Hattinger Zeite 85. Jahrgang General=Anzeiger für den Ennepe=Ruhrkreis Kreisblatt für den Ennepe=Ruhrkreis Donnerstag, den 16. März Jeder Bezieher erhält laut unseren Bedingungen 300 Mark Unterslützung Größte u. meisigelesene Zeitung in Stadt und Kreis 1933/ Nr. 64 Das Reichskabinett fordert: Aenderungen des varlamentarischen und des Wahl-Systems beabsichtigt.— Heute Rücktritt Luthers und Wahl Schachts. Kerrl wird preußischer Justizminister. Der Staatsrat vertagt. Sparerwägungen des Vizekanzlers von Papen. Berlin. Noch im Verlauf des heutigen Tages wird, wie hier zuverlässig verlantet, der Rück tritt des Reichsbankprasidenten Dr. Luther und die Wahl Dr. Hjalmar Smachts zu seinem Amtsnachfolger veröffentlicht werden Das Kabinett tritt heute zu keiner Sitzung zusammen. Die gestrigen Beschlüsse haben zu einer weitgehenden Verständigung über Form und Inhalt des neuen Ermächtigungsgesetzes geführt. Wie wir zuverlässig erfahren, wird in diesem Gesetz auch Ermächtigung für Beschlüsse gefordert, die versassungsändernden Charakter haben. Außer Entscheidungen in der Flaggenfrage ist dabei besonders an die Aenderung des parlamentarischen Systems in dem Sinne gedacht, daß Reichsregierung und Reichsminister künftig nicht mehr von Vertranens= oder Mißtranensvoten des Reichstages avvängig sein sollen. Auch eine Aenderung des Wahlsystems wird angestrebt. Die weiteren Ermächtigungen beziehen sich besonders auf wirtschaftliche und finanzielle Maßnahmen. Man behauptet in gutunterrichteten Kreisen, daß der Reichskanzler das Ermächtigungsgesetz. das für vier Jahre gefordert wird, ohne vorherige Verhandlungen zur Abstimmung stellen wird. Ueber die Neubildung der preußischen Regierung sind zwischen den Landtagsfraktionen der Nationalsozialisten und der Deutschnationalen Besprechungen im Gange. Ueber die Person des Ministerpräsidenten ist eine Verständigung noch nicht erzielt worden. Fest steht jedoch, daß der nationalsozialistische Landtagsabgeordnete und Landlagspräsident Kerrl das Amt des preußischen Instizministers übernehmen wird. Die für den 21 März vorgesehene Sitzung des preußischen Staatsrats wiro nicht stattfinden. Vizekanzler von Papen hat sich in seiner Eigenschaft als Reichskommissar für das Land Preußen mit dem Präsidenten des Staatsrats in Verbindung gesetzt und auf die Verschiebung der Sitzung auf zunächst unbestimmte Zeit hingewirkt. Für Roosevelt greift durch! Herrn von Papen dürften dabei zwei Gründe maßgebend gewesen sein: Das ist einmal die Tatsache, daß der geringe Beratungsstoff, der augenblicklich vorliegt, die erheblichen Unkosten einer Zusammenkunft des Staatsrates nicht lohnt. Dazu kommt der Uebergangszustand, in dem der Staatsrat sich nach den Wahlen vom letzten Sonntag befindet. Es unterliegt keinem Zweifel, daß die politische Struktur des Staatsrats sich durch den Wahlausfall erheblich verandern wird. Im Laufe des heutigen Nachmittags wird Reichskanzler Adolf Hitler Oberbürgermeister Dr. Sahm und Staatssekretär a. D. Lewald empfangen, um mit ihnen über die Maßnahmen zu beraten, die für die Olympiade im Jahre 1936 vom Reich und von der Stadt Berlin getroffen werden müssen. Dörfer sollten in Brand gesteckt werden! Kommnnistische Mordlisten aufgefunden. Erhängen und Erschießen. Sensationelle Erfolge einer Polizeiaktion in Elbing. Elbing. Dem Polizeibericht zufolge sind in den letzten Tagen in Elbing und Umgebung im Zusammenhang mit zahlreichen Haussuchungen bei Kommunisten mehrerere Verhaftungen vorgenommen worden. In Tolkemit wurden zwei verhaftete Kommunisten bei einem Fluchtversuch erschofsen. Bei einer Durchsuchung ihrer Wohnungen sand man u. a. einen Plan, nach welchem eine Ziegelei und mehrere Dörser in Brand gesteckt und gleichzeitig einige den Kommunisten besonders verhaßte, namentlich benannte Tolkemiter Einwohner erdängt und etwa 70 weitere erschossen werden sollten. In Elbing selbst förderten die Haussuchungen mehrere Kisten mit Vervielfältigungsapparaten und Zubehör zur Herstellung illegaler Druckschriften der KPD. zutage. Ferner wurden unter einem Stall vergraben mehrere, Karabiner gesunden. In Altmark wurden drei Kommunisten, bei denen man Waffen und Munition gefunden hatte, verhaftet und nach Marienburg gebracht. Menschliche Bestie. Und so etwas war kommunistischer Reichstagsabgeordneter! Waldenburg. In der Talsperre Kynan ist eine Kindesleiche gefunden worden, die mit Steinen beschwert, in einer Art Kiste untergebracht und versenkt war. Die Sektion der Leiche hat ergeben, daß es sich um den Sohn Horst des früheren kommunistischen Reichstagsabgeordneten Richard Schulz aus Dittersbach handelt. Horst Schulz wurde seit dem Sommer v. J. vermißt. Sein Vater hatte damals angegeben, er habe Horst nach Sowjetrußland geschickt. In Wirklichkeit hat er ibn, wie jetzt feststeht, ermordet. Schulz, der zur Zeit eine Strafe von vier Jahren Gesängnis wegen Mihbandlung seines Sohnes Werner, des jüngeren Bruders von Horst, im Breslauer Gesängnis verbüßt, ist in Einzelhaft gebracht worden. Die Nachricht von der Auffindung der Leiche hat die Bevölkerung in der Waldenburger Gegend in große Erregung versetzt. Und wieder ein Sozialdemokrat! Schmiergeldskandal in Berlin. Postsekretär Kugler verhaftet. Joseph W. Harriman, der Gründer und Vorsitzende des Aufsichtsrates der Harriman Nationalbank and Trust Co., wurde wegen Fälschung von Bankauszügen zwecks Irreführung des Schatzamtkontrolleurs unter Haft gestellt, gegen Stellung einer hohen Kaution aber in Freiheit gelassen. Der zweite Vorsitzende des Deutschen Beamtenbundes. Berlin. Bei der Krankenkasse für Beamte der Deutschen Reichspost im Bezirk der Oberpostdirektion Berlin ist ein umfangreicher Schmiergelder=Skandal aufgedeckt worden, bei dem es sich um Summen in Höhe von 75000 bis 100 000 Mark handelt. Die Kriminalpostdienststelle, die von dem Skandal erfuhr, verhaftete den Postsekretär Franz Kugler aus Charlottenburg, seine Frau, sowie den Dentisten Willj Griebel und dessen Frau. Alle vier werden dem Untersuchungsrichter in Moabit vorgeführt werden. Der Postsekretär Franz Kugler, ein Mann von 55 Jahren, war früher Postschaffner auf einem Berliner Postamt. Nach der Revolution hatte er sich als Sozialdemokrat auf den Posten des zweiten Vorsitzenden der Krankenkasse für Beamte der Reichspost wählen lassen und spielte bald in der Beamtenpolitik eine hervorragende Rolle. Er bekleidete weiter den Posten des ersten Vorsitzenden des Reichsverbandes Deutscher Post= und Telegraphenbeamten, war zweiter Vorsitzender des Deutschen Beamtenbundes, Mitglied des Verwaltungsrates der Deutschen Reichspost und Aufsichtsmitglied des Beamtenwirtschaftsvereins Neben diesen Posten bekleidete er noch weitere zahlreiche Ehrenämter. Er bewohnte zuletzt mit seiner Frau und seinem Sohn eine Villa in der Marienburger Allee. Bereits im August vorigen Jahres tauchten Gerüchte auf, daß Kugler mit dem Dentisten Griebel irgendwie in unreeller Geschäftsverbindung stünde. Von der Kriminalpostdienststelle wurde diesen Gerüchten nachgegangen und ein Dentist F., der sie verbreitet hatte, festgenommen. Dieser legte ein Geständnis dahin ab, daß die Gerüchte, die er verbreitet hatte, den Tatsachen entsprächen. Er gab ferner an, daß ihm von dem Dentisten Griebel 35000 Mark in Aussicht gestellt wären, wenn er das, was er über die Schmiergelder wüßte, verschweigen würde. Noch am gleichen Abend wurde nun von Kriminalbeamten eine überraschende Durchsuchung der Wohnungen Kuglers und Griebels vorgenommen, wobei äußerst belastendes Material gesunden wurde. Aus dem Schriftwechsel gina hervor, daß Kugler die Postbeamten zu Griebel zur Behandlung schickte, dieser dann übermäßig hohe Rechnungen ausstellte, die von der Krankenkasse bezahlt wurden. Zehn Prozent oder meistens noch mehr von diesen Summen flossen in die Taschen des Postsekretärs. Erst nach Prüfung der Gesamtbelege wird man einen genaueren Ueberblick über die Veruntreuungen gewinnen können. Was wir dazu sagen. Die Gesundung Abseits von der großen Tader Nation. gespolitik wird in den zuständigen preußischen Verwaltungsstellen eine Gesetzesvorlage von außerordentlicher Bedeutung vorbereitet. Schon der alte preußische Staatsrat hatte sich in überraschender Mehrheit für eine bessere Auswertung der eugenischen wissenschaftlichen Erkenntnisse ausgesprochen. Und nun teilt der kommissarische preußische Innenminister auf eine Anfrage der nationalen Arbeitsgemeinschaft mit, daß der Landesgesundheitsrat einen Gesetzentwurf über eugenische Sterilisierung ausgearbeitet habe. Die Zustimmung einzelner Minister zu dem Entwurf läge bereits vor. Sobald sich das Gesamtkabinett schlüssig geworden sei, werde die Gesetzesvorlage dem Reich zur weiteren Beratung und Fortführung übergeben werden. Was bedeutet eugenische Sterilisierung? Sie bedeutet die Unfruchtbarmachung Minderwertiger. Falsch angebrachte Humanität hat die Gesetzgebung im Reich und in Preußen bisher von einschneidenden Maßnahmen zurückgehalten, die, nach wissenschaftlichen Erkenntnissen, für die Erhaltung der Nation und des gesunden Volkstums lebensnotwendig sind. Einige nordische Staaten sind in dieser Beziehung seit Jahren vorbildlich vorausgegangen. Es wird Ausgabe der neuen staatspolitischen Richtung in Deutschland sein, durch entsprechende Gesetze, wie sie setzt in der Vorbereitung sind, das Volk vor dem Versall zu bewahren. Jawohl, vor dem Versall! Einwandfrei steht sest, daß das minderwertige Element, wenn ihm keine Grenzen gesetzt werden, von Jahr zu Jahr immer mehr das gesunde überwuchert. Statistiken bringen von dieser Ueberwucherung geradezu erschütternde Zahlen. Mit der Menge der Minderwertigen wächst die Kriminalität. Und es wäre an sich auch volkswirtschaftlich durchaus vertretbar, wenn in Zukunft weniger Gefängnisse und dafür mehr Krankenhäuser oder hngienisch einwandfreie Verwahrungsanstalten errichtet würden. Die Sterilisierung Minderwertiger, unter strengster medizinischer und staatlicher Kontrolle vorgenommen, ist heute keine Brutalität mehr. Sie müßte, im Geaenteil, den Betroffenen den Glauben an die eigene Persönlichkeit wiedergeben, wenn sie ihnen eröfinet, daß auch verbrecherische Neigungen krankhaft sein und geheilt werden können. Die Vererbungswissenschaft wendet sich seit jeher dagegen, daß Schwerverbrecher oder Geisteskranke Kinder in die Welt setzen dürfen. Der moderne Staat hat die Verpflichtung, wissenschaftliche Erkenntnisse praktisch anzuwenden. Hoffentlich findet die neue Gesetzesvorlage den richtigen Weg und die verdiente eifrige Förderung. * Dr. Luthers Als am 1. April 1930 Dr. Schacht Abschied. die Leitung der Zentral. Notenbank niederlegte, bestand über seinen Nachfolger keine Zweifel. Man rief Dr. Luther, um die Gewähr dafür zu besitzen, daß die Mark als Fundament der Wirtschaft unter allen Umständen erhalten bleibt. Die Erbschaft, die Dr. Luther damals von seinem Vorgänger Dr. Schacht übernommen hatte, war gut. Der Bestand an Deckungsmitteln hielt sich auf Achtung gebietender Höhe und dem Verkehr mit ausländischen Zahlungsmitteln brauchten keine Fesseln angelegt zu werden. Trotzdem war der äußerlich kraftstrotzende Körper innerlich krank. Das Deutschland der Nachkriegszeit hatte sich nicht„Großgehungert“, sondern„Groß=geborgt“, und die Schuldenlast, namentlich die kurzfristige, hing wie ein Damoklesschwert über seinem Haupte. Luther merkte die Schwere der Gefahr ebenso, wie sein Vorgänger Dr. Schacht, aber er war nicht in der Lage, an dem unerfreulichen Zustande viel zu ändern. Schon im Herbst 1930, also wenige Monate nach seinem Dienstantritt, begann das Ausland in der Kredithergabe ein Haar zu finden und im Frühjahr 1931 brach ein Unwetter über die deutsche Wirtschaft herein, wie es noch nie zu beobachten war. Ein Run der Auslandsgläubiger setzte ein, der durch den Zusammenbruch der Oesterreichischen Credit=Anstalt am 11. Mai des gleichen Jahres noch erheblich verschärft wurde. Bei den Gläubi, gern hieß es:„Rette sich, wer kann“. Und Deutschland zahlte; es zahlte so lange, bis ihm der letzte Blutstropfen entzogen war. Ob Luther in dem bamaligen Abwehrkampf besonders glücklich operiert hat, mag dahin gestellt bleiben. Stark umstritten ist die Frage, ob Bankfeiertage nicht schon früher hätten proklamiert werden müssen, als es tatsächlich der Fall war. Luther huldigte der Auffassung, ein Kaufmann habe seinen Verpflichtungen im Interesse des Kredits bis zur letzten Minute nachzukommen und dürfte ersi dann kapitulieren, wenn er keinen anderen Ausweg sieht. Ist diese Amtsperiode des Reichsbankpräsidenten nicht frei von Irrtümern, so hat er später versucht, das wieder gut zu machen, was während oder vor den kritischen Tagen des Sommers 1931 versäumt wurde. Er fühlte sich und wurde „Gralshüter der deutschen Währung". Der Deflationsprozeß, mit dem der Run liquidiert wurde, hat ungezählte Milliarden Opfer gekostet. Sie wiegen aber leicht gegenüber denen, die eingetreten wären, wenn man dem Volke eine neue Inflation in irgend einer Form zugemutet hätte. Wenn Dr. Luther heute zurücktritt, dann ist es noch nicht an der Zeit, sein Urteil zu sprechen. Dieses Urteil bleibt der Geschichte vorbehalten. Autos im Winter steuerfrei. Eine Freudenbotschaft für Kraftfahrzeugbesitzer. Berlin. Wie wir erfahren, stehen die Beratungen über die Reform der Kraftfahrzeugstener, die erhebliche Ermäßigungen der stenerlichen Belastung bringen soll, vor dem Hochspannung in Oesterreich. Polizei im Nationalrat. Volkskundgebungen gegen das Kabinett Dollfuß. Wien. Der Konflikt zwischen der österreichischen Regierung und dem Nationalrat, der sich in den letzten Tagen immer mehr zugespitzt hatte, fand gestern seinen Austrag. Trotz der Androhung des Bundeskanzlers Dollfuß, den Zusammentritt des Nationalrates eventuell mit Waffenge. walt zu verhindern, fand die von Vizepräsident Dr. Straffner anberaumte Sitzung ordnungsgemäß statt. Kurz nach 2.30 Uhr sperrte ein großes Polizei aufgebot das Parlamentsgebäude vollständig ab. Kriminalbeamte besetzten die Zugangstüren zum Nationalrat und verweigerten jedem den Eintritt in das Gebäude, um so das Zustandekommen der von Dr. Straffner anberaumten Sitzung zu verhindern. Es hatten sich aber schon etwa 60 Ab, geordnete der Oppositionsparteien vorher im Gebäude eingefunden und auf ihren Plätzen im Sitzungssaal Platz genommen, so daß die erforderliche Anwesenheit von einem Drittel der Abge. ordneten Tatsache war. Als sich Präsident Straffner in den Sitzungssaal begeben wollte, wurde er daran gehindert. Es gelang ihm aber dann doch, in den Saal hineinzukommen. Er teilte mit, daß er gegen die Regierung auf Grund des 8 76 Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft erstatten werde. Sodann erklärte Präsident Straffner, daß er die nächste Sitzung auf schriftlichem Wege einberufen werde. Aus dem Regierungslager verlautet, als Auf. fassung über diese Vorgänge, daß die von Dr. Straffner einberufene Sitzung nicht stattgefunden(11?) habe. Der Standpunkt der Regierung sei also vollkommen durchgedrungen. Abschluß. Das Kernstück der Vorlage, der das Reichsfinanzministerium, das Verkehrs= und das Arbeitsministerium bereits zugestimmt haben und die jetzt dem Kabinett vorliegt, bildet die Ab schaffung der Kraftverkehrsstene für die Wintermonate. Voraussichtlich werden darunter die drei Monate Dezember, Ja nuar und Februar verstanden werden. Die Steuerfreiheit für die Wintermonate würde also eine Ermäßigung der Jahressteuer um 2 Prozent bedeuten. Darüber hinaus sind noch weitere Erleichte rungen geplant. So soll denjenigen Wagenbesit zern, die die Steuer für das ganze Jahr im voraus zahlen, ein besonderer Rabatt ge währt werden. Andererseits sollen die Zuschläge die bisher bei Teilzahlungen entrichtet wer den mußten, abgeschafft werden. Die Steuerfrei heit für die Wintermonate wird voraussichtlich für alle Autobesitzer gelten, ohne Rücksicht daran ob sie die Steuer in Jahres= oder in Teilzahlun gen entrichten. Die gesamte Reform der Kraftverkehrssteuer soll nach Möglichkeit bereits am 1. Apri in Kraft treten. Man verspricht sich von ihr nicht nur eine Vergrößerung des Brennstoffverbrauchs während des Winters, sondern vor allem auch eine Hebung des Umsatzes der Automobilindustrie. Die Einzelheiten der Reform, vor allem die Höhe des Rabatts bei Jahreszahlungen— man spricht von acht Prosenl— sollen erst in der Kabinettssitzung endgültig geregelt werden Die Polizei besetzte in Alarmausrüstung mit Karabinern bestimmte Punkte, darunter auch den Burgplatz, wo auf dem äußeren Burgtor Posten mit Maschinengewehren aufgestellt wur. den. Als die Ringstraße von Kraftfahrern befah ren wurde, in denen man Regierungsmitglieder vermutete, erschallten ihnen Schmährufe entgegen, ebenso dem Kraftwagen, die mit Offizieren des Bundesheeres besetzt waren. Dazwischen or ganisierte die Menge Sprechchöre wie„Deutschland erwache, Dollfuß verrecke". Wiederholt wurde das Horst.Wessel=Lied und das Deutschlandlied gesun gen. Schließlich trieben Berittene die Menge aus einander. In den Abendstunden wurden die be setzten Punkte allmählich wieder geräumt. Es herrschte vollkommene Ruhe. Konflikt im Hintze-Prozeß beigelegt. Berlin. Auf Veranlassung des Vorstandes der Berliner Anwaltskammer hat eine Aussprache unter den Beteiligten über die Vorgänge, die sich am Dienstaag in dem Schwurgerichtsprozeß ge gen den Bankier Hintze abspielten und die zur Niederlegung der Verteidigung führten, stattge sunden. Die Aussprache ergav eine Verständi gung, auf Grund deren Rechtsanwalt Bahn die Verteidigung wieder übernommen hat. von Schönaich verhaftet. Hamburg. Der frühere Generalmajor Freiherr Paul von Schönaich, der sich bekanntlich pazisi stisch betätigte, ist auf seinem Besitztum in Rein seld in Schutzhaft genommen worden. Die Verhängung der Schutzhaft erfolgte auf Veranlassung der Regierung in Schleswig. Es wurde eine große Anzahl Akten beschlagnahmt. Ueber den Anlaß zu der von amtlicher Stelle bestätigten Verhaftung war nichts zu erfahren. Gnadenalte für Ueberzeugungstäter. Nachprüsung von Verurteilungen oder Strafverfahren. Berlin. Der Amtliche Preußische Pressedienst teilt mit: Im Kampf um die nationale Erbebung des deutschen Volkes sind Straftaten begangen worden, die zu rechtskräftiger Verurteilung oder zur Einleitung von Strafverfahren geft haben, in welchem die Täter zum Teil auch in Untersuchungshaft genommen worden sind. In Würdigung der vaterländischen Beweggründe der Täter haben die Kommissare des Reiches den kommissarischen Justizminister ermächtigt, eine Nachprüsung dieser Fälle zwecks beschleunigter Durchführung von Gnadenakten zu veranlassen. Nach Möglichkeit soll die Strafvollstreckung alsbald unterbrochen, ergangene Haftbefehle aufgehoben oder die Beschuldigten mit der Untersuchungshaft verschont werden. Die Nachprüsung wird von Strafverfolgungsbehörden von Amts wegen beschleunigt durchgeführt, so daß sich Einzelanträge erübrigen. Hierzu wird aber besonders hervorgehoben: Nachdem die nationale Revolution sich siegreich durchgesetzt hat und Sicherheit dafür besteht, daß der Wille der nationalen Regierung von sämtlichen Behörden vollstreckt wird, kann keinerlei strasbare Handlung mehr entschuldigt und geduldet werden. Die Pokemkaer Verurkeilten freil Gleiwitz. Auf Grund des Erlasses der Kommissare des Reiches für Preußen, wonach Straftaten beschleunigt nachgeprüft werden sollen, die im Kampf um die nationale Erhebung des deutschen Volkes begangen wurden, sind die im August vorigen Jahres vom Beuthener Sondergericht verurteilten Potemkaer Täter Kottisch, Lachmann, Hoppe, Wolnitza, Müller und Gräupner auf freien Fuß gesetzt worden.— Die wegen der gleichen Straftaten noch in Untersuchungshaft befindlichen Mitangeklagten Golombek und Dutzki, die zur Zeit der Durchführung des Sondergerichtsverfahrens flüchtig waren, wurden auf Grund des gleichen Erlasses aus der Untersuchungshaft entlassen. Gontard verhaftet. Devisenschiebungen und Steuerhinterziehung von Millionen. Berlin. Der frühere Generaldirektor der Berlin=Karlsruber Industriewerke, der durch seine Zeugenrolle im Bullerjahn=Prozeßz in breilester Oeffentlichkeit bekanntgewordene Geh. Banrat Paul von Gontard, ist mit seiner Sekretärin unter dem Verdacht des Vergehens gegen die Devisenordnung und der Stenerhinterziehung verhaftet und in das Untersuchungsgesängnis Moabit eingeliefert worden. Die Zollfahndungsstelle Berlin=Brandenburg hatte schon vor längerer Zeit Ermittlungen eingeleitet, die sich mit der Person von Gontards besaßzten, offenbar im Zusammenhang mit der Meldung, daß von Gontard die Staatsangehörigkeit von Liechtenstein erworben habe. Die Untersuchung soll sich insbesondere auf die Frage erstreckt haben, ob von Gontard, als in Deutschland die Devisenbewirtschaftung begann und die Anmeldung von Auslandguthaben verlangt wurde, gegen die einschlägigen Bestimmungen verstoßen und sowohl der Devisenbewirtschaftungsstelle bei der Reichsbank wie auch der Steuerbehörde gegenüber den Besitz von Auslandsguthaben, die den Betrag von einer Million weit überschreiten sollen. verheimlicht habe. Dieser ausländische Besitz soll sich allerdings nicht in Liechtenstein, sondern bei schweizerischen und holländischen Banken befunden haben. Wie wir erfahren, ist bereits für Sicherstellung des Gontard geyörenden Grundbesitzes in Deutschland, eines Gutes sowie eines Grundstückes in Berlin, Sorge getragen worden Im übrigen heißt es, daß von Gontard bisher aufs entschiedenste bei ihm zur Last gelegten straftaten bestreite. Er behauptet, daß es sich nur um Denunziationen entlassener Angestellter handeln könne, die offenbar falsche Folgerungen aus der an sich richtigen Tatsache gezogen hätten, daß seine Frau, eine gebürtige Deutschamerikanerin, durch Erbschaft von ihren Eltern in den Besitz eines größeren Vermögens gelangt sei. Zum Teil sollen die betreffenden Vermögenswerte in der Schweiz angelegt sein und von dort aus seien auch Frau von Gontard die entsprechenden Einkünfte zugeflossen In der Nacht zum Donnerstag haben vier Mitglieber der Stahlhelm=Ortsgruppe Tegel dem „Platzder Reoublik" vor dem Reichstag in Verlin seinen alten Namen wiedergegeben. Sie überklebten einfach die Straßenschilder, die dadurch wieder die Benennung Königsplatz führen. Ein englischer Abrüstungsvorschlag. MacDonald besucht Mussolini. Frankreich isoliert. England schließt sich dem französischen Protest nicht an. London, Das englische Auswärtige Amt hat folgende Note herausgegeben:„Die Anwesenheit des Premierministers und des Außenministers in Genf bot die von beiden Regierungen willkommen geheißene Gelegenheit zu einer Zusammenkunft von Mac Donald, John Simon und dem Chef der italienischen Regierung. Mussolini hat an MacDonald und John Simon die herzliche Einladung gerichtet, nach Rom zu kommen, bevor sie nach Genf zurückkehren. Die englischen Minister schätzen sich sehr glücklich, diese Einladung anneymen zu können, und haben ihre Abreise von Genf nach Rom auf Freitag avend festgesetzt.“ Fast gleichzeitig wird die folgende Reutermeldung(halbamtlich) der Oeffentlichkeit übergeben: Wie in Londoner diplomatischen Kreisen verlautet, wird die englische Regierung die Protestaktion Frankreichs gegen den Aufenthalt von SA.=Gruppen in der entmilitarisierten Zone nicht unterstützen. Aus Genf wird gedrahtet: Der Inhalt des Konventionsentwurfs, mit dem MacDonald die Abrüstungskonferenz retten will, steht nunmehr, abgesehen von einigen Einzelheiten, im wesentlichen fest. Er wurde, teils von MacDonald selbst, teils von John Simon, bereits einer Reihe von Delegierten auf der Abrüstungskonferenz in einer allgemeinen Orientierung bekanntgegeben. Der Entwurf wird von den Engländern als eine Uebergangs- und Kompromißlösung angesehen. Auf An frage wird zur Erläuterung dieser allgemeinen Charakteristik in englischen Delegationskreisen erklärt, daß er keine hundertprozentig befriebigenden Lösungen vorsehe, weder auf dem Gebiete der Abrüstung und der Sicherheit, noch auf dem der praktischen Gleichberechtigung. Die vorgeschlagenen Abrüstungsmaßnahmen sollen sich zunächst auf einen Zeitraum von fünf Jahren erstrecken, und es soll bereits jetzt fest gelegt werden, daß alsoann weitere Rüstungs herabsetzungen vorgenommen werden sollen. Schon jetzt soll eine Art Rüstungskontrolle eingeführt werden. Eine vollständige Abschaffung der Militär= und Marineluftfahrt wird nicht vorgeschlagen, jedoch soll eine Begrenzung der Militärluftfahrt eintreten, ob mit oder ohne Kontrolle der Zivilluftfahrt, ist noch nicht bekannt. Ueber die Flottenrüstungen soll der Entwurf ins einzelne gehende Bedingungen vorschlagen; dagegen soll er, was die Effektivbestände der Landheere angeht, ziemlich allgemein gehalten sein. Es ist aber unmöglich, sich auch nur einigermaßen ein Bild über die Bedeutung und den Wert dieses Abrüstungsabkommens zu machen, so lange man nicht alle Einzelheiten kennt. Fährt auch Daladier nach Rom? Paris. Ministerpräsident Daladier erklärte einem Mitarbeiter des„Journals" vor seiner gestern abend erfolgten Abreise nach Genf, es sei das Gerücht in Umlauf, daß er mit MacDonald nach Italien fahre und dort mit Mussolint zusammentreffen werde. Der Gedanke selbst erscheine ihm ausgezeichnet, aber er könne noch keine genaueren Angaben machen. Sowohl MacDonald, wie Paul=Boncour, hätten ihn so herzlich gedrängt. nach Genf zu kommen, daß es unfreundlich gewesen wäre, wenn er nicht die Reise nach Genf angetreten hätte. Polnische Verschleppungstaltil. Um die Zurückziehung der Truppen von der Westerplatte. Genf. Die polnische Abordnung hat auf die verschiedenen offiziellen Anfragen wegen der Zurückziehung der polnischen Truppen von der Westerplatte bisher lediglich mitgeteilt, daß die Zurückziehung„ald“ erfolgen werde. Es beteht nunmehr die ernsthafte Absicht, heute nachmittag eine dringende außerordentliche Sitzung des Völkerbundsrates einzuberufen, um zu der durch die polnische Haltung geschaffenen ernsten Lage Stellung zu nebmen. Wie verlautet, beabsichtigt der englische Außenminister als Berichterstatter für die Danziger Fragen im Rat die chriftliche Anfrage an den polnischen Außenminiter zu richten, ob die vereinbarte Zurückziehung der Truppen erfolgt sei. Falls bis heute vormittag der Befehl zur Zurückziehung der Truppen nicht erfolgt ist, will man der polnischen Regierung eine Frist von wenigen Stunden setzen, andernfalls soll der Völkerbundsrat unverzüglich zusammentreten. Bis gestern spät abends fanden fortgesetzt Verhandlungen zwischen dem englischen Außenminister, dem polnischen Außenminister, dem Völkerbundskommissar Rosting und der Danziger Abordnung statt, die jedoch ohne jedes Ergebnis geblieben sind. Die polnische Regierung schützt immer wieder neue Vorwände vor, um die Zurückziehung hinauszuzögern. In allen internationalen Kreisen wird die Haltung der polnischen Regierung auf das schärfste mißbilligt. Insbesondere in englischen Kreisen wird die polnische Haltung scharf verurteilt. Die Engländer sind entschlossen, eine weitere Hinauszögerung der Truppenzurückziehung unter keinen Umständen zu dulden. * Wie die„Danziger Neuesten Nachrichten“ melden, ist dem Danziger Polizeipräsidenten das ihm vertragsmäßig zustehende Recht der Besichtigung der Westerplatte gestern unter dem Vorwand verweigert worden, daß die für den Besuch notwendige Begleitung durch einen polnischen Offizier oder Unteroffizier augenblicklich nicht gestellt werden könne. Dabei befindet sich gegenwärtig eine Truppenabteilung von 200 Mann auf der Westerplatte. Echt polnisch! Kattowitz. Am Volkstrauertag waren vom deutschen Generalkonsulat an den Gräbern der deutschen Gefallenen auf dem katholischen und dem evangelischen Friedhof in Kattowitz Kränze mit schwarz=weiß-roten Schleifen niedergelegt worden. Im Laufe des Mittwoch sind die Schleifen von bisher unbekannten Tätern abgerissen worden. Die Polizei hat eine Untersuchung eingeleitet. Die Reichsbahn schafft Arbeit. Neue Geleise und Weichen im deutschen Streckennetz. Berlin. Die Reichsbahndirektion hat ein Arbeitsprogramm für das Frühjahr aufgestellt, das, wie wir gestern berichteten, die Neueinstellung von mindestens neunzigtausend, vermutlich aber hunderttausend Arbeitern bedingt. Es handelt sich nicht um kurzfristige Uebergangsarbeiten, sondern um großzügige Erneuerungspläne der Reichsbahn, die den Neueingestellten Beschäftigung bis mindestens weit in den kommenden Winter hinein gewähren. Die Einstellung von siebzigtausend Arbeitern für die Bahnunterhaltungstrupps ist bereits angeordnet und zum Teil auch schon durchgeführt worden. Andere werden folgen. Die Zahl der Arbeiter, die durch die von der Reichsbahn herangezogenen Privatunternehmen beschäftigt werden müssen, kann man auf zwanzig= bis dreißigtausend Mann schätzen. Wie bekannt wird, beabsichtigt die Reichsbahn eine durchgehende Erneuerung der Geleise, sowie auch der Schwellen u. des Geleisunterbaues. Darüber hinaus werden neue Weichen und neue Gleisverbindungen beabsichtigt. Diese Maßnahme hat sich besonders dort als notwendig erwiesen, wo die neuen Schnellwagen nach dem Typ des„Fliegenden Hamburger" verkehren werden. Damit ein ruhigerer Lauf der Züge erreicht wird, und vor allen Dingen um die, das Material in stärkster Weise beanspruchenden Gleisstöße auf die Hälfte zu reduzieren, werden die veralteten Gleise durch Langschienen von dreißig Meter ersetzt werden. Auch bei Geleisen, die nicht in solchem Maße beansprucht werden wie bei den Sonderstrecken, wird man langsam nach und nach die veralteten Schienenstränge durch die moderne Lanaschiene ersetzen. Noch im Laufe des Frühlahrs aber werden in allen Brücken und Tunnels die Langschienen eingebaut. Allein an diesen Arbeiten werden die neueingestellten Arbeiter den aanzen Sommer und den Herbst hindurch zu tun haben, aber die Reichsbahndirektion trägt sich noch mit Plänen, die über das ursprüngliche Arbeitsbeschaffungsproramm hinausgehen. So sind großzügige Profekte im Augenblick in Bearbeitung, die auf eine allgemeine Modernisserung aller deutscher Bahnhöfe und vor allen Dingen auf einen Umbau der Brücken und Tunnelanlagen nach gesünderen und moderneren Gesichtspunkten hinzielen. Bolschewistische Hetzzentrale ausgehoben. Razzia in der Anleitung für Sprengstoffverbrechen. Eine überraschende Polizeiaktion. Berlin. Gestern sand in der„Künstlerkolonie“ am Breitenbach=Platz in Wilmersdorf, die ihrer vorwiegend kommunistischen Einwohnerschaft wegen im Volksmunde als„roter Block“ bekannt ist, eine gründliche polizeiliche Durchsuchung statt. Unter Leitung des Kommandeurs der neugeschafenen Polizeiabteilung zur besonderen Verwendung, Polizeimajor Wecke, wurden um 8 Uhr morgens 350 Polizeibeamte eingesetzt, die den umfangreichen Siedlungskomplex abriegelten und die dort gelegenen Wohnungen kommunistischer Führer, Schriftsteller und Redner systematisch durchsuchten. Dabei wurde eine große Menge bolchewistischer Druckschriften, Schuß=, Hieb= und Stichwaffen gefunden. Eine große Anzahl Personen wurde in Schutzhaft genommen. Nach einem Bericht des„Angriff“ kam die Polizeiaktion für die Anwohner der Künstlerkolonie völlig überraschend. Unter den Verhafteten sollen sich Funktionäre der kommunistischen RGO. und eine Anzahl Ausländer befinden. Insbesondere galten die Maßnahmen der Durchsuchung der prächtig eingerichteten Wohnung des kommunistischen Reichstagsabgeordneten Becker, bei dem riesige Mengen verbotener Hetzschriften und Bücher beschlagnahmt wurden, und des zur Zeit im Ausland wohnenden„Weltbühne“=Redakteurs Kurt Tucholski. Bei dem Studienrat Dr. Schäfer von der Körner=Oberrealschule wurde viel kommunistisches Zersetzungsmaterial beschlagnahmt. Wie der„Angriff“ weiter mitteilt, sollen in verschiedenen Wohnungen auch nationalsozialistische Uniformstücke, gefälschte nationalsozialistische Stempel und Briefbogen mit den Köpfen nationalsozialistischer Dienststellen gefunden worden sein. Noch während der Polizeiaktion, die erst gegen 14 Uhr beendet war, hatten sich auf dem Laubenheimer Platz zahlreiche SA.=Leute eingefunden, die unter dem Jubel der Menge— die polizeiliche Durchsuchung des„roten Blocks“ hatte viele Zuschaner angelockt— eine Anzahl roter Fahnen verbrannten. Die„Nachtausgabe“ meldet noch folgenden bemerkenswerten Zwischenfall: Während der DurchL durch das Reich für hilfsbedürftige Bevölkerung. Handwert und Regierungsarbeiten. Um den Vollstreckungsschutz.— Der Handwerkskommissar. Wie verlautet, sind zwischen Vertretern des Handwerks und der Reichsregierung Verhandlungen über die Fragen des Vollstreckungsschutzes angebahnt. Nach Mitteilungen des Reichsverbandes des deutschen Handwerks hat die Erweiterung des landwirtschaftlichen Vollstreckungsschutzes durch die Verordnung vom 14. Februar in vielen Gebieten Deutschlands für das Handwerk, so weit es mit der Landwirtschaft in unmittelbarer Arbeitsbeziehung steht sehr unangehme Rückwirkungen gehabt. Dies gilt z. B. für Württemberg, Rheinland und Hessen=Nassau. Das Handwerk kämpft nun darum, daß dort wo es unmittel, bar unter den Rückwirkungen des landwirtschaftlichen Vollstreckungsschutzes leiden muß, ihm ein entsprechender Schutz gegeben wird. Entsprechende detaillierte Vorschläge sind dem Reichswirtschaftsminister übermittelt worden. In diesem Zusammenhang spielt auch die Frage des Reichskommissars für das Handwerk eine nicht unerhebliche Rolle. Aus Kreisen des Handwerks verlautet, daß diese Angelegenheit z. T. wohl auch deshalb noch nicht endgültig geregelt werden konnte, weil der für diesen Posten in Aussicht genommene Abgeordnete Dr. Wienbeck gewisse Forderungen vertritt, über die noch verhandelt werden muß. Solange noch nicht die Stellung von Dr. Wienbeck endgültig geklärt ist werden auch die anderen Fragen, die das Handwerk im hohen Maße interessieren, wie die Handwerkerkarte und die Bekämpfung der Schwarzarbeit, nicht weiter gefördert werden können.(*h * Der 6DA. zur nationalen Mitarbeit bereit In einem Rundschreiben an sämtliche Berufs= und ehrenamtlichen Mitarbeiter im Reiche schreibt der Bundesvorstand des GDA. u. a.: „Der Vizekanzler Herr von Papen hat am 4. März in Mülheim a. d. Ruhr davon gesprochen, daß die Gewerkschaften starke Pfeiler in der Volksbewegung sein könnten Wir begrüßen dieses Bekenntnis. Es entspricht unserer Auffassung vom Wesen der Gewerkschaftsarbeit. Das Ziel ist die Ueberbrückung der sozialen Gegensätze. Wir haben die These vom unüberbrückbaren Klassengegensatz stets verworfen und in Wort und Schrift unermüdlich um größeres Verständnis für den Abwehrkampf der deutschen Angestellten gegen die zunehmende Proletarisierung geworben. Die moderne Wirtschaft kann nur bestehen, wenn sie den Arbeitnehmer als Ausgleich für die auserlegten Opfer kulturell höher steigen läßt. Mit einer in Hoffnungslosigkeit gestotenen Arbeitnehmermasse kann kein Volk den Befreinngskampf aus innerer und äußerer Not erfolgreich führen. Wir haben uns nie als einseitige Interessenvertretung empfunden. Wir wollen Dienst am Ganzen leisten. Nur was im letzten der Gesamtheit dient, wird auch für Einzelne und Gruppen nützlich sein. Die Regierung verfügt im neuen Reichstage über eine klare arbeitsfähige Mehrheit, die es ihr ermöglicht, den seit Jahren beschrittenen Weg der Notverordnungen zu verlassen und die wirtschaftlichen Vereinigungen wieder zu stärkerer Mitarbeit heranzuziehen. Das würde am schnellsten zu einer Versöhnung der Gegensätze führen, die unser Volk zerklüsten. Manche Maßnahme würde leichter getragen werden. wenn ihre Unabwendbarkeit in gemeinsamer Aussprache vorher geklärt würde."(0h. Für den Gartenfreund. Der Kampf gegen die Kohlhernie. Im Garten und im Feldanbau macht sich in jedem Jahr— besonders aber in seuchten— bei zur Säuerung neigenden Böden und bei nicht immer sorafältig genug durchgeführtem Fruchtwechsel. der Schaden durch die Kohlhernie(Kropfkrankheit) bemerkbar, und doch könnte bei etwas Umsicht die Hausfrau im Gemüsegarten, wie der Landwirt im Feldgemüsebau, sich gegen diese Schäden erfolgreich wehren. Der Kampf gegen diesen Pilz muß bereits in dem Saatbeet beginnen und ist mit der jungen Pflanze beim Auspflanzen fortzusetzen. Saatbeete dürften nur dort angelegt werden, wo in den letzten Jahren Kohlgewächse irgendwelcher Art nicht angebaut waren. Zur Düngung wird im Herbst Aetzkalk, Kalisalz und Thomasmehl benutzt. der Boden tief umgegraben und den Einflüssen des Winters ausgesetzt. Stallmist und Wie wird das Weiter? Regenneigung. Für das mittlere Norddentschland: Meist bewölkt, auch in der Nacht mild, frische Südwest= bis Westwinde. Einzelne Regenfälle. enr das übrige Deutschland: Im Süden und Südosten teils heiter, teils wolkig und trocken. Im übrigen Deutschland wechselnd bewölkt mit einzelnen Regenfällen. Mild nur noch im Süden stellenweise Bodenfröste. In den Küstengebieten windig. Die beteiligten Reichsministerien haben vor einigen Tagen den zuständigen Stellen Richtlinien für die unentgeltliche Verteilung von Roggen und Butter für die besonders notleidenden Gebiete gegeben. In den von der Wirtschaftskrise besonders betroffenen Industriegebieten soll den Arbeitslosen und sonstigen Unterstützungsempfängern für einige Wochen der verbilligte Bezug von Roggen und Butter ermöglicht werden. Zu diesem Zweck stellt die Reichsregierung unentgeltlich Roggen und Butter zur Verfügung. Für die Bauern in den besonders notleidenden Waldgebirgsgegenden soll gleichzeitig eine bestimmte Menge Roggen, für dessen Vermahlung die Landesregierung zu sorgen hat, ähnlich wie im vorigen Jahr von der Reichsregierung unentgeltlich bereitgestellt werden. Die Jauche dürsen nicht auf das Saatbeet kommen, da auf diese Wirtschaftsdünger ein starkes Auftreten des Pilzes zurückzuführen ist. Im Frühjahr wird Ammonsulfatsalpeter(Leuna=Montan) in geringer Menge(1 kg auf 100 Quadratmeter) ausgestreut und gut mit der Zinkenhacke— bei grögeren Flächen mit der Egge— durchgestoßen. Der Kohlsamen darf nur gebeizt in den Boden kommen. Hierfür wird Ceresan zur Trockenbeizung oder Uspulun zur Naßbeizung verwandt. Für kleine Verhältnisse dient zum Trockenbeizen eine Flasche, die, gut verschlossen, eine gründliche Behandlung der Körner zuläßt. Eine Messerspitze genügt für 20 Gramm Samen. Das Ausstreuen kann auch hieraus erfolgen, so daß die Hand mit dem Beizmittel nicht in Berührung kommt. Werden die Saatbeete feucht gehalten, so geht der Same schnell auf. Auch die junge Pflanze muß, wenn sie Pflanzgröße erreicht hat. gegen die Angriffe der Pilze auf ihrem neuen Standort geschützt werden. Um jede kranke Pflanze, die etwa doch noch auf dem Saatbeet von der Kohlhernie befallen wurde, auszuschalten, müssen die Saatbeete vor dem Ziehen der Pflanzen gründlich begossen werden, um sämtliche Wurzeln beim Abziehen aus dem Boden zu bekommen. Wurzeln mit Verdickungen müssen, da erkrankt, ausgeschaltet und vernichtet werden. In einem Zinkgefäß oder Bottich wird ein Brei aus Lehm und Kuhdünger hergestellt, in dem zur Vernichtung der Kohlhernie auf 10 Liter Masse ein reichlicher Eßlössel voll Uspulun und ein reichlicher Eßlöffel von Solbar gründlich vermischt werden. Die kleinen Junapflanzen werden— ohne Erdballen— in diesen dünnflüssigen Brei bis zum Wurzelschaft eingetaucht und dann ausgepflanzt. Ist auch sonst der Boden durch sorgfältigen Fruchtwechsel und entsprechende Düngung behandelt, wird die Kohlhernie wenig Schaden mehr anrichten können.(*h. * An die Zahlung fälliger Abgaben wird erinnert. Man beachte die Mahnung der Amtskassen Blankenstein, Winz und Herbede und der Stadt. kasse Hattingen, im Anzeigenteil dieser Zeitung. * Hallingen. — Bank für Handel und Gewerbe eGmbH. in Hattingen. Dem uns vorgelegten Bericht entnehmen wir, daß das Institut auch das Jahr 1932 mit gutem Erfolg abgeschlossen hat. Bemerkenswert ist, daß die Bank trotz der allgemein schwierigen Geschäftslage im Berichtsjahr Verluste nicht zu verzeichnen hatte. Der Gesamtumsatz im Jahre 1932 beläuft sich auf 16,5 Millionen RM., und liegt damit nur 8 Prozent unter dem Umsatz des Vorjahres. Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der am 22. März stattfindenden Generalversammlung vor, aus dem Reingewinn, der nach Bildung an gemessener Reserven noch verbleibt, eine Dividende von 4½ Prozent zu verteilen. Der gewerbliche Mittelstand darf über die Entwicklung seines Instituts in dem neunjährigen Bestehen sehr befriedigt sein.(bh — Verein für Turn= und Rasensport e. V. 1863. Der Verein feiert am Samstag abend auf der Schulenburg sein diesjähriges Frühlingsfest. Neben einigen Volkstänzen und sonstigen Unterhaltungen, die der Veranstaltung den turnerischen Anstrich geben, sollen Geselligkeit und Tanz ganz besonders gepflegt werden. Wohl mit Recht ist von karnevalistischen Veranstaltungen seitens des Vorstandes mit Rücksicht auf den Ernst der Zett Abstand genommen worden, und kein Mitglied wird sich in Würdigung dieses Beschlusses den Genuß des kommenden Abends nehmen lassen. Auch Freunde und Gönner der deutschen Turnsache sind eingeladen. Der werbende Charakter soll besonders hervorgehoben werden; das 15. Deutsche Turnfest in Stuttgart rückt immer näher und die Vorbereitungen sind bereits so weit gediehen, daß Mühlen sind verpflichtet, den Roggen unentgeltlich gegen Ueberlassung der Kleie zu vermahlen. Die Bäcker haben sich zur Abgabe von Brot lediglich gegen Erstattung des Backlohnes gegen einen vom Wohlfahrtsamt oder Arbeitsamt auszustellenden Bezugschein zu verpflichten. Um den normalen Buttermarkt nicht zu stören, ist die zugeteilte Buttermenge in Halbpfunde umzuformen und in Pergamentpapier mit dem Aufdruck „Reichshilfe— unverkäuflich“ zu verpacken. Für Umformen, Verpackung, Papier, Druck, Kisten und sonstige etwa entstehende Kosten kann ein Betrag von bis zu 10 Rpfg. je Pfund Vutter angerechnet werden, der vom Empfänger zu bezahlen ist. Es sollen möglichst kleine Mengen, aber nicht unter ¼ Pfund, zur Ausgabe gelangen. dies gewaltigste deutsche Arbeits= und Werbefest im Dienste des deutschen Gemeinschaftsgedankens auch die größten Feste der Deutschen Turnerschaft in den Schatten zu stellen verspricht. Wer möchte da fehlen? Für die Teilnehmer sei darauf hingewiesen, daß die Einzahlung des Festbeitrages von 5 RM. bis zum 25. März erfolgen muß. Nach diesem Termin erhöht sich der Betrag um 1,50 RM. Bislang haben sich etwa 25 Teilnehmer angemeldet, weitere Anmeldungen werden erwartet. Der Fahrpreis zum Deutschen Turnfest nach Stuttgart und zurück beträgt 19,50 RM. Einzelheiten über das Deutsche Turnfest werden am Samstagabend auf der Schulenburg bekanntgegeben. Zur Deckung der Unkosten des Frühlingssestes werden 25 Pfg. von jedem Teilnehmer erhoben, Erwerbslose haben freien Eintritt. Also, auf zum Frühlingsfest des Vereins für Turn= und Rasensport e. V. v. 1863! — Saatkartoffeln. Im Polizeibüro des Rathauses, Zimmer 3, können Gutscheine für verbilligtes krebsfestes Kartoffelpflanzgut von stadteingesessenen minderbemittelten Garten- und Feldbesitzern gegen Ausweis in Empfang genommen werden. Meldungen werden daselbst vom 17. d. M. ab während der Dienststunden entgegengenommen. — Im Jugendheim der Freien Gewerkschaften am Rosenberg wurde gestern eine Haussuchung vorgenommen. Vorgesundenes und beanstandetes Schriftenmatérial wurde verbrannt, das Inventar beschlagnahmt. Danach wurde das Hakenkreuzbanner aufgezogen. Die Aktion verlief ruhig. — Wer vermißt Hühner? Vor einigen Tagen bemerkten Spaziergänger auf dem Wege zum Stadtwalde im Rosental unterhalb des Bismarckturmes lautes Hühnergeschrei im Walde. Beim näheren Nachsehen entdeckte man an einen Tannenbaum gebunden einen Sack, in welchem sich drei Hühner besanden. Von den Tieren war eins bereits eingegangen. Diesenigen Hühnerhalter, welchen in den letzten Tagen Hühner abhanden gekommen sind, wollen sich baldmöglichst bei der Polizeibehörde in Hattingen melden. — Beim Holzdiebstahl erwischt. Ein Beamter der Wach= und Schließgesellschaft überraschte in der vergangenen Nacht auf einem Lagerplatz an der Kreisstraße zwei Männer beim Holzdiebstahl. Einer der Holzdiebe wurde sestgenommen. — Aus dem Gleise geriet gestern morgen auf der Großen Weilstraße ein Wagen der Bergischen Kleinbahn. Dank dem Mitzugreifen einiger Passanten gelang es in kurzer Zeit, den„Entgleisten“ wieder auf den richtigen Wea zu bringen. Dem Vorhaben der beiden Vereinigungen darf man ohne Bedenken eine günstige Prognose stellen, lassen doch die politischen Ereignisse der letzten Zeit eine entschiedene Abkehr von allem Seich ten und Fremden und eine Hinwendung zu wahrer deutscher Kunst, wie sie der Kirchenchor unter Ludwig Severin unbetrrbar vertreten hat, erhofsen. Der geplante Abend soll romantischen Cäa rakter tragen, daran ändert auch die Tatsache nichts, daß Severin eine Reihe eigener Werke zur Uraufführung bringt; denn wie jeder echte Mu. siker ist Severin durch und durch Romantiker. Das Hauptstück des Abends ist seine dreiteilige Chorsuite„Feierliche Abendmusik“ nach einer Dichtung von Hermann Hesse, ein Hymnus auf die Naturverbundenheit des Menschen. Das sechsstimmig gesetzte Werk wird dem Chor Gelegenheit geben, alle Register seines Könnens zu ziehen. Volkstümliche Töne schlägt Severin in Kellers„Abendlied an die Natur“ an, während er sich in„Der Ruf“(O. Ernst) durch eigenartige Harmonik, die das Lied in dämmrige Halbfarben laucht, als Kind seiner Zeit zeigt. Die genannten Werke sind für Chor a cappella geschrieben, in Klopstocks„Dem Unendlichen“ wird das Orchester zur Begleitung herangezogen. Dem dichterischen Witwe Wilhelmine Hamel, geb. Heiderhoff, ° Nierenhof. vollendet heute ihr 75. Lebensjahr. Ihre Wiege stand in Nieder=Elfringhausen, wohin die Gedanken der Greisin noch sehr oft wandern, um sich in Erinnerungen an eine glückliche Kindheit zu versenken. Schon im Alter von 37 Jahren nahm der Tod ihr den Gatten Wilhelm Niederdrenk, und sie stand allein mit fünf unmündigen Kindern. Es folgten harte, entsagungsvolle Jahre für die junge Frau, bis ihr an der Seite ihres 2. Gatten, Wilhelm Steinbrink, ein neues Eheglück erblühte und das Ehepaar sich auch ein eigenes Heim erwerben konnte. Leider währte auch dieses Glück nicht sehr lange; nach zwölfjähriger Ehe verwitwete sie abermals. Nun wohnt die Fünfundsiebzigjährige seit vierzig Jahren in Nierenhof, ihr Lebensmut ist ungebrochen und sie interessiert sich noch für alles, was um sie her in der Welt vor sich geht. Im Frühling und Sommer kann man sie noch fleißig im Garten arbeiten sehen. Geistig ist Frau Hamel noch recht rüstig, ihr körperliches Wohlbefinden wird leider durch ein Asthmaleiden beeinträchtigt. Wir schließen uns dem großen Verwandten- und Bekanntenkreise an, indem wir der Greisin aus Anlaß ihres Geburtstages unsere freundlichen Glückwünsche übermitteln. Niederwenigern. — Noch eine 75jährige, Ihr 75. Lebensfahr vollendete am Mittwoch dieser Woche Witwe Wilhelm Sachs. Wilhelmine. geb. Neuhaus. Kupferdreher Straße 48. Die Greisin ist erfreulicherweise noch außerordentlich rüstig, sowohl geistig wie auch körperlich. Jahrelang hat sie das bekannte Restaurant„Zu den drei Linden“ geführt. Nach dem im Februar 1928 erfolgten Heimaana ihres Gatten, dem zwei Söhne des Ehepaares im Tode verangegangen waren. verpachtete Wwe. Sachs das Restaurant wiederholt und verkaufte es dann an den Wirt Windelen. Bei der Zwangsversteigerung im Jahre 1912 erstand ihr Schwiegersohn, Paul Thies. die Wirtschaft.— Der treuen Leserin der Heimatzeitung zu ihrem 75. Geburtstage nachträglich freundlichen Glückwunsch und Gruß. Möge ihr weiter ein sonniger Lebensabend beschieden sein. Bredenscheid-Stüker. — Evangelische Gemeinde. Am Freitag abend findet um 7,30 Uhr(nicht 8 Uhr) Passionsgottesdienst in Niederstüter statt. Herdecke. — Beim Spiel vom Tode ercilt. Hier fiel das vierfährige Söhnchen des Arbeiters Fr. in den Auslauf des Mühlengrabens. Das Kind konnte Vorwurf folgend, sind besonders die Blechbläser stark beschäftigt und geben dem Werk einen feierlichen Abschluß, indem sie in das Jubeln des Chores das Hauptthema aus Beethovens„Die Ehre Gottes in der Natur“ beziehungsvoll hineinwarsen.— Der Chor singt außer den Werken seines Dirigenten noch ein„Nachtlied" von A. Jensen, die„Kinderwache“ von Berger und beschließt mit dem„Wächterlied“ aus der Neujahrsnacht 1200“ für Chor und Orchester von Friedr. Gernsheim das Konzert.— Das Orchester beschränkt sich diesmal auf kleinere Formen: Eine Severinsche Komposition„Am Abend" leitet ein, zwei Streichersätze„Abendstimmung“(Im Kloster) von Kienzl und„Im Volkston“ von Grieg vervollständigen den 1. Teil der Vortragsfolge, im 2. Teil hören wir noch eine Serenade von A. Jensen, das Intermezzo Nr. 1 von Brahms in einer Bearbeitung von Weninger und das Lied des Sandmännchens und den Abendsegen aus„Hänsel und Gretel“ von Humperdinck, zum Orchester gesungen von zwei Damen des Chors.— Das Konzert beginnt am Samstag. dem 25. März, um 8 Uhr abends; hoffentlich ist auch diesmal, wie neulich bei einer Veranstaltung von anderer Seite, der große Saal des Gemeindehauses zu klein.h Sie kann lachen, denn sie kauft richtig ein. Der nebenstehende Pfeil veronschaulicht die Ausgaben eines normolen Housholts. Der geringe Betrag, den der Pfeil zeigt, entfällt auf Körperpflege und ein kleiner Teil hiervon auf Seife. Sie sollten dofür aber nur eine gepackte Morkenseife kaufen, die Ihnen eine Gewähr für stets gleichbleibende gute Beschaffenheit bietet und Ihre Haut schont und pflegt. Pfeilring-LanolinSeife enthält neben edelsten Pflanzenölen hautaufbauendes, cholesterinhaltiges Pfeilring-Lonolin. Ein Stück Pfeilrina-Lonolin-Seife reicht einen Monot lang. PFEILRING Lanoln-SEIFE Die grüne Packung mit dem Pieilring— verbürgt stete gleicne Qualität! stoet 30 Pto. JSrck. 65Pig. Abendmüeik des 6ua. Nirchenchors und nea Orchestenvereine Raltinaen. -uue. Die evangelischen Preßverbände zur Lage in Volk und Kirche. Der Evangelische Preßverband teilt mit: Um zu der durch die jüngsten politischen Ereignisse für die kirchliche Presse= und Oeffentlichkeitsarbeit geschaffenen Lage Stellung zu nehmen, waren die Leiter der evangelischen Preßverbände in Berlin versammelt. Die eingehende Aussprache brachte die Verbundenheit mit Volk und Vaterland und den Willen zu kräftiger Mitarbeit an der inneren Erneuerung unseres Volkes als der Voraussetzung des staatlichen und völkischen Wiederaufbaues zum Ausdruck. Die Verkündigung der Kirche, die sich an alle ihre Glieder wendet, habe, so wurde betont, in dieser entscheidungsvollen Stunde eine Aufgabe von einzigartiger Bedeutung. Sie habe in Unabhängigkeit ihr gewissenschärfendes und erneuerndes Wort zu sagen. Damit erweise sie auch dem Staate und dem Werden einer neuen Volksgemeinschaft den besten Dienst. Für dies Wort der Kirche auch im öffentlichen Leben und in den politischen Bewegungen dieser Tage Gehör und freie Bahn zu schaffen, betrachten die evangelischen Preßverbände als ihre verpflichtende Aufgabe.(Fh. Vor der Ausgabe neuer Briefmarken. Die deutsche Reichspost hat die notwendigen technischen Vorarbeiten ein geleitet, um in nächster Zeit die Pfennigwerte der Freimarken allgemein mit dem neuen reliefartigen Bildnis des Reichspräsidenten von Hinden. burg herauszugeben. Die diesjährigen, die immer im Herbst erscheinenden Wohlfahrtsmarken werden Bilder aus den Werken Richard Wagners tragen. Es werden auch Sondermarken mit den Bildern großer deutscher Persönlichkeiten herausgegeben und neben den Marken der Hindenburgausgabe in den Verkehr gesetzt werden.*h von dem vier Jahre älteren Bruder nach kurzer Zeit aus dem schlammigen Wasser herausgezogen werden, jedoch war der Tod schon eingetreten. Vermutlich ist das Kind einem Herzschlage erle gen. Gevelsberg — Vereidigung der Hilfspolizei. Am Samstag nachmittag werden auf dem Gevelsberger Marktplatz die gesamten Hilfspolizeimannschaften des Ennepe=Ruhr=Kreises, etwa 300—400 Mann, vereidigt. Im Anschluß daran folgt ein Aufmarsch durch die Stadt. Linden-Dahlhausen. — Ihr 76. Lebensjahr vollendet am heutigen Tage die im Ruhestand lebende Lehrerin Wwe. Else Lehberg in Dahlhausen, Dr.=C.-OttoStraße 112 wohnhaft. — Verbandsdirektor Dr. Steiniger, der vom Kommissar des Reiches für das Preußische Ministerium des Innern an die Stelle des mit sofortiger Wirkung beurlaubten Stadtkämmerers Asch vom Berliner Magistrat mit der kommissarischen Wahrnehmung der Geschäfte betraut wurde ist ein Bruder des hier verstorbenen Pfarrers Steiniger, der hier lange Jahre zum Segen der Gemeinde gewirkt hat. Verbandsdirektor Dr. Steiniger ist selbst längere Jahre in der Gemeinde ansässia gewesen und hat in dieser Zeit seines Studiums im Hause seines Bruders gewohni. Manchem in der Gemeinde ist Dr. Steiniger nicht unbekannt: man wird daher gewiß mit Interesse von seiner Berufung durch den Reichskommissar vernommen haben. tbh. Wichtig für Auswanderer! Die ungünstigen wirtschaftlichen Verhältnisse in der Heimat. rufen in manchem Volksgenossen den Gedanken einer Auswanderung wach. Viele versuchen alljährlich ihr Glück in der Fremde. Ihnen allen ratend zur Seite zu stehen und möglichst eingehend Aufklärung über die Verhältnisse ihres Ziellandes zu geben, ist der Zweck der im Reich eingerichteten Auswandererberatungsstellen. Zur Zeit bestehen in Deutschland zwanzig vom Reich anerkannte größere Beratungsstellen. Für Westfalen und Lippe=Detmold ist die Auswandererberatungsstelle in Münster, Breul 22, zuständig. Der Ratsuchende erhält hier auf Grund stets neuer, einwandfreier amtlicher Unterlagen unentgeltlich Auskunft über die Lebens=, Arbeits= und Niederlassungsverhältnisse aller Länder der Erde, über die Aussichten, die sich Handwerkern, Landwirten, Kaufleuten und freien Berufen bieten, über die im Ausland ansässigen Deutschen und die Fürsorgeeinrichtungen für Neu=Einwanderer, über die Reisewege, Einreisebestimmungen u. a. m. Die Berater bei der Münsterschen Beratungsstelle sind durch wiederholte Auslandsreisen und längeren Auslandsaufenthalt über die Verhältnisse draußen bestens unterrichtet. Sie erteilen die AusBochum. Fünf Bergleute verschüttet und gerettet. Im unterirdischen Betriebe der Zeche„Siebenplaneten" wurden durch Nachrutschen des Bergeversatzes fünf Beralente im Flöz„Mansegatt“ am Dienstag um 16 Uhr verschüttet. Die Rettnnasarbeiten wurden sofort aufgenommen. Bis Mittwoch vormittag um 10 Uhr dauerten die schwierigen Arbeiten an. Sie betten dann erfrenlichermeile den Erfolg, daß die Eingeschlossenen sämtlich lebend geborgen werden konnten.(6b * Todesopfer eines Verkehrsunfalles. Auf dem Castroper Hellmeg in Bochnmesberthe lam ein Veramann von dort mit seinem Motorund verletzte sich schwer. Der Verunglückte starb am Tage darauf an den Folaen der erlittenen Verletzungen.(0b. Bedingte Freigabe des Bochnmer Gewerkschaftshauses. Der SA.=Standort= und Standartenführer Groß=Bochum veröffentlicht folgenden Anfruf an die werktätige Bevölkerung Groß=Bochums: In sinngemäßer Anwendung der Verordnung des Herrn Reichspräsidenten zum Schutze von Volk und Staat vom 28 Februar 1933 wurden in den Tagen der Umwälzung von den Organisationen der nationalen Revolution verschiedene Baulichkeiten der Sozialdemokratie und der ihr bislana ena verbündeten sogenannten freien Ge= werkschaften besetzt. um die Enellen staatsfeindlicher Betätigung zunächst gründlich zu verstopfen Eine große Anzahl staatsfeindlichen und hochverräterischen Akten= und Schriftenmaterials mußte sichergestellt werden und wird zur Zeit noch gesichtet. Um die Masse der Arbeiterschaft vor versönlichem Schaden zu bewahren, werden die Gewerkschaftsgebände ab Donnerstaa. 1d. März, wieder freigegeben. Die Freigabe erfolgt jedoch unter der ausdrücklichen Maßgabe, daß von sämtlichen Gewerkschaftsangestellten ausschließlich sozialpolitische Arbeit in der Fürsorge für den ihnen anvertrauten Kreis der Arbeiterschaft geleistet wird Jede staatsfeindliche Betätigung im Dienste des Marrismus wird mit allem Nachdruck untersagt. Ich würde widrigenfalls zu den schärfsten Maßnahmen im Sinne der Ausführungen des Herrn Reichskanzlers vom 12. März greifen müssen. Die Gewerkschaftsgebäude bleiben bis auf weiteres mit einer Wache der SA. besetzt. Als Ueberwachungskommissar für die ausschließlich sozialpolitische Arbeit der genannten Gewerkschaften wurde von mir der GauBetriebszellenleiter Ernst Stein bestimmt. Ich ersuche die Gewerkschaftsführer und=angestellten. am Donnerstag, 16. März, vormittags 9 Uhr, sich zur Wiederaufnahme ihrer Arbeit auf den bisher besetzten Stellen(Gewerkschaftshaus Rottstraße. Bergarbeiterverband Wiemelhauser Straße. Bezirksleitung Bergarbeiterverband Pieperstraße) einzufinden. Ich hoffe. daß die in Frage kommenden Herren sich ihrer Pflichten gegenüber dem ihnen anvertrauten Kreis der Arbeiterschaft wieder bewußt werden. Um von vornherein zu unterbinden, daß die gesamten Gewerkschaftshäuser wieder zu Sammelstätten staatsfeindlicher Elemente und zu Ausgangspunkten staatsfeindlicher Aktionen werden, muß eine gewisse Kontrolle stattfinden: aus diesem Grunde erhält jeder in den Gewerkschaftsbüros Beschäftigte eine Ausweiskarte. Die Räumlichkeiten ausgesprochener staatsfeindlicher Oraanisationen, wie das VolksblattGebände mit Parteisekretariat der SPD. an der Hermannshöhe, das sogenannte Naturfreundeheim auf dem Hedberg in Bochum=Dahlhausen. SAJ. Heim in Bochum=Riemke, bleiben bis zur endgültigen staatlichen Regelung von der SA. besetzt. * Wieder auf freien Fuß gesetzt. Aus Anlaß der Festnahme des Reichsbannerführers König in Bochum=Weitmar, kam es, worüber wir in der Samstag=Ausgabe berichteten, zu den bekannten schweren Zwischenfällen, wobei ein SA.=Mann durch Bauchschuß schwer verletzt wurde. König u. seine beide Söhne, die sich an dem Feuergesecht beteiligt hatten, wurden darauf vom Ueberfallkommando verhaftet und dem Polizeipräsidium vorgeführt. Nach der inzwischen erfolaten Vernehmung der Verhafteten durch den Amtsrich ter sind diese, wie wir hören, wieder auf freien Fuß gesetzt worden.— Dem Vernehmen nach ist gegen diese Freilassung von nationalsozialistischer Seite Einspruch erhoben worden; weitere Schritte sind bereits eingeleitet.(bh Essen. Essener im Rheinischen Provinziallandtag In den Rheinischen Provinziallandtag sind folgende Essener gewählt: Nationalsozialistische Deutsche Arbeitervartei: Terboven. Bankbeamter: Schlicht, Geometer: Graf vonSchwerin, Chefredakteur: Reiner. Postinspektor: Noch. Angestellter: Stiegler. Kausmann. Sozialdemokratische Partel: Steinbüchel, Redakteur. Kommunistische Vartel: Schönhofen, Hilfsarbeiter: Renner, Verbandssekretär. Zentrumspartel: Schäfer, Oberbürgermeister: Grone. Gewerkschaftssekretär: Brox, Lehrerin: Verheven, Beramann: Deuser, Stukkateurmeister. Kampffront Schwarz=Weiß=Rot: Dr. Holle, Vergwerksdirektor. * Zusammentritt der nationalsozialistischen Stadtverordnetenfraktion. Ganinspektor Maerz Fraktionsführer. Die neugewählten Mitglieder der nationalsozialistischen Fraktion der Essener Stadtverordnetenversammlung traten am Dienstag zum erstenmal zusammen. Zum Fraktionsführer wurde Pg. Gauinspektor Maerz bestellt. Anschließend entwickelte Gauleiter Terboven, M. d. R., die kommunalpolitischen Richtlinien der NS.=Fraktion auf dem Essener Rathaus. * Arbeitsdienstkommissar für den Landesarbeitsamtsbezirk Rheinland. Als Kommissar für den Freiwilligen Arbeitsdienst ist im Bezirk des Landesarbeitsamtes Rheinland der Arbeitsamtsdirektor Dr. Neuer vom Reichsarbeitsminister mit sofortiger Wirkung ernannt worden.(*h. Regierungsvizepräsident Castenholz in Düsseldorf wurde in den einstweiligen Ruhestand versetzt. Zu seinem Nachfolger wurde Oberregierungsrat Bachmann in Münster ernannt.(Fh. * — Ueber 8000 Neueinstellungen werden im Rahmen des Arbeitsbeschaffungs=Progamms der Reichsbahn, das im ganzen Reich 90000 Neueinstellungen vorsieht, auf den Reichsbahndirektionsbezirk Essen entfallen.(*t — Drei Bergleute von der Anklage der fahrlässigen Tötung freigesprochen. Das Schöffengericht sprach am Dienstag morgen den Steiger Heinrich Schellhorn, den Hilfssteiger W. Wilms und den Hauer August Verseck frei. Die Staatsanwaltschaft hatte den drei Angeklagten zum Vorwurf gemacht, daß sie durch Außerachtlassung der bergpolizeilikünfte vollkommen sachgemäß, entsprechend den Richtlinien des Reichsministeriums. Ein sehr wichtiger Zweig der Tätigkeit der Auswandererberatungsstelle ist die Begutachtung von Anstellungsverträgen, die Deutsche mit fremden Arbeitgebern abschließen. Da ein solcher Vertrag das Leben und Wirken des Arbeitnehmers oft für Jahre bestimmt, kann er nicht sorgfältig genug abgefaßt und in allen Teilen erwogen werden. Insbesondere sollte auch kein junges Mädchen eine Auslandsstelle antreten, bevor durch die Beratungsstelle über den zukünftigen Brotherrn eine Erkundigung eingezogen wurde. Ein besonderes Augenmerk widmet die Beratungsstelle der Bekämpfung der so häufigen Auswanderungsschwindler. Stellungen vermittelt sie nicht; sie ist aber in der Lage, Adressen von vertrauenswürdigen Vermittlern nachzuweisen. Jeder Auswanderer erhält auf Wunsch eine Geleitkarte ausgestellt, die ihn der Fürsorge aller Behörden, Vereine und Landsleute im Inlande und Auslande empfiehlt und die Anschriften der zuständigen Konsulate, der Fürsorgestellen und kulterellen Organisationen enthält. chen Vorsichts= und Aufsichtsvorschriften den Tod eines jungen Knappen, nämlich des Lehrhauers W. Stark, fahrlässigerweise verschuldet hätten. Dieser war am Morgen des 9. August im vorigen Jahre morgens eingefahren und hatte in einem Revier der Zeche Ludwig in Rellinghausen gegen 8 Uhr den Hauer Verseck abgelöst. Verseck war noch nicht weit von der Arbeitsstelle entfernt, als er giftige Gase wahrnahm. Er mußte sich sofort in Sicherheit bringen, alarmierte aber die Belegschaft. Die Rettungskolonne konnte aber Stark nur noch als Leiche bergen. Maßgebend für die Freisprechung der Angeklagten waren die Ausführungen eines Gutachters, wonach der Beweis nicht zu erbringen war, daß die Bewetterung nicht in Ordnung gewesen wäre. Es muß angenommen werden, daß das Gas plötzlich aufgetaucht ist.(*t — Einen„Schädling des Geschäftslebens, dem unbedingt das Handwerk gelegt werden muß“, nannte der Vorsitzende des Essener Schöffengerichts den Angeklagten Hülsebusch in der Urteilsbegründung. Der 31jährige frühere Kaufmann suchte durch die Tageszeitungen eine„Kraft für dauernde und leichte Arbeit bei festem Lohn gegen Stellung einer Kaution". Es meldeten sich zahlreiche Leute. die etwa eine Woche lang einen kaum verkäuflichen Gebrauchsgegenstand— Staubsaugerbürsten und Scherenschleifer— in Heimarbeit zusammensetzen mußten. Ging es gut, dann dauerte die feste Arbeit eine Woche. Gleich darauf gab es einen blauen Brief, in dem kundgetan wurde, daß leider keine Arbeit mehr da sei. Die Leute, die sich nach jahrelanger Erwerbslosigkeit gemeldet und die Kaution bei Bekannten und Verwandten mühsam zusammengeborgt hatten, waren die Arbeit und auch die Kaution los. Der Briefbogen des„Unternehmers" verzeichnete zwar Bankverbindungen usw., aber zu holen war nichts. Um durch die Maschen des Gesetzes zu schlüpfen, hatte H. in dem sogenannten Anstellungsvertrag das Wort„Kau tion“ nicht erwähnt, sondern nur von einem Dar lehn als Pfand für die überlassenen Rohmaterialien gesprochen. Der Angeklagte hat den Stellung suchenden, die vor lauter Freude über die gefundene Arbeit das Schwindelunternehmen nicht durchschauten, Beträge von 100 bis 150 RM abge nommen und insgesamt 900 RM erschwindelt. Der Staatsanwalt beantraate wegen Betruaes in sechs Fällen vier Monate Gefängnis. Das Schöffenge richt ging über diesen Antrag hinaus und verhängte fünf Monate Gefängnis. wobei noch strafmildernd die bisberige Unbescholtenheit berücksich tigt wurde. Einstweilen müssen sich die Geschädigten mit dem Versprechen des H. begnügen, daß er alles zurückzahlen will. * Probeslau beendet. Vorübergebende Absenkung.— Abnahme durch die Aufsichtsbehörde.— Ende nächster Woche endgültige Füllung. Die Bauarbeiten am Essener Stausee sind nunmehr soweit fertiggestellt, daß die Abnahme der Dämme durch die Regierungskommission erfolgen konnte. Mit dem Probestau, der bis etwa 50.50 Meter über Normalnull(NN). d. h. bis anf 1,25 Meter unter dem späteren Seewassersplegel reicht, wurde bereits Ende vorigen Monats begonnen. Der Wasserspiegel soll nun wieder um 15 bis 2 Meter abgesenkt werden, um dann Ende nächster Woche nach Fertigstellung der Restarbeiten die endgültige Füllung des Stansees vorzunehmen.(St. Elektrotechnik als Unterrichtsfach. Eine Ausstellung der Essener IndustrieBerufsschnle. Die Industrie=Beruisschule der Stadt Essen veranstaltet zur Zeit im Gebäude Altendorfer Straße 241 eine Ausstellung„Grundversuche in der Elektrotechnik.“. Die Ausstellung will der Oefentlichkeit zeigen, wie der berufliche Unterricht den neuzeitlichen Anforderungen entsprechend durchgeführt und der Lehrling und junge Facharbeiter mit den schwer erfaßbaren Vorgängen auf dem Gebiete der Elektrotechnik bekannt gemacht werden. Die Schüler sollen durch den praklischen Versuch die wichtigsten Grundgesetze kennen, sie im Beruf anwenden und so fehlerhaftes Arbeiten vermeiden lernen. Gezeigt werden die wichtigsten Klassenversuche, die nach dem an der Schule bestehenden Unterrichtsplan unter möglichst einheitlichen Gesichtspunkten in systematischer Reihenfolge aufgebaut sind. Jeder Versuch ist betriebsfertig und nach Art von Unterrichtsmerkblättern so erläutert, daß auch ein Laie sich durchfindet. Die Ausstellung beginnt mit dem Wesen des Stromkreises und den sich daraus ergebenden Gesetzen, führt über Elektrowärme und Magnetismus zu dem umfassenden Gebiet der Induktion. das unter Berücksichtigung der jeweiligen praktischen Bedeutung des Grundversuches die mannigfachen Anwendungen zeigt von der Stromerzeugung in der Maschine bis zum Prinzip des Elektrostahlofens. Die Erscheinung der elektrischen Kraftwirkung erklärt die Wirkungsweise der verschiedenen Motorarten für Gleich= und Wechselstrom. Kraftlinienbilder vermitteln in anschaulicher Weise die inneren Vorgänge in der Maschine. Die fortgeschrittene Entwicklung der Hochspannungstechnik gab Veranlassung, das Verhalten von Isolierstoffen bei hohen Spannungen an Durchschlagsproben zu zeigen. Auf dem Gebiete der Schwachstromtechnik zeigen Modelle die grundsätzliche Bauart der verschiedenen Meßinstrumente, die Schaltung von Fernsprechstationen und unter Rücksichtnahme auf die neuzeitliche Entwicklung des Fernsprechwesens die grundlegenden Vorgänge in der automatischen Telefonie, so die Erzeugung von Stromimpulsen und den Vorgang der Besetztprüfung. Bemerkenswert ist, daß die elektrotechnische Abteilung zum großen Teil mit einfachen Mitteln die Versuchsgeräte selbst hergestellt hat, weil die Zeit eine Inanspruchnahme öffentlicher Gelder nicht erlaubte Im Anschluß an einen Besuch der Ausstellung sei eine Besichtigung des seit langem an der Industrie=Berufsschule bestehenden und bewährten Schülerversuchsraumes empfohlen, der dazu dient, die im Klassenunterricht vermittelten Kenntnisse zu vertiefen, den Schüler mit den Grundlagen der Meßtechnik bekannt zu machen und ihm die Fertigkeit in der praktischen Durchführung von Schaltungen zu vermitteln. Die Schüler werden in Gruppen zusammengefaßt und führen, auf fünf Arbeitsplätze verteilt. ihre Versuche selbst durch. Schalten und Ablesen der Instrumente erfolgt selbständig, das Ergebnis wird in Form von Skizzen. Tabellen und Kurven auf einem„Arbeitsblatt“ festgehalten. Dieser Unterricht hat sich als unentbehrlich erwiesen, zumal der Schüler in der Elektrotechnik ein Gebiet vorfindet das im Beruf an seine theoretischen Kenntnisse die größten Anforderungen stellt und ein Festigen der Kenntnisse aus seiner eigenen Arbeit heraus notwendig macht, soll er sich nicht mit der gedankenlosen Durchführung von mechanischen Handgriffen begnügen. So zeigt die Ausstellung. daß die Essener Industrie=Berufsschule über Einrichtungen verfügt, durch die gerade im Fall einer zu erhoffenden Wirtschaftsbelebung die Heranbildung eines aut geschulten Facharbeiternachwuchses, namentlich auch in den freiwilligen Abendkursen, gesichert ist. Die Ausstellung ist bis zum 18 März geöffnet. Führungen finden täglich von 16—18 Uhr statt. k. Der Adler=Palast macht darauf aufmerksam, daß der große Ufa=Film„F. P. 1 antwortet nicht“ heute. Donnerstag. zum letzten Male auf dem Spielplan steht. Sie bringen sich um einen Genuß besonderer Art, wenn Sie dieses grandiose Filmwerk versäumen. Zwei volle Vorstellungen um 5 Uhr und 8 Uhr. F. P. 1 läuft um 6,15 Uhr und 8.45 Uhr. 5. Beiträge zum Viehseuchenentschädigungssonds für 1933. Zur Bestreitung der gemäß der Viehseuchen=Entschädigungssatzung für die Provinz Westialen vom 2. April 1930 zu gewährenden Entschädigungen soll in diesem Jahre für jedes Stück Rindvieh eine Abgabe von 30 Pfennigen erhoben werden. Maßgebend ist der Viehbestand vom 1. Dezember 1932. Das Verzeichnis des abgabepflichtigen Viehbestandes liegt vom 14. bis einschließlich zum 30. d. M. in der Wohnung des zuständigen Gemeindevorstehers(Stadtvorstehers) zur Einsicht der Beteiligten offen. Anträge auf Berichtigung des Verzeichnisses sind spätestens binnen 10 Tagen nach Ablauf der Auslegungsirist bei dem zuständigen Gemeindevorsteher anzubringen. Blankenstein, den 15. März 1933. Der Bürgermeister des Amtes Blankenstein=Ruhr als Ortopolizeibehörde. Gewinnanszug 5. Klasse 40. Preuh.=Süddentsche (266. Preutz.) Staats=Lotterie Obne Gewähr Nachbruck verboter Auf jede gezogene Rummer sind zwei gleich Gewinne gese“ bohe 6 auf die e e gefallen, und zwar se einer eicher Rummer in den ilungen I und 11 30. Ziehungstag In der heutigen 19. März 1933 ziehung wurden Gewinne über gezogen 2 Oeptune zu 3000 0R und 9 Ne. 276882 4760 an 911 78392 213191 190836 908 1333 11. 10 1. 163 388033 1833 4193 321338 363933 370648 1 182878 397854 898487 3 337627 889383 389338 899708 Schlußprämien. Auf jedegezogene Nummer sind zwei Prämien zu je 3000 RM gefallen, und zwar je eine auf die Lose gleicher Nummer in den Abteilungen I und II: 33833 409338 188380 137863 183173 427 256066 263208 264166 979 292476 309222 3103 331428 349194 351 389182 390671 8920 Die Ziehung der 1. Klasse 41. Preußisch=Süddeutschen(267. Preußischen) Staats=Lotterie findet am 21. und 22. April 1983 statt. Das tägliche Leben stellt an jeden Menschen Anforderungen, die dem aufgeklärten Weltenbürger in Fleisch und Blut übergehen. So notwendig wie das Schlafen für den Körper, ist das Waschen des von Staub beschmutzten Hautgewebes. So nötig wie das Essen ist auch das Reinigen der zur guten Verdauung unentbehrlichen Zähne. Die Reinigung der Zähne und des Mundes am Morgen und besonders vor dem Schlafengehen unter Verwendung der hochwertigen Chlorodont=Zahnpaste sollte jedem Menschen des heutigen Zeitalters zur unbedingten Gewohnheit werden, denn dies ist eine Lebensnotwendigkeit.(l 3. Blatt Nr. 64. Herne die jüngste Großstadt.— Der Mord an Bergreferendar Lodde aufgeklärt. Donnerstag, 16. März Tragödie einer jungen Mutter.— Schwieriges Rettungswerk.— Aktenmaterial der bisherigen Kölner Stadtverwaltung beschlagnahmt. Polizeiaktionen in Wattenscheider Verwaltungsgebänden. Nach einer Meldung der„Wattenscheider Zeitung“ begab sich am Dienstagvormittag eine Abteilung Schutzpolizei und SA.= und SS.Leute zum Rathaus, um im Einverständnis mit dem Oberbürgermeister gewisse Papiere sicherzustellen. Gleiche Aktionen, die ebenfalls nicht gegen Personen gerichtet waren, erfolgten auf dem Arbeitsamt und dem Bauamt. Der neue Leiter des Gelsenkirchener Arbeitsamtes. Zum vorläufigen Leiter des Arbeitsamtes Gelsenkirchen wurde Oberregierungsrat Bock aus Münster, der seither beim Landesarbeitsamt Dortmund tätig war, für den von seinem Posten beurlaubten früheren Leiter Halbfell ernannt. Keine Eingriffe in das Geschäfts= und Behördenleben mehr. Der Höhere Polizeiführer im Westen in Recklinghausen teilt mit: Der Aufruf des Reichskanzlers Hitler vom 12. März und der Erlaß des preußischen Innenministers Goering vom 13. März gegen unmittelbare Eingriffe in das Geschäfts= und Behördenleben haben ihre Wirkung nicht verfehlt. Dank dem verständnisvollen Einwirken der örtlichen nationalsozialistischen Führer sind seit Dienstag Verstöße gegen diese Erlasse nicht mehr zu verzeichnen. Endlich! Die Stadt Herne ist am Mittwoch Großstadt geworden Ihre Einwohnerzahl betrug am Mittwoch 100 006. Als 100 000. Herner Einwohner wurde am 15. März das Töchterchen Margarete der Ehelente Henkel gemeldet. Die Verteilung der Stadtratsmandate in Dortmund. Entsprechend der Fraktionsstärke in dem am 12. März in Dortmund gewählten Stadtparlament werden sich die 17 unbesoldeten Magistratsstellen auf die einzelnen Parteien voraussichtlich wie folgt verteilen: Nationalsozialisten 6, Kampffront Schwarz=Weiß=Not 1, Sozialdemokraten 3, Zentrum 3, Kommunisten 3. Für das 17. Stadtratsmandat reichen die zusammengefaßten Reststimmen der Kampffront Schwarz=Weiß=Rot, der DVP. und des Evang. Volksdienstes nicht aus, weshalb dieser Stadtratsposten unter Zentrum und SPD. ausgelost wird. Polizeiliche Durchsuchung des Volkshauses in Dortmund. Das sozialdemokratische Volkshaus in der 1. Kampstraße in Dortmund wurde am Mittwoch nachmittag von Kriminalpolizeibeamten durchsucht. Diese Maßnahme zog sich über zwei Stunden hin. Es wurden Schriftstücke beschlagnahmt, die noch gesichtet werden müssen. Die Aktion verlief störungslos.— Der Oberbrandinspektor Beckmann in Dortmund, der auch in den letzten Jahren der sozialdemokratischen Stadtverordnetenfraktion angehörte, hat am Mittwoch sein Urlaubsgesuch eingereicht. 68. Versammlung des Vereins rheinisch=westsälischer Angenärzte in Dortmund. Im Hörsaal der Kinderklinik der Städtischen Krankenanstalten in Dortmund werden am 19. März die Mitglieder des Vereins rheinisch=westfälischer Augenärzte zu ihrer 63. Versammlung zusammentreten. Im Mittelpunkt der Tagung steht die Besichtigung der neuen Augenklinik, der sich eine Reihe von wichtigen Fachvorträgen anschließen wird. Die Dortmunder Intendantenstelle wird ansgeschrieben. Der Dortmunder Magistrat beschloß, die neu zu besetzende Intendantenstelle demnächst in der Fachpresse auszuschreiben. Loddes Mörder gestehl. Wie erinnerlich, wurde in der Nacht zum 10. November vorigen Jahres der Vergreserendar Bernbard Lodde aus Bochum auf dem Ostenhellweg in Dortmund erschossen. Der am Dienslag dieser Woche unter Verdacht der Täter= schaft sestgenommene Hubert Pastwa hat inzwischen ein Geständnls abgelegt. Zwangsbeurlaubung beim Dortmunder Arbeitsamt. Mit Wirkung vom 14. März ab ist der Arbeitsamtsinspektor Lachaise, der Leiter der Arbeitsvermittlungsstelle für Angestellte und freie Berufe beim Arbeitsamt Dortmund, vorläufig zwangsbeurlaubt worden. Heldengedenkfeier der Dortmunder Polizei und Verpflichtung der Hilfspolizei. Unter starker Beteiligung der Bevölkerung fand am Mittwoch vormittag im Stadion, das in reichem Flaggenschmuck prangte, eine Heldengedenkfeier der Dortmunder Schutzpolizei und gleichzeitig die Verpflichtung der Hilfspolizei statt. Nachdem Geistliche beider Konfessionen der im Weltkriege für das Vaterland gefallenen Helden gedacht hatte und das Lied vom auten Kameraden verklungen war, verpflichtete Polizeipräsident Schepmann durch Handschlag die an der Arena aufmarschierte Hilfspolizei mit der Mahnung, im Geiste von Potsdam ihre Pflicht dem Volke und dem Vaterlande gegenüber zu erfüllen. Die Nationalhymne und ein Vorbeimarsch der Schutzund Hilfspolizei beendete die Feier. Prälat Schreiber Mitglied des Kuratoriums des Ibero=Amerikanischen Instituts. Das Preußische Kultusministerium hat den UniversitätsProfessor Prälaten Dr. Georg Schreiber in Münster zum Mitglied des Kuratoriums des Ibero=Amerikanischen Instituts berufen. In eine Falle gelockt— erschossen. Nächtlicher Meuchelmord in Duisburg. Am 9. März, nachts gegen 23,30 Uhr, wurde in Duisburg der Anstreicher Reiß, ein Mann von 21 Jahren, am Nürenweg erschossen aufgesunden. Die Pressestelle des Polizeipräsidiums gibt über den Stand der Ermittlungen u. a. bekannt, daß der Erschossene am Donnerstag abend gegen 22 Uhr in seiner Wohnung von zwei jungen Leuten abgeholt wurde, angeblich um bei der Polizei Aussagen als Zeuge eines Autounfalls zu machen. Trotz Warnung der im gleichen Hause wohnenden Braut folgte er den schlecht gekleideten Männern. Vor der Haustür stand noch ein junger Mann, der auf die beiden angeblichen Polizeibeamten wartete. An einer dunklen Stelle des Hauses 120 am Nürenweg flüsterte einer der Begleiter dem anderen zu: „Jetzt los!" Die ihren Bräutigam begleitende Braut wurde zu Boden gedrückt und ihr der Mund zugehalten. Im gleichen Augenblick wurden vier Schüsse auf Reiß abgefeuert, von denen ein Kopfschuß ihn offenbar auf der Stelle tötete. Aus welchen Motiven die Tat verübt worden ist, konnte nicht mit Bestimmtheit festgestellt werden, aller Wahrscheinlichkeit nach aus politischen Gründen. Von verschiedenen Zeugen wurde nämlich erklärt, daß der Ermorderte in der KPD. rege aktiv gewesen, jedoch seit einiger Zeit aus ihr ausgetreten sei. Es wurde weiter von Zeugen behauptet, daß Reiß in die Geheimnisse der KPD. eingeweiht sei und zu den Nationalsozialisten übertreten werde. Daher sei die Vermutung nicht von der Hand zu weisen, daß man ihn aus diesem Grunde unschädlich gemacht hat. Verrat deutscher Betriebsgeheimnine ans Ausland. Drei Monate Gefängnis unter Zubilligung mildernder Amstände. Vor der Großen Strafkammer in Bochum stand der Ingenieur Buchloh von Recklinghausen unter der Anklage des Vergehens gegen das Gesetz zur Bekämpfung des unlauteren Wettbewerbs(Verrat von Betriebsgeheimnissen). Der Angeklagte war drei Jahre lang bis zum 81. Juli 1932 als Ingenieur im Koksofenbau der Firma Karl Still (Recklinghausen) beschäftigt. Nach seinem Anstel. lungsvertrag war er verpflichtet, während der Geltungsdauer desselben und auf weitere drei Jahre nach Beendigung des Dienstverhältnisses über sämtliche Geschäfts- und Betriebsvorgänge strenges Stillschweigen zu bewahren, weiterbin alle Ersahrungen und Verbesserungen, so weit sie in den Bereich der Tätigkeit der Firma fielen, dieser als Eigentum frei zu überlassen. Die Firma, welche ein Spezialgeschäft im Bau von Koksöfen und Nebenproduktenanlagen betreibt, besitzt seit dem Jahre 1930 ein Patent für ein Gasinnen. absaugeverfahren bei der Kokserzeugung, welches eine Bprozentige Mehrgewinnung von Benzol sicherte. Der Besitzer der Firma hatte seit 1925 unter Aufbringung von Millionen Kosten an diesem Verfahren gearbeitet. Es handelte sich dabel um ein sogenanntes Pionierpatent. Um dieses Verfahren noch durch weitere Erfindungen zu verbessern, beschäftigte die Firma eine Anzahl sehr hochwertig bezahlter Ingenieure, darunter auch den Angeklagten auf ihren Systemanlagen auf den Zechen„Wolfbankett" bei Essen und„Minister Achenbach" bei Mengede. Infolge Absatzmangels sah sich die Firma genötigt, den Ange. klagten im April 1982 zu beurlauben bis zum Tage seiner am 1. August 1932 erfolgten Entlassung. An diesem Tage meldete der Angeklagte nun eine Verbesserung des Stillschen Verfahrens zum Patent an. Bereits im Juli 1932 hatte er sein Verfahren ausländischen Firmen in England und Sowjet=Rußland zur Verwertung angeboten. um auf solche Weise eine neue Stellung zu erlan, gen. Er teilte den ausländischen Firmen eine Abschrift seiner noch nicht erfolgten Patentanmeldung nebst Zeichnungen und Beschreibungen mit. Auch Ind er ausländische Firmen zur Besprechung und Besichtigung nach Deutschland ein. Eine solche Besprechung fand zwischen ihm und französisch=belgischen Firmen in Recklinghausen statt. Eine englische Firma lieb sich eine genaue Beschreibung des Verfahrens von dem Angeklagten geben und meldete daraushin noch im Angust 1932 ein englisches Patent an. Das Vorgehen des Angeklagten gelangte zur Kenntnis der Firma Still, die beim Landgericht Bochum eine einstweilige Verfügung gegen Buchloh erstritt, wodurch ihm untersagt wurde, Mitteilungen über den Inhalt der Patentanmeldung zu machen, noch auch die dieser Patentanmeldung zugrundeliegenden neuen Gedanken zur Verwertung anzubieten. Das Gebaren des Angeklagten in den Verrat von Betriebsgeheimnissen ans Ausland bedeutete eine ungeheure Gefährdung der in der Welt führenden deutschen Koksofenbauindustrie. Öffenbar um einer zivil, und strafrechtlichen Verfolgung aus dem Wege zu gehen, hatte er das Patent durch seinen Sohn, den Techniker Magnus Buchloh, anmelden lassen. Die Strafkammer verurteilte Buchloh wegen Verrats von Betriebsgeheimnissen aus§ 15 Abs. 3 des Wettbewerbsgesetzes nach der Notverordnung zum Schutze der deutschen Wirtschaft vom 9. März 1932 zu drei Monaten Gefängnis und 1000 RM. Geldstrafe. Bei Ausmessung der Strafe wurde die wirtschaftliche Notlage des Angeklagten mildernd erwogen. Das Gericht erklärte, es vertrete den Standpunkt, daß für einen Verrat von Betriebsgeheimnissen ans Ausland grundsätzlich empfindliche Strafen am Platze seien. Verlängerung der Sperrfrist für Zeche „Sachsen". Der Kreisleiter der Nationalsozialistischen Betriebszellen=Organisation teilt mit:„Nach Mitteilung der Generaldirektion der Zeche„Sachsen“ werden die Kündigungen, die am 15. zum 31. März ausgesprochen werden sollten, nicht ausgesprochen. Dieser Erfolg ist dem tatkräftigen Eingreifen unseres Gaubetriebszellenleiters, Pg. Nagel(MdR.) Münster zuzuschreiben. Nagel hat sowohl mit der Generaldirektion in Eisleben als auch mit der Regierung in Münster nochmals verhandelt. Als Ergebnis ist die Sperrfrist für Zeche„Sachsen" zunächst noch um vier Wochen verlängert worden, so daß die Kündigungen am 15. März 1933 nicht erfolgen. In den nächsten vier Wochen werden wir den Fall „Sachsen“ restlos zu aller Befriedigung erledigt haben". Die Bestätigung versagt. Stadtrat Kohlschein in Münster, der von der Stadtverordnetenversammlung vor einigen Monaten für eine weitere 12jährige Amtsperiode wiedergewählt wurde (die erste lief am 14. d. M. ab), hat eine Bestätigung der neuen Amtszeit durch die Aufsichtsbehörde nicht erhalten. Stadtrat Dr. Engelmeier wurde mit der vertretungsweisen Wahrnehmung des Dezernats Kohlschein beauftragt. Förster von Holzdieben überfallen. Am Abhang des Wiehengebirges stellte bei Havenstädt der Förster mehrere Personen, die Holz aus dem Walde geholt hatten. Während der Auseinandersetzung schlug einer der Holzdiebe auf den Förster ein, bis dieser mit einer schweren Schädelverletzung zusammenbrach. Einige Zeit später wurde der Hilflose von Wanderern aufgefunden. Die beiden Haupttäter wurden ermittelt und festgenommen. Oberhausener Finanzdezernent beurlaubt. Bei= geordneter Dr. Horch(Oberhausen), der der SPD. angehört, hat den Oberbürgermeister ersucht, ihn zu beurlauben. Der Oberbürgermeister hat diesem Ersuchen stattgegeben. Das Finanzdezernat des beurlaubten Beigeordneten übernimmt der Oberbürgermeister. .... auch an Konservengemüse MAGGlS Würze Tropfen gend Die graue Frau von IngensteinVon Erich Ebenstein W. Fortsetzung.(Nachdruck verboten.) „Einmal kann es Ihnen doch schaden," fährt Soden fort.„Und das ist ja auch noch nicht alles. Frau Gräfin müssen wissen, daß Herr Hartung auch sonst noch auf unverantwortliche Weise mit seinem Leben spielt. Natürlich gibt es bei den Arbeiten öfters bedenkliche Situationen und gefährdete Stellen, an die jeder es sich überlegen würde, heranzutreten. Nun— Hartung überlegt nie, besinnt sich keine Sekunde, sondern stürzt sich bei solchen Gelegenheiten mit einer förmlichen Begeisterung in die Gefahr. Neulich wäre er zweimal beinahe tödlich verunglückt. Das eine Mal wäre er fast in den See gestürzt oben am Schützen, wo dieser am tiefsten ist, wenn zwei Arbeiter ihn nicht im letzten Augenblick noch unter eigener Lebensgefahr hochgerissen hätten; das zweite Mal wäre er beinahe von einem steilen Felsen abgeglitten und hundert Meter tief abgestürzt. Als ich ihm nachher Vorwürfe machte, meinte er gleichgültig: Bah— und wenn es schiefgegangen ware....? Was liegt an meinem Leben?“ „uns liegt daran! Uns allen... Harald, wie können Sie nur!" stammelt die Gräfin, die bleich geworden ist, außer sich. „Frau Gräfin brauchen sich gar nicht zu beunruhigen," beschwichtigt Harald, dem das Thema sichtlich unangenehm ist.„Es ist ja nichts geschehen. Menschen, die nicht am Leben hängen, haben immer Glück.“ „Sie sollen aber am Leben hängen— gerade Sie.... Wissen Sie denn, was es Ihnen noch alles zu bieten hat?“ „Ich bin nicht neugierig darauf, nachdem ich weiß, was es mir genommen hat.“ „Das ist Unsinn. Selbst wenn es einem allen Glauben an die Menschen genommen hätte— was ja in Ihren Jahren noch gar nicht der Fall sein kann, ist es doch eine kostbare Sache, mit der man kein Spiel treiben darf! Bedenken Sie, lieber Harald, welchen Kummer Sie Ihrer Mutter machen würden, wenn Ihnen etwas geschähe...! Und mir. die ich Sie doch auch liebhabe." „Frau Gräfin sind sehr gütig, ich weiß es. Aber kein Mensch ist unersetzlich, und jeder Schmerz muß schließlich verwunden werden. Mit dem Leben ist es eine eigene Sache. Es hat für jeden nur den Wert, den er selbst ihm beimißt, und für mich zählt dieser gleich Null. Warum sollte ich da in Augenblicken einer möglichen Gefahr, wenn es gilt, eine wichtige Arbeit zu leisten, an dies bißchen armselige Leben denken, das mir nichts bedeutet? In solchen Augenblicken denke ich einfach gar nicht daran. Uebrigens liegt ja wirklich kein Grund vor, sich mit derlei Fragen und Möglichkeiten zu beschäftigen," schließt Harald mit gleichgültigem Lächeln.„Noch lebe ich ja, und meine Muttør behauptet, alles auf Erden sei Schicksal und Bestimmung." „Auch ich glaube das", sagt die Gräfin mit feierlichem Ernst,„darum bin ich auch überzeugt, daß trotz Ihres Leichtsinns Ihr Schicksal Sie denen erhalten wird, zu deren Glück Sie notwendig am Leben bleiben müssen!“ Ilse fühlt sich während dieses Gesprächs einer Ohnmacht nahe. Jeder Tropfen Blut ist aus ihrem Gesicht gewichen, und vergeblich müht sie sich, das Zittern ihrer krampfhaft verflochtenen Hände zu verbergen. Das Leben gilt Harald nichts mehr? Er setzt es mutwillia auks Spiel... will vielleicht sterben? Warum... oh, warum? Ist alles aus mit Klara? Oder findet er nachträglich das Opfer doch zu groß, das er bringen wollte, um reich zu werden und kann nun nicht mehr zurück? Das wäre ja noch schlimmer als alles, was sie selbst gelitten hat! Sterben zu wollen, weil man vor einer verhaßten Ebe zittern muß, zu der man sich aus falschem Ehrgeiz selber entschlossen hat. Harald ist Ilses Blässe und Verstörtheit nicht entgangen. Ein seltsam froher Schreck durchzuckt ihn bei dieser Entdeckung. Seine Worte haben sie also nicht kalt gelassen, wie bisher alles andere, seine Person betreffende! Sie ist verstört, sie leidet... bereut vielleicht? Dann ist die Liebe, die sie einst für ihn empfunden, doch noch nicht erstorben? Und in diesem Augenblick wenigstens überragt sie ihren Stolz. Sein eigener Stolz, der meinte, nie vergessen zu können? Ach— der ist längst besiegt von dem anderen, viel mächtigeren Gefühl der— Liebel Er weiß heute genau: ein Fünkchen Hoffnung nur, und ich liege wieder zu ihren Füßen und werbe noch einmal um sie. Freilich.. da ist auch wieder Soden! Der geduldig um sie wirbt und gegen den Ilse heute ganz anders ist als einst. Und dann die Gräfin, die nichts sehnlicher wünscht als diese Verbindung, und sie mit allen Mitteln begünstigt. Auch Baron Soden hat die so stark in die Augen springende Veränderung in Ilses Wesen mit Befremden bemerkt. Kein Zweifel— sie kann nur durch Hartungs Worte hervorgerufen worden sein. Sein altes Mißtrauen, die alte, inzwischen eingeschlafene Eifersucht, lodert in ihm wieder auf. Also liebte Ilse Hartung doch? Und die kalte Gleichgültigkeit der beiden ist vielleicht nur Komödie...? Die Gräfin hebt die Tafel auf. Nur beschäftiat mit den sorgenvollen Gedanken, die ihr Haralds Ausführungen machen, hat sie gar nicht auf ilse geachtet und sagt nun, nach Ablenkung suchend: „Liebe Ilse, bitte klingeln Sie nach Frau Wichert. damit sie mich nach dem Musikzimmer befördert. Sie singen uns wohl ein paar Lieder, nicht wahr? Wir wollten ja fröhlich sein hente!". Zwanzigstes Kapitel. Ein altes Weihnachtslied..“ Harald sitzt etwas abseits in eine Ecke des Musikzimmers, hat die Hand über die Augen gelegt und lauscht dem einfachen Volksliede, das Ilse vorträgt. Wie süß und weich ihre Stimme klingt und an sein Herz pocht wie... einst! Damals, im Webenauschen Salon, sang sie nur für ihn, und ab und zu flog ein verstohlener Blick aus ihren schönen, meerblauen Augen grüßend zu ihm hin.. Heute blickt sie starr geradeaus, und ein trauriger Schimmer liegt in ihren Augen. Nein, er kann sie nie... nie aus seinem Herzen reißen, wenn er es auch noch so ernstlich gewollt hätte. Immer wird sie das einzige Weib auf Erden für ihn bleiben... Er hat sich vorhin über sich selbst geärgert, daß er sich hinreißen ließ über seine Lebensunlust zu sprechen. Was brauchte jemand zu wissen, wie es innerlich um ihn stand? Was brauchte es vor allem sie zu wissen, vor der er es am meisten verbergen wollte und bisher ja auch stets verborgen hatte? Im Augenblick, als er die Worte sprach, hätte er sie am liebsten gleich widerrufen, denn da erst kam ihm zum Bewußtsein, daß nur Ilse ihren wahren Grund erraten könne und vielleicht triumphierend und spöttisch lächeln würde, wie damals in jener Mondnacht, da sie ihm den Laufpaß gab. Aber dann... Verzweiflungskat einer jungen Mutter. 1½ Jahre Gefängnis für Kindestötung. Die 23 Jahre alte Hausangestellte M. in Duisburg hatte am 19. Oktober 1932 ihr drei Wochen altes uneheliches Kind im Duisburger Wald getötet. Ohne Wissen der Eltern hatte das Mädchen im Säuglingsheim dem Kinde das Leben geschenkt.=Am 19. Oktober entfernte sie sich mit dem Kinde und irrte, wie sie in der Schwurgerichtsverhandlung angab, mehrere Stunden im Walde umher. Am Nachmittag habe sie dann einen flachen Kieselstein gefunden, den sie in einem plötzlichen Entschluß dem Kinde in die Luftröhre gedrückt habe. Der Gerichtsarzt bezeichnete die Angestellte als erheblich schwachsinnig, was dem Gericht Veranlassung gab, ihr mildernde Umstände in weitgehendstem Maße zuzubilligen. Wegen Verbrechens nach§ 212(vorsätzlicher Tötung) hielt das Schwurgericht eine Gefängnisstrafe von 1½ Jahren für ausreichend. Tod infolge Gasvergiftung. Mehrere Arbeiter der August=Thyssen=Hütte in Duisburg=Hamborn waren mit der Reinigung eines Gaskanals der stillgelegten Straße 6 im Walzwerk 1 beschäftigt. Der Meister Kunz, der die Arbeiten beaufsichtigte, wurde durch Gase betäubt und fiel in einen halb mit Wasser gefüllten Gaskanal. Ein Arbeiter, der den Versuch machte, den Meister zu retten, wurde ebenfalls von Gasen betäubt, konnte aber von einem zweiten Arbeiter aus der Gefahrenzone gebracht werden. Bei den weiteren Versuchen, an den verunglückten Meister heranzukommen, wurden noch drei Arbeiter bewußtlos. Als der Meister endlich aus dem Kanal gezogen werden konnte, war der Tod bereits eingetreten. Umbenennung von Straßen in Düsseldorf. Der Polizeipräsident in Düsseldorf hat nach Anhörung des Oberbürgermeisters folgende Plätze und Straßen Düsseldorfs unbenannt: Graf=AdolfPlatz in Adolf=Hitler=Platz, Harold=Straße in Adolf=Hitler=Straße, die Kölner Straße von Wehrhahn bis Worringer Straße in Horst=WesselStraße, Worringer Platz in Horst=Wessel=Platz, Cornelius=Platz in Albert=Leo=Schlageter=Platz, die Westseite der Königsallee in Albert=Leo=SchlageterAllee, die Friedrich=Ebert=Straße in Litzmann=Straße und die Walter=Rathenau=Straße in Theodor=Körner=Straße. Zum Tode von Gottfried Stoffers. Die Einäscherung des am Mittwoch in Buderich verstorbenen bekannten Journalisten und Schriftstellers Gottfried Stoffers findet am Samstag, um 3 Uhr nachmittags im Krematorium in Krefeld statt. Beurlaubungen in Opladen und Wipperfürth. Der Bürgermeister von Opladen, Dr. Brühl, und der Bürgermeister von Wipperfürth, Dr. Graf, sind bis auf weiteres beurlaubt worden. In Wipperfürth hat Stadtobersekretär Pfeiffer die Führung der Amtsgeschäfte übernommen. Maßnahmen des kommissarischen Oberbürgermeisters in Köln. Das Kölner Städtische Presseamt teilt mit: In Verfolg der Amtsübernahme durch den nationalsozialistischen kommissarischen Oberbürgermeister Dr. Riesen ist eine Fülle von Aktenmaterial der bisherigen Leitung der Stadtverwaltung beschlagnahmt und sichergestellt worden. Das gesamte Material wird einer sorgfältigen Prüsung unterzogen werden. Gleichzeitia werden gegen alle Beamte Disziplinarverfahren eingeleitet, die sich in den vergangenen Jahren irgendwelche Verstöße gegen Treu und Glauben haben zuschulden kommen lassen. Der Oberbürgermeister verspricht ausdrücklich, daß diese Untersuchungen nach jeder Richtung bin genauestens durchgeführt werden. Reichsbahndirektion Köln stellt 2500 Arbeiter ein. 100 bereits wieder in Arbeit. Im Bereich des Reichshahndirektionsbezirke Löln werden 2500 Arbeiter eingestellt. Bis am Dienstag waren bereits 400 Arbeitslose eingestellt worden. Bis zum Ablanf dieses Monate dürften 1300 Leute eingestellt sein. Außerdem werden die Privatunternehmer die von der Reichebahn zu Oberbauarbeiten herangezogen werden. einen größeren Teil Arbeiter hierfür einstellen. Die Arbeiten erstrecken sich auf die Unterhaltung Ja, sie hatte wohl vernand.a. aber das spöttische Lächeln war ausgeblieben. Blaß und verstört war sie gewesen, wie durch eine heftige innere Erschütterung. Nein, setzt bereute er seine Worte nicht mehr. Es war gut gewesen, daß sie gesprochen wurden. denn ihre Wirkung hatte ein winziges Fünkchen von Hofinung in ihm aufalimmen lassen.. Das Lied ist zu Ende. Ilse almet unwillkürlich erleichtert auf. Wenn die Gräfin ahnte, wie furchtbar schwer es ihr gerade heute gefallen ist, zu singen! Singen— nach dem, was sie mit anhören mußte! Ohne die bewundernden Worte zu hören mit denen Soden, Modersen und die Gräfin ihr danken, blättert sie zerstreut in dem Notenstoß auf dem Klavier. „Nun müssen aber Sie singen. Herr Inspektor. Ich bin müde und heute überhaupt nicht aut bei Stimme.“ „Davon habe ich bei Gott nichts bemerkt, gnädiges Fräulein," widerspricht Modersen eifrig „Uebrigens singe ich seht gerne, aber nur mit Ihnen zusammen. Der Herr Baron ist gewiß so gut. uns zu begleiten? Ich habe da vorhin ein Duett entdeckt das ich oft sana... mit der Tochter des Waldheimer Arztes... Fräulein Grete Lauterer singt nämlich auch... und ich war im vorigen Winter oft im Doktorhaus zu Gast Da wurde dann stets musiziert.“ Der gute Kurt Modersen bringt diese Erklärung errötend unter einem inneren Schuldgefühl vor. Denn er war nicht bloß oft zu Gast im Doktorhaus sondern auch verliebt in Grete Lauterer gewesen und machte ihr lebhaft den Hof... bis Ilse auf der Bildfläche erschien und er ihretwegen die arme kleine Grete sträflich vernachlässigte. Aber davon weiß Ilse nichts Nun fährt Modersen, ein Notenblatt hervorziehend, mit wieder sicherer Stimme fort:„Hier ist das Duett." und Erneuerung der Gleise sowie auf größere Gleisumbauten. Beurlaubung eines Gemeindevorstehers. In Altenhundem ist der Gemeindevorsteher Schmidt nach seinem eingereichten Urlaubsgesuch beurlaubt worden. Sein gesetzlicher Vertreter, Landwirt Peter Cordes, hat die freigewordene Stelle übernommen. Staatskommissar für Godesberg. In Godesberg sind Bürgermeister Zander, die Beigeordneten Fritzen und Voosen, Vorsteher Berresheim, Ingenieur Koll, Verwaltungsdirektor Gummersbach und Lehrer Roth beurlaubt worden. Zum Staatskommissar wurde Syndikus Heinrich Alef bestimmt, der vom Landrat von Hobe in sein Amt eingeführt wurde. Am Mittwochnachmittag hat der kommissarische Verwalter eine Revision der Gemeinde=Spär= und Steuerkasse angeordnet. Die Personalakten der Bürgermeisterei sind versiegelt worden. Oberbürgermeister Dr. Rosendahl in Erholungsurlaub. Das Koblenzer städtische Presseamt verbreitet am Dienstag abend folgende Nachricht: „Der Regierungspräsident hat am Dienstag dem Oberbürgermeister auf sein Bitten den ihm noch für das laufende Verwaltungsgeschäftsjahr zustehenden Urlaub für Erholungszwecke von einstweilen 14 Tagen erteilt. Der Oberbürgermeister, der in den letzten Monaten neben seinen übrigen Dienstgeschäften besonders stark für die Vorarbeiten der Ingangsetzung des Umbaues der Pfaffendorser Rheinbrücke beschäftigt war, hat, nachdem inzwischen mit dem Brückenbau begonnen worden ist, die weiteren Arbeiten dem heute aus einem vierwöchigen Krankheitsurlaub zurückgekehrten lechnischen Beigeordneten Oberbaurat Roog übertragen. Der Oberbürgermeister hat den Bürgermeister Binhold für die Dauer seiner Abwesenheit mit der Stellvertretung beauftragt. Der Waffenschmuggel in der Eifel. Aus Prüm wird gemeldet: Der Schmuggel mit Pistolen an der deutsch=belgischen Grenze ist heute größer denn je. Ein Mann aus Köln, der von Belgien auf deutsches Gebiet kam, fiel durch seinen eigenartigen Leibesumfang auf. Er wurde untersucht und siehe da, es kam ein Leibgurt zum Vorschein, an dem nicht weniger als 12 Selbstladepistolen belgischen Ursprungs hingen. Auch eine große Menge Munition führte der Schmuggler mit sich. Die Entwicklung des Bergbaues seit 1929. dem Geschäftsbericht des Gewerkvereins christlicher Bergarbeiter. Aus Anlaß seiner in Königswinter abgehalte, nen 21. Generalversammlung hat der Gewerkverein christlicher Bergarbeiter Deutschlands einen umfangreichen Geschäftsbericht herausgegeben. Der Bericht enthält reichhaltiges Material über die Entwicklung des Bergbaues und über die Gestaltung der Sozialverhältnisse der Bergarbeiter in den letzten Jahren. In den Jahren von 1929 zu 1932 gina die Steinkohlenförderung erheblich zurück. Es war festzustellen im Ruhrgebiet ein Rückgang von 123,60 auf 73,13 Millionen Tonnen, in Oberschlesien von rund 22 auf 15,27 Millionen Tonnen, in Niederschlesien von 6,09 auf 4,22 Millionen Tonnen. Allein im Aachener Steinkohlenrevier stieg die Kohlenförderung in den drei Jahren von 6,04 auf 7,44 Millionen Tonnen. Die Kokserzeugung ging in der genannten Zeit zurück von 39,20 auf 15,40 Millionen Tonnen im Ruhr= nebiet, von 1,68 auf 0,88 Millionen Tonnen in Oberschlesien und von 1,05 auf 0,79 Millionen Tonnen in Niederschlesien. In Aachen hatte auch die Kokserzeugung eine Steigerung von 1,25 Millionen Tonnen im Jahre 1929 auf 1,29 Millionen Tonnen im Jahre 1932 aufzuweisen. Die Rohstoffgewinnung in der Welt ning in der Berichtszeit zurück von 122 auf 50 Millionen Tonnen. Noheisen wurde noch in einer Höhe von 39 Millionen Tonnen gewonnen gegenüber 98,7 Millionen Tonnen vor vier Jahren. Am schlimmsten war die Produktionsschrumpfung in Amerika. Im Durchschnitt aller Staaten Enropas ist die Produktion an Rohstahl und Roheisen um 45 v. H. zurückgegangen. Der Bericht bringt dann ausführliche Zahlen über die Entwicklung der übrigen Bergbauarten. Der Metallerzbergbau litt unter der katastrophalen Preisentwicklung. Der Preis je Tonne Eine Industrie belebt sich. Blei sank auf dem Londoner Markt von 24¾ Pfund Sterling im April 1929 auf 10 1/16 Pfund im September 1931, im Dezember betrug er nur noch 7,13 Pfund Sterling. Der Zinkpreis hatte im April 1929 eine Höhe von 26% Pfund Sterling und lag im Dezember 1932 auf 10,6 Pfund. Aehnlich liegen auch die Verhältnisse auf dem Kupfermarkt. Vom Jahre 1929 bis zum dritten Vierteljahr 1932 ging die Zahl der angelegten Arbeiter zurück: in Oberschlesien von 58791 auf 35222, in Niederschlesien von 28081 auf 16 88., im Ruhr. geviet von 374792 auf 197 042. Dagegen weist der Aachener Bergbau eine geringe Steigerung der Belegschaftsziffer auf. In den übrigen Bergbauarten war ein ähnlicher Rückgang der Belegschaften festzustellen. Trotzdem konnte der Mitgliederbestand des Gewerkvereins, gemessen an dem schweren Druck der Wirtschaftskrise, einiger, maßen gehalten werden. Die satzungsgemäßen Leistungen des Gewerkvereins ergeben in der Zeit seit der Stabilisierung der Währung, also in den neun Jahren von 1924 bis Ende 1932, folgende Summen: An Streik= und Gemaßregelten=Unterstützungen 575 489 RM., an Arbeitslosenunterstützungen 4 267662 RM., an Kxankenunterstützung 2369 644 RM. und an Sterbegeld 715746 RM. Dazu kommen die Auf. wendungen für die Verbandszeitschriften und für Bildungszwecke. Insgesamt ergibt das den Betrag von 10,38 Millionen RM. Die Rechtsschutzarbeit des Gewerkvereins war besonders erfolgreich. In den letzten neun Jahren hat der Gewerkverein für seine Mitglieder bzw. deren Angehörigen 4581 945 RM. und für das Saargebiet außerdem 5894 208 Fr. erstritten. Neue Zeit kurbelt Wirtschaft an. Ausverlauf in Fahnen. 80 000 Fackeln an einem Tag. Berlin. Durch den Regierungserlaß, der eine dreitägige Beflaggung aller öffentlichen Gebäude mit der schwarz=weiß-roten und Hakenkreuz=Fahnen vorsah, ist eine riesige Nachfrage nach Fahnen und Flaagen eingetreten, die der Stadt Berlin ziemliche Kopischmerzen verursacht. Ganze Branchen, die lahrelang fast ohne nennenswerte Beschäftigung gewesen sind und nur einen beschränkten Arbeiterstand halten konnten, sind in den allerletzten Wochen durch die jüngsten Erelanisse wieder belebt worden, wie seit den „Ach, singen Sie lieber etwas anderes. Herr Inspektor und allein. Ich habe wirklich keine Lust" Aber Ilse wird überstimmt und muß das Duett mit Modersen singen Danach noch ein paar Schubertlieder. Als letztes dann noch ein kleines Weihnachtslied, um das die Gräfin besonders bittet. weil sie es wie sie erklärt, besonders liebt. Ilse muß das ihr unbekannte Lied vom Blatt singen, doch gelingt es gut. und sie ist selbst ganz ergriffen von der schlichten Innigkeit des Liedes. Harald hat schon bei den ersten Tönen aufgehorcht. Das ist ja dasselbe Lied, das seine Mutter immer am Weihnachtsabend sang... das einzige Lied, das er je aus ihrem Mund gehört hat. Seine ernste. feierliche und doch so innig zu Herzen gehende Melodie hat sich ihm unauslöschlich eingeprägt. Nun hört er es wieder hier auf Ingenstein aus einem andern, heißgeliebten Mund.... Unwillkürlich sind ihm die Augen feucht geworden. Als Ilse eine Viertelstunde später, allein am Klavier stehend. die Noten ordnet, steht Harald plötzlich neben ihr. „Verzeihen Sie. gnädiges Fräulein, daß ich, belagert wie Sie bisher waren, erst jetzt Gelegenheit finde Ihnen auch meinerseits für den großen Genuß zu danken, den Sie uns durch Ihre Gesangskunst bereitet haben“, sagt er, bemüht seine innere Bewegung hinter einem leichten Gesellschaftston zu verbergen. Trotzdem erbebt Ilse und schlägt unter seinem Blick hastig die Augen nieder. Der Ton seiner Stimme sticht in seiner verhaltenen Wärme so stark von der kalten, fast verächtlichen Gleichgültigkeit ab, mit der er ihr bisher beaegnet ist! Und in seinem Blick steht ein Abglanz von einst. Sie ist gerade heute nicht gewappnet dagegen denn nach dem, was sie vor einer Stunde aus seiTagen vor dem Kriege nicht mehr. Fabriken und Büros bestimmter Gewerbezweige vermochten in den letzten Tagen bereits Angestellte und Arbeiter neu einzustellen, der Frachtverkehr und Postversand in Spezialartikeln weist einen Umsang auf, der Zeichen einer wieder beginnenden Blüte einzelner Industrien ist. „Es ist nur durch die großen, in den schlechten Zeiten von uns auf Lager gearbeiteten Vorräte an Leuchtfackeln möglich gewesen, den plöblichen Ansturm auf Fackeln aller Arten und Größen zu decken," berichtet der Inhaber einer bekannten Berliner Fackelfabrik. „In den letzten zehn Tagen haben wir Tag und Nacht gearveiter, um dem ungehenren Bedarf gerecht zu werden; Tag und Nacht nem Munde gehört und mehr noch erraten zu haben alaubt. fühlt sie sich unfähig, ihm weh zu tun. Sie weiß ja nun, daß er unglücklich ist... so unglücklich, daß ihm nichts mehr am Leben liegt. Gegen Unglückliche aber schlägt man nicht mit Waffen, so berechtigt diese früher auch waren. „Ganz besonders aber danke ich Ihnen für den Vortrag des letzten Liedes, der mich tief ergriffen hat. Es erinnert mich an die schönsten Stunden meiner Kinder= und Jünglingszeit“, fährt Harald fort. „Sie kennen das Lied?“ „Sehr aut. Meine Mutter sang es mir an jedem Weihnachtsabend. Und... sie sang es genau so, wie Sie heute „Dann können Sie mir vielleicht sagen, von wem es ist? Das Blatt. nach dem ich sang, ist eine Sonderausgabe Verfasser und Komponist sind nicht genannt. Nur der Vermerk steht darauf: „Gewidmet seiner innigstgeliebten Gattin vom Verfasser zum ersten Weihnachtsfest.“ Die Gräfin sagte auf meine Frage nur kurz der Verfasser, der das Lied auch selbst in Musik gesetzt hat, sei längst tot. Seinen Namen nannte sie nicht.“ „Leider kann auch ich nicht damit dienen. Ich habe mich nie darum bekümmert. Aber wenn Sie wünschen, gnädiges Fräulein, könnte ich ja Mutter fragen „Es wäre sehr liebenswürdig Bei Gelegenheit.. natürlich nur, wenn es Ihnen keine Mühe macht „Durchaus nicht. Es wird mir ein Vergnügen sein." Das Gespräch stockt. Eine seltsame Befangenheit hat beide ergriffen. Eine Befangenheit, die aus jäh aufsteigenden Erinnerungen emporquillt. Und beide atmen förmlich erleichtert auf, als Modersen eben mit wichtiger Miene auf sie zukommt. (Fortsetzung folgt.) haben wir Postpakete und Frachtkollis nach allen Orten ganz Deutschlands zum Versand gebracht. In den letzten vierzehn Tagen haben wir ebensoviel Fackeln umgesetzt, wie vorher in zwei Jahren.. Für einige Fackelzüge in Berlin sind etwa 80000 Handfackeln verbraucht worden, die einen Gesamtwert von 20 000 RM. darstellten. Im ganzen Reich sind in den letzten Wochen für Hunderttausende von Mark große und kleine Fackeln von den dreißig deutschen Spezialfabriken abgesetzt worden.„Augenblicklich sind die Lager erschöpft, wir sind dadurch in den Stand gesetzt worden, wieder neue Aufträge an Webereien und Holzhandlungen zu geben, die die beiden Hauptbestandteile herstellen, da wir nach unseren Informationen mit anhaltender Belebung dieses Geschäftes rechnen dürfen... Noch liegen große Neubestellungen aus tausend Orten vor, einzelne Ortsgruppen der Nationalsozialisten und des Stahlhelms haben gleich mehrere tausend Stück auf einmal verlangt.. Noch in der Woche vor der Reichstaaswahl sah es in den Berliner Fahnenfabriken verhältnismäßig ruhig aus. Gewiß, eine leichte Belebung der Umsätze war spürbar, aber der gewaltige Run auf die Erzeugnisse der Flaggenfabriken setzte erst am Tage nach der Reichstagswahl ein, und bis heute sind noch nicht alle vorliegenden Bestellungen ausgeführt worden, trotzdem neue Arbeitskräfte eingestellt worden sind. Es gibt zwar Dutzende von Fahnenfabriken im ganzen Reich, aber die sich um den Spittelmarkt gruppierenden Werkstätten versorgen doch ebenso ostpreußische Städte, wie Schwarzwälder Landgemeinden mit den überall stürmisch verlangten schwarz= weiß= roten und Hakenkreuzflaggen. Man verhehlt sich allerdings nicht, daß das Geschäft in den riesigen fünf, sechs, acht Meter langen Fahnen nur kürzere Zeit anhalten kann, denn einmal ist der riesige Bedarf der Städte für ihre öffentlichen Gebäude gedeckt. Dagegen ist man der Meinung, durch die Lieferung von Klein= und Kleinstflaggen auf lange Sicht hinaus die Angestellten und Arbeiter beschäftigen zu können.„Neben den Bestellschreiben sind die häufigsten heute eingehenden Briefe aus dem Reiche Beschwerden." so berichtet der Besitzer einer alten Berliner Fahnenfabrik,„und zwar Beschwerden über zu lange Lieferfristen. Wir können nicht dafür, denn wir haben in der letzten Woche nicht einmal das Rohmaterial immer pünktlich genug heranbekommen können. Wir haben uns dadurch helfen müssen, daß wir auf Lager liegende, teilweise bestellt gewesene und nicht abgenommene schwarz-rot-goldene Fahnen in ihre drei Bestandteile zertrennt haben und unter Weglassung des goldenen Streifens, ersetzt durch weißes Tuch,„am laufenden Band" daraus schwarz=weiß-rote Flaggen gemacht haben." Millionen Meter Fahnentuch sind in den letzten vierzehn Tagen verarbeitet und Millionen Mark im Fahnenhandel umgesetzt worden. Hausse wie seit dem Spätsommer 1914 und dann wieder seit dem Winter 1918 auf 1919 nicht mehr. Auslage eines größeren Geschäftes für Orden, Ehrenzeichen und Plaketten in der Friedrichstadt. Ein gewisser Wandel ist auch äußerlich vorgenommen worden. Anstecknadeln und Krawattennadeln mit dem Hammer und der Sichel, Abzeichen linksstehender Sportvereine, aber auch die Abzeichen der Eisernen Front und die kleinen schwarz=rot-goldenen Nadeln und Ringe sind in die Schubladen gelegt worden. Die Fabrikanten haben sich auf die Anforderungen der letzten Wochen eingestellt. Man hört, daß sogar mitten im Fabrikationsaana an Rinaen, Jigarettenetuis, Uhrenanhängern, Nadeln und Manschettenknöpfen auf Grund der inzwischen eingelaufenen Stornierungen und geänderten Bestellungen des Einzelhandels entsprechende fabrikatorische Aenderungen vorgenommen wurden. Den Katalogen einzelner Firmen sind Ergänzungsblätter beigelegt worden, die Aufschluß geben über die neuen Erzenanisse. Von seiten eines Fabrikanten schätzt man den bisherigen Verkanf von Abzeichen rechtspolitischer Bewegungen und Verbände auf etwa zehn Millionen Stück, freilich ganz roh abgerundet. Immerbin ist dies ein Beweis dafür, daß auch für diese„Kleinigkeiten“ schätzungsweise anderthalb Millionen RM. ins Rollen kommen. Für den Blumenhandel bedeuteten die vielen Festtage vor dem Kriege und die Siegeskeiertage. früher Sedan, später Tannenberg und andere Daten, die Reichsgründung und nach der Revolution die Verfassungsfeiern und die Geburtstage des Reichspräsidenten Anlaß zu außergewöhnlichem Geschäft. Durch den Sieg der Hitlerbewegung wird der Geburtstag des Reichskanzlers im nächsten Monat, der 2. April, besonders festlich begangen werden. Frau Walker läßt sich scheiden. Weil die Rebenbuhlerin sich als Frau Walker ausgibt. Die neueste Sensation in USA ist das Bekanntwerden der Scheidungsklage, die Frau Janet Allan Walker gegen ihren Gatten, den ErBürgermeister von Neuyork, Jimmy Walker, einreichte. Janer Allan heiratete Jimmy Walker im Jahre 1912, als der später so populäre Bürgermeister noch Verfasser von Neuyorker ChansonSchlagern war und ein sehr bescheidenes Leben führte. Sie blieb ihm im Glück und Unglück treu und trat für ihren Mann zuletzt sogar ein, indem sie vor der sogenannten Seabury=Kommission, der die Untersuchung der Verfehlungen Jimmy Walkers oblag, eine günstige Aussage abgab. Nach seiner Absetzung trat Jimmy Walker bekanntlich zunächst eine Erholungsreise an die Riviera in Begleitung seiner Freundin, der Schauspielerin Betty Campton, an. Seine Frau blieb in Miami. Obwohl sie über das Benehmen ihres Gatten verzweifelt war, konnte sie sich doch nicht entschließen. die Folgen zu ziehen Erst als sie vernahm, daß Betty Campton sich überall als Frau Walker ausgab und bei offiziellen Empfängen Arm in Arm mit Jimmy erschien, kam sie zur Ueberzeugung, daß ihre Lage unhaltbar sei. Sie ließ dieser Tage durch ihren Anwalt die Scheidungsklage gegen Jimmy einreichen und verlangt von ihm eine Apanage von 500 Dollar monatlich. Wie verlautet, wird der frühere Bürgermeister von Neuyork nach dem Scheidungsspruch seine jetzige Freundin heiraten. e tktk t. t. Et . 20 ee. . . k8 20 0 2 2 " 9 s 20 2 kee s st. 2 — 5-e . sa2 22:— D.22 sees. . . . * 2.— 70 3: 20 S0 s 2 a. ENN0 s ae t2 2 k a Sa,oson 22, . a ea s5.2 22 22 . k e5nn a . . . (69 5n 5 E . ou, 355 2 22a 2 SA-. 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Müller, Junge=Lehmann, Kuhtz=O. Nickel, Kupke=Hanke, Pietz=Maczynski. Die Entscheidung sollte zwischen Schön=Buschenhagen, Broccardo=Gnimbretiere und Pijnenburg=Preuß liegen. Das deutsche Paar Schön=Buschenhagen dürfte als Favoritenpaar starten. Die auf„Flitzerbahnen“ so gefährlichen Franzosen, deren Taktik kaum zu überbieten ist, werden aber unbedingt immer dabel sein, wie auch der spurtgewaltige Jan Plfnenbura in Preuß einen guten Partner gefunden hat. Ob Kilian=Vopel die Stärke des Paares Kilian=Pützfeld erreichen werden, muß man abwarten; als Außenseiter sind die Dortmunder bestimmt zu beachten. Vom Sechstagerennen in Neuyork. Die zweite Nacht brachte lange Jagden. Der Stand des Rennens veränderte sich mehrfach. Nach einem heftigen Sturz mußte Mac Namara aufgeben, ebenso Klinabell; Horan und Manera bildeten eine neue Mannschaft. Rodak=Peden lagen schließlich mit Rundenvorsprung allein an der Spitze: Dülberg=Croley liegen eine Runde zurück an vierter Stelle. Wieder die Belgier vorn. Jean Aerts gewinnt Dijon=Lyon. Die zweite Etappe der Fernfahrt Paris- Nizza brachte am Mittwoch die Fahrer von Dijon nach Lyon über 198 Kilometer. Es herrschte schönes Wetter. Die Fahrt verlief ohne besondere Zwischenfälle; das große Feld blieb völlig zusammen. Nach dem 71 Klm. bei Challons sur Saone gab der Belgier Ghyssels infolge eines Sturzes auf. In Lyon kam es zu einem Massenspurt, den die Belgier wieder für sich entschieden. Der Sieger des Vortages, Schepers, wurde dabei von Jean Aerts abgefangen und Zweiter vor dem Franzosen Barthélemy und Jean Bidot. Fünster wurde der Belgier Joly. Die übrigen Fahrer waren nicht mehr genau zu klassifizieren. 70 Fahrer kamen auf den 6. Platz und erhielten, wie auch der Sieger, die Zeit von 5:12 Stunden angeschrieben. Unter diesen Fahrern befanden sich auch die Deutschen und Oesterreicher, die sich diesmal merklich besser gehalten hatten. Im Gesamtergebnis führt noch der Belgler Schepers vor seinem Landsmann Jean Aerts. Hans Schönrath knapper Punktsieger. Jm Hauptlampf des Verliner Spichernring= Vorabende borten der frühere deutsche Schwergewichtsmeister Hans Schönrath(Krefeld) und der Berliner Arno Kölblin, der einen sehr eindrucksvollen Kampf lieferte, den er nur knapp nach Punkten verlor. Schönrath hatte gegen den völlig umgestellten Kölblin, der schnell und sicher schlug, barte Arbeit. Mit dem Punktsieg war das Publikum nicht einverstanden. Der Berliner Fuchs schlug im Federgewicht infolge körperlicher Ueberlegenheit Hennia(Spandau) nach Punkten, Egon Stlef, der für den erkrankten Dresdener Felten eingesprungen war, machte es dem Krefelder Weiher sehr schwer, Punktsieger zu werden. Müller (Gera) schlug Klapper(Berlin) nach Punkten. Unglücksvogel Carnera. Antounfall— Radfahrer angefahren. Der italienische Schwergewichtler Primo Carnera scheint ein richtiger Pechvogel zu sein. In den USA. passierte ihm das Unglück mit Ernie Schaaf. Kaum ist es in Italien gelandet, da überschlägt sich sein Auto in der Nähe von Bologna infolge eines Reifendefektes. Glücklicherweise wird kein Insasse des Autos erheblich verletzt. Auf der Weiterfahrt überrennt aber dann Carneras Wagen einen Radfahrer und verletzt ihn erheblich. Westfälisch-hessische Endrunde. Im Bochumer Schützenhof wird am kommenden Samstag die Endrunde der westfälisch=hessischen Amateur=Boxmeisterschaften ausgetragen. In diesem Jahre hat es in den Vorrunden schon Ueberraschungen gegeben: die Meister des Fliegen=, Bantam=, Leicht=, Mittel= und Halbschwergewichts sind nicht mehr zur Stelle. Im Halbschwergewicht ist der Meister 33 bereits in Kyfuß(Gevelsberg) ermittelt. Folgende Paarungen werden interessante Kämpfe bringen: Fliegengewicht: Rosteck(Körne) gegen Bregenstroth (Herne); Bantamgewicht: Brinkmann(Dortmund) gegen Stasch(Kassel); Federgewicht: Schwager (Dortmund) gegen Jakubowski(Bochum); Leichtgewicht: Schmedes(Dortmund) gegen Plewa (Schalke); Weltergewicht: Strathmann(Herne) gegen Rosner(Iserlohn); Mittelgewicht: Berger (Dortmund) gegen Blum(Altena); Schwergewicht: Kohlhas(Münster) gegen Rodek(Iserlohn). * Folgendes Kampfprogramm ist weiter für das Wochenende vorgesehen: Hagen 21— Polizei Witten; Gevelsberg 27— Polizei Elberfeld; Herne 22 gegen Polizei Elberfeld; SK. Marl— Lothringen Gerthe; BC. Neheim— Polizei Witten; Schwelm gegen BC. Iserlohn.— Der Gautag des Gaues Sauerland findet am 19. März in Schwerte im Restaurant„Im Reich der Wasser“ statt. Der Göricke-Vergleich. Banken verzichten auf Widerruisrecht. Im Konkurs der Göricke=Werke AG., Bielefeld, haben die Banken nunmehr auf ihr Widerrufsrecht verzichtet, so daß der bereits vor längerer Zeit abgeschlossene Vergleich setzt endgnltia geworden ist. Auf Grund dieses Vergleichs haben die Banken(Commerz= und Privatbank und Wirtschaftsbank für Niederdentschland) auf ihre Forderungen verzichtet, die etwa die Hälfte aller Konkursforderungen ausmachten. Die Banken zahlen 1150 000 RM. an den Konkursverwalter zur Ausschüttung an die Gläubiger. Bekanntlich hatten die Banken dem Vergleich bereits früher zugestimmt und sich nur ein Widerrufsrecht vorbehalten, falls es dem Konkursverwalter nicht gelingen würde, die 145 Schadensersatzklagen gegen die Banken zur Einstellung zu bringen. Wie wir erfahren, ist nun auf die Geltendmachung von 134 Ersatzansprüchen verzichtet worden, während in den übrigen 11 Fällen die Forderungen nicht aufgegeben wurden, obwohl sie zu einem großen Teil kaum erfolgreich sein dürften. Noch im Laufe dieses Monats sollen die bevorrechtigten Forderungen ausgezahlt werden. Für die weitere Abwicklung des Konkurses wird es wesentlich sein, inwieweit die bisher noch bestrittenen Forderungen in der Gesamthöhe von 4,5 Mill. RM. anerkannt werden. Im Monat April soll jedoch schon eine erste Quote auf die Masseforderungen ausgeschüttet werden, die aber höchstens 15 Prozent betragen wird. Kleine Nachrichten. Wagengestellung für das Ruhrgebiet. Für den Versand von Kohlen, Koks und Briketts wurden am 15. März 1933 für das Ruhrgebiet angefordert und gestellt 15610 Wagen, gerechnet zu je 10 Tonnen; beladen zurückgeliefert Westdeutscher Spielverband. Hattinger Schiedsrichter=Vereinigung. Die Hattinger Teilnehmer an der Gau=Schiedsrichtertagung in Bochum treffen sich nicht wie in der gestrigen Notiz irrtümlich angegeben war, um 3 Uhr, sondern erst um 5 Uhr am Samstagnachmittag an der Ecke Blankensteiner Straße(Schule). Das Wiener Reitturnier gefährdet. Im Oktober? Das internationale Reitturnier von Wien ist in diesem Jahre gefährdet. Im Juni sollte das Turnier stattfinden, man hat aber diesen Termin fallen gelassen und hofft, das Turnier im Oktober durchführen zu können. Wirtschaftliche Nöte machen aber auch diesen Plan leider recht fraglich.— Das große„Oberschlesien=Turnier" des Reichsverbandes für Zucht und Prüfung deutschen Warmblutes findet am 8., 9. und 10. September im Stadion von Beuthen statt. Das Östpreußen=Turnier von Königsberg wird am 23., 24. und 25. Juni in Königsberg durchgeführt, das MitteldeutschlandTurniex vom 8.—10. Juni in Erfurt. Kleine Sportnachrichten. Im beidarmigen Reißen stellte der Wiener Federgewichtler Janisch einen neuen Weltrekord auf, als er seinen eigenen Rekord von 190 Pfund auf 195 Pfund verbesserte. „Studienhalber“ ist der bekannte deutsche Sprinter Eldracher nach Gießen übergesiedelt. Eldracher wird für die SpVgg. 1900 Gießen starten, für die er schon 1927=28 tätig war. Die Ex=Europameisterin im Eiskunstlauf Fritzi Burger(Wien) zog sich auf der Heimreise von St. Moritz eine schwere Erkältung zu, die im Laufe der Woche zu einer Rippenfell= und Lungenentzündung führte. wurden am gleichen Tage 15437 Wagen. Gesehlt haben keine. Londoner Goldpreis. Der Londoner Goldpreis beträgt am 15. Märg für eine Unze Feingold 120 sh 8 d gleich 87,0610 NM., für ein Gramm Feingold demnach 46,8935 gleich 2.79907 RM. Und bei uns? Zwei große englische Eisenbahngesellschaften, die London=Midland=Scotland Railway und die London=North=Eastern Railway. haben beschlossen, die Preise für 17 Tage gültige Retourfahrscheine auf einer Reihe von Nachterpreßzügen nach Nordund Mittelengland auf die Hälfte herabzusetzen. Die Preise sind damit unter das Vorkriegsnivean gefallen. Verlängerung des englischen BeißblechPoolungsplans. Eine Konferenz der Waliser Weißblechindustrie hat am Dienstag in Swansea beschlossen den Weißblech=Poolungsplan bis September 1934 zu verlängern. Dortmunder Zucht- und Faselviehmarkt. Dortmund, 15. März. Zum heutigen Zucht= und Faselviehmarkt wurden aufgetrieben: 582 Stück Großvieh, 250 Schweine, 67 Kälber, 1 Schaf. Der Handel war in guten Tieren mittel, sonst schleppend. Hochtragende und frisch melkende Kühe 1. Sorte 820—350; 2. Sorte 270—310; 8. Sorte 200 bis 260; Rinder kosteten 150—250 RM. Beste Tiere über Notiz bezahlt. Sämtliches zum Markt aufgetriebenes Vieh ist gegen Maul= und Klauenseuche geimpft. Es wurden bezahlt: 6 bis 8 Wochen alte Ferkel 16—18 RM.; 8 bis 10 Wochen alte Ferkel 19—24 RM.; 10—12 Wochen alte Ferkel 25—35 RM.; mittel. Der nächste Markt findet am 22. März statt. In der ersten Runde des später unentschieden gegebenen Kampfes zwischen dem Südafrikaner M. C. Corkindale und Walter Nensel mußte der Deutsche nach einem schweren rechten Kinnhaken bis„acht" auf die Bretter. Hier sieht man den Moment, wie Neusel von seinem Gegner niedergeschlagen wurde. Sporr-Rundschau Ein Inierview mit dem Fifa-Sekretär. Fußball=Weltmeisterschaft 1934. Die ersten interessanten Einzelheiten. HANDEEL UND JNDUSTRLE An den Wirtschaftsminister. Im„Kicker“ macht dessen ständiger schweizerischer Korrespondent Arnold Rysler nach einem Interview mit dem Fifa=Sekretär, Dr. Ivo Schricker interessante Ausführungen über die 1934 in Italien stattfindende Fußball=Weltmeisterschaft. Es heißt dort u. a.: „Nach dem Reglement sind zur Teilnahme an der Schlußrunde die gemeldeten Nationalmannschaften berechtigt, wenn die Zahl derselben sechzehn nicht übersteigt oder, falls, was ja nun effektiv Tatsache ist, die Zahl der Meldungen größer ist als sechzehn, diejenigen Mannschaften, die durch das Komitee nach der Klassifizierung durch Ausscheidungsspiele in den Gruppen festgestellt worden sind. Eine Zoneneinteilung für die Ausscheidungsspiele ist noch nicht vorgenommen worden, da ja seit dem Nennungsschluß erst knappe zwei Wochen verflossen sind. Bemerkenswert ist die Aeußerung, daß es als nicht ausgeschlossen zu betrachten ist, daß auch die Vorspiele in Italien stattfinden. Das Organisations=Komitee, bestehend aus den Herren G. Mauro(Italien)(Präsident), Dr. P. Bauwens(Deutschland) und Ing. M. Fischer(Ungarn) als Mitglieder und Dr. Ivo Schricker als Sekretär, wird sich gegen Ende März versammeln, um über alle diese Fragen zu beraten.— Daß eine derartige Weltmeisterschaftsveranstaltung von großer finanzieller Tragweite ist, ist klar. Das Fifa=Reglement enthält diesbezüglich genaue Bestimmungen, aus welchem hiernach einiges Wesentliches wiedergegeben sei. Bei den Ausscheidungsspielen wird- nach Abzug des Anteiles der Fifa, der auf 1 Prozent festgesetzt ist, nach Kauf der Bälle, Miete für Plätze, Reiseund Aufenthaltskosten der Spieler, des Schiedsrichters, der Linienrichter, des Delegierten der Gruppenkommission, von Reklame usw.— der Saldo zwischen den zwei Landesverbänden geteilt, die das Wettspiel ausgetragen haben. Für die ersten acht Wettspiele der Schlußrunde(16 Teilnehmer) werden nach Abzug der amtlichen Steuern seitens der Fisa 5 Prozent erhoben. Für die Vorschlußspiele und das Schlußspiel wird der Anteil der Fifa auf 10 Prozent festgesetzt. Der Landesverband, der mit der Durchführung der Schlußrunde beauftragt ist, übernimmt zu seinen Lasten alle Büround Korrespondenzkosten der Organisation, die Kosten der Instandsetzung und Unterhaltung der Plätze, ebenso wie alle Steuern und Abgaben. Die Gehälter der Berufsspieler gehen zu Lasten des Landesverbandes, den sie vertreten. Jeder Landesverband hat das Recht auf Vergütung der Reise= und Aufenthaltskosten für höchstens 17 Personen. Die Vergütung dieser Spesen wird in folgendem Umfange übernommen: a) Eisenbahn 2. Klasse; auf je 36 Stunden effektiver Fahrt wird eine Schlafwagenkarte 2. Klasse gewährt; b) Schiff 2. Klasse auf Dampfern 1. Ranges oder 1. Klasse auf Dampfern nicht ersten Ranges; c) für Unterkunft und Verpflegung wird— mit Ausnahme der Zeit der Schiffsreise— eine Vergütung von 3 Dollar pro Tag und Person gewährt; d) für kleine Unkosten erhalten die Teilnehmer während der ganzen Dauer der Reise und während des Aufenthalts in dem Lande der Schlußrundenspiele eine Vergütung von ½ Dollar pro Tag; e) die Aufenthaltskosten=Uebernahme erfolgt für eine Periode, die beginnt 5 Tage vor dem ersten Spiel der Mannschaft. Für jeden Landesverband sind 22 Spieler berechtigt, an der Schlußrunde teilzunehmen. Die Zusammenstellung einer Mannschaft kann in jedem Spiel geändert werden, selbst im Falle von Wiederholungsspielen. Alle Wettspiele der Schlußrunde werden nach dem Pokalsystem gespielt. Die Ausscheidungsspiele können entweder nach Pokalsystem oder nach Ligasystem ausgetragen werden. Die Delegierten der Landesverbände werden zu jeder Auslosung eingeladen. Die Auslosung soll öffentlich sein.— Jeder Landesverband, der mit seiner Mannschaft an den Spielen der Schlußrunde teilnimmt, hat Anrecht auf elf silberne Medaillen. Jeder Spieler, der in dem Endspiel der siegreichen Mannschaft angehört, erhält eine goldene Medaille." „Sofort=Programm“ der Hauptgemeinschaft des Einzelhandels. Die Hauptgemeinschaft des Einzelhandels hat in einem Schreiben an den Reichswirtschaftsminister darauf hingewiesen, daß die Ereignisse der letzten Tage in verschiedenen Gegenden des Reichs deutlich gezeigt haben, welche außerordentlichen Spannungen im Einzelhandel bestehen. Für den Neubau der Wirtschaft bezeichnet sie es deshalb als unumgänglich, daß endlich eine umfassende Regelung der Berufsverhältnisse des Einzelhandels erfolgt, die gesunde Verhältnisse in der Warenverteilung herbeizuführen hilft. Die Hauptgemeinschaft hat ihre wirtschaftspolitischen Hauptforderungen in dem nunmehrigen Schreiben unter dem Gesichtspunkt der gegenwärtigen Lage als Vorschlag eines„Sofort=Programms" dem Reichswirtschaftsminister aufgezählt. In dem Schreiben wird insbesondere als unumgänglich bezeichnet: 1. Beseitigung des schädlichen Wettbewerbs von Betrieben der öffentlichen Hand, 2. Zugabeverbot, 8. Inkraftsetzung des Entwurfs einer kleinen Novelle zur Gewerbeordnung, der schon vorliegt und u. a. die Möglichkeit bietet, untangliche Personen aus dem Handelsstande auszuschließen, die sich in den letzten Jahren bei ihm eingesunden haben. l. Erlaß von Bestimmungen, die ungeeigneten Personen oder Betrieben das Recht zum Halten von Lehrlingen im Einzelhandel aberkennen. ö. die Neuregelung von Sonntagsruhe und Ladenschluß im Sinne einer Wiederherstellung der Gleichberechtigung aller Formen der Warenverteilung und besserer Anpassung der Verkaufszeiten des Einzelhandels an die Einkaufsmöglichkeiten der Verbraucher. Die Hauptgemeinschaft bittet ferner, Maßnahmen zur Erschwerung der Neueinrichtung weiterer Einzelhandelsbetriebe für die Zeit krisenhafter Kaufkraftschrumpfung schleunigst zu prüfen, und regt insbesondere eine Eröffnungssteuer, von der Ausnahmen möglich sein sollen, an. Ferner wäre die Frage einer Sperre auch für Neueinrichtungen insbesondere von Warenhäusern, Filialunternehmungen, Direktläden von Fabriken, Konsumvereinen, Versandgeschäften usw. bald zu entscheiden. Zur Unkostensenkung verlanat die Hauptgemeinschaft schnellste Nachprüfung des Steuersystems auf weitere Entlastungsmöglichkeiten. Sie fordert erneut die Phasenpauschalierung der Umsatzsteuer zum Ausgleich der steuerlichen Bevorzugung mehrstufiger Betriebe oder, wenn dies nicht zu erreichen ist, eine weitere Staffelung der Umsatzsteuer. Ferner wird ein sofortiger Abbau der Hauszinssteuer verlangt. Subventionierungen bestimmter Betriebsformen, auch Steuerbefreiungen und=Begünstigungen der öfsentlichen Hand und der Konsumvereine müssen sofortunterbunden werden. Ferner wird zur Entlastung von Unternehmern und Angestellten von oft überspitzten Krankenkassenbeiträgen die gesetzliche Möglichkeit zur Gründung berussständischer Einzelhandelskrankenkassen gefordert. Schließlich wünscht die Hauptgemeinschaft die Förderung weiterer Arbeiten auf längere Sicht, so insbesondere den Ausbau des gewerblichen Einigungswesens und eine systematische Abstellung des Kreditapparates auf Personal= und Kleinkredite zu Gunsten des gewerblichen Mittelstandes. Anschließend weist die Gauptgemeinschaft darauf hin, daß auf allen Gebieten der Einzelhandel dringend die Hilfe des Staates brauche, um damit seine eigenen Bemühungen um berufsständische Selbsthilfe(Genossenschaftswesen, Zusammenarbeit mit dem Großhandel, Maßnahmen der Lagerkontrolle usw.) zu stärken die mit unvermindertem Nachdruck fortgesetzt werden sollen. Max Reger, der bekannte Komponist, wurde vor 60 Jahren, und zwar am 19. März 1873, in Brand(Bayern) geboren. Reger, der am 11. Mai 1916 in Leipzig starb, wurde besonders bekannt durch seine bedeutenden Instrumentalkompositionen. Auch viele Lieder und Chorwerke und eine Modulationslehre stammen von ihm. heiteres. Uebertrumpft. „Sie sind an allem schuld,“ rief die Kraftwagenführerin, die den Fußgänger angefahren hatte. „Ich lenke meinen Wagen seit 10 Jahren.“ „Ich bin auch kein Anfänger.“ erwiderte der übel zugerichtete Fußaänaer bescheiden.„Ich gebe schon 55 Jahre." Neuer deutscher Kardinal. Mar Regers Geburtstag. Eines der berühmtesten Bauwerke des alten Aegyptens, der Tempel von Luxor, wird setzt restauriert. Eingeborene Arbeiter sind zu diesem Zweck in großen Mengen aufgeboten worden. Gleich Wolgaschleppern, eine eintönige Melodie singend, ziehen sie mit ihrer Last dahin. Der 200. Todestag des„Königs des Porzellans“, August des Starken von Sachsen, wird im Sommer mit vielen Ausstellungen gefeiert werden. In Meißen wird die Nicolai=Kirche von Prof. Börner, die bis auf kleine Teile vollkommen aus Porzellan besteht. Mittelpunkt der Ausstellungen sein.— Auch die Namen der im Weltkrieg gefallenen Söhne der Stadt Meißen sind in Porzellantafeln der Nachwelt überliefert. Oben: Die Danziger Delegation in Genf. Von links nach rechts: Staatsrat Dr. Ferber, Senatspräsident Dr. Ziehm und Staatsrat Mundt im Garten ihres Hotels in Genf. Rechts: Der polnische Ministerrat hat beschlossen, in dem Hafen von Gdingen ein Freihafengebiet zu errichten. Diese Maßnahme bedeutet eine große Konkurrenz für Bremen, denn man beabsichtigt, die polnische Baumwolle verarbeitende Industrie zu zwingen, das Rohmaterial über Gdingen hereinzunehmen.— Zwei Aufnahmen vom Gdinger Hafen. Rote Fahnen werden verbrannt. Anni Ahlers, die bekannte Operettensängerin, ist, wie wir gestern berichteten, in einer Londoner Klinik an den Folgen eines schweren Sturzes gestorben. Anni Ahlers, die nur 26 Jahre alt wurde, hatte eine große Zukunft vor sich. Die Richtung paßt ihm nicht. Wie wir gestern aus Waihington meldeten, hat der dortige deutsche Botschafter, v. Prittwitz und Gaffron, im Zusammenhang mit dem Regierungswechsel in Deutschland um Enthebung von seinem Posten gebeten. Die Berliner Polizei unternahm, wie wir an anderer Razzia in der sogenannten„Roten Künstlerkolonie" am Fahnen, die man bei dieser Aktion sand, wurden auf verbrannt. Stelle berichten, eine große Südwestkorso(Berlin). Rote der Straße von Passanten Der Papstentzündet ein Riesen=Lichtlreuz. Zur Feier des Heiligen Jahres. In der Nähe von Florens wird auf dem Monte Senario eine einzigartige Lichtanlage er= baut, die als feierliches Symbol im Heiligen Jahr aufflammen soll. Es wird dies ein riesiges Lichtkreuz sein. wohl die gewaltigste elektrische Anlage dieser Art. die bisher errichtet wurde. Die Auswertung der technischen Errungenschaften der Neuzeit durch die iKrche wird in diesem Fall eiten besonders sinnfälligen Ausdruck finden. Das Lichtkreuz auf dem Monte Senario wird nämlich von Rom aus durch den Papst zum Aufflammen gebracht werden. Ein Hebeldruck wird genügen, um durch Vermittlung der Radiostation in der Vatikanstadt die Lichtanlage in Betrieb zu setzen und das Riesenkreuz kilometerweit anfleuchten zu lassen. Der Tempel von Luxor wird restauriert. Selbstmord einer Filmschauspielerin. Die Filmschauspielerin Truns van Alten hat sich in der Nacht zum Dienstag in ihrer Berliner Wohnung mit Veronal vergistet. Der berbeigerufene Arzt pumpte der Besinnungslosen den Magen aus. Truns van Alten hat die Besinnung noch nicht wiedererlangt. Am 13. März ernannte Papst Pius XI. in dem geheimen Konsistorium sechs neue Kardinäle, darunter den Erzbischof von Wien. Dr. Theodor Innitzer.— Unser Bild zeigt: Dem neuernannten Kardinal, Dr. Innitzer(Papier baltend, links), wird die Ernennungsurkunde überreicht. Die Meißener Nicolai-Porzellanlirche. Berliner Börse. Anfangsstimmungsbild von heute. Tendenz: Freundlich. Obwohl das Geschäft im Vergleich zu den Vortagen nachgelassen hatte, konnte die Tendenz zu Beginn der heutigen Börse wieder als freundlich bezeichnet werden. Das Interesse für einige Spezialpapiere, wie Montanwerte und Tarifaktien, stand im Vordergrunde und gab der Allgemeintendenz eine gute Spitze. Eine 3prozentige Abschwächung der Reichsbankanteile und eine minns-minus=Notiz bei Daimler und Deutsche Wassen machten von sich reden. Bei der Spekulation bestand Deckungsbedürfnis. Als stärker gebessert sind Dortmunder Union mit plus 3 Proz. und Schubert und Salzer mit plus 4¾ zu nennen. Auch am Rentenmartt war die Tendenz wieder freundlich. Deutsche Anleihen waren bis% Prop. gebessert. Am Geldmarkt hörte man unveränderte Sätze. Im Verlaufe blieb es freundlich, größere Kursveränderungen traten nicht ein. suchung einer Wohnung, deren kommunistischer Inhaber einige Tage vorher geflohen war, erschien ein junger Mann, der den Geflüchteten suchen wollte. In seiner Aktentasche fand die Polizei einen„Sprengmeister= Leitfaden“, ein dickes Buch, in dem ausführlich verschiedene Sprengstoffe und die entsprechenden Sprengungsverfahren beschrieben sind. Staatspräsident Murr. Die neue württembergische Nationalregierung. Stuttgart. In der gestrigen Sitzung des Württembergischen Landtages wurde der nationalsozialistische Gauführer Murr mit 36 von 49 gültigen Stimmen zum Staatspräsidenten gewählt. Staatspräsident Murr teilte im Verlauf der Landtagssitzung mit, daß er zum Kultusminister den seitherigen Landtagspräsidenten Professor Mergenthaler(NSDAP.) bestellt habe. Zum Landtagspräsidenten wurde sodann der nationalsozialistische Landtagsabgeordnete Dr. Jonatan Schmid mit 50 von 68 gültigen Stimmen gewählt. Es wurden 17 weiße Stimmzettel dabei abgegeben. Vor Zurücknahme der Preußentlage. Severing und Grimme ohne Pässe.— Heimannsberg in die Tschechei abgereist. Berlin. Die Mitglieder der ehemaligen Regierung Braun übergeben der Oeffentlichkeit folgende Erklärung:„Um die Rückkehr zu normalen Zuständen zu erleichtern, beabsichtigen die preußischen Staatsminister von einer Weiterversolgung ihrer Klage auf Ungültigkeitserklärung der Landtagswahl vor dem Staatsgerichtshof abzusehen, sobald die Neubildung der Regierung durch den Landtag verfassungsmäßig erfolgt ist." In Kreisen, die der bisherigen preußischen Regierung Braun nahestehen, wird mitgeteilt, daß die Pässe der früheren preußischen Minister Severing und Grimme zur Ueberprüsung eingefordert worden seien. Severina und Grimme hätten darauf ihre Pässe dem Reichspräsidenten zu treuen Händen übersandt. Eine Bestätigung dieser Meldung durch die zuständigen Stellen liegt nicht vor. Ans Hirschberg(Niesengebirge) wird gemeldet, daß der frühere Kommandenr der Verliner Schutzpolizei, Heimannsbera, und seine Frau mit ordnungsmäßigen Pässen die tschechoslowakische Greuze überschritten haben. Der neue Mann im neuen Amt. Minister Goebbels über das Reichsausklärungsministerium. Berlin. Der neue Reichsminister für Volksaufklärung und Provaganda, Dr. Goebbels, sprach gestern vor Vertretern der Presse über die Aufgaben seines Ministeriums. Es seien Tatsachen geschaffen, mit denen sich alle in Deutschland abfinden müßten, ganz gleich, ob sie der Entwick. lung sompathisch oder antisumpathisch gegenüberständen. Das neue Ministerium habe die Aufgabe, die Gleichschaltung zwischen Regierung und Volk zu erreichen, denn die Regierung werde bei lief einschneidenden Maßnahmen, die getroffen werden müßten, nicht bestehen können, wenn sie nicht mit den Mitteln der Propaganda dem Volk verständlich mache, weshalb sie diese Maßnahmen treffen müsse. Darüber hinaus sei es die Aufgabe der Regie. rung und besonders des neuen Ministeriums, der nationalen Bewegung die noch fehlenden 48 Prozent des Volkes zu gewinnen. Dr. Goebbels faßte die Aufgaben seines neuen Ministeriums in dem Satze zusammen:„Eine Nation muß geschlossen hinter die Idee der nationalen Revolution gestellt werden." Er habe die Ueberzeugung, daß es ihm vielleicht in mehrjähriger Arbeit gelingen werde, auch die völlige Gleichschaltung zwischen Regierung und Volk zu erreichen. Ueber den Aufbau des Ministeriums erklärte Dr. Goebbels, daß einmal alle propagandistischen Unternehmen des Reiches und der Länder in einer Hand vereinlat werden sollten, und daß diese Einrichtung auf die modernste technische Form gebracht werden solle. Das Ministerium werde fünf Abteilungen haben: Runfunk, Presse, aktive Propaganda, Film und Theater und Volkserziehung. Der Rundfunk werde die Aufgabe haben, die ganze Nation an den großen nationalen Ereignissen teilnehmen zu lassen. Für die Presse sei ein Verbot von Zeitungen kein normaler und kein idealer Zustand. Die Regierung werde aber gegen Zeitungen vorgehen, die den Versuch machten, das Volk der Regierung aus den Händen zu schwindeln, und auch gegen Zeitungen, die etwa Kritik an der Regierung in einer Form übten, die der Opposition es gestatten würde, die Regie. rung mit Aeußerungen aus dem Kreise der nationalen Presse anzugreifen. Als das Schiff in Flammen stand... Liebesdrama auf der„Atlantique“. Frau an Bord. Eine sensationelle Entdeckung der Untersuchungsbehörden. Paris. Die Untersuchung über die Ursachen der „Atlantique".Katastrophe hat jetzt zur Entdeckung einer erschütternden Liebestragödie geführt, die sich in einer Offizierskabine des Luxusschiffes abgespielt hat. Anfang Jannar ereignete sich auf offener See die grauenhafte Katastrophe der„Atlantique“, bei der Dutzende von Seeleute ums Leben kamen. Die Untersuchung über die Ursachen des Brandes ist noch immer nicht abgeschlossen. Erst kürzlich wurde gegen die verantwortlichen Offiziere in der Oeffentlichkeit die Beschuldigung der Fahrlässigkeit erhoben und ihre strenge Bestrafung gefordert. Das Wrack der„Atlantique“ befindet sich zur Zeit im Hafen von Cherbourg. Gerade in den letzten Tagen wurde es wieder mit besonderer Sorgfalt durchsucht, da man weiteste Anhaltspunkte für das Entstehen des Brandes ermitteln wollte. Dabei fand man in einer Offizierskabine, die Leutnant Eyen bewohnt hatte, halbverbrannte menschliche Knochen. Die Aerzte stellten fest, daß diese von einer Frau stammten. Dieser Fund erregte um so größeres Aufsehen, als ja eine Frau in der Offizierskabine nichts zu suchen hat und sämtliche weiblichen Angestellten des Schiffes gerettet werden konnten. Passagiere waren beim Ausbruch des Brandes nicht an Bord gewesen. Die Untersuchungskommission stand vor einem Rätsel. Von einem Augenzeugen der Katastrophe erfuhr man bei der Vernehmung von einer seltsamen Szene, die sich bei der Rettungsaktion abgespielt hatte. Leutnant Eyen hatte bereits ein Rettungsboot bestiegen, als er plötzlich wie ein Wahnsinniger aufsprang, sich in das Meer stürzte, schwimmend das brennende Wrack erreichte und über eine herabhängende Strickleiter an Bord kletterte. Dort raste er die Treppen hinunter, die zu den Kabinen der Schiffsoffiziere führten und bereits in hellen Flammen standen. Zu seinem Glück war ihm die Rettungsmannschaft nachgeeilt; auf halbem Wege gelang es ihr, Eyen zu erreichen und ihn in ein Boot zu tragen. Der Leutnant hatte bereits schwere Brandwunden erlitten, leistete aber trotzdem verzweifelten Widerstand und rief immer wieder:„Rettet sie!"„Helft ihr!" Bis er vor Schmerz und Erschöpfung ohnmächtig zusammenbrach. Auf Grund dieser Schilderung fand sich die Untersuchungskommission am Krankenlager des Leutnants ein, der im Hospital schwer krank darniederliegt und noch immer zwischen Leben und Tod schwebt. Man richtete an ihn die Frage, ob sich im Augenblick der Katastrophe jemand, vielleicht eine Frau, in seiner Kabine befunden habe. Eyen, der noch nicht sprechen kann, nickte bejahend mit dem Kopf. Damit mußte sich die Kommission aufriedengeben. Neunzehn Finanzgrößen angeklagt. Nach den bisherigen Ergebnissen der Untersuchung dürfte Eyen ohne Wissen des Kapitäns und der übrigen Besatzung eine Dame in seiner Kabine verborgen gehalten haben. Im Augenblick, als der Brand ausbrach, befand sich Leutnant Eyen im Dienst. Mit der gesamten Mannschaft arbeitete er an der Rettung des Schiffes. Als dann auf die SOS.=Signale hin andere Schiffe, darunter die deutsche„Ruhr“, zur Rettung eintrafen und die Ueberlebenden an Bord nahmen, stieg auch Eyen in ein Boot. Erst dann scheint er sich der Geliebten entfonnen zu haben, die in der Kabine eingeschlossen war. Diese Kabine ist aber vollständig ausgebrannt. Die Unglückliche muß unter fürchterlichen Qualen verschieden sein. Die Tragödie wird in allen Einzelheiten wohl erst nach der Genesung des Leutnants Eyen geklärt werden können. Besteuerung der Konsumvereine in Sachsen. Dresden. Die zur Zeit bestehende Unsicherheit über die Gewerbesteuerpflicht der Konsumvereine in Sachsen soll vom 1. April dadurch beseitigt werden, daß die unbedingte Gewerbesteuerpflicht der Konsumvereine vorgeschrieben wird, gleichviel, ob sich ihr Geschäftsbetrieb nur auf den Kreis der Mitglieder bezieht oder nicht. Die gesetzliche Grundlage hierfür gibt die im Reichsfinanzministerium ausgearbeitete Aufhebung der Realsteuersperre. Geheimsender entdeckt. Landan(Pfalz). Am Mittwoch fand eine Haussuchung bei dem früheren Gewerkschaftsführer Wilhelm Hinz statt. Dabei wurde ein Kurzwellensender entdeckt, den dessen Sohn, der Elektriker Adolf Hinz, der frühere Vorsitzende der sozialdemokratischen Arbeiterjugend, eingerichtet hat. Der Sender sowie verschiedene Schriftstücke wurden beschlagnahmt, da der Sender bei der Post nicht angemeldet war. Die beiden Hinz wurden festgenommen, der ältere jedoch bald wieder freigelassen. 70 000 Mk. Spenden für Neunkirchen. Berlin. Nach einem von der Reichsgeschäftsstelle der Deutschen Nothilfe erstatteten Bericht sind bisher Spenden für Neunkirchen im Gesamtbetrage von rund 70 000 RM. eingegangen. Die Notlage der Hinterbliebenen und Verletzten erfordert jedoch erheblich höhere Beträge.— Einzahlungen können auf das Konto„Deutsche Nothilse Explosionsunglück Neunkirchen(Saargebiet)“ bei der Zentrale der Deutschen Bank und Disconto=Gesellschaft Berlin, oder auf das Postscheckkonto Berlin Nr. 48 700„Deutsche Nothilfe Explosionsunglück Neunkirchen(Saargebiet)" weiterhin geleistet werden. Der Insull=Skandal vor Gericht. 25 Anklagepuntte. Theoretische Höchststrafe: 125 Jahre Gesängnis und 250 000 Dollar Geldstrafe für jeden Angeklagten. Chikago. Nach einer Voruntersuchung, die viele Monate dauerte und durch ihr sensationellen Ergebnisse immer wieder die Finanzwelt der Vereinigten Staaten beunruhigte, ist nunmehr vor den Bundes=Großgeschworenen von Chikago die Anklage gegen neunzehn führende Finanzleute Chikagos im Zusammenhang mit dem Insull=Skandal erhoben worden. Hauptangeklagter ist der ebemalige Finanzmagnat Samuel Insull senlor, der sich seit längerer Zeit in Griechenland aufhält und dessen Auslieferung an die Vereinigten Staalen von den Athener Behörden bisher nicht erwirkt werden konnte. Weiter sind sein Bruder Martin Insull, der sich in Kanada verborgen hält. und sein ältester Sohn Samuel Insull junior, der sich in Chikago in Haft befindet, unter den Angeklagten. Unter den übrigen Angeklagten befinden sich neben einigen Direktoren der Insullschen Gesellschaften die Präsidenten von drei angesehenen Banken Chikagos: Harold L. Stuart, der Chef der Firma Halsen. Stuart u. Co.(das größte Inland=Emissionshaus der Vereinaten Staaten, bessen Geschäfte sich über das ganze Land erstrecken und das auch an der Neuvorker Börse eine dominierende Stellung einnimmt), Stanley Fleld. der Vorsitzende der Continental Illinois=Bank; und Edward J. Doyle, der Präsident der Commonwealth Edison-Company. Die Anklage gegen jeden einzelnen Angeklagten enthält 25 Punkte, und die Höchststrafe, von der die Angeklagten bedroht sind, falls der Prozeß die Anklage in vollem Umfang bestätigt, beträgt für jeden 125 Jahre Gefängnis und 250000 Dollar Geldstrafe. Der Prozeß soll so bald wie möglich verhandelt werden, ohne Rücksicht darauf, daß es vielleicht noch längere Zeit dauert, ehe man des Hauptangeklagten Samuel Insull senior habhaft wird. Inzwischen gehen jedoch die Bemühungen weiter. Samuel Insull aus seiner Balkanfestung herauszuholen, die er sich, wie es in einem Schriftstück der Anklagebehörde heißt,„aus Gold und Papier, mit den in Chikago unterschlagenen Dollars und den gerissenen Schriftsätzen seinet Anwälte“ errichtet hat. In juristischen Kreisen glaubt man, daß auch die nun vorliegende Anklage angesichts der Haltung, die nun einmal die griechische Regierung einnehme, nicht ausreichen dürfte, um die Auslieferung Insulls zu erwirken. Trotzdem ist man überzeugt, daß Athen sich auf die Dauer dem billigen Verlangen der Vereinigten Staaten nicht werde widersetzen können. Die formalen Fragen seien dabei in Wirklichkeit von untergeordneter Bedeutung. Die Bundesanwaltschaft hat bereits eine besondere Anklage gegen Samuel Insull senior fertiggestellt, auf die man ein neuerliches Auslieferungsgesuch stützen werde, sobald man sich vorher von dem Erfolg eines solchen Schritts überzeugt habe. werden. Nähere Einzelheiten über diese beiden angekündigten, sehr wichtigen Maßnahmen fehlen noch. Als neue Bezirkskommissare sind bereits im Bezirk Rheinland der Arbeitsamtsdirektor Dr. Neuer und in Brandenburg der Arbeitsamtsdirektor Espe ernannt worden. Ruhrbergbau vor dem Kabinett. Berlin. Mit den schwierigen Fragen der Lohnpolitik, die durch die Kündigung des Mantel, und Lohntarifes durch den Zechenverband im Ruhrbergbau entstanden sind, wollte sich das Reichskabinett schon in der vergangenen Woche beschäftigen. Aus Zeitmangel war dies aber nicht mög. lich, doch wird nun, wie wir von unterrichteter Seite hören, in diesen Tagen eine sogenannte Chefbesprechung der zuständigen Reichsminister stattfinden, in der die Angelegenheit des Ruhrbergbaues erörtert wird. Dieser Chefbesprechung kommt insosern noch besondere Bedeutung zu, als es schließlich nicht alleine um den Ruhrbergbau geht, sondern um die grundsätzlichen Fragen der Lohnpolitik wie auch des staatlichen Schlichtungswesens. Das Leipziger Polizeipräsidium teilt mit: Das für heute abend angesetzte Gewandhauskonzert unter Leitung des Dirigenten Bruno Walther darf auf Anordnung des Ministeriums des Inneren nicht stattfinden. Das Verbot der„Bremer Nachrichten" wurde nach zweitägiger Dauer vom Reichskommissar wieder aufgehoben. Die„Bremer Nachrichten“ erscheinen in gewohnter Weise. Wie halbamtlich mitgeteilt wird, wird der Reichskanzler am Samstag wieder in München sein, um sich weiter an den Verhandlungen über die Bildung einer bayerischen Regierung zu beteiligen, die bis zu seiner Rückkehr nach München ruhen. Der Hauptausschuß des Stadtrates Passau hat beschlossen, dem Reichspräsidenten und dem Reichskanzler das Ehrenbürgerrecht der Stadt Passau anzubieten. Der Karolinenplatz soll künftig Adolf=Hitler=Platz, die Innpromenade von=Hindenburg=Allee heißen. Der ehemalige Präsident des österreichischen Nationalrates, Dr. Gürtler, ist in Graz im 58. Lebensjahr einem Herzschlag erlegen. Die chinesischen Truppen haben am Mittwoch die Stadt Hsifenakau an der chinesischen Mauer nach einem scharfen Gesecht mit den Japanern zuruckerobert. 500 Japaner wurden gefangen genommen und 14 Geschütze erobert. Hundertausende von kleinen Geldgebern waren die Opfer des ungeheuren Finanzverbrechens, für das die Schuldigen nunmehr mit der ganzen Strenge des Gesetzes bestraft werden sollen. Die Anklage leuchtet schonungslos in das raffinierte Verschleierungssystem hinein, mit dem es gelang, auch dann noch immer wieder neue Käufer für die Aktien der Insullgesellschaften zu ködern, als der ganze Konzern in Wirklichkeit längst bankrott war. Durch Scheintransaktionen und betrügerische Dividendenausschüttungen wurde der„Wert“ der Aktien in die Höhe getrieben, während sie tatsächlich nicht das Papier wert waren, auf dem sie gedruckt waren. Bezeichnend für das Insullsche System ist die Episode aus einer Generalversammlung vor zwei Jahren. Ein etwas neugieriger Aktionär erkundlate sich damals danach, warum man denn die Corporation Securities Co. gegründet habe, die zugegebenermatzen diesel= ben Aufgaben habe wie die bereits bestehende Insull Investments Co. Darauf erwiderte Insull lächelnd:„O, wir brauchten nur noch etwas Geld...."— Heute sind beide Gesellschaften bankrott! Ausbau im Arbeitsdienst. Besondere hauptamtliche Bezirkskommissare. Berlin. Mit begrüßenswerter Schnelligkeit hat der Reichskommissar für den Freiwilligen Ar t. Reichsminister Seldte, lge Ar e vorrbeits= beitsdienst, Reichsminister Seldte, die er läufige Regelung für den Ausbau des dienstes getroffen. In organischer Weiterentwick lung wird in dem FAD. eine eigene Verwaltung herausgebildet. Dies geschieht zunächst noch in Anlehnung an die Verwaltung der Reichsanstalt, die für die Finanzierung und Verwaltung des JAD. noch unentbehrlich ist. Der Arbeitsdienst bleibt gegliedert in die 13 Landesarbeitsamtsbezirke. Die Leitung der FAD.Bezirke behalten jedoch nicht mehr die Präsidenlen der Landesarbeitsämter, sondern sie wird in die Hände besonderer hauptamtlicher Bezirkskommissare gelegt, die dem Reichskommissar allein und direkt unterstehen und wichtige erste Ansätze für die obere Leitung des einst selbständigen Arbeitsdienstes bilden. Nach unten wird der FAD. in Landesarbeitsamtsbezirke so nengegliedert, daß der Dienst im Bereich mehrerer Arbeitsämter zusammengefaßt einem neu zu bildenden„Arbeitsdienstamt“ unterstellt wird, das zum Aufbau zunächst an das jeweils bestgeeignete Arbeitsamt angelehnt wird. Diese Arbeitsdienstämter bilden die werdende mittlere Verwaltungsstufe im kommenden Arbeitsdienst. Außerdem sind Maßnahmen getroffen, um durch eine umfassende Landesplanung die Auswahl der Arbeiten unter dem Gesichtspunkt der Wirtschaftlichkeit, der Landeskultur, Siedlungsund Raumpolitik sinnvoll zu gestalten. Durch weitere Anordnung sollen die geschulten Führer Henker des eigenen Kindes. Todesstrafe und lebenslängliches Bagno für ein entmenschtes Ehepaar. Paris.„In diesem Saal hat man schon von den absonderlichsten Verbrechen gehört: aber keines war so unmenschlich und verabscheuunaswürdia, wie das von den Anaeklaaten begangene!" Mit diesen Worten leitete der Staatsanwalt des Strafgerichtes in Coutances seine Anklagerede gegen das Ehepaar Delanoé ein, das sich wegen Mordes an seiner Tochter Emilie zu verantworten hatte. Delanoé war außerdem wegen Mordes an seinem Schwiegervater angeklagt. Das Ehepaar Delanoé wurde im November des vorigen Jahres wegen Diebstahls verhaftet. Kurz darauf traf aus Isiany, wo der Handwerker Anfray, der Vater von Frau Delanoein kleines Häuschen besaß, die Nachricht ein, der 63jährige Mann sei ermordet aufgefunden worden. Vierzehn Tage vorher war das Ehepaar Delanoé mit der kleinen Emilie bei Anfrav zu Besuch gewesen; als sie wieder den Ort verließen, verschwand merkmürdigerweise auch der Alte. Seine Nachbarn nahmen an, er habe sich seinem arbeitslosen Schwiegersohn angeschlossen. um neue Verdienstmöglichkeiten zu suchen. Erst als sich der Alte volle acht Tage nicht zeigte, entschloß sich der Gemeindevorsteher von Isigny, das kleine Häuschen zu durchsuchen. Durch das Fenster drang man in die Wohnstube von Anfray ein, wobel sich den Poliaisten ein furchtbarer Anblick bot: der alte Mann lag mit gespaltenem Kopf auf dem Fußboden, sein Körper war schon seit mehreren Tagen in Verwesung übergegangen. Der Verdacht richtete sich sosort gegen das Ebepaar Delanoé. Tatsächlich gab Delanos zu. den Schwiegervater mit einer Art getötet zu haben, angeblich weil dieser ihm fortwährend Vorwürfe wegen seiner Arbeitslosiakeit gemacht habe. Frau Delanos und die kleine Emilie war bei der Mordiat anwesend; das Kind verkroch sich ängstlich unter dem Bett, seine Mutter unternahm nichts, um den alten Mann zu retten. Als Delanoé dieses Geständnis abgelegt hatte. fiel es den Gendarmen auf, daß auch die fünfäbrige Emllie verschwunden war. Sie erkundigten sich nach dem Kind und erbielten einen grauenvollen Bescheid. Delanoé hatte befürchtet, aß sein Kind ihn verraten könnte; er beriet sich mit seiner Fran, wohei sie beschlossen, die Kleine zu erhängen. Zu diesem Zweck begaben sie sich in den Wald und suchten sich dort einen geeigneten Baum aus. Dann unterhielten sie sich lank vor der kleinen Emilie darüber, was sie mit ihr zu kun gedachten. Das entsetzte Kind ließ sich die Binde um die Augen legen und fühlte, wie dleeigene Mutter eine Schlingeumseinen Hals knüpfte. Delanoé versicherte den Gendarmen, daß„die ganze Zeremonie nicht länger als drei Minnten gedauert habe“. Während der Verhandlung behauptete die Delanoé, es sei zuerst ihre Absicht gewesen, gemeinsam mit dem Kind zu ßerben. Die Geschworenen befahten die Schuldfragen, worauf Delanoé zum Tode und seine Frau zum lebenslänglichen Zuchthans verurteilt wurden. stämme der Dienstträger=Verbände für den Aus= sonen bau der späteren Arbeitsdienstpflicht sichergestellt wurd Kanabische Streichholzfabrik niedergebrannt. In Hull(Quebec) wurde die Fabrik der kanadischen Streichholzgesellschaft durch eine Feuersbrunst vollständig zerstört. Zehn junge Mädchen verbrannten, 21 Personen wurden verletzt. 36 Todesopfer eines Tornados in Kentucky. Ein Tornado, der gestern in den Grenzgebieten von Kentucky und Tennessee wütete, hat ins36 Todesopfer gefordert. Ueber 200 Perden verletzt. Mehrere kleinere Orte esamt wurden en zerstört. Was Gott tut, das ist wohlgetan. Heute früh 3½ Uhr nahm der Herr unsere liebe Ursula in Alter von 3 Monaten wieder zu sich in den Himmel. In tiefem Schmerz: Willy Ecks und Frau Lilly geb. Altena. Hattingen, den 15. März 1933. Die Beisetzung findet in aller Stille am Samstag, dem 18. März 1933, ab Nordstr. 84, aus statt. Oeffentliche Mahnung! Die bis zum 15. März 1933 fällig gewordenen Gewerbe=Ertrags= u. Lohnsummensteuern, die Hundesteuern, die Müllabfuhrgebühren, Straßenreinigungs= und Kanalbenutzungsgebühren, die Grundvermögensund Hauszinssteuern, das Schulgeld für die höheren Lehranstalten und die Berufsschulen, die Bier= und Getränkesteuern, die Bürgersteuern, die Unterhaltsbeiträge und alle sonstig. Staats= und Gemeindeabgaben, soweit sie nicht gestundet sind, sind nunmehr spätestens bis zum 19. d. M. an die unterzeichnete Kasse zu zahlen. Mit dem Ablauf dieser Frist beginnt die kostenpflichtige Beitreibung. Eine Behändigung von Mahnzetteln findet nicht statt. Für verspätete Zahlung sind die gesetzlichen Verzugszinsen zu entrichten. Bei Zusendung auf bargeldlosem Wege oder durch die Post muß der Betrag spätestens am 19. d. M. bei der unterzeichneten Kasse portofrei eingegangen sein; die Ueberweisung muß daher in der Regel 2 Tage vorher erfolgen und Steuerart u. Steuernummer darin angegeben sein, andernfalls die Zahlung nicht verbucht werden kann. Ferner wird an die Zahlung der schon bisher fällig gewesenen Steuern, Geund Be bühren eiträge erinnert. Amtskasse Blankenstein, 16. März 1933, Postscheckkonto Essen Nr. 9780. Amtskasse Winz. 16. März 1933. Postscheckkonto Essen Nr. 9970. Amtskasse Herbede. 16. März 1933. Postschecktonto Dortmund Nr. 6699. Stadtkasse Hattingen, 16. März 1 Postscheckkonto Essen r. 8840. Oeffentliche Mahnung! Die bis zum 15. März 1933 fällig gewordene Gewerbe=Ertrags= und Lohnsummensteuer, die Grundvermögen= und Hauszinssteuer sowie das Schulgeld sind nunmehr pätestens bis zum 20. d. M. an die Städtische Steuerkasse zu entrichten. Am 21. d. M. beginnt die kostenpflichtige Beitreibung: ankerdem sind vom 16. d. M. ab die gesetzlichen Verzugszuschläge bzw.=zinsen zu entrichten. Eine Behändigung von Mahnzetteln findet nicht statt. Bei Zusendung auf bargeldlosem Wege oder durch die Post muß der Betrag spätestens am 20. d. M. bei der Kasse portosrei eingegangen sein; die Ueberweisung muß daher in der Regel 2 Tage vorher erfolgen und Steuerart und Steuer=Nr. darin angegeben werden, andernfalls die Zahlung nicht verbucht werden kann. Ferner wird an die Zahlung der auch an die Zahlung der Bürgerstener erinnert. Posticheckkonto; Städt. Steuerkasse Nr. 4965 Amt Essen oder Konto der Städt. Steuerkasse bei den diesigen Banken. Die Steuerkasse und ihre Nebenzahlstellen sind nur vormittags von 8 bis 12.15 Uhr geöffnet. Essen, 16. März 1933. Auf Grund des§1 der Polizeiverordnung des Oberpräsidenten der Rheinprovinz vom 27. Februar 19.0 bett. Sperrzeiten für Tauben während der Frühjahrs= und Herbstgatzeit wird für den Stadtkreis Essen die Sperte auf die Zeit vom 1. bis 30. Aptil 1933 festgesetzt. Die Taubenbesitzer sind verpflichtet, dte Tauben in dieser Zeit so einzusperren, daß ein Ausfliegen auf die Felder nicht möglich ist. Nichtbefolgung dieser Anordnung wird mit Festsetzung eines Zwangsgeldes in Höhe bis zu RM. 150., im Nichtbeitreibungsfalle mit Zwangshaft bis zu 2 Wochen geahndet. Essen, 13. März 1933. Der Oberbürgermeister. Stromunterbrechung. Wegen dringender Instandsetzungsarbeiten wird am Sonntag, dem 19. März die Stromlieferung von 8 bis 16 Uhr in den Bezirken Westherbede, Durchholz, Bommerholz und Sirrenberg unterbrochen. Elektr.=Werke Westfalen AG. Bezirksbirektion Bochum. Vaterländische Festspiele im Central-Theater, Hatlingen Bahnhofstraße 7 Rulturfilm Vorführung am Sonntag, dem 19. März, vormittags 11.15 Uhr. Einlaß ab 10,30 Uhr. Programmfolge: 1. Stolz weht die Flagge 2. Tonwoche 3. Naturautnahme 4. Marsch Kreuzer Emden Ein Heldenlied der deutschen Marine. Elntrittspreis 20 Pfennla. Plätze können in beliebiger Reihenfolge eingenommen werden. Kaufmännische Schulen der Industrie- und Handelskammer zu Bochum Fernruf 66484 Bismarckstr. 13 Eingang Jahnstr. I. Oeffentliche Höhere Handelschule a) mit zweijähr. Lehrgange(Aufnahmebedingung: Reife für Obersekunda) b) mit einjähr. Lehrgange(Aufnahmebedingung: Reifezeugnis), II. Oeffentliche Handelsschule a) mit zweijähr. Lehrgange(Aufnahmebedingung: Reife der Volkschule o. f. OIII) b) zweij. Einzelhandelsfachschule(Aufnahmebedingung wie a), III. Lehrlingsabteilung, IV. Drogistenabteilung. V. Freiwillige Abendlehrgänge. Sonderlehrgänge für Erlangung der mittleren Reife. Pläne durch die Verwaltung der Anstalt(Geschäftszeit: 10-1, 16-18, aud. Sonnabends) Stadttheater Bochum Donnerstag. 16. März, 20—22.45 Uhr Außer Vormiete: Morgen gehts uns se mit Gesang von Ralph Benatzky. Preise 0.30-2 Mk. Freitag. 17. März. 20-23 Uhr Roter Ring 5: Der Freischütz Romantische Oper v. Carl Maria v. Weber. Schlachthof Hattingen. (Freibank) Samstag vormittag 8 Uhr: Verkauf von Rindfleisch. 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März 1933 im gesamten Stadtbezirk fällig gewordenen rückständigen Steuern und Abgaben, und zwar die Getränkestener, die Biersteuer und die Gewerbestener von der Lohnsumme lür Febr. 1933, die Abgaben vom Grundbesitz (Staatliche Steuer vom Grundvermögen, Hauszins= und Gemeindearundsteuer nebit Gebühren), die Vergnügungsstener für ständige Veranstaltungen, das Schulgeld für den Besuchder städtischen höheren Lehranstalten, der Haushaltungsund Gewerbeschule und der Gewerbeund Betriebsfachschule für März 1933, die fällig gewordene Bül geritener für 1933. die Verufoschulbeiträge für 1932, die rückständigen Schulgelder für den Beiuch der staatl. höheren Lehranstalten und die nterhaltsbeiträge für März 1933 werden hierdurch angemahnt. Schriftliche Einzelmahnungen werden nicht mehr zugestellt. Die nach den Bestimmungen vom Ablauf des Fälligkeitstages ab zu berechnenden Verzugszinsen sind mit zu entrichten. Nach dem 21. März 1933 werden die noch vorhandenen Rückstände im Verwaltungszwangsverjahren eingezogen. Es wird darauf hingewiesen, daß gültige Zahlungen nur an empfangsberechtigte Beamte geleistet werden lönnen. Bochum, den 16. März 1933. Die Stadtkasse als Bollstreckungsbehörde. Zum Haus putz nur: