tingen. 920: Abend Slawia“. ch pelle etschen. lingen. d. J., nasiums te tationen n-Berlin. großen an der te, überMonate le 6, am n29071. Haltinger Zeitung zungsAuschleute n. hrung. nlagen. Aus dem Reich der Frau"„Heitere Welt" und„Westdeutscher Rundfunk". Anzeigenpreis: Für 1 mm Höhe und 33 mm Breite 10 Pfg. Für Anzeigen im Textteil 1 mm Höhe, 75 mm Breite 35 Pfg.- Bei Wiederholung Rabatt, der jedoch bei gerichtlicher Beitreibung und im Konkursfalle fortfällt. Annahmeschluß von Inseraten ist abends 7 Uhr für die am nächsten Tage erscheinende Ausgabe. Amtlicher Geschäftostelle: Obermarkt/ Kl. Weilstraße Jernsprech=Anschluß Nr. 2941, 2042, 2943 Anzeiger Postscheckkonto Dortmund Nr. 111 03 Telegramm=Adresse: Kreioblatt Hatlingenruhr Verlagsleitung: Rudolf Hundt. Verantwortl. für Politik u. Lokales: Carl Zänker für Westdeutschland, Handel und den übrigen Inhalt: Adolf Beineke: für Sport und Frauenbeilagen: Werner Broschwitz. Eigene Berliner Vertretung./ Druck und Verlag: C. Hundt sel. Wwe., Hattingen-Ruhr, Kleine Weilstraße Nr. 27/ Sprechstunden der Redaktion 4—6 Uhr nachmittags Für Aufbewahrung aller der Redaktion unverlangt eingesandten Manuskripte wird keine Gewähr übernommen. Zurücksendung erfolgt nur, wenn Rückporto beiliegt. Alle redaktionellen Einsendungen sind nur an den Verlag zu richten. Allgemeiner Anzeiger für den Ennepe=Ruhrkreis für den Ennepe=Ruhrkreis Größte u. meistgelesene Zeitung in Stadt und Kreis Montag, den 1. Dezember Jeder Bezieher erhält laut unseren Bedingungen 250 Mark Unterstützung bei tödlichem Unfall. 1930/ Nr. 281 Europas„Maßregelung“ durch den Mammon. Das Neueste vom Tage. Zwischen der Reichsregierung und der Reichsbahn ist Uebereinstimmung über eine Ermäßigung verschiedener Eisenbahntarise erzielt worden. * In Berlin sind einige Brot= u. Lebensmittelaeschafte von Erwerbslosen gestürmt und geplundert worden. * Im Meineiosprozeß gegen den Kriminalkommissar Ziegler in Burg bei Magdeburg beantragte der Staatsanwalt ein Jahr neun Monate Gefängnis. * Durch ein Feuer auf dem Flugschiff Do X, das auf dem Tejo bei Lissabon liegt, wurde der obere Teil des linken Flügels verbrannt. Bei den Sonntagswahlen in verschiedenen Teilen des Reiches ist eine nationalsozialistischen festzustellen. Die S. P. D. hatte überall starke Verluste. * Der Zentralvorstand der partei hat gestern den Abgeordneten als Nachfolger von Scholz zum ersten Vorsitzen den gewählt. in verschiebes Zunahme der Bewegung Deutschen Volksten Dingeldey Reichswehrminister Groener hat sich mit dem Chefredakteur des WTB. unterhalten und in dieser Unterhaltung interessante Angaben über den„Rüstungs"=Stand Deutschlands und des Auslandes gegeben. Unserm 100 000= MannReichsheer stehen an den Grenzen Frankreichs, Belgiens, der Tschecho=Slowakei und Polens 1 200 000 Mann gut ausgebildetes Militär bzw. Berufssoldaten gegenüber. An Waffen und Munition verfügen unsere Neider in Frankreich, Polen und Belgien über das Zehn= und Zwanzigfache Deutschlands. * In Großbritannien droht der Ausbruch des allgemeinen Bergarbeiterstreiks, in Schottland hat die Arbeitsniederlegung bereits begonnen. * Die österreichische Regierung Vangoin ist zurückgetreten; der Landeshauptmann vn Vorarlberg, Dr. Ender, übernimmt die Kabinettsbildung. Die N6DAP. hat gestern weitere Erfolge errungen. Und bist du nicht willig, dann brauch' ich Gewalt.. Washington und die Gerüchte über eine Gold-Entente. Die Sonntagsblätter der amerikanischen Bundeshauptstadt Washington brachten merkwürdig übereinstimmende Meldungen aus Paris über ein engeres Zusammengehen der Vereinigten Staaten und Frankreich sowohl in der Form einer Gold=Entente, die, wie der Korrespondent der Washington Post erfahren haben will,„Den Polizeiknüpvel über das unruhige Europa halten und kriegerisch veranlagte Staaten durch Nichtgewährung von Anleihen zur Raison bringen werde," als auch in der Abrüstungsfrage, in der nach Informationen der Pariser Korrespondenzen der Washington Stars und der Chicago Daily News England Amerika und Frankreich umschlossen seien, die„Malkontenten“ Länder wie Deutschland, Italien und Rußland nicht mit ihren Wünschen auf eine weitgehende Abrüstung und Revision des Vertrages von Versailles durchdringen zu lassen. Alle diese Nachrichten wurden hier mit skeptischem Lächeln aufgenommen und in eingeweihten Kreisen als völlige Verkennung des amerikanischen Standpunktes bezeichnet. Besprechungen, die in Paris zwischen Tardien, Harrison und Owen Young stattgefunden haben sollen, waren offenbar rein finanztechnischer Natur und erzeugten, wie im Staatsdepartement betont wird, im Auftrage der amerikanischen Regierung. Es wurde gleichzeitig erneut darauf hingewiesen, daß Stimpson in Genf bei seiner Zustimmung zu dem Paragraphen über die Einhaltung der internationalen Verträge, die in Pariser Blättern begierig als angebliche amerikanische Indossierung der Unverletzlichkeit des Versailler Vertrages aufgegriffen wurde, lediglich die Seeverträge von Washington und London im Auge hatte. Dies wird zu gegebener Zeit vom Staatsdepartement nochmals eindeutig betont werden. Außerdem ist damit zu rechnen, daß Staatssekretär Stimpson heute nach seiner Rückkehr von einer mehrtägigen Urlaubsreise Gelegenheit nehmen wird, Amerikas Politik zu definieren, sowie diese törichte Falschmeldung gewisser Pariser Blätter zu dementieren, wonach Botschafter von Prittwitz ihm gegenüber mit einer deutschen Aufrichtung gedroht habe. Das Ringen um die deutsche Gaar. Eine eindrucksvolle Kundgebung volklicher Verbundenheit des Saargebietes mit dem Deutschen Reich sand gestern im großen Saale„Zum Reinol= schiebe. Alles Unrecht von der Saar müsse abgeDer polnische Diktator hat aus gesundheitlichen Rücksichten sein Amt eines Regierungschefs nie dergelegt. dus“ in Dortmund statt. In drei groß angelegten Referaten kam immer wieder der Gedanke des Festhaltens der Saarländer am Deutschen Reich zum Ausdruck. Kommerzienrat Dr. h. c. Hermann Röchling, Saarbrücken, behandelte in seinem Referat das Problem der Saargruben insbesondere. Er ging dabei von dem Scheitern der Pariser Saarverhandlungen zur Lösung der Saarfrage aus, die nach zehnmonatiger Dauer ergebnislos verliefen und verlaufen mußren, weil die französische Regierung eine dauernde Beteiligung der französischen Industrie oder des französischen Staates an den Saargruben verlangt habe, ohne im geringsten glaubhafte Gründe für dieses Verlangen vorzubringen. Die Saarbevölkerung sei sich einig in der strikten Ablehnung jeder Beteiligung von französischen Industriellen, auch mit dentschen Industriellen zusammen, am Saarbergbau. Redner streifte näher die Entwicklung der Saargruben unter französischer Verwaltung, die man als einen absoluten Stillstand in technischer Beziehung bezeichnen müsse. Chefredakteur Hoffmann= Saarbrücken entwickelte in seinen Gedankengängen die starke französische Propaganda im Saargebiet, während Pfarrer Wilhelm, Wehrdem, das Problem eines Völkerbundsstaates des Saargebietes kritisch beleuchtete. Eine einstimmig von der großen Versammlung angenommene Entschließung stellt mit größtem Ernst vor aller Welt fest, daß Frankreich im Saargebiet Pläne verfolge, die, ähnlich wie seinerzeit in Oberschlesien, unter Beiseiteschiebung der Selbstbestimmung der Bevölkerung wirtschaftliche Interessen Frankreichs in den Vordergrund Wgeordneter Diungeldey wurde zum Vorsitzenden der D. V. P. gewählt, und zwar einstimmig durch Zuruf vom Zentralvorstand der D. V. P., der gestern in Berlin tagte. Dingeldey dankte für das bewiesene Vertrauen, das ihn mit Stolz erfülle. Sein erstes Gedenken gelte dem Gründer der Partei. Dr. Stresemann, an dessen Stelle er heute stehe. In seinem Geiste wolle er arbeiten und kämpfen und hoffe, daß die Partei sich im Geiste kameradschaftlicher Gemeinschaft zusammenschließe. Darauf erfolgten die weiteren Wahlen zum Parteivorstand. wehrt werden. Die Saarfrage müsse nach den klaren Bestimmungen des Saar=Statuts ihre Lösung finden. Das Ziel jeder Saarverhandlung müsse die unversehrte Wiederinkraftsetzung der deutschen Staatssouveränität über das Saargebiet in politischer und wirtschaftlicher Hinsicht sein. Ueber den Rahmen des Versailler Vertrages hinauszubeziehende Ansprüche Frankreichs auf die Saar seien unbedingt abzulehnen. Der eigentlichen Kundgebung ging am Samstag abend die festliche Feier des zehnjährigen Bestehens der Ortsgruppe Dortmund des Saarvereins voraus, in der Senatspräsident Andres, Frankfurt a. M., die Festrede hielt. An den Veranstaltungen nahmen an den beiden Tagen auch Vertreter der Behörden und der öffentlichen Körperschaften teil. Genatspräsident gegen Vor dem Amtsgericht Berlin=Mitte gelangte die Privatklage des Senatspräsidenten beim Oberverwaltungsgericht, Grützner, gegen den Staatssekretär im preußischen Innenministerium. Dr. Abegg, zur Verhandlung. Gegenstand der Verhandlung ist die Abschiedsrede des Dr. Abegg am 1. März an den damals zurückgetretenen Minister des Innern, Grzesinski, die durch den Amtlichen Preußischen Pressedienst veröffentlicht war. In dieser Rede hatte Dr. Abegg u. a. gesagt:„Für die Verleumder und niedrigen Gesellen, deren vergiftete Angriffe ihren Entschluß reifen ließen, haben wir alle, ohne jede Ausnahme, das Gefühl höchster Verachtung." Staatssekretär Abegg Senatspräsident Grützner Senatspräsident Grützner fühlt sich durch diese Aeußerung getroffen. Im Termin war Dr. Abegg durch den sozialdemokratischen Reichstagsabgeordneten Dr. Landsberg vertreten. Der Vertreter des Privatklägers, Rechtsanwalt Dr. Arras, hatte eine Reihe von Zeugen geladen, darunter Ministerpräsident Otto Braun, Polizeipräsident Grzesinski, Frau Grzesinski, Ministerialdirektor Klausener, Polizeikommandeur Heimannsberg, Polizeipräsident a. D. Zörgiebel, die aber nicht erschienen waren. Ministerpräsident Braun hatte dem Gericht mitgeteilt, daß er von seinem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch mache. Durch Dienstgeschäfte sei er am persönlichen Erscheinen behindert. In einer Erklärung legte der Privatkläger, Senatspräsident Grützner, die Gründe dar, die ihn bewogen, den außergewöhnlichen Schritt des Prozesses zu tun und nicht auf dem Dienstwege seine Interessen zu wahren. Die Nachtsitzung des Reichskabinetts war erst nach 3 Uhr morgens zu Ende. Das Kabinett hat den ganzen Fragenkomplex, der durch Notverordnung geregelt werden soll, durchgearbeitet, so daß jetzt nur noch die redaktionelle Fassung durch die Ressorts zu erledigen ist. Man rechnet damit, daß diese Arbeiten im Laufe des Tages beendet werden können, so daß der Kanzler noch heute abend zum Reichspräsidenten gehen könnte, um seine Unterschriften zu erbitten. Es muß besonders betont werden, daß die Frage, ob ein Notstand gegeben ist, nach der Verfassung ausschließlich vom Reichspräsidenten entschieden wird. Die Veröffentlichung steht für heute abend oder morgen früh zu erwarten. Wenn man in politischen Kreisen noch gestern mit weiteren Versammlungen rechnete, hat das Kabinett beschlossen, alles in eine Verordnung zusammenzufassen. Die Gründe, die dafür ausschlaggebend sind, sollten technischer Natur sein. Die Abänderung der alten Notverordnungen erfolge unter dem Gesichtspunkt, daß Härten herabgemindert werden sollen. Einer der wesentlichsten Punkte ist der Beschluß, die Gebühr für den Krankenschein nicht mehr bestimmten Kategorien, sondern allen Erwerbslosen und den Invalidenrentnern zu erlassen. Man glaubt auch dafür die Zustimmung der Deutschen Volkspartei zu erreichen. Die Gehaltskürzung der Beamten für Länder und Gemeinden wird besonders geregelt, ebenso die übrigen verfassungsändernden Vorlagen auf den ordentlichen Wen gebracht. Rechtsanwalt Dr. Landsberg erklärte, der Beklagte habe bei seinen Ausführungen nicht an den Privatkläger gedacht. Verschiedene Beweisanträge wurden vom Gericht abgelehnt. Das Urteil lautet auf Freiprechung. Die N69Ap für Reichstags=Neuwahl. In einer Münchener nationalsozialistischen Versammlung gab am letzten Freitag der Reichstagsabgeordnete und Organisationsleiter der NSDAP., Straßer, eine für die politische Zukunftsabsichten der Nationalsozialisten bedeutsame offizielle Erklärung ab, die offenbar das Ergebnis einer Führerbesprechung ist, die vor wenigen Tagen in München stattgefunden hat. Niemals würden die Nationalsozialisten in Zukunft in eine Regierung gehen, die die jetzt vorliegenden Gesetze vorher auf dem Verordnungswege angenommen habe, auch nicht nach dem 3. Dezember, wenn etwa die Sozialdemokraten sich zurückzögen und man eine Regierungsbeteiligung den Nationalsozialisten anbiete. Ehe die Nationalsozialisten dazu bereit seien, eine neue Regierung zu bilden, verlangten sie Neuwahlen, in denen das deutsche Volk seine Aktivlegitimation für die Nationalsozialisten wiederhole. Sie seien bereit, ihren angeblichen Ueberraschungserfolg noch einmal unter den Beweis einer Neuwahl zu stellen. Die Nationalsozialisten sähen in einer Nenwahl die Voraussetzung einer Regierungsbeteiligung überhanpt, und zwar nicht nur im Reiche, sondern auch in Prenßen. Erst nach neuer Befragung des dentschen Volkes seien sie bereit, jede Konseqnenz und Verantwortung zu übernehmen. Allerlei aus dem Reiche. Die Deutschnationalen fordern Austritt aus dem Völkerbund. Dr. Hugenberg hat namens der Deutschnationalen Volkspartei an den Reichskanzler Brüning folgendes Telegramem gerichtet: „Die Vorgänge in der Genfer AbrüstungsKonferenz enthüllen kraß den bösen Willen Frankreichs und der seine Rüstungspolitik stützenden Staaten in der für die Erhaltung des europäischen Friedens entscheidenden Abrüstungsfrage. Sie widerlegen zugleich Kurs und Methoden der bisherigen deutschen Außenpolitik. Angesichts dieser Erfahrungen und angesichts der für die ungeschützte Östmark durch Polen=Terror drohenden Gefahren wiederholen wir heute nachdrücklichst unsere Forderung auf Erklärung des Selbsterhaltungsrechts der deutschen Rüstungsfreiheit. Bei Nichtanerkennung dieses Rechts durch die Versailler Vertragsgegner halten wir den Austritt Deutschlands aus dem Völkerbund, in dem die Gleich berechtigung zur hohlen Phrase wurde, für un erläßlich." Der Sklarek-Prozeß, dessen Aktenstück den Weltrekord an Umfang besitzen, ist zwar immer noch nicht gestiegen— aber der Name Sklarek taucht doch immer wieder auf, selbst in einer Zeit, die leider zuweilen allzu rasch unliebsame Vorfälle zu vergessen scheint. Stand da neulich im„Aut=Boren“ die folgende Be kanntmachung: Im Wege der Zwangsvollstreckung werden zu Wehen i. Ts. am 4. November 1930, mittags 12 Uhr, folgende Gegenstände, als: 5 Reichsbanner=Anzüge, geliefert von der Firma Sklarek in Berlin und noch teilweise gut erhalten, öffentlich meistbietend gegen Barzahlung versteigert. Zusammenkunft der Kaufliebhaber mittags 12 Uhr vor dem Rathaus. Wann, den 1. November 1930. Schwarz, Obergerichtsvollzieher. Nun sage noch einer, das Reichsbanner habe in keiner Verbindung mit den ehrenwertenSklareks gestanden! Uebrigens darf man diese Anzeige auch als Symptom bewerten Die Reichsbanner=Konjunktur ist in vielen Orten vorbei, selbst der Generalissimus Hörsing, den Kollege Severing einst als„falschen Trommler“ sehr sinnig bezeichnete, ... Besprechungen zwischen Harrison und Moret. (Eigener Funkdienst.) Der Außenpolitiker des„Matin“ bespricht die Der Reichtum sei eine Sache, die man zu benützen Unterredungen, die der Gouverneur der General Reservebank von Neuyork, Harrison, dieser Tage in Paris mit dem Gouverneur der Bank von Frankreich, Moret, hatte. Er geht zunächst auf die Verhandlungen ein, die wegen der in Frankreich festzustellenden Aufhäufung von Gold geführt wurden und schreibt: Die aufreizenden Reden in Berlin, die Reichstagswahlen, begleitet von den Großsprechereien der Hitleranhänger, die beständige Wühlarbeit der Sowjets, die Aufstandsbewegungen in Südamerika und die Ueberproduktionsund Unterverbrauchskrise in der Welt seien natürlich sehr wohl triftige Gründe, um zu versuchen, sein Gold bei sich zu behalten. Aber Harrison und Moret seien wohl auch zu wichtigen Schlußfolgerungen gelangt. Die Entscheidung könne freilich nicht sein, daß man eine ständige Politik festlege. verstehen müsse; besonders, wenn die Lage politisch unklar sei, müsse man diese Sache mit umso größerer Vorsicht und um so größerem Unterscheidungsvermögen verbrauchen. Das Risiko sei weniger groß, wenn man mit einem befreundeten Land zusammenarbeite, dessen Emissionsinstitut auch über reichliche Mittel verfügt. Frankreich und die Vereinigten Staaten befänden sich in der gleichen Lage. Sie hätten also auch gleiche Interessen, wie dies auch Tardien kürzlich festgestellt habe. (Gleiche Interessen, d. h. doch nichts anders als: Wir haben das Gold und darum können wir es uns leisten, die anderen nach unserem Belieben tanzen zu lassen.) Also sei es ganz natürlich, daß sie im Einvernehmen miteinander die Leitung der Finanzierung der Länder übernähmen, die Kapitalien brauchten.(S. a. Umseite.) Die neuen Notverordnungen vor dem Kabinett.— Eine lange Nachtsitzung. Veröffentlichung der ersten Notverordnung am Montag.— Der voraussichtliche Inhalt. Das Reichskabinett ist am Sonntag um 4 Uhr nachmittags zu der— zweimal verschobenen— Kabinettssitzung zusammengetreten, um die neuen Notverordnungen zu beraten. In unterrichteten Kreisen nimmt man an, daß die Sitzung sehr lange, unter Umständen die ganze Nacht, dauern wird. Die erste Notverordnung wird voraussichtlich heute veröffentlicht werden. Sie enthält die Abänderungen zur Juli=Verordnung. Der Kanzler legt Wert darauf, sie vor der Sitzung des Hauptausschusses herauszubringen, der dann feststellen könnte, daß seine wesentlichen Wünsche erfüllt sind, womit seine Arbeit dann beendet wäre, ohne daß es erst zu Einzelabstimmungen käme. Im einzelnen dürfte die Notverordnung ungefähr folgende Punkte enthalten: Die 50=Pfg.=Gebühr für den Krankenscheinwird den Ausgesteuerten und den fünf untersten Klassen der Erwerbslosen sowie für bestimmte Krankheitsfälle erlassen. Ferner soll das Unterstützungsrecht der jugendlichen Erwerbslosen, die dem elterlichen Haushalt angehören, erweitert werden. Visher waren Jugendliche bis zu 17 Jahren davon ausgenommen; jetzt soll die Grenze bei 16 Jahren liegen, so daß also ein Jahr mehr unter die Erwerbslosenunterstützung fällt. Das erfordert schätzungsweise einen Mehrbetrag von fünf Millionen. Außerdem wird die Schankverzehrsteuer fallen, und in den Gemeinden, in denen sie bereits eingeführt ist, wird sie auf den 1. April 1932 begrenzt. Das Bier wird aber auf alle Fälle ausgenommen, da es bereits stark belastet ist. Dazu tritt dann noch eine Aenderung der Bürgersteuer. In unterrichteten Kreisen rechnet man mit einer geringeren Unterstufe und einer stärkeren Staffelung in der Mitte. Wie weit noch andere Einzelheiten in dieser Notverordnung geregelt weröen, bleibt abzuwarten. Die zweite Notverordnung umfaßt das Finanz= und Wirtschaftsprogramm mit Ausnahme des Steuervereinfachungsgesetzes, das vom Reichsrat noch nicht verabschiedet ist. Mit der Veröffentlichung dieser Verordnung ist für Montag abend oder Dienstag zu rechnen. Die schwierigsten Fragen liegen in den Entwürfen, die verfassungsändernden Charakter haben. Man will deshalb einen inneren Umbau vornehmen, der den verfassungsändernden Charakter beseitigt. So soll z. B. die Gehaltskürzung der Länder= und Gemeindebeamten in eine Steuer umgewandelt werden. Das Ausgabensperrgesetz wird der Kanzler wohl noch einmal mit den Ländern besprechen. Das Pensionskürzungsgesetz soll zunächst fortfallen, um vielleicht später dem Reichstag vorgelegt zu werden. Beim Tabakzoll ist eine Herabsetzung vorgesehen. Die Einzelheiten stehen natürlich nicht fest, ehe das Kabinett die Beratungen geschlossen hat. In politischen Kreisen ist man der Ansicht, daß es den Bemühungen des Kanzlers gelungen ist, die Gefahr einer Aufhebung der Notverordnung durch den Reichstag zu beseitigen. Auch der Sonntagsartikel des„Vorwärts“ wird in diesem Sinne kommentiert. Die weiteren Untersuchungen über die Vorfälle in Golassowitz haben ergeben, daß die Ermordung des Polizei-Kommandanten keineswegs die polnischen Angriffe auf die Gesamtheit der deutschen Minderheit in Golassowitz rechtfertigt. Die der Tat dringend verdächtigen Verhafteten Kubla und Watut gehören zwar der deutschen Minderheit an, sind aber sehr übel beleumundet, so daß es sich keinesfalls um einen nationalpolitischen, sondern vielmehr um einen gemeinen Mord handeln würde. Ein Sohn des Verhafteten Kubla sitzt bereits seit mehreren Jahren wegen eines Mordes im Gefängnis, und es hat den Anschein, als ob der verhaftete Kubla seinen Sohn durch die Erschlagung des Polizeikommandanten rächen wollte, zumal zwischen den beiden Feindschaft bestanden haben soll. Wie die offiziöse polnische Morgenpresse hierzu noch berichtet, haben Kubla und Watut eingestanden, daß sie sich während der bekannten Vorfälle in Golassowitz im Gemeindehaus und somit auch von den anderen dort anwesenden Männern avgesondert haben. Die am Tatort amtierende Mordkommission hat etwa 100 Meter vom Gemeindehaus entfernt einen Stab in die Erde geschlagen, wo der Ueberfall auf den Polizeikommandanten durch die Genannten erfolgt sein soll. Watut soll mit einem Knüppel zugeschlagen, Kubla mit einem Küchenmesser, das er vorher im Gasthause mitgenommen hatte, gestochen haben. Für einen überpolitischen, nationalen Rundfunk. Unter dem Motto„Für den deutschen Rundsunk“ veranstaltete der Reichsverband deutscher Rundfunkteilnehmer gestern im ehemaliaen preußischen Herrenhaus eine Kundgebung, in der Hauptschriftleiter Mühr in einer Ansprache auf die Bedeutung des Rundsunks als volksbildendes Mittel und als erzieherische Einrichtung hinwies. Die Ausführungen des Redners aipfelten in der Forderung nach Ueberparteilichkeit des Rundfunks. Mit dem Reichsverband erscheine eine neue Front auf dem kulturpolitischen Gebiet des Rundfunks, die dem gesunden Gedanken des Deutschtums im Rundfunk zu seinem Recht verhelfen wollte. In einem Vortrag über das Thema „Weshalb Kulturkampf?“ führte Schriftsteller C. Köhn nach einer lebhaften Kritik an den heutigen geistigen und kulturellen Auffassungen u. a. aus, daß es wesentlich sei, daß der Rundfunk zum Deutschtum und zur Nation zurückkehre. Demissionierende Staatssekretäre.— Bankier Oustric in Untersuchungshaft. Das Kabinett Tardieu, das seit einer Woche empfunden, damit nicht die beiden als Regie mit dem Mut der Verzweiflung gegen den ihm aus der Oustricaffäre drohenden Skandal ankämpft, scheint seinem Schicksal nicht länger entgehen zu können. Nach dem Justizminister Peret sind gestern zwei weitere Mitglieder des Kabinetts, der Unterstaatssekretär der Schönen Künste Lautier und der Unterstaatssekretär der Oeffentlichen Arbeiten Falcoz durch die Enthüllungen über ihre Geschäftsverbindungen mit dem verkrachten Bankier gezwungen worden, ihre Demission zu geben. Lautier gehörte der Unabhängigen Linken an, Falcoz ist ist einer der wenigen Radikal=Sozialen, die seiner Zeit gegen den Beschluß der Partei zu Tardieu übergelaufen waren. Die Position der Regierung ist durch diese beiden neuen Demissionen auf das schwerste aucheste rotenen mitS erschüttert. Oustric wurde gestern verhaftet. auch die roten Parteifahnen In später Abendstunde kam anschließend an die Anfragen über das Luftfahrtwesen die Kammer auf den Rücktritt der beiden Unterstaatssekretäre Lautier und Falcoz zu sprechen. Der der Regierungsmehrheit angehörende Oberst Fabry betonte, daß er nach wie vor Vertrauen in die Regierung habe, hat aber um eine nähere Begründung der Vorgänge. Ministerpräsident Tardieu wiederholte den Hinweis auf die„normalen Beziehungen der zurückgetretenen Regierungsmitglieder zu Oustric. Die Minister jedoch und auch die Zurückgetretenen hätten den Rücktrittsentschluß als zweckmäßig zieht nicht mehr. Nur in Preußen kann mit hoher regierungsseitiger Förderung das Reichsbanner die„teilweise gut erhaltenen“ Fahnen mit Stolz noch wehen lassen natürlich, wie es Herr Lüdemann in Breslau tat. Aber wie lange noch?? Der neue Zentrumsführer in Baden. Der Landesausschuß der badischen Zentrumspartei wählte zum Nachfolger des verstorbenen badischen Zentrumsführer, Prälat Dr. Schofer, einstimmig den Präsidenten des Rechnungshofes und derzeitigen Chef der Zentrumspartei des Badischen Landtags, Dr. Dr. Baumgartner, zum Führer der badischen Zentrumspartei. rungsmitalieder vor dem Untersuchungsausschuß zu erscheinen hätten. Es wurden drei Tagesordnungen eingebracht. Nur in einer, derjenigen Fabrys, wurde der Regierung das Vertrauen ausgesprochen. Tardieu sah sich veranlaßt, mit der Stellung der Kabinettsfrage den Vorrang der andern Tagesordnungen abzulehnen. Er konnte für diese Ablehnung 293 gegen 279 Stimmen gewinnen. Die Regierungsmehrheit ist damit in ganz bedenklicher Weise auf 14 Stimmen zusammengeschrumpft. Die Sozialradikalen und die Sozialisten beslchossen darauf, sich bei der Abstimmung über die eigentliche Vertrauensfrage(Tagesordnung Fabry) der Stimme zu enthalten. Es kam zu erreaten Auseinandersetzungen zwischen Tardieu und den Führern der Sozialisten und der Radikalen. Tardieu wandte sich zum Schluß an seine Mehrheit mit der Aufforderung, gegen den Block der Radikalen, Sozialisten und Kommunisten Front zu machen. Die Tagesordnung Fabry, für die Tarbieu die Vertrauensfrage gestellt hatte, wurde schließlich mit 303 gegen 14 Stimmen angenommen. Die Linke, nach mehreren Hundert Abgeordneten zählend, hatte, wie angekündigt, sich der Stimme enthalten. V. Baum:„Das dumme Englein“ im Bochumer Stadttheater. Wieder einmal haben die Kinder im Bochumer Stadttheater ihre Weihnachtsfreude, denn für sie ist gestern ein Märchenspiel eingezogen, das in fünf Bildern vom Himmel zur Erde leitet und viel der Herrlichkeiten zeigt, die in Bilderbüchern gemalt und erzählt sind. Das dumme Englein, ein kleines Mädelchen, das die armen Besenbindersleute Dummerle hießen und durch den Tod verloren hatten, fand Einlaß durch die goldene Himmelspforte und auch bald Beschäftigung, die es aber immer verkehrt ausführte. Da wurde denn der weißhaarige Petrus böse und wollte es aus dem Himmen schicken. Doch das Christkind nahm sich seiner an und beauftragte es, unten auf Erden, in seinem Dörfchen oie Wunschzettel der Kinder einzusammeln. Hier weilte es auch in der elterlichen Wohnung und bei dem reichen, ungezogenen Ottokar, wo es allerlei interessante Dinge sah. Der Weihnachtsmann aber gab dem garstigen Jungen mit seiner Rute 25 drüber, so daß er versprach, sich endlich zu bessern. Am Weihnachtsabend schließlich brennt jedem ein Tannenbäumchen, und Geschenke bleiben nicht aus. Das Ulkigste ist da eine nie alle werdende Wurst, die an Ort und Stelle auf dem Dorfplatz vor der Schule von dem Koch der Schloßherrschaft unter die armen Eltern, Kinder und den geigenden Lehrer verteilt wird. In das Traumbild„Dummerle vor der Himmelstür" im Kreise der Engel, des Petrus, Weihnachtsmanns und Christkinds und ein schönes Weihnachtslied klingt das Märchen aus, dem die zahlreich erschienenen Kinder mit großer Spannung folgten. Ihre Bäckchen glühten, und ständig ging ein Fragen hin und her, wenn sich der Vorhang senkte. Da gab es ja so viel zu fragen. Selbst das Dummerle und der Weihnachtsmann, auch Petrus woll ten allerlei wissen und die Kleinen im Theater waren nicht faul zu antworten. Viktor Ahlers, der die Spielleitung inne hatte, und Heinr. Holste, der Bühnenbildner, gaben den Augen der Jugend die denkbar beste Beschäftigung und auch der Dialog des einfachen Bühnengeschehens fand bei klein und groß willige Öhren. Dazu erklangen mancherlei altbekannte Lieder von den Sternlein, vom Vöglein, Tannenbaum und Christkindlein, die Emil Peeters dirigierte. Und alle Kinder sangen sie mit. Unter den Mitspielenden machte wohl der ungezogene Ottokar den meisten Spaß, der von Hansjakob Gröblinghoff auf die Bretter gestellt wurde. Seine dummen Streiche und Frechheiten gegen die Kinderfrau, seine Tante, den Doktor und den Lehrer, konnten wohl nicht übertrumpft werden. Dann aber wurde er manierlich, denn des Weihnachtsmannes Hiebe wirkten. Liesel Alex' Dummerle war ein ungeschicktes Englein, aber herzensgutes Ding, das auf Erden als blondgelockter Sendbote des Christkindes viel Segen stiftete. Seine Fahrt mit dem Weihnachtsmann im Hörnerschlitten zur Erde und der Aufmarsch des Spielzeuges im Himmel brachten einzigartige Ueberraschungen. Wer hätte sich nicht auch unter die sieben Kinder des armen Besenbinders mischen und mit ihnen spielen oder den Weihnachtswunschzettel schreiben mögen? Es waren doch gut erzogene, bescheidene Dinger! Margarete Thelemanns Christkind, Gerhard Geislers Petrus, Hans Grells Weihnachtsmann, John Schmidts Traummännlein, Heinz Holthuyens Besenbinder und Lilly Holts Mutter, Terka Csillags Babette und Demetrius Galbierz' Lehrer waren echte Märchentypen. Am Ende des Spiels gab es viel Beifall von den kleinen Besuchern. Daheim aber werden sie noch oftmals das schöne Märchenheft zur Hand nehmen und durchlesen, welche ihnen im Theater über das dumme Englein mitgegeben wurde. a=g. * Haydns„Die Schöpfung“ im Rahmen der Bochumer städtischen Volkskonzerte. Wie unrecht man daran tut, heute mit heruslassend wohlwollender Gönnermiene von„Papa Haydn“ zu sprechen, lehrt immer wieder jede gute Aufführung eines seiner Hauptwerke, insbesondere der beiden Oratoriengeschwister„Die Schöpfung“ und„Die Jahreszeiten“, die den Ruhm ihres genialen Urhebers schon durch mehrere Menschenalter getragen haben und auch am gestrigen Sonntagnachmittag im städtischen Schützenhof nach der Wiedergabe der„Schöpfung“ wohl zweitausend Hörer zu Beifallsstürmen hinrissen. Professor Reichwein, der in rechter Erkenntnis der Tatsache, daß das in köstlicher Jugendfrische dastehende Werk so ganz die Geschmacksrichtung des naiven Hörers trifft, die breite Masse des arbeitenden Volkes für ein geringes Eintrittsgeld an dem Genuß des im tonmalerischen Stil gesetzten Werkes teilnehmen ließ, hat sich auf diesem Wege ein löbliches Ziel gesetzt. Er dürfte den besten Lohn seiner Bemühungen, an das Volk heranzukommen, in dem lebhaften Pulsschlag gesehen haben, der am Schluß aus den Hörerreihen zum Podium drang. Der Bochumer Musikverein hatte sich aber auch samt dem städtischen Orchester für eine Darbietung eingesetzt, die nichts von dem Glanz und der Frische der himmlischen Schöpfungsbilder vermissen ließ. Reichweins straffe Leitung füllte jedes einzelne mit reichem Leben und wußte durch feine dynamische Stufungen ceschmeidigen Vortrag zu erzielen, dem es um das Gefangennehmen der Herzen ging. Höhepunkte des Gebens wurden im besonderen die Chöre „Verzweiflung, Wut und Schrecken“,„Die Himmel erzählen die Ehre Gottes“ und„Singt dem Herren alle Stimmen!“ Das Orchester und Otto Bettzieche(Klavier) untermalten mit kultiviertester Tongebung, so daß der Gesamtklang von Vokalund Instrumentalmusik jedem Ohr ein prächtig ausgealichenes Farbenspiel vermittelte. Unter den mitwirkenden einheimischen Solisten führte Maria Steinhoff ihre nicht leichte Sopranpartie mühelos durch und imponierte durch Tragkraft ihrer sympathischen Stimme. Kacl Wolfs kräftiger Tenor gab sich nicht minder Mühe. Und Kaldeweiers gepflegter Banbariton bestrickte durch Vortragswärme. Man muß Prof. Reichwein Dank wissen, daß er einheimischen Solosängern durch die Uebertragung großer Partien den Weg in das Konzert von Format öffnet und ihnen Mut zur Weiterarbeit einflößt. a=g. Dresden, die Stadt des Barock und der Feste. Ueber dieses Thema spricht auf Einladung des Kunstvereins Folkwang, Museumsdirektor Dr. Gurlitt, Dresden, heute, Montag 1. Dezember, 20.15 Uhr, im Vortragssaal des Museums Folkwang in Essen. Der Vortrag ist von Lichtbildern begleitet. Gäste sind willkommen.—t — 3. Kammermusikabend in Essen. Dienstag findet um 20 Uhr im Kruppsaale des städtischen Saalbaues der dritte Kammermusikabend statt. Das Programm umfaßt ausschließlich Werke von Joh. Brahms. Das Max=Fiedler=Trio (Max Fiedler, Klavier; Alexander Kosmann, Violine; Fritz Bühling, Cello) wird das Erste Trio(H=Dur op. 8) und das Zweite Trio(C=Dur op. 87) zur Aufführung bringen. Ferner wird die bekannte Altistin Edith Niemener Lieder von Brahms singen. Eintrittskarten zum Preise von 1—4 Mark in den bekannten Vorverkaufsstellen und an der Abendkasse.—f — Orchestervereinigung Groß=Bochum. Auf das am Mittwoch, dem 3.' 12. 1930, im Saale des Restaurants Witteler in Essen=Steele, Bochumer Straße 82, stattfindende und um 20.30 Uhr beginnende Konzert wird nochmals hingewiesen. Trotz des niedrigen Eintrittspreises ist das Programm sehr reichhaltig und ansprechend, so daß jeder Besucher auf seine Kosten kommen wird. Der Beginn des Konzertes ist deshalb später gelegt, damit jedem Werktätigen der Besuch ermöglicht werden soll. Der Besuch des Konzertes ist sehr zu empfehlen. Vorverkaufsstellen befinden sich im Restaurant Witteler. Bochumer Straße 82 und im Verkehrsverein, Markt 4. Außerdem sind an der Abendkasse Vortragsfolgen zum Preise von 0.50 RM. zu haben.(Siehe heutige Anzeige.)—t Blatt Nr. 281. Der Dezember ist da! Er verdankt seine Bezeichnung dem lateinischen Worte decem, d. h. zehn weil dieser Monat der zehnte im altrömischen Kalender war. Bei unsern germanischen Vorfahren hieß er Julmonat. Karl der Große bezeichnete ihn als Heilmonat. Im Dezember wendet sich die Sonne immer mehr der äußersten Südgrenze zu, so daß die Tage immer kürzer werden. Die zunehmende Kälte lockt überdies nicht sonderlich zum Aufenthalte im Freien. Dazu mangelt es auch an Zeit, denn jetzt beginnt ein geheimnisvolles Treiben im Haus. Jeder hat vor dem anderen etwas zu verbergen, steht doch Weihnachten vor der Tür. Da gilt es denn, Geschenke fertig zu stellen, wobei Handarbeiten, Laubsägearbeiten und andere schöne Beschäftigungen manche Abendstunde erfordern. Gerne wird sie geopfert, um den Lieben eine Freude zu bereiten. Es ist die schönste Zeit für erwartungsvolle Kinderherzen, die neben den Gaben des Nikolaus noch die reichen Geschenke des selig=fröhlichen Weihnachtsfestes herbeisehnen. Die Schaufenster der Geschäfte machen Ernst. (Mit veranügtem Gesicht, Notabene.) Sie stimmen ihre Dekoration langsam auf Tannengrün und Kerzengold ab. Die Maler haben Hochkonjunktur in Weihnachtsmännern. St. Nikolaus wird zu einem Wort, das es nur in der Mehrzahl gibt. Er marschiert in Armeen. Sein Rucksack spielt Füllhorn. Man geht daran, Wunschzettel zu schreiben und zu denken. Man geht daran, Weihnachtsgeschenke zu arbeiten, sofern man nicht als Mann im Kampf des Alltags steht. Der Advent bringt geheimnisvolle Arbeit hinter verschlossenen Türen. Die Frauenwelt stickt mit Eifer und Nadel an Kissen und Decken. Die Jugend dagegen arbeitet ganz groß in Federwischern, Lesezeichen, Aschbechern und Streichholzschachteln. Aber wir wollen nichts bemerkt haben! In dreieinhalb Wochen werden wir uns riesig überraschen lassen.* Der Bochumer Straßenräuber feitgenommen. Filialleiterin und zwei Lehrmädchen überfallen und beraubt. Auf dem Wege zum Bahnhof=Bochum=Nord wurden Samstag abend auf der Jahnstraße eine Filialleiterin und zwei in ihrer Begleitung befindliche Lehrmädchen von drei jungen Burschen überfallen. Während es der Filialleiterin, die einen Barbetrag von 200 Mark mit sich führte, gelang, sich durch die Flucht einer Beraubung zu entziehen, wurden den Mädchen ihre Pakete und Aktentaschen entrissen. Den Tätern fiel ein Geldbetrag von 66 Mark und Lebensmittel in die Hände; sie flüchteten mit einem bereitstehenden, abgeblendeten Personenanto, das, wie uns die Kriminalwache mitteilt, aus einem Diebstahl stammt, und seit langem gesucht wurde. Die Burschen, die auch hierfür in Frage kommen, hatten, um den Verdacht des Diebstahls zu beseitigen, die Antonummer gefälscht, so daß die Sicherstellung des Wagens erst jetzt erfolgen konnte, Sämtliche Täter(vier) konnten gestern in Essen verhaftet, und das Anto sichergestellt werden. Es liegt soviel Beweismaterial vor, daß sie als Täter überführt werden können; im übrigen haben sie, wie wir erfahren, ihre Verbrechen inzwischen eingestanden. Es handelt sich um junge Burschen, die sämtlich in Bochum ansässig sind. Zu dem Ueberfall selbst berichtet die Polizei: Am Samstagabend wurde auf dem Platze an der Ecke der Jahn= und Bismarckstraße ein dreister Raubüberfall verübt. Drei in einem Lebensmittelgeschäft an der Wittener Straße beschäftigte Verkäuferinnen, die sich auf dem Wege zum Bahnhof=Nord befanden, wurden um 22.30 Uhr die Aktentaschen und Pakete entrissen. Die Täter, es handelt sich um drei Personen, stiegen in ein auf der Jahnstraße mit abgeblendeten Lichtern stehendes Auto und fuhren in Richtung zum Schwanenmarkt davon. Geraubt wurden 3 braune Aktentaschen, 1 braune Geldbörse mit 6 Mark Inhalt, 2 Pakete mit Lebensmitteln und 60 Mark in bar. Beschreibung des Autos: 6/70er geschlossene Limousine, mit dunklem Anstrich, mit einem etwa 10 Zentimeter breiten, grünen Längsstreifen in Wie wird das Wetter? Heiter. trocken, etwas kühler, Aussichten für Dienstag: Teils bewölkt, teils heiter, keine wesentlichen Regenfälle. Temperatu ren wenig geändert. Temperatur 9 Grad. Anssichten für Mittwoch: Vielfach heiter, auch bewölkt, trocken und etwas kühler. Heute morgen zieht über dem westlichen Mittel europa ein Kern hohen Luftdrucks. Ueber Eng land und Skandinavien und weiter im Süden und Östen hat sich hoher Luftdruck ausgebreitet. In Deutschland war es heute morgen ganz bedeckt teilweise auch neblig. besonders im Westen. Die Temperaturen lagen zwischen 5 und 7 Grad. Nur der äußerste Nordosten, Königsberg. hatte 1 Grad Der Kahle Asten hatte leichten Süd=Südostwind Nebel und 3 Grad Wärme. Tagung des Kreisausschusses für Jugendpflege. Am vorigen Freitag fand im Kreishause in Schwelm die zweite Tagung des Kreisausschusses für Jugendpflege des Ennepe=Ruhr=Kreises statt, an der etwa 30 Vertreter aus allen Teilen des Kreises teilnahmen. Kreisjugendpfleger Studienrat Albring schilderte in seinem einstündigen Vortrag die Entstehung der Jugendpflege und ihre heutige Lage und sprach dann weiter über das Ziel der Jugendpflege und ihre Mittel. Er wies darauf hin, daß die Jugendpflege den jungen Menschen ganz erfassen müsse, um ihm ein jugendhaftes Leben zu ermöglichen. Er warnte vor jeder Einseitigkeit in der jugendpflegerischen Arbeit und beleuchtete Uebertriebenes und Versäumtes in seinen Tatsachen und Auswirkungen. Jugendpflege bestehe nicht allein aus der körperlichen, sondern auch aus der geistigen Jugendpflege. Erst gründliche Arbeit nach beiden Seiten bedeute ganze Arbeit. Auf dem Gebiet der körperlichen Jugendpflege sei es unwesentlich, in welcher Art die Leibesübungen betrieben würden; Hauptsache sei die Gewöhnung an hygienisch einwandfreier Lebensführung. In der anschließenden Aussprache wurden die Ausführungen des Kreisjugendpflegers unterstrichen und ergänzt. Der Ausschuß befaßte sich dann auf Grund eines Ministerialerlasses mit der brennenden Frage der Betreuung der erwerbslosen Jugendlichen. Das preußische Ministerium für Volkswohlfahrt hat es allen berufenen Stellen zur Pflicht gemacht. Maßnahmen zur Betreuung erwerbsloser Jugendlichen zu treffen. Die vorhandenen Mittel sollen vorwiegend für diese Aufgabe verwendet werden Andere an sich fördernswerte Aufgaben. z. B. auch schon in Aussicht genommene Lehrgänge für andere Gebiete der Jugendpflege, sollen zurücktreten hinter dem Ziel, die erwerbslose Jugend vor Verwahrlosung und Verzweislung zu bewahren. Im Ausschuß wurde die Notwendigkeit sofortiger Maßnahmen zur Betreuung der erwerbslosen Jugendlichen allseitig anerkannt. Man konnte sich aber nicht damit einverstanden erklären. daß den Jugendpflegevereinen die zur Verfügung stehenden Geldmittel vorenthalten würden. Gerade die Vereine hätten schon bisher Hervorragendes für die erwerbslose Jugend geleistet. Es wurde gemäß den Beschlüssen des Arbeitsausschusses vom 21. Oktober 1930 einstimmig beschlossen, die Kreisverwaltung zu ersuchen, in Anbetracht der bisher von den Jugendpflegevereinen geleisteten jugendpflegerischen Arbeit, die vorhandenen Kreismittel den Vereinen restlos zur Verfügung zu stellen. Die Vereine sollen sich verpflichten, diese Mittel in erster Linie zur Betreuung der jugendlichen Erwerbslosen zu verwenden. h Immer weiße Zähne.„Ich möchte Ihnen mitteilen, daß wir schon über 15 Jahre die Zahnpaste Chlorodont benutzen. Noch nie hat sie uns entauscht! Wir hatten immer weiße Zähne und einen angenehmen Geschmack im Munde, umsomehr, da wir schon längere Zeit das Chlorodont=Mundwasser benutzen. Auch benutzt die ganze Familie nur Chlorodont=Zahnbürsten." gez. C. Chudoba, Fr... Man verlange nur die echte Chlorodont=Zahnpaste, Tube 60 Pf. und 1 Mk., und weise jeden Ersatz dafür zurück. der Mitet des Wagens. Es handelt sich um einen Stöwer= oder Adlerwagen, der fälschlich das Kennzeichen IX 88444 führte Hinten am Wagen befanden sich 2 Reservereifen.* Aenderung der Gerichtsbezirke. Werden Linden=Dahlhausen und Winz Bochum zugeteilt? Mit dem heutigen Tage tritt die Verordnung des preußischen Staatsministeriums über die durch die kommunale Neugliederung und die Neugliederung der kommunalen Grenzen vom 27. März 1928 und 29. Juli 1929 bedingte Umänderung der Gerichtsbezirke im rhein.=westfäl. Industriegebiet in Kraft. Soweit der Landgerichtsbezirk Bochum in Frage kommt, gehören mit dem 1. Dezember zum Amtsgerichtsbezirk Herne die mit der Stadt Herne vereinigten Teile des Amtsgerichtsb zirks CastropRauxel. Den Amtsgerichtsb zirken Hattingen, Bochum, Bochum=Langendreer, Herne, Wattenscheid, Witten sind mit dem 1. Dezember ab die Gemeinden und Gemeindeteile zugeteilt, welche durch die gesetzl. Neuregelung der Gemeindegrenzen mit einer zu diesen Amtsgerichten gehörenden Gemeinde vereinigt worden sind. Der Landgerichtebezirt Bochum erfährt somit nur eine Ausdehnung durch die Angliederung der Gemeinde Sodingen und benachbarter Teile. Die sonst von der Umgrenzung bedachten Gemeinden gehörten bereits mit Ausnahme von Linden=Dahlhausen zum Landgerichtsbezirk Bochum. Eine weitere Au dehnung des Landgerichtsbezirkes Bochum wird mit der bevortehenden Errichtung eines Amtsgerichtes WanneEickel erfolgen, indem dann die frühere Großgemeinde Wanne vom Landgerichtsbezirk Essen und vom Amtsgerichtsbezirk Ge seniirchen abgegrenzt u. dem Landgerichtsbezirk Bochum zugetellt wird, während die frühere Gemeinde Eckel bereits seit Errichtung des Landgerichtsbezirkes Bochum zu diesem zählte. Von der Verordnung des Staatsministeriums werden nicht betroffen die nach Bochum kommunal eingegliederte frühere Landg meinde Linden=Dahlhausen, sowie der ebensal's zu Bochum gehörende Nord eil der früheren Landgemeinde Winz. Man darf wohl annehmen, daß diese Rege ung nur eine einstweilige, aber keine endgültige ist.—bh— Die Mieter erheben Protest. Eine große Tagung der rheinisch=westfälischen Mietervereine aller Richtungen, Gewerkschaften, Betriebsräte großer Betriebe, fand in Essen statt, um gegen die im Sanierungsprogramm der Reichsregierung geplante Drosselung des Woh nungsbaues und die Aufhebung der Mieterschutzgesetze zu protestieren. Die Referenten der Vorsitzende des Reichswohnungsausschusses Schumann=Berlin. Bromm=Remscheid und Grothaus=Berlin, fanden einstimmigen Beifall. Eine Entschließung fordert die Mieterschaft Rheinlands und Westfalens auf, durch große Protestaktionen den Generalangriff auf die Mieter abzuwehren.* * Hattingen. 75 Jahre Hill, Hattingen. Angesichts der schweren Zeitlage hatte die Firma, wie wir schon mitteilten, von einer größeren Feier abgesehen. Trotzdem war die Zahl der Gratulanten, der Blumenspenden und sonstigen Freundschaftszeichen überaus groß. Alle Aufmerksamkeit gegenüber dem Jubiläumshause bezeugte die reiche Anteilnahme weiter Bevölkerungskreise. Glückauf zur Hun dertjahrfeier!* — Mit dem Ban der neuen Hochspannungsleitung vom Gemeinschaftswerk nach dem Gersteinwerk ist schon begonnenworden. Die Leitung führt vom Gemeinschaftswerk über den Homberg, den Hansberg, kreuzt am Erholungsheim Goldschmidt in Bredensechlb den Weg nach Voß zur Mühlen, führt weiter über den Kotten Dertmann, überkreuzt die Teilbahn zwischen dem Rohdeschen Gehöft und Haus Friede, die nach Barmen füh rende Bahn am Bahnübergang in Bredenscheid, die Sprockhöveler Provinzialstraße bei der Wirtschaft zur Nieden und führt dann weiter in Richtung Holthausen nach Witten. Ueberall sieht man fleißige Hände mit den Ausschachtungsarbeiten beschäftigt und angefahrene Materialien. Merkwürdig erscheint nur, daß viele der beschäftigten Arbeiter nicht aus hiesiger Gegend stammen, sondern mit den Schachtmeistern aus weiter Ferne nach hier gekommen sind. Die in Frage kommenden Arbeiten, welche jetzt ausge führt werden, könnten auch von iesigen Arbeitslosen genau so gut gemacht werden. Eine be sondere fachliche Ausbildung kommt nicht in Frage. hl — Tödlicher Verkehrsunfall in Nieder=Stüter, Der einundzwanzigjährige, einzige Sohn der Fa milie Hausmeister Marre, der Mechaniker Erich Marre, hatte am Samstagnachmittag mit meh reren Freunden eine Fernfahrt unternommen und rastete auf der Rückfahrt in dem Ausflugslokal Brämer in Buchholz, wo auch eine interne Feier der Angestellten der Firma Urias und Wohlwert tattfand. Gegen 1 Uhr nachts fuhr Marre, beglei tet von einem weiteren Motorrad und Soziusfah rern, über Sprockhövel in Richtung Hattingen. An der genannten, unübersichtlichen und gefahrvollen Stelle kam unglücklicherweise ein Auto aus der entgegengesetzten Richtung von Hattingen. Marre wurde geblendet und wollte nicht zu schnell an dem Auto vorbeifahren. Hierbei hatte er zwei angetrunkene Männer, welche auf der Straße hin= und hertorkelten, zu spät gesehen. Bei dem Versuch den Männern auszuweichen, ereignete sich das ver hängnisvolle Unglück. Er stürzte mit seinem Rade, schlug mit voller Wucht auf das traßenpflaster und blieb besinnungslos liegen. Obwohl er auf schnellstem Wege zum Hat tinger Krankenhause gebracht werden konnte, ver mochte es die ärztliche Kunst doch nicht mehr Marre zu helfen. Öhne das Bewußtsein wieder erlangt zu haben, verschied er am Sonntagmorgen gegen 8 Uhr. Der Soziusfahrer kam mit leichte ren Verletzungen davon, das Motorrad dagegen wurde stark beschädigt. Die schwer geprüfte Fa milie darf des aufrichtigen und herzlichen Beileids weitester Kreise versichert sein. — Das Anfassen der Waren. In den Geschäf ten und auf dem Wochenmarkt muß immer wie der die Wahrnehmung gemacht werden, daß Kun den die ausgelegte Ware betasten, um sich von der Güte der Ware zu überzeugen. Dies ist eine leidige Unsitte. Ganz abgesehen davon, daß das Anfassen der Waren unästhetisch und es den an deren Kunden nicht zuzumuten ist, die von vielen Händen befühlte Ware zu kaufen, birgt das Ver halten eine große gesundheitliche Gefahr für die Kunden in sich. In gar vielen Fällen sind an steckende Krankheiten auf die befühlte Ware über tragen worden Am gefährlichsten ist aber der bei unverpackten Lebensmitteln, wie Fleisch, Wurst, Obst. Gemüse und dergl. Das Anfassen der Wa ren ist durch Regierungspolizeiverordnung unter Strafe gestellt. Auch der Verkäufer darf es nicht dulden. Die Polizei wird künftig auf diesem Ge biete ein schärferes Auge haben und Verstöße zur Anzeige bringen. —„Im Schatten einer Schuld". Dieser Fün akter, der gestern im evgl. Gemeindehaus vor ausverkauftem Hause mit großem Erfolg zur Aufführung gelangte, wird als Sondervor führung für Erwerbslose am Dienstag also morgen, wiederholt. Die Erwerbs losen sind besonders freundlich eingeladen und haben zu dieser Aufführung freien Eintrit Es wird gebeten, die Stempelkarte einzustecken. Sonstige Besucher, die ebenfalls freundlich einge laden sind, zahlen am Saaleingang 50 Pfg. Saal öffnung 7 Uhr.— Anfang 8 Uhr. Ende gegen 10½ Uhr.—h— — Der Wirtschaftsverband macht in der heu tigen Nr. dieser Zeitung bekannt, daß er für seine Mitglieder die Verhandlungen mit den E. W. bezüglich der Umschaltungen übernimmt. Montag, 1. Dezbr. Berechtigte Reklamationen sind bis zum 3. Dezember der Geschäftsstelle des Verbandes einzureichen. 1h Ueber Gesundheitspflege im Lichte der Felkemethode unter besonderer Berücksichtigung der neuzeitlichen Ernährung spricht am Dienstag, dem 2. Dezember, abends 8 Uhr, in einem öffentlichen Vortragsabend bei Nocke in Hattingen, Sprockhöveler Straße 2. der Geschäftsführer des Verbandes der Felke=Vereine, Herr Redakteur Heinrich Stader aus Krefeld. Neben der neuzeitlichen Ernährung wird der Redner den Stoffwechselkrankheiten sowie der Verhütung der Arterienverkalkung und der Schlaganfälle besondere Beachtung schenken. Zu diesem Vortragsabend wird die Bürgerschaft von Hattingen und Umgebung freundlichst eingeladen.(Näheres siehe Anzeige.)(h —„Alt=Heidelberg“. Meyer=Försters„AltHeidelberg“ gelangte am Samstag= und Sonntagabend im Saalbau„Weiltor“ zur Aufführung. Diese Veranstaltung des Westd. Städtebundtheaters in Hagen stand insofern nicht unter einem günstigen Stern, als zu derselben Zeit eine Reihe von anderen gleichartigen oder ähnlichen Unterhalten das Interesse des Publikums in Anspruch nahm. Am Samstag hätte der Besuch etwas besser sein können, am Sonntag war er zufriedenstellend. Der Aufführung selbst war ein voller Erfolg beschieden. Der Liebe Freuden und Leiden, wie sie in der Schilderung der Lebensschicksale Karl=Heinrichs und seiner Käti zum Ausdruck kommen und des fröhlichen Studentenlebens im alten Heidelberg verfehlten ihre Wirkung nicht. Den Schauspielern wurde lebhafter Beifall gespendet. Spielleiter war Kurt Felden. Für die Rollen des Karl=Heinrich und der Käti waren in Paul Mehler und Isolde Felden=Laugs die besten Kräfte gewonnen.(h — Winterfest des Stenographenvereins StolzeSchrey. Am Samstag veranstaltete der Stenographenverein Stolze=Schrey im Lokal von Willy Kirchmeier sein diesjähriges Winterfest, das, den allgemeinen Verhältnissen der Zeit entsprechend, in Form eines sogenannten„gemütlichen Abends“ abgehalten wurde. Der Gauvorsitzende machte interessante Ausführungen über den gegenwärtigen tand der Stolze=Schrey=Bewegung und gab der Hoffnung Ausdruck, daß es den Bemühungen des Verbandes gelingen möge, der Reichseinheitschrift die staatliche Protektion und finanzielle Unterstützung zu entziehen, so daß sich in freier Konkurrenz erweisen könne, welches System das besere sei. Ein in der Hattinger Mundart gesprochenes Theaterstück:„Lieschen sall in de Pension“ erregte viel Heiterkeit und die Mitpieler ernteten für ihr schmissiges Spiel reichen und wohlverdienten Beifall. Darauf wurde,(es war ja soviel Jugend beieinander) getanzt und die im gemütlichen Beisammensein verlebten Stunden vergingen wie im Fluge. - Die Ortsgruppe Hattingen des SGV. hatte am Samstag abend auf der Schulenburg einen gemütlichen Abend veranstaltet. Obwohl es anlänglich den Anschein hatte, als ob das Häuflein der Erschienenen recht klein bleiben wollte, sammelte sich so nach und nach doch eine stattliche Anzahl„Sauerländer“ an, und es wurde in des Wortes schönster Bedeutung ein„gemütlicher Abend“. Der Vorsitzende des Vergnügungsausschusses, Schürmann, begrüßte in launigen Worten die Erschienenen und stellte gleichzeitig Frl. Zander vor, die später Lieder zur Laute sang. Man hätte von einem größeren Programm abgesehen, da— die Kasse ein solches nicht erlaube. Dieser Ebbezustand in der Kasse hatte, wie alles Mißliche im Leben, auch seine gute Seite. Ein längeres Programm hätte sonst nämlich den größten Teil des Abends eingenommen und so der erschienenen Jugend ihr Recht auf den Tanz verkürzt.— Der Vorsitzende der Ortsgruppe Hattingen, Heidbüchel, ergriff(von den Mitgliedern stürmisch dazu veranlaßt) später das Wort zu einer Rede. Er sprach als echter Naturfreunö, daß die Nöte und die Schwere unserer Zeit die tille der Natur als heilsames und notwendiges Gegengewicht brauchen. Und daher könne er nur immer wieder sagen: Hinaus in die Stille und Schönheit des Sauerlandes, hinaus in die Natur!— Für rauschende Feste sei weder Geld noch Stimmung da, daher habe der Sauerkändische Gebirgsverein schon im Frühjahr sein sogenanntes Jahresfest ausfallen lassen. Um aber untereinander den Zusammenhang nicht zu verlieren, habe man dieses kleine Fest, das man bescheidenerweise als„gemütlichen Abend“ tituliert hätte. veranstaltet. Aber das Recht auf srischfröhliche Wanderungen, oder auf still=besinnliches Hinausgehen in die Natur, solle und dürfe sich ein echter Naturliebhaber und Mitglied des SGV. nicht nehmen lassen.— Dann wurde getanzt, all die alten lieben Volkstänze, die schon getanzt wurden,„als der Großvater die Großmutter nahm“, wurden wieder hervorgeholt, und die Jugend beteiligte sich mit bemerkenswertem Geschick und mit viel Hingabe daran. Eine vorzügliche Musikkapelle spielte zum Tanz auf, und lange blieb das fröhliche Völkchen, das wie eine große Familie zusammenhängt, noch zusammen, ehe das erleuchtete Wappenschild des SGV., das auf der Bühne Aufstellung gefunden hatte, mit seinem „Frisch aufl" zum Heimweg leuchtete. E. W.(h 4 Sammelunwesen vor Weihnachten. Wirtschaftskreise bitten um Aufnahme nachstehender Zeilen: Wie alljährlich, wird auch in diesem Jahre die Erfahrung gemacht, daß von allen möglichen Vereinen, Verbänden und Einrichtungen für Weihnachtsveranstaltungen und =bescherungen gesammelt wird. Die Notlage des gewerblichen Mittelstandes ist heute größer denn je zuvor. Der Wirtschaftsverband für Handel und Gewerbe zu Hattingen hat deshalb seinen Mitgliedern auf Grund eines einstimmigen Beschlusses seines erweiterten Vorstandes zur Pflicht gemacht, lediglich auf Sammellisten rein karitativer Einrichtungen und Vereine zu zeichnen, zumal hierdurch am besten die Gewähr dafür gegeben ist, daß die Zuwendungen nur an wirklich Notdürftige erfolgen. Es wird darauf aufmerksam ae färbt sofort Weise Hattingen, Heggerstr. 20. Telephon 2608. Die Hälfte seines Lebens hinter Gefängnismauern. macht. daß alle Sammellisten mit dem polizeilichen Stempel versehen sein müssen, was der Beachtung wert ist, um Schwindeleien vorzubeugen.(h * Nationalsozialistische Versammlung im Weiltor Hattingen. Wieder war der große Weiltorsaal überfüllt, als am Freitag abend der Schriftleiter der Essener „Neuen Front“. Redakteur Zilkens sprach. Der Redner behandelte das Ergebnis des am Vormittag stattgefundenen„Beleidigungsprozesses“ Fahsel gegen ihn selbst und sprach sich wie olgt aus „Der Verhandlung heute vormittag lag ein ganz besonderer Fall zugrunde: im allgemeinen bin ich angeklagt, einen Minister beleidigt, oder mich gegen das Gesetz zum Schutz der Republik vergangen zu haben. Ich war diesmal angeklagt, gegen einen sozialdemokratisch eingestellten Bademeister einen Artikel veröffentlicht zu haben, der den Tatsachen nicht entsprach. Ich habe den Artikel nicht selbst geschrieben, übernehme aber die Verantwortung. Es war sehr interessant und ich edaure nur aufrichtig,— obwohl ich verurteilt bin— daß der Zuhörerraum des Gerichts nicht so groß ist, wie der Weiltorsaal.“ Der Redner gab eine Schilderung der Verhandlung, wie sie am Freitag voriger Woche schon des näheren an dieser Stelle gebracht wurde. Im einzelnen befaßte sich Redakteur Zilkens eingehend mit dem Verhalten des gegnerischen Rechtsanwalts, der die Vorfälle in der Badeanstalt als harmlose Schäkerei hinzustellen versuchte und sich wegen der Angelegenheit im Arbeitsamt nicht scheute, anzudeuten, daß das junge Mädchen dem Privatkläger Avancen gemacht habe. Die Urteilsbegründung sei für den Privatkläger vernichtend. Es komme einmal eine Zeit— und sie sei nicht mehr fern— da würden auch die witzigsten Telegramme eines Herrn Grzesinski nichts mehr helfen.— Zum zweiten Thema des Abends„Der Kampf um die Macht im Staate“ übergehend, führte Redakteur Zilkens aus:„Die mächtige najonalsozialistische Opposition ist eine radikale kompromißlose Kampfbewegung, die nicht für materielle Interessen kämpft, sondern für eine Idee so groß, wie sie alle Jahrunderte nur einmal sichtbar wird. Wir haben das Bewußtsein, daß wir nicht für kleine, menschliche Ziele kämpfen, sondern für eine Idee, für die Idee, daß das deutsche Volk gleichberechtigt sein muß im Kranz der anderen Völker, für die Idee, daß wir das Schicksal der Sklaverei und der Not verdienen, wenn wir uns nicht dagegen auflehnen, wenn wir uns das System gefallen lassen. Daher auch unser„Deutschland erwache!“ Nach einer kurzen Pause und der erfolglosen Auffordernug zur Diskussion sprach Zilkens dann noch kurz über kommunalpoltische Fragen und brachte den Antrag der Stadtverordnetenfraktion auf kostenlosen Umtausch der bei der Stromum schaltung wertlos/ werdenden Lampen, Apparate usw. zur Verlesung. Mit stürmischem Beifall endete die Versammlung. Kurszettel der Hausfrau. Großbetrieb herrschte am Samstag auf dem Wochenmarkt. Das schöne Wetter hatte eine Unmenge von Personen auf den Markt gelockt. Es handelte sich aber nicht nur um Kauf=, sondern hauptsächlich nur um Sehleute. Leute ohne Beschäftigung sah man in vielen Grüppchen und Gruppen stehen, welche das Leben und Treiben auf dem Markt, besonders aber die oft recht witzigen fliegenden Händler mit ihren neuesten Sachen, einmal etwas näher studierten. Die Händ ler hatten aber von dem Großbetrieb wenig Nutzen. Das Geschäft war etwas besser als am vergangenen Samstag, trotzdem blieben die Umsätze aber in bescheidenen Grenzen. Die angebotene Ware kostete: Blumenkohl 40—60, Rosenkohl 30—35, Wirsina 8—10, Rotkohl 7—10, Weißkohl 7—10, Grünkohl 12—15, Feldsalat 30, Endiviensalat 15, Spinal 15, Möhren 8, Karotten 10 bis 15, Schwarzwurzel 40, Sellerieknollen 30—40, Zwiebeln 7—10, Industriekartoffeln 4—4½, Vollheringe 16—18 Stück 100, Schellfisch 5 Pfd. 100, Erdnüsse 40, Haselnüsse 60—70, Kastanien 30—40, Zitronen 8—10, Bananen 40—50, Apfelsinen 8—15, Weintrauben 70—90, hiesige Aepfel 25—35, amerikanische Aepfel 35—45, Birnen 2. Qual. 15, Heisisches Landbrot 5 Pfd. 85, Bauernstuten 80 und 100, Kasseler Roggenbrot 6,5 Pfund 140, Mischbrot 3 Pfund 60, Holländer Halbfettkäse ohne Rinde 80, Holländer 100—110, Molkereibutter 180, Wellenbutter 160, Tilsiter Vollfettkäse 110—120, Limburger Käse 65—80, Quarkkäse 30, Kühlhauseier 16, frische Landeier 19—20 je Stück bzw. Pfd. Soll die moderne Fran im Hause backen? Zugegeben, die Frau von heute hat wenig Zeit. Trotzdem sollte sie das Backen im Hause nicht geringschätzig als„altmodisch“ abtun. Der selbstgebackene Kuchen hat einen eigenen, nicht ersetzbaren Reiz. Und wie angenehm, wenn unverhofft Besuch kommt, etwas zum Anbieten bereit zu haben! Im Grunde genommen ist das Backen gar nicht so mühevoll und zeitraubend. Die Hausfrau, welche richtig zu wirtschaften versteht, wird sich die Arbeit durch unbedingt verläßliche Zutaten erleichtern. So wird sie besonders auf das Fett achten, weil erfahrungsgemäß gerade das Fett beim Kuchenbacken eine große Rolle spielt. Es muß vor allen Dingen immer gleichmäßig beschaf fen sein, dann läßt sich die Masse schnell schaumig rühren geht gut und das sichere Gelingen läßt sich in Ruhe abwarten. Wenn man Umfrage hält, kann man leicht fest stellen, daß heute fast ausschließlich mit der Mar garine Rama im Blauband gebacken wird. Ab gesehen von ihrem frischen Aroma und feinen Ge schmack wird immer ihre unbedingte Verläßlich keit hervorgehoben und das ist es ja gerade was die Hausfrau von heute braucht: müheloses, zeitvarendes und dabei erfolgreiches Arbeiten.—h Heinrich Myska ist ein Einbrecher großen Formats und gilt bei seinen Kumpanen aus der Einbrecherzunft als„Kanone". Eine ganze Reihe von Einbrüchen in Bochum und Umgegend sind seiner unermüdlichen, einbringenden„Tätigkeit“ zuzuschreiben. Die Hälfte seines Lebens hat Myska im Zuchthaus oder in Gefängnissen verbracht, ohne daß seine Strafen es vermocht hätten, ihn zu bessern. Kaum hatte er die ihm zudiktierten Strafen abgesessen, als er sein Treiben wieder von neuem begann. Dieser unverbesserlicher Verbrecher verolgt vor Gericht die Taktik, alles, was ihm zur Last gelegt wird, abzuleugnen, und gegen jedes Urteil Berufung einzulegen. So hat dieser schwere Junge den Gerichten stets viel zu schaffen gemacht. Erst in der vergangenen Woche hatte sich das Berufungsgericht wieder mit ihm zu befassen. Er hatte am 7. August d. J. mit seinem Freunde eine Motorradtour nach Nierenhof gemacht. Diese Gelegenheit benutzte Myska, einen Einbruch in eine Konsumfiliale zu verüben. Die Beute, mehrere Schinken, Zigarren usw. teilte er sich mit seinem Freunde. Hierfür sollte er 1 Jahr 6 Monate erneut ins Gefängnis wandern. Hiergegen richtete sich diesmal sein Einspruch. In der Verhandlung vor dem Berufungsgericht legte sein Freund ihn herein. Da aber Myska wieder alles abstritt, mußte die Berufung nach dreitägiger Verhandlung zwecks Herbeischaffung neuer Belastungszeugen zum vierten Mal vertagt werden. Auch das erweiterte Schöffengericht hatte sich mit Myska, der unter der Einwirkung von Alkohol auch noch ein äußerst gewalttätiger Mensch ist, am Donnerstag zu beschäftigen. Es verurteilte ihn zu einer Gefängnisstrafe von 4 Monaten, weil er in Gemeinschaft mit anderen Komplicen am Rosenmontag d. J. einen Polizeibeamten, der gegen ihn einschreiten wollte. überfallen und schwer mißhandelt hatte. Mit diesen Taten allein sind jedoch seine Verbrechen, die er sich in diesem Sommer, als er sich wieder mal auf freiem Fuße befand, zuschulden kommen ließ, noch nicht erschöpft. An einem SonnWinz-Baak. Der Ausbau der Provinzialstraße vollendet. Seit einigen Tagen ist die Provinzialstraße wieder für den gesamten öffentlichen Verkehr freigegeben worden. Am 15. November sollten die Ausbauarbeiten ja schon erledigt sein. Durch öftere Unterbrechung und Hemmung der Arbeiten infolge ausgiebiger„Regenzeiten“ hat sich der Termin etwas hinausgechoben. Nach Fertigstellung der Straße kann man sich erst ein Bild von der geleisteten Arbeit machen. Die Gemeinde Winz hat hier wirklich etwas Mustergültiges geschaffen, das sich andere Gemeinden zum Vorbild dienen lassen können. Die Straße ist von Bordkante zu Bordkante gemessen, 11 Meter, also noch zwei Meter breiter ausgebaut worden, wie der Verbandsweg. Die Hattinger Straße wird demnach allen billigen Ansprüchen an die Verkehrssicherheit für die ferne Zukunft genügen. Die Straßenbahngleise sind in weiser Voraussicht zweigleisig gelegt worden. Hoffentlich macht die Stadt Bochum ihr Versprechen wahr, nun auch ihrerseits die Hattinger Straße auszubauen und mit einem Doppelgleise zu versehen. Die Personenautobusse Elberfeld—Bochum benutzen nun auch wieder ihren früheren Weg. Damit fällt aber leider wieder eine Haltestelle aus. Für die Bevölkerung wäre es zweckmäßig, wenn in Baak eine Haltestelle engerichtet würde. Im Interesse der Verkehrssicherheit würde es liegen, wenn nun endlich auch die Haltestelle an der Ruhrbrücke in Wegfall käme. Es muß als ein Wunder angesehen werden, daß hier beim Aussteigen und Einsteigen noch niemand von vorüberrasenden Autos überfahren worden ist. Gerade an der Haltestelle beginnt die beängstigende Enge der Brücke. Die Haltestelle Klewer genügt allen berechtigten Ansprüchen. Nun die Hattinger Straße so breit vor unsern Augen liegt, fällt die ungenügende Breite der Brücke besonders ins Auge. Brückenverbreiterung muß das nächste Ziel der Gemeinde Winz sein.(bh Welper. — Männerdienst an der Gemeinde. Diese Tatsache bricht sich in erfreulicher Weise innerhalb der evangelischen Männerwelt Bahn. Wie stark auch in unserer Gemeinde der Wille ist, nicht nur den Frauen die Arbeitsgebiete kirchlicher Gemeindearbeit zu belassen, zeigte die am letzten Sonntag von einer großen Zahl Männer besuchte Versammlung im Paul=Gerhardt=Haus. Mit ernsten Gegenwartsfragen beschäftigte sich diese Versammlung und hörte spannend den 1¼=stündigen Vortrag des Pfarrers Boeddinghaus über„Zeitgemäße Ehefragen“ an. Redner hatet den Mut, die schädlichen Einflüsse des Ehelebens unter Berücksichtigung des gegenwärtigen Wohnungselends, der Erwerbslosigkeit usw. zum Ausdruck zu bringen, und erläuterte in aufklärender Weise, daß trotz aller Ableugnung, es immer noch wahr sei, daß gerade die Vielkinderehe befähigte Persönkeiten hervorbringe. Als Beweis hierfür wurden Luther, Fliedner, Wichern, Albr. Dürer, Sebast. Bach, von Stein, Blücher, v. Bismarck, Friedrich der Große u. a. Namen angeführt, da alle diese Männer kinderreichen Familien entstammen, und dem deutschen Volke durch ihre Fähigkeiten unersetzliche Werte hinterlassen haben. Die Geburteneinschränkung kennzeichnete der Redner als eine große Gefahr für Volk und Vaterland, die sich darin zeige, daß eine weitere Entvölkerung der wirtschaftlichen Entwicklung Deutschlands nicht dienlich sei.— Eine längere Aussprache folgte diesem Vortrag. Blankenstein. — Vernachlässigte Straßenreinigung. Es ist in letzter Zeit festgestellt worden, daß die Straßenreinigung von einigen Anliegern sehr vernachlässigt wird. Es gewinnt den Anschein, als ob man glaubt, das Reinhalten der Straßen wäre nicht mehr notwendig. weil die Stadt aus eigener Veranlassung manchmal reinigen und kehren läßt. Demgegenüber muß darauf hingewiesen werden, tagabend kam Myska laut lärmend und singend an der Ecke der Gustav=Kickeler=Str. vorbei. An der Ecke stand ein Trupp Passanten, wovon einer ihn zur Ruhe mahnte. Das brachte den Myska gleich so auf, daß er sich wütend auf den Ermahner stürzte und diesen mit einem Schlag zu Boden streckte. Der Angegriffene konnte jedoch die Flucht ergreifen Myska sauste hinterher, holte ihn ein und richtete ihn fürchterlich zu, indem er ihm die Nase zertrat, die Backenknochen zersplitterte und den Kiefer eintrat. Er wurde hierfür seinerzeit mit 6 Monaten Gefängnis verurteilt Damit war diesmal nicht nur Myska nicht einverstanden, sondern auch die Staatsanwaltschaft legte Berufung ein. Bei der erneuten Verhandlung am Samstag vor der großen Strafkammer ereilte Myska die gerechte Strafe. Der Rohling erhielt für seine gemeine Tat noch 3 Monate hinzudiktiert so daß er jetzt über diesen Rohheitsakt 9 Monate im Gefänanis nachdenken kann.* Der Stiepeler Sittlichkeitsverbrecher verurteilt. Nach wiederholter Vertagung fand Ende dieser Woche die Verhandlung gegen den 52 Jahre alten Landstreicher Sch. statt, der am 2. September d. J. in den Stiepeler Ruhrbergen sich an eine 12jährige Schülerin heranmachte, sie unter Versprechungen in eine Schlucht lockte und sich an dem Kinde in der scheußlichsten Weise verging. Dieser Unhold ist bereits wegen solcher Sittlichkeitsdelikte vorbestraft und stand auch in dem Verdacht, mit dem Mord an der Frau Lina Kikuth von Herbede in Verbindung zu stehen. Unter Aberkennung aller mildernden Umstände verurteilte ihn das Gericht zu einer Zuchthausstrafe von 1 Jahr.* daß die Reinigungspflicht nach wie vor besteht. Wenn Zweifel vorhanden sind, wird empfohlen, sich Klarheit darüber zu verschaffen, was unter diese Pflicht fällt. Es kann aber nicht geduldet werden, daß trotz der wiederholten Hinweise in der Presse und Ermahnungen durch die Polizeibeamten die Reinigung weiter vernachlässigt wird, und man braucht sich nicht zu wundern, wenn die Polizei gegen die Säumigen etwas unternimmt. Wer Unannehmlichkeiten aus dem Wege gehen will, komme daher seiner Pflicht nach. Ein ordnungsliebender Bürger, der etwas auf Sauberkeit vor seinem Grundstück hält, sollte sich das nicht wiederholt sagen lassen. Sprockhövel. — Silberhochzeit. Die Eheleute Bahnbamter Fritz Westermann und Frau Karoline, gebor. Kirsch, Sprockhövel, Hauptstraße, feierten gestern ihr silbernes Ehejubiläum. Herzliche Gratulation nachträglich mit dem Wunsche auf eine gesegnete Weiterreise im zweiten Ehevierteljahrhundert.—h — Die Sonntagnacht verlief ziemlich unruhig und war gekennzeichnet durch lebhaften Straßenlärm und Verübung groben Unfugs Einer gemütlich verlaufenen Feier im Unterdorf folgte eine so lebhafte politische Debatte auf der Straße, daß man sich in den Reichs= oder Landtag versetzt glauben konnte. Es blieb beim Wortgefecht.— Eine regelrechte Schlägerei entwickelte sich in der Nähe des Amtshauses.— „Starke Männer“ versuchten sich an Zäunen und Gartentoren So wurden am Ibingschen Hause die Spitzen eines eisernen Staketts beschädigt und an der Muthmannschen Besitzung das Gartentor einer„Versetzung“ unterzogen. Bis jetzt ist es auch nicht wieder zurückgekehrt. Haßlinghausen. — Die Gemeindevertretungen von Haßlinghausen und Hiddinghausen lehnen jegliche Nachbesteuerung ab. Vorgestern traten die Gemeindevertretungen von Haßlinghausen und Hiddinghausen zu einer Sitzung zusammen, um über die Einführung der Notverordnungssteuern(erhöhte Bier= und Getränkesteuer und Bürgersteuer), sowie über eine Erhöhung der Realsteuerzuschläge für 1930 zur Deckung des Fehlbetrages zu beraten. Diese Nachbesteuerungsvorlagen wurden von beiden Vertretungen einstimmig abgelehnt. In Haßlinghausen stimmten dabei zwei Vertreter für Erhöhung der Biersteuer. Langenberg. — Verkehrsunfall. Am Samstag abend gegen 6 Uhr fuhr ein Lastkraftwagen mit Anhänger in der Richtung Nierenhof durch die Hauptstraße. In der Nähe des Hauses Stemberg kam dem Lastzug ein Wagen der Berg. Kleinbahn entgegen. Beim Ausweichen nach der linken Straßenseite, schlug der Anhänger gegen das etwas hervorstehende Haus des Herrn Paul Höltgen, riß die Verschalung ab und zertrümmerte mehrere Teile des Schaufensters. Weiteres Unheil wurde nicht angerichtet. Der Schaden ist durch Versicherung gedeckt. lh „Zwei Herzen im ¾=Takt...!“ Das ist eine Tonfilm=Operette, wie sie sein soll, ein Tonfilm=Sieg! Da sind Melodien, da ist Lachen, da ist Stimmung! Diese Mischung ist richtig: ein bissel Humor, ein bissel Sentimentalität, ein bissel Liebe, ein bissel Walzer. Entzückend, wie die leicht beschwingte Handlung sich abrollt. Famos, wie die einzelnen Pointen sitzen. Wie Schlager auf Schlager in Wort und Ton sich aneinanderreiht. Zündend in der Komposition, zugkräftig im Text ist das Lied von den„Zwei Herzen im Dreivierteltakt“. Leicht ins Ohr gehend, melodiös der Solw=Fox„Auch du wirst mich einmal betrügen“. Reizend ist die Handlung. Sie erzählt von einer„Vergessenen“, Walzermelodie, die ein Komponist, inspiriert durch ein golöblonMk. 1581— kostet das IBACH-Pianino Modell L. In der Tat ist dieses Instrument seinen Preis wert infolge seines Klangreichtums, seiner Konstruktion und seiner Lebensdauer.---------...-. Wenn Sie im Besitz eines alten Klaviers sind, wird es gern in Zahlung genommen. Die Schätzung kostet Sie nichts und wird Sie zufrieden stellen.---- Warum sollten Sie nicht zuerst bei IBACH anfragen, wenn Sie einen wirklich vorteilhaften Kauf eines Qualitäts-Instrumentes machen wollen, der Sie und Ihre Kinder nie gereuen wird.------... lbachinstrumente werden seit 135 Jahren in aller Welt gespielt, gibt es eine bessere Empfehlung? IBACH Stammhaus BARMEN Neuerweg, Ne. 40 DUSSELDORF Schadowstraße 52 KOLN BACH-PREIN NUR Richmodstr. 9 Ich bitte um kostenlose Übersendung von Katalog und Urtellen über IBACH-Planos des Weaner Madel, findet, um sie nach dem Verschwinden des süßen Geschöpfes aus dem Gedächtnis zu verlieren. Und das ist eben der Walzer „Zwei Herzen im Dreivierteltakt", bei dessen Weise die Zuhörer unwillkürlich die Köpfe im Takte wiegen. Hier ist ein schöner Schlager für den Tanzsaal entstanden, eine wahre PropagandaMelodie für den aus der Versenkung auftauchenden Walzer. Dieser Film wird wiedermal neue Publikumsmassen überzeugen, daß Tonfilm keine Modesache und kein Experiment ist, sondern daß wir in den letzten zwei Jahren die Entstehung einer entwicklungsfähigen Kunst miterlebt haben. Der Film singt und spricht und wir wollen den Ton nie mehr missen! Sehr interessant, aufregend und spannend ist der Sensationsfilm„Masken“ mit Stuart Webbs in der Hauptrolle. Dieses erstklassige Programm kommt im Zentral=Teater, Bahnhofstraße, zur Vorführung. Die heutige Nummer umfaßt 16 Seiten! Brasiliens Glücksbaum, der immergrüne Ilex paraguayiensis, bringt Blätter hervor, die nach einem besonderen Verfahren zu dem köstlichen„Bremer=Schlüssel=Tee“ verarbeitet werden. Dieser wirkt ausgezeichnet bei Gicht, Rheuma, Ischias und Arterienverkalkung und ist außerdem ein wohlschmeckendes Hausgetränk für Jung und Alt. Hervorragende Wissenschaftler sowie die Verbraucher selbst bestätigen immer wieder die vorzüglichen Eigenschaften. Wir können einen Versuch nur empfehlen.—h— Das Beste ist auf die Dauer das Billigste. Wer heute auf Grund eines Anstellungsvertrages über ein festes Einkommen verfügt und sei es noch so bescheiden, der gehört zu den am meisten umschmeichelten Kunden. Besonders die Beamtenschaft und die Angestellten mit festen Dienstverträgen können sich der Reklame kaum mehr erwehren. Ganze Organisationen haben sich gebildet, durchziehen das Land und suchen insbesondere in Beamtenkreisen ihre Ware abzusetzen. Die Versorgung mit Kleidung steht hier obenan. Leider halten die Anpreisungen häufig keineswegs, was sie versprechen. Reklame muß Zwang zur Qualitätsleistung sein. Nur das wirklich Gute bricht sich Bahn. Das ist auch bei der Kleidung so. Handwerksarbeit hat immer im Ruf bester Qualitätsarbeit gestanden. Der Wert einer Ware bestimmt sich nicht allein nach dem Preis, sondern weit mehr nach der Qualität, die eine lange Lebensdauer verbürgt. Wenn darum der Grundsatz richtig ist: Das Beste ist auf die Dauer das Billigste, dann wird der denkende Käufer nicht nur auf den Preis, sondern in erster Linie auf die Qualität der Ware sehen. Das Kleid von der Schneiderin, der Anzug oder Mantel vom Schneider, sind aber Qualitätserzeugnisse. Darum wird gerade in der Beamtenfamilie, die ihre Mittel sorgfältig und zweckentsprechend einzuteilen gewöhnt ist, sicherlich auch bei der Kleidanschaffung der Grundsatz beachtet, daß Qualitätskleidung kaufen im höchsten Sinne sparen heißt.—h— Praktische und billige Weihnachtsgeschenke. Jeder, der wirklich praktische und dabei billige Weihnachtsgeschenke einkaufen will, versäume nicht, sich den reich illustrierten Katalog von dem bekannten Uhrenhaus Fritz Heinecke, Braunschweig, Geisostraße 3, senden zu lassen die Zusendung des Kataloges, der von der reichen Auswahl von Uhren und Schmucksachen jeder Art Zeugnis gibt, erfolgt oollständig kostenlos und portofrei. Es sei auch darauf hingewiesen, daß das Uhrenhaus Heinecke, der heutigen Zeit Rechnung tragend, seine Preise ganz bedeutend herabgesetzt hat. Weihnachtsmänner Stück 10, 5 Pig. Herzen, Fische, Katzenzungen, Märchenhäuschen usw. in großer Auswahl billigst Mütter, versäumt nicht Hill's süße Woche vom 1. bis 6. Dezember 1930. 5% Rückvergütung! Wieder billiger! Süllrahm-Butter pra. 1.50 Wellen-Butter. pra.1.48 Hafer-Mastgänse pra. 1.20 Wegen Hattingen 2.75 2.25 1.95 2.95 2.25 1.75 3.- 2.30 1.85 Rosenbaum, Hattingen. Deffentlicher Vortragsabend am Dienstag, dem 2. Dezember 1930, abends 8 Uhr im Restaurant Nocke zu Hattingen, Sprockhöveler Straße 2. Vortrag des Herrn Redakteur Heinrich Stader aus Krefeld: „Gesundheitspflege im Lichte d. Felkemethode unter besonderer Berüchsichtigung der neuzeitlichen Ernährung.“ Hierzu laden wir die verehrliche Bürgerschaft von Hattingen und Umgebung freundlichst ein. Eintritt srei. Felke=Verein. Feinste Erdnußschokolade Cocosflocken bunt ¼ Cocosflocken mit Schok. ¼ Cremehütchen ¼ Schokoladenplätzchen ¼ do. bestreut ¼ feinste Pralinen in Stan. ¼ la Blockmalz Vollmilch-Schokolade Weihnachtsschokolade sortiert 3 Tafeln à 500g Pfund Pfund Pfund Plund Piund Pfund Block 100g 98 Pig 15 Pig. 23 Pig. 20 Pig. 25 Pig. 30 Pig. 30 Pig. 10 Pig. 25 Pig. Für Nikolaus Ganzmassagen, Teilmassagen bei Knochenbrüchen, Verrenkungen u. Quetschungen führt aus, sowie Hühnerangen und eingewachsene Nägel werden schmerzlos entfernt. H. Siepmann, Hattingen, am alten Rathaus. Was wird mir das Jahr 1931 bringen? Diese Frage beantwortet Ihnen gewissenhaft. Senden Sie Geburtsdatum. Probedeutung kostenlos. Kosmolog R. H. Schmidt Berlin, 904 S, Gräfestr. 36. Rückp. erb. 2u. 3Zimmer= Wohnungen zu vermieten. Zu erfragen bei Wilh. Schülke, B.=Dahlhausen, Halimannswiese 69. (2 Parterre=u. 2 Mans.Räume) sofort zu vermieten. 9118 Wo, zu erfragen in der Geschäftsst. d. Ztg. in Hattingen, Kleine Weilstr aße 27. Garde=Verein Hattingen. Zur Beerdigung des verstorbenen Kameraden Wilh. Köster in Blankenstein treten die Kameraden am Dienstag, dem 2. Dezember, nachmittags 2,45 Uhr, im Vereinslokal an. Abfahrt 3.10 Uhr ab Roonstraße, Hattingen. Unkosten entstehen den Teilnehmern nicht. Beteiligung ist Ehrenpflicht. Der Vorstand. Eilt? Fast neue Anzüge von bess. Herrschaften von 10.—Mk. an. Neue Anzüge von 15.— Mk. an. Kleider-Halle. Inhab.: Jacob Praw. Essen, Friedr.=Ebert=Str. 24. Btite auf Eingang achten. Fahrt wird vergütet! Schöne 2—3-räumige Wohnung in Ober= Dahlhausen an klein. ruhig. Familie sofort zu vermieten. Angeb. unter B 2644 m. Angab. d. Familienverhältnisse a. d. Geschäftsst. dsr. Ztg. in B.=Linden. Scharf. Wachhund bis 1½ Jahre alt, stu benrein, und einige Legehühner zu kauf. gesucht. Angeb. unt. Nr. F. H. 2642 an die Geschst. in B.=Linden. Schwarzer Schäferhund entlaufen. Wiederbringer erhält Belohlung. Richard Schepmann, Baak bei Linden, Hattinger Straße 40. Tel. 2711. 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In tiefer Trauer: Familie Wilhelm Winkelmann, Familie Valentin Lipp u. Anverwandte. Bochum-Linden, den 1. Dez. 1930. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 4. Dez. 1930, vormittags 8¾ Uhr, vom Trauerhause, am Krüzweg 49, aus statt. Bund der Saal- und Konzertlokal-Inhaber, Ortspr. Hattingen. Wir setzen unsere Mitglieder von dem Ableben unseres Kollegen Wilhelm Köster gebührend in Kenntnis. Ehre seinem Andenken. Antreten der Mitgliedar zur Beerdigung am Dienstag, dem 2. Dez. 1930, nachm. 3½ Uhr beim Kollegen D. Gieselmann, Blankenstein. Erscheinen ist Ehrenpflicht. Der Vorstand. Bekanntmachung. Wie machen unsere Mitglieder darauf aufmerksam, daß wir für sie die Verhandlungen betr. Umschaltung mit dem V. E. W. führen. Berechtigte Reklamationen bitten wir uns bis zum 3. Dezember hereinzureichen. Wirtschaftsverband für Handel und Gewerbe Hattingen=Ruhr, e. V. Amtliche Bekanntmachung. Die Steuerkarten für das Kalenderjahr 1931 werden den Arbeitnehmern(Lohn, Gehalts= und Pensionsempfängern) in den nächsten Tagen in den Wohnungen zugestellt. Die Steuerkarten enthalten auf der letzten Seite für die bürgersteuerpflichtigen Arbeitnehmer die Anforderung der Bürgersteuer. Jeder Arbeitnehmer muß in den Besitz einer Steuerkarte gelangen, ohne Rücksicht auf die Höhe des Einkommens. Ausgeschlossen sind nur weibliche Hausangestellte unter 20 Jahren(also nach dem 9. 10. 1910 geboren), soweit ihr Einkommen die Freigrenze(monatlich 100 RM. bezw. wöchentlich 24 RM. einschl. freier Station) nicht übersteigt. Diejenigen Arbeitnehmer, denen bis zum 15. 12. 1930 keine Steuerkarte zugestellt worden ist, sind nach§ 16. 2 St. A. D. B. verpflichtet, diese bei der zuständigen Gemeindebehörde abzuholen bezw. zu beantragen. Verheiratete Arbeitnehmer, die einen doppelten Wohnsitz haben, erhalten die Steuerkarte in der Gemeinde, in der sich die Familie am 10. 10. 1930 aufgehalten hat. Die Berichtigungen der Steuerkarten für 1931 (Nachtragen vonGeburten u. Eheschließungen), sowie die Ausstellung weiterer Steuertarten erfolgt ab 12. 12. 1920, und zwar für die seit dem 1. 8. 1929 eingemeindeten Ortsteile in den örtlichen Verwaltungsstellen, für den Stadtteil Borbeck im Rathaus Borbeck, für den Stadtteil Altenessen im Rathaus Altenessen während der üblichen Dienststunden für den übrigen Stadtbezirk im 2. Hagen 30 (frühere Sparkasse), in der Zeit von 8—16 Uhr. Für die Steuerkarten 1930 bleibt es bei den bisherigen Bestimmungen. Die Nachtragung minderjähriger Kinder von 18—21 Jahren ohne Einkommen, findet bei der Gemeindebehörde statt. Dagegen gehört die Berücksichtigung mittelloser Angehöriger und unterhaltungsbedürftiger Kinder über 21 Jahre nach wie vor zur Zuständigkeit der Finanzämter. Bogen zum Einkleben der Steuermarken sind erhältlich: für das Finanzamt Essen=Ost Dienstgebäude II. Hagen 65. für das Finanzamt Essen=Nord im III. Hagen 54, für das Finanzamt Essen=Süd in der Goethestraße 65. Die Sprechstunden der Finanzämter finden abweichend von denen der Stadtverwaltung werktäglich von 9—12 Uhr(außer Mittwochs und Sonnabends) statt. Essen, 28. Nov. 1930. Der Oberbürgermeister. Prima (auch an Wiederverkäufer) gibt billig ab A. Kirchmeyer, Welper. Telephon 2219. Zwangs=Versteigerung. Am 2. d. Mts., 15 Uhr. versteigere ich in meinem Pfandlokale b. Wirt Herrn Hose n Dahlhausen: 1, Plüschsofa, 1 Büfettschrank, 1 Grammophon, 1 Kaminofen, 1 Tisch, 4 Stühle, 2. 1 Klavier, 1 Geldschrank, 1 Büsett, 1 Kredenz. 1 Schreibtisch, 1 Ausziehtisch. 1 Sprechapparat, 1 Klubsofa, 3 Klubsessel, 1 Billard u. a. m. öffentlich meistbietend gegen bar. Hattingen, d. 1.12.30. Hirschfeld, Obergerichtsvollzieher Scharfer, zuverlässiger zu kaufen gesucht. Geflügelhof Buchholz, Haus am Stricker, Post Sprockhövel. 1 Kastenwagen 1 Milchkarre beides gut erhalten, preiswert zuverkaufen. Aug. Bosselmann, Durchholz 110. 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Sie geben nicht nur allen Bekannten, Freunden und Verwandten schnell und ohne große Kosten Nachricht. Sie geben auch denen Kunde, die vielleicht schon Ihrem Gesichtskreis entschwunden, aber trotzdem noch Antell an Ihrem Geschick nehmen (Zünd.) billig zu verkaufen. Zu erfragen: Hattingen, Bismarckstr. 77, 1. Et. Erteile Unterricht in Deutsch, Französisch Latein u. Mathematik. Offerten unter 9103 die Geschäftsstelle an dsr. Ztg. i Kl. Weils in Hattingen ilstr. 27. Pens. Beamter sucht sofort möbl. Zimmer mit Frühstück. Preisangeb. u. Nr.9119 an die Geschäftsstelle d. Ztg. in Hattingen Kleine Weilstraße 27 Zwangsversteigerung. Am Mittwoch, dem 3. d. M., werde ich folgende Gegenstände öffentlich meistbietend gegen bar versteigern: Vormittags 11 Uhr in Herbede, Restaurant Frieling 1. 73,65 m Anzugstoffe, 1 Posten Paletots, 12 Westen, 1 Posten Jachen, 1 Posten Hosen, 12 Hosenträger, 1 Posten Hüte 201 Mützen, 5 Hautfachken, 1 Unterhose, 1 Posten Binder, 113 Handatbel ten, 2 Dechen, 2 Bettbrüsten, 14 Untertaillen, 2 Büstenhalter, 5 Korsetts, 2 Hemden, 24 Handticher, 19 Schürzen, 1 Sofakissen, 10 Schlüpfer, 1 Unterrock, 3 Paar Bochen, 43 Taschentüicher, 9 Paar Sporistrümpfe, 36 Beidentücher, 169 Schubputz, 5 Pelze, 1 großer Posten Kragen, 46 Vorhemden, 152 Strümpfe, 239 Paat Handschuhe, 18 Manschetten, 1 Posten Garn, 194 m Kleiderstoff, 81 m Mantelstoff, 1 Posten Baumwolle, 3 Bettspreiten, 1 Kleid, 3 Schals, 16 Bashenmützen, 2 Hüstenhalter, 2 Gamaschen, 25 Pelzbesatz, 16 Turnergürtel und andete Kurzwaren. 2. 1 Ledersofa, 1 Nähmaschine(Marke Anker). Der Verkauf zu Posten Nr. 1 findet bestimmt statt, soweit die Zeit reicht. 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Der preußische Ministerpräsident Dr. Braun hat auf ein ihm vom Reichstagsabgeordneten Hugenberg zugegangenes, von der„TelegraphenUnion“ veröffentlichtes Telegramm schriftlich die folgende Antwort erteilt: An den Reichstagsabgeordneten Herrn Geh. Finanzrat Dr. Hugenberg in Rohbraken: „Auf Ihr mir nach der Veröffentlichung zugegangenes Telegramm vom 28. d. M. erwidere ich Ihnen ergebenst folgendes: Ich habe mich in der Versammlung in Bielefeld gegen die unehrliche Demagogie gewendet, die mit dem Schlagwort„Marxismus“ getrieben wird und in diesem Zusammenhang auch folgende Ausführungen, die Sie nach dem Bericht des„Lokalanzeigers" kürzlich in einer Versammlung in Bielefeld gemacht haben, erwähnt. Seht unsere Arbeitslosen! Können wir mit diesen Müßiggehenden und vom Reiche unterhaltenden Armeen von Arbeitslosen nicht eine ganze neue Welt aufbauen? Ist es nicht nur der Wahnsinn unseres marxistischen Systems, daß sie wider Willen feiern? Darauf habe ich geantwortet: Ich habe vor der Intelligenz des Herrn Hugenberg als Politiker wie als Parteiführer keinen übermäßigen Respekt, aber für so dumm halte ich ihn doch nicht, daß er glauben kann, die heutige wirtschaftliche Depression, die einen Teil der ganzen Weltkrise darstellt, sei auf das marxistische System zurückzuführen. Er muß wissen, daß unsere ganze deutsche Wirtschaft im wesentlichen auf dem privatwirtschaftlichen System beruht, das, wie die furchtbare Krise beweist, nicht nur in Deutschland, sondern auch in England und Amerika und in anderen Industrieländern vollends versagt hat. Von einem 50fachen Millionär habe ich nicht gesprochen. Diese Art, die Privatverhältnisse des Poli tikers zum Gegenstand politischer Erörterungen zu machen, überlasse ich neidlos den Ihrem Einfluß unterstehenden Journalisten, die kürzlich erst wieder, anläßlich eines Einbruches in das dem Staat gehörende Jagdschloß Hubertusstock, von meinem Jagdschloß und meinem Tafelsilber, das nur in ihrer lügenhaften Phantasie existiert, fabulierten. Auf Ihre weiteren, sich im allgemeinen agitatorischen Redewendungen erschöpfenden Ausführungen einzugehen, versage ich mir, da ich mir davon weder für Sie, noch für mich, noch für die breite Oeffentlichkeit einen Gewinn verspreche, und ich zudem meine knapp bemessene Zeit für fruchtbarere Tätigkeit brauche. Ich darf wohl erwarten, daß Sie den Wortlaut des vorstehenden Briefes, wie Sie es mit dem Wortlaut Ihres Telegramms getan haben, in den Ihnen unterstehenden Zeitungen ver öffentlichen werden. gez. Braun. * Der Amtl. Preuß. Pressedienst bemerkt zu diesem, von ihm wiedergegebenen Wortlaut des Schreibens: Die Schärfe des Tones in dem Schreiben des Herrn Ministerpräsidenten über die Berichterstattung der dem Reichstagsabgeordneten Dr. Hu genberg nahestehenden Presse erklärt sich aus dem Umstande, daß Ministerpräsident Dr. Braun in der Lage war, persönlich die Wahrnehmung zu machen, daß Berichterstatter des Zeitungskonzerns des Herrn Hugenberg bei der polizeilichen Untersuchung des Einbruches im taatlichen Jagdschloß Hubertusstock anwesend waren. Die betreffenden Berichterstatter waren mithin bei der Feststellung zugegen, die sich auf das gestohlene Gut bezog; sie wußten also, daß Tafelsilber nicht gestohlen war, weil in dem Jagdschloß gar keins vorhanden war. Trotzdem haben Zeitungen des betreffenden Verlages diese unwahre Behauptung aufgestellt und haben auch die Behauptung vom„Jagdschloß des Ministerpräsidenten" trotz der amtlichen Richtigstellung wiederholt. Die erfundene Behauptung von dem Tafelsilber des Ministerpräsidenten hat bereits die zu erwartende politische Wirkung gehabt: Sie kehrt wie Ministerpräsident Dr. Braun jetzt bei seinem Aufenthalt im Westen feststellen konnte, als Agitationsstoff in jeder nationalsozialistischen Versammlung wieder. im Do A durch Feuer schwer beschädigt. An Bord des Flugschiffes Do X brach im Haen von Lissabon ein Feuer aus, bei dem der linke Flügel vollkommen verbrannte. Das Feuer ist von der Besatzung des Flugschiffes mit Unterstützung von Angehörigen des portugiesischen Seefliegerkorps gelöscht worden. Der Brand, der um 2,30 Uhr am Samstag nachmittag ausbrach, wurde im Hilfsmaschinenraum durch einen Funker des Hilfsmotors, der zum Laden der Batterien des Flugschiffes diente, verursacht. Der Brand breitete sich schnell über den oberen Teil des linken Flügels aus. Mit Hilse der an Bord befindlichen Feuerlöscher bekämpfte die Mannschaft den Brand. Sie wurde dabei unterstützt durch Matrosen und Arbeiter der Marineflugstation von Lissabon sowie durch eine Abteilung von Feuerwehrleuten, die sehr bald in Booten herbeieilten. Der Schaden ist bedeutend. Der gesamte obere Teil des linken Flügels ist vernichtet. Die Brennstoffbehälter des Flugschiffes enthielten eine große Menge Brennstoff, und ohne das schnelle Eingreifen der Hilfsmannschaften wäre das Flugschiff wahrscheinlich völlig vernichtet worden. Die Reparatur des Flügels wird mehrere Wochen in Anspruch nehmen. Eine große Menge Neugieriger beobachtete die Löscharbeiten vom Lande aus. Das Feuer war so heftig, daß man zuerst den Eindruck hatte, als ob das ganze riesige Flugschiff in Brand stünde. * Das Unglück des Do X ist zwar ein harter Schlag, aber er wird überwunden werden. Trotz. Echterdingen und vielen anderen Rückschlägen zieht unser Zeppelin heute stolz und sicher durch die Lüfte. Und trotz der Brandkatastrophe Politische Zusammenstöße in Berlin. An 12 Stellen der Stadt kam es im Laufe des Sonntags zu kleineren politischen Zusammenstößen zwischen Nationalsozialisten und Kommunisten. 34 Personen mußten festgestellt werden, sechs wurden mehr oder weniger schwer verletzt. Bremer Feldwebel schießt auf Flug blattverteiler. Anläßlich des Wahlkampfes der bremischen Bürgerschaft kam es, der„Montagspost“ zufolge, in der Samstagnacht zu einem Zwischenfall, bei dem ein Reichsbannermann durch den Schuß eines Feldwebels schwer verletzt worden ist. Das Blatt gibt folgende Darstellung des Zwischenfalls: in den letzten Tagen wiederholt an den Reichswehrkasernen in Bremen Wahlplakate angeklebt worden waren, hatte die Kommandantur Befehl gegeben, durch zwei Reichswehrsoldaten die Kaserne zu bewachen, um das Ankleben von Wahlzetteln zu verhindern. Nach Angabe der „Montagspost“ trugen die mit dieser Aufgabe betrauten Soldaten keine Uniform. Bei dem nächtlichen Rundgang trafen die Wachtsoldaten einige Zivilisten, von denen sie offenbar annahmen, daß sie Plakate kleben wollten. Sie gerieten mit ihnen in einen Streit, und einer der beiden Soldaten, ein Feldwebel, zog seine Dienstpistole. Er schoß, wie er angibt, in Notwehr, auf einen Reichsbannermann und traf ihn in beide Oberschenkel. Der Reichsbannermann wurde mit sehr schweren Verletzungen in das Krankenhaus gebracht. Andere Zivilisten überwältigten den Feldwebel, nahmen ihm den Armeerevolver ab und übergaben ihn der Polizei. Die Kommandantur der Reichswehr und die Polizei haben, dem Blatt zufolge, sofort eine eingehende Untersuchung des eigenartigen Zwischenfalles eingeleitet. Radikal-Demokratische Partei Deutschlands. Die neue Gründung der Linksdemokraten. Heute wurde hier eine neue politische Partei gegründet. Nach stundenlangen und zum Teil heftigen Meinungskämpfen wurde die Umwandlung der von Professor Quidde gegründeten Vereinigung der unabhängigen Demokraten in die Radikal=Demokratische Partei Deutschlands mit 46 gegen 26 Stimmen beschlossen. Gegen den Beschluß stimmten in der Hauptsache die süddeutschen, die sächsischen und die Berliner Vertreter, während die rheinisch=westfälischen und die norddeutschen geschlossen für die neue Partei stimmten und verlangten, daß eine schärfere Politik der Abrüstung und des Pazifismus durchgeführt werde. In einer langen Entschließung fordert die neue Partei die verantwortungsbewußten Republikaner zum Kampf für einen sozialen Volksstaat und für den Frieden, für Abrüstung und für den Kampf ge gen die Hochschutzzölle auf. D P. Was das heißt? Radikal=Demokratische Partei! Den Namen gab ihr die gestern in Kassel abgehaltene Delegiertenversammlung der von Professor Quidde gegründeten Vereinigung in eine Partei, die den Namen Radikal=Demokratische Partei annehmen wird. Für die Parteigründung stimmten vor allem die von dem früheren Reichstagsabgeordneten Dr. Leonhardi=Kiel geführten norddeutschen und westfälischen Delegierten, während die Berliner und süddeutschen Gruppen unter Führung von Professor Quidde und Rechtsanwalt Dr. Braubach=Berlin gegen eine Parteigründung waren. Das Stimmenverhältnis war 46 dafür und 26 dagegen. Zum Parteivorsitzenden wurde, da Professor Quidde eine Wahl ablehnte, Rechtsanwalt Dr. Braubach gewählt. „Die schwarze Fahne“ für drei Monate verboten. Der Oberpräsident der Provinz Östpreußen hat auf Grund des Gesetzes zum Schutze der Republik die Zeitung„Die schwarze Fahne“ in nigsberg wegen eines Artikels, der eine Herabwürdigung der verfassungsmäßig festgestellten republikanischen Staatsform und grobe Beschimpfungen von Mitgliedern der preußischen Landesregierung enthalte, auf die Dauer von drei Monaten, im Hamburger Hafen fährt die„Europa“ heute als schönstes Schiff der deutschen Handelsflotte über das Meer. Die Hauptkonstruktionsteile unbeschädigt. Lissabon, 30. Nov.(Von unserm Sonderberichterstatter an Bord des Do X— Copyright Wolffs Telegraphisches Büro). Der Brand, der gestern nachmittag um 14,30 Uhr an Bord des Flugschiffes Do X ausbrach, ergriff die Flügelhaut des linken Flügels. Es gelang, die gefüllten Benzinbehälter in der Flügelnase und die Motoren selbst vor Feuerschaden zu sichern. Beschädigt wurde lediglich die Haut des Backbordflügels. Keiner der Hauptkonstruktionsteile des Flügels wurde in Mitleidenschaft gezogen, die drei Helme sind vollständig intakt geblieben, ebenso das Triebwerk und die Flügelnase. Die Instandsetzung des Flügels kann in kurzer Frist erfolgen. Von Friedrichshafen und Altenrhein wurden sofort Ersatzteile angefordert, ebenso die nötigen Mannschaften. Bei guten Transportverhältnissen können diese in zehn Tagen hier sein, so daß der Do X in drei bis vier Wochen wieder flugklar sein wird. Die Besatzung bleibt in Lissabon, die Passagiere reisen ab. Sofort nach der Instandsetzung wird das Flugschiff den Flug fortsetzen. Die Güte der Konstruktion hat sich bei diesem Brande erwiesen. Auszeichnung des Kommandanten des „Do X". Die Hamburger Seewarte hat dem Kommandanten des Do X, Kapitän Fr. Christiansen, die silberne Seewarte=Medaille verliehen. und zwar vom 1. Dezember 1930 bis 28. Februar 1931 einschließlich verboten.„Die schwarze Fahne“ ist das Organ der ostpreußischen Bauernbewegung, das am 1. Oktober d. J. gegründet wurde und wochentlich erscheint. Angsburg, 1. Dezbr.(Eigener Funkdienst.) Der 42 Jahre alte Bahnagent Johann Weinber ger wurde gestern nacht in Hammel bei Augsburg im Dienstraum erschossen aufgefunden. Da die Barschaft und Kassenbestand fehlen, dürfte Weinberger einem Raubmord zum Opfer gefallen sein. Von den Tätern fehlt vorerst jede Spur. Weinberger, der kriegsverletzt war, hinterläßt außer seiner Ehefran zwei unmündige Kinder. Die Tat dürfte zwischen 10 und 11 Uhr nachts in dem Angenblick geschehen sein, als Weinberger sich anschickte, nach Hause zu gehen. Die geraubte Summe dürfte kaum 10—15 Mark betragen. Die Reichsbahndirektion hat auf die Ergreifung der Täter eine größere Belohnung ausgesetzt. Die Königskinder in Rumänien können nicht wieder zusammenkommen. Wie nämlich der Wiener Korrespondent des „Daily Expreß“ aus der Umgebung des Königs Carol von Rumänien erfahren haben will, soll der König die Königin Helena zu überreden suchen, das Land zu verlassen, damit er sich wieder verheiraten könne und die Thronfolge auf eine sicherere Basis gestellt werde als bisher. Schüsse auf italienische Grenzsoldaten. Auf Sechs Zollwächter wurder; einer Funkmeldung zufolge, gestern abend bei Murovizza, als sie im Automobil von einer Streife zurückkehrten, aus dem Hinterhalt mit Revolvern und Gewehren geschossen. Einer der Soldaten, Rastelli mit Namen, wurde durch eine Gewehrkugel getötet Der Chef der Sicherheitspolizei hat persönlich die Leitung der Nachforschungen übernommen und zahlreiche Agenten an den Tatot entsandt. Man nimmt an, daß es sich um ein politisches Verbrechen handelt. Verhaftung von Konterrevolutionären in Weißrußland. Die Telegraphen=Agentur der Sowjet=Union meldet: In Weiß=Rußland wurde eine konterrevolutionäre Gruppe verhaftet. Sie besteht aus den zurückgekehrten Emigranten Lastowski, Zwikewitsch, Kraskowski und ihrem Führer Smolitsch, die entgegen ihren Versicherungen das Vertrauen der Sowjetmacht mißbraucht und nach Weisungen ausländischer, weißgardistischer und faschistischer Organisationen ihre konterrevolutionäre Tätigkeit fortgesetzt haben sollen. Die Ver. Staaten und die Abrüstung. Die Arbeiten der Vorbereitenden Abrüstungskommission sollen nach Depeschen des amerikanischen Delegierten in Genf Hogh Gibson, an das Staatsdepartement voraussichtlich in der Fliegerwoche ihren Abschluß finden. Der Völkerbundsstaatsekreär Cotton erklärte, die Beratungen der Kommission hätten sich im allgemeinen in der im voraus erwarteten Richtung bewegt und es gäbe nichts, was die Vereinigten Staaten von der Teilnahme an der geplanten allgemeinen Abrüstungskonferenz im Jahre 1931 oder 1932 abhalten werde. Er fügte noch hinzu, wahrscheinlich würde man gewisse Vorbehalte bezüglich einiger Punkte machen, an denen die Vereinigten Staaten sich nicht betieligen könnten. Starke-Opposition im amerikanischen Bundeskongreß gegen den Beitritt zum Weltgerichtshof. Hoovers Entschluß, dem Bundeskongreß in der am Montag beginnenden kurzen Tagung den Gesetzentwurf über den Beitritt der Vereinigten Staaten zum Weltgerichtshof vorzulegen, hat bei vielen Parlamentariern schwere Bedenken hervorgerufen. Man befürchtet, daß die Vorlage zu einer uferlosen Debatte führen und die Erledigung des Nachtragsetats verhindern wird. Sogar der republikanische Fraktionsführer im Bundessenat, Watson, der einer der engsten politischen Mitarbeiter des Präsidenten ist, hat gegen die Vorlage protestiert und erklärt, er werde diese„Hintertür zum Völkerbund“ mit allen Mitteln bekämpfen. Dagegen dürfte die Ernennung des neuen Arbeitsministers Doak im Bundessenat, wo Doak als Verbindungsmann zwischen dem Bundeskongreß und der Eisenbahnergewerkschaft seit 15 Jahren gut bekannt ist, auf nur geringen Widerstand stoßen. Gertrud Frenzel; wie der Staatsanwalt sie sieht. Die Verhandlung im Frenzel=Prozeß, in der der Staatsanwalt seine Anklagerede hielt, begann am Freitag unter großem Andrang des Publikums. Außer Staatsanwalt Stargard war auch der Oberstaatsanwalt Tetzlasf erschienen. Dr. Stargard sprach fünf Stunden lang und wurde nur ab und zu vom Angeklagten mit den Worten unterbrochen:„Das stimmt alles nicht. Das ist nicht wahr!“ Der Staatsanwalt schilderte Gertrud als eine tiefreligiös veranlagte Person, der er keine Lüge zutrauen könne. Die scheinbaren Widersprüche in ihren Aussagen seien aus den langen Vernehmungen und Unterhandlungen zu erklären. Ihre Schwärmerei für den Pfarrer sei nichts anders, wie eine solche bei vielen Konfirmandinnen vorkomme. Wenn der Zeuge Höhne von einem Verkehr mit dem Pfarrer gehört haben wolle und daraus auf einen unzüchtigen Verkehr schloß, so müsse bei ihm ein großer Irrtum vorliegen. Hilde sei, wie alle Sachverständigen einstimmig bekundet hätten, eine ganz unzuverlässige Zeugin. Trotzdem könne man mit großer Wahrscheinlichkeit annehmen, daß sie die Wahrheit gesagt habe, als sie den Vater beschuldigte. Hier sprang der Angeklagte auf und rief erregt: „Herr Staatsanwalt, die Hilde hat damals bestimmt gelogen!" Dr. Stargard fuhr fort: Dem Angeklagten traue er zu, die ihm zur Last gelegten Taten begangen zu haben. Wieder sprang Frenzel auf und schrie:„Das ist eine große Unverschämtheit!" Der Vorsitzende beruhigt ihn:„Herr Frenzel, ich bitte Sie, sich zu beruhigen. Sie haben ja morgen das letzte Wort, da können Sie ja alles vorbringen!“ Nach fünfstündiger Rede kam der Staatsanwalt zu dem Schluß, daß er die Anklage, soweit sie Frenzel Gewaltanwendung bei seiner Tat vorwerfe, zurückziehen müsse. Dagegen hielt er die Anklage wegen Blutschande in vollem Umfang aufrecht. Er beantragte, auf die Berufung des Angeklagten hin, das Urteil der ersten Instanz mit der Maßgabe aufzuheben, daß an Stelle von einem Jahr und sechs Monaten Zuchthaus eine Strafe von einem Jahr zwei Monaten Zuchthaus tritt. Der Verteidiger Dr. Blumenhain erklärte in seiner Replik, daß der Sachverständige Dr. Placzek vollkommen unzuverlansig sei. Er werde dem Gericht die Beweise für seine Behauptung liefern. Dr. Placzek habe vor Jahren in einem Verfahren gegen einen Ernst Burdach den Angeklagten für unzurechnungssähig erklärt, worauf der Angeklagte freigesprochen wurde. Vor zwei Jahren stand Burdach wieder vor Gericht und Dr. Placzek trat wieder als Gutachter auf. Er hielt ihn diesmal für voll verantwortlich. Als ihn daraufhin der Verteidiger darauf aufmerksam machte, daß er doch Burdach schon für unzurechnungsfähig erklärt habe, bestritt dies Dr Placzek und wiederholte seine Angaben unter Eid. Daraufhin erbrachte der Verteidiger den aktenmäßigen Beweis, daß fünf Jahre früher Dr. Placzek den Angeklagten Burdach tatsächlich für unzurechnungsfähig erklärt hatte. Der Vorsitzende bemerkte, daß er die Akten dieses Falles kommen lassen werde und dann einen Beschluß fassen würde. Heute, Samstag, repliziert Dr. Brandt, und dann erhält der Angeklagte das letzte Wort. Im Anschluß daran wird das Gericht beraten. Das Urteil wird Montag vormittag um nenn Uhr verkündet. Die Presse bei der Urteilsverkünduns zugelassen. letztes Wort. „Man kann mich nicht verurteilen, solange es noch eine Gerechtigkeit gibt..." Der Staatsanwalt hat gesprochen, und auch der Anwalt Frenzels hat seine letzte Replik beendet. Man kann auf keinen Fall, so hat Rechtsanwalt Dr. Brand ausgeführt, über die wissenschaftlichen Gutachten hinweg Gertrud Frenzel, wie es der Herr Staatsanwalt getan hat., für glauowuroig erklären. Außerdem sei die Erschütterung der Anklage schon darin zu sehen, daß der Staatsanwalt ein Kompromiß geschlossen habe. Denn in der Tatsache, daß die Anklage auf Gewaltanwendung fallengelassen worden sei, müsse ein Kompromiß erblickt werden. Rechtsanwalt Dr. Brand schloß:„Ich erkläre mit allem Nachdruck, wenn Frenzel hier verurteilt wird, dann halte ich dieses Urteil für einen der größten Justizirrtümer, die je vorgekommen sind. Ich habe meine Pflicht getan, meine Herren, tun Sie nun die Ihre!“ Es dauert lange bis sich der immer von neuen Schluchskrämpfen geschüttelte Angeklagte zu seinem letzten Wort erheben kann. „Ich habe mein ganzes Leben lang vorwärts gestrebt,„würgt Frenzel hervor, den Blick starr nach unten haltend“. All mein Dasein war immer von dem Grundsatz ausgefüllt, meinen Mitmenschen zu helfen und ihnen Gutes zu erweisen. Ich habe zeit meines Lebens schwer gearbeitet, wenn ich gestrebt und gehofft habe, so war ich immer beseelt von dem Gedanken an meine Familie. Meine Kinder und meine Frau sollten es gut haben; besser als es mir in meiner Jugend gegangen war. Meine Herren, ich erkläre— und hierbei laufen Frenzel die hellen Tränen über die Wangen—, daß ich vollstandia unschuldig bin. Ich stehe hier nicht vor Ihnen, weil ich um meine Freiheit bitten und betteln will. Nein, ich habe noch soviel Stolz, um darum zu kämpfen, weil ich eben unschuldig bin. Solange ich noch ein Hemd auf dem Leibe habe, werde ich um meinen guten Namen kämpfen, es sei denn, daß meine Nerven versagen und meine Verzweiflung mir einen anderen Weg weist..." An dieser Stelle bricht er zusammen; zwei Wachtmeister bemühen sich um ihn. Nach einer Weile fährt er aber in einer geradezu unnatürlichen Ruhe fort: „Kann denn wirklich ein Mensch glauben, daß ich es jemals fertiggebracht hätte, mich an meinen Kindern zu vergreifen. Wie meine Tochter zu diesen Beschuldigungen gekommen ist, wird mir immer ein Rätsel bleiben... Alles, was ich besaß, habe ich durch diesen Prozeß verloren. Ich stehe vor einem Nichts. Aber mein Name und meine Ehre sind mir mehr wert, als alles, was ich besessen habe und besitzen werde. Ich kann mir nicht denken, daß man mich verurteilen kann, solange es eine Gerechtigkeit gibt... Meine Herren, sprechen Sie mich frei!“ Mct Unsere Rekord-Tage zeichnen sich durch Rekord-Leistungen ganzbesonders aus. Sie kaufen jetzt unsere Qualitätswaren außergewöhnlich billig.« Nicht nur die angeführten, sondern alle Abteilungen unseres Hauses leisten Hervorragendes. Kaufen Sie jetzt schon Ihre Geschenke Leinen- und Baumwollwaren Mnnnmauumiimmuniminuuit Taschentücher Ein Posten Sporfflanell kräftige, zweiseitig gerauhte Ware, hell und dunkel gestreift. Jetzt Mtr. 0.50, 0.40, Kleider-Velour solide Qualltät, für warme Hausklelder, dunkel gemustert.. Jetzt Mtr. 0.65, 0.45, Schürzen-Siamosen ca. 120 cm breit, la Hausmacher-Qualität, In einfarbig und In trischen, lebhaften Strelfen....... 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