Nr. 1. 1. Blaft. Donnerstag, Den 2. Januar Abonnementspreis: Mitäglicher Beilage ,„or Gergäblere and enschenticher Gonnlagefreude" durch die Post bezogen vierteljährlich breitungsbezirk durch Träger monatlich 60 Pfg., im Voraus =Telegramm=Adresse:„Wolkszeitung Hattingen.— Anzeigenpreis: Aus dem Verbreitungsbezirk unserer Zeitung die siel Zeile 10 Pfg., für auswärtige Anzeigen 15 Pfg.— die Zeile 30 Pfg.— Beträge bis zu 3.00 Mk sofort za — Geschäftsstelle: Große Weilstraße 21.— Fernruf 406.— Alsgemeiner ngen. Para iaph 63 des Handelsg buchds und die Banölungsgehilfen. Deis Reichstage ist in den ersten Tagen des Dezember ein Gesetzentwurf von seiten der Regierung zugegangen, durch welchen eine Neuregelung des§ 63 des Handelsgesetzbuches erfolgen soll. Die Vorlage schlägt folgende Fassung vor: „Wird der Handlungsgehilfe durch unverschuldetes Unglück an der Leistung der Dienste verhindert, so behält er seinen Anspruch auf Gehalt und Unterhalt, jedoch nicht über die Dauer von 6 Wochen hinaus. Eine Vereinbarung, durch welche von dieser Vorschrift zum Nachteile des Handlungsgehilfen abgewichen wird, ist nichtig. Der Handlungsgehilfe muß sich den Betrag anrechnen lassen, der ihm für die Zeit, für welche er den Anspruch auf Gehalt und Unterhalt behält, aus einer auf Grund gesetzlicher Verpflichtung bestehenden Kranken= oder Unfallversicherung zukommt." Gegen die Vorlage in vorliegender Fassung macht sich in den Kreisen der Handlungsgehilfen scharfe Opposition geltend. Sämtliche in Betracht kommenden Organisationen der Handelsangestellten verhalten sich der Vorlage gegenüber völlig ablehnend. Man verweist darauf, daß die Neuregelung im Vergleich mit der derzeitigen Rechtslage nur als Verschlechterung hingenommen werden kann. Die Fortzahlung des Gehaltes im Krankheitsfalle ist ein altes, auf Ueberlieferung beruhendes Gewohnheitsrecht des Handlungsgehilfen(„Manufakturist“ Nr. 12, 1906.) Dieses Ueberlieferungsrecht ist erst in den letzten Jahren allmählich durchbrochen worden, und zwar hauptsächlich von seiten der Großbetriebe. Diese Taksache steht im Gegensatz zu der Auffassung der Rearungsvorlage, welche ihre diesbezügliche Begründung hauptlächlich in einer Rücksichtnahme auf die kleinen Geschäftsleute gipfeln läßt. Gerade das Organ der kleineren Geschäftsleute, der„Manufakturist"(1906, Nr. 12), weist ausbrücklich darauf hin, daß„von der Vereinbarung des Gehaltsabzuges mehr in großen Detailhandelsbetrieben Gebrauch gemacht wird, als in kleineren, obwohl hier der Geschäftsinhaber von der Erkrankung des Gehilfen persönlich mehr Ungelegenheiten hat, als im größeren Geschäft. Vielfach mag aber beim kleineren Geschäft auch die Ueberlieferung, die alte Anschauung vom Verhältnis des Arbeitsherrn zum Gehilfen, dem er in der Not half, noch stärker mitsprechen, als im modernen Großbetrieb mit seiner ausgebildeten Neigung, von der neuzeitlichen Vertragsfreiheit ausgiebigen Gebrauch zu machen." Wenn also ein Gewohnheitsrecht nunmehr zum zwingenden Recht gestaltet werden soll, dem Angestellten also während der Dauer von 6 Wochen in jedem Falle die vertragliche Leistung gesichert sein soll, anderseits aber die Abzugsfähigkeit der Kassenleistung ausgesprochen wird, so ergibt sich aus dieser Regelung ein direkter Widerspruch. In diesem Falle erübrigt sich die Versicherung für den Angestellten, da diese doch nur dem Prinzipale zugute kommt, trotzdem der Angestellte zwei Drittel der Beiträge zahlen muß. Folgerichtig ist insofern der österreichische Gesetzgeber, welcher auf dem Standpunkte steht, in diesem Falle das mit eigenen Mitteln Erworbene dem Erwerber zu lassen und die Abzugsfähigkeit auf die vom Prinzkpale tatsächlich geleisteten Beiträge(im vorliegen Falle ein Drittel) beschränkt. Als fernerer Umstand, welcher die ablehnende Haltung der Angestellten rechtfertigen dürfte, kommt hinzu, daß gerade die schlechter bezahlten Gehilfen benachteiligt werden, deren Gehalt 2000 Mark nicht übersteigt; die besser Bezahlten sind nicht versicherungspflichtig und brauchen sich nichts abziehen zu lassen. Wenn diese das mit ihren selbstgezahlten zwei Dritteln erworbene Krankengeld behalten bürfen, so muß auch der schlechter Gestellte das mit seinen eigenen zwei Dritteln erworbene Geld ebenfalls behalten dürfen.„Es wird auf der einen Seite etwas gegeben, auf der anderen Seite etwas genommen, und wenn man die Gesamtheit der Wirkungen ins Auge faßt, so brinat der neue Zustand im ganzen keine Verbesserung, sondern eine Verschlechterung“, so heißt es ganz richtig in den„Leipziger Verbandsblätter"(Nr. 24, 1907). Die 14er Kommission des aufgelösten Reichstages hatte den Beschluß gefaßt, dem Plenum vorzuschlagen, den ganzen jetzigen§ 63 des Handelsgesetzbuches ausdrücklich in zwingendes Recht umzuwandeln. Dem widerspricht die vorgeschlagene Fassung! Eine Erledigung im Sinne der Regierungsvorlage wäre eine schwere Enttäuschung für viele Kreise der Handlungsgehilfen und dazu angetan, die Zuversicht in die sozialpolitischen Maßnahmen der Regierung für dieselben stark ins Schwanken zu bringen. Aus dem Regierungsvorschlag weht die Luft der Unternehmerverbändel Deutsches Reich. Zentrum und Block. Die konservalibe„areuzztg.“ spricht in ihrer Wochenrundschau den Wunsch nach einer Festigung des Blockes aus, fügt jedoch gleich hinzu: „Aber unsere Wünsche gehen weiter. Es ist auf die Dauer ein unnatürlicher und ungesunder Zustand, daß im Reichstage die größte geschlossene bürgerliche Partei abseits steht. Das Zentrum wird nicht antinationale Politik treiben können noch wollen. Aber es ist von den Vereinbarungen der anderen Parteien ausgeschlossen und wird aus taktischen Gründen häufig ihrer Kompromiß=Pokitik Opposition machen. Mit dieser Politik ist— das liegt ja in ihrer Natur— niemand ganz zufrieden. Populär, selbst in beschränktem Maße, kann sie nicht sein. Das Zentrum wird also oft genug in der Lage sein, unpopuläre Kompromißbeschlüsse geegn den Block auszunutzen. Die Kampfnaturen im Zentrum freuen sich dieser Situation ganz unverhohlen. Positive Politiker in seinen Reihen dagegen empfinden es peinlich, daß ihre Partei in der Negation stecken bleibt. nachdem sie recht lange an manchem guten Gesetze fleißig und erfolgreich mitgearbeitet hat. Es ist den Blockparteien wegen ihrer Uneinigkeit bei den Neuwahlen nicht gelungen, dem Zentrum so viel Abbruch zu tun, daß es die Fehler des vorigen Winters am eigenen Leibe zu fühlen bekam. Diese Fehler wegzudisputieren, sie mit allerlei Scheingründen sogar als die höhere politische Weisheit darzustellen, ist der Zentrumsagitation ihren Wählern gegenüber um so leichter geworden, als diese neben den Aeußerungen der eigenen Presse und Partei nur wenig zu hören und zu lesen bekommen. Der Regierung und den Blockparteien bleibt daher kein anderes Mittel, das Zenkrum zur späteren Mitarbeit heranzubilden, als durch das denkbar sesteste Zusammenhalten diese Mitarbeit entbehrlich zu machen. Wir haben zu den jetzt wieder in den Vordergrund getretenen alten Führern dieser Partei das Zutrauen, daß sie nach den ersten entscheidenden Beweisen für die Festigkeit des Blocks langsam den Anschluß an die anderen bürgerlichen Parteien vorbereiten werden, und die Regierung wird ohne Zweifel einen ehrenvollen Frieden dem jetzigen Kriegszustande vorziehen." Wir wollen auf das, was die„Kreuzztg." über die Fehler des Zentrums, die Negation und die Kampfnaturen sagt, nicht weiter eingehen; dient es doch nur dazu, dem Blatte das Geständnis zu erleichtern daß man mit der„Ausschaltung" des Zentrums einen schweren Fehler gemacht habe und die ganze Blockpolitik ein Unding ist. Wir wiederholen nur, daß das Zentrum sich nicht durch die Blockpolitik„erziehen" zu lassen braucht und erziehen lassen wird und daß ein„ehrenvoller Friede" mit dem Fürsten Bülow ganz unmöglich ist. Er hat seine Sache so auf Gedeih und Verderb mit der des Blocks identifiziert, daß er unmöglich wird, wenn er nicht mehr mit dem Block regieren kann. Es ist nicht etwa die „Unversöhnlichkeit" und die„Nachsucht" des Zentrums, die den Frieden unmöglich macht, sondern Fürst Bülow wäre, wenn er mit dem Block nicht mehr weiter könnte, in solchem Maße vor der ganzen Welt blamiert, daß er dem Zentrum die Friedenshand gar nicht bieten könnte, ohne sich noch meyr zu blamieren und um den letzten Rest seiner Autorität zu bringen. So liegen die Dinge, und wir halten es deshalb für ganz verfehlt, wenn die„Kreuzztg." aus dem Verhalten der Regierung in der Flottenkrisis auf ihre Bercitwilligkeit zu einem ehrenvollen Frieden schließt. Dieses Verhalten hat keineswegs in der Stellungnahme des Generals Keim während der Wahlbewegung gegen das Zentrum seinen Grund — Fürst Bülow hat Herrn Keim ja materiell und moralisch unterstützt— sondern in dynastischen und verwandten Rücksichten. Zum 8 7 des Vereinsgesetzentwurfs veröffentlichte dieser Tage der Reichstagsabgeordnete Franz Behrens folgende Erklärung: „Gegenüber den Preßerörterungen über den§ 7 des Vereinsgesetzentwurfs erkläre ich namens der Mitglieder der Deputation des Zweiten Deutschen Arbeiterkongresses, die am 24. Oktober 1907 in KleinFlottbeck vom Reichskanzler empfangen worden ist daß der Reichskanzler bei dieser Gelegenheit die ihm unterschobene Aeußerung, der§ 7 sei auf Veranlassung der der nationalliberalen Partei nahestehenden rheinisch=westfälischen Großindustriellen in den Entwurf hineingekommen, weber dem Wortlaut noch dem Sinne nach getan hat. Die Meldung, ein Mitglied der Deputation habe eine diesbezügliche Mitteilung in hie Presse gelangen lassen oder veranlaßt, beruht auf Unwahrheit." Dazu schreibt man der„Germ." von derselben Seite, von der das bekannte Dementi der„Norbb. Allg. Ztg." zurückgewiesen wurde: „Mit dieser Erklärung hat man unsere Feststellung nicht aus der Welt geschafft. Wir teilten den Wortlaut der Auslassung des Reichskanzlers mit, und dieser spricht nicht von den"rheinisch-westfälischen Großindustriellen", wohl aber von den Nationalliberalen. Herr Behrens kann ruhig sein Dementi ergehen lassen, aber er trifft damit unsere Behauptung nicht; es ist daher auch ganz selbstverständlich, daß kein Mitglied der Arbeiterdeputation diese dementierte Meldung in die Oeffentlichkeit brachte. Das Dementi des Abg. Behrens hat gar keinen Wert. Jenes Mitglied der Deputation, zu dem Fürst Bülow den von uns mitgeteilten Ausspruch— nicht den vom Herrn Behrens dementierten— getan hat, ist der Vorsitzende des Verbandes christlicher Bauarbeiter, der Aba. Wiedeberg. Dieser machte den Reichskanzler darauf aufmerksam, daß der schon im Oktober bekannte Sprachenarttkel namentlich die Organisation der christlichen Bauarbeiter schwer schädigen müsse, da in dieser Branche viele fremdsprachige Arbeiter beschäftigt seien; er bat namens der Arbeiterschaft, doch eine solche Bestimmung nicht in den Entwurf aufzunehmen. Darauf tat der Reichskanzler den von uns mitgeteilten Ausspruch. Es war ganz selbstverständlich, daß diese Antwort, die noch einen Ohrenzeugen hatte, sofort nach der Beendigung der Audienz im Kreise der Deputation besprochen wurde, zumal, da der Zweite Deutsche christlich-nationale Arbeiterkongreß sich gerade gegen den Sprachenartikel gewendet hatte. Die Antwort des Reichskanzlers hat in den Reihen der Deputation großes Befremden hervorgerufen, weil der Reichskanzler eine bestimmte Partei für den Artikel 7 verantwortlich machte. Wir müssen aber noch hinzufügen, daß unsere Kenntnis der Dinge auf den Abg. Wiedeberg weder direkt noch indirekt zurückzuführen ist. Aber wenn er reden will über diese Mitteilungen des Reichskanzlers, dann wird er die Richtigkeit unserer Meldung nur bestätigen müssen." Aufbesserung der Gehälter der Offiziere und Unteroffiziere. Bei den kommissarischen Beratungen über biallgemeine Besoldungsaufbesserung der Beamten der Reichsverwaltung hat die Heeresverwaltung beantragt, daß die Gehälter der unteren Offizierschargen, vom Hauptmann abwärts und die Bezüge der Unteroffiziere erhöht werden müssen. Es ist anzunehmen, daß die Wünsche Berücksichtigung finden werden. * * Der Finanzminister von Bayern, Baden und Württemberg halten zurzeit in Stuttgart eine Koaferenz über die Reichssteuerßrage ab. Im Vordergrund der Beratung steht die Frage Veredelung der Matrikularbeiträge durch Umwand4 Gedenktage. 2. Janna"(Donnerstag). Die Universität Würzburg wird eröffnet. 1777 Der Bildhauer Christian Daniel Rauch geboren. 1778 Beginn des bayrischen Erbfolgekrieges. 1783 Der Dichter Bodmer gestorben. 1801 Der Dichter und Schriftsteller Johann Kaspar Lavater gestorben. 1831 Der Geschichtsforscher V. G. Niebuhr gestorben. 1856 Der Schauspieler Josef Kainz geboren. 1861 König Friedrich Wilhelm 4. von Preußen gestorben. Wilhelm 1. besteiat den Thron 1871 Schlacht bei Bapaume 1905 Port Arthur kavitulier. Tagesspruch. Ein Anfang ist kein Meisterstück, Doch guter Anfang halbes Glück. Anastasius Grün. Vergeltung. Erzählung von Karl May. 2. Fortsetzung.(Nachdruck verboten.) „Habe es nie gern gehabt, Dich als gelehrt zu sehen; aber Du hast gute Worte gegeben u. die Mutter auch, und so ist Euch Euer Wille geschehen. Jetzt nun bin ich blind, und der Franz ist tot, und das Geschlecht der Bachbauerriesen stirbt aus. Ich war der stärkste von allen; darum nennt man mich den Goliath; wie aber wird man Dich heißen, Knirps?" Trotz der nichts weniger als lustigen Stimmung des Augenblicks zuckte ein heiteres Lächeln um das Bärichen, welches die Lippen Frieders beschattete. „Fünf Jahre, hast's gehört, Vater, fünf volle Jahre war ich nicht daheim! Denkst nicht, daß ich in dieser Zeit ein wenig gewachsen bin?" „Ein wenig, ja. Aber der echte Bachbauer wirst nicht sein; der Bücherwurm hat Dir die Kraft versehrt und die Konrage dazu." „So werde ich wieder stark zu Haus; denn nun der Franz tot ist, nehme ich die Arbeit über mich Bachllas stabt mir höher als die Gelehrsamkeit. denn er ist ja meine Heimat, und die hält man hoch!" „Frieder", rief der Bauer entzückt,„so höre ich's gern, und niemand wird sich mehr darüber freuen, als wie die Mutter! Du sollst das Auge werden, mit dem ich schaue, und wirst auch die Hand sein, mit der ich schaffe und arbeite. Habe Dank für dieses Wort!“ Ein kräftiger Händedruck, der jedem anderen zu einem Laut des Schmerzes veranlaßt hätte, besiegelte diesen Bund. Dann fuhr der Vater fort: „Es ist nachher für mich eine gar regsame Zeit gewesen. Bei Tag habe ich im Hof und auf dem Feld geschafft, und bei Nacht bin ich hinaus in den Wald gegangen, den Haß im Herzen und die Büchse auf der Schulter. Ich habe gehorcht und gelauscht vom Abend bis zum Morgen und nichts gesehen und nichts erfahren, als daß die Nachbarn alle die Rache erkannt haben, die in mir kochte Tag und Nacht." Er atmete auf und fuhr dann fort: „Nur einer hat kein Mitleid mit mir gehabt, sondern über mich gelacht und gespottet, der Feldbauer, der mein Rival gewesen ist von Jugend auf. Er trägt es mir noch heute nach, daß Deine Mutter mich genommen hat und nicht ihn, und wo er es nur kann, da fügt er mir Verdruß und Krankheit bei. Die erste Frau hat er ins Grab geärgert, und die zweite, die er als Witwe bekommen hat, wird wohl das gleiche erleiden müssen. Mich dauert nur das arme Kind, die Martha, die er gar schlecht behandelt, weil er der Stiefvater ist, und dennoch ist sie das schönste und beste Mädel weit und breit. Sie ist trotz der Feindschaft ihres Vaters gekommen und hat der Mutter bei der Pflege geholfen, als ich unter Schmerz und Qual darniederlag. Das werde ich ihr nimmer vergessen, so lange ich lebenö bin, denn ihr Wort und Trost war grad so mild und lind wie die Hand, mit der sie mir das Auge verbunden hat. Und ich habe ihn gebraucht, den Zuspruch und den Trost; denn es war, als hätte die Hölle in mir gebrodelt und gekocht, viel schlimmer noch als damals, als ich das Gelübde am Grabe tat!" Er holte abermals tief Atem. Die Crinnerung stürmte tief auf ihn ein, und es dauerte lange, ehe er wieder ruhiger zu erzählen vermochte „Es war in einer Mondnacht, beinahe so hell wie der Tag, als ich drunten auf der Halte saß, wo sie vor langer Zeit den alten Stollen zugeschüttet haben Da knackte es im Gebüsch, und als ich aufschaute stand einer vor mir, breit und stark wie ein Herkules, bewaffnet bis an die Zähne und mit einer schwarzen Larve vor dem Gesicht. „Der Waldschwarze!" rief ich und sprang empor um die Büchse anzulegen. Der aber sagte kein Wort sondern legte den Finger an den Mund und pfiff. Ich wollte grad losdrücken, doch in demselben Augenblick wurde ich von hinten und von der Seite gefaßt und zu Boden gerissen. Sie sind über mich gefallen wie die Wölfe um das einzige Naß: ich schlug um mich, so viel ich konnte, schülirneas und sprang empor, wurde wieder niel geworfen und so ging der Kampf wohl zehn Minu foxt, bis ich endlich ermüdet war und gefesseltrbe. waren wohl an die zwanzig Mann, jel mir der Maske vor dem Gesicht. Ein Tuch wurd mir um die Augen gelegt und ein Knebel mit Ge At in den Mund gesteckt; dann ging es fort, wohi wein ich nicht. Halb getragen, halb gestoßen un geschoben wurde ich über eine halbe Stunde weitet zerrt, bis es wie Strauch- und Dornzeug raschel und mir's Augenlicht. Der Lauf war nur mit Pulver geladen; schau her, ich habe ein gut Teil davon noch heute im Auge und Gesicht! Das weitere kannst Dir denken! Der Schmerz, den ich halte wurde verlacht und verhöhnt; man faßte mich an, schleppte mich empor und schaffte mich in das Dor", wo ich endlich mit Gewalt die Fesseln herunterbrachte und dann auch den Knebel fortnahm. Der Nachtwächter kam herbei und führte mich nach Haus. Das ist die Geschichte, Frieder; das andere will ich nicht erzählen Aber wenn ich schlafen geh', und wenn ich erwache so ist main einzig Gebet, daß der liebe Gott die haben möge, den N1 15 Dt eine Treppe hinuntersteigen mußte. feucht und kalt; ich wurde zu Bode dann begann mit leiser Stimme die über mich. Ich hörte nichts als das le von: „Es ist genug, daß der Franzel die Der Tod ist nicht so schlimm wie da gibt auch keine größere Sicherheit. Waldschwarzen nicht fangen; dafür wir „Die Stimme kam mir bekannt vor unter der Larve anders und auch nach lautete; aber noch heute kann ich mir ni ich sie schon vernommen habe. Ich hö Geräusch, als werde ein Gewehr gel nahm man mir die Binde blickte auf; aber da blitzte und meinem Gesicht los, und vom Blitz erschlagen. Das M detwars legt, un rhandlung prtba gel besamt un sollden geforgt!" lte lung we tnnn den. aie lung des Systems nach der Einwohnerzayl in ein System nach der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit. Die Konferenz hat, wie die„Nat.=Ztg." berichtet, hiergegen starke Bedenken. Sie neigt zur Einführung einer verbesserten Branntweinsteuer, einer Tabakfabrikatsteuer, einer Erbschaftssteuer und einer Wehrsteuer. Runöschau im Ruslande. Frankreich. * Paris, 30. Dez. Kammer. In der heutigen Nachmittagssitzung wurde das Budget des Krieges mit Abänderungen des Senats, jedoch unter Kürzung der vom Senat für die Uebungen der Reserve und Territorialarmee ausgeworfenen Gelder um eine Million Fres. angenommen. Nußland. *Petersburg, 31. Dez. Im Wiborg=Prozeß sind zwei Angeklagte freigesprochen, alle anderen zu drei Monaten Gefängnis verurteilt worden. * Petersburg, 31. Dez. Bezügl, der in letzter Zeit wiederholt aufgetauchten Meldungen hiesiger Blätter über Truppenverschiebungen nach Finnland wird von autoritativer Seite erklärt, daß die Jagdkommandos der hiesigen Garderegimenter nach der finnischen Grenze abgegangen sind, hauptsächlich um das Ueberschreiten der Grenze durch russische Terroristen zu hindern. Eine besonders verschärfte Ueberwachung des Gouvernements Wyberg ist angeordnet, um dort die Bildung eines revolutionären Zentrums in unmittalbarer Nähe Petersburgs zu verhüten. Vereinigte Staaten. — Bürgerstolz. Die freien Amerikaner machen sich bekanntlich bei jeder Gelegenheit über die europäische Jagd nach Orden, Adel und Titeln lustig. Daß sie selbst jedem hochadligen Europäer nachlaufen und sich aus eigener Macht hochtönende Titel verleihen(beinahe jeder zweiter Bürger nennt sich bekanntermaßen„Colonel") änderte hieran nichts, und es wurde immer mit Stolz betont, daß die Vereinigten Staaten keine Ordensauszeichnungen kennen Das wird nun auch anders werden: Jedenfalls um einem längst gefühlten Bedürfnis abzuhelfen, hat Präsident Roosevelt die Prägung von Medaillen angeordnet, die allerdings zunächst nur für diejenigen bestimmt sind, die sich zwei Jahre hindurch bei den Arbeiten am Panama=Kanal verdient gemacht haben. Amerika kennt bis jetzt nur Militärverdienstmedaillen, deren Ausprägung aber in jedem Falle vom Kongreß besonders beschlossen wurde. Hier hat jedoch der Präsident gehandelt, ohne den Kongreß überhaupt zu befragen, und auch die Verleihung seinem persönlichen Ermessen vorbehalten. Seine eigenen republikanischen Anhänger erheben deshalb ein großes Geschrei, daß europäische Institutionen damit nachgeäfft würden. Der Hauptgrund dürfte aber sein, daß sie ebenfalls für ihre Verdienste um den Staat eine Medaille haben wollen, und die Erfüllung dieses Wunsches kann ja nur eine Frage der Zeit sein. Bostou, 31. Dez. Staatssekretär Tast äußerte in einer Rede, die er heute hier hielt, er glaube nicht daß die Filipinos in der gegenwärtigen Generation oder in der nächsten zur Selbstregierung reis sein würden. Prozeß Moltke-Harden Telegramm.) Berlin, 31. Dez. 1007. Der Vorsitzende wendet sich nach Eröffnung dieser Sitzung an den Nebenkläger Grafen Moltke: Ich möchte noch einmal an Sie als Zeugen die Fragstellen, ob das Erscheinen des letzten Artikels in Hardens Zukunft Sie veranlaßt hat, Ihren Abschiet einzureichen. Graf Moltke(sehr leise): Jawohl. Vorsitzender: Dieser Abschied ist Ihnen be willigt worden, ich habe aber die Erklärung deKriegsministers aus dem letzten Reichstage, daß Sic zur Disposition gestellt worden stud und daß seine Majestät sich die Entscheidung über Ihre etwaige Weiterverwendung im aktiven Dienste für die Zeit nach Erledigung dieses Prozesses vorbehalten hat. Darauf hält Oberstaatsanwalt Isen biel sein Plaidoyer. Er führte aus, daß Harden, wie die Beweisaufnahme festgestellt habe, mit sehr schwachem Rüstzeug versehen, seine acht Artikel großen Umfanges und großen Stiles schrieb, die sich über den Zeitraum vom 27. Oktober 1906 bis 27. April 1907, also genau über ein halbes Jahr erstreckten. Systematisch und planvoll machte er einige halve Andeutungen, jugte einige ountle Worte ein, aus denen hervorging, welche Vorwürfe er den beiden Herren eigentlich machen wollte. Aus den einzelnen Worten kann man aber mit Sicherheit die Tendenz entnehmen, so daß es ganz vergeblich ist, über ihren Sinn zu streiten. Harden gibt zu, jenen Männern in vorsichtigen Andeutungen und halben Worten normwidrige erothisch betonte Freundschaft zur Last gelegt zu haben Wenn er nichts anderes getan hatte, als dies von ihm zugegebene Moment, auch dann wäre er schon einer schweren Beleidigung schuldig, denn bei den Grundsätzen, die Gott sei Dank im Volke allgemein gelten, gilt diese erothisch betonte Freundschaft als etwas Herabwürdigendes und in der Oeffentlichkeit Herabsetzendes. Der Oberstaatsanwalt sieht in diesen Artikeln jedoch auch den Vorwurf der Homosexualität und weist dieses nach. Bei Graf Moltke sei aber keine Spur hiervon nachgewiesen worden nicht ein Atom femininer Eigenschaften. Alle Behörden und Sachverständigen sind darin einer Meinung gewesen. Auch einer, der zuerst anderer Meinung war, hat sich bekehrt: Dr. Magnus Hirschfeld Am ersten Tage der Verhandlung hat Harden schlicht und packend gesagt: er habe gehandelt aus Liebe zu dem Lande, dem er angehöre. Ich, der Staatsanwalt, glaube das Hirden. Ich glaube ihm, daß er hier wirklich ohne jeden sonstigen Nebenzweck lediglich geglaubt hat, seinem Vaterlande einen Dienst zu leisten. Er hat ihm aber einen sehr schlechten Dienst geleistet, indem er es vor dem Auslande diskreditierte.(Harden schüttelt verneinend den Kopf. Der Staatsanwalt wendet sich mit den nächsten Worten direkt an ihn.) Sicher haben Sie das getan. Sie brauchen nur die Presse des Auslandes zu lesen den Jubel in der ausländischen Presse, daß am deutschen Kaiserhofe sich ein Kreis perverser Männer um unsern vielgeliebten tatkräftigen Kaiser gebildet habe. Die Verteidigung macht für Harden den§ 193 geltend. Harden soll, weil er glaubte, dem Vaterlande einen Dienst zu leisten, berechtigte Interessen wahrgenommen haben. Eine solche Ausdehnung des § 193 ist rechtlich unzulässig. Denn sonst würde jeder Staatsbürger jede Angelegenheit auf Kosten der Ehre anderer so kennzeichnen dürfen. Der Urheber des§ 199, Eduard Lasker, hat seiner Zeit klipp und klar erklärt, was er unter berechtigten Interessen verstände, Interessen, die„besonders nahe gehen." Ein solches Interesse hatte Harden gar nicht. Aber wenn wider Erwarten der Gerichtshof dem Angeklagten den Schutz des§ 193 zubilligen sollte, sö wurde doch aus der Form der Artikel die Absicht der Beleidigung hervorgehen. Ausdrücke wie Grüppchen Eckchen, Privatvergnügen ufw. sind lediglich eine Einkleidung für schwere Vorwürfe. Schließlich beantragt der Oberstaatsanwalt, den Schriftsteller Maximilian Harden wegen übler Nachrede zu vier Monaten Gefängnis zu verurteilen und dem Nebenkläger die Befugnis zu geben, das Urteil in den entscheidenden Tekten binnen sechs Wochen nach Zustellung in einer Anzahl Zeitungen zu veröffentlichen, die Verurteilung auch in der Zukunft, und zwar an leitender Stelle, bekannt zu geben, ferner die Platten und Formen der Zukunft, soweit sie sich auf die beleidigenden Artikel beziehen, unbrauchbar zu machen und Harden die gesamten Kosten des Verfahrens, auch die des Privatklageverfahrens, aufzuerlegen. Darauf ergreift der Vertreter des Nebenklägers Justizrat Sello das Wort und erklärt, daß kein Schatten eines Vergehens auf den Grafen Moltke falle. Graf Moltke tritt der Auffassung entgegen, daß am Hofe Sr. Majestät ein süßlicher, unmanierlicher Ton herrsche.„Ich bin wohl hier im Saale der einzige, der über die Vorgänge am Hofe seit Jahren berichten kann, und da halte ich mich für verpflichtet davon Kenntnis zu geben. Ich habe sieben Jahre lang als General a la suite Dienst getan, und ich kann versichern, daß niemals ein süßlicher Ton geherrscht hat. Dafür bürgt schon die frische mannliche Persönlichkeit des Kaisers. Niemals hat eine Gruppe oder ein Grüppchen existiert am Hofe, auch keine Tafelrunde in dem Sinne. Unsere Tafelrunde war der königliche Hof, den die kaiserliche Familie mit den dazu gezogenen oder befohlenen Personen bildete. Und dieses Bild der kaiserlichen Familie, zu der die deutiche Nation mit Stolz aufblickt, wollen wir uns nicht verkümmern lassen."(Laute Bravoufe.) Der Vorsitzende bemerkt dazu, daß dies wohl eine Zeugenaussage sei und fragt den Grafen Moltte, ob er dies auf seinen früher geelisteten Zeugeneid nehmen könne, was Graf Moltke bejaht. Als Verteidiger des Angeklagten nimmt Justizrat Bernstein das Wort und führt etwa aus: Fast zwei Stunden lang ist von allen möglichen Dingen gesprochen worden, aber ein Beweis, daß die Artikel einen strafbaren Inhalt haben, ist nicht geführt worden. Der Oberstaatsanwalt sprach verächtlich von Hardens Material, das aus nichts anderem bestehe als aus den Mitteilungen der Frau v. Elbe und den Ehescheidungsakten. Welches Recht, so frage ich, hat man, dem Angeklagten zuzurufen: Sage, was du noch weißt, und wenn er antwortet, das will ich nicht, weil der daraus mir erwachsende persönliche Vorteil das nicht aufwiegt,(Harden: Sehr wahr!) welches Recht hat man dann zu sagen: Wenn du es nicht sagst, so lügst du? Niemals hat Harden vor Gericht eine Silbe gesagt, die nicht wahr war. Hirden weiß viel mehr als er sagt. Aber können Sie sich denn wirklich nicht bei der Qualität der Person und der Dinge, die hier in Frage kommen, vorstellen, daß es so unglaubliche Dinge gibt, daß man sie dem Gericht nicht erzählen, daß es eZugen gibt, die man nicht vorführen kann? Niemand kann hertreten und sagen, ich hätte es besser gemacht, ich hätte ihr nicht geglaubt. Alle ärztlichen Autoritäten haben uns bestätigt, daß Harden Frau v. Elbe glauben konnte und glauben mußte. Daraus trifft ihn nicht der leiseste Vorwurf. Frau v. Elbe sprach so ruhig, so klar und so gelassen, daß keinem eMnschen der Gedanke an Hysterie kommen konnte. Jeden Tag, jede Stunde fällen Sie Urteile, auf die Aussage solcher eLute hin und Sie machen sich nicht den geringsten Vorwurf daraus, wenn sich nach Jahren herausstellt, daß eine anscheinend vertrauenswürdige Zeugin hysterisch war. Die Kamarilla ist keine Erfindung des Herrn Harden. Man sollte die Artikel im Zusammenhange lesen und nicht aus 120 Druckseiten eine halbe Seite — die intriminiert ist— herausreißen. Selbst angenommen, was aber nicht richtig ist, Harden wollte den Grafen Moltke beleidigen. Er müßte straflos bleiben, denn in den ganzen Artikeln findet sich keine einzige Beleidgung des Grafen Moltke, und nur eine erkennbare Beleidigung ist strafbar. Wo war die Redaktion der öffentlichen Meinung auf die Artikel der Zukunft? Lautlos sind sie beinahe aufgenommen worden. Es sind hier Artikel unter Anklage gestellt worden, in denen vom Grafen Moltke mit keinem Wort die Rede ist. Es wird in ihnen nur von Lecomte und anderen Lenten gesprochen. Diese Leute werden Päderasten genannt. In diesem Sinne war meine Aeußerung gemeint: Es sagt jemand Päderast und Graf Moltke öffnet die Tür und fragt: Wer ruft mich? Graf Moltke hatte nicht die mindeste Veranlassung, diese Artikel auf sich zu beziehen. Bei der Frage, ob dem Angeklagten der Schutz des§ 193 zugebilligt ist, trennen sich meine Wege von denen des Oberstaatsanwalts. Er sagte selbst, Harden habe aus Liebe zum Vaterlande gehandelt. Kann es ein berechtigteres Interesse geben als Vaterlandsliebe? Schon aus§ 193 muß also Harden freigesprochen werden. Die Notwendigkeit einer Gefängnisstrafe hat der Oberstaatsanwalt mit dem Hinweise darauf begründet, daß Harden unsägliches Unglück angerichtet habe. Hardens Artikel wären ganz wirkungslos geblieben, wenn nicht ein anderer, ein Mächtigerer gehandelt hätte. Es ist ungerecht und unzulässig, die Folge dieses Eingreifens dieses Mächtigeren dem Schriftsteller Harden aufzuladen. Soll er vier Monate bekommen für das, was in der Adlervilla geschehen ist? Ich bitte das Gericht dringend, die Artikel rein juristisch zu prüfen. Ob es mit der Aktion Harden einverstanden ist oder nicht, hat für das Gericht nichts zu sagen Auch um die Folgen des ersten Prozesses hat sich das Gericht nicht zu kümmern. Justizrat Kleinholz nimmt für Harden den guten Glauben in Anspruch. Nachdem noch Oberstaatsanwalt Isenbiel, und die Justizräte Sello und Kleinbolz einige Ausführungen gemacht haben, wird die Verhandlung auf Don nerstag, 2. Januar, vormittags 10 Uhr vertagt Es erhält dann noch Harden das Schlußwort *Dortmund, 31. Dez. Gestern nachmittag wälz ten sich schwere Wolken, von einem Brande herrüh rend, über den Stadthafen. Die Feuerwehr, welche durch den Melder am Lagerhause alarmiert wurde war in wenigen Minuten zur Stelle. Da es sich augenscheinlich um ein Großfeuer handelte, wurde die Dampfspritze sofort nachbestellt. Die Feuerwehr fand bei ihrem Eintreffen einen großen zweigeschössigen Holzschuppen der Aktiengesellschaft für Feld= und Kleinbahnbedarf vorm. Orenstein u. Koppel, welcher mit wertvollen Maschinen angefüllt war in voller Ausdehnung brennend vor und war das Feuer bereits über den Herd hinausgegangen, indem die um den Schuppen lagernden Hölzer und ein Tei des Zaunes Feuer gefangen hatten. Das Feuer wurde sofort mit zwei Schlauchleitungen bekämpft doch konnte die Feuerwehr es nicht verhindern, daf die Schuppen nach kurzer Zeit zusammenstürzten An der im Schuppen aufbewahrten größeren Anzahl Benzinlampen, welche explodierten, fand das Feuer reichliche Nahrung, woraus auch zu verstehen ist, daß der Schuppen rettungslos verloren ging. Der ganze Inhalt ist unbrauchbar geworden. Zwei Stunder dauerten die Lösch= und Aufräumungsarbeiten de Feuerwehr. Die Ursache des Feuers wurde nich Der Toö korö Kelpins, der am 17. Dezember aus dem Leben schied, lenkt noch einmal die Aufmerksamkeit der ganzen gebildeten Welt auf diesen Größten unter den Phyikern. Geboren 1824 zu Belfast, hat dieser Mann, ein Naturforscher von Gottes Gnaden, wie ihn nicht jedes Jahrhundert zu besitzen das Glück hat, ein Alter von 83 Jahren erreicht. Seine Studien hat er in Cambridge und Paris gemacht und schon im Alter von 22 Jahren die Professur der Physik in Glasgow übernommen. Ueber seine Bedeutung für die Naturforschung Autschluß nachfolgende Worte aus der Adresse Akademie der Wissenschaften an Lord em 50jährigen Jubiläum am 15. Juni nhältreich für die Physik waren die enen 50 Jahre; unter den großen Errunlen treten besonders hervor die Begrünn Ausbildung der mechanischen Wärmetheorie une der gewaltige Ausbau der Elektrizitäissehr witdem großartigen Aufschwung ihrer Auwendunen. An all diesen Erfolgen sind Sie in hervorraan e Maße beteiligt... In hervorragender ane, nd Sie ein Lehrer der heutigen Generalgrben und unter den lebenden Physikern dürft wenige geben, welche Ihnen nicht als Schüler zm größten Danke verpflichtet sind." Dem 2en Publikum wurde Lord Kelvin(mit seine Eonamen Sir William Thomson) bea 1e vxtolreiche Legung des ransalutin Kabels im Jahre 1866, emnace Kabel von Jahre 1858 tte, die transatlantische Anfang und Auf unter den Naturann stand auf dem 7 bekennt von all diesen Gedankengängen und Schlüssen über den Uranfang der Welten: „Alle solche Schlüsse sind gewissen Schranken un terworfen, da wir nicht wissen, in welchem Augenblick eine Erschaffung der Materie oder der Energie den Anfang setzte, über welchen hinaus alle auf Grund der mechanischen Gesetze beruhenden Spekulationen uns nicht führen können. Wenn wir in der reinen Mathematik je geneigt wären, diese Schranken zu vergessen, müßten wir wieder daran erinnert werden durch die Erwägung, daß ein Denken, das ausschließlich auf die Gesetze der Mechanik sich stützt, uns eine Zeit zeigt, in der die Erde unbewohnt sein mußte, und außerdem uns lehrt, daß unsere eigenen Körper gerade so wie alle lebenden Pflanzen und Tiere und alle Fossilien organisierte Formen der Materie sind, für welche die Wissenschaft keinen anderen Grund angeben kann, als den Willen eines Schöpfers, eine Wahrheit, für welche die geologische Geschichte der Erde ein reiches Beweismaterial bietet"(bei Kneller, „Das Christentum und die Vertreter der neueren Naturwissenschaft". Freiburg 1903, S. 25f.). Ein andermal wird ihm die Zweckmäßigkeit in der Natur ein Hinweis auf den Willen des Schöpfers: „Ueberwältigend kräftige Beweise einer weise und gütig waltenden Zweckmäßigkeit umgeben uns überall; und wenn je Schwierigkeiten, seien sie nun metaphysischer oder naturwissenschaftlicher Art, uns für eine Zeitlang sie verkennen lassen, so drängt sie trotzdem mit unwiderstehlicher Gewalt sich uns wieder auf, indem sie uns in der Natur den Einfluß eines freien Willens zeigt und uns lehrt, daß alle lebenden Wesen von einem beständig tätigen Schöpfer und Gesetzgeber abhängen"(a. a. O. 27). Es wird in der nächsten Zeit an Nachrufen für den großen Gelehrten nicht fehlen; ob dabei auch seines theistischen Standpunktes Erwähnung geschieht? Hat sich ja in gar vielen Köpfen das Märlein eingenistet, daß die Naturforschung zum Unglauben, zur Verwerfung eines Gottes und Schöpfers führe. Die seien daran erinnert, daß Lord Kelvins wissenschaftliche Größe lebendiges Zeugnis ablegt von der Vereinbarkeit von Glaube und Wissenschaft. A. K. Roch nicht dagewesen. Humoreske von I. Jobst=Eberswalde. (Nachdruck verboten.) Vor dem Hause des Majors von Scheben hielten die Möbelwagen. Er stand im Begriff, ein längeres Kommando anzutreten und zog mit Kind und Kegel in seine neue Garnison. Was die Kinder aubetraf, so verspürte der Familienvater plötzlich heftige Sehnsucht nach einem großen Käfig, um die ganze übermütige Gesellschaft bis zu ihrer Abfahrt einzusperren. „Da— natürlich!— Hoppla! Zum Donnerweiter noch mal aufgepaßt!" schrie der Major auf, als er den vierjährigen Zwillingen auf der steilen Treppe begegnete. Sie schleppten zwei Küchenlampen, deren man noch bis zuletzt bedurst hatte. Glücklicherweise gelang es ihm, weiteres Unheil zu verhüten, indem er die fallenden Kinder aufsing, während die Lampen den Weg alles Zerbrechlichen gingen.„Wo ist Marie?" „Bei Dickerchen," schrien die Kinder gleichzeitig, während ihre funkelnden Augen nach neuem Raub suchten. Der Major stieg beschleunigten Schrittes die Treppe wieder hinauf und ging in das Kinderzimmer. Dort saß die getreue Kinderfrau, von dem ganzen Tumult unberührt, an dem Babykorb des Jüngsten und bewachte dessen geheiligten Schlaf. So, hier sitzen Sie und kümmern sich um gar nichts. Die Zwillinge können inzwischen sterben und verderben. Lassen Sie doch den Dicken ruhig schlasen und geben Sie lieber auf die andern acht, damit wir sie alle heil in den Zug bekommen." „Der Lütte darf nicht gestört werden, Herr Major. Hat er seinen Schlaf nicht, so brüllt er uns nachher auf der Reise," erwiderte die Alte gekränkt. „Er ist ja hier im Hinterzimmer ganz sicher und ungestört, Marie. Meine Frau wird schon nach ihm sehen. Nehmen Sie jetzt nur die anderen vier und gehen Sie mit diesen in die leeren Vorderstuben. Ich werde Sie dort einschließen und, wenn es Zeit ist, holen." Und wie der Major es gewünscht, so geschah es. Die Kinderfrau wurde mit den heulenden Zwillingen, denen sich noch zwei Geschwister zugesellten, eingeschlossen. Am liebsten hätte Marie in das Konzert ermittelt, doch ist anzunehmen, daß es schon längere Zeit geschwält hatte. Sehr gefährdet war auch das Lager der Hannoverschen Grubenholzindustrie, da die Windrichtung eine sehr ungünstige war. Unsere An tomobildampfspritze, welche zurzeit des Alarmes Probefahrten in der Stadt und Umgebung unternahm, fuhr nach Rückkehr an Wache sofort zur Brandstelle nach, indes brauchte sie nicht mehr in Tätigkeit zu treten. Obwohl das Automobil mit zwei anderen Fahrzeugen zusammen die Brandstelle verließ und zirka vier Minuten am Bahnübergang an der Sedanstraße warten mußte, war es doch noch etwa sechs Minuten früher im Devot als diese. Münster, 31. Dez. Am 19. Augu# 1908 kann Herr Vikar H. Vovad in Damme das däamantene Priesterjubiläum seiern. Ihr goldenes Priesterjubiläum begehen am 29. Mai die Herren Domprobst Dr. M. Parmet in Münster(Pfarrer em. G. Leve von Bösenfell, Anstaltsgeistliscer Dr. N. Scholten in Cleve, Pfarrer M. Gotzes 1 Wachtendonk, Pfarrer I. Ruys in Hassum, Pfarl G. Kuypers in Obermörmter; am 4. Dezember1 Herren Rektor Chr. Bispinck in Kinderhaus, Pfä,der Heinrich Offenberg in Haltern, Privatgeistlr August Greveler in Telgte und Vikar Ignaz Wndorff in Bösensell. *Münster, 31. Dez. Generalvikar Dp. Hartmann ist vom hl. Vater Pius X. dun? Apostolisches Breve vom 20. Dezember zum ipstlichen Hausprälaten und Apostolischen Pustono tar ernannt worden. *Altenhundem, 31. Dez. Der Kreistag Kreises Olve hat als Entschädigung der Grund verbsu Alvon Prinz kosten für den projektierten Eisenbahnba tenhundem-Birkelbach den Betrag 270 000 M. der Staatsregierung bewilligt. Der noch fehlende Betrag von 130 000 M. entfällt auf dem Kreis Wittgenstein. Es besteht jetzt die Hoffnung, daß im nächsten Jahre mit dem Bau begonnen wird. * Bielefeld, 31. Dez. Der Kaiser und Heinrich nehmen an der Beerdigung des Gheimrats Hinzpeter teil. Der Kaiser trifft am Donnerstag Nachmittag um 2 Uhr 15 Minuten ein und reist um 3 Uhr 15 Minuten wieder ab. * Mülheim(Ruhr), 31. Dez. Als gegen Mittag einige Arbeiter aus dem Kanal der städtischen Kläranlage stiegen, begab sich der holländische Arbeiter Pluem nochmals in die Tiefe. Bald darauf erfalgte unten eine Explosion. Ans den Schachtöffnungen schlugen Flammen hervor, die dem Arbeiter Pluem den Tod brachten. Man vermutet, daß irgendwo Benzin in den Kanal gegossen worden ist, das dann an der Unfallstelle in Brand geriet. *Hitdorf, 31. Dez. Die Stadtverordneten beschlossen einstimmig, die Erbauung und Inbetriebsetzung der projektierten normalspurigen elektrischen Geleisbahn Langenfeld—Monheim-Hitdorf(Rhein) dem Rheinisch-Westfälischen Elektrizitätswerk zu Essen zu übertragen. Letzteres wird, de die Vorarbeiten in einigen Wochen beendigt sind, voraussichtlich schon im Monat März mit dem Ban beginnen. * Krefeld, 31. Dez. Der Deutsche Textilarbeiterverband hat beschlossen, den Ausständischen und Ausgesperrten die Unterstützung weiter zu zahlen Vermischtes. Eine Hexengeschichte wird aus Ueckeritz(Usedom) gemeldet. Ein dort seßhafter Fischer hatte ein krankes, etwa ein Jahr altes Kind, das erst an Masern, dann an Lungenentzündung litt. Der Arzt gab keine Hoffnung mehr. Da kam eines Tages ein Schneider und behauptete keck, das Kind wäre vom Tenfel besessen und könnte nicht eher gesunden, bevor dieser ausgetrieben sei. Ein Tischlermeister und eine ältere Witwe bekräftigten diesen Befund, die Eltrn stimmten mit ein, und man beschloß nun, das Kind vom Teufel zu befreien. Der Schneider nahm die große Holzaxt und schlug damit an alle Ecken les Hauses, bis er in Schweiß gebadet die Stube wieler betrat. Während dessen hatte der Tischlermeisser das Kind auf dem Arm herumgeschüttelt und es wit den Worten:„Dei Düwel is woll rut, över ick kann't nich mihr hollen, dei Hex sitt noch upp dat Kinh!", wieder hingelegt. Das Ehepaar und die Witwe beeten inbrünstig während dieser Zeit. Als dies jedoch nicht geholfen hatte, kochte der Schneider einen Hexenbrei und sagte den Eheleuten:„Die erste Persen, welche jetzt die Stube betritt, ist die Hexe!" Kaum daß dies gesagt war, kam auch die Handelsfrau Witwe B., um ihre Waren anzupreisen. In ihr erblickte man nun die Hexe, und nachdem sie gegangen war, nahm man sich vor, sie zu beobachten. Am sellen Abend wurde ihr Haus belagert. Beim Lampnchein sah man sie durch ihr Fenster in einem Büche lesen und ab und zu sprechen. Auf dem Fußboher ag ein schwarzes und ein weißes Schaffell, welchvon den Beobachtern als ein schwarzer Teufel und ne weiße Hexe erkannt wurden. Da nun gar keit weifel mehr war, daß sich die Hexe hier im Hause befand und die Handelsfrau Witwe B. sogar den Hexensegen aus dem Buche las", schlug man ihr simit eingestimmt. War doch ihr„Zuckervatting", wie sie das Jüngste zu nennen pflegte, ihr„lütter Major", unbehütet von ihr, in dem Umzugstrubel allen Gefahren derb zupackender Männerfäuste ausgesetzt Traurig starrte sie vor sich hin, während dle fasch getrösteten Kinder ihre Gesichter an die Glasscheiben drückten, um das Erscheinen eines jeden Möbelstückes mit Jubel zu begrüßen. Jetzt wurden die Männer auf der Treppe wiederum sichtbar, sie trugen eine anscheinend sehr schwere Kiste. Sei es nun, daß die Stufen von dem vergossenen Petroleum glitschig geworden, oder daß der Packer, der den Umzug leitete, einen Fehltritt getan, kurz, die Kiste stürzte die Treppe hinunter und fiel mit ganzer Wucht auf den hilflos Daliegenden. Man hob den Verletzten auf und bettete ihn auf eine eilig herbeigeholte Matratze— das eine Bein schien gebrochen. Als der herbeigerufene Krankenwagen den so unentbehrlichen Mann eine halbe Stunde später davonführte, sah ihm der Major verzweifelt nach, denn er mußte nun wohl oder übel die Träger die Sachen allein verpacken lassen. Um Mittag sollten die Möbel auf der Bahn sein, es war also keine Zeit zu verlieren, im Gegenteil, es galt, mit verdoppelter Kraft die versäumte Zeit einzuholen. Endlich war das eine Ungetüm ziemlich gefüllt, man brachte nur noch einige Sachen herbei, um die Lücke auszufüllen. „Hurra! Dickerchen wird verladen!" brüllten auf einmal die Kinder am Fenster. Dieses Geschrei konnte Tote auferwecken, um wieviel mehr eine grollende Kinderfrau. Zudem war es ihr Stichwort. Sie stürzte ans Fenster, von dort an die Tür, wo sie verzweifelt am Schloß rüttelte, und dann wieder an das Fenster zurück, das sie nunmehr weit aufriß, um nur noch zu sehen, wie gerade der Korb im Wageninnern verschwand. Die Verzweiflung machte Marie zur Heldin, sie wagte den Sprung in den Garten, und die weiche Erde bewahrte sie vor ernlichem Schaden. Wie eine gereizte Löwin stürzte sie auf den Wagen und entriß unter einem Schwall zorniger Worte den Männern ihren Raub. Dem allgemeinen Gelächter vermochte sie keinen Geschmack abzugewinnen, und als sogar die herzlosen Eltern in die stürmische Heiterkeit mit einstimmten, brach sie in heitiges Weinen aus. Türfüllungen ein. Jedoch auch das letzte Mittel hat nicht gebolfen, denn das Kind starb. Die„Hexenverfolger" aber sehen, da sie eruiert wurden, ihrer Bestrafung entgegen. Der Truppenübungsplatz für das 11. Armeekorps. Die genehmigte Anlage des Truppenübungsplatzes für das elfte Armeekorps bei Ohrdruf hat für die zwischen Gotha und Arnstadt gelegenen Ortschaften die angenehme Folge, daß der schon seit Jahren gehegte Wunsch einer Eisenbahnverbindung mit diesen Städten endlich in Erfüllung gehen wird. Die Stadt, bzw. Ortsverwaltungen der in Frage kommenden Gemeinden haben sich bereit erklärt, die Kosten der Vorarbeiten tragen zu wollen. Infolgedessen ist die Zentralverwaltung der süddeuschen Eisenbahngesellschaft mit der Anfertigung der ersorderlichen Aufnahmen und sonstigen Vorarbeiten beauftragt worden. — Die Schwarmgeisterei in Hessen. Der Führer jener religlösen Schwärmerei, die im letzten Frühahr und Sommer in ganz Hessen und auch in den angrenzenden waldeckischen und thüringischen Gebieten ungemeine Aufregung unter der kirchlich gesinnten Bevölkerung wachrief, der Prediger Heinrich Dallmeyer, der auch,„um sich eines göttlichen Auftrages zu entledigen", eine Broschüre über jene Bewegung schrieb und dieselbe verteidigte, er läßt jetzt eine„öfsentliche Erklärung", in der es heißt, daß jene Bewegung, von Los Angelos in Kalifornien ausgehend, über Norwegen in Hessen eingeschleppt worden sei. Der„Los Angelos=Geist", heißt es in der Broschüre weiter, sei ein Lügengeist, vor dem man ernstlich warnen müsse. Er(Dallmeyer) sei schuldig, sich darüber zu beugen, daß er dem Zungenrednergeist gegenüber nicht von vornherein die rechte Wachsamkeit besessen und ihn nicht nach 1. Joh. 4. 1 geprüft habe. Nachdem er selbst durch Beugung vor Gott diesem Lügengeist entsagt, bitte er alle Seeben, sich dem Einfluß jenes Geistes gänzlich zu entziehen.— Er gebe diese Erklärung ohne menschliche Beeinflussung, gewissenshalber ab, schließt Dallmeyer seine Erklärung, und ziehe auch die von ihm in jener Sache verfaßten Schriften zurück. Sollte jedoch seine Erklärung nicht hinreichen, die verirrten Seelen wieder auf den richtigen Weg zurückzuführen, so werde er der„Los Angelos=Bewegung" durch eine weltere öffentliche Erklärung so völlig die Maske abnehmen, daß sie ihre Verführungskünste nicht weiter fortsetzen könne. * Die Pest im Jahre 1907. Die Hoffnungen, die man am Ende des Jahres 1906 hatte, daß sich die Todesfälle infolge der Pest in Indien verringern und daß diese Krankheit überhaupt zurückgehen würde, haben sich unglücklicherweise nicht erfüllt. Wenn wir einer Uebersicht in„Lancet" solgen, so waren bis Ende Oktober 1907, d. h. während eines Zeitraumes von zehn Monaten, allein in Indien 1100 000 Todesfälle an der Pest zu verzeichnen, während es sich im Jahre vorher in dem gleichen Zeitraume nur um 380000 handelte. Der Hauptsitz dieser verheerenden Volksseuche ist immer noch das Pandschab(Punjab), dann kommen die vereinigten Provinzen Agra und Oudh und schließlich Bombay, während die Präsidentschaft Madras, sowie das östliche Bengalen und Assam mit Belüdschistan verhältnismäßig gesund sind. Als Vorbeugungsmaßregeln kennt man neben der Vernichtung der Ratten die Desinfektion der Häuser und Städte, die sorgfältige Ueberwachung der Reisenden, Absonderung der Kranken und die Impfung. Als großer Vorteil wird es bezeichnet, daß der bekannte Pestforscher Haffkine, der zuerst die Impfung gegen die Pest erfunden hat, wieder eine leitende Stellung in bezug auf die gesundheitlichen Verhältnisse in Indien eingenommen hat. Von hier ist die Pest nach dem weiteren Osten, hauptfächlich nach Asghanistan, durch Reisende verschleppt worden und gleichzeitig auch nach verschiedenen Häfen am persischen Golf. Auf den Bahrein-Inseln brach eine schwere Epidemie im Frühling 1907 aus und raffte 2000 Menschen dahin. China und Fapan blieben ziemlich verschont mil Ausnahme von Formosa wo ebenfalls in der ersten Hälfte des Jahres 2000 Personen starben. Von den Philippinen ist sie setzt fast ganz verschwunden. Nach Australien wurde sie verschleppt indes kamen nur vereinzelte Fälle in Frage, namentlich in Sidney, wo man erkrankte Ratten aufsand. in Queensland, Adelaida, Chrisichurch und dann in Aukland. Auch auf den Haspai=Insern, namentlich in Honolulu, traten Fälle auf. Große Besorgnis erregte der Ausbruch der Pest in Amerika, und zwar in St. Franzisko, von August bis Mitte September. Indes blieb es bei 96 Erkrankungsfällen, von denen zirka Zweidrittel starben Natürlich wurde sic von hier verschleppt:„in Südamerika zeigte sie sich in einer großen Reihe von Orten, in Brasilsen. Chile, Paraguai, Argentinien Peru, Urugual.— In Afrika sind in der Hauptsache Epidemien zu berichten von der Insel Manritius, die seit den letzten nenn Jahren diese Krankheil nicht los geworden ist. Besonders aber war Aegypten mitgenommen, denn hier konnte man Ende Oktober 1200 Fälle seststellen, wovon 140 auf Alexandrien kamen.— Kn der Türkei, im asiatischen Rußland und in Europa handelt es sich nur um einzelne verschleppte Fälle.— Was Deutsch land anbetrifft, so hatte man in Hamburg zweimal bei Schiffen die aus Brasilien kamen Verdacht wegen der großen Sterblichkeit der Schiffsratten. Infolge der getroffenen Vorsichtsmaßregeln blieben wir aber von wirklichen Pestfällen verschont. Das gleiche gilt von England zu sagen, trotzdem hier durch die vielen ankommenden Schiffe aus den verseuchten Gegenden Gelegenheit zur Uebertragung genug vorhanden war. Nur in Glasgow konnte man 3 bis 4 sichere Fälle feststellen. Wir werden nicht fehlgehen, wenn wir diese für Europa sehr günstigen Resultate doch wohl auf die strenge Durchführung der Vorsichtsmaßregeln seitens der Regierungen und für Deutschland besonders auf das Seuchengesetz zurückzuführen haben. dem Kreise Hattingen. Hattingen, 2. Jan. Der Himmel im Januar. Die Sonne tritt am 21. Januar, 11 Uhr vormittags in das Zeichen des Wassermanns. In der Nacht vom 3. zum 4. Januar findet eine totale Sonnenfinsternis statt; sie beginnt 8 Uhr 8 Minuten abends am 3. Januar und endet am 4. Januar, 1 Uhr 23 Minuten nachts, ist also bei uns nicht sichtbar; die totale Verfinsterung ist auf dem Festlande überhaupt nicht zu sehen.— Der Mond: Am 3. Januar, 10 Uhr 37 Minuten abends Neumond; am 10. Januar, 2 Uhr 47 Minuten nachmittags erstes Viertel; am 18. Januar, 2 Uhr 31 Minuten nachmittaas Vollmond; am 26. Januar, 3 Uhr 55 Minuten nachmittags letztes Viertel.— Die Planeten: Merkur ist unsichtbar.— Venus ist anfangs 1½, zuletzt 2½ Stunden als Abendstern im Südwesten sichtbar.— Mars steht in der Abenddämmerung hoch am Himmel und ist anfangs 5½, Ende des Monats etwa 5 Stunden am westlichen Himmel zu sehen.— Jupiter kommt am 20. des Monats in Opposition mit der Sonne und glänzt von Mitte des Monats an die ganze Nacht hindurch am Himmel.— Saturn steht Mitte des Monats bei Sonnenuntergang im Meridian und ist anfangs 5¼, zuletzt nur noch 3 Stunden des Abends am westlichen Himmel zu sehen.— Bauernregeln: Tanzen im Jannar die Mucken, muß der Bauer nach dem Futter gucken.— Ist der Januar hell und weiß, wird der Sommer sicher heiß. — Viel Regen, wenig Schnee, tut Frucht und Bäumen weh.— An Fabian und Sebastian(20.) soll der Saft in die Bäume gahn.— Das Wetter im Januar nach dem 100jährigen Kalender: Bis zum 11. kalt, vom 12. bis 18. trüb und gelind: den 19. kalt, danach hell und kalt bis zum 24., den 26. Regen, den 27. Guß, den 28. bis 31, still. „!" Prosit Neujahr! so schallt es am ersten Tage des Jahres von Mund zu Munde. Nach alter Väter Art fängt man das neue Jahr wachend an, mancher stellt sich auf einen Stuhl und springt in das neue Jahr. Mancherorts ertönt Glockengeläute von den Türmen, oder die Stadtmusik spielt einen Choral über die in feierlicher Stille liegende Stadt. In manchen Gegenden wird das Neujahr mit Gewehrschüssen„angeschossen" oder mit Peitschenknallen„eingeknallt", oder vom Nachtwächter„augetutet". In Holland ist es Sitte. den ganzen Neujahrstag über zu Fuß oder zu Wagen Gratulationen abzustatten. In den Familien wird an diesem Tage jeder Gast überall mit Herzlichkeit empfangen, und nirgends dars man sortgehen, ohne etwas von den vielen bereitgehaltenen Leckereien und Süßigkeiten genossen zu haben. Beliebt waren Neujahrsgeschenke schon bei den Römern, von denen sie sich auf die Italiener und Franzosen vererbt haben. Sie gehörten zu den Vorrechten der Patrizier, jeder Klient war seinem Patron gegenüber dazu verpflichtet. * Elektrische Staatsbahn. Wie man erfährt, ist die elektrische Inbetriebnahme der Strecke Österfeld-Borbeck- Heißen—Rüttenscheid Steele= Süd Dahlhausen—Hattingen auf den 1. Mai 1908 festgesetzt. Die Arbeiten dazu sind in vollem Gange. * Abkommen von Zechen mit Kommunen. Verschiedentlich haben Zechen im rheinisch-westfälischen Industriegebiete mit den Kommunalverwaltungen besondere Steuerabkommen getroffen. Es geschieht dies sowohl im Interesse der Gemeinden wie der Zechen; um erhebliche Schwankungen im Etat bezw. im Abschlusse, wie sie eine jährliche Steuerfestsetzung mit sich bringt, zu vermeiden.— Neuerdings hat die Stadt Herne mit der Gewerkschaft„Constantin der Große“ ein Steuerabkommen genehmigt. Hiernach zahlt die Gewerkschaft für die Jahre 1908 bis 1912, anstelle der Gemeindesteuern für Einkommen und Gewerbe, der Stadt Herne jährlich 70 000 M. Die gewöhnlichen Zuschläge zur Grund= und Gebäudesteuer sind dabei nicht mit einbegriffen. Wenn die Kirchen, steuer auf den Gemeindeetat übernommen werden sollte. hat die Gewerkschaft weitere 165 M. zu zahlen. Falls eine Ermäßigung der Gewerbestener eintritt, soll der Satz von 70000 M. entsprechend verringert werden. Bisher zahlte die Gewerkschaft jährlich 63 000 M Ein schönes Stück Kunstschmiedearbeit stellt die bei der Wirtschaft H. Kellermann angebrachte große Laterne dar. Dieselbe wurde angefertigt in der Werkstatt des Herrn Bernh. Schlief. Die im modernen Stil ausgeführte Arbeit mit ihren Verzierungen an Blättern usw. sind Erzeugnisse der Handarbeit und machen ihrem Verfertiger alle Ehre „Na, na, Marie ihrem Zuckervalting ist ja doch nichts geschehen“ tröstete der Major.„Nehmen Sie ihn mit und bewachen Sieüihn gut, bis wir abfahren.“ Unter strömenden Tränen trug die Kinderfran ihren„lütten Major“ wieder ins Haus zurück. Daß die ihr anvertrauten vier anderen Kinder inzwischen zum Entsetzen der Eltern halsbrecherische Kletterversuche am offenen Fenster anstellten, kümmerte sie wenig. „Es ist am besten, ich gehe mit der Bande schon nach dem Bahnhof voraus,“ erklärte nach diesem Zwischenfall der Major.„In einer halben Stunde sind die Wagen ja ohnehin da; der eine kann dann alles Gepäck aufnehmen. Frau Schulz wollte uns doch noch auf dem Bahnhof Lebewohl sagen, die hole ich dabei gleich ab, dann ist die kleine Bande versorgt.“ „Das ist ein guter Gedanke von Dir, Karl," antwortete Frau von Scheben zerstreut; denn sie überlegte gerade sorgenvoll, was in der halben Stunde noch geschafft werden mußte. Als dann die kleine Karawane, selig dem Neuen entgegensehend, abgezogen war, stürzte sich die abgehetzte Frau auf einen Koffer, der das Notwendigste an Kindergarderobe enthielt, und stopfte noch die letzten Sachen hinein. Mittlerweile war Dickerchen auch wach geworden und verlangte nach seiner Nahrung, die ihm die Mutter durchaus nicht mit der sonstigen Hingabe reichte, vielmehr überließ sie dies der unpraktischen Marie, die dabei war, unter ihrer Anleitung eine weitbauchige Reisetasche mit Babysachen zu füllen. Inzwischen konnten die Männer draußen packen, was und wie ihnen gut dünkte. Ammer herein in die gute Stube!" sang der eine und schob das Letzte mit Hilse der anderen noch in den Wagen. Die Flügel der Türen schlossen sich, und als Frau von Scheben in größter Eile mit Marie und dem Kinde in die Droschke stieg, sah sie noch, wie die Pferbe vor die Möbelwagen gespannt wurden. Bald darauf setzten sich die großen Kasten in Bewegung und fuhren ächzend und knarrend dem Bahnhof zu. Traurig sah ihnen der Posten nach: denn ann hatte öie kurzweilige Sache ein Ende, und in das Haus des Majors, wo sonst nur lustiges Leben geherrschi hatte, war öde Langeweile eingezogen. Still und friedlich lag die Straße da. als mit einem Mal von weitem taktmäßiger Schritt vernehmbar wurde. Unter Führung eines Hauptmanns erschien die Kompagnie, die die Fahne aus der Wohnung des Bataillonskommandeurs abholen wollte Kommandoworie ertönten, der Fahnenträger trat vor und marschierte, begleitet von zwei Unterofsizieren, in das Haus. Wie aus Erz gegossen standen die Mannschaften, das Ehrenzeichen des Bataillons erwartend./ Doch was nicht kam— war die Fahne Das Unfaßliche wurde Ereignis. Der Fahnenträger erschlen nach längerer Zeit mit ratlosem, erschrecktem Gesicht und machte dem Hauptmann seine Meldung. Dann ging es marsch marsch von dannen und dem Bahnhof zu. Schweißbedeckt langte man am Ziel an. Friedlich standen sie dort nebeneinander, die mächtigen Wagen, deren einer das geheiligte Panier in seinem unwürdigen Innern barg. Einige hastige Worte der Ausklärung an das Personal, und die noch nicht plom bierten Türen wurden aufgerissen, der Inhalt an das Tageslicht gezerrt, sich rücksichtslos, ungeachtet aller Einwendungen der Beamten, sein Recht Endlich war die so schmerzlich Vermißte gefunden. Der Fahnenträger zoa die tief unten im Wagen steckende Fahne heraus, die Truppen prasentierten, und der Hauptmann zoa mit dem mühselig erkämpften Ehrenzeichen des Bataillons seines Weges, ohne sich weiter um die Möbel, Kisten und Kasten zu bekümmern, die im wüsten Durcheinander auf dem Bahnhof der sorglich packenden Hand entbehrten. Das stand nicht in seiner Instruktion, er hatte sa nur die Order, die Fahne aus dem Hause des früberen Bataillonskommandeurs abzuholen, um sie ihrem neuen Bestimmungsort zuzuführen. Um diesen Befehl auszuführen, hatte er noch ganz andere Hindernisse genommen, als einen vollgepackten Möbelwagen. Weihnachtsfeier des Gesangvereins„Constantia" am Sonntag Abend bei Herrn A. Meyer den Mitgliedern und Ehrenmitgliedern mit ihren Familienangehörigen sehr gut besucht. Der große Saal war bis zum letzten Platz gefüllt. Um den festlich geschmückten strahlenden Weihnachtsbaum hatte sich eine fröhliche Kinderschar gesamNach gemeinschaftlichen Gesängen sprach Frl. Klara Kusters in schöner im ganzen Saal verständlicher Weise einen dem Feste angepaßten Prolog. Den Glanzpunkt des Abends bildete das reizende Weihnachtsspiel„Prinzeß Grete" oder„Das Christkinen der Köhlerhütte". Wie ungezwungen bewegten sich die Gnomen bei ihrem Treiben, wie klar verständlich in Aussprache und Mimik war Knecht Ruprecht und die arme Grete, mit welcher Bravour sie ihre Rolle. Nicht zu vergessen sind die Elfen, die sich so anmutig gaben, wie es ihre Rolle verlangte. Die gütige Fee Tanning, welche dem Geschick der Waise eine so schöne Wendung gab, konnte auch ihre Rolle nicht besser fassen, wie sie dieselbe zur Geltung brachte. Die tiefgebeugte Königin fand in der Besetzung der Rolle eine über jede Kritik erhabene Wiedergabe. Nicht zu vergessen ist der Tanz der Gnomen und Elfen, der in bester Weise gelang. Einen würdigen Abschluß fand die Bühnendarstellung in dem lebenden Bild. Welch eine Fülle von Arbeit muß es den Leitern gemacht haben, so Vollkommenes zu bieten und ihrer mußte man gedenken, läßt man an seinem geistigen Auge vorüberziehen, was hier geboten wurde. Es folgte dann noch eine Verlosung. Und so fand das schöne Fest sein Ende an dem Alt und Jung noch ost freudig zurückdenkt. Aus Bochum und Umgegend. *Die Polizei im Knappschaftsverein. Unsere in der letzten Ausgabe des vorigen Jahres zum Ausdruck gebrachte Auffassung wird auch von anderen Blättern vollkommen geteilt. So schreibl z. B. die „Köln. Zig.": „Nach preußischem Gesetz, das als Verordnung über die Verhütung eines die gesetzliche Freiheit und Ordnung gefährdenden Mißbrauchs des Vereins- und Versammlungsrechts 1850 erlassen worden ist, sind alle Versammlungen, in denen öffentliche Angelegenheiten erörtert und beraten werden sollen, 24 Stunden vor Beginn der Versammlung unter Angabe des Ortes und der Zeit bei der Ortspolizeibehörde gegen Bescheinigung der Anzeige anzumelden; Versammlung im Sinne des Polizeirechts aber ist nach Seydel jedes räumliche Zusammensein mehrerer Personen, in der Absicht, einen gemeinsamen Zweck als Gemeinschaft zu verfolgen. Ferner ist die Polizeibehörde befugt, in jede solche Versammlung zwei Abgeordnete zu senden, denen auf Erfordern Auskunft über die Personen der Redner zu erteilen ist. Endlich hat die Polizeibehörde in der Person des Ueberwachungsbeamten das Recht der Auflösung, allerdings nur unter drei Bedingungen: wenn nämlich entweder die Anzeigebescheinigung nicht vorgelegt werden kann, oder wenn in der Versammlung Anträge oder Vorschläge erörtert werden, die eine Aufforderung oder Anreizung zu ungesetzlichen Handlungen enthalten, oder wenn in der Versammlung Bewaffnete erscheinen, die der Aufforderung des Beamten entgegen nicht entfernt werden. Auf dieser Grundlage der Bestimmungen des geltenden Rechtes ergibt sich für den vorliegenden Fall folgendes: Die Polizei war beinal— aber auch nur befugt, nichtverpflichtet— die Versammlung überwachen zu lassen, und die Versammlung mußte sich die Anwesenheit des Polizeiwachtmeisters gefallen lassen; die Ausweisung des Beamten durch den Vorsitzenden unter Berufung auf den nichtöffentlichen Charakter der Versammlung und die Anwendung des Hausrechts ist sonach anfechtbar. War es also eine Verkennung der Rechtslage, von einer ungesetzlichen Ueberwachung zu reden, so war es eine noch schlimmere Verkennung derselben, wenn der Beamte erklärte:„Wenn das so weiter geht, mache ich von meiner Pflicht Gebrauch und löse die Versammlung auf." Davon konnte überhaupt nicht die Rede sein, denn von den Tatbestandsmerkmalen, die eine Auflösung rechtfertigen, lag auch nicht ein einziges vor; die höhnischen Zurufe, die den Polizisten gereizt haben könnten, begründen noch lange nicht das Recht der Auflösung. Das hat der Beamte wohl hinterher auch eingesehen, denn er verwirklichte seine Drohung nicht, sondern blieb ruhig in der Versammlung sitzen. Wenn seine Auflösungsankündigung allgemeiner Heiterkeit begegnete, so hat er sich das selbst zuzuschreiben, oder es hat die Behörde, die ihn so mangelhaft instruierte, den Mißerfolg auf ihre Kappe zu nehmen." Auf beiden Seiten ist nach Ansicht der„Köln. Ztg.“ gefehlt worden. Interessant ist der Umstand, daß selbst ein Geheimer Regierungsrat sich beim preußischen Vereinsgesetz nicht auskennt und für ein schreiendes Unrecht ansteht, was nach dem geltenden Gesetz einfach erlaubt ist. Es sind schon schlimmere Verstöße erfolgt, dennoch hat das Gesetz sich mehr als fünfzig Jahre unverändert behaupten können, nicht zuletzt deshalb, weil es verschiedentlich gehandhabt worden ist. Aehnlich haben sich auch andere Blätter geäußert. Wie übrigens ein Blatt von„zuständiger Seite" erfährt, ist der zur Generalversammlung am Samstag entsandte Beamte nicht infolge der Beschwerde an den Regierungspräsidenten sondern auf mündliche Vorstellungen im Rathause zurückgezogen worden. Das Eden=Theater bringt steis eine Fülle der schönsten kinematographischen Vorführungen und erfreut sich infolgedessen unausgesetzt eines regen Besuches. Das Angenehme in diesem Theater ist die peinliche Ordnung, auch im Zuschauuraum welche es ermöglicht daß ohne Gedränge ein jeder seinen Teil zu sehen bekommt Man überzeuge sich durch einen Besuch von der Vielseitigkeit der Programme Standesamt Hattingen. Vom 1. bis 15. Dezember 1907. Geburten. Sohn: Fabrikarbeiter Wilhelm willing. Metzger Emil Rosenkranz. Maurer ernhard Küpper. Bergmann Franz Vahrenhold. Schmied Heinrich Hommerich. Telegraphenarbeiter Hugo Granes. Eisenbahnschaffer Heinrich Granes. Obermaschinist Peter Arnold. Fabrikarbeiter Rudolf Wallach Tochter: Inv. Aug. Siepmann. Hütten Fuhrmann Ludwig Freisewinkel. Eheschließungen: Hüttenarbeiter Johann Niedbala und Witwe Susanna Lehmann geb. Guisdalka, beide Hattingen. Wirt Gustav Garthmann, Weitmar und Auguste Deutz, Hattingen. Polizei sergeant Friedrich Fänger, Remscheid und Anna Schiffer, Duisburg. Uhrmacher Rudolf Winzen und Haushälterin Helene Backhaus, beide Hattingen. Sterbefälle: Erich Doring, Hattingen. Klementine Schöer, Hattingen. Hans Cremer, Hattingen. Heinrich Becker, Hattingen. Erich Wenner, Hattingen. Walter Bergmann, Hattingen. Stanöesamt hinöen-Dahlhausen vom 10. bis 20. Dez. 1907. Geburten: Franz Ludwig, Sohn des Wirts Ovdwig Mersmöller, Dahlhausen. Helene Martha manns Gustav Karmann, Linden. Toni Charlotte des Leitungsaufsehers Friedrich Lübbert er Sohn des Bergmanns Johann Wyznj, . Tochter des Koksarbeiters Thomas Pawlak, Dahlhausen. Hugo, Sohn des germeisters Hugo Mönninghoff, Linden. Erich, ohn des Fabrikschlossers Heinrich Meyer, Dahlhausen. Diu. Tochter des Stallknechts Franz u n. Anna Katharina, Tochter d. enrich hiuerssr Szwaiczyk, Dahlhausen. Heinrich August Rudolf, Sohn des Maurers Rudolf Ruhrig, Dahlhausen. Fritz Wilhelm August, Sohn des Holzmeisters Aug. Knust, Dahlhaufen. Hermann, Sohn des Schneidermeisters Albert Sahm, Dahlhausen. Alois Auaust. Sohn des Bergmanns Wilh. Hedwig, Tochter des Zechenschmieds Heinrich Sievering, Linden. Gustav Friedrich, Sohn des Bergmanns Friedrich Herberg, Wilhelm, Sohn des Bergmanns Wilhelm Dahlmann. Dahlhausen, Josef Anton, es Bergmanns Josef Gionghi, Linden. Wilhelmine Johanna, Tochter des Bergmanns Josef Scheerer, Linden. Hedwig Johanna, Tochter des Bergmanns Josef Gottschalk, Linden. Gustav, Sohn Dahlhausen. Wilhelm Friedrich, Sohn des Bergmanns Wilhelm Linden. Anton Konrad, Sohn des Fabrikarbeiters Josef Pakowski, Dahlhausen. ufgebote: Zahnarzt Bernhard Weckmann, Wattenscheid und Luise Grüter, Dahlhausen. Kaufmann Ernst Manno, Mülheim a. d. Ruhr und Katharina Grüter, Dahlhausen. Steiger Heinrich Rottmann, Eickel und Emma Quabeck, Dahlhausen. Bergmann August Lünser, Linden und Emilie Winkelmann, Linden. Bergmann Thomas Karolewski und Hedwig Pietralczyk, beide Linden. Zechenschmied Theodor Ludwig und Pauline Mohr geb. Opterbeck, beide Linden. Bergmann Paul Schreer, Linden und Emma Berges, Gelsenkirchen. Eheschließungen: Bandwirkermeister Wilh. Markmann, Langenberg und Emma Meischein, Linden. Bergmann Heinrich Greese und Dienstmädchen Selma Severin, beide Linden. Bergmann H. Zölzer und Näherin Johanna Hösken, beide Linden. Bergwann Felix Perski und Dienstmädchen Ida Thorbrügge, beide Dahlhausen. Schlosser Karl Paßmann und Anna Käuler, beide Linden. Bergm. Wilhelm Reins und Auguste Strätling, beide LinBergmann Christian genannt Gustav Wagner, Dahlhausen und Martha Bachmann, Bochum. Bergmann August Boos, Dahlhausen und Maria genannt Lina Dahlmann, Stiepel. Sterbefälle: Jakob Rech, 10 Monate, Dahlhausen. Agnes Stemmler, 23 Tage, Linden. Erich Sommer, 2 Monate, Dahlhausen. Heinrich Gräf, 4 Monate, Linden. Invalide Anton Dowe, 64 Jahre, Dahlhausen. Ehefrau Rosalie Kurz geb. Sauter, 45 Jahre, Linden. Letzte Drahtnachrichten. Personalien. * Berlin, 31. Dez. Der„Reichsanzeiger" schreibt: Dem Präsidenten des Oberverwaltungsgerichtes Beters, wurde die nachgesuchte Entlassung aus dem Staatsdienste mit Pension unter Verleihung des Charakters Wirkl. Geh. Rat und Prädikat Exzellenz erteilt. Der Präsident der Hauptverwaltung der Staatsschulden v. Bitter wurde zum Präsidenten des Oberverwaltungsgerichts, Unterstaatssekretär des Ministeriums des Innern v. Bischoffshausen zum Präsidenten der Hauptverwaltung der Staatsschulden, Regierungspräsident Haltz=Oppeln zum Unterstaatssekretär des Ministeriums des Innern und zum Wirkl. Geh. Oberregierungsrat mit dem Range des Rats 1. Kl. ernannt. Zur Ermordung des Majors v. Schönbeck. * Allenstein, 31. Dez. Angesichts des vom Kriegsgericht der 87. Devision gesammelten Beweismaterials legte der unter dem Verdacht der Erschießung des Majors v. Schönbeck verhaftete Hauptmann v. Göben heute ein umfassendes Geständnis ab. * Allenstein, 91. Dez. Die Frau des ermordeten Majors v. Schönbeck ist unter dem dringenden Verdachte der Anstiftung zum Morde verhafte worden. Explosion in einem Börsengebäus. * Rom, 31. Dez. In dem wegen der Ultimoliquidation sehr besuchten Börsengebäude erfolgte heute nachmittag eine heftige Explosion. Die Glasdecke des Hauptsaales wurde zertrümmert. Von den herabstürzenden Trümmern wurden 12 Personen mehr oder weniger schwer verletzt. * Rom, 31. Dez. Die Explosion im Börsengebäude hat sich als eine Gasexplosion herausgestellt. Das Glasdach des Nebensaales und die Haupthalle wurden zertrümert. Die Türen wurden herausgerissen Eine Ecke des Saales droht einzustürzen. Die Feuerwehr sowie zahlreiche Soldaten sind mit den Aufräumungsarbetten beschäftigt. Von 18 Verwundeten sind zwei schwer verletzt. Die Abrechnungszimmer sind unversehrt geblieben und wurden die Wertstücke nicht beschädigt. Krawall ausländischer Arbeiter. * Hannover, 30. Dez. Am Sonntag gerieten in der Viktoriastraße zwei ausländische Arbeiter in Streit, wobei der eine durch 12 Messerstiche verletzt wurde. Auf das Hilfegeschrei eilte ein Schutzmann herbei, dem es gelang, den in das Haus geflüchteten Uebeltäter festzunehmen. Am dem Wege nach dem Polizeibureau traten mehrer andere ausländische Arbeiter in der Ahlemerstraße an den Schutzmann heran und versuchten den Gefangenen zu befreien. Einer versetzte dem Schutzmann einen Messerstich, der jedoch an der Helmschiene abprallte. Hierauf zog der Schutzmann blank. Ein zweiter kam ihm zu Hilse, dabei wurde ein Arbeiter ziemlich schwer verwundet. Ein Arbeiter wurde in Haft genommen, die übrigen, die ebenfalls Verwundungen davontrugen, wurden ins Krankenhaus g bracht. Ein Schutzmann erhielt bei der Festnahr noch verschiedene Messerstiche in den linken arm. Aufregende Gerichtsszene. * Breslau. 31. Dez. Vor dem hiesigen Schöf gericht 1 wurden gestern zwei Arbeiter,( Weber zu je 9 Monaten Gefängnis verurte der Verurteilung stürzte sichH Siaatsanwalt und würe In der folgenden allgemeinen Au Weber. Durch energisches erwältigt und Weber Kauerraum verfolgt men 260t Fellitin (Präserv. Ochsengalle) bestes Mittel gegen Frostbeulen und ausgebr. Frost. Zu haben in der Contral-Drogerie Otto Sioss, Haltlogen. Kauft Eure Weine u. Liköre nur im Spezialgeschäft von Rob. Nordhofff. Sie allein Weinhandlung. Gegr. 188.. Geschäftsprinzip: Reiner Traubensatt. haben den Schaden davon, wenn Sie statt des echten Käthreiners Malzkaffee irgend eine minderwertige Nachahmung mit nach Hause nehmen. Der echte„Kathreiner? hat den würzigsten, kaffeeähnlichsten Wohlgeschmack. Achten Sie deshalb beim Einkaufe genau auf die Kennzeichen des echten Kathreiners Malzkaffee! Diese sind: 1. Das geschlossene Paket in der bekannten Ausstattung mit Bild u. Namen d. Pfarrers Kneipp. 2. 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