Besörverung und Votenlohn, Postbezugspreis, monatlich 20 Ml. davon Pilg. Postzettungsgebühr ausschl. Zustellgeld. Erscheint täglich, außer Sonn= u. Feiertags. Anzeigenpreis: Für 1 mm Hö Gelegenheitsinserate nichtgewerblich Textteil 1 mm Höhe und 75 mm 2 jedoch bei gerichtlicher Beitreibung von Inseraten ist abends 7 Uhr äglich, außer Sonn= u. Feiertags se und 33 mm Breite 10 Pfg. Kleine einspaltige er Art jede Petit=Zeile 10 Pfg. Für Anzeigen im reite 35 Pfg.— Bei Wiederholung Rabatt, der und im Konkursfalle fortfällt. Annahmeschluß ir die am nächsten Tage erscheinende Ausgabe Amtlicher Obermarkt/ Kl. Weilstraße Ne. 294., 2042, 2045 Anzeiger Doetmund Nr. 11103 Bedego Bbeeue: Deredensdacdt Bade Politik und Handel: Walter arl Zänker; für Provinzielles, Beineke./ Druck und Verlag: Sport und den gesamten übrigen. Inhalt: Abolf Beinete. Druc und Berlag. C. Hundt sel. Wwe., Vereinigte Ruhrtal=Zeitungen, Hattingen=Ruhr, Kleine Weilstraße=Obermarkt/ Sprechstunden der Redaktion von 4 bis 6 Uhr nachmittags. Für die Aufbewahrung aller der Redaktion unverlangt eingesandten Manuskripte wird keine Gewähr übernommen. Die Zurücksendung erfolgt nur, wenn Rückporto beigefügt ist. Alle redaktionellen Einsendungen sind stets an den Verlag zu richten. sür den Enneve-Ruhrtreis Kreisblatt für den Ennepe-Ruhrkreis zei ng Ste un Kreis Samstag, den 21. Januar Jeder Bezieher erhält laut unseren Bedingungen 300 Mark Unterstützung 1933/ Nr. 18 Allgemeine Scheu vor Neuwahlen. Reichstag erschleicht letzte Galgenfrist. Zusammentritt erst am 31. Januar, zuvor jedoch nochmaliger Altestenrat.— Reichsregierung beabsichtigt Tagung und Klärung zu erzwingen.— Neue Parteiverhandlungen, evtl. Eingreifen des Reichspräsidenten Der Beschluß des Altesteurats Berlin. Der Aeltestenrat des Reichstages beschloß auf Antrag des Zentrums mit Mehrheit, die Reichstagssitzung auf den 31. Januar zu verschieben. Der Aeltestenrat tritt am 27. Jannar ernent zusammen, um die Tagesordnung festzusetzen. Ein nationalsozialistischer Antrag, dem Reichstagspräsidenten Goering die Vollmacht für die Festsetzung der nächsten Reichstagssitzung zu geben, d. h. das Parlament anf unbestimmte Zeit zu vertagen, wurde gegen die Antragsteller abgelehnt. * Die Nationalsozialisten beantragten zu Beginn der Sitzung, dem Reichstagspräsidenten Goerina die Vollmacht zu erteilen, die nächste Sitzung des Reichstages festzusetzen. Sie brachten dabei den Wunsch zum Ausdruck, daß der Etat möglichst bald dem Reichstag vorgelegt wird, und daß dann die Regierungserklärung mit der ersten Lesung des Etats verbunden würde. Dem wurde von Sozialdemokraten und Kommunisten widersprochen, da das auf eine Reichstagsvertagung bis in den März oder April hinauslaufen könnte. Staatssekretär Planck erklärte für die Reichsreaieruna, daß sie es nach wie vor im Interesse der politischen Beruhigung des Landes und seiner wirtschaftlichen Gesundung für dringend notwendig halte, die politische Lage möglichst bald unzweidentig zu klären. Der Etat könne so schnell nicht vorgelegt werden, und der Finanzminister habe die sachlichen Gründe dafür schon im Haushaltsausschuß dargelegt. Auch die Vertreter des Zentrums erklärten, daß sie einer fristlosen Vertaguna des Reichstages nicht zustimmen könnten. Abg. Dr. Bell(Ztr.) beantragte daher, die Plenarsitzung des Reichstages um eine Woche auf den 81. Januar zu verschieben. Hierzu erklärte Staatslekretär Planck, wenn der Reichstag noch eine einwöchige Frist dazu benutzen wolle, die Mehrheitsverhältnisse im Parlament einwandfrei festzustellen. vermöge sich die Reichsregierung dem nicht zu widersetzen. Sie selbst sei naturgemäß an derartigen Verhandlungen nicht interessiert. Auf eine Frage des Abg. Torgler(Komm.), ob die Regierung einer Vertagung des Reichstaaes eine Tolerierung durch das Parlament sehen würde, erwiderte Staatssekretär Planck, daß auch bei einer Vertagung für längere Zeit die Regierung eine unzweidentige Klätung der politischen Lage für unbedingt notwendig halte. Von den Deutschnationalen wurde in der Aussprache zum Ausdruck gebracht, daß auch sie eine baldige volitische Klärung wünschten, gegen eine kurzfristige Vertagung nichts einzuwenden hätten. Die Abstimmung brachte das eingangs mitgeteilte Ergebnis. Die Zentrumsfraktion begründete ihren Antrag auf Vertagung zum 31. Januar mit der Erwägung, daß für das Zentrum eine Ausschaltung des Reichstages nicht annehmbar sei. bevor nicht eine Klärung der Mehrheitsverhältnisse und der politischen Lage erfolat sei. Achttägige Galgenfrist! Die Situation, die nach dem Beschluß des Aeltestenrates gegeben ist, wird in politischen Kreisen dahin beurteilt, daß die Reichsregierung keine Veranlassung hatte, gegen den Beschluß vorzugehen. Wenn sie auch wünscht, daß sobald wie möglich Klarheit geschaffen wird, so muß sie doch darauf Rücksicht nehmen, daß der Reichstag ja verfassungsmäßig die Aufgabe hat, eine Mehrheit zu bilden. Den Versuch, diese Aufgabe zu lösen, wird der Reichstaa also während der nächsten acht Tage machen. In parlamentarischen Kreisen rechnet man damit, daß die Parteiführer unter sich noch einmal darüber verhandeln werden, ob eine arbeitsfähige Mehrheitsbildung unter Beteiligung der Nationalsozialisten herzustellen möglich ist. Die Aussichten werden allerdings von vornherein nicht sehr günstig beurteilt, da ja alle Versuche die bisher in dieser Richtung gemacht wurden, gescheitert sind. Der Reichskanzler selbst wird sich an diesen Verhandlungen nicht beteiligen. Er hat seine Besprechungen mit den Parteiführern abgeschlossen und überläßt das weitere den Parteien. In Kreisen, die der Reichsregierung nahestehen, sieht man in dem Ergebnis der Sitzung des Aeltestenrates deutlich die Scheu der Parteien vor der Auflösung. Auf der anderen Seite spricht diese Situation der Parteien für die Stärke der Stellung der Reichsregierung. Der Reichstag muß sich nun aber in acht Tagen auf alle Fälle entscheiden, ob er die Reichsregierung durch eine längere Vertagung tolerieren will, ob er sie unterstützt oder negiert. Für die Reichsregierung ist es jedenfalls ein unerträglicher Zustand, daß die Parteien zwar die Freiheit der Kritik für sich in Anspruch nehmen, sich selbst aber nicht zur Entscheidung stellen. Deshalb würde eine weitere kurzfristige Vertagung nach acht Tagen von der Reichsregierung zweifellos nicht hingenommen werden. Es gibt auch für die Regierung ein Mittel, den Reichstag zur Entscheidung zu zwingen. Es ist im Artikel 24 der Reichsverfassung gegeben, der dem Reichspräsidenten das Recht gibt, vom Berlin. Das Präsidium des Reichsverbandes der Deutschen Industrie hielt Donnerstag unter dem Vorsitz von Dr. Krnvv von Bohlen und Halbach eine Sitzung ab. In Anknüpfung an die Ereignisse der letzten Wochen wurde mit Bedauern festgestellt, daß von der Politik her neue Unrube in die Wirtschaft getragen wird, und es wurde als höchst verhängnisvoll bezeichnet, wenn auf diese Weise die bestehenden Ansätze zu einer Rückkehr des Vertranens und zu einer wirtschaftlichen Besserung wieder zunichte gemacht würden. Das Präsidium des Reichsverbandes erhebt die dringende Fordernna, daß in der Wirtschaftspolitik eine eindentige, auf die Förderung der Privatwirtschaft gerichtete Linie innegehalten werde, weil nur auf diesem Wege die Schaffung gesunder Entwicklungsgrundlagen zu erreichen sei. Nach Ansicht der Industrie sei es nicht zu verantworten, daß die Rücksichtnahme auf diese oder jene einseitigen Interessen Tag für Tag die Gesahr neuer Rückschläge heraufbeschwöre. Insbesondere bedürfe die Handelspolitik unbedingt einer Beruhigung und stabiler Führung, um so mehr, als es sich immer wieder zeige, daß Reichstagspräsidenten die unverzügliche Einberufung zu verlangen. Ueber die Auslegung dieses Artikels ist bereits vor etwa einem Jahre ein Streit entstanden, der damals, im Februar 1932, vom Staatsgerichtshof dahin entschieden worden ist, daß der Reichspräsident jederzeit das Recht hat, die Einbernfung zu verlangen. Von diesem Recht wird der Reichspräsident gegebenenfalls Gebrauch machen, weil die Regierung unter allen Umständen längere Zeit für ruhige Arbeit gewinnen muß. Es kommt also gar nicht in Frage, daß vielleicht mit einer anderen Begründung eine neue Vertagung der Entscheidung gelingt. Im Zusammenhang mit der ganzen politischen Lage wurde im Reichstag auch stark die Demonstration der Nationalsozialisten am kommenden Sonntag besprochen. Zur Einweihung eines Horst=Wessel=Grabsteines, die Hitler persönlich vornehmen will, ist ein Massenaufgebot der S A. beabsichtigt. Sie soll sich auf dem BülowPlatz„mit der Front zum LiebknechtHaus" versammeln. Darin sehen die Kommunisten eine Provokation, und sie haben die Reichsregierung auf die Gefahren dieser Demonstration„aufmerksam gemacht". Dabei wird die Parallele zu den bekannten Vorgängen in Altona gezogen, wo es bei einer ähnlichen Demonstration im Juli v. J. durch das Kommunistenviertel 19 Tote gegeben hat. Wie wir hören, wird der Reichskanzler am heutigen Sonnabend hierüber noch eine Besprechung mit Dr. Bracht haben, um u klären, ob sich Zusammenstöße vermeiden assen. Unter keinen Umständen soll das Leben von Polizeibeamten in Gefahr gebracht werden. Deshalb wird die Möglichkeit, daß die Demonstration doch noch verboten wird, nicht ganz von der Hand gewiesen. Die Bedeutung der Demonstration ist natürlich um so größer, als die ganze politische Lage durch etwaige Ausschreitungen beeinflußt werden kann. Neuwahlen unvermeidlich. Beschleunigter Wahltermin: zweite Hälfte Februar. Wie unsere Berliner Vertretung unter dem Eindruck der Beratungen am Samstag vormittag mitteilt, mißt man den Hitlerschen Sondierungsversuchen, nun doch noch die parlamentarische Mehrheit zusammenzubringen, deren Bildung er im November dem Reichspräsidenten gegenüber ablehnte, wenig Aussicht auf Erfolg zu. Man weist darauf hin, daß auch die Versuche zur Wieschon die Ankündigung zollpolitischer Maßnahmen zu schweren Rückschlägen für die deutsche Ausfuhr und damit für die Arbeitsmarktlage führe. Die deutsche Industrie erwarte von der Reichsregierung, daß sie alle Störungsversuche entschieden ablehne und dafür sorge, daß sich die Wirtschaft ihrer gegenwärtigen Hauptaufgabe, die Arbeitslosigkeit wieder zu vermindern, ungestört widmen könne. Sofortprogramm wird wirksam. Die ersten Aufträge vergeben. Berlin. Dem Reichskommissar für Arbeitsbeschaffung ist eine Ueberfülle von Anträgen zugegangen, die im Rahmen des Sofortprogramms von 500 Millionen Mark neue Arbeitsmöglichkeiten schaffen wollen. In diesen Tagen konnten die beiden ersten Anträge positiv verabschiedet werden: Es handelt sich um einen Auftrag nach Württembera, der der Gesellschaft für öffentliche Arbeiten zugewiesen wurde und ein Projekt in Mecklenburg, für das die Rentenbank=Kreditanstalt zuständig ist. derbildung wenigstens der Harzburger Front offensichtlich, und zwar vorwiegend an den Ansprüchen der Nationalsozialisten im Laufe der letzten Woche gescheitert seien. Da die Reichsregierung durch ihren Hinweis auf Art. 24 und das Recht des Reichspräsidenten, eine sofortige Einberufung des Reichstages zu fordern, ihren Willen zu beschleunigter Entscheidung unterstrichen hat, nimmt man an, daß der Jannar hochpolitisch mit einer Auflösung des Reichstags enden wird. Entgegen den Bemühungen Hitlers, den Wahltermin möglichst weit hinauszuschieben— wie man sagt, weil im Laufe des Winters die Propagandaarbeit auf dem Lande schwieriger sei— beabsichtigt die Reichsregierung, wenn nun schon einmal gewählt werden soll, dann auch die Wahlen im Interesse einer baldigen Bernhigung der Wirtschaft so schnell wie möglich unter Dach und Fach zu bringen. Man rechnet damit, daß die Wahlen dann schon in der zweiten Febrnarhälfte durchgeführt werden. Die persische Regierung unterzeichnete einen Vertrag mit einer belgischen Gesellschaft über die Einrichtung einer Elektro=KraftZentrale für die Elektrifizierung Tehe. rans. Nach einem japanischen Funkspruch ist der Minister der Mandschurei, Tschuengsiausin von einem Koreaner ermordet worden. Haltet endlich Ruhe und klaren Kurs! Mahnung der Industrie an Regierung und Parkeien. Heraus aus der 2 Das Geleis ist fertiggestellt, auf dem der schnaubende, pustende und stöhnende Bummelzug der Weltwirtschaft wieder ins Rollen gebracht, zu einem modernen, schnellen und verläßlichen Verkehrsmittel ausgebaut werden soll. Aber es vergeht noch eine gute Weile, bis die Maschine Dampf aufmacht und bis sich sämtliche Instanzen darüber klar sind, welche Wagen man zusammenkoppeln und welche Stationen man anlaufen kann. Das Geleise ist die sog. kommentierte Tagesordnung, die von dem Sachverständigenausschuß für die Weltwirtschaftskonferenz in mehrwöchiger harter Arbeit und nicht ohne gelegentliche Zusammenstöße auftragsgemäß niedergelegt worden ist. Auftragsgemäß: denn es hat sich nicht bloß um einen sinnvoll gegliederten Arbeitsplan gehandelt, der die verschiedenen dringenden Probleme der Wirtschaft und der Finanzen chronologisch oder sinngemäß aufzählen und untereinander in Beziehung setzen sollte, es war vielmehr von vornherein der Ton auf den Kommentar gelegt, der die künftigen Arbeiten der Konferenz selbst richtunggebend beeinflussen sollte. Diese Aufgabe ist nicht einfach gewesen, das zeigte sich bei dem scharsen Konflikt, der im Wirtschaftsausschuß über die Frage der zweiseitigen oder kollektiven Abkommen zur Beseitigung von Handelshemmnissen usw. ausbrach. Und man darf mit dem Ergebnis um so zufriedener sein, als auf dem wirtschaftlichen Gebiet durchaus, auf dem Gebiete der Finanzfragen in erheblichem Maße dem entschieden vertretenen deutschen Standvunkt schließlich Rechnung getragen wurde. Der Standpunkt Enalands war an sich begreiflich, wenn auch reichlich egoistisch. Es hat eben vor kurzem sein Imperium durch die Verträge von Ottawa zu einer neuen wirtschaftlichen Einheit zusammenzuschweißen versucht und nicht das geringste Interesse daran, daß bei künftigen handelspolitischen Auseinandersetzungen dieser großen und übermächtigen Einheit etwa gleich starke oder noch stärkere in Gestalt anderweitig besonders verbundener Staatengruppen gegenübertreten. Ansätze dazu sind in den Verträgen von Oslo und von Ouchy bereits zu erblicken; die Vereinbarungen von Stresa weisen auch in der gleichen Richtung, und eine Zoll=Union Dentschlands, Frankreichs und ihrer Nachbarstaaten steht mindestens in der Theorie schon seit geraumer Zeit zur Erörterung. Aber auch ohne solche Kollektivabkommen mit besonderer Zielrichtung ist ein Verfahren zum Abschluß vielseitiger Sondervereinbarungen, die bezüglich der Meistbegünstigungsklausel in Zukunft Ausnahmen schaffen sollen, natürlich nicht gerade geeignet dazu, innerhalb des neuerdings schutzzöllnerischen britischen Reichs Begeisterung auszulösen. Es ist deshalb ein ermutigendes Zeichen richtiger Erkenntnis, wenn der von dem amerikanischen Delegierten Day und dem Italiener Beneduce eingeleitete Schlußbericht über alle derartigen Sonderbestrebungen hinweggeht und mit klaren und eindeutigen Empfehlungen, mit einer Verwerfung des bisherigen Schuldenzahlungssystems bei gleichzeitiger Absverrung der Empfängerstaaten gegen Güter und Dienstleistungen der Schuldner und schließlich mit verständnisvollen Worten zur Frage der Währungszerrüttung. und des Währungsschutzes den ganzen Wust von Irrtümern und Mißgriffen aufzurollen beginnt, an denen die Weltwirtschaft bis vor kurzem langsam, aber sicher zu ersticken drohte. Dreißig Millionen Arbeitslose in der Welt, ein Rückgang des Welthandels um ein rundes Viertel in drei Jahren, des deutschen und amerikanischen etc. um mehr als die Hälste— das sind beredte Zahlen: und auch der neueste Jahresausweis des deutschen Anßenhandels spiegelt diese Entwicklung klar genug. Der Ausfuhrüberschuß ist in einem Jahre von 2,87 auf 1.08 Milliarden zurückgegangen, die Preise um rund dreißig Prozent in der Einfuhr, vierzig Prozent in der Ausfuhr; die Wertziffern haben sich von 6.73 Milliarden in der Einfuhr, 9,6 in der Ausfuhr auf 4,65 bzw. 5,74, also um 28 bzw. 35 Prozent gesenkt. Aehnlich liegen die Verhältnisse in der ganzen Welt, und es ist müßig, sich darüber zu streiten, ob die Ueberproduktion an dem Preissturz, dieser an der Lohnsenkung und dem Lohnansfall und damit an dem Konsumrückgang schuld ist, oder ob der Kreislauf von der umgekehrten Seite her in Gang gekommen ist. Die andere Genfer Arbeit, diejenige der Arbeitszeitkonferenz, hat zu einem deutlichen Konflikt der Unternehmervertreter mit den Regierungsvertretern, insbesondere dem deutschen Dr. Sitzler, geführt. Dieser hatte die VierzigStunden=Woche ernst und entschlossen befürwortet und dabei festgestellt, daß diese Arbeitszeitverkürzung nicht mehr als 1 Prozent der Generalunkosten als finanzielles Opfer verlange. Diese Ziffern werden von den Vertretern der Wirtschaft bestritten, die sich auf die leisen Anzeichen einer beginnenden allgemeinen Erholung stützen, um jeden„Störungsversuch“ durch neue Experimente abzulehnen. Da das Washingtoner AchtundnierzigStunden=Abkommen aus dem Jahre 1920 noch nicht einmal von allen Staaten ratifiziert ist, würde freilich auch die Annahme der Vieszla Stunden=Woche zunächst keine praktische Auswirkung haben; auch von deutscher Seite wird die Zustimmung selbstverständlich an diejenige mindestens aller anderen Industriestaaten aeknüpft. In engem Zusammenhang mit diesen, allmählich einer internationalen Regelung und Lösung entgegenreisenden Problemen steht auch die innerdeutsche wirtschaftspolitische Auseinandersetzung über das Problem: Binnenmarkt oder Export. Die Anregungen und Wünsche der deutschen Landwirtschaft nach verstärktem Schutz der heimischen Produktion haben in der letzten Woche die Vertreter der deutschen Industrie auf den Plan gerufen, wobei man als erfreulich das Bemühen feststellen darf, daß man sich gegenseitig zu verstehen sucht. In sehr eindringlichen Worten schilderte Direktor Carl Lange, geschäftsführendes Vorstandsmitalied des Vereins deutscher Maschinenbau=Anstalten in Essen, die Notwendigkeit der Erhaltung des Auslandsmarktes für die deutsche Maschine, und er zeigte, in welch starkem Umfange die Landwirtschaft von der Kaufkraft der Industriearbeiter abhängig sei. In dieselbe Kerbe schlug der Präsident der Essener Industrie= und Handelskammer. Generaldirektor Dr.=Ing Tenaelmann, der in seinen Darlegungen vor der Vollversammlung das Agrarproblem in die Worte kleidete:„Gegen den Rückgang des Konsums an landwirtschaftlichen Produkten hilft keine Anklaae und kein Monopol, sondern nur eine richtige Wirtschaftspolitik und eine wirklich vernünftige, sich auf ihre eigentlichen Aufgaben beschränkende Staatspolitik, die die Wirtschaft wieder aufleben läßt." Also auch hier für den innerdeutschen Bedarf die gleiche Forderung, die in Genf für die Weltwirtschaft laut wurde. Mit zwingenden Argumenten belegte schließlich noch der Reichswirtschaftsminister Dr. Warmbold die Notwendigkeit zum Export. Im Haushaltungsausschuß des Reichstages führte er aus, daß bisher mehr als ein Sechstel der deutschen Bevölkerung von dem Hereinholen der Arbeit aus dem Auslande lebte. Die Schrumpfung des Exportes hat das Arbeitslosenheer um 2,5 Millionen vermehrt und zu einer Schrumpfung der Kaufkraft geführt, die jährlich ungefähr 500 RM. pro Kopf dieser Arbeitslosen beträgt. Von den 6 Milliarden RM., die den deutschen Export ausmachen, entfallen 4.2 Milliarden RM. auf Löhne, von denen 60 Prozent für Nahrungsmittel und 40 Prozent für Deckung des übrigen Bedarses ausgegeben werden. An der Ausfuhr der deutschen Industrie ist also der agrarische Sektor mit rd. 60 Prozent interessiert. Ferner ist zu berücksichtigen, daß die von der Landwirtschaft erzeugte Gütermenge heute durchschnittlich um 25 Prozent über dem Quantum von 1924 liegt. Zudem vollzog sich diese Produktionssteigerung der Landwirtschaft, ohne daß die Zahl der Beschäftigten in der Landwirtschaft eine Zunahme erfahren hat. Da der Aufnahmekapazität des Aarargewerbes für brachliegende Kräfte ziemlich enae Grenzen gezogen sind, bleibt nichts anderes übrig, als sie anderweitig unterzubringen. Hler setzt eine der wichtigsten Aufgaben der Industrie ein. Den eben genannten Stimmen der rein industriell eingestellten Persönlichkeiten steht die Aussassung der Landwirtschaft gegenüber. Sie läßt sich auf einen Generalnenner bringen: Dentschland muß nach den schlechten Erfahrungen des letzten Jahrzehnts mit Macht danach trachten, sich mit Nahrungsmitteln selbst zu versorgen. Mit der Produktionsvermehrung in den letzten 9 Jahren um 25 Prozent ist man diesem Ziele, wie der Ernährungsminister ausführte, auf den meisten Gebleten hundertprozentia nahe gekommen. Die Landwirtschaft darf daher verlangen. daß diejenigen Nahrungsmittel, die sie im Inland gewinnt, auch in den Konsum übergeben können. Deshalb sollte das ausländiiche Erzenanis im Rahmen des Möglichen vom Binnenmarkt serngehalten werden. Gleichzeitig muß der Bauer wieder zu einer Nentabilität gelangen. Ist diese erst einmal hergestellt, dann wird es auch der Gesamtwirtschaft besser geben. Stellt doch die Landwirtschaft einen der größten Käuferkreise industrieller Erzeugnisse dar. Hält man beide Ansichten einander gegenüber, so tritt die schwache Stelle, aus der die Meinungsverschiedenheiten resultieren, alsbald zulage: die deutsche Landwirtschaft ist nicht in der Lage, die für den Exvort Tätigen aufzunehmen. Deutschlands hauptsächlichste Abnehmer industrieller Produkte liefern, teilweise weniastens, dieselben Waren, die die Landwirtschaft vom deutschen Markt ausgeschlossen sehen möchte; verbietet man aber Nasuesalenta seyen Aoan, Kiontet man aoti ihren Import, so ist der Lieferant verletzt und führt seine Einkäufe in anderen Ländern durch Es sieht so aus, als sei diese Differens zwischen Industrie und Landwirtschaft unüberbrückbar. Hler tritt die Notwendigkeit einer Neureaelung der weltwirtschaftlichen Beziehungen, wie sie eingangs dargestellt wurde, in ihrer ganzen Bedeutung zutage. Gelingt es nämlich, die deutsche Wirtschaft auf erhöhte Tourenzahl zu bringen, dann wird sie einen Teil der ruhenden Hände aufsangen, damit die Kaufkraft der Massen stärken und letzten Endes dem Bauer zum Verschleiß seiner Waren verbelsen. Sleht man die Dinge von der Warte des objektipen Beobachters aus an, dann empfindet man den Appell doppelt wohltuend, den gestern der Generalkonsul der Vereinigten Staaten in Berlin, George S. Meksersmith. aus Anlaß der 30. Wiederkehr des Gründungstages der amerikanischen Handelskammer in Deutschland an die Völker der Welt gerichtet hat. Messersmith zeigte die Wirkungen der Hochschutzzölle, der Kontingente. der Derisenzwangsbewirtschaftung usw. und rief den Gewerbetreibenden zu, daß man mit solchen Methoden nur Rückschritte aber keine Fortschritte machen könne. Nur ein Zusammenarbeiten aller Nationen führte zu der Hochstraße einer neuen Rentabilität. Nur wenige Monate trennen uns noch von der Weltwirtschaftskonkerenz. An den Staatsmännern wird es liegen, ob diese warmherzigen Worte dort in die Praxis umgesetzt werden. Wehrsport und Arbeitsdienst im Reichsbanner. Berlin. Der Bundesvorstand des Reichsbanners Schwarz=Rot=Gold= beschloß nach einer Besichtigung bes Wehrsportlagers in Magdeburg einmütig, daß alle verfügbaren Kräfte des Bundes zur Weiterentwicklung und Steigerung der Wehrsportarbeit zu aktivieren sind. Eine Beteiligung am Reichskuratorium für Jugendertüchtigung wird dagegen unter den gegebenen politischen Verhältnissen nicht für zweckmäßig erachtet. Im Auswärtigen Ausschuß des Reichstags: Parteiecho zu Schleichers Neujahrsrede. Kommunistisch-nationalsozialistischer Vorstoß gegen den Reichskanzler. Berlin. Der Auswärtige Ausschuß des Reichstages trat am Freitaa unter dem Vorsitz des Abgeordneten Dr. Frick(Natsoz.) zusammen. Die Reichsregierung war u. a. vertreten durch den Reichsaußenminister Freiherrn von Neurath, den Reichsfinanzminister Grafen Schwerin von Krosiak und den Reichswirtschaftsminister Professor Warmbold. Auch die führenden Reichsratsmitglieder waren zugegen. Die Sitzung, die streng vertraulich war, wurde eingeleitet durch längere Darlegungen des Außenministers. Er gab einen umfassenden Ueberblick über die einzelnen Punkte der Tagesordnung: Tribute und Auslandsschulden, Abrüstungskonferenz, Östfragen, Schutz der deutschen Minderheiten im Auslande, über die handelspolitische Lage Deutschlands sowie über den fernöstlichen Konflikt. Nach der Rede des Reichsaußenministers trat der Ausschuß in die Aussprache ein. Von den Anträgen fanden folgende Annahme: Zunächst mit 17 gegen 11 Stimmen ein nationalsozialistischer Antrag, wonach die deutschen Zahlungen an Belaien aus dem Abkommen vom 13. Juli 1929 in Anbetracht der im Lausanner Abkommen vom 9. Juli 1932 auch von Belgien anerkannten wirtschaftlichen Notlage Deutschlands bis aufweiteres einzustellen sind. Ferner wurde eine durch einen kommunistischen Antrag erweiterte, von den nationalsozialistischen Ausschußmitglieder eingebrachte Entschließung mit den Stimmen von Kommunisten und Nationalsozialisten angenommen, die folgenden Wortlaut hat: „Der Herr Reichskanzler hat am Neujahrstage 1983 ausgesprochen, daß Deutschland nunmehr von Reparationen befreit sei. Der Auswärtige Ausschuß stellt fest, daß das umkämpfte Osthilse-Gesetz. Berlin. Im Haushaltsausschuß erklärte in Fortsetzung der Aussprache über die Osthilfe der Reichsernährungsminister, daß er bereit sei, in vertraulicher Form Auskunft auch über Einzelheiten der Osthilfe zu geben. Soziale Beiträge und Löhne sowle Handwerkerforderungen sollten bevorrechtigt behandelt werden. Nach dem Zweck des Sicherungsverfahrens sei der Schuldner verpflichtet, auch sein gesamtes sonstiges Vermögen für die Zwecke der Entschuldung zur Befriedigung der Gläubiger zur Verfügung zu stellen. Annähernd 10000 Menschen seien im Osthilfeapparat tätig. Ministerialdirektor Reicharöt teilte mit. daß 72500 Betriebe im Entschuldungsverfahren ständen; davon seien 12 400 entschuldet. 20000 seien wegen Entschuldungsunfähigkeit ausgeschieden; an Ssedlungsträger wurden bisher 59 nicht santerungsfähige Betriebe mit 28 400 Hektar Fläche übergeben. Aba. Kuhnke(DN.) stellt fest, daß der pom mersche Landbundvorsitzende v. Flemming überhaupt noch nicht umgeschuldet sei, daher auch keinen Pfennig von der Industriebank erhalten habe. Knebel-Döberitz schwebe schon seit 18 Monaten mit seinem Umschuldungsverfahren, das wegen verwandtschaftlicher Beziehungen zu dem Stettiner Leiter nicht dort, sondern in Berlin bearbeitet werde. Ein Regierungsvertreter teilte noch mit, daß für Frachtensenkungen im Osten 96 Millionen RM., für die Senkung der Realstenern 30 Millionen zur Verfügung gestanden hätten. Für die Mittel laßt andere sorgen. Berlin. Im sozialpolitischen Ausschuß des Reichstages erklärte Staatssekretär Dr. Grieser, die finanzielle Auswirkung eines soslal. demokratischen Antrages auf Aushebung der Rückerstattungspflicht für die Wohlfahrtsunterstützung könne man gar nicht berechnen. Die von den Soztaldemokraten beantragte Krankenversicherung der Wohlfahrtserwerbslosen durch die Gemeinden bedeute eine Ausgabe von 500 Millionen Mark. Hiervon hätten die Gemeinden 150 Millionen Mark aufzubringen. Ministerialrat Dr. Belslegel erklärte, ein kommunistischer Antraa, der die Aufbebung aller unter den Regierungen Müller, Brüning und Papen vorgenommenen Unterstützungskürzungen verlangt, würde eine neue finanzielle Belastung von vielen Hundert Millionen bedeuten. Der Antrag der Sozlaldemokraten, die durch die Juni=Notverordnung eingeführte Hilfsbedürftigkeitsprüfung wieder zu beseitigen, würde etwa 60—70 Millionen im Jahre kosten, der Antrag des Zentrums, der Nationalsozlalisten und des Christlichen Volksdienstes, die Dauer der versicherungsmäßigen Unterstützung von 6 auf 13 Wochen zu erhöhen, etwa 25 bis 30 Millionen. Trotzdem wurden diese Anträge mit Ausnahme des kommunistischen über die Aufhebung der Unterstützungskürzungen, des sozialistischen über die Krankenversicherung der Wohlfahrtserwerbslofen und des Dreiparteien Antrages über die Verlängerung der versicherungsmäßigen Unterstützung angenommen. Mittelstand= und Bergbaubeschlüsse des preußischen Handelsausschusses. Berlin. Der Handelsausschuß des Preußischen Landtages nahm einen deutsch=volkspartei. lichen Antrag an, wonach die Behörden ausdrücklich angewiesen werden sollen, bei allen Aufträgen das ortsansässige Kleibungsgewerbe möglichst zu berücksichtigen. Von dieser Berücksichti. gung sollen grundsätzlich auch die staatlichen Beiträge für die Arbeitsbeschaffung abhängig gemacht werden. Ferner wird Einwirkung auf die Reichsregierung verlangt, daß dem privaten Gewerbe keine Aufträge durch den Freiwilligen Arbeitsdienst entzogen werden. Zu Bergbaufragen wurde ein Zentrumsantrag angenommen, wonach das Staatsministerium auf die Bergwerksunternehmen einwirken soll, den Berginvaliden und den Beramannswitwen 8 Zentner Brennstoff wöchentlich unentgeltlich zu liefern. Nach einem angenommenen kommunistischen Antrag, sollen die deutsche Volk sowohl den vollen Zins- und Tilgungsdienst für die Dawesanleihe weiterhin tragen soll, ebenso den Zins= und Tilgungsdienst für die Yonnganleihe, ferner die Zahlunen an Amerika, die sogenannten belgichen Markzahlungen, die gestundeten Beatzungskosten, die zum Teil bis zum Jahre 1966 reichen sollen. Hinzutreten sollen noch die Ratenzahlungen für die Schlußzahlung von drei Milliarden, gemäß dem Lansanner Abkommen insgesamt 400 Millionen jährlich. Ueberdies beträgt der Verlust durch Beschlagnahme des deutschen Privatvermögens im Auslande etwa 11 Milliarden, deren Ersatz an die geschädigten Auslandsdeutschen laufende Belastungen für die deutschen Finanzen bedeuten." Die komunistische Ergänzung lautet:„Außerdem wurde das Inkrafttreten des Abkommens von Lausanne von den Regierungen Englands, Frankreichs, Italiens, Belgiens in einem„Gentleman aareement" davon abhängig gemacht, daß sich die Vereinigten Staaten von Nordamerika zur Streichung der interalliierten Schulden bereit finden. Infolgedessen ist bis auf den heutigen Tag und auch bis auf weiteres die Frage offen, ob das Lausanner Abkommen überhaupt Wirksamkeit erlangt."„ Der Antrag schließt:„Aus allen diesen Gründen ist der Auswärtige Ausschuß der Anschauung, daß die genannten Ansführungen des Herrn Reichskanzlers im In= und Ausland falsche Vorstellungen erwecken können, und deshalb den dentschen Interessen nicht genützt haben." Der Ausschuß vertagt sich auf Sonnabend vormittag. In dieser Sitzung sollen die restlichen Punkte der Tagesordnung, erweitert durch eine Aussprache über Kolonialfragen, erledigt werden. Bergbehörden angewiesen werden, in stärkerem Maße auf die Einhaltung der berapolizeilichen Bestimmungen besonders bei den Staatsgruben zu achten. Der 6A. Konslikt in Franken. Massenkundgebung für den abgesetzten SA.=Gruppenführer Stegmann. Ansbach. In einer Kundgebung versammelte am Mittwochabend die SA. Ansbach die Anhänger Stegmanns um sich. Der Onoldia.Saal war überfüllt. Neben den gesamten SA.=Formationen waren zahlreiche Standarten aus der Umgebung herbeigeeilt, um ein Treuegelöbnis für ihren Führer Wilhelm Stegmann abzulegen. Der SA.=Mann Gutmann ging auf den Inhalt des Kampfes der fränkischen SA. ein und führte u. a. aus:„Die fränkische SA. stehe nach wie vor zu dem obersten Führer, lasse aber ihren bewährten Gruppenführer Stegmann nicht fallen. Da sich durch einen Befehl der Gauleitung aus Nürn. berg die gesamte SA. sowie die Versammelten als aus der Bewegung ausgeschlossen betrachten müssen, werde die gesamte fränkische SA. als Freikorps„Franken" unter der Leitung des Standartenführers der Standarte 19, Dingselder, in treuer Ergebenheit zu Stegmann zusammenhalten und bleibe geschlossen bereit zum Endkampf für ein freies Deutschland. Sie werde dann wieder ohne weiteres dem obersten Führer Adolf Hitler zur Verfügung stehen, wenn eine für den Sonntag, den 22. Januar, vorgesehene Besprechung mit Hitler in Nürnberg eine Bereinigung der ganzen Angelegenheit bringe, wobei allerdings erwartet werde, daß das Stegmann zugefügte Unrecht wieder gutgemacht wird. Stegmann tritt aus der NSDAP. aus. Nürnberg. Der kürzlich abgesetzte Führer der SA.=Gruppe Franken, Steamann, hat seine, Adolf Hitler gegenüber, abgegebene Lovalllätserklärung zurückgezogen. Er ist aus der Nationalsozialistischen Partel ansgetreten und hat sich dem Freikorps Franken angeschlossen. Stegmann hat sich, wie es in einer längeren Erklärung heißt, zu seinem Austritt veran= laßt gesehen, weil ihn die fränkischen Amtswalter unter Ausnutzung eines Redeverbotes in schlimmster Weise zu bifsamieren snchten und er sich als Parteimitglied dagegen nicht zur Wehr setzen könne. Hitler hat nunmehr von sich aus Stegmann wegen Wortbruchs und anderer Vorfälle aus der NSDAP. ausgeschlossen. Wer sich zu Steamann bekenne, werde damit ebenfalls aus der N3DAp. ausgeschlossen. Eine Wiederaufnahme in die NSDAP. der aus diesem Grund Ausgeschlossenen werde niemals seine Genehmigung erhalten. Anstelle Stegmanns tritt der Steuersekretär Johann Appler, Gunzenhausen(NSDAP.) in den Reichstag ein. Kulturschande an der Weichsel! Polens Kampf gegen das Deutschtum. Eine englische Pressestimme. London. Ein Sonderkorrespondent des„Manchester Guardian“ schreibt in einem ausführlichen Bericht aus Bromberg über die Verfolaung der Deutschen in Polen, der insbesondere die protestantischen Lehrer ausgesetzt sind: „In den letzten Monaten ist die deutsche Bevölkerung in Posen und im Korridorgebiet ernstlich beunruhigt worden durch die Angriffe, die die polnische Polizei gegen den deutschen Kindergottesdienst in den weit auseinanderliegenden Dörfern richtet. Bibelunterricht an Kinder in einer beutschen Sonntagsschule in Polen werde als ein Vergehen betrachtet, das mit sofortiger Einkerkerung bestraft werden könne. Wenn ich nicht selbst, so bemerkt der Berichterstatter, dem Berufungsgericht in Bromberg beigewohnt hätte, wo derartige Fälle jede Woche behandelt wurden, so hätte ich kaum glauben können, daß solche Verhältnisse westlich der Weichsel bestehen. Der Korrespondent aibt eine erschütternde Schilderung über die Verfolgung der deutschen Lehrer und Schüler in diesem Teile Polens. Er schließt mit dem Hinweis darauf, daß das deutsche Kind nicht in der Religion seiner Väter erzogen werden könne und ihm die protestantische Kirche verloren sein werde. Diese Methoden seien ein Ausdruck des polnischen Nationalismus, der danach strebe, jede andere nationale Kultur zu beseitigen. Polens„potentie de gverre“. Von der ausländischen Rüstungsindustrie unabhängig! Warschau. Im Haushaltsausschuß des Seims ist vorgestern die Aussprache über das Heeresbudget zu Ende gegangen. Der Vizeminister im Kriegsministerium, General Slawoj-Skladkowski betonte, daß der größte Teil der volnischen Kriegsausrüstung im Inland hergestellt werde. Im Jahre 1925 wären die Auslandsbestellungen der polnischen Armee noch größer gewesen als die Inlandsaufträge Im laufenden Jahre aber bestelle man bereits für 188 Millionen Zloty im Inland und lediglich für 8 Millionen Zloty im Auslande. Im kommenden Jahre würden sogar die Auslandsbestellungen nur noch 1 Million Zloty betragen. Oesterreich läßt sich nicht neutralisieren. Bundeskanzler Dr. Dollfuß zu den französischen Plänen. München. Auf der Vollversammlung des Wirtschaftsbeirates der Bayerischen Vpt. kam der österreichische Bundeskanzler Dr. Dollsuß, der der Versammlung beiwohnte, auf die Gerüchte über eine Neutralisierung Oesterreichs zu sprechen. Wenn in den letzten Tagen, so betonte er, Nachrichten aufgetaucht seien über eine Neutralitätserklärung Oesterreichs und dergleichen, so wolle er öffentlich feststellen, daß diese Nachrichten, soweit sie Oesterreichs Beteiligung betreffen, unrichtig sind, und daß über solche Fraen mit Oesterreichüperhauptnichtgeprochen, oder in irgendeiner Weise verhanelt worden ist. Der Bundeskanzler fügte unter starkem Beifall hinzu: Daß wir dazu auchnicht bereit wären, halte ich für eine Selbstverständlichkeit. Wendung in der Kriegsschuldenfrage. Vor unmittelbaren englisch-amerikanischen Verhandlungen. Neuvork. Hoover und Roosevelt sind gestern übereingekommen, mit Großbritannien unmittelbar über die Schuldenfrage in Verhandlungen einzntreten. Die neue amerikanische Regierung will die britischen Vertreter zu diesem Zweck gern bald nach ihrem Amtsantritt im März empsangen; mit ihnen sollen auch Mittel und Wege zur Verbesserung der Weltwirtschaftslage erörtert werden. Im übrigen soll nur mit denjenigen Schuldnerstaaten über eine Revision ihrer Kriegsschulden verhandelt werden, die im Dezember 1932 die fällig gewesene Rate bezahlt haben. Die Verhandlungen mit Frankreich werden also, solange Frankreich die Zahlung nicht nachholt, nicht begonnen werden. Bezüglich der Verhandlungen mit England tebt Roosevelt auf dem Standpunkt, daß ein eineitiges amerikanisches Opser weder möglich sei, noch der Weltwirtschaft nützen würde. Insbesondere betrachte er Englands schwankende Währung mindestens ebenso als Hindernis für die Welterholung wie die Schuldenfrage. Man erwarte daher von England eine Zusichernna. daß es nach Einigung der Herabsetzung über die Schuldensumme baldigst zur Goldwährung zurückkehren werde. In drei Zeilen... Für den verstorbenen volksparteilichen Reichs tagsabgeordneten Dr. Schnelder der Spitzenkandidat im Wahlkreis Dresden=Bautzen war, zieht Rechtsanwalt Höhne=Dresden in den Reichstag ein. Wegen der Behauptung, die Feststellungen Dr. Fricks in einer der„Schwarzen Front“ gesandten Berichtigung zu der„Hündchen. Szene" sei erlogen, hat Dr. Frick Strafantrag gegen Otto Strasser und den verantwortlichen Schriftleiter A. Frank=Gricksch Hildebrand) wegen Beleidigung gestellt. Botschaftsrat Dr. von Twardowski von der deutschen Botschaft in Moskau ist zum Mitglied der Abrüstungskommission ernannt worden. Weiter sind in die Abrüstungskommission berufen worden, Reichsminister a. D. Prof. Dr. Moldenhauer für die mit der Ab. rüstung zusammenhängenden wirtschaftlichen und finanziellen Fragen und der frühere Staatssekretär Fischer. Hermann Graf von Arnim=Muskan Oberlausitz) hat seinen Austritt aus dem Landbund erklärt, weil die radikale politische Richtung, die der Landbund in letzter Zeit eingeschlagen habe, nicht seinen Auffassungen entspreche. Da die Besprechungen zwischen Dozenten aller Fakultäten und Vertretern der verschiedenen Gruppen und Verbände der Studentenschaft in Breslau ergebnislos auf Montag vertagt werden mußten. hat Professor Dr. Cohn sich, dem Wunsche der Dozenten und Studenten entsprechend, entschlossen, seine Vorlesungen vor Dienstag noch nicht aufzunehmen. Der erste nationalsozialistische Groß= tonfilm„Blutendes Deutschland", in dem Adolf Hitler und Dr. Josef Goebbels sprechen, ist von der Tonprüfstelle Berlin für die Oeffentlichkeit verboten worden. Der Außenminister von Uruauay und der deutsche Gesandte unterzeichneten heute den beutsch=uruquayischen Handelsvertrag. Der französische Botschafter in Berlin, Francois-Poncet, ist auf Vorschlag des französischen Außenministeriums zum Kommandeur der Ehrenlegion ernannt worden. V 3. 2. Blatt Nr. 18. Vom Jugendnotwerk. Der Arbeitsausschuß für das Notwerk der deutschen Jugend trat am Mittwoch im Arbeitsamt Hattingen zu einer Besprechung zusammen. Der Vorsitzende teilte mit, daß die kommunalen Spitzenverbände sowie die Vereinigung der Arbeitgeberverbände ihre Mitglieder zur Unterstützung des Notwerks aufgerufen hätten und gab einen kurzen Ueberblick über den Stand der Arbeit. Für den beruflichen Unterricht hat das Arbeitsamt in Verbindung mit der Berufsschule Kurse bereitgestellt für folgende Fächer: Holzgewerbe, Baugewerbe, Maler und Anstreicher, Metallgewerbe, ungelernte Arbeiter, Angestellte und Hauswirtschaft. Anträge auf Förderung wurden vorgelegt vom Städtischen Jugendamt für 3 Kameradschaften mit 85 Teilnehmerinnen. Verein für Turnen und Bewegungsspiele„Henrichshütte“ für 50 Teilnehmer, NSDAP.(N. S. B. O.) Hattingen für 60 Teilnehmer und der Kath. Jungmännerverein Niederwenigern für 25 Teilnehmer. In Vorbereitung befinden sich nach den Berichten der Ausschußmitglieder u. a. Kameradschaften der Gewerkschaftsjugend. Der Ausschuß beschloß im Anschluß an Ausführungen des Herrn Bürgermeisters Keller, das Landesarbeitsamt darauf hinzuweisen, daß das Jugendnotwerk dadurch wesentlich gefährdet werde, daß den Gemeinden infolge der Finanznot und einschneidender Verfügungen des Finanzministers die Heizung von Turnhallen, Aufenthaltsräumen etc. nicht mehr möglich sei. Das Landesarbeitsamt möge bei den zuständigen Stellen Abhilfe veranlassen. Das bisherige Ergebnis sowie die rege Aussprache in der Sitzung zeigten, daß das Jugendnotwerk auch im Bezirk Hattingen ein erfreuliches Interesse gefunden hat. * Hattingen. Stadtbaurat i. R. Christoph Epping f. Aus seinem langjährigen Heim Bahnhofstraße 20 kommt die Nachricht vom Tode des Stadtbaurats i. R. Herrn Christoph Epping. Gestern abend 9 Uhr ist er sanft entschlafen; sein Heimgang bedeutet Erlösung von schwerem Leid. Geboren am 19. Februar 1869 in Hamm i. W., widmete er sich nach seinen Schuljahren dem Schreinerhandwerk, insbesondere der Stellmacherei, absolvierte die Staatliche Bauschule in Höxter und trat dann in den Dienst der Stadt Duisbura, wo seine Haupttätigkeit beim Bau der Hafenanlagen lag. Von Duisburg kam er nach Iserlohn und Gladbeck und von dort am 15. April 1899 als Stadtbaumeister nach Hattingen. Sein erster größerer Bau in Hattingen war das Progymnasium, spätere Realgymnasium und heutige Oberlyzeum an der Bismarckstraße. Im Lause der Jahre folgten u. a. das Städtische Waldrestaurant Schulenburg, die Schule Blankensteiner Stran=— in zwei Bauperioden, das Rathaus im Pastorskamp, die Auflegung des städtischen Industriegeländes am Eicken, die Gasanstalt am Eicken, die Städtische Sparkasse, das LehrerseWie wird das Wetter? Ueberall Frostwetter. Für das mittlere Norddentschland: Zeitweise aufklärend und kälter, keine oder nur noch gering fügige Schneefälle. Mäßige Nordostwinde. Für das übrige Dentschland: Ueberall Frostwetter, nur im Süden und Südosten noch mäßige Schneefälle. * Die Wetterlage der vergangenen Woche mit Ausblick auf die kommende Woche. In der letzten Woche trat in der Luftdruckverteilung eine großzügige Umgestaltung ein. Während seit Anfang Dezember beständig sehr tiefer Druck bei Island lagerte und das winterliche russische Hochdruckgebiet nur schwach entwickelt war, stieg das Barometer setzt über Nordeuropa anhaltend an. Dafür lebte die Zyklonentätigkeit auf dem Mittelmeer auf. Diese Situation begünstigte den ersten stärkeren Ausbruch russischer Kaltluft nach Westen, der uns in der Nacht zum Sonntag erreichte. Während aber in Ostdeutschland die Temperaturen in kurzer Zeit vielfach unter 15 Grad Kälte sanken, war der Frost in unserem Klimagebiet wesentlich geringer, und nur in dem besonders frostgefährdeten Münsterland sanken die Temperaturen nachts öfters unter—5 Grad. die niedrigste Temperatur wurde dort am Donnerstag früh mit— 10 Grad gemessen. Tagsüber wurde aber der Gefriervunkt meist überschritten. Vor allem fehlte auch eine Schneedecke fast vollständig nur auf den höchsten Erhebungen des Sauerlandes hielt sich die in der Vorwoche gefallene geringe Schneemenge von 5 Zentimeter Höhe. Neuschnee trat überhaupt nicht ein. Demgegenüber nahm das Wetter über Nordeuropa und dem nördlichen Rußland einen recht winterlichen Charakter an. Aus dem nördlichen Finnland werden heute Kältegrade bis zu—39 Grad beobachtet Zugleich haben anhaltende Schneefälle dort zu einer geschlossenen Schneedecke geführt. Unter dem Einfluß eines von Spanien zum Mittelmeer gezogenen Tiefs gingen gestern auch in Süddeutschland und der Schweiz stärkere Schneemengen nieder, aus Oberbayern werden Scheehöhen bis zu 40 Ztm. gemeldet. Zur Zeit steigt der Luftdruck über Westeuropa weiter an und die Kaltluft wird sich daher bald erneut nach Westdeutschland ergießen. Damit werden die Temperaturen wieder stärker sinken, und es wird sich in der nächsten Woche der Frost noch verstätken Vermutlich werden auch zeitweise leichte Schneefälle eintreten, besonders in den Gebirgen ist mit günstigerer Schneelage zu rechnen. Wetterdienststelle Essen. Eheschließungen, Geburten und Sterbefälle in Preußen Samstag, 21. Januar. im 3. Vierteljahr 1932. Erhebliche Abnahme der Eheschließungen und Geburten.— Geringe Zunahme der Sterbefälle. Wie vom Preußischen Statistischen Landesamt mitgeteilt wird. hat sich unter dem Einfluß der starken Arbeitslosigkeit die Heiratshäufigkeit der Bevölkerung erneut verringert. Im dritten Vierteljahr 1932 wurden in Preußen nur noch 75972 Ehen geschlossen. Das sind rund 2000 weniger als in dem selben Viertel des Vorjahres und rund 15 000 weniger, wenn man 1929, das Jahr der höchsten Heiratshäufigkeit im letzten Jahrzehnt, zum Vergleich heranzieht. Die auf 1000 Einwohner und auf ein Jahr berechnete Heiratsziffer betrug 7,5 gegenüber 7,8 im Vorjahre und 9,2 im Jahre 1929. Noch stärker wirkte sich die Wirtschaftskrise auf die Geburtenzahl aus. Statt 160 540 Kinder, die im dritten Vierteljahr 1931 geboren wurden, ergab das Berichtsvierteljahr nur 151534. Auf je minar, sowie Um= und Ausbauten an verschiedenen städtischen Gebäulichkeiten und Anstalten, und als letzte und verhältnismäßig umfangreichste Arbeit die städtische Kanalisation. In seinen mehr als 30jährigen Hattinger Erinnerungen wird aber die nicht weniger wichtige Frage des Rathaus= Neubaues einen besonderen Platz eingenommen haben, und es dürfte daher gar nicht uninteressant sein, etwas näher darauf einzugehen. Wohin mit dem neuen Rathause? Die Platzfrage rückte allerlei Schwierigkeiten in den Weg und führte zu erbitterten Kämpfen innerhalb der Stadtverordneten=Versammlung. Eine kleine Minderheit sprach sich für das schon wiederholt in Erwägung gezogene Gelände der Erben Bergmann an der Bahnhofstraße aus, während die große Minderheit ebenso unentwegt an dem Gelände auf dem Pastorskamp festhielt. Am 21. Februar 1908 wurde die Angelegenheit vorläufig damit abgeschlossen, daß die Stadtverordneten=Versammlung mit 9 gegen 7 Stimmen— 18 Herren bildeten damals das Kolleaium— bei einer Stimmenthaltung beschloß, die Pastorskamp=Grundstücke für städtische Zwecke zu erwerben, und zwar insgesamt 1810 Quadratruten— rund 10 Morgen— zum Preise von 141 100 RM. Bald nachher ging wieder ein Schreiben der Regierung in Arnsberg ein, die Sache mit dem Polizeigefängnis zu beschleunigen*). Falls nicht bis zum 1. Mai 1908 ein dahingehender Beschluß gesaßt sei, werde die Regierung den Bau eines besonderen Polizeigefängnisses anordnen. Darauf beschloß der Magistrat in namentlicher Abstimmung mit 4 gegen 1 Stimme, das Rathaus mit Polizeigefängnis auf dem Pastorskamp zu errichten. Ein Magistratsmitglied stimmte für den Platz der Wwe. Weygand im Reschop, während das 6., nicht anwesende Mitglied nachträglich ebenfalls für den Pastorskamp eintrat. Da eine Einigung auch in der Folgezeit nicht zu erreichen war, so lag die Entscheidung beim Bezirksausschuß in Arnsberg. Zwischendurch wurde hüben und drüben in der Bürgerschaft erbittert weiter gekämpft unter der Parole:„Hie Rehschop!"—„Die Pastorskamp!" Wochenlang hallte die ganze Stadt wider von diesem Ruf. Am 24. Juni 1906 fiel die Entscheidung des Bezirksausschusses für Pastorskamp. Eine Protestbewegung weiter Bürgerkreise verlief im Sande. Nachdem die Platzfrage ihre Erledigung gefunden hatte, wurde Stadtbaumeister Epping mit der Aufstellung des Bauplanes beauftragt. Von meheren Plänen wählte die Baukommission einstimmig den aus, der den Bau brachte, wie wir ihn heute kennen, und zu dem am 21. Juni 1900 der Grundstein geleat wurde, nachdem Magistrat und Stadtverordneten=Versammlung am 27. November 1908 ebenfalls einstimmig dafür eingetreten waren und die Kosten mit 200000 Mark bewilligt hatten. Der gesamte Entwurf und sämtliche Baupläne sind von dem jetzt Verstorbenen, dem auch die Bauleitung übertragen wurde, durchdacht und aufgestellt worden. Seine drei Hammerschläge bei der Grundsteinlegung begleitete Stadtbaumeister Epping mit den Worten: So laßt uns denn die Hände wacker rühren, Und diesen Bau mit Gott zu Ende führen Am 19. April 1912 verlieh die Stadtverordneten=Versammlung Herrn Stadtbaumeister Epping den Titel Stadtbaurat und wählte ihn zugleich auf Lebenszeit in den Magistrat. Diese Ehrung war der Stadt Dank an den Leiter des städtischen Banwesens, insbesondere aber für den wohl gelunienen, der Stadt zur Zierde gereichenden Bau des neuen Rathauses, nachdem Herr Epping eine geldliche. Belohnung dankend ausgeschlagen und abgelehnt hatte. Vor vier Jahren machten sich bei dem anscheinend so kerngesunden Manne Anzeichen eines *) Die Frage eines Rathaus=Neubaues war lereits 1893 unter Bürgermeister Falke erwogen, anderer dringender Bauten— Schlachthof, Gasanstalt usw.— wegen aber zurückgestellt worden. Brennend wurde sie, als ein zur Revision in Hattinger weilender Regierungsassessor aus Arnsberg die Arresthauszellen im Rathaus=Erdgeschoß nicht nur als„unfreundlich", sondern auch als gesundheitsschädlich bezeichnete, und die Regierung auf Grund dieses Berichtes möglichst bald den Bau eines neuen Polizeigefängnisses verlangte. Damit kam auch die Rathausfrage wieder in Fluß, weil die städtischen Kollegien sich grundsätzlich auf den Standpunkt stellten, die geforderten neuen Gefängnisräume auch weiterhin im Rathause unterzubringen. Dieser Beschluß beschäftigte am 22. April 1908 die Stadtverordneten=Versammlung. Ueber 100 Bürger hatten sich als Zuhörer eingefunden, und die Sitzung selbst nahm einen stürmischen Verlauf. Nach dreistündigem Wortgefecht fiel die Entscheidung: 9 gegen 8 Stimmen für die Magistratsvorlage. 1000 Einwohner kamen nur noch 15.0 Geborene gegen 16,0 im Vorjahre. Die Sterblichkeit hat etwas zugenommen; es starben im Berichtsvierteljahr rund 1400 Personen mehr als im dritten Vierteljahr 1931, und die auf das Jahr berechnete Sterbeziffer stieg von 9,9 Prozent auf 10,0 Prozent. Die Säuglingssterblichkeit ist dabei nicht unerheblich gestiegen. Es starben 11482 Kinder im Altex unter einem Jahre gegenüber 11 040 im Vergleichsvierteljahr. Auf 100 Lebendgeborene entfielen jetzt 7,5 gestorbene Säuglinge(gegen 6,7). Das Ergebnis des stärkeren Geburtenrückganges und der erhöhten Sterblichkeit war ein recht geringer Geburtenüberschuß. Er belief sich auf 51298 oder 5,1 Prozent und war um 10 379 oder um ein Sechstel niedriger als im gleichen Quartal des Vorjahres.* Hallo! Hier Kreuzer„Köln“! Wir geben heute Herrn Wilhelm Holte aus Hattingen das Wort zu einer Schilderung des ersten Teiles der einjährigen Auslandsreise des deutschen Kreuzers„Koin“ Herr Holte gehört zur Besatzung des Schiffes. Seine interessanten Aufzeichnungen werden um so größere Beachtung finden, als einmal jeder Deutsche Anteil nimmt an der Fahrt der „Köln“, zum anderen aber der Verfasser, wie schon erwähnt, ein Landsmann ist und anschaulich zu erzählen versteht. Wir glauben der Zustimmung aller Leser gewiß zu sein, wenn wir ihm durch die Zeitung die besten Heimatgrüße übermitteln. a Man beachte auch den Artikel über einen Besuch der„Köln"=Besatzung im deutschen Zirkus Gleich in Messina.(3. Seite Hauptblatt.) Herzleidens bemerkbar, das stärker und stärker auftrat und 1931 zu seiner Pensionierung führte, die er selbst beantragt hatte. 32 Jahre im Dienste der Stadt; die beste Zeit seines Lebens gehörte Hattingen, dessen erster Stadtbaumeister er war. Auch in der Leidenszeit bewährte er sich durch ernstes Pflichtbewußtsein und treue Hingabe an sein Amt, das ganz gewiß kein leichtes ist und bei seinen vielen Berührungspunkten mit bauenden Kreisen immer wieder zu Meinungsverschiedenheiten zwischen Beamten und Bürger führen wird, und im Dienste des Heimgegangenen des öfteren auch geführt hat. Das soll nicht unerwähnt bleiben, wenn wir bei einer Gelegenheit wie heute seiner gedenken. Wir haben ihn gekannt aus langjähriger Zusammenarbeit im Dienste der Stadt. Ein aufrechter, gerade Mann ist mit ihm dahingegangen, der seiner westfälischen Eigenart nie untren werden konnte. Echt und tief war seine Religiosität. Im persönlichen Verkehr war er freundlich, gesällia und entaegenkommend, soweit seine Stelluna das zuließ. Selbst schlicht, jeden Aufhebens abgeneiat liebte er vor allem diesenigen, welche ebenso dachten, in seinem Mitarbeiter= und Freundeskreise. Unermüdlich hat der Entschlafene ein Menschenalter hindurch seine ganze Kraft und seine aroße Schaffensfreude der Stadt gewidmet. Nun ruht er aus von seiner Arbeit— seine Werke solgen ihm nach und werden seinen Namen lebendia erhalt unter uns! Neufestsetzung der Ortslöhne. Vom Oberversicherungsamt sind die Ortslöhne für die Zeit vom 1. Januar 1933 bis 31. Dezember 1933 neu festgesetzt worden. Es gelten hiernach für die Bezirke der Versicherungsämter Altena, Bochum, Castrop=Rauxel, Dortmund, Hagen, Hamm, Herne, Iserlohn=Stadt und Landkreis, Lüdenscheid, Lünen, Ennepe=Ruhr=Kreis in Schwelm, Siegen=Stadt und Landkreis. Unna, Wanne=Eickel, Wattenscheid. Witten folgende Sätze: Männlich: unter 16 Jahren 1,20 RM., 16—21 Jahre 2,40 RM., über 21 Jahre 3,45 RM.; weivlich: unter 16 Jahren 0,90 RM., 16—21 Jahre 1,65 RM., über 21 Jahre 2,55 RM.—bh * Fürsorgetermine des Gesundheitsamtes des Enneve=Ruhr=Kreises für die Woche vom 23. 1. 1933 bis 28. 1. 1933. Sprockhövel, Montag, 23. 1., Turnhalle, 16—18 Uhr: Sprechstunde der Tuberkulosefürsorgestelle. Hattingen, Donnerstag, 26. 1., früh. Landratsamt, 14—16 Uhr: Sprechstunde der Mütterberatungs= und Säuglingsfürsorgestelle. Sprockhövel. Freitag, 27. 1., Turnhalle, 15,30 bis 17 Uhr: Sprechstunde der Mütterberatungs= und Säuglingsfürsorgestelle. Welper, Freitag, 27. 1., Gemeindeamt. 10—12 Uhr: Sprechstunde der Tuberkulosefürsorgestelle. Bredenscheid, Freitag, 27. 1., Zeche Johannessegen, 14—16 Uhr: Sprechstunde der Mütterberatungs= und Säuglingsfürsorgestelle. — Zehn Grad minus Thermometerstand wurden in der vergangenen Nacht im Stadtbezirk gemessen. Heute früh um 7 Uhr zeigte das Thermometer in geschützterer Lage minus 6 Grad. Gegen Mittag waren es dort noch stark 4 Grad. — Doppeljubiläum an der Heggerstraße. Fünfzig Fahre besteht heute die Gärtnerei Fritz Frohne, ein weit über die Grenzen der Stadt hinaus bekanntes Unternehmen, das, aus kleinsten Anfängen emvorgewachsen, sich im Laufe dieser Zeit zu anerkannter Leistungsfähigkeit entwickelt hat und jetzt von dem ältesten Sohne des Gründers, Herrn Fritz Frohne jun. geleitet wird. Gleichzeitig mit dem Geschäftsjubiläum feiern die Eheleute Fritz Frohne sen. und Amalie Frohne, geb. Granes, ihr vierzigjähriges Ehejubiläum. Zu diesem Doppeljubiläum übermitteln auch wir der Familie Frohne und insbesondere den Eheleuten Fritz Frohne sen., indem wir uns zu dem großen Verwandten, Freundes= und Bekanntenkreis gesellen, der heute im Hause Heagerstraße 41 vorsprechen wird, unsere besten Glückwünsche. — Vom städtischen Wohlfahrtsamt Hattingen wird darauf hingewiesen, daß sämtliche Wohlfahrtsbriesmarken, sowie Hindenburg=Wohlfahrtsvostkarten im Rathaus, Zimmer 25, noch erhältlich sind. — Heute, Samstag, den 21. d. Mts.: Gastspiel des Rheinischen Städtebund=Theaters, Neuh, im Evang. Gemeindehaus Die Aufführung des ersolgreichen Lustspiels„Nina, der Filmstar" von Bruno Frank beginnt pünktlich 815 Uhr abends. Einzelkarten zum ermäßigten Preis sind im Vorverkauf bei Overbeck und an der Abendkasse erhältlich. — Vom Freiwilligen Arbeitsdienst. Gestern sand im Arbeitsamt eine Konferenz der Träger der Arbeit und des Dienstes sowie der Lagerführer der im Bezirk Hattingen laufenden Maßnahmen des F. A. D. statt Der Arbeitsamtsdirektor stellte den Lagerinspizienten des Herrn Bezirkskommissars. Herrn Dr. Bleber. vor. zu dessen Dienstbereich auch der Bezirk Hattingen gehört und machte eine Reihe geschäftlicher dattinaen- St. Beosbh Bauen in der Altstadt— natitechalten am alten Stil. Der Heimat Interesse für das Heimatmuseum im Alten Rathause wächst recht erfreulich. Kaum vergeht ein Tag, an dem nicht ein Zuwachs an altväterlichen Sachen zu verzeichnen ist, aus der engeren Heimat sowohl, als auch aus Nachbarbezirken. „Sehet einmal zu auf euren Hausböden, in Kämmerchen und Truhen! Ihr werdet noch mancherlei finden, das unbeachtet umherliegt und gelegentlich in den Ofen wandert, oder zum Althändler geht, weil es euch nutzlos erscheint. Sammelt und bringt es zum Heimatmuseum, wo es gut aufbewahrt ist und die Allgemeinheit interessiert und erfrent! Diese Mahnung und Bitte ist erfolgreich gewesen und hat, wie eingangs gesagt, die Räume des Heimatmuseums so gefüllt, daß sie sich längst als zu klein erwiesen haben und allerlei Umgruppierungen vorgenommen werden mußten, um eine bessere Uebersicht zu gewinnen und das Hauptsächlichere und Wertvollere hervortreten zu lassen. Viel Platz nimmt vor allem ein alter Seidenwebstuhl mit reichem Zubehör ein, ein Geschenk der Firma Conze u. Colsman in Nierenhof, er ist so groß oder gar noch größer als das altbäuerliche Himmelbett im früheren Bürgermeisterzimmet. Zahlreich sind auch die Ueberweisungen an alten Waffen(Flinten, Säbeln, Dolchen usw.), darunter auch solche aus ehemaligen deutschen Kolonien; die Waffenkammer ist schon ein Museum für sich. Bei der Fülle interessanter Schaustücke dürfte die Museumsverwaltung im Einverständnis mit evgl. Kirchengemeinde und Stadtverwaltung dazu übergehen, den vielhundertjährigen Glocken der St.=Georgs=Kircher am Fuße des Kirchturmes Gegenstände beizugesellen, die wohl geeignet sind, die Erinnerung an Althattingen zu wecken, zu erhalten und zu vertiefen und dadurch die Liebe zur Heimat zu fördern und zu beleben. Der vorhandene Raum wird bekanntlich mit Gras besät und Buschwerk umrahmt, sobald der Restteil des Kirchenschiffes von seinem jetzigen Putz befreit ist und in dem gleichen wirkungsvollen Stil erscheint wie der Turm. Es wird auch daran gedacht, die Eisengitter an den beiden Kriegerdenkmälern zu beseitigen und durch Strauchwerk zu ersetzen. Wie wir hören, ist schon bald eine neue Bauordnung für die Altstadt zu erwarten. welche möglichst nur eine zeietagige Banweise bei Häusern zuläßt, wie ne vorwiegend noch am Untermarkte zu finden ist: selbstverständlich soll dabei die Anpassung an bereits vorhandene neuere Bauten nicht ganz verhindert werden. In diesem Sinne, das Alte zu ehren, soll stadtseitig auch dahin gewirkt werden, den Gaststädten der Altstadt das gemütliche, anheimelnde zu erhalten, das mmer wieder anzieht und zum Verweilen einadet. Man hofft dabei Verständnis und Entgegenkommen zu finden. Selbstverständlich hat jeder Gaststätteninhaber ein Interesse daran, weiterhin auf Sauberkeit zu halten und die für sein Haus in Betracht kommenden besonderen Anlagen hugienisch einwandfrei zu gestalten und hierbei nicht zu Perhältnissen zurückzukehren, die sich längst übersebt haben. Die allermeisten Gaststätten lassen itsächlich heute schon kaum etwas zu wünschen ilbrig. In der Altstadt konzentriert sich der Fremdenverkehr vorwiegend. Ihn zu heben und zu fördern ist aller Heimatfreunde Wunsch und Begehren. Hoffentlich haben alle Bestrebungen, die darauf gerichtet sind, Erfolg in einer Zeit. die wieder mit Pfennigen zu rechnen gewohnt ist und immer mehr gewohnt werden wird, damit wir allesamt durchhalten können zu einer besseren Zukunft. 5 Mitteilungen, an die sich eine rege Aussprache über die praktische Auswirkung der einzelnen bekanntgegebenen Verfügungen schloß. Einen breiten Raum nahm die Erörterung der Verwendung des Förderungsbetrages ein, der auf Unterkunft, Verpflegung, Bekleidung, Taschengeld, Verwaltung und Sonstiges zweckmäßig aufgeteilt werden muß. Alsdann wurden de Anwesenden mit der ab 1. Januar 1933 vom Herrn Bezirkskommissar obligatorisch eingeführten Lagerbuchhaltung vertraut gemacht. — Für das am 18. Februar im Ev. Gemeindehause stattfindende Konzert des 15. ReichswehrReiter Regiments in Paderborn sind heute durch die Arbeitsgemeinschaft der Kriegervereine die Programme in Umlauf gesetzt. Da mit einem sehr großen Andrang gerechnet wird, ist es ratsam, sich beizeiten mit einem Programm zu versehen, zumal die Ausgabe nur in beschränktem Maße stattfinden soll. — Im Restaurant„Gemütliches Eck" Willi Kirchmeier, Hattingen. Sprockhöveler Straße 47, findet morgen ab 5 Uhr nachm. Preistanzen statt. Von Freitag, dem 26., bis Dienstag, den 81. Januar, großes Kugelpreisschießen.(S. Voranzeige.) — Immerbrand=Herd. In Hattingen finden am Montag, dem 23. Januar, nachmittags 4 Uhr und abends 8 Uhr im großen Saale des Restaurants z. Reichsadler interessante Vorführungen statt, bei welchen der moderne Küchenherd„Immerbrand" praktisch gezeigt wird. Als besonders interessant wird auch das Kochen ohne Wasser und das Braten ohne Fett vorgeführt, wodurch die Vitamine und Nährstoffe weitgehendst erhalten bleiben. Ebenso ist völlig neu das Einkochen ohne Apparat, weil 20 und mehr Gläser gleichzeitig und ohne Aufsicht zugekocht werden können. h. Winz-Baak. — Der„Kirchbauverein Winz=Baak“ erinnert seine Mitglieder und Freunde daran, daß am Dienstagabend, 6 Uhr, im Lokale Schroer hierselbst die Jahreshauptversammlung stattfindet. Altendorf-Ruhr. — Im Restaurant zur Burgruine(Wilhelm Nieding) findet am Sonntag, dem 22. Januar, wieder Konzert mit Tanzeinlagen statt. Kapelle Hoffmeister, spiegelglatte Tanzfläche, Eintritt frei. (S. Anz.). Herbede. — Arbeit für Freiwilligen Arbeitsdienst. In Durchholz und Vormholz soll jetzt durch den Freiwilligen Arbeitsdienst mit der Urbarmachung von Brachland und von Gelände, das der Holznutzung dient, jedoch wenig rentabel ist, begonnen werden. Das in Betracht kommende Gelände ist etwa 140 Morgen groß. Die Arbeit stellt die Ge. meinde Herbede, während als Träger des Freiwilligen Arbeitsdienstes die Ballel„Note Erde“ des Jungdeutschen Ordens ist, der auch die Betreuung der Freiwilligen in der Freizeit obliegt. Bei einer veranschlagten Anzahl von 23 105 Tagewerken hofft man 60 Arbeitsfreiwillige für die Dauer von etwa 70 Wochen beschäftigen zu können. Die Unterbringung der Dienstwilligen soll in einer besonders zu errichtenden Baracke als Arbeitsdienstlager, das 60 Personen Unterkunft gewährt, erfolgen. Um den Freiwilligen auch während der jetzigen Jahreszeit Beschäftigungs. möglichkeit zu geben, soll das Fällen und evtl. Noden der zur Abholzung bestimmten Bäume als Winterarbeit durchgeführt werden. Da die Arbeiten als gemeinnützig und volkswirtschaftlich wertvoll anzusprechen sind, ist mit einer alsbaldigen Anerkennung der Arbeiten durch das Landesarbeitsamt zu rechnen. — Wieder ein Fahrraddiebstahl. Dem Kriegs, beschädigten L., an der Hauptstraße in Westherbede wohnhaft, wurden nachts durch Einbruch aus sei. nem Stallgebäude ein Herren= und ein Tamenfahrrad gestohlen. Es handelt sich um die Marken„Gereke" und„Nixe“. Haßlinahausen. — Bevölkerungsstatistik. Das Amt Haßlinghausen hat 7758 Einwohner. Diese Zahl verteilt sich auf die einzelnen Gemeinden wie solat: HaßEin neuer langwieriger Prozeß gegen die Stadt Bochum In den Staatsdienst übergetretene Polizei diesmal als Kläger. Eine Lebensdauer von vielen Jahren hat eine gegen die Stadt Bochum gerichtete Zivilprozeßgeschichte, deren Ende noch nicht abzusehen ist. Am Donnerstag stand wieder in der Sache Termin vor der Zivilkammer des Landgerichtes Bochum an, der aber wieder der Vertaggung anheim fiel. Am 1. Juli 1909 wurde in Bochum die Polizei verstaatlicht. Die Mehrzahl der damaligen städtischen Polizeibeamten trat in den Staatsdienst ein, während andere in dem der Stadt noch verbliebenen Polizeidienst weiterbeschäftigt wurden. Ein Teil der zum staatlichen Polizeidienst übergetretenen Beamten strengte gegen die Stadt Bochum Klage auf Schadenersatz an. In der Klage behaupeten sie, bei ihrem Uebertritt in den staatlichen Polizeidienst von der Stadt getäuscht worden zu sein. Sie seien unter Drohungen zum Uebertritt veranlaßt und dadurch in ihren Bezügen und in ihrem Fortkommen geschädigt worden. Mit einigen der klagenden Beamten kam es nach einem langwierigen Prozeßverfahren im Jahre 1912 zu einem Vergleich. Eine Gruppe Polizeibeamter, Manthei und Genossen, strenaten die gleiche Klage gegen die Stadt Bochum an. Dieser Prozeß schwebt seit dem Jahre 1925. Am 9. Dezember 1927 fällte die Zivilkammer des Landgerichtes Bochum in der Sache ein Urteil, in welchem nach Antrag der klagenden Polizeibeamten gegen die Stadt Bochum entschieden ist Eine nichtpassende Brille schädlicher wie keine Brille. Fachmännische Beratung bei linghausen 4337, Gennebreck 1485. Linderhausen 1280, Hiddinghausen I 656. Davon sind evangelischer Konfession 6752(87,03 Prozent), die sich auf die einzelnen Gemeinden wie folat verteilen: Haßlinghausen 3714(85,64 Proz.), Gennebreck 1356(91,81 Proz.), Linderhausen 1070(83.60 Proz.), Hiddinghausen I 612(93,29 Proz.). Die katholische Bevölkerung macht 7,25 Prozent der Gesamteinwohnerschaft aus und zählt 562 Personen. Davon entfallen auf die Gemeinde Haßlinghausen 381 (8,78 Proz.), Gennebreck 72(4,85 Proz.), Linderhausen 69(5,39 Proz.), Hiddinghausen I 40(6,10 Proz.). Sonstige Christen sind im Amt vorhanden 90(1,16 Proz.) und Dissidenten 354(4,56 Prozent). Die Dissidenten verteilen sich auf die Gemeinden wie folgt: Haßlinghausen 189(4,36 Prozent), Gennebreck 87(2.49 Proz.). Linderhausen 124(9,68 Proz.) und Hiddinghausen 1 4(0.61 Prozent). Der zur Kirchengemeinde Sprockhövel gehörige Ortsteil Scheven zählt 276 Einwohner mit 245 evangelischen, 29 katholischen Bewohnern und 2 Dissidenten. Bochum. händler von einer Kuh getötet. Auf dem städtischen Schlachthof wurde gestern morgen ein 46jähriger Händler durch eine wildgewordene Auh so schwer verletzt, daß er auf dem Wege zum Krankenhaus verstarb. Die Leiche wurde in die Leichenhalle des Krankenhauses eingeliesert, die Auh von Angestellten des Schlachthofes eingesangen und getötet. Von anderer Seite wird uns über den Vorsall wie folgt berichtet: Im Betriebe des Bochumer Schlachthofes spielte sich am Freitag vormittag ein gräßlicher Unglücksfall ab. Der Händler Abel Cohn ans Bochum wurde von einer wildgewordenen Kuh wurde. Auf die von der Stadt Bochum eingelegte Berufung hin hob jedoch das Oberlandesgericht Hamm das Urteil des Landgerichtes Bochum auf und wies die Polizeibeamten mit ihrer Klage ab. Hiergegen strengten die Kläger das Revisionsverfahren an. Das Reichsgericht hob nun das Urteil des 9. Zivilrates des Oberlandesgerichtes Hamm auf und verwies die Streitsache zur nochmaligen Entscheidung an den 5. Zivilsenat des Oberlandesgerichts Hamm, der die von der Stadt Bochum gegen das erste Urteil eingelegte Berufung zurückwies und die Zivilkammer des Landgerichtes Bochum beauftragte, eine Entscheidung über die Höhe des den Polizeibeamten zustehenden Schadenersatzes, sowie über die Tragung der Gerichtskosten zu treffen. In diesem Verfahren bestreitet die Stadt Bochum die Höhe des von den Klägern beanspruchten Schadenersatzes. Sie hat dem Gericht ein ausführliches Gutachten eingereicht, dem jetzt die Kläger mit einem Gegengutachten entgegentreten wollen. Deshalb wurde die am Donnerstag anstehende Verhandlung wiederum vertaat. Wird auch dieser Teil des Prozesses alle Instanzen durchlaufen, so können noch einige Jahre ins Land ziehen. Der Stadt dürfte, da sie in der Hauptsache der Klage verloren hat, dieser Prozeß schon allein wegen der Kosten teuer zu stehen kommen.(* auf die Hörner genommen und zwei Meter hoch in die Luft geschleudert. Beim Fallen schlug er mit dem Kopf auf das Gleis der Schlachthofbetriebsbahn. Er war sofort tot. Ein falscher Traum. Eine Lehre: Man soll nie den Mund zu voll nehmen. Vom Bochumer Schwurgericht war vor mehreren Jahren der Fabrikant Bruchhäuser von Witten=Annen wegen wissentlichen Falscheides zu einem Jahre 9 Monaten Zuchthaus verurteilt worden. In der Revisionsinstanz wurde ein Teil des Urteils aufgehoben und dieses an das Landgericht Bochum zur erneuten Verhandlung zurückverwiesen. Es erfolgte eine Revision des Urteils, ein Teil der noch verbliebenen Strafe gelangte zur Aussetzung. Der Angeklagte unternahm jetzt einen Beschwerdefeldzug gegen den Vorsitzenden und die beiden Beisitzer des Schwurgerichtes in Form von fortgesetzten Eingaben an den Landgerichtspräsidenten, Oberstaatsanwalt und schließ, lich auch an den Generalstaatsanwalt in Hamm. In diesen Eingben erging sich Bruchhäuser in schweren Vorwürfen gegen das Schwurgericht und beantragte die Einleitung eines Disziplinarverfahrens wegen Rechtsbeugung gegen die betrefsenden Richter. Die pflichtgemäß einsetzende Prüsun gergab in allen Instanzen die völlige Haltlosigkeit der Anschuldigung Bruchhäusers. Nichtsdestoweniger antwortete Br. in weiteren Eingaben mit der Wiederholung seiner Angriffe gegen die Richter. Der Landgerichtspräsident ließ dem Manne die Erklärung zugehen, daß auf weitere Eingaben, in denen beleidigende Anwürfe gegen das Schwurgericht enthalten sein sollten, keine Antwort mehr erfolge. Trotzdem ließ Bruchhäuser weitere Eingaben und selbst Anzeigen gegen die Richter des Schwurgerichtes wegen Amtsverletzung und Rechtsbeugung an Be. hörden abgehen. Darauf stellten die Richter gegen Bruchhäuser Strafantrag wegen wissentlich salscher Anschuldigung. In der Verhandlung vor dem Schöffengericht in Bochum wiederholte der Angeklagte hartnäckig die Vorwürfe der Rechtsbeugung. Er kam mit Benennung einer Anzahl Zeugen, die angeblich seine Behauptungen erhärten sollten. Das Gericht lehnte den Beweisantrag ab, da es nicht seine Aufgabe sei, Urteile nachzu. vrüfen. Es hielt den Angeklagten der falschen Anschuldigung wider besseres Wissen aus 8 164 des Str.=G.=B. für voll überführt und erkannte auf fünk Monate Gefängnis. Wegen der in dem Verhalten des Angeklagten gegen ein Gericht liegenden gemeinen Gesinnung wurde ihm die bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von zwei Jahren ab= und den beleidigten Richtern die Publikationsbefugnis des Urteils zugesprochen. Beachtenswertes Programm im Adler=Palast, Welper.— Zwei Tonfilme erster Güte! Brigitte Helm als Gilgi in„Eine von uns“. So möchten wir sie immer sehen, schlicht und natürlich. Gilgi ist der Roman eines jungen Mädchens unserer Tage, deren Leben sich aus tausend Wechselfällen formt, und verkörpert das Leben zahlloser Frauen, deren Schicksal ähnlich ist. Alle Darsteller leisten Außergewöhnliches, Brigitte Helm war in keinem Film bisher stärker.— Renate Müller— Georg Alexander in„Wie sag ich's meinem Mann“. Entzückende Unterhaltung, pikante Geschichte in einer hochanständigen Verpackung. Hier wird ein Ehekrieg in so humorvoller Weise geschildert, daß selbst der Griesgrämigste ein verständnisvolles Schmunzeln nicht unterdrükken kann. Ein blitzsauberer Film mit bezaubernden Aufnahmen und glänzenden Darstellern. Versäumen Sie nicht, sich dieses erstklassige Programm anzusehen.(5 Evangelische Gottesdienste. Kirchl. Gemeinschaft, Hattingen, Schulstr. 41: Sonntag: 9.30 Uhr Sonntagschule: 14 Uhr Kinderbund; 15.30 Uhr Bibelstunde: 17 Uhr Jugendbund; 18.30 Uhr Generalversammlung des Jugendbundes. Dienstag 20.30 Uhr Bibelbesprechstunde. Text: Römer 12, V. 17—21. Mittwoch 20 Uhr Mädchenstunde; Donnerstag 15.30 Uhr Frauenstunde; Donnerstaa 20 Uhr Blaukreuzstunde; Freitag 20 Uhr Jungmännerstunde; Samstag 18 Uhr Posaunenchor, 20.30 Uhr Evangelisation, Jugendbundsekretär: Uloth. Kirchliche Gemeinschaft, Baak: Mittwoch 20.00 Uhr Bibelstunde in der Schule in Winz. Kirchl. Gemeinschaft, Sprockhövel. Brinkerstr. 1: Sonntag 17.30 Uhr Evangelisation; Donnerstag 20.30 Uhr Bibelstunde. Katholische Gottesdienste. Hattingen: 7 Uhr hl. Messe m. gem. hl. Komm. des Müttervereins: 8 Uhr hl. Messe m. Pr.; 9 Uhr hl. Messe m. Pr.; 10 Uhr Hochamt m. Pr.; 3 Uhr Predigt für die Frauen und Mütter mit sakr. Segen; 6 Uhr Singandacht. Oberelfringhausen: 7 Uhr Frühmesse m. Pr.; 8.30 Uhr hl. Messe m. Pr.; 3 Uhr Andacht. Bredenscheid(Antoninskapelle): 7.30 Uhr hl. Messe m. Pr.; 10 Uhr Hochamt m. Pr.; 3 Uhr Andacht. Welper: 7.30 Uhr Frühmesse m. gem. heil. Komm. der Mütter u. d. Schulknaben der oberen Jahrgänge; 10 Uhr Hochamt m. Pr.; 2.30 Uhr Andacht. Blankenstein: 7.45 Uhr Frühmesse; 10 Uhr Hochamt m. Pr.; 2.30 Uhr Andacht. Herbede: 7.30 Uhr-Frühmesse m. Pr.: 10 Uhr Hochamt m. Pr.; 2.30 Uhr Andacht m. Pr. Niederbonsseld: 7.30 Uhr Frühmesse m. Pr.; 10 Uhr Hochamt m. Pr; 2.30 Uhr Andacht. Altendorf: 7 Uhr Frühmesse, gem. hl. Komm. der Mittelklassen u. d. Jungfrauenkongregation; 8 Uhr hl. Messe; 9 Uhr hl. Messe; 10 Uhr Hochamt: 8 Uhr Andacht. Niederwenigern: 7.30 Uhr Frühmesse m. Pr. u. gem. hl. Komm. des Müttervereins, sowie der Erstkommunikanten der Mittelklassen: 10 Uhr Hochamt m. Pr.; 2.30 Uhr Christenlehre mit Andacht und sakr. Segen. Haßlinghausen: 8 Uhr Frühmesse m. Pr., gem. hl. Komm. der Kinder, 10 Uhr Hochamt m. Pr.; 3 Uhr Andacht. Die heutige Nummer umfaßt 20 Seiten. Dio moste Reise des Nreüger„Köln“. Von Wilhelm Holte, Kreuzer„Köln“. Abschied und Auslaufen.— Durch den Kanal.— Die slürmische Biskaya. Der erste Hafen im Anslande: Caraminal. I. 8. Dezember 1932. Die dunkle Dezembernacht ist einem glasklaren, eisigen Morgen gewichen. Am Pier des Verpflegungsamtes steigen graue Rauchmassen aus den Schornsteinen des dort liegenden modernen Kreuzers. Die„Köln“ ist es, die heute mit 560 Mann Besatzung eine einjährige Auslandsausbildungsreise nach Australien und dem Fernen Osten antreten wird. Schon haben sich Hunderte von Menschen vor dem Schiffe an windgeschützten Stellen aufgestellt, und dauernd läuft es noch über die schmale Inselbrücke der„Köln" zu. Eine Marinekapelle spielt forsche Märsche. am Oberdeck des Schiffes machen Matrosen und Kadetten mit mächtigen Besen„Reinschiff“ das letzte im Heimathafen. „Aufklaren" und„Ausscheiden mit Reinschiff!“ pfeift der Bootsmannsmaat der Wache durch die Decks,„alle Mann sich umziehen!" Das bisher getragene Takelpäckchen wird ausgezogen und in einigen Minuten stehen sie an Deck unsere blauen Jungens, schneeweiß im Anzug und mit klatternden Mützenbändern wie„aus dem Ei gepellt.“ Suchend gleitet ihr Blick über die jetzt nach Tausenden zählende Menschenmenge die, geduldig wartend und immer noch stark anwachsend, den blitzblanken Kreuzer betrachtet. ob nicht die Mutter oder der Vater, ob nicht wenigstens schon einer da ist. der versprochen hat, da zu sein. Noch kurz dürfen die Angehörigen an Bord Eine Flut ergießt sich über das Fallreep, drängelnd und schiebend. Jeder will noch einmal auf das Schiff. will die„lustige Köln"— so heißt sie im Volksmunde— noch einmal unter sich haben Lange dauert dieses Vergnügen jedoch nicht, denn „Fremde von Bord!“ schallt es sehr vernehmlich und bestimmt durch die Lautsprecheranlage. Manche Träne, die bisher nur verstohlen in den Augenwinkeln glänzte. findet jetzt ihren Weg und perlt ins bereitgehaltene laschentuch oder hinterläßt einen runden, nassen Fleck auf den blankgescheuerten Planken. Immer noch spielt die Kapelle die kurze Zeit des Abschiednehmens noch verkürzend. Plötzlich, genau um 10 Uhr, geht die weiße Flagge mit dem roten Andreaskreus in den Vortopp.„Klar zum Manöver!" Die letzten starken Trossen werden losgeworfen, und lang'am schleppen starke Schleyper das Schiff frei vom Pier. Tadellos ausgerichtet stehen die Seeleute an Deck und sehen auf das wogende Meer wehender Tücher, winkender Hände. Jetzt fährt die„Köln" mit eigener Kraft in die schon gebifnete Schleuse. kleiner und kleiner wird das Bild. schwächer und schwächer das Winken der Menge. Auf der Mittelmauer der 3. Hafeneinfahrt in Wilhelmshaven stehen Abordnungen der Marineteile. Während des Durchschleusens findet hier der offizielle Abschied statt. Filmoperateure suchen jedes Bild ihrem schwarzen Kasten einzuverleiben, der„Radiot“ der Noraa plappert gestikulierend in sein Mikrophon, um den Angehörigen daheim in Baden und Bayern. in Ostpreußen und Schlesien, vor allem aber den Rheinländern und Westialen, zu übermitteln, was ihre Augen nicht sehen können. Der Abschiedsrede des Stationschefs folgt eine des Vertreters der Stadt Köln. Bürgermeister Vönner. Auf der anderen Seite der Schleuse steht wieder zu Tausenden Zivilbevölkerung und lauscht angestrengt den Abschiedsworten. Und wieder steigt„Anton“ in den Vortopp. wieder werden die Leinen an Bord gemannt. Langsam nimmt der Kreuzer Fahrt auf. Die Kapelle an der Schleuse spielt das Deutschlandlied. entblößten Hauptes sehen die Massen das Schiff aus dem geöifneten Tor in die Jade laufen. Als nun die„Köln"=Kapelle das Lied„Wem Gott will rechte Gunst erweisen..“ intoniert und das „Mußi denn zum Städtele hinaus" als Antwort von der Schleuse herüberschallt. bricht ein unbeschreiblicher Jubel aus, der kein Ende zu nehmen scheint. Noch weit draußen sieht man die eifrig tücherschwenkende Menge auf den Molenköpfen. Das ist der letzte gewaltige Eindruck, den wir mit ins Ausland nehmen. Die grauen und lehmigen Fluten der Jade haben den Kreuzer aufgenommen. Mit schneller Fahrt lausend, verschwindet das Bild Wilhelmsavens im Morgendunst. In der Außensade wird der modernste Kreuzer unserer kleinen Flotte, die„Leipzig". in Paradeaufstellung passiert; dann wendet sich der Bug westwärts, Spanien entgegen. Gegen 17 Uhr sehen wir im Dämmern die letzte deutsche Insel: Vorkum. Ein stiller Gruß geht hinüber zum Vaterland. Das Ausland beginnt. Frischer achterlicher Wind begleitet uns an Holland vorbel, und als die erste Auslandsnacht — eine von den noch kommenden 368— vorüber ist, stehen wir im Kanal und bewundern das seltene Bild der Stadt Dover, die. festlich durch die Morgensonne beleuchtet. sich hübsch von der kahlen Steilküste Englands abhebt. Wir fahren mit langsamer Fahrt. Gegen 10 Uhr überholt uns der„Windhund" zwischen alter und neuer Welt, die„Oremen“, die mit der„Köln“ in fleißigem Signalaustausch steht, bis sie am Horizont verschwindet. Am anderen Tage nimmt uns die Biskaya auf, dieser von den Seeleuten gefürchtete Meerbusen. Sie zeigt uns ihr böses Gesicht. Riesige Wellenberge mit weißen Kronen stürzen von achtern auf das Schiff, werfen es stark hin und her. Die„Bulleyes", die runden Seitensenster des Schiffes. werden durch Panzerblenden geschlossen, um einem Einschlagen des dicken Gla'es vorzubeugen. Der Verkehr am Oberdeck ist verboten Eingeengt in der heißen, stickigen Luft des Zwischendecks kloppen einige Unentwegte ihren Skat nach dem Dienst, andere opfern, blaßgrau im Gesicht, dem Gott aller wasserähnlichen Flüssigkeiten. Dann kriechen wir wieder in unsere Hängematte und stellen fest. daß dieser„Beutel" das herrlichste Stück eines Kriegsschiffes ist Von dem Schlingern und Stampfen verspüren wir nichts mehr, ruhig schläft man zwischen 6000 Tonnen sich wie wild gebärdenden Schiffbaustahls. Noch vor dem Cap Finisterre beruhigt sich die See, leise schlingernd zieht die„Köln" ihre Bahn. Um ihren Bua spielen die Vorboten wärmerer Zonen: Delphine, in Rudeln bis zu 20 Stück. Bewunderswert ist die Schwimmkunst dieser munteren großen Fische, die. obwohl wir jetzt 18 km st. Fahrt machen, scheinbar mühelos mit uns durch das Wasser brausen. Ja, sie finden sogar Zeit, mit einem gewaltigen Sprung einen Satz aus dem Wasser zu machen. Am 12. Dezember 1932 laufen wir in Caraminal ein. Die Ausläufer der Pyrenäen bilden hier eine Bucht, an deren User das Dorf liegt Der Empsang durch die Spanier ist sehr herzlich. überall und dauernd gibt man uns zu verstehen, daß wir Alemans ihnen die liebsten Gäste seten. Von dem großen Umschwung vom Königreich zur Republik merkt man so gut wie nichts. Spanien bleibt Spanien in seinem Wesen und in seiner Eigenart. Ein Fußballspiel, das unentschieden 8:3 endet, und ein groß angelegter Tanzabend zeigen uns die Sympathien ganz besonders, die der Spanier dem Deutschen entgegenbringt. Ausflüge nach Santiago de Compostella, einem bekannten spa= nischen Wallfahrtsort, und Berapartien auf die kahlen Felsen bilden hier die Hauptunterhaltung. Dieser Hafen gilt in erster Linie der Ausbildung, wie die ganze Reise überhaupt eine Ausbildungsreise ist, um den Offiziersnachwuchs heranzubilden. Eine Vergnügungstour oder gar Weekendfahrt mit allen ihren Annehmlichkeiten ist eine Kreuzerreise nicht Gefechtsdienst. Rollendienst, Spezial= und Arbeitsdienst sind immer wiederkehrende Begriffe im Tagesdienstplan. Das Weihnachtsfest ist inzwischen herangekommen. Ein Gottesdienst leitet die Feiertage ein: auf der Schanze sind sie angetreten, 560 Mann und lauschen andächtig den Worten des Marinepfarters. Choräle und Weihnachtslieder schallen über die Bucht von Arosa, zeugnisgebend von dem Ernst und der Freude des deutschen Weihnachtsfestes. Unter Deck sind inzwischen kleißige Hände dabei, um den vielen, die ihr erstes Fest nicht bei Vatern und Muttern verleben, es so heimatlich wie möglich zu gestalten. Eine große Tüte mit leckerem Inhalt und ein gutes Abendessen(Sauerkraut) helfen manchen Grübler über seine trüben Gedanken hinweg und in die Weihnachtsstimmung hinein. Harmonisch verläuft der Hl. Abend, harmonisch verlaufen beide Feiertage. Dann beginnt der Dienst wieder Allzuschnell sind=die zwölf Tage in Caraminal vergangen. Am. Dienstag, dem 27. Dezember lichtet die „Köln“ den Anker zur Fahrt nach Messina. 3. Blatt Nr. 18. Selbstverschuldeter Flammentod eines Obdachlosen.— Anklage wegen des dreifachen Mordes in Herbern. Samstag, 21. Januar. Auflösung des Amtes Westhofen?— Eine interessante wissenschaftliche Untersuchung.— Mänseweizen für die Geliebte. Gegenüber den alarmierenden Gerüchten über schwere Grippeerkrankungen in Herne, zum Teil mit Todeserfolg, wird in einer Meldung aus Herne festgestellt, das bisher Grippeerkrankungen mit Todeserfolg in Herne noch nicht vorgekommen sind.— Welch wilder„Berichterstatter“ mag da wieder seine— Feder im Spiel gehabt haben! Obdachloser auf dem Heuboden verbrannt. Auf dem Heuboden eines Pächters in der Wittener Straße in Dortmund, der in Brand geraten war, wurde ein Obdachloser mit schweren Brandwunden aufgefunden. Er starb auf dem Transport zum Krankenhaus. Der herbeigerufenen Wehr wurde gleich beim Eintreffen mitgeteilt, daß sich auf dem Boden ein Obdachloser befinde, der dort geschlafen habe. Mit Rauchmasken versehen, drangen die Feuerwehrleute auf den Heuboden und holten den Mann heraus. Nach den Ermittelungen hat der Obdachlose den Brand durch grobe Fahrlässigkeit selbst verschuldet; er hatte auf dem Henboden geraucht und ist dann eingeschlafen, ohne den Brand rechtzeitig gemerkt zu haben. Ein Jahr Gefängnis für einen ungetreuen Kassensekretär. Die Große Strafkammer in Münster verurteilte den Kassensekretär Fritz Thü. aus Beckum wegen Unterschlagung zu einer Gefängnisstrafe von einem Jahre. Der Angeklagte hatte im Jahre 1929 einen Mietbetrag, den das Finanzamt an die Stadt Beckum abzuführen hatte, unterschlagen. Später eignete er sich Gewerbesteuerbeträge einer Firma in Höhe von 2484 RM. an. In einem anderen Falle hatte der Angeklagte Pachtgelder unterschlagen. Einen Betrag von 361 RM., der ihm von Verwandten und Bekannten zur Einzahlung an das Amt mitgegeben worden war, lieferte er ebenfalls nicht ab. Der Angeklagte war geständig und entschuldigte seine Handlungsweise mit großer wirtschaftlicher Not. Beisemann des dreifachen Mordes angeklagt. Das Hauptversahren vor dem Schwurgericht Münster beantragt.— Piekenbrink außer Verfolgung gesetzt. In der Strafsache gegen den Elektriker Theodor Beisemann aus Herbern(Kreis Lüdinghausen) wegen Mordes begangen an dem Landwirt Wilhelm Sudhoff, gen. Römer, dessen Eheirau und der Hausangestellten Schlüter in Herbern ist nunmehr die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft mit dem Antrage auf Eröffnung des Hauptverfahrens vor dem Schwurgericht dem Vorsitzenden der Straskammer des Landgerichts Münster zugegangen. Die Anklage richtet sich nur gegen Beisemann. Er ist des Mordes indrei Fällen angeklagt, in Tateinheit mit dem Morde an den Eheleuten Sudhoff, auch des versuchten schweren Raubes im Sinne der 88 249, 251 Str6B Wegen der dem Beisemann weiterhin im Lause der Untersuchung noch zur Last gelegten Straftaten, Einbruchsdiebstähle zum Nachteil der Landwirte Dirkmann und Sudhoff, Jagdvergehen und Vergehen gegen die Bestimmungen über die Anmeldung und das Führen von Schußwaffen, hat die Staatsanwaltschaft die vorläufige Einstellung des Verfahrens gemäß§ 154 Abs. 2 der StrPO. beantragt, weil die Strafen, zu denen die Verfolgung dieser Straftaten führen könnten, neben der Strafe, die der Angeklagte wegen Mordes zu erwarten hat. nicht ins Gewicht fallen. Bezüglich des Bernhard Piekenbrink aus Herbern den der Angeklagte Beisemann ursprüngich als Mittäter bezeichnet batte, stellt die Staatsanwaltschaft den Antrag auf Außerverfolgungsetzung aus dem tatsächlichen Grunde mangelnden Beweises Nachdem der Angeklagte Beisemann die Anschuldigungen gegen Piekenbrink zurückgenommen hatte, reichen die Belastungstatsachen gegen Piekenbrink nicht mehr aus, um einen für die Eröffnung des Hauptverfahrens hinreichenden Tatverdacht der Teilnahme an den von Beisemann begangenen Verbrechen zu begründen. In der Anklageschrift sind 29 Zeugen und 6 Sachverständige aufgeführt, deren Ladung zur Hauptverhandlung beantragt wird. Grippeserien in Hagen. An der Hagener städtischen Oberrealschule mit Reformrealgymnasium sind verschiedene Lehrkräfte, wie auch zahlreiche Schüler, an Grippe erkrankt. Es handelt sich hierbei um eine zwar in größerem Umfange aufgetretene, aber an sich bisher harmlose Grippe. Um eine weitere Ausdehnung der Krankheitsfälle in der Schüle zu vermeiden, wurde die Oberrealschule für eine Woche, und zwar bis einschl. Mittwoch, 25. Januar, geschlossen. Ueberfall auf einen Transport der Reichspost. Uniformierte und bewaffnete Straßenräuber in Köln-Rath. Am Freitag abend wurde in Köln auf dem Mauspfad zwischen Rath und Brück ein Kraftgefährt der Reichspost von drei Räubern zum Halten gezwungen. Mit der Waffe in der Hand nahmen die Banditen dem Postbeamten den Schlüssel ab und erbeuteten u. a. 380 RM. in bar. Zwei der Räuber waren frech genug, sich Polizeinniformen anzulegen. Alle Nachforschungen sind aufgenommen. Am Freitag um 18 Uhr war ein Kraftgefährt der Reichspost wie täglich von Brück nach Rath unterwegs, um von der Brücker Postagentur die Postsendungen nach Rath zu befördern. Die Fahrt ging etwa im 50=Kilometer=Tempo vor sich. Am Mauspfad leuchtete dem Wagenführer ein rotes Licht entgegen, das im Halbbogen hin und her geschwungen wurde. Der Fahrer glaubte an ein Wegehindernis, das ihn beim Weiterfahren in Gefahr bringen könne. Er hielt an und sah vor sich zwei Leute in Polizeinniform und einen dritten Mann in bürgerlicher Kleidung. Sie traten auf den Fahrer zu und hielten ihm eine Pistole vor unter der drohenden Bemerkung:„Schlüssel heraus!“ Der Posthelfer wußte nicht, wie ihm geschah. Seine Unentschlossenheit benutzten die Räuber, um ihm mit Gewalt die an einem Leibriemen hängenden Schlüssel abzureißen. Der Mann mit der Pistole ließ auch nach der Wegnahme der Schlüssel den Fahrer nicht aus den Augen. Seine Spießgesellen versuchten indessen mit den Schlüsseln den Kraftwagenkasten zu öffnen. Nach den postalischen Bestimmungen hatte der Posthelfer jedoch nur Schlüssel für den Außenabschluß bei sich, nicht aber die Schlüssel, mit denen man die inneren Kästen öffnen kann. Diese Ergänzungsschlüssel werden bei den Postagenturen verwahrt, so daß der Fahrer nur in Gemeinschaft mit dem Postagenten zu dem Inhalt des Wagens kommen kann. Es gelang jedoch den Räubern, mit einem Werkzeug, das sie im Wagen fanden, das innere Schloß zu zerschlagen und so schließlich doch zu dem Inhalt der Kästen zu kommen Die Ränber erbenteten einen Geldbetrag von 480 RM., 400 RM. in Briefmarken und zwei Briefbentel. Als sie die Bente eingesackt hatten, wurde dem Fahrer befohlen, sich auf sein Rad zu setzen und schlennigst zu machen, daß er weiterkomme. Ein Privatwagen ebenfalls bedroht. Die Pressestelle der Kriminalpolizei meldet noch die folgenden Einzelheiten: Als einer der beiden Räuber dem Postbeamten mit einer roten Laterne zugewinkt und dadurch den Wagen zum Stehen gebracht hatte, kam— in dem selben Augenblick— ein Privatkraftwagen vorbeigefahren. Diesen hielt der Postkraftfahrer an, weil er der Sache nicht traute. Einer der beiden Täter bedrohte darauf den Fahrer des Privatwagens mit der Pistole und forderte ihn auf, weiterzufahren. Der Postkraftfahrer wurde genötigt, sich auf den Sitz seines Wagens zu setzen. In diesem Augenblick kam aus dem Gebüsch der dritte Täter, der Zivilkleidung trug, hinzu. Morgens trockene Brötchen, abends Gett. Schiebungen eines Handlungsbevollmächtigten. Der Inhaber einer Kraftwagenhandlung glaubte schon das große Los gezogen zu haben, als er — wir folgen, hier einem Bericht des„Köln. Stadtanz."— Im Sommer 1926 einen jungen Buchhalter anstellte der sich durch seine Umsicht und Tatkraft bald Handlungsvollmacht zu erringen verstand. In dieser Vertrauensstellung führte der auch das Unkostenkonto, auf dem man mancherlei verbuchen konnte. Die Annehmiichkeit dabei war, daß auf diese Weise der Steuer der große Appetit etwas genommen werden und auf der anderen Seite sich der Chef versönlich auf Grund des Unkostenkontos manches leisten konnte, was ihm sonst verwehrt blieb. Der Handlungsbevollmächtige kam, sah und verbuchte. Und weil er alles verbuchte, was der Chef wollte belohnte ihn dieser auch von 1929 an mit einem Gehalt von 305 RM monatlich und 10 v. H. Anteil am Reingewinn und trug sich ernstlich mit dem Gedanken, den tüchtigen Menschen als Teilhaber in seine Firma aufzunehmen. Der sunge Mann begann aver schließzlich für sich über das Konto Unkosten Steuerschiebungen vorzunehmen. Er begann damit Ende 1927 und setzte seine Bemühungen bis Ende März 1931 fort, wo ihm die Aufmerksamkeit eines anderen Angestellten endlich den dicken Strich durch die Rechnung machte. Dieser Angestellte beobachtet mehrfach, daß der Handlungsbevollmächtigte in Abwesenheit des Chefs Geldaus der Geschäftskasse nahm oder größere Beträge von der Bank oder dem Postscheckamt durch einen Lehrling holen ließ. Glaubte er sich unbeobachtet, steckte er sich die Summe ein, kam aber zusällig der Chef hinzu, legte er das Geld in die Kasse. Diese Beobachtungen teilte der Angestellte dem Chef mit, als dieser Ende März darüber klagte, daß nichts mehr verdient werde und daß er gezwungen sei, die Löhne und Gehälter herabzusetzen. Der Chef mußte aber an diesem Tag verreisen und konnte sich auf eine nähere Untersuchung nicht einlassen, vorsichtshalber sperrte er aber dem Bevollmächtigten sämtliche Befugnisse, bevor er das Geschäft verließ. Als nun am nächsten Tage der bis dahin ahnungslose Vertrauensmann wiederum den Lehrling mit einem Scheck zum Postamt schickte. kam dieser mit leeren Händen zurück, und der Bevollmächtigte witterte das Ende. Er hielt es für das Gebot der Stunde, rasch und geräuschlos zu verduften, aber immerhin wollte er dem Kommenden nicht ganz ohne Rüstung gegenübertreten. Deshalb ließ er sich durch den Lehrling noch die Bilanzen einpacken und bestimmte Unterlagen, die den Chef seiner Ansicht nach in seine Hände gaben. Aber wieder hatte der andere Angestellte dieses Beginnen bemerkt, und so schob er ihm im letzten Augenblick ein anderes Paket unter, nur nur wertlose Makulatur enthielt. Und mit diesem„Beweismaterial“ verließ der Bevollmächtigte die Stätte seines Wirkens, um nicht wiederzukommen. Der von der Reise heimgekehrte Chef ließ aber endlich die Bücher nachprüfen und erfuhr zu seinem Schrecken, daß ihn sein Vertrauensmann Monat um Monat erheblich geschädigt hatte: der Gesamtfehlbetrag stellte sich auf über 30 000 RM. Jetzt hatte sich in zweitägiger Verhandlung die Große Strafkammer in Köln mit diesen Vorgängen zu beschäftigen. Der Angeklagte lief wütend in dem. Anklageabteil umher und behauptete mit eiserner Stirn, die ganze Anzeige gegen ihn sei nichts als eine Schiebung des Chefs. Der habe große Steuerhinterziehungen begangen, er solle heute nachweisen, wo die nicht versteuerten Einnahmen geblieben seien, und da habe er das größte Interesse daran, ihm die Fehlbeträge in die Schuhe zu schieben. In der Beweisaufnahme mußten zahlreiche Zeugen gehört werden, um den Sachverhalt zu klären. Der Chef sagte, er habe dem Angeklagten sein ganzes Vertrauen geschenkt, er habe ihn für einen sparsamen und zuverlässigen Menschen gehalten, der morgens im Geschäft ein Glas Milch getrunken und trockne Brötchen gegessen habe. Daß er abends in Damengesellschaft Sekt trank, habe er erst später erfahren. Weiter kam zur Sprache, daß das Personal der Firma eine Heiratsanzeige aufgegeben hatte. in der„Yvonne" einen Mann suchte. Auf diese Anzeige war der Angeklagte aufmerksam gemacht worden, und prompt hatte er Yvonne Herz und Hand angeboten. Dieser Brief lag jetzt bei den Akten, er widerlegte durch seinen Inhalt die Behauptung des Angeklagten, er habe mit dem Chef einen Geheimvertrag gehabt, in dem ihm 1000 RM Gehalt, 300 RM Spesen und 10 v. H. vom Reingewinn zugesichert worden seien Denn in dem Brief hieß es, der Schreiber habe ein Einkommen„unter tausend Mark im Monat." Noch andere Dinge kamen zur Sprache, so zwei Briefe des Angeklagten an den Chef, in denen er ihm dringend riet. von jeder Verfolgung abzusehen und sich mit ihm zu einigen, denn er habe Abschriften von allen Bilanzen, und es könnte mehr als genua herauskommen. Der Staatsanwalt beantragte eine Gesamtstrafe von zwei Jahren und drei Monaten Gesängnis. Das Urteil lautet auf ein Jahr und sieben Monate Gefängnis. In der Begründung heißt es. strafmildernd habe berücksichtigt werden müssen, daß der Angeklagte im Einverständnis mit seinem Chef verschleierte Buchungen zum Zweck der Steuerhinterziehung vorgenommen habe. Seine Unterschlagungen, die er auch seinerseits durch Falschbuchungen verdeckt habe, seien ihm also sehr leicht gemacht worden. Umgemeindungen im Sauerland. Eine Meldung aus Schwerte besagt, daß ein Umgemeindungsplan, ber die Aemter Ergste und Westhofen betrifft, bereits kurz vor dem Abschluß stehe. Der Plan sehe die Einverleibung der Gemeinden Villigst und Garenseld in das Amt Ergste vor. Das Amt Westhofen würde durch die Fortnahme der beiden unverschuldeten Gemeinden erheblich geschwächt und solle daher, und auch mit Rücksicht darauf, daß es ab 1. April b. J. ohne Bürgermeister sein werde, mit der Stadt Schwerte in Personalunion verbunden werden. Das Amt Westhofen soll sich angeblich mit allen Kräften der Auflösung zu erwehren versuchen. So soll bereits eine Petition bei der Regierung eingebracht sein. Durch diesen Umgemeinebevassadeg and Vesles Ode Peider, Werdee 1.. 20. Fortsetzung.(Nachdruck verboten.) Immer wieder wußte sie ihm zu entschlüpfen, verschanzte sich hinter Pflicht und allem möglichen, bis er einen Tag vor seiner Abreise nachts an ihrer Zimmertür klopfte und Einlaß begehrte. Sie war gerade im Begriffe, zu Bett zu gehen und öffnete mit fröstelnden Schultern: Jetzt kam es also!— Ihr Gesicht war weiß, und die blauen Schatten die um ihre Angen liefen, machten sie älter, als der Sohn sie je gesehen hatte. „Bist du krank Mama?“ Sie schüttelte den Kopf und zeigte auf das rote Samtsosa, das an die Wand gerückt war. Er dankte und begann im Zimmer hin und her zu gehen. Blieb dann unvermittelt vor ihr stehen und lagte:„Wie hast du dich entschieden, Mama? — Ich muß Bescheid wissen, ehe ich morgen abreise." Sie saß in dem großen Lehnstuhl vor dem Tisch und hatte die Hände im Schoße liegen. Wochenlang hatte sie nun Zeit gehabt, sich zu entschließen Nächtelang hatte sie grübelnd im Bett gelegen und hatte nur immer das eine gedacht: „Was soll ich tun? Und was wird werden?" Wenn sie ihm ein„Ja“ schrieb, wurde sie mitschuldig. wenn sein Leben in die Brüche ging. Schreb sie ihm ein„Nein," lnd sie die Verantwortung auf sich, wenn er etwas Unvernünftges tat. Ich weiß nicht, was dann geschieht, hatte er ihr damals geschrieben.— Und dieser eine Satz war es, der sie so über die Maßen unsicher machte. „Ich will ja nur dein Bestes, Leol Aber du läßt dich nicht überzeugen," begann sie endlich. „Ich kann nicht Jurist werden, Mama!— Ich kann einfach nicht!“ „Dann werde Arzt, mein Bub.“ „Auch nicht! Beim ersten Toten, den ich einmal zu Gesicht bekam, wurde mir derart übel, daß ich davonlief."— Und als er ihr Erschrecken sah, kam er zu ihr herüber und setzte sich auf die Seitenlehne ihres Stuhles. Er legte den Arm um ihre Schulter, während sein Gesicht sich gegen ihre Schläfen neigte.„Kannst du mir denn wirklich den ersten großen Wunsch, mit dem ich zu die komme, versagen, Mama?— Habe ich sonst je etwas durchzusetzen versucht? Ich bin ohne jede Widerrede ins Internat gegangen, obwohl sich alles in mir dagegen sträubte. Ich habe mich setzt ein ganzes Semester mit Jurisprudenz herumgeschlagen, nur um mich zu prüfen, ob ich wirklich nicht für das tauge, was du für mich im Sinne hast. Da kannst du doch nicht mehr sagen, daß ich leichtfertig handle. Was ich von dir erbitten will, tue ich nur aus der Ueberzengung heraus, daß es für mich das einzig richtige ist. Warum sträubst du dich also so lange dagegen?" Sie kam wieder mit den alten Gründen: Der Sorge um seine Zukunft, der Unsicherheit des Berufes den er sich zu erwählen gedachte. Seine Arme sanken müde herab. Er erhob sich und trat an das Fenster, durch das der Duft der Blumen wehte, die das Rondell des Gartens füllten. Das Schweigen, das nun eintrat, dünkte sie entsetzlich. Trotzdem unterbrach sie es mit keinem Wort. Vielleicht besann er sich, daß es doch das beste war. was sie für ihn wollte. Vielleicht kam er doch zur Einsicht, daß man, zumal in der Jetzzeit, wirklich allen Grund hatte, zu trachten, sobald wie möglich zu einem sicheren Verdienst zu kommen. Als Leo wieder vor sie hintrat. schrak sie auf. „Gute Nacht!" sagte er, neigte sich herab und küßte sie auf den Scheitel. „Wie hast dn dich entschlossen?“ Es war die gleiche Frage, die er vorher an sie gestellt hatte. Ihre Stimme zitterte dabei, und als sie aufsah, gewahrte sie seinen Blick über sich hinweggehend. „Leo," bat sie,„ich habe immer nur dein Bestes gewollt.— Glaubst du mir das?“ Er hob die Schultern.„Vielleicht Mama!“ „Nein, nicht vielleicht." weinte sie auf.„Beim Andenken an beinen Vater—“ „Laß den Papa ruhen." unterbrach er sie schroff.„Er hätte„Ja“ gesagt.— Aber ich weiß schon— ich kann ja nicht verlangen, daß du mir — daß du für mich—“ Als er innehielt, stand sie plötzlich in ihrer ganzen Größe vor ihm.„Sprich kertig. Leo!" „Daß du für mich— dieselben Gefühle trägst, wie du sie vielleicht für einen Sohn getragen haben würdest, der aus einer glücklichen Ehe stammt!“ Das Gesicht wie Kalk, den Mund im Schreck verzogen, stand sie und sah ihn nach der Tür geben. Unfähig, auch nur ein Wort zu sagen, das ihn zurückhielt, hörte sie, wie die Klinke ins Schloß schnappte. Annemarie, die unter dem Zimmer der Tante schlief, vernahm einen Hall. als wäre ein Stuhl über die Bretter gerollt. Sie setzte sich im Bett auf und lauschte dem Tone nach, aber es war nichts mehr zu hören.— Zur gewohnten Stunde stieg die Baronin am andern Morgen die Treppe zu den Wirtschaftsräumen hinab. Klaus Süderbloem, der ihr als Erster begegnete, erschrak über die Veränderung. die über Nacht mit ihr vorgegangen war.„Warum bleibst du nicht im Bett, Tante, wenn dn dich nicht wohlfühlst!“ „Ich bin ganz wohl.“ „Aber nein," widersprach er,„das sehe ich doch. Tu mir die Liebe und sprich dich aus wo es fehlt. Ich telesoniere an Doktor Kolbe. Du weißt, wie schlimm die Grippe bei Annemarie ausgefallen ist. weil sie sich so spät erst zu Bett gelegt hat. Ich werde in der Küche bestellen, daß man dir dein Frühstück auf dein Zimmer bringt." Und als sie kein„Nein“ mehr hatte, ging er die Treppe hinab und dann nach dem Zimmer hinaus, das Leo bewohnte. Er mußte ihn doch davon unterrichten, daß die Mutter krank war. Die Tür stand nur angelehnt, ein Taschentuch lag vergessen am Boden, in der Ecke, in der ein Ofen stand. lag Zeitungspapier. verknüllt und zu einem Ballen geformt. Das Bett war unberührt. Er bückte sich und hob das glitzernde Ding, das zu seinen Füßen schimmerte, vom Boden auf. Es war ein Kragenknopf. Als er ihn auf den Tisch legte, gewahrt er neben den Büchern einen Briefumschlag: „Frau Baronin von Hammerstein," las er halblaut. Er blickte sich hastig um. Der Gang lag ganz still. Durch die offenen Fenster kam vom Gutshof herauf ein helles Lachen und dann ein Pferdewiehern. den Schritt dämpfend, verließ er das Zimmer und begab sich zu Annemarie.„Verstehst du das?"fragte er und hielt ihr den Brief entgegen. „Man müßte ihn zuerst gelesen haben. Klaus." „Briefe. die anderen gehören, liest man nicht.“ „In diesem Falle vielleicht doch. Er enthält jedenfalls etwas Fürchterliches. Dann könnte man die Tante allenfalls vorbereiten.“ Er schüttelte den Kopf und steckte das Schreiben zu sich. Es widerstrebte ihm. Einsicht davon zu nehmen, mochte die Mitteilung nun enthalten, was sie wollte.(Fortsetzung folgt.) Die Stadt auf dem Sumpf. Dem toten französischen Staatsmann setzte die St.=Nazaire=Schule zu Paris in ihrem Hose dieses Denkmal, das erste seiner Art. Die Arbeiten zur Besiedlung der Pontinischen Sümpfe gehen unaufhaltsam weiter. In Littoria, der Hauptstadt des gewonnenen Neulandes, stehen in langen Reihen Ackergeräte bereit, die an die Siedler verteilt werden. Hier befinden sich auch zahlreiche Sachverständige, die die Siedler in der rationellen Bewirtschaftung des Landes unterweisen. dungsplan würde der ländliche Charakter des Amtes Ergste noch stärker betont.— Eine amtliche Verlautbarung über diesen Plan liegt noch nicht vor. Wenn man Steuern hinterzieht. Drei Monate Gefängnis und 5000 RM. Geldstrafe. Die Große Strafkammer in Hagen verurteilte den Apothekenbesitzer Egon Rombach, der der Steuerhinterziehung angeklagt war, wegen Vergehens gegen die Notverordnung des Reichspräsidenten vom 14. September 1931 in Tateinheit mit§ 396 der Reichsabgabenordnung zu drei Monaten Gefängnis und 5000 RM. Geldstrafe. Der Angeklagte hatte in seiner Vermögenssteuer. erklärung sein Barvermögen um 130 000 RM. zu wenig angegeben und diese Vermögenssteuererklärung nicht innerhalb der, laut Steueramnestiegesetz, gestellten Frist berichtigt. Gas im Abflußschacht. Eine Gas=Explosion von ganz erheblichem Ausmaß ereignete sich im Hause Solinger Straße 19 in Wuppertal=Cronenbera. Als die Hausfrau in der Küche im Kohlenherd das Feuer stocherte, erfolgte eine sehr starke Explosion, die von unten hinauf wirkend den Fußboden auswarf, die Möbel/umstürzte, den großen Spülstein aus der Wand riß und sich durch Herausreißen des Fensters einen Weg ins Freie bahnte. Glücklicherweise hat die Frau keinerlei Verletzungen erlitten, doch ist der in der Küche angerichtete Schaden sehr erheblich. Anscheinend hatten sich die Gase in einem alten Abflußschacht, der bis unter die Küche reichte, angesammelt und waren schließlich mit dem Feuer des Küchenherdes in Berührung gekommen. Eine von außen in die Küche führende an den Kanalschacht grenzende Steintreppe ist aus ihrem Fundament gehoben, und die schweren Steinstufen sind durcheinandergeworfen. Eine interessanke wissenschaflliche Untersuchung. Zur Frage der Verwendung von Enteneiern. Die amtliche Erklärung über die tödlich verlanfene Erkrankung des Bürgermeisters Sauerbrey in Solingen=Ohligs besagte, daß mit größter Wahrscheinlichkeit anzunehmen sei, daß nicht das Fleisch verseucht war(Hackfleisch), sondern ein rohes Entenel, das bei der Jn. bereitung des vom Bürgermeister genossenen Schnittchens verwandt wurde. Man habe in Kalkentenelern, die aus dem Ansland eingeführt werden, das„Bakterium enteritidis Gärtner“ als Erreger nachgewiesen. Durch Er= hitzen(Kochen, Backen) werden die Erreger abgetötet. Zu diesem Gutachten wird den Wn. G. A. von einem Solinger Arzt ein Bericht des prakt. Tierarztes B. Grzimek. Berlin=Zehlendorf, zur Verfügung gestellt, in dem dieser zu folgendem Ergebnis kommt: Fälle, in denen die Paratyphuserkrankungen beim Menschen auf den Genuß von enteritidisinfizierten Eiern zurückzuführen waren, sind bis. her kaum bekannt geworden. Da aber derartige Erreger hin und wieder in Eiern gefunden worden sind, ist die Möglichkeit einer solchen Vergiftung nicht ohne weiteres von der Hand zu weisen. Nun zurück zu dem bedauerlichen Fall, welcher zum Tode des Bürgermeisters Sauerbren führte. Es ist unbedingt darauf hinzuweisen, daß der tatsächliche Beweis für die Herkunft der Bazillen aus dem Entenei und nicht aus dem innig damit verkneteten Hackfleisch nur dann zu führen ist, wenn noch unvermischte Reste dieses Eies oder andere Enteneier in der Gastwirtschaft beschlagnahmt werden und in ihnen gleichfalls die Gärtnerbakterien festgestellt werden konnten Durch die bloße Untersuchung des bei der Sektion gewonnenen Magen, und Darminhalts läßt sich keinesfalls bakteriologisch die Herkunft der Erreger aus dem Ez oder dem Hackfleisch festlegen. Hackfleisch ist ein sehr günstiger Bakteriennährboden und ist als sehr häufiger Ausgangspunkt von Fleischvergiftungen bekannt. Deswegen sind auch besondere veterinärpolizeiliche Bestimmungen über seine Herstellung, Aufbewahrung und Verlauf erlassen. Nach allen diesen Umständen kann man die Enteneier als die Ursache dieser Vergiftung nur dann bezeichnen, wenn der tatsächliche genaue bakteriologische Nachweis dafür geführt ist. Da in dem amtl. Bericht nur von einer Wahrscheinlichkeit gesprochen wird, ist dies zu bezweifeln. Nach ärztlicher Ansicht birgt das deutsche Frisch.Ei(also auch das Entenei) keine Gefahren in sich, erst rech. nicht, wenn es gekocht oder gebacken genossen wird Das Rätsel um den Tod des Arbeitsamtkontrolleurs May. Nach den bisherigen Ermittelungen in der Angelegenheit des in Leichlingen tot aufgefundenen Arbeitsamtkontrolleurs Man sind keine neuen Momente hinzugekommen, die auf einen Raubmord schließen lassen. Zu der Annahme eines vorgetäuschten Ueberfalls aus Geltungsdrang, bei dem May ganz ungewollt zu Tode gekommen ist, führen vor allem die geringfügigen Messerstiche. Nach dem augenblicklichen Stand scheint ein fingierter Ueberfall keineswegs ausgeschlossen. Auch die Düsseldorfer Schulen acht Tage geschlossen. Auf Anordnung der staatlichen Kreisärzte für den Stadtkreis Düsseldorf fällt der Unterricht in sämtlichen Schulen Düsseldorfs infolge der vielfach aufgetretenen leichten Erkältunaskrankheiten für die Zeit vom Samstag, dem 21., bis Samstag, dem 28. Januar, einschließlich aus. Die Schließung erfolgt aus schultechnischen Gründen, weil ein geordneter Unterrichtsbetrieb nicht durchführbar ist. Ingendlicher Messerheld verletzt zwei Kinder. Am Donnerstag, gegen 19 Uhr, überfiel ein etwa 15 Jahre alter Bursche auf der Hohenzollernstraße in Duisburg=Hamborn zwei 13 Jahre alte Mädchen, denen er mit einem Messer mehrere Stiche in die Schulter beibrachte. Die Mädchen suchten in einem Hause Zuflucht. Der Täter konnte leider in der Dunkelheit entkommen. Bauernhof abgebrannt. In Ober=Kül. heim bei Bensberg brach aus unbekannter Ursache ein Großfeuer aus, dem ein ganzer Bauernhof— Wohnhaus, Stallungen und Scheune— zum Opfer fiel. Der ganze Ernteertrag und die landwirtschaftlichen Maschinen sind mit verbrannt. Wie verlautet, soll der Schaden durch Versicherung gedeckt sein. Der Streik beim Radium=Gummiwerk beendet. Der seit etwa 10 Tagen dauernde Lohnstreik beim Radium=Gummiwerk in Köln=Delbrück ist am Freitagmorgen beendet worden. Bereits 200 Arbeiter haben ihre Tätigkeit wieder aufnehmen können. Heute, Samstaa, werden weitere 200 Personen und am Montag die restlichen Leute eingestellt. Maßregelungen finden nicht statt. Rehjagd im Dorf. In Angfurten bei Wiehl machten Gartenbesitzer die Wahrnehmung, daß das überhandnehmende Rehwild das Wintergemüse selbst ineingefriedig. ten Gärten avfraß. Vor einigen Tagen bemerkte ein Gartenbesitzer vier Nebe in seinem Stück, von denen sich zwei auf der Flucht in den Maschen des Zaunes versingen und mü“ sam befreit werden mußten. Ein drittes Re“ rannte in seiner Angst gegen einen Pfahl und brach sich das Genick. Unvernünftige Eltern. Auf eigenartige Weise verstarb in Liebenscheid(Oberwesterwald) ein neun Monate altes Kind. Als die Eltern, die Fünf Nationen im Witz. Völker im Spiegel ihres Humors. „Sage mir, vorüber du lachst, und ich werde dir sagen, wer du bist!“, hat schon der unvergessene Bierbaum die uralte Volksweisheit vom „Umgang" abgewandelt. Mit Recht und was für das Individuum gilt. das hat auch Gültigkeit für die Masse, und so ersetzen vielleicht eine Handvoll wahllos herausgegriffener Späße ganze Bände schwerkalibriger Völkerp'ychologie. Besonders, wenn der Grund des Lachens und der Stoff des Witzes aus den Gefilden humoriger Selbstkritik stammt. Worüber lacht man zur Zeit in Frankreich? Welcher Witz kursiert durch die Salons und die illustrierten Blätter? Hier ist er. Ein französischer Aristokrat, sehr vermögend, Vater von sechs Söhnen trifft einen alten Freund, den er seit Schülertagen nicht gesehen hat. Der Freund fragt den großen Mann nach seiner Familie und erhält die Antwort:„Mein erster Sohn ist Diplomat. Der zweite ist auch ein Hohlkopf. Der dritte ist Bankier; der vierte ebenfalls m Gefänanis. Mein fünfter Sohn hat die Ehrenleaion und mein sechster brauchte Gott sei Dank auch nicht in den Krieg." Noch schärfer in ihrer Selbstkritik sind die Holländer. Sie wissen, daß die Welt ihr gemütliches Phlegma sehr oft als nationale Begriffsstutzigkeit auslegt und nehmen diesen Vorwurf nun einmal hin. Und so entstand folgende Geschichte: Im Rauchzimmer des großen Ueberseedampfers vollführt ein Zauberkünstler seine mystischen Späße. Er läßt hintereinander einen Papagei, eine Schale mit Goldsischen, ein Kaninchen nach dem Abendessen nochmals ausgegangen waren, zurückkehrten, fanden sie ihr Kind tot auf. Die Leiche wurde von der Staatsanwaltschaft beschlagnahmt, da die Todesursache vorerst nicht festgestellt werden konnte. Bei der Obduktion stellte sich dann heraus daß der Magen des Kindes unnatürlich erweitert war. Die Eltern hatten dem Kinde am Abend außer dem Brei noch Bratkartoffeln und Blutwurst zu essen gegeben. Es wird angenommen, daß durch eine Schockwirkung, die infolge der Ueberfüllung des Magens entstand, der Tod eingetreten ist. Tod durch Mäuseweizen. Großes Aussehen erregte in Kleve vor einiger Zeit der tragische Tod der Antoinette K., die mit dem Arbeiter Theodor R. aus Wardhausen ein Verhältnis hatte, das nicht ohne Folgen blieb. N. hatte daraufhin dem Mädchen empfohlen, Mäuseweizen einzunehmen, und gab ihr das Geld zur Anschaffung dieses Vhalinsulfatpräparates. Das Mädchen starb an den Folgen dieses Gistes, von dem es täglich einige Körner einnahm. Da es das Gist in Anwesenheit des N. eingenommen hatte, konnte dieser strafrechtlich nicht für den Tod des Mädchens verantwortlich gemacht werden. Das Schöffengericht Kleve verurteilte ihn nur wegen Vergehens gegen§ 218 zu einer Gefängnisstrafe von 8 Monaten. Außerdem wurde noch die Untersuchungshaft angerechnet. Die Kuh im Schusterladen. In Goch wurde auf der Straße eine Kuh wild, die schließlich einem Schuhmachermeister in seiner'Werkstatt einen Besuch abstattete. Meister und Gesellen flüchteten schleuniast, während die Kuh Tisch und Moschinen zertrümmerte. Dann setzte die Kuh ihren Gang durch die Stadt sort. Margarinetransport abgesangen. In Emlichheim wurde von Zollbeamten ein Transport mit 1500 Pfund deutscher Margarine beschlagnahmt, der über die Grenze nach Holland geschafft werden sollte. Der neue Intendant der Hamburger Oper. Der Aufsichtsrat der Hamburger Stadttheater Gesellschaft hat den bisherigen Intendanten des Stadttheaters in Aachen, Heinr. K. Strohn, zum Leiter der Hamburger Oper ernannt. Der Dürener Oberbürgermeister wiederge. wählt. In der Dürener Stadtverordnetensitzung wurde Oberbürgermeister Dr. Overhues auf weitere zwölf Jahre wiedergewählt. In geheimer Abstimmung wurden 23 Stimmen mit Ja, 3 mit Nein und 7 weiße Zettel abgegeben. Die Sozialisten gaben die Erklärung ab, daß sie sich acht Monate vor Ablauf der Wahlperiode nicht schlüssig werden könnten, was aber nicht bedeute, verschwinden. Das Auditorium applaudiert lebhaft und der holländische Plantagenbesitzer sitzt in fassungsloser Verwunderung mit weit offenem Munde da.— Gerade als der Zauberkünstler einen neuen. ganz außerordentlichen Verschwindungstrick anzeigt, ereignet sich eine furchtbare Explosion. Das Schiff fliegt in die Luft. Der Holländer findet sich plötzlich mitten im Meerwasser. nur Schornsteine und Masten des Schornsteins ragen noch heraus und ganz oben hat sich der Zauberkünstler angeklammert. Plötzlich rauscht das Wasser hoch auf und vor den Augen des Holländers, der auf einer Planke treibt, verschwindet das Schiff restlos. Und da klappt sein ofsener Mund wieder zu und hingerissen bricht er aus: „Ganz wunderbar!“ Die Amerikaner nennen sich bekanntlich die praktischste und vernünftigste Nation der Erde. Praktische Logik in allen Lebenslagen ist ihre Losung, was die nachfolgende Geschichte vom„Musteraatten" bewein.„Seurgel“ schreit die Gattin mitten in der Nacht gellend auf und schüttelt den wackeren Männe an der Schulter.„Es ist eine Mans im Schlafzimmer!"—„Na und?“ —„Ich kann sie quieken hören."—„Na und? Soll ich aufstehen und sieölen?" Die Iren kommen bekanntlich, was die Vertilgung von seurigen Getränken anbetrifft, gleich hinter jenem legendenhaften Volksstamm, der aus Hamburg stammen soll,„die Janmaaten" genannt wird und unter dem Oberbefehl des Häuptlings Kuddeldaddeldu steht. Und so kann man es begreisen, wenn ein Ire von den fürchterlichen Entbehrungen und Qualen spricht, die er auf einer Expedition durch den Dschungel Borneos zu erleiden hatte.—„Munition, Nahrung und alles Trinkbare waren uns ausgegangen,“ erzählte er mit brechender Stimme.„Wir waren halb wahnsindaß sie gegen Dr. Overhues eingestellt seien. Die Kommunisten erklärten sich gegen die Wahl. 5500 Reichsmark für ein Fuder Bernkastler Doktor. Der Trierer Verein von Weingutsbesitzern der Mosel, Saar und Ruwer, halte auch am Freitag bei der Versteigerung der naturreinen Weine ein volles Haus. Die Nachfrage nach Weinen war wiederum recht günstig, ebenso die Preise, die zum Teil die der drei vorangegangenen Versteigerungstage um ein Beträchtliches überschritten. Besonders gut, wurden die zum Verkauf gekommenen 1931er Weine aus der Lage Bernkasteler Doktor aufgenommen, die mit 3680, 3750, 4510, 4920, 4550 und 5510 je Fuder bezahlt wurden. Sonst hielten sich im Durchschnitt die Preise sehr gut, beziehungsweise wurden zahlreiche Fuder mit einem Erlös von über 2000 RM. abgesetzt. Alle zum Ausgebot gekommenen Weine, 89 Fuder 1931er und zwei Fuder 1930er natur. reine Weine, konnten abgesetzt werden. Von der Feste Ehrenbreitstein abgestürzt. Am Donnerstag abend wurde ein Kaufmann aus Bad Ems auf der Feste Ehrenbreitstein an der sogen. „Langen Linie“ mit einem schweren Schädelbruch tot aufgefunden. Nach den polizeilichen Ermittelungen muß sich der Mann abends im Gelände verirrt haben, wobei er eine etwa sechs Meter hohe Besestigungsmauer herabgestürzt ist. Tödlicher Sturz vom Boden. In Groß. ringe wurde der etwa 65 Jahre alte Hofbesitzer Schürmann so unglücklich vom Boden herunter, daß er an den Folgen bald darauf verstarb. Kommunistische Garde vor dem Reichsgericht. Leipzig. Im Prozeß gegen die Chemnitzer Note Wehrstaffel verurteilte das Reichsgericht nach sechstägiger Verhandlung acht Kommunisten wegen Verbrechens gegen 8 7 des Sprengstofsgesetzes zu Zuchthausstrasen von sieben bis zu zwek Jahren. Die Angeklagten, langlährige Mitglieder der KPD., hatten im Sommer 1930 in Chemnitz die revolutionäre„Note Wehrstaffel" aearündet, die als besonders radikale Organisation das Rückgrat der militärisch ausgebildeten Arbeiterwehr bilden sollte. Aus den verschlossenen Sprenastoffkammern von Steinbrüchen„beschafften" sie sich eine große Zahl hocherplosiver Tunamitpatronen. Ammon=Gelatine und Gesteinsromperit- Sprenapatronen. Während des Straßenbahnerstreiks im Dezember 1930 wurden einige dieser Patronen Indie Straßenbahnschlenen gelegt. Außerdem wurden aus den Reihen der Angeklagten drei Sprenakolonnen gebildet, die die Masten der Starkstromleitung umlegen sollten. nia vor Durst."—„Gab es denn nirgends Wasser?“ fragte ihn einer seiner Zuhörer.„Natürlichaber wer denkt in einer derartigen Situation ans Waschen!" Und nun zum Schluß die so allgemein beliebten Schotten. Daß man es in Schottland änastlich vermeidet, daß sich dreizehn Mann an einem Streichholz die Zigarette anzünden und man, wenn auch brechenden Herzens, bemüht ist, beim zwölften haltzumachen, das hat sich ja langsam herumgesprochen. Unbekannt aber in weitesten Kreisen ist die traurige Episode, die da vor einigen Tagen InGlasgow geschehen sen soll.— Ein Bestattungsinstitut inserierte als nie wiederkehrende Gelegenheit den Inventurausverkauf erstklassiger Eichenholzsärge für den Spottpreis von zwei Schilling pro Stück. Am nächsten Tag hatten sich dreißig Einwohner erschossen. Es geht doch nun einmal nichts über Sparsamkeit, und weil das die Lebensmaxime der Schotten ist. wird es ihnen auch zum sportlichen Ehrgeiz, sich gegenseitig in Bezug auf die Sparsamkeit zu übertrefsen.— Es ist nicht gerade verbürgt, aber immerhin kann es durchaus geschehen sein. Der Bürgermeister von Aberdeen war bei dem Bürgermeister von Edinburgy zu Gast. Der Bürgermeister von Edinburgh empfängt seinen Ehrengast beim Schein einer einzigen Kerze.„Man muß sparsam sein, in diesen Zeiten," erklärt er und sieht herausfordernd den Aberdeener an.„Jawohl“, sagt der und bläst die Kerze aus Er fühlt sich als Sieger des Sparsamkeitswettbewerbes, aber als die Scheinwerfer eines vorbeikommenden Autos sekundenlang den Raum erhellen, sieht er, daß er doch noch geschlagen worden ist. Der Bürgermeister von Edinburgh sitzt in Unterhosen da. Er hat sich die Hosen ausgezogen, um sie zu schonen. Sort=Ründschon Morgen Punktespiele ohne Favoriten. n Esen gibt es das Polalviel Gmnwarz/Weiß Essen—Germania Bochum MBV. Linden will morgen auch Essen-West 81 schlagen.— In Bochum gibt es wieder einen Lokalkampf. SV. Höntrop und Schalke 04 erledigen Gesellschaftsspiele. Die Favoriten treten in den morgigen Meisterschaftsspielen nicht in Aktion. Der SV. Höntrop hat den SV. Duisbura zu einem Gesellschaftsspiel verpflichtet, während Schalte 04 nach VsB. Remscheid fährt. Immerhin sind natürlich auch die morgigen Spiele nicht ohne Interesse. Vor allem, da ja in der Abstiegsfrage Endgültiges noch nicht feststeht. Außer den Punktespielen gibt es als einziges Pokalspiel die Begegnung SchwarzWeiß Essen gegen Germania Bochum. Der morgige Kampfplan: Gruppe A: Essen=West 81— MBV. Linden TuS. Bochum— STV. Werne Union Gelsenkirchen— BV. Altenessen Castrop 02— Germania Herne Gruppe B: Preußen Bochum— VfL. Hörde Essen 99— Sportfreunde Essen Westsalia Herne— Horst=Emscher Schwarz=Gelb Gladbeck— SV. Rotthausen Pokalspiel. Schwarz=Weiß Essen— Germania Bochum Gesellschaftsspiele: SV. Höntrop— Duisburger SV. VfB. Remscheid— Schalke 04 Die Essen=Wester, die so gut wie sicher dem Abstieg verfallen sind, brauchen sich auf eigenem Platze gegen den MBV. Linden keine großen Hoffnungen machen. Die Gäste, die dem SV. Höntrov die erste Niederlage beibrachten, werden darauf bedacht sein, ihren wiedererlangten Ruf zu behalten. Wer die Märker am Vorsonntag sah, der erwartet einen klaren Siea über Essen=West, wenn auch nicht verkannt werden soll, daß die Platzleute sich mit allen Mitteln gegen eine weitere Niederlage streuben. Bisher waren die Gäste an der Kepplerstraße immer die Sieger. So wird's auch moraen wohl wieder lein. Tu S. Bochum rettete vergangenen Sonntag gegen Germania Herne einen Punkt, während die Werner zweimal hintereinander in Essen nichts erben konnten. Die Bochumer haben sich allmählich gefunden; sie haben heute das Jeua in sich, die Werner diesmal mit einer Niederlage nach Hause zu schicken. Daß die Werner aber zu kämpfen verstehen, haben sie im Altenessener Kaiserpark gegen BV. Altenessen bewiesen, wenn sie auch 4:6 unterlagen. Bei Union Gelsenkirchen scheint wieder mal nicht alles zu stimmen: Gute Sonderligavereine werden glatt geschlagen: acht Tage später zieht die Elf gegen einen Bezirksligisten den Kürzeren. Moraen aastiert der BV. Altenessen am Südpark, und man darf gespannt sein, in welcher Form sich diesmal die Jonier vorstellen werden. Auf jeden Fall werden sie den 4:0=Sieg der ersten Serie nicht wiederholen. Die Altenessener werden eher den Spieß umdrehen. Castrop 02 gegen Germania Herne wird im Zeichen eines Revanchekampfes stehen. Die Herner Germanen blieben nämlich im Hinspiel mit 8:0 erfolgreich, so daß man die Revanchegelüste der Castroper sehr ant verstehen kann. Herne spielte vergangenen Sonntag gegen TuS. Bochum auf eigenm Platz nur 0:0, das gibt zu denken. Wartet Castrop mit einigermaßen guten Leistungen auf. so kann die Revanche vielleicht glücken. Preußen Bochum wird durch die Zwischenfälle in Horst=Emscher mit einigen Ersatzleuten antreten müssen, man ist daher von vornherein gehandicapt. Die Hörder weilten auch vergangenen Sonntaa in Bochum und unterlagen nur mit 2:3. Die Aussichten für die Preußen sind aus diesem Grunde nicht rosia. Vielleicht rafft sich die Elf aber noch zusammen und rettet wenigstens einen Punkt. Das Essener Lokalderby zwischen Essen 99 und Sportsreunde Essen sollte eine größere Zuschauerzahl zur Radrennbahn ziehen. Da aber auch noch Schwarz=Weiß und Essen=West spielen, verliert die Begeanung etwas an Interesse. Im Feldspiel werden die Wer glatt mitkommen, aber die größere Durchschlagskraft ist bei den Vereiniaten. Die Elf von der Wickenburg schickte vergangenen Sonntag Schwarz=Geld Gladbeck sogar mit einer 4:0=Niederlage heim. Chancen haben die 99er also keine. Westfalla Herne empfängt auf dem Platz am Schloß Strünkede die Horster zum Rückkampf. Die Horster legten in der ersten Serie die Westfalen mit 4:2 herein. Inzwischen hat sich aber das Blatt gewendet und man kann den Westfalen auf eigener Scholle nur die größeren Siegeschancen einräumen. Herne wie Horst sind zur Zeit gut in Fahrt und der Ausgang des Kampfes wird nur aanz knapp sein. Die Schwarz=Gelben aus Gladbeck werden auf eigenem Platz mit aller Kraft versuchen, für die im Hinspiel vom SV. Rotthausen erlittene 0:4=Niederlage Revanche zu nehmen. In letzter Zeit ist die Mannschaft sehr unbeständig geworden; man experimentiert zu viel im Sturm. Die Gäste dagegen haben eine einheitliche Elf und sollten auch in Gladbeck einen ganz knappen Sieg landen können. Am Uhlenkrug in Essen wird morgen wieder Hochbetrieb herrschen. Schwarz=Weiß Essen und Germania Bochum waren die Favoriten des Pokalwettbewerbs und dieses Zusammentrefsen werden sich die Essener Fußballenthusiasten nicht entgehen lassen. Die Platzherren sind zur Zeit sehr gut in Form und werden sich diese Chance bestimmt nicht an der Nase vorbeigehen lassen. Die Bochumer sind aber ebenfalls sehr stark, so daß mit einem spannenden Kampf zu rechnen ist. Fußball in Berg=Mark. Velberts große Chance. Weit interessanter als die Meisterschaftskämpfe, in denen in beiden Gruppen die Entscheidung schon seit einigen Wochen zu Gunsten von Benrath und Fortuna gefallen ist, gestaltet sich die Pokalrunde, in der sich noch sieben Mannschaften befinden. Fortuna steht bereits im Halbfinale und wartet hier auf die weiteren drei Konkurrenten, die am Sonntag ermittelt werden sollen. Neben VfB. Öhligs, Ratingen 04, VfL. Benrath und Eller 04 befinden sich auch noch zwei„erstklassige“ Mannschaften im Wettbewerb, und zwar Wersten 04 und SSV. Velbert, die sich im Viertel=Finale gegenüberstehen. Einer wird nun am Sonntag auf der Strecke bleiben, während der andere bis zur Vorschlußrunde durchdringt und dort durch einen Zufall hofft, ins Finale zu gelangen, wie das im Vorjahre mit dem Abstiegskandidaten SV. Weyer der Fall war.— Aber auch der Kampf um die Punkte, der nur noch für den AbEs ist nicht ausgeschlossen, daß die vorl. Spiele um die Ruhrbezirksmeisterschaft im Handball morgen bereits eine Vorentscheidung bringen. Wenn nämlich Essen=West 81 morgen die Schalker auf eigenem Platz bezwingen kann, andererseits Polizei Dortmund in der Lage sein sollte, in Linden zum Siege zu kommen, dann würden EssenWest 81 und Polizei Dortmund an der Spitze liegen und dann nächsten Sonntag unter sich abmachen, wer nun in diesem Jahre den Titel Ruhrbezirksmeister tragen soll. Ob es nun aber wirklich so kommen wird, ist eine andere Frage. Insbesondere scheint es nicht ausgeschlossen, daß die Märker einen Strich durch diese Rechnung machen. Bedenkt man, daß erst vor einigen Sonntagen die Dortmunder auf eigenem Platz nur mit Mühe und Not über L. zum Siege kamen, außerdem Ueberraschungen in Linden in der Luft zu liegen scheinen(vergangenen Sonntag mußte das im Fußball Höntrov noch erfahren), dann möchte man sich doch nicht von vornherein auf einen Sieg der Dortmunder festlegen. Sicher ist auch noch nicht, ob Essen=West 81 in Schalke gewinnen kann. Es spielen moraen also: MBV. Linden— Polizei=EV. Dortmund Schalke 01— Essen=West 81. Warum sollte es nicht möglich sein...? MBV. Linden— Polizei=SV. Dortmund. Ein oft gehegter Wunsch, die Dortmunder Polizisten im engeren Bezirk spielen zu sehen, geht in Erfüllung. In der Endrunde um die Ermittlung des Ruhrbezirksmeisters stehen sich morgen vormittag obiäe Gegner in Linden gegenüber, Damit ist den Handballfreunden Gelegenheit geboten, sich von der Spielstärke der Gäste zu überzeugen. Noch am Vorsonntag vermochten sich die Dortmunder über die wurftüchtigen Schalker erfolgreich durchzusetzen, während den Lindenern im Spiel gegen Essen=West das Glück wenig hold war. Wer die Märker im Vorrundenspiel in Dortmund sah, muß zugeben, daß Linden zwar nicht an die technischen Feinheiten der Dortmunder heranreichte, aber durch großen Kampfgeist und Schneid ein gleichwertiges Spiel lieferte. Das Spiel der Gäste ist sehr flüssig, wobet die Angriffe vornehmlich von dem internationalen Halblinken Sievert eingeleitet werden. Die Märker haben in diesem Spiel zwar einen schweren Stand, aber warum sollte es nicht möglich sein, vor eigenem Anhang für eine angenehme Ueberraschung zu sorgen. Das Schlußdreieck der Dertmunder ist nicht so ausgeglichen wie bei Linden, so daß Lindens Angriff bei flüssiger Angriffsarbeit auch seine Tore machen wird. Wem gelingt der große Wurf? Im Falle eines Sieges der Platzleute steigen die Aussichten, evtl. noch mit indie Entscheidung zu kommen. * Gesellschaftsspiele: VfL. Winz=Baak— SV. Herbede Zum Freundschaftsspiel empfangen die VfLer den SV. Herbede. Die Gäste, die dem Abstieg verstieg von Interesse ist, geht morgen weiter. In Gruppe 1 hat Germania Küllenhahn noch die Möglichkeit, sich zu retten, wenn es ihr gelingen sollte, gegen Schwarz=Weiß Barmen einen Sieg oder wenigstens ein Unentschieden herauszuholen. In Gruppe 2 ist die Düsseldorfer Ortsbegegnung zwischen BC. 05 und BV. 04 für den Abstieg von Bedeutung. Wenn die Gäste das Spiel gewinnen, sollten sie vorerst aller Sorgen enthoben sein. Schwelm erwartet die führende Düsseldorfer Fortung.— Ein Gesellschaftsspiel besonderen Formats geht im Bergischen in Szene, wo der VfB. Remscheid den Westdeutschen Meister, Schalke 04, verpflichtet hat. Der morgige Kampfplan: Pokalspiele: VfR. Öhligs— VfL. Benrath Ratingen 04— Eller 04 Wersten 04— SSV. Velbert Meisterschaftsspiele: Gruppe 1: VfB. Hilden 03— Düsseldorfer SC. 99: Germania Küllenhahn— Schwarz=Weiß Barmen. Gruppe 2: FC. Schwelm— Fortuna Düsseldorf; SSV. Elberfeld— TRU. Düsseldorf; BC. 05 Düsseldorf— BV. 04 Düsseldorf. Gesellschaftsspiel: VfB. Remscheid— Schalke 04 * 1. Bezirksklasse. Zwei Velberter Siege? In Gruvve 4 wird SC. Cronenberg schon in bester Form sein müssen, um beim BV. Velbert etwas ausrichten zu können. Borussia Velbert sollte mit Alemannia Vohwinkel fertia werden. fallen sind, stellen augenblicklich durch Neuerwerbung eine sehr tüchtige Mannschaft. Schade, daß man diese Elf in der nächsten Saison nicht mehr in der obersten Klasse findet, brachten sie es doch fertia, dem MBV. in der 2. Serie die erste Niederlage beizubringen. Henrichshütte mußte sich noch vergangenen Sonntag den Herbedern beugen. Die Winz=Baakern haben auch diesen Kampf mit großer Vorsicht aufzunehmen, auf eigenem Gelände sollten sie jedoch den Gast niederhalten. * In der Kölner Rheinlandhalle wird morgen zum erstenmal offiziell ein Ringländerkampf zwi= schen Deutschland und Schweden ausgetragen. Es bestehen zwar zwischen den deutschen Ringern und den Vertretern der Nordländer sehr enge Ringkampfverbindungen, aber bisher ist es noch nie zu einen Länderkampf gekommen. Man kann es deshalb begrüßen, daß der DASV. von 1891 es endlich zu einem Abschluß mit den Schweden brachte. Unbekannte Kämpfe wird es aber in Köln nicht geben, denn die Vertreter beider Länder haben sich schon in mehreren Freundschafts= und Meisterschaftskämpfen getroffen, so daß ein jeder von ihnen weiß, was er vom Gegner zu halten hat. So wird es zu besonders spannenden Kämpfen kommen. Der Ausgang dieses Länderkampfes wird uns die Möglichkeit geben, die Stellung unserer Ringer im internationalen Sport noch näher festzulegen. Beide Verbände haben ihre Staffeln möglichst stark aufgestellt, man weiß, um welchen Preis es geht. Es werden kämpfen: Dentschland:— Schweden: Bantam: Brendel(Nürnberg— Thuvesson Feder: Ehrl(München)— Hernström Leicht: Sperlina(Dortmund)— E. Larsson Welter: Möchel(Köln=Mülheim)— Glans Mittel: Krämer(Duisburg)— I. Johannsson Halbschwer: Heitmann(Hörde)— R. Svensson Schwer: W. Müller(Köln)— Georg Nilsson Wie's voraussichtlich wird: Bei den Europameisterschaften 1930 galten die beiden Bantamgewichtler Thuvesson und Brendel als die besten Ringer. Brendel ist 1932 Olympiasieger geworden, hat sich glänzend noch entwickelt, so daß die Punkte wohl an Deutschland fallen werden. Auch für den jungen Münchener Ehrl, müßte man einen Sieg über Hernström voraussagen dürfen, denn er war in Los Angeles Zweiter. Das gleiche gilt im Leichtgewicht für Schon deutsche Erfolge. Das internationale Schwimmfest in Kopenhagen. Das internationale Schwimmen der Kopenhagener Schwimmer=Union begann am Freitag im völlig ausverkauften Hallenbad des Kopenhagener Stadions und brachte schon am ersten Tage neben guten Kämpfen schöne Leistungen. Leider vermißte man am Start den deutschen Kunstsprungmeister Leo Esser(Iserlohn). wie auch den Dänen Kai Larsen. Die deutschen Starter. Hellas Magdeburg und 1. Magdeburger DSC., schnitten verhältnismäßig gut ab. Die Damen mußten sich allerdings hinter den vorzüglichen Däninnen, von denen Lili Andersen und Else Jacobsen überragten, jeweils mit dem zweiten Platz begnügen, dafür konnten aber Schumburg die 100 Meter Rücken und Arno Heinz die 100 Meter Brust gewinnen. Schweizerische Bobmeisterschaften. Der deutsche Viererbob Letzter. Die Schweizerischen Bobmeisterschaften in St. Moritz wurden am Donnerstag mit der Austragung der Viererbobmeisterschaft begonnen. Am Start erschienen sieben Fahrzeuge, darunter auch der Deutsche Bob des Berliner Schlittschuhklubs mit Düsedau als Führer. Heimann als Bremser und Leske und Hinterfeld als Besatzung. Die Deutschen, die ohne Training das Rennen aufnahmen, beendeten als Letzte die Fahrt. Mit einer Zeit von 1:26,6 Minuten für den ersten Versuch, und 1:22,9 Min. für den zweiten, schafften sie eine Gesamtzeit von 2:49,5 Minuten. Sieger wurde der Schweizer Kapadrutt, der auch mit 1:21,3 Minuten die schnellste Zeit des Tages erzielte. Trollmann-Agren unentschieden. Der Berliner Spichernring war gestern abend nur halb besetzt. Im Hauptkampf konnte der Hannoveraner Trollmann gegen den Schweden Agren unentschieden boren. Agren hatte erst Nachteile, da er sich mit der Kampfweise des Zigeuners nicht abfinden konnte, in der 8 Runde kam er aber auf. Trollmann mußte in der 4. Runde wegen eines Tiefschlages verwarnt werden.— Der Breslauer Scholz erbielt gegen den Berliner Felten nur ein Unentschieden und wurde dadurch venachteiligt. Wieser(Bochum) schlug den Hamburger Kracht klar nach Punkten und der für den erkrankten Kölner Buchbaum eingesprungene Berliner Bosa wurde, da er untrainiert war, klar von Eybel(Hannover) geIchlagen. Domgörgen gewann. Im Endkampf des Züricher Leichtsgewichtsturniers traf gestern der Kölner Domgörgen auf den rumänischen Meister Covaci. Der Rumäne hatte auf dem zweiten Teil der Distanz etwas mehr vom Kampf. Trotzdem gab man J. Domgörgen den Punktsiea. Das Publikum protestierte heftia, da es zumindest ein Unentschieden erwartet hatte. Der Genfer Dubois schlug den Mailänder Pardinl in der 2. Runde k. o. Sverlina, der als Olumpia=Zweiter sich gegen E. Larsson den Sieg sichern müßte. In den leichten Klassen steht es also gut um die deutschen Aussichten. Schwer dagegen hat es schon der deutsche Weltergewichtsmeister Möchel, der in dem Schweden Glans einen überaus erfahrenen Kämpfer trifft. Meister Krämer aus Duisburg hat im Mittelgewicht noch am Sonntaa gegen J. Földeak seinen Mann gestanden; mit dem Schweden Ivar Johannsson dürfte er aber einen vielleicht noch besseren Gegner treffen, gegen den er sein ganzes Können zeigen muß. Der Schwede R. Spensson wird das deutsche Halbschwergewicht Heitmann=Hörde wahrscheinlich schlagen, denn Spensson ist nicht nur bärenstark, sondern hat eine überaus große Rontine. Gegen Georg Nilsson hat aber der Deutsche Meister, Müller, wenn er in bester Form antritt, Siegchancen.— Wenn Deutschland von bitteren Ueberraschungen verschont bleibt. müßte es also im ersten Kampf gegen die Schweden zu einem Sieg langen, der auch unserem großen Können und unseren bisherigen Erfolgen entsprechen würde. Der Westdentsche Rundfunk wird zwei Kämpfe auf Wachsplatten aufnehmen und die interessantesten Phasen dieser beiden Kämpfe morgen abend von 22,10— 22,30 Uhr wiedergeben. Europa=Ringmeisterschaften. Obwohl die Europa=Ringmeisterschaften 1933 erst in den Tagen vom 17. bis 20. März in Helsingfors ausgetragen werden, obwohl der Nennungsschluß erst am 20. Februar ist liegen schon die sicheren Zusagen von Finnland. Schweden, Itallen und Lettland vor. England. Holland und die Türkei haben ihre Nennungsabsichten ebenfalls schon bekanntgegeben während die Meldungen von Deutschland und Oesterreich noch ausstehen. Darauf hat man in Linden schon lange gewartet. Polizei Dortmund in Linden. Nach der Fußballüberraschung morgen auch die Handballüberraschung? Westf. Bochum— Evgl. Ges.=Verein Bochum Rasensport Bochum— TV. Brenschede Jn der Kölner Rheinlandhalle. Zum ersten Male Ringlönderlamer Seutichland-Schweben Es gehi um die enropäische Hegemonie im Ringspork. Im Brennpunkt: Steele. Preußen Steele— 6Cl. Dahlhausen. Nimmt der Hattinger SV. morgen Revanche?— Nur mit einem guten Sturm kann Welper in Sodingen zu Erfolgen kommen.— Westfalia Bochum ist Favorit. Wer noch Punkte haben will, beeile sich. Dahlhausen 1916 muß nach Herbede. Henrichshütte empfängt morgen Concordia Bochum.— Auch in Eppendorf werden die Winz=Baaker auf großen Widerstand stoßen. Das Hauptereignis in der Bochum=Hattinger Gruppe der 1. Bezirksklasse ist morgen das neuerliche Zusammentreffen der beiden Spitzenführer, SCl. Dahlhausen und Preußen Steele. Steele wird mit dieser Begegnung einen großen Tag haben. Aber auch die anderen Spiele sind von nicht viel wenigerem Interesse. In Hattingen hat der LFC. Laer zu erscheinen, während sich die SpVgg. Welper zum SV. Sodingen begibt. Westsalia Bochum wird sich natürlich auch vor Witten 92 nicht bange machen. Die morgigen Treffen sind wieder gut für eine Tabellenverschiebung. Es spielen: Gruppe Bochum=Hattingen: Preußen Steele— SCl. Dahlhausen Hattinger SV.— LFC. Laer SV. Sodingen— SpVgg. Welper Westfalia Bochum— Witten 92 Langendreer 04— Castrop 1911 Witten 07— SV. Ehrenfeld Gruppe Essen: SV. Byfang— BV. 16 Essen; BV. Stoppenberg— Werden 08; Rot=Weiß Essen gegen Preußen Gladbeck: Ballfreunde Essen gegen Rheinland Essen; Essen=Nord— Tura 86 Essen; Karnap 07— Preußen Essen. Gruppe Dortmund: Borussia 09 Dortmund gegen SC. Hörde; Dortmund 95— SV. Dorstfeld; Arminia Marten— SV. Schüren; BV. Mengede gegen Sportfr. Dortmund; VfR. Sölde— SV. 08 Dortmund. Gruppe Gelsenkirchen: Hüllen 07— Gelsenkirchen 06; Gelsenkirchen 07— Union Günnigfeld; SpVag. Röhlinghausen— Schalke 96; VfB. Gelsenkirchen— Buer 07; Resse 08— Erle 08. Seit der letzten Begegnung zwischen Preußen Steele und dem SCl. Dahlhausen hat sich, tabellenmathematisch betrachtet, nichts geändert. Zwar haben beide Mannschaften inzwischen ihr Minuskonto etwas belastet, aber immer so, daß beide nach Minuspunkten gerechnet wieder punktegleich in der Tabelle rangieren. Morgen muß da also wieder einmal Klarheit geschafft werden, wer neben den im Hintergrunde lauernden Bochumer Westfalen die besseren Aussichten auf den Titel hat. Trotzdem wir namentlich den Platzvorteil bei solch wichtigen Spielen nicht unterschätzen, glauben wir jedoch, daß es auch diesmal wieder zu einem Siege der Dahlhauser kommen wird. Oder ist die vorsonntägige Niederlage der Dahlhauser doch nicht von ungefähr gekommen? Der LF C. Laer verlor vergangenen Sonntag gegen Witten 92 in Witten nur mit einem Tor Unterschied. Wer weiß, wie schwer gerade die alten Wittener daheim zu bezwingen sind, der sollte daraus ersehen, daß sich die Laerer augenblicklich nicht in schlechter Form befinden. Auch bei den Laerern ist der Tabellenstand kein Wertmesser für deren Leistungen. Die Hattinger werden sich also schon anstrengen müssen, um gegen die Gäste zum Siege zu kommen. Insbesondere wird es darauf ankommen, ob der Sturm der Hattinger im richtigen Augenblick das Schießen nicht wieder veraißt. Im Hinspiel behielten die Laerer die Oberhand. Bedenkt man, daß die Hattinger zudem im Falle eines Sieges nun endlich vom Tabellenende wegkommen, so haben sie allen Grund, mit allem Ernst an die morgige Arbeit zu gehen. Der SV. Sodingen verlor am vergangenen Sonntag ziemlich hoch. Tatsächlich scheint die Mannschaft gegenwärtig mal wieder einen ihrer „Schwächeansälle" zu überstehen. Die Welveraner gehen unter diesen Umständen mit nicht geringen Aussichten nach Sodingen. Immerhin wird man in Sodinaen sehr vorsichtig kämpfen müssen, denn die Sodinger Mannschaft hat schon vielsach für Ueberraschungen gesorgt. Vor allem wird der Welperaner Sturm in guter Form sein müssen; denn was nützt alle Technik, wenn vor dem Tore...? Na ja, gegen Witten 07 war es vergangenen Sonntag wenigstens so. Mit einem guten Sturm sollten die Welperaner in Sodingen zum Siege kommen. Dann würden die beiden Mannschaften in der Tabelle die Plätze wechseln. Westfalia Bochum kann was. Wer wollte der Mannschaft etwa den vorsonntägigen Sseg gegen Union Gelsenkirchen im Pokalspiel nachmachen? In den Meisterschaftsspielen gelten die Bochumer schon lange als Favorit. In Witten wird morgen eine schwere Hürde zu nehmen sein. Der Papierform nach müßten die Bochumer natürlich zu einem klaren Siege kommen. Ohne Kampf ist gegen Witten aber nicht zu gewinnen. Langendreer wird sich gegen Castrop 1911 kaum durchsetzen können.— S V. Ehrenfeld kommt nach dem vorsonntägigen Sieg über den SCl. Dahlhausen mit guten Empfehlungen nach Witten. Ein Sieg wird es dort für sie aber kaum werden. Morgen beginnt man in der Essener 2. Bezirksklasse mit der zweiten Serie, deren Beginn ursprünglich erst für den 26. Januar vorgesehen war. Gleich sind wieder alle Mannschaften auf dem Spielfeld, um mit neuem Mut und neuen Hoffnungen die letzten und entscheidenden Spiele zu überstehen. Im Kupferdreher Stadion treffen sich die Spielstärksten der Gruppe, und zwar VfN. Kupferdreh und Sportfreunde Steele. Der zweite Großkampf steigt an der Krayer Jugendhalle, wo ein Spiel aus der ersten Serie wiederholt wird. Es treffen sich Kray 04 und Steele 1911. In die Steeler Ruhrau liefern sich die alten Steeler und Altendorf=Ruhr einen Punktekampf. In der 1. Gauklasse beginnen ebenfalls die Punktekämpfe wieder. Hier stehen vier Kämpfe auf dem Programm, von denen der Kampf auf der Hermannshöhe besondere Beachtung verdient, da die Teutonen mit nicht allzu großem Vorsprung die Tabelle anführen. Der SV. Steele=Rott hat für morgen ein außergewöhnliches Spiel geplant, denn ihre Mannschaft wird gegen Essener Bühnen=Prominenz Fußball spielen. VR. Kupferdreh— Sportfreunde 09 Steele. Die Kupferdreher als Tabellenführer dürfen die Steeler nicht zu leicht nehmen, da sich diese Mannschaft während der Pause mächtig erholt hat. Wenn es im Hinspiel auch zu einem 2:0=Siea der Kupferdreher kam, so ist damit nicht gesagt, daß es morgen ebenfalls zu einem Sieg reicht. Vielmehr werden die Steeler erhebliche Anstrengungen machen, diesmal die Punkte auf ihr Konto zu bekommen. Aber nur wenn sie einen guten Tag haben, wird ihnen ihr Vorhaben gelingen. BV. 08 Stéele— 2V. Altendorf=Ruhr. Das Hinspiel brachte den Altendorfern eine 3:0 Nlederlage. Heute liegen die Verhältnisse noch ein wenig günstiger für die Steeler, denn einmal ist Steele 08 Platzverein und zum andern hat die Elf neue Kräfte aufgenommen, die zweisellos auch morgen wieder alles hergeben, um die Punkte in Steele zu behalten. 3B. Kray 04— SpVag. Steele 1911. Hoffentlich lassen sich beide Mannschaften nicht zu Härten und unsportlichen Handlungen hinreißen, wie das am letzten Sonntaa der Fall war. Wer in diesem Spiel die Oberhand behält, ist schwer zu sagen. Sonntag für Sonntag erledigt die 2. Bezirksklasse ein großes Programm. So ist es auch morgen wieder. Fast alle Mannschaften liegen wieder im Rennen. Auch morgen wird es wieder erbitterte Positionskämpfe geben. Es spielen: Gruppe 1: VfTuB. Henrichshütte— Concordia Bochum SV. Herbede— SV. Dahlhausen 1916 Tura Eppendorf— VfL. Winz=Baak Langendreer 07— Weitmar 09 SCl. Altenbochum— VfB. Werne Gruppe 2: Phönix Bochum— SpVgg. Harpen Teutonia Riemke— SpuSp. Gerthe VfB. Gerthe— Rasensport Gerthe SCl. Bochum=West— BC. Hordel VfB. Börnig— Polizei=SV. Bochum BV. Herne=Süd— Rasensport Herne VfL. Herne— Schwarz=Weiß Herne Die Mannschaftsumbesetzung scheint sich bei den Henrichshüttern als richtig herauszustellen. Vergangenen Sonntag zeigten die Hüttenleute geBeide Mannschaften stehen sich nicht viel nach. Es wird ein hartes Ringen werden. Aber bitte sair! Fortuna Bredeney— SpuSp. Kray-Leithe. Im Hinspiel gab es einen 3:1=Sieg für Fortuna Bredeney. Allerdings befand sich Kray noch nicht in der Verfassung, wie das heute der Fall ist. So leicht wird den Fortunen ein Sieg nicht gemacht. Es wird einen flotten und interessanten Kampf geben. BV. Frillendorf— Bonifatius Kray. Die Bonifatius=Mannschaft, in letzter Zeit als Ueberraschungsmannschaft bekannt, wird morgen bestrebt sein, im Rückspiel die knappe 4:5=Niederlage aus dem Hinspiel wieder wettzumachen. Frillendorf hat bereits im Hinspiel erfahren müssen, daß man den Krayern nicht so leicht beikommen kann. Werden 1912— Kruppsche Tamde. Die Kruppsche Tamde. hat in den letzten Spielen nachgelassen. Diese Tatsache spricht gerade nicht für ein gutes Abschneiden der Gäste. Aber die Werdener scheinen zur Zeit auch nicht in Höchstform zu sein, sonst hätte es am Vorsonntag in Altendorf nicht zu einer Niederlage kommen können. In der Essener Ganklasse beginnen morgen auch wieder die Punktekämpfe. Die Frage nach dem Meister ist auch hier noch recht unbestimmt. Teutonia Ueberruhr führt in der Tabelle, allerdings ist der Vorsprung nicht sehr groß, so daß u. U. schon bald ein anderer Tabellenführer fällig sein könnte. Von den morgigen Kämpsen interessiert die Begeanuna Tentonia Ueherruhr— Altenessen 1912, die auf dem Platz an der Hermannshöhe steigt. Die Teutonen haben in diesem Spiel Gelegenheit, ihre Position zu besestigen. Man wird allerdings den schweren Kampf des Hinspiels so leicht nicht vergessen. Aber vor heimischem Publikum sollten die Platzleute doch Sieger bleiben.— Die anderen Spiele: Phönix— Rellinghausen 1910; Tbd. Altendorf— TB. Holsterhausen: Post=SV.— SpuSp. Haarzopf.— Das Wiederholungsspiel zwischen Adler Dellwig und Helene Altenessen das morgen ausgetragen werden sollte, ist auf einen späteren Termin verschoben worden.— Der SV. TnS. Steele=Rott hat sich zum Gesellschaftsspiel von der Fußball=Elf der Essener Bühnen verpflichten lassen. Es wird hier kein großes aber vor allen Dingen faires Spiel geben, das die Steeler Neulinge knapp gewinnen sollten. gen Sprockhövel jedenfalls, daß sie in den restlichen Spielen doch noch eine Rolle zu spielen gedenken. Das zu beweisen, dazu bietet sich morgen gegen Concordia Bochum die beste Gelegenheit. Im Hinspiel machten die beiden Parteien bekanntlich ein Unentschieden. Für morgen wird aber ein Sieg der Henrichshütter erwartet. Ein anderes Ende würde überraschen. Das Spiel S V. Herbede gegen Dahlhausen 1916 ist erst nachträglich festgesetzt worden. Die Dahlhauser werden morgen in Herbede einen schweren Stand haben denn die Herbeder gehen augenblicklich mit einer Spielbegeisterung ans Werk, die noch manchem Favoriten— wie das ja vergangenen Sonntag durch den Sieg gegen Eppendorf bewiesen wurde— gefährlich werden sollte. Schon im Hinspiel haben die Herbeder trotz ihrer Niederlage den Dahlhausern ein ausgeglichenes Spiel geliefert. Das wird auch morgen so sein. Das Ende könnte leicht anders als im Hinspiel lauten. Vf L. Winz=Baak muß auch morgen wieder reisen. Diesmal geht die Reise nach Tura Eppendorf. Wenn die Eppendorfer auch vergangenen Sonntag in Herbede geschlagen wurden, so werden die Winz=Baaker auf keinen leichteren Gegner als vergangenen Sonntag in Werne stoßen. Kommen die W.=Baaker auch in Eppendorf zu einem Unentschieden, dann können sie auch damit schon zufrieden sein. Immerhin werden die Gäste in Eppendorf noch nach Höherem trachten. Das will aber schon was heißen. Weitmar 09 konnte vergangenen Sonntag im Ortstreffen klar gewinnen. Der morgige Gegner, Langendreer 07. wird aber einen aanz anderen Gegner abgeben als die Bochumer Concorden. Da die Weitmarer zudem noch nach Langendreer müssen, werden sie kaum an einer Niederlage vorbeikommen.— SC. Altenbochum wird sich ebenfalls nach Kampf gegen VfB. Werne als geschlagen bekennen müssen. Gauklasse. Gruppe 1: TuS. Kornharpen— Borussia Bochum L.=Wilhelmshöh— Reichsbahn Riemke Reichsbahn Langendreer— Post=SV. Bochum Germania Kaltehard— BV. Gerthe=Hiltrop Gruppe 2: SpuSp. Stiepel— TV. Hammerthal Germania Querenburg— TuS. Bredenscheid Union Heven— Teutonia Stiepel TuS. Steinkuhl— Ruhrtal Heven MBV. Linden— PSV. Duisburg Zum Klubkampf empfängt der MBV. Linden morgen zwei Herren- und eine Damenmannschaft vom PSV. Duisburg. Nur bei besten Leistungen können die Lindener zum Siege kommen. Brüsseler Sechstagerennen begann. Mit Schön=Buschenhagen. In Brüssel begann gestern vor großem Besuch das Sechstagerennen. Alle 18 angezeigten Paare waren am Start, darunter auch die Dortmunder Sieger Schön=Buschenhagen. Sofort nach dem Startschuß setzte eine Jagd ein, in der Charlier=Deneef eine Runde gewannen. Es folgten später die Belgier Verhaegen=Loncke. Um 22 Uhr belgischer Zeit führten diese beiden Paare mit Rundenvorsprung. * In Berlin boxte erstmalig nach seinem Olympiaerfolg Europameister Erich Campe innerhalb eines Boxkampses Brandenburg=Havel, der von 1500 Zuschauern verfolgt wurde. Campe schlug den Brandenburger Polter 2 klar nach Punkten, war aber noch nicht in Hochform. * Die Gelsenkirchener Trabrennbahn wird auch in diesem Jahre wieder große Trabrennen bringen. Insgesamt sind 22 Renntage vorgesehen. Der Entscheidung entgegen. Der Punltekämpfe zweiter Teil beginnt. Nehmen die Steeler Sportfreunde Revanche?— Steele 1911 macht einen schweren Gang nach Kray 04.— Ob Altendorf=Ruhr wieder für eine Ueberraschung sorgt? Theater-Wochen-Spielplan WÖCHENTLICHE BEILAGE MIT DEM PROGRAMM DES WESTDEUTSCHEN RUNDFUNKS UBER DIE SENDER LANGENBERG, MUNSTER, KÖLN, AACHEN, AUS DEN SENDERÄUMEN KÖLN, DUSSELDORF, MUNSTER, DORTMUND, ELBERFELD, AACHEN Sonntag, den 22. Januar: 7.00: Choral: Bis hierher hat mich Gott gebracht. 7.05—8.15: Uebertragung von der Norddeutschen Sendergruppe: Bremer Hafen=Konzert. Frühkonzert aus dem Bremer Freihafen. 1. O Jugend, wie bis du so schön(Abt). 2. Freut euch des Lebens, Walzer(Strauß). 3. Peking Ta Tao. chinesischer Tanz(Lefort=Tavan). 4. Mit Hörnerschall und Lustgesang, Potpourri(Reckling). 5. Die kleinen Soldaten(Marks). 6. Militär=Fanfare(Ascher). 7. Operetten=Revue, Potpourri(Fetras). 8. Unter dem Grillenbanner Marsch(Lindemann). 8.15—8 25: Landwirtschaftliche Rundschau. 8.30—8.55: Italienische Unterhaltung. Universitätslektor Dr. Jesse. 9.00—10.00: Morgenfeier. Menschen im Kampf. 11.00—11.25: Natur und Geist. Universitätsprofessor Dr. Erich Rothacker: Natur und Geist in der Geschichte(1). 11.30—11.55: Reichssendung: Bach=Kantate:„Herr, wie du willst, so schick's mit mir“, von Johann Sebastian Bach. Das Städt. und Gewandhausorchester zu Leipzig. Der Thomanerchor. Solisten: Marianne Weber(Sopran); Heinz Marten(Tenor); Hermann Schey(Baß); Karl Hoyer(Orgel): Friedbert Sammler (Neupert=Cembalo); Herbert Karger(Oboe). Leitung: Thomaskantor D. Dr. Karl Straube. 12.00—12.20: Pamela Wedekind: Briefe Frank Wedekinds. 12.20—12 45: Die Zeit im Aufsatz. Privatdozent Dr Alfred Müller: Aufsätze zur Wirtschaftskrise. 12.45—13.00: Musik der Woche. Hans Ebert. 13.00—14.30: Mittagskonzert des Westdeutschen Kammerorchesters. Leitung: Spitz. 1. Künstlerleben, Walzer(Joh. Strauß). 2. Fantasie aus der Oper„Madame Butterfly“(Puccini). 3. Potpourri aus der Operette„Wo die Lerche singt"(Lehar). 4. a) Nach dem Ball(Gillet); b) Küsse im Dunkeln(Micheli) 5. KaiserWalzer(Strauß). 6. Fortissimo, die große Kalman-Fantasie(Feigel). 14 30—14 50: Hans Molitor: Fertigkeitsübungen für Kurzschriftler. 14.50—15.10: Musikalische Arbeitsgemeinschaft. Professor Dr. Hermann Unger. 15.20—15 40: Rechtsfragen des Alltags. Dr. Guido Hertel: Der Schmugael mit Kraftwagen.— Aus der Praris des Zollstrafrechts. 15.45—16 05: Ans der Welt des Tieres. Dr. Friedrich Brock: Die Sehräume der Tiere. 16.10—16 30: Reichsberufswettkampf der deutschen Angestelltenjugend. Hans Rausch— Otto. Ranalter. 16.30—18.00: Vom Südwestsunk Frankfurt: Vesperkonzert des Städt. Kurorchesters Wiesbaden. Leitung: Herbert Albert. 1. Ouverture zur Oper„Der Freischütz"(Weber). 2. Mennett G=Dur(Beethoven). 3. 2. Suite aus der„Arlesierin"(Bizet). 4. Große Fantasie über Themen aus der Oper„Rienzi"(Wagner). 5. Kavalier=Walzer aus„Polenblut"(Nedval). 6. Ouverture zur Oper„Die diebische Elster“ (Rossini). 18.00—18 40: Unsere Städte in Rheinland und Westfalen. Gladbach=Rhydt. 18.40—19.00: Uebertragung aus dem Fredenbaum, Dortmund: Kunstturnkampf Rheinland gegen Westfalen des Arbeiter=Turn= und Sportbundes. Sprecher: Deters— Probst. 19 00—19.45: Eine Stunde Kurzweil, 1945: Sportvorbericht. 20.00: Uebertraauna aus Kopenhagen: Bunter Abend. 1. Glockeniviel und Stundenschlag vom Rathausturm. 2. Nordische Musik. Nadio=Orchester Kopenhagen. Leitung: Emil Reesen. Solist: Holger Brunsgaard vom Kal. Theater Kopenhagen al Festpolonäse(Svendsen): b)„Du alte du freie“ schwedische Volksmelodie(bearb. für Streicher von Svendsen); c) Trauriger Walzer(Sibelius); d) Aus der Musik„Es war einmal": Jägergesang. Hoch= sommerlied(Lange=Müller). Holger Brunsgaard 3. Dänische Romanzen. Else Brems vom Kal. Theater Kopenhagen. Begleitung: Folmer Jensen. al Der Himmel glimmt schwach(Lange=Müller); b) Bei Sonnenuntergang(Lange=Müller); c) Frau Jeannas Romanze aus der Oper„Fru Jeanna“ (Lange=Müller). Else Brems. 4. Werke von Lumbye. Radio=Orchester Kopenhagen.. Leitung: Emil Reesen. a) Traumbilder, Fantasie; b) Ballklänge, Walzer; c) Kolumbia, Mazurka; d) Champagner=Galopp. 5. Musik für Holzbläser und Klavier. Erick Thomsen(Flöte): Henry Munck(Oboe); Ole Frosig(Klarinette): Folmer Jensen(Klavier). Caprice über dänische und russische Volksgesänge(Saint=Saens). 6. Deutsche Musik. Radio=Orchester Kopenhagen. Leitung: Launy Grondahl. a) Ouverture aus der Oper„Rodelinda“(Händel); b) Brandenburger Konzert Nr. 3 C=Dur für Streicher(J. S. Bach). c) Ouverture zur Oper„Titus“(Mozart). Dann: Letzte Meldungen, Sportbericht. 22.10—22.30: Uebertragung aus der RheinlandIm Herbst war eine Filmexpedition aus Hollywood aufgebrochen, um in der Eiswildnis Alaskas Aufnahmen für einen großen Film zu drehen Mit Absicht hatte man den Zeitpunkt des Unternehmens so gewählt, daß es in die monatelange Polarnacht hineinfiel. Clyde de Vinna, einer der berühmtesten und bestbezahlten Kameramänner Hollywoods, war mit seinen Apparaten auf Hundeschlitten auf dem unwirtlichen Kontinent weit nach Norden, bis über den Polarkreis hinaus vorgedrungen. Clyde de Vinna ist auf diesem Gebiet kein Neuling mehr und so unternahm er das Wagnis, sich mitten unter den Schneefeldern nördlich des Städtchens Teller niederzulassen, von wo aus er oft vollkommen allein auf die Suche nach Motiven aina. Aus Hollywood hatte er sich einen prächtigen Kurzwellensender und eine Empfangsapparatur mitgenommen. Diese Behelfe stellten jetzt seine einzige Verbindungsmöglichkeit mit der Außenwelt dar. In der Einsamkeit und der eisigen Stille der Polarnacht versuchte er, wenn er nicht unterweas war, sich die Zeit dadurch zu vertreiben, daß er Verbindung mit der sernen Welt suchte. Eines Tages— sosern man hier von Tagen sprechen kann— ereignete sich eines jener seltsamen Wunder, die im Zeitalter des Nadios nichts Unerklärliches mehr an sich haben: er erhielt Verbindung mit einem Radioamateur in— Nenseeland! Auch dieser hatte sich einen vorzüglichen Kurzwellensender zugelegt und so unterhielten sich die beiden über die gigantische Entfernung von rund 8000 Kilometern. Nach einiger Zeit war eine angeregte Unterhaltung im Gang. Der Neuseeländer funkte: „Wie geht es Ihnen in Ihrem Eiskeller?“ „Ausgezeichnet. Aber es ist zum Sterben langwellig."—„Wann sahren Sie nach Hause?"— „Sobald ich... 6.15—7 Leibesübungen. 7.05—8 Morgenkonzert(Schallplatten). 1. Choral:„Gelobet seist du. Jesus Christ“; 2. Dritter Satz, Mennett=Finale aus der Sinsonie Nr. 40 in G=Moll(Mozart): 8. Indischer Marsch aus der Oper„Die Afrikanerin“ (Menerbeer): 4. Dorischwalben aus Oesterreich, Walzer(Jos. Strauß): 5. Murmelndes Lüktchen. Lied(Jensen): 6. Melodien aus der Oper„Schwanda, d. Dudelsackpseiser“(Weinberger): 7. Hochzeitstag auf Troldhangen halle Köln: Ring=Länderkampf Deutschland— Schweden(Wachsplattenbericht). Sprecher: Ernst. 22.30—1.00: Uebertragung von der Ravag Wien: Wiener Künstler für die Winterhilfe. Georg Reimers, Franz Völker, Paul Pranger, Maria Eis, Richard Mayr, Zdenka Zicka, Raoul Aslan, Gertrude Ruenger, Fritz Wiesenthal, Marian Rawicz und Walther Landauer, Betty Fischer., Christi Giampietro, Ernst Arnhold, Lizzi Holzschuh, Karl Farkas, Charlotte Waldow, Professor Erich Meller. * Wichtige Sendeveranstaltungen im Reich: Bayrischer Rundfunk. 20.00: Orchester= und Solistenkonzert. Nordischer Rundfunk. 20.00: Verdi=Puccini=Konzert. Östmarken=Rundfunk. 20.10: Volks=Konzert. Die Unterhaltung brach mitten im Satz ab. Der Neuseeländer versuchte wieder das Gespräch aufzunehmen: vergeblich. Sein Partner in Alaska war verstummt. Eine böse Ahnung ergriff den Amateur. Sollte dem Mann in Alaska etwa ein Unalück zugestoßen sein? Einige Sekunden später stürmten unhörbare SOS.=Rufe über den Pazifik hinweg nach Amerika. Colonel Foster, ein bekannter Millionär, vernahm sie in seiner Villa in San Francisco als Erster. Er war gerade im Begriff, mit Hilfe seines Kurzwellenapparates Verbinduna mit anderen Amateuren zu suchen, als die SOS.=Ruse vernehmbar wurden. Foster antwortete— ein kurzes, erreates Gespräch und dann begann der Millionär SOS.=Sianale in der Nichtung nach Alaska zu schicken.— Eine glückliche Fügung wollte es, daß seine Rufe von einem Amateur in Teller vernommen wurden, der sich gleichfalls mit entfernten„Kollegen" zu verständigen suchte. Der Neuseeländer hatte aus seinem Gespräch mit de Vinna mit ziemlicher Genauigkeit dessen Aufenthaltsort erfahren, hatte diesen dem Millionär mitgeteilt und nun wußte auch der Amateur in Teller, wo de Vinna zu suchen war. Er alarmierte das Städtchen und einige Minuten später startete eine Ervedition, um den draußen einsam kampierenden Filmoveratenr zu suchen.— Es dauerte nicht lange, bis de Vinnas Jelt entdeckt wurde. Es war tatsächlich ein Unglück passiert. De Vinna war durch die gistigen Gase seines Petroleumosens, der irgendwie Schaden gelitten hatte, betänbt worden. Die Gase konnten durch das aut abgeschlossene Zelt nicht ins Freie. Nach langen Bemstbungen gelang es, den Verunglückten wieder zum Bewußtsein zu bringen. Kurze Zeit später trugen die Aetherwellen eine neue Botschaft Tansende von Kilometern hinans: „Vielen Dank für die Rettung. meine fernen (Griea): 8. Kreisler=Serenade(Lehar): 9. Potpourri aus der Operette„Der letzte Wal= zer"(Oscar Strans): 10. Petersburger Schlittenfahrt, Galopp(Eilenbera). 9,45—10 Gymnastik für Frauen. 10,05—11,10 Mensch und Welt. Gemeinschaftsempfang für Arbeitslose. 10,10—10,45 Intermezzo: Schulfunk für Schüler vom 12. bis 15. Lebensjahre. Staatsforst, Distrikt 115. Ein Bild der westdeutschen Waldwirtschaft, von Martin Dey; Spielleitung: Heil. Der Oberförster(Friedr. Richter), Förster Hanke(Hanns Aug. Herten); Forstgehilfe Wehrkamp(Rich. Weimar); Der alte Heuberg, (Haumeister); Wegener, Holzhändler(Fritz Schöner); Henkmann, Fuhrunternehmer(Otto Schülke); Kersten, ein Sommerfrischler(Karl Wilhelmy); Die Stimme des Autors. 11,10—11,20 Schulsunk für Schüler vom 10. bis 15. Lebensjahre. Pros. Edmund Josef Müller: Rhythmische Gymnastik. 12—12,50 Schallplattenkonzert(Odeon=Schallplatten). Von Oper zu Oper. 13—14,30 Mittagskonzert. Leitung: Wolf. 1. Auf Wache, Marsch(Rosey): 2. Ouverture zur Operette„Der Bettelstudent“(Millöcker); 3. Reigen und Humoreske aus dem Zyklus „Bunte Blätter“(Reger); 4. Von Felsen und Tal, nordische Suite(Frederiksen): 5. Gounodiana, Fantasie(Rhode); 6. Wiener Blut, Walzer(Strauß); 7. Slawische Rhapsodie Nr. 2(Friedman); 8. Deutscher Sang, Volkslieder=Potpourri(Hannemann). 15,50—16,20 Kinderstunde. Els Vordemberge: Buntes Allerlei. 16,20—17 Ingendsunk. 1. Rektor Simon: Sieben machen ihren Weg. Ein Rundfunkmärchen von Ernst Klopfer; 2. Heinz Raasch: Werkarbeit für die Jugend. Die Eisenbahn, Stehfaltschnitt. 17—18,10 Vesperkonzert. Leitung: Eysoldt. 1. Ouverture zur komischen Oper„Im Brunnen"(Blodek); 2. Erste Suite(Pierné); 3. a) Lyrisches Intermezzo(Becce), b) Vergebens, Serenade(Amadei): 4. a) Lied ohne Worte (Tschaikowsky), b) Ständchen(Rich. Strauß); 5. Ballettsuite aus„Sylvia"(Delibes); 6. Walzer(Popy). 18,10—18,30 Ungedruckte Dichter. Walter Gizewski: Das Geheimnis des Urias Sternriegel, eine Erzählung. 18,30—18,50 Frauenstunde. Gymnastiklehrer Dr. Hans Frucht: Arbeit und Körperhaltung. 19,05—19,25 Universitätsprofessor Dr. phil. Leo Spitzer: Zum 150. Geburtstag von Stendhal. 19,30—19,55 Technik und Wirtschaft. Universitätsprofessor Dr. Brauer: Müssen wir die Technik fürchten? 20 Alles nebeneinander. 20—20,30 Ouverturen. 1.„Die Stumme von Portici"(Auber): 2.„Das Nachtlager in Granada“(Kreutzer): 3.„Susannens Geheimnis" (Wolff=Ferrari): Orchester des Westdeutschen Rundsunks(Leituna Kühn). 20,80—21.30 Wie die Alten sungen. Kläre Hansen(Sopran), Marita Gründgens(Sopran), Aramesco(Tenor). Wocke(Bariton), Strienz (Baß). Das Westdeutsche Kammerorchester (Leitung: Spitz). 21,30 Tänze und Märsche: 1. Vater Rhein, Marsch (Lincke): 2. Karnevalsbotschafter, Walzer (Strauß): 8. Bitte schön, Polka(Strauß): 4. Nordische Klänge, Mazurka(Ganne); 5. Pierrot und Pierrette, Faschinaswalzer(Lehar); 6. King=Kotton=Marsch(Sousa): 7. Schön sind lachende Frauen, Numba(Lehar): 8. TritschTratsch, Galopp(Strauß): 9. a) ViktoriaMarsch(Blon), b) Abmarsch in die Quartiere, Marsch(Blankenbura). Orchester des deutschen Rundfunks(Leitung: Kühn). Dann: Letzte Meldungen, Sportbericht. 22,20—23 Kammermnsik. 23—24 Meister des Jazz. *. Wichtige Sendeveranstaltungen im Reich. Bayrischer Rundsunk. 19,35 Uhr:„Der Wassenschmied. Komische Oper von Lortzing. Berlin. 20 Uhr:„Der tolle Kapellmeister". Heitere Oper von B. Bardl. Mitteldentscher Rundsunk. 20 Uhr: Eine Stunde Humor. Nordischer Rundsunk. 20 Uhr: Strawinsky=Konz. Ostmarken=Nundsunk. 2,05 Uhr:„Immer wieder mal Liebe“. Schlesische Funkstunde. 20,10 Uhr:„Du bist Orplid, mein Land. Züdsunk. 20 Uhr: Winterfest 1933 des Singchors der Württemberg. Landestheater. SOS.-Rufe über 8000 Kilometer. Das Radiowunder in der Eiswüste. Abenteuerliche Rettung eines Filmoperateurs in Alaska. Freunde Monkag, den 25. Januar Was die Zünkwoche Bachte. Dem Namen des Dichters Mar Mellist man im Programm des Westdentschen Rundfunks. glaube ich. wohl kaum begegnet, was eigentlich nicht verwunderlich erscheint; denn dieser Antor liebt es nicht, viel von sich reden zu machen, weil seine Bühnenspiele„Das Apostelspiel“ und„Das Schutzengelspiel“ Schöpfungen sind, die nicht nach lautem Beifall verlangen, sondern ihre Hörer in die Stille führen, um ihnen einen religiösen Stoff greifbar naye zu bringen. Wenn die Leitung des Westdeutschen Rundfunks nun für einen Wochenabend„Das Apostelspiel“ in die Kette ihrer Hörspielaufführungen einreihte, so tat sie gut daran. Wer den Titel des Werkes vernimmt, vermeint wohl, daß ein biblisches Geschehen dramatisiert worden sei. Im Grund ist's auch so; denn seine Menschen tragen nur durchs Kostüm ein Gegenwartsgesicht, was sie uns zu sagen haben als Bewohner einer kleinen ärmlichen Bauernstube im Hochgebirge ist indessen immer gültig, also zeitlos. Drum konnte der Rundfunkhörer auf das Bühnenbild verzichten. Das Hauptsächliche der Sen dung war, daß man sich durch die Zucht und Lanterkeit der Sprache des nachdenklichen Spiels willig in die Legende einspinnen ließ, welche der Dichter frei erfand. Auf der Schaubühne mag es außerordentlich schwer sein, die Vorgänge um die einfältig=fromme Magdalene und die Mordbrenner Petrus und Johannes glaubhaft zu machen, über die Aetberwelle kam dem Hörer die Phantasie glücklichst zu Hilfe, weshalb die symbolische Kraft der Begebenheit als das Wesentliche wirksam wurde. Aus diesem Grunde erlebte man als andächtig Lauschender den Sieg des Glaubens um die Erfüllung des Wunders, daß die Unwilligen selber, nämlich die Verbrecher, vom Hauch der ewigen Liebe berührt werden. Die Anlehnung der Reimsprache Mells an den“1 der Hans=Sachs=Spiele und ihre zwingende Einfachheit ergriff die Herzen und machte das geradlinig entwickelte Geschehen vor aufgeschlossenen Herzen zu einem wahrhaften Erlebnis. Heils Regie und namentlich Phoebe Monnards tiefgläubige Magdalene dienten der ergreifenden Schönheit des geistlichen Spiels mit starker Hingabe. Die heitere Seite des Lebens leuchtete die Hörspielerei um einen Raucher„Im blauen Dunst“ ab. Mit dem gemütlich daheim sitzenden und in die Ringe seiner Zigarre eingesponnenen Dichter träumte man den schönsten Traum, der die Phantasie wie auf blauen Wolken in alle nur mög lichen Dunstkreise entführte. Dieses Kunterbunt der Szenen, Geschichten, Anekdoten und musikalischen Einlagen erhielt durch die Verwendung der Rainarchenschen Rauchergedichte, leitmotivische Achtzeiler, besonderen Reiz. Die Uraufführung der großen funkischen Revue„Lachen im Hintergrund“ von P. Schaaf. welche den Sonntagabend ausfüllte, zeichnete der Hörerschaft im Rahmen mehrerer Kurzspiele allerlei recht komische Situationen, von deren Originalität man sich gern zwei Stunden unterhalten ließ. Zwar nicht alles, was die siebzehn Bilder auf die Welle gaben, interessierte, aber die Durchschnittsfrau, welche sich gewiß alle in Ruhe leber wollenden Männer wünschen mochten, der Klatsch um eine abhanden gekommene Jacke, das Interview mit dem selbstherrlichen alten Herrscher Wind, dem nur der Wonnemond zuwider ist, sowie die fabelhaft schnelle Umstellungsmöglichkeit der Atmosphäre bei der Firma Mener u. Co. machten viel Spaß. Rieths geschickt aufbauende Regie und Eberts Musik waren der gewitzten Arbeit beste Helfer zum Erfolg. Ins Reich der beliebten Operette führte„Das Hollandweibchen“ Kalmans, dem die Leitung Anheißer=Kühn dank tüchtiger Mitstreiter in den Solopartien den nötigen Charme und prickelnden Reiz mit auf den Weg geben konnten. Auf musikalischem Gebiete mochte eine Uebertragung von Radio Turin als Enropäisches Konzert aus Italien ungewöhnlich fesseln. Zandonais musikalische Leitung und ein Orchester von hoher Qualität verstanden die Ohren der Funkgemeinde mit alten und modernen Werken italienischen Ursprungs für solche südländisch inspirierte stilecht interpretierte Gaben zu begeistern. Die Ansage wurde italienisch, französisch und deutsch durchgegeben, so daß man gut folgen konnte. Im Verlauf des Konzerts war der Nachtigallenschlag des Turiner Senders als gewohntes Pansenzeichen deutlich zu vernehmen. Für diejenigen, welche auch einmal zur Besperzeit, oder wie man heute wohl vornehmer sagt: zum„Fünfuhrtee“ ein buntes Programm ohne besondere Ansage wünschten, war die Sendung„Eins ins andere“ sehr willkommen. Da gab's nur leichte spritzige Musik der verschiedensten Klangfarbe, die Cläre Hansen, Marita Gründgens, Leonardo Aramesco, Wilhelm Strienz, das Westdeutsche Kammerorchester unter Spitz und Instrumentalsolisten für Saxophon, Banjo, bzw. zwet Klaviere oder Akkordeon zu Gehör brachten und mit jeder Nummer fesselten. Man sollte diesen Modus öfter zur Anwendung bringen. Diesmal war er offenbar das Fernsein des Kleinen Orchesters Ensoldts zur Bestreitung des Oeffentlichen Lustigen Abends in Aachen bedingt. Wie mag es kommen, daß mitunter Unterhaltungskonzerte zur Mittagsstunde, also nach 13 Uhr. von Eysoldt oder Wolf geboten, den o erwünschten Raumton spürbar machen, während ür gewöhnlich durch Dämpfung der Tonwellen nicht recht ein Ausschwingen des Klangs erreicht wird und die Sendung gewissermaßen unter dem Eindruck der Atembeklemmung vonstatten geht? Meister des Jazz. die gewohntermaßen um die mitternächtige Stunde zu Worte kommen, werden nur dann gern erhörte Gäste, wenn sie ohne die geradezu albernen Beigaben der primitinsten Tierstimmenimitation von sich reden machen. Dergleichen Gegrunze und Geschrei wirkt auf die Dauer doch zu blöde. Im übrigen bringen die berühmt gewordenen Jazzorchester im Rahmen ihrer Schallplattenaufnahmen ganz prächtige Tanzstücke, die rassig und schwebend in Klangfarbe und Rhythmus unwillkürlich das Tanzbein zur Betätigung herausfordern. Der übertragene Ausschnitt aus der Deutschen Weihestunde des Deutschen Reichskriegerbundes „Kyffhäuser“ anläßlich der 62. Wiederkehr des Reichsgründungstages rief unserem Volk eindringlichst die Mahnung ins Herz, durch Einigkeit wieder stark zu werden. Der Nachruf an die Gefallenen. Dank und Treuschwur der Versammlung ergriff das Innere aller Hörer durch die Unmittelbarkeit des ihnen vergönnten Miterlebens. Durch die der Sendung voraufgeschickte Bachkantate aus Leipzig war es leider nicht möglich, die Begeisterung zu erlauschen, welche die Halle des Berliner Sportpalastes durchbrauste, als der Herr Reichspräsident in der Versammlung erschien. gt. Dienstag, den 24. Januar: 6.45—7.00 Leibesübungen 7.05—8.00 Morgenfeier(Schallplatten): 1. Hymne (Kromolicki); 2. Einzugsmarsch aus der Oper „Die Königin von Saba"(Goldmark); 3, Rosen aus dem Süden, Walzer(Joh. Strauß); 4. Ouverture zur Oper„Der Waffenschmied von Worms"(Lortzing); 5. Melodien aus der Oper„Tiefland"(d'Albert); 6. a) Serenade (Toselli), b) Wiener Fantasie(Stolz); 7. Potpourri aus der Operette„Liselott“(Künneke); 8. Scheherazade(Schmalstich); 9. Wir kurbeln an, Schlager=Potpourri(Dostal) 10.05—11.15 Mensch und Welt. Gemeinschaftsempsang für Arbeitslose 10.10—10.40 Intermezzo: Schulfunk für Schüler vom 12, bis 16. Lebensjahre. Mit Kurt Hielscher in Skandinavien. An der nördlichsten Eisenbahn der Welt 11.20—12.00 Schallplattenkonzert 12.00—12.50 Vom Südfunk, Stuttgart: Unterhaltungskonzert der Kapelle Franz Dolezel 13.00—14.30 Mittagskonzert, Leitung: Eysoldt. 1. Via Eupen, Marsch(Creutz): 2. Ouverture zur Oper„Wildschütz“(Lortzing); 3. Frühlingszauber, Walzer(Translateur); 4. a) Ich denk' daran— b) Erinnerung(Drola); 5. Ballettmusik aus„Faust und Margarethe“ (Gounod); 6. Huldigungsmarsch aus„Sigurd Jorsalfar“(Grieg); 7. a) Amina, ägyptisches Ständchen(Lincke), b) Prärie Lilie(Mills); 8. Pikante Blätter, Potpourri(Komzak) 15.50—16.20 Kinderstunde. Els Vordemberge: Märchen von Andersen 16.20—16.30 Mitteilungen aus dem Schulfunk 16.30—17.00 Gegenwartsfragen der geogr. Wissenschaft und des geogr. Unterrichts. Privatdozent Dr. Spethmann: Die dynamische Länderkunde mit praktischen Beispielen 17.00—18.15 Vesperkonzert, Leitung: Eysoldt. 1. Krönungsmarsch(Kretschmer); 2. Ouverture „Hunyady,Laszio"(Erkel): 3. Hochzeitsszenen, Suite(Smetana); 4. a) Liebesgetändel(Micheli), b) Erinnerung an Lehar(Murzilli); 5. Amorettentänze, Walzer(Gungl); 6. Echo der Welt, Potpourri(Zimmer): 7. Wiener Tanz Nr. 2(Friedman=Gärtner) 18.15—18.45 Italienisch. Universitätsprofessor Dr. Heinermann 19.00—19.20 Für den Landwirt. Dr. Otten: Von der Aufzucht des rheinisch=deutschen Kaltblutpferdes 19.20—19.30 Theo L. Goerlitz: Gedichte 19.30—19.55 Wirtschaft und Kultur. Museumsdirektor Dr. Otto Neurath: Bildstatistik— international 20.00 Flotow. Zum 50. Todestage. Orchester des Westdeutschen Rundfunks. Leitung: Breuer. Solisten: Maria Engel(Sopran), Guerma. nova(Alt). Aramesco(Tenor). Strienz(Baß). Verbindende Worte: Paul Heinrich Gehly 21.00 Das Konzert. Das Orchester des Westdeut schen Rundfunks. Leitung: Buschkötter. So listen: Ilse Bernatz(Cello). Grete Eweler Violine. 1. Cellokonzert H=Moll(Dvorak) Ilse Bernatz: 2. Violinkonzert A=Moll, op. 82 (Glasunow) Grete Eweler Dann: Letzte Meldungen, Svortbericht Funkstille. „Die große Herde"; Antoine de Saint Exupéry „Nachtflug“. 18.30—18.50 Privatdozent Dr. Weigert: Zum 50. Todestag von Doré am 23. Januar. 19.00—19.20 Sozialpolitische Tagesfragen. Beigeordneter Dr. Linnartz: Gesundheitsförderung in den Ferien. 19.20—19.35 Vor allem Gesundheit. Prof Dr. Paul Selter: Warum sieht das Kind blaß aus? 19.35—19.55 Was jeder wissen sollte, Gerichtsassessor Dr. Hans Berg: Straftaten des Alltags. 20.00—21.00 Von der Funkstunde Berlin: Neue Werke für elektrische Musikinstrumente. Uraufführungen, von Paul Hoeffer, Wolfgang Jacobi, Ernst Lothar von Knorr. Dirigent: Leo Borchard. Einleitende und verbindende Worte: Prof. Dr. Gustav Leithaeuser, Hans v. Benda. 21.00 Eins ins andere. Else Schmitz(Sopran), Marita Gründgens(Sopran), Aramesco(Tenor), Wocke(Bariton), Strienz(Baß), Otto Müller(Saxophon), The Somets(Jazz auf zwei Flügeln). Westdeutsches Kammerorchester Leitung: Spitz. Dann: Letzte Meldungen, Sportbericht. 22.30—23.30 Nachtmusik und Tanz. Ltg.: Eysoldt 23.30—1.00 Uebertragung aus dem Café Anglais London: Tanzmusik. Roy Fox und seine Ka pelle. Wichtige Sendeveranstaltungen im Reich: Bayrischer Rundfunk: 19.25 Uhr:„Der verfluchte Hof“, Volksstück v. E. Hohenstatter. Mitteldeutscher Rundfunk: 21.10 Uhr: Daniel Françios Auber. Östmarken=Rundfunk: 21.00 Uhr: Friedrich von Flotow. Schlesische Funkstunde: 20.00 Uhr: Die Januar Kantate. Südwestfunk: 19.30 Uhr: Operetten=Konzert. Guglielmo Marconi, der Herr im Reiche des Vor 30 Jahren feierte der große Erfinder mit dem Patent 7777 seinen größten Erfolg. Wichtige Sendeveranstaltungen im Reich Banrischer Rundsunk: 19.05 Uhr Bunte Stunde. Berlin: 20 Uhr:„Das Käthchen von Heilbronn“ v. O. Kleist. Nordischer Rundsunk: 21 Uhr:„Am andern Ufer“ Trauerspiel v. H. Scheffler. Ostmarken=Rundsunk: 21.30 Uhr: Ahnen und Erbe Südfunk: 19.45 Uhr: Wolsgang Amadens Mozart. Südwestfunk: 21.15 Uhr(von Genf): Internationales Jazz=Konzert. Mittwoch, den 25. Januar: 6.45—7.00 Leibesübungen. 7.05—8.00 Morgenkonzert(Schallplatten). 1. Janchzet dem Herrn(Thier): 2. Fackeltanz in B=Dui (Meyerbeer): 8. Konzertwalzer(Glasunow): 4. Ouverture zur Oper„Wilhelm Tell“(Nossini): 5. Ungarische Rapsodie in D=Dur Nr. (Liszt): 6. Zwei Lieder aus der Operette„Die Blume von Hawaii"(Abraham): al Will dir die Welt zu Füßen legen, b) Ein Paradies am Meeresstrand; 7. Potpourri aus der Operette „Morgen geht's uns gut"(Benatzky): 8. Fliegermarsch aus der Overette„Der fliegende Rittmeister"(Dostal). 9.15—9.40 Fran und Recht. Dr. h. c. Camilla Jerlinek: Eltern und Kinder(21.(Rechtliche Bestimmungen zwischen Vater, Mutter und Kin dern). 9.45—10.00 Gymnastik für Frauen. 10.10—11.10 Mensch und Welt. Gemeinschaftsemp sang für Arbeitslose. 11,10—11.20 Schulfunk für Schüler vom 10. bis 15. Lebensfahre. Prof. Edmund Josef Müller Rhythmische Gymnastik. 11.25—12.00 Musikalischer Schulfunk für die Ober stufe höherer Lehranstalten. Wir komponteren (2). Eine kurzweilige Einführung in die Grundgesetze des musikalischen Schaffens. Kapellmeister A. Melichar. 12.00—12.50 Vom Westdeutschen Rundfunk: Unterhaltungskonzert. Leitung: Walter Caspar. 13.00—14 30 Mittagskonzert, Leitung: Wolf. 1. Ouverlure„Die Hebriden“(Mendelssohn): 2. Menuett und Scherzo(Schubert); 3. Ein Fest in Aranjuez, spanische Fantasie(Demerssemann!: 4. Walthers Preislied aus der Oper „Die Meistersinger von Nürnberg"(Wagner), 5. Karneval=Miniaturen(Kaskel); 6. a) Hummelflug. Scherzo, b) Gauklertanz(Rimski Korssakow); 7. Melodien aus der Operette „Der Vogelhändler"(Zeller); 8. Japanischer Glockentanz(Yoshitomo). 15.50—16.20 Kinderstunde. Els Vordemberge. Wir spielen und singen. 16.25—16.35 Die Reichspost hat das Wort. 16.40—17.00 Pros. Dr. Löwenstein: Forschungen zu einer biologischen Grundlegung der Pädagogik(4). 17.00—18.15 Vesperkonzert des Orchesters des Westdeutschen Rundfunks, Leitung: Buschkötter Solistin: Hettn Haelssig(Klavier). 1. Sinfonische Variationen für Klavier mit Orchester (Franck— Hetty Haelssig): 2. Aus Finnland vier sinsonische Bilder(Palmgreen) Frühlingsträume: Menuett im Volkston: Tanz der fallenden Blätter: Schlittenfahrt; 3. Zweite Sinsonie B=Dur(Schubert). 18.15—18.30 Die Welt im Buch. Dr. Waldemar Gurian: Französische Erzähler. Marcel Proust: „Die Herzogin v. Guermantes"; Jean Giono: Am 21. Januar 1903 erfolgte die feierliche Einweihung der ersten transatlantischen Funksendung durch eine Botschaft des englischen Königs Eduard an den amerikanischen Präsidenten Roosevelt. Anläßlich der 30=Jahr=Feier dieses welthistorischen Ereignisses, durch das die Eroberung des Erdballs durch das Wunder der drahtlosen Funkentelegraphie begonnen wurde, bringt die Londoner Wochenschrift„Tits=Bits“ eine Darstellung des romantischen Lebenslaufs Guglielmo Marconis bis zu diesem ersten großen Erfolg. die wir hier auszugsweise wiedergeben. Die Geschichte der Technik ist keineswegs so trocken, wie das vielleicht vielfach angenommen wird. Hinter der unaufhaltsamen Entwicklung die vielmächtigen, vielgehaßten Maschinen stehen die Schicksale ihrer Erfinder, Menschen von Fleisch und Blut, deren Leben oft mit seinem Wechsel an Erfolgen und Mißerfolgen romanti scher verläuft als der spannendste Roman. So ist es auch mit der Geschichte des Radio, dessen Siegeszug untrennbar mit dem Namen Marconi verbunden ist. Marconi ist heute Mar chese, ein großer Mann. Aber vor dreißig Jah ren. als er noch nicht seine erfolgreiche Sendung von Poldhu in Cornwall(Enaland) nach Signal Hill(Neufundland) durchgeführt hatte, war er noch ein„verrückter Erfinderling“, über den die Gelehrten lachten.— Auf einer Englandreise in den sechziger Jah ren des vorigen Jahrhunderts verliebte sich der italienische Gutsbesitzer Giuseppe Marconi in ein schönes irisches Girl, in die Tochter des Andrew Jameson aus Daphne Castle. Der zweite Sohn dieser anglo-italienischen Ehe wurde Guglielmo genannt. In der Schule wurde der kleine Marconi bereits mit dem schönen Beinamen„Der elektrische Narr“ versehen, weil er schon damals seine Zeit lieber mit der Lektüre aus der elektrischen Wissenschaft als mit der von Indianern verbrachte, oder, wie seine Mitschüler meinten,„vertrödelte". Sie konnten ja auch nicht ahnen, welche Bedeutung es für die Zukunft der Welt haben sollte, daß Guglielmo sich mit den dicken Wälzern von Heinrich Hertz und Clerk Marwell abplagte. Der erste Ersola des jungen Bastlers, den freilich außer ihm selbst niemand zu schätzen wußte, war eine drahtlose Sendung durch den Garten seines Vaters in Pontecchio bei Bologna; der Garten war ganze fünfzig Meter lang. Aber ebe ein Jahr um war, hatte der junge Marconi mit seinen winzigen und unzureichenden Apparaten die Distanz bereits auf über eine Melle vergrößert. Durch diese Versuche wurde der Bearlff der drahtlosen Telegraphie aus einer utopisch an. mutenden wissenschaftlichen Kuriosität zu einem Problem der praktischen Wirklichkeit.— Im Jahre 1896 ließ Marconi bei einem Besuch in London sein erstes Patent eintragen. Inzwischen war man auf ihn aufmerksam ae worden. Das englische Post=Office lud ihn zur Vorführung seiner Experimente ein, die italieni sche Regierung ließ ihn Versuche auf der Kriegs flotte anstellen. Um diese Zeit bewältigten die Apparate Marconis eine Distanz von neunzehn Kilometern. Er hatte sich nahezu durchgesetzt. Das Problem der drahtlosen Telegraphie begann bei der Entwicklung der Nachrichtenüber mittlung eine Rolle zu spielen. In Londo wurde die erste Gesellschaft für Funkentelegraphie ins Handelsbuch eingetragen.— Aber wahrschein lich hätte es noch Jahrzehnte gedauert, bis sich die maßgebenden Männer zur Hergabe des erfor derlichen Kapitals bequemt hätten, wenn Marconi nicht ein-glücklicher Zufall zu Hilfe gekommen wäre, durch den die unbegrenzten Verwendungsmöglichkeiten seiner Erfindung aller Welt vor Augen geführt wurden. Es war im Jahre 1899, als der erste SOS.Ruf der Welt einer Schiffsbesatzung das Leben rettete. Ein Feuerschiff, das— wohl zu Versuchs zwecken— mit einer Marconischen Sendestation ausgerüstet, an der südenglischen Küste war wurde durch einen Dampfer gerammt und be gann zu sinken. Die Mannschaft schie verloren, doch zum ersten Male in der Welt geschichte rief ein Schiff drahtlos um Hilfe aus Seenot; der Ruf wurde geyört, und die Mannschaft durch ein Rettungsboot geborgen Die Nachricht von dieser wunderbaren Rettung bewirkte, was der große Erfinder wohl sonst nie mals hätte erreichen können: die ganze Welt sprach von ihm, und es war ihm ein Leichtes, das für seine weiteren Pläne notwendige Kapital aufzubringen. 1903 ließ er für sich das Patent 7777 eintragen, das wichtigste Patent der drahtlosen Telegraphie und des Radio, das jemals vergeben wurde; das Patent für den Apparat mit dem Marconi ein Jahr darauf den Atlanti schen Ozean bezwingen konnte. Die Sachverständigen bezweifelten, daß es möglich sein würde, über den Ozean hinüberzu. sunken, wegen der Krümmung der Erd ebersläche. Aber Marconi ließ sich nicht ent mutigen. Fieberhaft arbeitete er zunächst in Poldhu in England, wo er die Sendestation er richtete, die zu einem vereinbarten Zeitpunkt ein bestimmtes Zeichen— SSS- nach Amerika iunken sollte. Dann fuhr er hinüber, um in Signal Hill auf Neusundland den Empfang vor zuberei'en. Noch im letzten Augenblick schien Marconis größter Versuch scheitern zu wollen. Ein Ballon, der die Antenne der Empfangs station trua, wurde vom Sturm weagerissen. In rasender Eile zog Marcont eine Notantenne aus gewöhnlichem Telegraphendraht. Dann wartete er auf die drei S. Und sle kamen. Zwar nur schwach vernehmbar, aber deutlich zu erkennen, gelangte die erste drahtlose Botschaft über den Ozean.— Das Genie eines praktischen Erfinders hat die drahtlose Telegraphie zu dem gemacht, was sie heute ist. Und es gibt niemanden auf der Welt der die Verdienste Gualielmo Marconis, des erblichen Marchese. des Nobelpreisträgers, des Herrn im Reich des Aethers zu leugnen vermag. Donnerstag, den 26. Januar: 6,45—7,00 Leibesübungen. 7,05-8,00 Morgenkonzert.(Schallplatten.) 1. Drei Choralvorspiele; 2. Gavotte a. d. Oper„Idomeneo"(Mozart): 8. Zwei Lieder(Schubert) a) Der Wanderer an den Mond, bl Der Jüngling an der Quelle; 4. Ouverture zur Oper„Der fliegende Holländer"(Wagner); 5. Walzer aus der Over„Eugen Onegin"(Tschaikowsky); 6. Ballettmusik aus der Oper„Carmen“(Vizet); 7. Zwei Violinsoli: a) Walzer in Cis=Moll (Chopin), b) La Capricieuse(Elgar); 8. a) Komm' in die Gondel. Lied aus der Operette „Eine Nacht in Venedig“(Joh. Strauß), b) Wiener Bonbons. Walzer(Joh. Strauß); 9. Ungarische Rhapsodie Nr. 2(Liszt) Lilly Gyenes und ihre 20 Zigennerinnen; 10. Stierkämpfer=Marsch(Cottaun). 10,05—11,15 Mensch und Welt, Gemeinschaftsempsana für Arbeitslose.— 10,10—10,40 Intermezzo: Uebertragung aus Breslau: Schnlsunk für Schüler vom 12. Lebensjahre an: Die Breslauer Dominsel. Staffel=Hörbericht aus Breslau. Leitung: Dr. Fritz Wenzel. 11,25—12,00 Schulfunk für die Oberstufe höherer Lehranstalten. Wohltäter der Menschheit: Johannes von Gott, der Schöpfer modernen Krankenhauswesens. Universitätsprof. Dr. Heinrich Weber. 12,00—12,50 Schallplattenkonzert(Electrola=Schallplatten). Operettenklänge. 13,00—14,30 Mittagskonzer; des Orchesters des Westdeutschen Rundfunks, Leitung: Kühn, Solist: Josef Schömmer(Tenor). Operettenmusik. 1. Operettenfestspiel=Ouverture(Fall): 2. Auftrittslied des Sepp, aus dem„Verwunschenen Schloß(Millöcker) Josef Schömmer; 3. Am Neckarstrand. Walzer aus der Operette „Die sieben Schwaben(Millöcker); 4.„O Wunder der Liebe", Lied aus„Cagliostro in Wien“ (Joh. Strauß) Josef Schömmer; 5 Ouver ture zu„Cagliostro in Wien“(Joh. Strauß); 6. Lied des Goliath aus„Rosen aus Florida“ (Fall=Korngold) Josef Schömmer; 7. Melodien aus der Operette„Die Rose von Stambul“ (Fall): 8. Walzer=Entreact aus„Didi"(Oscar Straus). 13,50—16.20 Kinderstunde. Aschenbrödel. Ein Märchenspiel von Wilhelm Niemeyer, gespielt von Kindern der Volksschule Köln=Ehrenfeld 16,20—16.50 Funkpädagogische Arheitsgemeinschaft der Lehrer an Volksschulen. Dr. Leo Weismantel: Die Sprachräume der Lebensalter in unseren Lesebüchern(mit praktischen Uebungen). 10,50—17,00 Mitteilungen aus dem Schulfunk. 17,00—18,10 Vesperkonzert. Ferdinande Böger(Sopran). Begleitung: Eabert Grape; PriscaQuartett: Schulze=Prisca, Smit. Körner, Schmidk. 1. Variationen und Fuge in C Moll über ein Thema von Joh. Seb. Bach für Streichquartett(Oppel); 2. Frauenliebe und =leben, Liederzyklus(Schumann) Ferdinande Böger; 3. Streichquartett Es=Dur op. 127 (Beethoven). 18,10—18.30 Natur und Geist. Universitätsprofessor Dr. Erich Rothacker: Natur und Geist in der Geschichte(2). 18,30—18,50 Univ.=Prof. Dr. Hans Sperber: Aus der Geschichte der deutschen Sprache(2). 19,00—19,20 Die Welt im Buch. Universitätsprofessor Dr. Paul Honigsheim: Kultursoziologen und Lebensphilosophen der Gegenwart. Ludwig Klages:„Der Geist als Widersacher der Seele"— Theodor Lessing:„Europa und Asien"— Max Scheler:„Philosophische Weltanschauung". 19,20—19,30 Clär Hoffmann: Elisabeth Ney zum 100. Geburtstag. 19,30—19,55 Die Welt auf der Schallplatte, Prof. Dr. Walter Bombe: Am Genfer See. 20,00—21,35 Vom Südfunk Stuttgart. Blaubart. Operette in drei Aufzügen. Von Jacques Offenbach. Dichtung von Meilhac und Halévy. Musik. Ltg.: E. Kahn. Spielltg.: C. Strupe. König Bobèche(Karl Karner); Clementine, seine Frau(Else Remmers); Herminia, seine Tochter(Gerda Hansi); Prinz Saphir(Hans Hanus); Graf Oskar, Minister(Fritz Schätzler); Alvarez, ein Höfling(Fred Höger); Ritter Blaubart(John Gläser a. G.; Blaubarts fünf erste Frauen:(Hedwig Picard, Julie Heinrich, Martha Schuler, Maria Fiechti, Maria Th. Deimann); Popolani, ein Alchimist (Hans Hofele); Boulotte, ein Bauernmädchen (Paula Kapper); Schreiber(Wilhelm Holz). Die Handlung geht in einer fabelhaften Zeit vor sich, im Lande und am Hofe des Königs Bobèche. 21,40—24,00 Nachtmusik und Tanz. Leitg.: Eysoldt ldungen, 22,05 Letzte Meld Sportbericht. Wichtige Sendeveranstaltungen im Reich: Mitteldeutscher Rundfunk: 20,00 Uhr:„Iphigenie in Aulis", lyrische Tragödie von C. W. von Gluck. Östmarken=Rundfunk: 20,05 Uhr: Tanz=Abend. Schlesische Funkstunde: 20,15 Uhr:„Der Schuß auf der Koppel“, Hörbild. Freitag, den 27. Januar: 6,45—7,00 Leibesübungen 7,05—8,00 Morgenkonzert.(Schallplatten.) 1. Gottes Macht und Vorsehung, Choral(BeethovenMoldenhauer); 2. Huldigungsmarsch(Wagner); 3. Lorelei=Rheinklänge, Konzertwalzer (Joh. Strauß, Vater); 4. Ouverture zur Oper „Alessandro Stradella"(Flotow); 5. Melodien aus der Oper„Der Bajazzo“(Leoncavallo); 6. Zwei Violinsoli: a) Der Rosenkranz(Nevin); b) Mädchentanz(Friml); 7. Szenen aus der Operette„Die geschiedene Frau“(Fall); 8. Vergangene Träume, Marsch(Krier u. Helmer) 10,05—11,10 Mensch und Welt. Gemeinschaftsempfang für Arbeitslose 10,10—10,40 Intermezzo. Uebertragung von der Deutschen Welle Berlin: Schulfunk für Schüler vom 13. Lebensjahre an Deutsche Charaktere(3): Blücher von Hans Kyser 11,10—11,20 Schulfunk für Schüler vom 10. bis 15. Lebensjahre. Professor Edmund Josef Müller: Rhythmische Gymnastik 11,25—11,50 Schulfunk für die Oberstufe höherer Lehranstalten: Französische Unterhaltung 12,00—12,50 Vom Bayrischen Rundfunk München: Unterhaltungskonzert. Leitung: Erich Kloß 13,00—14,30 Mittagskonzert, Leitung: Wolf. 1. Schwert und Leyer, Walzer(Jos. Strauß); 2. Ouverture„Quo vadis"(Scassola); 3. Serenade aus„Harlekins Millionen"(Drigo); 4. Melodien aus der Oper„Wenn ich König wär“ (Adam): 5. a) Liebelei, Intermezzo(Kockert): b) Tanz der Schmetterlinge(Kockert); 6. Zwei elsässische Bauerntänze(Merkling): 7. Potvourri aus der Operette„Die schöne Galathé“ (Suppé); 8. Pierrette, Pizzicato=Ständchen (Brase); 9. Vorwärts, Kinder, Marsch=Potp. (Blankenburg) 15,50—16,20 Bastelstunde. Els Vordemberge: Arbeiten aus Papierschlangen. Dazu gebrauchen wir Wasserglas und Pinsel 16,20—17,00 Ingendfunk. 1. Nolf Rogge: Rheinische Jungen besteigen das Zuckerhütl. 2. Ludwig Maduschka: Zu Rade nach Venedig 17,00—18,15 Vesperkonzert des Orchesurs des Westdeutschen Rundfunks. Leitung: Buschkötter, Solistin: Josesa Kastert(Violine). 1. Ouverture zur Oper„Donna Diana“(Recznicek): 2. Violinkonzert(Karlowica): Josesa Kastert: 3. Schottische Sinsonte(Mendelssohn) 18,15—18,35 Engenische Erziehung. Prof. Dr. Hermann Muckermann 18,35—19,00 Otto Gmelin: Ans„Sommer mit Cordelia" 19,10—19,30 Privatdozent Dr. Freiherr von Waltershausen: Zum 125. Geburtstag von D. F. Stranß 19,30—19,55 Sozialpolitische Taaesfragen. Landesarbeitsamtspräsident Scheuble: Ersahrungen im Freiwilligen Arbeitsdienft 20,0—22.00 Abendkonzert. Leitung: Wolf. Walzer. 1. Aufforderung zum Tanz(Weber): 2. Marienwalzer(Lanner): 3. Intermezzo aus dem Ballett„Naila"(Delibes): 4. Mein Lebenslauf ist Lieb und Lust(Strauß): 20,35 Intermezzo: Vom zweiten Gesicht, Hörfolge von Hildegard Schmidt. mit Beiträgen von Annette Droste=Hülshoff, Anaustin Wibbelt, Rainer Maria Rilke, Friedrich zur Vonsen, Fritz Reck=Malleczewen, Enno Nielsen, Dr. A. Wahl 5. Ganz allerliebst(Waldtenfel): 6. Wiener Bürger(Ziehrer); 7. a) Moosröschen(Bose); b) Blumengeflüster(Blon): 8. Dollar=Walzer (Fall) Dann Letzte Meldungen. Sportbericht 22,30—24,00 Nachtmusik. Leitung: Wolf * Wichtige Sendeveranstaltungen im Reich: Dentschlandsender: 20,35 Uhr: Deutsche ohne Deutschland„Friedrich List“, Hörspiel v. W. von Molo. Bayrischer Rundfunk: 21,00 Uhr:„Die Geschwister“. Schauspiel v. Goethe; 21,45 Uhr: Bitterfüßer Zierat. Nordischer Rundfnnk: 21.00 Uhr:„An der Grenze“, spiel von L. Hinrichsen. Schlesische Funkstunde: 20,00 Uhr: Tanz und Unterbaltung. Südwestsunk: 20,30 Uhr:„Datterich und sein Dichter", Hörfolge v. H. A. Joachim. Samskaa, den 28. Januar: 6,45—7 Leibesübungen 7,05—8 Morgenkonzert(Schallplatten) 1. Ave Maria(Arcadelt); 2. Ouverture zu „Abu Hassan“(Weber): 3. Londonderry Air (Altirische Volksweise); 4. Schwerterweihe aus der Oper„Die Hugenotten“(Meyerbeer); 5. Estudiantina, Konzertwalzer(Waltteufel); 6. Melodien aus der Over„Zar und Zimmermann"(Lortzing); 7. Slawische Tänze Nr. 8 und 16(Dvorak); 8. Potpourri aus der Operette„Schwarzwaldmädel"(Jessel); 9. a) Kirschblüte, Intermezzo(Albert), b) Roter Gestürzte Götter des Geldes EIN BILDERBUCH VON 1I GESTURZTEN FINANZGROSSE Copyright by Martin Feuchtwanger, Halle(Saale) X. Das eigentliche Land der Konzernbildung ist natürlich USA., wo es Zusammenschlüsse auf dem Gebiete der Industrie zu vielen hunderten gibt. Man darf nicht etwa an Henry Ford denken, der als Einzelfabrikant seiner paar Typen den Markt mit billiger Ware überschwemmt und auf diese Weise ein Riesenvermögen verdiente. Man darf sich auch nicht die großen Bankiers wie John Pierpont Morgan zum Vorbild nehmen; denn sie haben lediglich einige Kleinbanken geschluckt und traten auf Grund des langsam erworbenen Vermögens als Geldgeber der Industrie oder als Geldgeber notleidender Staaten auf. John D. Rockefeller war einer der ersten, der durch Gründung der Standard Oil Companie und deren Verschmelzung 1972 mit der St. Oil Works Einfluß auf die Preisbildung des Petroleums auf dem Weltmarkt gewann. Aber auch er ist nicht der eigentliche Vertreter der Konzernbildung, wie wir es verstehen, sondern er war der Erfinder des Trusts, was etwas ganz anderes darstellt. Der Trust will alle Konkurrenz ausschalten und auf diese Weise den eigenen Preis der Welt für irendein Absatzprodukt diktieren. Der Konzern sucht durch Zusammenschluß von verschiedenartigen, aber irgendwie zusammengehörenden Betriebs= und Herstellungszweigen die Fabrikation zu vervilligen und die Preise der Konkurrenz zu unterbieten. Der eine will also die Konkurrenz durch Aufkauf ausschalten und hohe Preise halten, der andere will die Konkurrenz durch billige Preise mundtot machen. Der typische Vertreter der Konzernbildung in Amerika war Samuel Insull, dessen Riesenkonzern im April 1982 zusammenbrach. Insull ist bei uns weniger bekannt geworden, aber in USA. kennt ihn jedes Kind: denn vor fünfzig Jahren war er Privatsekretär von Thomas Alva Edison, dem verstorbenen großen Erfinder! Von diesem aber hat er sich getrennt, als er erkannte, daß Edison zwar ein Genie, aber kein Geschäftsmann war. Wenn man bedenkt, daß Rockefeller allein mit Petroleum, das Mohn, Intermezzo(Siede): 10. Csardas (Monti) 9—9,35 Funkpädagogische Arbeits=Gemeinschaft der Lehrer an Berufs= und Fachschulen. Direktor Schuth: Rationalisierung und gewerblicher Lehrling in Industrie und Handwerk, gezeigt an Unterrichtsbeispiel. Handschweißen oder neuere Schweißversahren? 9,45—10 Gymnastik für Frauen. 10,15—11,15 Mensch und Welt. Gemeinschaftsempsang für Arbeitslose 11,20—12 Deutschkundlicher Schulsunk für die Oberstuse höhexer Lehranstalten. Wilbelm Schäfer spricht über das Entstehen seiner Dichtung. Einführende Worte: Oberstudienrat Dr. Wilhelm Schneider 12—12,50 Unterhaltungskonzert des Westdeutschen Kammerorchesters. Leituna: Spitz 13—14,80 Mittagskonzert, Leitung: Wolf, Solist: Werner Schupp(Tenorl. Bealeitung: Grape. 1. Hoch= und Deutschmeistermarsch(Ertl): 2. Die Schlittschuhläufer, Walzer(Waldtensel): 3. Ouverture„Vioat Academla“(Zimmer): 1. Lieder für Tenor: a) Es muß ein Wunderbares sein(Liszt), b) O komm im Traum (Liszt). c) Nacht und Träume(Schubert). d) Die Post(Schubert), e) Der Musensohn(Schubert): Werner Schupp: 5. Ballettsuite aus der Oper„Die Königin von Saba“(Gounod): 6. Hokuspokus. lustige Ouverture(Leuschner): 7. Beliebte Themen von Joh. Strank, Millökker und Suppé(Ziehrer) 11,35—15,25 Wochenendkonzert(Schallplatten) 15,50—16,10 Kinderstunde. Els Vordemberge: Die kleinen Musikanten 16,10—16,30 Dentsches Raterland. Friedrich Griese: Die dentiche Ostlee 16,30—17 Englische Lesestunde. Oberstudienrat Pros. Hase 17—18.15 Velperkonzert 17,35—18.15 Bei Jean Gilbert. Josef Witt(Tenor), Martha Kleinberger(Sopran). Westdentsches Kammerorchester. Leitung: Spitz. Verbindende Worte: Paul Heinrich Gehln 18,20—18.40 Was jeder wissen sollte. Dr. W. Born: Hauszinssteuerstundung und Hilfsbedürftigkeitsprüsung 18,50—19.10 Frauenstunde, Hilda Senff: Körperliches Verhalten bei der Arbeit 19,10—19,35 Zeitfragen des Handwerks. Dr. Bruno Antweiler: Steuerkragen des Handwerke 19,35—19,55 Lebende Dichter. Wilhelm Schäfer: Der falsche Patient 20 Uebertraaung aus dem Städt. Saalbau. Essen: Oesfentlicher lustiger Abend zum Besten der Winterhille des Westdentschen Rand'unks. Leitung: Neumann. Das Kleine Orchester des Westdeutschen Rundsunks: Leituna: Enfoldt. Else Schmitz Willi Bolesko. Josef Graes. Alfred Heinen, Hermann Held, Inpp Hussels. Engen Rer, Heinrich Stengel. Hans Wocke Dann: Lette Meldungen. Sporthericht 2245—24 Nachtmußk, Leitung: Wolf 24—1 Meister des Jaza Wichtige Senbeveranstaltungen im Reich. Banrischer Rund'unk: 20 13 Uhr:„Böhmische Musikanten“. Sinaspel v. Grsin. Mitteldentscher Rundsunk: 20,30 Uhr: Bunter Abend. Schlesische Funkstunde: 20 Uhr: Lustiger Abend. Etwas Kritik. Das Aschenseil. Schauerlich, unnatürlich, abstoßend! Soll das eine Abendunterhaltung sein für die vielen tausend Rundfunkhörer, die Erholung und Nervenstärkung bedürfen? Ein Ekel muß Einen erfassen! Musik widerlich!! Wo bleibt der deutsche Sinn???? J. Sch., Bochum. schließlich auch andere Staaten besitzen, ein Vermögen von acht Milliarden Dollar verdiente, und daß Edison, der das Grammophon, die Glühbirne, das Telefon, das Megaphon, den Lautsprecher und hundert andere wichtige Dinge erfand, damit nur siebzig Millionen Dollar zu„machen“ verstand, so wird man Insull recht geben dürfen. Insull war Geschäftsmann durch und durch. Bereits in jungen Jahren plädierte er heftig gegen alle geschäftlichen Unternehmungen der öffentlichen Hand, also staatliche Eisenbahnen, Reichspost, städtische Straßenbahnen, städtische Elektrizitäts= und Gaswerke und dergleichen mehr. Samuel Insull war der Ansicht, daß Staat, Länder, Gemeinden und öffentliche Einrichtungen, wie Staatsbibliotheken usw., unter keinen Umständen Geschäfte machen dürften, sondern daß man dies der Privatindustrie überlassen müsse. Nun, in den Vereinigten Staaten gibt es keine einzige staatliche Eisenbahn, nur ganz wenige städtische Gas= und Elektrizitätswerke. Die Privatindustrie macht alles. Diese Abkehr vom Monopol hat den Vorteil, daß die Konkurrenz nicht ausgeschaltet wird; über die Nachteile wollen wir hier nicht sprechen. Gerade in Deutschland weiß man zu gut, wie wertvoll es ist, daß Eisenbahnen, Post, Münze, Reichsbank und so weiter in Händen des Reiches sind und daß die Städte sich selbst mit Wasser, Gas und elektrischem Licht versorgen. Als im Jahre 1930 in Berlin die Weltkraftkonferenz stattfand, hatte natürlich auch Amerika einige Vertreter geschickt, darunter den jetzigen amerikanischen Botschafter in Berlin. Sacket: und Samuel Insull, also die beiden schärssten Gegner, die man sich denken kann. Sackett hat von jeher den Standpunkt vertreten, daß der Staat die Versorgung mit elektrischem Licht in die Hand nehmen müsse, daß die Eisenbahnen in Staatsbesitz übergehen sollten usw., während Insull den gegenteiligen Standpunkt vertrat. Die beiden Herren gerieten in Berlin derart aneinander, daß Samuel Insull noch am Tage der Konferenzeröffnung wütend Europa verließ. Daß er ein Gegner Sacketts war. kann man verstehen, wenn man weiß, daß Insull seit vielen Jahren in 29 der 48 amerikanischen Staaten die Versorgung mit Gas und Elektrizität kontrolliert! Vor vierzig Jahren begann er damit, die damals bereits privaten Gaswerke und Elektrizitätswerke aufzukaufen. und als er deren genügend in der Hand zu haben glaubte, gründete er einen Konzern, das heißt, er stellte eine Dachgesellschaft mit einem Kapital von 280 Millionen Dollar auf die Beine und brachte seine eigene Werke in diese Gesellschaft ein. Natürlich mußte die Dachgesellschaft, wenn sie ein Werk, das Samuel Insull gehörte, aufkauste, einen recht hohen Preis bezahlen, an dem er tüchtig verdiente. So machte er ein Riesenvermögen, das dazu benutzt wurde, immer neue Werke aufzukaufen, und seit dem Jahre 1921 müssen in zwei Drittel aller amerikanischen Staaten sämtliche Einwohner, sämtliche Industrien ihr Gas und ihre Elektrizität von Samuel Insull beziehen. Was das heißt, braucht wohl nicht weiter auseinandergesetzt zu werden. Insull, der typische amerikanische Milliardär mit geringen persönlichen Bedürfnissen und einer nie erlahmenden Arbeitskraft, trat äußerlich wenig hervor; er erwarb sich niemals um Ehrenstellen oder um Kaudidaturen der Parteien. Aber auch er mußte daran zugrunde gehen, daß er sich übernommen hatte. In den Jahren 1918 bis 1929 bekam man in Amerika für bares Geld kaum nennenswerte Zinsen, weil zuviel flüssiges Geld auf dem Markte war. Aus diesem Grunde mußten die eingehenden Ueberschüsse immer wieder irgendwie in etwas „hineingesteckt“ werden, und so bat die Dachgesellschaft von Insull in den letzten Jahren jährlich allein für 200 Millionen Dollar Neubauten aufgeführt, obwohl man sie teilwiese gar nicht nötig hatte. Als daher der Börsenkrach kam, sanken die Aktien der Gesellschaft auf den zehnten Teil des nominellen Wertes, und plötzlich fehlte bares Geld. Die Aktionäre stellten im März 1932, als die Lage unhaltbar geworden war. Konkursantrag, und nun begab sich etwas Merktwürdiges: Insulls größter Feind,„Owen D. Young, der „Erfinder“ des Poung=Planes“ sprang ein, um wenigstens den Konkurs abzuwenden. Owen D. Young ist Präsident der„General Electric Companie“, also der schärfsten Konkurrenz Samuel Insulls, und dennoch half er, weil er unter keinen Umständen haben wollte, daß der Staat oder die Gemeinden sich die notleidenden Werke sicherten. Insull ist erledigt als Geschäftsmann und hat sich mit einem Vermögen von etwa 50 Millionen Dollar nach Kalifornien zurückgesogen. Mit seinen 77 Jahren wird er kaum noch Gelegenheit haben, diesen Betrag aufzuzehren.—— Einer der größten Konzerne, die Amerika je sah, wurde jetzt von einem anderen Konzern, eben der„General Electric Companie", geschluckt; aber damit ist aus den beiden Konternen ein— Trust geworden, der die Preise diktieren kann und nicht zu befürchten braucht, daß seine Aktien entwertet werden und er wegen„ein paar lumpiger Millionen“ zugrunde gehen muß. Fortsetzung kolat.) Chinas aroße Mauel. Eine Resierimerung von Regierungsrat Dr. W. Kruft=Hattingen. Wiederum rückt die chinesische Mauer in den Mittelpunkt geschichtlicher Geschehnisse. Nach Kämpfen ist Schanheikwan von den Japanern besetzt worden und damit den Chinesen ein wichtiger Punkt verloren geaangen. Denn hier am Golf von Tschili steiat die Mauer vom Meer aus in kühnem Anstiea hinauf in das kahle Felsgebirge. über dessen Kamm sie sich in einem zweieinhalb tausend Kilometer langen Weg bis an Ost=Turkestans Grenze hinzieht. Im allgemeinen ist es eine einsache Mauer von großem Ausmaß, äbnlich all den Mauern, mit denen sich von seher chinesische Städte umgeben haben. Da, wo Paßstraßen sie durchziehen, ist sie verstärkt. Am Paß von Tschinankau, um dessen Besitz Chinesen und Japaner in diesen Tagen kämpfen, und am Nankou=Paß, über den der lebhafte Güteraustausch zwischen Monaolei und China flutet, da findet sich nicht eine Mauer, sondern ein ganzes System von Mauern und Wachttürmen zum Schutz gegen kriegerische Durchbrüche. Zum Nanlou-Paß. Beschwerlich und ermüdend war der Ritt auf trippelndem Esel von den Minggräbern her gewesen. Er hatte mich an den Fuß des Gebirges geführt, das die nordchinesische Ebene von der Mongolel trennt. Nur ungern vertauschte ich am frühen Morgen eines Spätherbittages mein kleines, mit enropäischem Feldbett ausgestattetes und geheiztes Chinesenzimmerchen mit dem vordersten offenen Güterwagen eines Arbeitszuges der Mongolei=Bahn, der von einer Lokomotive den Paß hinauf auf die Höhe des Gebirges geschoben wurde. Denn der Himmel war bedeckt und sibirischer Nordwind brachte eisige Kälte über die Berge hinüber. Die Bahn bieat in ein Paßtal ein. In der Dämmerung sind zwei Wachttürme und Manerreste erkenntlich, die den Taleingang beherrschen — die erste Talsperre. Bei Tageslicht rollt der Zug in großartiger Landschaft zwischen kahlen, ausgewaschenen Granitbergen dahin, die kühn zu zackigen Graten aufsteigen und einen beinahe alvinen, unwirtlichen Eindruck machen. Der enge Talarund:st mit Geröll bedeckt und läßt nur wenig Platz für Felder. Aecker und Chinesenhäuser. Weiter oberhalb verengt er sich zu einer tief einschneidenden Schlucht und schlängelt sich launisch hin und her. In steilen Windungen erarbeitet sich der Zug seinen Weg zur Paßhöhe. Die Karawanenstraße begleitet uns; die Bahn scheint ihr nicht viel Arbeit abgenommen zu haben. Kleine Esel trippeln über die steinige, holprige Straße und tragen erstaunlich große Lasten. Friedlich und gemächlich schwanken lang'am im Gänsemarich Schritt für Schritt Kamele einber. mit Kohlen und Fellen beladen und mit Stricken aneinander gebunden, die den Schwanz des vorderen mit der Nase des nächsten verbinden. Eine zweite Talsverte wird passiert: von Zeit zu Zeit sieht man zinngekrönte Manern. die steil die beiden Bergbänge binaufsteigen. Jedesmal glaubt man die„Große Mauer“ vor sich zu haben. Aber stets ist es ein Irrinm. und rastlos setzt der Zug seine Fahrt fort. Alles sind Vormauern, die die Mauer an der gefährdeten Paßstelle verstärken: doch endlich erscheint sie. Zur Nechten, hoch auf dem Gebiraskamm, zieht eine Mauer entlang. größer als alle bisher gesehener, mit hoben Brüstungen, regelmäßigen Zinnen uriWachttürmen. die in Abständen von se 100 Meter die Mauer überragen. Der Zua hält fenchend an einer Spitzkehre. Von hier gebt's zu Fuß zur Paßhöhe, wo die Straße in einem festungsähnlichen, zum großen Mauerwinkel ausgebanten. reich verzierten Tor die Mauer durchbricht. Dann weiter in halbstündigem Marsch empor zum höchsten Wachtturm! Hier ist die Mauer großartig erhalten. Die Haupt-Mauer. Auf riesigen Steinquadern ruhen zwel 16 m hohe Mauern aus gebrannten Ziegelsteinen. Der 6.—7 m breite Zwischenraum ist mit Lehm und Erde zugeschüttet und die Füllung mit Steinvlatten belegt. Die Plattform gleicht einer Straße. die auf beiden Seiten durch mannshohe Bruckwehren bearenzt ist. Der Ausblick ist großartig. Soweit der Blick reicht, zieht die Mauer als heller Streifen über die dunklen Berge; bald steigt sie hinauf an steilen, last senkrechten Wänden, entlang über wilde, öde Berge: bald klimmt sie hinab in düstere Schluchten und tiefe Abgründe, um dann noch wieder höher und höher hinaufzusteigen auf unerklimmbar scheinenden Felsbergen in Wolkenhöhe. Vor mir sallen die Berge in steilem Abstieg ins Tiefland, ins Grasreich der Monaolei hinab. Und unten auf kleinen, niedrigen Bergen sieht man wieder Vormauern und Wachttürme. Mit Worten ist kaum der Eindruck wiederzugeben, den die finstere Wucht und Gröbe des Bauwerks macht. Ehrsurcht erfaßt jeden beim Anblick der Anlage, die seit Jahrtausenden das chinesische Riesenreich gegen andere Völker absperrte. Mit Kraft öffnet sich dem Beschaue: die welthistorische Bedeutung der Mauer; Bewunderung überkommt ihn vor der Macht chinesischer Jaiser=Dynastien und dem Herrscherwillen, der Millionen von Menschen zu harter, todbringender Arbeit getrieben haben muß, um Derartiges zu schaffen. Ich sehe die Chinesen vor mir, die schwere Steinblöcke mühsam zu Berge schaffen; ich sehe ste— durch Gewalt getrieben— die Steinquadern übereinandertürmen und im harten Felsgestein backen und schauseln. Verderbenbringend war ihre Arbeit. „Geburt der Knaben ward sorglich verschwiegen Die Mädchen zieht mit trocknem Fleisch man auf; Sieht man längs der Mauer nicht zu Hauf Gerippe und Totenknochen liegen?“ So sagt ein chinesisches Gedicht. Doch, da leuchtet in der Tiese ein Sianalfeuer vorgeschobenem Wachtturm auf; bald ein zweites, ein drittes und schließlich brennen die Feuer am Fuß der Gebirge entlang in ununterbrochener Reihe. Kriegslärm erschallt. Hunderttausend eilen auf die Mauer, zum Kämpfen gewappnet. Die Steppen senden ihre Reiterhorden von Nomaden in großen Massen gegen die Mauer. Der erste Angriff prallt ab. Ein neuer Hände weg von Hindenburg! Eine Veröffentlichung der„Kreuzzeitung". Berlin. General Lietzmann, der Alterspräsident zweier Parlamente, hat im lippischen Wahlkampf sich mit dem Reichspräsidenten v. Hin, denburg auseinandergesetzt, dem er Treulosiskeit gegen Ludendorff und den ehem. Kaiser vorwarf. Dabei bemerkte Lietzmann, daß er sich in jenen Tagen von 1918 endgültig von Hindenburg abgewandt hahe. Die dem Stahlhelm nahestehende„Kreuzzeitung“ veröffentlicht nunmehr eine Stellungnahme zu diesen Angriffen des Generals Lietzmann auf den Reichspräsidenten von Hindenburg und erklärt u. a. inbezug auf die Rolle Hindenburgs im November 1918: „Der Herr Reichspräsident hat von vornher. ein volle Klarheit über die Ereignisse der kritischen Novembertage 1918 geschaffen. Er hat am 27. Juli 1919 in der„Kreuzzeitung“ eine Darstellung veröffentlicht, für deren Inhalt er gemeinsam mit Generaloberst von Plessen, Staatssekretär a. D. Hintze, General Freiherr von Marschall und General Graf Schulenburg die Bürgschaft übernommen hat. Jene Darstellung der unmittelbar Beteilig. ten ist die echte geschichtliche Quelle für jene Ereignisse und als solche im nationalen Lager unangefochten. Die Rolle des jetzigen Präsidenten ist darin in einer Weise klargestellt, die auch nicht den gerinasten Zweifel an seinem bis ins Letzte getreuen Verhalten gegenüber seinem obersten Kriegsherrn aufkommen läßt. Dementsprechend sind auch die Beziehungen des Generalfeldmarschalls zu den übrigen Herren der alten Armee stets ungetrübt geblieben, und das gilt auch für die Person des Generals Lietzmann. Es ist nicht richtig, wenn Lietzmann sagt, daß er sich seit jenem Winteranfang 1918/19 von dem Generalfeldmarschall abgewandt habe. Dagegen spricht die Tatsache, daß er noch jahrelang in einem kameradschaftlichen, ja herzlichen Briefwechsel mit ihm gestanden hat. Diese Beziehungen haben erst ein Ende erreicht, als General Lietzmann es für richtig hielt, sich parteipolitisch zu betätigen." Die Veröffentlichung der Kreuzzeitung bringt sodann eine autsentische Darstellung der Ereignisse des Novembers 1918 und stellt zum Schluß sest, daß der Reichspräsident sich niemals von den vaterländisch denkenden Deutschen abgewandt und den„Noten und Schwarzen ergeben" habe.„Der Herr Reichspräsident", so heißt es in der Veröffentlichung weiter,%hat sich nie irgendeiner Partei ergeben, sondern stets die Linie eingehalten, die ihm sein Gewissen für das deutsche Volk vorschrieb. Von dieser volitischen Wertung abgesehen, muß aber die Persönlichkeit des Feldmarschalls und Reichspräsidenten für alle guten Deutschen unantastbar über allen persönlichen Angrissen stehen. Er ist gerade in den Stunden schwerster Entscheidungen das Vorbild eines charaktervollen und verantwortlich handelnden dent, schen Mannes gewesen." Viehzüchter gegen Körnerbauer. Berlin. Ende September v. J. haben sich die Spitzenverbände aller Tierzuchtaattungen zu einer freien Kampffront zusammengefunden. Die Initiative dazu ging von den Kreisen der Geslügelzucht aus, unter Führung von Dr. v. Burasdorfs. Garath bei Benrath. Warmund Kaltblutpferde, Rinder, Schweine, Schafe, Ziegen. Kaninchen. Bienen, Fische und Hühner, also Tier= und Züchtergruppen, die teils zur Großlandwirtschaft gerechnet zu werden pflegen, überwiegend aber auch Tierhaltungen kleiner und kleinster bäuerlicher Wirtschaften, selbst auch der Klein= und Vorstadtbevölkerung sind, haben sich hier einträchtig zusammengesunden. Den ge= treide= und kartosselbauorientierten Kreisen der Landwirtschaft ist diese Kampffront in den eigenen Reihen verständlicherweise recht unbequem, weil das Treibende des Zusammenschlusses die besondere Not der Tierzucht ist, die aus der einseitigen und rigorosen Schutzvolltik des Getreides mit ihrer Verteuerung der Futtermittel liegt. Daß darüber hinaus die gleiche handelspolitische Sicherung für das Tier und seine Erzeugnisse, wie sie das Getreide genießt, gefordert wird, liegt in der allgemeinen Agrarlinie. Kürzlich hat diese Kampffront ihre Wünsche dem Reichsernährungsminister vorgetragen. Ansturm erfolgt: er wird zurückgewiesen. Immer erneut dringen die astatischen Naturvölker gegen das Bauwerk vor. Und endlich zerschellt die Flut. Die Angriffe bleiben aus; die Welle schlägt zurück bis weit ins Innere Asiens hinein; die Nomaden wenden sich nach Eurova, und Reiche gründend und Reiche zerstörend, bringen sie die Völkerwanderung in Fluß: Roms Herrlichkeit sinkt in Trümmer. In viele Jahrhunderte füllenden Kämpfen tat so die Mauer ihre Pflicht. Nun kann sie zerfallen. Gras wächst aus den Fugen der Steine. Die Brustwehren stürzen von ihrer Höhe herab; alte eiserne Kanonenrohre liegen hier und da berum, von Unkraut überwuchert. Stein für Stein bröckelt ab und fällt in die Tiefe. Oed und verlassen liegt das Werk. Chinas Abgeschlossenheit geht zu Ende. Soweit das Auge nach Norden reicht. läuft die mongolische Bahn schnurgerade in die Ebene hinaus. Die Kaufleute mit ihren Eisenbahnfrachten und Kamelkarawanen sind die Bindeglieder, die beide Länder aneinanderketten. Und nun stößt Japans Ausdehnungs= drang an die Mauer. Neuzeitliche Truppen finden kein ernstes Hindernis an ihr. Aber das Ueberschreiten des Grenzwerkes verletzt altheilige Gekühle der Chinesen. Die„große Mauer“ hat in Jahrtausenden wechselnd Aufblühen und Streben. Niedergang und Sinken des ehrwürdigsten Volkes der Erde gesehen. Sie verkündet in stummer, eindrucksvoller Sorache die trotz allem unzerstörbare Kraft des chinesischen Volkes. Mehr noch als die chinesische Mauer ist das chinesische Volk selbst ein Denkmal für das stolze Alter der auf dem Felsen konfuziantsch=tacistischer Weltanschauung festaegründeten Kultur Chinas. In Blüte und Wohlstand, in Akmut und Elend, immer blieb sich das Volk in seiner sittlichen Stellung gleich.„Das Volk aber ist das wichtigste Element der Nation": so sprach ein chinesischer Philosoph. Diesem Element tut auch japanische Kriegskunst keinen Schaden. HAN UND MDUSTRIE Die neuen Zollbestimmungen. Zu den gestern veröffentlichten neuen Zollbestimmungen für agrarische und industrielle Produkte wird von zuständiger Seite folgendes bemerkt: „Die Neuregelung der Kartoffelzölle ging von der Erwägung aus, daß Deutschland absoluter Selbstversorger auf dem Kartoffelmarkte ist und weit über seinen Speisebedarf auch für Futter= und industrielle Zwecke herstellt. Darum ist jede Einfuhr an Kartoffeln überflüssig. Der Zoll ist für die Zeit vom 1. September bis 14. Februar von zwei auf vier Mark, für die Zeit vom 1. April bis 31. August von vier auf sechs Mark erhöht worden und bleibt für die restliche Zeit unverändert 20 Mark. Die Erhöhung des Weißkohlzolls auf 6 Mark ist notwendig geworden vor allem wegen des rapiden Preissturzes. Auch die Zölle für Grubenholz mußten auf 80 Reichspfennig erhöht werden. Maßgebend dabei war vor allem die Befürchtung, daß von Rußland her eine billige Einfuhr von Grubenholz drohte. Eine weitere Zollerhöhung hat stattgefunden bei der Kasein= Einfuhr, die für die Magermilch= und Käseherstellung von großer Bedeutung ist. Die Kasein=Preise auf dem Weltmarkt sind derart gefallen, daß die deutsche Käseindustrie fast ganz zur Verwendung von ansländischem Kasein übergegangen ist. Der Kasein=Zoll ist infolgedessen auf 60 RM. für den Doppelzentner festgesetzt worden. Zur Leimherstellung kann Kasein in denaturiertem Zustande zum unveränderten Zollsatz von zwei Reichsmark eingeführt werden. Langsame Besserung. Das Organ der„Vereinigung leitender Angesteller“(Vela) schreibt in der Januar=Ausgabe: „Die verhältnismäßig günstige Beurteilung der Wirtschaftslage, wie sie bereits im Dezember v. J. ausgesprochen worden ist, muß auch für den Januar geäußert werden. Die im Dezember v. J. mitgeteilte Einstelluna leitender Angestellter, wenn auch in beschränktem Maße. hat angehalten. Charalteristisch ist aber dabei, daß die Anforderungen non kleinen und mittleren Unternehmungen kommen, die irgendwie Erweiterungen, Ausdehnungen oder Umstellungen ihres Betriebes vornehmen. Es handelt sich hierbei nicht darum, daß aus irgendwelchen Gründen vielleichi ältere leitende Angestellte durch billigere Kräfte ersetzt werden sollen, sondern um nene Positionen, die geschaffen werden." In günstigem Sinne spricht sich auch der letzte Bericht der Vereinigten Stahlwerke AG. aus. Danach erzielte der Stahlverein im ersten Quartal des am 1. Oktober eröfineten neuen Geschäftsjahres eine beträchtliche Umiansteigerung. und zwar von rund 124 Millionen RM. im vierten Vierteljahr 1931 32(Juli—Sept.) auf 138 Millionen RM. im Zeitraum Oktober—Dezember. also um mehr als 10 Prozent. Diese Entwicklung ist um so bemerkenswerter, als in der Vergleichsperiode des Vorjahres vom vierten Quartal des alten zum ersten des neuen Geschäftslahres ein äußerst empfindlicher Umsatzrücgang zu verzeichnen war. Auch für das lausende Quartal Januar— März rechnet der Stahlverein. daß mindestens der Auskandsabsatz. der sich bisher um 9 Prozent gehoben hat, stobil bleiben wird. Auch im rheinich-westfälischen Steinkohlenbergbau ist eine Beserung kestzustellen. Im Dezember hat sich saut Bericht des Landesarbeitsamts Westfalen die Aufwärtsbeweanna in geringem Umsang fortaeketzt. so daß die Jobl der im Berahan Beschäftigten wieder etwa 203 000 betragen dürfte Daneben konnten die Feierichichten um etwa 22 000 arbeitstäglich vermindert werden. —- 21,42 Prozent. Der Absatzbericht des Ruhrkohlensyndikats. Nach dem Bericht des Rheinisch=Westsälischen Kohlensundikats hat sich der Ruhrkohlenabsatz wie solat entwickelt: Der reine Sundikalsabsan im dritten Geschäftsquartal 1932=33(Okto= ber bis Dezember 1932), der lebt zu überblicken ist, weist gegenüber dem vorherachenden Qnartal (Juli bis Scptember 1932) cine Erhöhnng au' 14758 467(12861 517) t aui. wovon 7 306 110 (6 508852) t in das unbestrittene und 7 162027 (6 355665) t in das bestrittene Gebiet abgesent wurden. Der auf die Verbrauchebeteiliaung in Anrechnung kommende Werkselbstverbrauch stellte sich im letzten Quarkal auf 308 300(2517 380 der Zechenselbstverbrauch auf 1 948739 11721221 t. die Abgabe von Erwerbslosenkohle an“ 173 590 (—) l. Der Gesamtabian des Sundikats konnte daher anf 19 949 192(17 106 122) 1 erhöbt werden. Das entspricht einem arbeitstäglichen Absatz von 262022(216533) t oder einer Zunahme um 21,42 Prozent. Fruchlmärkke. Jölner Waren=Börse. Reis: Burma 17—19: Ranaoon 18—20 Oele: Sojoöl 36—38; Salatöl 40—44: Erdnuköl 48—51. Südsrüchte und getrocknetes Obst: Pflaumen, kalifornische, deutsche Packung. 50=60er in ½ Kisten 49—50. 70=80er in ½ Kisten 43—44, kaliforn. Oria. 50=60er 52—54, kalisorn. Oria. 7080er 16—47; Aoselrinac prime NSt. in ½ Kisten 73—76, ertra choice Kalifornier in ½ Kisten 82 bia 84: Aprikosen choice nördliche 93—95; Rosinen in Kisten: Sultanas(Smyina) ertrissima Carabournu 58—62, Sultanas(Smyrna) Kiup Carabournu 66—69; kalifornische natural 55—58: kalisornische ertra choice gebleicht 66—68;Korinthen gerein. choice Amalias 65—68; Kokosnuß gerasp.. Basis mittel 52—54: Hafelnußkerne Spanier 95 bis 100, Kerrassunder 88—90; Mandeln la gewählte süße Bari in Ballen 185—190: P. u. G. in Ballen 185—190. Kartoffelmehl superior 32.25——34. Inlandszucker Kristall 65,5—66,5; Kristall=Raffinade 67—68. Hülsenfrüchte: Bohnen, Mittelbohnen gerein. 15—17, Langbohnen gerein. 26 bis 28: Erbsen, gelbe Viktoria 29—30, gelbe Viktoria handverlesen 34—35; Linsen. mittel 32—42, heller 50—58. Malzkassee lose inkl. Sack 36.5—38; Kornkasfee 36—37.5. Holl. Heringe 800=850 100 kg Fischgew. die Tonne 38—40. Schmalz. nordamer. pure lard in Kisten oder Kübeln von 25 kg 90 bis 94. Butter inl. 1. Sorte 204, 2. Sorte 188, 3. Sorte 174; Stimmung: fest. Eier inl. frische über 60 ar das Stück 9,5—10, über 55 gr das Stück 9 bis 9,25; unter 55 ar das Stück 8,5—8,75; konserv. 7,5—8; Kalk 6,75—7; ausländische frische über 60 ar das Stück 8—9, über 55 ar das Stück 7,25 bis 7,75, unter 55 gr das Stück 6,75—7,25; Stimmung: ruhia. Käse: Tilsiter vollfett 120—130; Holl. Gouda 45proz. F. i. Tr. 135—200; Holl. Edamer 40proz. F. i. Tr. 100—130; Emmenthaler Ia 160 bis 190; Limburger, Allgäuer 20proz. 50—60. Kölner Produkten=Börse. Weizen rhein. 74=74,5 kg 19,60; Weizen ausl. 23,75—24,25; Roggen rhein. 15,75; Roggen nordd. 16,50—16,75; Roggen ausl. 18,25—18,50; Hafer hiesiger 12,50—13; Wintergerste inl. neu 10,75 bis 17; Sommergerste inl. 17—18; Mais grober 19,50 bis 19,75; Mais kleiner 21,50—21.75; Weizenmehl 70proz. inl. 26,25—26,75; Rhein. Weizenbäckermehl mit Auslandsweizen 26,50—27; Roggenmehl 70proz. 22—22,75; Roggenmehl mit Auslandsroggen 23,25; Roggenschrot inl. 18,50—19; Roggenschrot von Auslandsroggen 20,50—20,75; Weizenkleie 7,75—9,50; Roggenkleie 7—7,50; Biertreber 10,75 bis 11; Leinkuchenmehl 38proz. 10,90—11,25; Erdnußkuchenmehl 50proz. 10,75—11; Erdnußkuchenmehl 54proz. 11,75—12; Soyaschrot(ertrahiert) 46proz. 10—10,50; Rapskuchen 38proz. 8,75; Palmkernkuchen lose 21proz. 9,75—10; Trockenschnitzel lose 7,75; Zuckerschnitzel lose 8,70—9,20; Rohmelasse 8—9; Wiesenheu inl. lose neu 5—5,60; Kleeheu inl. lose neu 6,20—7; Roggenstroh gepr. 1,40 bis 1,50; Weizenstroh gepr. 1,35—1,40; Haferstroh gepr. 1,35—1,40. Stimmungsbericht: Das Getreidegeschäft war auch heute sehr ruhig, bei wenig veränderten Preisen, während Futtermittel im Preise etwas nachließen. Die übrigen Kurse waren unverändert. Deutschlands handelspolitische Sorgen. Die Auflösung des handelspolitischen Netzes, dessen Ausbau vor nunmehr acht Jahren begonnen hatte, als Deutschland seine wirtschaftspolitische Antonomie zurückerlangte, macht geradezu rapide Fortschritte. Die„großen“ Handelsverträge jener Epoche, d. h. diejenigen Verträge, in denen nicht nur allgemein die Meistbegünstigung festgelegt, sondern darüber hinaus noch Zollbindungen und Zollsenkungen für eine ganze Anzahl von Waren beiderseitig festgelegt waren, sind fast vollzählig und vollständig dem Abbau verfallen. Auf großen Gebieten des Warenverkehrs hat Deutschland nach der Beseitigung dieser vertraglichen Zollbindungen bereits wieder die volle Autonomie auf zollpolitischem Gebiete erlangt, oder es ist zum mindesten in die Lage versetzt worden, diese Autonomie in Kürze zu erreichen. Wenn man vor einigen kleineren und praktisch nicht sehr bedeutsamen Aktionen absieht, so beginnt die neue Aera der deutschen Handelspolitik mit der Kündigung des deutsch-schweizerischen Vertrages, die im März letten Jahres erfolgt ist; sie findet ihr vorläufiges Ende mit dem Ablauf des zum 15. März gekündigten Vertrages mit Jugoslawten. Inzwischen ist es mit der Schweiz zu einer provisorischen Regelung gekommen. Dieses Land hat sein Kontingentierungs=Regime gegen einige Zollnachlässe, die Deutschland für industrielle Produkte der Schweiz einräumt, ein wenig erleichtert. Die sehr umfangreichen beiderseitigen Zollbindungen und Ermäßigungen sind damit bis auf einen winzigen Restbestand zusammengeschmolzen.— Weiterhin ist. um das wichtigste Ereignis dieser Art zu nennen, der deutsch=französische Vertrag, nach dem eine breite Bresche in die Zollmauern beider Länder gelegt worden war, durch eine höchst labile Neuregelung ersetzt worden, bei der es jeder der beiden Partner in der Hand hat, kurziristig einzelne Zollvereinbarungen aufzulölen, während dem dadurch benachteiligten Partner das Recht zu entsprechenden Gegenmaßnahmen zusteht. So wird es voraussichtlich nicht lange dauern, bis auf beiden Seiten die Zölle ernent auf den autonomen Stand zurückgebracht sind, der freilich nicht mehr der„alte Stand“ ist, wie er vor Schaffung des Jollvertrages existierte; denn inzwischen haben, und das trifft den deutschen Export sehr viel schwerer als die französische Einfuhr nach Deutschland beide Staaten ihre Jollsätze aewaltig erhöht und ihr Jollsystem durch Maßnahmen der Kontingentteruna vervollständigt. Das handelsvertragliche Verhältnis gegenüber Holland ist seit dem Ablauf des deutsch holländischen Jollvertrages(31. Dez. 1932) völligorten; die auf beiden Seiten ohne dringliches Interesie acführten Vorverhandlungen, deren Ziel der Abschluß cines neuen Vertrages sein sollte, sind zu keinem Ergebnis gelanat. Aehnlich lieat die Situation gegenüber Schweden— mit dem Unterschied allerdings. daß der deutsch=schwedische Vertrag noch nicht abgelanfen ist, sondern erst am 15. Februar d. J. sein Ende erreicht. Aber auch Schweden gegenüber sam man in den setzt probeweise gekührten Verhandlungen über die Verlängerung des Abkommens oder seinen Ersatz durch ein auf schmälere Bass gestelltee Vertraaswerk zu keinem Ergebuls. Die Unterhändler amngen dieser Tage auseinander, und der Ocisentlichkeit wurde mitgeleilt. daß die Wünsche beider Seiten sich unvereinbar gegenüber stünden. obwohl Deutschland in cinigen Punkten größeres Entaegenkommen gezeint habe. Bei diesen Punkten handelt es sich vor allem um die Einfuhr von lebendem Vieh(Mindvichl, die freilich für Schwedens Wirtschaft längst nicht mehr die Bedeutung besitzt, wie die setzt von denticher Zeite abgesperrte Einfuhr von Schmalz und Speck, oder die bereits kontingentierte Einfuhr von Butter und Holz. Die schwedischen Unterhändlet mogen sich wohl nicht mit Unrecht gesagt haben, daß bei den augenblicklichen deutschen Agrarverhältnien und andere Länder, die sich durch die deutsche Handels= u. Agrarpolitik der letzten Jahre außerordentlich verletzt fühlen, ohne ihre eigenen protektionistischen Sünden eingestehen zu wollen— bei Anwendung staatlicher Machtmittel im Verein mit privaten Boykott=Aktionen wäre die Situation des deutschen Erports außerordentlich stark bedroht. Fast alle die Genannten nämlich gehören in die Neihe derjenigen Staaten, denen gegenüber die deutsche Handelsbilanz erhebliche Aktivsalden ausweist. Wenn sich jene Länder auch nur so weit gegen deutsche Waren abschließen würden, daß sie uns nicht mehr Exportwerte abnehmen, als sie uns selber liefern, so müßte das bereits zu einem völligen Verschwinden der Aktivität des deutschen Außenhandels führen. Da Deutschland dringend Devisenbraucht, um— trotz des Stillhalteabkommens— seine Auslandsverplichtungen ersüllen zu können, wäre damit eine außerordent Die Wiederzollpolitilich prekäre Situation geschaffen erlangung der Vertragsfreiheit und der schen Autonomie bedeuten eben noch keine Unab hängigkeit der deutschen Wirtschaft gegenüber dem Ausland. Wenn auch die Nahrungsmittelversorgung Deutschlands ans den eigenen Ernten und Viehbeständen nahezu völlig bis auf wenige Prozent Einfuhrbedarf an pflanzlichen Fetten gesichert ist, kann doch der Devisenerlös aus der Ausfuhr nicht entbehrt werden. Wir brauchen die Ausfuhr schon deshalb, weil wir unsere Arbeiter in den auf den Export angewiesenen Industrie=Gruppen beschäftigen müssen. Deshalb ist auch, aanz abgesehen von den Notwendigkeiten der industriellen Rohstoff-Versorauna, eine gewisse Einfuhr unvermeidlich. Aus dem Fortfall der deutschen Zollkonzessionen, die bisher für eine große Zahl industrieller Waren bestanden haben, und aus der nunmehr wirksam gewordenen Erhöhung der Zölle für viele industrielle Brodukte droht der deutschen Wirtschaft ferner eine andere, bisher kaum beachtliche Gefahr: nämlich daß beim Wiedererwachen der industrietten Konjunktur die Preise dieser Produkte relativ schnell und kräftig in die Höhe gehen. Das wird möglich sein, nachdem ja nun das Reanlativ der ausländischen Konkurrenz weitgehend ausgeschaltet ist; neue Preisabmachungen in Kartellen und Konventionen werden vielfach nicht ausbleiben. Die Landwirtschaft sollte sich diese Gefahr rechtzeitig vor Augen halten, bei der weiter andauernden Tendenz zur Ueberproduktion in der Landwirtschaft dürfte es kaum möglich sein, die Preise für Agrarprodukte nur annähernd entsprechend den industriellen Preissteigerungen zu verbessern, so daß auch für die Zukunft ein Auseinanderklaffen der Preisschere zu Ungunsten der landwirtschaftlichen Erzeugung droht. Die Entwickelung der Sozialversicherung 1931-32. Berlin. Nach einer vom Reichsversicherungsamt herausgegebenen Statistik beliefen sich im Jahre 1931 die Beitragseinnahmen in der Sozialversicherung auf drei Milliarden RM, die Gesamtausgaben auf 3,5 Milliarden RM. Ein Einnahmeüberschuß war nur noch in der Angestelltenversicherung zu verzeichnen. Die Arbeitslosenversicherung wies auf der Einnahmeseite 1411 Millionen RM und auf der Ausgabenseite 1531 Millionen RM auf. Das Jahr 1932 brachte eine Fortsetzung der ungünstigen Entwikkelung. Neben den Einnahmen haben sich aber auch die Ausgaben infolge der Einschränkung der Leistungen im Jahre 1932 erheblich verringert. Auf dem Gebiete der Krankenversicherung war diese Ausgabenverringerung eine Folge der Vorschriften der Notverordnung vom 8. Dezember 1931. die mit dem 1. Januar 1932 bzw. 1. Februar 1932 in Kraft traten. Eine natürliche Minderung ist ferner durch die mit der niedrigen Krankenziffer sammenhängende geringere Inanspruchnahme Krankenversicherung zu erwarten. In der Unfallversicherung können die gesamten Ausgaben auf 340 Millionen Rwi. geschätzt werden. Die rückläufige Bewegung der Unfallzahlen hat sich im Jahre 1932 fortgesetzt. Der Ende 1931 einaetretene Wegkall zahlreicher kleiner Renten hat sich 1932 erstmalig in voller Höhe ausgewirkt. Eine Entlastung wird sich für die Genossenschaftsmitglieder nicht in vollem Umfange fühlbar machen, weil die Lobnsummen auch in erbeblichem Umfange weiter zurückgeaangen sind. In der Invalidenversicherung brachten die Notverordnungen vom 8. Dezember 1931 und 14. Juni 1932 auf der Leistungs'eite Entlastungen. Da aber die Beiträge weiter rückgängig sind, wird auch im Jahre 1032 noch ein erheblicher Fehlbetrag(ca. 200 Mill. RM.) zu verzeichnen sein. In der Angestelltenversicheruna erreichen die Einnahmen 447 Millionen RM., die Ausgaben 263 Millionen Rw.. Auch in diesem Zweige brachten die Notverordnungen Leisiungsminderungen. In der knappschaftlichen Pensionsnersicheruna werden Fehlbeträge ent= steben, die aber infolge von Satzungsänderungen und Leistungskürzungen sowie erbeblicher Zuwendungen des Reiches verhältnismäßig gering sein werden. zuder Betrunkener Kraftdroschkenführer. Ein Toter, drei Schwerverletzte. Im Süden Berlins verlor ein betrunkener Kraftdroschkenführer seinen Wagen aus der Gemalt. Der Wagen prallte gegen einen Baum. Eine Fußgängerin wurde zwischen Wagen und Baum einaeklemmt und war aufder Stelle tot. Ihr Ehemann und ein Kriegsinvalide wurden schwer verletzt. Der Kraftdroschenführer erlitt schwere Schnittwunden im Gesicht. Er wurde als Polizeigefangener dem Staatskrankenhaus zugeführt. Der Blitzug„Industriegebier“ im Bau. Inkernakionale Einzelheiten.— Er hak sein eigenes Elekkrizitätswerk. In der Görlitzer Waggonsabrik wurden die Vorarbeiten für den Bau eines zweiten Blitzzu ges, wie ein solcher erit vor kurzem auf der Strecke Berlin—Hamburg eingesetzt wurde, been det. Entgegen der ursprünglichen Absicht der Reichsbahngesellschaft, den Schnelltriebwagen Berlin—Hamburg am 15. April in den fahrplanmäßtgen Dienst zu stellen, soll dies bereits am 15. März d. J geschehen. Es besteht aber schon setzt Gewißheit darüber, daß der in Angriff genom mene Ban des zweiten Schnelltriebwagens der Verkehrsverbesierungen auf der Strecke Tortmund— Bochum— Essen— Köln— Frankfurt a. M. dienen wird. Aus dem Stadium der Versuche heraus, wird der zweite Blitzzug ungleich schneller ferlig sein als der erste und höchstwahrscheinlich be reits im Sommer 1933 seine Jungsernfahrt antreten können. Das so lange Jahre in der Schwebe ich besindende Projekt einer schnelleren Verbin dung Dortmund— Franksurt a. M. wird mithin durch die Erfindung des Reichsbahnrates Fuchs über Nacht gelöst, wenngleich nicht durch direkte Linienführung, sondern über einige west fälische und rheinische Städte.— Die Strecke nisien und bei der stark gesunkenen Konsumkraft Dortmund— Essen— Düsseldorf— Köln— des deutschen Volkes der Rinderimport einen lu Frankfurt a. M. beträgt 341 Kilometer, die Fahrt krativen Exportzweig auch dann nicht darstellenzeit 5 Stunden 58 Minuten. In Ansehnung der könne, wenn die deutschen Zölle relativ niedriglerzielten Geschwindigkeiten des neuen Schnellgehalten würden oder wenn man ihnen ein be triebwagens auf der Strecke Hamburg— Berlin stimmtes Einfuhrkontingent zu einem bevorzugten würde die zukünftige Fahrtdauer Dortmund— Zollsatz einräumte. Erfreulicherweise ist bisher— wenn man von den auf ganz anderen Ursachen berührenden Streitiakeiten mit Argentinien einmal absicht— trot des reichlich vorhandenen Konfliktstoffes der Ausbruch eines Zollkrieges vermieden worden; es scheint auch so, als ov man Schweden gegenüber nach Ablauf des Vertrages genan ko zu einer friedlichen Regelung kommen werde, wie sie jetzt mit Holland getroffen wurde, nämlich auf der Basis der de facto zugestandenen, wenn auch nicht de jure vertraglich gesicherten Meistbegünstigung. Aber niemand weiß, wie lange dieser Zustand aufrecht erhalten bleiben kann. Gar zu stark ist die handelspolitische Atmosphäre mit Zündstoif geschwängert, ein Zollkrieg kann daher über Nacht ausbrechen In einem handelsnolitischen Kampf gegenüber Schweden und Holland— vielleicht auch gegen Dänemark. Ingoslawien, Belgien, GroßbritanFrankfurt a. M. rund 3½ Stunden betragen; je doch wird sie erheblich länger sein, da es sich um ganz andere Verhältnisse auf dieser Strecke han delt. Es ist über den neuen Schnellzugtyp viel Allgemeines in den Zeitungen geschrieben worden ohne daß man die interessanten technischen Einselbeiten der Schnelltreibwagen erfahren hätte. Der „Verein Deutscher Ingenieure“ berichtet darüber in seiner Zeitschrift„VöZ.“: Die Triebkraft für den Wagen ist Elektrizität. Es sind nicht die Dieselmotoren, die ihn antreiben, obschon er als Dieselmotorwagen firmiert. Der Wagen entwickelt sich seine Elektrizität selbst, d. h. er nimmt sie nicht von einer Strommaschine ab, wie es etwa die Berliner Stadt= und die Untergrundbahn tut. Antriebsmaschinen für die stromerzeugenden Dynamos sind zwei Dieselrohölmotoren von je 410 Pferdestärken Leistung: der in diesen Dynamos erzeugte Strom wird sofort in unmittelbar an die Dunamos angebauten Elektromoloren in Kraft umgerett und damit der Wagen angetrieben. Dieses Enstem mutet im ersten Augenblick etwas umständlich an. es hat jedoch den Vorzug. daß der Schnelltriebwagen unabhängig von jeder außerhalb des Wagens liegenden Stromquelle ist und daß die in Anlage und Unterbaltung sehr kostspieligen Stromschienen erspart und überflüssig werden. Aus dem Kreis der technischen Erwägungen völlig ausgeschlossen sind in diesem Zusammenhang natürlich auch Akkumulatorenbatterien die zu teuer und vor allem zu schwer wären. Der Schnelltriebwagen hat also sein eigenes Elektrizitätswerk an Vord Das ist an sich nichts Neues, denn es gibt schon eine ganze Antahl Schiffe, die ähnliche Kraftaggregate haben. Sie sparen zudem die langen Schraubenwellen, weil man die Elektromotoren zum Antrieb der Schrauben direkt in den hintersten Heckraum legen kann. Im Schnelltriehwagen ist das ganze Aggregat, also Dieselmotor, Dunamo und Elektromotor, direkt in die Fahrdrehgestelle eingebaut, nur die Motorenköpse mit den zu überwachenden Maschinenteilen ragen in den Maschinenraum des Wagens hinein. So ist erreicht, daß Stöße, durch die Gewichtsmasse des Aggregats verstärkt. höchstens im Drehgestell auftreten und den Wagenkasten elbst nicht belasten. Im Maschinenraum befinden sich auch die drei Brennstoffbehälter von je 330 Liter Fassungsvermögen, die für eine 2000=Kilometer=Fahrt ausreichen. Danach verbraucht der Wagen also pro Kilometer nur einen halben Liter Rohöl. Gewiß ist diese Maschinenanlage ungleich einsacher, kleiner, leichter, raum parender als die auch nur der kleinsten Schnellzugslokomotive. Die Dieselmotoren, diese vom im Jahre 1913 auf geheimnisvolle Weise ums Leben gekommenen Ingenieur Mudolf Diesel aus dem Explosionsmotor(Automobil) entwickelten Kraftmaschine haben zwölf Zylinder in V=Form; sie sind von den Maybachwerken den Zeppelinmotoren nachgebaut und haben, was besonders Chauffeure und Autoschlosser interessieren dürfte, 150 Millimeter Zylinderbohrung und 200 Millimeter Hub. Der Kompresionsraum beträgt also 42 Liter je Motor.(Zum Vergleich: Schon als groß zu bezeichnende Automobilmotoren haben einen Kompressionsraum von 2 bis 4 Liter!) Bz.* kktE2 s o 222. 2e 5 soe t an . ttkk. tsstk: E Ses 20 2 s 20 k. 2o2: A20 ttt s e0 E k assSe 20 Er t. t 26s 2 . st. Se t . . . ä ee . 60 3. 60 . t k. . 80 E 8 o e3 9 60 e 2.2 e2e S2 . ene e2 34220, 2a.3 SE220 2 aue 2r8. s . 229s s2. 31 2 22 E s 2.80 8. + 3 22 8 00 2.2 S.2. 2.0 tAPA: ttk3 3 k . . 80 svtEEEme 2s tt te . : . —. 2o22 ks tt kk skä 22. 80 2 2 2 . . . . . tk22 . S 80 ä t — 60 .2 502 r . e 0 2 kSARS2TE kks ks t5. BHR?" : SHo kk. tks k tt . ttsatke * a. s 2.= 2 — t S6 -. e2 —s t22. . a S 2 kkSE.a kt 2494.. mo e A sk t 2 22 . . . eae.. o: mtaäk. 222. OTSE 2. 2 e tta. 2:. ae.. o. kToo 2483 st...V k3 g t . 3 : SM. a 2 2.G. 2 298 . a — 20 5 — —2: a . 8. 2aS 2. A: 2ttk. k8. 2 ta S:. . II. 2.6 kaa Unter der musikalischen Leitung von Generalmusikdirektor Erich Kleiber gibt die Staatsoper in Berlin zur Zeit Richard Wagners Jugendwerk„Das Liebesverbot". In den Hauptrollen wirken die Damen Heidersbach und de Carmo sowie die Herren Wittrisch, Scheidl und Jöken mit. Das neue Tor des Friedhofs in Einsiedeln. Es zeigt auf der einen Seite den„Eingang durch das Tor des Lebens“, auf der anderen Seite den„Eingang durch das Tor des Todes“, in der Mitte die Inschrift:„Was ihr seid, das waren wir, was wir sind, das werdet ihr" Theaterlrach in Berlin. Strafanzeige gegen die Gebrüder Rotter. Gegen die Brüder Alfred und Fritz Rotter wurde am Donnerstag von einem Lieferanten, der seine Forderungen nicht eintreiben konnte, bei der Staatsanwaltschaft Strafanzeige wegen Betruges und verspäteter Konkursanmelduna erstattet. Die Staatsanwaltschaft hat sofort die Ermittlung aufnehmen lassen. Am Dienstag fand man auf der Bahnstrece Dachau—Ingolstadt ein engumschlungenes Paar überfahren auf, das sich zweifellos in selbstmörderischer Absicht auf die Schienen gelegt hat. Den beiden wurden die Köpfe glatt vom Rumpf getrennt. Der regelmäßige Schiffahrtsverkehr auf der Elbe mußte wegen starken Eisganges bis auf weiteres einaestellt werden. Die Tätigkeit des Inselvulkans Krakatau auf Batavia hat sehr stark zugenommen. Am Donnerstag fanden ununterbrochen Ausbrüche bis zu einer Höhe von 1000 bis 1500 Meter statt. Die modernisierte Marianne. Der Oriainalentwurf des französischen Bildhauers Pierre Polsson für die neue Mariannebüste. Die alte Büste von Insalbert, die als Sumbol der dritten Republik in unzähligen Marmorund Gips=Exemplaren die öfsentlichen Gebäude Frankreichs ziert, und die schon reichlich altmodisch wirkt, wird nunmehr verschwinden. Die neue Marianne ist eine junge Frau von bäuerlichem Typ. Alle militärischen Ornamente hat man diesmal vermieden. In der Agraffe auf der Brust trägt sie statt des Beils einen Oelzweig im Rutenbündel. Abbau der Evzonen. Das griechische Kabinett hat beschlossen, das gründen auszulösen. Die Evzonen waren bisher stuck Athens. Unser Bild zeigt einen Teil des Rücktritt Professor Hans Poelzigs. Professor Hans Poeldia hat sein Amt als Vizepräsident der preußischen Akademie der Künste niedergelegt. Gegen Professor Poelzig waren, wie Donnerstag berichtet, Anarisse erhoben worden, weil er eine Einladung des belgischen Gesandten zum Besuch einer Ansstellung belgischer Kunst mitunterschrieben hatte. In seinem Schreiben weist Poelzig darauf hin, daß die Ausstellung„Hundert Jahre belaische Kunst" seit langen Monaten im vollsten Einvernehmen mit der Kulturabteilung des Auswärtigen Amtes eingehend vorbereitet worden sei. Sie sollte ein Entgegenkommen sein auf die Veranstaltung der Ausstellung der großen deutschen staatlichen Porzellanmanufakturen in Brüssel und auf die zahlreichen und in Belgien begeistert aufgenommenen musikalischen Darbietungen deutscher Künstler. a. B. des Philharmonischen Orchesters unter Furtwängler, von Richard Strauß, Bruno Walter usw. berühmte Evzonenregiment aus Sparsamkeitsin ihren kurzen Röckchen ein besonderes SchmuckRegiments vor den Säulen des Zeus. Von einem besonderen Eröfsnungsalt ist nach dem Echo, das die Ankündigung der seit Monaten vorbereiteten Ausstellung im Hinblick auf den Fall Gilles gefunden hat, im Einverständnis zwischen der deutschen und belgischen Regierung Abstand genommen worden. Attenkat auf Mussolini? Rom. Wie die amtliche Agentur Stesani mitleilt, entbehren die Gerüchte, wonach auf Ministerpräsident Mussolini ein Anschlag verübt worden sei, leglicher Grundlage. Ohne Straßenbeleuchtung und Schulheizung. Ein Beispiel für die Finanznot der Gemeinden. Infolge der katastrophalen Finanznot hat sich der Magistrat der Großgemeinde SchönebeckBad Salzelmen zu ganz außergewöhnlichen Sparmaßnahmen gezwungen gesehen. So ist beschlossen worden, die ganze Straßenbeleuchtung in der 35000 Einwohner zählenden Stadt einzustellen, ein Beschluß, wie er wohl bisher noch in keiner deutschen Stadt gefaßt worden sein dürfte. Vom Finanzdezernenten war ferner beabsichtigt die Schulen der ganzen Stadt zu schließen. wenn die jetzt vorhandenen Kohlenvorräte verbraucht sind; doch hat man hiervon zunächst abgesehen. Meisterringer stürzt sich aus dem Fenster. Der frühere Meisterringer und Europameister Auaust Drylla=Breslau, der sich in den letzten Jahren hauptsächlich als Veranstalter von Berufsringkämpfen betätigte, stürzte sich in Stuttaart, wo er aus Anlaß der Ringkämpfe in der Stadthalle weilte, aus dem Fenster seines Hotelzimmers im dritten Stock. Er erlitt schwere Verletzungen, an denen er wenige Stunden darauf in einem Krankenhause starb. In der Marktstraße in Altona wurde am Donnerstag ein Bote der Westholsteinischen Bank überfallen und seines Stadtkoffers mit 2500 Mark beraubt. Die Täter entkamen in einem Kraftwagen. Der 82jährige Buchhalter Eberhard Müller, der bei dem Autoklub von Deutschland einen Betrag von 86000 RM. unterschlagen hat. wurde Mittwoch vormittag von der Kriminalvolizei verhaftet. Auch die Göttinger Schulen sind auf Anordnung des Kreisarztes wegen der GrippeEpidemie geschlossen worden. In den Volksschulen fehlten bereits 52 Prozent der Kinder. Aus wirtschaftlicher Not ist in München eine Frau mit ihren beiden Kindern freiwillig in den Tod gegangen. Sie wurden mit Gas vergistet aufgesunden. Aus ganz Oberitalien werden in den letzten Tagen starke Schneefälle gemeldet. In den Provinzen Varese und Beraamo lieat bis zu Meter Schnee. In Mailand und in Turin sind die Straßen bis zu 15 Jentimeter eingeschneit. Meldungen aus Niederländisch=Indien zufolge. sind in Atseh im nördlichsten Teil der Insel Sumatra insolge hestiger Regenausse arobe Ueberschwemmungen eingetreten. Zwol Personen sind ertrunken. Mussolini bei den Kriegsinvaliden. Aus der ganzen Tschechoslowakei, ja sogar aus entlegenen Karpathenstädten sind Personen= und Lastkraftwagen in der tschechischen Hauptstadt eingetroffen, um gegen die Erhöhung der Autostener zu protestieren. In langen Reihen stehen die Wagen— 10000 an der Zahl— in den Straßen der Stadt und verhindern nicht nur jeden Antoverkehr, sondern erschweren auch den gesamten Straßenverkehr. Zwischen Polizei und streikenden Chauffeuren bzw. Autobesitzern ist es wiederholt zu Tumulten gekommen. Der Duce schreitet auf dem 8. Kongreß der Kriegsinvaliden in Rom die Front der Kriegsverletzten in den Reihen der faschistischen Miliz ab, die ihn mit gezücktem Dolch begrüßen. Autostreil in Prag. Endgültig entlarot. Der falsche Austauschprofessor ist Lewin. Frederico Normano, Prosessor an der Harvard=Universität, ist nunmehr einwandfrei als der Bankier Isaak Lewin aus Berlin festgestellt worden. Lewin, der nach dem Kriege aus Rußland nach Deutschland kam, wurde bekanntlich von den deutschen Behörden wegen Schwindeleien in Höhe von drei Millionen Mark geKonkursantrag gegen Rotter-Bühnen vertagt. Haftbefehle noch nicht vollstreckt. Vor dem Konkursgericht fand am Freitag Termin wegen des Konkursantraaes der Dorotheenstadt Baugesellschaft gegen die Rotterbühnen statt. An Stelle des zum Termin nicht erschienenen Direktors Fritz Rotter erklärte der Direktor eines Teils der Rotter=Gesellschaft, Apel. daß die Brüder Rotter auf den Vertrag, der ihnen die Pachtung des Metropoltheaters sichert, verzichten würden. Die Dorotheenstadt=Baugesellschaft erklärte sich daraufhin mit der Vertagung des Konkurstermins um fünf Tage einverstanden mit der Bedingung, daß die Brüder Rotter bis dahin eine bindende Verzichtserklärung auf das Metropoltheater abgeben sollen. Der auf Veranlassung eines anderen Gläubigers erlassene Haftbefehl gegen die beiden Brüder Rotter zur Erzwingung des Offenbarungseides konnte bisher noch nicht vollstreckt werden. Das Berliner Polizeipräsidium veröffentlicht eine längere Erklärung, in der die Konzessionserteilung an die Brüder Rotter eingehend erläutert wird. Auf die Vorwürfe, warum den Brüdern Rotter nicht schon längst die Konzession entzogen wurde, wird erklärt, daß man aus sozialen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten die mit der Konzessionsentziehung notwendig verbundene Schließung der Theaterbetriebe vermeiden wollte. Im übrigen seien die Gehaltsforderungen des Personals durch die beim Polizeipräsidium hinterlegte Kaution zum allergrößten Teil gedeckt. Starke Kälte in Rußland. Am Donnerstag ist die Temperatur in Leningrad auf Minus 22 Grad gesunken. Eine Anzahl Dampfer, die auf dem Wege nach Leningrad waren, sroren ein. Der Eisbrecher „Jemark“ brachte mehrere Dampfer in den Leningrader Hafen. Montague Norman, der nun 61jährige Gouverneur der Bank von England, wird sich demnächst mit Frau Worsthorne verheiraten. Frau Worsthorne, die im 33. Lebensjahr steht und in der Verwaltung von Groß=London tätig ist, wurde im Jahre 1929 von ihrem ersten Gatten geschieden. Wie Schiffsbrände entstehen. Das rettende Nitrat.— Zigaretten und ungeschützte Lampen als Brandstifter. Die furchtbare Brandkatastrophe, welcher der 40 000=Tonnen=Dampfer„Atlantigue" zwischen Le Havre und Cherboura zum Opfer gefallen ist, beweist aufs neue, wie auch andere Schiffsbrände der letzten Jahre z. B. der des„Georges Philippar" oder der„Europa", daß selbst unsere modernen Schiffe nicht vor Feuersgefahren sicher sind. Ja man muß wohl auch heute noch Brände zu den häufigsten Unfällen zählen, von denen Schiffe betroffen werden. Wohl sind heute die Vorsichtsmaßregeln und auch die Löschvorrichtungen viel vollkommener ausgebildet, und da die modernen Schiffe zum größten Teil aus Stahlund Eisenkonstruktionen bestehen, setzen sie dem Umsichgreifen des Feuers größeren Widerstand entgegen. Auch verdanken wir es heute der drahtlosen Telegrafie, daß ein brennendes Schiff auf hoher See in vielen Fällen verhältnismäßig schnell Hilfe herbeirufen kann. Der erste Schiffsbrand, bei dem die Mannschaft den drahtlosen Wellen ihre Rettung zu verdanken hatte, war der des„Volturno" im Jahre 1913. Daß es oft ganz geringfügige Anlässe sind, durch die die furchtbarsten Brände auf hoher See entstanden sind, zeigt die Geschichte dieser Schiffskatastrophen in immer neuer Wiederholung. So geriet z. B. am 18. Oktober 1874 das große Auswandererschiff„Cospatrick“ durch das Umfallen einer brennenden Petroleum=Lampe in Brand; diesem so unbedeutenden Anlaß fielen 465 Menschenleben zum Opfer. Aus einer ähnlichen Ursache ging das englische Schiff„Sarah Sangs", das 300 Soldaten an Bord hatte, in Flammen auf: ein ungeschütztes Licht fiel im Lagerraum um. Zwar wurden die Flammen bald entdeckt, und die Soldaten arbeiteten mit Aufgebot all ihrer Kraft daran, die großen Pulvermengen, die sich an Bord befanden, ins Wasser zu werfen. Trotz ihrer Bemühungen aber explodierte eine Pulvertonne und sprengte einen Teil des Schiffes in die Luft. Immerhin gelang es, die Flammen zu ersticken und das noch rauchende Wrack nach Mauritius zu bringen, ohne daß ein Menschenleben geovfert wurde. Eine andere große Gefahr für die Schiffe liegt in der leichten Selbstentzündung mancher Ladungen. So kann sich z. B. Getreidestaub selbst entzünden; die Ladung beginnt dann zu schwelen, und die Mannschaft lebt, ohne es zu wissen, über einem glühenden Boden. In einer seiner packendsten Novellen hat Jack London die Rettung eines solchen brennenden Schiffes geschildert. In der Wirklichkeit hat sich ein solcher besonders charakteristischer Fall auf dem Schiffe„Micronesia“ ereignet, das von Süd=Amerika nach Antwerpen mit einer in Säcken verpackten Ladung von Nitrat fuhr. Dieses entzündete sich, und die Flammen ergriffen alles Holz, das sich im Schiffsinnern befand. Durch die furchtbare Gluthitze, die entstand, schmolz das Nitrat, verwandelte sich in eine weiche pulvrige Masse, die wie flüssiges Zement in die Fugen lief, den Schiffskörper zusammenhielt und so der Mannschaft und den Passagieren Zeit gewährte, in Rettungsbooten zu entkommen. Das Schiff selbst wurde als ein glühend heißes Wrack später aufgefunden und in einen Hafen geschleppt. Als eine besonders gefährliche Schiffsladung erweist sich Petroleum. Es braucht nur ein Funke in diese leicht entzündliche Flüssigkeit zu fallen, so lodert schon ein Flammenmeer empor, aus dem" es keine Flucht gibt. Das beweisen die Brände verschiedener Petroleumschiffe, die bis zur Wasserlinie verbrannten, ohne daß es gelang, irgend ein lebendes Wesen zu retten, zumal der sich entwickelnde unerträgliche Rauch des brennenden Petroleums herbeieilenden Schiffen die Rettungsarbeiten fast unmöglich macht. Eine fast ebenso gefährliche Schiffsladung ist Baumwolle, die ebenfalls schon wiederholt der Anlaß von solchen Katastrophen gewesen ist. Wird sie heiß, dann kann sie tage-, ja wochenlang im geheimen schwelen, bis dann plötzlich die Flammen mit Macht hervorschlagen. Eine weggeworfene Zigarette war die Ursache eines Riesenfeuers, das 1900 im Hafen von Hoboken ausbrach. Eine„Werftratte“, einer der an den Werften herumlungernden kleinen Vagabunden, die sich damals noch häufig in die Schiffe einschlichen, warf unvorsichtig seine noch brennende Zigarette fort. Dieser Stummel vernichtete ein halbes Dutzend großer Schiffe und über 200 Menschenleben. Einer der furchtbarsten Schiffsbrände, die sich je ereignet haben, war die Katastrophe des „General Slocum" am 15. Juni 1904. Damals veranstaltete eine der größten deutschen Schulgemeinden Neuyorks einen Ausflug, an dem 1500 Menschen, größtenteils Frauen und Kinder, teilnahmen. Unmittelbar nach Verlassen des Hafens von Hoboken brach ein Feuer aus; es griff mit rasender Schnelligkeit um sich. Von der feigen und gewissenlosen Mannschaft wurden keinerlei Löschversuche unternommen, so daß fast 1000 Frauen und Kinder in den Flammen ihren Tod fanden. Auch dieses entsetzliche Unglück war durch die Unvorsichtigkeit eines Rauchers hervorgerufen worden. Das polnische Militärstandgericht dingen verurteilte den Feldwebel Kropiolowsri zum Tode durch Erschießen, weil er wei deutschen Spionen behilflich gewesen sein soll. Das Urteil ist bereits vollstreckt. Nachruf. Am 20. Januar dieses Jahres, abends gegen 9 Uhr, verschied nach längerer Krankheit im 63. Lebensjahr Herr Stadtbaurat i. R. Christoph Epping. Seit dem 15. April 1899 im Dienste der Stadt Hattingen, trat er am 1. Juli 1931 nach 32jähriger Dienstzeit in den wohlverdienten Ruhestand. Während seiner langjährigen Tätigkeit hat er in uneigennütziger Weise mit vorbildlichem Fleiß der Stadt Hattingen gedient. Von seinem Schaffen zeugen neben vielen Privatbauten auch öffentliche Bauten wie Rathaus, Seminar u. a. Hierdurch hat er sich als Baurat ein bleibendes Denkmal gesetzt. Stets hilfsbereit, hat er seine reichen Erfahrungen jedem Bürger zur Verfügung gestellt und durch Rat und Tat geholfen. Seinen Mitarbeitern und Untergebenen war er ein zuvorkommender Kollege und gerechter Vorgesetzter. Nach 18jähriger Tätigkeit als Stadtbaumeister wurde er am 19. April 1912 von den städtischen Vertretungen in Anerkennung seiner Verdienste um die Stadt Hattingen als besoldetes Magistratsmitglied und Stadtbaurat auf Lebenszeit gewählt. Nach seinem Ausscheiden aus den städtischen Diensten war es ihm leider nicht vergönnt, seinen Lebensabend in Gesundheit zu verbringen. Ein langjähriges Herzleiden fesselte ihn seit seiner Pensionierung an das Zimmer. Auch sein von ihm seit Jahren gefördertes Ideal, die Schaffung eines Heimatmuseums, konnte er in der Vollendung nicht sehen. Wir werden ihm ein dauerndes Gedenken bewahren. Hattingen-Ruhr, den 21. Januar 1933. Der Magistrat: Die Stadtverordnetenversammlung: Keller, Bürgermeister. Heidbüchel, Stadtverordn.-Vorsteher. Der Beamten- und Angestellten-Ausschub: Ueberhorst, Stadtoberinspektor. Der Herr kt metn Hirte, mir wird nichts mangeln. Psalm 23,1. Statt jeder besonderen Anzeige. Nach Gottes heiligem Willen Ist heute in der Frühe unsere liebe Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Urgroßmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Wiluve Liselle Schach geb. Horstkotte im Alter von 85 Jahren sanft und in Frieden heimgegangen. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Familie Gustav Schack. Bochum-Linden, den 20. Januar 1933. Die Beerdigung findet am Montag, dem 23. Januar, nachmittags 3½ Uhr, vom Trauerhause, Bochum-Linden, Hilligenstraße 1, aus statt. Nun doch Umbau der Arbeitslosenhilfe? Berlin. In den nächsten Tagen wird sich das Reichskabinett über eine völlige Umgestaltung der Arbeitslosenfürsorge schlüssig werden, für die zwei Vläne vorbereitet sind. Der erste wird vom Reichsarbeitsminister Syrup vertreten, der eine vollständige Zusammenfassung der gesamten Betreuung der Arbeitslosen bei den Arbeitsämtern fordert. Mit der Verwirklichung dieses Planes würde den Gemeinden die Aufgabe und die Last der Unterstützung der Wohlfahrtserwerbslosen bis auf geringe Reste abgenommen werden. Diesem Plan steht ein solcher des Reichsministers Dr. Popitz entgegen, der ebenfalls eine vollständige Vereinheitlichung der Arbeitslosenhilfe bezwecke, jedoch nicht die Arbeitsämter, sondern die Kommunen zu Trägern dieser Hilfe machen wolle. Die gesamten bisherigen Mittel, die zur Arbeitshilfe aufgewendet werden müssen, würden danach bei den Gemeinden konzentriert. Eine ganze Stadt in Flammen. Im Zentrum der Stadt Dorohoi an der nördlichen Moldau ist hente eine Feuersbrunst ausgebrochen, die infolge des herrschenden Windes katastrophales Ausmaß angenommen hat. Sämtliche Hänser in zwei Straßen des Geschäftsviertels stehen in Flammen. Das Feuer droht sich noch weiter auszubreiten. In der Stadt herrscht eine unbeschreibliche Panik, da die Feuerwehr der Flammen nicht Herr werden kann. Bis zur Stunde sind über 40 Hänser eingeäschert. Der Sachschaden ist sehr groß. Berliner Anfangsbörsen-Stimmungsbild von heute. Tendenz: Freundlich. Bei kleinem Kanfinteresse des Publikums eröffnete die heutige Wochenschlußbörse in überwiegend freundlicher Grundstimmung. Die Märkte lagen allerdings ohne größeres Geschäft und die Kursbesserungen hielten sich im allgemeinen in bescheidenen Grenzen. Lediglich Montanpapiere waren stärker befestigt. Auch für deutsche Anleihen hielt die feste Tendenz an. Von Industrie=Obligationen lagen Stahlbons im Einklang mit der Aktienbewegung über 1 Prozent höher. Pfandbriefe und Obligationen hatten stilles Geschäft aber freundliche Grundstimmung. Am Geldmarkt blieb die Situation bei unveränderten Sätzen gleich. Im Verlaufe ließ das Geschäft nach, die Kurse bröckelten daher überwiegend um ¼ Prozent ab. Eine Zufallskanforder in Hansa Dampf ließ ihre Aktien etwas steigen. Es sind noch Charlottenburger Wasser zu erwähnen, die ebensalls etwas anzogen. Wird's 6e'd Dir baspe, bost Da nichts über. desa geh' iu senbann, wein lieber. Steele Derd Jusl.-Min.-Ert. vom 29. 14. 33 hel des nen errtötete Notariat für Linden-Dahlhausen me ébertragen worden.— Lagleté bin t ole Rechtsanwalt b. Landgericht Bochum Metas Geacällerämma kake 4A Hatttaasa aasled a n von Hamgen verg nao Boch.-Linden, Hattinger Str. 785 (Fernrui vern. einatm. Bochum 8144) Herdieckerhofi Rechtsanwalt und Notar insenteur rt Schule Eisese Maschinesbas/Eletto- WAI technik /Antomobiin Weiman Tchhellelhnen Oummi, Tropfen, Tee BA. rreisbroscnure aurcn Wohlleben a veber O. m. b. 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Nie zuvor war wohl die Frage: was soll unser Mädchen werden, schwieriger zu beantworten, wie heute, wo die Zukunftsaussichten selbst für Menschen mit besien beruflichen Kenntnissen und dem Nachweis vorzüglicher Lei. stungen auf dem jeweiligen Arbeitsgebiet so unklar und unübersehbar wie nur möglich sind. Welcher Beruf auch in Erwägung gezogen wird, welche vorhandenen Anlagen und Fähigkeiten ganz besonders auf ein späteres Arbeitsgebiet hinweisen mögen, nirgend wird sich ein gangbarer Weg zeigen, der aus dem gegenwärtigen Dunkel der Arbeitslosigkeit und des-mangels hinausführt in eine lichtere Zukunft, mit der ersehnten Arbeitsgelegenheit für fleißige, regsame Hände und kluge, denkende Köpfe. Dabei drängen zumeist die häuslichen Verhältnisse einzelner Fa. milien geradezu gewaltsam zu einer endgültigen Lösung der Frage: wo bringen wir unsere Tochter gut unter, da auf deren freiwerdenden Platz vielfach schon die Geschwister warten. Schließlich kommt die Familie nach allen Erwägungen und Ueberleaungen zu dem Schluß:„Unsere Tochter geht als Östermädel in Stellung. Mit Wäsche, Schuhwerk und Kleidung ist sie vorläufig als nun Erwachsene notdürftig versorgt und kann sie auch bei ihren zunächst völlig mangelnden hauswirtschaftlichen Kenntnissen nur ganz geringe Entlohnung erwarten, so erhält sie doch freie Verpflegung. Wäsche und Unterkunft, das Letztere für uns die Hauptsache.“ Zugegeben nun, daß derartige junge Mädchen von vielen Hausfrauen besonders gern für die Kinder angenommen werden, da gerade sie, auf der Grenze zwischen Kind und Erwachsener stehend, sich mit diesen meist ganz gut zu beschäfigen wissen, auch ohne dafür vorgebildet zu sein, so erwächst doch diesen jugendlichen Lohnempfän, gern— wie die Verhältnisse zeigen— in der Haustochter mehr und mehr eine sehr beachtenswerte Konkurrenz. Diese steht mit mit ihm, dem Östermädchen, nur insofern auf einer Stufe, als sie daheim, als arveitslos gewordene Berufstätige, ein richtiges Betätigungsfeld nicht findet und vielsach ebenso wie sene, den vorhandenen, oft wesentlich enger gewordenen Raum des Heims schmälert. Sie hat aber vor jener meist noch den Vorzug, ungleich besser mit der notwendigen Bekleidung ausgestattet zu sein und deshalb schlicht um schlicht, also völlig ohne Entlohnung arbeiten zu können. Ein weiterer Vorzug einer großen Anzahl von Hanstöchtern liegt in ihren z. T. schon in ziemlichem Ausmaß vorhandenen hauswirtschaftlichen Kenntnissen, die sie natürlich jeder Hausfrau ungleich wertvoller erscheinen lassen, wie das arbeitswillige Klein, mädchen oyne diese. Der Familienanschluß. den sie dagegen als Haustochter fordern oder zugesichert erhalten, ist aber immer dem Ermessen der betreisenden Hausfrau unterstellt und kann nirgendwie sestumrissen werden, da sa in jeder Familie anderer Lebensgewohnheiten herrschen. Ist es da zu verwundern, daß die Haustochtochter schließlich unter den geeigneten Arbeits. kräften für den Haushalt allen anderen den Rang abläuft, ja ablaufen muß? Um ihrer selbst willen wird sie unter den heutigen Verhältnissen wohl immer ihre ganze Kraft einsetzen sich ihrer Stellung im Hause, in der Familie zu erhalten, in der sie erst einmal heimisch wurde, da sie ja weiß, daß ihr der bisherige Beruf noch auf absehbare Zeit verschlossen bleibt oder jener, für den sie ausgebildet wurde, keinerlei Anstellungsmöglichkeiten bietet. Dazu kommt, daß sie als Haustochter der Hausfrau jederzeit zur Verfügung steht, während das schulentlassene Mädchen noch seiner Berufsschulpflicht genügen muß, also auf Stun. den dem Haushalt als Hilfe entrückt ist. Etwas ganz besonders Wichtiges wird aber ferner noch bei der Wahl des Haushaltes als Arbeitsstätte für das schulentlassene Mädchen außer Acht gelassen: die Tatsache, daß rund 200000 weibliche Hausangestellte das Heer der arbeitslosen Frauen und Mädchen vermehren helfen, also eine große Zahl jener Haushaltungen ebenfalls den wirtschaftlichen Verhältnissen zum Opfer fiel, die früher gegen angemessene Entlohnung eine oder sogar mehrere Hausangestellte beschäftigen konnten. So mußte naturgemäß die Haustochter mit ihrem Angebot geldlich unentlohnter Arbeitsleistung für den Haushalt den Vorzua vor allen anderen erhalten. Dazu kommen die nicht weniger beachtenswerten Punkte: für die Haustochter besteht kein Zwang zur Zahlung von Soziallasten und zur gegenseitigen Verpflichtung auf eine bestimmte Dauer. Wird ihr die Last der eigenen Leistungen zu schwer und hat sie— was Voraussetzung dafür ist— daheim noch den nötigen Rückhalt, so findet sich rasch ein triftiger Grund, diese abzuschütteln und nach Hause zurückzukehren. Die ihrer Hilse beraubte Hausfrau findet aber bei dem Ueberangebot derartiger Kräfte rasch den ge. wünschten Ersatz— meist ohne alle Kosten. Ist diese nun selbst wirtschaftlich tüchtig und auf allen Gebieten des Hauswesens durchaus erfahren, so wird die ihr unterstellte oder mit ihr Schulter an Schulter arbeitende Haustochter mit der Zeit ein derartiges Maß an praktischen Kenntnissen erlangen, wie sie ihr die beste Haus(Nachdruck verboten). rerin als strebsamer Lehrling der Hauswirtschaft nicht besser vermitteln könnte. Um diese Fähigkeiten mit fortgeschrittenem Alter auch zur Erlangung einer gut bezahlten Stellung im Haushalt verwerten zu können, fehlen ihr dann wieder die abschließenden theoretischen Kenntnisse, ohne die unter heutigen Verhältnissen eine derartig gehobene Stellung nicht oder nur sehr schwer zu erlangen ist. Zu ihrer beruflichen Tätigkeit zurückzukehren, die sie vordem ausübte oder für die sie vor diesen Dienstjahren im Haushalt ausgebildet wurde, bedürfte es aber, wenn sich Aussichten dazu böten, erneuter Einarbeitung, neuem Brückenschlagens von einem zum ande. ren Beruf. Und in dieser Erkenntnis schlug nun kürzlich Johanna Ernst in der„Frau" einige neue Wege vor, die für die Haustochter durchaus gangbar erscheinen: 1. Nachweis dreijähriger praktischer Tätigkeit im Privathaushalt. 2. Vorbereitung auf die Gehilfenprüfung. 3. Hausgehilfenprüfung. Als Vorbereitung auf die Gehilfenprüfung sind mehrere Wege gangbar: a) Besuch der hauswirtschaftlichen Berufsschule, oder b) Besuch einer anerkannten Haushaltungsschule, Frauenschule, Hausfrauenklasse, oder e) Besuch eines halbjährigen Vorbereitungs, lehrganges mit 12 Wochenstunden. Immer steht freilich unausgesprochen hinter all ihren Erwägungen die Hoffnung, daß die Zeit nicht mehr fern ist, in der wieder ungezählte Hausfrauen starken Bedarf an gut vorgebildeten Kräften für den Haushalt haben. Andernfalls würden auch in dieser Hinsicht nur eben wieder Mädchen umsassend vorgevildet, denen, wie heute unzähligen schon, beste berufliche Kenntnisse für ein bestimmtes Gebiet zur Verfügung stehen, aber jede Möglichkeit fehlt, sie im vollen Umfange einzusetzen und auszuwerten zur eigenen Existenz und zum Besten der Allgemeinheit. Die Jahres=Revision der Wohnung. Es ist für jede Frau lehrreich, Möbelausstellungen zu besuchen, selbst wenn sie keine neue Einrichtung kaufen will oder kann. Man kann natürlich seinen Hausrat nicht einsach auf die Straße wersen, wenn man ihn nicht mehr neuzeitlich findet, sondern man muß sehen, wie man sich dem neuen Geschmack anzupassen vermag. Zunächst einmal soll man mit scharfen Augen durch die eigene Wohnung gehen und alle Gegenstände entsernen, die überflüssla berumstehen. Nippes und unbenutzte Vasen können wir heute nicht mehr sehen, sosern es sich nicht um einzelne, wirklich kostbare Stücke handelt. Mit den Nippes fallen auch die Nippesbretter. Man braucht sie nicht wegzuwerfen, denn ein geschickter Tischler kann einem vielleicht andere Gegenstände daraus fertigen, die wir brauchen können. Von den Wänden sind die überflüssigen Bilder zu be. seitigen. Wenn man natürlich Originale hat, dürsen die Wände schon aussehen wie ein Museum, aber bei Nichtoriginalen in das durchaus vervönt! Lieber soll man die Bilder in eine Kiste legen und dann ab und zu wechseln. Dadurch bringt man immer wieder etwas Veränderung Unser Heim darf nicht veralken. in seine Zimmer und freut sich seiner Besitztümer ganz anders, als wenn ein Uebermaß einem die Freude an ihnen verleidet. Bilder sind nicht dazu da, schadhaft gewordene Tapeten zu verdecken, das den Sau. Liir die g i. obung. nicht würde Das leidige Weihnachtsgeschenk. Da haben wir es also glücklich wieder, das leidige Weihnachtsgeschenk! In allen Witzblättern wird es immer wieder verhöhnt, daß die Frauen nach Weihnachten ihre Geschenke umtauschen. Diesem Instande sollte endlich ein Ende bereitet werden. Dazu gehört aber die Einsicht der Schenkenden. Män soll eben nicht gedankenlos schen ken, sonst löst man gerade das Gegenteil aus von dem. was man möchte. Bei Ihnen ist das nun so ein typischer Fall hierfür. Sie wollen nun wissen, wie Sie sich verhalten sollen. Das ist eine Frage des Takts. Mir scheint daß Ihre Freundin eine robustere Veranlagung hat wie sie selbst und daher glande ich auch, daß sie eine robustere Belehrung verträgt Sagen Sie ihr also in Gottes Namen, daß ihr Geschenk doch garnicht in Ihren Raum vasse, vielleicht hat sie selber(die Freundin) irgend eine andere Verwendung dafür, und sie könnte Ihnen dann nachträglich noch das gewünschte Bettfäckchen verfertigen. Das würde eine ganze gesunde Lektion sein. Wahrscheinlich paßt sie dann im nächsten Jahre besser auf. Daß darüber eine langjährige Freundschaft in akönnte, alaube ie die Brüche gehen nicht, denn dann wäre es la keine echte Freundschaft gewesen. wenn sie um einer solchen Kleinigkeit wegen zerbrechen würde. Aber wie gesagt, es gehört Takt dazu, um nicht allzusehr zu verletzen. Die Verlobung unter dem Weihnachtsbaum. Sie fragen, liebes Kind, was Sie kun sollen Garnichtsl Wenigstens einstweilen nichts ban dern SonSie sollen erst kennen lernen und dann urtä teilen. Es wird nämlich so oft durch dummes Gerede was zerstört, was wirklich nicht nötig wäre. Dieser taktlose Freund, denn taktlos war seine Bemerkung auf alle Fälle, kann ja aus einem Neidgefühl heraus die Bemerkung getan haben, weil der andere nun„die Braut heimführt". Auf alle Fälle nichts überstürzen. Verlobungszeit ist Prüfungszeit. Wägen und prüfen Sie ernstlich. Wenn Sie dann feststellen müssen, daß die Liebe Ihres Verlobten nicht echt ist, dann ist immer noch Zeit zur Aufhebung der Verlobung. Anf die Dauer kann ein Mensch nämlich nicht Liebe heucheln, wo er keine empfindet. Sie würden also schon recht bald dahinter kommen, woran Sie And. Nur nicht voreilig handeln. Es ist auch immerhin möglich, daß ein Mann, ohne die geschäftlichen Interessen ganz beiseite zu schieben, ein Mädchen lieben kann. Warum sollte dies nicht auch bei Ihrem Verlobten zntreffen! Er hat vielleicht wirklich einmal dem Bekannten gegenüber geäußert, daß eine Verbindung mit Ihnen ihm geschäftliche Vorteile bringen könnte, das schließt aber nicht us, daß er Ihnen anßerdem ehrlich zugetan IR. Sie schreiben selbst, daß Sie ihn lieben. Liebe sieht scharf. Sie werden daher bald herausspüren, wie es um das Hers Ihres Verlobten bestellt ist. Nur Mut und Geduld. * Armes Kind, sobald schon mußte man den Keim des Mißtrauens in Ihr vertrauendes Hersenken. Und dieser Keim wird wuchern und alle auten Herzenstöne ersticken. Dieser vermeintliche „Freund" Ihres Verlobten ist ein verächtliches Zubjekt, der eine schwere Sünde auf sein Gewisen geladen hat. Wie leicht ist Mißtrauen gesät, und wie schwer wieder ausgerottet. Es gelingt oft ein ganzes Leben lang nicht, diesen Giftstachel ganz unschädlich zu machen, immer bleibt ein Restchen zurück. Man muß aanz gerecht gegen den andern(in Ihrem Falle gegen Ihren Verlobten) und ganz strena gegen sich selbst sein. Wenn Ihr Verlobter Ihnen noch nicht den kleinsten Anlaß dazu gegeben, daß Sie annehmen könnten, seine Liebe sei nicht echt, dann haben Sie auch kein Recht, an dieser Liebe zu zweifeln. Und streng müssen Sie mit sich selbst zu Gericht gehen, ob es nicht doch vielleicht nur gekränkte Eitelkeit oder verletztes Selbstgefühl ist was Sie so„unglücklich“ sein läßt. Vergessen Sie die häßlichen Worte des häßlichen Freundes der ja gar kein Freund ist. sondern ein elender Neidling und tun Sie so. als begänne Ihre Verlobungszeit von neuem. und dann prüfen Sie, aber seien Sie nicht mißranisch, dann wird auch dieser Gifttropfen aus Ihrem Glücksbecher verschwinden. muß man sich als Leitwort merken! Die Tapete macht natürlich viel für den Gesamteindruck einer Wohnung. Am allerpraktischsten sind ungemusterte Tapeten, die nur in der Farbe zu der Einrichtung harmonisch passen müssen. Wenn man in der modernen Küche längst dazu übergegangen ist, alle Geräte in den Schränken unterzubringen, so daß nichts Unnötiges her. umsteht, so soll man ebenso in den Zimmern verfahren. Schränke, Kommoden, Regale, Truhen sind dazu da, die Gegenstände aufzunehmen, deren wir zu bedürfen meinen, aber sie sollen nicht als Staubsänger herumstehen. Nur auf diese Weise kommen wir zu einer Schlichtheit des Eindrucks, die uns wünschenswert erscheint. Wenn Fenstervorhänge neu angeschafft werden, so hat man in den heute beliebten, schön gemusterten Voiles eine Möglichkeit, sich dem modernen Geschmack anzupassen, und ein modern bekleidetes Fenster macht schon sehr viel aus, besonders wenn man geschickt genug ist, bei dem Ar. rangement der Ueberhanggardinen den Eindruck von breiten, niedrigen Fenstern zu erwecken. D. h. also, daß der obere Behang so tief wie nur rgend möglich anzubringen ist, während die Seitenstreifen sehr breit sein müssen, so daß man hinter ihnen seitlich gewissermaßen noch eine Fensterscheibe vermuten kann. Breite Fensterbänke kann man, wenn sie nicht vorhanden sind, vom Tischler leicht anfertigen lassen. Noch praktischer ist es, wenn man den so geschaffenen Raum unter dem Fenster gleich als Regal ausnutzt. Man kann hier entweder Bücher oder, wenn man sie mit einem Vorhang verschließt, alle möglichen „weggeräumten" Gegenstände aufstellen, zum Beispiel Vasen, die man dann leicht zur Hand hat, oder auch Spielsachen der Kinder, Flick- und Nähkörbchen und dergleichen. Hat man die einst modernen„Umbau"Sofas, so soll man den Umbau entfernen und die Seitenschränkchen auf andere Weise benutzen. Das Allergemütlichste in den neuen Einrichtungen sind die niedrigen Tische. Man soll immer ein paar von ihnen in der Wohnung haben, da sie den ganzen Charakter der Zimmer verändern. In jedem Jahre einmal soll man eine gründliche Revision der Wohnung vornehmen, denn es ist unglaublich, wieviel unnützer, entbehrlicher Kram sich im Lauf eines Jahres ansammelt. Man kann ihn entweder wegschenken oder auf irgend eine Weise benutzten, denn wenn etwas auch im Eß. oder Wohnzimmer nicht mehr gut aussieht, so ist es doch vielleicht als Dielen- oder Kücheneinrichtungsgegenstand noch ganz gut zu brauchen. Natürlich können wir nicht alle Wandlungen der Mode in unserer Wohnung mitmachen, das wollen wir auch gar nicht, aber wir müssen doch dahin kommen, daß man unsern Zimmern nicht schon von weitem ansieht, daß sie„noch aus dem vorigen Jahrhundert" stammen, denn das ist doch schon bedenklich lange her, und wenn wir im Daseinskampf bestehen wollen,— und dazu sind wir wohl alle genötigt— so dürfen wir uns nicht den Luxus leisten, durch unsere Umgebung zu veralten! Modernisierung der Wohnung ist ein wichtiges Gebot für jeden, der selber noch mitzählen will oder... muß! Das Glückslleid 1933. Die Pariser sind auf einen ausgezeichneten Gedanken versallen: sie spannen die Eitelkeit ihrer Frauen in den Dienst der Wohltätigkeit. Auch in Paris gibt es, wie man weiß. Arbeitslose, wenn auch nicht gerade so viel, wie etwa in Berlin. Auch in Paris herrscht großes Elend, und die Milliarden Gold, die sich in den unterirdischen Kellern der Nationalbank befinden, ändern nichts an der Tatsache, daß Hundertlausende von Franzosen hungern, weil sie keine Arbeit finden können und die Unterstützung auch in Frankreich recht knapp ist. Nun hat das französische Rote Krenz sich ein Mittel ausgedacht, die Wirtschaft etwas anzukurbeln und wenigstens einem Teil der Bevölkerung Arbeit und Verdienst zu beschaffen. Er hat in Paris eine Ausstellung besonders schöner französischer— Kleiderstoffe veranstaltet und versucht nun, im Zusammenhang mit der Haute Couture„das glückbringende Kleid des Jahres 1988“ populär zu machen. Denn, sagen die Propagandisten dieser Idee: man hat in diesen Krisenzeiten sich vernachlässigt, man zieht sich schlecht an, und das haben die Leute, denen es noch gut geht, durchaus nicht nötig. Unsere Frauen müssen wieder schöne Kleider tragen, schon damit wieder einiger Optimismus in die Bevölkerung kommt. Und darum ist das„glückbringende Kleid von 1988“ ein sehr schönes Abendkleid. ein VorkrisenAbendkleid sozusagen. Und der Vertrieb geht etwa folgendermaßen vonstatten: Eine Dame wünscht das„glückbringende Kleid" zu erwerben— welche Dame wollte das nicht! Sie setzt sich mit dem Roten Kreuz in Verbindung. Dieses verständigt das Modenhaus, und das„glückbringende Kleid" wird in kürzester Frist angefertigt. Und zu einem verhältnismäßig niedrigen Preis noch dazu. Der Ueberschuß aber, den die Firma erzielt, wird vom Roten Kreuz einkassiert und kommt der Wohlfahrt zu gute. Damit ist erreicht: das Modenhaus verdient, wenn auch nicht im Uebermaß. Die Schneiderinnen verdienen, und anßerdem geht auch noch ein kleiner Betrag an die Kassen der Wohlfahrtopflege ab. In den Berliner Restaurants wird angenblicklich eine Art freiwilliger Vergnügungssteuer erhoben— 1- 20 Pfennige bei jeder ausgestellten Rechnung. Die, die sich noch eine Mahlzeit leisten können, zahlen also ein paar Pfennige, die den Hungernden zugute kommen. Das ist gewiß ein guter Gedanke— vielleicht ist er erweiterungsfähig nach der Richtung hin, die uns die Pariser zeigen! Muß ein Tippfräulein Liebesbriefe schreiben? ist überhaupt juristisch ein Liebesbrief?-- Drei Weltstädte in Aufregung. Juristen an die Die Sache sah anfangs ganz harmlos aus. Das Landesarbeitsgericht Berlin hatte in zweiter Instanz rechtskräftig entschieden, daß eine Stenotypistin im Büro auch Liebesbriefe für den brotgebenden Herrn Chef schreiben müsse. Das Landesarbeitsgericht hatte nur die eine Einschränkung gemacht: es müsse sich bei diesen Liebesbriefen um ernst gemelnte Liebesbriese handeln, nicht etwa um solche, die nur aus Schikane biktiert werden. Mit diesem Urteil schien der Fall, der die Gerichte zweier Instanzen beschäftigt hatte— das Arbeitsgericht Berlin hatte in erster Instanz gesagt, eine kaufmännische Angestellte brauche keine Liebesbriefe zu schreiben, sie könne eine berartige Arbeit verweigern, ohne daß der Chef sie deswegen fristlos entlassen könne— endgültig erledigt. Doch jetzt kam es zu internationalen Verwicklungen. Aufregung in Paris. Als das Urteil in Paris bekannt wurde. traten die Berufsverbände der Pariser Stenotypistinnen zu erregten Protestversammlungen zusammen. Sie erklärten das Urteil des Berliner Arbeitsgerichte für falsch und nahmen einstimmig eine Entschließung an, wonach die französischen Stenotypistinnen es unter allen Umständen ablehnen müßten, Liebesbriefe für den Chef zu schreiben. Nach Bekanntwerden dieser Entscheidung griffen die franösischen Rechtsgelehrten ein und erklärten, die Stellungnahme der französischen Stenotypistinner sei unhaltbar. Das Berliner Urteil sei richtig, allerdings „die briefe, die der dürfe durch den Inhalt der Liebesver Chef der Stenotupistin diktiere, nicht deren Schamgefühl verletzt werden.— Damit war der Fall auch für Paris erledigt. Wiener Lyriker mischen sich ein. Jetzt aber griff Wien ein. In Wien sitzen ein aar unbeschäftigte Lyriker. Die warfen jetzt die rage auf, ob denn das überhaupt noch ein Lieesbrief sei, den ein Mann seiner Stenotypistin ins Stenogrammheft diktiert, der dann mit der Schreibmaschine übertragen und dessen Durchschlag in der Registratur gesammelt werde.(„Fräulein Schmitt, wenn Sie die Kopie ablegen, passen Sie aber bitte auf! Das geht nicht mehr so mit Ihnen weiter! Gestern haben Sie den Brief an Kitty zwischen die Briefe an Cilly abgelegt. Da können leicht Verwechslungen entstehen. Ich werde Sie entlassen müssen!") Und setzt wird der Fall wohl wieder nach Berlin zurückkommen. Nicht, daß eine Aufhebungsklage gegen das Urteil des Landesarbeitsgerichts schwebt, wohl aber werden sich die Juristen einmal grundsätzlich mit der Frage beschäftigen müssen, was eigentlich ein Liebesbrief im Sinne des echts ist. Wir haben juristische Kommentare zum Bürgerlichen Gesetzbuch, zum Handelsgesetzbuch, zum Arbeitsgerichtsgesetz, zum Recht des Handwerks, zum Mietrecht und zu allen anderen Dingen, die das öffentliche Leben bewegen. Aber was eigentlich im Sinne der Justiz ein Liebesbrief ist. das weiß man nicht. Darum: Inristen an die Front! Der neue Panzerkreuzer„Deutschland“ auf seiner ersten Probefahrt in der Kieler Bucht. Die Fahrt galt in erster Linie der Feststellung, ov das Schiff den Bedingungen hinsichtlich der Maschinenleistung entspricht. Die Probefahrt verlief in jeder Hinsicht zufriedenstellend. Der starke Frost der letzten Tage hat die deutschen Seen zum Teil mit einer festen, tragfähigen Eisdecke überzogen. Für die Angler ist dies eine willkommene Gelegenheit, dick vermummt vor Eislöchern ihr Glück zu versuchen. Otto von Habsburg in Berlin. Die Jananer an der Großen Mauer Japanischer Panzerzug vor einer Durchfahrt durch die Große Mauer. Eine vielumstrittene Ausstellung. Noske wird pensioniert? Der Oberpräsident der Provinz Hannvoer, Gustav Noske, der im Oktober d. J. wegen Erreichung der Altersgrenze in den Ruhestand treten müßte, soll bereits jetzt von der kommissarischen preußischen Regierung pensioniert werden. Noske ist der letzte Oberpräsident, der der Sozialdemokratischen Partei angehört. Fräulein Presseches. Die erste Aufnahme von dem zur Zeit in der Reichshauptstadt weilenden ältesten Sohn der Kaiserin Zita, Otto von Habsburg. Der Prinz bereitet sich auf das Doktoreramen vor, das er an der Berliner Universität ablegen wird. Zwei Lehrlinge erschossen. Im Hause eines Mechanikermeisters in Halle wurden Donnerstag nachmittag zwei Lehrlinge mit Kopfschüssen aufgefunden, der eine im Keller, der andere im Hausflur. Beide sind im Laufe des Abends gestorben. Der eine der jungen Leute hatte vor längerer Zeit Selbstmordabsichten geäußert, der andere scheint versucht zu haben, ihn im Keller an der Ausführung dieser Absicht zu hindern. Die Belgrader Erdbebenwarte verzeichnete am Donnerstag ein starkes Beben. dessen Zentrum 115 Kilometer südwestlich von Belarad liegt. Blick in die heute in der Akademie der Künste zu Berlin eröffnete Belgische Kunst=Ausstellung. Zum neuen Pressechef der griechischen Gesandtschaft in Berlin wurde Frl. Mitza Perrott ernannt. Eine schöne Bescherung. Coolidges Beisetzung. Dieses eigenartige Auto=Unglück ereignete sich in Solothurn. Ein Kraftwagen raste in das Schau fenster eines Zigarettengeschäftes hinein und blieb auf dem Ladentisch liegen. Wunderbarerweisc kamen sowohl der Wagenlenker als auch der Ladeninhaber mit dem Schrecken davon. In Nordhampthon in Massachusetts fand im Beisein des Präsidenten Hoover und unter großer Anteilnahme der amerikanischen Bevölkerung die Beisetzung des verstorbenen amerikanischen Präsidenten Coolidge statt. Frankreichs Großverdiener. 25 bis 80 Prozent! Die Dividenden der französischen Rüstungsindustrie. Wir wissen aus dem Lebenslanf des Sir Basil Zacharoff und manches anderen großen Waffenfahrikanten, welche Macht Menschen dieser Syhäre über die Völker gewinnen können. Die Macht liegt durchaus nicht nur auf wirtschaftlichem Gebiet. Nein! Sie reicht viel weiter Sie erstreckt sich auf alle Gebiete des öffentlichen Lebens der Nationen, ja, die Kanonengewaltigen haben in der Vergangenheit sehr oft über Krieg und Frieden entschieden. Die Agenten und Direktoren der Kanonenindustrie wissen sich sehr geschickt zu tarnen. Sie treten in allen möglichen Masken auf. Soweit braucht man allerdings nicht zu gehen, daß man behauptet, sie würden bewußt Kriege heraufbeschwören, um ihren Bedarf zu steigern. Daran liegt ihnen nichts, denn Staaten, die Krieg führen, pflegen in der Regel die Rechnungen nicht zu bezahlen. Vielmehr„genügt“ es ihnen, das Mißtrauen zwischen den Völkern nicht einschlafen zu lassen, es stets von neuem zu wecken. Die Züchtung der Angst, daß der eine oder der andere Staat einen dritten überfallen wollen, das ist ihr Werk. Was tut ein solcher Staat? Er rüstet. Er bestellt Kanonen, Maschinengewehre, Gewehre, Minenwerfer, Flammenwerser, Tanks, Kriegsflugzeuge, kurz, er bestellt Dinge, die ihm nur die Rüstungsindustrie zu liefern vermag. Es aibt so feine Zusammenhänge. Aus der jüngsten Vergangenheit ist ein noch nicht einmal besonders krasser Fall bekannt geworden. Die Absatztechniker eines großen Nüstungskonzerns hatten festgestellt, däß von der Regierung eines Landes nicht die erwartete Zahl von Tanks bestellt wurden. Daraufhin wurde die politische Oeffentlichkeit des„faulen" Kunden mit sensationellen Meldungen über die grandiose Versorgung des Nachbarvolkes mit diesem Kampfmittel bombardiert. Die Erregung des sich bedroht fühlenden Volkes wuchs, es verlangte von seiner Regierung sofortige Maßnahmen zur Wiederherstellung der staatlichen Sicherheit. Bei dem Rüstungskonzern wurde die„richtige" Anzahl Tanks bestellt... Es ist ein heikles Kapitel, das hier angeschnitten wurde. In Genf kann man ein Lied davon singen. Wenn die Abrüstungskonferenz bis zur Stunde diesen lächerlichen Verlauf genommen hat, dann nicht zuletzt auch deshalb, weil auf jeden rüstungsfeindlichen Diplomaten zehn Rüstungsagenten entsielen, die über unerschöpfliche finanzielle Mittel zu verfügen scheinen. Woher kommen diese Gelder? Dies zu wissen, ist gerade für Deutschland eine unumgängliche Notwendigkeit, weil sich aus der Beantwortung der Frage ergibt, wie hilflos wir eigentlich auf diesem Gebiete sind. Europas Rüstung versorgen heute die Schneider-Creuzot=Werke, die Hotchkiß=Werke und die Skoda=Werke. Diese riesigen Fabrikationsstätten zur Herstellung von Kriegswerkzeugen besinden sich restlos in französischen Händen. Frankreich ist nach dem Kriege der Waffenlieserant der Welt geworden. Sie betreiben das Geschäft ganz im Großen und auch das Wort„verdienen" wird in Le Creuzot nur groß geschrieben. Es liegt dieser Industrie durchaus nichts an Publizität. Ihre Geschäftsberichte gehen auf einen Quartbogen. Die Höhe ihrer Dividenden wird am liebsten nicht genannt. Jetzt werden ein paar Zeilen über den finanziellen Stand der französischen Rüstungsindustrie bekannt. Die Reserven betragen durchschnittlich über 800 Prozent des gesamten Aktienkapitals. Schneider zahlte in den Jahren nach dem Kriege und auch setzt rund 25 Prozent Divldende; noch größer ist die Dividendenzahl bei Hotchkih. Die Angaben für die letzten zehn Jahre schwanken zwischen 60, 73. 80 Prozent. In dem genannten Zeitraum wurden allein viermal—— 90 Prozen! Dividende ausgeschüttet. Ist das nicht ein Geschäft! Hier mag die beutsche Oefsentlichkeit sehen, welche wahren Beweggründe Frankreich hatte, Deutschland im Versailler Diktat den Weiterbetrieb seiner Rüstungswerkstätten zu verbieten. Es war krasser Geschäftsneid. So lange in Frankreich Waffen hergestellt werden dürfen, muß die Forderung von unserer Seite erhoben werden: Die Waffenbestimmungen von Versailles müssen fallen. Man kann dem„gleichberechtigten" Deutschland nicht verwehren, was man Frankreich gestattet. Dingeldey für halbaukoritären Kurs. Düsseldorf. Bel einer von der Deutschen partel veranstalteten Reichsgründungsseler sprach der Partelführer Dingeldev. Er ging von der Reichsgründung durch Bismarck aus und beschäftigte sich dann mit der Versassung von Weimar, die er als reformbedüsstia bezeichnete. Zur nationalsozialistischen Bewegung übergehend, erklärte er, daß, nachdem Hiller einmal den richtigen Zeitpunkt zur Machtergreisung vervaßt habe, man befürchten müsse, daß dies in den nächsten Tagen wiederum der Fall sein würde, da Hitler nicht Herr über seine Entscheidungen sei. Der Redner verlangte antoritäre Staatssühruna mit parlamentarischer Kontrolle, wobel auch der Gedanke einer Zweiten Kammer zu erwägen sel. Folgen des Bukterbeimischungszwangs. Entlassungen in der Garburger Oelindustrie. Harburg=Wilhelmsburg. Die Industrie= und Handelslammer hat an den Reichskanzler folgendes Telegramm gerichtet: Infolge Ermächtigungsgesetz für Bei, mischung von Butter zur Margarine, ist durch die hierdurch entstandene große Bennruhlgung in der Margarineindustrie eine plötzliche starke Absatzstockung auf allen bis jetzt gutbeschäftigten Harburg=Wilhelmsburger Pflanzenölfabriken eingetreten. Die ersten Arbeiterentlassungen sind dieserhalb heute vorgenommen. Erbitten erneut Zurückweisung des Ermächti. gungsgesetzes. Nach zweifähriger Pause wird die größte Berufsorganisation der preußischen Lehrerschaft, der Preußische Lehrerverein, in den Österferlen am 11. und 12. April in Schneibemühl eine Vertretertagung abhalten. Die Zenkralasten-Expedition. Sven hedin wieder in ist der Kartograph Dr. Ambolt? Wüstengebiete zwei Dr. Sven Hedin befindet sich zur Zeit auf dem Wege nach Peking, um die Leitung der großen Zentralasien-Expedition wieder selbst zu übernehmen. Zur Ankunft Dr. Hedins werden sich die Leiter der verschiedenen Teilexpeditionen Dr. Hoerner, Dr. Bohlin und Dr. Brexel nach Peking begeben, um mit dem schwedischen Forscher die Durchführung der weiteren Arbeiten zu besprechen. Von Dr. Nils Ambolt, dem Astronomen und Kartographen der Expedition, fehlt seit längerer Zeit jede Nachricht. Er wollte versuchen, von Termilik aus die südlich des berühmten Sees Lopner gelegenen zentralasiatischen Wüstengebiete zu durchqueren. ... Auf dem Marsche durch chinesische Monate überfällig. Nach Sven Hedins Berechnungen sollte Dr. Ambolt etwa Ende November in Peking eintreffen. Er ist also jetzt zwei Monate überfällig. Von Dr. Norin, einem geologischen Mitgliede der Zentral=Asien=Expedition Dr. Sven Hedins, traf soeben ein Telegramm aus Kaschmit ein. Es ist Dr. Norin nach mehrmonatigem schwierigem Marsche gelungen, das Künlun=Gebirge und den Karakorum zu durch.ueren und ein großes, bisher noch nicht durchforschtes Gebiet kartographisch aufzunehmen. Dr. Norin kann die aufsehenerregende Mitteilung machen, daß seine Karte, zusammen mit dem früher von Dr. Sven Hebin und dem in den letzten Monaten von Dr. Ambolt aufgenommenen ein geschlossenes Kartenbild des Kün lun= und des Karakorum=Gebirges gibt. Ein freudiges Zusammentreffen in Mesina. Kreuzer„Köln" und Kölner Großzirkus treffen sich in Messina. Anläßlich des Besuches unseres Kreuzers „Köln" in Messina gab es dort ein freudiges Zusammentreffen zwischen der Besatzung des deutschen Kriegsschiffes und dem in Köln(Rheinkand) beheimateten deutschen Riesen=Zirkus Gleich, der sich im Augenblick nach einer wahren Triumphfahrt durch Italien anschickt, nach Nordafrika überzusetzen. Unsere blauen Jungens waren aufs höchste überrascht, als sie dicht am Anlegeplatz über der luftigen Zeltstadt des riesigen Zirkusunternehmens die deutschen Farben im Winde flattern sahen. Das gab natürlich lauten Jubel, und der freundlichen Einladung der„Köln“ wurde an zwei aufeinanderfolgenden Abenden gern Folge geleistet. Mit klingendem Spiel rückten die deutschen Seeleute in geschlossener Marschkolonne an, während eine vieltausendköpfige Menge ihnen das Geleit gab. Vor Beginn der Vorstellung konzertierte dann die Bordkapelle abwechselnd mit den Zirkuskapellen. Der Kommandant der„Köln", Fregattenkapitän Schniewind, dankte Direktor Gleich und gab seiner Freude Ausdruck, fern von der Heimat einen so wundervoll organisierten Bringer deutscher Kultur wie den Zirkus Gleich angetroffen zu haben. Am nächsten Tage war die Direktion des Zirkus anläßlich eines großen Bordsestes zu Gast auf der„Köln". Direktor Gleich überreichte bei dieser Gelegenheit dem Kommandanten einen jungen Löwen. Der kleine Wüstenkönig wurde alsbald auf den Namen „Gleich" getauft und der jüngste Leutnant der „Köln" zum„Löwenvater" ernannt.——— Sllarelprozeß Nr. 3. Anklage gegen Stadtbankdirektor Schroeder. Berlin, Nach dem Disziplinarverfahren gegen den Berliner Oberbürgermeister Boeß und den Verfahren gegen die Sklareks selbst wird jetzt ein dritter Prozeß in Sachen Sklarek steigen. Die Staatsanwaltschaft I in Berlin hat gegen den seit etwa einem Jahre suspendierten Abteilungsdirektor der Stadtbank, Karl Schroeder, Anklage wegen schwerer passiver Bestechung im Amte erhoben. Schroeder wird zur Last gelegt, in den Jahren 1926 bis 1929 als Leiter der Kreditkontrollabteilung der Stadtbank seine Amtspflicht zur Kontrolle der Sicherheiten, die die Berliner Stadtbank sich von der Firma Kleidervertriebsgesellschaft Gebr. Sklarek für die ihr gewährten Kredite geben ließ, verletzt und im Zusammenhang damit von den Sklareks Zuwendungen in Gestalt von„Rennwettgewinnen" angenommen zu haben. Aufregende Ueberwältigung einer Verbrecherbande. Der Freiburger Kriminalpolizel war zugeblasen worden, daß eine Verbrecherbande einen Raubüberfall auf ein Großgeschäft zu der Stunde verüben wollte, in der die Tageskassen der Filialen in die Zentrale gebracht werden. Zur angesetzten Zeit erschienen auch zwei Männer in dem Geschäft und verlangten den Geschäftsführer zu sprechen. Einer von ihnen, der Haupträdelsführer, wurde vorgelassen: er betrat mit erhobenem Revolver den Raum und verlangte die Herausgabe der Gelder. In diesem Augenblick traten drei Kriminalbeamte vor und überwältigten ihn nach kurzem Kampfe. Seine drei Komplicen, der eine Begleiter im Laden und zwei andere, die vor dem Geschäft den Rückzug sichern sollten, wurden gleichzeitig von anderen Poltzeibeamten, die unauffällig in der Straße Aufstellung genommen hatten, umringt. Zwei konnten festgenommen werden, dem dritten gelang es, zu entkommen. Er wurde aber am anderen Morgen verhaftet. Es handelt sich um Berufsverbrecher; zwei von ihnen wurden von auswärtigen Strafbehörden steckbrieflich gesucht. Kurze unpolitische Meldungen. In der amerikanischen Presse laufen Gerüchte um, daß die Pläne des neuen Panzerschilles„Deutschland" gestohlen worden selen. Diese Gerüchte werden von zuständiger Stelle als absoluter Unsinn bezeichnet. Der Berliner Korrespondent der französischen Finanz= und Börsennachrichten=Agentur, Bruno Weißz, und der Ingenieur Mandel wurden wegen Devisenschlebuna in Haft genom. men. Der Bankangestellte Jürgensen aus Flensburg, der nach Unterschlagung eines großen Geldbetrages flüchtig war, ist in Berlin fesigenommen worden. Bei einer Firma in Kanth(Niederschlesien) wurde Nachts ein Geldschrankeinbruch versucht. Einige Feuerwehrleute stellten auf dem Hof der Firma einen der Einbrecher. Dieser schoß sofort auf einen Feuerwehrmann und verletzte ihn so schwer, daß er am Freitag starb Die Täter konnten noch nicht ergriffen werden. Der Musiker Stephan Zeltner der ben früheren Landeshauptmann des Burgenlandes Anton Schreiner durch Revolverschüsse getötet hat, wurde wegen Totschlages zu vier Jahren schweren Kerkers verurteilt. Zeltner hatte die Tat begangen, weil sein Bruder von dem Landeshauptmann entlassen worden war. 3000 Angestellte der Vondoner Auto. busgesellschaft sind gestern erneut in einen wilden Streik getreten wegen der RationaliEinem amerikanischen Frachtschiff, oat Rettung der Mannschaft des hawarle englischen Handelsdampfers„C Exeter" herbeigeellt war, gelang es, 22 sierungsmaßnahmen, die erst vor kurzem zu einem Streik des Personals geführt hatten. Der Präsident der französischen Republik, Lebrun, hat auf 10 Prozent seiner Bezüge verzichtet. Auch die Bezüge der Unterstaatssekretäre werden um 10 Proz. gekürzt werden. Einem amerikanischen Frachtschiff, das zur hawarlerten ty o elang es, 22 Mann der Besatzung zu retten. Vier Mann sind ums Leben gekommen. Das von der Besatzung verlassene Schiff-ist gesunken. An Vord des indochinesischen(französischen) Dampfers„Generalgouverneur Paul Doumer", ist während der Fahrt von Saigon nach Singapore Feuer ausgebrochen. Ein Teil der Ladung wurde zerstört, das Feuer konnte sedoch gelöscht werden. Der Kapitän des Eisbrechers„Lenin" mel. det, er hoffe in den nächsten zwei Tagen, die bei Grönland gescheiterte„Malygin" zu beben und zum Abtransport nach Murmansk ins Schlepptau zu nehmen. Die Filiale der Singer=Nähmaschinen=Gesellschaft in Tokio wurde gestern, als das ausländische Personal sich zum Mittagessen begeben hatte, von etwa 200 sapanischen Agenten der Firma werwüstet, die mit ihren Vertragsbedingungen unzufrieden waren. 6A. Führer in Düsseldorf erschossen. Als am Freitag abend in Düsseldorf eine Abteilung der nationalsozialistischen SA. aus einer Versammlung sich auf dem Heimmarsch befand, wurde sie aus einem kommunistischen Verkehrslokal beschossen. Dabei fielen ungefähr 15 bis 20 Schüsse. Der Führer der Abteilung, Wilhelm Wetekamp. wurde tödlich getroffen. Der Fernost-Konslikt. Noch keine Entscheidung in Genf. Der 19er=Ausschuß der außerordentlichen Völkerbundsversammlung trat gestern nachmittag nochmals zusammen, um erneut zu dem Schlichtungsverfahren im chinesisch-japanischen Konflikt Stellung zu nehmen. Ein entgültiges Ergebnis wurde nicht erzielt, vielmehr soll ein letzter loyaler Versuch gemacht werden, die letzten Möglichkeiten zur Regelung des Streites nach den Vorschriften des Artikels 15 Absatz 3 des Völkerbundspaktes zu erschöpfen. Monarchentreffen am Balkan. Bukarest. Der König und die Königin von Jugoslawien werden am Montaa in Sinaja zum Besuche König Carols eintreffen. Die wichtigsten Ressortminister, vor allem der Ministerpräsident und der Außenminister, werden sich nach Sinata zur Begrüßung der königlichen Gäste begeben. In unterrichteten Kreisen wird angenommen, daß zwischen den beiden Monarchen weitgehende Aussprachen über die gemeinsame Politik der beiden Staaten innerhalb der Kleinen Entente, in Südosteuropa und in Mitteleuropa stattkinden werden: Ein Kreuger=Direktor freigesprochen. Das Amtsgericht Stockholm sprach den Kreuger=Direktor Karl Lange frei, der wegen Buchungstransaktionen im Konkurs der NV. Financieele Mtsch. Garanta angeklagt worden war. Das Gericht stellte fest, man habe nicht beweisen können, daß Lange beabsichtigt habe, den Gläubigern wirtschaftlichen Schaden zuzufügen; auch sei nicht bewiesen, daß gewisse Transaktionen tatsächlich vorgenommen worden sind. Explosion einer Lokomobile. Sechs Arbeiter getötet. Unweit Kandawa in Kurland explodierte eine Lokomobile eines Sägewerks; sechs Arbeiter wurden getötet, drei lebensgefährlich verletzt. Dynamit-Explosion in Mexiko. 33 Tote. Ein schweres Explosionsunglück hat sich in der Stadt Morelia im Staate Michoacan ereignet. Aus bisher unbekannter Ursache sind 60 mit Dynamit gefüllte Kisten in die Luft geslogen. 88 Personen kamen dabei ums Leben. Kleine Svortnachrichten. In einer Vorstandssitzung beschloß der PolizeiSV. Münster, dessen Dandballmannschaft weit über die Grenzen Westfalens bekannt ist, aus dem WSV. auszutreten und sich der Deutschen Turnerschaft anzuschließen Jetzt hat der Olymplasieger Birger Rund (Norwegen) seine Meldung zu den Deutschen Ski meisterschaften 1983, die vom 17. bis 20. Februar in Freudenstadt=Baiersbronn ausgetragen werden, abgegeben. Ein Brief des Deutschen Ski=Verbandes ist in Oslo beim norwegischen Skl=Verband eingetrofsen mit dem Bescheid, daß Deutschland in diesem Jahre anläßlich der 50. Holmenkol=Rennen evenfalls mit einer besonderen Ski=Mannschaft vertreten sein werde. Für den 5. Februar ist nach Budapest ein Kunstturn=Länderkampf zwischen Finnland und Ungarn vereinbart worden an dem sich die beiderseitigen Olymplateilnehmer beteiligen werden. Aus dem Essen. — Wegen Münzverbrechens vor der Strafkammer. Vor einiger Zeit wurden in Essen mehrsach saliche Fünfmarkstücke aus dem Verkehr gezogen, ohne daß es gelang. Hersteller und Verbreiter zu ermitteln. Ein Bäckermeister aus dem Stadtteil Vorbeck, der kurz hintereinander zweimal mit den Falsifikaten hineingelegt worden war, war durch den Schaden vorsichtig geworden. Als ihm dann wieder einmal ein verdächtiges Fünfmarkstück in Zahlung gegeben wurde, benachrichtigte er unter dem Vorwand, das Geld erst wechseln zu müssen, die Polizel. Inzwischen wurde die Fran, die Brot einkaufen wollte, stutzlg, ließ Geld und Brot im Stich und verschwand Frau P., die die drei falsche Fünfmarkstücke nach und nach in Zahlung gegeben hatte, hatte sich jetzt vor der Großen Strafkammer beim Essener Landgericht wegen Münzverbrechens zu verantworten. Vergeblich waren die Rettungsversuche des Staatsanwalts, der von Amnestie sprach, um die Frau zu einem Geständnis zu bewegen und vielleicht so die geheime Münze und ihre Besitzer zu ermitteln. Die Angeklagte erzählte von ihrem grotzen Glück, daß das Geld auf der Straße gelegen und sie keine Ahnung bavon gehabt hätte, daß es sich am selbstgemachtes Geld handele. Vor der Polizei hatte sie bei ihrer Festnahme widersprechende Angaben über die Herkunft der drei Fünfmarkstücke gemacht. Mal wollte sie das Geld im Vorbecker Schloßwark unter einer Bank gesunden, ein andermal auf dem Wochenmarkt von einem Händler erhalten haben. Die Feststellungen ergaben jedoch, daß der namhaft gemachte Händler den Wochenmarkt überhaupt nicht besucht.— Der Staatsanwalt beantragte unter Zubilligung mildernder Umstände eine Gefängnisstrafe von vier Monaten und bat, die Bewilligung der Amnestie später einer Prüfung zu unterziehen, da die Frau offenbar aus großer wirtschaftlicher Not gehandelt habe Die Strafkammer kam zur Einstellung des Verfahrens auf Kosten der Staatskasse, da die Amnestie Anwendung finden könne. Die Frau habe in droßer wirtschaftlicher Not gehandelt. Das monatliche Einkommen betrage rund 80 RM. davon müsse die Angeklagte vier kleine Kinder und einen gelähmten Mann unterhalten. — Der Erpresser und sein Opser. Eigenartige Ehrbeariise der beiden Partelen, die als Angeklaate özw. Zeugen vor dem Schöffengericht standen, traten in einer Verhandlung gegen den Kaufmann J. und die Haustochter W. zutage. Bel den beiden Angeklagten J. und W., die sich wegen versuchter Erpresiung zu verantworten hatten, handelt es sich um Verlobte. Frl. W. stand, während das Verhältnis mit ihrem Verlobten eine vorübergehende Trübung erlahren hatte, in Behandlung bel einem Essener Arzt. Dieser knüpfte im Sprechzimmer das Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patientin gar zu eng. Nach Aussöhnung mit ihrem Bräutigam J. erzählte Frl. W. diesem ihre Erlebnisse mit dem praktischen Arzt, dessen Behandlung überdies honorarfrei war. Der erwerbslose J. wollte anscheinend aus der Geschichte Kapital schlagen. Er schrieb an den Arzt in nicht mißzuverstehender Weise, daß die Angelegenheit W. bereinigt werden müsse. Was J. meinte, trat päter klar zutage. Als der in die Enge getriebene Arzt sich bereiterklärte, 3000 Mark für die Armen zu stiften, erklärte J., der die Ehre seiner Braut durch Geld gereinigt wissen wollte, daß er (J.) doch auch zu den Armen zähle. Der als Zeuge vernommene Arzt gab zu. J. 3 000 RM als Darlehen versprochen zu haben. Er wollte aber, so sagte er, nur sehen, wieweit die Gemeinheit gehe. Als das Mahnverfahr n um diese 3000 RM aar zu stürmisch einsetzte, wußte sich der Arzt keinen anderen Ausweg. als die Angelegenheit der Kriminalpolizel zu übergeben. J. gab zu seiner Verteidigung an, daß er lediglich von dem Arzt eine Entschuldigung erwirken wollte. Hierzu hatte aber. wie der Vorsitzende bemerkte, der Arzt, obwohl er moralisch, gelinde gesagt, unkorrekt gehandelt hatte, keine Veranlassung, da Fräulein W. die Behandlung bei ihm fortsetzte. Das Schöffengericht verurteilte J. wegen versuchter Erpressung anstelle von 20 Tagen Gekängnis zu 100 RM Geldstrafe. Fräulein W. wurde freigesprochen. Es war ihr nicht nachzuweisen, daß sie im Einverständnis mit ihrem Bräutigam handelte. Der Staatsanwalt hatte sechs bzw. zwei Monate Gefängnis beantragt. Strafmildernd wurde in Betracht gezogen, daß J. sich in wirtschaftlicher Not befand und das Verhalten des Arztes moralisch nicht einwandsrei war.* Städtisches Orchester, Bochum Morgen, onntag, 22. Januar, nachm. 5 Uhr, im Schützenhof Volks-Sinfonie-Konzert. Dirigent: Leopold Reichwein Solisten: WilII Lückert(Tenor) Franz Rotermund(Violine). PROGRAMM: W. A. Morert: Sintonie D-Dur(Haffner-Musik) N.A. Morart: Arle des Tamino, aus der Oper „Die Zauberflöte“/ C Holmann: CanzonettaAdagio-Allegro für Violine u. Orchester — Uraufführung— unter Leitung des Komponisten/ 6. Verdl: Arie und Stretta aus der Oper„Der Troubadour“/ O. Nicolay: Ouvertüre zur Oper„Die lustigen Weiber von Windsor“ Joh. Stiaufl: Wein, Weib und Gesang“, Walzer. Eintrittsprels 60 Rpf. Karten sind an der Konzertkasse im Stadttheater vormittags von 10—2 Uhr, Sonntags von 11—12½ Uhr und in den bekannten Vorverkaufsstellen zu haben.— Die Tageskasse im Schützenhof ist von 4 Uhr ab geöffnet. Linden-Dahlhauser Klavier-Quartett. Rammermusik-Abend am Donnerstag, dem 26. Jan. 1933, abends 8 Uhr, im Wolff'schen Saal. Werke von Beethoven und Schubert Sollst: Fr. Poebel-Bochum(Tenor). Einlaßkarten: 0.60 RM., für Erwerbslose 0.40 RM. „Zur Burgruine“ Restaur. Wilh. Nieding, Altendorf-R. Sonntag, den 22. Januar 1933 Konzert mit Tanzeinlagen. Eintritt frei. Restaur. zum Gemütlichen Eck WilII Kirchmeler, Hattingen, Sprockhöveler Str. 47 Morgen. Sonntag, ab 5 Uhr auf vielseitigen Wunsch nochmals PREIS-TANZEN 6 Preise. eigel Von Freitag, den 26. bis Diesstag, 3f. Januar: Oroßee Kugelpreleseh Näberes in der Mittwochausgabe. Zum Vaterländilchen Abend am morgigen Sonntag. dem 22 Januar 1933, abends 7,30 Uhr, bel Witteler, Bochumer Straße erwartet Sie der Gardeverein E.-Steele. BettfedernFobeik Paul Noyer, Delitssen 4. Provins Sacheea, Angerstrade(2 sendet ihnes aur allerbeste streng reelle Qualitäten—— Bewredern bedentend billiger zu raorikpresen Fernei prima Bettinlett. 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Prinz Friedrich von Homburg Schauspiel von Heinrich von Kleist. Mittwoch, 25. Januar, 20 bis gegen 22,30 Uhr. Außer Vormiete und Bühnenvolksbund Serie A: Prinz Friedrich Nach Renovierung findet ab 22. 1. 33 wieder jeden Sonntag Konzert und Tanz statt. Max Ziebell, Bochum-Dahlhausen Lewackerstraße 220. Landwirt sucht für ein halbes Jahr Mk. 300,00 vom Selbstgeber geg. gute Sicherheit und hohe Zinien. Offerten unter Nr. 339 an die Geschäftsst. d. Ztg. in Haitingen, Kl. Weilstraße 27. Kl. Darlehen ab 5%.- RM. usw. zu 4½5½% mit monatl. Raten von 2.25 RM., 4.50 RM. usw. tilgbar. Sehr bequeme Rückzahlung. Ausk. kostenl. H. Hustadt, Hatting. Bruchstr. 21, 2. Tr. lks. Bettstelle mit Matratze zu kaufen ges. Ang. unter Nr. 91 an die Geschäftsst. d. Ztg. in E=Steele, Neumarkt 6. Gut erhaltener Kinderwagen verkaufen. üttenan, ritz=Ebert=Ring 37. Hii Fri Kräftiger, nicht zu Der billige Tont ist zu guter Letzt doch der teuerste. 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