Gesicht der Welt. Gefährliches Spiel der englischen Presse. Die Erregung, mit der überall die weitere Entwicklung der sudetendeutschen Frage in der TschechoSlowakei verfolgt wird, hat natürlich viele sensationshungrige Auslandsblätter wieder einmal zu wilden Tataren=Nachrichten und Spekulationen darüber veranlaßt, welche Ueberraschungen von Nürnberg zu erwarten seien. Es wird wieder einmal kräftig in Kriegs=Psychose gemacht, und es wiederholt sich leider die schon früher in kritischen Situationen beobachtete Erscheinung, daß die Kriegstreiber in einer gewissen Auslandspresse nach dem alten Diebestrick„Haltet den Dieb!“ die deutsche Führung dessen verdächtigen, was sie selbst betreiben. Im vorliegenden Falle kann man auch die englische Presse nicht von dem Vorwurf freisprechen, daß sie dieses gefährliche Spiel gefördert hat durch ihre senkationelle Kommentierung der Aktivität, die die englische Regierung in der letzten Zeit entwickelt hat. Es macht den Eindruck, als möchte die Auslandspresse auf diese Weise die wirklich Verantwortlichen für die weitere Entwicklung der Dinge, nämlich die Regierenden in Prag, entlasten und die Verantwortung verschieben. Man verlangte von den sudetendeutschen Vertretern eine Zustimmung zu den Vorschlägen, die zu dieser Zeit von der Prager Regierung noch gar nicht bekanntgegeben waren. Auf der anderen Seite wird dann von„Entspannung“ gesprochen, während in Wirklichkeit der Wille zu einer Befriedung der gerechten sudetendeutschen Ansprüche nicht erkennbar ist und die tschechische Terrorwelle ungehemmt weiter ihren Lauf nimmt. Das tschechische Hetzorgan, dessen verleumderische Angriffe auf das deutsche Heer die deutsche diplomatische Vertretung in Prag zu ernsten Protestschritten nötigte, hat wahrhaftig nicht zur Entspannung beigetragen, ebenso wenig die Haltung der Prager Regierung. Die unbefriedigende Entwicklung der sudetendeutschen Frage zeigt immer deutlicher, daß das ganze Staatsgebilde der Tschecho=Slowakei zu einem neuen Problem geworden ist. * Französisches Sphinxgeflüster. Nachdem nunmehr Madame Genevive Tabouis, die Seherin des„Oeuvre“ gesprochen hat, sind wir über alle kommenden Ereignisse genau unterrichtet. Danch wird der Führer ein Ultimatum an die TschechoSlowakei richten. Er wird neben vollständiger Autonomie für die Sudetendeutschen verlangen, daß Prag die Bündnisse mit Sowjet=Rußland und Frankreich aufgibt, er wird dann mit der Tschecho=Slowakei einen NichtAngriffspakt abschließen und das Land durch einen Zollverein enger an Deutschland binden. Frau Tabouis hat aus ihrem Zauberspiegel noch mehr herausgelesen. Der Führer empfängt am heutigen Samstag alle Generale, um den verschiedenen Waffen Aufträge zu geben. Was das für Aufträge sein sollen, erfahren wir leider nicht. Wir wissen nur, daß die Seherin genau darüber informiert ist, daß der Führer kein Land von sich aus angreifen wird. Schade nur, daß die Zauberkundige uns nicht verraten hat, was Konrad Henlein und der Führer auf dem Obersalzberg verhandelt haben. Wir wissen es nicht, aber Frau Tabouis müßte es doch wissen. Wozu wird sie denn sonst von Moskau aus bezahlt? Selten ist soviel gelogen und geraten worden, wie in diesen Tagen, und selbst Runciman hat den Inhalt seiner Gespräche mit Konrad Henlein auf Schloß Rothenhaus, den man im„Prager Tageblatt“ lesen konnte, kategorisch dementiert. Die Abgeordneten Kundt und Frank weisen Falschmeldungen über eine Spaltung der Sudetendeutschen Partei in einem Brief an die„Times“ zurück und das tschechische Preßbüro muß die Nachrichten über den vermeintlichen Inhalt neuer Vorschläge für die Verhandlungen mit der sudetendeutschen Partei als tendenziös, teils provokatorisch zugespitzte Kombinationen erklären. Nur der Terror gegen die Sudetendeutschen wird fortgesetzt. Daran ist kein Zweifel. Wir wissen nicht viel. Aber diejenigen, die dem Konflikt am nächsten stehen, die Sudetendeutschen selbst, werden seit Tagen völlig im Ungewissen über alles das gelassen, was vor sich geht. Die Prager Zensur hat nun an schon drei Tagen die sudetendeutsche führende Zeitung die„Zeit“ jedesmal aus gänzlich nichtssagenden Gründen verboten. Das Verbot ist um so ungerechtfertigter, als in der Tschecho=Slowakei für die Zeitungen eine Vorzensur besteht. Die Verbote erfolgen dann, wenn das Blatt ausgedruckt ist, so daß eine Neuauflage kaum möglich erscheint. Diese Maßnahmen sind deshalb völlig unverständlich, weil sich doch Deutsche und Tschechen zur Zeit in Verhandlungen befinden, bei denen man annehmen müßte, daß sie auf dem Fuß gegenseitiger Achtung und völliger Gleichberechtigung erfolgen. v. W. contra Armee. Vor einiger Zeit im Mai erfuhr man durch die Zeitungen, daß in Sowjet=Rußland eine Militärrevolte ausgebrochen sei. Die Nachrichten waren aber, wie das meiste, was man aus Sowiet=Rußland hört, verworren und unklar. Jetzt erst bringt die französische Zeitschrift „La France Militaire“ nähere Einzelheiten über die Ereignisse, die sich damals in Weißrußland zugetragen haben. Bei den engen Beziehungen zwischen der französischen und sowjetrussischen Wehrmacht kann man annehmen, daß sich die Vorgänge so abspielten, wie sie wiedergegeben sind. Der Streit brach in Witebsk aus. Witebsk ist eine ansehnliche Stadt von über 100 000 Einwohnern, die an der Düna liegt. In Witebsk steht neben anderen Truppen eine Abteilung Flakartillerie. Dieser Abteilung war ein politischer Kommissar zugeteilt, der sich in kürzester Frist außerordentlich unbeliebt gemacht hatte. Durch die Kommissare ist unendlich viel Unruhe in das russische Heer hineingetragen worden. Fast immer besteht zwischen den Kommissaren und den Offizieren starke Spannung, die nicht dadurch vermindert wird, daß die Kommissare häufig durch GPU=Truppen Offiziere verhaften und abführen lassen. Bei den Mannschaften sind fast immer die Offiziere beliebt und die Kommissare unbeliebt. So war es auch in dem vorliegenden Fall in Witebsk. In Witebsk hatte der unbeliebte Kommissar auf dem Kasernenhof— wir würden sagen: vor versammelter Mannschaft— eine heftige Auseinandersetzung mit einem Hauptmann des Abteilungsstabes gehabt, der ihn bei dieser Gelegenheit ins Gesicht schlug. Der Kommissar hatte im gleichen Augenblick die Pistole herausgerissen, um den Ofizier zu erschießen. Andere Ofiziere entwaffneten ihn. Darauf riß der Kommissar aus, um GPU=Truppen herbeizuholen. Die Flakabteilung verschanzte sich darauf in ihrer Kaserne und wurde von anderen Truppeneinheiten in der Stadt unterstützt. Auch die Zivilbevölkerung wandte sich gegen GPU und Kommissare. Die Soldaten hatten vergessen, das Telephonamt zu besetzen. Die Kommissare, deren Lage kritisch war, erbaten aus Moskau Hilfe. Auf der Linie Moskau— Smolensk—Witebsk wurde nun schleunigst Militär nach Weißrußland befördert. Ein Regiment der Moskauer „Divisino der Roten Fahne“ rollte an. Zwei Haubitzabteilungen, dre Schwadronen, ein Tankbataillon, eine Abteilung schwerer Panzerwagen der GPU folgten. Bomben= und Jagdgeschwader flogen nach Witebsk, um den Flughafen zu besetzen und das Personal zu verhaften, Wie ernst die Lage gewesen sein muß, kann man daraus entnehmen, daß die Artillerie die Kasernen eine ganze Nacht durch beschoß, ehe sich 50 Offiziere und 150 Soldaten ergaben. Stalin ließ auch drei der Kommissare verhaften. Vielleicht hatten sie ihre Befugnisse überschritten, vielleicht wollte man aber auch mit dieser Maßnahme die Truppen beruhigen. Was aus den Gefangenen geworden ist, weiß man, wie so oft in Sowjet=Rußland, nicht. Der Weißrussische Bezirk erhielt einen neuen Befehlshaber Kowalew. Wie stark die Unzufriedenheit in der sowjetrussischen Armee um sich gegriffen haben muß, erkennt man aus einer zweiten Meldung der„La Francs Militaire“, nach der Stalin seine bisherige rote Garde, die„Proletarische Schützendivision“ in Moskau, dearadierte und zu einer einfachen Schützendivision umwandelte. Wehrstarke Kampfgemeinschaft. Der Sinn der Nationalsozialistischen Kampfspiele./ S.Obergruppenführer v. Tschammer und Osten. Die Erkenntnis, welche unermeßliche Bedeutung die Leibesübungen für das Leben, für die Gesundheit und Entwicklung einer Nation haben, war nicht neu; aber erst das Reich Adolf Hitlers hat es vermocht, diese Erkenntnis in die Wirklichkeit umzusetzen. Mit dem Sieg der nationalsozialistischen Revolution war das Schicksal der Leibesübungen liberalistischer Prägung besiegelt. Weder Turnen und Sport, noch die„unpolitischen“ oder„neutralen“ Turn= und Sportorganisationen blieben vom revolutionären Gestaltungswillen der Träger des neuen Staates verschont. Einen ungeheuren Aufschwung nahmen die Leibesübungen in den fünf Jahren, in denen die Hakenkreuzbanner über Deutschland wehen. Ein ganzes Volk wurde für die neue Idee der körperlichen Ertüchtigung begeistert. Gewaltiger— in den Tiefen des Gedankens gefestigt, ein Friedensfest der Völker zu sein— als die Olympischen Spiele 1936 in Berlin ist in der Welt wohl noch nie ein olympisches Fest durchgeführt und gefeiert worden. Wenige Wochen nach den unvergeßlichen olympischen Tagen des Sommers 1936 verkündete der Proben für den„Tag der Gemeinschaft“ in Nürnberg. Auf der Zeppelin-Wiese in Nürnberg wurde bereits für den„Tag der Gemeinschaft“ geprobt, der in diesem Jahr zum ersten Mal begangen wird.(Scherl-M.) fünf von der HimalayaExpedition in Rom. Stürme von unvorstellbarer Gewalt. A Rom, 3. September. Fünf Mitglieder der Deutschen Himalaya=Expedition 1938 trafen am Freitag unter Führung von Paul Bauer in der italienischen Hauptstadt ein, um auf dem Heimfluge nach Deutschland zwei Tage Station zu machen. Vor einigen Wochen haben sie Sirnaga in Kaschmir verlassén und erreichten über Lahore und Karachi mit einer Ju 52 jetzt, von Rhodos kommend, den römischen Flughafen Littorio. Der Freitagabend vereinte die deutschen Forscher für einige Stunden im Kreise deutscher Freunde und gab so Gelegenheit, einige bemerkenswerte Einzelheiten über diese siebente deutsche Expedition zu erfahren, die bekanntlich gleichfalls die Ersteigung des Nanga Parbat, des westlichen Eckpfeilers des Himalaya, zum Ziele hatte. Mit das wesentlichste ist, so betonte Paul Bauer, daß sich trotz der mehr als ungünstigen Witterung doch wertvolle Forschungsergebnisse erzielen ließen. Vor allem hat sich auch im Gegensatz zu den beiden letzten mit überaus schmerzlichen Verlusten verbundenen Unternehmungen diesmal keinerlei Unglücksfall ereignet. In fünffachen Versuchen wurde der 8126 Meter hohe Nanga Parbat angegriffen, wobei die deutsche Expedition bis zu Lager 7 in 7250 Meter Höhe vordringen konnte. Eine Bezwingung des Gipfels verboten aber auch diesmal die ungemein widrigen Witterungsverhältnisse, vor allem ständige Stürme, von deren Gewalt man sich in europäischen Zonen schwerlich einen Vegriff machen kann, und die Tag für Tag außerordentliche Anforderung an alle Teilnehmer stellten. Besonderes Lob verdienen unter diesen Verhältnissen auch die einheimischen Träger, die sich wieder gut bewährten. Als neues äußerst wertvolles Hilfsmittel erwies sich die Ju 52, die die schwierige Aufgabe der laufenden Verproviantierung der hohen Lager in einer die Erwartungen weit übertreffenden Weise löste. Restlose Anerkennung spendete Paul Bauer den englisch=indischen Behörden, die sich bei jeder Gelegenheit in zuvorkommender Weise unter Gewährung jeglicher Unterstützung für das Gelingen des deutschen Planes einsetzten. Besonderes Interesse bekundete auch der stellvertretende Vizekönig Lord Bribbon, der sich in Simla den Film der vorjährigen deutschen Nanga Parbat=Expedition vorführen ließ und anschließend zu Ehren der deutschen Bergsteiger einen Empfang veranstaltete Aber auch an tragischen Ereignissen fehlte es nicht. Da ist vor allem zu erwähnen die Wiederauffindung der deutschen Kameraden die 1934 im Kampfe um den Nanga Parbat als Pioniere deutschen Forscherund Bergsteigertums ihr Leben ließen. Ist, wie Paul Bauer abschließend mit überzeugendem Nachdruck betonte, auch in diesem Jahre der Nanga Parbat trotz des Wagemutes der siebenten deutschen Expedition noch nicht gefallen, so sollte doch einer späteren deutschen Unternehmung die Bezwingung dieses am heißesten umkämpften Gipfels gelingen. Für diese Aufgabe würden sich die deutschen Alpinisten nach den bereits gebrachten schweren Opfern in ehrenden Gedenken an ihre treuen im gleichen Kampf verbliebenen Kameraden mit besonderer Hingabe auch fernerhin einsetzen. Führer auf dem Reichsparteitag die„Nationalsozialistischen Kampfspiele", die künftig alljährlich im Rahmen des Reichsparteitages in Nürnberg ausgetragen werden sollen. Während in den gewaltigen Kongreßhallen der Stadt Nürnberg die Nation Zeugnis ablegt von den Leistungen des vergangenen Jahres und der Führer die Richtlinien für das kommende Jahr festlegt, werden künftig bei den Reichsparteitagen in steigendem Maße die kämpferischen Kräfte des Volkes zu Wettkämpfen im Einzel= und Mannschaftskampf antreten, um mit ständig wachsenden Anforderungen immer wieder auf dem Gebiete der körperlichen Ertüchtigung zu Höchstleistungen sich emporzuschwingen. Damit tritt zu dem geistigen und kulturellen Leben der Reichsparteitage die Bindung der körperlichen Kraft,— tritt das Bekenntnis, daß ein gesunder Geist nur in einem gesunden Körper wohnen kann. Mit der Proklamation der„NS=Kampfspiele“ schließt sich der Ring, der deutsche Leibesübungen und deutsche Wehr seit den frühesten Tagen germanischer Vorzeit umspannt. Denn diese Kampfspiele sind als Ausdruck des gleichen Geistes zu werten, den der Führer bei der Schaffung des SA=Sportabzeichens, des Zeichens des wehrhaften deutschen Mannes, bekundete als Mittel für eine kämpferische Schulung des Leibes und für die Pflege des wehrhaften Geistes in allen Teilen des Volkes. Es ist der Geist, der in herrlicher Weise aus dem Schwür aufklingt:„Wir hängen mit der ganzen Kraft unserer Seele an unserem Vaterlande Wir sind stolz, daß wir deutschen Blutes und deutscher Art sind. Immer werden wir bereit sein, mit der Wehrschaft unserer Herzen und mit der Wehrkraft unserer Leiber unser Volkstum und das Reich, in dem es Gestalt angenommen hat, zu schützen und für seine Ehre und Freiheit zu kämpfen." Als bei dem Reichsparteitag 1937 der Führer die Grundsteinlegung des neuen gewaltigen Stadions vornahm, hatte jeder das Gefühl: das sind Hammer schläge für die Zukunft, für ein großes stolzes und seiner Kraft bewußtes Deutschland. Und als sich dann die„Nationalsozialistischen Kampfspiele" vor unseren Augen abwickelten, da wußten wir, daß der neue kraftvolle Typ der körperlichen Ertüchtigung seine Feuerprobe auch im Strom einer mehrtägigen Großveranstaltung bestanden hat. Der einzelne verschwand hier als Teil der Mannschaft, und diese wieder kämpfte in voller Selbstlosigkeit für ihre Formation, für ihrer Gau, für Volk und Vaterland. In vollem Einsatz der Persönlichkeit wurde, wie es der Sinn der körperlicher Ertüchtigung ist, alles nur Persönliche überwunden, de das Ganze galt. Im Mittelpunkt der richtungweisenden Zielsetzung der„Nationalsozialistischen Kampfspiele" steht nicht allein die Leistung, wie sic das leidenschaftliche Streben nach einem gleichen Zie von selbst schafft und fördert, sondern im weitgehender Maße die körperliche charakterliche und weltanschauliche Ausrichtung der Wettkämpfer, sei es im Einzel= wie auch Mannschaftskampf. Im Vordergrund steht alse nicht nur der Sieg, sondern die innere Hal tuna und darüber hinaus die Kameradschaf, und Gemeinschaft, die körperliche Kraft des einzelnen bis ins hohe Alter und damit schließlich die körperliche und seelische Erstarkun unserer Nation. Dieser Geist der Wehrhaftigkeit, der sich bereit schon einmal in den Tagen der deutschen Befreiun im Jahn'schen Turnen offenbarte, ist jedoch nicht ge boren aus Nützlichkeitserwägungen. Er quillt viel mehr aus dem Urgrund der nationalsozialistischen Welt anschauung. Er entströmt dem Vermächtnis der ge fallenen Helden des Weltkrieges und der Blutzeuger der Bewegung. Ihr Vorbild überwand das pazi fistische, genießerische und rassisch verseuchte Untermenschentum der Vorzeit. Aus dem Erlebnis der Front und des Kampfes um die Macht, aus den Heldengräbern von Langemarck und der Feldherrnhalle erstand das heldische Ideal des neuen deutschen Mannestums. So ist die Erziehung zur Wehrhaftigkeit keineswegs gleichbedeutend mit militärisch=technischer Vorbereitung für den Heeresdienst. Sie ist weit mehr. Sie ist die Emporführung der deutschen Jugend zum heroischen Lebensideal. Die nationalen Kampfspiele, die Olympischen Spiele, so wie sie im alten Griechenland mehr als ein Jahrtausend hindurch alle vier Jahre abgehalten wurden, waren ein religiöses Fest. Was den jungen Hellenen zum Wettkampf befähigte, nämlich die Spannkraft der Glieder, die im Laufe ausdauernde Brust, das verdankte er nach alter griechischer Empfindung den Göttern. Wenn er daher den Leib übte, mehr und mehr stählte und im Wettkampf dann bewährte, so ehrte er damit die Götter. Ebenso soll der junge Deutsche das Werk des Schöpfers ehren und bewahren, wenn er seinen Leib erzieht. Er hat nicht nur den persönlichen Gewinn davon, sondern dient damit zugleich seiner Sippe und Rasse sowie seinem Volk und Vaterland. Aus dieser inneren Tiefe heraus sollen auch die„Nationalsozialistischen Kampfspiele“ gestaltet werden. Die Durchführung der„NS=Kampfspiele“ im zielweisenden Sinne des Führers bestimmt naturgemäß eine neue Form der körperlichen Ertüchtigung. Hierbei kommt es vor allem darauf an, eine gesunde und naturbestimmte Breitenarbeit zu leisten und zu zeigen. Dadurch, daß ich als Reichssportführer und gleichzeitig als SA=Obergruppenführer und Chef des Hauptamtes Kampfspiele der Obersten SA=Führung die gesamte körperliche Ertüchtigung des deutschen Volkes leite, kommen wir dem hohen Ziele näher: Ein Volk in Leibesübungen! Die Vorbereitung und Durchführung der„Nationalsozialistischen Kampfspiele" sind der SA übertragen. Ihren Anspruch auf diese Leistung hat der Führer in seinem an die SA gegebenen Befehl dokumentiert:„Träger der NSKampfspiele in Vorbereitung und Durchführung ist die SA." Der Führer hat das schon einmal getan, als er der SA die Aufgabe übertrug, Träger und Ausrichter der Uebungen zu sein, die die körperliche Ertüchtigung und Prüfung eines jeden Volksgenossen zum Ziele habe, und deren Symbol das SA=Sportabzeichen ist. Daraus geht hervor, daß die SA nicht erstmalig und einmalig an die Durchführung der hier gegebenen lebensnotwendigen Aufgaben herantritt, sondern eine dauernde Sendung zu erfüllen hat, die ihrer großen Ewigkeitsaufgabe, dem Einsatz im Dienst unserer Weltanschauung, entspricht und in sie eingeordnet ist. Denn das ist die neue Form der körperlichen Ertüchtigung an ihrem Einsatz: Sie weiß sportliches Geschehen in den Rahmen unseres Kampfes um die Seele des deutschen Volkes einzuordnen und führt damit die Synthese von Körper und Geist herbei. So erhalten die„Nationalsozialistischen Kampfspiele" ihre hohe und tiefgründige Bedeutung. In diesen Kampfspielen soll sich der nationale und kulturelle Gedanke mit neuem frischen, mit deutschem völkischen Leben erfüllen. Sie sollen eine Auslese der Tüchtigsten durch das Mittel des Wettkampfes darstellen. Sie sollen an deutscher Art und deutschem Volksbewußtsein festhalten, dann wird sich deutscher Geist und deutsche Kraft weiter zu lichter Höhe emporheben. In diesem Sinne einer inneren deutschen Volksgemeinschaft und Volksverbundenheit vereinen die„NS=Kampfspiele“ alle die Männer, die deutsch fühlen und denken und ihr deutsch=blütiges Herz einsetzen im Kampf, den wir um seiner selbst willen lieben. So schließt sich denn der Ring zur nationalsozialistischen Gemeinschaft! Und so treten die Jugend, die Männer, die Mannschaften in die Schranken friedlichen Wettkampfes, um Körper und Geist zu stählen für die friedliche Arbeit und ihren Schutz zum Besten des Volkes. Faschistische Jugendführer beim Reichsparteitag. DNB München, 3. September. Mit dem fahrplanmäßigen D=Zug von Rom trafen am Freitagabend 100 faschistische Jugendfühxer in der Hauptstadt der Bewegung ein, die der Sekretär der Faschistischen Partei, Minister Starace, als Vertretung der faschistischen Jugend zum Reichsparteitag entsandt hat. Reichsjugendführer Baldur von Schirach, Stabsführer Lauterbacher, mehrere Amtschefs der Reichsjugendführung und Reichshauptamtsleiter Dr. Dresler „hatten sich u. a. zum Empfang eingefunden. Im Fürstensalon des Reichsbahnhofes begrüßte der Reichsjugendführer die italienischen Gäste im Namen der Reichsregierung und der Reichsleitung der NSDAP. Er betonte, daß sie nicht als Fremde, sondern als Freunde und Kameraden zu uns kämen. Leitende ausländische Polizeibeamte in Deutschland. DNB Berlin, 3. September. Aus Anlaß des bevorstehenden Reichsparteitages weilt ein Anzahl hoher ausländischer Polizeibeamte in Deutschland, die gleichzeitig ihren Aufenthalt zu einem gründlichen Studium des deutschen Polizeiwesens benutzen. So sind in Erwiderung eines Besuches des Generalinspekteurs der deutschen Gendarmerie, Generalmajor Röttig, in Ungarn Oberst Szuetsy und Major Zambory von der Königlich Ungarischen Gendarmerie zu einem 14tägigen Besuch eingetroffen. Am Sonntagmorgen trifft in Berlin der Chef der polnischen Staatspolizei, Brigadegeneral Zamorski in Begleitung des Oberst Plotnicki ein und wird als Ehrengast des Führers die große Heerschau des nationalsozialistischen Großdeutschlands in Nürnberg miterleben. Auch General Zamorski, der schon seit langem für eine kameradschaftliche Zusammenarbeit zwischen deutscher und polnischer Polizei eintritt, wird unter der Führung des Chefs der Ordnungspolizei, General Daluege, eine Besichtigungsfahrt durch deutsche Polizeistandorte unternehmen. Seamte über 65 Jahre. Weiterbeschäftigung für drei Jahre zulässig. Berlin, 3. September. Der Reichsfinanzminister hat die Dienststellen der Reichsfinanzverwaltung grundsätzlich ermächtigt, tüchtige Beamte, die das 65. Lebensjahr überschritten haben, aber Eine Schlacht zwischen Spaniern und Franzosen. Zwei neue Einmischungsbataillone aus Marfeille eingetroffen. Frankreich experimentiert am Ebrobogen. DNB Bilbao, 3. September. Die nationalspanische Zeitung„Gaceta del Norte“ beschäftigt sich erneut mit der Unterstützung, die seitens der Franzosen den Bolschewisten gewährt wird.„Am Ebrobogen“, so schreibt das Blatt,„hat sich die gesamte französische Hilfeleistung konzentriert. Dort sind, wie einwandfrei feststeht, französische Artilleristen dabei, ein neues 10,5 cm- Geschütz auszuprovieren. Ferner stehen dort die in Frankreich gebildeten internationalen Brigaden, die nicht nur die Festlandfranzosen, sondern auch Elemente aus Französisch=Marokko umfassen. Aus Marseille sind zwei Bataillone von angeworbenen Freiwilligen eingetroffen. Das eine Bataillon operiert selbständig und trägt den Namen„Marseillaise“. Das andere Bataillon wurde auf mehrere internationale Brigaden aufgeteilt.„Schließlich,“ so fährt das nationalspanische Blatt fort,„kämpft am Ebro noch die 43. rote Division, die nach der Niederlage in den Pyrenäen über Frankreich nach Spanien zurückkehrte.„Es hat den Anschein,“ so schließt das Blatt,„als ob die Schlacht am Ebro nicht gegen Sowjetspanien geführt wird, sondern als ob es sich um ein Treffen zwischen Frantreich und dem nationalen Spanien handelt.“ Angriffe der Roten an der madurafront abgewiesen. Elf rote Flugzeuge abgeschossen. DNB Bilbao, 3. September. In der Nacht zum Freitag wurden verschiedene kleinere Angriffe der Roten an der Estremadurafront im Abschnitt des Zujar=lusses abgewiesen. Bei Campanario versuchte die rote Luftwaffe, die nationalspanischen Stellungen zu bombardieren. Durch nationalspanische Jagdflugzeuge wurden sie zurückgeschlagen, wobei elf rote Flugzeuge avgeschossen wurden. Die Mehrzahl der roten Piloten konnte gefangengenommen werden. Nach dem nationalen Heeresbericht handelt es sich bei den bei Campanario abgeschossenen roten Flugzeugen um vier Sowjetbomber, die übrigen sieben Flugzeuge sind ausländischen, u. a. amerikanischen Ursprungs. Bei den zum Teil durch nationale Gegenstöße abgewiesenen roten Angriffen an der Estremadurafront verloren die Roten 23 Gefangene und 71 Tote.— In der Nacht zum Donnerstag bewarfen nationalspanische Flieger militärische Ziele in Vendrellu im Hafen von Alicante. Die Neiße füllt. Die verheerenden Folgen der Hochwasserkatastrophe. X Glatz, 3. September. Das seit Freitagmittag verhältnismäßig rasch falbende Neiße=Hochwasser hat in der Stadt Glatz in dem Viertel um die Minoriten=Kirche und um den Stadtbahnhof ein erschütterndes Bild der Zerstörung zurückgelassen. Alle Straßen, über die die Fluten hinweggegangen waren, sind mit einer hohen Geröll= und Schlammschicht bedeckt. Einen Trümmerhausen bildet das in sich zusammengebrochene Haus am Roßmarkt, in dem noch einzelne Teile des Gebälks zusammenkrachen. Auch das Nachbarhaus ist jetzt sehr gefährdet. In der engen Roß=Straße ist das schwere Granitpflaster aufgerissen und zu hohen Bergen aufgetürmt. Im Innern der Minoriten=Kirche, die zum Teil übermannshoch überflutet war, sind die Bänke zerbrochen und vollständig durcheinandergeworfen. Viele Wandfiguren sind herabgestürzt. Die Mauer um das Kloster ist vollständig eingerissen. Auf dem Roßmarkt selbst sind zahbreiche Schaufensterscheiben eingedrückt worden, wodurch das Hochwasser Auslagen und Waren fortschwemmte. Ein großer Teil der Stadt ist noch immer von der Gas= und Stromzufuhr abgeschnitten, da die Leitungen zerstört sind. Fast alle Straßen von Neiße unter Wasser. DNB Breslau, 3. September. Ueber die Lage in der Stadt Neiße, mit der seit Donnerstag abend keine telephonische Verbindung besteht, wissen die„Breslauer Neuesten Nachrichten“ auf Grund einer Ueberfliegung des Ueberschwemmungsgebiets ober= und unterhalb des Ottmachauer Staubeckens zu berichten, daß die Stadt bis auf vier oder fünf hochgelegene Gassen überschwemmt ist. Bis zum Ring steht die Flut, und auch das Rathaus scheint nur von einer Seite aus noch erreichbar zu sein. Inder ganzen Stadt ist kein Mensch zu erblicken. Die Einwohner sitzen offenbar in ihren Häusern und warten auf das Zurückgehen der Flut. Ueber die Lage im Ottmachauer Staubecken heißt es in dem Bericht vom Bord des Flugzeuges: Das Staubecken Ottmachau ist bis zum Rande gefüllt. An der Ueberlaufmauer ist eine gewaltige Sturzwelle zu erkennen. Durch das Becken wälzen sich die Wassermassen weiter in Richtung auf Ottmachau und Neiße zu. Die Kleingärten, die bis mitten nach Ottmachau reichen, liegen unter Wasser. Das Leben des Ortes dreht sich nur um die Katastrophe. Man sieht, wie die Einwohner am Rande des Wassers stehen und mit Hilfe von Sandsäcken und großen Pontons Rettungsarbeiten durchführen. Wie die Reichsbahndirektion Breslau mitteilt, ist infolge Einsturzes der Eisenbahnbrücke über die Neiße bei Löwen die Strecke Brieg—Oppeln und damit die Hauptstrecke Berlin— Breslau— Oberschlesien beidgleisig gesperrt. Der Verkehr mußte über Karlsmark—Oppeln umgeleitet werden. Brandkatastrophe in einem polnischen Dorf. Warschau, 3. September. In dem Dorfe Blotowce bei Zdolbunow in Ostpolen brach ein Brand aus, der fast das ganze Dorf vernichtete. 18 Wohnhäuser und 40 Wirtschaftsgebäude mit dem lebenden Inventar und der soeben eingebrachten Ernte wurden ein Raub der Flammen. Das Feuer entstand aus Unachtsamkeit eines siebenjährigen Knaben. Bestialische amerikanische Gefüngniswürter. Die Mörder von Holmesburg verhaftet. § Philadelphia, 3. September. Gefängnisdirektor Mills, sein Stellvertreter, zwei Gefängnisärzte und zehn Wärter des Gefängnisses in Holmesburg(Pennsylvanien) wurden am Sonnabend ihres Amtes entsetzt und wegen fahrlässiger Tötung verhaftet. In dem Gefängnis zu Holmesburg hatten Gefängniswärter einen ganzen Gefängnisblock abgeriegelt und dann, während bereits eine furchtbare Hitze herrschte, die Dampfheizung angestellt. Dabei waren vier Sträflinge langsam zu Tode gerostet worden und die übrigen auf eine bestialische Weise so lange gequält worden, bis sie tobsüchtig wurden. Inzwischen wurde eine Gruppe von 19 überlebenden Gefangenen vernommen, die gleichfalls in dem überheizten Gebäude eingeschlossen worden war, weil sie als Protest gegen die schlechte Gefängniskost an einem Hungerstreik teilgenommen hatten. Die Ueberlebenden sagten aus, daß eine derartige Hitze entstanden sei, daß die Türen der Zellen gluyenoyeiß waren und nicht angefaßt werden konnten. Auf ihre flehentlichen Bitten nach Wasser und Luft hätten die Wärter von draußen als Antwort nur gerufen:„Ihr verreckt doch nicht, ihr Schweine.“ Infolge der furchtbaren Qualen hätten viele von ihnen Tobsuchtsanfälle bekommen. In Frankfort(Kentucky) wurde gegen den Gefängnisdirektor Hammond des Staatsgefängnisses von Kentucky Klage wegen schwerer Mißhandlung von Gefangenen erhoben. Nach den Aussagen der Gefängnisangestellten hat Hammond in seinem Privatbüro Gefangene so blutig geschlagen, daß sie nachher die Blutlachen aufwischen mußten. noch voll leistungsfähig sind, als Angestellte oder Lohnempfänger noch weitere drei Jahre bis zur Vollendung des 68. Lebensjahres weiter zu beschäftigen, wenn dienstliche Bedürfnisse dies erforderlich machen. Die Dienstbezüge dieser Beamten sollen in solchen Fällen ohne Rücksick auf ihre Versorgungsbezüge bemessen werden, die jedoch entsprechend den Anrechnungsvorschriften gekürzt werden. Eine ähnliche Regelung ist für die Angestellten und Arbeiter der Reichsfinanzverwaltung getroffen worden. Nach den Vorschriften der allgemeinen Tarifordnung sollen künftig Arbeiter und Angestellte, die das 65. Lebensjahr vollendet haben, ebenfalls bis zu drei Jahren weiter beschäftigt werden können, auch wenn bereits die Möglichkeit einer Versorgung aus Bezügen der Reichsversicherung sichergestellt ist. Die Weiterbeschäftigung ist jedoch nur zulässig, wenn ein dienstliches Bedürfnis vorliegt und die Arbeiter oder Angestellten mit dem Abschluß eines besonderen Dienstvertrages einverstanden und geistig und körperlich ausreichend rüstig sind. Lohn= und Gehaltsempfänger, die keine zusätzliche Altersversicherung haben, dürfen künftig auch länger als drei Jahre über die bisherige Altersgrenze hinaus beschäftigt werden, wenn sie für Kinder zu sorgen haben. 167374 Wohnungen und Siedlerstellen im Bau. Berlin, 3. September. Nachdem Anfang dieses Jahres durch die Bemühungen des Reichsarbeitsministers und des Schirmherrn der deutschen Bauvereinsbewegung, Staatssekretär Dauser, München, die auf dem Gebiete des gemeinnützigen Wohnungswesens bisher tätigen zwei Verbände in einem Einheitsverband, dem Reichsverband des deutschen gemeinnützigen Wohnungswesens, zusammengeschlossen worden sind, ist eine eingehende Erhebung über die Bau= und Siedlungstätigkeit 1938 bei den rund 3800 gemeinnützigen Wohnungs= und Siedlungsunternehmen einschließlich der deutschen Heimstätten, der Treuhandstellen für Bergmannswohnstätten und der Gagfah durchgeführt worden. Der Reichsverbandsleiter Dr. Brecht gibt aus dieser aufschlußreichen Erhebung folgende Ergebnisse bekannt: Am 1. Januar 1938 hatten die gemeinnützigen Wohnungsunternehmen 87 210 Wohnungen und Siedlerstellen im Bau. Dies war der sogenannte Ueberhang an noch nicht fertiggestellten Wohnungen und Siedlerstellen aus dem Jahre 1937. Im ersten Halbjahr 1938 ist mit dem Bau weiterer 80 164 Wohnungen und Kleinsiedlerstellen durch die gemeinnützigen Wohnungsunternehmen begonnen worden, sodaß im ersten Halbjahr 1938 insgesamt 167374 Wohnungen und Siedlerstellen im Bau waren. Hiervon waren bis zum 30. Juni d. I. 52 278 Wohnungs= und Siedlungseinheiten bereits fertiggestellt, während die restlichen 115 096 möglichst noch in diesem Jahr fertiggestellt werden sollen. Für das zweite Halbjahr 1938 war ferner der Baubeginn von weiteren 135 000 Wohnungs= und Siedlungseinheiten vorgesehen und vorbereitet; zum Teil sind diese Vorhaben auch bereits in Angriff genommen. Jedoch hängt es neben anderem von der ausreichenden Beschaffung von Arbeitskräften und Baustoffen ab, inwieweit dies Programm tatsächlich noch im zweiten Halbjahr 1938 gefördert werden kann und inwieweit die Fertigstellung der bereits früher begonnenen rd. 115 000 Einheiten noch in diesem Jahr gelingt. Natürlich werden die gemeinnützigen Wohnungsunternehmen im Hinblick auf die große soziale und politische Bedeutung des Kleinwohnungsbaues und der Errichtung von Arbeiterwohnstätten bei der Beschaffung von Arbeitskräften und Baustoffen nach Möglichkeit unterstützt. Am 1. August 1937 waren bei den gemeinnützigen Wohnungsunternehmen rd. 61 000 Wohnungen im Bau gegenüber 115 000 am 1. Juli 1938. In dieser Leistungssteigerung des gemeinnützigen Wohnungswesens kommt der wachsende Anteil des Arbeiterwohnstättenbaues am gesamten Wohnungsbau deutlich zum Ausdruck. Lockerung des Mieterschutzes für zweckgebundene Räume. Berlin, 3. September. Durch Verordnung vom 4. Dezember 1937 ist bekanntlich der Mieterschutz weitgehend ausgedehnt und in erster Linie auf alle bis zum 30. November 1937 bezugsfertig gewordenen Neubauten erstreckt worden. Infolge dieser Maßnahme konnten vielfach Räume, die zur Verwendung für bestimmte Zwecke verfügbar bleiben sollten, ihrer Bestimmung nicht zugeführt werden. Um zu gewährleisten, daß solche Räume bei Bedarf jederzeit ihre bestimmungsmäßige Verwendung finden können, ist für sie durch Verordnung vom 31 August 1938 der Mieterschutz, wenn auch nicht allgemein beseitigt, so doch unter bestimmten, dem Verwendungszweck der Räume entsprechenden Voraussetzungen gelockert worden. Solche Lockerungen beziehen sich auf staatlich geförderte Kleinsiedlerstellen, auf gewisse Räume gemeinnütziger Wohnungsunternehmens, ferner auf Wohnungen, die nach Gesetz oder auf Grund eines Vertrages mit dem Betriebsführer für gleiche Zwecke zur Verfügung zu halten sind wie Werkswohnungen eines Betriebes, und schließlich auf Räume, die bestimmungsgemäß zur Unterbringung von Angehörigen der Wehrmacht oder von Beamten des Reichs, eines Landes oder einer Gemeinde, sowie zur Unterbringung von Angehörigen bestimmter Betriebe benötigt werden. Die Mitropa in Oesterreich. Wien, 3. September. Mit dem Beginn des Winterfahrplanes wird, wie schon Staatssekretär Kleinmann in seinem Vortrag bei der verkehrswirtschaftlichen Tagung in Leipzig mitteilte, der bisher von der Internationalen Schlafwagengesellschaft betriebene Schlaf= und Speisewagenbetrieb in Oesterreich auf die Mitropa übergehen. Elektrischer Schnellverkehr BerlinKom-Neapel. Berlin, 3. September. Vielleicht ist es dem Reisenden im allgemeinen nicht sehr wichtig, ob sein Zug mit Dampf oder mit Elektrizität vorwärts getrieben ist, Hauptsache bleibt ihm neben der Sicherheit vor allem die Schnelligkeit. Gerade auf diesem Gebiet aber steht nach Mitteilungen des Reichsbahndirektors Prof. Dr. Wechmann eine ebenso interessante wie bedeutsame Neuerung bevor. Danach wird man in absehbarer Zeit die große Fernstrecke BerlinRom, ja darüber hinaus noch über Neapel bis nach Reggio di Calabria an der Südspitze Italiens in elektrisch betriebenen Zügen reisen können. Die Strecke hat eine Gesamtlänge von 2800 Kilometern und wird damit die längste elektrisch betriebene Eisenbahnstrecke der Welt werden. Besonders wichtig ist dabei die Verkürzung der Reisezeit: von Berlin nach München wird man dann nicht mehr wie jetzt acht, sondern nur noch fünf Stunden und 50 Minuten oder mit dem Schnelltriebwagen gar nur fünfeinhalb Stunden brauchen; entsprechende Fahrzeitverkürzungen ergeben sich für die Gesamtstrecke. Heftige Kämpfe auf dem Nordufer des Hangtse. DNB Hankau, 3. September. Auf dem Kiukiang gegenüberliegenden Nordufer des Yanatse, wo infolge des ständig fallenden Wasserstandes ein Rückgang der Ueberschwemmungen zu verzeichnen ist, sind lebhafte Kämpfe im Gange. Den dortigen japanischen Vorstoß auf Kwangtei, von wo eine gute Landstraße durch das Tapeigebirge nach dem 150 km entfernten Hankau führt, beantworteten die Chinesen am Freitag mit heftigen Ge1 Kri Y Alef Distr Gebin bei d gem satt weiter führt einer unpas laufer os ner lunge W eübt Sie Bev hochm sie wa einer ruten! broche zogen den der allen zu Schlu Selb zwisch geger Fall wie teilte nächs niert mich ige belb das dara zusat aus ten Uebaral Schi Yangtse werden keine größeren Kampfhandlungen gemeldet. Ein Presseberichterstatter, der am 27. August den im Gebiet der Kiukiangfront liegenden Sommerkurort Kuling besuchte, teilt mit, daß sich dort etwa 10 000 Chinesen und über 100 Ausländer, darunter mehrere Deutsche, befänden, die infolge der Kampfhandlungen von der Außenwelt abgeschnitten seien. Bis auf eine Knappheit der Lebensmittel befänden sie sich wohlauf. Jüdisches Modehaus polizeilich geschlossen. Angenügende Beachtung der Preisvorschriften. Berlin, 3. September. Der Polizeipräsident als Preisüberwachungsstelle für Berlin hat die unbefristete Schließung des Betriebes der jüdischen Firma Hermann Hoffmann, Herren= und Damenmoden, Berlin, Friedrichstraße 50—51, verfügt und eine Ordnungsstrafe von 50 000 Mart gegen die Firma festgesetzt. Gleichzeitig hat der Polizeipräsident mit Zustimmung des Reichskommissars für die Preisbildung den beiden jüdischen Inhabern der Firma, Fritz und Ernst Hoffmann, jede weitere Tätigkeit auf dem Gebiete der Spinnstoffwirtschaft innerhalb des Deutschen Reiches untersagt. Diese Strafmaßnahmen sind wegen dauernder ungenügender Beachtung der Preisvorschriften des Spinnstoffgesetzes und grober Zuwiderhandlung gegen diese Vorschriften sowie gegen die Vorschriften der Preisstoppverordnung erfolgt. Unter Malaien, Chinesen und Dajak Bericht von einer Reise nach Borneo./ Von Dr. Karl Helbig. XI. Krankheiten und Diamanten. Mit äußerster Zufriedenheit hängte ich den Hörer ans gefon und klingelte ab. Es war in dem ersten kleinen 9sstriktskontor, das wir nach dem Abstieg vom Meratussebirge zur Barito=Ebene erreicht hatten. Wir hatten bei dem malaiischen Beamten übernachtet, uns seit langem zum ersten Mal wieder an einer richtigen Mahlzeit satt gegessen und wollten nun, am folgenden Morgen, weiter zur großen Hauptstraße, die nach Bandjarmasin führt. Da auch dieser kleine Distriktsplatz bereits an einer Autostraße lag, wäre es ebenso zeitraubend wie unpassend gewesen, hätten wir noch weiterhin zu Fuß laufen wollen. Zu entdecken gab es in diesem gut erdlossenen Landesteil doch nichts mehr, und überdies er mit seinen flachen Grasebenen und Reisfeldern, en langweiligen Kautschukwäldern und stillosen Siedungen alles andere als interessant. Was uns aber am meisten davon abhielt, die bisher eübte Methode des Wanderns noch fortzusetzen, das war wenig sympathische BandjaresenBevölkerung dieses Gebietes. Dreist=neugierig, hochmütig, aufgeblasen und beleidigend abschätzend wie sie war, hätte sie uns den ungewöhnlichen Fußmarsch auf einer Autostraße nur zum wahren Martyrium und Spießrutenlaufen gestaltet; und da die Siedlungen sich ununterbrochen in endloser Kette längs dieser Straße entlangzogen, so wären wir wohl kaum zehn Meter weit von den aufdringlichen Blicken und spöttischen Bemerkungen der Gaffer verschont geblieben. Schon gestern hatten wir as auf dem letzten Stück Weges zur Genüge genossen, ich hatte keine Lust, mich dem noch weiter auszun. Wenn man acht Monate lang Tag für Tag mit den möglichen Schwierigkeiten und Unannehmlichkeiten zu tun hat, dann kann es wohl geschehen, daß man zum Schluß ein wenig nervös wird und vielleicht einmal, die Selbstbeherrschung vergessend, mit der blanken Hand dazwischenfährt, wo einem etwas allzu sehr mißfällt oder gegen den Charakter geht. Das aber mußte auf jeden Fall vermieden werden. So war es mir eine ebenso angenehme Ueberraschung wie große Freude, als mir unser höflicher Gastgeber mitteilte, in dem unfernen Städtchen Barabai, unserem nächsten Reiseziele, sei ein junger Deutscher stationiert. Diesen nun hatte ich soeben angeklingelt, um mich drahtlich mit ihm bekannt zu machen und unsere baldige Ankunft in Barabai vorauszumelden. Mit größter elbstverständlichkeit bat er mich, noch eine kurze Weile warten; er würde unmittelbar sein Auto schicken, das uns dann direkt in seiner Junggesellenwohnung abladen sollte.— Der freundliche Landsmann hat sicher nicht geahnt, daß er mit dieser für Indien nicht ungewöhnlichen Geste uns, die wir uns lange Zeit ausschließlich an Primitivitäten, Härten und Freudlosigkeiten gewöhnt hatten, ein geradezu unbegreiflich großes Geschenk anbot. Mit einem Schlage ließen wir nun die beschränkten Verhältnisse des einsamen Binnenlandes von Borneo hinter uns und stiegen wieder ein in den Kreis der fast versunkenen höher entwickelten Welt. Dieses Volk der Bandjaresen in der Barito=Ebene ist das am weitesten geförderte von ganz Borneo. Das mag daran liegen, daß es sich aus allen möglichen Elementen zusammensetzt: aus Djohore= und Singapore=Malaien, 4aus Bugi und Makassaren von Celebes, aus Maduresen Resten der Dajakbevölkerung, vor allem aber aus ten kulturell besonders hochstehenden Javanen. Zum Ueberfluß gesellt sich noch ein Schuß vorderindischen und arabischen Blutes hinzu. So trifft man hier allenthalben Schulen, saubere Dörfer und Menschen, zahlreiche bewässerte Reisfelder, wie sie kein einziger Dajak je anzulegen vermöchte; trifft tadellos gepflegte Kautschukgärten mit kleinen Fabriken und Rauchhäusern; trifft eine Fülle von Früchten und Gemüsen, die auf wimmelnden Marktplätzen umgesetzt werden. Auch der holländische Einfluß ist hier älter als in irgend einem anderen Teile der Insel. Schon vor dreihundert Jahren begannen kühne Seefahrer und Kaufute die ersten Handelsverbindungen mit dem reichen Bandjarlande und seiner Hauptstadt Bandjarmasin(das ist: dem Handelsplatz am salzigen Wasser) anzuknüpfen. So hat dieser Landesteil in den jüngeren Jahrhunderten auch eine regelrechte„Geschichte“ gehabt, die sich aufgrund von Chroniken, Kulturdokumenten und Ueberlieferungen noch bis in weit ältere Zeiten, tausend und mehr Jahre zurück, zumindest stückweise verfolgen läßt. Kein Wunder, daß daher die Bandjaresen auch das bekannste Volk Borneos geworden sind, mit dem sich die Literatur, die Berichte, die Maßnahmen der Regierung und Beziehungen der Händler am meisten beschäftigen. Trotzdem muß ich ehrlich sagen, daß mir keines so mißfiel wie dieses; und den gleichen Eindruck teilen wohl alle Europäer, die wirklich in der Praxis mit dem Volke zu tun haben. Keines ist ähnlich widerspenstig, aufsassisch und europäerfeindlich, verlogen und betrügerisch, eingebildet und anmaßend. Der Islam sitzt unverrückbar fest in ihnen, und die zahlreichen Pilger, die Jahr für Jahr die heiligen Stätten Mekkas aufsuchen und dort mit allem möglichen panislamitischen Ideengut in Beruhrung kommen, tun ein übriges, um ihn als rassenbewußte„Religion des farbigen Mannes', also als reine politische Angelegenheit noch stärker zu verankern. Schulbildung, beruflicher, sportlicher und parteilicher Zusammenschluß, Versammlungen und Zeitungen helfen weiter mit, eine Art von Nationalbewußtsein zu nähren, die für den fremden Beherrscher nicht immer die angenehmste ist. Kleinere„Relletjes', wie der Holländer gefährliche Reibereien zu nennen pflegt, sind durchaus nicht selten im Bandjarland; und selbst Zwischenfälle mit blutigem Ausgang sind in den Annalen der Vergangenheit und Gegenwart reichlich verzeichnet. Man will vom Weißen nicht viel wissen hier, das steht fest; und man betrachtet ihn nur als unvermeidliches Uebel, das leider noch die Macht in Händen hat. Im kleinen Hauptplatz der Ebene erzählte mir unter anderem ein Regierungsarzt, wieviel Abneigung man selbst gegen ihn und seine Hilfe hier habe. Während im allgemeinen die Eingeborenen dort, wo sie sich erst einmal von magischen Befürchtungen freigemacht haben, nichts sehnlicher herbeiwünschen als den Arzt und seine Medizinen,— auch wir wurden doch in jedem einzelnen Dorf, das wir im Binnenlande durchzogen, in allererster Linie und fast von jedem einzelnen immer wieder um Behandlung aller möglichen Gebrechen und vor allem um„Obat (Medizin) gebeten—, wendet man sich im Bandjarland eigentlich immer nur erst dann an den fremden Gesundmacher, wenn alle eigenen Mittel, Bezauberungen und Besprechungen nicht geholfen haben und nichts mehr gesund zu machen ist.„Vor wenigen Tagen erst wieder", erzählte der Arzt,„brachten sie auf einer Bahre einen Lehrer. Denken Sie: einen Lehrer, der doch weiß Gott ein wenig über dem Durchschnitt stehen sollte. Fünf Minuten später war er tot; Malaria tropica im letzten Stadium. Er muß wochenlang krank gewesen sein. Dabei wird gerade für die Malariabekämpfung so große Propaganda gemacht. In jedem Verwaltungsbüro, jedem Postkontor, jedem Häuptlingshause, ja selbst in jeder Schule selber hängen große Plakate, und jeder im Lande weiß, daß er Chinin sogar gratis seitens der Regierungsstellen haben kann. Aber sie wollen eben nicht. Hätten sie den Mann nur einen Tag eher gebracht, hätte ich inn wahrscheinlich noch retten können.“ Weil gerade von Krankheiten die Rede ist, so sei noch ein wenig mehr darüber berichtet. An das Märchen von dem paradiesischen Schlaraffenland', den„glücklichen, unbeschwerten Kindern der Tropen', dürften heute wohl nur noch ganz Unbefangene glauben. Aber daß der Gesundheitszustand unter diesen„Naturmenschen' oft weit weniger günstig ist als in der ungesündesten Industrieatmosphare, werden viele sich nicht denken können. Und doch ist es so. Denn allzu viele Ursachen der Gesundheitsbeeinträchtigung gibt es in den tropischen Zonen, gegen die auch die abgehärteten Körper der„Wilden' nicht gefeit sind. Malariamoskiten und sonstige Bazillenträger, mangelnde Ernährung und Kleidung, unbeschreibliche Unsauberkeit und enges Zusammenhausen großer Menschenmengen in denkbar ungeeigneten Räumen, das alles wirkt sich ungünstig aus. Erkältungsund Lungenkrankheiten sind überaus weit verbreitet, denn die geringste Temperaturschwankung kann dem Tropenmenschen gefährlicher werden als bei uns wechselgewöhnten Nordländern ein Sprung von zwanzig Graden. Hautkrankheiten, vor allem die scheußliche Frambosia und die noch schrecklichere Lepra, stehen ebenfalls mit in vorderster Reihe. Kröpfe, durch Salzund Jodmangel im Wasser und den Nahrungsmitteln hervorgerufen, sieht man nirgends so häufig als gerade hier. Dadurch ist auch die Zahl der Kretine bedauernswert groß, und ebenso gibt es Geistesgestörte fast in jedem zweiten Dorf. Die nahezu unheilbare Weil'sche Krankheit, die durch einen noch nicht einwandfrei bekannten Bazillus im Flußwasser hervorgerufen wird und vermutlich durch die Augenbindehaut in den Körper eindringt, frißt zahlreiche Opfer; und die schlimmsten Darmkrankheiten, wie Typhus, Ruhr, AmöbenDysenterie und Minenwurm, wüten ununterbrochen im Volke. Im Lande der Bandjaresen treten alle diese Seuchen und Leiden allerdings weit in den Hintergrund vor— Hieb= und Stichwunden aus den zahlreichen„Relletjes'.„Hier muß man in erster Linie Chirurg sein“, sagte mir der Arzt,„um all die zerschlagenen und zerschnittenen Glieder wieder zusammenzuflicken!“ Nur noch knapp zweihundert Kilometer Strecke lagen vor uns bis nach Bandjarmasin, dem Endplatz der Reise. Hier und da machten wir noch Station, um dieses Land der Bandjaresen doch nicht nur allzu flüchtig an unseren Augen vorbeilaufen zu lassen. Vor allem das Städtchen Martavura und seine Umgebung interessierten mich, denn dort ist einer der interessantesten Wirtschaftszweige ganz Borneos entwickelt: die DiamantenIndustrie. Es gibt ohnehin nur ein knappes halbes Dutzend Länder, in denen Diamanten gefunden werden und in denen man also Aussicht hätte, derartige Betriebe zu besichtigen. Das sind Südafrika, Brasilien, Vorderindien, Ceylon, Rußland mit dem Ural und Borneo. Das letztere, das entlegenste von allen, ist gewiß am wenigsten als„Diamantenland' in der breiten Oeffentlichkeit bekannt. Doch sehr zu Unrecht. Denn eine besondere Abart von„Steinen', die hier zuweilen gefunden werden, zählen zu den wertvollsten und begehrtesten der ganzen Welt. Der Malaie nennt sie„intan air laut':„Meerwasser=Diamanten'. und zwar ob ihrer äußerst seltenen und kostbaren Blaufärbung. Freilich zählen die wenigsten hier gefundenen Kristalle zu dieser teuren Art. Die meisten sind gute Durchschnittsware; aber immer noch weit besser als ein großer Teil der allbekannten Südafrika=Steine, die massenhaft in den Schleifereien Martapuras eingeführt, bearbeitet und dann leider gewöhnlich auch als„Borneo=Diamanten' verhandelt werden. D=Züge 50 Prozent leichter! Warum 13,6 Kilo, wenn's mit 17 Kilo geht? Die Anzeichen mehren sich, daß unsere Technik an einer Wende steht, an einem Markstein, der sie auf neue, von den bisherigen abweichenden Pfade führt. Still und für den Außenstehenden unmerklich, vollzieht sich ein Wandel, der sich in einem kurzen Satz zusammenfassen läßt: Unsere Maschinen und Geräte, unsere Bauten und Konstruktionen werden immer leichter. An sich mag das fast selbstverständlich erscheinen; wenn man an Flugzeuge und Luftschiffe denkt, geradezu naturnotwendig. Aber es ist nicht das Gewicht allein, auf das es hier ankommt. Das große Ziel ist, unsere Bau= und Werkstoffe besser auszunutzen. Und weil dieses Ziel so weit gesteckt ist, kommt die scheinbar widersinnige Tatsache zustande, daß man auch mit schweren Baustoffen leicht zu bauen bemüht ist. Der Leichtbau ist also kein Leichtstoffbau, sondern ein Leichtkonstruktions=Bau! Es ist gut, sich das immer vor Augen zu halten, wenn man in die Gelegenheit kommt, auch als Laie einmal zu den technischen Fragen der Zeit Stellung zu nehmen. Dabei wird man sich ein Beispiel vergegenwärtigen können, das besser als viele andere Sinn, Zweck und Erfolge dieses neuen technischen Zeitalters verkörpert: Ein Träger für eine bestimmt gegebene Belastungsweise und=stärke wiegt in Rundeisen 13.6 Kilogramm; benutzt man statt Rundeisen aufgelöste Profile, so nimmt das Gewicht erheblich ab, und man kann zu einer ausgeklügelten Trägerform gelangen, die für gleiche Belastung nur noch 1,7 Kilogramm wiegt. Das ist eine Verringerung des WerkstoffAufwandes um über 87 Prozent! Was eine solche Gewichtsersparnis für den Fahrzeugbau bedeutet, kann man sich ohne weiteres vorstellen. Man bedenke, daß bei jedem Anfahren und Abbremsen das Gesamtgewicht des Fahrzeugs beschleunigt und abgebremst werden muß. Deshalb sich schon seit Jahren Bestrebungen im Gange, Fahrzeuge möglichst leicht zu bauen. Um ein Beispiel herauszugreifen: Früher hat man bei einem D=Zug=Wagen als Tragorgan nur das unter dem Fußboden liegende Fahrgestell zur Verfügung gehabt. Später ging man dazu über, auch die dem Fahrgestell naheliegenden Seitenwandflächen zum Tragen heranzuziehen. Schließlich baute man Ganzstahlwagen, bei denen die ganzen Seitenwände zum tragenden Körper wurden. Im Laufe dieser Entwicklung ist es gelungen, das Gewicht der Wagen von 670 Kilogramm auf 325 Kilogramm je laufenden Meter herabzusetzen. Das ist eine Gewichtsverminderung auf unter die Hälfte! Aehnlich ist die Entwicklung im Omnibus= und allgemeinen Automobilbau verlaufen, und auch der Flugzeugbau weist interessante Beispiele auf. So hat man zum Beispiel das Kurbelgehäuse eines Flugmotors aus geschweißtem Stahlblech im gleichen Gewicht durchbilden können, wie es ein ebensolches Gehäuse aus Magnesiumguß, also aus unserem leichtesten Metall, besitzt. Noch bemerkenswerter sind aber die Beispiele auf dem Maschinenbau, weil man hier eher geneigt schien, der schweren und scheinbar solideren Konstruktion den Vorzug zu geben, zumal die Gründe, die im Fahrzeugbau für die leichten Konstruktionen sprechen, hier nicht gegeben erscheinen. Die Erfahrungen haben gelehrt, daß man auch Maschinenteile leicht bauen kann, ohne Erschütterungen usw. befürchten zu müssen, wenn man sie nur gegen Biegung und Verdrehung genügend versteift. So sind Drehbänke, Blechformmaschinen, Langtisch= und Rundtisch=Werkzeugmaschinen entstanden, die kein schweres gegossenes Fundament bezw. Ständerteil mehr enthalten, sondern aus geschweißten Stahlblechen aufgebaut worden sind. Dabei konnten Gewichtseinsparungen bis zu 65 Prozent erzielt werden. Es ist übrigens reizvoll, sich gerade diesen Teil der Entwicklung einmal näher anzusehen. Dann zeigt sich nämlich, daß man zunächst die hohen Modellkosten für die Anfertigung der Gußstücke spart. Es zeigt sich weiter, wie außeroroentlich anpassungsfähig der Leichtbau ist, indem er es möglich macht, die bisherigen Bauformen ohne weiteres abzuändern. Bei einer Konstruktion aus geschweißtem Stahlblech genügt es ja, die Blechschnitte entsprechend zu verändern, und schon entsteht unter den Händen der Schweißer ein neues Gebilde. Es kommt auch hinzu, daß man durch die Verwendung runder Ecken und Kanten Konstruktionen von großer Schönheit der Formen erzielen kann, die man bisher kaum für möglich oder wenigstens für unwirtschaftlich gehalten hat. So wird die Technik des Leichtbaues zugleich eine schönere und wirtschaftlichere, und man kann in diesem Zusammenhang alle ihre Bestrebungen als solche der Verfeinerung und Vergeistigung betrachten. Es ist im Grunde das Ingenium des Menschen, das im Stofflichen und seiner Gestaltung fühlbar wird. F. I. Ein Prachtwerk Nürnberger Goldschmiedekunst. Als Kunstwerk des Monats September wird in den Staatlichen Museen Berlins dieser Kaiser-Pokal von Wenzel Jamnitzer gezeigt, des Hauptmeisters des Nürnberger Goldschmiedehandwerks im 16. Jahrhundert. Man nennt ihn den Kaiserpokal nach der ihn krönenden Figur Kaiser Maximilians.(Scherl-M.) Belangreich für die Diamantenindustrie dieser Insel ist vor allem die Tatsache, daß sie bisher ausschließlich in den Händen der Farbigen liegt. In kleineren Gesellschaften zusammengeschlossen oder in größerer Zahl in der Abhängigkeit eines reichen Hadschi(Mekkapilgers) arbeitend, graben die Malaien in Anschwemmungen im Vorland des Meratusgebirges seit Jahrhunderten schon nach den begehrten Steinen. Schon an der Oberfläche, mehr noch in einer sechs bis zehn Meter tiefen Schicht auf der Sohle vorzeitlicher Flußbetten, sind sie zu finden. In kleinen Schächten dringt man zu ihnen hinab, in ewigem Kampf mit dem Grundwasser und den lockeren, leicht rutschenden Bodenschichten. Männer, Frauen und Kinder sind gleichermaßen eifrig am Werk. Auf dem Feld, das wir besuchten, waren weit über zweihundert Menschen am Wühlen. Jeder kann gegen Abgabe einer kleinen Konzessionsgebühr an die Regierung graben, wo es ihm gut und lohnend dünkt. Hat man die diamantführende Bodenschicht erreicht, so beginnt der Waschprozeß. Er geht zunächst in großen, bootartigen Trögen, zuletzt im kleinen, handlichen„Dulang', einer komischen Holzschale, vor sich. Doch auch in diesem letzteren zwischen den Sandkörnern und Kiesbröckchen den edlen„Stein' zu entdecken, bedarf noch außergewöhnlicher Geschicklichkeit und Uebung. Der Laie kann sich meist die Augen aus dem Kopfe sehen' und findet ihn doch nicht. Denn im allgemeinen sind Diamanten ja so klein, daß sechs, acht, zehn und noch mehr auf ein Karat von 0,2 Gramm gehen. Weit seltener schon sind jene, die nach vollen Karat zu wiegen sind; und gar„berühmte' Steine, die in die hohen Zehner und Hunderte von Karat gehen, sind Glücksfälle, die sich in Jahrzehnten vielleicht einmal ereignen. In Martapura liegen auch gleich die nötigen Schleifereien. Ueber solche verfügen nicht einmal die riesigen Minen der Südafrikanischen Union an Ort und Stelle! Hier auf Borneo sind es ebenfalls Schöpfungen und Betriebsstätten der Eingeborenen. In guten Zeiten gab es in Martapura gegen 1600 Schleifer. Heute sind es kaum die Hälfte, aber auch sie genügen noch, um eine Durchschnitts=Jahresproduktion der benachbarten Felder von 300 Karat sowie ein Vielfaches dieser Menge von südafrikanischen und indischen Steinen zu bearbeiten. Es ist ein überaus fesselnder Anblick, die braunen aufmerksamen Gestalten an den langen Werkbänken sitzen zu sehen und zuzuschauen, wie sie die kleinen Steinchen mit der Pinzette in eine Weichmetallmasse einlassen, sie dann mit Hilfe von handlichen Bügeln auf raschrotierende. mit Fett und Diamantstaub belegte Schleifscheiben legen und nach mehrfacher Kontrolle und Lageveränderungen schließlich das fertige, flimmernde Kleinod abliefern,— Schade, daß man nicht vom Füllhorn des irdischen Glücks beschüttet wurde und eine Handvoll dieses reizenden Spielwerkes für verwöhnte Frauen erstehen konnte!— Dann endlich trägt uns das Auto eines deutschen Kautschukpflanzers, bei dem wir eine Reihe unbeschwerter Gasttage verleben durften, in die alte Handels= und Hauptstadt des Landes: Bandjarmasin. Aufatmend beschließen wir hier unseren Zick=Zack=Marsch durch Borneo, der uns während fast acht Monaten über eine rund dreitausend Kilometer lange Strecke führte! Ein paar letzte Tage Aufenthalt noch, dann wird der unbetretbare Sumpfsaum des Landes wieder hinter uns bleiben, und freundlichere Inseln werden uns noch für kurze Zeit bis zur baldigen Heimkehr beherbergen.(Schluß folgt.) U1e Vertrau Deiner Bank und Deinem Bankier! Mantt DAS PRIVATE BANKGEWERBE N Beachten Sie unser großes Kurzwaren-Angebot in zwei Spezial-Fenstern Heute, Sonntag ist unser Geschäft morgens von 8—10 Uhr geöffnet. Für Sie die günstige Gelegenheit preiswerte Kurzwaren einzukaufen. Genaue Zeit in der Rüche Seit 1881 Kemper Epe Das bekannte Fachgeschäft für Uhren, Schmuck und Bestecke Kauthaus Haverkamn Ihaus In Ahaus od. Gronau z. 1. 10. Wohnung 4—6 Räume mit Bad od. Einfamilienhaus,3erw. Pers. Preisang. unt. Z 524 an d. Allgem. Zeitung, Coesfeld. Dr. Clemens Kramer Dorothea Kramer geb. Schütte geben ihre Vermählung bekannt Berlin-Schöneberg Paderborn Ludwigstraße 10 5. September 1938 z. Zt. Hotel Dreizehnlinden, Schloß Corvey-Höxter 8 Omnibus-Sonderfahrten Zwangsver'teigerung. zum Zuchviehmark' in Münster am Dienstag, 6. Sept. morgens Nach Kevelaer am Sonntag, 11. Sept. morgens 5,30 Uhr ab Alstätte, Kriegerdenkmal 5,35„„ Wessum, Krankenhaus 5,40„„ Ahaus, von m. Geschäft 5,45„„ Wüllen, Markt Nach Eggerode am Freitag, 9. u. Donnerstag, 15.9. mittags 13,00 Uhr ab Wüllen, Markt 13,05„„ Ahaus v. m.Gesch. 13,10„„ Ammeln Anmeldungen und Karten für Alstätte bei Hermann Bredeck, für Nienborg=Heek beim Wirt Franz Schulte, für die übrigen in meinem Geschäft. Hermann Ehlers Ahaus Ruf 333 Im Wege der Zwangsvolltreckung soll das im Grundbuch von Ahaus, Band 34, Blatt 593 ein getragene Grundstück, bebauter Hofraum, Coes felder Str. 18 zur Größe von 3,86 ar am 15. Sent. 1938. vorm. 10 Uhr an der Gerichtsstelle, Schloßplatz 3, Zimmer Nr. 12 versteigert werden. Der Versteigerungsvermerk ist am 12. Febr. 1937 in das Grundbuch eingetragen. Als Eigentümer war damals der Schuhmamacher Wilh. Woltering in Ahaus eingetragen. Ahaus, den 1. September 1938. Das Amtsgericht. Backtage Für der Fa. Dr. August Oetker, Bielefeld finden statt vom 5.—17. September im Schloß-Hotel in Ahaus von 2.30—7 und 8—10.30 Uhr Samstags nur vormittags. Zutaten nach Oetker-Rezeptbuch sind mitzubringen. Kosten entstehen nicht. Ja, was nützt es, wenn man die Geschäftsdrucksachen in einer minderwertigen, allzu„billigen“ Ausführung herstellen läßt,— wenn man dann der eigenen Firma nach außen hin nicht das gebührende Aussehen gibt? Schon so oft hat man eine Firma unbedeutend, rückständig und veraltet eingeschätzt, nur weil die Geschäftsdrucksachen (die Briefblätter, Angebote, Rechnungen, Prospekte) so unmodern und unsauber aussahen. Darum lege man stets Wert auf gutes Drucksachen, denn sie sind die„Kleidung“ des Geschäftes Eine Druckerei, die sich mit Sorgfalt und fachlichen Können der Herstellung moderner Geschäftsdrucksachen widmet, ist die Firma un Aussehen allern Gebrüder Lensing Ahaus nud Gronau In Ahaus freundl. Stelle dich auch um, wenn Darmträgheit u. Fettleibigkeit eintritt und nimm Dr. Burchard's Blutund Darmreinigungs=Perlen. 50 Stück 85 Pfg., 120 Stück 1,80 RM. Ahaus: Adler=Drog. Hoogen Gronau: in allen Drogerien Billige antiquarische Bücher Bedeutend im Preis herabgesetzt: In der Fortsetzung der Europäischen Fürstenhöfe soeben neu erschienen Einfamilienhaus mit Garten in schöner Wohnlage in Ahaus gegen Barzahlung zu kaufen gesucht. Ausführliche Offerten mit Preisangabe unter As 200 an die Buchhandlg. Niewerth, Epe. Wilson und der Weltkrieg Rütsel einer Freundschaft. 5.40 von Heinrich Kober, gebunden Gebrüder Lensing Verlagsanstalt KG, Abtlg. Buchhandlung Romane Biographien Politik Geschichte Reisebeschreibungen und Abenteuer Kunst Jugendbücher Bilderbücher Wir bitten um zwanglosen Besuch Gebrüder Lensing Verlagsanstalt KG, Gronau Adolf=Hitler=Straße 36, Ruf 260 Schenkt Bücher! möbl. Zimmer mit voller Pension zu verm. Näheres zu erfragen in der Gesch. d. Ztg. in Ahaus. Drainröhre ab Lager bzw. ab Werk und frei Baustelle liefern Gebr. Lefering, Baustoffe Ahaus, Tel. 237 2 anständige Mädchen finden gutes Kosthaus in günstiger Lage. Zu erfragen Buchhandlung Lensing, Gronau. Hast Du einen Führerschein kannst Du Dir ein Auto leihn. Wo? 6 u an Nur neuwertige, gepflegte, versicherte Automobilie für Stunden, Tage und Wochen Junges sucht Stellung als Stütze im Haushalt für sof. oder später. Off. unter Vi 250 an d. Gesch. d. Ztg. in Gronau. In Gronau geräumige, große 3 ZimmerWohnung mit Küche und Abstellraum und mit großem Garten sofort oder später zu vermieten. Näheres durch d. Gesch. d. Ztg. Werviel läuft,schätzt In Gronau möbl. Zimmer Labenal mit voller Pension, mögl. Stadtmitte, zum 1. Okt. gesucht. Ang. unter Zimmer 75 an die Geschäftsstelle. Lebewohl geg. Hühneraugen und Homhaut Blechd.(8 Pflaster) 65 Pfg., in Apothekenu Drogerien. Sicher zu haben: In Ahaus Mediz.-Drog. W. Hansen, In GronauDrog. W. ten Dam am Rathaus und Aug.-Hahn-Str. hinge 5. Musit Ileine streich Lied und i Wiese unds damit droben langse U Bunt bunte fer ifer mher den, s. dieser U singen firmus tragen bunt Leid 1 große klingt und 2 zählige all da glühen Leid 1 schem were Ur lichen würzig denen tende, im letz er all Sensen gegenü Geistes schuf. diesen Macht menschl Schöpfe Werftehelin AAA ROMAN VON 24) Angelika möchte Wendelin gern verteidigen, aber da stellt sich ihre Sprödigkeit wieder einmal hemmend vor sie. Sie fühlt sich dem Jungen seltsam verwandt. Seine Sorge scheint auch die ihre zu sein. Und nun faßt sie ihn, ohne daß sie etwas entgegnet, freundschaftlich an der Schulter und führt ihn ins Innere der Hütte. Nach einer Weile geht sie wieder und läßt Wolfgang allein. Es wird Mittag. Die Arbeiter verlassen die Werkstatt. Jost geht als letzter und schließt das Tor hinter sich. Er nickt Wolfgang herablassend zu, der nun ebenfalls geht. Als er nach dem Essen wiederkommt, ist die Arbeit schon in vollem Gange. Jost steht in der Grube. Die Glockenachse ruht jetzt in dem Vorrichtbaum, die am Rande abgeschrägte und mit Bleck beschlagene Schablone schwankt leicht, wenn man sie berührt. Nach ihr wird die Form zurechtgedreht. Die Gehilfen schmieren Lehm auf den Kern, dessen Gemäuer bald dicht umhüllt ist. Plötzlich entsinnt sich Jost, daß er heute eine persönliche Angelegenheit regeln muß, die keinen Aufschub mehr duldet. Er geht zu Angelika und erbittet kurzen Urlaub. Das Wichtigste ist getan, und bei dem, was jetzt noch zu geschehen hat, kommen die geschulten Arbeiter auch ohne ihn zurecht. Nach einer knappen Stunde ist er wieder zurück. Angelika steht in der Werkstatt und unterhält sich mit Wolfgang. Jost lächelt boshaft, geht zu dem Jungen und sagt: „Na, mein kleiner Meister, Sie warten wohl noch immer auf Ihren Herrn Schwertfeger?“ Die Frage und mehr noch das boshafte Lächeln ärgern Wolfgang. Er fühlt sich für Wendelin verletzt, zu dem er trotz allem steht. Dieser Jost hat seinem Empfinden nach kein Recht, sich in Dinge zu mischen, die nur ihn und Wendelin und sonst niemanden auf der Welt etwas angehen. Er antwortet ausweichend: „Ich schaue hier zu, dazu brauche ich Herrn Schwertfeger nicht. Er ist übrigens verhindert, das weiß ich jetzt." „Was Sie nicht sagen! Verhindert ist er? Na, das nenne ich aber eine angenehme Verhinderung.“ „Wie meinen Sie das?“ fragt Wolfgang kampflustig. Er ist entschlossen, nichts auf seinen Freund, auch wenn er ihn so enttäuschte, kommen zu lassen. „Wie ich das meine? Er ist halt spazieren gegangen.“ Wolfgang ist betroffen. Wenn er spazieren ging, dann hätte er auch hierher kommen können, denkt er sich. Aber noch immer ist er entschlossen, sich vor Wendelin zu stellen. Er sagt: „Was ist schon dabei, wenn jemand spazieren geht? Woher wissen überhaupt, daß das ein Spaziergang war? Er kann ja auch Besorgungen gemacht haben. Man sieht einem Menschen doch nicht an, ob er zu seinem Vergnügen auf der Straße geht oder nicht.“ „O doch," lächelt Jost.„In diesem Fall schon.“ JOHANN E. EMRHARD „Was wollen Sie damit sagen?“ „Wenn man mit einer jungen Dame geht, darf man di wohl schon vermuten, daß dies nicht eben zu den unangenehmen Verrichtungen des Lebens gehört.“ „Das ist nicht wahr!“ protestiert Wolfgang. „Ich habe es doch mit meinen eigenen Augen gesehen, junger Mann! Er ging mit jener Dingsda— na, wie heißt sie nur gleich, Sie kennen sie ja auch—“ „Fräulein Haslinger?“ fragt Wolfgang, und irgend etwas würgt schmerzhaft in seiner Kehle. „Ganz richtig, Fräulein Haslinger. So heißt das Fräulein. Uebrigens ein hübsches Ding, mit dem man schon Staat machen kann, wenn man so Hand in Hand mit ihr durch die Straßen geht.“ „Sie lügen!“ ruft Wolfgang. „Wie käme ich dazu, Sie zu belügen? Und schließlich — würden Sie an seiner Stelle anders handeln? So ein Spaziergang ist doch immer noch schöner als das Stallmisten da draußen im„Grünen Baum'. Das müssen Sie doch selber zugeben," sagt Jost gemütlich und steigt wieder in die Grube. Angelika hat wortlos dabeigestanden, als Jost dies erzählt. Sie hat kein Wort gesagt, hat getan, als ob sie von alledem gar nicht berührt würde. Ihr Gesicht allerdings hat sich leicht verfärbt, die Lippen sind hart aufeinandergepreßt. Nur jetzt sich nicht verraten! Sie hat sehr wohl begriffen, daß dieses Gespräch mehr ihr selbst als ahan aalten hatte. Abe doch überrascht, ilnah jenem jungen Menschen gegolten hatte. Aber sie ist dann als sie sich mit einer Stimme, die vollkommen teilnahmslos klingt, sagen hört: „Natürlich hat er recht. Fräulein Haslinger ist ja wirklich sehr hübsch. Wenn auch, nach meinen Begriffen, noch etwas unerfahren." Langsam, äußerlich beherrscht, ohne auch nur ahnen zu lassen, wie es in ihr aussieht, verläßt sie die Werkstatt. In ihrem Arbeitsziammer aber, als sie ganz allein und unbeobachtet ist, überkommt sie eine plötzliche Schwäche. Die Knie zittern. Ihr ist, als habe sie eine übermenschlich anstrengende Wanderung hinter sich. Und sie muß immer daran denken, daß Britta seine Hände gehalten hatte, jene Hände, die für sie selbst ein so schreckhaftes Hindernis bildeten. Wolfgang bleibt noch eine Weile an der Hütte. Er schaut teilnahmslos bei den Arbeiten zu. Der bis jetzt fertige Teil des Kerns ist mit Lehm überzogen, und Bertram ist schon wieder dabei, nun den Kern zu Ende zu bauen. Dann geht Wolfgang langsam durch die Stadt. Er hat kein Ziel, er weiß auch nicht, wohin er sich wenden soll, irgendein ihm fremder Trieb aber jagt ihn hinaus vor die Stadt, wo er Wendelin zu treffen hofft, den er zur Rede stellen muß. Er sieht, während er so dahin geht, vor sich hin. Er spricht laut für sich hin. Plötzlich schlägt ihm jemand kräftig auf die Schulter, Wendelins dunkle Stimme ruft ihm zu: „So in Gedanken versunken? Und nicht in der Hütte? Hat Sie die Arbeit dort nicht mehr interessiert?“ „Ich war in der Hütte," sagt Wolfgang heftig,„ich war dort. Sie hatten mich ja hinbestellt.“ „Ach ja, natürlich! Ich wäre ja auch gekommen. Aber ich war verhindert, ich konnte nicht.“ „Ich weiß schon,“ preßte es sich aus Wolfgang,„ich weiß schon, ich weiß überhaupt alles. Alles; auch daß die Verabredung in der Hütte mit mir nur ein Vorwand war, um sich um so ungestörter anderweitig unterhalten zu können!“ „Was heißt das? Was wollen Sie damit sagen?" „Meinen Sie denn, nur ich weiß nicht, was sich das ganze Städtchen erzählt? Das Sie Hand in Hand mit Fräulein Haslinger durch die Straßen gingen?" Wolfgang ist maßlos erbost. Er hätte am liebster herausheulen mögen. Aber Wendelin muß lächeln. Den Kummer des anderen spürt er nicht, er besieht sich seine Hand, in der noch vor wenigen Stunden die Brittas ruhte, und er spürt erneut die Wärme, die aus ihr in ihn geströmt hatte. Abwesend sagt er: „Und wenn schon? Was ist dabei?!“ Das ist zu viel für Wolfgang. Noch immer ruht Wendelins Hand auf seiner Schulter. Er sieht, wie Wendelin lächelt, und er fühlt, daß es wohl eine besonders schöne Erinnerung sein muß, die einen Menschen so glücklich macht. Heftig reißt er sich los „Das war gemein von Ihnen!“ ruft er laut und rennt davon, weil er um keinen Preis der Welt dem schlechten Freund die Tränen zeigen möchte, die er nun nicht mehr hemmen kann. „Du dummer Junge!“ sagt Wendelin kopfschütteln Aber auch jetzt verweht das Lächeln in seinem Gesich nicht. Langsam, ganz in seine Gefühle versponnen, geht et weiter zur Hütte, um zu sehen, wie weit dort die Arben gediehen ist. 20. Englisches Großflugzeug zerbrach bei der Landung. Unser Bild zeigt das größte englische Reiseflugzeug des neuen„Albatros“-Typs nach seinem Landeunfall auf dem Flugfeld von Hatfield, bei dem es in zwei Teile zerbrach, ohne daß die Insassen verletzt wurden. Die Maschine war eines der neuesten britischen Riesenflugzeuge, die in wenigen Wochen einen Nordatlantik-Flugdienst aufnehmen sollten und von der englischen Presse oft als die Rivalen der deutschen ozeantüchtigen„Condor“-Maschine hingestellt wurden. Der Rumpf des„Albatros“ bot Platz für 42 Fluggäste.(Scherl-M.) Je mehr sich Wendelin der Gießhütte nähert, desto mehr fallen alle Gedanken von ihm ab, die nichts Glocken zu tun haben. Die Freude über Britta verwe das Staunen über den dummen Jungen Wolfgang rinnt, und nichts bleibt als eine ungeheure Erwartung wie weit die Arbeit heute wohl gediehen sein möge. Wendelin freut sich, daß es ihm heute doch noc glückte, hierher zu kommen. Ein Berg von Arbeit mußie erst weggeschafft werden. Es war nicht leicht, und noch jetzt schmerzen seine Knochen. Aber das hat nichts zug Im rschü ausfüh durch d ordnun des die außerd jetzt schmerzen seine Knochen. Aber das hat nichts bedeuten, nein, es ist sogar gut so, mit um so geh neren Gefühlen kann er jetzt der Hütte zuschreiten. In seinem Kopf singt das Geläute seiner Glocken. Es gibt den Takt zu seinen Schritten, die immer stolzet, immer fester, immer raumgreifender werden. Es— Ges— B—, dröhnt es um Wendelin. Es— Ges— B—, marschieren die Füße. Dann steht er vor der Hütte. Drinnen ist man dabei, Feierabend zu machen. Lehrbub sprengt aus einer alten Gießkanne, deren grüne Oelfarbe fast ganz abgebröckelt ist, den Voden, um ihn dann zu kehren. Die Arbeiter räumen ihr Werkzeug auf, und Jost steigt soeben aus der Grube. An deren Rand bleibt er noch eine Weile stehen und schaut hinunter. Er scheint zufrieden zu sein. Langsam streicht er mit der flachen Hand über den roten Bart. Nur Bertram ist noch immer bei der Arbeit. Jost ruft ihm „Hallo, Bertram! Schluß jetzt! Feierabend wann arbeitet denn ein Maurer länger, als er muße Das schändet ja den Ruf der ganzen Zunft!“ Bertram brummt irgend etwas vor sich hin, das wemand versteht, dann hört man, wie er sein Arbeitsgela beiseite legt und langsam emporsteigt. Jetzt erst erblickt Jost den Wendelin. Er ist gu gelaunt, darum kann er heute sogar dessen Gegenwa ohne Aerger ertragen. Er weiß, seine Arbeit kann sih sehen lassen. Sie ist sauberstes Handwerk. (Fortsetzung folgt.) 85 hun ien ng den, de festes wird, staltet sich rest zur Ve malsw Die Kreises Hermar Jm arbeite hergeri schäftsv teil de sie eine sc ind A. rechs den, d wie wi hält di den bes nügen. 3t Bo Münst: Pottho Gronnner Volkszeitung Kreiszeitung für den Kreis Ahaus Eper Volksblutt 2 Aus der Kreisstadt Ahaus Nr. 239 icksachen in hrung herFirma nach t? rückständig zdrucksachen Prospekte) Sonntag, 4. September für den Sonntag Am Rande einer Wiese 1938 chen finden Us uchhandlung mige, große nung raum und sofort oder besch. d. Ztg. .* Hast du schon einmal in diesen herbstlichen Tagen, die oft noch von den letzten Sonnenstrahlen ausgehender Sommerzeit durchflutet sind, am Rande einer Wiese gesessen? Sie ist eine Welt für sich, diese Wiese, die singt und tlingt, in der alles in Bewegung ist, eine Welt, die auch jetzt noch grünt und blüht, in der alles duftet. Und sie ingt noch jeden Tag neue Farben. Mit allen Sinnen anst du es wahrnehmen und ihr Zauber wird dich in sehen allern Bann schlagen. Nur mußt du dich diesem Zauber Geschäftes, hingeben. fachlichen Hier und da sind wohl noch Grillen. Das sind die sdrucksachen Rusikanten. Da kannst sie nicht sehen. Und doch zirpt Vom Morgen bis zum Abend. Sehen kannst du die einen Geiger, die mit den Beinchen an ihre Flügel streichen, nicht. Du kannst sie nur hören. Das seltsame Lied des ausgehenden Sommers. Es ist immer gleich und immer schön. Es ist die Melodie der herbstlichen Wiese, für die sie den Grundton geben. Dazu brummen und summen die Bienen und auch die Wespen sind dabei, damit der Baß in dieser Melodie nicht fehlt. Hoch droben aber ziehen die weißen, die schweren Wolken langsam dahin. Und nun schau dir einmal das Leben da unten an. Bunt ist es und vielgestaltig. Bunter noch als das sehr bunte Leben der Menschen auf dieser Erde. Da krabbeln ifer und Käfer, große und kleine und man kennt sie ht. Da ist ein Wimmeln und ein Summeln, da turnen häfer über letzte Halme, da drängen schillernde Fliegen mher, als könnten sie den Weg in die Weite nicht finden, so schwanken sie. Eine schlanke Libille schwebt über dieser Welt. Wie eine Königin. Und die Bäume beginnen das Lied des Herbstes zu singen. Heimlich und doch bestimmt. Wie ein cantus firmus hebt sich die Melodie heraus. Die Herbstblumen tragen ihr Teil dazu bei. Bunt, gar zu üppig und zu bunt leben sie dahin. Aber bei den Blumen klingt das Leid und die Liebe der Menschen mit hinein. Es ist die große Harmonie des Lebens an sich, die hier zusammenklingt und zum großen Akkord gen Himmel wird. Wiese und Blumen, Früchte und Bäume und dazu die vielzähligen Stimmen der großen und kleinen Bewohner, all das wird dir bewußt, wenn du in der herbstlich glühenden Sonne am Rande einer Wiese liegst. Alles Leid wird aus deinem Herzen verscheucht. Es schwingt sch empor, erhebt sich über diese Erde, läßt die Erdenhwere hienieden und deine Seele wird weit und groß. Und über deinem Sinnen und über deinem heimlichen Sehnen liegt der Duft herbstlichen Glanzes, der würzige Duft der letzten Gräser und Herbstblumen, aus denen dieser bunte Teppich der Wiese gewebt ist. Duftende, klingende, singende Herbstwiese— wie schön bist du im letzten Sonnenglanz. Wie groß ist der Mensch, daß er all dies Duften und Singen und Klingen mit einem Sensenhieb vernichten kann. Und doch wie klein ist er gegenüber der Weisheit und Allmacht des schaffenden Geistes, der dies alles aus seiner göttlichen Macht erschuf. Geh einmal an den Rand einer Wiese, geh in diesen ersten herbstlichen Tagen. Vielleicht ahnst du die Macht dieser Wiese, vielleicht ahnst du die Größe des menschlichen Geistes und die Unendlichkeit deines Schöpfers. Annelinus und Homhaut in Apothekenu 1: In Ahaus Hansen, n Rathaus und ug.-Hahn-Str. schon Hand ter des anind, in der te, und er yn geströmt pfschütteln nem Gesich en, geht er die Arbeit l. selin. ge. n, das nierbeitsgerat Er ist gutGegenwan t kann sich Kleine Stadtnolizen Kein Schüßenfest 1938 Dafür Volksfest anläßlich der Weihe des Hermann=Löns=Denkmals. Im Laufe der Versammlung des Allgemeinen Bürrschützenvereins am Donnerstag, über die wir bereits ausführlich berichtet haben, wurde mit Rücksicht auf die durch den Zusammenschluß geschaffene Lage und die Anordnungen des Gauschützenführers von der Abhaltung des diesjährigen Schützenfestes Abstand genommen, da außerdem die Zeit auch zu weit vorgeschritten ist. Es wurde dann aber der Wunsch laut, mit der Einhung des Hermann=Löns=Denkmals, das im Monat biember oder im Anfang des Oktober seiner Bestimang übergeben werden wird, ein Volksfest zu verbinden, das ein würdiger Ersatz des diesjährigen Schützenfestes sein oll. Dies Fest, das von der Stadt aufgezogen wird, soll im Rahmen eines allgemeinen Volksfestes gestaltet werden, an dem der Allg. Bürgerschützenverein sich restlos beteiligt und auch sich für die Vorbereitungen zur Verfügung stellt. Der genaue Termin dieser Denkmalsweihe steht noch nicht fest. nun in Ahaus Hermann=Göring=Straße 12 Die Kreiswaltung der Deutschen Arbeitsfront des Kreises Ahaus=Coesfeld ist von Stadtlohn nach Ahaus, Hermann=Göring=Straße 12, verlegt worden. Im Laufe dieser Woche wurden die Einräumungsarbeiten vollzogen und sind die Räume für die Arbeit gergerichtet worden, sodaß in den letzten Tagen der Geshaftsverkehr schon ganz ohne Störung verlief. Ein Vorteil der DAF=Kreiswaltung dürfte der Umstand sein, duß sie recht nahe dem Bahnhof sich befindet, wodurch eine schnelle Regelung von Fällen auswärtiger Firmen und Arbeitskameraden sich ermöglichen läßt. Außer den Sprechstunden in den verschiedenen Orten und Gemeinden, die an bestimmten Tagen durchgeführt werden, wir auch schon an anderer Stelle berichteten, unterjait die DAF eine Ortswaltung in Gronau, um hier e onders großen Anforderungen vollkommen zu geZu 10 Monaten Gefängnis verurteilt Hor der 1. Großen Strafkammer des Landgerichts die unter Vorsitz von Landgerichtsdirektor Dr. potthoff tagte, hatte sich der B. aus Wessum wegen Verbrechen gegen das Gesetz zum Schutze des deutschen Blutes und der deutschen Ehre zu verantworten. Das Gericht erkannte auf eine Strafe von 10 Monaten Gefängnis unter Anrechnung der Untersuchungshaft und Verurteilunl in die Kosten des Verfahrens. Das Gericht erkannte auf diese geringe Strafe in Anbetracht des Geständnisses des Angeklagten und der Tatsache, daß er bisher unbestraft war. Opfertag des deutschen Sportes Der Opfertag des deutschen Sports wird auch bei uns in großzügiger Weise zur Durchführung gebracht. Es liegt diesem Tag ein besonderer Sinn zu Grunde, der allen bekannt ist. An diesem Tag hat nicht nur der Sportler, sei er nun aktiv oder passiv, auf dem Sportplatz zu erscheinen, sonZwischen Sommer und Herbst Die letzten Haferstiegen Die Tage zwischen zwei Jahreszeiten haben immer etwas von jener seltsam weichen Stimmung, die uns der einzelne Tag am Abend schenkt, ehe die Sonne untergeht. Der Reiz übersinnlicher Unwirklichkeit macht die Herzen bereiter zum Empfang aller Schönheiten als sie sonst sind, wenn eine Stunde uns beglückt, die sich nicht so ohne weiteres in ein Schema einfügen läßt und nicht die glatte Erfüllung einer Wettervoraussage ist. Es ist so wunderbar, wenn zwei Dinge ineinander übergehen, von denen das eine noch da ist und das andere noch nicht und doch schon ein Hauch des Kommenden über das Vergehende gebreitet ist Es ist so wunderbar, wenn zwei Dinge ineinander übergehen, von denen das eine noch da ist und das andere noch nicht und doch schon ein Hauch des Kommenden über das Vergehnde gebreitet ist. Am kostbarsten von allen Tagen des Jahres aber sind die Tage zwischen Sommer und Herbst. Wenn ihr hellblauer Himmel wie eine kristallklare Glocke über der Weite liegt, dann ist die Zeit der Astern und Reseden, des Heidekrauts und der Marienfäden. Auf den Stoppelfeldern weiden die Gänse, der Hirt treibt seine Herden durch das immer stiller werdende Land, die Jugend läßt bunte Drachen steigen und startet Foto: Städt. Bildarchin an den Hängen Segelfugmodelle, und hoch oben unter den weißen Wolken streben unsere Zugvögel dem wärmeren Süden zu. In den Ebereschen leuchtet's wie blutroter Korallenschmuck, tiefblau hängen die Holunderdolden im müden Grün, in den Gärten fallen die reifen Aepfel mit dumpfem Hallen ins Gras, und wenn man ganz aufmerksam hineinschaut in die Birkenkronen am Waldrand, dann entdeckt man schon hier und dort die resten goldgelben Blätter. Wallende Nebelschleier verweyren am frühen Morgen de Wanderer den Ausblick ins Tal. aber wenn die Sonne siegreich durchbrach mit ihrem milden Licht, dann glänzen auf allen Halmen und Gräsern, auf den Blumen und Blättern Myriaden von Tauperlen wie kunstvollstes Geschmeide. Leichter wird der Schritt und kürzer der Weg, der in der Glut des Hochsommers von qualvoller Unendlichkeit war. Alles Grelle und Harte ist gewichen, und in uns und um uns webt ein Hauch von Versöhnlichleit und Friede, der glücklich macht. Die Arbeit ist getan. Die Ernte ist eingebracht in die Scheuern. Es will Feierabend werden in der Natur. Was viele Ahauser nicht wissen Auch in Ahaus gibl es eine„Filmprüfstelle“ Die Ahauser Ortspolizeibehörde in bestimmten Fällen Filmzensurstelle für den Ortspolizeibezirk Ahaus. und wann die Ahauser Ortsfilmzensur in Tätigkeit tritt. Wie Jeder Film, der öffentlich vorgeführt werden soll, muß vorher von einer amtlichen Prüfstelle zugelassen, zensiert sein. Ausgenommen davon ist lediglich die Vorführung vom Filmen in Heimkinos, zu wissenschaftlichen oder künstlerischen Zwecken in Bildungs= und Forschungsanstalten, zu sonstigen Unterrichtszwecken, bei dienstlichen Veranstaltungen der Wehrmacht. Wann ist die Ahauser Ortspolizeibehörde zuständig? Für die Prüfung und Zulassung der Filme ist grundsätzlich die Filmprüfstelle in Berlin zuständig. Neben ihr, d. h. wenn nicht bereits eine Entscheidung dieser Stelle vorliegt, hat die Ahauser Ortspolizeibehörde das Recht, zur öffentlichen Vorführung bestimmte Filme zu prüfen und zuzulassen, einmal, sofern es sich um Bildstreifen handelt, die Tagesereignisse und Landschaftsaufnahmen zum Inhalt haben, zum anderen Schmalfilme jeglichen Inhalts. Unter Schmalfilm versteht man den Film von unter 34 mm Breite, wie ihn in der Regel die Amateure und auch die Schulen im Unterricht verwenden. Die handelsüblichen Schmalfilmvormate sind: 16 mm, 9,5 mm, 8 mm. Die Lichtspieltheater verwenden Normalfilme von 34 mm Breite. Die Zensurentscheidungen der Filmprüfstelle in Berlin haben Gültigkeit für das ganze Reichsgebiet; die der Ahauser Ortspolizeibehörde jedoch nur für den Ahauser Ortsbezirk. Die Ahauser Ortspolizeibehörde stellt über die von ihr zugelassenen Filme eine Bescheinigung aus. Nur diese Zulassungsbescheinigungen gelten— genau wie die Bescheinigungen der Filmprüfstelle— den polizeilichen Aufsichtsbeamten gegenüber als Zensurnachweis; Abschriften sind keine gültigen Nachweise. Die Zulassungsbescheinigungen der Ahauser Ortspolizeibehörde sind nur dem Inhalt nach den Zensurkarten der Filmprüsstelle anzugleichen, müssen sich äußerlich aber grundsätzlich von ihnen unterscheiden. Die Zulassungsbescheinigungen müssen einen Hinweis enthalten, ob die Zulassung nur für Erwachsene, nur für Jugendliche unter 18 Jahre, nur für Jugendliche im Alter von 14 bis 18 Jahre, nur für bestimmte Personenkreise erfolgt ist, Die Zulassungsbescheinigungen enthalten außerdem einen Vermerk über die Schmalfilmeigenschaft der zugelassenen Filme. Ahauser Filmreklame und Ortspolizeibehörde. Dieselben Grundsätze wie für die Filmzulassung gelten für die Filmreklamen. Zulassungspfichtig ist die Filmreklame in und vor den Geschäftsräumen, an Anschlagssäulen, durch Verteilung von Druckschriften, dagegen nicht die Zeitungsreklame. Mit der Zensur dieser Reklame wird vorwiegend die Ahauser Ortspolizeibehörde befaßt. Ihre Filmreklamezulassungen gelten nur für den Ahauser Ortspolizeibezirk. Die ortpolizeilich zugelassenen Filmreklameplakate und Photos werden mit dem Dienststempel versehen. Bei der Reklame darf nur der von der Filmprüfstelle genehmigte Titel, der der „Handelsname“ des Films ist, verwendet werden. Wahlweise Verwendung von Untertiteln als Haupttitel ist beim Film und der Reklame unzulässig. Die Polizei hat die Aufgabe,„für ihren Teil einer Verwilderung der Filmreklame und einem Absinken auf den kulturrellen Stand überwundener Zeiten“ entgegenzuwirken. Die Ueberwachungstätigkeit der Polizei bei Filmvorführungen erstreckt sich vor allem darauf, daß nur zugelassene Filme vorgeführt werden, verbotene Teile zugelassener Filme von der Vorführung ausgeschlossen bleiben, nur zugelassene Reklame verwendet wird, Kinder und Jugendliche zu den für sie verbotenen Vorführungen keinen Zutritt erhalten. den Nachbarkreisen ):( Coesfeld, 1. Sept. Die Ursula=Woche rückt näher Wie wir bereits mitteilten, wird vom 16.—23. Oktober ds. Is. die Ursula=Woche in ganz großem Rahmen dem Ursula=Markt entsprechend seiner früheren Bedeutung wieder die gebührende Geltung zuteil werden lassen. In einem großzügigen Programm sind für eine ganze Woche Veranstaltungen aller Art geplant, die sicherlich eine erhebliche Besucherzahl aus dem ganzen Westmünsterland nach Coesfeld bringen werden. Die Arbeitsgemeinschaft, die sich eigens für die Dürchführung dieser Woche gebildet hat, trat am Mittwochabend zu einer Besprechung zusammen, auf der das bereits festumrissene Programm bekannt wurde. Wir können unseren Lesern schon heute verraten, sie dürfen großer Dinge harren, die da kommen werden. Mehr können wir im Augenblick von diesem „Geschäftsgeheimnis“ noch nicht preisgeben. In den nächsten Tagen aber schon wird es uns möglich sein, das Deckblatt des ausführlichen Veranstaltungskalenders zu lösen und mit den nötigen Erläuterungen darin zu blättern.„Coefeld und das Westmünsterland werden staunen!“ :: Dülmen, 1. Sept. Dülmen erwirbt goldene Plakette. Bei der großen Taunus=Orientierungsfahrt der Kraftfahrstaffel der Schutzpolizei wurde der aus Dülmen stammende Oberwachtmeister Poßmeier Sieger und errang die goldene Plakette sowie den Ehrenpreis des Oberpräsidenten der Rheinprovinz. Poßmeier ist bei der Schutzpolizei in Münster. Borken Schutzzone Kampf gegen die Maul= und Klauenseuche. Die Viehbestände unserer Bauern im Kreise Borken werden in den letzten Tagen in ganz ungeheuerlichem Umfang wieder von der Maul= und Klauenseuche bedroht. Die Seuche hat einen derartigen Umfang angenommen, daß der Landrat nach Besprechung mit den beteiligten Stellen ganz energische Bekämpfungsmaßnahmen anordnen mußte, um die Seuche möglichst schnell einzudämen und ihre Weiterverbreitung zu verhindern. So ist der ganze Kreis Borken zur Schutzzone erklärt worden. Das besagt, daß, unbeschadet der Sonderbestimmungen für die Sperr= und Beobachtungsgebiete, das Betreten der Ställe und Standorte von Klauentieren durch Schlächter, Händler, Kastrierer und andere Personen, die gewerbsmäßig in Ställen verkehren, ferner durch Personen, die ein Wandergewerbe ausüben und durch Personen, die berufsmäßig in Ställen verkehren, Tierärzte ausgenommen, verboten ist. Unter das Verbot fallen u. a. auch die Pilzsucher, die keine Weiden betreten dürfen. Selbstverständlich ist die Abhaltung von Klauenviehmärkten und Tierschauen verboten, ferner der Handel mit Klauenvieh im Hausierhandel. dern jeder hat die Pflicht, sich als Förderer des deutschen Sportgedankens zu zeigen. Wir bringen nachstehend die Mannschaftsaufstellung für diesen Tag und geben gleichzeitig der Hoffnung Ausdruck, daß viele Gäste, viele Freunde des Sports und viele Schlachtenbummler zugegen sein werden. ABC 08 Ahaus 1. Mannschaft: Goßling Eißing Leers Jos. Büning Hoff Erning Hohmann Ochman Frz. Kölker Ochmann W. Waligorski * Koop Selter Hermann Hagemense Brütting Quiel Korthuis Weiß Hewing 2 Besseler Epping Stadtmannschaft Gronau: ABC 08 Ahaus Reserve: Niehoff Gillhaus Leers H. Pajonk P. Kinds Weidkamp Schallenberg Lauts BrüningB. Pajonk J. Kawalczyk Opferschießen der Schützengilde. Die Schützengilde Ahaus veranstaltet am Sonntag, dem 4. September 1938, morgens von 9—12 Uhr aus Anlaß des Opfertages des Deutschen Sportes ein Opferschießen. An diesem Schießen mögen nach Möglichkeit sich jeder Ahauser Bürger beteiligen, damit eine beträchtliche Summe dem RfL zugeführt werden kann. 1 Los= 3 Schuß mit Munition kostet RM. 0,20. Unsere Laternen bekommen einen„Strich“. In diesen Tagen sind die Maler bei der Arbeit, um einigen unserer Straßenlaternen einen„Strich“, oder— wenn man das Beispiel von der Zigarre anwenden darf— ihnen eine„Bauchbinde“ zu verleihen. Viele fragen nach dem Sinn dieses Anstriches. Bekanntlich ist diese Neuregelung durch die neuen Reichsstraßenordnung verfügt worden. Und zwar handelt es sich um die Laternen, die nicht als Nachtlaternen zu gelten haben. Unter denen darf also nicht geparkt werden. Maul= und Klauenseuche ausgebrochen. Unter dem Rindviehbestand des Bauern BöwingOrtwick ist die Maul= und Klauenseuche ausgebrochen. Die viehseuchenpolizeilichen Maßnahmen sind getroffen worden. Wüllen Mütterberatung Am Mittwoch, dem 7. Sept. findet in Wüllen in der Zeit von 4—5 Uhr die Mütterberatung in der Wirtschaft Terbeck statt. Schöppingen Suchaktion. Die Suche nach dem Kartoffelkäfer, die von den Schurkindern in Schöppingen durchgeführt wurde, verlief auch hier glücklicherweise erfolglos. Zwar kamen einige der eifrigsten Sammler mit einigen Larven, die aber der Familie der Marienkäfer angehörten. Damit blieb zum Leidwesen der eifrigen Kleinen auch die festgesetzte Prämie aus. Immer ein Ansporn, auch im nächsten Jahre wieder mit Fleiß dabei zu sein! Die NSV berichtet: Die Mädchen der oberen Klassen der Schulen im Amtsbezirk waren auch in diesem Jahre wieder maßgeblig beteiligt, der NSV in ihrem Bestreben, alles abfallende Gemüse für die Wintermonate bereitzustellen, nach Kräften zu helfen. So konnte man in diesen Tagen mit Freude beobachten, wie sie sich unter Anleitung ihrer Lehrerinnen an die Arbeit machten. Da hieß es zunächst, das Gemüse für die Aufnahme in die Büchsen sachgemäß vorzubereiten und auf peinlichste Sauberkeit zu achten. Dann standen die kleinen Hausmütterchen am Herde und achteten in ihrem Eifer nicht der Hitze. Mit innerem Stolz wurden dann nach vorschriftsmäßiger Kochzeit die Büchsen gesondert und beschriftet, und alle die Helferinnèn und Helfer werden dabei das Bewußtsein erlebt haben:„Auch ich durfte helfen, daß in den langen Wintermonaten den bedürftigen Familien eine kleine Freude vermittelt wird im Sinne unseres Führers, der alle Deutschen zum Kampfe gegen Hunger und Kälte aufgerufen hat.“ Nun werden in diesen Tagen die Gemüsekonserven, die von fleißigen Kinderhänden der Mädchen aus den Schulen Eggerode, Gemen und Schöppingen zur Ablieferung kamen— 421 an der Zahl— der NSV zur weiteren Verteilung zur Verfügung gestellt werden. Allen fleißigen Helfern und Helferinnen, den großen und kleinen, auch hier im Namen der Ortswaltung der NSV der herzliche Dank, wie dieser Dank auch abgestattet sei den freundlichen Gebern, die durch Bereitstellung der Gemüse diese Arbeit an der Volksgemeinschaft ermöglichten. Hauptschrirtleiter und verantwortlich für Politik und kulturelles Leben: Dr. Ernst Buhla, Stellvertreter und verantwortlich für Umbruch und politische Nachrichten: Dr. Fritz Rediger, für Heimatpolitik: Fritz Pfeiffer, für Münsterland. Heimatsport und Bild: Rudoli Ochsenknecht, sämtlich in Münster. Für den Unterhaltungsteil und Westdeutschland: Herman Diebold, Gelsenkirchen-Buer, für Handel und Sport: Dr. Anton Henkel, Dortmund, Berliner Schriftleitung: Hans-Joachim von Winterfeld, Berlin, für den ZenoAnzeigenteil: Dr. Erich Altmeppen, Münster i. W. Druck Zeno GmbH., Münster i. W. Zur Zeit gültiger Anzeigen Tarif für die Zeno-Gesamtauflage Nr 9 vom 10. 12. 1935, für die Kreiszeitung für den Kreis Ahaus Nr. 9 vom 25. 8, 36. Verlag Gebr. Lensing, KG. Dortmund. Verlagsl. B. Bentink. Gronau. Verantwortl. Schriftl. für den lokalen Teil: Dr. Erich Traumann, Ahaus, für den lokalen Anzeigenteil: Bernh, Bentink, Gronau. Durchschnittsauflage VII. 1939: Zeuo-Zeitung insgesamt über 41 000, enthaltend: Ahlener Volkszeitung, Ahlen, über 3000;— Allgemeine Zeitung, Coesfeld, über 5500:— Borkener Zeitung, Borken, über 5200;— Bürgerblatt, Emmerich, über 1800:— Dülmener Zeitung. Dülmen. üher 2000:— Haltener Zeitung, Haltern, über 1700;— Kreiszeitung. Ahaus, über 3600;— Münsterländische Volkszeitung. Rheine. über 4800:— Emsländische Tageszeitung,(Lingen), Rheine. über 1050:— Neuer Emsbote, Warendorf, über 2400;— Tageblatt, Ochtrup, über 1700:— Volksblatt, Bocholt, über 6650;— Volkszeitung, Emsdetten, über 2000;— Volkszeitung, Dorsten. über 1800. Von Nah und Fern. Günstige Berufsaussichten für Apotheker. Die wissenschaftliche Ausbildung des deutschen Apothekers. A Münster, 2. Septbr. Der deutsche Apotheker ist, wie der Ordinarius für pharmazeutische und technische Chemie an der Universität Münster wie auch Direktor des Instituts für Pharmazie und chemische Technologie in einem Vortrage ausführte, von jeher stolz darauf gewesen, daß sich sein Beruf auf wissenschaftlicher Grundlage aufbaut. Der großen Verantwortung entsprechend, die er für die Volksgesundheit trägt, ist das Studium der Pharmazie in den letzten Jahren durch die Verlängerung von vier auf sechs Semestern erheblich vertieft und auch verbreitert worden. Das Studium kann an Universitäten, die über gut ausgerüstete pharmazeutische Institute verfügen, absolviert werden, so auch in Münster, das seit 1934 ein neuzeitlich eingerichtetes Institut besitzt und hinsichtlich der Pharmaziestudierenden mit an der Spitze der deutschen Universitäten steht. Am Ende des sechssemestrigen Studiums steht das pharmazeutische Staatsexamen, das aus mehrwöchigen praktischen und den mündlichen Prüfungen besteht. Dann folgt das soziale Landhalbjahr in kleinen Apotheken, und nach weiterer halbjähriger Assistentenzeit wird die Approbation als Apotheker erteilt. Immer mehr benutzen die Pharmaziestuderenden die Möglichkeit, nach dem Staatsexamen auch das Doktorexamen abzulegen. Die deutschen Apotheker leiden zur Zeit an einem empfindlichen Mangel an wissenschaftlich geschulten Kräften. Die Berufsaussichten sind daher für den jungen Pharmazeuten, der im übrigen durch praktische Tätigkeit in Apotheken während der Universitätsferien sein Studium zu einem wesentlichen Teil— häufig sogar ganz— selbst finanzieren kann, außergewöhnlich gunstig. In Interesse eines hochstehenden deutschen Apothekerstandes und damit der Erhaltung und Hebung der deutschen Volksgesundheit wäre es zu begrüßen, wie der Vortragende zum Schluß seiner interessanten Ausführungen betonte, wenn sich befähigte wissenschaftliche Absolventen unserer höheren Schulen mehr als bisher diesem schönen Berufe widmen würden. „Fücker Moor“ wird erschlossen. Im vogelreichsten Gebiet Östwestfalens. :: Bünde, 3. September. Zu einem der schönsten Naturschutzgebiete im östlichen Westfalen gehört das„Hücker Moor“, ein schöner Moorsee an der hannoversch=westfälischen Grenze. Dieses unberührte Gebiet ist seit langen Jahren von Professor Langewiesche betreut worden, der vor allem für den Schutz einer reichen Vogelwelt sorgte. Es ist keine Seltenheit, daß hier in zwei Stunden 50 verschiedene Vogelarten festgestellt werden. U. a. finden sich als regelmäßige Besuther Reiher und Möven ein, die vom Dümmer=See herüberkommen. Jetzt hat eine Besichtigung dieses Gebietes durch Prof. Langewiesche=Bünde und den Kreisförster stattgefunden, der die Belange des Kreises Herford und der Kreisbauernschaft wahrnimmt. Es hat sich herausgestellt, daß zum Segen dieser Landschaft einige Durchforstungen auszuführen sind. Um die Unberührtheit dieses Fleckens zu erhalten, Tier=, Vogel= und Pflanzenwelt vor Schäden und Beunruhigung zu bewahren, auf der anderen Seite den Besuchern die Schönheiten des einzigen Moorsees nicht zu versperren, werden demnächst Wege eingeschlagen, die beide Teile zu ihrem Recht kommen lassen. Es steht zu hoffen, daß auf diese Weise ein Zeuge aus der früheren Zeit in seiner ursprünglichen Gestalt erhalten bleibt. Unglück beim Reinigen eines belebungsversuche bei den anderen drei Verunglückten oyne Erfolg. Bei den Verunglückten handelt es sich um den Werkmeister Reidt aus Bochum und die Schlosser Hildebrandt und Brink aus Wattenscheid. Sämtliche Verunglückten waren verheiratet; Reidt und Hildebrand hinterlassen jeder zwei unmündige Kinder. Güterbahn Minden-Häverstädt in genommen. (:) Minden, 3. September. Am 1. September ist die Güterbahn MindenHäverstädt dem Verkehr übergeben worden. Die Bahn zweigt am Nordende des Bahnhofs Porta von den Gütergleisen der Strecke Minden=Hamm ab, verläuft dann in westlicher Richtung bis zum Bahnhof Häverstädt, wobei die Weser mit einer 600 Meter langen Brücke überschritten wird. Sämtliche elf von der Bahn geschnittenen Wege und Straßen werden schienenfrei getreuzt. Mit dem Bau wurde im September 1937 begonnen. Die Arbeiten sind bis auf das Dienstgebäude in Häverstädt und kleinere Restarbeiten fertiggestellt. Für die 4,5 Kilometer lange Strecke wurde trotz der zahlreichen Bauwerke und der verhältnismäßig umfangreichen, durch Rutschungen erschwerten Erdarbeiten nur eine Bauzeit von zwölf Monaten benötigt. Kampf dem Kitsch auch auf (:) Dinslaken, 3. September. Auf der Aldenradener Kirmes hatte sich auch eine Schaubude niedergelassen, die auf ihren Kulissenwänden„Malereien“ zeigte, die u. a. Bilder der „alten Germanen“ und den„Tod der elf Schillschen Offiziere“ darstellten. Diese„Kunstwerke“ waren derartig kitschig„angefertigt“, daß von verantwortlicher Stelle eine polizeiliche Anzeige erstattet wurde. Wie die polizeiliche Feststellung allerdings ergab, hatte das Kirmesunternehmen dieselben Kulissen schon in anderen Städten zur Schau gestellt, ohne dort Anstoß bezw. Aufmerksamkeit zu exregen. Auf die Anordnung hin, daß anerkannte Persönlichkeiten und Ereignisse des nationalen Lebens nicht zu Reklamezwecken benutzt werden dürfen, mußten die beanstandeten Kulissen entfernt werden. Die Maßnahme ist als ein erfreulicher Schritt im Kampf gegen den das gesunde Volksempfinden beleidigenden und herabsetzenden Kitsch zu begrüßen. Tödlicher Sturz vom Gerüst. X Moers, 3. September. Auf dem Hafengelände der Deutschen SolvayDrei Tote. Bochum, 3. September. Freitag morgen verunglückten beim Reinigen eines Gaskessels auf dem Höntroper Werk des Bochumer Vereins drei Arbeiter tödlich. Zwei der mit der Reinigung beschäftigten Arbeiter brachen von giftigen Gasen betäubt zusammen. Sofort eilten zwei Leute, ein Werksmeister und ein Betriebsingenieur, zur Hilfe herbei. Auch sie wurden von den Gasen betäubt. Während es gelang, den Ingenieur ins Leben zurückzurufen, waren alle Wiedererke im nahen Ossenberg, wo eine Firma aus Kaiserslautern mit dem Bau einer neuen Verladerampe beschäftigt ist, ereignete sich ein tödlicher Unfall. Zwei Montagearbeiter hatten auf dem etwa sechs Meter hohen Eisengerüst mittels eines Aufzuges Winkeleisen aufgelegt. Beim Absteigen vom Gerüst stürzte ein Arbeiter av und schlug auf den Boden auf, wo er schwerverletzt liegen blieb. Der Verunglückte erlag bereits nach kurzer Zeit seinen schweren Verletzungen. Es handelt sich um den 31jährigen, verheirateten Montagearbeiter Heinrich Pfeffer aus Kaiserslautern, der bereits 15 Jahre im Dienste der Firma stand. „Blumen, Garten und in der Kunst." Essen, 3. September. Am Freitagvormittag wurde in AnwesInwesenheit zahlreicher Ehrengäste in der Halle VII der Reichsgartenschau in Essen eine neue Sonderausstellung,„Blumen, Garten und Landschaft in der Kunst“, die von dem vor kurzem ins Leben gerufenen Verein Essener Künstler und Kunstfreunde in Gemeinschaft mit der Stadt Essen und der Reichsgartenschau veranstaltet wird. eroffnet. Die Ausstellung, auf der die Künstler ganz Nordwestdeutschlands mit rund 200 Gemälden und einigen Plastiken vertreten sind, soll dem Besucher zeigen, mit welchen Augen der Künstler die Natur sieht, wie er die Blume oder Pflanze betrachtet. Die meisten Werke können auch käuflich erworben werden. Reichskultursenator Kelter, Landesleiter der Reichskammer der bildenden Künste, wies in seiner Ansprache zunächst darauf hin, daß diese Kunstausstellung die erste sei, die im Namen des Vereins Essener Künstler und Kunstfreunde stattfinde. Die Kunst, die in dem Essener Verein gepflegt werde, solle sich lebendig entwickeln. Der Verein habe keine gesellschaftlichen Ambitionen, sondern fühle sich da zu Hause, wodie Kunst Heimarnave— Der Vorsitzende des Vereins der Essener Künstler und Kunstfreunde, Prof. Wilhelm Poetter. betonte anschließend, die neue Ausstellung sei bewußt nicht in ein Museum, sondern mitten in den lebendigen Rahmen der großen Ausstellung gelegt worden. Hier würden die ausstellenden Künstler die unmittelbarste Verbindung zur Volksgemeinschaft finden. Von den mehr als 600 eingesandten Arbeiten seien rund 210 von der Jury ausgewählt worden. Der Redner ging dann auf die starke schöpferische Kraft und den gesunden Gestaltungswillen ein, der aus den ausgestellten Bildern den Beschauer unmittelbar anspreche.— Nach einer Begrüßung der Gäste im Namen des Oberbürgermeisters erklärte Gartendirektor Korte mit den besten Wünschen für das Fortbestehen des Vereins Essener Künstler und Kunstfreunde sowie für den Erfolg der ausstellenden Künstler die Sonderausstellung, die bis zum 19. September dauert, für eröffnet. Internationaler Fliegerbesuch in Essen. (!) Essen, 3. September. Auf Einladung des Aero=Klubs von Deutschland trafen am Freitag über hundert ausländische Flieger und zwar aus Belgien, Dänemark, England, Frankreich, Holland, Luxemburg, Polen, der Schweiz und Ungarn auf dem Flughafen Essen=Mülheim ein. Die Flieger, die Gäste der Stadt Essen sind, unternahmen zunächst eine Fahrt in die Reichsgartenschau und besichtigten hier das Ausstellungsgelände. Am Abend verbrachten sie mit ihren deutschen Kameraden einige Stunden der Freundschaft in der Hauptgaststätte. Die ausländischen Gäste waren des Lobes voll von dem, was sie in Essen sahen. Nie hätten sie geglaubt, daß die Industriemetropole Essen nicht nur Fabriken und Hochöfen, riesige Kaufhäuser besäße, sondern auch eine herrliche Umgebung und Grünanlagen innerhalb der Stadt, wie man sie sich schöner kaum denken könne. Sie seien nun davon überzeugt, und hätten an dem Beispiel Essens gesehen, wie schön man eine Stadt gestalten könne, wenn ihr eigentliches Wesen auch nicht Gartenbau und landschaftliche Schönheit Technik. auch nicht ausmache, Gartenbau und sondern Arbeit und Verdienstvoller Künstler und Kunstförderer gestorben. (=) Wesel, 3. September. Mit dem Tode Dietrich Kriegers, der— selbst ein Künstler— ein großer Kunstkenner und =Sammler und=Förderer der heimischen Kunst und der Künstler war, hat das Weser Kulturleben einen, schweren Verlust erlitten. Das Heim des Verstorbenen bildete einen Treffpunkt der Maler, Bildhauer, Architekten. Museumsleiter und Kunstkritiker des ganzen deutschen Westens und des benachbarten Hollands. Seine musikalischen und festlichen Veranstaltungen waren weithin bekannt. Mit den Malern Buschmann, Oppenberg und der Bildhauerin Brinkmann gründete der Verstorbene die„Vereinigung niederrheinischer Künstler und Kunstfreunde“, deren regelmäßige Ausstellungen im Weseler Herzogschloß er maßgeblich beeinflußte. In der Förderung des städtischen Kulturlebens, namentlich der Musikpflege, war Krieger unermüdlich. Sein uneigennütziges und edles Streben und Schaffen für die Vertiefung der Kunstpflege auf allen Gebieten wird unvergeßlich bleiben. geriet unter fallenden Grabstein. )( Geldern, 3. September. Als einige Kinder auf dem Friedhof im benachbarten Veert spielten,—machten sich mehrere Jungen an einem wohl nicht mehr sehr fest verankerten Grabstein zu schaffen. Plötzlich fiel der aufrecht stehende Teil eines Denkmals um und begrub einen der Jungen unter sich. Auf die Nachricht hin befreiten Nachbarn den Verunglückten aus seiner verhängnisvollen Lage. Der herbeigerufene Arzt stellte schwere innere Quetschungen und einen Beinbruch fest, die die sofortige Ueberführung des Knaben in das Krankenhaus nach Geldern notwendig machten. vom Gerüst. (!) Rheinberg, 2. September. Bei Montagearbeiten auf den Deutschen SolvayWerken in Ossenberg stürzte am Mittwochnachmittag der 31 Jahre alte Arbeiter Heinrich Pfeffer aus Kaiserslautern von einem etwa fünf Meter hohen Gerüst. Kurz nach dem Unglück erlag Pfeffer seinen schweren Verletzungen. Wieder ein Kind tödlich verbrüht. X M.=Gladbach, 2. September. In M.=Gladbach=Rheindahlen trug sich wieder ein trauriger Unglücksfall zu. Ein eineinhalbWer treu gedient hat seine Zeit... 50 Jahre tätig in der Zeno=Zeitung.— Jubilarfeier bei dem Zeno=Zeitungsverlag. z) Münster, 4. September. Sein 50 jähriges Berufsjubiläum konnte am gestrigen Samstag der Schriftsetzer Herr Josef Schlüter, der heute an der Zeitungsverlagsgesellschaft Nordwestdeutschland(Zeno) tätig ist, begehen. Bis 1895 arbeitete er im technischen Betriebe des„Warendorfer Wochenblattes“ an dessen Stelle dann im Jahre 1898 der„Neue Emsbote“ trat. Als dann vor 15 Jahren der„Neue Emsbote“ der, Zeno angeschlossen wurde, arbeitete Herr Schlüter seit diesem Zeitpunkt in der Zeno=Druckerei Münster, wo er hier Tag für Tag in treuer und gewissenhafter Weise die Seiten des„Neuen Emsboten“ betraut. Der heute Vier undsechzigjährige ist mit der Zeitung, an der er sein ganzes Leben lang arbeitete, aufs engste verknüpft. Derjenige, der weiß, mit welcher Aufopferung und mit welcher Energie an dem Bestande einer Tageszeitung gearbeitet wird, der erst wird die ganze Fülle eines solch seltenen Arbeitsjubiläums verstehen, wie es gleichzeitig auch der Anlaß verschiedener Ehrungen war, die Herrn Schlüter an diesem Tage zuteil wurden. Die Betriebsführung und die Arbeitskameraden hatten den Arbeitsplatz des Jubilars in schöner Weise ausgeschmückt. An der Feier, die ihm zu Ehren bereitet wurde, nahm für den Landkreis Warendorf Landrat Gerdes teil, der dem Jubilar im Namen der Regierung das Treudienstehrenzeichen des Führers überreichte. Die Fachabteilung Druck, die Industrie= und Handelskammer sowie der Buchdruckerverein ehrten den Jubilar durch Urkunden. Verlagsdirektor Leo Fleißig überbrachte die Glückwünsche und eine Anerkennung des Verlages der Zeno. jähriges Kind, das sich in der Obhut des Vaters in der Küche befand, zog eine Kaffeekanne vom Herd und verbrühte sich so schwer, daß es am folgenden Tag im Krankenhaus starb. Dieser Vorfall möge erneut zur eindringlichen Mahnung dienen, in der Nähe von Kindern keine Behältnisse mit heißen Flüssigkeiten aufzustellen. Japanische Jugendherbergskommission im Rheinland. X Düsseldorf, 3. September, Die japanische Jugendherbergskommission traf auf ihrer Rundreise durch Deutschland am Donnerstagnachmittag in Düsseldorf ein. Mit Vertretern des Landesverbandes Rheinland des Reichsverbandes für deutsche Jugendherbergen besichtigten sie zunächst die Sehenswürdigkeiten der Stadt und ihrer Umgebung. Immer wieder äußerten sie sich in Worten höchster Anerkennung über das, was sie bisher in Deutschland gesehen haben und vor allen Dingen auch über die bereits besichtigten Jugendherbergen sowohl in Hamburg als auch in Westfalen. In Düsseldorf lernten sie am Freitag die neue, wegen ihrer vorbildlichen Einrichtungen weit über das Rheinland bekanntgewordene Josef=Goebbels=Jugendherberge in Düsseldorf=Oberkassel kennen. Die Mitglieder der japanischen Kommission sind überzeugt, daß der Gedanke des deutschen Jugendherbergswerkes und nicht zuletzt auch die Einrichtungen der deutschen Jugendherbergen in weitem Umfange als Richtschnur beim Ausbau des japanischen Jugendherbergnetzes gelten werden. Wetterbericht der Reichswetterdienststelle Essen=Mülheim. Vorübergehend leichte Verschlechterung. Vorhersage für Sonntag: Bei schwachen Südwestwinden wechselnd bewölkt, in Nordwestfalen bedeckt und stellenweise leichter Regen, Temperaturen unverändert. Vorhersage für Montag: Schwacher Nordwestwind, verbreitet leichte Schauer, kühl. Wahrscheinliche Weiterentwicklung: Wieder zunehmende Beständigkeit. ROMAN VONURARL HORN verreist, Copyright by Pressedienst der Franckh’schen Verlagshandlung Stuttgart. 4) „Das ist wahr. Aber diese kleine Renate Döring hatte eine bestimmte Art, vorbeizugehen. Sie hatte die Blicke immer am Boden, so etwa, als ob da vor ihren Füßen ein kleiner Hund herlief, dem sie nachsehen wollte. So ist es. Ich hätte übrigens nie gewagt, Sie anzusprechen. Ich hätte oft Lust gehabt, und ich habe es mir auch ausgedacht. Bloß eins tat ich. An der Ecke Schillerstraße blieb ich manchmal stehen. Dann sah ich Ihnen zu, wie Sie über die Fahrbahn gingen.“ efangen von den Erinnerungen. Bäcker Böhlke ging ich immer „Ja“, sagt sie, ganz g „Das ist richtig. Beim über die Fahrbahn.“— „Diese Zeiten sind eine Epoche für sich, sage ich. Diese Regelmäßigkeit, wissen Sie, diese Wiederkehr gleicher Begebenheiten tagaus und tagein, jahraus und jahrein... glauben Sie mir, das setzt sich ab, das bildet ganze Schichten das bleibt in unseren Erinnerungen, und schließlich sind es die Erinnerungen, aus denen sich unsere Vorstellungswelt aufbaut. Ich will Ihnen etwas anderes erzählen. Ich traf drüben mal mit einem früheren Schulkameraden zusammen. Er war inzwischen Seeoffizier geworden. Wir tranken einen Abend zusammen. Wir waren sehr fidel. Sie halten es nicht für möglich, was wir für Unsinn machten. Wir legten zum Beispiel Kupfermünzen auf die Schienen der Straßenbahn, und dann hatten wir unsern Spaß, wie sie breitgefahren wurden. Erwachsene Männer, sehen Sie, Männer im Leben. Aber ich will damit nur sagen, wie sehr mit den Geführten einer Lebensepoche etwas von dem Geist lebendig bleibt, der zu diesen Epochen gehörte. Der und ich, wir kannten uns nur aus einer albernen, übermütigen Zeit. Wir waren also albern und übermütig, alt wir uns wiedersahen. Ich sah Sie vor einer halben Stunde aus der Hoteltür kommen. Ich erkannte Sie sofort wieder. Ich habe Ihnen dann heimlich zugesehen, das habe ich. Das ist diese Renate Döring von damals, dachte ich mir. Dann bemerkte ich, daß Ihnen ein Streichholz fehlte. Sie glauben es vielleicht nicht, aber es gehörte wahrhaftig ein gewisser Mut dazu, daß ich aufstand und Sie ansprach. Es war etwas Herzklopfen eines Schülers wieder dabei. Das wollte ich Ihnen sagen.“ Sie hat ihn interessiert angesehen, während er sprach. Er hatte ein Gesicht, das kaum den Ausdruck änderte, wenn er sprach— ein braungebranntes, knochiges Männergesich., von mannigfaltigen Erlebnissen mitgestaltet, sehr kühn, beinahe schon etwas abenteuerlich: Stefan Ferigo, der einen Studienrat auf der Straße ohrfeigte und Respekt vor einem kleinen Mädchen mit Hängezöpfen hatte. Das Gespräch wurde durch den Kellner unterbrochen, der den Rotwein nachbrachte. Sie sprachen dann von anderen, nicht so persönlichen Dingen. Sie sprachen von der Stadt und von gemeinsamen Bekannten. Sie unterhielten sich aufs Beste. Der einzige, der sich dabei langweilte, war unter seinem Tisch der Terrier Strolch. Als die ersten Mittagsgäste im Reichsadler eintrafen, saßen die Beiden noch immer im Gespräch beieinander. Ueber zwei Stunden waren vergangen.— Sie aßen zusammen. Für den Nachmittag verabredeten sie eine kleine Autofahrt in die Nachbarschaft. Während sich Renate Amselgart für diese Verabredung vorbereitete, fand sie plötzlich daß sie das mit einer Sorgfalt tat, die ganz offensichtlich über das Notwendige hinausging. Es folgten einige beklemmende Minuten, in denen sie über die Dinge nachdachte, die zu ihrem Ausflug in die Freiheit geführt hatten. Das lag auf einmal soweit zurück, so ganz fern und auch schon etwas fremd, wie ein Bühnenspiel etwa, bei dem man nur noch Zuschauer ist. Aber ihre Nachdenklichkeit hielt noch einige Minuten an. Eben diese Dinge waren es ja schließlich, die ihr das Recht und vielleicht sogar die Pflicht gaben, das zu tun, was sie tat und noch tun wollte. Und sie schmückte sich für Stefan Ferigo.— Dem Stammtisch, der sich an diesem. Abend im Reichsadler versammelte, fehlte es nicht an Gesprächsstoff. Schon dieser merkwürdige Herr Ferigo— das war ja ein Thema für sich allein,— ein Heimkehrer aus der weiten Welt, ein Seefahrer und Abenteurer, ein so junger Mensch noch und schon Millionär oder wer weiß was, und alles aus eigener Kraft. Gott weiß, was der da drüben für Besitzungen haben mochte. Sicher hatte er Kaffeeplantagen. In Südamerika haben ja alle reichen Leute Kaffeeplantagen. Andererseits, meinte jemand, stände gerade jetzt wieder viel von der Ueberproduktion an Kaffee in der Zeitung. Der ganze schöne Kaffee würde ja letzten Endes doch bloß ins Meer geschüttet. Unsinn, sagte einer, Ferigo habe nie in seinem Leben Kaffeeplantagen besessen. Er wisse vielmehr ganz genau, daß Ferigo einen Vertrieb für feinmechanische Waren besitze. Er habe das mal von einem gehört, der drüben war. Aber schließlich könne man auch mit Buchungsmaschinen und so was Millionär werden. Einerlei, es stand jedenfalls fest, daß der Reichtum dieses merkwürdigen Herrn Ferigo ohne Grenzen sein müßte. Man hörte immer wieder von der Art, wie er Trinkgelder gab... er holte das Geld aus der Westentasche, er sah gar nicht hin, was er gab, meist waren es Silberstücke. Na, und dann die Gewohnheit, am Vormittag Rotwein zu trinken. Ein klein bißchen verrückt war das wohl. Aber schließlich haben solche Leute das Recht, ein klein bißchen verrückt zu sein. Was nicht bekannt war, das waren die Gründe für Ferigos Anwesenheit in Neukirch. Sie waren umso unklarer, als er nicht einen einzigen Verwandten mehr in seiner Heimat hatte. Heimweh? Möglich. Warum sollte nicht auch ein reicher Mann gelegentlich so etwas wie Heimweh spüren. Aber wahrscheinlicher war etwas anderes. Wer nämlich heute Vormittag zufällig über den Marktplatz ging, der hätte Herrn Ferigo in der Gesellschaft einer bildschönen jungen Dame sehen können. Uebrigens beträchtlich lange Zeit und im intimsten Gespräch. Und mit der gleichen Dame war dieser Herr Ferigo dann am Nachmittag in einem dunkelblauen Wagen spazieren gefahren. Bitte schön, was sagt ihr nun? Der Stammtisch sagte dazu verschiedenes. Die einen fanden, das erkläre gar nichts, denn diese bildschöne junge Dame sei niemand anders als die geborene Döring gewesen, die Tochter vom alten Medizinalrat Döring. Was Sie nicht sagen, aber die ist doch wohl verheiratet? Freilich, freilich. Ebendarum Die ist seit einigen Jahren mit einem Arzt verheiratet. Aber sie wohnt mit Ferigo zusammen im Reichsadler. Das tut sie nicht.— Das tut sie doch. Um diese interessante Frage zu klären, wurde der Wirt persönlich vernomen Der Wirt sagte:„Ihr seid verrückt, sie haben verschiedene Zimmer. Spielt lieber Skat.“ Einer meinte, das sagt gar nichts. Aber dann spielten sie doch Skat. III. Mit einem Zug kurz vor elf ist Dr. Amselgart ausd Baden=Baden zurückgekommen. Er fand es schon etwas merkwürdig, daß ihn Renate7 nicht von der Bahn abgeholt hatte. Schließlich hatte er rechtzeitig einen Brief abgeschickt, in dem er klipp klar seine Rückkehr ankündigte. Er findet es aber mehr als merkwürdig, daß jetzt nirgends in seinem Hause Licht zu sehen ist. Vor der Schlafzimmertür Renates überlegt er einen Augenblick. Es ist natürlich möglich, daß sie schon schläft. Es wäre offen gestanden etwas sonderbar, wenn das der Fall wäre. Es wäre geradezu ein Grund, ärgerlich sein. Aber es ist natürlich auch möglich, daß sie gar nischläft. Es ist zum Beispiel durchaus denkbar, daß sie auf dem Bahnsteig war, um ihn abzuholen, und dann hatten sie das Malheur, sich zu verfehlen.— Er wird also eine halbe Stunde warten. Er wird sich damit beschäftigen, die angesammelte Post durchzusehen. Der dritte Brief, den er aufhebt, stammt von ihm selber. Es ist der Brief, in dem er seine Rückkehr anmeldete. Der Umschlag ist nicht geöffnet. Da springt Dr. Amselgart auf. Er klopft an die Schlafzimmertür seiner Frau Als eine Antwort nicht erfolgt, öffnet er. Das Bett ist unbenutzt. Er sieht sich um und bemerkt anf den ersten Blic einige Veränderungen. Auf dem kleinen Schleiflacktisch seiner Frau befanden sich sonst immer allerlei Toilettengegenstände— Kristallflaschen, Bürsten, Dosen und dies und jenes. Davon fehlt jetzt die Hälfte. Verreist?— Er will Gewißheit haben. Er reißt ihren großen Kleiderschrank auf. Darin pflegt sie den Koffer zu haben, den sie auf ihren Reisen gewöhnlich mitnimmt. Der Koffer ist nicht da. Das ist ein ganz eindeutiget Beweis. Dr. Amselgart steht eine Weile ratlos und niedergeschmettert da. T wecken. Nicht da. wenn man jemand braucht! In seiner Aufregung fängt er zu telephonieren an Er spricht mit Gott und aller Welt. Es ist schrecklich peinlich, zum Teil schlafen die Leute schon. Inzwischen ist es gegen Mitternacht geworden. Er klingelt fremde Leute aus den Betten und spielt ihnen Komödie vor:„Renate nicht da? Wie? Sie sagen, meine Frau ist nicht bei Ihnen? Aber hören Sie, Renate hat mir doch selber hinterlassen.. Unten klappert die Gartentür. (Fortsetzung folgt.) tt steht eine Weile ratlos und niederDann geht er hin, um das Mädchen zu a. Natürlich ist sie bummeln. Immer braucht! eit... ubilarfeier eptember. m gestrigen üter, der westdeutscheitete er im henblattes“ le Emsbote“ nsbote“ der Schlüter seit ister, wo er r Weise die heute Vierder er sein nüpft. ing und mit lageszeitung eines solch gleichzeitig die Herrn e Betriebsen Arbeitsymückt. An nahm für es teil, der las Treueichte. Die delskammei bilar durch überbrachte s Verlages Der Vollmond als Pilzzauberer. Vaters in ine vom Große Zeit für Pfifferlinge, Steinpilze und Grünlinge. Die Pilzsucher haben, wie alle Menschen, die sich viel im Walde aufhalten, ihre Eigentümlichkeiten. Wenn sie im Morgengrauen in großen Trupps ausziehen, liegt der Wald vor ihnen aufgeschlagen wie ein Buch, in dem allerdings nur sie zu lesen verstehen. Eben war noch ihr munteres Plaudern vernehmbar; sobald sie im Schatten des Waldes untergetaucht sind, ist plötzlich alles verstummt. Jeder hat„seine Stelle“ ausgesucht, die ihm kein anderer streitig machen darf. Viele von ihnen, die stets auf dem Posten sein müssen, wenn sie ihr Brot verdienen wollen, handeln nach alterprobten Regeln, die wie ein dunkles Geheimnis anmuten. Vor allem ist den Pilzsuchern eins gemeinsam: sie lieben nichts so sehr, wie den Vollmond. Nach einer hellen Mondnacht können sie garnicht, früh genug aufstehen, denn nach ihrer Meinung— die allerdings wissenschaftlich nicht erhärtet ist—„zieht“ der Mond die Pilze aus der Erde. Befragt man sie, worauf sich dieser Glaube gründet, dann meinen sie, daß nach einer hellen Mondnacht die meisten und die schönsten Pilze zu finden seien Knackendes Reisig sperrt die Auch das gehört zum längst erhärteten Wissen der zsucher. Es ist auch garnicht so geheimnisvoll, wie es sich anhört. Wenn das Reisig bei jedem Schritt knackt, muß es lange nicht geregnet haben. Und Pilze gedeihen eben nur, wenn der Boden feucht ist; sobald er sich ganz mit Wasser vollgesogen hat und der Mondschein seine Pflicht getan, dann ist auch die große Zeit der Steinpilze und Grünlinge gekommen. Oft genug haben sich in Notzeiten die Bewohner der Waldgebirge lediglich durch Pilze ernährt. Im Harz, Riesengebirge und Thüringen werden je nach der Jahreszeit Pilze in Mengen gesammelt. Und doch kommen Vergiftungen bei den Einheimischen sehr selten vor. Nur der Städter, wenn er sich auf die Pilzsuche begibt, wird davon betroffen. Der Bewohner des Waldgebirges kennt seine eßbaren Pilze; mancher aus der Stadt glaubt sie nur zu kennen. Den Champignon, der leicht mit dem sehr giftigen Knollenblätterschwamm As von verwechselt wird, sammelt der Bewohner des Gebirges daß es am überhaupt nicht. Er hält sich an Pfifferlinge und ichen Mah Behältnissi nission ptember. kommistschland am Mit Veres Reichsichtigten sie er Stadt tten sie r das, was vor allen ndherbergen nteue, wegen das RheinJugendDie Mitrzeugt, daß werkes und en Jugendnur beim erbergs1 Steinpilze. Für jeden, der die Pilzsorten gut unterscheiden kann, ist das Suchen natürlich sehr einfach. Wer nicht zu weit ins Innere des Waldes gehen mag, sammelt Sandpilze am Waldrand; aber hier beginnt bereits der Kummer für den weniger sicheren Pilzsucher. Da hat sich einer gerade niedergebeugt, um einen Pilz mit dem Messer unten vorsichtig abzuschneiden. Er wird schwankend und richtet sich wieder auf, denn was ihn da eben fesselte, ist doch kein Sandpilz— sondern sein Bruder, der oft mit ihm verwechselt wird, der sogenannte Satanpilz. Nur der Pilzkenner darf sammeln. Mit dem Erkennen der giftigen Pilze ist es auch so eine Sache. Der berühmte silberne Teelöffel ist beim Kochen nicht immer zur Hand, ganz einfach aus dem Grunde, weil es in vielen Haushaltungen keine silbernen Teelöffel gibt. Dann gibt es eine andere Regel, auf die viele Sucher schwören: An Giftpilze gehen angeblich weder Schnecken noch Maden. In Wirklichkeit scheint das Gegenteil der Fall zu sein; denn der giftige Fliegenpilz ist oft von Maden völlig durchlöchert. Wer wirklich Pilze kennen lernen will, muß nicht nur die Schausammlungen studieren, sondern auch mit erfahrenen Suchern in den Wald gehen. Selbst das Sammeln der Pfifferlinge ist durchaus nicht so einfach, wie es von den meisten hingestellt wird. Wenn sich das Fleisch des Pilzes nach dem Abschneiden merkwürdig zu färben beginnt, dann ist es besser, den gesammelten Vorrat fortzuwerfen. Der Pilz für den Spätherbst ist der außerordentlich wohlschmeckende Grünling. Immer noch sehr wenig bekannt ist der aus der Rinde von Kiefern, aber auch aus freiem Waldboden in dichten Büscheln hervordrängende gelbe Hallimasch. Er ist einer der ausgezeichnetsten Speiseschwämme von etwas herbem Geschmack und wird leider oft übersehen. Alle an Wert überragend ist der Steinpilz. Seine untrüglichen Kennzeichen sind das unveränderliche weiße Fleisch und die Netzaderung am oberen Stiel. Manche seiner Verwandten laufen an der Bruchstelle blau an, ohne deshalb giftig zu sein. Hierzu gehören der Maronen=Röhrling, der Kapuziner= und der gelbe Sand=Röhrling. Ein ausgezeichneter Speisepilz ist ferner der mit einem Ring versehene Butterpilz. Der erfahrene Pilzsucher geht nicht aufs Geratewohl durch den Wald. Er sucht nur an bestimmten Stellen, auf denen er durch Erfahrungen sicher ist, keine Giftpilze zu finden. Die Champignon=Weisheit. Eine besondere Kunst ist es, den Wald=Cham pignon von einem jungen Knollen-Blätterschwamm zu unterscheiden. So köstlich der eine, so giftig der andere. Das Gift des Knollen=Blätterschwammes ist deshalb besonders gefährlich, weil es erst nach vielen Stunden wirkt, oft erst nach einem halben Tag, bevor sich die ersten Spuren zeigen. Neun Zehntel aller Pilzvergiftungen werden durch diesen Schwamm hervorgerufen. Er ist das Verhängnis und die Geißel der Wälder. Der echte Champignon wächst nicht selten an Landstraßen, die den Wald durchlaufen. Er bevorzugt Pferdekoppeln, wo er Ende September und Oktober nach kühlen Nächten oft in Mengen vorkommt. Halbpfündige Exemplare sind keine Seltenheit. Die in den Städten angebotenen Champignons sind fast ohne Ausnahme künstliche Züchtungen. In vielen Kellern wird Champignon=Zucht betrieben— ohne Mondschein— aber sie erfordert große Sorgfalt bei der Vorbereitung des Nährbodens, der Brut und der Temperatur. In alten, stillgelegten Gipsgruben des Saarlandes z. B. wird dieser Edelpilz, der Champignon, herangezogen. In den ausgedehnten Hallen im Innern des Berges konnten Tausende von Quadratmetern Boden für die Champignonzucht zurecht gemacht werden. Endlos ziehen sich hier die gutgedüngten Champignonbeete hin. Bis zu ihrer vollen Entwicklung brauchen die Pilze etwa zwei Monate; darauf beginnt die Ernte, die sich durch die ständig neuwachsenden Pilze auf zwei Monate ausdehnen kann. Da die Temperatur innerhalb der Erde im Sommer und Winter in diesen Gruben fast gleichmäßig ist, kann in den einzelnen Stollen während des ganzen Jahres und zu jeder Zeit geerntet werden. Die Arme der Denus von Milo in Rußland. Ein Rütsel der Kunstgeschichte. g. schwachen estfalen beuren unverr Nordwesticklung: haben verselgart ausd ihn Renate" ich hatte er klipp und daß jetzt ster einen hon schläft. nn das der irgerlich ie gar niar, daß sie und dann an die twort nicht ersten Blic yleiflacktisch Toilettent und dies reißt ihren den Koffer mitnimmt. eindeutiger nd niederNädchen zu 49 1. Immer nieren an. t schrecklich Inzwischen und spielt Sie sagen, sie, Renate folgt.) Bei Sonnenaufgang war einst der griechische Bauer Yorgos Botoni mit seinem Sohn Antonio auf das Feld hinausgezogen, um ein bestimmtes Grundstück auf der Insel von Milo zu bearbeiten. Sie hatten ein gutes Stück des Bodens gepflügt, als Yorgos Botoni auf einmal mit seinem Fuß abrutschte und— in die Tiefe fiel. Er schreie um Hilfe. Denn er glaube, die Erde hätte sich geöffnet und sei im Begriff, ihn zu verschlingen. Als er zu sich kam, stellte er fest, daß auch sein Sohn Antonio in das große Loch gefallen war, das sich unter ihren Füßen geöffnet hatte. Und die beiden erstaunten Männer starrten auf eine halbnackte Frau, von der sie anfangs glaubten, sie lebe. Doch dann erkannten sie, daß es sich um eine Figur aus Stein handle. Mühsam krochen die beiden Bauern aus dem Loch an das Licht des Tages empor. Sie hatten keine große Lust mehr zu langer Feldarbeit. Auf dem Heimweg sprachen Vater und Sohn darüber, daß doch in letzter Zeit so viel Fremde in das Land gekommen seien, die sich für alte Steinfiguren interessierten. Vielleicht konnte man die Figur, die man da in dem Keller gefunden hatte, günstig an den Mann bringen. Sie horchten also herum, ob unter den Ausländern auf Milo ein Interessent sei. Und so stießen sie auf den französischen Konsul Louis Brest, der sofort den gewaltigen Wert der Venus in Marmor erkannte. Er eilte an Bord der französischen Fregatte„Chevrette“, die in jenen Tagen in der Nähe der Insel festgemacht hatte, und fand auch unter den Offizieren einige, die mit ihm der gleichen Ansicht waren, man müsse auf irgendeine Art und Weise die Venus für Frankreich erringen. Aber der Kapitän hatte einmal mit den türkischen Behörden eine dumme Geschichte gehabt. Er traute sich nicht, sondern beeilte sich nur, nach Konstantinopel zu kommen, um dort dem französischen Botschafter Bericht zu erstatten. Ofiziell hätte der Botschafter den Sultan um Erlaubnis fragen müssen, und ihm sogar den Kaufpreis abführen sollen. Nun hatte sich aber auch der Botschafter mit dem Sultan verkracht. Er wollte also lieber das Risiko einer Entführung auf sich nehmen und beauftragte den Vicomte Marcellus, mit der„Chevrette“ die Venus zu entführen. Doch inzwischen hatten in Milo die Ereignisse einen anderen Lauf genommen. Die Kunde von dem Fund war zu den Ohren des türkischen Gouverneurs Muruzi Pascha gelangt. Der Gouverneur wollte sich mit der Statue bei dem Sultan beliebt machen. Er gab also Auftrag, schnellstens mit einigen Kräften türkischen Seeleuten die Venus abzuholen. Von Nürnbergfahrern strikte zu beachten! Berlin, 3. September. Wegen des bevorstehenden Reichsparteitages, der Teilnehmer aus allen deutschen Gauen nach Nürnberg führt, wird erneut zur unbedingten Beachtung bekanntgegeben: 1. Das Werfen von Blumen in die Wagen des Führers und seiner Bealeitung ist wegen der damit verbundenen Gefahr für die Insassen der Wagen strengstens untersagt. 2. Den getroffenen Absperrmaßnahmen ist vollstes Verständnis entgegenzubringen. Das Heranspringen an den Wagen des Führers ist unter allen Umständen zu unterlassen, da sonst schwere Unfälle verursacht werden können. Franz Schubert auf Limonode gesetzt.. Unser Franzl war bekanntlich nicht nur ein Musik=, sondern auch ein Weinkenner. Und es gab Perioden in seinem armseligen Leben. in denen er den Wein mehr als seine Musik liebte. In einer solchen Zeit verordnete ihm sein Hausarzt, der zugleich sein persönlicher Freund und guter Musikkenner war, ein paar Wochen Hausarrest dabei auf Limonade. fleißig komponieren und setzte ihn dabei auf Limonade. „Sie werden in dieser Zeit können." „Gewiß, gewiß,“ ente tgegnete Sdh Nach Ablauf einer Woche besudh Die Türken kamen zur gleichen Zeit an wie die Leute von der„Chevrette“. Der Vicomte konnte ausrechnen, daß er keine große Chance hatte, wenn er nicht mit Gewalt vorgehe. Die Gewalt war schnell da, als die Seeleute von beiden Seiten mit Knüppel und Messer aufeinander losgingen, um sich die Venus gegenseitig abzunehmen. Dem Franzosen gelang es, die Türken ein wenig zurückzudrängen. Schnell legte man die Venus auf ein großes Brett, hängte einige Stricke an und schleppte sie dann auf dem Brett den Berg hinunter, während in der Ferne die Türken auftauchten, die sich von ihren Schlägen schon wieder erholt hatten. Nun ging es im Galopp weiter. Erst stieß man gegen einen Felsen. Ein Arm war ab. Einige hundert Meter weiter rutschte man mit der ganzen Venus einen Abhang hinunter. Auch der zweite Arm ging in die Brüche. Außerdem beschädigte man der armen Venus die Nase. Die Venus kam auf die Fregatte„Chevrette“. Es gelang, sie nach Frankreich zu schaffen. Hier wurde das Kunstwerk ohne Arme und mit beschädigter Nase bewundert. Die Franzosen hielten den Mund, um sich Vorwürfe zu ersparen. Die Türken sagten nichts, weil sie sich schließlich blamiert hatten. Erst viel später verriet ein französischer Seemann, der ein Glas zu viel getrunken hatte, die Wahrheit. Sofort wurde eine besondere Expedition beauftragt, am Strand nach den Armen zu suchen. Doch man suchte vergeblich. Vergebens wurden auch die Bauern auf Milo eingehend verhört. Keiner wußte etwas Genaues. Nur ein Punkt konnte klargestellt werden: ein reicher Russe, der einige Zeit vorher das Kloster von Athos besucht hatte, weilte mehrere Wochen auf Milo. Eines Tages reiste er ab und nahm zwei große Pakete mit, die in Säcke eingehüllt waren. Es ist anzunehmen, daß dieser Russe die beiden Arme fand oder einem Griechen abkaufte. Jedenfalls konnten die Arme genau so wenig wie der Russe nachträglich noch ermittelt werden. Heute nimmt man an, daß die echten Arme der Venus von Milo irgendwo in Rußland in einem Museumskeller liegen,— vergessen, verstaubt. P. T. übert eifrig. achte der Arzt den Komponisten wieder. „Nun, sind Sie recht fleißig gewesen?“ fragte er. „Außerordentlich!“ gab Schubert zur Antwort. „So lassen Sie hören.“ Schubert setzte sich ans Klavier und spielte. Doch schon nach kurzer Zeit sprang der Arzt entsetzt auf und rief:„Freunderl, Freunderl, was habens da z'sammenkomponiert? Solch mattes Zeug hab ich noch nie gehört.“ „Stimmt, stimmt,“ gab Schubert zur Antwort,„das Zeug ist eben bei dem Zeug gesetzt, auf das Sie mich gesetzt haben.“ Kuh-Kämpfe im Rhone=Tal Jedes Kind weiß, wie es bei einem spanischen Stierkampf zugeht. Aber nicht jeder weiß, daß auch Kühe aufeinander gehetzt werden, und daß die Besitzer einer Kuhkönigin ebenso stolz auf ihre Kampfqualitäten wie auf die Anzahl der Milchliter sind, die sie jährlich spendet. In einem Teil des Rhone=Tals, das noch zu der Schweiz gehört, ist es ein Brauch von altersher, jährlich Kuhkämpfe zu veranstalten. Die Leitkühe der verschiedenen Milchbauern werden in eine Arena geführt, und an diesem Festtag eilt groß und klein aus der Umgebung dorthin, um diesen interessanten Kämpfen zuzusehen, und Wochen, ja Monate vorher protzen die Kuhbesitzer mit ihren Kuhköniginnen, die alle anderen aus dem Felde schlagen werden. Merkwürdigerweise sind die Stiere dieser im Val d’Herens lebenden Rindviehrasse avsolut nicht kampfbeaieria. In die Arena gebrachte Stiere spielen zwar miteinander wie kleine Hündchen oder Bären, aber denken gar nicht daran, sich gegenseitig etwas zu tun. Anders die Kühe. Sie scheinen die gesamten kriegerischen Instinkte ihrer Rasse geerbt zu haben. Die Arena, in der die Kämpfe vor sich gehen, ist ein Kreis von ca. 50 Metern Durchmesser. Er wird von einem Zaun roher Bretter verschlossen und ist mit vier Sandhaufen und verschiedenen kleinen Zedernbäumen ausgestattet. Die Kühe, die in diese Arena getrieben werden, begeben sich sofort an die Sandhaufen, knien vor ihnen nieder und reiben ihre Köpfe im Sand. Diese Prozedur scheint einen sonderbaren Reiz auf sie auszuüben. Dann vergraben sie ihre Gesichter in den Zedern, und jetzt befinden sie sich in durchaus kampflustiger Stimmung. Sowie die beiden gegnerischen Kühe einander erreichen, beginnen sie den Erdboden mit ihren Füßen zu bearbeiten und bewerfen einander mit Erde und Sand. Mit gebeugten Köpfen suchen sie wie Boxer nach der schwachen Stelle in der Deckung der Gegnerin, so daß bei den Zuschauern, die solche Kämpfe noch nicht kennen, der Eindruck entsteht, als ob sie einander gleich mit ihren Hörnern durchbohren werden. Aber das Kämpfen beschränkt sich in beinahe allen Fällen auf die Köpfe. Die Tiere holen mit den Köpfen aus und schlagen ihre Schädel mit aller verfügbaren Kraft gegeneinander, so daß es nur so kracht. Sie schieben ihre Hörner in und um die der Gegnerin, werfen dann . n. Kairo erwartet die größte Flutwelle seit zehn Jahren. Bekanntlich ist die große Fruchtbarkeit des Niltals auf die alljährlichen Ueberflutungen des Nils zurückzuführen, der das Land mit fruchtbarem Schlammboden versorgt. Die Nilflutwelle, die in diesem Jahre zu Tal strömt und in den nächsten Tagen Kairo erreichen wird, hat jedoch eine Höhe, wie man sie seit zehn Jahren nicht mehr erlebte. Unsere Aufnahme veranschaulicht eine Nil-Ueberschwemmung, wie sie normalerweise in jedem Jahr wiederkehrt. (Scherl-M.) den Körper nach links oder rechts und stemmen mit aller Kraft vorwärts, um die andere Kuhkönigin zum Weichen zu bringen. Manchesmal fallen sie auf die Knie, und die ungeheure Macht, mit der sie stemmen und zerren, läßt oft glauben, daß die eine oder andere Kuh ihr Genick brechen wird. Gewöhnlich ist der Kampf beendet, sowie eine Kuh die andere niedergeworfen hat. Das Tier, das den Kampf in dieser Weise verloren hat, steht wieder auf und geht friedfertig von dannen. Niemals würde es jemandem gelingen, sie zu veranlassen, gegen ihre Besiegerin noch einmal zum Kampf anzutreten. Denn eine Kuh weiß, wann sie ihre Meisterin gefunden hat. Auch dann wird man sie nicht bewegen können, ihrer einstmaligen Besiegerin gegenüberzutreten, wenn sie inzwischen eine andere Kuh besiegt hat, die ihrerseits ihre Bezwingerin geworfen hat. In jeder anderen Kampfarena, in der Menschen und Tiere kämpfen, werden die beiden Endsieger einander gegenübergestellt, selbst dann, wenn der eine den anderen schon einmal in den Vorrunden bezwungen hat. Bei den Kühen ist diese Art von Ausscheidungskämpfen unmöglich. Tiere im malayischen Dschungel. Riesenspinnen, Wasserschlangen und Ameisenklumpen. Ein Engländer, Carveth Wells, der als Eisenbahngeometer viele Ausflüge in die malayischen Dschungel gemacht hat, schreibt über seine Erlebnisse mit den Tieren dieser Wildnisse. Während er und seine Genossen sich einen Weg durch die Dschungel bahnten, sahen sie einen halbvermoderten Baumstamm, aus dem Bienen in ununterbrochenem Strom heraus= und hineinflogen. Es war ein riesiger Bienenkorb. Zu ihrem Erstaunen sehen sie auf einmal aus der gleichen Oeffnung einen grünblauen Eisvogel kommen, der zum nahen Fluß flog, dort untertauchte und gleich darauf mit einem Fisch im Schnabel wieder angeflogen kam und durch die Oeffnung, durch die auch die Bienen eilten, verschwand. Es war unzweifelhaft, daß dieser Vogel dort sein Nest hatte und ungestört durch die Bienen seine Jungen aufzog. Wells und seine Begleiter begegneten in diesen Dschungeln Spinnen von einer Größe, die sie in Erstaunen versetzte. Ein Spinnengewebe, das von einem Baum herunterhing, war so kräftig gewebt, daß es den darunter laufenden Männern den Hut abriß, und sie mußten es mit einem Messer herausschneiden, ehe sie weitergehen konnten. Eine andere Spinne hatte die Absicht, den ziemlich breiten Fluß zu überqueren. Sie spann einen Faden von dem Baum aus, auf dem sie sich befunden hatte, und ließ diesen Faden von dem Winde Vertreter der Jugend aus verschiedenen Nationen in Rom. Im Campo Mussolini in Rom trafen sich die Vertreter der Jugend aus verschiedenen europäischen Nationen. Von links sieht man die Vertreter von Luxemburg, Deutschland, Albanien, Nationalspanien, Bulgarien, Rumänien, Litauen und Ungarn.(Associated-Preß-M.) hinausflattern. Der Faden wurde immer länger und die Spinne spazierte auf dieser von ihr selbst konstruierten Brücke gemütlich auf die andere Seite des Flusses und verschwand im Dschungel. In den malayischen Flüssen gibt es viele Wasserschlangen. Diese sind giftig, und sie sind furchtbar neugierig. Wenn eine Wasserschlange im Wasser etwas treiben sieht, sei es nun ein Baumstamm, ein Tierkadaver. ein schwimmender Mensch oder ein Paddelboot, so muß sie es untersuchen. Carveth Wells erlebte verschiedene Male, daß so eine Wasserschlange ihren Booten nachschwamm und sich in sie hineinwarf. Nachdem sie ihre Neugier befriedigt hatte, sprang sie wieder ins Wasser zurück. Regen im malayischen Dschungel gehört durchaus nicht zu den Annehmlichkeiten, wie Wells berichtet. Trotzdem kann man gerade zur Zeit eines starken Regens die Tiere am besten beobachten, weil sie dann durch das Rauschen des Regens verhindert sind, andere Geräusche wahrzunehmen. Bei einem dieser Regenfälle sah Wells auf einmal einen großen braunen Klumpen mit einem Durchmesser von ungefähr dreißig Zentimetern auf ihn zuschwimmen. Während er ihn noch erstaunt betrachtete, bemerkte er, daß es Tausende von braunen Ameisen waren, die, um in den Fluten nicht zu ertrinken, sich so zusammengeballt hatten. So wurden sie abwechselnd durch die rollenden Bewegungen des Balles in das Wasser getaucht, aber nie lange genug, um zu ertrinken. Auf diese Weise entgingen sie dem Schicksal eines nahen Todes. Sowie der Ball das Ufer erreichte, löste er sich auf und die Ameisen kletterten schleunigst auf die trockenen Bäume. Ein anderes Mal fand Wells unter der Rinde eines Baumstammes, die er mit dem Taschenmesser entfernt hatte, zehn große Ameisen, jede ungefähr einen halben Zoll lang. Sie sahen schön seidig und sanft aus, und sie liefen nicht davon. Vielmehr blieben sie absolut still stehen, anscheinend auf jede Eventualität vorbereitet. Wells öffnete sein Taschenmesser und bewegte die in der Sonne leuchtende Klinge langsam auf die Ameisen zu. Sofort formierten sich drei in einer absolut geraden Linie und dann, wie auf Kommando, beugten sie ihre Körper gleichzeitig vor und spritzten zehn Strahlen Säure so genau, daß die zehn Kristilltropfen des Giftes auf der offenen Klinge deutlich erkennbar waren. Man kann in einem malayischen Dschungel niemals allein in einem Hause wohnen, sagt Wells. Vielmehr muß man innerhalb des Hauses noch ein Zelt aufschlagen, und selbst dann ist man vor den Mitbewohnern des Hauses nicht ganz sicher, als da sind: riesige Schwaben, große Eidechsen, die sie fressen: Schlangen, die wiederum die Eidechsen vertilgen, tellergroße Spinnen und anderes Ungeziefer. Die Dschungel sind das Land des intensivsten Lebens, das sich in jeder Form meist ziemlich lästig offenbart. Polygamie unter Zigeunern. Nirgends sind die Ehen weniger dauerhaft als bei den serbischen Zigeunern, wo 50 Prozent der Verbindungen nur zwischen vier Wochen und vier Monaten währen. Polygamie gibt es dort noch immer. In einem Lager fand man einen Zigeuner, der drei Frauen hatte, von denen die eine die Hausarbeit besorgte, während die beiden andern ausgeschickt wurden, um zu betteln. Der Ehemann selber tat nichts. Gronauer Stadt=Rundschau Laßt das bitte! „Huhu! Hallo! Komm mal her!“ — Irgendwem ruft irgendwer Auf der Straße. Aber dumm: Jeder blickt sich plötzlich um. Gronau, den 4. September 1938. Sein Kamerad, das Pferd. Seit kurzem war Hans in der Stadt. Aber so abwechselungsreich das Treiben in den Straßen war, er kam sich eingeengt vor zwischen den hohen Häusern, die ihre ausgerichteten Häupter in den grauen Industriehimmel hoben. Wenn er das Fenster in seinem kleinen Zimmer aufriß, sah er in einen begrenzten Hof. Nur noch zum Himmel hin konnte sich der Blick verlieren. Aber der Hof hatte etwas Besonderes. In seiner Mitte stand eine mutige Kastanie und hielt die grünleuchtende Fackel des Lebens, den ganzen Sommer über. Sie ermunteste Blumen und allerlei Grün auf den russigen Fensterbänken hervorzukommen. Sie erfreute in ihrer Selbstverständlichkeit viele Menschen, die sich im Morgenschein sahen und abends, wenn ihre Blätter leise rauschten. Dies„Stück Wald“ hatte es Hans nun angetan. Dazu kam noch etwas anderes. Mittwochs und Samstags war Markt in der Nähe. Dann hatten Händler und Bauern aus der Umgebung ihre Wagen in der Straße aufgestellt, durch die Hans zur Arbeit ging. An der Straßenecke stand regelmäßig eine Fuchsstute, die der daheim auf dem kleinen Hof an der Weser sehr ähnlich sah. Jeden Markttagmorgen fuhr der Junge„Jule“, so hatte er das Pferd getauft, durch die buschige Mähne. Er steckte ihm Zucker zu. Das Tier hatte den Zeitpunkt bald heraus und kam Hans mit zwei Beinen bis auf den Bürgersteig entgegen. Es schnupperte an seiner Tasche. Wenn die Zeit nicht drängte, blieb er einige Augenblicke stehen, kraulte dem fremden Pferd die harten, langen Haare und bildete sich ein, vor der richtigen Jule zu stehen. Er erinnerte sich an die Zeit, da er im Frühjahr den Pflug durch das Saatland führte. „Weißt du noch“, begann er,„als uns die Krähen das Butterbrot aus dem Papier gepickt hatten, während wir beide pflügten? Sind unsere Felder schon abgeerntet? Du wirst schwere Arbeit gehabt haben von morgens früh bis zum Dunkelwerden, bei brennender Hitze, und die schrecklichen Fliegen gaben keine Ruhe. Du bist immer ein treffliches Bauernpferd gewesen. Nie ließest du einen Wagen stehen. Nach des Tages Arbeit sind wir unvernünftigen Jungen dann noch zur Weide geritten: Galopp, galopp!, wenn der Vater es nicht sah..“ Ein Mann schreckte den Träumer auf. Er war zu dem Pferd getreten, lachte Hans an und riß „Jule“ energisch am Zügel zurück vom Bürgersteig: „Bliv stohn, Döskopp!" Gestern erhielt Hans einen Brief. Seine Schwester schrieb:„Lieber Bruder! Am Dienstag haben wir großes Pech gehabt. Unsere Jule ist tot. Am Nachmittag hat sie noch die Mähmaschine gezogen. Nachts um 1 Uhr wurde sie plötzlich krank und war nach ein paar Stunden tot.„Darmvergiftung“, sagte der Tierarzt. Bis daß wir ein neues Pferd bekommen, haben wir uns Lenzen Braunen geliehen.“ zü. Keine Stadtnachrichten Gemeinschaftsabend unserer Frauen Kameradschaftschaftsabend des Deutschen Frauenwerks im Germaniahof. Wasserverband Flörbachstrecke Unterhaltungs-Genossenschaft für die ausgebaute Flörbachstrecke gegründet tr.— Epe, den 3. September 1938. Am Freitag nachmittag fand unter dem Vorsitz von Landrat Sümmermann im Heidehof eine Versammlung der Beteiligten zwecks Bildung einer Unterhaltungsgenossenschaft(Wasserverband) für die ausgebaute Flörbachstrecke in den Gemeinden Gronau und Epe statt. Nach eingehender Beratung aller Widersprüche und Einwendungen wurde, zum Teil unter Vorbehalt der Beteiligten, der Wasserverband begründet. Die Errichtung des Wasserverbandes wird nach Vorlage dieses Beschlusses durch die Aufsichtsbehörde vollzogen werden. Unter dem Vorsitz von Landrat Sümmermann und in Gegenwart von Regierungs=Bauassessor Oletz, Ortsbauernführer Röttger=Alfert, Epe, und Kreisbauinspektor Nöll traten die Beteiligten der ausgebauten Flörbachstrecke nach längerer Unterbrechung nochmals zur Beratung zusammen, die mit der Gründung der Unterhaltungsgenossenschaft(Wasserverband) endete. Landrat Sümmermann eröffnete die Besprechung und wies auf den Ausbau der Strecke hin, der zusammen mit dem Kreis von der Stadt Gronau durchgeführt wurde. Dieser Ausbau, der von allen Beteiligten als notwendig und als sehr begrüßenswert anerkannt wurde und wird, war möglich durch den Einsatz von Tagewerken der Notstandsmaßnahmen und den Einsatz des Reichsarbeitsdienstes. Insgesamt sind 4 Kilometer Wasserlauf reguliert worden. Eine Arbeit somit, die bei normalen Kostenanschlag mehr als 25 000 RM. betragen würde, wenn man die Kostenanschläge des Reichsnährstandes zugrundelegt. Die ausgebaute Flörbachstrecke hat sich als eine segensreiche Einrichtung für die Anlieger, für die weiter entfernt liegenden Grundstücke und den gesamten Abfluß vom Amtsvenn erwiesen. Es war bei der Inangriffnahme des Ausbaues klar, daß die Anlieger die Kosten nicht aufbringen konnten, da die Vorteile nicht so sehr diesen zugute kommen, sondern vor allem dem Obergebiet und dem Amtsvenn. Bei der Gründung dieses Wasserverbandes aber— so führte der Landrat in seinem Rückblick aus— handelt es sich ja nicht um eine Heranziehung zur Teilnahme an den Kosten der Entstehung, sondern um eine Genossenschaft, die gemeinschaftlich die Unterhaltung und die Erhaltung, sowie die Reinigung dieser ausgebauten Flörbachstrecke übernimmt. Nachdem das Kulturbauamt die näheren Einzelheiten geprüft hatte, wurde der Landrat als Kommissar mit der Gründung dieser Genossenschaft beauftragt. Zu diesem Zweck wurden zwei Verhandlungen durchgeführt. Eine am 30. September 1936 und die andere am 15. Februar 1937. In der ersten Verhandlung wurden verschiedene Einwendungen gemacht. So die Tatsache, daß viele der Anlieger den Grund und Boden kostenlos zur Verfügung gestellt haben. Sodann wurde darauf hingewiesen, daß der Kreis der Genossenschaftsmitglieder zu klein sei. Aus diesem Grunde wurde dem Kulturbauamt die Bitte um Vergrößerung des Kreises der Genossenschaftspflichtigen vorgetragen. Die Prüfung dieser Fragen hat stattgefunden. In einem verlesenen Protokoll ist festgelegt worden, daß diese Gründe bis zu einem gewissen Grade Berücksichtigung gefunden haben. Es sind daher weitere Besitzungen mit einbezogen worden, sodaß sich jetzt eine Gesamtfläche von 257 Hektar,86 Ar, 82 Quadratmeter ergibt gegenüber einer früher vorgesehenen Fläche von 221 Hektar, 98 Ar und 15 Quadratmeter. Es ist berechnet worden, daß für die Unterhaltung der 4 km langen ausgebauten Flörbachstrecke bei einem Satz von 10 Pfg. pro laufendem Meter ein Betrag von 400 RM. Unterhaltungskosten pro Jahr sich ergibt. Aus diesem Betrag wird ein Betrag von 39 Pfg. im Durchschnitt pro Morgen sich ergeben. Bedenkt man, daß allein das Gebiet des Amtsvenn mit 114 Ha. in diesem neuen Wasserverband ist, so ergibt sich ein Restbetrag von 143 Ha. für die übrigen Anlieger, wobei ferner zu berücksichtigen ist, daß ein großer Teil Besitzung von O. van Delden ist. Landrat Sümmermann wies nochmals auf den Wert der geleisteten Arbeit hin und die Tatsache, daß die Anlieger durch die Maßnahmen des Kreises und der Stadt Eronau von den Gestehungskosten befreit worden sind. Er wies auch auf den Wert der genossenschaftlichen Unterhaltungspflicht hin und die Tatsache, daß das Gesetz die Pflicht zur Gründung auferlegen kann. Die Einteilung in die Klassen wird durch unparteiische Schätzer je nach dem Vorteil, der durch die ausgebaute Strecke erfolgt ist, erfolgen. In längerer Aussprache wurden die einzelnen Punkte, das Für und Wider noch eingehend besprochen, sodann schritt man zur Aufstellung des Gründungsprotokolls, nachdem ein Anlieger die Erklärung abgegeben hatte, der Genossenschaft nicht beitreten zu können, da sein Grundstück keinen Vorteil erlangt hat. Weiter wurde von verschiedenen Anliegern bedingt die Zustimmung gegeben, das diese die schriftliche und zum Teil mündliche Versicherung der Stadt Gronau haben, daß diese die Unterhaltungskosten tragen will. Ueber diese Frage wird mit der Stadt Gronau verhandelt werden. In den Fällen, in denen es sich um eine rechtsgültige Erklärung der Vertreter der Stadt handelt, wird diese sich dieser Verpflichtung nicht entziehen können. Auf diesen Nechtsstandpunkt wies Landrat Sümmermann ausdrücklich hin. Kleiner Rundgang durch den„Zoo" Ein Gronauer erzählt vom Städt. Tiergarten Zwei Sekunden weggesehen— chon ist ein Malheur geschehen! Kopf verbeult und Rad entzwei Wegen solcher Schreierei. Eine scheußlich rohe Sitte, Dies Getöse— laßt es bitte! Denkbar stört es den Verkehr: „Huhu! Hallo! Komm mal her!“ Spiel und Sport Der sporkliche Höhepunkt des Gronauer Volksfestes Das Opferspiel der Fußballer im Hindenburgpark Stadtmannschaft Gronau— Stadtmannschaft Rheine. Wenn am Sonntagnachmittag im Gronauer Hindenburgpark sich die Fußballstadtmannschaften von Rheine und Gronau zum Opferspiel gegenüberstehen, dann haben die sportlichen Darbietungen des großen Volksfestes der NSG.„Kraft durch Freude“ ihren sportlichen Höhepunkt erreicht. Man hat wirklich eine glückliche Hand gehabt, als diese Großveranstaltung des heimischen Fußballsportes in den Rahmen des Volksfestes einfügte. Der Volkssport Fußball wird durch die rege Beteiligung seiner Anhänger seinen Dank für diese Regelung abstatten. Doch gilt diese Spiel nicht nur der Erholung und Freude, sondern, wie der Begriff Opferspiel schon sagt, hat es noch eine besondere Bedeutung. Es ist der Beitrag der Gronauer Fußballer zum Opfertag des Deutschen Sportes. Es gilt Mittel zu schaffen für die Ertüchtigung der deutschen Jugend durch den Sport. Und hier wird Gronaus Sportgemeinde bestimmt nicht zurückstehen. Das Spiel selbst verspricht gute Leistungen. Beide Mannschaften sind nach sorgfältigen Erwägungen aufgestellt. Die Gronauer Mannschaft ist sehr spielstark und das ist gut so, denn Rheine wird alles daran setzen, um die Niederlage, die es im vergangenen Jahre am Bußund Bettag auf eigenem Gelände von unseren Spielern bezog, wettzumachen. Im Tor unserer Mannschaft steht ein neuer Mann, den wir aus seinen früheren Spielen in der Riesenbecker Elf kennen. Rheine ist ebenfalls gut gerüstet und wird die Revanche für die vorjährige Niederlage mit einer gut geschulten Kampftruppe aufnehmen. Lassen wir zum Schluß unserer Betrachtungen nochmals die Einheiten aufmarschieren: Rheine: Velbert Stuiver Varel Engelshove Kersting Watermann Kox Jörissen Schnippe Elsenheimer Hertel * Ladda Klingenberg Casprowiak Veddeler Strauß (Vorw.)(Vorw.)(Vorw.) FC 09)(Vorw.) Hoppe(Vorw.) Mensing(FC 09) Meyer 2(FC 09) Reiß(Vorw.) Zierock(Vorw. Middelhof(FC 09) Stadtmannschaft Gronau: Vorspiel: Vorwärts 09 A1— Tus Stadtlohn A1. Opferspiel der Handballer am Sonntag! (3) Der am Freitagabend im Saale des Germaniahofes(Losserstraße) stattgefundene Kameradschaftsabend des Deutschen Brauenwerks Gronau und der NSFrauenschaft stand im Zeichen des Besuches eines lieben Gastes aus dem Auslande: Frau. Escher=Bindemann, die frühere hiesige Ortsfrauenschaftsleiterin, welche seit 1½ Jahren in Mailand ihren Wohnsitz hat, sprach zu den Gronauer Frauen über das unvergeßliche Erlebnis des Führerbesuches in Italien. In ihren Begrüßungsworten hieß die Ortsfrauenschaftsleiterin, Frau Heise, besonders die heute erstmalig erschienenen Frauen willkommen und legte ihnen nahe, dem Frauenwerk allezeit die Treue zu halten und freudig mitzuarbeiten. Ein gemeinsames Lied leitete hin zum Vortrag von Frau Lingemann, die eingehend über volks= und hauswirtschaftliche Fragen sprach und manche Fingerzeige vermittelte.— Im Laufe des Abends erschien auch Kreisamtsleiter von„Kraft durch Freude“, Pg. Fischer, und warb für den KdF=Veranstaltungsring, der die Möglichkeit gibt, in diesem Winter für wenig Geld eine Reihe wertvoller kultureller Veranstaltungen zu besuchen. Kreisfrauenschaftsleiterin Frl. von Dalwigk nahm dann das Wort, um die parallel zur Neueinteilung der örtlichen Partei laufende Aufteilung der Frauenschafts=Ortsgruppe in drei Ortsgruppen zu erläutern. Es gibt also künftig drei Ortsgruppen und zwar: Gronau=Mitte(Leitung Frau Heise); Gronau=West(Leitung Frau Kramer); Gronau=Ost (Leitung Frau Adams). Durch diese neue Maßnahme wird ein besseres Arbeiten und Betreuen in den einzelnen Ortsteilen ermöglicht. Dann gab Frl. von Dalwigk Frau Escher geb. Bindemann das Wort. Indem sie heute abend zur hiesigen Frauenschaft spreche, so führte Frau Escher aus, wolle sie damit zugleich ausdrücken, daß sie Gronau an der westlichen Reichsgrenze in den anderthalb Jahren ihres Auslandsaufenthaltes nicht vergessen habe. Frau Escher sprach dann über das Leben der Auslandsdeutschen und ihre Beziehungen zum Mutterlande. Die Deutschen im Auslande bilden eine unzertrennliche Gemeinschaft. Diese haben besonders beim Führerbesuch in Italien herrlichsten Ausdruck gefunden. Begeisternd schilderte die Sprecherin den Stolz der Deutschen in Italien über den Besuch Adolf Hitlers. Ihre beifällig aufgenommenen Ausführungen wurden anschließend ergänzt durch eine Reihe von Lichtbildern der schonsten Städte Italiens; hierzu sprach Frau G. ter Balk erläuternde Worte. Die Leiche geborgen. Ein Opfer des Badens in der Schieferkuhle wurde, wie berichtet, am Sonntag, 21. August der 16jährige Sohn Ludwig des Maurers Lammers, wohnhaft Schwarzenbergstr.(Brook). Trotz aller seit dem Unglückstage unternommenen Versuche, die Leiche zu bergen, blieb der Verunglückte verschollen. Nach vollen 14 Tagen wurde nunmehr die Leiche in der Nacht zum Samstag an die Oberfläche getrieben, denn Volksgenossen sahen sie Samstagmorgen auf dem Wasser der Schieferkuhle schwimmen. Die Polizei wurde sofort in Kenntnis gesetzt. Sanitäter besorgten dann die Ueberführung des so tragisch Verunglückten zum kath. Krankenhause. Silbernes Ehejubiläum. Am gestrigen Sonnabend, 3. September, gedachten die Eheleute Bernhard Verspohl und Frau geb. Große=Glanemann, Glanerbrücke, die 25. Wiederkehr des Tages ihrer Eheschließung. Zu diesem Ehren tage entbietet auch die Heimatzeitung dem Jubelpaare herzliche Glückwünsche! Gronau erhielt erst im Jahre 1898 Stadtrechte. Es ist nicht, wie alte Städte mit Baudenkmälern gesegnet. Aber deshalb ist Gronau nicht uninteressant und unbedeutend. Die großen Industriewerke tragen Gronaus Ruhm seit Jahrzehnten weit über Deutschlands Grenzen. Mit der Vergrößerung der Stadt wuchsen ihre Aufgaben, nicht zuletzt auch in kultureller Hinsicht. Alles atmet Fortschritt und Großzügigkeit. Ueber den Rahmen der bisher üblichen Gemeindeaufgaben wurde im Jahre 1936 ein schöner Volkstiergarten geschaffen. Er soll der Jugend einen Blick in die heimische Tierwelt vermitteln und Liebe und Verbundenheit zur Nader Tiere tur wecken. Gleichzeitig dient der Volkstiergarten der Fremdenverkehswerbung. Selten hat eine Maßnahme, die auf ideellem Gebiete liegt, eine solch zustimmende Aufnahme in der Bevölkerung gefunden wie der Tierpark. Er wurde im nahen Hindenburgpark, der Lunge unserer betriebsamen Stadt, eingerichtet. Wenn schon bisher der künstlerisch angelegte Hindenburgpark eine starke Anziehungskraft auf den Besucher ausübte, so ist das Interesse dafür seit der Anlegung des Tiergeheges sehr gewachsen. bietet der Volkstierpark? In der Hauptsache sind einheimische Tiere darin untergebracht. Gleichzeitig zu Anfang sehen wir„Reineke Fuchs“. Es ist, als ob ihn sein böses Gewissen plage. Eine ständige Unrast treibt ihn hin und her. Manchem Junen und Mädel ist der Fuchs wohl in der Fabel und ine Tiergeschichten begegnet, kaum aber in der Natur. Hier sieht man ihn, wie er leibt und lebt. Das nächste Gehege beherbergt Raubvögel, so z. B. Habicht und Bussard, ferner Waldohreule und Steinkauz. Das sogenannte„Räubervolk“ unter den Vögeln, Eichelhäher und Elster, ist ebenfalls vertreten. Auch der König der Lüfte, der Adler, ist zu sehen. Wer kennt nicht die schwatzhafte Elster, die schon von weitem die Besucher auf ihre Anwesenheit aufmerksam macht. Farbenprächtige Fasanen, Mardin=, Casarca= und Warzenenten gesellen sich hinzu. Ein anderes Gehege birgt heimische Singvögel. Auch Kanarienvögel, chinesische Nachtigallen, rotgehäuptete Kardinäle sind im Volkstiergarten untergebracht worden. Auch Papageien fehlen nicht. Besonderes Interesse beanspruchen Kragenbär u. Affen, die ihre täglichen„Vorstellungen“ geben. Es ist, als ob sie wüßten, daß sie die Parkbesucher durch ihre Possierlichkeit erfreuen könnten. Im Damwildgehege sehen wir eine Damhirschfamilie und— Meckerer gab es zu allen Zeiten— afrikanische Zwergziegen. Das kleine Zwergziegenhäuschen zeugt davon, daß seine Bewohner afrikanischer Herkunft sind. Ein Sonderling ist und bleibt der Waschbär. Er kümmert sich nicht um die Besucher und will mit ihnen nichts zu tun haben. Auch Wild=Ponys sind zu sehen. Flamingos und Freund Adebar scheinen mit ihrem Los nicht unzufrieden zu sein. Auch prachtige Pfauen zeigen mit vier Grazie die Märchenpracht ihres Gefieders. Die Unterbringungsräume der Tiere wurden ihrem Zweck entsprechend hergerichtet. Auf der Insel des kleinen, mit Goldfischen belebten Teiches schaut gar lustig ein orientalisch anmutendes Entenhäuschen hervor, gleichsam, als ob es die Heimat seiner zahlreichen verschiedenartigen Insassen andeuten wollte. Ein „Immergrüner Garten" mit Polsterstauden und Rosen hildet eine wertvolle Bereicherung der gesamten Anlage. Auch die Yuccastaude, die neue Faserpflanze, ist hier zu sehen. Ein schwellender Teppichrasen, dessen Mittelbeet leuchtende Canna und Knollenbegonien enthält, soll die Freude am Schönen Fotos(2): Städt. Bildarchiv Wie er leibt und lebt... vermitteln. Ruhebänke laden zum Verweilen ein. Die Dinkel erhielt innerhalb des Tierpark=Geländes eine prächtige Uferbepflanzung von Pyramiden=Pappeln, die gleichzeitig Windschutz für die Tiere sind. Der Besuch des Volkstiergartens kanen nur empfohlen werden. Concordia 21/24 Gronau— Vorwärts 09 Gronau. Am Sonntagmorgen treffen auf Concordiaplatz im Rahmen des Volksfestes die Handballer im Opferspiel aufeinander, und zwar sind es wieder die Vereinsmannschaften von Vorwärts und Concordia. Konnten auch die Concorden im letzten Spiel noch ihre Ueberlegenheit im Torwurf beweisen, so war dieses doch nur für den Torwurf maßgebend. Gronaus 2. Mannschaft in Ahaus. ABC. 08 Ahaus— Stadtmannschaft Gronau 2. Die 2. Garnitur der Gronauer Stadtmannschaft steht in Ahaus beim ABC vor einer schweren Aufgabe. Noch die erste Mannschaft von Vorwärts mußte in der vergangenen Saison eine 3:1=Niederlage in Ahaus hinnehmen. Böro der NSDAP geschlossen. Das Büro der NSDAP, Ortsgruppe Gronau, ist während des Reichsparteitages vom 5. 9. bis 15. 9. geschlossen. Aus den Pahl, Das politische Antlitz der Erde. Mit 121 Karten RM 6.80 Kampf der Welt um Macht und Raum. Gonzagnede Reynold, Portugal, gestern heute gbd. RM 7.20 Eine Darstellung des Landes Portugal, in dessen Aufbruch die Persönlichkeit Salazars stark hervor tritt. Anton Lübke. Das deutsche Rohstoffwunder. kart. RM 6.80 Wandlungen der deutschen Rohstoffwirtschaft. Mit 32 Bildern. Paul Rohrbach, Politische Weltkunde für den Deutschen.... gbd. RM 9.50 Eine Grundlage zur Erkenntnis und Beurteilung unserer politischen Umwelt. SchneefuR, Walter, Deutsch-Böhmen RM 3.20 Schicksal und Weg der Sudetendeutschen. Mit 6 Karten. Wilson, Jame C. Mit Motorrad und Beiwagen durch Afrika... gbd. RM 5.80 Heinrich Kober. Wilson und der Weltkrieg. Rätsel einer Freundschaft. gbd. RM 5.40 Herbert Volck. Oel und Mohamed. RM 4.50 Der Verfasser ist Offizier im Kriege 1914—1918. Er schildert seine russische Gefangenschaft, das große politische Spiel um das Erdöl, den Kampf als Agent für Deutschlands Auferstehung. Besuchen Sie unsere Antiquariats-Ausstellung billiger Bücher. GEBRUDER LENSING Verlagsanstalt KG. Auf zum Volksfest in Gronau! Beilage Sonntag, den 4. September 1938 Nr. 241 ksfestes irgpark Rheine. r Hindenn Rheine inn haben festes der Höhepunkt id gehabt, ballsporder Volksng seiner tten. Doch eude, sonit es roch der Groutschen ie ErtüchUnd hier rückstehen. n. Beide en aufgestark und setzen, um am BußSpielern haft steht 1 Spielen Dr. Karl Peters. Mit Peters schied am 10. September 1918 ein ausgeprägter Vertreter jenes Menschentypus aus dem Leben. dem man als geniales und von den kühnsten zielen geleitetes Abenteurertum bezeichnen ann. Diesem Typus, der in Deutschland nicht beachtet der wenigstens nicht gebührend gewürdigt zu werden slegt, verdankt England den überwiegenden Teil seiner seltumspannenden Erfolge, ja man kann wohl sagen, ein Weltreich.“ So schreibt Prof. Dr. Hugo Zöller, der im schwersten Kampf um die deutsche Herrschaft auf dem neuerworbenen Gebiet an der Östküste Afrikas mit Karl Peters und Major von Wißmann eng verbunden war.„In kleinem, zierlichem Körper, dem man derartiges gar nicht ansah, eine gewaltige Eroberernatur, weniger vom Schlage eines Cortez oder Pizarro, als eines Clive und Warren Hastings,... zu dem, auch wer trauernd die ihm anhaftenden Schwächen beklagte, doch gleichzeitig ob der Kühnheit seiner Ziele seiner glänenden Urteilskraft und rücksichtslosen Energie emporblicken mußte.“ Ein großer Deutscher, so muß man leider hinzufügen, dem der Unverstand und der Undank des eigenen Volkes ein tragisches Schicksal bereitet haben. Vor dem grausamsten Schicksalsschlage, dem Untergang Ines Lebenswerkes untätig zusehen zu müssen, hat ihn Tod gnädig bewahrt. Dr. Karl Peters, als Sohn eines Pfarrers geboren, hat sich schon im Knabenalter für die Gründer der Kolonialreiche begeistert, und sein Schmerz war, daß sein Vaterland sich damit abgefunden zu haben schien, bei der Aufteilung der Welt leer auszugehen. Ein Studienaufenthalt in England steigerte seinen kolonialen Tatwillen und seine Unzufriedenheit mit der Gleichgültigkeit des deutschen Volkes gegenüber der kolonialen Beton aanharton Morich magomutiger vird die einer gut wir zum Einheiten Hertel Strauß (Vorw.) (FC 09) nAl. onau. platz im pferspiel nsmannauch die nheit im den Torfil 6.80 7.20 kM 6.80 fle M 9.50 d t. M 3.20 td M 5.80 r t. 5.40 4.50 tätigung. Die ersten zaghaften Versuche wagemutiger Kaufleute fanden beim Deutschen Reich keine Unterstützung. 1880 war Bismarck zwar bereit, einem deutschen Unternehmen in Samoa mit Reichsmitteln zu helfen, der Reichstag lehnte aber die Vorlage ab. 1882 wurde der„Deutsche Kolonialverein“ zwecks Propaganda des kolonialen Gedankens gegründet, jedoch von der Oeffentlichkeit mehr als kühl aufgenommen. Im herbst 1883 kehrte Peters mit dem Entschluß nach Deutschund zurück, seinem Vaterland ein Kolonialreich zu erin, sei es auch gegen die herrschende Volksmeinung. In Stelle der Propaganda wollte er, nach dem Muster der englischen Kolonialpioniere. vollendete Tatsachen setzen, die dann schon anerkannt werden müßten. Am 28. März 1884 wurde in Berlin nach mancherlei Abweisungen, die dem„Abenteurer“ zuteil geworden waren, die„Gesellschaft für deutsche Kolonisation“ gegründet. In einem Vortrag vor etlichen 30 Personen entwarf Peters das Aktionsprogramm, das in dem Satze gipfelte:„Bis das Reich sich entschließt, in eine energische Kolonialpolitik einzutreten, ist es nötig, daß das deutsche Volk selbst mit praktischen Schritten in dieser Richtung vorangehe.“ Während bis dahin nur mit handelspolitischen Gründen die Beteiligung Deutschlands an der wirtschaftlichen Erschließung der Welt gefordert worden war, stellte Peters den nationalen Gedanken in den Vordergrund. Der erste Aufruf der neuen Gesellschaft schloß mit den Sätzen:„Jeder Deutsche, dem ein Herz für die Größe und die Ehre unserer Nation schlägt, ist aufgefordert, unserer Gesellschaft beizutreten. Es gilt, das Versäumnis von Jahrhunderten gutzumachen, der Welt zu beweisen, daß das deutsche Volk mit der alten Reichsherrlichkeit auch den alten nationaldeutschen Geist der Väter übernommen hat.“ Das Echo im Volke war wenig verheißungsvoll, die Presse verhielt sich durchweg ablehnend, aber Bismarck schien auf einen solchen Appell nur gewartet zu haben. Vier Wochen nach der Gründung der Gesellschaft wies er den deutschen Konsul in Kapstadt an, amtlich zu erklären, daß die Niederlassung des Bremer Kaufmanns Lüderitz an der Sudwestküste Afrikas„unter dem Schutze des Reiches“ steht. Von dem schwerwiegenden Schritt machte er erst am 26. Juni dem Reichstage Mitteilung, und er hielt es für nötig. dabei von Unternehmungen, wie sie Peters und seine Gesellschaft ankündigten, entschieden abzurücken. Mit Mühe und Not brachte Peters ganze 75 000 Mart zusammen, damit und mit einem falschen Passe, weil die Regierung keinerlei Verantwortung fur das„Abenteuer" übernehmen wollte, reiste er nach Ostafrika, in das Gebiet des Sultans von Sansibar.„Auf Rechlung“ der Kolonialgesellschaft erwarb er durch Verträge ein riesiges an Naturschätzen reiches Land. Anfangs erhielt er von der Reichsregierung nur Verweise und Warnungen, als dann aber ein Konflikt der Kolonialgesellschaft mit England drohte, nahm Bismarck ihre Erwerbungen kurz entschlossen unter den Schutz des Reiches. Wie nach Süwest, so wurde auch nach Ostafrika ein Reichskommissar entsandt, der Aufstand der Araber, der 1898 den ganzen Besitz bedrohte, wurde von Major von Wißmann im Auftrage und auf Kosten des Reiches niedergeworfen. Der Eroberer Peters war mittlerweile tiefer in den schwarzen Erdteil vorgestoßen, in Uganda= und Witu=Land hatte er durch Verträge mit den Eingeborenen weitere Gebiete erworben. Dort stieß er mit den englischen Interessen zusammen. Verhandlungen zwischen London und Berlin führten zu dem Vertrag vom 1. Juli 1890, der nicht allein Sansibar gegen Helgoland austauschte, sondern auch Uganda und Witu den Engländern überließ. Viel bitterer, als diese Enttäuschung, war für Peters, der seit 1891 Reichskommissar des von ihm unterworfenen Kilimandscharo=Gebietes war, daß in der Heimat ein Kesseltreiben wegen angeblicher Grausamkeiten des„Abenteurers“ gegen die eingeborene Bevölkerung einsetzte. Es kam zu einem Disziplinarverfahren. 1897 wurde die Entlassung aus dem Reichsdienste über Peters verhängt. Die Engländer, die ihren Kolonialpionieren gegenüber nicht engherzig Die„Domspatzen" in Nürnberg. Der berühmte Regensburger Knabenchor singt beim Empfang des Führers auf dem Reichsparteitag. Tage des 28. Juli 1936 und des 13. August 1938, wo die Regensburger Domspatzen fast drei Stunden Gastbeim Führer auf dem Obersalzbera waren und ihn mit ihrer herrlichen Kunst erfreuen durften. Die Teilnahme des Führers beschränkt sich aber nicht nur auf das Lob und die lebhafte Bewunderung der Leistungen des Chores, sondern sie erhärtete sich zur Tat. Adolf Hitler selbst spendet jährlich 12000 Mark aus eigenen Mitteln, um musikalisch besonders begabten Singknaben Freistellen zu gewähren. Außer den bereits angedeuteten großen Konzertreisen im Reichsgebiet und in das Ausland wurde der Chor seit der Machtübernahme wiederholt bei Veranstaltungen der Partei und des Staates erfolgreich eingesetzt. Noch heute wird von den gewaltigen Leistungen des Chores anläßlich der Brucknerfeier in Regensburg gesprochen. Erst vor Wochen, Ende Juli, konzertierte der Chor aus Anlaß eines vom Erziehungsminister gegebenen Empfanges im Berliner Schloß, bei dem 2000 Vertreter Während des diesjährigen Reichsparteitages singen zum ersten Male gelegentlich des Empfanges im Rathaussaal auf besonderen Wunsch des Führers die Regensburger Domspatzen. Woher stammt dieser Chor und was sind seine Leistungen? Der Regensburger Domchor, der im Volksmunde seit undenklichen Zeiten unter dem Namen„Regensburger Domspatzen“ bekannt ist, hat eine einzigartige, vieljährige Vergangenheit und gehört zu den ältesten in ununterbrochener Tradition wirkenden Chorinstituten Deutschlands. Siegreich hat der Chor den Dreißigjährigen Krieg, die Säkularisation, den Weltkrieg und die Inflation überstanden. Mit dem Auftreten der Inflation allerdings wäre zweifellos auch dieses uralte Kulturinstitut zugrunde gegangen, wenn nicht in der Stunde der größten Gefahr sich Männer gefunden hätten, die im„Verein der Freunde des Regensburger Domchores“ das Institut vor dem völligen Ruin gerettet hätten. Besaß der Chor bis dahin in Regensburg noch kein Heim, so wurde die Frage nach der Machtübernahme im Jahre 1933 gelöst, und heute sind die kleinen, weltberühmten Sänger in einem würdigen Haus untergebracht, in dem ihre musikalische Ausbildung erfolgt. Vom Internat aus besuchen die 60 Knaben die verschiedenen Schulen der Stadt, in denen sie ihre allgemeine Ausbildung erhalten. Die Zöglinge werden aus dem gesamten Reichsgebiet ausgewählt, und zwar ausschließlich nur nach ihrer natürlichen Musikbegabung. Da die Eltern der meisten von ihnen unbemittelt sind, ist durch Zuschüsse von verschiedenen Stellen die Gewährung einer größeren Anzahl von Freistellen sichergestellt. Der Konzertchor setzt sich aus 42 Knabenstimmen und 21 Männerstimmen— meist früheren Domspatzen— zusammen. Zum ersten Male nach der Machtübernahme tauchte der Plan auf, die Kunst dieses einzigartigen Chores im weiteren Deutschland und jenseits der deutschen Grenzen bekanntzumachen. So erfolgte bereits im Jahre 1933 die erste große Auslandsreise, die nach Italien führte und ein ungeheurer Erfolg wurde. Der Eindruck, den der Chor in Italien, dem Lande der klassischen Kirchenmusik, hinterließ, war so stark, daß die Italienreise wiederholt werden mußte. Bis zum heutigen Tage sind sieben große Auslandsreisen u. a. nach Polen, Holland und Südamerika, und eine Anzahl kleinerer Konzertreisen innerhalb des Reichsgebietes durchgeführt worden. Die Erfolge im In= und Ausland waren überragend. Wo die besondere Stärke dieses Chores, der vor allem die Großmeister der Polyphonie: Orlando, Palestrina, Lotti, Bach, Reger, Bruckner und Brahms pflegt, noch liegen könnte, zeigt die Kritik der Paduaer Zeitung„Provincia di Padova":... in den deutschen Volksliedern zeigten uns die Sänger, welche Kraft und Anmut der deutschen Sprache innewohnt. Die Weisen gaben uns ein Bild von den Jagd= und Soldatenliedern eines Volkes, das seine Wiedergeburt in Politik, Heerwesen, Kunst und Schrifttum erlebt hat. Kapellmeister Dr. Schrems hat seine Sänger dermaßen herangebildet, daß ein höherer Grad der Vollkommenheit nicht denkbar ist. Voll Ehrfurcht müssen wir den Chor eines Volkes bewundern, dessen Schüler wir geworden sind, nachdem wir früher seine Lehrmeister waren“. Der Führer der den Chor der Regensburger Domspatzen zum ersten Male am 26. Oktober 1933 anläßlich seiner Anwesenheit in Regensburg hörte, nahm mit starkem Interesse an dem Schicksal des Chores anteil. Als er die Domspatzen gehört hatte, sagte er, indem er die Hand des Kapellmeisters ergriff:„Ich danke Ihnen. Ich habe schon viel über die Domspatzen gelesen, aber was ich heute gehört habe, das steht nirgends geschrieben. Ihre Knaben singen wundervoll.“ Dann äußerte der Führer den Wunsch, daß der Chor öfter im Rundfunk singe. Und wenn man heute die Jungen des Chores fragt, die damals mit dabei waren, so erzählen sie gern davon, wie lange der Führer bei ihnen stand, nach diesem und jenem fragte, und es gehört für sie alle zu den schönsten Minuten ihres Sängerlebens die Stunde, wo sie aus den tief ergriffenen Augen Adolf Hitlers den Dank lesen durften. Seit diesem ersten Zusammentreffen mit dem Führer fühlte der Chor, wie stark er das Aufblühen förderte und wie genau er sich über alles, was den Chor betraf, unterrichten ließ. In Anerkennung der besonderen Leistungen ernannte der Führer am 1. Mai 1934 den Kapellmeister Dr. Schrems zum Professor. Den Höhepunkt aller dieser Beweise seiner besonderen Fürsorge für den Chor bildeten die für die Jungen und ihren Dirigenten unvergeßlichen sind, waren über den Sieg des„Weltgewissens“ hochbefriedigt, denn Peters war ein Konkurrent, den sie mehr als jeden anderen gefürchtet und bekämpft hatten. Sie ließen es jetzt gerne geschehen, daß sich der gestürzte Gegner in England niederließ. 1907 gab es in Deutschland noch einen Peters=Prozeß, eine alte Geschichte mit einer gehängten Negerin wurde von den Sittenrichtern aufgerührt, die ihre koloniale Sachkenntnis in den Wandelgängen des Reichstages erworben hatten. 1914 schämte man sich endlich dieses Verhaltens gegen einen Mann, dem Deutschland ein Kolonialreich verdankte; aus 41 Ländern zum 7. Internationalen Kongreß für Berufserziehung versammelt waren und die Vorträge des Chors mit unerhörtem Beifall aufnahmen. Jährlich konnten ansehnliche Summen aus Aufführungen des Chores zugunsten des WHW abgeführt werden. Wer selbst ein oder gar mehrere Male die Regensburger Domspatzen in ihrer einmaligen Art singen hörte, wird für den gewaltigen, unerhörten Eindruck keine Worte finden. Man vergißt beim Zuhören immer wieder, daß diese Sänger noch Kinder sind, Knäben, größtenteils im Alter von 12 bis 14 Jahren. Diesem Chor wird nun die große Ehre zuteil, auf besonderen Wunsch des Führers bei seinem Empfang im Rathaus in Nürnberg unter der hervorragenden Leitung von Prof. Dr. Schrems den Meistersingerchor„Wach auf“ den Gästen darzubringen. Diese Jungen in Jungvolkuniform— der Chor bildet geschlossen einen Jungzug, der dem Kulturamt der Reichsjugendführung direkt untersteht— und ihren Kapellmeister wird besonders an dem großen Nürnberger Feiertag— das wissen wir jetzt schon— eine gleichsam magische Kraft zu höchster künstlerischer Gestaltung entfachen. Jeder Hörer wird genau empfinden, daß der hingebungsvolle Dienst der kleinen und großen Sänger an das deutsche Lied, das völlige Einswerden von Seele und Gesang, das Wunder dieses einzigartigen Gesanges bewirken. Gert Sachs. Der Glanz des Sonnenkonigs. Zum 300. Geburtstag Ludwigs XIV. Ein Höhepunkt der Festlichkeiten, die vor einigen Wochen dem englischen Königspaar in Frankreich geboten wurden, war das Mahl im Spiegelsaal zu Versailles, bei dem die Bedienung in Kostümen aus der Zeit des„Sonnenkönigs“ aufmarschierte. Für den nachdenklichen Beobachter ein seltsames Schauspiel; die Repräsentanten der beiden„großen Demokratien“, die eine geschichtliche Mission gegen die„autoritären Staaten“ zu haben glauben, gefallen sich in dem Abglanz des Monarchen, der den fürstlichen Absolutismus auf dem Gipfel gesteigert und mit seinem Glanz ganz Europa geblendet hat. Um den Geist, aus dem das berühmte Wort:„Der Staat, das bin ich!“ geboren wurde, bis in die Wurzeln auszurotten, hat Frankreich die„große Revolution“, den Königsmord, die Schreckensherrschaft und noch verschiedene„kleine Revolutionen“ auf sich nehmen müssen. Die Dritte Republik hätte eigentlich Grund genug, das französische Volk und die übrige Welt den Namen des obersten aller Absolutisten vergessen zu machen, mindestens sich jeder Verherrlichung seines Andenkens zu enthalten. Es ist aber eine glückliche Eigenschaft der französischen Nation, daß sie in ihrer Gesamtheit, die radikalsten Republikaner nicht ausgeschlossen, die„Gloire“, den Ruhm Frankreichs über alles andere stellt, auch wenn ihre Verkörperungen Napoleon I. und Ludwig XIV. heißen. Dabei wirkt wahrscheinlich unbewußt die historische Einsicht mit, daß weder die dritte noch die beiden vorangegangenen Republiken ein Verdienst an der besonderen Stellung haben, die alles Französische in der Welt einnimmt, angefangen von der Diplomatensprache bis zur Küche. Die französischen Staatsmänner zehren von einem Kapital an Ansehen und Einfluß, das im 17. Jahrhundert aufgehäuft worden ist und das weder die unfähigen Monarchen des 18. Jahrhunderts, noch die Demokraten des 19. aufzuzehren vermochten. Vermehrt hat es nur Napoleon I.; ob er mehr davon genommen, als selber hinzugetan hat, isc schwer zu entscheiden. Uns Deutschen ist die Erinnerung an den Sonnenkönig, — so genannt nach einer von ihm gewählten Devise,— nicht gerade beglückend. Die Ruinen der Westmark würden schon genügen, um Ludwig XIV. als einen der größten Feinde Deutschlands zu brandmarken, vom Raub Straßburgs und anderen Schandtaten zu schweigen. Was er für den Aufstieg Frankreichs zur Weltmacht bedeutet, dürfen wir trotzdem nicht übersehen oder unterschätzen, wir würden uns sonst das geschichtliche Verständnis für unser wichtigstes Nachbarland verschließen. Es ist für uns ein geringer Trost, daß sich Ludwig auf dem Sterbebett selbst anklagte, indem er dem jungen Thronerben seinem Urenkel, sagte:„Suche den Frieden mit deinen Nachbarn zu erhalten! Ich habe den Krieg zu sehr geliebt, ahme mir daran nicht nach und auch nicht in den großen Ausgaben, die ich gemacht habe!“ Für Frankreich ist dagegen sehr tröstlich, daß nach dem Urteile Voltaires nur ein einziger Krieg Ludwigs für sein Land unheilvoll war, und das war der gerechteste und unvermeidlichste von allen. Sämtliche anderen Kriege, so willkürlich und gewaltätig sie auch sein mögen, haben die Macht Frankreichs vergrößert. Mit Kriegführen allein hätte freilich der Sonnenkönig sein Land nicht zur Weltgeltung emporheben können. Wie vergänglich der Ruhm der Eroberung sein kann, beweist das Schicksal Napoleons. Ludwig XIV. hat größere AusPeters wurde mit Ehren bei seiner Rückkehr aus England aufgenommen. Während des Krieges wohnte er in Bad Harzburg. Mit heißem Herzen wird er den Heldenkampf Lettow=Vorbecks in Deutschostafrika verfolgt haben. Es blieb ihm erspart, noch mitzuerleben daß der 11. November 1918 dem unbesiegten General die Waffen aus der Hand schlug und daß der Schandfriede Deutschland für unwürdig der kolonialen Betätigung erklärte. Dasselbe Deutschland, das der „Humanität" einst seinen größten Kolonialpionier geopfert hatte! gaben gemacht, als ihm auf dem Sterbebett lieb war,— dabei hat er sicher in erster Linie an die Kriegskosten gedacht. Er hat aber auch in seiner Glanzzeit den Wohlstand und die Finanzen Frankreichs so gesichert, daß er sich ungewöhnliche Aufwendungen leisten konnte. Und den angesammelten Reichtum hat er ebenso häufig und gern zur Förderung der Künste und zur Entfaltung staunenswerter Pracht verwendet wie für seine Marschälle und Armeen. Ja, man kann sagen: der Sonnenkönig hat seine Zeitgenossen durch die Werke des Friedens und der Lebensfreude derart geblendet, daß sie die Brandstätten des Krieges und seine Blutopfer darüber vergaßen. Versailles wurde für die Höfe und den Adel Europas — und damit für die vielen, die bewundernd und eifersüchtig„nach oben“ schauten,— zum Vorbild des feinen, gebildeten, kultivierten Lebens.„Gebildet“ sein hieß seitdem durch Jahrhunderte: französisch sprechen, sich nach französischer Mode kleiden, französisch benehmen. Es blieb aber nicht bei der höfischen Nachäfferei und dem französischen Kulturfirnis. Die großen und kleinen Machthaber nahmen sich den Sonnenkönig zum Muster, sie regierten ihre Untertanen so„absolutistisch“ wie Ludwig und rechneten es sich zur Ehre an, dem französischen Interesse irgendwie dienstbar zu sein. Unter den deutschen Fürsten fand Ludwig XIV. besonders eifrige Schüler. Johann Friedrich von Hannover bestellte sich einen französischen General, um seine winzige Armee zu exerzieren und suchte den Versailler Stil in seinem verarmten Land auch sonst nachzuahmen. Christian von Mecklenburg=Schwerin ließ sich von seiner deutschen Frau scheiden und heiratete eine Französin, er wurde in Paris sogar dem Sonnenkönig zuliebe katholisch, nahm den Namen Louis an und unterschrieb künftig nur noch„Ritter der Orden des allerchristlichsten Königs“. Eberhard von Württemberg bat Ludwig zum Taufpaten für seinen Sohn und nannte diesen ebenfalls Louis. Kurfürst Ferdinand Maria von Bayern war von französischen Beratern umgeben. Auch die geistlichen Fürsten des Westens glichen sich in ihrem Lebensstil dem Versailler Hof an. Dabei soll nicht verkannt werden, daß die deutschen Residenzen der fürstlichen Baulust, die durch Versailles und andere Schlösser des Sonnenkönigs entfesselt worden ist, manches herrliche Werk zu verdanken haben. Eine Spätfrucht des Geistes von Versailles sind die bayrischen Königsschlösser, wie der unglückliche Wittelsbacher Ludwig II. überhaupt in der Auffassung seiner„übermenschlichen“ Würde, seiner königlichen Allmacht vom Idealbild des Sonnenkönigs berauscht war. Die kulturelle Ueberfremdung ist aber doch der Schrittmacher der französischen Vormacht in Europa gewesen. Durch das soldatische und staatsmännische Genie Friedrichs des Großen allein, bildungsmäßig war er ja noch völlig französisch, hätte die deutsche Nation nicht zu ihrem Eigenleben gelangen können, dazu mußten die Befreiungstaten der deutschen Dichter und Denker kommen. Dies Flugzeug raste rund um Europa. In der Nacht zum Freitag trat eine der neuesten deutschen Flugzeug- Konstruktionen, die zweimotorige„Siebel-Fh 104“, von Berlin aus einen Flug rund um Europa an. Nach genau 24 Stunden traf das Flugzeug, nachdem es in London, Paris, Rom, Bukarest, Warschau und Stockholm gewesen war und eine trecke von 6400 km zurückgelegt hatte, wieder in Berlin ein.(Scherl-M.) Fleisch von verseuchtem Dieh in den handel gebracht. Achtköpfige jüdische Bande in Polen unschädlich gemacht. Warschau, 3. September. In Ostpolen kam die Polizei einer Bande von jüdischen Viehhändlern auf die Spur, die Tiere, die an Seuchen befallen waren und aus Geheimschlachtungen stammten, aufkauften. In skrupelloser Weise wurde dann dieses an allen möglichen Krankheiten verendete Vieh an einen bestimmten Kreis von Fleischern weitergeleitet, die unter Umgehung aller gesundheitspolizeilichen Vorschriften das Fleisch dieser Tiere zu Wurst verarbeiteten Bei der Festnahme dieser achtköpfigen Bande, an deren Spitze der Jude Schmullewkowicz stand, konnte die Polizei eine größere Menge dieses verseuchten Fleisches, das die Juden in Kellern versteckt hatten, beschlagnahmen. Die Besitzerin des Hope=Diamanten in Armut gestorben. Bekanntlich soll der berühmte Hope=Diamant, der 44% Karat hat und 60 000 Pfund(etwa 750 000 RM.) wert ist, all seinen Trägern und Besitzern Unglück bringen. Zuerst brachte dieser kostbare Stein angeblich der französischen Königin Marie Antoinette, danach dem türkischen Sultan Abdul Hamid, Unglück. Die jetzt gestorbene berühmte Soubrette May Johe behauptete, daß ihr Unglück begann mit dem Augenblick, in dem ihr dritter Mann Lord Francis Hope ihr den Diamanten schenkte. Der einst berühmte amerikanische Operettenstar war dreimal verheiratet. Einer ihrer Männer war der Bruder des Herzogs von New Castle. Trotzdem hat sie die letzten Jahre ihres Lebens von öffentlicher Unterstützung leben müssen, bevor sie jetzt mit 69 Jahren einer Herzschwäche erlag. Es ist zwar nicht einzusehen, daß dieser ungeheuer wertvolle Stein die Armut verschuldet haben soll, vielmehr ist eher das Gegenteil der Fall, aber die Welt kann sich anscheinend vom Aberglauben nicht abkehren. Sie kommen Cine Möbelschau, sehen— und sind begeistert! die Sie besuchen Das grobe Einrichtungshaus Mehrere hundert Einrichtungen von auserlesener Schönheit, die neuesten u. geschmackvollsten Modelle deutscher Handwerkskunst in modernen und allen Stilarten, wie Barock, Renaissance, Chippendale usw., in Einzelkojen wohnfertig aufgestellt, laden zu einer vollkommen unverbindlichen Besichtigung ein.— Annahme von Ehestandsdarlehen.— Lieferung franko. 1 1 1 Turnen- Spiel-Sport. Vor neuen Entscheidungen in der Halbschwergewichtsklasse. Adolf Heuser steht noch immer an der Spitze.— Junger Nachwuchs drüngt nach vorn. Im deutschen Berufssport haben die Halbschwergewichtler stets eine große Rolle gespielt. Man braucht nur die bisherigen Meister dieser Klasse— Paul Samson=Körner, Max Schmeling, Hein Müller und Ernst Pistulla— in Erinnerung zu bringen. Max Schmeling und Ernst Pistulla haben auch die Europameisterschaft im Halbschwergewicht gewonnen. Der jetzige deutsche Meister Adolf Heuser ist ein würdiger Nachfolger der genannten Meisterboxer geworden. Heuser besitzt ebenfalls den Europameistertitel und wenn ihm die amerikanischen Veranstalter keinen Strich durch die Rechnung gemacht hätten, wäre er in der nächsten Zeit sogar zu einem Kampf um die Weltmeisterschaft gegen den Neger John Henry Lewis gekommen. So wird Heuser als Ersatz seinen Europatitel in Berlin am 9. September gegen den Italiener Merlo Preciso verteidigen. Den deutschen Meistertitel hat der Bonner im August vorigen Jahres in Berlin nach einem ungemein harten Kampfe gegen Adolf Witt gewonnen. Seither hat Heuser gegen Boxer der besten internationalen Klasse bewiesen, daß er im Halbschwergewicht klar an der Spitze steht. Allerdings wird Heuser in absehbarer Zeit seinen deutschen Meistertitel zu verteidigen haben. Am 16. September findet bei der ersten großen Veranstaltung in Königsberg ein Ausscheidungskampf zwischen Exmeister Adolf Witt(Berlin) und Johann Kreitz(Aachen) tatt. Der Sieger soll die Berechtigung erhalten, Adolf Heuser zum Titelkampf zu fordern. Adolf Witt hat natürlich als Exmeister ein Anrecht auf eine neuerliche Begegnung mit seinem alten Rivalen Adolf Heuser. Besonders erfreulich aber ist es, daß sich der Nachwuchs immer stärker bemerkbar macht. Von diesem hat sich Kreitz bereits einen Platz unter den Titelanwärtern sichern können. Der starke Rheinländer betätigt sich erst seit dem August vorigen Jahres als Berufsboxer. Als solcher hat er bisher 15 Kämpfe ausgetragen und alle gewinnen können. Darunter befinden sich allein neun entscheidende Siege, die am besten von der Schlagkraft des Aacheners Zeugnis ablegen. Nachdem Kreitz in Willi Pürsch(Berlin) und Arno Przybilski (Potsdam) zwei weitere Halbschwergewichtler der ersten deutschen Klasse besiegt hat, waren zuletzt Ausländer seine Gegner. Gegen Adolf Witt erhält Kreitz bereits die große Chance, Herausforderer von Adolf Heuser um die deutsche und evtl. auch Europameisterschaft zu werden. Der Kampf in Königsberg wird auch darüber entscheiden, wer vorerst den zweiten Rang in der Halbschwergewichtsklasse hinter Adolf Heuser beanspruchen kann. Die deutsche Halbschwergewichtsklasse verfügt aber noch über weitere tüchtige Kräfte. Der schon erwähnte Potsdamer Arno Przybilski hat zwar eine Punktniederlage durch Kreitz einstecken müssen, steht jedoch nur wenig hinter dem Westdeutschen zurück. Ein guter Könner ist auch der Süddeutsche Karl Maier. Willi Pürsch und der Berliner L. Marohn verdienen ebenfalls eine Erwähnung, obwohl ihre Form oftmals recht wechselvoll ist. In der letzten Zeit sind einige neue und junge Leute (Dieffendahl=Solingen, Schmidt=München, Mayer=Ludwigshafen usw.) in der Halbschwergewichtsklasse aufgetaucht, die vor allen Dingen recht viele Kampfgelegenheiten gebrauchen, um sich entwickeln zu können. An solchen scheint in der nächsten Zeit erfreulicherweise kein Mangel zu sein, denn in allen Gegenden des Reiches werden Veranstaltungen vorbereitet. Auch ein gutes Zeichen, daß es mit dem deutschen Boxsport vorwärts geht. Zwei Leistungsklassen im Hockey. Mit dem Eintritt in die neue Spielzeit beschreitet der Deutsche Hockeysport gleichzeitig neue Wege. Die Neisterschaftsspiele werden nunmehr nach dem Vorbild, as Fußball und Handball geben, in weit strafferer Form urchgeführt, als in den letzten Jahren. Nach den soeben rschienenen Wettkampfbestimmungen spielen die sich melenden und dadurch zur Teilnahme verpflichteten Mannhaften in zwei Leistungsklassen, Gauliga und Kreislasse. Die Kreisklassen können in spielstärkeren Gauen n Erste und Zweite Kreisklasse aufgeteilt werden. Die Sauliga wird aus den besten Mannschaften eines Gauebietes gebildet bei einer Höchstzahl von zehn Mannhaften. Die Einteilung der Gauliga unterliegt der benehmigung der Reichsführung des DRL(Fachamt ockey). Die gleiche Einteilung wird für den Pflichtetrieb der Frauen getroffen. Die neuen Wettkampfestimmungen regeln weiterhin die Fragen über die techische Abwicklung der Spiele, über die Spielwertung wie über Aufstieg und Abstieg. Neben den Pflichtspielen in allen 17 Gauen werden die repräsentativen Kämpfe und Länderspiele in reichem Maße fortgesetzt. Nachstehend die wichtigsten Termine für die nächsten Monate: September: 4.: Opfertag des deutschen Sports; 17.—18.: Erste und zweite Silberschildrunde in Berlin (Gruppe B), in Stettin(Gruppe C), in Köln(Gruppe D); 24.—25.: 1. und 2. Silberschildrunde in Stuttgart (Gruppe E)., Vorbereitung der Nationalmannschaft in Oktober: 2.: Dritte Silberschildrunde und Eichenschildvorrunde; 9.: Länderspiel Deutschland— Dänemark in Hamburg; 1. Eichenschildrunde; 15.—16.: Länderturnier in Amsterdam; 23.: Zweite Eichenschildrunde. November: 5.: Frauenländerkampf Deutschland— Irland in Köln, 6. Silberschild=Vorschlußrunde; 12. Länderkampf Frankreich— Deutschland in Paris; 20. Silberschild=Schlußrunde. Elf Nationen rudern in Mailand. Deutschland hat bei den Europa=Meisterschaften in ailand, die am Freitag, Samstag und Sonntag stattnden seinen bei der Olympischen Ruderregatta in Bern 1936 begründeten Ruf, die beste Rudersportnation der Belt zu sein, zu wahren. Im vergangenen Jahr konnin unsere Ruderer bei den Europameisterschaften in msterdam in vier Bootsgattungen den Sieger stellen nd darüber hinaus noch den Glandaz=Pokal, der bei den uropatitelkämpfen jeweils der erfolgreichsten Nation gesprochen wird, vor Italien gewinnen. Nun haben ie Italiener die Europameisterschaften im eigenen Land, nd sie gehen mit dem festen Bestreben in den Kampf, en Glandaz=Pokal, den sie wiederholt im Besitz hatten, trückzugewinnen. Wenn nicht alles trügt, wird es in kailand zu einem großen Zweikampf zwischen Deutschind und Italien kommen. Einer: Ellida Wien(Hasenöhrl), Zweier o. St.: Wannsee Berlin(Eckstein—Stelzer), Zweier m. St.: Friesen Berlin(Gustmann— damski), Doppelzweier: Germania Frankfurt(Paul— darquardt), Vierer o. St.: Regensburger RV, Vierer m. St.: Wratislawia Breslau, Achter: Berliner Ruder=Club. Deutschland hat die Europatitel im Zweier„mit“, im oppelzweier und in den beiden Vierer=Rennen zu veridigen. Von den Mannschaften, die im Vorjahr in msterdam für Deutschland erfolgreich waren, ist aber ur der Berliner Zweier Gustmann—Adamski, der Olympiasieger von 1936, übrig geblieben. Etuf Essen und TibWiking Berlin haben in Heilbronn Nachfolger gefunden, und Kaidel—Pirsch rudern nicht mehr zusammen. Unsere aussichtsreichsten Vertreter in Mailand scheinen Wannsee, Friesen Berlin, Regensburg und Breslau zu sein, außerdem gilt Hasenöhrl als Favorit für den Einer(RufliSchweiz und Verey=Polen sollten seine schärfsten Gegner sein!) und der BRC=Achter hat durchaus das Zeug dazu, den italienischen Titelverteidiger Livorno auch im eigenen Land zu bezwingen. Ob Paul—Marquardt stark genug sind, den Titel im Doppelzweier erfolgreich zu verteidigen, bleibt abzuwarten. Italiens„Asse“ sind der Achter(Livorno) und der Zweier„ohne“(Olona Mailand), aber auch in allen anderen Bootsgattungen ist Italien bestens gerüstet und dürfte in der vertrauten Umgebung bei allen Entscheidungen ein gewichtiges Wort mitreden. Zum Höhepunkt der Veranstaltung wird der Achter werden, in dem es zu einem großen Kampf zwischen Deutschland und Italien kommen wird. Insgesamt sind in Mailand elf Nationen mit 44 Booten vertreten. Deutschland und Italien haben alle Wettbewerbe belegt, die übrigen Meldungen verteilen sich wie folgt: Ungarn 6, Dänemark und die Schweiz 5, Belgien, Jugoslawien und Frankreich je 3, Polen und Holland je 2, Tschecho=Slowakei 1 Mannschaft. Am Freitag fanden die Vorläufe statt, am Samstag die Zwischenläufe, während der Sonntag die Entscheidungen bringen wird. de 8 traßenfahrer vorschweren Kümpfen. Von Amsterdam aus ist das weitere Geschehen der ad=Weltmeisterschaften 1938 in die Provinz Limburg erlegt worden. Der kleine Kurort Valkenburg in der reiländerecke steht schon seit Tagen im Zeichen der traßenfahrer. Die Holländer haben hier eine 10,2 km inge paralelogrammartige Strecke ausfindig gemacht, e allen Fahrern die größten Schwierigkeiten bereiten ird. Der kleine Anstieg zum Cauberg ist beim ersten kal sicherlich noch harmlos, aber er schlägt unbedingt in e Beine hinein, wenn die Amateurfahrer in den letzten rer 17 Runden sind und kann auch für die besten Befsfahrer verhängnisvoll werden, wenn sie 20 der zu hrenden 27 Runden einmal hinter sich haben. Gefährch ist der Abstieg vom Geulenberg. Auf rutschigem and, der nur leicht festgewalzt ist, geht es hier durch nige rechtwinklige Kurven. Wer Anschluß behalten ill, muß nicht nur steuern, sondern sein Rad völlig herrschen können. Die deutsche Mannschaft, die sich nach der Absage on Roth und Bautz bei den Berufsfahrern aus Schild, rents, Umbenhauer und Scheller, bei den Amateuren 15 Meurer, Heller, Irrgang und Strzrakati zusammentzt, trainiert schon seit Donnerstag und klagt wie alle ideren Fahrer über die großen Schwierigkellen, die sich och sehr erhöhen können, wenn es Regen geben sollte. m Mittelpunkt aller Betrachtungen steht bei den Beifsfahrern die Auseinandersetzung zwischen den starken talienern und Belgiern. Auch den Holländern geben anche gute Chancen. Fachleute sehen auf dieser Strecke ir den belgischen„Kirmesrennfahrer“ Vissers besser als für den Italiener Bartali.— Man rechnet am Sonntag mit einem Besuch von 100 000 Menschen. Dortmunds größter Renntag. Mit Spannung sieht die westdeutsche Turfgemeinde den Ereignissen entgegen, die sich am Sonntag, dem 4. September, auf der Dortmunder Rennbahn in Wambel abspielen werden. Im Kampf um den„Sroßen Preis von Dortmund“ geht es um einen Zehntausender, und bei dem Allgemeinen Ausgleich„Stahl und Kohle“ warten 5000 RM Geldpreise auf die erfolgreichen Pferde. Selbst die anderen Entscheidungen, die zwar etwas im Schlagschatten dieser Großkämpfe liegen, können angesichts ihrer guten durchschnittlichen Ausstattung nicht verblassen. Für die insgesamt 15 Rennen des Dortmunder September=Meetings am Sonntag, 4. September, und Mittwoch, 7. September, sind nicht weniger als 52000 RM Gelbpreise ausgesetzt. Davon entfallen allein auf den ersten Tag rund 33000 RM. Das ist eine Ausstattung, welche die Turffolgen der beiden Tage weit aus den bisherigen Veranstaltungen heraushebt. Ebenso wertvolle wie geschmackvolle Ehrenpreise und Andenken vervollständigen diesen bedeutsamen Rahmen. Unsere Voraussagen: 1. R.: Pikör— Ingwer; 2. R.: Spitzweg— Lavant; 3. R.: Obersteiger— Zentaur; 4. R.: Stall Rösler— Marienfels; 5. R.: Waldteufel— Agnus; 6. R.: Maserati— Schnepfe; 7. R.: These— Chonzertleiter; 8. R.: Perbellina— Orchilles. Schlußrenntag in M.=Gladbach. Zum letzten Mal in diesem Jahr lädt der Rheinische Rennverein zur Förderung der Traberzucht die Freunde des Pferdesports zu seiner Traberrennbahn an der Niersbrücke ein. Nach dem schönen Erfolg der Rennen am vergangenen Sonntag kann man auch diesem Renntag die allerbesten Aussichten einräumen. Pferde sind in ausreichender Zahl zur Stelle, um für spannende Kämpfe zu sorgen, und bei guter Witterung wird auch dieser Renntag wieder ein voller Erfolg für den veranstaltenden Verein und eine weitere Werbung für den Trabrennsport. Die Voraussagen: 1. Lord Hildebrand— Matador— Bernstein. 2. Berni Loh— Estländer— Rheinmädel. 3. Henrick— Glückauf— Freda von Welte. 4. Schmeling— Capitän— Volker. 5. Dina Loh— Arrak— Volly. 6. Duck— Luitpold— Mallorca. 7. Lydia— Guy Albert— Rotwein. Weitere Rennen. Karlhorst: 1. Mustafa— Christine; 2. Immertreu— Frigga; 3. Ala— Atlas; 4. Allasch— Archimedes; 5. Miami— Senitza; 6. Amaler— Herzogin; 7. Pyramide— Mädchenfreund; 8. Novarra da Gubbio— Perlstab; 9. Günstling— Blanche Flor. Hannover: 1. Haselnuß— Gaucho; 2. Herbstzeitlose— Galanterie; 3. Mathilde— Balte; 4. Alaja— Angreifer; 5. These— Blitz; 6. Trojana— Margrit. Breslau: 1. Rückwechsel— Galant Sir; 2. Ly— Barsoi; 3. Weltruf— Botschafter; 4. Dorabella— Maikäfer; 5. Amaranthus— Crivelli; 6. Marquis Posa— Baba; 7. Conwallaraia— Lampos Schn. Leipzig: 1. Tellramood— Schwarzdrossel; 2. Wiener Walzer— Milo; 3. Inshalla— Harpagos; 4. Wehr Dich — Tatjana; 5. Wunderhorn— Heimfahrt; 6. Henry— Varus; 7. Maiandacht— Königsparade; 8. Landois— Leopard. Chantilly: 1. Clarinette IV—Tripope; 2. Blanquefort— Laboratoire; 3. Syringa— White Fox; 4. Ma Normandie— Sylvaire; 5. Deveron— Nitouche; 6. Quartier Mestre— Kettering. Was tun Sie, wenn.. ... die Bremsen verölt sind? Wahrscheinlich ist zuviel Oel in das Hinterachsgehäuse gefüllt worden und eine Dichtung an der Differentialwelle ist abgenutzt. Sie bemerken dann an den Scheibenrändern oder an den Bremstrommeln radial nach außenführende Oelstreifen. Sie können nun zur ersten Abhilfe versuchen, zwischen Bremstrommel und deren Abdichtung einen ordentlichen Schuß Benzin einzuspritzen, damit das Oel ausgewaschen wird. Oder sie fahren vorsichtig mit einem kleinen Gang und angezogenen Bremsen einige hundert Meter; dadurch verbrennt das Oel auf den Belägen. Das sind aber nur Hilfsmittel. Sie müssen sobald als möglich in einer Werkstatt die Ursache des dauernden Verölens beheben lassen. Manchmal ist die Ursache auch nur ein längeres einseitig geneigtes Stehen des Wagens, wodurch das Oel aus dem Hinterachsengetriebe längs der Differentialwelle zu einer Bremstrommel geflossen ist. Dauernd verbrennendes Oel auf den Bremsbelägen macht diese spiegelglatt, dann nützt kein Ausspritzen mehr. Man muß diesen Fehler sofort abstellen lassen. ... Ihr Wagen schlecht federt? Sehr oft liegt das an der unrichtigen Einstellung der Stoßdämpfer. Sie müssen von Zeit zu Zeit nachsehen, ob der Oelstand der vorgeschriebene ist— und vor allem muß stets das Spezialöl dafür verwendet werden. Andere Oele können Ausscheidungen und Verdickungen bilden, dann bleiben die Ventile im Stoßdämpfer hängen und seine Wirksamkeit ist gemindert oder ganz gestört. Die Wagenfedern müssen von Zeit zu Zeit entrostet werden. Die Auflageflächen der einzelnen Federblätter müssen glatt sein. Es gibt graphitierte Fette, die für jeden Spezialzweck sehr wirksam sind. Von Zeit zu Zeit müssen die Federn neu „gesprengt“ werden, weil die Federblätter durch die dauernde Beanspruchung an ihrer Pfeilhöhe einbüßen. Durch das„Sprengen“ stellt man die ursprüngliche Krümmung der Federn und damit ihre vollständige Arbeitsfähigkeit wieder her. Eine weitere Verbesserungsmöglichkeit der Federwirkung ist durch die Ueberballonreifen gegeben, von denen die Type Aero z. B. auf jede normale Felge paßt, ohne daß Umänderungen nötig werden. Diese Reifen mit vergrößertem Querschnitt und verringertem Luftdruck verbessern und erganzen die Federung eines Wagens nicht unbeträchtlich. ... Sie feststellen wollen, ob die Kolben undicht sind? Dafür gibt es verschiedene Anzeichen. Das bekannteste wohl das Auftreten von blauem, übelriechendem Rauch aus dem Auspuffrohr(normal sind die Auspuffgase farblos und fast geruchlos). Ebenso strömt aus dem Entlüfter des Kurbelgehäuses übelriechender Rauch, der sich auch im Innern des geschlossenen Wagens unangenehm bemerkbar macht und Kopfschmerzen hervorrruft. Der Oelverbrauch steigt, damit geht Hand in Hand das schnelle Schlechtwerden des Oeles im Kurbelgehäuse und seine Verdünnung durch Kraftstoff. Oft fangen die Kolben an zu klappern. Die Zündkerzen verölen schnell, und die Leistung des Motors geht zurück. da berei erste die trieb titt Ausr ausb mehr oder äng akt 2 Die Wirtschaft der Woche. Zum ersten Mal hat die Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung eine Erhebung über die arbeitsbuchpflichtigen Personen in Deutschland durchgeführt, bei der sich— wie zu erwarten war— ergab, daß der wirtschaftliche Aufstieg seit 1933 zu einer beträchtlichen Ausweitung des Personenkreises der Arbeiter und Angestellten geführt hat, und zwar bei den Männern um 6 Prozent, bei den Frauen sogar um 16 Prozent. Aber der Bedarf an Arbeitskräften hat sich in noch schnellerem Tempo gesteigert, was zur Folge hatte, daß Ende Juli 363000 Arbeitsplätze nicht besetzt werden konnten. Da es in erster Linie Facharbeiter sind, die uns fehlen, so kommt der Förderung des Handwerks im neuen Deutschland erhöhte Bedeutung zu, und mit Befriedigung haben wir vernommen, daß der seinerzeit von Göring beauftragte und inzwischen vielfach bewährte Reichshandwerksmeister Schramm nunmehr durch Minister Funk endgültig ernannt worden ist. Schramm verdanken wir den systematischen Ausbau der Nachwuchsauslese, der Berufserziehung und Begabtenförderung im Handwerk, ihm verdanken wir auch die bisherigen Ansätze zum geschlossenen wirtschaftlichen Einsatz des Handwerks, z. B. die Gründung von 20 Lieferungsgenossenschaften, der Bauträgergesellschaft und der Hausbaugenossenschaft in Oesterreich, sowie der Ausfuhrförderungsstellen. Die Leipziger Herbstmesse, die auf allen Gebieten den Siegeszug der deutschen Neustoffe wiederspiegelte, war offenbar eine Messe der soliden Bedarfsdeckung aus dem Inland mit besonders starkem Leben auf der Textilmesse. Auf dieser ersten großdeutschen Messe hatte sich die Zahl der Aussteller natürlich wiederum stark erhöht, auch die der ausländischen Aussteller, die aus 25 verschiedenen Ländern nach Leipzig gekommen waren. Etwas enttäuscht haben jedoch sowohl die Zahl wie das Verhalten der ausländischen Einkäufer. Die Ausdehnung des Tätigkeitsfeldes der bisher nur in Oesterreich bestehenden Postsparkasse auf das Altreich stellt eine weitere Verfeinerung unseres Sparund Kreditsystems dar. Die Postsparkasse, die mit Hilfe des Landbriefträgers das entlegenste Gehöft erreicht, wird auch Volksgenossen, die bisher noch nicht den Weg zur Sparkasse gefunden hatten, für den Spargedanken gewinnen. Der Erlaß des Führers bedeutet also eine starke Aktivierung der Sparpolitik, und zwar zu nationalen Zwecken, denn die neu erfaßten Gelder werden nicht, wie es bei den Sparkassen vielfach geschieht, als Personaloder Realkredit in die private Wirtschaft fließen, sondern in erster Linie dem Reich und seinen Anleihen zugute kommen. Andererseits wird den bestehenden Sparkassen kaum etwas entzogen; das kann man schon aus dem österreichischen Beispiel erkennen, denn dem heutigen Einlagenbestand der Postsparkasse von 100 Millionen Reichsmark stehen 1200 Millionen Reichsmark Einlagen bei den übrigen Sparkassen der Ostmark gegenüber. B. von ging enge schul arbe Gewinnauszug 5. Klasse 51. Preußisch-Süddeutsche (277. Preuß.) Klassen-Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II 21. Ziehungstag 1. September 1938 In der heutigen Vormittagsziehung wurden gezogen 2 Gewinne zu 30000 RM. 316184 2 Gewinne zu 20000 RM. 139471 4 Gewinne zu 5000 RM. 222702 297171 4 Gewinne zu 3000 RM. 27226 139287 22 Gewinne zu 2000 RM. 64720 133004 173193 191203 204973 237797 261443 306581 361347 865863 390173 66 Gewinne zu 1000 RM. 3565 48558 50010 57715 76529 81657 86796 108798 118465 125289 125298 133880 148726 150330 164064 190139 192006 200237 203605 208541 247305 251686 284782 303457 317572 323428 324358 367697 370190 371540 377705 385169 389696 74 Gewinne zu 500 RM. 6599 18516 18523 20656 21705 23102 36603 40331 76027 83825 127839 155492 159590 160866 162292 198342 207848 213552 216923 229466 233793 242527 253167 295073 296929 302223 307833 314613 317117 320567 328322 339601 368068 373607 379150 383351 899435 220 Gewinne zu 300 RM. 649 5295 6612 7451 8782 10579 14419 18012 28310 32650 95786 38226 39972 50870 58353 64194 69683 70423 76832 77107 81755 83326 85791 85847 87828 89701 95445 97992 108242 110441 111308 112734 116714 122969 124951 124963 137664 139132 139997 144219 145259 146870 154877 159719 165330 168591 173350 181987 191235 195310 196596 203374 225855 225967 227208 227550 235807 238728 243203 244584 244730 245690 247959 249422 250174 255971 257849 260132 262488 265220 266538 268131 270222 276031 276798 278227 279870 281396 282240 285938 286089 286252 288749 292089 292437 303284 308358 314252 317961 322688 327752 327843 328411 336539 339010 345042 352323 352779 354344 365566 375871 376133 378667 380180 383941 385974 388528 388531 390068 399243 Außerdem wurden 4606 Gewinne zu 150 RM. gezogen. In der heutigen Nachmittagsziehung wurden gezogen 2 Gewinne zu 10000 RM. 107809 2 Gewinne zu 5000 RM. 60703 8 Gewinne zu 3000 RM. 193396 251692 253177 263179 16 Gewinne zu 2000 RM. 52780 82535 139336 199967 208787 212967 253312 307990 50 Gewinne zu 1000 RM. 11719 19705 24379 27196 73377 74432 83774 107286 121671 148179 150234 172001 208724 208979 246561 249374 255183 263674 339096 348238 348708 353894 356871 370922 386715 82 Gewinne zu 500 RM. 1213 3489 31714 59061 60192 64444 70908 75026 76848 96665 114773 118237 124433 129758 163627 165205 179107 179288 188343 193626 201965 224490 243505 247975 260875 277074 281735 286819 293988 296917 299651 317253 327493 335498 342426 364867 356329 364244 372899 380007 380650 140 Gewinne zu 300 RM. 1605 3523 8810 9799 14806 20912 28951 32327 36192 41449. 44590 46573 51393 53847 74443 82220 86121 89812 92233 92907 94489 107922 114332 127282 141576 142128 148995 149585 151978 172121 179230» 182499 183790 189895 191776 192526 198898 209369 215714 246195 261473 271998 272613 287633 290886 295813 296032 296431 299945 308389 312626 318118 321687 336980 338763 342429 344323 344805 348467 362305 363152 368995 369272 375288 375887 386168 386761 387242 390259 399335 Außerdem wurden 4200 Gewinne zu 150 RM. gezogen. Im Gewinnrade verblieben: 2 Gewinne zu se 1000000, 2 zu se 30000, 10 zu se 20000, 26 zu fe 10000, 32 zu se 5000, 110 zu fe 3000, 216 zu se 2000, 846 zu se 1000, 1278 zu je 500, 2430 zu je 800, 52048 zu se 150 RM. Gewinnauszug 5. Klasse 51. Preußisch-Süddeutsche (277. Preuß.) Klassen-Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboken Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II 22. Ziehungstag 2. September 1938 In der heutigen Vormittagsziehung wurden gezogen 2 Gewinne zu 30000 RM. 242491 2 Gewinne zu 10000 RM. 265685 2 Gewinne zu 5000 RM. 282480 4 Gewinne zu 3000 RM. 305744 377789 22 Gewinne zu 2000 RM. 15351 27315 70286 96684 112592 113305 134485 136846 260765 344818 383478 66 Gewinne zu 1000 RM. 8987 13051 33872 55134 72558 77366 99556 125807 130098 145979 167074 169508 186434 187699 200653 201105 221285 227663 238419 238756 249546 266103 277960 279029 312504 332858 338245 341566 346270 361886 370726 372962 377263 96 Gewinne zu 500 RM. 1283 7192 14565 22284 23295 29769 38129 64418 68698 74558 86794 87024 88525 101284 113029 113116 114752 126156 137368 146656 154601 162193 185001 188942 200460 203550 216238 227126 237801 239502 258152 259717 264840 266953 278747 293264 298168 298366 317798 321658 330396 333519 346341 353401 357119 363400 365771 372800 210 Gewinne zu 300 RM. 2233 2515 9506 9808 12287 24779 24780 26732 35971 38619 44498 51002 54858 55922 55969 58555 59390 62646 67192 76622 77663 83876 86831 87277 88896 89259 95297 95902 99407 105124 108899 111634 13603 123671 125292 125379 126119 131329 133640 134663 138132 140711 150836 159081 166859 169282 169469 188158 208522 208814 209911 215977 216407 219203 221442 223414 225228 228763 229713 232129 232974 233947 238988 244261 249233 251737 259003 260274 260473 261601 269955 273197 276748 287414 288499 288563 289982 302160 315279 317785 325838 326282 327564 329734 334561 335298 338083 340735 348235 351200 358780 359009 359436 359471 359661 360864 366241 366931 368433 369595 376500 378869 387405 390632 391948 Außerdem wurden 4596 Gewinne zu“150 RM. gezogen. In der heutigen Nachmittagsziehung wurden gezogen 6 Gewinne zu 10000 RM. 114290 123246 139898 2 Gewinne zu 5000 RM. 235071 10 Gewinne zu 3000 RM. 39225 170837 225408 350250 368417 14 Gewinne zu 2000 RM. 11700 148233 193960 261736 268813 367630 391526 56 Gewinne zu 1000 RM. 248 7488 14296 20125 39799 51386 64187 82359 108856 112093 166925 186750 202535 214526 216808 237352 237564 262887 274107 281949 294293 295391 306870 318841 336408 342193 347911 354165 60 Gewinne zu 500 RM. 2826 6131 34806 37531 43541 69988 99273 103463 118976 121973 122538 123200 127156 128990 148065 158198 170412 183364 201894 222401 270584 286023 306670 306354 315070 342307 359458 361022 391599 399017 150 Gewinne zu 300 RM. 15863 18410 18637 20250 40851 49890 52866 57362 69473 70514 79946 82381 82970 94139 96534 102941 107637 133067 133282 133487 135492 136018 146085 153977 156018 159665 161375 173640 175147 176152 181093 182683 190966 192089 203989 207187 211098 218131 233062 234766 237007 253457 263173 266183 268012 281173 282224 282686 285715 287924 288470 303922 306062 309442 310009 315135 319153 319195 319673 320238 341965 352727 354205 355001 356314 357714 361938 364711 367069 369650 377860 379603 382875 387629 393827 Außerdem wurden 4202 Gewinne zu 150 RM. gezogen, Im Gewinnrade verblieben: 2 Gewinne zu je 1000000, 10 zu je 20000, 18 zu je 10000, 28 zu je 5000, 96 zu se 3000, 180 zu fe 2000, 724 zu se 1000, 1122 zu je 500, 2070 zu je 300, 43250 zu je 150 RM. lzweck sehr Federn neu durch die einbüßen. sprüngliche indige Arbesserungsberballon3. auf jede nötig werynitt und inzen die dicht sind? innteste ist em Rauch fgase farbdem Enth, der sich tangenehm uft. Der sand das häuse und die Kolhnell, und rbeitsbeitsbucht, bei der virtschaftsweitung n geführt bei den fan Argesteigert, rbeitst. Da es 5 fehlen, i neuen riedigung 1 Göring ichshandter Funk nken wir der Beperk, ihm geschlosseB. die er Baun Oesteruf allen wiederBedarfsn Leben deutschen lich wieussteller, ekommen die Zahl her nur uf das 3 Sparit Hilfe ht, wird Veg zur anken lso eine nationaennicht, ersonalsondern zugute arkassen us dem en EinReichsbei den B. das letzte Schuljahr- Berufsjahr? Der Gedanke, die berufliche Vorbereitung der Jugend gereits in die letzten Schuljahre zu legen, hat seine erste praktische Erprobung gefunden. Die„Lehrwerkstatt“, die Zeitschrift des Amtes für Berufserziehung und Betriebsführung, berichtet darüber. Schon seit Jahren vernitt das Amt den Gedanken einer arbeitserzieherischen Ausrichtung der Jugendlichen zu Beginn ihrer Berufsausbildung. Berufsfindung und Berufswahl sollen nicht mehr in erster Linie von wirtschaftlichen Erwägungen oder der Zufälligkeit einer angebotenen Lehrstelle abängen, sondern von der wirklichen Eignung und Fähigwit. Im vorigen Jahre wurde nun der Plan gefaßt, in aktischen Versuchen die Gedanken des Amtes zu erhärten nd eine Möglichkeit der Berufsfindung zu schaffen, von der jeder junge Deutsche erfaßt werden kann. Man ging davon aus, die entscheidenden Lebensabschnitte enger zu verbinden, indem das letzte Schuljahr der Volksschule bezw. Mittelschule in eine Verbindung zur Berufsgrbeit gebracht wird. Wer darf ohne Reifeprüfung studieren? Der Chef des Amtes„Wissenschaft“ im Reichserziehungsministerium, Staatsminister Dr. Wacker, äußert sich im„Angriff“ näher über die neuen Prüfungsordnunn für die Zulassung zum Hochschulstudium ohne eiseprufung, die mit dem 1. September in Kraft Mreten sind. Die Reichsstudentenführung hat, wie Dr. Lacker hervorhebt, seit 1934 mit der sogenannten Vorstudienausbildung von jungen Männern aus dem Arbeiter= und Bauernstand die besten Erfahrungen gemacht. Diese Vorstudienausbildung wird auch weiterhin eine Auslese treffen können. Darüber hinaus aber kann künfStig jede„urteilsfähige Persönlichkeit“ einen Bewerber zur Begabtenprüfung anmelden, z. B. ein Landnotar einen Büroangestellten. Ferner besteht der Plan, in Zusammenarbeit des Reichserziehungsministeriums mit der Deutschen Arbeitsfront die Ergebnisse des Reichsberufswettkampfes mit einzubeziehen. Da hier eine Organisation der Partei die Anmeldung der Bewerber vornehmen wird, so ist die Auslese auch nach der charakterlichen und politisch=weltanschaulichen Seite hin gewährleistet. Die Anmeldung zur Begabtenprüfung und die spätere Zulassung zum Hochschulstudium wäre somit eine weitere Krönung des Reichsberufswettkampfes. Schließlich ist der Uebergang von der Fachschule zur ochschule da. Die Zusammenfassung der Hochschulno Fachschul=Absolventen in den Organisafonen der Partei unter der Führung der Hochschul= und Fachschulgruppen wird eine wesentliche Voraussetzung für die Erfassung und Auslese begabter und befähigter Kräfte abgeben. Die Gruppenführer werden von sich aus die Meldung zur Sonderreifeprüfung fördern und vorbereiten helfen, wie auch den Leitern der einzelnen Fachschulen diese Aufgabe in weitem Maße zufallen wird. Auch diese Form der Begabtenauslese ist, wie Dr. Wacker mitteilt, bereits praktisch erprobt, und zwar hat man im Jahre 1937 an der Technischen Hochschule in München 30 bis 40 Fachschulabsolventen mit bestem Erfolg zum Studium zugelassen. Die Leistung allein, so schließt Dr. Wacker, wird entscheiden, und nicht nur die durch das väterliche Vermögen ermöglichte und erworbene „Berechtigung“ wird den Aufstieg der Begabten bestimmen. von Grundstückspreisen an Verkäufer. Auskunft der Preisbehörden nur in Ausnahmefällen vor Vertragsabschluß. Die Preisbehörden haben bei Grundstücksverkäufen verschiedentlich Auskunft über den höchst zulässigen Grundstückspreis von der Vorlage des Kaufvertrages abhängig gemacht. Werden solche Kaufverträge infolge Unstimmigkeiten über den vereinbarten Grundstückspreis nicht genehmigt, so entstehen den Vertragspartnern Unkosten, die bei vorheriger Stellungnahme der Preisbehörde zu dem Grundstückspreis im Interesse einer glatten Abwicklung des Vermittlungsgeschäftes hätten vermieden werden können. Zu einer Anregung des Amtes„Haus und Heim“ in der Deutschen Arbeitsfront, daß die Preisbehörden auf Antrag mitteilen möchten, ob der in Aussicht genommene Grundstückspreis sich im Rahmen der Preisstoppverordnung hält, nimmt der Reichskommissar für die Preisbildung folgende Stellung ein:„Die Frage der Ausnahmegenehmigung kann grundsätzlich erst nach Vorliegen eines rechtmäßigen Kaufvertrages geprüft werden. Ein Aufgeben dieses grundsätzlichen Standpunktes würde u. a. dazu führen, daß sich die Preisbehörden in zahlreichen Fällen, die später nicht zum Abschluß eines gültigen Kaufvertrages führen oder bei denen ein solcher Abschluß von den Beteiligten von vornherein überhaupt nicht beabsichtigt ist, dennoch mit den Anträgen auf Ausnahmegenehmigung zu befassen hätten. Hinzu kommt, daß bei Prüfung, ob eine Ausnahmegenehmigung zu erteilen ist, nicht allein der Kaufpreis, sondern auch evtl. Nebenabreden maßgebend sind. Insofern bildet also der formgültig abgeschlossene Vertrag die Grundlage der Prüfung. Das schließt jedoch nicht aus, in Ausnahmefällen aus besonderen Gründen auf Antrag einer Partei den im Höchstfall zulässigen Preis schon vor Abschluß eines Vertrages bestimmen zu lassen.“ Eine DAF=Vierraum=Wohnung. Von der Deutschen Arbeitsfront wird auf der Deutschen Bau= und Siedlungs=Ausstellung in Frankfurt am Main vom 3. September bis 9. Oktober eine Vierraum=Wohnung mit deutschem Hausrat, wie er vom Reichsheimstattenamt der DAF entwickelt worden ist, in naturgetreuer Größe gezeigt.— Auf der Berliner Ausstellung„Gesundes Leben— frohes Schaffen“ wird diese DAF=Vierraum=Wohnung, die unter Berücksichtigung der nationalsozialistischen Bevölkerungspolitik vom Heimstättenamt der DAF gefordert wird, ebenfalls in naturgetreuer Wiedergabe ausgestellt werden. Auf beiden Ausstellungen wird die DAF durch ihr Heimstättenamt die Arbeiten auf den Gebieten „Schönes und gesundes Wohnen“ veranschaulichen. Von Frankfurt/Main und Berlin wird die DAF=VierraumWohnung durch Deutschlands Gaue wandern und besonders auf Betriebsausstellungen gezeigt werden, um sie weiten Kreisen der Bevölkerung zugänglich zu machen. Kurze Nachrichten. A Münster, 3. Sept. In der Straßenbahn vom Tode ereilt. Als eine 67jährige Frau mit der Straßenbahn über den Ludgeriplatz stadteinwärts fuhr, brach sie auf der Strecke Marienplatz—Clemensstraße plötzlich leblos sammen. Sie wurde durch die Bereitschaft des Roten Kreuzes zum Clemenshospital gebracht, wo die ärztliche Untersuchung Tod durch Herzschlag ergab. + Telgte, 3. Sept. Bereicherung der Telgter Jubiläumsausstellung. Das Heimathaus Münsterland, Telgte, das seit zwei Wochen eine recht zeitgemäße Ausstellung „Die Heil= und Küchenkräuter unserer Heimat“ zeigt, bringt im September einige weitere interessante Bereicherungen der Telgter Jubiläumsausstellung. Das Heimathaus Münsterland gibt in einer kleinen, aber lehrreichen Sonderschau eine Uebersicht über die wichtigsten 12 neuen Rohstoffe, die in natura vorgeführt werden. Schließlich sei noch erwähnt, daß die Telgter Jubiläumsausstellung in diesen Tagen durch die Einrichtung von zwei neuzeitlichen ländlichen Wohnstuben und einer alten Münsterländer Schlafkammer wertvoll bereichert wurde. Die Möbelstücke und die gesamte Einrichtung dieser Schlafkammer sind ein Beispiel für die hochstehende Münsterländer Wohnkultur vor 100 Jahren, wie sie durch viele Generationen gewachsen ist. —tt Bocholt, 3. Sept. Angestellter als Einbrecher. Die hiesige Kriminalpolizei verhaftete einen Mann aus Hamminkeln, der in einem Bocholter Kaufhaus beschäftigt war und wiederholt mit einem Nachschlüssel in die Lagerräume eindrang aus denen er Herrenanzüge und Damenstroffe und andere Waren im Gesamtwert von über 300 Mark entwendet hat. Als Hehler, die die gestohlenen Sachen verkauft haben, wurde ein hiesiges Ehepaar ermittelt. Der Verhaftete war zehn Jahre im Geschäft tätig und gab an, mit dem Erlös Zechschulden beglichen zu haben. tö= Dorsten, 3. Sept. Dorstener Reit= und Fahrturnier am 11. September. An Stelle des üblichen jährlichen Rennens veranstaltet der Zucht=, Reit= und Fahrverein für Dorsten und Umgegend e. V. in diesem Jahre am 11. September auf dem Sportplatz an der Grenzstraße ein groß aufgezogenes Reit= und Fahrturnier. Zahlreiche Meldungen zur Teilnahme liegen bereits aus vielen Orten der näheren und weiteren Umgebung vor. Auch die Schutzpolizei Recklinghausen mit ihrem guten Pferdematerial hat zahlreiche Nennungen abgegeben. Das Programm sieht Dressur= und Eignungsprüfungen sowie verschiedene Jagdspringen vor. Wiedersehensfeier ehemaliger Flakscheinwerfer. Anläßlich einer demnächst geplanten Wiedersehensfeier der ehemaligen Angehörigen der FlakscheinwerferSchule Hannover=Buchholz sowie sämtlicher ScheinwerferKriegsformationen bitten wir alle Kameraden um Bekanntgabe ihrer Adressen. Es soll eine Gedenktafel für Breslaul- Triumph völkischer Kameraden! Kameradinnen! Nun, da auch die letzten Breslaufahrer und=fahrerinnen wieder daheim sind, zurück von Fahrten und Wanderungen durch deutsche Gaue, wollen wir noch einmal in Freude und Stolz der ausgezeichneten Erfolge unserer Mannschaften und Einzelkämpfer aus Westfalen und Lippe gedenken. Herzlichen Glückwunsch den Siegern, Euch alllen aber Dank für Eure Haltung und Euren Einsatz. Breslau war mehr als eine Fülle von Wettkämpfen. Es wird bleiben ein Fest des Friedens, der Kraft und des völkischen Bekenntnisses. Die Sorgen der vergangenen Jahre, Euer Bangen um die Zukunft, Eurer Arbeit deutscher Leibeserziehung sind in Breslau klein und nichtig geworden. Seit den Tagen des Deutschen Turn= und Sportfestes wissen und fühlen wir es alle: Stärker denn ie ist die Lebenskraft des DRL: aufgerichtet als unerschütterliche Säule deutscher Volksgemeinschaft, verankert in der seelischen Erde deutschen Volkstums und„Stoßtrupp“ der Idee:„Volk in Leibesübungen“. So wird Breslau weit in die Zukunft unseres Volkes hineinragen; Voraussetzung aber sind die freiwillige Hingabe und Opferbereitschaft, die Disziplin und Kameradschaft der DRL=Gefolgschaft. Kameraden! Kameradinnen! Aus der Bewegtheit Breslauer Tage und der Fülle Breslauer Kämpfe leuchtet ein ruhiger Pol und ein fester Wert heraus; eine verpflichtende Aufgabe für unsern Alltag der Arbeit: Hüter und Mehrer deutscher Volkskraft, deutschen Volkstums und nationalsozialistischer Grundhaltung zu sein im nieverklingenden Erinnern der Breslauer Festtage, im Gedenken der Worte des Mannes, der vor 125 Jahren in Breslau einzog, um sein Leben seinem Volke zu geben, Friedrich Ludwig Jahn:„Großes ist geschehen, Größeres wird kommen“. Der Morgen der neuen deutschen Welt hat begonnen... So werden wir nun endlich einmal an die Herrlichkeit des deutschen Gemütes glauben und unser Volkstum verstehen lernen. Darum wollen wir mit freudigem Mute schaffen für Volk und Vaterland, keinen Gedanken zu hoch halten, keine Arbeit zu mühevoll, keine Unternehmung zu kleinlich, keine Tat zu gewagt und kein Opfer zu groß.“ Kameraden! Kameradinnen! Wir treten an, wenn wir gerufen werden! Im Geiste Adolf Hitlers! Euer Max Lorenz, SA=Brigadeführer, Gauführer des DRL, Gau IX Westfalen=Lippe. unsere Gefallenen enthüllt werden, außerdem soll die Traditionsübernahme durch ein hannoversches Regiment erfolgen. Meldet Euch sofort alle bei der Kameradschaft ehemaliger Flakscheinwerfer, Hannover=Buchholz, Sutelstraße 65a. * X Starke Zunahme der Spareinlagen in Minden. Dieser Tage legte die Stadtsparkasse Minden den Bericht über das Geschäftsjahr 1937 vor. Mit Stolz wird von dem wirtschaftlichen Aufschwung berichtet. In Zusammenarbeit mit den Mindener Wirtschaftskreisen ist das große nationalsozialistische Aufbauwerk weitgehend gefördert worden. Sämtlichen Darlehnswünschen konnte entsprochen werden, an der Finanzierung der Siedlungen hat die Stadtsparkasse Minden sich maßgeblich beteiligt. Die Steigerung der Spareinlagen betrug rund 600 000 Rm. Die Kleinkunstbühne Freudiger. + Münster, 3. September. hier Saisoneröffnung. Es würde dem menschlichen Leben etwas fehlen, wenn neben der künstlerischen Betätigung auf der Bühne und auf dem Konzertboden das Varieté fehlen würde. Und so konzentriert sich jetzt ebenso das Interesse auf die Saisoneröffnungen bei den Varietébühnen wie bei der Bühne, dem Film und der Musik. In Münster hat soeben die Kleinkunstbühne des Stadthotels Freudiger, deren Ruf ja längst über Münster hinausgekommen ist, in den ersten Septembertagen die Wintersaison eröffnet. Das Programm bietet wiederum die große Vielfalt, wie man sie aus den sonstigen Programmen gewöhnt ist. Karl Rolf Augustin, ein für Münster nicht mehr unbekannter Ansager, plaudert mit hübscher Eleganz, ein wenig wienerisch gefärbt. Sein kleiner Sketch mit Trude Bergen zeigt ihn auch als talentierten Darsteller. Die tänzerische Linie des Programms verfolgen Edktha und Sonta Leandoff. Man erlebt starkes tänzerisches Ausdrucksvermögen, wenn einige russische Nationaltänze auf moderne Bewegungskunst miteinander vermischt werden; in den russischen Tänzen erfüllt von großer Eigenwilligkeit, während die anderen Tänze mehr auf die Schrittbewegung angelegt sind. Der Jongleurakt mit Percy Allan und Maud könnte eine Erweiterung des Blickkreises der Jongleurkunst sein, weil man hier immerhin einen Jongleur=Akt mit Glasbällen sieht. Geschulte Koloratur verrät Sora v. Laszewska. Die„Zwei Egons“ sind eine schöne Pantomimenstudie. Es wird dazwischen meisterhaft gesteppt. Die Wiener Schule in der Unterhaltungskunst vermittelt dann noch Hans Steiner mit sehr wirksamem Erfolg. Das Orchester Rudi Hohler begleitet die einzelnen Auftritte in schöner musikalischer Abrundung. Fritz Pfeiffer. Glick in die Zeitschrist. Die„Westfälische Zeitschrift“, der Jahresband des Vereins für Geschichte und Altertumskunde Westfalens, liegt als soeben erschienenes strengwissenschaftliches Werk in ihrem 93. Bande vor in einer Gesamttextseitenzahl von 403, wovon 197 Seiten auf die Abteilung Münster und 206 auf die Abteilung Paderborn entfallen. Die Abteilung Münster enthält folgende Behandlungen:„Beiträge zur Geschichte der Familie von Pasqualini“ von Prof. Anton Schmeddinghoff(Bocholt),„Soziologische Untersuchunge, über die einstigen Edelherren von Brakel im Kreise Höxter“ von Dr. Wilhelm Thöne(Soden),„Fürstbischof Friedrich Christian v. Plettenberg und die münsterische Politik im Koalitionskriege 1688—97“ von Studienrat Dr. Friedrich Scharlach(Bielefeld),„Westfalen im größten rheinischen Bund von 1254“ von Stadtarchivdirektorin Dr. Luise von Winterfeld(Dortmund), sowie„Kirchweihe und griechisches Alphabet im Corveyer Codex Wibaldi“ von Univ.Prof. Dr. Richard Stapper(Münster). Die Abteilung Paderborn ist mit den folgenden Arbeiten vertreten: „Befestigte Kirchhöfe im mittelalterlichen Bistum Paderborn“ von Dr. Christoph Völker(Paderborn),„Die Paderborner Landstände im 17. und 18. Jahrhundert“ von Dr. jur. Friedrich Jacobs,„Die Juden in der Stadt Minden bis zum Stadtreolement von 1723“ von Stadtarchivar Dr. Martin Krieg(Minden), sowie„Der Taufstein in der Stiftskirche von Neuenherse“ von Pfarrer Anton Gemeke(Neuenherse). Am Schlusse beider Teile sind die Jahresberichte der Abteilungen angefügt. Inseriert im ZENO-Anzeigenteil! lötzliche Magenbeschwerden! Wer durch Diätfehler, schwerverdauliches Essen. übermäßiges Trinken, Genuß unreifen Obstes seine Verdauungsorgané überlastete, sollte sofort bei den ersten Beschwerden Klosterfrau=Melissengeist nehmen. Auch wenn man unlustig zur Arbeit, mißgestimmt, müde und nervös ist und ans Essen gar nicht denken mag, hilft Klosterfrau=Melissengeist. Er sorgt aber dafür, daß die Verdauung wieder in geregelter Weise vor sich geht und Unpäßlichkeiten behoben werden. Man trinkt jeweils nach dem Essen einen Teelöffel Klosterfrau=Melissengeist auf einen Eßlöffel Wasser. Verlangen Sie Klosterfrau=Melissengeist bei Ihrem Apotheker oder Drogisten, in Originalpackungen ab Rm. 0,90 erhältlich. Nur echt in der blauen Packung mit den drei Nonnen; niemals lose. Hieiß, mangel liefert günstig Goß Isselburg, Ing., 13764 Wesel a. Rh. Behagl. möbl. Zimmer mit voll Pension an junge Dame o. Schülerin zu vermieten. Cl. Ellerbeck. Münster i. W., Warendorfer Str. Nr. 103. Toreing 3—4 Zimmerwohnungm.Garten, od. kl. Einfamilienhaus b. 75 km v. Münster zu mieten ges. Ang. unt. MI286 an d. Zentral-Zeitungs=Büro. Münster i. W. Gute 1½ jährige Kaltblutstute hat abzugeben. Alfons Overfeld. Wulfen i. Westf. 2.5—3.5 Ford- ode Opelwagen gebraucht zu kaufen gesucht. Off. unter Nr. 9016 an die Borkener Ladeneinrichtung a14 M 100 wenden! BE zu Anfang Oktober 1938 äußerst günstig zu verkaufen.(9001 Drogerie Heintz, Borghorst i. W. Fernruf 168. Sie sich bitte bei allen Anfragen auf die Zeno=Zeitung Niedrige Preise! =Röder- und MotorfahrEräder-Katalog kostenlos BRACKWEDE-BIELEFELD Wir haben billig abzugeben: Zirka 2000 Stück sehr gut erhaltene 8864 Zimmerfüren und Fenster in geschlossenen oder geteilten Mengen. „Westschrott“ G. m. b. H., Essen, Postfach 50. Telephon 43317 und 40797. . Bas kritiache Alter. begünstigt unerwünschten Fettansata Kluge beugen vor, erhalten Ihren Körper schlank, gesund, elastisch und fühlen sich stets frisch und wohl durch auch als Drix-Tabletten— Drix-Dragees Die Austellungunerer Ableilungfür Imendekorction il eroffnet. Uirzeigen hervorragende trzeugisse erser fabrikonten Gardinen-le h Das große Fachgeschäft Stuhlmacher werkstatt auch für Schreiner geeignet, mit voller Einrichtung wegen Sterbefalls sofort zu vermieten. Maria Bropmann, Ochtrup i. W., Bahnhofstraße 52. Die in Schwege, Kreis Iburg, beleg. Besitzung Erpenbeck(9036 huf- und Wagenschmiede u. Eisenwarenhandlg., geräumige Gebäude nebst 1 ha 5 a Gartenland, habe ich b. sofortig. Antritt zu verkaufen. Näheres Wilh. Achterholt, Immobilien, Münster, Bolandsgasse 4. Tel. 20 284. II Lehrer, sucht f. seinen Schwager, Kaufm., led., kath., in den 30er Jahren, mit 10 000 Rm. Ersparnissen, nettes junges Mädchen, mit gut. Vergangenheit, zwecks Neigungsehe Kath. Mädel, 29 J, einwandfreie Verg., ang. Aeuß., jugdl. Erscheing., Ersparn vorhand., sucht auf diesem Wege charakterv. Herrn in gesich. Stellung zwecks Heirat kennen zu lernen. Off. mit Bild erb. P P 42 Hauptpostlagd. Münster Hairat- Einheirat f. Damen u. Herren jeden Standes d. die langjährige Ehevermittlung Fr. Stiller, Rechlinghausen Castroper Str. 15. Honorar(teilw.) nach Erfolg EinheiratEinheirat vermittelt reell u. diskret(9023 Frau Gerlach, Münster i. W., Mühlenstr. 5 II. Anfr. Rückp. erbt. Junggeselle von angenehmem Aeuß., mittelgroß. schlank, kath., in fester Stellung, möchte mit nettem Mädel bis 35 J. bekannt werd. zw. 1 1 Die Verlobung meiner Tochter Elisabeth mit Herrn Hubert Kalthoff gebe ich hiermit bekannt. Frau Ww.Bernhard Söller Anna geb. Endemann Österwick 5. September 1938. Elisabeth Söller Hubert Kalthoff Verlobie Groß-Reken 8942 ee Ingenleur-Schule Die moderne höhere Lehronstolt for olla veronlogten Söhne. Maschinenbau. Elektrotechn. Hocn-« Pefbau Elgene Lehrwerkstätten. Kostenlose Boratung. Möbelhaus H. Heidmeier Münster i. W.(Vom Bahnhof gerade aus) Glaspassage beliefert Sie fachmännisch, reell und preiswert. Besichtigen Sie meine 18 Schaufenster, sowle die noch weit größere Innenausstellung. Der weiteste Weg lohnt sich. Nach wie vor kaufen Sie Teppiche- Läufer Gardinen- Dekorationen zu vorteilhaftesten Preisen und größter Auswahl beim Teppich-Jeggle Münster I. W., Salzstraße 24 Annahme v. Ehestandsdarlehen u. Kinderbeihilfen Heilpraktikerbund Deutschlands, Reichsverband e. V., Sitz München. Habe mich im Hause des verstorbenen Herrn Kollegen H. Hahues, Dülmen i. Westf., von-Papen-Straße 128, als 8988 Heilpraktiker niedergelassen. Meine 27jährige Erahrung bürgt dafür, daß ich die Praxis im Sinne des verstorb. Herrn Kollegen H. Hahues erfolgreich weiterführen werde. Friedrich Scheffer, Heilpraktiker, Dülmen, von-Papen-Str.128 Zugelassen bei privat. Krankenversicherungen. Sprechstunden: 8—12 Uhr, 14—18 Uhr, außer Mittwochs. Anruf: Dülmen 432. 1 Zuchts Versteigerung. Am 6. September 1938, vorm. 9,30 Uhr, in Münster i. Westf., Westf. Zuchtviehmarkt, 150 reichsgekörte Eber 40 hochtragende Erstlingssauen Die Tiere stammen nur aus seuchefreien Gebieten und sind gegen Maul= und Klauenseuche schutzgeimpft Kataloge kostenlos durch den 8950 Landesverband Westfälischer Schweinezüchter e. V. Münster i. Westf., Engelstraße 40. Großer Vieh= und Inventar=Verkauf. Der für Dienstag, den 6. September, anberaumte Vieh= u. Inventarverkauf auf dem Hofe Schulze Niehoff, Langenhorst bei Ochtrup, findet noch nicht statt. Weiterer Termin wird an dieser Stelle bekannt gegeben. 8990 Welbergen, den 3. September 1938. Jos. Hilbers, Versteigerer. m. Garantie. BeiNichtgefall. Umtausch od. Geld zurück. Nr. 3 Herrentaschenuhr m. geprüft. 36 stundig. F Ankerwerk, vemickelt, M. LERAL Nr. 4. Versilbert. Ovalbügel, 2 vergold. Ränder.M. 2.30.Nr. 5. Besser. Werk, — flache Form. M. 3. 40. Nr. 6. Sprungdeckel-Uhr. 3 Dock., vergoldet. M. 4.90 bessores Work M. 7.40. Nr. 8. Armbanduhr. vernickelt m. Lederarmband, M.2.60. Nr. 85. Dto., fur Damen. kleine Form, mit Ripeband, M. 4.—. Nr. 99. Dte., Golddoublé, 5 Jahre f. Gehäuse, fürDamon, mit Ripsband. M. 6. 9 9. für Herren, viereckige Form. M. 6.90. Nr. 642. Tischuhr, moderne Form. er 8.Tage-Werk, Eiche pol., M. 8.—. Nr. 1461. Geschnitzte Kuckucksuhr, stündlich Kuckuck rufend. M. 2.50. Weckeruhr, genau gehend, M. 1.60. Nickelkette-25. Doppelkette, vergold. M..70. Kapsel M..25. Nr. 612. MonogrammSiegelring für Damen oder Herren, vergoldet, einschl. Monogramm M. 1.10 Nr. 614. Siegelring, 8 eckige Platte, M. 1.30. Nr. 2803. Siegelring, modeme Form, 1.40. Trauing, Doublé. M.-.80 Doublé-Ring mit Sinili, M.-,80.— Als Ringm. Papierstreif. einsend. Verr. geg. Nachn. Jahresversand 30 000 Uhren, 20 000 Ringe Katalog mit ca. 600 Bildern gratis! WERCHERI Münster, jetzt Spiekerho 115/16 Schuhgeschäft mit Geschäftshaus u. Einrich in Kreisstadt d. Münsterlandes, zu verkaufen. Gute alte Existenz. Umsatz ist prima.(8941 Schriftl. Anfrag. unt. Nr. 8941 an die Anz.=Verw. der Zeno, Münster. Habe einen gut erhaltenen Deutzmotor 6—8 PS, besonders geeignet für landw. Betrieb, billigst abzugeb. Bernhard Wanfing, Mechanische Schreinerei, Oeding, Bez. Münster. Neu! Mod. Fortissimo! D. R. P. Ein kleines Tonwunder. Das Klavier für das ideale Heim! 8962 Ab 1. SeptemberXurtaxe-Ermäßigung. od. 2 Güterfernverkehrsgenehmigungen (Reichsgenehmigungen) gegen Kasse zu kaufen gesucht. Angebote erbeten an 8949 Franz Kaiser, Duisburg, Mülheimer Straße 154. 3783 TEN-AUSSDN M OGENEN WERSLATT ORAKANTEN-VERarURe rankenhausen la Türen Sperrholztüren. Gias- u. Haustüren, Füllungstüren, Siedlungsfüren, Futter u. Bekleidungen, Garantiearbelt. H. Schwering Groß-Reken. Tel. 229. Ohne Werbung kein Erfolg! gegenüber Kauthaus Tetzhold Münster i. W. GM.M.M.MM.M.M Sonntag, den 4. Sept., 144½ Uhr Mittwoch, den 7. Sept., 15 Uhr RENNEH ZU DORTHUND U. a. Großer Preis von Dortmun.— Jagdrennen— 4200 m, Ehrenpreis, gegeben von der Stadt Dortmund, und Rm. 10000.— Stahl und Kohle. Allg. Ausgl. 1600 m Ehrenpreis, gegeben von der Stahl- und Kohle-Industrie, und Rm. 5000.—. 8847 &aad ist der Hof, der durch ausreichende Kalianwendung bei der Herbstbestellung die Saaten vor Auswinterung schützt, für Qualitätsernten sorgt und die höchsten Erträge aus dem Boden holt. Dies erreicht der deutsche Bauer, indem er schon im Herbst die nächste Brotgetreideernte sichern hilft V frühzeitige IZüngüing Bestecke 90 9 Silberaufl. Sarantie. Auch Markenporzellaa. Kalalog gralis. RODENBACH, HUSSMANN Essen 46 Söllingstr. 76 1,2 Str. Opel in tadellosem Zustande, billig i verkaufen.(900 Anton Meurer, Haltern am See, Lavesumer Straße. Tel. 282. Drainrohre in vorgeschriebenen Größen, 5—16 cm l. Durchm., 33,3 cm lang. tadellos in Form und Brand, Lieferung auch franko zu sehr günstigen Preisen. Wegener, Ziegeleien Münster(Westf.)=Gelmer Ruf 40429. 8886 Moderne wie auch Stilmöbel In schönen, ausgesuchten Modellen, guter Arbelt und Immer prelswert, in bemerkenswert großer Auswahl zelgt Ihnen das altbewährte Fachgeschäft Müntn v. M0. Hauptgeschäft: Kuhstraße 14 Sonderschau: Alter Steinweg 27 a Alleinverkauf des Verbandes Möbel Deutscher Werkarbeit Auktion Donnerstag. den 8. Sept. 1938 vorm. 9 Uhr und nachm. 2 Uhr, sollen im Saale der Frau Ww. Deerhake, Münster, Engelstr. 59(„Zur Lindenwirtin") die verfallenen Pfänder Nr. 22860—26090 durch den beeidigten Versteigerer Herrn Johannes Gillhaus meistbietend gegen gleich bare Zahlung verkauft werden. Dieselben bestehen in Uhren, Kleibungsstücken, Stoffen, Wäsche, Bri lanten, Gold= und Silbersachen, Fahrrädern usw. Betreffs des Erwerbs von Goldsachen wird auf das Reichsgesetz vom 28. Dez.1935 verwiesen. Etwaige Verkaufsüberschüsse können binnen 14 Tagen im Geschäftslokale, Winkelstr. 19, oder innerhalb Jahresfrist beim Wohlfahrts amt in Empfang genommen werden. Am 7. Sept. geschlossen. August Busch Münster i. W., Winkelstraße 19 Edelmetallhandels=Genehmigungsbescheid Nr. XI/51 578.(8948 8970 Großer Kartoffel=Verkauf Donnerstag, 8. Sept., nachm. 5 Uhr, werde ich für Herrn Bauer Bernhard Thüning zu Greven, 3 Minuten vom Gasthof Waltermann,(8953 eine große Partie gelbfl. Speisekartoffeln, wie Voran, Erdgold u. Direktor Janßen, verkaufen. Anzahlung je Schicht 3. Rm. Bernhard Brintrup, beeid. Auktionator, Roxel. Großer Kartoffel=Verkauf. Samstag, den 17. Sept., nachm. 4 Uhr. werde ich für Herrn Kajüter, Münster, Gut Nevinghof. 8981 eine sehr große Partie ganz vorzügl. gelbfl. Speisekartoffeln, und zwar Industrie, Erdgold. Ackersegen und Nordostgelbe verkaufen. Anzahlung pro Schicht 3 Rm. Anfang am Hofe. Auf Wunsch wird Anfuhr übernommen. Sämtliche Kartoffeln sind anerkannt. Saatgut aus dem Osten. Bernhard Brintrup, beeid. Auktionator, Roxel. Draht= und Rohglas u. gußeiserne Fenster, geeignet für Ueberdachungen und Gärtnereibetriebe, billig abzugeb. Fa. Altwert G. m. b. H., Abbruch Spinnerei von Velsen, Bocholt i. W., Westend 29. 9020 Telephon 2881. NSU-Molorrad 601 OSL, neu, sofort ab Lager lieferbar. 8980 Heinrich Ebber, Borken i. W. Telephon Nr. 100. DKW 4 Zylinder, Sonderklasse, Kab.=Limousine, noch mit plombiert. Motor, Neuwert 3100 Rm., für 1250 Rm. zu verkaufen. Off. unter K 500 an die Gronauer Volksztg., Gronau.(8999 Opel 12/50(Sechszylinder) Benz=Lastwagen(Vollgummi, Benzinmotor), gebraucht, abzugeben.(8973 Windhoff A.=G., Rheine. dentralSchmierungs=dienst Einbau, Reparaturen, Anton Brand, Münster, Lingener Straße 9.(8453 Luftbereitte Untergestelle Ersatztelle last aller Autos Autoausschlachtung Münster I. W., Warendorler Straße Ecke Schiffahrter Damm.— Tel. 40081 Inseriert im deno-Anzeigentetl! Schöne 200 com 9011 Standard letztes Modell, Maschine, Lack und Chrom 900/° neuwertig. Neupreis 720 Rm., für 480 Rm. zu verkaufen. Hans Borggrewe, Heiden i. W., Nr. 14. Ile An her Rasch damm gen L doch sputete selten Ansehe Engl ine uung lich Inseli mann Erich kleine hinzu Junge an t zu b der ein um ols her ten bald hatte sogleich klarem aufs lag mögl Hast zur am länd geric 2rd Ano war Ra rich Wu wo lass ein Me aus gen an sper neh Sonntag, 4. September 1933 Erträge rch ausinwenerbstbeten vor schützt, D) D 1 holt. seutsche hon im Broten hilft ch 19 199 g SEEMANNSBLUT enster, igen und abzugeb. b. H., Velsen, end 29. rad ab Lager 8980 ten i. W. ). D klasse, rit plom100 Rm., ifen. Off. Hronauer (8999 er) llgummi, t, abzu(8973 9011 Lack und Neupreis erkaufen. An jedem Morgen um halb acht Uhr wenn sie in zwei deren Kontoren mit der Arbeit fertig war, ging Gesine Rasch zu der Firma Rainold& Seppensen am Alsterdamm, um auch hier die Räume zu säubern, ehe die jungen Leute kamen. Meist geschah es, daß einige Lehrlinge doch vorzeitig erschienen und mit Gesine, während sie sich sputete fertig zu werden, einige freundliche Worte wechselten. Nach der Art junger Menschen, die sich gerne ein Ansehen geben wollen, redeten sie zuweilen miteinander Englisch oder radebrechten Spanisch und Holländisch. Gesne tat, als beachte sie dieses ein wenig komische Geban nicht, doch wenn sie heimging, bedrängte sie immer neue ihr geheimer Herzenswunsch, zu dessen Ausfühung sie bisher nicht den Mut gefaßt hatte. Nachdem nämlich ihr Mann, der gleich ihr von einer der nordfriesischen Inseln stammte, bei einem Schiffsuntergang den Seemannstod erlitten hatte, war sie mit ihrem einzigen Sohn Erich nach Hamburg gezogen und lebte hier von einer kleinen Rente, zu der sie sich durch Kontorreinigen etwas hinzuverdiente. Ihre unaufhörliche Sorge war nun, ihren Jungen, der bald die Schule verlassen sollte, vor der See, an die sie nur mit Schmerz und Bitterkeit denken konnte, zu bewahren. Und wenn sie die frohen jungen Leute bei der Firma Rainold& Seppensen sah, die, wie ihr schien, ein sicheres Leben führten, wünschte sie, daß auch Erich, um den Kaufmannsberuf zu erlernen, bei einer Firma es Lehrling eintreten möge. Eines Morgens zögerte sie ihre Arbeit solange hin, bis err Rainold erschien; sie ließ ihn durch einen Angestellten um eine kurze Unterredung bitten und wurde auch bald in das Zimmer des Chefs hineingelassen. Bisher hatte sie den alten Herrn noch nicht gesehen; sie faßte aber sogleich Vertrauen zu ihm, da er sie mit freundlichem, klarem Blick ansah und Platz zu nehmen bat. Gesine sah auf das vorher von ihr so sorgsam gesäuberte Pult. Nun lag es voller Briefe, Dokumente und Proben von allen möglichen überseeischen Gewürzen und Früchten.— Ohne Hast nahm Herr Rainold einen Brief nach dem andern zur Hand, durchflog ihn, machte bisweilen kurze Notizen am Rande und öffnete danach einige mit seltsamen ausländischen Marken beklebte Briefe, die wohl an ihn selber gerichtet waren, und las sie aufmerksam, aber unbewegten besichtes durch. Dann drückte er auf eine Klingel, überab dem Prokuristen die Geschäftsbriefe, prüfte und unzchrieb mehrere ihm vorgelegte Schecks, gab noch einige Anordnungen und wandte sich, als der Prokurist gegangen war, Gesine zu. Klopfenden Herzens trug sie ihren Wunsch vor. Herr Rainold überlegte eine Weile.„Ich weiß nicht, ob es richtig ist, Frau Rasch,“ begann er dann,„daß Sie den Wunsch Ihres Jungen, zur See zu gehen, nicht erfüllen wollen; aber die Entscheidung muß natürlich Ihnen überlassen bleiben. Uebrigens, so sicher Ihnen das Leben eines Ueberseekaufmanns zu sein scheint, ist es nicht immer. Meine jungen Leute werden alle früher oder später hinausgehen, und die Gegenden, in denen wir Niederlassunhaben, sind nicht die gesündesten. Gerade habe ich hier Brief von meinem Teilhaber erhalten, der unser in Java leitet und drei Wochen schwer an Fieber hat.“ Er schwieg einen Augenblick, räusperte sich und fuhr fort:„Ihr Junge hat, wie ich annehme, auf der Schule nur Englisch gehabt; in meinem Geschäft ist nun die Kenntnis mehrerer Sprachen erforTraum und Tat Es sprach die Tat: Ich schaue nicht zurück. Ich werf’ mein Herz als Fackel in die Zeit. Es sprach der Traum: Des Sternen-Alls Geschick Ruht in dem Schoße meiner Dunkelheit. Es sprach die Tat: In wilder Zeugung Lust Muß ich das bittre Einzelne begehren. Es lächelte der Traum: In meiner Brust Muß alle Mächte ich mit Blut ernähren. Es sprach die Tat: Das Leben müßte enden, Wenn nicht mein Wille herrisch weiterbaut. Es sprach der Traum: Du wirst nicht eins vollenden, Das nicht mein Herz dir träumend vorgeschaut. GERHARD SCHUMANN derlich. Ich habe aber einige gute Bekannte unter den hamburger Firmen, denen ich Ihren Sohn empfehlen werde. Lassen Sie ihn bitte morgen, pünktlich um zehn Uhr, zu mir kommen.“— Erich, ein kräftiger, frischer Junge, der nichts sehnlicher wünschte als zur See zu gehen, sich jedoch der Mutter zuliebe ihren Bitten gefügt hätte, brachte am nächsten Tag die Empfehlungsschreiben von Herrn Rainold mit nach Hause. Er behauptete, er habe, als er noch im Hauptkontor gewesen sei und mit einem der Lehrlinge gesprochen hätte, ganz deutlich Herrn Rainold in seinem Zimmer zu dem Prokuristen sagen hören, so ein Junge passe doch nicht auf den Kontorbock, sondern auf die Brücke eines tüchtigen Schiffes. Der kommende Tag wurde für Gesine eine Enttäuschung, für Erich wurde er der schönste seines Lebens.— Die erste Firma, bei der sie vorsprachen, hatte Posttag für Uebersee; man bat die Besucher freundlich, am nächsten Morgen wiederzukommen. Gesine ließ sich ihre Verstimmung nicht anmerken; sie ging, scheinbar guten Mutes, mit ihrem großen Jungen an der schönen, sich im Sonnenschein spiegelnden Alster entlang, um in der Nähe der Börse ein anderes, von Herrn Rainold empfohlenes Exporthaus aufzusuchen. Doch es war wie verwünscht: ein älterer Angestellter empfing sie zwar höflich, teilte ihnen aber mit, daß der Chef erst in zwei Tagen von England zurückkäme, man möge dann freundlichst wieder vorsprechen. Schweigend schritten Mutter und Sohn durch die Straßen der Altstadt über den Hopfenmarkt nach dem Grimm, wo die dritte der genannten Firmen wohnte. In dieser alten Straße gefiel es Erich besser; es roch so schön nach allen möglichen tropischen Erzeugnissen; riesige Fuhrleute trugen Säcke, Körbe und Kisten mit geheimnisvollem Inhalt in die alten Häuser; ja, es roch hier wirklich nach Seewasser. Gesine aber blieb merkwürdigerweise nicht vor dem ihnen angegebenen Hause stehen, als fürchte sie, daß das Schicksal durch einen dritten Fehlschlag zu ihr sprechen werde. Sie ging mit ihrem Sohn weiter am Hafen entlang ihrer Wohnung zu und sagte nur einmal kurz:„Heute ist wohl nicht der richtige Tag gewesen.“ Erich schwieg und blickte dabei voll geheimer Sehnsucht auf das Wasser, das von schnellen Schleppern und Barkassen durchkreuzt wurde. Plötzlich faßte er ein Herz, berührte bittend Gesines Arm und flüsterte:„Mutter, ich möchte doch lieber zur See.“ Sie erwiderte nichts, und Erich, in steter Erwartung, die Mutter möge etwas sagen, blickte sie von der Seite an und sah daß sie eine nachdenkliche, krause Stirn hatte, als sinne sie angestrengt über eine schwere Entscheidung nach. Am kommenden Morgen bat sie Herrn Rainold nochmals um ein kurzes Wort. Sie erzählte nichts von den gestrigen Mißerfolgen, sondern erklärte dem alten Herrn, daß ihr Junge nun doch lieber zur See wolle. In vier Wochen sei er mit der Schule fertig, und ob Herr Rainold ein gutes Schiff wisse. Er kenne mehr als eins, lächelte dieser hintersinnig, und er werde sich gerne selber bemühen. So geschah es, daß Erich Rasch doch zur See kam. Der alte Rainold war so gut wie sein Wort; er bezahlte später die Kosten der Seemannsschule für Erich, dem schon mit achtundzwanzig Jahren als jungem Kapitän das erste Schiff anvertraut wurde. Heute fährt er einen großen Dampfer nach dem Osten, und auf jeder Reise hat er Waren für die Firma Rainold& Seppensen an Bord. Im ersten Stock eines Hauses am Baumwall sind einige Zimmer mit immer blitzblank geputzten Fensterscheiben. Zuweilen sieht dort eine weißhaarige, freundliche Frau heraus; sie winkt ihren Enkelkindern zu, die zum Hafen hinuntergehen, um zu spielen. Neben ihr steht manchmal eine jüngere Frau, doch die hat nicht viel Zeit zum Nachwinken; ihren Mann kenne ich gut, aber hier sieht man ihn selten, denn er ist ein Seemann. Einmal— es ist noch garnicht so lange her— saß ich bei ihm in seiner Kajüte,— das Schiff lag im Hafen und lud, die riesigen Winschen rasselten und knarrten,— da erzählte er mir von dem Tag, der über sein Schicksal entschieden hatte. „Und es war gut so“, sagte er nachdenklich,„dieses eine Mal hätte Mutter nicht recht gehabt.“ Muttersein Von Hildegard Müller Puoto: Karl Kruger-Davarla. Eine geistreiche Frau, die fesselnde Bücher zu schreiben wußte, war in ihrer Jugend so vom Stofflichen ihrer Zeit beherrscht, daß sie jedes gottfrömmige Empfinden ablehnte. Sie war klug, aber ihrem Wesen fehlte etwas. Ihre kühle Nüchternheit verdeckte das warme Ursprüngliche, das einer Frau Seinsart erst wirklich vollendet macht. Das wurde mit einem Schlage anders, als sie ihr erstes Kind in den Armen hielt. „Mein Junge hat mir den Glauben an Gott geschenkt“, sagte sie.„Wer selbst Leben trägt, kommt dem Heiligen, das Leben spendet, ganz nah und lernt dann Gott kennen.“ Bei diesen Worten umspielte ein so verinnerlichtes Lächeln ihre Lippen, wie man es bisher noch nicht bei ihr gesehen hatte. Das Kind lehrte die Mutter allmählich durch sein Dasein, den Wea vom rein Verstandsmäßigen weiter vorwärts ins Seelische zu gehen. Und seit dieser Zeit schrieb jene Frau nicht nur Fesselndes, sondern Großes in ihren Büchern. Die Mütter wohnen dem Urquell des Lebensgrundes am nächsten. Große Denker zermürbten sich das Hirn, um das Wesen des Lebens zu erfassen. Die Mütter erleben es unmittelbar und in schlichter Natürlichkeit, weil sie des Lebens Keimen und Werden tragen dürfen, so nah, daß es mit ihrem eigenen Blutkreislauf eine wunderbare Einheit bildet. In den Künstlern und den Müttern wohnen die schöpferischsten Kräfte. Der Künstler schafft bewußt Neues, Lebendiges: sein Werk. Die Mütter hat sich der göttliche Wille als Gefäß ausersehen, um darin sein gewaltiges Werk, den Menschen, zu bilden. Wenn wir folgerichtig weiter folgern wollten, müßten wir aus dieser Feststellung den Schluß ziehen, daß die Künstler die tätigen, die Mütter aber die duldenden schöpferischen Kräfte verkörpern. Ist dem nun wirklich so? Haben nicht gerade manche unserer größten Männer bekannt, daß auch sie zur ein Gefäß seien, in dem ein Höheres schafft? Wissen wir nicht alle, daß keiner von den Großen sagen konnte: Heute will ich das und das oder jenes schaffen? Alle haben sie auf die nicht ihrem Willen unterworfene Gnadenstunde warten müssen, in der die Eingebung über sie kam. Und so mancher hat gestanden, daß immer ein Größerer in ihm schuf. Unter diesem Gesichtspunkt gesehen, erkennen wir, wie verwandt die schöpferischen Kräfte der Mütter und der Künstler sind. Ob darum die Künstler sich immer und immer wieder das Muttersein zum Vorwurf genommen haben, um es in Dichtung, Lied, Malerei und Bildhauerei auf das Erhabenste zu gestalten? Sicher ist, daß Muttersein in die tiefsten Seelenschichten hineinlangt und den Menschen zu wandeln vermag. Manchmal haben wir im Leben blutjunge Mädchen beobachtet, die von Verantwortungsbewußtsein und Pflichten noch wenig wußten und zu meinen schienen, das Leben sei eigens dazu eingerichtet, um ihrem Uebermut darin die Zügel schießen zu lassen. Sie heirateten, und ein Jahr später stand ein reifer, von letztem Verantwortungsbewußtsein erfüllter Mensch vor einem, der seinem Kind die fürsorglichste Mutter war. Muttersein erfüllt viele Frauen so ausschließlich, daß sie in der Pflege und Erziehung ihrer Kinder ganz aufgehen. Das überzeugendste Schulbeispiel hierfür im Schrifttum ist wohl Bettina von Brentano. Die geistig lebendigste Frau ihrer Zeit schrieb keine Zeile mehr, als sie Bettina von Arnim hieß— und hat geschwiegen, bis ihre erwachsenen Kinder ihrer nicht mehr bedurften und ihr Mann tot war. Da erst hörte die Weltöffentlichkeit durch ein Buch, daß Bettinas Geist noch ebenso rege und sprühend war wie vor der Ehe. Mutter= und Gattinsein aber hatte diese früher durch keine Macht zu bändigende geistige Ueberlebendigkeit in einem Maße zu fesseln gewußt, daß sie darin ganz aufging. Von einer bis dahin für ihre geistige Aufgeschlossenheit und Klugheit bekannten Frau wurde einmal, drei Jahre nach ihrer Verheiratung, abfällig behauptet, sie sei hausbacken und dumm geworden, denn die Pflege ihres Kindes und ihres Mannes sei ihr zu wichtig geworden. Wie hat man diese Frau mißverstanden! Es war beglückend, ihr zuzuschauen, wie sie, noch immer von dem Wunder durchbebt, das ihr das Muttersein geschenkt hatte, und ganz eingehüllt von dem Strom der Gatten= und Kindesliebe, ihre einfachsten Pflichten des Alltags mit einer wahren Innigkeit erfüllte. Dumm sollte sie geworden sein? Sie ging auf das Wesen ihres Kindes mit einem so feinen seelischen Verständnis ein, sie wußte so Tiefes und Schönes von ihrem Verhältnis zu diesem kleinen Menschenkind zu sagen, daß ihre geistige Aufgeschlossenheit in einem weit größeren Maße zum Ausdruck kam als je sonst. Und welch eine schöne geistige Arbeit hatte sie geleistet: Ihres Kindes Seele beobachtet und so tief zu erfassen gesucht, daß sie diesen kleinen Menschen jetzt wie ein Stück ihrer selbst verstand und ihm die Wege bei seinem Bemühen, im Dasein Wurzel zu fassen, ebnen konnte. Man spürte, auch ihre Aufgeschlössenheit für die über ihren Kreis hinausragenden Dinge des Lebens würden noch größer werden als je vorher, wenn das Wunder des Mutterseins erst in all seinen Wandlungen ausgekostet und ein selbstverständlicher Teil ihres Lebens geworden war. Muttersein lehrt die Selbstsucht überwinden, ja sogar das Ich vergessen. Muttersein ist eins der heiligsten Rätsel unseres Lebens, dem wir stets mit Ehrfurcht begegnen müssen. Herbst des Lebens 0i t Dn. Der Kampf XII. Zeppelin setzt sich:„... Ich möchte Sie nämlich bitten, nachher bei mir Platz zu nehmen.. draußen in meinem Wagen.. ich will Sie nach der Halle fahren, damit Sie sich einmal mein neues Luftschiff ansehen.“ Auch Eckener hat sich gesetzt. Er beugt sich leicht vor:„Exzellenz kennen aus meinen Aufsätzen über Ihr Luftschiff doch meine Einstellung?“ „Jawohl, ganz jenau...“ „Glauben Sie, Exzellenz, daß diese Einstellung ehrlich, ohne Sonderinteresse und Hintergedanken, allein aus Ueberzeugung ist?“ „Sonst wäre ich nicht hier... sonst hätte ich nicht den Glauben... auch an Ihre Gerechtigkeit aufgebracht.“ „Ich kann nicht einsehen, Exzellenz, warum eine Sache, über die ich mir bereits vor Jahren ein ablehnendes Urteil bilden mußte, nach meinen Grundsätzen ein anderes Urteil durch mich verdienen sollte.“ „Das kann natürlich nur der Fall sein, wenn Ihre Erkenntnis eine andere geworden ist.“ „Ja... aber daran kann ich nicht glauben.. „Aber ich!... Herr Doktor, ich glaube daran, felsenfest glaube ich daran, wenn Sie mein Luftschiff sehen von Wolfgang Loeff. der Luftschiffahrt einmal die gleiche Sicherheit ihres Betriebes wie der Seeschiffahrt gewährleistet werden...“ „Das ist... ein wesentlicher, bisher vernachlässigter Punkt „Das glaube ich auch, Exzellenz. Mit Ihrer Navigation ist es nichts.“ „Kommen Sie und machen Sie eine bessere!“ Da steht der Wagen. Sie steigen aus.— Drei Monate später muß der Graf an diesen Tag zurückdenken. Das Abendblatt der„Frankfurter Zeitung“ bringt ein Feuilleton, das die Ueberschrift hat: Das Luftschiff des Grafen Zeppelin, Des Grafen Auge sucht zunächst die Unterschrift: .. Dr. E. Ein Lächeln gleitet über seine Züge, Dann liest er: ... Aus Friedrichshafen vom 30. November wird uns geschrieben: Nach einer Pause von fünf Jahren unternahm Graf Zeppelin mit seinem inzwischen erheblich umgestalteten und verbesserten„Luftschiff“ heute wieder ich habe den Mut, es Ihnen mit dem besten Gewissen zu einen ersten Versuch, der aber leider infolge eines miß c hahe den Mut, mich lichen Zwischenfalles nicht glücklich verlief... Zeppelins Blick streift noch einmal die letzte Zeile: ..leider infolge eines mißlichen Zwischenfalles nicht glücklich verlief... ... Gleich zu Beginn der Fahrt, als das riesige Fahrzeug glücklich und geschickt aus seiner Halle hervorgeholt war und nun seine Flügel regen sollte, versagte in boszeigen, wie es wirklich ist... ich habe den Mut, mich Ihnen zu einem Examen über mein Luftschiff, mein Wollen, mein Ziel dabei zu stellen... Sie sollen alles fragen, sehen und hören können... nur eines soll sie bestechen: Ihre Gerechtigkeit... und die Leistung meines Luftschiffes und meiner Mitarbeiter!“ Zeppelins Augen sprühen; seine Stimme ist stark bewegt, aber kraftvoll; seine Gesten unterstreichen die Lebhaftigkeit seiner Worte. Temperament und Lebenswillen verrät jede Muskel in dem Gesicht des Grafen. Eckener ist erschüttert von dem Glauben des alten Mannes, der mit solchem Schwunge seinen Gegner erobern will. Tief senkt sich das kühle kritische Auge des Doktors in das flammend aufgebrochene des Grafen. Zeppelin erhebt sich:„Ich appelliere an Ihre strenge Gerechtigkeit. Eckener ist gleichfalls aufgestanden. .. Kommen Sie mit mir mit.., sofort, ich bitte Sie darum... es kann für uns beide nur gutes daraus entstehen...“ Die zwei Männer sehen sich durchdringent an, ebwägend und allmählich wie einander erkennenö, der alte Graf und der um dreißig Jahre jüngere Doktor. Langsam löste es sich von Eckeners Lippen:„Gut, Exzellenz, ich komme." Da bricht es aus Zeppelin hervor:„Auf diese Stunde habe ich mich gefreut... ich hoffe fest, daß sie in Ihrer Erinnerung auch einmal nur Freude zu bedeuten hat..“ Dann sitzt Eckener neben dem Grafen, der selbst kutschiert. Hinter beiden thront Pfeiffer im hohen Hut mit Kokarde. Zeppelin ist ein flotter Fahrer. Der kleine Einspänner trabt schnell durch die Straßen. Der Doktor bewundert die ruhige Hand des Alten: „Auf Erden kann man sich Ihnen unbedenklich anvertrauen, Exzellenz; das sehe ich „Auch in der Luft“, lacht der Graf und wird plötzlich ernst,„ich mache nichts Leichtsinniges... oder glauben Sie, ich wäre sonst mit meinem Luftschiff nicht unpünktlich bei seinen ersten Aufstiegen gewesen?... Aber ich habe schon als Junger Mensch gelernt, den Mut aufzubringen, unter Umständen von anderen für feige gehalten zu werden.. Eckener steht ihn fragend an. „Als ich begann, das kriegerische Treiben in Amerika kennen zu lernen," fährt Zeppelin fort,„da lud mich ein russischer Kapitän namens Rasdereshin zu einem Ritt durch die Wälder Virginiens ein, über die der Geschützdonner vom Rapahanok her drang. Geschosse schlugen in unserer Nähe ein. Ich sah, daß wir uns immer mehr zwecklos dem feindlichen Feuer aussetzten. Da gewann ich es schließlich über mich, auf die Gefahr hin, als feige zu erscheinen, dem Russen vorzuschlagen, uns etwas seitlich zu halten, um aus dem Feuer herauszukommen... Ich habe später noch öfter erfahren, daß bisweilen mehr Mut dazu gehört, vor anderen einer Gefahr auszuweichen, als sich ihr auszusetzen.“ Der Doktor blickt sinnend über die Ohren des trabenden Braunen hinweg:... Das also ist der verwegene Patrouillenführer von 70!... Plötzlich wendet er sich wieder an den Grafen:„Zweifellos haben Sie da richtig gehandelt, Exzellenz... auch bei den Verzögerungen der ersten Aufstiège Ihres Luftschiffes... übrigens haben Sie großes Glück mit dem Wetter gehabt...“ „Ja, das Wetter spielt eine gewaltige Rolle... auch im Kriege... manches Mal eine komische sogar... Denken Sie nur: in der amerikanischen Armee gab es einen Generalstabschef, Generalleutnant Butterfield. Der Mann hatte als Postmeister die erste Fahrt nach San Franzisko eingerichtet und war wegen seines dabei bewiesenen Organisationstalentes kurzerhand auch als geeignet zum Generalstabschef befunden worden. Für diesen Generalleutnant spielte die Kenntnis der Wetterlage eine ganz besondere Rolle bei Anordnung seiner Operationen. Nun hatte ich mir in London ein Aneroidbarometer gekauft. Das sah der Kerl und borgte es sich zu seinen Generalstabskünsten für immer längere Zeiträume aus. Als ich später die Armee verlassen wollte, erbat ich mir das Aneroidbarometer zurück. Ich mußte im letzten Augenblick den Herrn Generalstabschef so dazu drängen, daß er endlich in sein Zelt ging, um es zu holen. Da er nicht wieder erschien, folgte ich ihm schließlich in das Zelt nach, fand es aber leer. Der wetterversessene Generalleutnant war mitsamt meinem Barometer unter der Leinwand hindu rracen und nach hinten verschwunden!“ Sie lachten beide. Manzell taucht vor ihnen auf und die mächtige Silhouette der Halle wird sichtbar. „Die Meteorologie ist für den Seemann von ungeheurer Bedeutung“, beginnt der Doktor nach einer Weile. „Ich kann davon als Hochseesegler ein Lied singen Ohne die Kenntnis des Wetters und seiner Gesetze wäre ich oftmals in die gefährlichsten Lagen gekommen. Ich stelle mir vor, daß auch die Luftschiffahrt ihre Kenntnisse vom Wesen der Luft, der Strömungen, der Winde, ja gewissermaßen von der Gesamtgestaltung des Wetters noch sehr vertiefen muß, will sie Erfolg und nennenswerte Leistungen aufweisen.“ „Da haben Sie recht... als Wissenschaftler haben wir zunächst nur den Hergesell... der ist tüchtig, der wird dazu den Grund legen...“ „Ja... und dann fehlt doch noch beim Luftschiff die Navigation... bei Wolken und Nebel... ohne Erdsicht... wie will man da blind ein Luftschiff steuern?„. Die Uebertragung der Navigation des Seeschiffes auf das Luftschiff... um die wird man nicht herumkommen, soll (Nachdruck verboten)) Die Propeller dröhnen... der lange Leib des Luftriesen beginnt vorwärts zu fliegen... Die Menschen sind von seinem Zauber gefangen. Was wirkt so rätselhaft auf sie? Ist es die träumend zur Ruhe gegangene, ungestillte Sonnensehnsucht des Ikarus, die sich wieder mächtig zu regen beginnt? Ist es die ahnungsvolle Botschaft des Blutes einer Herkunft vom Himmlischen und einer Hoffnung auf die Heimat in der Höhe? Ist es die mit dem Unterbewußtsein in unerklärbarem Zusammenhange stehende geheimnisvolle Form des Luftschiffes, das in seiner vollendeten Geschlossenheit die Schönheit der Stromlinie ausstrahlt? Irgendeine Magie geht von diesem Körper aus. Die Menschen können nicht sagen, was es ist, aber sie fühlen den Bann; er macht sie froh und feierlich, er erfüllt sie mit Hoffnung und Hingebung, er ergreift und erhebt. Das Luftschiff beschreibt einige Bogen über dem See. Mit einem Male stockt seine Bewegung. Das vordere Propellerpaar steht still! Was ist das? Der Riese wird vom Wind getrieben! Hin= und hergeworfen wird das Luftschiff. Der Wind muß in den oberen Luftschichten ziemlich stark sein. Anscheinend wird versucht, gegen den Strom anzukämpfen. Auf und nieder taucht das Schiff, ein klein wenig verlangsamt sich manchmal die Schnelligkeit, mit der es abgetrieben wird, dann aber wird es wieder erfaßt und nach dem Lande zu gedrückt. Noch immer sind die vorderen Propeller regungslos. Alles blickt entsetzt hinauf. Das starre Luftschiff, das nur auf dem weichen Polster hafter Laune der vordere Motor. Infolgedessen hob sich der Seeoberfläche landen kann, jagt auf das Land zu! Ein verzweifelter Kampf hat begonnen, soweit man das von unten erkennen kann, Immer deutlicher wird die Ueberlegenheit des Windes; gegen die Kräfte der Natur vermag Menschenwerk nichts. Machtlos treibt das unglückliche Schiff in dem empörten Luftozean. Und jetzt... jetzt verschwindet es unter dem Horizont. Was kann sich nur noch abspielen? Eine Tragödie! Erregung hat die Menschen gepackt. Ihre Phantasie sieht Schreckensbilder; Gerüchte, Vermutungen, Nachrichten überstürzen sich, finden Glauben, werden angezweifelt, rasen durch die Menge, übers Land in die Stadt. „Das Luftschiff ein Spielball des Sturmes!“ „Das Luftschiff ein Opfer des Orkanes!“ „Das Luftschiff!... Das Luftschiff!... Das Luftschiff!“ Einer aber steht bis in das Mark getroffen am Ufer. Bis das riesige Schiff noch als winziger Punkt durch das Glas erschien, hat er gehofft, gebangt, gebetet. Keiner von dem aufgestörten Haufen hat alles mit solchem Bewußtsein durchlebt wie er. Keiner.. Jetzt, als er das Glas vom Auge nimmt, ist ihm, als habe er unwiederbringliches verloren, einen Freund, eine große Hoffnung, Wie auf fremdem, verödetem Platze steht er da, allein in der gewaltigen Trauergemeinde, die ihn nichts angeht. Was weiß sie schon von diesem Luftschiff, diesem Grafen und seinen Männern. Heute graut ihr noch von dem Erlebten, morgen liest ereits neugierig und kopfschüttelnd davon, übermorZeppelin faltet die Zeitung zusammen und leynt sich gen war alles für sie schon Erinnerung und weise, beReen ann, uchiff hat e lehrend und verurteilend hebt sie den Finger; und dann Versuch mit seinem zweiten Luftschiff hat einen ehrlichen bleibt es im besten Falle noch prickelnder Unterhaltungsffentlichen Fürsprecher gemacht... er stoff auf der Ofer unter dem Drucke des hinteren Propellerpaares nur das Achterteil des Schiffes und drückte das pordere Ende ins Wasser, wobei die vordere Steuerung durchnäßt wurde und zerbrach. Es mußte natürlich auch der hintere Motor schleunigst abgestoppt werden, und der mit 4—5 m in der Sekunde wehende Nordwind nahm nun den Ballon willenlos mit sich und trieb ihn, trotz einiger schwachen Behauptungsversuche, in kurzer Frist fast bis auf das Schweizerufer hinüber, von wo er schließlich durch das Schleppboot zurückbugsiert wurde. Hoffentlich wird der sympathische alte Herr, der trotz seiner siebenzig und mehr Jahre mit jugendlicher Energie sein Ziel verfolgt, bei einem unter glücklicherem Sterne unternommenen zweiten Versuche erfreulichere Erfolge sehen... Der Grak starxt auf das Papier in seiner Hand: ... hoffentlich... sympathische alte Herr... mit jugendlicher Energie... bei einem zweiten Versuche erfreulichere Erfolge sehen... .. Einstweilen freilich müssen die Herren, welche aus den Kriegsministerien, Luftschiffahrtsabteilungeg usw. zum Ereignisse herbeizitiert waren, unverrichteter Sache wieder abziehen, bis nach beendeter Reparierung des Schadens. Und auch das liebe Publikum kam nicht auf seine Kosten. Da die ganze Sache in aller Stille betrieben und„geheim“ gehalten war, so daß man nur sozusagen Im Flüsterton etwas davon erfahren konnte, so konnte es nicht fehlen, daß am richtigen Zeitpunkte— alles aus Friedrichshafen und weiterem Umkreise pünktlich zur Stelle war. Aber wie ein Märchen verschwand das eben aus seinem Stalle geholte kuriose Ungetüm, mit dem man in den Lüften sollte fliegen können, alsbald auf der dunstigen Seefläche und war schnell nur noch als weißer Nebelstreif sieben Kilometer weit drüben an der Schweiz sichtbar. Das Interesse mußte sich den Wurstkesseln der „fliegenden" Händler zuwenden.— Dr. E. Gegner zu seinem öffentlichen Fürsprecher gemacht... er hat einen Mann gewonnen... welches Glück ist dieser verunglückte Aufstieg!... einen Mann hat er erobert ..einen Mann hat er erobert... einen überzeugten Mann... einen bekehrten mutigen Bekenner... trotzdem nd nicht Der 17. Januar 1906 ist ein frostklarer Tag ist die Luft milde und der aufgekommene schneidend und scharf. Ruhig rollt die Dünung des eisfreien Sees über das blanke Blau. Boote ziehen ihre Bahn nach der Manzeller Bucht hin. Auch die Menschen am Ufer mehren sich in dieser Richtung. Da... ein einziger Schrei: das Luftschiff! Sofort stockt der Menschenstrom auf der S auf dem See. Alle Augen sind auf den einen Fleck gerichtet, Fernrohre und Operngläser durchforschen ihn: dort... dort! Das graugelbe Luftschiff des Grafen Zeppelin hat sich sehr schnell erhoben und steht, allen sichtbar, etwa 500 bis 600 m hoch am Himmel. Straße und stoff auf der Ofenbank und am Stammtisch, und alle können wieder lachen. Er aber Er, Hugo Eckener, wird lange daran tragen. Nicht mitleidig und schwächlich, auch nicht laut und verzweifelt, er wird mit dem stümmen tiefen Schmerz leiden, den eine Heldenschar und ein Heldenwerk verdienen. Wie durch einen rauschenden Wald fremder Bäume geht Eckener durch die Menge. Sie sagt ihm nichts; sie kann ihm jetzt am wenigsten sagen. Er sieht sie garnicht. So ist er den Weg nach Friedrichshafen zurückgegangen, nachtwandlerisch, nach innen gekehrt, voller Gedanken und Gesichter. Plötzlich merkt er Schritte neben sich. Er reißt die Augen auf: er marschiert im Greiten Strome der Trauernden... sie haben ihn als Tropfen in der Flut des großen Leides mitaufgenommen... sie ihn wie die Woge des Grandenden Meeres mit den anderen zusammen gegen einen Anschlag an der Post geworfen. Ein schmales Blatt ist dort angeheftet. Alles drängt danach. Regen setzt ein. Schirme werden aufgespannt. Da liest einer etwas laut vor. Nur Bruchstücke dringen an Eckeners Ohr: Ein Teil der Menschen stapft vor Eckener durch den Morast, ein anderer folgt nach. Was treibt sie bei diesem Wetter und Weg nach der Unglücksstätte? Etwa die Trauer, die Sorge um etwas Liebgewordenes, wie ihn? Einige kommen schon zurück:„Wenn Ihr no ebbes sehn went, so isch Zit!... Er liegt scho uff'm Bode.“ Noch etwas sehen wollen? Was bedeutet das? Der Doktor schreitet weiter aus. „Sauber kaputt!“ ruft ein Zurückkehrender. Eckener hastet nach vorn. Ein Wäldchen ist da. Schnell ist der Doktor hindurch und tritt heraus: ... da ist das Gerippe des Luftschiffes... nur noch das mächtige Aluminiumgerüst... Aexte und Sägen arbeiten daran... Ballonhüllen liegen umher... Menschenmauern stauen sich ringsum... Eckener drängt sie zur Seite. Was geht sie das Unglück an!... Das Unglück seiner Bewunderung, seiner Hoffnungen und Wünsche! So empfindet der Doktor in diesem Augenblick und tritt an das Grab des stolzen Luftrenners. Ihn durchschauert es... das Gerippe des Riesen wird zerschlagen... und der alte Mann, der Graf steht dahei, Hier ein Wort des Beileids, des Trostes sagen? Das wäre klein bei der Größe des Alten! Das hieße, den Neugierigen ein Schauspiel geben, das Heldengrab des Werkes entweihen. Eckener durchzuckt es:... sie lehren die Jugend vom Heldentum Trojas, von des römischen Senates Würde, der den Feind und den Tod in der leeren Stadt erwartete... ob sie einmal von dem heroischen deutschen Grafen sprechen werden, von der klassischen Größe Ferdinands von Zeppelin? Des Doktors Auge umfaßt die Gestalt des einen in dem Getümmel; wie er da ruhig ausharrt, er, der das schwerste Leid trägt, der im Alter sein liebstes Kind begräbt! .. Hoffnungslos Weicht der Mensch der Götterstärke, Müßig sieht er seine Werke Und bewundernd untergehen. Erschüttert wendet sich Eckener ab. Langsam geht er den nassen schlammigen Pfad der Tausend und mehr zurück, wartet auf dem nüchternen Bahnsteig und steigt dann in das kahle Abteil des Zuges nach Friedrichshafen. Als die Maschine anzieht, sind schon des Doktors Gedanken bei seinem Bericht für die„Frankfurter Zeitung“, Und es formen sich ihm die Sätze: ..genau 24 Stunden nachdem das Luftschiff sich stolz und prächtig über den See erhoben hatte, fiel das letzte Rippenpaar unter Hammerschlägen in sich zusammen, und nur Ballen von zersetztem Ballontuch und Haufen von Aluminium=Altmaterial lagen mehr auf dem Felde, ein wehmütiger Anblick für jeden, der jahrelang fleißige, hoffnungsfreudige Menschen an dem Bau hatte arbeiten sehen. Und inmitten des Werkes der Zerstörung stand der alte Graf Zeppelin selber, aufrecht und ruhig, und erteilte hin und wieder Anordnungen. Wer kann nachfühlen, was den Ersinder... der Entschluß gekostet haben mag, den Befehl zum Zertrümmern des Werkes zu geben, über das er ein Menschenalter nachgegrübelt, an dem er volle sieben Jahre gebaut hat! Wer ahnt, was jetzt in ihm vorgeht, wo er es rings um sich in Trümmer sinken sieht! Aber obgleich jeder Axtschlag ihn ins innerste Mark treffen, jedes Knirschen der Säge ihm das Herz zerreißen muß, steht er in vollkommener Beherrschung gelassen und tapfer da unter den Augen der fremden Menschen. Wie groß und stark ist doch das menschliche Herz, das allen Mächten auf Erden Trotz bietet, und wie schwach ist daneben das Menschenwerk, das ein Windhauch vernichten konnte!... Genau so schreibt nachher der Doktor seine Gedan'en nieder. Aber auch in diesem Augenblicke will er kein Schönfärber sein. Bewunderung räumt er der antiken Größe des Grafen ein, Bewunderung auch seinen Mitarbeitern und dem Werk, menschliches Verstehen ihrem Ungemach,— aber aufrecht und kritisch bekennt der Doltor im Schlußsatze seiner Darstellung:... Damit ist gesagt, daß das Modell ungeeignet ist... Hart ist das, hart klingt das gerade jetzt, hart aber kommt das auch den Doktor an. Doch er muß es so sagen, denn er hat das als bittere Wahrheit des 17. Januar 1906 erkannt. Zum ersten Male fließt dem Schreibenden bei der Unterzeichnung seines Berichtes der volle Name aus der Feder:... Dr. Hugo Eckener. Erstaunt blickt der Doktor darauf. Aber er läßt den Namen stehen. Er wird ihn jetzt immer stehen lassen!— 9 A re m sch ste T. 9 ba T. ih Si üb 6 me de un lie lie Se die ach le Ju Alles blickt entsetzt hinauf. Das starre Luftschiff, das nur auf dem weichen Polster der Seeoberfläche landen kann, jagt auf das Land zu. gäu ßzig gut auf festem Boden gelandet... Beschädigungen des Fahrzeuges keine Menschenverluste der Ballon, das Wrack durch Regen und Sturm gefährdet.. Das reißt den Doktor hoch. Es ist, als ob ihn das gestrandete Luftschiff riefe. Und er eilt zur Bahn. Stunden vergehen. Endlich: Sommersried! Eckener steigt aus. Er watet über Aecker, durchquert aufgeweichte Wege Ausgetreten ist die Straße, ausgetreten von tausend und mehr Füßen! Eine ganze Völkerwanderung hat sich aus der Umgegend zu dem unglücklichen Schiff ergossen. Im„Deutschen Haus“ in Friedrichshafen schleicht das Personal auf Zehenspitzen über den Korridor, wo die Zimmer des Grafen liegen. Zeppelin ist nicht zu sprechen. Für niemand! Sein Kammerdiener Pfeiffer besorgt den Verkehr mit der Außenwelt. Der Graf selbst bleibt unsichtbar. Das Gerücht wird slüsternd weitergegeben, Zeppelin habe seit dem Unglück von Kißlegg erst zwei ganze Sätze gesprochen. Als er die Stätte des Unheils verließ:„Nie baue ich wieder ein Luftschiff!“ Und als er in Friedrichshafen ankam:„Die Welt gar nicht wissen, wie gut mein Luftschiff ist!“ Seit dieser Stunde, erzählt man sich, ist Zeppalins Mund stumm. Niedergebrochen ist der Graf, heißt es, völlig entmutigt und krank. Die Gräfin ist bei ihm und pflegt ihn. Mehr weiß keiner. Mehr bekommen auch die Zeitungsberichterstatter von den Zimmermädchen und Kellnern nicht heraus. Aber so ganz scheint das nicht zu stimmen, oder wenigstens nicht mehr zu stimmen. Denn man hat den Kammerdiener des Grafen alle Zeitungen besorgen sehen, die von der Strandung des Luftschiffes berichteten. Und eines der Blätter kam aus Zeppelins Zimme., aber es war daraus etwas herausgeschnitten. Dem findigen Piccolo des„Deutschen Hauses“ gelang es, ein zweites Stück derselben Zeitung aufzutreiben, und nun geht es von Hand zu Hand, und unter verständnisvollem Augenzwinkern zeigen die Wissenden auf ein Gedicht: Lang schon drang vom schwäbischen Meer Seltsamliche Kunde her, Daß dort einer, der scheint's toll, Gar das Fliegen lernen woll'. Sonderbar dünkt's manchen nur, Als man Näheres erfuhr... Seltsam war's und kühn zumal, Daß ein alter General, Eben grad erst pensioniert, Solche Plän' im Schilde führt: Aufsetzt den Zylinderhut Und mit keckem Jugendmut Als ein Greis von sechzig Jahren Sich versucht mit Aetherfahren! Daß der arme alte Mann Doch den Wahn nicht lassen kann! Das hat sich der Graf also herausgeschnitten; er sammelt allen gedruckten Hohn und Spott, alle. Angriffe gegen sich! Ist das ein Zeichen von Schwäche?... vom Allsgeben seines Werkes? (Fortsetzung folgt.) durch den g nach der ebgewordeno ebbes n Bode." t heraus: r noch das gen arbeiMenschenglück seiner nblick und liesen wird teht dabei. agen? iel geben, ugend vom es Würde, Stadt er1 deutschen bröße Fereinen in r. der das Kind beder nüchternen des Zuges oktors GeZeitung“. ff sich stolz das letzte nmen, und aufen von Felde, ein g fleihige, e arbeiten ung stand uhig, und kann nachH gekostét 5 Werkes gegrübelt, Wer ahnt, in Trümg ihn ins e ihm das r Beherrugen der doch das Trotz biewerk, das Gedanken Uer kein er antiken inen Mitjen ihrem der DolDamit ist hart aber es so saa 3 17. Jai bei der e aus der leicht das wo die mit Des Unglücksvogels seligster Sommer atter von er wenigcafen alle dung des Zimmer, uses" gezutreiben, verständ1 auf ein er er sanAngriffe vom Auffolgt.) VON KNUD ANDERSEN Der große Frühjahrssturm hatte eine kleine Schar Sturmschwalben, die Tag und Nacht unerschrocken in der Luft gelegen, in eine Bucht abgedrängt. Mit müdem Flügelschlag kämpften sie in dunkler Nacht Seite an Seite hoch über der tosenden Brandung. Zuletzt erlahmten ihre Kräfte, so daß sie am Ufer Schutz suchen mußten. Geduckt saßen sie hinter Felssteinen und Grasbüscheln oder schlüpften in eine Erdvertiefung, um nicht fortzutreiben. Die kleinen blanken Augen irrten hilflos umher; denn das feste unbewegliche Land erweckte in ihnen die grauenhafte Vorstellung, in die Hände genommen und von Menschen eingesperrt oder von einer Krähe getötet zu werden, obgleich es ein Wetter war, bei dem kein Landmensch sich freiwillig hinauswagte und keine Krähe eine rußfarbene Schwalbe entdecken konnte. Eine von ihnen trieb weiter ins Land hinein, so weit, daß sie kaum noch das Donnern der Brandung hören konnte. Am Rande eines verwehten Waldes, hinter einem regennassen Steinwall, sank sie nieder und schlief augenblicklich ein. In diesen Wald hatte sich auch eine ziehende Uferschwalbe verirrt. Nicht um zu bleiben, ließ sie sich nieder, sondern um besseres Wetter abzuwarten. Nun zwitschern zwar Uferschwalben selten, wenn das Wetter schlecht ist. Aber es war eine junge Schwalbe, und es war Frühjahr, und so konnte sie morgens unter den rauschenden Baumkronen unmöglich ein leises entzücktes Zwitschern unterdrücken. Als die Sturmschwalbe erwachte und das Zwitschern der Uferschwalbe hörte, glaubte sie einen Augenblick, sie sei im Paradies der Sturmschwalben; denn se schmelzend süße Töne hatte sie nie zuvor vernommen. Kaum erblickte sie den kleinen graubraunen Sänger auf dem Steinwall, da wußte sie, daß sie für immer seinem Gesang lauschen oder sterben müsse. So kam es denn, daß die Sturmschwalbe, die ein Bruder der wilden Winde und ein Unglückspogel ist, wie alle Seeleute wissen, ihre Herkunft vergaß und sich in die Uferschwalbe verliebte. Und so geschah es, daß die gesegnete Schwester der warmen Sonnentage, die liebliche Seglerin der stillen Mergelgruben und der Böschungen allerliebste Bewohnerin, die Sturmschwalbe lieben lernte. Als das Wetter besser wurde, wollte der Sohn des Meeres seine junge Freundin gleich mit zur See nehmen. Aber sie schlug es entschieden ab, zwitscherte von einem reizenden kleinen Meer weit drinnen im Lande bei einer Sandgrube und erklärte im selben Triller, daß sie unmöglich ohne ihn leben könne. Da verlor die Sturmschwalbe den Rest ihrer Besinnung und schwor einen sternenklaren Eid, daß sie der Geliebten folgen oder als Tranlampe auf den Hebriden brennen wolle. Nachmittags erreichten sie die Sandgrube, in der eine ganze Kolonie von Uferschwalben nistete. Ueber den Nestbau konnten sie sich nicht sogleich einigen; aber nach Tagen unermüdlicher Arbeit nannten sie eine Wohnstätte ihr eigen, die zwar ein wenig an die einfachen Löcher der Sturmschwalben an einsamen Küsten erinnerte, aber im übrigenechtes Uferschwalbennest war. Am stillen Süßwassersee verbrachten sie einen seligen Sommer. In den hellen Nächten saß das Sturmschwalbenmännchen, während sein Weibchen brütete, draußen vor der Höhle unter dem Perlmuttergewölbe des Himmels und sang. Seine wilden Meergesänge klangen seiner Geliebten fremd, aber ergriffen sie dennoch, weil sie ihn liebte. Die übrigen Uferschwalben nahmen an seinen Serenaden Anstoß. Sie zeigten ihm und der Uferschwalbe, die den hergeflogenen Seevogel erwählt hatte, ihre Verachtung, indem sie das Paar sich selbst überließen. So lebten die beiden ihr eigenes Leben ganz allein mit ihren Jungen. Aber als die hellen Nächte vorbei waren, ergriff eine verzehrende Sehnsucht die Sturmschwalbe. In einer dunklen Augustnacht flog sie zum Strande. Wohl Stunden kreiste sie über der Brandung und träumte vom unendlichen Meer, von dahinziehenden Schiffen und einsamen Felseninseln. Erst bei Morgengrauen flog sie zurück zur stillen Sandgrube. Als das Wetter unruhiger und die Nächte länger wurden, wollte der Sturmschwalbe das Herz vor Reiselust zerspringen. Nachts saß sie und lauschte den Herbststürmen, die brennend wie Meeresrauschen durch die Kronen der Bäume fuhren. Das war ein anderer Klang als das tägliche Geplätscher des kleinen Süßwassersees. Eine dieser Nächte voll wildem Weh trieb sie wieder zum Strand. Sie sah die glitzernden Sterne und die segelnden Wolkenhaufen, sah eines Leuchtfeuers helle Lichtkegel und sah das Land in Finsternis versinken. Da verließ die Sturmschwalbe blitzschnell die Küste und steuerte auf den Ozean hinaus. Ja, ihre Schwingen trugen sie noch! Messerscharf durchschnitten sie die Luft! Ein unsagbares Gefühl von Glück und Kraft erfüllte die Sturmschwalbe. Entzückt klang ihr Schrei: Uib! Uib! Uäh! O, sie war draußen über dem unendlichen Meer, sie war zu Hause! Sie flog einen Tag und eine Nacht. Da traf sie gum erstenmal ihre Stammesgenossen wieder. Einer ganzen Schar begegnete sie. Aber so oft sie sich ihnen zugesellen wollte, peränderte der Schwarm die Richtung und schied sie wieder aus. Da fröstelte ihre Seele,.. Aber was galt es! Meer und Luft waren dieselben geblieben, und man war ihnen näher, wenn man allein flog... In einer Sturmnacht spät im Herbst folgte die Sturmschwalbe einem Dreimaster, der vor dem Winde dahinflog, als sei ihm der Tod auf den Fersen, Die Mannschaft, in Oelzeug und schweren Seestiefeln, sang von Whisky, Frauen und Abenteuern, um sich bei der schweren Arbeit Mut zu machen. Am Steuerrad stand ein junger Leichtmatrose. Während der Sturm durch die Takelung heulte, schlug plötzlich eine haushohe See über den Dreimaster. Vom Top bis zum Kiel ging ein Beben durch das Fahrzeug. Einen Augenblick lag es völlig unter Wasser. Als es wieder zum Vorschein kam, war alles Licht an Bord erloschen, Befehle verhallten ungehört. Das Steuerrad schnarrte. Es gab keinen Mann am Steuer mehr... Weit draußen, wo die Sturmschwalbe schrie, kämpfte der Leichtmatrose um sein junges Leben, Todesangst brannte in seinen Augen. Er betete zu Gott im Himmel um sein Seelenheil, und als er sich gestärkt fühlte, sammelten sich seine Gedanken um die junge 6londe Frau, die die Geliebte seiner Sehnsucht und die Freundin seiner Seele war. Ihren Namen rief er in das wogende Dunkel hinaus, rief ihn zärtlich immer wieder, cis seine wassergefüllte Kehle ihn nur noch gurgelnd hervorbrachte. Da schrie die Sturmschwalbe das Gebet des Meeres über ihn und ließ sich vom Winde steil aufwärts tragen. Der Rand ihrer schmalen Flügel zitterte im Sturm, als sie wendete und ihren Kurs landwärts nahm. Geschwind die ein Gedanke, schoß der kleine rußfarhene Luftsegler dahin, um sein Weibchen noch vor Tagesgrauen zu erreichen. Aber die Uferschwalbe, der Sturmschwalbe SommerGraut, war dem Gesetz der Zugvögel gefolgt und nach Süden gezogen. Tagelang irrte der Sohn des Meeres Unruhevoll durch die Sandgruben und suchte sein Weibchen. An einem stillen Nachmittag, als die Sonne schon im Sinken war, stieg er endlich empor und nahm Kurs aufs Meer. Die Luft war rein und leicht. Kristallklar der westiiche Himmel. Nur eine Andeutung federleichter Zirruswolken war sichtbar. Vielleicht kam bald ein Sturm— vielleicht auch nicht— gleichviel... Die Sturmschwalbe stieg und stieg. Sie fühlte sich winzig in dem grenzenlosen Raum, wo alle Leidenschaften unendlich klein werden. Sie war ein einsamer Vogel geworden. Aber dennoch liebte sie das Leben. (Aus dem Dänischen von Carl Dietrich Carls.) Die Heide VONOTTO URBACH Dem eigenartigen, märchenhaften Zauber der rotblühenden Heide läßt sich nichts vergleichen. Alles andere: Meer, Berge, Wälder— so wechselreich und immer neu es uns berühren mag— erinnert uns an etwas Aehnliches. Die blühende Heide ist wohl das seltsamste und eigenartigste Landschaftsbild überhaupt. Es ist noch nicht allzulange her, da war die Lüneburger Heide unentdeckt. Im Jahre 1806 hieß es in einer Reisebeschreibung:„Diese berüchtigte Heide ist ein höchst unwirtlicher, heilloser Erdstrich... Nun, der Zeitgeschmack wandelt sich. Die alten Römer urteilten nicht viel anders über die Alpen. Vielleicht war es die deutsche Romantik, die den so urdeutschen Sinn für das Wilde, Ursprüngliche, Unberührte in der Natur wieder entdeckte. Der Romane, etwa der Italiener und Franzose, weiß mit der wilden, sich selbst überlassenen Natur nicht viel anzufangen; er liebt sie nicht, er sucht wohlgepflegte Gärten; Heide ist für ihn trostlose Wüste, Nur ein Deutscher konnte den tiefen Frieden und die ganze in sich versunkene Seligkeit der Heide empfinden und in einem Gedicht von traumverlorener Schönheit gestalten:„Es ist so still; die Helde liegt im warmen Mittagssonnenstrahle. Ein rosenroter Schimmer fliegt um ihre alten Gräbermale; die Kräuter blühn; der Heideduft steigt in die warme Sommerluft."(Th. Storm.) Der Turnvater Jahn schreibt 1809(wohl nicht zufällig in den Jahren der beginnenden Romantik):„Jetzt aufgeschaut! Hier ist Himmel und Heide wie anderswo Himmel und Meer; und einzelne Turmspitzen tauchen auf wie Masten aus der Flut.“ Doch das Hohe Lied der Heide hat eigentlich erst Hermann Löns gesungen. In allen seinen Werken besingt er das Heideland,„das so heiter sein kann, wenn der Frühling es begrünt und so zauberhaft schön, wenn es im Herbst das rosenrote Prunkgewand anzieht.“ Sehr zu Unrecht wurde oft über die Anmut des deutschen Mittelgebirges, die Größe der Alpenwelt und die Erhabenheit des Meeres— das Märchenland der Heide übersehen oder vergessen. Und doch: Wer die Heide nicht kennt, der kennt das eigentliche und ursprüngliche Deutschland nicht. Hannover, diese wunderschöne Großstadt im Grünen, mit dem weiten, schimmernden Maschsee, dem grünen Waldgürtel der Eilenriede und den einzigartigen Herrenhäuser Gärten, ist das Einfallstor zur Lüneburger Heide— so wie Freiburg das Tor zum Schwarzwald und München das Tor zu den Alpen ist. In nächster Nähe der Stadt beginnt die Heide; von Nordwesten bis Nordosten ist Hannover von der Heide umgeben, wenn auch die Heideflächen in der Nähe der Stadt mehr und mehr zurückweichen. Das Altwarmbüchener Moor im Nordosten, unmittelbar an der Stadtgrenze, der Burgwedeler Bruch und die Fuhrberger Heide, das Bissendorfer Moor im Norden, das Otternhagener Moor, die Neustädter Heidegegend, die sich bis zum Steinhuder Meer im Nordwesten erstreckt, ist schnell und leicht erreichbar. Und von dort aus kann man in endlosen Wanderungen vorstoßen in die große, märchenhafte Heide. Dem Fremden fällt auf, daß wohl kaum eine Stadt in Deutschland weniger Aufsehen mit ihrer schönen Umgebung macht als Hannover. Was würden viele andere Städte darum geben, wenn sie in nächster Nähe einen solchen gewaltigen Binnensee hätten wie das Steinhuder Meer. Es ist eine wahre Perle Niedersachsens: Ueber 20 000 Morgen Wasserfläche, fast 35 gkm groß, eingebettet zwischen Wald und Wiesen, bewaldeten Hügeln und Heide. Mitten im See die von dem Vater der deutschen Wehrpflicht, dem Grafen Wilhelm von Schaumburg, erbaute Festung Wilhelmsstein,— eine Kriegsschule, auf welcher Scharnhorst zum Artillexie=Offizier ausgebildet wurde! Der Fremde aber erfährt in Hannover nur wenig von dieser so naheliegenden Sehenswürdigkeit. Alte Landesgrenzen mögen da mitsprechen. Steinhude, das einzige Dorf unmittelbar am Ufer des Sees, gehört zum Nachbarlande Schaumburg=Lippe! Die Heidebahn über Langenhagen, Bissendörf, Mellendorf, Elze bietet fast von jeder Station nördlich von Langenhagen Gelegenheit zu unvergeßlichen Wanderungen durch Moor und Heide, Blumige Wiesengründe, violette und rote Teppiche blühender Heide, Bäche, Moorseen und undurchdringliche Wälder, welliges Hügelland,— dazwischen in weiten Abständen saubere niedersächsische Dörfer,— solche Wege sind ein Erlebnis.— Oder man fährt mit der Straßenbahn nach Burgwedel zu und wandert nach Fuhrberg (Fuhre= Föhre, Kiefer). Tiefe Wälder, Heide, reiche Felder und schöne Bauernhöfe geben dieser Gegend einen besonderen Reiz. Von Burgdorf, und noch mehr freilich von dem freundlichen Heidestädtchen Celle, der ehemaligen Residenz und Hauptfestung der lüneburgischen Lande, aus, gelangt man in die urwüchsige Heide- und Wacholderlandschaft von Garssen, Eschede, Habighorst. Um den Lüßberg liegt, was nur wenige wissen, das größte deutsche Waldgebiet. Die wunderbare, unbekannte Heide bei Ellerndorf, Brambostel läßt uns verstehen, daß von Celle manches Werk romantischer Dichtung, z. B. Ernst Schulzes„Bezauberte Rose"(vertont von Schubert) in die deutschen Lande ging. Goethes Heidenröslein ist zwar nicht in dieser Gegend entstanden, aber atmet dieses Lied nicht den Duft der Heide? Uebrigens hat Celle, was nicht jeder weiß, das schönste Heimatmuseum Deutschlands: Das Bomann=Museum. Ein wahres Nationalheiligtum unseres Volkes ist der Naturschutzpark um Wilsede mit seinen unübersehbaren Heideflächen und Wacholderwäldern. Die Urzeit unserer Vorväter. Urdeutschland, lebt hier fort, in herzergreifender Schönheit, An den heißen Sommertagen erleben wir in der märchenhaften Heide, abseits vom Lärm im Geschäft und den Maschinen, was Th. Storm singt: „Laufkäfer hasten durchs Gesträuch in ihren goldnen Panzerröckchen; Die Bienen hängen Zweig um Zweig sich an der Edelheide Glöckchen; Die Vögel schwirren aus dem Kraut, die Luft ist voller Lerchenlaut.“ Lüneburger Helde Gaute waren, so sehr befremdete es ihn, wie die Herrin mit ihnen schöntat. Er pirschte näher heran. Mit allerlei duftigen Happen wurden sie kirre gemacht. Wahrhaftig, die Herrin sprach mit den Galgenvögeln nicht viel anders VON ARNOLD KRIEGER als sie mit ihm gesprochen! Er gehörte zum Hof. Die Herrin hatte ihn mitgebracht, als er noch klein und kindisch war und kükenhaft piepte. Beim Laufen stotterte er mit den Flügeln. Die Herrin wußte ihn gut zu zähmen. Sie gab ihm einen Namen. Gaute wuchs heran. Seine Liebe zu der Herrin wuchs mit ihm. Er machte ihr den Hof, wenn sie aus dem Landhause trat. Er verbeugte sich gravitätisch. Er schritt seinen unnachahmlichen Tanzpas. Er küßte ihr mit dem Schnabel die Hand. Puten standen dabei und glotzten und regten sich auf. Sie schimpften im Falsett. Die Warzen auf den blauen Hälsen liefen dunkelrot an. Die Herrin war gut zu Gaute. Er stolzierte wie ein Junker. Der dicke Pfau brauste auf, flog wackelnd in Mannshöhe, thronte auf dem Jauchewagen und sah auf den stelzbeinigen Vetter herab. Der hatte ihm ein Stück vom Schwanz abgerissen. Er diente hinfort der alten Muhme im Gesindehaus als Fliegenwedel. O dieser Gaute! Immer fiel ihm etwas Neues ein. Der lose Vogel trieb für sein Leben gern Allotria. Den Dackel kniff er sachte in den Schwanz. Der Kleine war aber über die Maßen wütend. Mit den Rüden gab es Duelle. Im ganzen war Gaute fair. Tell zog mit einer Terz ab. Seitdem war kühle Freundschaft zwischen den Geiden. Gaute war im Grunde nicht streitfüchtig. Necken, ja. Und geneckt werden. Balgereien unter dem Federvolk schätzte er nicht. Vollends ungemütlich wurde er, wenn sich zwei Gockelhennen in die Wolle fuhren. Er packte sie nacheinander am Schopf, schwenkte sie lebhaft, so daß sie über sich selber den Kopf schütteln mußten. Besuch kam, und er trompetete wie ein Herold. Einmal aber wurde er höllisch. Das war, als die beiden mächtigen Falten gebracht wurden, finstere Gesellen, die eine Kappe über den Augen trugen, weil sie zur Beize erzogen werden sollten. Gaute duckte sich zur Erde nieder, mit rund gebogenen Flügeln, dann stand er auf, reckte sich hoch, noch höher, und wirkte noch einmal so groß. Er rasaunte erregt. Die Falken ließen nur ein Fauchen vernehmen. Sie wurden in ein kleines, abseitiges Haus gebracht. Dort saßen sie hinter einem Gitter auf hohen Klötzen, Gaute mied den Ort wie die Pest. Er suchte sich mit Spielen zu zerstreuen. Er warf kleine Hölzer und Steine hoch, sie mit dem Schnabel zu fangen. Er inspizierte die Viehställe, hatte mit dem Vorstehhund eine Auseinandersetzung. Er fühlte sich selbst als Vorsteher des ganzen Etablissements. Dazwischen gluderte er immer wieder mit verdeckter Erregung zu der Gefängniskammer hin. So sehr er sich freute, daß die Banditen dort eingesperrt Federvieh am Gutsweiher Photo: Tiefensee r weinte fast vor Enttäuschung. Er brachte ihr weiter seine graziösen Sprünge und Kratzfüße dar. Aber er war tief traurig. So kam das Frühjahr. Gaute, der nie daran gedacht hatte, seine ungestutzten Fittiche zu gebrauchen, wurde von Unruhe befallen. Diese stinkenden Falken machten ihm höses Blut. Sie durften auf der Wiese sitzen— an der Leine zwar, aber unter den Augen der Herrin. Gaute verspeiste trübselig einen zartgeschenkelten Frosch. Er begriff die Welt nicht mehr. Er blickte oft in die Höhe. Da rief es und lockte— er wußte nicht was. Er wußte nichts mehr von dem nordischen Riedgras, den Sandbänken und Brüchen seiner Heimat. Aber jetzt war in ihm ein seufzendes Aufwärtssinnen, ein zielloses Visieren. Und eines Tages kam es über ihn, und er regte die schwerfälligen Schwingen, Auf dem First der Scheune ruhte er aus. Dann ging es weiter. Dienstleute unter ihm schrien. Die Herrin kam gelaufen. Er sah und hörte nichts mehr. Etwas zog ihn empor. Er schwamm einen großen Bogen durch die feuchte Luft. Er landete im Erlengehölz. Er fühlte sich unsäglich wohl und weich und matt von Wiedergeburt. Und wieder spürte er einen Druck nach oben. Er eräugte den strengen Kiel seiner Artgenossen. Aber er konnte sie nicht einholen. Gerne wäre er äußerster Flügelmann geworden, hätte er nur mitgedurft. Da geschah eines Tages das Furchtbare. Gerade hatte er ein paar andere Kraniche gefunden, die sich hier noch herumtrieben. Er ruderte mit ihnen vergnügt über eine weite Kleehalde. Plötzlich bemerkte er, wie sich ihm zwei Falken näherten. Er erkannte sie sogleich. Seine Augen füllten sich mit Staunen, denn unten war die Herrin und hetzte die beiden. Die großen Köpfe der Räuber kamen näher. Ihre kurzen, dicken Hälse jappten vor Gier, Gaute fühlte, worum es ging. Die anderen Kraniche waren auf und davon. Er gab sich einen kräftigen Schwung, um höher zu gelangen. Aber die Falken folgten ihm. Wütend schlug er die Fittiche. Immer erregender wurde die hohe Jagd. Das war ein Wettkampf auf Leben und Tod. Die Flieger schraubten sich von Höhe zu Höhe. Jetzt waren die Feinde schon ganz nahe. Auf den Schnäbeln hatten sie große, spitze Haken, und ihre Augen stachen bereits nach ihm. Noch einmal warf er sich höher, Vergebens. Die Luft wurde dünn. Gaute konnte sich kaum noch halten. Da überhöhten ihn die beiden Teufel. Sie rüttelten über ihm. Er sah die graugrünen Bäuche, die quergestreiften Hofen der Luftpiraten. Er riß seinen Schnabel senkrecht hoch, um die Herabschnellenden aufzuspießen. Aber er traf nicht, Zwei wuchtige Klumpen stürzten auf ihn ein. Er schlug und krallte um sich. Hinah ging es in sausender Fahrt. Wilder Schmerz glühte im Rücken auf. Die Erde stürzte ihm entgegen. Dort wollten ihn die Räuber rupfen und häuten. Seine Augen brachen fast, als er aufschlug. Doch der tapfere Schnabel hieb wie ein Schwert drein. Federn stoben und kleine Schreie. Auf einmal war die Herrin da, mit heißem Gesicht. Sie griff seinen Schnabel, und jetzt geschah das Schändliche: Sie stieß ihn in die Erde, wie es Brauch war. Jetzt war er machtlos. Die Herrin tätschelte die blutenden Falken, gab ihnen Kirrbrocken, Auf einmal schrie sie;„Gaute!“ Sie zog seinen Schnabel aus der Erde, Er richtet das braune Auge auf sie. Er hatte sie gleich erkannt! Sie streichelte ihn, sie klagte. Aber sie hatte auch seine Mörder gestreichelt! Der kleine, kahle Schädel rutschte zur Selte. Ein roter Tropfen rollte herab. Und die Herrin weinte. Im Garten grub sie ihm sein Bett. Im Sommer soroß daraus violetter Rittersporn. Eigentlich hatte sie eine Inschrift setzen wollen: Gaute, verzeih! . 1 4 1 I 1. 1 l. H4: 1 n. 1 B Bl1 314 Bewerbungen auf Chiflre-Hnzeigen kelne Original-Zeugnisse bellügen. Zeugnis-Abschriften, Lichtbilder usw. müssen auf der Rückseite Namen und Anschrilt des Bewerbers tragen. Zum 1. Okt. suche ich eine tücht. kath.(8997 Verkäuferin für mein Kurz=, Weiß= u. Wollwaren=,Porzellan, Haushaltungsu. Eisenwarengeschäft, sowie Drogerie. Dekorieren erwünscht. Bewerbung. m. Bild, Zeugnisabschriften u. Gehaltsanspr. b. freier Station im Hause, erbeten an Josef Schüling, Elten=Niederrh. Für Manufakturwarengeschäft wird zum 1. Okt. eine jüngere kath. Verkäuferin und ein 8994 Lehrmädchen gesucht. Bewerbungen unter K 678 an das Tageblatt, Ochtrup, erbeten. Geschäftshaush. in Münster sucht ehrl., kath.(9003 Fräulein zur selbständigen Führung der Küche. Off. unt. Nr. 9003 an d. Anz.=Verw. der Zeno, Münster. Wegen Verheiratung mein. jetzigen suche ich zum 1. 10. eine ältere zuverlässige 8873 welche Hausarbeiten mit übernimmt. (4 erwachs. Personen.) Zweitmädchen vorhanden. Angebote m. Zeugnisabschriften u. Gehaltsansprüchen an Frau Heinrich Dyckhoff sen., Rheine, Riegelstraße 12. Ich suche zu meinen Kindern zum 15. September ein Kinderfräulein das auch etwas Hausarbeit übernimmt. Erstmädchen und Arbeitshilfe vorhanden. Es wird angenehme Stelle bei gutem Lohn geboten.(8943 Dr. Meyer, Wesel a. Rh., Ludwig=Knickmann=Ring 6. Suche für sofort eine (8961 Stütze die den Haushalt allein u. sicher führen kann. Angebote an: Gröblinghoff, Ahlen i. W., Klosterstraße 26. Ruf 732. Zum 15. Sept. od. 1. Okt. eine pelche evtl. ihr hauswirtschaftl. Jahr abmachen kann, gesucht. Damhotel O. Reichard, Billerbeck i. W.(8940 Suche baldigst gegen gut. Lohn junge kath.(8939 Frau Regina Schulte Pelkum, Bäckerei, Gladbeck i. W., Kirchplatz 4. Telephon 2512. Von größerem 1. Oktober westfälischen Textilwerk werden zum 8957 2 durchaus perfekte Stenotypistinnen (keine Anfänger) gesucht. Angebote unter K 435 an die Gronauer Volkszeitung in Gronau i W. Stenotypistin Mindestleistung 150 Silben, zum 15. Oktober gesucht.(8956 Angeb. mit Lichtbild erbet. unt. Nr. 8956 an die Anz.=Verw. der Zeno, Münster i. W. Tüchtige, selbständige für d. Abteil. Damen=Bekleidung und Kleiderstoffe zu sof. od. spät. gesucht. Bewerbung. m. Lichtbild, Zeugnisabschr. u. Gehaltsanspr. erbeten.(8991 Alfons Weller, Lingen=Ems. Fabrikunternehmen sucht z. bald Eir Eintritt (9029 Kontoristin Bewerbungen unt. Nr. 3046 an Westag=Agentur Vendel, Münster, Salzstraße 9. Mittl. Maschinenfabrik im Münsterland sucht z. 1. Okt. od. früher junge Kontoristin Gutes Gehalt und selbständiges Arbeit. wird zugesichert.(8982 Angebote unt. Nr. 8982 an die Anz.=Verw. der Zeno, Münster. Suche z. 1. Okt. älteres durchaus selbständiges kath.(8983 Küchenmädchen für Hotelküche, welches die Hausfrau ganz vertreten kann, in Dauerstellung. Selb. muß auch i. Geschäft mit aushelfen können. Hotel Engelb. Tenbrock, Stadtlohn i. W. Wegen Heirat des jetzigen spätestens zum 1. Oktober 8857 Mädchen das auch melken kann. f. Bauernhof gesucht. Guter Lohn, Dauerstellung. Offerten unter 3031 an WestagAgentur E. Vendel, Münster. Zum 15. Sept. od. später perf. Hausangestellte nicht unter 20 J., für 4=Pers.Haush.(2 Töchter v. 15 u. 9 J.) gesucht. Große Wäsche auswärts. Gute Zeugn. Bedingung.(8938 Dr. Ullrich, Münster i. W., Görresstraße 28. Für Beamtenhaush.(kl. Einfamilienhaus) wird tücht., zuerlässige, kinderliebe(8928 u sof. od. 15. Sept. gesucht. Ingeb. mit Zeugn.=Abschr. und Sehaltsanspr. an Dr. Brey, Münster i. W., Mauritzsteinpfad 11. Zum 1. Okt. für Küche und Haus ein braves kath. 8814 gesucht. Gute Behandlg. u. guter Lohn werden zugesichert. Off. unt. FO 288 an die Dülmener Zeitung, Dülmen i. W. Ansehnliches, braves(8935 Mädchen z. Bedienen der Gäste und für leichte Hausarbeit gesucht. Gasthof Th. Frönd, Nünster, Warendorfer Str. 58 Suche z. 15. Sept. ein ehrl. kath. Fräulein zum Servieren u. Bedienen der Gäste, bei Familienanschluß. Gasthof Feldmann, Münster i. W., Klemensstr. 24. Tel. 23260. (9007 Zum 1. od. 15. 10. suche ich weg. Verheiratung meiner jetz. eine saubere, ehrl. u. fleißige hausgehilfin Frau Reg.=Baurat Rose, Rheine, Salzbergener Straße 27. Aelteres ehrl., saub.(8974 Mädchen die kl. Geschäftshaushalt selbst. führen kann, bei Fam.=Anschl., gut. Behandlung u. gut. Lohn gesucht. Offert. unt. Nr. 352 an die Münsterländische Volkszeitg., Rheine i. W. Suche z. 15. 9. od. 1. 10. junges ehrliches(9009 Mädchen welches in Küche u. Haushalt erfahren und gewillt ist, zeitw. am Büfett mitzuhelfen. Voller Fam.=Anschl. Lohn nach Uebereinkunft. Bewerbung. mit Zeugnisabschriften an Gasthaus Heinr. Altenhövel, Ibbenbüren i. W. Tüchtiges(9012 Zweitmädchen nicht unt. 18 Jahren, z. 15. 9. gesucht. Frau Franzen, Heiden i. W. Molkerei. Tüchtiges, ehrliches(9013 Mädchen für Küche u. Haus, z. 15. 9. od. 1. 10. bei gutem Lohn gesucht. Gaststätte Einhaus, Borken i. W. Wegen Erkrankung des bisherig. suche ich z. 15. 9. od. 1. 10. für meinen Haushalt von 2 Pers. ein Mädchen nicht unter 18 Jahren.(9000 rau Oberregierungsrat Ferié, lhaus i. W., Schorlemerstraße. Mädchen welches schon in bess. Häusern tätig war, für Küche u. Haush. z. 1. Okt. geg. gut. Lohn gesucht. (4 erw. Pers.) Kochkenntnisse u. gute Zeugnisse Bedingung. Off. unt. Nr. 456 an die AlaAgentur, Münster i. W.(8967 Suche z. 15. 9. od. 1. 10., tücht. kath.(9039 Mädchen für Küche u. Haus, bei gutem Lohn. Zweitmädchen vorhanden. Dom=Hotel, Gescher i. W. Suche für meine Tochter nach Dortmund zu sofort oder später ein in Küche und Hausarbeit erfahrenes. kinderliebes 9017 Mädchen Zuschriften an Frau Albert Driessen. Bocholt i. W., Bahnhofstraße 1. Zum 1. 10. d. J. eine tüchtige Lehrköchin von 18—20 J., für gut bürgerl. Gaststätte gesucht. Gute Behandl. und Taschengeld. Angeb. unter Gesucht wird tücht., brav. kath. Nr. 3098 an das Volksblatt in Bocholt.(9019 Schlafzimmer-Nüchen-Polstermöbel-Betten immer aus dem altbekannten Spezialgeschäft Möbel-Troche Münster i. W., Ludgeristraße 34 Für unsere Abteilung Herren=Fertigkleidung suchen wir zu Oktober oder November einen jüngeren tüchtigen Verkäufer Gebr. ten Brink, 8995| Gronau l. Westf. Suche zu sof. kath. Mädchen für Privathaushalt auf d. Lande. Küche kannerlernt werden. F. J. Köster. Südlohn Kreis Ahaus. Für landw. Haushalt wird zum 1. 10. ein brav. kath. Mädchen für alle vorkommenden Arbeiten, auch Melken, bei hohem Lohn und Fam.=Anschl. ges. Frau Heinr Lütke Kogge, Sendenhorst Bauersch. Bracht. Suche z. 1.10. 38 für den Haushalt jg kath. 8969 Mädchen Die bürg. Küche kann miterl. werd. Rudolf Hoppe. Bankprokurist. Münster i. Westf., Studtstr. 45. Freundl. junges Mädchen zum Bedienen der Gäste für sofort od. fpäter gesucht. Gasthof Bigalke. Münster i. W., Aegidiistraße 30. Suche zum bald. Eintritt ein zuverlässiges Mäd chen als 8927 W1. Stühe ein jg. Mädchen zu Kindern und leichter Arbeit. Melker vorhand. Frau Kückmann. Nordwalde. Suche sof. einen tücht.(8985 Friseurgehilfen Daselbst wird auch ein Lehrling eingestellt. Kost u. Logis i. Hause. Offerten an Hermann Kock, Damen- u. Herrensalon, Gescher, Bahnhofstr. 43. Junger Friseurgehilfe für sofort gesucht. Franz Schmalkoke, Rheine i. W., Marktstraße. hausmädchen Suche für sof. einen tüchtigen Konditorgehilfen der in allen Fächern das Beste leistet. Konditorei vollständig getrennt.(8987 Bäckerei u. Konditorei Th. Helm, Ahlen i. W., Keplerstraße 2. Ruf 271. Junger(9005 Bäcker= u. Konditorgehilfe z. 1. Okt. gesucht. 15 Rm. je Woche freies Geld und Wäsche. Schriftl. Angeb. unt. D M 40 an d. Neuen Emsboten, Warendorf. Junger 18999 oder Lehrling sofort gesucht. B. Up den Akker, Breden i. W. Junger Schmiedegeselle zu sofort oder später gesucht. 18992 Anton Raulf. Schmiedemeister, Ochtrup i. W., Gronauer Straße. . Suche z. 1. Okt. in mein. Haus mit 4 Kindern ein jüng. kat Zweitmädchen (evtl. Pflichtjahr).(9024 Frau Dieckmann, Münster i. W., Nordplatz 3I. Suche zum 1. 10. braves kath. Mädchen nicht unter 18 J., f. Haus= u. Gar= tenarbeit. 19033 Frau Haversath. Coesfeld i. W., Mühlenstraße 16. Suche zum 1. Okt ein ehrl. 9032 Junger 8921 der selbständig schlachten kann, sofort oder später bei gutem Lohn ges. daselbst Sohn achtbarer Eltern, mit guten Schulzeugnissen, als Lehrling gesucht. Metzgerei Franz Imping jun. Bocholt i. W., Ravardistr. 11. Telephon 2226. Tüchtige 8867 Maschinenarbeiter Holzschuhmacher und zu sofort gesucht. Alb. Sahle, Holzschuhfabrik, Greven i. Westf. Ruf 463. Suche zum 15. 9. oder 1. 10. ein älteres(9006 Erstmädchen für Küche u. etwas Hausarbeit, sowie ein Zweitmädchen. Frau Professor Heiderich, Münster i. W., Waldeyerstr. 27. Mädchen Mädchen Suche für meinen Haushalt von 5 Pers. zum 1. Okt. ein in der Küche und allen Hausarbeiten erfahrenes, durchaus zuverlässiges Erstmädchen nicht unter 22 J. sowie ein sauberes, zuverlässiges Zimmermädchen nicht unter 19 J. Putzfrau für vormittags vorhanden. Angebote unter N R 37537 an Schatzannoncen, Duisburg. 8986 zur Stütze der Hausfrau, für Küche u. Hausarbeit. Gut. Lohn. Frau Herm. Mertens, Münster i. W., Diepenbrockstr. 11. Zum 15. Sept. für 2=PersonenHaushalt(8978 Mädchen nicht unter 18 Jahren, gesucht. Frau L. Rüping, Dorsten, Lippestraße 8. Suche für sof. od. 15. 9. für drei erwachsenen Personen(kl. Etage) ein solides, ehrliches(9034 Hausmädchen Zeugnisabschriften und Gehaltsansprüche an Frau Sommer, Düsseldorf=Herdt, Benediktusstr. 41. für Geschäftshaushalt. Frau Droste, Münster, Sonnenstraße 77. Suche z.15. d. M. oder später ein braves kath. Mädchen für kleine Landwirtschaft bei gut. Lohn und Fami= lienanschluß. H. Ruwe, Münster. Grevener Str. 191 Tüchtiger(9040 Schreinergeselle für sofort gesucht. Schreinerei Herm. Tombült, Ochtrup, Bahnhofstraße 52. Zum 1. Okt. od. Für den Verkauf meiner später k. größ. Oele, Fette, Zelte, Decken usw kath. 9031 suche noch einige bei der Industrie„ su. Landwirtschaft bekannte, möglichst (Döchis eingeführte, rührige 8474 d. durchaus perfekt im Kochen. Backen u. Einmach. sein muß, gesucht. Zweitu. Drittmädchen vorh. Hoher Lohn. Lippstädter Gegend. Bewerb. u.5240 an die WestagAgenturVendel in Münster. Jugendliches (Zweitmädchen) 3. sofortigen Eintritt gesucht. Frau Klasmann, Belen i. Westf. Verteiler(in)gesucht Drogahl, Göllingen 206F Suche zum 1. 10 oder später einen lehrling mit guter Schülbildung u. sofort einen 8920 Lauffungen zum Fleisch austragen. Metzgermeister Heinrich Meister, Coesfeld i. W., Münsterstraße 16 Ruf 186. Suche zum 1. Okt. einen 9022 jungen Mann für alle landwirtschaftliche Arbeiten Selbiger muß auch mit Pferden umgehen können. Guter Lohn und Familienanschluß. Ludwig Treu, Münster, Gasselstiege 235. Wegen Einzieh des jetzigen suche ich zum 1. Nov. e. Eleven oder Landwirtsch.Gehilfen bei Familienanschluß u. zeitgem Lohn. Off. unter H V 10 an die Buchhandl Brox, Senden i. Westf. Fernruf 244. Suche zum 10. od. 15. 10. jüngeren Ackerknecht Gut. Lohn u. Behandlung werden zugesichert.(9028 B. Böckmann, Haus Vehof bei Handorf i. W. Lest die Zeno=Zeitung Vertreter gegen hohe Provision. An verschiedenen Vezirken Kundschaft vorhand. Off. Nr. 8478 an die Anz.=Verw. d. Zeno, Münster. Vertreter zum Besuche der Fleischereien, Molkereien, Wäschereien, GastSelbständiges Kath.(8959 Landwirtstochter 21 Jahre alt, sucht Stelle in wirtschaften, sowie anderer Ge= landwirtschaftl. Haushalt od. als werbebetriebe nebst Privatkund schaft gegen Wochenvergütung u. Provision gesucht.(8960 Fa. Hilmar Hesse, Fabrik chem. Produkte, Leipzig S 3. Wenn Sie ohne Risiko regelm. u. steigd. verdienen wollen, dann übernehmen Sie unsere gewerbsmäßige Vertriebsstelle für uns. bek. Bremer PlantagenKaffee u. Tee. Eigenkapital nicht erforderlich. 8958 Bremer Plantagen=Kaffee=Vertrieb Oswald Weidanz, Bremen=Huchting. Müllergeselle kath., durchaus ehrlich u. zuverl., z. 1. od. 15. Okt. gesucht.(8944 Off. unt. Nr. 8944 an die Anz.Verw. der Zeno, Münster. Suche z. 1. Okt. strebsam. kath. Bauernsohn als(8931 Eleven für meinen anerkannten Lehrbetrieb von 180 Morgen, meist Sandboden, im Kreise Steinfurt. Fam.=Anschl. u. entspr. Vergütg. Angebobte unter M W 276 an Zentral=Zeitungs=Büro, Münster. Wer verkaufen will muß inserieren Wegen Einberufung z. Militär suche ich z. 1. Nov. einen kath. Erstknecht der gut. m. Pferden umgeh. kann, bei gutem Lohn.(9004 Bauer Aug. Brockamp, Dackmar, Post Sassenberg. Zum 1 10. wird für 18—20 Kühe u. entsprechend Jungvieh ein zuverl. wegen Einberufung des jetzig. gesucht. Joh. Hellmann. Heiden=Nordick 32 Kreis Borken i. W.(9010 Mädchen v. ausw., das in Küche u. Haush. selbst. ist, sucht bis zum 1. 10. passende(9015 Stellung, am liebst. im Geschäftshaushalt. Frauenl. Haush. bevorz. Angeb. unter Z 10 an die Borkener Ztg., Borken i. W. Gebild. kath. Fräulein, 35 Jahre. arbeitsfreudig. geschäftstüchtig, perfekt im gesamten Hauswesen u. Schneiderei, in Büroarb. nicht unerfahren (Buchführung, Schreibmaschine). sucht Stellung in frauenlosem Geschäftshaus als Haushälterin. Off. unt. 5232 an Westag=Agent. E. Vendel. Münster. Kath. 8968 Mädchen sucht Stellung i. Haushalt z. 15.9 oder 1. 10. Off. u 453a.d Ala=Agentur. Münster i. W. Jede Anzeige. auch die Kleine. hat stets guten Erfolg in der Zeno=Zeitung! Nicht nur Stellen=Angebote sondern auch Stellen=Gesuche finden im allgemeinen Anzeigenteil der weit verbreiteten Zeno=Zeitung größte Beachtung und haben sicheren Erfolg. Machen Sie einen Versuch Wir sind in die Liste Ffür Geschäftshaushalt suche ich in tüchtiges, selbständiges Mädchen m 1. Oktober.(8930 Frau Herm. Dieckmann, Münster i. W., Horst=Wessel=Straße 15. elteres selbständiges 8902 für kleinen Privathaushalt(3 Erw.) zum 1. 10. 38. eptl. früher, gesucht. Frau Max Rudeloff, mmerich, Löwentor. Für Geschäftshaushalt(Bäckerei) wird z. 1. 10. tüchtiges(8975 Mädchen welches auch kochen kann, bei gut. Lohn gesucht. Off. unt. 111 an die Münsterländische Volkszeitung, Rheine i. W. Fleißiges kath.(8979 Mädchen für alle Hausarbeit, z. 1. Okt. gesucht. Kl. Haushalt(3 erwachs. Personen). Angeb. unt. Nr. 8979 an die Anz.=Verw. der Zeno, Münster. Suche z. 1. 10. ein tücht. älteres Mädchen welches im Kochen u. sämtlich. Hausarbeiten erfahren ist. Nähen erwünscht. Zweitmädchen vorh Schuhhaus Göbel, Buer=Erle, Crangerstraße 300. Wir suchen zum baldig. Antritt einen(9027 FabrikHauswart Neue Werkswohnung vorhanden. Nur schriftliche Bewerbungen u. Beifügung eines selbstgeschrieb. Lebenslaufes an Sauerstoffwerk A.=G., Münster i. W. Witwer, 47 J. (ohne Kinder) sucht sofort 18951 haushälterin v. 35—45 Jahren. Spät. Heirat nicht ausgeschlossen Ang. unt. MW 22 an die Ahlener Volkszeitung in Ahlen i. W. Junger Geselle welcher sich auf Großstück ausbilden möchte, in Dauerstellung für sofort gesucht. 9014 Hermann Weidemann, Schneider meister, Heiden(Kreis Borken i. W.) Zum Okt.— Nov. wird äußerst tüchtiger u. selbständiger(8882 Auto= und Motorradschlosser bei freier Station u. FamilienAnschluß in angenehme Dauerstellung gesucht. Hoffmann, Kraftfahrzeuge, Mettingen i. W. Autoschlosser zur Pflege von 4 Personenwag., neben anderen Arbeit., in Dauerstellung gesucht.(9038 GautschGlühlichtgesellschaft m. b. H., Münster, Graelstraße 55/57. Suche für sofort oder zum 15. Sept. einen älteren soliden kath. 8906 Hausdiener Dauerstellung. Ferner z. 1. Nov. eine Haustochter Fachanwälte für Steuerrecht für den Bezirk des Oberfinanzpräsidiums Westfalen eingetragen: 8856 Dr. Carl Ewers Büro: Münster i. W., Engelstraße 16 Dr. Rudolf Große-Hagenbrock Büro: Münster i. W., Kampstraße 18 Herbert Mehring Büro: Münster i. W., Salzstraße 60 Dr. Werner Reineke II Büro: Münster i. W., Schorlemerstr. 1 Fritz Verfuß Büro: Münster i. W., Salzstraße 60 Für meinen Ge schäftshaush. suche ich zum 1. Okt. ein zur Ausbildung en. eyrl Anschluß, schlicht um schlicht. Madchen Johann Vorspel, Hotel zur Post, Guter Lohnu gute Gronau i. W. Behandlung werden zugesichert Finger. Münster Warendorfer Straße 41. Prov.-Vertreter in Hausmitteln gesucht. De. med. LOnenbore& Cle..Heidetberg-A. für Steuerrecht. Mädchen 25 Jahre. kath., sucht Stellung in kleinem Haushalt. Offerten unter ML 92 an die Dülmener Zeitung Dülmen i. W. 8989 AV Stütze der Hausfrau. Selbige hat Haushalt und Kochen gründlich erlernt. Näher. durch C. Wüllner, Stadtlohn. Mädchen sucht sich zu verändern, wo sie sich abwechselnd in der Küche betät. bann. Anfrag. erb. an Buchhdlg. H. Kraß, Metelen.(8993 Schlosser mit Meistertitel, perfekt im Schweißen, sucht sofort oder bald Stellung. Angeb. erbeten an Bernh. Frericks,(8996 Gronau i. W., Eper Straße 5. Ordtl. fleiß., 26jähr. Mann, der sich im nächsten Frühjahr verh. möchte, sucht(9018 Heuerlingsstelle. Selb. ist mit allen landw. Arb. und Maschinen vertraut. Münsterland bevorz., jedoch nicht Bedingung. Auf Wunsch pers. Vorstellung. Ang. u. Nr. 3095 a. d. Volksblatt in Bocholt.