Abonnementspreis: in der Expedition bei den Boten und bei allen deurschen Postanstalten vierteljährlich 1 M. 65 Pfg. Organ für die Interessen des Volks. Erscheint Dienstags, Donnerstags, Samstags und Sonntags. Inserate werden die 1=gespaltene Garmondzeile oder deren Raum mit 10 Pfg. berechnet. Reklamen das Doppelte. Gratis-Beilage:„Fidelio“. N. 101. Hattingen, Dienstag, den 2. December 1890. 1. Jahrgang. 1y Allgemeiner Knappschafts-Verein zu Bochum. (Nachdruck verboten.) V. Besondere Fürsorge für die ständigen Mitglieder und Beamten. Die besondere Fürsorge für die ständigen Mitglieder und Beamten umfaßt Zusatz=Renten, Halbinvaliden=Renten, Wittwen= und Kindergelder, sowie außerordentliche Unterstützungen. Die Zusatzrenten müssen gewährt werden, weil nach der übereinstimmenden Erklärung beider Seiten der Vertretung die bisherigen Sätze nach den allgemeinen Lebensbedürfnissen nicht ausreichen. Knappschafts=Aelteste, wie eine große Zahl der Werksvertreter haben wiederholt, insbesondere am 22. Oktober 1889 zu Essen, eine nicht unbedeutende Erhöhung der Benefizien und der Renten der ständigen Mitglieder und Beamten in den höheren Dienstaltersstufen zugesagt. Dementsprechend sind im neuen Entwurf die Zusatzrenten bemessen, übersteigen also zusammen mit den Invaliden= und Altersrenten durchweg die Sätze des früheren Statuts, woraus weiter folgt, daß auch die Wittwengelder eine Erhöhung erfahren werden, während die Kindergelder in der alten Höhe belassen worden sind. Zusatzrenten u. Wittwenrenten steigen entsprechend dem Zeitraum, während dessen zu der Zuschußkasse Beiträge gezahlt wurden. Nach den im Entwurfe aufgestellten Sätze berechnen sich die Renten in der Annahme, daß ein Mitglied den gleichen anrechnungsfähigen Zeitraum bei der Pensions= und Alterskasse und bei der Zuschußkasse hat, einschließlich des Reichszuschusses wie folgt: a) bei ständigen Mitgliedern: nach 5 Beitragsjahren 162,00 M.; nach 10 Jahren 214,00 M.; nach 15 Jahren 266,00 M.; nach 20 Jahren 318,00 M.; nach 25 Jahren 370,00 M.; nach 30 Jahren 422,00 M.; nach 35 Jahren 474,00 M.; nach 40 Jahren 526,00 M.; nach 45 Jahren 578,00 M.; b) bei Beamten II. Abtheilung: nach 5 Jahren 185,40 M.; nach 10 Jahren 260,80 M.; nach 15 Jahren 336,20 M., nach 20 Jahren 411,60 M., nach 25 Jahren 487,00 M., nach 30 Jahren 562,40 M., nach 35 Jahren 637,80. M.; nach 40 Jahren 713,20 M., nach 45 Jahren 788,60 M; c) bei Beamten I. Abtheilung: nach 5 Jahren 240,00 M., nach 10 Jahren 370,00 M., nach 15 Jahren 500 M., nach 20 Jahren 630,00 M., nach 25 Jahren 760,00 M.; nach 30 Jahren 890,00 M., nach 35 Jahren 1020,00 M., nach 40 Jahren 1150 M., nach 45 Jahren 1280 M. Ist die Anzahl der Beitragswochen zur Pensions= und Alterskasse nicht gleich der Anzahl der Beitragswochen zur Zuschußkasse, so berechnet sich die Rente bei jeder Kasse nach den betreffenden Beitragswochen. So erhält z. B. ein Mitglied, welches 1560 Beitragswochen bei der Penstons= und Alterskasse, indessen nur 1300 Beitragswochen bei der Zuschußkasse hat, Endlich! Kriminalgeschichte von Rudolf Menger. 7)(Nachdruck verboten.) Die Sonne war jetzt untergegangen, und schon kämpfte die Dämmerung mit dem tieferen Schatten des herabdunkelnden Abends. Doch die Lust hatte damit kein Ende. In Ermangelung einer besseren Beleuchtung, hatte man an die Linde in der Mitte des Platzes und an die Bäume, welche ihn einschlossen, Stalllaternen aufgehängt und zum Ueberfluß nicht weit vom Schanktisch einen niedrigen Altar von Backsteinen improvisirt, auf dem ein reichlicher Vorrath von sogenantem Knüppelholz brannte und weithin einen röthlichen Schein warf, mit dem die Talglichter der Laternen nur schwach wetteifern konnten. Als diese Beleuchtung vollendet war, erhob sich ein betäubendes Jubelgeschrei. Aber eben jetzt, da die ländliche Lust in den höchsten Wogen fluthen sollte, kam die Schreckenskunde, die sie auf einen Schlag vernichtete. Der Schulze hatte seiner Enkelin zugeraunt, daß es ihn doch schwer beunruhige, den Richard so spät im Walde zu wissen, und sie hatte ihm leise entgegnet, daß der arme Vetter sicher nicht heimkehren werde, so lange er den Baron und Fräulein Elisabeth auf dem Platze vermuthe. Da ließen sich auf der Chaussee, die nach den Fichten führte, eilige Hufschläge vernehmen, und bald konnte man trotz der Dämmerung an der hellen Farbe und dem gestreckten Trabe den Lieblingsfuchs des alten Herrn von Ottstädt erkennen; aber der Reiter war nicht der Baron von Feldstein, sondern der Förster des Gutes, der mit lauter gellender Stimme der nächsten Gruppe entgegenschrie: „Ein Unglück, Ihr Leute, ein großes, namenloses Unglück!" a) aus der Pensions= und Alterskasse 60 M.+ 50 M.+ 1560 X 0,13= 312,80 M. b) aus der Zuschußkasse 1300 X 0,07= 91,00 M. Summa 403,80 M. Der den Mitgliedern bisher gewährte Vortheil der frühren Invalidisirung ist geblieben, indem der Verein Halbinvalidenrenten zahlt. Der Allgemeine Knappschaftsverein hat seine Mitglieder bisher sihon dann invalidisirt, wenn sie arbeitsunfähig, d. h. entweder zur Verrichtung bergmännischer Arbeiten nicht mehr geeignet, also bergfertig waren, oder wenn sich ihre Arbeitsfähigkeit um die Hälfte vermindert hatte. Unter gewissen Umständen konnten die Invalidenpensionen auf die Hälfte herabgesetzt werden. Würde man diese Grundsätze zukünftig ganz allgemein auch auf die Zuschußkasse anwenden und dementsprechend Renten in der früheren Höhe gewähren, so wäre eine zu schwere Belastung der Mitglieder die Folge. Auch wird sich nicht annähernd übersehen lassen, wann alsdann eine Entlastung der Zuschußkasse durch die Alters= und Pensionskasse eintritt. Es erscheint daher sowohl billig wie zweckmäßig, die frühere Kürzung der Iuvalidenrente fallen zu lassen, statt dessen aber eine Entschädigung bei dem Eintritt der Bergfertigkeit zu gewähren. Den zu eigentlich bergmännischen Arbeiten unfähig gewordenen Mitgliedern verbleibt ohne Zweifel noch ein solcher Grad von Arbeitsfähigkeit, daß dieselben auf dem allgemeinen Arbeitsmarkte ihren Unterhalt in etwa verdienen können. Entschädigt muß jedoch werden dasjenige Mehrverdienst, welches der Arbeiter bei der Bergarbeit gehabt hätte und derjenige Schaden, der ihm ohne Zweifel bei der Beschränkung des Arbeitsmarktes erwächst. Der Entwurf sichert daher den bergfertigen Mitgliedern eine nach§ 84 zu berechnende Rente zu, nämlich für ständige Mitglieder 7 Pf., Beamte II. Abtheilung 16 Pf. und Beamte I. Abtheilung 37 Pf. für jede Beitragswoche. Bei Eintritt der Erwerbsunfähigkeit wird die Rente um die Sätze des§ 81 erhöht, nämlich um 60 M. und steigend in jeder Beitragswoche um 13 Pf. Da die Mitglieder durch diese Erhöhung ein Interesse an der reichsgesetzlichen Invalidisirung erhalten, so erübrigt sich eine Controle derselben. Auch für den Verein sind Schwierigkeiten mit dem Reiche und den übrigen Versicherungsanstalten bei diesem Verfahren nicht möglich, da Streitfälle vor das Schiedsgericht gebracht und dort entschieden werden. Bezüglich der Halbinvaliden ist zu bemerken, daß nach dem zur Zeit gültigen Statute eine Kürzung des Invalidengeldes bei einem monatlichen Verdienste bis zu 40 M.= 480 M. jährlich oder einem Lebensalter von 60 Jahren unzulässig war.— Um den Unterschied gegen früher nicht zu groß werden zu lassen, schlägt die Commission eine nach § 84 zu berechnende Reute vor mit der Maßgabe, daß der zur Rente hinzutretende Grundbetrag mit dem Dienstalter, nämlich von 5 zu 5 Jahren anfangend, mit 50 M. bis zu einem Höchstbetrage von 150 M. steigt. Hiernach erhalten: a) ständige Mitglieder: bis 5. Jahr 50,07—68,20 M.; von 5 bis 10 Jahren 93,27—111,40 M., von 10 bis 15 Jahren 136,47 his 154,60 M., von 15—20 Jahren 179,67—197,80 M., von 20—25 Jahren 222,87—241,00 M., von 25 „Mein Bräutigam!" rief Elisabeth entsetzt,„wo ist mein Bräutigam?" Als der Förster diesen Angstschrei vernahm, zog er so straff die Zügel an, daß der Fuchs sich hoch empor hob. Er schien, das Fräulein erkennend, am liebsten die Antwort schuldig bleiben zu wollen, doch schnell war sie an seiner Seite und schrie in Todesangst von Neuem: „Der Baron! Wo ist der Baron „Im Walde," sagte leise der Förster und wandte den Kopf ab. „Todt! todt! todt!" stöhnte sie in schreckensvoller Ahnung, und brach ohnmächtig zusammen. Während Dorothea mit andern Mädchen und Frauen um sie bemüht war, erzählte der Förster, was er gesehen hatte und was er wußte. Er hatte seinen gewöhnlichen Gang durch den Wald gemacht und sich zur Chaussee gewendet, um auch noch, obschon ein später Gast, an dem Feste des Schulzen theilzunehmen. Da, kaum eine Viertelstunde vom Dorf, das sich, wie schon erwähnt, bis hart an die Grenze der Fichten ausdehnte, sah er den edlen Fuchs mitten auf der Chaussee stehen und ungeduldig mit dem rechten Vorderfuß scharren, während er den Kopf herabbeugte und einen neben ihm liegenden Körper anschnoberte. Es war der Leichnam des Barons, dem eine Kugel den Kopf durchbohrt hatte, der aber die Zügel noch fest in der erstarrten Hand hielt. Weiter wußte der Förster nichts zu berichten. Er hatte mühsam die Zügel frei gemacht, um in Sturmeseile hierher zu jagen, dem Schulzen Anzeige zu machen und zu fragen, was weiter zu thun sei. Alle standen schreckensstarr. Der Schulz selbst glaubte, in den Boden versinken zu müssen, als ihn wie ein Blitz der bis 30 Jahren 241,07—259,20 M., von 30—35 Jahren 259,27—277,40 M., von 35—40 Jahren 277,47 bis 295,60 M, von 40—45 Jahren 295,67—313,80 M. b) Beamte II. Abtheilung: bis 5 Jahre 50,16—91,60 M., von 5—10 Jahren 116,76—158,20 M., von 10—15 Jahren 183.36 bis 224,80 M., von 15—20 Jahren 249,96—291,40 M., von 20—25 Jahren 316,56—358,00 M., von 25—30 Jahren 358,16—399,60 M., von 30—35 Jahren 399,76 bis 441,20 M., von 35—40 Jahren 441,36—482,80 M., von 40—45 Jahren 482,96—524,40 M.; c) Beamte I. Abtheilung: bis 5 Jahre 50,37—146,20 M., von 5—10 Jahren 171,37—267,40 M., von 10—15 Jahren 292,77 bis 388,60 M., von 15—20 Jahren 413,97—509,80 M., von 20—25 Jahren 535,17—631,00 M., von 25—30 Jahren 631,37—727,20 M., von 30—35 Jahren 727,57 bis 823,40 M., von 35—40 Jahren 823,77—919,60 M., von 40—45 Jahren 919,97—1015,80 Mark. Diese Renten bleiben vielfach hinter den Sätzen des § 65 des jetzigen Statuts zurück; es darf dabei allerdings nicht übersehen werden, daß dort für Ganzinvalide Renten festgesetzt waren, welche in Gemäßheit des§ 69 auf die Hälfte herabgesetzt werden konnten, daß hier aver Halbinvalidenrenten in Aussicht genommen sind, welche keine Kürzung erfahren können, doch dürfte eine derartige Verminderung in den betheiligten Kreisen und namentlich bei den Bezugsberechtigten trübe empfunden werden. Die Bestimmungen über Wittwen= und Kindergeld, ebenso über außerordentliche Unterstützungen haben keine Aenderung erfahren und gelten die bisherigen Feststellungen. dem Landtage. Das Abgeordnetenhaus begann au Samstag die Besprechung der Interpellation Graf, betreffend das Koch'sche Heilverfahren: Nach einer kurzen Begründung des Interpellanten, in welcher dieser hervorhob, daß es wünschenswerth und nothwendig sei, die Unterstützung des Staats eintreten zu lassen, um die Herstellung des Heilmittels in der erforderlichen Menge und tadelloser Beschaffenheit zu gewährleisten, erhob sich Kultusminister von Goßler, um dem mit gespantester Aufmerksamt seinen Ausführungen folgenden Hause in längerer Ausführung mitzutheilen, welche Schritte die preußische Regierung bisher in Sachendes Heilverfahrens gethan hat und noch zu thun gedenkt. Der Minister schilderte zunächst den Gang der Verhandlungen, die er mit Koch persönlich gepflogen hat, und die zumgrößten Theil bereits erkannt sind. Sobald Koch die Ueberzeugung gewonnen hatte, daß er ein Spezisikum gegen Tuberkulose endeckt habe, war er unverzüglich um seine Entlassung aus dem Staatsdienst eingekommen, um seine Forschungen ungehindert durch Berufspflichten fortsetzen zu können. Der Kultusminister gewährte ihm aber statt der Entlassung einen zunächst unbeschränkten Urlaub und erklärte sodann nach vorheriger Rücksgrache mit dem Finanzminister die Bereitwilligkeit der Regierung, auf den Wunsch-Kochs, ihm eine eigene Versuchsanstalt einzurichten, einzugehen. Von Interesse war die Mittheilung des Kultusministers, daß Koch ursprüngGedanke durchzuckte, auf wen wohl zuerst der Verdacht dieser blutigen That fallen müsse. Zum Ueberfluß klopfte ihm noch der schwarze Fritz auf die Schulter und sagte halblaut:„Euer Wort von vorhin, Schulz, erinnert Ihr Euch? Gott sei Dank, daß nur ich es gehört habe, der nichts sagt und bezeugt, schon wegen der armen Dorothea." „Mensch!" stöhnte der Schulz,„mach mich nicht rasend mit Deinem Gerede! Gott bewahre mich, daß ich mit meinem weißen Haare noch das Aergste erleben soll!" Mittlerweile war es gelungen, die Baroneß Elisabeth wieder zu sich zu bringen. Aber kaum sah sie den Jäger, den Boten der Schreckenskunde, und kaum trat damit das Bewußtsein ihres Verlustes vor ihre Seele, da fuhr sie wie eine Rasende empor. Die Wuth und Verzweiflung, in der ihr ganzes Herz zuckte, gaben ihr die Kraft, deren sie bedurfte, um sofort eine entsetzliche, grausige und unweibliche Rolle zu spielen. Als die röthliche Flamme des Feuers ihr Gesicht beschien, aus dessen verzerrten Zügen fast jede Spur des sonstigen Reizes entwichen war, da fehlten ihr im Haar nur die züngelnden Schlangen, um ihr Gesicht dem antiken Ideal des Furienhaften zu nähern. „Was haltet Ihr noch hier?" schrie sie den Jäger an. „Jagt in die Stadt und holt den Richter, daß er hier verfügt, was Rechtens ist!" „Ja, holt den Richter," setzte der Schulze mit erlöschender Stimme hinzu,„es soll nicht gesagt werden, daß in dieser blutigen Sache von mir etwas versäumt wird." Der Jägrr wandte den Fuchs und sprengte von dannen. Fräulein Elisabeth aber kehrte sich zu den Bauern und rief ihnen zu:„Und Ihr Leute, wenn Ihr brav und bieder seid, wie ich gern glauben mag, so müßt Ihr zur Stunde Euch lich bereit war die Herstellungsart seines Mittels aller Welt bekannt zu geben, und daß er dies nur auf den besonderen Wunsch des Ministers unterlassen hat, der die Befürchtung hegte, daß sonst leicht pfuscherhafte Nachahmungen auftreten und durch ihre Unkontrolirbarkeit unabsehbaren Schaden in finanzieller und gesundheitlicher Beziehung verursachen würden. Herr v. Goßler gab im Weiteren eine auf den persönlichen Mittheilungen Kochs beruhende Darstellurg dessen, was man von der Koch'schen Entdeckung zu erwarten hat. Zunächst erscheint die Diagnose vollständig sichergestellt; einige Fälle, in denen trotz vorhandener Tuberkulose die Reaktion auf die Einspritzung nicht eintrat, waren darauf zurückzuführen, daß die Tuberkelbacillen umgebenden Gewebe noch zu fest waren, um sofort zerstört zu werden. Auch die Anwendung der Lymphe als Heilmittel gegen Tuberkulose wird zweifellos eine allgemeine werden; doch muß man sich vor Uebertreibungen üten, deren Rückschlag jetzt schon ein an sich nicht berechtigter Pessimismus gewesen ist. Die erfolgreiche Anwendung wird im Allgemeinen aber nur in geschlossenen Anstalten erfolgen. Koch nimmt die Uebertragbarkeit seiner Methode auch auf andere Infektionskrankheiten an, er erwartet weiter von derselben eine Umgestaltung der organischen Chemie. Die Regierung hat nun die Verstaatlichung des Kochschen Mittels, jedoch unter Wahrung des geistigen Eigenthumsrechts von Koch in Aussicht genommen und bereits die bezüglichen Verhandlungen eingeleitet. Hierauf folgte die erste Berathung der Landgemeindeordnung. Die Berathung bot jedoch zunächst nur ein geringes Interesse. Minister Herrfurth gab eine längere Begründung der wesentlichen Bestimmungen der Vorlage, in denen er namentlich die konservativen Bedenken wegen Beschränkung der Gutsbezirke zu beschwichtigen suchte. Von den heute zum Wort kommenden Rednern stellten sich die nationalliberalen Abgg. v. Gneist und Sombart im Wesentlichen auf den Boden der Vorlage. Dagegen empfahl der wildkonservative Abgeordnete v. Meyer(Arnswalde) statt einer einheitlichen, ein provinzweise verschiedene Landgemeindeordnung. Von freikonservativer Seite bemängelte Abg. Barth an der Vorlage die zu geringe Mitwirkung der Selbstverwaltungsbehörden bei den Armenlasten; andrerseits war demselben das Stimmrecht für die Nichteingesessene zu weitgehend. Der Redner des Centrums, Freiherr v. Huene, vermißt überhaupt eine entsprechende Heranziehung der Selbstverwaltung und wünscht die Befugnisse der Behörden den Gemeindeverbänden gegenüber mehr abgegrenzt zu sehen; er trat des Weiteren dafür ein, auch den kleinen Leuten in den Landgemeinden das Wahlrecht zu geben. Die Berathung wird Montag fortgesetzt. Politische Tagesübersicht. Deutschland. Der Kaiser ist am Samstag früh von Pleß aus zur Jagd gefahren. Die Abreise des Kaisers nach Berlin ist auf Abends 9½ Uhr festgesetzt. Der Kaiser hat am Samstag Abend um 9½ Uhr Pleß mittelst Sonderzuges verlassen und ist Sonntag früh um 8 Uhr 20 Minuten im Neuen Palais bei bestem Wohlsein wieder eingetroffen. Am Vormittag um 10 Uhr begaben sich der Kaiser und die Kaiserin gemeinsam nach Potsdam und wohnten dort dem Gottesdienste in der Friedenskirche bei und kehrten nach Beendigung desselben nach dem Neuen Palais zurück.— Bald darauf empfing der Kaiser den Geheimen Admiralitätsrath und vortragenden Rath Diedrich, aus Anlaß dessen Ernennung zum ChefKonstrukteur der kaiserlichen Marine, sowie den GeneralIntendanten des Gardekorps Wiedemann. Später empfingen die kaiserlichen Majestäten den Besuch des Landgrafen von Hessen und waren mit demselben im Neuen Palais zur Mittagstafel vereint.— Heute, Montag, Vormittag wird der Kaiser aus Anlaß der 250 jährigen Wiederkehr des Regierungsantritts des Großen Kurfürsten nach Berlin kommen, um zunächst am Opernplatz über die GardeRegimenter die Parade avzuhalten.— Am Nachmittage findet alsdann im Weißen Saal des königlichen Schlosses ein größeres Gala=Diner statt. Beim Reichskanzler v. Caprivi findet am Samstag Abend ein diplomatisches Diner statt. Während der am Samstag stattgefundenen Sitzung des Abgeordnetenhauses fand daselbst eine Sitzung des Staatsministeriums statt, der auch Ministerpräsident Reichskanzler v. Caprivi beiwohnte. Die Einzelheiten, welche über die Befreiung des Freiherrn v. Lucius vom Fideikommißstempel bekannt werden, sind nicht geeignet, die öffentliche Meinung zu beruhigen. Verlautet doch, nach der Freisinnigen Zeitung, daß auf Antrag des Fürsten Bismarck der verstorbene Kaiser Wilhelm am 4. November 1867 und am 27. Oktober 1873 den Fideikommißstempel nachgelassen hat für alle Fideikommißstiftungen, welche aus den Mitteln der Staatsdotationen nach den Kriegen von 1866 und 1870/71 gestiftet worden sind. Das Fideikommiß des Freiherrn v. Lucius ist bekanntlich nicht einmal aus einer Kriegsdotation, sondern aus einer Dotation seiner verstorbenen Schwiegermutter gestiftet worden. Von anderer Seite erzählt man in Abgeordnetenkreisen, daß der hierbei erlassene Stempelbetrag sich nicht auf 40,000 Mark, sondern auf 40,000 Thaler belaufe. Zugleich hört man, daß auch in solchen Fällen wo der Stempel nicht erlassen worden ist, durch niedrige Taxation des Werthes der Fideikommisse vielfach eine thatsächliche Ermäßigung des Stempels von 3 auf 1 Prozent herbeigeführt worden ist. Kurzum, es verlautbaren auf einmal von allen Seiten Dinge, welche auch eine generelle parlamentarische Klarstellung der Sache nothwendig machen. Frhr. v. Lucius soll sich u. A. darauf berufen haben, daß der Fideikommißstempel schon einmal einem aktiven Staatsminister und zwar dem Fürsten Bismarck selbst erlassen worden ist, in einem Falle, wo es sich um Erweiterung eines Fideikommisses nicht aus Mitteln der Kriegsdotation, sondern aus anderweitigen Privatmitteln des Fürsten gehandelt hat. Auch diese Befreiung fällt in die Zeit der Amtsdauer des Ministers v. Scholz, welcher bekanntlich erst 1881 zum Finanzminister berufen wurde. Wie bereits mitgetheilt, hat in dem Fall des Freiherrn v. Lucius Fürst Bismarck zu Gunsten der Stempelbefreiung des Freiherrn v. Lucius den Ausschlag gegeben. Dergestalt haben also aktive Minister wechfelseitig einander von der gesetzlichen Stempelsteuer befreit. Bis auf Weiteres müssen wir der Freis. Ztg. die Verantwortung für diese wenig erbauliche Angaben überlassen. Mitte Dezember werden, wie man hört, in Berlin auf Anregung des Handelsministers Besprechungen über internationale Vereinbarungen hinsichtlich der Fortführung der Arbeiterschutzgesetzgebung stattfinden. Bei dem Festessen, welches anläßlich der Eröffnung der Donanthalbahn am 26. v. M. in Sigmaringen stattfand, wurden mehrere Trinksprüche ausgebracht, welche noch nachträgliche Erwähnung verdienen. Der württembergische Ministerpräsident v. Mittnacht erinnerte daran, daß dies die 24. Bahneröffnung sei, der er amtlich beiwohne. Zur Donauthalbahn habe das deutsche Reich 7½ Millionen, Württemberg als Baueigenthümer 5 Millionen und Preußen ½ Million beigesteuert. Der Einigung des Reiches und dreier Einzelstaaten sei diese Bahn zu danken, welche mühsam den Felsen abgerungen, die Donau meistert. Die Bahn diene friedlichen Zwecken, sei aber auch für den Nothfall zum Zweck der Landesvertheidigung erbaut. Möge niemals oder recht spät dieser Nothfall eintreten. Herr v. Mittnacht schloß mit einem Hoch auf den deutschen Kaiser, der als würdiger Nachfolger seiner großen Ahnen, in ernster Pflichttrene auf das Wohl aller Klassen der Bervölkerung, namentlich auch der Armen und Schwachen, bedacht, maßhaltend und friedliebend, aber, wenn es gelten würde, um so entschlossener und energischer das deutsche Volk schirmt. Fürst Leopold von Hohenzollern toastete auf den König von Württemberg.„Diese Bahn sei ein Friedenswerk, trotzdem militärische Erwägungen vorzugsweise ihren Ban veranlaßt haben. Möchten sich die an die Bahn geknüpften Hoffnungen verwirklichen! Möge der Fortschritt auf allen Gebieten, eine Erhöhung der Erwerbsthätigkeit in ihrem Gefolge sein!" Der württembergische Kriegsminister Generallientenant von Steinheil trank auf die Gesundheit des Großherzogs von Baden, der auch bei dieser Bahn gezeigt habe, daß er die Interessen des Reichs hochhalte. Regierungspräsident von Heppe in Danzig ist wider seinen Wunsch und Willen durch königliche Cabinetsordre nach Trier versetzt worden aus Anlaß seines bekannten Vorgehens gegen die Danziger Communalbehörden in der Frage der Gehaltsfestsetzung für den Danziger Oberbürgermeister vor der Wahl Baumbachs. Die Nachricht der Bersetzung dieses Zöglings des Exministers von Puttkamer wird sicherlich in Danzig mit großer Genugthuung aufgenommen werden. Weniger Ursache zur Freude haben die Trierer. aufmachen und den Wald durchsuchen um den ruchlosen Mörder festzunehmen!" Die Bauern standen still und stumm. Niemand dachte daran, dieser Aufforderung Folge zu geben. Wie konnte man auch, da ein Verdacht gegen eine bestimmte Person noch gar nicht geäußert war. Fritz Rungold machte sich zum Dolmetsch dieser Gesinnung, indem er mit seiner gewöhnlichen Kaltblütigkeit fragte: „Möchten die gnädige Baroneß uns nicht ein Signalement des Mörders geben?" „Ihr kennt ihn Alle," rief diese,„denn es kann unmöglich ein Anderer sein, als der Tochtersohn des Schulzen!" „Richard?“ fragten die Bauern wie aus einem Munde. „Sein eigener Großvater,“ fuhr die Baroneß fort,„hat die Ahnung eines Uuglücks ausgesprochen, als er hörte, daß der Mensch mit der Flinte in den Wald gegangen ist." „Das ist noch kein Beweis," entgegnete der schwarze Fritz,„und für uns kein Grund, einen Mann, der unser Freund ist und vollkommen unschuldig sein kann, wie einen Verbrecher einzufangen. Erlauben Sie uns, gnädigste Baroneß, auf eine förmliche Anklage zu warten." „Nun denn," wüthete die Baroneß, die sich nachgerade in eine Wuth hineingeredet hatte, die ihr alle Besinnung nahm, „so klage ich ihn an, ich, Elisabeth, Freiin von Ottstädt; ich klage ihn an und behaupte, daß er aus zwei Gründen, von denen jeder für sich genügt, um einen Mordanschlag wahrscheinlich zu machen, meinen Bräutigam erschossen hat; aus wüthender Eifersucht, weil ich seine Liebe zurückwies, und aus Neid, Haß und Rachgier, weil mein Bräutigam das Gut seines Vaters erbte, auf dem er sich so Jahre lang hindurch als künftigen Herrn angesehen hatte." Jetzt aber sprang Dorothea mit kaum minderer Leiden, schaft vor und rief im Tone der innigsten Ueberzeugung und viel natürlicher, Leichnam des Der Herzog von Koburg hat dem wegen Majestätsbeleibigung zu einer Gefängnißstrafe von 2 Monaten verurtheilten Redacteur der in Uhrdruf erscheinenden„Thüringer Landeszeitung", Gomolka, welcher seine Strafe in Ichtershausen abbüßt, von derselben 3 Wochen erlassen. Ausland. Oesterreich. Der ungarische Landtag wurde am Freitag vertagt. Der Oberstlandmarschall sprach den Wunsch aus, die Abgeordneten mögen bei Wiederzusammentritt des Landtages in möglichst friedlicher Stimmung erscheinen. Frankreich. Der Ministerrath war in der Samstags=Sitzung einstimmig der Ansicht, daß von der Demmission des Finanzministers Ronvier in Folge der Abstimmung am Freitag keine Rede sein könne, da die Abstimmung durchaus kein wesentliches Princip des Budgets berühre. Der Ministerpräsident Freycinet, der noch unpäßlich ist, wohnte der Sitzung des Ministerraths nicht bei, erklärte aber in einem Schreiben, daß er derselben Ansicht sei. Der Ministerrath bestimmte, daß die außerordentliche Mission, welche Frankreich bei der Beisetzung des Königs von Holland vertreten soll, aus dem diesseitigen Gesandten im Haag, Legrand, einem General, einem Contreadmiral und dem Personal der französischen Gesandtschaft im Haag bestehen soll. Präsident Carnot wird sich durch einen Officier seines militärischen Hauses vertreten lassen. Die Pariser Anarchisten erhielten von London eine Broschüre„Die freie Tribüne", welche ihnen eine Mischung von Stoffen angiebt, durch die es gelingen soll, ein Haus im Laufe von zwanzig Minuten, nachdem die Flasche mit der Composition in den Keller geworfen ist, in Brano zu setzen.— Dieselbe Schrift zeigt die Errichtung einer französischen Schule in London an, die von Louise Michel geleitet wird und den Zweck verfolgt, den Kindern die„Rechtsidee des zwanzigsten Jahrhunderts" beizubringen. Holland. Die Leiche des Königs wird heute(Montag) um 4 Uhr Nachmittags im Haag eintreffen; die feierliche Beisetzung am 4. ds. ist officiell auf 11 Uhr Vormittags festgesetzt. Rußland. Zur Jubiläumsfeier des Generals von Schweinitz in Petersburg(deutscher Botschafter) erschienen zahlreiche Gratulanten aller Kreise, von den Petersb. Deutschen fehlte Niemand. Generaladjutant Richter überbrachte den Glückwunsch des Czaren. Persönlich erschienen Großfürst Michael(der Aeltere), er umarmte und küßte den Botschafter in herzlichster Weise, ferner Großfürst Wladimir, beide Mitglieder des Kaiserhauses in preußischer Generalsuniform mit dem Schwarzen Adlerorden, dann Prinz Oldenburg, die Herzöge von Mecklenburg, die Minister, das diplomatische Corps, sowie Militär= und Civil=Würdenträger, auch viele Damen. Die„Nowosti" feiert den Jubilar als steten Anhänger des Friedens bei den zeitweiligen Spannungen der Nachbarländer. General Schweinitz wird à la suite des ersten Garderegiments gestellt. Die Feier wurde mit einem durch eine Musikkapelle dargebrachten Morgenständchen eingeleitet; um 10 Uhr fand ein Gottesdienst in der Hauskapelle statt, worauf der Botschafter die Glückwünsche des Personals der Botschaft und des Consulats, sowie der deutschen Vereine entgegennahm. Abends findet in der Botschaft Diner statt. Um 9 Uhr Abends wird der Gesangverein Liedertafel dem Jubilar ein Ständchen darbringen. Später wird der Botschafter noch einen Wohlthätigkeitsball besuchen, welchen die deutsche Colonie giebt, Rumänien. Wie verlautet, ist die Verlobung des rumanischen Kronprinzen mit Prinzessin Marie, der Tochter des Herzogs von Edingburg in Aussicht genommen. Zanzibar. Reichscommissar von Wißmann nebst seiner Begleitung ist Sonntag Vormittag hier eingetroffen, Arbeiterbewegungen. Brüssel, 27. Nov. Der Buchdruckerausstand ist beinahe beendigt. Tagesneuigkeiten. Rotthansen, 29. Nov. Auf dem Wege von Gelsenkirchen nach Rotthausen stahl ein Pole seinem Begleiter, einem hiesigen Bergmann 19 Mark heimlich aus der Tasche. Im Moment der Ausführung des Diebstahls waren die Manipulationen des Diebes bemerkt worden, doch riß er die gefaßte Hand los und flüchtete. Der Bestohlene verfolgte den Dieb und holte ihn an der Menage der Zeche„Hibernia“ ein. Aber statt das Geld zurückzuüberwältigender Wahrheit:„Und ich, Dorothea Rathmer, ich will es mit tausend Eiden erhärten, daß mein Vetter Richard einer solchen That nicht fähig ist!" Wir glaubens, Dorothea, wir glaubens gut und gern," sagten die Bauern durcheinander; und der Vorderste ergriff die Hand des muthigen Mädchen; drückte sie mit Herzlichkeit und fügte hinzu: „Und ich wollte Dein Eideshelfer sein, wenns damit abgemacht wäre." Die Aufopferung Dorotheas war nicht ganz nach dem Geschmack des schwarzen Fritz; aber er blieb standhaft in der Vertheidigung Richards und sagte zu der Baroneß, die dem armen Mädchen einen Blick wilder und erklärter Feindschaft zuwarf:„Es ist schade, gnädigste Baroneß, daß heutzutage nur Leute verhaftet werden können, gegen die ein richterlicher Befehl vorliegt. Dennoch hätten wir den Richard festgenommen, wenn einer von uns Zeuge gewesen wäre, daß er Ihren Herrn Bräutigam ermordet hat." Elisabeth fing vor Wuth an. Der in seinem Gleichmuth fuhr achselzuckend fort: „Uns scheint es überdies eine Aufforderung erlassen, den Bräutigams aufzusuchen und fortzuschaffen, als nach dem muth maßlichen Mörder zu vigiliren, den der Arm der Gerechtigkeit sich schon langen wird, wenn er überführt werden kann." Ein Murmeln des Beifalls ringsum, folgte diesen, Worten. „Also macht Euch aus Werk, Freunde," schloß Fritz Rungold,„und geht in den Wald, die Leiche zu holen. Ich für meine Person darf mich wohl davon ausschließen, da mich der Selige im Leben seines besonderen Hasses gewürdigt hat." und Leidenschaft zu weinen wahrhaft fürchterliche Fritz wenn Sie verewigten Das war ein Vorschlag, der vollkommen der gegenwärtigen Lage entsprach, und Niemand fühlte dies tiefer als Elisabeth selbst, die, ohne noch weiter ein Wort zu verlieren, mit finsterer Entschlossenheit nach der Chaussee schritt, als ob sie nöthigenfalls allein den ermordeten Bräutigam aufsuchen wollte. Die Mehrzahl Derer, die noch auf dem Platze versammelt waren, folgte; die Einen, indem sie einfach nachgingen, unbekümmert darum, daß es dunkel genug geworden war, um die Expedition fast abenteuerlich erscheinen zu lassen; die Bedächtigeren, indem sie Laternen von den nächsten Bäumen nahmen, um der traurigen Scene das wünschenswerthe Licht spenden zu können. Der Schulze hatte sich an dem Gespräch in keiner Weise betheiligt. Er war, sozusagen, vollständig niedergeschmetter und konnte nach dem, was vor wenigen Stunden er noch von Richard selbst vernommen hatte, zu der Zuversicht, welche Dorothea zeigte, sich nicht emporschwingen. Jetzt trat der schwarze Fritz zu ihm hin mit den Worten:„Das gnädige Fräulein ist wie ein wahrer Bluthund auf der Fährte des Mörders. Glaubt Ihr wirklich, daß es die Liebe ist, die sie gewissermaßen zur wilden Bestie macht, oder vielmehr das unerträgliche Bewußtsein, mit dem gnädigen Bräutigam auch die Aussicht verloren zu haben, auf dem schönen Gute als gebietende Herrin zu thronen? Der nächste Erbe wird nicht so thöricht sein und sich in sie verlieben wi der gute Herr v. Feldstein, der vielleicht darüber ins Gras beißen mußte, und der brave Richard, den sie mir nichts dir nichts dafür als Mörder anklagt." Dorothea sah ihm, während er so sprach, voll und prüfend in die Augen und bemerkte, als er ihren Blickz vermeiden suchte:„Du scheinst also doch an Richards Schuld zu glauben?" „Je nun," entgegnete er,„es kann sein und kann auch erhalten, wa mit dem der wieder einge Brai der Emschei hiesige BürLand. De später herai beckmann zu Alte Regenmenge kuhle"„ver Scha gegenwärtig mit einem Lipp haben hier standen. nämlich ge einzige BeFrö wassers sin Hofe über Mii sam zu fa Die übersc Theil eing Her schieden ist Herr Dr. Düsseldorf ries wurd tüchtiger: Ba Montag Wasserwei Wohnung gelangte ten Gebä Stillstehe dann auf nung zur der Ruhr 2½ Tag Ztg." sch Besonder mes Ges Hauspun wohl ei fangs, d genomm 10 Uhr wieder B Für die barmher lich notl unser Gabe Barmen ist. C. Uebersch bürgern mögend ihre 2 gehende zusetzen Möchte Noth wasser. übersch auch sind. — D wurde um n in M soll. unterl Beam nicht stehen im S darm der? im 2 wie soll möch gang ihm mich Weg Thi wur Ec treil nen und un blo ster da tai de erhalten, ward ihm obendrein noch ein Korb abgenommen, mit dem der Dieb dann schleunigst Reißaus nahm, ohne wieder eingeholt zu werden. Braubauerschaft, 29. Nov. Gestern kam auf der Emscher noch ein Pferd angeschwommen. Mehrere hiesige Bürger schafften das Thier mit vieler Mühe aus Land. Das Pferd konnte kaum noch gehen. Wie sich später herausstellte, gehört dasselbe dem Oeconomen Langenbeckmann zu Middelich. Altenbochum, 28. Nov. In Folge der colossalen Regenmengen der letzten Woche ist die Zeche„Alte Steinkuhle"„versoffen". Der Betrieb ist eingestellt. Schalke, 28. Nov. Im Restaurant Döring ist gegenwärtig eine Dame zu sehen, welche die lannische Natur mit einem Barte beschenkt hat Lippstadt, 28. Nov. Sieben Tage über Erden haben hier während des Hochwassers mehrere Leichen gestanden. Der Zugang zum Friedhof war durch die Fluth nämlich gesperrt, sodaß während der ganzen Zeit keine einzige Beerdigung erfolgen konnte. Fröndenberg, 28. Nov. Während des Hochwassers sind auf einem in der Nähe unseres Ortes gelegenen Hofe über 150 Schafe ertrunken. Minden, 27. Nov. Die Weser beginnt heute langsam zu fallen, seit Mittag ist starker Eisgang eingetreten. Die überschwemmten Ortschaften der Umgegend sind zum Theil eingefroren. Herford, 28. Nov. Am Herzschlag plötzlich verschieden ist heute früh der Landrath des Herforder Kreises, Herr Dr. v. Borries. Gestern beging der Entschlafene in Düsseldorf die Feier seiner Vermählung. Herr Dr. v. Vorries wurde in seinem Kreise als wohlwollender und sehr tüchtiger Beamter hochgeschätzt. Barmen, 27. Nov. Große Pflichttreue bewies am Montag der Maschinenwärter der Pumpstation des städtischen Wasserwerks zu Volmarstein. Mittels eines zwischen seiner Wohnung und dem Maschinenhause gespannten Seiles gelangte derselbe schwimmend an den in dem zuletzt genannten Gebände befindlichen Fernsprecher, durch welchen er das Stillstehen der Pumpmaschinen nach Barmen meldete, um dann auf demselben gefährlichen Wege wieder in seine Wohnung zurückzukehren, umtost von den hochgehenden Wogen der Ruhr. Der Stillstand des Wasserwerks, der nun schon 2½ Tage andauert, macht sich übrigens, wie die„Westd. Ztg." schreibt, von Stunde zu Stunde empfindlicher geltend. Besonders bei der starken Kälte ist es ein recht unangenehmes Geschäft, das Wasser oft weither an Straßen= und Hauspumpen zu holen. Die Störung in Volmarstein muß wohl eine nachhaltigere gewesen sein, denn man hoffte Anfangs, daß schon Dienstag Abend der Betrieb wieder aufgenommen werden könnte. Bis zu diesem Angenblick— 10 Uhr vormittags— war indes das Werk noch nicht wieder in Thätigkeit. Barmen, 28. November.(Hülfe in der Noth.) Für die von der Hochfluth Betroffenen regen sich schon viele barmherzige Hände, um zu helfen, deren Hülfe thut wahrlich noth. Den Aufang machte Herr Emil Rittershaus, unser bekannter heimischer Dichter mit einer klingenden Gabe und einem poetischen Aufruf an die Bevölkerung Barmens, soweit sie von dem Hochwasser verschont gebliebenist. Concerte sind angekündigt, deren Ertrag die Noth der Ueberschwemmten lindern soll, und Seitens des Herrn Oberbürgermeisters Wegner ist eine öffentliche Bitte an die vermögende Mitbürger Barmens ergangen, durch gütige Gaben ihre Mitmenschen hülfreich zu unterstützen. Ueber die eingehenden Gelder und deren Verwendung wird ein noch einzusetzendes Komitee Rechenschaft ablegen resp. beschließen. Möchten die Gaben nicht zu gering ausfallen, denn die Noth ist groß. Barmen, 28. November.(Noch etwas vom Hochwasser. Auf Grund einer Polizeiverordnung sollen alle überschwemmt gewefenen Häuser untersucht werden, ob sie, auch in sanitärer Hinsicht, ohne Gefahr noch bewohnbar sind. Die Reinigung soll auf Kosten der Stadt geschehen. — Die Leiche des ertrunkenen Oberpostassistenten Richter wurde gestern Nachmittag nach dem Bahnhofe überführt, um mit dem Schnellzuge 9 Uhr 13 Min. nach Neustrelitz in Mecklenburg befördert zu werden, wo sie bestattet werden soll. Dem reichgeschmückten Leichenwagen gingen die Postunterbeamten voran, während alle übrigen abkömmlichen Beamten folgten.— Von den fünf Verunglückten sind erst drei Leichen gefunden; die beiden andern liegen noch in den Fluthen begraben. Barmen, 30. Nov. In Folge des Aufrufs des Herrn Oberbürgermeisters sind bis jetzt etwas über 7500 M. ür die Ueberschwemmten eingegangen. Darmstadt, 29. Nov. Der Großherzog hat seinen Leibarzt Dr. Eigenbrodt zum Studium des Kochschen Heilmittels nach Berlin entsandt. Clansthal, 29. Nov. Die städtischen Behörden beschlossen, den Geheimrath Professor Robert Koch zum Ehrenbürger von Clansthal, seiner Heimathsstadt, zu ernennen, und seine Büste im Sitzungssaale der stätischen Behörden aufzustellen. Marbura, 27. Nov. Gestern stürzte hier ein Haus ein. Drei Todte und mehrere Verletzte wurden unter den Trümmern hervorgezogen. Außerdem sind drei Menschen in der Hochfluth ertrunken. Eine Anzahl Personen wird noch vermißt. Saarlouis, 28. Nov. Auf Grube von der Heydt wurden gestern durch Schießen drei Vergarbeiter schwer verletzt; durch herabfallendes Gestein wurde ein Mann getödtet. Altenburg, 29. Nov. Das herzogliche Paar pendete für die Ueberschwemmten des Saalthals 1100 Mark, weil die Noth so groß ist, daß die öffentliche Wohlthätigkeit angerufen werden muß. Locales und Correspondenzen. —g Linden, 1. Dec. In der Nacht von Samstag auf Sonntag statteten mehrere Diebe dem erst seit kurzer Zeit selbstständigen Bäckermeister A. L. hierselbst einen nächtlichen Besuch ab. Dieselben waren durch ein Schaufenster eingedrungen und hatten das sich in der Theke befindliche Geld, sowie mehrere eßbare Gegenstände im Gesammtwerthe von 20 M. mitgenommen. Hoffentlich wird die Untersuchung die lichtschenen Individuen aus Tageslicht bringen. + Linden, 27. Nov. Die Gemeindevertretung beschloß in ihrer heutigen Sitzung, dem Krankenhause einen Zuschuß von 20 Pfg. für jedes Bad zu zahlen, welches dort der arbeitenden Bevölkerung aus der hiesigen Gemeinde verabfolgt wird. Hierdurch wird es dem Krankenhause möglich gemacht, den Badepreis auf etwa 30 Pfg. für die hiesigen Arbeiter und deren Angehörige herabzusetzen. Die Rechnung der Gemeindekasse für das Jahr 1889/90 wurde geprüft und genehmigt. Die Einnahmen betrugen 55100 M. 15. Pfg., die Ausgaben 50567 M. 65 Pfg., so daß am 1. April 1890 ein Kassabestand von 4532 M. 50 Pfg. verblieb.— Die Einnahmen setzten sich aus folgenden Beträgen zusammen: 1) Ueberschüsse aus der vorigen Etatsperiode: 13508 M. 30 Pfg., 2) Erstattung geleisteter Vorschüsse: 1530 M. 90 Pfg., 3) Ertrag aus Capitalien: 23 M. 10 Pf., 4) Ertrag aus dem Grundvermögen: 75 M., 5) Beiträge der Gemeindemitglieder: 37886 M. 35 Pfg.(die durch Kommunalsteuern aufgebrachten Beträge belaufen sich auf 36969 M. 85 Pfg.), 6) Verschiedene Einnahmen: 431 M. 81 Pfg., 7) durchlaufende Einnahmen: 1644 M. 60 Pfg.— Die Ausgaben bestehen aus folgenden Posten: 1) Vorschußweise geleistete Zahlung: 965 M. 26 Pfg., 2) Beitrag zur Amtskasse: 4182 M. 75 Pfg. 3) Verwaltungskosten: 1499 M. 2 Pfg., 4) Schulden: 562 M. 50 Pfg. 5) Steuern und Lasten: 16 M. 98 Pf., 6) Unterhaltung des Gemeinde=Eigenthums: 5775 M. 6 Pfg.(hiervon wurden 5668 M. 71 Pfg. für Unterhaltung der Wege verwendet), 7) Schul= und Armenzwecke: 24201 M. 11 Pfg. (hiervon wurden 19220 M. an die evangelische und katholische Schulgemeinde Linden=Dahlhausen gezahlt), 8) Verschiedene Ausgaben: 1728 M. 17 Pf.(davon 1027 M. 83 Pfg. an die Kreiskommunalkasse Hattingen für Verwaltungskosten des Kreises Hattingen), 9) durchlaufende Ansgaben: 1636 M. 80 Pfg., 10) Angelegte Capitalien: 10000 M. Letzterer Betrag wurde vorübergehend in der Sparkasse angelegt. Die Versamlung beschließt von dem am 1. April cr. vorhandenen Bestande der Gemeindekasse baldmöglichst 3000 M. in der Sparkasse des Amtes Hattingen zienslich anzulegen.— Dem hiesigen Schiedsmanne wurden für Hergabe und Reinigung des Bureaus 65 M. für das laufende Jahr bewilligt.— Die Ausbesserung des Weges in Berke sowie der Levakerstraße wurde nach dem stattgefundenen Verding einstimmig genehmigt.— Alsdann wurde beschlossen, daß vom 1. April 1891 ab die Dienstmädchen nicht mehr zur Communalstener sollen herangezogen werden.— Da der Ban des Spritzenhauses voraussichtlich bis zum 1. Decb. cr. nicht vollendet sein wird sollen die Löschgeräthschaften vorläufig im bisherigen Lokale verbleiben, und soll dieserhalb mit dem jetzigen Besitzer des früheren Gemeindehauses ein Uebereinkommen getroffen worden. (Original=Bericht der„Nuhr=Zeitung“.) — Hattingen, 29. Nov. In der letzten am Mittwoch stattgefundenen Stadtverordneten Versammlung waren folgende Herren anwesend: Anger, Behrens, Fliegenschmidt, Heller, Hundt, Kuitgen, Klostermann, Küper, Lembeck, Dr. Michels und Vogel. Vom Magistrat waren anwesend die Herren Bürgermeister Schmidt und Deutz. Es wurde folgendes verhandelt: 1. Herr Anger referirte über die evangel. Schulkassen=Rechnung, welche mit 36584 Mark 12 Pfg. in Einnahme und Ausgabe übereinstimmte. Das Collegium befand dieselbe einstimmig für richtig und beschloß dem Rendanten Decharge zu ertheilen. 2. Herr Anger refirirte sodann über die kath. SchulkassenRechnung welche mit 11258 Mark 97 Pfg. in Einnahme und Ausgabe übereinstimmte und gleichfalls einstimmig für richtig befunden wird, so daß dem Rendanten auch hier Decharge ertheilt wurde. 3. Herr Vogel führte den Rechenschaftsbericht de Gasanstalt vor, welcher einen Ueberschuß von 13772 Mar ergiebt, wovon 1000 Mark dem Reservefond zugeschrieben, den übrigen Abschreibungen erklärte sich das Collegium einstimmig einverstanden, nur Herr Hundt meinte, daß, da der Ueberschuß jedes Jahr dem Reservefond größten Theils zugeschrieben würde derselbe doch bald groß genug sei, so daß man ihn auch mal Ganz der Stadt zu kommen lassen könnte. Herr Deutz erklärte hierauf in eingehender Weise, daß der Reservefond nie zu groß sein könnte, da derselbe in evfl. Fällen bei größeren Reparaturen 2c. gute Verwendung fänd. Herr Hund erklärt sich einverstanden, so daß dem Rendanten einstimmig Decharge ertheilt wurde. Im Geschäftsbericht theilte der Referent ferner mit, daß, da im Etatsjahr 1889/90 6 Consumenten mehr seien wie im Vorjahr, auch 156,190 cbmt. mehr. Gas gegen 144942 comt. im Vorjahre verbrancht wären, also 11248 cbmt. Im Vorjahre waren 151 250 cbmt. Gas fabricirt in diesem 166 887 cbmt., also 15637 ebmt. mehr wie im Vorjahre. Der von dem Referenten vorgelegte Vertheilungsplan des Reinertrages wurde einstimmig angenommen Herr Vogel nunmeyr zum Etat der städtischen Gasanstalt übergehend, theilt mit, daß von den Consumenten für Gas und Uhrleihgebühr ca. 24000 Mark gegen 17500 Mark im Vorjahre, von öffentlichen Anstalten und Gebäuden 4500 M. gegen 4400 M. im Vorjahre, von Gasmotoren, 786 gegen 795 M. im Vorjahre, von Privaten 1100 M. gegen 1100 M. im Vorjahre, von Insgesammt 200 M. gegen 67 im Vorjahre, für Coaks 750 M. gegen 878 M. im Vorjahre für Theer 608 M. gegen 608 im Vorjahr, für Amoniakwasser 70 M. gegen 118 im Vorjahre, im Ganzen 32015 M. gegen 25536 M. im Vorjahre eingenommen wurden. Dagegen sind, für Ausgaben an Betriebsunkosten M. 1592 gegen 1652 im Vorjahre, für Kohlen 14257 M. gegen 8382 M. in Vorjahre, für Arbeitslöhne 4100 M. gegen 3600 M. im Vorjahre, für Gebäudeconto 4860 M. gegen 4660 M. im Vorjahre, für Steuern 369 M. gegen 229 M. im Vorjahre, für abgel. Kapitalien 2800 M. gegen 2900 M. im Vorjahre, für Kapitalien 3600 M. gegen 3729 M. im Vorjahre, für sonstige Ausgaben 378 M. gegen 484 M. im Vorjahre, zusammen 32015 M. gegen 25536 M. im Vorjahre zu verzeichnen. Von Herrn Kuitgen wurde, die Rechnungsablage zu genehmigen beantragt, welches auch einstimmig angenommen wird. 5. Ueber die Rechnung der Aichamtskasse referirt Herr Anger indem er mittheilt, daß die Einnahme M. 559 und die Ausgabe M. 450,73 beträgt, also ein Bestand von M. 108,88 sei. Der Magistrat hatte vorgeschlagen den Betrag der Stadtkasse zu überweisen welches einstimmig angenommen wurde. 6. Ueber die Wahl einer Commission zur Veranlagung der Klassensteuer pro 189192 referirte ebenfalls Herr Anger. Derselbe schlägt an Stelle des ausscheidenden Herrn I. C. Thöne Herrn Carl strauch, an Stelle des verstorbenen Herrn Ballauf Herrn A. Vahrenholt jr. und an Stelle des Herrn R. Anger Herrn Fr. Winkelhaus vor, welche auch einstimmig angenommen wurden. Die Commission besteht also aus den Herren H. Fliegenschmidt, W. Hopmann, Fr. Kuitgen, I. Winter H. Syberberg, C. Strauch, A. Vahrenholt jr., H. Vogelsang und Fr. Winkelhaus. 7. Herr Behrens referirte über die Wahl von 3 Mitgliedern für die Revision der Sparkassen=Rechnung und schlug die Herren Anger, Fliegenschmidt und Klostermann vor, welche von dem Collegium einstimmig gewählt wurden. 8. Ueber die Verlegung der Turnstunden der höheren Stadtschule in den Böminghaus'schen Saal referirte Herr Behrens und führte aus, daß das Curatorium beschlossen hätte, mit dem Turn=Club, sowie mit dem Wirth Böminghaus einen Vertrag abzuschließen, wonach dem Ersteren für Abnutzung der Geräthe jährlich 25 M., dem Letzteren für Reinigung des Saales jährlich 50 M. vergütet würden. Herr Fliegenschmidt meinte, wenn dieses genehmigt würde, könnten die Elementarschulen, welche dieselbe Berechtigung hätten, auch mit einem solchen Antrage kommen, sodaß sie dann gezwungen wären, denen das auch zu bewilligen. Herr Dr. Michels schlägt vor, eine Turnhalle für alle Schulen zu bauen, worin gleichzeitig die Turnvereine ihr Vereinslokal haben könnten. Herr Hundt sowie Herr Anger sind derselben Ansicht wie die Herren Fliegenschmidt und Dr. Michels. Herr Deutz schlägt vor, den Antrag nicht sofort anzunehmen, sondern eine Commission zu wählen, welche erst den Plan für den Bau der Turnhalle, worin gleichzeitig eine Kleinkinderschule eingerichtet werden könnte, machen soll, sodaß das Turnen diesen Winter wie in früherer Weise gehandhabt werden könnte. Hierauf wird der Antrag, eine Turnhalle verbunden mit Kleinkinderschule, zu bauen, angenommen und mit allen gegen eine Stimme beschlossen, eine Commission zur weiteren Ausarbeitung des Plaues zu wählen. In die Commission wurden die Herren Anger, Dr. Michels und Vogel gewählt, welche die Wahl auch annehmen. 9. Ueber diesen Punkt der Tages=Ordnung, die Anstellung zweier Nachtwächter betreffend, war vom Magistrat beschlossen, die Wahl durch das Loos zu treffen. Das Loos war dem Schreiner Johann Kümmel und Fabrikarbeiter Wilh. Nöthe zugefallen, sodaß diese einstimmig als Nachtwächter angestellt wurden. 10. Ueber den Verkauf einer der Sparkasse gehörigen Besitzung in Linden referirte Herr Klostermann und theilte mit, daß das Grundstück, welches 3 Ar 92 Qumtr. groß ist, an Fr. Krabert für 6000 M. zu verkaufen von der Sparkassenverwaltung beschlossen sei, wozu das Collegium seine Bewilligung giebt. 11. Der letzte Punkt der Tagesordnung, Festsetzung des Wortlantes der Petition betr. den 3. Polizeidiener fand damit seine Erledigung, daß Herr Dr. Michels dieselbe nochmals verlas und nachdem noch eine kleine Aenderung vorgenommen, ward om Collegium beschlossen, dieselbe unnmehr abzuschicken. Briefkasten der Redaktion. Korrespondent in Linden. Von auderer Seite ist uns schon ein Bericht über die Bergmanns=Versammlung in Linden zugegangen. In nächster Nummer findet derselbe Aufnahme. nicht sein. In solchen Dingen kann Jeder nur für sich selbst stehen; wenn es aber doch ist, so wünsche ich ehrlich, daß er im Stande ist, das Weite zu suchen, ehe die Herren Gensdarmen hinter ihm her sind." „Das möchtest Du wohl, Fritz Rungold," sagte Dorothea, „jawohl, ich glaub' es, das möchtest Du gern, denn wenn der Richard das Weite sucht, so ist er Dir hier nicht mehr im Wege." Sein Gesicht wurde roth wie Scharlach und dann weiß wie ein Leichentuch. Dann sagte er fest und bestimmt:„Was soll ich leugnen, daß ich den Richard lieber in Amerika haben möchte als hier? Was geht er mich an? Hat er etwas begangen, was ihn von hier forttreibt, so kann ich als Freund ihm alles mögliche Gute wünschen, aber ärgern werde ich mich wahrlich nicht darüber, wenn er mir nicht mehr im Wege steht." „Da ist er schon," jauchzte Dorothea und zeigte auf die Thür der Schulzenwohnung, in der Richard eben sichtbar wurde, noch die Mütze auf dem Kopf und die Flinte über der Schulter tragend;„ja, da ist er schon und sein Gewissen treibt ihn nicht fort. Er ist schuldlos und rein wie das Sonnenlicht und bleibt hier bei uns, die wir ihn am meisten lieben und des Himmels Glück und Segen auf sein Haupt erflehen." Und hin flog sie in voller selbstvergessener Leidenschaft und schlang die Armeum seinen Hals und drückte das reizende, blonde Lockenköpfchen an seine Brust und rief:„Richard, liebster Richard, sie klagen Dich des Mordes an, aber ich weiß, daß Deine Hand rein von diesem Blute ist, und will es mit tausend Eiden beschwören." Sechstes Kapitel. Richard war auf demselben Wege, auf dem er in den Wald gegangen war, auch wieder zurückgekehrt, nämlich durch den Garten, der hinter dem Schulzenhof lag. Er hatte demnach keine Ahnung von der unheilvollen Scene, die sich soeben auf dem Platze vollzogen hatte, und zeigte sich nicht wenig überrascht sowohl über die Leidenschaft, mit der Dorothea sich an seine Brust warf, als über die Worfe, die sie in fliegender Hast ausstieß. Sein Erstaunen wuchs, als er auf dem Platze, den eben um diese Stunde die lauteste Lust erfüllen mußte, nur den Schulzen und den schwazen Fritz sah, denn selbst die Fiedler hatten ihre Instrumente im Stich gelassen, und ebenso war die Bedienung am Schenktisch davon gelaufen, um dem schrecklichen Schauspiel der Einholung des Ermordeten beizuwohnen. „Was hast Du denn, Dorothea?“ fragte Richard endlich und suchte sanft dem jetzt laut schluchzenden Mädchen den Kopf aufzurichten.„Mich des Mordes anklagen? Aber ich habe nicht einmal auf den Hirsch geschossen, obschon ich ihn auf dreißig Schritt vor der Flinte hatte. Es that mir leid um das prächtige Thier, das mit seinen treuen braunen Augen so unbesorgt dastand, und doch hatte ich mir's vorgenommen, ihn niederzuschießen, um den hochmüthigen Gesellen, den Baron, zu ärgern. Ein Mord, Mädchen? Nein, dazu bin ich nicht geboren. Wenn es ans Todtschlagen geht, dazu hat der Rungold das bessere Temperament." „Den Teufel auch!" schrie der schwarze Fritz, der mit dem Schulzen herangetreten war und jetzt entsetzt einen Schritt zurücksprang.„Macht nicht schlechte Wiße auf meinen unglück lichen Ruf! es ist eine verzweifelt ernste Sache, Richard, denn der Baron liegt auf der Chaussee mansetodt und ist, wie der Jäger sagt, durch den Kopf geschossen." „Allmächtiger Gott!" rief Richard,„und ich war im Walde." „Allein und ohne Zeugen?" fragte der Schulze. „Allein!" stöhnte Richard, der schnell begriff, welche Bedeutung dieser unselige Zufall für ihn haben konnte. „Aber meine Flinte," fügte er schnell und lebhaft hinzu, „ist noch geladen, links Posten, rechts Kugeln, wie ich sie brauchte, um den Hirsch anzuschießen. Ich habe sie gar nicht abgeschossen." „Das wird vor Gericht nicht chwarze Fritz,„denn dort wird man, ziehen," bemerkte wenn auf Euch Verdacht fällt, einfach annehmen, daß Ihr sie wieder geladen habt." „Halt!" rief Richard dagegen,„das wäre am Ende doch von Gewicht. Ich bin mit dem alten Isaak auf der Chaussee bis kurz vor der Schonung gegangen und der kann mir zum Wenigsten bezeugen, daß ich links abbog nach der Richtung, wo die dreigetheilte Kiefer am Hirschspring steht." „Um wie viel Uhr trenntet Ihr Euch?" fragte der schwarze Fritz schnell. „Es mochte um die fünfte Stunde sein," entgegnete Richard. „So," sagte Fritz gedehnt, und schien sich einer neuen Erwägung hinzugeben, aus der er alsbald mit der Bemerkung auffuhr:„Und der Baron ist um neun Uhr als Leiche gefunden worde.n Da kann man mit Recht bei Richard sagen, daß Ihr bis zu jener Zeit nach der dreitheiligen Kiefer hin und zurückgehen konntet, ganz abgesehen davon, daß Ihr nur den halben oder den viertel Weg zu machen oder nur so zu thun brauchtet, als ov Ihr ginget, um nach hundert Schritten umzukehren und Euch auf die Lauer zu legen." „Aber heiliges Kreuz!" schrie Richard in hellem Zorn, „wo sollte ich es her wissen, daß den Baron der Satan nach der Chaussee führen würde? ich sah ihn hier einreiten auf meines Vaters Fuchs und ging dann fort, weil mich dieser Anblick empörte, ohne auch nur das geringste Anzeichen dafür zu haben, das er nicht den ganzen Nachmittag auf dem Platze bleiben werde."(Fortsetzung folgt.) Scstender& schwemmten findet am Donnerstag, Abends ½9 Uhr, im Saale des Herrn Rud. Anger CONCERT der Hattinger Draht-Capelle statt, wozu Damen und Herren und Alle, die ein menschenfreundliches Herz haben, höflichst eingeladen werden. Da für den Abend noch besondere Kräfte gewonnen sind, können genußreiche Stunden versprochen werden. Entree wird in das Belieben des mildthätigen Besuchers gestelkt. G. Krick. Coiffeur. Bahnhofstrasse No. 13 Hattingen. Bahnhofstrasse No. 13. Seperate Salons zum Damen- und Herren-Frisiren, Schamponiren, Haarschneiden und Rasiren. Unseren lieben Eltern Hubert Muckel und Frau Wilhelmine geb. Heimes in Hattingen zur Feier ihrer silbernen Hochzeit die besten Glück- und Segenswünsche. Sei froh gegrüßt zur Silberjubelfeier, O Jubelpaar, aus voller Brust; Du bist uns herrlich werth und theuer, Drum nah'n wir Dir in Lieb' und Lust Und weihen Dir zum Festesglanz Von Herzen heut' den Silberkranz. Heil, dreimal Heil dem Herzensbunde, Dem Gott den Jubeltag verlieh'n! 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Krick, Coiffeur, Bahnhofstr. 13 Ein Schaf zugelaufen. Der rechtmäßige Eigenthümer kann dasselbe gegen Erstattung der Unkosten bei mir in Empfang nehmen. Otto Zeimer, Winz. Verkaul. Am Donnerstag den 4. December, Vormittags 10 werde ich im Keller der früheren Lackfabrik(Westfalia), in der Nähe des Bahnhofs belegen, einige Hundert Säcke mit Kartoffeln u. Möhren gegen gleich baare Zahlung öffentlich zum Verkauf aussetzen. Hattingen, 1. December 1890. Schulte, Gerichtsvollzieher. Bei Gelegenheit des Hochwassers habe ich eine Schiebkarre aufgefischt, der Eigenthümer kann dieselbe gegen Erstattung der Insertionskosten in Empfang nehmen. H. Bottmer, Steinhagenthor. Mark 500 Redaction, Druck und Verlag von Wilh. Häußler in Hattingen a. zahle ich demjenigen Lungenleidenden, welcher nicht sicher Hilfe durch den Gebrauch meiner weltberühmten American coughing cure findet. Husten und Auswurf höret schon nach wenigen Tagen auf, Tansenden wurde damit bereits geholfen. Catarrh, Heiserkeit, Verschleimung n. Kratzen im Halse etc. hebt es sofort auf. Preis pr. Fl Mk. 2,50, 3 Fl. 6 Mk. per Nachnahme oder gegen vorherige Einsendung des Betrages. Unbemittelte erh. gegen Bescheinigung der Ortsbehörde oder eines Pfarrers von mir Hilfe gratis. Vor werthlosen Nachahmungen wird gewarnt. Zu haben: In der Apotheke zu Schkeuditz. General=Depot: Oscar Lutze, Berlin C22. Hygiéne de lâ Tête Eau de Quinine! In Flaschen mit Patentstöpsel; zur Erhaltung und Beförderung eines vorzüglichen Haarwuchses, empfiehlt Emil Schröder.