3783 monatlich durch Boten 2,10 Mk., durch die Post 2,20 Rm. einschl. 0,40 Rm. Postgebühren, zuzügl. 0,42 Rm. Bestellgeld. Schriftleitung und Geschäftsstelle in Ahaus: van=Delden=Str. 8. Telegr.Adresse: Kreiszeitung Ahaus i. W Fernruf Nr. 450. Postschließfach 65 Postscheck=Konto: Hannover 22739. Verlag: Gebr. Lensing, Verlagsanstalt K.=G., Zweigniederlassung Ahau57. Jahrgang. Geschäftsstelle in Gronau: Gebr. Lensing, Verlagsanstalt K.=G., Adolf=Hitler=Straße 30 Fernsprecher Nr. 260. Bankkonten: Kreis= und Stadtsparkasse Ahaus, Gewerbebank Ahaus, Stadt. Sparkasse Gronau i. W. und Gronauer Volksbank. Anzeigenpreis für sämtliche Zeno=Zeitungen 10 Pfa. bei 22 Millimeter Breite, für die Kreiszeitung für den Kreis Abaus 3 Pfg. Nachlaß nach Preisliste. Nummer 214 Montag, den 8. August 1938 Jahrgang 1938 (8067 Zeding. Küche zu ver3045 att in Immer neue Provokationen Nun auch Verletzung der polnischen Grenze durch tschechische Flugzeuge. Scharfer Protest in Prag. ifer ufer men geben: von hn-u. ver= 7809 8PS. au3. betessen, uhren (8034 werk, 338. a en Warschau, 6. August. Die Polnische Telegraphen=Agentur meldet: Heute früh überflogen drei große tschecho-slowakische Militärflugzeuge polnisches Gebiet in der Nähe von Zywiec(bei Bielitz in Polnisch=Schlesien.) Die tschecho=slowakischen Militärflugzeuge drangen in Kampfformation ungefähr 22 kmin polnisches Gebiet ein und kehrten dann in die TschechoSlowakei zurück. Die Flugzeuge flogen in einer Höhe von 800 m. Der polnische Gesandte in Prag hat Anweisungen erhalten, gegen die Verletzung des polnischen Gebiets scharf zu protestieren. Hierzu werden noch folgende bezeichnende Einzelheiten bekannt: Die Ueberfliegung der polnischen Grenze erfolgte in der Nähe der Ortschaft Rajcza. Die drei tschecho=slowakischen Militärflugzeuge flogen in geschlossener Formation und so niedrig, wie das in dem dortigen bergigen Gelände möglich war. Die Erkennungszeichen konnten von unten deutlich wahrgenommen werden. Die Maschinen flogen 22 Kilometer tief in polnisches Gebiet hinein, kreuzten längere Zeit in der Nähe der Stadt Saybusch und flogen dann in die Tschecho=Slowakei zurück. In Warschau ist die Erregung über diese Grenzverletzung umso stärker, als alle Begleitumstände eine zufällige Verirrung der tschecho-slowakischen Flieger in polnisches Gebiet ausschließen. dreiste Prager Verdrehungsmanöver. DNB Prag, 6. August. Das offiziöse Prager Preßbüro teilt folgendes mit:„Den Blättern wird von maßgebenden Stellen eine Information zur Verfügung gestellt, in der auf die nhaltende ausländische Propaganda hingewiesen wird, die das Ueberfliegen des Glatzer Gebietes durch drei tschecho=slowakische Flugzeuge zu Angriffen gegen den tschecho=slowakischen Staat, seine Regierung und insbesondere seine Armee benutzt. Gegenüber diesen schweren Angriffen der reichsdeutschen Presse, die wegen dieses von den zuständigen tschecho=slowakischen Stellen bereits aufgeklärten(?) Zwischenfalles fortgesetzt erhoben und von den einzelnen reichsdeutschen Rundfunkstationen verbreitet werden, wird von amtlicher Seite folgendes festgestellt: „In der Zeit vom 20. Mai bis zum heutigen Tage wurden insgesamt 74 Fälle festgestellt, in denen durch reichsdeutsche Flugzeuge tschecho=flowakisches Staatsgebiet überflogen wurde, wobei in 71. Fällen diese Flugzeuge aus Deutschland kamen und wieder nach Deutschland zurückkehrten, während in drei Fällen die reichsdeutschen Flugzeuge sogar auf tschecho=slowakischem Staatsgebiet landeten. Nominativ werden zwanzig Fälle der Verletzung der tschecho=slowakischen Staatsgrenze durch reichsdeutsche Militärflugzeuge angeführt, von denen eine ganze Reihe von Fällen Gegenstand von Protesten der tschechoslowakischen Behörden bei den zuständigen Berliner Stellen waren. Außer diesen zwanzig Ueberfliegungen tschecho=slowakischen Staatsgebietes, deren reichsdeutscher Ursprung unbestreitbar ist, haben noch 54 reichsdeutsche Flugzeuge, deren Erkennungszeigen nicht sicher festgesellt werden konnten(!) tschecho=slowakisches Gebiet un aubterweise überflogen. In der amtlichen Publikation wird festgestellt, daß auch nicht einer von diesen 54 Fällen, ja nicht einmal der zwanzig unerlaubten Ueberfliegungen der tschecho=slowakischen Grenze durch unzweifelhaft festgestellte deutsche Flugzeuge von der tschechoslowakischen Presse zu ähnlichen schweren Angriffen, wie sie in diesen Tagen von dem reichsdeutschen Rundfunk und der Presse gegen den tschecho-slowakischen Staat erhoben wurden, ausgenutzt worden sind. Zugleich wird festgestellt, daß die reichsdeutschen Behörden den tschechoslowakischen Behörden bisher weder die Nummern noch die Kennzeichen der Flugzeuge bekanntgegeben haben, die nach der Behauptung reichsdeutscher Nachrichtenquellen bei klarem Wetter eine ganze halbe Stunde lang und auch nur in einer Höhe von 100 m das Gebiet von Glatz überflogen.“ Diese Auslassung des Tschecho=Slowakischen Preßbüros bezeichnet der Deutsche Dienst als einen geradezu unwahrscheinlich grotesken Versuch der Prager Stellen den äußerst peinlichen Eindruck zu verwischen, den die Glatzer Provokation tschechischer Militärflieger auf die Weltöffentlichkeit(auf England und Frankreich nicht ausgenommen) gemacht hat. Dieser Versuch scheitert aber schon an der inneren Unlogik dieser tschechischen„Segenrechnung", die vor allem die berechtigte deutsche Empörung über die Glatzer Grenzverletzung als übertrieben hinstellen will— im Gegensatz zu der so„diskreten“ Haltung, die die Tschechen bei den sagenhaften Grenzverletzungen reichsdeutscher Flugzeuge angeblich eingenommen haben wollen. Was es mit den von den Tschechen behaupteten reichsdeutschen Grenzverletzungen auf sich hat, weiß man bereits aus einer ebenso verunglückten„Gegenrechnung“, die Prag Ende Mai aufstellte, als die Serie tschechischer Grenzverletzungen durch Militärflugzeuge bis zur Unerträglichkeit gestiegen war und aus aller Welt Proteste gegen dieses leichtsinnige Spiel mit dem Feuer laut wurden. Auch damals war es der deutschen Presse ein Leichtes, diese „Gegenrechnung“ bespielsweise schon insofern als Hirngespinst zu enthüllen, als sie nachweisen konnte, daß angebliche„reichsdeutsche Militärflugzeuge“ in Wahrheit reine Verkehrsflugzeuge waren oder daß die von den Tschechen angegebenen Flugzeugkennzeichen in der deutschen Luftfahrt überhaupt nicht existierten So sehen also die„Grenzverletzungen“ deutscher Flugzeuge aus, die jetzt als neu aus der berüchtigten tschechischen Zauberkiste geholt werden. Im übrigen glaubt doch wohl bei der allbekannten Einstellung der Tschechen niemand, daß man sich in Prag die Gelegenheit hätte entgehen lassen, diese angeblichen deutschen Grenzverletzungen zum Anlaß einer Deutschenhetze und zu größtem Geschrei zu nehmen! Die so verdächtig spät fingierten „reichsdeutschen Grenzverletzungen“ erhalten überdies durch die amtliche tschechische Erklärung, daß bei 54, also dem Gros dieser Gespensterflieger, die Erkennungszeichen „nicht sicher festgestellt werden konnten“, den nötigen Anstrich, um diese ganze tschechische Verlautbarung als ein plump angelegtes Täuschungsmanöver erkennen zu lassen. Der tschechische Hinweis schließlich, daß die reichsdeutschen Behörden den Tschechen bisher weder die Nummern noch die Kennzeichen der Flugzeuge bekanntgegeben haben, die Glatz in so dreister Weise überflogen, wirkt nur erheiternd. Denn dieses Manko hat die tschecho=slowakische Regierung nicht davon abgehalten, sich in gewundenen Erklärungen zu„entschuldigen!“ Dieser Prager Einnebelungsversuch ist also, wie alle früheren, sehr kläglich gescheitert, und es wirkt wie ein Witz, daß dieser tschechische Taschenspielertrick zu einem Zeitpunkt versucht wurde, als drei tschechische Militärflugzeuge in Kampfformation in polnisches gen. Diese tschechische Provokation bei Zywiec(Saybusch) erinnert in ihrer ganzen Anlage an die freche Ueberfliegung der deutschen Stadt Glatz. Denn einmal handelt es sich um eine geschlossene Formation, zweitens waren auch bei Zywiec geographischen Verhältnisse so eindeutig, daß ein Irrtum von vornherein ausgeschlossen ist, drittens ist auch diese Grenzüberfliegung bei hellichtem Tage erfolgt. Man darf gespannt sein, ob man nun in Prag auch in diesem Falle den traurigen Mut haben wird, dem protestierenden polnischen Gesandten die abgeleiterte Formel von den„verflogenen“ tschechischen Flugzeugen zu präsentieren. Auch diese neue tschechische Grenzverletzung zeigt, daß Prag mutwillig und verantwortungslos seinen Nachbarn provoziert und immer mehr zum europäischen Unruhestifter ersten Ranges wird. „Weiter zurückweichen können wir nicht." Die Slowaken zum Abschied der amerikanischen Delegation. DNB Preßburg, 7. August. Im„Slovak“ vom Sonntag veröffentlicht der greise Führer der slowakischen Autonomisten Pater Hlinka einen ganzseitigen Artikel zum Abschied des Führers der amerikanischen Delegation Dr. Hletko, in dem es u. a. heißt: In kurzer Zeit haben Sie durch Ihre Einfachheit, Standhaftigkeit und Herzlichkeit die Herzen und die Liebe des slowakischen Volkes gewonnen. Aber gerade deswegen haben Sie sich auch Feinde zugezogen, und das hat uns nur noch fester mit Ihnen verbündet, denn unsere Feinde sind auch die Ihren geworden. Hodschas„Slovenska Vlast“ schreibt in der letzten Nummer:„Endlich gehen sie“. Wir wollen uns noch immer ausgleichen mit dem Brudervolk, aber wenn sie nicht erfüllen wollen, wozu sie sich im Pittsburger Vertrag verbindlich verpflichtet haben, so werden sie die Verantwortlichen sein. Wir sind lange zuruckgewichen weiter zurückweichen können wir nicht mehr. Die Rassenfrage in Italien. neue italienische Zeitschrift. A Rom, 7. August. Die Rassenfrage steht im Mittelpunkt der Berichte und Aufsätze in der römischen Presse. Unter riesigen Schlagzeilen wie„Präzisierung zur italienischen Rassenlehre: gegen den schlechten Glauben und die willkürlichen Auslegungen des Auslandes. Die italienische Rassenpolitik ein Element der Sicherheit für das Imperium. BevorArbeitsschule Fallersleben. Dr. Ley über die Aufgaben der Werkscharen. DNB Berlin, 7. August. Auf der Ordensburg Sonthofen im Allgäu sprach am Freitagabend Reichsorganisationsleiter Dr. Ley vor 650 Kreis= und Gau=Abteilungsleitern des Amtes Werkscharen und Schulung der DAF, die hier aus allen Teilen des Reiches zu einem sechstägigen Lehrgang zusammengekommen sind. An die Spitze seiner mit Begeisterung aufgenommenen Rede stellte Dr. Ley Ausführungen über die zukünftigen Aufgaben der Werkscharen in der DAF. Die Werkscharen seien mit dem Ziele aufgestellt worden, in die Betriebe als Stoßtrupps alle Tugenden hineinzutragen. Im Aufbau der Deutschen Arbeitsfront seien sie das letzte Stück. Es soll mit ihnen ein Stoßtrupp geschaffen werden, der weltanschaulich absolut gefestigt ist und in der Haltung zum Besten gehört, was das Volk hat. In Zukunft müsse die Werkschar die Betriebsgemeinschaft in ihren Händen tragen. Dazu gehöre u. a. die Gestaltung des Feierabends, der Werkpausen und Appelle. Weiter werde sie die Arbeit der DAF an der Hebung des Lebensstandards in den Betrieben zu unterstützen haben. Sie werde sich dabei in erster Linie um den richtigen Arbeitseinsatz innerhalb des Betriebes kümmern, damit jeder Leerlauf vermieden werde. Wenn so in Zukunft systematisch alle Betriebe von den Werkscharen überprüft würden, wenn also jeder an seinen Arbeitsplatz kommen werde, dann könne es für ein 75=Millionen=Volk überhaupt kein Unmöglich mehr geben. Dazu brauchen wir Menschen, die vorangehen, begeistert sind, so rief Dr. Ley aus, die beweisen, daß sie die Besten im Betriebe sind. Um dieses Führerkorps der sozialen Betreuung heranzubilden, soll die Volkswagenfabrik. Fallersleben, die größte und beste Arbeitsschulung Deutschlands uno der Welt, entstehen. Dort werden Lehrwerkstätten in größtem Umfang errichtet, werden die weiteren Berufserziehungsmaßnahmen dafür garantieren, daß hier die Menschen zu qualitativ hochwertigen Fachkräften ausgebildet werden. Dort wird auch der Leistungskampfsaller Schaffenden ausgetragen werden, deren aktivster Träger die Werkschar sein wird. Es sei natürlich klar, so fuhr der Reichsorganisationsleiter fort, daß die ganze Stadt ein einziges Spiegelbild von Kraft durch Freude sein werde. Hier werde schließlich ein Werkscharlager mit 20 000 Mann Belegschaft entstehen, das die Männer aus den Betrieben auf ihre Aufgaben vorbereiten soll. Durch dieses Lager müsse jeder Blockwalter und Zellenobmann für die Dauer eines Jahres geyen, um dann als Werkscharmann in seinen Betrieb zurückzukehren. Dr. Ley betonte besonders dem Betriebsführer gegenüber die Notwendigkeit dieser Einrichtung der Deutschen Arbeitsfront. Die Werkscharen seien somit zum Stoßtrupp innerhalb der Betriebsgemeinschaft geworden und zugleich auch die Garanten für die Durchführung des Reichsberufswettkampfes und des Leistungskampfes. stehende Zählung der Juden streichen die Blätter die neue Die Bauten auf dem Reichsparteitagsgelände wachsen. Die Baustelle, auf der die große Kongreßhalle entsteht.(Scherl.) in Italien" usw. unterstreichen die Blätter die neue Note der„Informazione Diplomatica“ und betonen, daß, wenn ein Staat das Rassenproblem in Angriff nehme, er sich notwendigerweise mit den Juden beschäftigen müsse. Da zwischen Judentum, Bolschewismus und Freimaurerei eine direkte Verbindung bestehe, sei es dem faschistischen Regime nicht möglich, dieses Problem unbehandelt zu lassen. Die für seine Lösung festgelegte Formel sei in ihrer mathematischen Genauigkeit unantastbar. Der Direktor des„Giornale d'Italia“ betont, daß das Wesen und die Auswirkungen dieser Politik durch die klaren, unzweideutigen und endgültigen Erklärungen der„Informazione Diplomatica“ bestimmt würden. Die neue Phase der italienischen Rassepolitik sei auf drei Ursachen zurückzuführen: Zum ersten auf die Gründung des Imperiums, das zur Vermeidung rassischer Entartung die Festsetzung strengster Normen notwendig mache. Für Italien, dessen größter Reichtum der Mensch sei, ist jeder einzelne Mensch wertvoll. Zum zweiten auf die Haltung der Juden in der ganzen Welt. die Italien gerade während der Eroberung seines Imperiums ihre unversöhnlichste Feindschaft bewiesen hätten. Zum dritten, weil immer deutlicher die Verbindungen der Juden mit allen Bewegungen des Umsturzes in der Welt in Erscheinung getreten seien. In der Tat beweise ihre Anwesenheit in den führenden Stellen der politischen, wirtschaftlichen und religiösen Umsturzbewegungen, daß das Judentum sich in höchstem Maße mit dem Internationalismus und dem Kommunismus verbunden fühlt. Das faschistische Italien habe das Recht zur Verteidigung, und es sei nunmehr die Stunde gekommen, mit jenen avzurechnen, die den Faschismus und damit das Wiedererstehen der italienischen Nation bei jeder Gelegenheit zu treffen versucht hätten. Italien, das auf seine europäische Kultur, zu der Rom einen so bedeutenden Beitrag geleistet habe, stolz sei, müsse, um diese Kultur zu schützen, seine Feinde isolieren und jede Zersetzungsgefahr unerbittlich zurückweisen. Eine solche Verteidigung werde entschlossen, stetig und totalitär sein und sich weder durch Proteste noch durch Reaktionen von innen oder außen beeinflussen lassen. Bei dieser Verteidigung werde es sich nicht nur auf eine Lehrtätigkeit beschränken, sondern sie werde vielmehr zu einer methodischen Aktion ausgebaut werden. Die am Samstag erstmals erschienene, in Tiefdruck hergestellte Zeitschrift„Die Verteidigung der Rasse“. deren erste Nummer vierzig Seiten umfaßt und ein großes Bildmaterial enthält, wird in Italien in alle Volkskreise eindringen. Ihr Preis ist nämlich auf nur 50 Centesimi festgesetzt worden. Für ihre erste Nummer hat der Direktor der Zeitschrift, der bekannte Vorkämpfer für Rassefragen und Rassebewußtsein, Telesio Interlandi, folgendes Geleitwort geschrieben. Darin heißt es:„In dem Augenblick, wo zahlreiche verschiedene Völkerschaften unter die italienische Herrschaft gekommen sind und im Rahmen des Imperiums eine eiserne Rangordnung notwendig machten, konnte das faschistische Italien nicht umhin, sich selbst als eine mächtige und sichere Rasseneinheit zu kennzeichnen und zu behaupten. Das war insbesondere in einem Zeitpunkt notwendig, in dem ein uraltes und aggressives Rassebewußtsein— die unerbittliche und wahnwitzige theologische Rasselehre des Judentums— offen die menschliche Gesellschaft bedroht, sie unter Beihilfe von verschiedenen Völkern und Parteien seinen niedrigen Zielen dienstbar zu machen. Die innerste Logik des Faschismus führt zur Verherrlichung des Rassenbegriffs, ja noch mehr, der tatsächlichen Rässenwerte, der biologischen und völkischen Werte des Blutes und des Genies, die auf konkrete Weise die Zukunft des italienischen Volkes gestalten werden, wie sie dem ungeheuren Aufbauwerk Mussolinis entsprechen, in dem sie Italien sein Antlitz, seine Kraft und seine Mission in der Welt zurückgeben sollen.“ Der italienische Erziehungsminister hat die nachgeordneten zustandigen Schulbehörden angewiesen, die neue italienische Zeitschrift„Die Verteidigung der Rasse“ unter dem Lehrkörper aller italienischen Lehranstalten und an die Dozenten der Universität zu verteilen, um durch eine genaue Kenntnis des Rassenproblems die faschistischen Dozenten in Stand zu setzen, ein wirkungsvolles Organ der faschistischen Rassenkunde zu werden. Das„Regime Fascista" schreibt, das Judenproblem werde nun endlich gelöst. Was man niemals verstehen könne, sei die unsinnige Haltung des Vatikans und vor allem des Monsignore Pizzardo, des Leiters der katholischen Aktion. Pizzardo habe nicht aus dem Glauben oder aus den Doktrinen heraus, son dern einzig in Verfolgung eines politischen Manovers den Papst alarmiert, worauf der Papst eine Rede gehalten habe, die weder der Kirche noch ihrem Oberhaupte nützlich gewesen sei. Dies sei für die Katholiken und Italiener angesichts der Propagierung des Kommunismus durch das Judentum in Europa besonders schmerzlich. Das„Regime Fascista“ stellt fest, daß es von verschiedenen katholischen Blättern mit beißenden Worten angegriffen worden sei. Das Triester katholische Wochenblatt„Vieta Nuova“ habe sogar erklärt, daß das „Regime Fascista“ ans Kreuz geschlagen werden müßte, und daß es Gefahr laufe, zu sterben, wenn es weiter gegen die Haltung des Papstes Stellung nehme. Hierzu sei zu betonen, daß im Jahre 1921 Monsignore Jouin in seinem Buch„Die jüdische Freimaurerei und die katholische Kirche“ bei der Erörterung der Protokolle der Weisen von Zton, was der„Össervatore Romano“, das Blatt des Vatikans, selbst als gefälscht hinstellen möchte, heftig gegen die Juden Sturm gelaufen sei. Der damalige Staatssekretär Sr. Heiligkeit, Kardinal Gasparri, habe Jouin auf der zweiten Seite des Buches das„tiefste Lob“ ausgesprochen, und Papst Benedikt XV. habe dem Monsignore seinen Segen erteilt. Die jesuitischen Pater seien, das müsse anerkannt werden, hinsichtlich des Rassenproblems die Vorläufer des Faschismus gewesen. Es möge schließlich erlaubt sein, den Schluß zu ziehen, daß auch der Papst in Fragen politischer Art irren könne. „Mit dem Segen Benedikts XV., mit der Billigung des Kardinals Gasparri und in Uebereinstimmung mit dem Jesuitenpater wird uns St. Peter schwerlich einen kleinen Durchlaß nach dem Paradies verweigern“, schließt der Aufsatz. Balbo kommt nach Berlin. Berlin, 7. August. Wie das Stabsamt des Ministerpräsidenten Generalfeldmarschall Göring mitteilt, wird der italienische Luftmarschall und Generalgouverneur von Libyen. Italo Balbo, auf Einladung des Generalfeldmarschalls am 9. August zu einem Besuch in Berlin eintreffen. Während seines mehrtägigen Aufenthalts in Deutschland wird Balbo auch Uebungen der deutschen Luftwaffe beiwohnen. Der britische Marineminister auf der Fahrt nach Gdingen. DNB Kiel, 7. August. Der Erste Lord der britischen Admiralität, Duff Cooper, hat Kiel am Sonntag um 8,30 Uhr verlassen. Er begab sich an Bord der„Enchantreß“ nach Gdingen. 3500 Kdf=Besucher bei den Bayreuther Festspielen. DNB Bayreuth, 7. August. Die NS=Gemeinschaft„Kraft durch Freude“ hat wieder einman ein großes soziales Werk fertiggebracht. Am 6. und 7. August weilen in Bayreuth 3500 KdF=Besucher der Festspiele. Zum ersten Mal hat es die KdF gewagt, ihre Mitglieder in solchen Massen für die Festspiele aufzubieten, und ihre Erwartungen wurden nicht enttäuscht. Aus allen Gauen des Reiches, von der Wasserkante, wie vom Süden und Südosten, aus der deutschen Östmark, von West und Ost sind die Teilnehmer zusammengeströmt und genießen nun das seltene Glück, die Bayreuther Festspiele sehen zu dürfen. Zwei Vorstellungen hat die NS=Gemeinschaft„Kraft durch Freude“ belegt, und es sind gerade die beiden der Allgemeinheit am schwersten verständlichen Werke„Parsifal“ und„Tristan und Isolde“. Aber wie der Sonnabend zeigte, war die gewaltige Gemeinde von 1800 Festspielbesuchern vom „Parsifal“ tief ergriffen. „Kraft durch Freude“ hat aber mehr geleistet, als den Besuchern die Möglichkeit zu einer Anwesenheit bei den Festspielen zu bieten. Nachdem die KdF=Gäste schon in der Heimat gründlich vorbereitet worden waren, haben sie hier noch zwei Vorträge zur Einführung bekommen, in denen der Landesleiter der Musikkammer des Gaues Westfalen=Nord, Otto Daube, sie nochmals einprägsam auf das Gebotene vorbereitete. Es war deshalb auch eine allgemeine tiefe Spannung und Erwartung über den Besuchern, als am Sonnabend die Musik zu„Parsifäl“ anhob und die Besucher noch einmal innerlich gewann für das Werk, das sich dann vor ihren Augen abspielte. Es blieb die ganzen drei Akte hindurch bei dieser innerlichen Aufgeschlossenheit, dieser Bereitschaft, die Schönheiten des Werkes so aufzunehmen, wie sie geboten waren. Der Aufführung wohnten die höchsten Stellen der NS=Gemeinschaft„Kraft durch Freude“ bei, an der Spitze der Leiter der Deutschen Arbeitsfront, Reichsorganisationsleiter Dr. Ley, begleitet von den beiden Reichsamtsleitern Dr. Lafferentz und Klemme. Ferner waren anwesend Reichsstatthalter und Gauleiter des Gaues Westfalen=Nord, Dr. Meyer, stellvertretender Gauleiter der Bayerischen Ostmark, Ruckdeschel, Gauobmann der DAF, Bayerische Ostmark, Höreth, der Gauobmann der NS=Gemeinschaft„Kraft durch Freude“ Bayerische Ostmark. Dümmler, und Oberbürgermeister Dr. Kempfler, Bayreuth. Die letzte protestantische Kirche in Moskau geschlossen. DNB Moskau, 7. August. Die neue Welle der Religionsverfolgung in der Sowjetunion hat nunmehr auch das letzte protestantische Gotteshaus in Moskau, die deutsche Peterund Pauls=Kirche, betroffen. Nachdem schon vor fast zwei Jahren der einzige übriggebliebene evangelische Geistliche in Moskau, Pastor Strick, verhaftet worden war, hatten sich die Gläubigen trotz allem auch noch weiter jeden Sonntag in dieser Kirche zu stiller Andacht eingefunden. Am Sonntagvormittag fanden die evangelischen Kirchganger ihr Gotteshaus plötzlich verschlossen vor. Vor der Kirche standen Lastautos der GPU., auf denen die Einrichtung des Gotteshauses fortgeschleppt werden sollte. Die Schließung der letzten protestantischen Kirche Moskaus trifft auch die hier vertretenen Botschaften und Gesändtschaften der Länder evangelischen Bekenntnisses, so vor allem die deutsche Botschaft, die britische Botschaft, die Botschaft für die Vereinigten Staaten sowie die Gesandtschaften Lettlands„Estlands, Finnlands, Schwedens, Norwegens und Dänemarks, deren Mitglieder nunmehr der Möglichkeit beraubt sind, ein evangelisches Gotteshaus in Moskau zu besuchen, Die Schließung der Peter= und Pauls=Kirche erfolgte ohne jede rechtliche Begründung, da die evangelische Gemeinde die hohen Steuern für ihr Gotteshaus voll aufgebracht hatte. Im übrigen ist die Schließung der deutschen evangelischen Kirche nicht vereinzelt, vor wenigen Tagen wurde die letzte polnische katholische Kirche in Moskau geschlossen, ferner sind sämtliche griechischen Kirchen in Moskau dem Zugriff der Behörden in letzter Zeit zum Opfer gefallen. Auch eine der letzten größeren russischen Kirchen, die Kathedrale zu Christi Himmelfahrt in der Gomilowe=Straße, ist unlängst geschlossen worden. Aendert England seine Palästina-Politik? Besuch des Kolonialstaatssekretärs in Palästina. Samstag im Flugzeug eingetroffen, Sonntag wieder abgeflogen. DNB Jerusalem, 7. August. Nach einem offiziellen Kommuniqué ist der englische Staatssekretär für die Kolonien, Malcolm Macdonald, gestern überraschend im Flugzeug in Palästina eingetroffen. Der Staatssekretär hatte eine eingehende Unterredung mit dem Hohen Kommissar MacMichael über die Lage in Palästina, an der auch General Haining, der Oberbefehlshaber der britischen Palästina-Truppen, sowie Major Faunders teilnahmen. In dem Kommuniqué wird der Versuch die außerordentlich gespannte Lage in Palästina zu befrieden, betont. Malcolm Macdonald ist heute wieder nach London zurückgekehrt. Die Auswirkungen des sensationellen Besuches und der Besprechungen sind noch nicht absehbar. Das Eintreffen des Staatssekretärs für die Kolonien in Palästina wird damit begründet, daß der Hohe Kommissar bei der gespannten Lage für eine London=Reise nicht abkömmlich gewesen sei. Jedenfalls beleuchtet der Besuch Malcolm Macdonalds schlagartig die schwierige Laae in diesem englischen Mandatsgebiet, die besonders nach den letzten schweren Zwischenfällen in Haifa und infolge des ständig zunenmenden Terrors fast unhaltvar geworden ist. London ist hierdurch anscheinend soweit beunruhigt worden, daß es den Staatssekretär für die Kolonien zu einer Besprechung der Lage an Ort und Stelle entsandte.— Ueber das Ergebnis der geheimabgehaltenen Besprechung ist noch nichts bekannt. Doch wird sowohl in den Kreisen der Araber wie der Juden mit einer baldigen Auswirkung des Besuches in irgendwelcher Richtung, vielleicht sogar mit einer Aenderung der Taktik des Vorgehens Englands in der künftigen PalästinaPolitik gerechnet. Der Besuch Macdonalds hat allgemein größte Ueberraschung hervorgerufen. Nationaler Sieg an der Ebro=Front. Mehrere Tausend Bolschewisten umzingelt. DNB Salamanca, 7. August. Nach glänzendem Kampf besetzten die nationalen Truppen, wie der Heeresbericht meldet, an der Ebrofront im Abschnitt Fayon=Mequinenza mehrere Höhenzüge, wobei sie den Gegner bis an den Fluß zuruckdrängten. 2000 Bolschewisten wurden gefangengenommen, wahrend mehrere Tausend von den nationalen Trüppen eingeschlossen wurden. Mehrere rote Einheiten wurden völlig aufgerieben. Unter den annähernd 1000 bolschewistischen Gefallenen befindet sich auch der Brigadechef. Neben zahlreichem anderen Kriegsmaterial fielen den nationalen Truppen 236 schwere und leichte Maschinengewehre in die Hände. Die nationalen Flieger belegten die bolschewistischen Truppenkonzentrationen und die rückwärtigen Verbindungen wirksam mit Bomben. Am Donnerstag hatte die nationale Luftwaffe in Alttafulla einen Munitionszug und mehrere militärische Ziele sowie die Häfen von Valencia und Barcelona bombardiert. Die Frontberichterstatter des nationalen Hauptquartiers weisen in ihren Berichten auf die Größe des Erfolges hin, wobei sie hervorheben, daß dem nationalen Angriff eine zweistündige intensive Artillerievorbereitung von bisher nicht dagewesenem Ausmaß vorangegangen sei. Der Infanterieangriff sei mit Unterstützung von 100 Tanks vorgetragen worden. Durch den nationalen Sieg sei die Zone Fayon=Mequinenza völlig von den Bolschewisten gesäubert worden. Verwundete mit Benzin übergossen und angezündet. DNB San Sebastian, 7. August. Die nationale Untersuchungskommission hat festgestell., daß die Bolschewisten, wie üblich, auf ihrem Rückzug bei Castuera eine Gruppe von nationalgesinnten Personen erschossen hat. Da nicht alle sofort tot waren, übergossen sie Tote und Verwundete mit Benzin und verbrannten sie. Die Lage im Konflikt hoffnungsvoll? Die Abordnung der britischen Frontsoldaten verließ Berlin. De Berlin, 7. August. Nach ihrem zweiwöchigen Besuch in Deutschland verließen am Samstag abend die 40 britischen Frontkämpfer Berlin, um über Köln in ihre Heimat zurückzukehren. Zu ihrer Verabschiedung hatte eine von der Landesgruppe Ost des NS=Reichskriegerbundes gestellte Ehrenkompagnie mit Musikzug auf dem Bahnsteig Aufstellung genommen. Ferner hatte sich Botschaftsrat Forbes von der englischen Botschaft und der englische Militärattachee sowie eine Reihe von Männern des NS=Reichskriegerbundes eingefunden. Der Vertreter des Reichskriegerführers, Major a. D. von Jena, entbot den englischen Kameraden einen herzlichen Abschiedsgruß, dankte für den wertvollen Besuch, der die Bande der Kameradschaft zwischen den deutschen und den englischen Frontkämpfern noch enger geknüpft habe und gab seiner Freude über den im September bevorstehenden Gegenbesuch in England Ausdruck. Als Vertreter für den bereits vorher abgeflogenen Führer der britischen Legion, General Hamilton, dankte sein Vertreter Kelley mit warmen Worten für die herzliche und aufrichtige Gastfreundschaft, die ihnen auf ihrer Deutschlandreise allenthalben zuteil geworden sei. Unter den Klängen der Nationalhymnen beider Länder verließ der Zug die Bahnhofshalle. Der 86jährige General Sir Jan Hamilton, der in Berchtesgaden vom Führer empfangen worden und Samstag mittag wieder in Berlin eingetroffen war, erklärte sich von dem Besuch beim Führer tief beeindruckt. Diese Einladung an Hamilton ist in der Londoner Presse stark beachtet worden. Im Münchener Bericht des„Daily Expreß“ wird hervorgehoben, Hamilton sei aufgefordert worden, auch über die Teestunde hinaus beim Führer zu bleiben. Aus einer Abschiedsrede, die der General bei einem vom Reichskriegerführer gegebenen Frühstück hielt, an dem auch der englische Botschafter Sir Nevile Henderson mit mehreren Herren seiner Botschaft teilnahm, klang die tiefe Bewegung, die er von dem Besuch in Deutschland, besonders von dem Empfang beim Führer auf dem Obersalzberg, gewonnen hat. Heute schon, fügte er hinzu, freue er sich, im September die 800 Kameraden starke Abordnung Deutscher Frontkämpfer in London begrüßen zu dürfen. der 9 Die englischen Luftmanöver beendet. E London, 7. August. Die großen englischen Luftmanöver, die während des Wochenendes stattfanden und an denen etwa 900 Flugzeuge teilnahmen, fanden heute ihren Abschluß. Das englische Luftfahrtministerium hat im Anschluß an die gestrigen Uebungen, deren Ziel ein Luftangriff auf London und dessen Abwehr war, eine amtliche Verlautbarung herausgegeben, aus der hervorgeht, daß es den Angreifern nicht gelungen ist, ihr Angriffsziel London, in genügender Stärke zu erreichen. Die britische Luftwaffe hat bei ihren Manövern zahlreiche Unglücksfälle zu verzeichnen gehabt. In Barton stieß ein schwerer Bomber des 37. Geschwaders in der Dunkelheit gegen einen Baum. Unter starken Explosionen ging die Maschine in Flammen auf. Die fünf Insassen, darunter drei Offiziere, verbrannten. In Blackmore stürzte ein Bomber des 88. Geschwaders ab. Ein Mann der Besatzung kam ums Leben, während sich der Pilot und ein anderer Flieger retten konnten. Ein drittes Flugzeug stürzte in Melbourne ab. Ein deutschb einzutre der öfentli. Tuno jatted Geburts dieser? deutsche teinessa Kamme stellt un allgeme namen Die stimmen deshalb Vornan 6 egelur ornam name und nic oder da Richtlin gebüh in der und im gelte be Otto,§ ferner? einem lich jedo deutsche deutsch als frei namen „onsb Alicher ie zur anmitte im Neu hierbei Joseph, beth, D als u auch im fahren, schatz ei deutsche Peter( Lisa(a stige Na von Pe= schichte . haben Franz, ländische Adeutsche bei der namen, aus ein nur die heute Fortsetzung der Besprechungen in Moskau. DNB Tokio, 7. August. Das japanische Außenamt veröffentlicht soeben einen Bericht über die Unterredung, die zwischen dem japanischen Botschafter Schigemitsu und LitwinowFinkelstein in Moskau am 4. August stattgefunden hat. Ebenso wie bei der Ueberreichung der japanischen Vorschläge erklärte demnach Schigemitsu auch hierbei, daß Japan den Schangfeng=Zwischenfall als lokale Angelegenheit betrachte und bemüht sei, ihn friedlich beizulegen. Japan schlage vor, die Feindseligkeiten sofort zu beenden und diplomatische Verhandlungen zu eröffnen. Litwinow=Finkelstein habe darauf erwidert, daß die sowjetrussischen militärischen Aktionen eingestellt würden, sofern Japan sich vollkommen aus sowjetrussischem Gebiet zuruckziehe. Japan müsse ferner die Unverletzlichkeit der Grenze garantieren, wie sie im Hunschun=Vertrag und der dazugehörigen Karte festgestellt sei. In Moskau sollen die Besprechungen zwischen Schigemitsu und Litwinow-Finkelstein fortgesetzt werden, sobald neue Informationen von Tokio an den japanischen Botschafter abgehen, was am Montag etwa geschehen werde. In japanischen Regierungskreisen wird die allgemeine Lage auf Grund der ersten Aussprache als hoffnungsvoll bezeichnet. Man faßt das Ergebnis der ersten Unterredung Schigemitsu—Litwinow=Finkelstein in Moskau am 4. August wie folgt zusammen: Beide Parteien stimmen in der Bereitschaft, den Zwischenfall freundschaftlich beizulegen, überein und sind grundsätzlich einverstanden, daß die Feindseligkeiten eingestellt und die Einrichtung einer Grenzkommission vorgenommen werden. Unterschiedliche Auffassungen beständen über die Frage des Status quo ante und den Verlauf der Grenzlinie. Hierzu fordere Moskau die Anerkennung des Hunschun=Vertrages durch Japan aufgrund des in seinen Händen befindlichen Originaltextes und Kartenmaterials. Da hiernach die Grenze angeblich über die SchangfengHöhen verlaufe, fordere Moskau die Räumung des Gebietes durch die japanischen Truppen. Japan bestreite die einseitige Auslegung des Hunschun=Vertrages und fordere deshalb vor der Klärung der Rechtslage, daß beide Teile das umstrittene Schangfeng=Gebiet räumen. Unter dem Status quo ante“ verstehe Japan die Lage vor dem 11. Juli, d. h. die Räumung des gesamten Gebietes zwischen Tumen und Hazan=See. Mithin sei eine Einigung über den Vorschlag Japans und den Gegenvorschlag Moskaus in grundsätzlichen Fragen erzielt worden. Dagegen bestehe vorläufig keine Einigung über die Behandlung der Rechtslage, da Moskau vor der Eröffnung der Verhandlungen die Anerkennung einer Grenze durch Japan zur Bedingung mache, die selbst nach dem Hunschun=Vertrag durchaus verschiedene Auslegungen zulasse. Der japanische Botschafter in Moskau, Schigemitsu, werde voraussichtlich beauftragt werden, in diesem Punkt eine Einigung dahin zu versuchen, daß zunächst beide Teile von Erörterungen der Grenzfrage das umstrittene Gebiet räumen und erst später in einer gemischten Grenzkommission eine Verständigung über den Verlauf der Grenze herbeiführen. Noch immer Gefechtstätigkeit bei Schangfeng. DNB Tokio, 7. August. Dem Frontbericht zufolge hat bei Schangfeng wieder eine lebhafte Beschießung der japanischen Stellungen durch sowjetrussische Artillerie und Flugzeuge eingesetzt. Kleinere Angriffe der Sowjets blieben im Abwehrfeuer der Japaner liegen. Jedoch sind keine Anzeichen für größere Unternehmungen der Sowjets vorhanden. Wie der Frontbericht weiter meldet, haben die Sowjetrussen die Tätigkeit ihrer Luftwaffe verstärkt. Die Flugzeuge überflogen zu wiederholten Malen die Grenze vor Korea zu Aufklärungszwecken und belegten Grenzorte und japanische Stellungen mit Bomben. Zur Abwehr der sowjetrussischen Flieger sind bisher keine japanischen Luftstreitkräfte eingesetzt worden. Die Abwehr geschieht durch Flak und Maschinengewehrfeuer. Es gelang den Japanern, zwei sowjetrussische Flugzeuge abzuschießen. Ueber den neuen Zwischenfall bei Suifenho liegen bisher keine weiteren Einzelheiten vor. Der Grenzzwischenfall bei Suifenho. DNB Tokio, 7. August. Das Hauptquartier der Kwantung=Armee gab am Sonntag Einzelheiten zu dem Grenzzwischenfall bei Suifenho vom Samstag bekannt. Danach drang eine Abteilung Sowjetsoldaten in mandschurisches Gebiet ein und hob Stellungen aus. In einem Gefecht mit mandschurischen Grenztruppen wurden zwei Sowjetsoldaten getötet und einer gefangengenommen. In der Verlautbarung wird weiter darauf hingewiesen, daß das von den Sowjetsoldaten besetzte Gebiet unbestreitbar mandschurisches Territorium sei, wie dies auch aus dem Huntschung=Vertrag klar ersichtlich sei. Schiffsbrand im Hamburger Hafen. DNB Hamburg, 7. August. Am Sonntagmorgen brach im Hamburger Hafen an Bord des Dampfers„Reliance“ der HamburgAmerika=Linie, der am Sonntagnachmittag eine Nordlandreise antreten sollte, ein Feuer aus, das größeren Umfang annahm. Sämtliche Feuerlöscheinrichtungen an Bord wurden sofort in Tätigkeit gesetzt. Gleichzeitig wurde die Feuerwehr herbeigerufen, die die Löscharbeiten erfolgreich aufnahm. Leider ist bei dem Brande ein Menschenleben zu beklagen. Zur Zeit ist man mit Nachlösch= und Aufräumungsarbeiten beschäftigt. Da das Schiff aus diesen Gründen zu. Zeit nicht fahrbereit ist, mußte die Nordland reise abgesagt werden. Passagiere waren nicht an Bord. Das Schiff wird zur ReWerft verholt werden. Eine Vornam den, hel mit den einem Auch hi Laufe d geführt den wü Kindern spielswe urteilen onde noch eparatur an eine Schweres Unwetter über Würzburg. DNB Würzburg, 7. August. Am Sonnabendabend ging über Würzburg und Umebung ein schweres Unwetter nieder, das von einem starken Wolkenbruch begleitet war. Zahlreiche Bäume wurden entwurzelt, Telegraphenmasten umgelegt uno ganze Straßenzüge überschwemmt. Die Wassermassen drangen in die Keller und Erdgeschosse ein und richteten schweren Schaden an. Besonders hart wurde hierbei die Gemeinde Theilheim mitgenommen. Kämpfe südlich von Kinkiang. Erschwerter Vormarsch infolge sind auf dem Flugplatz=von Hankau 15 chinesische Flugzeuge durch die Bombenwürfe zerstört worden. schen S der Auf lke a lamen Jamuel Eltern Dies sei größeren reformider Geg und in gebiet. eines früherei Als ein auch de Schl Kamme Die als„ty zuy neuen Entsche natio Volk nahme einbar von Ueberschwemmungen. DNB Hankau, 6. August. Der Sonnabend stand im Zeichen anhaltender, schwerer Kämpfe der japanischen Truppen in China. Südlich von Kiukiang ging die 106. japanische Division zum Angriff vor. Nördlich vom Yangtse fanden ebenfalls größere Gefechte statt. Die Entfaltung der japanischen Truppen stößt auf Schwierigkeiten, da das Ueberschwemmungsgebiet immer weiter an Ausdehnung zunimmt. Nach chinesischen Meldungen haben die Fluten bereits die Straße Huangmei=Kwangtse erreicht. Die japanische ruftwaffe ist ebenfalls sehr aktiv. Die chinesischen Stellungen zwischen Kiukiang und Lungpung werden dauernd mit Bomben belegt. Unter Heranziehung starker Streitkräfte vom Poyang=See konzentriert sich die japanische Flotte auf den Yangtse westlich von Kiukiang. Die chinesische Luftwaffe hat am Sonnabend mehrere Angriffsflüge in dieses Aufmarschgebiet unternommen Neuer japanischer Luftangriff auf Hankau. DNB Hankau, 6. August. Begleitet von 36 Jagdflugzeugen haben heute 27 japanische Bomber Hankauerneut angegriffen. Es wurden über 100 Bomben abgeworfen. von denen die meisten auf den Hankauer Flugplatz und die dazu gehörigen Anlagen fielen. In diesen Anlagen sind umfangreiche Brände ausgebrochen. Auch über der Nachbarstadt Hanyang warf dieses japanische Geschwader Bomben ab. Die Chinesen melden, daß ein japanischer Bomber von chinesischen Flaks abgeschossen worden sei. Nach japanischen Feststellungen Hankan entvölkert DNB Hankau, 7. August. Sonnabend nachmittag ist ein französischer Dampfer mit den Angehörigen der diplomatischen Vertretungen Frankreichs, Italiens- und Hollands in Richtung Tschungking abgefahren. Ebenso sind sämtliche chinesischen Ministerien mit Ausnahme des Kriegs= und des Verkehrsministeriums im Verlauf der letzten Woche nach Tschungking übergesiedelt. Täglich verlassen viele Tausende von Chinesen die WuhanStädte und wandern nach Westen. Nach Meldungen aus Itschang bringen die Yangtsedampfer täglich schätzungsweise 3000 Menschen stromaufwärts. Das Hauptgeschäftsviertel Hankaus, Wutschang, entvölkert sich mehr und mehr. So haben zahlreiche große chinesische Geschäfte ihre Niederlassungen in Hankau bereits geschlossen. Japonisches Generalkonsulat durch Sowjets geschlossen. DNB Tokio, 7. August. Wie die japanische Nachrichtenagentur Domei meldet, ist ohne Rücksicht auf die noch laufenden Verhandlungen in Moskau das japanische Generalkonsulat in Chabarowsk durch div Sowjetrussen zwangsweise geschlossen worden. Der Stab des Generalkonsulats hat bereits am Donnerstag Chabarowsk verlassen, um sich nach Wladiwostok zu begeben. Aehnlich soll mit dem japanischen Generalkonsulat in Blagowetschensk verfahren worden sein. Domei bemerkt hierzu allerdings, daß Moskau schon früher die Schließung dieser Konsulate gefordert habe; Tokio habe aber darauf bestanden, daß beide Länder die gleiche Zahl von Konsulaten aufrechterhalten sollten. Die Verhandlungen hierüber waren noch nicht abgeschlossen. Deutsche und jüdische Vornamen. Ein Beschluß des Kammergerichts. Ein Standesbeamter ist nicht verpflichtet, für ein deutschblütiges Kind einen typisch jüdischen Vornamen einzutragen. Dies ist, in einem Satz zusammengefaßt, der Inhalt eines Beschlusses, den das Kammergericht am Juli gefällt hat und den die„Deutsche Justiz“ veröffentlicht. Ein Vater hatte seinem Sohn die Vornamen uno Josua beigelegt. Der Standesbeamte atte die Eintragung des Vornamens Josua in das eburtsregister mit der Begründung abgelehnt, dieser Name sei hebräischer Herkunft und habe in die deutsche Sprache so wenig Eingang gefunden, daß er teinesfalls als deutscher Vorname anzusehen sei. Das Kammergericht hat sich auf den gleichen Standpunkt getellt und hiere eine Begründung gegeben, in der es allgemeine und grundsätzliche Ausführungen über Vornamen macht. Im einzelnen sagte es unter anderem: Die Befugnis, die Vornamen eines Kindes zu bestimmen, sei ein Ausfluß der elterlichen Gewalt und stehe deshalb in erster Linie dem Vater zu. Die Frage, welche Vornamen einem deutschen Kinde beigelegt werden könnten, gehöre dem öffentlichen Recht an. Eine gesetzliche egelung sei bisher nicht erfolgt. Bei der Auswahl der ornamen sei davon auszugehen, daß der gewählte Vorname sich im allgemeinen als Name darstellen müsse, und nicht wider die gute Sitte, die staatliche Ordnung oder das religiöse Gefühl verstoßen dürfe.„Als oberste Richtlinie ist daran festzuhalten, daß einem deutschen Kinde auch ein deutscher Vorname geduyrt, das heißt ein Name, der seinen Ursprung in der deutschen Geschichte, Sage oder Ueberlieferung hat und im Volke auch als deutsch empfunden wird.“ Das gelte beispielsweise für Namen wie Siegfried, Dietrich, Otto, Heinrich, Gudrun, Gertrud. In Betracht kämen ferner Namen, die zwar aus einer fremden Sprache und einem fremden Gesichts= und Gedankenkreise stammten, sich jedoch im Laufe einer langen Entwicklung so in das deutsche Sprachgefühl eingeführt hätten, daß sie als deutsch gälten und im Volke nicht mehr oder kaum noch als fremd empfunden würden. Hierher gehörten Vornamen wie Aletander, Julius, Viktor, Rose, Agathe. Insbesondere gilt dies von Namen christlicher Herkunft. das heißt Namen von Personen, die zur Person des Stifters der christlichen Religion eine mnmittelbare persönliche Beziehung gehabt haben und im Neuen Testament genannt werden. Es handelt sich hierbei um Namen meist hebräischen Ursprungs, wie Joseph, Johannes, Matthäus, Matthias, Maria, Elisabeth, Martha. Diese Namen werden allgemein nicht als undeutsch empfunden. Sie haben vielfach auch im deutschen Sprachgebrauch eine Abwandlung erfahren, sind in anderer Form in den deutschen Sprachschatz eingegangen und werden allgemein geradezu als deutsche angesehen, so Hans und Hanns(aus Johannes), Peter(aus Petrus), Paul(aus Paulus), Else, Elsbeth, Lisa(aus Elisabeth). Hierhin zu rechnen sind auch sonstige Namen christlichen, aber nicht hebräischen Ursprungs von Persönlichkeiten, die in der späteren christlichen Geschichte eine Bedeutung erlangt haben, zum Beispiel Tekla, Agnes, Niklaus, Franziskus. Für diese Namen haben sich vielfach deutsche Formen, wie Klaus und Franz, eingebürgert. Wenn für einen an sich fremdländischen Namen eine derartige allgemein gebräuchliche deutsche Form vorhanden ist, so soll grundsätzlich diese bei der Namensgebung verwendet werden. Bei Vornamen, für die sowohl eine deutsche als eine ausländische, aus einer lebenden Sprache stammende Form besteht, soll nur die deutsche Form maßgebend sein.“ Einer besonderen Behandlung bedürften Vornamen, die im Alten Testament genannt wurden, hebräischen Ursprungs seien und deren erste Träger mit dem Christentum in keiner Beziehung oder nur in entfernten mittelbaren Zusammenhang stünden. Namen, die sich erfahrungsgemäß im in den deutschen Sprachgebrauch einsie nicht mehr als undeutsche empfuneshalb auch unbedenklich deutschen Kindern als Vornamen gegeben werden könnten, beispielsweise die Namen Eva und Ruth.„Anders zu beurteilen sind dagegen Namen, die einen ganz besonderen jüdischen Klang haben, in den deutschen Sprachschatz nicht eingegangen sind und auch nach einem Auch hier gebe es Laufe der Zeit so geführt hätten, dos den würden und Jamuel, Salomon, Judith, Esther. Eltern vielfach ihren Kindern sold ewiß hätten deutsche Vornamen gegeben. Dies sei sogar in manchen Gegenden Deutschlands in größerem Umfang üblich gewesen, zum Beispiel in den reformierten Gemeinden im preußischen Rheinland(in der Gegend von Wuppertal), ferner in Schleswig=Holstein und in den menolitheischen Gemeinden im Weichselgebiet. Es möge auch zugegeben werden, daß die Wahl eines solchen jüdischen Vornamens den Anschauungen früherer Zeiten in Deutschland häufig entsprochen habe. Als ein solcher typisch jüdischer Vorname müsse auch der Vorname Josua angesehen werden. Schließlich heißt es im letzten Teil des Beschlusses des Kammergerichts: Die Frage, ob man solche Vornamen, die im Volke als„typisch jüdisch“ empfunden werden, für deutsche Kiner zulassen darf, muß in der heutigen Zeit unter ganz neuen selbständigen Gesichtspunkten beantwortet werden. Entscheidend ist dabei, ob solche Vornamen mit der nationabsozialistischen Auffassung von Volk und Staat. wie sie sich seit der Machtübernahme durchgesetzt hat und immer mehr durchsetzt, vereinbar sind. Von diesem Gesichtspunkt aus muß aber So sieht der Pastillion der neuen Postkutschen aus.(Scherl) die Zulässigkeit derartiger Vornamen schlechterdings verneint werden. Der Nationalsozialismus hat dem deutschen Volk gezeigt, welche ungeheure Gefahr das Judentum darstellt, und zwar nicht allein auf politischem und wirtschaftlichem, sondern vor allem auch auf geistigem Gebiet. Die Belange des deutschen Volkes erfordern gebieterisch, daß hier jede Halbheit abgelehnt und daß jede Gefahr einer geistigen Berührung mit dem Judentum im Keime erstickt wird, wo immer das nur möglich ist. Wenn ein Deutscher einen typisch jüdischen Vornamen führt, so ist damit schon ein solcher Berührungspunkt gegeben. Man muß hier vor allem an die Zukunft denken. Wenn auch heute, fünfeinhalb Jahre nach der Machtübernahme, ein solcher schon gegebener typisch jüdischer Vorname noch als tragbar erachtet werden mag, namentlich aus dem Gefühl einer religiösen Ueberlieferung heraus, so wird das kommende Geschlecht schon in zehn bis zwanzig Jahren eine ganz andere Einstellung in dieser Hinsicht haben. Ein deutscher Knabe, der heute den Vornamen Josua empfängt, wird, wenn er in die Schule und später in das Jungvolk oder in die Hitlerjugend eintriti, aus diesem Grunde voraussichtlich Unannehmlichkeiten haben. Seine Kameraden werden kein Verständnis für einen solchen Vornamen haben; sie werden ihn mit Spott, mindestens mit anzüglichen Bemerkungen verfolgen. Wenn dieser Name genannt wird, so wird er wahrscheinlich regelmäßig auffallen. Der Träger des Namens wird alsdann immer damit zu rechnen haben, daß er wegen der Herkunft des Namens mehr oder minder unangenehmen Fragen ausgesetzt wird. Es liegt aber im Interesse eines deutschen Jungen, derartige Möglichkeiten von vornherein auszuschließen. Die gute alte Pferdepostkutsche ist wieder da. Nanu— eine Postkutsche im Tiergarten? Diese Frage werden sich am Sonnabendvormittag zahlreiche Berliner gestellt haben, als sie in ihrem Tiergarten eine prächtige, mit vier Schimmeln bespannte Postkutsche sahen. Es handelte sich um eine Vorführung der ersten Pferdepostkutsche vor dem Reichspostminister Dr. Öhnesorge, die in absehbarer Zeit im Erzgebirge auf der Strecke Bad Oberschlema-Auersberg in Dienst gestellt wird. In kurzen Abständen werden noch weiteree Kutschen fertiggestellt, sie sollen auf folgenden Linien ihren Dienst aufnehmen: im Schwarzatal auf der Strecke Bad Blankenburg(Thüringerwald), Schwarzburg, im Naturschutzgebiet der Lüneburger Heide zwischen Hanstedt und Wilsede, im Glatzer Bergland von Bad Kudowa(Kr. Glatz) über Grenzeck(Kr. Glatz) nach Straußdörfel-Tannhübel und im Schwarzwald zwischen Birkendorf(Schwarzwald) und Bettmaringen. Auf Anordnung des Reichspostministers sollen an der Eröffnungsfahrt jeder Linie ausschließlich verdiente Angehörige der Deutschen Reichspost teilnehmen.(Scherl-M.) Fragen um den Kof=Wagen. 14 Antworten beseitigen alle Zweifel. Seit die DAF begonnen hat, Aufträge für den KdFWagen entgegenzunehmen, ist in verschiedenen Veröffentlichungen der Weg geschildert worden, der zum Erwerb des Volkswagens führt: Wie aber der Fragenturm bei allen Dienststellen von Kraft durch Freude beweist, besteht noch eine ganze Reihe von Unklarheiten, falschen Auffassungen und unzutreffenden Vermutungen. Aus diesem Grunde beantworten wir nachstehend klar und gültig in einer großen Zusammenfassung alle Fragen, die über Erwerb und Einzelheiten des KdF=Wagens gestellt werden können. Wer kann einen KdF=Wagen erwerben? Jeder deutche Volksgenosse. Was kostet der KdF=Wagen? Es sind zu unterscheiden Innenlenker(Limousine), Innenlenker mit Faltdach (Kabriolimousine) und offener Wagen. Der Preis für den Innenlenker beträgt 990 R M., für den Innenlenker mit Faltdach hat wegen der höheren Produktionskosten einen Aufschlag in der Höhe von 60 RM. Der offene Wagen wird in den ersten Produktionsjahren noch nicht gebaut, Bestellungen können daher bis auf weiteres nicht abgegeben werden. Wie wird der Antrag gestellt? Die Interessenten müssen sich ein Artragsformular, das bei jeder DAF= und KdF=Dienststelle ausliegt, beschaffen, es ausfüllen und persönlich unterschreiben. Bei Eherauen bezw. Minderjährigen ist außerdem die Unterchrift des Ehemannes bezw. des gesetzlichen Vertreters erforderlich. Das ausgefüllte Antragsformular wird bei dem zuständigen KdFeWart des Betriebes bezw. der KdF=Ortsdienststelle avgegeben. Nach Prüfung der Angaben des Antragtellers erhält dieser gegen eine Gebühr von RM. 1,— die erste KdF=Wagen=Sparkarte. In welchen Raten kann gespart werden? Mit der Entgegennahme der Sparkarte und der Bezahlung der Gebühr verpflichtet sich der Sparer, für den Erwerb des KdF=Wagens wöchentlich mindestens RM. 5.— in Sparmarken zu entrichten. Die Sparmarken sind in allen DAF= und KdF=Dienststellen zu haben. Es ist aber auch möglich, in höheren Beträgen, die durch fünf teilbar sind, zu sparen so daß entsprechende Mengen von Sparmarken gekauft werden können. Notwendig ist jedoch, daß wöchentlich gespart wird. Die Sparbeträge sind nach oben begrenzt, auch eine rößere Anzahlung kann geleistet werden. Die rlegung des Gesamtpreises durch den Erwerb'einer entsprechenden Anzahl vor Sparmarken ist gestattet. Ein Kauf des Wagens gegen Barzahlung, d. h. ohne Eintritt in das Sparsystem, ist jedoch ausgeschlossen. Wie kommt man zu Sonderausführungen? Wählt ein Sparer eine Sonderausführung, z. B. die Kabriolimousine, so kann er den Mehrbetrag von RM. 60.— durch Erwerb von besonderen Sparmarken im Wert von je RM. 4,— entrichten. Hierfür sind auf der 2.—4. Karte eigene Felder vorgesehen. Das gleiche gilt für die Transportkosten, sofern der Wagen nicht vom Werk selbst abgeholt, sondern in der zuständigen Gaustadt in Empfang genommen wird. Wie wird versichert? Mit dem Erwerb jeder Sparmarke in Höhe von RM. 5,— ist die eigentliche Kaufpreisrate sowie auch ein entsprechender Anteil der Versicherungsprämie gedeckt. Der KdF=Wagen ist für die Dauer von 2 Jahren ab Verlassen des Werkes gegen Haftpflicht und beschränkt gegen Kasko versichert, um dadurch den Sparer bei evtl. Unfällen usw. zu schützen, und um den gesetzlichen Anforderungen zu genügen. Die Zweijahresprämie konnte auf den Gesamtbetrag von RM. 200,— beschränkt werden. Wie werden volle Sparkarten umgetauscht? Sobald die 50 vorgesehenen Felder der ersten Sparkarte mit Wertmarken gefüllt sind, ist die Karte der zuständigen KdF=Kreisdienststelle zu übergeben oder durch eingeschriebenen Brief einzusenden. Die Ausgabe der Anschlußkarte erfolgt dann gebührenfrei. Wann erhält man den KdF=Wagen? Den einzelnen Gauen werden im voraus bestimmte Mengen von KdFWagen, sogenannte Kontingente zugewiesen Nach Ablieferung der dritten vollgeklebten Karte erhält der Sparer eine Bestellnummer, die die Reihenfolge der Auslieferung innerhalb der Gau=Kontingente regelt. Sind Mindestsparer benachteiligt? Aus der Sparkarte ist das voraussichtliche Lieferjahr für den KdFWagen ersichtlich. Durch eine sinnreiche Kombination zwischen der Kontingentierung und der Erteilung der Bestellnummern wird eine Benachteiligung der reaelmäßigen Mindestsparer insofern vermieden als die Lieferung des KdF=Wagens in dem eingetragenen Jahr gesichert ist. Ist ein Rücktritt möglich? Ein Rücktritt ist grundsätzlich ausgeschlossen. Nur in besonders gelagerten Ausnahmefällen, die gewissenhaft geprüft werden, kann die Genehmigung zur Rückerstattung der eingezahlten Beträge unter Abzug eines Betrages für Verwaltungskosten usw. erteilt werden. Die sozialen Verhältnisse der betreffenden Volksgenossen spielen bei der Beurteilung eine ausschlaggebende Rolle. Wo wird der Wagen ausgeliefert? Als Lieferungsort ist einmal das Werk selbst und zweitens die Gaustadt des Sparers vorgesehen. Wählt der Sparer die Gaustadt, so geht der Transport vom Werk dorthin zu seinen Lasten. Wie erfährt man technische Angaben? Eine Schrift mit farbigen Abbildungen und technischen Angaben, die in den KdF=Dienststellen zu haben ist, gibt hierüber Auskunft Welche Farbe hat der Wagen? Für die ersten Produktionsjahre kommt eine Lackierung in dunklem Blaugrau zur Anwendung, die gegen Witterungseinflüsse und Rostschäden äußerst unempfindlich ist. Erst später ist es möglich, auch andere Farben zu berücksichtigen. Wie steht's mit Fahrunterricht und Garagen? Die Deutsche Arbeitsfront ist damit beschäftigt, diese wichtigen Fragen zu klären und dabei eine Basis zu erreichen, die für alle Volksgenossen tragbar ist. Die bisherigen Leistungen der NS=Gemeinschaft Kraft durch reude bürgen dafür, daß auch auf diesen schwierigen ebieten zufriedenstellende Lösungen erzielt werden. Alle Arbeiter der Pariser Metallfabriken in Urlaub. Vierzehn Tage Arbeitslohn. (!) Paris, 7. August. Am Sonnabend haben sämtliche Metallfabriken von Paris und den Vororten für 14 Tage bis zum 22. August ihre Tore geschlossen. Gegen eine Viertelmillion Arbeiter und Angestellte aus den großen französischen Automobil=, Flugzeug=, Elektro= und Motorenwerken haben damit heute zumersten Male gemeinsam einen bezahlten Urlaub angetreten. Die französische Bahnverwaltung hatte insgesamt 245 Sonderzüge für Samstag angesetzt, von denen jeder etwa 1000 Fahrgäste beförderte. Außerdem waren Autobuskarawanen bereits für mehrtägige Ausflüge bereitgestellt. Der Arbeiterurlaub gilt als großes Ereignis. In der Presse werden hysterische Stimmen dazu laut: Was bedeutet das für einen Ausfall an Flugzeugen, Lastwagen, Kanonen, Granaten, Infanterie= und Flakgeschützen und Munition, während in der gleichen Zeit die deutsche Rüstungsindustrie mit doppelter und dreisacher Belegschaft weiter arbeite! Und wenn, so fragt„Epoque“ hysterisch und ängstlich, in dieser Zeit zwischen dem 6. und 23. August die Mobilmachung ausgerufen würde, wie sollen dann die in ganz Frankreich zerstreuten Arbeitermassen an ihre Drehbänke und ihr laufendes Band zurückgeholt werden? Man könne nur sagen, daß es sich wahrscheinlich um eine Absurdität handele, in einem Augenblick, wo die Rettung Frankreichs einzig und allein von seiner Produktion abhänge, dieses Schauspiel der leeren, verlassenen und toten Pariser Metallindustrie nach außen hin zu bieten Der Selbsterhaltungstrieb der Nation könne das einfach nicht dulden. Vor allem sei Sicherheit notwendig usw. usw. Freiwilliger Eintritt in die heeresunteroffizierschule. Berlin, 7. August. Die Heeresunteroffizierschulen stellen im Herbst 1939 Freiwillige als Unteroffiziernachwuchs für die Truppenteile des Heeres ein. Die Ausbildung in den Unteroffizierschulen dauert zwei Jahre. Kosten entstehen für den Bewerber nicht. Bei Bewährung erfolgt nach Beendigung der Ausbildung Beförderung zum Unteroffizier und Versetzung zu einem Truppenteil. Voraussetzung für die Einstellung ist, daß der Bewerber a) in der Zeit zwischen dem 15. 10. 1919 und dem 15. 10. 1922 geboren ist. b) die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt, c) wehrwürdig ist, d) tauglich für den Wehrdienst ist(erforderliche Mindestgröße 165 cm. Brillenträger, Abiturienten und Bewerber, die bereits gedient haben, können nicht eingestellt werden), e) deutschen oder artverwandten Blutes ist, f) gerichtlich nicht vorbestraft und auch sonst unbescholten ist, g) unverheiratet ist, h) seine Arbeitsdienstpflicht erfüllt hat(bei Annahme als Freiwilliger wird die Heranziehung zum Reichsarbeitsdienst behördlicherseits veranlaßt. Irgendwelche besondere Schritte des Bewerbers selbst sind hierzu nicht erforderlich), i) die schriftliche, amtlich beglaubigte Einwilligungserklärung seines gesetzlichen Vertreters zum freiwilligen Eintritt vorlegt. k) notwendige Zahnbehandlung vor der Einstellung durchgeführt hat. Die Einstellung kann erfolgen bei den Unteroffizierschulen in Potsdam, Sigmaringen und Frankenstein (Schlesien). Bewerbungen für die Einstellung in eine der vorstehenden Unteroffizierschulen sind umgehend nur an die Unteroffizierschule Potsdam in Potsdam=Eiche zu richten. Die Bewerber werden nach Möglichkeit in die Unteroffizierschulen eingestellt, für die sie sich bewerben; aus dienstlichen Gründen kann jedoch auch eine Zuteilung zu einer anderen Unteroffizierschule erfolgen. Den Anträgen auf Einstellung sind beizufügen: a) für noch nicht gemusterte Bewerber der Freiwilligenschein oder für bereits gemusterte Bewerber Auszug aus dem Wehrpaß(bei der zuständigen polizeilichen Meldebehörde zu beantragen, bei der auch die amtlich beglaubigte Erlaubnis des gesetzlichen Vertreters zum freiwilligen Eintritt vorzulegen ist), b) ein selbstgeschriebener Lebenslauf, c) das letzte Schulzeugnis(nicht Berufsschulzeugnis), d) 2 Paßbilder(bei Profilbild) in bürgerlicher Kleidung ohne Kopfbedeckung, nicht in Uniform, Größe 3,2 mal 5,2 cm, mit Namensangabe auf der Rückseite. Von Bewerbern aus dem Lande Oesterreich sind nur die Unterlagen nach b) bis d) beizufügen. Die Bewerber haben sich für eine Gesamtdienstzeit von 12 Jahren zu verpflichten. Bewerber, die für eine Einstellung in Aussicht genommen werden, werden im Laufe der Monate November und Dezember 1938 einer besonderen Prüfung unterzogen. Diese werden bei einem in der Nähe des dauernden Aufenthaltsorts des Betreffenden liegenden Truppenteil durchgeführt. Angenommen werden nur körperlich und geistig gut veranlagte Bewerber. Mal ein heiterer„Grenzzwischenfall" + Grottau, 6. August. Ein köstlicher Grenzzwischenfall ereignete sich dieser Tage in Grottau. Eine Frau aus Gablonz verbrachte mit ihrem kleinen Sohn ihren Urlaub bei Verwandten in Sachsen. Vor ihrer Rückreise brachten nun Verwandte und Bekannte dem Knaben Schokolade und andere Süßigkeiten. Der Kleine verstaute diese für ihn so herrlichen Sachen in einem kleinen Köfferchen und fuhr damit ab. Seine Freude wurde jedoch an der Grenzstation in Grottau gestört, denn der tschechische Zollbeamte räumte das kleine Köfferchen mit der Schokolade aus und beschlagnahmte die Sachen. Der Kleine fing nun ein Höllengeschrei an, und die Mutter war nicht imstande, ihn zu beruhigen. Das Weinen des Knaben mußte denn doch das Herz des tschechischen Grenzbeamten erweicht haben, und er reichte dem Kleinen die Schokolade mit einem freundlichen Lächeln und dem Bemerken:„Was sagt man denn?“, worauf der Kleine sich stramm stellte, die Hand zum Deutschen Gruß erhob und laut vernehmlich„Heil Hitler!“ rief. Zwei Jagdflugzeuge in 3000 Meter höhe zusammengestoßen. DNB Prag, 6. August. Freitag ereignete sich bei einer Uebung im Raume von Tschelakowitz bei Brandeis in Böhmen in der Höhe von rund 3000 Metern ein Zusammenstoß zweier Jagdflugzeuge. BeideFlugzeuge stürzten ab, wobei der Pilot des einen Flugzeuges ums Leben kam. Der Pilot des zweiten Flugzeuges sprang mit dem Fallschirm ab und erlitt leichtere Verletzungen. Hauptschriftleiter: Dr. Ernst Buhla(in Urlaub); in Vertretung und verantwortlich für Münster und das Münsterland: Dr. Fritz Rediger, beide in Münster i. W. Stellvertreter des Hauptschriftleiters und verantwortlich für Politik, Unterhaltung und Westdeutschland Hermann Diebold, Gelsenkirchen-Buer; für Handel und Sport: Dr. Anton Henkel in Dortmund; für den mün sterländischen Sport: Rudolf Öchsenknecht, Münster: Berliner Schriftleitung: Hans Joachim v. Winterfeld Berlin; für den Zeno-Anzeigenteil: Dr. Erich Alt meppen, Münster i. W. Druck u. Verlag: Zeno Gmbh Münster i. W. Zur Zeit gültiger Ahzeigen-Tarif für die Zeno-Gesamtauflage Nr. 9 vom 10. 12. 1935. Durchschnittsauflage VII. 1938: Zeno-Zeitung insgesamt über 41 000, enthaltend Ahlener Volkszeitung, Ahlen, über 8000;— Allgemeine Zeitung, Coesfeld, über 5300;— Borkener Zeitung. Borken, über 3200;— Bürgerblatt, Emmerich üiber 1800;— Dülmener Zeitung, Dülmen. über 2000;— Halterner Zeitung, Haltern, über 1700;— Kreiszeitung Ahaus, über 3600;— Münsterländische Volkszeitung. Rheine, über 4800;— Emsländische Tageszeitung (Lingen), Rheine, über 1050;— Neuer Emshote. Warenlorf, über 2400;— Tageblatt, Ochtrup, über 1700;— Volksblatt, Bocholt, über 6650;— Volkszeitung, Emedetten, über 2000;— Volkszeitung, Dorsten. über 1800. Von Noh Zwei Bergleute tödlich verunglückt. :: Datteln. 6. August. Auf der Zeche Emscher=Lippe wurden die Bergknappen Josef Rogolla und Alois Witte verschüttet. Die Rettungsarbeiten hatten keinen Erfolg, denn die beiden Bergleute konnten nur als Leichen geborgen werden. Zusammenstoß zwischen Auto und Motorrad. Ein Toter, eine Schwerverletzte. X Sinsen i. W., 6. August. Am Freitagabend stieß auf der Haltener Straße in Sinsen, und zwar an der Kreuzung Schulstraße Bahnhofstraße, ein Personenkraftwagen mit einem Kraftrad zusammen. Der Fahrer des Kraftrades, der 35 Jahre alte Gerhard Schatter aus Castrop=Raurel, wurde hierbei tödlich verletzt. Eine auf dem Soziussitz mitfahrende Frau aus Hüls erlitt schwere Verletzungen und mußte in bedenklichem Zustand in das Prosperhospital eingeliefert werden. Unwetter mit Blitzschlägen uver Ostwestfalen und Lippe. — Bielefeld, 7. August. Ueber Ostwestfalen ging ein schweres Unwetter nieder. Blitzschläge verursachten verschiedentlich Feuersbrünste. So wurde in Obersteinhagen das Wohnhaus des Schneiders Johannpeter eingeäschert; nur ein Teil des Mobiliars konnte gerettet werden. Weiter zündete der Blitz im Hauptgebäude des Bauern Bartling in Oldentrup und im Wohnhaus des Bauern Josef Wullengard in Avenwedde. Beide Gebäude brannten völlig nieder. Im Kreise Warendorf wurden zwei mit Erntevorräten gefüllte Scheunen vernichtet. Auch das Lipperland wurde von einem heftigen Unwetter, verbunden mit starken Niederschlägen, heimgesucht. Auf den Feldern und in den Obstgärten wurde großer Schaden angerichtet. In der Gemeinde Niewald bei Heiden traf der Blitz das Anwesen des Bauern Dröge. Die gesamte Besitzung stand bald in Flammen und fiel dem Feuer zum Opfer. Weiter schlug der Blitz in zwei Gebäude in Donop und in eines in Leopoldhöhe. Beträchtliche Zerstörungen richtete ein Blitzschlag im Detmolder Wasserwerk bei der Gaststätte Friedenthal an. Drillinge. — Lathen(Ems), 7. August. In der Gemeinde Neurhede wurden einem Ehepaar Drillinge geschenkt. Mutter sowie die beiden Mädchen und der Junge sind wohlauf. Schöpfer des Hunsrücker museums tödlich verunglückt. :: Simmern. 6. August. Der Schöpfer und Leiter des Hunsrücker Heimatmuseums in Simmern, Rektor Karl Wagner, verunglückte zwischen Kümbdchen und Keidelheim tödlich. Er wurde mit seinem Leichtmotorrad vom Anhänger eines ihm entgegenkommenden Lastzuges erfaßt und zu Boden geschleudert. Wagner war auf der Stelle tot. Rektor Wagner war als Hunsrück=Heimatforscher weiteren Kreisen bekannt. Als Schöpfer und Leiter des Museums in Simmern hat er sich bleibende Verdienste erworben. Er hinterläßt Frau und zwei Kinder. Baubude stürzte zusammen. Zwei Kinder lebensgefährlich verletzt. () Essen, 6. August. Am Samstagvormittag ereignete sich auf einer Baustelle an der Irmgardstraße in Essen=Rüttenscheid ein tragischer Unglücksfall. Eine Baubude, die mit etwa 100 Zentner Aetzkalk gefüllt war, brach aus bisher noch nicht geklärter Ursache auseinander. Zwei hinter der Bude spielende Kinder, und zwar der 4jährige Heinz Bennecker und der 1 Jahre alte Walter Nierhaus, wurden von den Kalkmassen begraben und trugen schwere Verletzungen davon. Die Kinder wurden von der Feuerlöschpolizei sofort der Huyssenstiftung zugeführt. Ihr Befinden ist äußerst ernst. Die Ermittlungen über die Schuldfrage sind noch nicht abgeschlossen. und Fern. 22 000 RM gestohlen. Die Diebe in Duisburg festgenommen. Duisburg, 6. August. Im Herbst v. J. erbeuteten Diebe bei einer Kölner Firma 22000 RM., ohne daß es den Nachforschungen der Kölner Kriminalpolizei gelang, der Verbrecherbande auf die Spur zu kommen. Der Verdacht der Mittäterschaft richtete sich sofort gegen einen Angestellten des Kölner Unternehmens, der auch festgenommen wurde. Es gelang diesem jedoch, sich ein Alibi zu verschaffen, sodaß ihn die Polizei wieder freilassen mußte. Als dem Angestellten kurz darauf gekündigt wurde, zog er zu seinem Schwager nach Duisburg. Die Polizei, die thn auch weiterhin beobachtete, nahm plötzlich eine Durchsuchung der Wohnung des Schwagers in Duisburg vor, bei der festgestellt wurde, daß die beiden Männer in Saus und Braus lebten. Sonst konnten allerdings keine Beweise für diesen Diebstahl gefunden werden. Als die kleinen Scheine aus der Diebesbeute alle waren, beauftragten die beiden Männer einen Handwerker, die in ihrem Besitz befindlichen 1000 MarkScheine zu wechseln. Dieser Mann fiel jedoch bald durch sein eigenartges Verhalten auf, so daß sich die Polizei mit ihm beschäftigte. Als sich die Beamten den Bekanntenkreis dieses Mannes etwas näher ansahen, stießen sie auf den Kölner Dieb und dessen Schwager, die dann unter dem Druck des Beweismaterials den Diebstahl zugaben. 5000 Mark konnten noch sichergestellt werden, das übrige Geld war bereits verpraßt. Bisher sind in dieser Angelegenheit zehn Personen festgenommen worden. Schwere Unwetterschäden am Inmitten des Viehs zu Tode gekommen. Kleve. 6. August. Bei dem schweren Gewitter, das in der Nacht zum Samstag über dem Kreis Kleve niederging, schlug der Blitz fünfmal in landwirtschaftliche Betriebe und in mit Erntevorräten reich gefüllte Scheunen. Trotz schnellsten Einsatzes von Feuerlöschpolizei und Arbeitsdienst brannten in mehreren Fällen die Scheunen bis auf die Grundmauern nieder. Auf dem Pachthof des Bauern Lion in Apeldorn, wo außer der mit Getreide gefüllten Scheune auch die Stallungen eingeäschert wurden, kam der 23 Jahre alte aus Sterkrade stammende Schweizer Janscheck inmitten seines Viehs in den Flammen um. 24 Stück Vieh und ein wertvoller Stier wurden hier Opfer der Flammen. In Hassum wurde ein gerade vollgeladener Erntewagen auf dem Felde vom Blitz getroffen. Während das Pferd sofort tot war, kamen die beiden Ackersknechte, Vater und Sohn, mit Lähmungserscheinungen und dem Schrecken davon. Der Wagen brannte völlig aus. Neun Schafe von wildernden Hunden gerissen. Elten. 6. August. Ein Schafhalter aus Hüthum an der deutsch=holländischen Grenze fand morgens auf der Weide fünf seiner Schafe mit schweren Bißwunden verendet vor. Weitere vier Tiere waren dermaßen verletzt, daß sie notgeschlachtet werden mußten. Die vorgefundenen Spuren lassen darauf schließen, daß es wildernde Hunde waren, die in der Nacht die Schafherde angefallen haben. Vor den Augen der Mutter ertrunken. Wesel, 6. August. Bei Mehrum oberhalb von Wesel glitt die 14jährige Liesel Irrgang aus Essen=Katernberg von einem Kribbenkopf aus und stürzte vor den Augen ihrer Mutter ins Wasser. Die Strömung riß das Mädchen sogleich fort. Später wurde die Leiche im Baggerloch bei Mehrum gefunden und in die Heimat übergeführt. Artistin stürzte von einem Baum. )=( Köln. 6. August. Am Freitag kam es in Köln zu einem eigenartigen Unfall. Eine in den 20er Jahren stehende Artistin, die auf einem Trapez in einem Baum in einem Freilichtvariete zur Zeit auftritt, machte sich in dem Baum nach der Vorstellung noch zu schaffen. Es wird vermutet, daß sie dort etwas nachprüfen wollte. Plötzlich brach ein Ast. Die Artistin stürzte zu Boden und erlitt lebensgefährliche Verletzungen. Auf dem Wege zum Krankenhaus starb sie. Sühnerhabicht greift eine Frau an. () Koblenz, 6. August. Am Fuße des Kühkopfes stieß ein Hühnerhabicht in einen Hühnerstall und bekam eines der Hühner zu fassen. Eine Frau, die durch den Lärm aufmerksam wurde, näherte sich mit einem Holzscheit dem Hühnerhabicht, der daraufhin sofort von seinem Opfer abließ und die Frau angriff. Die Frau verabreichte dem Räuber einen wuchtigen Schlag auf den Kopf, sodaß er tot liegen blieb Schweres Brandunglück im Kreise Diepholz. — Diepholz, 7. August. Durch ein schweres Brandunglück wurden am Freitag in Marl im Kreise Diepholz die Sunderbruchsche Mühle, eine Mahl= und Sägemühle, mit großen Holzvorräten und etwa 6000 Zentner Getreide der verschiedensten Art sowie ein benachbartes Bauernhaus vernichtet. Das Feuer brach frühmorgens aus bisher noch ungeklärter Ursache in einem der Mühle vorgebauten Dreschhaus aus. Die aus der weiteren Nachbarschaft zusammengezogenen Wehren mußten sich in der Hauptsache darauf beschränken, die in der Nähe liegenden Gebäude zu schützen. Als das Feuer etwa vier bis fünf Stunden gewütet hatte, war von dem ganzen Mühlenbetrieb nichts als ein wüster Trümmerhaufen übrig geblieben. Dasselbe trostlose Bild bot auch der benachbarte Hof des Bauern Eickhoff. Glücklicherweise war es gelungen, das Vieh und auch den größten Teil der Ackergeräte und des Hausrates rechtzeitig in Sicherheit zu bringen. Das Wohn= und Stallgebäude selbst wurde jedoch völlig vernichtet. -md= Münster, 7. Aug. Unsauberkeit in den Wirtschaftsräumen einer Gaststätte. Das Schöffengericht in Münster verurteilte die frühere Inhaberin einer münsterschen Gaststätte, die jetzige Frau Schäfer, verwitwete Wielers, zu einer Geldstrafe von 600 Rm. und sprach ihr das Recht zur Führung einer Speisewirtschaft ab, da durch die Untersuchungen festgestellt worden war, daß in den Wirtschaftsräumen der Gaststätte eine unverantwortliche Unsauberkeit herrschte. Bei der Revision wurden Reste verfaulten Fleisches und verdorbene Eßwaren festgestellt, so daß das Lokal zeitweilig geschlossen werden mußte. Heute befindet sich der Betrieb in anderen Händen und bietet nach gründlicher Renovierung die volle Gewähr für die in Gaststätten erforderliche und vorgeschriebene Sauberkeit. md= Warendorf, 7. Aug. Blitzschäden auf dem Lande. Freitag gegen 17 Uhr ging über den Kreis Warendorf ein schweres Gewitter nieder, das zum Teil auf dem Lande Schaden angerichtet hat. An einer Stelle schlug der Blitz in eine Scheune ein, in der ein Bauer und seine Angehörigen versammelt waren Die Bauernfamilie trug weiter keinen Schaden davon, während in der Scheune selbst 15 Fuder Roggen vollkommen verbrannten. Eine Viertelstunde später schlug der Blitz in eine zweite Scheune in Harsewinkel ein, in der die gesamte Ernte eines Bauernhofes untergebracht war. Scheune und Inhalt brannten vollständig nieder. :: Warendorf, 7. Aug. Schwerer Unfall. Der bei dem Wagenbauer und Stellmachermeister Heinrich Lohmann beschäftigte Geselle Heinrich Wünnemann im benachbarten Everswinkel erlitt einen schweren Unfall. Er war an einer Fräsmaschine beschäftigt. Dabei brach die Spindel und flog ihm an den Kopf. Er wurde mit schweren Schädelverletzungen in das Everswinkeler Krankenhaus gebracht. Sein Zustand ist bedenklich. Wichtige Fragen der Eierversorgung. Aus der Tätigkeit der Westf. ProvinzialEierverwertungs=Genossenschaft. A Münster, 7. August. Dem von der Westfälischen Provinzial=Eierverwertungsgenossenschaft eGmbH vorgelegten Geschäftsberichte entnehmen wir: Die Lage auf dem Eiermarkte war im Jahre 1937 gekennzeichnet durch eine das ganze Jahr hindurch anhaltende geringere oder größere Verknappung. Trotz des Steigens der Produktion und Vermehrung der Einfuhr konnte der Bedarf nicht voll gedeckt werden. Die Ursachen dieser Verknappung sind zu suchen in einer außerordentlichen Steigerung des Verbrauchs, die durch die gewaltigen Erfolge der Arbeitsschlacht und die dadurch bedingte Steigerung des Volkseinkommens hervorgerufen wurden. Die genossenschaftliche Eiererfassung ging im Jahre 1937 weiter zurück, wenn auch bei weitem nicht so stark wie in den beiden vorhergehenden Jahren. Im Jahre 1937 wurden von den angeschlossenen Genossenschaften 41 049 847 Eier erfaßt(im Vorjahre 46 441 979). Durch die Westfälische Provinzial=Eierverwertungsgenossenschaft wurden 1912 123 Eier verwertet, durch die angeschlossenen Genossenschaften in erster Linie zur Deckung des örtlichen Bedarfs 25 237715 Eier. Die Westfälische ProvinzialEierverwertungsgenossenschaft(WPEG) zahlte den Genossenschaften einen Durchschnittspreis im Jahre 1937 von 9,17 Rpfg. gegen 8,91 Rpfg. in 1936, 8,79 Rpfg. in 1935 und 8,09 Rpfg. in 1934. Die Gesamterfassung der der WPEG angeschlossenen Genossenschaften und die Zuweisungen des Eierwirtschaftsverbandes stellten sich im Jahre 1937 auf 72 443 867 Eier gegen 60 762 064 im Vorjahre. Die Notwendigkeit einer ordnungsmäßigen Erfassung und gerechten Verteilung der anfallenden Eiermengen veranlaßten den Eierwirtschaftsverband Westfalen im Jahre 1937 zu grundsätzlichen Neuregelungen Zunächst wurden, um die Zahl der an der Erfassung beteiligten Betriebe zu verringern, die Erfassung von der Erteilung getrennt. Die Einteilung der Erfassungsgebiete wird es jetzt dem Wirtschaftsverbande ermöglichen, den Bedarf für das ganze Gebiet gerechter zu decken, besonders dann, wenn die vorgesehene Selbstmarkterbeschräfkung hinzukommt. Die Bilanz für Ende 1937 hat sich mit 227 553,83 Reichsmark gegen die Schlußsumme der vorjährigen Bilanz in Höhe von 226 927,81 Rm. kaum verändert. Die Außenstände sind jedoch weiterhin erheblich zurückgegangen und belaufen sich auf 45 025,14 Rm. gegen 107 310,50 Reichsmark Ende 1936. Ihnen gegenüber stehen die Forderungen der Mitglieder Ende 1937 mit 36 969,87 Rm. gegen 70 944,90 Rm. Ende 1936. Der Reingewinn wird mit 13 124,04 Rm. ausgewiesen und wurde durch Beschluß des Vorstandes wie auch Genehmigung des Aufsichtsrates und der Generalversammlung je zur Hälfte dem Reservefonds und der Betriebsrücklage überwiesen. Die Berliner Einbrecher Gebrüder Saß endlich überführt. Bank= und Geldschrankeinbrüche aus den Jahren 1926 bis 1932 aufgeklärt. Berlin, 7. August. 4 A I Die Berliner Kriminalpolizei konnte nach monatelanger und äußerst muyevoller Ermittlungsarbeit die berüchtigten Berliner Einbrecher Franz und Erich Saß, zahlreicher Bank=, Geldschrank= und sonstiger Einbrüche, die sie in den Jahren 1926 bis 1932 verübt hatten, überführen. Nachdem die beiden Verbrecher aus Dänemark, wo sie vier Jahre Gefängnis verbüßt hatten, nach Deutschland abgeschoben waren, ging nun die Berliner Kriminalpolizei im Einvernehmen mit den Justizbehörden daran, die noch ungesühnten Straftaten der Gebrüder Saß zu klären. In erster Linie handelte es sich hierbei um die Aufklärung des Tresoreinbruchs bei der Disconto=Gesellschaft am Wirtenberg=Plat aus dem Jahre 1929. Wie erinnerlich, waren im Januar 1929 unbekannte Täter nach Anlegung eines Schachtes vom Keller aus in die Stahlkammer der Filiale der Disconto=Gesellschaft in der Kleiststraße 23 am Wittenbergplatz eingedrungen. Aus 179 aufgebrochenen Schließfächern wurden Bargeld und Devisen im Gesamtbetrage von schätzungsweise 160 000 Mark sowie Schmucksachen von erheblichem Wert gestohlen. Schon damals waren die Brüder Saß festgenommen worden, weil sie der Tat dringend verdächtig waren. Ihre Ueberführung war jedoch nicht möglich. Erst nach dreimonatigen, durch das Verhalten der Verbrecher außerordentlich erschwerten Vernehmungen und Feststellungen ist es jetzt der Kriminalpolizei schließlich gelungen, das damalige Material so zu vervollständigen, daß die Gebrüder Saß einer ganzen Reihe großer Einbrüche, darunter auch des Tresoreinbruchs bei der Disconto=Gesellschaft, einwandfrei überführt sind. Insbesondere liegen auch entsprechende Geständnisse vor. Es ist nunmehr damit zu rechnen, daß die Staatsanwaltschaft in allernächster Zeit Anklage erheben wird, damit diese berüchtigten Verbrecher endlich ihre gerechte Strafe empfangen. Wetterbericht Reichswetterdienststelle Essen=Mülheim. ho Mit Das hochsommerliche Wetter ist vorbei. Ueber Nordfrankreich und Westdeutschland hat sich in den letzten Tagen ein festliegendes Tiefdruckgebiet gebildet, das an seiner Westseite in einer Nord= bis Nordwestströmung feuchte Nordseeluft heranführt. Die Gewittertätigkeit, die in den letzten Tagen in Westdeutschland starke Niederschläge brachte, hört nun auf. Es wird sich abkühlen, stärkere Bewölkung und später auch Niederschläge werden sich einstellen. Vorhersage für Montag und Dienstag: Zunahme der Bewölkung, schwache nordwestliche Winde und kühler. Vereinzelt auch leichte Niederschläge. Wahrscheinliche Weiterentwicklung: Langsame Wetterverschlechterung. assische lge sy nihleten sondern ner ab. tigen L Forme war nu Bedeutu der Ver gönnt. man es in der 6) Graf Palin lehnt ab. „Der Graf kann Sie nicht empfangen.“ Arlen sprang beim Eintreten des Sekretärs auf. „Kann mich nicht empfangen? Aber sagen Sie, ihm doch, daß ich sofort mit ihm sprechen muß. Es handelt sich „Der Graf kann Sie nicht empfangen.“ Der Sekretär hatte seine Stimme erhoben und betrachtete den Besucher mit arroganter Miene. Arlen zögerte einen Augenblick. „Aber so sagen Sie ihm doch daß ich direkt von der Auktion in der Galerie Georges Petit komme“, sagte er Der junge Mann lächelte höhnisch. „Das weiß der Graf, das ändert durchaus nichts an seinem Beschluß, Sie nicht zu empfangen. Im übrigen möchte ich Ihnen raten, sich nicht in unsere privaten Angelegenheiten zu mischen. Bon soir, Monsieur.“ Arlen blieb keine Wahl. Ohne ein Wort nahm er einen Hut und ging. Er war weniger wütend über die Inverschämtheit des jungen Mannes als über seine eigene Gedankenlosigkeit. Er hätte sich denken müssen daß sein eigenes Auftreten bei der Auktion den Grafen Palin und seinen Begleiter mißtrauisch gemacht haben mußte, und er es hätte vermeiden müssen, das Hauptquartier der monarchistischen Russen ohne eine zuverlässige Empfehlung aufzusuchen Ganz gewiß war noch nichts verloren, er konnte sich immer noch durch einen seiner russischen Freunde mit dem Grafen in Verbindung setzen, aber er hatte es vermeiden wollen, einen Vermittler zu benutzen, und er hatte gewünscht, daß die Ikone so schnell wie möglich an seinen rechtmäßigen Platz kam. Während er allein sein verspätetes Mittagessen einrussischen Monarchisten, den er persönlich kannte, in Verbindung zu setzen, aber die Ikone reizte immer noch seine Neugier. Einen Schritt konnte er immer noch tun, nämlich die Herkunft der Ikone feststellen und auch, wieso sie überhaupt in die Auktion gekommen war. Die späte Stunde erschwerte die Nachforschungen des Kunsthändlers, aber als er um 12 Uhr wieder in sein Hotel zurückkam, hatte sich seine Theorie von der geheimnisvollen Bedeutung der Ikone weiter verstärkt. Niemand hatte ihm sagen können, woher sie gekommen war. Paket aus unbekannter Hand. Einer der Erben des alten Barons de Saint=Brieuc, dessen Sammlungen heute versteigert worden waren, wußte ihm eine eigentümliche Geschichte zu berichten. Ein paar Tage nach dem Tode des alten Barons war das Paket von einem unbekannten ausländischen Herrn einem der Diener ausgehändigt worden. Es schien unverständlich, daß der Baron, der ein außergewöhnlicher Kunstkenner gewesen war, solch einen Gegenstand gekauft haben sollte. Man hatte darum bei allen Kunsthändlern und Privatpersonen Rückfrage gehalten, aber vergeblich. Da sich kein Besitzer der Ikone gemeldet hatte, war sie schließlich gemeinsam mit den übrigen Sammlungen des verstorbenen Barons versteigert worden. Grant Arlen hatte nicht lange Zeit gehabt, über die letzten sonderbaren Aufklärungen nachzudenken, als er durch ein grelles Telephonläuten aus seinen Gedanken aufgestöbert wurde. Gleichgültig griff er zum Hörer. „Halla, hallo. Monsieur Arlen?“ hörte er eine nervöse Stimme. Die Ikone, die Grand Arlen am Nachmittag erstanden hatte, war gestohlen worden. Der Engländer riß die Augen auf. Gestohlen? Ja, gestohlen und très curieux, n’est-ce pas, monsieur?“ außer der Ikone war nichts aus dem ganzen Saal, der doch die wertvollsten Dinge enthielt, entfernt worden. Der Polizei war der Täter aufgefallen, als er sich aus dem Lokal schlich und ein wartendes Auto bestieg. Man hatte den Dieb verfolgt— eine rasende Automobiljagd über die Kais nach Passy zu—, aber malheureusement. monsieur— ein Motorschaden hatte die Polizei gezwungen, die Verfolgung aufzugeben. Doch man hatte noch gute Aussichten. Man glaubte eine Spur zu kennen... Wer ist der Dieb? Diese Ereignisse berichtet Arlen seinem Freunde, während er mit langen nervösen Schritten seinen kleinen Salon im Hotel Meurice durchmaß. Jan Brenner lauschte mit gespanntem Interesse. „Um welche Zeit wurde der Diebstahl in der Galerie ausgeführt?“ fragte er, als der Engländer schwieg. „Zwischen halb elf und elf.“ Aber das stimmt ja! Es muß dieselbe Ikone gewesen sein", brach der Schwede los. Mit einigen Worten unterrichtete Jan Brenner seinen Freund von den eigentümlichen Geschehnissen, die sich am selben Abend bei Nina Baranov abgespielt hatten, und von der etwas plumpen Theorie, die er darauf aufgebaut hatte. Der Engländer schwieg einen Augenblick. Dann sagte er: „Ich glaube, ich habe mich an die richtige Person gewandt, als ich dich bat, mir zu helfen. Du scheinst ein gutes Stück auf dem richtigen Wege zu sein.“ „Ich zweifle ziemlich an der Möglichkeit, daß die Polizei die Sache aufklären kann“, fuhr er nach kurzem Schweigen fort,„und wenn die Ikone wirklich mit einem politischen Geheimnis verbunden ist, wäre es auch unangebracht, daß sich die Polizei zu viel mit der Sache beschäftigte. Aber ich glaube, du wirst mir helfen können." „Womit?“ „Herauszubekommen, wer die Ikone gestohlen hat. Zwei Personen, ein Zarist und ein Tschekist, haben ihr möglichstes getan, um sie bei der Auktion zu erwerben. Ich glaube, daß beide Parteien, die Zaristen und die Bolschewiken, auch ihr möglichstes getan haben, um sie zu stehlen. Nun gilt es zu wissen wem von beiden das gelungen ist. Wenn die Ikone wirklich mit der identisch ist, die sich bei Madame Baranov befand, so beweist das doch nichts. Sie ist zwar gut bekannt bei den Zaristen, doch darfst du nicht vergessen, daß auch die Bolschewisten ausgezeichnet über alle russischen Emigranten unterrichtet sind.“ Jan Brenner dachte einen Augenblick nach. Dann antwortete er langsam: „Ich glaube, es dürfte nicht so schwer sein, zu erfahren, wer die Ikone nicht gestohlen hat.“ „Was hast du für eine Idee?“ fragte der Engländer verwundert. „Ich habe einen Plan“, antwortete Jan Brenner. Grand Arlens Gesicht zeigte einen erleichterten Ausdruck. Zum erstenmal unterbrach er seine Promenade durchs Zimmer und betrachtete erwartungsvoll seinen Freund. „Raus damit, alter Freund“, sagte er und sank neben Jan Brenner in einen Sessel. Jan Brenners Plan. An einem strahlenden Morgen voll Sonne, Dunst und herbstlicher Frische öffnete Jan Brenner, von dem frühzeitigen Lärm der Rue de Rivoli geweckt, das Fenster und sah über die sich herbstlich färbenden Baumkronen des Tuilerienparks hinweg. Die beiden Freunde hatten über den höchst merkwürdigen Doppeldiebstahl der Ikone bis spät in die Nacht gesprochen, und der junge Mann hatte es daher vorgezogen, statt so spät noch heimzukehren, in einem geliehenen Pyjama und mit dicken Schlafrock bekleidet, auf dem Salondiwan seiter Freundes zu übernachten. Aus Grant Arlens Schlafraum hörte er lange, gleichmäßige Atemzüge. Jan Brenner fand es unnötig, ihn zu wecken. Er klingelte dem Kellner, bestellte Kaffee, ein Bad und die Morgenblätter. Es war ihm darum zu tun, zu sehen, was die Presse zu dem Diebstahl in der Galerie Georges Petit sagte. Der Kellner kam mit einem Paket Zeitungen wieder und servierte den Kaffee auf einem Tisch am Fenster. Jan Brenner zündete sich eine Zigarette an und griff nach der Zeitung Sein erster Impuls war, unter den „faits divers“ sofort die Erwähnung des Diebstahls zu suchen, als seine Aufmerksamkeit unfreiwillig auf einen groß aufgemachten Bericht auf der ersten Seite hingelenkt wurde: Roter Terror in der Rue de Grenelle. Botschaftsrat klettert über die Gartenmauer. Bessedowsky kommt dem Haß der Tscheka zuvor. Jan Brenner begann zu lesen. Niemand kann wohl die phantastischen Ereignisse vergessen, die sich an diesem schönen Oktobermorgen des Jahres 1929 zutrugen, die Paris mit Entsetzen erfüllten und sich dann später über die Presse der ganzen Welt als eine authentische und idyllische Interrieurschilderung aus dem roten Paradies verbreiteten Jan Brenner vergaß für einen Augenblick seinen eigenen Fall, um zu lesen, wie Herr Bessedowsky, erster Botschaftsrat an der Sowjetbotschaft, über zwei Parkmauern klettern und mit Todesangst im Herzen zur nächsten Polizeiwache rennen mußte, wo er sich unter den Schutz der französischen Polizei stellte, nachdem er so den heimlichen Untersuchungsagenten der Tscheka, die ihn in der Gesandtschaft gefangengehalten hatten entkommen war. (Fortsetzung folgt.) athletik Ersta Hnn die nenlernt gängern Owens i Jeffre allein sch allererste streckenlä Montag, 8. August 1938 neuen Rekordzeit von 47 Sekunden ins Ziel. Howells benötigte nach dem amerikanischen Zeitnehmer 47,1, befand sich aber etwa zwei Meter hinter Harbig. Zwei deutsche Zielrichter hatten für Harbig 46,8 gestoppt! Sehr gut hielt sich der Hannoveraner Blazejezak, der bis in die Zielgerade führte und mit 48 Sekunden noch eine ausgezeichnete Zeit lief. Der Olympiasieger Hein aus Hamburg hatte von dem Zweizentnermann Folswarthny nichts zu befürchten, da der riesige Amerikaner nicht die ausgefeilte Wurftechnik des Deutschen besitzt. Es dauerte indes lange, bis Hein den richtigen Dreh heraus hatte und über die 55 Metermarke kam. Endlich mußte seine eigene Höchstleistung von 56,68 m daran glauben und das Bandmaß schnellte auf 57,20 vor. Das bedeutet nicht allein neuen Deutschen Rekord, sondern eine neue Weltbestleistung für das Jahr 1938! Die Veranstaltung förderte auch zwei vielversprechende Nachwuchsleute ans Tageslicht. Hochgeschurz aus Oberhausen blieb dem wunderbar gelockert laufenden Amerikaner Rideout während des erbitterten Ganges über 1500 Meter immer dicht auf den Hacken und unterlag dem wirbelnden Endspurt Rideouts nur knapp. Der Deutsche kann sich noch verbessern; der Lauf des amerikanischen Studenten ist ein sportlich=aesthetischer Genuß! Ebenso harten Widerstand fand der amerikanische 5000 Meterspezialist Mehl in dem Bochumer Legge. Ein Dreierfeld Mehl—Legge—Bachheim führte in sich abwechselnden Spurts während der 11 Runden vor dem übrigen weit nachhinkenden Troß. Als Mehl sich anschickte, seinen Endspurt zu beginnen, schoß auch Legge nach vorn und kämpfte mit letzter Kraft bis ins Zielband, das Mehl nach scharfem Antritt mit kurzem Vorsprung zerriß. Eine rein amerikanische Angelegenheit war der 800 Meterlauf. Die Mittelstreckler Marion, Howells und Rideout durchliefen in ebenmäßigem Tempo die Strecke und kamen in der vorgenannten Reihenfolge ein. Lang unentschieden war der Ausgang des Kugelstoßens. Der riesige Neger Watson, das erste namhafte Zehnkampftalent der schwarzen Rasse, lag mit seinen Würfen ungefähr bei 15 Meter, als Lampert von München 1860 15,33 m erreichte. Watson wurde sichtlich nervös und bequemte sich, seine Trainingshose abzustreifen— und siehe da, es wurden im letzten Durchgang 15,65! Weniger überzeugend war der Neger im Hochsprung, wo er bei 1,90 ausschied. Der deutsche Meister Weinkötz befand sich außer Form und stolperte bei 1,91. Diese sich lang hinziehende Konkurrenz gewann Mariens(Kiel) mit 1,95 vor Gehmert(Köln) 1,93. Eine Enttäuschung war allein der Speerwerfer Soper, den man um 10 Meter zu weit eingeschätzt hatte. Mit Ach und Krach kam der Amerikaner auf 56.87. Kipp von Iserlohn war dem Sieg mit durchschnittlich guten Würfen, von denen der beste mit 55,70 gewertet wurde, sehr nahe. Nicht zuletzt sei der glänzende 110=m=Hürdenlauf erwähnt. Die Bahn war durch den heftigen Gewitterregen schlecht geworden, trotzdem durchlief der Deutsche Meister Kumomann- Köln die Bahn in 14,6 Sekunden, wobei er eine Hürde warf. Pollmanns=Düsseldorf benötigte 15,1, dahinter kam Lück=Schwelm in 16,2 Sek. Der veranstaltende Verein OSV Hörde stellte den Sieger im 100=m=Hürdeenlauf, namlich Ebert. der in 57,9 vor Ceto(Hüttenverein) 59,5 gewann. Ein hoffnungsvolle Talent scheint der junge Bochumer Lüttecke zu sein der in 10,8 Sek. den Dortmunder Hassenpflug schlug. Der OSV Hörde hat die Sache gut gemacht. Zuers kam die Abwicklung zwar nur schleppend in Fluß, un der Starter verursachte einige Fehlstarts. Das gab sic nachher und das Publikum konnte ungetrübt den Wett kämpfen folgen. Die Bekanntgabe der Teilnehmer und Sieger erfolgte schnell und zuverlässig. Der Ausklang entsprach dem eindrucksvollen Bild, das der Einmarsch mit den Nationalfahnen und der Begrüßungsfeierlichkeit vermittelte. Die Ergebnisse: Einladungswettbewerbe. 100 m: 1. EllerbeeUSA 10,4; 2. Jeffrey USA 10,5; 3. Steinmetz=Frankfurt 10,5; 4. Buthe=Pieper=Schalke 96 10,8; 5. Greer=USA 11,0; 6. Konze=Radevormwald. 200 m: 1. Jeffrey 21,1; 2. Ellerbee 21,3; 3. Steinmetz 218; 4. Helm=ASV Köln 22,5. 400 m: 1. Harbig=Dresden 47,0 Sek.(neuer deutscher Rekord): 2. Howells=USA 47,4; BlazejezakHannover 48,0; 4. Helm=ASV Köln 48,6. erreichen waren, ein. Der schlanke, unglaublich leicht antretende Ellerbee gewann, fast ohne sich anzustrengen, die 100 Meter in 10,4 Sekunden, eine Zeit, die z. B. Houben, einer der größten Deutschen auf der Aschenbahn, nie erreicht hat. Genau so spielend gewannen die Amerikaner die 200 Meter, nur daß diesmal Ellerbee den Sieg an Jeffrey abtrat, indem er kurz vor dem Ziel stoppte, um das übrige Feld zu halten. In der 4 mal 100 Meterstaffel wurde der deutsche Rekord von der USA=Mannschaft um zwei Zehntelsekunden unterboten. Die mit Ausnahme von Steinmetz(Frankfurt) nur mit mittelmäßigen Leuten antretenden Deutschen hatten gegen Greer— Marion— Jeffren— Ellerbee nichts zu bestellen. Die Großtaten der Amerikaner wurden von zwei verblüffenden Leistungen deutscher Meister fast noch beschattet, Das war der Rekordlauf von Harbig=Dresden über die 400 Meter und der Hammerwurfrekord von HeinHamburg. Harbig war offensichtlich nach Dortmund gekommen, um dem 400 Meterrekord das Lebenslicht auszublasen. Bis in die letzte Muskel trainiert, ging der Dresdener an den Start. Der Amerikaner Howells spritzte beim Startschuß vor, aber der Deutsche Meister hatte inn bei 50 Meter bereits erreicht und lief von da ab unangefochten, die Schnelligkeit aber unerhört steigernd, in der Dortmund, 7. August. Mit dem Amerjkaner=Sportfest, das der wagemutige Olympische Sportverein Hörde veranstaltete, wurde nach vielen Jahren in Westfalen wieder ein hochlassisches Leichtathletikfest abgewickelt, von dem man noch Ange sprechen wird. Mit den elf amerikanischen Leicht#hleten erschien nicht nur allererste Weltklasse am Start, sondern auch Deutschland stellte einige seiner besten Könner ab. So kam es, daß man sich sowohl an den prächtigen Leistungen der Amerikaner als auch an der guten Form einiger deutschen Athleten erfreuen konnte. Es war nur bedauerlich, daß die Zuschauerzahl mit 5000 der Bedeutung des Festes nicht ganz entsprach. Man hätte der Veranstaltung gern noch einen größeren Rahmen gegönnt. Aber vielleicht hat das Fest doch so gezündet, daß man es dereinst als einen Auftakt zu einer neuen Epoche in der ruhmreichen Tradition der westfälischen Leichtathletik bezeichnen kann. Erstaunlich ist das Sprinterreservoir der Amerikaner, Ann die jungen Kurzstreckenleute, die wir diesmal kennenlernten, werden einst sicherlich mit ihren großen Vorgangern wie Paddock, Tolan, Metcalfe, Wykoff und Owens in einem Zug ausgesprochen werden. Ellerbee, Jeffrey und Greer sind heute ein Dreigestirn, das allein schon jede leichtatletische Veranstaltung zu einem allerersten Schlager machen kann. Diese drei Kurzstreckenläufer heimsten alle Triumphe, die eben nur zu Gießen, 7. August. Die deutsche Amateur=Straßemeisterschaft wurde am Sonntag auf einer 4 mal zu durchfahrenden 55 km langen Rundstrecke bei Gießen a. d. Lahnn zum Austrag gebracht. Das Rennen nahm in gewisser Hinsicht nicht den erwarteten Verlauf, denn den Sieger stellten weder die starke Schweinfurter=, noch die Chemnitzer Gruppe, sondern die Reichshauptstadt in Herbert Schmidt vom Postsportverein. Schmidt war zweiffellos einer der stärksten Fahrer des Feldes. Er ging auf der hügeligen Strecke recht haushälterisch mit seinen Kräften um und gewann nach einer Fahrzeit von 6:04:30 Std. den Spurt vor Josef Balling=Schweinfurt,, Weimer=Stuttgart, Wevelsiep=Velbert, Bösch=Lustenau und weiteren sechs Fahrern. Wie schwer das Rennen war, geht schon aus der Tatsache hervor, daß von 85 gestarteten Fahrern nur 15 das Ziel erreichten. Weniger die große Hitze als viel mehr das Kopfsteinpflaster in einigen hessischen Ortschaften räumten mächtig unter den Fahrern auf. Die meisten Favoriten wurden ein Opfer von Materialschäden und Stürzen, so der Berliner Irrgang, der Schweinfurter Heller, der Münchener Krückl, der Kölner Meurer und der Aachener Kropp sowie der Franksurter Baer. Schon in der ersten Runde— es ging jeweils von Beginn über Reiskirchen, Grunberg, Lollar zurück zum Ausgangspunkt— wurde das Feld stark gelichtet. Der Münchener Zöbig verzeichnete den ersten Reifenschaden, dann schied Möller=Wuppertal, Plappert und Weischedel=Stuttgart, Irrgang=Berlin und Heller=Schweinfurt aus. Irrgang hatte Rahmenbruch, während Heller nach einem glimpflich verlaufenen Sturz die Weiterfahrt einstellte. In der zweiten Runde hielt das scharfe Tempo an. Am Lollarer Kopf(102 km) zog sich das Feld weit auseinander, aber bei der Talfahrt schlossen die abgefallenenn Fahrer wieder auf.. In die dritte Runde, die ziemlich verhalten gefahren wurde, gingen noch etwa 30 Fahrer. Der Wiener Strakati, der nach einem Reifenschaden in glänzender Fahrt wieder aufgeschlossen war, mußte das Feld bald darauf endgültig ziehen lassen, da er sich bei der Verfolgung der Spitzengruppe zu sehr verausgabt hatte. Ebenso schieden Müllerklein, Kropp und der Gießener Neumann aus. In die Schlußrunde ging eine elf Mann starke Spitzengruppe, aus der vorübergehend der Chemnitzer Hackebeil wegen Reifenschadens ausschied. Er konnte zwar nach sieben Kilometern Alleinfahrt wieder aufschließen, hatte sich dabei aber zu sehr verausgabt, so daß er im Endspurt keine wesentliche Rolle mehr zu spielen vermochte. Der Stuttgarter Weimer zog den Spurt auf einer 800 Meter langen Steigung an den Gießener Kasernen an, aber Schmidt hatte die größeren Reserven, ging spielend vorbei und siegte mit drei Längen Vorsprung. Ergebnisse: Deutsche Meisterschaft im Einstreckenfahren für Amateure über 220 km: 1. Herbert Schmidt=Berlin(Postsportverein) 6:04:30 Std.; 2. Balling=Schweinfurt; 3. Weimer=Stuttgart; 4. Wevelsiep=Velbert; 5. Bösch=Lustenau; 6. Lück=Duisburg; 7. Schellhorn=Schweinfurt; 8. Hackebeil=Chenmnitz; 9. IscheHannover: 10. Peter=Schöneberg; 11. Seufert=Schweinfurt(alle dichtauf); 12. Lepka=Berlin 6:05:10 Std.; 13. Bille=Dortmund; 14. Vennedey=Bielefeld; 15. Bocarren=Wuppertal. gewann Ellerbee(USA) die 100 Meter in 10,4 Sek. vor Jeffrey. Photo(2): Tiefensee. 800 m: 1. Marion=USA 1:53,1; 2. Howells=USA] 4X100=m=Staffel: 1. US A(Greer, Marion, Jeffrey, Ellerbee) 40,6 Sek.; 2. Deutsche Auswahl(Blazejezack, Buthe=Pieper, Steinmetz, Lüttecke) 41,8 Sek.; 3. Schwelm 06 44 Sek. 1:53,5; 3, Rideout=USA 1:54,5; 4. Heß=Barmen 1:55,1. 1500 m: 1. Rideout=USA 3:56,8; 2. HochgeschurzVfL Oberhausen 3:57,2; Fischer=SA=Standarte 256 Hamm 4:03.2; 4. Pflaum, Eintracht Dortmund 4:04,3. 5000 m: 1. Mehl=USA 15:43,2; 2. Legge=VfL 48 Bochum 15:45; 3. Bachstein=OSV Hörde 15:49,4. 110=m=Hürden: 1. Kumpmann=ASV Köln 14,6; 2. Pollmanns=Düsseldorf 15,1; 3. Lück=FC Schwelm 06 16,2. Hochsprung: 1. Martens=Kriegsmarine Kiel 1,95 m 2. Gehmert=ASV Köln 1,93 m; 3. Weinkötz=ASV Köln 1,91 m; 4, Watson 1,80 m. Kugelstoßen: 1. Watson=USA 15,65; 2. LampertMünchen 1860 15,33 m; 3. Folswarthny=USA 13,57 m. Speerwerfen: 1. Soper=USA 56,87 m; 2. KippRothe Erde Iserlohn 55.70 m; 3. Loch=Schalke 96 49,51 m. Hammerwerfen: 1. Hein=Hamburg 57,20(neuer deutscher Rekord); 2. Folswarthny 50,35 m; 3. Lutz 2=Hüttenverein Dortmund 47,05 m. Offene Wettbewerbe. 100 m: 1. Lüttecke=TuS Bochum 10,8 Sek.; 2. Hassenpflug=Hüttenverein Dortmund 10,9 Sek.; 3. Dopf=Eintracht Dortmund 11,0 Sek.; 4. Lettau=TuS Magarethenhöhe Essen 11,1 Sek. 400=m=Hürden: 1. Ebert=OSV Hörde 57,9 Sek.; 2. Cetto=Hüttenverein Dortmund 59,5 Sek.; 3. Tutschke=OSV Hörde 60 0 Sek. Stabhochsprung: 1. Cetto 3,00 m; 2. Kremer=Tus Essen Magarethenhöhe 2,90 m. Unser Bild am Kopf des Blattes zeigt die beiden Fahnenträger Folswarthny(USA) und Weinkötz (Deutschland) mit Sternenbanner und der Hakenkreuzfahne bei der Eröffnungsfeierlichkeit in der Kampfbahn „Rote Erde“. Lt. Schröter Fünfkampfmeister der Polizei Die Kämpfe am Sonnabend. Wuppertal, 6. August. Nach dem Handgranatenweitwerfen und Weitspringen wurden die Deutschen Polizei=Fünfkampf=Meisterschaften 1938 am Samstag bei drückender Hitze mit dem Pistolenschießen und dem am Nachmittag als angenehme Erfrischung empfundenen 300 m=Schwimmen fortgesetzt. Wieder wohnte den Kämpfen General der Ordnungspolizei Daluege mit seinem Stabe bei. Nach dem zweiten Tage hat sich das Bild in der Gesamtwertung sehr geändert und nur in der Leistungsklasse I(32—40 Jahre) konnte sich Phw. Gröneveld (Bremen) an der Spitze halten. In der offenen Klasse fiel der Stuttgarter Herboldsheimer durch eine schlechte Leistung im Pistolenschießen, wo ihm nur 27 Ringe von 120 erreichbaren gelangen, weit zurück. Ueberhaupt hatte die dritte Uebung es in sich. Im Dienstanzug mußten zunächst 50 m im Sprint zurückgelegt werden, ehe innerhalb von 30 Sekunden aus 25 m Entfernung fünf Schüsse aus der Dienstpistole auf die 24er Ringscheibe abgegeben werden konnten. Leutnant der Schutzpolizei Schröter(Berlin) übernahm nach vier Uebungen mit 41 Punkten die Führung in der offenen Klasse vor SS=Untersturmführer Kretschmann(Berlin). Im Pistolenschießen erreichten Pow. Ruß(Klagenfurt) und PRw. Gemende(Berlin) je 108 Ringe, während im Schwimmen Pow. Hermes(Berlin) mit 4:17.4 Minuten weitaus der Beste war. Die Berliner hatten überhaupt ihren großen Tag und der Inspektionsbereich Groß=Berlin liegt in der Gesamtwertung nach vier Uebungen mit 321.5 Punkten weit vor der Gestapo, Amt Berlin und Bayern Nord in Führung., Der bisherige zweimalige Sieger in der Leistungsklasse II (über 40 Jahre), Phw. Mnilk(Dortmund) kam mit der dritten und vierten Uebung wiederum in Front. In dieser Klasse wurde mit 105 Ringen von Phw. Schädel (Mannheim) eine um einen Ring bessere Leistung als in der Klasse I erzielt, wo der bisherige Spitzenreiter Phw. Gröneveld(Bremen) die beste Schußleistung zu verzeichnen hatte und damit auch in Front blieb.— Ergebnisse: vter Deutsche Polizei=Fünfkampfmeisterschaften nach Uebungen(Handgranatenweitwurf, Weitsprung, Pistolenschießen 300 m=Schwimmen): Offene Klasse: 1. Lt. d. S. Schröter(Berlin) 41 Pkt.(Schießen 96 Ringe, Schwimmen 5:11,6 Min.), 2. SS=Ustuf. Kretschmann(Berlin) 97 Pkt.(93; 5:18), 3. PROw. Kaschwich(Berlin) 87,5 Pkt.(88; 5:52), 4. Pw. Bogner(Berlin) 92 Pkt.(90; 4:43,8), 5. Pw. Leifheit (Berlin) 101 Pkt.(91; 6:23), 6. PRw Schulze( Erfurt) 108 Pkt.(101; 6:01).— Beste Einzelleistungen: Schießen: POw. Ruß(Klagenfurt) 108 Ringe in 26,6 Sekunden, 2. PROw. Gemende(Berlin) 108 Ringe in 28,2 Sekunden, 3. GPOw Jehne II(Ebersbach) 107 Ringe.— Schwimmen: 1 POw. Hermes(Berlin) 4:17,4 Min., 2. Pw. Reetz(Braunschweig) 4:30,8 Min., 2. SS=Scharf. Bramfeld(Berlin) 4:36,4 Min. Leistungsklasse I(32—40 Jahre): Phw Gröeneveld(Bremen) 21 Pkt.(104; 6:20), 2. Phw. Hoffmann (Duisburg) 57,5 Pkt.(86; 6:15,6), 3. Ghw. Haugg(OberPkt.(73; 5:50,8).— Beste Eeinzelleistungen: audorf) 69 Schießen2 Gröneveld 104 Ringe.— Schwimmen: Phw. Schindler(Königsberg) 5:08.6 Min. Leistungsklasse II(über 40 Jahre): 1. Phw. Mnilk (Dortmund) 33 Pkt.(87; 6:17,8), 2. Pm. Michalski(Düsseldorf) 39 Pkt.(80; 6:26), 3. Phw. Freyth(Recklinghausen) 46 Pkt.(54; 6:28,3).— Beste Einzelleistungen: Pistolenschießen: Phw. Schädel(Mannheim) 105 Ringe. - Schwimmen: Phw. Edinger(Menningen) 5:23,2 Min. Die Schwimmkämpfe: Im Anschluß an die vierte Uebung des Fünfkampfes wurde in Bad Bendahl noch ein Polizei=Schwimmfest durchgeführt, dem 2000 Zuschauer beiwohnten. Fast in allen Wettbewerben kamen westdeutsche Polizisten zu Siegen und beachtlich waren die Leistungen von Hptm. Aurich und Hptm. Bilke(beide Essen) in der Leistungsklasse II. Das abschließende Wasserballspiel bestritt die SA=Gruppe Niederrhein gegen die Polizei Niederrhein. Bei den SA=Männern wirkten so gute Kräfte wie Klingenberg, Döpper, Linnhoff und Thelen mit, sodaß die Polizisten, in deren Mannschaft man Jäger und Sternberger sah, nach Kampf 3:7(3.4) unterlagen. Ergebnisse: 100 m beliebig: 1. Dickmann(Wuppertal) 1:07,2, 2. Pw. Mathieu(Köln) 1:10,8, 3. Pw. Küppers(Oberhausen) 1:18,5.— 50 m bel.: Kl. I: 1. KA Hillesheim(Düsseldorf) 31 Sek., 2. KOA Lütze (Dutsburg) 34:2; Kl. II: 1. Hpmt. Bilke(Essen) 40 Sek., 2. 4S Dipke(Wuppertal) 42,2.— 100 m Brust: 1. Pw. Sternberger(Duisburg) 1:19.8 Mi., 2. PROw. Zimmermann(Oberhausen) 1:28,3, 3. POw.(Düsseldorf) 1:33.— 50 m Brust: Kl. I: POw. Jakobs 41 Sek., 2. PROw. Sehmisch(Essen) 41,2; Kl. II: 1. Hpmt. Bilke(Essen) 43,7 Sek., 2. Pw. Kösters(Köln) 45,5.— 100 m Rücken: 1. Pw. Scholl(Köln) 1:35,8 Min., 2. Pw. Meffert(Oberhausen) 1:36,7. 3. Pw. Nölle(Wuppertal) 1:37.— 50 m Rücken, Kl. I: 1. POw. Oedekoven(Düsseldorf) 40,1 Sek., 2. PROw. Bormann(Essen) 42 Sek.; Kl. II: 1. Hptm. Aurich(Essen) 51,9 Sek., 2 SI Beckmann(Duisburg) 52 Sek.— 8 mal 50 m=Brust(offen für SA, Wehrmacht und Schutzpolizei): 1. SA=Standarte 171 4:42,9 Min., 2. Schutzpolizei Wuppertal 4:53 Min., 3. Panzerabwehr Wuppertal 5:49,5 Min.— 3 mal 100 m Lagenstaffel: 1. Oberhausen 4:30.2 Min., 2. Wuppertal 4:31,4 Min., 3. Düsseldorf 4:38 Min., 4. Essen 4:41,1. Der Schlußtag. Wuppertal, 7. August. Die Entscheidung bei den Deutschen Polizeimeisterschaften im Fünfkampf fiel am Sonntag im Wuppertaler Stadion von 12 000 Zuschauern mit dem 3000=m=Lauf. Fünfkampfmeister wurde Leutnant der Schutzpolizei Schröter=Berlin mit 75 Sekunden vor Pol. ROw. Kaschwich=Berlin 94 und Pwm. Bogner=Berlin mit 107 Punkten. Im Mannschaftswettbewerb behauptete sich der Inspektionsbereich Groß=Berlin mit Schröter, Kaschwich, Bogner und Leiheit mit 411,5 Punkten in Front vor der Gestapo=Berlin(719,5) und Groß=Berlin 2. Mannschaft mit 849,5 Punkten. Klassensieger wurde noch PHw. Grönfeldt=Bremen mit 30 Punkten und bei den Ordnungshütern über 40 Jahre Krim.=Kom. Reinhardt(Augsburg) mit 50 Punkten. Ergebnisse: Polizei=Fünfkampfmeisterschaft: 1. Leutnant d. Schp. Schröter=Berlin 75 P.(Handgranatenweitwurf 57.15 m, Weitsprund 6,44 m, Pistolenschießen 96 Ringe, Schwimmen 5:11,6, 3000=m=Lauf 10:21,6), 2. Pol. ROw. Kaschwich=Berlin 94 P.(58,20, 6,39 m, 88 Ringe, 5252, 9:53), 3. Pwm. Bogner=Berlin 107 P.(52,55 m, 5,91 m, 90 Ringe, 4:43, 10:05,6), 4. SS.Ustuf. Kretschmann=Berlin 108 P., 5. Pol.=Rew. Schulze=Erfurt 132 P., 6. Pwm. Leifheit=Berlin 135 P. Mannschaftswertung: 1. Inspektionsbereich Groß=Berlin. 1. Mannschaft 411,5 P., 2. GestapoBerlin 719,5, 3. Groß=Berlin. 2. Mannschaft 849,5 P. Klasse 1: 32—40 Jahre: 1, Pol.=Htpw, GrönveldtBremen 30 P.(54, 80 m, 6,40 m, 104, 6:20, 10:39,3), 2. Pol.=Hptwm. Hofmann=Duisburg 64,5 P., 3. Pol.=Hptwm. Haugg=Oberaudorf 76 P., Klasse 2: über 40 Jahre: 1. Krim.=Kom. Reinhardt=Augusburg 50 P.(40,42 m, 5,05 m, 92 Ringe, 6:16, 10:34,2), 2. Pol.=Owm. MichalskiDüsseldorf 51 P., 2. Vol.=Hptm. Mnilk=Dortmund 53 P. lag der Hammer nur 20 cm zurück. Das Gewicht des Hammers war richtig. Die Weiten der Würfe wurden mit dem Stahlbandmaß gemessen, aber trotzdem wird der Wurf nicht anerkannt werden, da der Wurfring wegen des Windes auf die andere Seite des Sportplatzes verlegt wurde und aus diesem Grunde nicht die vorgeschriebenen zwei om in der Rasenfläche lag. Es ist bedauerlich, daß bei einer solchen Veranstaltung die Bedingungen nicht bis ins Einzelne erfüllt werden, und ein reines Pech für Erwin Blask, ihn um die Anerkennung einer großartigen Leistung zu bringen. Die Leistung brachte nur eine hohe Punktzahl beim Versuch zur Vereinsmeisterschaft ein. Sie hat jedoch gezeigt, daß der neue Weltrekord im Hammerwerfen nicht mehr lange auf sich warten lassen wird. Finnische Leichtathletikmeisterschaften Helsinki, 7. August. Unter den Zuschauern des ersten Tages bemerkte man auch die Gestalterin des Olympiafilms Leni Riefenstahl. In den sechs Wettbewerben des ersten Tages gelang es allein vier Vorjahresmeistern ihren Titel erfolgreich zu verteidigen. Europas bester Hochspringer Kotkas holte sich mit 1,96 m den fünften Meisterschaftssieg in dieser Konkurrenz. Den einzigsten Rekord stellte Storskrubb mit 25,3 Sek, im 200=m=Hürdenlaufen auf. Eine kleine Ueberraschung gab es im 3 000m=Hindernislaufen, wo sich der Olympiazweite und Vorjahrsmeister Tuominen in 9:13 hinter Lindblad mit 9:09,2 Min. mit dem zweiten Platz begnügen mußte. Anderson wieder vor Borck. BSC kam auf 13 094,85 Punkte. Berlin, 7. August. Als zweiter deutscher Verein überschritt der Berliner SC am Sonntag in der deutschen Vereinsmeisterschaft die 13 000=Punkt=Grenze. Im Kampf mit dem SCC kamen die BSC=Leichtathleten auf 13 094,85 Punkte und schoben sich damit an die zweite Stelle vor ASV Köln und DSC Berlin, während der SCC, bei dem u. a. Stöck fehlte, wieder mit 11752,78 Punkten unter seiner wirklichen Leistungsfähigkeit blieb.— Unter den Einzelergebnissen überragte der Hammerwurf von Blask mit 58,13 m, die 200 m Zeit von Müller=SCC mit 22 Sekunden und den Hochsprung von Augustin=BSC mit 1,91 m. Ein Weltrekord, der nicht anerkannt wiro. Blask warf den Hammer 58,13 m. Berlin, 7. August. Auf dem Hans=Braun=Sportplatz des Reichssportfeldes, wo der SCC und BSC am Sonntag eine neuen Versuch zur deutschen Vereinsmeisterschaft unternahmen, schleuderte der Olympiazweite Erwin Blask den Hammer 58,13 m weit und übertraf damit den 26 Jahre alten Rekord des Amerikaners Put Ryan aus dem Jahre 1912 um 36 cm. Sämtliche drei Würfe von Blask lagen über der Weltrekordmarke von 57,77 Metern. Zweimal wurden 58,13 m gemessen und einmal Am zweiten Tag des Amerikaner=Gastspiels in Malmö konnte der Schwede Vertil Anderson auch über 1000 m in 2:33,8 Minuten über den Amerikaner Borck, der 2:34,3 Minuten benötigte, erfolgreich sein. Die Schweden stellten weiter die Sieger im Hammerwerfen, das Warngard mit 49,70 m gewann, und im Speerwerfen, bei dem Attervall auf 62.24 m kam. Ueber 200 m blieb der Schwede Strandberg in 21,9 Sekunden Zweiter hinter Ben Johnson(USA) in 21,3 Sekunden. Ueber 2000 m kam Fenske(USA) in 5:19 Minuten nur knapp vor Jansson(Schweden) in 5:20,8 Minuten zum Erfolg. E. orge Varoff(USA) war der Sieg im Stabhochsprung i 4,27 m nicht zu nehmen, ebenso hatte Wolcott(USAshi. 110 m Hürden in 14,2 Sekunden jederzeit sicher. Schwedenstaffel(400, 300, 200 und 100 m) gewann Us in 1:54,3 Minuten. Neuer Deutscher Gehermeister. Dill siegt vor Peter und Hähnel. Erfurt, 7. August. Bei der drückenden Schwüle purden die 60 Teilnehme an der deutschen Gehermeisterschaft über 50 öm auf dis Strecke geschickt. Der Meisterschaftssieg des Berlines Dill in 4:45:32 Std. war eine große Ueberrasch Der Titelverteidiger Prehn=Leipzig war nicht am Strf und der Favorit Bleiweiß=Berlin gab zwischen dem und 40. Kilometer auf.— Mit einer fast ganz neuer Mannschaft holte sich die SA=Brigade 35 Leipzig mit 18 Punkten wieder die Mannschaftsmeisterschaft. Nu noch Schwarz=Weiß Erfurt brachte seine Mannschaft über die ganze Strecke und belegte damit den zweiten Platz. Während der 10=km=Meisterschaft im Bahngehn enlud sich über der Mitteldeutschen Kampfbahn ein schweres Gewitter, das aber Schmitt=Polizei Hamburg nicht an seinem überlegenen Erfolg hinderte. Er überrundet sämtliche Teilnehmer und siegte klar in 46:15,8 Minuter vor dem Leipziger Modes 48:49,5, Schmitt=Charlotten burg 49:35, Kröger=ASV Köln 49:49 und Feucht=Polizei Hamburg 49:52. Deutsche Meisterschaft im 50=km=Gehen: 1. Dils, Reichsbahn Berlin 4:45:32 Std.; 2. Peter=AC Berl 4:56:40; 3. Hähnel=Schwarz=Weiß Erfurt 5:00:252 Nagel und Blau(beide SA=Brigade 35 Leipzig 5:05,52; 6. Neurath=SS Hamburg 5:07:08; 7. ZurelBüssing Braunschweig 5:07:35; 8. Buckmann=Poliz Bremen 5:08:39; 9. Köhler=SA=Brigade 35 Leipzig 5:09:36; 10. Bunk=RTSV Schlesien Breslau 5:09:55, Deutsche Mannschaftsmeisterschaft: 1. SA=Brigade 35 Leipzig(Nagel, Blau, Köhler) 18 Punkte; 2 Schwarz=Weiß Erfurt. gege er 6 wiet Pech faßt besch aber Kluge und White, die Sieger auf dem Sachsenring. Um den Großen Motorpreis von Europa. Hohenstein=Ernstthal, 7. August. Das größte motorsportliche Ereignis der Welt, der Große Preis von Europa, in Verbindung mit dem Großen Preis von Deutschland hatte über 300 000 Zuschauer an die Rennstrecke des Sachsenringes bei HohensteinErnstthal gekockt. Europas beste Motorradfahrer lieferten sich hier auf den schnellen Neukonstruktionen dieses Jahres harte Kämpfe, in denen wieder die Fabrikfahrer die erste Rolle spielten. Der 8,6 km lange Sachsenring ist nach dem vor wenigen Wochen beendeten Umbau noch idealer geworden. Es gab nur verhältnismäßig wenig Stürze, obwohl die Rennen sehr schnell waren, was die in allen Klassen neu aufgestellten Rekorde beweisen. Nach der feierlichen Flaggenhissung durch Korpsführer Hühnlein wurden die 20 Teilnehmer am Rennen der 250=com=Klasse über die 301 km lange Strecke gestartet. Zum fünften Male machten in einem internationalen Rennen dieser Klasse die DKW=Fahrer Europameister Ewald Kluge und B. Petruschke weit vor dem übrigen Felde das Rennen unter sich aus, zum fünften Male überfuhr Kluge vor seinem schärfsten Rivalen Petruschke als Sieger das Zielband. In der Klasse bis 350 com über 344 km erwies sich die auf dem Sachsenring bisher ungeschlagene Norton als schnellste Maschine. Nach Simpson, Rusk, Frith und Daniell war diesmal J. H. White der Sieger in Rekordzeit. Zunächst vermochten die beiden DKW=Fahrer Winkler und Wünsche dem Engländer wie ein Schatten zu folgen, aber gegen Schluß vermochte nur noch Winkler einigermaßen mitzuhalten und als einziger einer Ueberrundung Us=Kampfspiele 1938 in Nürnberg. Die Leistungsschau der wehrhaften Mannschaft. der Nach dem glänzenden Verlauf der Reichswettkämpfe SA, den erfolgreichen Ausscheidungskämpfen der Gliederungen der Bewegung— SS, NSKK und NS=Fliegerkorps und der großen Kundgebung der Leibesübungen aller leibestüchtigen Deutschen in Breslau, die in überzeugender Weise einen Einblick in die leibeserzieherische Arbeit im nationalsozialistischen Staat gaben, sind die Blicke nun auf Nürnberg gerichtet, wo im Rahmen des Reichsparteitages 1938 die Nationalsozialistischen Kampfspiele einen geschlossenen Ausdruck der wehrsportlichen und sportlichen Erziehungsarbeit der Gliederungen der Bewegung bilden werden. In erster Linie wird hier nach dem Willen des Führers die wehrtüchtige Mannschaft im Vordergrund stehen. In der Mannschaft soll der Einzelne sein Bestes geben und mit seiner Leistung der Gemeinschaft dienen. So wird in der Mannschaft der Gemeinschaftsgedanke zur höchsten Entfaltung gebracht. Neben der rein körperlichen Leistung des einzelnen Mannes wird eine Hingabe an das Ganze verlangt, die der höchste Ausdruck der nationalsozialistischen Weltanschauung ist. Während die sportlichen Einzelkämpfe, die im Rahmen der NS=Kampfspiele zur Abwicklung gelangen den Hochstand der Einzelleistung ausdrücken wollen, die die Grundlage für den Einsatz im Mannschaftskampf darstellt, bilden die wehrsportlichen Mannschaftskämpfe den Höhepunkt und verdienen deshalb auch eine ganz besondere Beachtung. Sie stellen etwas Neues dar und sollen den Einsatzwillen und die Kampffreudigkeit der deutschen Mannschaft überzeugend unter Beweis stellen. Dabei sind die Wehrmannschaftskämpfe im Gelände, die im Dienstanzug mit vollem Gepäck durchgeführt werden, ungleich höher zu bewerten, wie die in Sportkleidung auf dem Sportplatz zum Austrag gebrachten Mannschaftswettbewerbe, die jedoch auch für sich den ganzen Einsatz jedes Mannes verlangen. Daß die NS=Kampfspiele bewußt in den. Rahmen der größten geistig=kulturellen Kundgebung des deutschen Volkes eingebaut sind, erhöht und unterstreicht ihre Bedeutung für das Ganze. Sowohl in sämtlichen Gliederungen der Bewegung als auch in der Wehrmacht, im Reichsarbeitsdienst, bei der Polizei und im NS=Fliegerkorps haben tausende und abertausende von Wettkämpfern und Mannschaften ermittelt, die auf Grund ihrer Leistungen würdig sind, an den NS=Kampfspielen teilzunehmen. Die höchsten Anforderungen stellt der Wehrmannschaftskampf(1:36 Teilnehmer), der aus einem 20=lm=Gepäckmarsch, Ueberwinden der Wehrkampfbahn mit Handgranatenzielwurf und Kleinkaliberschießen besteht, 14 Mannschaften, davon drei der SA, je zwei der SS, des NSKK, des NS=Fliegerkorps, des Reichsarbeitsdienstes, der Polizei und eine der O.sburg Krössinsee werden hier den Kampf aufnehmen. Bei der Radfahrstreife(1:11 Teilnehmer), die in diesem Jahre zum ersten Male ausgetragen werden, sind 13 Mannschaften am Start und zwar drei der SA und je zwei der SS, des NSKK des NS=Fliegerkorps, des Reichsarbeitsdienstes und der Polizei. Beim MannschaftsOrientierungslauf(1:3 Teilnehmer) kommen 15 Mannschaften an den Ablauf. Hier sind noch zwei Mannschaften der Ordensburg Krössinsee am Start. In den Mannschaftskämpfen, die auf dem Sportplatz zum Austrag gelangen, dem Deutschen Wehrwettkampf(1:11 Teilnehmer), bestehend aus 12X½ Runde Hindernisstaffel, Handgranatenweitwerfen, 3000=m=Lauf und Kleinkaliberschießen, dem MannschaftsFünfkampf(1:7 Teilnehmer), bestehen aus 100=m=Lauf, 400=m=Hindernislauf, Handgranatenweitwerfen, 8X50=mSchwimmstaffel und Kleinkaliberschießen, und der 20X½ Runde Hindernisstaffel, sowie im Mannschafts=Mehrkampf (1:18 Teilnehmer), der aus Kleinkaliberschießen auf dem Schießstand und einem 15=km=Gepäckmarsch mit Schießen im Gelände besteht, starten jeweils 13 Mannschaften, davon drei der SA und je zwei der SS, des NSKK des NS=Fliegerkorps, des Reichsarbeitsdienstes und der Polizei. Im Mannschaftsleistungsschießen(1:11 Teilnehmer), das aus Kleinkaliber= und Pistolenschießen besteht, sind insgesamt 14 Mannschaften— zu den vorgenannten tritt eine Vertretung der Ordensburg Krössinsee— gemeldet. Im Mannnschafts=Pistolenschießen treten 15 Mannschaften— hier kommen noch je eine Mannschaft der Ordensburg Krössinsee und der Hitler=Jugend dazu— an. Insgesamt werden 123 Mannschften mit 1714 Wettkämpfern antreten. Gegen 240 Teilnehmer bestreiten die wehrsportlichen Einzelwettkämpfe, wie Deutschen Mehrkampf, Modernen Fünfkampf Klasse A und B, 400=m=Hindernislauf, Handgranatenweitwerfen und Kleinkaliberschießen. SA, SS, NSKK, NS=Fliegerkorps, Reichsarbeitsdienst, Polizei, Wehrmacht(Heer. Luftwaffe, Marine) und Hitler=Jugend sind hier mit ihren besten Einzelkämpfern vertreten. Als reitsportlicher Wettkampf ist ein Geländeritt Klasse S ausgeschrieben, an dem je eine Mannschaft von 10 Reitern und 10 Pferden der SA, der SS und der Wehrmacht(Heer) teilnehmen werden. Die sportlichen Wettbewerbe umfassen Leichtathletik, Schwimmen, Boxen, Gewichtheben, Ringen und Fechten und werden gegen 1200 Teilnehmer auf die Beine bringen, während in den Spielen(Handball, Fußball, Wasserball und Basketball) insgesamt 22 Mannschaften mit 275 Teilnehmern vertreten sein werden. So werden neben der wehrhaften Mannschaft auch die besten Turner und Sportler Deutschlands im Rahmen der NS=Kampfspiele 1938 ihr Können unter Beweis stellen und die Auszeichnung erhalten, an der größten politischen und kulturellen Kundgebung des deutschen Volkes teilzunehmen. zu entgehen. White tankte nach der Hälfte des Rennen in 20 Sekunden und blieb von Beginn an der Spitze. Un den dritten Platz lieferten sich Wünsche und Mellers(Ve locette) einen überaus harten Kampf. Der Engländer mußte schließlich an der Box halten und wurde so vierter, vor den beiden NSU=Fahrern Bodmer und Hentze, die noch die alten 2=Cylinder=Modelle fuhren. Fleischmann, der als einziger mit der neuen NSU=Kompressor gestaitet war, schied schon zu Beginn aus, während Hamelchl auf DKW und Rusk auf der zweiten Norton durch Stürz aufgeben mußten. G. Meier nicht zu schlagen. Im Mittelpunkt stand das Rennen der Halblitermaschinen, in dem unser neuer„Rennfahrerstern“ Schorsch Meier auf der schnellen BMW mit den sieggewohnten Norton aus England sich auseinanderzusetzen hatte. Am Vorsonntage noch stand der Feldwebel in der holländischen TT in der Provinz Drenthe allein auf weiter Flurdie Norton waren nicht gekommen. Nun aber stellten sich am Sachsenring ein, wo im Vorjahre der unvergeliche James Guthrie in unerreichter Meisterschaft den Siege entgegenfuhr, dann aber wie so viele vor ihm kur vor dem Ziel vom Rennfahrerschicksal ereilt wurde. Heuer saßen Daniell und Frith auf den schnellen Maschinen aus Birmingham. Noch schneller aber war die BMW de„gußeisernen“ Feldwebels aus München. Vom Start weg fegte Schorsch Meier auf und davon, baute seine Führunimmer mehr aus und trotzdem die Engländer hinter ih mit allem Mut und großer Meisterschaft um den Anschluß kämpften— der deutsche Meisterfahrer war nicht mehr zu erreichen und siegte mit einem für die Schwierigkeit deRennens unerhört sicheren Vorsprung. Ergebnisse: Großer Preis von Europa(250 ccm— 301 km): 1. Kluge=Chemnitz DKW 2:22:39,2(126,6 Std.=km, neuer Rekord); 2. Petruschke=Berlin DKW 2:22:55,6(126 Std.=km); zwei Runden zurück; 3. Lottes=Marburg DKW 2:26:16; 4. Kohfink=Bietingheim DKW 2:26:17,2; 5. Gablenz=Karlsruhe DKW. Bis 350 ccm über 344 km: 1. White(Noxton) 2:40:48,2 Std., 128,4 Std.=km neuer Rekord; 2. WinklerChemnitz(DKW) 2:44:44,1, 125,3 Std.=km;(eine Runde zurück) 3. Wünsche=Chemnitz(DKW) 2:44:28,2;(zwei Runden zurück) 4. Mellers=England(Velocette) 2:42:002 5. Bodmer=Neckarsulm(NSU) 2:44:45; 6. Hentze= Nekarsulm(NSU) 2:45:00. Bis 500 ccm(344 km): 1. Georg Meier=Deutsch Deutschland BMW 2:28:00, 139,5 Std./km; 2. Daniell England Northon 2:30:01,3, 137,5 Std./km; 3. Frith=Eng land Northon 2:31,03, 136,6 Std./km; zwei Runden zu rück: 4. Kraus=München BMW 2:30:04,2; vier Runden zurück: 5. Herz=Lampertsheim DKW 2:31:02; 6. LommeBreslau DKW 2:31:28,3. Vier Wiener Mannschaften im Tschammer-Pokal. An den Schlußrunden des diesjährigen Tschammer Pokalwettbewerbes werden auch noch vier Vereine der Ostmark teilnehmen, die sich in besonderen Ausscheidungsspielen hierfür qualifizieren werden. Die Ausscheidungen steigen am 6. November zwischen Rapid und Austro=Fiat, Grazer Sportklub, und Austria, Admira und Vienna sowie Wacker und Wiener Sportklub. vier Sieger treten am 27. November gegen die„Setzten Vier“ aus dem Altreich an, wobei die Paarungen derart erfolgen, daß jeweils ein Verein aus dem Altreich gegen eine Elf aus der Ostmark antreten wird. Die Gewinner dieser vier Kämpfe stehen in der Vorschlußrunde am 11. Dezember, während der Termin für das Endspiel bekanntlich auf den 8. Januar 1939 gelegt wurde. Die Fortsetzung der Tschammerpokalspiele im Altreich erfolgt in der neuen Spielzeit am 28. A mit der ersten Schlußrunde. Norddeutscher Fußballsieg in Bergen. Die„Columbus"=Fahrt nach Norwegen machten a eine Fußballelf Niedersachsens und eine Deutschlat riege der Turner mit, die beide am Samstag in Bergen Proben ihres Könnens ablegten. Die niedersächsischen Fußballer spielten vor 4000 Zuschauern gegen eine Die norwegische Auswahl und siegten mit 4:2(4:2). Tore schossen Billen(2) und Meng(2). Der FC Schalke 04 wird noch in diesem Monat, wahrscheinlich am 21. August, gegen Austria Wien spielen. Ob in Wien oder in Gelsenkirchen gespielt wird, steht noch nicht fest. ist 1 siege mit hier kam Aus von fung Mer 5,8 den in d und Fori Brat sich viert Dela gleid unüt 0 der fahre und mal Rent endg Zehe Reife und Zwis Min mußt detti nomi Dos und noch wurd wie Scso Brat schne was hera die Tage Brat sträh einge aus der T der erste an hier beleg erste Mas Farl Posi 6 Fort 1:40 Ron brac tige 19. Wol Dar den ring des zwe Süd Mit wur aus Ron gesa ihre rers fahr Rei flüg wer stre 75§ olg. Gerung mit die Pr. Di. in r. lnehme auf dierlinet n Star. dem 30. 3 nellen zig mit k. Nu nnschaft zweiten Manfred von Brauchitsch weiter im Pech. Hermann Lang gewinnt Cionopokal. Liverno, 7. August. hn entschweres richt an rundete Ninuter rlottenucht=PoDillLeipzig ZurelPolizi Leipzig )9:55. gabe kte: 2 lennen tze. Un 15(Ve gländer vierter, tze, die hmann, gestarmelchle Stürz itermaSchorsch vohnten te. Am adischen lur ltensi verge ft den m ku Heuer en aus W des rt weg ührung er ihr nschluß tehr zu eit des 1): 1 neuer (126 Gaboxton) inklerRunde (zwe 2:002 Nes eutsch aniellh=Eng. en zuunden mmelnmerte der Schel Ausd und dmira Die letzten ungen Den Unglücksraben von Brauchitsch möchte man „Manfred im Pech“ nennen. Man kann suchen so viel man will, man findet kein einziges Rennen, in dem der Mercedesfahrer von seiner eigenartigen und unwahrscheinlichen Pechsträhne befreit gewesen wäre. Droben auf dem Nürburgring preschte er auf seinem Mercedes mit klarem Vorsprung dem sicheren Siege im Großen Preis von Deutschland entgegen, als schließlich dicht vor dem Ziel bei einem Halt an der Box die Flammen aus seinem Wagen schlugen, und ihm den so sicheren Triumph raubten. In Italien fuhr er Runderekord, der sich dann als„Rechenfehler“ herausstellte, und am Sonntag siegte er in heißem Kampf im Ciano=Pokal in Livoro und wurde— disqualifizjert! Beim Ueberholen sauste sein Mercedes in der dritten Runde gegen einen der die Rennstrecke säumenden Strohballen, er brachte aber den Wagen mit laufendem Motor selbst wieder auf die Bahn. Aber die Zuschauer sahen das Pech des Deutschen, eilten hinzu und hilfsbereite Hände faßten an. Manfred von Brauchitsch versuchte sie mit beschwörenden Gesten von seinem Wagen fernzuhalten, aber er war machtlos und so kam, was nicht aufzuhalten war, Mannfred von Brauchitsch, der Sieger, wurde disualifiziert. Nach den Bestimmungen ist es verboten, fremde Hilfe in Anspruch zu nehmen. Der deutsche Sieg war durch die Disqualifikation von Brauchitsch aber nicht infrage gestellt. Er fiel an den als Zweiten eingekommenen Hermann Lang auf Mercedes, aber die italjenischen Wagen rückten natürlich alle um einen Platz vor. In 1:40:35,2 beendete Lang vor Farina, Wimille und Biondetti, die alle einen Alfa Romeo steuerten, mit einem Stundenmittel von 138,358 das Rennen als Sieger. Der Kurs von Livorno ist nicht leicht. Nicht der schnellste Wagen kann hier siegen. Wie beim Straßenrundstreckenrennen in Pau mit seinen vielen Windungen und scharfen Ecken ist auch hier nicht die Höchstgeschwindigkeit ausschlaggebend. So kam es, daß sich im Rennen um den Ciano=Pokal die Ausländer gegen die zweifelsohne schnelleren Wagen von Mercedes=Benz besser ausnahmen, als in den Prufungen mit langen Geraden. Aber trotzdem drehte Mercedes=Benz durch Hermann Lang mit 2:24,2 für die 5,8 km die schnellste Runde des Tages und brachte so den Nachweis, daß die Untertürkheimer nach wie vor in der Spitze nicht zu erreichen sind. Rudolf Carraciola und Hermann Lang waren am schnellsten vom Start. Forina auf dem schnellen Maserati und Manfred von Brauchitsch bildeten mit ihnen die Spitzengruppe, die sich schon bald vor dem übrigen Feld löste. Nach der vierten Runde schon verschwand der erste kompressorlose Delahaye mit Comotti am Steuer von der Bahn und gleichzeitig erschien unter dem rasenden Beifall der unübersehbaren Menge Trossi an der Spitze. Die wilde Jagd war aber dem Maserati nicht gut bekommen. In der neunten Runde mußte er bereits an der Box vorfahren. Rudolf Carraciola, Hermann Lang, Brauchitsch und Farina zogen nun vorne weg. Trossi wurde zweimal überrundet. Er versuchte noch einmal in das Rennen einzugreifen, aber in der 16. Runde war es endgültig um ihn geschehen, nachdem sein Markengefährte Zehender schon früher die Waffen gestreckt hatte. Ein Reifenschaden verdrängte Carraciola von der Führung und Brauchitsch kam nach dem eingangs geschilderten Zwischenfall wieder nach vorn, indem er mit 2:26,2 Minuten eine Rekordrunde drehte. In der 25. Runde mußte Carraciola infolge Tankschadens aufgeben. Biondetti hatte inzwischen den Alfa von Wimille übernommen, aber für den Sieg kam er nicht mehr in Frage. Das Dreigestirn an der Spitze hatte alle anderen einund mehrere Mal überrundet. Brauchitsch wartete noch einmal mit einer Rekordrunde auf, bald darauf wurde er aber von Lang übertroffen. Lang sah schon wie der sichere Sieger aus, als er drei Runden vor Schluß seine Hinterradreifen wechseln mußte und für Brauchitsch der Weg zum Siege frei wurde. Lang ginoschnell wieder auf die Strecke, bevor der inzwischen etwas zurückgefallene Farrina auf seinem Alfa Romeo herangekommen war. In dieser Reihenfolge passierten die drei Fahrer das Ziel. Groß war der Jubel im Lager der Deutschen, hatte doch endlich Mannfred von Brauchitsch den Sieg an sich gebracht. Aber seine Pechsträhne war noch nicht zu Ende. Ein Protest wurde eingereicht und von Brauchitsch wurde schließlich ganz aus der Wertung genommen. Schuldlos wurde ihm der Sieg avgesprochen. Dem Rennen der Formelwagen war das Rennen der 1500-com=Wagen vorangegangen, in dem zum ersten Mal die Neukonstruktion von Alfa Romeo an den Start ging. Die italienischen Werke hatten hier auf Anhieb einen schönen Erfolg zu verzeichnen, belegten sie doch mit Villoresi und Biondetti die beiden ersten Plätze. Der Schwarzwälder Paul Pietsch auf Maserati vertrat in diesem Rennen allein die deutschen Farben. Nach 13 Runden mußte er jedoch in guter Position liegend aufgeben. Ergebnisse: Ciano=Pokal(40 Runden 232 km)Formelwagen: 1. Hermann Lang(Mercedes=Benz) 1:40:35,2— 188,388 km=Std. 2. Giuseppe Farina Alfa Romeo 1:41:23,2; 1 Runde zurück 3. Wimille Alfa Romeo: 2 Runden zurück 4. Biondetti Alfa Romeo; 3 Runden zurück 5. Dreyfuß Delahaye; von Brauchitsch als Sieger disqualifiziert. 1500=ccm=Wagen:(25 Runden gleich= 144 km): 1. Villoresi Alfa Romeo 1:05:21,6; 2. Biondetti Alfa Romeo 1:05:23; 3. Marazza Maserati 1:06:22,2; 4. Cortese Maserati 1:06:42,8. Die Stadt Wien sorgt für die Berufsspieler. Die Stadtverwaltung Wien hat sich in vorbildlicher Weise der reamateurisierten Fußballspieler angenommen. Vor allem der Tatkraft des Bürgermeisters Dr. Ing. Neubacher ist es gelungen, in den letzten Wochen 50 Spieler bei der Stadt unterzubringen. So sind Pesser, Skoumal, Schmauß, Adamek, Jerusalem, Pekarek GasKassierer; Binder, Kabrek und Hanreiter als Amtsgehilfen tätig. Mock, Zöhrer,Viertl, Zischek haben ebenfalls Anstellungen bei städtischen Unternehmen erhalten. Emmericher Kampfspiele. Emmerich, 7. August. Vor gutem Besuch wurden am Sonntag die Emmericher Kampfspiele ausgetragen, die am Vormittag die Mehrkämpfe und am Nachmittag die Einzelkämpfe brachten. Während sich bei den Mehrkämpfen rund 500 Teilnehmer beteiligten, hatten sich für die Einzelkämpfe 300 Bewerber gemeldet. Unter Berücksichtigung der großen Hitze gab es immerhin noch gute Ergebnisse. 100 m Klasse 1: 1. SchneiderEssen 11.0 Sek.. 2. Conrad=Krefeld 11, 100 m Frauen: 1. Ofgani=Osterfeld 93 11,9; 2. PollakBoner FV 13,1. 1500 m Kl.: 1: 1. Spohr=Stahl=Union Düsseldorf 4:11,2 Min.; 2. Plaum=DSC 99 Düsseldorf 4:12,4; 3. Frank=Rot/Weiß Dorsten. 100 m Kl. 3: 1. Drowowitz=Hamborn 07 11,7; 2. Hendricks=Bergbau Hamborn 11,9. 800 m: 1. Fennrichs=VfL Oberhausen 2:05,9; 2. Dormohn=Merkur Kleve 2:07,1; 3. Meinarz==VfL Oberhausen. Dreisprung: 1. Bremm=Duisburg 48/99 13,56 m, 2. Bohndorf=DSC 99 Düsseldorf 13,50 m, 3. Schlüter=Bergbau Hamborn. 400 m: 1. Begowic=Duisburg 48/99 52,9; 2. Breske=VfL Oberhausen 53,9; 3. Denkmann=ETB/ Schwarz/Weiß Essen 54,9. Hochsprung Frauen: 1. Oppermann=Emmericher TV 83 6,51 m, 2. David=Emmericher TV 83 1,42 m. Diskus: 1. Froche=Duisburg 48/99 43,40 m, 2. Schneider ETB Schwarz=Weiß Essen 38,37 m.; 3. Heiberg=ETB SchwarzWeiß Essen, 200 m Kl. 2: 1. Körver=DSC Düsseldorf 23,4. Klein=DSC 99 Düsseldorf 23,8, 3. Schneider=Hamborn 08 25,1.— Stabhochsprung: 1. Dr. van Aaken=1848 M.=Gladbach 3,10 m.— Kugelstoeßn Kl. 3: Zilf=DSC 99 Düsseldorf 11,92 m.— 4 mal 100 m=Staffel: 1. VfL Oberhausen 45,4, 2. TuS Elfen 46,7.— Kugelstoßen Kl. 1: 1. Froche=Duisburg 48/99 13,45 m, 2. SchneiderETB Schwarz=Weiß Essen 13,23, 3. Becker TV Wanheim 1900 12,58 m.— Weitsprund(Frauen): 1. BackmeckerÖsterfelckd 4,90 m. 2. Oswiany=Österfeld 4,85 m.— Hochsprung: 1- Behner=Duisburg 48/99 1,85 m, 2. Wiesen=Hamborn 07 1.80 m. 3. Spengler=ETB SchwarzWeiß Essen 1.70 m.— 5000 m: 1. Bartscher=Sportfr. Lüdenscheid 16:12,1, 2. Möllecken=Duisburg 48/99 16,18, 3. Hoffmann=Westfalia Buer 16:18,3, 4. Klus=ETB Schwarz=Weiß Essen. Weitsprung Kl. 2: 1. Jansen=Kleve 6,35 m, 2. SchlüterBergbau Hamborn 6,30 m, 3. Bartels II=ETB SchwarzWeiß=Essen 6,15 m.— 1000=m=Staffel: DSC 99 Düsseldorf 2:07,9, 2. ETB Schwarz=Weiße=Essen 2:09,1, 3. VfL Oberhausen I 2:10,5.— 3 mal 1000=m=Staffel: 1. Duisburg 48/99 8:31,4, 2. Polizei Duisburg 8:48, 3. Hamborn 07 8:58,5.— Speerwerfen: 1. Bohndorf=Düsseldorf 99 51,80 m, 2. Burgardt=Oberhausen 50,20 m.— Hochsprung Kl. 3: 1. Pauli=TV. Oberhausen 1,75 m, 2. Bohndorf=Düsseldorf 99 1,70 m.— Dreikampf: 1. Bröker=VfL Oberhausen.— Vierkampf Kl. 1: 1. Otto Becker=TV. Wanheim.— Dreikampf— Jugend(Jahrgang 20=21): 1. Han Jakobs=Neuß.— Vierkampf: 1. Zils=Düsseldorf 99. Europameisterschaften im Schwimmen. Fischer schwamm beste Vorlaufszeit. London, 6. August. In der prächtigen Londoner Wembley=Arena nahmen am Samstagabend die Europaschwimmeisterschaften ihren Anfang. Die Eröffnungsveranstaltung der FINA hatte einen großartigen Rahmen gefunden. 5000 Zuschauer waren zugegen, die den Vertretern von 15 Nationen(nur Polen fehlte), einen herzlichen Empfang bereiteten. Nach dem Abspielen der Nationalhymnen hielt Lord Aberdare, der Präsident des Ehrenausschusses und Mitglied des JOK., eine Begrüßungsansprache. Eingeleitet wurden die Wettkämpfe mit den drei Vorläufen über 100 m Kraul, und hier war es besonders der zweite Vorlauf, der das größte Interesse beanspruchte. Unser Meister Helmut Fischer=Bremen, wendete bei 50 m als erster mit klarem Vorsprung in 27 Sekunden und gewann sicher in 1:00,4 Minuten. Keiner der Vorlaufsieger erreichte mehr diese Zeit. Auf die Plätze kamen der Engländer Dove, der Franzose Nakache und der ungarische Olympiasieger Dr. Csik, der sich mit einer Zeit von 1:01,5 Minuten als bester Vierter noch soeben für die Zwischenläufe qualifizierte. Der Ungar konnte das Tempo nur bis 75 m mithalten, fiel dann aber auf den vierten Platz zurück. Den ersten Vorlauf hatte der Schwede Björn Borg in 1:01 knapp vor dem zweiten deutschen Vertreter Heibel=Bremen gewonnen, nachdem der Deutsche bei 50 m in 27,3 noch knapp geführt hatte. Im dritten Vorlauf waren nur drei Schwimmer am Start, die gemütlich nach Hause„badeten“, da sie ohnehin für die Zwischenläufe qualifiziert waren. Die Ergebnisse: Männer: 100 m Kraul: 1. Vorlauf; 1. Björn BorgSchweden 1:01, 2. Heibel=Deutschland 1:01,4, 3. Tandberg=Norwegen 1:02,3, 4. Scheffer=Holland 1:02,9; 2. Vorlauf: 1. Fischer=Deutschland 1:00,4, 2. Dove=England 1:00,8, 3. Nakache=Frankreich 1:01,4, 4. Dr. Csik=Ungarn 1:01,5, 5. Olsson=Schweden 1:02; 3. Vorlauf: 1. HovinaHolland 1:01,8, 2. Wainwright=England 1:02,2, 3. KöröstUngarn 1:02,3 Min. Für den Zwischenlauf haben sich qualifiziert: Borg, Heibel, Tandberg, Fischer, Dove, Nakache, Dr. Csik, Hoving, Wainwright, Körösi. Spannende Frauenkämpfe. Die Europameisterschaften der Frauen, an denen Deutschland bis auf die Springerin Daumerlang(Nürnberg) nicht beteiligt ist, wurden mit den Vorkämpfen über 200 m Brust und 100 m Kraul in Angriff genommen. Größtenteils setzte es harte Kämpfe ab, doch setzten sich die Favoriten durchweg in der erwarteten Form durchk. Ergebnisse: 200 m Brust(Frauen): 1. Vorlauf: 1. Waalberg(Holland) 3:05,6 Min.. 2. Christensen (Dänemark) 3:06,8 Min., 3. Williams(England) 3:14 Min., 4. Karpelos(Tschecho=Slowakei) 3:17,8 Min., 5. Szigethi(Ungarn) 3:17,9 Min. 2. Vorlauf: 1. Sörensen (Dänemark) 3:07,2 Min. 2. Van de Kerkhove(Belgien) 3:08 Min., 3. Storey(England) 3,09,5 Min., 4. Heeselaars(Holland) 3:11,2 Min., 5. Nielsen(Norwegen) 3:11,6 Min. Hohe Siege von Ungarn und Deutschland im Wasserball. Das Wasserball=Turnier um den Horthy=Pokal, das nach dem Punktsystem mit Spielen jeder gegen jeden ausgetragen wird, wurde mit drei Kämpfen eingeleitet. Zunächst trennten sich Belgien und Holland unentschieden 4:4(3:3). Für Belgien schossen Casteleyns (2), Issele und Depauw, für Holland van Aelst(2) und Rootselaar(2) die Tore. Unaarn kam mit 9:0(4:0) zu einem ganz überlegenen Erfolg gegen Italien. obwohl die favorisierten Magyaren nur ihren Nachwuchs eingesetzt hatten. Ebenso sicher kam auch die deutsche WasserballSieben mit 6:0(4:0) gegen nEgland zu ihrem ersten Erfolg. Die Deutschen traten in stärkster Besetzung mit Wenninger; Baier, Gunst; Hauser; Kienzle, Schneider, Schulze an, während England sich auf fast die gleiche Mannschaft stützte, die vor zwei Jahren an den Olympischen Spielen in Berlin teilnahm. Die glänzende Zusammenarbeit der Deutschen rechtfertigte den klaren Sieg. Schulze und Schneider warfen vor dem Wechsel je zwei Tore, Hauser und Schneider erhöhten später in dieser Reihenfolge auf 6:0. Walter Lohmann vor Metze. Spannender Verlauf der Deutschen Stehermeisterschaft. Nürnberg. 7. August. Endlich ist es dem Bochumer Walter Lohmann gelungen, auch den deutschen Meistertitel der Steher an sich zu reißen, nachdem er im Vorjahr an Adolf Schön gescheitert war. Vor 12000 Zuschauern siegte er auf der Reichelsdorfer Bahn in Nürnberg in einem spannenden und aufregenden Rennen knapp vor Metze und dem Verteidiger Schön. Zu Anfang des über 100 km gehenden Rennens konnte Wolfgang Spüte Sieger der 19. Rhön. Die Segelflugwettbewerbe auf der Wasserkuppe beendet. Der Schlußtag des 19. Rhön=Segelflugwettbewerbs brachte noch einmal auf der Wasserkuppe ein reichhaltiges fliegerisches Programm. Als Sieger ging aus dem 19. Rhön=Segelflugwettbewerb in Klasse A(Einsitzer) Wolfgang Späte vom Deutschen Forschungsinstitut in Darmstadt mit 3855,9 Punkten hervor. Er erhielt damit den Ehrenpreis der Luftfahrt des Generalfeldmaschalls Göring und die Goldene Ehrenplakette des Korpsführers des NSFK, Generalleutnant Christiansen. Auf den zweiten Platz kam Kurt Schmidt von der NSFK=Gruppe Südwest mit 3613,5 Punkten vor Treuter, NSFK=Gruppe Mitte mit 3231,6 Punkten. Die ersten der Siegerliste wurden mit der Silbernen Plakette des Korpsführers ausgezeichnet. In Klos Romeis—Schillinger(Ne rers noch den Ehrenpreis des Staatssekretärs der Luftjahrt, General der Flieger Milch. Außerdem wurde eine Reihe von weiteren Preisen für Höhen= und Streckenflüge verteilt. Die Gesamtflugzeit des ganzen Wettbewerbs betrug einschließlich Höhen=, Strecken= und Zielstreckenflüge 2750 Stunden und die Gesamtflugleistung 75 998 km bei rd. 1300 Starts. Die Ergebnisse: Klasse A Einsitzer: 1. Wolfgang Späte(Deutsches Forschungsinstitut Darmstadt 3855,9 P., 2. Kurt Schmidt NSFK-Gruppe Südwest) 3613,5 P., 3. Treuter(NSFKGruppe Mitte) 3221,6 P., 4. Bräutigam(NSFK=Gruppe Elbe=Saale) 3159,1 P., 5. Opitz(NSFK=Grupep HessenWestmark) 2923.6 Punkte, 6. Hofmann(NSFK=Gruppe Berlin=Kurmark) 2766,7 P., 7. Haase(NSFK-Gruppe Berlin=Kurmark) 2678,5 P., 8. Bock(NSFK=Gruppe Schwaben) 2663,5 P., 9. Peters(DVL Berlin) 2653,1 P., 10. Boy(NSFK=Gruppe Weser=Elbe 2590 Punkte. Verhängmisvoller Fallschirmabsprung. Wasserkuppe, 7. August. Am Nachmittag des 14. Wettbewerbstages der 19. Rhön zog eine schwere Gewitterfront über die Wasserkuppe, die nochmals von den Segelfliegern kurz vor Schluß des Wettbewerbs ausgenutzt wurde. Das Gewitter war ungemein stark und kurze Zeit daruf vereinigte es sich mit einer zweiten Front, die schweren Hagelschlag mit sich brachte. Diesen elementaren Gewalten waren die Segelflugzeuge nicht mehr gewachsen. Romeis=Schillinger(München), Knöpfle(Württemberg), Steinig(Breslau), Hieckmann(Köln) mußten ihr Flugzeug verlassen und landeten wohlbehalten mit dem Fallschirm. Leider verunglückte bei einem der bekannte Segelflieger Blech Inr mußte bei diesem letztmaligen Einsatz seine Maschine verlassen. Beim Absprung traf ihn aber das Flugzeug und der Fallschirm, der sich ordnungsgemäß entfaltete, brachte den einsatzbereiten Flieger nur noch leblos zur Erde. Fallschirmabsprung (Köln). Auch er man vorerst von einer Ueberlegenheit des einen oder anderen Wettbewerbteilnehmers nichts merken, bis sich dann der Titelverteidiger Schön an die Spitze setzte. Aber schon nach 25 km löste Lohmann ihn ab. Im Laufe des Rennens wechselte die Führung verschiedentlich unter Metze, Schön und Lohmann, bis sich der Weltmeister schließlich nach 44 km endgültig die Führung erkämpfte und sie bis zum Schluß nicht mehr abgab, während Metze ihm wie ein Schatten folgte, jedoch gelang es dem Dortmunder nicht mehr, ihn ganz zu erreichen. Auch Schön versuchte alles, um Lohmann von der Spitze zu verdrängen, doch mußte er sich schließlich mit dem dritten Platz begnügen, da sein Schrittmacher Meinhold in den letzten 20 km infolge Vorderraddefekts seine Maschine nicht mehr voll ausfahren konnte. Eine gute Leistung vollbrachten auch Schindler=Chemnitz und der Kölner Leuer, die ohne Ueberrundung mit dem Sieger in gleicher Runde endeten. Das Publikum war von dem äußerst kampfreichen Verlauf des Rennens äußerst befriedigt und spendete dem Sieger Lohmann und dem Zweiten Erich Metze auf ihrer Ehrenrunde großen Beifall. Als Vertreter des Frankenführers Gauleiter Julius Streicher, der die Schirmherrschaft übernommen hatte war dessen Adjutant König erschienen, der am Schluß des Rennens dem Sieger Walter Lohmann einen großen Kranz mit Schleifen überreichte. Nach den Stehermeisterschaften wurden noch einige Rennen der deutschen Nationalmannschaft abgewickelt. Im Ausscheidungsfahren siegte der Münchener Miller, nachdem der Krefelder Aeymann distanziert werden mußte. Voggenreuther=Nürnberg und Kneller=Bochum belegten die übrigen Plätze und kamen so in die Deutsche Nationalmannschaft. Deutsche Stehermeisterschaft über 100 km: 1. Walter Lohmann=Bochum 1:30:43, 2. Erich Metze=Dortmund 30 m zurück, 3. Adolf Schön=Wiesbaden 50 m zurück, 4. Kurt Schindler=Chemnitz 120 m zurück, 5. Leuer=Köln 180 m zurück, 6. Toni Merkens 560 m zurück, 7. Leipzig 970 m zurück, 9. Paul Krewer=Köln 1950 m zur. Ausscheidungsfahren. 1. Miller=München, 2. Riemann=Chemnitz, 3. Schuler=Berlin, 4. VoggenreutherNürnberg und Kneller=Bochum. Frl. Volkhausen=Dortmund stellt Weltrekord im Speerwerfen auf. Beim Mannheimer Sportfest der deutschen Frauenspitzenklasse warf die Dortmunderin Volkhausen den Speer unter einwandfreien Verhältnissen 47,17 Mater und holte sich neben der Weltbestleistung auch den deutschen Rekord, den bisher die Wienerin Bauma mit 45,71 Metern innehatte. Eine neue Jahresbestleistung gab es im Weitsprung durch Gisela Mauermeyer, die 5,48 m erreichte. Sie verwies damit die Berlinerin Frl. Voß mit 5,63 m und Frl. Junghanns=Naumburg (5,622 m) auf die nächsten Plätze. Die 80=m=Hürden gewann Spitzweg=München in 11,9 Sek. vor DempaWeimar 12.1 und Krempel=Stuttgart 12,9. Im 100=mLaufen war Käte Krauß=Dresden mit 12,2 Sek. nicht zu schlagen. Auf den nächsten Plätzen kamen Kühnel München 12,3 und Wendel=Mannheim 12,4 ein. Die Schweizer Rundfahrt. Die erste Etappe. Schaffhausen, 6. August. Die 6. Radrundfahrt durch die Schweiz begann am Samstag mit der 270 km langen Etappe Bern—Schaffhausen. Beim Start war auch der schweizerische Bundespräsident Dr. Baumann anwesend, als die 70 Teilnehmer, darunter sechs Deutsche, entlassen wurden. Die erste Tagesstrecke brachte keine übermäßig hohen Berge, dafür gab es aber teilweise schlechte Straßen und außerdem machte die Hitze sehr zu schaffen. Aus einer dreiköpfigen Spitzengruppe heraus holte sich im Spurt der Luxemburger Mersch den ersten Etappensieg und das Gelbe Trikot vor Gallien und Kern. Von den Deutschen hielt sich wieder Weckerling am besten und eröberte hinter dem Belgier Deltour einen achtbaren fünften Platz, während alle übrigen größere Zeitverluste zu beklagen hatten. Ergebnis: Bern—Schaffhausen(720 km): 1. Mersch=Luxemburg 7:18:28 Std., 2. Gallien=Frankreich, 3. Kern=Schweiz, 4. Deltour=Belgien 7:22:57, 5. Weckerling=Deutschland. 6. Canavesi=Italien, 7. Litschi=Schweiz 7:24:24 Std., 11. Umbenhauer 7:25:03, 21. Geyer 7:29:58, 32. Kijewski 7:32:22, 35. Overbeck gleiche Zeit, 44. Bautz 7:37:21 Stg. „Umbenhauer Zweiter der zweiten Etappe. Chur, 7. August. Die zweite Etappe der Schweiz=Rundfahrt von Schaffhausen nach Chur(225 km) verlief sehr kampfreich und zum konnte von der deutschen hr kampfreich annschaft Un UmbenSchluß hauer erfolgreich mit eingreifen. Im Endspurt wurde er nur von dem Schweizer Martin knapp geschlagen und sicherte sich so im Gesamt den siebenten Platz. Auch Weckerling trat wieder hervor, er befand sich in der zweiten Gruppe und liegt in der Gesamtwertung an fünfter Stelle. Der Franzose Gallien hatte zweimal Maschinenschaden und gab schließlich zusammen mit Mithourd verärgert auf, als die Rennleitung seinem Landsmann Lesueur verbot, ihm zu helfen. Unter den Ausgeschiedenen befindet sich auch der Vorjahressieger Litschi, der am Ziel der ersten Etappe von einem Auto umgefahren und verletzt wurde. Ergebnisse: 2. Etappe Schaffhausen=Chur(225 km): 1. MartinSchweiz 6:26:17. 2. Umbenhauer=Deutschland, 3. DeltourBelgien, 4. del Cancia=Italien, 5. Egli=Schweiz, 6. Canavesi=Italien, 1. Canmusso=Italien, 8. Mersch=Luxemburg 6:28:3, 11. Weckerling 6:28:3. Die übrigen Deutschen: 40. Kijewski 6:42:15, 52. Bautz 6:42:15, 55. Geyer 6:47:29, 56. Overbeck 6:50:24. Gesamt: 1. Mersch 13:46:21. 2. Kern 13:48:18, 3. Deltour 13:49:14, 4. Canavesi 13:50:14, 5. Weckerling 13:51:00, 7. Umbenhauer 13:52:20. Dülberg und Wissel in Amerika. Auf der Bahn von Coney Island bei Newyork wurde ein weiterer Lauf zur amerikanischen Steher=Meisterschaft über 48,2 km durchgeführt. Sieger wurde der Italiener Reboli nach 45:10,2 Min. vor dem Amerikaner Defilippo, dem Belgier G. Debaets und dem Dortmunder Franz Dülberg. Der Italiener Manera und der Amerikaner J. Walthour jr. belegten die nächsten Plätze. Im Fliegerkampf unterlag der Berliner Georg in zwei Läufen dem Amerikaner Barone. Wissel Bartali stork gefeiert. Radsport=Abendveranstaltung Bei einer Radsport=Abendveranstaltung in Turin feierten 15 000 radsportbegeisterte Italiener den Tourde=France=Sieger Gino Bartali. der mehrere Ehrenrunden fahren mußte. Nicht weniger herzlichen Beifall erhielt der in Italien so beliebte Führer der italienischen Rennfahrer, der„Campionissimo“ Girardenao. Ein Verfolgungsrennen Italien—Ausland wurde von der Mannschaft Bartali= Martano= ViciniBini gegen die Ausländer Cosson=Clemens=FrechautCarnado gewone. Ein Einzelfahren über 32 km holte sich Beraamaschi mit 17 Punkten vor Bini(16), Servadei(9), Introzzi(8) und Bartali(8) bei einem Mittel von 44,1 km=Std. Deutsche Wehrmachtsmeisterschaften im Tennis. Bei den Wehrmachtsmeisterschaften im Tennis verteidigten Oberleutnant von Gustke/ Leutnant Bergholt ihren Titel durch einen 6:4, 7:5. 6:1=Sieg über Dr. Tübben/Leutnant Bauer erfolgreich und gewannen zum zweiten Mal den Wanderpreis des Generalfeldmarschalls Hermann Göring. Tübben siegt im Einzel. Bei drückender Hitze, aber strahlend blauem Himmel, wurden am Sonntagnachmittag die Endrunden zur Wehrmacht=Tennnismeisterschaft ausgetragen..Unter den zahlreichen Zuschauern, die auf dem Berliner BlauWeiß=Platz den Entscheidungen beiwohnten, befanden sich viele Angehörige der Wehrmacht und Stabschef Lutze. Im Hauptkampf des Täges hatte Mar.=Int.=Rat Dr. Tübben gegen Oblt. v. Gustke weitaus weniger Mühe zur Meisterschaft zu kommen als im Vorjahr. Dr. Tübben verteidigte seinen Titel durch einen 6:1, 6:1, 77:5=Sieg. Im Senioreneinzel entschied das bessere Laufvermögen von Heeressportlehrer Sturm die Schlaßrunde. Sturm schlug Major Dipl.=Ing. Audörsch 6:0, 6:1. Auch im Seniorendoppel behaupteten sich mit Oberfeldarzt Dr. Baader— Hptm. Baumann die Favoriten. Hptm. Sommer— Hptm. Breidenbach unterlagen in der Endrunde 6:1, 6:3. Bei den Pferderennen in Gotha. Bei den Galopprennen auf der Bahn in Gotha ereignete sich in einem Jagdrennen ein bedauerlicher Unglücksfall. Der bekannte Amateurrennreiter und mehrfacher Championatsträger Hptm, von Both tat auf Demoiselle einen derart schweren Sturz, daß er mit einem Schädelbruch ins Krankenhaus in Gotha eingeliefert wurde. Kurz darauf erlag von Both aber seinen schweren Verletzungen. VON REINHOLD MOORKAMP Zwischen Farnkräutern und hellgrünem Moos, das in schwellenden Polstern am Hange üppig wucherte, saß Wiebke Tebben mit Meinert Lührsen auf dem weichen Boden. Der Wald breitete seine dunklen Arme schützend über sie aus. Es war im Spätsommer, und die schönste Zeit des Jahres war dahingegangen, ohne daß sie etwas von der Heiterkeit des Sommers und von seiner farbigen Fülle gespürt hatten. Denn sie waren in dieser Zeit, da die Welt vom Gesang der Ernte winderhallte, kaum zur Ruhe gekommen. Nur manchmal am Abend, wenn sie von der Arbeit auf den weiten Aehrenfeldern müde heimgekehrt waren, hatten sie sich still und schweigend begrüßt. Aber wenn dann morgens der neue Tag begann, hatten sie wieder nichts anderes besessen als die Geschicklichkeit ihrer Hände und vielleicht ein geheimes Wissen von der beglückenden Nähe des anderen. Nun glutete der Sommer mählich aus, aber für sie war es erst jetzt schön und herrlich, obwohl schon eine leise Wehmut des Herbstes hinter den Wäldern stand und die Sommerblumen im sinkenden Licht der Sonne ruhmlos verglühten. „O Meinert, was soll aus uns werden!“ sagte Wiebke immer wieder in dunkler Ahnung der kommenden Leiden, als sie so beisammen saßen und nur die gute Stunde der Einsamkeit des Waldes ihre treue Gefährtin und Vertraute war. Meinert blickte in bestürzter Wortlosigkeit vor sich hin, ergriff hastig die schmale, harte Mädchenhand und sagte: „Du wirst Bäuerin auf unserem Hof, Wiebke!“ Wiebke lächelte Meinert gläubig an, wenn sie auch wußte, daß es keine Brücke gab, die zum Herzen des Großbauern Lührsen führte. Auf dem Sandweg kam jetzt ein Wagen in Sicht. Meinert erkannte an den beiden hochbeinigen Oldenburgern Pferden das Gespann des Bauern Berts Bruns. Sie flüchteten vor dem schnell sich nähernden Gefährt tiefer in den Wald hinein. Hinter einem Vogelbeerstrauch, an dem sich die Fruchtdolden zu röten begannen, verharrten sie dann, und Wiebke sah mit klopfendem Herzen zum Wagen hin, auf dem der schon bejahrte Bauer seiner jungen Frau Scherzworte zurief und lachend mit der Peitsche knallte, während Trienke, seine Frau, ein wenig bleichsüchtig und sich zu einem starren Lächeln zwingend, mit hochgerecktem Körper steif und gerade auf dem Bock saß. Wiebke verlor alle Farbe, als sie die Frau sah. „Meinert“, sagte sie ängstlich,„Du sollst dich meinetwegen nicht in Gefahr bringen— wir wollen nun zum Hof gehn!“ Und sie gingen Hand in Hand auf einem verschwiegenen Pfad über die blühende Heide zum Hof zurück, bald sich trennend, als sie in die Nähe des Bauernhauses kamen, das in königlicher Freiheit zwischen Weidekoppeln und Obstwiesen aus den leise schwankenden Kronen der hohen Buchen und Eichen mit hellem Schieferdach hervorleuchtete. Sie trafen beide fast zur gleichen Zeit auf dem immer stiller werdenden Hof ein; und während Meinert mit dem wiegenden, weit ausholenden Gang der Lührsen in Holzschuhen klappernd über die gepflasterte Diele schritt, suchte Wiebke die dunstige Gesindeküche auf, wo die Knechte und Mägde schon längst das Abendbrot verzehrt hatten und nun auf der schmalen Bank an der fensterlosen Wand, die den Anbau von den Viehställen trennte, plaudernd und kichernd beisammen saßen. In zarten, rotvioletten Farben blaßte der Himmel aus, auch durch die weitgeöffnete Dielentür seinen Scheinwerfend und hier jeden Gegenstand mit einem goldigen Schimmer verbrämend. An diesem Abend sprach Meinert mit dem Lührsenbauern. Glaubte er dieser schweren, von seinem Vater ausgehenden Bedrohung Herr werden zu können, die immer wieder an den Toren seiner großen Liebe rüttelte und ihm die Freude am Leben nahm? Da waren zwei Menschenkinder,— das eine der einzige Sohn des Bauern Lührsen und der Erbe des Hofes, und das andere nur eine kleine Magd, vom Schicksal hierhin verschlagen, nicht wissend, ob nicht schon morgen jemand kam und ihr sagte:„Du kannst gehen; wir haben dich nicht mehr nötig!“ Kehr um, Meinert Lührsen! Kein Lührsenbauer heiratet eine arme Magd! Geld kommt zu Geld, Erbe kommt zu Erbe; so hatten es die Vorfahren gehalten, so wollte es der Großbauer Lührsen, der in blindem Zorn den Sohn vom Hofe wies, da er den uralten Willen seines Geschlechtes mißachtet hatte! Wiebke Tebben mußte nicht, was geschehen war, aber als die Nacht alle Menschen mit Schlaf beglückte, lag sie wach in ihrer ärmlichen Kammer, selig des Tages gedenkend, da sie in der behüteten Zuflucht des Waldes wie Kinder auf dem weichen Moos gesessen hatten, nur den kurzen Augenblick preisend, da sie sich sehen und sprechen konnten. Aber der Morgen brachte ihr keine Erquickung, wiewohl sie tief und fest geschlafen hatte. Es stand da etwas Fremdes vor ihr auf, das immer größer und mächtiger wurde, je mehr der Schlaf von ihr wich, und als sie ihre Kammer verließ und auf die Diele ging, um die gewohnte Arbeit zu beginnen, da sprang es sie aus allen Gesichtern feindlich an und sie mußte es aus dem Munde der anderen Mägde hören, was sich gestern zugetragen hatte und daß nun auch für sie kein Platz mehr auf dem Hofe sei. Wiebke hatte dem Gerede schweigend und mit unbeweglichem Gesicht gelauscht. Nur nicht weich werden jetzt, dachte sie, obzwar es ihr zumute war wie einem im Moor Versienkendem, den keine Tröstung und kein gutes Wort mehr erretten konnte. Sie ging, nachdem sie ihre kargen Habseligkeiten in einem weißleinenen Tuche geborgen hatte, mit stolzerhobenem Haupte vom Hof, und die Morgensonne verfing sich in ihrem Haargeflecht, und der Fliegenschnepper und der Zaunkönig sangen ihr ein Lied, wenn es auch keine Strophe hatte und keine Melodie. Aber als Wiebke die Gemarkung des Lührsenhofes verlassen hatte, da kamen ihr plötzlich die Tränen, und sie schluchzte haltlos in sich hinein, da sie niemand mehr hatte, dem sie ihre Bitterkeit anvertrauen konnte. In den umgrünten Brüchen längs des Heideweges lag noch. ein dünner Frühnebel. Wiebke lief wie ein gehetztes Wild barfüßig über die Heide und durch ein niedriges Kiefernwäldchen, und sie achtete nicht darauf, daß die häkelnden Zweige ihr die blonden Haare zerzausten und ihr das Kleid zerrissen. So kam sie ganz von selbst dorthin, wo sie so oft mit Meinert geweilt hatte; und hier zwischen Farnkräutern und hellgrünem Moos, das in schwellenden Polstern am Walde üppig wucherte, fand sie den Geliebten. Meinert hatte die Nacht im Walde verbracht. Der Tau hing noch in seinen Kleidern; und die Spinnen hatten von Zweig zu Zweig kunstvolle Filigrannetze gespannt, in denen die Tränen der Nacht gleißten. Da saßen sie dann wie so oft bei anbrechendem Tag. Die sich überstürzenden Ereignisse hatten beide etwas verwirrt und unsicher gemacht, aber als sie nun ihre Lage in Ruhe überdenken konnten, legten sie sich einen Plan zurecht, um für die erste Zeit ihres zukünftigen LebenIls Meinert im Zorn des Bauern den Elternhof verließ, hatte ihm die Bäuerin ihre Ersparnisse zugesteckt; iebko denn eine Mutter mißt nach anderen Maßstäben als der mit dem Alltag verhaftete Mann. Weit hinten an der Grenze des Moores— vier Stunden vom nächsten Dorf entfernt—, kaufte Meinert fünfzig Morgen bereits urbar gemachtes Land, das sie gemeinsam bestellten, Und als ein Jahr verflossen war, da stand inmitten fruchtbarer Felder ein Haus mit Stall und Schuppen, zwar nicht größer als das Anwesen eines Heuerlings, aber doch geräumig genug, um einige Fuder Stroh oder Heu und das Vieh zu beherbergen. Wiebke schaffte den ganzen Tag mit Meinert auf den Feldern, half die Aecker umbrechen, säte selbst die Saat aus, während Meinert das Vieh auf die noch sumpfigen Wiesen trieb,— wo neben Bienen auch Kuckucks= und Strohblumen gedeihten und Wollgrasflöckchen mit dem Winde über den Schilfgräben schwebten. So reihte sich Tag an Tag, Monat an Monat, bis wiederum das Erntelied erklang und die Beeren am Dorn zu reifen begannen. Da geschah es, daß sie jäh von ihrer friedlichen Arbeit am Rande des Moores aufgescheucht wurden. Der junge Bauer war auf den Feldern, als ein Reiter auf den Hof am Moor galoppierte. Er sprang vom schweißbedeckten Pferde und verlangte mit hastigen Worten, man möge den Bauern rufen. Da erkannte Wiebke plötzlich den Fremden. Es war Job Raters, ein Knecht vom Lührsenhof. Sie lief bestürzt davon, um Meinert zu holen. Der war nun bald zur Stelle, und Job Raters sagte ihm mit Tränen in den Augen:„Meinert, der Bauer liegt im Sterben——— Er möchte dich noch einmal sehen!" Und bald ritten zwei Reiter über die blühende Heide zum Lührsenhof. Rotviolett verblutete der Abend Wiebke stand auf einem Heidehügel und blickte den Männern lange nach, bis sie am Rande des Himmels in einer Wolke von Staub und Abendnebel verschwanden.. Im Herzen Meinerts blühten die verwelken Blumen einer sorglosen Kindheit wieder auf. Zwei hohe Lebensbäume standen im langen Garten vor dem Haus. Meinert zerrieb ein Zweiglein in der Hand, atmete tief den bitteren Duft in sich ein, und mit einem Male war ihmn wieder die ganze wilde Knabenzeit gegenwärtig. Meinert sah den Bauern im hohen Pfühl; eine Eiche war gefällt. Der Sohn gab dem Vater die Hand, und die Mauer, welche der Lührsenbauer einst wider Meinert aufgerichtet hatte, brach polternd in sich zusammen... Als übers Jahr die Herbstzeitlosen blühten, wurde Wiebke Tebben, die kleine Magd, Bäuerin auf dem Lührsenhof. Im Walde waren die Vogelstimmen verstummt, die hier sonst die Stille mit ihrem zauberischen Chor bezwungen hatten. Der Ru fdes Kuckucks und des Pirols war verhallt, und nur noch das sanfte Gezirp der Meisen oder das spöttische Gelächter des Spechtes oder auch das abendliche Lied der Drossel war noch hin und wieder zu hören wie eine ferne Melodie des Frühlings, wunderbar erfüllt von der Schwermut des fruchtgesegneten Herbstes... Durch die tiefen, schattigen Waldschluchten des Höllentals herauf stampft und faucht der Zug und trägt den aus der Reinebene Flüchtenden in die leichte, köstliche Luft des auf 900 Metern gelegenen Hochtals. Die Wiesen blühen im Schwarzwald! Das ist keine Wiesenblüte, die nach dem ersten Schnitt welk und vergessen ist,— nein, sie blüht sich leuchtend und eindringlich in das Gedächtnis ein in unvergeßlicher Pracht und Fülle. Da sind die Wiesen im Hochtal bei Hinterzarten zwischen den Waldhängen um den Titisee, dann die Wiesen auf den weitgestreckten Hochflächen der Baar, über die das Licht in freien, reichen Strömen flutet. Die Gebirgswiesen schimmern überwiegend in Goldgelb und Weiß. Ihre Hauptzierde sind die Hahnensußgewächse,— doch neben der glänzenden, gelben Blüte, die jedem Kind als Butterblume bekannt ist, wächst hoch, verzweigt und blütenreich der weiße Hahnenfuß. Auf hohem, schlankem Stiel hebt die schöne Trollblume die üppige, volle, gelbe Krone. Wie leichte Schleier zittern im Winde die weißen Dolden des Kerbel, und die Luft weht die Sinne an mit süßem Honiggeruch. In den weiten, freien Wiesen der Baar wird die Blüte bunter. Die großen dunkelgelben Sterne der Wucherblume überstrahlen die Farbenfülle, dichte Büschel der sattblauen Glockenblume breiten ihre Farbenwellen aus, das matte Rosa der Federnelke schimmert, das Rotviolett der Kornrade, des großen Storchschnabels, leuchtet auf. An manchen Stellen überflutet das satte Blau die Wiesen märchenhaft. Dem Maler, der es, dem Vorbild getreu, wiedergeben wollte, würde man nicht glauben Ein Flußtal, abseits gelegen von der vielgerühmten und bekannten Strecke Freiburg— Donaueschingen, ist— in verborgener, stiller Anmut— besonders reich an Wiesenschönheit: das Bregtal. Die Breg, eines der ERZÄHLUNG VON GERT LYNCH Daß Matthias Breitmoser, den sie den Hias nannten, ein armer Schlucker von einem Holzfäller war, besagt überhaupt nichts. Er hätte sich niemals einfallen lassen. aus seiner Haut zu fahren, um mit jemand zu tauschen. Am wenigsten jetzt, wo die Förster=Margret mit keinem auch nur annähernd so freundlich wie mit ihm war. Er wäre beinahe selber erschrocken, so schneidig hatte sie den reichen Marthelbauernsohn abblitzen lassen, als sie beide den ersten Walzer gleichzeitig von ihr wollten.„Schon vergeben!“ schwindelte sie keck drauflos, indem der Hiaerst heraneilte. Der faßte sie flink und schwenkte sie mit Begeisterung durch den Saal. So wild war ihr Rock noch keinmal geflogen! Der Holzhauerball nahm ein unschönes Ende. Der Marthel, vor Eifersucht blind, hatte mit Hias Händel gesucht und dabei das Griffeste hinterrücks aus der Nahr gezogen. Doch Hias war ihm noch früh genug auf den Schlich gekommen und hatte ihm, ehe er sich's versah, die Hand mit der Klinge aus dem Gelenk gebrochen, daß der Marthel wie ein Frauenzimmer hochauf schrie, was ein wieherndes Gelächter unter den Zuschauern auslöste. Fortab würde zwischen den beiden Todfeindschaft sein. Hias schlug's geringschätzig in den Wind. Den und fürchten? Bierbanzen mit einem Hektoliter konnte er glatt unter den Arm nehmen, und einmal hatte er einen bis an die Achsen versunkenen Heuwagen ganz allein aus der Moorwiese gezogen. * Hias brachte zuerst seine Margret nach Hause, und da er kein bißchen müde war, beschloßter, noch an der Luft zu bleiben. Er schlug aus alter Gewohnheit den Gangsteig zur Brüllschlucht ein. Dort war seit einigen Wochen sein Schlag. Haushohe Weißtannen, dicker, als vier Arme umzingeln konnten, mußten für eine holländische Firma umgelegt werden. Tag um Tag donnerten die Riesen zu Boden, daß das Echo fünffach aus der Runde zurückbellte. Jeder Baum, den sie lostrennten, riß ein gewaltiges Loch in den Wald. Bald würde er ausgerausch haben, und es wird dort bloß noch harzende Wurzelstöcke geben und viel Reisignester, Moder und Totenstille. Hias riß einen Tannenzweig ab und steckte ihn in den Mund. Es war eine schwüle Nacht. Ein Volk Mücken siedete auf einem hohen, dünnen Ton hinter ihm her. Aus der Moorwiese knarrte unaufhörlich der Wachtelkönig, und im Soldatenhölzl schrie jämmerlich eine Toteneule. Allmählich steilte sich der Weg zur Kuppe hinauf. Hias mußte beim Steigen den Atem tiefer nehmen, wobei ihm plötzlich ein brenzlicher Geruch auffiel. Er blieb stehen und sog die Witterung in sich ein Kein Zweifel, es schmeckte nach Reisigbrand. Irgendwo m Walde mußte eine Flamme sengen. Hias spürte, wie sein Puls sich erregte. Er jagte die Halde zum Schluchtkopf empor, wo der Wald teilweise schon abgeholzt war und einen guten Beobachterstand bot für das Gelände im Umkreise. Der Pfad lief durch dichten Baumbestand; es wurde stockfinster, und Hias mußte sich meistens nach dem Gefühl richten. Endlich hatte er die freie Höhe erreicht. Hias dampfte. Seine Hand wir patschnaß, als er sich über die Stirn wischte. Und was er nun sah, ließ ihm das Blut stocken: Auf drei Stellen zugleich brannte der Jungwald hellichterloh am Fuße des Berges, und das Vorfeuer, von einer flotten Brise geritten, lief schnellfüßig wie ein Wiesel auf einem Streifen verdorrten Grases in das trockne Unterholz des Hochwaldes hinein, prasselte auf, wurde zur Lohe und— Hias stieß einen heiseren Schrei aus— schlängelte sich gleich einer Natter an einer Rottanne hinauf, und dann pufften unzählige Sprühsterne gen Himmel, und die Krone stand in einer einzigen Feuerlohe. Ein Windstoß plusterte hinein, zwei, drei, vier weitere Bäume wurden in Brunst getaucht, eine turmhohe Flamme sprang wie jauchzend empor und warf ihren blutigen Schein bis zum Brüllpaß herauf. Der Hochwald brannte! Der Hochwald brannte! Hias quirlten die Gedanken durcheinander. Er preßte die Fäuste zusammen, um sich zur Ruhe zu zwingen. Er mußte um Gottes willen etwas tun. Retten, was noch zu retten war! Löschen? Ein Ding des Unmöglichen! Wabernd, schleckend, schlürfend wälzte sich die Hölle dahin mit rußschwarzen Qualmschlangen, deren flackernde Schatten die Hänge in einen brodelnden Hexenkessel verwandelten. Hias mußte sich festhalten. Der Berg torkelte im Feuerrausch, so deuchte es ihn, Ein Rudel Rehe, das in kopfloser Flucht an ihm vorüberflog, brachte ihn zur Besinnung zurück. Das Holz für Holland, seine ehrliche Arbeit von Wochen, stand in größter Gefahr! Die durch den niedergelegten Wald entstandene Schneise war viel zu schmal, um die Stichflammen aufzuhalten. So mußte Bayrische Holzfäller aus Mittenwalde. (Lindenverlag-Wagenborg-M.) Donauquellflüßchen, kristallklar, mit außerordentlich lieblichen Ufern. Sie ist sehr fischreich. Wasserhühner und Wildenten beleben die Uferbüsche und Wiesen, die auch der große, graue Reiher zum Standort wählt. Die Kleinbahn endet im oberen Bregtal bei Furtwangen. Von Furtwangen gelangt der Wanderer auf steilem Bergsträßchen auf die bergische Hochfläche, die gipfelt im Brend 1150 m. Von den weit gedehnten Gebirgsweiden und Heiden aus bietet sich dem Auge eine gdoßartige Wildnis von Graten, Gipfeln und waldigen Schluchten. Der Blick umfaßt das Hühnersedel— und Kandelgebiet bis fernhin zum breiten Rücken des hohen Feldbergs. Im kurzen, harten Grase dieser Hochweiden blüht das Katzenpfötchen, eine entzückende, wetterharte Bergblume, rosaweiß mit weißlichem Stiel und mattgrauen, zarten Blättchen, ein Körbchenblütler, dem Edelweiß verwandt. Furtwangen, eine kleine Stadt von etwa 5500 Einwohnern, bescheiden und weltabgeschieden anmutend, besitzt weitbekannte, rührige Industrie, neben großen Uhrfabriken und Fabriken für Präzisionsinstrumente eine Uhrmacher= und Holzschnitzerschule. Der badische Staat hat in Furtwangen eine Uhrenausstellung geschaffen, eine sehenswerte Sammlung von kulturgeschichtlichem Wert. Große und kleine Uhren aus dem 17. und 18. Jahrhundert, Uhren aus Holland, Ostfriesland, Oesterreich und Frankreich,— alte Standuhren mit primitivem Spielwerk, das uns die klang- und formschöne Melodie einer Gavotte, eines Menuetts überliefert. Und dann die ganze Folge der Schwarzwalduhren, geschnitzt und bemalt! Bei den alten Uhren sind die bemalten überwiegend. Da sind solche, die beim Stundenschlag einen ganzen darstellerischen Mechanismus in Bewegung setzen: ein Einsiedler, die Glocke eines Kapellchens läutend, exerzierende Soldaten, ein emsig schaffender Schornsteinfeger, eine Akrobatengruppe, die jede halbe Stunde die kleine, jede ganze Stunde die große Welle schlägt. Eine mit lieblichen Biedermeierblumen bemalte Uhr aber spricht solch treubiedere, blumige Sprache, daß wohl keiner, der das Vergnügen hatte, sie zu sehen, sie vergessen wird. Da steht zwischen dem Blumenkranz in feiner Schrift „Stets wandle auf blumichten Pfaden dahien, Wo Rosen und Veilichen und Myrthen dir blihn. Und darf ich dir etwa ein Blimichen noch wein, So soll es ein scheues Vergißmeinnicht sein.“ O du schönes, weltfernes Bregtal! Blühende Schwarzwaldwieser klingender Stundenchlag, Verse und Blimichen! Wie wird dem weltabgehetzten Gemüt, den staubdurchdrungenen Lungen so wohl in der reinen Frische deiner Luft!— Wer sollte nicht verjüngt und elastisch werden an einem Erdenfleck, wo jeder Stundenschlag Hunderte von Federn und Rädchen in Bewegung setzt, wo der Wille es dem Akrobaten nachtun und jede Stunde in der großen Welle sich aufschwingen kann! der Berg ausbrennen mit Gras und Kraut, mit Strunt und Stiel, mit Wurz und Wipfel! Hias verlor keine Zeit mehr. Die Schichten der Blochhölzer lagerten am äußersten Rande der Brüllschlucht und sollten nach Abnahme des Maßes zum Flößen ins Tal gestürzt werden. Hias riß das Schloß der Werkzeughütte mit einem einzigen Ruck seiner bloßen Hand herunter, nahm die längste Axt zu sich, sprang auf den Blöcherstapel, setzte das Eisen als Hebel an und wuchtete einen Stamm nach dem anderen in die Tiefe hinab, daß der Berg in seinen Grundfesten erschütterte.„Krachchchch— kröchchch — kruchchch“ dröhnten die schweren Lasten von der Talsohle herauf, und das fünffache Echo käute es, sich überhudelnd, wahnwitzig wider, und die Luft war nur noch ein Bersten, Grollen, Grunzen und Wubbern. Hias gebärdete sich wie ein Rasender. Er spürte seine Arme nicht mehr. Sein Schädel kochte. Er arbeitete im Takt:„Eins— zwei, ein— zwei, eins— zwei“, ging es. Mit eins legte er seinen Beilhebel an, mit zwei rollte der Stamm bereits in die Leere hinaus. So walzte der letzte Stamm in den Felstrichter. Hias hatte es geschafft! Der Schweiß siedete ihm aus allen Poren heraus. Seine Augen waren halb blind geworden. Aber er kam nicht zum Verschnaufen. Eine rußige Rauchbank warf sich auf ihn und stahl ihm die Luft weg. Er tastete sich hinter eine Tanne und preßte das Gesicht so lange auf ihre Rinde, bis die Wolke anderwärts trieb. Als er wieder ausblicken konnte, sprang ihm der Schreck wie ein Ring um den Hals: Zweihundert Schritte vor ihm schmolzen die Bäume gleich Wachskerzen dahin. Er spürte bereits den stechenden Odem der Glut, die in geschlossenem Halbkreis herankroch. Hias hatte vergessen, an sich selbst zu denken. Eine Rettung war nur durch die Brüllschlucht möglich. Er trat hinaus auf die Felsennase. Gar kein Drandenken, hinunter zu klettern. Lotsteil liefen die Wände hinab. Aber der Spalt war nur zwölf Meter breit. In diesem Augenblick kam Hias der rettende Gedanke. Er wählte die längste Tanne am Schluchtrande(sie war so stark, daß sie ein Mann grad noch umfassen konnte), suchte sich festen Stand, und dann sauste das Beil in den Stamm. Vier Hiebe; zwei faustdicke Batzen schnellten nacheinander in die Luft, und aus der Tanne klaffte eine große weiße Wunde. Damit hatte er ihr die Fallinie gegeben. Und nun zuckte die Schneide von der anderen Seite ins Holz. Jeder Hieb saß. Die hellen Baumsplitter spritzten. Da knatterte und prasselte es auf einmal wie Maschinengewehrfeuer. Eine unbändige Flamme lief heran, und Millionen grüner Nadeln rundum explodierten in Salven. Das zischte und zackte und knackte und burrte, worauf ein Regen glühender Asche niederging und Hias von oben bis unten versengt wurde. Nun ging es um die Minute! Und er schlug und schlug um sein nacktes Leben! Mit jedem Schlage biß sich das heiße Eisen eine Handbreit tiefer ins Mark des Baumes, daß die Späne und Scheiter nur so herumschnurrten. Bis ein Zittern die Tanne durchlief. Der lodernde Wipfel neigte sich langsam zur Seite. Hias trennte mit einem letzten gewaltigen Hieb den Stamm vom Stock, und der Baum polterte rittlings über die Brüllschlucht und wurde zur Brücke. Hias verlor keinen Augenblick mehr. Glücklich kam er über den grausigen Steg. Hier trat die Erschöpfung ein. Atemlos, ausgepumpt bis zum Letzten, mit blutigen Händen und voller Brandwunden, taumelte er zu Boden, während drüben die Lohen zu einem einzigen Feuermeer zusammenschlugen und alles verschlangen, was weder Erde noch Fels war. Die Brüllschlucht harte dem Brande ein Ziel gesetzt. Aber der schwarze Berg rauchte noch neun Tage und zehn Nächte. * Die Tat des Matthias Breitmoser indessen war oochenlang das Gespräch in sämtlichen Wirtschaften der imliegenden Waldämter. Wenige aber wußten, daß Narthel, der reiche Hoferbe, am Fuße des Brandberges vor einem leeren Graben, den er, wie die Spuren erviesen, überspringen wollte, in schlimmem Zustande geunden wurde. Sein Schuh war beim Absprung auf inem Schleimpilze ausgeglitten, wodurch er zu Fall kam, nit dem Schädel auf einen Knorzen schlug und ohnmächtig iegenblieb. So konnte es geschehen daß die roten meisen über ihn herfielen. Als er wieder zu sich kam, edete er bereits irr. Hias jedoch erholte sich bald und hatte dann mit Nargret eine gewichtige Aussprache, bei der er sie fragte, ob ihr der Name„Frau Breitmoser“ in den Streifen passe. Auf dem Heimwege machte er an jeden erreichbaren Baumast drei Klimmzüge. Sie waren sich einig gevorden! Schließlich ist noch zu erwähnen, daß Hias am Fußpunkte der Brandstätte, vor jenem leeren Graben, ein Feuerzeug fand, das dem Marthel gehörte. Und er nahm das Ding auf drei Finger, warf es von sich, soweit er nur konnte, und wunderte sich im stillen über das buchstäblich erfüllte Sprichwort von jener Grube, die man andern gräbt.