pupille. Das Auge lief sofort aus. Der Knabe mußte in eine Augenklinik übergeführt werden. Aückünft für ünsere Begicher. L. A. Waschen Sie den Mantel mit einer mäßig starken, nur wenig warmen Seifenlösung und einem Schwamm ziemlich fest ab und spülen kalt nach. Die noch vorhandenen Flecken werden mit einem Wollbausch und reinem Benzin bearbeitet, wobei die Oberfläche des Bausches mehrmals zu wechseln ist. Für die Nachbehandlung empfiehlt sich auch die Anwendung eines fertig käuflichen Fleckmittels. O. H. Es fragt sich hier, ob die ausgesetzten Pflichtteilsbeträge prozentual dem Gesamtnachlaß entsprechen. Gemäß§ 2325 BGB. kann nämlich der Pflichtteilsberechtigte in dem Fall, daß der Erblasser einem Dritten eine Schenkung gemacht hat, als Ergänzung des Pflichtteils den Betrag verlangen, um den sich der Pflichtteil erhöht, wenn der verschenkte Gegenstand dem Nachlaß hinzugerechnet wird. Das Grundstück kommt mit dem Wert in Ansatz, den es zur Zeit des Erbfalles hatte. Hatte es zur Zeit der Schenkung einen geringeren Wert, so wird nur dieser in Ansatz gebracht. Die Schenkung bleibt unberücksichtigt, wenn zur Zeit des Erbfalles 10 Jahre seit der Leistung des verschenkten Gegenstandes verstrichen sind. Vorläufig kann also in der Angelegenheit nichts unternommen werden. Dies ist erst bei Eintritt des Erbfalles möglich. A. C. Unter die Notverordnung vom 27. 9. 1932 fällt die Hypothek nur dann, wenn sie auf einem landwirtschaftlich forstwirtschaftlich oder gärtnerisch genutzten Grundstück eingetragen ist. Sie müssen uns hierüber zunächst einmal Näheres mitteilen. Ideal. Diese Schreibmaschinen werden von der Firma Seidel u. Naumann, Frankfurt a. M., Neue Mainzer Straße 60, hergestellt. A. B. Solche Adressen liegen uns leider nicht vor. Sie erfahren sie durch eine Anfrage bei der niederländischen Handelskammer in Köln, Marzellenstraße 11, die gegen eine geringe Gebühr Auskunft gibt. Zwei Streitende. Die Geschwister sind nicht verpflichtet, sich an der Aufwertung zu beteiligen. Diese geht, da Sie Alleineigentümer des Grundstücks sind, zu Ihren Lasten. Hausierer, Wir nennen Ihnen:„Anzeiger für Hausierer, Marktreisende und Versandgeschäfte“ in Jena;„Der Komet“, Intern. Schausteller= und Händler=Zeitung in Pirmasens;„Das Deutsche Wandergewerbe“ in Pößneck(Thür.);„Pößnecker Händlerblatt“;„Das Versandhaus“ in Pößneck. K. P. Der Metzger ist verpflichtet, Ihnen den vereinbarten Kaufpreis zu zahlen, da es sich nicht um einen Hauptmangel handelt, für den der Verkäufer allein aufzukommen hat. E. F. 51. Sie wenden sich zweckmäßig an den Bund Deutscher Heilkundiger e. V. in Berlin SW 61, Planufer 16. Sie erhalten dort nähere Auskunft. 696-Ruf aus dem Lautsprecher. Der verzweifelte Vater kann keine Rettung bringen. Als der Polizeiwachtmeister James Me. Guyer letzte Nacht auf Patrouille durch die düsteren und finsteren Gegenden der Stadt Pittsburgh fuhr, hörte er plötzlich aus dem Lautsprecher seines Dienstwagens die Ankündigung, daß sofort ein Mann, der zu einer Bluttransfusion bereit sei, gesucht werde. Es ging um das Leben eines Neugeborenen. „Armes Wurm.“ flüsterte Me. Guyer seinem Begleiter zu, riß den Wagen herum, ohne weiter ein Wort zu verlieren, und meldete sich auf der Station des Krankenhauses. Er wurde auch sosort in das Krankenzimmer hinaufgeführt. Kaum dort eingetreten, sina jedoch der hünenhaft gewachsene Mann zur Ueberraschung des ihn begleitenden Arztes und der beiden Schwestern plötzlich zu wanken an und konnte von seinen Begleitern nur mit größter Mühe in einen Sessel geführt werden, der in der Nähe stand. Das Kind dort in den Armen der Frau war sein eigenes. Seine Frau hatte es zur Welt gebracht, während er draußen seinen gefährlichen Dienst versah. Nachdem sich der bedauernswerte Vater wieder einigermaßen erholt hatte, verließ er wieder die Klinik, um weiter seinen Dienst zu erfüllen; denn der Arzt mußte die Blutübertragung von dem eigenen Vater auf das Kind ablehnen. Die ganze Nacht ist der Wachtmeister Me. Guver dann noch kreuz und quer durch die riesige Stadt gefahren, auf der Suche nach Dieben und Verbrechern, aber sein Ohr immer am Radio, in der Hoffnung, noch einen zweiten SOS.Ruf von der Station zu hören. Aber es erfolgte nichts mehr. Sein Sohn war inzwischen gestorben. Mordprozeß auf offener Straße. Das Liebesdrama von Num— Fabrikdirektor und Arbeiterin. Die Liebestragödie, die sich im September vorigen Jahres zwischen dem Wiener Fabrikdirektor Hugo Telschner und der Arbeiterin Cana Nikolic abgespielt hat, sand jetzt ein ungewöhnliches Nachspiel in Form einer Gerichtsverhandlung auf offener Straße. Hugo Telschner, der Inhaber und Leiter einer Schuhfabrik ist, lernte eines Tages in Nisch, wo er seinen ständigen Wohnsitz hat, die hübsche, junge Cana Nikolic kennen. Die Bekanntschaft wurde auf einem Ball geschlossen und gestaltete sich bald zu einem regelrechten Liebesverhältnis. Telschner stellte das Mädchen als Arbeiterin in seine Fabrik ein. Cana ging in seinem Hause aus und ein; oft pflegte sie Telschner in den frühesten Morgenstunden zum nächsten TaxiStandplatz zu begleiten und das Fahrgeld für sie im voraus zu bezahlen. In der Nacht zum 21. September sand die schöne Cana unter geheimnisvollen Umständen den Tod. Als sie in den Morgenstunden noch immer in ihrer Wohnung nicht eingetroffen war, wurden die Angehörigen unruhig und gingen auf die Suche nach dem Mädchen. Inzwischen war Cana bereits in der Nähe des Auto=Standplatzes in ihrem Blute tot aufgesunden worden. Man hatte sie durch mehrere Messerstiche ermordet. Der Verdacht richtete sich sofort gegen den Fabrikanten, da man vermutete, daß er des Mädchens überdrüssig geworden war, oder daß er sie getötet hatte, um Erpressungen zu entgeben. Der Fabrikdirektor leugnete jedoch vom Augenblick seiner Verhaftung an jede Schuld. Verschiedene Zeugen wollten allerdings gehört haben, daß der Fabrikant wiederholt seiner Geliebten Eifersuchtsszenen machte, so daß man schließlich an einen Totschlag aus Eifersucht glaubte. Unmittelbar nach der Eröffnung der Hauptverhandlung richtete der Vorsitzende an den Angeklagten die Frage, ob er bereit sei, sofort mit dem Gerichtshof zum Lokaltermin zu gehen. Telschner bejahte diese Frage, worauf das Gericht, der Staatsanwalt, die Verteidiger und die Sachverständigen sich zum Schauplatz der Tat begaben, dicht gefolgt von einer großen Menge von Zuhörern, unter denen sich hauptsächlich junge Frauen befanden. Vor dem Hotel Kruna wurde nun auf offener Straße die Gerichtsverhandlung abgehalten. Es strömten immer mehr und mehr Leute herbei, so daß schließlich buchstäblich die halbe Stadt dem Prozeß unter freiem Himmel beiwohnte. Das erregte Raunen und Flüstern der Menge verstummte mit einem Schlag, als der Richter an den Angeklagten die Frage richtete: „Haben Sie Cana Nikolic geliebt?“ Angekl.:„Ich war mit ihr befreundet, doch kann von einer wirklichen Liebe keine Rede sein. Sie exhielt von mir Geld und Geschenke.“ Vors.:„Warum waren Sie dann eifersüchtig?“ Angekl.:„Ich war nicht eifersüchtig. Sie erzählte mir ihre diversen Abenteuer, ohne daß ich ihr jemals einen Vorwurf gemacht hätte.“ Die Verhandlung wurde dann im Gerichtssaal zu Ende geführt. Das Gericht sprach den Angeklagten wegen Mangels an Beweisen frei. Bienengift heilt Rheumatismus. Tierische Gifte in der Medizin. Seit der sensationellen Entdeckung des französischen Gelehrten, Professor Dr. Taguet, Kobragift in den Dienst der Krebsbekämpfung zu stellen, hat die Medizin den tierischen Giften wieder erneute Aufmerksamkeit geschenkt. Seit zwei Jahrhunderten sind bestimmte Tiergifte, vor allem die der Schlangen, der Kröten und Salamander in der Apotheke des Internisten bekannt. Insbesondere das Skorpionsekret wurde gegen eine Reihe von Krankheiten wie Blattern, Pest, Würmer und ähnliche angewendet. In neuester Zeit wurde besonders das Bienengift pharmakologisch untersucht und man hat festgestellt, daß in dieser Ausscheidung, die durch den Stachel verspritzt wird, außerordentlich wirksame Stoffe enthalten sind, die insbesondere rheumatische Leiden günstig beeinflussen. Die Methode dieser seltsamen Kur ist folgende: Die ergriffene Körperpartie wird entweder zweimal in der Woche„von der Biene“ behandelt, oder man infiziert das Gift. Gewinnauszug 3. Klasse 41. Preußisch=Süddeutsche (26.. Preuß.) Staats=Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten Auf jede gezogene Rummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden hteilungen I und II 1. Ziehungstag 12. Juni 1933 In der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen 50000 mn. 108249 10000 M. 97995 3000 M. 6303 49333 79688 199264 2 2 12 Sewinne zu 332677 833116 4 Sewinne zu 131052 226612 24 Sewinne zu 181730 19978 322167 824132 42 Oewinne su 107648 108364 267931 269905 314913 344369 60 Gewinne au 66092 74447 143261 166720 234069 244676 319263 331746 369181 390720 Jn der heutigen 2000 on. 394461 1000 M. 200169 339893 800 m. 136000 278737 367499 600 M. 99168 78869 246278 332716 33196 70206 107297 396696 17767 134766 142886 77 217242 274881 2133 über 400 60489 66176 90240 98663 192940 194682 268410 279105 293416 314254 369905 376610 4760 7358 18799 67786 109927 113861 136196 192737 199316 199624 253026 280791 310503 334467 328440 357968 wurden Gewinne gezogen 10000 MR. 140431 296456 6000 M. 279447 372898 2 Cewinte ja 2000 M. 50400 28 Oeminne pa 1000 M. 1639 22620 24364 61522 76354 81429 143079 147661 177664 224436 272209 280197 268836 333343 44 Cemiane N 800 M. 10630 111836 18765 36699 163966 173636 174672 183417 190962 29 3228 31037 333348 338793 333002 46 Ceninse»a 600 MR. 20377 40906 84301 94507 48928 16509 174599 a 231450 270636 263623 26932 301246 309038 317192 331406 337085 341948 346014 270612 „Nein, es hat sich niemand erkundigt. Wünschen Sie, daß ich jemanden benachrichtige? Ihren Freund im Sägewerk vielleicht?“ „Danke, nein. Er wußte nichts von meiner Absicht, ihn aufzusuchen, denn ich wollte ihn überraschen. Nun muß es für ein andermal bleiben, denn mein kurzer Urlaub ist zu ende. Ich muß so, rasch als möglich nach G. zurück.“ „Nun, in drei bis vier Tagen kann ich Ihnen dies gestatten, früher kaum.“ „Aber aufstehen darf ich doch?“ „Dagegen habe ich nichts, wenn Sie sich kräftig genug fühlen dazu. Hier im Schrank sind Ihre Kleider. Schwester Alberta hat sie reinigen lassen und die Risse vernäht.“ „Schwester Alberta, Sie sind ein Engel!“ Jagte Hempel=Müller mit ehrlichem Dankgefühl. Denn es war ihm ein großer Trost, seine Kleider gebrauchsfähig und in erreichbarer Nähe zu wissen. Alles in ihm brannte von Ungeduld, aus dem Spital fortzukommen. Er fühlte sich vollkommen wohl und dachte gar nicht daran, noch 3—4 Tage zu warten, wo draußen seiner so viel Arbeit wartete. Auch drängte es Hempel, so rasch als möglich nach Lindheim zu kommen. Jedesmal, wenn er daran dachte, erfaßte ihn Unruhe. Der geheime Gang war offen geblieben, und die Frage, wo der Unbekannte sich aufgehalten hatte, während er selbst in den offenen Gang einstieg, ließ Hempel auch keine Ruhe. Jetzt war es 10 Uhr morgens, wie ihm ein Blick auf die Uhr zeigte. Als der Arzt ihn verlassen hatte, stand Hempel auf und legte seine Kleider an. Das Gehen ging sehr gut, wie er feststellte. Bis Lindheim war es eine Gehstunde, das würde er leicht zwingen, besonders, wenn er vorher noch ein kräftiges Mahl einnahm. Um halb 12 Uhr war Mittagessen im Spital. Hempel hatte um ein gebratenes Huhn und ein Glas Wein gebeten, das er auch bekam, nebst Suppe und anderen Zutaten. Er fühlte sich danach allen Anstrengungen wieder vollkommen gewachsen. Nach Tisch wurde im Spital Mittagsruhe gehalten. Die meisten Patienten schliefen, auch die Aerzte und Schwestern zogen sich zurück, soweit sie nicht dringend notwendig waren bei Kranken. Hempel gedachte diese Stunde zu benützen. Er fragte Schwester Alberta, ob er nach Tisch ein wenig hinab in den Garten dürfe? Sie hatte nichts dagegen, wenn sie auch lächelnd bemerkte, sie begreife nicht, was Herr Müller um diese Jahreszeit, wo noch nichts wachse, in den Garten ziehen könne.“ „Die frische Luft,“ entgegnete Hempel.„Ich sehne mich darnach.“ Allein geblieben, schrieb er ein paar Zeilen an Dr. Hollberg, in denen er herzlich dankte für die freundliche Aufnahme und Pflege im Spital und sein Durchbrennen entschuldigte, aber er müsse morgen bereits wieder unbedingt in G. sein. Er legte eine größere Geldsumme bei, die die Kosten für seinen Spitalaufenthalt weit überschritt, und ging dann in den Garten hinab, nachdem er Brief und Geld auf seinem Tisch beschwert hatte. Vom Garten gelangte man leicht ins Freie, denn er hatte ein Pförtchen nach einer Gasse rückwärts. Fünf Minuten später befand sich Hempel auf dem Weg nach Lindheim. Etwas nach 1 Uhr hatte er den Park erreicht. Ein Auto stand vor dem Tor des Herrenhauses, sonst war kein Mensch zu erblicken. Im Näherkommen erkannte Hempel, daß es Dr. Klausens Auto war. Er schritt, den Gruß des Wagenlenkers stumm erwidernd, vorüber ins Haus hinein. Rosmanit war auf seinem Posten und kam sogleich auf Hempel zu. Er war sehr blaß und hatte verweinte Augen. „Guten Tag, Herr Benke“, sagte er mit seltsam gedämpfter Stimme und verstörtem Blick. „Wir waren schon sehr in Sorgen um Sie.— Sie waren so lange fort, daß wir fürchteten, es sei Ihnen auch etwas zugestoßen.“ „Ich war in G. Aber was soll das heißen— auch? Ist hier jemandem etwas zugestoßen?“ Der Portier starrte ihn fassungslos an.„Heiliger Gott— so wissen Sie am Ende noch gar nichts? Aber, wenn Sie in G. waren— es stand doch in allen Zeitungen!“ Silas war es, als griffe plötzlich eine kalte Faust nach seinem Herzen. Er war so erregt, daß seine Stimme rauh und tonlos klang. seine Hände Rosmanit unwillkürlich am Arm packten und zornig schüttelten. „So reden Sie doch, Mensch! Was soll ich wissen? Was stand in allen Zeitungen?“ „Daß Herr Ulrich tot ist und— und die gnädige Frau— verhaftet!“ Hempel stand, als hätte ihm jemand an den Kopf geschlagen. Er brachte keinen Laut heraus. Ulrich tot— Holda verhaftet.— Jetzt wußte er plötzlich, wo der Mörder gewesen war, während er ihn schon im Gang glaubte!— Daß er nicht früher darauf kam!— „Wie geschah es?“ stieß er endlich heraus. „Wie bei dem Kind", antwortete Rosmanit gedämpft.„Man fand Herrn Ulrich morgens tot im Bett. Dr. Gstettner meinte gleich: Zyankali.— Das fand man denn auch nachher in der Limonade auf dem Nachttischchen. Und weil die gnädige Frau Herrn Ulrich am Abend zuvor diese Limonade gebracht hatte und nachher niemand mehr bei ihm gewesen ist, so sagen die Herren vom Gericht, nur sie könne das Gift hineingetan haben..." Der Portiet blickte schen zu Boden. Dann fuhr er leise fort:„Aber wir glauben es nicht.— Der tote Abt war wieder hier!— Müller und Anna haben ihn gesehen. Sie sind durch ein Geräusch erwacht und wollten nachsehen. Da sahen sie ihn gerade von Ulrichs Tür weggehen. Er wandelte feierlich bis zu Herrn Kornelin" Zimmertür, dort verschwand er plötzlich...?“(Forts. folgt.) — 2 & 3 8 9 8 5 8 2 : e. — os k. sa. e ao n Neseos E 2 . 8. 2 2 e2 2 ä e 30 e2 2 e 2 2 2 9 2 2 2 2 tkon t— stkpk. . 90 & 2 eS * 2 — . 2 — t=2a. E0O0: 2 . . 2 S0 . e sttktk2 6 2 2 E Etk 2 2 sks. . ts tt. t2 Ss 2 5 tkk t m0 . 0 kke5s. tk2 2 oe kkmA tS EE 232: a Rarst es: oos 220 ts. st22: ae 22 kE . 222 2 2 sko0 sr30 o" t5. ts t2 e 2 2 2 s. ttT E sttt2a20. a kvE 0 sk2a tkt. ers ttkStt2o22a o. ktstkt2g6. e0: : 2 - 32 252 5s oo 25E 2 50E 20 A 5 3 E : . 3E oe 8: 2 — =2 — 2 22...e. 2-2.. 30905:. e 2o. . 28.:. E:. =o E2. -222 5 6-2k 220. 8-e 24 2 2EENE. .. Ndn. . 2aS . E0022 st e o a 30 22.. a 2 k 22E0 23. . 9225 30 a e t 2. e 2e2 22 1 E 22 2 2000 er30 s E2 osa. — 222. so 2 2 5.o . -o= E0 . 3 22 e2 0 S s 22: 2.27 22.ze 330 . 0 or . 230.0 . t 225e. 2 E0 ttt. 8 . t. kk 525522 e te So gae 825 2e . kOEE Eo & ME SERS 22 2 Un. S20USE 230: 2S 2 2 2ä a o 9 20 00 Se g e 22 2ES = o k2 2 . . . 22200 gun. = 8 . 2 20 35 302 Se Sst2EVESS.E09.E os.a: 52305.s . 20. . F 33 . . . 2 8 Sport-Rundschau Zum fiebten Male Holland— Deutschland. Der Wasserballänderkampf in Rotterdam. Zum siebten Male stehen sich am Sonntag in Rotterdam die Wasserball=Nationalmannschaften von Holland und Deutschland gegenüber. Das Spiel hat in gewissem Sinne mehrfache Bedeutung. Erstens ist es das erste Spiel, das Deutschland seit Los Angeles wieder mit einer offiziellen Ländermannschaft bestreitet. Zweitens ist es das erste Treffen, das mit einer ganz neuen Nationalmannschaft ausgetragen wird. Drittens ist es die erste Begegnung, mit der wir nach sechsjähriger Pause den Reigen der Länderspiele gegen Holland fortsetzen. Damit die neue deutsche Mannschaft sich vorher noch näher kennen lernen soll, wird sie am Samstag abend in Krefeld noch ein Probespiel mit vier Halbzeiten gegen eine Krefelder Stadtmannschaft austragen. Die bisherigen Begegnungen mit Holland sind jeweils immer recht knapp ausgefallen. Wir haben mit mehr oder weniger Glück und Pech mit einem oder zwei Toren Unterschied gewonnen. Das erste Spiel gegen Holland fand am 7. und 8. August 1926 in München=Gladbach statt. Die deutsche Mannschaft blieb in beiden Treffen mit 5:4 Toten erfolgreich. Im Jahre 1927 fanden sofort vier Länderspiele mit Holland statt. Die beiden ersten Treffen in Krefeld wurden von Deutschland mit 7:6 bzw. 7:5 gewonnen, und im Dezember siegte eine deutsche B=Mannschaft mit 8:4 und die deutsche Nationalmannschaft mit 6:4. Im Rotterdamer Schwimmbad„de Wilgenplas" stehen sich nun nach sechsjähriger Pause die beiden Nationalmannschaften wiederum gegenüber. Interessant ist noch, daß die deutsche Mannschaft das erste Spiel auf holländischem Boden austrägt. Die Holländer haben also diesmal gewisse Vorteile für sich. Einerseits treffen sie auf eine vollkommen neue, nicht trainierte deutsche Mannschaft; anderseits spielen sie vor heimischem Publikum. Die Siegesaussichten der Deutschen sind also diesmal nicht rosig, trotzdem glauben wir, daß es die deutsche Mannschaft auch auf fremdem Boden schaffen wird. Der alte Stamm unserer Nationalmannschaft ist ja noch vorhanden, und zwar Guost, Schulze, Acki Rademacher und Heiko Schwartz. Die neuen Spieler Haas=Köln, Richter=Berlin, Meyer=Düsseldorf und Doepper=Barmen sind ebenfalls gute Klasse, so daß wir keine große Niederlage zu befürchten brauchen. Insbesondere Alfred Richter als Torwart des deutschen Meisters Weißensee 96 hat schon des öfteren seine internationale Klasse bewiesen, und Haas, Meyer und Doepper werden sich gleichfalls in der Mannschaft gut einfinden. Wir wünschen daher der deutschen Mannschaft zu ihrem ersten Spiel 1933 ein kräftiges„Sieg=Heil!“ Fortuna noch etwas glückskaumelig. Fortuna Düsseldorf— TRU. 2:1(2:1). Der Deutsche Fußballmeister 1938, Fortuna Düsseldorf, stellte sich am Mittwochabend auf dem TRU.-Platz in einem Wohltätigkeitsspiel vor. 7000 Zuschauer waren gekommen. Sie applaudierten in großem Enthusiasmus dem ersten westdeutschen Deutschmeister, waren aber dann von seinen Leistungen nicht sehr überzeugt. Allerdings machte man gerne Abstriche, zumal man wußte, daß die Düsseldorfer den Sieg mit Recht groß gefeiert hatten— und in Düsseldorf weiß man die Feste schon zu feiern, wenn sie fallen. TRU. bot eine ganz ausgezeichnete Leistung und hätte ein Unentschieden herausholen können. Die ganze erste halbe Stunde gehörte der TRU. Fortuna kam nicht ins Spiel. Als dann der Linksaußen Luke für TRU. ein Tor geschossen hatte, befürchtete man schon manches für die Fortunen, als Bender sich plötzlich zusammenraffte. Nun hatte Fortuna schnell die Führung. Hochgesang jagte aus 20 Meter einen Strafstoß los, den ein TRU.=Abwehrspieler nicht mehr ganz erreichen konnte.— 1:1.— Eine Minute vor der Pause raste Kobierski in alter Manier los, umspielte einige Leute, täuschte gut und schoß den Siegestreffer. Nach dem Wechsel fiel Fortuna wieder ab. Schalke gewann— aber enttäuschte. Dortmunder Stadtelf— Schalke 04 1:6(0:3). Vor 7000 Zuschauern trafen sich in der Dortmunder Kampfbahn Rote Erde der FC. Schalke 04 und eine Dortmunder Stadtmannschaft, die aber sehr schwach war. Den Schalkern merkte man die Depression von Köln noch an. Sie zeigten nicht viel, gewannen aber immerhin sicher 6:1(3:0). Rosen und zweimal Nattkämper waren die Torschützen der ersten Halbzeit. Dann dribbelte sich Szepan durch- 4:0. Die Dortmunder können durch den Halblinken Schäfer ihr Ehrentor erzielen, ehe Schalke durch Kuzorra und wieder Szepan das Ergebnis auf 6:1 stellte. Vorher spielte die Handballmannschaft der Schalker gegen eine ersatzgeschwächte Elf der Dortmunder Polizel, in der u. a. die Schußkanone Sievert sehlte. Die Schalker gewannen so 7:4(5:2). In der Pause gab es eine Stafsel über B0X1 Runde. Die Turnerschaft gewann vor dem WSV. mit 15 Metern. Weit zurück lag die Stafsel der DJa. Henrichshütte— MBV. Linden. Die 1. Handballmannschaft benutzt den letzten Tag vor der beginnenden Sommersperre, mit ihrem schärfsten Rivalen, dem MBV. Linden, nochmals ihre Kräfte zu messen. Beide Mannschaften haben in letzter Zeit gegen namhafte Gegner gute Erfolge erzielt. Henrichshütte bewies im letzten Spiel gegen DIK. Welper trotz der zwei Ersatzspieler gutes Können. Für Henrichshütte heißt es morgen nur auf Sieg zu spielen, um endlich Revanche für die erlittenen Niederlagen gegen Linden zu nehmen. Ob es gelingt, wird sich morgen zeigen. Am kommenden Sonntag werden sich Henrichshütte und Polizei Bochum einen leichtathletischen Klubkampf liefern. DIK. Märkisch, Hattingen— Einigkeit, Hattingen. Donnerstag abend treffen sich die Mannschaften Einigkeit— Märkisch Hattingen zu einem Freundschaftsspiel auf dem Platz im Ludwigstal. Einigkeit tritt durch mehrere neue Leute verstärkt an.— Vorher spielen die 2. Mannschaften der Vereine. Preußen Essen— Emmarz=Weiß 3:5(3:4). Aus Anlaß des Ausscheidens des 42jährigen linken Verteidigers Fritz Marx, der 30 Jahre lana— er spielte schon als 12jähriger in der 1. Mannschaft der Preußen— dem Verein treu aktiv gedient hatte, trafen sich am Mittwoch abend die Mannschaften von Preußen und SchwarzWeiß Essen vor etwa 1000 Zuschauern. Eingangs gab es eine besondere Ehrung für den ausscheidenden Marx. Schwarz=Weiß trat mit Ersatz für die gesamte Läuferreihe und die beiden Außenstürmer an spielte aber dennoch eine durchweg überlegene Partie. Wir teilen mit. Henrichshütte— MBV. Linden. Anwurf: 7 Uhr. T.u. R. Eppendorf—SpV. Dahlhausen 1916. SV. Dahlhausen trifft am heutigen Donnerstag in einem Gesellschaftsspiel in Eppendorf auf den dortigen Turn= und Rasensport=Verein. Beide Mannschaften haben schon in den Meisterschaftskämpfen gegeneinander gestanden. Eppendorf wird in dem heute stattfindenden Treffen versuchen, seine letzte Niederlage wettzumachen. Nach den Leistungen beider Vereine in den letzten Kämpfen ist ein interessantes Treffen zu erwarten. Westfalia Bochum— MBV. Linden 3:3. Die beider Westfalia Bochum weilenden Märler mußten sich mit einem Unentschieden zufrieden geben. Obwohl der Gast die reifere Spielweise zeigte, fehlte der letzte Einsatz. Diese Eigenschaft besaß Westfalia, so daß der Ausgang, wenn für den Neuling auch etwas schmeichelhaft, doch nicht unverdient ist. Westfalia war mit Beginn des Spieles sehr kampffreudig und erzielte auch bereits nach 10 Minuten den ersten Erfolg, mußte sich aber nach kurzer Zeit den Ausgleich gefallen lassen. Raumgreifender war die Arbeit der Westsalen, während Linden mit dem Innenspiel durchzukommen suchte. Bis zur Pause hatte dann der Platzverein eine 2:1=Führung zu verzeichnen. Obwohl dann die Märker mehr vom Spiel hatten und den Ausgleich erzielten, kam Westfalia abermals in Führung. Im Endspurt erzwang Linden nach guter Kombination den verdienten Ausgleich Fußball in Bochum. Heute nachmittag steigen in Bochum folgende Freundschaftskämpfe: Germania 06— TuS. Bochum; SV. Bochum=West— Fortuna Weitmar; Tura Eppendorf— Dahlhausen 16. Von besonders großem Interesse ist der Kampf zwischen Germania und TuS. Bochum. Lennis. Deutschlands Verkretung für Wimbledon. Die deutschen Farben bei den inoffiziellen Weltmelsterschaften in Wimbledon werden folgende Spieler und Solelerinnen vertrelen: Herren: Gottfried von Cramm. Lund und Nournen: Damen: Hilde Krahwinkel. Cillo Anßem. Marieluise Horn und Frau Aenne Schneider=Peitz. Kegeln. Belgien— Deutschland der erste Regel=Länderkampf auf Scherenbahn. Ein Bochumer in der Ländermannschaft. Wenn heute über zwei Millionen Menschen in fast allen Ländern das urdeutsche Kegelspiel als zielbewußte Leibesübung im straff organisierten Sport ausüben, erscheint die Forderung der Regler auf Gleichberechtigung bei den olympischen Spielen mit anderen athletischen Gruppen, die zum Teil eine viel geringere Ausbreitung haben, nur zu berechtigt. Die Schwierigkeit, die eine Teilnahme in Amsterdam und Los Angeles unmöglich machte, lag besonders in der Bahnfrage. Diese ist aber inzwischen gelöst, da für internationale Kämpfe die meist verbreitete amerikanische 10Regelbahn(Bowling) festgesetzt worden ist. Diese internationale Bahn gewinnt allmählich auch in unserem Lande Ausbreitung, so daß mit der Zulassung der Kegler zur nächsten Olympiade in Berlin gerechnet wird.— Inzwischen ist man in allen Landesverbänden eifrig bemüht, die internationale Sportgemeinschaft enger zu knüpfen und das Leistungsniveau gegeneinander abzuwägen und zu verbessern. Deshalb wird überall der Länderkampf auf der I=Bahn um den Schmeling=Goldpokal, der zum Bundessest in Franksurt a. M. Mitte Juli ausgetragen wird, mit besonderer Aufmerksamkeit verfolgt. este Startzusagen liegen vor von Amerika, chweden, Belgien, Holland, Schweiz, aussichtsreiche Verhandlungen werden noch mit Dänemark, Finnland, Jugoslawien und Rumänien geführt. Gewissermaßen als Vorentscheidung steigt kommenden Sonntag und Montag der Länderkampf Belgien gegen Deutschland, und zwar auf der hier im Westen bodenständigen Scherenbahn. Es ist das erste Mal, daß sich Ländermannschaften auf dieser Bahnart begegnen. Der Kampf sieht vor: Sonntag in Brüssel je 50 Kugeln in die Vollen, 50 Abräumen, am Montag in Malines 100 Kugeln in die Vollen, 100 Abräumen. Der Deutsche Keglerbund hat zweckmäßig auf die Elite der westdeutschen Scheren=Spezialisten zurückgegriffen, die in Elberfeld zusammengestellt wurden. Es starten für Deutschland: Kieken(Würselen), Post(Elberfeld), Lücking(Hagen), Seidel (Essen), Keller(Solingen), Lücking(Bochum), Schilling(Gl.=Rheydt), Develer(Aachen), Stephan(Remscheid), Eller(Münster). Nach den Fehlschlägen in der Meisterschaft hat sich auch Lücking(Bochum) für die Ländermannschaft qualifiziert und wir freuen uns, daß in Lücking zumerstenmal ein Bochumer repräsentativ für Deutschland mitwirken darf. Daß Lücking seinen Mann stehen wird, erscheint uns sicher. Wer aber in diesem ersten Ländertreffen siegt, ist vollkommen offen. Wir kennen die Leistungen der Belgier nicht und für die Deutschen wird die Beschaffenheit der belgischen Bahnen, ihre technische Feineinstellung von ausschlaggebender Bedeutung sein. Beginn der ADAC.-Dreitagefahrt. Ungemein schwere Prüfungen. 215 Fahrzeuge nahmen am Mittwoch morgen den Kampf auf. Erstmalig nahmen auch leichte Lastkraftwagen an der Fahrt teil. Hier halte die Reichswehr eine große Abteilung gestellt, wie überhaupt das Heer stark vertreten war. Schon beim Start gab es Strafpunkte, da verschiedenen Fahrern die Prüfung, den Wagen innerhalb einer Minute mit eigener Motorkraft mindestens zehn Meter zurücklegen zu lassen, nicht gelang. Der Obergefreite Körner=Döberitz auf Horch und die beiden Hannoveraner Motorradfahrer Otto (DKW) und Koch(Viktoria) wurden als erste „Uebeltäter“ aufnotiert. Die Route war dann „nicht von Pappe“. Auf unwegsamen Straßen, über Felder und Feldwege, die nie von Motormaschinen befahren worden waren, ging die Fahrt. Schlimm war dann die Elender Rodelbahn, wo es Strafpunkte hagelte und auch bei der Wasserdurchfahrt machten die Punktrichter eifrig Notizen. Darüber hinaus mußten einige Teilnehmer schon die Fahrt einstellen. Bei den Motorrädern gab es Kardanwellenbruch, Ventilbruch, Bremsschwierigkeiten. Fünf Teilnehmer blieben auf der Strecke. Bei den Wagen hatte Frl. Grete Gericke auf Ford Getriebebruch und auch der Chemnitzer Trübsbach auf Wanderer schied aus, wodurch das Wanderer=FabrikTeam gesprengt ist. Man hatte den allgemeinen Eindruck, daß man schwerere Prüfungen nicht hätte stellen können. Schwimmsportfreunde Barmen noch nicht Sieger. Das Wasserball=Vorrundenspiel zwischen SSFr. Barmen und Wasserfreunde Hannover, das 5:6 und dann 4:0 endete, muß wiederholt werden, da die Barmer ihren zweiten Sieg und Gesamtsieg in einer Verlängerung von zweimal 3 Minuten herausschossen. Dieses war ein Formfehler.— Weißensee 96 ist schon eine Runde weiter, da der SC. Königsberg auf das Vorrundenspiel wegen finanzieller Schwierigkeiten gegen den Meister verzichtete. HANDEL UND JNDUSTRLEE Der ständische Wirtschaftsaufbau. Gerichtsbarkeit der Handwerkskammern.— Neue Geschäftsmoral.— Führerernennung durch Regierung. Schritt für Schritt werden die Vorbereitungen für den ständischen Aufbau des Reiches weitergeführt. Erst in diesen Tagen hat der Führer der Deutschen Arbeitsfront, Dr. Ley, in grundsätzlichen Ausführungen die neuen Ziele charakterisiert. Auch bei den einzelnen Ständen ist man eifrig an der Arbeit, die Grundlagen zu klären, wobei nichts überstürzt werden, sondern die ganze Entwicklung organisch erfolgen soll. Neuerdings liegt nun ein sehr wichtiger Vorschlag für ein Reichsgesetz über den Neuaufbau der dentschen Handwerksorganisation vor, der im Auftrag des Reichswirtschaftsministers ausgearbeitet wurde. Dieser Entwurf geht davon aus, daß das gesamte deutsche Handwerk in eine Standesorganisation zusammengefaßt wird. Der Ausbau dieser Standesorganisation vollzieht sich auf fachlicher Grundlage. Die selbständigen Meister und Betriebe werden in Pflichtinnungen zusammengeschlossen und dementsprechend sollen die Gesellen und sonstigen Arbeitnehmer in Pflichtgesellenschaften organisiert werden. Auf diese örtlichen Pflichtkörperschaften baut sich dann in der nächsten Stufe dementsprechend ein Pflichtbezirkssachverband für die Innungen und eine Pflichtbezirksgesellenschaft f. die Arbeitnehmer auf, die wiederum ihre Spitze in dem Pflicht=ReichsFachverband haben. Entscheidend ist aber nicht nur die Schaffung dieser beiden auf Pflichtzugehörigkeit der Mitglieder aufgebauten Säulen, sondern die verbindende Gemeinschaftsarbeit. Oertlich werden Innungen und Gesellenschaften zusammengeschlossen in einem besonderen„Amt“, also z. B. einem Bäckeramt, das weitgehende Ordnungsbefugnisse gegenüber den Standesgenossen haben wird, neben der wichtigsten Aufgabe, der Regelung der Lohn= und Arbeitsverhältnisse, wobei aber Streitigkeiten durch eine paritätisch zusammengesetzte Schlichterkammer bei den Handwerkskammern entschieden werden sollen. Während Innungen und Gesellenschaften die fachliche Vertretung zu leisten haben, soll die eigentliche ständische Arbeit in Handwerkskammern geleistet werden, die für ein bestimmtes Wirtschaftsgebiet— man nimmt an, daß es 21 bis 25 Kammern werden— tätia sein sollen. Träger der Handwerkskammern sind für die Wirtschaftsprovinz die Fachverbände und Gesellenschaften, so daß in der Provinz die Kammern etwa an Stelle der Aemter treten. Auf diesem ganzen Organismus soll sich dann der„Reichsstand des deutschen Handwerks" aufbauen, der dann also aus den Reichsfachverbänden, den Reichsgesellenschaften und den Handwerkskammern besteht, wobei entsprechend dem Führerprinzip die Reichsregierung den Führer des Reichsstandes ernennt, der wiederum die untergeordneten Führer bestellt usw. Die Handwerkskammern werden übrigens die sehr wichtige Aufgabe einer ständischen Gerichtsbarkeit erhalten, wobei im ganzen besondere Betonung die Schaffung einer neuen Geschäftsmoral und ihre allmähliche Durchsetzung erfahren soll. Neuordnung der Fettwirtschaft. Grundlegende Vorschläge des Deutschen Industrie= und Handelstages. Nachdem der Reichs=Fettplan des Reichsernährungsministeriums sich nicht voll hat verwirklichen lassen, hat es der Präsident des Deutschen Industrie= und Handelstages, Dr. von Renteln, für notwendig erachtet, unter Führung des Deutschen Industrie= und Handelstages eine Erörterung zwischen berufenen Vertretern der an der Speisesettwirtschaft beteiligten Wirtschaftsgruppen berbeizuführen, um Maßnahmen zu beraten, die den Mängeln der gegenwärtigen Organisation der Feitwirtschaft abhelfen können. In einer Entschließung des Deutschen Industrie= und Handelstages wird u. a. ausgeführt: Die geltende Kontingentierung in der Margarineproduktion hat zu einem weitgehenden Ausfall in der Deckung des Fettbedarfs geführt, so daß eine ausreichende Versorgung der minderbemittelten Bevölkerungskreise mit Fett zu erträglichen Preisen nicht mehr gegeben ist. Eine Erhöhung der Kontingentierung auf minbestens 75 Proz. für Margarine und Speisefett erscheint erforderlich. Es wird vorgeschlagen: 50 Prozent des Margarinekontingents müssen unter Kennzeichnung in billiger Konsummare hergestellt werden. Den Margarinefabriken ist die Auflage zu machen, die früheren Abnehmer im Verhältnis der Belieferungen Oktober bis Dezember 1932 nach Mengen und Sorten zu beliefern unter Wegfall der Belieferung von Einheitspreisgeschäften und Glas= und Porzellangeschäften. Ein Ausschuß soll insbesondere den vorgelegten Plan betreffend Aenderung der deutschen Speisefettbewirtschaftung einer Prüfung unterziehen. Das Gesetz gegen Verrat der deutschen Volkswirtschaft. Der Wortlaut des Gesetzes gegen Verrat der deutschen Volkswirtschaft vom 12. Juni 1933 wird im Reichsgesetzblatt vom 13. Juni 1933 veröffentlicht. Es umfaßt 10 Paragraphen, darunter die Einzelheiten und Allgemeines über die anzeigepflichtigen Werte, den Kreis der anzeigepflichtigen Personen, die Anzeigefrist(bis zum Ablauf des 31. August 1933), die Straffreiheit bei Erfüllung der Anzeigepflicht und das Strafverfahren. Der Reichsminister der Finanzen, der Reichswirtschaftsminister und der Reichsminister für Justiz werden ermächtigt, zur Durchführung und Ergänzung des Gesetzes(insbesondere auch zur Verhinderung von Umgehungen) Rechtsverordnungen und allgemeine Verwaltungsvorschriften zu erlassen. Auch können Vorschriften getroffen werden über tätige Reue hinsichtlich solcher Werte, die nach diesem Gesetz nicht anzeigepflichtig sind. Dividenden. G. Kromschröder, A.=G., Osnabrück, 4 Proz. Dividende auf Stamm=, 6 Proz. auf Vorzugsallen. Düsseldorfer Handelskammer zur Arbeltsbeschaftung. Die Vollversammlung der Industrie= und Handelskammer Düsseldorf wendet sich mit einer Kundgebung an die Oeffentlichkeit, der Reichsregierung bei dem Kampf gegen die Erwerbslosigkeit Gefolgschaft zu leisten. Die Vollversammlung begrüßt, wie es in der Kundgebung heißt, das Gesetz zur Verminderung der Arbeitslosigkeit als einen entschlossenen Schritt zur Belebung der Wirtschaft und dabei vor allem die Absicht, die Erwerbslosiakeit durch starke Anregung der Unternehmerinitiative und durch öffentliche Aufträge zu bekämpfen. Der Plan sei für alle Arbeit= und Auftraageber eine Verpflichtung, die ihnen gebotenen Möglichkeiten und Erleichterungen zum Zwecke der Arbeitsbeschaffung auszunntzen. Namentlich gelte dies für die Ersatzbeschaffung von Maschinen und Geräten und für die Hausreparaturen. In der Versammlung wurde noch von dem Präsidenten der Kammer Dipl.=Ing. Zucker ein Bericht über den Kongreß der Internationalen Handelskammer in Wien erstattet. Dortmunder Zucht- und Faselviehmarkt. Dortmund, 14. Juni. Zum heutigen Zucht= und Faselviehmarkt wurden aufgetrieben: 509 Stück Großvieh, 125 Schweine, 29 Kälber. Der Handel war in guten Tieren sehr langsam, voraussichtl. Ueberstand. Es kosteten: Hochtragende und frisch melkende Kühe: 1. Sorte 320—350, 2. Sorte 270 bis 310, 3. Sorte 210—260 RM. Rinder kosteten 130—230 RM., beste Tiere über Notiz bezahlt. Sämtliches zum Markt aufgetriebenes Vieh ist gegen Maul= und Klauenseuche geimpft. Es wurden bezahlt: für 6—8 Wochen alte Ferkel 14—16, 8—10 Wochen alte Ferkel 17—22, 10 bis 12 Wochen alte Ferkel 23—33 RM. Der Handel war am Schweinemarkt sehr langsam. Nächster Markt 21. Juni. 75 Jahre Dampferdienst Bremen— Neuyork. Am 19. Juni sind 75 Jahre vergangen, daß der erste Amerikadampfer des Norddeutschen Lloyd,„Bremen“, zu seiner Fahrt nach Neuyork auslief. Im Verlauf dieses dreiviertel Jahrhunderts hat der Nordamerikadienst der bekannten Bremer Reederei einen ungeheuren Aufschwung genommen. Am besten wird dies durch das Ausmaß zweier Schiffe gekennzeichnet. Der erste Dampfer„Bremen“, den unser Bild oben zeigt, hatte eine Verdrängung von 2687 Tonnen, während der neue Schnelldampfer„Bremen“(nebenstehend) 51656 Tonnen groß ist. Die neue„Bremen“ ist Inhaberin des Blauen Bandes. Fünfundsiebzigjähriger. Vor dem über den König Gustav von Schweden feiert am 16. dieses Monats, also morgen, seinen 75. Geburtstag. Köpfe vom Links: Der bisherige erste Reserent für Rundsunkangelegenheiten im Propagandaministerium, Horst Dreßler=Andreß, ist nach dem gestern erfolgten Rücktritt Dr. Krukenbergs zum Reichsrundfunkkommissar ausersehen. Rechts: Präsident Roosevelt hat den Prosessor für amerikanische Geschichte an der Universität Chikago, Dodd, zum Botschafter für Berlin ernannt. Dodd, der im 64. Lebensjahre steht, hat in Leipzig studiert und ist ein Freund Deutschlands. Ein Verbrecherasyl verschwindet. Der vor einiger Zeit angekündigte Abbruch des berüchtigten Hamburger Gängeviertels hat nunmehr begonnen. Auf unserem Bild wird der Ebräergang abgerissen. Der Start zum Geschwaderflug der 24 italienischen Flugzeuge mußte gestern, ungünstiger Witterungsverhältnisse wegen, verschoben werden. Er kann aber stündlich erfolgen. Der deutsche Weltflieger von Gronau, der in Amsterdam das italienische Ozeanfluggeschwader erwarten wollte, ist wegen der Verzögerung des Starts der Italiener einstweilen wieder nach Berlin zurückgeflogen. Auf unserem Bild nimmt der italienische Luftfahrtminister Balbo die Parade der am Orbetello=See versammelten italienischen Flieger ab. Kinderstube im 300. So niedlich sind Löwenkinder, ehe ihnen die Krallen und die Zähne wachsen! Der Weltuntergang verschoben! Mr. Ware und der neue„Turmbau zu Ba bel".— Wir müssen noch warten... Der Ordnung halber sei vermerkt, daß der für den 12. Juni von verschiedenen Seiten angesagte Weltuntergang nicht eingetreten ist. Die Weltwirtschaftskonferenz hat einen bisher ungestörten Verlauf genommen und nicht einmal ein kleines Erdbeben hat ihre Eröffnungsmusik abgegeben. Mr. Arthur Ware, der Weltuntergangsprophet, hat angesichts dessen seine Londoner Hotelzimmer noch nicht aufgegeben. Er will noch ausharren, wie die Geschichte mit dem zweiten„Turm zu Babel“, genannt Weltwirtschaftskonferenz, weiter gehen wird. Auf entrüstete Anfragen seiner enttäuschten Gläubigen weiß er nur die eine Antwort, daß er es nicht so gemeint habe. Es könnte der 12. Juni, es könnte aber auch später sein. Noch in diesem Jahre werde ein Krieg beginnen, aber erst 1936 werde der Schrecken seinen Höhepunkt erreichen. Einen Journalisten gegenüber korrigierte er sich sogar soweit, daß am 12. Juni nicht die Erde, wohl aber ein Zeitalter zu Ende gegangen sei. Mit gerunzelter Stirn brütet er über dem Kapitel der Bibel, das die Geschichte vom Turmbau zu Babel erzählt. Er ist der festen Ueberzeugung, daß etwas geschehen muß, wenn 65 Nationen an einem Punkt der Welt in allen Sprachen durcheinander schnattern. Ein Erdbeben, Krieg oder Pestilenz? Das ist eben noch nicht ganz heraus. Wir müssen noch warten... Die brasilianischen Verhandlungen Dr. Eckeners. Ueber das Ergebnis seiner Verhandlungen in Nio de Janeiro erklärte Dr. Eckener, daß der Staatspräsident von Brasilien und die in Betracht kommenden Ministerien die feste Zusage gegeben haben, den Bau einer Lustschiffhalle bei Rio de Janeiro mit staatlichen Mitteln unter gewissen Bedingungen sofort in Angriff zu nehmen. Der Luftschiffbau Zeppelin, der den Bau ausführt, erhält zu diesem Zweck von der Staatskasse zinslos einen Betrag von 12 000 Contos de Reis, der in 80 Jahresraten zu amortisieren ist. Der deutsche Außenminister hat das Wort! Der deutsche Außenminister auf dem Rednerpult der Weltwirtschaftskonferenz in London während der Darlegung des deutschen Standpunktes zu den Wirtschaftsfragen. Eine Weingläser=Ausstellung. Bei dem Internationalen Wein=Kongreß, der im Juni in London stattfinden soll, wird eine eigenartige Ausstellung zu sehen sein. Es soll nämlich ein Ueberblick über die Wein=Trinkgesäße von den Tagen des alten Griechenlands bis in die Gegenwart geboten werden; besonders zahlreich werden natürlich die alten englischen Humpen, Becher und Gläser vertreten sein, von denen die schönsten Stücke aus Museen, Privatsammlungen und dem Besitz der Behörden und Zünfte zusammengebracht werden. Er komponierte„Solveigs Lied“. Edvard Grieg, der berühmte norwegische Komponist, wurde am 15. Juni vor M0 Jahren geboren. Der Museumsbesucher will zahlen. Nachdem fast sechs Jahre lang in den staatlichen Muscen Italtens kein Eintrittsgeld erhoben worden war, soll jetzt nach der Anweisung Mussolinis wieder ein kleiner Betrag erhoben werden, der freilich die Kosten der Unterhaltung in keiner Weile decken kann. Der Duce begrün= det die Rückkehr zu dem alten Verfahren damit. daß er gesunden habe, daß die Reisenden Muscen, die obne Kosten zu besichtigen seien, dieser Besichtigung nicht fürwerthalten. Für Sonntags bleibt der freie Eintritt bestehen: Studenten. Künstler und größere Gesellschaften erhalten Freikarten und dürfen auch die neuesten Ausgrabnngen zu sehr herabgesetzten Preisen besuchen. England baut ab. Nach dem folgenschweren Unglück des Luftiffes R 101 ist bekanntlich in England die Luftschiffahrt gänzlich aufgegeben worden. Nunmehr sind auch die vorhandenen Luftschiffhallen überflüssig geworden, die der Spitzhacke zum Opfer fallen. Auf unserem Bild sieht man den Abbruch der riesigen Luftschiffhalle in Howden, deren Tor allein eine Höhe von 165 Fuß und ein Gewicht von 200 Tonnen hat. T Viel Gekuschel um die Familien Meier und Schmitz. Allerlei Tratsch und Klatsch. Doppelverdiener unter sich.— Ist der Herr Jung keine gute Partie? Man lernt jeden Tag mehr Leute kennen. Kennen Sie übrigens die Familie Meier? Und die Familie Schmitz? Nicht eine der vielen Familien Schmitz(Schmitze, steinigt mich, ich kann nicht anders!), sondern die Familie Schmitz? Nen, dann will ich Ihnen so allerlei unter vier Augen über die Meiers und die Schmitzens zuflüstern. Aber es bleibt doch unter uns, nicht wahr, ich möchte nicht in den Geruch kommen, ein Waschweib zu sein. Na ja, Sie verstehen mich doch. Wegen der Nachbarschaft. Da wird geredet und gleich ist's ein Wort zuviel. Am besten, man sagt nichts. Aber was die Meiers und die Schmitzens anbetrifft, da muß ich Ihnen doch so allerlei— scht! Also, die Meiers! Ich weiß alles genau über die Meiers. Er, der Karl, ist ja oben in Prettin bei Torgau geboren. Der kann wohl lachen, der mit seinem dicken Bauerngut. Nebenbei betreibt er ja auch noch die Getreidemühle und ist Bäckermeister. Alles natürlich sein Eigentum. Er ist noch sehr rüstig mit seinen 62 Jahren, der Karl Meier. Sie, die Josefine, seine Frau, ist ja erst 57 und auch noch ganz rüstig. Es wird gemunkelt, daß sie viel Geld mitgebracht hat. Sie sind ja auch schon seit 1898 verheiratet. Stammt aus Liebenwalde bei Niederbarnim und ist eine geborene Lange. Sie hat viel Pech mit ihrer Tochter Anna gehabt, die gute Frau Meier. Das heißt, die Anna war ja immer ein braves Mädchen, aber als sie damals den Fuchs heiratete, konnte ein Blinder sehen, daß sie unglücklich werden würde. Und so ist es auch gekommen. Die Anna ist nämlich seit zwei Jahren schuldlos geschieden und wohnt mit ihrem Jungen, dem achtjährigen Walter, bei den Eltern. Sieh da, der Junge hat heute sogar Geburtstag. Jaja, die Weltstadt Berlin hat schon manches Menschenkind unglücklich gemacht. Die Anna hätte damals mit ihren 24 Jahren den Fuchs, diesen windigen Kerl, nicht nehmen sollen. Was das für eine alte Dame ist, die jetzt bei Meiers zu Besuch weilt? Nein, ihre Mutter ist es nicht, sondern ihre Tante, die Schwester vom Vater der Frau Meier, Ist schon 74 Jahre, die Frau, und immer noch rüstig. Sie lebt in Liebenwalde und ist eigentlich wenig über die Grenzen von Niederbarnim hinausgekommen. Sie lebt nicht gerade schlecht, denn auf dem Bauernhof fällt so manches Pfund Speck ab. Natürlich hat sie auch ihre kleine Invalidenrente, nicht viel zwar, aber sie ist nebenbei Heimarbeiterin, strickt moderne Jumper und Jacken. Eine immer noch fleißige Person, diese alte Tante. Meiers haben auch einen Knecht, einen stockdummen Polen, der im Dezember sicher schlan werden wird. Warum im Dezember? Nun, weil Leute aus Utrata, so geht das polnische Sprichwort, erst mit 50 Jahren Verstand bekommen. Er schafft wie ein Pferd, dieser Knecht, der Stanislaus Lupinski, aber eine Schande ist's doch, daß die Meiers einen Ausländer bezahlen, wo doch immer noch genügend Deutsche ohne Brot und Arbeit herumlaufen. Dem Meier mit der dreifachen Einnahme(Mühle, Bäckerei und Landwirtschaft) dürfte es doch nicht darauf ankommen, auch noch einen Mann mehr zu beschäftigen. Aber so sind nun mal die Meiers! Was sollen wir uns noch weiter um die Meiers kümmern, kehren wir doch vor unsrer eigenen Tür. Wir brauchen gewiß nicht weit zu schauen, denn siehe, bei den Schmitzen ist allerlei gefällig. Er, der Paul Schmitz, steht sich ganz gut, ist Möbeltischler, hat außerdem seine kleine Landwirtschaft und noch gepachtetes Land dabet. Wie kann es dem Schmitz schlecht gehen, wenn die Ehefrau so geschäftstüchtig ist! Die hat, als Eigentümerin, eine kleine Schreibwarenhandlung. Das Geschäft geht auch nicht mehr besonders, aber wenn es nicht regnet, na, dann tröpfelt es eben. Sie soll aus Polen stammen und einen ganz polnischen Namen haben, Jawadka oder so ähnlich. Das heißt, die Gegend, wo sie herstammt. ist erst seit 1918 polnisch, war früher deutsch. Aber sie spricht gleichmäßig gut deutsch und polnisch. Jedenfalls, die Schmitz können es gut denn der Sohn Hermann, der immer noch nicht waren zwei Königskinder... Der Herzensroman der Prinzessin Kira Ro manoff.— Die verlassene Braut des Prinzen von Asturien. Die Ankündigung der offiziellen Verlobung des Prinzen von Asturien, des ältesten Sohnes des Ex=Königs Alsons von Spanien, mit der Sennorita San Pedro=Oceso, einer Kubanerin, hat einer anderen jungen Dame der ersten europäischen Gesellschaft, und von kaiserlicher Abkunft sogar, das Herz gebrochen. Es handelt sich um die Prinzessin Kira Romanoll, die bildhübsche 24jährige Tochter des Großfürsten Coril, des Anwärters auf den russischen Thron, und seiner Gattin, der Großfürstin Victoria. Noch vor einem Jahr ging allgemein das Gerücht, daß die Prinzessin Kira sich alsbald mit dem Prinzen von Asturien verloben würde. Und obgleich diese Verlobung niemals offiziell geworden ist, stand es fest, daß die Prinzessin den spanischen Thronfolger sehr schätzte. Nun hat sie sich nach St. Briac, einem entzückenden Fischerdorf in der Bretagne, zurückgezogen, wo ihre Eltern ein eigenes Landant besitzen und wo die Prinzessin den größten Teil ihres Lebens verbracht hat. Da sie einen stolzen Charakter hat und sehr zurückhaltend ist, verweigert sie jede weitere Auskunft und erlaubt niemandem, den Namen des Prinzen in ihrer Gegenwart zu erwähnen. Als sie aber in den letzten Tagen zu vorübergehendem Besuch nach Paris zursickkehrte, um an einem von der russischen Kolonie veranstalteten Ball teilzunehmen, fiel all= gemein die tiefe melancholische Niedergeschlagenheit der Prinzessin auf und bildete das allgemeine Gespräch. verheiratet ist mit seinen 28 Jahren, verdient schön als Mechaniker in einer Automohilwerkstatt. Sonn= und Feiertags geht der Junge sogar noch als Musiker in die Gartenwirtschaften spielen. Schön spielt er nicht, aber laut. Er hat ein Auge auf die Engländerin, die Ellen geworfen, die bei Schmitzens ein möbliertes Zimmer hat. Die Ellen, Mrs. Miller aus London, ist nämlich Sprachlehrerin und sieht nett aus. Wie alle Engländerinnen in dem Alter. Das macht das schlanke Figürchen. In Wirklichkeit ist sie gar nicht mehr so jung, sondern hat auch schon das 27. Lebensjahr gepackt. Wenn aber eins so schlank ist, findet es leicht nette Sachen, die nicht viel kosten und dabei doch wirken. Sie mag den Hermann aber nicht, diese Engländerin, der ist ihr zu vorlaut. Da wäre der Herr Jung, gleichfalls ein Untermieter bei Schmitzens, schon eher eine Partie für sie. Er sieht gut aus, der Herr Jung, man könnte ihn für 36 halten. In Wirklichkeit ist er schon 49. Zu alt für Ellen Miller. Er ist ja Reichsbeamter, angestellt beim Finanzamt, das ist bestechend für ein junges Mädchen, wegen der Pension, aber kein Mensch weiß, was noch alles kommen kann. Kein Wunder, daß die Schmitz, bei diesen vielen Einnahmen, durch den Mann, die Frau, den Sohn und durch das Zimmervermieten, ein Dienstmädchen halten können. Die Rosa Krause ist eine alte, ehrliche Haut, jetzt schon bald zwei Jahrzehnte bei Schmitzens. Sie stammt aus Stolberg im Landkreis Aachen und ist froh, diese Stelle immer noch zu haben, trotz der vielen Arbeit. Die Frau kann ja nichts tun, weil sie den ganzen Tag im Laden steht, und die Untermieter machen auch viel Arbeit, aber die Rosa ist dennoch zufrieden. Wenn mal eins 35 Jahre alt ist, kommt es so leicht nicht mehr unter. Das war die Familie Meier. Das war die Familie Schmitz. Bssst, nichts verraten! Wissen Sie nun, woher ich das alles weiß? Alle diese Familiengeschichten? Man hat sie„behördlicherseits“ in jedes Haus gebracht, gedruckt, diese beiden Familiengeschichten. Gedruckt in der Haushaltungsliste, die als Unterlage zur Volkszähluna am 16 Juni dienen soll.... —ee. Mecklenburger Oberkirchenrat und Reichsbischof. Schwerin. Der Oberkirchenrat von Mecklenburg=Schwerin sagt in einer Erklärung, daß Pfarrer v. Bodelschwingh nicht als ordnungsmäßig bernsener, sondern nur als für das Amt bestimmter Reichsbischof anzusehen sei. Irgendwelche Rechte oder Funktionen im Rahmen des evangelischen Kirchenbundes ständen ihm nicht zu. Grußpflicht für alle Parkeigenossen. Berlin. Der Führer Adolf Hitler hat angeordnet, daß alle Parteigenossen sich gegenseitig zu grüßen haben, und zwar grüßt der Rananiedrigereden Rangyoyeren, ganzgleich, ob der Ranghöhere der politischen Leitung der SA., S S. oder der H J. angehört. Der Gruß gilt nicht der Person, sondern der Partei und ist damit Ehrensache. Eine Erklärung von Bismarcks. Berlin. Der Reichskampfring=Führer der Deutschnationalen Front, Staatssekretär von Bismarck, übergibt der Oeffentlichkeit eine Erklärung, in der er die Verdächtigungen, der Deutschnationale Kampfring dulde marxistische Elemente in seinen Reihen, nachdrücklich zurückweist. Um allen weiteren Verdächtigungen den Boden zu entziehen, habe er den Besehl an alle Führer des Deutschnationalen Kampfringes gerichtet, daß ehemalige Angehörige der APD. und SVD., des Reichsbanners oder ihrer Nebenorganisationen, die nach dem 30. Januar 1933 dem Kampfring beigetreten sind oder sich zum Beitritt angemeldet haben, sosort aus den Listen des Kampfringes zu streichen sind, wenn sie nach dem 1. Jannar 1932 noch aktiv in marxistischen Organisationen tätig waren. Das Leben der Prinzessin ist von dem Augenblick an, da sie noch als kleines Kind mit ihren Eltern aus Sowiet=Rußland flüchten mußte, ein überaus trauriges gewesen. Mit ihrem Bruder Wladimir, der setzt 15 Jahre alt ist und als der legitime russische Thronfolger betrachtet wird, hat sie dann die meiste Zeit in St. Briac verbracht, wo sie ein den bescheidenen Mitteln ihrer Eltern entsprechendes Leben in Zurückgezogenheit führte. Die ältere Schwester der Prinzessin Kira, eine Prinzessin Maria, hat vor mehreren Jahren den Prinzen Karl von Leiningen geheiratet und hält sich meistens in Deutschland auf. Die einzige Abwechselung, die sich der Prinzessin Kira bietet, besteht darin, daß sie gelegentlich ihre Schwester besucht. Einige kurze Monate lang konnte sie auch der Hoffnung leben, daß ihre Liebe zu dem spanischen Prinzen ihr die Möglichkeit gibt, dem überaus einfachen und monotonen Leben in der Bretagne zu entfliehen. Nun ist mit einem Schlag nicht nur ihre Liebe. sondern auch diese Hoffnung zerstört worden. Selbstmord des Landrats von Belgard. Der Landrat des Kreises Belgard in Pommern, Dr. Braun, hat am Mittwoch in seinem Dienstzimmer seinem Leben durch Erschießen freiwillig ein Ende gemacht. Ueber die Beweggründe ist noch nichts bekannt. Dr. Braun hat auch keinerlei Angaben hinterlassen, die Aufschluß geben könnten. Am 1. Oktober 1929 wurde Dr. Braun zum Landrat des durch die Zusammenlegung der Kreise Belgard und Schivelbein ungewöhnlich groß gewordenen neuen Landkreises Belgard berufen. Dr. Brann stand im 50. Lebensjahr, war verheiratet und Vater von drei Kindern. Urauführung des ersten deutschen SA.=Filmes. Im Ufa=Palast am Zoo in Berlin fand gestern abend vor ausverkauftem Hause in Gegenwart zahlreicher höherer Führer der NSDAP., die zur Reichsführertagung in Berlin weilen, die Uraufführung des ersten deutschen SA.=Filmes„S A.Mann Brand“ statt. Das Filmwerk wurde vom Publikum begeistert aufgenommen. Am Dirigentenpult vom Tode ereilt. Der Generalmusikdirektor Dr. Egon Pollack aus Hamburg dirigierte am Mittwoch im Prager deutschen Theater die Oper„Fidelio“. Kurz vor Schluß des ersten Aktes wurde er von einem Unwohlsein befallen. Er wurde bewußtlos. Der sofort herbeigerufene Arzt konnte nur noch den Tod durch Herzschlag feststellen. Die Vorstellung wurde abgebrochen. Drei Arbeiter bei Tunnelsprengungen getötet. Bei Orbis im Oberelsaß werden gegenwärtig Tunnelarbeiten durchgeführt. Beim Sprengen wurden gestern drei Arbeiter getötet und einer schwer verletzt. Doppelmord aus Eifersucht. Am Mittwoch früh tötete in Gleiwitz die ledige 24jährige Hausangestellte Angela Fronia in ihrer Wohnung Mühlstraße 22 ihren 29jährigen Bräutigam, den Bauarbeiter Adolf Dzink und ihr 1 Jahr 8 Monate altes Söhnchen Rudolf durch Beilhiebe. Nach der Tat versuchte sie sich zu ertränken. Ein vorübergehender Fleischer zog sie lebend aus dem Wasser. Aus einem hinterlassenen Brief geht hervor, daß der Grund zur Tat Eifersucht war. Neuer Geschwindigkeitsrekord des Schnelldampfers„Bremen". Nach einem Funkspruch von Bord des zur Zeit auf der Heimreise nach Bremerhaven befindlichen Lloydschnelldampfers„Bremen“ entwickelte das Schiff auf der Fahrt über den Nordatlantik vom Ambroß=Feuerschiff bis Cherbourg eine bisher von keinem anderen Schiff der Welt erreichte Durchschnittsgeschwindigkeit von 28,14 Seemeilen pro Stunde. Die„Bremen“ hat damit einen neuen außerordentlich beachtlichen Geschwindigkeitsrekord aufgestellt. Spanische Sorgen. Von der Polizei in Barcelona wurde gestern eine Geheimversammlung von Regierungsgegnern aufgehoben. Dabei wurden 200 Personen verhaftet. Ein Teilnehmer gab auf die Polizisten mehrere Schüsse ab. In dem allgemeinen Tumult gelang es ihm, zu entkommen. Scharfe Stellungnahme der Brahmanen gegen Gandhi. Die orthodoxen Brahmanen haben sich auf einem Kongreß mit der Stellung der Angehörigen ihrer Kaste zu Gandhi befaßt. Gandhi wurde vorgeworfen, daß er sich allzu sehr mit der Bibel beschäftige und als Christ zu betrachten sei. Dem Mahatma wurde eine Botschaft übersandt, in der er aufgefordert wurde, die Heirat seines Sohnes Devadas mit einem jungen Mädchen aus einer niedrigen Kaste zu verhindern. Deutsche Gräfin als Gattenmörderin. Aufsehenerregende Selbstbeschuldigung einer jungen Frau. Bei der Berliner Kriminalpolizei ist auf dem Wege des Polizeifunks eine interessante Anfrage eingetroffen. Sie bezieht sich auf den Fall der fünfundzwanzigjährigen Erzieherin Mary von Hoch=Stolberg, angeblichen Tochter eines gleichnamigen deutschen Grafen, der mit seiner Familie vor fast drei Jahrzehnten nach Amerika ausgewandert sein soll. Die junge Dame hat im Verlauf einer Vernehmung vor der Budapester Polizei das Geständnis abgelegt, daß sie vor zwei Jahren ihren Mann, einen reichen amerikanischen Großgrundbesitzer, erschossen habe und dann nach Europa geflüchtet sei. Ueber diesen seltsamen Fall werden aus Budapest folgende Einzelheiten berichtet: Vor einiger Zeit war von einer deutschen Polizeistelle bei der Budapester Stadthauptmannschaft das Ersuchen eingegangen, einige Daten über eine in Budapest wohnende Dame zu erheben und der deutschen Polizei zu übermitteln. Da die betrefsende Dame selbst nicht erreichbar war, wurde ein Kriminalbeamter zu ihrer Freundin, der Erzieherin Mary von Stolberg, geschickt, um von dieser die nötigen Auskünfte einzuholen. Der Detektiv brachte sein Anliegen vor. Möglicherweise wurde er von der Erzieherin, die nur der deutschen und englischen Sprache mächtig ist und das Ungarische sehr gebrochen spricht, nicht verstanden, denn sie antwortete deutsch: „Sie kommen wohl wegen der alten Geschichte von Long=Island?“ Der Detektiv horchte auf, begann zu fragen und brachte schließlich Mary von Stolberg auf die Polizeidirektion. Dort nahmen sie Kriminalbeamte sofort ins Verbör um zu erfahren, was es mit der Sache von Long=Island auf sich habe. Die Erzieherin erklärte zur größten Verblüffung der Anwesenden: Ich gebe es zu: Ich habe am 31. Mai 1931 meinen Mann getötet." Der Kommissar Dr. Vogel verfügte die vorläufige Festnahme der jungen Frau und verhörte sie stundenlang, um Einzelheiten der angeblichen Mordtat zu erfahren, Mary von Stolberg erzählte darüber nun folgendes: Ihr Vater, Graf Hoch=Stolberg. sei vor vielen Jahren nach Amerika ausgewandert, sie selbst sei bereits in Neunork geboren. Dort habe sie mit achtzehn Jahren den Gutsbesitzer William Baßsorth geheiratet Vier Jahre währte diese Ehe. dann sei es zu Zerwürfnissen gekommen und Baßforth habe erklärt, daß er sich scheiden lassen wolle. Sie. Mary, sei darüber außerordentlich, erbittert gewesen, um so mehr als sie befürchten mußte, nach der Trennung in Not zu geraten. So habe“ den Plan gefaßt ihren Mann zu töten. Sie habe olle Vorbereitungen zur Flucht getroffen, ihre Sachen gepackt, eine Schiffskarte besorgt und schließlich die Tat ausgeführt. Am 31. Mai 1931 habe sie ihren Mann in Long=Island durch zwei Revolverschüsse getötet. Baßfort blieb im Vorzimmer ihres gemeinsamen Appartements blutend liegen. Noch bevor die Tat entdeckt wurde. sei es ihr gelungen, das Schiff zu besteigen und unangefochten nach München gefahren, wo sie einige Monate verblieb; dann sei sie nach Budavest übergesiedelt und habe hier eine Stelle als Erzieherin angenommen. Die Polizeibehörden stehen dieser ungeheuerlichen Selbstbeschuldigung vorläufig noch skeptisch gegenüber. Da der Budapester Polizei nicht bekannt ist, daß die amerikanischen Behörden in einer solchen Angelegenheit, wie sie Mary von Stolberg erzählte, einen Steckbrief erlassen hätten, wandte sie sich an die zuständige Berliner Stelle die über alle internationalen Verbrechen unterrichtet ist, um Auskunft. Die Berliner Kriminalpolizei ist vorläufig noch mit der Ueberprüfung der Angaben der Erzieherin beschäftigt. Im Laufe des morgigen Tages dürfte schon einiges Licht in die geheimnisvolle Angelegenheit gebracht werden. Berliner Börse. Anfangsstimmungsbild von heute. Tendenz: Geschäftslos. Auch heute zeigten die ersten Notierungen keine ganz einheitliche Entwickelung, obwohl die Grundstimmung als solche durchaus weiter freundlich war. Das schwächere Nenyork blieb eindrückslos, dagegen machten die vorläufige Regelung der Schuldenfrage, die fortschreitenden Stillhaltebesprechungen und weitere Meldungen über Neueinstellungen und Absatzbesserungen einen guten Eindruck. Die feste Haltung der deutschen Werte im Auslande hatte außerdem etwas Nachfrage zur Folge. Besonders die Altbesitzanleihe konnte weiter um 3 Prozent anziehen. Von Aktien zeichneten sich Feldmühle mit einem zweiprozentigen und Bemberg mit einem 1¼prozentigen Gewinn ans, während Akkumulatoren um 1% Proz. zurückgingen. Am Geldmarkt waren die Sätze unverändert, der medio machte sich kaum noch bemerkbar. Aber auch im Verlaufe litt das Geschäft unter dem geringen Ordereingang, der zum Teil durch das Fehlen von Austrägen aus den katholischen Gebieten wegen des Fronleichnamstages bedingt war. Jm Verlaufe war aber allgemein die Tendenz etwas anziehend. Kohle als Dünger. Eine umwälgende Wirkung auf die ganze bisherige Düngerlehre dürfte die Ausnützung der Kohle bringen, wenn die Untersuchungen über die Wachstumsstoffe in der Kohle die große praktische Bedeutung erlangen, die man erwartet. In der Nähe der Braunkohlengebiete hatte man schon immer ein besonders üppiges Wachstum beobachtet und vermutet. daß der Kohlenstaub die Ursache sei. Durch die Versuche von Pros. Lieske sind diese Zusammenhänge wissenschaftlich nachgewiesen worden Es hat sich gezeigt, daß Pflanzen in Verbindung mit Kohle mehr Stickstoff aufnehmen als sonst Selbst solche Pflanzen, die bisher überhaupt nicht gedüngt werden konnten, da sie Dünger nicht annahmen, wurden durch Kohledünger zu einem außzerordentlich reichen Wachstum gebracht. Man stellte nun Präparate aus Braunkohle her, die im wesentlichen die darin befindlichen Metallverbindungen der Humin=Säure enthielten. Doch wirkte die Braunkohle selbst bedeutend stärker als das aus ihr gezogene Metall, und so mußte man schlieten, daß die Kohle noch andere befruchtende Bestandteile aufweist. Sodann zeigte sich, daß ältere Braunkohle besseren Dünger gibt als füngere. Je mehr die Verkohlung fortgeschritten war desto stärker war die Wirkung. Die besten Erfolge wurden mit Braunkohle und Moor erzielt, aber auch mit Steinkohle. Da die Steinkohle keine Humin-Säure enthält, so konnten also hier die Wachstum fördernden Stoffe nicht huminsaure Salze sein. Man vermutete daher in der Kohle einen noch unbekannten Sexualsaktor. Es wurden Mäuse und Ratten mit Kohle gefüttert. wobet eine stärkere Entwicklung der Hoden gefunden wurde. Seitdem sind Sexualhormone in der Kohle nachgewiesen worden, die zweifellos mit der Düngerwirkung zusammenhängen. Wie kommen nun diese Hormone in die Kohle? Es ist nicht anzunehmen, daß sie ursprünglich darin waren. Da es sich wohl um Stoffe aus der Gruppe der Auxine handelt, so darf man vermuten, daß die vielen Bakterien, die in Mooren, im Torf usw. vorhanden waren, bei ihrem Absterben solche Auxine ausschieden und daß im Verlauf eines langen Prozesses eine beträchtliche Anreicherung mit diesen Wachstum fördernden Stoffen erfolgte Wenn diese Zusammenhänge noch weiter geklärt werden, dürfte eine neue Aera inder Düngerlehre anbrechen. Für die vielen Beweise inniger Anteilnahme anläßlich des Heimganges unseres lieben Enfschlafenen sagen wir allen fiefempfundenen Dank. Frau Grete Windgassen Günther Windgassen Herberf Windgassen. Haffingen-Ruhr, im Juni 1933. Mield Wringer Kräffeschwund und Nervenverfall hören auf! Unsere Nerven sind nicht aus Stahl, und unsere Lebenskrüfte unter llegen bestimmten Naturgesetzen. Dlese aber sind von der Wiesen schaft erforscht. Zerrüttete Nerven und Versagen unserer besten Krüfte werden heute mit glänzendem Erfolg durch Hormone behandolt Oles let tausendfach bewiesen durch das Hormonprüparat Okase Neue Triebkraft wird entfacht! Io hab halten „Ich fühle mim mindestens um auf Körper und Gelst. Sexuell schreibt Herr L. P. In L-R. genommen, um den Krôfteverfall des Körpers auftu Es hat sich glänsend bewährt", schreibt Her» K K in L. mien mindestens um 90 Jahre verjüngt. Okase wirte echnelt tell bin ich collkommen auf der Hone* ... m L-R.- Zu otelen tausenden liegen dhnitche Anerbennungsschreiben über Okasa von Privaten und Arsten 00 Das Leben bringt wieder Erfolge. Oer Mensch mit ordnungegemäßer Punktion der Hormondrösen uno gut genährten Nerven lat geistig und körperlich obenauf und daduron anderen Oberlegen. Okase nach Ceh-R. Or. med Lehusen enthalt bechwirkeeme Hypophysen- und Kelnerdeen-Hornene sowie besterprobte nervenstürkende und potensstolgerase Stoffe Darum ist Okasa das Oberragende Mittel gegen gelstige uno körperliche Erschlaffung. sexuelle Neurasthenle und vorzeitigee Attorn Ohssa betin allen Apetheken erhiltlleh: Ohase Büder füe Sea Mann, 100 fabl. 9.60 60 Teblettee 8.—. Oksea Cold fûe dle Praa. 100 Tablettea 10.80; 80 Tablettea 6.60.— 30000 Pr.b...... gra... wiesenechefti. Brecchdre, Grrtliche» private Gutneht versend, neutral versehlese, geg 20 Pf. Deseelbeiefperte dee Generaldepet: Redlevere Kronen-Apetheke, Bertio W 34., Friedrichetreße 160 75 Prozent aller Einkäuse besorgt die Rausscau! Sie ist der eigentliche Finanzminister der Familie! Sie muß tagtäglich überlegen, wo und wie sie all die lebensnotwendigen Dinge beschafft, die zur Befriedigung des Haushalts billig und nochmals billig sein müssen. Bei knapper Wirtschaftskasse ist diese Rechnerei gar nicht so einfach. Deshalb erleichtert ihr der Anzeigenteil unserer Zeitung die Beantwortung aller Einkaufsfragen. In jeder sparsam wirtschaftenden Familie ist die beliebte Heimat-Zeitung der hilfreiche gute Hausgeist. Bekanntachung. Wegen größerer Instandset der Weg Berkenherg— Ber anosetzungsarbeiten ist der Weg Berkenherg— Berger Schule— Schwarzer Hund— Kötterei in Oberstüter für schwere Fuhrwerke, insbesondere Lastkraftwagen vorübergehend schlecht zu befahren. Die Fuhrwerksbesitzer werden hierauf aufmerksam gemacht mit dem Hinweis, daß die Gemeinde Oberstüter für etwaige Schäden nicht aufkommt. Winz, den 12. Juni 1933. Die Wegepolizeibehörde: Der Bürgermelster: I. V. Düsterloh. Die Schreinerarbeiten für die Auskleidehalle, Bedürfnisanstalten usw. für das Freibad Scheppen am Baldeneysee sollen in öffentlicher Ausschreibung vergeben werden. Leistungsverzeichnisse sind, soweit der Vorrat reicht, im städtischen Hochbauamt, Deutschlandhaus, 5. Stock. Zimmer 511, zu haben. Zeichnungen und Bedingungen liegen im Zimmer 540 von 8—10 Uhr zur Einsicht aus. Die Angebote sind bis spätestens Montag, den 26. Juni 1933, 10 Uhr, im Zimmer 511 abzugeben. Mit der öffentlichen Verlesung der eingegangenen Angebote wird um diese Zeit begonnen. Essen, 15. Juni 1933. Der komm. Oberbürgermeister. Bohnerwachs vom Fachhandel erspart Ihnen Enttäuschungen! Edel-Bohnerwachs„Ruhrblick“ Das gute Pflegemittel für wenig Geld! 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