Erscheint täglich. Bezugspreis monatlich durch Boten 2,10 Mk., durch die Post 2,20 Rm. einschl. 0,40 Rm. Postgebühren, zuzügl. 0,42 Rm. Bestellgeld. Schriftleitung und Geschäftsstelle in Ahaus: van=Delden=Str. 8. Telegr.Adresse: Kreiszeitung Ahaus i. W. Fernruf Nr. 450. Postschließfach 65. Postscheck=Konto: Hannover 22739. Verlag: Gebr. Lensing, Verlagsanstalt K.=G., Zweigniederlassung Ahaus 51. Jahrgang. Geschäftsstelle in Gronau: Gebr. Lensing, Verlagsanstalt K.=G., Adolf=Hitler=Straße 36 Fernsprecher Nr. 260. Bankkonten: Kreis= und Stadtsparkasse Ahaus, Gewerbebank Ahaus, Städt. Sparkasse Gronau i. W. und Gronauer Volksbank. Anzeigenpreis für sämtliche Zeno=Zeitungen 10 Pfg. bei 22 Millimeter Breite, für die Kreiszeitung für den Kreis Abaus 3 Pfg. Nachlaß nach Preisliste. Nummer 197 Freitag, den 22. Juli 1938 Jahrgang 1938 Dr. Goebbels in der Ostmark Das üble Spiel, das ausländische Lügenfabrikanten mit dem deutschen Volke treiben, und die Wirklichkeit in Oesterreich. Jubelstürme in Kärnten. DNB Klagenfurt, 21. Juli. Mittwoch mittag traf Reichsminister Dr. Goebbels über die Großglockner=Hochalpenstraße kommend in Kärnten ein, wo er am Hochtor vom stellv. Gauleiter von Kärnten, Kutschera, willkommen geheißen wurde. Auf der Fahrt durch das Kärntner Land begleiteten ihn die Jubelstürme, die ihn bereits auf der Großglocknerstraße begrüßt hatten. Dr. Goebbels mußte zu wiederholten Malen anhalten, um den Volksgenossen für die entgegengebrachte Liebe zu danken. Auf der ganzen Strecke umsäumten Tausende von Volksgenossen die Straßen. In Klagenfurt wiederholte sich der stürmische Empfang, ins Vielfache gesteigert. Im großen Wappensaal ließ sich Dr. Goebbels die Vertreter der Partei und ihrer Gliederungen, der Behörden und der Wehrmacht vorstellen. Der stellv. Gauleiter, Kütschera, hieß in herzlichen Worten den Reichsminister im Kärntner Gau willkommen. Darauf ergriff der Reichsminister selbst das Wort. Die nationalsozialistische Bewegung, so führte Dr. Goebbels aus, hat gerade in diesem Gau des Reiches besonders schwere Opfer bringen müssen. Wir alle, ob wir in Oesterreich wohnten und lebten oder im Altreich, haben um dieses Land schwere Stunden erlebt. Das Schicksal jedes Einzelnen von Ihnen und Ihrer Kameraden hat uns tief berührt und ist unser Schicksal gewesen. Es wurde manchmal an der Zukunft unserer Bewegung gezweifelt. Nun erst bei der härtesten Probe entscheidet sich der historische Wert einer Weltanschauung, und so geschah dies auch bei den Belastungsproben, die die nationalsozialistische Bewegung zu bestehen hatte. Nietzsche hat einmal den Satz geprägt:„Was mich nicht umbringt, macht mich stark“. Die Richtigkeit dieses Satzes hat sich an der nationalsozialistischen Bewegung in Oesterreich und besonders in Kärnten bewahrheitet. Der Goebbels führte weiter aus, daß die verlorene Schlacht des Jahres 1934 die Bewegung nicht gebrochen habe, denn sie sei nur stärker dennie aus dieser Niederlage hervorgegangen. Es sei kein Zufall, daß der Nationalsozialismus doch gesiegt habe, denn der Sieg hänge nicht von politischen Thesen ab, sondern so ein Sieg sei ein ewig geschichtliches Gesetz: Das Stärkere, Edlere und Lebensfähigere überwindet das Schwächere und Lebensschwache. Der Reichsminister gab seiner Freude Ausdruck, dieses schöne Fleckchen Erde unseres großen Vaterlandes mit zu können. Für die vielen Beweise der Anhänglichkeit und Treue, die ihm entgegengebracht wurden, sprach er seinen Dank aus. Diese Beweise wolle er aber nicht für sich annehmen, sondern für den Führer, für unsere Bewegung und unser großes deutsches Vaterland. Wenn Schuschnigg einmal das Wort geprägt habe, man müsse Kärnten mit einem Drahtverhau umgeben und das Konzentrationslager wäre fertig, so habe er damit selbst sein politisches Todesurteil gesprochen. „Wir nehmen dieses Kärnten für unser Land ganz fest und treu an unser deutsches Herz, und mit dem Herzen unseres deutschen Landes und Volkes wird Kärnten immerdar verbunden bleiben.“ Ergriffen, aus tiefstem Herzen, erklang das tausendfache Siegheil auf den Führer, mit dem Reichsminister Dr. Goebbels seine Worte beschloß.— Reichsminister Dr. Goebbels verließ Donnerstag Klagenfurt mit dem Flugzeug, um sich nach Graz zu begeben. Von der Gauhauptstadt der Steiermark wird der Reichsminister ebenfalls mit dem Flugzeug seine Weiterreise nach Linz antreten. der Minister an die führenden Männer und alten Kämpfer der Ostmark. X Graz, 21. Juli. Reichsminister Dr. Goebbels traf am Donnerstag um 12,14 Uhr, aus Klagenfurt kommend, auf dem Grazer Flugplatz Thalerhof ein. Zu seiner Begrüßung hatten sich Gauleiter Dr. Uiberreither, Gaupropagandaleiter Gustav Fischer und Bürgermeister Dr. Kaspar eingefunden. Auf dem Wege zur Stadt passierte der Minister immer wieder dichte Spaliere begeisterter Volksgenossen, die ihn mit Heilrufen und Blumengaben begrüßten. Den Höhepunkt erreichte der Jubel in den von Zehntausenden freudig gestimmter Menschen gefüllten Straßen von Graz. Im Landeshaus hatten sich inzwischen die Spitzen der Partei, der Wehrmacht und des Staates sowie die alten Kampfer der Bewegung eingefunden. BdM begrüßte Dr. Goebbels mit einem Steiererlied, worauf Gauleiter Dr. Uiberreither den Minister mit herzlichen Worten willkommen hieß. Hierauf nahm Reichsminister Dr. Goebbels, stürmisch umjubelt, das Wort und führte aus: „Ich habe vor einigen Wochen in der Auslandspresse gelesen, daß in der nationalsozialistischen Bewegung in erreich eine sehr schwere Krise ausgebrochen sei. Es hatten sich in dieser Bewegung eine Reihe von Gruppen gebildet, die sich auf das erbittertste befehden, und es set die Einfügung Oesterreichs in das Reich auf das ernsteste in Frage gestellt. Ich bin nun hierher gekommen, um mich von der Wahrheit dieser Behauptungen zu überzeugen.(Stürmisches Gelächter.) „Ich wollte einmal durch eigenen Augenschein feststellen, wie weit die Wahrheitsfanatiker in London und Paris ihr übles Spiel mit dem deutschen Volk im speziellen und mit dem europäischen Frieden zu treiben sich unterstehen. Ich bin zum ersten Mal in diesem Landstrich und ich muß feststellen, daß der Empfang, der mir hier von Land und Volk bereitet wird, ein so überaus herzlicher ist, daß er mich auf das tiefste rührt. Es ist für jeden Volksgenossen aus dem Altreich, wie Sie sich vorstellen können, in diesen Wochen und Monaten ein besonderes Erlebnis, nach Oesterreich zu kommen. Es hat vor dem 13. März Zeiten gegeben, in denen auch wir schwer um dieses Land gerungen und gelitten haben. Vor einem Jahr sind die Oesterreicher auf dem Nürnberger Parteitag zahlreich in Erscheinung getreten, und als der Parteitag zuende war und ich gerade im Begriff war, nach Berlin zurückzufliegen, trat ein junger Parteigenosse im Hotel auf mich zu und bat mich, in den Kulturvereinssaal zu kommen, weil dort Oesterreicher versammelt seien. Ich wollte schon ablehnen, aber dieser Parteigenosse ließ nicht ab und bewegte mich schließlich doch dazu, seiner Bitte Gehör zu schenken. Ich habe nun dort eines der ergreifendsten Erlebnisse meines ganzen Lebens mitgemacht. Ein paar hundert Parteigenossen waren versammelt. Und es entlud sich in diesen wenigen Minuten ein derartiger Fanatismus, eine derartige nationale Besessenheit und Glaubensfähigkeit, daß ich von diesem Augenblick an davon überzeugt war, daß die Stunde der Entscheidung für Oesterreich in absehbarer Nähe stand. Die weitere Entwicklung ist dann so vor sich gegangen, wie Sie sie alle kennen. Es ist immer so bei großen politischen Ereignissen, daß sie sich nicht so vollziehen, wie wir es uns mit klügelndem Menschenverstand ausdenken. Im allgemeinen pflegt die Geschichte ihre eigenen Wege zu gehen und fordert eben deshalb manches sehr schwere Opfer von den Völkern und auch von den einzelnen Menschen. Diese Opfer aber werden unerträglich. wenn sie umsonst gebracht worden sind. (Fortsetzung auf der 2. Seite.) Sollen sudetendeutsche Arbeiter brotlos werden? Die 5p zum Verkauf der PetschekAktien an den Zivno=Konzern. DNB Prag, 21. Juli. Das Presseamt der Sudetendeutschen Partei teilt mit: Der politische Ausschuß der Sudetendeutschen Partei befaßte sich in seiner gestrigen Sitzung auf Grund eines Referates des Leiters für Industrie= und Wirtschaftsorganisation, Abgeordneten Ingenieur Richter, auch mit der durch den Verkauf der Petschek=Aktien an den Zivno=Konzern geschaffenen Lage im nordwestböhmischen Kohlengebiet und gibt folgendes bekannt: In einer Zeit, in der das durch die SOP vertretene Sudetendeutschtum mit der Regierung über die Neuregelung der nationalen Verhältnisse und damit über die Sicherung des deutschen Arbeitsplatzes und Besitzstandes offiziell Gespräche führt, erwirbt das tschechische Finanzkupital nach umfassenden Vorbereitungen und sichtlicher Förderung durch offizielle Stellen einen gewaltigen Einfluß auf den deutschen Arbeitsmarkt und diedeutsche Wirtschaft Nordwest=Böhmens. Die Expansionsgelüste des tschechischen Finanzkapitals haben, wie das Beispiel der Aussiger chemischen Werke beweist, nicht nur allein wirtschaftlichen Charakter. Das Vordringen des tschechischen Kapitals war vielmehr stets mit der Tschechisierungbisheriger deutscher Arbeitsplätze verbunden. Diese Befürchtungen können auch durch die Erklärung des neuen Zivno=Syndikats, mit den bisherigen Kräften weiter arbeiten zu wollen, auf Grund eigener Erfahrungen nicht als beseitigt gelten. Im übrigen wird in den Stellungnahmen fast der gesamten tschechischen Presse die nationalpolitische Bedeutung dieser Transaktion zugegeben. Die Sudetendeutsche Partei wird daher schon im Hinblick darauf, daß an dem neuen Syndikat eine auf das deutsche Geschäft angewiesene Bank beteiligt ist, eine praktisch wirksame Sicherung des bisherigen Standes an Arbeitsplätzen und Lieferungsverträgen fordern. Solange in dieser Hinsicht nicht verbindliche Verpflichtungen von dem neuen Syndikat übernommen werden, ist die Uebernahme eines Mandates der Verwaltungsräte der Syndikatsgesellschaften unvereinbar mit der Mitgliedschaft bei der Sudetendeutschen Partei oder auch nur mit der Zugehörigkeit zum völkischen Sudetendeutschtum. Zur Sicherung der nationalen, sozialen und wirtschaftlichen Belange des Sudetendeutschtums fordert die Sudetendeutsche Partei alle deutschbewußten Aktienbesitzer der dem neuen Syndikat angehörenden Brüxer Kohlenbergbau A.=G. und der Nordwest=Böhmischen Kohlenberggesellschaft auf, ihre Aktien zur Vertretung bei den Niederlassungen der Kreditanstalt der deutschen Industrie, der Deutschen Agrar= und Industriebank, in kürzester Zeit anzumelden. Der Reichssportführer eröffnete die„Erste Deutsche Sportausstellung“. Am Mittwoch eröffnete der Reichssportführer von Tschammer und Östen im Marmorsaal der Breslauer Jahrhunderthalle die„Erste Deutsche Sportausstellung“, die den Besuchern ein anschauliches Bild der Bedeutung und Aufgabe der Leibeserziehung im nationalsozialistischen Deutschland vermittelt und zugleich den Rahmen abzeichnet, in dem die Leibesübungen das neue deutsche Kunstschaffen bestimmen. Unser Bild zeigt den Reichssportführer mit den Ehrengästen beim ersten Rundgang durch die Deutsche Sportausstellung nach der Eröffnungsfeier.(Scherl) Die Bolschewisierung der Die Ausbreitung der kommunistischen Agitation in den Vereinigten Staaten hat in den letzten Jahren einen beachtlichen Umfang angenommen. Insbesondere seit dem VII. Weltkongreß der Komintern(Sommer 1935) ist ein ständiges Anwachsen der kommunistischen Aktivität zu verzeichnen, das in der Hauptsache, ähnlich wie in Frankreich und anderen parlamentarisch regierten Ländern, auf die „demokratisch“ abgestimmte„Volksfront“=Politik der Kommunistischen Internationale zurückzuführen ist. In einem in der„Prawda“ erschienenen Bericht über die letzte Tagung der Kommunistischen Partei der Dank und Anerkennung für hervorragende Dienste. Handschreiben des Führers und Reichskanzlers und des preußischen Ministerpräsidenten an den Oberpräsidenten Freiherrn von Lüninck. DNB Berlin, 21. Juli. Der Führer und Reichskanzler hat den Oberpräsidenten Freiherrn von Lüninck auf seinen Antrag in den Wartestand versetzt und ihm aus diesem Anlaß folgendes Handschreiben zugehen lassen: „Sehr verehrter Herr Oberpräsident! Aus Anlaß Ihres Uebertritts in den Wartestand spreche ich Ihnen für Ihre hervorragenden Dienste, die Sie dem deutschen Volke in den langen Jahren Ihrer Tätigkeit im Bereich der Provinz Westfalen geleistet haben, meinen Dank und meine Anerkennung aus. Ich verbinde damit meine besten Wünsche für Ihr ferneres Wohlergeben. Mit deutschem Gruß(gez.) Adolf Hitler.“ Der preußische Ministerpräsident Generalfeldmarschall Göring hat an Oberpräsident Freiherrn von Lüninck nachstehendes Handschreiben gerichtet: „Sehr verehrter Herr Oberpräsident! Nachdem der Führer und Reichskanzler Sie auf Ihren Antrag durch Urbunde vom 6. 7. 1938 in den Wartestand versetzt hat, spreche ich Ihnen für die dem preußischen Staat geleisteten Dienste meinen besonderen Dank aus. Seit Ihrer Berufung als Oberpräsident der Provinz Westfalen im Februar 1933 haben Sie sich in vorbildlicher Pflichterfüllung und mit bestem Erfolg für die Geschicke der Ihnen anvertrauten Provinz eingesetzt. Ich freue mich, daß mir auch nach dem Ausscheiden aus Ihrem Amte durch Ihre Zugehörigkeit zum Preußischen Staatsrat die Möglichkeit gegeben ist, Ihre hervorragenden Kenntnisse in Wirtschaft und Verwaltung weiterhin zum Wohle des preußischen Staates nutzbar zu machen. Meine besten Wünsche begleiten Sie in die Zukunft.(gez.) Hermann Göring.“ USA wurde von dem Generalsekretär des Zentralkomitees, Earl Browder, auf die großen Fortschritte der kommunistischen Bewegung hingewiesen. Die Kommunistische Partei der USA, die ihre Mitgliederzahl seit 1929 nahezu verzehnfacht hat, sei zu einem ernsten politischen Faktor geworden. Große bürgerliche Zeitungen hätten dieser Tatsache Rechnung getragen, indem sie ausführliche Berichte über den kommunistischen Parteitag veröffentlichten. Mit besonderer Befriedigung wird ferner vermerkt, daß große Rundfunkgesellschaften wie die Columbia= und die Nationale Rundfunk=Korporation besondere Sendungen über die Tagung in ihr Programm aufgenommen hätten. Ausgehend von den Erfolgen der kommunistischen „Volksfront“=Taktik wurde auf dem erwähnten Parteikongreß erneut der„Zusammenschluß aller demokratischen Kräfte gegen den Faschismus“ als Hauptaufgabe der Kommunistischen Partei herausgestellt. Vor allem innerhalb der Arbeiterschaft müsse die„Aktionseinheit“ schleunigst verwirklicht werden. Die unter kommunistischem Einfluß stehende CIO=Gewerkschaft sol. durch die allmähliche Aufsaugung der anderen Gewerkschaftsverbände zu einer„einheitlichen Arbeiter=Konföderation“ ausgebaut werden. Das zu diesem Zweck ausgearbeitete kommunistische Aktionsprogramm enthält dieselben Forderungen, deren teilweise Erfüllung das französische Wirtschaftsleben aufs schwerste erschüttert haben, nämlich: die Aufstellung solcher Forderungen in einem Zeitpunkt ständiger Verschärfung der Wirtschaftskrise und anwachsender Arbeitslosigkeit beweist, daß die Kommunistische Partei keineswegs das Wohl der Arbeiterschaft im Auge hat, sondern im Gegenteil auf eine Zuspitzung der wirtschaftlichen und politischen Schwierigkeiten, d. h. in der Komintern=Terminologie ausgedrückt: auf die Herbeiführung der„revolutionaren Situation“, hinarbeitet. Diesen Absichten wird im übrigen auch in den„Neuen Statuten“ der Kommunistischen Partei der USA, die auf dem letzten Parteikongreß bekanntgegeben wurden, Ausdruck verliehen. Diese Statuten sind aufgebaut auf den Beschlüssen des VII. Weltkongresses der Komintern und enthalten ein 1 1 1 1 a 1 offenes Bekenntnis zur Revolution und Diktatur des Bolschewismus. Größte Aufmerksamkeit verdient das außenpolitische Programm der Kommunistischen Partei der USA. denn auch hier ist die Tarnung der wahren Absichten des Kommunismus so verfeinert worden, daß mit einem zumindest zeitweiligen Erfolg der kommunistischen Agitation gerechnet werden muß. Unter dem Motto„positive Friedenspolitik“ wird die amerikanische Neutralitäts= und Nichteinmschungspolitik bekämpft und insbesondere die Unterstützung Rotspaniens und Chinas gefordert. Es ist einleuchtend, daß die Propagierung einer„aktiven“ amerikanischen Außenpolitik nichts weiter bezweckt als die Förderung des Moskauer Planes der Bildung eines umfassenden antifaschistischen Blocks der sogenannten demokratischen Länder, zu denen sich die Sowjetunion natürlich rechnet. Die Errichtung dieses für die Kriegsziele des internationalen Bolschewismus unentbehrlichen Bündnissystems ist nur möglich auf dem Wege der entsprechenden propagandistischen Bearbeitung der öffentlichen Meinung in den demokratischen Ländern. In den Vereinigten Staaten hat die Kommunistische Partei bereits erheblichen Einfluß auf zahlreiche bürgerliche Vereiniannaen— Frauenvereine, religiöse Organisationen, Farmerverbände usw.— erlangt und wird nach den Beschlüssen des letzten Parteitages alles daran setzen, um ihren Einfluß zu verbreitern und zu vertiefen. Wie sicher sich die kommunistischen Wühler unter dem demokratischen Regierungssystem fühlen, geht aus dem Verlauf einer Untersuchung der Umtriebe der Kommunisten hervor, die ein parlamentarischer Ausschuß kürzlich unternommen hat. Der bereits erwähnte Generalsekretär der Kommunistischen Partei, Browder, gab auf Befragen ohne weiteres zu, daß die Kommunistische Partei der USA ein Teil der Weltorganisation der Kommunistischen Internationale sei, daß der Uebergang vom Kapitalismus zum Kommunismus nur durch eine gewaltsame Revolution und eine strenge„Diktatur des Proletariats“ herbeigeführt werden könne, und daß eines Tages Newvork statt Moskau der Mittelpunkt der Komintern sein werde! Damit würde Newyork als Sitz der jüdischen Hochfinanz auch Sitz des jüdischen Bolschewismus, also des internationalen Judentums überhaupt sein. Große Gedenkfeier für die Gefallenen der Ostmark. Rudolf Heß wird von Klagenfurt aus zum deutschen Volk sprechen. DNB Berlin, 21. Juli. Die Reichspressestelle der NSDAP NSK— mit: teilt laut Am kommenden Sonntag, 24. Juli, findet in Klagensurt eine Großkundgebung statt, auf der Rudolf Heß der Toten gedenken wird, die auf ostmärkischer Erde ihr Leben für Großdeutschland gegeben haben. Insbesondere gilt diese Feierstunde der Erinnerung an die 13 Nationalsozialisten, die als Opfer des Versuches der nationalen Erhebung in Oesterreich vor vier Jahren hingerichtet wurden. Deren Angehörige werden in Klagenfurt anwesend sein. Die Rede von Rudolf Heß wird über alle deutschen Sender übertragen werden. Am Nachmittag wird der Stellvertreter des Führers die feierliche Vereidigung der neuernannten Gauleiter der Östmark im Wappensaal des Landeshauses in Klagenfurt vornehmen. Dr. Goebbels in der Ostmark. Die tschecho-slowakische Frage das Hauptthema der Pariser Besprechungen. Die Uebereinstimmung zwischen Frankreich und England. (!) Paris, 21. Juli. Die französisch=englischen Besprechungen in Paris veranlassen den„Somps zu der Feststellung, daß es sich dabei nicht um eine neue französisch=englische Konferenz gehandelt habe, sondern daß man diese Zusammenkunft in den Rahmen der ständigen Zusammenarbeit der beiden Regierungen einschließen müsse. Wichtig sei die in der amtlichen Verlautbarung zum Ausdruck gekommene Feststellung, daß die vollständige Uebereinstimmungder Auffassungen, die schon gelegentlich der Londoner Besprechungen hergestellt wurde, weiterbestehe. Das„Journal des Debats“ erklärt zu den diplomatischen Besprechungen vom Mittwoch, die festgestellte Harmonie der Ansichten enthülle nichts Ueberraschendes. Im Laufe der letzten drei Monate seien die beiden Regierungen in ständiger und enger Fühlung gewesen und auf allen Gebieten hätten sie in voller Uebereinstimmung gehandelt. Die französische Regierung habe den schwarzen Fehler der Regierung Blum wieder gutgemacht und die sowjetspanische Grenze geschlossen, was den Erfolg im Nichteinmischungsausschuß sichergestellt habe. Es sei weder der Fehler Englands noch derjenige Frankreichs, wenn die Beziehungen mit Italien sich nicht unter den wünschenswerten Bedingungen gebessert hätten. Das Blatt hält es jedoch für angebracht, dessen ungeachtet einen Botschafter nach Rom zu entsenden. Das„Journal de Debats“ ist im übrigen der Ansicht, daß die tschecho=slowakische Frage den Hauptgegenstand der Besprechungen gebildet hat. Englische Deutungen des Pariser Kommuniques. E London, 21. Juli. Zu der amtlichen Verlautbarung, die am Mittwoch im Anschluß an die Unterredung zwischen Daladier, Bonnet und Lord Halifax in Paris ausgegeben wurde, schreibt der„Evening Standard“, diese Verlautbarung zeige, daß die englisch=französische Entente für defe'nsive Zwecke aufrechterhalten werde. Diese Entente solle nicht dazu benutzt werden, irgend einer Macht eine zwischen London und Paris erreichte Entscheidung aufzuzwingen. Frankreich schließe sich mit England in dem ernsten Versuch zusammen. alle offenen Fragen zwischen den westeuropäischen Mächten und Deutschland zu erledigen. Das deutsche Problem habe die Aufmerksamkeit der britischen und französischen Minister in Paris am Mittwoch in einem solchen Grade in Anspruch genommen, daß die Spanienfrage kaum erwähnt worden sei. Zweifellos hätten Lord Halifax und Bonnet die Lage in der Tschecho=Slowakei auch im einzelnen erörtert, die solange Gegenstand der Besorgnis bleiben werde, wie die Beziehungen zwischen den Sudetendeutschen und der Prager Regierung nicht geklärt eien. Die britische Regierung werde in voller Uebereinstimmung mit Paris ihre Bemühungen fortsetzen, um eine friedliche Regelung sicherzustellen. Das Band, das zwischen Frankreich und den Tschechen durch einen formalen Bündnisvertrag geschaffen sei, werde von der britischen Regierung als bindende Verpflichtung für ihre Partner in der Entente anerkannt. Der diplomatische Korrespondent der„Evening News“ schreibt, daß Frankreich und England sich über die Grundlagen völlig einig seien, auf der eine allgemeine europäische Regelung erreicht werden könnte. Das sei während der Gespräche zwischen Lord Halifax und den französischen Staatsmännern wieder klar geworden. Weitere aktive Schritte zur Verwirklichung dieses Zieles seien zu erwarten. England wolle es nicht zulassen daß die Lage sich zuspitze. Erstes Ziel bleibe daher die Lösung des tschecho=slowakischen Problems und die Beendigung der Einmischung in Spanien, vielleicht sogar des spanischen Krieges selbst. Das Königspaar bei Sonnet zu Gast. (1) Paris, 21. Juli. Das englische Herrscherpaar ist im Laufe des Nachmittags von Versailles, wo es im Anschluß an das Galaessen im Königssaal des Schlosses einem kirchenmusikalischen Konzert in der Schloßkapelle und ferner einer künstlerischen Darbietung im Schloßpark beiwohnte, nach Paris zurückgekehrt. Am Abend nahmen die königlichen Gäste im Quaib'Orsay an einem Essen teil, das ihnen und dem französischen Staatspräsidenten zu Ehren Außenminister Bonnet gab. An diesem Essen nahmen auch die in Paris akkreditierten ausländischen Diplomaten teil. Militürparade in Versailles. Vorbeimarsch vor dem König von England. (!) Paris, 21. Juli. (Fortsetzung von der 1. Seite.) Unerträglich wäre für uns heute die Vorstellung der ungeheuren Blutopfer des großen Krieges 1914/18, wen wir uns vergegenwärtigen, daß wir ihn verloren haben. Es würde vielleicht eine ständige seelische Belastung für uns sein, wenn nicht der Nationalsozialismus am Ende doch noch den verlorenen Krieg in einen Sieg verwandelt hätte. Denn was wir im Kriege verloren haben, haben wir durch eine gewonnene Revolution aufgeholt. König Geora VI. und Staatspräsident Lebrun verließen um 10,30 Uhr den Quai d'Orsay, um sich nach Versailles zu begeben. Den Weg vom Außenministerium zum nahegelegenen Invaliden=Bahnhof legten der König und der Präsident der Republik zu Fuß zurück, begleitet vom Polizeipräfekten. In der weiteren Begleitung des Königs befanden sich der englische und der französische Außenminister, der englische Botschafter in Paris, der französische Innenminister, der Unterrichtsminister und der französische Botschafter in London. Außerdem bemerkte man im Gefolge des Königs und des Staatspräsidenten den Nabob von Palanpur. Königin Elisabeth von England begab sich um 10,40 Uhr in Begleitung der Gattin des französischen Staatspräsidenten von Quai d'Orsay im Kraftwagen zum Besuch des englischen Krankenhauses in Levallois, einem Vorort von Paris. Gegen 13 Uhr fuhren die beiden Damen nach Versailles, um an dem Galaessen im Spiegelsaal des Schlosses von Versailles teilzunehmen. Diesem Essen ging eine große Militärparade voran, die auf der Avenne de Paris in Versailles, einer Auf der errichtet denten er eröffnete den Vorbeimarsch. Militärmusik setzte ein und hinter ihren Kommandierenden Generalen zogen die Truppen vorüber, zunächst mit ihren Fahnen die Kavallerie. Dabei wurden die Spahis von der Zuschauermenge mit besonderem Beifall begrüßt. Danach folgten in 24=Reihen die Infanterieabteilungen, angeführt von Abteilungen der französischen Kriegsschulen. Nach kurzer Pause folgten in ihrem typischen Geschwindeschritt die Jäger zu Fuß und die Alpenjäger, Hinter ihnen folgten die Marine=Infanterie=Regimenter in ihren Khaki=Uniformen, anschließend algerische Schützen vom 22. und Senegal=Schützen vom 12. Regiment mit ihren dunkelbraunen und schwarzen Gesichtern. Motorisierte Formationen der Artillerie=Regimenter folgten. Besonders eindruasvoll gestaltete sich dann die dröhnende Vorbeifahrt der MG=Kraftwagen, der leichten und mittleren Kampfwagen, sowie besonders der schweren Tanks, die rollenden Festungen glichen und mit ihren schweren Raupenketten das Pflaster der alten Versailler Straße zermalmten. Die angekündigte große Luftparade mußte jedoch wegen Nebels und weil av 200 m Höhe schlechte Sicht herrschte, ausfallen. Nur 30 der neuesten französischen Jagdflugzeuge brausten in Kampfstaffeln mit 480 Stundenkilometern vorüber. Damit war die Truppenschau beendet, die rund 1½ Stunden gedauert hatte. Der König und der Staatspräsident bestiegen wiederum ihren Kraftwagen und fuhren mit ihrem Gefolge kurz darauf unter militärischen Ehrenbezeugungen der im Hofe des Versailler Schlosses aufgestellten Fußtruppen und berittenen Spahis durch das Tor des Schloßhofes ein. Neben dem Bürgermeister von Versailles bemerkte man weiter den ehemaligen Kriegsminister Fabry, Marschall Pétain sowie den Chef des Generalstabs der Landesverteidigung, Generalissimus Gamelin, den Chef des Admiralstabes, Vizeadmiral Darlan, und den Chef des Generalstabes der Luftwaffe, General Vuillemin. Besuch Lebruns in England Anfang 1939. (1) Paris, 21. Juli. Unerträglich wäre uns ferner der Gedanke, daß die schweren Opfer, die die Nationalsozialisten Oesterreichs im Juli 1934 gebracht haben, umsonst gewesen wären, wenn heute die alten Kämpfer und Fanatiker unserer Bewegung sich vorstellen müßten, daß das SchuschniggRegime sich so gefestigt hätte, daß überhaupt keine Aussicht geblieben wäre, daß es einmal beseitigt werden könnte. Ich kann mir vorstellen, warum die Leute in dem Augenblick, in dem sie im Altreich von Oesterreich sprachen, zu weinen anfingen, gleichgültig, ob es Männer, Frauen oder Kinder waren— sie sprachen keine zwei Sätze und fingen an zu weinen. Das war keine nationale Sentimentalität, sondern die Angst und Sorge darum, daß vielleicht die Opfer doch umsonst gebracht waren. Sie können sich auch vorstellen, was es für uns bedeutete, auf eine solche, in der bangsten Gewissensnot gestellten Frage mit Schweigen antworten zu müssen. An dem Truppenvorbeimarsch nahmen neben den Truppengattungen von Paris vor allem Truppenteile des 20. Armeekorps aus dem Befestigungsgürtel an der Östgrenze teil. Besonders auffällig war das starke Aufgebot von französischen Kolonialtruppen. Der Militärgouverneur von Paris Moskau mischt sich ein Offen in Mandschukuo. Der französische Staatspräsident hat eine Einladung des englischen Königs angenommen, sich Anfang nächsten Jahres zu einem offizjellen Besuch nach England zu begeben. Staatspräsident Lebrun und seine Gattin werden diesen Besuch wahrscheinlich im ersten Vierteljahr 1939 abstatten. Rote Fernostarmee erheblich verstärkt. joo00o Rotarmisten in Wladiwostok konzentriert. Verstärkung der Luft= und Flottenbasis. DNB Tokio, 21. Juli. Sie können deshalb verstehen, was es für mich bedeutet, nun in einem Lande und unter einem Volke zu weilen, an dessen Befreiung ich auch in bescheidenem Umfange mitarbeiten durfte, und Sie können sich vorstellen, mit welchem Gefühl ich in diesem Augenblick vor Ihnen stehe und mit welcher herzlichen Verbundenheit ich dieses schöne Land und dieses herrliche Volk begrüße.“ Zeitung„Tokyo Nichiussischen Gre Die Rede Dr. Goebbels löste stürmische, langanhaltende Heilrufe aus. Nach der Vorstellung der Anwesenden fuhr der Minister mit seiner Begleitung an den begeisterten Menschenmassen vorbei, die auf sein Wiedererscheinen gewartet hatten, über den prächtig geschmückten AdolfHitler=Platz zum Grazer Schloßberg. Auf der Rückfahrt zum Flughafen Thalerhof war die Begeisterung womöglich noch größer als zuvor. Das Auto Dr. Goebbels konnte nur in ganz langsamem Tempo vorwärts kommen und mußte mehrere Male stehen bleiben, so ungestüm war der Andrang der begeisterten Volksgenossen. Um 15.20 Uhr erfolgte der Start zum Weiterflug nach Linz. Nach einem Lagebericht der Nichi" von der koreanisch=sowjetrussischen Grenze sind in Wladiwostok 50 000 Mann aller Waffengattungen, besonders aber mechanisierte und motorisierte Einheiten, stationiert. Als äußerer Verteidigungsgürtel der Sowjets sollen sich an der Ostgrenze gegen Mandschukuo zwischen Nikolsk und der Possiet=Bai Tausende kleinster befestigter Stellungen befinden, in denen ebenfalls etwa 50000 Rotarmisten stehen. Die Gesamtzahl der in und um Wladiwostok stehenden Sowjettruppen beträgt also 100000. Die Gesamtstärke der Roten Armee östlich des Baikal=Sees beziffert der Bericht auf 20 Divisionen mit 400 000 Mann. „Tokyo Nichi=Nichi“ berichtet weiter von einer Verstärkung der Luft= und Flottenbasis Wladiwostok, wo sich bereits etwa 400 Heeres= und Marineflugzeuge und eine Flottenbesatzung von 20 000 befänden. In den Grenzbezirken seien ann befänden. In an Stelle der zwangsweise von Haus und Hof vertriebenen koreanischen Bauern etwa 50000 ehemalige Soldaten der Roten Armee als Bauern angesiedelt worden. Außerdem erhielten die Reservisten des nächsten Jahres, die sich freiwillig dort ansiedeln wollten, erhebliche staatliche ZuDie Schlagkraft der bolschewistischen Truppen, so sagt der Bericht abschließend, habe wahrscheinlich durch die Beseitigung zahlreicher höherer Offiziere stark gelitten. Neuer Zwischenfall. Sowjettruppen beschießen mandschurische Grenzschutzabteilung. DNB Hsinking wird bereits wieder ein Grenzzwischen teldet. Mehrere Angehörige der SowjetTokio. 21. Juli Aus fall gemeldet. armee haben die mandschurische Grenze bei Sutaschan östlich von Mandschuli überschritten und eine mandchurische Grenzschutzabteilung unter Feuer genommen. Die mandschurischen Soldaten erwiderten das Feuer und konnten einen Sowsetsoldaten festnehmen. Die mandschurischen Behörden haben die umgehende Verstärkung des Grenzschutzes veranlaßt. In einem weiten Bogen, der durch zwei. Flüsse gebildet wird, dem Amur und seinem Nebenfluß, dem Ussuri, umspannt Sowjetrußland die Mandschurei, Durch die Mandschurei zieht sich als Band die sibirische Bahn, die in der Zeit von 1891 bis 1903 mit ihrem Schienenstrang gelegt wurde. Diese Bahn gehört in der Mandschurei nicht mehr zu Rußland. Von Mandschurig bis Pogranitschnaja haben die Sowjetrussen nichts zy sagen. Es ist aber ganz selbstverständlich, daß dieser Bahnlinie eine hohe strategische Bedeutung zukommt. Die Russen haben, um die Verbindung mit Fern=Ost, mit Wladiwostok, aufrecht zu erhalten, eine zweite Eisenbahnstrecke schon in der zaristischen Zeit am Amur entlanggeführt. Sowjetrussische Truppen sind wieder einmal auf mandschurisches Gebiet vorgestoßen, Moskau erhebt Anspruch auf das Gebiet des Tschantschi=Sees, und Genergl Blücher ist plötzlich zu Stalin berufen worden, um über die Ljuschkow=Affäre und wohl auch über die Lage im Fernen Osten ganz allgemein Bericht zu erstatten. Wir vernehmen, daß die Sowjetrussen mechanisierte Einheiten und Tanks von Wladiwostok aus in Bewegung gesetzt haben und rote Truppen die neu besetzten Stellungen massieren. Gerade die letzten Meldungen lassen erkennen, daß Möskau nicht gewillt ist, das annektierte Gebiet wieder freizugeben. Es ist zwischen den Sowjetrussen und den Mandschus schon oft zu Grenzwischenfällen gekommen, Die durch Japans Eingreifen immer wieder beigelegt wurden. Und auch jetzt wieder ist der japanische Botschafter Shigemitsu in Moskau im Kreml vorstellig geworden, aber Litwinow=Finkelstein hat sich auf angebliche Rechte Moskaus im Bezirk Hunschun versteift. Eine Erklärung für dieses Verhalten der Sowjetrussen läßt sich vielleicht dann eher finden, wenn man die Frage stellt, warum die Sowjets gerade westlich und südwestlich von Wladiwostok den Grenzstrich zur Mandschurei zu„verbessern“ suchen. Ein Blick auf die Karte verrät die sowjetrussischen Absichten, Hauptort der Mandschurei ist Charbin. In Charbin stößt die Eisenbahnlinie, von Port Arthur über Mukden zusammen mit jener, die von Korea kommt, auf die sibirische Strecke. Von Mandschuria nach Charbin zählt man 876 Werst.(Der Werst ist etwas länger als unser Kilometer.) Zwischen Mandschuria und Charbin liegt der Große Chingan, ein Gebirge, das schon seit langem stark mit Chinesen besiedelt ist, und dessen Paßhöhe an der Eisenbahn annähernd an 1000 Metern liegt. Von Pogranitschnaja dagegen kommt man leichter nach dem strategisch wichtigsten Punkt, der Stadt Charbin. Denn diese beiden Städte liegen nur 512 Werst auseinander. Die Japaner haben in ihren Meldungen schon auf die strategische Wichtigkeit der von Sowietrußland besetzten Gebiete hingewiesen und sie haben ein Recht dazu, die beschleunigte Räumung des Grenzstreifens zu fordern. —Id. ... und heimlich in Paris. Paris hat Festtage, Tage mit Staatsprunk, Salutschüssen, Feuerwerk und Volksfreuden. Das liebt Paris, die Stadt des großen Lebens und der— Politik. Man gönnt solche Festesfreuden gern. Wir sind die letzten, die sich ob solcher Feiern verdrießlich anstellen möchten, wie wir auch nicht dazu neigen, in Dingen und Hoffnungen, die in der Freude zum Ausdruck gelangen, mehr sehen zu wollen als Erscheinungen, die man versteht. Wenn zum Beispiel England in diesen Tagen der Pariser Feste mit Frankreich zusammen diesen Tagen der Pariser Feste mit Frankreich zusammen einen Kontinent bilden möchte, und aus der Landkarte die Meerenge des Kanals herausgestrichen hat, so ist das für uns nichts weiter als der Ausdruck der Entente cordiale, die am Tage gastlicher Festlichkeit besonders betont und eine schönere Fassung erfahren hat, An solchen Präsenten einer politischen Freundschaft wird der sachliche und unvoreingenommene Beobachter nichts finden, und er tut es auch nicht. Auch die Aeußerungen der Presse in ihren Festartikeln wird man nicht mit besonderer Aufmerksamkeit auf die Goldwaage legen, wenn gleich schon der Eindruck erweckt wird, als sei die englisch=französische Freundschaft nun doch nicht so ganz und gar gegen niemand gerichtet. Ob es aber gerade delikat ist, wenn einige Blätter, darunter der„Temps“, nicht davon abstehen können, eine Spitze gegen Osten zu kehren, so ist diese Tatsache aber doch eines ernsthaften Bemerkens wert. Zumindest in dem Sinne, daß ein solches Benehmen auf den Wunsch einer politischen Auswertung des Königsbesuches hinausläuft. Der sozialdemokrarische„Populaire“ verläßt darüber hinaus den guten Ton ganz und gar. Das Blatt versucht es noch einmal, seine politischen Absichten in Verquickung mit dem Königsbesuch irgendwie in eine Form zu brr gen, die der gebotenen Vorsicht in diesen Tagen entspri. Leon Blum schreibt nämlich, daß Frankreich jetzt die Aufgabe zufalle, England mit der Sowjetunion zu verbünden. Er sei davon überzeugt, daß die Annäherung zwischen Paris, Moskau und London genügen würde, um„gewissen befürchteten Verwicklungen und Machenschaften, die er nicht besonders kennzeichnen wolle, ein Ende zu bereiten“. Dieser Ausdruck Leon Blumscher„Friedensliebe“ berechtigt nun doch wohl zu der Frage, ob er auf Befehl aus Moskau oder aus Mangel an gutem Ton gehandelt habe. Es ist bemerkenswert, feststellen zu können, wie die französischen Sozialdemokraten und mit Leon Blum befreundete und verwandte Kreise die Entente cordiale und ihren Ausdruck in den Pariset Festtagen verstehen. Ueberrascht sind wir aber nicht.[22 General Russo in Wiesbaden. :: Wiesbaden. 21. Juli. Von Ostpreußen aus führte ein Sonderzug General Russo mit Stabschef Lutze und seiner Begleitung den Mittwoch hindurch über Berlin in das südwestliche Deutschland. Die Fahrt bot vielfach Gelegenheit zu kameradschaftlichem Beisammensein der Männer im schwarzen und braunen Hemd Pünktlich zur angesetzten Stunde lief der Sonderzug im Wiesbadener Hauptbahnhof ein. Zur Begrüßung war Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger mit den Spitzen der Behörden erschienen. Auf dem Bahnhof hatte ein Ehrensturm der SA Aufstellung genommen. Im Kraftwagen fuhren die Gäste dann durch die mit Fahnen, Transparenten und Ehrenpforten geschmückten Straßen, in denen dichte Menschenmassen Spalier bildeten, nach dem Hotel. Vor dem Hotel wich die Menschenmauer nicht, bis sich General Russo und Stabschef Lutze auf dem Balkon zeigten. Besuch in Bad Godesberg. DNB Bad Godesberg, 21. Juli. Der Generalstabschef der faschistischen Miliz, Exzellenz Russo, und Stabschef Lutze trafen am Donnerstag um 17 Uhr an Bord des Sonderdampfers„Albert Leo Schlageter" in Bod Godesberg ein, freudig begrüßt von einer großen Menschenmenge. Bereits auf der Fahrt, vorbei an den idyllischen Städtchen und Dörfern, die Festschmuck angelegt hatten, waren den Gästen überalleir berei unter zerpl wüns une Leber gleich heller sich u gelöst chen, steht daß wied der erst frohe die teior statt, Fahr punk Schl. deru einer nisse wies ansta Arbe ten mitt schies bei tung Hote eine dach Dur nent Reis nen gepl nich Eise muß Rei die all herzliche Begrüßungskundgebungen der Bevölkerung dargebracht worden. Nachdem General Russo und Stabschef Lutze an Land gegangen waren, erstattete der Führer der SA=Gruppe Niederrhein, SA=Obergruppenführer Knickmann. General Russo Meldung und hieß ihn herzlich willkommen. Nach dem Abschreiten der Front der SA=Standarte 160 Bonn durch General Russo und Stabschef Lutze begrüßte Bürgermeister Alef=Godesberg den italienischen Gast mit einer kurzen Ansprache und entbot ihm den Ehrentrunt in Form eines Pokals Rheinwein. Die Gäste begaben sich dann zum Hotel Dresen, vor dessen Front ebenfalls eine Ehrenformation der SA Aufstellung genommen hatte. lüsse geuß, dem sibirische t ihrem in der idschurig ichts zu dieser mt. Die Ost, mit senbahnentlangal auf ebt AnGeneral rufen ohl auch Bericht n mechaok aus die neu en Melewillt freiund den men, Die vieder ist der kau im inkeln Bezirk Sowjetnn man tlich und Mandie Karte r Mandahnlinie, t jener, ke. Von st.(Der Zwischen ingan, nesen beahn annaja daichtigsten 1 Städte er haben. Wichsetzten dazu, die dern. —Id. Salutt Paris, Politik. sind die amstellen igen und gelangen, nan verdiesen usammen usammen andkarte o ist das er Enestlichkeit hren hat, jaft wird er nichts Aus der Kreisstadt Ahaus Abdruck der mit(3) gekennzeichneten Berichte ist nur mit Genehmigung der Schriftleitung gestattet. Nr. 198 Freitag, 22. Juli 1938 Jedes münsterländische Dorf ein Musterdorf Aufgaben und Ziele der Dorfverschönerungsaktion der As.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude“ Die Ferien beginnen Am heutigen Freitag nehmen die großen Ferien 7 ihren Anfang. Nur noch wenige Stunden, dann werden sich die Tore der Schule für viele Wochen schließen und hinaus geht es in die goldene Freiheit, von allen mit Sehnsucht erwartet. Da fliegt der Schulranzen mit einem freudigen Juchzer in die Ecke, um künftig hier — ein Aschenbrödelsein zu führen. Vergessen ist das harte Muß, das tägliche Einerlei und nun gilt es einzig und allein der reinen Freude zu leben. Viele Pläne sind bereits geschmiedet. Vielleicht wird der eine oder andere unter der Wirklichkeit des Alltages wie Seifenblasen zerplatzen. Aber die kleinen Freuden, die wir alle ja uns wünschen, sie werden hoffentlich auch diesmal in Erfüllung gehen. Wie kräftige Schaufelschläge soll auch für un die paradiesische Zeit der kommenden Wochen den Lebensstrom in zitternde Erregung bringen. Da folgt gleichsam Welle auf Welle. Lustig springen sie in den hellen Sonnentag hinein und überstürzen sich und brechen sich und branden, und ebenso heiter und fröhlich und losgelöst von aller Pflicht fahren wir hinein in diese Wochen, über denen mit großen Lettern nur das eine Wort steht: Ferien! Große Ferien! Und wenn es auch so ist, daß sich nach diesen Wochen des Lebens Strom schnell wieder glätten wird und die Ufer des Alltages ihn wieder einengen werden, was kümmert den das Ende, der erst am Anfang steht? Darum ein herzliches Glückauf zu froher Ferienfahrt! Kleine Stadtnotizen Stunden echter Kameradschaft Eine Gemeinschaftsfahrt zum schönen Bentheim. (3) Am vergangenen Mittwochnachmittag fand für die Angestellten der verschiedenen Dienststellen der Parteiorganisationen eine Gemeinschaftsfahrt nach Bentheim statt, die einen recht schönen Verlauf nahm. In schneller Fahrt brachte der Autobus die Teilnehmer zum Zielpunkt, wo man zuerst Gelegenheit nahm, das schmucke Schloß zu besichtigen. Dann folgte eine gemeinsame Wanderung durch den herrlichen Kurwald, um anschließend in einer Gartenwirtschaft auch für die leiblichen Bedürfnisse Rechnung zu tragen. In einer kurzen Ansprache wies Kreisleiter Pg. Tewes auf den Sinn dieser Ver= Müllen anstaltung hin und dankte allen für die bisher geleistete Arbeit im Dienste der Bewegung und damit des gesamten deutschen Volkes. Im weiteren Verlauf des Nachmittages war den Teilnehmern bei Kegelsport und Preisschießen allerlei Gelegenheit zum Zeitvertreib gegeben, bei dem der echte Kameradschaftsgeist so recht zur Geltung kam. Mit einem schönen Kameradschaftsabend im Hotel Bellevue fang die Veranstaltung ihren Abschluß. Die DAF=Verschönerungsaktion wurde in Großkreis Ahaus=Coesfeld erstmalig im Amte Rorup durch Bildung von Ortsausschüssen in die Wege geleitet. Damit ist der Auftakt zu einer allgemeinen Aktivität auf diesem Gebiet im Heimatkreis gegeben. Die folgenden Zeilen stellen den Sinn dieser Aktion klar heraus und seien deshalb dem besonderen Interesse der Dorfbewohner des Kreises Ahaus=Coesfeld empfohlen. (Die Schriftleitung.) Neben dem Kampf gegen die Arbeitslosigkeit haben wir als eine der wichtigsten Aufgaben, die vordringlich gelöst werden mußten, die Rettung und Sicherung unseres Bauerntums angesehen. Die Uebernahme dieser Aufgabe ist für den Nationalsozialismus deshalb etwas Selbstverständliches, weil er nicht für Doktrinen und Theorien kämpft, sondern für das deutsche Volk und die Zukunft unseres Volkes nur dann garantieren kann, wenn das Fundament auf dem Bauerntum ruht. In ihm sehen wir nicht nur die Quelle der Ernährung, sondern auch die Erhaltung unseres Volkes und darüber hinaus den gesunden Gegenpol gegenüber der intellektuellen Verstädterung. Die Erkenntnisse liegen der neuen Aktion der Deutschen Arbeitsfront„Das schöne Dorf“ zugrunde, denn wir wollen nicht nur den Städtern„Schönheit der Arbeit“ bringen, sondern ebenso den Schaffenden auf dem Lande. Durch die Verschönerung unserer Dörfer machen wir den ländlichen Bewohner wieder zum gleichberechtigten Volksgenossen. Jeder soll erkennen, daß das Leben schön ist und groß. Wir wollen somit die Gleichberechtigung aller Stände; nur so erhalten wir die liebende Sorge für die Erhaltung eines allgemeinen gesunden Volkstums. Die Aktion„Das schöne Dorf“ ist gerade vom politischen Standpunkt aus zur Erhaltung der Nation eine der dringlichsten Aufgaben. Wir wollen das Dorf um seiner selbst willen und als nationalsozialistische Gemeinschaft und damit als den Kraftquell der ganzen Nation verschönern. Indem wir das gesamte Dorf einer Radikalsäuberung unterziehen, lehren wir die Menschen, daß sie nicht für sich allein dastehen, sondern nur für die Gemeinschaft. Ordnung und Sauberkeit sind die beiden Vorstufen zur Schönheit und setzen in der praktischen Durchführung das Gemeinschaftsempfinden voraus. Die Arbeiten unserer Aktion haben alljährlich erneut auf der Grundlage der Gemeinschaftsarbeit aller Dorfbewohner mit allen Eliederungen durch freiwillige Selbsthilfe der Dorfgemeinschaft zu erfolgen. Entscheidend für die Wertbestimmung eines Dorfes ist nicht die Höhe der aufgewandten Mittel, sondern einzig und allein die Größe der Gemeinschaftsleistung. Ein so umfassendes Werk, wie es die Schaffung des schönen, deutschen Dorfes ist, kann nur in jahrelanger zäher Kleinarbeit gelingen. Eines allerdings können wir sofort in Angriff nehmen: alle für das Land und seine Bewohner verantwortlichen Kräfte auf das eine Ziel, das auch das Ziel des Nationalsozialismus ist, zu konzentrieren. Wir sehen also, daß nicht nur der Mensch in der Stadt, sondern genau so der ländliche Bewohner sauber, gesung und schön wohnen, einen geordneten Arbeitsplatz haben muß und seine seelischen und geistigen Krafte nicht brach liegen lassen darf; auch er will teilhaben an dem reichen, kulturellen Leben seines Volkes und will stolz sein auf seine Heimat, auf seine Dorfgemeinschaft. Daher war sich die NS=Gemeinschaft„Kraft durch Freude“ von Anfang an der Tatsache bewußt, daß es nicht nur darauf ankommt, das Landvolk an ihren vielseitigen Einrichtungen teilnehmen zu lassen, sondern mehr noch, das gesamte Leben der Dorfgemeinschaft mit dem Ideengut von„Kraft durch Freude“ zu durchdringen: denn der deutsche Mensch will mehr als essen, trinken und wohnen. Bauer und ländliche Arbeiter verlangen, daß sie der deutschen Kultur in allen ihren Sparten und Errungenschaften teilhaftig werden. So wird unsere Aktion auf dem Wege der Schönheit und Freude zu einer allgemeinen Leistungsund Lebenssteigerung führen und somit das deutsche Dorf und seine Dorfgemeinschaft zu dem Kraftquell der Nation machen, der sie ja auch nun einmal sind. Ihr Ziel ist das im nationalsozialistischen Sinne schöne Dorf. das heißt, das außen und innen schöne, wirtschaftlich soziale und kulturell vorbildliche deutsche Dorf, das in seinem gesamten Gemeinschaftsleben Ausdruck nationalsozialistischer Weltanschauung ist. So ist der höchste Sinn unseres nationalsozialistischen Staates, über Schönheit und Würde ein höherstehendes Menschentum zu schaffen, das nicht nur die Erhaltung unseres Volkstums sichert, sondern darüber hinaus durch Weiterbildung seiner geistigen und ideellen Fähigkeiten zu höchster Freiheit führt. Für ein in unserem Sinne schönes Dorf sind die Stätten für Feierabendgestaltung oder Schulung von größter Wichtigkeit. Wie die Dorfgemeinschaft eine Familie bildet, die bereit ist, Freud und Leid vereint zu tragen, so werden wir auch diese Räume vereinen im Dorfgemeinschaftshaus. tebe“ beuf Beangudert, fest mokraten te Kreise Pariset icht.(22 Ausbau der Knabenschule. Die Knabenschule am Bernsmannkamp soll demnächst einen weiteren Ausbau erfahren und zwar ist daran gedacht, den bisher einstöckigen Teil aufzustocken. Für die Durchführung dieses Projektes ist die nunmehr beginnende Zeit der großen Ferien vorgesehen. Vorläufig keine Kurzfahrten mit KdF. Da die Reichsbahn augenblicklich wegen des starken Reiseverkehrs einen großen Bedarf an Wagen hat, können die von der NS=Gemeinschaft„Kraft durch Freude“ geplanten Betriebs= und Gemeinschaftsfahrten vorläufig nicht mehr ausgeführt werden, soweit es sich hierbei um Eisenbahnfahrten handelt. Aus dem gleichen Grunde muß auch die für den 14. August angekündigte Fahrt zur Reichsgartenschau in Essen ausfallen. Dagegen werden die Autobusfahrten nach wie vor durchgeführt. Sonderurlaub für das Breslauer Turnfest. Nach einem für alle Behörden des Reiches, der Länder und Gemeinden ergangenen Erlaß kann Behördenanaehörigen, die bei den Vorführungen zum Deutschen Turn= und Sportfest in Breslau als Turner und Sportler aktiv tätig sind, für die Zeit vom 26. bis 30. Juli Urlaub mit Fortzahlung der Bezüge und ohne Anrechnung auf den Erholungsurlaub gewährt werden. Urlaubsanträgen kann stattgegeben werden, wenn durch Vorlegung der von den Gauen des Reichsbundes für Leibesübungen ausgestellten Wettkampfkarten die Teilnahme nachgewiesen ist. Sonntagsrückfahrkarten aus besonderem Anlaß. Die Reichsbahn wird zu den nachstehenden Veranstuttungen Sonntagsrückfahrkarten ausgeben: Nach Münster(Westf.) zu der am 23. und 24. Juli stattfindenden Wiedersehensfeier der ehem. Angehörigen des Feldartillerie=Regiments Nr. 22 auf eine Höchstentfernung von 75 km, gültig zur Hinreise vom 23. Juli 0 Uhr bis zum 24. Juli 24 Uhr(Beendigung der Hinreise), zur Rückreise vom 23, Juli 12 Uhr bis zum 25. Juli 24 Uhr(Beendigung der Rückreise) Nach Wanne=Eickel anläßlich des Gautreffens des NS=Marinebundes, Gau Westfalen, vom 30.—31. Juli, auf eine Höchstentfernung von 200 km. gültig zur Hinfahrt vom 30. Juli 0 Uhr bis 31. Juli 24 Uhr(Beendigung der Hinreise), zur Rückfahrt vom 30. Juli 12 Uhr bis 1. August 24 Uhr(Beendigung der Rückreise). Neue Fachkurse der Handwerkskammer zu Münster. Am Sonntag, dem 24. Juli, beginnt vormittags 9 Uhr im Unterrichtsgebäude der Handwerkskammer zu Münster, Eingang Aegidiikirchplatz 3. ein Schuhmacher=Fachkursus. Meldungen sind umgehend an die Handwerkskammer zu richten und können auch am ersten Unterrichtstag noch angenommen werden. Am Dienstag, dem 26. Juli, beginnt nachmittags 1%½ Uhr im Unterrichtsgebäude der Handwerkskammer zu Münster, Eingang Aegidiikirchplatz 3. ein BäckerFachkursus. Meldungen hierzu sind umgehend an die Handwerkskammer zu Münster zu richten. Des weiteren sind vorgesehen Kurse für das Kraftfahrzeughandwerk, für Klempner, für Maler, für Müller, für Schlosser und für Schmiede. Die antibolschewistische Ausstellung wird morgen auch bei uns weilen. Diese reichhaltige Schau, die von der Gaupropagandaleitung der NSDAP, Gau Westfalen=Nord, zusammengestellt wurde und seit zwei Wochen im Kreisabschnitt Ahaus weilt, hat bisher überall starken Anklang gefunden. Zeigt sie doch in einer kaum zu übertreffenden Weise das wahre Gesicht des Bolschewismus. Es darf wohl erwartet werden, daß diese reichhaltige Schau, die während des ganzen Tages geöffnet ist, auch in unserer Gemeinde einen starken Besuch zu verzeichnen haben wird. Auf den in den Abendstunden stattfindenden Vortrag, bei dem ein deutscher Volksgenosse über seine Erlebnisse in Rußland ausführlich verichten wird, sei wegen seiner großen Bedeutung insbesondere hingewiesen.(3) Mmnmnnn Bauern des Kreises Rkaus-Coesfeld, beteiligt Euch geschlossen an der Ahrensammelaktion, indem Ihr Eure abgeernteten Getreidefelder der N90. zur Verfügung stellt. n Ottenstein Jugend im Wettkampf. Am Mittwoch traten die Schüler und Schülerinnen der Schulen Graes, Ottenstein und Wessum hier zum Austrag der Wettkämpfe an. Hierbei galt es die sportliche Arbeit des Sommers herauszustellen. Mit Gesang zog die frohe Schar zum Sportplatz hinaus. Heiß wurde um die Siegespalme gestritten. Nachdem die leichtathletischen Wettkämpfe durchgeführt waren und der Rechenstift in Tätigkeit trat, trugen die Jungen Blitzturniere im Fußball und die Mädel im Völkerball aus. Mit Spannung erwarteten dann alle die Verkündigung der Ergebnisse. Die Wertung ergab folgendes: Schule Graes 280 Punkte, Schule Wessum 260 Punkte Schule Ottenstein 254 Punkte. Das Fußballspiel konnte Wessum gegen Ottenstein und Graes siegreich durchführen. Im Völkerball siegte Ottenstein über Graes und Wessum. Hühnerdieb unschädlich gemacht. Seit mehreren Tagen mußten einige Ottensteiner morgens die traurige Feststellung machen, daß über Nacht ihr Hühnerbestand um fünf, zehn, ja sogar um 15 Stück verringert worden war. Mittwochmittag konnte man die Hühnerdiebe endlich fassen. Unter einem Haufen Langholz holte man sie hervor. Vier halbwüchsige Iltisse mußten unter den Knüttelschlägen ihr Leben lassen. Aus dem gleichen Versteck holte man dann noch 20 Küken hervor, die in der letzten Nacht zerrissen waren. Wenn auch jetzt diese Räuber nicht mehr weiteren Schaden anrichten können, so sollten trotzdem alle Hühnerhalter darauf bedacht sein, ihre Hühnerställ; dicht zu machen, damit sie in Zukunft vor weiteren Schadensfällen verschont bleiben. Graes Bodenlose Gemeinheit. Ein unverantwortlicher Vorfall ereignete sich am Mittwochnachmittag in unserer Gemeinde. Einige Jungen befanden sich auf dem Heimweg von der Schule und ließen sich in ihrem bodenlosen Leichtsinn dazu hinreißen, ein ganzes Haferfeld vollkommen zu zertrampeln. Damit nicht genug, begaben sie sich anschließend auf ein benachbartes Rübenfeld und benutzten hier die Früchte gleichsam als Wurfgeschoß für ihr freventliches Spiel, so daß auch hier alles völlig zerstört wurde. Eine derartige Handlungsweise, die man nur als eine bodenlose Gemeinheit bezeichnen kann, ist wirklich nicht zu verantworten. Während andere Kinder sich bereit finden, in der freien Zeit ihre Kräfte zur Verfügung zu stellen für die Aehrenlese und damit dem Ernährungswerk unseres Volkes dienen, glauben diese Burschen ungehindert ihr freventliches Spiel treiben zu können. Hoffentlich gelingt es der Polizei, die Burschen ausfindig zu machen, damit sie der verdienten Strafe zugefuhrt werden können. Denn eine derartige Handlungsweise ist wirklich nichts anderes als ein Verbrechen am deutschen Volke. Alstätte Militärkonzert an der Haarmühle. An der idyllisch gelegenen Haarmühle findet am kommenden Sonntag wiederum ein großes Militärkonzert statt. Die Musik wird auch diesmal wieder vom Musikkorps I, Platz 34, Münster, unter der Leitung von Stabmusikmeister=Anwärter Huchel ausgeführt. Noch vor wenigen Wochen weilte die gleiche Kavelle hier und fand damals mit ihren Darbietungen allgemeine Anerkennung. Wenn die Witterung einigermaßen günstig ist, dürfte dieser Veranstaltung auch diesmal sicherlich ein schöner Erfolg beschieden sein. Dienstbesprechung. Alle Blockleiter und Amtswalter sowie sämtliche Führer der Gliederungen und Formationen werden eingeladen zu Sonntagmorgen um 11 Uhr zu einer Besprechung im Partellokale Averbeck. lingen zum Gemeinschaftsfest der Innung in Stadtlohn. Es waren über 200 Teilnehmer, die im Burggarten zusammen kamen. Die Teilnehmer versammelten sich bei Kaffee und Kuchen, und anschließend fand eine Stadtbesichtigung statt. Die Abendstunden vereinigte alle zum fröhlichen Tanz. Hervorragende Flugleistung einer Taube. Am vergangenen Dienstag wurde in den Morgenstunden von einem Bewohner der Eschstraße eine Brieftaube in völlig erschöpften Zustande aufgefunden. Die Taube trug am Bein befestigt einen Zettel in französischer Sprache, der folgenden Inhalt hatte:„Emattet aufgefunden in Fontainemelon, am Samstag, dem 15. Juli 1938. Wieder aufgelassen am Sonntag, dem 17. Juli. Schweinemetzgerei Charles Martile, Fontainemelon, Katton Nauchätel, Schweiz“. Großangriff auf das„Groschengrab“ Erst wenige Wochen sind es her, seit zum ersten Mal der Name„Groschengrab“ auftauchte und unser Interesse fesselte.„Ungeheuer Groschengrab“, das mutete seltsam an; man wußte zunächst nicht, was sich dahinter verbarg. Bald berichteten Zeitung, Zeitschrift und Film uns aber von seinen Erlebnissen, die wir aus eigenen Erfahrungen gut ergänzen konnten. Heute ist der Name „Ungeheuer Groschengrab“ schon in aller Munde und dürfte sich bald genau so großer Beliebtheit erfreuen wie der Ruf„Kampf dem Verderb“. Das„Groschengrab“ ist aber nicht nur eine ergötzliche Phantasiegestalt, genau so wenig wie„Kampf dem Verderb“ ein leeres Schlagwort ist. Hinter seinem Heiterkeit erweckenden Namen verbirgt sich ein ernst zu nehmender Schaden an unserem Volksvermögen. Ueber die Bedeutung der Erhaltung jedes Stückchens Brot, jedes geernteten Nahrungsmittels— und darum geht es ja hier— dürften sich gerade die Hausfrauen im Klaren sein. Sie wissen um unseren begrenzten Nahrungstaum, der die Ausnutzung aller Möglichkeiten nicht nur der Erzeugung, sondern auch aller Lebensmittel verlangt. Sie wissen aber auch um die Bedeutung des Groschens. Gerade darum wirkt die Gestalt des„Großengrab“ besonders eindrucksvoll. Die Groschen summieren sich schnell zur Mark! Daher heißt es haushalten mit dem Eroschen und dementsprechend mit allem, was Groschenwert besitzt. Wenn nun erneut an die Hausfrauen der Appell gerichtet wird,„Kampf dem Verderb“. Kampf dem „Groschengrab“, so braucht nicht lange um ihre Mithilfe geworben zu werden. Die großen Verlustzahlen sintz in ihrem Gedächtnis haften geblieben und haben ihnen eindringlich vor Augen geführt, daß sie in ihren kleinen Haushalten mithelfen müssen, sie zu verringern. 1,5 Milliarden RM jährlich, also Millionen und aber Millionen Beeren. Kartoffeln, Gemüsepflanzen, Eier, Fleisch= und Wurstscheiben dürfen eben einfach nicht verkommen. Verbrauch und Aufbewahrung werden daher entsprechend eingerichtet. Unsere Sorafalt und die neuzeitlichen technischen Hilfsmittel der Aufbewahrung und Verarbeitung sind unsere erfolgreichen Kampftruppen. Endlich wieder ein Sportplatz. Lange Jahre blühte in hiesiger Gemeinde der Sportbetrieb. Voriges Jahr wurde aber der Sportplatz in mehrere Parzellen eingeteilt und zu Gärten gemacht. Schänningen Da stand unsere Jugend ohne jegliches Spielfeld. In deletzten Sitzung der Gemeinderäte wurde jetzt der Beschluß gefaßt, einen neuen Sportplatz anzulegen und zwar in der Niederung am Lokomotivschuppen. Der Platz wird allerdings sofort auch Lauf= und Sprunganlagen erhalten. Da der neue Sportplatz direkt an der vor Jahren neu regulierten Aa liegt, soll auch gleich ein Schwimmbad geschaffen werden. Mit öglich Auszeichnung für langjährige treue Dienstzeit. Das vom Führer und Reichskanzler gestiftete Ehrenkreuz für treue Dienste wurde nachbenannten Reichsbahnbeamten von hier verliehen: Das Ehrenzeichen in Gold erhielt der Bahnwärter Bernhard Barenbrock für 40jährige Dienstzeit, das Ehrenzeichen in Silber für 25jährige Dienstzeit Zugschaffner Clemens Schwieters, Reichsbahnassistent Franz Sprey und Bahnwärter Heinrich Richter. Die Ehrenzeichen wurden vom Vorstand des Reichsbetriebsamtes Coesfeld in einer würdigen Feier den Inhabern persönlich überreicht. Den Inhabern der Treudienstehrenzeichen unsern herzlichsten Glückwunsch! )( Bestandene Meisterprüsung. Der Schuhmacher Felix Geisthövel von hier, bestand vor der Prüfungskommission der Handwerkskammer in Münster seine Meisterprüfung mit dem Gesamtprädikat„Gut“. Unsern herzi. Glückwunsch! Einführung des neuen Ortsgruppenleiters. Im Lokale Schulte fand eine Zusammenkunft der politischen Leiter statt, an der auch Kreisleiter Tewes teilnahm. Nach einem einleitenden Begrüßungswort des stellvertr. Ortsgruppenleiters Pg. Borges dankte Kreisleiter Pg. Tewes letzterem für die von ihm geleistete Arbeit und führte anschließent den Gefolgschaftsführer der HJ, Pg. Reckers, in sein neues Amt als Leiter der Ortsgruppe ein. Sodann fand unter der Führung des neuen Ortsgruppenleiters noch eine kurze Arbeitsbesprechung sämtlicher politischen Leiter statt. Schöne Stunden für unsere kleinen Gäste. Bekanntlich weilen augenblicklich über 30 Kinder aus der Steiermark und aus Oberschesien bei uns zu Gast. Diese kleinen Gäste erlebten vor enigen Tagen auf Haus Horst einen recht schönen Nachmittag. Der Besitzer des Hauses, Ortsbauernführer Baron von Dalwigk, hatte die Kleinen zu sich geladen. Außerdem war von den Heeker Bäckern-in anerkennenswerter Weise eine entsprechende Menge Kuchen zur Verfügung gestellt worden. Daß es den Kleinen hier vorzüglich mundete, braucht wohl nicht eigens erwähnt zu werden. Anschließend ward hinreichend Gelegenheit zu allerlei köstlichen Spielen gegeben. Mit ganzem Herzen waren die Kinder bei der Sache und werden sicherlich noch lange an diesen schönen Nachmittag zurückdenken. den Arbeiten wird sobald wie möglich begonnen werden. Stadtlohn Dokumente des Grauens Das wahre Gesicht des Bolschewismus. Die antibolschewistische Ausstellung stand auch in Stadtlohn im Mittelpunkt des Geschehens. Die Schulen bildeten am Montagvormittag die Besucher und auch am Nachmittag fanden sich zahlreiche Volksgenossen ein, um das wahre Gesicht des Bolschewismus kennenzulernen. Abends sprach Pg. Stein, der 39 Jahre in Rußland lebte nud die Wirren selbst mitgemacht hatte. Die Zuhörer lauschten gespannt seinen etwa zwei Stunden langen Ausführungen. Gemeinschaftsfest der Schuhmacherinnung. Die Jünger der edlen Zunft des Hans Sachs trafen sich mit ihren Familienangehörigen, Gesellen und Lehr— Vollszeitung, Emsdetten über 2000.— Folrazeinung. Vornen uber Wer besitzt Aufnahmen von der 1100=Jahrfeier? Anläßlich des großen Festzuges der 1100=Jahrfeier sind von vielen Privatpersonen Lichtbildaufnahmen gemacht worden. Für das Amtsarchiv wäre es wünschenswert, daß alle Bilder von diesem einzigartigen Jubelfeste in dem Archiv erfaßt werden. Alle, die Lichtbildaufnahmen von dem Festzug gemacht haben, werden daher gebeten, einige Aufnahmen der Amtsverwaltung in Schöppingen zur Verfügung zu stellen. Hauptschriftleiter; Dr. Ernst Buhla(i. Urlaub) i. V. und verantwortlich für Münster und das Münsterland: Dr. Fritz Rediger, beide in Münster i. W. Stellvertr. des Hauptschriftl, und verantw. für Politik, Unterhaltung u. Westdeutschland: Hermann Diebold, Gelsenkirchen=Buer; für Handel und Sport: Dr. Anton Henkel, Dortmund: für münsterländischen Sport; Rudolf Ochsenluecht, Münster; Berliner Schriftleitung: Hans=Joachim v. Winterfeld, Berlin, für den Zeno=Anzeigenteil: Dr. Erich Altmeppen. Münster. Druck: Zeno G. m. b. H., Münster 1. Westf. Zur Leit gültiger Anzeigen=Tarif für die Zeno=Gesamtauflage Nr. 9 vom 10. 12. 85. für die Kreiszeitung für den Kreis Ahaus Nr. 9 vom 25. 8. 36 Versag Gebr. Lensing,“.=G., Dortmund, Verlagsleiter Bernh. Bentink Gronau Verantworil. Schriftl. für den lokalen Teil: i. V. Dr. Johannes Gläßer, Ahaus für den lokalen Anzeigenteil: Bernh. Ventink, Gronau Durchschnittsauflage VI. 1938: Jeno=Zeitung über insgesamt 41000 enthaltend: Ahlener Volkszeitung, Uhlen, über 3000.— Allgemeine Zeitung Coesfeld über 5300.— Vorlener Zeitung, Vorken über 3200.— Bürgerblatt Emmerich über 1800.— Dülmener Zeitung, Dülmen über 2000.— Halterner Zeitung, Haltern über 1700.— Kreiszeitung Ahaus über 000.— Münsterländische Volkszeitung Rheine über 4800.— Emsländische Tageszeitung(Lingen) Rheine über 1050.— Neuer Emsbote Warendor/ über 2400.— Tageblatt Ochtrup über 1700.— Voltsblatt. Bochoft über 6650. tn Gronauer Stadt=Rundschau ) Eines Tages erreichte uns die Nachricht, daß Amerika entdeckt worden war, eines schönen Tages fuhren Wagen auf Schienen, die Eisenbahn von Nürnberg nach Fürth, einmal sprach ein Mensch zu ersten Mal mit einem andern durch einen Draht, und einmal hörten wir zum erstenmal das Wunder Radio. Vieles von dem, was wir heute als ganz selbstverständlich ansehen, schien uns bei seiner Erfindung ein Wunder zu sein, das wir gar nicht zu fassen glaubten, und dann war es auf einmal ganz selbstverständlich. Wir fahren heute mit der Eisenbahn ohne eine besondere Lebensversicherung einzugehen, wir wissen, daß das Ei des Kolumbus nichts mit der Entdeckung Amerikas zu tun hat, und wir sprechen heute durch das Telefon, als ob wir mit dem Partner zusammensitzen. Darüber haben wir ja nun wirklich wieder gestaunt, daß wir jetzt mit dem Telefon=Partner tatsächlich zusammensitzen und ihn nicht nur hören, sondern sogar sehen. Vor einigen Tagen ist in Berlin die erste Fernseh=Sprechzelle eröffnet worden, und viele Leute waren anwesend, die dieses Wunder der Erfindung sehen und bestaunen wollten. Das erste Fernseh=Gespräch ging von Berlin nach München und erregte demgemäß entsprechendes Aufsehen. Wir zeigten es vor einigen Tagen im Bild, wie bequem das geht, wenn die Teilnehmer sich auch noch so benahmen, als wenn sie sich nur hören, aber nicht sehen. Bald aber werden die Fernseh=Gespräche eine alte Gewohnheit sein, die Erfindung wird wieder einmal einen Triumph über die Menschen feiern. Unsere Aussichten sind dabei ganz glänzend. Stellen wir uns doch einmal vor, wie schön das sein wird. Da brauchen die Verliebten nicht mehr Rücksicht zu nehmen auf das miese Wetter, sie setzen sich einfach in die Fernseh=Sprechzelle und rufen sich gegenseitig an. Da können sie sich in drei Minuten Kußhändchen in beliebiger Menge zuwerfen, sich mit den Augen liebkosen und zärtliche Wort dazu flüstern. Nur„umärmeln“ können sie sich nicht. Oder wir gehen in die Fernseh=Sprechzelle, rufen unsern ärgsten Feind an und zeigen ihm aufgeschlagen den„Götz von Berlichingen“. Wie er darauf antworten wird, ist seine Sache, wir brauchen das nicht abzuwarten und hängen schnell den Hörer wieder an, nachdem wir das wutentbrannte Gesicht unseres Partners als liebe Erinnerung uns eingeprägt haben. Wir brauchen auch nicht mehr zum Finanzamt zu gehen oder zur polizeilichen Vernehmung. Am Apparat können wir viel besser ein vertrauenswürdiges Gesicht machen, und der skeptische Finanzinspektor und der mißtrauische Kriminalist werden mit unseren Angaben sicherlich zufrieden sein. Es wirg wunderschön werden, wenn wir auch heute noch nicht so ganz daran glauben. Wie alle großen Erfindungen wird auch diese siegen, und wie wir heute ohne Radio nicht mehr können, wird uns auch der FernsehSprechapparat ein tägliches Gebrauchsmittel werden. Und dann kann der Kavalier mit Recht zum Mädchen sagen:„Auf Wiedersehen!“ 1 1 1 11 e 1 1 1 1 11 8 Kleine Stadtnachrichten Von der Straße ins Krankenhaus. (3) Ein Verkehrsunfall ereignete sich auf der Ecke Enscheder= und Adolf=Hitler=Str. Eine Schülerin streifte das Hinterrad der Frau F., Iltisstr. Hierbei kam letztere so unglücklich zu Fall, daß sie sich einen komplizierten Unterschenkelbruch zuzog. Auf Anordnung des hinzugezogenen Arztes mußte die Verletzte dem Krankenhaus zugeführt werden. Wen die Schuld an diesem Unfall trifft, wirt die eingeleitete Untersuchung ergeben müssen. Ausbildungslehrgang für Kontrollassistenten. In der Zeit vom 1. August bis 10. September ds. Is. findet an der staatlich anerkannten Viehpflege= und Melkerschule— Gut Düsse— in Ostinghausen, Kreis Soest, erneut ein Ausbildungslehrgang für Kontrollassistenten statt. Es können zugelassen werden befähigte Bauernund Landwirtssöhne, sowie auch Kleinlandwirte, welche die Möglichkeit haben, die Kontrollassistentenfähigkeit nebenamtlich auszuüben. Nicht=Bauern= und Landwirtssöhne müssen mindestens eine 3jährige praktische Tätigkeit in der Landwirtschaft nachweisen können. Das MinDer Kundfunk erobert die Stadt Gronau Die Zahl der Gronauer Kundfunkteilnehmer erhöhte sich von 1933—1937 um 30 Prozent! Kaum sind die vielen kostbaren Gegenstände der Ersten Internationalen Handwerksausstellung eingepackt, um ihre Rückreise in alle Welt anzutreten— da rüstet man am Kaiserdamm schon ein neues Ausstellungsereignis: Die„15. Große Deutsche Rundfunkausstellung 1938“ wird in den Tagen vom 5.—21. August den Anziehungspunkt aller rundfunkinteressierten Volksgenossen — und wer zählt sich nicht dazu?— bilden. Diese Ausstellung ist die einmalige Jahresleistungsschau des gesamten deutschen Rundfunkschaffens und bildet gleichzeitig den Auftakt für das neue Rundfunkjahr. Hans Kriegler, Amtsleiter=Rundfunk der Reichspropagandaleitung der NSDAP und Präsident der Reichsrundfunkkammer, hat der Rundfunkausstellung dieses Jahres die Parole„Rundfunk=Stimme der Nation“ gegeben. Der Sieg des Rundfunks in Gronau. Weit über 10 Millionen beträgt gegenwärtig die Zahl der Rundfunkteilnehmer für das Gebiet des Großdeutschen Reiches. Bedenkt man, daß es in Deutschland am 1. Januar 1933: 4,3 Millionen Rundfunkteilnehmer gab, so erkennt man den siegreichen Vormarsch, den dieses technische Wunder seit der Machtergreifung gemacht hat. Wer heute kein Rundfunkteilnehmer ist, geht am Leben der Nation vorüber. Wie war nun die Entwicklung des Rundfunks in Gronau seit 1933? Die Zahl der Rundfunkteilnehmer in den einzelnen Jahren. Im Postzustellbezirk Gronau gab es jeweils am 1. Oktober folgende Rundfunkteilnehmer: 1933 1934 1935 1936 1937 874 974 939 1062 1104 Im Postzustellbezirk Gronau, der nicht mit den Erenzen der Verwaltungsbezirke identisch zu sein braucht, hat sich also die Zahl der Rundfunkteilnehmer um 30 Prozent erhöht. Ein beträchtlicher Erfolg! So wurde der Rundfunk auch in Gronau zum Ohr der Nation. Es ist angebracht, gerade in diesem Zeitpunkt diesen Rückgang zu halten, da die Rundfunkausstellung den jährlichen Einschnitt der Rundfunkarbeit und den Beginn eines neuen Rundfunkjahres bedeutet. Die Rundfunkausstellung 1938 unterscheidet sich von ihren Vorgängerinnen vor allem dadurch, daß sich nach der Heimkehr der Ostmark zum ersten Mal die Rundfunkschaffenden des Senders und der Rundfunkindustrie Oesterreichs an einer Deutschen Rundfunkausstellung beteiligen. Eine Reihe von Sonderschauen werden die Ausstellung dieses Jahres besonders anziehend gestalten:„Wunder der Sendung“ wird einen Blick hinter die Kulissen des Rundfunks gewähren,„Wir sprechen mit KdF=Schiffen“, bringt einen Gegensprechverkehr mit den KdF=Schiffen auf hoher See— eine einzigartige Sache, die noch dazu kostenlos ist. Die Amtsleitung Rundfunk zeigt die volitische Rundfunkarbeit, die Möglichkeit des künftigen Reichslautsprechersäulennetzes und den Aufbau des Gemeinderundfunks. In zwei großen Fernsehtheatern werden die Leistungen der deutschen Fernsehtechnik vorgeführt— darum: Auf nach Berlin zur Rundfunkausstellung 1938! destalter für die Zulassung beträgt für Bewerber, welche keine Landwirtschaftsschule besucht haben, 25 Jahre, und für solche, die den Nachweis über einen erfolgreichen zweisemestrigen Besuch einer Landwirtschaftsschule erbringen können, 18 Jahre. Zu Beginn des Lehrganges hat sich jeder Teilnehmer einer Aufnahmeprüfung zu unterziehen. Anmeldungen zu dem Lehrgang, denen ein ausführlicher selbstgeschriebener Lebenslauf, ein polizeiliches Führungszeugnis, und sämtliche Zeugnisse beizufügen sind, sind an das Verwaltungsamt der Landesbauernschaft in Münster, Schorlemerstraße 6, zu richten. 31. Dezember 1939 letzier Termin für die Ablegung der Meisterprüfung. Bekanntlich sind schon vor längerer Zeit alle selbständigen Handwerker, die eine Meisterprüfung noch nicht abgelegt haben, aufgefordert worden, die Prüfung nachzuholen. Als letzter Termin wurde der 31. Dezember 1939 bekanntgegeben. Wie nun bekannt wird, haben alle Handwerker, die sich bis zum festgesetzten Termin zur Prüfung noch nicht gemeldet haben, damit zu rechnen, daß ihr Betrieb geschlossen wird. Dies geschieht mit Rücksicht auf die Uebersetzung in verschiedenen Handwerkszweigen und im Hinblick auf den vorhandenen Facharbeitermangel. Unkenntnis der gesetzlichen Bestimmungen kann nicht als Entschuldigungsgrund geltend gemacht werden. Auch der Kreis Westmünsterland am 4. September im Dienst des Sport=Opfertages. Am 4. September finden in diesem Jahr die Opferspiele für den Deutschen Sport statt. Auch unser Kreis wird sich im Fußball auf der ganzen Linie in den Dienst dieser schönen Aktion stellen. An allen Orten werden Veranstaltungen durchgeführt, und es ist der Wunsch des Gausportführer Lorenz, daß jeder Verein und jede Sportart zu Wort kommen. Zudem sollen in allen Vereinen Sammlungen für den Deutschen Sport durchgeführt werden. Es gilt, weitere Mittel zu schaffen, um die Jugend zu schulen und das Lehrgangswesen sicherzustellen. Wir kommen beizeiten auf das umfangreiche Programm des 4. September zurück. Alle Reichsbundvereine wollen sich heute schon diesen wichtigen Termin merken. Eper Lokal-Nachrichten Wichtig für Lastfahrzeugführer Nach§ 5 der Str.V.Z.O. vom 13. 11. 1937(RGBl. I. S. 1215) in der Fassung der Verordnung v. 28. 12. 1937 (RGBl. I. S. 1422) muß jeder Kraftfahrer bei Benutzung eines Kraftrades mit einem Hubraum bis zu 250 com vom 1. 10. 1938 ab im Besitze eines Führerscheines der Klasse 4 sein. Anträge auf Ausstellung eines Führerscheines für Klasse 4 sind sofort bei der Ortspolizeibehörde zu beantragen. Ein Lichtbild(Brustbild 42 X 74) ist beizufügen. Die nach§ 9, 2. Satz der Str.V.Z.O. erforderliche Prüfung, ob der Antragsteller ausreichende Kenntnisse, der für den Führer eines Kraftrades maßgebenden Verkehrsvorschriften hat, erfolgt durch den Herrn Landrat in Ahaus bezw. durch eine von ihm dazu beauftragte Stelle. Einem Herzschlag erlegen. Bei einer Fahrt Eper Frauen nach Eggerode kam am Mittwoch die 80jährige Frau Ww. Huesmann, Ochtruper Str., auf tragische Weise zu Tode. Sie wurde plötzlich von einem Herzschlage getroffen, an dessen Folgen sie kurze Zeit später verstarb. Der schwergeprüften Familie bringt man allerseits herzliche Teilnahme entgegen. Rinterm Grensplahl. Der Alkohol war Schuld daran. In der Nacht zum Mittwoch fuhr bei Arnheim eine Sechs=Personentaxe, welche von einer Festlichkeit heimfuhr und mit 13 Personen überlastet war, gegen einen Lastwagen und dann in den Chausseegraben. Das Auto überschlug sich. Zwei Insassen waren sofort tot; vier wurden schwer verletzt. Der Chauffeur wurde verhaftet. Es besteht Veranlassung, die Bevölkerung auf die Beachtung des§ 14 der Naturschutzverordnung vom 18. März 1936— RGBl. S. 181— nochmals hinzuweisen.§ 14 lautet: „In der freien Natur ist für die Zeit vom 15. März bis 30. September verboten: 1. Hecken, Gebüsche und lebende Zäune zu roden, abzuschneiden oder abzubrennen, 2. die Bodendecke auf Wiesen, Feldrainen, ungenutztem Gelände, an Hängen und Hecken abzubrennen, 3. Rohr= und Schilfbestände zu beseitigen. Das Verbot des Absatzes 1 gilt nicht für behördlich angeordnete oder zugelassene Kulturarbeiten oder Maßnahmen zur Unkraut= und Schädlingsbekämpfung.“ Zuwiderhandlungen gegen diese Verordnung werden gemäß§ 30 der Naturschutzverordnung mit Haft und mit Geldstrafe bis zu 150,— RM. oder einer dieser beidey Strafen bestraft. Neue Grenzziehung im Westen Unbemerkt von der großen Oeffentlichkeit, so schreib das Handelskammerorgan Ruhr und Rhein, hat sich ein an sich unbedeutender Vorgang vollzogen, der aber doch nicht unwesentliche wirtschaftspolitische Folgen haber wird. Kürzlich ist nämlich ein deutsch-niederländischei Vertrag unterzeichnet worden, durch den kleine Grenzberichtigungen vorgenommen werden. Es handelt sich da bei um den Austausch von Grund= und Länderbesitz ay verschiedenen Stellen. Durch die neue Grenzziehung ist ein für beide Teile besserer und übersichtlicher Verlauf der Landesgrenzen erreicht worden. So wenig die vor genommenen Grenzkorrekturen politischer Art sind, so bedeutungsvoll sind sie doch für beide Länder hinsichtlich der Erleichterung der Grenzkontrolle. „Das Loch im Westen“ war insbesondere seit der Franzosenzeiten am Rhein ein Begriff geworden. Nach Prüfe nicht andere auf ihre haltung, Du selbst gehörst als Mitglied in die nsv.! 1 Belgien=Luxemburg und Holland gingen durch dieses „Loch“ erhebliche Geld= und Devisenbeträge, und gewaltige Mengen von Schmuggelgut kamen andererseits auf unkontrollierbaren Wegen nach Deutschland herein. Zwar ist durch Verstärkung der Grenz= nud Zollsperre mit den Jahren die Tätigkeit der Schmuggelbanden erheblich eingeschränkt worden, doch ließ der oft sehr eigenartige Grenzlauf immer noch Möglichkeiten genug offen, um den Grenzern ein Schnippchen zu schlagen und die beiden Staaten und den ligitimen Handel zu schädigen. Die Launen der Grenzziehung mußten naturgemäß zu zahllosen Unübersichtlichkeiten führen, die weidlich ausgenutzt wurden. Die neue Grenzziehung hat mit derartigen Gelegenheiten aufgeräumt, indem Landbesitz ausgetauscht wurde, oder Wege, die bisher durch die Grenze„aufgeteilt“ waren, entweder ganz zu Deutschland oder zu Holland geschlagen worden sind. Fie großer Speckn an de schlepp Vorgä die gr vierter die gr. toren, ihren men lässig Oels h jarble Und das D Arbeit Blute längst weiß,( und xe dene nach F behagl und ei des Ad Weile Skat o der Ze sitzen si Zigare Feit zu tun den Sd Lund tie st vol Schicht. So drei un bleibt Gedant Trotzde barome der bei Aufträge pünkklich ausführen Versäumnis bei Auftragserledigung macht kostenpflichtig. Einem Installateur war ein Notabzug für einen Badeofen in Auftrag gegeben worden, aber erst nach den verschiedensten Mahnungen wurde die Arbeit ausgeführt. Zwischendurch vertröstete der Installateur den Besteller immer mit dem Hinweis, die Arbeit werde in den nächsten Tagen ausgeführt. Als er dann die Arbeit endlich ausführte, brachte der Installateur außerdem noch eine Rückstromsicherung an Der Besteller machte nun an der Rechnung des Installateurs verschiedene Abstriche. Die Rückstromsicherung zu bezahlen weigerte er sich, weil sie nicht in Auftrag gegeben war. Aber auch den vereinbarten Preis für den Notabzug wollte er nicht in voller Höhe bezahlen, weil sein Mieter wegen der verspäteten Lieferung des Notabzuges die Badeeinrichtung nicht habe benutzen können und ihm dieserhalb die Miete gekürzt hatte. Das Amtsgericht hat nun auf Klage des Installateurs hin die Abstriche des Hauseigentümers und Bestellers gebilligt und insbesondere zu dem letzteren Punkte ausgeführt, daß die Verzögerung bei der Herstellung durch den Installateur schuldhaft gewesen sei. Der Installateur habe auch stets mit den verschiedensten Ausflüchten sich herauszureden versucht. Wenn ein Installateur einen Auftrag übernehme und die Ausführung für die nächste Zeit in Aussicht stelle, müsse er dies auch tun. Wenn er dazu nicht in der Lage gewesen sei, hätte er den Auftrag ablehnen, jedenfalls aber den Besteller darauf aufmerksam machen müssen. Deshalb habe sich der Kläger schadenersatzpflichtig gemacht und der Beklagte mit Recht die Beträge von dem vereinbarten Kaufpreis in Abzug bringen dürfen, die ihm an Mieteinnahmen infolge der verspäteten Ablieferung entgangen waren. haben Anteil. Wel wenn keine Y der Ack das B paschen Dan Spräche, frieden geschäft keiner ben, zu jener d zu Mui sinn so fände. Böse jeder si vor sick Weil n schon ke Abe hat'n söben n tolwe Nack das eug— im ges. dann a als we hinter abgibt. Lichtspiele Vreden Freitag, Samstag, Sonntag und Montag Wochentags 8.30 Uhr Sonntags 3.30. 6.00 und 8.30 Uhr Vesogeh EIN KARL ANTON-FILM Die Presse schreibt: Das Publikum aber saß gebannt vor diesem wilden u. schönen Bilderbogen Berliner Nachtausgabe Hauptr.: Viktor de Kowa, Paul Hartmann, Suse Graf. Nach dem Bühnenwerk: „Vertrag um Karakat“ Im Vorprogramm; Tobis-Kulturfilm u. Ufa-Wochenschau Ab Dienstag: Soldaten, 1 Kameraden. 3 Abende je 8.30 Uhr Ab nächsten Freitag: 1. Teil von„Olympia" Anzeigen in der Kreiszeitung habenimmerErfolg Auf zur Haarmühle zum großen Militärkonzert am Sonntag, 24. Juli von 15.30—21 Uhr Ausgeführt vom Musikkorps I. Flak 34, Münster. Leitung: Musikmeister-Anwärter Huchel. Es ladet freundlichst ein der Wirt August Brüggemann, Alstätte Concordialichtspiele Abaus Freitag und Samstag 8,50 Uhr Sonntag 3,50 u. 8,30 Uhr WEISS FERDL Achtung! Achtung! Neu aufgenommen Steinsick=Kaffee 125 gr. 60, 65, 70 Pfg. Sonderleistung nur jeden Freitag die 250 Gramm 99 Pfg. Diesen müssen Sie einmal probieren! Sie glauben garnicht, wie gut der schmeckt, der Freitags=Kaffee für 99 Pfg. die 250 Gramm. Schokoladenhaus Dördelmann Süße Quelle, Gronau Bahnhofstr 35, neben der Eisdiele Heimatfreund sein will liest die Heimatzeitung und zeigt seine Anhänglichkeit auch dadurch, daß er alle Familienanzeigen in der„Kreiszeitung" veröffentlicht. Der Lachdoktor mit Paul Heidemann Carla Rust Bländine Ebinger Paul Westermeier Sie werden lachen, angesteckt von der Fröhlichkeit dieses„Lachdoktors“, der seinen Weg geht und sich gegen alle Widerstände durchsetzt, und der mit Lachen und Optimismus Ruriert. Im Vorprogramm: Der Ehrenposten Ein Kurztonfilm unter Mitwirkung von Mitgliedern der Ludwig-Thoma-Bühne. Feste der Dajak (Bei d. Ropfjägern Borneos) Die Ufa-Ton-Woche .Wahle Gronau Brennholzverkauf! Am Samstag, dem 23. Juli mittags 1 Uhr werde ich hinter meiner Fabrik eine Partie Brennholz öffentl. gegen bar verkaufen. Dües, Ahaus Lest die Kreiszeitung! Selbst im kleinsten Handwerksbekrieb wird heute der Briefwechsel auf der Schreibmaschine erledigt, denn die Briefe, die an die Kundschaft gehen, sollen zeitgemäß aussehen. Zum handwerklichen Unternehmen gehören auch Geschäftsdrucksachen mit einem sauberen, zunftgemäßen Namenaufdruck, denn erst dann bekommt der Briefwechsel ein eindrucksvolles Aussehen. Geschäftsdrucksachen für das Handwerk liefert preiswert die Druckerei Gebrüder Lensing, Ahaus u. Gronau gung in sicheren und plé und no gar nid Nun frieden solange andern 60 turm, ackeis — und Th. Terglane Gronau Wei Alle Li sich; di Zauber Lichterl schon a Geschen Familienund Drucksachen liefert in geschmackvoller Ausführung Lensing Verlagsanstalt G. m. b. H. Zweigstelle Ahaus, Gronau Blut, Kraft Starke Nerven, frisches Aus sehen, gesunden Appetit erreichen alt und jung durch Lebens-Elixir Dr. Schieffer Die Quelle neuen Lebens. ehal Der Gehalt an Lecithin u. Eisen macht's! Gr. Flasche RM. 2.75 Kurfl. RM. 4.90 Ahaus: Westf.=Drog. W. Epe; Drogerie Rochol im südl und P bekam vielleid enG erabko 6o Jan 2 Am Halbge Schwar lassen anmute liegt b Die ist fest eine 3 Messen still un ein Te ten un And sp gehe verder kommt Fest zu Ma seine Natur Gescher Chest, doch h ist zien seiner Ju Junge, ig auf die ung vom hinzuwei15. März oden, abigenutztem en, rdlich ander Maßng." ung werHaft und ser beiden Beilage Freitag, den 22. Juli 1938 Nr. 197 Blast an Steuerbord!/ von wosgang frank. Mit der schwimmenden Kocherei„Jan Wellem" in das Südliche Eismeer. XI. Wal, Wal, Wal... so schreibl it sich ein aber doch nhaben ländischei te Grenz. lt sich darbesitz ay ehung ist Verlauf die vornd, so bejinsichtlich seit den den. Nach ng. in ch dieses d gewalseits auf in Zwar mit den blich eingenartige ffen, um ie beiden Die Lauzahllosen utzt wurGelegent wurde, eilt" walland geipflichtig. r einen nach den sgeführt. Besteller den nächt endlich toch eine tan der che. Die weil sie tvereinin voller rspäteten icht habe gekürzt Installad Bestel1Punkte ng durch tallateur hten sich r einen e nächste Wenn er den Aufauf aufKläger tit Recht n Abzug olge der me 1er AusAus petit durch nieffen L. RM. 4.90 jansen Fieberhaft wird auf allen Stationen gearbeitet an großen Waltagen, an denen sich achtern die Massen der Speckwürfel und Knochenbrocken vor den Kochern häufen, an denen häufig genug noch zwei Wale in der Durchschleppe liegen, während vorn die letzten Ueberreste ihres Vorgängers eben verschwinden und achtern schon wieder die großen Winschen ihr donnerndes Lied singen und den vierten aufholen. Unermüdlich drehen sich Tag und Nacht die großen Trommeln in den Kochern, kreisen die Separatoren, arbeiten die Pumpen und schuften die Männer, um ihren Betrieb auf Höchstleistung zu halten. Laufend nenmen die Chemiker Proben des erzeugten Oels; unablässig ist der gesamte Betrieb bemüht, die Qualität des Dels höher zu schrauben und das denkbar Beste, Sauberste, Und die Boote bringen Wale, Wale... Längst ist das Deck schlüpfrig von Blut und Fett, längst sind die Arbeitskleider der Männer steif und dunkel von altem Blute und glänzend von Fett wie ihre hohen Stiefel, längst sind die Innenwände der Reling nicht mehr schneeweiß, aber unten in den Tanks,— da fließt das Oel klar und xein. Längst auch wuchern Bärte in den Gesichtern, dene die harte Arbeit ihren Stempel aufdrückt, aber nach Feierabend sehen die Männer nur um so keiner und behaglicht aus. Dann treten sie noch auf einen Smoke und eine geruhsame Nase voll frischer Luft in die Tür des Achterplans, oder sie sitzen nach dem Essen noch eine Weile mit einem Buch in der Kammer, bei einem kurzen Skat oder einer Schachpartie vor dem Schlafengehen, bei der Zeugwäsche oder dem Ausbessern. Vielleicht auch sitzen sie nur einfach da, die Pfeife oder die selbstgedrehte Zigarette rauchend, ehe sie sich niederlegen. Feierabend— das hat hier nichts mehr mit„Abend“ zu tun; das ist um Mittag und Mitternacht, kurz nach den Schichtwechseln, und der nachfolgende Schlaf ist schwer lund tief und hat wenig Raum für Träume; der Körper ist voll beschäftigt, neue Kraft zu sammeln für die nächste Schicht. So ist es an den Tagen, an denen die Fänger je zwei, drei und vier Wale einbringen, im Hochbetrieb, und es bleibt nicht viel Zeit und Raum und Kraft für andere Gedanken als die Arbeit, als: Wal— Wal— Wal... Trotzdem aber steht an solchen Tagen der Stimmungsbarometer am höchsten; denn die Produktionsziffer an der bewußten Tafel am Achterplan wächst, und sie alle haben„auf Oel gemustert“; an jedem Faß hat jeder Anteil. Wehe aber, wenn Schlechtwetter den Fang hemmt, wenn Nebel und Sturm ihn unmöglich machen, wenn keine Wale am Heck hängen, keine gebracht werden! Wenn der Achterplan leer und verödet liegt und vorne nur die Berieselungsanlage sanft und leer vor sich hinplätschert, das Blut langsam aus dem zerstochenen Holz herausvaschend... Dann gibt es hängende Unterlippen und erregte Gepräche, wenn die Männer da beieinander hocken, unzufrieden und gelangweilt, und die Zeit ist gekommen für geschäftige Gerüchte und windige Parolen, von denen keiner weiß, woher sie stammen, und die doch viele glauben, zumal sie selten Gutes enthalten. Da soll dieser das, jener dies gesagt haben, und so geht es weiter von Mund zu Mund, von Kammer zu Kammer, und es ist kein Unsinn so dumm, daß er nicht doch noch seine Gläubigen fände. Böse Tage sind diese fanglosen, wallosen Tage; ein jeder sieht die Heuerabrechnung am Ende der Reise schon vor sich— eine viel zu kleine Summe; und warum? Weil wir heute keine Wale haben— und gestern auch schon keine... Aber dann kommk plötzlich die Nachricht:„Treff VII“ hat'n Blauwal gemeldet— und:„Minsch, wenn wi söben nich harrn“! wird erwidert.—„Na, denn lot uns ol wedder totörnen.“ Nach und nach steigen sie dann in ihre Arbeitskleider, das schwere, von Fett und Blut verkrustete Segeltuchug— und steigen an Deck, stehen dort noch ein Weilchen im geschützten Raum hinter den Winschen und bereiten dann alles vor, so daß sie gleich wieder einhauen können, als wenig später„Treff VII“ mit dem gemeldeten Wal hinter dem Heck aufdreht und das schöne schwere Tier abgibt. Schon sinken die Flensmesser bis über die Beugung in den Speck, Schnitt für Schnitt hingesetzt von den sicheren Händen dieser guten Arbeiter, die sie ja sind,— und plötzlich sind noch zwei Wale da— und noch einer— und noch einer, wie es eben ist im Walfang: einen Tag gar nichts, andern Tag mehr, als sie wegarbeiten können. Nun schwillt der Fang wieder an,— und die unzufriedenen Gespräche verstummen— keine Zeit dafür, solange der Wal anhält; denn der Wal duldet keine andern Götter neben sich. So vergeht die Zeit mit Sonne und Wind, Stille und turm, Schnee, Nebel und Wolken, mit Eisbergen und sackeisfeldern, mit Walen, wenigen, vielen, gar keinen, — und eines Tages ist Weihnachten. Weihnachten... im südlichen Eis. Weihnachten!— Zu Hause leben sie auf das Fest zu. Alle Liebe, alles Gute, alles Schöne und Trauliche regt sich; die schönste Heimlichkeit des Jahres entfaltet ihren Zauber, und am Abend des Festes glänzen Millionen von Lichterbäumen im Schimmer ihrer Kerzen, klingen alte, schon aus dem Herkommen heilige Lieder, und werden Geschenke fröhlich gegeben und empfangen. Wrs ist die Weihnacht an Land, anders hier unten im südlichen Eis. Hier kommt kein Postbote mit Briefen und Paketen, und wer's nicht von zu Hause schon mitbetam oder noch nach Rio gesandt erhielt,— wer nicht dielleicht ein Telegramm bekommt,— der muß sich mit Gedanken bescheiden, die heute aus der Heimat erabkommen. So aber sieht die Weihnacht des Walfängers auf dem Jan Wellem“ aus. Am Spätnachmittag endet ausnahmsweise die Arbeit. Halbgeflenst bleibt der Blauwal auf dem Achterplan, den Schwanz noch in der Klaue, und so bleibt er liegen, verlassen in der stillen grauen Nacht, ein irgendwie seltsam anmutender Anblick, selbst für die Walfänger,— und liegt bis zum nächsten Morgen. Die Männer gehen und waschen sich. Das Abendessen ist festlich, Huhn mit Spargel für alle Mann.— Und ie Zeitlang nach Abendbrot versammeln sie sich in ihren Messen bei ihrem kleinen künstlichen Tannenbaum, der sill und schön vor sich hinbrennt. Vor jedem Platz steht ein Teller mit Nüssen, Marzipan, einer Apfelsine, Zigarten und Zigaretten. Für jeden gibt es zwei Glas Punsch nd später Kaffee und Christstollen. So feiern sie, so gut gehen will, und nehmen es so leicht, wie es genommen berden kann, daß sie so weit von daheim sind. Einmal kommt der Fangleiter, um seinen Männern ein gutes gest zu wünschen und— viele Wale— Mancher geht früh schlafen an diesem Abend, während seine Kameraden weiterfeiern, still oder laut, wie es ihre Natur ist. Sie haben sich auch wohl untereinander kleine Deschente gemacht, dies und das, erstanden in der Slopdes em Boroladen, und wenn es nicht viel ist, so ist es Loch herzlich gegeben. Ihre Weihnacht ist nicht groß; sie giemlich einsam für manchen, und jeder hilft sich nach gener Weise darüber hinweg.„Werd' nicht weich, alter unge, werd' nicht weich, werd' nicht weich..." Und dieser und jener hat auch noch etwas Trinkbares aufgespart, obgleich das eigentlich nicht sein soll. Aber die Schiffsleitung merkt heute nichts davon. Walfangs=Glück, Walfangs=Leid. Am ersten Festtagsmorgen jedoch— um 6 Uhr— geht die Arbeit wieder an, der Alltag; denn zum Walfang sind sie hier unten, nicht zum Feste feiern. Und es gibt Wale in diesen Festtagen; die Fangboote schleppen heran, daß es eine Freude ist. Ein ganzes Dutzend liegt am Heu, und„Treff II“ wird noch zum Bojenboot gemacht und liegt auch bald inmitten einer ganzen Herde, die mit geblähten Bäuchen nebeneinander schwabbern und warten, daß die Kocherei sie anfordert. Vierundzwanzig Wale verarbeiten Decks und Kocherei in ebensoviel Stunden, eine brillante Leistung, und alles flutscht, und alles ist guter Laune. Schade, daß man den Treffs zeitweise Schießverbot für Finwale geben muß; aber es hat keinen Sinn, auf Vorrat zu schießen und nachher aus halbverwesten,„verbrannten“ Walen minderwertiges Oel zu kochen. Dann plötzlich, mitten noch in der schönsten Arbeit und Wühlerei, brist es auf; Seegang entwickelt sich, wird gröber und gröber,— und so fieberhaft auch geschafft wird auf und unter Deck des„Jan Wellem“, was nicht geht, geht nicht. Wenn Mann und Maschine bis an ihre äußerste Leistung gekommen sind, dann kann man nicht noch mehr aus ihnen herausholen. Und so gelingt es denn nicht, alle Wale zu retten; denn immer wilder reißen sie an ihren Festmachern, immer mürber und dünner werden ihre Schwanzwurzeln, in die sich die Drahtschlinge tiefer und tiefer einschneidet, bis hier einer reißt und dort einer und auch noch eine Trosse bricht, so daß im ganzen fünf Wale an diesem Unglückstage auf die Reise gehen, drei vom Heck der Kocherei, zwei vom Bojenboot, das mit seiner Herde in der groben See keinen leichten Stand hat. Langsam schwimmen sie mit den immer noch wachsenden Seen von dannen, fünf Wale, mindestens 20 000 Mark Verlust, unwiederbringlich. Unnütz wäre jeder Versuch sie zu bergen; niemand verliert ein Wort an diesen Gedanken. Ja— bei leichtem Wetter, aber nicht jetzt, bei dieser See! Selbst die Neulinge erinnern sich nur allzugut eines Morgens kurz vor Weihnachten, an dem eine Fischwinsch zum Teufel ging bei dem Versuch, einen schwanzlosen Wal aufzubringen, der vom Fangboot in der Schleppkette angeliefert wurde. Zu Dreivierteln hatten sie ihn schon an Deck, als das Heck plötzlich schwer hochtaumelte, der Wal ins Rutschen kam— ein Glied der Schleppkette brach— und die ganze ungeheure Masse mit wilder Wucht ins Wasser zurückschoß. Die Fischleine, ein starkes Drahtseil, straffte sich zu singender Spannung, hielt— und riß die Winsch zu Bruch und Stücken. Bis zur Höhe des Brückendecks riß sich die Trommel mitsamt dem schweren großen Zahnrad hinauf. Eisenbrocken schwirrten, Zylinder, Kolbengestänge, Schieber, Fundamentstücke kippten zur Seite und in den zischend austretenden Dampf hinein krachte die schwere Trommel nieder. Der alte, erfahrene Winschmann rettete sich allein dadurch, daß er sich blitzschnell zur Seite warf und auf allen Vieren fortkrabbelte, außer einer gottlob leichten Gesichtsverletzung kam er so mit heiler Haut davon. Sekunden später hämmerten schon verstörte Fäuste an der Kammertür des Arztes, erschreckte Gesichter hingen in sämtlichen Salon=Bullaugen und allmählich klärte sich der Umfang des Schadens mit dem Aufhören des Dampfstroms. Ein wirrer Trümmerhaufen war, was eben noch eine Achttonnenwinsch gewesen, und daran denken sie heute, als sie die schwanzlosen Wale abschwimmen sehen. Nein, keine Rettung bei diesem Wetter. Ausgeschlossen! Damals ging es schon nicht, und damals war es viel ruhiger! So liegt denn„Jan Wellem“ nach einiger Zeit wieder mit kahlen Decks da, und nur in der Kocherei werden Maschinen gereinigt und überholt. Die Treffs indessen dampfen sachte gegen die grobe See an die hohe Gischtfahnen an den Bugs aufwirft und über Back und Vordeck hinprasseln läßt. Dann neigt der Rudergänger den Kopf tief vor und fängt den Tropfen schwall mit der Ledermütze ab, während Kapitän, Steuermann, Schütze oder wer sonst oben ist, sich rasch hinter das Schutzkleid aus Segeltuch duckt, das im Winde ungestüm flappt und knattert. Wo es möglich ist, legen sich die Boote ins Eis, weniger rollend in der hier geringeren Dünung. Eis hält die See nieder, gerade wie Regen oder wie der Holzteller die Milch in den Eimern der Bäuerin, Wer nicht gerade Wache hat, schläft auf Vorrat, Mannschaft, Steuermann, Schießer und— bei Tage— der Kapitän. Hin und wieder scheuert eine Eisscholle klirrend und polternd an der Außenhaut entlang, gewohntes Geräusch, das niemand aufweckt, und in der Kombüse klirren ein paar Löffel, der Henkel eines Eimers oder ein Topf, eine Pfanne... Die Ingenieure und Heizer nutzen derweil die Liegezeit zu notwendigen Ueberholungen; denn nie kann eine Fangbootmaschine leise genug gehen für den Wal, der dies böse Geräusch in den letzten Wochen fürchten gelernt hat, und nicht alle Boote haben gemantelte Maschinen, die fast lautlos fahren. Es ist Abend. Ueber dem Eise liegt das letzte rötliche Licht der Sonne, grau dünt davor das Wasser der großen Eisbucht, rot flammt darüber ein Wolkensaum, und hier und da hängt ein Windwölkchen wie ein rosa Wattebausch. Blaugrün, gelbgrün, gelbhell und=dunkel, rotgelb, violettgrau endlich und schimmernd wie Perlmutt ziehen sich Himmelsstreifen durch leichte weiße und goldene, sehr hohe Wolkenbänke. Das Wetter wird besser werden,— und es wird wohl auch wieder Wale geben morgen. Immer grauer wird der Abend, matter die gelben Lichter und violetter, die an den Abhängen der langen Dünungsrücken aufleuchten, und die Schneesturmvögel und kleinen, zierlichen, silbergraurückigen Walvögel, die bislang zuweilen noch unruhig aufflogen, liegen jetzt ruhig storn fiele in kleinen Scharen auf dem Wasser. Vorgestern fielen sie auf den Eisschollen ein und buddelten sich möglichst tief in den Schnee, als das Boot, noch im hellen Grau der Nacht, an der Eiskante auf einen schweren Blauwal pürschte, ihm zweimal durch den Packeisgürtel folgte— und ihn am Ende doch nicht bekam, da er zu tief ins fremde Chiffres zirpen. Eis zog. Vorgestern also um diese Zeit sah der Schießer bedenklich auf das Verhalten des Vogelvolkes und sagte den Sturm voraus. Immer gibt es Schlechtwetter, wenn die Vögel sich auf dem Eis eingraben. Gestern hat es denn ja auch nach allen Regeln geweht, bis es sich gegen Abend sänftigte, und nun deuten Sonne und Vögel auf besseres Wetter. So kann man ruhig schlafen, sanft gewiegt von der langen stillen Dünung, in Traum gesungen von dem leisen Brausen im Entlüfterrohr und dem Klicken der Dampfheizung; und es ist gut, so fest und ruhig schlafen zu können; denn früh— gegen zwei Uhr schon— soll die Jagd wieder angehen, noch vor der Sonne. Ruhig, leise dümpelnd liegt das Boot... Und wie dieses hier, so liegen sie alle, irgendwo, in Lee eines Eisberges, in einer Eisbucht oder— notfalls— in offener See und warten auf das erste Licht zur Fortsetzung der Jagd. Weit ab—irgendwo im Dunkeln— liegt die Kocherei; Gott mit ihr, und mag sie die Nacht durch gut zu tun haben; das Fangboot hört nichts mehr nach der Abendmeldung. Höchstens hört es eines der andern Boote mit „Jan Wellem“ sprechen, wenn der Kapitän einmal ein Ohr in den Aether hängt, um sich die Wache ein wenig zu kürzen.„Hallo Kurfürst“, hört er dann wohl,„Hallo Kurfürst, Kuhbein, Kuhfuß, Kurfürst.. „Ja, halloo, hier Kurfürst, ja bitte, guten Abend, Herr... und das Gespräch geht, begleitet von leisem Knistern, hin und her. Auf dem Boot, das anrief, hat es einen Unfall gegeben. Verbrühung in der Maschine; gottseidank nicht gefährlich. Der Kapitän bittet um Behandlungsanweisungen vom Schiffsarzt. Dann ist es wieder still in der Luft, und nur ein paar (Fortsetzung folgt.) Internationaler Kongreß für berufliches Bildungswesen. Starke Teilnahme des Auslandes. v. W. Berlin, 21. Juli. Vom 25.—28. Juli findet in Berlin der Internationale Kongreß für berufliches Bildungswesen statt. Es handelt sich in Wirklichkeit um zwei Kongresse, und zwar um die Veranstaltungen, die von der Internationalen Gesellschaft für kaufmännisches Bildungswesen ausgehen, und dann um das gewerbliche Bildungswesen, das von dem entsprechenden Internationalen Bür geführt wird. Die Internationale Gesellschaft für kaufmännisches Bildungswesen ist im wesentlichen eine private Einrichtung. Dagegen kommt im Internationalen Büro mehr die amtliche Meinung der beteiligten Staaten zum Ausdruck. Im kaufmännischen Bildungswesen wechselt das Präsidium alle drei Jahre. Deutschland wird es Ende nächsten Jahres übernehmen. Präsident des gewerblichen Bildungswesens ist ein Franzose, ein Deutscher ist erster Vizepräsident. Deutschland hat bekanntlich als erstes Land die allgemeine Schulpflicht eingeführt. Es war aber auch das erste Land der allgemeinen Berufsschulpflicht. Das berufliche Bildungswesen hat sich abseits vom Schulwesen in Europa entwickelt und beruht auf dem Zusammenhang zwischen der Praxis der Lehrlingsausbildung und der theoretischen Ergänzung in der Berufsschule. Die Internationale Gesellschaft für kaufmännisches Bildungswesen veranstaltet von Zeit zu Zeit Wirtschaftskurse für junge Kaufleute. Ein solcher Kursus, findet zur Zeit in Garmisch=Partenkirchen unter Beteiligung von etwa 290 Ausländern statt. Die jungen Kaufleute besichtigen auch Innsbruck. Sie lernen den Rhein kennen und beenden vor Beginn des Kongresses ihre Fahrt in Berlin. Der Internationale Kongreß hat im Ausland die stärkste Beachtung gefunden. Das zeigen schon die hohen Zahlen der Anmeldungen. Erwarten wir doch über 1000 Ausländer. Auch dieser Kongreß dient dem Frieden. Gerade solche Kongresse sind für das gegenseitige Verstehen der einzelnen Völker von höchster Bedeutung. Erfassung von Wehrpflichtigen. Jahrgang 1910 und Offiziere der alten Wehrmacht. Berlin, 21. Juli. Das Reichsministerium des Innern gibt bekannt, daß im Einvernehmen mit dem Oberkommando der Wehrmacht in der Zeit vom 15. August bis zum 30. September die Wehrpflichtigen des Geburtsjahrganges 1910 durch die polizeilichen Meldebehörden erfaßt werden. Der Aufruf erfolgt örtlich durch öffentliche Bekanntmachungen. Vielfach sind durch örtliche Vereinbarungen die militärischen Untersuchungen und das Erfassungsverfahren zu einem Verfahren vereinigt worden. Da sich dies namentlich in den Städten bewährt, ist der Minister damit einverstanden, daß auch in diesem Falle so verfahren wird. Auf Grund einer Verordnung vom Februar erfolgt weiterhin in der gleichen Zeit die Erfassung der ehemaligen Offiziere und Wehrmachtbeamten im Offizierrang durch die polizeilichen Meldebehörden. Die Erfassung erstreckt sich auf ehemals aktive Offiziere und Wehrmachtbeamte Nur noch 20 Kilometer bis Sagunt. Die große Öffensive General Francos hat den nationalen Truppen in den letzten Tagen über 1000 Quadratkilometer Geländegewinn gebracht und ihre Frontlinie weit vorgetragen. Nördlich des Mijara-Flusses stehen noch starke Massen der Bolschewisten, deren Rückzugslinien von den Nationalen gefährlich bedroht sind. Durch verstärkten Einsatz von Luftwaffe und motorisierten Abteilungen ist der Vormarsch bis auf 20 Klm. an das wichtige alte Sagunt, die letzte Stellung der Roten vor Valencia, vorgetragen worden. Weltbild-Gliese(M). im Offiziertang, die aus der Reichswehr oder der alten Wehrmacht entlassen wurden, ferner auf ehemalige Offiziere des Beurlaubtenstandes der alten Wehrmacht sowie auf die ehemaligen Feldbeamten im Offizierrang der alten Wehrmacht.„Ausgenommen von dieser Erfassung sind Wehrpflichtige im Range eines Generalmajors oder mit einem höheren Rang, ferner Wehrpflichtige, die das 65. Lebensjahr vollendet haben, und Wehrpflichtige, die im Besitz eines Wehrpasses der neuen Wehrmacht sind. Fast alle wichtigen Straßen in Oesterreich entstaubt. DNB Berlin, 21. Juli. Anläßlich der Wiedervereinigung Oesterreichs mit dem Reich hat der Generalbauinspekteur für das deutsche Straßenwesen Dr. Ing. Todt außer dem großartigen Autobahnprojekt und dem planmäßigen Ausbau der Reichsstraßen ein Sofortprogramm für die Staubfreimachung der Fremdenverkehrsgebiete in Oesterreich angekündigt.— Das Reich hatte dafür einen Betrag von rund 12 Millionen RM zur Verfügung gestellt.— Durch das Sofortprogramm sollten im Interesse des nach der Wiedervereinigung zu erwartenden großen Reiseverkehrs in den wichtigsten Fremdenverkehrsgebieten noch bis zu Beginn der diesjährigen Reisesaison, also bis ungefähr Mitte Juli, die wichtigsten Straßen entstaubt werden, damit das Reisen in Oesterreich auch dem in dieser Hinsicht verwöhnten Autofahrer aus dem Altreich zur Annehmlichkeit wird. Die bisher auf Grund des Sofortprogramms zur Durchführung gelangten Maßnahmen zur Entstaubung der österreichischen Straßen bedeuten tatsächlich eine große Erleichterung für den Autoreisenden.— Wenn auch in den 2½ Monaten, die zur Verfügung standen, nicht die Fremdenverkehrsgebiete insgesamt entstaubt werden konnten, so wurde doch erreicht, daß die Zufahrten in diese Gebiete heute staubfrei sind. Hierbei haben die österreichischen Straßenverwaltungen sich mit allen Mitteln angestrengt, um außer den bereits ausgebauten Strecken das durch das Sofortprogramm erstrebte Ziel rechtzeitig zu erreichen.— Die Entstaubungsmaßnahmen werden fortgesetzt. Wie überhaupt der endgültige Ausbau der österreichischen Straßen energischen weiterbetrieben wird. Es ist nunmehr möglich, ganz Oesterreich inseiner Länge und Breite zudurchqueren, ohne daß man, wie bisher auf langen Strecken, dem lästigen Staub ausgesetzt ist.— Ganz besonders berücksichtigt wurde im Sofortprogramm das Salzkammergut. Aehnlich wie im Salzkammergut wurden auch in Kärnten durch das Sofortprogramm die landschaftlich reizvollsten Gegenden entstaubt. Dazu gehören vor allem die von Klagenfurt ausgehenden wichtigsten Straßen, sowohl die Packstraße in ihrer ganzen Länge von Klagenfurt nach Graz wie auch die Straßen um den Wörther See. Selbstverständlich wurden auch im Gau Niederdonau die wichtigsten Zufahrtsstraßen in die Fremdenverkehrsgebiete entstaubt; so die Straße, die am linken Donauufer von Sarmingstein durch die Wachau nach Krems führt. Ebenso kann man auch von Wien aus auf einer vollkommen staubfreien Straße in die Wachau fahren. Staubfrei kann man weiter von Wien aus ins Semmeringgebiet sowie an den Neusiedler See und damit in den interessantesten Teil des Burgenlandes gelangen. In Tirol und Vorarlberg sind fast alle wichtigen Straßenzüge durch das Sofortprogramm verkehrsfähig gemacht worden. Aber auch das Lechtal von Reutte bis nach Steeg ist entstaubt. Ebenso das Oetztal von Oetz bis nach Sölden. Von Mittenwald ist es nunmehr möglich, über den Scharnitzpaß nach Reit und damit nach Innsbruck auf einer staubfreien bezw. staubarmen Straße zu gelangen. Aus dieser keineswegs erschöpfenden Zusammenstellung kann der Reisende, der nach Oesterreich will, bereits erkennen, daß in den letzten Monaten auf dem Gebiete des Straßenwesens alles, was in einer so kurzen Frist. möglich ist, getan wurde, um das Reisen im Auto in Oesterreich zu erleichtern. Weitere Enthüllungen Ljuschkows. Berlin, 21. Juli. Der Mitarbeiter des„Angriff“, Ivar Lißner, hatte in Mandschukuo eine aufschlußreiche Unterredung mit dem unlängst geflüchteten Sowjetgeneral Ljuschkow über die Intrigenkämpfe im Kreml. Litwinow, so erklärte Ljuschkow u. a., sei isoliert, sein diplomatischer Apparat zerstört, und er habe das Vertrauen bei den Machthabern jeder Garnitur verloren. Auch zu Woroschilow und Blücher habe Stalin kein Vertrauen. Woroschilow sei ihm im höchsten Grade verdächtig. Die sogenannte„Reinigung“ der Armee bedeute nichts anderes als die Ausmerzung der Freunde Woroschilows. Die angebliche Freundschaft Stalins zu Blücher spiele eine besondere Rolle, sie sei insofern vorhanden, weil Blücher in Stalins Augen der Gegenspieler Woroschilows sei. Bezeichnend sei, daß er, Ljuschkow, selbst von Jeschow beauftragt worden sei, Blücher zu überwachen. Aus diesen Gründen sei seiner Ansicht nach ein Staatsumschwung unausbleiblich. Stalin werde fallen und Molotow oder Woroschilow würden seine Nachfolger. Die Zukunft Sowjetrußlands sei düster und verhängnisvoll. Im Innern tiefgehende Unzufriedenheit, nach außen hin Isolierung. In Mittelasien wachse die national-separatistische Strömung. Moskau antworte mit Massenverhaftungen und mit einer verstärkten Agitation an seinen Grenzen. Das nächste Unruheziel der Moskauer Machthaber sei Mandschukuo. Von Noh und Fern. Einstellung von Führeranwärtern in den Reichsarbeitsdienst. Im Herbst 1938 wird im Reichsarbeitsdienst eine Im größere Anzahl von Führeranwärtern eingestellt. Eingestellt werden nur Bewerber, die ihrer aktiven Wehrund Arbeitsdienstpflicht genügt haben. Altershöchstgrenze ist das 24. Lebensjahr. Es werden nur Bewerber für die untere Laufbahn(bis einschließlich Unterfeldmeister) eingestellt. Die Bewerber werden eingestellt: a) apl. Truppführer(Führeranwärter), soweit sie mindestens 6 Monate Arbeitsdienst geleistet haben und unbedingt als Führeranwärter geeignet erscheinen; b) als Vormänner oder Obervormänner bei geringerer Arbeitsdienstzeit oder wenn eine Probezeit als Bewerber notwendig erscheint. Sie werden nach insgesamt 6 Monaten oder bei der Kommandierung zur Truppführerschule(frühestens noch 3 Monaten) zum apl. Truppführer(Führeranwärter) ernannt. Die Laufbahn und die Ausbildung der Führeranwärter vollzieht sich wie folgt: a) Nach 6 Monaten Dienstzeit im Reichsarbeitsdienst Einberufung zu einem dreimontigen Truppführerlehrgang.(Hierbei zählt auch die bereits früher abgeleistete Dienstzeit.) b) In der Truppführerschule wird festgestellt, für welche Laufbahn(Außendienst oder Verwaltung) die Führeranwärter geeignet sind. Die Führeranwärter für den Außendienst werden dann später in arbeitstechnischen Lehrgängen und die für den Verwaltungsdienst geeigneten Führeranwärter an einer unteren Verwaltungsschule ausgebildet. Die Führeranwärter und Bewerber erhalten neben freier Unterkunft, Verpflegung, Krankenbehandlung und Bekleidung ein ihrem Dienstgrad entsprechendes Taschengeld. Vom planmäßigen Truppführer an aufwärts erfolgt die Besoldung nach dem Reichsarbeitsdienst=Besoldungsgesetz. Militärdienstzeit wird bei Berechnung des Besoldungsdienstalters angerechnet. Verpflichtungszeiten: Die Bewerber müssen sich bei ihrer Einstellung auf ½ Jahr verpflichten. Sofern bei Ablauf dieser Verpflichtungszeit noch keine Beförderung zum planmäßigen Truppführer erfolgt ist, wird die Verpflichtungszeit um ½ Jahr verlängert. Vor der Beförderung zum planmäßigen Truppführer müssen sich die Führeranwäerter auf eine zehnjährige Dienstzeit verpflichten. Bewerber, die im Herbst aus dem Heeresdienst entlassen werden, können sich bereits jetzt bewerben. Die Bewerbungen sind zu richten an den Reichsarbeitsdienst Köln, Agrippinaufer 2. jeden Geflügelzüchter errichtet und der als Doppelstall für zwei Siedler gebaut— einen genügend großen Auslauf, Mustereinrichtungen zur Futteraufbewahrung und im Innern noch einen Abstellraum für Gartengeräte aufweist. Das Reich gewährt bekanntlich für die Anlage mustergültiger Hühnerställe und für den Umbau veralteter Hühnerhaltungen einen Zuschuß, in dessen Genuß jeder Geflügelhalter kommen kann. bezeichnete der Anklagevertreter die Handlungsweise des Angeklagten als ein Verhalten, das beicht verhängnisvolle Fongen hätte heraufbeschwören können, denn es sei genau so leichtsinnig, lebende Kartoffelkäfer aus einer verseuchten Gegend einzuführen, als wenn man mit einem ungeschützten Licht eine Feldscheune betrete. Während der Staatsanwalt eine Gefängnisstrafe von sechs Monaten forderte, verurteilte das Schöffengericht in Bonn den Angeklagten zu drei Monaten Gefängnis. spielte, die übrigens auch die Urlauber in den Harz be gleitet. Mit einem Beil auf den Gegner los. amd= Nordhorn, 21. Juli. Trauriges Ende einer Ferienfahrt. Einen traurigen Ausgang nahm eine erst am Sonntag begonnene Ferienfahrt eines auf dem Wege nach Heidelberg befindlichen jungen Mannes aus Nord horn, der in Fulda bei einer Talfahrt die Gewalt über sein Fahrrad verlor, stürzte und dabei von einem Kraft, wagen überfahren wurde. Mit einem schweren Schädel, bruch, verschiedenen Armbrüchen und sonstigen Verletzungen mußte der Verunglückte in ein Fuldaer Krankenhaus eingeliefert werden. für einen pflichtgetreuen Beamten. Mülheim=Ruhr, 21. Juli. Zum Gedenken an den durch Mörderhand gefallenen Oberwachtmeister Esser wurde an der Stelle im Vorhof des Mülheimer Gefängnisses, an der der Strafanstaltsbeamte durch den Schuß des Schwerverbrechers Karlipp getötet wurde, eine Gedenktafel enthüllt, die folgenden Wortlaut hat;„Hier fand am 14. November 1937 Oberwachtmeister Mathias Esser in treuer Pflichterfüllung den Tod.“ Amtsgerichtsdirektor Lickfeld stellte in seiner Ansprache an die Gefolgschaftsmitglieder des Gerichts, die sich zu einer kurzen Feierstunde vor der Gedenktafel versammelt hatten, den Mut und die Unerschrockenheit des Beamten heraus, der sich dem bewaffneten Verbrecher entgegengestellt hatte ohne danach zu fragen, daß sein eigenes Leben bedroht gewesen war. (§) München=Gladbach, 21. Juli. Nach einer Auseinandersetzung kam es hier zwischen einigen schon betagten Bekannten zu einer wüsten Schlägerei, bei der ein Mann von 52 Jahren mit einer leeren Flasche seinem 49jährigen Gegner auf den Kopf schlug. Der Getroffene holte sich anschließend ein Beil, drang erneut auf den Aelteren ein und versetzte ihm einen Beilhieb auf den Kopf, der dem Kampf ein Ende bereitete, denn der Getroffene mußte mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus transportiert werden. Versuchter Giftmord an der Ehefrau. Kamp=Lintfort, 21. Juli. Diebesbeute aus 120 Wohnungseinbrüchen. X Mülheim=Ruhr, 21. Juli. Aufgaben der Geflügelzucht im Vierjahresplan. Tagung der Geflügelzüchter aus Westfalen=Lippe. X Bochum, 21. Juli. In Bochum fand dieser Tage eine zweitägige Schulungs= und Lehrtagung des Landesverbandes Westfalen=Lippe der deutschen Geflügelzüchter und Geflügelhalter statt. Eine reichhaltige Lehrschau zeigte vor allem Förderungsmaßnahmen praktischer Art zur Verwirklichung der im Vierjahresplan vorgesehenen Leistungssteigerung der deutEiererzeuauna und zeigte die Mittel und hen Wege zum Ausbau der Geflügelzucht und Geflügelpflege insbesondere in Kleingeflügelhaltungen. Die Tagung brachte eine Reihe von fachlichen Vorträgen und Filmvorführungen. So sprach StuchtSelm über die Aufgaben der Reichsfachgruppe Ausstellungsgeflügelzüchter und deren Untergliederungen in der Durchführung des Vierjahresplanes, WeißhauerSiegen berichtete über Arbeit und Aufgaben der Geflügelzuchtvereine. Weiter wurden Fragen der Stallung, Fütterung, Haltung und Pflege in Geflügelkleinhaltungen, die Grundsätze für Ausstellungen und Geflügelwettbewerbe im Sinne des Leistungsgedankens für Lehr- und Werbeschauen im Dienst der Förderungsmaßnahmen, behandelt. Ergänzt wurden die Vorträge durch das wertvolle Anschauungs= und Schulungsmaterial der Lehrschau. Aus ihr ersah man auch die Fortschritte der deutschen Geflügelzucht in den letzten Jahren und die Ergebnisse der Leistungssteigerung zum Nutzen der Erjährung des deutschen Volkes. Sie offenbarte auch den na vorbildlichen Geist, der die Geflügelhalter und Züchter Westfalens und Lippes beseelt. Die Ausstellung gab mancherlei wertvolde Anregungen für den Bau zweckmäßiger Hühnerställe mit gesunden Einrichtungen für die Tiere, für die Fütterung und Pflege des Geflügels, die zweckmäßige Aufbewahrung der Eier usw. So sah man einen Musterstall. wie ihn die„Bergmannsheimstätte“ in ihren Siedlungen für Ende Juni wurden, wie berichtet, der 37 Jahre alte Peter de Wild und sein Schwager, der 25 Jahre alte eorg Klein aus Mülheim=Ruhr festgenommen, die seit Januar 1937 in Mülheim, Oberhausen und Essen umfangreiche Einbruchsdiebstähle ausgeführt hatten. Bis jetzt wurden den gefährlichen Gewohnheitsverbrechern 120 Wohnungseinbrüche einwandfrei nachgewiesen. Ein großer Teil des bei den Festgenommenen vorgefundenen Diebesguts konnte inzwischen an die Geschädigten wieder zurückgegeben werden, doch lagern bei der Polizei in Oberhausen noch viele Sachen, deren Eigentümer bisher noch nicht ermittelt werden konnten. Es handelt sich um Haushaltungsgegenstände, Herren= und Damenuhren, Schmucksachen, Damenhandtaschen, Brief= und Zigarrentaschen, Bebleidungsstücke, Tischdecken usw. Die Polizei ersucht die Geschädigten, sich umgehend zu melden und ihre Ansprüche geltend zu machen. Wegen dringenden Verdachts des versuchten Giftmordes an seiner Ehefrau wurde von der Kriminalpolizei ein 29 Jahre alter Mann festgenommen, der nach hartnäckigem Leugnen schließlich zuab. seiner etwas kränklichen Ehefrau verschiedene Medizinen gemischt, zum Teil auch verdorbene eingegeben zu haben unter der Vorspiegelung, diese von einem Homöopathen besorgt zu haben. Nach dem Genuß dieser Medizin mußte die Frau dreimal unter eigentümlichen Krankheitserscheinungen ein Krankenhaus aufsuchen. Der Festgenommene stellt eine Tötungsabsicht in Abrede. Die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen. Die Burg der Cherusker. C. H. S. Hannover, 21. Juli. Piraten der Landstraße. Angetrunkene Kraftfahrer ließen ihr Opfer liegen. (!) Duisburg, 21. Juli. Als Piratentum der Landstraße kennzeichnete der Staatsanwalt in einer Verhandlung vor der Duisburger Strafkammer das Verhalten zweier Angeklagter, die durch ihre geradezu skrupellose Fahrlässigkeit den Tod eines Menschen verschuldet haben. Nach einer Tagesfahrt und dem Genuß einer reichlichen Menge Alkohol waren die beiden Angeklagten mit dem Auto in eine Gruppe von Männern gefahren, die von einem Sängerfest kamen. Ehe man wußte, was geschehen war, war das Auto mit abgeblendetem Licht verschwunden. Einer der Sangesbrüder lag blutüberströmt am Boden und gab kein Lebenszeichen mehr von sich. Der Arzt konnte nur noch den Tod feststellen. Presse und Rundfunk verbreiteten eine Suchmeldung nach dem Auto, und bald schon konnte der Fahrer in der Person des Händlers Heinrich Tepterd aus DinslakenOberhausen festgestellt werden. Er, wurde wegen fahrlässiger Tötung und Fahrerflucht zu einem Jahr steben Monaten Gefängnis verurteilt. Der mitangeklagte Begleiter wurde freigesprochen. Unweit der Hauptstadt Niedersachsens, auf dem Burgberge in Gehrden, hat das Landesmuseum der Provinz Hannover die einzige sicher nachweisbare Burganlage der Cherusker aus der Zeit der Römer= und Germanenkämpfe ausgegraben, und diese Ausgrabung durch die Anlage eines Lehrpfades, der rund um die Burg führt, der Oeffentlichkeit zugängig gemacht. Dieser Lehrpfad ist der erste seiner Art in Deutschland. Durch zeitgeschichtliche Funde ist nachgewiesen, daß die Burg eine Verteidigungsanlage der Germanen gegen die von Westen her eindringenden römischen Heerscharen war. Sie bestand aus einem breiten hohen Wall, der rings von einem sogenannten Spitzgraben umgeben war. Mit diesem Namen bezeichnet man einen Befestigungsgraben, dessen Seiten in etwa drei Meter Tiefe in einem spitzen Winkel zusammentreffen, im Gegensatz zu anderen Befestigungsgräben, die unten eine flache Sohle aufweisen. Es ist leicht erkennbar, daß der Spitzgraben eine größere Schwierigkeit für die angreifenden Truppen darstellte, da sie auf dem Grunde des Grabens, selbst wenn kein Wasser ihn füllte, kaum Bewegungsfreiheit hatten. Dabei konnte hier in Gehrden zum ersten Male nachgewiesen werden, daß es sich bei dem Spitzgraben um ein typisch germanisches Verteidigungsmittel handelte. Bisher neigte die Forschung der Annahme zu, daß der Spitzgrabenbau eine römische Verteidigungstechnik gewesen sei. Der Lehrpfad führt rings um den Burgberg. Am Beginn erhebt sich ein monumentaler Sandsteinsockel, auf dem die Burganlage im Plan dargestellt ist. Um den Felsen nicht allzu großen Witterungseinflüssen auszusetzen, sind nur kleinere Teile von Wall und Graben freigelegt. In der Tabakdose Kartoffelkäfer aus Frankreich mitgebracht. (!) Bonn, 21. Juli. amd= Wiedenbrück, 21. Juli. Junge vom Lastzug anfahren und getötet. Ein schwerer Verkehrsunfall, dem ein junges Menschenleben zum Opfer fiel, ereignete sich am Mittwoch früh. Ein Lastkraftwagen befuhr die Straße Gütersloh—Hamm als an der gefährlichen Straßenkreuzung an der Apotheke ein Radfahrer versuchte, vor dem Lastzug die Straße zu überqueren. Der Radler wurde vom Motorwagen erfaßt und überfahren. Die Verletzungen des Radfahrers, es handelt sich um einen 15jährigen Lehrling aus Lintel, waren so schwer, daß er kurz nach dem Unfall verstarb. Von einem Besuch seiner in Frankreich lebenden Tochter brachte ein 66 Jahre alter Volksgenosse aus Euskirchen in seiner Kautabakdose 17 Kartoffelkäfer mit in seine Heimat, um sie Bekannten, die sich für den gefährlichen Schädling interessierten, zu zeigen. Die ungeheure Gefahr für die Kartoffelernte erkannte ein ihm bekannter Lehrer, der ihn sofort aufforderte, die Kartoffelkäfer bei der Polizei avzuchtsinni liefern, was auch geschah. Der Leichtsinnige hatte Ve sich aber nachträglich wegen Vergehens gegen die VerordIEWE A AA nung zur Abwehr des Kartoffelkäfers und gegen das Gesetz zum Schutz landwirtschaftlicher Kulturpflanzen vor Gericht zu verantworten. In der Verhandlung md= Nordhorn, 21. Juli. Die ersten 900 Textilarbeiter auf dem Wege in den Urlaub. Vom Bahnhof Nordhorn aus erfolgte in der Frühe des Mittwoch die Abfahrt des ersten Sonderzuges aus dem Kreise Bentheim, der 900 Spinner und Webet aus den Nordhorner Textilbetrieben zum Harz führte. Die Urlauber haben durch die im vergangenen Jahre gegründeten Betriebsgemeinschaftskassen erstmalig eine kostenlose Urlaubsreise antreten können. Viele tausend Volksgenossen hatten sich trotz der frühen Stunde mit dem Kreisleiter Dr. Ständer und Vertretern der Partei und der Behörden auf dem Bahnsteig eingefunden, wo bis zur Abfahrt des Sonderzuges eine Werkkapelle =E14 geb. a 23) „Karl“, winkt er dem Diener,„man soll anrichten,“ Und zu mir:„Ich bin allein, noch Junggeselle. Was soll man machen? Ich kann doch keine Chinesin heiraten“, lacht er.„Aber kommt herein, wir wollen uns einen gemütlichen Abend machen.“ Das Zimmer ist matt erhellt von einem sanften,, durch goldseidene Schirme fließendem Licht, und es ist alles da beisammen, was einen Europäer an asiatischer Kultur so anzieht: Teppiche, Waffen und einzelne, sicher sehr wertvolle Pagoden,— und die großen, blauen Vasen, bei denen das Porzellan ein Leben zu haben scheint, wie die matte, durchscheinende Haut einer schönen Frau. Richthausen macht eine umfassende Bewegung mit der Hand. „Das habe ich so zusammengetragen, damit, wenn ich—“, und sein Auge geht durch die offenen Schiebetüren, mit einem heißen, sehnsüchtigen Blick,„wieder einmal zu Haufe bin, dieses Peking nie vergesse.“ Er lächelt ein wenig und sagt leise:„Das ist die Rache, die China an uns weißen Menschen nimmt, daß es uns nicht mehr losläßt, daß man immer hierher denken und von hier reden muß. Aber kommt, setzt euch! Wir werden gleich einen ordentlichen Hammelbraten bekommen unn— saat er triumphierend,„Dortmunder Bier.“ Wir setzen uns an den ganz europäischen Tisch mit bequemen Stühlen, und es wird ein sehr gemütliches Mahl. Später sitzen wir auf dem Vorbau, den der Mond wechselnd in Schatten und Licht taucht, und das Zirpen der Insekten im blühenden Garten draußen ist eine ganz eigene, zarte und sinnbetörende Musik. Wir sprechen flüsternd, und ich mache für Cataldi den Dolmetsch, da Richthausen nicht genügend Italienisch kann. Er hat eine liebe, kameradschaftliche Art, die Markus aufrichtet. „Machen Sie sich gar keine Sorgen, Graf. Es müßte mit dem Teufel zugehen, wenn wir Ihre Braut nicht wieder bekämen. Ich tue alles, was ich tun kann, um euch behilflich zu sein.“ Ich greife hinüber nach seiner Hand.„Diesen Zufall hat Gott gefügt,“ sage ich dankbar,„daß ich dich hier gefunden habe.“ Als ich aber dann später, zu Markus gewendet, meine, es ware Zeit, daß wir in unser Hotel zurückgehen, drückt er mich auf meinen Stuhl nieder. Was mir einfiele? Sein Haus stünde ganz leer. Er habe zwei Fremdenzimmer eingerichtet, weil—, und wieder gehen seine sehnsüchtigen Augen in die blasse Ferne der mondhellen Weite, weil er eben geglaubt habe, es könne doch einmal Besuch kommen— aus— der Heimat. „Aber es ist keiner gekommen, außer jetzt du und deine lieben Freunde, und ihr müßt meine Gastzimmer einweihen, daß ich sie wenigstens nicht umsonst eingerichtet habe. Karl, komm her! Gehe in das Hotel und hole die Sachen von den Herren!“ „Jawohl, Herr Vizekonsul!“ „Aber ich habe ja nicht gezahlt dort, ich muß doch zurück“, werfe ich ein. „Du kannst dem Karl das Geld mitgeben. Er bringt dir die Quittung.“ Es wird spät, zwei Uhr, bis uns endlich Richthausen in zwei kleine Zimmer führt, die Schiebetüren haben, durch die man die Kuppeln des Palastviertels im Mond aufglänzen sieht. Es ist prachtvoll, es ist zauberhaft, es benimmt einem. Ich stehe noch lange unter der offenen Tür und schaue gebannt auf das Bild Markus liegt auf dem Diwan. Er ist eingeschlafen. Nebenan höre ich Cataldis tiefe und gesunde Atemzüge. Da gehe ich über die bunten Matten, mit leisen Tritten, und suche mein Bett auf. * Der Morgen fällt mit einer leuchtenden Klarheit über mich, daß es meine Augen auftut und sie geblendet in das Frühlicht schauen. Ich kann nicht mehr liegenbleiben. Ich stehe auf und mache mich fertig, dann wecke ich die beiden. Markus sieht ausgeruht und erfrischt aus. Seine blauen Augen suchen meinen Blick.„Glaubst du?“ fragt er flüsternd. Ich nicke nur. Ich gebe ihm keine Versprechungen. Im Vorbau ist der Frühstückstisch gedeckt. Garten ist übersät— was heißt übersät?— Der Garten ist übersät— was heißt übersät?— er liegt förmlich unter dem Gewicht von Milliarden und Milliarden glitzernder Tautropfen. Es ist über all diesem Blühen ein einziges, schillerndes Wunder. „Wie schön!“ sage ich gebannt. Richthausen tritt hinter mich und legt mir die Hand auf die Schulter. „Künstliche Bewässerung! Hier ist das eine ihrer hervorragendsten Erfindungen. Dort drüben ist ein kleiner Hebel, und es spielen zu gleicher Zeit sechs oder noch mehr Hydranten. Man läßt sie spielen und stellt sie wieder ab. Es sind nicht mehr als zwei Handgriffe. Guten Morgen, Graf. Haben Sie gut geschlafen? Das freut mich. Haben Sie nur Mut. Sie sehen viel besser aus. Morgen, Signor! Also kommt— setzen wir uns. — Karl, bring den Kaffee!“ hauf Die Gemeindesteuer auf Rundfunk empfünge in Gasthäusern. 20. Juli, Berlin, Der Reichsminister des Innern macht in einen Runderlaß die Gemeinden auf eine entsprechende Z. steuerung von Rundfunkempfangsanlagen aufmerksan Schon in früheren Hinweisen sei angeregt worden, de Besteuerung dieser Anlagen so zu bemessen, daß sie der propagandistischen Wert des Rundfunks Rechnung trag Die Besteuerungsart der Stadt Berlin wurde dabei ge Beispiel angeführt(im Sinne der Höchstsätze). Ds Besteuerung sollte nach der Größe der benutzte Räume vorgenommen werden, wobei sich folgend Sätze ergaben: Später sagt Richthausen leise:„Ich habe heute nacht noch viel darüber nachgedacht. Das Allernotwendigste ist, daß ihr etwas Chinesisch kennt. Es ist nicht so schwer als man glaubt. Mit den Büchern geht das nicht. Die Zeit ist zu kurz. Ich gehe jetzt ins Amt und schicke euch einen Dolmetsch. Es ist ein älterer Mann, ein Chinese. Er spricht deutsch, italienisch, französisch und englisch, und er soll euch herumführen. Ihr müßt Peking kennenlernen In einer halben Stunde kann er da sein. Am Abend treffen wir uns wieder. Ich kann mittags nicht abkommen, ich esse in einem Restaurant, in der Nähe der Botschaft, eine Kleinigkeit. Für abends seid ihr selbstverständlich wieder meine Gäste.“ Ich will bescheiden abwehren, aber er lacht nur und ist fort. Cataldi meint, er warte jeden Augenblick zu erwachen, das Ganze wäre ja ein Traum, ein Märchen. Ich sehe Markus an und seufze leise. Trauriges Märchen! Bevor noch eine halbe Stunde um ist, ist der Dolmetsch da. Er verneigt sich ganz tief vor uns, so daß die langen Enden seines dünnen Bartes senkrecht zur Erde stehen. Es sieht komisch aus, denn man sieht nichts mehr als seinem kahlen Kopf dieses Bartende. Ich rede mit ihm und nehme aus dem Umschlag den ich aus Hartmann=Bodes Schreibtisch genommen habe, zwei Photographien. Ob er dieses Haus kenne? Er sieht ziemlich lange darauf hin. Dann nickt er. Ja, er kennt es. Ob er uns dorthin führen kann? „Der Herr befiehlt,“ antwortet er und verneigt sich zustimmend. Es ist das Bild des Hauses, in dem Hartmann=Bode gewohnt hat, in dem Anita geboren ist. bei Räumen von nicht mehr als 50 qm 0,25 100 „ 200 „ 300 400 0,50„ 1,00„ 1,50„ 2,00 und für jede weiteren 100 qm 0,50 Mark. Der Reichsfinanzminister erwähnt ausdrücklich, daß aus Klagen der betroffenen Wirtschaftskreise sehe, daßAnregungen von zahlreichen Gemeinden bisher nich achtet wurden. Die Gemeinden könnten diese Sätzeh allgemeinen nicht unverändert übernehmen, sodern sie werden sich den besondern örtlichen Verhältnissen anzupassen haben, da die Mö lichkeit einer Verdienststeigerung durch die Rundfunkvo führung der Gast= und Schankwirte vor allem in klein Orten vielfach erheblich hinter denen der Berliner 8 triebe zurückbleiben werden. Falls einzelne Gemeinde sich aus besonderen Gründen dem von der Reichshaupstadt geübten Verfahren nicht anschließen wollen, bleib es ihnen allerdings unbenommen, die Besteuerung nag dem Wert(also nicht nach der Größe der Räume) gemä den Bestimmungen über die Vergnügungssteuer beizubhalten. Die Steuer soll jedoch in diesem Fall 1 v. H. des Wertes der Anlage für jeden angefangenen Betriebmonat nicht überschreiten. Die Suche nach„Admiral Karpfanger". Berlin, 21. Juli. Wie kürzlich mitgeteilt wurde, hatte der Hapag dampfer„Dera“ im Rahmen der Suchaktion nas dem Segelschulschiff„Admiral Karpfanger“ den Auftia erhalten, eine schwarze Viermastbark zu suchen, die in de Nähe der Kapverdischen Inseln gemeldet wordeni Dampfer„Gera“ hat diese Suchaktion mehrere Tag durchgeführt, ohne den Segler zu finden un bunkert jetzt in St. Vincent. Da anzunehmen ist, da der Standort des Seglers inzwischen weiter nördlich ist hat die Hamburg=Amerika=Linie ihre sämtliche über den Nordatlantik fahrenden Schiffe noch einmal angewiesen, den Namen diese Seglers festzustellen und sofort drahtlos nach Hamburg melden. Wetterbericht der Reichswetterdienststelle Weiterhin unbeständig. Die Großwetterlage ist seit dem Vortag insofern un gestaltet worden, als das bisher stationär gewesen Islandtief eine neue Belebung erfahren hat. Zwische ihm und der flachen Luftdruckverteilung auf dem Ko tinent konnte sich eine schwache Huchdruckbrücke ausbilder die vorübergehend etwas Wetterberuhigung bringen wird. Der Frontcharakter der Witterung wird jedoch wolli bleiben bei geringer Neigung zu Niederschlägen. Vorhersage für Freitag: Schwache Winde un Nordost, dann meist stärker bewölkt, keine Niederschläg von Belang, Temperaturen um 22—24 Grad, ind Morgenstunden stark diesig bis nebelig. Vorhersage für Samstag: Fortdauer des wolkige zu Niederschlägen neigenden Wetters, wenig Temperatu änderung. hoto t. und hält sie etwIch zeige ihm die zweite Er nimmt sie, mit einer El von sich weg. Ob er weiß, wo dieses Grab sich befindet? Er denkt wieder nach.„Nicht weit von diesem Haus sagt er und deutet auf die Photographie, die ich wie in der Hand halte. „Grab einer weißen Frau“, sagt er wieder. Wir gehen. Ich hänge mich in Markus ein. Er so still. Hinter uns geht Cataldi mit dem Dolmets Ich drehe mich oft zurück. „Was heißt Weg auf chinesisch?“ Er sagt es. „Und Haus? Und Frau? Und Laufen und Wasse Und was heißt— der Tod?“ Der Dolmetsch lächelt und sagt:„Herr, nicht w achten chinesische Nation.“ „Nein“, sage ich,„ich verachte sie nicht." Ich habe des Weges nicht geachtet, ich sehe nusich wieder eine neue Wunderwelt auftut. Es wird wa das vornehme Viertel Pekings sein. Gärten über Gärten. Ueber ihren niederen Mauer leuchten die blau und gelb glasierten Dächer, und duch eiserne, kleine Gitterpforten schimmert weißer und toes Marmor, grün glasierte Stufen, die zu kleinen Kiosten hinaufführen. „Sind wir bald am Ziel?“ frage ich. „Ja, Herr." Und nach einer Weile:„Hier ist Haus das mir der Herr auf dem Bilde gezeigt hat." Wir bleiben stehen. Ich ziehe die Photograp heraus und vergleiche. An einer gestürzten Säule Garten erkenne ich es ganz genau. „Kann man eintreten?" Der Chinese verspricht, die Gartenpforte zu öffne Sie gibt seinem Druck nach. ingen Der Garten ist eine Wildnis. kleine Schlange huscht über den Weg und im blühenden Buschwerk. Es ist eine tiefe lastende Stul „Es ist nicht mehr bewohnt, Herr. Es wird von an Fremde vermietet, aber es zieht niemand menr"n Wir gehen um das Haus herum und schauen seine bestaubten Fenster in leere Räume. Markus flüstert an meinem Ohr:„Da ist sie geboren Es ist eine kleine, erschrockene Bewegung, mit der schnell die Arme über die Brust kreuzt und wieder au einanderfallen läßt. Er sieht mich aus seinen kleine klugen Augen erstaunt an. „Ja, Herr, es gehört dem großen Herrn Tschai=King Ich strecke mich ein wenig und schaue über den Zau hinweg.„Wohnt er dort?“ (Fortsetzung folgt.) 8 M jus Ju Ge Ge me ru hei tro 10 schi Kr tio Te ihr M. ert de schl hei die in fin ger tet zui vo gel lag tri der nes inde einer m eine erst dem Wege aus Nord bewalt über nem Kraft en Schädel, i Verletzunrankenhaus odfunkn. 20. Juli, in einen chende aufmerksan worden, d daß sie der nung trag de dabei a sätze). Di benutzte ich folgend n0,25 Marla 0,50„ 1.00 1,50 2.00" Aus dem Gau Westfalen=Nord. cklich, daß sehe, daße der nichn se Sätze tehmen, so örtlichen a die Mö kundfunkvoi nin klein Berliner Gemeinde Reichshaup sollen, bleit uerung nac tume) gemäj zuer beizub1 v. H. des en Betriebmiral 21. Juli. er Hapaghaktion nai den Auftra n, die in de worden is ehrere inden un jmen ist, da nördlich is amtlicher en Schiff amen diese Hamburg z külheim. ewesen wische Kor des wolkige Temperatu jält sie etw 7 siesem Haus ie ich wied der. ein. Er m Dolmet und rr, nicht v sehe Es wird wa „Her ist eigt hat" Photograp en Säule te zu öffne. ngen verschwind astende Still5 wird 10 mehr ein. schauen Kröcher verläßt Westfalen. Mit der Führung des Gebietes Saarpfalz(25) beauftragt. + Münster, 21. Juli. jugendführer Baldur von Schirach mit Wirkung vom 15. Juli den Führer des Gebietes Saarpfalz(25) der HJ, Gebietsführer Friedrich Thimel, von der Führung des Gebietes Saarpfalz entlastet und ihm die Leitung einer mehrmonatigen Sonderinspektion der Reichsjugendführung übertragen. Mit der Führung des Gebietes Saarpfalz wurde Hauptjungbannführer Walter Kröcher, der bisherige Jungbannbeauftragte im Gebiet Westfalen, beauftragt. US=Schwestern- eine Lebensaufgabe X Junge Mädchen, die durch die Krankenpflege ihrem Volk dienen und helfen wollen, daß durch nationalajalistische Gesundheitsführung unser Volk stärker und derstandsfähiger wird, können als NS=Schwestern eine schöne Lebensaufgabe finden. Die NS=Schwestern pflegen und betreuen nicht nur Kranke. Die Gesundheitserziehung nach nationalsozialistischen Grundsätzen liegt zu einem großen Teil in ihren Händen. Die NS=Schwestern sollen bei den ihnen anvertrauten Volksgenossen Verständnis für die Maßnahmen des Staates zur Hebung der Volksgesundheit erwecken, in ihnen den Willen zur Erhaltung der Gesundheit stärken und durch Rat und entschlossene Hilfe drohenden Schäden an Leben und Gesundheit vorbeugen. Die Zugehörigkeit zu einer Schwesterngemeinschaft, die sich über Klassen= und Konfessionsunterschiede hinweg in der nationalsozialistischen Weltanschauung zusammenfindet, gibt den NS=Schwestern das Gefühl der Geborgenheit und Sicherheit.— Die NS=Schwesternschaft bietet jungen geeigneten Volksgenossinnen die Möglichkeit zur Ausbildung für diese schöne Aufgabe. kommen nach Lippe. X Der BDM=Untergau 55, Lippe, führt in der Zeit vom 7. bis 14. und 14. bis 21. August in der herrlich gelegenen Kreisschule bei Oerlinghausen zwei Freizeitlager durch, in denen Jungarbeiterinnen aus allen Betrieben Gelegenheit gegeben werden soll, sich im Lager der Kameradschaft zu erholen. Unter den Teilnehmerinnen befinden sich außer Mädel aus dem ganzen Gaugebiet auch fünf Mädel aus der befreiten Ostmark, fünf auslandsdeutsche Mädel und ein deutsches Mädel aus Brasilien. Die Jungmädel veranstalten in der Zeit vom 1. bis 13. August ein Freizeitlager in Detmold und vom 6. bis 20. August ein Ferienlager in der Jugendherberge Oerlinghausen. Auch an diesen beiden Lagern werden auslandsdeutsche Mädel teilnehmen. Münstersche Spitzbergen=Expedition unterbrochen. ga= Münster, 21. Juli. Wie wir vor burzem berichteten, startete am 2. Juli von Münster aus der münstersche Spitzbergenforscher W. Dege mit seiner Gattin zu einer neuerlichen Spitzbergenexpedition, die jetzt für kurze Zeit unterbrochen werden mußte, da der norwegische Eisbrecher„Lyngen“, der die Expedition von Tromsö nach Spitzbergen bringen sollte, in der Nähe des Nordbaps eine schwere Maschinenhavarie erlitt. Der Unfall geschah bei vollständig ruhiger See. Das Schiff konnte nach einigen provisorischen Ausbesserungen mit eigener Kraft eine nahe Bucht anlaufen und dort vor Notanker gehen. Nach einem Tage wurde das Schiff von einem Bergungsdampfer in seinen Heimathafen Tromsö abgeschleppt. Zur Zeit der Havarie befand sich gerade die deutsche Dege=Spitzbergenexpedition an Bord. Mannschaft und Expedition sind wohlauf. Die Expedition mußte allerdings vorläufig nach Tromsö zurückkehren, sie wird aber bereits in den nächsten Tagen— man rechnet mit dem 25. Juli— erneut die Ausreise nach Spitzbergen antreten, um dann endlich mit den Arbeiten auf der Bäreninsel, Andréland usw. beginnen zu können. Motorradfahrer saust gegen Lieferwagen. Ein Toter und ein Schwerverletzter. emd= Münster, 21. Juli. Mittwoch nachmittag ereignete sich auf dem Schifffahrterdamm ein schweres Verkehrsunglück, bei dem eine Person getötet und eine weitere schwer verletzt wurde. Ein Motorradfahrer mit Soziusfahrer wollte mit seinem Rad in einen Seitenweg einviegen, dabei verlor der Fahrer die Gewalt über sein Kraftrad und sauste gegen einen ihm entgegenkommenden Lieferwagen. Das Motorrad klemmte sich unter dem Motor fest, so daß dem Lenker des Wagens die Steuerungsmöglichkeit genommen war. Erst nach mehreren Metern blieb der Wagen stehen. Der Motorradfahrer lag tot hinter dem Wagen. während sein Mitfahrer schwere Arm= und Beinbrüche erlitt. Das Motorrad wurde vollkommen zertrümmert unter dem Wagen hervorgezogen; auch der Lieferwagen wurde schwer beschädigt. Bei dem Getöteten handelt es sich um einen Gustav Falkenberg und bei dem verletzten Beifahrer um einen Knigs. Beide sind aus Reckenfeld. So sieht es heute auf dem Dorfe aus. Im Erntekindergarten. Ist die Mutter auf dem Felde, sind die Kleinen im Kindergarten gut aufgehoben Ein neues einstöckiges Gebäude ist mitten im Dorf entstanden und füllt so eine Lücke aus, die schon seit langem bestand. Und vor diesem Haus sind die Schulkindek und die Kleinen aus dem Kindergarten aufmarschiert. Mit ihnen nehmen auch alle Dorfbewohner und zahlreiche Gäste an der Einweihungsfeier teil. Nach der Flaggenhissung erklingen wieder die Lieder der Jugend. Mit einer Ansprache und einer Führerehrung findet die Feier ihren Abschluß. Bei der Besichtigung lernen wir dann einen Kindergarten kennen, wie er früher als„Kinderbewahranstalt“ wohl kaum irgendwo bestanden hat. Es war in der Anordnung und Ausgestaltung etwas durchaus Neues, was wir sahen, und was für viele Kinder zubünftig das Heim, das Elternhaus über Tag darstellen wird. Wie das„Reich der sieben Zwerge hinter den sieben Bergen“— so mutet uns der Tagesraum an, in dem kleine viereckige rote Tische und Stühle stehen. Geschmackvolle Tischdecken, dazu abgestimmte Fenstervorhänge, Nelken und Rosen in bunten Vasen schmücken diesen Raum. Es ist Freude und Stolz zugleich, die sich auf den Gesichtern der Dorfbewohner spiegeln. Und welche Herrlichkeiten für ein Kinderherz verbirgt der Schrank; wieviel Spielzeug, von der Kindergärtnerin selbst gebastelt oder in Spielzeugwerkstätten geschaffen, wartet auf die Ausgabe. Unschwer läßt sich feststellen, welches Leben sich an den Wochentagen hier abspielen wird, wenn die kleinen Mädel ihre Puppenkinder betreuen, die Jungen Pferd und Wagen über den Fußboden rollen, Burgen von starken Truppenmassen angegriffen und schließlich genommen werden. Was muß da für ein Betrieb in diesem Kinderparadies sein! Im Nebenraum steht Ruhebett neben Ruhebett für den Mittagsschlaf der Kleinen.„Sie werden es kaum glauben,“ sagt uns die Kindergärtnerin,„daß die Kleinen bald einschlafen, trotzdem sonst die Mäulchen nie stillstehen wollen. Nachdem sie am Vormittag einen langen Spaziergang gemacht haben und genug herumgetollt sind, fallen ihnen schnell die Aeuglein zu. Auf dem Flur und im Waschraum entdeckten wir auf kleinen Pappkartons gemalte Gegenstände, wie einen Apfel, einen Vogel oder ein Haus, wofür wir keine Erklärung finden konnten. Die Kindergärtnerin aber erzählte uns, daß dieses Zeichen seien, an denen jedes Kind seinen Haken erkennt, wo es seinen Mantel oder sonstige Kleidungsstücke aufhängt, wo es auch sein Handtuch, seinen Waschlappen findet ebenso wie die Zahnbürste, die ja auch zur täglichen Körperpflege notwendig ist.— Und ebenso paßt in den Gesamtrahmen der Wohnraum der Kindergärtnerin. Auch hier findet sich die Zweckmäßigkeit in der Gestaltung, der Farbenzusammenstellung, der geschmackvollen Abtönung der Einrichtung und der Vorhänge. An der Kaffeetafel, die alle Bewohner des Dorfes und die Gäste vereinte, zeigen die Kleinen Tanz und Spiel, singen fröhliche Lieder, bringen Unterhaltung und sammeln so eine immer stärkere Zuschauerschar um sich. Freude und Jubel herrschte auf dem Festplatz.„Es ist ein Fest,“ sagt der Bürgermeister.„Wir können stolz sein, daß wir ein solches Haus aus eigenen Mitteln haben bauen können. Wir haben lange gespart und haben alle Möglichkeiten ausgeschöpft, um diesen Plan Wirklichkeit werden zu lassen. Unser kleines Dorf mit seinen 500 Einwohnern hat sich selbst geholfen. Wohl bestand schon seit langem der Kindergarten, aber nur in behelfsmäßigen Räumen; da war es ja Ehrensache, daß wir von uns aus ein Werk aufbauten, schon früh in eine Gemeinschaft hineinzuwachsen. Und dann ist der Kindergarten auch eine große Hilfe. Viele Hände sind so frei geworden, die auf dem Felde mitschaffen können und die Ernte sichern, besonders bei uns, wo doch alle Bewohner, bis auf einige Ausnahmen, in der Landwirtschaft stehen. Tschai-King) ber den Zaun Geistesgestörter Wegelagerer schießt auf fahrendes Auto. Ein Schwerverletzter. md= Hoogstede(Kr. Bentheim), 21. Juli. Ein unerhörter Vorfall ereignete sich hier am Mittwoch spät abends auf der Landstraße nach Emlichheim. Der Inhaber der Nordhorner Baufirma Averes u. Griese befand sich gegen 10 Uhr mit mehreren Mechanikern der Autohandlung Balder aus Nordhorn auf dem Wege nach Emlichheim, um dort eine dringende Reparatur vornehmen lassen zu können. Auf der Landstraße in Hoogstede stellte sich ein mit einem Jagdgewehr bewaffneter Mann mit dem Rufe„Halt, oder ich schieße!“ in den Weg. Der Wegelagerer mußte aber zur Seite springen, da der Fahrer mit ziemlicher Geschwindigkeit fuhr, zielte dann aber von hinten auf den fahrenden Wagen und durchschoß mit einer Schrotladung die Scheibe im Wagenverdeck. Während die anderen Wageninsassen, nichts Gutes ahnend, sich duckten und mit dem Schrecken davonkamen, traf den betwa 26 Jahre alten verheirateten Mechaniker Johann Niehoff die nunmehr mit Glassplittern vermischte Schrotladung mitten ins Gesicht, da er nach rückwärts Ausschau gehalten hatte. Ein Auge wurde ihm dabei ausgeschossen. Der Schwerverletzte wurde nach Gronau in die Augenklinik überführt. Leistung gegen Leistung. Letzter Anmeldetermin zum Leistungskampf 31. Juli 1938. X„Wir marschieren mit!“— Das ist die Parole des Leistungskampfes der deutschen Betriebe im ganzen Reich und ich erwarte, daß alle Betriebe im Gau WestfalenNord ihren Stolz darin setzen, durch ihre Teilnahme am Leistungskampf mitzuhelfen an den gewaltigen Aufgaben, die der Führer seinem Volke gestellt hat. Teilnehmer im Leistungskampf sein heißt: Positiver Mitarbeiter in der Front des Aufbaus sein! Nicht durch Streiks und Aussperrungen, sondern im friedlichen Leistungswettkampf sollen Betriebsführer und Gefolgschaft gemeinsam alles erreichen, was zur Erhaltung und Förderung unserer deutschen Arbeitskraft dienlich ist. Nur zufriedene, gesunde und gemeinschaftsverpflichtete Menschen werden die von Jahr zu Jahr wachsenden Aufgaben meistern können. Ich bitte dringend alle Betriebsführer größter und kleinster Betriebe, Betriebe der Privatwirtschaft und der öffentlichen Hand, ihre Teilnahme am Leistungskampf bis zum 31. Juli 1938 zu erklären. Heil Hitler! Schürmann. MdR. Gauobmann der DAF. Eine bahnbrechende Erfindung. Vorstoß in die Bau eines Übermikroskopes, das 30000fach vergrößert. Unser Berliner VW=Berichterstatter besuchte das Wernerwerk von Siemens und Halske, um das Uebermikroskop zu besichtigen, das unsere Kenntnis der organischen und anorganischen Mikrowelt in kaum geahntem Maße vertiefen wird. Die Vorarbeiten zu der gewaltigen Erfindung sind soweit vorgeschritten, daß nunmehr mit der Herstellung der Geräte begonnen wird. Dr. Ing. Bodo v. Borries zeigte die Entwickelung des neuen Instruments, Dr. Ing. Ernst Ruska die Technik und Dr. med. Helmut Ruska die Anwendung in der MeBacke, backe Kuchen Photo:(ZZl-Archiv. dizin und in der Biologie. Mit Recht wies Dr. Ernst Ruska im Verlauf seiner Ausführungen darauf hin, wie ungeheuer eine Erfindung sein würde, durch die wir die Geschwindigkeit eines Flugzeuges um das Zwanzigfache steigern könnten. Etwas Aehnliches habe sich aber hier beim Mikroskop zugetragen. Während wir nämlich bisher mit den optischen Mikroskopen höchstens Gegenstände oder Lebewesen bis zu 2000mal vergrößern konnten, sind wir nun durch das Uebermikroskop auf eine 30000fache Vergrößerung gerommen. Dabei sind die Bilder, die wir erzielen, scharf. Wir können sie noch vier= bis fünfmal optisch nachvergrößern. Das Uebermikroskop kann Körper erfassen, die 100mal kleiner sind als jene, die wir bisher mit dem optischen Mikroskop besahen. Das Uebermikroskop arbeitet mit den sehr viel kurzwelligeren Elektronenstrahlen. Die Elektronenstrahlen müssen stets im Vakuum verlaufen, damit sie ihre Geschwindigkeit und ihre kurze Wellenlänge beihehalten. So müssen also die zu untersuchenden Objekte, der Leuchtschirm und die photograpische Platte in das Vakuum hineingebracht werden. Das Einschleusen des Objekts in das Vakuum dauert bei den neuen Versuchsgeräten eine und das Einbringen der Plattenkassette nur zwei Minuten. Zur Erzeugung der Elektronenstrahlen werden Spannungen von etwa 60-80000 Volt benötigt. Außer der Tatsache der Erfindung eines solchen Mikroskops interessiert den Laien doch vielleicht das, was Dr. med. Ruska erzählte und zeigte, am meisten. Wir sind nämlich bei den Bildern nunmehr in das Bereich jener Lebewesen vorgestoßen, die bisher für unser Auge völlig unsichtbar waren. Wir sehen jetzt Bakterienarten, die Masern, Ziegenpeter, Grippe, Tollwut, Maul= und Klauenseuche und viele andere Krankheiten hervorrufen. Nur bei wenigen von diesen Viren konnte bisher ihre tatsächliche Körperhaftigkeit ermittelt werden. Das Uebermikroskop werden wir aber auch in der organischen und anorganischen Chemie verwenden. Wir sehen den Aufbau und die Wechselwirkungen kleinster Stoffteilchen, so daß wir hier— wie auch in der Farbenchemie, in der Staubtechnik, in der Technik der Steine und Erden ganz neue wissenschaftliche Erkenntnisse finden können. Dabei ist die Entwicklung des Instruments noch nicht abzusehen. Die ersten grundlegenden Patente auf das Uebermikroskop nahmen die Erfinder Bodo v. Borries und Ernst Ruska bereits am 6. März 1932. Wie man zu der Erfindung kam, erzählte Dr. v. Borries:„Im Hochspannungslaboratorium der Technischen Hochschule Berlin sollte ein schreibendes Meßinstrument entwickelt werden, das dazu dienen sollte, Blitzstörungen auf den die Energieversorgung bewirkenden Hochspannungsfreileitungen zu untersuchen und dadurch zu ihrer Bekämpfung die nötigen Unterlagen zu liefern. Diese Entwicklungsaufgabe war von dem Leiter der Studiengesellschaft für Höchstspannungsanlagen, Professor A. Matthias, einer Reihe von Doktoranden in den Jahren 1927—1931 gestellt worden. Da dieses Meßgerät, der sogenannte Kathodenstrahloszillograph, sich eines scharf gebündelten Kathodenstrahls als Schreibgriffel bedient, sollte das geometrisch optische Verhalten der Kathodenstrahlen näher untersucht werden. Aus den diese Teilaufgabe des Forschungsprogramms betreffenden Arbeiten wuchs das Uebermikroskop heraus.“ Indem Ruska und Knon— ein Assistent des Professors Matthias— die gestellte Aufgabe der Verbesserung des Kathodenstrahloszillographen überschritten und damit der freien Forschung Raum gaben, bauten sie das erste magnetische Elektronenmikroskop. Münster und Münsterland. Münster, 21. Juli. Der gläserne Zug im Münsterland. Am Mittwoch nachmittag lief der gläserne Zug der Deutschen Reichsbahn in voller Besetzung mit Fahrgästen aus Bochum im Kreisstädtchen Lüdinghausen ein. Freundlich begrüßt vom Beauftragten des Bürgermeisters, Pg. Larisch, unternahmen die Reichsbahnräte vom Reichsbahnverkehrsamt Bochum mit ihrer großen Gefolgschaft einen Spaziergang über die schöne Allee zur Burg Vischering. Von dort ab übernahm der Geschäftsführer des Verkehrsvereins Münster die Führung und Betreuung der Gäste. Nach einer gemütlichen Kaffeepause in Lüdinghausen fuhr der gläserne Zug weiter über Dülmen, Buldern, Appelhülsen nach Münster. Um 20,52 Uhr verließ der gläserne Zug unter dem Winken zehlreicher Zuschauer die schöne westfälische Hauptstadt. A Münster, 21. Juli. Eine Rohöl=Lokomotive für die Westf. Landeseisenbahn. Die Westf. Landeseisenbahn hat jetzt als neueste Errungenschaft ihrer Betriebsmodernisierung eine Rohöl=Lokomotive neuester Konstruktion in Dienst gestellt, die höchste Rentabilität mit relativ ungeheurer Leistungsfähigkeit verbindet. Die neue Lokomotive wird auf der Strecke von der Senne nach Wiedenbrück eingesetzt. md= Münster, 21. Juli, Schwerer Motorradunfall. Am Mittwoch nachmittag ereignete sich auf der Warendorfer Straße ein schwerer Unsall. In Höhe der Kanalbrücke fuhr ein Kraftradfahrer mit seinem Fahrzeug gegen einen Begrenzungsstein. Der Fahrer erlitt Verletzungen, an seinem Motorrade entstand großer Sachschaden. A Recke(Kr. Tecklenburg), 21. Juli. 1½ jährigem Kinde beide Beinchen abgefahren. In der Bauerschaft Espel war das 1½ Jahre alte Söhnchen einer dort wohnenden Familie gemeinsam mit seinem älteren Schwesterchen zu einem Nachbarhause gegangen und hatte dazu die Geleise der Tecklenburger Nordbahn als Richtweg benutzt. Ganz unerwartet kam eine Lokomotive heran, dessen Personal auch die Kinder nicht bemerkt hatte, erfaßte das kleine Kerlchen, schleifte es wohl zehn Meter weit mit und fuhr dem armen Jungen beide Beine ab. Wenige Stunden später wurde das verunglöckte Kind im hiesigen Krankenhause durch den Tod von seinen furchtbaren Leiden erlöst. Ahten, 21. Juli. Von dem zuschlagenden Deckel einer Waschmaschine getötet. Ein recht eigenartiger, schwerer Unfall, der das Leben eines kleinen Jungen forderte, ereignete sich in der Waschbüche eines Ahlener Einwohners. Der 5 Jahre alte Sohn der Familie Franz Schneider machte sich in einem unbewachten Augenblick an der geöffneten Waschmaschine zu schaffen. Plötzlich schlug der Deckel der Waschmaschine zu und errea. den Jungen, der so schwere Verletzungen erlitt, daß der Tod auf der Stelle eintrat. AF Im Jahre Anno Dazumal gab es mehr Mäuse als Fliegen. In allen Stuben und Kellern, in Schuppen und Scheunen, selbst auf dem Felde wimmelte und kribbelte es von diesen spitzschnäuzigen, kleinen Grauröcken. In jedem Strohbund und unter jedem alten Sack fand man ein Nest, in dem es vergnügt piepte und quietschte. Ging ein Bauer durch seinen Stall, trat er fast bei jedem Schritt auf einen langen, dünnen Mauseschwanz. Seine Kornsäcke wurden geleert und seine Schinken gefressen, ohne daß er etwas dagegen machen konnte, denn dies kleine Biestervolk huschte so geschwind und so leise daher, daß man fast nichts davon zu sehen kriegte, als einen Schatten. Warum es nicht so zahlreich geblieben ist bis auf den heutigen Tag, weiß diese Geschichte zu erzählen. Ich selbst habe sie von dem Mausechronisten, der ihren ganzen Verlauf in einen Scheunenbalken eingenagt hat, wo sie für jedermann zu lesen ist, der sich auf die Mäusesprache versteht. Das war also so. Eines Tages kamen sie auf den Gedanken, einen Mäusekongreß einzuberufen. Wie gedacht, so getan. Aus allen Dörfern und Städten strömten sie herbei, jeweils die Klügsten und Gescheitesten. Den Proviant brachte jeder selbst mit, eine Kornähre, oder ein Stück Speck, denn zu nagen und zu beißen gab es nichts auf dem Versammlungsplatz. Der war ein weites, leeres Feld, an dessen Rand ein dicker Steinblock lag, der eine vorzügliche Rednertribüne vorstellte. War das ein Gewisper und Gepiepser, ein Gequietsche und Gepiepe unter der vielköpfigen Menge, die zusammen gekommen war. Das verstummte aber, als der Vorsitzende, ein alter Mäusemann auf den Stein klomm. Er hatte die längsten Schnurrbarthaare, die man je bei seinen Artgenossen gesehen hatte und wurde darum von allen bewundert und geachtet. Er begrüßte die Versammlung indem er dreimal mit dem Schwanz auf den Boden klopfte. Alle klopften feierlich zurück. Damit war die Sitzung eröffnet und nun sprang ein flinkfüßiger Redner auf die Tribüne. „Mäuse!“ begann er, so laut er konnte. Dabei rollte er seine kleinen, runden Augen nach allen Seiten. „Mäuse!“ schrie er noch einmal. „Der versteht es aber“, sagte Langschwanz in der dritten Reihe, bewundernd zu seinem Nachbarn Quiek. „Ruhe“, piepte es von allen Seiten, und einer, der den Ordner spielte, drohte jeden in die Ohren zu beißen, der zu stören versuchte. „Mäuse“, begann der Redner von neuem:„Wir sind Dummköpfe.“ „Oho“ und„Pfui“ widersprachen alle. „Wie bitte?“ frug einer, der halb taub war. „Dummköpfe!" rief man ihm zu. „Rumtöpfe?“ wunderte er sich:„Laß er lieber von Schmalztöpfen erzählen, das ist spannender.“ Alles lachte und schrie„Bravo!“ Wütend trippelte der Sprecher— Flitzumdieeck hieß er übrigens— von einem Fuß auf den andern. „Jawohl“, begann er wieder,„Dummköpfe sind wir, daß wir uns immer in die Ecken und Löcher verkriechen, während die Menschen die ganzen großen Räume für sich beanspruchen.“ „Haso", machte Langschwanz, duckte sich aber gleich darauf, als der Ordner ihn anfunkelte. „Da ist es aber am gemütlichsten", scholl es aus der letzten Reihe. Flitzumdieeck blies die Luft durch die Zähne:„Meine werten Mäuse, stellt euch nicht auf solch einen materiellen Standpunkt. Vergeßt nicht, daß es um die Ehre und das Ansehen unserer Art geht.“ „Sehr richtig“, nickte Graufuß, der zum Vorstand gehörte. Dabei zog er ein Körnchen aus seiner Roggenähre und knabberte genußvoll daran herum. Der Vortrag ging weiter. „Wir sind so viele, daß wir eine große Macht sind. Wie wenig Menschen gibt es dagegen. Stände es uns nicht zu die Häuser allein zu bewohnen? Was ist das überhaupt für eine Art, die Speisekammern vor uns zu verschließen und Speck und Schinken an die Balken zu hängen, daß wir nicht daran können. Meiner Meinung nach müßten die Menschen, unsere größten Feinde, vernichtet und ausgerottet werden.“ Das fand allgemeinen Beifall. Nur Weisewitz, der am Straßenrand saß, frug dagegen: „Wer würde dann aber die Speisekammern von neuem füllen?“ Doch er wurde niedergeschrieen, und der Ordner kam und biß ihn in das Ohr. Da schwieg er still und sagte während der ganzen Zeit kein Wort mehr. „Wir müssen ihnen zu verstehen geben, daß wir keine Angst vor ihnen haben“, scholl es wieder von dem Stein herunter.„Sie wissen gar nicht, wie zahlreich wir sind. Wenn sie es wüßten, würden sie sich sicherlich vor uns verschließen. Ja, ich bin überzeugt, wenn wir mit dem nötigen Nachdruck auftreten, wandern sie von selbst aus. Und nun bitte ich um geeignete Vorschläge zu dieser Frage, die uns allen am Herzen liegt.“ Damit verließ Flitzumdieeck die Tribüne. Als nächster Redner meldete sich Piéperich. Er meinte: „Mäuse! Wir benehmen uns viel zu bescheiden. Da laufen wir immer mit unseren farblosen, grauen Fellen herum, damit man uns ja nicht sieht. Ich mache den Vorschlag, daß sich jeder grün oder rot zu färben hat.“ „Wie?“ frug der Schwerhörige wieder:„Brot ist zu erben? Das gefällt mir. Die Umsitzenden drehten sich wütend nach ihm um und zischten, worüber sich der Ahnungslose sehr wunderte. Nun meldete sich einer zu Wort, von dem die Sage ging, daß er einst schneeweiß gewesen. Er betonte auch gleich zu Anfang, daß er aus Erfahrung spreche. „Ein buntes und helles Fell ist nichts für uns“, sagte er:„Wenn wir damit drei Tage lang durch Winkel und Ecken gestöbert sind, ist es wieder grau. Und, frage ich euch, ist es nicht das Schönste auf der Welt, durch staubige Löcher zu kriechen, zwischen Lumpen und Abfall zu spielen? Dies Vergnügen lassen wir uns nicht nehmen.“ „Nehmen? Will er was dafür nehmen?“ frug der Taube:„Das gefällt mir gar nicht.“ Und betrübt schüttelte er den Kopf über die böse, böse Welt. Graufeld sprang jetzt auf den Stein. „Mir ist das Rechte eingefallen“, strahlte er:„Eben sagte der von uns allverehrte Flitzumdieeck, wir sollten mit Nachdruck auftreten. Wir müssen Holzschuhe anziehen, dann können wir das.“ „Holzschuhe?“, murmelte die Menge.„Holzschuhe? Ja natürlich, Holzschuhe. Der hat den Nagel auf den Kopf getroffen.“ Der Vorsitzende mit dem langen Schnurrbart trippelte herauf und stieß Graurock gerührt mit der Schnauze in die Seite und beglückwünschte ihn zu dem genialem Einfall. Geschmeichelt legte der Belobte die Pfote auf das Herz, verbeugte sich und verließ den Rednerplatz. „Mäuse, der Gedanke ist wirklich großartig“, rief der bärtige Alte.„Nun müßt ihr dafür sorgen, daß er verwirklicht wird. Geht zu euren Verwandten und Bekannten und sagt ihnen was wir beschlossen haben. Hei, wird das einen Lärm geben. Ich sehe schon, wie die Menschen fluchtartig die Häuser verlassen. Die Speisekammern sind unser!“ „Die Speisekammern sind unser!“ schrien alle und sprangen vor Freude in die Luft. Und dann schlossen sie die Versammlung, indem sie wieder dreimal feierlich mit dem Schwanz auf den Boden klopften. Danach verlief sich alles ziemlich schnell. Nur der Schwerhörige hockte noch eine ganze Weile auf dem Feld und wartete auf das Brot, das man erben konnte. Doch da konnte er lange sitzen. Als die Abgesandten nach Hause gekommen waren, begann in allen Mäusefamilien ein Arbeiten und Nagen. Bald hatte jedes Mäuslein seine vier Holzschuhe fertig und nun ging ein Geklapper und Geklipper an, wie von ausend winzigen Stepptänzern. Der Schulze hörte es in der Nacht zuerst. „Frau“, sagte er,„mach mal das Licht an.“ Ei, was machte er für Augen. Katippel, katappel, kam es unter seinem Bett her, kreiste es durch den Raum, lief es hin und her. „Dunnerlüttchen!“ kreischte seine Ehehälfte,„schlagt das Unzeug tot.“ Klabums warf er seine dicken Stiebel in die Ecke, in der es am meisten klapperte. Dann stand er auf und holte eine feste Eisenschaufel und ging damit durchs ganze Häus. Ueberall, wo er ein Tippeln hörte, haute er hart zu, und schlug die Mäuse auf die Köpfe, daß sie für immer liegen blieben. „Nee, nee“, wunderte er sich:„Das hat man gar nicht gewußt, daß hier bei uns so viel Mäuse waren.“ Am Morgen fuhr er in die Stadt und holte sich Fallen und Gift und Katzen. Die räumten so gründlich unter den Grauröcken auf, daß bald nicht ein einziger mehr übrig war. So erging es ihnen überall, und beinahe wäre das ganze Geschlecht ausgerottet worden. Doch in dem Dorf, in dem Weisewitz wohnte, huschten die Mäuse noch immer geräuschlos auf leisen Pfoten herum. Als man nämlich den vom Kongreß Heimgekehrten gefragt hatte, was besprochen und beschlossen worden sei, hatte er nur ärgerlich gequiekt: „Flitzen und Faxen, sonst nichts.“ So ähnlich war es auch in dem Ort, in dem der Schwerhörige zu Hause war. „Nein, nein“, hatte er kopfschüttelnd erzählt:„Das war eine Lügerei! Erst sagten sie, man könne Brot erben, und nachher behaupteten sie, die Speisekammern gehörten uns. Keinen Krümmel habe ich zu sehen bekommen, und soviel ich weiß, halten die Frauen ihre Kabäuschen und Kabüffchen noch immer sorgfältig vor uns verschlossen.“ Aus diesen beiden Dörfern stammen alle Mäuse, die es heute noch gibt, denn von den anderen ist nicht eine einzige übrig geblieben. Geschichte von den Jungen, die das Rauchen VON ERICH WEISE Spiel auf der Wippe (Scherenschnitt von Meta Schneider— Scherl-M.) „Eine Zigarre?“ fragte der Vater höflich, wenn ein Geschäftsfreund da war. Theo sah dann, wie die Herren schmauchten. Das ganze Zimmer erfüllte sich bald mit leichtem bläulichen Rauch, die Unterhaltung wurde gemütlicher. Kurzum, Theo hatte den festen Eindruck, so eine Zigarre müsse etwas Herrliches sein und betrachtete die braunen länglichen Stengel schon längst mit größerem Interesse. Im übrigen war da noch eine riesige Pfeife, die hatte offenbar schon dem Großvater gehört. Sie stand meistens unbenützt da. Aber es mußte— davon war Theo fest überzeugt— ganz großartig sein, so eine Pfeife im Mund zu haben, daran nach Herzenslust zu saugen und dabei ein spannendes Buch zu lesen. Vor allem fand auch Theos Freund Carlo gerade die Pfeife sehr imponierend. Was waren daneben die kleinen Holzpfeischen, wie sie in den Zigarrenläden ausgestellt waren, wie armselige Dinger. In vielen Geschichten, die Carlo gelesen hatte, wurden solche langen Pfeifen geraucht. Die Helden nahmen daraus langsame, bedächtige Züge, gerade wenn sie etwas Wichtiges zu sagen hatten oder wenn sie ernst und tief über etwas nachdachten. Einmal fragte Theo seinen Vater, ob er nicht auch rauchen dürfe.„Junge", sagte da der Vater lachend, wenn du einmal tausend Wochen alt bist, dann will ich dir eine Zigarre anbieten, ich hoffe, daß sie dir dann schmeckt.“ Daraufhin zählte Theo einmal nach, wieviel Wochen er denn schon alt wäre und wie lange es noch dauern könnte, bis ihm der Vater eine Zigarre anbot. Das Ergebnis dieser Zählung befriedigte Theo keineswegs. Er mußte entdecken, daß er erst 597 Wochen lebte. Noch 403 Wochen warten wollte Theo auf keinen Fall. Lieber wollte er selbst einmal einen Versuch riskieren. Wenn er sich recht überlegte, hatte der Vater ja nichts verboten. Es würde ihm ganz unbenommen bleiben, ihm, Theo, dann in 403 Wochen eine gute Zigarre anzubieten. Ja, es war vielleicht ganz gut, wenn er sich vorher ein wenig im Rauchen übte, damit er es bis dahin schon konnte. Denn Theo konnte es nicht leiden, wenn sich jemand dumm anstellte. Während er sich mit solchen Gedanken beschäftigte, wälzte sein Freund Carlo ähnliche Probleme. Die lange Pfeife, dachte er, wird ja mit der Zeit kaputt, wenn sie gar nicht benutzt wird. Pfeifen muß man rauchen, wenn sie frisch bleiben sollen. Schade, daß Herr Langener— so hieß Theos Vater— sich so garnicht um dies Prachtstück kümmert. Soll ich es ihm sagen? Aber vielleicht lacht er mich nur aus. Nein, selbst ist der Mann! Kurzum, die beiden hatten die allergrößte Lust, auch einmal Rauch in die Luft zu blasen, und machten sich, um keine Gewissensbisse zu haben, die allerschönsten Ausreden zurecht. Und eines schönen Tages, als gerade niemand zu Hause war, da gingen sie zur Tat über. Alles stand immer offen da. Sie brauchten nur zuzulangen. Zunächst stopften sie beide gemeinsam den Kopf der langen Pfeife. Carlo setzte sich mit übereinandergeschlagenen Beinen in die Sofaecke. Theo zündete ihm die Pfeife an, die bis auf den Boden reichte und nahm dann selbst eine Zigarre. Und zwar entschied er sich gleich für eine ganz schwere, schwarzaussehende Sorte von gewaltigem Format und mit einer goldenen Bauchbinde. Denn Theos Wahlspruch war: Wenn schon— denn schon. Als auch die Zigarre brannte, begannen die beiden „Herren“ ein Gespräch, so wie sie es die Erwachsenen führen hörten. „Ich glaube“, sagte Theo,„alles ist zu teuer.“ „Wieso?" fragte Carlo. „Ja, ich meinte, der Tabak, zum Beispiel so eine Zigarre kostet sicher vierzig Pfennig.“ „Ja, die Zigarren sollten billiger werden, und der Tabak übrigens auch. Ich glaube, wir müssen mehr importieren.. Theo war ganz erstaunt, woher Carlo das Wort „importieren“ hatte, es gefiel ihm ungemein, und er nahm sich fest vor, es künftig auch zu gebrauchen. „Du meinst, wir sollten mehr importieren?“ „Ja“, sagte Carlo. Aber mehr schien er nicht sagen zu wollen. Auch bei der weiteren Unterhaltung sagte er nur noch ja. Die Geschichte des jüngsten Fallschirm-Fliegers VON O. G. FOERSTER Ein kleiner Engländer hat vor einiger Zeit den fliegenden Schneider von Ulm nachgeahmt, und er hatte einen großen Erfolg damit, obwohl die Geschichte schlimm hätte ausgehen können. ick eine Jungen seiner Klasse eine freudige Eberen Fluggesellschaft hatte sie eingeladen, einen Rundflug über London mitzumachen. So saß Alfred zum ersten Male in einem richtigen Flugzeug, und die Fahrt erschien ihm, obwohl sie nur zehn Minuten dauerte, so herrlich, daß er jede Nacht davon träumte. Und seitdem kannte er nur noch einen Wunsch: Flieger zu werden. Lehrer und Vater lachten den Jungen aus.„Du Dreikäsehoch!“ sagte der Lehrer,„warte erst mal, bis du groß geworden bist; in acht oder neun Jahren darfst du dans vielleicht in die Fliegerschule." Aber das dauerte Alfred viel zu lange. Er beschloß das Fliegen auf eigene Faust zu versuchen. Er hatte auf dem großen Flugtag ein paar Fallschirmspringer gesehen, und das schien ihm ziemlich leicht. Nun machte Alfred die erste Dummheit. Er kam an einem Gartenlokal vorbei. Es war dunkel und kalt, noch saß niemand im Garten. Aber in einer Ecke lag ein alter Gartenschirm. Er war ziemlich fleckig, und das rot=weiße Tuch war an mehreren Stellen zerrissen. Der Wirt brauchte das Ding sicher nicht mehr, sonst hätte er es nicht draußen liegen lassen. Alfred sah sich vorsichtig um. Dann ergriff er den mächtigen Schirm und rannte mit ihm davon. Er schleppte ihn, zuhause angelangt, auf den Dachboden und flickte ihn kunstgerecht. In der nächsten Woche unternahm Alfred an dunklen Abenden die ersten Flugversuche. Er kletterte in einem abgelegenen und wenig besuchten Park auf die Bäume und sprang mit seinem aufgespannten Schirm ab. Das ging wunderbar! Dann gab es eines Tages in London eine Sensation. Die Schriftleitungen aller großen Zeitungen hatten einen Brief bekommen, darin stand: „Ich springe am Mittwoch, mittags 12 Uhr, vom Dach des Windsor=Turmes herab. Kommen Sie hin und sehen Sie sich das Kunststück an. Alfred Wickers.“ Als die Zeitungsleute diesen Brief erhielten, war es elf Uhr vormittags. Sie sandten sofort ihre Reporter in Autos zum Schloß Windsor, um die lebensgefährliche Tat eines kleinen Jungen zu verhindern. Auch Alfreds Klassenlehrer hatte einen ähnlichen Brief bekommen und Alfreds Kameraden natürlich ebenfalls. Sie alle fanden sich aufgeregt vor dem Schloß ein, und eine Menge Menschen, die von dem bevorstehenden Ereignis gehört hatten, stand auf dem großen Platz. Um elf Uhr aber war ein kleiner Junge mit einem großen Gartenschirm vor Schloß Windsor erschienen. Die riesigen Gardisten, die vor dem Portal Wache hielten, wollten ihn nicht einlassen. „Wohin?“ fragte einer. „Ich soll diesen Schirm zum Verwalter bringen“, sagte Alfred dreist,„mein Vater hat ihn ausgebessert.“ Die Wächter ließen ihn durch. Es kamen viele Handwerker und Boten in das Schloß. Warum sollte man dem kleinen Kerl mißtrauen? Sie hatten keine Briefe bekommen... Als die Wagen mit den Reportern vorfuhren, stand Alfred längst oben auf dem Dach des 40 Meter hohen Turmes. Es war zehn Minuten vor zwölf, und als er nun hinunterblickte, sah er eine riesige Menschenmenge, die zu ihm hinaufspähte. Da lachte er: Jetzt werde ich den Leuten zeigen, wie gut ich fliegen kann! Eilige Schritte kamen die Treppe herauf. Es war Zeit zu springen, wenn er nicht zurückgehalten werden sollte. Alfred trat auf das fußhohe Steingeländer des Turmes, spannte den großen Schirm auf, klammerte sich mit beiden Händen fest an den Griff und sprang in die schwindelnde Tiefe hinab. Er hörte noch, wie ihm von unten her ein Entsetzensschrei entgegenbrandete— dann schwebte er schnell abwärts, dem großen Platz zu. Die Leute unten hielten den Atem an— aber die Geschichte verlief glimpflicher, als man befürchtet hatte. Der Schirm war wahrwaftig groß genug, um den schmächtigen Körper des Jungen zu tragen. Der kühne Springer erreichte die Erde und purzelte auf das Pflaster. Ein paar blaue Flecke an der Stirn— das war alles, was ihm zugestoßen war. Aber das tat ihm nichts, er sah sich stolz um und folgte willig und zufrieden seinem Lehrer durch die beifallklatschende, lachende Menge. Nachher sah er hätte auslaufen Lu freilich ein, daß sein Versuch gefährlich können, wenn der Gartenschirm vom Luftdruck aus den Fugen geraten wäre, und er versprach gern, solche Sprünge nicht zu wiederholen. Aber das war auch nicht mehr nötig, denn Alfreds Wunsch sollte nun erfüllt werden. Ganz London sprach von seinem Kunststück, die Reporter fotografierten und filmten ihn — und eine große Flugzeugfabrik erklärte sich bereit, dem Jungen die Ausbildung zum Piloten zu ermöglichen Labyrinth. Und bald sagte er gar nichts mehr, sondern bekam eine merkwürdig bleiche, gelbliche Gesichtsfarbe. te bald nichts me Theo sagte bald nichts mehr und war trum über Carlos Schweigen nicht sehr erstaunt. Denn uch er wurde langsam bleich und bleicher. Aber keiner ollte es dem anderen eingestehen, wie elend er sich Aber auch darum über Carl aud wol fühlte. Tapfer pafften sie drauf los. „Ich kann nicht mehr“, meinte plötzlich bedrückt Carlo und gab seine stolze Haltung auf dem Sofa auf. „So?“ meinte anscheinend verwundert Theo. Aber er war froh, daß er seine Zigarre weglegen konnte.„Ich lege mich auf den Boden, sagte er. Und bald wußten die Jungens nur noch, daß es ihnen entsetzlich schlecht war, und daß sie nie wieder rauchen würden. Als der Vater nach Hause kam, sahen die beiden immer noch weiß wie Käse aus. Da sah er den Rest einer Zigarre und die lange Pfeife, die noch ein wenig rauchte. Da wußte der Vater Bescheid und sagte gar nichts. Er war auch nicht böse und fragte höflich, ob die Herren sich nicht zum Nachtessen an den Tisch setzen wollten. Aber sie hatten keine Lust dazu. Am nächsten Tag meinte Theo: „Ich glaube, wir sollten doch tieren. „Richtig“, sagte Carlo.„Ich habe es gedacht.“ keinen Tabak impormir gleich (Deike-M.) Wer findet den Weg bis zur Nasenspitze des Inders? Turnen— Spiel Internationaler Italien=Rundflug. Sport. Rom, 21. Juli. Beim dritten internationalen Italien=Rundflug behält der Deutsche Dietrich nach der gestrigen Verbrauchsprüfung mit 115 Punkten immer noch sicher die Führung vor den Italienern Bonzi(104,3), de Bernardi(100,3), Pancera(97,1), Cadel(96,9), Leo(89,8) und Pomo (85,7). Dann folgen die deutschen Messerschmitt=Maschinen mit Riechers(83,6), Mayer(79,6), Friedrich(79,3) und Alefeld(77,9). Italien ist durch den Ausschluß von Colombo einer seiner stärksten Waffen beraubt worden. Bei der Zuverlässigkeitsprüfung am Donnerstag hinterließen die sechs deutschen Maschinen, die weitaus die schnellsten waren und die insgesamt 1760 km mit einer erstaunlichen Gleichmäßigkeit durchflogen, einen großartigen Eindruck. Dietrich dürfte seinen Vorsprung wieder vergrößert haben und sich am Sonntag in Venedig den Endsieg nicht entgehen lassen. Beim Zuverlässigkeitsflug gab es einige Notlandungen sowie Zeitverluste durch Magnet= und andere Schäden, von denen aber zumeist nur im Mitteloder rückwärtigen Felde liegende Konkurrenten betroffen wurden. Obwohl Christian Dietrich infolge einer Reifenpanne durch Reparatur eine halbe Stunde Zeit einbüßte, blieb er doch mit ausgezeichnetem Stundenmittel von 227 km siegreich und konnte mit 17,7 Punkten einen Vorsprung im Gesamtklassement so stark erweitern, daß er nur durch un Mißgeschick um den verdienten Sieg kommen kann. Den zweiten bis sechsten Platz besetzten die fünf deutschen Messerschmitt=Maschinen, so daß sich der Abstand der Deutschen zu den hinter Dietrich folgenden Italienern weiter verringert hat. Den zweiten Platz hält nach der Zuverlässigkeitsprüfung noch immer Bonzi mit 116,5 Punkten vor seinem Landsmann de Bernardi. Auf italienischer Seite vollbrachte die Gräfin Negrone bereits zum zweiten Male mit einem Durchschnitt vön 238 km (13,9 Punkten) die beste Leistung. Nach Abschluß der Zuverlässigkeitsprüfung sind noch 19 der 29 Teilnehmer im Wettbewerb, darunter alle sechs Deutschen. — Hochsprung: 1. Grutter=USA 2,00 m, 2. LundqvistSchweden 1,93 m, 3. Kalina=Finnland 1,93 m. Um den Davis=Pokal. Jugoslawien— Belgien 2:0. In der Vorschlußrunde zur Europazone des Davispokalwettbewerbs sicherte sich Jugoslawien im Kampf gegen Belgien in Brüssel nach dem ersten Tage eine glatte 2:0=Führung. Puncec besiegte van den Eynde 2:6, 6:0, 6:1, 6:2, während Pallada dem Belgier Lacroix sicher in drei Sätzen 6:4, 6:1, 6:2 das Nachsehen gab. Pferderennen. Rennen zu Hoppegarten am 21. Juli. 1. R.: 1. Zibebe(G. Zuber), 2. Orianda, 3. Landesvater; ferner Crivelli, Vene, Waffenweihe. Toto 25, Pl. 12, 21, EW. 100. 2. R.: 1. Plejade(H. Zehmisch), 2. Waltala, 3. Quicksilver, 4: Staroste; ferner Feuerstein, Tiepolo, Biedermann, Heimweh, Priesterin, Flampi, Mantilia, Etekka. Toto 24, Pl. 12, 12, 15, 11, EW. 128. 3. R.: 1. Patron(W. Held), 2. Brook, 3. Geradeaus; ferner Pabst, Taifun. Toto 24, Pl. 12, 14, EW. 68. 4. R.: 1. Tatjana(K. Visek), 2. Organdy, 3. Aschenbrödel; ferner Flavier, Marabou. Toto 40, Pl. 17, 30. EW. 164. 5. R.: 1. Balte(G. Dolf), 2. Morgenruf, 3. Flamina, 4. Nuber; ferner Liguster, Meldereiter, Botschafter, Lercheau, Feenpracht, Zither, Rheinländer. Toto 84, Pl. 14, 13, 11, 22, EW. 348. 6. R.: 1. Yorick(Zuber), 2. Albatros, 3. Thronfolger; ferner Walthari, Landsknecht. Toto 151, Pl. 100, 30, RW. 1648. 7. R.: 1. Porosi(W. Held), 2. Dalmatiner, 3. Annabell; ferner Dschingis, Khan, Marocain, Salva, Fünflinge, Siebales. Toto 30, Pl. 14, 22, 33, EW. 112. 8. R.: 1. Graf Falmbo(Murphy), 2. Othanagild, 3. Ordinarius, 4. † Heimatfreude, 4. † Uferschwalbe; ferner Mephisto, Princeß Chimay, Glasbläser, Octaviana, Mio, Ihinger. Toto 48, Pl. 21, 18, 39, 14, 15, EW.-320. Tour de France. Weckerling Sechster auf der Etappe Cannes-Digne. Digne, 21. Juli. Futterhafer 46=49 ig bis 31. 7. 38: H 19 171,—, 18 170,—, 16 168,—, 15 167,—, 14 166,—, 13 164,—; Futtergerste 1.—9. 7. 38: G 14 170,—, 13 168,—, 12 165,—, 10 164,—; v. 10.—31. 7. 38: 14 175,—, 13 173,—, 12 172,—, 11 170,—, 10 169,—. Mehl. Grundpreise für Weizen= und Roggenmehl, Weizen= und Roggenkleie. Die Zuschläge bezw. Handelsspannen errechnen sich nach den gesetzlichen Bestimmungen. Weizenmehl Type 812(Vollmehl) und 50 Pfg. Frachtausgleich v. 1. 7.—15. 8. 38: W 18 29,28, 16 29,20, 13 28,45, 12 28,45, 9 28,45; Roggenmehl Type und 50 Pfg. Frachtausgleich ab 1. 7. 38: R 13 23,15, 16 23,—, 15 22,9g, 13 22,75, 11 22,75; Weizenkleie: W 18 12,05, 16 11,95, 13 11,75, 12 11,70, 9 11,55; Roggenkleie: R 18 10,80, 16 10,70, 15 10,55, 13 10,45, 11 10,30. Osnabrücker Schlachtviehmarkt. X Osnabrück, 21. Juli. Auftrieb: Ochsen 6, Bullen 20, Kühe 62, Rinder 15, Kälber 229, Schweine 470, Schafe 17. Marktverlauf: Großvieh, Kälber, Schweine und Schafe zugeteilt. Es kosteten: Ochsen: a)—, b) 36—38, c—d)—; Bullen: a) 38—42, 6) 35—37; Kühe: a) 38—41, b) 34—37, c) 27—31; Färsen: a) 40—42; Kälber: a) 58—63, b) 53—57, c) 40—47; Schweine: a) 58, 61) 57, 62) 56, c) 54, d) 51, g1) 55, g2)—; Schafe: a—6)—, 27. Nächster Markt: 28 ; Schafe: 28. Juli 1938. Wouters schlug Orlandi. In Brüssel standen sich der Europameister im Weltergewicht Felix Wouters, und Carlo Orlandi in einem Zehnrundenkampf gegenüber. Der Titel stand nicht auf dem Spiel. Es war ein technisch ausgezeichneter Kampf, in dem beide Boxer in bester Verfassung in den Ring gingen. In den letzten Runden hatte Wouters leichte Vorteile, die ihm einen Punktsieg einbrachten. In belgischen Kreisen spricht man davon, daß Wouters sich nun doch entschlossen hat, seinen Europameistertitel gegen Gustav Eder in Berlin zu verteidigen. Eine andere Auslegung geht dahin, daß er in einem neuen Kampf gegen Carlo Orlandi seinen Titel verteidigen will. Ben Foord kam in Man gegen den Schotten Manuel Abrew zu einem schnellen Sieg. In der vierten Runde brach der Ringrichter den aussichtslosen Kampf zugunsten von Ben Foord ab. Amerikaner=Siege in Stockholm. Stockholm, 21. Juli. Auch der zweite Tag des Amerikaner=Sportfestes in Stockholm brachte vor 7000 Zuschauern eine Reihe hervorragenden Leistungen. Ergebnisse: 200 m: 1. Ben Johnson(USA) 20,9 Sek., 2. K. Baumgarten=Holland 21,6, 3. H. Baumgarten=Holland 22,5.— 1000 m: 1. Borck(USA) 2:31 Min., 2. Haglund(Schweden) 2:31,5.— Zwei englische Meilen: 1. Pekuri=Finnland 9:06 Min., 2. Szabo=Ungarn 9:08,8, 3. Igloi=Ungarn 9:12.— 110 m Hürden: 1. Wolcott=USA 13,9 Sek., 2. Lidman(Schweden) 14,4, 3. Kovacs=Ungarn 15,6.— Schwedenstaffel: 1. USA 1:56,3 Min., 2. Oergryte Stockholm 1:59,3.— Speerwerfen: 1. Nikkanen-Finnland 75,03 m, 2. Atterwall=Schweden 72,55 m, 3. Sule=Estland 70,17 m.— Diskuswerfen: 1. Hedwall=Schweden 49,34 m, 2. Berg=Schweden 48,75 m, 3. Görlie=Norwegen 48,63 m. Die übriggebliebenen vier deutschen Fahrer auf der Tour de France kämpfen mit großer Hingabe und unter Aufbietung ihrer ganzen Kräfte für ein gutes Abschneiden in diesem Straßenrennen. Der kleine Magdeburger Weckerling, der Gewinner der vorjährigen DeutschlandRundfahrt, hielt sich auf der Etappe von Cannes nach Digne über 284 km hervoragend. In den Bergen der Seealpen war Weckerling stets mit vorn und hielt auch bis zum Schluß das Tempo. Am Etappenziel in Digne traf Weckerling als Sechster hinter Gianelli, Goasmat, Neuville, Mallet und Vicini ein. Die schwerste Aufgabe war die Ersteigung des 1000 m hohen Sospel. Im Bergprämienkampf um die Gutminute behielt der Belgier Verwaecke knapp über seinem Rivalen Bartali die Oberhand, doch ging es hierbei nicht ganz ohne Drängelei ab, so daß vielleicht das Ergebnis noch revidiert werden kann. Bei der Abfahrt schlossen zu den beiden Spitzenreitern nach und nach 30 Fahrer auf. In der französischen Blumenstadt Grasse zog Gianello los, aber Weckerling und eine Reihe weiterer Fahrer folgten dem Südfranzosen, der sich jedoch im Endspurt vor Goasmat knapp behaupten konnte. Im Gesamtergebnis liegen Verwaecke und Bartali weiterhin klar in Front, aber hinter ihnen haben sich auf den nächsten Plätzen einige Veränderungen ergeben. Ergebnisse: 13. Etappe Cannes—Digne, 284 km: 1. Gianello 9:19:49 Std., 2. Goasmat gleiche Zeit, 3. Neuville 9:21:10, 4. Mallet, 5. Vicini, 6. Weckerling 9:22:40, 7. Clemens 9:23:34, 8. Tontenay 9:23:52, 9. Middelkamp 9:25:00, 19. Gallien, 11. Carini 9:26:13, 12. Servadei 9:27:13; dichtauf Verwaecke, Bartali, Vissers und Magne,... 51. Arents 9:47:15, 52. Hauswald gleiche Zeit, 57. Wendel 9:52:08 Stunden. Gesamt: 1. Verwaecke 85:10:13, 2. Bartali 85:13:58, 3. Clemens 85:18:12, 4. Gianello 85:18:31, 5. Cosson 85:19:58, 6. Vissers, 7. Mallet, 8. Gasmat. Handel und Wirtschaft. Starke Nachfrage nach frischmelken Kühen. 118. Milchviehversteigerung in Münster. emd= Münster, 21. Juli. Auf der am Donnerstag abgehaltenen 118. Milchviehversteigerung in der Halle Münsterland war die Qualität des Auftriebes in beiden Klassen sehr gut. Besonders lebhaft war die Nachfrage nach frischmelken Kühen, die restlos untergebracht wurden. Hochtragende und frischmelke Kühe und Rinder fanden vornehmlich Absatz nach Süddeutschland. Leider reichte der Auftrieb nicht aus, um den Bedarf zu decken. Zahlreiche Tiere, die zur Versteigerung gemeldet waren, konnten wegen der Maulund Klauenseuche nicht aufgetrieben werden. Die Versteigerung selbst fand unter strengster veterinärpolizeilicher Kontrolle statt, um ein Verbreiten der Seuche zu verhindern. Die Preislage war ähnlich wie auf den früheren Versteigerungen. Spitzentiere wurden gut bewertet, während man sich bei den Durchschnittsqualitäten nach den Schlachtpreisen richtete. Insgesamt waren 86 Tiere— 59 Kühe und 27 Rinder— aufgetrieben, von denen 82— 59 bezw. 23— den Besitzer wechselten. Den Höchstpreis bei den Kühen erzielte die Kuh„Brunhilde“ des Bauern Bernh. Lammerskötter, Billerbeck (Kr. Coesfeld),m it 670 Rm., während bei den Rindern das Rind„Emma“ des Bauern Bernh. Böckmann, Handorf b. Münster, mit 470 Rm. am besten bewertet wurde. Die niedrigsten Preise betrugen 320 bezw. 290 Rm., die Durchschnittspreise 485 bezw. 393 Rm., während sich der Gesamtdurchschnittspreis auf 435 Rm. stellte. In den einzelnen Preisklassen wurden folgende Tiere verkauft: 260—300 Rm. 1 Kuh und 1 Rind, 310—350 Rm. 4 Kühe und 5 Rinder, 360—400 Rm. 7 Kühe und 7 Rinder, 410—450 Rm. 12 Kühe und 8 Rinder. 460—500 Rm. 11 Kühe und 2 Rinder, 510—550 Rm. 10 Kühe, 560 bis 600 Rm. 7 Kühe, 610—650 Rm. 6 Kühe, 650—700 Rm. 1 Kuh. Berliner DNB Berlin, 21. Juli. Aktien und Renten freundlich. Abgesehen von wenigen Ausnahmen war die Kursbewegung an den Aktienmärkten war die Kursbewegung an den Aktienmärkten wiederum nach oben gerichtet. Die Bankenkundschaft zeigte einiges Interesse, während andererseits Abgaben, auch aus den bekannten Quellen, kaum vorlagen. Im großen und ganzen bewegte sich das Geschäft jedoch in recht ruhigen Bahnen. Märkte. Dortmunder Getreidemarkt. Dortmund, 20. Juli. Erzeugerfestpreise für die Preisgebiete der Provinz Westfalen. Weizen 75=77 kg bis 15. 7. 38: W 18 2211,—, 16 209,—, 13 206,—, 12 205,—, 11 204,—; vom 16.—31. 7. 38: W 18 198— 16 196,—, 13, 193,—, 12 192,—, 11 191,—; Roggen 70=72 ig bis 31. 7. 38: R 18 183,— 15 179,—, 13 177,—, 11 175,—; c) 24—27. Nächster Frankfurter Frankfurt, 21. Juli. Auftrieb: Ochsen 252, Bullen 188, Kühe 514, Färsen 212, Kälber 537, Schafe, Lämmer und Hammel 47, Schweine 475. Marktverlauf: Rinder u. Kälber zugeteilt, Schafe mittel, Schweine zugeteilt. Es kosteten: Ochsen: a) 43—45, b) 38—41, c) 33—36, d) 29; Bullen: a) 42—43, b) 37—39, c) 34; Kühe a) 40—43, b) 34—39, c) 26—33, d) 21—25; Färsen: a) 41—44, b) 38—40, c) 35, d) 28; Kälber: a) 62—65, b) 55—59, c) 45—50, d) 30—40; Lämmer und Hammel: a—c)—, d) 48, e) 42—45, f) 32—37; Schafe a) 42, b) 33—36 c) 30—32; Schweine: a) 60, 61) 59, 62) 58, c) 56, d) 53,e—f)—, g1) 57. Metalle. Berlin, 21. Juli. Metalle. Silber in Barren 900 f 37,60—40,60. Aluminium 98=99 kg Bl. 133, Aluminium f. Walz. o. Dr. 137. London, 21. Juli. Kupfer Kasse 3913/16—15/16, 3 Mon. 403/16—40¼, Zinn Kasse 193¾—194. 3 Mon. 194¾—195, Blei 14½—14 1/16; Zink 14¼1614½: Aluminium 94; Antimon m. üb. 99% 70—71; Platin 7¼; Wolframerz 50—53 nom.; Nickel 180—185; Weißblechprpt. 21½ Berliner Getreidegroßmarkt vom 21. Juli 1938 Weizen märk., Durchschnittsqualität: 75/77, frei Berlin... 198 PreisgebietVI VII VIII I IX X Xn I XIV ges. Erzeugerpr. 186.00 187.00 188.00189.00 190.00 192.00 194.00 Roggen märk., Durchschnittsqualität: 70/72 frei Berlin.... 181 Preisgebiet 1 V VI 1 VII VIII IX XII I XIII ges. Erzeugerpr. 169.00 170.00 171.00 172.00 175.00 176.00 177.0 Futtergerste 59/60 VIVII VIII 1 IX ges. Erzeugerpreis, Preisgeblet 158.00 160.00 162.00 165.00 167.00 Industriegerste(Sommergerste) frei Berlin— ab märk. Station e Futterhafer märk., Durchschnittsqualität 46/49 Preisgebiet IV 1 VII X XI I XIII ges. Erzeugerpr. 152.00 156.00 159.00 161.00 164.00 Weizenmehl, Type 812(Vollmebl) I V VI I VII 1 VIII I IX 28.40 28.40 28.40 28.40 28.45 28.70 28.70 10% Auslandsweizen— 1,50 Mk 20% Auslandsweizen— 3,00 Mk. Roggenmehl, Type 1150, Preisgebiet VII I VIII 21.10 21.20 21.45 21.55 21.65 21.80 21.90 Weizenkleie, Preisgebiet VVII IX XXXIV 11.15 11.20 11.30 11.35 11.40 11.50 11.55 11.60 11.70 11.85 28.70 XII 29.30 Aufgeld. Aufgeld. XIXI 22.25 22.35 XIV 166.00 XIV 29.40 XIII 22.45 Bremen: Baumwolle 21. 7. Loco un Juli Okt Dez Brief Geldbez Brief 10.50 10.35 10.33/10.34 10.50 10.48 10.49 10.60 10.58 10.59 10.07 10.26 10.07 10.25 un uli August September Oktober November Dezember 10.06 10.25 21. 7. 8.99 9.01 8.74 8.76 8.78-79 8.82 8.87 Brief 10.56 10.29 10.45 10.53 20. 7. Geld 10.27 10.43 10.51 10.00 10.20 20. 7. 8.B5 8.87 8.60 8.62 8.6465 8.68 8.73 9.98 10.19 bez 10.28 10.44 10.53 9.84 9.99 10.20 New Yorker Baumwollkurse 21. 7. 1 20. 7. Loco 8.88 1 8.74 Januar B.88 8.74 Februar 8.90 8.76 Märs 8.93 18.78-79 April 8.95 8.80 Mai 8.97 8.83 Geschätzte Totalzufubren— Baumwollzufubr in Atl. Häfen— Baumwollzufuhr in Golf-Häfen 6000 Zufuhren in Pacific-Häfen— Export nach England. 1000 Export n. d. übrig. Kontinent 2000 Export nach Japan u. China 6000 Fracht nach Liverpool— Tanzunterricht Oskar Hölzer Zur gefälligen Kenntnisnahme aller interessierten Kreise erlaube ich mir, schon heute darauf hinzuweisen, daß ich ANFANG SEPTEMBER 1938 meine frühere Tätigkeit als Tanzlehrer in Münster i. W. wieder aufnehme. Auskunft durch Herrn WALTER APEL, Münster i. W., Lütkegasse 4, Tel. 22315. Direkte Anfragen bitte ich an meine derzeitige Privat-Adresse: OSKAR HOLZER, BerlinW 30, Lindauer Straße 8 1, zu richten.(7540 Vom 22. Juli bis 2. August verreist Freiherr von Bönninghausen Homöopath. Coesfeld 7533 Wir haben von einem Abbruch in der Stadtmitte einige tausend hohlziegel billigst abzugeb. Peter Büscher & Sohn. Münster i. W. Tel. 40351. Keilriemen Gummi-Stricker Münster, Rosenstr. 8. Ruf 205 31. FamilienAnzeigen finden beim ermäßigtem Grundpreis im Zeno-Anzeigenteil weiteste Verbreitung. In Rheinberg, Krs. Moers, habe ich ein flottes 7548 LandmaschinenGeschäft mit anl. Schlosserei günstig mit Vorkaufsrecht zu verpachten. Th. Treudt, Immobilien, Nheinberg. Hünslliche Augen fertigen wir für unsere Patienten am Donnerstag, 28. Juli, in Osnabrück, Hot. Reichshof, am Freitag, 29. Juli, in Münster i. W., Hotel Franke, Telgter Str. 7. Gebrüder Müller-Welt, Stuttgart. 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Neun dunkle Schläge.., r hatte sich also verspätet! Umso besser, daß die Musik gleich beginnen konnte. Einige Sekunden vergingen. Niemand kam und öffete. Louis Ferdinand läutete nochmals, nun einigeraßen„stürmisch bewegt“... Keine Antwort. Er rüttelte an der verschlossenen ur. War das Haus verzaubert...?, schlief die reizende nnette, Gattin eines Königlichen Preußischen Kammererichtsrates und jugendschöne Muse eines fürstlichen omponisten bereits und hatte Gäste und Musik veressen...? Im ersten Stockwerk klirrte ein Fenster. Eine helle rauengestalt beugte sich herab. „Ah, Königliche Hoheit...“, rief sie leise, bestürzt den Zartenden erkennend.„Ich hatte mit Ihrem Kommen licht mehr gerechnet! Denken Sie nur, was geschehen t: Die Magd hat den Hausschlüssel verlegt— er ist irgends zu finden! Den zweiten hat mein Mann im ack mit auf die Reise genommen. Ich konnte niemanem öffnen, die anderen Gäste sind wieder umgekehrt..!“ ie schien dem Weinen nahe— oder wars nur eine eine Komödie? Louis Ferdinand überkam eine heftige Neugier, dies 1 ergründen. „So werde ich durchs Fenster kommen!“, rief er überütig, doch mit gedämpfter Stimme hinauf. Das Stockierk war niedrig. Eine einfache Leiter würde genügen. „Um Gotteswillen, Königliche Hoheit...“, klang es schrocken von oben her.„Wenn Sie dabei abstürzten?“ „Keine Sorge! Mir geschieht nichts...! Ist eine eiter vorhanden?“ Es währte eine Weile, bis eine zögernde Erwiderung im. „Gleich hinter dem Haus am Kirschbaum muß sie noch sehen. Die Antwort berühigte; es war also kein Theateriel! Aber warum jetzt den Rückzug antreten? Auch 1 zweit konnte man Musik machen, vielleicht die allerhönste sogar. Die Leiter herbeizuschaffen bereitete keine Schwierigit. Schon lehnte sie am Fenster, bestieg der Prinz ihre zwankenden Sprossen. Annette war vom Fenster zurückgewichen. Der Kopf s Prinzen erschien über der Brüstung. Ein eleganter schwung— und er stand im Zimmer. Doch bevor er nnette begrüßte, gab er der Leiter einen Stoß; sie flog it leisem Krach in die Nelkenrabatten hinein. Annette blickte tieferschrocken; mehr noch als das, eine irkliche Furcht über sein Eindringen konnte Louis erdinand deutlich in ihren schönen Augen lesen. Sie zzwang und entzückte ihn gleichermaßen. Er beeilte ch, sie schnellstens zu bannen. „Da unten liegt sie...!“, sagte er mit komischem Beauern und wies mit der Hand nach dem Garten hinab. Ich selbst aber bin nun Ihr Gefangener— auf Gnade nd Ungnade...“ Annette nahm zögernd seine Hand. Sie fand nicht leich eine Erwiderung. Buzar ohne Feilschen! Der Türke erhält feste Preise. Die moderne Türkei hat in den letzten Jahren Reformen durchgeführt und Eingriffe in„altheiligste“ Traditionen vorgenommen bei deren bloßer Vorstellung einem Alttürken geschwindelt hätte, wenn er nicht einfach gelacht haben würde in der felsenfesten Ueberzeugung, daß dergleichen in der Türkei eben völlig unmöglich sei. Eine der erregendsten Maßnahmen war zum Beispiel die Einführung der lateinischen Schrift, die Abschaffung des Fezes und des Frauenschleiers. Aber Kemal Attatürk hat seine Türken ganz genau gekannt. All diese Reformen und Aenderungen wurden nicht nur anstandslos und unter lebhafter Teilnahme der Bevölkerung durchgeführt, sie haben sich vielmehr auch in einem Tempo und einer Selbstverständlichkeit durchgesetzt, daß man die Ueberzeugung gewann, die Türkei sei schon lange reif dafür gewesen. Nun aber ist vor kurzer Zeit in Ankara ein Gesetz erlassen worden, das vielleicht noch tiefer als alle vorgenannten Maßnahmen in das althergebrachte Brauchtum und Herkommen eingreift, eine Maßnahme, die einen wahrhaft entscheidenden Bruch mit etwas ganz besonders„Orientalischem“ vorstellt. Es handelt sich um das Verbot des Feilschens in den Bazaren. Von nun ab sollen nur feste Preise gelten! Wer je im Orient, ja wer nur in dessen Nähe war, — es brauchte durchaus nicht Istanbul mit seinen weltberühmten Bazaren zu sein—, der weiß, daß das Feilschen um den Preis einer Ware, die man kaufen möchte, geradezu den wesentlichen Reiz eines solchen Kaufes ausmacht. Je nach Ort und Landschaft sind die einzelnen Gebräuche dabei wohl verschieden, aber gewisse gemeinsame Kennzeichen trifft man allenthalben wieder. Man erkundigt sich zuerst nach dem Preis der Ware(und das ist bereits ein abgekürztes Verfahren!), zuckt bei der Nennung der Summe schmerzlich zusammen und entfernt sich dann, ohne ein weiteres Wort zu verlieren. Der Verkäufer wartet, bis der Kauflustige etwa fünf Schritte gemacht hat— es sind im Orient immer sehr langsame Schritte—, dann ruft er ihm einen niedrigeren Preis zu. Der Kauflustige zögert einen Moment, tut so, als ob er nicht verstanden habe und läßt sich den neuen Preis noch einmal nennen. Dann zuckt er resigniert die Schultern und wendet sich abermals ab. Ein neuer Preis wird ihm nachgeschrien. Er wendet sich nun langsam wieder dem Verkäufer zu und mustert die Ware noch einmal sorgfältig und umständlich. Ob es sich dabei um ein Halsband oder ein Huhn handelt, spielt keine Rolle. Nun nennt er seinerseits einen Preis, der etwa ein Fünftel des geforderten ist. Der Verkäufer sieht den Kauflustigen an, als ob dieser krank sei und wendet sich mit einem unsäglich verachtenden Blick ab. Der Kauflustige setzt einige Prozente zu, der Verkäufer läßt mit Verzweiflung in der Stimme auch einige Prozente von einem Preise ab— und nach langer Zeit einigt man ich auf einem Bruchteil des ganz am Anfang genannten Preises. Nachdem der Verkäufer noch bei seinen männlichen Vorfahren bis beinahe hinauf zu Mohammed geschworen hat, daß ein solches Geschäft die ganze Sippe dem baldigen Hungertod ausliefere, zieht der Käufer ab. Beide wußten von Anfang an, daß der schließlich ausgehandelte Preis derjenige sein werde, auf den man sich ja doch einigen würde, aber keinem wäre es eingefallen, deswegen das Feilschen zu unterlassen. Denn das Feilschen ist eine Kunst, eine Gewohnheit, eine Tradition, die alltäglich neu geübt sein will, eine Notwendigkeit, die sozusagen mit der Ware, um die es sich dreht, in immer feinere, artistischere Höhen führt! Und das hört nun schlagartig auf! Welche Auswirkungen das zunächst haben wird, vermag sich niemand vorzustellen. Kein Zweifel, daß diese Reform nicht so schnell zur Selbstverständlichkeit werden wird wie viele vorangegangene. Aber daß sie schließlich doch durchdringt, daß das Feilschen aufhört, daran kann angesichts der bewundernswerten Energie der jungen Türkei kein Zweifel sein. K. K. „Aber wie werden Sie wieder hinauskommen?“, fragte sie schließlich stockend. „Ein kleiner Sprung genügt...“, scherzte Louis Ferdinand.„Denken Sie schon wieder an mein Fortgehen? Kaum bin ich da...“ Er belustigte sich an Annettes Mienenspiel, in dem sich Furcht und Mutwillen die Waage hielten. Dann siegte der letztere. „Nun gut,“ sagte sie mit einem strahlenden Lächeln, „mein Gefangener! Vorerst auf Ungnade, denn mehr hat er noch nicht verdient...“ Sie lachte. Louis Ferdinand war überrascht. Oh verwünscht, allzu leichtfertig hatte er sich ihr in die Hände gegeben. Sie traten zum Flügel. Annette steckte die Leuchter an. Louis Ferdinand zog ein Bündel Noten aus der Brusttasche. „Ich habe einiges Neue geschrieben,“ sagte er leichthin und begann ohne Umschweife zu spielen. Annette nahm auf einem nahen Sofa Platz. Louis Ferdinand geriet schnell in Feuer; es waren Stücke von leidenschaftlichem Charakter, wiewohl durch die Strenge der Form gebändigt. Er unterstrich die Steigerungen, betonte die wechselnden Zeitmaße, spielte hinreißend, als habe er seit langem keine Taste berührt.. Seine Begeisterung übertrug sich auf die einsame Zuhörerin. Die Zeit verflog. Glühend und tiefatmend brach Louis Ferdinand schließlich ab. „Habe ich mir nun ein wenig Gnade verdient?“, fragte er bedeutsam. Annette nickte. Aber sie wich ein wenig zur Seite, als Louis Ferdinand sich neben sie setzte. „War es schön? Ist meine liebliche Muse zufrieden?“ Er streckte ihr die Hand entgegen. Annette erhob sich schnell und holte einige Erfrischungen herbei. Louis Ferdinand lächelte spöttisch. „Sie sind sehr klug, schöne Annette. Füttere die Bestie — und sie wird zum Lamm!“ Er nahm ein zierliches Brötchen, trank einige Schlucke von der Limonade. „Der Kammergerichtsrat ist also verreist?", fragte er dazwischen. Annette bejahte. Sie blickte dabei so kühl, daß Louis Ferdinand schwieg. Nach einer Weile erhob er sich. „Ich gehe——“ Mlilitärroman von Bunje-Korton3) Hein schloß die Tür hinter ihm. Vergnügt musterte r Franz und Klaus, die mit verdrossenen Gesichtern eim Tisch herumstanden. Marie hatte sich mit dem schicksal ihres Pieter scheinbar abgefunden, denn sie tagte Franz lachend, warum Hein eigentlich den Major mmer Blindgänger nenne. „Weil er ein so schwerer Brocken ist und nicht kreieren will!“ gab Hein selber die Erklärung. Nur Marie lachte. Klaus setzte sich mit einem Aechzen uf das Kanapee. Franz schluckte und suchte nach Vorten, wie er Marie nun endlich am besten den enthwundenen Hasenbraten beibringen könnte. „Und nun frißt der dicke Blindgänger auch noch den hönen Hasenbraten!" sagte Klaus mißgünstig und hlug das Thema an, das Franz soviel Kopfzerbrechen lachte. „Laß ihn doch!“ meinte die ahnungslose Marie.„Wir aben ja auch’nen Braten!“ „Wir?“ staunte Klaus.„Nee!“ „Aber der Franz hat mich doch eingeladen, und ante hat oben schon alles zum Essen vorbereitet!“ vidersprach Marie. Franz wurde feuerrot. Das waren glühende Kohlen uf sein schuldiges Haupt! Warum hatte er auch nicht rüher den Mund aufgetan! Er fühlte die schadenfrohen Zlicke Heins, der, die Hände in den Hosentaschen, nunter pfeifend durchs Zimmer schlenderte. „Ja, ja, eingeladen hab' ich dich!" brachte Franz ögernd heraus, und schrie dann plötzlich Hein an: „Mensch, hör doch mit dem Gepfeife auf!“ Auch Klaus knurrte Hein an: Du bist wohl noch sehr vergnügt!“ Einigermaßen erstaunt blickte Marie von einem zum andern. Sie verstand die Situation nicht, die Hein voll auskostete. „Warum auch nich!?“ foppte Hein.„Wo mir der Braten so fein gelungen ist!“ „Jetzt ist's aber genug!“ brauste Franz auf. Mit zwei Sprüngen brachte sich Hein vor ihm in Sicherheit. Franz aber nahm sich nun ein Herz und wandte sich an Marie: „Also... Meisje... das mit dem Hasenbraten... das ist alles nur Schwindel gewesen!“ So— nun war es heraus! Marie machte ein enttäuschtes Gesicht:„Schwindel?“ Mit dunkelrotem Kopf stand Franz hilflos vor ihr. „Das finde ich aber nicht nett von dir! Die Tante und ich, wir hatten uns so gefreut!“ Dieser leise Vorwurf traf Franz mehr als ein lautes, böses Wort. „Hör mich an. Marie!“ bat er, aber weiter kam er nicht.— Hein brach in ein schallendes Gelächter aus. „Siehste, das ist die gerechte Strafe für deine Angeberei!“ schrie er.„Darauf habe ich mich schon den ganzen Tag gefreut!“ Er wollte sich ausschütten vor Lachen über die dummen Gesichter von Franz und Klaus, die langsam in Wut über ihn gerieten. Er hüpfte vor ihnen auf und ab und klatschte sich auf die Schenkel. „Na. ihr seid ja mächtig fidel, Kinder!" erscholl da hinter ihm eine Stimme, die wie eine kalte Dusche auf ihn wirkte. Erschreckt drehte er sich um. Da stand lächelnd Leutnant Dierk, der eben von der Division zurückkam. Er winkte den Kameraden ab, als sie Haltung einnehmen wollten. Annette stand zögernd auf. Plötzliche Traurigkeit überschattete ihr Gesicht. Louis Ferdinand schloß sie sanft in die Arme. Er wollte sie küssen, da——! Er horchte auf. Deutlich war von draußen ein Schritt an der Haustür zu vernehmen. Ein leises Klirren, schon drehte sich der Schlüssel gehorsam im Schloß. Annette erstarrte vor Schreck. „Der Kammergerichtsrat,“ flüsterte sie. „Jetzt mitten in der Nacht? Man hörte keinen Wagen..“ „Oder ein Dieb——?“, schrie sie leise auf.„Vielleicht ein Gespenst, ein Revenant?“ Louis Ferdinand war bemüht sie zu beruhigen. „Geister pflegen keiner Schlüssel zu bedürfen...“ scherzte er, wiewohl etwas beklommen. Dann ging er entschlossen zur Tür. Annette versuchte vergeblich ihn davon abzuhalten. Er trat in den Flur hinaus, der im Dunkel lag. Eine Gestalt wollte eben an ihm vorbei und die Treppe nach oben gewinnen. „Halt!“, donnerte der Prinz. Der Angerufene stand wie festgewurzelt. „Zu Befehl, Königliche Hoheit," gehorchte er mit erstickter Stimme. Louis Ferdinand öffnete halbwegs die Tür, so daß ein heller Lichtstreif auf das Gesicht des Ertappten fiel. Zu seinem Erstaunen erkannte er einen Kürassier seines eigenen Regimentes. „Was, zum Teufel, hat Er hier zu suchen? Wie kommt er zu dem Hausschlüssel?“ „Die Magd,“ stöhnte der Erwischte,„gab mir den Schlüssel mit...“ Statt einer Antwort lachte Louis Ferdinand zunächst laut auf. „Schöne Geschichte! Sofort marsch nach Hause. Morgen werde ich über Ihn Gericht halten!“ „Zu Befehl— und Gnade, Königliche Hoheit!“ Der Kürassier stand stramm und machte dann auf dem Absatz kehrt, sein Heil in schleunigstem Gehorchen suchend. Auf der oberen Treppe wurde sekundenlang die Magd sichtbar; sogleich aber war sie wieder wie fortgeweht... Louis Ferdinand lachte noch, als er ins Zimmer zurücktrat. Annette zitterte von dem ausgestandenen Schrecken. Sie wollte keine Tröstungen. Eilig schloß „Schon zurück, Herr. Leutnant?“ Hein fand seine Fassung wieder.„Das hat aber schnell gegangen!“ Daß der Leutnant so früh zurück war, paßte ihm gar nicht in seinen Plan. Wie zog er sich nur aus dieser unerwarteten Klemme? „Habe mich ein bißchen beeilt, um noch das Hasenessen beim Herrn Major mitzumachen!“ erklärte Dierk. Hein kratzte sich am Kopf. Ei weh! Das war es, was er um jeden Preis verhindern mußte! Dem dicken Etappenmajor eine Katze vorzusetzen, daraus machte er sich nicht das geringste Gewissen. Aber seinem Leutnant? Nie und nimmer! Um keinen Preis durfte der zum Major hinüber. Schon wollte Hein drauflos schwindeln, leider sei der Herr Leutnant zu spät gekommen, da kam ihm der Klaus zuvor und sagte: „Da kommen Sie gerade noch zurecht, Herr Leutnant! Der Hasenfuß hat den Braten soeben geholt!" „Das ist ja glänzend!" Dierk wandte sich wieder zur Tür.„Dann will ich nur gleich hinübergehen!“ Frechheit verlaß mich nicht— flehte Hein. Die Gedanken in seinem Kopf fuhren Karussell. Wie konnte er seinen Plan retten? Wie konnte er den Leutnant zurückhalten? Verzwickte Klemme! Er trat Dierk in den Weg. „Herr Leutnant! Ich... wir..“ stotterte er. Dierk blieb stehen und sah ihn erwartungsvoll an. Im letzten Moment glaubte Hein den richtigen Gedanken zu haben und er schoß los: „Das heißt, eigentlich Fräulein Marie hat eine Bitte an Herrn Leutnant.“ Er zwinkerte der ganz erstaunten Marie zu.„Sie hat uns nämlich alle zu einer kleinen Feier eingeladen! Ihre Tante hat oben schon für uns gedeckt, und sie würde sich besonders freuen, wenn der Herr Leutnant mit dabei wäre! Wir haben extra auf Herrn Leutnant gewartet, nicht wahr. Marie?“ Franz und Klaus sperrten Mund und Nase auf und Marie wußte vor Verlegenheit nicht, wo sie dran war Dierk lächelte. Ex deutete ihre Verlegenheit falsch, als Schüchternheit, und sagte artig: „Das ist sehr nett von Ihnen, Fräulein Marie! Wenn eine so hübsche junge Dame bittet, dann kann ich nicht nein sagen!“ Marie wurde purpurrot. Hein triumphierte, er hatte seine alte Sicherheit wiedergefunden. Er lief zu Marie hin und überrumpelte sie: „Los, Meisje! Sag rasch bitte, daß der Herr Leutnant bei uns bleibt!“ „Bitte, Herr Leutnant!“ hauchte Marie. Klaus stieß Franz in die Seite, tippte sich an den Kopf und zeigte auf Hein. „Schönsten Dank, Fräulein Marie!" sagte Dierk freundlich.„Ich nehme gern Ihre Einladung an. Aber wären Sie mir sehr böse, wenn ich vorher den Hasensie hinter Louis Ferdinand die Haustür. Aber der Magd dachte sie eine Strafpredigt zu, die sich hören lassen würde, Einschlummernd, in spielerischen Träumen, konnte sie gleichwohl nicht umhin, die Folgen, die das Verschwinden des Hausschlüssels nach sich gezogen hatte, keineswegs zu bedauern... Elefanten spielen mit einem Löwenjäger. Ein junger englischer Offizier kam in den letzten Wochen in das Gebiet des Blauen Nils in der Nähe von Roseires. Er sollte dort eine Dienstvertretung übernehmen. Sein neuer Chef begrüßte ihn sehr freundlich und rief ihm, sich erst einmal acht Tage lang die Gegend anzusehen. Er verwies ihn an einen alten eingeborenen Ortshäuptling, der ihm sofort einen verlockenden Vorschlag machte: jeder Fremde, der hierher komme, wolle einen Löwen schießen. Das könne auch er machen. Dort drüben stehe ein hoher Baum mit einem Hochsitz. Wenn er sich dort hinaufsetze und warte, dann könne er ganz bestimmt im Laufe der Nacht, am späten Abend oder am frühen Morgen ein paar Löwen vor die Büchse bekommen. Doch es kam ganz anders. Der junge Offizier saß auf seinem hohen Brett und wartete auf die Löwen. Die Löwen tamen zwar nicht, wohl aber erschienen plötzlich mit gewaltigem Lärm dreißig Elefanten, die sich erst einmal in dem kleinen See in der Nähe des Baumes badeten. Inzwischen aber hatten die ältesten Elefanten gemerkt, daß in der Nähe ein Mensch weile. Sie fanden auch den Baum heraus, auf dem der Mann faß. Und nun begaben sich die vier größten Elefanten zu dem Baum und begannen diesen ein wenig zu schütteln. Dem Offizier wurde sehr merkwürdig zu Mute. Er erinnerte sich an seine letzte Seekrankheit. Sein Magen kam unter dem ewigen Schwanken des Baumes in größte Unordnung. Aber die Elefanten hatten sich offenbar nur einen Spaß gemacht. Denn sie gingen nicht dazu über, den die kräftigen Tiere Vielmehr sorgten sie im nicht zur Ruhe kam, bis sich die jüngeren Tiere sämtlich in den Busch geflüchtet hatten. Dann traten auch sie den Heimweg an. Ein Rätsel ist es, wie eine solche Schar von Elefanten auf einmal in diesem Sudan=Gebiet auftauchen konnte. Man hat eine derartige Herde von Dickhäutern dort noch nie zusammen gesehen. Daß der junge Offizier nicht geträumt oder Jägerlatein verzapft hatte, bewiesen die Fußspuren im Schlamm und die deutlichen Zeichen am Baum, die dem Offizier am nächsten Tag zeigten, wie hart der Spaß der Elefanten an seinem Leben vorbeigegangen war. Zehn Arbeiter durch felsstücke erschlagen. § Newyork, 20. Juli. In Baltimore im Staate Maryland ereignete sich am Mittwoch beim Bau einer Kanalisationsanlage ein folgenschweres Explosionsungluck. Eine Sprengstoffladung ging vorzeitig in die Luft. Von 18 Arbeitern, denen dadurch der Weg ins Freie abgeschnitten war, wurden durch herabstürzende Felsstücke zehn getötet und die übrigenschwer verletzt. die Kuh als Schatzgrüber. KK Budapest, im Juli. Im Jahre 1918 starb eine ungarische Bauernfrau, die in der Nähe von Budapest ihren Hof hatte. Die Familie, die überzeugt davon war, daß die Verstorbene reich war, suchte überall nach dem Versteck des vielen Geldes. Leider fand man es nicht. Und nach langem Suchen kamen die enttäuschten Familienmitglieder zu der Ueberzeugung, daß ihre Tante und Großtante wirklich kein Geld besessen habe. Jetzt, nach fünfzehn Jahren, wurde der Schatz gefunden! Im Kuhstall befand sich eine große Holzkiste, die einer Kuh als Krippe diente. Jeden Tag fraß die Kuh aus ihr und jeden Tag nagte sie beim Fressen etwas von dem Boden der Kiste ab. Bis vor ein paar Tagen die Zähne es geschafft hatten und der Boden der Kiste zusammenbrach. Und einer der Neffen der Verstorbenen, der gerade neues Gras in die Krippe tun wollte, entdeckte zu seinem Erstaunen, daß in der alten Kiste viele Banknotenbündel sowie Säcke mit Kupfer und Silber lagen. Der Schatz war gefunden. Leider war inzwischen die Inflation über Ungarn hinweggerast, und all das viele Geld, es waren auch Sparkassenbücher darunter, war nicht mal so viel wert wie der neue Kistendeckel, den man einsetzen mußte, um der Kuh zu gestatten, weiter mit Ruhe und Zufriedenheit zu fressen und wiederzukäuen. Ein großes Vermögen war dadurch völlig wertlos geworden, daß es der Kuh nicht gelungen war, schneller den doppelten Boden zu zernagen. braten beim Herrn Major noch mitnehmen würde? So was kriegt man schließlich nicht alle Tage.“ Ehe Marie etwas erwidern konnte, mischte sich Hein ein.— „Um den alten Braten brauchen Sie erst gar nicht dahin zu gehen!“ Er verzog sein Gesicht so abfällig, daß Dierk auflachte. „Na, erlaube mal! Das war ein feister junger Hase!“ „Der Hein hat woll'nen Knall im Detz!“ flüsterte Klaus dem Franz zu. Wie mit Engelszungen redete Hein auf Dierk ein. „Sie kommen auch bei uns nicht zu kurz, Herr Leutnant!. Bei der Marie, da gibt's auch'nen Braten! Der soll Ihnen noch viel besser schmecken als dem Herrn Major seiner! Ich habe ihn auch eigenhändig gebraten Marie, Franz und Klaus kamen aus dem Staun gar nicht heraus. „Doch'nen Braten! Und das sagt er uns erst jetzt!“ brummte Klaus. Noch hatte Dierk sich nicht entschlossen, aber Hein bettelte weiter: „Also, Herr Leutnant, sagen Sie ja! Fräulein Marie und uns zuliebe! Der Herr Major rechnet ja auch gar nicht mehr mit Ihnen, weil Hasenfuß ihm bestellt hat, Sie kämen nich. Gehen Sie nich zum Herrn Major ich rate Ihnen gut!“ „Na, denn man zu!“ lachte Dierk.„Bin ja bei euch auch viel lieber!“ Hein hätte am liebsten einen Luftsprung gemacht. Das Ding hatte er mal wieder richtig geschaukelt. Verdammt noch mal, ganz yeiß war ihm dabei geworden! Er half Dierk den Mantel ablegen. „Nun sagen Sie aber mal. Fräulein Marie,“ wandte sich dieser an das Mädchen,„was gibt's denn bei Ihnen Gutes?“ „Da müssen Sie den Hein fragen, Herr Leutnant! lachte Marie. Aller Augen richteten sich auf Hein. Pfiffig grinsend sah er von einem zum andern. Ganz still war es in der Stube. Und dann sagte Hein langsam mit Betonung: „Hasenbraten!“ Wie aus einem Munde kam erstaunt die Gegenfrage: „Hasenbraten?“ Es klang recht ungläubig, aber Hein bestätigte grinsend: „Tja! Auch Hasenbraten!“ Triumphierend zog er in die Küche ab. Der Leutnant ging auf sein Zimmer. (Fortsetzung folgt.) 7