7 Hattinger Zeitung 85. Jahrgang General=Anzeiger für den Ennepe=Ruhrkreis Kreisblatt für den Ennebe-Ruhrkreis Samstag, den 8. April Unter Statthalter Hitler: Jeder Bezieher erhält laut unseren Bedingungen 300 Mark Unterstützung bei tödlichem Unfall. Größte u. meisigelesene Zeitung in Stadt und Kreis 1933/ Nr. 84 Gleichzeitig Innenminister von Preußen.— Norman Davis beim Reichsaußenminister. Was wir dazu sagen. In der Wilhelmstraße beginnen die Osterferien. Heute programmatische Kanzlerrede. Am Montag reist Hitler nach Berchtesgaden. Berlin. Norman Davis, der Sonderbotschafter der Vereinigten Staaten, ist heute vormittag um 8,30 Uhr in Berlin eingetrossen. Er hat bereits heute seine erste Unterredung mit dem Reichsaußenminister. Es ist möglich, daß sich dieser Unterredung ein Empfang durch den Reichskanzler anschließt. Im übrigen beginnt in der Wilhelmstraße die Osterpause. Nachdem Herr v. Papen bereits gestern abend nach Rom abgereist ist, verläßt heute auch der Reichsaußenminister Berlin zu einer kurzen Erholung. Reichskanzler Hitler, dessen heutiger Rede vor der SA. man mit größtem Interesse entgegensieht, da man von ihr richtungweisende politische Mitteilungen erwartet, wird morgen oder übermoraen die Reichshauptstadt für einen kurzen Österurlaub nach Berchtesgaden verlassen. Der Reichswirtswaftsminister verreist am Montaa. Minister Goering, der morgen abend dem Vizekanzler nach Rom folgen wird. spricht am Tage in einer Kundgebung der N290. Die Oesterreisen unterbrechen natürlich die Arbeiten der Regierung für einige Tage. Man Um die Arbeitslosenversicherung. rechnet deshalb auch nicht damit, daß heute noch einige Statthalter für die Länder ernannt werden.(Die gestrigen Kabinettsbeschlüsse veröfsentlichen wir auf der nächsten Seite.) Allerdings erwartet man noch im Laufe des heutigen Tages eine amtliche Auslassung über den Kabinettsbeschluß zur Wiedereinführung von Titeln. Orden und Ehrenzeichen. Heute hält sich in politischen Kreisen die Behauptung aufrecht, daß an der Ernennung des Reichsministers Goering zum preußischen Ministerpräsidenten und gleichzeitig preußischen Innenminister nicht mehr zu zweiseln sei, während bekanntlich die Statthalterschaft in Preußen, sozusagen das Amt des Staatspräsidenten, vom Reichskanzler selbst übernommen wird. Die in einem Teil der Presse aufgetauchte Version, daß Vizekanzler v. Papen der NSDAP. beitreten und dann das Amt des Ministerpräsidenten in Preußen übernehmen werde, wird als unwahrscheinlich abgelehnt. Wie wir erfahren, empfing der Reichskanzler heute den Präsidenten des Eval. Oberkirchenrates, Dr. Kappler. Es ist anzunehmen, daß die Besprechung mit den Problemen der evangelischen Kirche zusammenhängt, die in der Oefsentlichkeit seit der Tagung der Glaubensbewegung„Deutsche Christen“ viel behandelt worden sind. Schwere Bluttat in Breslau. Zwei Nationalsozialisten von Provokateuren erschossen. Breslan. In der letzten Nacht kam es zwischen Gästen eines Lokals über das Spielen des„Horst=Wessel=Liedes" und des„Schlesierliedes" zu Meinungsverschiedenheiten. Anschließend entwickelte sich auf der Straße eine Schlägerei und Schießerret, an der sich offenbar Provokatenre beteiligten. Ein 26jähriger Schlosser und ein 83jähriger Arbeiter wurden erschofsen, zwei Personen verletzt. Sämtliche Verletzten gehören der NEDAP. an oder stehen ihr nahe. Bei den Angreifern scheint es sich um Kommunisten und Elemente zu handeln, die erst seit einigen Tagen Anschluß an die NSDAP. gesucht haben. Im Verlauf einer Nazzia, die heute vormittag stattsand, wurden rd. hundert Kommunisten sestgenommen. Ein Kommissar für die Senatspräsident Thielmann. Die alten Bergarbeiterverbände aus geschaltet. Berlin. Wie wir hören, ist der Senatspräsident beim Reichsversicherungsamt Thielmann von der Reichsregierung zum Reichskommis sar für die Reichsknappschaftsverficherung berufen worden. Senatspräsident Thielmann ist ein bekannter Fachmann auf dem Gebiete der Reichsknappschaft; er war selbst einmal Bergrat und hat bereits seit längerer Zeit einen Senat zur Knappschaftsversicherungsfragen im Reichsversicherungsamt geleitet. Reichskommissar Thiel mann übernimmt nun die gesamte laufende Verwaltung der Reichsknappschaft, womit die sogenannten alten Bergarbeiterverbände, die bisher die Verwaltung führten, ansgeschaltet sind. Es dürfte zu den Aufgaben des Reichskommissars gehören, auch bei der Reichsknappschaft die Gleichschaltung durch Gewäh rung der Gleichberechtigung an die nun anerkannten nationalen Gewerkschaften herbeizuführen. Wie das Nachrichtenbüro des VDZ. meldet, findet in der nächsten Woche eine Aussprache der hauptsächlich beteiligten Reichsminister über die bevorstehende Neuordnung der Arbeitslosenversicherung statt. Es kann damit gerechnet werden, daß das Reichskabinett sich bald nach Östern mit dieser wichtigen Frage beschäftigen wird. Um die Neubildung der Arbeitslosenversicherung ist in der Oeffentlichkeit schon seit längerer Zeit ein Rätselraten im Gange gewesen. Die Frage war, ob Arbeitslose= Krisenund Wohlfahrtsfürsorge zusammengelegt werden sollten, ob die Betreuung unter Beseitigung der Reichsanstalt von den Gemeinden wahrzunehmen sei usw. In unterrichteten Kreisen wird uns erklärt, daß diese Gedankengänge im wesentlichen als überholt betrachtet werden müßten. Die Reserenten des Reichsarbeitsministeriums haben Vorarbeiten zu einem Entwurf auf neuer Grundlage geleistet, über den bisher nur soviel verlautet, daß die Reichsanstalt und die Arbeitsämter erhalten bleiben dürften. Das Schicksal dieses Entwurfs werde wesentlich davon abhängen, welche Stellungnahme der Reichssinanzminister einnimmt. Denn die Arbeitslosenversicherung könne ja nicht als isolierte Angelegenheit betrachtet werden, sondern hänge eng zusammen mit den Gemeindefinanzen und vor allem mit dem Finanzausgleich, dessen baldige Neuregelung gleichfalls zu erwarten set. Gleichzeitig hört das Nachrichtenbüro des V2J., daß die maßgebenden Stellen Entwürfe ausgearbeitet haben für die Sicherstellung der Lepungsfälsgkeit der Angestellten=, Invalidenund Knappschaftsversicherung. Das Kabinett hat sich mit diesen Entwürfen noch nicht beschäftigen können. Eine dauernde Sicherstellung stungsfählgkeit scheint man in der eines Kapitalstocks zu sehen. der Lei= tldung Rückkrikt des peruanischen Kabinekts. Lima. Das pernanische Kabinett ist zurückgetreten. Der Rücktritt ist erfolgt, um dem Präsidenten Sanchoz Cerro die Möglichkeit zu geben, entsprechend der am 9. April in Kraft tretenden neuen Verfassung eine neue Regierung zu bilden. Aber, Herr Adenauer! Der neueste Skandal in Köln. Das August=Bebel-Haus wurde aus städtischen Mitteln erbaut. Köln. Nach einer Meldung des„Westdentschen Beobachters“ sind in den letzten Tagen bei Sichtung des stadtkölnischen Materials eigenartige Dinge zutage getreten, die den Ban des Angust=Bebel=Hanses, des Verlagshauses der sozialdemokratischen„Rheinischen Zeitung" in Köln=Dentz in ein sensationelles Licht rücken. Man hat festgestellt, daß zu einer Zeit, als die Stadt schon in den größten Geldschwierigkeiten war, das August=Bebel=Haus gan, mit städtischen bzw. öffentlichen Geldern erbant worden ist. Die„Rheinische Zeitung“ schuldet, nach der Veröffentlichung des„Westdentschen Beobachters", der Stadt Köln, der Städtischen Sparkasse und den Sparkassen der Landkreise Köln, Bergheim, Mülheim, nicht weniger als 419 000 R M. Nicht ein Backstein des gesamten August=Bebel=Hauses sei Eigentum der„Rheinischen Zeitung". Nach Feststellung dieser Tatsache habe Oberbürgermeister Riesen am Freitag das der Stadt Köln gehörende Gebände unter Zwangsverwaltung genommen, um für die Stadt an Geldern zu retten, was noch zu retten sei. Die Stadtverwaltung habe dann das Gebände an den Gauverlag Köln=Aachen der NSDAP. vermietet, so daß nun die Ganzeitung„Der Westdentsche Beobachter“ im ehemaligen August=Bebel=Haus hergestellt werde. Die Osthilfe=Untersuchung. Skandalnachrichten der Linkspresse ersunden. Berlin. Der Östhilfe=Untersuchungsausschuß hat, wie amtlich mitgeteilt wird, seine Beratungen avgeschlossen und einen Bericht hierüber dem Reichsminister Dr. Hugenberg erstattet. Der Osthilfe=Untersuchungsausschuß hat seine Arbeiten auf die Nachprüfung der im Reichstagsausschuß vorgebrachten 26 Osthilfefälle beschränkt und in 11 Sitzungen eingehend erortert und nachgeprüft. Vorher waren auf Wunsch des Rechnungshofes bereits sechs Fälle von der Nachprüfung ausgeschieden, die bereits vom Rechnungshof nachgeprüft worden waren. Der Bericht kommt zu dem Ergebnis, daß die in der linksgerichteten Tagespresse im Januar 1933 erhobenen Angriffe gegen die beteiligten Behörden samt und sonders zu Unrecht erhoben worden sind. Von Riesenskandalen der Östhilfe, Panama und Korruption sei keine Rede. Der Weg zur Vielleicht haben auch die MänReichseinheit. ner, die vor dem deutschen Frühling dieses Jahres 1933 das deutsche Staatsruder lose und ungeschickt in den Händen hielten, zeitweilig an die große Aufgabe geglaubt, die sie sich, vermeintlich gegen die „Reaktion der nationalistischen Rechten", gestellt hatten. Jubelten sie's nicht förmlich in den Tagen um die Weimarer Verfassung in die Welt hinaus, daß jetzt, jetzt endlich, der Grundstein zum Aufbau der Einheit des Reiches gelegt worden sei? Sollten nicht die schwarz-rot-goldenen Farben der Burschen von 1848 Symbol der Zusammengehörigkeit aller Deutschen sein? Die Kluft zwischen dem Reich und den Ländern ist durch die Jubelhymnen der schrankenlosen Demokratie nicht schmaler geworden. Sie hat sich erweitert. Und selbst der von Bismarck geschafsene und von den Fürsten in der Vornovemberzeit getragene Bund der Staaten zeigte hier und da bedenkliche Risse. Die Regierenden in Bayern oder in Baden, Vertreter der alleinsellamachenden Demokratie, durften es sich erlauben. immer wieder mit separatistischen Gelüsten zu drohen, wenn die Reichsgewalt nicht tanzte, wie sie pfiffen. Dennoch war jenen Herrschaften der Begriff „Nationalismus" gleichbedeutend mit ausgeprägter Eigenstaatlichkeit. Dennoch schrien sie's durch alle Zeitungsspalten und in alle Parteiversamm= lungen, daß die„nationalistische Reaktion" den Bestand des Reiches gefährde. Es mußte Frühling werden. Der deutsche Nationalismus mutzte den Gestrigen und Vorgestrigen das Staatsruder aus den lahmen Fingern winden und kräftig selber führen, um zu beweisen. daß die Reichseinheit nicht Programmpunkt irgendeiner demokratischen Partei, sondern im Fühlen. Denken und Wünschen des deutschen Volkes verankert ist. Daß nur eine starke Faust dazu gehört, sie herzustellen. Daß es mit dem großen Mundwerk allein nicht aetan ist. Das Kabinett vom 30. Januar ist dabei, aus den Ländern ein Reich, aus den Stämmen ein Volk zu machen. Angesichts vollzogener Tatsachen verstummt der Widerspruch. Ein mächtiger Wille bezwinat die kleinen Schäker in München. in Stuttgart und anderswo, die da glaubten, am eigenen Herd ein Sondersüppchen kochen zu können und aus der Reichshauptstadt den Braten dazu erhalten zu müssen. Die deutschen Stämme haben ihre Eigenarten. Sie sollen ihnen gewahrt bleiben. Sie haben vielleicht— ihre besonderen wirtschaftlichen, ihre besonderen kulturellen Interessen. Niemand denkt daran, ihnen diese zu beschneiden. Aber sie haben eine Sorache, einen Gott, ein Vaterland. Und sie haben eine große, gemeinsame Not, die Not aller Deutschen. Diese Not sollen sie auch gemeinsam überwinden. Und sie sollen immer wissen, daß die Behauptung der Reichsgrenzen wichtiger ist. als die der Landesarenzen. Wenn Adolf Hitler den Weg zu dieser Erkenntnis jetzt mit einem Schlage ebnet, dann hat er ein staatsmännisches Werk allererster Ordnung vollbracht. Die Väter der Weimarer Verfassung und ihre unentwegtesten Anhänger sollten dem Kanzler des Dritten Reiches ein Denkmal errichten. * Besuch aus Roosevelt hat einen außerordentAmerika. lichen Botschafter zum Studium der europäischen Verhältnisse nach unserem Festland entsandt. Herr Norman Davis, so heißt der Mann, besuchte London, Paris und ist heute vormittag in Berlin eingetroffen. Er hat die feste Absicht, sich von Reichskanzler Adolf Hitler persönlich über Deutschlands Stellungnahme zum Abrüstungsproblem unterrichten zu lassen. Käme Herr Norman Davis nur deswegen nach Deutschland, er hätte sich, weiß Gott, die Reise sparen können. Zumal Amerikas„großer Mann“, Roosevelt, nach den neuesten Versionen, nicht daran denkt, sich in den europäischen Abrüstungskonflikt einzumischen. Es gibt keine Frage, die von Deutschland so schnell und so eindeutig auf eine knappe Formel gebracht werden könnte, wie gerade diese: Wir haben abgerüstet, die Befriedung der Welt fordert es, daß die anderen Nationen unserem Beispiel folgen! Mehr wird Herr Norman Davis auch vom Reichskanzler kaum erfadren können. Und er hätte seine Informationen in dieser Beziehung gut und gern nur ans Paris beziehen dürfen. Aber die Amerikaner sind nicht spendabel, wie . weiland Herr Oberbürgermeister Böß Berlin. Sie geben kein Geld für eine Europareise aus, wenn sie mit ihr nicht einen handgreiflichen Zweck verbinden können. Die Amerikaner sagen„Abrüstung" und meinen„Schuldenrückzahlung". In Washington hat man das allergrößte Interesse daran, daß die Vorbesprechung der Weltwirtschaftskonferenz in Amerika stattfindet. Einladungen des Staatsdepardements an Deutschland, England, Frankreich und Italien sind bereits ergangen. Herr Norman Davis wird diese Einladungen dringend unterstreichen. Jeder Anfänger des edlen Fußballspiels weiß, daß jede Mannschaft auf ihrem heimischem Platz am Besten spielt. Nun, die Amerikaner sind auf Wallstreet trainiert! Die Erklärung Schachts, daß Deutschland unter allen Umständen seinen kommerziellen Schuldund Zinsverpflichtungen nachkommen wolle, wird dem amerikanischen Sonderbotschafter den Aufenthalt in Berlin angenehm gestalten. Sie war sozusagen der Willkomm für ihn. Dabei ist man sich, auch jenseits des Großen Teiches, durchaus im Klaren darüber, daß der Reichsbankpräsident unter„kommerziellen Verpflichtungen" niemals die Leistungen nach dem Dawes= oder Youngtribut verstanden hat. Ueber derlei Dinge wird nicht mehr debattiert. Allerdings wird Herr Davis froh sein, wenn er mit der Botschaft heimkehrt, daß Europa seinen privaten Schuldverpflichtungen nachkommen will. Will es das? England und Frankreich zögern mit der Tilgung der nächsten Rate, die im Juni fällig wird. In Paris ist man gewillt, die privaten Verschuldungen mit den Kriegstributen zu verquicken und seine Zahlungen von den Eingängen aus den Youngtributen abhängig zu machen. Und während dieses Hin und Her lustig weiter geht, läuft die Weltwirtschaft leer.— Die Aufgaben des Besuchers aus Amerika sind nicht leicht. Wir wetten, daß er sich, während seiner Rundreise durch die europäischen Hauptstädte, in Berlin immer noch am wohlsten fühlt. Und das schadet unserem Prestige in den Vereinigten Staaten durchaus nicht. Ein Jahr Gefängnis für den Verbreiter von Greuellügen. Berlin. Gestern tagte zum erstenmal das Sondergericht, das auf Grund der Verordnung der Reichsregierung über die Bildung von Sondergerichten vom 21. März d. J. eingesetzt wurde. Der Verhandlung lag eine Anklage gegen den jüdischen staatenlosen Händler David Leisten zugrunde. Er wird beschuldigt, auf dem Düppelmarkt in Berlin=Steglitz im Gespräch mit einem anderen Händler Greuelnachrichten über angebliche Judenverfolgungen in Deutschland der Wahrheit zuwider verbreitet zu haben. Die Vernehmung des Angeklagten ergab, daß dieser im Jahre 1912 von Tarnow nach Deutschland gekommen und bis auf die Kriegszeit ununterbrochen hiergeblieben ist. 1918 sei er sofort wieder nach Deutschland gekommen. Er lebe hier auf Grund einer Aufenthaltsgenehmigung, die jeweils verlängert würde. Zur Anklage erklärte Leisten, er hätte am 24. März mit einem anderen Händler. dem Zeugen B., über die Judenverfolgungen gesprochen. Er habe erzählt, daß er gehört habe, in der Provinz würden die Juden auf das furchtbarste verfolgt und sogar geschändet. Er habe von diesen Greuelberichten in jüdischen Zeitungen gelesen. Der Zeuge Julius B. sagte aus, am 24. März habe der Angeklagte mit ihm über die Judenverfolgungen gesprochen und unter Hinwels auf einen Artikel eines Berliner Mittagsblattes gesagt, das, was in der Zeitung stände, sei alles Schwindel. Er wisse es besser, in jüdischen Zeitungen habe er gelesen, wie die Juden in der Provinz versolgt und geschändet würden. Hervorheben möchte er noch. daß der Angeklagte ausdrücklich erklärte, er (der Zeuge) möchte das nicht weitersagen. Das Gericht verurteilte den Angeklagten wegen Vergehens gegen 8 30 Abs. 1 der Verordnung des Reichspräsidenten vom 21. März d. J. zueinem Jahr Gefänanis. In der Begründung führte der Vorsitzende aus, daß der Angeklagte bewußt undabsichtlich die Lüge über die Judenverfolgungen verbreitet habe. denn seine Behauptung, er habe diese Dinge in einer füdischen Zeitung aelesen, sei unwahr. weil eine in Deutschland erscheinende lüdische Zeitung derartige Beschuldigungen niemals veröffentlicht habe. Das Gericht mußte eine exemplarische Strafe verhängen, denn Behauptungen wie der Angeklaate sie aufgestellt hat, müßten in der Jetztzeit besonders schwer wiegen. Außerdem lag für den Angeklagten nicht die geringste Veranlassung vor, solche Greuelmeldungen zu verbreiten, da er auskömmlich lebe und seit langem die Gastfreundschaft Dentschlands geniene. Richard Kahn verhaftet. der Großindustrielle mit 74.20 Mark Barvermögen. Berlin. Wie wir hören, ist der Inhaber des Richard=Kahn=Konzerns der Fabrikant Richard Kahn. wegen Bilanzverschleierung, Meineid. Betrug usw. verhaftet worden. Die Holdinggesellschaft des Richard=Kahn=Konzerns, die Industrie= und Verwaltungs=G. m. b. H. Berlin, ist bekanntlich Ende vergangenen Jahres in Konkurs geraten. Richard Kahn leistete damals den Offenbarungseid. Er bezeichnete sich mit einem Barvermögen von 74.20 RM. als Großindustrieller während er gleichzeitig offenbarte, daß er mit diesem Vermögen Bürgschaften von annähernd 8 MIIl. RM. gegenüber zahlreichen Bankfirmen übernommen hatte. Die Verhaftung Kahns ist aber nicht aus diesem kriminellen Grunde, sondern aus politischen Gründen vorgenommen worden. Neben der großen Politik. Hitler im Salon. Vizekanzler von Papen und Frau empfingen an einem der letzten Tage im Palais Prinz Friedrich Leopold, wo täglich die Pressekonferenzen stattfinden und wo das neue Propagandaministerium seinen Sitz gefunden hat, die Berliner Elite. Der Empfang war repräsentativ. Kein Staatsmann fehlte, keine bedeutende Persönlichkeit aus Wissenschaft und Kunst. Ueberhaupt scheint der Vizekanzler dem Reichskanzler, der bekanntlich Junggeselle ist, die repräsentativen Verpflichtungen abgenommen zu haben. Denke niemand, daß solche repräsentativen Empfänge unbedingt steif sein müssen! Im Gegenteil: Man unterhält sich angeregt, plaudert wohl auch, leichter als in den Amtszimmern während des Tages, über die politischen Ereignisse. Und manches wichtige Gesetz, manche wichtige Regierungsmaßnahme, sind in der Atmosphäre der politischen Salons reif geworden.— Beim Empfang des Vizekanzlers und der Frau von Papen saßen und standen in lebendiger Unterhaltung Reichsminister Dr. Goebbels und die Großherzogin von Sachsen=Weimar, Prinz August Wilhelm und der Berliner Polizeipräsident Graf Helldorf, Herr von Papen und die bildschöne blonde Gattin des Reichspropagandaministers. Aber Mittelpunkt des Abends war ein Mann, dem an der Wiege nichts von gesellschaftlichen Verpflichtungen gesungen wurde, war der Volkskanzler Adolf Hitler. Auch in diesem Kreise zeigte sich, in der natürlichen Ungezwungenheit, mit der er sich gab, die überragende Persönlichkeit. Leute, die dabei waren, sind begeistert von der glänzenden Form des Gespräches, das er mit dem italienischen Botschafter führte, von der liebenswürdigen Höflichkeit, mit der er den Damen der Diplomatie begegnete. Man sieht, der bedeutende Politiker muß nicht nur im Parlament und in der Regierung, sondern auch im Salon seinen Mann stehen können. Adolf Hitler kann dieses und jenes. Der matte, geistreichelnde Klüngel pazifistischer Literaten aus den sogenannten politischen Salons von gestern ist ausgelöscht. Das rein Männliche, die schlichte Selbstverständlichkeit des Wollens und Handelns, beherrscht die Stunde. * Ein Mann geht zum Film. Walter Eberhard Freiherr von Medem schrieb unter ein entsetzlich schlecht gelungenes Paßbild, das er mir gerührt in die Hand drückte, die sinnigen Worte:„Zur Erinnerung an gemeinsame Politik und Dichterei.. Jawohl, damals, vor zehn Jahren, dichteten wir noch rund um den Leitartikel. Sentimental und kriegerisch, wie es die Stimmung eingab. Und Walter von Medem, der ehemalige Hauptmann und Batteriechef, ehemalige Freikorpsführer im Baltikum und Waffengefährte Schlageters, ehemalige Sipoofsizier, dann fanatischer Marxistenfresser und hochpolitische Journalist, er Hitler Statthalter in Preußen. Die Befugnisse des Statthalters. Er ernennt die Minister und Ministerpräsidenten. Berlin. Was wir gestern nachmittag als eine der ersten Tageszeitungen in Westdeutschland ankündigten, ist inzwischen zur Tatsache geworden. Das Reichskabinett hat am Abend ein Gesetz über Reichsstatthalterschaften in den Ländern und ein anderes zur Wiederherstellung des Verussbeamtentums verabschiedet. Im ganzen standen zwölf Punkte auf der Tagesordnung dieser wichtigen Kabinettssitzung. Das„Gesetz zur Gleichschaltung der Länder mit dem Reich" wurde als erstes beschlossen. Dieses Gesetz bestimmt in seinem ersten Paragraphen, daß in den deutschen Ländern mit Ausnahme von Preußen der Reichspräsident auf Vorschlag des Reichskanzlers Reichsstatthalter ernennt. Sie haben die Aufgabe, für die Beobachtung der vom Reichskanzler aufgestellten Richtlinien der Politik zu sorgen. Der Reichsstatthalter hat solgende fünf Besuanisse der Landesgewalt: 1. Ernennung und Entlassung des Vorsitzenden und auf dessen Vorschlag der übrigen Mitglieder der Landesregierung. 2. Auflösung des Landtages und Anordnung der Neuwahl vorbehaltlich der Regelung des§ 8 des Vorläufigen Gleichschaltungsgesetzes vom 31. März dieses Jahres. Dieser Paragraph bestimmt, daß die Landtage gleichzeitia mit dem Reichstaa aufgelöst und neu gewählt werden. 3. Ausfertigung und Verkündung der Landesgesetze einschließlich der Gesetze, die von der Landesregierung gemäß 8 1 des Vorläufigen Gleichschaltungsgesetzes beschlossen werden.(Nach diesem§ 1 sind die Landesregierungen ermächtigt, außer in den in den Landesverfassungen vorgeseGegen Einzelaktionen. Eine Anordnung der Zentralkommission der Berlin. Die politische Zentralkommission der NSDAP. gibt folgende Anordnung bekannt:„Es ist den Mitgliedern der NSBO, SA.= und SS.Männern oder sonst. Angehörigen der NSDAP. untersagt, in die inneren Verhältnisse der Wirtschaftsunternehmungen, Industriewerke, Banken usw. selbständig einzugreifen, gegen Gewerkschaften vorzugehen, Absetzungen vorzunehmen und dergleichen. Zu irgendwelchen Eingriffen muß die ausdrückliche Genehmigung der Wirtschaftsbeauftragten der NSDAP. vorliegen, die nur im Einvernehmen mit der politischen Zentralkommission handeln dürfen. gez. Rudolf Heß, Vorsitzender der politischen Zentralkommission". wurde weich wie Schnee in der Märzensonne, wenn er den Pegasus bestieg. Ach, wie quollen die Verse an den Mond und an den Frühlingswald! Oder, wenn er in der Abenddämmerung der Geige schluchzende Töne entlockte.(Derweilen saßen die Frau Baronin und ich auf der Veranda und führten uns löffelweise dicke Milch zu Gemüte.) Walter von Medems Begeisterungsfähigkeit kannte keine Grenzen. Dabei konnte er gleichzeitig mit unerbittlicher Logik und Sachlichkeit politische Tagesprobleme verfechten. Seine Leitartikel, die er als Chefredakteur des„Tag“ in Berlin während der letzten Jahre schrieb, verbanden mit dieser Sachlichkeit den unerschöpflichen, originellen Gedankenreichtum und den dichterisch beschwingten Stil. Nein, der Freiherr von Medem ist nicht gestorben. Und diese Zeilen sind kein Nekrolog. Aber er ist zum Film gegangen. Mit einer Aufgabe, um die ihn die Götter beneiden könnten. Er soll— hauptamtlich— die Planung vaterländischer Filme überwachen und leiten. Dem Film gehört nicht nur die Gegenwart, sondern auch die Zukunft. Für einen Mann, der so ist, wie ich ihn eben zu skizzieren mich bemühte, öffnet sich ein unübersehbares, gewaltiges Arbeitsfeld. Wenn die nächstiährige Produktion der größten deutschen Filmherstellungsfirma um die Seele des Volkes werben und nationalen Geist mit künstlerischer Form verbinden wird, dann wissen wir, wem wir das zu danken haben. a Es geht auch ohne ihn. Vorgestern glaubten die Sachwalter aller sogenannten künstlerischen Interessen in der Reichshauptstadt noch, das deutsche Theaterleben müsse ohne Mar Reinhardt vor die Hunde gehen. Und vorvorgestern schwuren sie außerdem auch auf die Brüder Rotter. Die Brüder Rotter wanderten nach Liechtenstein, nachdem sie den Staat, ihre Gläubiger und ihre Schauspieler um ansehnliche Summen betrogen hatten. In Berlin wird weiter Theater gespielt. Und nun tritt— beinahe sang= und klanglos— auch der große Professor Max Reinhardt von der deutschen Bühne av. Als er neulich erzürnt und freiwillig Deutschland den Rücken kehren wollte, rang man an der Spree verzweifelt die Hände: Welch ein Verlust für das deutsche Geistesleben! Heute wird ihm der Stuhl vor die Tür gesetzt, der an sich in letzter Zeit nur noch auf der Schwelle stand. Aber in Berlin und in Deutschland wird weiter Theater gespielt. Ob schlechter, als bisher? Max Reinhardt hat in seinen glücklichen Zeiten einige Klassiker gut inszeniert.(Das ist aber schon sehr lange her.) Es wird niemand zu bezweifeln wagen, daß reichsdeutsche Regisseure derlei auch hätten vollbringen können, ohne Professoren der Theaterwissenschaft werden zu müssen. Max Reinhardt, bei Wien beheimatet, nach seinen eigenen Auslassungen Kosmopolit, wurde deutscher Honorarprofessor. Er war, um es kurz zu sagen, der deutsche Theatermann. Schauspieler, die nicht die Reinhardtsche Schule durchlaufen hatten(gegen entsprechende Bezahlung, versteht sich!), erhielten bei„anspruchsvollen“ Bühnen keine Engagements. Die Salzburger Festspiele, das Deutsche Theater, unsere Nationalbühne, waren ohne den Mann aus der Umgegend von Wien nicht mehr denkbar. Deutsche Autoren, die nicht der Internationale und der Völkerverbrüderung huldigten, fanden keine Gnade vor Reinhardts Augen. Und Reinhardts Ansichten waren maßgebend in der ganzen deutschen Bühnenwelt. Mit dem deutschblütigen Schauspielernachwuchs verkümmerte das junge deutsche dramatische Schrifttum. Wie wurden denn Kunst und Künstler im Berlin von vorgestern? Die Wohlneigung einer gewissen literarischen Clique gab ihnen Brot und Ruhm, deren Ablehnung verurteilte sie zum Hungertode. Auch diese Clique ist geplatzt. Sie ging am eigenen Klüngel zugrunde. Alfred Kerr, ihr apollinischer Führer, schreibt nicht mehr für das „Verliner Tageblatt". Sondern hetzt in Paris gegen Deutschland. Es geht ohne Alfred Kerr, wie es auch ohne Max Reinhardt und ohne den Klatsch über seine zahlreichen Ehewirren gehen wird. Wenn wir uns auf uns selbst besonnen haben werden, dann wird es ohne sie sogar besser gehen. Denn— nicht wahr?— Schiller, Goethe, Kleist und Beethoven sind doch auch nicht von Kerr protegiert worden! Deswegen braucht, ich halte mich hier nur an den Reichspropagandaminister Dr. Goebbels, lange noch nicht die Militärmusik allein höchster und einziger Ausdruck des deutschen Kunstwillens zu sein. —er. henen Verfahren Landesgesetze zu beschließen. Dies gilt auch für Gesetze, die den in Artikel 85 Abs. 2 und 87 der Reichsverfassung bezeichneten Gesetzen entsprechen. 4. Auf Vorschlag der Landesregierung die Ernennung und Entlassung der unmittelbaren Staatsbeamten und Richter, soweit sie von der obersten Landesbehörde bisher ersolaten. 5. Das Begnadigungsrecht. Nach den weiteren Bestimmungen des Gesetzes kann der Reichsstatthalter in der Sitzung einer Landesregierung den Vorsitz übernehmen. Er darf übrigens nicht gleiwzeitig Mitalled einer Landesregierung sein. Er muß aber dem Lande angehören, dessen Staatsgewalt er ausübt. Er hat seinen Amtssitz am Sitz der Landesregierung. Der Reichsstatthalter wird auf die Dauer einer Landtagsperiode ernannt. Er kann auf Vor= schlag des Reichskanzlers vom Reichspräsidenten jederzeit abberufen werden. Auf das Amt des Statthalters finden die Vorschriften des Reichsministergesetzes vom Jahre 1930 Anwendung. Die Dienstbezüge gehen zu Lasten des Reiches; ihre Höhe bleibt aber noch vorbehalten. Von besonderer Bedentung ist die Bestimmung des Gsetzes, daß Mißtrauensbeschlüsse des Landtags gegen den Vorsitzenden und die Mitglieder der Landesregierung unzulässig sind. Im Anfang des Gleichschaltungsgesetzes ist die Regelung für Preußen, wie oben mitgeteilt, ausdrücklich ausgenommen. Sie erfolat in besonderer Welse, und zwar mit der Bestimmung, daß in Preußen der Reichskanzler die im 1 genannten Rechte des Statthalters ausübt. Es wird ausdrücklich festgelegt, daß Mitglieder der Reichsregierung gleichzeitig Mitglieder der preußischen Landesregierung sein können. Diese neue gesetzliche Reglung für Preußen macht die Verordnungen des Reichspräsidenten über das Reichskommissariat für Preußen überflüssig. und es ist deshalb damit zu rechnen, daß der Reichspräsident diese Verordnungen aufhebt. Das neue Gesetz zur Gleichschaltung der Länder mit dem Reich tritt am Tage der Verkündung in Kraft. Entgegenstehende Bestimmungen der Reichsverfassung und der Landesverfassungen gelten als aufgehoben. Wo die Landesversassungen das Amt eines Staatspräsidenten vorsehen, treten diese Bestimmungen der Landesverfassungen außer Kraft. Parteibuchbeamte entlassen. Wieder Titel und Orden!— 1. Mai Nationalfeiertag.— Keine Steuer für neue Autos! Berlin. Das Reichskabinett verabschiedete in seiner gestrigen letzten Sitzung ferner den Entwurf eines Gesetzes zur Wiederherstellung des Bernssbeamtentums, wonach Beamte, die seit dem 9. November 1918 in das Beamtenverhältnis eingetreten sind, ohne die für ihre Laufbahn vorgeschriebene oder übliche Vorbildung oder sonstige Eignung zu besitzen, aus dem Dienste zu entlassen sind. Die Bestimmungen dieses Gesetzes finden auch auf Angestellte und Arbeiter des Reiches, der Länder und Gemeinden usw. entsprechende Anwendung. Gleichzeitig beschloß das Reichskabinett die Wledereinsührung von Ehrentiteln, Orden und Ehrenzeichen. Die Titel werden verliehen vom Reichspräsidenten und von den Reichsstatthaltern, in Preußen vom Ministerpräsidenten in Vertretung des Reichskanzlers. Orden und Auszeichnungen kann nur der Reichspräsident verleihen. Im Zusammenhang mit dem Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums wurde ein Gesetzentwurf verabschiedet über das Kündigungsrecht der durch das erwähnte Gesetz beOetern im neuen Aagüg oder Manter von Demmen Meine Bekleidungsstücke, ob fertig oder nach Maß, sind Werkprodukte billigsten Preisen. Sie vereinen in sich alle Vorzüge, die gute Bekleidungsstücke haben mussen: Paßform, Schönheit und Strapazierfähigkeit. DEMMLER Hattingen-R., Gr. Weilstr. 10-12 Das Haus der größten Auswahl Sonntag von 2-6 Uhr geöffnet. 2. Blatt Nr. 84. Am Ausgang der Fastenzeit, am Eingang der Karwoche steht Palmsonntag, steht der Gedenktag des Einzugs des Herrn in die Stadt Jerusalem. In die festliche Stimmung dieses Sonntags schattet schon das Gedenken an die Passion des Heilandes hinein— an die Passion, die auch ein jeder von uns immer wieder mit durchleben, die er sich immer stärker vergegenwärtigen muß, wenn anders er am Östersonntag des Auferstehungswunders recht teilhaftig werden will. Auch der Einzug des Herrn in die hochgebaute Stadt steht ja schon im Zeichen der Bereitschaft zu dem größten persönlichen Opfer der Menschheitsgeschichte, zu dem martervollen Kreuzestod als der erlösenden Sühne für die Schuld der ganzen Welt. Nach dem Hosianna des Palmsonntags beginnt die„stille“ Woche. die uns in die Stille vor das Kreuz führen will, vor dem alle unsere„Kreuze“ und„Kreuzchen“ verschwinden. Wir wollen ein christliches Volk sein; wir nennen uns nach dem, der am Kreuze starb. Aber geht es uns mit unserem Christentum nicht vielfach wie mit dem Symbol des Kreuzes? — Christentum als bloßer Name, als äußeres Abzeichen, allenfalls als Schmuck für besondere Stunden des Lebens, ja leider auch als Reklame; eine gewohnte Sache, die zum Lebensstil des„anständigen“ Menschen nun einmal gehört. Vor dem Kreuz hält ein solches Christentum nicht stand. Der Heiland, der am Kreuze starb, fordert:„Will mir jemand nachfolgen, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir.“ Das ist die Sprache des Kreuzes. Hören wir sie? Dr. Rappapork vom Ruhrsiedlungsverband beurlaubt. Der 1. Beigeordnete und stellvertretende Direktor des Ruhrsiedlungsverbandes. Oberregierungsrat Dr. Rappaport, hat gegen sich beim Verbandspräsidenten Huesker ein Disziplinarverfahren beantragt und gebeten, ihn bis zur Durchführung dieses Verfahrens vom Dienste zu benrlauben.(*h. Hattingen. — Aus dem Hattinger Rathans. Nachdem Stadtverordneter Wilhelm Schepmann infolge Fortzugs sein Amt als Stadtverordneter niedergeleat hat und die Stadtverordneten Ernst Arnold. Dr. Walther Etterich, Wilhelm BoraschulzeMentges, Walther Kalsbach, Albert Nölscher nach Niederlegung ihres Amtes als Stadtverordneter in den Magistrat eingerückt sind, sind von der SDAP. als Nachfolger für das Stadtverordneten=Kollegium bestimmt worden: Heinrich Gluth, Fritz Fuhrmann, Werner Griesemann, Fritz Buchenan, Willi Siepmann und Paul Frank.— Wie wir hören, findet die nächste Stadtverordneten= findet dann eine kurze Kundgevung und ein Sitzung bereits am kommenden Mittwoch statt.— Platzkonzert der SA.=Kapelle Hattingen statt. Von der SPD. wurden als Nachfolger für den Der Ennepe=Ruhr-Kreis— ein Mißgebilde. Ein Vorschlag für den Kreistag. Aus dem Leserkreise wird uns geschrieben: Nach der Ruhrbefreiung im Jahre 1925 warf man sich mit Dampf auf die geografische Umgruppierung des Ruhrbezirks. „Mein Vaterland“ muß größer sein! So hallte es durch Stadt, Kreis und Gemeinde. Berlin als Sitz des Landtages, dem hierbei das entscheidende Wort zufiel, wurde bestürmt; wer es sich eben leisten konnte besser gesagt allerdings nicht leisten konnte, unterhielt dort Kommissionen, Abordnungen zur„Bearbeitung“ der Abgeordneten, die Öhrenblaserei wurde zum Orkan.„Wohin soll ich mich retten?“ fragte damals ein Abgeordneter des Ruhrbezirks „Besteige ich den Zug nach Berlin, so fahren bestimmt Vertreter aller Städte, Kreise und Gemeinden mit, und erwischen sie mich, dann ist es mit der Ruhe vorbei. Sie kennen doc die Verhältnisse des Ruhrbezirks am besten. Herr Abgeordneter, und wissen daher, daß Bochum, Witten, Dortmund. Schwelm, Hattingen, Hagen Anspruch auf besondere Berücksichtigung haben: denn daß es nicht weiter gehen kann wie bisher usw." Ob ich das wußte! Was sollte ich sagen?„Natürlich, m. H., sehe ich das ein, eine andere Frage ist allerdings die, ob mein Kollege... ebenso denkt...“ „Ihr Kollege Herr.... ja, wo trifft man den am sichersten?“ hallte es mir fünf=, sechs=, zehnmal entgegen, ich war vorübergehend besreit; es begann die Jagd auf... Besichtigungsreisen begannen wurden fortgesetzt per Bahn und Autobus— der„Fremdenverkehr“ im Ruhrbezirk wuchs; Reden, Beratungen wechselten einander ab, und endlich entstand auch der Ennepe= RuhrKreis. Altendorf an der Ruhr wurde mit Dahl an der Volme verbunden, und die Leute von der Heilenbecker Talsperre im Süden lernten ihre Landsleute im Norden, Hattinger, Wengeraner und Wetteraner kennen. und ärgerten sich Der Aerger hat nicht aufgehört seitdem. Was soll ich mehr dazu sagen? Wenn das Wort„Einsicht ist der erste Weg zur Besserung“ auch heute noch Geltung hat, dann wird der erste Kreistaa nach den Wahlen am 12. März eine Kommission zur Kreisumbildung und zur Aenderung der Stadt= und Amtsgrenzen bilden, deren Bestreben darauf gerichtet ist, mit Altena i. W., spricht heute um 20 Uhr im großen Saale des Gemeindehauses, Bruchstraße, zu seinem Film„Wann wir schreiten Seit' an Seit"", dazu ein Kinderchor von über 100 Kindern. Eintrittskarten zu 25 Rpsa. sind noch an der Abendkasse zu haben. Der Erlös kommt der Hattinger Jugendherberae zugute. -- N2DAP. Hattingen. Die SA.=Reserve mit der SA. und SS. sowie der Polizeitruppe Hattingen treten am Sonntag morgen 11,15 Uhr am Braunen Haus an zur Einholung der am Vorabend im Weiltor geweihten Fahnen der SA.Nerserve und der Polizeitruppe. Anschließend Marsch durch die Stadt zum Rathausplatz: hier in den Magistrat einrückenden Stadtverordneten Angust Obernbaak sowie für den infolge seines — Im Rahmen der großen Werbeaktion. welche die Hitler=Ingend zur Zeit im ganzen Reich durchführt. findet morgen(Sonntaa) ein PropaAngestelltenverhältnisses zur Stadtverwaltunglaandamarsch der nationalsozialistischen Inausscheidenden Stadtver ordneten Franz Heinrich nöheren Umgebung siall. Um 715 Uhr ireien die Hattinger Jungens auf dem Rathausplatz zum * für das Stadtverordneten=Kollegium bestimmt Franz Op den Orth und Ludwig Amerkamp. — N8TAP. Hattingen. SA.=Reserve 1 99. Heute, Samstag. 19,30 Uhr, Antreten der Fahnenkompagnie am Brannen Haus. 2 Uhr Beginn des Deutschen Abends im„Weiltor“.— Aus Anlan der Fahnenweihe der SA.=Reserve des Sturmes Hattingen wird zugleich die neue Sturmfahne der Polizei und Hilfspolizel der Stadt Hattingen mit'eingeweiht. — Richard Schirrmann, der Vater des Deutschen Jugendherbergs=Werkes, der Schöpfer der ersten deutschen Jugendherberge auf der Burg Wie wird das Weiter? Wetterbesserung. Für das mittlere Norddentschland: Milder und noch größtenteils bewölkt; keine erheblichen Niederschläge, mäßige westliche Winde. Für das übrige Deutschland: Im Osten trübe und vielfach Regenfälle. Im übrigen Deutschland Wetterbesserung und besonders in Mittel= und Süddeutschland Erwärmung. * Die voraussichtliche Wetterlage in der kommenden Woche. Ueber Westeuropa sinken die Luftmassen z. Zt, zusammen und veranlassen über Frankreich und der Pyrenäenhalbinsel überwiegend heiteren bis wolkenlosen Himmel. Dieses Schönwettergebier wird sich weiter ostwärts verlagern. auf seiner Nordseite aber von neuen ozeanischen Störungen alsbald abgebaut werden. Dagegen wird für Süddeutschland und die Alpen das schöne Wetter länger anhalten. Für Westdeutschland ist in der kommenden Woche bei wechselnden, meist westlichen Winden mit Fortbestand des unbeständigen, aber nicht durchaus unfreundlichen Wetters zu rechnen. Kurze Aufheiterungsperioden, in denen nachtsüber die Temperaturen bis nahe an den Gefrierpnnkt sinken können, stehen im Wechsel mit Eintrübung, wobei es zeitweise zu Regen oder Staubregen mit Nebel kommen wird. Tagsüber liegen die Temperaturen verhältnismäßig hoch. Für die Österfeiertage dürfet mit meist heiterem, mildem Wetter zu rechnen sein. Wetterdienst Essen. Marsch nach dem Steinenhaus im Hammertal an. Dort werden sie sich mit den Gruppen der näheren Umgebung vereinigen Anschließend bewegt sich ein Umzug durch die Orte Blankenstein. Hüttenau und Welper der um 11.15 Uhr mit einer Kundgebung auf dem Untermarkt endigt, wo auch die Hattinger Spielschar auftreten wird. Nach der Kundgebung begeben sich die Marschteilnehmer zum Brannen Haus, wo das Ess eneingenommen wird. Um 14 Uhr treten die Formationen wieder an. um durch Winz=Baak u marschieren. Ihr Ende findet diese Werbeveranstaltung um 17 Uhr auf dem Untermarkt, wo Studienrat Herr Dr. Etterich eine Ansprache halten wird. Zu dieser Kundgebung— so wird uns von seiten der Veranstalter geschrieben ist die Hattinger Bevölkerung, die sich in so überragendem Maße zur nationalen Erhebung bekannt hat, freundlichst eingeladen. Besonders richtet sich diese Einladung aber an die deutsche Jngend, die die zukünftige Trägerin unseres völkischen Lebens Vernunft das zu schaffen, was Unvernunft mißgebildet hat. Der„Leyden“=Plan muß umgestaltet werden; je eher, desto besser. h. In der Sitzung des Kreisausschusses am 5. April d. J. führte erstmalig Dr. Hanholz den Vorsitz. Der Kreisausschuß bestand diesmal nur aus dem Vorsitzenden und vier Mitgliedern, da die zwei der SP D. angehörigen Mitglieder vom Landrat zwangsbeurlaubt worden sind. Dr. Hanholz machte davon Mitteilung, daß der bisherige Vorsitzende, Landrat Dr. Neugebauer, beurlaubt und er mit der Vertretung beauftragt worden sei. Die ersten 3 Punkte der Tagesordnung betrafen Vorlagen an den Kreistag, von denen die Vorlage betreffend Neufestsetzung der Sitzungsentschädigung für den Kreistag, Kreisausschuß und Kommissionen hervorzuheben ist. Nach der bisherigen Regelung gemäß Beschluß des Kreistages vom 8. 7. 1932 wird je Sitzung eine Entschädigung gezahlt für den Kreistag von 8 RM. bei einer Dauer bis 6 Stunden, 10 RM. bei einer Dauer über 6 Stunden: den Kreisausschuß von 5 RM. bzw. 7 RM. wie vor und für kleinere Kommissionen gleichmäßig 3 RM. Der tatsächlich erlittene Lohnausfall und die Fahrtkosten werden erstattet. Der Kreisausschuß beschloß, seinersetts keine Vorschläge zu machen, sondern dem neuen Kreistage, der bekanntlich am 11. d. M. zusammentritt, die Neuregelung allein zu überlassen. ist bekannt, daß die NSDAP. auf dem Standpunkt steht, daß die Gewährung von Sitzungsentschädigungen mit dem Charakter ehrenamtlicher Tätigkeit nicht zu vereinbaren sei; sie lehnt daher Sitzungsentschädigungen ab. Im weiteren Verlauf der Sitzung wurde über eine große Zahl von Milchhandelsanträgen, ferner über Steuer= und Schankkonzessionssachen Beschluß gefaßt. Dringend notwendige Reparaturarbeiten am Giebel des Kreishauses in Schwelm wurden vergeben. Neuvermietet wurde ein Wohnung im kreiseigenen Gebäude der Landwirtschaftsschule in Hattingen. sein wird. Möge auch sie den Ruf vernehmen, den ente schon hunderttausende junger Menschen im deutschen Vaterlande verkünden:„Her zu Adolf Hitler!" — Silberne Hochzeit. Die Eheleute August Wegemann und Johanna Wegemann. geb. Pleise. wohnhaft Hattingen. Unionstr. 20, seierten am 4. d. M. ihre silberne Hochzeit. Wir übermitteln dem Ehepaar, das auch 25 Jahre zu unseren Abonnenten zählt, aus diesem frohen Anlaß nachträglich freundlichen Gruß und Glückwunsch. — In unserem Bericht in Nr. 89 über die 7SBO.=Kundgebung auf dem Untermarkt muß es in der 27. Zeile anstatt preußischer praktischer Nationalsozialismus heisen. — Polizeibericht für den Monat März 1993. Im Monat März 1933 wurden bei der Polizei8. April. Der 1. Mai gesetzlicher Feiertag. Amtlicherseits wird die Verabschiedung eines Gesetzes über die Einsetzung des 1. Mai als gesetzlicher Feiertag bestätigt. Für ihn gelten die gleichen Bestimmungen wie für die sonstigen Feiertage des Jahres. die als kirchliche Feiertage, wie z. B. der zweite Öster=, Pfingst= und Weihnachtstag, Buß= und Bettag usw. auf Landesrecht beruhen. Das heißt u. a., daß an diesem Tage keine Lohnabzüge erfolgen dürfen.(*h. Fürsorgetermine des Gesundheitsamtes des Ennepe=Ruhr=Kreises für die Woche vom 10. bis 15. April 1933. Welper: Dienstag, 11. April, Gemeindeamt, 14 bis 16 Uhr: Sprechstunde der Mütterberatungs= und Säuglingsfürsorgestelle. Amt Hattingen: Donnerstag, 13. April, 9 bis 12 Uhr: Sprechstunde der Tuberkulosefürsorgestelle in Hattingen, früh. Landratsamt Hattingen: Donnerstag, 13. April, früh. Landratsamt. 14—16 Uhr: Sprechstude der Mütterberatungs= und Säuglingsfürsorgestelle. In allen Sprechstunden erteilt der Kreiskommunalarzt unentgeltlich Rat und Auskunft. 3 Der bisherige Führer der Hilfspolizei im Ennepe=Ruhr=Kreis, Landjägereioberleutnant Weber der erst vor kurzem nach hier gekommen ist, ist wieder in seinen früheren Wirkungskreis zurückversetzt worden. Sein Nachfolger ist Oberleutnant Poeck, bisher in Hildesheim. verwaltung Hattingen 62 Strafverfahren bearbeitet, und zwar: Beamtenbeleidigung 1, Betrug 5, Diebstahl 11, Falschgeldherstellung 3, Gewerbeunfalluntersuchungen 3 Gewerbevergehen 2, Haftbefehle 1, Konkursvergehen 1, Meineid 3, Unterschlagung 4, Verbotener Waffenbesitz 1, Vergehen gegen das Nahrungsmittelgesetz 8, Uebertretung der Kraftfahrzeugverordnung 1, Verkehrsunfalluntersuchungen 3. Mordversuch 1, Verdacht der Vorbereitung zum Hochverrat 9, Verschiedenes 10, zus. 62.— Die Zahl der bei der Polizei als obdachlos untergebrachten Personen betrug im März 340. — Die öffentlie Fernsprechstelle am Postamt— Außenstelle am Toreingana Paketannahme— wird voraussichtlich am Dienstaa nächster Woche eröffnet werden.— Voraussichtlich wird auch am Obermarkt ei Münzsernsprecherselle ausaestellt. Wer weiß einen geeigneten Platz vorzuschlagen? — Musikal"cher Abend im Evgl. Gemeindehans. Am 30. April 1932 fand im Evgl. Gemeindehaus ein Bunter Abend statt. Am 30. April 1933 veranstaltet Paul Niederdräina wiederum einen musikalischen Abend:„Deutsche Musik", unter dem Motto:„Ehrt den deutschen Meister". Es wirken mit: die bekannte Konzertsängerin Margarethe Patt. Bochum. die man auch des österen im Rundsunk hören konnte, sowie Heinz Linde (Violine). Als etwas ganz Neues stehen auf dem Programm: Werke für zwei Flügel, gespielt von Heinz Hinsenbrock, Würzbura, und Paul Niederdräina. Alles Nähere siehe Plakate. Der Kartenvorverkauf hat bereits in allen Buchhandlungen einaesett. Vom Jrühlingesest des Raulmnännischen Vereins Haltingen, mein lieber Fuchs, muß ich dir wunschgemäß doch etwas erzählen, obwohl ich zerknirscht. wütend gewesen bin über deine telesonische Absage zwei Stunden vor Festbeginn, weil es bei euch im Emschergebiet regnete. Ja, glaubst du denn, wir hätten um dieselbe Zeit lachenden Sonnenschein gehabt! Letzten Endes wäret ihr, deine Thusnelda und du, trockenen Fußes angekommen, weil ihr doch den„Bahnhof“ in Gestalt der Straßenbahnstelle gerade so gut vor der Tür habt wie wir Pannhasen im südlichen Außenbezirk. Mit dieser Ausrede kommst du also nicht durch bei mir, alter Jungel Beim 25fährigen im Dezember 1917 poltertest du im Schützengraben:„Nun schwingen die Kollegen daheim beim dicken Wilhelm im„Westfälischen Hof“ den Becher wie sonst, und wir Musketen schieben hier Kohldampf und schlürfen Regenwasser; aber warte man, auch das geht vorüber, und dann walzernwir ebenso wie die Heimkriegerlente.“ Hast du kriegserprobtes Karnickel das vergessen? Regnete es in Flandern und Frankreich nicht auch mehr als uns lieb war? Uebrigens scheint man deinen Einwand vom vorigen Samstag richtig eintariert und dich erkannt zu haben: begann doch der Festredner beim 40jährigen Stiftungsfest mit den Worten des Preußenliedes:„Nicht seder Tag kann glühn im Sonnenlichte, ein Wölkchen und ne Schauer kommt zur Zeit; doch seh es keiner mir an im Gesichte, wenn nicht der Wünsche jeder mir gedeiht..." Merkste was, Füchslein? In seinen Willkommensgruß verflocht der Redner kurz die Geschichte des Kaufmännischen Vereins, in der sich ein Stück Hattinger Stadtgeschichte widerspiegelt und in deren Luftschiffbau und-führun Genaue technische Einzelheiten über Konstruktion und Fahrtechnik, die Frage: Helium oder Wasserstoffgas, Sturmfahrten, Wetterdienst, Funkpeilung und Katostrophen-Ursachen behandelt ausführlich das Sammelwerk:»Zeppelin-Weltfahrtens, welches von Fachleuten als beste, vollständige Darstellung bezeichnet wird. CLUB ist eine der meistgerauchten Zigaretten Deutschlanc.. CLUB-Packungen enthalten echte Zeppelin-Fotos im Großformat. CLUB muß man raucher, weil sie einen derartigen Qualitäts-Vorsprung hat, daß sie kaum von teuren Marken zu unterscheiden ist und die Bilder-Sammlung des Deuischen heißt: Zeppelin-Welffahr CLUE . ter Der neugewählte Westfälische Provinziallandtag tritt am kommenden Montag, dem 10. April, zu seiner konstituierenden Sitzung zusammen. In der Hauptsache wird man sich nach der Wahl des Präsidiums mit den Wahlen zum Provinzialausschuß und Staatsrat beschäftigen. In den Provinzialausschuß sind der Vorsitzende und 13 Mitglieder zu wählen, während in den Staatsrat der Provinziallandtag 10 Vertreter zu wählen hat.— Vor dem Zusammentritt des Provinziallandtages finden für beide Konzessionen feierliche Gottesdienste statt.(bh * Generaldirektor Lehmann vom Hauptverband deutscher Krankenkassen verhaftet. Diese Nachricht geht durch die deutschen Zeitungen. Wie uns aus Arbeitgeberkreisen mitgeteilt wird, handelt es sich bei dem genannten Hauptverband deutscher Krankenkassen um die Spitzenvereinigung der linksgerichteten Ortskrankenkassen. Die Innungs=, Land= und Betriebskrankenkassen sowie die kaufmännischen Berufskrankenkassen gehören dem Verbande nicht an; diese Kassenarten haben vielmehr je für sich besondere Verbände, die politisch völlig neutral sind und sich nur ihren sozialen Aufgaben widmen.*h. Winz. — Reichshilfe für das Amt Hattingen. Die Verteilung der Gutscheine für Brot und Butter erfolgt für den Ortsteil Winz=Baak, soweit noch nicht erfolgt, auf dem Wohlfahrtsamt, Zimmer 2, für die Gemeinde Bredenscheio=Stüter am Mittwoch, dem 12 d. M., von 13—14 Uhr, in der Schule Bredenscheid am Bahnhof, für die Gemeinde Altendorf fortlausend auf dem Gemeindebüro, für den Ortsteil Niederwenigern=Dumberg, soweit noch nicht erfolgt, durch Herrn Wieners, Niederwengiern. Die Butterverteilungsstellen sind auf den Bezugsscheinen ersichtlich. Die Butter kann vor Donnerstag nachmittag nicht in Empfang genommen werden. Das Brot kann in jeder beliebigen Bäckerei, die innerhalb des Kreises selbst Brot herstellt, gekauft werden. — Die einzelnen Kommissionen der Gemeindevertretung Groß=Winz sind an Mitgliederzahl durchwea verringert und im allgemeinen auf 6 festgesetzt worden, eine Ausnahme macht nur die Wohlfahrts=Kommission. Nach dem Stärkeverhältnis der Fraktionen ergibt sich folgendes Verhältnis: Nationalsozialisten mit 7 Stimmen in der Gemeindevertretung 8 Sitze, Zentrum mit 5 Stimmen 2 Sitze, Sozialdemokraten mit 4 Stimmen 1 Sitz. Der Finanzkommission gehören an: Kunisch, Loigmann, Mintert (NSDAP.) Wilh. Wolff, Grügelsberg(Zentrum); Wilh. Millhoff(SPD.). Die Wege- und Baukommission und Wirtschaftskommission wird gebildet aus den Herren Winkelhardt, Loigmann, Hörster(NSDAP.); Ellinghaus und Grügelsberg(Zentrum); Droste(SPD.). Niederwenigern. — Aus dem Schulleben. Am 1. April wurden von der hiesigen kath. Schule 18 Schulkinder entlassen, darunter 11 Knaben und 7 Mädchen. Aufgenommen wurden 39 Schulkinder, so daß jetzt 21 Schulkinder mehr die Schule besuchen als im vergangenen Schuljahre. Altendorf-Ruhr. — Bis auf die Grundmauern niedergebrannt ist am Freitag abend das Haus des Invaliden Hafke am Laurabera. Das Feuer entstand gegen 10 Uhr. Die Altendorser Feuerwehr wurde in ihrer ausopferungsvollen Arbeit dadurch behindert, daß der Wasserdruck infolge der hohen Lage des Hauses nicht ausreichte. Das Mobiliar der Hausbewohner konnte zum Teil gerettet werden. — Das Ausflugslokal„Zur Burgruine"(Wilhelm Nieding) teilt im Anzeigenteil dieser Zeitung mit, daß am Sonntag wieder Konzert mit Tanzeinlagen stattfindet. Das Auskluaslokal ist eines der bekanntesten und wegen seiner schönen Lage beliebtesten am Ort. und von allen Seiten, auch mit Eisenbahn und Autobus, bequem zu erreichen. Blankenstein. — Die Wittener SA=Kapelle konzertiert moragen nachmittag ab 4 Uhr unter Leitung des Musikzugführers Schmidt der Standarte 99 im Stadtwaldrestaurant Köster. Der Eintritt beträgt nur 10 Pfa.(S. auch die heutige Anzeige.) Herbede. — Das Wohlfahrtsamt betreute im Monat März 4 Kleinrentner und 58 Sozialrentner. Die Zahl der laufenden Wohlfahrtsunterstützungsempsänger betrug zum Schluß des Vormonats 319, gegen 313 im Monat Februar, während sich die Zahl der Arbeitslosen mit Zusatzunterstützung im Monat März auf 86(im Monat Februar 79) und die Zahl der sonstigen Unterstützungsempfänger und Hilfsbedürftigen auf 78(Februar 55) belief. Ohne Angehörige wurden in dem gleichen Monat 546 Personen(gegen 509 im Februar) unterstützt, mit Angehörigen dagegen 1392(1303). Der gesamte Aufwand an Fürsorgekosten betrug im Monat März 27 907(im Februar 21 971) RM. — Sitzung der Amts= u. Gemeindevertretung. Am Mittwoch, dem 12. d. M., 17,30 Uhr, findet im Sitzungssaale des Amtshauses erneut eine Sitzung der Amts= und Gemeindevertretung statt. Die Tagesordnung sieht die Wahl von zwei Amtsbeigeordneten, die Wahl des Sparkassenvorstandes, des Schulvorstandes, der Finanz= und der sonstigen Kommissionen vor. — Auf der„Hermannshöhe“ findet heute, Samstag, 19,30 Uhr, der Entscheidungs=Ringkampf im Ringen zwischen dem Bundesmeister Turnverein Kalte Haard und dem Turnverein Herbede 1882 statt. Nach dem Ringen: Kirmesball. Am Sonntag findet großer Kirmesball statt unter dem Motto:„Die Dorfmusik spielt“. — Die Frühjahrskirmes wurde gestern(Freitag) morgen eingeleitet durch den üblichen Vienmarkt, den man seit einigen Jahren schon richtiger „Schweinemarkt“ nennen müßte, da andere Tiergattungen nicht mehr aufgetrieben werden. Die aus der näheren Umgebung erschienenen Händler hielten wohl 200 Ferkel abnahmebereit. Der allmann(Stellvertreter), Hauer August Bosselmann(Schriftführer), Steiger Karl Siepmann, Chauffeur Rudolf Vogelsang. Sonntag ist unser Geschäft von 2 bis 6 Uhr geöffnet. Witten. Linden-Dahlhausen. — Im Zusammenhang mit den SprengstoffFunden an der Silberkuhle in Dahlhausen fanden in diesen Tagen auf dem Schlachthof bei Mitgliedern der KPD. Haussuchungen statt. Da man auch an einigen Stellen des am Schlachthof gelegenen Geländes Sprengkörper und Waffen vergraben glaubte, wurden auch hier nähere Untersuchungen und Grabungen angestellt. Dem Vernehmen nach wurden einige Waffen und Munition gefunden und beschlagnahmt. In Verbindung mit diesen Funden sind einige verdächtige Mitglieder der KPD. festgenommen worden. Die Ermittlungen dauern noch an.(bht Stiepel. — Ein neuer Wirtschaftseinbruch. Diebe brachen in der Nacht zum Mittwoch in eine Wirt75 Jahre Jhöne! Unser Jubiläums-Sonderverkauf geht weiter! Handeln Sie klug und beschaffen Sie jetzt Ihre Frühjahrs-Kleidung. Anfertigung einer gewissen Zahl Maßanzüge und Frühjahrs-Mäntel ist vor Östern noch möglich! Jubiläums-Sonderangebote: Mod. Frühjahrsmäntel 05 bereits von.. RMU.JUan Reinwoll. Kleiderstoffe 08 in vielen Farben RM U.30 Elegante Kleider-K’seide 0 05 Mattmira und Flamisol.... RM Z.90 Herren-Anzuge aus hochmod. Cheviot u. guter Maßkonfektion, für 70 Sie besonders hergestellt... RM 00. Herren-Anzüge Maßkonfektion, besonders aus hochwertigen Kammgarnstoffen u. guter Ur Sie hergestellt Maßanzuc mit 2 Anproben, aus prima Mabanzug Cheviot und erstklassiger Innenverarbeitung...... RM 49.59.Maßanzug mit 2 Anproben, aus besten Kammgarnstoff. od. Chev'ot. mit erstklassiger Innenverarbeltung.. RM U0. Auf samtliche 0 Hahaitl übrigen Waren 106 Habalt! Thöne Hattingen, gegenüber der Post Sonntag geöffnet von 2 bis 6 Uhr gemeine Geldmangel ließ leider kein slottes Geschäft zu, obwohl gegen die Preisstellung nichts gesagt werden konnte.— Nachmittags wanderte groß und klein nach althergebrachtem Brauch zum Marktplatz. Die hiesige Wirtschaft hat trotz der schweren Zeit nicht den Mut verloren, durch Sonderveranstaltungen zu einem Wohlgelingen der Girmes beizutragen. Manöverball, Preisschießen, Rinakämpfe und humoristische Unterhaltung laden die Gäste ein, ein Stündchen länger als üblich beim Glase Bier zu verweilen. Sprochhövel. — Der Betriebsausschuß der Jeche„Alte Haase", der gestern gewählt wurde, besteht nur noch aus Vertretern der nationalsozialistischen Oraanisation. In den Betriebsausschuß wurden einstimmia gewählt: Lohnbuchhalter Emil Murmann(Vorsitzender), Hauer Otto Borgschaft an der Kemmnader Straße ein und entwendeten Getränke, Zigarren und Ansichtspostkarten.—b6— Bochum. Oberregierungsrat Sträter(Bochum) nach Olpe versetzt. Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, wurde Oberregierungsrat Sträter beim Polizeipräsidium Bochum mit der kommissarischen Verwaltung des Landratsamtes in Olve beauftragt.(bh Die erste Stadtverordneten=Sitzung. Im festlich geschmückten Rathaussaal sand am Freitag nachmittag die erste Stadtverordnetenverammlung statt. Nach Ansprachen des Staatskommissars Dr. Piclum und des Bürgermeisters Dr. Geyer wurden die Wahlen vorgenommen. Mit den Stimmen der Nationalsozialisten, des Zentrums und des Kampsblockes Schwarz=WeißRot wurden gewählt: zum ersten Stadtverordnetenvorsteher RA. Dr. Banike(NSDAP.), zu Stellvertretern Sanitätsrat Dr. Laarmannn (Ztr.) sowie Dr. med. Schreiber(DNVP)., Bochum=Linden bzw.=Dahlhausen. In die Ausschüsse der Stadtverordnetenkollegien wurden mit dem gleichen Stimmenverhältnis je 5 Nationalsozialisten. 3 Mitglieder des Zentrums und ein Deutschnationaler gewählt. Die sozialdemokratischen Kandidaten fanden keine Mehrheit. Darauf wurde mit den Stimmen aller bürgerlichen Fraktionen Reichskanzler Adolf Hitler zum Ehrenbürger der Stadt Bochum ernannt. Reichspräsident von Hindenburg besitzt das Ehrenbürgerrecht bereits seit dem Jahre 1917. Mit dem Deutschland= und Horst=Wessel=Lied sand die Versammlung ihr Ende. thl. Stiepel: Sonntag: 9.30 Uhr Konfirmationsgottesdienst für den Bezirk Buchholz in der Kirche, P. Kramm; 11.15 Uhr Kindergottesdienst in der Kirche; 9.30 Uhr Gottesdienst und Abendmahlsfeier für die Konfirmierten; 11 Uhr Kindergottesdienst im Lutherhause, P. Husemeyer; abends 7.45 Uhr Passionsfeier mit Lichtbildern unter Mitwirkung des Posaunenchors im Lutherhause. Eintrittskarten beim Jungmännerverein.— Jungmädchenverein: Dorf: Dienstag 7.30 Uhr; Haar: Dienstag 7.30 Uhr.— Jungmännerverein: Buchholz: Dienstag 8 Uhr.— Kirchenchor: Montag 8 Uhr. bh Kirchl. Gemeinschaft, Hattingen, Schulstr 41: Sonntag: 9.30 Uhr Sonntagschule; 14 Uhr Kinderbund; 14.30 Uhr Treffen der Jungmänner bei Nocke: 15.30 Uhr Bibelstunde; 16.30 Uhr Mitgliederversammlung; 19.30 Uhr Jugendbund. Dienstag 20.30 Uhr Bibelbesprechstunde. Text: Phil. 2, V. 5—11. Mittwoch 20 Uhr Mädchenstunde; Karfreitag 15.30 Uhr Bibelstunde; Samstag17.30 Uhr Posaunenchor, 20.30 Uhr Gebetstunde. Kirchliche Gemeinschaft, Baak: Mittwoch 20.00 Uhr Bibelstunde in der Schule in Winz Kirchliche Gemeinschaft. Sprockhövel, Brinkerstraße Nr. 1: Sonntag 17.30 Uhr Evangelisation; Donnerstag 20.30 Uhr Bibelstunde. Katholische Gottesdienste. Hattingen: 7 Uhr hl. Messe; 8 Uhr hl. Messe m. Verlesen der Leidensgeschichte u. gem. heil. Komm. des Jungmänner= und des Gesellenvereins sowie der Deutschen Jugendkraft: 9 Uhr hl. Messe mit Verlesung der Leidensgeschichte; 10 Uhr Hochamt mit Verlesung der Leidensgeschichte; 2.30 Andacht; 6 Uhr Fastenpredigt. Welper: 7.30 Uhr Frühmesse m. Pr. u. gem. hl. Komm. der Jungmänner; 10 Uhr Hochamt mit Verlesung der Passion, vorher Palmenweihe; 5 Uhr Fastenpredigt mit Andacht. Bredenscheid(Antoniuskapelle): 7.30 Uhr heil. Messe m. Pr.; 10 Uhr Hochamt m. Pr.; 3 Uhr Andacht. Oberelfringhausen(Marienhof): 7 Uhr Frühmesse; 8.30 Uhr hl. Messe m. Pr.; 3 Uhr Andacht. Blankenstein: 7 Uhr Frühmesse m. Pr.; 9.45 Uhr Hochamt m. Pr.: 2.30 Uhr Andacht Sprockhövel: 7.30 Uhr Frühmesse; 10 Uhr Hochamt m. Pr.; 4 Uhr Fastenpredigt und Andacht. Niederbonsfeld: 7 Uhr Frühmesse m. Pr.; 9.30 Uhr Hochamt m. Pr.; 5 Uhr Fastenpredigt und Andacht. Niederwenigern: 7 Uhr Frühmesse m. gem. hl. Komm. aller Jünglinge der Gemeinde sowie der Knaben der Oberklassen; 9.30 Uhr Hochamt mit Palmenweihe und Palmenprozession; 4 Uhr Fastenpredigt mit Andacht und sakr. Segen. Herbede: 7 Uhr Frühmesse m. Pr.; 9.30 Uhr Palmenweihe, Palmenprozession und Hochamt: 2.30 Uhr Andacht mit Segen. Altendorf: 7 Uhr Frühmesse, gem. hl. Komm. des Knappen=, Jungmänner- und des Gesellenvereins; 8 Uhr hl. Messe: 9 Uhr hl. Messe; 10 Uhr Hochamt: 5 Uhr Fastenpredigt und Andacht. Haßlinghausen: 7.30 Uhr Frühmesse, gem. bl. Komm. der Frauen; 10 Uhr Hochamt, vorher ist die Palmenweihe; 3 Uhr Fastenandacht. Filmbühne. Mittelpunkt der letzten vierzig Jahre leuchtend der Name des Vereinsmitbegründers Robert Hill steht. Ihm, der stets eine offene Hand hatte für alle Bestrebungen des Vereins und ihn stützte und stärkte, galt der Gruß als besonderer Dank. Daß er schon lange als Ehren=Vorsitzender in der Mitgliederliste geführt wird, weißt du ja. Und was weiter kam. gilt auch für dich: Unterstütze das werklätige Streben des Vereins nach wie vor und bleibe seinem Nachwuchs tren. „Frühlingssest“ lautete die Ankündigung. Die ganze Aufmachung war frühlingsmäßig; mit den reichen Blumen=Stiftungen im Saale hätte sich schon eine anständige Gärtnerei aufmachen lassen; auf Tischen und Podesten lachten einen des Frühlings Kinder an, und in der Ecke neben der Bühne des prächtigen Weiltorsaales thronte, blumen=, lorbeer= und valmengeschmückt, wic sich's gebührte, die Kolossalbüste des Reichsschmiedes Otto von Bismarck, der am Festtage vor 118 Jahren dem deutschen Volke geschenkt wurde. Daß seiner ganz besonders gedacht wurde vom Festredner, war so selbstverständlich wie die Parallele mit dem gegenwärtigen Inhaber des Kanzleramtes: Kriegsfrontsoldat Adolf Hitler, Mann von Eisen und Stahl, voll Mut und Tatkraft wie der Halberstädter Külassier Bismarck, und ebenso begeifert und verkannt viele Jahre lang. Bismarck; Name von hellem, hohen Klang: Frühling und Vaterland zugleich! Bismarcks persönlicher Mut und hingebende Treue in allen Lebenslagen durchzog gleich einem roten Faden die Rede. Den wehrpolitischen Willen der Nation vertrat Bismarck mit eisernster Konsequenz.„Nicht durch Reden und Majoritätsbeschlüsse werden die großen Fragen der Zeit entschieden— das ist der große Fehler von 48 und 49 gewesen, sondern durch Blut und Eisen,“ sagte Bismarck am 30. September 1862 im Budgetausschutz des Abgeordnetenhauses. In der nachbismarckischen Mit plätscherte eine Gedankenwelt. die zum Ziele hatte, den Krieg als Mittel der Politik allmählich auszuschalten. Das hat sich bitter gerächt. Mit Bismarck ist das deutsche Volk nichtinden April geschickt worden: sein Geist schwebt über dem Vaterlande im sprossenden Frühling — in heiliger Stille verharrte des Festsaals große Schar. Dann aber brach es subelnd heraus, das Hoch auf Deutschland, unser Heimat= und Vaterland, und das weitere Hoch auf den Reichspräsidenten, seinen jugenöfrischen Kanzler und die Natgeber und Helfer der nationalen Regierung. Reden und Gesang, lieber Fuchs, hoben die gute Abendstimmung, aber wohin wären wir gekommen wenn nicht die Musik so überaus fleißig gewesen wäre und Ersatz für die ausgebliebenen Künstler der Essener städtischen Oper geboten hättel Herr Heinz Linde verlangte viel von seinen Solisten, um die lebhaften Wünsche der tanzfrohen Schar zu befriedigen. Sie wird ihm aufrichtig dankbar dafür gewesen sein. Was er als Getaer persönlich bot, stand auf der Höhe technischen Könnens und tiefinnersten musikalischen Empfindens. Von seinem Partner am MarksFlügel, Herrn Paul Niederdräing, gill das gleiche. Beide berührten die Seelen der andächtig lauschenden Zuhörer und hoben sie aus dem Alltag des Daseins in eine schönere Welt. Im Zusammenspiel leistete das ganze Doppelquartett Musiker Hervorragendes; echt und wahr war darum auch der rauschende Beifall. Spät zwar kamen sie, aber sie kamen, die Essener Künstler; allerdings in einer anderen Besetzung, als vorgesehen war. Woran das lag? Auch auf den Bühnen herrscht Revolntion: Beurlaubung, Kaltstellen und darum Umbesetzung der Rollen bzw. vorübergehende Doppelschicht! In ihren Leistungen war trotzdem keine Spur von Ermüdung wahrzunehmen. Ein Schlager folgte dem anderen, Tanz reihte sich an Tanz, und der Künstler am Flügel blendete durch stannenerregende Virtuosität. Mit reichen Ueberraschungen wartete die Festleitung auf, als die Paare zum allgemeinen Saalreigen antraten. Blumengewinde von Hand zu Hand belebten das farbenfrohe Bild, das dann von Tanz zu Tanz wechselte.„So kurbelt man die Wirtschaft an,“ meinte ein bemoostes Haupt von 50 Lenzen,„und so gelangt man bequem und frank und frei nach Helgoland,“ sagten die anderen mit se einem Tombola=Gewinn als Geschenk des Norddeutschen Lloyd und der Hamburg=Amerika=PakelSchiffahrt=Gesellschaft. Dazwischen aber jubelten die anderen Gewinner wertvollet Spenden aus den Kreisen hiesiger und auswärtiger Vereinsfreunde. Nun kannst du und deine Thusnelda die ganze gemütvolle Feier nacherleben und du dich ebenso gründlich ärgern wie ich mich gefreut habe, alte Verbindungen aufzufrischen und neue anzuknüpfen. Bleibe gesund, mein Lieber, und stimme nach dem Lesen meiner schalen Epistel das„Frauenlob“ im Westfalenlied und danach mit Deiner treuen Lebensgefährtin aus Hattingen den nach derselben Melodie gehenden Heimatvers an: Dort, wo in Wiesenau und Weide Und Waldesdom der Friede weilt, Die Ruhr in ihrem Silberkleide Dem grünen Rhein entgegeneilt, Die Bastion vom Klifse winkt, Der Köniastein im Strome blinkt, Die Isenburg im Grün versteckt, Der Homberg seinen Gipfel reckt, Der Bismarckturm die Wache hält, Ist meine Hetmat, meine Welt! Dein Hannes. Bilder vom Brand des Reichstags=Gebändes bringt der kinematographische Sonderdienst im Zentral=Theater, Hattingen.— Einzigartig ist das große Tonsilm=Programm, das noch bis Donnerstag gezeigt wird. Greta Garbo— die Göttliche— spielt mit Clark Gabble zusammen die führenden Rollen in dem großen Tonfilm„Helgas Fall und Anfstieg.“ Dann sieht man mal wieder Tom Mir den Unüberwindlichen in dem fabelhaften Sensations=Tonsilm„Mein Freund, der König". Dazu läuft noch die interessante Tonwoche, ein Micky=MansFilm und ein Kulturfilm.— Moraen, Sonntag. 2 Uhr, Jugendvorstellung mit dem Programm „Tom Mix“,„Mein Freund, der König“ und der große Sportfilm„Die vier vom Bor 13“. * Adler=Palast, Welper. Ein Liebesroman im Hause Habsburg. Ein farbenprächtiges Bild vom Wiener Hof. Das Lebensbild des Erzherzogs Johann Salvator, der um einer Soubrette willen, auf eine glänzende Karriere verzichtet. Ein Film mit ausgezeichneter Besetzung. Unter den Schauspielern Karl Ludwig Diehl, Paul Wegener, Ellen Richter, fällt vor allem der Wiener Paul Hörbiger auf. Er spielt sich selbst angefüllt mit der heiteren Tradition des wienerischen Blutes, der wundervollen Mischung aus Leichtsinn und Heiterkeit. Entzückend leicht und voller Lebenslust Gretl Theimer. Glänzend Paul Otto in der geschickten Maske des alten Kaisers. Zum Lachen und zur Fröhlichkeit gibt der Film„Zweimal Hochzeit“ Gelegenheit. Lucie Englisch, Ralph Artur Roberts, Liane Haid sind die glänzende Besetzung. Dazu kommt eine interessante Tonwoche. ein Trickfilm und ein Kulturfilm.— Sonntag Jugendvorstellung.—h— Die heutige Ausgabe umfaßt 24 Seiten! Als besonderes Östergeschenk hat die Firma Kaisers Kaffeegeschäft der Winterhilfe in den Städten, in denen sie Verkaufsstellen unterhält, erneut eine Zuwendung von 100 000 Pfund Lebensmittel gemacht.(hbt 3. Blatt Nr. 84. Samstag, 8. April. Polizeipräsident Schepmann löst den Dortmunder Arbeiter=Samariter-Bund auf. Unbekannter Toter in Wuppertal.— Vorschußmißwirkschaft bei der Solinger Stadtverwaltung.— Wonach sollen Straßen benannt werden? Vorwürfe gegen die weslfälische Provinzialverwaltung. Einsetzung eines Untersuchungsausschusses. Gegen die westfälische Provinzialverwaltung bzw. gegen Landeshauptmann Dr. Dieckmann sind in letzter Zeit Angriffe in der nationalsozialistischen Presse erfolgt. Dazu ist folgende Erklärung der nationalsozialistischen Landtagsfraktion beachtlich, die am 6. April in Nr. 82 der nationalsozialistischen Zeitung„Rote Erde“ erschienen ist: „Auf Grund von Presseangriffen gegen den Landeshauptmann Dieckmann, Münster, fand am Mittwoch, dem 5. April, eine Unterredung zwischen dem Landeshauptmann und anderen leitenden Beamten der Provinzialverwaltung einerseits und dem mit der Führung der nationalsozialistischen Fraktion im Westfälischen Provinziallandtag beauftragten Pa. Stürtz andererseits im Landeshaus in Münster statt. Dieser Unterredung wohnte der Presseobmann der NSDAP. bei der Provinzialverwaltung und Vertrauensmann der nationalsozialistischen Beamten=Arbeitsgemeinschaft, Pg. Stepermann, bei. Der Landeshauptmann gab folgende Erklärung ab: Landeshauptmann und Verwaltung weisen die erhobenen Beschuldigungen auf das entschiedenste zurück und erklären dieselben für haltlos. Sie beantragen schleunigste Untersuchung der Angelegenheit“. Pg. Stürtz nahm dies zur Kenntnis und schlug vor, daß die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses durch den neuen Provinzialausschuß am Montag, dem 10. April, erfolgen solle. Da der Verdacht geäußert worden war, daß in der Zwischenzeit Akten beseitigt bzw. verändert werden könnten, wurde vereinbart, daß Vertrauensleute, die von der nationalsozialistischen Beamten=Arbeisgemeinschaft zu stellen sind, bis zur Aufnahme der Tätigkeit des Untersuchungsausschusses die ständige Ueberwachung des Finanzbüros, des Rechnungsbüros und der Verwaltung 1(Anstaltswesen) übernehmen, um so die Möglichkeit einer Verdunkelungsgefahr auszuschalten. Die Oeffentlichkeit wird von dem Ergebnis der Untersuchung in Kenntnis gesetzt werden." Die Schriftleitung der„Roten Erde" fügt dieser Erklärung folgendes hinzu: Genau wie im Falle der Dortmunder Kommunalpolitik können wir auch bzgl. des Westfäl. Provinziallandtages nur immer wieder feststellen, daß die hier einzuschlagende Politik allein durch den Landesleiter für Westfalen, Gauleiter Joseph Wagner(Vochum), bzw. dessen Stellvertreter. Pa. Stürtz, bestimmt wird, und nicht durch Kombinationen und Mutmaßungen in irgendwelchen Blättern. „Vom Dorf zur Großstadt Herne!“ Deutschlands jüngste Großstadt.— Sonderausgabe der„Herner Zeitung“. Am 14. März hat die Stadt Herne l. W. die Hunderttausendzisser ihrer Einwohnerschaft überschritten und ist in die Reihe der deutschen Großstädte eingetreten. Die gewaltige Entwicklung vom Dorfe zur mächtigen Industriestadt zeigt eine umfangreiche Sonderausgabe der„Herner Zeitung" vom 1. April, in der nicht nur tertlich und in reichem Bildschmuck der staunenswerte Aufstieg der Stadt gezeigt, sondern auch von führenden Persönlichkeiten in besonders für dieses Ereignis geschriebenen Beiträgen und Glückwünschen die Bedeutung der Großstadtwerdung Hernes gekennzeichnet wird. Die uns vorliegende Sonderausgabe zeichnet sich durch klare Textanordnung, gute Bebilderung und vor allem durch die höchst beachtenswerten Beiträge der maßgebenden Persönlichkeiten aus Behörden=, Industrie= und Wirtschaftskreisen aus Dem Verlage der„Herner Zeitung“ darf bezeugt werden, daß er das auch nach außen hin bedeutsame Geschehnis der Großstadtwerdung Hernes in einer wohlvorbereiteten und von allen Seiten beifällig zu beurteilenden Festausgabe gewürdigt hat. Nicht zuletzt auch hinsichtlich der drucktechnischen Aufmachung fordert die insgesamt 36 Seiten umfassende Sonderausgabe zu rückhaltloser Anerkennung heraus, die wir hier gern zum Ausdruck bringen wollen. Auflösung des Arbeiter=Samariter=Bundes in Dortmund. Wie die Polizeipressestelle Dortmund mitteilt, hat Polizeipräsident Schepmann Verfügung erlassen:„Auf Grund des§ 1 der Verordnung der Reichsregierung zum Schutze von Volk und Staat vom 28. 2. 33 löse ich den Arbeiter=Samariter=Bund für den Präsidialbezirk Dortmund mit sofortiger Wirkung auf. Der Bund hat sich jeder weiteren Tätigkeit in Zukunft zu enthalten, soweit sie nicht zur Abwicklung der mit der Auflösung notwendig verbundenen Geschäfte unbedingt erforderlich ist. Es ist Sorge getragen, daß die sanitären Interessen der Allgemeinheit durch diese Maßnahmen nicht berührt werden.“ Schwerer Verkehrsunfall. In DortmundAplerbeck fuhr ein Radfahrer einen Lieferwagen an. Der Radfahrer wurde etwa 30 Meter mitgerissen. Dann stürzte der Lieferwagen um. Der Radfahrer und der Führer des Lieferwagens mußten dem Krankenhaus zugeführt werden, eine Stunde später erlag der Radfahrer seinen Verletzungen. Die Verletzungen des Chauffeurs sind leichter Natur. Sprengstofflager bei Radevormwald entdeckt. Sieben Kommunisten festgenommen. Die Ortspolizei von Radevormwald entdeckte in Honsberg ein größeres Sprengstofflager. Es handelt sich um zahlreiche Dynamitpatronen, Sprengkapseln und Zündschnüre, die zum Teil vergraben, zum Teil in einer Mauer versteckt waren. Sieben Kommunisten aus Radevormwald, die mit dem Sprengstoff=Fund in Zusammenhang gebracht werden, wurden dem Amtsgericht Lennep zugeführt, das Haftbefehl erließ. Mua vermutet, daß die Sprengstoffe vor einigen Jahren beim Ban der Barmer Wasserleitung gestohlen worden sind. Es konnte festgestellt werden, daß die Dynamitpatronen und Sprengkapseln erst vor kurzem in das jetzt entdeckte Versteck geschafft wurden und vorher an einer anderen Stelle untergebracht waren. Die Untersuchung ist noch nicht abgeschlossen. Auch über den Umfang des Sprengstoff=Fundes liegen noch keine Mitteilungen vor. Aussprachabend der Westfälischen Kaufmannsgilde e. Im Gasthof Borgmann in Witten veranstaltete die Westf. Kaufmannsgilde e. V., Sitz Dortmund, unter dem Vorsitz ihres Präsidenten Gustav Wiskott=Dortmund ihren ersten diesjährigen Ausspracheabend. In seinen einleitenden Worten betonte der Vorsitzende, daß das Arbeitsprogramm der Reichsregierung Grundsätze enthalte, die der selbständige Kaufmann nur unterstreichen könne. Der Geschäftsführer Dr. Merten berichtete sodann über die Verteuerung der Kreditauskünste inbezug auf Veröffentlichung der Schuldnerlisen. Die Westsälische Kaufmannsgilde tritt gegen jede weitere Erschwerung der Veröffentlichung der Schuldnerlisten durch die Bekanntmachungsorgane der amtlichen Berufsvertretungen ein. Herr Dr. Schmitt=Dortmund gab einen Ueberblick über die steurlichen Maßnahmen in den Notverordnungen der Reichs= und der kommissarischen Preußischen Regierung vom 18. Mäcz dieses Jahres. Bei der Vorbereitung und DurchJührung der Kaufmannsgebilfenprüfungen hat sich die Gilde in diesem Jahre stärker noch als bisher von der Notwendigkeit enger Zusammenarbeit zwischen Schule und Praris leiten lassen. Dr. Merten gab einen Ueberblick über die Entwicklung der Prüfungen und berichtete über ihre dies= jährigen Ergebnisse, die allgemein auf einem höheren Nivean standen als in den Vorfahren. Vorstand und Geschäftsführung wurden beauftragt, in einem Aufruf an die Arbeitgeber auf die Notwendigkeit hinzuweisen, daß die Lehrherren sich stets ihrer Pflichten gegenüber ihren Lehrlingen bewußt sein müssen im Interesse der Heranbildung eines guten kaufmännischen Nachwuchses. Gefordert wurde eine verstärkte Werbung für die Teilnahme an den Lehrlingskursen und den Kaufmannsgehilfenprüfungen der Gilde. rast in Fußgängergruppe. Ein Toter, ein Schwerverletzter. Am Freitagmorgen ereignete sich auf der Marler Straße in Dorsten ein folgenschweres Autounglück. Ein hollänlischer Lieferwagen aus Enkhuizen, mit leeren Fischkisten beladen, kam aus der Richtung Marl und traf vor sich zwei Fußgänger, die sich anscheinend nicht darüber einig werden konnten, wie sie dem Wagen ausweichen sollten. Dieser fuhr immer mehr nach rechts und schließlich an den Straßenbahnmassen vorbei auf die Fußgänger los. Der Wagen sauste in den Straßengraben und blieb mit laufendem Motor schwer beschädigt liegen. Der eine Fußgänger, der 23 Jahre alte Leonhard Müller aus Herne lag tot unter dem Kühler, der andere, der ebenfalls aus Herne gebürtige 17jährige Ewald Struppke, wurde hinter dem Auto schwer verletzt im Straßengraben aufgefunden. Sein Zustand ist hoffnungslos. Der Fahrer erlitt einen Nervenzusammenbruch. Ueber die Schuldfrage läßt sich so viel sagen, daß die beiden Fußgänger den Fahrer wahrscheinlich irritiert haben und dieser den Fehler gemacht hat, statt links zu überholen, hart rechts auszuweichen. Sparkasseninspektor vor Gericht. Acht Monate Gefängnis wegen Unterschlagung und Urkundenfälschung. Der Sparkassen=Inspektor bei der Stadtsparkasse in Lünen=Brambauer. Karl Perbandt, hatte sich am Donnerstag wegen Unterschlagung und Urkundenfälschung vor Gericht zu verantworten. Er hatte im Jahre 1928 von einem ihm von seiner Schwägerin zu treuen Händen anvertrauten Sparkassenbuch nach und nach 761,47 RM abgehoben. Er will das Geld nicht selbst verbraucht, sondern einem Bekannten gegeben haben. Um die Unterschrift des zweiten Beamten vorzutäuschen, setzte er dreimal den Namen des angeblichen Empfängers unter die Abbuchungsbescheinigung neben den seinigen Um seine Schwägerin zu täuschen, fertigte er ein neues Sparkassenbuch über die ganze Summe fälschlich an. Als die Schwägerin eines Tages Geld abholen wollte, kamen die Veruntreuungen ans Tageslicht. Der Staatsanwalt beantragte wegen Unterschlagung in drei Fällen, schwerer und einfacher Urkundenfälschung eine Gesamtstrafe von zehn Monaten Gefängnis. Das Gericht verurteilte den Angeklagten nur zu acht Monaten Gefängnis. Mordversuch am 82jährigen Ehemann. Eine auf dem Hahnenkamp bei Eidinghaufen (Neg.=Bez. Minden) wohnende 65jährige Fran hätte beinahe ihren 82 Jahre alten Ehemann in der gransamsten Weise ermordet. Sie schleifte den durch Krankheit völlig wehrlosen Greis auf den Fußboden des Zimmers, nachdem sie vorher Türen und Fenster geschlossen hatte, und versuchte dann, ihm mit einem Messer die Kehle zu durchschneiden. Die Todesangst gab dem Bedrohten aber die Kraft, ein Fenster einzuschlagen und um Hilfe zu rufen. Ein gerade des Weges kommender Landwirt eilte zu Hilfe und verhinderte das Verbrechen. Hilfspolizisten veranlaßten das weitere. Die Motive, die die Fran geleitet haben, sind noch nicht bekannt geworden. Unbekannter erschossen aufgefunden. Mit einer schweren Schußverletzung wurde in der Nacht zum Freitag gegen 23.15 Uhr in der Bremer Straße in Wuppertal ein 45 Jahre alter Mann aufgefunden. Er starb auf dem Transport zum Krankenhaus. Beigeordneter Dr. Vollmar(Solingen) verhaftet. Das Presseamt der Stadt Solingen teilt kurz mit, daß in Vonn der frühere Beigeordnete Dr. Vollmar(Zentrum) von der Polizei Wie geschoben wurdel Interessante Schlaglichter auf die Geschäftsgepflogenheiten gerissener Händler während der Zeit der französischen Rheinlandbesetzung wirft ein Prozeß. der vor der Großen Strafkammer in Mainz begann. Der Angeklagte Scheidel hatte als Lieserant der französischen Besatzungstruppen in Mainz und Rheinhessen auf Grund der Bestimmungen des Rheinlandabkommens, wonach Waren, die für die französischen Besatzungstrupven bestimmt waren, zoll, und inlandssteuerfrei blieben von der französischen General=Intendantur in Mainz Zertifikate erhalten, die ihn zum stener, und zollfreien Bezug von Zucker aus Holland und Belaien und aus deutschen Zuckerfabriken berechtigten. Von diesen abgabenfrel bezogenen. angeblich für die Verpflegung der französischen Besatzungstruppen bestimmten Zuckermengen soll Scheidel, wie ihm die Anklage zur Last legt, 20 308 Sack(Doppelzentner) erheblich unter Tagesvreis an deutsche Großsirmen verschoben und dadurch der deutschen Steuerbehörde 418144 RM. Joll= und Zuckersteuern hinterzogen haben. Das Finanzamt Mainz erließ gegen Scheidel einen nachträglichen Steuerbescheid in genannter Höhe und einen Steuerstrafbescheid in Höhe des vierlachen Betrages der hinterzogenen Steuern von 1726576 RM. und stellte gegen Scheidel weiterhin Strafantraa wegen fortgesetzter falscher Deklaration von Umsatz= und Einkommensteuern. Hiergegen leate Scheidel Einspruch ein. In der Verhandlung vor Gericht wurde jetzt festgestellt. daß der Angeklaate seine Riesengewinne, die er aus seinen Geschäften mit den Franzosen machte. nichtversteuerte Die Verhandlung wird mehrere Tage dauern. Die dunkse Stunde 1. Fortsetzung.(Nachdruck verboten) „Er lebt einsiedlerisch im höchsten Grade. Die Gicht plagt ihn, und sein Herzleiden macht ihm viel zu schaffen. Er hat la auch nichts weiter zu tun, als sich zu beobachten und sich lieb zu haben „Und wie verbringt er seine Tage?“ forschte Geert „Er sammelt Tassen“. meinte Ewald lakonisch. Geert horchte auf.„Was tut er?“ „Er sammelt Tassen. Nun ja, seine alte Liebhaberes für wertvolles Porzellan hat sich allmählich zur Leidenschaft ausgewachsen. Eine Leidenschaft solf der Mensch ja schließlich auch haben. Onkel Heinrich nun steckte Hunderte und Tausende in Meißner= und Sépres=Tassen, und wir haben später das Nachsehen. Denn natürlich läßt er sich schrecklich übers Ohr hauen und bezahlt unglaubliche Liebhaberpreise. Ja, Geert. es ist ein Jammer, daß dieser merkwürdige und verschrobene alte Mann das viele Geld hat und nicht wir.“ „Er hat es verdient Ewald.“ „Er hat unheimliches Glück gehabt in geschäftlichen Dingen. das war seine ganze Kunst. Früher war er ja noch erträglich, seit Tante Mathildes Tod aber ist er immer boshafter, launischer und verrückter geworden Geert nickte düster vor sich hin. Er kannte den Onkel. „Es ist furchtbar, daß er der einzige Reiche in unserer Familie ist, und wir andern alle arme Schlucker,“ rief Ewald,„so müssen wir tun, was er will. Und ihm macht es Freude, uns zu quälen." Roman von Lola Stein „Dich doch nicht. Ewald. Du hast den Beruf, den du die erwähltest. Onkel hat dir dieselbe Kanzlei mit Justizrat Herbst verschafft, hat dir doch wahrhaftig alle Wege geebnet. Was wielst dn mehr?“ Der andere zuckte die Achseln.„Das läßt sich so einfach nicht sagen. Zufrieden sind wir alle ja nicht." „Aber deine Praxis läßt sich gut an?“" „Es geht so ziemlich. Oft mehr Arbeit, als mir lieb ist." „Und trotzdem findest du Zeit, dich am Wochenende im Bad zu amüsieren?“ „Na ja, man muß doch mal raus aus der Stadt, etwas anderes hören und sehen. Onkel sind meine kleinen Touren ja auch schon ein Dorn im Auge.“ „Und wie geht es dir sonst, Ewald?“ „Sonst? Ich bin unglücklich verliebt!“ Geert lachte herzlich.„Das ist ein chronischer Zustand bei dir, mein Junge.“ „Das Verliebtsein vielleicht, aber du überhörtest wohl, daß ich sagte„unglücklich verliebt"! Nein, Geert, das passiert mir zum erstenmal im Leben.“ „Und warum unglücklich?“ fragte Geert, immer noch lächelnd. „Du scheinst die Sache nicht ernst zu nehmen, Geert?“ „Ewald, wer dich und deine Frauengeschichten kennt.." „Aber diesmal war es anders. Noch nie ist mir eine Sache so tief gegangen wie diese. Das schönste Mädchen, das ich je gesehen." „Und sie will nicht. Ewald?“ „Sie hat mich abblitzen lassen. Aber wer weiß. ob dahinter nicht nur Onkel Heinrich steckt. Sie ist arm. ich habe kein Geld; er wünscht reiche Heiraten für uns beide." „Für euch beide, sagst du? Also auch für das sunge Mädchen? Wer ist es denn?“ „Eine entfernte Kusine von mir, Geert. Du warst also solange fort. daß du nichts mehr weißt. was in H. geschieht. Ihr Vater war der Regierungsrat Wallner, ein Vetter meines Vaters und Onkel Heinrichs. Der ist vor einem Jahr gestorben. Onkel reiste zur Beerdigung nach Berlin und da er erfuhr, daß der gute Mann nichts hinterlassen hatte oder doch so wenig, daß es kaum zur Erziehung des Sohnes ausreicht, da Jlaubte er, es Mechthild Wallner schuldig zu sein, ein wenig für sie zu sorgen. Die Berliner Verwandten schienen ohnehin nichts für sie tun zu wollen. Natürlich ist sie vornehm und ohne Ahnung des wirklichen Lebens erzogen, kann hunert Fertigkeiten und keine ganz, wie diese Mädn aus guten Kreisen eben heranwachsen Ihre Mutter ist schon lange tot; für die beiden Kinder war nicht vorgesorgt. Mechthild wollte nun durchaus daß das bißchen Geld, das da war, für den Bruder bliebe, für sein Studium. sie wollte irgendeinen Beruf ergreifen verdienen. Nun ist sie so unerhört schön, daß Onkel sich wohl sagte, es sei kein großes Risiko, für sie zu sorgen, lange würde er sie doch nicht behalten Er nahm sie mit in sein Haus. Dann aber ließ es sein Geiz doch nicht zu, sie zu ernähren, es kostete ihm anscheinend zu viel. Und er verschaffte ihr sehr bald eine Stellung bei seinen Freunden Eger als Gesellschafterin für Frau Eger und die kleine Ally." Geert hatte interessiert zugehört.„Also diese Mechthild ist es, Ewald? Es ist doch merkwürdig: den Hana zu helfen, einzugreifen in die Schicksale anderer Menschen, hat Tante Mathilde auf ihren Mann übertragen: das tut er auch nach ihrem Tode, wie sie es ihr ganzes gütiges Leben lang tat. Aber um wirklich zu helfen, um Gutes zu tun im idealen und schönen Sinne des Wortes, dazu reicht es nicht bei Onkel Heinrich. Da versaat er. Ewald nickte.„So ist es. Und daß er überhaupt hilft, daß er abgibt von seinem Reichtum. tut er nur der Leute wegen. Er ist als reicher Mann bekannt, jeder in unserer Stadt weiß, wieviel Gutes Tante Mathilde tat. Nun möchte er natürlich denselben Ruhm einheimsen, möchte, daß man nur das Allerbeste von ihm spricht, und kann doch nicht aus seiner Haut heraus, kann seinen Geiz nicht bezwingen." „Du sprichst sehr bitter von ihm. Ewald.“ „Ich bin ihm auch nicht freundlich gesinnt, ebenso wenig wie du, Geert. Denn ich glaube auch, daß Mechthilds Weigerung. meine Fran zu werden Onkels Werk war. Er hatte andere Pläne mit ihr, die nun verwirklicht werden. Demnächst wird sie sich mit Adolf Eger verloben." „Mit Adolf? Meinem Jugendfreund und Kollegen!" rief Geert überrascht.„Er ist ja wohl auch an unserem Krankenhaus tätig, wenn ich recht im Bilde bin? Ich bin ganz auseinandergekommen mit ihm." „Es ist so, er ist Assistenzarzt an unserem Krankenhaus." „Und warum läßt Onkel sich nicht von ihm behandeln. Ewald? Von dem Sohn seines engsten Freundes?“ „Es fehlt ihm anscheinend das rechte Vertrauen zu Adolf.“ „Und diese Ehe, sagst du, wäre sein Werk?“ „Ja, er bildet sich immer mek: im alten Weibe aus. Diese Heirat wird er nde bringen, trotz des Widerstandes des alten Eger, der für seinen Sohn durchaus eine schwerreiche Fran Wbllte.(Fortsetzung folgt) bat verhaftet worden sei. Nähere Mitteilungen würden noch ergehen.(Ob die Verhaftung mit den Solinger Vorgängen in Verbindung steht, läßt sich also noch nicht sagen. Bekanntlich wurde Dr. Vollmar Anfang 1928 von seinem Posten beurlaubt, weil er in der Eingemeindungsfrage mit nicht ganz einwandfreien Mitteln gearbeitet hatte). Gehalts- und Pensionssperre in Solingen. Die Buchprüfungen innerhalb der Solinger Verwaltung haben ergeben, daß die beurlaubten hohen mit ihrem Gehalt und Spesen stark im Vorschuß waren. Der kommissarische Oberbürgermeister hat sich deshalb veranlaßt gesehen, die Gehalts= und Pensionszahlungen so lange zu sperren, bis die Vorschüsse abgetragen sind. Ferner wurde festgestellt, daß noch im Amt befindliche Beamte und Angestellte hohe Vorschüsse erhalten haben. Jetzt ist die Anweisung erteilt worden, daß keinerlei Vorschüsse mehr gezahlt werden dürfen. Reichspräsident und Reichskanzler an den GDA. Auf Grund der Begrüßungstelegramme, die der Bezirkstag des Bezirks Düsseldorf im Gewerkschaftsbund der Angestellten an den Reichspräsidenten und den Reichskanzler sandte, sind beim Bezirksvorstand folgende Antworten eingegangen: „Herzlichen Dank für Ihr treues Meingedenken anläßlich Ihres Bezirkstages sowie für das dabei zum Ausdruck gebrachte Gelöbnis treuer Mitarbeit am Aufbau der deutschen Volksgemeinschaft. Mit freundlichem Gruß v. Hindenburg“. Der Reichskanzler Adolf Hitler hat seinerseits die Reichskanzlei beauftragt, dem Bezirk Düsseldorf des GDA. für den Eingang des Telegramms zu danken. Landrat von Endert=Mörs beurlaubt. Am Freitag wurde Landrat von Endert in Mörs durch den Regierungspräsidenten seines Amtes enthoben und beurlaubt. Die Beurlaubung soll mit Rücksicht auf die große Ausgabenwirtschaft der Kreisverwaltung, besonders auf dem Gebiete der repräsentativen Ausgaben, erfolgt sein. Schmuggler auf der Flucht erschossen. In der Nacht zum Freitag hatten Beamte der Zollfahndungsstelle Essen das Bahngleis der Kreisbahnstrecke Vluyn=Schaphuysen besetzt, weil bekanntgeworden war, daß die Waldgänge reichlich von Schmugglern begangen wurden. In der Nacht wurde auf diesem Wege eine Schmugglerkolonne aus Rheinhausen erwartet. Gegen 2 Uhr erschienen drei Schmuggler, die mit Paketen beladen waren und den Weg in Richtung Vluyn passierten. Auf die Haltrufe der Zollbeamten ergriffen die Schmuggler unter Zurücklassung der Schmuggelware die Flucht und blieben auch auf verschiedene Schreckschüsse nicht stehen. Ein Schmuagler, der durch einen Kopfschuß schwer verletzt wurde, starb kurz darauf. Die Schmuggelware konnte sichergestellt werden. Geheimbrennerei ausgehoben. Die Hauptzollsahndungsstelle Aachen entdeckte in einer Gastwirtschaft in Kohlscheid eine unterirdische Geheimbrennerei. Der Zugang führte durch eine Geheimtür des Tanzsaales, hinter der im Boden eine versteckte Falltür angebracht war, in einen Kellerraum. Hier war die 1 Meter dicke Grundmauer durchbrochen und dahinter der Brennerelraum ausgeschachtet. Es wurde eine moderne Brennereieinrichtung vorgefunden, in der aus Zucker hochwertiger Branntwein hergestellt wurde. Die Schwarzbrennerei war seit einem Jahr in Betrieb. Die gesamte Einrichtung wurde beschlagnahmt und der Gastwirt festgenommen. Wünsche des Rhein.=Westf. Maler=Innungsverbandes. Die am 20. 3. 1933 aus Anlaß der Sonderschau für den Malerberuf zur Kölner Messe stattgefundene Obermeistertagung des Rhein.=Westf. Maler=Innungs=Verbandes erwünscht von der Reichsregierung zur Erhaltung der Lebensfähigkeit des Handwerks Maßnahmen zur Einschränkung der Gewerbefreiheit zur Anpassung der selbständigen Betriebe an den wirtschaftlichen Bedarf, Verbot der Schwarzarbeit durch Strafbestimmung gegen Auftraggeber und Auftragnehmer zur Beseitigung dieser wirtschaftzertrümmernden Seuche. Einführung der Reichsverdingungsordnung für alle behördlichen und öffentlichen Ausschreibungen. Eine bemerkenswerte Anordnung der Kölner NSDAP.-Gauleitung. Der Gauleiter für den Gau Köln=Aachen der NSDAP. hat angeordnet, daß Benennungen von Straßen und Plätzen lediglich nach dem Namen des Reichspräsidenten von Hindenburg und des Führers Adolf Hitler und im übrigen nach den Namen der ermordeten Kameraden erfolgen dürfen. In der Erklärung betont der Gauleiter Grohe, daß in den letzten Tagen in mehreren Städten und Gemeinden Straßenbenennungen nach dem Namen führender Parteigenossen, u. a. auch nach seinem Namen, erfolgt seien. So sehr der Gauleiter die Motive für solche Beschlüsse auch zu würdigen wisse, so müsse er doch dringend ersuchen, hiervon unter allen Umständen abzusehen. Verhaftung des früheren Leiters der politischen Polizei in Frankfurt a. M. Kriminalrat Mührdel, der frühere Leiter der politischen Abteilung des Frankfurter Polizeipräsidiums, der nach dem Wechsel im Polizeipräsidium beurlaubt worden war, ist am Donnerstag festgenommen worden. Man wirft ihm vor, daß er vom Zentralverein deutscher Bürger jüdischen Glaubens Gelder angenommen hat, über die Quittungen und Belege nicht gegegeben worden sind. Die Gelder sind als Telephonausgaben usw. verbucht worden. Die Regenbogenfarben der neuen Mode. Militärischer Einschlag. Die zarten Pastelltöne und die dunklen Nüancen von Braun und Beige, die bisher die Mode bestimmten, sind nun durch leuchtende Regenbogenfarben in Rot, Blau, Grün und allen Varianten des Gelb verdrängt worden, wie ein Blick auf die in heller Sonne strahlende Mode=Parade bei den Rennen von Longchamp offenbarte. Graue Töne sind die einzigen neutralen Schattierungen, die noch gesehen werden, und außerdem finden sich einzelne starke Gegensätze zwischen Schwarz und Weiß. Scharlachrot und leuchtendes Gelb triumphieren. Die Straßenkostüme, die bis zur Hälfte des Beines herabgehen, sind um die Hüften eng anliegend und weiten sich nach unten etwas aus, um dem Schritt bequemen Spielraum zu bieten. Im übrigen macht sich im Stil der Mode ein gewisser militärischer Einschlag mit bunten Kragen und Aufschlägen sowie leuchtenden Knöpfen bemerkbar. Gandhi als Sterngucker. Daß Gandhi, der Führer der indischen Freiheitsbewegung, während seiner langen Mußezeit im Gefängnis den Blick von den irdischen Dingen zum Himmel emporrichtet, beweist eine Meldung aus Bombay. Dem Mahatma sind zwei große Teleskope von der Witwe eines indischen Fürsten zur Verfügung gestellt worden und haben im Hofe des Yerada=Gefängnisses zu Poona, in dem Gandhi festgehalten wird, Aufstellung gefunden. Ein Besucher fand hier zu seinem Erstaunen den Volksführer auf dem Rücken liegend, wie er durch ein Fernrohr den Himmel betrachtete. Er erklärte, daß das Studium der Himmelskörper jetzt„die große Leidenschaft seines Lebens“ geworden sei, und daß er Trost und Erhebung finde in der Beobachtung der ungeheuren Welten, die sich dem Auge darbieten. Wieder verheerende Hungersnot in China. Die chinesische Provinz Schensi wird von einer neuen verheerenden Hungersnot heimgesucht. Zwei Millionen Menschen stehen dem Hungertod gegenüber. Die Bewohner haben ihre Häuser größtenteils abgerissen und verkaufen deren Bestandteile gegen Nahrungsmittel. Väter verkaufen ihre Kinder und Gatten ihre Frauen. Theater-Wochen-Spielplan Fröhliche Ostern in neuer, schöner Frühjahrs-Kleidung von O&W Prüfen Sie bitte unser überraschend billiges FestAngebot— es lohnt sich für jeden, denn wir bieten Ihnen auch jetzt wieder weit mehr als Sie erwarten: Herren-Anzüge besond.preiswerteQualitäten 25.-35.-39.-45.Herren-Anzüge ganz große Leistungen 48.-54.-58.-62.Herren-Anzüge S ort-Anzü mitKnickerbocker, 19°26.-33 für den verwöhnt.Geschmack 68.-75.-88.-95.Sport-Anzüge Jerren-Mäntel Herren-Mäntel Knab mit 2 Hosen, gute kräftige Cheviots, neue Formen und Dessins 39.-40.-50.-62.-68.prachtvolle Gabardine-Qual., in Raglan- u. Slipon-Formen 27.-33.-39.-42.52.-56.-60.-72.aus modemnenCheviotstoffen neueste 1- u. 2reihige Formen 24.-30.-36.-39.46.-50.-65.-74.lüngl.-Kleidung alle Frühjahrs-Neuheiten, äußerst billig. Fenster Nr. 1. 2. 3 und Das führende Spezialhaus für Herren-, Knaben- und Sport-Kleidung Gelsenkirchen eslekeleer ESSEN Mülheim(Ruhr) Sonntag von 1-6 Uhr geölfnet Sort=Ründschau Um die WoB. Fußballmeisterschaft. 00 im Endspiel? Die Zwischenrunde in Gladbec und Düsseldorf. Morgen werden die Endspielgegner des Kampfes um die Westdeutsche Fußballmeisterschaft und damit schon zwei Teilnehmer des Westdeutschen Spielverbandes an den DFB.=Endspielen ermittelt. Favoriten sind morgen Schalke 04 und Fortuna Düsseldorf, doch haben die morgigen Gegner dieser beiden Mannschaften noch im letzten Jahr gezeigt, daß mit ihnen nicht leicht zu spassen ist. Hüsten ist eine robuste Kampfmannschaft und Borussia Fulda hat sich bekanntlich im Vorjahre bis ins Endspiel um die Westdeutsche Meisterschaft durchgekämpft. Borussia Fulda trifft in Fortuna keine Sülz 07, über die sie im vergangenen Jahre gegen Schalke ins Finale kam. Die Elf ist kämpferisch vor allem ganz auf der Höhe, hat aber auch in technischer Beziehung viel hinzugelernt. Die Fuldaer legen weniger Wert auf Schönheit des Spiels als auf den Erfolg, sie denken hier durchaus richtig und diese einfache Logik kann Fortuna unter gewissen Voraussetzungen ins Wanken bringen. Einen einmal errungenen Vorsprung wird Borussia nicht mehr abgeben. Ueber die Distanz wird sie allerdings der Fortuna knapp oder hoch unterliegen müssen. Schiedsrichter ist Themanns(M.=Gladbach). Wie sind die Aussichten? Bisher sind die Meisterschaftsbegegnungen noch ziemlich programmäßig verlaufen, so daß man einen kleinen Zukunftsblick schon riskieren kann und im Finale Fortuna Düsseldorf und den FC. Schalke 04 sieht. Fest verankert ist dieser Tip allerdings nicht; sehr leicht ist es möglich, daß der kommende Sonntag uns noch irgendeine Ueberraschung bringt. Weniger wäre das im Spiel Schalke— Hüsten zu erwarten, das die Knappen mit selbstbewußter Haltung aufnehmen und durchführen können als die Begegnung mit Hamborn 07. Für Fortuna Düsseldorf ist immerhin störend, daß der Meister aus Hessen=Hannover, Borussia Fulda, im vergangenen Jahre sehr schlimm„gehext" hat und deshalb heute noch„anrüchig" ist. Kommen allerdings die Fortunen so in Zug wie gegen Sülz 07, dann kann auch Borussia Fulda nicht auf einen Sieg hoffen. In der westdeutschen Pokalrunde werden noch zwei rückständige Vorrunden=Begegnungen ausgespielt: In Gladbach trifft der Rheydter SV. auf den Vf". Benrath und in Duisburg Schwarz=Weiß Essen auf Dnisburg 08. Man rechnet, daß Essen und Benrath hier das Rennen machen werden und sich dann mit Viktoria Recklinghausen und FV. Neuendorf in der Zwischenrunde befinden. Im Gladbecker Stadion. FC. Schalke 04— Hüsten 09. Diesmal ist die Lage für den Altmeister wohl nicht mehr so kritisch wie sie in Oberhausen war, wo die Knappen nicht gerade überzeugend einen 2:0=Sieg über Hamborn 07 herausspielten. Auf dem wunderbaren Spielarund des Gladbecker Stadions ist Schalke 04 Favorit gegen Hüsten 09. Wenn es auch kein Geheimnis mehr ist, daß Schalke 04 an Schlaakraft enorm verloren hat, so wird das heutige Können immer noch gegen Hütsten 09 langen. Ohne Kampf werden die Schalker jedoch nicht ins Finale kommen. Das werden die Schalker um so besser wissen, als sie la schon im vergangenen Jahre im TuS.=Stadion in Bochum nach einem schwachen W2V.Endspiel gegen Hüsten M nur 2:0 gewannen. Hätten die Hüstener damals eine nur etwas geschlossenere Leistung zustande gebracht, vielleicht wären die Schalker nicht bis zum Vorschlußspiel um die „Deutsche“ gekommen. Vlelle'cht... wären aber auch die Schalker bei einem besseren Geaner stärker geworden. Hüsten steht trotz allem in spielerischer Hinsicht doch einige Grade unter den Schalkern, die allerdings auch schon gegen sehr schwache Geaner verloren haben. Es fragt sich, wie hente die moralische Berlassung der Mannschaf itst. Wenn die Elf mit dem nötigen Ernst und der erforderlichen Ruhe ins Spiel geht, ist Hüsten auf alle Fälle verloren. Die Kombinationsmaschine der Knappen wird sich sehr schnell über den mitunter gefährlichen Rush der Südwestfalen hinweggesetzt haben. Schalke 04 ist nicht Arminia Vielefeld. Vielleicht erleben die Zuschauer ein Spiel der Knappen, das an die besten Zeiten erinnert. Schiedsrichter ist der Mülheimer H. Maier. Im Düsseldorfer Rheinstadion. Fortuna Düsseldorf— Borussia Fulda. Ging es immer der Papierform nach, wäre Düsseldorf allerhöchster Favorit. Was die Fortung in Köln gegen Sülz zeigte, genügte glatt und lange zur westdeutschen Meisterschaft. Störend empfindet man nur, daß dieser Fortuna=Sturm einige Tage später in Essen gegen Essen=West 81 kein Tor schoß und die Favoriten=Elf 0:3 distanziert wurde. Aber diese Niederlage dürfte kaum dem Selbstvertrauen der Düsseldorfer geschadet haben, die wissen, um was es am Sonntag im Rheinstadion geht. In Düsseldorf wird Fortuna bestimmt kein „Spielchen machen" können, hier muß die Elf kämpfen. Borussia Fulda denkt etwas recht unkompliziert in Fußballdingen, und es ist deshalb dem Ziel oft um einige Ueberraschungen näher als erwartet wird. Die Rothosen werden sich allerdings die Chance eines Sleges vor einheimischen Publikum kaum entgehen lassen. Ist Georg Hochgesang in Schwung, dann wird auch die ganze Angriffsreihe viel Luft und Raum zum Spielen und Schießen haben. Alle anderen Reihen der Fortuna sind nicht so fraglich wie der Sturm, der unter Umständen am Sonntag sich nochmals ein kleines Schützenfest leisten kann. Das können die Essener schaffen. Duisburger FV. 08— Schwarz=Weiß Essen. Wenn Schwarz=Weiß Essen so spielt, wie es dazu in guter Stimmung in der Lage ist, wird Duisburg 08 geschlagen werden; da wird ihm auch kein einheimisches Publikum helfen. Leider überblendet Schwarz=Weiß mit zu viel Technik seinen Kampsgeist; ihr weiches Spiel wird Duisburg eher zusagen als die Wucht der Alsumer, die dreimal mit ihm im Bezirksfinale unentschieden machten. Das Spiel der Schwarz=Weißen kann sich in seiner Anlage sehen lassen. Es fehlt nur immer im Sturm meist der Mann, der mit Ruhe als Spitzfindigkeit und mehr Wucht als Eleganz den Punkt hinter die Kombinationständeleien setzt. Man sollte glauben, daß bei guter Haltung der Schwarz=WeißHintermannschaft mit Hundt, Horn und Czeika, bei dem Spieltalent eines Pörtgen die Duisburger trotz des eigenen Publikums auf der Strecke bleiben. Schiedsrichter ist Wunder(Neuß). Ohne Rasselnberg. Rheydter SV.— BfL. Benrath. Ein Spiel, das hochinterssant zu werden verspricht. Diese beiden Gegner, die sich nun auf dem Borussenplatz in M.=Gladbach tresfen, waren im vergan znen Jahre die westdeutsche Pokal=Finalgegner. Für Benrath ist es ein schweres Handicap, daß die Elf noch ohne den sabelhaften Halblinken Rasselnberg antreten muß, der noch immer verletzt ist. Hohmann kann seine spielerische Größe ohne diesen„denkenden Stürmer“ der Benrather nicht so gut zeigen, denn Köhler lieat zu Vor einer Ueberraschung? sehr auf der Ausreißerlinie, die auch Hohmann gern und gut abrast. So sind die beiden Mannschaften ziemlich gleich stark. Rheydt lief bisher in entscheidenden Spielen immer zu großer Form auf. Wenn die Deckung diesmal etwas stärker ist, kann es leicht zu einer vollen Leistung langen. Nach dem Sieg über Sülz sind die Schnarz=Weißen jedenfalls selbstbewußt; das ist für Benrath gefährlich. Wir halten den Kampf für offen. Schiedsrichter ist Bläser(Hagen). Dr. Dominicus legt sein Amt nieder. Der Rundfunk überträgt den Schluß der Spiele aus Gladbeck und Düsseldorf in der Zeit von 17,20—17,45 Uhr. Das Rahmenprogramm. Durch die WSV.=Endspiele treten die vielen Freundschaftstreffen im Ruhrbezirk in den Hintergrund. Das Hauptereignis im Ruhrbezirk ist das heutige Gastspiel des FC. Wien. Die Wiener treffen in Herne auf eine Kombination WestsaliaGermania Herne. Nachträglich gibt es morgen das Punktespiel Preußen Bochum gegen Germania Bochum. Der MBV. Linden weilt heute bei Tura 86 Essen und will hier seine aute Spielweise unter Beweis stellen. Auch in den unteren Klassen ist das Gesellschaftsspielprogramm— eben weil die Meisterschaftsspiele auf der ganzen Linie fortgesetzt werden— nicht sonderlich groß. Moraen stellt sich der SCl. Dahlhausen bei Tura 86 Essen vor. Auch sie wollen wie die„Märker" in Essen zu Lorbeeren kommen. Die Spiele: Samstaa: Tura 86 Essen— MBV. Linden Essen=West 81— Union Gelsenkirchen Germania=Westfalia Herne— FC. Wien 3V. Ehrenfeld— Concordia Bochum TuS. Kornharpen— VfB. Gerthe Sonntaa: BV. Altenessen— VsB. Speldorf Tura 86 Essen— SCl. Dahlhausen Sportfreunde Essen— BV. Osterfeld Rot=Weiß Essen— SV. Höntrop Preußen Steele— STV. Werne Castrop 02— Sportfr. Krefeld Concordia Bochum— SpuSp. Gerthe Köln 99— TuS. Bochum Schwarz=Weiß Osnabrück— VfL. Hörde SpuSp. Recklinghausen— Germania Herne Meisterschaftsspiel: Preußen Bochum— Germania Bochum Nur einen Punkt braucht Welper in Castrop zu verlieren, dann..... Nach einwöchiger Unterbrechung, bedingt durch Leicht wird ein Sieg gegen die Bochumer gewiß die Jugendopferspiele, nehmen die Meisterschafts= nicht sein. Ergebnisse wie 4:3=Sieg über Union spiele in der 1. Bezirksklasse morgen ihren Fort= Gelsenkirchen im Pokalspiel, 1:1 gegen Germania gang. In der Bochum=Hattinger Gruppe steht mor= Bochum im Gesellschaftsspiel reden doch eine deutgen im Brennpunkt des Interesses die Begegnung liche Sprache. Und doch ist es nicht unmöglich, zuam Hattinger Wasserwerk zwischen dem Hattinger mal die Hattinger morgen mit Tasche in den Der erste Vorsitzende der Deutschen Turnerschaft, Dominicus, hat sein Amt niedergelegt, um, wie er erklärte, der Deutschen Turnerschaft den Weg zu neuen grundsätzlichen Entscheidungen zu erleichtern. Der zweite Vorsitzende, Dr. Neuendorff, hat die Leitung der Deutschen Turnerschaft übernommen.— Dominicus wurde auf dem 20. Deutschen Turntag in Berlin im Jahre 1929 zum ersten Vorsitzenden der Deutschen Turnerschaft, diesem größten Verband für Leibesübungen mit 1,6 Millionen Mitglieder berufen. SV. und Westfalia Bochum. Noch in aller Erinnerung ist, daß der SCl. Dahlhausen am Hattinger Wasserwerk zwei wichtige Punkte abgeben mußte. Ob den Bochumer Westfalen moraen in Hattingen dasselbe Mißgeschick widerfährt?— Nur noch einen Punkt brauchen die Welveraner abzugeben, um endgültig dem Abstieg verfallen zu sein. Gegen Castrop 1911 sind die Aussichten der Welperaner, daß es doch noch anders kommt, sehr gering. Die morgigen Spiele: Gruppe Bochum=Hattingen: Hattinger SV.— Westfalia Bochum Castrop 1911— SpVaa. Welper Laer— Langendreer 04 Witten 92— SV. Sodingen Gruppe Essen: Rheinland— SV. Byfang: BV. Stoppenberg— Karnap 07; Essen=Nord— Werden 08; Preußen Essen— Ballfr. Vorbeck. Gruppe Gelsenkirchen: Preußen Wanne— Schalke 96; Union Günnigfeld— SC. Hassel; Gelsenkirchen 06— TB. Eickel; Hüllen 07— Buer 07; Gelsenkirchen 07— Erle 08; VfB. Gelsenkirchen— SpVgg. Röhlinghausen. Westfalia Bochum spielt morgen am Hattinger Wasserwerk gegen den Hattinger SV. Das bedeutet natürlich Großkampftag. Die Bochumer Westfalen liegen relativ um drei Punkte besser in der Tabelle als der SCl. Dahlhausen und haben große Aussichten, Gruppenmeister zu werden. Den Vorsprung von drei Punkten halten die Bochumer schon seit vielen Sonntagen. Keiner Mannschaft ist es bisher gelungen, die Westfalen wieder„ans Feld zu führen". Vielleicht bringt es der Hattinger SV. fertig, denn er ist es ja auch gewesen, der den SCl. Dahlhausen am Wasserwerk um zwei wichtige Punkte gebracht hat. Kampf gehen. Ein Sieg der Hattinger wäre— ganz abgesehen davon, daß man sich dadurch wohl endgültig in Sicherheit gebracht hätte— der größte Erfolg der Hattinger in der diesjährigen Fußballsaison. Die SpVgg. Welper muß morgen nach Castrop 1911 und hat naturgemäß nur geringe Aussichten. Theoretisch besteht für die Welperaner nur dann noch eine Möglichkeit, dem Abstieg zu entgehen, wenn man morgen gewinnt und von den Vereinen Hattinger SV., Witten 92, Langendreer 04 und SV. Sodingen mindestens noch zwel Vereine ihre sämtlichen noch auszutragenden Spiele verlieren.„Praktisch erscheint dieses aber so gut wie ausgeschlossen. Wie gesagt, verlieren die Welperaner morgen oder spielen nur unentschieden, dann ist der Abstieg vollzogen. Witten 92 und S V. Sodingen werden sich einen erbitterten Kampf liefern. Verlieren die Sodinger, dann werden sie wahrscheinlich die SpVgg. Welper in die 2. Bezirksklasse begleiten. Ein Sieg der Witten 92er ist morgen jedenfalls wahrscheinlicher. Der FC. Laer behauptet heute einen an nehmbaren Platz im Mittelfelde der Tabelle. Die Laerer werden keine Lust haben, diese Position durch ein Verlustspiel gegen Langendreer 04 wieder abzugeben. Auf eigenem Platz wird Laer den Langendreerern die Punkte abknöpfen. Der Kampf Witt— Gipsy Daniels findet am kommenden Sonntag nicht statt. Am zweiten Östertag treffen sich dafür im 92. Hamburger Punching Adolf Witt und Helmuth Hartkopp um die Deutsche Halbschwergewichtsmeisterschaft, da Erich Seelig nach den letzten Beschlüssen des VDF. aus dem Verband austreten und seinen Titel abgeben mußte. Fußball in Berg-Mark. Im Schatten des WSV.=Endspiels in Düsseldorf. Die Qualität muß morgen die Quantität ersetzen. Und das ist gut so. Das WSV.=Zwischenrundenspiel zwischen Fortuna Düsseldorf und Borussia Fulda im Düsseldorfer Rheinstadion, die Gastspiele von SV. Höntrop und SpVgg. Herten in Düsseldorf, die internationale Begegnung in Elberfeld und das rückständige Meisterschaftsspiel zwischen Hilden 08 und Germania Küllenhahn bieten genügend Abwechslung, so daß den Zuschauern einige Delikatessen bevorstehen. Die morgigen Spiele: Meisterschaftsspiel: VsB. Hilden— Germania Küllenhahn. Gesellschaftsspiele: TRU. Düsseldorf— SV. Höntrop; Eller 04— SpVgg. Herten; SSV. Elberfeld— FC. Wien. * 1. Bezirksklasse. In Gruppe 4 wird der Spitzenreiter Tus. Ronsdorf wenig Mühe haben. um gegen BV. Vohwinkel einen weiteren Sien davonzutragen. Der BV. Velbert hat in Cronenbera gegen den dortigen SC. einen schweren Kampf auszufechten, der vielleicht unentschieden endet. Dem Barmer SC. sind bei der Velberter Borussla die besseren Chancen einzuräumen, während im Barmer Ortstreffen zwischen Viktoria und Tura der Platzverein die Oberhand behalten sollte. SG. Langerfeld und Alemannia Vohwinkel dürften beide mit einem Punkt zufrieden sein. Noch immer Schön=Buschenhagen. Im Pariser Sechstagerennen führten am Freitag morgen die Deutschen SchönBuschenhagen in gleicher Runde mit BroccardoGuimbretiere und Dinale=di Paco. Das deutsche Paar verlor in einer Jagd nach den Abendwertungen seine führende Position und fiel auf den 3. Platz zurück. Im Laufe der Nacht kamen aber die Deutschen wieder in die Spitzengruppe hinein. Der Stand des Rennens hat sich ziemlich geändert. So verloren Pifnenburg=Wals eine Runde, während Guerra=Linari und Ronsse=Loncke zwei Runden im Rückstand lagen. Der Freitag nachmittag verlief vor gutem Besuch sehr lebhaft. Die Wertungen waren stark umkämpft. Buschenhagen zeichnete sich aus, er gewann viermal und endete zweimal auf dem zweiten Platz. Aber auch BullaTietz waren sehr aktiv und gingen auf Punktejagd. Nach 17 Uhr gab es noch eine besondere Jagd zwischen den beiden letzten Mannschaften Pecqueur=Coupry und Gebrüder Lemoine. Die unteren Paare gewannen alle ziemlich Boden. Nach 67 Stunden waren 1532,250 Klm. gefahren, der Stand von 19 Uhr war in der Spitzengruppe: 1. SchönBuschenhagen 135 Punkte: 2. Di Paco=Dinale 78 P.; 3. Broccardo=Guimbretiere 63 P.; eine Runde zurück: 4. Pifnenburg=Wals 109 P.; 5. Dayen=Pélissier 80 P.; 6. Wambst=Leducq 64 P. Im Finale des englischen Dreiländer=Eishockeyturniers schlug in London jetzt Kanada abermals die Massachusetts Rangers. Die Toronto Nationals siegten diesmal 4:2 und gewannen damit auch das Turnier. * Beim internationalen Reitturnier in San Remo konnte Baronin von Oppenheim im Amazonen=Championat mit„Provinz" den dritten Platz hinter den Italienerinnen Baronin Nisco auf„Dendaria" und Gräfin Macchi auf„Cellere" belegen. Heute, Samstag, oder morgen, am geschäftsoffenen Sonntag Möbelhaus Kramm in Essen zum am Thea'erplatz Ob Sie ein einzelnes Zimmer, eine ganze Wohnungseinrichlung oder Teppiche und Gardinen benötigen, immer finden Sie bei Kramm die guten Qualitäten, die niedrigen Preise und die aroße Auswahl. Das letzte Spiel in der Meisterrunde. wird WoB. Tura Barmen hat Aussichten.— Wieder Spiele der Turnfestspielrunde. Außerdem Gesellschaftsspiele. Das für vergangenen Sonntag angesetzte Endspiel um die Westdeutsche Handballmeisterschaft zwischen Tura Barmen und Rasensport MülheimR. steigt nun am zweiten Aprilsonntag. Für die Kontrahenten steht viel auf dem Spiel, denn der siegende Verein wird mit dem Favoriten Hindenburg Minden punktegleich an erster Stelle stehen und mit diesem um den Titel kämpfen müs* Tura Barmen oder Rasensport Mülheim=R. Das sehr wichtige Treffen für beide Parteien kommt bereits morgen vormittag auf dem Barmer Schwarz=Weiß=Platz zum Austrag. Vorausgesetzt, daß das Spiel nicht unentschieden endet, trifft der Sieger aus dieser Begegnung auf den Favoriten Hindenburg Minden. Die Mannschaften wissen also, warum es geht. Tura Barmen versteht zu kämpfen; das bewiesen die Barmer im letzten Treffen gegen Hindenburg Minden, wo sie sich erst nach hartem Kampf mit 7:9 beugen mußten. Aber auch die Rasensportler aus Mülheim sind nicht zu unterschätzen; auch sie haben ihre Kampfstärke bei der Meisterschaft gezeigt. Da die Barmer aber vor heimischem Publikum spielen, ist mit einem ganz knappen Sieg der Barmer zu rechnen. Eine Ueberraschung ist aber nicht ausgeschlossen. Nur ein Spiel um die Hattinger Stadtmeisterschaft im Handball. Heute nachmittag steigt auf Hüttes Platz das 3. Treffen der Spielserie um die Handballmeisterschaft. Mit Ausnahme Henrichshüttes sind dann sämtliche Teilnehmer in Aktion getreten und wenn man auch über den Verlauf des Kampfes noch durchaus nichts sagen kann, so bekommt man doch ein Bild über die augenblickliche Spielstärke der Mannschaften: Hattinger SV.— Eichenkreuz Hattingen. Dieses Treffen erhält seinen Charakter dadurch, daß der Titelträger heute sein erstes Spiel hat und seinen Meistertitel vom vorigen Jahr mit allem Aufwand gleich von Anfang an verteidigen wird. Der SV. hat jedoch nicht mehr die Form des Vorjahres. immer wieder ist erwähnt worden, daß seine Kampfkraft, durch die er zur Hauptsache zum Endsieger im vorigen Turnier wurde, verloren ist. Die Hintermannschaft ist zwar heute noch sehr gut, aber der Sturm ist erheblich schwächer geworden. Eichenkreuz hat am vergangenen Sonntag mit sehr viel Pech verloren und wird sich anstrengen, nicht aus der Reihe geworfen zu werden.— Wahrscheinlich gibt es also einen barten Kampf, dessen Sieger unbestimmt ist. Deutsche Turnerschaft. Turnfestrunde der Handballer. Im Emscher=Ruhraan setzen die Handballer die Turnfestrunde morgen mit drei Spielen fort. Die Auslosung eraab folgende Paarungen: Tkl. Bochum— Ev. Gesellenverein Bochum Tamde. Welper— TV. Bochum 48 Tura Hattingen— Ehrenfeld=Rechen Turnklub Bochum müßte gegen die Gesellen normalerweise verlieren Ebenso wird Tamde. Welper gegen Bochum 48 den Kürzeren ziehen. während Tura Hattingen auf vertrautem Gelände gegen Ehrenfeld=Rechen wahrscheinlich gewinnen wird.— Zwei Spiele freundschaftlicher Art sehen die TVag. Eintracht Bochum und TV. Brenschede sowie TuS. Hamme 83 und Tbd. Herne=Vöde im Kampfe. Außerdem kommt noch ein Damenspiel zwischen dem Emscher=Ruhrgaumeister Borussig Bochum und dem spielstarken TuS. Reichsbahn Wanne=Eickel(WSV.) zum Austrag. A9I. Crone Witten bei TuS. Linden=Dahlhausen. Zu einem weiteren Spiel um die westfälische Kreismeisterschaft im Handball empfängt Tus. Linden=Dahlhausen morgen Crone Witten, die bisher noch ohne Punktverlust durch die Endspiele gegangen ist. Die Linden=Dahlhauser haben morgen einen schweren Stand. Schon ein Unentschieden gegen den Favoriten würde ein großer Erfolg sein. Anzunehmen ist aber, daß sich die Wittener auch morgen siegreich durchsetzen werden. Gesellschaftsspiele: MBV. Linden in Hattingen! Auch für dieses Wochenende werden wieder einige Gesellschaftsspiele gemeldet. Bereits heute nachmittag treffen sich in Dahlhausen der SCl. Dahlhausen und VfL. Winz=Baak. Wie immer, so wird es auch heute zwischen diesen beiden Geg nern einen interessanten Kampf geben. VfTuB. Henrichshütte empfängt morgen den MBV. Linden. Hier haben die Platzleute doppelte Revanche zu nehmen; einmal für die im letzten Meisterschaftsspiel bezogene knappe 2:1=Niederlage und außerdem für die erst vor 14 Tagen im Gesellschaftsspiel erlittene 5:3=Niederlage. Ob den Hüttenleuten endlich mal ein Sieg über MBV. Linden gelingen wird? Auf den Ausgang dieser Begegnung darf man gespannt sein. Die Spiele Samstag: SCl. Dahlhausen— VfL. Winz-Baak Westfalia Bochum— BV. Kettwig Sonntag: VfTuB. Henrichshütte— MBV. Linden Langendreer 04— TuS. Bochum STV. Werne— Castrop 1911 Heute fällt die Entscheidung! 400:399 kämpfte Joachim gegen Albert.— Poensgen und Soussa kämpfen heute um den Weltmeistertitel. Der Freitag brachte bei den Spielen um die Billard=Meisterschaft in Köln einige fette Ueberraschungen. Zunächst konnte der Franzose Albert den Holländer Dommering mit 400:50 Points bei 8 Aufnahmen und einer Höchstserie von 211 Bällen(Durchschnitt 50) zu aller Ueberraschung schlagen. Dann besiegte der Franksurter Joachim den Franzosen de Paserin in einem sehr scharfen und spannenden Kampf mit 400:394 Points. Gasperin führte schon mit 394 Punkten, verfehlte aber dann und Joachim spielte ihn noch aus. Joachim hatte bei 23 Aufnahmen eine Höchstserie von 63 Bällen(Durchschnitt 16,66), während der Franzose gespielt hatte. eine Höchstserie von 93 Eine Sensation besonderer Art war dann der Sieg des jungen Belgiers Gabriel über Klein, aber fein Wer gewinnt in Winz=Baak? Henrichshütte muß zum Tabellenführer nach Langendreer.— Kann SV. Herbede seinen Sieg gegen Reichsbahn Bochum wiederholen? Die 2. Bezirksklasse setzt die Meisterschaftsspiele morgen mit folgenden Spielen fort: Gruppe 1: Langendreer 07— VfTuB. Henrichshütte VfL. Winz=Baak— SV. Sprockhövel Tura Eppendorf— SCl. Alentbochum Reichsbahn Bochum— SV. Herbede. Gruppe 2: Rasensport Bochum— VfL. Herne SV. Bochum=West— Teutonia Riemke Schwarz=Weiß Herne— Phönir Bochum Nasensport Herne— BC. Hordel BV. Herne=Süd— VfB. Börnig. Für die Gruppenmeisterschaft werden die Henrichshütter zwar kaum noch in Frage kommen, doch geht es für sie jetzt darum, einen guten Platz in der Spitzengruppe zu erkämpfen; denn bei der großen Konkurrenz in dieser Gruppe ist auch das schon ein großer Erfolg. Ob den Henrichshüttern aber gerade gegen den Tabellenführer Langendreer 07. ein Erfolg möglich sein wird, ist recht fraglich. Unmöglich ist das nicht, aber nicht gerade sehr wahrscheinlich. Ein Unentschieden würde schon ein großer Erfolg sein. In Winz=Baak trefsen sich zwei alte Rivalen: VfL. Winz=Baak und S V. Sprockhövel. Schwere Kämpfe zu erwarten. Meistens haben die Winz=Baaker in diesen Auseinandersetzungen das bessere Ende für sich gehabt. Im Hinspiel gewannen die Winz=Baaker knapp 2:1. Morgen kommt nun noch der Platzvorteil hinzu, so daß die Aussichten für W.=Baak wieder gut sind. Immerhin wird das Ende wieder knapp werden. Nur in bester Form befindliche Winz=Baaker werden den Sprockhövelern beide Punkte abnehmen können. Der SV. Herbede muß nach Reichsbahn Bochum. Im Hinspiel kamen die Herbeder auf eigenem Platz zu einem knappen 3:2=Sieg. Gewinnen die Herbeder auch morgen wieder, so wird sie das ein gutes Stück in der Tabelle voranbringen. Tura Eppendorf und S Cl. Altenbochum stehen sich nicht viel nach, doch haben die Eppendorfer daheim bessere Aussichten auf Punktgewinn. Gauklasse Gruppe 1: Post=SV. Bochum— Borussia Bochum Gruppe 2: Ruhrtal Heven— SpSp. Stiepel Tentonia Stiepel— Bommern 05 SpSp. Durchholz— Germania Querenburg. Svortfreunde Steele in Rellinghausen. Die Steeler Sportfreunde wollen die zweite Stelle noch erkämpfen.— Ein wichtiges Spiel der SpVgg. Steele.— Im Kupferdreher Stadion spielt Fortuna Bredeney. Dadurch, daß die Frage nach der Meisterschaft in der Esiener 2. Bezirksklasse gelöst ist, interessieren nunmehr nur noch die Spiele um den 2. Platz, um den sich noch mehrere Vereine bemühen. Ein Treffen von großer Wichtigkeit steigt an der Schellstraße in Rellinghausen, dessen Ausgang für Rellinabausen 08 und Sportsreunde Steele eine große Rolle spielt. Die Gäste liegen zwei Minnspunkte hinter Rellinghausen und können sich daher noch berechtigte Hoffnungen auf den zweiten Platz machen. Es hängt ganz davon ab. wie dieses Treffen endet, um auch der SpVag. Steele noch Aussichten auf die zweite Stelle zu geben, denn der morgige Gegner der 1911er, Kruppsche Tamde., sollte das kürzere Ende für sich behalten. Die Begegnung im Kupferdreher Stadion, wo sich Fortuna Bredeney und VfR. Kupserdreh vorstellen, wird sicherlich eine einseitige Angelegenheit des„Meisters" werden. Am Altendorfer Wasserturm werden die Leute von der heimischen Scholle alles aufbieten, um zu verhindern, daß sie weiterhin zu den Vereinen zählen, die ertl. mit dem Abstieg vorlieb nehmen müssen. Die morgigen Begegnungen: Rellinghausen 08— Sportfreunde Steele. Die würdigsten Vertreter um die zweite Stelle stoßen hier aufeinander. Schon das Hinspiel zeigte, daß sich beide Mannschaften spielerisch nicht viel nachstehen, denn der Kampf endete seinerzeit 1:0 für Sportfreunde, die damals allerdings noch nicht die Mannschaft auf die Beine bringen konnten, mit der man morgen den Kampf aufnehmen wird. Aber die Tatsache, daß Rellinghausen nach wie vor die zweite Stelle halten will, verbürgt einen harten Kampf, der auch diesmal wieder ein knappes Ergebnis aufzeigen soll. SpVgg. Steele 1911— Kruppsche Tarngem. Ein weiteres wichtiges Spiel um den zweiten Platz steigt in der Steeler Ruhrweide. Daß die 1911er im ersten Spiel gegen die KTG. nur ein Unentschieden herausholen konnten, sollte die SpVgg. veranlassen, auf der Hut zu sein. Es wird ihnen in Anbetracht der Wichtigkeit auch gelingen. ViN. Aupferdreb— Forinna Bredenen. Die Mannschaft des diesjährigen Meisters konnte im Hinspiel den Gegner auf seiner eigenen Anlage mit 3:1 schlagen. Wir geben den Kupferdrebern rein gefühlsmäßig auch diesmal wieder die meisten Aussichten, denn der Vorteil des eigenen Platzes sollte sich stark bemerkbar machen. 2V. Altendorf— Kray=Leithe. Altendorf mußte sich im ersten Gang eigentlich ein wenig hoch geschlagen bekennen. Morgen muß man ihnen allerdings zuaute halten, daß sie unter ganz anderen Umständen kämpfen werden. Denn diesmal steht die Frage um den Verbleib in der zweiten Klasse oder um Abstieg in den Vordergrund. Wir glauben, daß die Altendorfer einen Kampf entfesseln, der durch den Platzvorteil knapp zu ihren Gunsten enden wird. SV. Kray 04— Bonifatins Kray. Das Fußballereignis für Kray ist diese Begegnung, schon deswegen, weil der Ortskampf in der ersten Serie mit einem torlosen Ergebnis endete. Die Gäste sind zwar sehr schwankend, zieben aber bei Lokalvämpfen alle Register ihres Könnens auf und deshalb ist eine Ueberraschung nicht ausgeschlossen. BV. Frillendorf— Werden 1912. Die Werdener müssen schon alles aufbieten, um zu einem Erfolg zu kommen, denn es ist schwer in Frillendorf zu siegen. Die Gäste werden einer Niederlage kaum entgehen. Der Spielbetrieb in den Gauklassen. Mit einem umfangreichen Programm werden auch die Punktekämpfe in der Essener 1. Gauklasse fortgesetzt. Die wichtigste Begegnung ist der Spitzenkampf zwischen Helene Altenessen und SV. Phönir. Aber gleich danach kommt das Spiel Postsportverein und Teutonia Ueberruhr. Die Ueberruhrer, die in der Tabelle sehr günstig stehen haben bei dieser Begegnung Aussichten, zu Spexicil-Unferligung guier Oberbeiten den Aegypter Soussa, der ziemlich stark versagte. Gabriels gewann mit 400:99 Points. Es gelang ihm eine Höchstserie von 210 Bällen bei den 12 Aufnahmen, womit er gewonnen hatte. 33,33 war der Durchschnitt des Belgiers, während Soussa bei 36 Bällen als Höchstserie 7,5 Durchschnitt hatte. Schließlich traf Titelverteidiger Poensgen auf den Belgier Moons, den er leicht 400:185 Points schlug. In den 14 Aufnahmen spielte Poensgen einen Durchschnitt von 28,56 Bällen bei einer Höchstserie von 98. Moons hatte eine Höchstserie von 60 Bällen und einen Durchschnitt von 13,22.— Hatte man bei den BillardWeltmeisterschaften in Köln schon manche Sensationen notieren können, das erste Spiel des Freitagabend stellte doch alles in den Schatten. Der junge Frankfurter Joachim hatte den Franzosen Albert zum Gegner. Der Kampf war schon zu Beginn recht spannend, zumal dem Frankfurter, der ein richtiger Glücksjunge zu sein scheint, eine Serie von 200 Bällen gelang. Schließlich aber lag Albert mit 399 Points einen Ball vom Sieg entfernt, indessen der Franksurter auf 393 Points stand. Albert verfehlte in seiner Nervosität den entscheidenden Ball. Joachim hatte nun die große Chance, aber auch er machte einen Fehlstoß. Alles setzte natürlich auf einen Sieg des Franzosen, doch dieser hatte sich nicht mehr in der Gewalt, er stieß abermals sehl. Nun gelang Joachim der nächste Ball; damit gewann er auch die nötige Sicherheit, um mit sechs weiteren Bällen den Franzosen, der einen einzigen, winzigen Point vom Sieg entfernt war, zu schlagen. Schon am Nachmittag hatte Joachim gegen den anderen französischen Spieler, de Gasperin, ein solch glückhaftes und mitreißendes Finish zeigen können. Man notierte also Joachim 400 Points bei 16 Aufnahmen, Höchstserie 200, Durchschnitt 25; Albert 399 Points, Höchstserie 130, Durchschnitt 24,94. In einem zweiten Kampf schlug Dommerina(Holland) den Franzosen de Gasperin mit 400:232 Points bei 19 Aufnahmen und einer Höchstserie von 122 bzw. 52 Bällen(F). Die Entscheidung liegt nun zwischen dem Titelverteidiger Oberregierungsrat Poensgen(Berlin) und dem Aegypter Soussa. Die beiden Favoriten werden heute um die Entscheidung kämpfen. zwet weiteren Punkten zu kommen. Es spielen: Polizeisportverein— Altenessen 1912; Rellinghausen 1910— TB. Altendorf; Postsportverein gegen Teutonia Ueberruhr: Helene— Phönir. In der 2. Gauklasse fallen alle angesetzten Spiele aus, mit Ausnahme des Treffens Turngemeinde Vorbeck und SpV. RWE. Internationales Avusrennen des ADAC 10 000 NM Höchstpreis. Es sind jetzt die Ausschreibungen für das 3. Internationale ATAC.=Avusrennen, das am 21. Mal in Berlin gestartet wird, erschienen. Es werden zwei Mennen gefahren: 1. für die Klaise bis 150 cem 10 Runden= 195,561 km); 2. für die Klaise über M cem(15 Runden= 291.426 km). Auf Vorläufe ist also bewußt verzichtet worden. Entsprechend der von Jahr zu Jahr wachsenden Bedeutung des Rennens, der ständig steigenden Zuschauerzahlen, sind die Rennpreise in diesem Jahre bedeutend erhöht worden. Der erste Preis für das Rennen der großen Wa= gen ist von 70 RM auf 100 RM erhöht worden; bei den kleinen Wagen hat man sogar mit der Steigerung von 300 auf 6M0 RM die ursprüngliche Summe verdoppelt. Für die beiden schnellsten Kraftwagen bis cem gibt es daneben noch einen Sonderpreis. Es werden auch in diesem Jahre nur die erfolgreichsten Fahrer des Kontinents versönlich zu diesem Rennen eingeladen. Ausgenommen der Ruhrbezirk. Terminänderungen in der Leichtathletik. Mit Rücksicht auf die Niedertheinischen Kampfspiele in Krefeld hat der Verbands=AthletikAusschuß des WEV. in seiner letzten Sitzung für alle Bezirke— ausgenommen der Ruhrbezirk — beschlossen, den ersten Klubkampfsonntag auf den 14. Mai festzulegen und die Gauleistungskämpfe am 21. Mai zur Durchführung gelangen zu lassen. Der Klubkampfsonntag für den Ruhrbezirk muß am 21. gestartet werden, da TuS. Bochum am 14. Mai mit seiner vollständigen Mannschaft in Ilalien startet. Oberbett 130/200 aus 4 Mtr. Inlett, garantiert echtrot und federdicht, mit 6 Pfund leichten grauen Entenfedern Oberbeit 130/200 aus 4 Mtr. Inlett, garantiert echtrot und feder icht, mit 6 Pfund guten weißen Halbdaunen Oberbett 130/200 aus 4 Mtr. 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April. 19—23 Uhr Außer Vormiete: Lohengrin Romantische Oper von R. Wagner. Knappen=Unterstützungs=Verein Ober= u. Nieder=Stüter Am Sonntag. dem 16. April(Östersonntag. findet nachmittaas 5 Uhr. eine ordentliche Versammlung im Vereinslokal Wilh. Ascherfeld, stati. Tagesordnung: Punkt 1: Zahlung der Beiträge. Punkt 2: Satzungs änderung. Punkt 3: Verschiedenes. Sollte die Versammlung um 5 Uhr nicht beschlußfähig sein. so findet eine um 6 Uhr statt, die dann beschlußfähig ist. Der Vorstand. Herrsch., schw. eich. Schaft. m. Rußb., innen Mabea. pol., w. Marner. ganz nen. für Mk. 290.— Prachto. Raturküche Mk. 150.-. Eleg. eich. Speisez.. 2 Mtt. breil. m. Rußb., eant benpl. Mk. 390.Gute Conch Mk. 29.Chaiselongne Mk. 16.frei Haus. Möbelverkauf Essen, Baedeckerstr. 19. am Bismarckplatz. Besichtig. auch Sonntag. Drähte, Drahigewebe und Brahtgellechte aller Art am Lager Rösler& Lönne Drahtwerk Bochum, Redemptoristenstr. 28/30 (früh. Unt. d. Lind.) Wattenscheid, Gertrudisstr. 58/62. 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Die Flagge zeigt auf blauem Feld in einem gelben Kreis Spaten, Spitzhacke u. Picke. In Oranienburg bei Berlin befindet sich seit einiger Zeit ein Sammellager, in dem politische Schutzhäftlinge untergebracht sind. Die Häftlinge machen Arbeitsdienst und betätigen sich auch sportlich.— Unser Bild zeigt einen Appell auf dem Hof des Sammellagers. Stolz weht die Flagge.. Dr. Goebbeis vor der deutschen Provinzpresse. Das„Heilige Jahr“. Gambrinus lebt! Der„oberste Landstreicher“. In Chikago steht seit langer Zeit dieses Denkmal des Königs Gambrinus. Während der Prohibition drohte es in Verfall zu geraten. Jetzt nach der Aufhebung der Trockenlegung, wird es restauriert. Die Polizei hat diese drei bulgarischen Kommunisten unter dem Verdacht des Hochverrats verhaftet. Sie sollen mit dem Reichstagsbrandstifter in Verbindung gestanden haben. Alle Personen, die über die Persönlichkeit der Verhafteten Auskunft geben können, bzw. sie sonst irgendwo gesehen haben, werden um zweckdienliche Mitteilungen ersucht. Von links nach rechts: Wassil Konstantinoff Taneff. Georgi Dimitroff und Blagoi Siminow Popoff. Grauenhafter Sexualmord im Kreise Syke. In der letzten Nacht gegen 12 Uhr wurde die 18jährige Dienstmagd Henneke aus Okel zur Zeit in Barrien in Stellung, auf dem Wege von Barrien nach Okel überfallen. Nachdem der Täter an der Henneke ein Sittlichkeitsverbrechen verübt hatte, wurde sie in grauenhaft bestialischer Weise von ihm mißhandelt und zu Tode gequält. Der Täter versuchte zunächst, das Mädchen mit einem Bindfaden zu erdrosseln. Als er hiermit keinen Erfolg hatte, zerschlug er der Henneke mit einem Feldstein die Schädeldecke. Zur Zeit der Tat fuhr ein Motorradfahrer, der die Hilfeschreie der Ueberfallenen hörte, vorüber. Er alarmierte die Landjägerei, der es gelang den Täter noch in der Nacht in Gestalt des 19jährigen Dienstknechtes Stöwer aus Okel festzunehmen. Es handelt sich bei ihm um den Vetter der Ermordeten. Er hat ein umfassendes Geständnis abgelegt und will die Tat wegen früherer Streitigkeiten mit dem Mädchen begangen haben. In Stuttgart wurde der Führer der internationalen Landstreicherbewegung, Gog, mit seiner Frau in Schutzhaft genommen. Gog hat sich in kommunistischem Sinne betätigt. Der Hapaadambier Menhork“ setzt im Hamburgere Hasen zum ernenmal die Deutsche Handelsflaage Schwarz=Weiß=Rot ohne Gösch. Flugzeug stürzt auf ein Haus. Am Donnerstag ereignete sich in Thorn ein eigenartiges Fluazengunglück. Ueber dem polnischen Militärfluaplatz stießen plötzlich zwei Jaadflugzeuge in der Luft zusammen Einem Fluazeug wurde die Tragfläche zertrümmert, das dann mit ganzer Wucht auf das Dach eines Wohnhauses herabstürzte und zwei Wohnungen zerstörte. Eine Fran und ein Kind trugen schwere Verletzungen davon. Beim Aufschlagen explodierte der Benzinbehälter. Eine Flamme erfaßte in wenigen Sekunden das ganze Flugzena. Der Führer. ein Fliegeroberleutnant, wurde kurz darauf als verkohlte Leiche geborgen Der Führer des zweiten Flugzenges konnte noch im letzten Augenblick eine Landung vornehmen und kam heil davon. Der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda bei der Begrüßungsansprache auf dem Empfang der ausländischen Presse, der im großen Saale des Propagandaministeriums stattsand. Nach Dr. Goebbels ergriff Reichskanzler Hitler(1) das Wort, hinter dem Reichskanzler Nuntius Orsenigo(2), einige Sitze weiter Reichswehrminister von Blomberg(3). Wer lennt diese drei Männer? Der Mechanismus zur Oeffnung der Heiligen Tür in der Peterskirche in Rom, mit weichem seierlichen Akt das Heilige Jahr auch diesmal eingeleitet wurde. Eine Anzahl von Arbeitern steht unter der Leitung eines Geistlichen bereit, um die Tür zu senken, sobald der Papst auf der anderen Seite mit dem Hammer dreimal angeschlagen hat. Die Tür wird dann auf den am Gestell befestigten Rädern fortgefahren und der Papst tritt nunmehr als Erster durch die Türöffnuna. Die„Phöbus" wird ausgezeichnet. Präsident Roosevelt empfina in Washington gestern die drei Ueberlebenden des Luftschiffes „Akron“ und hörte ihren Bericht an. Als ihm der Erste Ofifzier Wilen über die Retungsaktion des deutschen Tankdampfers„Phöbus" berichtete und vor allem darüber, daß der deutsche Kapilän Dalldorf sein Schiff meisterhaft manövriert und die Geretteten wie Brüder behandelt habe, wandte sich Roosevelt zu seinem Vetter. dem Marineunterstaatssekretär Roosevelt und sagte, daß er beabsichtige. Kapitän Dalldorf und der gesamten Besatzung der„Phöbus“ eine anerkennende Aufmerksamkeit zukommen zu lassen. Er werde dem Kapitän außerdem einen persönlichen Brief schreiben Brand in einem Lichtspieltheater. In einem Lichtspieltheater in der Nähe von Toulouse geriet während der Vorstellung ein Film in Brand. Die Flammen griffen mit ungeheuerer Geschwindigkeit auf den Zuschauerraum über, in dem 150 Personen anwesend waren. Der Zuschauer bemächtigte sich eine Panik. 50 Personen, die sich nicht rechtzeitig in Sicherheit bringen konnten, erlitten zum Teil schwere Brandwunden im Gesicht und an den Händen. Danksagung! Ich teile gern jedermann vollst. kostenlos und ohne jede Verpflichtung mit, wie meine Frau von schwerer als unheilbar erklärter Lähmung vollständig geheit wurde. Jos. Schwarzbauer, Damenschneidermeister, München 818, Hirschbergstraße 17. Züngerer Lohnbuchhalter zum sofortigen Eintritt gesucht. Zunächst nur schriftl. Bewerbungen mit Zeugnisabschriften. Angabe von Referenzen und Gehaltsansprüchen, erbeten. 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Das Reichskabinett verabschiedete weiterhin den Entwurf eines Gesetzes über Aenderung des Kraftfahrzeug= Steuergesetzes, wonach alle neuen Personenwagen ohne Rücksicht auf ihre Größe völlig steuerfrei bleiben, so lange sie für den ersten Benutzer zugelassen sind. Verabschiedet wurden noch Gesetze über den Versicherungsbeirat und den Beirat für Bausparkassen sowie über Aenderungen der kohlenwirtschaftlichen und kaliwirtschaftlichen Bestimmungen, die sich in der Hauptsache auf die Zusammensetzung des Reichskohlenrates und des Reichskalirates beziehen. Beschlossen wurde weiterhin eine Erhöhung der Rennwettsteuer insofern, als der Steuersatz für die beim Buchmacher abgeschlossenen Wetten denjenigen für Totalisatorwetten angeglichen wird, um weitere Mittel für die Pferdezucht zu gewinnen. Das Reichskabinett stimmte dem Gesetzentwurf zu, wonach der 1. Mai zum Feiertag der nationalen Arbeit erklärt wird, und beschloß schließlich, die Bestimmungen aus dem Beamtengesetz, soweit sie sich auf Juden beziehen, auch bei den Rechtsanwälten auf Grund einer reichsgesetzlichen Regelung zur Anwendung zu bringen. Das Gesetz über die Wiederherstellung des Berufsbeamtentums enthält, nach dem„Völkischen Beobachter“, folgende zwei Grundgedanken: Die Parteibuchbeamten werden ausgemerzt, soweit sie ohne entsprechende Vorbildung durch das frühere System zu Trägern der Staatsautorität gemacht worden sind. Die Frage der Pension wird individuell geregelt. Die Entscheidung darüber, wer bleibt und wer geht, wer ein Ruhegehalt erhält und wer dessen als unwürdig angesehen wird, liegt in den Händen einer Spruchkammer beim Reichsinnenministerium. Die Parteibuchbeamten werden entweder voll auf die Pension verzichten müssen oder, falls eine sachliche Notwendigkeit vorliegt, erhalten sie geringe Pensionsbezüge. „Politische Betätigung im Dienst“. Berlin. Ein Erlaß des Reichsfinanzministers regelt die Auszahlung der Dienstbezüge der Reichsanstalt im Monat April. Die erste Hälfte der Dienstbezüge der Reichsangestellten für April kann bereits am 13. April statt 15. April gezahlt werden. In einer weiteren Bekanntmachung mit der Ueberschrift:„Politische Betätigung im Dienst“ wendet sich der Reichsfinanzminister gegen Versuche, Beamte oder Angestellte durch Ausübung von Druck für eine bestimmte politische Partei zu gewinnen. Ein solches Verfahren entspreche nicht dem Willen der nationalen Regierung. Die jüdischen Beamten und das neue Gesetz. Berlin. Wie der„Völkische Beobachter“ erfährt, enthält das neue Beamtengesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums die Bestimmung, daß nichtarische Beamte grundsätzlich nicht als geeianet anzusehen sind, Träger der Staatsautorität zu sein. Dieser Grundsatz wird eingeschränkt durch die Bestimmuna, daß diejenigen nichtarischen Beamten im Dienst bleiben können, die schon in der Vorkriegszeit ihre Bestallungsurkunde erhalten haben, und daß weiter Männer nichtarischer Ab stammuna, die nachwelslich Frontsoldaten waren, ebenfalls ein Amt als Beamter in dem Reich, den Ländern und den Gemeinden ausüben können. Unterwegs nach Rom. Papen abgereist, Goering folgt morgen. Berlin. Gestern abend verließ Vizekanzler von Papen Berlin, um sich zu dem vorgesehenen Besuch nach Rom zu begeben. Reichsminister Goering wird am Sonntag nach Rom fahren. Wie der„Völkische Beobachter“ meldet, wird Reichsminister Goering seine Reise nach Italien in seiner Egenschaft als Reichsminister der Luftfahrt machen und mit dem italienischen Luftiahrtminister Balbo die Regelung bestimmter Luftverkehrsfragen besprechen. Die Unterredung gilt zunächst der Luftverbindung DeutschlandItalien, die bisher nur versuchsweise durchgeführt wurde und die zu einer Dauerverbindung ausgebaut werden soll. Weiterhin wird die Weltluftreise der italienischen Luftklotte Gegenstand der Besprechungen sein. Bekanntlich beabsichtigt Miniser Balbo demnächst eine Weltreise mit der italienischen Luftflotte zu unternehmen. Dabei ist für eine Zwischenlandung Berlin ausersehen worden, und bel der Zusammenkunft der beiden Luftfahrtminister in Rom sollen der Ort für die Zwischenlandung und die Art des Besuches der italienischen Luftflotte näher besprochen werden. Der frühere Polizeipräsident von Berlin, Albert Grzesinski(Sozialdemokrat), hat auf sein vreußisches Landtagsmandat verzichtet. In Plauen wurde ein Einwohner durch Beamte der Poiizel festgenommen. Der Verhaftete steht im dringenden Verdacht, den Holländer van der Lubbe kurz vor der Reichstagsbrandstiftung einige eit in seiner Wohnung beherberat zu haben. Auslese jüdischer Rechtsanwälte. Von 2500 nur noch 34! Numerus clausus in Berlin. Jüdische Aerzte nicht mehr zur Krankenkassenbehandlung zugelassen. Berlin. In einer Pressebesprechung erklärte der Kommissar für den Vorstand der Berliner Anwaltskammer, Rechtsanwalt Dr. Neubert, zur Frage der Neuzulassung der Berliner Anwälte, daß die auf Grund des Verhältnisses der jüdischen zur Gesamtbevölkerung zugelassene Zahl jüdischer Anwälte auf 35 festgesetzt worden ist. In Berlin waren bisher etwa 3400 Anwälte tätig, von denen der jüdische Anteil auf 2500 geschätzt wird. Die Auswahl der 35 jüdischen Anwälte bereitet erhebliche Schwierigkeiten. Als Bedingung der Zulassung wird eine besondere Bewahrung im Felde als Frontkämpfer verlangt. Der Kommissar betonte, daß dieser Umstellung nicht etwa wirtschaftliche, sondern lediglich ideelle Motive zugrunde liegen, die mit der inneren völkischen Erneuerung eng verknüpft sind. Von dem Kommissar der ärztlichen Spitzenverbände wird mitgeteilt: Die von einzelnen Ländern eingesetzten Kommissare für das Gesundheitswesen hätten eine große Zahl jüdischer Aerzte aus Universitäten, Instituten, Kliniken und aus dem kommunalen Gesundheitsdienst entlassen. Der Kommissar der ärztlichen Spitzenverbände habe veranlaßt, daß in allen Gliederungen der Berufsorganisation die jüdischen Aerzte aus den Vorständen und aus der Geschäftsführung ausgeschlossen würden. Auf Veranlassung des Kommissars bereite das Reichsarbeitsministerium Maßnahmen vor, um die jüdischen Vertrauensärzte und Gutachter bei den Versicherungsträgern und Versicherungsanstalten auszuscheiden. Die Untersuchungen für den Freiwilligen Arbeitsdienst würden nicht mehr von jüdischen Aerzten vorgenommen werden. Die Vorschriften für die Zulassung zur kassenärztDeukschnationale Führertagung. lichen Tätigkeit würden so geordnet, daß jüdische Aerzte nicht mehr oder oder nur in Ausnahmefällen zur kassenärztlichen Tätigkeit zugelassen werden. Zur Durchführung der entsprechenden Vorschriften werde der Reichsausschuß für Aerzte und Krankenkassen in seiner Zusammensetzung geändert. Die ärztlichen Mitglieder hätten zu diesem Zweck ihre Aemter niedergelegt. Aus den Schiedsämtern und aus dem Reichsschiedsamt für Aerzte und Krankenkassen würden die jüdischen Mitglieder zurückgezogen. Von den gleichen Maßnahmen würden auch marxistische und solche Aerzte betroffen, die sich innerlich auf die Gleichschaltung und die Erfordernisse der heutigen Zeit nicht umstellen wollen oder könnten. Die Krankenkassen und ihre Vereinigungen und Verbände würden in gleicher Weise gereinigt. Weniger Arbeitslose. Rückgang um rund 337 000. Berlin. Die Frühjahrsentlastung des Arbeitsmarktes hat in der Zeit von Mitte bis Ende März so gute Fortschritte gemacht, daß die Zahl der bei den Arbeitsämtern gemeldeten Arbeitslosen vom 16. bis 31. Märzumrd. 337000 zurückgeganaen ist. Die Reichszahl der Arbeitslosen beträgt Ende März rd. 5 598000, sie liegt damit schon um rund 449 000 oder 7,4 v. H. unter dem winterlichen Höchstpunkt. während im Vorjahr dieser Umschwung erst in der zweiten Märzhälfte einsetzte und bis Ende März eine Entlastung von nur 95 000 brachte. Die Zahl der Hauptunterstützungsempfänger ging in der Arbeitslosenversicherung auf rund 686 000, in der Krisenfürsorge auf rund 1479 000 zurück. Anerkannte Wohlfahrtserwerbslose wurden Ende des Monats von den Arbeitsämtern rd. 2373 000 gezählt; ihre Zahl ist im Laufe des Monats um rund 103 000 gesunken. Im Freiwilligen Arbeitsdienst wurden rund 214000 iunge Deutsche beschäftigt. Für den christlich-konservativen Staat. Die rheinischen Landesverbände. tagten in Düsseldorf. Düsseldorf. In dem mit den Reichs- und Landesfarben und mit dem Bilde des Führers geschmückten Saal der Gesellschaft Verein in Düsseldorf fand eine überaus stark besuchte Führertagung der drei Landesverbände DüsseldorfOst. Mittelrhein und Niederrhein(Regierungsbezirke Düsseldorf, Köln und Aachen) der Deutschnationalen Volkspartei statt, die ein machtvolles Bekenntnis zu dem christlichkonservativen Gedankengut der Partei unter ihrem Führer Hugenberg darstellte. An ein eindrucksvolles und ausführliches Referat des Geschäftsführenden Vorstandsmitgliedes der Partel Major Nagel-Berlin über die politische Lage schlossen sich Berichte der Landesverbände und eine rege Aussprache an. Für den Landesverband Düsseldorf=Ost sprach Abg. Dr. v. Waldthausen, für Mittelrhein Dr. Quester=Köln und für Niederrhein Provinziallandtagsabgeordn. Dr. Saenger=Duisburg. In den Referaten und in der Aussprache kam der unerschütterliche Wille zum Ausdruck, die deutschnationalen Ideen zum Wohle des Vaterlandes auch weiterhin zu machtvollem Einsatz zu bringen. Allseitig wurde auf die große Jahl der Neuanmeldungen in der Partel hingewiesen. Alsdann referierte Frau Abg Dr. Spohr als Vertreterin des Reichsfrauenausschusses der Partei über die Aufgaben der deutschnationalen Frau im neuen Staat. Nach einer Mittagspause fand eine Reihe von Vorträgen statt. Landtagsabgeordneter Logemann sprach zur gegenwärtigen Wirtschaftspolitik. Der 30. Januar habe die deutsche Wirtschaftspolitik auf eine nationale Grundlage gestellt. Die schwere Aufgabe, die Minister Dr. Hugenberg sich gestellt habe, bestehe darin, dem Volke Arbeit und Brot zu schaffen. Seine Zielsetzung richte sich nicht auf Autarkie und Abschnürung, er kämpfe auch nicht gegen den Export an sich, sondern gegen den ungesunden Export um jeden Preis, der an den ausländischen Käufer billiger liefere, als an den inländischen. Dem deutschen Nährstand, der deutschen Landwirtschaft, seien immer nur Versprechungen gemacht worden, Hugenberg aber fasse das Uebel an der Wurzel an. Die Hugenberaschen Feitgesetze seien von ungeheurer Wichtigkeit. Die Margarine=Produktion sei zu 70 Proz. in aus= ländischen Händen. Eine Stärkung der Kaufkraft der Landwirtschaft komme auch der Industrie zugute. Wenn die Schaffung eines kaufkräftigen Binnenmarktes einem Mann wie Hugenberg nicht gelinge, werde es niemanden gelingen. Abg. Logemann gab dann einen Ueberblick über die Fülle von Arbeit, die der Wirtschafts= und Ernährungsminister Dr. Hugenberg seit seinem Amtsantritt für die schaffenden Stände geleistet hat und betonte, daß im Geiste Bismarcks weiter für eine gesunde deutsche Nationalwirtschaft gearbeitet werden müsse. Abg. Dr. Weisemann sprach über Fragen des Beamtenrechts und betonte, daß die Grundlage, auf der charaktervolle Persönlichkeiten im Sinne des organischen Staatsgedankens aufbauen könnten, das preußische Recht sein müsse. Ferner beschäftigte sich der Redner mit den wichtiasten Fragen der deutschnationalen Kommunalpolitik. Herr Jäger=Essen wandte sich in seinem Reserat über die deutschnationale Angestelltenbeweauna gegen die Lüge vom„Sozialreaktionär" Hugenberg. Rettung und Ausbau der deutschen Sozialversicherung seien das Ziel Hugenberas und der ihm solgenden Angestelltenschaft. Ueber die deutschnationale Arbeiterbeweguna sprach Aba. Rüsser. Der starke Strom zur deutschnationalen Gesinnungsgemeinschaft innerhalb der Arbeiterschaft stelle vor neue. große Aufaaben, deren wichtigste in der Organisation deutschnationaler Betriebszellen bestehe. Die Ueberwindung der Erwerbslosigkeit und die völlige Gleichberechtigung des deutschen Arbeitnehmers auf politischem, wirtschaftlichem und gesellschaftlichem Gebiet gehörten zu den Forderungen der deutschnationalen Arbeiterschaft. Auch an diese Vorträge schloß sich eine lebhafte Aussprache an. Das Schlußwort sprach Reichstagsaba. Dr. Koch, der in begeisternden Ausführungen nochmals zum Einsatz aller Kräfte für die christlich-konservativ-sozialen Ideale der Partel aufforderte. Gleichzeitig sand eine besondere Franentaauna statt, in der Frau Abg. Dr. Spohr die Aufgaben der deutschnationalen Frauenbewegung im einzelnen besprach und Richtlinien für die nächste Arbeit gab. Die Führerlagung fand ihren Abschluß mit einer ebenfalls stark besuchten Abendversammlung des Kreisvereins Düsseldorf, die unter der Leitung des Provinziallandlaasabg. Dr. Koßmann stand und in der Major Nagel und die Abgg. Rükser, Frau Dr. Spohr und Logemann zu den politischen Fragen und Aufgaben Stellung nahmen. An der Führertagung nahm auch eine größere Zahl von Mitgliedern der Kampfringe junger Deutschnationaler in ihren grünen Uniformen 101 Der heutige große Appell der SA. Berlin. Der Deutschlandsender teilt mit: Weit über ½ Million SA.= und SS.=Männer treten heute abend in Deutschland und Ocsterreich an. Der oberste Führer, Adolf Hitler, wird Punkt 19 Uhr im Berliner Sportpalast die Verliner SA. und SS. und durch das Mikrophon die in allen deutschen und österreichischen Gebieten angetretenen SA.=Formationen begrüßen. Punkt 19 Uhr wird des Führers Ruf:„Heil SA.“ und der Gruß der SA.:„Heil mein Führer“ erschallen und im ganzen Reiche Widerhall finden. Dann wird der Führer zur SA. sprechen und die ungezählten Millionen in Deutschland und Oesterreich werden die Worte hören. Vor dem Appell gibt Dr. Goebbels ein Stimmungsbild für die Rundfunkhörer. Die Gesamtübertragung ab 18,45 Uhr erfolgt durch den Deutschlandsender. Alle deutschen Sender sind angeschlossen. Östpreußen erhält 4 Millionen. Berlin. Wie die Pressestelle des Reichskommissariats für Arbeitsbeschaffung mitteilt, ist der Provinz Östpreußen aus den Mitteln des SosortProgramms ein Darlehnsbetrag von über 4 Millionen RM. durch den Kreditausschuß der Deutschen Rentenbank=Kreditanstalt zur Verfügung gestellt worden. Es ist beabsichtigt, in mehreren ostpreußischen Kreisen Arbeiten vornehmlich auf dem Gebiete des Wegebaues auszuführen, durch die u. a. bisher unwegsame Forstgebiete erschlossen werden sollen, um ihre wirtschaftliche Nutzungsmöglichkeiten zu steigern. Minister Hugenberg hat den Ministerialrat Backhaus vom preußischen Landwirtschaftsministerium nach Oppeln entsandt, um die Geschäftsführung der Oberschlesischen Landwirtschaftskammer nachzuprüfen. Der ehemalige Leipziger Polizeipräsident Fleißner wurde in Schutzhaft genommen, da der dringende Verdacht besteht. daß er ihm anvertraute Gelder zu parteipolitischen Zwecken verwendet hat. Von der politischen Polizei wurde bei dem Klempner Steinbach in Karlsruhe eine vollständige Kurzwellensende= und Empfangsanlage beschlagnahmt. Steinbach gehörte dem aufgelösten Arbeiter=Radio=Bund an. Die Stadtverordnetenversammlung von Potsdam hat einstimmig, also mit den Stimmen der Sozialdemokraten, Reichspräsident von indenburg und Reichskanzler Adolf Hitler zu Ehrenbürgern der Stadt Potsdam ernannt. Sechs Tage tot auf dem Führersitz. In den Mittagsstunden des Donnerstags wurde in einer Garage in der Nähe des Hauptbahnhofes in Dresden ein 46 Jahre alter kaufmännischer Vertreter tot aufgefunden. Er saß auf dem Führersitz des Autos und hatte einen Schraubenschlüssel in der Hand. Der Mann ist offensichtlich mit Reparaturarbeiten an dem Kraftwagen beschäftigt gewesen und dabei wahrscheinlich durch Auspuffgase betäubt worden, worauf der Tod eingetreten sein muß. Nach den bisherigen Feststellungen muß der Tod schon vor fünf oder sechs Tagen eingetreten sein. Einem Dienstmädchen in demselben Grundstück war aufgefallen, daß der Schlüssel zur Garage schon mehrere Tage im Schlosse steckte; als sie nun schließlich den Autoschuppen öffnete, sah sie, daß der kaufmännische Vertreter tot auf dem Wagen saß. Kunstflieger Raab verhaftet. Aus Braunschweig wird uns berichtet: Der bekannte Kunstflieger Raab(von den ehemaligen Raab=Katzenstein=Werken in Kassel) ist mit seinem Bordmonteur auf dem Braunschweiger Fluaplatz verhastet worden. Er machte mit seinem Fluazeng vom Typ„Schwalbe“ eine Zwischenlandung in Braunschweig, um zu tanken. Das Fluazeug wurde von der Braunschweiger Luftpolizei untersucht und sichergestellt. Raab und sein Monteur(Budich) wurden ins Kreisgesängnis gebracht. Die beiden kamen von Berlin und wollten angeblich Kurs auf Köln—Paris nehmen. Sie gerieten in den Verdacht der Devisenschiebung, der sich nicht bestätigt hat. Wohl aber fand man einen Koffer mit Schriften und Akten, die genau durchgesehen werden müssen. Das Ergebnis der Untersuchung bleibt abzuwarten. Unfall in einer südafrikanischen Goldarube. Ein schwerer Unglücksfall ereignete sich in der letzten Nacht in der Goldgrube bie Langlaagte in der ehemaligen Transvaalrepublik. Durch ausströmendes Gas wurden drei europälsche Bergbeamte getotet. Zahlreiche Vergarbeiter erlitten Gasvergiitungen. Berliner Bö Ansangsstimmungsbild von heute. Tendenz: Ruhig. Nach den freundlichen Erwartungen des Vor= mittags eröffnete die heutige Wochenschlußbörse etwas entläuschend. Das Geschäft war selbst für einen Samstag sehr klein, und so ergaben sich auf Grund dieser geringen Umsatztätigkeit sogar überwiegend kleine Aursrückgänge. Die Spekulation schien ihre Engagements an den Aktienmärkten wieder glatt zu stellen und unter dem Eindruck der Erholung der deutschen Werte im Auslande Renten zurückzunehmen. Aber auch der Anlagemarkt hatte im großen und ganzen ruhiges Geschäft aufzuweisen, obwohl hier die Stimmung durchaus freundlich war. Besonders Farben litten unter Angebot und eröffneten 2 Prozent niedriger. Gefragt waren dagegen Reichshankanteile, doch stellte sich auch hier der Aurs ½ Prozent niedriger. Von Spezialwerten sind Berliner Maschinen mit plus 2 Prozent und Daimler mit plus 1½ Prozent zu erwähnen. Ilse werden hente erklusive Dividende notiert. Deutsche Anleihen lagen uneinheitlich, Reichsschuldbuchforderungen unveränGeldmarkt war noch unentwickelt. Im Verlaufe änderte sich an der Geschäftsstille nichts, die Abweichungen gegen die Anfangskurse hielten sich nach beiden Seiten in engen Grenzen. Den Frühiahesschun, den Sie suchen, Einden Sie ungeahnter Auswahl außerordentlich billig im Schuhhaus Rahne, RattingenMick in meine Jenster nurd Sie übergennen. Sonntag geöllnet. 1 18 n Ooe 5009 unübertroffen bei Rheuma-Gicht Kopfschmerzen Ischias, Hexenschuß und Erkältungskrankheiten. Stark harnsäurelösend, bakterientötend! Absolut unschädlich! Ein Versuch überzeugt! Oeffentliche Sitzung der Gemeindevertretung Holthausen am Dienstag, 11. April 1933, abends 6 Uhr, in der Wirtschaft Brinkmann in Holthausen. Holthausen, den 7. April 1933 Der Gemeindevorsteher: Obereichholz. Frage deinen Nachbar! Tapeten, Spannstoffe, Linoleum Farben und Lacke, streichfertig für jeden Zweck erhältst Du am besten und billigsten beim Fachmann Dellenberg Hattingen-Ruhr, Heggerstraße „Wie die Saat, so die Ernte". Wir bieten an: 1 Wagg. Orig. PSG. 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