der entclegenen uweilen rhanden warum ohnheit fragte Neugier daß das wie es aimund enn der r MeiKunstvon der in Raijt wird, ir, daß rs wach on der mmen." Zweigniederlassung Ahaus Erscheint täglich. Bezugspreis monatlich durch Boten 2.10 Mk., durch die Post 2,20 Rm. einschl. 0,40 Rm. Postgebühren, zuzügl. 0,42 Rm. Bestellgeld. Schriftleitung und Geschäftsstelle in Ahaus: van=Delden=Str. 8. Telegr.Adresse: Kreiszeitung Ahaus i. W. Fernruf Nr. 450. Postschließfach 65. Postscheck=Konto: Hannover 22739. Verlag: Gebr. Lensing, Verlagsanstalt K.=G., 57. Jahrgang. Geschäftsstelle in Gronau: Gebr. Lensing, Verlagsanstalt K.=G., Adolf=Hitler=Straße 36, Fernsprecher Nr. 260. Bankkonten: Kreis= und Stadtsparkasse Ahaus, Gewerbebank Ahaus, Städt. Sparkasse Gronau i. W. und Gronauer Volksbank. Anzeigenpreis für sämtliche Zeno=Zeitungen 10 Pfg. bei 22 Millimeter Breite, für die Kreiszeitung für den Kreis Ahaus 3 Pfg. Nachlaß nach Preisliste. lummer 184 Jahrgang 1938 ZEN s welNatur dient, m, den svollen n flaais verdienens ilieren JuniDunst menschNähe s Brot smann er die eines wirbelGrengg r Rog= deihen hutsam iftrags er Naunter SchickarbeiOpferHimnicht mitten chlumstand en, um unten lösten, vorbeiistsinn, 2 und derunIburg viele, ndern, eines ringen walts, eines Leben lechtsch den Rosen lumen HunBeer bei ichtige halte t doch in die tschaft rihm b ihm das rauch, er in umenin deckte sorgte, so Lichte t des fden nfülle mückt machs r ins licher der den dem g. riffen schierGenister ndere den rdun. über 13. urden auch Das Hochfest der deutschen Kunst. Stimmungsvoller Auftakt im Festsaal des Deutschen Museums in München. Feierliche Eröffnung. DNB München, 8. Juli. Deutschlands Feiertage der Kunst haben am Freitag vormittag ihren Anfang genommen. München, die Stadt der Kunst, ist wie verzaubert und in ein unbeschreiblich farbenfrohes und leuchtendes Gewand gehüllt. Aus allen Gauen Großdeutschlands sind die Künstler in München zusammengeströmt zu einer einzigartigen Huldigung der Freude über die Wiedergeburt der heiligen deutschen Kunst und des Dankes an den großen Förderer und Meister der Künste, Adolf Hitler. Vor dem Tage der deutschen Kunst 1938, der nun weihevoll anfängt, steht leuchtend der Sinn dieses einzigartigen Festes: Zur Ehre der deutschen Meister und zur Freude des deutschen Volkes. Es ist der Ehrentag des deutschen schöpferischen Geistes. Der Beginn dieses Tages, an dem die ganze Nation Anteil nimmt, erfolgte auch in diesem Jahre durch einen großen feierlichen Akt in dem Festsaal des Deutschen Museums. Anmutige Mädchengestalten in langwallenden weißen Gewändern umsäumten im Kongreßbau des Deutschen Museums den Weg und die Treppe hinauf in den Festsaal. Die Seiten des Saales, der stilvoll und würdig ausgestaltet ist, sind mit roter Seide bedeckt, auf der die Wappen der Kunst prangen. Goldenes Lorbeergewinde umfängt den weiten Raum. An der Stirnwand breitet auf hohem roten Postament ein goldener Adler seine mächtigen Schwingen. Erwartungsfroh und festlich gestimmt hat sich die große Zahl der Gäste versammelt, viele führende Männer aus Reich und Staat, Männer von Rang und Namen aus allen Gebieten des kulturellen Lebens, Vertreter des diplomatischen und konsularischen Korps und eine große Reihe bekannter Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens und Wirkens. Fanfaren ertönen. Mädchen in festlichen Gewändern und mit Blumen geschmückten Häuptern, die die obere Galerie in einem prächtigen lebenden Band umschließen, entboten mit winkenden Tüchern dem Stellvertreter des Führers und dem Gauleiter Adolf Wagner, die jetzt den Raum betreten, ihren festlichen Gruß. Dann ertönte in rauschenden Akkorden die Stimme der neuen Orgel. Prof. Sagerer spielte das Präludium in Es=Dur von Johann Sebastian Bach. Von brausendem Beifall begrüßt, trat nun Deutschlands großer Meister aus dem Reich der Töne, Richard Strauß, an das Dirigentenpult. Die Orgel und das Wiener Philharmonische Orchester spielten unter seiner Führung in einen einzigen großen Zusammenklang auf. Es war Richard Strauß' Festliches Präludium für Orchester. Dann trat Gauleiter Staatsminister Adolf Wagner an das Rednerpult, um den Tag der deutschen Kunst zu eröffnen. In seiner Eröffnungsrede zeichnete Gauleiter Wagner das Antlitz der Revolutionen, die wir in unserer Zeit erlebt haben. Die Geschichte der Menschheit, so führte er aus, kennt viele Revolutionen. Diese unterschieden sich in zwei Richtungen. Entweder vernichteten sie und führten die von dieser Revolution betroffenen Völker inden Abarund. oder sie bauten regenerierend auf und führten ihre Völker zu bis dahin ungeahnten Höhen. Die moderne Zeit zeigt zwei Musterbeispiele dieser verschiedenen Arten von Revolutionen: die deutsche nationalsozialistische Revolution und die russisch-jüdische bolschewistische Revolution. In einem bisher noch nie dagewesenen Ausmaß zerstörte der Bolschewismus Menschheitswerte, er vernichtete millionenfach das Leben der in seinem Machtbereich lebenden Menschen. Darüber hinaus erschütterte er das internationale Völkerleben, bedroht seine Nachbarn und bedeutet ständige Kriegsgefahr. Wie gegenteilig sind die Ergebnisse der deutschen nationalsozialistischen Revolution. Sie zerstörte keine Menschheitswerte, sondern sie fügt den vorhandenen neue hinzu. Sie vernichtet nicht die in ihrem Machtbereich lebenden Menschen, sondern sie gibt ihnen neue Lebensgrundlage und Lebensgarantie für die Zukunft. Der führer empfüngt die deutsche Künstlerschaft. Festlicher Abend im Führerbau in München. DNB München, 8. Juli. Der Führer emptina am Freitag in den Festräumen des Führerbaues in München die Gäste des Tages der deutschen Kunst. In großer Zahl waren die namhaften deutschen Künstlerinnen und Künstler aus dem ganzen Reich erschienen, um diesen Abend mit dem Führer in den herrlichen Räumen des monumentalen Hauses am Königlichen Platz zu verbringen. Außer dem engeren Mitarbeiterstab des Führers waren auch eine Reihe von führenden Persönlichkeiten des deutschen Kulturlebens, an der Spitze Reichsminister Dr. Goebbels, anwesend. Das vom Nationalsozialismus beherrschte Deutsche Reich dient einzig und allein der Sicherstellung des Bestandes der deutschen Nation und dient nur der Sorge um die Wohlfahrt des deutschen Volkes. Deswegen ist dieses Dritte Reich bedacht, mit seinen Nachbarn in Frieden und gegenseitiger Verständigung zu leben. Diese Gegenüberstellungen beweisen, wie— völkergeschichtlich gesehen— die deutsche Revolution gerechtfertigt ist und wie ungerechtfertigt im Gegensatz hierzu die bolschewistische Revolution dasteht. Seit dem Jahre 1933 geht die Entwicklung im Deutschland Adolf Hitlers in steigendem Maße aufwärts. Kein Lebensgebiet det deutschen Nation bleibt hiervon ausgenommen. Auf geistig=künstlerischem Gebiet bringt die nationalsoziali(Fortsetzung auf der 2. Seite.) rankt burg, nhag. fnen, In der Heimat das Reich. Der Westfalentag 1938 in Siegen. In der festlich geschmückten Hauptstadt des Siegerlandes begann am Freitag vormittag der diesjährige Westfalentag mit der Arbeitssitzung des Heimatgebietes Siegerland/Wittgenstein. In mehreren erschöpfenden Referaten wurde das vorangestellt, was der Bundesleiter, Landeshauptmann Kolbow. in einem Vorwort diesen Bekenntnistagen lebendigen Heimattums voranschickte: den Menschen mit seiner Heimat, mit den schöpferischen Kräften seines Volkstums und seiner Heimaterde wieder in lebendigere Verbindung zu bringen. „Seimat, Wirtschaft, Siedlung“, das sind die drei Grundgedanken des diesjährigen Westfalentages. Das Wort Heimat klingt darin am selbstverständlichsten. Die Heimat erlebe ich, wenn ich durch die Landschaft gehe, in der ich zu Hause bin, wobei dieses Zuhause räumlich nah und fern gezogen werden kann. Es ist überhaupt das Entscheidende, daß man nicht sagen kann, hier hört die Heimat auf; denn hier beginnt eine neue Provinz. Darum sind Westfalentage, auch wenn sie das Land Westfalen kennzeichnen, keine Aeußerung eines provinziellen Denkens. Sie haben auch nichts mit Sondertümelei zu tun. Sie stellen auch nicht nur das Ueberkommene, das Altherüberlieferte zur Diskussion. Man beschäftigt sich mit neuen Themen. Der Dreiklang des Themas, der auch die heimische Wirtschaft und die Fragen der heimischen Siedlung mitumfaßt, ist ein klarer Beweis hierfür. Aber man tut es mit dem Gefühl, auf einem ganz festen und starken Fundamente zu stehen, an dem man weiter baut und das man nun wieder lebenswarm miterlebt. Ueber dieses Fundament Heimat ist viel gesprochen und geschrieben worden. Man hat es sogar seitlich zu fassen versucht, als man es räumlich nicht erfassen konnte. Man hat gesagt, es habe Zeiten gegeben, in denen der Begriff Heimat am lebendigsten war wie es andererseits die heutige Zeit kennzeichne, daß sie„modern“ denke und fühle. Ein modernes Zeitalter aber könne niemals so heimatlich denken und fühlen wie ein besinnliches und beschauliches. Die Fülle der Anregungen, der Erlebnisse und der„unbegrenzten Möglichkeiten", die Ueberwindung aller räumlichen Grenzen durch die immer schneller werdenden Verkehrsmittel rissen den Blick, gerade dann, wenn er einmal besinnlich verweilen wolle, immer wieder in die so greifbar gewordene Ferne. Unser Bickfeld sei größer geworden. Ein Eindruck verjage den anderen. Das alles seien Symptome unserer Zeit, für die es eben kennzeichnend sei, daß sich moderne Technik, moderner Höhenflug des Geistes und die besinnliche Nuhe zum heimatlichen Denken ausschlössen. Wir härten nicht mehr die Ruhe und Beharrlichkeit im Denken, um uns mit dem Einfacheren und Bescheideneren zu begnügen. Lediglich die Sehnsucht danach sei übriggeblieben, die uns das Gefühl gebe, daß wir etwas verloren hätten. Aus dieser„geistigen Situation unserer Zeit“ heraus gewinnen die Westfalentage eine Bedeutung, die über ihren Rahmen hinaus an der Gestaltung der Zeit mitarbeiten hilft. Ein solches Urteil, das Trennungsstriche zwischen den einzelnen Zeiten zieht und den Begriff Heimat mit der Entwicklung, wobei diese wieder mit dem Begriff der technischen Entwicklung umschrieben wird, gleichsetzt und die immer höher werdende Entwicklung, d. b. die immer mehr gesteigerte Modernisierung Großdeutsches Eherecht. Ein Gesetz von großer Bedeutung. DNB Berlin, 9. Juli. Im Reichsgesetzblatt vom 8. ds. Mts. ist unter der Ueberschrift„Gesetz über die Vereinheitlichung des Rechts der Eheschließung und der Ehescheidung im Lande Oesterreich und im übrigen Reichsgebiet" ein neues großdeutsches Ehegesetz verkündet worden. Die weittragende Bedeutung dieses vom Führer und Reichskanzler und vom Reichsminister der Justiz unterzeichneten umfangreichen Gesetzwerkes wird durch zwei Tatsachen gekennzeichnet. Zum ersten beseitigt das Gesetz mit einem Schlage die schweren Mißstände, die sich im Lande Oesterreich aus den starren dogmatisch=kirchlichen Bindungen des dortigen Eherechts ergeben hatten und die dort über den Rahmen der einzelnen Familie hinaus das öffentliche Leben zu vergiften drohten. Zum anderen aber unterzieht das Gesetz auch das bisher im Altreich geltende Recht der Eheschließung und der Ehescheidung aus Anlaß seiner Ausdehnung auf das Land Oesterreich einschneidenden Aenderungen, durch die schwerwiegende Mängel der Regelung des Bürgerlichen Gesetzbuches ausgeschaltet und die Grundlagen für eine künftige abschließende Gestaltung des nationalsozialistischen Eheund Familienrechts geschaffen werden. Das neue großdeutsche Eherecht kennt nur eine Form der Eheschließung: die im Namen des Reiches zu vollziehende Trauung durch einen Standesbeamten. Damit wird in der deutschen Ostmark der für die nationalsozialistische Staatsführung nicht länger erträgliche Zustand beseitigt, daß die Mehrzahl aller Ehen ohne jede Mitwirkung des Staates als des Repräsentanten völkischen Wollens allein durch den Priester geschlossen wurde und daß je nach der Konfessionszugehörigkeit oder dem Religionsbekenntnis der Verlobten verschiedene Vorschriften über die Voraussetzungen und die Form der Eheschließung galten. Darüber hinaus kommt aber schon in der Tatsache, daß die Trauung künftig im Namen des Reiches vollzogen wird, klar zum Ausdruck, daß es sich bei der Eheschließung nicht um einen privatrechtlichen Vertrag der Ehegatten, sondern um einen vom völkischen Standpunkt höchst bedeutsamen Akt handelt, dessen Voraussetzungen und Wirkungen darum auch wesentlich durch völkische Belange bestimmt werden müssen. Noch deutlicher tritt dies in dem Abschnitt des neuen Gesetzes hervor, in dem die aus Gründen der völkischen Ordnung erlassenen„Sheveroote“ nunmehr vollzählig und in übersichtlicher Form zusammengefaßt sind, wobei die auf dem Gesetz zum Schutze des deutschen Blutes und der deutschen Ehre und auf dem Gesetz zum Schutze der Erbgesundheit des deutschen Volkes beruhende Eheverbote wegen Blutsverschiedenheit und wegen Mangels der Ehetauglichteit an erster Stelle aufgeführt werden. nur durch Aufgabe des Bodenständigen, Ursprünglichen und Einfachen für möglich hält, ist das Urteil eines Geistes, der fern vom Zeitenhauch geblieben ist. Heute geht ein ganz anderer Zug durch die Zeit. Ueberall sind starke Volkstumskrafte am Werke, überall ist trotz aller Technisierung ein Zurückfluten zu den Quellen und Ursprüngen zu fühlen. Nicht nur durch die Entscheidung jedes Einzelnen, der in sich ein gans anderes Lebensgefühl emporkeimen fühlt, der sich dem Zwang des höheren Gesetzes von Blut und Boden verpflichtet fühlt, für den es darum wieder eine Erlösung gibt, weil er wieder auf dem Grund seiner Väter und Vorfahren steht.— Auch die Völker sind heute schärfer denn je durch ihre Eigenart geschieden und darum eher denn je dazu berufen, eigentlich eine gemeinsame Ausrichtung ihres Geistes zu finden. Sie haben ja jetzt ein gemeinsames Fundament, das in den starken Wurzeln ihrer Kraft liegt und ihnen darum neben dem Hochgefühl über den eigenen Wert auch die Achtung gegenüber dem Wert des anderen abnötigen müßte. Das, was einmal als das Merkmal einer modernen Zeit gepriesen wurde, daß der Verkehr die Grenzen zu eng gemacht habe; dieser rein räumliche Verkehr von Land zu Land und von Staat zu Staat hat den Völkern nichts von ihrem Eigenleben rauben können. Er ist gegenüber den starken Volkstumskräften, die sich im zwanzigsten Jahrhundert endlich aus ihrem Dornröschenschlaf erhoben, auf der Strecke geblieben. So sind die Westfalentage Teile eines großen Ganzen. Gedanken einer einzigen Idee: die da heißt Volk! So wie in der Wahl einer bestimmten Stadt und des bestimmten Raumes Westfalen, der in seinem Wappen mit Stols das Wittekindspferd trägt, der nach seiner Erdfarbe den stolzen Namen„Rote Erde“ führt, immer wieder betont wird, wie diese einzelne Landschaft nur ein Glied dieser großen Landschaft Deutschland ist. Wir empfinden es heute als selbstverständlich: diese starke Betonung der schicksalhaften Bindung ieder Einzellandschaft an das Reich. Wissenschaft und Forschung haben sich in den Dienst dieser Aufgabe gestellt, die einzelnen Bindungen plastisch hervortreten zu lassen. Diese Wissenschaft und Forschung empfängt immer wieder neue Impulse durch solche Bekenntnistage, wie sie die Westfalentage sind, wie ja auch hier der Wissenschaft im weitesten Sinn das Wort gegeben wird. Und hier in dem Siegener Raum. dem Boden des diesjährigen Westfalentages, sehen wir diese Bindung an das allgemeine Schicksal noch stärker betont. Hier sind noch die Formen einer bodenständigen Kultur im starken Maße lebendig geblieben, hier hat noch die Technik ihr heimatliches Gesicht bewahrt; die einzig wahre Synthese, die zwischen Technik und Heimat geschaffen werden kann. Die Arbeit dieses Raumes ist ein Werken in der schönsten Bedeutung dieses Wortes und die Menschen sind gekennzeichnet von ihrer Landschaft und ihrem Tun. Die andern aber, die dorthin gekommen sind, sollen sich in den Menschen dieses Raumes sehen. So selbstverständlich, wie sich hier das Leben vollzieht, wie es sich widerspiegelt von den Höhen und aus den Niederungen, so selbstverständlich muß auch das aus der Tiefe quellende Leben des deutschen Volkes immer bleiben, nachdem dieses Volk endlich wieder— und darin offenbart sich doch der ganze Sinn des Heimatlichen— heimgefunden hat. pf. Die in den vorerwähnten Grundgesetzen des nationalsozialistischen Staates zum Durchbruch gelangten Gedanken haben auch den übrigen Teilen des neuen Eheschließungsrechts weitgehend ihr Gepräge gegeben. Dies gilt insbesondere von den Vorschriften des neuen Gesetzes über die Geltendmachung und die Folgen der Nichtigkeit einer die in wesentlichen Punkten von den Bestimmungen des Bürgerlichen Gesetzbuches abweichen. So kann sich in Zükunft niemand mehr auf die Nichtigkeit einer Ehe berufen, solange nicht die Ehe durch gerichtliches Urteil mit Wirkung für und gegen alle für nichtig erklärt worden ist. Eine Nichtigkeitsklage kann auch in den bisher im Bürgerlichen Gesetzbuch geregelten Nichtigkeitsfällen nur von dem Staatsanwalt und von den beteiligten Ehegatten erhoben werden, nicht mehr dagegen von einem beliebigen Dritten, der an dem Bestand oder Nichtbestand der Ehe lediglich aus privatrechtlichen Gründen interessiert ist. Die Folgen der Nichtigerklärung einer Ehe sind je nach der Schwere der Verfehlung der Ehegatten verschieden gestaltet. Während die rassenschänderische und die den Gesetzen der Erbgesundheit zuwider geschlossene Ehe ebenso wie die Namensehe und die ihr gleichgestellte Staatsangehörigkeitsehe mit rückwirkender Kraft ausgelöscht werden und keinerlei Folgen einer rechten Ehe hervorbringen können, ist in den übrigen Nichtigkeitsfällen die rückwirkende Kraft der Nichtigerklärung eingeschränkt und insbesondere den Kindern aus der nichtigen Ehe die Rechtsstellung ehelicher Kinder eingeräumt worden ohne Rücksicht darauf, ob den Eltern die Nichtigkeit der Ehe zurzeit der Eheschließung bekannt war oder nicht. Besonders deutlich tritt die durch das neue Ehegesetz vollzogene Abkehr von der früheren vertragsrechtlichen Auffassung der Ehe in der Tatsache hervor, daß Willensmängel eines Ehegatten bei Eingehung der Ehe, mögen sie nun auf beschränkter Geschäftsfähigkeit, auf Irrtum, Drohung oder Täuschung beruhen, in Zukunft nicht mehr wie nach bisherigem Recht die Anfechtbarkeit der Ehe begründen und damit ihre Nichtigerklärung mit rückwirkender Kraft ermöglichen. Solche Willensmängel können zwar auch in Zukunft dem Ehegatten, in dessen Person sie vorlagen, das Recht geben, die Fortsetzung der ehelichen Gemeinschaft zu verweigern und die Aufhebung der Ehe zu begehren. Die Aufhebung wirkt jedoch nicht wie die durch die Anfechtung herbeigeführte Nichtigerklärung auf den Zeitpunkt der Eheschließung zurück, sondern sie löst ebenso wie die Scheidung die Ehe mit der Rechtskraft des Urteils auf. Die Einführung eines einheitlichen Rechts der Ehescheidung bedeutet für Oesterreich die Aufhebung des dort bisher geltenden Grundsatzes von der Unlosbarkeit des Bandes katholischer Ehen. Damit in zugleich der Weg freigemacht, um die nach bisherigem österreichischen Recht von Tisch und Bett geschiedenen Ehen, deren Zahl in die Zeyntausende geht, endgültig zu lösen. Die Beseitigung des Rechtssatzes von der Untrennbarkeit katholischer Ehen schafft endlich auch die Voraussetzung für die Beseitigung des bitteren Unrechts, das am deutschen Volke Oesterreichs durch die Behandlung der sogenannten Dispensehen begangen wurde; die Zahl dieser Ehen wird derzeit auf 50 000 geschätzt. Ueber diese für das Land Oesterreich lebenswichtigen Fragen hinaus ist das nunmehr für das ganze Reich einheitliche Ehescheidungsrecht auf Grundlagen aufgebaut. 1 3 Ziel dieser Neuregelung des Scheidungsrechts ist es, der überragenden Stellung, die die Ehe als Grundlage des völkischen Gemeinschaftslebens in der nationalsozialistischen Rechtsordnung einnehmen muß, gesetzgeberischen Ausdruck zu verleihen und so die Achtung vor der Ehe noch zu stärken, zugleich aber die Auflösung solcher Ehen auf anständige Weise zu ermöglichen, die für die Volksgemeinschaft wertlos geworden sind. Die Scheidungsgründe. Von den bisherigen besonderen Scheidungsgründen ist der Ehebruch beibehalten. Zu ihm tritt als neuer Scheidungsgrund die Verweigerung der Fortpflanzung; danach kann ein Ehegatte Scheidung begehren, wenn der andere sich ohne triftigen Grund beharrlich weigert, Nachkommenschaft zu erzeugen oder zu empfangen oder wenn er rechtswidrig Mittel zur Verhinderung der Geburt anwendet oder anwenden läßt. Im übrigen kann die Scheidung begehrt werden, wenn ein Ehegatte durch eine schwere Eheverfehlung oder durch ehrloses oder unsittliches Verhalten die Ehe so tief zerrüttet hat, daß die Wiederherstellung einer rechten ehelichen Lebensgemeinschaft nicht erwartet werden kann; wer sich jedoch selbst einer schweren Eheverfehlung schuldig gemacht hat, kann die Scheidung nicht begehren, wenn sein Verlangen nach Scheidung aus diesem Grunde dem gesunden Volksempfinden widerspricht und daher sittlich nicht gerechtfertigt ist. Ein neuer Scheidungsgrund ist sodann der Umstand, daß ein Ehegatte nach Eingehung der Ehe vorzeitig unsruchtbar geworden ist. Die Scheidung wegen Unfruchtbarkeit ist jedoch ausaiaien wenn die Ehegatten miteinander erbgesunde Nachkommen oder ein gemeinsam an Kindes Statt angenommenes Kind haben; desgleichen kann auch, wer selbst unfruchtbar ist oder wer eine neue Ehe aus gesundheitlichen Gründen nicht würde eingehen dürfen, die Scheidung wegen Unfruchtbarkeit nicht begehren. Darüber hinaus soll in allen Fällen, in denen hiernach eine Scheidung ohne Verschulden an sich möglich wäre, die Scheidung ausgeschlossen sein, wenn das Scheidungsbegehren nach den besonderen Umständen des Falles dem gesunden Volksempfinden widerspricht und daher sittlich nicht gerechtfertigt ist. Mit Rücksicht auf völlig zerstörte Ehen, in denen die Ehegatten häufig jahrelang ohne Aussicht auf eine Wiedervereinigung getrennt voneinander leben und die aus keinem der bereits erwähnten Gründe geschieden werden können, ist schließlich vorgesehen, daß jeder Ehegatte die Scheidung verlangen kann, wenn die häusliche Gemeinschaft mit dem anderen seit drei Jahren aufgehoben und die Wiederherstellung einer rechten Lebensgemeinschaft infolge einer tiefgreifenden unheilbaren Zerrüttung des ehelichen Verhältnisses nicht zu erwarten ist. Um Mißbräuchen vorzubeugen ist bestimmt, daß der beklagte Ehegatte der Scheidung widersprechen rann, wenn die Zerrüttung von dem anderen ganz oder überwiegend verschuldet ist. Dieser Widerspruch ist jedoch unbeachtlich, wenn die Aufrechterhaltung der Ehe nach den besonderen Umständen des Falles sittlich nicht gerechtfertigt ist. Das Schicksal der Kinder aus geschiedenen Ehen Deutsches Reichsschulpflichtgesetz. nationalsozialistische Erziehungsgrundlage.- Organische Angliederung der Neben diesen Scheidungsgründen, die ein Verschulden voraussetzen, führt das Gesetz in viel weiterem Umfang als bisher solche Scheidungsgründe auf, die zur Scheidung unabhängig von dem Verschulden eines oder beider Teile führen können. Künftig ist die Scheidung auch dann möglich, wenn ein Ehegatte die eheliche Lebensgemeinschaft durch ein Verhalten zerstört hat, für das er wegen seiner krankhaften geistigen Veranlagung, z. B. wegen Hysterie, nicht verantwortlich gemacht werden kann. Die Geisteskrankheit eines Ehegatten ist, abweichend vom bisherigen Recht, Scheidungsgrund ohne Rücksicht darauf, wie lange die Erkrankung während der Ehe schon dauert. Das gleiche gilt von dem Scheidungsgrund der schweren ansteckenden oder ekelerregenden Krankheit eines Ehegatten. Durchführung ab Östern. Berlin. 8. Juli. Das Reichsschulpflichtgesetz, das heute im Reichsgesetzblatt veröffentlicht wird, ist ein entscheidender Schritt auf dem Wege des Ausbaues und der nationalsozialistischen Ausrichtung des deutschen Volksbildungswesens. So geläufig und selbstverständlich die Einrichtung der Schulpflicht in Deutschland jedermann schon seit mehr als hundert Jahren war, so bedauerlich blieb die Tatsache, daß sie in einer Vielzahl von Gesetzen und Verordnungen in jedem deutschen Lande besonders geregelt war, daß die einzelnen Schulpflichtsbestimmungen der einheitlichen Ausrichtung entbehrten, und in mancher Hinsicht— namentlich im beruflichen Schulwesen— vielfach Lücken und Unzulänglichkeiten aufwiesen. Das Reichsschulpflichtgesetz hat hier in dreifacher Richtung Wandel geschaffen: 1. Es bringt einheitliche Bestimmungen für das gesamte deutsche Reichsgebiet. 2. Es führt alle seine Bestimmungen auf die Grundsätze und die Bedürfnisse eines nationalsozialistischen Erziehungswesens zurück. 3. Es umfaßt in Verfolg dieser Ausrichtung nicht nur das Gebiet der Volksschulpflicht, sondern vor allem auch die Berufsschulpflicht. Die Vereinheitlichung der Schulpflichtbestimmungen beseitigt die praktischen Schwierigkeiten, die sich bisher aus der Verschiedenheit der Ländergesetze für die Durchführung der Schulpflicht, namentlich in den Grenzgebieten einzeinen Länder, ergaben. Darüber hinaus ist mit der dem Reichsschulpflichtgesetz auch eine wesentliche Voraussetzung für den einheitlichen Aufbau wichtiger Zweige der Schulverwaltung, insbesondere des Schullastenwesens, sowie für eine gleichmäßige Ausgestaltung des inneren Schulaufbaues und der fachlichen Schularbeit geschaffen. Das Reichsschulpflichtgesetz verwirklicht demgegenüber den nationalsozialistischen Gedanken, daß auch die Schulpflicht in erster Linie im Interesse der Gesamtheit und des gemeinen Nutzens zu erfüllen ist. Sie gehört ebenso wie die Arbeitsdienstpflicht und die Wehrpflicht zu den Anforderungen, die an den Einzelnen um seines Volkes willen gestellt werden. In diesem Sinne bestimmt§ 1, daß die Schulpflicht die Erziehung der deutschen Jugend im Geiste des Nationalsozialismus sichert. Das Gesetz regelt ferner die allgemeinen Scheidungsausschließungsgründe der Verzeihung und des Fristablaufs sowie die Folgen der Scheidung. Die gegenseitige Unterhaltspflicht der geschiedenen Ehegatten ist je nach dem Grade der Schuld, die einen Ehegatten an der Zerstörung der Ehe trifft, abgestuft. Die Gewährung eines Billigkeitsanspruchs ist, abweichend vom bisherigen Recht, in Zukunft auch dann möglich, wenn die Ehe aus beiderseitigem Vermulden geschieden ist. hängt micht mehr wie bisher ausschließlich von dem Schuldausspruch im Scheidungsurteil oder von dem Lebensalter des Kindes ab. Für die Frage, welchem der Ehegatten die Sorge für die Person eines Kindes anvertraut werden soll, ist künftig vor allem anderen das Wohl des Kindes maßgebend. Das Gesetz tritt am 1. August 1938 in Kraft. Eine eingehende Uebergangsregelung sichert seine sofortige Wirksamkeit. Aus dieser Grundrichtung ergibt der Aufbau des Gesetzes, daß die Schulpflicht nicht mehr das Zwangsmittel gegenüber dem sogenannten minderbemittelten Volk ist, sondern daß sie von allen Kindern und Jugendlichen auf einer deutschen Schule— mag es nun eine Volks=, eine mittlere oder eine höhere Schule sein— erfüllt wird. Ein Gesetz, das den großen Gedanken der nationalen Pflicht zum Erwerb und zur Ausbildung der Kenntnisse und Fähigkeiten, die der Volksgenosse im Leben der Nation benötigt, verwirklichen will, mußte auch die Berufsschuloflicht mit umfassen. Erst das Ineinandergreifen von Praxis und Theorie erwirkt bei den angehenden Facharbeitern und Handwerkern die innere Vebundenheit und die Freude am Beruf sowie die Leistungssteigerung, die der Kampf um die wirtschaftliche Freiheit unseres Volkes von allen fordert. Die Bestimmungen des Reichsschulpflichtgesetzes über die Berufsschulpflicht schließen in diesem Sinne die Lücken, die eine einheitliche Berufsschulgesetzgebung in Ländern und Gemeinden gelassen hat. Sie schaffen damit gleichzeitig die Voraussetzungen für den dringend notwendigen Ausbau des Berufsschulwesens. Um diesen Grundsätzen gerecht zu werden, beschränkt das Gesetz sich nicht darauf, Programmsätze aufzustellen, denen die gestaltende Kraft ebenso fehlen wie seinerzeit den Schulartikeln der Weimarer Verfassung. Es schafft vielmehr Einzelbestimmungen, die auch seine praktische Anwendung sicherstellen. In den Bestimmungen über die Volksschulpflicht übernimmt das Gesetz bewährte Einrichtungen der Ländergesetzgebung. Die Dauer der Volksschulpflicht beträgt einheitlich acht Jahre(§ 4). Alle Kinder, die bis zum 30. Juni das sechste Lebensjahr vollenden, werden mit Beginn des Schuljahres schulpflichtig(§ 2). Die zugelassenen Ausnahmen sind im Gesetz in den Grundsätzen behandelt und werden in den Ausführungsbestimmungen noch näher erläutert werden. Es versteht sich von selbst, daß die Schulpflicht auch die geistig und korperlich behinderten Känder und Jugendlichen erfassen muß, damit auch sie nach ihrem Vermögen ihren Platz in der Volksgemeinschaft ausfüllen können. Hieraus ergibt sich vielfach die Notwendigkeit einer gesonderten Beschulung dieser Kinder auf eigens hierfür eingerichteten Schulen und Anstalten. Die Berufsschulpflicht schließt sich unmittelbar der Volksschulpflicht an. Sie erfaßt, dem allgemeinen Charakter der Schulpflicht entsprechend, alle Jugendlichen ohne Ausnahme. Der Erfüllung der Pflicht dient der Besuch einer Berufsschule, solange nicht für die Ausbildung des Jugendlichen auf andere Weise, sei es durch den Besuch einer allgemeinbildenden Schule, Fachschule oder Hochschule, gesorgt ist(§ 10). Die Dauer der Berufsschulpflicht ist grundsätzlich auf drei Jahre, für landwirtschaftliche Berufe auf zwei Jahre bemessen. Sie muß sich den Erfordernissen der einzelnen Berufszweige anpassen. Dem dient insbesondere die Vorschrift, daß Lehrlinge grundsätzlich bis zum Ende der Lehrzeit berufsschulpflichtig sind, wenn entsprechende Berufsschuleinrichtungen vorhanden sind. Aus dem Gedanken der Wechselwirkung zwischen praktischer und theoretischer Ausbildung heraus ist auch dafür Sorge getragen, daß sich die Berufsschulpflicht für Lehrlinge über die normale Altersgrenze des 18. Lebensjahres hinaus ausdehnen kann. Für die weibliche Jugend, die sich nicht dem Berufsleben zuwendet, ist die Möglichkeit einer Erfüllung der Berufsschulpflicht durch einjährigen Besuch einer Hauswirtschaftsschule vorgesehen(§ 9). In welchem Umfang die Berufsschulpflichtigen zum Besuch der Berufsschule herangezogen und welcher Schule sie zugeführt werden, wird durch die Schulaufsichtsbehörde bestimmt(§ 10). Der Umstand, daß das Berufsschulwesen bisher äußerst verschiedenartig gegliedert war und in manchen Gebieten noch des Aufbaues bedarf, wird es mit sich bringen, daß die Durchführung des Gesetzes schrittweise nach Maßgabe der vowa nurschrittweise mn denen Möglichkeiten erfolgt. Das gilt insbesonder D den Ausbau der Berufsschulpflicht auf dem Landwo sie bisher in weiten Gebieten darniederlag. Einric tung, Art und Umfang des Berufsschulbetriebes werde hier entsprechend der ausdrücklichen Anweisung in 8 Satz 2 des Gesetzes auch der starken Inanspruchnahme der landwirtschaftlichen Arbeitskräfte durch die vordring lichen Aufgaben des Vierjahresplanes Rechnung tragen Die Erfüllung der Schulpflicht wird durch die Vo schriften über die Möglichkeit einer zwangsweisen 3Verei führung zur Volks= oder Berufsschule sowie durch die Bund E stimmungen über die Versäumnisstrafen sichergestellt. Idie ber bei ist ausdrücklich blargestellt, daß die Schulpflicht sg wendigk nicht nur an die Schulpflichtigen selbst, sondern insbese heißt es sonst Erziehungsberechtigt Im In d dere auch an die Eltern und wendet. durch di Das Gesetz soll nach tze mit Beginn durchgeführt werden. Maßgabe der vorstehend des Schuljahres 1939me Sinne e Es trittam 1. November 1938 in Krafte in mehr erfaßt daher sowohl die Jugendlichen, die nach alten 3 den. E stimmungen mit Schluß des Schuljahres 1938/39# Oesterre Volksschulpflicht beenden würden, wie diejenigen Kinde und Ve die nach den bisherigen Bestimmungen erst später als m zusamme Beginn des Schuljahres 1939/40 schulpflichtig werde nach der würden. Der Zwischenraum von fünf Monaten zwischel von ihn dem Inkrafttreten des Gesetzes und dem Beginn de den Vo Schuljahres gibt die Gewähr dafür, daß die Schulau stalten sichtsbehörden alle Vorkehrungen für die Ausführung deGesetzes treffen, und daß alle Erziehungsberechtigten sich rechtzeitig auf die hier und da eintretenden Aenderungen gegenüber dem bisherigen Rechtszustand einrichten können Die Inkraftsetzung des Gesetzes für das Land Oester reich muß einem Zeitpunkt vorbehalten bleiben, in den sich die Aenderung des bisherigen Rechtszustandes au diesem Gebiet und die sonstigen Maßnahmen zur Angliderung und zur Eingliederung der österreichischen verwaltung in die des Reiches reibungslos vollziehen lä Stadt gedenkt ihres größten Sohnes Friedrichshafen feiert den 100. Geburtstag des Grafen Zeppelin. DNB Friedrichshafen, 8. Juli. Die gesamte Bevölkerung der Stadt Friedrichshafen, die ja ihren Weltruf einzig und allein dem Grafen seppelin verdankt, nimmt innigen Anteil an den Feierlichkeiten, die aus Anlaß seines 100. Geburtstages stattfinden. Kein Haus ist oyne Festschmuck geblieben. Bereits am Vorabend des Erinnerungstages fand für die auswärtigen Gäste im Kurgarten=Hotel ein vom Luftschiffbau Zeppelin veranstalteter Begrützungsabend statt, an dem zahlreiche Ehrengäste teilnahmen. Unter ihnen bemerkte man die Tochter des Grafen und ihren Gatten, Gräfin und Graf von BrandensteinZeppelin, Staatssekretär Waldmann als Vertreter des Gauleiters und Reichsstatthalters Murr und Präsident Köstlin als Vertreter des Ministerpräsidenten Mergenthaler. Von den Behörden des Reiches hatten sich eingefunden Ministerialdirektor Mühlig=Hofmann und Oberst Breithaupt vom Reichsluftfahrtministerium, Ministerialdirektor Bergmann vom Reichsverkehrsministerium, Ministerialrat Thomas vom Reichspostministerium, Kapitän z. S. Ihssen als Vertreter von Generaladmiral Dr. Raeder, Generalmajor Spang im Auftrage des Heeres, sowie Reichsminister a. D. Albert und Staatssekretär a. D. Lewald. Von Frankfurt, als der neuen Heimat der Zeppelinluftschiffe, hatte Gauleiter Sprenger seinen Stellvertreter Dr. Linder entsandt. Als ausländische Gäste hatten Commander Rosendayl(Newyork) und Direktor Bronsing die weite Reise nach Friedrichshafen gemacht, um dem großen deutschen Erfinder zu ehren. Dr. Eckener skizzierte kurz die historische Entwicklung des Luftschiffswesens und hieß die alten Pioniere der Luftschiffahrt sowie die so zahlreich erschienenen Gäste herzlich willkommen. Sodann wurde eine Reihe inzwischen eingelaufener Glückwunschtelegramme bekanntgegeben. Zum Abschluß des Abends veranstaltete die Stadt Friedrichshafen an den Ufern des Bodensees ein großartiges Feuerwerk. Dr. Eckener über die Zukunft der Zeppelin=Luftschiffahrt. Einweihung des Zeppelin=Museums. DNB Friedrichshafen, 8. Juli. Die läums Feierlichkeiten am Haupttage des Zeppelin=Jubiwurden am Freitagvormittag durch die Einweihung des neuerbauten Zeppelin=Museums eröffnet, wobei Graf von Brandenstein=Zeppelin die Festrede hielt. Anschließend fand in der Ringbauhalle des Luftschiffbaues Zeppelin eine Gefolgschaftsfeier statt, an der neben Vertretern der Partei und des Staates u. a. auch die Tochter des Grafen Zeppelin, Gräfin von Brandenstein=Zeppelin, und Commandeur Rosendahl aus den Vereinigten Staaten von Amerika als Ehrengäste teilnahmen. Nach der Begrüßung der Ehrengäste und der Gefolgschaft des Zeppelinbaues beschäftigte sich Dr. Eckener Die Vorkommnisse im Memeler Hafen. das hochieft der deutschen Kunst. Eine Erklärung des Direktoriums des Memelgebietes. Unerhörte litauische Provokationen. DNB Memel. 8. Juli. Das„Memeler Dampfboot“ vom 8. Juli enthält eine ausführliche, vom Direktorium des Memelgebiets gezeichnete Darstellung der Vorkommnisse, die sich beim Einlaufen des Seedienstschiffes„Hansestadt Danzig“ im Memeler Hafen ereignet haben. Aus dieser Darstellung oeht u. a. hervor, daß die Vorkommnisse sich in ganz anderer Form abgespielt haben als es der Leser der litauischen Presse aus den Artikeln entnehmen kann. Auf dem eingelaufenen deutschen Schiffe„Hansestadt Danzig“ herrschte völlige Ruhe und es erfolgten keine Kundgebungen weder durch Rufe noch durch Zeichen. Auch die angesammelte Menschenmenge verhielt sich anfänglich völlig ruhig. Nur etwa 50 Personen, die sich kurz vor dem Einlaufen des Schiffes durch das Tor des Absperrzaunes drängten, wurden durch die Grenzposten zurückgedrängt. Gleichzeitig schleuderte der Eisbrecher„Perkunes“ eine Wassermenge auf die hinter dem Absperrzaun stehende Menge, und zwar auch dann noch, als die vorgedrungenen Personen bereits zurückgedrängt waren. Es kam nun zu einem Steinhagelgesecht, in dem aus dem grocken Lagerraum des litauischen Landwirtschafts=Genossenschaftsverbandes„Lietkuig“ und dem Garten der Hafendirektion wie auch aus der Menge Steine geworfen wurden. Die Menge flüchtete vom Hafengelände, gefolgt von einem Steinhagel aus der Gegend des Lagers der„Lietkuia" und aus diesem selbst. Trupps litauisch sprechender Männer, die zum Teil betrunken waren, begannen auf die zurückweichende Menschenmenge Steine zu werfen und leisteten den Aufforderungen der Polizei, sich zurugzuziehen, keine Folge. Diese Leute waren auch mit eisernen Gegenständen und anderen Schlagwaffen ausgerüstet. (Fortsetzung von der 1. Seite.) Der Dienstkraftwagen des Direktoriums mit dem Polizeidezernenten und einigen Mitgliedern des Direktoriums wurde durch Bedrohungen und Beschimpfungen in litauischer Sprache zum Verlassen des Platzes gezwungen. Mit vorgehaltenem Revolver wurde die Landespolizei auch zur Herausgabe eines festgenommenen Rädelsführers genötigt. Trotz dieser Bedrohungen machte aber die Landespolizei von der Schußwaffe keinen Gebrauch. Es gelang ihr, die Angreifer auf das Hafengelände zurückzudrängen, wo diese jedoch von der dort zuständigen Hafenpolizei nicht zerstreut wurde. Es kam vielmehr zu neuen Angriffen auf die Landespolizei, wobei auch auf diese geschossen wurde. Die Polizei hatte bereits einen Teil ihrer Munition durch abgegebene Schreck= und Warnschüsse verbraucht, als die Angreifer neue Verstärkungen erhtelten. Es fielen Rufe in litauischer Sprache wie„Männer vorwärts, wir sind Litauer, das sind deutsche Hitlereniker".„Ihr leid deutsche Hunde, geht nach Deutschland“ usw. Vom Hafengelände kam es dann zu einem neuen Generalangriff gegen die Landespolizei, wobei die Polizei erst jetzt nach weiteren Warnschüssen scharf schoß. Erst dann gelang es ihr, die Menge zu zerstreuen. Bei den Vorfällen wurden 13 Beamte der Landespolizei verletzt, darunter fünf schwer. Abschließend entbot Gauleiter Wagner dem Stellvertreter des Führers und damit dem Führer selbst den Gruß. Er begrüßte weiter die vielen tausend Gäste aus nah und fern und schloß mit den Worten: Ich melde: Das Fest der deutschen Kunst ist bereitet, so wie der Führer es befahl. Und damit eröffne ich hiermit den Tag der deutschen Kunst 1938 zu München. eingehend mit der Persönlichkeit des Grafen Zeppeliz Indem Dr. Eckener sodann auf die Entwicklung der Luftfahrtechnik zu sprechen kam, beanwortete er auch die Frage, ob die Erfindung des Grafen Zeppelin für die Verkehrstechnik von bleibendem Wert sein werde, zuversichtlich. Durch die beklagenswerte Katastrophe des„Hin denburg“ seien wir dazu gelangt, den letzten Schritt zu Vervollkommnung des Zeppelinluftschiffes durch ein wirtschaftlich tragbare Verwendung von Helium tun. Wir könnten mit Genugtuung sagen, daß unser Schritt gelungen ist. Die Frage der Beschaffung von Helium auden Vereinigten Staaten, so fuhr Dr. Eckener fort, sei jedoch noch nicht endgültig gelöst, un es gelte auch weiterhin, um das Werk des Grafen Zeppelin zu kämpfen. Hierauf betrat General der Flieger Sperrle daRednerpult und überbrachte die Grüße des Generalfeldmarschalls Göring. In seiner Ansprache feierte er der Grafen Zeppelin als tapferen Soldaten und als großen Erfinder, für den es wie heute im Dritten Reich kei „Unmöglich“ gegeben habe. Wenn heute, so schloß der General, weniger technisch sondern mehr politisch Schwierigkeiten auftauchen, könne man doch überzeugt sein, daß es gelingen werd auch diese Hindernisse zu überwinden. nnenminister Dr. Schmid entbot die Grüße und des Reichsstatthalters und der württenn Landesregierung. er Direktor des Luftschiffbaues Dr. Schmid ge schließlich bekannt, daß zum Gedächtnis des 100. oeburtstages des Grafen Zeppelin eine Altersveisorgung für die im Zeppelinkonzern tätigen Gefolgschaftsmitglieder eingeführt werde. Ein Grundstock von 1.2 Millionen sei bereits bereitgestellt. privatre So n iche Ge für unt run Eh Gera . nsprüd schließur Belange berührt, sinnigg Begrün geisti notwend 6 Eine einfachu die Bes ter, der in der Eingehi Vertret Sorge bedeuten dem V. Kinde räum Auffassi der Faeinigen, Wen eheliche willigu der and weiger eine E mehr so den 2 können, Gründe nissene aus R. die vor dem be Ehesch Todesurteil im Lütticher Giftmordprožeß. Wegen Abschaffung der Todesstrafe kommt die Giftmischerin ins Gefängnis. DNB. Brüssel, 8. Juli. Im Lütticher Giftmordprozeß wurde am Freitag Bei verbote daß be Begriff von vo uneh Blutsb begrün wurde am nach einer Prozeßdauer von 25 Tagen das Urteil ge fällt. Die des Giftmordes an 11 Personen und des Giftmordversuches an weiteren fünf Personen angeklagte Witwe Becker wurde zum Tode verurteilt. Daf in Belgien die Vollstreckung des Todesurteils abaschafft ist, hat die Todesstrafe nur theoretische Bedeutung. In Wirklichkeit wird die Becker auf unbestimmte Zeit ins Gefängnis wandern. der Unwetter über dem Eichsfeld. Heiligenstadt(Eichsfeld), 8. Juli. Ueber Heiligenstadt und seiner näheren Umgebung ging am Freitagabend ein von starkem Hagelschlag begleitetes Unwetter nieder. Zahlreiche Fensterscheiben sind zertrümmert, und an vielen Dächern ist erheblicher Schaden verursacht worden. Besonders haben auch die Glashäuser und Pflanzenkulturen in den Gärtnereien unter dem Unwetter gelitten. Die Obsternte wurde vernichtet. 34) Jch wende Schreil Es sin Jch stische Weltanschauung einen in seinen Ausmaßen noch ungeahnten Umbruch. Das Denken und Fühlen, Seele und Geist des deutschen Menschen wird stetig geläutert und von den Schlacken befreit, die Judentum und Internationale über uns gebracht haben. Mächtig erklang der Jubel der Apotheose des Hans Sachs aus der Oper„Die Meistersinger“, die mit ihren Klängen so recht den tiefen Sinn und die strahlende Festesfreude des Tages der deutschen Kunst wiederzu geben vermag. In höchster künstlerischer Vollenduns brachte dieses Meisterwerk deutscher Kunst der München Lehrergesangverein unter Leitung von Prof. Richard Trunk zum Vortrag. Voll Ehrfurcht und Achtung holen wir aus Deutschlands großer Vergangenheit die unsterblichen Werke deutscher Kultur und deutscher Kunst wieder hervor, bilden uns an ihnen, ergänzen sie durch Werke unserer Zeit und vermitteln dadurch, daß wir diese Werte an unser Volk in seinen breitesten Schichten heranbringen, den Deutschen wieder den Stolz auf das Deutschsein. Mit einem begeistert aufgenommenen Siegheil auf den großen deutschen Meister Adolf Hitler beschloß Gauleiter Staatsminister Adolf Wagner diese Weihe stunde, die nicht schöner und würdiger die großen Feiertage der deutschen Kunst eröffnen konnte. Die alljährlich nach dem Willen des Führers in München abzuhaltenden Tage der deutschen Kunst sollen der Nation und darüber hinaus der Welt zeigen, wie weit unsere Arbeit gediehen ist. Unsere Künstler haben uns wieder ihre besten Werke zur Aufstellung nach München gebracht. Der Festzug„2000 Jahre deutsche Kultur“ ist künstlerisch vollkommener geworden und wird Jahr um Jahr eine Verbesserung erfahren. Nicht nur zur Herstellung der Kostüme und Dekorationen sondern auch zur Herstellung der Plastiken sall nur wertvollstes Material Verwendung finden. So sind wir glücklich, in diesem Jahre Darstellungen aus dem mit uns wieder vereinten deutschen Oesterreich bringen zu können. Begrüßungsabend im Bürgerbräukeller und Festaufführung. )( München, 8. Juli. freudiger Gehobenheit und festlicher Stimmeine aus I nichts. Ich zimme Der T Gl Jch Sie nächste Jch kein 2 Sie Jch Brief 36 Al= Au „ Er undf J6 Ein von und festlicher mung erfüllter Begrüßungsabend der Reichs kammer der bildenden Künste im Bürgerbräukeller und Festaufführungen der ganz auf das Hochfest der deutschen Kunst eingestellten Münchener Theater bildete den Ausklang des ersten Tages. Das Bayrische Staatsschauspiel brachte als erste Festauf führung Shakespears Königsdrama„eichard III in einer vollendeten Darstellung heraus, das Residenz theater in gleich wohlgelungener Art Richard Strauß Oper„Ariadne auf Naxos“ unter der künstlerischen Leitung von Generalmusikdirektor Clemens Krauß. Die Bayrische Staatsoperette am Gärtnerplatz bescherte die heiter beschwingte Uraufführung von„Liebe, Trommeln und Fanfaren“. Peter Kreuder, der Komponist der mitreißenden Rhythmen, leitete selbst das Orchester. In den Kammerspielen im Schauspielhaus endlich gab es eine glänzend geleitete Festaufführung von „Hokuspokus" von Curt Götz. De gewöl nichts Stühl Es sir mir a An eine karaff Tonio Die Begründung des neuen Die Reform der Ehescheidung. ber vowar besondere em Landag. tebes werde ung in 8 1 chnahme de muna trans Berlin. 9. Juli. rch die Vo In der Begründung des Gesetzes über die sweisen 3 Vereinheitlichung des Eheschließungsdurch die Bund Ehescheidungsrechtes findet man zunächst rgestellt D die bereits wiedergegebenen Darlegungen für die Notulpflicht wendigkeit der Eherechtsreform in Oesterreich. Dann rninsbese heißt es u. a. weiter: Im Altreich hatte das Recht der Eheschließung bereits durch die grundlegenden Aenderungen des Gesetzes zum vorstehen Schutz deutschen Blutes, des Ehegesundheitsgesetzes und res 1939 des esetzes gegen Mißbräuche bei der Eheschließung, eine weitgehende Umgestaltung im nationalsozialistischen Sinne erfahren. Es ist jedoch durch diese Aenderungen Krafte in mehrere Gesetze zersplittert und unübersichtlich geworch alten 8 den. Es erschien daher schon im Interesse des Landes 1938/39 Oesterreich dringend geboten, diese Vielzahl von Gesetzen igen Kinde und Verordnungen in klarer und übersichtlicher Form äter alsm zusammenzustellen. Gleichzeitig mußte angestrebt werden, tig werde nach dem Grundgedanken der erwähnten Gesetze auch die iten zwische von ihnen nicht berührten, die Eheschließung betreffenBeginn de den Vorschriften des Bürgerlichen Gesetzbuches umzugeie Schulau stalten und die Eheschließung aus dem Kreis der rein führung de privatrechtlichen Verträge herauszuheben. echtigten sic So wird schon im§ 1 des neuen Gesetzes das Bürgerliche Gesetzbuch insofern abgeändert, als für den Eintritt der Ehemündigkeit eines Mannes unter 21 Jahren nicht mehr die Volljährigkeitserklärung genugt, sondern daneben eine besondere Ehemündigkeitserklärung verlangt wird. Gerade an den jungen Mann zwischen 18 und 21 Jah„so betont die Begründung, stellt die Volksgemeinsaft in Gestalt des Arbeits= und Wehrdienstes besondere nsprüche, deren Erfüllung durch eine allzu frühe Eheschließung beinträchtigt werden könnte. Auch werden Belange der Volksgemeinschaft auf das empfindlichste berührt, wenn eine Ehe von zu jungen Menschen leichtsinnig geschlossen wird, ohne daß die Ehegatten die zur indung und Erhaltung einer Familie erforderliche geistige und sittliche Reife besitzen oder die notwendige Existenzgrundlage gesichert ist. Eheeinwilligung von Vater und Mutter. Eine wesentliche Aenderung und gleichzeitig eine Vereinfachung der bisherigen unübersichtlichen Regelung stellt Aenderungen chten können nd Oester ben, in dem istandes au zur Anglie ischen Se lziehen n Zeppelin. ig der Luft r auch die lin für die erde, guvere des„HinSchritt zu Einfachung der bisherigen unübersichtlichen Regelung stell durch em die Bestimmung des Gesetzes dar, wonach ein Verlob Seliun ter, der minderjährig oder aus anderen Gründen "in der Geschäftsfähigkeit beschränkt ist, zur Eingehung einer Ehe der Einwilligung seines gesetzlichen Vertreters und der Person bedarf, der die tatsächliche Sorge für die Person des Minderjährigen zusteht. Das bedeutet, daß, solange die Ehe der Eltern besteht, neben dem Vater auch der Mutter eines ehelichen Kindes ein Einwilligungsrecht eingeraumt wird, eine Regelung, die allein der heutigen Auffassung von der Stellung der Frau und Mutter in der Familie entspricht. Können sich die Eltern nicht einigen, hat der Vormundschaftsrichter zu entscheiden. Wenn somit grundsätzlich für die Eheschließung eines ehelichen Kindes, das noch nicht volljährig ist, die Einwilligung beider Eltern erfordert wird, so soll doch auf der anderen Seite nicht jede noch so unbegründete Verweigerung der Einwilligung durch Vater oder Mutter eine Eheschließung endgültig verhindern können. Vielmehr soll die Einwilligung auf Antrag des Kindes durch den Vormundschaftsrichter ersetzt werden können, wenn sich herausstellt, daß sie ohne triftige Gründe versagt wird. Damit ist den häßlichen Vorkommnissen ein Riegel vorgeschoben, in denen z. B. der Vater aus Rachsucht oder Feindschaft gegenüber der Mutter, die von ihm geschieden ist oder getrennt von ihm lebt, dem bei dieser lebenden Kinde die Einwilligung zur Eheschließung versagte. Die Eheverbote. Bei der Erörterung der Vorschriften über die Eheverbote hebt die Begründung des neuen Gesetzes hervor, daß bei dem Eheverbot wegen Verwandtschaft von dem Begriff der Blutsverwandtschaft ausgegangen wird, um von vornherein klarzustellen, daß auch die zwischen einem unehelichen Kind und seinem Erzeuger bestehenden Blutsbande eine Verwandtschaft im Sinne des Verbotes begründen. Eine sehr wichtige Aenderung ist auch, wie aus der Begründung hervorgeht, hinsichtlich des Ehedaß uns liumaus Dr. Eckener e10st. und es Grafen errle das Heneralfelderte er der als großen Reich kein er technisch auchen, igen werde Grüße und württemchmid 3 100. tersveisen Gefolgndstock von mordnmt die 8. Juli. 1 Freitag Urteil ge und des ten angerteilt. Da ils abgeretische Zecker auf wandern. eld. 8. Juli. täheren starkem Zahlreiche n Dächern n. Besonulturen in Die Obstverbots wegen Ehebruchs getroffen worden. Eine Befreiung von diesem Verbot soll jetzt nur noch versagt werden, wenn schwerwiegende Gründe der Eingehung der neuen Ehe entgegenstehen. Hierdurch wird klargestellt, daß die Tatsache des Ehebruchs allein noch nicht genügt, um eine Eheschließung der am Ehebruch beteiligten dauernd zu verhindern. Das Verbot wird vielmehr nur dann aufrechtzuerhalten sein, wenn weitere schwerwiegende Umstände, z. B. mangelnde Erbgesundheit oder ein zu großer Altersunterschied die neue Ehe unerwünscht erscheinen lassen. Eheschließung nur vor dem Standesbeamten. Die Formvorschriften des BGB über die Eheschließung sind im wesentlichen unverändert übernommen worden. Neuaufgenommen wurde nur die— allerdings außerordentlich wichtige— Bestimmung, wonach eine Eh nur zustandekommt, wenn die Eheschließung vor dem Standesbeamten stattgefunden hat. Jede vor einem Standesbeamten geschlossene Ehe trägt zum mindesten den Keim der formellen Gültigkeit in sich. Erfolgt innerhalb eines gewissen Zeitraums nach einer Eheschließung, die an sich gegen die Formvorschriften verstieß, keine Nichtigkeitserklärung und haben die Ehegatten während dieses Zeitraums als Ehegatten miteinander gelebt, so wird die Ehe als von Anfang an gültig angesehen. In dem neuen Gesetz kommt es mithin nicht, wie bisher entscheidend auf die Eintragung der Ehe in das Heiratsrgister, sondern auf die Mitwirkung des Standesbeamten an. Restlose Ausmerzung der Namensehe. Schon das Gesetz gegen Mißbräuche bei der Eheschließung hatte die sogenannte„Namensehe“ beseitigt. Dies ist jetzt auch auf den Fall ausgedehnt worden, daß eine Ehe zu dem Zweck geschlossen worden ist, um der Frau die Staatsangehörigkeit des Mannes zu verschaffen. Eine solche ausdrückliche Ausdehnung wurde besonders von den österreichischen Stellen gewünscht, weil es gerade in Oesterreich häufig vorgekommen ist, daß unerwünschte Ausländerinnen eine formelle Ehe schlossen, um durch den Erwerb der österreichischen Staatsangehörigkeit die Möglichkeit zu einer beruflichen Niederlassung in Wien zu erhalten. Die Ergänzung bedeutet aber auch für das Altreich eine begrüßenswerte Klarstellung. Kinder aus nichtigen Ehen gelten als ehelich. Grundsätzliche Aenderungen bringt das Gesetz auch hinsichtlich der Stellung der Kinder, die aus nichtigen Ehen hervorgegangen sind. Die Begründung betont, es könne grundsätzlich nicht als gerechtfertigt angesehen werden, die Kinder aus einer nichtigen Ehe unter den Verfehlungen ihrer Eltern leiden zu lassen, indem man ihnen die rechtliche Stellung ehelicher Kinder vorenthält. Das muß in der Regel auch dann gelten, wenn die Eltern bewußt einem bestehenden Eheverbot zuwider geheiratet haben. Ausgenommen hiervon sind aber die Nichtigkeitsfälle des Gesetzes zum Schutz des deutschen Blutes und der deutschen Ehre und des Ehegesundheitsgesetzes sowie die Fälle der Namens= und Staatsangehörigkeitsehe. „Ist eine Eheschließung“, heißt es in der Begründung,„von den Ehegatten unter bewußter Zuwiderhandlung gegen wichtigste völkische Belange durch unlautere und betrügerische Mittel erschlichen worden, so soll die aus diesen Gründen für nichtig erklärte Ehe keinerlei Wirkungen hervorbringen können, zumal auch die Kinder aus einem rasseschänderischen oder den Gesetzen der Erbgesundheit widersprechenden Verkehr keinen besonderen Schutz verdienen.“ Dagegen wird den Kindern aus einer Ehe, die aus einem der sonstigen Gründe nichtig ist, grundsätzlich die Stellung ehelicher Kinder verliehen. Wenn der Toterklärte lebt... Interessant ist auch die Regelung des Falles einer Wiederverheiratung nach Todeserklärung des Ehegatten. Eine so geschlossene neue. Ehe soll auch weiterhin in ihrem Bestande nicht dadurch berührt werden, daß der für tot erklärte Ehegatte bei der Eheschließung tatsächlich noch lebte. Mit Rücksicht auf die verhältnismäßig kurzen Verschollenheitsfristen bei der Kriegs= und Seeverschollenheit erschien es jedoch notwendig, dem wiederverheirateten Ehgatten die Möglichkeit offenzulassen, im Falle der Rückkehr seines für tot erklärten Ehegatten von der neuen Ehe zurückzutreten und zu dem früheren Ehegatten zurückzukehren. kischen Lebens dem Ehegatten das Erleben der Gemeinchaft. Sie fordert von jedem Gatten Rückicht und Verständnis für den anderen und die Bekämpfung eigennütziger Regungen, die das Glück der Ehe gefährden. Eine solche Betrachtung ist unvereinbar mit der liberalistischen, die in der Ehe eine vertragsartige Zweckverbindung zur Verwirklichung individueller Interessen sieht. Denn für den nationalsozialistischen Staat liegt der tiefste Sinn der Ehe außerhalb der Individualinteressen der Ehegatten. Andererseits erblickte er die Weihe der Einrichtungen der Ehe aber nicht, wie die konfessionelle Betrachtung, in jenseitigen Vorstellungen und religiösen Bindungen, sondern in der Bedeutung der Ehe für Bestand und Gesundheit des deutschen Volkes. Daraus folgt, wie die Begründung betont, daß die neue Regelung des Ehescheidungsrechts über die Hemmungen hinweggehen muß, die sich aus rein religiösen Betrachtungen gegen die Lösung einer Ehe ergeben können. Andererseits kann aber auch das Ziel der Reform nicht sein, eine allgemeine Erleichterung der Ehescheidung im Sinne individualistischer Eheauffassung herbeizuführen. Denn wollte man jedem Ehegatten, der in der Ehe nicht das volle von ihm erwartete Glück findet, ermöglichen, von seiner Ehe freizuwerden, so würde man den Wert der Ehe herabsetzen, würde man bei den Volksgenossen das Gefühl für die heilige Pflicht, aus ihrer Ehe das Beste zu machen und sich mit Unzulänglichkeiten des statt nur Volksgemeinschaft wertlos geworden ist, die auch für die Ehegatten, die sich ihrer sittlichen Pflichten in vollem Maße bewußt sind, nicht mehr zu einem rechten ehelichen Gemeinschaftsleben führen kann, auf einem ehrlichen Wege lösbar wird. Die Ehescheidungsgründe. Die Begründung legt dann dar, warum man statt einzelner Ehescheidungsgründe nicht die generelle Bestimmung einführen konnte, daß jede Ehe lösbar ist, die zerrüttet ist, daß sie für die Volksgemeinschaft keinen Vert mehr besitzt. Ein solches Ehescheidungsrecht würde B. die Scheidung im gegenseitigen Einverständnis ast schrankenlos ermöglichen, da ein Richter, wenn beide Ehegatten ihre Ehe als zerrüttet bezeichnen, schwerlich in der Lage sein wird, das Gegenteil festzustellen. Der Ehebruch ist nach wie vor als absoluter Scheidungsgrund aufrechtzuerhalten. Als absoluten Ehescheidungsgrund kennt das Gesetz weiter den Fall, daß ein Ehegatte sich ohne triftigen Grund beharrlich weigert, Nachkommenschaft zu erzeugen oder zu empfangen. Weiter enthält das Gesetz eine allgemeine Bestimmung, die in allen Fällen die Ehescheidung ermöglicht, in denen der beklagte Ehegatte durch schwere eheliche Verfehlungen oder durch ehrloses oder unsittliches Verhalten die Ehe schuldhaft so tief zerrüttet hat, daß die Wiederherstellung einer ihrem Wesen entsprechenden Lebensgemeinschaft nicht erwartet werden kann. Im weiteren Umfange als bisher ist eine Ehescheidung ohne Verschulden möglich. So konnte bisher eine Ehe nicht geschieden werden, in der ein Ehegatte dem andern gegenüber ein zänkisches oder sonst ehewidriges Verhalten zeigte, das ein rechtes Zusammenleben auf die Dauer völlig unmöglich machte, weil der den Ehefrieden störende Gatte wegen einer krankhaften geistigen Veranlagung, z. B. wegen Hysterie, für sein Tun nicht verantwortlich gemacht werden konnte, seine ehelichen Verfehlungen also nicht schuldhaft waren. Neu ist die Bestimmung, daß eine Scheidung zugelassen wird, wenn ein Ehegatte an einer schweren ansteckenden oder ekelerregenden Krankheit leidet und keine Heilung in absehbarer Zeit erwartet werden kann. Wenn auch den Leidenden kein Verschulden triffft, so kann ja doch in solchen Fällen Sinn und Zweck der Ehe nicht mehr verwirklicht werden. 8 Eine den der Regelung der Unterhaltsansprüche ein. heutigen Auffassungen entsprechende Neuregelung gesetzlicher Unterhaltspflichtigen kann, heißt es in der Begründung, bei der Bemessung des Unterhalts nicht mehr einseitig von den Lebensverhältnissen des Berechtigten ausgehen. Bei der Bemessung des Unterhalts ist von dem Betrag auszugehen, der nach den Lebensverhältnissen beider Ehegatten als angemessen erscheint. Die Unterhaltspflicht des Mannes und der Frau ist auch jetzt unterschiedlich geregelt, da dem Manne künftig ein Unterhaltsanspruch ebenfalls nur zustehen kann, wenn er außerstande ist, sich selbst zu unterhalten. Für die Frau ist jedoch die Verpflichtung, durch eigene Arbeit für ihren Unterhalt zu sorgen, gegenüber der bisherigen Regelung wesentlich verstärkt. „Bei der Stellung, die der erwerbstätigen Frau heute im Wirtschaftsleben wie überhaupt im sozialen Gefüge des Volkes zukommt und bei der heutigen Auffassung vom Werte der Arbeit als einer Verpflichtung gegenüber der Volksgemeinschaft, kann es für die Frage, ob eine geschiedene Frau sich zum Teil auf den Verdienst durch eigene Arbeit verlassen muß, nicht mehr daraufankommen, ob eine solche Erwerbstätigkeit bei den Verhältnissen, in denen die Gatten während der Ehe gelebt haben, üblich war oder nicht. Es kommt vielmehr darauf an, ob bei gerechter Würdigung aller Umstände eine Erwerbstätigkeit von der Frau erwartet werden kann oder nicht. Das Schicksal der Kinder nach der Scheidung. Die bisherige Regelung, daß das Schicksal der Kinder aus geschiedenen Ehen davon abhängt, welchen Ehegatten das Verschulden trifft, eine Regelung, die gewissermaßen den schuldigen Ehegatten durch die Fernhaltung von seinen Kindern für seine Verfehlungen bestraft, kann in einem Familienrecht des heutigen Staates, der sich die Förderung der heranwachsenden Jugend besonders angelegen sein läßt, keinen Platz mehr haben. Die Frage, wem die Sorge für das Kind anvertraut wird, muß in erster Linie nach der Eignung der Ehegatten zu einer dem Wohle des Kindes förderlichen Erziehung beantwortet werden. Die Schuldfeststellung im Urteil läßt natürlich gewisse Schlüsse darauf zu, ob ein Ehegatte erzieherisches Vorbild für seine Kinder sein kann oder nicht. Im übrigen ist das Wohl des Kindes der ausschließliche Maßstab für die Verleihung des Sorgerechts durch das Vormundschaftsgericht. Ailllailand des Hans mit ihren strahlende wiederzusollendung Nünchene Richard il auf den loß Gause Weihee großen bräuJuli. er StimReichsrgerbräuauf das Lünchener es. Das FestaufdIII" Residen Strauf stlerischen uß. Die herte die Tromer Komlbst das spielhaus 34) Ich könnte die Person nicht um mich ertragen. So wende ich mich ab und gehe zu dem kleinen, zierlichen Schreibtisch in der Ecke. Ich schlage die Briefmappe auf. Es sind nur ein paar Löschblätter darinnen. Ich öffne die Schubladen und lasse ihren Inhalt durch meine Finger gleiten. Es sind Briefe von Freundinnen aus Jena, die ihr zur Verlobung Glück wünschen, sonst nichts. Ich gehe in das nächste Zimmer. Es ist ihr Schlafzimmer. Es ist alles so, als hätte sie es eben verlassen. Der Toilettetisch ist mit Silber, Kristall und Spiegeln Zin Glanz in der Sonne, die hereinfällt. Ich rufe Maja her.„Wo schläfst du?“ Sie geht vor mir durch ein kleines Vorzimmer in das nächste Zimmer. Ich sehe umher. Es ist einfacher eingerichtet und hat kein Bett, sondern eine sehr niedrige Ottomane. Sie deutet auf diese und sagt:„Hier—!“ Ich ziehe ein paar Schubladen auf und finde einen Brief aus Peking in chinesischer Sprache. Ich stecke ihn ein. Als ich mich umsehe, ist Maja nicht mehr da. Auf dem Arkadengang wartet Tonio. „Wir gehen hinauf in den Saal,“ sage ich. Er geht vor mir her. Ich rufe ihn an meine Seite und frage:„Wann ist die nächste Versammlung?“ „Heute abend, gnädiger Herr.“ „Gut." Der Saal ist ein Rechteck, etwa zwölf Meter lang, gewölbt, in schwerer italienischer Renaissance. Es steht nichts darin als ein langer Tisch, mit hochlehnigen Stühlen. Auf dem Tisch liegen verstreut einige Blätter. Es sind Zeichnungen von Segelflugzeugen. Ich sehe sie mir an und lege sie wieder hin. An einem Pfeiler ist ein Nebentisch, auf ihm eine Anzahl ungebrauchter Gläser und einige Kristallkaraffen. „Wer bedient die jungen Herren hier?" frage ich Tonio und weise darauf hin. „Signor d'Argio bringt seinen Diener mit. Er holt den Wein aus der Österia in der Gasse links.“ „So— wir sind fertig!“ sage ich. Ich danke Ihnen, Tonio. Wann wird gespeist?" „Um ein Uhr, gnädiger Herr.“ Ich schlendere in Haus und Garten umher. Ich möchte Frau Doria begegnen. Da sie nicht sichtbar ist, schicke ich Tonio zu ihr; ich möchte ihr einen Besuch machen, lasse ich sagen, das wird sie schmeicheln. Sie empfängt mich auf der Schwelle ihres Zimmers. Es wäre sehr liebenswürdig, und ich möge Platz nehmen. Ob sie mir einen Likör anbieten darf? Es wäre so furchtbar, das Ganze— und so fort. Wir sitzen uns gegenüber. Ich fühle, daß sie noch immer viel für Männer übrig hat, und daß ich ihr gefalle. Sie sagt mir lauter Artigkeiten, daß ich bestimmt Licht in dieses entsetzliche Dunkel bringen werde und so fort. Sie hat einen etwas zu kurzen Rock, und ihre Füße mit sandfarbenen Strümpfen stecken in kleinen, koketten Hausschuhen. Ich lächele und deute darauf hin und frage, ob sie mit diesen entzückenden Schuhen auch in den Garten gehe Sie lacht unbefangen. „Nein, da muß man feste Schuhe haben! Es regnet immer soviel bei uns. Der Garten ist immer feucht. Sehen Sie— so!“ Und sie nimmt, ohne aufzustehen, unter dem Diwan einen festen Lederschuh und hält ihn mir hin.„Nicht schön— aber praktisch.“ Ich fasse schnell danach und betrachte ihn aufmerksam. Dann gebe ich ihn lächelnd zurück. Ich klappe mein Notizbuch auf und nehme den lila Seidenfaden heraus.„Hier habe ich Ihnen ein Eigentum zurückzugeben!“ Sie greift nicht sofort danach. Sie sieht mich forschend an.„Wo haben Sie das gefunden?“ „Bei der kleinen Pforte,“ sage ich langsam und ernst. „Ach ja—“ Sie faßte nach dem Faden, den ich ihr hinhalte.„Ich habe meinen Neffen begleitet bis zur Pforte. Es war am Tage nach dem traurigen Ereignis Wir sprachen darüber.“ sage ich gedehnt.„Er hat es erst von Ihnen zu der Zeit, als „So— erfahren? Wo waren Sie eigentlich Anita spurlos verschwand?“ Sie besinnt sich und sagt dann ungeduldig:„Ich war doch schlafen gegangen. Sie bleiben immer so lange auf.— Der Cavaliere schläft überhaupt kaum. Ich brauche meinen Schlaf.“ „Das begreife ich,“ nickte ich. Wir sprechen noch dies und jenes. Ich möchte herausbringen, ob die Abneigung gegen Markus tatsächlich wahr ist, spiele mit einem kleinen Gegenstand, der auf dem Tischchen zwischen uns steht und sage so leichthin: „Wenn der Cavaliere einmal nicht mehr ist, werden Sie doch bei dem jungen Paar bleiben? Wir werden Signorina Anita ja bald wiederhaben.— Und dieses schöne Haus würde sie sicherlich schwer entbehren.“ Sie fährt wie von einer Natter gestochen auf.„Auf keinen Fall! Wo denken Sie hin! Und dann überhaupt Graf Markus ist noch sehr jung. Ich halte diese Idee, die Kinder zu verheiraten, für absurd.“ „Warum?“ frage ich atemlos.„Jung gefreit, hat niemand gereut, sagt ein altes Sprichwort.“ Blut steigt ihr dunkel in das bräunlich getönte Gesicht, sie wendet den Kopf weg. Sie sagt darüber wegleitend:„Ich habe eine Schwester in Pisa, die Mutter Ludovicos. Ich würde zu ihr ziehen.“ „Ach so— Da waren Sie jedenfalls bei ihr. Kurz vor der Katastrophe waren Sie ja ein paar Tage weg.“ Sie schaute mich an, und es zuckte um ihren Mundwinkel.„Sie verhören mich!“ sagte sie blaß werdend, und dann:„Natürlich! Dafür sind Sie ja hier. Sie brauchen es aber nicht so versteckt zu tun.“ Jetzt lächelt sie zu mir her.„Sie sind ein sehr taktvoller Mensch, aber fragen Sie mich nur. Sie sollen wissen, wo ich in den drei Tagen war. Ich war in meiner Heimat, in Florenz. Dart habe ich ein kleines Guthaben auf der Bank. Ich habe zirka dreitausend Lire davon behoben, deswegen bin ich hingefahren.“ „So— Ihr Neffe hat diesen Brief für Sie hinterlassen,“ sage ich.„Durf ich Ihnen denselben vorlesen?“ Und ohne eine Antwort abzuwarten lese ich: „Liebe Tante! Mache es möglich! Bin halb verrückt! Es ist kein Leben mehr so! Ich warte mit dem Flugzeug an dem bestimmten Platz!“ Sie streckte ihre weiße, gepflegte Hand vor und greift hastig nach dem Brief. „Pardon!" sage ich, und stecke ihn wieder ein. „Das ist zu dumm! Zu dumm! Ludovico ist zu dumm! Was braucht er mir zu schreiben? Ich habe ihm gesagt, daß ich ihm das Geld bringe. Wo war der Brief? Wie kommt er in Ihre Hand?“ „Das tut nichts zur Sache, Signora Dorio. Ich habe Ihnen den Brief nur vorgelesen, damit Sie davon wissen.“ „Zu dumm!“ wiederholt sie.„Aber ich verstehe nicht — was wollen iSe damit? Er ist in Geldverlegenheit gewesen, er ist leichtsinnig, wie die meisten jungen Leute Da habe ich ihm die dreitausend Lire von meinem Depot behoben. Seiner Mutter dürfte er mit so etwas nicht kommen." Ich lächle.„Und da sind iSe mit dem Segelflugzeug, von dem bestimmten Platz aus—? Sie sind eine mutige Frau. Wo war dieser Platz?“ Außerhalb Florenz. Ich fuhr mit der Taxe hin und gab ihm das Geld. Ich blieb dann noch zwei Tage in Florenz. Wir hatten es mündlich so ausgemacht. Es war ein Unsinnn, es mir nochmals zu schreiben. Ich bin einen Tag früher weggefahren. Er mochte glauben, dieser dumme Brief erreiche mich noch. Ich sehe aber nicht ein, was das alles mit dem zu tun hat, weswegen Sie hier sind?“ Ich erhebe mich.„Ich will Sie nicht länger aufhalten, Signora Doria. Es ist meine Pflicht, jeden Faden aufzunehmen. Man weiß nicht, welcher der der Ariadne ist, der in den Irrgarten hineinführt.“ Sie begleitet mich zur Türe. Während sie mir öffnet, streicht sie sich mit der Linken über ihr rostrotes Haar, unsicher, verwirrt, verlegen, irgendwie benommen. * Auf dem Vorplatz ist Konrad Hartmann. Er sitzt auf einer, mit einem Purpurkissen belegten Truhe, steht hastig auf und faßt meine Hand.„Ich habe geschlafen. Vor einer Stunde bin ich erst aufgestanden. Ich habe gleich nach Ihnen gefragt. Tonio sagte mir. Sie seien bei der Doria Ich wollte nicht stören. Mir ist heute viel leichter. Kommen Sie mit mir in mein Zimmer. Kommen Sie! Haben Sie schon einen Anhaltspunkt? Markus sagte mir, Sie wären schon auf der Polizei gewesen. Was haben Sie für einen Eindruck von ihr? Sie machen nichts, sie machen nichts, sie sagen: Si, si und machen nichts. Ich bin nur froh, daß Sie da sind. Mein armes Kind! Ich darf gar nicht daran denken.“ Ich gehe mit ihm, setze mich in einen Fauteuil und lasse seinen Redestrom über mich ergehen. Es erleichtert ihn offenbar, sprechen zu können. Dann nehme ich den Brief aus Peking heraus und frage ihn, ob er noch soviel chinesisch verstehe, daß er diese Schriftzeichen entziffern könne. Er nimmt den Brief ein wenig erschrocken aus meiner Hand.„Was glauben Sie?“ frägt er ängstlich und hält ihn. ohne ihn zu entfalten. „Nichts—“ sage ich ungeduldig.„Ich will wissen, von wem er ist, und was darinnen steht.“ Da öffnet er ihn und ich sehe sein schmales Gelehrtengesicht mit gesammelten Gedanken, die die Stirne in Falten ziehen, sich darüberneigen. Es dauert sehr lange. (Fortsetzung folgt.) Billigkeitsmaßnahmen bei der Hauszinsstener Der Preußische Finanzminister hat in einem Erlaß Richtlinien für Billigkeitsmaßnahmen auf dem Gebiet der Hauszinssteuer herausgegeben, in denen die Steuererleichterungen bei der Hauszinssteuer zusammengefaßt geregelt werden. Nachdem das Hauszinssteuerrecht an das Grundsteuerrecht möglichst angeglichen worden ist, war eine solche Angleichung auch auf dem Gebiet der Billigkeitsrichtlinien zweckmäßig. Dies gilt insbesondere für die Steuererleichterungen wegen Ertragsminderung, die bei Billigervermietung, Leerstehen, Mietausfall und Betriebsrückgang gewährt werden. Durch die neuen Richtlinien sind die bisherigen Steuererleichterungen bei der Hauszinssteuer im großen und ganzen nicht geändert worden. Im Interesse der Verwaltungsvereinfachung war es jedoch geboten, in den Fällen der Billigervermietung, des Leerstehens und des Mietausfalls bei geringfügiger Ertragsminderung Steuererleichterung nicht zuzulassen. Nach den Richtlinien gilt dies, wenn die Ertragsminderung 10 Prozent, bei eigengewerblich In verfahrensmäßiger Hinsicht ist beachtlich, daß die Erleichterungen künftig nicht mehr in der Form der Niederschlagung, sondern in der Form des Steuererlasses zu gewähren sind. Im übrigen beträgt der Steuererlaß 150 des Prozentsatzes der Ertragsminderung. In Uebereinstimmung mit der Grundsteuerregelung wird für Grundstücke, die Juden gehören, Steuernachlaß nicht gewährt. Bei Wohnungsteilungen kann künftig Steuererlaß nur gewährt werden, wenn besondere Verhältnisse vorliegen oder wenn ein dringendes wohnungspolitisches Interesse an den Wohnungen in der Gemeinde besteht. Bei Grundstücken, die wegen ihrer Bedeutung für Wissenschaft, Kunst oder Heimatschutz im öffentlichen Interesse erhalten werden oder dem Zweck der Forschung oder der Volksbildung nutzbar gemacht sind, kann, sofern sie nicht von der Hauszinssteuer befreit sind, die Steuer zur Vermeidung von Härten ganz oder teilweise erlassen werden. „Wir marschieren mit! 92 Am 1. Juli rief Reichsorganisationsleiter Dr. Ley die deutschen Betriebe zum zweiten Leistungskampf der deutschen Betriebe auf, eines Leistungskampfes, der in den Mittelpunkt des Geschehens den schaffenden deutschen Menschen stellt. An diesem Leistungskampf, der am 1. August 1938 seinen Anfang nimmt, sollen alle deutschen Betriebe teilnehmen, gleichgültig, ob es sich um einen Großbetrieb mit vielen hundert Gefolgschaftsmitgliedern handelt oder um einen kleinen Betrieb mit nur wenigen Gefolgschaftsmitgliedern. Der Gedanke dieses Wettkampfes ist der Weg der sozialen Betreuung des schaffenden Menschen und somit der praktische Ausdruck für die revolutionäre Auffassung von der gemeinsamen sozialen Ehre, welche erstmalig im nationalsozialistischen Deutschland verwirklicht wurde und damit auch der ganzen Welt leuchtendes Vorbild gewesen. Grono 184 „Es wal sen Kellersch seine Schritt Der Landwi er den Lohr ische. Duft durchwe te Teil dann Kleereu Frage: Wie Getreides b Gerste ist be nit dem Sch ach de Allen, die uns mit ihrer Teilnahme wohlgetan haben, danken wir von Herzen. Dem Herrn über Leben und Tod hat es in seinem unerforschlichen Ratschluß gefallen, gestern abend 6¼ Uhr meinen innigstgeliebten, unvergeßlichen Mann, unseren guten, treusorgenden Vater, Schwiegervater und Großvater, unseren lieben Bruder, Schwager und Onkel, den Erna Windhorst Franz u. Annemarie Windhorst Gronau. im Juli 1938. Handlungsvertreter Anton Niewerth im Alter von 57 Jahren zu sich in die Ewigkeit zu nehmen. Das städt. Hallenbad an der Langemarkstraße bleibt wegen Kesselrevision vom Montag, dem 11. bis Donnerstag, dem 14. Juli einschl. geschlossen. Gronau, den 9. Juli 1938. Der Bürgermeister. Er starb nach langer, schwerer, mit großer Geduld ertragener Krankheit, wohlvorbereitet durch ein arbeitsreiches, christlich-frommes Leben und versehen mit den hl. Sterbesakramenten sanft und ruhig im Herrn. Er folgte seinem einzigen Sohn nach nur 3 Monaten in die Ewigkeit. 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Die Beerdigung erfolgt am Montag, dem 11. Juli morgens 8.30 Uhr. Antreten 8.15 Uhr auf dem SchlageterPlatz. Schießgruppe um 8 Uhr bei Harpering. zu kaufen gesucht. Näheres Buchhandlung A. Niewerth, Epe. Omnibusfahrten mit mod. Luxusomnibus Zum 1. 8. oder später wird für einen bessereren bürgerlichen Erwachsenenhaushalt ein selbst. Mädchen gesucht. Guter Lohn und gute Behandlung(Familienanschluß). Ang. unter X Y 100 an die Buchhandl. Scholbrock, Vreden. Dienstag, 12. Juli Essen (Reichsgartentschau) Mittwoch, 13. Juli Neviges Samstag, 16. Juli Kevelaer Samstag, 23. und 24. Juli Nürburgring (Großer Preis v. Deutschl.) mit Rhein= und Ahrtalfahrt verbunden. Braves kath. Mädchen Für weitere Gesellschaftsfahrten(in 20sitzigen und 33sitzigen Omnibussen) empfiehlt sich nicht unter 20 Jahren, für Küche und Hausarbeit zu Mitte Juli später Joh. Gießelink oder später gesucht. Offerten Z 396 an die Buch handlung Scholbrock, Vreden. Ochtrup Bahnhofstr. 24, Ruf 404 Näheres in der Gesch. in Gronau. 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Die Herste ist bereits ausgereift und in wenigen Tagen wird zu snit dem Schnitt begonnen werden. der Tch der Raps, dessen Ernte sonst vor der Gerste e Grabiegt, wird in diesem Jahre mit der Gerste geschnitten verden. Mannshoch steht der Roggen. Der Weizen und der Hafer zeigen bereits ihre Aehren. Fürwahr, für das luge ein farbenprächtiges Bild, das durch die nunmehr lühenden Flachsfelder und die vielen Korn= und MohnBjlumen noch erhöht wird. Hier heißt es jedoch beim Plücken der Blumen: Schont das Getreide! Für die ckfrüchte, Kartoffeln und Rüben ersehnt der Landwirt n lange den für eine gute Ernte notwendigen Regen, uns ja gottseidank in den letzten Tagen reichlich besieden wurde. nau Uhr So ist das Sowjelparadies! Besucht die antibolschewistische Schau„Weltfeind— Bolschewismus" Der Kampf gegen Gott und Religion. Kirchenschändung, Sittenzerstörung, Kindernot, Judenherrschaft, Terror und Mord, Aufruhr in aller Welt. Zwangsarbeit, Hungertod, der Generalstab der Weltrevolution, die rote Armee, die Bekämpfung des Bolschewismus. Dies alles zeigt die antibolschewistische Schau und es spricht dort gleichzeitig ein Volksgenosse, der in Rußland geboren, 39 Jahre dort gelebt und 1930 nach Deutschland zurückkehrte, über seine eigenen Erlebnisse. Die Ausstellung findet statt von vormittags 10 Uhr bis abends 22 Uhr und zwar am 10. Juli in Wessum für die Ortsgruppen Wessum und Graes; 11. Juli in Ahaus; 12. Juli in Heek für die Ortsgruppen Nienborg und Heek; 13. Juli in Epe 14. und 15. Juli in Gronau; 16. Juli in Alstätte; 17. Juli in Vreden; 18. Juli in Stadtlohn; 19. Juli in Südlohn; 20. Juli in Oeding; 21. Juli in Legden; 22. Juli in Asbeck; 23. Juli in Wüllen; 24. Juli in Schöppingen; 25. Juli in Ottenstein. Volksgenossen des Kreisabschnittes Ahaus! Adolf Hitler hast Du es zu danken, daß der Bolschewismus in Deutschland zerschlagen wurde und so das große Elend über Dich und Deine Kinder verhütet wurde. Hole Dir endlich Aufklärung über die wahren Zustände, die in Deutschland herrschen würden, wenn der Führer Adolf Hitler nicht für sein Volk gekämpft und Hunderte seiner Kameraden nicht für Dich ihr Leben geopfert hätten. Besuche die antibolschewistische Ausstellung der Gaupropagandaleitung der NSDAP Westfalen=Nord. Generalappell der Ahauser Schützen Am 21. und 22. August findet das erste gemeinsame Schützenfest statt. ig! ation tische aften Kleine Stadtnotizen van üwe, gen, Neues vom Hermann=Löns=Denkmal. Wie wir bereits früher berichteten, ist im Stadtvald die Aufstellung eines Hermann=Löns=Denkmals in lussicht genommen. Der Platz wurde auf der sogenannen„Insel“ ausgewählt. Der Unterbau des künftigen enkmals ist bereits vor Wochen fertiggestellt worden. as Denkmal selbst wird aus einem einfachen Naturin geschaffen und ein von dem Münsterschen Künstler zotti angefertigtes Bildnis des Dichters tragen. Wie r bereits an anderer Stelle unserer heutigen Ausgabe sichten, soll das Denkmal am Sonntag, dem 21. August, Rahmen des diesjährigen Schützenfestes seine Weihe alten. Die bis dahin noch erforderlichen Arbeiten ften ohne Schwierigkeiten durchgeführt werden können, mal das Bildnis des Dichters bereits fertiggestellt ist. swäre zu begrüßen, wenn auch die Umgebung des Denkals gelegentlich der bevorstehenden Einweihungsfeier ne dem Dichter würdige Pflege erfahren würde, Wegen Verdacht der Rassenschande burde die Jüdin E. Schl. und A. B. von der hiesigen solizei festgenommen und dem Richter in Coesfeld voreführt. Gegen beide wurde Haftbefehl erlassen. Der Kusenhook wird ausgebaut. Nachdem vor einiger Zeit der Rosendalweg völlig sgebaut wurde und eine feste Decke erhielt, werden genblicklich auch am Kusenhook größere Erdarbeiten chgeführt. Falls die Witerung sich einigermaßen istig gestalten wird, dürfte die Durchführung der Ariten nicht allzu viel Zeit in Anspruch nehmen. Noch keine allgemeine Anwendung des Impfstoffes gegen die Maul= und Klauenseuche. Nach einer Anordnung des Reichsinnenministers hat ler gesamte hergestellte Impfstoff zunächst nur in den von ihm selbst bestimmten Fällen zum Einsatz zu e lansen. Anträge auf Einzelimpfungen können vorerst nicht erücksichtigt werden und sind daher zwecklos. Wer wünscht Aufnahme im HI=Landdienst? Für die Restbesetzung der bereits im Gebiet Westlen eingesetzten 50 Landdienstgruppen der HI können laufend Anmeldungen von Jungen und Mädchen gegengenommen werden. Die Einberufung erfolgt sonach Eingang des ordnungsmäßig ausgefüllten Andebogens. Anmeldungen werden von der Gebietsührung Westfalen(9), Referat=Landdienst, Münster, Diepenbrockstr. 30, und allen HI=Dienststellen entgegengerommen. Keine Beeinträchtigung der Verkehrssicherheit. Nach den Bestimmungen des neuen Straßenverkehrssechts ist es strengstens untersagt, Gegenstände auf Straen zu bringen oder liegen zu lassen, wenn dadurch der erkehr gefährdet oder die Sicherheit oder Leichtigkeit erkehrs beeinträchtigt wird. Der für die Verkehrsförung Verantwortliche hat diese Gegenstände unverzügWünschesich zu entfernen und, wenn dies nicht möglich ist, sie gen zu könsusreichend kenntlich zu machen, bei Dunkelheit oder de fartem Nebel durch rotes Licht. Ebenso ist auch das wir, Ihre Nitführen ungeschützter Sensen auf öffentlichen Straßen rechtzeitig ftengstens untersagt. 1 nann aber Streichlertige Farben aus dem Fachgeschäft HOFF Marktstr. 3 Linoleum- Farben- Tapeten- Glas HE Seiten forten cktafeln 1. 4.80 ING DAF=Beiträge für Parteigenossen ermäßigt. Den Einzelmitgliedern der Deutschen Arbeitsfront, ste gleichzeitig Parteigenossen oder Parteianwärter sind ind ein Bruttogehalt bis zu 220.— RM. beziehen, wird ine Beitragsermäßigung gewährt. Die Ermäßigung beragt bis zu einem Einkommen von 220,— RM. monatzwei Beitragsklassen; der Mindestbeitragssatz ist 0,40 KM. Bei Inanspruchnahme dieser Beitragsermäßigung onnen weitere Beitragsermäßigungen nicht gewährt berden. Die Berechnung der Unterstützungsleistungen ernach der Beitragsklasse, die nach dem tatsächlichen eintommen geleistet werden müßte. Mit dieser Anordnung trägt die Deutsche Arbeitsfront der Lage der wirthaftlich schwächeren Mitglieder in besonderem Maße zechnung. Die Anordnung trat bereits am 1. Juli in Eine reichhaltige Tagesordnung Ahaus, den 8. Juli 1938. Am Donnerstagabend fand im Saale Heisterborg die Generalversammlung des Allgemeinen Bürgerschützenvereins Ahaus statt, zu der die Mitgliede: des ehemaligen Bürger=, Junggesellen= und Feldmarker=Schützenvereins eingeladen waren. Die Tagesordnung brachte ein umfangreiches Programm, zumal auch die Vorarbeiten für das diesjährige Schützenfest erledigt werden sollten Bekanntlich konnte vor einiger Zeit der Zusammenschluß des bisherigen Bürger=, Junggesellen= und FeldmarkerSchützenvereins zum Allgemeinen Bürgerschützenverein Ahaus erzielt werden. Dieses Ergebnis kann nur aufrichtig begrüßt werden, da dadurch der Schützensache selbst am besten gedient ist. Gleichzeitig entspricht dieser Schritt auch dem Wunsche der maßgebenden Instanzen, die mit Recht darauf drängen, daß auch im Schützenwesen jede Zersplitterung vermieden wird, um den gestellten Aufgaben restlos gerecht werden zu können. Aber auch die Bürgerschaft unserer Stadt wird es begrüßen, daß endlich dieser Zusammenschluß getätigt worden ist und nunmehr ein Schützenfest durchgeführt werden kann, das im wahren Sinne des Wortes als ein wirkliches Volksfest bezeichnet werden kann. Zu Eingang der Versammlung gab der Vereinsführer des neuen Vereins Rechtsanwalt Brandis einen Bericht über das Ergebnis der für das Schützenwesen unserer Stadt so bedeutungsvollen Sitzung am 31. Mai ds. Jahres, in der die Vorstände der ehemaligen Vereine sich geschlossen für den Zusammenschluß erklärten. Weiterhin kennzeichnete er die Aufgaben, die den Schützenvereinen im neuen Deutschland gestellt seien. Es komme keineswegs darauf an, lediglich ein großes Schützenfest aufzuziehen und während der übrigen Zeit des Jahres alle Arbeit ruhen zu lassen. Die Hauptaufgabe der Schützenvereine sei und bleibe vielmehr die Pflege des Schießsportes, um im Falle der Not das Vaterland gegen jeden Angriff erfolgreich verteidigen zu können. Damit sind die Schützenvereine wieder zu ihrer ursprünglichen Aufgabe, der sie in früheren Jahrhunderten so erfolgresch gedient haben, wieder zurückgeführt werden. Anschließend gab der Vereinsführer die neuen Satzungen bekannt, wie sie allgemein für die Mitglieder des Deutschen Schützenbundes und damit auch des Reichsbundes für Leibesübungen aufgestellt sind. Die neuen Satzungen sind in ihrer jetzigen Fassung bereits genehmigt, ebenso ist Vereinsführer Rechtsanwalt Brandis in seinem Amte bestätigt worden, der seinerseits auch schon seine Mitarbeiter ernannt hat. Bei der Auswahl der neuen Mitglieder ist man mit Recht davon ausgegangen, nach Möglichkeit die bisherigen drei Vereine zu berücksichtigen, um dadurch eine möglichst erfolgreiche Zusammenarbeit zu gewährleisten. Die Leitung des Allgemeinen Bürgerschützenvereins Ahaus liegt somit in den Händen von Rechtsanwalt Brandis, der zu seinem Stellvertreter Stadtinspektor Vliex bestimmte. Zum Kassierer wurde Stadtrentmeister Dekiff ernannt, während das Amt des Schießwartes dem Schützenbruder Johann Dieter übertragen wurde. Der Aeltestenrat des Vereins setzt sich satzungsmäß aus 10 Mitgliedern zusammen, von denen bisher 7 ernannt wurden. Es sinz dies die Kameraden: Heinrich Herker=Orthaus, Paul Steingrube, Hermann Lüdeling jun., Heinz Kramer, Hermann Temming jun., Gerhard Büning, Gerhard Füchtmann. Seitens des ehemaligen Junggesellen=Schützenvereins sollen dem Vereinsführer noch einige Vorschläge für den Aeltestenrat gemacht werden, so daß die Besetzung der restlichen Stellen erst später erfolgen kann. Wie Vereinsführer Brandis erklärte, soll demnächst bei den zuständigen Stellen ein entsprechender Antrag eingereicht werden, um die Mitgliederzahl des Aeltestenbeirates auf 12 erhöhen zu können. Einen breiten Raum nahm sodann die Besprechung des diesjährigen Schützenfestes ein, das am 21. und 22. August gefeiert wird und zwar zum ersten Male gemeinsam von sämtlichen Schützen unserer Stadt. Das Programm der Veranstaltungen wird gegenüber den Vorjahren eine gewisse Veränderung erfahren, als in diesem Jahre im Rahmen des Schützenfestes auch das Hermann=Löns=Denkmal im Stadtwald seine Weihe erhalten wird. Diese Feier ist für Sonntag, den 21. August, nachmittags vorgesehen. Am Montag steigt dann das eigentliche Schützenfest. Die Ausarbeitung des Programms in all seinen Einzelheiten soll dem Vorstande des Vereins überlassen bleiben. Es ist gedacht, zum Schützenfest drei Kompagnien aufzustellen. Ferner sollen beim Festzuge auch die Könige der bisherigen drei Vereine mitgeführt werden. Schließlich trägt man sich mit dem Gedanken, zugleich mit dem Schützenfeste auch die Weihe der neuen Schützenfahne zu vollziehen, die durch den Gauschützenführer vorgenommen wird und wozu sich letzterer auch bereits grundsätzlich bereit erklärt hat. An die Vereine der näheren Umgebung soll eine Einladung ergehen am gleichen Tage die Weihe ihrer neuen Fahne vollziehen zu lassen. Werden letztere dieser Einladung Folge leisten, so wird das kommende Schützenfest einen besonders eindrucksvollen Verlauf nehmen. Das Programm des Schützenfestes wird etwa wie folgt durchgeführt werden: Sonntagvormittag Antreten der Schützen und anschließend Frühschoppenkonzert. Der Nachmittag wird mit der Einweihung des Hermann=Löns=Denkmals im Stadtwald und der evtl. Weihe der neuen Schützenfahnen restlos ausgefüllt sein, dem Hann am Abend ein gemütliches Beisammensein folgen wird. Am Montagmorgen findet dann das Königsschießen statt. Gleichzeitig wird ein Sternschießen und ein Scheibenschießen ausgetragen, das dann auch in den Nachmittagsstunden fortgesetzt werden. Für die Kleinen sind am Nachmittag allerlei Belustigungen vorgesehen. Mit dem Krönungsball in den Abendstunden werden die Festtage offiziell ihren Abschluß finden. Die Vereinsführung wird an die hiesigen Betriebsführer herantreten, damit auch den Gefolgschaftsmitgliedern die Teilnahme an diesem Feste ermöglicht wird. Als nächster Punkt der Tagesordnung folgte die Festsetzung der Beiträge. Der Mitgliedsbeitrag wurde auf 3 RM. pro Jahr festgesetzt. Dabei sollen jedoch die von den Mitgliedern bereits entrichteten Beiträge an die bisherigen Vereine in Abrechnung gebracht werden. Die übrigen Beiträge werden in den nächsten Tagen einkassiert. Gleichzeitig soll bei dieser Gelegenheit auch die Zahl der Teilnehmer am Schützenfest ermittelt werden. An alle Mitglieder richtete der Vereinsführer den dringenden Appell, in den kommenden Wochen eine rege Werbetätigkeit zu entfalten, damit auch der letzte noch abseitsstehende Volksgenosse für die Idee der Schützenvereine gewonnen werde. Die Wahl der Offiziere zeigte folgendes Ergebnis: Zum Oberst wurde Schützenkamerad Leo Triep, der dieses Amt im früheren Bürgerschützenverein schon seit 27 Jahren in vorbildlicher Weise bekleidet hat, einstimmig wiedergewählt. Das Amt des Majors wurde dem Kameraden Franz Winkelhaus übertragen und zu Hauptleuten wurden die Kameraden Heinrich Woltering. Willi Bauer und Willi Gerlach ernannt. Als Fahnenoffiziere werden fungieren die Kameraden Franz Paschen, Heinr. Schmülling, Josef Ertelt, Heinrich Temming, Gerhard Wiegers, Bernhard Waterkemper, Johannes Harpering. Zum Kammerhern wurde Gerhard Wesker bestimmt. Die Königswagen werden gefahren von den Kameraden Osterhues und Terfort. Die Wahl der Adiutanten wurde auf die nächste Versammlung vertagt. Zum Schluß der Versammlung gab der Vereinsführer der Hoffnung Ausdruck, daß auch die Schützengilde Ahaus noch vor dem Schützenfeste dem Beispiel der übrigen Vereine Folge leisten möge, damit auch in unserer Stadt sämtliche Schützen von einer einheituchen Organisation erfaßt würden. Mit einem Appell zur eifrigen Mitarbeit an alle und mit dem Gruß an den Führer, der dem deutschen Volke seine Wehrhaftigkeit wiedergeschenkt hat, fand die Versammlung der Ahauser Schützen ihren Ausklang. BDM=Mädel helfen mit. In den nächsten Wochen wird auch in Heek und Nienborg der Grenzeinsatz des BDM durchgeführt. So werden in Heek in der Zeit vom 13.—24. August 15 Mädel aus dem Untergau Hamm weilen, um in diesen Tagen auf den Höfen und besonders bei kinderreichen Familien bei der Durchführung der Erntearbeiten behilflich zu sein. Des Nachts werden die Mädel in Privatquartieren untergebracht. Diejenigen Familien in Heek und Nienborg, die gewillt sind, ein Privatquartier zu diesem Zweck zur Verfügung zu stellen, werden gebeten, sich möglichst bald bei der BDM=Führerin Margret Kinolt zu melden. Stadtlohn Vom wütenden Bullen angefallen. Als der Landwirt Hermann Wissing dieser Tage seinen Rindern auf der Weide Wasser reichen wollte, Eper Volksblatt wurde er plötzlich von einem einjährigen Bullen angefallen. Er wurde von dem wütenden Tier zu Boden geworfen und derart bearbeitet, daß er sich nur mit Mühe dieser gefährlichen Situation zu entziehen vermochte. Glücklicherweise ereignete sich dieser Vorfall in der Nähe des Drahtzaunes. Nachdem er später wieder zur Besinnung gekommen war, fand er sich jenseits des Drahtzaunes mit zerfetzten Kleidern und furchtbaren Schmerzen wieder. Wie die ärztliche Untersuchung ergab, hat der Genannte an der linken Seite 5 Rippenbrüche erlitten. Außerdem trug er noch erhebliche Quetschungen und Hautabschürfungen am ganzen Körper davon. Den Fuß gebrochen. In Almsick wollte der Landwirt Stapelbrock ein Rind zur Weide bringen. Plötzlich wurde das Tier scheu und suchte das Weite. Hierbei verlor St. einen Holzschuh und wurde von dem Rind derart unglücklich auf den Fuß getreten, daß der Fuß brach.— Ein ähnlicher Vorfall ereignete sich in Estern, wo der 88jährige Landwirt Herm. Borgheynk ein Kalb, das aus der Weide ausgebrochen war, wieder zurückführen wollte. Auch hier ging das Tier durch. B. kam zu Fall und zog sich herbei einen Knochenbruch sowie Splitterungen her linken Schulter zu. Rücklings vom Karren gestürzt. In Estern war ein Landwirtschaftsgehilfe des Bauern Bernhard Heuker damit beschäftigt, Steckrübenpflanzen auf einen Karren zu packen. Nachdem der Karren vollständig bepackt war und der Genannte auf dem letzten Ende des Karrens stand, zog das Pferd plötzlich an. Der Landwirtschaftsgehilfe stürzte rücklings herunter und erlitt eine Quetschung in der Schulter. Wieder Maul= und Klauenseuche im Amtsbezirk. Nachdem der Amtsbezirk Stadtlohn seit einigen Monaten wieder frei von der Maul= und Klauenseuche war, ist jetzt wieder erneut die Maul= und Klauenseuche ausgebrochen. Sie brach zuerst beim Landwirt Bergerbusch in Hundewick und einige Tage später bei dem Bauer Heinrich Blaue, ebenfalls in Hundewick, aus. Zum Sperrbezirk sind die Gehöfte Bergerbusch, Blaue in Hundewick und das Gebiet, welches von den nachstehenden Wegen begrenzt wird, bestimmt worden: Die Gemeindestraße an der Schule vorbei einschl. Lembeck, Korth, die Straße weiter bis zum Weg. der an Kahmen vorbeiführt, dieser Weg bis zum Gehöft Kahmen, den Fußweg über das Gehöft Kahmen bis zur Friedenseiche. Das Gehöft Kahmen ist mit eingeschlossen. Legden Nun steigt das Schützenfest Die Allgemeine Schützengesellschaft Legden feiert in diesen Tagen ihr diesjähriges Schützenfest. Die Vorbereitungen lassen darauf schließen, daß es zu einem wirklichen Volksfest werden wird, von dem sich niemand ausschließen wird. Nun sind auch die letzten Vorarbeiten zu Ende geführt und in wenigen Stunden soll das Fest seinen Anfang nehmen. Heute abend versammeln sich die Schützen und dann geht es gemeinsam hinaus zur Steinkuhle um nach alter Tradition den„Tog“ zu setzen. Ein anschließender Bierabend im Festsaale Sutthoff wird die Kameraden zu einem gemütlichen Beisammensein vereinen. Der Sonntag wird mit einem Frühschoppenkonzert eingeleitet. Am frühen Nachmittag versammeln sich die Schützen abermals am Festzelt. Nach der Abholung der Fahnen und der alten Könige erfolgt auf der Bahnhofstr. der Vorbeimarsch. Und dann geht es hinaus zur Steinkuhle zum Sternschießen, bei dem auch die 6 besten Schützen einer jeden Kompagnie um die Vereinsmeisterschaft kämpfen werden. Für den Abend ist dann die Verkündung und Ehrung des bereits früher ermittelten Vereinsmeisters wie auch der Vereinskompagnie vorgesehen, verbunden mit einer gleichzeitigen Ehrung der Jubilare. Ein prächtiger Schützenball wird den zweiten Tag des Schützenfestes beschließen. Den Höhepunkt des Festes bringt dann natürlich der Montag, wenn nach dem großen Weckruf die Schützen sich versammeln und nach einer Ehrung der Gefallenen am Ehrenmal zur Steinkuhle marschieren, um hier im harten Wettstreit den neuen König zu ermitteln. Nach erfolgtem Königsschuß Ausrufung des neuen Königspaares und gemeinsamer Rückmarsch zum Dorf. Mit der großen Polonaise und einem anschließenden Königsball wirt das Fest nach alter Tradition einen würdigen Abschluß bringen. Schöne Tage stehen den Legdenern bevor. Sie alle werden sich von Herzen auf dieses Erlebnis freuen. Hoffentlich wird auch der Wettergott das notwendige Einsehen haben und zu seinem Teil dazu beitragen, daß dieses echte Volksfest einen schönen Verlauf nehmen wird. der Feuerwehr Uebung und Generalversammlung. Am Montagabend riefen die Signalhörner die Freiwillige Feuerwehr zu einer Uebung mit anschließender Generalversammlung zusammen. Die Uebung wurde beim Bohrbrunnen bei Blanke vorgenommen. Es galt in der Hauptsache, die Mitglieder sämtlich mit de Einzelheiten der neu angeschafften Motorspritze vertraut zu machen. Anschließend folgte dann die Generalversammlung. An erster Stelle der Tagesordnung stand die Ansprache des Führers der Wehr, Kamerad W. Gr. Glanemann. Er dankte den Mitgliedern für ihre bisherige treue Gefolgschaft und aufopfernde Mitarbeit. Alsdann folgte die Vereidigung zwei neuer Mitglieder. Ferner sprach der stellv. Führer der Wehr Kamerad Fritz Röhring über das Thema„Unfallverhütung“. Nachdem das Kassenbuch von zwei Kameraden geprüft war, und für richtig befunden wurde, erteilte die Wehr dem Kassierer Entlastung. Zu Löschmeistern wurden die Kameraden Josef Winkelhaus und Aug. Feldkamp befördert. Beide haben im Laufe des Frühjahrs an dem Lehrkursus in der Provinzialfeuerwehrschule in Münster teilgenommen. Unter„Verschiedenes“ wurde zunächst beraten und beschlossen, die in der Gemeinde aufgestellten Minimaxapparate auf ihre Tauglichkeit zu prüfen. Ebenso sollen die Feuerwehrmeldestellen auf ihre richtige Verteilung im Orte nachgeprüft werden. Auf Antrag einiger Kameraden soll die nächste Uebung auf der Neustadt stattfinden. Nach Abwicklung der Tagesordnung ergriff der Führer der Wehr nochmals das Wort und dankte den Kameraden für ihre Ausführungen. Mit einem dreifachen Sieg=Heil auf den Führer wurde die Versammlung geschlossen. Hauptschriftleiter; Dr. Ernst Buhla. Verantwortlich für Münster und das Münsterland: Dr. Fritz Rediger,(i. Urlaub) i: V. Fritz Pfeiffer, alle in Münster. Stellvertr. des Hauptschriftl. und verantw. für Politik, Unterhaltung u. Westdeutschland: Hermann Diebold, Gelsenkirchen=Buer; für Handel und Sport: Dr. Anton Henkel. Dortmund; für münsterländischen Sport: Rudolf Ochsenlnecht, Münster; Berliner Schriftleitung: Hans=Joachtm v. Winterfeld, Berlin, für den Zeno=Anzeigenteil: Dr. Erich Altmeppen. Münster. Druck: Zeno G. m. b. H., Münster 1. Westf. Zur Zeit gültiger Anzeigen=Tarif für die Zeno=Gesamtauflage Nr. 9 vom 10. 12. 35. für die Kreiszeitung für den Kreis Ahaus Nr. 9 vom 25. 8. 36 Verlag Gebr. Lensing.“.=G., Dortmund. Verlagsleiter Bernh. Bentink Gronau Verantwortl. Schriftl. für den lokalen Teil: i. V. Dr. Johannes Gläßer, Ahaus für den lokalen Anzeigenteil? Bernh. Bentink. Gronau Durchschnittsauflage VI. 1938: Zeno=eitung über insgesamt 41000 enthaltend: Ahlener Volkszeitung, Ahlen, über 3000.— Allgemeine Zeitung Coesfeld über 5300.— Borkener Zeitung, Borken über 3200.— Bürgerblatt Emmerich über 1800.,— Dülmener Zeitung, Dülmen über 2000.— Halterner Zeitung, Hallern über 1700.— Kreiszeitung Ahaus über 3600.— Münsterländische Volkszeitung Rheine über 4800.— Emsländische Tageszeitung(Lingen) Rheine üler 1050.— Neuer Emsbote Warendorf über 2400.— Tageblatt Ochtrun über 1700.— Volksblatt. Bocholt über 6650. — Vallszeitung, Emsdetten über 2000.— Volkszeitung. Dorsten über 1800. Gronauer Stadt=Rundschau Gronau, den 9. Juli 1938. Aufruf! Der Päsident des Reichsluftschutzbundes, Generalleutnant von Roques, und der Leiter des Hauptamtes für Volkswohlfahrt der NSDAP, Hauptamtsleiter Hilgenfeldt, erlassen nachstehenden Aufruf: Die gewaltigen Organisationen der NSV und des RLB haben sich zusammengeschlossen, um ein neues großes Ziel in gemeinsamer Arbeit zu verwirklichen, die Versorgung aller Deutschen mit Volksgasmasken. Die deutsche Volksgasmaske ist auf Befehl des Generalfeldmarschalls Göring geschaffen worden, damit sich im Falle eines Luftkrieges die Bevölkerung gegen giftige Gase zu schützen vermag. Der Führer will keinen Krieg! Trotzdem müssen wir aber zur Abwehr gerüstet sein. Dazu gehört auch die Volksgasmaske als Abwehrmittel für jedermann. Jeder verantwortungsbewußte Volksgenosse wird deshalb für sich und seine Familienangehörigen die Volksgasmaske sofort erwerben, sobald der Vertrieb in seinem Wohnort beginnt.— Für Helfer im Selbstschutz und erweiterten Selbstschutz ist sie ohnehin vorgeschrieben. Eine Volksgasmaske braucht aber jeder! Sie kostet nur 5.— RM, ein ungewöhnlich niedriger Preis für ein zuverlässiges Gasschutzgerät! Jede Volksgasmaske trägt den Kontrollstempel des Reiches! Es gibt somit nur einwandfreie Gasmasken. Die Verbilligung erfolgt nicht auf Kosten der Güte, sondern wird durch Reichszuschüsse ermöglicht. Für zahlreiche Orte ist der Vertrieb der Volksgasmaske bereits freigegeben; weitere werden folgen sobald das technisch möglich ist. In diesem Sommer soll die Versorgung der Bevölkerung mit Volksgasmasken zu einem gewissen Abschluß gebracht werden. Deshalb rufen wir alle Männer und Frauen der NSV und des RLB auf, in gemeinsamer Arbeit das Aeußerste zu tun, damit der Wille des Führers „Jedem seine Volksgasmaske!“ bald Wirklichkeit wird. Wir rufen aber auch das ganze Deutsche Volk auf: Erwerbe jeder für sich und die Seinen eine Volksgasmaske! Denkt daran, daß die Männer des RLB und der NSV, die euch über die Volksgasmaske aufklären, sie verkaufen und verpassen, diese Arbeit nicht für sich, sondern für euch und euren Schutz leisten. Sie werden vielleicht eure Lebensretter sein! Die Volksgasmaske gehört heute als Abwehrmittel in den Besitz von Mann, Frau und Kind!. Kleine Stadtnachrichten Frohe Tage stehen bevor Das Schützenfest der 1. Kompagnie der Allgemeinen Bürgerschützengilde Gronau i. W. nimmt am heutigen Abend seinen Anfang und wird durch die Weihe der neuen Schützenfahne einen würdigen Auftakt erfahren. Auf dem Schloßplatz werden sich die Schützen versammeln, um dann gemeinsam zum Kriegerdenkmal am Horst=Wessel=Platz zu marschieren, wo der Kreisleiter des Reichsbundes für Leibesübungen, Ridder, Coesfeld, die Weihe der neuen Fahne vornehmen wird. Anschließend wird man in gebührender Weise der Toten des Weltkrieges und der Bewegung gedenken. Zum Abschluß des Abends wird ein zünftiger Kommers im Schützenhof allen Teilnehmern einige schöne Stunden bescheren. Das Platzkonzert, das am Sonntagvormittag an der Pergola von der Militärkapelle aus Lingen durchgeführt wird, dürfte bei der gesamten Bevölkerung ein besonderes Interesse finden, nicht minder der Schützenball am gleichen Abend im Schützenhof. Und wenn dann am Montagvormittag die Schützen in Reih' und Glied antreten und nun um die Würde des Schützenkönigs kämpfen, dann werden alle mit ganzem Herzen bei der Sache sein, wie es stets der Fall war. Der große Krönungsball am Abend aber wird allen noch einmal hinreichend Gelegenheit geben, sich ganz der Freude hinzugeben, deren frohes Erlebnis noch lange den Schatten des Alltages überstrahlen soll. ):( Das städtische Hallenbad ist, wie der Bürgermeister im vorliegenden Anzeigenteil bekannt gibt, wegen Kesselreinigung von Montag, 11. bis einschl. Donnerstag, 14. Juli geschlossen.— In diesen warmen Tagen lockt wieder das Freibad am Hindenburgpark zum Baden und Schwimmen. Nach 50 Arbeitsjahren im Ruhestand. Ein vielen Gronauern bekannter Volksgenosse, der Spinnmeister J. H. Freiberg, trat vor einigen Tagen in den verdienten Ruhestand, nachdem er 49½ Jahre, also fast ein halbes Jahrhundert, seine Arbeitskraft dem Textilwerk Baumwollspinnerei Eilermark an Deutsch=Glanerbrücke gewidmet hat. Dem Scheidenden, der im 69. Lebensjahre steht, wurde durch Fabrikant M. ter Kuile Dank ausgesprochen für seine in vielen Jahren bewährte Pflichttreue. Das Personal des Spinnsaals übermittelte dem langjährigen Meister ein schönes Abschiedsgeschenk. Wann dürfen die Werkskapellen spielen? Die Werkskapelle hat die Aufgabe, die Betriebsgemeinschaft zu fördern. Das Musizieren der Werkskapelle ist daher grundsätzlich nur bei Veranstaltungen ihres Betriebes sinnvoll und zulässig. Die Ausführung von Dienstmusik unterliegt nicht der Genehmigung der Reichs musikkammer. Bei Kameradschaftsabenden und Veranstaltungen geselliger Art, die vom Betriebe veranstaltet werden, darf die Werkskapelle ebenfalls ohne Genehmigung der Reichsmusikkammer Konzert= und Unterhaltungsmusik spielen, auch wenn betriebsfremde Personen zu der Veranstaltung zugelassen werden. Veranstaltungen dieser Art sind jedoch der zuständigen Dienststelle der Reichsmusikkammer mindestens eine Woche vorher zu melden. Das Spielen zum Tanz ist den Werkskapellen grundsätzlich verboten. Die zuständige Dienststelle der Reichsmusikkammer kann das Spielen zum Tanz ausnahmsweise gestatten, wenn Berufsmusiker nicht zur Verfügung stehen. Sommerschlußverkäufe 1938 Am 25. Juli l ginnen die Sommerschlußverkäufe 1938. Sie sind zur Räumung der Läger von modeempfindlichen Waren beDer Erbhof Wosselmann Ein interessanter Ausschnitt aus der Gronauer Heimatgeschichte Am Rande der Stadt Einer der schönstgelegenen, bestgepflegten und ältesten Bauernhöfe Gronaus ist wohl der Erbhof Wesselmann. Da er von alters her(bis 1811 zu dem Haupthof(curtis) Welphusen, dem heutigen Rüenberg, gehörte, ist anzunehmen, daß seine Gründung in die sächsische Zeit zurückgeht.— Unser deutsches Volk war von Anfang an ein Bauernvolk. Ja, längst ehe man von„Deutschen“ sprechen kann, zeigten Leben und Kultur der germanischen Stämme bäuerlichen Charakter.— Als im 9. Jahrhundert die Franken Herren unserer Heimat wurden, gründete Karl der Große hier zur Sicherung seiner Machtstellung an militärisch, kultisch oder wirtschaftlich wichtigen Punkten sogenannte Amts= oder Haupthöfe(curtes), auf die unsere alten Meier= und Schultenhöfe zum Teil noch zurückzuführen sind. Auch Gut Rüenberg, das 1302— soweit bekannt— als curtis Welphusen urkundlich zum ersten Male erwähnt wird, ist wohl ein solcher Amts= oder Haupthof gewesen. Daß es sich hier auf jeden Fall um eine uralte Siedlung handelt, beweist schon die Lage an dem eigenen großen Rüenberger Esch. Die Eschfluren sind nämlich das älteste Saat= und Ackerland und reichen als Kern des bäuerlichen Siedlungsund Lebensraumes ohne Frage weit in die vorgeschichtliche Zeit zurück. Auf den Eschen sind denn auch bisher die weitaus meisten der vorgeschichtlichen Bodenfunde gemacht worden.— Von den curtes oder Haupthöfen ging nach den Sachsenkriegen eine rege Rodungs= und Siedlungstätigkeit aus. Die Inhaber der curtes werden die Gründung neuer Höfe, die sie mit zinspflichtigen Bauern besetzen konnten, nach Kräften gefördert haben. Die Höfe der Curtisbauern bildeten dann in näherem und weiterem Umkreise des Haupthofes eine größere Siedlung, die sich von der der freien Bauern kaum unterschied. Wahrscheinlich wurde auch der Hof Wesselink nach einer solchen Rodung gegründet, denn die in der Nähe liegende große Flur— wie durch alte Katasterkarten bestätigt wird— „das Rott“, und eigenartig ist es auch, daß sehr oft die um die Esche liegenden Höfe alte„ink“=Namen tragen, z. B. am Eiler Esch Stillink und Wesselink (später Wesselmann). Die Endung„ink“ ist eine uralte Sippenbezeichnung, und daher bedeutet Wesselink wohl Sippe des Wessel. Auffallend und in dieser Bezeichnung sehr bemerkenswert ist auch die Tatsache, daß— wie durch eingehende Untersuchungen festgestellt worden ist— die um die curtes gegründeten Bauerschaften in unserer Gegend und im benachbarten Holland oft die Bezeichnung “Saek“ tragen. So haben wir denn auch um Rüenbera einen Tieker Hoek, einen Spechtholtshoek und einen Schöttelkotter Hoek. Diese Bauerschaftsnamen können ursprünglich nicht zu der kleinen Hovesaat Gronau in Beziehung gestanden haben, denn letztere entstand ja erst aus dem„hus to Bocholte an de bruggen to Spechtholte“ als schon vorhandener Bauerschaft.— Die Ungleichheit in den Besitzverhältnissen jener Zeit führte zwangsläufig auch zu Aenderungen in den Standes und Rechtsverhältnissen. Dem einfachen Bauern, der mit der Feldbestellung mehr als genug zu tun hatte, waren Unterbrechung der Arbeit durch Versammlungen, Gerichtstage, Heeresfolge und der gleichen auf die Dauer recht unangenehm. Dieser Verpflichtungen konnte er ledig werden, wenn er sich in die Abhängigkeit eines größeren Grundherren begab, der die Lasten der Wehrpflicht usw. für ihn übernahm. So finden wir denn in unserer Gegend in früherer Zeit die weitaus meisten Bauernhöfe in sogenannter Gutsuntertänigkeit oder Eigenhörigkeit.— Zu den ältesten Grundherren unserer engeren Heimat gehörten, wie bereits angedeutet, die Besitzer des Gutes Rüenberg, der alten curtis Welphusen. Nach dem„Reaister über den Rüenberger Zehnten, so zum hochadeligen Rittersitz Welphusen gehört“, waren über 50 Höfe, Kotten und Bürger nach hier abgabepflichtig, darunter auch der Hof Wesselink oder Wesselmann. Nach 1302 erfahren wir erst im Jahre 1470 wieder etwas über Rüenberg, und zwar war es bis dahin im Besitze der Familie von Keppel. die in hiesiger Gegend reich begütert war. Da bereits im Jahre 1371 Hermann von Keppel und sein Sohn Gerh als Burgleute des Schlosses Gronau urkundlich erwähnt werden, ist anzunehmen, daß auch Rüenberg schon zu dieser Zeit in Keppelschem Besitz war. 1470 kam es durch Heirat an die Familie von Wüllen, und in Verbindung mit dieser tritt— soweit bisher bekannt— 1521 zum ersten Male auch der Name Wesselink auf. In einer Urkunde dieses Jahres erscheint ein Arndt Wesselink unter den Kirchherren von Epe. 1577 wird in einer Urkunde des Gosen von Raesfeld zu Rüenberg ein Henrik Wesselink als Bürge genannt. In vielen Rüenberger Dokumenten der folgenden Zeit erscheinen oftmals die beiden Höfe Wesselink und Glanemann zusammen. Nun werden in einem Schuldbrief vom 2. 10. 1477. den Johann von Asbeck seinem Verwandten Udo von Wüllen auf Rüenberg ausstellt,„die beiden Oldenhove im Kirchspiel Epe“ erwähnt, die bisher noch nicht identifiziert werden konnten. Er darf wohl angenommen werden, daß damit die erwähnten Höfe Wesselmann und Glanemann gemeint sind, die auch in der Folgezeit des öfteren zusammen genannt werden. Der Hof Wesselmann kann also auf ein sehr hohes Alter zurückblicken. Nach dem Geschlecht von Wüllen waren die Herren von Raesfeld, von Reede, und bis zum Ende des 18. Jahrhunderts die von Isendoorn à Blois Besitzer von Rüenberg. Bis zu dieser Zeit hatten die Wehrfester Wesselmann ihren Hof in Pacht. Zur Napoleonischen Zeit erwarb Johann Hinderk Wesselmann das Kolonar für die Summe von 2470 Gulden als Eigentum, Die Erbfolge war dann folgende: 1. Johann Hinderk Wesselmann u.Elis. Schünemann 1798 2. Johann Gerh. Wesselmann u. Adelheid Schulze Dinkelborg 1825 3. Johann Gerh. Wesselmann u. Christine Blömer 1831 4. Hermann Wesselmann u. Katharina Rottmann 1864 5. Heinr. Wesselmann(Bruder) u. Kath. Rottmann 1868 6. Gerhard Wesselmann u. Rosa Berning 1900. Da bisher stets männliche Erben vorhanden waren, hat sich der Hofesname nicht geändert. Das ist jetzt anders geworden, da nur Töchter vorhanden sind, deren eineaden Jungbauern August Schulze Ikina aus Gescher heiratete, der also nunmehr Hofeserbe ist, den Namen Wesselmann aber weiterführen wird. Der Erbhof Wesselmann wird von alters her nach echt germanischer Rechtsauffassung als Sippenhof d. h. als Lebensgrundlage seines angestammten Geschlechtes angesehen. Seine Besitzer fühlten und fühlen sich auch heute noch den Ahnen gegenüber, die ihnen das Erbe zu treuen Händen übergaben, und auch ihren Kindern gegenüber für die Erhaltung des Besitzstandes verantwortlich. Unsere germanischen Vorfahren nannten ein solches Sippengut„Odal“, zusammengesetzt aus„Od“ u.„All, wobei„Od“ Gut oder Eigentum bedeutet(wie in Kleinod), und„All“ zum Ausdruck bringt, daß der Erbhof ein Leben des„All“ oder ein Geschenk Gottes ist. Wo aus solcher von tiefer Frömmigkeit zeugenden Auffassung heraus ein Sippengut verwaltet wird, da steht es gut um unser Bauerntum, „Wenn man aber“— wie Josefa Berens=Totenohl in ihrem Roman vom Femhof sagt—„über den Hof den Tod kommen läßt, dann verrät man die unsterbliche Seele in der Schöpfung, und die rächt Gott ohne Barmherzigkeit. Ein jeder Hof verlangt auf die Dauer den starken Schützer; den Verräter wirft er ab.“——— Die ursprüngliche Größe des Erbhofes W. betrug etwa 200 Morgen, wovon etwa die Hälfte aus Ackerland und Weiden, die andere Hälfte aus Heidegrund bestand. Letzterer diente bis 1898 zur Aufzucht von Schafen, von denen bis zu 200 Stück auf dem Hofe gehalten wurden. Mit dem Aufkommen besserer Düngemittel wurden die Heideparzellen nach und nach kultiviert und als Ackerland oder Weide benutzt. 1890/92 wurden zwei Heuerlingshäuser gebaut. Jedes derselben bot zwei Familien Wohnung und erlaubte mit zwölf Morgen zugehörigem Land auch das Halten einiger Kühe und Schweine.— 1924 errichtete der heutige Besitzer Gerhard W. als Anbau ein neuzeitliches Wohnhaus, das leider— obwohl nicht unschön— etwas die Nähe der Stadt verrät und nicht mehr rein bäuerlichen Charakter aufweist. Der Neubau trägt die von Karl Wagenfeld verfaßte Inschrift: „Use Hus, use Lü', use Veh, use Lant nimm Herr God in dine starke Hand.“ Die Lage des Hofes in unmittelbarer Nähe der Stadt brachte es mit sich, daß größere Grundstücke für Siedlungszwecke verkauft werden mußten. Der Verlust an Boden wurde aber stets durch Neuerwerb von Heideland und andern Grundstücken wieder wettgemacht.— Durch die in neuerer Zeit erfolgte Verkoppelung hat sich Lage der Ländereien zum Hofe zwar etwas geändert, aber nicht zum Nachteil des schönen Besitzes.—— Altem Herkommen und Brauch gemäß weist auch das neue Wohnhaus eine Wohnküche mit offenem Herdfeuer und Bosen auf. Eine bronzene Abnentafel an der Herdwand zeigt, daß hier in stolzem Sippengefühl der Vorfahren noch gern gedacht wird. Stuben und Küche weisen noch guten alten Hausrat auf. und wer mit Vater Wesselmann und dem jungen Buren dann und wann mal am Herdfeuer über aolle Tieden küert, der fühlt und weiß, daß man hier sein und bleiben will wie die Väter waren.——— Aus der Not des Bauerntums heraus hat der Führer das Reichserbhofgesetz geschaffen, in dem das alte Odalsrecht wieder lebendig wird. Der deutsche Bauer ist dadurch wieder für alle Zeiten in seiner Heimatscholle verwurzelt und vor Vernichtung durch Bodenspekulation und Verschuldung geschützt. So wird auch der schöne alte Erbhof Wesselmann im Kränze seiner hohen Eichen erhalten bleiben, selbst wenn die Stadt allmählich um ihn herumwächst. H. Bremer. Schlußverkäufen ausgenommen sind, wird in einer soeben im Deutschen Reichsanzeiger und Preußischen Staatsanzeiger veröffentlichten Anordnung des Reichswirtschaftsministers bekanntgegeben. Du trägst mit die Verantwortung vor den kommenden Generationen, tritt ein in die nsv.! Eine wohlverdiente Ohrfeige .Ich gebe zu, daß ich meinen Kraftwagen angehalten habe, daß ich ausgestiegen bin und daß ich mich zu dem Lenker des Langholzwagens begeben habe. Ich gebe ferner zu, daß ich ihn zur Rede gestellt habe, warum sein Langholz nicht vorschriftsmäßig gekennzeichnet ist. Als der Führer des Pferdefuhrwerks überhaupt keine Antwort gab und auch keine Anstalten traf, anzuhalten und sein Versäumnis in Ordnung zu bringen, habe ich mich dazu hinreißen lassen, ihn ins Gesicht zu schlagen. Es waren keine Zeugen dabei, ich könnte es auch bestreiten, aber ich denke nicht daran; denn der Mann hat die Ohrfeige ehrlich verdient. Ich werde diese Ohrfeige im gleichen Falle immer wiederholen..." Der Angeklagte wurde zu einer kleinen Geldstrafe verurteilt; denn die Polizeibefugnis eines Privatmannes geht au auf einsamen Waldwegen nicht bis zur Ohrfeige, und Gerechtigkeit muß sein Der Kutscher des Langholzwagens bekam eine erheblich höhere Geldstrafe, die hinreichte, um ihn ein paar Monate lang daran zu erinnern, daß auch das Abschleppen von drei Kieferstämmen schon zum Begriff Verkehr gehört, dessen Gesetze beachtet werden müssen. VeranstaltungsKalender mimnmnumnmmnmmuun „Kraft durch Kreis Ahaus=Coesfeld. Besetzte Urlaubsfahrt. Wir geben hiermit bekannt, daß folgende Urlaubsfahrt restlos besetzt ist. Anmeldungen werden nicht mehr entgegengenommen. SF 4/38 vom 13.—19. 7. 1938 nach Norwegen. Bus der Bewegung SA=Reserve herhören! Am Sonntag, dem 10. Juli, 9 Uhr morgens tritt der Sturm 16/255(Reserve) vor dem Schießstand am Schützenhof zum Schießen an. Auch die Amtswalter der Partei, soweit sie dem Sturm angehören, müssen Antreten. Der Führer des Sturmes 16/255. Vereinsanzeiger Nur für Mitteilungen an die Mitglieder Preis pro Millimeter Höhe 5 Pfennig.) Allgem. Bürgerschützengilde 1. Komp., Gronau. Wir weisen an dieser Stelle nochmals besonders darauf hin daß in den Tagen vom 9.—11. 7. 1938 unser dies jähriges Schützenfest stattfindet und bitten wir um besondere Beachtung unseres Rundschreibens. Es is Ehrenpflicht aller Mitglieder, am Sonnabend Punk 8 Uhr auf dem Schloßplatz zur Fahnenweihe anzutreten. Auch an den übrigen Tagen bitten wir, geschlossen an den Ausmärschen teilzunehmen. Eper Lokal-Nachrichten Guie Leistung eines Segelfliegers Hilfeleistung des Eper NSFK=Sturms. Der NSFK=Mann Rolf vom NSFK=Fliegersturm 1/60 Detmold, welcher am 7. Juli 1938 um 12 Uhr mittags in Oerlinghausen bei Bielefeld mit einem„Rhön Bussard“ gestartet war, landete um 17,20 Uhr in Veen dam bei Groningen in Nordholland. Die Rückbeförderun des Piloten mit seiner Maschine von Holland na i in n Deutschland veranlaßte der Eper NSFK-Sturm 5/59. Die unverhoffte Landung eines deutschen Segelfliegers war für Veendam eine kleine Sensation. Die Polizei hatte alle Hände voll zu tun, die schaulustigen Einwohner zurückzuhalten. Im übrigen wurde dem Deutschen von den Behörden jede notwendige Unterstützung zuteil. Bestandene Prüfung. Herr Heinrich Telker von hier, beschäftigt bei der Innungskrankenkasse Epe, bestand bei der Regierung in Münster seine Sekretärprüfung. Unsern Glückwunsch! Beamtenpersonalie. Der Beamtenanwärter Herbert Fohrmann aus Epe wurde zum 15. Juli als erster büroleitender Amtsinspektor an die Amtsverwaltung Brodenbach bei Koblenz berufen. Zu dieser ehrenvollen Berufung gratulieren wir. Den jungen Beamten begleiten unsere bten Wünsche für sein neues verantwortungsvolles Aufgabengebiet. Bettfedern-Reinigung durch modernste Anlagen. Betten werden abgeholt und wieder zugestellt. Kannengleßer, Epe I. Westf., Ruf 55 Dreden Strakenaufbesserung. Gegenwärtig sind fleißige Hände damit beschäftigt, das zum Teil ausgefahrene Straßenpflaster in der Klünmarktstraße aufzubrechen und wieder neu zu pflastern, Straßenaufbesserungen sind im Laufe d. Zeit immer mal notwendig und werden von den Straßenbenutzern freudig begrüßt. Ammeloe Die Ehrenkrone des Alters. Ihren 80. Geburtstag feierte gestern die Witwe Bauer Eugen Lansina in Ammeloe=Brink. Der hochbetagten Altersjubilarin, die sich noch einer ausgezeichneten Gesundheit erfreut, entbieten auch wir zu diesem Familienfeste die herzlichsten Glückwünsche. Rinterm Grensplahl. 2 Tote, 4 Verletzte bei einem Autounglück. In Veendendaal im nahen Holland stießen dieser Tage 2 Personenautos mit 80 km=Stundengeschwindigkeit sammen. Die Wirkung war furchtbar. 2 Personen wurden auf der Stelle getötet und 4 Insassen mehr oder minder schwer verletzt. Sottesdienst-Ordnungen Sonntag, den 10. Juli 1938. Katholischer Gottesdienst Ahaus: Gem. hl. Kommunion der Jungmänner und der Knaben=Oberklassen. 6,30 Uhr hl. Messe; 7,30 Uhr hl. Messe; 8,30 Uhr hl. Messe und Predigt; 9,30 Uhr hl. Messe und Predigt; 10,30 Uhr Hochamt und Predigt. Nachmittags 2,30 Uhr Christenlehre. 6 Uhr Andacht. Epe: 6,30 Uhr hl. Messe mit gem. hl. Kommunion Jünglinge; 7,30 Uhr hl. Messe mit Prebigt; 8,30 Kindermesse. Nachmittags 1,30 Uhr Predigt fü Jünglinge. 2,30 Uhr Andacht. 5,30 Uhr Abholung der Wallfahrtsprozession. 7 Uhr Brautunterrichtin der Pastorat. Gronau: 6,30 Uhr hl. Messe mit gem. hl. Kommunion der Jungmänner; 7,30 Uhr Sodalitätsmesse mit digt; 8,45 Uhr hl. Messe für die Kinder mit gem. hl. Kommunion der Kinder der Eilermarkschule 1 Christenlehre; 10 Uhr Hochamt; 11 Uhr Singmesse mit Predigt. Abends 6 Uhr Andacht. Legden: 6,30 Uhr hl. Messe mit gem. hl. Kommunion der Jünglinge; 7,30 Uhr hl. Messe und Predigt; 8,30 Uhr hl. Messe mit Predigt und hl. Kommunion der Knabenoberklasse; 10 Uhr hl. Messe mit Volksgesang und Predigt. Nachmittags 2,30 Uhr Christenlehre und Andacht. 5 Uhr Abholen der Wallfahrer und Segen. Vreden: Pfarrkirche: 6 Uhr, 7,30 Uhr und 8,30 Ubr hl. Messen; 10 Uhr Hochamt und Predigt. tags 2,30 Uhr Christenlehre und Andacht. 2 Andacht für die Jünglinge. Stiftskirche: 6,45 Uhr, 8 Uhr und 9 Uhr hl. Messen. Nachmittags 2 Uhr Christenlehre mit Andacht 6 Uhr Abendandacht. Evangelischer Gottesdienst Evangel, Kirche in Gronau: 8 Uhr Gottesdienst, Pastot Thiemann; 10 Uhr Gottesdienst, Pastor Petry; anschließeng Taufen und Kindergottesdienst.— Mittwoch 8,15 Uhr Bibelstunde im Gemeindehause. Donnerstag 8,15 Uhr Bibelstunde in der„Freiheit Evangel. Kirche in Epe: 10,20 Uhr Gottesdienst, Pastot Thiemann; anschließend Kindergottesdienst.— Donnerstag 8 Uhr Gemeindebibelstunde Von Nah und Fern. EN Wir weirauf hin iser dieswir um 5. Es in nd Punti ihe anzuwir, gen rs egersturm Uhr mit1„Rhönin Veenförderun nd na Sturm nSe ton. tulustigen em Deuterstützun t bei der erung in unsch! nn aus r Amtsbet Kobg gratunsere be les Aufung Zuf 55 schäftigt, er Klünpflastern. mal notfreudig Witwe Der hochisgezeichu diesem k. ser Tage gkeit zuten wurder minnion 8,30 sigt für Abholung rricht in mmunion mit Pregem. hl. ule und Singmesse mmunion digt; 830 nion der lisgesang istenlehre hrer und 8.30 Uh Nachmit2 Uhr hl. MesAndacht etry; an— Mittause. Freiheit st, Pastor — DonZwangsversteigerung eines Bielefelder Hotels. Bielefeld, 7. Juli. Das Hotel„Drei Kronen“ in Bielefeld, eine der ältesten und bekanntesten Bielefelder Gaststätten, war im März d. J. in Konkurs geraten und seit mehreren Wochen geschlossen. Es gelangte nunmeyr gerichtsseitig zur Zwangsversteigerung. Das Hotel einschließlich des gesamten Grundbesitzes an der Obernstraße wurde für rd. 141000 RM. dem Hotelbesitzer Heinrich Meyer in Bielefeld zugesprochen. Der neue Besitzer will bereits in den nächsten Tagen mit der grundlegenden Umgestaltung des Hauses beginnen. Ueberraschung beim Föllen emner alten Eiche. Eine Erpressergeschichte kam ans Licht. :: Bielefeld, 7. Juli. Vor der Bielefelder Strafkammer hatte sich die 50 Jahre alte Ehefrau Elise Dickmann aus Oesterweg Kr. Halle i. W.) wegen Erpressung zu verantworten. Bei der Tochter der Angeklagten waren in den vergangenen Jahren mehrere verbotene Eingriffe vorgenommen worden, wovon die Mutter wußte. In der Folgezeit schrieb die Dickmann an die an den Abtreibungen beteiligt gewesenen Personen anonyme Briefe, in denen die Briefempfänger unter Hinweis auf die Verbrechen gegen§ 218 aufgefordert wurden, großere Geldbeträge in einer alten, vom Blitz gespaltenen Eiche zu hinterlegen. Die Frau ergaunerte auf diese Weise in einem Fall 750 RM, in einem anderen 200 R M. Als dann im Januar d. J. die Eiche gefällt wurde, fanden die Arbeiter zu ihrer Ueberraschung eine Blechdose mit 130 RM Inhalt und einen Brief, der für die anonyme Erpresserin bestimmt war. Die Ermittlungen der Polizei führten zur Verhaftung der Frau Dickmann, die in der Voruntersuchung auch alles gestand. Bei dieser Gelegenheit wurden auch zahlreiche Verbrechen gegen§ 218 aufgedeckt, die jetzt vor dem Bielefelder Schwurgericht verhandelt wurden. In der Hauptverhandlung vor der Strafkammer wiverrief Frau Dickmann ihre früheren Geständnisse. Das Gericht hielt sie aber im Sinne der Anklage für überführt und verurteilte sie wegen vollendeter Erpressung in zwei Fällen und versuchter Erpressung in einem Falle zu einem Jahr sechs Monaten Gefängnis. Motorradzusammenstoß. Zwei Tote bei Verkehrsunfällen. )(Essen, 8. Juli. An der Bockmühle in der Altendorferstraße im Stadtteil Essen=West stießen zwei Motorradfahrer zusammen. Während der eine mit einem Schadelruch ins Krankenhaus eingeliefert werden mußte, trug der andere, der 32 Jahre alte Helmut Steinwald, so schwere Verletzungen davon, daß er bald darauf starb. Im gleichen Stadtteil wurde kurze Zeit später der 59 Jahre alte. Invalide Lütger Angenend an der Ecke Amix= und Helenenstraße von einem Lastkraftwagen angefahren und zu Boden geschleudert. Angenend erlitt so schwere Verletzungen, daß der Tod auf der Stelle eintrat. Die Rosen blühen auf der Reichsgartenschau. Neue Sonderschau mit Nebenveranstaltungen. My Essen, 8. Juli. Die Reichsgartenschau in Essen eröffnete gestern morgen ihre bis zum 18. Juli dauernde Juli=Blumensonderschau. verbunden mit Aquarien- und Terrarienschau. In festlichem Glanz erstrahlt die Halle VII, in der die große Zahl der Blumen eine einzigartige Symphonie der Farben darstellt. Tausende von Rosen in allen Spielarten und Kulturen erfreuen das Auge des Beschauers, ihnen reiht sich die Prachtmischung der zartblätterigen Wicken an, die in allen Farben vertreten sind. Vom blanken Weiß über silbriges Blau bis zum Karminrosa reicht die bunte Skala der vielen Levkojen. Die weite Anlage findet ihre sinnvolle Ergänzung in der Planschau„Aus der Werkstatt des Gartengestalters“, die in der neuzeitlichen Wohnstraße der Reichsgarten=Ausstellung untergebracht ist. In ihr sieht man schöne Aufnahmen aus der Landhaus= und Gartenkunst. Die Halle VII birgt ferner in ihren Rundgängen reichhaltig beschickte Aquarien, in denen sich der perlmutterfarbene Segelflosser, durchsichtig scheinende Buntbarsche, die eleganten Schmetterlingsfische, der seinen Namen zu Recht tragende Mosaikfadenfisch, das angriffsfrohe Völkchen der Barben, Silberschwänze und die violetten streitbaren Kampffische tummeln. In ihrer Nachbarschaft hausen die Schlangen und Echsen in den Terrarien, Krokodile und riesige Salamander.— Schon kurz nach der Eröffnung der Juli=Blumen=Sonderschau und der Zweigausstellungen setzte ein reger Zustrom der Interessen und Naturfreunde. Zahlreiche Reiseautobusse brachten u. a. die Gefolgschaftsmitglieder auswärtiger Betriebe und viele Schulklassen zu der Reichsgartenschau, die in steigendem Maße sich des Zuspruchs in- und ausländischer Gäste erfreut. Bertagung des Duisburg, 7. Juli. Die Donnerstag=Verhandlung im HackenbroichProzeß war nur von kurzer Dauer. Die Angeklagte Helene Münsberg hatte in der Nacht einen Anfall eines alten Gallenleidens gehabt, sie mußte in den Gerichtssaal geführt werden. Der Gerichtsarzt wurde herbeigeholt und nahm eine Untersuchung vor. Anscheinend ist durch Aufregung eine Herzkomplikation hinzugetreten, da die Angeklagte angeblich erst jetzt im Laufe der Verhandlung erfahren hat, daß ihr früherer Mülheimer Bräutigäm angesichts der Entwicklung der Dinge sich das Leben genommen hat. Der Arzt erklärte, daß die Angeklagte der Verhandlung nicht mit der nötigen Aufmerksamkeit folgen könne. Darauf wurde die Verhandlung auf Samstagmorgen vertagt. elo= Oelde. 8. Juli. Vermißt. Der 53 Jahre alte Oberpostschaffner Anton Rosenthal ist seit dem 6. Juli, 9 Uhr vormittags, spurlos verschwunden. Zuletzt wurde R. im Bergerler Walde gesehen. Zweckdienliche Angaben über den Verbleib des Vermißten werden von jeder Polizeistelle entgegengenommen. Ob Unfall oder Verbrechen vorliegt, war bisher noch nicht festzustellen. Lt. Schwarzman 15,5 Uffz. Stadel 19,8 Wm. Rabenstein 19,3 Unter den vielen Wehrmacht=Meisterschaften. Wetterbericht der Reichswetterdienststelle Essen=Mülheim. Veränderlich. Ein Warmluftvorstoß von Südwest brachte heute starke Bewölkung und verbreitet Regen mit Gewittern. Die Störungstätigkeit mit seinem Kern über Südwestengland wird weiter anhalten, sodaß später wieder mit Schauern und gelegentlichen Aufheiterungen zu rechnen ist. Vorhersage für Samstag: Frische um Südwest schwankende Winde, meist stark bewölkt, einzelne gewitterige Regenfälle, mäßig warm. Vorhersage für Sonntag: Frische Winde um Südwest bis West, wechselnd bewölkt, einzelne Gewitterregen, etwas kühler. Wahrscheinliche Weiterentwicklung: Kurz dauernde Besserung. Vorkämpfe der Leichtathleten. Düsseldorf, 8. Juli. Bei bedecktem Himmel mit warmem und leichtem Regen wurden die Wettkämpfe der Wehrmacht=Meisterschaften am Freitagvormittag eingeleitet. Im Rheinstadion trugen die Leichtathleten weitere Vorkämpfe bezw. Ausscheidungen aus, auf den Schießständen im Aaper Wald wurde das Schießen für den Modernen Fünfkampf der Klassen A und B und für den Unteroffizier=Fünfkampf durchgeführt, während in der Turnhalle an der Bleichstraße die Turner mit ihren Pflichtübungen für den Zwölfkampf und für die Einzelmeisterschaft begannen. Im Stadion erwies sich die Bahn als sehr gut. Bei den Vorläufen über 800 m kamen alle acht Läufer, die sich für die Entscheidung qualifizierten, unter zwei Minuten. Die beste Zeit holte Gefr. Berberich(AR 56) mit 1:57,4 heraus, während Lt. Warnke als Zweiter auf 1:58,3 Min. kam. Weiter gelangen in die Entscheidung: Uffz. Brandscheid mit 1:58,5, Funker=Obergefr. Kröger mit 1:58,7, Uffz. Homburg mit 1:59,3, Uffz. Viegas mit 1:59,4, Gefr. Weber mit 1:59,5 und Uffz. Nagletzki mit 1:59,5. Im 3000=m=Hindernislauf erzielt der deutsche Altmeister Feldwebel Heyn mit 9:25,7 Min. die beste Zeit. Uffz. Kaindl benötigte 9:35,6. Außerdem kommen in die Entscheidung: Uffz. Siekmann, Gefr. Feldermann, Gefr. Kraus, Uffz. Riese, Gefr. Münchow, Gefr. Termer, Lt. Schenk und Uffz. Schörg. Mit 13,98 m erreichte Wachtm. Haardt die beste Vorkampfleistung im Dreisprung vor Feldwebel Krautz, der auf 13,88 m kam. Sehr interessant waren die Vorkämpfe in der 4X100m=Staffel, wo das 1. IR 31 mit 45 Sek. die beste Zeit herausholte. Außerdem qualifizierten sich für den Endlauf: Flugzeugführerschule 45,2, 1. Pi 26 45,4. 2. MLA 45,4, 1. IR 36 45,5 Sekunden. Ueber 400 m Hürden war Lt. Hölling erwartungsgemäß mit 55,7 Sek. am schnellsten. Die zweitbeste Zeit wurde von Lt. Lembke mit 57,2 Sek. erzielt, während für Feldw. Scheele 58,7 Sek. gestoppt wurden. Drei Vorläufe fanden in der 4X400=m=Staffel statt. Bei der Fl. BRLM braucht sich Rekordmann Linnhoff als Schlußläufer nicht auszugeben. Trotzdem kam die Staffel auf die gute Zeit von 3:23,9 Minuten. Weiterhin kamen in den Endlauf: 2. IR 2 mit 3:34,2, 1. Pi 26 mit 3:37,5, 12. IR 106 mit 3:38,2, 2. MLA mit 3:41,6 und 5. JR 8 mit 3:41,8 Minuten. Im Speerwurf brachte sich Feldw. Gerdes mit 63,85 m als Bester in die Entscheidung vor Oblt. Steingroß mit 59,78 m. Feldw. Lose, H=Sportl. Andraes, Uffz. Medrow und Feldw. Kraft kamen gleichfalls in den Endkampf. Im Hammerwurf war Feldw. Blask im Vorkampf mit 52,96 m nicht zu übertreffen. Außer ihm erreichten Feldwebel Lehmann, Feldw. Petri, Sekr. Grimm, Feldwebel Merzluft und Uffz. Rausch die Entscheidung. Zwei schöne Vorläufe gab es über 4X1500 m. Die beste Zeit holte das 8. IR 109 mit 17:13,9 Minuten gegen das 8. IR 88 mit 17:14,1 Min. im zweiten Vorlauf heraus. Weiter kamen in den Endlauf: Seefl. H. Kp. 17:30, 7. Pz.=Regt. 1 17:58,7, 12. IR 11 18:05=6 und 1. IR 36 18:06 Minuten. Die Wettkämpfe der Turner. Lt. Schwarzmann führt vor Uffz. Stadel.— Stadel Wehrmachtsmeister im Pferdsprung. Die Wehrmacht=Meisterschaften der Turner begannen mit den Pflichtübungen zum Zwölfkampf in der städtischen Turnhalle in Düsseldorf. Zunächst wurden die Uebungen am Reck, Barren, Seit= und Langpferd, an den Ringen und in der Freiübung ausgetragen. Die zehn Besten erledigten dann gleich noch den Pferdkürsprung, da dessen Durchführung wegen der beschränkten Raummöglichkeiten im Zoc, wo am Freitagabend die Endkämpfe stattfinden, nicht möglich ist. Nach sieben Uebungen liegt im Zwölfkampf an der Spitze Olympiasieger Lt. Schwarzmann mit 138,5 Punkten vor Uffz. Stadel mit 137,4 Punkten. Die weitere Rangfolge ist“ 3. Wm. Rauenstein 130,8, 4. Uffz. Fink 126,7, 5. Uffz. Stracke 125,1, 6. O. M. M. Ortlepp 124,1, 7. Uffz. Münster 123,5, 8. Uffz. Stingel 122,6, 9. Btsm.=Mt. Gauch 121,5, 10. Uffz. Nietig 120,3, 11. Oberfeldw. Höper 118,4 Punkte. Ebenfalls am Vormittag wurde die erste WehrmachtMeisterschaft der Turner, die Meisterschaft im Pferdsprung, entschieden. Es waren ein Pflicht= und ein Kürsprung zu erledigen. Meister wurde hier Uffz. Stadel mit 39,7 Punkten(Pflicht 20 P., Kür 19,7 P.) vor Lt. Schwarzmann, der auf 28,9 Punkte(Pflicht 18,9 P., Kür 20 P.) tam. Die ersten Drei im Zwölfkampf kamen in den einzelnen Wettbewerben auf folgende Punkte: Barren Pferd Ig. Pferd seit. Reck Freikb. 18,9 19,7 20 20 19,8 20 19,6 19,8 18,5 20 16,7 19,6 18 19 19,4 Ehrengästen bemerkte man auch Generalleutnant Hoepner, Generalleutnant Brand, Inspekteur der Kriegsschulen, und Generalleutnant Andrae, Inspekteur des Erziehungs= und Bildungswesens der Luftwaffe und Kommandeur der Luftkriegsschulen. Moderner Fünfkampf nach dem Schießen. Die dritte Uebung des Modernen Fünfkampfes war das Pistolenschießen, das am Freitag von morgens bis zum Nachmittag auf den Schießständen im Aaper Wald durchgeführt wurde. Die Teilnehmer— in der Klasse A noch 56— hatten insgesamt 20 Schuß in vier Serien zu fünf Schuß auf eine Zehner=Mannscheibe abzugeben, die für jeden Schuß nur drei Sekunden sichtbar war. Der deutsche Olympiateilnehmer Oblt. Lemp schoß 195 von 200 möglichen Ringen und sicherte sich damit nicht nur den ersten Platz in der Wertung des Schießens in Klasse A, sondern auch die Führung, die er als guter Schwimmer und Läufer behalten dürfte. Mit 192 Ringen holte Lt. Schlegel das zweitbeste Schießergebnis heraus. In der Gesamtwertung fiel Lt. von Schlotheim auf den zweiten Platz zurück. Ergebnis: Moderner Fünfkampf, Klasse A(dritte Uebung Schießen): 1. Oblt. Lemp 195 Ringe, 20 Treffer, 2. Lt. Schlegel 192/20, 3. Lt. Schmidt und Lt. Nielsen je 191/20, 5. Lt. Götze 187/20. 6. Lt. Fleckner 187/20. Gesamtstand nach drei Uebungen: 1. Oblt. Lemp 21,5 Punkte, 2. Lt. von Schlotheim 25 P., 3. Lt. Wiedemann 27,5, 4. Oblt. Kaiser 29, 5. Lt. Fleckner 40,5 P., 6. Lt. Schmidt 44,5 Punkte. Die ersten Nachmittagsstunden waren nicht dazu angetan, den Besuch der Kämpfe im Rheinstadion zu fördern. Es regnete mitunter in Strömen, und erst am späten Nachmittag wurde das Wetter wieder schön und trocken. Trotzdem gab es in allen Disziplinen bereits in den Vorentscheidungen gute Leistungen. Im Handgranatenwurf erreichte Uffz. Wanzek 70,61 m und blieb damit knapp vor Objäg. Fräbel, der 70,48 m erreichte. Weiter kamen noch in die Entscheidung: Uffz. Reinsberg(69,37), Hptm. Hinze(68,86), Feldw. Bradtka (68,79) und Uffz. Meiners(68,13). Im Weitsprung lag Feldw. Leichum mit genau 7 m vorn. Feldw. Biebach kam auf 6,77 m und wird mit Gefr. Huffeld(6,70 m), Wm. Müller(6,68), Feldw. Donkel(6,65) und Feldw. Kliche(6,60) in der Entscheidung noch zu rechnen haben. Die Läufe brachten zum größten Teil scharfe Kämpfe. Die nunmehr aufgeweichte Bahn drückte etwas auf die Zeiten. Immerhin erreichte Feldw. Leichum als Bester des 100=m=Zwischenlaufs 10,7 Sek., während Uffz. Scholl, Fähnrich Hornung, Oberfeldw. Marxreiter, Gefr. Falkenhagen(alle 11,1 Sek.) und Uffz. Ursin(11,0). Die beste Zeit im Zwischenlauf über 200 m erzielte Uffz. Riether mit 22,4 Sekunden vor Oberfeldw. Marxreiter(22,6). Im Endlauf starten außerdem Feldw. Blazejeczak(22,8), Uffz. Ursin(22,8), Uffz. Dopf(22,9), Uffz. Schramm(23,1). In den Zwischenläufen über 400 m genügten Rekordmann Uffz. Linnhoff genau 50 Sekunden zur Bestzeit. Feldw. Blaczejezak(50,2), Uffz. Meyer(51,2), Fähnrich von Kühlmann(51,8), Fhr. Kurz(51,9) und Uffz. Heidingsfelder(52,6) werden unr um die Plätze kämpfen können. Im 110=m=Hürdenlauf liegt die Entscheidung zwischen Feldw. Scheele und Lt. Hölling, die beide 15,8 Sekunden erreichten. Im Endlauf starten weiter Oberzahlm. Scholz 16,5, Heeressptl. Huber 16,2, Feldwebel Dornbusch 16,8, Zahlm. Huhle 16,9. Unteroffiziers=fünfkampf entschieden Düsseldorf, 8. Juli. Der erstmalig ausgetragene Fünfkampf für Unteroffiziere, bestehend aus 300 m Schwimmen, Weitsprung, Handgranatenweitwurf, Schießen und 4000=m=Geländelauf, wurde am Freitag entschieden. Der schwierige Wettbewerb endete mit dem Sieg von Uffz. Dorfschmidt (AR 16) mit 360. Punkten vor Feldw. Klühspieß(IR 36) mit 353 Punkten und Uffz. Zschorch(IR 103) mit 350 Punkten. Im Schießen wartete Feldw. Heinze mit der hervorragenden Leistung auf, die überhaupt höchstmögliche Ringzahl von genau 100 zu erzielen, und schnitt damit weitaus am besten ab. Die Entscheidung fiel im 4000=m=Geländelauf, den Uffz. Dorfschmidt in 14,41 Min. gewann und sich damit auch im Gesamtergebnis den Sieg sicherte, nachdem nach der vierten Uebung noch Feldwebel Klühspieß an der Stzitze gelegen hatte. 6 Cuftuene ankungen UE Tüchtiges 7160 Mädchen für Beamtenhaushalt sofort gesucht. B. Burgsteinfurt, Kreuzstr. 53 ALEENT Bewerbungen auf Chiffre-Hnzelgen kelne Orlginal-Zeugnisse bellügen. Zeugnis-Abschriften, Lichtbilder usw. müssen auf der Rückseite Namen und Anschrift des Bewerbers tragen. Ein kinderliebes, älteres 7139 Mädchen welches kochen kann, für landwirtsch. Haushalt gesucht. Gute Behandlung und guter Lohn. Angeb. unter 978 an das Bürgerblatt, Emmerich. 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Wir bitten dies zu beachten und auf Anzeigen ohne Namensunterschrift stets nur schriftl. Offert. mit den angegebenen Buch= staden o. Zahl. einzureichen. && MIT DEMKINO 2 Viktoria von Ballasko: Nur ein unbescheidener Wunsch Mein erster Kinobesuch fiel in die schwere Zeit der Nachkriegsjahre in Wien, in die Zeit der Inflation, des Hungers und der allgemeinen Not. Es gab kaum etwas zu essen, unsere Kleider waren alt und abgetragen. In den Büchern lasen wir zwar von herrlichen Dingen, von Stoffen und Spitzen, neuen Schuhen und Pelzmänteln, aber gesehen haben wir sie gar nicht oder selten; denn wenn einer sie trug, dann war er ein Ausländer oder ein Schieber. Wir lasen und hörten erzählen von Zeiten, in denen es täglich Fleisch und Gemüse zu essen gab, wo man Orangen, Bananen und Aepfel auf dem Markt kaufen konnte, aber wir wußten nicht, wie die meisten dieser Herrlichkeiten aussahen. Mit den Vergnügungen war es ähnlich: Reisen, Dampferfahrten und Theaterkarten waren unerschwinglich teuer. Ins Kino hätte man vielleicht gehen können, aber das war damals noch keine Unterhaltung für „bessere Kreise“ Plötzlich kam eine Wandlung. Es sich herumgesprochen, daß man einen bestimmten historischen Film unbedingt gesehen haben müsse. Ich weiß n. anbeoingt gesehen haben müsse heute nicht mehr, welcher es war, aber bestimmt haben meine Eltern und viele ihrer Bekannten damals zum erstenmal ein Kino besucht. Langsam änderte sich die Anschauung. Trotzdem war ich natürlich sehr überrascht und schnappte beinahe über vor Freude, als mir meine Eltern eines Tages eine Kinokarte schenkten. Es läßt sich nicht beschreiben, was für ein Glück, was für ein herrliches Geschenk das war. Stundenlang vor Beginn der Vorstellung machte ich mich zurecht uno zog mein Sonntagskleid an. Und dann sah ich jenen herrlichen Märchenfilm, der die Geschichte i Aschenbrödel erzähl vom Aschenbrödel erzählte. Es war ein Wunder. Wir Wiener Kinder waren damals ja alle in gewissem Sinn Aschenbrödel, hatten keine Kleider und nichts Rechtes zum Essen. Jetzt sahen wir das große Märchen, daß auch aus einem Aschenbrödel eine Prinzessin werden kann. Das war es, was mich am meisten erschütterte und begeisterte, die vielen herrlichen Dinge, die ich zu sehen bekam und niemals vorher gekannt hatte. All die herrlichen Kleider, die vielen, vielen Schüsseln auf dem Tisch mit all dem wunderbaren Essen. Eine Traumwelt stand vor mir auf. Nicht, daß der Anblick der Herrlichkeiten Neid oder Habgier in mir geweckt hätten, nein, ich bin einfach satt geworden beim Sehen der vielen guten Sachen. Meinen Freundinnen ging es genau so, ich kann mich an keine erinnern, die unbescheiden geworden wäre — doch halt, wir bekamen alle den unbescheidenen Wunsch, recht oft ins Kino zu gehen. Karl Ludwig Diehl: Wir blieben, bis wir rausflogen In meinem Elternhause sprachen die Erwachsenen sehr von oben herab über den„Kintopp“, als einem Vergnügen, das sich„nicht schickte“. Ich hatte aber aus ihren Gespräche mu esprächen bald festgestellt, daß es doch sehr reizvoll sein üsse, und mich oft mit einem gleichgesinnten Schulkameraden darüber unterhalten. Weil wir sowieso alle Jugendstreiche gemeinsam durchführten, waren wir auch fest entschlossen, uns recht bald einmal das„unschickliche Vergnügen“ eines Kino=Besuches zu leisten. Eine Abendvorstellung kam natürlich nicht in Frage; denn der Freund mußte um sieben, ich um halb acht, zu Hause sein, sonst— na ja, das haben ja alle Jungen einmal durchgemacht. Aber wir konnten ja nachmittags gehen. Jeder mit einem Groschen bewaffnet, zogen wir zu dem kleinen barackenähnlichen Bau, der sich voller Anmaßung„Residenz=Theater“ nannte. Wir sahen uns zunächst einmal vorsichtig um, damit wir sicher waren, daß kein Bekannter vorbeikam, der unser unerlaubtes Unternehmen zu Hause verraten könne. Dann ging ich stolz erhobenen Hauptes zur Kasse, legte meinen Groschen auf das Messingblech und sagte:„Bitte ein Billjett“. Eine blondgelockte, füllige Dame streckte . daraufhin ihren Kopf durch das schmale Schalterfenster rtete:„Kinder ohne Begleitung von Erwachund antwor senen zahlen zwanzig Fennje.“ Das war ja ein schöner Reinfall. Nicht allein, daß man uns mit„Kinder“ tituliert hatte, nein, unser ganzer Nachmittag war verdorben, wir hatten eine Schlacht verloren, ein Abenteuer war verrauscht, ohne erlebt zu sein. Geknickt zogen wir nach Hause. Aber einmal kam doch der große Tag. Stolz zeigte mir mein Freund morgens in der Mathematikstunde drei wunderschöne nagelneue Groschen und schob mir dann einen Zettel zu:„4 Uhr R. T.“ Das hieß Residenz=Theater in unserer Geheimsprache. Schon um dreiviertel vier Uhr stand ich vor dem R. T. auf der Lauer, einen Groschen vom eigenen Geld, und den zweiten, den mir mein Freund in der Pause geliehen hatte, in der Tasche. Ich konnte kaum erwarten, bis er kam. Endlich war es soweit, wir warfen unsere vier Groschen recht energisch auf den Zahlteller und bekamen dafür zwei Kärtchen mit dem Aufdruck„Sperrsitz“ und einer großen aufgemalten „3“. Was diese Ziffer zu bedeuten hatte, erfuhren wir erst später. Jetzt nur hinein ins geheimnisvolle Dunkel. Hinter der Eingangstür umfing es uns gleich, und dann saßen wir und haben nur noch geschaut. Ich weiß heute nichts mehr vom Inhalt der Filme, die wir sahen. Es waren sicher aufregende Wild=West=Erlebnisse. Jagden über Dächer, groteske Clownerien. Aber ich weiß noch, daß wir mitten in die Vorstellung hineinkamen, dann alles noch einmal von vorn ansahen, bis schließlich, nachdem wir den größten Teil schon zweimal gesehen hatten, auf der Leinwand die Mitteilung erschien:„Karten mit Nummer 3 sind abgelaufen“. Es war uns klar, daß wir nun gehen mußten, wir aber dachten nicht daran. Wir hatten ja noch so lange Zeit bis zum Abendessen. Wieder und wieder sahen wir uns Filme an. Auch die Karten 4 und 5 waren abgelaufen, als wir plötzlich entdeckt und n an die frische Luft befördert wurd in hohem Bogen an die frische Luft befördert wurden. Dieser Rausschmiß hat unsere Begeisterung für das Kino nicht schmälern können. So oft es irgend ging, so oft wir zwanzig Pfennige zusammenbekamen, sind wir ins Kino gegangen und haben stets das Programm so lange angesehen, bis wir— hinausflogen. Eine besondere Gustav=GründgensFilmproduktion. Staatsrat Gründgens neue Filmpläne. Schon seit einiger Zeit wußte man, daß eine eigene Gustaf=Gründgens=Filmproduktion im Entstehen begriffen sei. Nun die Bestätigung dieser für den deutschen Film wichtigen neuen Gruppierung vorliegt, veröffentlichen wir ein kurzes Gespräch, das unser CDC.=Mitarbeiter mit Staatsrat Gründgens über die neue Produktion „Ja, es ist mir eine eigene Produktion eingerichtet worden, die der Terra=Filmkunst angegliedert ist“, berichtet Staatsrat Gründgens,„eine selbständige Gruppe, nur mir unterstellt. Sie ermöglicht es mir, meine künstlerischen Absichten im Film restlos durchzusetzen. Ich verspreche mir viel von dieser Produktion. Nicht nur an Filme, die ich inszeniere und in denen ich spiele, denke ich, sondern auch an solche, die lediglich unter meiner Obhut stehen. In ihnen sollen vor allem auch neue Begabungen erprobt werden. Nachwuchsregisseure und Nachwuchsdarsteller, für die ich geradestehe.“ „Haben Sie für den Anfang schon bestimmte Pläne, Herr Staatsrat?“ „Der erste Film, den ich innerhalb der neuen Produktion inszeniere, wird„Effi Briest' sein. Nicht nur die Handlung des Romans von Fontane soll in diesen Film eingehen, sondern auch sein Geist. Das Drehbuch schreiben Dr. Georg Klaren und Dr. Eckart von Naso, der Dramaturg des Staatstheaters, nach einem Treatment vor mir. Nicht einen irgendwie saloppen, sondern einen wirklich geformten Dialog werden die Menschen in diesem Film sprechen. Es wird kein Satz über ihre Lippen kommen, der nicht von Fontane ist. Die Hauptrollen spielen: Marianne Hoppe, Carl Ludwig Diehl, Paul Hartmann, Max Gülstorff, Käthe Haack und Paul Bildt. Die Bauten entwirft Traugott Müller, der Bühnenbildner des Staatstheaters, für den Film ein neuer Mann.“ Herr Kriminalrat trinkt einen Mokka. Harald Paulsen, wieder einmal anders. Wenn Edgar Wallace den Kriminalrat Wiegand gekannt hätte, würde er sich sicher gefreut haben. Sie hätten zusammen eine Tasse Mokka getrunken und sich lange darüber unterhalten, wer in der Mordsache Holm der Mörder sein könnte. Ich glaube, daß Edgar Wallace etwas verlegen geworden wäre, denn die Herren, die das Drehbuch zu dem N.F.K.=Film der Terra Filmkunst geschrieben haben, die„Mordsache Holm“, werden sich selbst den Kopf zerbrochen haben, wer die Tat begangen hat. Wenn nicht einmal ein so kluger Mann wie der Kriminalrat Wiegand auf den ersten Anhieb dahinterkommt, dann darf man annehmen, daß der gordische Knoten von geschickten Fingern geknüpft ist. Außerdem gehört der Herr Kriminalrat, von dem hier die Rede ist, nicht zu den Hellsehern, die aus einem Aschenstäubchen auf die Haarfarbe eines Verbrechers schließen. Andere machen es sich bequem: sie starren auf den Boden, heften den Blick auf eine Gardinenschnur, entdecken irgendwo den Zipfel einer Briefmarke und wissen dann genau, daß kein anderer als der Herr Fritz Sch. aus der Ypsilonstraße der Verbrecher sein kann. Fragen Sie mal Herrn Wiegand, ob sein Beruf wirklich so einfach ist. Er wird genau so lächeln, wie er zu lächeln pflegt, wenn er einem Menschen, den er verhört, eine Zigarette anbietet. Und Sie werden schon nach den dieser M. lann ersten paar Worten den Eindruck haben, daß dieser nicht aus einem Roman entsprungen ist, sondern mit beiden Beinen mitten im Leben steht. Sie werden die Ueberzeugung mitnehmen, daß sein verantwortungsvoller . Elisabeth Wendt Photo: Terra spielt neben Harsld Paulsen die Hauptrolle im neuen Terra-Film„Mordsache Holm“. Beruf allerhand Eigenschaften erfordert, die nicht jedem gegeben sind: Lebenskenntnis, Instinkt für Menschen, Kombinationsgabe, Logik und Taktgefühl. Den Kriminalrat Wiegand, der die Untersuchung in der„Mordsache Holm“ leitet, spielt der große Verwandlungskünstler Harald Paulsen, der das Talent hat, so unheimlich glatt und undurchsichtig zu sein. Er ist schon deshalb ein ausgezeichneter Kriminalrat, weil er gleichzeitig ein Spezialist für Gauner, Verbrecher und Hochstapler ist. Es ist erfreulich, daß man ihn nicht auf Ganoven festlegt, wenn er auch bisher diese Ganoven so echt gespielt hat, daß er sie als Kriminalrat Wiegand jederzeit vom Fleck weg verhaftet hätte. In diesem Fall hätte Paulsen sich selbst verhaften müssen! Harald Paulsen, der sich zum ewigen Komödiantentum bekennt, hat mir selbst einmal erzählt, daß er alle seine Rollen aus der äußeren Bewegung, aus dem Tänzerischen gestaltet. Er hat ein scharfes Auge für den besonderen Bewegungsrythmus eines Menschen. So erwachsen die Rollen, die er spielt, aus ihrer körperlichen Eigentümlichkeit. Der Kriminalrat Wiegand, eine ausgesprochen sympathische und menschlich gut gesehene Figur, ist ein Diplomat unter den Kriminalräten. Wenn er jemanden verhört, macht er es auf eine fast gemütliche und intime Art, um das Vertrauen des Verhörten zu gewinnen. Er bietet seinem nervösen„Gast“ mit liebenswürdiger Geste eine Zigarette an, weil er weiß, daß eine Zigarette in vielen Fällen der beste Motor für eine Unterhaltung ist. Da steht ein Assessor unter dem Verdacht, in einen Mordfall verwickelt zu sein. Was tut Kriminalrat Wiegand? Er läßt Mokka servieren. Und als das Verhör beendet ist, das eigentlich kein Verhör, sondern eine Konversation, richtet der Kriminalrat an den Assessor so nebenbei eine höfliche Frage:„Haben Sie in der nächsten Zeit eine Reise vor?“ Zu den Damen ist Herr Wiegand von einer bezaubernden Liebenswürdigkeit, die manchmal mit einem Schuß Ironie gewürzt ist. Sobald er es mit einem primitiven Menschen zu tun hat, ändert er seine Taktik und bedient sich einer burschikosen Ausdrucksweise. Während er zum Beispiel einem kleinen, verschüchterten Mädchen einen Taler in die Hand drückt, um es zu beruhigen, spricht er mit der Ida Ladosche, wie man eine aufgetakelte Gaunerin behandelt, die schon manches auf dem Kerbholz hat.„Na, dann woll'n wir mal, nicht?“ sagt er zu ihr, und er nennt sie beim Vornamen. Trotz allem: es ist nicht gut Kirschen essen mit ihm. Oft ist sein Lächeln eine Maske, hinter der eine Energie und ein scharfer Verstand verborgen sind. Dieser Mann, der seine„Gäste“ mit Glacéhandschuhen anfaßt, kann von einer schneidenden Schärfe sein. Die Untergebenen haben Respekt vor ihm, denn sie wissen, daß der Kriminalrat Wiegand einer der tüchtigsten und fähigsten Beamten ist, der nur ein Ziel kennt: mit den taktisch besten Mitteln die Spur eines Verbrechens aufzudecken. Eine Bombenrolle für Paulsen! R. Willy Birgel vor Gericht. Beil Moabit in Tempelhof nachgebildet. Die Filmarchitekten Ludwig Reiber und Willy Depenau haben diesmal, ehe sie an die Arbeit gingen in Moabit ihre Studien gemacht. Selten sah man denn auch ein Tonfilmatelier so unheimlich echt und in jeder Kleinigkeit der Wirklichkeit entsprechend zu einem Verhandlungssaal umgebaut wie hier das eine Ufa=Atelier in Berlin=Tempelhof. Auf zwölf Tage ist„Der Fall Deruga" vor dem Schwurgericht berechnet, zwölf Tage lang werden in diesem Saal Richter und Geschworene, Staatsanwalt, Verteidiger und der Angeklagte nicht nur im grellen Licht des öffentlichen Interesses, sondern auch in den Strahlenbündeln der Scheinwerfer, vom scharfen, mitleidlosen Auge der Kamera beobachtet, stehen. Früher waren derartige Filme in ihrem ganzen Inhalt lediglich auf Sensationen abgestellt und daher auch meist von vornherein verzeichnet. Heute erleben wir, daß nicht nur die Vorbereitung der äußeren Umwelt sehr gewissenhaft vorgenommen wird und daß selbstverständlich aus dem Drehbuch alles, was nicht juristisch hiebund stichfest ist, rechtzeitig entfernt wird, sondern daß sogar während der ganzen Dauer der Aufnahmen dem Vonul 0 Die von Lan Heimatk. sieht, pro schmucke, sonderes den grün den Fren die Son Glanz t Westfale wenigs. brachten. Die reichlich Vom Be Farben Städten quer du den Fah hofstraße Seiten e . Zeichnung Meissl-Ufa Willy Birgel im Ufa-Film„Der Fall Deruga“ Spielleiter— sogar während der ganzen Dauer der Aufnahmen dem Spielleiter— hier im„Fall Deruga“ ist es Fritz Peter Buch— ein erfahrener Beamter der Staatsanwaltschaft zur Seite steht, um jeden falschen Ton und jedes Mißverständnis rechtzeitig zu verhüten. In der Anklagebank steht Staatsschauspieler Willy Birgel. Als Doktor Deruga, Halsarzt in München, hat er sich zu verantworten:„Sie sind angeklagt, Ihre geschiedene Ehefrau durch Gift vorsätzlich getötet zu haben. Ferner werden Sie beschuldigt, durch Vorspiegelung falscher Tatsachen Ihre geschiedene Frau zur Abänderung ihres Testaments veranlaßt zu haben...“ kommt es aus dem Mund des Vorsitzenden, Landgerichtsdirektor Dr. Zeuneman.. Paul Bildt spielt diesen Richter. Seine Erscheinung wirkt nicht so sehr durch die „Maske“, die dieser famose Darsteller kaum zu machen nötig hat, als vielmehr durch die abgeklärt ruhige, jeder Situation gewachsene Art, in der er die Verhandlung führt und stets die richtigen Worte findet. Willy Birgel steht zu diesem gereiften Mann in der schwarzen Robe im größten Gegensatz. Nervös sind seine Gesten durch die Untersuchungshaft geworden, und zuweilen läßt er die logen kommt die vollendete Kunst im Gebrauch des Wortes als Darstellungsmittel bei beiden Schauspielern ungemein eindrucksvoll zur Wirkung. Dieser Doktor Deruga ist ein überaus kluger und schlagfertiger Mensch. Fritz Peter Buch. der Regisseur, und Werner Bohne, der Lenker des Kameraauges, haben hier in diesem Vernotwendige Selbstbeherrschung vermissen, wenn er auf eine Frage des Vorsitzenden antwortet. In diesen Diahandlungssaal, wo an die hundert Zuschauer und eine Menge von interessanten Zeugentypen dem Gang der Dinge folgen, ein zweites Feld zur Betätigung. Solche Szenen im Gerichtssaal sind in erster Linie aufs Wort gestellt, und ihre Auflösung in eine Reihe von Bildern, die zwar typisch und für sich interessant sein müssen, aber doch keinen Moment ablenken dürfen von dem Fortgang der eigentlichen Handlung, auch wenn sie nur zu hören ist, gehören mit zu den schwierigsten Aufgaben eines Films. Sie zu lösen, hilft außer den Genannten eine lange Reihe ausgezeichneter Kräfte mit, von denen wir Georg Alexander, Geraldine Katt, Erich Fiedler, Hans Leibelt, Walter Franck, Ernst Karchow, Dagny Servaes, Käthe Haack, Erika v. Thellmann, Roma Bahn, Erich Ziegel, Leo Peukert, Beppo Brem und H. v. Meyerinck nennen. H. H. grün, ge den Hoh auch di Knapper Zahlt in Siege neuen 3 engen, Mittag Straßen wie die ihres Lo Mit Arbes Wit Neues von Valentin. Karl Valentin in seiner Gutmütigkeit hatte einem befreundeten Schauspieler eine Summe Geldes geliehen, gerade so viel, um ihm aus einer plötzlichen Verlegenheit zu helfen. Aber der rührte sich nicht, es zurückzuzahlen. Nach mehreren Jahren begegnete Valentin zufällig wieder seinem Schuldner, der den freudig Ueberraschten spielte:„Karl, wie lange haben wir uns eigentlich nicht gesehen?“ Valentin zog seine Stirne kraus: „Mit Zinsen müssen dös heut akkurat vierhundertund achtzig Markln san!“ Valentin fühlte sich recht unpäßlich und suchte einen Arzt auf. „Na, wo fehlt's Ihnen denn?“ „Mei Magen tut mir weh, a g'schwollene Leber hab i, die Füaß woll'n a net so recht, dö Kopfschmerzen reißen allweil nimmer ab, un wann i vun mir red'n soll, Herr Dokter, nacha fihl i mi selbst a net grad wohl!“ Valentin ist mit seiner Liesl Karlstadt draußen vor München im Zoologischen und sieht sich gerade die herrlich bunten exotischen Schmetterlinge an. In der Beschreibung hat er dann gelesen, daß einer dieser Schmetterlinge nur einen Tag lang lebt, was seine Begleiterin, die Liesl, sehr bedauert, indem sie bemerkt, da möchte sie doch lieber kein Schmetterling sein trotz all der schönen Farben. „I möcht schon!“, meint darauf Valentin, nacha hätt' i mei ganz Leben lang Geburtstag!“ Einmal kam Valentin zu spät ins Atelier zum Filmen.„Sei mir net bös“, spricht er zum Regisseur,„i hab net weg können, der Hans Moser hat mi am Telefon an'grufen un dös hat a halbe Stunden dauert!“ „So, der Moser wieder? Was hat er denn gewollt?“ „Ja, geht, meint Karl Valentin,„gered't hat der Moser dö ganze Zeit, aber was er nacha g'wollt hat, dös hat er net gsagt.“ Vom Regisseur eines sehr mittelmäßigen Spielfilms wurde Valentin eines Tages gefragt, wie ihm der Film gefallen habe. „Na alsdann, er hätt' schlechter sein können.“ Empört setzt sich der Regisseur in Positur: „Wie können Sie so etwas sagen?" Valentin verzog keine Miene, als er erwiderte „Gut! Dann sag' i: er hätt' net schlechter sein können" Uraufführungen auf deutschen Bühnen. im Bür matsgeb nete mi: gedachte von St Wort ge leiter de Kolbo wählt h Siegerlä deutung Grenzen Stern Die He Land m fähigter großes der Vol Der bereitur sonderhe und der reichte kleine gedachte Führers Kre freunde Siegerl sehr sto gesagt: damiti Siegerl bewußte Lan ländern jahre fälische falenta sünf I. ernster sicherun sein Führ mat, hielt gehend „Die Schlacht der weißen Schiffe". Generalintendant Alexander Spring hat soeben die hansische Ballade„Die Schlacht der weißen Schiffe" von Henrik Herse zur alleinigen Uraufführung für das Schauspielhaus der Hansestadt Köln angenommen. Redne und streift Hütte tigte der Z Topog unds Straß Entw Kreis Triumph der Zeitgenössischen Oper in Berlin. einen In der kommenden Spielzeit werden sämtliche Berliner Opernbühnen das zeitgenössische Bühnenschaffen mit besonderem Nachdruck pflegen. Generalintendant Tietjen kündigt für die Staatsoper nicht weniger als drei Uraufführungen an. Und zwar Werke der erfolgreichsten Autoren. Werner Egk wird im Herbst seine neue Oper„Peer Gynt“ persönlich dirigieren, es folgt dann die Uraufführung der Oper„Donna Boba“ von Ermanno Wolf=Ferrari und im Frühjahr die Uraufführung von Rudolf Wagner=Régenys neuester Oper„Die Bürger von Calais". Keine zweite europäische Opernbühne wird mit drei so gewichtigen Novitäten auf dem Plan erscheinen. Das Deutsche Opernhaus, das schon in dieser Spielzeit eine neue Oper Arthur des Profe lich fand. sei, g Mer losen Opernuraufführung brachte, wird die Kusterers„Katharina" uraufführen. Das Bochumer Schauspiel auf der Grabbe=Tagung in Detmold. Zum dritten Male wird im Oktober des Jahres das Bochumer Schauspiel auf den alljährlich wiederkehrenden Grabbe=Tagungen in Detmold gastieren. Jan Kiepura übernimmt die Warschauer Oper. Die Warschauer Oper soll auf 3000 Sitzplätze erweiter und von Jan Kiepura übernommen werden land Wer schar leich haf hei unt ein Arl eine cht. Beilage Samstag, den 9. Juli 1938 Nr. 184 Willy gingen, an denn in jeder m VerAtelier r Fall ilf Tage worene, icht nur ern auch scharfen, zen Injer auch vir, daß elt sehr erständch hiebern daß ten dem er Aufiga" ist ter der en Ton Willy lünchen, t, Ihre tet zu rspiegeur Ab44 erichtsdiesen irch die machen e, jeder inlung Birgel 1 Robe irch die er die ch des pielern Doktor Mensch. ohne, m Verer auf n Diad eine na der Solche Wort ildern, n. aber rtgang ren ist, Films. lange Georg leibelt, Käthe Ziegel, ennen. H. films Film nen!“ insische von Schoulin. erliner besonküntungen Verner sönlich Donna ühjahr euester päische dem it eine Arthur igung das cenden per. veiter Beginn des Westfalentages 1938 in Siegen. Das„Krönchen" im Festschmuck. Vonunseremzum Westfalentagentsandten Sonderberichterstatter. A Siegen, 8. Juli. Die Hauptstadt des Siegerlandes, die auf Veranlassung von Landeshauptmann Kolbow in diesem Jahre die große heimatkundgebung des Westfalentages in ihren Mauern sieht, prangt in herrlichem Festschmuck. Dabei hat es die schmucke, alte Bergstadt eigentlich garnicht nötig, ein besonderes Festgewand anzulegen; sie macht, eingefaßt von den grünen Bergen und durchflossen von der Sieg, auf den Fremden immer einen festlichen Eindruck, zumal, wenn die Sommersonne Stadt und Landschaft in goldenen Glanz taucht. Und das tat sie am ersten Morgen des Westfalentages ausgiebig, und man freute sich selbstverindlich darüber nach den langen Wochen, die uns so wenig sommerliches Wetter und so viel grauen Himmel brachten. Die Stadt Siegen und ihre Einwohner haben sich reichlich bemüht, die vielen Fremden festlich zu empfangen. Vom Bahnhof an, vor dem ein Flaggenwald in den Farben des Dritten Reiches und allen westfälischen Städten aufgebaut ist, bis hinaus zum alten Schloß und quer durch Altsiegen hindurch ist kein Haus, das außer den Fahnen nicht noch reichsten Schmuck zeigt. Die Bahnhofstraße wird besonders eindrucksvoll durch die auf beiden Seiten erbauten drei Meter hohen Pylonen aus Tannengrün, geschmückt mit silbernen Bändern und gekrönt mit den Hoheitszeichen des Staates. Prächtig geschmückt ist auch die Siegbrücke, die die beiden Standbilder des Knappen und des Eisenhüttenmannes trägt. Zahlreiche Heimatfreunde weilen schon seit Donnerstag in Siegen. Die ersten Morgenzüge am Freitag brachten neuen Zustrom, erstaunlich viele Autos brausen durch die engen, kurvenreichen und steilen Straßen, und gegen Mittag sieht man schon an dem gesteigerten Verkehr auf Straßen und in den Lokalen, daß Siegen, das„Krönchen“, wie die Siegerländer liebevoll und zärtlich die Perle ihres Landes nennen, vor großen Tagen steht. Mit einer Arbeitstagung des Heimatgebietes SiegerlandWittgenstein des Westfälischen Heimatbundes im Bürgerhaus wurde der Westfalentag eingeleitet. Heimatsgebietsleiter Postamtmann Fahrenberg eröffnete mit Worten herzlicher Begrüßung die Tagung. Er gedachte besonders der zahlreich erschienenen Ehrengäste von Staat, Partei und Wehrmacht und widmete ein Wort ganz besonders herzlicher Begrüßung dem Landesleiter des westfälischen Heimatbundes, Landeshauptmann Kolbow, der die Stadt Siegen zum Tagungsort gewählt habe, um in erster Linie die 120jährige Treue der Siegerländer zum Lande Westfalen zu ehren. Die Bedeutung des Westfalentages gehe weit über Siegens Grenzen hinaus, das Bismarck einmal einen hellen Stern der deutschen Industrie genannt habe. Die Heimatarbeit im Siegerland und Wittgensteiner Land müsse auch Volkstumsarbeit sein. Kein Befähigter dürfe seine Mitarbeit daran versagen. Letztes großes Ziel aller Volkstumsarbeit sei die Verwirklichung der Volksgemeinschaft. Der Redner dankte abschließend allen, die an den Vorbereitungen zum Westfalentag mitgearbeitet haben, insonderheit auch dem Oberbürgermeister der Stadt Siegen und dem Landrat. Als Zeichen herzlichen Dankes überreichte er Landeshauptmann Kolbow ein Angebinde als kleine Anerkennung des Landes Jung=Stillings. Dann gedachte die Versammlung mit einem Siegheil des Führers. Kreisleiter Preußer begrüßte die Heimatfreunde und bat alle Gäste, sich in diesen Tagen das Siegerland gut anzusehen, auf das alle Einheimischen sehr stolz seien. Allen Kritikern sei nur das eine Wort gesagt: Tretet ein in den Heimatbund und arbeitet mit, damit ist uns allen geholfen! Immer aber wollten die Siegerländer ein heimatliebendes, fleißiges und selbstbewußtes Völkchen sein. Landeshauptmann Kolbow dankte allen Siegerländern, in deren Mitte er die sechs schönsten Arbeitsjahre seines Lebens verbracht habe, für die echt westfälische Treue und Gründlichkeit, mit der man den Westfalentag 1938 vorbereitet habe. Nach einem Rückblick auf sünf Jahre harten Kampfes und auf weitere fünf Jahre ernster Aufbauarbeit schloß der Redner mit der Versicherung, daß auch der Westfalentag 1938 nichts anderes sein solle als Hilfe am Aufbauwerk des Führers. Einen interessanten Vortrag über das Thema„Heimat, Wirtschaft, Siedlung im Siegerland“ hielt Museumsdirektor Dr. Dr. Kruse, Siegen. Ausgehend von dem Grenzlandcharakter, den das Siegerland Ton Anfang seiner Geschichte an gehabt habe, ging der Redner auf die vorgeschichtliche Siedlung im Siegerland und die erste Entwicklung des Eisenhüttenwesens ein. Er streifte die Besiedlung der Täler, die Verlegung der Hütten= und Eisenhämmer in die Flußläufe und beschäftigte sich mit der Siegerländer Haubergswirtschaft und der Wasserwirtschaft. Auch die Stadt Siegen und ihre Topographie, die Gegensätze zwischen Stadt und Land, und schließlich die Entwicklung vom 19. Jahrhundert, den Straßenbau, die ersten Eisenbahnprojekte und die jüngste Entwicklung des Siegerlandes zog der Redner in den Kreis seiner Betrachtungen, die reichen Beifall fanden. Landesplaner Dr. Rosenberger=Münster hielt einen Vortrag über„die zukünftige Gestaltung des Heimatraumes“. der durch Ausführungen von Professor Gustav Wolf=Münster über„Heimatliches Bauen im Siegerland“ seine Ergänzung fand. Auf die Frage, warum es so schön im Siegerland ei, gibt es zwei verschiedene Antworten: der beschauliche Mensch liebt die stillen Täler, hohen Berge und in zeitlosem Frieden liegende Dörfer des Siegerlandes, der Tatmensch aber seine Schätze bergende Erde, seine rauchenden Schlote, seinen unablässig brandenden Verkehr! Beides zusammen aber erst macht den Wert des Siegerlandes aus: ursprüngliche Natur und menschliches Werk. Selten ist eine so glückliche Verbindung von Natur und Werk möglich, aber selten sind auch die Gegensätze so scharf und erscheint der Kampf des Menschenwerkes so leicht gegen das Wirken der Natur gerichtet. Vorteilhaft ist es, wie hier der Arbeiter Gelegenheit hat, ein Stück Heimatboden zu besitzen und zu bearbeiten, so daß sich leichter als anderswo ein werktreues Volk und staatsbewußtes Arbeitertum bilden konnte. In einer Folge von Lichtbildern zeigte der Redner eine Reihe von guten und schlechten Beispielen Siegerländer Bauart und schloß mit den Worten:„Wir wollen in das willkürliche Bauen eine planvolle Ordnung bringen!“ In diesem Satz hat der Führer zusammengefaßt, was auch dem Siegerland zur Richtschnur werden muß. Dann wird man auch in Zukunft und mit noch größerem Recht sagen dürfen: Es ist schön im Siegerland. Mit der Mitgliederversammlung des westfälischen Heimatbundes am Nachmittag im Bürgerhaus eröffnete Landeshauptmann Kolbow nach der einleitenden Arbeitstagung des Gebietes Siegerland—Wittgenstein den Westfalentag. Die feierliche Uebergabe des Bundesbanners dura, den Bürgermeister der Stadt Paderborn, Kosiek, in die Obhut des Oberbürgermeisters Fißmer der Stadt Siegen schloß sich an. Das Banner wird jetzt in Siegen bis zum nächstjährigen Westfalentag aufbewahrt werden. Mit diesem schönen Brauch begann vor zwei Jahren die Stadt Soest. Landeshauptmann Kolbow begann seine Ansprache mit einem Gedenkwort an die Toten des vergangenen Jahres. Er führte dann aus: Die Bekämpfung der verstädterten Gesinnung und der hieraus folgenden Landflucht sowie die ideelle Stärkung der natürlichen Gliederungen des Volksaufbaues bleiben auch im kommenden Jahre die Hauptziele des Bundes. Es gilt, den westfälischen Menschen in seiner angestammten Art zu erhalten. Er muß mit den wahren Werten seiner Heimat immer mehr bekannt gemacht werden, so daß sie ihm schließlich ganz klar zum Bewußtsein gebracht werden,— es gilt, seinen Heimatstolz zu wecken und zu kräftigen. Vor allem tut die Pflege der plattdeutschen Sprache not. Weiter steht im Vordergrund der Arbeit das Streben nach einer landschaftsgebundenen Baupflege, die Förderung eines heimatbewußtschaffenden Handwerkertums, der Naturschutz und die Landschaftsgestaltung, sowie die Familien= und Sippenforschung. Der Bundesleiter führte weiter aus, daß der Westfälische Heimatbund in diesem ideellen Streben immer mehr zu einer geistigen Gemeinde zusammenwachsen müsse, die das Bewußtsein der westfälischen Stammesart in sich trage und garantiere und von sich aus befruchtend in diesem Sinne auf alle anderen Faktoren des öffentlichen Lebens einwirke. Begeisterung, Idealismus, Fleiß und persönliche Einsatzbereitschaft, frommer Sinn und Ehrfurcht vor allem natürlichen Werden: so soll der Westfälische Heimatbund ein kerngesundes, bewußt konservatives Element in Westfalen darstellen und so seinen Platz ausfüllen. Reichsjustizminister Dr. Gürtner über das neue Eherecht. Die Wesensgrundsütze des Gesetzes. DNB Berlin, 9. Juli. Vor Vertretern der deutschen Presse machte Reichsjustizminister Dr. Gürtner in Berlin längere Ausführungen über das neue großdeutsche Eherecht, in denen er in anschaulicher Weise die Wesensgrundsätze dieses Gesetzeswerkes darlegte, das von weiten Kreisen der Bevölkerung, namentlich im Lande Oesterreich, als eine Erlösung von einem unerträglichen Zustand betrachtet wird. In den Mittelpunkt seiner Ausführungen stellte der Minister den Satz, der das Gesetz selbst bis in den letzten Paragraphen beherrscht:„Die Ehe ist kein Vertrag!“ Das Eherecht könne nach nationalsozialistischer Auffassung auf keinen Fall irgendwie etwa in das Vertragsrecht des Bürgerlichen Gesetzbuches eingegliedert werden. Wenn die Familie die Zelle des Staates ist, müsse der Staat das Recht und die Pflicht haben, sich um die Ehe zu kümmern und das Zustandekommen gewisser Eheschließungen zu verhindern. So werde nach den Bestimmungen des neuen Gesetzes durch den Staatsanwalt die verwerfliche Ehe zertrümmert, die entgegen dem Verbot des Rasseschutzgesetzes oder nur mit dem Willen geschlossen wurde, etwa den Namen des Mannes oder seine Staatsangehörigkeit zu erwerben. Bei der Schilderung der Einzelheiten des neuen Eherechts befaßte sich Minister Dr. Gürtner u. a. mit dem schwierigen Problem des Ehebruchs. Er erwähnte, daß von mancher Seite die Forderung erhoben wurde, den Ehebruch überhaupt nicht als absoluten Ehescheidungsgrund gelten zu lassen und dem Richter die Entscheidung zu überlassen, ob im gegebenen Fall das Verhalten des Ehebrechers als ausreichender Ehescheidungsgrund anzusehen sei. Das Gesetz sei diesen Weg schon deshalb nicht gegangen, weil es nach deutschem Rechtsempfinden unvorstellbar sei, daß ein Dritter entscheiden soll, ob zum Beispiel der Mann einen Ehebruch seiner Frau dulden soll oder nicht. Trotzdem sei der Ehebruch seines absoluten Charakters als Ehescheidungsgrund in gewissem Sinne enttleidet worden. Wenn der verletzte Ehegatte durch sein ganzes Verhalten bekundet hat, daß er den Ehebruch nicht als ehestörend empfindet, darf er ihn auch nicht als Ehescheidungsgrund verwenden. Dr. Gürtner betonte weiter, daß eine ganze Reihe von Bestimmungen des Bürgerlichen Gesetzbuches über das Eherecht weggefallen seien, die nur formalen Charakter hatten, so z. B. die Vorschrift der dreijährigen Wartefrist bei unzweifelhaft nicht heilbarer Geisteskrankheit, eine Bestimmung, die man nur als Schikane ansehen konnte, oder das komplizierte Verfahren bei der sogenannten böswilligen Verlassung. Mit besonderem Nachdruck wandte sich Minister Dr. Gürtner gegen den Einwand, der bei flüchtigem Lesen des Gesetzestextes erhoben werden könnte, daß das Gesetz nicht bestimmt genug gefaßt, daß es zu dehnbar, zu elastisch sei.„Dieses Gesetz“, so erklärte Dr. Gürtner, „geht genau den Weg, den alle neuen nationalsozialistischen Gesetze gegangen sind. Es bedeutet eine Abkehr von der Form zum Inhalt, vom Formalen zum Wesentlichen. Man kann nicht im Eherecht ein Gesetz schaffen, das den unzähligen Varianten des Lebens gerecht wird. Der Gesetzgeber muß sich damit begnügen, ganz allgemeine Richtpunkte zu geben und im übrigen dem Richter einen Maßstab in die Hände zu legen, nach dem der einzelne Fall mit sehr starkem freien Ermessen entschieden werden muß. Was ein ehrbarer, anständiger Mensch bezüglich seines Verhaltens in der Ehe zu tun und zu lassen hat, ist ja eine Vorstellung, die in diesem Staat und in diesem Volk eine wirklich feste Grundlage gefunden hat.“ Die Tatsache, daß die Ehe kein Vertrag ist, soll nach Mitteilung des Ministers auch äußerlich dadurch zum Ausdruck kommen, daß der Standesbeamte die Ehe„im Namen des Reiches“ für geschlossen erklärt. Durch den Zusatz„im Namen des Reiches“ soll jedem Volksgenossen zum Ausdruck gebracht werden, daß die Eheschließung ein staatlicher Hoheitsakt und kein bürgerlich-rechtlicher Vertrag ist. Dr. Gürtner schilderte dann im Einzelnen die Gestaltung des Ehescheidungsrechts und erläuterte die einzelnen Ehescheidungsgründe, wobei er besonders die Unterschiede gegenüber dem geltenden Recht klar herausstellte. Die Bestimmung, daß eine Ehe geschieden werden kann, wenn einer der Ehegatten unfruchtbar sei, erfahre in der gleichen Vorschrift eine Einschränkung, die man populär etwa dahin formulieren könne:„Du darfst durch diese Scheidungsklage Dich aber nicht als einen gemeinen Menschen offenbaren!“, d. h. das Scheidungsbegehren muß sittlich gerechtfertigt sein. Aus einer Schilderung des geradezu arotesken Zustandes, der in Oesterreich bisher auf diesem Gebiet geherrscht hat, entwickelte Dr. Gürtner zum Schluß die unbedingte Notwendigkeit, dieses Gesetz mit größter Beschleunigung einzuführen.„In Oesterreich wird dieses Eherecht mit einer geradezu leidenschaftlichen Sehnsucht erwartet, und ich bin glücklich und froh, daß es gelungen ist, das neue Eherecht schon am 1. August in Kraft zu setzen“, erklärte Dr. Gürtner.„Der Stand der Ehe in einem Volk, die Frage der Familie, ist einer der sichersten Gradmesser für die Lebenskraft eines Volkes“, schloß er seine Ausführungen,„und ich habe die Ueberzeugung, daß die Lebenskraft des deutschen Volkes so stark und die Möglichkeiten der Erziehung zu einer gesunden Eheauffassung so groß sind, daß die Aufgaben, die dem Eherecht übrigbleiben, nurmehr eine Sicherung und Festigung des Ehewesens darstellen.“ Die Mitwirkung der Akademie für Deutsches Recht. Berlin, 8. Juli. An dem Zustandekommen des soeben veröffentlichten neuen Ehegesetzes hatte die von Reichsminister Dr. Hans Frank ins Leben gerufene Akademie für Deutsches Recht hervorragenden Anteil. Dr. Frank widmet dem Gesetz ein Geleitwort, in dem es heißt: Die Akademie für Deutsches Recht konnte nach ihrem Aufgabenbereich und ihrer organisatorischen Struktur nichts anderes wollen als die elementaren revolutionären Gedanken, die die Partei in ihrem Programm für die Entwicklung des deutschen Familienlebens aufgestellt hat, fürsorglich in eine rechtliche Verwertungsmöglichkeit zu übernehmen und unter Heranziehung aller maßgeblichen Reichs= und Parteistellen dafür zu sorgen, daß aus dem politischen Wollen einer revolutionären Grundhaltung das elementare Gut einer Gemeinschaftsordnung in Gesetzesform wird. Wenn es trotz der Schwierigkeiten, die die hier behandelte Rechtsmaterie bot, zu einem Gesetz in einem Zeitpunkt kommen konnte, in dem es wegen der unhaltbar gewordenen Zustände in Oesterreich als dringendstes Gebot der Stunde erschien, dann ist dies in erster Linie den von allen beteiligten Stellen vorbehaltlos anerkannten Vorarbeiten zuzuschreiben, die der Familienrechtsausschuß der Akademie für Deutsches Recht unter seinem Vorsitzenden, Rechtsanwalt Dr. Ferdinand Mößmer=München, geleistet hat. Der erste Schritt zur Schaffung eines einheitlichen großdeutschen Ehe= und Familienrechtes ist mit diesem Gesetz getan, und die Wege für eine gesunde Weiterentwicklung sind freigelegt. Dem Familienrechtsausschuß aber bleibt die hohe Aufgabe, aus der Beobachtung der Auswirkungen dieses Gesetzes und durch die weitere Bearbeitung der noch offen stehenden Probleme die Grundlagen für ein Familienrecht zu schaffen, das den biologischen und kulturellen Bedürfnissen des Volksganzen vollauf gerecht wird und die Familie zum Glück des Volkes und des Einzelnen werden läßt. Besonders nachdrücklich wies Landeshauptmann Kolbow darauf hin, daß das Bewußtsein der Zusammengehörigkeit ganz Niederdeutschlands die Grundlage sein müsse, auf der allein und in der richtigen Weise westfälisches Stammestum gepflegt und weiter entwickelt werden könne. Diese Stärkung des gesamtniederdeutschen Zusammenhanges auf dem Gebiet der Volkstumspflege sei geradezu die westfälische Mission für Großdeutschland. Westfalen sei seit 1000 Jahren geistiger Mittler zwischen den beiden großdeutschen Volksstämmen der Franken und Sachsen, zwischen Oberdeutschland und Niederdeutschland mit ihren verschiedenen Temperamenten, durch deren harmonischen Zusammenklang Großdeutschland lebe. Der diesjährige Tagungsort Siegen gewinne unter dieser Betrachtung eine symbolische Bedeutung und die Zusammengehörigkeit des Siegener= und Wittgensteinerlandes zum Raume Westfalen könne man in ihrer tiefen Bedeutung nur dann recht verstehen, wenn man sich dieser geschichtlichen Mittleraufgabe Westfalens bewußt sei. Der Bundesleiter schloß seine Ausführungen mit herzlichen Dankesworten an alle Mitarbeiter und Freunde des westfälischen Heimatbundes. Der Mitgliederversammlung schloß sich eine Gemeinsame Tagung des Westfälischen Heimatbundes und der NS=Gemeinschaft„Kraft durch Freude“ an. Auch hier wandte sich Landeshauptmann Kolbor an die Heimatfreunde. Er stellte fest, daß es im Gau Westfalen=Süd das erste Mal sei, daß die Bewegung gemeinsam mit dem Westfälischen Heimatbund den Westfalentag veranstaltet, nachdem im vorigen Jahre in Paderborn bereits der erste Anfang mit dieser Gemeinschaftsarbeit gemacht worden sei; er sprach der Deutschen Arbeitsfront seinen Dank für ihre Bereitschaft hierzu und für ihre Aufgeschlossenheit für die Heimatarbeit aus und schloß mit dem Bekenntnis des ehrlichen Willens zu gegenseitiger achtungsvoller und kameradschaftlicher Ergänzung und Zusammenarbeit. Gauobmann Ernst Stein betonte am Anfang seiner Ausführungen, die Grundlagen eines jeden echten Volkslebens seien Heimat, Volkstum, Arbeit. Diese unzertrennlichen Begriffe seien auch die tragenden Pfeiler deutschen Lebens und ständen im Mittelpunkt der nationalsozialistischen Arbeit. Die Deutsche Arbeitsfront und die zu ihr gehörige NS=Gemeinschaft„Kraft durch Freude“ als die von der Partei beauftragte Organisation hätten die Verpflichtung, diesen Abschnitt deutschen Lebens mit allen fördernden Kräften zu bearbeiten. Der Dank des Redners galt dem Landeshauptmann Kolbow als Leiter des Westfälischen Heimatbundes für die fördernde Zusammenarbeit zum Westfalentag 1938 in Siegen. Der arbeitsreiche, harmonisch verlaufene erste Tag des Siegener Westfalentages wurde mit einem Abendsingen auf öffentlichen Plätzen in Siegen und im Siegerland beschlossen. Geschwindigkeitsrekord eines deutschen Leichtflugzeuges. DNB Berlin, 8. Juli. Am Freitagvormittag ist es abermals einem deutschen Flugzeug gelungen, einen internationalen Geschwindigkeitsrekord in der Klasse der Leichtflugzeuge aufzustellen. Ein zweisitziges Reiseflugzeug Ar 79 der Aroda=Flugzeugwerke in Brandenburg an der Havel erreichte mit der Besatzung Flugzeugführer Lüber und Beobachter Walter eine über 1000km=Strecke eine Geschwindigtett von 218,77 std/km. Dieser Geschwindigkeitsrekord war bisher vom Ausland noch nicht aufgestellt, da für Leichtflugzeuge dieser Klasse mit Motoren von höchstens vier Liter Zylinderinhalt allein schön die Zurückstellung einer 1000 kmStrecke ohne Zwischenlandung kaum möglich war. Der Rekordflug liefert somit gleichzeitig den Beweis, daß Deutschland dem Ausland gegenüber auch im Le flugzeugbau einen erheblichen Fortschritt verzeichnen kann. Bei dem Flugzeug handelt es sich um eine serienmäßige Maschine, die mit einem 105 PSHirth=Motor ausgerüstet ist. Die Rekordleistung, die durch Sportzeugen der FAJ beurkundet wurde, ist vom Aeroklub von Deutschland zur Anerkennung als internationaler Rekord angemeldet worden. ga I IIlli 1 O 1 1 sen Mathaus WESTDEUTSCHLANDS GRÖSSTES EINRICHTUNGSHAUS Möbel, die Sie bei uns bestellen, werden mit aller Behutsamkeir befördert-bis vor Ihr Haus und in Ihre Wohnung hinein an den richtigen Platz. Sie werden dabei feststellen, dass die Besatzungen unserer Wagen ihr Fach verstehen Aus dem Gau Westfalen=Nord. Egger=Lienz=Ausstellung in Sielefeld. ber 789ap und von der 28=Gemeinschaft„erast Freude“ zusammengetragene Gedächtnisausstellung für den Tiroler Bauernmaler Egger=Lienz ist von der Stadt Bielefeld übernommen worden und wird dort am Mittwoch, dem 13. Juli 1938, nachmittags 17 Uhr(nicht, wie zuerst gemeldet, am 6. Juli!) im Kunsthaus, Hindenburgstraße, eröffnet. Die Ausstellung umfaßt in 100 Gemälden, Zeichnungen und Entwürfen das gesamte Werk des Künstlers in seinen wesentlichen Arbeiten und ist daher ein Ereignis auf dem Gebiete der bildenden Kunst, das in seiner Art als einmalig angesprochen werden muß. Modellbauarbeit in Westfalen. Fünf Jungen aus Westfalen beim Modellbauwettbewerb in Berlin. X( In Westfalen, im Bereich der NSFK=Gruppe 10, wird der Modellbauerei die größte Aufmerksamkeit gewidmet. Sie vollzieht sich hauptsächlich in den Modellflug=Arbeitsgemeinschaften, deren Träger die Schulen sind, denen ausgebildete Lehrer und die Werkstätten unter Aufsicht des NSFK zur Verfügung stehen, während je in den späteren Jahren die Hitlerjugend die ganze Arbeit trägt. In den nächsten Tagen findet nunmehr auf dem Flugplatz in Rangsdorf bei Berlin ein aus ganz Deutschland beschicktes Ausscheidungsfliegen für Motorflugmodelle statt. Die Gesamtzahl der Teilnehmer beträgt 65, unter ihnen sind fünf Jungen aus Westfalen. Aus ihrer Mitte werden die zwölf besten Modellbauer ermittelt und ihnen winkt dann die hohe Ehre,, die deutschen Farben auf internationalen Wettbewerben zu vertreten. Die sechs ersten nehmen bereits in einigen Wochen an dem Wettbewerb um den WakefieldPokal teil, der diesmal in Frankreich ausgeflogen wird (Modelle mit Gummi=Motor=Antrieb); die zweiten sechs sind gar auserkoren, an dem Motorflugmodellwettbewerb in Jugoslavien an den Start zu gehen, der um den Pokal des Königs Peter veranstaltet wird. In Westfalen wird Ende Juli ein Ausscheidungsfliegen in den Borkenbergen durchgeführt zur Ermittlung der westfälischen Wettbewerbsmannschaft für den Reichswettbewerb für Motorflugmodelle, der am 28. August durch den NSFK=Korpsführer, Generalleutnant Christiansen, ebenfalls in den Borkenbergen, der westfälischen Rhön, stattfindet. Er wird besonders interessant dadurch, daß zum ersten Male im großen Rahmen Schwingenflugmodelle starten. Außerdem wurden 3 Parteigenossen in Kur=Freiplätze verschickt. An neuen Freiplätzen wurden im Monat Juni 885 geworben, außerdem 7 Kurplätze. X Die NSV=Kinderlandverschickung meldet. Im Monat Juni wurden 4381 Kinder landverschickt, und sächlich aus den Kreisen Emscher=Lippe, Reckdorf, war inghausen, ünster=Warendorf, Lüdinghausen und Beckum. Aus fremden Gauen wurden 4038 Kinder auftenommen. Die Verwandten=Kinderverschickung der ggnonnen. De Wernnt meldet die Zahl 1096. XImmer mehr Kindertagesstätten der NSV. Zu den bestehenden 100 Dauerkindergärten der NSV im Gau Westfalen=Nord kamen im Monat Juni 2 Neueinrichtungen hinzu, und zwar im Kreise Tecklenburg. Münster und Münsterland. Wichtige Kleingärtnertagung. Große Förderungsmaßnahmen in Aussicht gestellt. Verkehrserziehung im Betrieb. au= Emsdetten, 8. Juli. In der kommenden Woche am Dienstag, 12. Juli, um 14,30 Uhr. findet im Hotel„Zur Post“ in Emsdetten eine wichtige Tagung zur Förderung des Kleingartenwesens innerhalb der Stadtgruppe Münster statt. Die Tagung wurde von dem Landesbund des Vereins deutscher Kleingärtner im Einvernehmen mit dem Regierungspräsidenten von Münster, der zu dieser Tagung einen Vertreter entsenden wird, einberufen. An der Tagung werden sowohl der Oberbürgermeister der Stadt Münster als auch die Landräte von Münster, Burgsteinfurt, Ahaus, Coesfeld und Tecklenburg teilnehmen. Auf der Tagung sollen die neuen Förderungsmaßnahmen der Reichsregierung für die Kleingärtner besprochen werden, Hierbei wird man auch die als mustergültig bezeichneten Kleingärtneranlagen von Emsdetten eingehend besichtigen. Tierseuchen land am 1. Juli 1938 1938 zeigt Bild: Regierungsbezirk Münster: Maul= und Klauenseuche: 12 Kreise(Ahaus, Beckum, Borken, Coesfeld, Lüdinghausen, Münster=Stadt, Münster, RecklinghausenStadt, Recklinghausen, Steinfurt, Tecklenburg, Warendorf), 119 Gemeinden, 1075 Gehöfte; davon neu 37 Gemeinden, 734 Gehöfte. stark gefragt. A Hamm, 8. Juli. Auf der am Donnerstag in den Städtischen Ausstellungshallen abgehaltenen 112. Versteigerung von Milchkühen und Rindern war die Nachrage besonders nach frischmelken Tieren so stark, daß fast der ganze Auftrieb von 88 Tieren(75 Kühen und 13 Rindern) in der Versteigerung umgesetzt werden konnte. Verkauft wurden 71 Kühe und 8 Rinder. Während das rheinisch=westfälische Industriegebiet hauptsächlich Interesse für die frischmelken Tiere durch starken Ankauf bekundete, wurden die hochtragenden Tiere beider Klassen zum größten Teil von Süddeutschland ersteigert. Die Qualität war in beiden Klassen sehr gut und hatte naturgemäß auf die Preisbildung großen Einfluß. Der Züchter Wilhelm Stewen in Nordwald bei Soest erzielte für seine Herdbuchkuh„Otti“, die sich ebenso gut durch besondere Körperformen wie auch durch sehr gute Milchleistungen auszeichnete, das höchste Gebot von 680 Rm. Der Auftrieb hatte auch diesmal wieder unter der Maul= und Klauenseuche zu leiden, doch hatte die Provinzial=Viehverwertungsgenossenschaft alles getan, um eine Verschleppung dieser gefährlichen Seuche durch die Versteigerung zu verhindern. Das niedrigste Gebot war für Kühe 250 Rm., für Rinder 280 Rm. Als Durchschnittspreis ergab sich für Kühe 493 Rm., für Rinder 365 Rm., als Gesamtdurchschnitt 480 Rm. Den einzelnen Preisklassen nach stellte sich der Verkauf wie folgt: 210 bis 250 Rm. 1 Kuh. 260—300 Rm. 3 Kühe und 1 Rind, 310—350 Rm. 6 Kühe und 3 Rinder, 360—400 Rm. 6 Kühe und 8 Rinder, 410—450 Rm. 8 Kühe, 460—500 Rm. 14 Kühe, 510—550 Rm. 9 Kühe und 1 Rind, 560 bis 600 Rm. 14 Kühe, 610—650 Rm. 8 Kühe, 660—700 Rm. 2 Kühe. Die nächste Milchvienversteigerung in Hamm ist am Donnerstag, dem 4. August. + Münster, 8. Juli. Was nicht alles gestohlen wird. In der Nacht zum 1. Juli wurde von einem Hofe an der Sonnenstraße ein Krankenwagen, sogenannter Selbstfahrer, gestohlen. Weiter wurde in der Nacht zum 6. Juli von einem Geschäft auf der Jüdefelderstraße das Friseurbecken, achteckig, verchromt, entwendet. + Münster, 8. Juli. Wer weiß etwas? Vermißt wird seit dem 3. Juli, gegen 8,30 Uhr, der AnstreicherAppelle in nordwestfälischen Betrieben. X Vom 24.—30. Juni veranstaltete das Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda eine große Verkehrsunfallverhütungsaktion, die von allen beteiligten Stellen(Polizei, NSKK und Presse) tatkräftig unterstützt wurde. Wenn aber eine Dauerwirkung erzielt werden soll, so darf die Aktion mit ihrer offiziellen Beendigung nicht als abgeschlossen gelten. Darum hatte auch die Deutsche Arbeitsfront sich innerhalb ihres Wirkungskreises die gleiche Aufgabe gestellt. Diese Aktion der Deutschen Arbeitsfront wurde durchgeführt als „Sicherheit auf dem Arbeitswege“, und zwar vom 5. bis 7. Juli. In allen Betrieben des Gaues Westfalen=Nord waren an diesen Tagen Betriebsappelle angesetzt, auf denen die Arbeitskameraden in geeigneter Weise auf die Verkehrsgefahren, die ihnen auf dem Wege von und zur Arbeitsstätte drohen, aufmerksam gemacht wurden, Kurzmeldungen der Partei. X Die Hitler=Freiplatzspende im Juni. Im vergangenen Monat wurden 357 Parteigenossen und Angehörige der Gliederungen und 126 Volksgenossen in Hitlerfreiplätze vermittelt. Aus anderen Gauen wurden 321 Parteigenossen und 132 Volksgenossen aufgenommen. Meldung über militärische Uebung. An die zuständige Krankenkasse. Der Reichsarbeitsminister hat für die Beurlaubung von Angestellten und Arbeitern zu einer kurzfristigen Ausbildung und Uebung bei der Wehrmacht mit Wirkung vom 1. Juli 1938 u. a. bestimmt, daß der Versicherungspflichtige, der an einer Uebund teilnimmt, den Beginn der Uebung unter Vorlegung des Einberufungsbefehls und die Beendigung der Uebung unter Vorlage des Wehrpasses seinem Arbeitgeber jeweils sofort zu melden hat. Der Arbeitgeber hat innerhalb der Meldefrist den Beginn und die Beendigung(Dauer) der Uebung der Krankenkasse zu melden. Wird die Uebung und ihre Dauer nicht gemeldet, so sind die Beiträge bis zur vorschriftsmäßigen Meldung weiterzuzahlen. Freiwillige Mitglieder haben den Beginn der Uebung unter Vorlegung des Einberufungsbefehls und die Beendigung der Uebung unter Vorlegung des Wehrpasses jeweils sofort schriftlich ihrer Krankenkasse zu melden. Die Meldungen können unterbleiben, wenn für die Zeit der Uebung die vollen Beiträge weitergezahlt werden. Die vorstehenden Bestimmungen gelten sinngemäß für die Teilnahme an einem anerkannten Lehrgang für Zwecke der Leibesübung. Für die Meldungen sind besondere Vordrucke bei den Geschäftsstellen der Krankenkassen erhältlich. Uebungen, die bis zum 30. Juni 1938 nicht beendet waren, sind der Krankenkasse sofort zu melden. „Fliegendes Deutschlan" in Gelsenkirchen. Die erste Ausstellung der ASFK=Gruppe 10 Westfalen anläßlich der Gelsenkirchener NSFK=Tage ein großer Erfolg. (Eigener Bericht.) Gelsenkirchen, 8. Juli. Welch hohe Bedeutung dem Flugsport beigemessen atsache, wird, das beweist am besten die Tatsache, daß der Flugzute wieder in allen Schi sportgedanke heute wieder in allen Schichten der Bevölkerung lebendig geworden ist. Vor allem aber die Jugend soll das hohe Ethos des Fliegens kennenlernen, Dieser hohen Aufgabe dienen die Gelsenkirchener NSFK=Tage der Gruppe 10 Westfalen und in ihnen vor allem die Erste Westdeutsche Ausstellung des NS=Fliegerkorps„Fliegendes Deutschland“, die am heutigen Samstag morgen durch den Korpsführer des NSFK Generalleutnant Christiansen eröffnet wurde. Seit Tagen wurde an dem Aufbau der Ausstellung, die eine der großzügigsten ihrer Art ist, in den städtischen Ausstellungshallen in Gelsenkirchen gearbeitet. Sofort nach Betreten der Halle sehen wir links die Modelle der Vorkriegsflugzeuge, die uns heute als Kinderspielzeuge erscheinen. Alle Flugzeugtypen, wie sie zuerst vom Altmeister des Fliegens, Otto Lilienthal, gebaut wurden, bis zum Ausbruch des Krieges, lernen wir hier kennen. Rechts finden wir die genauen Nachbiloge assagierflugzeuge bis zu den modernsten GroßPassagierflugzeuge bis flugzeugen, wie sie heute von den bekannten deutschen Flugzeugfabriken hergestellt werden. Besonderes Interesse findet das Modell der letzten Errungenschaft der Flugzeugindustrie, des Focke=Hubschraubers. Dem Besucher ist auch Gelegenheit geboten, den riesigen Motor zu besichtigen, der von einer deutschen Firma hergestellt wurde und mit dem im vorigen Monat die Weltrekorde im Höhenflug und Schnelligkeitsflug aufgestellt wurden. Die Ausstellung in den Flugzeugmodellen und Flugzeugen ist so umfassend, daß aber auch gar nichts von dem fehlt, was heute von den deutschen Flugwerken hergestellt wird. Eine andere Abteilung der Ausstellungshalle zeigt dem Besucher die Arbeit unserer jungen Segelflieger. Wir lernen ihre ersten Arbeiten kennen und sehen den et Werdegang eines Segelflugzeuges. An den Wänden der Halle zeigen riesige Wandbilder die Entwicklung der verschiedenen Segelflugplätze, große Plakate geben den Werdegang des Fliegens von der Pike an bekannt. Wer den Lebensweg eines Fliegers kennen lernen will, der vom Hitlerjungen an bis zum Motorflugzeugführer sich t, braucht hier nur einen Rundgang der Fliegerei widmet, zu machen. Eine große Sonderabteilung ist einer Ausstellung von Modellen gewidmet, wie sie von den Jungen der Volks- und höheren Schulen angefertigt werden. Der Junge, der im 5. Schuljahr ist, arbeitet in diesem Schuljahr in der angesetzten Stunde mit den einfachsten Mitteln an der Herstellung seines ersten Modells. Im folgenden Jahre, wenn der Junge die ihm zur Verfügung stehenden Werkstoffe bereits richtig zu verarbeiten versteht, stellt er bereits die ersten Flugmodelle her und so geht es von Jahr zu Jahr weiter. Die Bauweise der Flugmodelle wird immer komplizierter und damit schwieriger. Man sieht aber hier, daß es sich nicht um eine Spielerei handelt, sondern um erzieherische Arbeit, die den Jungen lehrt, mit den einfachen Werkstoffen umzugehen und sie so zu verarbeiten, daß sie in seinen Händen einen Wert erhalten. Außer den Flugzeugmodellen, Flugzeugen, Motoren usw. finden wir in der Ausstellung auch Modelle der verschiedenen Segelfluggelände, die naturgetreu nachgebildet sind. Interessante Darstellungen zeigen, wie Langstreckenflüge und Zielflüge geflogen wurden. Besonders interessant ist die Darstellung des Fluges des Segelfliegers Kurt Schmidt beim Rh" bewerb, der über eine Strecke von 252. Hier kann man genau den Flug verfolgen, in kurzem Abstand über die Erde führte önwett Im. führte. der einmal und dann wieder bei günstiger Thermik in große Höhen ging, derartigem Amfange noch nicht gezeigt worden. Man kann der Stadt Gelsenkirchen und der Gruppe 10 des NSFK nur dankbar sein, daß sie unter Aufwendung großer Kosten und unendlicher Mühe Baustein zu Baustein zusammentrug, um die Ausstellung so prächtig zu gestalten. Sie wirbt für den deutschen Luftsport, dem sich ein großerTeil unserer Jugend verschrieben hat. Und diese Jugend will das Wollen des Führers verwirklichen, daß das deutsche Volk ein Volk von Fliegern wird, das über Zeiten und Weiten siegt. Kampfgeist durch Sport. DAs=Beiträge für Parteimitglieder ermäßigt. X Der Reichsleiter der DAF, Dr. Ley, hat im Einvernehmen mit dem Reichsschatzmeister der NSDAP eine Neuordnung der Beitragszahlung für Parteimitglieder, deren Monatseinkommen bis 220 Rm. beträgt erlassen. Die Inanspruchnahme der Vergünstigung ist abhängig von der Bestätigung der Zugehörigkeit zur NSDAP als Parteigenosse oder Parteianwärter durch die zuständige Ortsgruppe. Von den Verwaltungsstellen sind zu diesem Zweck Einklebeblätter bereitgestellt, die von den Mitgliedern in Empfang genommen werden können, und auf denen sie sich von ihrer zuständigen NSDAP=Ortsgruppe die Zugehörigkeit zur Partei bestätigen lassen. Die Ermäßigung beträgt bis zu einem Einkommen von 220 Rm. monatlich zwei Beitragsklassen, der Mindestbeitragssatz 9,40 Rm. Die Beitragsermäßigung für Parteigenossen oder Parteianwärter, im einzelnen gestaffelt, sieht wie folgt aus: Klasse 4, Einkommen bis zu 40 Rm., bisheriger Beitrag 0,60 Rm., ermäßigter Beitrag 0,40 Rm. Kl. 5, Einkommen bis zu 60 Rm., bisheriger Beitrag 0,80 Rm., ermäßigter Beitrag 0,40 Rm. Kl. 6, Einkommen bis 30 Rm., bisheriger Beitrag 1,20 Rm., ermäßigter Beitrag 9,60 Rm. Kl. 7, Einkommen bis 100 Rm.. bisheriger Beitrag 1,40 Rm., ermäßigter Beitrag 0,80 Rm. Kl. 8, Einkommen bis 120 Rm., bisheriger Beitrag 1,80 Rm., rmäßigter Beitrag 1.20 Rm. Kl. 9, Einkommen bis 60 Rm. bisheriger Beitrag 2,20 Rm., ermäßigter Beirag 1,40 Rm. Kl. 10. Einkommen bis 180 Rm., biserizer Beitrag 2,80 Rm., ermäßigter Beitrag 1,80 Rm. Kl. 11. Einkommen bis 220 Rm., bisheriger Beitrag 140 Rm., ermäßigter Beitrag 2,20 Rm. General der Artillerie von Kluge an die Wehrmachtkämpfer. Düsseldorf, 8. Juli. Anläßlich der Eröffnung der Deutschen Wehrmachtmeisterschaften in Düsseldorf hielt der Kommandierende General des VI. Armeekorps, General der Artillerie von Kluge, folgende Ansprache: Zum erstenmal seit Bestehen der vom Führer geschaffenen neuen Wehrmacht finden sportliche Meisterschaftskämpfe der drei Wehrmachtteile, des Heeres, der Kriegsmarine und der Luftwaffe, gemeinsam statt. Dank der Großtat unseres Führers, der in den unvergeßlichen Märztagen dieses Jahres Oesterreich in das Reich zurückführte, nehmen an dieser großen Kundgebung soldatisch=sportlichen Geistes nun auch die Soldaten der alten deutschen Ostmark teil. Und fast ist es wie ein Sinnbild, daß— die von der Donau kamen— nun hier am deutschen Schicksalsstrom im Westen, in der auch von unserem Führer befreiten entmilitarisierten Zone, mit ihren Kameraden um den sportlichen Lorbeer ringen! Es geht aber in diesen Wehrmachtmeisterschaften nicht nur um den Wettkampf der Soldaten untereinander. Vielmehr soll diese Auslese der Wehrmacht zugleich schon eine Vorprüfung für die kommende Olympiade des Jahres 1940 sein. So wird also der Kampf dieser Tage zugleich unsere Jugend auf den Kampf der Jugend der Welt vorbereiten. Die Leistungen, die Sie— meine jungen Kameraden— hier auf der Kampfbahn vollbringen, sind ein ein für die sportliche Er lehrling Günther Bielstein, geboren am 15. März 1922 zu Helmstadt, zuletzt Münster, Althoffstraße Nr. 90 wohnhaft. B. hat am genannten Tage, zur angegebenen Zeit die elterliche Wohnung verlassen; seitdem fehlt jede Spur von ihm. Beschreibung: 172 cm groß, schlank, mittelblondes, links gescheiteteltes Haar, bleiches volles Gesicht, hohe Stirn, hellbraune Augen, gradlinige Nase, mittelgroße Ohren, kleiner Mund, vollständige Zähne, lange Arme, große Hände, lange Beine, große Füße, aufrechter Gana. Bekleidung: Blaue Schirmmütze schwärze Joppe, braune Kniehose, weißes Oberhemd, weißer Gummikragen, grünliche Krawatte, hohe braune Schnürstiefel, führt fast neues Herrenfahrrad, Marke „Stellbrink“, Nr. 96 770, bei sich. Zweckdienliche Angaben an jede Polizeistelle. + Münster, 8. Juli. Ein Anhänger riß sich los. I der Nacht zum Freitag koppelte sich auf der Warendorfer Straße in Münster der Anhänger eines Lastzuges während der Fahrt selbst vom Motorwagen ab und rollte in den Straßengraben, stieß hierbei gegen einen dünnen Baum und legte diesen um. elo= Ahlen, 8. Juli. Motorradunfall. Der 18 Jahre alte Heinrich Thiele vom Südberg war mit seinem stiger Thermit In Westdeutschland ist wohl eine Ausstellung in An Prüfsttziehung unserer Soldaten. Der Sport ist in der Wehrmacht nicht Selbstzweck, sondern Mittel zum Zweck. Wie alle Ausbildungszwecke, so dient auch der Sport dem einen Ziel: willensstarke, zähe und leistungsfähige Kämpfer zu erziehen, die als„ganze Kerle“— wenn es sein muß— mit Blut und Leben für ihr deutsches Vaterland, für ihr deutsches Volk einstehen, Der Kampfgeist ist es, den der Soldat im Sport sucht und der ihn stählt. Stolze Spitzenleistungen sind die Gewähr dafür, daß in allen Wehrmachtsteilen mit zäher Energie an der sportlichen Durchbildung gearbeitet wird und daß wir von der Truppe auch hochstehende körperliche Durchschnittsleistungen erwarten dürfen. Kämpfen Sie diesen sportlichen Wettbewerb nun durch im Geiste echter soldatischer Kameradschaft! Der Besiegte soll stolz auf den Sieger sein, in dem er den Vertreter seiner Truppe, seines Wehrmachtsteils und schließlich der Wehrmacht, mit einem Wort: den Kameraden ehrt. Im Auftrage des Obersten Befehlshabers der Wehrmacht grüße ich die hier zum friedlichen, ritterlichen Kampf angetretenen Soldaten aller Dienstgrade und entbiete allen Kämpfern meine besonderen Wünsche für die Erringung höchster Leistungen und Ehren. Unser aller Gedenken gilt in dieser Stunde dem Obersten Befehlshaber der Wehrmacht. Wir grüßen unseren Führer und Reichskanzler, den Schöpfer der jungen Wehrmacht, den Befreier der Rheinlande und Gründer des neuen Großdeutschen Reiches, Adolf Hitler. nuu Bergebrbn don einem Personenkraftwagen angefahren und erlitt durch den Sturz schwere innere und Kopfverletzungen, die seine sofortige Einlieferung in das dortige Krankenhaus notwendig machten. Beide Fahrzeuge wurden leicht beschädigt, Schuld an dem Unglück, das auf Nichtbeachtung des Vorfahrtsrechtes zurückzuführen ist, trifft den Personenkraftwagen. mnd= Mettingen, 8. Juli. Ein vorgeschichtliches Hügelgrab ausgegraben. Mitarbeiter des Landesmuseums Münster sind augenblicklich dabei, ein auf dem sogenannten Schniederberg entdecktes vorgeschichtliches Hügelgrab auszugraben. Das Grab hat einen Durchmesser von 17,50 Metern mit einer Höhe von 1,51 Metern über dem gewachsenen Boden. Im Innern des Grabes ist um de Kern ein steinfreier Lehmkranz von ortsfremdem Bode gezogen, dem ein großer Steinmantel folgt, der seinerseits den Lehmkranz überdeckt und mit der Mittelpackung verbunden ist. Dann schließt sich wieder ein schmaler Lehmkranz an und daran nach außen eine breite Steinanschüttung. Eine große Steindecke bedeckt das Ganze Man vermutet, daß das Grab aus den letzten Jahren der jüngeren Steinzeit oder aus den Anfangsjahren der früheren Bronzezeit stammt. Die und dre stegeri ergebniin Fro Spitzent 32 Sekt Magdeb der Fre der Mi Deutschl 1—72 9 10. Plat felder§ plaziert. Der stand ga der Stre im stopp den We jedoch b km) übe nach den ling der wilde I licher A dem Fe reichte d Dieser acht P. ieß der Wrspru Royan den Zw Sechster und Wedirekt a liegende dienten Das Judentum. 4. Et Belgien Meulent gien, 6. Frechaut Italien. Ein statistischer Beitrag zur biologischen, beruflichen und sozialen Struktur. Aus dem Vortrag von Prof. Dr. Friedrich Burgdörfer, Direktor im Statistischen Reichsamt auf der Münchener Tagung des Reichsinstituts für Geschichte des neuen Deutschlands. Scheller, der Deu Die Gesamtzahl der Juden(Glaubensjuden) auf der Erde kann nach einer soeben im Statistischen Reichsam durchgeführten Zusammenstellung auf rund 17 Millionen beziffert werden. Davon entfallen rund 10 Millionen oder drei Fünftel auf Europa, über 5 Millionen oder fast ein Drittel auf Amerika, nicht ganz 1 Million oder 5,5 v. H. auf Asien, 670000 oder 4 v. H. auf Afrika und ein zahlenmäßig unbedeutender Rest von 30 000 oder 0,2 v. H. auf Australien. Um das Jahr 1880 lebten noch fast neun Zehntel(88 v. H.) aller Juden in Europa, um die letzte Jahrhundertwende entfielen immerhin noch über vier Fünftel(82 v. H.) auf unseren Erdteil, während heute der europäische Anteil am Gesamtjudentum auf etwa drei Fünftel(60 v. H.) zu beziffern ist. Dagegen hat sich der Anteil Amerikas von 3 v. H. im Jahre 1880 auf 11 v. H. im Jahre 1900 und auf 30 v. H. im Jahre 1937 erhöht. Juden gibt es fas in der ganzen Welt. Am geringsten ist die Judendichte in Asien mit einem Bevölkerungsanteil von 0,08 v, während der Judenanteil in Amerika und in Europ beinahe 2 v. H. beträgt. In Europa kann man im wesentlichen zwei Dichtezentren unterscheiden. Das zahlenmäßig bedeutendste liegt im osteuropäischen Völkermisch gürtel zwischen Ostsee und Schwarzem Meer; in dem Viereck, das durch die Städte St. Petersburg, Riga, Wien und Rostow am Don begrenzt wird, leben mehr als 8 Millionen Juden, also fast die Hälfte aller Juden auf der Erde. Das Ostjudentum ist übrigens auc die kinderreichste Gruppe des Judentums, aus der heraus die kinderarmen Gruppen des Westjudentums, des Uebeiseejudentums durch dauernde Zuwanderung ergänzt und verstärkt werden. In Polen leben etwa 3,3 Millionen Juden, das ist fast ein Zehntel der Gesamtbevölkerung des polnischen Staates. Ein zweites, allerdings erheblich schwächeres Dichtezentrum zieht sich durch Westeurova mit den judenreichen Städten London(234000), Amsterdam, Antwerpen, Frankfurt a. M.(26 000), Nürberg=Fürth(9500), Zürich. Eine dritte Dichtezon läuft an den Küsten des Mittelmeeres entlang mit Palästina(400 000 Juden) im Osten und Marokio im Westen. Ein viertes starkes Dichtezentrum hat sich im Zuge der Massenauswanderung nach Amerika im Osten der Vereinigten Staaten gebildet. Die Vereinigten Staaten von Nordamerika sind mit 4½ Millionen Glaubensjuden der judenreichste Staat der Welt und Newyork umfaßt mit 2,5 Millionen Juden(dass ein Viertel der Newyorker Gesamtbevölkerung) 15 v.5 aller Juden des Erdballs. Die Hälfte aller Juden lebt in Grohstädten, und in 18 Großstädten sind mehr als je 10000 Juden vorhanden. An zweiter Stelle unter diesen Großstädten steht— nächst dem schon erwähnten Newyorkdie polnische Hauptstadt Warschau mit 350 000 Juden, das ist fast ein Drittel der Gesamtbevölkerung Warschaus An achter Stelle steht Wien mit 178 000 Glaubensjuden (fast 10 v. H. der Gesamtbevölkerung) und an zehnter Stelle Berlin mit 161,000 Glaubensjuden(3,8 v. H. del Bevölkerung).— Alle diese Zahlen müssen als Mindeszahlen betrachtet werden, da sie sich fast ausschließlich adie Glaubensjuden beziehen. Es sind also nicht die Ter des Judentums erfaßt, die durch Uebertritt zum Christ“ tum oder zur Konfessionslosigkeit ihre blutmäßige stammung verdecken. Bei der für Mai 1939 vorgesehen großen Volks=, Berufs= und Betriebszählung wird ersmals im Deutschen Reich eine vollständige Erfassung Judentums und der Judenmischlinge durch eine um fassende Abstammungserhebung durchgeführt werden. Immerhin lassen sich, wie Professor Burgdörfer Hand der Ergebnisse einer Sonderauszählung, die Statistische Reichsamt im Anschluß an die Volkszählug von 1933 durchgeführt hat, zeigt, auch durch eine genauen Gliederung der Glaubensjuden, die den Kern des Judentums darstellen, wertvolle Einblicke in die biologische Verhältnisse, die berufliche und soziale Struktur de Judentums in Deutschland gewinnen. Es zeigt sich daß das Judentum, das nach der Zählung vom Jahre 1933 im alten Reich 500 000 Glaubensjuden und nach letzten Zählung in Oesterreich(1934) rund 200 000 Glabensjuden umfaßte, eine ausgesprochene verstädterte," hohem Maße überalterte, ungewöhnlich kinderarme völkerungsgruppe von völlig einseitiger(fast ausschlief lich auf Handel und gewissen freien Berufen Beruhend wirtschaftlicher und sozialer Struktur ist. Wenn diese Zahlen natürlich kein vollständiges Bild von dei tatsächlichen Stellung, die das Judentum noch 1933 nerhalb des wirtschaftlichen und öffentlichen Lebens" Deutschland hatte, geben können, so sind diese Unterlagedoch für die Beurteilung der Judenfrage von hervoragender Bedeutung. Im besonderen aber wird de Zählung des Jahres 1939. die von der blutmäßigen stammung ausgeht und bei der jeder Einwohner Deutschen Reiches anzugeben hat, ob einer seiner die Großelternteile der Rasse nach Volljude ist oder war, Un der statistischen Klärung der Judenfrage erheblich nanbringen.(22 5 Son Was Der dauert b verkauf Glas ur und Da und ze dürfen Art eins tücher je FrottierErstlingBettwäse und gesoder Bo einfarbig oder Ba stiges 2 Reformu Mützen hüte, K rufskleid feuranzü Schürzen enthalte ken und und Vo Herrenst Ferr zweck ur stellung 6,00: 8,00: 8,05: 8,30: 9,00: 10,15: 10,30: 12,00: 96,00 13,10 14,00 15,00 15,25: 16,00: 19,00: 19.10 19,30: 21,15: 22,00: 22,30: 24,00 1922 zu )wohnien Zeit de Spur 5 volles ge Nase, Zähne, se Füße, rmmütze, md, weibraune Marke iche Anlos. In tendorfer jes wahrollte in dünnen 18 Jahre t seinem feld. Auf auf der aftwagen re insofortige otwendig eschädigt. des Vornenkraft2s Hügelmuseums ogenannügelgrab von 17,50 dem Turnen-Spiel-Sport. ichen und Friedrich Leichsamt sinstituts )auf der Reichsam Millionen Millionen onen oder 1Million o. H. au Rest von das Jahr ler Juden entfielen uf unseren lam Ge).) zu be rikas von 1900 und bt es udendichte 08 v. 5. n Europ Tour de Fronce. Royan, 8. Juli. Die vierte Etappe war in drei Abschnitten unterteilt, und dreimal mußte gestartet werden, ehe der Etappensteger in dem Belgier Verwaecke feststand. Im Gesamtergebnis liegt weiterhin der Luxemburger Majerus in Front, dagegen hatte der Zuletzt gegenüber dem Spitzenreiter und Träger des gelben Trikots nur mit 32 Sekunden Rückstand an zweiter Stelle liegende Magdeburger Otto Weckerling auf dem letzten Teil der Freitag=Etappe einen Defeit zu beheben, so daß der Mitteldeutsche und Gewinner der vorjährigen Deutschland=Rundfahrt einen Zeitverlust von beinahe 1—½ Minuten zu verzeichnen hatte und dadurch auf den 10. Platz in der Gesamtwertung zurückfiel. Der Bielefelder Heinz Wengler ist dagegen an sechster Stelle plaziert. Der vierte Tag, von Nantes nach Royan über 228 km stand ganz im Zeichen der Belgier. Auf dem ersten Teil der Strecke von Nantes nach La Roches sur Yon über 62 im stoppten sie jeden Vorstoß ab. Nur ihren Landsmann, den Weltmeister Meulenberg, ließen sie enteilen, der jedoch beim zweiten„Haltepunkt" in La Rochelles(145 im) überholt wurde. Auf dem Wege von La Rochelles nach dem Etappenziel Royan(83 km) hatte dann Weckerling den Reifenschaden zu beheben. Sofort setzte eine wilde Jagd ein. Die Deutschen blieben in kameradschaftlicher Weise bei ihrem Landsmann und fuhren hinter dem Feld ein regelrechtes Mannschaftsrennen, aber es reichte doch nicht mehr, zur Spitzengruppe aufzuschließen. Dieser Zeitverlust kostete dem tapferen Weckerling acht Plätze in der Gesamtwertung. Kurz vor dem Ziel jeß der Belgier Verwaecke vor, hatte im Nu 24 Sek. Irsprung gewonnen und fuhr als sicherer Sieger in Royan ein. Wengler schnitt durch seine guten Plätze auf den Zwischenstationen ausgezeichnet ab und traf als Sechster am Etappenziel ein. Auch Hauswald, Scheller und Wendel befanden sich in der Kopfgruppe. In Royan, direkt am Meer gelegen, haben die noch im Rennen liegenden 91 Fahrer am Samstag ihren ersten wohlverdienten Ruhetag. Ergebnisse: 4. Etappe Nantes—Royan 228 km: 1. VerwaeckeBelgien 7:10:22 Std., 2. Servadei=Italien 7:10:54, 3. Meulenberg=Belgien, 4. Bini=Italien, 5. Disseaux=Belgien, 6. Wengler=Deutschland, 7. Rossi=Italien, 8. Frechaut=Frankreich, 9. Bernardoni=Italien, 10. MartonoItalien. Auf dem 13. Platz 53 Fahrer, darunter auch Scheller, Wendel und Hauswald. Die weitere Plazierung der Deutschen: 73. Heide- 7:11:59 Std., 74. Langhoff 7:12:02, 77. Arents, 78. Oberbeck(gleiche Zeit), 79. Weckerling 7:12:08, 82. Seidel, 7:13:10, 91. Schild 7:14:36 Stunden. Gesamt: 1. Majerus 28:29:14 Std. 2. Beducq 28:30:06. 3. Goasmat. 4. A. Magne, 5. Rossi(alle 28:30:14), 6. Wengler, Speicher und Lowie(alle 32), 9." 28:30: Cossen 28:30:51, 10. Weckerling 28:31:00 St. Handball=Weltmeisterschaft. Holland— Luxemburg 9:3. Beide Mannschaften zeigten gute Leistungen, doch hatten die schnelleren und in der Mannschaftsarbeit besseren Holländer fast stets das Heft in der Hand. Luxemburg spielte zu ungenau, und die Stürmer waren nicht durchschlagskräftig genug. Alle drei Tore für Luxemburg erzielte der Mittelstürmer Lejer. Hollands Gegner ist am Samstag Polen. Schweden— Rumänien 7:6. Die Schweden vermochten sich nur mit 7:6 erfolgreich durchzusetzen. In diesem ausgeglichenen Kampf sah man von den Rumänen wieder sehr gute Leistungen, und mit etwas mehr Glück hätte der Sieger auch genau so gut Rumänien heißen können. Die Führung wechselte ständig, und erst zwei Minuten vor Schluß erzielten die Nordländer den siegbringenden siebten Treffer. Deutsche Fußballer auf Reisen. Die vor einiger Zeit zu einer Islandreise gestarteten deutschen Fußballer, die sich in der Hauptsache aus Studentensportlern zusammensetzte, haben den deutschen Sport ausgezeichnet vertreten. Dem ersten Spiel in Reykjavik wohnten über 6000 Zuschauer bei. Nach einem spannend durchgeführten Kampf blieben die Deutschen mit 2:1 über eine isländische Auswahl siegreich. Mittelstürmer spielte der Mannschaftsbegleiter Karl Hohmann. Das zweite Spiel in Valur gegen den isländischen Landesmeister endete 1:1, dagegen wurden die beiden restlichen Treffen gegen den FC Wiking bezw. gegen eine isländische Auswahl jeweils mit 4:1 von unseren Spielern, die eine herzliche Aufnahme fanden, gewonnen. Handel und Wirtschaft. Sommerschlußverkauf 1938 Was darf in den Verkauf— und was nicht? Der Sommerschlußverkauf beginnt am 25. Juli und dauert bis einschließlich 6. August. Zum Sommerschlußverkauf sind folgende Waren zugelassen: Aus Porzellan, Glas und Steingut; Damenhandtaschen, Lederblumen und Damengürtel; Schuhwaren; Bekleidungsgegenstände und Textilwaren. Nicht zum Verkauf gestellt werden dürfen in der Textilbranche: Weiße Wäschestoffe jeder Art einschließlich Rohnessel und blauer Köper, Taschentücher jeder Art, Handtücher jeder Art einschließlich Frottier=Handtücher, Küchenhandtücher und Badetücher, Erstlingswäsche einschließlich Einlagen und Windeln, Bettwäsche und Inletts jeder Art, einfarbige gewirkte und gestrickte Unterwäsche aus Gespinsten, die Wolle oder Baumwolle enthalten, weiße Hemden jeder Art, einfarbige Melangestrümpfe aus Gespinsten, die Wolle oder Baumwolle enthalten, Bettfedern, Kapok und sonstiges Bettenfüllmaterial, Matratzen, Matratzenschoner, Reformunterbetten, Reformauflagen, Bettstellen, blaue Mützen jeder Art, schwarze, steife Herrenhüte, Seidenhüte, Klapphüte und schwarze weiche Herrenhüte, Berufskleidung(zugelassen sind jedoch Livreen und Chauffeuranzüge), einfarbige Arbeitskittel und einfarbige Schürzen aus Gespinsten, die Wolle oder Baumwolle ten, Pelze, pelzgefütterte Mäntel, Teppiche, Brükken und Verbindungsstücke jeder Art einschließlich Läufer und Vorlagen, Fahnen und Fahnenstoffe jøder Art, Herrenstöcke und Schirme jeder Art. Ferner sind Waren, die nach ihrem Verwendungszweck und dem Zeitpunkt ihrer Anschaffung oder Herstellung durch den Verkäufer für den Vertrieb oder Verbrauch in einem künftigen Verbrauchsabschnitt bestimmt sind, ebenfalls ausgeschlossen. Auch parteiamtliche Gegenstände einschließlich der Bekleidungs= und Ausrustungsgegenstände dürfen nicht in den Sommerschlußeinbezogen werden. Die Vorschriften über die Werbung für den Sommerschlußverkauf haben sich gegenüber den Vorjahren nicht geändert. Auf den Verkauf bezugnehmende öffentliche Bekanntmachungen und Mitteilungen, die für einen größeren Personenkreis bestimmt sind, dürfen frühestens an dem letzten Werktag vor dem allgemeinen Beginn der Verkäufe ab 19 Uhr erfolgen. Diese Vorschrift gilt nicht in folgenden Fällen: Soweit bei Tageszeitungen die letzte Ausgabe vor dem Beginn der Verkäufe an dem obengenannten Werktag vor 19 Uhr erscheint, dürfen Ankündigungen und Anzeigen der Verkäufe bereits in dieser Ausgabe enthalten sein. Bei Zeitschriften und Zeitungen, die mindestens wöchentlich erscheinen, dürfen Hinweise auf die bevorstehenden Verkäufe, die keine Warenangebote enthalten, in der letzten Ausgabe vor dem allgemeinen Beginn der Verkäufe enthalten sein. Mit der Anbringung von Plakaten und der Verteilung von Druckschriften darf am letzten Werktag vor dem Beginn der Verkäufe ab 16 Uhr begonnen werden. Dieses gilt auch für die Filmwerbung. Alle vorzeitig erfolgenden Ankündigungen und Mitteilungen müssen deutlich und unmißverständlich den Tag des Beginns der Verkäufe angeben. Bezüglich der Ankündigung von Preisen sei bemerkt, daß Preisherabsetzungen durch Gegenüberstellung der früheren und der während der Verkäufe gültigen Preise nicht in der Weise angekündigt werden dürfen, daß sie für außerhalb der Geschäftsräume befindliche Kauflustige erkennbar sind. Die Bezeichnung Sommerschlußverkauf darf entweder ohne jede Trennung der Wortbestandteile(Sommerschlußverkauf) oder mit einmaliger Trennung vor „Verkauf!“(Sommerschluß=Verkauf) oder mit zweimaliger Trennung(Sommer=Schluß=Verkauf) verwendet werden. In keinem Falle dürfen jedoch die Wortbestandteile„Schluß" oder„Schlußverkauf“ irgendwie(z. B. durch größeren Druck, andere Farbe oder besondere Anordnung in der Schreibweise) hervorgehoben werden. Eine stärkere Hervorhebung des Wortteiles Sommerschluß ist jedoch zulässig. Wirtschaftlicher Wochenbericht. Auf dem Wege einer neuen aktiven deutschen Handelspolitik sind die Abkommen mit England, Polen und der Schweiz wichtige Stationen des Fortschritts. Die Tatsache, daß wir gegenwärtig gleichzeitig mit 12 Nationen Wirtschaftsverhandlungen führen, die durchaus günstig verlaufen, beweist, daß Deutschland im Begriffe ist, eine neue Epoche im Welthandel einzuleiten. Man erkennt mehr und mehr, welch wichtiger Faktor das krisenfeste Deutschland heute auch für die anderen Länder darstellt, namentlich in einer Zeit, da der Welthandel schon wieder deutliche Schrumpfungstendenzen zeigt. Der deutsche Standpunkt in der Frage der österreichischen Anleihen sowohl, als auch unsere Auffassung, daß der Nachdruck bei den Verhandlungen auf die Warenseite zu legen ist, findet überall wachsendes Verständnis. Nach den USA und England ist Deutschland heute das drittgrößte Welthanoelsland geworden, obwohl uns Kolonien nicht zur Verfügung stehen. Diese Tatsache, die der Reichswirtschaftsminister dieser Tage feststellte, mag für den Wirtschaftsfachmann nichts neues sein, für die Oeffentlichkeit mancher Länder wird sie vielleicht eine Ueberraschung darstellen, hat man ihr doch in einer gewissen Presse immer wieder nachzuweisen und zu prophezeien versucht, daß die bösen Nazis an den Wirtschaftsdingen sicher scheitern würden. Auch in der Wirtschaftsführung ist heute die Einheit von Partei und Staat in Deutschland praktisch durchgesetzt, und die vom Reichswirtschaftsminister angekündigten weiteren Maßnahmen werden dazu beitragen, dieses Verhältnis bis in alle Verästelungen immer enger zu gestalten mit dem Ziele einer einheitlichen und straffen wirtschaftlichen Führung. Der Nationalsozialismus ist an diesen Problemen nicht gescheitert, er kann sich im Gegenteil rühmen, daß sie in Deutschland als einzigem Land gemeistert worden sind. Der Klassenkampf ist bei uns nur noch ein Lexikonbegriff, und die Betriebe wetteifern miteinander, in wirtschaftlicher und sozialer Hinsicht musterhaft zu sein. Der neue Leistungskampf, der alle deutschen Betriebe vom größten Konzern bis zum kleinsten Handwerksbetrieb umfaßt, wird ohne Zweifel den vorjährigen noch bedeutend übertreffen. Was den heutigen Stand unserer Wirtschaft angeht, so ist der neueste Bericht des Instituts für Konjunkturforschung(vgl. 33. Nr. 182 vom 7. Juli, unter Handel und Wirtschaft „Die Arbeitslosigkeit im Ausland“) recht aufschlußreich. In elf Ländern ist seit dem vorigen Jahre die Arbeitslosigkeit gestiegen, bei uns gibt es überhaupt keine mehr. Im Gegenteil stehen wir, wie der Bericht sagt, an der Grenze der Vollbeschäftigung. Eine weitere Ausweitung unserer Produktion kann nur noch schrittweise erfolgen in dem Maße, wie es gelingt, die Methoden weiter zu vervollkommnen und durch Berufsumschichtungen neue Fachkräfte zu gewinnen. Während die Indexziffer der industriellen Produktion der Welt für Anfang 1938 um 10 Prozent niedriger als vor einem Jahre liegt, ist die Erzeugung in Deutschland gleichzeitig um fast denselben Prozentsatz gestiegen. Durch eine gewisse Erleichterung unserer Rohstoffversorgung wird diese Entwicklung begünstigt. Insgasamt ist auch für die Zukunft noch ein weiterer Aufschwung zu erwarten, da ta insbesondere die neue Ostmark noch viel nachzuholen hat und erst am Anfang dieser Entwicklung steht. Die Inanspruchnahme der Reichsbank zum Halbjahresultimo war diesmal stärker als im Vorjahre, was aber durchaus nicht ungewöhnlich ist, wenn man bedenkt, daß unsere Produktion erneut bedeutend gestiegen ist und damals auch die österreichische Wirtschaft noch nicht eingegliedert war. Berliner X Berlin, 8. Juli. Tendenz: Aktien behauptet, Renten ruhig.— Wenn auch die Kursentwicklung an den Aktienmärkten noch immer eine einheitliche Linie vermissen läßt, so war doch stimmungsmäßig eine nicht unbeträchtliche Besserung zu verzeichnen, was teilweise auch in der Kurgestaltung zum Ausdruck kam. Soweit die Verkaufsneigung anhielt, handelte es sich um Abgaben aus nicht arischen Kreisen, während die Bankenkundschaft bereits leichte Anschaffungen vornahm und sich auch sonst etwas Rückkaufneigung geltend machte. Mürkte. Dortmunder Schlachtviehmarkt. Dortmund, 8. Juli. Auftrieb: Ochsen 5, Bullen 198, Kühe 337, Färsen 129, Kälber 1092, Schafe 81, Ziegen 4, Schweine 3464. Marktverlauf: Großvieh, Kälber, Schweine zugeteilt, Schafe mittel. Es kosteten: Ochsen: a) 45, b) 38—39, c) 36; Bullen: a) 43, b) 39, c) 34; Kühe: a) 42 bis 43, b) 38—39, c) 30—33, d) 23—25; Färsen: a) 44, b) 39—40, c) 33—35, d) 28; Kälber: Doppellender: 75 bis 78, a) 62—63, 6) 55—57, c) 46—48, d) 38; Stallmasthammel: 48—52, Schafe: a) 35—42, 6) 35—42, c) 27—32; Schweine: a) 56,50, b1) 55,50, b2) 54,50, c) 52,50, d) 49,50, e) 49,50, f) 49,50, g1) 53,50. Bochumer Schlachtviehmarkt. X Bochum, 7. Juli. Auftrieb: Bullen 8, Kühe 5, Färsen 5, Kälber 11, Schweine 694. Marktverlauf: Rinder und Schweine zugeteilt, Kälber ziemlich flott. Es kosteten: Bullen: a) 42—43; Kühe: a) 43, b) 35; Färsen: a) 44; Kälber: b) 57, c) 48; Schweine: a) 56,50, 61) 55,50, 62) 54,50, c) 52,50, b) 49,50, e) 49,50, f)—, g1) 53,50, g2)— Altschneider: 53,50. Hamburger Schweinemarkt. Hamburg, 8. Juli. Auftrieb: Schweine 1920, Beobachtungstiere 722. Marktverlauf: zugeteilt, Qualität mittel. Es kosteten: a) 54,50, 61) 53,50, 52) 52,50, c) 50,50, d) 47,50, Altschneider: 51,50, g1) 51,50. Berliner Schlachtviehmarkt. Berlin, 8. Juli. Auftrieb: Ochsen 36, Bullen 62, Kühe 593, Färsen 61. Rinder direkt zugeführt 50, Kälber 1570, Ausland 254, Schafe 4170, Schweine 6413, Ausland 231, Ziegen 5. Marktverlauf: Rinder zugeteilt, Ausstich über Notiz, Kälber, Schafe, Schweine verteilt. Es kosteten: Ochsen; a) 44, 6) 40, c) 35, d) 28; Bullen: a) 52, b) 38, c) 33, d) 26; Kühe: a) 42, b) 38, c) 32, d) 22—24; Färsen: a) 43, 6) 39, c) 34, d) 27; Kälber: Doppellender: 68—78, a) 63, b) 57, c) 48, d) 38; Lämmer und Hammel: a1) 50, a2)—, 61) 45—48, b2)—, c) 40—43, d) 38; Schafe: a) 40, 6) 34—40, c) 20—30; Schweine: a) 54,50, 61) 53,50, 62) 52,50, c) 50,50, b) 47,50, e),—, f) 51,50, g1) 49,50, g2) 51,50, Altschneider: 40. Berliner Getreidegroßmarkt vom 8. Juli 1938 Weizen märk., Durchschnittsqualität: 75/77, frei Berlin. 211 Preisgebiet VI 1 VII 1VIIIIX X 1 XII XIV ges. Erzeugerpr. 199.00 200.00 201.00 202.00 203.00 205.00 207.00 Roggen märk., Durchschnittsqualität: 70/72 frei Berlin.... 181 Preisgebiet V 1 VII VIII IX 1 XII I XIII ges. Erzeugerpr. 169.00 170.00 171.00 172.00 175.00 176.00 177.00 luttergerste 59/60V VII 1 VIII IX ges. Erzeugerpreis, Preisgeblet 154.00 155.00 157.00 160.00 162.00 Industriegerste(Sommergerste) frei Berlin— ab märk. Station Futterhafer märk., Durchschnittsqualität 46/49 Preisgebiet IV VII 1 K X1XIII XIV ges. Erzeugerpr. 152.00 156.00 159.00 161.00 164.00 166.00 Weizenmehl, T'ype 812(Vollmehl) VVIVin IXXIxn 28.40 28.40 28.40 28.40 28.45 28.70 28.70 28.70 29.30 10% Auslandsweizen— 1,50 Mk Aufgeld. 20% Auslandsweizen— 3,00 Mk. Aufgeld. Roggenmehl, Type 1150, Preisgebiet nn 21.10 21.20 21.45 21.55 21.65 21.80 21.90 22.25 22.35 22.45 Weizenkleie, Preisgebiet V VI V VII IXExn 11.15 11.20 11.30 11.35 11.40 11.50 11.55 11.60 11.70 Roggenkleie, Preisgebiet NV 1XnXI 10.10 10.15 10.30 9.95 10.40 10.45 10.10 10.30 10.40 10.45 XIV 29.40 XIII XIV 11.85 Bremen: Loco Jan. März Mai Jul Okt. Dez. Baumwolle 7.7. Brief 10.92 10.62 10.72 10.80 10.43 10.55 Juni Juli August September Oktober November Dezember Geld 10.61 10.70 10.78 10.41 10.53 bez 10.62 10.72 10.79 10.21 10.42 10.54 7. 9.12 9.10 9.09 9.08 9.11 9.15 Brief 10.77 10.50 10.62 10.70 10.31 10.42 7.7. 89 8.97 8.95 8.94 8.98 9.02 6. 7. Geld 10.47 10.58 10.68 16.2 10.41 bez 10.50 10.60 10.69 10.81 10.43 New Yorker Baumwollkurse 1505 Januar Februar März April Mai 8. 7. 9.17 9.16 9.18 9.21 9.22 9.23 7. 7. 9.04 9.04 9.06 9.09 9.10 9.12 Geschätzte Totalzufuhren— Baumwollaufuhr in Atl. Häfen 1000 Baumwollzufuhr in Golf-Häfen 3000 Zufuhren in Pacific-Häfen 7000 Export nach England— Export n. d. übrig Kontinent 5000 Export nach Japan u China 3000 Fracht nach Liverpool— Programm des Reichssenders Köln Sonntag 1. 6,00 8,00 8,05 8.30 9,00 10,15 10,30 12,00 00 18,10 14,00 15,00 15,25 16,00 19,00 19.10 19,30 21,15 22,00 22,30 24,00 Von Hamburg: Zum 500. Male Hamburger Hafenkonzert auf dem Dampfer„Newyork“ der HamburgAmerika=Linie. Wetter— Wasserstand. Morgenfeier des Reichssenders Köln. Da ist der sieben Tage Tor... Lieder und Geschichten aus dem Kinderland. SA singt und marschiert! 1. Marschmusik. Musikzug der SA=Standarte 136 Köln unter Musikzugführer Alb. Bötel.— 2. Neue Lieder der Bewegung. Schaltpause. Reichssendung aus München: Aus dem Haus der Deutschen Kunst: Eröffnung der Großen Deutschen Kunstausstellung 1938. Von Berlin: Mittagskonzert. Kapelle Hans Bund. Jungherrs Akkordeon=Melodiker. Klavierduo KüsterKiermeier. Nachrichten— Glückwünsche. Von Berlin: Konzertfortsetzung. Melodein— aus Köln am Rhein. Der Kiepenkerl packt aus! Guter Rat für Stadt und Land! Schafft Nistgelegenheiten in den Gärten— Der westfälische Bauerngarten auf der Reichsgartenschau in Essen— Arbeitermangel auf dem Lande— Lehrlingsfreisprechung. Hinaus in die Ferne". Rundfunkchor unter Musikdirektor Wilhelm Adams. Mitwirkende: MengelbierTerzett: Elli Volkenrat, Hildegard Gaul, Gusti Bergmann, Martin Steinkrüger(Klavier). Sport und Unterhaltung. Unterhaltungsorchester unter Herm. Hagestedt. Kölner Mandolinen=Konzertgesellschaft „Harmonie“ unter Musikdirektor H. Schneider.— Darin u a. Internationale Ruderregatta Essen— Deutsche Wehrmachtmeisterschaften Düsseldorf und von 17,00 bis 17,20 von Frankfurt(aus Darmstadt): Deutsche Schwimm=Meisterschaften. Nachrichten. Der Sonntag im Rundfunkbericht und Sportvorbericht Zum Tag der deutschen Kunst. Deutscher Abend. Kölner Rundfunkorchester(Leitung: Otto Julius Kühn). Solist: Willi Hülser(Klavier). 2000 Militärmusiker spielen. Deutsche Wehrmachtmeisterschaften in Düsseldorf(Militärische Vorführungen und Schlußfeier). Nachrichten Vom Deutschlandsender: Zu Tanz und Unterhaltung mit der Kapelle Hanns Kallies, Franziska Petri(Gesang) und dem Klavierduo Blacky R. Hübner und Paul Elbern. Dazu Fantasien auf der Wurlitzer Orgel aus dem Usa-Palast am Zoo, Erwin Christoph spielt(Aufnahme). Von Hamburg: Nachtmusik, 1. Bunte Klänge zur Unterhaltung. Otto Stadelmeier(Tenor), Richard Beckmann(am Flügel), das Kleine Orchester(Leitung: Richard Müller=Lampertz), Kapelle Herb. Heinemann. 2. Tanzrhythmen. Mitwirkende: Erna Kroll=Lange (Sopran), die Tanzkapelle(Leitung: Jan Hoffmann). Montag 11. Juli 6,00: Morgenlied— Wetterbericht für den Bauern. 6,10: Knie—e beugt! Gustav Weinkötz. 6,30: Freut euch des Lebens!(Industrieschallplatten und Aufnahmen). 6,55: Morgenlied— Morgenruf. 7,00: Nachrichten. 7,10: Frühkonzert(Industrieschallplatten und Aufnahmen). 8,00: Wetter— Wasserstand— Kalenderblatt. 8,10: Ellen Derenbach: Frauenturnen. 8.30: Von Breslau(aus Gleiwitz); Für die Arbeitskameraden in den Betrieben: Unterhaltungsmusik. Das Kleine Unterhaltungsorchester unter Emil Gielnik. 9,30: Ratschläge für den Küchenzettel der Woche. 9,45: Nachrichten. 10,00:„Wann kommen die Deutschen endlich wieder." Von deutscher Kolonialleistung in Afrika(Manuskript: Günter Marl). 10,80: Sendepause. 11,45: Bauer, merk' auf! Was der Milchmann der Hausfrau zu sagen hat. 11,55: Wettermeldungen für den Bauern. 12.00: Von Hamburg(aus Hannover). Schloßkonzert. Das Niedersachsenorchester(Leitung: Otto Ebel von Sosen). Solisten: Alexander Welitsch(Bariton am Staatstheater Stuttgart). 13,00: Nachrichten— Glückwünsche. 18,15: Von Hamburg: Schloßkonzert(Fortsetzung). 14.00. Nachrichten. 14,10: Melodein— aus Köln am Rhein. 15,00: Für große und kleine Kinder: Ost oder West— daheim ist am best. 15,30: Das gute Buch: In allen Sätteln. Bücher für die Jugend, besprochen von Karl Maria Krings. 15,50; Wirtschaftsmeldungen. 16,00: Von Frankfurt(aus Koblenz): Nachmittagskonzert. Unterhaltungsorchester der Koblenzer Berufsmusiker unter Josef Jung. Koblenzer Schrammeln unter Peter Daumen.— Darin: 17.00—17.10: Wir suchen und sammeln... Rund um die Heumahd.— Fortsetzung des Nachmittagskonzerts. 18,00: Mien Mönsterland. 18,40: Zwischenmustk(Schallplatten). 18,50: Und was meinen Sie? 19.00: Nachrichten. 19,10: Die Woche fängt gut an!(Industrieschallplatten und Aufnahmen.) 20,10: Kurkonzert aus Bad Salzuslen. Es spielt das Städtische Orchester Gelsenkirchen unter Otto Friedrich,— Darin: von 20,40—21,00 Westdeutsche Wochenschau.— Fortsetzung des Kurkonzerts. 22,00: Nachrichten. 22,15: Zwischenmusik(Schallplatten). 22,30: Nachtmusik und Tanz. Unterhaltungsorchester unter Hermann Hagestedt. Die Schrammeln, Jupp Schmitz am Klavier. 24,00 Nachtmusik und Tanz. 1. Das Unterhaltungsorchester unter Herm. Hagestedt. Die Schrammeln, Jupp Schmitz (Klavier). 2. Kölner Rundfunkorchester unter Otto Jul. Kühn. Willi Hülser(Klavier).(Aufnahmen.) Dienstag 12. Jull 6,00: Morgenlied— Wetterbericht für den Bauern. 6,10: Knie—e beuat! Gustav Weinkötz. 6.30: Freut euch des Lebens!(Industrieschallplatten und Aufnahmen.) 6,.55: Morgenlied— Morgenruf. 7,00: Nachrichten, 7,10: Von Franksurt(aus Freiburg): Die NS=Kreiskapelle (Leitung: Albert Lühmann). 8,00: Wetter— Wasserstand— Kalenderblatt. 8,10: Ellen Derenbach: Frauenturnen. 8,30: Morgenmusik. Es spielt das Unterhaltungssextett. Cortopassi: Rusticanella. Carene: Fallende Blätter. Czibulka: Waldesflüstern. Blaauw: Die Spieluhr. Börschel: Kleiner Tanz. Demaret: Humoreske. Elgar: Liebesgruß. Ferraris: Zwei Gitarren. Knümann: Rumänisch. Ziehrer: Samt und Seide, Walzer. Kockert: Tintoretto. H. Pachernegg: Bauerngalopp. Derksen: Liebeswerben. Lincke: Geburtstagsständchen, 9,30: In deinen Ahnen erkennst du dein Kind. Ein Beitrag zur Erziehungsfrage. 9.45: Nachrichten. 10,00: Allerlei Humor und zwischendurch Musik. 10,30: Kindergarten(Gretel Weise). 11,00: Sendepause. 11,45: Bauer, merk' auf! 11,55: Wettermeldungen für den Bauern. 12,00: Von München: Mittagskonzert. Die Tanzkapelle(Leit.: Carl Michalski). Mitwirkend: Die Münchner Rundfunkschrammeln 18,00: Nachrichten— Glückwünsche. 13,15: Von München: Konzertfortsetzung. 14,00: Nachrichten. 14,10: Melodein— aus Köln am Rhein. 15,00: Heitere Unterhaltung.— Darin: Der lustige Rätselfunk. 16.00: Aus Bad Driburg: Kurkonzert. Es spielt das Bergische Landesorchester(Leitung: Rich, Sinzinger). 17,00: Wir waren in Ostpreußen Die Fahrtengruppe der Hitlerjugend im Standort Duisburg erzählt von ihren rlebnissen.— Fortsetzung des Kurkonzerts. 18,00: Klaviersonate f=moll op. 8 von Norbert Burgmüller. Solist: Dr. Heinrich Eckert. 18,20: Vom Westfalentag in Siegen. Ein Querschnitt in Rundfunkberichten. 18,45: Von Breslau: Deutsches Turn= und Sportfest Breslau 1938. 19,00: Nachrichten. 19,10: Uebertragung aus dem Wallraf=Richartz=Museum in Köln: Serenade. Es spielt das Kammerorchester des Reichssenders Köln(Leitung: H. Riethmüller). 20,15: Die Bewerbung. Eine heitere Szene von Paul Schauf (Spielleitung: Josef Kandner). 20,30: Alles tanzt mit! Großer Tanzabend des Reichssenders Köln. Es spielt Bernhard Ette mit seinen Solisten.— Darin: 22,00—22,15: Nachrichten. 24,00 Von Wien: Nachtmusik, Wiener Kammerorchester(Leit.: Fred Krempel). Volksgesangverein Alpenrose und Kapelle Doujak=Ferlach, Sing= und Spielkreis Viktor Korda. Mittwoch 13. Jal 6,00 6,10 6,30 7,00 7.10 8,00 8.10 8.30 9.30 9,45 10,00 10,30: 11,45: 11,55: 12,00: 13,00: 13,15: 14,00: 14,10: 15,00: 15.25: 15,50: 16.00: 17,00: 18,00: 18,30: 18,50: 19.00: 19,10: 19,45: 20,00: 21,00: 21.30: 22,00: 22,15. 22,30: 24,00: Morgenlied— Wetterbericht für den Bauern. Knie-e beugt!(Gustav Weinkötz.) Freut euch des Lebens! Das Unterhaltungsorchester unter Hermann Hagestedt. achrichten. Frühkonzert. Das Unterhaltungsorchester unter Herm. Hagestedt. Wetter— Wasserstand— Kalenderblatt. Ellen Derenbach: Frauenturnen. Von Breslau: Für die Arbeitskameraden in den Betrieben: Unterhaltungsmusik. Gaumusitzug Schlesien unter Leitung von Fred Humpert. Vom gesunden Leben. Nachrichten. Zur Unterhaltung. Heitere Verse, Anekdoten und fröhliche Musik. Sendepause. Bauer, merk' auf! Pflege der Wiesen und Weiden— Marktberichte des Reichsnährstandes. Wettermeldungen für den Bauern. Mittagskonzert. Das Rheinische Landesorchester unter Fritz Gronkowsky. Nachrichten— Glückwünsche. Konzertfortsetzung. Nachrichten. Melodein— aus Köln am Rhein Kinder, hört zu: Ringel, rangel Rosenkranz, die Rosen blühn im Garten. Wir treiben Familienforschung. Ratschläge, Anleitungen und Antworten von Hugo Schünemann. Wirtschaftsmeldungen. Vom Deutschlandsender: Musik am Nachmittag. Eugen Jahn spielt. Der Erzähler. Zwei Geschichten aus dem Osten. Griff ins Leben. Ausschnitte aus dem Zeitgeschehen. Beethovens Violinsonaten. Ausführende: August Kreuter(Violine), Egbert Grape Klavier). Momentaufnahme. Nachrichten. Italienische und spanische Lieder. Gesungen von Lucrezia Bori, Dusolina Giannini. Benjamino Gigli, Tito Schipa, Michele Fleta(Industrie=Schallplatten). Politische Zeitungsschau(Hans Fritzsche).(Aufnahme vom Deutschlandsender.) Kurkonzert aus Bad Pyrmont. Die Meininger Landeskapelle unter Leitung von Kapellmeister C. M. Artz. Aus klassischen Operetten. Von Leipzig: Reichssendung: Stunde der jungen Nation. Tänze großer Meister. Es spielt das Orchester des Reichssenders Leipzig. Einführende Worte von Obergebietsführer Karl Cerff. Aus Bad Pyrmont: Konzertfortsetzung. Nachrichten und zehntägige Wettervorhersage vom 13. bis 23. Juli. Zwischenmusik(Schallplatten). Von Wien: Wiener Musik. Die Wiener Symphoniker unter Rudolf Kattnigg. Mitw.: Philis Fehr(Sopran). Von München: Nachtkonzert.(Eigene Aufnahme.) Hier spoicht die Hitleojugend 9 1 e 1 h. . 6 6 1 1 9 1 9 3 1 . Ein Reichskartenwerk der Hitlerjugend. Bemerkenswerte Neuerscheinung auf kartographischem Gebiet.— Kartenlesen soll eine Freude sein.— Eine wesentliche Bereicherung der HJ=Dienstgestaltung. + Berlin, 5. Juli. Die Reichsjugendführung kündigt soeben ein eigenes Kartenwerk an, das, auf völlig neuer Grundlage, vor allem für die Bedürfnisse der Hitler=Jugend geschaffen wurde. Die Benutzung der geographischen Karte, sei es nun die Wanderkarte, Radwanderkarte oder die Straßennetzkarte als Grundlage für Autofahrten, ist für den Menschen unserer Zeit zu einer Notwendigkeit des täglichen Lebens geworden. Denken wir aber jetzt einmal im besonderen an die Geländespiele der Hitler=Jugend, die mit peinlicher Genauigkeit vorher auf der Karte entworfen werden, und wo die verschiedensten Aufgaben der Späher und Melder auch nach der Karte aufgegeben werden, so findet man, daß die einzige Karte, auf die sich die Jugend hierbei stützen kann, die„Karte des Deutschen Reichs“ mit dem bekannten Maßstabsverhältnis 1:100 000 ist. Wer diese Karte lesen will, muß ihre Signatur genau kennen und ihre Zeichensprache auf das in der Ratur vorhandene Objekt übersetzen. Das ist besonders für die Jugend eine schwere Aufgabe, zumal bei einer mathematisch aufgefaßten Karte das räumliche Denken leidet. Die natürlichen Erhebungen, Berge und Hochflächen werden 3. B. durch Bergschraffen angegeben. Die so kenntlich gemachte Erhebung ist mit einer Höhenzahl versehen. Der Kartenkenner kommt mit diesem Hilfsmittel aus. Der Laie aber kann nicht auf den ersten Blick sagen, ob es sich um eine Erhebung oder beispielsweise um einen Bergkessel handelt. Wie immer im Leben, so macht auch hier die Uebung den Meister. Um das Gefühl für die räumliche Auffassung zu fördern, wurde der Unterricht am Sandkasten eingeführt, der heute bei den meisten männlichen Volksgenossen in seiner Wirkungsweise bekannt ist, oder sie haben irgendwann schon einmal selber daran praktisch gearbeitet. Sie kennen alle die Aufgabenstellungen, nach der Reichskarte einen bestimmten Geländeabschnitt möglichst maßstabsgetreu zu bilden oder ein auf einem Ausmarsch eingesehenes Gelände nach einer angefertigten Skizze nachzuschaffen. Allmählich stellt sich dann das Gefühl für den Raum ein und der so kartenkundig gewordene Mann kann nun getrost nach der auf mathematischer Grundlage aufgebauten Karte im Gelände arbeiten. Das ist, um einmal in Altersgrenzen zu sprechen, der Zustand, den man von jedem waffentragenden Deutschen erwartet. Diese Forderung kann man jedoch noch nicht an den Jungen im Pimpfenalter bezw. in der Altersstufe zwischen dem 14. und 18. Lebensjahr stellen. Ganz abgesehen davon, daß auch der Erwachsene lieber zu einer räumlich dargestellten Karte, wie man sie häufig bei Wanderkarten bestimmter Ausflugsgegenden antrifft, greift. Man kann sich also sozusagen gleich„ein Bild von der Gegend“ machen. Zur„dreidimensionalen“ Karte. Diese Vorzüge und Nachteile der bisher erschienenen Kartenwerke haben nun die Reichsiugendführung veranlaßt, die Herausgabe eines eigenen amtlichen Kartenwerkes auf völlig neuer Grunolage durchzuführen. Es mußte ein Kartenwerk entwickelt werden, das diesem allgemeinen Bedürfnis und den besonderen Ansprüchen der Hitler=Jugend für zukünftige Schulungszwecke, in Erkenntnis der Notwendigkeit der Beschäftigung mit kartographischen Fragen, entgegenkam. Um von der abstrakten Darstellung, die bedingt ist durch die Zuhilfenahme der Kartensignatur, loszukommen, mußten die Grundlagen für eine räumliche Darstellung in engster Anpassung an die tatsächlichen Ausmaße der Landschaft geschaffen werden. In den Vorbereitungsarbeiten und jahrelangen Versuchen für das Reichskartenwerk der Hitler=Jugend ist es nun gelungen, die Landschaft in ihrer ursprünglichen Form auf plastischer Grundlage nach der Art der Vogelschaumanier und doch zugleich maßstabsgerecht wie die mathematisch aufgefaßte Karte herzustellen. So ist damit das Schulungsmittel geschaffen, durch das auf Grund der plastischen Wiedergabe des Landschaftsbildes das raumhafte Denken gefordert wird. Wir haben es also mit einem Kartenwerk zu tun, das die Vorzüge von bisher gebräuchlichen Kartendarstellungsarten in sich vereinigt, sich aber trotzdem auf einer völlig neuen Grundlage aufbaut unter Verwendung eines Vierfarbendruckes. In dem Reichskartenwerk der Hitler=Jugend wurde weiterhin die Erkenntnis verarbeitet, daß geographische und geschichtliche Betrachtungen zusammengehören; denn wo anders als in dem Kartenbild sollte es sich veranschaulichen lassen, wie geologisches Geschehen und die Einwirkungen der menschlichen Arbeit und Gestaltungskraft ineinandergreifen. Deshalb ist die Rückseite jedes einzelnen Kartenblattes mit einem geschichtlichen Text versehen, der auf der Basis nationalsozialistischer Geschichtsbetrachtung alle geschichtlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Geschehnisse und Zusammenhänge für den Ausschnitt des betreffenden Kartenblattes festlegt. Man könnte in diesem Fall schon von der dreidimensionalen Karte sprechen. Durch die Verflechtung der Vor= und Rückseite wird dem Jugendlichen der untrennbare Zusammenhang von Volk und Boden eingeprägt und all das in einer Anschaulichkeit und Vollkommenheit, die nicht nur neuartig ist, sondern auch den Anspruch auf Ein= und Erstmaligkeit erheben kann. Das Kartenwerk wird für den Dienstgebrauch innerhalb der Hitler=Jugend als alleiniges amtliches Reichskartenwerk eingeführt, das außer der restlosen Aufnahme des gesamten geographischen Bildes genau wie bei der deutschen Reichskarte sämtliche Neuerungen, bauliche Veränderungen und Erweiterungen, Autobahnen, Jugendherbergen, Feierstätten und alle wesentlichen Momente, wie sie für die Schulung und den praktischen Gebrauch inerhalb der Hitler=Jugend benötigt werden, bereits verarbeitet hat. Im Laufe dieses und des nächsten Jahres werden laufend die Einzelkarten des Werkes fertiggestellt, die gebietsweise in Druck kommen, so daß schon 1940 das vollständige Reichskartenwerk der Hitler=Jugend zur Verfügung ist. K. G. L. Die Textgestaltung des Reichskartenwerkes. Heimatkunde und Rartenkunde gehören zusammen. + Das Wesen des Reichskartenwerkes der HI und seine besondere Aufgabe heben es ab von den amtlichen Kartenwerken des Reichsamtes für Landesaufnahme. Dort wird eine Bestandesaufnahme der Oberfläche unseres Reiches mit dem Zweck vorgenommen, dem Wissenschaftler und dem Soldaten einwandfreie und absolut zuverlässige Unterlagen für die Arbeit im Gelände zu geben. Die HI=Karten entstehen unter anderen Voraussetzungen und unterscheiden sich danach von den amtlichen Karten in doppelter Weise. Denn erstens sind sie für den Einsatz in der Hitler=Jugend zugeschnitten, da alles, was angegeben oder dargestellt wird, dem Pimpfen und dem Jungmädel ohne weiteres verständlich sein muß. Sodann— und jetzt wird die Unterscheidung grundsätzlich— geben sie keine Topographie des Reiches, die anderen Stellen als Grundlage dient, sondern sie verfolgen ganz bestimmte Ziele. Durch das Reichskartenwerk soll den Jungen und Mädeln das Kartenlesen zur Freude gemacht und ihnen die Scheu vor der Signatur genommen werden. Die zweite Bedeutung liegt in der Absicht begründet, den Jungen und Mädeln das Verständnis ihrer engeren Heimat und des Reiches in all den vielseitigen Lebensäußerungen des Landes und seiner Bewohner zu verschaffen. Diese Aufgabe ist neuartig. Um sie zu lösen, mußten auch neue Wege gefunden und beschritten werden. Deshalb verband man eine klare und anschauliche Darstellung der landschaftlichen Beschaffenheit mit dem erklärenden Text, der auf der Rückseite die Grundzüge der Landschaft noch einmal hervorhebt, dann aber besonders stark auf die geschichtliche Entwicklung des Gebietes eingeht und in einem letzten Kapitel die gegenwärtige Bedeutung in wirtschaftlicher, kultureller und politischer Hinsicht für das Deutsche Reich darstellt. Die Kehrseite. Maßgebend für diese enge Verknüpfung von Kartenbild und erklärendem Text. die keine „Erläuterungen“ im gebräuchlichen Sinne abgibt, sind folgende Ueberlegungen: Das Landschaftsbild wurde im Laufe der Zeiten vom Menschen weitgehend umgestaltet. Sein heutiges Gesicht verdankt es also nicht nur den natürlichen Gegebenheiten, der Anordnung von Bergen, der Verteilung der Flüsse, der Bewachsung und so fort, sondern beinahe ebenso sichtbar den Einwirkungen der Arbeit des Menschen. Er hat durch die Anlage seiner Siedlungen untereinander, durch die Flureinteilung und die Art seiner Bewirtschaftung soviel neue Züge in die Landschaft eingegraben, daß ihr Aussehen davon nachdrücklich mitbestimmt wird. Es genügt zum letzten und wirklichen Verständnis all dieser Erscheinungen nun aber nicht, sie auf der Vorderseite im Kartenbild mehr oder weniger deutlich aufzuzeichnen, sondern sie müssen in ihrer Entstehung und ihrer Auswirkung erklärt werden. Diese Aufgabe übernimmt der rückseitige Text. Eine zweite wichtige und wesentliche Erkenntnis wird den Wert dieser textlichen Erweiterung des Kartenbildes noch steigern. Nicht nur der Mensch hat durch sein jahrhundertelanges Schaffen das Landschaftsbild geändert und umgestaltet, also in bestimmter Richtung auf die Landschaft eingewirkt, sondern auch umgekehrt hat die Landschaft den Menschen beeinflußt. Wir sind uns der Grenzen dieser Behauptung bewußt. Hermann der Cherusker siegte, um ein Beispiel herauszugreifen, weil er den Gegnern das Weserbergland als Schlachtfeld aufzwang und sich nicht im ebenen und übersichtlichen Münsterland zum Kampfe stellte— eine landschaftliche Gegebenheit bestimmt das Gesetz des Handelns, entscheidet den Erfolg und kann somit maßgebend werden für die ganze kommende Geschichte. Die Landschaft kann dem Menschen ihre Gesetze vorschreiben und Das Reichskartenwerk ein hervorragendes Schulungsmittel. Der praktische Einsatz der HI=Karte in den Einheiten, die Art und der Umfang ihrer Verwendung werden bestimmt durch drei grundlegende Tatsachen: 1. Die starke Betonung der schicksalhaften Bindung jeder Einzellandschaft an das Reich und ihrer Bewohner an das Gesamtvolk und auch die Fülle des gesammelten heimatkundlichen Materials machen die Karte nicht nur zu einer Wanderkarte, sondern lassen sie hervorragend geeignet erscheinen zu heimatkundlichen und weltanschaulichen Schulungszwecken. 2. Der äußere Rahmen dieser Schulungsarbeit ist im Schulungsplan der HI gegeben. Seinen Richtlinien haben sich alle Schulungsmittel hinsichtlich ihres praktischen Einsatzes unterzuordnen. Das gilt auch für das Reichskartenwerk der HJ. 3. Der geringe Preis von 0,55 Rm. gestattet jedem Jungen und Mädel die Anschaffung einzelner Blätter und bürgt damit für weite Verbreitung, wertbringende Benutzung und größtmöglichen Erfolg in der Schulungsarbeit. Die Verwendung der Karte als Unterlage auf Fahrten und beim Wandern wird in der Formationsarbeit an erster Stelle stehen. Gerade hierbei wird sich die Richtigkeit der Auffassung erweisen, daß nur ein klares Landschaftsbild und nicht eine abstrahierende„Karte“ in Verbindung mit einer wesenhaft dazu gehörenden textlichen Erweiterung dieses Bildes den Jungen und Mädeln ein wirkliches Verständnis der durchwanderten Gegend zu verschaffen vermag. ihn zwingen, in ganz bestimmter Richtung zu handeln. Natürlich braucht dieser Einfluß nicht immer äußerlich sichtbar zu werden— aber als überdeckender Faktor wird er stets vorhanden sein, nicht nur auf wehrmäßigem, sondern auch stark auf wirtschaftlichem und kulturellem Gebiete. Diese wechselseitigen Beziehungen zwischen dem Menschen und seiner Geschichte einerseits und der Landschaft andererseits aufzuzeigen, das ist die Aufgabe der rückseitigen Vertextung des Kartenwerkes. Text verständlich und knapp. Die Fülle des in Betracht kommenden heimatkundlichen Stoffes ist ungeheuer groß. Neben dem Materialsammeln selbst besteht die Schwierigkeit der Aufgabe darin, aus dem oft recht umfangreichen Material eine starke Auslese zu treffen. Alles, was in irgendeiner Weise zur Größe unseres Volkes und zur Kraft und Einheit unseres Reiches beiträgt, wird in den Text aufgenommen. Volk und Reich sind die beiden übergeordneten Begriffe, die den Weg weisen durch die Vielzahl der Einzelerscheinungen, die vielleicht von örtlicher Bedeutung sind, aber häufig in einem geringen Verhältnis zu dem Ziel stehen, das dem Kartenwerk gestellt ist. Die Anordnung des nach diesen Grundsätzen ausgewählten Stoffes erfolgt nicht nach einem starren und verbindlich aufgestellten Schema, Uebersicht und Klarheit sind leitende Gesichtspunkte. Größter Wert wird auf konsequente Durchführung einer einmal gewählten Einteilung gelegt. Der Tert selbst soll stark aufgelockert und mit lebendigen und fesselnden Zwischenüberschriften versehen sein — langatmige und pedantische„Ausführungen“ stoßen Jungen und Mädel ab; denn das ist ausschlaggebend: Der Text ist nicht für Erwachsene, sondern für Pimpfe und Jungmädel, die Freude am Schaffen und Verständnis für die Kartenkunde bekommen sollen! Das plastische Bild der Kartenseite und der Text der Rückseite sollen eine Einheit bilden— inhaltlich und in der Form der Darstellung. Klarheit, Uebersichtlichkeit, sachliche Richtigkeit und verständliche textliche Gestaltung sind darum die Richtlinien für die einzelne Kartengestaltung des Reichskartenwerkes der Hitler=Jugend.—ba. Vom Mädeltreffen in Gronau: 1000 Mädel und Jungmädel des Untergaues Münster trafen sich am Sonntag mit dem Untergau Gronau und vereinigten sichzu frohem Einwohner an dem schönen Erlebnis teil. Aufnah no ttel. in den I endung Tatindung wohner imelten cht nur cragend und ist im ten haiktischen Reichsjedem Blätter ingende ulungsauf r Forhierbei daß nur ine absenhaft des den r durchandeln. ußerlich or wird m sonurellem zwihichte eterseitigen o2.2 0 e E2 . st . se te E 3EE 2 5. 8 s s9202 O 5 sk 2a..o o 2.85 5-22 tSu . as tk. SE -8 kk82. o. E ap:os 29.o-o wao:.2. 2 2 — 2. 551 — s8 k2. s- T sto o — te 2 k kktky 2.2 EEoas F-ks. — a 2 t. . . 28sea tkeon e" 73. 24-1 2:e2 S.9 Si25d 82 . 2 90 2 skk. : a302E E — 8 20 23o . s2osaNs tkktSens s2 O . 28o 0. SSE 8 Srs 3 t. 9 2ot i2 2 8r0 9 oS o 0 E 25 20 2 92 pepss.. oae se o 82 2oe a oorogoomfe 0 E stttL"EMA S oS 2 -? os takskttAPESOa Mopaeopua tsSo:2 . a 0 295 PA2 . e S d: t S: a 28e En E tkEU?eT, ta. . 20 EoE: Saver eR aa -SEE t S tkt. ttre tk5 tPanso: soo EENEURE s : E2 tatkundaterialAufgabe leine irgendaft und ext aufergeordVielzahl her Bechältnis lt ist. rundcht nach Schema, spunkte. 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