Dolks=Zeitung fusgabe A für den rheinisch=westfälischen Industriebezirk 63. Jahrgang Bochumer Volkszeitung für den rheiniscn=westfälischen Industriebezirk Fortes in fide! Westfälische Volks-Seitung Bochumer Stadtanzeiger Ronaisbezugspreis einschl. Zustellgedüdr für Ausgabe AP IN Leschaftsstellen: Bochum, Mühlenstraße 12=16, Fernruf 647 46. R 1.10, für Ausgaben Bund Can s.—. mn T BSSZMckons Torimund 6146; Hattingen, Badndofstraßze 12 der Lieferung rechtfertigt keinen Anspruch auf Rückzahlung des— 8 pezugbrreises, ungeigenpreiset Gefamtauflage 6 ste., aus- herhunden mit den Bezirksausgaben B und C für Ellen=Steele=Hattingen und Wattenschein neber Str. 4. Gernr. 204 38, Postscheckkonto Tortmund 198 80; ade A 6 Pig., Ausgabe B 9½ Pla Ausgade C P., Tep e anzeigen: nusgade A 40 Hig., Ausgaben Bn.C us big se nn Geschäftsstelle und Redaktion: Bochum, Mühlenstratze[2-14/ Fernruf 64746-64748 Druck und Verlaa: Märkische Vereinsdruckerei, Bochum Nr. 157 Mittwoch, den 11. Juli(Pius l.) 1934 Reichstag für Freitag einberufen Vor einer Erklärung der Reichsregierung TNB Berlin. 10. Juli. Der Reichstag ist für Freitaa, den 18. Juli, 20 Uhr, einberufen worden. Als einziger Punkt steht auf der Tagesordnung die Entgegennahme einer Erklärung der Reichsregierung. * Die am Freitagabend stattfindende Reichstagssitzung ist die dritte Sitzung des jetzigen Reichstages. Der Reichstag ist am 12. November 1933 gleichzeitig mit der Durchführung der Volksabstimmung über den von der Reichsregierung vollzogenen Austritt aus dem Völkerbund gewählt worden. Er besteht aus 661 Abgeordneten, von denen 639 Mitglieder der N3DAP. und 22 Gaste sind, die aber sämtlich in der nationalsozialistischen Reichstagsfraktion zusammen= geschlossen sind. Die erste Sitzung des neu gewahlten Reichstages sand am 12. Dezember statt. Sie war nur sehr kurz und diente lediglich der Konstituierung. Die zweite Unerhörte deutschfeindliche Hetzrede in Prag Vor Mitaliedern der Regierung und vor dem diplomatischen Korpo— Scharfer deutscher Protest DNB Prag. 10. Juli. Beim Abschluß des Festzuges anläßlich der internationalen Arbeiterolumpiade in Prag hat der tschechische sozialdemokratische Abgeord nete Humelhano. einer der Führer der marxisti= schen Turn= und Sportverbände, vor Mitglieder der Prager Regierung, des diplomatischen Korpe, den Ver tretern der Generalität und der Präsidentschaftskanz= lei sowie vor tausenden von Zuhorern eine Rede ge= halten, die wohl den Gipfel aller bisher dagewelenen deutschfeindlichen Hetzereien darstellt. Nach schwersten Feleidigungen des Reichskanzlers und seiner Mitar beiter hat Humelhang wörtlich gesagt:„Es ist hochste 3e; daß der Reichshanzler und seine Leute beseitigt werden, um die Volkskultur zu retten“ Liese Beleidigungen und die direkte Aufforderung demn Nord waren auch in der offiziellen tschechoslowa bischen Radiosendung deutlich zu hören. die deutsche Gelandtschaft in Prag hat gegen dieses unerhörte Verhalten in einer Verbal= note beim Prager Außenministerium schärfsten vralest eingeleat und Maßnahmen verlangt. camit derartige friedenestorende Zwischenfalle in Zukunit verhindert werden Angeberei als Entlassungsgrund chleiwitz, 10. Juli. Daß Verleumdungen im Be irien unnachsichtlich geahndet werden und der Unter nehmer als Führer des Betriebes das Recht hat, ristlose Entlassungen auszusprechen, zeigt eine Entsweidung des Landesarbeitsgerichts Gleiwitz. Ein Unternehmer hatte einen Angestellten fristlos ent lassen, weil dieser den Geschaftsführer politisch berleumdet hatte. Das Landesarbeitsgericht benatigte die fristlose Entlassung, und aus solaenden Gründen: Die pflicht trenesten Beamten und Angestellten mögen mit unter im Drange der Geschafte schon Aeußerungen über Vorgesetzte und andere Stellen gemacht haben, die ihnen niemand verübeln wird, der sie kennt. das Spitzel= und Angebertum ist eine der schlimmsten Erscheinungen des letzten Jahres, der ane Stellen mit Recht zuleibe geben. Es ist deshalb einem Unternehmen nicht zuzumuten, mit einem anne zusammenzuarbeiten, von dem zu befürchten t. daß er interne Dinge, die, aus dem Zusammen Lung gerissen, ganz anders aussehen, wieder an anvere Stellen weitertragt. Auf 14 Tage verboten DNB München, 10. Juli. Die Pressestelle der LanMünchen Oberbayern des Reichsministertums für Volksaufklärung und Propaganda gibt bekannt: Das„Traunsteiner Wochenblatt“, dessen Hauptschriftleiter. Anton Miller, in Schutzhaft genommen wurde, ist auf die Dauer von 14 verboten worden. Der Grund des Verbots wird in der tendenziösen und verantwortungslosen tung über die Vorfälle der letzten Woche erblickt, die mit der Pflichtauffassung einer Zeitung im nationalozialistischen Staate unvereinbar ist.“ Drei Monate Gefängnis wegen Beleidigung der Hakenkreuzfahne NDZ Berlin, 10. Juli. Das gericht verurteilte am Montag den Elsner zu drei Monaten Gefängnis. Der Angeklagte hatte in einem Elektrizitätswerk im März 1933 digende Aeußerungen gegen die Reichsflaggen gerun, die wegen ihres schamlosen Inhalts nicht wieder gegeben werden können. Sitzung wurde dann am 30. Januar, am Jahrestag der nationalen Erhebung abgehalten. Der Führer gab an diesem Tage dem deutschen Volke einen umsangreichen Rechenschaftsbericht über das erste Jahr nationalsozialistischer Regierungsarbeit und legte gleichzeitig die großen Leitgedanken für die weitere Arbeit dar. Die Sitzung vom 30. Januar war von historischer Bedeutung, denn in dieser Sitzung wurde einstimmig das Gesetz über die Schaffung der deutschen Reichseinheit angenommen und gleichzeitig die Reichsregierung zum Erlaß einer neuen Verfassung ermächtigt. Die dritte Sitzung am Freitag findet wieder in den Räumen der Krolloper am Königsplatz statt. Entrüsteler Protest gegen die ausländische Lügenpropaganda Gewerbsmäßige Lügenfabrikanten vergiften die Wellmeinung Dr. Goebbels über„Der 30. Juni im Spiegel des Auslandes“ London TNB. Berlin, 10. Juli. Reichsminister Dr. Goebbels sprach Dienstagabend um 8 Uhr über alle deutschen Sender über das Thema:„Der 30. Juni im Spiegel des Auslandes.“ Der Redner führte u. a. aus: Wenn ich heute abend zu Ihnen spreche, so möchte ich mich mit Ihnen an das gesamte Ausland wenden. Ich ruse Sie alle zum Zeugen auf für einige, in der ganzen Journalistik fast beispiellos dastehende Fälle der Lüge, Verleumdung und Verzerrung eines wahren Tatbestandes, Der 30. Juni ist in Deutschland reibungslos und ohne jede innere Erschütterung verlaufen. Der Führer hat mit seiner Autorität und einer bewundernswerten Kühnheit die Revolte eines kleinen Klungels von Saboteuren und krankhaften Ehrgeizigen blitzartig niedergeschlagen. Die Ruhe und Ordnung wurde dabei im ganzen Lande nicht gestört. Das tägliche Leben ging seinen normalen Gang. Die Menschen in Deutschland fuhren, als wäre nichts geschehen, in ihre Ferien oder setzten ihre Arbeit ohne jede Unter brechung fort. Das Volk in seiner Gesamtheit aber begrüßte mit einem beireienden Anfatmen die ret tende Tat des Führers, die Deutschland und damit die ganze Welt vor schwersten Katastrophen be wahrte. Eine ungeheure Vertrauenswelle schlug Adolf Hitler bei seinem mutigen Vorgehen aus der ganzen Nation entgegen. Wenn sich etwas in Deutschland geändert hat, so höchstens, daß das Volk seitdem mit noch größerer Liebe und Anhänglichkeit dem Führer und dem von ihm repräsentierten poli tischen Regime zugetan 1st Es wäre anzunehmen gewesen, daß die inter nationale Weltpresse, die ja doch ihre Beauftragten und gut bezahlten Vertreter in Berlin und anderen großen Stadten des Reiches unterhalt und damit die Möglichkeit hatte, sich über die Vorgänge des M. Juni durch Augen= und Ohrenzeugen einwand frei und objektin unterrichten zu lassen, mit der im internationalen Verkehr üblichen Wahrheit und Klarheit auch diese Vorgänge dargestellt und beur teilt hätte. Denn es ist ja ihre Aufgabe, ihr Lese publikum nach bestem Wissen und Gewissen zu unterrichten, um ihm damit die Möglichkeit zu geben, sich ein eigenes Urteil über die großen poli tischen Bewegungsmomente unserer Zeit zu geben. Was ist aber statt dessen der Fall gewesen? Abgesehen von einer Reihe seriöser Auslande zeitungen, die auch in diesem Falle die ruhige Ueberlegung und die Nuchternheit des Urteils nicht verloren haben, ist der übrige Teil der internatio nalen Weltpresse geradezu in einen Taumel bos williger Verhetzung und husterischer Verleumdung hineingeraten, Man muß schon ein Uebermaß von krankhafter Phantasie sein eigen nennen, um diesen Synlicht seiger Lüge überhaupt in sich aufzunehmen, geschweige ihn herzurichten. Das deutsche Voll aber soll in dieser Stunde der Abwehr und des Pro testes als Zeuge aufgerufen werden gegen die Bos willigkeit, mit der man wieder einmal versucht, Deutschland und seine Führung systematisch in den Augen der Welt herabzusetzen und zu ver unglimpfen. Die deutsche Regierung hat bisher zu all diesen skandalösen Vorgangen geschwiegen. Sie erachtete es als unter ihrer Würde, sich mit dieser Art von boshafter und verleumderischer Journalistik aus einander zu setzen. Sie hat die Vorgänge des M. Juni mit einer beispiellosen Offenheit dem eigenen Volke und der Welt dargelegt. Ste hat mit nichts zurückgehalten und in allem der Wahrheit die Ehre gegeben. Denn sie war der Ueberzeugung, daß die Niederschlagung der Revolte von der Nation und von der Welt dann am besten verstanden würde, wenn ihre Hintergründe und die daraus ohne Eingreifen des Führers vermutlich entstan denen Gefahren ohne jede Vertuschung der Oefsentlichkeit zur Kenntnis gebracht wurden Auch darin unterscheidet sie sich von ihren Vor gängerinnen, daß sie Dinge, die die öffentliche Kritik herausfordern, nicht mit dem Mantel der Liebe zudeckt, sondern sie ohne jede Rücksicht den Augen des Volkes preisgibt, damit das Volk er kenne, wie notwendig und richtig ihr Handeln ist Die deutsche Presse hat der Regierung bei diesem Beginnen mit einer dankenswerten Disziplin und Aufgeschlossenheit hel send zur Seite gestanden. Sie hat damit bewiesen daß die große Erziehungsarbeit, die der National sozialismus und sein Regime an ihr geleistet haben, nicht ohne Früchte geblieben ist. Der Paragraph 13 der Schriftleitergesetzes vom 4. Oktober 1933 be stimmt, daß Schriftleiter„die Aufgabe haben, die Gegenstände, die sie behandeln, wahrhaft darzu stellen und nach ihrem besten Wissen zu beurteilen“. Und nach Paragraph 14 desselben Gesetzes sind sie verpflichtet, aus ihren Zeitungen alles sernzuhalten. „was die Ehre oder das Wohl eines anderen wider rechtlich verletzt, seinem Rufe schadet, ihn lächerlich oder verächtlich macht“ Mit heuchlerischem Pathos ist ein großer Teil der Auslandspresse in den vergangenen Monaten gegen dieses Gesetz zu Felde gezogen. Sie be hauptete, es stelle eine brutale Knebelung der Meinungs= und Gewissensfreiheit dar. In Deutsch land könne kein offenes Wort mehr gesagt werden. Die Wahrheit sei aus der Presse unseres Landes verbannt. Jedenfalls aber haben Regierungen und Völker anderer Nationen von diesem Gesetz auch ihre Vorteile gehabt. Denn mit derselben Strenge, mit der wir darüber wachten, daß es im innerpolitischen Verkehr gewahrt und geachtet wurde, haben wir auch dafür gesorgt, daß es im Verhältnis der deutschen Presse zum Ausland eingehalten wurde. Wir haben es nicht geduldet, daß Staatsmänner anderer Nationen in der deut schen Presse beleidigt, herabgesetzt oder verächtlich gemacht wurden. Wir haben mitleidlos jeden Schriftleiter zur Rechenschaft gezogen, der es versuchten wollte, das Verhältnis Deutschlands zur Welt durch journalistische Privatfehden zu trüben oder zu stören. Jeder Minister eines anderen Landes wird in Deutschland mit derselben Achtung behandelt, wie der Minister des eigenen; denn wir sind der Meinung, daß eine Schmälerung der Antorität auch einer fremden Regierung sich am Ende auch in einem allmählichen Dahinschwinden des Autoritätsgefühls im eigenen Lande aus wirken würde. Viele Länder Europas sind in den vergangenen Monaten von schweren politischen, sozialen oder wirtschaftlichen Krisen heimgesucht worden. Diese Krisen übertrafen in ihrem Umfange manchmal die Niederschlagung des geplanten Hochverrats vom 30. Iuni um ein vielfaches. Trotzdem hat die deutsche Presse sie jedesmal mit der nötigen Zurückhaltung behandelt und dargestellt und sich lediglich mit der Veröffentlichung des rein Tat sächlichen begnügt. Sie hat niemals den Versuch gemacht, aus dem augenblicklichen Glück oder Unglück Vorteil zu schlagen und hätte sie es getan, sie wäre von der Autorität des Staates daran gehindert worden. Und wie hat die Auslandspresse diese noble Auffassung von Journalismus seitens der deutschen Presse in den hinter uns liegenden Tagen beantwortet? Jeder Journalist, der als Auslandsvertreter in Berlin oder in einer ande ren Stadt des Reiches die Augen und Ohren auf machte, konnte unschwer feststellen, daß im ganzen Lande die Ruhe und Ordnung keinen Augenblick gestört oder bedroht war, das alles sich ordnungs gemäß abspielte, daß das Volk in seiner Gesamt heit die Vorgänge im Zusammenhang mit dem geplanten Hochverrat mit einer beispiellosen Be geisterung begrüßte, daß die Antorität des Führers auch in den kleinen Kreisen, die uns bisher reser viert gegenüberstanden, um ein Vielfaches gestie gen ist, daß von einer Krise des Regimes über haupt nicht geredet werden konnte, daß es viel mehr durch die Beseitigung der Menterer erst seine letzte Festigung erhalten hat. Was hat ein (Siehe auch folgende Seite) Die Leidenschaftlichkeit, mit der die letzten großen europäischen Konserenzen, diplomatischen Besuche und Besprechungen, von der Balkanreise Barthous über die Zusammenkunft von Venedig bis zum eben beendigten französisch-englischen Zwiegesprach in London, in der Oeffentlichkeit aufgenommen und von ihr begleitet worden sind, läßt auf einen Grad der internationalen Spannungen schließen, der ganz ungewöhnlich ist. Diese Leidenschaftlichkeit ist zugleich ein Kennzeichen der Unsicherheit und Unklarheit, die die Gemüter der europaischen Volker befallen hat. Schuld an der dramatischen Art, in der sich die außenpolitischen Vorgänge der letzten Wochen vollzogen haben, ist die reichlich bedenkenlose Methode, mit der der Außenminister eines franzosischen Kabinetts, in dem die Mitarbeiter und politischen Nachfahren der Väter des Versailler Vertrags eine entscheidende Rolle spielen, die Formen der Vorkriegsdiplomatie wieder in Anwendung gebracht hat. Die Volker haben ein unbestechliches Gefuhl dafür, daß sich dabinter nichts Gutes verbirgt. Erinnerungen an die unmittelbar dem Kriegsausbruch vorangehenden Jahre sind wach geworden. Und trotzdem die Erfahrungen dieser Jahre zur Genüge vor einer Wiederholung von Fehlern, Unterlassungen und Voreingenommenheiten gewarnt haben sollten, die schließlich die Katastrophe herbeiführten, nimmt man heute schon wieder keinen Anstoß daran, zu den gleichen Ausgangspunkten zurückzukehren, die die unselige Verwicklung der internationalen Beziehungen der Vorkriegszeit bedingt haben. Die Londoner Besprechungen Barthous haben die fortschreitend wachgewordenen Befürchtungen ob der jüngsten Entwicklungen der europaischen Politik nicht beseitigt. Es bleibt ein Reft von Unklarheit zurück, aus dem ein neues Rätselraten aufsteigt, das die internationale Atmosphäre nicht zu erleichtern geeignet ist. Die offizielle Auslassung über Art und Gegenstand der Londoner Unterredungen ist so allgemeiner Art, daß konkrete Einzelheiten aus ihr nicht entnommen werden können. Immerhin ergibt sich grundsätzlich eines aus ihrer Formulierung. Die Befürchtung, Barthou könnte England mit an seine Paktplane verpflichtend binden, ist nicht wahr geworden. Die Unterredungen haben lediglich, so heißt es, gestattet,„die gegenseitigen Anschauungen über die zur Diskussion stehenden Fragen zu würdigen", wober unterstrichen wird, daß sie in freundschaftlichen Tone geführt worden seien. Damit ist nur bestatigt worden, was den den Besprechungen unmittelbar vorangehenden ofsiziosen Presseauslassungen von hüben und drüben sowie offiziellen Erklärungen maßgebender englischer Minister zu entnehmen war. Auch die Meinung dürfte etwas für sich haben, daß das diesen Erklärungen wiederum vorangehende GeDas Memeler Landesdirektorium Reizgys hat den Memeler Oberbürgermeister Dr. Brindlinger mit der Begründung seines Amtes enthoben, daß er die litanische Sprache nicht beherrsche. Anstelle Brindlingers wurde der Großlitauer Simonaitis mit kommissarischer Befugnis eingesetzt. Ferner sind mehrere Magistratsmitglieder ihrer Aemter enthoben worden. In verschiedenen Städten Hollands haben sich am Montagabend und in den letzten Morgenstunden des Dienstags erneut kommunistische Tumulte ercignet. Eine internationale Eisenbahnkonserenz ist am Dienstag in Hamburg zusammengetreten. Ein früherer enger Mitarbeiter Staviskys hat eine junge Französin an Bord eines Dampfers gelockt unter dem Vorwand, ihr eine Stellung in Argentinien zu verschaffen. In Wirklichkeit liegt jedoch Mädchenhandel vor. Das französische Konsulat in Buenos Aires wird das Mädchen sofort nach der Ankunft zurückbefördern Der polnische Instizminister Michalowski erklärte in einer Unterredung, daß die Ermordung Pierackis das Werk der geheimen ukrainischen nationalistischen Organisation gewesen sei. Der eigentliche Mörder befinde sich im Ansland: es bestehe gegenwärtig nur wenig Hoffnung, seiner habhaft zu werden. In der Stadt Bastrop im Staate Lonisiana holte eine erregte Menschenmenge einen Reger aus dem Gefängnis und knüpfte ihn kurzerhand auf, weil er sich an einem weißen Mädchen vergriffen hatte. Der Reichswehrminister hat mit Rücksicht auf die von der anhaltenden Dürre betroffene Landwirtschaft den Ausfall der für den Herbst vorgesehenen Manöver und Truppenübungen angeordnet. Dabei surach auch die erhöhte Wald und Heidebrandgefohr mit, die eine planmähie Durchführung der Uebungen in Frage stellt. 9. räusch über die Moglichkeit militärischer Abmachungen zwischen dem englischen und französischen General stab von denen warnend in Szene gesetzt worden ist, die sich in England gegen solche Bemühungen auflehnen. Trotz alledem durfte aber von den Londoner Besprechungen gesagt werden können, daß sich eine gewisse gemeinsame Grundhaltung gegenüber der gesamteuropäischen Entwicklung herausgestellt hat, und daß bei aller Zuruckhaltung, die England gegenüber den konkreten Planen Barthous eingenommen hat. es nichts tun wird, was die Kreise der franzosischen Politik stort oder gar auch nur beeinträchtigt. Die Londoner Besprechungen beendel Die Wahlordnung im Saargebiet rechtsgüllig tiwoch, den 11. Juli 103 Französische Vorschläge über einer gegenseitigen Sie liche Maßnahmen zur Erlangung serheit in Osteuropa“ Wir werden in nicht zu ferner Zeit erfahren, wieweit und wieso sich diese Haltung in den weiteren internationalen Besprechungen austoirkt, inwieweit sie insbesondere die bisherige englische Stellungnahme in der Frage der deutschen Gleichberechtigung und der durch Artikel 19 festgelegten Revisionsmoglichkeiten gewandelt haben könnte. Jedenfalls sollten wir ganz frei von Illusionen und erwartungsvollen Wunsch bildern einer Entwicklung begegnen, die wieder ein stärkeres Aneinanderrucken Englands und Frankreichs mit sich gebracht hat. Es wird auch weiterhin mit eine wesentliche Aufgabe der deutschen Außenpolitik bleiben, sich klar und eindeutig von allen kunstlichen Voreingenommenbeiten unserer Gegenspieler abzu setzen. Um so schwerer wird die moralische Verantwortung, die auf ihnen lastet, und um so mehr werden die dunklen Triebkrafte enthullt, die im geheimen hinter den Fronten der offiziellen Diplomatie ihr gefahrliches Unwesen treiben. Die Rede des Führerstellvertreters Reichsministers Heß hat dazu schon das ihrige beigetragen. Sie war eine klare, aufweckende Friedensstimme, die zugleich die Stimme der Völker war. Sie ist nicht ohne Eindruck auch auf die Londoner Besprechungen geblieben und dürfte gewisse Atouts des franzosischen Außenministers beeintrachtigt haben. Es steht zu erwarten, daß auch die bevorstehende Erklärung der Reichsregierung vor dem Reichstag Wesentliches zur außenpolitischen Entwicklung zu sagen haben wird, und daß auch sie dazu beitragt, die wahren Gefahren zu kennzeichnen und bewußt zu machen, die die europaischen Volker mit Befürchtungen beunruhigen, die nur allzu gut durch die Erfahrungen der Vorkriegszeit begrundet sind. Dr. K. Kl. Dr. Goebbels im Rundfunk (Fortsetzung von der 1. Seite) beträchtlicher Teil der Auslandspresse und der ausländischen Länder daraus gemacht? Eine Lügenkampagne, die in ihrer Bosheit nur noch verglichen werden kann mit dem Greuel marchenfeldzug, der wahrend des Krieges gegen Deutschland inszeniert wurde. Allerdings war sie diesmal miserabel organi flert. Man kann den Inspiratoren dieser Hetze nur den guten Rat geben, in Zukunft bessere Ver bindung untereinander aufrechtzuerhalten, weil sonst auch der blinde Leser zu argwöhnen anfangt, daß hier TNB. London, 10. Juli. Die englisch=französischen Besprechungen dauerten am Dienstagvormittag über zwei Stunden. Das Auswärtige Amt hat darüber folgende Verlautbarung herausge geben: „Die in freundschaftlichem Tone geführten englisch=französischen Unterredungen, die am Dienstagvormittag zu Ende gingen, gestatteten es den beiden Regierungen, die gegenseitigen Anschauungen über die zur Diskussion stehenden Fragen zu würdigen. Diese Fragen erstreckten sich auf die französischen Vorschläge über zusätzliche Maßnahmen zur Erlangung einer gegenseitigen Sicherheit in Ostenrova, über die Zukunft der Abrüßtunaskonserens und auf die Vorbereitung der Flottenkonferenz im Jahre 1935. Um die Erörterung über den letzten Punkt fortzusetzen. wird der französische Kriegsmarineminister Pietry seinen Aufenthalt in London um einige Tage verlängern“ Pietry und der Erste Lord der Admiralität, Eyres Monsell, wohnten am Dienstagvormittag den Besprechungen im Auswärtigen Amt bei. Der Zeitpunkt der nächsten Erörterung von Flottenfragen ist noch nicht bestimmt Der Außenpolitiker des„Echo de Paris“ faßt die angebliche Auffassung der englischen Regierung in vier Punkte zusammen: 1. England werde sich aunerhalb des von Frankreich beabsichtigten Systems halten, sehe aber keine Veranlassung, etwas dagegen zu unternehmen. 2. Man werde englischerseits wahrscheinlich nicht auf die Schwierigkeiten einer Angleichung der von Frankreich beabsichtigten Beistandspakte an den Locarno=Vertrag hinweisen. 3. Die enalischen Bedenken gegen die neue franzosisch=russische Politik, die darauf hinausgingen, daß Frankreich vielleicht nicht mehr soviel von einer englisch französischen Zusammenarbeit halte, seien beseitiat, nachdem man sich in England davon „überzeugt“ habe, daß„das Ende der russisch-deutschen Zusammenarbeit und die Beseitigung der Gefahr, Rußland könne für Deutschland ein Hauptlieferant für Robstoffe werden", zur Stabilisierung der europäischen Lage beitragen 4. England werde gegenüber den französischen Bemühungen eine wohlwollende, aber passive Haltung einnehmen. Man dürfe aber nicht von England erwarten, daß es sich in Berlin oder anderswo für die französischen Pläne verwende. Doch ein englisch-französisches Militär-Abkommen? DNB Paris, 10. Juli. L’Ordre will in Zusammenhang mit den Londoner Besprechungen Barthous in Erfahrung gebracht haben, daß gewisse Andeutungen über franzosisch englische Militär abkommen nicht ganz aus der Luft gegrifsen seien. Es handele sich aber weniger um ein Militärbündnis als um die Auslegung der Artikel 2 und 5 des Locarno=Paktes, d. h. um die genaue Festlegung, welche Truppen England im Falle einer Verleuung von Artikel 42 und 43 des Versailler Vertrages Frankreich zur Verfügung stellen müsse und um die Festsetzung der strategischen Punkte, an denen diese Truppen zusammengezogen werden sollen. Man habe ferner die Moglichkeit in Erwägung gezogen, schon im voraus Stützpunkte für dieenglischen Luftstreitkräste in Frantreich anzulegen. DNB. Saarbrücken, 10. Juli. Im Verordnungsblatt der Regierungskommission wird jetzt die von Abstimmungsausschuß vorgelegte Wahlordnung für die Volksabstimmung im Saargebiet veröffentlicht. die damit gesetzliche Gültigkeit erlangt. Nach dieser Wahlordnung ernennt der Absuimungsausschuß für jeden Wahlbezirk einen Gemeindeausschuß, der aus einem Vorsitzenden, zwei ordent lichen und zwei stellvertretenden Mitgliedern besteht. Dieser Gemeindeausschuß hat ab 25. Juli die stellung der vorgeschriebenen Listen der Abstimmungéberechtigten vorzunehmen. Diese Listen mussen bis zum 23. September abgeschlossen sein. Die Leten der Abstimmungsberechtigten sollen dann in jedem Wahlbezirk 30 Tage lang offen ausgelegt werden Sämtliche Einsprüche mussen auch in der letzten stanz vor dem Abstimmungsgericht bis spätestens 12. Dezember erledigt sein. Ungarische Fußballmannschaft mit faulen Eiern beworfen Unfaires Verhalten tschechoslowakischer Zuschauer Barthou ist sehr zufrieden Abreise von London DNB. London, 10. Juli. Barthou ist am Dienstagnachmittag nach Paris zurückgereist. Den Pressevertretern erklärte er. daß er über die Ergebnisse seiner Besprechungen mit Simon und den übrigen englischen Staatsmännern sehr befriedigt sei. Aurz vor der Abreise Barthous aus London hat der Havas=Korrespondent folgenden Ueberblick über die Ergebnisse des Besuchs verbreitet: 1. Sämtliche englischen Vorurteile gegenüber dem Plan eines Ostpaktes seien behoben und dieser Pakt erhalte die Billigung des Londoner Kabinetts. 2. Die englischee Regierung werde den Plan in den in Frage kommenden Hauptstadten, wo sie über Einfluß verfüge, unterstützen. 3. England widersetze sich nicht dem Eintritt Sowjetrußlands in den Völkerbund. l. Es sei ein erhöhtes Vertrauen und eine Festigung der englisch französischen Beziehungen zu verzeichnen. DNB Budapest, 10. Juli. Wie bereits den undeschen Montagsblättern zu entnehmen war, ist die garische Fußballmeistermannschaft Franzstadt von dem tschechoflowakischen Zuschauerpublikum während des Revanchespiels in Kladno tätlich angegriffen worden Der nach Budapest zurüchgekehrte Führer der un schen Meistermannschaft teilte dem Budapester tagsblatt„Uj Nemzedek“ mit, er freue sich, daß keiner der ungarischen Spieler in Kladno erschlagen worden fei. Schon während des Spieles sei die ungarisch Mannschaft mit faulen Eiern und dergleiche beworfen worden. Bei der Abfahrt nach Prag se der Autobus der Ungarn mit Steinen beworfen un mit Revolvern bescholsen worden. Ein derartigeg Verhalten stehe einzig in der Geschichte des Fußballsporto da, obwohl die Verbandoleitung der Tschechoflowahei volle Genugtuung versprochen he Kommunistische Tumulte in Rotterdam DNB Amsterdam, 10. Juli. Obwohl die Zurüche hung der meisten nach Amsterdam berufenen Trupper AME AA abteilungen damit begrundet wurde, daß der komm nistische Aufstand als niedergeschlagen gelten hereigneten sich am Montagabend und in den Morgenstunden des Dienstag doch noch eine Reihe chenfäll nach Strich und Faden gelogen wird. Während der„Daily Herald“ am 6. Juli berichtet, daß der Führer erschossen worden sei, wußte„Oeupre“ zu vermelden, daß es überhaupt kein Komplott gegen Adolf Hitler gegeben habe Die„Republique“ aber brachte zwei Tage vorher die erstaunenswerte Neuigkeit, daß Adolf Hitler eine Diktatur im Namen der Reichswehr ausübe nur noch als ihr Beauftragter handele. Der „Matin“ meldete am nächsten Tage, daß die Stellung des Reichskanzlers durch die letzten Er eignisse stark geschwacht sei, während der „Intransigeant“ gleich zwei Attentate auf den Führer mitzuteilen wußte. Nachdem also Adolf Hitler erschossen worden war, wurden auf ihn zwei Attentate versucht, seine Stellung wurde dadurch außerordentlich geschwächt, und als sich obendrein noch herausstellte, daß gar kein Komplott gegen ihn bestanden hatte, übte er nunmehr im Namen der Reichswehr die Diktatur aus. Am 7. Juli bringt der„Matin“ einen Tat sachenbericht von einem Augenzeugen, der als S3 Mann bei der Verhaftung in Wiessee zugegen gewesen sein soll. Danach ist Adolf Hitler über haupt nicht nach Wiessee gefahren. Er habe im Braunen Hause gesessen und die Verhaftung selbst sei durch Major Buch vorgenommen worden. Ein seriöses französisches Blatt also schenkt dem so genannten Augenzeugenbericht eines mysteriösen, vielleicht selbst erfundenen 32 Mannes mehr Glauben als dem Zeugnis des Führers selbst und seiner nächsten Mitarbeiter. Wir müssen also alle Gespenster gesehen haben oder traumgewandelt sein, als wir das Vorgehen des Führers in Wiessee erlebten! Der Attentatsruhm des„Intransigean““, laßt den„Figaro“ nicht ruhen. Und so erfindet er benn ein neues Privatattentat auf den Führer. Der„Intransigeant“ hatte es auf eine Landstraße verlegt, der„Figaro“ verlegt es zur Abwechslung auf ein Arbeitsdienstlager. Um dieselbe Stunde weiß Rußland der Welt mitzuteilen, daß Adolf Hitler nach diesem Blutbad zweifellos das Ausland anfallen werde, während der Straßburger Sender feststellte, daß Deutschland keineswegs in der Lage sei, einen Krieg zu unternehmen. Der„Intranstgeant“ erfährt am 5. Juli, daß der Führer von einem Heer von Spitzeln um geben sei und sich deshalb seine Briefe nur noch an die Adresse von Frau Goebbels senden lasse. Was umso gemeiner ist, als der„Intranstgeant“ damit dem Führer durch Verrat dieses Geheimnisses die Möglichkeit nimmt, überhaupt unkontrolliert Briefe zu empfangen. Der Moskauer Sender stellte fest, daß der Führer nur noch von der Bourgeoisie gehalten werde. Leider hat er das Pech, daß die Mos kauer„Iswestija“ am selben Tage erklärt, Adolf Hitler habe sich durch sein Vorgehen die bürger liche Unterstützung seiner Partei zerstört. Bedauernswert ist habei nur das russische Leser= und Hörpublikum, das sich in diesem Unfug zurechtsinden soll. „Havas“ teilt der Welt mit. daß Hitlers Popularität durch die letzten Ereignisse gesunken sei, was „Daily Expreß“ nicht ruben läßt und ihn veranlaßt. zu entdecken, daß der Führer nie mehr an der Spitze des deutschen Volkes stehen könne. Dasselbe Blatt aber teilt zwei Tage vorher seinen Lesern mit, daß im deutschen Volke über die Maßnahmen Adolf Hitlers allgemeine Zufriedenheit herrsche. Die„Morning Post“ hat Einblick in ein ganz geheimes Testament des Herrn Reichspräsidenten getan und dort entdeckt, daß er Herrn von Papen zu seinem Nachfolger eingesetzt habe. Der„Daily Telegraph“ meldet 24 Stunden später, daß der Herr Reichspräsident im Sterben liege. Am selben Tage empfängt Hindenburg den Führer und am folgenden Tage das siamesische Königspaar in Neudeck. Infolgedessen sah sich der„Manchester Guardian“ veranlaßt, mitzuteilen, daß der Herr Reichspräsident zurücktreten wolle Zur selben Stunde werden die Danktelegramme des Generalfeldmarschalls an den Führer und an den preußischen Ministerpräsidenten veröffentlicht. Man sollte meinen, daß damit den Lügenfabrikanten der letzte Wind aus den Segeln genommen sei. Aber fehlgeschossen! Der„Daily Expreß“ hat die Lösung gefunden: Die Danktelegramme Hindenburgs wurden erzwungen mit der Drohung, daß man zwei der engsten Freunde des Reichspräsidenten sonst erschießen werde. Am selben Tage weiß der Straßburger Sender als letzte Neuigkeit zu vermelden, daß Hindenburg bereits vor zwei Monaten ein Einschreiten gegen Göring, Goebbels und Rosenberg gefordert habe, und überläßt es seinen Hörern, sich zu erklären, wieso nun dieses Einschreiten gegen ganz andere Leute gerichtet wurde. Ein riesiges Feld sensationeller Lügenmeldungen ergibt sich vor allem für die englische Presse in bezug auf das Haus Hohenzollern. Danach hat der Kaiser aus Trauer auf seinem Hause in Doorn eine schwarze Fahne gehißt. Der ehemalige Kronprinz und Prinz August Wilhelm haben Hausarrest erhalten. Zur gleichen Zeit teilt der„Intransigeant“ mit, daß der ehemalige Kronprinz aufgefordert worden sei, Deutschland sogleich zu verlassen und im Flugzeug bereits in Doorn eintraf. Der Lügner vom„Daily Telegraph“ hat das leider nicht gelesen, und so passierte ihm das Mißgeschick, zu erklären, der ehemalige Kronprinz sei in der Schweiz angekommen, Die„Daily Mail“ entschied sich indeß für Ankunft in Doorn, während„Daily Expreß“ in diesem Falle zweifellos den Vogel abschoß mit der Mitteilung, Deutschland sei auf dem besten Wege, die Monarchie wieder einzuführen. Adolf Hitler schwanke nur noch zwischen dem ehemaligen Kronprinzen und dem Prinzen Louis Ferdinand Der„Paris Soir“ geht den Dingen auf den Grund. Er hat von einem ganz sicheren Gewährsmann erfahren, daß der ehemalige Kaiser den Nationalsozialisten 35 Millionen zur Verfügung gestellt habe, und er nun mit Recht erbost sei, daß sie inr Versprechen nicht einhielten und ihn wieder zum Kaiser machten. Wie stümperhaft aber diese englischen und französischen Meinungsfabrikanten sind. beweist Radio Wien am 1. Juli mit der Mitteilung, daß alle Hobenzollernprinzen verhaftet worden sind Wogegen Radio Strahburg erklärt, daß Prinz August Wilhelm ins Ausland geflohen sei. Nun aber wird „Daily Expreß“ die Sache zu dumm. Ohne sich durch vorgefaßte Meinungen und Darstellungen in seinen eigenen Spalten irgendwie beirren zu lassen, spürt er die Wurzeln dieser ganzen Entwicklung auf und findet zu seinem Erstaunen, daß die monarchistische Restauration seit langer Hand vorbereitet war, daß sie nicht etwa in Potsdam oder Doorn ausgekocht, sondern— man sehe wie einfach und klar!— zwischen Mussolini und Hitler in Venedig beschlossen worden sei. Helfe, was helfen mag, denken sich nun die Sudelkoche und nehmen sich der Einfachheit halber reihum alle deutschen Reichsminister vor. Am 1. Juli meldet „Information“ die Verhaftung von Papens, SchwerinKrosiaks und Seldtes, worauf der Wiener Rundfunk vor Neid erblaßt und prompt und gottesfürchtig behauptet, daß soeben— man bedenke soeben!: wie wahrheitsgetreu das klingt— soeben also Reichsbankpräsident Dr. Schacht in Lichterfelde erschossen worden sei. Während also der Wiener Sender nur mit einem erschossenen Reichsbankpräsidenten aufwarten kann. läßt Radio Straßburg sich nicht lumpen und richtet Herrn von Papen hin. Und um das Bild abzurunden. vernimmt er ganz deutlich Kanonendonner aus der Richtung. Jetzt aber geht der Moskauer Rundfunk aufs Ganze und erschießt in einer Massenerekution den sächsischen Ministerpräsidenten von Killinger, General von Hammerstein, Herrn von Gleichen, den ehemaligen Reichsminister Treviranus, den Chef der Heeresleitung, General von Fritsch, und Graf Helldorf. Wohlgemerkt, Männer, die im öffentlichen Leben eine Rolle spielten oder spielen und bei denen sich jedermann unschwer davon überzeugen kann, daß sie noch außerordentlich lebendig sind Um nicht so leicht beim Lügen ertappt zu werden, laßt der Sender in Wien eine Anzahl von hohen Pol'zeioffizieren erschiehen, obschon er wissen muß, dos nicht ein einziger Polizeioffizier überhaupt etwas mit der Meuterel zu tun hatte. Unterdes meldet Straßburg. daß die deutschen Städte menschenleer sind und durch die Straßen bis an die Zahne bewaffnete Polizei und SA herumziehen. Von Rußland erfahren wir zur gleichen Zeit, daß die Reichswehr in schweren blutigen Kampfen mit der SA in Pommern, Schlesien und Bayern liegt, bei denen es Tote und Verwundete in Massen gegeben hat. Woraus der Rundfunbsprecher in Moshau schlicht und einfach die Konsequenz zieht und über den Aether den Satz in die Welt hin ausschmettert:„In Deutschland herricht blutiges Chaos!“ Dieser Satz trifft sich um dieselbe Minute im Weltenraum mit dem Satz des Prager Ansagers, der erklärt, daß in Deutschland völlige Ruhe herrsche. Mit diesen primitiven Feststellungen hat man also offenbar, weil sie sich immer widersprechen, kein Glüch und so begibt man sich spornstreichs auf das Gebiet der hohen Politik. Der Wiener Sender erklärt. daß die deutsch=englischen Transserverhandlungen abgebrochen worden sind, wei alle Weisungen aus Berlin plötzlich ausblieben. Am selben Tage wird in London das deutsch-englische Transferabkommen unterzeichnet. Da lob ich mir doch den Luxemburger Sender, der am 7. Juli ent= deckt, daß in Rumänien und Bulgarien von der Donau massenhaft Leichen angeschwemmt worden sind. Unterdes hat der Intransigeant festgestellt, daß daPropagandaministerium ausgehoben worden sei. Eine Wiener Meldung geht gleich der Sache auf den Grund und weiß mitzuteilen, daß Ministerpräsident Göring am 30. Juni, gerade zu der Zeit, als der Propaganda= minister in einem anderen Raum dieses Hauses vor der Auslandspresse sprach, höchstpersönlich in dessen Dienstzimmer eine Haussuchung veranstaltete Was kümmert es einen Journalisten von Weltruf. daßz in Wirklichheit, wie jedermann weiß, der preutzische Ministerpräsident selbst vor der Auslandspresse sprach, während der Propagandaminister mit dem Fuhrer zusammen in Wiessee war. Man erspare mir weitere Einzelheiten. Der Ehel kommt einem hoch, wenn man sich setzt, da die Auslandspresse insgesamt vorliegt, einen Ueberblich dar über verschafft und dann damit vergleicht, wie vornehm, nobel und anständig Vorgänge des Auslandes in der deutschen Presse behandelt werden. Dann kann man nur mit Seelenruhe ausrufen: „Ach, was sind wie Wilde doch für bessere Menschen!“ Danken wir selbst dem Schicksal, das uns die lichkeit gab, diese Art von Lügenfournaille in Te land zu beseitigen. Nur so konnten wir unseren neren Frieden wiederfinden. Die deutsche Presse der deutsche Rundfunk konnen stolz darauf sein. d sie durch eine neue Verpflichtung zu Staat und aus dieser kompromittierenden Gesellschaft hera nommen worden sind. Das deutsche Volh gel Ruhe und Ordnung seiner täglichen Arbeit nach hat vor allen anderen Volhern, die gleiches tun Achtung und Respekt. Es verfällt nicht in den ler. diese anderen Völher mit solchen Journalisten verwechseln. Es weiß auch, daß es überall anständ und ehrliche Pressemänner gibt, die nach bestem Wile und Gewissen der Wahrheit dienen wollen. Vor d hier geschilderten Art, von Lugenfabrihanten 6N wendet eg sich mit Ehel und Abscheu ab und guliter ihre hysterischen und pathologischen Wut= und ausbrüche mit einem lauten und hörbaren Teufel!“ Meine Volksgenossen und Volksgenossinnen! Ich Hauptschriltleiter: 3. M. Hasler, Bochum: Stellverit ter: Veter Schiffers. Bochum: verantwortlich i0r 0ol und Feuilleton: 8 M Haoler: für den lokalen keil Bochum und Westdentschland. O Schillero#ür den lorn= len Teil Hattingen und Essen=Steele: Julius Lanbesels in Bochum; für den lokalen Teil Wattenscheid: Landefeld in Bochum; für Theater und Musik: Dr. 8. Prinkschulte in Bochum: für Handel und Evort:. Lanbeseld. Bochum: für den Anzeigentetl Bochum: Nar. Lenze. Bochum; für den Anzeigenteil Hattingen. Necker. Hattingen; für den Anzeigenteil offen=Licele M. Klein. E.=Steele; für den Anzeigenteil Wanteniche 0. H. Lather. Wattenscheib: Verlag und Druck Märkesche Vereinsbruckerei Bochum. D.=A. VI. 31: 14 345 Ausgabe A: Westsälische Volkszeitung Bochum Ausgabe B: Volkszeitung ihr Ennepe=Ruhr=Lieeler tung 3578; Ausgabe C: Morgenzeitung Wattenscheid Zwischenfällen. Ferner werden aus einer ganzer Reibe von anderen holländischen Stadten Strahenn multe berichtet. Besondero heftig ging es in Ro: terdam zu. Hier wurde u. a. auf dem Crooswo schen Weg das Pflaster aufgerissen, die Straßenbeleuch tung unbrauchbar gemacht und die Polizei beschossen Polizeibeamte wurden von den Dächern mit schweret Steinen bombardiert. Erst auf zahlreiche Salven au die Fenster und Dächer und nach Anlegung einer beleuchtung wurde um zwei Uhr morgens die Po wieder Herr der Lage. wende mich an Sie und an die ganze Welt. Jch die Welt, ob sie diese Methoden einer bewußten un systematischen Vergiftung der öffentlichen Meinunbilligt und sich zu eigen macht. Ich frage den an ständigen Auslandsjournalisten, ob er sich durch schrankenlose und hinterhaltige Treiben seiner Berufskollegen selbst kompromittieren lassen will. Ich fraae jeden Mann der Oeffentlichkeit, der noch ein Geful für Wahrheit und personliche Sauberkeit im Verlebvon Menschen und Volkern untereinander besitzt, odiese Abirrungen und Verwilderungen der Wel journalistik rechtens seien und in Zukunft den 1m gangston unter Volkern abgeben sollen. Ich glaube im Namen des ganzen deutschen Volke zu sprechen, wenn ich mit Empörung und Entrüsturg dagegen Protest einlege, und mit aller Deutlichbes erkläre, daß die deutsche Regierung nicht gewillt ist weiterhin Auslandshorrespondenten in Deutschland zu dulden, die auf solche Weise die Völker gegeneinan derhetzen und eine Atmosphäre heraufbeschwören, die jede ehrliche und unvoreingenommene Beziehung setzung der Nationen zueinander unmöglicht macht Das hat nichts mit der Freiheit der Meinung zu tun Was sich hier austobt, ist übelste Art der Nevolverlournalistik. die heinem Volhe jut Ehre gereichen kann. Sie trifft nicht den, gegen den sie gerichtet ist, sondern den, der sie betreibt. Mil einer Shrupellosigkeit ohnegleichen vergiften hier ge werbsmäßige Lügenfabrikanten die Weltmeinung und die Völher selbst müssen am Ende die Jolgen davon bezahlen. BOCHUMEF Nicht mit vollem Die Me Magen baden! mit vo leider Namentlich die Jugend re Bissen hinunter, spornstr mittelbar nach dem Essen Negung zum Erbrechen, ungewohnten Druck des 2 hartes Aufschlagen bei S raturwechsel u. a. Erbre aber gleichbedeutend mit( befindlichen Speisen brecht werden, die Luft das Schicksal des Schwim venn sich der Kopf des 2 andet. genugen oft Sa Gefuhl der Hilflosigkeit Kommt dant Augenblick unter Wasser umso schneller da. Es derartige Bedenken in der daß er über einen gesund o Jahre Reichs. Dem versicherungsanstalt. hat Best Jubiläumsgeschenk von gemacht. Eben jetzt ist v gesamte Sozialversic Zührung auf dem ganzen sicherung dem Reichsversi vorden Diese Anerkenn zen Jubiläum mag zeitli ungsgeschichtlich ist sie es rfolgte Errichtung amts ist durch das Unfa 6 Juli 11 bestimmt wo päteren Anwachsen der Reichsversicherungsamt für alle Zweig= der Soz ch vorbebalten blieb, he über die Berufsgenossensch teversicherungsanstalten Form und Zustandigkeit Sotialversicherung mi hkeit scheitern, da mitd waltungsaufgaben wie der Satzungen. Gefahr „w. verbunden sind. D Aufbau der Sozialversich beseitigt diese Uneinheitli Fortfall der Landesversich versicherungsamt als allei Sozialversicherung. Auc über die Reichsversicherun die Reichsknappschaft und pensionskassen geben auf amt über. Das heißt nich tung der Versicherungstr Gemäß dem nationalsozi liegt beim Reichsversich einheitliche Führung der rung in Deutschland. sicherungsamts ist seit 11r. bergische Ministerialdirekt zum Reicherat Hugo Sch Vertrauen, die(Grund lage der Betriebsarbeit. dl eine beachtenswerte. brer und die nitimminkeiten in den Be uß feitgestellt werden“, f. fentlichung. daß einseitige fiden, ohne daß die Beschw ueees Fuhrung oder gesprochen haben. Jn b bei einer ruhigen und edeperegründe auf ner kleinen Anregung. ei ande. die von einzelnen n diet wurden. Eine zufri sich immer dann, wei boswillig bervorgerufe Jankenlosigkeit beruk Amilligen Verletun ittlungsversuch abgelehnt rchgeariffen werden. Also Mitalieder der Gefolg nander! Sprecht euch aus und geht erst dann in der Arbeitsfront ol bander der Arbeit. Jh Arbeit. und um so schne reichen, das das Gesetz au beit im 8 1 allen schafte Führer und Gefolgse neinsam zur Förderung m gemeinen Nutzen von Eine seltsame Der Ao den erst Seltsamkeiten. Ihre 6 6 und 9 fehlen, sind Nimm z. B. zweimal 28714. Das sind dies " derselben Reibenfol schnitten und hinten 12 857, dann erhalst derum die gleichen Zil de 1 vorn weagenomi bangt. Weiterhin ist ind fünfmal 142957 187= 857 142. G inern in der gleicher Reibe allemal wo an sachen mit 7 geschieht du 900999. Und nun underzahl bilden ka vergessen haben solltest den 6 Neunern nur di ist die vergessene Zahl m Saargebiel lig i. Im Verordnungs= n wird jetzt die von ste Wahlordnung für irgebiet veröffentlicht, erlanat. ernennt der Abstim= bezirk einen Gemeindeitzenden, zwei ordent= n Mitgliedern besteht. ab 25. Juli die Auten der Abstimmungsese Listen mussen bis sen sein. Die Listen ollen dann in jedem en ausgelegt werden. uch in der letzten Jn= gericht bis spätestens lmannschaft beworfen wakischer Zuschauer lie bereits den ungat hmen war, ist die ft Franzstadt von dem iblikum während des h angegriffen worden rte Führer der un dem Budapester freue sich, daß keiner dno erschlagen worden les sei die ungarsc ern und deraleid Abfahrt nach Praa se Steinen beworfen un en worden. Ein der= in der Geschichte des Verbandsleitung der ung versprochen ha Tumulte dam Obwohl die Zurüch n berufenen Tmipper urde, daß der komm. schlagen gelten hönm no und in den erster ch noch eine Reihe vor en aus einer ganzen n Stadten Strahentuftig ging es in Rot a. auf dem Croosn en. die Straßenbeleuch die Polizei beschaflen Dächern mit sch zahlreiche Salven a h Anlegung einer r morgens die Polise ganze Welt. Jch fron= 1 einer bewußten un: öffentlichen Meinung l. Jch frage den an „ob er sich durch das Treiben seiner Beruft lassen will. Ich fraac der noch ein Gesul auberkeit im Verleb: tereinander besitzt. o derungen der Weli= in Zukunft den Um n sollen. inzen deutschen Volke örung und Entrüsturg mit aller Deutlichhe rung nicht gewillt ist ten in Deutschland zu le Völker gegeneinan heraufbeschwören, die iommene Beziehung er unmöglicht macht der Meinung zu tun ste Art der Re. heinem Volhe zut nicht den, gegen den er sie betreibt. Mi den vergiften hier ge die Weltmeinung und nde die Jolgen davon sal, das uns die journaille in Te inten wir unseren stolz darauf sein. d g zu Staat und N. Gesellschaft heraueutsche Volh gehi hen Arbeit nach die gleiches tun illt nicht in den chen Journalisten es überall anstand die nach bestem Wi ten wollen. Vor gensabrihanten cheu ab und qultt chen Wuit= und n hörbaren tiwoch, den 11. Juli 1034 Nicht mit vollem Die Mahnung„Bade nicht Magen baden! mit vollem Magen!" wird leider nicht immer beachtet Namentlich die Jugend rennt, kaum ist der letzte Bissen hinunter, spornstreichs ins Wasser. Unmittelbar nach dem Essen liegt die Gefahr in der Reigung zum Erbrechen, verursacht durch den ungewohnten Druck des Wassers auf den Magen bartes Aufschlagen bei Sprüngen, jähen Temperaturwechsel u. a. Erbrechen unter Wasser ist eber gleichbedeutend mit Ertrinken. Die im Mann befindlichen Speisen können nicht herausgebracht werden, die Luftröhre preßt sich zu und da- Schicksal des Schwimmers ist besiegelt. Auch venn sich der Kopf des Schwimmers über Wasser genügen ont Schwindelanfalle oder das Ghefühl der Hilflosigkeit, um das Unglück zu vollenden. Kommt dann noch der Kopf einen Augenblick unter Wasser so ist das Verhängnis umio schneller da. Es sollte sich niemand über derartige Bedenken in dem Glauben hinwegsetzen daß er über einen gesunden Magen verfügt. o Jahre Reichs. Dem Reichsversicherungsamt versicherungsanstalt. hat zu seinem 50jahrigen Bestehen die Regierung ein Jubiläumsgeschenk von überragender Bedeutung gemacht. Eben jetzt ist von ihr die Aufsicht über gesamte Sozialversicherung und damit die Zührung auf dem ganzen Gebiete der Sozialversicherung dem Reichsversicherungsamt übertragen vorden Diese Anerkennung gerade zum 50jähri zen Jubiläum mag zeitlich zufallig sein, entwick ungsgeschichtlich ist sie es nicht. Die am 14. Juli 8 erfolgte Errichtung des Reicheversicherungsames ist durch das Unfallversicherungsgesetz vom 6 Juli 181 bestimmt worden. Wahrend bei dem späteren Anwachsen der Sozialversicherung dem Beichsversicherungsamt die Nechtsprechung alle Zweig= der Sozialversicherung grundsätzlich vorbebalten blieb, hatte es die Aufsicht nur über die Berufsgenossenschaften und über die Lanreeversicherungsanstalten in deren bisheriger Form und Zustandigkeit Jede Planmaßigkeit in der Sotialversicherung mußte an dieser Uneinbeitchler scheitern, da mit der Aufsicht wichtige Verwaltungsaufgaben wie das Genehmigungsrecht der Satzungen. Gefahrtarife, Dienstordnungen usw. verbunden sind. Das neue Gesetz ü Aufbau der Sozialversicherung vom* Juli beseitigt diese Uneinheitlichkeit und erklärt unter Fortfall der Landesversicherungsämter das Reichsversicherungsamt als alleinige oberste Behörde der Sozialversicherung. Auch die Aufsichtsbefugnie über die Reichsversicherungsanstalt für Angestellte die Reichsknappschaft und die Reichsbahn=Arbeitervensionskassen geben auf das Reichsversicherungs amt über. Das heißt nicht, daß die Selbstverwaltung der Versicherungsträger aufgehoben wird. Gemäß dem nationalsozialistischen Führerprinzip liegt beim Reichsversicherungsamt künftig die einheitliche Führung der gesamten Sozialversicherung in Deutschland. Präsident des Reichsversicherungsamte in seit 1124 der frühere Württembergische Ministerialdirektor und Bevollmächtigte zum Reicherat Hugo Schaeffer Vertrauen, die(Grund lage der Betriebsarbeit. Der Treubander der Ar= beit für Ostpreußen. Schreiber, veröffent. licht eine beachtenswerte Mahnung an die Betriebs= urd die Gefolgschaften zur Vermeidung von unnimmigkeiten in den Betrieben.„Jmmer wieder muß feitacitellt werden", so heißt es in dieser Verorfentlichung, daß einseitige Beschwerden vorgebracht werden, ohne daß die Beschwerdefuhrer mit der anderen ausgesprochen haben. In den meisten Fallen klaren bei einer ruhigen und eingehenden Aussprache cicie Beschwerdegründe auf. Es bedarf sehr oft nur einer kleinen Anregung. eines Hinwerseg auf Miß= lande. die von einzelnen nicht bedacht oder nicht be= wurden. Eine zufriedenstellende Klärung er= e sich immer dann, wenn solche Unstimmigkeiten nicht boswillig bervorgerufen werden, sondern nur aut Gedankenlosigkeit beruhen. Anders ist es bei willigen Verletzungen Wenn da ein Ver. mintlungeversuch abgelehnt wird, soll und muß scharf burchgegriffen werden. Alsc nochmals, Betriebsführer und Mitglieder der Gefolgschaft, fatzt Vertrauen zu= einander! Sprecht auch in freier offener deutscher aus und geht erst dann zu eurer Berufsgemein= in der Arbeitsfront oder zur NeO. oder zum tenbander der Arbeit. Jhr erleichtert euch und und Arbeit. und um so schneller werden wir das richen, das das Gesetz zur Ordnung der nationalen eit im 8 1 allen schaffenden deutschen Menschen kührer und Gefolgschaft arbeiten im Betriebe demeiniam zur Förderung der Betriebszwecke und zum gemeinen Nutzen von Volk und Staat Eine seltsame Der Zahl 112857 sieht man auf Hanl. den ersten Blick nichts Besonderes .. an, und doch steckt sie vouler Seltsamkeiten. Ihre 6 Ziffern unter denen 0... und 9 fehlen, sind sozusagen nicht Nimm z. B. zweimal 142857, dann erhalst du 28714. Das sind dieselben Ziffern wie zuvor, ja in derselben Reibenfolge, nur ist 14 vorn abgemnitten und hinten angesetzt. Nimm dreimal 12 87. dann erhalst du 42571 Das sind wierrum die gleichen Ziffern, nur ist diesmal bloß die 1 vorn weggenommen und am Ende angebangt. Weiterhin ist viermal 142857= 90 und fünfmal 142857= 714 25 und sechsmal 857112. Es sind immer die gleichen uern in der gleichen Folge, nur beginnt die seibe allemal wo anders. Erst beim Verviellachen mit 7 geschieht etwas anderes. Da erhalst *909. Und nun weißt du auch wie du die Wunderzahl bilden kannst, wenn du sie einmi vera ssen haben solltest. Du brauchst d* Zahl mit den 6 Neunern nur durch 7 zu teilen, und schon in die vergessene Zahl wieder gefunden Nochum: Stellve antwortlich für den lokalen Lei= Schillero für den ele: Julius Wattenscheid: N. 1 und Musik Dr. F. del und Evort:# gentetl Bochum sentetl Hattingen 0. eigenten eigenten und Druck Marche VI. 81: 14 245 eitung Bochum eve=Ruhr=Lieeler ung Wattenscheid 1. Beilage der Volts-Zeitung. Nummer 157— Seite 5 Es stellen sich vor: Neuverpflichtete Mitglieder unseres Theaters Beim Schauspiel: Schönherrs„Erde“. Sie brachte mir einen starken, vielversprechenden Presse= und Publikumserfolg, und ich freute mich unbändig über diese erste öffeytliche Anerkennung, Als nächste Station, die ich herausheben möchte, weil sie für mich von bedeutendem künstlerischen Wert war, kam drei Jahre später das Engagement nach Oldenburg. Unter der Intendanz von Hellmut Götze und der Regie des Alfred Schieske. Als kräftiger Junge im Herbst geboren; natürlich in Schwabens Hauptstadt„Stuegert“ Besondere Eigenheiten: Schwäbischer Dickkopf.— Mit dieser Eigenschaft überwand ich sämliche elterlichen und verwandtschaftlichen Hindernisse und landete endlich nach Absolvierung des Karls=Gymnasiums und einiger bürgerlicher Berufshemmnisse beim— Theater meiner Geburtsstadt.— Ich„dienerte“ zuerst vor meinem Volk im Schauspielhaus. Meine Dienerlivree wurde mir bald zu eng, und ich benutzte einfach den Eingang für Begabtere im „Staatstheater“. Nach zweijähriger erfolgreicher Tätigkeit folgte ich einem Ruf nach Heidelberg. Von dort wurde ich von Intendant Michels, dem damaligen Leiter der Württembergischen Volksbühne(jetzige Württembergische Landesbühne) als erster Charakterspieler nach Württemberg zurückgerufen. Dort spielte ich drei Jahre lang ein sehr gesuchtes Fach— das Fach der guten Rollen. Auf mein Engagement an die Vereinigten Stadttheater Duisburg=Bochum unter der Leitung von Intendant Dr. S. Schmitt freue ich mich ganz besonders. Eine Reihe neuer Künstler wird sich im bevorstehenden Spielwinter dem Publikum erstmalig vorstellen können. Schon heute möchten die neuen Mitglieder die erste Fühlung mit ihren zukünftigen Zuschauern und Zuhörern aufnehmen und in Wort und Bild von sich berichten. Zwar sind noch nicht alle, die kommen werden, vertreten, aber mag sich wenigstens die Hauptzahl bekannt machen Somit sei einem jeden von ihnen selbst das Wort erteilt. Heidi Kuhlmann. Meine Tätigkeit? Mein Werdegang? Beides begann wohl bei einem vierjährigen kleinen Mädchen im Theater, das untröstbar, bitterlich schluchzte, da dem Prinzen zum zweitenmal sein Aschenputtel in die Nacht entschwand. Als leisester Beginn ist mir noch eine Erinnerung wach; ich mußte als Kind beim Weihnachtsspiel einen Weisen aus dem Morgenlande darstellen. Ehrfurcht machte mich vor dem Christkind zaghaft und ließ mich stolpernd auf Zehen geben. Ich erweckte dadurch Verzweifeln an meiner Brauchbarkeit.— Soll ich noch erzählen, daß ich als kleines Mädchen immer wieder Goethe las, wenig verstand und viel Größe spürte; ach heimlich kußte ich sein Bild und erschreckte die Verwandtschaft mit meinem Hochmut, indem ich er klärte, ich wollte ein weiblicher Goethe werden Awar von hohem Mut für eine Dreizehnjährige zeugt es.— Ernstes Fieber, das mich eine Zeit ins Bett zwang, kostete mich die Aufregung, als ich erfuhr, daß ich zum ersten Male eine Rolle spielen sollte— Antigone— Aus dieser Welt wurde mir mein Beruf. Auch die Zeiten sind vorbet. in denen ich. Goethe spielend, eine mir liebe Autorität fragte, ob man trunken vor Erkenntnis und Schönheit sein dürfte? Ich weiß die Antwort! In der Iphigenie, bei der Thusnelda, Stuart, Lady Milford, Alara aus Maria Magdalena, Minna v. Barnhelm, in der Porzia aus dem Kaufmann von Venedig— finde ich sie bestätigt. Ich könnte nicht sagen, welche Rolle ich davon an liebsten gespielt hätte. Meine Götter sind Goethe, Shakespeare und Kleist, Da ich zu jung bin, um meine Tätigkeit und Entwicklung mit kurzen Angaben festlegen zu können, da sie zu kärglich ausfallen müßten und zu alt, als daß man nichts von mir erwartete, wird es mir nicht ganz leicht, über mich zu schreiben. Denn es wird kaum interessieren können, daß ich aus der Düsseldorfer Schauspielschule und einem Engagement bei Louise Dumont nach Braunschweig kam, das ich jetzt nach vier Jahren verlasse, um nach Duisburg und Bochum zu kommen. Anna Budzineki. Ich gehöre zu den Theater=Besessenen! Als ich, achtjährig, zum ersten Mal in meinem Leben Theater spielen sab— eine gute Tante hatte mich in die weihnachtliche Schneewittchen=Aufführung mitgenommen, wußte ich plötzlich und unumstößlich gewiß, wozu ich auf der Welt war. Da ich anders keine Gelegenheit hatte, schauspielerte ich nun vorerst einmal im engsten Familienkreise. Zum Gaudium sämtlicher Bekannter schlüpfte ich in die Hosen meines Vaters, stülpte seinen Hut tief ins Gesicht und malte mir mit Kohle ein Schnurrbärtchen über den Mund. In dieser Aufmachung mimte ich dann voller Begeisterung, und zwar meistens die Rolle eines armen Handwerksburschen, der bettelnd von Haus zu Haus zieht.— Das waren die ersten Anfänge; später wurde die Sache dann ernster. Meine Eltern wollten von einer Theaterlaufbahn ihrer Tochter nichts wissen. Als alles Bitten nicht half, erklärte ich meinem Vater eines Tages energisch: Entweder Du gibst jetzt Deine Einwilligung— oder ich brenne durch“ Durchbrennen war wirklich mein unerschütterlicher Entschluß Das wußte mein Vater wohl auch, er kannte den Eigensinn seiner Tochter, und schweren Herzens gab er seine Erlaubnis.— Meine ersten Kenntnisse sammelte ich am Karlsruber Landestheater, wo ich neben der theoretischen gleichzeitig eine zweijährige praktische Ausbildung genoß. Knapp 19 Jahre alt, wurde ich als Heldin und Charakterspielerin nach Heidelberg engagiert. Meine erste Rolle war die Mena in — Ich hoffe und wünsche, daß es mir gelingt, die Sympathien des rheinisch=westfälischen Publikums trotz meiner angevorenen schwäbischen Eigenheiten in künstlerischer Hinsicht zu erringen „no koi' Angscht,'s wird schau' reacht werral Allen zur Warnung! Die Pressestelle des Polizeipräsidiums teilt uns mi* Vier Personen einer hiesigen arohen Verwaltung, die in leichtsinniger Sensationssucht das vollkommen und unbegründete Gerücht aufgebraucht hatten, zwei leitende Nationalsozialisten in Bochum seien verhaftet worden, wurden von der volitischen Polizei zwecks Einleitung eines Strafversabrens festgenommen Bei dieser Gelegenheit wird nochmals darauf hingewiesen, daß den Gerüchtemachern mit allen Mitteln und aller Schärfe entgegengetreten wird. Tag der deutschen Kose. Ein Opfersammlung für Mutter und Kind Zur Förderung des Hilfswerks„Mutter und Kind“ wird am Sonnabend, dem 14. und Sonntag. dem 15. Juli 1931, von der NS.=Volkswohlfahrt eine deutsche Roe vertrieben Der Verkauf erfolgt durch die NS.=Frauenschaft und des B D. M. Deutsche Männer und Frauen! Sorgt für die Gesundheit unserer Jugend= Spendet für ihre Erholung. Ihr sichert dadurch Deutschlands Zukunft! Jeder tue seine Pflicht und helfe! Gebt gern und freudig für das große Hilfswerk„Mutter und Kind“. Jeder Volksgenosse tragt am Sonnabend und Sonntag die deutsche Rose der NS.=Volkswohlfahrt. NSDAP Amt für Volkswohlfahrt. Kreis Bochum. Ketteler-Feier für die Arbeiter und Knappen von Groß-Hechum. Freitag abend um 8 Uhr findet in der ChristKönig=Kirche für die katholischen Arbeiter= und Knappenvereine aus dem gesamten Dekanat Bochum eine Bischof=Ketteler=Feier statt. anlahlich der Entzündung derewigen Flamme am Grabe des Bischofe im Mainier Dom. Die Mitglieder der Arbeiter= und Knappen=Vereine aus ganz Bochum worden zu dieser religiosen Feier ein= geluden. An der Feier wirkt der Kirchenchor Christ= König mit. Die Festprediat wird das KettelerIdeal vor die Seele unserer Arbeiterschaft wieder neu berausstellen. jetzigen Essener Intendanten Alfred Noller wurde die„Rose Bernd“ aufgeführt. Ich spielte die Titelrolle, und es wurde ein großer Abend für mich, der einen Hohepunkt in meinem erst kurzen Theaterdasein bedeutete.— Ueber Essen und Kiel kam ich dann nach Berlin an das Preußische Theater der Jugend Die künstlerisch u menschlich überragende Persönlichkeit des Intendanten Herbert Maisch und sein herrlicher Kameradschaftsgeist gaben dem jungen Theater Gesicht und Form. So wurde dieses Berliner Engagement mein bisher schönstes und brachte mir neben beruflichen Vorteilen reichen ideellen Gewinn. Ueber mein Berliner Debut als Stauffacherin äußerte sich die gesamte Berliner Presse sehr anerkennend. Auch hatte ich Gelegenheit, im Deutschen Theater die Brunhild der Hebbelschen„Nibelungen“— es ist meine liebste Rolle — zu spielen. Meine Hoffnung, in Berlin festen Fuß zu fassen, wurde durch die Schließung des Preußischen Theaters der Jugend vereitelt.— Ich gehe an die Städtischen Bühnen Bochum=Duisburg, denn der Name Dr. Saladin Schmitt ist mir die sichere Gewähr für das hohe Niveau der dortigen Aufführungen. Ich habe nur den einen großen Wunsch, durch recht vieles Spielen einen engen Kontakt mit dem Publikum zu bekommen und mir seine Anerkennung zu erringen Fritz Brand. Nach meinem Abitur am Duisburger Landfermann=Gymnasium(und 6 Wochen Universitäts=, Studium in Köln) besuchte ich die Schauspielschule Louise Dumonts in Düsseldorf. Am dortigen Schauspielhaus Mieb ich dann noch 2 Jahre als Schauspiel=Anfänger und Hilfsregisseur. Da mer der Plan meines Intendanten, mich zum Regisseur zu machen, nicht paßte, zog ich es vor. als Charakterspieler nach Görlitz zu gehen. Hier spielte ich in zwei Jahren, vom Oswald bis zum Hauptmann von Köpenick, alles was man sich wünschen kann. Von dort holte mich Otto Falckenberg nach München an die Kammerspiele, wo ich in erster Linie jugendliche Charakterrollen zu spielen hatte, Nebenbei habe ich dort ein wenig gefilmt und sehr viel im Rundfunk gesprochen. BOCHUMER MOSAIK Bochumer Tageschronik. Man merke. 1657 1700 18 1915 1920 Mittwoch, den 11. Juli. Sonnenaufgang 4,19 Sonnenuntergang 20.50 Mondaufgang 3,34 Monduntergang 21,01 Neumond 18,06 Uhr ME König Friedrich I von Preußen in Königsberg geboren(gestorben 1713). Stiftung der Akademie der Wissenschaften in Berlin. Der schwedische Ingenieur Salomon Auaust Andrée steigt auf Spitzbergen im Freiballon zur Fahrt nach dem Nordpol auf, blieb lange verschollen, bis seine und seiner zwei Begleiter Leichen am 6. August 1930 auf der zum Spitzbergen=Archipel gehörigen Weißen Insel gefunden wurden. Kleiner Kreuzer„Königsberg“ in DeutschOstafrika von der Besatzung gesprengt. Abstimmungsstieg in Ost= und Westpreußen. Von Kosen im Garten. Zum Tag der deutschen Rose. Von Gartenbaudirektor Prof. Willy Lange. Es gibt Schöpfungen, über die der gewöhnliche Sterbliche nicht reden kann, sie sind für ihn zu groß: Meer, Himmel, Berge, Leben... wer außer dem Dichter kann ihnen ein schilderndes Beiwort geben. Nur mit stillen Schauern die Werke des Schöpfers empfinden, still andächtig— das können wir! Wenn du zu sehen und zu fühlen vermagst, dann wirst du auch die Rose fühlen. Denn unaussprechlich ist auch sie. Morgen= und Abendröte sind in ihr, alle Lieder der Liebe und alle Klagen und Scherze, sie lacht mit der Sonne und trauert mit dem Regen, aller Himmel und Seelen Spiegel ist sie. Die Kenntnis der besonderen Eigentümlichkeiten der Rose führt erst zu ihrer rechten Wirkung Für wieviel Rosen ist dann Platz in einem Garten! Wer die Rosen in milderen Gegenden sah, meint wohl, solche Fülle könne unsere Sonne nicht erblühen lassen Und doch kann sie es, wenn wir die rechte Wahl treffen und durch die größere Zahl der auf engerem Raum anzusiedelnden Einzelpfanzen die größere Ausbreitung einer einzelnen Pflanze ersetzen, wie wir es im Süden oder schon in mildgelegenen Gärten Englands und Frankreichs sehen. Wählen wir dann winterharte Formen so werden wir zwar nicht in gleichen Sorten, wohl aber in gleicher Gesamtwirkung der Rosenpracht des Südens nahe kommen. Bei diesem Ziel muß auch die Bodengestaltung für die Anpfanzungen mehr ausgenützt werden als bisher, ja sie muß zu diesem Zweck geschaffen werden. Legt man Rosenpflanzungen an jähen hängen an, unter Berücksichtigung von verschiedenen Wuchseigenschaften: hohen und niedrigen, überhängenden und kriechenden, aufrechten und ausgebreiteten, und läßt man die Wuchseigenheiten sich in hinreichenden Massen ergänzen, so wird bald eine auellende Fülle von Rosen kaskadenartig die Hügel herabranken und Strahlen von Blütenzweigen nach allen Seiten auswerfen. An Wänden, auf Terrassen, wenn die oberen die unteren in der Pflanzung ergänzen, kann auf baulicher Grundlage die gleiche Wirkung erreicht werden, wie sie oben auf natürlicher Bodengestaltung angedentet ist. Daß man Rosengärten meistens eben legt und für die Betrachtung einen Höhepunkt schafft, bringt wohl ferne Massenwirkungen, aber keine feinen nahen Reize. Bodensenkungen mit lebhaftester Terrassierung, unter Mitwirkung selbst hoher Mauern, bieten die feste Voraussetzung feiner Wirkungen eines Rosengartens, schon weil in solcher Lage den verschiedenen Licht=, Schatten=, Wärme und Feuchtigkeitsanforderungen der einzelnen Sorten genügt werden kann Auf dem gesteigerten Ausdruck natürlicher Gestaltungskraft beruht die gesamte Gartenfreude. Ob baulich oder natürlich die Gärten zu gestalten seien— der Streit kann als verklungen gelten! Das Ziel aller Gartengestaltung ist: Der Garten mit seinen Freuden für uns. Und die echteste, weil seinem Wesen und uns am engsten verbundene Bereicherung wird der Garten immer die Blume finden, aber in einer Fülle, ja Verschwendung, wie sie nur dem blühenden Hochzeitstraum des Baumes vergleichbar ist. Die Sage legt alle Schönheit in die Vergangenheit; gegenüber den Nebeltagen der geschichtlichen Jahrtausende sucht sie die Schönheit im verlorenen Paradies. Bei unserer heutigen Erkenntnis, Erfahrung und dem Reichtum der gärtnerischen Gestaltung liegt ein Paradies in unserem Garten als dem Land voller Freude, Leben und Frieden— und die Rose bleibt Königin hier! Passionsspiele auf dem Wienkopp. Die Nachricht von den Passionsspielen wird überall mit Begeisterung aufgenommen. Von fern und nah strömen schon jetzt die Massen herbei. Anmeldungen liefen ein vom Münsterland und Sauerland, aus den bergischen Ortschaften und den Industriegroßstädten. Sehr stark beteiligen sich auch die Volksschulen. Sie alle wollen sich auf dem Wienkopp anläßlich des Jubeljahres des Erlösungstodes Christi einmal ernstlich in das Leben und Leiden unseres Heilandes vertiefen. Heute ist die nächste Aufführung. Wer kann, benutze das schöne Wetter und komme zum Passionsspiel auf der Freilichtbühne Wienkopp. Jeder wird innerch bereichert und neu gestärkt vom Spiel zurückkehren. Die Aufführung beginnt um 1530 Uhr und endet um 19 Uhr. Schutz für allein reisende Kinder. In wenigen Wochen beginnt wieder die Ferienzeit für undere Schulkinder, von denen viele das Glück haben werden, sich außerhalb zu erholen Viele Kinder werden auf die Reise zu Verwandten aschickt, müssen unterwegs umsteigen und kommen nicht selten auch auf den Bahnhof einer Großstadt. wo sie oft rat, und hilflos umberirren. Das birgt die Kinder mancherlei Gefahren in sich. Des halb seien Eltern, die ihre Kinder allein reisen lassen müssen, auf die Katholische Bahnhofsmislion oder den Evangelischen Bahnhofsdienst hingewiesen, deren Helter sich der Kinder annehmen und sie zu dem richtigen Zuge bringen. Es ist nur erforderlich, daß Eltern und Angehörige solche Kinder unter Angabe der Personalien. Erkennungszeichen und des Reileziels rechtzeitig bei der Bahnhofsmission des Umsteigeortes anmelden. Wer ist der Täter? Vorgestern gegen 10 Uhr ist ein Bote auf der Verbandsstraße an dem Feldweg, der an der Schrebergartenkolonie vorbeiführt. überfallen und beraubt worden. Nach Angaben des Ueberfallenen lei ein Radfahrer etwa 50 Meter binter ihm gefahren. Später sei der Radfahrer auf ihn zugekommen und habe ihn nach dem Weg zur Dortmunder Straße gefragt und ihn durch Schläge auf den Kopf niedergestreckt, so daß er das Bewußtsein verloren habe. Einige Meter im Feldweg liegend will der Ueberfallene aus der Ohnmacht erwacht sein. Sein Fahrrad und seine aufgerissene Aktentasche sollen im Feldweg neben ihm gelegen haben. Dieser Feldweg ist von der Verbandsstraße aus weit einzusehen. Der Täter soll etwa 30 Jahre alt. 1.70 Meter groß und schlank gewesen sein und einen dunklen Anzug und eine graue Schlägermütze getragen haben Wer kann über den Täter Angaben machen? Wer hat in der Zeit von 10—11 Uhr die Verbandsstraße passiert und den Vorfall beobachtet oder den Ueberfallenen gesehen? Der Ueberfallene will von der Verbandsstraße aus über den Gersteinring zur Cäcilienstraße gelaufen und sein Fahrrad bei sich geführt haben. Zweckdienliche Angaben: Polizeipräsidium Bochum, Zimmer 24" Neuer Provinzial=Kolonnenführer. Die Pressestelle des Oberpräsidenten der Prooinz Westfalen teilt mit: Der Oberregierungs=Medizinalrat Dr. Burgunder in Dortmund, Kreuzstr. 94l. ist vom Vorsitzenden des Deutschen Roten Kreuzes, Provinzial=Männervereins Westfalen, zum Provinzial=Kolonnenführer berufen worden. th. Arbeiten auf der Zeche Hannibal. Zur Zeit werden auf der seit etwa vier Jahren stilliegenden Kokerei der Zeche Hannibal I Instandsetzungsarbeiten durchgeführt. (:) Versuchter Einbruch. In der Nacht ist versucht worden. in ein Zigarrengeschäft auf der Kortumstraße einzubrechen. Die Türscheibe zum Geschäft ist zertrümmert und die Gitter sind verbogen worden. Gestohlen wurde nichts. Das neue Handwerksrecht. Die Erste Verordnung über den vorläufigen Aufbau des deutschen Handwerks wird im Reichsverwaltungsblatt von Ministerialrat Dr. Zee=Heraeus vom Reichswirtschaftsministerium einer Würdigung unterzogen. In diesem Zusammenhang wird mitgeteilt, daß die Verordnung vom 15. Juni trotz ihres ansehnlichen Umfanges von rund 100 Paragraphen nur einen Ausschnitt aus dem werdenden neuen Handwerksrecht darstelle Weitere Verordnungen würden folgen, die den weiteren Aufban des Handwerks in Fachverbänden und in Handwerkskammern und ihre Zusammenfassung in einer Spitze regeln. Ein Schmuggler=Eheepaar erwischt. Der Polizei gelang es, ein Ehepaar aus Bochum wegen Kaffeesteue fortgesetzter steuer=Hinziehung festzunehmen. Das Ehepaar stand schon längere Zeit im Verdacht, Kaffee zu schmuggeln. Nach langwierigen Beobachtungen und Feststellungen konnte es nunmehr überführt werden. Ein Auto mit 12 Sack Rohkaffee wurde beschlagnahmt. lu. Unfall unter Tage. Im Untertagebetrieb der Zeche„Constantin 8/9“ in Bochum=Riemke erlitt der Hauer Hermann L. durch Steinfall erhebliche Rückenverletzungen. Er wurde dem Bergmannsheil zugeführt (:) Ein guter 1931er in Aussicht. Der sonnenreiche Sommer dieses Jahres, für viele Landwirtschaftszweige wenig erfreulich, hat sich wenigstens auf den Stand der Reben günstig ausgewirkt. In der Rheinpfalz, die mit einem Jahresdurchschnittsertrag von 750000 hl Deutschlands größtes Weinbaugebiet ist, rechnet man mit einer an Menge und Güte sehr befriedigenden Ernte. lu. Zubruchgehen eines Strebe, alle Eingeschlosfenen unverletzt geborgen! Jm Untertagebetriebe der Zeche Constantin 6.7 im Stadtteil Grumme ging in der Morgenschicht am gestrigen Dienstag im Revier 9. Flög Sonnenschein ein Streb zu Bruch. Durch sofort einsetzenden Rettungsarbeiten gelang es am Spätnachmittag, alle 6 eingeschlossenen Hauer lebend und unverletzt zu bergen Wer kann Angaben machen?— Ein krecher Diebstahl! Gegen 11.20 Uhr ist vor dem Postgebäude. Eingang Viktoriastraße, das Kleinkraftrad IX— 21 122. Marke„Miele“, Fabriknummer 50650, entwendet worden. Der Täter ist gesehen worden und wird wie folgt beschrieben: etwa 22 Jahre alt, 1.70 m groß. schlank, frisches Gesicht, trug hellen Anzug, hellen Hut, Oberhemd ohne Binder.— Zweckdienliche Angaben erbittet die Kriminalpolizei in Bochum, Polizeipräsidium, Zimmer 252. Feriensonderzüge ins Saargebiet. In diesem Jahr fahren Feriensonderzüge auch ins Saargebiet, und zwar verkehrt ein Zug am Juli und zwei Züge am 3. August. Der Fahrpreis nur für die Hinfahrt beträgt ab Gelsenkirchen nach Trier 4.35 Mk., nach Merzig 5.40 Mk., nach Dillingen 5,70 Mk., nach Saarlouis 5.80 Mk nach Völklingen 6.15 Mk., nach Saarbrücken 6.40 Mark. Hierzu tritt für jede geloste Karte ein Aufschlag von 50 Pig. Kinder unter 4 Jahren werden frei befördert, Kinder von 4 bis 10 Jahren zahlen von dem Fahrkartenpreis und dem Aufschlag die Hälfte. Ab Bochum=Hbf. oder Herne erhöhen sich die Fahrpreise um jeweils 15 Pig., eine Fahrt Bochum—Saarbrücken kostet demnach 6.55 Mk. Der Fahrplan ist folgender: Am 28. Juli und 8. August: Dortmund=Hbf. ab 7,45. Herne ab 8,10, WanneEickel ab 8.18, Gelsenkirchen ab 827, Altenessen ab 8.38. Trier an 13,34, Merzig an 1420, Dillingen an 15,12, Saarlouis an 15.20, Völklingen an 15,35, Saarbrücken an 15.50 Uhr. Am 8. August: Dortmund=Hbf. ab 9,20, Bochum=Hbf. ab 9,1 Essen=Hbf. 10,.27, Trier an 15,05, Merzig an 16,30, Dillingen an 16,12, Saarlonis an 16.50, Völklingen an 17,05, Saarbrücken an 17.20 Uhr Der Meldeschluß für diese Züge ist der 16. Juli. Die Reichsbahn gewährt bei der Anfahrt zur Sonderzugstation im Umkreis von höchsters 100 Kilometer gegen Vorweisen der Sonderzugkarte die gleiche Ermäßigung Um den Teilnehmern vervilligte Rückfahrmoalichreit zu schaffen, werden am 18 und 25. August Gesellschaftsfahrten von Saarbrücken nach Duisburg oder Essen(je nach Bedarf) veranstaltet. Anmeldungen hierfür sind an Herrn Christ aus Bochum, Merchweiler(Saar), Verwaltungsgebäude, zu richten. Außerdem verkehren wie alljährlich in den ersten Tagen des September ein oder zwei Sonderzüge, auf welche rechtzeitig in der Saarpresse aufmerksam gemacht wird und für welche alle Stationen der Saarbahnen Anmeldungen entgegennehmen. Für die Einreise nach dem Saargebiet ist en Personalausweis mit Lichtbild oder ein deutscher Reisepaß notwendig. Sichtvermerke werden nicht gefordert. Da seitens der Polizeibehr den Personalausweise mit Lichtbild nicht mehr ausgestellt werden, müssen die Teilnehmer sich entl einen Paß rechtzeitig ausstellen lassen. Wie das Polizeiprasidium Essen mitteilt, kann bei nachaewiesener Bedürftigkeit die Gebühr für die Ansstellung eines Passes in Hohe von 3 Mk. ermaßigt werden. Für Kinder kann ein sog Kinderausweis mit Lichtbild ausgestellt werden, oder dieselben müssen im Paß der Eltern eingetragen sein. Zwischen Bürgersleig und Straße. Gegen 15 Uhr überschlug sich auf der Wuppertalerstraße in Bochum=Linden, in der Nahe der Ueberführung(Donnerbecke), infolge starken Bremsens ein Personenkraftwagen. Hierbei wurden der Führer, sowie die Beifahrerin leicht verletzt. Sie konnten ihre Wohnungen aufsuchen. Der Wagen wurde erheblich beschadtgt Gegen 19 Uhr wurde auf der Hauptstraße in Bochum=Langendreer, in Höhe des Hauses Nr. 20., ein Rentner von einem Motorrade angefahren. Er erlitt eine Fleischwunde am Hinterkopf. Ein Arzt leistete die erste Hilfe. kr. Das Kind der Eheleute Martin He. von der Rottbruchstraße wurde beim Ueberqueren der Flottmannstraße von einem Motorradfahrer angefahren, zu Boden geschleudert und blieb besinnungslos liegen. Ein Autofahrer brachte das Kind ins Krankenhaus, wo leichtere Verletzungen an Kopf und Beinen festgestellt wurden Ein Ungetreuer. 47000 Mark Verbandsgelder unterschlagen. Drei Jahre und fünf Jahre Ehrverlust. + Im Winter 1933 wurden bei einer plötzlichen Revision der Kasse des Generalsekretariats des Verbandes der evangelischen Arbeitervereine von Rheinland und Westfalen in Witten Veruntrnuungen in Höhe von 8000 bis 9000 Mark festgestellt. Im Verlauf der weiteren Kassenprüfung erhöhte sich die Fehlsumme auf insgesamt 47000 Mark, in welcher aufgedeckte Fehlbeträge von Mark bei der Sterbekasse des Verbandes und von 9000 Mark bei der Lotteriekasse einberechnet sind. Der Sekretär Heinz Emil Berger in Witten, dem das gesamte Kassenwesen des Verbandes unterstand, wurde flüchtig, konnte aber an der holländischen Grenze verhaftet werden. Berger, welcher seit dem 1. August 1924 mit einem gutauskömmlichen Gehalt als Hauptkassierer bei dem Verbande angestellt war, hatte sich nunmehr vor dem Großen Strafkammer des Landgerichtes Bochum wegen fortgesetzter Untreue zu verantworten. Die Verhandlung ließ erkennen, daß der 30jährige junge Mann auf großem Fuß gelebt, viel mit eigenem Auto Vergnügungsfahrten gemacht hat, die für ihn mit erheblichem Kostenaufwand verbunden waren. Er griff daher in die ihm anvertrauten Kassen des Verbandes und hat auch im Laufe der Jahre ein Vermögen seiner im Jahre 1932 von ihm geschiedenen Frau in Höhe von 10000 Mark verwirtschaftet. In der Hauptverhandlung gestand der Angeklagte, im Gegensatz zu seinen früheren Bekundungen, ein, die Gesamtsumme von 17 000 Mark veruntreut zu haben, jedoch habe er für sich„nur“ 10000 Mark der Summe verwandt. Ein Betrag von 17000 Mark will er nach seinen Behauptungen 1931 dem Deutschen evangelischen Volksbund. Sitz Godesberg, der damals in erheblichen finanziellen Schwierigkeiten sich befand, aus Verbandsmitteln gegeben haben, obwohl die Leitung des Verbandes der evangelischen Arbeitervereine die Hergabe eines bei ihm beantragten Darlehns ausdrücklich abgelehnt hat. Weiter behauptete der Angeklagte, für den Deutsch=evangelischen Voiksbund ein Hypothekendarlehn bei einer Lebensversicherungsbank in Höhe von 3000 Mark vermittelt zu haben, welches Geschäft sich aber bei Eintritt der Bankenkrise und der Hypothekensperre zerschlagen habe. Infolge vorher schon eingetretener Verzögerung in der Auszahlung des Darlehns habe er sich auf Treiben des Volksbundes herbeigelassen, diesem mit 5000 Mark in bar auszuhelfen und Bürgschaft, wie auch Wechsel von 17000 Mark. zu übernehmen. Da der Volksbund Pleite gemacht habe, sei er durch seine Wechselverbindungen mit ihm in finanzielle Bedrängnis geraten. In dieser Lage habe er sich an den Gelhern des Verbandes der evangelischen Arbeitervereine vergriffen. Die Untreueaffäre des Angeklagten erhielt jedoch in der Gerichtsverhandlung in ihren Ursachen ein für den Angeklagten erheblich ungünstigeres Bild. so daß das Gericht ihn wegen fortgesetzter Untreue zu drei Jahren Gefängnis und 5 Jahren Ehrverlust veruxteilte. Vereine. Schüvengilde Blau=Weiß. Am letzten Sonntag batte die Schuvengilde Blau=Weiß Ehrenfeld ihre Mitglieder zum Pokalschietzen zusammengerufen 20 Schutzenbrüder, die zum drittenmal um den Pokal zu kampfen hatten, wurden ausgelost. Der Pokalverteidiger Heinrich Feysen., der denselben nun schon zweimal errungen hatte, mußte ihm mit 34 ngen an den Schützenbruder Hinzmann, der Ringe schoß, abtreten. Heiß war der Kampff. Fol= gende Preise wurden errungen: 1. Hinmann 38 R 2. Wachsmund 80, 3. Zywitz 80, 4. Reitemeter 34 5. Strotmann 34, 6. Heinr. Fey sen. 31. 7. Paul Fey sen. 88 8. Heinr. Fey jun. 83 Ringe. Es folgten noch mit 33 Ringen die Schützenbruder Schulz, Paul Fen jun., Kute. mit 32 Ringen: Bracht, Sander. mit 31 Ringen Hochbein. Joh. Fey jun.. Reichardt Laborino und Gunske. hilfe für den ostpreußischen Bauern Bochumer Jungen fahren in die Landhilfe. Schen am ersten Tage zahlreiche Meldungen.- Ueberall fanden die Jungen ausgezeichnete Aufnahme. Das Arbeitsamt und die Hitlerjugend stehen zur Zeit im Zeichen einer letztmaligen Werbung von Landhelfern und Hüteburschen für Ostpreußen. Schon gestern konnte man sehen, daß der gestrige Apvell an die Bochnmer Hitlerjugend und an die Bochumer Jugend überhaupt nicht umsonst gewesen ist. Aus allen Stadtteilen kamen gestern schon die ersten Meldungen. Die Kleinsten sind die Eifrigsten. Schon die ganz Kleinen, die noch im letzten Schuljah: sind, kamen mit ihren Kameraden und wollten mitfahren. Alle wollen sie zum deutschen Bauern im Osten, wollen helfen, daß der ostpreubische Bauer den Kampf um unser tägliches Brot gewinnt Mit einer Begeisterung haben unsere Jungen den Ruf ihres Oberbannführers und des Arbeitsamtes aufgenommen, daß Fernstehende, die aus diesem oder jenem Grunde das Arbeitsamt aufsuchen, verwundert aufhorchen, wenn so ein kleiner Pimpf an seine Kameraden nochmals die letzten Ermahnungen richtet, bevor sie mit strammem Gruß in das Zimmer des Berufsberaters treten, um sich geschlossen zum Ostlandtransport zu melden. Mancher Vater, manche Mutter, die in ihrer Sorge um den Jüngsten glaubten, den Weg zum Arbeitsamt mitmachen zu müssen, mußten allzu schnell kapitulieren vor dem entschlossenen Willen dieser Jungen Wenn auch bangen Herzens, so doch mit Freude in den Augen gaben sie schließlich ihre Zustimmung, besonders als sie hörten, daß gerade aus dem Osten von den dorthin vermittelten Jungen die wenigsten Klagen gekommen seien. Immer wieder spielt sich in den Wartezimmern dasselbe Bild ab. daß einige Unentwegte, die Bruder, Freund oder Schwester in Ostpreußen bereits seit längerer Zeit als helfer und Landhelferin haben, auch die noch Zaudernden zu überzeugen wissen. In der Tat ist es auch so, daß der ostpreußische Bauer unsere Jungen besonders berzlich aufgenommen hat und immer bemüht ist, dem Jungen zu helfen, daß er sich möglichst rasch im Osten heimisch fühlt. Aus den vielen beim Arbeitsamt vorliegenden Briefen die die Eltern in ihrer Freude dorthing haben, sei nur ein Brief erwahnt, der gerade des halb besondere Beachtung verdient, weil er von einem Jungen stammt, der in seinem ersten Brief dringend um das Rückreisegeld bat, weil er nicht glaubte, dort oben ausbalten zu können. Nachdem die Eltern mit Mühe und Not das Rückreisegeld zusammengebracht hatten, traf ein Brief hier in Bochum ein, in dem er ankündigte, weitet in Ostpreußen bleiben zu wollen, da es ihm an nichts fehle. Briefe, in denen die nach Ostpreußen gegan genen Jungen oft begeistert die freundliche und ganz vorzügliche Aufnahme bei den dortigen Bauern preisen, sind an der Tagesordnung und bereits zu Dutzenden an die Eltern und Verwand ten und an das Arbeitsamt geschrieben. Ger die Briefe der kleinen Jungen sprechen eine deute liche Sprache und sollten dazu beitragen, daß unsere Eltern ihre Vorurteile gegen den Osten aufgeben und sich auch entschließen, ihre Jungen dorthin als Helfer oder Hüteburschen zu schicken Weshalb sollen unsere Jungen abseits siehen. weshalb sollen sie müßig beiseite stehen und nicht mithelfen, daß der Führer die Arbeitsschlacht ge winnt? Beim beutschen Bauern im Osten braucht man unsere Burschen bringend. Deshalb sollten Eltern und Erzieher diese letzte Gelegenheit be nutzen und ihre Jungen zum Ostlandtransport beim Arbeitsamt Bochum, Kreuzstraße 10, Abteilung Berufsberatung, Zimmer 89 40, melden Industriegebiet und organischer Arbeitseinsatz. Das Arbeitsamt Bochum schreibt: Im Verlaufe der Arbeitsschlacht konnten im Bezirk des Landesarbeitsamtes Westfalen mehr als 60 Prozent aller Arbeitslosen wieder in A beit und Brot gebracht werden. Innerhalb dieses Gesamtbezirkes betrug der Rückgang der Arbeitelosigkeit im nordwestlichen Textilgebiet 88 Pro zent, im gemischtwirtschaftlichen nordostlichen Geviet 80 Prozeyt während im Ruhrgebiet, also in dem Gebiet zwischen Hamm und Bottrop, der Rückgang der Arbeitslosigkeit nicht einmal ganz 17 Prozent beträgt. Dieser entschieden geringere Rückgang der Arbeitslosenziffern ist hauptsachlich darauf zurückzuführen daß die im Gebiet dom nierenden Wirtschaftszweige Bergbau und Groß eisenindustrie, die über 50 Prozent der Erwerbstätigen beschäftigen, in den letzten Jahren von einer besonders starken Krise geschüttelt worden sind, im Verlaufe derer sie rd. 3000000 Arbeiter haben entlassen müssen. Von diesen freigestellten Arbeitern konnten vom 1. 3. 1933 bis zum 30. 6. 1934 nur rd. 60000 wieder eingestellt werden. Hieraus geht hervor, daß Bergbau und Eisenindustrie in weit geringerem Umfange an der allgemeinen Belebung der Wirtschaft Anteil haben, als irgendwelche anderen Wirtschaftszweige ler fahrungsgemäßer Konfunkturab auf). Für den Bergbau kommt außerdem noch hinzu, daß die an sich möglich gewesenen Mehreinstellungen in erster Linie durch Abbau der Feierschichten, die auf die Tauer einen einigermaßen gesunden Lebensstandard des Bergmanns unterbanden, nicht zur Ausfuhrung kamen Die Feierschichten im Ruhrbergau gingen nämlich im Verlauf eines Jahres um die Hälfte zurück. Aber nicht nur in den beiden Wirtschaftszweigen, die das Ruhrgebiet beherrschen, ist der Rückgang der Arbeitslosigkeit viel geringer als in anderen Gebieten, nein auch in den übrigen Gewerbegruppen, insbesondere auch im Baugewerbe. im Handwerk usw. hat das Ruhrgebiet im Rahmen des Rückgangs der allgemeinen Arbeitslosigkeit bedeutend schlechter abgeschnitten. Bekannt ist daß die industriellen Arbeitsämter ihre Arbeitslosenziffern überhaupt nur um durchschnittlich 47 Prozent senken tonnten, weil sie Zehntausende von Jugendlichen außerhalb des Ruhrgebietes in landwirtschaftliche Arbeit bringen konnten. Die Entlastung im Arbeitsam:sbezirk Bochum, die rd. 55 Prozent beträgt— die Arbeitslosenziffer ging von 4200 auf 18000 zutuck— war nur möglich, weil über 13000 jugendche landwirtschaftliche Krafte und Landhelfer außerhalb des Industriegebietes landwirtschaftliche Arbeit aufnahmen. Durch diese Aktion ist es zusammen mit dem Arbeitsdienst gelungen, die tugendlichen Arbeitslosen bis zu 25 Jahren fast restlos wegzuraumen. Drobend aber erhebt sich noch das Gespenst der Arbeitslosigkeit unserer ateren Arneitslosen und insbesondere unserer Familienvater. So ist es zum Beispiel innerhalb des Stadtgebietes Wattenscheib zwar gelungen, über 300 Jugendliche in die Landwirtschaft zu bringen. die Zahl der wohhiahrtsunterstutzten Familienväter, die in Arbeit gekommen ist, beträgt aber leider nur einen Bruchteil dieser Zahl. An diesen wenigen Zahlen wird das Problem für den hiesigen Bezirk klar. Es bandelt sic darum, mit allen zu Gebote siebenden Mitteln an die Arbeitsbeschaffung für unsere älteren verbeirateten Volksge= nossen an der Ruhr berauszugeben. sich nicht mehr darum handeln, dem versonlichen Ehrgeig mancher leitenden Kommunalreamten und Arbeitsamtsdirektoren nachzukom= men, der darin besteht, nun irgendwelche ländchen Bezirke auf Kosten anderer Bezirke arbeito= losenfrei zu machen, sondern es muß darauf ankommen, einen möglichst tiefen Einbruch in die Arbeitslosigkeit an der Ruhr vorzunehmen. Da im Monat die Arbeitsmöglichkeiten in der sogen. freien Wirtschaft zur Herbeiführung dieses Zieles nicht annähernd ausreichen, muß versucht werden, durch zusätzliche Arbeitsbeschaffung, also auf dem Gebiete der Notstandsarbeit, hier Abhilfe zu schaffen. Wir sind der Auffassung, daß auf diesem Gebiete noch eine Menge Arbeit geleistet werden kann. Der Bochumer Arbeitsamtsbezirk ist in der unglücklichen Lage, sowohl relativ als auch absolut die weitaus wenigsten zusätzlichen Arbeiten innerhalb seines Bezirks zu haben. Beschäftigten wir im Februar d. Is. noch über 500 Notstandsarbeiter in unserem Bezirk, so ist diese Zahl am 30. 6. 1934 auf 127 zurückgegangen. Am 30. Juni d. Is. betrug der Anteil der Notstandsarbeiter in Prozent aller Unterstützungsempfänger in Dortmund 38, in Bottrop 1,8, in Gelsenkirchen 1,8 und in Bochum 0,7 Prozent. Das Arbeitsamt Bestwig hingegen beschäftigte am 30. 4. 1934 90,8 Proz., das Arbeitsamt Rheine 885 Proz., das Arbeitsamt Lippstadt 81,4 Proz., das Arbeitsamt Detmold 75 Proz. und das Arbeitsamt Paderborn 71.5 Proz. aller Unterstützungsempfänger in Notstandsarbeit. Hier wird ein Mißverhältnis offenbar, daß mit einem vernünftigen Arbeitseinsatz nichts meyr zu tun haben kann. Es erhebt sich daher die Frage: 1. Wie schaffen wir am Orte zusätzliche Arbeitsmöglichkeiten für unsere Familienväter und 2. Ist es möglich, schon in kürzester Frist eine wirkliche Entlastung des Ruhrgebietes dadurch herbeizuführen, daß in größerem Umfange verheiratete Ruhrarbeitslose bei Notstandsarbeiten außerhalb des Ruhrgebietes zu tarifmäßigen Löhnen untergebracht werden können? Bei gutem Willen aller beteiligten Stellen ist das Problem zu lösen. Nur mit frischem Mut und nationalsozialistischen Geist an die Arbeit! Ostpreußische Störche für Westdeukschland. In der vorigen Woche sandte die Vogelwarte Rossitten unter Leitung von Dr. Schüz mehr 60 junge Storche, die in Ostpreußen aus den Nestern genommen waren, nach Westdentschland. Empfänger war die Essener Vogelwarte, die die Tiere zunächst zwei Tage lang in Pflege nahm. Die Vogel zeigten sich gesund und munter und nahmen sofort das ihnen gereichte Futter an. Der Versand der Vögel geschah im Nahmen des Gesamtversuches, den Storch in Westdeutschland wieder anzusiedeln. Bei der Vogelwarte Essen hatten sich eine große Zahl von Personen gemeldet, die Besitzer von Störchen werden wollten Die Vogelwarte Essen suchte aus den zahlreichen Anmeldungen 27 Persönlichkeiten aus, deren wirtschaftliche Verhältnisse Gewähr dafür leisten, daß die Tiere gut untergebracht sind. Die Liebhaber der Störche wurden bei der Vogelwarte in Essen über die Ernährung und Pflege der Jungstörche unterrichtet und nahmen dann ihre Lieblinge in Empfang. Berücksichtigt wurden hauptsächlich Hofbesitzer vom Niederrhein in den Kreisen Cleve und Straelen sowe im Münsterlande. Die Vogelwarte Essen selbst hat fünf Jungstörche für sich behalten, um sie am Baldeney=See auszusetzen. Das ist inzwischen am Montagmorgen geschehen. Drei Störche wurden auf der Wasserburg Haus Scheppen freigelassen und zwei auf der anderen Seite des Sees im Schutzgelände für Wasservögel. Die Storchenliebhaber, die Vögel zugewiesen bekamen, wurden verpflichtet, die Tiere nicht gefangen zu halten, sondern der Freiheit zu übergeben. Sie werden also Gelegenheit haben, im Herbst ihrem Wandertrieb zu folgen. Die Vogelwarte Rossitten hat den Jungstörchen Aluminiumringe angelegt. So wird man feststellen können, ob sie im Frühjahr wieder in ihre Adoptivheimat im Westen zurückkehren. Das ist möglich, aber nicht sicher. Die Vogelwarte Rossitten will den Versuch, durch Wiedereinbürgerung des weißen Storches die westdeutsche Landschaft zu beleben, in Zusammenarbeit mit der Vogelwarte Essen drei bis vier Jahre lang hintereinander fortsetzen. Man hofft, daß ein Erfolg nicht ausbleiben wird. Aus Mitteilungen des Publikums weiß man, daß im Fruhjahr öfter Störche auch unsere Gegen besuchen, einige Tage umherfliegen und dann wieder abziehen. In der Fachwelt wurde als Grund dafür angenommen, daß sich ihnen weder Nistgelegenheit noch Ernährungsmöglichkeiten bieten. Deshalb ist zu empfehlen, daß Leute, die auf die Ansiedlung von Störchen Wert legen, wenigstens die Unterlagen für Nester bereitstellen. Bei den Orten, an die Jungstörche gegeben wurden, hat man darauf geachtet, daß dort Fischnahrung vorhanden ist. Es bleibt verläufig warm! Auch während der letzten Stunden hat sich die Wetterlage über dem europäischen Kontinent wieder nicht merkbir verändert. Finnland sowie die südlichen Ostseestaaten melden an der Grenze der von Rußland gegen Westen vorgetriebenen Warmluft gegen die über die Ostsee und Skandinavien nach Süden fließende Kaltluft überwiegend stärkere Bewölkung und vielfach Regen, z. T. in Verbindung mit Gewittern. Das Wolkenfeld dieses Schlechtwettergebietes erstreckt sich mit seinen Ausläufern bis nach Ostdeutschland. Mitteleuropa westlich der Elbe sowie Westeuropa melden dagegen noch immer heiteren bis wolkenlosen Himmel, wobei die Temperaturen an Oberrhein gestern morgen schon bis 20 Grad ansteigen konnten. Die Umgestaltung der Wetterlage geht nur sehr langsam vor sich, jedoch ist schon eine Einengung des Schönwettergebietes von allen Seiten bemerkber. Mittwoch: Winde zwischen Nord und Ost. Noch immer überwiegend heiter bis wolkenlos und sehr warm. Zeitweise jedoch etwas stärkere Bewölkung. Donnerstag: Heiter bis wolkig ohne wesentliche Temperaturänderung. Im Laufe des Tages einzelne Gewitter wahrscheinlich. Revision nützt ihnen nichts! Haup!mitgliederversammlung des Saarvereins Bechum. Sonntag trafen sich die Bochumer Saarländer des Saarvereins zu einer Hauptmitgliederversammlung im Vereinslokale Strauch an der Hattingerstraße. Nach begrützenden Worten des Vereinskührers Christ sprach Propagandawart Beny in einem aufschluß= reichen Vortrage zu dem Thema:„16 Jahre Saargeschick unter dem Regiment des Vockerbundes“. Einleitend schilderte Redner die Entitebung des Saarstatuts, das am 28. Juni 109 unterzeichnet wurde und die Trennung des Saargebiets von seinem Mut= terlande auf 16 Jahre sanktionierte. Weitere Ausführungen befaßten sich mit der politischen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Lage der Saardeutschen, wehei besonders die eigenartigen Reaierungsmethoden des frankophilen Präsidenten, der Saarregierung Knox in das rechte Licht gerückt wur= den. Am Alutimmungstage des 18. Januar 1005 werde das Saarvolk der Weltöffentlichkeit eine deut= liche Antwort auf die von ihm erduldeten Repressa= lien geben mit dem Bekenntnis:„Deutich bleibt die Saar immerdar!“ Im geschäftlichen Teil machte Vereins Christ auf die Sondenzüge des Saarvereins merksam, nach denen eine sehr rege Nachfrage herricht. So sind die Fahrkarten für den Sonderzun am 28. Juli bereitg ausverkauft. Der nächtte Saarbrückener Sonderzug fährt mit einer 60prozentigen Fahwreisermäßigung am 8. August, und zwar erfolgt die Abfahrt um 9.20 Uhr vom Hauptbahnhof. Die Rückfahrt der Sonderzüge zum Ruhrgebiet erfolgt Anfang September. Anmeldungen nimmt bis zum 14. Juli Vereinsführer Christ, Rottstratze M. entgegen. Die Versammlung nahm mit großer Befriedigung einen Bericht über die am 10. Juni stattgefundene Bochumer Saarkundgebung entgegen. Sie hat ideel und materiell alle Erwartungen bei weitem übertrof= für ihre vorbildliche Mitarbeit. Zum Schlusse wurde auf die am Sonntag. 2. Juli, stattfindende Saarkundgebung in Langendreer hingewiesen, an der sich der Bochumer Saarverein geschlossen beteilit. Abfahrt um 15,02 vom Hauptbahnhof. Der Fahwpreis betragt 20 Pfg. Zur Entgegennahme der Fahrkarten treffen sich die Mitglieder um 14.30 Uhr auf dem Bahnhofsvowlatz. Der Reichsgerichtsdienst des DNB. meldet: Eine vierköpfige kommunistische Horde hielt in der Nacht zum 17. Juni 1932 in Bochum den SAMann Fritz Jäger an und„durchsuchten“ ihn. Als bei dem Ueberfallenen der Parteiausweis gefunden wurde, mißbandelten die Unbolde den Wehrlosen mit Ochsenziemern und Kabelenden und bedeuteten ihm dabei in gebälsiger=Weise:„Wenn Du schreist. kriegst Du mehr. wenn Du nicht schreist— weniger.“ Das gesinnungstüchtige und der Umsturzpartei würdige vierblättrige Kleeblatt hatte sich am 19. 4 vor dem Bochumer Landgericht zu verantworten, das gegen zwei Angeklagte das Verfahren auf Grund des Straffreiheitsgesetzes vom 20. 12. 32 einstellte, da die Tat aus politischen Beweggründen begangen worden war. Der Rädelsführer Walter neschke wurde wegen Straßenraubes und gefährlicher Körperverletzung zu drei Jahren und sein Komplize Steilmann zu einem Jahr neun Monaten Gefängnis verurteilt. Die Angeklagten griffen dieses Urteil vor dem Reichsgericht insoweit an. als sie wegen gefährlicher Körperverletzung bestraft worden waren. Da in den Urteilsgründen ausdrücklich festgestellt war. daß die vor dem 1. 12. 1932 begangene Tat die Abrechnung mit einem politisch Andersdenkenden darstellte, also aus politischen Motiven begangen worden war. mußte das an die Urteilsfeststellungen gebundene Revisionsgericht das Verfahren auf Grund des Amnestiegesetzes insoweit einstellen, als die Angeklagten wegen gefährlicher Körververleuung verurteilt sind. Das Urteil ist damit insoweit rechtskräftig bestätigt, als gegen die Beschwerdeführer wegen Straßenraubes Einsanstrafen ausgeworfen sind. Briefkasten. G. F. Unseres Erachtens ist der Installateur nicht berechtigt. Zinsen zu fordern, da doch über etwaige Zinszahlung nichts abgemacht und erst recht kein Prozentsatz festgesetzt ist. Das große KURT REINHARD DIETZ Geheimmis DAS RAETSEL EINER NACHT Copyright 1934 by Literar Büro Oeppert-Pieau, Wien. 18 26. Fortsetzung. Tr. Windhopp stellte mit leichtem Erstaunen sest, daß die Hand, die gerade diese stumme Geste vollführt hatte, rauh und ausgearbeitet war. Das paßte so gar nicht zu der übrigen Erscheinung des Sprechenden. bitte, sprechen Sie ohne Zwang und ohne Rucksicht= nome auf uns. Auch uns liegt daran, vollige Klarhen zu erlangen“, sagte Dr. Windhopp höflich. In diesem nugenblich klopfte eo. Er schritt zur Tur.„Gestatten Sie noch eine Minute, meine Herren.... Er öff= nete, sah den Beamten, den er zum Amtsgericht ge= aucht hatte, und trat auf den Gang binaus..ch bin heuse vormittag für niemanden zu sprechen, Herr Runze enn der Freiherr von Wasaw sich melden sollte, lassen Sie ihn ens Warte zimmer eintreten.“ angesehensten Bürger der Stadt— Genossen sagt man setzt dort— ist der Großhandler Wladimir Kroyt, ein leidlich gebildeter und nicht unrechter Mann. Seine Tatigheit besteht darin, Pelze aus Sibirien nach dem europaischen Rußland zu verhandeln und umgekehrt von dort Waren anderer Art nach dem nahen Osten. Außerdem hauft und verhauft er Edelsteine, die im Ural gefunden werden. Edelerze und Salz. beide eben= Aom Iralnebiet Die Gomiotleute hoben ihm „Jowohl, Herr Doktor. „Es ist gut. Jch danke Jhnen.“ Wihrend der Beamte, in einem der Buroo ver= schwand, las Dr. Windhopp rasch die Antwort des Amts= geric is. Sie lautete:„Karl Ferdinand Freiherr von Wosow, geboren am 11. August 1874, Oberstleutnant a. V. und Gutsbesitzer, Majoratcherr auf Schaumbeg und Heltau, an Stelle des nach geil chieten Freiherrn August von Nicow, angewich 1916 in Galizien gefallen, am 9. Juli 1925 auf der Familie amtlich für tot erblart. Nr. Windhopp faltete das Batt zusammen und schab es in die Tasche. Dann ging er zu den rich.„Jch bitte um Entschuidigung. Nun steye ich zu Jhrer Verfugung. Jch habe Vorsorge getroffen, daß uns niemand stort. Wollen Sie nun. bitte, beginnen, Herr von Wasow" Der Angeredete nichte zustimmend eine seltsome Geschichte zu hören bekommen, meine Herren Richter," sagte er dabei mit einem schmeritior n.„Ader es ist ja wahl so, dat sich das nict darum bekummert, ob wir mit uns seltsam finden und cb es uno zerbricht.— will nun berichten. Em russischen Geuvernement Tobollh, östlich ve lir gebirges, legt das Stadtchen Tjumen. Sie werden tstens dem Namen nach hennen, meine a Nrer Co isnt ein rewr Handeleplay noch Dit un. Weit und Rabnitation mit etwas mehr als dreißi tausend Einwohnern. Einer der falle aus dem Uralgebiet. Die Sowfetleute haben ihm wohl sein Tatigkeitsfeld ziemlich beschnitten, aber trotzdem blüht sein Geschäft und sein Vermögen mehrt sich von Jahr zu Jahr.„Wer mit den Wölfen heult, den fressen sie nicht“, pflegt er zu sagen. Dieser Wladimir Ilsitsch Kront hatte einen Kutscher — wenigstens war dies seine offisielle Stellung. Tatsächlich mar er etmas mehr als das, mas man unter einem Kutscher versteht. Er diente seinem Herrn nam= lich außerdem noch als Helfer im Hause und im Geschaft, als Bote und Einkassierer, ale Reisebegleiter und als Kindermadchen. Dieser Vertraute hieß Nitschewo. Es ist Ihnen vielleicht benannt, melne Herren, daß „nitschewo“ in deutscher Sprache„nichte“ heißt. Ein merkwürdiger Name für einen Menschen! Nitschewo war ao Knecht in Kronto Haus genommen, hatte still und ordentlich zwei Jahre lang alle ihm aufgetragenen schmutzigen Arbeiten getan und war eine billige Kraft gewesen: denn er beham und beanspruchte keinen Lohn. Dann wurde seine Vorliebe für Pferde entdecht. er durtte die Stallarbeit tun, und schließlich wurde er Kutscher. Da war Nitscheio glüchlich. So glüchlich. daß er bel seiner Ernennung zu Wladimir Ilsitsch Kroyto Leibhutscher Tranen der Freude vergoß Jahre vergingen so. Und es ware vielleicht immer so geblieben, wenn sich nicht folgendes zugetragen hätte Der Großhandler Kront hatte um eines wichtigen Ge= schafts willen über Land fahren müssen, im dreispannigen Schlitten, den Nirschewo lenkte. Das war im Januar dieses Jahres. Wir hatten einen ungewöhnlichen, überaus strengen und langen Winter in diesem Jahre und Sie können sich meineHerren, die Kälte vorstellen. die dort im Gouvernement Tobolsk herrschte. Es ift also nicht vermunderlich, daß ein Rudel hunariger Walte dem Schlitten nachsetzte und Menschen wie Pferde hart bedrangte. Kront feuerte aus seiner Pistole, aber das machte die Biester nur noch mitender. Eine wilde Jagd begann. Die drei Pferde rannten um ihr Leben Der Schnee wirbelte unter den zwolf Hufen auf wie Wellenschaum in der Brandung. Es ging um Leben und Tod. Endlich ein Dorf! Menschen stehen am Eingang starren dem rasenden Fahrzeug entgegen, rennen in die Häuser. Die Menschen kommen zurum mit Mist gabeln, Gewehren, Beilen— sie müssen die Wölfe gesehen haben. Nun scheuen plötzlich die Pferde, erschrecht durch die Zumife der Dorfleute, der leichte Schlitten stürzt um, fliegt gegen die Wand eines Hauses. Kront kann gerade noch rechtzeitig abspringen, aber Nitschewo wird gegen die Mauer geschleudert, vom Huf eines der Pferde am Kopfe getroffen und unter dem umstürzen= den Schlitten begraben. Nach drei Wochen, wahrend derer er stündlich mit dem Tode um sein armseliges Leben gerungen, erwacht Nitschewo im Krankenhaus zu Tjumen aus der Bewußtlosigheit. Man mußte ihm sagen, wo er sich befand, sogar wer er sei. Er entsann sich allmahlich der Flucht vor den heulenden Wölfen, wußte nach und nach wieder, daß er der Kutscher Nitschewo des Großhaufmanns Wladimir Iljitsch Krovt in Tiumen in Ruhland war. Er fragte nach seinem Herrn und hörte, daß dieser unverletzt geblieben und wohlauf sel. Aber er wuhte noch mehr. Er wußte wieder, was er fast dreizehn Jahre lang vergessen hatte— daß er. der Kutscher Nitschewo, in Wirklichheit der Freiherr Karl Ferdinand von Wasow ist.“ Der Erzahlende strich sich mit der Hand über die hohe Stirn, und der Untersuchungorichter dachte:„Ja. so sehen diese Hände aus— als hätten sie fahrelang die Arbeit eines Knechtes getan.“ Nun wunderte er sich nicht über ihr Aussehen. „Nach dreizehn Jahren hatte sich mein Gedächtnie wiedergefunden,“ fuhr der Freiherr von Wasow fort. und seine Stimme zitterte leicht.„Dreizehn Jahre lang hatte ich alles vergessen: mein eigeneo Ich, Frau und Kinder, die mir tausendmal mehr galten als dieses arme Ich. Heimat, Vaterland, Sprache, Name— alles vergessen!“ Er schwieg wieder. Niemand sprach ein Wort. Die Männer im Zimmer. die selber Familie hatten und eine Heimat, fühlten erschüttert die herbe Größe dieses Schichsals. Nach einer bleinen Weile setzte der Erzählende seinen Bericht fort:„Langsam tastete ich mich im Geiste zurück. Ich lag scheindar teilnahmslos in den Kissen eines Krankenbettes, aber mein erwachtes Hirn fieberte im Suchen und in Sehnsuchten. Jch entsann mich wohl, gehört zu haben, daß der Krieg zu Ende gegangen war. aber es hatte mich damals nicht berührt— ich hatte ja nicht gewußt, daß ich ein Deutscher war!. Ich entsann mich auch der Tarsache, daß man mich hatte nach Deutschland zurüchsenden wollen, ganz im Anfang war das gewesen, aber ich hatte mich geweigert und war geblieben. Es sind wohl viele in Rußland zurüchge= blieben. Niemand kümmerte sich darum. Dann qualte mich der Gedanhe: Wie ist eo möglich, daß du alles, alles vergessen konntest? Ich will Ihnen kurz schldern, was geschehen war, soweit es in meiner wiedererwachten Erinnerung lebt, meine Herren.“ „Wird es Ihnen nicht zuviel, Herr von Walow?“ warf Dr. Windhopp ein.„Strengt es Sie nicht zu sehr an?“ „Nein, Herr Richter. Außerdem ist es besser, wenn alles in einem Zuge erledigt wird, um so schneller komme ich zur Ruhe. Also hören Sie. bitte. Ich gehörte im Kriegsjahre 1916 einem Regiment der deutschen Südarmee Bothmer an, die zusammen mit der 2. osterreichischen Armee Böhm Ermolli die Festung Lembera zu dechen hatte. Wir standen zwischen den Ufern Sereth und der Strypa. Im Juni setzte die berüchtig. Brussilow=Offensive ein, in der bekanntlich über dret Millionen Russen die Front im Südosten einzudrüchen versuchten. Ich will Ihnen nichts von all dem Grauenhaften erzählen, das von damals unauslöschlich in mein Hirn eingemeißelt blieb. Sie werden Aehnliches erlebt haben. Unsere Nerven waren zum Zerreißen angespannt, denn der Ausgang dieser gewaltigen Offensive war sehr ungewiß. Schon seit dem 7. Juli verloren die Oesterreicher wichtige Stellungen, bald darauf wuche sich ihre Lage zur Katastrophe aus. Allein die 4. und 7. Armee verlor dreihunderttausend Gefangene. man befürchtete den Zusammenbruch Oesterreichs. Der Gedanke, daß rechts und links von uns weit über 100 000 Oesterreicher glatt zum Feind übergelaufen waren, wirkte zermürbender als das tagelange, vorbereitende Artilleriefeuer! Und dann, beim dritten Vor stoßz der Russen, kam für mich das Ende: ein furchtbarer Kolbenhieb streckte mich nieder— mehr weiß ich nicht.“ Wieder schwieg der Erzählende einen Augenblich. Dann sprach er rasch weiter:„Mehr weiß ich nicht, um es genau zu sagen, von dem Freiherrn von Wasow. Als ich in einem überfüllten, schmutzigen Lazarett wieder zur Besinnung kam, war ich— ein Fremder, ein Unbekannter. Meine Papiere und Wertsachen fehlten und damit die letzte Erinnerungsmöglichkeit für mich und andere. Heute weiß ich, daß auch die deutsche Sudarmee, nachdem sie lange standhaft ausgehalten hatte. sich hatte auf eine Linie mit den österreichischen Truppen zurückziehen mussen. Aus einem Gefangenenlager kam ich zu einem Arbeitskommando. Lange, lange Zeit verging. Die russische Revolution kam. Ich erlebte die Loslosung Sibiriens von Rußland mit Hilfe der gefangenen Tschechen mit. die unter sich Legionen bildeten. Alles, ohne Anteilnahme für die Vorgänge um mich her. Ich hatte als junger Leutnant auf der Kriegeschule die russische Sprache erlernt, und wenn ich sie auch nicht fließend beherrsche, so genügen meine Kenntnisse doch. um— leider— meine deutsche Herkunft noch mehr zu verbergen. Eines Tages kam ich dann nach Tjumen zum Grotzhändler Wladimir Illitsch Kroyt. Dao übrige wissen Sie bereite, meine Herren.“ Fortsetzung folgt) 1eRRI Groß=Bochum meldel... Bochum-Hiltrop-Bergen. lu. Gesamtverbany der Arbeitsopfer in der Deutschen Arbeitsfront. Die am Sonntag beim Wirt Wegener stattgefundene Monatsversammlung erfreute sich eines guten Besuches. Ortsgruppenleiter Brandau eröffnete dieselbe und gab die Tagesordnung bekannt. Nach Verlesung der eingegangenen Rundschreiben folgte ein Bericht über die Amtswaltertagung in Dortmund. Im weiteren konnte mitgeteilt werden, daß durch Vermittlung des Verbandes erholungsbedürftige Invaliden in Erholungsheime geschickt werden. Als weiterer Erfola konnte die kostenlose Begutachtung in Rentenstreitsachen durch Vertrauensärzte bekanntgegeben werden. Der Ortsgruppenleiter ermahnte alle Arbeitsopfer, sich restlos dem Gesamtverband anzuschließen. An der am 12. August stattfindenden Fahnenweihe der Ortsgruppe Wiemelhausen wird eine Deputation teilnehmen. Bochum-Gerthe. lu. Der Marine=Berein Gerthe hatte am Sonntag im Vereinslokal Kalthoff eine außerordentliche Generalversammlung. Der Beitritt des MarineVereins in die SA. R. 2 ist nunmehr erfolgt, wozu der Vereinsführer Bergeritz bekannt gab, daß durch die Angliederung eine kleine Beitragserhobung nicht zu umgehen sei. Da der Besuch der Versammlungsbesuche zu wünschen übrig läßt, machte es der Vereinsführer jedem Kameraden zur Pflicht, wenigstens eine Versammlung im Vierteljahr zu besuchen. Unter Punkt Verschiedenes beschloß man, den diesjährigen Familienausflug am Sonntag, 5. August. zu veranstalten. Ausflugsziel ist der Harkortberg und die Hohensyburg. Bochum-Hordel. rb. Sommerausflug der„Harmonie“. Nachdem die Damen der Kruppschen„Harmonie“ im vergangenen Monat ihren Sommerausflug zum Baldenensee gemacht hatten, fuhren am letzten Sonntag die Herren der„Harmonie“ unter starker Beteiligung der Mitglieder. Die Fahrt ging nach Remscheid zum Schloß Burg an der Wupper, zur Münaitener Brücke. in das berrliche Bergische Land und nach Elberfeld und Barmen. Um Mitternacht trafen die Teilnehmer wieder in ihre Heimat ein. Bochum-Linden-Dahlhausen. b. An der Ruhrbadaanstalt fehlt ein öffentlicher Fernsprecher! Die hiesige Ruhrbadeanstalt ist wohl. was die Anlage und die Platzverhaltnisse angeht, eine der schönsten Freibadeanstalten in Bochum und in der näheren Umgebung überhaupt. Kein Wunder ist es deshalb, daß ne von der gesamten Bevölkerung unserer Stadt, besonders auch aus der Stadtmitte und auch von Bewohnern benachbarter Städte recht gern aufgesucht wird. Tausende von Menschen sind an den letzten Tagen Gäste derselben gewesen. Vor allem der Sonntag brachte einen Massenbesuch. Gut wäre es deshalb, wenn man an der Ruhrbadeanstalt oder evtl. an der daselbst gelegenen Wirtschaft Buschmann einen öffentlichen Fernsprecher aufstellen ließe Einem dringenden Bedürfnis wäre damit abgeholfen. Wir glauben, daß auch von den Badegäiten die Aufstellung eines Fernsprechers lebhaft begrüßt würde, da damit denselben gleichzeitig auch Gelegen. heit gegeben würde, auch Telefongespräche von dort aus zu führen. b. Aus dem Werkmeister=Ortsverein Linden=Dahlhausen. Die Vereinigung des Werkmeisterverbandes mit dem Verband der Angestellten ist nun zur Tas sache geworden. In der am letzten Samstag im Vereinsheim Möller abgehaltenen Versammlung gab der Führer der Ortsgruppe ein Schreiben des Verbander bekannt zu dieser Vereinigung. Tamit ist auch der hiesige Ortsverein mit der Ortsgruppe der Angestellten zusammengelegt, deren Führer W. Folgmann nun der Ortsgruppenführer der vereinigten Ortsgruppen ist. 45 Jahre Theaterverein„Preciosa“ Stiepel. Der mit der Stiepeler Bevölkerung aufs engste verbundene Theaterverein„Preciosa“ begeht am 14. und 15. Juli in den Vereinsräumen Frische die Feier des 45jahrigen Bestebens. Der Verein wurde im Jahre 1889 im Lokale Hellmich(jetzt FreeseBrandenstein) auf der Voßkuhle gegründet. Bereits im Jahre 1891 konnte die Vereinsfahne geweiht werden. Seit 1918 ist die Gaststätte Frische Vereinslokal. Sehr oft konnten auf Wettstreiten die grün=weißen Farben ehrenwvoll bestehen. Dann kam der große Weltkrieg. Sechs treue Kameraden blieben auf dem Feld der Ehre. Nach Kriegsende fand sich alt und jung wieder zu ersprießlicher Arbeit an der edlen Kunst zusammen. Trotz feindlicher Besatzung bewegte sich 1924 zur 35jährigen Jubelfeier ein großer Festzug durch den Ortsteil Stiepel. Durch unsern Volkskanzler ist auch den Theatervereinen der richtige Platz im deutschen Vaterlande durch die Eingliederung in den„Reichsbund für Volkstum und Heimat“ zugewiesen worden. Die Feier des 45jährigen Bestehens ist verbunden mit einer Werbeveranstaltung der Ortsgruppe Groß=Bochum, die dem Theaterverein„Preciosa“ Bochum=Stiepel, als einem der ältesten Vereine im Verbande aus Anlaß seiner Jubelfeier übertragen wurde. Das Programm ist sehr umfangreich und sieht neben der Ehrung der Gefallenen und Jubilare am Samstag eine Festfeier, am Sonntag einen Werbeumzug und anschließend eine Saalfeier vor, an der auch die Theatervereine der Umgegend teilnehmen werden. Den Abschluß bildet an beiden Tagen Deutscher Tang. Aus unserem Verbreitungsgebiet. Wanne-Eickel. kr. Ein Autobrand. Gestern vormittag befand sich das Lieferauto der Wanne=Eickeler Firma B. auf der Fahrt zum Herner Wochenmarkt. Plotzlich. auf der Bahnhofstraße schlugen die Flammen aus der Motorhaube. Während Fahrer und Passanten zu Hilfe eilten, erschien die Feuerwehr die den Autebrand durch Schaumlöschung schnell und wirksam bekampfte. Das Auto wurde abgeschleppt. rb. Ausflug der Belegschaft„Königsgrube“ nach Zuer. Als Zeichen der Voltsgemeinschaft im neuen Reich machte am Sonntag die Gesamtbelegschaft der Schachtanlage„Königsgrube“ einen gemeinsamen Ausflug mit ihren Familien nach Buer. Vom Direktor bis zum Kumpel nahmen alle an diesem Belegschaftsausflug teil, so daß über 1000 Mann die Fahrt nach Buer im Sonderzug antraten. Vom Bahnhof Buer=Süd ging es zum Berger See. Nach dem Mittagessen, das aus der Gulaschkanone gereicht wurde, übernahmen 10 Führer die Führung durch die Schönheiten Buers. Den restlichen Nachmittag vertrieb man sich mit Spiel und Kurzweil aller Art. rb. Bergmannslos. Auf einer Schachtanlage wurde im unterirdischen Betriebe der Schlepper Hucke aus Wanne=Eickel dadurch schwer verletzt, daß er mit einem Fuß unter einen beladenen Wagen geriet, wobei der Fuß zerquetscht wurde. Nach Anlegung eines Notverbandes mußte er dem Bergmannsheil zugeführt werden, wo der Fuß amputiert werden mußte. herne. Vermißter Schüler. Seit Sonntag wird der Schüer Ewald Kirchmeyer, 27. Mai 1921 zu SelmBeifang geboren, zuletzt in Herne. Graffstraße 30 wohnhaft gewesen, vermißt. Beschreibung: Erwa 1,40 Folgende Turner und Turnerinnen des Turnkreises Bochum blieben auf dem Landesturnfest in Minden siegreich und wurden mit dem Siegerkranz ausgezeichnet: Turner. Zwölfkampf, Oberstufe: 6. E. Kargol(T3V. Constantin) 199 Pkte., 17. Loffert(TG. B.=Ehrenfeld) 183 Pkte., 20. A. Kargol(TSV. Carolinenglück 178 Pkte., 35. Wroblewsky(Friesen, Bochum) 161 P. Zwölfkampf, Unterstufe: 16, Kaufmann(TG. B= Ehrenfeld) 100 Pkte., 29. Herbst(T3V. B=Hamme 1883), 30. Hops(Friesen Bochum), Schlottechose(TG B.=Langendreer) 176 Pkte., 31. Solineki T2V. B.Hordel) 175 Pkte., 32, Marcus(TV. B.=Langendreer 182), Kappert(Friesen Bochum) 174 Pkte., 41. Sander(TG. B.=Langendreer) 167 Pkte., 45. Leschner TSV. Constantin Bochum) 163 Pkte., 46. Schuppe Fladung(Constantin Bochum) 162 Pkte. Zwölfkampf, 32—39 Jahre: 8. Mertens(T2V. B.=Hamme 1M3) 20 Pkte., 22. Rasche(Friesen Bochum) 109 Pkte. Neunkampf, 40 Jahre und älter: 8. Schmidtmann (Friesen Bochum) 148 Pkte., 14. Kirschbaum(Bochum 48) 140 Pkte., 32. Baldanus(Rote Erde B.Weitmar), Iffland(TSV. B.=Hamme 83) 120 Pkte Zehnkampf: 9* Schulte(Friesen Bochum) 14 Punkte. Bolkstümlicher Fünfkampf: 6. Buschei(Bochum 18) 89 Pkte., 11. Zeiger(Laer 87) 84 Pkte., 17, Koch TV. Rohlinghausen) 78 Pkte Bolkstümlicher Fünfkampf, Unterstufe: 8. Czibulka(TV. 01 Wattenscheid) 91 Pkte., 12. Graßhoff TV. 01 Wattenscheid) 87 Pkte., 17, Rumpf(TV. 01 Wattenscheid) 82 Pkte., 19. Doring(Jahn B.=Queren. burg) 80 Pkte. Volkstümsscher Sechskampf: 20. Drolshagen(Bochum 48) 94 Pkte. Dreikampf der Aelteren, Klasse B. 1894 und älter 4. Noll(TV. 01 Wattenscheid) 47 Pkte., 10, Fieker (DG. B.=Langendreer) 41 Pkte., 11. Fenselau(T6 B.=Ehrenfeld) 40 Pkte. Sechskampf der Jugend: 14. Brämer(T3 Pringregent Bochum) W Pkte., 16. Mener(TEV. Ca. rolinenglück Bochum) W Pkte., 17, Solinski(T3V Carolinenglück Bochum) 95 Pkte., 19. Solinski(T3W Hannibal Bochum) 93 Pkte., 20 Peter(Glückauf B.Werne) 92 Pkte., 22. Falke(T3V. Carolinenglück Bochum). Möller(Glückauf B.=Werne), Solinak V. Hannibal Bochum) 90 Pkte., 27. Balke(T3W Prinz=Regent Bochum) 85 Pkte., 28. Hilse(TSV. Ca. rolinenglück Bochum) 84 Pkte. Dreikampf der Iugend: 2. Clags(Bochum 481 67 Punkte, 7, Heitkamp(TG. B.=Ehrenfeld) 50 Pkte., 15 Jaschke(Friesen Bachum) 51 Pkte., 17. Westerndorf TEV. Carolinenglück Bochum) 49 Pkte., 18. Liesenhoff(TV. B.=Gerthe) 48 wric., 21. Harmann(Glück. auf B.=Werne) 45 Pkte. Durnerinnen Siebenkampf, Sonderklasse: 1. Borgolte(TW. B.. Ehrenfelo) 132 Pkte., 8. Gers(2. B.=Ehrenfeld) Meter groß, schlank, hellblondes, glattes, linksgescheiteltes Haar. ovales Gesicht. frisch. hohe Stirn, blaue Augen, bogenförmige Augenbrauen, kleine Ohren kleine, schmale Nase, weiße, vollständige Zähne, soitzes Kinn, geht etwas gebückt. Bekleidung: braunes Oberhemd, weißes Unterbemd, grauschwarze, kurze Hose. braune, lange Strümpfe, hohe Schnürschuhe. Wer kann über den Verbleib bezw. über der. jetzigen Aufenthalt des Vermißten Angaben machen? Wilten. (:) Heidebrand in Witten. Schon seit einiger Zeit vergeht kaum ein Tag. an dem nicht größere Brände aus allen Teilen Deutschlands gemeldet werden. Vielfach sind diese Brände durch den Leichtsinn und die Unachtsamkeit von Wanderern oder Spaziergängern verursacht. Schon wiederholt ist darauf aufmerksam gemacht worden, daß die Spaziergänger sich doch gerade in der warmen und heißen Jahreszeit besonders vorsehen möchten. Denn der Schaden, der alljährlich durch Waldbrände verursacht wird, geht in die Millionen. Von einem größeren Brande, über dessen Ursache bisher noch nichts bekannt ist, ist auch der Kermelbera in der Nähe von Witten heimgesucht worden. Den vereinten Anstrengungen der Feuerwehren von Annen und Schnee sowie einiger hilfsbereiter Zivilpersonen ist es zu verdanten daß dem Brande nur 150 gm Heide zum Opfer fielen. 129 Pkte., 6. Dahmen(TG. B.=Ehrenfeld) 121 Pkte Siebenkampf, Klasse A: 8. Schade(Friesen Bochum) 121 Pkte., 12. Mehlmann(Friesen Bochum) 117 Pkte., 16. Bartelsmeier(TG. B.=Ehrenfeld) 111 Punkte, 18. Höllermann(Rote Erde B.=Weitmar 102 111 Pkte. 20. Kotthoff(TV. O Wattenscheid), Rutber TG B.=Ehrenfeld) 100 Pkte., 22. Michaelsen(70 Berarenfeld) 107 Pkte., 23. Windeler(TG. B.=Ehrenfeld) 106 Pkte., 27. Piecusch(TSV. B.=Hamme 102 Pkte., 28. Reichardt(Friesen Bochum) 101 Pkte., 29. Donath(TSV. B.=Hamme 83) 100 Pkte., 30 Krahvorst(TV. 01 Wattenscheid), Werneckenschieder Rote Erde, B.=Weitmar 182) 00 Pkte., 31, Strauch TV. 48 Bochum), Färber(TV. 01 Wattenscheid) 9 Punkte, 2. Müller(Rote Erde, Weitmar 82) 97 Pkte., B. Hochmeister(TV. 01 Wattenscherd) W Pkte Bierkampf, Klasse A: 11. Emmelheinz(TG. BEhrenfeld) 60 Pkte., 18. Erke(TW. 48 Bochum) 62 Punkte. 20. Donath(TG, B.=Langendreer) 60 Akte Dreskampf: 5, Kargol(TG. P.=Ehrenfeld). Ste fanski(TV. 48 Bochum) 50 Pkte., 7. Salm(76. B.Ehrenfeld) 48 Pkte., 10. Zwenger(TG. B.=Ehrenfeld 16 Pkte., 12. Kleiber(TEV. B.=Hordel) 44 Pkte., 14. Surgella(TG. B.=Ehrenfeld) 42 Pkte., 15. Schröder TG. B.=Ehrenfeld) 41 Pkte., 16. Schumacher(TSS. B.=Laer 87) 40 Pkte. Aleinkalibericheßen: 14. Eicker(B.=Langendreer) 54 Ringe. Fechten Florett der Turner: 3. Hohle(TV. 48 Bochum 7. Klein(TV. 48 Bochum). Turnerinnen: 1. Glewienka, 6. Kahrhoff(TN. 48 Bochum). Wettflug der Tauben. Die Reisegruppe Bochum=Nord veranstaltete am Sonntag einen Wettflug von Stendal(341 Kilometer). Gesetzt waren 1110 Tauben, die 2 Preise ausflogen. Der Auflaß der Tauben erfolgte um 5 Uhr. Die Fluggeschwindigkeit betrug 1058 Meter. Die erste Preistaube kam um 10.22 Uhr zuruck, die letzte um 10,44 Uhr. Die ersten Preisträger waren: 1. Thies(Heimkehr). 2. Fliege(Schwalbe), 3. Schütz (Graf Zeppelin), 4. Wisf(Auf zur Heimat), 5. Heimann(Chne Sore). 6. Nürnberger(Reisetaube).— Die Erringer der goldenen Medaillen beim Flug Küstrin sind: 1. Kunz(Hattingen). 2. Anderson(BochOst), 8. Flader(Boch.=Süd). Die Reisegruppe Bochum=Suo veranstaltete ebenfalls am Sonntag einen Weitflug ab Stendal 2 341 Kilometer). Gesetzt wurden 2700 Tauben die 540 Preise ausflogen. Der Auflaß der Tauben war um 4.30 Uhr. Die Fluggeschindigkeit betrug 100 Meter. Die erite Taube kehrte um 9.14 Uhr, die letzte um 10.17 Uhr zurück. Die ersten Preisträger waren: 1. Brune(Rumplertaube Stiepell. 2. LotzMüller(Erlbote Bochum). 8. Eickelbeck(Siegespalme) Stiepel, 4. Brinkmann(Auf zum Ruhrtal Stiepel) 5. Aufermann(Edie Taube Dahlhausen), 6. Backer (Blitz Stiepel). Die Witterung war schon. Deutsche Kampfspiele Nürnberg (23. bis 29. Juli) Blick zur Nurnberger Burg. Elf Städte im Kampf. Am komenden Sonntag werden 11 Stadte Deutschlands ihre Steher entsenden, die auf dem Bochumer Zement sich Kampfe liefern werden von einer Harte, wie sie bisher sicher noch nicht geeshen worden sind. Unter den 12 Dauerfahrern, die am Sonntag an den Slart gehen, wird sicher mancher sein, der schon in Nürze als Meisterschaftskandidat ange. sprochen werden kann. Aber nicht nur den kampf= begierigen, ehrgeizigen Rennfahrern sei hier das Wort geredet, sondern— und das ist das Wichtigste in dieser Verbindung— auch den Schrittmachern. Von der„alten Garde“ kommen Gustav Geppert, der unsern derzeitigen deutschen Meister und Weltmei= sterschaftskandidat Metze und den Berliner Sechetage=Sieger Walter Lohmann ursprünglich als Steher herausgebracht hat und Gustav Wittig der Bruder des ehemaligen deutschen Meisters Karl Wittig. Von der jungen Generation seien vor allem genannt Josef Merkens=Koln, der Bruder des augenblicklichen deutschen Fliegermeisters und Grand Prix=Siegers von Paris. Toni Merkens, der ausge= hnete Erdenberger=Halle. Fritz Ullrich. machers von Peter Günter u. a. Alle diese sind auserlesenes Schrittmachermaterial und drauf und dran, die alten Routiniers zu verdrangen. Es wird also nicht nur einen Kampf der 12 Tauerfahrer, son. dern auch einen Kampf der Schrittmacher geben. her. vorgerufen durch den Ehrgeiz und die Rwalität von jung und alt * Am Sonntag kam der dritte Lauf der Vereins= hahnmeisterschaft des RV„Weitfalia“ zum Austrag. Die A=Fahrer bestritten ein Omnium. das Hoffmann als Sieger seh vor Riwwelmeier. Möller und Hart= mann. Die Jugend bestritt ein Haupsfahren und ein hoff vor Schlegel. Kempa und Schmitt. Das Ans= scheidungsfihren gewann wiederum Tenthac. vor SSchlegel, Kempa. Cirkel und Kerich. Der augenblick= liche Stand der Meisterschaft: A=Jahrer: Rinpelmeier 22 Punkte, Haffmann 19½ Punkte. Henke 16. Moller 12.— Jugendfahrer: Tenthoff 37 P., Schlegel 31, Kempa 26, Strothmann 18. Tennis-Stadlmeisterschaften 1934. Die diesjährigen Bochumer Tennis=Stadtmeister= schaften werden in der Zeit vom 13.—16. Juli durch den Turnverein 1848 Bochum, auf den stadtischen Tennisplätzen im Rechener Busch zur Austragung achracht. Teilnahmeberechtigt sind sämtliche Bochumer Tennisspieler und Spielerinnen, auch die. welche keinem Verein angehören. Meldungen sim bis späte= stens beute abend an Herrn Werner Knepper. Bochum, Hernerstraße 21, zu richten. Mit Tus. Bochum USA=Leichtathleten in Köln. Bei dem Leichtathletischen Sportfest in Köln mit den hervorragenden Könnern aus Amerika startet auch der Pole Kuiczozinski auf seiner Spezialstrecke über 5000 Meter. Weiterhin nimmt dessen Landsmann Heliass, der bekannte Diskuswerfer und Kugelstoßer. teil. TuS Bochum erscheint mit Arthur Jonath zum Start über 4mal 100 Meter. wo neben Borchmeyer und Vent der für Buthe=Pieper einge= sprungene junge Lesser mitmacht. Keg spork. Die„Alten" gewinnen die Bochumer Figurenmeisterschaft Im Bochumer Regelfport ist es merklich still geworden Nach den enttäuschten Hoffnungen auf der Gaumeisterschaft in Dortmund muß die Stadtvertretung traurigen Herzens zusehen, wie anderswo mit allen Kräften für die Deutschen Kampispiele in Nürnberg, bei denen auch die Bundesmeisterschaften ausgetragen werden gerüstet wird. Die Bundeskegler sind aber stolz darauf, heute als anerkannt vollwertige Sportart im Rahmen der Deutschen Kampfspiele mithelfer zu dürfen, ein starkes Bekenntnie für das neue Deutschland und für deutsches Spiel ablegen zu dürfen Sonntag rollten im Keglerheim„Panzergrotte“ erstmalig wieder die Kugeln zur Meisterschaft auf Figuren. 20 Bewerber gingen auf die Bilder, die mit einem Schlage erledigt werden mußten Ueberraschend setzte sich in dem Kampfe durchweg die alte Garde an die Spitze und diesmal buchte man Ludwia Kempe mit 31 Wurf als Ueberraschungssieger, knapp vor Sportwart Busch. Gut waren, wie bei allem Bilderkegeln, die neuen Leute aus Langendreer, die zwei Mann in die Spitzengruppe stellen konnten Lücking endete auf dem 7. Platz. Die Ergebnisse: Zigurenmeister Kempe 31 Wurf, 2. Busch 35. 3 Moritz 37 4. Cstwald 39. 5 Bötchenberg und Koch(beide Langendreer) se 40 Wurf Bochumer TennisStadtmeisterschaften auf den Stådt. Tennisplätzen im Rochener Busch vom 18.—13. 90 Ehrenleltung: Oberbörgermeister Dr. Plelum Die hengsteysee-Regatta. Auf der ganzen Strecke tobte ein harter Kampf und Bord= an Bord=Kamp“ im Junior=Achter. Etuf Essen konnte den kleinen Vorsprung bis ins Ziel halten und gewann vor Angaria Hannover und W. Sp. V. Krupp Essen. Die Ehrenliste der Turnfestsieger. Das Landjahr und die Konfessionen NDZ Berlin, 10. Juli. Reichsminister Nust hat sich, wie das NDZ meldet, in seiner Eigenschaft als preußischer Kultusminister über die religiöse Betreuung der landjahrpflichtigen Kinder geäußert. Wie erinnerlich, hat der Minister kürzlich einen Generalinspizienten zur Gewährleistung des religiös-konjessionellen Friedens im Landjahr eingesetzt. Der Minister erklärt, die landjahrpflichtigen Kinder seien und wurden nicht konjessionell getrennt in den Landjahrheimen untergebracht. Auch die Heimleiter, Gruppenleiter und Helfer seien und würden nicht nach der Konsession geschieden. Das Landjahr sei vom nationalsozialistischen Staat für deutsche Jungen und Madel geschaffen und eingerichtet. Sie sollten ohne Unterschied der Konfession zusammengefuhrt werden; ihr gegenseitiges Sichkennenlernen solle dazu dienen, die bestehenden konsessionellen Gegensatze zum Wohle des deutschen Volkes zu überbrucken. Der Minister außert die Erwartung, daß gegen jedermann, der den konsessionellen Frieden in den Landjahrheimen zu stören versucht, unverzuglich und unnachsichtlich vorgegangen werde. Urlaubsanordnung für den AS9FB Berlin. 10. Juli. Für die Zeit vom 9. Juli bis Sonnabend, den 18. August 1934, hat die Bundes leitung des N3 Deutscher Frontkampferbund(Stahl helm) für den Bund allgemeinen Urlaub angeordnet Von bestimmten Ausnahmen abgesehen, hat die Bun desleitung in dieser Zeit auch das Tragen der Bundestracht verboten. Die Ausnahmen betreffen: 1. Teilnahme ge schlossener Einheiten des Bundes bei Kundgebungen, an denen auch andere Organisationen beteiligt sind Die Teilnahme bedarf der Genehmigung des zustandigen Landesführers. Ehrenkompaanien dürfen hierbei Bundestracht tragen. 2. Teilnahme an den su den 2 Anaust von der Wehrmacht angesetzten Feiern Der 2. Auaust 1934 ist für den NS Deutscher Frontkampferbund(Stahlhelm), soweit er an den von der Wehrmacht angesetzten Feiern teilnehmen kann, Dienst Fur diesen Dienst ist Bundestracht anzulegen. 3. Die Bundeskapellen durfen vertraglich vereinbarte Kon zerte auch wahrend der Urlaubszeit in Unisorm geben Die Bundesleitung behalt die für die Durchfuhrung der notwendiaen oraanisatorischen Aufaaben be noticten Krafte im Dienst. Die Landeskreisverbande und Kreisgruppenleitungen erlassen für ihren Dienst bereich entsprechende Anordnungen. Wurstherstellung nicht gefährdet NDZ Berlin, 10. Juli. Auf Veranlassung des Vortenden des deutschen Fleischerverbandes hat im eichsnährstand eine Besprechung über die Verwendungsmöglichkeiten von Kunstdärmen stattgefunden. Den Anlaß bildete die Tatsache, daß Deutsch land etwa 60 Prozent der gebrauchten Naturdärme aus dem Auslande einführt und infolge der Devisen lage in den beteiligten Kreisen eine gewisse Beunru higung eingetreten war. Zu dieser Beunruhigung be steht, wie die Fleischer=Verbands=Zeitung betont, keine Veranlassung. Eine Verknappung auf dem Markt der Naturdärme ist nicht eingetreten. Immerhin wurde bei der Besprechung Einverständnis darüber erzielt, daß für den Fall wirklicher Einfuhrbeschränkung der grohte Teil der Naturdärme durch Kunstdärme ersent werden kann. Selbst bei der Brühwürstchen=Herstel lung sind mit gutem Erfolg Verluche mit Kunstdärmen gemacht worden. Kommunistische Zellen ausgehoben Karloruhe, 10. Juli. Die Landesstelle des Reichefür N teilt mit Schon seit längerer Zeit konnte die Geheime Staatspolizei feststellen, daß sich mit Unterstützung der Schweizer Kommunistenzentrale besonders in den Stadten Singen, Radolfzell und Konstanz neue ille gale kommunistische Zellen bildeten. Nach gründlicher Ueberwachung und Vorbereitung wurden am Mon= tag. dem 9. Juli, in den ersten Morgenstunden in allen drei Stadten und verschiedenen anderen Orten unter Leitung des Geheimen Staatspolizeiamtes sowie des Aetirksamtes Konstang von der gesamten Polizel. Gerdarmerie und Kriminalpolizei unter tatkräftiger Mitolekung der örtlichen SS=Formationen zahlreiche Haussuchungen durchgeführt, in deren Verlauf über 70 Perlonen festgenommen wurden. Ein Teil der Festgenommenen wurde wegen Besitzes verbotener. durch= weg von der Schweiz eingeschmuggelter Druchschriften kommunistischen Inhaltg oder wegen kommunistischer Zellenbildung ins Gefangnis eingeliefert. Auch bei führenden Industrieunternehmungen wurden die Be legschaften zum Teil einer Kontrolle unterzogen, die vollig reibungslos verlief und ein befriedigendes Er= gehnie hatte. In Singen wurde eine im Speicherhaus vertecht gehaltene große marxistische Bibliotheh aufnden und beschlagnahmt. Die Fahne der ehema= n Ortegruppe der KPD Wollmatingen wurde ebenfalls ermittelt und sichergestellt Der verweigerte deulsche Gruß Ehrengerichtsverfahren gegen Nechtsanwalt Dr. Melzer Presden, 10. Juli. Rechtsanwalt Dr. Melzer in Zeinzig hatte sich, wie erinnerlich, zu Beginn der Sitzung des 8. Straisenats des Reichsgerichts trotz wiederholter Aufforderung geweigert, dem Gericht gen deutschen Gruß zu erweisen, und war daraufhin vom Senatsprasidenten von der weiteren Teil nahme an der Sitzung ausgeschlossen worden. Der Vorstand der Sachsischen Anwaltskammer hat auf hrund des Vorfalls beschlossen, bei der Staateanwaltschaft des Oberlandesgerichte Dresden die Einleitung des Ehrengerichtsverfahrens gegen Dr. Melzer mit dem Ziel des Ausschlusses aus der Anwaltschaft und der Verhängung des Vertretungsverbots zu beantragen. Die Staatsanwaltschaft beim Oberlandesgericht Dresden ist um beschleuniate Verhandlung ersucht worden. Außer Verfolgung gesetzl Gremen, 19. Juli. Von der Justizpressestelle Bre men wird mitgeteilt: Durch Beschluß mer des Landgerichts Bremen vom 12. Marz 1031 war der ehemalige Generaldirektor der„Nordsee Teutsche Hochseesischerei Bremen Curhaven. Hans Wriedt, von der Anschuldigung des Bilanzvergehens nach 8 314 HGB., der handelsrechtlichen Untreue 8312 HB) und des Betruges außer Verfolgung ge= setzt worden. Gegen diesen Beschluß hatte die Staatsanwaltschaft Bremen insoweit sojortige Beschwende . eingelegt, als die Außerverfolgungsetzung des Angeschuldigten Wriedt wegen Bilanzvergehens nach 8 314 HGB. erfolgt ist. Durch Beschluß vom 25. Mai 1934 hat der Strafsenat des Hanseatischen Oberlendes gerichtes zu Hamburg die sofortige Beschwerde an Kosten der Staatskasse verworsen. Der Angeschuldigt ist damit hinsichtlich sämtlicher ihm zur Last gelegten Beschuldigungen rechtskraftig außer Verfolgung gesetzt Fünf Tage Haft für einen Arbeitsverweigerer NTZ. Stuttgart, 10. Juli. In Eislingen(OA. Göppingen) war einem verheirateten Mann eine einträgliche Vertretung vermittelt worden, bei der er, der sonst auf Unterstützungsbezug angewiesen war, in fünf Tagen 63,40 Mark Barverdienst hatte. Aus nichtigen Gründen legte er diese Tätigkeit aber nieder und suchte erneut um städtische Fürsorgeunterstützung nach. Auf Antrag des Fürsorgeamtes wurde er jetzt wegen seines unbegründeten Beneh mens mit fünf Tagen Haft bestraft. „Ehrenpreise“, die in Schutzhaft führten Kassel, 10. Juli. Der Landespressedienst meldet: Der Kaufmann Alfred Thill aus Volkmarsen wurde im Einvernehmen mit der Gaubetriebszellenleitung und der Geheimen Staatspolizei in Schutz haft genommen. Thill hatte einem Kleintierzuchtverein „Ehrenpreise“ gestiftet, die aus total verrosteten Büchsen, einer völlig unbrauchbaren Kinder=Milchflasche, einer Uhr ohne Uhrwerk und ähnlichen Gegenständen, die fingerdick mit Staub und Schmutz bedeckt waren, bestanden. Dies Verhalten hat bei der Arbeiterschaft begreiflicherweise Erregung ausgelöst. Um einer Gefährdung der öffentlichen Ruhe und Sicherheit zu begegnen, erfolgte seine Inschutzhaftnahme. Gegen Gerüchtemacherei Leipzig, 10. Juli. Das Leipziger Polizeiprasidium veroffentlicht folgende Mitteilung:„Das Polizeiprasi. dium Leipzig hatte bereits durch Rundfunk die Bevölkerung gebeten, sich an der eingerissenen Gerüchtemacherei nicht zu beteiligen. Leider aber ist dieser wohlgemeinte Rat nicht befolgt worden und weiterhin werden von einzelnen Quertreibern Beunrubiaung und Besorgnis in die Bevolkerung hineingetragen. Immer wieder tauchen an allen Ecken und Enden Gerüchte auf. daß in Leipzig Manner in hervorgehobener Stellung verhaftet oder gar erschossen worden sein sollen. Alle derartigen Angaben sind durchaus unwahr. Jeder Volksgenosse kann sich überzeugen, daß in Leipzig alle im öffentlichen Leben stehende Männer. sofern sie nicht gerade beurlaubt sind, auf ihrem Platz stehen. Das Polizeiprasidium steht auf dem Stand punkt, daß jeder, der Geruchte erfinde oder verbreitet, die öffentliche Ruhe und Sicherheit gefahrdet. Das Polizeiprasidium wird mit diesen Gerüchtemachern und=verbreitern entsprechend verfahren“ Der Memeler Oberbürgermeister seines Amtes enthoben DNB. Memel, 10. Juli. Das Landesdirektorium Relzans hat den Memeler Oberbürgermeister Dr. Brindlinger seines Amtes enthoben mit der Begründung, daß er die litanische Sprache nicht beberrsche und so gemaß der bestehenden Gesetze die frühere Bestätigung seiner Wahl nicht gültig sei. An seiner Stelle wurde der bekannte Großlitauer Simonaitis als Oberbürgermeister mit kommissarischer Befugnis eingesetzt. Simonaitis übernahm bereits heute die Geschäfte vom stellvertretenden Oberbürgermeister Schulz: Dr. Brindlinger befindet sich auf Urlaub. Simonaitis ist vom Direktorium be auftragt, selbständig alle erforderlichen Verordnungen zur Durchführung der Sparmaßnahmen zu erlassen. Ferner sind durch Beschluß des Landesdirektoriume nachstehende Magistratsmitglieder ihrer Aemter enthoben: Heinrich Schwede, Fritz Glogau, Willi Bertuleit und Martin Kurnies, Die Amtsenthebung wird damit begründet, daß die Betreffenden Mitalieder der verbotenen sogenannten antistaatlichen Parteien waren. Sie sind einem Verhör unterzogen worden. Spanische Hiller=Jugend besucht Deutschland ND.3 Hamburg, 10. Juli. In Hamburg wird eine Gruppe von neunzig Kindern spanischer Hitler=Jugend erwartet. die in Deutschland einen mehrwöchigen Aufenthalt nehmen. Es handelt sich um Söhne und Töchter von Auslandsdeutschen Konzentrationslager in Japan TNB. Tokio, 10. Juli. Der neue sapanische Innenminister erklärte, die neue Regierung unter Führung des Generals Okada betrachte die Be kampfung des Kommunismus und Marxismus als die größte Ausgabe. Die Regierung werde unter keinen Umständen Bewegungen dulden, die zer setzend auf den nationalen Willen und den Geist des japanischen Volkes wirken. Das neue Gesetz werde daher jede Möglichkeit für Zersetzungsarbeit marristischer kommunistischer und paztststischer Organisationen in Japan ausschalten und die Errichtung von Konzentrationslagern zur Fernhal tung von staatsgefährlichen Elementen vom politt schen und wirtschaftlichen Leben vorsehen. Das setz wird demnächst im japanischen Kabinett zur Bestätigung vorgelegt werden. HIRDDEL Berlin krättig erholt Nachdem die Börse bereits in den letzten Tagen eine stetig freundliche Verfassung bei allerdings geringen Umsätzen gezeigt hatte, trat heute erstmals wieder eine etwas kräftigere Belebung des Geschäfts in Erscheinung. Hierzu mögen verschiedene Anregungen beigetragen haben. Größte Beachtung findet die erneute kräftige Abnahme der Arbeitslosenzifser, obwohl die Zeit der saisonmäßigen Entlastung eigentlich schon vorüber ist. In Nachwirkung des günstigen Eindrucks, den der Bericht des Rheinischen Braunkohlensyndikats ausgelöst hat, wa ren in Werten dieses Industriegebiets verstärkte Anlage kaufe des Publikums zu beobachten. Auch Tariswerte waren weiter begehrt, da die Stimmung für diese Papiere durch den Bericht der Oberpfalzwerke Ah für Elektrizitätsversorgung mit eines Stromabsatzbesserung von ca. 18 Prozent einen neuen Impuls erhielt. Montane lagen ebenfalls überwiegend sester, wobei auf einen Lagebericht von Hoesch=Köln=Neuessen verwiesen wurde, der eine Ausnutzung der Kapazität von 60 Prozent gegenüber 30 Prozent bis vor kurzem feststellte. Das genannte Papier zog bis auf 74.75(plus 1,25) an. Harpener gewannen ½ Prozent. Klöckner ca. 1 Prozent. Von Braunkohlenwerten waren Eintracht um 8½ Prozent, Aheinbraun um 1 Prozent sester. Von Kaliaktien wurden Werte des Salzbetsurth=Konzerns nach dem heute erfolgten Dividendenabschlaa 1.75 Proz. niedriger bewertet. Bei relativ geringen Umsätzen kamen Farben ¾ Proz. höher an. Am Elektromarkt fielen Elektr. Lieferungen mit einer Steigerung von 6 Proz. auf, da die vorhandene lebhalte Nachfrage auf einen ziemlich leeren Markt stößt. AlG kamen ½ Proz., Lahmever 2¼ Prozent höher zur Notiz. Von Tariswerten sind Thüringer Gas mit plus und Bekula mit plus ½ Prozent bervorzuheben. Am Markt der Maschinenkabriken setzten Verlin=Karlsruher ihre Aufwärtsbewegung um 3 Prozent sort. Aschaffenburger Zellstoff verzeichneten einen erneuten Gewinn von 2 Prozent. Von den übrigen Werten sind noch Schultheiß=Patzenhofer hervorzuheben, die nach dem ersten Kurs bis auf 117¾ anzogen, gegen den Vortag also 2% Prozent gewannen, wobel auf die Ausdehnung der Option auf das Nordhesepaket verwiesen wird. Sehr fest lagen Schiffahrtswerte, von denen Hapag 1½ Prozent gewannen. Der Rentenmarkt lag zunächst rubig, etwas Interesse macht sich für Industrie=Obligationen bemerkbar, von denen Mittelstahl ¼ und Sprozentige Krupp ½ Prozent höher notiert wurden. Altbesitz eröiineten zum Vortagsschlußkurs. späte Reichsschuldbuchforderungen waren leicht gedrückt. Die Blanko=Tagesgeldsätze wurden zunächst mit unverändert 4 bzw. 4½ Mrozent genannt. Am Valutamarkt errechnete sich der Dollar mit 2.504. das Pkund mit 12.02. Devisen-Kurse (In Reichsmark Reichsbankauswes für die erste Juliwoche DNB. Berlin, 10. Juli. Die erste Juliwoche zeigte bei der Reichsbank normalen Verlauf. Von der Ultimo=Inanspruchnahme der Kapitalanlagen flossen 224 Millionen Reichsmark wieder zurück, das sind 38 Prozent der Ultimo=Inanspruchnahme gegen 40 Prozent im Vorjahr. Im einzelnen nahmen die Bestände an Handelswechseln und=Schecks um 91 auf 330 Mill. Mwr, an Reichsschatzwechseln um 45 auf 26 Mill. RM und an Lombardforderungen um 98 auf 73 Mill. RM. ab. Dagegen stiegen die Bestände an deckungssähigen Wertpapieren, die bereits in der Vorwoche um 16 Mill. RM. zugenommen hatten, weiter um 10 auf 371 Mill. RM. Zum Teil hängt diese Steigerung wiederum mit der Konversion zusammen. Ge wurden einige Posten an Neubesitz=Anleibe aufgenommen Der Notenumlauf ging um 145 Millionen auf 3632 Mill. MM zurück, der Umlauf an Rentenbankscheinen um auf 336 Mll RM. An Scheidemünzen flossen 43 Mill. RM. in die Kassen der Reichsbank zurück. Neu ausgeprägt wurden 2 Mill. und eingezogen 1 Mill. RM. Au erwähnen ist noch ein Rückgang der sonstigen Aktiven um 20 auf 580 Mill. RM, im Zusammenhang mit Rückzahlungen auf den Reichskredit Der Goldund Devisenbestand hat sich wiederum infolge der täglichen Nepartierungen gehalten. Der Goldbestand hat einen geringfügi= gen Rückgang um 56 000 RM. erfahren, während der Bestand an deckungsfähigen Devisen um 244 000 RM. gestiegen ist. Insgesamt beträgt der Bestand an Gold und deckungsfähigen Devisen rund 77 Millionen RM. Er deckt den Notenumlauf mit 2,1 Prozent gegen 2 Prozent in der Vorwoche Der gesamte Zahlungsmittelumlauf beträgt 5581 Millionen Reichsmark gegen 5402 Mill. RM. zur gleichen Zeit des Vorahres. Neues französisches Westentaschen=Kriegsschiff? DNB London, 10. Juli.„Daily Herald“ weiß zu berichten, daß in St. Nazaire zurzeit ein neues franzosisches Miniatur= Kriegsschiff ausprobiert werde. das die erstaunliche Stundengeschwindigkeit von 55 Seemeilen erreiche. Das neue Schiff führe die Be zeichnung„Pfadfinder B 10“. Es sei etwa 12 m lang. besitze zwei Torpedorohre und werde von einem 2000 P.Motor getrieben. Es solle hauptsächlich zur Brechung von Blockaden oder zum Angriff auf Truppentransportschiffe verwendet werden. Seine Geschwindigkeit und geringe Große wurde es gegen Bombenangriffe und Artillerieseuer sichern, und der geringe Tiefgang würde ihm ermöglichen, über Minenfelder hinweazugleiten. Da die Kosten für dieses„Super=Westentaschen Schiff“ verhaltnismaßig gering seien, könne man erwarten, daß die französische Flotte bald mit einer Massenherstelluna dieses Typs beginnen und damit die Flot ten der übrigen Welt vor ein neues Problem stellen werde. Verbot und Frrichtung und Erweiterung von Textilversandgeschäften Der Reichswirtschaftsminister hat auf Grund des Paragrapben 5 des Gesetzes über Errichtung von Zwangskartellen vom 5. Juli 1038 eine Anordnung erlassen, die die Errichtung neuer Tertilversandgeschäfte, die Erweiterung der Verpackungs= und Versandräume bestehender Textilgeschäfte, die Verlegung der in den Verpackungs= und Versandräumen ausgeubten Tätigkeit in andere Raume eines Textilversandgeschäftes und fer ner die Neueinrichtung von Versand= und Verpackungs räumen bei Tertilgeschaften verbietet. Die Anordnung wurde mit Rücksicht darauf erlassen, daß einzelne Tertil geschafte im Laufe der letzten Jahre durch eine besondere zugkraftige Werbetätigkeit in einem solchen Umfang ihre Umsatze gesteigert haben, daß dadurch der gesamte Tertil einzelbandel, insbesondere der ländliche und mittelstandische Tertileinzelhandel in seinem Fortbestand ernsthaft gefahrdet wird, und daß bereits setzt empfindliche Absatzstörungen auch bei den Tertilberstellungs= und Groshandelsbetrieben festzustellen sind. Durch die angeordnete Eperre wird für den Tertileinzelhandel die notwendige Berubigung herbeigeführt. Der Reichswirtschaftsminister hat sich die Bewilligung von Ausnahmen vorbehalten. Die Anordnung wird im Deutschen Reiche und Preußischen Staatsanzeiger veröffentlicht Warenberichte Berliner Großmarkt für Getreide und Futtermittel Es notierten in RM.: Märk. Weizen(70—90 Kilo) ab Berlin—, Erzeugerpreis W 2 190, W 3 193, W 4 195, Mübleneinkaufspreis W 9 196, W 2 199, W 4 201: mark. Roggen ab Berlin—, Erzeugerpreis N 2 100, N 2 108, R 4 165, Mühleneinkaufspreis R 9 164, R 8 107, N 4 169; Sommergerste ab Berlin 195—210, ab mark. Station 183—201; Wintergerste zweizetlig ab Berlin 178—188, ab märk. Station 109—179, Wintergerste vierzeilig ab Berlin 170—175, ab märk. Station 161 bis 166; märk. Hafer ab Berlin 192—198, ab Station 183 bis 189; Weizenmehl(Grundtype 790) W 2 26,50, W 3 26,95, W 4 27,25, mit 15 Prozent Auslandsweizen 0.75, mit 80 Prozent 1,50 Mk. Aufgeld; Weizennachmehl 14; Roggenmehl(Grundtype 815) R 2 22,65, R 8 28,10, N 4 23,40; Weizenkleie 12,90, Weizengrießkleie(Bollmehl) plus 0,75 Mk.; Roggenkleie 13. Roggengrießkleie Bollmehl) plus 0,75 Mk.; kleine Erbsen 17,50—19, Futtererbsen 11—12,50, Peluschken 14—15, Ackerbohnen 10 bis 11, Wicken 9,50—10, Lupinen blaue 7,25—7,75, dto. gelbe 10,50—11, Leinkuchen(37 Prozent) ab Hamburg 3,80, Erdnußkuchen(50 Prozent) ab Hamburg 8,60, Erdnußkuchenmehl(50 Prozent) ab Hamburg 8,95, Trockenschnitzel 7,50, extrah. Soyabohnenschrot(46 Prozent) ab Hamburg 7,95, dito ab Stettin 8,20, exkl. M.=Z., Kartoffelflocken waggonfrei ab Stolp 8,20, dito ab Berlin 8,60, Mischfutter 8,95. Baumwollmärkte Hamburg, 10. Juli. Tendenz stetig. Middling Universal loko 14.30(14.—) Dollarcenis. Aremen, 10. Juli. Middling Universal Standard 28 mm) loko 14.22(13.93) Dollarcents. Großmarkt für den Nährstand zu Köln Köln, 10. Juli. Es notierten in Mark für 100 Kilo, Frachtlage Köln, soweit nichts anderes vermerkt: Weizen rhein, 77—78 kg Preis für den Landwirt ab Erzeugerstation im Preisgebiet W 10 20,30, dito Handelspreis Frachtlage Köln 20,70, Weizen ausl. 26,50—28,50, Roggen rhein. 72 kg Preis für den Landwirt ab Erzeugerstation im Preisgebiet N 8 17,30, dito Handelspreis Frachtlage Köln 18, Hafer hiesiger 19,25—19,50, Wintergerste inl. 2zeilig 18,30, dito 4zeilig 17.30, Mais grober 19.75, kleiner 20,75; frachtfrei jeder Station des Bezirks W V 4 und der Festpreisgebiete W 10 und R 8 Grundlage 15 t Tari brutto mit Sack: Weizenmehl inl. Grundtype 700 für W 10 27,65, dito mit 15 Prozent Austauschweizen 28,40 dito mit 30 Prozent Austauschweizen 29,15, Roggenmeh Grundtype 815 für N 8 25,55, Roggenschrot inl. Grundtupe 1800 für N 8 21,55; ab Mühle: Weizenkleie sein 11 mittelgrob 11.50, grob 11,75, Weizengrießkleie(Bollmehl) 12.50, Weizennachmehl 15, Roggenkleie sein 11,75, Roggengrießkleie(Vollmehl) 12.76, Roggennachmehl 14,25; brutte mit Sack: Biertreber—, Leinkuchenmehl 87proz. 19.20 Erdnußkuchenmehl 50proz. 18,90, dito 54proz. 19,20, Sovabohnenschrot(extrahiert) 45proz. 16.30—16,50; Rapskuchen 15, Palmkernkuchen lose 21proz. 16,10—16.25, Zucker schnitzel lose 14.25—14.50, Rohmelasse 8—8.50, Wiesenhen lose 9,50—10, Rotkleehen lose 10—10.50, Luzernkleehe lose 11—11,50; ab rhein. Station Roggenstrob, gepr. 1,4 bis 1,00, Weizenstroh gepr. 1.40—1.60, Haferstrob gepr 1.40—1,60. Die Mehlpreise verstehen sich zuzüglich 0.50 Mk. Frachtausgleich frachtfrei jeder Station des Bezirke der Wn Tendenz: Weizen, Roggen, Hafer und Gerste waren mäßig angeboten und im Preise im allgemeiner unverändert. Nach Mats bestand gute Nachfrage, die an gesichts der Einkuhrschwierigkeiten nicht befriedigt werden konnte. Das Mehlgeschäft lag unverändert ruhig. Mühlenablälle sehr fest bei kleinen zweithändigen und fehlen. den Muhlenangebot, Kraftsuttermittel waren ebenfall in einzelnen Artikeln im allgemeinen fest. Auch Hen und Stroh etwas fester. Westdeutscher Frühkartoffelmarkt Krefeld, 10. Juli. Auch heute konnten die Anliese rungen in Frühkartoffeln größer gestellt werden, zuma sich die Vereinbarung von Zusatzkontingenten und die Ermäßigung des autonomen Jollsatzes ab 12. 7. 34 in den Bestellungen bereits bemerkbar macht. Die mittelfrühen Sorten kommen mehr und mehr im Westen zur Geltung Man notierte heute als Mindestpreise je Zentner ab Ver labestation für frühe und mittelfrühe Kartosselsorten 6.50 Mk. mit Sack an den Versandgroßhandel; 6.50 Mk ohne und 6.70 Mk. mit Sack an den Empfangsgroßbande! für die ersten Sortierungen. Und die zweiten Sortierungen kosten heute: 4,50 Mk. mit Sack an den Versandgroßhandel; 4,50 Mk. ohne und 4,70 Mk. mit Sack an den Empfangsgroßhandel. Die mitteldeutschen Lieferungen nach dem Westen werden hauptsächlich in den zweiten Sortierungen fortgesetzt. Preissturz am Baumwollmarkt Amerikanische Baumwolle. Wie J. H. Springman 4 Co. in Livervool nach Mitteilung der Firma Carl Müller=Rubens in Düsseldorf berichten, erfolgten in der ver gangenen Woche zunächst betrachtliche Glattstellungen von Kaufkontrakten, als Meldungen von Regenfallen in Texas und einer gewissen Milderung der Dürre eintrafen. Der Preisrückfall war ziemlich erheblich. Im weiteren Verlauf trat eine Preiserholung ein, da nach den späteren Wetterberichten die Regenfalle in Texas völlig ungenügend waren, um eine Erleichterung der Lage zu bringen und die übermäßtige Hitze noch andauert. Der wöchentliche Wetterbericht ist verhaltnismäßig günftig und im allgemeinen wird die Ernte durch die zurzeit herrschenden Witterungsverbaltnisse noch nicht ernstlich beeinflußt. Ein großes Gebiet im Westen jedoch hat dringend Regen nötig und zurzeit dauert die Hitze noch an, obne daß irgendwelche Regenaussichten vorbanden sind. Eine Fortdauer dieser Verbältnisse im Westen würde sicherlich zu Erntebeschädigungen führen. Es ist aber noch zu früh in der Saison, um über den endgültigen Ertrag eine endgültige Meinung abzugeben. Wir nahern und setzt der entscheidenden Wachstums= periode und der Markt wird sich Wetterberichten gegenüber sehr empfindlich zeigen. Die amtliche Schätzung des bepflanzten Baumwollareals per 1. Juli, die seyzt zur Veröffentlichung kommt. wird eine zuverlässige Berechnungsbasis geben. Die vrivaten Schätzungen weisen im Durchschnitt auf eine Anbaufläche von etwas über 20 Millionen Acres hin. Die Geschäfte in der Tertilindustrie, sowohl in Lancasbire, wie auch in den Ver. Staaten und den meisten kontinentalen Zentren bleiben flau. Die Konsumaussichten sind noch ungewiß und es sind vorläufig noch wenig Zeichen irgend einer Geschaftserholung vorhanden. Die Entwicklung der Cente bleibt von vorherrschender Wichtigkeit und die gegenwärtige Lage last sich kurz wie folgt zusammenfassen: Ernte immer noch ca. zwei Wochen im Rückstand bei ziemlich gutem Erntestand, Kapselkaserschaden im Zaume gehalten, gute Regenfalle hauptsächlich im Westen nötig. Wir empfehler Rückschläge zu Kaufen auszunutzen. iehmärkte Berlin, 10. Juli. Auftrieb: 881 Ochsen, 408 Bullen, 306 Färsen, 2314 Kälber, 4271 Schafe, 16 512 Schweine. Preise: Ochsen al) 85—96, a2)—, b) 31—34, e) 24—29, d) 21—24; Bullen al 80—31, b) 28—29, c) 23—26, d) 18 bis 21; Rube a)—, b) 19—24, c) 15—17, d) 8—18; Färsen a) 32, b) 28—81, e) 20—25, d) 16—18; Fresser 14—21: Kälber al 41—44, b) 36—99, e) 13—82, d) 16—20; Schafe al) M40, b1) 87—34 c) 84—96, b) 26—88, e) 27—28, 1) 24—26. g) 21—23; Schweine al) 50, a2) 46—48, b) 45—47. c) 48 bis 46, d) 30—42, e) 35—36, f)—. g) 48—44. Vom Markt sind 1006 Schweine der Klasse la)(Epeckschweine entnommen, 35 der Klasse a2)(vollfleischige Schweine Altenessen, 10. Jull.(Schweinemarkt.) Auftrieb: 1260 Stück. Es kosteten Ferkel im Großhandel: Unter 6 Wochen alt: bis 6 Mk., von 6—8 Wochen 6—11 Mk., von 8—12 Wochen 11—16 Mk.st, Läuferschweine von 3—4 Mon. 16—22 Mk., von 4—6 Mon. 22—40 Mk. Tendenz: LangHamburg, 10. Juli.(Kalber= und Schweinemarkt. Auftrieb: 984 Kälber, 9046 Schweine. Marktverlauf für Kalber mittel, für Schweine gut. Es notierten: Kälber a)—, b) 88—45, e) 97—35, d) 16—25; Schweine al) 51, a2) 45, b) 45, c) 42—49, 5) 28—41, e) 34—87, f) 25—82: Sanen 91) 63—41. 92 25—40. Im Kundfunk: Stunde der Nation. Prof. Reichwein über Wagners Kunstwerk. Im Rundfunk war für das ganze deutsche Volk eine„Stunde der Nation“ angesetzt, betitelt:„Der Künstler spricht.“ Prof. Leopold Reichwein sprach über Richard Wagners Leben und Schaffen, unter möglichster Anwendung der eigenen Worte des Meissters.„Ich bin in allem, was ich tue und sinne, Künstler, einzig und allein Kunstler.“ Von diesen Worten Wagners ausgehend, legte er dar, wie dieser sein Leben und Schaffen nur dem deutschen Volke gewidmet habe und erst heute sei sein hohes Ziel voll und ganz erkannt. Alles gestaltete sich unter Wagners Händen zum Kunstwerk, seine Studien zum Ausgangspunkt und zur Befruchtung seines Schaffens. Und seine Bühnenwerke waren in letztem Grunde die künstlerische Verkörperung tiefer seelischer Erlebnisse(Tannhäuser, Lohengrin, Tristan, Meistersinger, Fliegender Holländer). Darum brauchte Wagner auch niemals nach Operntexten zu suchen. Wie„Tristan und Isolde“ ihm aus einem Erlebnis erwuchs, ersehen wir am besten aus einem Brief des Meisters vom 29. September 1868 aus Venedig, der ein wunderbares Natur= und zigenes Seelengemälde enthält. Nun trug unter Prof. Reichweins Leitung das Orchester des Deutschlandsenders das Vorspiel zu„Tristan und Isolde“ mit unvergleichlicher Zartheit und Innigkeit vor Ein anderer heißer Wunsch Wagners war, sein deutsches Volk und Vaterland blühend, groß und mächtig zu sehen. Dafür hat er ebenso gestrebt in Wort und Tat. Mit vieler Mühe setzte er durch, daß Karl Maria von Webers(gest. 1826 in London) sterbliche Ueberreste 1844 nach Deutschland geholt und in deutscher Erde(Dresden) bestattet wunden. Richard Wagner selbst sprach die Grabrede, worin er Webers deutsche Gesinnung und die enge Verbindung derselben mit Volk und Vaterland mit begeisterten Worten bervorhob.(„Nie hat ein deutscherer Meister gelebt als Du!“) Von besonderer Bedeutung ist es, wie Wagners Gedanken über deutsches Volk und Wesen in heutiger Zeit noch ihren Wert haben. Die gemeinsame Not ist ihm Band und Grundlage der Volksgemeinsamkeit, wodurch es zu wahrer Größe gelangt. Und an dieser Gemeinschaftsbildung und Entfaltung des Volkes hat auch der Künstler großen Anteil. Dies laßt Waaner am Schlusse der„Meister. singer“ durch Hans Sachs aussprechen:„Zerfällt erst deutsches Volk und Reich... Drum sag ich euch ehrt eure deutschen Meister, dann bannt ihr gute Geister.“ Wagners deutsches Empfinden ist künstlerisch verkörpert in seinem unsterblichen Bühnenwerk „Meistersinger“, dessen Vorspiel jetzt erklang. Es ist der klassische Ausdruck deutschen Volkstums. Zuletzt weist wagner den Weg zum heiligen Ort, in die Sphäre des Ueberirdischen, in seinem Alterswerk, dem Parsifal. Dieses erhabene Weihespiel sollte jedem Deutschen ein Heiligtumd sein. Die Keime zu dieser Schopfung reichen bis in das Jahr 1846, bis in Wagners frühes Mannesalter, und erst viel später nahm er die Idee der Ausgestaltung wieder auf. Die Schwanensage, die im Lohengrin wie im Parsifal eine Rolle spielt, ließ ihn nicht wieder los. Es ist dies ein Ausfluß seines innigen Naturgefühls, eines echt deutschen Charakterzuges. Im „Karfreitagszauber“ ist die allumfassende Liebe künstlerisch zum Audsruck gebracht, die Liebe des Menschen zu Gott und zur ganzen Schöpfung. Darauf erklang der berrliche„Karfreitagszauber“ aus Parsifal. So vertiefte diese Weibestunde in uns das Bild Richard Wagners, seines Lebens und Schaffens. Es umfaßt den ganzen Menschen, die gesamte Kunst, es dient dem deutschen Volk und ist Ausdruck deutschen Wesens. Dr. B. Stadttheater Bochum. Die„Fledermaus“ morgen— Ehrenabend für Karl Siebold und Hanns Trautner. Die morgige Vorstellung(heute bleibt das Theater geschlossen) bringt eine der beliebtesten Cperetten: „Die Fledermaus“ von Ichann Strauß, aus einem aanz besonderen Anlaß. Zwei Mitglieder des Duisburger Hauses, die uns mit Ablauf dieser Spielzeit verlassen, stellen ihr Können noch einmal in den Dienst dieses Abends, um die langjährige Freundschaft, die sie mit dem Publikum verband, zu besiegeln. Karl Siebold, der gerade auf dem Gebiete des heiteren musikalischen Werkes für manche and nehme und frohe Stunde sorgte, zeigt sich mit de Fledermaus=Insgenierung, in der er selbst auch d Rolle des„Frosch“ zur ausgefeilten Durchführung bringt, in seiner doppelten Eigenschaft als Spielleiter und Darsteller. Sodann ist es Hanns Trautner der zum letzten Male auf den Brettern der Bochu mer Bühne steht. Es würde zu weit führen, all die Figuren, die er im Laufe seines hiesigen Wirkens zu einprägsamer Gestaltung führte, in dieser Stelle aufzuzählen,— seine Leistungen haben sich zu dem abgerundeten Bild eines verchrten Künstlers und Menschen zusammengefügt. So werden denn auch die Bochumer, wenn es gilt, noch einmal ihre Anhänglichkeit zu beweisen, zur Stelle sein. Von seiten der Theaterleitung ist alles getan, den Besuch zu erleichtern: die„Fledermaus“ morgen wird außerhalb jeder Vormiete zu sonst nur für das Schauspiel üt lichen Preisen(von 0,50—8,50 Mk.) geboten Walter Junk, der Tanzmeister des Ensembles, kündigt zu Freitag einen eigenen Ballettaveno an, der ihn, wie drei seiner Solotänzer, die der Berufung an eine andere Bühne folgen, abschiednehmend bei uns sehen wird. Es ist die Gewähr gegeben, daß die Tanzfreunde ihre bekannten Kunitier zu diesem Anlaß noch einmal in Aufgaben sehen werden, die der jeweiligen Eigenart besonders entspre= chen. Die Scheidenden sind außer dem Tanmener Walter Junk: die Damen Milena Avram und Ursel Weismann, sowie Herr Eugen Poransky. Der Ballettabend am Freitag ist gleichfalls auser Vormiete angesetzt, zu Preisen von 0 40—2.40 Dek. Morgen fängt der Vorverkauf an zu Sonntag abend, zu der Aufführung von Schwewzens Komodie „am Himmel Europas“, die als Abschiedevorstellung einem Mitgliede des Schauspiels aut: an jakob Groblingboff. Nach Gottes heiligem Willen entschlief Montag morgen 11 Uhr nach langem, schweren, mit großer Geduld ertragenem Leiden, meine innigstgeliebte Gattin, unsere liebe, gute Mutter, Tochter, Schwester, Schwägerin und Tante, die wohlachtbare Klara geb. Willig Sie starb wohlvorbereitet durch einen wahrhaft frommen Lebenswandel und gestärkt durch den ötteren Empfang der heil. Sakramente im Alter von 48½ Jahren. In tiefer Trauer: Bernhard Gockel und Kinder Irmgard, Maria, Klärchen, Bernhard, Elisabeth Bochum, Datteln, Selm-Beifang, Herne, Dortmund, Wanne-Eickel, Hagen, den 10. Juli 1934. Die Beerdigung findet Freitag. den 13. Juli, morgens 8.40 Uhr. vom Trauerhause. Rochum. Reichsstraße s, aus statt. Daran anschließend ist das Leviten-Hochamt in der Herz-Jesu-Kirche zu B-Hamme. Allen. denen aus Versehen keine besondere Nachricht zuging. diene diese als solche. III. Orden Bochum Unsere Mitschwester Fezu Nv Heinr. Oterbein ist gestorben. Die Beerdigung findet am Donnerstag, 12. Juli, morgens 9.30 Uhr, dom Sterbehause Bochum, Redemptoristenstr. 54 aus. zum Friedbof in vamme statt. Das Seelenamt ist vorUhr in St. Josephskirche. Um zahlreiche Beteiligung bittet: Der Tirektor. Herzlichen Dank sagen wir für alle Teilnahme beim Heimgange meiner lieben Gattin, unserer guten Mutter. Familie Carl Dröge und Anverwandte. Bochum, den 10. Juli 1934. Das 30tägige Seelenamt ist am Freitag, dem 13. Juli 1934, um 7.15 Unr in der St. Josefs-Kirche zu Bochum, wozu freundlichst eingeladen wird. Uerlobungsanzeigen Oermaͤhlungsanzeigen Nochzeltseinladungskarten. 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Nach den ersten Presseäußerungen ist er dort aufmerklam angehört worden. wenn auch manche Ausdeutungen lebhaite Phantasie perraten. Es wird darauf ankommen, daß die Aufmerksamkeit des Zuhörers einen Willen zum Verstehen erzeuge: es treten immer wieder die Grundtatsachen vor die Augen, die beiden großen Volker, die nebeneinander leben in deren Händen das Schicksal Europas liegt. Davon ist auszugehen. und dann läßt sich auch an die Ueberwindung des Mißtrauens denken, dasbisher alles beherricht hat Wir müssen darauf verweisen, daß das deutich=französilche Gespräch vom lenten Frühjahr nicht von Deutschland abgebrochen wurde. Das deutsche Volk braucht den Frieden so nötig wie jedes andere und es will ihn so aufrichtig wie jedes andere. Was der Vertreter der Reichsregierung in Königsberg an die Adresse Frankreichs sagte. wird in allen Schichten gebilligt. Es gibt keine Moglichkeit, von außen her erfolgreiche Spekulationen auf innere Entwicklungen in Deutschland zu bauen, ganz abgesehen davon, daß solche Spekulationen völlig ins Leere greifen können. Es wird sich zeigen, ob das erste Echo aus der Pariser Presse einer inneren Wandlung in der französischen Politik die Tür öffnet. Ein Blatt spricht davon, daß man in Frankreich von der Notwendigkeit einer deutichfranzösischen Verständigung überzeugt sei, daß man aber auch von der Möglichkeit einer Verstandigung überzeugt werden möchte. Es liegt nicht an Deutschland. wenn über diese Möglichkeiten nicht mehr verhandelt wurde. Von den Alternativen des Friedens hat Barthou die eine gewählt, jene der undnisartigen Machtpolitik. die keine Gegenseitigkeit in sich tragt. die andere. die der Verständigung. steht aber immer noch offen.“ Jugendpflege in Italien. In der„Germania“(Nr. 188 vom 10. Juli) lesen wir: Die Maßnahmen, die das neue Italien zur Erziehung und Ertüchtigung der iungen Generation ergriffen hat. führt der„Lavoro Fascista“ in einem Artikel vor Augen. indem er sich zuerst einmal mit der Klärung des Bearifses Kindbeit“ befaßt. Die Altersarenze. die die Kindheit abschließt, ist viel umstritten. Manche glau ben die Kindheit schon bei einem Alter von drei Jahren abgeschlossen, andere beziehen sie auch noch auf das sechsjährige Kind. und wieder andere sogar auf die der Schule entwachiene Jugend. Die Fak= toren, die diese verschiedene Bewertung eines Be arifies bestimmen, sind sowohl physischer. piocholo aischer wie didaktischer Art. Zweifellos kann man die junge Generation in ihren verschiedenen Alters stufen nicht unter eine Begriffsbestimmung bringen. Tagespolitik. aber auch verschiedene Einzelbezeichnungen, die einem bestimmten Alter eher angepaßt sind, z. B. Knaben= bzw. Mädchenalter. Jugend usw., sind hier ungenügend. Die Opera Nazionale Maternità Insanzis, der die Jugendfürsorge des faschistischen Italiens obliegt. läßt ihre Beihilfe und Unterstützung der jungen Generation bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres zukommen. In der richtigen Auffassung, daß die Formen der Jugendfürsorge dem verschiedenen Alter der Jugendlichen angepaßt lein muß, unterscheidet sie vier Altersgruppen. Die erste begreift alle Kinder bis zu drei Jahren, die zweite bis zu 6 Jahren, die dritte bis zu 14 Jahren in sich ein, und die vierte und letzte Gruppe umfaßt die Jugendlichen von 14 bis 18 Jahren. Zur Unterstützung der ersten Gruppe ist der Kinderhort vorgesehen; in besonderen Fallen bringt man die Säuglinge bei Ammen oder Pflegeeltern unter. Gesunde Kinder werden in Instituten, schwächliche gern in Heimen untergebracht. die besonders gegen die Tuberkulose ankämpfen. Die Unterstützung der Kinder von 3—6 Jahren geBamberg feiert seinen Erzbischof. Goldenes Priesterjubiläum von Dr. Jakobus von Hauck Der Bamberger Erzbischof Dr. Jakobus von Hauck konnte am 7. und 8. Juli unter riesiger Anteilnahme des Volkes sein goldenes Priesteriubiläum festlich begehen. Seit 22 Jahren führt er den Hirtenstab in fester Hand. In der Reibe der Bamberger Bischofe steht er als Nachfolger des bl. Otto an 70. Stelle. Trotz der Unaunst der Kriegs= und Nachkriegszeit hat der Jubilar auf kirchlichem, religiölem. caritativen und allgemein kulturellen Gebieten Dauereinrichtungen von unvergänglichem Werte geschaffen. Während seines Pontifikats erstanden allein mehr als 20 Pfarreien mit über 50 Gottesbäusern Als Krönung der baulichen Tätigkeit des Oberhirten steht leit fünf Jahren das neue Gebäude der erzbischöklichen Seminarien, das als steinerner Zeuge unverdrossenen Aufbauwillens in die Zukunft ragt. Seiner Initiative ist u. a. auch die Durchführung des Deutschen Katholikentages in Nürnberg zu danken, der unter seinem Protektorat einen glänzenden Verlauf nahm. Allgemein bewunderte man damals die jugendliche Energie des Siebzigjährigen, mit welcher er durch seine auf den Rundiunk übertragene Predigt beim Festaottesdienst auch bei Andersgläubigen tiefen Eindruck erweckte. Den aufbauwilligen Kräften des neuen Staates läßt er jede Förderung zuteil werden Dies bewies sein Appell an den Diözesanklerus, sich ausschließlich der Seelsorge zu widmen. Dies beweist neuerdings die Verpflichtung der Alumnen zu tiefgründiger Schulung im Sanitätsdienst für die Zwecke des neuen Staates. Auf ausdrücklichen Wunich des Jubilars wurde die Feier in rein kirchlichem Rahmen abgehalten. Als Auftakt zum Fest kam am Samstag in der Michaelskirche, die das Grab des ersten Bamstaltet sich ähnlich, dagegen muß man bei der Fürsorge der 6—14jährigen schon mit der Entwicklung der Kinderpersönlichkeit rechnen, die je nach ihrer Veranlagung verschiedene Bedürfnisse hat. Verwahrloste Kinder aus moralisch tiefstehenden oder auch sehr armen Familien werden meist bei Pflegeeltern untergebracht, wo sich die Kleinen beinahe immer nach kurzer Zeit wie zu Hause fühlen. Da man als ihre Pflegeeltern gern Familien aus der Landbevölkerung nimmt, verbindet sich mit der gesunden geistigen Entwicklung auch in der Regel eine körverliche Ertüchtigung. In richtiger Erkenntnis der vielen Vorzüge eines Landaufenthaltes hat das faschistische Regime verschiedene Erholungsheime jern von der Großstadt eingerichtet, wo der kindliche Oraanismus sich frei und kräftig entfalten kann. In Anbetracht ihres schulpflichtigen Alters wird der größte Teil der Kinder natürlich in Lehranstalten untergebracht, bei denen ebenfalls ländliche Institute bevorzugt werden. Im Jahre 1933 wurden 15 618 Kinder von 6—14 Jahren in ländlichen Schulanstalten unterrichtet. Im gleichen Jahre genossen 4000 tuberkulose Kinder mit glänzenden Erfolgen die Pflege und Fürsorge der staatlichen Erholungsheime. In den verschiedensten, oben erwähnten Formen kommt das saschistische Reaime der jungen Generation zu Hilfe und sichert damit in der wirksamsten Art die Zukunft des neuen Italien.“ berger Bischofs, des hl. Otto birgt, in Anwesenheit des Jubilars, des Kardinals Faulhaber. der Bischöfe von Würzburg, Spever und Eichstätt und des Auslandsdeutschenbischofs Dr. Gever unter der Leitung von Studienrat Franz Bertbold das große Oratorium„Das letzte Abendmahl“ von Pater Hartmann von An der Lahn=Hochbrunn zur Aufführung Der Sonntag brachte mit 32 Sonderzügen mehr als 25 000 Personen aus der ganzen Erzdiözese nach Bamberg, um der auf dem Domplatz zelebrierten Jubelmesse beizuwohnen. Kardinal Faulhaber hielt die Festpredigt, die durch Lautsprecher in verschiedene Gotteshäuser übertragen wurde. Nach dem nachmittägigen Freigottesdienst sprachen der Bischof von Speyer Dr. Sebastian und der hohe Jubilar selbst. Die alte Bischofsstadt hatte überall reichen Flaggeschmuck angelegt. 25 Jahre Ablei Mariawald. Das Kloster Mariawald auf der einsamen Hohe der Kermeterhochwaldes, zwischen Gemünd und Heimbach gelegen, konnte in diesen Tagen auf eine 25jährige Bestimmung als Abtei zurückblicken. Dem Sinn und der Art der stillen Mönche entsprechend. wurde dieser Tag in keiner Weise äußerlich begangen. Doch ziemt es sich, aus diesem Anlaß Rück. schau zu halten auf die nun verflossenen 25 Jahre einer uneigennützigen Kultur= und Seelenarbeit der Mönche auf dem Berge der schmerzhaften Mutter Gottes. Nach einer wechselvollen Leidenszeit war das Kloster im Jahre 1861 wieder besiedelt wor. den und hatte sich seit dieser Zeit, besonders aber auch seit der Rückkunft der während des Kulturkampfes verbannten Mönche in jeglicher Hinsicht bewährt. Diese günstige Entwicklung veranlaßte das Generalkapitel, das bisherige Priorat Mariawald zur Abtei zu erheben. Das war zu Eingang des Jahres 1909. Als erster Abt wurde gewählt P.Lauretius Wimmer, der zwanzig Jahre lang die Geschicke des Klosters mit fürsorglicher und geschickter Hand leitete. Im Jahre 1929 legte er sein Amt nieder, da ein Herzleiden ihm größte Schonung gebot. Er zog sich in die Abtei Engelszell zurück. In den 20 Jahren seines Wirkens hatte die Abtei schwere Zeiten zu überstehen. Der Weltkrieg pochte auch an die Pforte des Klo. sters und forderte 22 Mönche und 20 Konversbrüder für den Kampf. Drei von den Ausgezogenen starben den Heldentod und mehrere kehrten als Kriegskrüppel in das Kloster zurück. Im Kriege und in der Nachkriegszeit blieb die Klosterpforte trotz der eigenen Not den Armen der Umgebung immer offen. Als Abt Wimmer von seiner Klostergemeinde schied, ließ er ein vollendetes Werk und ein vorbildliches Klosterleben zurück. Am 27. August 1929 wurde der bisherige Prior P. Stephanus Sauer, zum Nachfolger gewählt. Er wurde geboren am 5. Februar 1874 zu Merscheid im Kreise Bernkastel und am 31. März 1900 in Trier zum Priester geweiht. Er trat am 13. November 1915 in Marienwald ein. Seine Amtsweihe erhielt er am 18. Oktober 1929 durch den Weihbischof zu Aachen, Dr. Hermann Joseph Sträter.„In fide et caritete“ ist der Wahlspruch des Abtes Stephanus Sauer. Im Geiste des Glaubens und der Liebe will er mit seiner Gemeinde leben und arbeiten. Weithin ergißt sich von dem Hügel im Kermeter der Strom des Segens in die Lande. Tag für Tag stehen die Kuttenträger in Gebet und Arbeit zusammen. Rings um das Kloster wird das Land gerodet, wird wertvoller fruchttragender Kulturboden gewonnen. An der Klosterpforte öffnet sich hunderte Male am Tage die mildtätige Hand des Pförtners. Die Abtei auf dem Kermeter möge auch im zweiten Vierteljahrhundert ein wertvoller Kulturforderer und Quell des Segens für die Lande ringsum sein und bleiben. M. 700 Jahre Serviten. Der Servitenorden schickt sich an, sein 7. Zentenar zu feiern. Seine Gründer sind sieben vornehme Männer, die sich zunächst in Camarzia und dann auf dem Monte Senario bei Florenz niederließen. Die Mitglieder lebten nach der Regel des hl. Augustinus, trugen ein schwarzes Kleid und nannten sich Diener Mariens, weil sie den Beruf in sich fühlten, vornehmlich die Andacht zu den Schmerzen Mariens zu fördern. Nach Deutschland kam dieser Orden schon durch die beiden Stifter Hugo und Sosteneus. Urkundlich feststellen lassen sich Niederlassungen in Amendorf (1264), Hasselfeld im Braunschweigischen(1277), Nordhausen(1285), Halberstadt(1298), Bernburg (1295), Halle(1308), Erfurt(1311), Alt=Landsberg bei Berlina(1335) und an zehn weiteren Orten. Nach den Annalen des Ordens waren die deutschen Serviten im Jahre 1548 auf dem Generalkapitel noch vertreten, jedoch nicht mehr 1586. Auch die in der Neuzeit gegründeten Servitenklöster sind innerhalb des Reichsgebiets fast alle wiederum untergegangen, dagegen gibt es noch eine Reihe von Servitenklöstern in Tirol und Oesterreich. Gedicht und Gebet Von der Mundart der Frömmigkeit Wahrend alle übrigen Kunste(Baukunst, Malerei, Bildwerkerei, Kunstgewerde und vor allem die Musik) seit seher in lebendiger Verbundenheit zur religwsen Praris gestanden haben, hat das religiöse Gedicht, sosern es nicht offiziell als Gebet anerkannt war. eine solche Emordnung nicht gefunden. Zumal in der Gegen= wart erfahrt das religiöse Gedicht seine Wertung kaum semals von religiösen, vielmehr durchgängig nur von kunstlerischen Gesichtspunkten aus. Und doch dürfte dem keligiosen Gedicht zur Erweckung und Vertiefung des kelig ösen Innenlebens eine besondere Rolle vorbehalten sein. Steht das Gedicht schon als sprachliche Ausdrucko= form dem Gebet insoweit nahe, als beide Ausdrucksgestaltungen eines subjektiven inneren Ergriffenseine darstellen, welchen die Fahigkeit innewohnt, die es Er= griefen sein auch bei anderen hervorzurufen(eine Kraft. die sich gelegentlich zu magischer Wirksamkeit zu steigern vermag), so tritt beim rellalösen Gedicht zu dieser proianen" Verwandtschaft noch die geistig=religiose Ver= wandtschaft hinzu, indem namlich das religiöse Gedicht das Gebet sich innerhalb der Spannungosphäre Gott=Menich auswirkt. Wahrend die großen Gehete, wie das„ ner Uer sals Gebet der Gebete, darin das Wesen alles Betens) ausgesprochen liegt), rein künstlerischen Maßstäben entwachsen sind, wird die Wertung des religiösen Gedichte sofern es künenchschopferischen Ursprungs ist. immer von künftlerischen Maßstaben auszugehen haben. Das beißt nun nicht, die religiose Wertung ausschalten. Denn wie senen Gipfelgebeten, so ist auch den Vorbergen und hügeln ihre besondere Aufgabe zugetent: Weisen sie doch alle in die gemeinsame Richtung nach droben, zu Gott hin. Wahrend jene Gebetsmonumente als zeitenuberdauernde Brücken von Mensch zu Gott hinuberragen, bleibt es dem resigiöten Gedicht vorbehalten, die von Jahrhundert zu Jahrhundert wechselnde Mundart der Frömmigkeit zu sprechen. Die Frömmigkeit des romanischen und des gotischen Menschen war eine andere, als die unseres Jahrhunderts Stil, als Ausdrucksform einer inneren seelischen Haltung, ist nicht auf ee ulturelle Erscheinungen beschrankt; auch ihre Fronnig= keit. und somit die Art des Betens, hat ihren Zeitstil 50 hat das religiose Gedicht die besondere Aufgabe, die FFrömmigkeit der Jahrhunderte in deren eigener Sprache auszusprechen. Denn um sein Inneres wirklich aus zu= sprechen, dazu bedarf es des eigengewachsenen zeitgulVor allem aber wohnt dem religiosen Gedicht die Kraft inne. die sog. prosanen Lebenebezirke(Welt. Natur, Kultur) für die religiose Lebenosphäre zurück= zuerobern und ihr einzugliedern. Der Begriff des reli= glbsen Gedichto ist hierbei in denkbar weitem Sinne zu fassen: durch ein religiöses Kennwort(„Gott“ oder „Himmel“ odel Ljesano) braucht es sich nicht auszu= wenen. Aber religiose Haltung und Willenerichtung muß aus ihm wirksam werden; so wie ein ausdrucks= voller Baum, eine Landschaft, der gestirnte Nachthimmel, in uns Erhebungen und Erschütterungen religioser Art auszulosen und Ahnungen von der Nahe des verborge= nen Schopfergottes wachzurufen vermag. Das Sinnen= hafte und Naturhafte wird zum Sinnbild, aus dem Uebersinnliches und Uebernatürliches, aus dem Gotteokraft offenbar wird. Bis auf einer letzten und höchsten Stufe Gedicht und Gebet eins, der Dichter zum Heiligen, der Heilige zum Dichter wird. Wie Franz von Assist, wenn er seinen Sonnengesang betet, und die ganze Schöpfung zwischen Himmel und Erde auf die mächtige Flügel eines Liebeo= hymnus' nimmt. um sie verherrlicht und durchgottet dem Schöpfer wieder darzubringen. An starker und erlebnisechter religiöler Dichtung fehlt es unterer Zeit nicht. Nun gilt es, sie für das religiose Gesamtleben(nicht für die Zeitschriften=Abonnenten allem) fruchwar zu machen. Die Dichter warten darauf. daß ihnen praktische Wege gewiesen werden Dr. Schorn. Neuausmalung der Kirche in Dormagen Die katholische Kirche in Dormagen, ein einfacher gotuchen Hallendau des 19. Jahrhunderts, der dem alten romanischen Turm angegliedert ist, hat in den letzten Monaten im Innern ein neues Gewand erhalten. Die vom Alter gebleichten, kaum noch sichwaren Dekorationen, das eintönige Grau und Braun, das den ganzen Raum beherrschie und die vielen schadhaften Stellen sind verschwunden. Von dem früheren schlechten Zustande ist nichts mehr zu sehen. Der Plan zur Ausmalung wurde von Kirchenmaler Josef Held, aus Düsseldorf=Benrath, bekannt durch seine Arbeiten am Rhein, in der Eifel und im Saargebiet, entworfen, unter dessen sachkundiger Leitung auch die Ausführung stand. Der Maler hat es ausgezeichnet verstanden, den Anforderungen moderner Kunst gerecht zu werden. Die„Neue Sachlichkeit" ist hier voll durchgeführt. Gewiß, Aber sie tritt nicht so kraß in Erscheinung wie anderwärts. Die Linienführung ist vollständig der Architektur angepaßt, und die Farbenzusammenstellung führt in ihrer gewollten Einfachheit und Milde zu Ruhe und Sammlung hin. Das leuchtende Gelb des Gewölbes, das sich im Chor bis zum Orangegelb steigert, wird nur durch die in Grau gehaltenen und mit Gold gefaßten Pieiler unterbrochen und schafft so eine Raumstimmung, die noch durch Ueberarbeitung der Fenster erhöht, in jeder Hinsicht befriedigt. Die Farbentöne der Seitenchöre und Seitenschiffe sind etwas kräftiger gehalten und heben dadurch noch mehr die Raumstimmung des Langhauses, daß seine Krönung in der polychromen Behandlung des Hauptaltares und der Seitenaltäre findet Die Ausführung der Arbeit beweist, daß in der kirchlichen Kunst die Anlehnung an moderne Strömungen, gepaart mit einer sachlichen Linienführung und wohlabgestimmten Farbtönen eine Harmonie erreichen läßt. die den Beter oder auch nur Beschauer mit Ruhe und Andacht erfüllen. Und dies, das kann man wohl sagen, ist dem Maler vollständig gelungen. Trotz aller Einfachheit und leider auch notwendigen Sparsamkeit eine prächtige Ausschmückung zu schaffen, die eines Gotteshauses würdig ist. Deulscher Zeitungsmann in Philadelphia gestorben. Der bekannte Zeitungsverleger Gustay Mayer, der der Prasident der Philadelphia=Gazett Publishing Company. in deren Verlag die deutsch prachigen Zeitungen Gazett. Demokrat und Philadelphia Tageblatt erscheinen, war ist im Alter von 66 Jahren gestorben. Er hat sich um das Deutschtum verdient gemacht, dadurch, daß er die beiden deutschsprachigen Tageszeitungen Philadelphias aufrecht erhielt. „Zeitgenössische Casarbüste“? Seit 150 Jahren streiten sich die Gelehrten um einen Marmorkopf, den man damals in Acircale auf Sizilien fand. Jetzt will man endgültig festgestellt haben, daß es sich um die einzige Büste Julius Cäsars handelt, die zu seinen Lebzeiten gechaffen wurde Ein neues Vogelparadies. Der preußische Forstfiskue hat am Drauseniee bei Elbing ein Gelände von 3600 Morgen für Vogelschutzzwecke zur Verfügung gestellt. In diesem großen Gebiet darf kimnftig weder gesagt, noch Gras und Schilf geschnitten werden. Infolgedessen wird es schon in wenigen Jahren ein urwüchsiges Vogelparadies sein, denn der Drausensee, der selbst schon seit Jahren unter Naturschußz steht, hat einen breiten Schül= gürtel, in dem setzt schon eine Menge seltener Wasservögel leben. Geographie im 14. Jahrhundert. Die Geographen ließen früher ihrer Phantasig manchmal etwas reichlich die Zügel schießen. So liest man z. B in der Uni= versalgeschichte des Persers Raschid Eddin, die er im Anang des 14. Jahrhunderts schrieb, folgendes:„Neben Irlanda(Irland) liegt eine großere Insel, namens Inglitora(England). Auf derselben befindet sich Berg mit zahlreichen Gold=, Silber=, Kupfer=, Blei= und Eisengruben Zu den Wundern dieses Landes gehort ein Baum, welcher Vögel erzeugt. Dies geschieht in folgender Art: In der Blütezeit sieht man eine Art von Sackchen an dem Baume, und in diesem Säckchen steckt der Vogel mit seinem Schnabel. Ist die Frucht reif, so pickt sie der Vogel selbst auf und kommt heraus. Man füttert ihn zwei Jahre, binnen welcher Zeit er die Größe einer Gans oder Ente erreicht. Er ist die gewöhnliche Speite der Bewohner, dieses Landes. Auf beiden Jnseln(Jr= land und England) gibt es Schafe, aus deren Wolle man Flor= und Scharlachtücher bereitet. Der König bei= der Jnseln heißt Schottland.“ Die reinste volkische Einwohnerschaft. Von den Landern Europas ist Portugal dasjenige, das die reinste völkische Einwohnerschaft. nämlich 99.6 Prozent Portugiesen hat. Dann kommt Schweden mit 98.9 Prozent Schweden und an dritter Stelle Norwegen mit 98.2 Prozent Norwegern. Der Riese von Ppern. Mit der Einweihung des neuen Glockenturmes wird Ende Juli der berühmte Riese von Ypern wieder neben dem Turm als Wachter der Stadt aufgestellt. Die Statue, die schon in Urkunden des früheren Mittelaltero erwahnt wird, hat im Laufe der Jahrhunderte ein wechselvolles Schicksal erlebt. Sie wurde wiederholt bei Belagerungen. Revolutionen und durch Feuersbrünste zerstört, zuletzt im Weltkrieg. Sowsetsilme über die Türkel. Die türkischen Organisationen haben nach dem großen Erfolge des Filme „Ankara, das Herz der Türkei, der bekanntlich von sowjetrussischen Filmleuten gedreht wurde, mit der Hauptverwaltung für die Kino= und Photoindustrie der Sowjet=Union einen neuen Vertrag geschlossen. Vier ethnographische Tonfum=Chroniken über die Türkei. die n der Türkel vertont werden, sind einer neuen Gruppe sowjetrussischer Fümpraktiker übertragen Reuchhustenhazillus gefunden? Nach einer Mittetlung in der amerikanischen„Gesellschaft für wissenschaftliche Fortschritte" soll der amerikanische Forscher Miller den Erreger des Keuchhustene, den H=Bazillus Pertussio, entdeckt haben. Durch diese Entdeckung hofft man die Hei= lung dieser weitverbreiteten gefürchteten Kinderkrankheit beschleunigen zu können. Damit ware der Kampf gegen eine Geißel, die die Menschheit Europas seit 1587 heimsucht, erfolgreicher zu führen. Hoffen wir, daß sich die Entdeckung des Amerikaner bestätigt Aus Westdeutschland Treffen des Grünen Korps der Langenmarck=Kämpfer Am 4. und 5. August 1934 in Koblenz WL Köln, 10. Juli. Das Grüne Korps(26. Res.=K. der Langemarck=Kämpfer) begeht mit seinen sämtlichen Regimentsvereinigungen und ehemals unterstellten Formationen am 4. und 5. August 1934 in Koblenz die 20=Jahrgedenkfeier der Schlacht von Langemarck. die Symbal für die Opferbereitschaft der deutschen Jugend geworden ist. Mit dieser Feier sind verbunden kameradschaftliche Veranstaltungen der einzelnen Regimentsvereine. Der Brühler Mordprozeß Jn der Hörigkeit einer Frau WL Köln, 10. Juli. In der Fortseyzung der Beweisaufnahme im Brühler Mordprozeß vor dem Kol ner Schwurgericht vertrat am Dienstag als wichtigster Zeuge Kriminalkommissar Abstoß die Auffassung, daß dem Angeklagten Justen unbedingt Glauben zu schenken sei, auch soweit er die Falter belastete. Justen sei 24 Stunden nach der Tat vernommen worden. Er sei vollkommen erschüttert geweten und habe alles ehrlich geschildert. Soweit er, der Zeuge, später diese Angaben habe nachprüfen können, sei alles zutreffend und richtig gewesen. Dagegen habe Frau Falter sich von Anfang an gesperrt und alles abgestritten. Erst dann, als er sie Punkt für Punkt durch die Zeugen widerlegen konnte, habe sie zögernd ihre unwahre Darstellung zugegeben. Justen habe wohl zu der Frau in einem gewissen Hörigkeitsverhältnis gestanden Unter der Einwirkung der Frau sei er zu der Tat bestimmt worden; denn sie habe auf ihn einen über ragenden Einfluß ausgeübt. Er habe getan, was sie wollte. Justen habe auch alles ohne jeden Haß gegen die Frau vorgebracht. Er sei unbedingt von Frau Falter geführt worden. Mordversuch an der Stiefmutter Köln. 10. Juli. Hier wurde ein 30 Jahre alter Mann festgenommen, der versuchte, seine Stiefmutter zu ermorden. Er schlug sie mit einem spitzen Gegenstand auf den Kopf. Sie erlitt schwere Verletzungen und mußte in das Hospital gebracht werden. Der Täter wurde in den Klingelputz einaeliefert Beim verbolenen Glüchsspiel überrascht Leverkusen, 10. Juli. Auf einem Zimmer des Ledigenheimes konnte eine Anzahl Personen beim verbotenen Glucksspiel üverrascht werden. Gegen elf der angetroffenen Personen wurde ein Strafverfahren einaeleitet. In die Dreschmaschine geraten WL Erkelenz, 10. Juli. In Holzweiler ereignete sich am Montagnachmittag bei Rapsdreicharbeiten ein furchtbarer Unglücksfall. Ein auf dem Dreschkasten stehender Arbeiter rutschte aus und fiel in die Maschine. Der Körper des Verunglückten wurde bis zur Hälfte verstümmelt. Die Maschine wurde sofort stillgelegt, danach konnte der Bedauernswerte nur noch als Leiche hervorgeholt werden. Zwei lödliche Verkehrsunfälle WL Wuppertal, 10. Juli. In der Königstraße in Elberfeld geriet Montag früh ein 17jähriger Lehrling unter ein Auto. Der Bedauernswerte trug einen doppelten Schädelbruch sowie innere Verletzungen davon und starb in den städtischen Krankenanstalten. WL Solingen, 10. Juli. Dienstag nachmittag wurde in der Bismarckstraße ein zwölfjähriges Madchen von einem Lastkraftwagen überfahren und todlich verletzt. Neuer Leiter des bergischen Heimatmuseums Remscheid, 10. Juli. Der Vorsitzende des Schloßbauvereins, Kreisleiter Straßweg, hat den Musems direktor Dr. Rees in Remscheid zum ehrenamtlichen Leiter des bergischen Heimatmuseums auf Schloß Burg berufen. Radfahrer unter die Straßenbahn geraten M. Gladbach, 10. Juli. Heute mittag ereignete sich auf der Bismarchstraße ein entsetzliches Verhehrsungluch. Ein Radfahrer, der zu nah neben der sahrenden Straßenbahn herfuhr, verlor plötzlich die Gewalt über sein Rad und geriet unter die Straßenbahn. Schwer verletzt wurde er ins Krankenhaus geschafft, mo er kurz darauf starb. Ein Kind verbrannt Gladbed, 10. Juli. Montag abend brannte dic große Scheune des Landwirts Kuhlmann in Gladbeck bis auf die Umfassungsmauern nieder. Von den in der Scheune sich aufhaltenden Kindern, die hier spielten, wurde dem 4½jahrigen Johannes K. durch die Flammen der Weg ins Freie versperrt. Der Junge erlitt den Verbrennungstod. Samtliche land wirtschaftlichen Gerate wurden vernichtet, ebenso sielen Stroh= und Kornvorräte dem rasenden Element zum Opfer. Wassermangel in Trier Trier, 10. Juli. Nach einer Mitteilung der Stadtverwaltung sind infolge der anhaltenden und der großen Trockenheit die stadtischen Wasser werke in Trier nicht mehr in der Lage, den jetzigen Tagesbedarf von über 12—13 00 Kubikmeter zu decken. Der Oberbürgermeister hat daher angeordnet, daß von Dienstag ab bis auf weiteres das Sprengen von Hofen, Gehwegen, Rasen und Zier garten unterbleiben und auch im Hausgebrauch jeder Bewohner sich der großten Sparsamkeit befleißigen muß. Bei Benutzung von Badeösen und Warm wasserapparaten sei besondere Sorgfalt geboten, da das Wasser zeitweise ausbleiben kann. Großfeuer in der Universität Freiburg Die große Kuppel in die Aula gestürzt DNB Freiburg(Breisgau), 10. Juli. Im Dachgeschoß der Universität Freiburg brach am Dienstagmittag Feuer aus, das sich bei der Trockenheit rasch ausdehnte. Innerhalb zwanzig Minuten stand die große Kuppel der Universität in Flammen. Es wurde der Alarm„Großfener“ gegeben. Wie ergänzend gemeldet wird, ist die mächtige Aupvel mit großem Getose in die "ala abgestürzt. Das Feuer wutet in der Aula weiter. Der sudliche und der östliche Dachstuhl sind von den Flammen ergriffen worden. Die Feuerwehr steht dem Brande gegenwärtig machtlos gegenüber. Studenten versuchen, wertvolle Bücher und Gemälde zu retten. In einer später eingetroffenen Meldung heißt es: Das große Kupferdach über dem Eingang der Universitat ist mit großem Getose auf die Straße ge fallen. Die Flammen waren auf den westlichen und sudlichen Flugel übergesprungen. Die Feuerwehr schlug am ostlichen Flügel mehrere Oeffnungen in das Dach, um auch von innen den Brand mit mehre ren Schlauchleitungen bekampfen zu konnen. Das Gebalk des westlichen und sudlichen Flugels ist eingestürzt. Die Brandstelle bietet ein trostloses Bild. Vor allem die auf der Westseite gelegene große mit wunderbaren Wandgemalden geschmückte Aula ist in ein Trummerseld verwandelt worden. Mehrere Personen mußten sich wegen Rauchvergistung, Schnitt= und Brandwunden in ärztliche Behandlung begeben. Dank der ausopfernden Hilfe des Rektors, des Lehrkorpers und der Studen ten ist ein großer Teil der im Dachgeschoß unterge brachten Literatur in Sicherheit gebracht wrden. So konnte sast das ganze volkswirtschaftliche Seminar und der größte Teil des rechtswissenschaftlichen Semi nars geborgen werden. Das Archiv des zeitungs wissenschaftlichen Instituts ailt als verloren. Man nimmt an, daß ein Kurzschluß im Lichtspielraum den Brand verursacht hat. Der König von Siam im Kraftwerk Klingenbera Der gegenwärtig in Berlin weilende König Prajadhipok von Siam naltete heute dem Grofikraft werk Klingenburg in Rummelsburg einen Besuch ab und besichtigte die Anlagen dieses gewaltigen Elektrizitätsversorgungswerkes. Konig Prajadhipok besichtigt das Modell deo Kraftwerkes Letzte Sportnachrichten Vietto gewinnt die siebte Elappe Die siebte Etappe der Tour de France führte die Teilnehmer am Dienstag über die 229 Kilometer lange Strecke von Air les Bains nach Grenoble, d keine geringen Anforderungen an die Fahrer stellte, zwei der gefurchtetsten Berge waren zu erklimmen, der Col du Galibier und der Col du Lautaret mit seiner 3 Kilometer langen Steigung. Hier hatte wieder eine große Zuschauermenge eingefunden, die Fahrer immer wieder anfeuerte. Die Spitz gruppe legte ein gutes Tempo vor und erreichte daZiel nach 8:43,50 Stunden. Im Endspurt sieate er Franzose Vietto vor seinem Landsmann Maane dem Spanier Ezauerra und dem Einzelfahrer W. nar. Der Spanier Trueba erreichte mit sechs den Ruckstand als sechster das Ziel. Deutsche Bahnmeisterschaften in Hannover Wahrend die deutschen Amatcure ihre Meiscischaften bei den Kampfspielen in Nurnbera zum Austrag bringen, werden die Berufsfahrer ihre 1 telkampfe bereits am Sonntag in Hannover fuhren. Die besten deutschen Flieger und Sieper gehen an den Start. Die Dauerfahrer bestreiten wie üblich ein (ilometer Mennen hinter der 60 cm. Rolle. Zugel= ien wurden neben dem Titelverteidiger Erich Metze weitere sieben Fahrer, und zwar Moller, Krem Lohmann, Hille, Wißbrocker, Schindler nud Carp Bei den Fliegern hat Albert Richter(Koln) Meistertitel zu verteidigen. Der Kolner ist Klasse besser als alle anderen deutschen Sprinter Von fünf Vorlaufen kommen die ersten beiden die Zwischenläufe, außerdem gelangen noch vier? scheidungsrennen und ein Hoffnungslauf zum N traa. Die Entscheidung um den ersten und zu Platz biw. dritten und vierten Platz wird wie ubl nur von zwei Fahrern bestritten. Die Vorlaufe si wie folat einacteilt: 1. Lauf: Tasch. Hürtgen, berg. Werner: 2. Lauf: Ofzmella, Ehmer, Bert Siehl: 3. Lauf: Steffes, Bernbardt, Putzfeld rau: 1. Lauf: Engel, Marklewitz, Nieger, Lac Lauf: Richter, Kießlich, Bragard, Daehne, Fur die Entscheidung kommen neben Richter in er Linie die Kolner Engel, Steffes und Ofzmella sow der Berliner Ehmer in Frage. Mills und Schmidl jubilieren Charlie Mills und Otto Schmidt, die volketum lichsten Aktiven auf beiden Gebieten des deutder Rennsports, konnten setzt am aleichen Tage ein w teres Jubilaum in ihrer an Erfolgen so reichen Laufbahn seiern. Charlie Mills steuerte bei Trabrennen in Altona Bahrenseld mit dem Zwe jahrigen„Maientag“ seinen 24M. Sieger, und Oue Schmidt gewann in Hoppeaarten im Freda-Nenauf Tecchen sein 1100. Rennen. Besselmann kommi wieder Die Handverletzung, die sich der Kolner Welter gewichtler Jupp Besselmann bei seinen Kampfe Sudamerika zugezogen hatte und die ihn ursprung lich veranlaßte, nicht mehr in den Ring zu steigen ist wieder ausgeheilt. Hein Domgörgen hat Bessel mann bald wieder vollstandig kampffahig, so daß in Balde wieder mit dem Auftreten des k.o. Königs zu rechnen sein dürfte. Rennen zu Enghien Beim Heuverladen vom Tode ereilt WL Adenau, 10. Juli. Ein 60fahriger Mann. der mit der Verladung von Heu auf der Wiese beschaftigt war, fiel plötzlich vom hochbeladenen Wagen. Er zog sich bei dem Sturz schwere Halswirbelverletzungen zu. die den Tod zur Folge hatten. Das Unglück ereignete sich dadurch, daß das Pferd, offenbar durch die Fliegen belästigt, plötzlich den Wagen angezogen hatte. Vier Todesopfer beim Baden Koblenz, 10. Juli. Im Laufe des Montag kamen in der naheren und weiteren Umgebung vier Perso nen beim Baden ums Leben. Allein bei Bingerbruck forderte der Rhein zwei Tote. Ein 12jahriger Junge spielte mit gleichaltrigen Zchulkameraden Wasser ball. Hierbei kam er in die Strömung des Flusses und ertrank, ehe Hilfe zur Stelle war. In der Nahe der hiesigen Rheinkribben wollte ein Bjähriger Mann aus Stromberg ein Bad im Rhein nehmen. Er geriet in die Strömung und ertrank.— In Katzenelnbogen ertrank im dortigen Schwimmbad ein 13jahriger Junge aus Laufen selben. Warnung Düsseldorf, 10. Juli. Die Staatspolizeistelle hei der Regierung Düsseldorf teilt mit: In den letzten Tagen sind von verschiedenen Personen Gerüchte nerbreitet worden, die das Ansehen des Gauleiters und Staatsrats Florian schadigen. Es wird nochmals ausdrücklich darauf hingewiesen, daß derartige Verbreiter unnachsichtlich zur Verantwortung gezogen werden. In drei Fällen ist bereits die Untersuchung eingeleitet. Tödlicher Sturz aus dem zweiten Stochwerk Duisburg=Hamborn, 9. Juli. Am Montagmittag wurden Passanten im Stadtteil Hochfeld Zeugen eines aufregenden Vorfalls. Aus dem zweiten Stockwerk eines Hauses stürzte sich eine 45jährige Frau in einem Anfall von geistiger Umnachtung in die Tiefe. Die Frau blieb mit tödlichen Schädelverletzungen liegen. Vor den Augen der Braut ertrunken Duisburg=Hamborn, 10. Juli. Eine Sterkrader Gesellschaft unternahm einen Ausflug nach Walsum, wo ein Teil der Ausflügler ein erfrischendes Bad im offenen Rhein nahm. Ohne einen Hilferuf auszu stoßen versank piotzlich der Bräutigam eines am Ufer wartenden Madchens, ohne wieder aufzutauchen. Die Leiche konnte spater geborgen werden. Der junge Mann ist scheinbar einem Herzschlag erlegen. Elfjähriges Mädchen durch Speerwurf gelötel Necklinghansen, 10. Juli. Am Sonntaanachmit tag war die elffährige Tochter des Buchbinder meisters Senula, Lohtor wohnhaft, bei ihren Ver wandten an der Haltener Straße zu Besuch. Die Kinder spielten draußen in einer Gasse neben dem Hause. Dabei warf ein zehnfahriger Vetter der Margarethe Sennla einen Speer. Unglücklicherweise kam in demselben Augenblick die kleine Margarethe hinter dem Hühnerstall hervor und der Speer traf sie an der linken Schlafenseite. Das Kind brach blutend zusammen und wurde so fort ins Prosperhospital transportiert. Dort wurde eine schwere Schadelverletzung festgestellt. Trotz ärztlicher Vemühungen ist das Kind noch am Sonntag seinen schweren Verletzungen erlegen. Einer Gasvergiflung erlegen Recklinghausen, 10. Juli. Wie berichtet, wurde am Mittwoch vergangener Woche ein 54jähriger Invalide mit seinem fünfjährigen Tochterchen in seiner Wohnung infolge Gasvergiftung in befinnungslosem Justande aufgefunden. Beide wurden ins Krankenhaus gebracht. Hier ist der Invalide gestorben. Er hatte das Bewußtsein nicht mehr wiedererlangt. Das Kind befindet sich außer Lebensgefahr. Ein Jahr Gefängnis wegen Tierquälerei Wetzlar, 10. Juli. Ein junger Mann, der in Waldernbach(Oberlahnkreis) seinem Gewerbe nachgeht und dazu Hunde braucht, hatte eins der Tiere so roh mißhandelt, daß es nach drei Tagen verendete. Vor dem Schöffengericht beantragte der Oberstaatsanwalt zwei Jahre Gefängnis. Das Urteil lautete auf ein Jahr Gefängnis. Das Gericht ließ den Verurteilten sofort verhaften. I. Rennen: 1. Le Brouste(H. Cames); 2. Hierla Martinet. Ferner: Phi Phi. Black Kina. dOr, Chesecake. Phikario, Eisorceleur. Sica Platz: 15, 13, 21:10 2 Rennen: 1. Zcalander(A. Sauli); 2. Sham pooina: 3. Ris. Ferner Roi de Honarie, Tous Vents. La Grisaille, Courcit“ Sieg: 32, Platz: 16, 15:10 3. Rennen: 1. Table Bay(H. Gleizes); 2. Estrecs l. Reine de Alé. Ferner: Marba, Fontenelle, Elcaia Nockn Ledige. Sica: M. Platz: 14. 14:10. l. Rennen: 1. Ferdinand(S. Rochet); 2. La Louviere; 3. Manteline. Ferner: Marsac, Le Bonlanger Hénonville, Hardol, Dillénie, Miacinta. Sica Mlatz: 18, 28, 39:10 Rennen: 1. Vinder II(H. Howes); 2. Beaufie 3. Tournefeuille. Ferner: Ravengaard, Moriak. Tom ton, Roi d'Ys. Ican Sans Peur, Cherisy. Sica:“ Platz: 38, 23, 27:10 6. Rennen: 1. Commandeur(L. Niaudot): 2 tillante II: 3. Griari. Ferner: Zagraa, Walen Zieg: 19, Platz: 14, 18:10 Rennen zu Karlshorft 1. Rennen: 1. Frag Papa(M. Flieth): 2. Ka kel: 3. Honeska. Ferner: Donatello, Els, Messal Zieg: W, Platz: 30, 30:10. 2. Rennen: 1. Hatto(Lt. H. Ziervogel): 2 gold: 3. Orontes. Ferner: Mika, Liebesfeuer. Sica Platz: M. 82:10 Rennen: 1. Galgenvogel(J. Unterholzner Wendelgard: 3. Wolgalied, 3. Lohma. totes Renne Ferner: Ninon, Vinsepeter, Jidutta. Sica Mlatz: 12, 13, 13, 6:10 1. Rennen: 1. Grenzmark(Bes.): 2. Ilsha. goletta. Ferner: Kern. Maronita. Hol Gulden. Frem dachs. Sieg: 49, Platz: 19, 16, 15:10 Rennen: 1. Pera(W. Wolff); 2. Milliardal Neapolis. Ferner: Bitternis, Platon, Trans Walmery, Rio. Sieg: 27, Platz: 12, 17, 13:10 6. Rennen: 1. Mailander; 2. Comtesse Sybilla v. Tulla: 4. Peter Paul. Ferner: Roscager. Seraipe Verführerin, Sendlitz Kurassier, Ala. Giebel," Antonius, Furst Casimir, Amarant, Lilla. Sica Platz: 21, 17, 20, 18:10 7. Rennen: 1. Brioche(K. Floriam): 2. Nobel Castor. Ferner: Tortoise Shell. Wisa Fonsperi Creolin. Roswitha, Fiametta. Sieg: 32, Platz 14. 16:10. 8. Rennen: 1. Ertra(J. Rastenberger): 2. Johan niter: 3. Patroklus; 1 Garconne. Ferner: Mail A D. R. Hurrikan. Linda. Chilos. Abendaclaut. C. sucla. Wolke Zieg: 111. Platz: 23, 23, 32. 20:10 Loppelwette: Grenzmark— Mailander 578 1“ Bochumer 1 Monatsbe ugspreis einschl. 81 NN 2.16, für Ausgaden B und der Lieferung rechtfertigt keinen Beuugspreites. Angeigenpreise: gabe A 6 Pla., Ausgade B 3½ anzeigen: Ausgabe A 40 Pfg., Nr. 158 Für eili Die deutschen Kreuzer zig" sind am Mittwod tägigen Besuch im getrofsen. Es handelt des Besuches der setshire" und„Norsoll Die Nenvorker Blätter gere Unterredung mit behauptete, Todesstra mit denen man 10 000 sernung von 250 Mei diese Todesstrahlen se Millionen Volt nötig. Die Nundsunkansprache ministers findet in de Brachtung. Soweit Zeitungen vorliegt. Wille feststellen, in legenheiten mehr bringen. Die englische Presse ist Barthon nicht mit le rückreist, teilt aber mus französischer Stel sicht in London geht mit Vorbehalten vers Ostlocarnopakt erzielt Das englische Luftsat Anzahl moderner Nac geben. Es handelt sich Typen, die die engli wenden. Die neuen große chwindigkeit Aktionsradius haben. Wie Neuter aus Washin Johnson den Praside einen Ausschuß fürd der Nira einzusetzen. treten möchte. Gegen un Preisstei Berlin, 11. Juli. Da Buro teilt mit: Obwoh minister bereits in mehre ungerechtfertigten Preise gewarnt hat, sind in de Alagen über Preiserhöh schaftszweigen laut gewo den zurzeit nachgepruft. unberechtigte Preissteiger so wird mit aller Sti werden. Der Herm Letztes Wort des Angel verku DNB Berlin, 11. Jul gen gegen Dr. Hermes und Dr. Pünder ihre Pl erhielt in der Mittwoch klagte das letzte Wort. stündigen Ausführungen unschuldig zu sein. das Urteil am Freitag v Landesverräten veru TNB Breolau, 11. Juli senat des Oberlandesgerich verräter wegen Verbrechen= gesetzes zu je sechs Jahren lust der bürgerlichen Ehren je zehn Jahren verurteilt wurde voll angerechnet, Pol zulassia erklart. Das Geld. rater erhalten hat, ist dem Selbstmord E TNB Berlin. 11. Juli. 7 am Münchener Geiselmord tische Schriftsteller Erich M haft besand, hat seinem Le Ende gemacht. Muhsam, stand im 57. Lebensjahr u Jahren Festung verurteilt worden. Sechs Monate Gefi ächtlichmachung des Marburg, 11. Juli. Der Der 28jahrige Einwohner wiederzugebender Weise de lich. den ihm ein vorüberg Das Schoffengericht stellte von seiner früheren kommu nicht viel abgewichen ist unt barte Freiheitssmase abschre wegen Beleidigung auf 6 9