9 „Aus dem Reich der Frau",„Heitere Welt" und„Westdeutscher Rundfunk". Anzeigenpreis: Für 1 mm Höhe und 33 mm Breite 10 Pfg. Für Anzeigen im Textteil 1 mm Hbhe, 75 mm Breite 35 Pfg.— Bei Wiederholung Rabatt, derj doch bei gerichtlicher Beitreibung von Inseraten ist abends extteil 1mm Hbhe, 75 mm Breite 35 Pfg,— och bei gerichtlicher Beitreibung und im Konkursfalle fortfällt. Annahmeschlüß 7 Uhr für die am nächsten Tage erscheinende Ausgabe. 6 Geschäftostelle: Obermarkt/ Kl. Weilstraße Nr. 2941, 2942, 2043 Anzeiger Postscheckkonto: Dortmund Nr. 111 05 Telegramm=Aöresse: Kreisblatt Hattingenruhr für Westdeutschland, Handel und den übr Sport und Frauenbeilagen: Werner Bro tretung./ Druck und Verlag: C. Hundt sel. Radog dene Pe Abolf Beine / Eigene Berliner Verwe., Hattingen-Ruhr, Kleine Weilstraße Nr. 27/ Sprechstunden der Redaktion 4—6 Uhr nachmittags. Für Aufbewahrung aller der Redaktion unverlangt eingesandten Manuskripte wird keine Gewähr übernommen. Zurücksendung erfolgt nur, wenn Rückporto beiliegt. Alle redaktionellen Einsendungen sind nur an den Verlag zu richten. für den Ennepe-Ruhrkreis Kreisblatt für den Ennepe=Ruhrkreis Zeilung in Stadi und Krels Das Neueste vom Tage. In Hagen ist bei politischen Streitereien eine Person tot geblieben, mehrere andere wurden verletzt. * Der irische Außenminister Mac Gilligan, der wie berichtet, in Berlin weilt, besuchte gestern den Reichskanzler. * Die Stadt Augsburg hat anläßlich des Erfolge Piccards das Rathaus festlich geflaggt, und an Professor Piccard ein herzliches Glückwunschtelegramm gerichtet. *( Die von der sozialdemokratischen Partei und den Kommunisten in Breslau geplanten Gegenkundgebungen gegen den Stahlhelmtag sind von der Polizei verboten worden. * Die Gutachterkommission für die Arbeitslosenfrage hat gestern ihre Arbeiten beendet. * Bei Trier ist wieder ein französisches Militärflugzeug gelandet; auch ein polnisches Flugzeng hat wieder oberschlesisches Gebiet überflogen. Die Französische Kammer sprach gestern der Regierung Laval nach einer anßenpolitischen Debatte mit 332 zu 256 Stimmen das Vertrauen aus. * Der römische Sondergerichtshof zum Schutz des Staates verurteilte den wegen eines Anschlages auf Mussolini angeklagten Anarchisten Schirru zum Tode durch Erschiehen. Französische Militärflugzeuge über Kehl. Ueber der Stadt Kehl erschienen gestern vormittag gegen 10 Uhr zahlreiche französische Militärflugzeuge. Sie gehörten einer aus 40 Flugzeugen bestehenden Staffel an, die militärische Uebungen veranstaltete. Etwa 25 der an diesen Uebungen beteiligten Flugzeuge überflogen den Ahein und setzten ihre Uebungen über der Stadt Lehl fort. Einzelne Flugzenge flogen sogar dis nach den 5—6 Kilometer entsernten Orten Anenheim und Kork. Nach etwa 10 Minnten kehrten die Flugzenge zurück. Es ist dies seit 1930 wieder der 1. Fall, daß französische Militärflugzeuge die Grenze bei Kehl überflogen haben. Die Landung auf dem Großgurgler Ferner. Der erste Augenzeuge, der den Ballon Piccards auf seiner abenteuerlichen Fahrt ins Oetztal verfolgt hat, ist der Wirt vom Gasthof zur Post in Sölden. Er berichtet, daß der Ballon Piccards am Mittwoch etwa 20,30 Uhr in genau nördlicher Richtung in etwa 3—4000 Meter Höhe das Oetztal hinauf in Richtung auf den Gurgler Ferner flog, der von Sölden aus durch den Nölderkogl verdeckt ist. Die Landung des Ballons, der eine Höhe von 16000 Meter erreichte, erfolgte Mittwoch abend 10 Uhr glatt auf dem Gletscherbruch des Gurgler=Ferner. Piccard und seine Begleiter sind wohlbehalten, der Ballon und die Instrumente unbeschädigt. Der Oberlehrer Falkner, der Schullehrer Östrain und der Besitzer Grüner, die früh 8 Uhr von Obergurgl aufgebrochen waren, erreichten um 10,30 Uhr als erste die Landungsstelle des Ballons am Ferner. Professor Piccard und sein Assistent, Ingenieur Kipfer, befanden sich bereits außerhalb der Gondel und waren im Begriff, auf die Felsen hinauszusteigen. Die Rettungsmannschaft machte jedoch durch Zeichen auf die Gefährlichkeit dieses Aufstieges aufmerksam und begab sich zu ihnen hinunter auf den Gletscher. Sie labten dann die beiden Forscher, die an starken Durst litten, mit Tee und gaben ihnen Lebensmittel. Die Forscher waren selbst noch mit einer geringen Nahrungsmittelmenge versorgt. Prosessor Piccard und sein Assistent, die sich sehr wohlfühlten, teilten mit, daß sie die Nacht über in der Gondel verbracht hätten. Um 5 Uhr nachmittags traf Piccard in Obergural ein. Eine Abteilung des österreichischen Alpenjägerregiments Nr. 12 hatte sich zur Hilfeleistung ins Oetztal begeben, stieg bis zur neuen Karlsruher Hütte auf, barg den Ballon und schatfte ihn zu Tal. Ein Telegramm nach Augsburg. Bei der Riedinger Ballonfabrik ist folgendes Telegramm von Professor Piccard aus Obergurgl eingetrofsen:„Glücklich gelandet, 21 Uhr auf Groß=Gurgler=Gletscher. Ballon vorzüglich. konnte gar nicht vorher heruntergebracht werden. Werde in Obergurgl bleiben. Gruß Piccard." Piccard über seinen Flug. Herrliche Fahrt in der Stratosphäre, drahtet er. Haben die gewünschte Höhe erreicht und dort gearbeitet. Konnten erst nach Sonnunteraana die Stratosphäre verlassen. Landung in 2700 m Höhe. Hatten große Schwierigkeiten und konnten erst 21 Uhr niederaehen. Sind wohl und gesund. Haben ½ Atmesphäre erreicht. Abstieg Franzreichs neuer Staatspräsident(X) bei dem großen„Flr fest der franz in Vincennes bei Paris Es war Doumers erstes repräsenlatives Auftreten. sischen Schwingen" sehr schwierig, mußten 16 Stunden in der Stratosphäre bleiben. Glückliche, aber harte Landung. Wußten bei der Landung nicht, wo wir uns befanden. * Piccards dramatischer Flug. Augsburg Mönchen bg. Rosenheim o Kempten peissendg Oderommerga Nochel-. 3 ru Landeo ree Davos. SCHWEIZ Lugange) Trient Das Kreuz bezeichnet die Stelle in den österreichischen Alpen(Guraler=Firner). wo Viccards Ballon nach stundenlanger Irrfahrt niederaina. * Glückwunsch der Schweiz. Unmittelbar nach Empfang der Nachricht von der glücklichen Landung Professor Piccards und seines Begleiters Kipfer richtete Bundespräsident Haberlein an die beiden Forscher folgendes Telegramm:„Ich beglückwünsche Sie namens des Bundesrates zu der außerordentlich kühnen, erfolgreichen und bahnbrechenden Fahrt, auf welche wit Eidgenossen alle mit Ihnen stolz sind." Der Vorsteher des Eisenbahn= und Postdepartements. Bundesrat Pilet, sandte an Professor Piccard folgendes Glückwunschtelegramm.„Im Namen des Eisenbahndepartements und des Luftamts dem Erfinder des Stratosphärenluftfahrzeuges, dem genialen Ballonführer u. heroischen Forscher und seinem Assistenten herzliche Glückwünsche aus der Heimat.“ Nach Brüssel. Bei der Belgischen Telegraphenagentur ist das folgende, um 15,20 Uhr aufgegebene Telegramm Professor Piccards eingegangen:„Nach schwierigem. langem Flug sind wir glatt gelandet. Kipfer und ich befinden uns wohl. Wir haben die gewünschte Höhe erreicht.“ Belgische Auszeichnung. Der belgische Außenminister Hymans sandte an Professor Piccard ein Telegramm, in dem er ihn zu seinem Erfolge beglückwünschte und mitteilte, daß ihm das Großkreuz zum Leopoldsorden, seinem Assistenten Kipfer das Ritterkreuz zum Leopoldorden verliehen worden sei. Glücklicher Vater. Aus Brüssel traf auch ein Telegramm ein, das den Professor von der glücklichen Geburt des fünften Kindes während seiner Höhenfahrt unterrichtete. Dem Münchener Vertreter des WTB schilderte Piccard an Hand seiner' in Notizbüchern niedergelegten Fahrtaufzeichnungen, die Ergebnisse seines Fluges, soweit sie ihm wissenschaftlich besonders bemerkenswert erschienen. Dabei wies Professor Piccard darauf hin, daß ein Teil der Apparate gut funktioniert hatte, daß aber auf die Verwendung eines anderen Teils der Apparate, wie vorauszusehen, verzichtet werden mußte. Die Hauptmessung, auf die der Forscher den größten Wert legte, nämlich die Messung der durch die kosmischen Strahlen erzeugten Leitfähigkeit der Gase, ist, wie Professor Piccard betonte, vollkommen gelungen, jedoch nur in sehr großen Höhen, was dadurch veranlaßt wurde, daß der Ballon äußerst schnell stieg. Er hatte in 25 Minuten bereits eine Höhe von 15 Kilometern erreicht, also viel schneller als ursprünglich beabsichtigt. Piccard erklärte weiter: Die Hauptmessungen haben wir erst in 15 Kilomet c Höhe anfangen können. Die größte Höhe von 16 Kilometer wurde nach den Aufzeichnungen Professor. Piecards, wie er auf Befragen weiter mitteilte, bereits um 7,45 Uhr erreicht. Der äußere Luftdruck betrug um diese Zeit 76 mm(also ungefähr 10 atmosphärischen Drucks), nachdem kurz vorher 77 mm gemessen worden waren. Auf die Bestimmung der Flugroute hat Professor Piccard keinerlei Wert gelegt, da er mit Dr. Kipfer vollauf mit wissenschaftlichen Messungen beschäftigt war. Hier und da hat er die Triftbestimmung vorgenommen. Die seitliche Geschwindigkeit betrug im Durchschnitt etwa 15 Sekundenmeter. Piccard verglich mit großem Interesse seine wenigen Aufzeichnungen über die Beobachtung der Flugronte mit den verschiedenen Standortbestimmungen, die von der Erde aus vorgenommen worden waren. Aus der Gondel selbst konnte immer nur ein ganz kleiner Ausschnitt der überflogenen Landschaft wahrgenommen werden, was eine genaue Bestimmung des Standortes vom Ballon aus unmöglich machte. Der Mond erschien wesentlich heller als bei Beobachtung vom Erdboden aus. Das Relief der Berge gewährte einen überwältigenden Eindruck. Auf die Frage, weshalb Professor Piecard die ausgezeichneten Landemöglichkeiten in Oberbayern und im Inntal, besonders in Innsbruck, nicht ausgenutzt habe, erwiderte der Forscher, daß es nicht möglich war, das Ventil zu ziehen. Er hätte sonst unbedingt Für sie waren es Stunden größter Gorge. Piccard mit seiner Familie, die sich über seine glückliche Landung wohl am meisten freut. die Landung gegen 11 Uhr vormittags im Lechtal vorgenommen, weil er dort sehr gute Landegelegenheiten feststellte. Die Signale des Flugplatzes Innsbruck haben die Balloninsassen überhaupt nicht wahrgenommen, so daß auch dort eine Landung unterblieb. Erst in den Abendstunden war es Professor Piccard dann möglich, zur Landung zu schreiten, die nach seinen eigenen Aufzeichnungen um 20,52 Uhr erfolgte. Zu diesem Zeitpunkt war er in der Lage, nachdem der innere Druck der Gondel durch Ablassen von Sauerstoff in Uebereinstimmung mit der Außenluft gebracht war, die Mannlöcher zu öffnen. Die Temperatur in der Stratosphäre, die ja bekannt ist, betrug außerhalb der Gondel 55—60 Grad unter Null, im Innern der Gondel herrschte infolge der Sonnenbestrahlung eine ziemlich hohe Temperatur, zeitweise bis zu 41 Grad über Null. Von außerordentlicher Wichtigkeit für das Gelingen des Fluges hat sich die kluge Voraussicht des Forschers erwiesen, nicht, wie ihm angeräten war, nur eine Sauerstofflasche, sondern den doppelten Sauerstoffvorrat mitzunehmen. Professor Piccard erklärte hierzu: Ich treffe für alle wichtigen Unternehmungen Vorsichtsmaßregeln und hatte daher zwei Sauerstoffapparate mitgenommen, obwohl mir die Lieferfabrik mitgeteilt hatte, daß die Sauerstofflaschen mit absoluter Sicherheit funktionieren. Daß wir zwei Apparate mitführten, hat uns zweifellos gerettet, denn wir hatten bei der Landung nur noch für eine Stunde Sauerstoff mit. Die Landung selbst hat sich, wie Professor Piecard zum Schluß der Unterredung mitteilte, glatt vollzogen. Die Gondel rollte einige Male, kam dann aber schnell zum Stillstand. Bei der Landung hatten wir noch 350 kg Ballast an Bord, also wesentlich mehr als wir beabsichtigt hatten. Wir hätten eher nicht riskieren können, Ballast in größeren Mengen abzugeben, da wir dadurch wieder in größere Höhen getrieben worden wären und unter allen Umständen beabsichtigten, wegen der Abnahme des Sauerstoffvorrates so schnell als möglich zu landen. Erst im letzten Augenblick gaben wir stärker Ballast ab, um ein zu starkes Aufsetzen der Gondel zu vermeiden. Die Forscher haben die Nacht außerhalb der Gondel auf dem Gletscher verbracht und dachten mit dem frühen Morgen über den Gletscher hinunterzukommen. Dies erwies sich aber als unmöglich, so daß sie um 9 Uhr aufbrachen, um in den Felsen seitlich des Ferner den Abstieg zu versuchen. Sie hatten sich hierzu mit einem der Seile des Ballons in doppelter Seilsicherung angeseilt und trafen dann in den Felsen auf die Hilfsexpedition. Der Ort Gurgl, der durch die Landung Piccards Weltberuymtheit erlangt hat, liegt im südlichsten Winkel des Oetztales, eine Kraftwagenfahrt von drei Stunden führt von Innsbruck nur bis Zwieselstein, dann ist ein Fußmarsch von fast drei Stunden notwendig, um das 2700 Meter hoch gelegene Gural zu erreichen. „Donnerstag abend war Piccard und sein Assistent, Ingenieur Kipfer, mit den mittlerweile in Gurgl eingetroffenen Vertretern der Behörden und der Presse im engeren Kreise beisammen und gibt weitere Einzelheiten über seine Fahrt bekannt. Besonders bemerkenswert ist noch, daß Professor Piccard nur ein einziges Mal Signal gegeben hat, und zwar ein Signal, das sich als außerordentlich glücklich erwiesen hat, nämlich, als er im Oetztal der Lichter des Ortes Gurgl ansichtig wurde. Dieses Signal mit einer Taschenlampe ist in Gural bemerkt worden. Es hat dazu geführt, daß am Vormittag die Rettungsexpedition zur Hilseleistung für Professor Piccard aufgebrochen ist. Zur Erleichterung der Atmung auf der Fahrt wurde sowohl Kohlensäure absorbiert wie Sauerstoff zugegeben. Der Preß=Sauerstoff, der mitgeführt wurde, betrua 750 Liter. Mit Lebensmitteln war Professor Piccard nicht besonders ausgerüstet, insbesondere wurde angesichts der langen Fahrtdauer der Mangel an Getränken stark empfunden. Der Forscher erzählt hierzu noch in kleinem Kreise, daß er froh war, das durch die Kondensierung der Atmung in der Innenwand der Kabine herabströmende Wasser trinken zu können und daß ihm niemals ein Getränk besser geschmeckt hat, als nach der Landung das geriebene Gletschereis mit etwas Orangenschalen vermischt. Beginn des Prozesses Uralzeff. Vor dem Schöffengericht begann gestern vormittag 9 Uhr der Prozeb gegen den 1886 in Reval geborenen Michael Alexander Uralzeff, der mit seinem richtigen Namen Salomon Malchawskt heißt und seine Mitangeklagten, den Kasseler Rechtsanwalt Dr. Steinmetz, den Dresdner Rechtsanwalt Dr. Türk und die Berliner Kaufleute Bedenk, Schrade und Rifczes. Die 15. Internationale Arbeitskonferenz hat gestern in Genf begonnen. Am Vorstandstisch sitzt neben dem Direktor des Internationalen Arbeitsamtes, Albert Thomas, der Generalsekretär des Völkerbundes, Sir Erie Drummond. 46 Staaten der internationalen Arbeitsorganisation sind vertreten, darunter 30 durch vollständige Delegationen, bestehend aus je einem Regierungsvertreter, einem Arbeitgebervertreter und einem Arbeitnehmervertreter. Am Platze des deutschen Regierungsvertreters ist vorläufig Ministerialdirektor Dr. Sitzler vom Reichsarbeitsministerium erschienen. Der ehemalige Reichsarbeitsminister Dr. Brauns, der Führer der deutschen Delegation, wird erst heute erwartet. Die deutschen Arbeitgeber sind durch Kommerzienrat Vogel, die Arbeitnehmer durch Reichstagsabgeordneten Hermann Müller=Lichtenberg vertreten. In Vertretung des erkrankten Vorsitzenden des Verwaltungsrates, Fontaine=Frankreich, eröffnete der stellvertretende Vorsitzende, Poulten=England, die Konferenz. Er ging kurz auf die Aufgaben der diesjährigen Konferenz ein und berührte auch die Frage der Arbeitslosigkeit, die zweifellos das Hauptthema der Versammlung dieser Konferenz sein würde. Auf Vorschlag des belgischen Delegierten Mahaim, dem sich verschiedene Delegierte anschlossen, wurde der Vertreter Polens, Sokal, einstimmig zum Vorsitzenden der Konferenz gewählt. Sokal ging in der Rede, mit der er seine Amtsübernahme einleitete, auf die Weltwirtschaftskrise ein, die, wie er erklärte, nicht ohne Einfluß auf die Arbeiten der Konferenz bleiben könne. Die internationale Arbeitskonferenz würde ohne Fühlung, mit den wirtschaftlichen Realitäten sein, wenn sie nicht ihrerseits mit allen Kräften gegen die Schwierigkeiten, in denen sich die Welt befinde, kämpfen wollten. Auf den Enthusiasmus des Jahres 1919, da man an eine schnelle und vorbehaltlose Verwirklichung der sozialen Ideen des Teils 13 des Versailler Vertrages geglaubt hatte, seien Inflation und Arbeitslosigkeit gefolgt, und man spreche jetzt immer mehr von der Krise der Sozialpolitik. Die bisherigen Bemühungen des Völkerbundes hätten nicht die gewünschten Ergebnisse gehabt. Immer klarer ergebe sich aber, daß nur eine gemeinsame Anstrengung aus den Schwierigkeiten herausführen könne, und daß die heutige Krise Keime einer neuen wirtschaftlichen und sozialen Ordnung in sich berge. In diesem Zusammenhang erinnerte Sokal an die Worte Papst Pius XI., der vor einigen Tagen gesagt habe, man müsse unbedingt das Wirtschaftssystem neu ordnen und es zurückführen auf die Gesetze der sozialen Gerechtigkeit. Eine vernunftmäßige Wiederherstellung der weltwirtschaftlichen Struktur sei nur möglich durch eine Wirtschaftspolitik, die von sozialen Ideen durchdrungen sei, und eine Sozialpolitik, die den wirtschaftlichen Notwendigkeiten Rechnung trage. (Alte Weisheit!) Er hege die Hoffnung, daß die Arbeit der Konferenz zur Lösung der Schwierigkeiten beitragen werde. Nach der Rede Sokals vertagte sich die Versammlung. Die Polemit um die Katholische Aktion in Stalien. „Össervatore Romano“, das Blatt des Vatikans widmet der Polemik und den Zwischenfällen um die Katholische Aktion Donnerstag abend fünf volle Spalten. Zwei davon enthalten allein eine neue Beschwerdeliste, in der in anschaulicher Weise besonders drei Fälle geschildert werden, bei denen es zu regelrechten Verwüstungsszenen gekommen sein soll. In die Räume des Pfarramtes San Lorenzo in Damaso, die sich in dem Gebäude der unter internationalem Rechtsschutz stehenden päpstlichen Cancellaria befinden, seien, so heißt es im„Össervatore Romano", Mittwoch abend 20 Demonstranten eingedrungen. Dabei sei auch ein Kruzifix zerschlagen worden. Eine andere Gruppe von etwa 50 Demonstranten hätte mit eisernen Stangen die Räume der Jesuitenzeitschrift„Civilia Catholica“ erbrochen, wobei verschiedene Fensterscheiben zerschlagen, Bilder von den Wänden gerissen und Bücher auf die Straße geworfen worden seien. In einem weiteren Artikel polemisiert „Össervatere Romano" gegen„Lavoro Fascista“ und„Popolo di Roma“, wobei er sich insbesondere gegen das vom Popola di Roma“ verbreitete GeAllerlei aus dem Reiche. WP. Dingelbeys Aufforderung, nach Berlin zu kommen. Die Reichstagsfraktion der Deutschen Volkspartet ist von ihrem Vorsitzenden für kommenden Montag zu einer Aussprache über die politische Lage einberufen worden. Der Philologentag Hamburg erklärt in einer Entschließung, daß ein ernenter Zugriff auf die Beamtengehälter nicht mehr tragbar sei. Gehaltskürzungen werden auch für die anderen Gehaltsgruppen dadurch nicht erträglicher, daß eine stärkere Belastung der mittleren und höheren Gruppen erfolgt. Die Thüringer Regierungskoalition gefährdet? Der auf Antrag der Wirtschaftspartei am Donnerstag herbeigeführte Beschluß des Landtages auf Aufhebung des 6prozentigen Zuschlags zur Mietzinssteuer hat den Finanzminister Baum zu einer scharfen Erklärung veranlaßt, in der er darauf hinweist, daß die Staatsfinanzen einen Steuerausfall von 1½ Millionen, wie er durch den Fortfall des Mietzinssteuerzuschlags entstehen würde, nicht ertragen könnten. Wie verlautet, haben sich aus der Annahme des wirtschaftspartetlichen Antrages ernste Meinungsverschiedenheiten innerhalb der Regierungskoalition ergeben. Am Donnerstagabend beschloß der Aeltestenrat des Landtags, Freitagabend nochmals zusammenzutreten, um über eine evtl. stattfindende Nachtsitzung des Landtagsplenums Beschluß zu fassen. rückt wendet, der Generalsekretär der Katholischen Aktion, Prälat Piccardo, trachte nach der Uebernahme des Staatssekretariats. In einem dritten Artikel schließlich veröffentlicht„Össervatore Romano" eine von Prälat Piccardo autorisierte Darstellung seiner Reden, die von„Lavoro Fascista“ als Hauptpunkt für die neue Polemik aufgegriffen worden waren. Prälat Piccardo dementiert darin in aller Form, daß er jemals von Diktatur gesprochen und Worte oder Sätze gebraucht habe, die darauf angespielt hätten. Desgleichen dementiert er absolut die ihm in den Mund gelegte Behauptung, daß die Katholische Aktion in der Lage sein müsse, die Macht an sich zu reißen. „Lavoro Fascista“ seinerseits hält unter Fortsetzung seiner Polemik an der Richtigkeit der von ihm veröffentlichten Berichte über die vertraulichen Vorstandssitzungen der Katholischen Aktion fest. Das Blatt behauptet, es habe diese Berichte vor ihrer Veröffentlichung Punkt für Punkt kontrollieren können. Der Fricksche Schulgebetserlaß fällt, Der Thüringer Landtag nahm gestern einen sozialdemokratischen Antrag auf Zurücknahme des Frickschen Schulgebetserlasses mit den Stimmne der Linksparteien bei Stimmenthaltung der Deutschen Volkspartei gegen die Stimmen der übrigen Parteien an. Eine praktische Bedeutung kommt diesem Beschluß des Landtags nicht zu, da ja der Schulgebetserlaß bereits durch Reichsgerichtsurteil für verfassungswidrig erklärt wurde und eine Einführung der Schulgebete nicht stattgesunden hat. Ein von Buchatz kommender polnischer Doppeldecker überflog gestern deutsches Hoheitsgebiet über Dombrowa und Biskupitz. Das Flugzeng entfernte sich dann wieder und passierte bei Ruda die Grenze. An den Tragflächen des Flugzenges war das Hoheitszeichen — das rot=weihe Karo— dentlich zu erkennen. Nach einer Privatinformation überflog das Flugzeug in etwa 600 Meter Höhe auch Mikultschütz. Deutsch-polnisches Fischereiabkommen. Im polnischen Außenministerium wurde zwischen den Gesandten von Moltke und und Unterstaatssekretär im Außenministerium, Oberst Beck, die Ratifikationsurkunden des vom 10. Dezember 1927 in Berlin unterzeichneten Fischereiabkommens ausgetauscht. Heinrich Mann wird alt. Heinrich Mann ist gegenwärtig in Paris, um als Vertreter der Preußischen Dichterakademie am internationalen Schriftstellerkongreß teilzunehmen. Er hat höchst überflüssigerweise dem „Paris Soir“ ein politisches Interview gegeben, obwohl der Interviewer selbst durchblicken läßt, daß er von Mann eigentlich politische Aeußerungen nicht erwartet habe. Was Heinrich Mann sagte, ist an sich banal und wird dadurch, daß er es in Paris sagte, geradezu skandalös. „Dr. Curtius," sagte Heinrich Mann,„ist ein ungeschickter Mensch. Ich kenne diesen Mann persönlich nicht, aber ich weiß, daß er kein Politiker ersten Ranges ist. Er ist ein Beamter, der sich von seiner Umgebung leiten läßt. Auf jeden Fall sind seine Methoden der alten Diplomatie unzulässig.“ Darauf erklärte Heinrich Mann noch, daß für die gegenwärtige Politik Brüning verantwortlich sei und daß ihm die Schuld an dem deutschen Elend sowie an dem Fortschritt der Hitler=Bewegung zufalle. Schließlich erklärte Herr Mann noch, daß die Reparationsverpflichtungen an dem deutschen Elend nicht schuld seien. Deutsch-österreichische Zollunion am 1. Juli im Haag. Der Präsident des Ständigen Internationalen Gerichtshofes, Adatschi=Japan, gibt bekannt, daß er eine Verfügung erlassen habe, durch die der Termin für die Beendigung des schriftlichen Vorverfahrens in der Angelegenheit der deutsch=österreichischen Zollunion, die bekanntlich kürzlich dem Haager Gerichtshof vom Völkerbundsrat zur gutachtlichen Entscheidung überwiesen wurde, auf den 1. Juli festgesetzt habe. Die öffentlichen Plaidoyers sollen in der ersten Hälfte des Monats Juli stattfinden. Im Hinblick auf die zutage getretene Notwendigkeit einer schnellen Erledigung der obigen Angelegenheit hofft der Präsident, daß der Gerichtshof im Stande sein werde, noch vor Ende August sein Gutachten zu erstatten. In Spanien wird die Arbeitslosenversicherung eingeführt. Ferner wird amtlich bekanntgegeben, daß vom 1. Oktober ab eine Mutterschutzversicherung in Kraft treten soll. Um Kürtens Kopf. Der Rechtsausschuß des Preußischen Landtags beriet den deutschnationalen Antrag, wonach das Staatsministerium ersucht wird, das gegen Kürten rechtskräftig gewordene Urteil vollstrecken zu lassen. Abgeordneter Dr. Kaufmann=Berlin (DN.) empfahl als Berichterstatter, daß der Ausschuß dem Landtag die Annahme dieses Antrages empfehlen solle. Es komme der deutschnationalen Fraktion vor allem darauf an, eine Erklärung der Regierung darüber herbeizuführen, inwieweit die frühere Erklärung des Justizministers, daß er keine Todesurteile vollstrecken lassen werde, eine grundsätzliche Stellungnahme bedeute. Gerade der Fall Kürten zeige, daß die Todesstrafe nicht entbehrt werden könne. Es fand nur eine kurze Beratung statt. Die Abgeordneten Rhiel(Ztr.) und Riedel(Staatspartei) erklärten, der Landtag sei nicht zuständig dafür, einen solchen Beschluß zu fassen. Abg. Eichhoff(DVP) wies darauf hin, daß er Anhänger der Todesstrafe sei. Dero Landtag könne aber dem Staatsministerium nicht im Einzelfall seine Direktiven auferlegen. Abg. Kuttner(Soz.) wies auf die Konsequenzen hin. Wenn man den Antrag annehme, dann würde auch umgekehrt das Ministerium jeden einzelnen Fall dem Landtag zur Beschlußfassung unterbreiten können und damit die Verantwortung von sich weisen können. Abg. Freiherr von Wangenheim(Dtsch.Hann.) betonte, daß auch er, besonders im Falle Kürten, für die Todesstrase sei, der Landtag könne aber hier nicht eingreifen. Abg. Dr. Maretzki(DN) brachte hierauf einen Ergänzungsantrag ein, wonach entgegen der Erklärung des Justizministeriums das Staatsministerium ersucht wird, die Vollstreckung der Todesstrafe künftig grundsätzlich nicht abzulehnen. Dieser Antrag wurde gegen die Deutschnationalen und die Deutsche Volkspartei abgelehnt. Annahme sand der sozialdemokratische Antrag, den zugrundeliegenden deutschnationalen Antrag abzulehnen, da der Landtag nicht zuständig sei. Fliegendes Feuer. Explosion im rumänischen Petroleumgebiet. Auf dem Petroleumgebiet bei Cura Oenitzein in der Nähe von Plösti(Rumänien) erplodierte während der Bohrungen ein Petroleumbrunnen der Petroleumsgesellschaft Prahvoa. Die Explosion war so heftia, daß im Umkreis von 200 Meter alle Sonden ihren Betrieb einstellen mußten. Das in großen Mengen emporgeschleuderte Gas und Erdöl wurde vom Winde über einen Kilometer weit fortgetragen, so daß die Ernte in der Umgebung vernichtet wurde. Der Sachschaden wird auf über 5 Millionen Lei geschätzt. und jerzi.... Sommerkleidung! O6 achlank... 26 aturk, für alle haben wir gesorgt. Mehr noch als über unsere niesia mole werden Sie über die überrascht sein. Jussorjoppen prima Qualität 95 195 2.95 115 145 6.95 Holle offen u. geschlossen 3.95 3.50 in schwarz, blau, farb. in wundersch. Must. 18- 19- 7.50 1950 f0. 11. 9.14.12.-9.50 6.95 Gestreifte und Anzug-Hosen 7.75 6.50 4.50 2.95 1.95 DEMMLER Hattingens größtes Herren-Spezialhaus mit der größten Huswahl. 2. Blatt Nr. 123. Freitag, 29. Mai. Fritz Harkorts erste Eisenbahn. Im Jahre 1835 wurde zwischen Nürnberg und Fürth die erste Eisenbahnstrecke angelegt und befahren. Die Inbetriebnahme der erfundenen Dampfmaschine war ein gewaltiger Fortschritt der Technik und die Beförderung wurde wesentlich erleichtert. Es ist allerdings irria, wenn man meint, daß sie die erste deutsche Eisenbahn überhaupt gewesen. Bevor die Dampfmaschine in Betrieb genommen wurde, ließ man schon Bahnen auf Schienen laufen. Dadurch wurde eine große Kraftersparnis erzielt, besonders bei den damals überaus schlechten Wegen. Im Jahre 1826 entstand die erste Schieneneisenbahn des europäischen Kontinents im Muttental bei Witten. 1829 baute Fritz Harkort seine erste Schienenbahn. Sie führte von der Zeche Schlebusch in Silschede im Amt Volmarstein zur Enneper Straße nach Haspe und war über eine deutsche Meile lang. Ihre Anlegung war für die damaliae Zeit eine bedeutende technische Leistuna. Da die Bahn natürlich ziemlich eben sein mußte, waren mehrere Bodenhindernisse zu überwinden. Einige Täler mußten bis zu 14 Meter Breite und 10 Meter Tiefe ausgefüllt werden. Die meiste Arbeit aber machte ein Durchstich von über 100 Meter Länge zum Teil durch Felsen. Wenn man bedenkt, daß in der damaligen Zeit noch nicht die technischen Hilfsmittel von heute, wie Bohrhämmer usw. zur Verfügung standen, so kann man diese Leistung nur bewundern. Die Wagen, die von Pferden gezogen wurden, liefen auf Eisenschienen, die in der Harkortschen Fabrik in Wetter hergestellt waren. Mit dem Bau dieser Bahn war eine wesentliche Besserung der Transportmöglichkeiten der Kohlen erreicht. Diese mußten nämlich bis dahin alle mit Pferdekarren auf schlechten Wegen befördert werden. Durch diese neue Art der Fortbeweauna konnte ein gutes Pferd 110 Zentner Kohlen nach Haspe befördern — die Bahn fällt etwas— und 15 leere Wagen wieder zur Zeche zurückbringen. Für die ärmere Bevölkerung, die eine aanze Karre Kohlen auf einmal nicht kaufen konnten, war die Anlegung dieser Bahn eine wesentliche Erleichterung. Sie konnten die Kohlen jetzt scheffelweise vom Kohlenlagerplatz holen. Johann Kaspar Harkort schrieb dazu in einem Brief vom 15. Januar 1854 an Bürgermeister Lehmann von Ennever Straße:„Die Eisenbahn und ihr Gründer Friedrich Harkort verdienten wohl das Lob, daß sie sich der umliegenden Gegend ungemein nützlich erwiesen und namentlich um die ärmeren Klassen, die ganze Karren Kohlen nicht kaufen konnten, sehr verdient gemacht haben. Die ersten Erbauer derselben aber haben das ganze Anlagekapital von Thl. 40 000 zusamt den langjährigen Zinsen dabei eingebüst und glauben den Grund in dem schlimmen Umstand zu erblicken, daß die Bahn unter den Zechen keine Wahl hatte, sondern einzig von der Schlebuscher Gewerkschaft abhing, welcher sie dann auch endlich gegen eine unbedeutende Veraütung abgetreten werden mußte.“ Es ist überhaupt das Geschick Fritz Harkorts gewesen, daß er zwar der„Prosektemacher“. wie man ihn nannte, war, daß die Früchte seiner Arbeit aber immer andere einaeheimst haben. Eins seiner Projekte war die Verbindung des rheinnisch=wensälischen Industriegebietes mit dem Meere. So schrieb er:„Man verbinde Elberfeld. Köln. Duisburg mit Bremen oder Emden und Hollands Zölle sind nicht mehr“. oder„Wie glänzend würden die Gewerbe von Rheinland=Westfalen bei einer solchen Verbindung mit dem Meere“. Es maa deshalb bei dem Bau der Schlebusch=Harkorter Bahn auch wohl die Absicht eine Rolle gespielt haben, einmal zu zeigen, wie wirtschaftsfördernd die Eisenbahn wirkt und wie durch sie die Waren durch die billige Frackt Wie wird das Wetter? Gewitterneigung— warm. Für Westdentschland und das mittlere Nordchland: Teils heiter, teils wolkig mit Gewitterneigung und noch warm. Im Östen Fortdauer des sehr warmen Wetters. Gegenwartsprobleme im Obst= und Gemüsebau des Ruhrsiedlungsbezirkes. Die leidige Absatzfrage.— Wie steht's um den Bochumer Großmarkt? Die Arbeitsgemeinschaft der Fachbeamten für Obst= und Gemüsebau im Ruhrsiedlungsbe irk Rheinland und Westfalen hielt gestern vor= und nachmittag in Hattingen bzw. Blankenstein eine Versammlung ab, auf der wichtige Gegenwartsprob leme durchgesprochen wurden. Die Teilnehmer trafen sich vormittags 10 Uhr in der Beispielswirtschaft des Ennepe Ruhrkreises in Hartingen, um sich von Herrn Oberinspektor Schmitt oder Herrn Obergärtner Elsche die Kulturen zeigen zu lassen. Die Hattinger Beispielswirtschaft macht einen mustergültigen Eindruck. Man sieht die jungen Burschen gerade an der Arbeit in gesunder Luft, kräftige sonnengebräunte Burschen, die sich hier recht wohl zu fühlen scheinen. Tie Beete sind durchweg in guter Ordnung und in den Gewächshäusern treibt die Hitze die Pflanzen zur höchsten Entfaltung. Besonders das große Gurkenhaus erregt bei den Fachleuten einiges Erstaunen. Die Pflanzen sind erst sieben Wochen alt, liefen aber einen unglaublichen Ertrag. Vorigen Samstag sind allein 300 Gurken aus der Hattinger Beispielswirtschaft auf den Mark gekommen. Auch im Freien sind die Pflanzen weit voran. Aus berufenem Munde wird bestätigt, daß die Hattinger Mustergärtnerei auf einem gesegneten Stück Land angelegt worden ist; daß sich die anfangs gehegten Befürchtungen wegen der Abgase vom Gemeinschaftswerk und der Nietenfabrik nicht bestätigt haben. Luftmessungen in den Treibhäusern haben erfreulicherweise glückliche Bedingungen für die Pflanzen ergeben. Statt 0,03 Prozent Kohlensäure wie normal sind 0,06 bis 0,10 Prozent gemessen worden, eine Menge, die den Pflanzen recht dienlich ist. Mitten in den Grünfeldern hatte die Firma Siemens=Schuckert zwei Apparate aufgebaut, die den Fachleuten die neuesten Fortschritte auf dem Gebiete der künstlichen Beregnung zeigen sollen. Eine 30 bis 35 Klg. schwere Regenkanone wird in Tätigkeit gesetzt, die stoßweise 8 Liter Wasser über etwa 30 bis 35 Meter hinauswirft, also ein Feld von etwa 70 Meter Durchmesser bewässern kann. Das im Gebrauch sparsame und praktische Gerät kostet 240 Mark. Billiger ist der sog. Vierecks=Regner, der für bestimmte Anlagen empfohlen wird, schließlich aber nicht mehr für sich hat als eine fortschrittliche Neuerung im alten Stil. Beregner dieser Art sind schon früher im Handel gewesen; die Regenkanone ist absolut neu. Ihr galt darum auch das größere Interesse. Alsdann nahm die Fa. Dr. Niedel u. Co.=Essen die Teilnehmer für ihr Kohlensäu re-Meßinstrument in Anspruch. Der Wert desselben erhellt aus der oben schon erwähnten Tatsache. Die Messungen in der Hattinger Beispielswirtschaft sind übrigens mit diesem Gerät ausgeführt worden. Nach weiteren Bersichtigungen in und um die Hattinger Mustergärtnerei, begaben sich die Teilnehmer im Auto nach Blankenstein, wo gemeinsame erniedrigt werden. Hatte doch das Notfahr 1816 gezeigt, wie sich die schlechten Verkehrsverhältnisse in den Warenpreisen auswirkten. So kostete vom Rheine her ein Upfündiges Schwarzbrot in Elberfeld 29, in Hagen 36, in Hörde schon 44 Stüber. Sicherlich hat deshalb die Bahn dazu beigetragen, das Interesse für Eisenbahnen überhaupt in weiten Kreisen und auch bei maßgebenden Stellen zu wecken. Doch hat Fritz Harkort die Verwirklichung seines Projektes leider nicht mehr erleben dürfen. Seine Schlebusch=Harkorter Bahn aber besteht heute noch, wenn sie auch nicht mehr dem ursprünalichen Zwecke der Kohlenbeförderung dient, seitdem die Zeche Trappe im Jahre 1926 stillaelegt wurde Der Hasper Teil der Bahn aina schon im Jahre 1907 durch Kauf in den Besitz des Hasver Eisenwerkes über, das die Bahn zur Abfuhr oer Schlacken benutzt. Der andere Teil dient dem Eisen= und Stahlwerk Peninghaus als Anschlußgleis zum Bahnhof Silschede. Fr. Fobbe. Mittagstafel stattfand. Nach dieser waren einse Stunden dem geselligen Beisammens in und ei ein Spaziergang durch Gethmanns Garten gewidmet. Die Führung übernahm Herr Bürgermeister Thiel selbst. Aus seinem Munde erfuhren die Spaziergänger alles Wissens verte über den Irrgarten, über Blankenstein und seine charaiteristischen Merkmale. U. a. fand auch das Projelt eines Ausbaues des Wirtschaftsgartens und der aufsteigenden Berglehne Erwähnung, das aus finanziellen Gründen freilih noch in weiter Ferne liegt. Man gewann indes die Überzeugung, daß das schöne Städtchen ob der Ruhr noch durch manche architeltonische Anordnung gewinnei kann. Nunmehr begann der zweite Teil der Arbeitstagung, fachwissenschaftliche Vorträge. Im großen Saal des Amtsgasthauses begrüßte Herr Landtagsabgeordneter Rautenberg, der verdienstvolle Vorsitzende der Arbeit gemeinschaft, die Erschienenen; insbesondere neben dem Bürgermeister von Blankenstein die Herren Regierungsrat Frantz=Essen und Landwirtschaftsrat Dr. Siemon=Essen. Herr Bürgermeiter Thie I gab nochmals seiner Freude Ausdruck, eine Arbeitsgemeinschaft in Blankensteins Mauern begrüßen zu können, deren Glieder von Haus aus für die Naturschönheiten Verständnis hätten und sich darum in dem schönen Blankenstein sicherlich wohl fühlen würden. Die am 12. Mai 122/ geborene Stadt Blankenstein, mit Stadtrechten nur historischer Art, die vor wenigen Jahren ihre 700=Jahrfeier abgehalten habe, sei architektonisch ein Opfer der verschiedenen Stile geworden wie andere Städte auch, biete aber Reize sonderlicher Art, wie auf dem Spaziergang erfahren. Um die Pfingstzeit herum wisse man nur nicht, ob die Naturschönheiten Blankensteins oder der Jahrmarlt die größere Anziehungskraft ausübten. Zur weiteren Vertiefung der Kenntnisse über den Tagungsort Blankenstein und zur Erinnerung lies Herr Bürgermeister Thiel jedem der Teilnehmer das anläß ich der 700=Jahrfeier erschienene Werk„Alt=Blanken stein" überreichen. Herr Landwirtschaftsrat Dr. Siemon von der Hauptlandwirtschaftskammer Essen hielt einen instruktiven Vortrag über„Der Obst= und Gemüseabsatz im niederrheinisch=westfälischen Industriegebiet“. der die Grundlage schuf für die folgenden Diskussionen über das Thema Absatzfrage, die für die Bochum=Hattinger ein böses Sorgenlind ist. Den grundlegenden Vortrag des Herrn Dr. Siemons wollen wir etwas ausführlicher behandelt besonders veröffentlichen. Herr Rautenberg ver wies darauf, daß die Fortschritte im Frühgemüle bau unverkennbar seien. Man solle sich daran erinnern, wie die Förderung der Sache zunächst gedacht gewesen sei. Der Frühgemüsebau solltin erster Linie den erwerbslosen Bergleuten eine Existenz schaffen, die durch ihren Kotten an den Ort gebunden seien. Man dürfe aus dem Vortrag von Dr. Siemon den Eindruck gewinnen, daß die Hochbetrieb in den Ruhrstrandbädern. Seit den Pfingsttagen herrscht in allen Ruhr strandbädern Hochbetrieb. Von den frübesten Mor genstunden an ziehen viele hunderte Menschen mit Kind und Kegel aus der heißen Stadt zum erfrischenden Bad am kühlen Strand der Ruhr. Noch währen die Pfinastferien, die zum Leidwe sen aller Schulkinder schon anfanas kommender Woche ihr Ende finden. Die schönen Tage werden nach Möglichkeit von Alten und Jungen ausgenützt, ebe Regentage dem fröhlichen Treiben im und am Wasser ein Ende bereiten. In der Hattinger Ruhrbadeanstalt, im Flußbad in Linden=Dahlhausen, im Strandbad an der Koster Brücke und im Insel=Strandbad beim Turbinenwerk in Stievel wimmelt es in diesen sonnigen Tagen von„Rothäuten“. denen die Sonnenglut das weiße Fell verfärbte. Auf der Ruhr ziehen unablässig die Paddel= und Faltboote fluß auf= und abwärts und zu Fuß. zu Rad und mit der Straßenbahn kommen unablässig neue Badegäste zum Ruhrstrande.—b— deutschen Erzeugnisse ganz richtig bewertet würden, wenn man sie nur richtig anpreise. Herr Direktor Mener vom Konsumberein WohlfahrtBochum nannte interessante Zahlen vom Verbrauch im Bochumer Konsum: April für 23000 Mark Frühgemüse, Mai für 35000 Mark, im Sommer bis zu 50 000 Mark. Diese Zahlen böten eine sehr verläßliche Nroduktionsarunol age für den Gemüsebau im Vochum Hattinger Gebiet, mit dem der Konsumverein Wohlfahrt gern zusammenarbeiten wolle. Freilich müsse zuvor die organisatorische Frage gelöst sein. Herr Gartenbauinspektor Schmitt erwidere, daß die Frühgemüsebauer an der Ruhr nur ein Darlehen von 5600 Mark benötigten, um der Lösung der Organisationsfrage näher zu kommen. Interessant war hierbei die Feststellung, daß im Bochum=Hattinger Gebiet 42 Treibhausanlagen für Belieferung des Konsumve e s Wohlfahrt nutzbar gemacht werden könnten. Heur Gartenbauinspettor WirthEssen berichtet aus seinen Erfahrungen mit den Konsumgenossenschaften, die in Essen keine guten waren. Die Essener Frühgemüsebauer hätten dank Entgegenkommen der Stadt auf dem Markt ein Sammelverkaufsstelle unter eigner Regie errichtet und wären damit sehr gut gefahren. Es sei indes nicht ausgeschlossen, daß die Dinge im Bochum=Hattinger Gebiet bezüglich der Konsumgenossenschaften anders liegen. Gartenbauinspektor Schmitt teilt mit, daß der Bochumer Markt nicht zugänglich sei. Versuche nach dieser Richtung hin seien gescheitert, da der Bochumer Großmarkt dem Reichsverband der Fruchtgroßhändler vorbehalten sei. Landwirtschaftsrat Dr. Siemon rät, zur grundsätzlichen Klärung der Frage, ob den vor den Toren der Stadt l'egenden Frühgemüsebauern der Marit auf diese Art versperrt werden könne, die zuständigen Landwirtschaftskammern usw. zu interessieren. Die erforde lich gewordenen Wahlen eines landwirtschaftlichen und technischen Beirats der Arbeitsgemeinschaft ergaben die Bestellung der Herren Dr. Kötting=Bochum bzw. Dr. Plaßmann zum landwirtschaftlichen, Ingenieur Sack zum technischen Beirat.— Es folgten weitere fachwissenschaftliche Vorträge über„Das neuzeitliche Gewächshaus",„Ueber Kohlensäuremessungen und Kohlensäuredüngungen".„Die Verwendung des Anthra=Kessels",„Mitteilungen über die Verwendung von Sparbrennern und die Verwendung der Kohle in unseren vorhandenen normalen Heizkesseln", Aussprache über Organisationsfragen, Anträge usw.— Die Tagung nahm erst in den Abendstunden ihr Ende. Studienreise des Gartenbauverbandes Essen nach Bonn. Der Gartenbauverband Essen e. V. veranstaltet auf dringenden Wunsch zahlreicher am Obstund Gemüsebau interessierter Kreise am Samstag, 6. und Sonntaa, 7. Juni. eine Studienreise in das Obst= und Gemüsebaugebiet des Vorgebirges zwischen Bonn und Köln. Die Reise beginnt Samstaa, 6. Juni, 13,30 Uhr. mit dem Eilzug ab Essen Hbf. nach Bonn. Anschließend werden der Botanische Garten und die Gärtnerlehranstalt der Rheinischen Landwirtschaftskammer in Friesdorf bei Bonn unter fachkundiger Führung besichtigt. Zur Uebernachtung stehen durch Vermittlung des Essener Verkehrsvereins 20 Betten zu 3,30 Mk. und 100 Betten zu 5 Mk. einschl. Frühstück zur Verfügung. Am Sonntaa, 7. Juni, werden die in ganz Deutschland bekannten Beerenobst= und Gemüsekulturen des Herrn Karl Schmitz in Alfter, Kreis Bonn, und nachmittaas die Musterspalierobstanlagen des Herrn Schmitz=Hübsch in Merten, Kreis Bonn, besichtigt. Die Rückfahrt erfolgt ab Sechtem 18,20 Uhr. Ankunft in Essen Hbf. 23.29 Uhr. Gesamtkosten der Reise ausschl. Uebernachtung und Verpfleauna 8,20 Mk. Anmeldungen nehmen die Gartenbauvereine und auch der Gartenbauverband Essen, Deutschlandhaus, Zimmer 238. direkt entacaen. verhütet den Raucherksterh reinigt den Atem Lux Seifenflocken jetzt viel billiger! 30 Pfg. das Paket.... mit einem Gutschein 50 Pfg. das Doppelpaket mit zwei Gutscheinen Für alle Ihre gute Wäsche! Seidenstrümpfe, Unterwäsche, bunte Kleidchen, Pullover, Baby-Sachen, Handschuhe, Gardinen: alles wird in Glanz und Farbe wie neu. V Nie ose 120-61 LUX und noch Gutscheine dazu! Nehmen Sie jetzt Lux Seifenslokken auch zur großen Wäsche. Eine Handvoll in den Waschkessel gibt Ihnen den Schaum, den Sie brauchen. Das Waschen wird leichter, die Wäsche weicher und weißer. SEIFENFLOCKEN SUNLICHT GESELLSCHAFT MANNHEIM-BERLIN 13 Hattingen. — Als die Hitze gestern den Siedepunkt erreicht hatte, setzte ein Gewitter mit starker Kanonade und heftigem Guß ein. Vorübergehend wurde es gewiß manchem ungemütlich, aber nach dem Gewitter öffneten sich alle Fenster und Haustüren zum Einzug der wohltuenden guten Luft. Die Ruhrwege und der Wald sahen am Abend viele Spazierganger, die am liebsten Nachtschicht gemacht hätten— so herrlich war es im Freien... Goldene Hochzeit an der Feldstraße Berginvalide Karl Teichert und Frau Wilhelmine, geb. Gremm, blicken heute auf einen 50jährigen Ehestand zurück. Beide sind 71 Jahre alt, und gesund und rüstig. Der goldene Bräutigam kam 1873 mit Eltern und Geschwistern aus dem damals preußischen Regierungsbezirk Posen nach der Ruhr und widmete sich nach der Schulzeit dem bergmännischen Berufe. In Ausübung seiner Tätigkeit erlitt er 1887 im Lindener Revier eine schwere Rückgratverletzung, die ihn monatelang ins Krankenhaus führte, jahrelang an jeder anstrengenden Tätigkeit behindert und schon frühzeitig zum Invaliden machte. Nach außen hin betätigte sich Herr Teichert im Leben der Knappenvereine und lebhaft stützte und förderte er die Arbeit der Kleintierzuchtvereine. Seinem Eifer verdanken sie viel. Der Bochum=Lindener Knappenverein ernannte ihn schon vor Jahren zum Ehrenmitglied. Frau Teicherts Wiege stand im Ludwigstal. In Holthausen heiratete das Paar, von dort verzog es zum Pottacker in Hattingen und später nach Feldstraße 4 in ein eigenes Heim. Seine sämtlichen Söhne(Wilhelm, Robert, Fritz, Gustav, Heinrich) waren im Krieg und sind wieder heimgekehrt, einer(Herr Fritz Teichert) mußte lang das harte Los französischer Gefangenschaft teilen. Ein Sohn, der nicht eingezogen wurde, starb während des Krieges an Blinddarmentzündung. Zu den Söhnen gesellte sich eine Tochter(Olga). Wir gratulieren dem Paare zu seinem goldenen Jubeltage und wünschen ihm eine gesegnete Weiterreise auf dem Wege zum diamantenen Hochzeitsfeste! — Bei der früheren Massenabfertigung im städtischen Wohlfahrtsamt und bei der Stadtkasse wurde es vielfach unangenehm empfunden, daß die an Jahren älteren Unterstützungsempfänger am Kassenschalter warten mußten. Dieses Warten war für manche Leute, besonders Kranke, sehr unangenehm und infolge schwacher Körperkräfte kaum möglich. Das war besonders dann der Fall, wenn die Zahltage mit dem Zahlungstermin für die Wohlfahrtserwerbslosen zusammenfielen. Das Wohlfahrtsamt hat nun seit dem 1. Mai die Unterstützung den alten Leuten per Post zugestellt, so daß ihnen der Gang zur Stadtkasse erspart bleibt. — Mehrsache Anfragen nach den Straßensprengwagen in Hattingen und Winz können wir nur dahin beantworten, daß sie voraussichtlich um Weihnachten herum gefahren werden. Also— Gedulö! —- Die älteste Fran Hattingens. Witwe Amalie Markus, Nordstraße 5, starb gestern, 93 Jahre alt, an Altersschwäche. An die 40 Jahre lebt sie im Witwenstande. Ihr Mann war konzessionierter Dienstmann. — Die Abzweigung Linden=Dahlhausens vom Amtsgericht Hattingen und seine Zuteilung an das Amtsgericht Bochum ist beschlossene Sache; ab 1. Juli werden daher ein Richter und mehrere Gerichtsbeamte— im ganzen sieben, wie es heißt — an Bochum abgegeben werden. Wenn das so weiter geht im Abzwicken, werden wir noch allerlei erleben. — An den Pfingsttagen mit ihrem lebhaften Verkehr sind hier und dort falsche Fünfmarkstücke Der Riesenverbrauch beweist, daß sie gut ist KÖNIGIN SEIFE in Verkehr gebracht worden. Gestern wurden in Hattingen mehrere Falschstücke angehalten und beschlagnahmt. — Bei dem Gewitter traf ein Blitzschlag die Straßenbahnleitung Hattingen—Blankenstein und verursachte eine halbstündige Verkehrsstörung. Winz-Baak. — Das war eine schöne Erquickung für Menschen, Tiere und Pflanzen, die uns gestern nachmittag die Gewitter durch den niedergehenden Regen brachten; nur schade, daß dieser„sinnige“ Regen, wie ihn manche nannten, nicht noch eine Stunde länger anhielt, unsere Pflanzen hätten ihn gut gebrauchen können. — Wo ist denn nun die Lorelei? Von Pfingstsamstag bis Pfingstmontag machte eine Anzahl Mädchen vom Jungmädchen=Verein unter Aufsicht unserer Schwester Luise und unter der Reiseführung des Herrn Lehrers Born eine schöne Autobustour am Rhein hinauf. Dabei wurde manches Rheinstädtchen und manche Burg besucht. Auch ein Abstecher nach dem Laacher See wurde unternommen. Hier war es besonders schön. Und das an der Stelle dieses See's früher ein feuerspeiender Schlund gewesen sein soll, machte ihn besonders interessant. Als man den Loreileifelsen erstiegen hatte, schaute sich eine witzige Teilnehmerin auffallend rundum und fragte dann erstaunt: Wo ist denn nun die Lorelei?— Ja, die Lorelei läßt sich nur im Abendsonnenschein auf dem Felsen sehen, wie uns Brentano verrät, und es war doch jetzt gerade heller Tag! Welper — Evangelische Gemeinde. Die sonntäglichen Gottesdienste beginnen jetzt wieder um 10 Uhr. Am kommenden Sonntag versammelt sich der Männer= und Kampfbund abends um 7.30 Uhr im Paul=Gerhardt=Haus. Heute abend ist die Bibelstunde im Jungmännerverein. — Anschlagsänlen. Die Klagen aus den Kreisen der Hausbesitzer, daß besonders während der Wahlzeiten ihre Häuser beklebt werden, haben dazu geführt, daß die Gemeindeverwaltung sich ernstlich mit der Aufstellung von Anschlagsäulen beschäftigt: Vorerst spielt natürlich die Kostenfrage eine Rolle, aber man hofft hier eine billige Lösung zu finden, so daß noch vor den Landtagswahlen der Plan ausgeführt ist. Aufgestellt werden vier Säulen, und zwar: am Gemeindegasthaus=Hüttenau, auf der Langehorst an der Erfrischungshalle Ruhrus, neben der Schule auf dem Haidchen und am Eingange der Thingstraße. Selbstverständlich dienen die Säulen auch für Reklamezwecke und Bekanntmachungen aller Art. Hoffentlich ist dann den Schmiereien an den Häusern ein Ende gemacht.(Vergebliches Hoffen!) Altendorf. — In Westfalen soll es kaum einen zweiten Efen geben, der ebenso stark entwickelt ist wie der an der Burgruine Altendorf. Es gibt Heimatforscher, die annehmen, daß er genau so alt wie die Burg selber sei. Der an der Südseite stehende Stamm hat kurz über der Erde den stattlichen Umfang von 98 cm; der Stamm an der Westseite mißt an Umfana 86 cm. Es wird nur wenigen bekannt sein, daß dies charakteristische Gebilde der heimatlichen Natur unter staatlichem Naturschutz steht und somit seine Erhaltung und Pflege gesichert sind.* Sprockhövel. — Bei der Kleinbahn Bossel— Blankenstein ist ein weiterer Geschäftsrückgang zu verzeichnen. Im April betrug der Verlust annähernd 500 Mk. Bürgermeister Möller=Herbede sagte gestern, gelegentlich der Besprechung, es müsse abgewartet werden, ob die Gemeinden, wenn sie mal zu den Mehrkosten herangezogen würden, die Rentabilität des Betriebes noch bejahen würden. Gemeindevertretung Herbede. In der Sitzung am Donnerstaa dankte der Bürgermeister der Gemeindevertretung für die im verflossenen Jahr geleistete Arbeit und schlug ihr namens der Verwaltung vor, zur Deckung des Steuerbedarfs für 1931 die Realsteuern mit den höchsten zulässigen Sätzen zu belasten und zwar: 1. Das staatliche Grundvermögens=Soll: a) vom unbebauten Besitz= 3000 RM. mit 305 Prozent, ergibt 11 500 RM.; b) vom bebauten Besitz 18 000 RM. mit 850 Prozent, ergibt 63 000 RM.— 2. Die Gewerbesteuer=Grundbeträge: a) nach dem Ertrage = 3700 RM. mit 615 Prozent, ergibt 22 755 RM.; b) nach der Lohnsumme= 3300 RM. mit 2200 Prozent, ergibt 72600 RM. Gesamtaufkommen: 169 945 RM. Bisher gelangten folgende Prozentsätze zur Erhebung: 1a: 350 Prozent, 1b: 350 Prozent, 2a: 770 Prozent, 2b 2750 Prozent. Der ungedeckte Fehlbe trag beziffert sich auf 163 490 RM. Angesichts dieser zwangsläufigen Senkung der Realsteuern einerseits und des erhöhten Steuerbedarfs andererseitsseits schlug die Verwaltung der Gemeindevertretung vor, die ihr zur freien Beschlußfassung gebliebenen Steuern, die Bier= und Bürgersteuer, zu verdoppeln. Der Bürgermeister bittet, diesem aus der Not der Zeit geborenen Vorschlag zuzustimmen, so unpopulär das auch sein möge. Die vorgeschlagene Erhöhung wurde einstimmig abgelehnt.(Näheres folgt.) Linden-Dahlhausen. Blitzeinschläge! Der gestrige Maientag brachte eine Hochsommerhitze, wie wir sie in diesem Jahre wohl noch nicht erlebt haben. 29 und 30 Grad Celsius wurden im Schatten gemessen; es war eine drückende fast unerträgliche Schwüle, die sich am Nachmittag nach starkem Sturmwind und aufwirbelnden Staubwolken— daß einem draußen auf der Straße fast Hören und Sehen verging— in ein von Donner und Blitzschlägen begleitetes Gewitter auslöste. In den verschiedenen Stadtteilen hat das Gewitter mancherlei Schaden angerichtet. Auf dem Lindener Höhenrücken waren allein drei kalte Blitzeinschläge zu verzeichnen, die hauptsächlich an den Häusern Sachschaden verursacht haben. Im Café Timmer wurde durch Blitzschlag das Dach, die Licht= und Wasserleitung beschädigt, ebenso wurde an den Häusern des Rohrverlegers Klaas auf der oberen Hattinger Straße, und des Bergmanns Schmidt an der früheren Wiesenstraße Sachschaden durch Schornstein= und Dachbeschädigungen angerichtet. Die nach dem Gewitterregen eingetretene erfrischende Abkühlung wurde allgemein begrüßt und lockte jung und alt zu abendlichen Spaziergängen.* Steele. — Tödlich verlaufener Unglücksfall. Heute morgen wurde der etwa 20 Jahre alte A. C. aus der Knappenstraße auf dem Bahnkörper der Eisenbahnstrecke Essen=Hbf.— Kray=Süd, wo diese die Linie Essen=Hbf.— Steele überkreuzt, tot aufgefunden. Die Leiche wurde zum Parkfriedhof gebracht. Untersuchung ist eingeleitet.* — Tödlicher Treppensturz. Am Dienstag nachmittag fiel eine Frau beim Treppenputzen in der Horster Straße die Treppe hinab und erlitt so schwere Verletzungen, daß sie an deren Folgen am Mittwoch verstarb. Durch Anwondung von HERBA-SEIFE Urd HERBA-CREME werden diese Heutübel beseitigt und verhindert; des bewoisen leusende von Gulechlen. o Herbe-Selte 68. 30% verlôrkt Mk. 1.—; Merbe-Creme la Juben 60 und 83%, In Dosen 60 J. Echähich io Apotbelen, Drogerlen und Perlömerlen Mektmann. — Brände durch Blitzschläge. Ueber Mettmann entlud sich Donnerstag nachmittag ein starkes Gewitter, in dessen Verlauf der Blitz an zwei Stellen einschlug. Der Blitz zündete zuerst in einem Wohnhaus in der Stottelbeck, das neben einer Scheune stand. Der Mettmannér Wehr gelang es nicht, gänzlich des Feuers Herr zu werden, da es in den Vorräten zu reiche Nahrung fand. Wohnhaus u. Scheune brannten vollständig nieder. Den herbeigeeilten Arbeitern aus einem nahegelegenen Steinbruch, gelang es, das Mobilar und das Vieh zu retten. Drei kinderreiche Familien kamen durch den Brand des Wohnhauses um ihr Obdach. In den Pferdestallungen des Gutes Rosenthal in Hubbelrath verursachte ein Blitzschlag einen weiteren Brand. Hier gelang es, die Pferde zu retten, das Gelände brannte nieder. Die Feuerwehr mußte sich darauf beschränken, die Ausdehnung des Feuers auf andere Gebäude zu verhindern. Im neuen Programm des Zentral=Theaters wird der fabelhafte Großfilm„Tango der Liebe“— Karriere— gezeigt. Die Hauptrollen in diesem Film spielen Walter Rilla— Vivian Gibson, Lotte Lorrin und Wolfgang Zilzer.— Romantik, wie sie nur in Arabien vorkommt— Drama, wie es nur in der Wüste herrscht, und Liebe, wie sie nur die heißblütigen Beduinen kennen, bringt der Film„Der Sohn des Scheichs!“ mit Rudolf Valentino in seiner Glanzrolle und als seine Partnerin die schöne Vilma Banky.— Die Vorstellungen beginnen an allen Tagen, auch am Sonntag, um 6,30 Uhr. Einlaß ab 6 Uhr.— Siehe das heutige Programm. Niederbonsfeld=Elfringhausen. Sonntag 10 Uhr Gottesdienst in Elfringhausen, P. Graefe; anschließend Kindergottesdienst. Vereine: Dienstag 3 Uhr Frauenhilfe Winzermark bet Kicker; Donnerstag 8 Uhr Singen des Chors. Bredenscheid=Stüter. Sonntag 9.30 Uhr Gottesdienst im Kirchensaal, P. Blesken; 2 Uhr Kindergottesdienst im Kirchensaal. Mittwoch, den 3. Juni, Frauenhilfe Niederstüter; 2.30 Uhr Singen des Chores; 4 Uhr Vereinsstunde. Freitag, den 29. Mai, abends 7.30 Uhr. Samstag, den 30. Mai, vorm. 9 Uhr. Sonntag, den 31. Mai, nachm. 4 Uhr, Beisetzung der Frau Ww. Markus. Anschließend Gottesdienst. Reichskabinett tagt. Berlin, 29. Mai.(Eigener Funkdienst). Das Reichskabinett ist heute vormittag um 11 Uhr zu einer Sitzung zusammengetreten. Es ist nicht damit zu rechnen, daß die Verhandlungen schon heute zu Ende geführt werden können. Die Bekanntgabe der Notverordnung dürfte aus technischen(!) Gründen während des Besuchs des Kanzlers und des Reichsaußenministers in England erfolgen. Die photographierte Professorenhose. Ober=Gurgl, 29. Mai.(Eig. Funkdienst). Die Landung Professor Piccards erfolgte zwischen 2 Eisrissen des Ober=Gurgler Ferners auf einer Schneefläche von etwa 2500 Meter Länge so fest, daß die Gondel sehr erschüttert wurde. Die Instrumente zerschlugen, und die Kleider der beiden Ballonfahrer zerrissen. Die Hose Dr. Kipfers hat sehr gelitten und ist als„historisch" photographiert worden. Der erste Wunsch Prof. Piccards, als er im Hotel„Edlweiß“ ankam, war ein Bad. Der Assistent, Dr. Kipfer, äußerte sich, als man nach seinen nächsten Plänen fragte:„Mein erster Plan ist, zunächst einmal gründlich auszuschlasen." Einem Teil unserer heutigen Ansgabe liegt ein Prospekt der Firma Erich Beckmann, Herbede, bei, auf den wir unsere Leser aufmerksam machen. in allen einschlögigen Geschäffen oder direkt vom Verleger R. Vogelbruch, Sprockhövel bei Hattg. Tel. 3323 H. Welbers, Haifingen, Talstraße. Tel. 2033 Herrenrad 47.50 Damenrad 50.mit Garantie verkauft Jaspert, Hattingen, Bahnhofstraße 24. 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Gerade weil für die Hattinger und ebenso die Linden=Dahlhauser der Festort so günstig liegt, weil die Kosten für jeden einzelnen verhältnismäßig niedrig sein werden, sollte keiner diese Gelegenheit versäumen, das Fest in Horst zu besuchen. Die vereinigten Turnvereine in Steele und Horst werden alles aufbieten, um das Fest zu einer machtvollen Kundgebung für unsere deutsche Turnsache auszugestalten. Alle Vorarbeiten sind schon im vollen Gange. Das Fest wird so eingerichtet werden, daß auch hinsichtlicht der Schwierigkeit der Wettkämpfe und Vereinsvorführungen es allen Turnerinnen und Turnern möglich sein wird, sich zu beteiligen. Für heute seien die Worte unseres 1. Gauvertreters Eisermann mitgeteilt, die er den Mitteilungen für das Fest, in dem Nachrichtenblatt als Sonderausgabe des Emscher=Ruhrgaues voransetzt:„Unser Gaufest soll ein Fest der Arbeit und dennoch ein Fest der Freude werden. Es soll Zeugnis ablegen von der großen geschbossenen Arbeit der Deutschen Turnerschaft an Volk und Vaterland. Das ist aber nur möglich, wenn alle kommen, wenn alle den rechten Turnergeist mitbringen u. sich alle restlos in den Dienst der großen Sache stellen. Darum, Ihr Turner und Turnerinnen, Spieler, Fechter und Schwimmer, eilt zu den regelmäßigen Uebungsstunden, damit Euer Verein beim Gauturnfest in Ehren bestehen kann. Ihr Alten beteiligt Euch geschlossen. Keiner ist zu alt, keiner zu jung. Turnwarte und Vorturner geht mit Lust und Liebe an die Arbeit für unser Gauturnfest. Der Erfolg Eures Vereins ist für Euch der schönste Lohn. Werbt unter Euren Mitgliedern, rüttelt die unschlüssigen und zaghaften Turnschwestern und Turnbrüder auf, damit sie den Weg mit Euch nach Horst zum Gauturnfest finden. Keiner darf bei den allgemeinen Freiübungen und beim Festzug, den wir diesmal in einheitlicher Kleidung machen wollen, fehlen. Die Vereinssondervorführungen müssen durch fleißiges und gewissenhaftes Ueben über den Rahmen des Alltäglichen gehoben werden. Dadurch wird unser Gauturnfest zu einer großen Werbeveranstaltung, zu Eurer und der Führer Freude. Dann wird auch das tausendstimmige„Gut Heil“ in den Festtagen, in das wir jubelnd einstimmen, der Ausdruck turnerischen Wollens; und uns Kraft geben zur weiteren Arbeit im Sinne Friedrich Ludwig Jahns. Lasset uns feiern in diesem Geiste! Rüstet Euch, Freunde. zum kommenden Feste!“ An alle Wettkämpfer, Geräte= und Volksturner des Vereins für Turn= und Rasensport Hattingen ergeht die Bitte, heute abend 8 Uhr vouzählig in der Turnhalle zu erscheinen. L. auf die Meisterschaftsserie 1930/31. BV. 03 Steele und Essen=Nord lieferten sich am Pfingstsonntag das letzte Punktespiel innerhalb der Essener 2. Bezirksklasse, die damit ihre Meisterschafts=Saison 1930=31 vollständig zum Abschluß gebracht hat. Durch einen 7:5=Sieg sicherten sich die Essen=Norder den 3. Platz hinter Tura 86 und Preußen Steele, während für die Steeler BVer selbst im Falle eines Sieges eine Positionsverbesserung nicht meyr zu erreichen war. Die Meisterform von Tura 86 blieb im Verlauf der ganzen Spielserie unbestritten. Die Mannschaft hatte jederzeit sicheren Vorsprung, so daß die beiden Niederlagen gegen Schluß der Serie, eine durch die Steeler Preußen, nicht mehr tragisch zu nehmen waren. Einmal wurde Tura 86, und das gleich zu Beginn der Saison, vom SpV. Altendorf-Ruhr geschlagen, dem man nach dieser Ueberraschung noch andere Chancen einzuräumen geneigt war. Leider haben die Altendorfer aber, durch eine Spielerkrise gehandicapt, nicht das halten können, was man sich von ihnen versprach. Erst in letzter Zeit, in Gesellschaftsspielen, sind die Altendorfer wieder in bessere Form gekommen, so daß für die kommende Serie hoffentlich wieder mit einem festeren Mannschaftsgefüge zu rechnen ist. Von den drei Steeler zweitklassigen Vereinen tat sich anfangs die Spielvereiniguna 1911 besonders hervor, die durch gesunde Härte manchen Pluspunkt errang. Als dann die Steeler Preußen in der zweiten Halbzeit in Schwung kamen, rivalisierten die beiden Steeler Vereine längere Zeit um den besseren Tabellenplatz. Dies Ringen entschied zugunsten der Preußen, die sich durch nichts mehr beirren ließen und ihre beständige Form bis ins Endziel beibehielten. Lohn solcher hervorragenden Sportdisziplin war das Erreichen des zweiten Tabellenplatz mit allerdings nur einem Punkt Vorsprung vor den hartnäckigen Rivalen aus Kupferdreh und Essen=Nord. Der BV. 03 Steele kämpfte weniger glücklich. Nicht, daß es der Mannschaft an Können gebrach; aber einmal ins Stocken geraten, fand man nicht mehr den richtigen Kontakt und muß sich nun mit dem vorletzten Tabellenplatz begnügen. BV. Vorwärts, Essener FV. 1912, VfL. Essen, Essener BC. 05 und BV. Frillendorf, die übrigen Mitbewerber der 2. Essener Bezirksklasse der Spielzeit 1930=31, waren in Steele jederzeit gern gesehene Gäste, mit denen man auch dann noch freundschaftlichen Kontakt halten würde, wenn die Neueinteilung für 1931=32 die Vereine trennen sollte. Aus der Essener Gauklasse ist den Zweitklassigen in Fortuna Bredeney ein starker Konkurent erwachsen, während man mit dem Zweiten der Gauklasse, VfB. Werden 1912 eher fertig werden sollte. Das Schlußbild der Essener 2. Bezirksklasse. Tura 86 Preußen Steele Essen Nord Kupferdreh 09 Vorwärts EFV. 1912 Steele 1911 VfL. EBC. 05 Frillendorf Steele 03 Altendorf(Ruhr) 2219— 3102:30 38:6 2212 4 6 59:42 28:16 2212 3 7 59:53 27:17 2212 3 7 56:53 27:17 2210 5 7 68:46 25:19 2212 1 9 57:49 25:19 2210 5 7 54:50 25:19 22 7 3 12 52:52 17:27 22 6 5 11 44:64 17:27 22 2 2 13 60:75 16:28 22 4 2 16 40:77 10:34 22 4 1 17 37:87 9:35 In der Kritik Essener Blätter kommen alle drei Steeler Vereine sehr gut weg. An Preußen Steele lobt man„die gute technische Veranlagung; das Können der Elf sollte auch in der 1. Bezirksklasse ausreichend sein". Der Mannschaft der Spielvereinigung 1911 geht nach dem Urteil des Essener Anzeigers „zwar noch die technische Reise ab; sie besitzt aber einen unbeugsamen Siegeswillen, der der Elf manchen Erfolg verschafft hat. Auch in der nächsten Saison wird diese Mannschaft noch manche Ueberraschung fertig bringen". Bei dem alten Kreisligisten B V. 03 wollte es dagegen„überhaupt nicht klappen. Eine Niederlage nach der anderen mußte man einstecken, doch tat man dies stets unter Wahrung der sportlichen Achtung vor dem Geaner. Der an sich nicht schlechten Mannschaft fehlt ein eifriges Training, in dem man besonders Wert auf eine größere Wendigkeit legen sollte". Handball-Großkampf in Linden. Der TV. Kettwig am Samstag bei den Märkern. Nachdem die Märker ihre Pfingsttour so erfolgreich beendet haben, warken sie nun mit einem Gegner auf, dessen Spielstärke weit bekannt ist. Der Gast, welcher früher der DT und seit Wochen dem WSV angehört, wird in Fachkreisen als Favorit des nächsten Jahres angesehen. Rasensport Mülheim wurde mit 8:2, Schalke 04 mit 7:1 geschlagen. Der westdeutsche Meister der DT, Krefeld=Oppum, mußte sich ebenfalls mit 4:3 beugen. Das Mannschaftsgebilde ist sehr ausgeglichen und hat seine Stütze im Torwart und den Flügelstürmern. Der Ruhrbezirksmeister wird in diesem Abendspiel zu beweisen haben, daß er etwas kann. Bei den Pfingstspielen war eine gute Wurfsicherheit festzustellen, auch die Flügeleute traten mehr wie sonst in den Vordergrund. Es wird einen Großkampf in Linden geben. Beide haben Aussichten auf Sieg; die Tagesform sollte entscheiden. * Von der Pfingstreise der Westfalia Weitmar. SpV 1911 Werries— Westfalia Weitmar 8:s. Der SpV Westfalia 09 Weitmar benutzte die Pfingsttage zu einer Fahrt nach Werries und Herringen. Der Tag in Werries wird allen lange im Gedächtnis bleiben. Zum Spielverlauf gegen SpV Werries: Gleich von Anfang an verteiltes Spiel mit beiderseitigen Angriffen aufs Tor, wobei beide Torwächter ihr Können unter Beweis stellen. Nach kurzem Hin= und Her erzielt in der 15. Minute der Mittelstürmer der Werrieser durch Langschuß das erste Tor, nicht unhaltbar für den Torwart. Einen gut nach vorn getragenen Angriff verschoß der Weitmarer Rechtsaußen freistehend. In der 26. Minute erhöhte der Halbrechte von Werries auf 2:0.— Nach Wechsel kommen die Weitmarer besser in Schwung, können aber infolge Ueberkombination nichts Zählbares erreichen, bis endlich der Mittelstürmer der Blau=Weißen durch Prachtschuß auf 2:1 stellt. Immer wieder schickt der Mittelläufer der Weitmarer seinen Sturm nach vorn, und bereits nach kurzer Spielzeit liegen die Westfalen mit 3:2 in Führung. Etwa 1 Minute vor Schluß erzielen die Rot=Weißen durch ein Mißverständnis des Weitmarer Torwarts den Gleichstand. Der Gastgeber stellte eine flinke Mannschaft, aus der besonders der Torwart, rechte Verteidiger sowie der Mittelläufer hervorragten. Bei den Blau=Weißen konnten der Mittelläufer, rechter Verteidiger und Torwart gefallen. Nach dem Spiel saß man noch einige Zeit mit dem Gastgeber in echt sportlicher und kameradschaftlicher Weise zusammen. Den Weitmarern werden diese Stunden noch recht lange in Erinnerung bleiben Cr. * Müller— Gühring„ohne Entscheidung“. Der Sportausschuß der BBD. hat zum Kampf Müller— Gühring am 6. Mai 1931 in Köln das Urteil„unentschieden“ aufgehoben und verfügt, daß beide Boxer diese Begegnung in ihren Rekorden als„Kampf ohne Entscheidung“ zu führen haben. Zwei Kinder im Neckar ertrunken. Beim Spielen an einem Fabrikkanal des Neckars stürzte in Heilbronn ein neun Jahre altes Mädchen ins Wasser und versank in den Fluten. Ein sieben Jahre alter Knabe versuchte, das Mädchen zu retten und kam dabei gleichfalls ums Leben. Zwei Tote durch den elektrischen Strom. Unglück an einer Starkstromleitung. In Grossenmeer(Oldenburg) ereignete sich bei Arbeiten an einer Telephonleitung ein schwerer Unglücksfall, der zwei Todesopfer forderte. Parallel zu der Telephonleitung läuft eine Starkstromleitung. Auf noch ungeklärte Weise ist entweder ein Monteur an die Starkstromleitung geraten oder Starkstrom ist in die Telephonleitung gekommen. Während der Arbeiten erhielt plötzlich der eine Monteur einen starken elektrischen Schlag. Die Kleidung des Unglücklichen begann sofort zu brennen. Zwei Kollegen wollten ihm helfen, erlitten aber ebenfalls schwere Schläge und Verbrennungen. Alle drei Personen stürzten ab. Zwei Monteure waren sofort tot. Der dritte, ein Vorarbeiter, wurde schwer verletzt und in hoffnungslosem Zustand in ein Oldenburger Krankenhaus übergeführt. Grobe Fahrlässigkeit. Die Ursachen des Greifswalder Einsturzunglücks. Die Untersuchung der Ursachen des Unglücks hat ergeben, daß sich der Besitzer des Grundstücks Stralsunder Straße 26, Landwirt Fischer, schwerer Fahrlässigkeiten schuldig gemacht hat. Fischer wurde vorübergehend festgenommen, später aber wieder aus der Haft entlassen. Die Mauern des auf moorigem Gelände erbauten Grundstücks haben sich teilweise bis zu 30 und 40 Zentimeter gesenkt. Die Wände weisen verschiedentlich schwere Risse auf. Bei Versuchen wurde festgestellt, daß die laufenden Motore der großen Lastkraftwagen, mit denen Teilnehmer des kommunistischen Sporttreffens gekommen waren, in dem Gemäuer die schwersten Erschütterungen hervorgerufen haben müssen. Aus einem auf eine Restmauer gestellten halben Glas Wasser schlug der Inhalt über, als man die Motore laufen ließ. Kinder=Tragödie. An Vaters Giftschrank geraten. In Saalfeld kam das dreijährige Töchterchen Käthe des dortigen Zahnarztes Dr. Stünder in einem unbewachten Moment an ein Schränkchen, in welchem Medikamente aufbewahrt wurden, nahm einige giftige Tabletten heraus und verzehrte sie. Mit schweren Vergiftungserscheinungen wurde das Kind ins Krankenhaus gebracht, wo es inzwischen gestorben ist. Blitzschlag. Eine Tote, drei Schwerverletzte. In der Nähe der ungarischen Gemeinde MercyDorf wurde eine vierköpfige Familie auf dem Felde von einem Gewitter überrascht. Sie suchte vor dem wolkenbruchartigen Regen unter einem Wagen Schutz, der plötzlich vom Blitz getroffen wurde. Eine Frau war sofort tot, die übrigen erlitten schwere Brandwunden und wurden außerdem von dem schweren Wagen, dessen Pserde vor Schreck durchgingen, überfahren, wobei sie weitere schwere Verletzungen erlitten. Der Moskauer Expreß entgleist. Sechs Tote 11 Verletzte. Ein Eisenbahnunglück, welches sechs Todesopfer und elf Verletzte gefordert hat, ereignet sich auf der Strecke Moskau—Setschy. Der Moskauer Expreß entgleiste 150 Kilometer südlich von Rostow an einer Stelle, wo infolge von Reparaturarbeiten die Gleise aufgerissen waren. Ein Untersuchungsausschuß ist entsandt worden, um festzustellen, weshalb der Lokomotivführer nicht das nötige Signal erhalten hatte, welches ihn gewarnt sätte, daß die Schienen aufgerissen waren. Mordanschlag auf den Schulfreund. Der Schwerverletzte will den Täter nicht verraten. Es ist eine höchst sonderbare Geschichte, die zwischen dem Bürgermeisterssohn Fromm, einem 20jährigen Kaufmann aus Beiningen, und seinem besten Schulfreund Lutz spielt. Fromm hatte sich von Lutz einen kleinen Geldbetraa ausgeliehen, und da er ihn nicht rechtzeitig zurückgeben konnte, beschloß er, seinen Gläubiger und Freund beiseite zu schaffen. Auf einem gemeinsamen Spaziergang am Donauufer zog Fromm plötzlich eine Pistole, legte auf Lutz an und drückte ab. Glücklicherweise ging der Schuß fehl. Fromm stürzte sich nun auf sein Opfer und bearbeitete es mit dem Pistolengriff so lange, bis Lutz bewußtlos zusammenbrach. Dann stahl er aus der Tasche des Ohnmächtigen dessen Wohnungsschlüssel, öffnete die Tür zur Wohnung seines Freundes und nahm dort aus einem Koffer zehn Mark. Passanten fanden den schwerverletzten Lutz. Sonderbarerweise wollte aber dieser seinen „Freund“ zuerst gar nicht verraten, sondern aab an, daß er gestürzt sei und sich dabei verletzt habe. Nun hatte sich Fromm wegen seiner Tat vor dem Gericht in Neu=Ulm zu verantworten. Er wurde wegen versuchten Mordes in Tateinheit mit versuchtem Raub und schweren Diebstahl zu dreieinhalb Jahren Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverlustt verurteilt. Der Affe am Krähennest. Ein Feinschmecker.— Die Krähen kämpfen um ihr Gelege.— Feuerwehr muß eingreifen. Eine neunstündige Affenjagd spielte sich am Spreebadestrand„Kamerun“, in Friedrichshagen bei Berlin ab. Ein Artistenehepaar, das an den Badestrand kam, brachte in einem Käfig einen Affen mit, mit dessen Dressur es erst vor kurzem begonnen hatte. Während die Artisten badeten, gelang es dem Affen, sich aus seinem Käfig zu befreien und unter dem Jubel der Besucher des Badestrandes auf den nächsten Baum zu klettern. Das Artistenehepaar versuchte mit allen Mitteln, den störrischen Affen von dem Baum herunterzulocken. Der Affe ließ sich jedoch nicht sangen. Nach einiger Zeit begann das Tier auf Entdeckungsreisen auszugehen. Der Affe stöberte ein Krähennest auf, das in einem Baumwipfel lag, klopfte die Eier an seinem Schädel auf und trank sie aus. Die Szene wurde jedoch dramatisch, als das Krähenpaar zum Nest zurückkehrte. Immer wieder versuchten die Krähen auf den Affen einzuhacken, der sich mit Mühe und Not dem hauptsächlich auf seine Augen gerichteten Angriff entzog. Als schließlich alle Versuche, den Affen einzufangen, vergeblich geblieben waren, alarmierte man um ½12 Uhr nachts die Feuerwehr. Aber selbst der Feuerwehr schlug der Affe ein Schnippchen, bis ihm von der mechanischen Leiter herab ein Eimer kaltes Wasser auf den Kopf gegossen wurde, das ihn vom Baum herabund seinen Jägern in die Arme trieb. Chaplins„Lichter der Großstadtein Plagiat? In Paris wartet man mit Spannung auf den Prozeß, den der französische Schriftsteller Jean Sarmane im Begriff ist, gegen Chaplin anzustrengen. Im Jahre 1922 hat Sarmane ein Schauspiel „Die schönsten Augen der Welt“ geschrieben. Dieses Schauspiel ist über hundertmal in Frankreich sowie in anderen Ländern gespielt worden. Nachdem das Schauspiel in zwölf Sprachen übersetzt war, kam es auch nach Amerika und wurde dort von einem amerikanischen Impressario für die Bühne erworben. Der amerikanische Impressario hatte, wie Sarmane behauptet, die Absicht, dieses Stück Chaplin zur Verfilmung zu unterbreiten. Nun sandte Sarmane einen Brief an Chaplin in dem er ihn um Erklärung bittet, wieso es möglich sei, daß der Film„Lichter der Großstadt“ dieselbe Idee hat, wie„die schönsten Augen der Welt". Trotzdem sich Sarmane an Chaplin als den größten Artisten der Welt und Kavalier der Ehrenlegion wandte, hat es Chaplin nicht für nötig gefunden, diesen Brief zu beantworten. Tödliches Duell um eine Frau. Der neueste Neuyorker Gesellschafts=Skandal. Der reiche Arzt Josef T. Loughlin, ein bekanntes Mitglied der Neuyorker Gesellschaft, wurde vor einigen Tagen tot in den einsamen Sanddünen von Brooklyn aufgefunden. Man nahm zuerst an, daß er das Opfer eines Verbrechens geworden sei. Jetzt aber hat die Polizei entdeckt, daß Loughlin in einem Duell, daß er wegen seiner Frau austrug, erschossen worden sei. Loughlin beschuldigten den Börsenmakler Bridgett, daß er ihn mit seiner Gattin betrogen habe. Zwischen den beiden Männern kam es zu einem Streit, der mit einer Forderung auf Pistolen endete. Das Duell sollte nach dem altmodischen Code d'honneur ausgetragen werden, ohne, daß ein Zeitpunkt festgelegt wurde. Eine Zeitlang bemühten sich Freunde der beiden, eine Versöhnung herbeizuführen, doch ohne Erfolg. Eines Tages wandte sich Bridgett an Loughlin mit den Worten:„Sie haben unser Uebereinkommen nicht vergessen?" Loughlin erwiderte:„Niemand sehnt sich nach diesem Duell mehr als ich.“ Am nächsten Tage fuhren die beiden in ihren Wagen ohne Aerzte und Sekundanten nach einer einsamen Stelle der Küste und trugen dort ihren Zweikampf aus. Loughlin blieb tot am Platze, während Bridgett, wie aus den Blutspuren zu ersehen war, schwere Verletzungen erlitten haben dürfte. Die Polizei sucht jetzt eifrig nach Bridgett, der wegen Mordes angeklagt werden wird, da das amerikanische Gesetz den Zweikampf mit tödlichen Waffen nicht kennt. Radio-Programm. Sonntag, den 31. Mai: 7.00—8.00 Hamburger Hafenkonzert auf dem Motorschiff„Monte Sarmiento“ 8.00—8.30 Morgenkonzert 8.30—8.55 Aus der Mappe eines Foto=Amateurs. Albert Scholl: Die Farbensotografie 9.00—9.05 Uebertragung des Geläntes von St. Gereon, Köln 9.05—10.00 Aatholische Morgenfeier. Redner: Pater Dr. Stephanus Hilpisch, O.S.B. Maria Laach 11.00—11.30 40jährige Inbelfeier des Sanerländischen Gebirgsvereins 11.30—12.00 Reichssendung: Bach=Kantate(X). Kantate am Sonntag„Trinitatis“ 12.05—12.35 Rudolf Rieth: Hirtin— Hexe— Heilige(Zum 500. Gedenktag der Verbrennung der Jungfrau von Orleans) 12.35—13.00 Reichsminister a. D. Dr. Haslinde: Leibesübungen und Landwirtschaft 13.00—14.30 Mittagskonzert, Leitung: Eysoldt 14.30—14.50 Die ländlichen Reitervereine, eine Notwendigkeit für die Landwirtschaft. Major von Plate 14.50—15.10 Schachfunk 15.25—15.45 Gedichte: Theodor Kramer 15.45—16.05 Die schaffende Stadt. Prof. Alfons Goldschmidt: New=York— 16 Millionen 16.05—16.30 Für den Bienenzüchter. Professor Janson: Arbeiten am Bienenstand im Vorsommer 16.30 Vesperkonzert des Chors und Orchesters der Bielefelder Liedertafel von 1831 Anschließend(etwa 17.15): Konzert des Orchesters des Süddeutschen Rundfunks 18.00—18.30 Chinesische Geschichten. Albert Ehrenstein 18.35—18.55 Der Westfälische Lebensraum. Prof. Dr. Anton Eitel: Franz von Fürstenberg 19.00—19.30 Die Welt auf der Schallplatte. Anton Lübke: Indisches Theaterleben 19.30—19.50 Banen und wohnen. Walter Stern: Die deutsche Bauausstellung Berlin 1931 20.00 Volkskonzert. Leitung: Buschkötter. Solist: Feldin(Cello). Werke von Rossini, Tschaikowsky, Ritter, Mory, Wagner, Strauß, Senger, Lehar und Korngold 22.00 Letzte Meldungen, Sportbericht, dann bis 23.00: Nachtmusik, Leitung: Wolf 23.00—24.00 Tanzmusik der Kapelle Harry Head Die Beamten protestieren gegen den Der Deutsche Beamtenbund berief in den Berliner Sportpalast eine große Kundgebung ein, um gegen den von der Regierung geplanten weiteren Gehaltsabbau zu protestieren. Das Bild zeigt den Bundesvorsitzenden Flügel während seiner Rede. Rache und Habgier. Der Rauhmord in Jüterbog aufgeklärt. Der Mörder, ein Hausdiener, verhaftet und geständig. Der Raubmord an der Filialleiterin der Firma Thams u. Garfs in Jüterbog, Frau Auguste Burmeister, ist durch die Mordkommission Werneburg nunmehr restlos aufgeklärt worden. Der Täter, ein in einem Hotel tätiger Hausdiener Godge aus Jüterbog, ist im Laufe des Dienstag=Nachmittags verhaftet worden und hat auf Grund des erdrückenden Beweismaterals ein volliges Geständnis abgelegt. Er hat die Tat am 1. Mai abends aus Rache und Habgier begangen. Das erbeutete Geld— etwa 500 RM— ist zum größten Teil wieder herbeigeschafft worden. Godge hatte sich durch größere Geldausgaben in den letzten Tagen verdächtig gemacht. Ueber die Herkunft des Geldes konnte er nur mangelhafte Angaben machen, die einer Nachprüfung nicht standhielten. Auf Grund der Widersprüche wurde er verhaftet. Das ihm vorgelegte Beweismaterial brachte ihn schließlich zum Geständnis. Auch in England. Schwere Gewitter nach ungewöhnlicher Wärme. Zwei Tagen außergewöhnlicher Wärme ist in England eine Welle schwerer Gewitter verbunden mit heftigen Hagelschauern gefolgt. Besonders Westengland und Südwales hatten unter dem Witterungsumschlag zu leiden. Verschiedene Orte wurden durch tropische Regengüsse unter Wasser gesetzt. Hagelschauer richteten großen Schaden an. Die„Feuermänner“ des Welttrieges. Ein Ehrenmal für die Gefallenen des Flammenwerfer=Regiments. Eine der wichtigsten und erfolgreichsten deutschen Spezialwaffen im Weltkrieg waren die Flammenwerfer. Man hat viel von ihnen gesprochen, und nach den Verdun=Kämpfen wurde ihnen als viel beachtete Auszeichnung der Totenkopf verliehen, aber selbst im Feldheere waren nur wenige über sie näher unterrichtet. Eine kleine Abteilung kühner„Feuermänner“(eigenartigerweise in der Hauptsache Feuerwehrmänner von Beruf) war es, die am 22. Februar 1915 bei Malancourt zum ersten Male flüssiges Feuer und damit wilde Panik in den Feind warf. Bald wurde aus der kleinen Versuchsabteilung eine Kompagnie, dann ein Bataillon und schließlich war es ein ganzes Regiment(Garde=Reserve=PionierRegiment) mit mancherlei Nebenabteilungen, das die technisch immer mehr vervollkommnete Flammenwerferwaffe auf allen Kriegsschauplätzen mit starkem Erfolge zur Geltung brachte. Wie andere Sturmtruppen, ergänzte auch diese sich immer aus Freiwilligen, die ihr von allen anderen Waffengattungen und aus allen Teilen Deutschlands zuströmten. Ueber das ganze Reich zerstreut, haben sich die alten Flammenwerfer erst in den letzten Jahren zum„Verein ehemaliger Angehöriger des Garde=Pionier=Regiments e. V.(Flammenwerfer)“ zusammenschließen können. Nunmehr find aber auch sie so weit, daß sie am 9. August d. I. in Berlin ein Ehrenmal für ihre toten Kameraden einweihen können. Es wird das kein prunkhaftes Denkmal sein, sondern ein schlicht schöner Wandschrank in der Neuen Garnisonkirche an der Hasenheide, in dem ein Ehrenbuch mit den Namen der fast 900 Toten des Regiments Platz finden wird. Außer zur Errichtung dieses Ehrenmals verwendet der Verein die Beiträge seiner Mitglieder auch noch zur Unterstützung bedürftiger Kameraden. Der Verein richtet an alle ehemaligen Flammenwerfer und an die Hinterbliebenen der Gefallenen die Bitte, an der Weihe des Ehrenmals und dem damit verbundene ersten Wiedersehenstag am 8. und 9. Angust teilzunehmen. Die Geschäftsstelle des Vereins befindet sich in Berlin W 30, Heilbronner Straße 21. Wenn Moskan siegen würde! Streitende Knaben am Abgrund.— Der Mahnruf eines Kirchenführers. In der Eröffnungssitzung des neugewählten Württembergischen Landeskirchentags beleuchtete der Kirchenpräsident D. Wurm in einer außerordentlichen ernsten Rede die Zeitlage: Im letzten Grunde, führte er aus, sei der fanatische Haß gegen Kirche und Christentum auf den titanischen Versuch zurückzuführen, ein der menschlichen Natur und der außerordentlichen Mannigfaltigkeit der menschlichen Veranlagung widersprechendes Wirtschaftssystem durchzudrücken, ein Versuch, der nicht gelingen kann und der nun deSündenbock in der Kirche sucht, die mit ihrem Glauben, mit ihrer Verkündigung des Kreuzes die Menschheit zum Tragen des Leidens willig mache, statt zur Empörung gegen Tyrannenmacht. Der Kirchenpräsident erinnerte daran, daß die geistigen Wurzeln dieser Anschauung im Abendland liegen, und daß schwere Versäumnisse gegenüber den Umschichtungen im Erwerbsleben vorgekommen seien, auch Versäumnisse der Christenheit. Wenn die Kirche das Volk vor der Annahme der bolschewistischen Heilslehre warne, so tue sie es nicht in dem Sinn, als ob sie sich solidarisch erklären wollte mit der Wirtschaftsweise, die heute herrscht, sondern weil sie überzeugt sei, daß auch der Arbeiterschaft die heutigen Verhältnisse als Paradies erscheinen würden, wenn jene Ideen verwirklicht würden. Wenn man die Denkungsweise kenne, die in jenem Lager insbesondere auch über Ehe und Familie herrscht, wenn man sich klarmache, was alles bei uns fallen müßte, wenn Moskau zum Sieg gelangen würde, dann sei man geneigt, manche heftigen Auseinandersetzungen auf politischem, wirtschaftlichem und kirchlichem Gebiet zu betrachten wie die Händel von Knaben, die im Streit umschlungen einen Abhang hinunterrollen, ohne zu merken, daß nachher ein tiefer Abarund kommt. Aber die Kirche werde sich nicht beirren lassen in ihrem Dienst am Volk. Sie werde für soziale Anliegen ebenso offen sein wie für nationale; sie werde gegebenenfalls auch die Regierenden mahnen, bei aller Härte der Zeit, bei allen gebotenen Sparmaßnahmen doch die schwachen Schultern möglichst zu schonen. Ein neuer Angriff auf den Kanchenjunga. Von München ist die zweite deutsche Himalajaexpedition, die wieder unter der Führung des Notars Bauer steht, abgereist. Die Expedition hat die Bezwingung des 8580 Meter hohen Kanchenjunga zum Ziele. Es ist der dritthöchste Berg der Welt. Die erste Expedition 1929 war durch einen schweren Wettersturz in 7400 Meter Höhe zur Umkehr gezwungen worden. Unser Bild zeigt die Kanchenjunga=Gruppe von Darjeling aus gesehen. Der Kronzeuge des VivianGordon-Mordes. Neuyorks sensationelles Kriminalgeheimnis vor der Aufklärung. Der Neuyorker Polizei ist es auf Grund eines Tips aus der Unterwelt gelungen, den Chauffeur Schlitten festzunehmen, in dessen Wagen der Mord an der bekannten Unterweltskönigin, der Tänzerin Vivian Gordon, begangen worden war. Der Verhaftete hat bereits ein Geständnis abgelegt. Er war von den Tanzstars Harry Stein und Sam Greenhauer für 250 Dollar zu der verhängnisvollen Autofahrt aufgenommen und in den Plan eingeweiht worden. Stein, der bereits seit einem Monat unter dringendem Mordverdacht im Gefängnis sitzt, erschien bei Vivian Gordon mit dem angeblichen Plan, einen reichen Juwelenhändler, der für 250 000 Dollar lose Diamanten bei sich trage, zu berauben. Die Rolle des Juwelenhändlers übernahm Sam Greenhaner. Man traf sich in einem vornehmen Restaurant, und nach dem Essen unternahm man eine Fahrt in dem Auto Schlittens, das Greenhauer für das seine ausgab. In einer finsteren Straße fielen die Mörder über Vivian Gordon her, und während Greenhauer sie festhielt, erwürgte sie Stein mit einer mitgebrachten Schnur. So wurde Vivian Gordon, die der Polizei am nächsten Tage wichtige Angaben über die Verbindung der Unterweltskreise mit Polizeistellen Mitteilung machen wollte, für immer stumm gemacht. Die weiteren Hintergründe dieser Tat werden noch von der Polizei erforscht. Mit sieben Kindern ins Gefängnis. Die Behörde ist ratlos— und streicht die Strase. Die französischen Justizbehörden in Vordeaux wurden dieser Tage vor ein nicht leicht zu lösendes Problem gestellt, das viel Aktenstaub aufwirbelte und in der Stadt ein nicht geringes Aufsehen hervorrief. Dabei war der Straffall, der diesem Problem zugrunde lag, an sich höchst harmlos. Es handelte sich nämlich darum, daß die Bauernfrau Anna Mellot zu 20 Tagen Gefängnis verurteilt worden war, wegen eines kleinen Diebstahls, und nach Bordeaux kam, um sich bei der Gefängnisverwaltung zu melden und die Strafe pünktlich anzutreten. So weit war die Angelegenheit ganz und gar unproblematisch. Die Schwierigkeiten begannen erst, als die anscheinend sehr humorvoll veranlagte Bauernfrau im Gefängnisbüro eintraf. Es war ein regelrechter Einzug; denn sie trug einen Säugling auf dem Arm, und weitere sechs Kinder klammerten sich an ihre Hand. Das Entsetzen der Gefängnisverwaltung war unbeschreiblich. Sie verlor völlig den Kopf und veranlaßte, da man die gewissenhafte Frau unmöglich zurückgehen lassen konnte, deren Ueberführung ins Gefängnislazarett, wo auch die Kinder untergebracht werden konnten. Aber auch das ging nur für einige Tage, worauf sich zwischen der Verwaltung und dem Lazarett ein lebhafter Streit entspann. Wer soll die zahlreiche Familie übernehmen?— lautete die anscheinend unlösbare Frage. Es wurden unzählige Briefe gewechselt, man wandte sich beschwerdeführend an die vorgesetzte Behörde, und das Ende des Justizstreites wäre nicht abzusehen gewesen, wenn sich nicht das Ministerium eingemischt hätte. Dieses löste das Problem auf eine wahrhaft einsache Weise, in dem es die Strafe der kinderreichen Bauernfrau streichen ließ und ihr sogar ein freies Geleit bis nach Hause gewährte. Dreimal vertauschte Frau. Drei Frauen segeln unter falscher Flagge, vertauschen ihre Nationalität und— ihr Haar in dem neuen Ufa=Tonfilm„Bomben über Monte Carlo“. Die blonde Meritza spielt in schwarzen Locken die englische, die dunkle Ungarin Käthe von Nagy spielt in Blond die französische und die blonde Russin Anna Sten mit schwarzem Haar die deutsche weibliche Hauptrolle(jeweils von links nach rechts). Kunst und Wissenschaft. Neue Werke bekannter Autoren. Carl Sternheim hat ein Pierpont=Morgan=Stück geschrieben, ein Zeitstück ohne Tendenz und Parteipolitik. Der Dichter war durch den Young=Plan, seine Ursachen und seine Auswirkungen dazu angeregt worden, den weltberühmten amerikanischen Bankherrn auf die Bühne zu bringen. Die einzige weibliche Rolle des Stückes, eine adlige Deutsche, wird von Sternheims Gattin, Pamela Wedekind, gespielt werden. Die Uraufführung des interessanten Stückes findet in der kommenden Spielzeit in Berlin statt.„Aufstand in den Masuren", ein Zeitstück von Hans Georg Brenner, wird noch in dieser Spielzeit an der Berliner Volksbühne zur Uraufführung kommen.— Max Alsberg, der Berliner Rechtanwalt und Mitverfasser des überall gespielten Schauspiels„Voruntersuchung", hat ein neues, aktuelles Bühnenwerk vollendet:„Breslauer Eierkomödie.“ Der Anwalt ist durch einen Fall aus seiner Praxis auf den Vorwurf des Stückes gebracht worden.— Das Theater in der Stresemannstraße in Berlin bringt Hans Brenners Schauspiel„Kolonne Immerfrien", das im Kaschemmenmilien spielt, demnächst zur Uraufführung.— Karl Rößler und Balder Olden haben gemeinsam ein Lustspiel geschrieben:„Anette und das Geld", das voraussichtlich im Herbst in Berlin zur Uraufführung gelangt. * „Der Spion des Kaisers", ein Drama von Ernst Einsiedler, erlebte kürzlich in Chemnitz seine Uraufführung und erntete bei guter Darstellung, die allerdings nicht restlos allen Vorzügen des Werkes gerecht wurde, lebhaften Beisall. Einsiedlers Drama vermittelt dichterisch starke, lebensvolle Bilder aus der Zeit der Unterdrückung Deutschlands durch Napoleon und zeichnet sich durch eine außerordentlich formvollendete, sentenzenreiche und dichterisch gehobene Sprache aus. Ueber die Eifel ging ein furchtbares Hagelwetter nieder, das, wie das Bild zeigt, in kurzer Zeit grünende Felder in eisbedeckte Flächen verwandelte. Mit der Heimatzeilüng dürch Deutschlande Weingaüe zuen Rhein, Main und Neckar. 1. und 2. Reisetag: Homburg, Frankfurt, Heidelberg. Mittwoch morgen gegen 7 Uhr fuhren wir von Hattingen ab, durchs Ruhrtal aufwärts über Witten nach Hagen. Von Hagen ging die Fahrt durchs Volmetal, das sich schluchtartig in zahllosen Windungen, flankiert von bewaldeten, turmbekrönten Bergen, bis Meinerzhagen hinzieht und weiter durchs Sauerland mit seinen eigenartigen Reizen, denen sich niemand entziehen kann, nach Olpe. Bald ist Siederländer Gebiet erreicht, das durch die Fördertürme seiner Eisensteingruben und seine Hüttenwerke lebhaft an das eben erst verlassene Heimatgebiet erinnert. Es ist allmählich Mittag geworden und in Siegen erwartet uns ein ganz vorzügliches Mittagessen. In flotter Fahrt ging es dann weiter über die Ausläufer des Westerwaldes durch die Orte Weilburg a. d. Lahn, dann hinauf in den Taunus über Usingen nach Bad Homburg v. d. Höhe. Von Siegen aus wurde von der geplanten Reiseroute abgewichen. Dadurch wurde die Fahrt durch die sonnige Ebene vermieden. Um 2 Uhr ging es von Siegen ab und bis 8 Uhr ging die Fahrt fast stets durch Wälder von Buchen, Eichen und Tannen, in denen schneisenartig die Straße eingeschnitten war. Alle waren auf der ganzen Fahrt, die ohne Schwierigkeiten und Hindernisse verlief, voll befriedigt und lobten die wundervollen Wagen, die so ruhig ohne jedes Schaukeln auf der Straße lagen. Man war von der ganzen Fahrt begeistert und es herrschte stets die froheste Stimmung. Schwierigkeiten in einer möglichst geschlossenen Unterbringung in Frankfurt, nicht zuletzt aber auch, um den Reiseteilnehmern einen Aufenthalt in dem weltbekannten Badeort zu ermöglichen, mußte sich die Reiseleitung zu einem Nachtquartier in Homburg entschließen. Gegen 8 Uhr trafen die Omnibusse ein und da noch reichlich Zeit war und die lange Fahrt in den bequemen Wagen auch nicht ermüdet hatte, konnten die Teilnehmer das romantisch am schloßbekränzten Berghang gelegene Städtchen eingehend besichtigen. Auf der Fahrt bot sich noch die Gelegenheit zur Besichtigung der Saalbura, einem zu Anfang dieses Jahrhunderts ausgegrabenen und wieder hergestellten römischen Grenzkastells, das bis in alle Einzelheiten ein treffliches Bild eines befestigten römischen Lagers bietet. In der Frühe des zweiten Reisetages ging es weiter und an den vielen frohen Gesichtern sah man, daß alle Teilnehmer vom ersten Reisetage, von der vorzüglichen Verpflegung und guten Unterbringung voll befriedigt waren. Ein Zeichen dafür, daß die Reiseleitung in der Wahl Homburgs eine besonders glückliche Hand gehabt hatte. In rascher Fahrt ging es zur Goethestadt Franksurt a. M. In sehr glücklicher Lage am verkehrsbelebten Main, umgeben von einem Kranz reizvoller, bewaldeter Mittelgebirge, wie Taunus, Odenwalo und Spessart, ist Frankfurt als bedeutendste Stadt Südwestdeutschlands ein Hauptziel des Fremdenverkehrs, das die mannigsachsten Anregungen in wissenschaftlicher, künstlerischer, historischer und städtebaulicher Hinsicht bietet. Ueber seine Entstehung berichtet die Sage, daß hier eine Hirschkuh den Franken bei der Völkerwanderung, als sie von anderen nachdrängenden Stämmen hart bedrängt wurden, eine Furt im Main gezeigt habe, wo sie mit Kind und Kegel an das andere User gelangen konnten. Geschichtlich fest steht, daß hier die fränkischen Heere bei Franconofurd den Main zu überschreiten pflegten.— Bereits zu Karls des Großen Zeiten war es Katserpfalz und seit 876 Hauptstadtdes ostfränkischen Reiches. Seit 1330 fanden hier die großen Neichsmessen statt. Die Goldene Bulle, das Reichsgrundgesetz, bestimmte es 1256 als ständige Wahlstätte der deutschen Kaiser und im Jahre 1562 wurde es auch Krönungsstadt. In seinen Mauern, in der Paulskirche, tagte 1818 das erste deutsche Marlament, dem eine Reihe bedentender Köpfe angehörte, die sich aber infolge des Parteiunwesens nach und nach zurückzogen, so daß das Parlament 1849 mit Waffengewalt aufgelöst werden mußte. Bis 1860 freie Reichsstadt, fiel Franksurt im Frieden zu Berlin mit anderen kurbessischen Gebieten an Preußen. An Sehenswürdigkeiten bot uns die Rundfahrt ungeheuer viel, so daß hier nur eine kleine Anslese des wertvollsten verzeichnet sei. So der Nömerberg mit dem ehemaligen Kaiserpalast, dem Römer, dessen Kaisersaal mit den lebensgroßen Gemälden der deutschen Kalser, vom letzten Karolinger Konrad I. 911—918 bis zum letzten Habsburger Franz II., 1792—1806 geschmückt ist. Auch das Kurfürstenzimmer, wie die Hallen und Höfe sind sehenswert. Eine zeitlang diente der Römer als Rathaus, bis ein neues entstand, das den groBluttat eines Geisteskranken. Ersticht die Braut und verletzt seine Mutter und sich schwer. Auf dem Wege von Karow nach Buch bei Berlin ereignete sich am Donnerstaa spätnachmittags eine schwere Bluttat. In einer Kraftdroschke wurde ein Geisteskranker von Mutter und Braut auf dem Wege zur Anstalt begleitet. Kurz vor der Einfahrt in das Anstaltsgebäude zog der Geisteskranke ein Messer und stach auf die beiden Frauen ein, denen er sehr schwere Verletzungen beibrachte. Nach vollbrachter Tat verübte der Irre einen Selbstmordversuch, indem er sich Stiche in den Unterleib versetzte. Die beiden verletzten Frauen wurden zunächst in das Kinder=Genesungsheim gebracht, wo die Braut ihren schweren Verletzungen noch im Laufe des Nachmittags erlegen ist. Der Täter wurde als Polizeigefangener dem Staatskrankenhaus zugeführt. Die Personalien der an der Bluttat Beteiligten stehen noch nicht fest. Die Kriminalpolizei ist zur Zeit mit der Aufklärung des Falles beschäftigt. Berliner Nationalsozialist erstochen. In dem Dorfe Dühringshof bei Landsberg an der Warthe ist in der Nacht zum Dienstag der Berliner Nationalsozialist Gerhard Liepsch erstochen worden. Zwei ßen Bürgersaal mit Wandgemälden aus der deutschen Geschichte enthält. Besonders zu erwähnen ist auch der 1876—81 wiederhergestellte Dom und die Paulskirche, wie auch die Katharinenkirche mit der Hauptwache. Den Höhepunkt bildete natürlich die Besichtigung des Goethehauses, der Wohnung der Eltern Goethes und dessen Geburtshaus. Es enthält das Geburtszimmer und den Arbeitsraum des jungen Dichters, in dem sein Götz und Werther und die Anfänge des Faust entstanden sind. Ferner sieht man viele Goethe=Erinnerungen und die Gemäldesammlung von Goethes Vater, dem kaiserlichen Rat Johann Kaspar Goethe. Nicht so eingehend konnten natürlich die anderen Sehenswürdigkeiten besichtigt werden, wie das Goethemuseum mit Büsten Berlin, 28. Mai. Im Preußischen Landtag ist folgende Kleine Anfrage der Abgeordneten Schwecht und Bachem(DN) eingegangen: In der Nummer 213/B 107 vom 8. Mai 1931 des „Vorwärts“, des Hauptorgans der größten Regierungspartei, steht ein Aufsatz mit der Ueberschrift: „Aus dem christlichen Köln, Geld für Repräsentation, aber nicht für Arbeiterwitwen“. Hiernach soll die Kölner Stadtverwaltung bei dem Finanzausschuß der Stadtverordnetenversammlung eine Nachforderung für die Köln=Mülheimer Brücke in Höhe von 5¾ Millionen unterbreitet haben. Davon sollen allein 3.8 Millionen auf Bauzinsen, die angeblich in der ursprünglichen Kostenaufstellung nicht einbezogen waren, entfallen. An Ausgaben bei der Einweihungsfeier der Brücke, wie Feuerwerk, Musik, Festessen, Photos, Tribünenbauten usw. sollen rund 700 000 RM. angefordert werden. Die Nachforderung, die durch eine Indiskretion in die Oeffentlichkeit gelangt Augsburg, 29. Mai.(Eigener Funkdienst). Dem Sonderberichterstatter der„Neuen Augsburger Zeitung“ gab Professor Piccard in OberGurgl folgende Erklärung:„Man wird es kaum glauben, daß wir in 25 Minnten bereits 15 000 Meter hoch geslogen sind. Dieser rasche Aufflug war natürlich insofern sehr unangenehm als der Ballon sehr heftigen Erschütterungen ausgesetzt war, hauptsächlich aber deswegen, weil wir keine Zeit hatten, Messungen in den verschiedenen Höhen vorzunehmen. Diese Messungen betreffen die sogenannte Höhenstrahlung. Diese Messungen lassen sich in der Stratosphäre insofern besser ansführen, weil es da keine Luft mehr gibt, die die Höhenstrahlung absorbiert. Der eigentliche Zweck dieses Fluges aber war, zu netaen, daß es moglich ist, in geschlossener Kabine in die Stratosphäre vorzudringen. Dieses ist vor allem wichtig für die Luftschiffahrt, weil in der Stratosphäre die Maschinen in kürzerer Zeit gröhere Strecken zutücklegen können als in der Atmosphäre“ Die größte Ueberraschung bereitete, wie der Sonderberichterstatter mitteilt, noch die Mitteilung Professor Piccards, daß er bis ebends 8 Uhr in einer Höhe von 15 000 Meter sich gehalten hat. In Berlin wurde die 51 Jahre alte Klara Richter in ihrer Parterre gelegenen Wohnung in der Rigaer Str. von ihrem Sohn mit eingeschlagenem Schädel tot aufgesunden. Als Täter kommt vermutlich der Liebhaber der Frau, der Arbeiter Emil Hermann in Betracht. Nachdem der Täter die Fran mit einem Beil erschlagen hatte, ist er durch das Fenster geflüchtet und konnte bisher noch nicht festgenommen werden. junge Leute, die der Tat dringend verdächtig sind. wurden verhaftet. Liepsch befand sich auf Urlaub bei Verwandten in dem Dorfe Dechsel bei Landsbera. Der dortige Sportverein hatte am zweiten Pfingstfeiertag an einem Wettspiel in Dühringshof teilaenommen. Nach dem Wettkampf kam es zwischen Nationalsozialisten und Arbeitersportlern zu Zusammenstößen, die sich abends in einem Tanzlokal fortsetzten. Nach Schluß des Tanzvergnügens wurde Liepsch in der Nacht überfallen. 84 Stunden 33 Minuten. Neuer Weltrekord im Dauerfliegen ohne Brennstoff=Ergänzung. Jacksonville(Florida), 29. Mai.(Eigener Funkdienst.) Die amerikanischen Flieger Walter Lees und Frederic Brossy haben einen Flug ohne Brennstoffergänzung von 84 Stunden und 33 Minuten vollendet. Sie legten eine Strecke von 10 690 Alm. zurück. Da das Flugzeng mit einem DieselSchwerölmotor ausgerüstet war, stellte der Flug auch einen neuen Weltrekord für diese Klasse von Flugzengen dar, der bisher von den Franzosen Bonssontrot und Riossi gehalten wurde. und Bildnissen der Familie Goethe und denen der literarischen Zeitgenossen des Dichters, wie auch die Goethebibliothek mit ihren über 50090 Bänden. Noch manches andere wäre einer eingehenden Besichtigung wert gewesen, wie das Museum für Völkerkunde, sowie das Kunstgewerbemuseum oder das bedeutendste naturhistorische Museum Deutschlands, wie auch das historische Museum, das das Stadtarchiv in einer reichhaltigen Sammlung von der Urzeit bis in die jüngste Gegenwart birgt. Etwas besonderes in seiner Eigenart war der Palmengarten, mit dem größten Palmenhaus Deutschlands und der Zoologische Garten mit seinem bedeutenden Aquarium und dem wertvollen Tierbestand. sei, sei insofern besonders peinlich, als an vier Familien, deren Ernährer bei dem Brückenbau tödlich verunglückten, insgesamt nur 1600 Mark, also für eine Familie durchschnittlich 400 Mark, Unterstützung und Abfindung gezahlt worden waren. Die Stadtverwaltung habe alle repräsentativen Ausgaben seinerzeit ohne Sanktion durch die Stadtverordneten veranlaßt. Infolgedessen sei in der Finanzausschußsitzung eine Untersuchungskommission eingesetzt worden, die die Dinge nachprüfen soll. Diese Nachrichten würden, wenn sie richtig sein sollten, besonders interessant sein, weil der Oberbürgermeister der Stadt Köln mehrfach und auch neuerdings wieder eine scharfe Kritik der Finanzgebarung des Staates Preußen übte. Wir fragen das Staatsministerium, ob und gegebenenfalls inwieweit die Nachricht des Vorwärts zutreffend ist, welche Stellung die Staatsregierung dazu nimmt und welche Folgerungen sie etwa daraus gezogen hat oder zu ziehen gedenkt. Freilich wurde diese Höhe nicht freiwillig gehalten. Das Gasventil funktionierte nicht, die beiden Piloten konnten kein Gas ablassen, wodurch ein Fallen des Ballons eingetreten wäre.„Wir waren also rund 16 Stunden in der Stratosphäre. Unser Sauerstoff ging zur Neige, als wir— es war inzwischen 8 Uhr abends geworden— glücklich zu sinken begannen. Wohin war uns gleichgültig. Es war ein großes Glück, daß wir in den Alpen niedergegangen sind, weil das Niedergehen auf Niederland sturzartig hätte vor sich gehen können. Von den weiteren Absichten Prof. Piccards ist zu sagen, daß er die Gondel in dem Alpengletscher zu lassen gedenkt. Vorbereitungen für den Abtransport des Piccardballons. Ober=wural, 29. Mai.(Eigener Funkdienst). Während Professor Piccard in OberGurgl ausruht, bereiten Dr. Kipfer und Universitätsprosessor Dr. Wagner aus Innsbruck als Ballonsachverständiger mit Hilfe der durch die Tiroler Landesregierung zur Verfügung gestellten Militärabteilungen den Ballonabtransport vor, der am Samstag durch die Firma Riedinger aus Augsburg als Herstellerin des Ballon erfolgen soll. Allenthalben macht sich größtes Interesse des Auslandes bemerkbar. Die Erneuerung des Ruhrkohlensyndikaks. Die Frist, innerhalb welcher noch Zustimmungen„a der geplanten Neuregelung der Umlagefrage im Rheinisch=Westfälischen Kohlensyndikat eingehen konnten, ist am 28. Mai um 18 Uhr abgelaufen. Wie WTB=Handelsdienst erfährt, sind weitere Unterschriften jedoch nicht eingegangen. Rund 75 Prozent der Zechenbesitzer haben also den neuen Vertragsentwurf zugestimmt. Da zu der Verlängerung des Syndikats Einstimmigkeit der Mitglieder erforderlich ist, liegt die Entscheidung nunmehr wieder beim Reichswirtschaftsministerium. Deutschlandhaus A.-G., Essen. Die Gesellschaft schließt das Geschäftsjahr 1930 nach 50 803 RM Rückstellungen und 118978 RM Abschreibungen mit einem kleinen Verlust von 624 RM(i. V. 3801 RM Gewinn). Von den AK von 500 000 RM sind 375000 RM noch nicht eingezahlt. In der Bilanz stehen den Kreditoren von 3,68(3,57) Mill. RM Debitoren mit 13 493 RM und Gebäudekonto mit 3,78(3,69) RM gegenüber. Westfalenhaus A.-G., Dorkmund. Nach 34028 RM Rückstellungen und 98 402 RM Abschreibungen ergibt sich für 1930 ein Verlust von 18874 RM(t. V. 11 312 RM Gewinn), von dem AK von 1 Mill. RM sind 750000 RM noch nicht eingezahlt. In der Bilanz sind Kreditoren mit 7,62(8,67) Mill. RM, andererseits Debitoren mit 60343 (101 728) RM und Gebäudekonto mit 7,80(i. V. 2,21 Mill. RM Grundstücks= und 4,63 Mill. RM Baukonto) ausgewiesen. Berliner Anfangs-Börsenstimmungsbild von heute. Tendenz: sehr ruhig. (Eigener Funkdienst.) Infolge des unregelmäßigen Neuyorker Schlusses war die Stimmung zu Beginn der heutigen Börse wesentlich beunruhigt, da aus dem Ausland festere Angebote kamen, und die ersten Notierungen zeigten überwiegend Kursbefestigungen, die bei Spezialwerten auf über 3 Prozent hinausgingen. Verschiedentlich sprach man auch noch von Zwangsdeckungen. Der heutige Zahltag scheint überwunden zu sein. Tagesgeld erfuhr eine weitere Versteifung, 5½—7½ Geld über Ultimo wurde heute noch nicht genannt. Reichsschuldbuchforderungen ca. 1 Prozent fester. Im Verlauf blieb die Grundstimmung weiter freundlich. Speziell Prag meldete festere Stimmungen. Frauenmörder stellt sich der Polizei. Berlin, 29. Mai.(Eigener Funkdienst). Der 55 Jahre alte aus Fehrbellin gebürtige Schlosser Emil Hermann, der in dem dringenden Verdacht stand, den Frauenmord in der Rigaer Straße begangen zu haben, hat sich auf Raten eines Freundes selbst der Polizei gestellt. Er behauptet, daß ihn Frau Richter mit einem Revolver bedroht habe, aber in der ganzen Wohnung ist keine Schußwaffe gefunden worden. Außerdem behauptet der Täter, daß er Grund gehabt habe, an der Treue der Frau zu zweifeln. Nach der Tat ist Hermann planlos in den Straßen umhergeirrt. Aus Berlin konnte er nicht, da er kein Geld hatte. Er wurde in Haft genommen. Die Untersuchungen gehen weiter. Unfall eines Stahlhelmautos. Ersurt, 29. Mai.(Eigener Funkdienst.) Heute vormittag 11 Uhr stieß auf der Hochheimer Straße in Erfurt ein Schnellastkraftwagen mit einem Erfurter Lastwagen zusammen, auf dem sich Stahlhelmer, die sich auf dem Weg zum Reichsfrontsoldatentag in Breslau befanden. Vier Stahlhelmer erlitten Arm=, Kopf= und Beinverletzungen. Auf der Dienstreise vom erschlagen. Radevormwald, 29. Mai.(Eig. Funkdienst). Der Stadtverordnete Holzhaus, der gestern als Mitglied der Wegebaukommission mit anderen Stadtverordneten eine Besichtigungsreise unternahm, wurde vom Blitz getroffen und sofort getötet. Zwei andere Stadtverordnete, die sich in nächster Nähe befanden, blieben unverletzt. Sechs Schwerverletzte. Schwerer Unfall eines Ausflüglerautos. München, 29. Mai.(Eigener Funkdienst.) Ein Auto mit mehreren Fremden, die von einem Ausflug in das Isartal nach München zurückkehren wollten, stürzte in der scharfen Kurve beim Bergmann=Kolleg in Pullach um. Sechs Personen erlitten hierbei Schädelbrüche und wurden in lebensgefährlichem Zustand ins Krankenhaus übergeführt. Der Wagen ist vollkommen zertrümmert. Das angebliche Sowjek-Militärflugzeug über Helsingfors ein Irrkum. Helsinafors, 29. Mai. Wie die Finnländische Telegraphenagentur mitteilt, hat sich nunmehr herausgestellt, daß es sich bei dem Flugzeng, das am 25. Mat in etwa 2000 Meter Höhe die Stadt Helsingfors überflogen hatte, um keine sowjetrussische Maschine gehandelt hat. Diskonlherabsetzung der Bank von Indien. Die Bank von Indien hat den Diskontsatz von 7 auf 6 Prozent herabgesetzt. Die 7prozentige Rate war seit dem 15. Januar dieses Jahres in Kraft. Neuer Preissturz am Buttermarkt. Die Milchproduktion nähert sich dem Höhepunkt des Jahres und damit auch die Buttererzeugung ihrem höchsten Stande. Infolge der Hitze werden die Ankünfte häufig bemängelt, und da auch der Konsum trotz der Frischgemüsezeit ein recht unbefriedigender bleibt, mußten sich erste Qualitäten einen Preisrückgang um 4 RM, zweite und abfallende Sorten einen solchen von 6 RM je Zentner gefallen lassen. Bochumer Viehmarkt am 27. Mai 1931. Auftrieb: 119 Pferde, 415 Schweine, 3 Schafe, 4 Ziegen. Verkaufspreise: Pferde: 1. Qualität 700—850; 2. Qualität 500—700: 3. Qualität 200 bis 500; Schlachtpferde 1020, Schweine: a) Ferkel bis 6 Wochen alt 10—14; von 6—8 Wochen alt 14 bis 21; von 8—12 Wochen alt 21—35; b) Läufer: von 3—4 Monate alt 35—49; von 4—5 Monate alt 49—60; Schafe 25—45; Ziegen 20—35. Handelsverlauf langsam. Der nächste Viehmarkt findet am 23. Juni statt. Dortmunder Zucht= und Faselviehmarkt. Zum heutigen Zucht= und Faselviehmarkt wurden aufgetrieben: 514 Großvieh, 115 Schweine, 25 Kälber, 2 Ziegen. Der Handel war in guten Tieren langsam. Kühe kosteten 250—535 RM; Rinder kosteten 240—450 RM. Beste Tiere über Notiz bezahlt. Am Schweinemarkt war der Handel sehr langsam. Es wurden bezahlt für 6—8 Wochen alte Ferkel 14—20 RM; 8—10 Wochen alte Ferkel 20—24 RM; 10—12 Wochen alte Ferkel 24—34 RM. Der nächste Markt findet am 3. Juni statt. Sollte das wohl wahr sein? Eine deutschnationale Anfrage im Preußischen Landtag. 16 Stunden in der Stratosphäre. Von ihrem Liebhaber erschlagen. HANDEL UND JNDUSTRLE Lebens Für die Salatzeit! 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Severin den 31. Mai ds. Js., abends 7 Uhr im„Saalbau Weiltor“: Unterhaltungs-Abend mit anschließendem BALL. Kassenölinung 6 Uhr. Eintrittspreis 50 Pig. numinnimiiu iI Westfälisches Altbier gelangt in Fässern u. Flaschen zum Verkauf Schlegels Weiße erquickend und labend Schlegel=Scharpenseel-Brauerei Haus- u. Grundbesitzer=Verein Hattingen u. Umgegend Versammlung am Sonnabend, dem 30. do. Mto., abends 8 Uhr. im Restaurant Kellermann, Bahnhofstr. Der Vorstand. Kavallerie=Berein Sonntag. d. 31. Mai. abends 8 Uhr: Versammlung 7½ Uhr: Vorstandssitzung. Wegen der Wichtig= keit wird um zahlreiches Erscheinen gebeten. Der Vorstand. Getragene Maßanzüge, Paletots, von bess. Herrschaften. z T. fast neu, sowie Gebrockanzüge, Emekines u. Hosen zu staunend billigen Preisen. Gustav Grünberg, Essen, 83 Friedrich=Eberl=Str. 83 1 Min. v. Viehoferplatz. Fahrtvergütung. Sehr gut erhaltene Marten-Fahnäder spottbillig. Anzahlung 10,— Mark. Fahrradgeschäft Röl. Bochum, Rottstr. 39 Schlacht hof Hattingen. (Freibank). Samstag morgen 8 Uhr Verkauf von Rindfleisch. Christl. Versammlung auf Brinkerhöhe bei Langenberg am Sonntag. 31. Mai, nachmittags 3,30 Uhr. Redner: Rektor Simons, Wuppertal=B., und Pastor Müller, Langenberg. Gesangverein wirkt mit. Jedermann ist herzl. eingeladen. Eintritt frei. Gelegenheit zum Kaffeetrinken ist gegeben. Lieferung an Wirte, Gewerbetreibende und Private ab Werk und frei Haus. Feste Abschlüsse entsprechenden Rabatt. Eishandel G.m.b.H., Bochum in der Löwenbrauerel Moritz Flege, Ringstraße 25. Fernruf 66272 Loupin-Creme Krètre, Aessehleg. Hömorhoidea. Beta 4ea uew. 2e beben: Drogerie A. Walinschat, vorm. H. Plücker, Essen-Steele, Bochumer Str. 223(285, Central-Drogerie Giovannini Nachf., E.-Steele Altendorfer Straße 209, Drogerie Ocklenburg, E.-Steele, Altendorfer Straße, Ecke Siemensstraße. Drogerie A. Horster, Essen, Hobeisenstr. 54. Drogerie E. Münch, E.-Steele, Maschinenstr. 3 Lebens larhein. Spargel p. 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