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Juni 1938 Jahrgang 1938 Adolf Hitler legt den Grundstein zum neuen Berlin. roßdeutschland erhült eine würdige Hauptstadt./ Beginn des städtebaulichen Werks von einmaliger Größe. srbeitseinsatz an J6 Baustellen./ Der erste Monumentalbau an der Nordsüd=Achse Kernstück der Umgestaltung. bedanken. die völlige Umwandlung der 4½ Millionen=Stadt. Berlin, 14. Juni. Mit der Grundsteinlegung zum„Haus des deutschen siemdenverkehrs“ am Runden Platz, dem Schnittpunkt zer neu erstehenden Nordsüd=Achse mit der alten Potsumer=Straße, gab der Baumeister Großdeutschlands Adolf hitler in den Mittagstunden des 14. Juni den Auflakt zu der größten städtebaulichen Neugefaltung der Geschichte. An 16 großen Baustellen wurde auf sein Geheiß und nach den Plänen seines Beustragten, Architekt Professor Speer, ein Werk in Anaiff genommen, das nicht weniger als die völlige Wandder 4½=Millionen=Stadt im Geiste nationalsozialistiger Baugesinnung bedeutet, eine Wandlung, die sich bei ungeheuren politischen, wirtschaftlichen, kulturellen und verkehrstechnischen Entwicklung der Reichshauptstadt Dritten Reich zwangsläufig ergab. Dabei ist nach m Willen des Führers keine Teillösung geplant, sonem eine für die Jahrhunderte bestimmte entscheibende Neugestaltung in Angriff genommen worin, die der Hauptstadt Großdeutschlands ein völlig zeues Gesicht geben wird. Während der Führer in dem feierlichen Staatsakt in Grundstein zum ersten Monumentalbau an der Nordcid=Achse legte, vollzog Reichsminister Dr. Frick mit Reichsleiter Fiehler den gleichen Akt beim„Haus des dutschen Gemeindetages“ an der Ost=West=Achse, Reichsninister Dr. Dorpmüller am Königsplatz, wo neben m gewaltigen Spree=Durchstich zugleich die U= und Sfahn=Verbindungen zwischen den kommenden Großbahnsen Nord und Süd in Angriff genommen werden. Der bberbürgermeister und Stadtpräsident Dr. Lippert ob die Arbeiten an der Kreuzung der beiden Achsen im Vergarten aus der Taufe, und ganz in der Nähe begannen auch die Umbauten an der Siegesallee. Außer am Königsplatz begann die Deutsche Reichslhn noch sieben weitere Großbauten. der Festakt am Runden Platz. Im Mittelpunkt der Feiern an diesem geschichtlichen lage der Reichshauptstadt ist der Runde Platz am Shnittpunkt der Nord=Süd=Achse mit der Potsdamer Straße. Im weiten Rund ist er mit schlanken hohen Fahnenmasten eingefaßt. Außer den Tribünen ist der ganze 20 Meter große Platz, sind alle zu der Baustelle führenden Straßen, die Fenster der umliegenden Häuser und sbst die Dächer mit den Teilnehmern dieser Feierstunde besetzt. Die 200 Erdarbeiter, die als erste zur Arbeit antreten, stehen bereit, um gleich nach dem festlichen Akt mit dem Ausschachten zu beginnen. Auf dem Aufmarschgelände nehmen die zum Besuch der Reichshauptstadt hier weilenden 500 Trachtengruppen von der Hamburger KdFLagung und die zur Feier geladenen 1000 Angestellten des deutschen Gaststättengewerbes Aufstellung. begen 12 Uhr mittags sind die Ehrenformationen der Vehrmacht, der Leibstandarte Adolf Hitler, der SA=Standarte Feldherrnhalle, der Polizei, des Postschutzes und des Bahnschutzes angetreten. Der Führer und Reichstanzler wird bei seinem Eintreffen mit herzlichem Jubel begrüßt. Er begibt sich mit seiner Begleitung zur Ehrennibüne. Dann spricht als erster Redner Präsident Esser. Präsident des Reichsfremdenverkehrsverbandes ude“ ern Staatsminister a. D. Esser erllärte u. a.:„Mein Führer! In diesem sechsten Jahre politischen Staatsführung haben Sie, mein Führer, austrag und Befehl gegeben, in den größten deutschen bladten niederzulegen was nicht mehr zeitgemäß, einzuleitzen, was baufällig und verkehrshemmend ist, damit lach Ihrer Idee neue Städtebilder emporwachsen, burdig der Zeit, in der wir leben, und würdig dem ngythmus unserer herrlichen nationalsozialistischen Bebegung. Heute stehen schon die Menschen in den von ohnen ausgewählten deutschen Städten staunend und beLundernd vor den Dampframmen, den Baggern und den mesenkranen, sie fühlen und erfühlen, daß es hier nicht am Neubauten schlechthin geht, sondern daß unsere große geit der Volkwerdung ihren Ausdruck sucht in gewaltigen Kemmonumenten, in Bauten von Ausmaßen, wie sie die beschichte aller Völker und Zeiten noch nicht hervorgeNacht hat. Wenn aber erst in wenigen Jahren das neue derlin, das neue München, das neue Hamburg, das neue tarnberg ein für Jahrhunderte und für Jahrtausende besimmtes nationalsozialistisches Bauantlitz haben werden, ann wird sich erfüllen, was Sie, mein Führer, mit die"Bauten erstreben: Stolzes Selbstgefühl und unerschütetliches Selbstvertrauen der geeinten deutschen Nation. wird auch die Zeit da sein, in der nur jener die delt kennt, der Deutschland gesehen hat. Dehr noch als bisher schon wird dann Deutschland für ee Ausländer und die eigenen Volksgenossen bewunwertes Reiseland mentalen Der Führer legt den Grundstein zum Haus des Deutschen Fremdenverkehrs am Runden Platz. Mit der Grundsteinlegung zum Haus des Deutschen Fremden verkehrs gab der Führer das Zeichen zum Beginn der Neugestaltung Berlins, die an 16 Großbaustellen zurgleichen Zeit aufgenommen wurde Aufn. Weltbild. Gastlid kehrs1 jkeit in diesem aben wird. Haus des deutschen FremdenverReichsminister Dr. Goebbels hielt sodann folgende Ansprache: Mein Führer! Meine Volksgenossen und Volksgenossinnen! Der 14. Juni 1938 ist ein Tag von historischer Bedeutung in der Baugeschichte der Reichshauptstadt. Heute setzt eine neue Phase in der durch Sie, mein Führer, gezeichneten architektonischen Entwicklung Berlins ein. Sie wollen den Grundstein legen zum„Haus des deutschen Fremdenverkehrs“ und damit den Beginn des ersten großen Monumentalbaues in der einzigartigen baulichen Umwandlung der Reichshauptstadt proklamieren. Damit ist die weitere architektonische Entwicklung Berlins in ein ganz neues und entscheidendes Stadium getreten. Es beginnt für die Reichshauptstadt mit dem heutigen Tag der wichtigste Bauabschnitt in der durch den Nationalsozialismus bestimmten Bauperiode. Der umfassendste Plan für Berlin. In Haltung und Stil soll das Haus, zu dem Sie, mein Führer, heute den Grundstein legen, ein steinernes Dokument nationalsozialistischen Gestaltungswillens und politischer Größe werden. Wenn damit das Berliner Bauprogramm jetzt in sein entscheidendes Stadium tritt, nachdem in andern Städten, Nütnberg, München, Weimar, Hamburg und Dresden, die Arbeiten zum Teil in vollem Gange, zum Teil im Entwurf fertig oder in der Planung begriffen sind, so hat das für uns alle seine besondere Bedeutung. Denn erst Sie, mein Führer, haben diesen Plänen die Möglichkeit zur Verwirklichung gegeben. Bestimmend für Sie und damit für uns alle war die Ueberzeugung, daß die Reichshauptstadt von heute immer noch in ihrer Anlage auf den städtebaulichen Grundlagen aus der Zeit vor hundert Jahren beruht, daß aber jetzt der Zeitpunkt gekommen ist, durch ein großzügiges d umfassendes Neubauprogra-mm das Bild der5 hauptstadt ihrem Charakter, ihrer Größe, ihrem (Fortsetzung auf der 2. Seite.) Naturgewalten unterbrechen den Krieg. Flutkatastrophe im Hoangho=Tal.— Die in Reise Ausdruck herzlichen sein, das seinen monuWillkommens und bester Hunderttausende ertrunken. DNB Schanghai, 14. Juni. Der Gelbe Fluß selbst hat in die Kampfhandlungen Mittelchina eingegriffen, wo eine Ueberschwemmungskatastrophe unvorstellbaren Ausmaßes die Kriegshandlungen in den Hintergrund treten läßt. Zwischen Kaifeng und Tschengschau sind die Süddeiche des Gelben Flusses an 15 Stellen gebrochen. Aus Lücken, die bereits bis 150 Meter Breite klaffen, wälzt sich eine bis zu 15 Meter hohe Flutwelle mit teilweise 40 km/ Std. Geschwindigkeit von Norden her über die Provinz Honau, in der bisher bereits über 100 000 Menschep ertrunken sind. Alle verzweifelten Versuche der japanischen Pioniere, mit Unterstützung der Landeseinwohner den toll gewordenen Fluß zu bändigen, sind hoffnungslos gescheitert. Zahlreiche chinesische Banden griffen die Rettungstrupps an, um die Katastrophe zu beschleunigen, die unzweifelhaft in voller Absicht von der chinesischen Heeresleitung zur Abwehr des japanischen Vorstoßes auf Hankau verursacht worden ist. Die Ueberschwemmungen werden die Weiterführung der Operationen stark behindern. Der Eingriff der Naturgewalten in den großen Krieg auf dem Höhepunkt der Entscheidung kann eine ganz neue Lage schaffen. In ganz Mittelchina dauern Regengüsse noch weiter an, und nicht zu erwarten. die wolkenbruchartigen eine Besserung ist noch Ein französisch=chinesischer Geheimpakt? DNB Tokio, 14. Juni. Die japanische Presse greift bereits seit einiger Zeit Frankreich heftig an wegen der Unterstützung Chinas und der Einmischung in den chinesischen Konflikt. Am Dienstag berichtet nun Domei aus guter Quelle, den Vertreter der Hankau=Regierung mit dem Gouverneur von Französisch=Indochina in Hanoi über gemeinsame militärische Maßnahmen zum Schutze der Insel Hainan gegen eine japanische Bedrohung verhandelten, da eine Besetzung Hainans durch Japan einer Blockade Südchinas und Französisch=Indochinas gleichkäme. Ein derartiger Militärpakt, so heißt es in dem DomeiBericht, müsse eine schwere Bedrohung Japans bedeuten; denn er bringe die Möglichkeit mit sich, daß sich um den Besitz Hainans neue Feindseligkeiten ergeben könnten. Trotz mehrfacher französischer Dementis, so schließt der Bericht, bestehe bereits ein Geheimabkommen über die Stellung von französischen Militärberätern und die Lieferung von französischem Kriegsmaterial über Haifong und Yünnan, da Kanton als Eingangshafen mehr und mehr ausfalle. Die Regierung von Hankau habe Frankreich als Gegenleistung Rechte an Bergwerken und Eisenbahnen angeboten. Die Zeitung„Asahi Shimbun“ teilt hierzu ergänzend mit, daß Frankreich und Sowjetrußland die Notlage Tschiangkaischeks ausnutzten, um politisch und wirtschaftlich in China Fuß zu fassen. Arbeitendes Deutschland. Das neue Gesicht Berlins.— Der Führer gibt den Befehl zum Arbeitsbeginn. (Von unserer Berliner Schriftleitung.) v. W. Berlin, 15. Juni. Nur eine Partei wie die nationalsozialistische konnte das Werk der Umgestaltung Berlins in Angriff nehmen, und Berlin wird es einst Adolf Hitler danken, daß er aus einer Stadt, die das Gepräge der Jahrhundertwende trägt, die schönste Kapitale der Welt gemacht hat. Das Antlitz Berlins wird klar. Zwei Achsen und einige Ringe, aber die Hauptstraßen von ungeheuren Ausmaßen und an den Rändern dieser Straßen monumentale Gebäude, die man als Paläste ansprechen muß. Schon werken die Arbeiter in Berlin, schon ist mancher alter Bau der Spitzhacke zum Opfer gefallen. Am Flughafen wird gebaut, die Voßstraße zeigt bereits ihr neues Bild. Man sieht schon das Gesicht dieser Verbindung zwischen dem Wilhelmsplatz und dem zukünftigen Westen. Auch die Anlage der Wehrtechnischen Fakultät ist begonnen. An der Ost—West=Achse wird— nachdem sie bereits in einem Streifen vollendet ist— weiter gekarrt und gegraben. Mit dem Bau der Nord—Süd=Achse wird der eigentliche Neubau der Reichshauptstadt eingeleitet. Als gestern der Führer am Runden Platz stand und den Befehl zum Beginn der Arbeiten gab, begannen die Dampfhämmer zugleich an fünfzehn anderen Stellen der Metropole ihr Werk. In der Stadt und ganz draußen, wo die Wälder rings um Berlin beginnen, standen schon die Kolonnen der Arbeiter mit geschultertem Spaten und griffen dann mit schwieligen Händen nach ihrem Gerät. Wir sind durch Berlin gefahren, um einen Teil der Arbeitsplätze zu sehen. Wir waren auf dem Runden Platz, als Staatsminister a. D. Esser und dann Reichsminister Dr. Goebbels sprachen, als der Führer an das Pult trat, um das Werk selbst zu beginnen und mit den drei symbolischen Hammerschlägen die feierliche Grundsteinlegung für das Haus des deutschen Fremdenverkehrs zu vollziehen. Ganz eigenartig dieser Platz, auf dem noch vor wenigen Wochen ein großes Berliner Kino stand, dessen Gebäude weichen mußte, um einem der größten Berliner Plätze Raum zu geben Nun waren hier Tribünen errichtet, nun wehten hier die Fahnen des Dritten Reiches; und der Raum war erfüllt von einer frohen und festlich gestimmten Menschenmenge. Einem großen Dreieck gleicht heute noch der Platz, an dem die Gebäude stehen werden, die ihm die Rundung geben sollen, nach der er bereits jetzt seinen Namen erhalten hat. Ein buntes und farbenprächtiges Bild, trotzdem die Sonne nur manchmal durch die Wolkenschleier schaute. Von Hamburg waren die Trachtengruppen herübergekommen, die dort bei der KdF=Feier mitwirkten, und auf der Pressetribüne liefen Buben aus Oberbayern herum. Arbeiter und Handwerker, wohin das Auge sah. Auf einem Dach hatten es sich sogar ein paar Schornsteinfeger bequem gemacht. Unten auf der weiten Fläche standen die Männer, die in irgendeiner Weise von den dort beginnenden Arbeiten berührt werden. Neben den Männern, die sofort nach der Führerrede mit den Bodenarbeiten beginnen und für deren Werk schon Loren und Lastwagen bereitstanden, sahen wir die Mitschaffenden am deutschen Fremdenverkehr, so die Köche und Konditoren in ihren weißen Trachten; und sie waren so vergnügt, daß sie die Buben, ihre Lehrlinge, auf die Schultern hoben, damit sie den Führer besser sehen konnten. Liftboys waren auf der Tribüne und Portiers. Und daneben wieder waren andere Gesichter, die Fascio aus Italien, die mit uns den Worten des Führers lauschen wollten. Auch sie gehörten hierher. Und auch die frischen Frauen aus dem Süden. Reisen wir nicht heute wiedet nach Rom und nach Neapel und kommen die Italiener nicht zu uns? Denn hier auf dem Platz entsteht das Haus des Deutschen Fremdenverkehrs. Die Welt soll nach Berlin sehen. Adolf Hitler legt selbst den Grundstein zu dem Bau. Der Fremdenverkehr ist die friedliche und weltumspannende Organisation, die den Völkern zeigen will, wie es in Deutschland aussieht, wie hier aller Klassenkampf und aller Hader vergessen sind und wie sich in Gemeinschaft die fleißigen Hände regen, um Deutschland schöner, freier und glücklicher zu machen. Mit Dr. Goebbels= hatten auch Reichsbauinspektor Architekt Professor Albert Speer und der Reichspressechef Dr. Dietrich den Führer begleitet, während ihn der Stellvertreter des Führers. Rudolf Heß, die Reichs minister, Reichsleiter, die Oberbefehlshaber der Wehrmachtsteile und viele andere führende Männer erwartet hattan. Berlin ändert sein Antlitz. Wir waren gestern drüben am Königsplatz. Wir standen am alten Denkmal des Feldmarschalls Roon, der einst als Kriegsminister Deutschlands Wehr scharf gemacht hatte. Roon wird von seinem Platz weichen, er wird am Großen Stern — wieder in der Nähe der Siegessäule, die auch dorthin versetzt wird— stehen. Dort, wo sich heute sein Abbild erhebt, wird in einigen Jahren die Spree gurgelnd fließen; denn der Strom, der Berlin durchgleitet, wird ein neues Bett erhalten. Der neue verkürzte Spreelauf ist 800 Meter lang. Das Bett hat eine Breite von 65 Metern, es ist also um 20 Meter breiter als das alte Bett. Die Ausführung dieser Arbeiten erfolgt im Trockenen. Erst Anfang 1940, wenn einige alte Gebäude beseitigt sind, wird der Durchstich vollzogen. So können jetzt unter dem neuen Spreelauf bereits zwei neue U=Bahnen durchgeführt werden, von denen die eine von der Berliner Verkehrsgesellschaft und die andere von der Reichsbahn gebaut wird. Durch diese Tunnelbahnen wird es den aus Süddeutschland kommenden Reisenden ermöglicht, die Züge nach dem Norden zu erreichen. Die Reichswasserstraßenverwaltung wird außerdem noch drei weitere große Bauvorhaben durchführen. Die Machnow=Schleuse wird eine 1000=Tonnen=Schiffahrtsschleuse werden, die Spreemündung wird erweitert und verlegt. Auch die Tiergartenschleuse soll durch eine Schiffahrtsschleuse ersetzt werden. Wir standen an der Stelle, wo sich dereinst die Nord—Süd= und die Ost—West=Achse schneiden werden. Hier haben die Arbeiter begonnen, für die Fußgänger Tunnel zu bauen, um die Gefahrenquellen an diesem Hauptschnittpunkt Berlins zu beseitigen. Wir besuchten den mit den Fahnen der deutschen Städte geschmückten Platz, auf dem Reichsminister Dr. Frick sprach, auf dem das Haus des Deutschen Gemeindetages errichtet werden soll. Wir sahen in einem der luftigen Holzhäuser, die am Bauplatz stehen, das Modell dieses gewaltigen Gebäudes, das 260 Adolf Hitler legt den Grundstein zum neuen Berlin. und ihrer passen. Berlin (Fortsetzung von der 1. Seite) 4½ Millionen umfassenden Volkszahl anzueine die„Untet den Linet wohner zählte. Welch ein Mangel an Baugesinnung, an Kühnheit der Planung und an Großzügigkeit des architektonischen Willens der späteren Zeiten spricht aus dieser Tatsache! Gewiß ist Berlin in den darauffolgenden Jahrzehnten und Jahrhunderten gewachsen. Aber dieses rein bevölkerungsmäßige Wachstum hat in keiner Weise eine Analeichung im architektonischen Wachstum gefunden. Die bauliche Entwicklung Berlins geschah vielmehr vollkommen ziel= und planJos. Der Moloch Großstadt hat alle künstlerischen Projekte verschlungen, und heute steht Berlin vor uns als eine 4½ Millionen=Stadt ohne echtes Gesicht und ohne eine unverkennbar in die Erscheinung tretende städtebauliche Idee. Vom Chaos zur Ordnung. Seit vielen Jahren haben Sie, mein Führer, sich mit den Plänen zum Umbau von Berlin beschäftigt. Oft haben Sie in losen Skizzenblättern Projekte für dieses monumentale Werk entworfen. Oft sind diese Projekte in Einzelheiten geändert worden. Aber der Grundgedanke blieb. Unverändert ist bis heute Ihre Idee und Ihre Entschlossenheit, das Chaos Berlin neu zu gestalten und aus diesem planlosen Häusermeer eine Stadt zu formen, die der Größe unseres Voltes, dem Rang unserer Nation und der geschichtlichen Bedeutung unserer Zeit würdig ist. Berlin soll, das ist Ihr fester Wille, die wirkliche Hauptstadt des Reiches werden, ein politisches und wirtschaftliches Kraftzentrum ohnegleichen, das auch in seiner Architektur die Größe unserer Zeit und die Monumentalität unserer geschichtlichen Entwicklung plastisch zum Ausdruck bringt. Es unterlag von Anfang an keinem Zweifel, daß mit den alten Methoden grundsätzlich Neues hier nicht geschaffen werden konnte. Die planvolle Gestaltung des tbildes von Berlin erforderte die Aufstellung eines neuen Gesamtprojektes und die einheitliche und würdige Durchführung aller Platzanlagen, Straßenzüge und Bauten, die das Stadtbild maßgeblich beeinflussen. Wie auf vielen anderen Gebieten, so haben Sie, mein Führer, auch auf diesem Gebiet die bewährte nationalsozialistische Methode angewandt, einen Mann mit einer großen Aufgabe zu betrauen, ihm dazu die nötigen Voll 1 ganzen Arbeit. Mit dieser Achse soll eine wirklich moderne Lösung des Verkehrsproblems der Reichshauptstadt gefunden werden. aide Hier soll die Zusammenfassung der auf das Stadtgebiet verstreuten Bahnhöfe erfolgen. Hier erg sich eine natürliche Ordnung des in ungeahntem Ausmaße ansteigenden Kraftverkehrs. Hier soll die Einführung der Reichsautobahnen in die Nord=SüdAchse, der Bau der Ueber= und Unterführung am Kreuzungspunkt der beiden Achsen, die Einbeziehung des Flugwesens, die weiträumige Gestaltung des gesamten Verkehrsraumes und die gänzlich neuartige Leitung der Binnenschiffahrt durch die Reichshauptstadt erfolgen. Aber nicht nur für das Wirtschafts= und Verkehrsleben, auch für das politische Leben wird die neue Nord=Süd=Achse von entscheidender Bedeutung sein. Auf ihr soll sich einmal die monumentale Volkshalle als Wahrzeichen der Reichshauptstadt erheben. Hier soll ein wurdiger Versammlungsplatz für eine Million Volksgenossen entstehen. Hier werden einmal die neuen Ministeriengebäude errichtet werden, und hier mitten im Brennpunkt des reichshauptstädtischen Verkehrs, umbrandet von den Wogen einer 4½ MillionenStadt, soll sich auch das„Haus des deutschen Fremoenverkehrs“ befinden, zu dem Sie, mein ührer, am heutigen Tage den Grundstein legen wollen. Das Haus am runden Platz. Die Länge der Front dieses Hauses am runden Platz wird 105 Meter, an der Rückseite 200 Meter, seine Höhe 24 Meter betragen. Das„Haus des deutschen Fremdenverkehrs“ soll eine große Tagungshalle mit Festräumen und Gaststätten umschließen, einen weiträumigen Parkplatz im Innern des Hauses beherbergen und eine gänzlich neuartige Zuführung der Besuchermassen zum Kongreßsaal bewerkstelligen. Es würde zu weit führen, die Bedeutung des hier zu errichtechen„Hauses des deutschen Fremdenverbehrs“ im ein Men darzulegen; mit seiner Vollendung ist nach den Plehen bis zum Herbst 1940 schon zu rechnen. Wenn ich Sie, mein Führer, nun bitte, die Grundsteinlegung dieses Monumentalbaues zu vollziehen, so sind wir alle dabei in tiefster Seele ergriffen und bewegt. Ein wahres Werk des Nationalsozialismus sobl hier begonnen werden, würdig unserer Zeit in der Großzügigkeit der Anlage und in der Klarheit der Durchführung. Diese Stadt soll dem baulichen Chaos entrissen und endlich eine wahre machten zu geben und ihn damit auch verantwortlich mit Hauptstadt des Deutschen Reiches werden. Ich weiß, daß M M I AMA?: A MAMA aIa Mirnar hiafas tt a ma e1 seinem Werk zu verbinden. Für die bauliche Umgestaltung der Reichshauptstadt haben Sie als Generalbauinspektor unseren alten Parteigenossen Professor Albert Speer eingesetzt. Für uns ist es eine Freude und Genugtuung, daß Parteigenosse Speer aus der Berliner Organisation unserer Bewegung hervorgegangen ist, und es mutet heute fast wie ein Märchen an, daß derselbe Mann, der als ersten Bauauftrag für die Partei die Umgestaltung des ehemaligen Gauhauses in der Voßstraße durchführte, nunmehr sechs Jahre später von Ihnen, mein Führer, den Auftrag erhalten hat, den monumentalen Umbau der Reichshauptstadt durchzuführen. Beginn an sechszehn Stellen. Im Neubau der Reichskanzlei in der Voßstraße, in der Ausgestaltung der Ost=West=Achse, im neuen Flughafen Tempelhof, in der Verlegung der Siegessäule, in der Planung der Universitätsstadt, des Wehrtechnischen Instituts im Rahmen der Hochschule und eines großzügigen Wohnungsbauprogramms von 30 000 Wohnungen allein im Jahre 1938 künden sich die ersten Anzeichen der baulichen Umgestaltung Berlins an. Ihre Krönung aber erfährt sie durch die Zusammenfassung und Vollendung der einzelnen Baumaßnahmen der Nord=SüdAchse. Am heutigen Tage wird mit diesem Werk begonnen. An sechzehn verschiedenen Stellen setzt die Arbeit ein: hier beim Haus des deutschen Fremdenverkehrs, beim Haus des Deutschen Gemeindetages, bei der Spree verlegung, beim Tunnelbau der Ost=West=Achse, bei der Siegesallee, bei den Bauten am U=Bahnnetz, am Königsplatz, in der Charlottenburger Chaussee und in Tempelhof, bei den Reichsbahnneubauten, in Schöneweide, Wuhlheide, Lichtenrade, Marienfelde, Lichterfelde, TemGroßbeeren und am Königsplatz. Noch gar nicht übersehbar ist die Bedeutung der NordSüd=Achse im neuen Gesamtbild Berlins. Denn diese entscheidende Straßenachse soll der Ausgangspunkt und Grundgedanke der von Ihnen, mein Führer, geplanten Neugestaltung Berlins sein. Diese Achse ist deshalb der Schlüssel zum Verständnis des Gesamtplanes und das Kernstück der alle Bürger dieser Stadt Ihnen, mein Führer, für Großtat architektonischen Willens und baulicher diese EntMeter lang werden und Sitzungssäle bis zu 600 Personen fassen soll. Gegenüber der Längsfront soll ein künstlicher See angelegt werden, so daß die Besucher Berlins hier später eines der schönsten städtebaulichen Bilder vorfinden werden. Wir fuhren dann hinaus an die Ringbahn, wo sich auf dem Gelände am Bahnhof, Hermannstraße, ein neuer Betriebsbahnhof erheben wird. Der frühere, der an der Papestraße lag, muß freigemacht werden; denn bald werden die Arbeiten für den großen Südbahnhof beginnen, der alle Züge aufnehmen soll, die heute in den Anhalter=, Potsdamer= und Görlitzer=Bahnhof einlaufen. Für die Herstellung des Bahnkörpers allein müssen 1,5 Millionen Kubikmeter Erde gelöst und auf Schmalspurbahnen zum Osten Berlins befördert werden. Die Straßen müssen untertunnelt werden, weil die Arbeiten den starken Verkehr in Berlin nicht behindern dürfen. Das Auto trug uns nach Lichterfelde=Süd, wo die Erdarbeiten für den Bau einer neuen Reichsbahnversuchsanstalt begannen. Wir waren am Ausbesserungswerk, das in Marienfelde erstehen soll. Solche Werke beschäftigen tausend, zweitausend und mehr Arbeiter. Für die Arbeiter müssen Siedlungen errichtet werden, ganz neue Städte erstehen so an der Peripherie Berlins. Besonders die Entwicklung von LichterfeldeSüd ist noch nicht abzusehen, weil hier auch der äußerste Ring der Autobahn durchgeleitet wird, der nicht nur dem Autoverkehr, sondern jedem Verkehr dienen soll, so daß man hier mit der Anlage neuer Fabriken rechnen muß. Die Reichsbahn baut aber auch in Lichtenrade, Groß=Beeren, in Wuhlweide und in Schöneweide. Berlin baut und wir stehen am Beginn der großen Bauvorhaben. Reichsminister Dr. Goebbels wies in seiner Rede auf Berlins künftige monumentale Volkshalle und auf die neuen Gebäude für die Ministerien hin, der Führer betonte, daß er Berlin den Justizpalast, den die Hauptstadt des Reiches noch nicht besaß, schenken werde. Die Hämmer dröhnen und Deutschland schafft in friedlicher Arbeit. besonders dankbar sind. Sie werden die Mühen und Unbequemlichkeiten der nun beginnenden und auf einige Jahre sich erstreckenden Bauzeit gern und willig auf sich nehmen, denn sie wissen, daß, wenn diese Zeit vorbei und die neue Reichshauptstadt erstanden ist, sie mehr denn je Grund haben werden, auf ihr Berlin stolz zu sein. Möge das große Werk, daß Sie, mein Führer, mit dem heutigen Tage beginnen, vom Segen des Allmächtigen begleitet sein! Mögen Sie und wir alle noch die Vollendung dieses monumentalen Projekteserleben, und möge es Ihnen mein Führer, dann noch vom Schicksal gegeben sein, in einem neuen und größeren Berlin das neue und größere Deutschland einer glücklichen geschichtlichen Zukunft entgegenführen! In diesem Sinne bitte ich Sie, mein Führer, die Grundsteinlegung des„Hauses des deutsches Fremdenverkehrs“ als ersten Monumentalbaues an der neuerstehenden Nord=Süd=Achse der Reichshauptstadt zu ziehen. vollDer Führer spricht. Der Führer dankte dem Berliner Gauleiter und traf dann, von erneuten Heilrufen empfangen, an das Rednerpult, um mit seiner meisterlichen Wortkunst vor den Augen aller das Bild der zukünftigen Hauptstadt wundervoll plastisch erstehen zu lassen. Dann trat der Führer vor und vollzog mit drei symbolischen Hammerschlägen die feierliche Grundsteinlegung, Im gleichen Augenblick stießen die Arbeitsmänner auf dem Platz die Spaten in die Erde, rollten Lastwagen auf den Platz, rasselten die Transportbänder; wie an dieser Stelle, so erklang an allen 16 Baustellen das erhebende Lied der Arbeit mit dem Dröhnen der Dampframmen, dem Dröhnen der Preßlufthämmer, dem Lärm der Bagger und dem Surren der Transportbänder. Das Siegheil, das Staatsminister a. D. Esser auf den Führer ausbringt, fand ein jubelndes Echo. und die Lieder der Nation beendeten die denkwürdige Stunde. Wie di ngsum in Der Führer über den Umbau der Reichshauptstadt. 160 „Ich glaube an ein ewiges Deutschland und damit auch an seine Hauptstadt." DNB Berlin, 14. Juni. In seiner kurzen Ansprache bei dem Staatsakt am Runden Platz betonte der Führer einleitend, daß mit der Grundsteinlegung zum Bau des Hauses des Deutschen Fremdenverkehrs zugleich der Grundstein zum ersten Bauwerk an der künftig größten Straße der Reichshauptstadt gelegt werde. Die Planung dieser Straße sei das Ergebnis vieler und eingehender Ueberlegungen. Der Verkehr der Reichshauptstadt werde sich in den kommenden Jahrzehnten nicht vermindern, sondern fortgesetzt steigern. Es sei daher nicht zwechmäßig, die Regelung dieses Verkehrs auf eine Zeit zu verschieben, in der vermutlich eine praktische Lösung nur mehr unter größten Anstrengungen gelingen könne. Schon heute sehe man, was es bedeute, eine größere Straße auf längere zu sperren und Umleitungen vorzunehmen. Man könne daraus ermitteln, wie schwer dies erst in 30, 50 oder gar 100 Jahren sein werde. Denn der Verkehr müsse zwangsläufig um ein Vielfaches anschwellen, wenn erst die Millionen von deutschen Volkswagen unseren Kraftfahrzeugbestand gewaltig erhöhen würden.„Es ist nicht nationalsozialistische Art, — so fuhr der Führer fort—„in einem solchen Falle die Lösung wichtiger schon heute vorauszusehender Aufgaben der Nachwelt zu überlassen, sondern es ist vielmehr unser Grundsatz gewesen, solche Probleme bstan se bst anzufassen und auch selbst zu lösen! Deshalb sind die neuen großen Straßenzüge weniger für das Jahr 1938, 1939 oder 1940 bestimmt, sondern dafür, den mit Sicherheit vorauszusehenden gigantisch gesteigerten Verkehr künftiger Jahrzehnte, ja Jahrhunderte aufzunehmen! Wir wollen jetzt, in einer Zeit, da es noch leichter möglich ist, dafür sorgen, daß später einmal die Stadt Berlin von jenen Verkehrsschwierigkeiten verschont bleibt, die wir in anderen Millionenstädten heute fast überall beobachten können! Und die Nachwelt wird das, was heute vielleicht nicht alle verstehen, dann einmal als einen segensreichen Entschluß empfinden und seine Durchführung als ein großes Glück ansehen! So schaffen wir neben einer Anzahl von bedeutenden Rundstraßen vor allem zwei große Durchgangslinien durch Berlin: die große Ost=West=Achfe und die große Nord=Süd=Achse. Ein Teil der Öst=West=Amse ist bereits im Bau und wird vermutlich schon in wenigen Monaten dem Verkehr übergeben werden können. Der Durchbruch nach dem Osten in derselben Breite wird die Aufgabe der kommenden Jahre sein. Und heute legen wir an dieser Stelle eigentlich auch den Grundstein zum Beginn der Arbeit an der Nord=SüdAchse. Diese großen Straßenzüge werden ihre Fortsetzung bis zum großen Reichsautobahnhof finden und damit in den Zukunft den von außen kommenden Autoverkehr bis in das Herz Berlins hereinleiten können. Beide Straßen sind, wie schon betont, nicht für das Jahr 1940 gedacht, sondern für kommende Jahrhunderte, denn ich glaube an ein ewiges Deutschland und damit auch an seine Hauptstadt! So wie wir heute denen dankbar sind, die vor fast 300 Jahren die Straße„Unter den Linden“ planten und ins Leben riefen, so wird auch einmal in 300 Jahren eine Nachwelt uns dankbar sein. Mit der Anlage dieser Straßen wollen wir zugleich auch die großzügige Regelung des Schnellbahnverkehrs verbinden, der nach wie vor der Träger der großen Massenbewegungen sein wird. Mit diesen Bahnen werden in der Zukunft mehr noch als heute Millioneen Menschen zu ihren Arbeitsstätten fahren. Auch dieses Problem wird damit großzügig gelöst und für eine weite Zukunft entschieden! Und noch ein dritter Grund ist es, der uns bei diesem Werke leitet: Wir wollen in das willkürliche Bauen eine planvolle Ordnung hineinbringen! Alle diese Gebäude hier, meine Volksgenossen, die im Laufe der nächsten zehn, 15 oder 20 Jahre errichtet werden, würden auch so entstehen! Nur würde dann nach alter Erfahrung jeder so bauen, wie und wo er will. „Aulaufen von Häfen nur auf eigene Erneute Warnung Chamberlains an die englische Schiffahrt. DNB. London, 14. Juni. Chamberlain gab am DiensPremierminister Thamberlain gab am tag im Unterhaus die mit Spannung erwartete Erklärung der britischen Regierung zu den mehrfachen Bombenangriffen durch Flugzeuge auf britische Handelsschiffe in sowjetspanischen Häfen ab. Vorschläge jrbar sein Der Premierminister erklärte, daß zwei gemacht worden seien, die, wenn sie durchführbar se sollten, zum Aufhören dieser Angriffe beitragen könnten. Der erste sei, eine Sicherheitszone in den beschossenen Häfen zu schaffen. Wenn dieser Vorschlag auch erhebliche Schwierigkeiten in sich berge, werde er dennoch genau geprüft. Der zweite Vorschlag sei am Sonnabend von der Regierung von Burgos eingegangen. Danach soll ein Hafen im sowjetspanischen Gebiet außerhalb des militärischen Operationsgebietes ausgewählt werden, in den britische Handelsschiffe unbehindert ein= und ausfahren können. Abgesehen von diesen beiden Voxschlägen habe die genaue Prüfung der Regierung ergeben, daß kein wirksamer Schutz für die Schiffahrt in spanischen Hoheitsgewässern garantiert werden könnte, es sei denn, daß England bereit sei, aktiv an den Feindseligkeiten teilzunehmen. Nach Ansicht der Regierung liege aber keine Berechtigung dafür vor, einen derartigen Kurs zu empfehlen, der sehr wohl eine Ausdehnung des Konfliktes, weit über seine gegenwärtigen Grenzen hinaus, zur Folge haben könnte. Die Regierung müsse daher die Warnung wiederholen, die sie bereits am 28. und 29. November vorigen Jahres der Schiffahrt gegeben habe. Die Regierung wolle weiter Schiffe auf hoher See schützen, Schiffe aber, die Häfen anliefen, liefen jederzeit Gefahr, Ziel militärischer Angriffe zu sein und täten das infolgedessen auf eigene Gefahr. Auf verschiedene Zwischenfragen wiederholte Chamberlain, daß er nicht glaube, daß irgendein aktives Eingreifen Englands einen praktischen Weg zur Abstoppung dieser Angriffe darstelle. Auf die Frage des Vorsitzenden der Opposition, Attlee, ob die Regierung die Frage prüfe, den Sowjetspaniern das Recht zuzugestehen, Flakgeschütze einzuführen(!), wiederholte Chamberlin, daß ein derartiges Verhalten im Gegensatz zur Nichteinmischungspolitik der britischen Regierung stehen würde. Attlee gab sich mit der Erklärung, die Chamberlain namens der Regierung abzugeben hatte, jedoch nicht zufrieden und kündigte an, daß die Opposition„in Anbetracht der auf dem Spiel stehenden ernsten Fragen“ das ganze Problem baldigst im Unterhause aufrollen werde. Alle diese Bauten, die auch sonst errichtet würden, werden nunmehr planmäßiger geordnet und richtiger gelegt. Und ebenso werden viele andere Gedäude, deren Bau man immer wieder hinausschob, jetzt dazu beitragen, diesen Straßen ein großzügiges Aussehen zu geben.“ Der Führer wies in diesem Zusammenhang darauf hin, daß beispielsweise Berlin wohl als die einzige Hauptstadt der ganzen Welt bis heute noch keinen Justizpalast besitzt. In etwa 30 Privathäusern, zerstreut in der ganzen Stadt, friste zurzeit die Oberste Justizbehörde des Deutschen Reiches als Untermieter ihr Dasein, Das sei unerträglich für eine solche Stadt und eine Schande für das Reich, die nicht länger geduldet werden könne. Es werde also auch ein Justizpalast in Berlin errichtet werden. Und das gleiche gelte für die meisten unserer Reichsverwaltungen.„Stellen Sie sich vor“— so rief der Führer aus—„wohin wir kommen würden, wenn in einer solchen Stadt das Reich, das Land, die Bewegung die Gemeinde, die Wirtschaft, der Handel, die Industrie usw. alle auf eigene Faust bauen„sich irgendwo einen Platz heraussuchen und dort ihr Haus hinstellen würden. ng und Das kann nur zu einem vollkommenen Chaos führen Und hier allein habe ich eingegriffen und das Bauen in dieser Stadt in ganz bestimmte planmäßige Bahnen gelenkt! Und daraus wird nun das neue Berlin entstehen!“ Dazu kommt noch die Notwendigkeit, große neue Wohngebiete zu schaffen und sie in eine richtige Verbindung zu den Schnellbahnen zu bringen, die in die Stadt hereinführen. Zum ersten Male seit 150 Jahren ist damit wieder das Bild der Stadt Berlin in eine planmäßige Ordnung gebracht worden. So ist es auch für mich ein stolzer Tag, daß ich heute den Grundstein legen kann zu dem ersten Gebäude im Innern der Stadt, das seine Existenz dieser neuen Planung verdankt. Das Haus des Deutschen Fremden Frühlir frühling, sehnte lagen und t Saune hon sei den Hal denen di st mehrf hätten 1 mt das i ist de uernhöfen vom De wirrt un terung nge mehr, reift das nit Windes der das rei die Fe rbei ist u en schöne ange bis z en stehen, er und H wid zum verkehrs kann mit Recht die Reihe der neuen Bauwerke im Innern von Berlin eröffnen. Denn alles, was wir bauen, wird insgesamt dazu führen, daß in der Zukunft ein unermeßlicher Zustrom von Fremden nach Deutschland kommen wird. Was wir heute im Reich Großes schaffen, es macht sich letzten Endes aber auch dadurch bezahlt, daß Deutschland immer mehr zu jenem großen Reiseland wird das uns vorschwebt. Die Welt wird zu uns kommen und sich vor allem davon überzeugen, daß dieses Deutschland ein Hort europäischer Kultur und damit wenschlicher Zivilisation ist. Nachdem der Führer unter stürmischen minutenlangen Beifallskundgebungen seine Ansprache geschlossen hatte, nahm er mit folgenden Worten die Grundsteinlegung vor „Ich lege den Grundstein zum Neubau des Hauses des Fremdenverkehrs in Berlin und befehle damit zugleich den Beginn der Arbeit des Umbaues von Großberdin!“ hwankende wird roter urführerisch der mögen und es mu daß der Be Korn hat, Westfalen Das ist die nimmt der hut und we weit ins insichtbar i V Ehrung durch den Führer. DNB. Berlin, 14. Juni. Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat den Charakter als Generalmafor verliehen: Dem charakterisierten Oberst im Generalstab i. R. Glaise=Horstenau unter gleichzeitiger Verleihung des Rechtes zum Tragen der Uniform des jetzigen Heeres. Mit dem 30. Juni 1938 scheidet aus dem aktiven Heerdienst aus unter gleichzeitiger Verleihung des Charakters als Oberstleutnant und des Rechts zum Tragen der Uniform des Infanterieregiments 7 der Major Klausner im ehemaligen österreichischen Infanterieregiment 7. Dem Hauptmann i. R. Leopold im ehemaligen österreichischen Infanterieregiment 6 wurde der Titel eines Majors sowie das Recht zum Tragen der Uniform des Infanterieregiments 6 verliehen. Unbefugte Es wir Säumen od en Schr gleichgül cchaden en umeSt nd, als G Ebäuden, landen, zur isig verw inostnaie und Sträu den=, HaselWer de widerhande 10 RM. o :Pe de der von hier. bahn=Sekre Bernhard behilfe bes seiner zust pertskamm dem Prädi Uebungen der Luftwaffe in Anwesenheit des führers. DNB Berlin, 14. Juni. Am Montag fand im größeren Rahmen eine Besi tigung der Lehrtruppen der Luftwaffe durch den Führer und Obersten Befehlshaber der Wehrmacht statt. An der vorpommerschen Küste wurden im Beisein des Oberbefehlshaber der Luftwaffe Generalfeldmarschall Göring, sowie der Oberbefehlshaber der beiden anderen Wehrmachtteile, Generaloberst von Brauchitsch und Generaladmiral h. c. Raeder, Gefechtsübungen sowie eine Angriffsübung auf einen durch das Lehrgeschwader und Flakartillerie verteidigten Fliegerhorst durchgeführt. Es ent Fronleichne so herrlich ihrer Beko er nicht näheren un Tage viele in den frül diesem wie der Düster Urrschen. in hier Nachmittag wird. F. dürfte auch radition Die Einnahme Castellons. DNB Bilbao, 14. Juni. Zu der Einnahme von Castellon durch die nationalspanischen Truppen werden folgende Einzelheiten gemeldet: Die nationalen Galicien=Divisionen umgingen Castellon, um aus südlicher Richtung den Angriff auf die Stadt zu unternehmen. Im südlichen Stadtviertel verteidigten sich die Bolschewisten hartnäckig in der Kaserne„San Francisco“. die nach erbittertem Kampf unter dem Einsatz von Kampfwagen gestürmt wurde. Der Fein zog sich darauf in die Stierkampfarena zurück, die als neues Bollwerk den Vormarsch der eingedrungenen nationalen Divisionen aufhalten sollte.— Schon während dieser Kämpfe wurden von der Zivilbevölterung in den anderen Stadtteilen weiße Fahnen gezeigt. Die nördlich von Castellon operierende Angriffssäule des Generals Aranda konnte auf ihrem Vormarsch auf Castellon bis auf 4 km anrücken und den Badeort Benicassim und die Bergwerke von Minas Piedrar besetzen. Am v. oas Erupz Nädel un und Legde sollten. gannen di der Mäde Leihenfolg drennbos vunten Si Shnelligke desondere Mäde clichten doten. Zu gerehrung unde und den. Die nau wies Bedeutung atbereitse Führers. Abschluß. Uungmäde ire Turn ind Volk nen aby as Rednerst vor den dt wundert drei symsteinlegung. männer auf Lastwagen r; wie an n das erheder Dampfdem Lärm händer. ser auf den o, und die Stunde. Aus der Kreisstadt Ahaus an Urden, wertiger gelegt. deren Bau tragen, dieben.“ enhang dar= als die einjeute noch der ganzen des Deut1s sei unernde für das Es werde tet werden. rer Reichsso rief der n. wenn in Bewegung te Industrie ndwo einen len würden. aos führen. ts Bauen te plans wird nun Mittwoch, 15. Juni 1938 Der Roggen blüht Wie die Zeit vergeht! Kaum war alles noch öde ngsum in der weiten Natur und man sehnte sich nach vm Frühling, der diesmal so eigentlich gar kein richtiger ühling, das heißt ein Frühling voller Blütenzauber u. sehnte sich nach dem Sommer und schönen rarmen agen und nun stellen wir, wenn wir über Land gehen, Staunen fest: Der Roggen blüht, und zwar on seit einigen Tagen! Das Korn steht stark den Halmen und im Winde wiegen sich die Aehren, denen die feinen Blüten hängen. Da ist der Sommer t mehr fern und die Sonne meint es jetzt schon so gut, hätten wir Mittsommer und Hundstage. Dem Bauern mt das so recht, denn wir schreiben Juni und der uni ist der Heumonat, darum hört man auf den uernhöfen auch schon das unaufhörliche Kling=kling, 5 vom Dengeln der Sensen kommt und die Luft durchwirrt und daran erinnert, daß jetzt für die Landbeöterung Wochen schwerer Arbeit bevorstehen. Nicht mehr, dann gehts ins Heu und über eine Weile, reift das Korn und fast ist einem, als ginge die Zeit st Windeseile dahin. Man sieht im Geiste schon wieer das reife Korn in Garben auf den Feldern stehen, ht die Felder abgeerntet. Wie schnell das alles wieder rbei ist und schon setzt man seine ganze Hoffnung auf en schönen Herbst, dann aber fühlt man, daß es ja noch nge bis zum Winter ist, daß wir erst im Anfang desstehen, was der Frühling begonnen und was Somrer und Herbst uns bringen sollen. Noch ist ja Frühing und es werden in den Kornfeldern zwischen den zwankenden Halmen die blauen Kornblumen auftauchen, wird roter Mohn zwischen den Aehren brennen. Das ist urführerisch für Groß und Klein und besonders die Kinder mögen sich gern einen Kranz aus Kornblumen binden es muß wohl von alters her schon so gewesen sein, der Bauer um diese Zeit besondere Sorge um sein komn hat, denn eine uralte Sage hat dem Bauern in Bestfalen eine Beschützerin seiner Kornfelder gegeben. das ist die Roggenmöhm. Wenn der Roggen blüht, uimmt der Roggenmöhm das Kornfeld unter ihre Obsut und wer sich beim Kornblumenpflücken oder sonstwie 10 it, große sie in eine en zu brinZum ersten r das Bild ordnung geaß ich heute ebäde neuen Pla weit ins Korn hineinwagt, der wird von ihr, die sich Fremden= Insichtbar im Felde verbirgt, gepackt und kommt nie wieer zum Vorschein. n Bauwerke 9, was wir der Zukunft Fremden wir heute Endes aber dimmet wird das men und sich tschland ein icher Zivilinutenlangen lossen hatte, nlegung vor des Hauses be damit des Umihrer. 14. Juni. der Wehrafor veralstab i. R. Verleihung des jetzigen em aktiven ihung des Rechts zum ents 7 der ichischen Inehemaligen der Titel der Uniform Kleine Stadtnotizen Unbefugtes Entnehmen von Schmuckreisig ist strafbar. Es wird darauf hingewiesen, daß es verboten ist, von Säumen oder Sträuchern in Wäldern, Gebüschen oder an becken Schmuckreisig unbefugt zu entnehmen. Dabei ist gleichgültig, ob im einzelnen Fall ein wirtschaftlicher cchaden entsteht oder nicht. Als Schmuckreisig gelten säume Sträucher, Bündel von Zweigen, die geeign id, als Grünschmuck von Innenräumen aller Art, von Ebäuden, Straßen, Plätzen und Fahrzeugen, zur Guirlanden, zur Kranzbinderei oder als winterliches Deckisig verwendet zu werden, z. B. Weihnachtsbäume, fingstmaien, Zweige von Nadelbäumen, Laubbäumen und Sträuchern, besonders auch kätzchentragenden Weiden=, Hasel=, Espen= und Birkenzweige u. dergl. Wer den Vorschriften vorsätzlich oder fahrlässig zuwiderhandelt, wird mit Haft und mit Geldstrafe bis zu RT.. oder mit einer dieser Strafen belegt. Personalien. Zum Reichsbahn=Sekretär ernannt wurde der bisherige Reichsbahn=Assistent Lackmann von hier. In den Ruhestand versetzt wurde der Reichsbahn=Sekretär Decker, ebenfalls von hier. A Bestandene Meisterprüfung. Der Bäckergehilfe dernhard Riesbera von hier, Schulstr., zur Zeit als behilfe beschäftigt in Duisburg, hat am 7. ds. Mts. vor seiner zuständigen Prüfungskommission an der Handwerkskammer zu Düsseldorf, seine Meisterprüfung mit Prädikat„Gut“ bestanden. fe ers. Nach alter Sitte. Es entspricht schon einer langen Tradition, daß am Fionleichnamstage die Ahauser hinauswandern zu der herrlich gelegenen Düstermühle, um hier im Kreise irer Bekannten einige schöne Stunden zu verleben. aber nicht nur aus der Kreisstadt, sondern auch aus der naheren und weiteren Umgebung finden sich an diesem Läge viele Wander= und Naturfreunde hier ein. Wie es in den früheren Jahren der Fall war, so wird es auch in diesem wieder geschehen. So wird morgen nachmittag an Düstermühle ein buntbewegtes Leben und Treiben vorpommerhlshaber der sowie der hrmachtteile, teraladmiral eine Anwader und geführt. 15. 14. Juni. ie nationallheiten gengen Casteluf die Stadt verteidigten rne„San unter dem Der Feind a zurück, die gedrungenen son während bevölkeFahnen Ingriffssäule rmasch deort Benirar besetzen. Shneimuhle eist banlbewegtes Teden ans Wieier eerschen. Für die Ahauser wird es eine besondere Freude in, hier ihre Städt. Kapelle zu hören, die am gleichen ine Besich NNachmittag in der Düstermühle ein Konzert veranstalten uftwaffe wird. Falls die Witterung einigermaßen günstig ist, Befehls= Fürste auch der morgige Nachmittag der althergebrachten ltadition alle Ehre machen. Gruppensportfest des BDM in Ahaus. Am vergangenen Sonntag fand erstmalig in Ahaus 5 Eruppensportfest des BDM statt, bei welchem die Nadel und Jungmädel aus Ahaus, sowie Schöppingen nd Legden ihr sportliches Können unter Beweis stellen solten. Nach der Begrüßung und Flaggenhissung begannen die sportl. Vorführungen mit der Körperschule Madel und Jungmädel; danach folgten in bunter eihenfolge das Bodenturnen der Jungmädel und drennballspiel der Mädel. Lustig ging's her bei den vanten Staffeln der Jungmädel, die sich gegenseitig an Shnelligkeit und Geschicklichkeit zu überbieten suchten. oesondere Beachtung fanden die Volks= und Singetänze er Mädel und Jungmädel, die mit den einheitlichen, Nuichten Volkstanzkleidern vorgeführt, ein schönes Bild voten. Zum Schluß des Sportfestes fand dann die Siegerehrung statt, bei welcher den besten Staffeln eine Urande und den Mädeln die Siegernadeln überreicht wur. Die IM=Untergauführerin Else Tannert=Grogu wies dann in eindringlichen Worten noch auf die swdeutung der Arbeit im BDM hin und mahnte zur Einabereitschaft und Mitarbeit beim Aufbauwerk unseres guhrers. Mit dem HI=Fahnenlied fand das Fest seinen Koschluß. Bei diesem Sportfest haben die Mädel und sengmädel einmal wieder ihr Bestes getan, um durch gee Turnübungen, durch ihre frohen und lustigen Spiel0 Volkstänze den geladenen Gästen und Zuschauern men abwechslungsreichen Nachmittag zu bereiten. Auf gesunder Grundlage Jahreshauptversammlung des Gemeinnützigen Bauvereins Ahaus Ahaus, 14. Juni 1938. Der Gemeinnützige Bauverein e. G. m. b. H. Ahaus hielt am Montagabend im Sitzungssaal der Westfälischen Jute=Spinnerei& Weberei seine Generalversammlung ab. Da der Vorsitzende des Aufsichtsrates Dr. W. van Delden aus dringenden Gründen an der Teilnahme verhindert war, wurde die Jahreshauptversammlung von dem Mitglied des Aufsichtsrates Bürgermeister Rioder eröffnet und geleitet. In den nunmehr fast 3 Jahrzehnten seines Bestehens hat der Gemeinnützige Bauverein recht wertvolle Arbeit auf dem Wohnungsmarkt unserer Stadt leisten können. So wurden von dieser Genossenschaft im Verlaufe der Jahre insgesamt 51 Häuser errichtet. Die weitaus größte Mehrzahl derselben ist bereits in den Besitz der einzelnen Mitglieder übergeaangen, wie es von vornherein der Plan des Bauvereins war. Gegenwärtig befinden sich noch 6 Häuser mit 10 Wohnungen in seinem Besitz. Zu Eingang der Tagesordnung gab Geschäftsführer Hatting den Geschäftsbericht für das Jahr 1937 bekannt. Der Mitgliederbestand belief sich zu Eingang des Geschäftsjahres auf 53. Ein Mitglied konnte im Verlaufe des letzten Jahres neu aufgenommen werden. Ausgetreten sind 2 Mitglieder, so daß der Verein zu Ende des Geschäftsjahres einen zahlenmäßigen Bestand von 52 Mitgliedern aufweist. Die Geschäftsguthaben sämtlicher Mitglieder haben sich im Laufe des Geschäftsjahres um 251,59 RM. vermindert, dagegen ist der Gesamtbetrag der Haftsumme mit 10 800 RM gegenüber dem Vorjahre unverändert geblieben. Von den satzungsgemäß fälligen Mindestzahlungen auf die Geschäftsanteile waren am Schluß des Geschäftsjahres 1171,16 RM. rückständig. Die Bilanz für das vergangene Geschäftsjahr weist auf der Seite der Aktiva und Passiva einen Betrag von 219 234,28 RM. auf, die Gewinnund Verlustrechnung schließt mit einer Summe von 8 942.63 RM. Dank der umsichtigen und verantwortungsbewußten Wirtschaftsführung der verantwortlichen Leiter konnte auch im letzten Jahre wiederum ein beträchtlicher Gewinn erzielt werden, sodaß der Verein auf einer gesunden Grundlage aufgebaut ist. Das bestätigte auch der Bericht des Prüfungsausschusses des Aufsichtsrates, den das Mitglied Hartmann gab, sowie der Bericht über die im Juli 1937 vorgenommene gesetzliche Verbandsprüfung. Einige Mängel, die von letzterer Seite festgestellt wurden und sich ausschließlich auf formelle und verwaltungstechnische Fragen erstrecken, konnten bereits im Laufe der Folgezeit behoben werden. Der folgende Punkt der Tagesordnung betraf die Genehmigung des Jahresabschlusses 1937, die von den Mitgliedern einstimmig erteilt wurde. Gemäß dem Vorschlage des Vorstandes und des Aufsichtsrates wird der im verflossenen Jahre erzielte Reingswinn wie folgt verteilt. 10% der Gesamtsumme werden gemäß den geltenden Bestimmungen der gesetzlichen Rücklage überwiesen, den Mitgliedern fällt eine Dividende von 4% zu und der Restbetrag wird zur Stärkung des Hilfsrücklagesonds verwandt. Auch mit diesem Vorschlage erklärte sich die Versammlung ausnahmslos einverstanden. Mit derselben Einstimmiakeit wurde dem Vorstande u. Aufsichtsrat die Entlastuna erteilt. Satzungsgemäß schieden in diesem Jahre Dr. van Delden und Josef Stadtmann aus dem Aufsichtsrat des Bauvereins aus. Beide Mitglieder wurden für die Jahre 1938—1940 erneut mit ihrem Amte betraut. Sodann wurde noch eine Aenderung der Satzung§ 31, Abs. c und§ 34 genehmigt, wobei es sich ebenfalls nur um eine formelle Angelegenheit handelte, die die Stellung des Aufsichtsrates betraf. Unter Punkt„Verschiedenes“ wies Bürgermeister Ridder noch einmal nachdrücklich auf die Bedeutung des Rücklagefonds hin, mit dessen Hilfe es im vergangenen Jahre möglich gewesen sei, einen Teil der Wohnung gründlich auszubessern, da für die aufzuweisenden Schäden die Unternehmer nicht mehr regreßpflichtig gemacht werden konnten. Ferner konnte der Hilfsrücklagefonds im vergangenen Jahre dadurch eine beträchtliche Stärkung erfahren, daß eine namhafte Summe, die bisher für den künftigen Ausbau der Tückingstr. zurückgestellt worden war, nunmehr ebenfalls dem Hilfsrücklagefonds zugeführt werden konnte. Es sei nämlich ein neues Ortsstatut in Vorbereitung, nach dem in Zutunft von den Anwohnern der Straßen mit Klein= und Kleinstwohnungen keine Straßenbaukosten mehr erhoben werden sollen. Dieser Fall ist aber bei der Tückingstr. gegeben, sodaß die hierfür vorgesehene Summe dem Hilfsrücklagefonds überwiesen werden konnte. Des weiteren hat vor einiger Zeit eine Sitzung des Vorstandes und Aufsichtsrates des Bauvereins mit den maßgebenden Instanzen stattgefunden, in der die Frage erörtert wurde, ob es nicht angängig sei, das Tätigkeitsfeld des Bauvereins zu erweitern, um auch in unserer Stadt der Wohnungsnot abzuhelfen. In erster Linie hatte man daran gedacht. Wohnungen für Angestellte und Beamte zu schaffen. Nach eingehender Beratung ist man jedoch, wie Bürgermeister Ridder mitteilte, zu dem Ergebnis gekommen, vorerst von diesen Plänen Abstand zu nehmen, zumal von privater und auch anderer Seite aus eine Ankurbelung der Bautätigkeit auch in unserer Stadt in Kürze zu erwarten ist, so daß die ärgsten Mißstände in absehbarer Zeit behoben werden können. Zum andern seien auch die dem Bauverein zur Verfügung stehenden Mittel zur Zeit noch zu beschränkt, um eine derartige Erweiterung des Aufgabenbereiches in Angriff nehmen zu können. Doch soll dieser Fragenkomplex auch weiterhin im Auge behalten werden. Aus den Kreisen der Mitglieder heraus wurde sodann angeregt, die Tückingstr. mit einer Teerdecke zu versehen, um hier eine Abhilfe von der Staubplage zu erzielen. Leider kann in diesem Jahre dem Wunsche der Anwohner seitens der Stadtverwaltung noch nicht Rechnung getragen werden, da auf diesem Gebiete noch vordringlichere Aufgaben zu lösen sind. Bekanntlich läßt die Stadtverwaltung augenblicklich den Rosendalweg ausbauen. Ferner ist für dieses Jahr noch der Ausbau der Straße zu der Siedlung Windhuk in Aussicht genommen. Ebenso trägt man sich mit dem Gedanken, längst der Straße nach Wüllen einen Radfahrweg zu schaffen. Die Durchführung dieser Pläne beanspruche jedoch bereits sämtliche hierfür zur Verfügung stehenden Mittel, so daß weitere Aufgaben in diesem Jahre nicht mehr in Angriff genommen werden können. Ferner wies Bürgermeister Ridder auf die demnächst durchzuführende Verkoppe lung in dem Gelände zwischen- der Hindenburg=Allee und der Coesfelder Str. hin, die in spätestens zwei Jahren zu Ende geführt sein müsse. Diese Verkoppelung werde auch eine Neuaufteilung des Geländes zur Folge haben, da hier eine Reihe von Verbindungswegen geplant sei. Auf diese Weise solle zugleich auch eine Zusammenlegung des Städt, Grundbesitzes erzielt werden, was besonders für die künftige Ausgestaltung des Siedlungswesen von Bedeutung sei. Mit einem Dankeswort des Versammlungsleiters an den Geschäftsführer für seine vorbildliche Arbeit im Dienste des Gemeinnützigen Bauvereins fand die Generalversammlung ihren Abschluß. VeranstaltungsKalender unmunuumnmmnmmignn „Kraft durch Freude“ Kreis Ahaus=Coesfeld. Besetzte Urlauberfahrten. Wir geben hiermit bekannt, daß folgende Urlauberfahrten restlos besetzt sind. Anmeldungen werden nicht 1. 8. 1938 zum Taunus, 9. 8. 1938 zum Schwarzwald 9. 8. 1938 zum Neckartal, UF 48/38 vom 10. 8. bis 25. 8. 1938 zur Ostsee mehr entgegengenommen: UF 31/38 vom 25. 7. bis UF 33/38 vom 26. 7. bis UF 34/38 vom 26. 7. bis verkaufs für das große Gautreffen der NSDAP des Gaues Westfalen=Nord in Gelsenkirchen am 25. und 26. Juni die neuen Aufgaben der Zellen= und Blockleiter, ferner die Vorbereitungen für die Großveranstaltung am kommenden Sonntag, dem 1. Juni mit dem Reichsredner Pg. Dr. Lengens=Berlin, die um 11.30 Uhr im Saalbau Kleine stattfindet. Dann wurde die Sonderaktion der NSV klargelegt, zu der der Ortsamtsleiter Pg. Terrahe die Ausführungen übernahm. Alle politischen Leiter der Ortsgruppe mit den Waltern und Warten der NSV werden in diesen Tagen bei allen Volksgenossen vorsprechen. Darüber hinaus werden die bisherigen Mitglieder um Erhöhung ihres monatlichen Beitrages gefragt werden. Es darf keinen in Arbeit und Brot stehenden Volksgenossen geben, der noch abseits steht. Dies gilt besonders für die Landbevölkerung, die hier Gelegenheit hat, dem Führer ihren Dank für alles abzustatten. Vredener Angler in Holland erfolgreich. Am Sonntag war der Angelsportverein Vreden Gast des Nachbarvereins aus Winterswijk, wo ein internationales Wettangeln stattfand. Von deutscher Geite nahmen die Vereine Vreden und Stadtlohn hieran teil. Insgesamt marschierten 99 Vereine mit 147 Wettanalern zum Angelplatz. Geangelt wurde als Einzelangler und als Vereinsmannschaft und wertvolle Preise winkten den Siegern. Der erste Mannschafts= wie Einzelpreis fiel einem holl. Verein bezw. einem holl. Angler zu. Den ersten Auslandspreis erhielt der Angelsportverein Vreden, ebenfalls erhielten 2 Mitglieder des Vredener Vereins Einzelpreise. VfL. Vreden— ABC 08 Ahaus. Am morgigen Donnerstag(Fronleichnam) hat der Vredener Sport einen Großtag, kommt es doch zu der Begegnung der 1. und 2. Mannschaften des VfL. Vreden und des Tabellenhöheren ABC. Ahaus. Die früheren Begegnungen dieser beiden Vereine brachten immer Hunderte von Zuschauern auf die Beine. Die Gäste haben sich seit Jahren in der 1. Kreisklasse gut behauptet und waren in der letzten Spielsaison eine gefürchtete Elf. Am Pfingstmontag verlor Vreden in Ahaus 6:1 und noch am Sonntag mußte der Rasensport Coesfeld in Coesfeld mit 6:0 die Segel streichen. Vreden hat in den letzten Jahren sehr unter Spielerabgang zu leiden gehabt, hat sich aber erfreulicherweise in der letzten Meisterschaftsserie wiedergefunden. Morgen wird die Mannschaft aber mit einigen Ersatzleuten antreten müssen. Alstätte Nienborg Keiner darf zurückstehen. A.) in unserer Gemeinde werden in diesen Tagen ein Blockleiter der NSDAP und ein Blockwalter der NSV bei allen Familien vorsprechen, um sie für die Mitgliedschaft zur NSV zu gewinnen. Von den 250 Familijen unserer Gemeinde gehören bisher rund 40% der NSV an. Dieses Resultat muß unbedingt aufgebessert rden. Jeder Volksgenosse muß es als seine Ebwnnflicht betrachten, dieser großen Gemeinschaft des deutschen Volkes, in der der Sozialismus der Tat seinen schönsten Niederschlag gefunden hat, als Mitglied anzugehören. Es darf mithin erwartet werden, daß auch in unserer Gemeinde die Werbeaktion der NSV zu einem vollen Erfolge führen wird. Oltenstein Das Schützenfest naht. Begreiflicherweise redet jung und alt von dem bevorstehenden Schützenfest. Sonntagnachmittag traten die Schützen zur letzten Uebung an. Auf dem Brook wurde fleißig exerziert und Griffe gekloppt, damit am Montag und Dienstag kommender Woche alles klappt. In diesem Jahre wird nämlich zum ersten Mal das Geschehen der Festtage(Aufmärsche, Paraden, Vogelschießen und Köniaskrönung) von einer Essener Firma gefilmt. Es ist selbstverständlich, daß jeder Schütze bemüht sein wird, bei den Umzügen eine tadellose Haltung zu zeigen. Die Bewohner des Dorfes werden auf eine würdige Ausschmückung und reiche Beflaggung bedacht sein, da bei den Filmaufnahmen auch das Dorfbild der Rahmen der Veranstaltung gibt. Den Wirtschaftsbetrieb des Schützenfestes hat Ww. Heinr. Garming erworben. Wenn nun in der kommenden Woche Montag und Dienstag sich jung und alt in echter Lebensfreude zusammengefunden hat und dann am Mittwochmorgen mit dem beginnenden neuen Tage die Musik den letzten Walzer gespielt hat, dann beginnt wieder der Alltag, aber alle werden noch lange von den schönen Stunden erzählen. Keine Grashalme in den Mund nehmen! Wie berechtigt die ständige Warnung ist, keine Grashalme in den Mund zu nehmen, zeigt wieder folgender Vorfall. Ein vierjähriges Mädchen hatte beim Spielen in einer Parkanlage in der Pfalz einen Grashalm in den Mund genommen. Kurz darauf verspürte das Kind heftige Magenschmerzen, die sich so steigerten, daß das Kind dem Krankenhaus zugeführt werden mußte. Hier ist das Mädchen nach zwei Tagen gestorben. Offenbar hatte sich an dem Grashalm ein Strahlenpilz befunden, der den Tod des Kindes zur Folge hatte. Eine reiche Ausgestaltung des Festzuges. Die bevorstehende 1100=Jahrfeier der Stadt Schöppingen hat bei der gesamten Einwohnerschaft ein überaus reges Interesse gefunden. Das bewies auch der stattliche Besuch der großen Versammlung, zu der am vergangenen Samstag die gesamte Bevölkerung eingeladen war und in der Dr. Timmer(Gronau) über die Ausgestaltung des Festzuges sprach. Der Festzug wird mit seinen zahlreichen Wagen= und Trachtengruppen der wechselvollen Geschichte Schöppingens in weitgehendem Maße Rechnung tragen. Außer den verschiedenen historischen Darstellungen, die teils durch Personengruppen, teils durch symbolische Darstellung der Kirche, der bewehrten Stadt oder einer Burg zur Wirkung kommen sollen, wird auch die ehemalige Schuster= und Tuchmachergilde mit je einer Gruppe im Festzuge vertreten sein. Ferner hat die Oberpostdirektion sich bereit erklärt, auch ihre Wagen und Trachtengruppen an diesem Festzuge teilnehmen zu lassen, so daß er ein außerordentlich abwechselungsreiches Gepräge erhalten wird. Zum Abschluß des Festzuges wird ferner auch noch der Uebergang in die neue Zeit im Bilde dargestellt. Die Ausgestaltung dieses Teiles ist von der Partei übernommen worden. Ureden Filmvorführung der DAF. Montagabend fand im Kleine'schen Saale eine Filmvorführung eines Filmwagens der DAF statt, zu welcher die Betriebsführer Hecking. Reerink und Vredener Tonindustrie ihre Gefolgschaftsmitalieder eingeladen hatten. Nach einigen einführenden Worten'ahen die Gefolgschaften u. a eine Madeira=Fahrt mit ihrem Erleben, den internationalen Welt=Kongreß in Hamburg und einen hervorragenden Film der olympischen Spiele 1936 in Berlin. Zum Schluß dankte der Ortsobmann der DAF"* Schley allen für ihr Erscheinen und besonders den Betriebsführern, die es den Gefolgschaften ermoglichten, etwas derartiges zu sehen. Einen Gruß an den Führer, dem dies alles verdankt werden muß, schloß den Filmabend. Sonderaktion der NSV. Im Parteilokale Grasz tagten die Amts=, Zellen= u. Blockleiter der Partei sowie die Zellenleiter der NSV. Es wurden vorweg dienstliche Angelegenheiten der Partei erledigt. Diese betrafen u. a. den Beginn des VorWer kennt den Uebeltäter? Eine brutale Roheit wurde am vergangenen Montag von einem unbekannten Täter verübt. Als am genannten Tage in den Abendstunden der Bauer Br. von hier seine Weide im Weißen Venn aufsuchte, mußte er feststellen, daß ein unbekannter Rohling seiner wertvollen tragenden Kuh einen längeren Stock in den Mastdarm gesteckt hatte. Die Verletzungen, die das Tier hierbei erlitten hat, waren derart schwer, daß es abgeschlachtet werden mußte. Auf einem anderen Hofe wurden vor einigen Wochen einer Anzahl Hühner die Kämmer abgeschnitten. Auch in diesem Falle konnte der Uebeltäter bisher leider noch nicht ausfindig gemacht werden. An alle ergeht der dringende Appell, jede Mitteilung, die zur Aufklärung dieser Vorfälle führen kann, unverzüglich der zuständigen Polizeistelle zu übermitteln, damit derartigen niederträchtigen Elementen endlich das Handwerk gelegt werden kann und ihnen die Strafe zudiktiert wird, die sie für eine so gemeine Handlungsweise verdient haben. Gottesdienst-Ordnungen Katholischer Gottesdienst Donnerstag, den 16. Juni 1938. (Fronleichnamsfest) Ahaus: 5,30 Uhr hl. Messe; 6,15 Uhr hl. Messe; 7 Uhr hl. Messe; 7,45 Uhr yl. Messe; 8,30 Uhr Hochamt; 10 Uhr Ausgang der Prozession. Nachmittags 2,30 Uhr Vesver. Abends 6 Uhr Sakramentsandacht.— In der Woche abends 8 Uhr Sakramentsandacht. Ewe: 6 Uhr, 7 Uhr und 8 Uhr hl. Messen; 9 Uhr Hochamt; danach 9,30 Uhr Prozession. Aufstellung der Kinder am Kriegerdenkmal, Jungfrauen Dorotheenstraße, Frauen Bernardstr. Abends 6 Uhr Festandacht. Gronau: 5.30 Uhr, 6,30 Uhr und 7,30 Uhr hl. Messen; 8,15 Uhr Hochamt. Nach dem Hochamt um 9 Uhr zieht die Prozession aus. Am Fronleichnamsfest um 11 Uhr keine hl. Messe. Abends 6 Uhr Sakramentsandacht.— Während der Fronleichnamsoktav ist an den Werktagen jeden Abend 8 Uhr Sakramentsandacht. Legden: 6 Uhr hl. Messe; 7 Uhr hl. Messe und 8 Uhr hl. Messe; 9 Uhr Hochamt; 10 Uhr Auszug der Prozession. Nachmittags 3 Uhr Sakramentsandacht. Hauptschristleiter: Dr. Ernst Buhla. Verantwortlich für Münster und das Münsterland: Dr. Fritz Rediger, beide in Münster i. W. Stellvertreter des Fauptschriftleiters und verantwortlich für Politik, Unterhaltung und Westeutschland: Hermann Diebold, Gelsenkirchen=Buer; für Handel und Sport: Tr. Anton Henkel. Dortmuna: für münsterländischen Sport: Rudolf Ochsen necht, Münster; Berliner Schriftleitung: Hans=Joachim v. Winterfeld, Berlin, für den Zeno=Anzeigenteil: Dr. Erich Altmeppen, Münster. Druck: Zeno G. m. b. H., Münster i. Westf. Zur Zeit gültiger Anzeigen=Tarif für die Zeno=Gesamtauflage Nr. 9 vom 10. 12. 35. für die Kreiszeitung für den Kreis Ahaus Nr. 9 vom 25. 8. 36 Verlag Gebr. Lensing,.=G., Dortmund. Verlagsleiter Bernh. Bentink Gronan Verantwor.l. Schriftl. für den lokalen Teil: t. V. Dr. Johannes Gläßer, Ahaus für den lokalen Anzeigenteil: Bernh Dentink, Gronau Turchschnittsauflage V. 1938: Zeno=Zeitung über insgesamt 41000 enthaltend: Ahlener Volkszeitung, Ahlen, über 3000.— Allgemeine Zeitung Coesfeld über 5300.— Vorkener Zeitung, Borken über 3200.— Bürgerblatt Emmerich über 1800.— Dülmener Zeitung, Tülmen über 2000.— Halterner Zeitung, Haltern über 1700.— Kreiszeitung Ahaus über 3600.— Münsterländische Volkszeitung Rheine über 4800.— Emsländische Tageszeitung(Lingen) Rheine über 1050.— Neuer Emsbote Warendorf über 2400.— Tageblatt Ochtrup über 1/00.— Volksblatt. Bocholt über 6650. — Volkszeitung, Emsdetten über 2060.— Volkszeitung, Dorsten über 1800. 14 fi 11 fi Gronauer Stadt-Rundschau Gronau, den 15. Juni 1938. Keine Stadtnachrichten Durchs schöne Münsterland Mit den Heimatfreunden nach Bad Rothenfelde. Der Heimatverein Gronau unternimmt am Sonntag, dem 26. Juni, 12 Uhr ab Schloßplatz seine 1. diesjährige Sommerfahrt nach Bat Rothenfelde. Die Hinfahrt erfolgt über Nheine, Ibbenbüren, Osnabrück, Hilter, die Rückfahrt über Lengerich, Brochterbeck, Emsdetten, sodaß recht viele Naturschönheiten in ugenschein genommen werden können. In Rothenfelde stellt die Badeverwaltung einen Führer, der mit allen Einrichtungen des modernen Bades eingehender bekanntmacht. Die Rückfahrt ab Rothenfelde erfolgt so zeitig, daß mit der Ankunft in Gronau gegen 23 Uhr gerechnet werden kann. Anmeldungen der Mitglieder bis spätestens Sonnabend dieser Woche bei der Buchhandlung Gebr. Lensing oder Schievink. Bei genügender Beteiligung wird der Heimatverein im nächsten Monat eine Autobusfahrt zu den Freilichtspielen in Bentheim machen. Näheres darüber wird noch mitgeteilt werden. Neue Lockführer. Ihre Prüfung zum Lockführer bestanden die Betriebsschlosser Buß und Schürmann von hier. Wir gratulieren. Mütterberatung. Am Donnerstag, dem 16. 6. 1938, findet im Zeichensaal der Städtischen Höheren Mädchenschule von 15 bis 16 Uhr die Mütterberatung statt. „Monika" Das Drama einer Mutter im Apollo=Theater Gronau. Dieser packende Film schildert das Lebensschicksal einer jungen Künstlerin, die um ihrer Karriere willen Mann und Kind verläßt und auf sämtliche Mutterrechte verzichtet. Zu spät erkennt sie den Fehler, den sie beging und versucht die Wiedervereinigung. Maria Andergast weiß diese Rolle ganz hervorragend zu verkörpern. Ihr Partner ist Ivan Petrovich und das Kind wird von Carmen Lahrmann, der bekannten Nachsprecherin der Shirley Temple dargestellt. In weiteren Rollen spielen noch Willy Schäffers und Theodor Loos. Für die Lachmuskeln sorgt der unverwüstliche Rudolf Platte Aus der Bewegung Dies liest der BDM. Die Mädelgruppen 1, 2 und 3 treten Mittwoch, den 15. 6. 1938, pünktlich 20 Uhr an der Wilhelmschule an. Jedes Mädel erscheint in vorschriftsmäßiger Dienstkleidung. Die Führerin des Untergaues 145: Heil Hitler! gez. Gesine ten Venne, Untergauführerin. Dienstbefehl der Fliegerschar Gronau. Am heutigen Mittwoch, dem 15. 6. 1938. tritt die Fliegerschar um 9,45 Uhr am Heim bezw. Buterlandschule zum Baudienst an. Ich erwarte, daß jeder zur Stelle ist. Der Gefolgschaftsführer. HI herhören. Heute avend 19,45 Uhr treten die Gefolgschaften 1 und 2 in tadelloser Uniform auf dem Schulhof der Wilhelmschule an. Ich erwarte pünktliches Erscheinen eines jeden Ig. Jugend und Heute vormittag in allen Gronauer Schulen Kurzvorträge Diese Woche wird ganz im Zeichen des Luftschutzes stehen. Im Einvernehmen mit der Reichsjugendführung führt der Reichsluftschutzbund am Mittwoch einen Jugendluftschutztag durch. Am Sonnabend feiert ferner der RLB die Jahresfeier der 5. Wiederkehr des Eründungstages. Der Reichsluftschutzbund hat in der Gronauer Bevölkerung seit Jahren festen Fuß gefaßt. Fast 4000 Gronauer gehören dem RLB an, darunter etwa 200 Jugendliche! Etwa 250 Amtsträger sind in Gronau seit Jahren in unermüdlicher Weise im Luftschutz tätig. In 3 Luftschutzschulen sind bereits Tausende von Gronauer Bürgern planmäßig im Selbstschutz ausgebildet worden. Der Luftschutzbund verfügt in unserer Stadt über ausgezeichnete Unterführer, Blockwarte, Blockhelferinnen und Führer, Luftschu uftschutzlehrer, die Tag für Tag Zeit und Kraft opfern, ohne Rücksicht auf äußere Ehre oder Lohn. Aber sie können das stolze Bewußtsein haben, an einer wichtigen Stelle ihre vaterländische Pflicht zu erfüllen. Der RLB hält es für eine seiner wichtigsten Aufgaben, auch die Jugend für den Luftschutz zu begeistern. Er kann sich deshalb nicht mehr darauf beschränken, Erwachsene in seine Reihen aufzunehmen und auszubilden. Er will vielmehr auch die Jugend für sich gewinnen, denn die Jugend von heute ist der Staat von morgen. Wir müssen Arbeit auf weite Sicht leisten. Der Luftschutzgedanke kann nur dann im Laufe der Zeit zur Grundbaltung des ganzen deutschen Volkes werden, wenn er auch in der Jugend festen Fuß faßt. Die Jugend weiß heute schon, daß der Luftschutz die gleichen soldatischen Tugenden erfordert, wie sie von den Soldaten an der Front verlangt werden. Sie weiß, daß im Falle der Gefahr jede Selbstschutzkraft, selbst der jüngste Melder, ein Soldat der Heimat ist, der auch nach Herm. Görings Wort so viel Verantwortung und so viel Ehre wie jeder Frontsoldat hat. Der Jugendluftschutztag soll das gemeinsame Arbeitsgebiet des Reichsluftschutzbundes und der HitlerJugend zeigen. Durch verschiedene Veranstaltungen wird diese gemeinsame Luftschutzarbeit der Bevölkerung nahegebracht werden. Heute vormittag werden in allen Gronauer Schulen durch die Luftschutzobmänner der Lehrerschaft Kurzvorträge über Luftschutz vor den Schülern gehalten werden; außerdem werden Alarmübungen abgehalten werden. Am Mittwoch abend findet ein Generalappell aller Amtsträger des RLB auf dem Schulhofe der Wilhelmschule statt. Die Einheiten der HJ und des BDM werden auch zur Stelle sein und gemeinsam mit den Luftschutzleuten eine Uebertragung der Rede Baldur von Schirachs und des Präsidenten des Reichsluftschutzbundes des General=Leutnants von Roques anhören. Der Abend soll eine Art General=Probe sein für die Veranstaltungen am Sonnabend. Am Sonnabend um 5 Uhr findet nämlich ein großer Werbeumzug des Luftschutzbundes durch die Innenund Außenbezirke Gronaus statt. Ueber die Einzelheiten dieser Veranstaltung werden wir noch in den nächsten Tagen näheres berichten. Kampf dem Volkstod Landesleiter Jaspert sprach zu den Kinderreichen Gronaus Auf einer am Sonntag in Gronau stattgefundenen Versammlung des Reichsbundes der Kinderreichen sprach der Landesleiter des ROK Va. Jaspert über das obige Thema. Der Kampf des ROK ist der Kampf der NSDAP. Das Ziel des Kampfes der Partei ist Deutschland, das „ewige Deutschland“. Heute ist nicht die Gewähr dafür vorhanden, daß wir ein ewiges Volk werden. Wenn heute davon gesprochen und geschrieben wird, wir seien ein „wachsendes“ Volk, so ist das nur relativ richtig insofern, als die Geburten gegenüber der Systemzeit erfreulicherweise zugenommen haben. Sie sind in Wirklichkeit nicht ausreichend, den Volksbestand zu erhalten. Völker sinz gottgewollt, sowohl das deutsche Volk als auch die andern Völker, gottgewollt ist ihr Dasein und ihre Art. Aufgabe eines Volkes ist es deshalb, sein Dasein und seine Art zu erhalten. Diese Aufgabe hat jeder Volksgenosse auf dreifache Art zu erfüllen: Zuerst als Blutsträger, d. h. als Ahne, ferner als Arbeitsträger. d. h. im Berufe und als Freiheitsträger, d. h. als Soldat. Weil nun die Familie die Keimzelle des Volkes ist, aus der heraus die Blutsgemeinschaft Volk einzig und allein lebt und sich erneuert, betrachtet die nationalsozialistische Idee Familie und Volk als Grundlage ihrer Weltanschauung. Alle Maßnahmen des Nationalsozialismus entspringen dieser Erkenntnis. In wenigen aber tief eindrucksvollen Zahlen wies der Redner nach, daß gegen den Volkstod und für das ewige Deutschland noch ein schwerer Kampf geführt werden müsse. Von ca. 16 Mill, deutscher Familien haben nur 1,5 Mill. Familien 4 und mehr erbgesunde Kinder, das sind etwa 10% der deutschen Familien. Diese 10% deutscher Familien schenken dem deutschen Volke rund 55% des heutigen Nachwuchses, während von den übrigen neun Zehntel der deutschen Familien nur 45% der deutschen Kinder stammen. Bei dieser Gegenüberstellung handelt es sich nur um erbgesunde Kinder aus erbgesunden Familien, die erbkranke Großfamilie ist für das Volk kein Wertzuwachs, sondern auch diese führt zum Volkstod wie die gewollte kinderlose Ehe und die gewollte Kleinfamilie mit 1 oder 2 Kindern, wie der Redner an Beispfelen zeigte und damit die Richtigkeit des Gesetzes zur Verhütung des erbkranken Nachwuchses zeigte. Da erhebt sich doch die Frage: Wie ist das möglich, wo beim letzten Wahlgange 99% dem Führer und damit dem„ewigen Deutschland“ ihre Stimme gaben? Und wie kann der Kampf gegen den Volkstod mit Aussicht auf Erfolg geführt werden? Nicht gemeistert werden kann dieses ernsteste Problem mit dem Rechenstift, d. h. nicht allein durch wirtschaftliche Maßnahmen. Die wirtschaftliche Förderung erbgesunder kinderreicher Familien, wie sie der nationalsozialistische Staat durchführte und noch weitgehender durchführen wird, können nur den Weg frei machen. Daß aber dieser Weg auch beschritten wird, erfordert einen weitgehenden Wandel in der Gesinnung und Haltung des deutschen Volkes. Das ist der schwerste noch auszukämpfende Kampf, und in diesem Kampfe um eine neue Haltung und Einstellung des Volkes zum Kinde. um die Abwendung des Volkstodes, um das„ewige Deutschland“ ist der RDK die vorderste Kampftruppe des Führers, den sie in engster Gemeinschaft und Kameradschaft mit der Partei durchfühVereinsanzeiger (Nur für Mitteilungen an die Mitglieder Preis pro Millimeter Höhe 5 Pfennig.) annni Gronauer Männergesangverein. Heute abend wies Probe. Erscheinen ist Pflicht. beilo ren muß, auch hier gilt der alte Kampfruf:„Deutschlap erwache Der Abschnittswart des ROK Rektor Schliebnahm für den Kreisabschnitt Gronau diese Parole Landesleiters entgegen und richtete an die Bundesmis glieder den Aufruf, daß jeder an seiner Stelle und seinem Einflußkreise vor allem durch seine Haltung un sein Vorbild propagandistisch, d. h. erzieherisch wirke müsse. Wenn der Stellvertreter des Führers, Rudos Heß und der Reichsminister Dr. Goebbels den ROK=Mi. gliedern den Titel„Staatsbürger 1. Klasse“ gegebe haben, so sei das nicht bloß eine Ehrung, die auchy Bälde zum Ausdruck kommen wird durch Verleihung „Ehrenbuches für Kinderreiche“, das nur an RDK=Mi, glieder ausgegeben wird, sondern zugleich eine Ve pflichtung. Das begeistert aufgenommene„Siegheil“ auf da deutsche Volk und seinen großen Führer und der Gesan der Nationalhymnen beendete die sehr eindrucksvolle sammlung. mit Standal e Be Spiel und Sport Vorwärts 09 Res. Sportfreunde Burgsteinfurt comb 6:3(0:2) Es sah bis zur Pause nicht danach aus, daß die Vorwärtsreservisten dieses Spiel noch so hoch für sich entscheden würden. Bis dahin naren die Gäste durch zwTore, die von der Hintermannschaft verhindert werden mußten, in Führung gegangen. Wohl hatte einmal de Ball den Weg ins Heiligtum der Gäste gefunden, das Tor fand jedoch wegen Abseits keine Anerkennung. dem Wiederanpfiff gelang es endlich den Blau=Weißen den Bann zu brechen, und ein Tor aufzuholen. Ein Hanelfer sorgte für den Ausgleich und in regelmäßigen Aständen schaffen vier weitere Tore, denen die Burgsteinfurter noch eines entgegensetzten, einen hohen 6:3=Erfolg Blauweiß Ochtrup B1— Vorwärts 09 Gronau B12 Die kleinen Vorwärtsspieler der B1 Jugend ließen sich durch die körperliche Ueberlegenheit ihrer Gegne nicht Bange machen und errangen einen schönen 6:2En folg. Handball: Vorwärts 09 Gronau— Rasensport Coesfeld ausgefallen Eper Lokal-Nachrichten )( Nach Ramsdorf versetzt. Der Reichsbahn=Betriebassistent Schwer von hier wurde in gleicher Eigen schaft nach Ramsdorf versetzt. Einen aufgeregten Sonntag erlebte eine hiesige Familie um ihren 4jährigen Sprößling. Mit einem um mehrere Jahre älteren Nachbarjungen besuchter das kleine Mädchen am Sonntag früh die Gronauer Kirmes. Im Gedränge des Verkehrs verloren sich beide bald aus den Augen. Das Mädchen wo und blieb vermißt, bis in später Abendstunde, als die Enscheder Polizei in Gronau anfragte, ob dort ein Kind vermißt sei. In Enschede sei ein Kind angetroffen, welches sich allem Anschein nach vom Hause verirrt habe. Die Gronauer Polizei, bei welcher der beängstigte Vater vom Verschwinden seines Kindes Meldung erstattet hatte, klärte die Polizei in Enschede über die Angelegenheit aus Darauf konnte das vermißte Kind den Eltern wieder zugeführt werden. Unmitt postok hat beschämend at dem1 Päckchen m eines Adj begleitschr Armee in Soldaten Wotkinsk inge, t nterschrif Die letz ein wüstes nicht nur braucht; m will, brai etwa nurc Stücken, di hat, oh ne im Enteig Anabasis" ihres„Fre der Abreis großen gesamten 2 bank an dert. Und Klischee für 100 druckt nun und währe stadt unent Aber is Legionen nach einem Bogdan P. niem Tagel ten inde Man kann sich irgend se in kein wir macher wir als in mentar vo lrlegerisch leines Wo. Kurz v. sllenz He nennt ihn habenichts General“ närsleitun bestreiten, Auf zur Düstermühle! Donnerstag(Fronleichnam), dem 10. Juni 1938 nachmittags ab 3,50 Uhr Konzert der gesamten„Städt. Kapelle, Ahaus" (Tanzeinlagen) Ab 3 Uhr Auto-Pendel-Verkehr vom Marktplatz in Ahaus. Parhplatz für Autos.— Fahrradwache.— Tischbestellungen unter Nr. 343 Legden rechtzeitig erbeten. Es ladet freundlichst ein Städtische Kapelle Ahaus Für gute Speisen und Getränke werde ich bestens Sorge tragen. Spezialität: Bauernschnittchen. Der Wirt: H. Dondrup Concordialichtspieles Ahaus Heute abend 8.30 Uhr Donnerstag. Fronleichnam 3.30 und 8.30 Uhr SCHULBOCH für sämtliche Klassen aller Schulen Gebrüder Lensing, Verlagsanstalf KG FERNRUF Ahaus 450/ Gronau 260 Familien=Drucksachen wie Verlobungs- und VermählungsAnzeigen, Kassetten, Totenbriefe, Totenzettel, Danksagungskarten liefert in kürzester Frist die Buchdruckerei Gebrüder Lensing Verlagsanstalt K.-U. Abaus und Gronau ZwanzigJahre einesFrauenlebens ziehen mit allen schönen und bitteren Augenblicken, die die schwere Aufgabe einer Wahlmutter mit sich bringt, in diesem Film an uns vorüber. Mit schlichter Eindringlichkeit schildert GladysGeorge eine„zweite Mutter", die man nicht sobald vergessen wird. Braves Mädchen nicht unter 20 Jahren, für sofort gesucht. Frau Bernh. Terrahe Preden Schwarzhaariger Dackel entlaufen auf den Namen„Lumpi“ hörend. Gegen Belohnung abzugeben. Ahaus Adolf=Hitler=Str. 91 Sofa=Umbau, Schreibtischaufsatz, Blendladen u. Türen, Lautsprecher u. Kronleuchter zu verkaufen. Gronau, Schulstr. 7/9 Schöne 3 ZimmerWohnung zu vermieten. Ahaus, Frauenstr. 27 Junges Mädchen in allen Zweigen d. Haushaltes erf., gute Koch= u. Nähkenntnisse, sucht Stellung als Stütze der Hausfrau. Ang. unt. 248 mit Gehaltsang. an d. Gronauer Volkszeitung. Heimatverein Gronau Sonntag, 26. Juni, 12 Uhr ab Schloßplatz Autobusfahrt nach Bad Rothenfelde Mitglieder pro Person 2,50 Mk. einschließlich Kaffee u. Kurkonzert. Meldungen bis Sonnabend dieser Woche bei Buchhandlung Gebr. Lensing oder Schievink i.Gronau. Gut erh. 2 schläf. Bekkstelle mit Matratze und Auflegekissen nebst Mantelstock für 35 RM. zu verkaufen. Zu erfragen in der Gesch. d. Ztg. in Gronau. Oeffentliche Mahnung Die am 15. ds. Mts. fälligen Steuern und Abgaben, die Getränkesteuer für den Monat Mai, sowie die Handwerkskammerbeiträge für 1938 sind nunmehr innerhalb 3 Tagen an die unterzeichnete Kasse einzuzahlen, andernfalls die kostenpflichtige Beitreibung der Rückstände erfolgt. Auf Steuern, die nach Fälligkeit entrichtet werden, wird ein Säumniszuschlag von 2% erhoben. Gronau, den 15. Juni 1938. Die Stadtkasse als Vollstreckungsbehörde Lest gute Bücher Am Fronleichnamsfeste sind meine Geschäfte in Stadtlohn und Gescher geschlossen! Versteigerung Am Freitag, dem 17. Juni 15 Uhr anfangend werde ich für Herrn Bernh. Haunhorst i. Gronau, an seinem Hause, Bahnhofstr., nachstehende gebrauchte Gegenstände öffentlich meistbietend gegen Barzahlung versteigern: elektr. Lampen, Tische, Stühle, Sofabänke u. Trennwände, Garderobenhalter, Heizkörperverkleidungen, Ventilator und anderes mehr. Herm. ten Dam, Gronau, beeid. Versteigerer. aus dem Leben Hochgreve, Da kichert Diana Späße und Schnurren aus dem Jäger- und Anglerleben.........„ kart. RM 2.80 Hochgreve, Jäger-Paprica Ueber 300 der besten Jäger- und Fischerwitze kart. RM 2.60 Hochgreve, Die verbogene Flinte Lustige Erzählungen für Jäger und Fischer— leichte und schwermütige..... kart. RM 2.80 Boldt, Paradies der Junggesellen Heitere Begebenheiten dreier Junggesellen, und wall aus ihnen wurde...... geb. RM 3.30 Spoerl, Man kann ruhig darüber sprechen Heitere Geschichten und Plaudereien. geb. RM 2.40 Gebrüder Lensing Buchhandlung und Verlagsanstalt KG, enstigen 2 Wladiwost nichts von ing: Rote Grütze. 125 gr. 139 Kristallgelee(Erdbeer, Himbeer, Kirsch, Waldmeister) 125 gr. 223 Perlsago(500 gr.309) 125 gr. 891 Johannisbeerwein O.Gl. 75% Obstschaumwein einschl. Glas 100% 37er Rüdesheimer Rosengarten o.Gl. 100% 36er Zeltinger Himelreichl O. Gl. 100 Verlangen Sie bitte unsere ausführliche Preisliste. auch I zu des Die Generäl reichhalt Verfassu als Nat tärischen Beute a modern stück zu leien d Die Le beiläuf 70 Mil hauptui der den nd Ve ein 1931 Marmeladen: Vierfrucht-Marmelade 500 gr. 32 Erübeer-Apfelmarmelade 500 gr.429 Apfelnachpresse-Gelee mit Himmbeer 500 gr. 329 Preislelbeeren 500 gr. 609 Außer zah stigen ein den des reichsten t Matjesheringe und neue Kartoffeln „Köhnens" Kuchenfertig(Königs-, Rodon-, Marmorkuchen, Punschkranz) 500 gr. Beutel 459 Tortenkeks... Paket 35% Tortenböden 9er.. Paket 389 Pfefferminz-Pralinen 125 gr. 252 Pralinen„Burg Giebichenstein" 125 gr. 350 H Selbstverh läßt die T sprochen Legionen von Mace saryktu in seinem e muß Zügellosig nung" zu interalliie Zuchtlosig Ganz Die betre Nati Anabasis bedeutung unseren 5 Führer wirts erer sibin h gla asse." ger tglieder nnig.) beilage Mittwoch, den 19. Juni 1938 Nr. 159 n abend Die Legende der Legionen. f:„Deutschlan dr Schlieb. se Parole ie Bundesmi, Stelle und Haltung un herisch wirke thrers, Rudos den ROK-Mi. lasse" gegebe g, die auch Verleihung de an ich eine Veiheil" auf nd der Gesan rucksvolle Veisteinfurt comb daß die Vorür sich entsche te durch zw indert werden Niemals haben die Tschechen die Einzelheiten des stbirischen Raubzuges, vor allem nicht die Tragödie von Irkutsk dargestellt, aus sehr begreiflichen Gründen. Sie bestreiten selbstverständlich andererseits die endlose Kette gemeinster Verrätereien gegenüber Koltschak und dem weißrussischen Heere. Aber in den ersten Oktobertagen des vergangenen Jahres, als in Irkutsk ein hoher Sowjetfunktionär, der Jude Salomon Tschudnowsky, von der Der tschechische Raubzug durch Eibirien 1918/20. IV. falschmünzerei mit gestohlenen Klischees. Standal um Gaida in Wladiwostok.— Gut angesegte Beute.— Benesch:„Der Genius unserer Rasse."— Gaidas Fall. Unmittelbar vor der Abfahrt von Irkutsk nach Wladinostok hat ein Mann der tschechischen Führung noch den teschämendsten Judaslohn erhalten. Eine Ordonnanz dem tschechischen„General" Syrowy ein kleines son mit 30 Silbermünzen überbracht. In Gegenwart eines Adjutanten liest der Herr General erblassend das egleitschreiben:„Dem Kommandeur der tschechischen Umee in Sibirien, General Syrowy. Die Offiziere und Soldaten der beiden Arbeiterdivisionen von Ischewsk und Potkinsk senden dem General Syrowy 30 Silberinge, den Preis für Blut und Verrat“. hterschriften. Die letzten Wochen der Legionen in Wladiwostock sind en wüstes Etappenleben in Saus und Braus. Man hat sicht nur vielmehr von allem zur Verfügung, was man braucht; man kann auch alles kaufen, was man haben pill, braucht sich nichts zu versagen. Das liegt nicht twa nur an den vielen Millionen in goldenen 5=RubelStücken, die man dem Admiral Koltschak fortgenommen sat, oh nein, Tschechen verstehen sich auf Finanzierung GPU erschossen wurde, schilderte ein tschechischer Legionär in einer Prager Zeitung, wie dieser Jude den Admiral Koltschak unter zynischen Spottreden niedergeknallt hatte. Die Schilderung, die uns im Wortlaut vorliegt, belegt ebenso eindeutig wie unfreiwillig den niederträchtigen Verrat der Legionen an dem weißrussischen Heer. Gaida, langjähriger tschechischer Nationalheld, 1926 sogar zum Generalstabschef berufen, wurde am 22. 12. 1926 wegen verschiedener Skandalaffären, die aber bezeichnenderweise nichts mit Sibirien zu tun haben, degradiert, saß 1929 gar zwei Monate im Kerker und verlor schließlich auch seine Generalstabspension. Er besitzt immerhin 70(!) Kriegsorden, darunter den hohen englischen Bath=Orden. Das Füllhorn des Elends. Von Karl Ey. XI. tte einmal der Enteignungsverfahren, damals bei ihrer famosen gefunden, da kennung. Nah Blau=Weißen en. Ein Handlmäßigen Adie Burgsteinsen 6:3=Erfol. tonau B12 Jugend ließen ihrer Gegne chönen 6:2=Er ld ausgefallen bahn=Betriebleicher Eigenhrigen Sprößren NachbarsSonntag früh Verkehrs verMädchen wor tunde, als die dort ein Kind jetroffen, welverirrt habe. ngstigte Vater erstattet hatte, elegenheit auf. rn wieder zu125 gr. 130 mbeer, Kirsch, 125 gr. 229 125 gr. 89 O. Gl. 750 ischl. as 100% osenGI. 100% lreich Gl. 1009 Unsere aussliste. Anabasis" durch Sibirien wie heute bei der Aufstellung ihres„Freiheitsfonds“. Die Tschechen haben nämlich vor der Abreise aus Irkutsk noch einen Raub ganz großen Stils durchgeführt: Erstens hat man die gsamten Vorräte der dortigen russischen Staatsdant an Bargeld in Scheinen und Goldmünzen geplündert. Und zweitens hat man aus der Reichsdruckerei die klischees der russischen Reichsdruckerei für 1000=Rubel=Banknoten gestohlen und druckt nun auf der Fahrt von Irkutsk nach Wladiwostok und während des Aufenthaltes in der fernöstlichen Hafensadt unentwegt 1000=Rubel=Noten in hellen Haufen! Aber ist den heldischen Kämpfern der tschechischen Legionen diese sieghafte Erholungszeit in Wladiwostok nach einem so langen schweren„Feldzug“ nicht zu gönnen? Bogdan Pawlu, einer der Organisatoren, schreibt in seihem Tagebuch, nicht etwa in Wladiwostok, sondern mitien in dem famosen„Feldzug“ am 15. Oktober 1919: Nan kann wirklich nicht sagen, daß unsere Truppen physich irgendwie angegriffen wären. Schon lange waren se in keinem so ausgezeichneten Zustande wie jetzt, und vir machen der Republik ein prachtvolles Geschenk, wenn wir als intakte Truppe nach Europa kommen.“ Ein Kommentar von zuständigster Seite über die wirklichen lrlegerischen Leistungen" der tschechischen Legionen, der leines Wortes weiter bedarf. Kurz vor der Abreise aus Wladiwostok gibt es dann bließlich noch einen Sonderskandal um Seine Exellenz Herrn„General“ Gaida. Die dortige Presse mennt ihn ganz ungeschminkt einen Hochstapler, der als habenichts aus Oesterreich geflohen sei und nun als General“ und steinreicher Mann zurückkehre. Die Legionärsleitung, in größter Verlegenheit, kann das nicht bestreiten, verweist aber in einer Entgegnung auf„seine enstigen Verdienste um Rußland“. Darauf antwortet die Wladiwostoker Presse kurz und deutlich:„Rußland weiß nichts von solchen Verdiensten, und sollte er doch irgendwelche gehabt haben, so soll man nicht vergessen, daß auch Judas vor seinem Verrat an Christüs zu dessen Jüngern gezählt hat.“ Die 37 Dampfer der Tschechen einschließlich der Herren beneräle Gaida und Syrowy, einschließlich auch ihres reichhaltigen, unermeßlichen Raubes gelangen in bester Verfassung nach Europa. Sie werden in der Tschechei als Nationalhelden begrüßt und bilden mit ihrer militarischen Stärke von 50 000 Mann und mit ihrer riesigen deute an allen Edelmetallen, Geld, Maschinen, Materialien usw. wohl die übelste Grundlage, die jemals ein nodernes Staatswesen gehabt hat, ein würdiges Seitensuck zu den dokumentarischen Fälschungen und Betrügeteien der führenden tschechischen Politiker 1919 in Paris. De Legionäre gründen mit ihrem Reichtum eine Bank, bellaufig mit dem relativ geringen Anfangskapital von Millionen Tschechenkronen, die nach der frechen Behauptung des bereits erwähnten Dr. Rasche die Summe der den Legionären in Sibirien abgezogenen Löhnungsnd Verpflegungsgelder sein sollen! Die Bank baut sich ein Prachtgebäude mit riesigen Stahlkammern und ist en: 00 gr. 329 500 gr.429 00 gr. 329 00 gr. 602 und artoffeln (Königs-, chen, PunschJeutel 45% Paket 35% Paket 389 25 gr. 250 istein" 25 gr. 35% 1931 das reichste Geldinstitut der Tschechei. zahlreichen anderen Grundliegenschaften und sonsigen einträglichen Dingen besitzen die tschechischen Helden des sibirischen Raubzuges in Prag den vermutlich reichsten tschechischen Verlag,„Pamjatnik Odboje". Seine Suchproduktion besteht in einem endlosen Strom von Selbstverherrlichungen der Legionäre. Zehn Jahre lang taht die Tschechei in den Schulfibeln der Kinder unwidersprochen Behauptungen drucken wie die, die tschechischen regionen ständen„ihrem Ruhme nach neben Alexander von Macedonien und Julius Cäsar“. Altpräsident Masaryt tut was er kann, um das Dekorum der Legionen in seinem Buch„Die Weltrevolution“ zu wahren. Aber muß selbst„die Disziplinlosigkeit der Soldaten, ihre zugellosigkeit und allzu bolschewistische Gesinnung zugeben, und bekümmert fügt er die Meldungen teralliierter Offiziere aus Fernost über die völlige düchtlosigkeit der Legionärssoldateska hinzu. danz anders sein Nachfolger, Herr Dr. Benesch. die betreffende Stelle aus seinem Buch„Der Aufbruch Nationen" sei kommentarlos hierhergestellt:„Die mubasis war militärisch und menschlich eine schöne und Ndeutungsvolle, bewunderungswürdige, politisch eine für aneren Kampf charakteristische Sache... Ihr großer dahrer... Besondere Anerkennung verdient e wirtschaftliche, finanzielle und kulturelle Arbeit uneter sibirischen Armee. In ihr äußerte sich, wie glaube, am besten der Genius unserer kasse."— Lockendes Lond der Zukunft. Diese Ladung merkwürdiger Christen ist nicht die einzige, die irgendwo eine Farm in Stich gelassen und sich auf die Walze nach Südkalifornien begeben hat, wo sie die zehntausendköpfige Bevölkerung der elenden Autolager vermehren helfen wird. Viel Schuld daran hat die schrankenlose Reklame, die Südkalifornien für sein Klima und für seine Schönheiten macht. Die verzagten Farmer in den Weizenstaaten sehen nur die farbenprächtigen Plakate, lesen nur„Das Land der Zukunft ruft euch. Kommt ins sonnige Südkalifornien“, und übersehen den kleingedruckten Zusatz:„Mittellosen und Arbeitsuchenden wird empfohlen, nicht zu kommen, damit sie nicht enttäuscht werden.“ In dem einen Monat Juli des letzten Jahres sind Norddakota nach Südvon ihnen freilich auch , denn den Aktienverkäufern von Karfunkelstein& Lazarus ist es geglückt, Tausende der wertlosen Papiere der„Consolidates Gold Mines of Arizona“ in der Umgebung von Bismarck abzusetzen. Eingeklagte Farmen als Präsent. Kaum ist der Lastwagen davon, als ein helles Sirenensignal nach dem Tankwart ruft, ein fast nagelneuer Chryslerwagen in die Auffahrt einbiegt und drei elegant gekleidete Männer Bill zurufen:„Oel und Gas!“ Dann gehen sie in das Restaurant. Das Trio scheint einen erfreulichen Tag hinter sich zu haben, denn mit einer lauten Ausgelassenheit werden Würstchen und Bier bestellt. Der eine lacht: „Meine Mappe ist schon ordentlich dünn geworden. Arizona=Rauschgold scheint flott einzuschlagen. Aber Ihre hat ja noch einen ordentlichen Schmerbauch, Mr. Davis.“ Der Angeredete beißt in eine Wurst und sagt: „Nicht alles Goldaktien, Mr. Laser. Meistens Farmurkunden aus Minnesota. Noch vom Vertreteressen bei Karfunkelstein her. Der Chef gab tatt der Zigarrentaschen diesmal eingeklagte Farmen Ueberraschungspräsent. Die meisten ließen sie liegen. Ich lasse aber nicht gern etwas umkommen und habe sie mitgenommen. Es sind vierzehntausend Acker mit Häusern und Ställen und Zäunen. Wenn ich die paar Dollar Steuerrückstand berappe, sind die mein.“ „Weiße Elefanten, Mr. Davis. Hier in den Weizenstaaten ist alles abbruchreif. Ich gebe Ihnen keine vierzehn Dollar für die 14 000 Acker“ „Na, irgendwelchen Wert haben diese Besitzurkunden schon; Mr. Laser. Jedenfalls soviel wie unsere Goldaktien. Ich will es Ihnen beweisen.“ Sechs Würstchen und drei Flaschen Bier für Minnehaha. Unter dem Gelächter der anderen wendet er sich an Roy: „He, junger Mann. Wollen Sie uns die sechs Würstchen und die drei Flaschen Bier gegen eine prima=prima Farm von 600 Acker verkaufen?“ Roy lächelt ablehnend. Er weiß, daß man überall den Besitztitel dieser verlassenen Farmen für fast umsonst kaufen kann, daß man aber erst die rückständigen Steuern bezahlen muß, ehe man wirklich Herr des Landes wird. Und die gehen oft in die Hunderte Dollars. Schon will er„Kein Bedarf“ sagen, da hat ihm der Mann aus seiner Tasche ein Dokument zugeschoben. Roys Blick fällt auf den Namen„Minnehaha Farm“, New Ulm County“, sein Herz stockt ein wenig, etwas wie Heimweh(wenn er das kennen würde) kommt ihm in die Kehle. „Geht in Ordnung,“ sagt er und schluckt trocken hinunter„aber wieviel Steuerrückstand ist darauf?“ „Das müssen Sie selbst ausfindig machen. Unser Handel ist perfekt. Dann wollen wir weiter.“ Während die Männer das Restaurant verlassen und Roy aus seiner Tasche achtzig Cents in die Kasse hinein zählt, denkt er: Ob wohl der große Stein im Whispingbach noch da ist und der große Balken vor der Stalltür wo sein Vater„W H. 1912 hineingeschnitten hat? Zwei Wochen später kommt Roy wieder nach Hause Bill Bodenschütz ist noch bei ihm. Frau Heuer hat einen roten Kopf vor Freude bekommen und ihre Hände flattern vor Aufregung hin und her, bis sie sie in die Kleiderschürze einwickelt und fast atemlos sagt: „Sieh mal an, Roy! Na, du wirst hungrig sein. Ist das dein Freund?“ Will Heuer zieht etwas kräftiger an seiner Pfeife und schlägt seinem Jungen wortlos auf die Schulter. Helen fällt ihrem Bruder um den Hals, wird aber mit einer linkischen verlegenen Bewegung abgeschüttelt. „Ist schon gut, Kinder," sagt Roy,„jetzt sagt mal Will hier guten Tag. Der Mann ist Leutnant und Schriftgelehrter und will partout Farmer werden. Hungrig aber sind wir beide, denn wir sind von Oak Leaf über die Felder zu Fuß gekommen.“ Nach dem Essen sitzen Heuers und ihr Gast draußen im Freien. Aus dem Lautsprecher schallt Tanzmusik vom PlazaHotel in Chikago. Will und Helen versuchen einen Tango auf dem braunen ausgedörrten Gras. Dabei denkt Will: Wenn ich jetzt eine Farm hätte, ich käme schon durch. Für zwei würde es immer reichen. Und Helen: Wenn ich Lehrerin bleiben könnte, solange es noch geht. Sechzig Dollar mehr oder weniger würden für zwei Menschen schon viel ausmachen. Roy wirft seiner Mutter ein gefaltetes Papier mit einem warnenden„Hoppla, Butch“ zu und sagt mit einer Daumenbewegung, auf die er durch„Hitch=hiking" trainiert ist, auf die tanzenden jungen Menschen: „Besitztitel für„Minnehaha". Hab mich erkundigt. Sind nur 134 Dollar Steuerrückstand. Kann Helen kriegen, wenn sie mal heiratet.“ Eine Weile stecken Heuer und seine Frau über das Dokument die Köpfe zusammen Will muß hüsteln und Dorothy reibt sich die Augen und sagt:„Pfui, dein Knasterrauch, Will!“ Dann meint die Mutter zu Roy: noch dein Hemd weg. durch die „Aber Junge! Du gibst ja Was willst du denn machen?“ Roy errötet ein wenig und blickt auf seine Wanderschaft arg mitgenommenen Stiefel: „Ich? Ich fahre morgen nach St. Paul und trete in die US=Marine ein. Es ist mir nämlich aufgefallen, daß unsere Wehrmacht immer heile Schuhe hat.. Flüsterkampagne ums tägliche Brot. Während die vollständig verwirrte Bevölkerung der Weizenstaaten ziellos im Lande herumfährt, verbittert und hoffnungsarm auf ihren Farmen sitzt und sich damit abfindet, die Hand aufzuhalten und den Staat. sorgen zu lassen, geht eine andere Bewegung wie seit Jahrzehnten ihren gewohnten vorgeschriebenen Weg. Der Goldstrom des Weizens ergießt sich in immer stärkerer Fülle auf Chikago zu. Fast 30 000 Waggons mit Weizen sind im Juli in den riesigen Elevatorgebäuden am Michigansee eingetroffen, auf fast 700 000 000 Bushel (ein Bushel rund 35 Liter) wird die gesamte Weizenernte im Jahre 1937 geschätzt. Plätze am Spieltisch um das tägliche Brot sind teuer, die Mitgliedschaft zur Chikagoer Weizenbörse muß mit einem Vermögen bezahlt werden. Bis 62 000 Dollar hat schon ein Spekulant für einen Sitz an der Börse ausgegeben, um im inneren Ring der Getreideverschwörung sitzen zu können. Rund 1500 Namen stehen auf der Mitgliedsliste der Weizenbörse, einige Namen von gutem Klang und reellem Ruf, von alten Firmen, die als ehrliche Makler die Nachfrage und das Angebot vermitteln. Die große Menge der Namen der reinen Spekulanten aber hört sich an wie die Ehrenliste einer Synagogenstiftung. Karfunkelstein von Karfunkelstein& Lazarus inszenieren an diesem Tage eine typische Gerüchtpantomime. Er versteht es, sich in dem Aufruhr der Börse bemerkbar zu machen. Einige kleine Silbermünzen haben die Telegrammpagen bewogen, ihre hellen Stimmen etwas schriller zu erheben, wenn sie in regelmäßigen Dreiinuten=Abständen durch den Lärm rufen: „Mr. Karfunkelstein! Telegramm aus Washington!“ „Mr. Karfunkelstein, Kabel aus Hongkong.“—„Mr. Karfunkelstein, Ferngespräch mit dem Ackerbauministerium.“ Aber das ist nicht alles, was er tut, um die Aufmerksamkeit der Spekulanten auf sich zu lenken und die Erwartung auf etwas Unvorhergesehenes zu erregen. Mr. Karfunkelstein läuft plötzlich lachend und winkend zur Tür, um einen Herrn zu empfangen, der kein anderer ist als der Bundessengtor eines benachbarten Weizenstaates. Minutenlang stehen die beiden Männer, der amerikanische Staatsmann und der galizische Spekulant, lebhaft redend beieinander. Vielleicht sprechen sie nur vom Wetter oder von einer kleinen Nachtklubsängerin. Als aber der Senator geht, huscht nach wenigen Minuten schon das Gerücht durch den Börsenraum:„Die offizielle Weizenschätzung: 900 Millionen Bushel! Die Regierung wird keine Unterstützungskäufe vornehmen! Maßnahmen gegen die Spekulation in Washington erwogen!“ In weiteren fünf Minuten hat sich das Gerücht ausgewirkt. Der Bushelpreis sackt an der Börse von 1,45 Dollar auf 1,34, auf 1,09, auf 0,98, wo er bis zum Schluß stehen bleibt.(Schluß folgt.) „Die Tschechen sind bereit, die ganze Welt in ein Chaos zu stürzen" Die Tschechoslowakei der größte Gefahrenbers GarMN- Einzige Rettung: Volle Selbstregierung der Garvin warnt die englische Regierung. £ London, 13. Juni. Der konservative„Observer“ veröffentlichte am Sonntag einen längeren Artikel Garvins, der sich eingehend mit der augenblicklichen weltpolitischen Lage beschäftigt und vor allem die internationale Rückwirkung der Verhältnisse in der Tschechoslowakei und in Spanien einer sorgsamen Betrachtung unterzieht. Garvin bezeichnet es als vordringlichste Aufgabe, den Ausdruck von Feindseligkeiten in Mitteleuropa abzuwenden, der zu einer Explosion der ganzen Welt führen würde. Bisher sei keinerlei Besserung in der tschechischen Frage zu verzeichnen. Jede Vermutung, daß eine solche Besserung jetzt in Sicht sei, stamme aus halboffizieller Unwahrheit und nichts anderem. Mit dem Abschluß der letzten Wahlen in diesem künstlichen Staatengebilde, das nach Versailler System durch gewaltsame Vereinigung widerstrebender Elemente geschaffen worden sei, tritt das Problem der Wiederautmachung oder des Bruches in seine akute Phase, Das Schicksal Europas und der Welt werde insofern berührt, als die Tschechen bereitseien, die ganze Welt ins Chaos zu stürzen, ehe sie einer verfassungsmäßigen Konstruktion nach Schweizer Vorbild, basierend auf völliger Gleichheit der Rassen und Sprachen, zustrebten. Das ganze Land bereite sich auf das intensivste für den Krieg vor. Man schlage vor, den Militärdienst auf drei Jahre zu verlängern. Der wirkliche Zweck aber sei der, nur junge Deutsche auszuheben und sie unter Beobachtung und Aufsicht zu halten. Prag wisse sehr wohl, daß diese Herausforderung des Reiches Gegenmaßnaymen bringen müsse. Die englische Aufmerksamkeit dürfe sich durch keinerlei Nebensächlichkeiten von dieser Hauptfrage ablenken lassen. Entweder müßten die Tschechen ihr Bündnis mit Moskau aufgeben oder sie müßten den Sudetendeutschen erlauben, sich mit den 75 Millionen ihrer eigenen Rasse im Großdeutschen Reich wieder zu vereinigen. Diese Alternative sei messerscharf. Sie bedeute in der Praxis, daß die Sudetendeutschen volle Selbstregierung und Gleichheit haben müßten, oder aber es gebe keine Hoffnung auf eine friedliche Lösung. Die britische Politik' werde sich inmitten dieser Gefahren für die Welt als Fehlschlag erweisen, wenn London sich um jeden Preis klarmache, daß das britische Volk und das britische Empire nicht für eine tschechische Vorherrschaft, wie sie durch die Spender von Versailles geschaffen worden sei, in den Krieg ziehen werden. Was Spanien anlange, so dürfe sich England auf keine Aktion einlassen, die es als eine Interventionsmacht unweigerlich mit Sowjetrußland und Frankreich und gegen Italien und Deutschland stellen würde. Das würde verrückt sein. Wenn England nicht als kriegführende Partei an diesem Bürgerkrieg teilnehmen wolle, um ihn dann zu einem Weltkrieg auszuweiten, dann könne es die Nationalisten nicht daran hindern, rote Häfen oder Städte anzugreifen. England könne auch nicht behaupten, daß seine eigenen Handelsinteressen auf dem Spiel stünden. Die englischen Schiffe in Spanien gingen auf Profit aus und seien auf eigene Gefahr in spanischen Häfen. Außerdem sei es notorisch, daß eine ganze Anzahl von Schiffen keinen wirklichen Anspruch auf englische Registrierung hätten; sie führen im Interesse der Roten und für rotes Geld. Der Schlüssel zu einer wirklichen Neutralität Englands sieht Garvin in der Zuerkennung von Kriegsrechten an beide Seiten. Da der Krieg länger dauern werde und in Anbetracht des internationalen Risikos, solle die britische Politik versuchen, schon mit Beginn der Zurückziehung der ausländischen Freiwilligen beiden Seiten Kriegsrechte zuzugestehen. Auch bezüglich Japans warnt Garvin vor einer Intervention Englands. Man könne einen Krieg nicht dadurch humanisieren, daß man fordere, daß London ebenso bombardiert werde wie Kanton. Die„Times" über das Selbstbestimmungsrecht der Sudetendeutschen. E London, 14. Juni. Die„Times“ befaßt sich heute erneut in ihrem Leitartikel mit der sudetendeutschen Frage. Dieser Aufsatz ist bemerkenswert durch die Offenheit, mit der er die in der Vergangenheit gemachten Fehler zugibt. Eingangs sagt das Blatt, es sei selbstverständlich wesentlich, daß eine vernünftige Lösung mittels friedlicher Methoden gefunden werde.„Es würde für die Kunst der europäischen Staatsmänner einen Bankerott bedeuten, wenn diese Zutunftsfrage von über drei Millionen Sudetendeutschen einen Kontinent in einen alles zerstörenden Krieg hineintreiben würde." Nicht nur in Prag, sondern in der ganzen Welt wünsche man den Beschwerden der Sudetendeutschen entgegenzukommen. Die einzige wirklich wichtige Frage aber sei die, ob die Sudetendeutschen dort bleiben wollten wo sie seien, oder ob siees wünschten, irgendwo anders hinzugehören. Es sei einer der Fehler der Friedensverträge gewesen, daß, obschon der Grundsatz der Selbstbestimmung damals in Paris anerkannt wurde, die Deutschen in BöhStärker braun durch Nivea! Nivea kann man länger in der Sonne bleiben, weil Nivea infolge des Gehalts an Euzerit die Haut gründlich„durchsättig““. men und ihre Artgenossen in Oesterreich niemals nach ihren Wünschen vefraat worden seien, bezw. ihre Wünsche einfach unbeachtet geblieben seien. Es bleibe also übrig, den Fehler von 1919 wieder gutzumachen und den Sudetendeutschen zu gestatten, auf friedlichem Wege ihre eigenen Ansichten bezüglich ihrer Zukunft zum Ausdruck zu bringen. Selbstbestimmung sei ein Grundsatz, den diejenigen, die die Friedensverträge gemacht hätten, unterstützt hätten, sowie ebenfalls die Genfer Liga, und jetzt verlangten die Reichsdeutschen die Selbstbestimmung für ihre Stammesgenossen in der Tschechoslowakei. Selbstverständlich sei es klar, daß die Machtpolitik Grundsätze in den Hintergrund drängen könne und die nationale Vergrößerung vor alles andere stellen könne. In diesem Falle aber seien alle beteiligten Länder mitverantwortlich für die augenblickliche Sackgasse und alle von ihnen sollten sich daher jetzt zusammentun, um irgend eine Lösung zu finden, die nur dauerhaft sein könne, wenn sie mit den Wünschen der betroffenen Bevölkerung übereinstimme. Aus den Wahlergebnissen, so betont das Blatt dann, gehe klar hervor, daß mindestens 90 v. H. derdeutschen Bewohner der tschechoslowakischen Republik Henlein als ihren Führer betrachten. Henlein könne jetzt sagen, daß er im Namen der Sudetendeutschen sprechen könne. „Politischer" Prozeß um einen Handtuchdiebstahl. DNB Brüssel, 14. Juni. Ein seltsamer„politischer“ Prozeß, bei dem es sich um einige im Parlament gestohlene Handtücher handelt, wurde am Montag vor der 2. Zivilkammer in Brüssel eröffnet. Der Prozeß geht auf eine Geheimsitzung der Kammer zurück, in deren Verlauf darüber Klage geführt wurde daß aus der Toilette mehrfach die Handtücher gestohlen worden seien. Am nächsten Tage schrieb das Rexistenblatt„Pays Réel“, daß der liberale Abgeordnete Glabbecke diese Handtücher gestohlen habe. Glabbecke hat nunmehr einen Prozeß gegen Degrelle wegen Verleumdung angestrengt und fordert einen Schadenersatz von 25 000 Franken. Der Angeklagte stellt sich auf den Standpunkt, daß er durch den Artiksl des„Pays Réel“ auf Lebenszeiten als„Handtücherdies“ gebrandmarkt worden sei und dadurch einen großen moralischen und materiellen Schaden erlitten habe. Silberfüchse sind so populär geworden, daß in Kanada 7000 und in Skandinavien 14 000 Silberfuchs=Farmen betrieben werden, die alle Mühe haben, der Nachfrage gerecht zu werden. Aus Münster und dem Münsterland. Neue Handwerksmeister. zu Vor dem Prüfungsausschusse der Handwerkskammer Münster haben seit unserer letzten Mitteilung wieder 27 Handwerksgesellen ihre Meisterprüfung bestanden, und zwar waren es 4 Bäcker, 7 Damenschneiderinnen, 4 Maler, 6 Schmiede uno 6 Tischler. Die Namen der neuen Meister sind u. a.: Bäcker: Karl Lengers in Laer; Johannes Averhaus in Münster; Wilhelm Winter in Saerbeck. Damenschneiderinnen: Antonette Hesauer in Burgsteinfurt; Elisabeth Möllerberndt in Hohenholte; Maria Bögemann und Frau Katharina Fröhlich geb. Westermann in Münster; Klara Bitter in Schöppingen. Maler: Ludwig Külker in Everswinkel: Wilhelm Edeler in Groß=Reken. Schmiede: Franz Bergforth und Alex Wirkus in Datteln. Tischler: Karl Sommerkamp in Ahlen; Willibald Droll, Johannes Kähler und Aug. Schmitz in Beckum; Hubert Siggemann in Warendorf. Personalnachrichten der Reichsbahn Befördert und ernannt zum: ap. Reichsbahninspektor: b.=Supernumerar Raphael in Rheine; ap. techn. Rb.=Inspektor: die techn. Rb.=Praktikanten Schonlan in Hervest=Dorsten. Cornelissen in Coesfeld und Hermesmeyer in Haltern; Rb.=Sekretär: die Rb.=Assistenten Gerdes in Aschendorf, Litschke in Nortrup, Wolken in Davensberg, Lackmann in Ahaus, Benninghoff in Schermbeck; Rb.=Assistenten: die Rb.=Betr.=Assistenten Horstmeier in Schüttorf, Pier in Lette, Renk in Salzbergen, Surmann in Dülmen, Klevermann in Rheine, Schepers in Rodde, Büker, Weber und Peters II in Coesfeld, Falke in Greven. Meinders in Papenburg; Werkmeister: Werkführer Koßmann in Rheine; Rangiermeister: Rangieraufseher Schulhoff in Hervest=Dorsten und Schemmer in Haltern; Wagenmeister: Wagenmeister=Anwärter Scharfschwerdt in Hervest=Dorsten: Leitungsmeister: die Leitungsaufseher Hüffer in Warendorf und Aschhoff in Westbevern; Rb.=Betriebsassistenten: Rb.=Betr.=Ass.=Anwärter Schroer in Epe, Varel in Mesum; Rb.=TelegraphenWerkführer: Telegr.=Werkführer=Anwärter Schmitz in Rheine; Signalführer: Signalwerkführer=Anwärter Wennigmann in Burgsteinfurt; Zugschaffner: Zugschaffner=Aspiranten Thiemann in Coesfeld. Begmann und Wilmes in Rheine; Rangier=Aufseher: Hilfsrangierer Behrens in Leer, Plaß und Rohe in Haltern, Kracke in Bentheim. Versetzt: Techn. Rb.=Insp. Klein von Meppen nach Bocholt, Bodenstein von Bocholt nach Meppen, Lohaus von Rheine nach Emden, ap. techn. Rb.=Insp. Schonlau von Hervest=Dorsen lach Haltern, Rb.=Assistent Berninghoff von Schermbeck nach. Haltern, Rb.=Betr.=Assistent Eickelschulte von Darfeld nach Schermbeck, Lohoff von Nordwalde nach Burgsteinfurt und Schwer von Epe nach Ramsdorf. In den Ruhestand versetzt: Oberzugschaffner Thier in Coesfeld. Lademeister Schepers in Bentheim, Rangiermeister Steinbuß in Haltern, die Lokomotivführer Vicktor in Coesfeld und Troost in Haltern, Rb.=Sekr. Decker in Ahaus, Rb.=Obersekretär Meyer in Dülmen. Tagung der Aerzte des SS=Abschnittes XVII. )( In Münster fand in Anwesenheit des SS=Abhrers, SSOberführer und Polizeipräsident Claassen, eine Arbeitstagung der Aerzte des SSAbschnitts XVII statt, in der der Abschnittsführer zunächst den neuen Abschnittsarzt, SS=Oberscharführer Dr. Knapp, einführte. Die Tagung war in erster Linie den Fragen der Erbgesundheit des deutschen Volkes gewidmet. SS=Oberscharführer Dr. Schröder hielt einen anregenden Lichtbildervortrag über Begriff und Fälle der schweren körperlichen Mißbildung. Der Abschnittsarzt Dr. Knapp sprach dann über die erblichen Hörstörungen sowie über die Frage, wie weit das Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses auf die Taubstummheit in Anwendung kommt. Den zweiten Teil leitete ein weltanschaulicher Vortrag des Abschnitts=Schulungsleiters, SSUntersturmführer Dr. Keim, ein, an den sich eine rege Aussprache über weltanschauliche Fragen im allgemeinen anschloß. Mit einer Besprechung laufender Fragen aus der ärztlichen Organisation innerhalb der SS und des Sanitätseinsatzes beim Gautreffen und beim Reichsparteitag schloß die Tagung. SA-Marinestandarte 52 erhält in Nürnberg ihr Feldzeichen. g= Münster, 14. Juni. Wie alljährlich werden auf dem Reichsparteitag in Nürnberg durch den Führer den SA= und SS=Standarten ihre Feldzeichen verliehen. In diesem Jahre ist vorgesehen, daß während des Nürnberger Parteitages u. a. auch der für Nordwestfalen zuständigen SA=MarineStandarte 52(Münster) ihr Feldzeichen in Form einer Standarte durch den Führer verliehen wird. SA-Kameraden aus der Ostmark im Gaugebiet. + Münster, 14. Juni. Ein Sonderzug aus der Ostmark brachte über 800 Kameraden der österreichischen SA zum Westen des Reiches, wo sie auf die drei Gaue Westfalen=Nord, Westfalen=Süd und Düsseldorf verteilt wurden. Vierzehn Tage der Erholung stehen den Kameraden bevor, und in diesen vierzehn Tagen werden sie schöne deutsche Gaue kennen lernen und werden sie auch selbst sehen und erleben, was der Nationalsozialismus, für den sie fünf Jahre lang im illegalen Kampfe standen, hier an Aufbauarbeit geleistet hat. In Münster trafen rund 800 SA=Kameraden ein, die zum Teil in Münster selbst bleiben, aber auch nach Warendorf, Greven, Burgsteinfurt und noch weiter in den Gau hinein fahren. Noch in diesem Monat werden zwei weitere Sonderzüge zum Westen des Reiches kommen. Ein Sonderzug mit SA=Urlaubern wird in Münster eintreffen und sich von hier aus in den Gau verteilen. Gauleiter Dr. Meyer wird die Kameraden der Ostmark dann selbst begrüßen. Tagung des Schwurgerichts. md= Münster, 14. Juni. Das Schwurgericht des hiesigen Landgerichtes verhandelt am 20. Juni 1938 gegen Hermann Laukamp aus Telgte u. a. wegen gewerbsmäßiger Abtreibung, am 21. Juni 1938 gegen August Karwich aus Telgte wegen Körperverletzung mit Todeserfolg, am 23. Juni 1938 gegen August Gregorzik, Bernhard Himing und Heinrich Lütke Bohnert, sämtlich aus Klein=Reken, wegen Meineides, am 27. Juni 1938 gegen Rudolf Auerswald aus Hamm wegen Abtreibung, am 29. Juni 1938 gegen Hermann Hunhoff aus Anholt und Franz Schemkes aus Anholt wegen Meineides. * + Münster, 14. Juni. Von der Regierung. Der Führer und Reichskanzler hat den stellv. Landrat Tanzeglock in Tecklenburg zum Landrat ernannt. Auf Grund dieser Ernennung hat ihn der Herr Reichs= und Preußische Minister des Innern vom 1 Juni 1938 ab in die Stelle des Landrats des Kreises Tecklenburg endgültig eingewiesen. + Münster, 14. Juni. Ein Schülersonderzug traf ein. Zum ersten Male wurde vom Verkehrsverein Münster der Versuch gemacht, einen Schülersonderzug nach Münster zu bringen. Und der Versuch gelang zu aller Zufriedenheit. Aus Hagen trafen am Dienstag morgen über 1000 Schüler und Schülerinen ein, die feierlich am Bahnhof eingeholt und durch die Stadt zum Domplatz geführt wurden. In 12 verschiedenen Gruppen lernten die jungen Menschen des Industriegebiets dann die baulichen und landschaftlichen Schönheiten ihrer Provinzialhauptstadt kennen Auch die Umgebung erschloß sich ihnen, so daß sie am Abend um ein schönes und herrliches Erlebnis reicher die Heimfahrt antreten konnten. A Münster, 14. Juni. 53 neue Eigenheime im Norden Münsters. Im Stadtteile Kinderhaus, also am Nordrande des münsterischen Stadtgebietes, hat mit einem Schlage eine neue Eigenheimbautätigkeit eingesetzt, durch die in zwei verschiedenen Unternehmen 53 Eigenheime geschaffen werden sollen. Die erste Siedlung unweit der bekannten Villa Zimmermann wird auf einem von der Provinz zur Verfügung gestellten Gelände 33 Eigenheime und Kleinsiedlungen bringen für Beamte und Angestellte der an der gleichen Straße mehr stadteinwärts gelegenen Provinzial=Heilanstalt Marienthal. Die Häuser sollen aus roten Ziegeln erbaut und jedem Eigenheime etwa 600 bis 1000 gm Gartenland beigegeben werden. Die zweite Gruppe von Eigenheimen entspringt der Privatinitiative auf einem Gelände, das ein auswärtiger Besitzer für den Bau von 20 Häusern veräußert hat. A Münster, 14. Juni. Auto fuhr ins Schaufenster. Ein von einer Dame gesteuerter Personenwagen wollte in den an der Salzstraße gelegenen Garagenhof einbiegen, nahm die Kurve jedoch zu knapp und rannte gegen das an der Ecke befindliche Friseurgeschäft an. Da gab es natürlich tausend und mehr Scherben. + Münster, 14. Juni. Einbrecher festgenommen, Heute wurden zwei Einbrecher festgenommen, die in Sandrup. Post Sprakel, bei einem Gastwirt in den Morgenstunden des 14. Juni einen Einbruch verübt hatten, bei dem u. a. zwei Schinken sowie Zigarren erbeutet wurden. Die gestohlenen Waren wurden bei der aufgeWestfalenfahrt die Führer der„illegalen H7" werden an der Eröffnungskundgebung des Gautreffens teilnehmen. X Münster, 14. Juni. Vom 17.—25. Juni werden 20 HJ=Führer und 35 BDM=Führerinnen der ehemaligen illegalen österreichischen HI eine Fahrt durch Westfalen machen. Sie werden als Gäste des Landesverbandes Westfalen für DIH in den schönsten Herbergen des Münsterlandes und des Sauerlandes Aufnahme finden. Es handelt sich nicht allein um eine Besichtigung der geschichtlichen, kulturellen und wirtschaftlichen Besonderheiten und Denkmäler des Landes der Roten Erde, sondern im wesentlichen um eine Erholungsfahrt derjenigen Kameraden aus der Ostmark, die sich im Kampfe um das Großdeutsche Reich besonders verdient gemacht haben und alle Drangsalierungen des Schuschnigg=Systems auf sich nahmen, um den Anschluß Oesterreichs an das Reich verwirklichen zu helfen. Diese Kämpfer, die in den schweren Notzeiten unbeschreibliche Schäden an Leib und Seele erlitten haben, sollen nun einen Teil des herrlichen Reiches sehen und das pulsierende Leben der seit fünf Jahren in ständigem Aufschwung begriffenen Nation auf allen Gebieten aus eigener Anschauung kennen lernen. Im ganzen kommen tausend Führer und Führerinnen der ehemalig illegalen HI ins alte Reich. Sie werden auf etwa 20 Landesverbände des Deutschen Jugendherbergswertes verteilt. Das für Westfalen zusammengestellte Fahrtenprogramm hat folgenden Kurs vorgesehen: 17. Juni: Ankunft in Altenhundem, Autobusfahrt zur Jugendburg Bilstein. 18. Juni: Bahnfahrt nach Altena, Besichtigung der Burg, hier 17 Uhr Begrüßung durch den stellv. Gauleiter Vetter. Uebernachtung Weltjugendherberge Burg Altena. 19. Juni: Bahnfahrt nach Letmathe, Besichtigung der Tropfsteinhöhle, dann nach Iserlohn, Uebernachtung Jugendherberge Iserlohn. 20. Juni: Bahnfahrt nach Dortmund, vormittags Besichtigung der Zeche Minister Stein, nachmittags Führung durch die Stadt urch die Stadt. abends Fahrt nach Münster. 21. Juni: Vormittags Führung durch Münster. Besuch der Gebietsdienststelle und des Gauhauses, dortselbst Begrüßung durch Gauleiter Dr. Mener und Gebietsführer Langanke. Nachmittags Wasserburgenfahrt, Uebernachtung Jugendherberge Münster, 22. Juni: Bahnfahrt nach Bielefeld, Führung durch die Stadt, Besichtigung der Oetker=Werke, Uebernachtung Jugendherberge. 23. Juni: Bahnfahrt nach Oerlinghausen, Besuch der Segelfliegerschule, Besichtigung der Ausgrabungsstätten, Mittag und Uebernachtung in Jugendherberge Oerlinghausen. 24. Juni: Fahrt nach Detmold, Fußmarsch zum Hermannsdenkmal, nachmittags Fahrt zu den Externsteinen und zurück zur Jugendherberge auf dem Hiddeser Berg (Uebernachtung). 25. Juni: Bahnfahrt nach Gelsenkirchen zum Gautreffen. Uebernachtung in der Jugendherberge Oer. 26. Juni: Rückfahrt nach Bamberg. Besonders erfreulich ist es, daß beim Abschluß der Fahrt am Vorabend noch die Eröffnungskundgebung des Vorabend Gautreffens des Gaues Westfalen=Nord in Gelsenkirchen, 0SK=Männer kämpfen in Münster + Münster, 14. m Hause des NSKK in Münster fand Juni. ein Appell sämtlicher Einheitsführer der NSKK=Motorstandarte 66 statt, auf dem Standartenführer Hanneforth über die vordringlichsten Aufgaben der nächsten Monate sr der Motor=HI als dem Nachchenke die Motorstandarte naturDer Ausbildun wuchs des NSKK gemäß besondere Aufmerksamkeit. In kürzester Zeit würden auch die restlichen Einheiten der Motor=HI mit den entsprechenden Schulungsfahrzeugen für die motortechnische Ausbildung ausgerüstet sein. In diesem Jahre sei in Münster ein allgemeiner Aufmarsch der gesamten Motor=HJ der Motorstandarte 66 geplant, um der Oeffentlichkeit einen Ausschnitt zu geben von dem Ausbildungsstand des Nachwuchses. Die weltanschauliche Schulung der Männer des NSKK stehe weiter im Vordergrund der Aufgaben, wobei eine gute und reichhaltige Bibliothek Voraussetzung sei. Es sei daher die Pflicht eines jeden Motorsturmes, für eine fortlaufende Bereicherung seiner Bibliothek Sorge zu tragen. Zur Heimbeschaffung betonte der Standartenführer, die Motorstandarte verfüge heute bereits über 25 mustergültige Heime; sie habe es sich zum Ziel gesetzt, noch bis Ende dieses Jahres auch die restfünf Heime für ihre Stürme zu erstellen. Es auf der Hand, daß ein Motorsturm nur dann die lichen liege auf ihm gestellten Aufgaben lösen könne, wenn er ein eigenes Heim besitze und damit die Möglichkeit zu einer systematischen theoretischen und praktischen Schulung habe. Im Rahmen der Adolf=Hitler=Freiplatzspende habe die Motorstandarte eine Anzahl von NSKK=Kameraden aus Kärnten eingeladen, die bei Angehörigen der Motorstandarte untergebracht werden, um ihnen nach den Jahren bitterster Not einige Wochen der Erholung und Entspannung zu bieten. Am 17. Juli würden in Münster die Ausscheidungskämpfe der NSKK=Motorgruppe Westfalen für die NS=Kampfspiele ausgetragen. Jeder Sturm werde seine besten Mannschaften nach Münster entsenden, und es sei damit zu rechnen, daß sich rund 1000 NSKK=Männer an diesen sportlichen Wettkämpfen beteiligen. Anschluß an den Führerappell gab Standartenhanneforth seinen Männer ein anschauliches Bild Im führer Hanneforth seiner vierwöchigen Tätigkeit in Kärnten, wohin er im vergangenen Monat von der Korpsführung zur Aufstellung einer Motorstandarte abkommandiert gewesen war. Er schilderte nach einem kurzen geschichtlichen Rückblick des Kärtner Landes den Leidensweg der deutschen Brüder gerade in diesem Raume der deutschen Ostmark, die sich stets durch einen unbändigen Freiheitswillen ausgezeichnet haben und trotz aller körperlichen und seelischen Not und Unterdrückung von einem tiefen Glauben an den Führer und sein Werk beseelt waren. der„Stadt der tausend Feuer“, besucht und damit den Kameraden der Ostmark ein unvergeßliches Erlebnis mitgegeben wird. Arbeitskammertagung des Gaues Westfalen=Nord während des Gautreffens in Gelsenkirchen. X Während des Gautreffens in Gelsenkirchen findet eine Tagung der Gauarbeitskammer statt. Gauleiter und Reichsstatthalter Dr. Meyer wird feierlich den Leistungskampf der deutschen Betriebe für das Arbeitsjahr 1938/39 verkünden. Außerdem werden innerhalb dieser Tagung die Sieger der im Reichsberufswettkampf ausgezeichneten Volksenossen geehrt. Als Arbeitsthema ist die„Dorfverchönerungsaktion im Gau Westfalenord“ stärkten deren bisherige Erfolge zu einer verin Zukunft führen sollén. Ueber 500 Marine=SA=Männer auf dem Gauparteitag. Auf dem diesjährigen Gauparteitag in Gelsenkirchen werden Tausende von SA=Männern aus dem Gau aufmarschieren, unter ihnen befindet sich ein Großblock Marine=SA in Stärke von über 500 Männern. Auch wird der Spielmanns= und Musikzug der SA=MarineStandarte 52 in Gelsenkirchen anwesend sein und dem Großblock der Marine=SA voranmarschieren, Münsterscher Studententag In der Zeit vom 17. bis 19. Juni 1938 führt Standort Münster des NSD=Studentenbundes ersten Münsterschen Studententag durg Aufgabe dieses Studententages ist es, alle hoch politischen Kräfte zusammenzufassen, sie auszurichten den vom Reichsstudentenführer gegebenen Richtlinien den Notwendigkeiten der eigenen Hochschule. Einmas Jahre sollen hier die alten Studenten der Univers und der HTL sich mit ihren jungen Kameraden verei und in ihrer Geschlossenheit eine machtvolle Kun gebung des geeinten Studententums ten. Als Tag der Rechenschaft und Sammlung sollen dem wa AA A R AA ma allen Teilnehmern die Gewißheit geben, daß der Studentenbund die Gestaltung des politischen und kuh rellen Lebens auf seinem Kampfabschnitt meistern und will. Für die gesamte Oeffentlichkeit sollen die Studen tage eine gewaltige Demonstration studentischen Arbeit sein. dort saß ei Der Gaustudentenführer Westfalen=Rsshoppen u Lüerssen, Gauamtsleiter. Schon sei er der et ig am M um o fast war. T muschend. ieder. Kam an ollte jenen nd meinter „Verzeih Manche Aus dem Gau Westfalen=Nous er se *Unter de hrfurcht. nommenen Verfolgung von den Tätern fortgewor konnten aber zum Teil sichergestellt werden. Die wurden der Kriminalpolizei vorgeführt. XKunstflugkette des Korpsführers in Gelsenkin Auf dem Großflugtag am 10. Juli in Gelsenkirchen wi auch die berül den Fliegern mte Kunstflugkette des Korpsführers„chrungswur Lochner, Olzmann und Graf v. Hagenbin Gelsenkirchen ihr Können zeigen. * X Kreisleiter Scholdra sprach zu den Gelsenkirche Parteigenossen. In der Gelsenkirchener Ausstellungshe fand eine außerordentliche Mitgliederversammlung Parteigenossenschaft des Altkreises Gelsenkirchen statt deren Mittelpunkt eine zündende und richtungweise Røde von Kreisleiter Scholdra stand. * X Die NSV=Mütterverschickung im Mai. Im Mos Mai verschickte die NSV Westfalen=Nord 316 Müt zur Erholung in ihre gaueigenen Heime; außerdemden 88 Mütter aus anderen Gauen untergebracht 28 erwerbstätige Mädel in dieser Erholungspflege treut. Unter den Müttern befanden sich 39 mit 40 lingen. * X 289 SA=Männer aus der Östmark kamen An dieser Woche in Münster an, um durch die NEVe Hitler=Freiplätzen in den Kreisen Münster=Wari dorf, Recklinghausen, Lüdinghausen, Lippe, Becku Steinfurt und Lübbecke untergebracht zu wer Ende Juni werden zwei weitere Sonderzüge für A falen=Nord erwartet. blicken, ma man ih bekam. Pu geltür des der zehn Urlan Im The tung die ge plätzen nah lannten, be tenen Nam der Vorstell zu plauderi Der Zuf der weite getauscht w mancherlei pieler vert hörten zu Zügen das Als die Noch einige Plätze frei. X Wie die Abteilung„Reisen, Wandern, der NSG„Kraft durch Freude“ mitteilt, sind für die mysel mir di Fahrten nach Tirol(Unterinntal, Kaisergebirge) w. einige Plätze frei. Die Preise der Fahrten, die 142 dauern, betragen 56 bis 58 Rm. Bundestreffen des ehem. Infanterie=Regiments 1 In der Zeit vom 23. bis 24. Juli findet in Dortmus das diesjährige Bundestreffen der Angehörigen des ein Infanterie=Regiments 172 statt. Die Dortmunder Karraden haben alles vorbereitet, um den teilnehmen Kameraden recht frohe und genußreiche Stunden Wiedersehens zu verschaffen. Unter anderm findet Fahrt zur alten Sachsenfeste Hohensyburg statt. Anc Angehörigen des ehem. Infanterie=Regiments 172 en deshalb der Aufruf, sich umgehend zur Teilnahmen Bundestreffen anzumelden. Anmeldungen sind an Fremdenverkehrs= und Werbeamt der Stadt Dortmu Stadthaus, zu richten, das auch über das Bundestref alle weiteren Auskünfte erteilt. Notwendig sind gesunde Volkswohnunge Tagung des Verbandes westfälischer Wohnungsunternehmen. In Bielefeld tagten die Wohnungsunternehmen Westfalens. Oberregierungsrat Werner=Meier überbrachte den zahlreichen Teilnehmern die Grüße des Reichsarbeitsministers und der anderen beteiligten Behörden, sowie der Deutschen Bau= und Bodenbank und begründete die Notwendigkeit einer Neuordnung der gemeinnützigen Wohnungswirtschaft durch die Errichtung des Reichsverbandes des deutschen gemeinnützigen Wohnungswesens. Der Verbandsleiter, Landesrat Salzmann. konnte in seinem Tätigkeitsbericht feststellen, daß von den Verbandsmitgliedern bis zum 31. 12. 1937 insgesamt 88 138 Wohnungen erstellt waren, davon allein im Jahre 1937 4901 Einheiten. Er berührte u. a. die Möglichkeiten der Eigenkapitalbeschaffung und wies auf das Beispiel eines Bauvereins in einer mittleren Stadt Westfalens hin, dem es durch Zusammenwirken mit Partei, Gemeinde, Wirtschaft und Handel gelungen ist, allein 1937 rund 120 000 Rm. zur Stärkung seines Eigenkavitals hereinzuholen. Mit dem Dank der Wohnungsunternehmen für die neuen Kleinsiedlungsbestimmungen brachte er zugleich die Bitte zum Ausdruck, das Uebermaß an Vorschriften und jeden bürokratischen Uebereifer einzudämmen. Mit dem Hinweis auf die wachsende Entwicklung der demnächst 25 Jahre bestehenden Westfälischen Bauvereinsbank sowie der Treuhandstelle als Selbsthilfeeinrichtungen der westfälischen Wohnungsunternehmen verband der Verbandsleiter einen wirkungsvollen Aufruf zu weiterer Selbsthilfearbeit als der Grundlage für die Tätigkeit der gemeinnützigen Bauvereinigungen. Anschließend brachte der Leiter des Gauheimstättenamtes Gau Westfalen=Nord, Mittag, die bereits bewährte Verbundenheit zwischen Gauheimstättenämtern und gemeinnützigen Wohnungsunternehmen als den Verfechtern einer gemeinsam vertretenen, gleichen Idee zum Ausdruck und erörterte dann die gemeinsamen Aufgaben. Er wies darauf hin, daß bei Ausgang der Inflation Deutschland rund 0.6 Millionen mehr Haushaltungen in als Wohnungen bestanden haben. Im Jahre 1937 ist diese Zahl auf 1,5 Millionen angewachsen. Die Maßnahmen des nationalsozialistischen Staates haben bereits bewirkt, daß seit der Machtübernahme der Reinzugang an Wohnungen sich von rund 141000 im Jahre 1932 auf rund 320 000 im Jahre 1937 erhöht hat. Der Redner ging weiter auf den besonders vordringlichen Wohnungsbau in den kleineren Bergbaustädten des Gaues Westfalen=Nord ein. Diese Städte liegen mit ihrer Wohnungsbauziffer noch erheblich unter dem Reichsdurchschnitt. In einer Stadt wie Münster, die nur 40 Prozent der Einwohner von Gelsenkirchen besitzt, ist seit der Machtübernahme mehr Wohnraum erstellt worden als in Gelsenkirchen. Dabei kann in Münster nicht von einem angemessenen Angebot an Wohnraum gesprochen werden. Es fehlt auch hier an Wohnungen für den Volksgenossen mit in de seltsam eri vieder, die Patz am 9 ein Schach in ein Pro „Noch e sich auf m herunter u Den alt latte mich af und ste virklich in Schädel m. rt rann Die Auger zu klar, fa singer schi fällig ein wohl, wie der Form. tig behan schabte St. gedunkelt Ich nic len Sie E dem Figu Gern, sel „Wenn Spiel. So kar Restauran besuchen, sehr freue abgelehnt kleinerem Einkommen. Der Leiter des Gauhen stättenamtes wandte sich auch den Schwierigkeiten zu bei der Aufbringung der Spitzenmittel, d. h. der schaffung der letzten 15—10 Prozent der Baukosten, stehen. Wenn eine Gesellschaft mit direktem oder direktem staatlichen Rückhalt zur Uebernahme der finanzierung leider noch nicht bestehe, so zielten Wünsche der Deutschen Arbeitsfront auf eine solche richtung ab. In einem Ueberblick über das Schaffen der nützigen Wohnungsunternehmen begründete Verbaus leiter Wallner(München), der Vorsitzende des waltungsrates des Reichsverbandes des deutschen gemanützigen Wohnungswesens, die Stellung der nunmehr ti4000 Wohnungsunternehmen als natürliche Träger Arbeiterwohnstättenbaues. Er rief insbesondere allch Gemeinden auf zur Beseitigung der Schwierigkeiten Grundstücksbeschaffung, der Aufschließungskosten, sosder Preissteigerung bei den Baukosten und bemerkte zur Eigenkapitalbeschaffung, daß die nunmehr durch führte Besteuerung des früher erstellten Hausbesitzes" Aufbringung von mehr als 10 Prozent Eigenbapn kaum zulassen wird. Neue Bemühungen um Steuer günstigungen seien daher unerläßlich, wenn die Leistn des gemeinnützigen Wohnungswesens mit dem steigeme Bedarf Schritt halten sollen. Auf der Arbeitstagung am folgenden Morgen un der Reichsverbandsleiter des Reichsverbandes des schen gemeinnützigen Wohnungswesens, Präsident Brecht. klar die ihm vordringlich erscheinenden" legendsten gaben des Reichsverbandes, dessen lebendige Verbihns mit den Wirklichkeiten an der Front des Wohnungsdar er herausstellte. Wenn bisweilen von zwei Strömung im gemeinnützigen Wohnungswesen gesprochen nämlich vom baugenossenschaftlichen Selbsthilfegeduneinerseits und der öffentlichen Bauförderung ande seits, lo sei dem entgegenzuhalten, daß es sich hie. eine Wechselwirkung bandeln müsse zwischen vollen Arbeitseinsatz der Unternehmen und der Mr. leistung der öffentlichen Stellen, da, wo die Kraste Unternehmen voll beansprucht seien. In einem an praktischen Hinweisen und Anrenung reichen Vortrage über„Arbeiterwohnstättenbau, wussondere Kleinsiedlungen und Volkswohnungen" der, Regierungs= und Baurat Fehmer vom Verbanosper dium in Essen, daß das Schwergewicht des meinnützigen Wohnungsbaues auf der nnund VoVorüb unserer E große karten ve von der de mir die E nich auf richtung von Kleinsiedlungenund woynungen liegen müsse. Bei der Erörterung Volkswohnungsbaues sprach er sich gegen sed sernenmäßige Gestaltung aus und Vorschlag, für Volkswohnungen einen einge Reibenhaustyp mit kleinem Gartenstück zu schaffen, Der Verlauf der Arbeitstagung rechtfertigte auf die Schlußworte des Verbandsleiters, daß die meinnützigen Wohnungsunternehmen sich unter lens Umständen mit der Verwaltung des Geschaffenen gnügen, sondern Mitgestalter sind am deutschen Hein damit am deutschen Menschen. getraut. Aber da dem Ber Ziel zu wolken. einbog, 1 schrecklich Armer 3 Mit 1 schusterei, als Qua „Verz blick, bis Der nagelte. Was Brumme neigte si Hammer nichts w arbeiten ntentag 1938 führt enbundes ntag durg s, alle hochst tuszurichten Richtlinien ule. Einmal der Univers teraden vereiz tvolle Ku tentums der Herr Geheimrat. Von Haus Behrendt. Schon seit einem Menschenalter pflegte der alte Herr mlung sollen dem wallenden weißen Vollbart, dem goldenen Zwicker daß der Nser der etwas großen Nase und dem schweren Siegelischen und hg am Mittelfinger der linken Hand jeden Freitagtt meistern end um 8 Uhr einzutreten. Die Kellner verbeugten fast ehrfürchtig vor ihm, denn niemand wußte, wer die Stübengge war. Das Geheimnis des Besonderen umgab ihn id. Der Ecktisch nahe am Fenster war sein Platz. dort saß er schweigend, las seine Zeitung, trank seinen Westfalen=Rshoppen und nach einer reichlichen Stunde ging ration er n, lter. pieder. Kam an solchen Freitagabenden vorher ein Gast und ellte jenen Platz belegen, da ereiferten sich die Kellner nd meinten vielbedeutend: rden. Die„Verzeihung, dieser Tisch ist heute dem Geheimrat.. Manche sagten„Herr Professor“, der Knebelbärtige Ider zurnte stets in strammer Haltung:„Pardon, hier len=Norse der Herr General Unter den Stammgästen bediente sich jeder der größten ollensirchrfurcht. Der alte Herr war ein Symbol des VerLorvsführerg hrungswürdigen. Man umstaunte ihn mit tastenden af v. Hagenbn Gelsenkirche Ausstellungshe Hicken, man sprach von ihm, und, man verwunderte sich, man ihn nirgends sonst in der großen Stadt zu sehen bkam. Punkt 8 Uhr allabendlich trat er durch die Flüeeltür des Restaurants. Woher er kam, wohin er dann ersammlung nder zehnten Stunde wieder ging, niemand wußte es. nkirchen statt richtungweisen Mai. Im Moz ord 316 9 ; außerdemm ntergebrachtn jolungspflege 39 mit 40 Sär rk kamen Ans ch die NSV inster=Wari Lippe. Becku racht zu werta erzüge für As i. Im Theater trafen wir gelegentlich einer Urauffühung die ganze Bekanntschaft, man saß auf seinen Presseen nahe beieinander, und mit dem Besten der Besannten, bald könnte man dieser Bekanntschaft den selenen Namen Freundschaft geben, beredete ich mich, nach der Vorstellung noch bei einem Glase Bier ein Stündchen plaudern. Der Zufall führte uns in jenes Restaurant. Still war der weite Saal, und da die notwendigen Worte bald getauscht waren, fragten wir den Ober, ob hier nicht auch mancherlei Kunstgeselligkeit herrsche, Künstler oder Schauvieler verkehrten, überhaupt so merkwürdiges Volk. Wir hörten zu und nickten und tranken dann in durstenden Züigen das Gebräu. dandern, Urlas Als die nächste Woche mir einen freien Abend bescherte, sind für de ysel mir die Erzählung des Kellners wieder ein, und ich tte die 14 2ung in der achten Stunde in das Restaurant. Wirklich, e=Regiments 1 in Dortmun hörigen des ehn ortmunder Kanen teilnehmen e Stunden derm findet rg statt. Ane ments 172 ei r Teilnahme gen sind an Stadt Dortms as Bundestref ter des dar ierigkeiten zu 1. d. h. der 8 er Baukosten direktem oder rnahme der so zielten f eine solche affen der indete Verbank rsitzende des deutschen gemeder nunmehr m rliche Träger besondere auch chwierigkeiten ungskosten, sor und bemerktel nunmehr durch n. Hausbesitzes zent Eigenkapit en um Steuerv enn die Leistung tit dem steigen * elisam erwartungsvoll. Der Kellner erkannte mich vieder, dienerte mit Herr Doktor und richtete mir einen Natz am Nebentische an. Ich bestellte mir ein Bier und ein Schachbrett. Mit Aufmerksamkeit vertiefte ich mich in ein Problem aus der Schachbeilage. „Noch ein Bier, Herr Doktor?“ Der Kellner neigte sch auf mein Nicken näher als notwendig zum Glase herunter und flüsterte: Er ist schon da.“ Den alten Herrn hatte ich ganz vergessen. Die Dame satte mich zu sehr beschäftigt. Nach einer Weile sah ich uf und starrte dem alten Herrn gerade ins Gesicht. Ein virtlich interessanter Kopf. Hochgebaut saß der lange Schädel merkwürdig straff auf den Schultern. Der weiße Bart rann in dünnen Strähnen bis auf die Brust nieder. Die Augen blickten klar hinter den Kneifergläsern. Fast fast als ware das Glas Fensterglas. Am Mittelsinger schimmerte der Siegelring, schwer Gold, mit aufsällig eingraviertem Wappen. Ein springender Hirsch ehmen. whl, wie das Wappen der Oelsen, aber doch anders in der Form. Der Anzug schien vielgetragen, aber sorgfältig behandelt, sehr sauber gebürstet. Scheinbar abgehabte Stellen im tiefen Schwarz des Tuches waren nachgedunkelt worden. Vielleicht mit Tinte gar. Ich nickte harmlos hinüber und fragte höflich:„Spielen Sie Schach?“ Denn seine Augen folgten interessiert dem Figurentanz. Er antwortete höflich und langsam: Gern, sehr gern, mein Herr.“ „Wenn es Ihnen recht ist?“ Und ich deutete auf das Spiel. So kam es, daß wir einmal in der Woche in jenem Restaurant Schach spielten. Meine Einladung, mich zu besuchen, wurde trotz des Hinweises, daß meine Frau sich sehr freuen würde, sehr höflich und sehr bestimmt zugleich abgelehnt. *( Vorübergehend stattete ein großer Wanderzirkus Anserer Stadt einen Besuch ab, und die Schriftleitungen der großen Zeitungen wurden höflicherweise mit Dauertarten versehen. Eines Tages wurde ich gefragt, ob ich von der Dauerkarte Gebrauch machen wollte. Ich wählte woes d 1 mit die Sonnabendnachmittagsvorstellung aus und machte 3. Präsident 9. Fmich auf den Weg. Das Zelt stand wohl mit im endeen de legendsten Teil der Stadt draußen hinter den Vierteln, s Wohnungsbausg durch deren Labyrinth sich nicht einmal die Straßenbahn getraut. Unterwegs bereute ich schon den Entschluß, über da ich nun schon im Hingehen war, blieb es bei dem Bereuen, und ich versuchte möglichst schnell mein hiel zu erreichen. Am Himmel standen dunkle Wetterwolten. Und als ich gerade in eine recht dunkle Gasse endog, platzte der Regen los, brach das Unwetter mit schrecklicher Gewalt aus und fegte alles von den Straßen. Armer Zirkus. langen Sätzen flüchtete ich in eine ärmliche Flicksgusterei, der ein zur Straße hinaus durchbrochener Keller als Quartier diente. Verzeihung, ich darf wohl eintreten, einen Augenbis das Schlimmste vorbei ist?“ Der Flickschuster saß auf einem ärmlichen Tisch und sugelte. Er sah auf, nickte und beugte sich sofort nieder. Was ich auch fragte, zur Antwort erhielt ich nur ein drümmen. Das schlecht rasierte Gesicht— bartlos— seigte sich eindringlich über die Arbeit, und der wütende dammer schlug alle Worte tot. Ich sah mir, da sonst ja uchts weiter zu sehen war— eben logischerweise den aeitenden Mann an und bedauerte ihn. en Morgen um bandes des der zwei Strömunggesprochen wend zelbsthilfegedant irderung anden Kes sich hier üisse zwischen. 1und der Hil vo die Kräfte und Anregunge stättenbau, hnungen" beton mn Verbandspi. wicht des sauf der und Vol r Erörterung v gen n eingescholtes zu schaffen. rechtfertigte vol ters, daß d sich unter Geschaffenen de eutschen Heim Aus Zeit und Leben. Ich werde ihm die Zirkuskarten geben, dachte ich mir. Da fiel mein Blick auf seine Hand, und ich sah am Mittelfinger der linken Hand einen schwergoldenen Siegelring. Er trug als Wappen einen springenden Hirsch. Bald wie der Oelsenwappen, aber doch anders in der Form. Und als ich das Gesicht näher betrachtete, erschrak ich: Der Arbeitende hier war mein Schachpartner, war ganz gewiß der alte Herr aus dem Restaurant. * Ich dankte still und ging, trotz des noch andauernden Regens. Der alte Herr, der Geheimrat, der General, der Professor war ein armer, geplagter Flickschuster, der seinen abgeschabten Rock mit Tinte auffrischte, sich einen soliden Bart anklebte und einen Kneifer auf die Nase setzte. Der so ein bissel was vom Leben haben wollte, das fern von ihm hinfließt. Auch um der Lüge willen! Lieber, lieber alter Flickschuster. Ich ging ruhig zum nächsten Schachabend. Er saß schon da, er war furchtbar aufgeregt, ich sah es ihm an. Ich grüßte ihn wie immer, mit der gleichen Ergebenheit: „Guten Tag, Herr Geheimrat.“ Da lachte er, in innerlicher, beglückter Seligkeit, das erste Mal, daß ich ihn lachen sah. Dann stellte er selbst die Figuren auf. Wir machten aus, daß wir die Partie um fünfzig Pfennige spielen wollten. Er überlegte und sagte dann vorsichtig zu. Wir spielen seitdem in diesem Restaurant immer zweimal in der Woche Schach miteinander, der Herr Geheimrat und ich, ein einfacher Skribent. Wir spielen immer um fünfzig Pfennige. Und ein Glück hat der Herr Geheimrat, ein Glück! Das ist unglaublich. Welttreffen des Malteser-Ordens. In Budapest trafen sich in diesen Tagen die Ritter des Malteser-Ordens aus der ganzen Welt. Im Rahmen der Feiern legte der Großmeister des Ordens am Heldenmal in Budapest einen Kranz nieder(davon berichtet unser Bild).(Scherl.) 2000 Kdf=Urlauber werden gesucht. Saarpfülzer im Gau Tirol. Von einem Sonderberichterstatter. kw Steinach am Brenner, im Juni. 2000 KdF=Urlauber werden gesucht? Wo? In Innsbruck, vom KdF=Amtsleiter des Gaues Tirol.„Bringt mir 2000 KdF=Saarländer mehr, sonst habe ich es mit allen Gemeinden verdorben!“ Niemand konnte dem Manne helfen, denn der erste Urlauberzug, der aus Saarbrücken anrollte, brachte„nur“ 700 Saarpfälzer, Männer und Frauen. Aber alle Gemeinden hatten ihren Anspruch auf die Arbeiterurlauber angemeldet, und so blieb der Amtsleitung in Innsbruck nichts anderes übrig, als die lebende Fracht des Zuges zu rationieren. Es dürfte die erste„Rationierung“ in Tirol gewesen sein, seitdem es heimgekehrt ist in das große Deutsche Reich, und es ist möglich, daß die beschränkte Zuteilung der„Leute aus dem Norden“ die erste leichte Mißstimmung seit dem 11. März erzeugt hat. Aber als dann nach einer Teilung in Innsbruck die Saarpfälzer lustig und fidel in Gruppen in die Täler fuhren, da war doch überall die Bauernmusik am Bahnhof, und überall herrschte eitel Freude, sogar beim Amtsleiter in Innsbruck und bei den KdF=Ortswarten, die zum erstenmal ihre Bewährungsprobe bestehen sollten und bestens bestanden haben. Im Stubaital, im Inntal und im Wipptal haben die Tiroler ihren Volksgenossen aus der Saarpfalz eine Gastfreundschaft geboten, wie man sie großzügiger dem liebsten Menschen nicht entgegenbringen kann. Außer an landschaftlicher Schönheit, die hier die Natur in einer seltenen Fülle verschwendet, sind diese Täler arm, und sie geben nur wenig mehr als zum notdürftigsten Leben her. Aber die ersten KdF=Urlauber in Tirol, die zugleich die ersten KdF=Urlauber in der ganzen Ostmark waren, merkten nichts von den harten Lebensbedingungen ihrer Gastgeber, es sei denn, daß an einem Abend der Quartierwirt mit seinem Besuch— die meisten betrachteten ihre Gäste als Besuch— auf der Bank vor dem Hause oder im Wirtshaus beim Viertel Roten saß, und nun der eine dem anderem von seinem Leben und Lebenskampf erzählte. Dann begriff wohl der Saarkumpel, daß diese liebliche Landschaft schwere Arbeit verlangt, damit es zum Leben gerade so reicht. Allerdings haben diese Menschen grüne Matten, dunkle Wälder und schneebedeckte Berge, und deshalb, bedauerten sie auch ihre Brüder von der Saar: „Meine Berge müßt ich bei der Arbeit doch sehen können!“ Man soll die Menschen nicht schelten, sofern sie in einem Lande, das so schön scheint, daß man hier eigentlich vom Beschauen leben und satt werden müßte, trotzdem noch an die leiblichen Genüsse denken. Die Liebe geht nun einmal— aber das ist ja bekannt. Wenn die Saarpfälzer mit einer heißen Liebe für Tirol heimgekehrt sind, dann ist das nicht zuletzt auf die gute Laune ihres Magens zurückzuführen, der täglich von morgens bis abends geschmeichelt wurde. Wohin man kam, ob in die berühmten Gaststätten oder die Bauernhäuser am Hang, überall setzten Köchin und Hausfrau ihre Ehre drein, die hungrigen Gäste nicht nur sattzumachen, sondern durch besonders sorgfältige Zubereitung der herrlichen Kostbarkeiten der österreichischen Küche auch ihren Gaumen zu kitzeln.„Hier schmeckt es ja noch besser als bei Muttern!“ rief ein Schlosser von der Burbacher Hütte. Und Mutter hörte das ohne Widerrede an, ja wir sahen sie wiederholt mit Bleistift und Papier in der Küche verschwinden. Wahrscheinlich mußte unsere Wirtin wieder eins ihrer Küchengeheimnisse preisgeben. Da es auf den hochgelegenen Alpen fast immer Schlagsahne gab, waren sogar die Frauen zu alltäglichen Bergbesteigungen bereit, sofern unterwegs eine Atzung winkte. Tirol hat sieben recht magere Jahre hinter sich. Sommer, in denen Engländer, Franzosen und Wiener Juden sich in den Gasthöfen räkelten und für ihr Geld weniger die Natur als die Seele des Volkes verlangten. Damals mußten die Mädel und Burschen ihre Tänze aufführen, weil es die Reisenden verlangten. Den Gästen aus der Saarpfalz ließen aber die Tiroler aus freien Stücken einen Blick in ihr Volkstum tun. Als sie in den herrlichen Trachten vor ihnen sangen und spielten und tanzten, da geschah es, um ein Geschenk zu machen. Echte Schuhplattler, Watschentänze und Tiroler Heimatlieder, zur Zither gesungen, kannten die Saarpfälzer noch nicht, und so waren sie hingerissen und kargten nicht mit ihrem Beifall. Schließlich durften die Tiroler an einem Abend im Saar=Kabarett Gäste sein. Wo die ungeübten Ohren den Dialekt nicht verstanden, sprachen die Gesichter, und die gute Laune steckte sie an. Man verstand sich auch hier ausgezeichnet. KdF=Urlaubsfahrten bringen nicht nur Leben in eine Landschaft, sondern auch Geld. Man kann ruhig darüber sprechen. Nirgends merkte man das besser als in den Tiroler Tälern. Wenn, wie hier in Steinach, 150 fröhliche, erlebnishungrige Menschen ihre acht Feiertage genießen wollen, dann merkt man das selbst bei bescheidenen Bedürfnissen in den Kassen der Geschäfte. Der Bürgermeister von Steinach, dem herrlich gelegenen Flecken im Wipptal, der Schuhmachermeister ist und gleichzeitig ein Schuhgeschäft betreibt, erzählte uns, daß während der einen Woche, die die Saarpfälzer— allerdings neben anderen Gästen aus dem Norden— dort weilten, in seinem Geschäft mehr Schuhe gekauft worden sind, als während der ganzen Hochsaison im vergangenen Jahre. Das läßt sich doch hören, nicht wahr? Und das andere: daß zum erstenmal seit vielen Jahren wieder Tiroler im Wirtshaus gesessen und dort mehr als ein Viertel getrunken und sogar getanzt haben. So schlimm ist es Tirol und allen anderen österreichischen Gauen ergangen. Das wird jetzt anders, die Ostmark nimmt teil an dem Aufschwung Deutschlands. Daß es Arbeiter waren, die ihnen durch die Tat den deutschen Sozialismus erleben ließen, macht sie besonders gläubig. Nun haben die Saarpfälzer Tirol wieder verlassen. Fröhliche Musik schmetterte ihnen voran, als sie zu den Bahnhöfen gingen, an ihrer Seite ihre Gastgeber. Der Abschied fiel allen schwer, und die Tiroler ließen ihre Gäste nur ungern scheiden. Sie hoffen alle auf ein baldiges Wiedersehen. Roter Leu und schwarzer Bär. Danziger Eindrücke. Von Wolfgang Federan. Der Mensch des Mittelalters hing enger und inniger an den Dingen als wir Heutigen. Ihm, der weder unsere Reisesehnsucht noch unsere Wanderlust noch unsere leichtere Beweglichkeit kannte, bedeutete Heimat und Haus und Beruf in ganz anderem Maße Bindung und Fundament seines Daseins. Es ist dies wohl der Grund, daß man in vielen alten deutschen Städten noch heute aus den mittelalterlichen Häusern und Straßen Beziehungen zu ihren einstigen Bewohnern erschließen kann. Die alte Hansestadt Danzig, so überaus reich an steinernen Denkmälern aus ihrer großen und stolzen Vergangenheit, bietet für diese Tatsache ein lehrreiches und interessantes Beispiel.— Der Danziger Kaufmann hing an seinen Speicher, in denen er jene Güter lagerte, die sich ihm unter der Hand zu Gold, zu Ansehen und Würde verwandelten. Dinge aber, die wir lieben, denen geben wir Namen, die müssen wir irgendwie bezeichnen, aus dem Abstrakten ins Greifbare Castellon in der Hand der Truppen Francos. (Scherl-M.) übersetzen, um sie unserem Herzen noch näher zu bringen, um sie„nennen“ zu können.—Zahlreich sind als Bezeichnung der Speicher die Städtenamen. Da gibt es einen, der„Elbing“, einen andern der„Bübeck“ heißt, oder„Marienburg“,„Thorn“,„Gr. Krone“. Solche Benennungen deuten auf die Länder und Ortschaften, mit denen ihre Besitzer hauptsächlich zu handeln pflegten. Andere Speichernamen, wie„Palmenbaum“,„Kaffeebaum“ erzählen von den Warengattungen, die hier gestapelt wurden.— Vielfach sind die Tiernamen, oft durch entsprechende Darstellungen ergänzt. Was wimmelt da nicht alles an Vertretern der Tierwelt oder an merkwürdigen Fabelwesen in der Hopfengasse, der Brandgasse und wie alle die schmalen, dunklen Straßenzüge heißen, herum. Ein„Weißes Roß“ steht neben einem „Roten Leu“ und einem„Elefanten“,„Hund“,„Mücke“, und„Der schwarze Bock“ marschieren auf und reichen sich die Hände bezw. Pfoten. Es fehlt nicht das„Eichhorn“, Bären aller Farbenschattierungen,„Der weiße Bär“,„Der schwarze Bär“, der„Steinbär“ finden sich da, und die ganze gefiederte Welt, von der„grauen Gans“ über„Papagei“,„Phoenix“,„Steintaube“ und „Schwan“ bis zum„Pelikan“, gibt sich hier ein lustiges Stelldichein. Man sieht, ein ganzes Lexikon phantastischer mittelalterlicher Zoologie tritt uns aus den Speichernamen entgegen. Daneben gibt es solche, die irgendwie mit dem religiösen Leben jener Zeit in Verbindung zu stehen scheinen, wie„Bischof“,„Neuer Engel“,„Simson“,„Das Alte Testament“,„Marienbild“ und andere. Oder auch, in selteneren Fällen, Namen, die eine allgemein gültige Wahrheit, einen Glauben oder eine Erkenntnis zum Ausdruck bringen.„Hodie mihi, cras tibi“,„Heute mir, morgen dir“— steht auf einem Speicher, und sein Inhaber wird vielleicht über die Wandelbarkeit und Vergänglichkeit des menschlichen Glücks und des irdischen Besitzes traurige und erschütternde Erfahrungen gemacht haben. Seltsam: Je häufiger man diese alten Speicherstraßen, wie sie ähnlich kaum eine andere Stadt Deutschlands aufzuweisen hat, durchwandert, desto aufdringlicher erschließt sich dem sinnenden Betrachter ihre besondere und eigenartige Poesie. Jene Poesie des Handels, wie sie etwa in Freytags„Soll und Haben“ dichterische Formung gefunden hat. Aus 30 Grad Wärme in 50 Grod Külte. Der Rekordflug der Ju 90. Aus 30 Grad Wärme in 50 Grad Kälte ist das deutsche Flugzeug Ju 90 aufgestiegen, das in den letzten Tagen zwei Weltrekorde mit großer Nutzlast aufstellte. Diese Kälte von 50 Grad, also 12 Grad mehr als die Gefriertemperatur des Quecksilbers beträgt, herrschte in 9000 Meter Höhe, wie Flugkapitän Kindermann erzählt. Selbstverständlich hatte sich die Besatzung entsprechend mit der Kleidung vorgesehen. Da dicke Pelze bei der Flugzeugführung recht unbequem sind, trug die Besatzung über ihrer gewöhnlichen Fliegerkleidung eine sog. Kombination, einen in sich zusammenhängenden Anzug über den ganzen Körper, der elektrisch geheizt werden kann. Gleichwohl bedeutet der Uebergang aus einer Temperatur von 30 Grad, wie sie hier unten herrschte, in die eisige Kälte von 50 Grad für die Besatzung doch eine nicht unbeträchtliche Beanspruchung, zumal ja die Höhe von über 9000 Metern in verhältnismäßig kurzer Zeit erstiegen wurde. Denn der ganze Rekordflug bis in jene enorme Höhe nahe der 10 Kilometergrenze hat im ganzen nicht viel mehr als anderthalb Stunden gedauert. Abgesehen von der Kleidung müssen die Flieger bei solchen Unternehmungen auch besondere Vorkehrungen gegen die Luftkrankheit wegen der außerordentlich dünnen Luft in den großen Höhen treffen. Das erste Höhenflugzeug, das Junkers in Dessau konstruiert hat, war die Ju 49. Sie war die erste Flugmaschine der ganzen Welt, die für solche Höhenflüge mit einer Unterdruckkammer für die Besatzung ausgestattet war. Das Flugzeug, das damals, im Jahre 1932, nur einen Motor hatte, erreichte die erstaunliche Höhe von 13 000 Metern, war also 13 Kilometer weit von der Erdoberfläche entfernt. Die neue Ju 90 hat dagegen keine Unterdruckkammer. Sie ist dafür mit einer zentralen Sauerstoffanlage ausgerüstet, die für die ganze Besatzung vollkommen ausreicht. Sie war während des ganzen Höhenfluges ständig in Benutzung und hat tadellos gearbeitet. Aber auch dann, wenn diese Anlage durch irgendeinen nicht vorhersehbaren Zufall nicht funktioniert hätte, wäre die Besatzung gegen jede Gefahr, die aus der Luftverdünnung entstehen kann, gesichert gewesen durch eine zusätzliche Sauerstoffnotanlage, die für jedes einzelne Besatzungsmitglied mitgeführt wird und handbereit ist. Das Meer holte ihn doch. Ein gewisser John Lewis, einer der wenigen Ueberlebenden der Titanic=Katastrophe, ist kürzlich in der Durban=Bucht beim Fischen ertrunken. Wieder Zwillinge. In Serajewo hat die Gattin eines gewissen Ibrahim Fazlia nun zum fünftenmal Zwillingen das Leben geschenkt. Das Ehepaar hat im ganzen bisher 15 Kinder! E1 Turnen— Spiel— Sport. fußvall-Weltmeisterschaft. Brasilien- Tschechoslowakei 2:1 Bordeaux, 14. Juni. Beide Mannschaften traten in stark veränderter Aufstellung an. Brasilien hatte nicht weniger als neun neue Spieler eingesetzt und aus der alten Mannschaft waren nur Walter und Mittelstürmer Leonidas dabei. Bei den Tschechen sah man von der alten Mannschaft nur sechs Leute. Das Spiel war diesmal nicht so hart wie am vergangenen Sonntag. In der 20. Minute erzielte der Halblinke der Tschechoslowakei den ersten Treffer. In der letzten Viertelstunde kam Brasilien etwas mehr auf, ohne sich aber gegen die stabile tschechische Abwehr durchsetzen zu können. Nach Wiederanstoß schoß in der 13. Minute der Mittelstürmer Leonidas den Ausgleich. Die brasilianische Mannschaft wurde durch diesen Treffer sehr aufgemuntert und gestaltete das Spiel ganz überlegen. Der Halbrechte Luizino trat dann in der 25. Minute den siegbringenden Treffer für Brasilien. Gegen Schluß versuchten die Tschechen zwar den Vorsprung wieder wettzumachen, aber die gute Verteidigung von Brasilien verhinderte jeden weiteren Torerfolg. Am Donnerstag muß nun Brasilien gegen Italien spielen. Auswahlspiel in Essen. Zur Ermittlung seiner stärksten Vertretung für das Breslauer Fußballturnier wird der Gau Niederrhein am Sonntag, 3. Juli, in Essen seine 22 besten Spieler gegeneinander streiten lassen. Fünf Mercedes im Großen Preis von Deutschland. Für den Großen Automobilpreis von Deutschland hat Mercedes=Benz fünf Wagen gemeldet. Als Fahrer stehen bisher der Vorjahrssieger Europameister Rudolf Caracciola, Manfred von Brauchitsch und Hermann Lang fest, für die beiden anderen kommen die Nachwuchsfahrer Seaman, Hartmann, Bäumer, Brendel und Bauer in Betracht, jedoch fällt hierüber die Entscheidung erst nach den Trainingsfahrten. Karl Gall schwer gestürzt. Beim Training zur Senior Tourist Trophy von England am Dienstag vormittag auf der Insel Man kam Deutschlands bester BMW=Fahrer, Meister Karl Gall, schwer zu Fall. Der Münchener wurde am Rande der Strecke neben seiner Maschine bewußtlos aufgefunden. Die ärztliche Untersuchung ergab, daß Gall eine Gehirnerschütterung und einen Armbruch davontrug, so daß er in der nächsten Zeit nicht mehr im Sattel sitzen kann. In der Klasse der 500 com=Maschinen wird Deutschland nunmehr nur durch den Eilenriedesieger Feldwebel Georg Meier und den Engländer Jack West, beide auf BMW, vertreten sein. Englands Borstaffel gegen Ddeutschland Die bereits bekanntgegebene Mannschaft des Englischen Boxverbandes für den großen Länderkampf gegen Deutschland am 2. Juli im Freiluftring der Dietrich EckartBühne auf dem Reichssportfeld ist auf einem Posten geändert worden. Im Leichtgewicht wird für H. Groves der ursprünglich für einen Rahmenkampf vorgesehene T. J. Mac Grath antreten. Englands Ländermannschaft steht nunmehr vom Fliegen= bis zum Schwergewicht wie folgt: A. Russel, J. Pottinger, C. C. Gallie, T. J. Mac Grath, C. Webster, A. E. Harrington, A. Brown und G. Preston. Die vier Einladungskämpfe bestreiten: H. W. Butler im Federgewicht, J. Powell im Leichtgewicht, G. P. Young im Mittelgewicht und A. B. Porter im Schwergewicht. Turn= und Sportfest in Breslau. Bisher liegen 178 000 Teilnehmermeldungen vor, davon entfallen 134 000 auf 16 DRL=Gaue, während 44 000 Anmeldungen von Volksgenossen jenseits der Grenzen und aus dem ehemaligen Oesterreich vorliegen. Es wird aber noch mit 10 000 Nachmeldungen gerechnet, so daß die Zahl der Teilnehmer 190 000 erreichen dürfte. schäftigt sind immer noch die Kleiderfabriken und Maßschneidereien, die ebenfalls Kräfte abriefen, Im Putzmachergewerbe ging die Beschäftigung dagegen mit Nachlassen der Saison leicht zurück. Die Möbel- und Sperrholzfabriken konnten im wesentlichen ihren guten Beschäftigungsgrad des Vormonats halten. Im Spinnstoffgewerve war die Arbeitslage bei den einzelnen Betrieben nicht einheitlich. In den Angesteltenberufen hat sich die befriedigende Entwicklung fortgesetzt. 117. Milchviehversteigerung in Münster. md= Münster, 14. Juni. Zu der am Dienstag in der Halle Münsterland stattabter gehabten 117. Milchviehversteigerung waren insgesamt 82 Kühe und 29 Rinder aufgetrieben, von denen 66 bezw. 26 den Besitzer wechselten. Der verminderte Auftrieb erklärt sich daraus, daß in einigen Kreisen Seuchenfälle aufgetreten waren. Der Absatz der guten Tiere ging sehr schnell vonstatten, besonders bei den Kühen. Die in Ueberstand verbliebenen Kühe und Rinder waren dagegen nicht verkäuflich. Süddeutschland nahm den größten Teil des Auftriebes auf und bevorzugte dabei hochtragende Tiere. Frischmelke Kühe und Rinder blieben zum großen Teil in der Provinz. Die guten Leistungen bei zahlreichen Tieren wirkten sich auch auf die Preisbildung aus. Es wurden daher im Durchschnitt höhere Preise als auf der letzten Versteigerung erzielt. Den Höchstpreis von 630 Rm. erzielte der Bauer A. Weiling aus Börnste bei Surmen für die Kuh„Kreta“ (Kat.=Nr. 139). Sehr gute Bewertung fand auch das Rind„Loni“(Kat.=Nr. 134) des Bauern G. Ebbeler aus Ramsdorf. Kr. Borken. Der Zuschlag erfolgte hier bei 460 Rm. Die niedrigsten Preise für Kühe und Rinder stellten sich auf 280 bezw. 200 Rm., die Durchschnittspreise auf 469 bezw. 343 Rm., während sich der Gesamtdurchschnittspreis auf 434 Rm. belief. Mürkte. Metalle. Fünf Dauerfahrer mit Ruf fahren am heutigen Mittwochabend auf der Bochumer Radrennbahn den „Großen Westfalen=Preis“ über 90 km aus. Toni Merkens=Köln, Wißbröcker=Hannover, Alkema=Holland, Iffland=Düsseldorf und der Lokalmatador Ilse— natürlich hinter Walter Lohmann— kämpfen in drei Läufen über 20, 30 und 40 km um den Sieg. Man ist auch in Westfalen darauf gespannt, Toni Merkens in seiner neuen Sparte, in der er so sicher wie ein alter Routinier fährt, zu sehen. Wettbewerbe der Amateure runden die„Abendkarte“ ab. Hondel und Wirtschaft. Der Arbeitseinsatz im Monat Mai 1938. Landesarbeitsamtes Westfalen Der Präsident des teilt mit: Die günstige Lage des Arbeitseinsatzes im Bezirk des Landesarbeitsamtes Westfalen wurde auch im Monat Mai durch den bei allen Wirtschaftszweigen bestehenden hohen Bedarf an Arbeitskräften gekennzeichnet. Besonders groß war die Nachfrage in den Außenberüfen, und hier vor allem im Bau= und Baunevengewerbe, das in diesem Jahre über einen außergewöhnlich guten Auftragsbestand verfügt. Da diesem hohen Kräftebedarf, abgesehen von den wenigen vorübergehend Arbeitslosen, keine Reserve an voll einsatzfähigen Arbeitslosen gegenüberstand, gestaltete sich die Besetzung der gemeldeten offenen Stellen sehr schwierig. In den meisten Bezirken konnte daher nur der dringendste Bedarf gedeckt werden, obgleich weitgehend auf nicht voll einsatzfähige Arbeitslose und auf Schulentlassene, die als Nachwuchskräfte Beschäftigung fanden, zurückgegriffen wurde. Zur Entlastung des angespannten gesamten Arbeitseinsatzes sind die Arbeitsämter fortgesetzt bemüht, alle noch irgendwo vorhandenen Reserven an Arbeitskräften, wozu auch die noch arbeitsfähigen Rentner und Pensionäre rechnen, zu erfassen und sie dann den Betrieben zuzuführen. Ferner kommt den Maßnahmen zur zweckmäßigeren Verteilung der in Beschäftigung stehenden Arbeitskräfte und der Ueberwachung des Arbeitsplatzwechsels größte Bedeutung zu. Eine leichte Entlastung, insbesondere für den Kräftemangel in der Landwirtschaft, stellt die Ansetzung von ausländischen Arbeitern dar. Die Zahl der zu Beginn des Berichtsmonats im Bezirk des Landesarbeitsamtes Westfalen vorhandenen Arbeitslosen nahm um 3500 av. so daß am Monatsschluß nur noch 17 700 Arbeitslose gemeldet waren. Hiervon waren rund 9000 Arbeitslose, d. h. 51 Proz., aus körperlichen oder sonstigen in der Person liegenden Gründen nicht voll einsatzfähig. Unter den einsatzfähigen Arbeitslosen befanden sich 4500 Facharbeiter(das sind gelernte und angelernte Arbeiter aller Berufsgruppen), 2100 Angestellte und 2100 ungelernte Arbeiter. Die Zahl der von der Reichsanstalt unterstützten Arbeitslosen weist im Mai einen Rückgang um 1800 auf 7700 auf. Bei Notstandsarbeiten wurden 1050 Volksgenossen gegenüber 1400 im Vormonat beschäftigt. Innerhalb der Saisonaußenberufe ließ bei der Landwirtschaft mit Beendigung der Frühjahrsarbeiten die Nachfrage nach Arbeitskräften zwar etwas nach, jedoch blieb die Beschaffung der Landarbeiter schwierig. Neben ausländischen Arbeitern mußten weitgehend Schulentlassene angesetzt werden, da sonstige gelernte und angelernte Arbeiter nicht mehr zur Verfügung standen. In der Industrie der Steine und Erden waren alle Fabrikationszweige infolge des durch die lebhafte Bautätigkeit hervorgerufenen hohen Auftragsbestandes voll beschäftigt. Es war nicht immer möglich, dem hohen Arbeiterbedarf zu entsprechen. Sehr angespannt war wieder die Arbeitslage im Baugewerbe, dessen Beschäftigungsstand infolge der umfangreichen privaten und öffentlichen Bauvorhaben außerordentlich hoch ist. Um die Durchführung der Arbeiten nicht zu gefährden, wurden vereinzelt holländische Maurer hereingeholt. Bei den Produktionsgüterindustrien, Bergbau und Eisen= und Metallindustrie, hat sich die Beschäftigungslage ebenfalls weiter gebessert. Im Ruhrbergbau(einschließlich der rheinischen Zechen) stieg die Belegschaft um 919 auf 314 319 an. Im Nahrungs= und Genußmittelgewerbe trat mit Beginn der Saison in den Konservenfabriken ein stärkerer Bedarf an weiblichen Arbeitskräften auf. Auch die Süßwarenindustrie und die Zwiebackfabriken forderten weitere Kräfte an. Voll beBerlin, 14. Juni. Elektrolytkupfer(Wirebars) 50,75 A für 100 kg netto cif Hamburg, Bremen oder Rotterdam. Aluminium 98=99 kg Bl. 133, Aluminium f. Walz. o. Dr. 137, Silber in Barren 900 t 36,70—39,70. Recklinghauser Schlachtviehmarkt. + Recklinghausen, 14. Juni. Auftrieb: Ochsen 4, Bullen 38, Kühe 51, Färsen 12, Kälber 123, Schweine 854. Marktverlauf: allé Gattungen zugeteilt. Es kosteten: Ochsen: a) 42—45, 6) 37—41, c) bis 36, d) bis 29; Bullen: a) 40—43, b) 35—39, c) bis 34, d) bis 27; Kühe: a) 43, 6) 34—39, c) bis 33, d) bis 25; Färsen: a) 41 bis 44, b) 36—40, c) bis 35, d) bis 28; Kälber: a) 58 bis 63, 6) 51—57, c) 39—48, d) bis 38; Schweine: a) 55,5— 56,5, b1) 54,5—55,5, b2) 53,5—54,5, c) 51,5—52,5, d) 49,5, e) 49,5, f) 49,5, g1) 53,5, g2) 51,5. bis 42, b) 34—36, c) 27—30; Schweine: a) 57, 61 b2) 55, c) 53, d) 50, e)—, f)—, g1) 54. a—c)—, d) 48—52, e) 40—45, f) 34—39; Schafe: Kasseler Schlachtviehmarkt. Kassel, 14. Juni. Auftrieb: Ochsen 18, Bullen Kühe 104, Färsen 39, Kälber 359, Schafe 137, Schwei 921. Marktverlauf: Rinder, Kälber und Schweine teilt; Schafe flott. Ausstichtiere über Notiz. Es kosten Ochsen: a) 42—44, b) 38—40; Ballen: a) 42, b) 36 c) 32—34; Kühe: a) 40—42, b) 33—38, c) 25—32, 6 bis 24; Färsen: a) 41—43, b) 37—39, c) 33; Kälber, 60—63, b) 51—57, c) 40—48, d) 36—38; Lämmer Hammel: a) 45—50, b) 45—50, c) 40—42, d) 40Schafe: a) 36—40, b) 36—40; Schweine: a) 56, by) 4062) 54, c) 52, d) 49, e) 49, f) 49, g1) 53. Altenessener Schweinemarkt. Altenessen, 14. Juni. Auftrieb: Ferkel 900, 9 ferschweine 271. Es kosteten: Ferkel: unter 6 Wo alt 16.50 K. 6—8 Wochen alt 17—23 N. 8—12 Wocher 23—31 AA; Läuferschweine: 3—4 Monate alt 31—41 4—6 Monate alt 41—60 A; größere entsprechend hö Marktverlauf: langsam. Schweinemarkt in Cloppenburg. + Cloppenburg, 13. Juni. Auftrieb 403 Ferkel, kosteten: Ferkel von 5—6 Wochen 16—20 Rm., von Wochen 20—24 Rm., von 8—10 Wochen 24—28 Rm. gesuchte Tiere über Notiz. Handel langsam. Hamburger Kälber= und Schweinemarkt, Hamburg, 14. Juni. Auftrieb: 1260 Kälber un Beobachtungstiere, Schweine 6890. Marktverlauf: z teilt, Qualität mittel. Es kosteten: Kälber: Doppelley, 78, a) 63, b) 57, c) 48, d) 38; Schweine: a) 54,5, b1) b2) 52,5, c) 50,5, d) 47,5, e)—, f)—, g1) 51,5, g2) 35Berliner Schlachtviehmarkt. X Berlin, 14. Juni. Auftrieb: Ochsen 68, Bulleny Kühe 532, Färsen 40, Kälber 2733, Schweine 16 Schafe 5023, Ziegen 21. Marktverlauf: zugeteilt stichtiere über Notiz; Kälber, Schafe und Schweine teilt. Es kosteten: Ochsen: a) 44, 6) 40, c) 35; Bulle a) 42, b) 38, c) 33, d) 26; Kühe: a) 42, 6) 38, 0 d) 20—24; Färsen: a) 43, 6) 39, c) 34, d) 27; Doppellender 70—78, a) 63, b) 57, c) 48, d) 38; Läm und Hammel: a) 50, b) 45—50, c) 41—43, d) 35— Schafe: a) 40, 6) 36—40, c) 20—30; Schweine: a) b1) 53,5, b2) 52,5, c) 50,5, d) 47,5, e) bis 47,5, f). g1) 51,5, g2) 499,5, Altschneider 51,5, Eber 41,5. Berliner Getreidegroßmark vom 14. Juni 1938 Weizen märk., Durchschnittsqualltät: 75/77, frei Berlin PreisgebietVIIVIIIIXxn Duisburger SchlachtviehmarktDuisburg, 14. Juni. Auftrieb: Ochsen 9, Bullen 102, Kühe 246, Färsen 62, Kälber 1099, Schweine 2096, Schafe 26; Vorverkauf: Bullen 1, Kühe 8, Färsen 1, Schafe 4, Schweine 18. Marktverlauf: Rinder, Kälber und Schweine zugeteilt; Schafe mittel. Es kosteten: Ochsen: a) 45, b) 41; Bullen: a) 43, b) 39, c) 32—34; Kühe: a) 43, 6) 38—39, c) 32—33, d) 23—25; Färsen: a) 44, b) 40, c) 33—35; Kälber: a) 63, b) 57, c) 48, d) 38; Lämmer: 33; Schafe: a) 35, b) 33, c) 26—31; Schweine: a) 57, 61) 56, 62) 55, c) 53, d) 50, e) 50, f) 45, g1) 54. Düsseldorfer Schlachtviehmarkt. X Düsseldorf, 14. Juni. Auftrieb: Ochsen 12, Bullen 48, Kühe 141, Färsen 25, Kälber 935, Schweine 2929, Schafe 213. Marktverlauf: alle Gattungen zugeteilt. Es kosteten: Ochsen: a) 43—45, b)—, c) 35—36; Bullen: a) 24—43, b) 39, c) 34; Kühe: a) 41—43, b) 35—39, c) 30—33, d) 20—25; Färsen: a) 43—44, b) 40, c) 35; Kälber: Doppellender 70—78, a) 63, b) 57, c) 48, d) 32—38; Lämmer und Hammel: a—d) 50—52; Schafe: a) 35, 6) —, c) 20—25; Schweine: a) 57, 61) 56, b2) 55, c) 53, d) 50. e) 50, f) 50, g1) 54, 92) 52, Altschneider 54. Kölner X Köln, 14. Juni. Auftrieb: Ochsen 92, Bullen 85, Kühe 504, Färsen 112, Kälber 1273, Schafe 63, Schweine 4326. Marktverlauf: Rinder, Kälber und Schweine zugeteilt; Schafe belebt. Es kosteten: Ochsen: a) 45, b) 41, c) 36; Bullen: a) 43, 6) 39, c) 34; Kühe: a) 42—43, b) 37—39, c) 30—33, d) 21—25; Färsen: a) 44, b) 40, c) 35; Kälber: a) 63, b) 57, c) 48, d) 38; Weidemastlämmer: 52; Schweine: a) 57, 61) 56, 62) 55, c) 53, d) 50, e)—, f)—, g1) 54, g2) 52. Frankfurter Schlachtviehmarkt. X Frankfurt, 14. Juni. Auftrieb: Kälber 795. Schafe 65, Schweine 2660. Marktverlauf: Kälber und Schweine zugeteilt; Schafe mittel. Es kosteten: Kälber: a) 63—65, b) 53—59, c) 45—50, d) 38—40; Lämmer und Hammel: XIIIII 168.00 VIIX 1 Xx 29.10 29.10 29.10 29.50 ges. Erzeugerpr. 199.00 200.00 201.00 202.00 203.00 205.00 2 Roggen märk., Durchschnittsqualität: 69/71, frei Berlin PreisgebietVVI VII VIII IX XII ges. Erzeugerpr. 176.00 177.00 178.00 179.00 182.00 183.00 Futtergerste 59/60 VI VII I VIn ges. Erzeugerpreis, Preisgebiet 161.00 162.00 164.00 167.00 Industriegerste(Sommergerste) frei Berlin— ab märk. Statio Futterhafer/ märk., Durchschnittsqualität 46/49 Preisgebiet IV VII X 1 XI ges. Erzeugerpr. 156.00 160.00 163.00 165.00 Weizenmehl, Type 812(Vollmehl) VVivII 28.80 28.80 28.80 28.80 28.85 10% Auslandsweizen— 1,50 Mk. Aufgeld. 20% Auslandsweizen— 3,00 Mk. Aufgeld. Roggenmehl, Type 1150, Preisgebiet V X1xI n 21.10 21.20 21.45 21.55 21.65 21.80 21.90 22.25 22.35 Weizenkleie, Preisgebiet 1 II VI 11.15 11.20 11.30 11.35 Roggenkleie, Preisgebiet I 1 IV V 10.10 10.15 10.30 9.95 VII 11.40 VII X1 21.90 22.25 VII IX 1 X 1XI 11.50 11.55 11.60 XI 701 VI 10.40 VII 10.45 VIII 10.10 KI 10.30 XII 10.40 In Reichsmark für 100 kg ab Station Soyabohnenseh. 45% A. Aby. 45% A. Stetlin Kartotfelllocken Fabrikprels Kartoffelllocken Parit. Berlio New Yorker Baumwollkun 1oco Januar Februar März April Mai 14. 6. 8.29 8.24 8.27 8.31 8.32 8.33 Juni Juli August September Oktober November Dezember Geschätzte Totalzufuhren Baumwollzufuhr in Atl. Häfen Baumwollzufuhr in Golf-Häfen Zufuhren in Pacific-Häfen Export nach England Export n. d. übrig. Kontinent Export nach Japan u. China Fracht nach Liverpool 31) Copyright A. H. Payne Verlag Leipzig. Ihre Augen sprachen so lebendig Stumm bejahte sie. wie die seinen. Den nächsten Besuch legte sie so, daß sie allein fahren konnte. Aber da war es über Nacht windig und regnerisch geworden, und die Kranken waren ans Zimmer gefesselt. Diesmal war die ganze Stube voller Fremden. Der Professor gab sich viel Mühe mit den Angehörigen seiner Leidensgenossen. Gedänkengänge aber doch nich Die verstanden seine bedankengänge aber Soch nicht oder hatten irgendwelchen Argwohn. In diese gedrückt gezwungene Stimmung hinein paßten nun auch keine Geständnisse, wie sie Effi auf dem Hinweg als notwendig empfunden hatte. Sie fand den Uebergang gar nicht, um von den abenteuerlichen Menschen zu sprechen, mit denen ihre Arbeit im Hotel sie zusammengeführt hatte. Es war ja noch immer eine Art Furcht in ihr, die sie hinderte, das Schweigegelübde zu brechen. Aber es tat ihr um jede Viertelstunde leid, die so verloren ging. Endlich saßen sie ein Weilchen ungestört beieinander. Und so lebendiger suchte sie ihm nun ihren Eindruck des Wiesenlandes zu schildern. Es war für sie beide da ein heimliches Königreich entstanden, in dem sie unbeschränkt herrschten. Und immer war ein junges Menschenpaar, das in dem geheimnisvollen Land urbar machte, Gräben zog, säte, pflanzte, Unkraut rodete, schnitt und band und wachsen sah... Feierabendarbeit war es, die beiden jungen Menschen standen irgendwo in Lohn und Brot und widmeten jede freie Stunde... Hernach suchte Effi die Buchhandlungen ab, um ein paar Fachbücher für ihn zu finden, die ihn über die nächste trübe Wartezeit hinwegbrachten. Es konnten schøn fast gelehrte Bücher sein, denn er suchte doch immer noch Neues für sein Fach zu lernen. Jetzt wußte sie es, da sie selbst ja auch mitlernen wollte! Was zwischen ihnen bestand und gar, was einmal in der Zukunft zwischen ihnen würde bestehen können, das war noch alles unausgesprochen, es war sehr zart, war voller Geheimnisse, die man sich selber noch gar nicht klarmachen konnte. Aber es war lockend für beide. Es war, als ob eine zärtlich=freudige Melodie sie jetzt durchs Leben begleitete. Nur fügte sich in dieses seltsame traumhafte Bündnis keine Erinnerung an so häßliche und erregende Erlebnisse, wie Effi sie ihm hätte beichten müssen. Sie wollte ihm lieber darüber schreiben. Doch da kam sein Dank für die Bücher, die sie ihm geschickt hatte. Ein Kärtchen, das sie stolz machte, denn er hatte sie sofort verstanden.„Nun ist eine Gefängnismauer eingerissen — ins regengraue Krankenzimmer scheint die Sonne!“ Also entschloß sie sich, ihn vorläufig noch zu schonen. Den nächsten Besuch, den sie im Krankenhaus abstattete, verschwieg sie den anderen. Sie stahl sich heimlich aus dem Park und wartete auf den Postkraftwagen. Diesmal zeigte er ihr die Zeichnungen, die er von der Obstsiedlung entworfen hatte Sie wurde so eifrig dabei, daß sie rote Backen bekam. Die Umgebung versank für sie vollständig. Lange standen sie im Treppengang Fenster und„fachsimpelten“, wie er entschuldigend Schwester erklärte, die ihn endlich in sanftem Frauenum Essen rief. Aber es war doch schon mehr als am der baß ein loßes Fachsimpeln gewesen: Herz und Phantasie ßes Fur eln gen und Hoffnung sprachen mit! Auf der Heimfahrt begann sie an diesen Zukunftsplänen weiterzubauen. Sie kannte ja nun das Gelände ganz genau, auf dem der junge Obstzüchter im Geiste seine Spaliere anlegte, Buschobst pflanzte und Bäumchen aufstellte... Er hatte natürlich mit der Bearbeitung des Wiesenteils angefangen, der den Südabhang einnahm. Auch über die Geldschwierigkeiten war sie im klaren. Bis zur ersten Ernte, aus deren Verkauf eine Einnahme zu erwarten war, mußte man krumm liegen, d. h. der Siedler und seine Arbeit durften drei Jahre lang so gut wie nichts kosten. Hoffentlich fand er im Winter also irgend eine Arbeit, die ihm bar bezahlt wurde: vielleicht brachten ihm seine Lichtbildaufnahmen Geld. Denn die kleinen Erlöse aus dem Verkauf seiner Blumenzüchterei, auf die er bis heute noch hatte rechnen können, fielen ja vom Herbst ab weg. ... Und welchen Anteil konnte sie an seinen Plänen nehmen? Natürlich mußte sie irgendwo in der Nähe eine Stellung finden, in der sie lediglich versorgt war. Mit ihren kaufmännischen Erfahrungen konnte sie ihm selbstverständlich helfen. Aber am meisten lockte sie's doch: selbst mit Hand anzulegen! Sie stellte sich es wundervoll vor, mit Schaufel und Spaten eine Heimat zu schaffen. Im Hotel war während ihrer Abwesenheit verschieich nach ihr aofragt worden. Hillmann berichtete sie zu o was felost eden dei iym, mal nach ihm zu sehen. Der Mann ist entschieden lazarettreif. Liegt im Bett oder auf dem Liegestuhl, sieht jammervoll aus, ißt kaum etwas, trinkt bloß Milch und Kognak, raucht Unmengen von Zigaretten, seine Hände zittern, seine Augen sind unstet, aber einen Arzt will er durchaus nicht haben... Bloß nach Fräulein Tabbert verlangt er.“ Der Direktor hob die Schultern.„Wenn das Hötel mehr an ihm verdiente müßten Sie Anteil kriegen, Fräulein Tabbert. Er scheint wahrhaftig nur hierzubleiben, um Ihnen diktieren zu können. Als gäbe es auf der ganzen Welt keinen anderen Menschen, dem er seine Gedanken anvertrauen darf. Wollen Sie ihn nicht doch noch erhören? Er schickt mir sonst immer wieder den Jungen herunter.“ Noch bevor sie ihm hatte antworten können, war er schon wieder davon. Hernach erfuhr sie: die Baronin Overlach sprach mit ihm vom Klubhaus an der Havel aus. Sie hatte auch nach ihr gefragt, schon zweimal während Effis Besuch im Krankenhaus. Hillmann berief am anderen Tag in der stillen Zeit zwischen drei und vier Uhr einen Kreis von Angestellten in die Anlagen. Der Oberkellner, Spadoni, der Strandmeister, der Fahrer Berthold und ein paar Arbeitsgenossen des Professors befanden sich darunter. Effi, die in ihrem Zimmer am offenen Fenster mit Aufziehen von Pflanzenbildern beschäftigt war, wurde von Hillmann auch noch herausgerufen Also: der neue Motorjachtklub der Damen wollte am Donnerstag der nächsten Woche hier ein Fest geben. Es waren fünfzig Tische bestellt. Großes Festbankett zur Begrüßung des Vorstandes Bekannte Persönlichkeiten würden zugegen sein, nicht nur aus der Sportwelt. Nach dem Essen mußte es noch irgendeine Ueberraschung geben. Ein aufregendes Feuerwerk auf dem Wasser, meinte die Baronin, die dem Festausschuß angebörte Sie hatte so etwas einmal in Budapest auf der Margareteninsel miterlebt und versprach sich große Wirkung davon. Die Ansichten der Sachverständigen, die Hillmann sammengerufen hatte, waren geteilt. Spadoni ward gegen, aber das war er stets, wenn sich's um eine? erung handelte. Berthold hatte früher schon bei Feis werken mitgearbeitet und wußte Bescheid. Wenn n wirklich Großartiges bieten wollte, dann verlangte viel Vorbereitungen, es mußten draußen im Wast Boote verankert werden, auf denen die Feuerwerkstor an Stangen und Gerüsten angebracht wurden, und kostete eben Geld, viel Geld „Geld ist da," sagte Hillmann,„der Klub knaust My Effi hörte der ganzen Verhandlung zu, ahnte Hillmann auch sie hatte mit herkomm weshalb W machte Aerme Einerf einh habe dort te Zu statt. Tages doch, 9 unterei teresse den gr giens 1 teiligu und de 2 Frey mittelt verkehr der Be verbind vom 14 den B Auswi die Be fluß ge den in wurf verordi bewerb sen we Mutter 50 die bes samt=R die A Köhl lung d einzeln eine ei digkeit tel. I deutsch die noc deutsch wird o senbezi schicksal bunden haben Di kennze nehme schwun Al „Ja, Fräulein Tabbert, daß ichs nicht vergessetd Baronin wollte sie schon gestern sprechen, aber ewieder ein solcher Trubel im Haus... Also sie erwär Sie heute um sechs, pünktlich achtzehn Uhr, drüben Klub. Wollen. Sie ihr die Skizze vom Feuerwert nehmen? Den Kostenanschlag kriegt sie morgen übermorgen. Wenn Sie so nett sind und ihr alles klären, was hier besprochen worden ist, dann dürfen en auch auf Geschäftsunkosten ein Motorboot nehmen. verstanden?— Halt, Fräulein Tabbert! Noch Sebunde! Was soll ich nun Nr. 37 melden lassen? ben Sie Entschluß gefaßt? Fräulein Fischer ist o ganz außer Fassung, daß immerzu nach Ihnen gesus wird. Natürlich steckt ein bißchen gekränkte dahinter. Von allen muß sie immerzu Ihr Lob honJa, ja, auch von mir.“ Er fuhr sich über sein Bärtchen und entließ sie seinem huldvollen Lächeln. Effi fuhr zwar im Dienst von Hillmann, aber steckte doch Geld zu sich, bevor sie ins Motorboor dSchloßhotels einstieg. Denn sie vermutete, daß sie drüben Focke sehen und sprechen werde. Gewiß hatte Frau Poldi ihn schon vorbereitetl ßer Spannung sah sie der Begeanung entgegen. großer spannung sah sie der Begegnung entgegen. „Wenn sie mir hilft— und wenn es mir durch Mitwirkung gelingt, die Bilder und die Texte wen piel Dank schuldiy zu bekommen,— dann bin ich ihr „Sie sind verlobt mit Boßdorf?“ hatte die sie in jener denkwürdigen Ansprache gefragt. Wie, mußte sie sich an die seltsame Rede und Gegentede ihr erinnern. Sie hatten beide eine Maske vorgene, „Was steckte in dieser Frau? Ist sie eifersüchtig auf Ist in ihr wirklich noch eine schmerzliche sie von ihrem ersten Mann getrennt worden ist? Wung, hat sie mich zur Vertrauten gemacht? Ahnt sie, in werGeheimnisse ich eingeweiht bin? Ist in ihr eine innere Stimme erwacht, die ne a (Fortsetzung : a) 57, 51) 9; Schafe: a kt. n 18, Bullen fe 137, Schwe Schweinez tig. Es koste 1) 42, 6) 36 c) 25—32, 0) 33; Kälber 8; Lämmer -42, d) 40 a) 56, by) rkt. Ferkel 900, 8 unter 6 Wo 8—12 Wocher e alt 31—41 tsprechend hö burg. 403 Ferkel, Rm., von 6 24—28 Rm. am. einemarkt, 60 Kälber un rktverlauf: ber: Doppellen, a) 54,5, b1) 51,5, g2) 35rkt. n 68, Bullen Schweine 16 : zugeteilt 2 nd Schweine ), c) 35; Bulle 42, 6) 38, c) „d) 27; Käl ,0) 38; Lämm —43, 8) 35— schweine: a) bis 47,5, ber 41,5. mark 8 i Berlin Xxn 203.00 205.00 i Berlin IX XII 182.00 183.00 VIIVIn 164.00 167.00 ab märk. Statia. XIXII 35.00 168.00 XJX 29.10 29. Aufgeld. Aufgeld. 50 21 )1 22 XIJIII 2.25 22.35 X IXII 11.60 11. XIII 701 XIIXI 10.30 10.40 tation Soyabohnensch. 45% a. Aby. 45% A. Stellin Kartotfelllocken Fabrikprels Kartoffelllocken Parit. Berllo Yorker Baum wollkun 14. 6 8.29 8.24 8.27 8.31 8.32 8.33 alzufuhrenr in Atl. Häfen r in Golf-Häfen cific-Häfen ngland brig. Kontinent apan u. China verpool. die Hillmann Spadoni war j's um eine Ne schon bei Feus eid. Wenn ma nn verlangte außen im Walt Feuerwerkskör wurden, und 6 er Klub knausen zu, ahnte e mit herkomm d entließ sie Umann, aber s Motorboot de utete, daß sie icht, die sie leites tsetzung folgt.) Von Nah und Fern. will mit dem Faltboot nach tr. Bottrop, 14. Juni. Willi Schürmann, der schon einmal von sich reden machte, als er mit seinem Bruder im Paddelboot den Aermelkanal überquerte, wird am Donnerstag mit dem Einerfaltboot nach Tokio starten. Er gedenkt in zweieinhalb Jahren die Fahrt beendet zu haben, um dann an den Olympischen Kämpfen 1940 dort teilnehmen zu können. Der Start ist in Düsseldorf. Duisburger Safentag 1938. tr. Duisburg, 13. Juni. Zum ersten Mal fand der Duisburger Hafentag statt. Er soll— das kann man als größten Erfolg des Tages buchen— in Zukunft beibehalten werden, gilt es doch, gemeinsame Fragen der Schiffahrt, des Verkehrs untereinander, Fragen der Völker zu beraten. Das Interesse für den Duisburger Hafentag ersieht man aus den großen Delegationen der Schweiz, Frankreichs, Belgiens und der Niederlande Sehr zahlreich war die Beteiligung aus allen Kreisen der Wirtschaft, der Partei und des Staates. Nach kurzer Begrüßung durch Oberbürgermeister Freytag sprach Staatssekretär Koenigs. Er übermittelte die Grüße der Reichsregierung und des Reichsverkehrsministers. Sodann besprach er— ausgehend von der Bedeutung des Duisburger Hafens— von der völkerverbindenden Funktion des Rheins, ging auf die Note vom 14, November 1936 ein, wodurch sich Deutschland von den Bindungen von Versailles lossagte, um dann die Auswirkungen dieser Tat aufzuzeigen, die jedoch auf die Behandlung fremder Schiffe auf dem Rhein ohne Einfluß gewesen sei. Mit besonderer Betonung erwähnte er den in freien Besprechungen zustande gekommenen Entwurf einer neuen einheitlichen Rheinschiffahrts=Polizeiverordnung. Abschließend würdigte er den freien Wettbewerb unter den Schiffahrtsgesellschaften, indem er diesen wechselseitigen internationalen Wettbewerb als die Mutter des Fortschritts hinstellte. Handelskammerpräsident Dr. Welker sprach über die besondere Bedeutung Duisburgs im Rahmen der Gesamt=Rheinschiffahrt. Von besonderer Wertigkeit waren die Ausführungen von Ministerpräsident Walter Köhler. Er sprach über die wirtschaftliche Entwicklung der Rheinschiffahrt, den Aufstieg und die Werte der einzelnen Häfen. In diesem Zusammenhang forderte er eine einheitliche deutsche Verkehrspolitik und die Notwendigkeit einer engeren Zusammenarbeit aller Verkehrsmittel. In dieser Zusammenarbeit nimmt der Rhein im deutschen Wasserstraßensystem eine besondere Stellung ein, die noch gesteigert wird durch die Planung der neuen süddeutschen Kanalpläne. Innerhalb der Gesamtschiffahrt wird aber der Rhein, insonderheit die westdeutschen Hasenbezirke, ihre gehobene Stellung behalten, denn sie sind schicksalsmäßig mit der gesamten deutschen Wirtschaft verbunden, sie sind Eckpunkte dieser Nationalwirtschaft und haben als solche eine besondere Mission zu erfüllen. Die handelspolitische Bedeutung der Rheinschiffahrt kennzeichnete Hafenbaudirektor Hoffbauer Wir entnehmen diesen Ausführungen, daß sich der Verkehrsaufschwung seit dem Jahre 1933 auf Eisenbahn und Binnenschiffahrt nahezu gleichmäßig mit einer etwa 60prozentigen Steigerung der Verkehrsmengen verteilt. Auf der Fahrt zur Kirmes verunglückt. + Niederdollendorf, 14. Juni. Ein trauriges Ende fand eine Fahrt zur Oberpleiser Kirmes, die ein Kraftfahrer aus Köln mit seiner Gattin, seinem Freunde und dessen Braut unternommen hatte. Auf der Rückfahrt stürzte die Gattin des Fahrers zwischen Heisterbach und Dollendorf aus dem Notsitz des Autos, auf dem sie mit ihrer Freundin saß. Sie blieb mit schweren Verletzungen liegen. Kraftfahrer hoben die Frau wieder in den Wagen und wiesen dem Fahrer den Weg zum nächsten Arzt. Er fuhr aber mit der wahrscheinlich während der Fahrt gestorbenen Frau nach Köln weiter, wo die Polizei das Auto stellte. Die Insassen wurden in Haft genommen. Beginn der Erdbeerernte im Samstag wurde in der kleinen Ortschaft Uphöve im Kreise Osnabrück die erst vor kurzem bei dem Bauern Hartmann in Dienst getretene Hausangestellte Puhlmann bewußtlos mit einer klaffenden Wunde am Kopf vor dem Bette in ihrer Kammer aufgefunden. Man glaubte zunächst an einen Unfall und veranlaßte die sofortige Ueberführung in das Osnabrücker Krankenhaus, wo sie aber kurze Zeit darauf verstarb, ohne das Bewußtsein wiedergefunden zu haben. Die Staatsanwaltschaft, die inzwischen verständigt worden war, ordnete die Untersuchung an, die nun auf Grund einer Röntgendurchleuchtung die überraschende Feststellung ergab, daß im Kopfe des Mädchens sich eine Kugel befand. Es dürfte damit feststehen, daß die Puhlmann einem Verbrechen zum Opfer gefallen ist. Trierer Land. (!) Trier, 14. Juni. Die Schäden an den Erdbeerpflanzen durch den starken Frost im April sind bei weitem nicht so groß, wie man anfänglich befürchtet hatte, da noch sehr viele Blüten nachgekommen sind. Man rechnet im Trierer Gebiet, dem größten Erdbeeranbaugebiet des Rheinlandes, überall mit einer guten Ernte. Die Anbaufläche ist gegenüber dem vorigen Jahr wieder wesentlich größer geworden. Allmählich beginnt der Versand; er wird sich von Tag zu Tag steigern und Ende der Woche täglich 50 bis 80 Eisenbahnwagen erreichen. Im vorigen Jahr kamen rd. 31000 Zentner Erdbeeren zum Versand; den diesjährigen Versand schätzt man auf rd. 50000 Zentner. Blitzschlag tötete 30 Ziegen. X Höxter, 14. Juni. Am Wochenend schlug bei einem schweren Gewitter, das über dem Weserland niederging, ein Blitz in die Gemeindeziegenherde des Dorfes Brenkhausen. Der Schlag war so heftig, daß über 40 Ziegen zu Boden geworfen und der einige Meter entfernt stehende Hirte für kurze Zeit betäubt wurde. Während bei etwa zehn Tieren Wiederbelebungsversuche Erfolg hatten, mußten bei 30 Tieren der bereits eingetretene Tod festgestellt werden. Dieses Mißgeschick ist umso bedauerlicher, als es einen großen Teil minderbemittelter Einwohner des Dorfes als Eigentümer der einzelnen in Gemeinschaft gehüteten Ziegen trifft. Röntgenaufnahme bringt es ans Licht. Verbrechen an einer 15jährigen Hausangestellten. emd= Osnabrück, 14. Juni. Auf sensationelle Weise ist die Staatsanwaltschaft einem Verbrechen auf die Spur gekommen, dessen Ursache zunächst nicht ermittelt werden konnte. Am vergangenen Auflösung der katholischen Studentenverbindungen in Oesterreich. Wien, 13. Juni. Durch eine Anordnung der Staatspolizei=Leitstelle Wien im Einvernehmen mit dem Stillhaltekommissar für Vereine sind die katholischen Studentenverbindungen, insbesondere der Cartellverband der katholischen deutschen Studentenverbindungen, der Oesterreichische Kartellverband der katholischen deutschen Studentenvereine, der Unitas=Verband, die katholischen Burschenschaften und ähnliche samt den Altherrenzirkeln, Verbänden und Landesbünden aufgelöst worden. Jede Tätigkeit, die den Versuch einer Fortführung dieser Organisationen oder eine Neugründung mit gleichen oder ähnlichen Zielen darstellt, ist verboten. Gleichzeitig ordnet der Stillhaltekommissar an, daß das beschlagnahmte Vermögen dieser Verbände dem Beauftragten des Stillhaltekommissars für Vereine auszufolgen ist. General Keitel in Budapest DNB Budapest, 14. Juni. Der Chef des Oberkommandos der deutschen Wehrmacht, General der Artillerie Keitel, ist Dienstag vormittag um 11 Uhr im Sonderflugzeug„Hermann Göring“ in Budapest eingetroffen, um den Besuch des ungarischen Honvedministers im vorigen Jahre in Deutschland anläßlich der Herbstmanöver zu erwidern. Zu seiner Begrüßung hatten sich am Flugplatz eingefunden Honvedminister General der Infänterie Eugen von Ratz, der Oberkommandierende der Honveds, General der Infanterie Sonyi, Generalstabschef der Honveds, Generalleutnant Keresztes=Fischer und in Vertretung der ungarischen Flugbehörden General Kenese. Von deutscher Seite waren zur Begrüßung erschienen der deutsche Gesandte von Erdmannsdorff, der deutsche Militärattaché Oberst Wrede, der Landeskreisleiter der NSDAP, Konsul Graeb, ferner der italienische Militärattaché Oberst Mattioli. Neuer Bischof von Danzig. Danzig, 14. Juni. in der Presse erörterte Die schon vor längerer Zeit Danziger Bischofsfrage hat jetzt ihre Lösung Der Papst hat dem Wunsch des bisherigen gefunden. danziger Bischofs, Graf O'Rourke, auf anderweitige Verwenoung stattgegeben und ihn zum Titularbischof von Safene in Mesopotamien ernannt. Zum Bischof von Danzig ist der bisherige Pfarrer an der Kathedrale zu Oliva, Dr. Splett, bestimmt worden. Dr. Splett ist ein geborener Danziger. Politisch hat er sich nicht betätigt. Nach zehnjähriger seelsorgerischer Tätigkeit in Danzig selbst wirkt er seit drei Jahren an der Kathedralkirche des Bistums Danzig in Oliva. Der Brüsseler Giftmordprozeß. DNB Brüssel, 14. Juni. In Lüttich begann am Montag die zweite Verhandlungswoche im Giftmordprozeß gegen die Witwe Becker. Die Angeklagte sah äußerst bleich aus und mußte sich auf die Schranken stützen. Der Vorsitzende stellte zunächst fest, daß die Angeklagte am Sonnabend nach Spa gebracht worden ist. Es sei ihr aber nicht gelungen, die Villa ausfindig zu machen, in der sie Möbel gekauft haben wollte. Neues Aufsehen erregte die Erklärung des Vorsitzenden, daß eine weitere Mitteilung der geheimnisvollen„Frau Daumens“ eingetroffen sei, die wahrscheinlich nur in der Phantasie der Angeklagten existiert. Diese Auffassung vertritt auch der Untersuchungsrichter, der das Wort zu einem langen Plädoyer nahm. Er wies darauf hin, daß die Witwe Becker niemals die Adresse der angeblichen Frau Daumens gekannt hat, mit der sie eng verbunden gewesen sein will. Einmal habe sie behauptet, es handele sich um ein junges Mädchen, das nächste Mal, es sei eine geschiedenes Frau gewesen. Die Witwe Becker sei vor Jahren mit 40 000 Franken verschuldet gewesen und kein Mensch wisse, wovon sie seither gelebt habe. Sie behauptet, Schneiderin gewesen zu sein, könne aber nicht einen einzigen Kunden angeben, für den sie gearbeitet hat. Der Untersuchungsrichter verlas dann eine Aussage der Witwe Guichner. Als diese sich mit ihrem Mann überworfen hatte, sagte ihr die Witwe Becker:„Ich kann Dir ein Pulver geben, das keine Spur hinterläßt. Man stirbt wie vom natürlichen Tode“. Der Richter teilt auch mi, daß die Witwe Becker nach dem Tod eines ihrer Opfer, ihres ehemaligen Geliebten Beyer, plötzlich eine zeitlang in Saus und Braus lebte und ihre Schulden bezahlen konnte, während man bei dem Toten kaum einen Pfennig fand. Aehnlich habe sich die Angeklagte in fast allen Fällen verhalten, woraus der Schluß gezogen werde, daß Diebstähle der Anlaß zu ihren Verbrechen gewesen seien. Wetterbericht der Reichswetterdienststelle Essen=Mülheim. Deutschland liegt auch weiterhin auf der Nordostseite des mit seinem Kern westlich Englands gelegenen Hochdruckgebiets. Es werden teils kühlere, teils mildere Meeresluftmassen zu uns geführt, so daß unser Wetter unbeständig sein wird. Vorhersage für Mittwoch: Bei schwachen nördlichen Winden meist wolkig, in den Frühstunden diesig, vorwiegend trocken, wenig warm. Vorhersage für Donnerstag: Schwache Winde aus nördlichen Richtungen, meist wolkig, etwas wärmer, nicht regensicher. IE Bewerbungen auf Chiffre-Hnzelgen kelne Origlnal-Zeugnisse beifügen. Zougnis-Abschriften, Lichtbilder usw. müssen auf der Rückseite Namen und Anschrift des Bewerbers tragon. Kinderliebes 6391 Perfekte EI Kath. 6381 Mädchen im Alter von 14—16 Jahren, als Haustochter sofort gesucht. Angebote unter Sch 144 an die Halterner Zeitung, Haltern i. Westf. Mädchen für Haus= und Landwirtschaft möglichst sofort bei Familienanschluß und hohem Lohn gesucht. Angeb. unter H 12 an die Ahlener Volkszeitung. Ahlen(Westf.). 6389 Fleisch und Wurstverkäuferin sucht zu sofort Produktivgenossenschaft Eintracht Bocholt i. W., Langenbergstraße. 6332 Alleinmädchen zum 15. 7. oder 1. 8. für Etagenhaushalt(höherer Beamter, 4 erw. Pers.) gesucht. 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Gedankenlos streifte er das Papier herunter und glättete es. Es enthielt Bruchstücke einer Anzeige. Raimund merkte auf und sah den Fetzen genauer an. Er reimte sich die fehlenden Worte zusammen und nahm auf diesem merkwürdigen Umweg zur Kenntnis, daß ein junges Mädchen einen ruhigen Winteraufenthalt auf dem Lande suchte. Raimund lachte sich aus und nannte sich einen billigen Abenteurer bei dem Gedanken, der sich ihm aufdrängte. Dennoch: Als er daheim war, schrieb er. Er pries das Skigelände, die Waldluft und die Einsamkeit. Acht Tage lang wartete er ungeduldig auf Antwort. Nach drei Wochen zog er unter die Angelegenheit einen Strich. Es wäre ja auch zu toll gewesen, durch eine tote Nebelkrähe eine Bekanntschaft zu machen. Wer weiß, wie lange die Anzeige schon zurücklag! Da traf ein Schreiben aus Reval ein. Er stutzte. Estland? Seltsam, er kannte dort keinen Menschen. abreisen. Der Onkel hatte dringend geschrieben. Raimund und Helga waren sich einig. Sie würde wiederkommen, oder er selbst würde sie in Reval besuchen. Es kamen tote Minuten am Bahnhof. Er hatte innerlich schon Abschied genommen und wünschte, daß der Zug einlief. Und dann war es soweit. Eine Hand strich um seine Schläfe, ein Tüchel wehte. In fünf Tagen, schätzte er, würde er Nachricht haben. Um es kurz zu machen: Es kam keine. Raimund wartet noch heute auf Nachricht. Fest steht, daß sie Reval nie erreichte. Der Onkel setzte mehrere Detektive in Bewegung. Die Polizei zweier Länder mühte sich ab. Raimund selbst suchte alle Knotenpunkte ihrer Strecke auf, um eine Spur zu finden. Es war alles umsonst. Sie blieb verschollen. Einmal nahm Raimund den Kompaß zur Hand und gedachte des Wortes, das sie daran geknüpft hatte. Um sich von dem Orakel zu befreien, schleuderte er die Messingkapsel in düsterer Stimmung in eine Bergschlucht hinab. Doch als er abends die nächste Unterkunftshütte betrat, wurde ihm der Kompaß, auf dem sein Name stand, wieder eingehändigt. Er war gefunden und abgegeben worden. Helgas Weidenstock, den sie auf den Wanderungen mit Raimund geschnitten hatte, und der in der Steinhütte liegen geblieben war, wurzelte sich ein und ist heute ein ganzer Busch.„Das alles mag durchaus natürlich sein“, sagte Raimund wörtlich, als er die Geschichte erzählte,„doch daß ausgerechnet eine Nebelkrähe zum Schicksal wurde, das alles wieder in Nebel auflöste, das gibt mir zu denken.“ Nun, es war die Antwort auf seinen Brief. Sie 1 fi — habe viele Angebote bekommen, schrieb sie, doch sie sei inzwischen anderen Sinnes geworden und bliebe zu Hause. Vielleicht käme sie nächstes Jahr auf das Angebot zurück. Unterzeichnet: Helga Stromdahl. Helga Stromdahl! Raimund kam dieser Name nicht aus dem Sinn. Nach einigen Tagen setzte er sich entschlossen hin und schrieb wieder. Schrieb ohne jede Veranlassung höchst unwichtige Dinge, was er triebe, und wie abwechslungsarm sein Leben im Walde sed. Der Brief wurde sechs Seiten lang. Er siegelte ihn. Als Petschaft verwandte er einen Krähenfuß. Diesmal folgte die Antwort schneller. Ihre Handschrift war sehr eigenartig. Sie schrieb die Buchstaben ganz unbekümmert von allem Brauch. Die Grundstriche am Ende ihrer Wörter wurden zu waagerechten Linien. Doch zur Sache: Es entwickelte sich nun der regste und seltsamste Briefwechsel, den Raimund je geführt hatte. Von Brief zu Brief erfuhr er mehr von ihr. Sie war Auslandsdeutsche und Waise. Ihre Eltern waren bei einem Schiffsunglück ums Leben gekommen. Ihr Onkel, Reeder in Reval, hatte sich ihrer angenommen. Sie hatte ein Mädchenlyzeum besucht und war nun Studentin in Dorpat. Zur Zeit lebte sie beim Onkel, um sich von einer Grippe zu erholen. In diesem Zusammenhang hatte sie die Anzeige in die Zeitung gegeben. Raimund hatte seine helle Freude an diesem Briefwechsel. Zuweilen lag ein Blümchen zwischen den Briefzeilen. Dann überraschte sie ihn mit ihrem Bild. Er war betroffen. Soviel Schönheit hatte er nicht erwartet. Jetzt schlich ein unsicherer Ton in seine Briefe. Sie tadelte es ohne den Grund zu ahnen. Nun schickte er auch ein Bild von sich. Er war gespannt, ob er ihr wohl gefiel. Als ihr nächster Brief kam, wax er enttäuscht. Kaum, daß sie das Bild erwähnte. Briefé, Briefe, Briefe. Schließlich duzten sie sich. Es gab sich von selbst. Dann kam die Schneeschmelze. Der Föhn donnerte in den Bergen. Gelbe Dotterblumen standen an den Wassergräben der Wiesen. Der Frühling setzte mit aller Kraft ein. Sie erlebten ihn gemeinsam in heftigen Briefen. Raimund fühlte es, wenn Post von ihr dalag. Dann dauerte es ihm zu lang, bis der Postbote kam. Er ging selbst auf die Agentur und holte den Brief. Nie, daß seine Nachfrage vergeblich war. Sie gestanden sich, daß sie unter den Briefen litten. Sie waren nicht mehr zu steigern. Sie schraubten sich in das Unwirkliche. So wurde es Sommer. In den Kornfeldern leuchtete der Mohn. Die Waldwege rochen kräftig nach Sonne und Kien. Raimund hatte gerade Land zu vermessen, da wurde ihm eine Depesche gebracht. Bevor er sie öffnete, wußte er schon alles. Helga hatte ihre Ankunft gedrahtet! Mit der Arbeit wurde es an jenem Tag nichts mehr. Die Nacht schlich dahin. Er schlief schlecht. Am Morgen fuhr er in die Stadt, um den Besuch abzuholen. Im Warten auf den Zug erlebte er, der sich immer für einen gutgenervten Kerl gehalten hatte, ein Lampenfieber sondergleichen.„Hol mich der“, fluchte er, doch er konnte es nicht unterdrücken. Bis endlich der Zug einlief. Er erkannte sie schon beim Aussteigen. Sie trug ein Köfferchen. Ihre Kleidung stach ab. Sie wußte auch Raimund unter den Wartenden an der Sperre herauszufinden und winkte herüber. Dann kam sie langsam heran. Wortlos standen sie sich gegenüber. Sie hob ihren Hutschleier. In ihren Augen flackerte es. Die Wangen färbten sich rot. Raimund mußte sich zusammennehmen. Er spürte so etwas wie ein Frösteln, obgleich er nicht fror. Es war eine verwirrte Minute. Sie kannten sich wohl unheimlich gut, aber nun plötzlich eine stumme Erlebniswelt mit der Wirklichkeit zu verbinden, das gelang nicht ohne weiteres.— Sie reichte ihm hilflos die Hand.„Raimund“, sagte sie in fremden Tonfall. Ihre strahlende Schönheit war ihm leise unangenehm. Sie war zu auffallend für ihn. Sie stellten ihr Gepäck ein und gingen unter allgemeinen Redensarten durch die Straßen. Zuweilen blieb jemand stehen und sah sich nach ihnen um. Sie, eine vornehm gekleidete Dame, er ein knochiger, wetterversengter Kerl fiaus dem Walde. Einmal ertappten sie sich, als sie sich zheimlich musterten. Sie setzten sich in einen Wirtsgarten guil und hatten sich fürs erste aneinander gewöhnt. 3 Abends brachte sie die Lokalbahn in die Ortschaft, wo Raimund wohnte. Er hatte ein Zimmer in einem alten so Schloß. Auch Helga kam im Schloß unter. Ehe sie sich zurückzog, führte er sie um den Schloßberg, durch Buchenund Tannenwald. Die Sterne flimmerten. In den Wiesentümpeln quakten unzählige Frösche. Der Wind wtrug den Geruch von Heu und Moorwasser heran. 3 In den folgenden Tagen vermieden sie peinlich die Vertraulichkeiten der Briefe. Es, schien, als wäre eine Kluft zwischen ihnen. Sie wanderten viel und betonten eine kameradschaftliche Art. Doch das war nicht echt. Es wurde von tausend Dingen geredet. So kamen sie am besten über das Unausgesprochene zwischen ihnen hinweg. Eines Sonntags zog der Septembermond wie ein roter Kürbis hinter den Bergen herauf. Unten im Dorfe blinzelten die ersten Lichter, und zerrissene Klänge einer Ziehharmonika wehten mit dem Winde, der schon einzelne bunte Blätter aus den Bäumen holte. Helga steckte sich lachend ein gelbes Ahornblatt in das Haar. Sie saßen auf einem Felsen und ließen die Beine bause meln. Helga war von Raimunds Vorschlag entzückt, eine kleine Hütte zu bauen und die Nacht im Freien zu bleiben. Sie schleppten Felsbrocken herbei und schichteten Mauern. Aus Astwerk und Moos entstand das Dach. Dann trugen sie soviel Heidekraut in die Hütte, daß sie 9 weich saßen. Samten wurde die Nacht. Sternschnuppen —sausten wie krumme Schwerter über den Himmel. Der 3 Waldkauz schrie seinen dunklen, langgezogenen Ruf. Da fanden sie die Brücke zur Wirklichkeit. Helga schenkte n ihm in jener Nacht ihren kleinen Kompaß. So lange die Nadel nach Norden zeigt, sagte sie, so lange solle es eins sein zwischen ihnen. Der Kauz schrie noch, als der Morgen durch die Zweige rieselte. Es war Helgas letzter Tag. Sie mußte Station Gorgowo Dann sah er Wassilieff fallen, er hielt den Grubenhammer noch in der Hand, und Nadja schrie ihn an: „Mörder!“ Ein armer Teufel von Bergarbeiter verkaufte ihm für all das Ersparte seine Papiere, so wurde er Nikolai Popoff, und in Lechnize hörte er schon, daß Wassilieff nicht tot war, sie würden sich heiraten, sie würden Kinder haben, Menschen sehen.... „Du mußt dir zu schaffen machen, Nikolai“, sagte des alten Kutusow Stimme hinter ihm,„bis du müde wie ein Tier bist.“ Da schaufelte er wieder, mit verzweifelter Kraft. Es war so schwer, gleichgültig zu tun. Tags darauf sagte Petrowitsch langsam:„Das Schiff. wenn es früh kommt, dann in acht Monaten.“ Er sagte es ganz beiläufig, und doch war es die Antwort auf die Frage vor Tagen. Das war damals mit Jekaterinburg genau so. Als er damals zu ihnen sagte, er komme aus Jekaterinburg, waren sie schweigend darüber hinweggegangen, und nach Tagen erst hatte der Petrowitsch deswegen mit ihm gesprochen. Für sie waren die Tage nur noch Stunden. Schräg sah Nikolai zu ihm auf, und mit starren Augen sagte er endlich:„In acht Monaten...! man könnte vielleicht einen Ersatz anfordern, ich halte es nicht aus.“ Der Satz verklang zwischen Tranlicht und Tabakrauch. Der alte Kutusow goß sich, dem Petrowitsch und dann dem Popoff Wodka ein.„Trink aus!“ sagte er zu dem Jungen, und goß den Schnaps schlürfend durch den Bart. Nikalai nahm das Glas, goß es hinunter, so wie damals in Jekaterinburg, mit einem kurzen Schluck. Dann setzte er es hart auf und sah auf die beiden Alten. Das war alles, was sie sagen konnten:„Trink aus.“ Sie saßen hier in ihrem Erdloch wie Tiere, sie soffen und fraßen, hatten das Reden verlernt und das Denken auch. Er hätte sie niederschlagen mögen, wie den Wassilieff. Von der Seite traf ihn ein gutmütiger Blick Kutusows. Da sprang er auf und schrie in den niederen, verqualmten Raum: „Ich halte es nicht aus!“ Und mit langen Schritten ging er hinaus, trat unter den Himmel, in die verstörte Helligkeit, legte die Hände flach in den Schnee, öffnete sich die Pelzjacke und rieb sich die Brust mit Schnee ein. Es half fürs erste. Dann uchte er die Richtung nach Jekaterinburg. Dort, schräg Erzählung von Schimmel-Falkenau über dem Strom, unter diesen hellen Sternen, mußte es liegen. Die Station Gorgowo ist der Mittler zwischen der zivilisierten Welt und den im Eismeer arbeitenden Walfischfängern, Robbenjägern, ist Wetterstation und geographischer Beobachtungsposten. Ihre Besatzung besteht aus drei Mann. Iwan Kutusow und Ador Petrowitsch, alte Leute, die schon im zehnten Jahre auf Gorgowo arbeiten und des Wohllebens völlig unkundig geworden waren, bildeten nun mit Fedja Kalinin... nein, Fedja Kalinin war ja vor zehn Tagen in die helle Nacht hinausgestürzt, schreiend, wie ein Tier. Sie hatten ihn dann tags darauf gefunden, der Jenissei hatte ihn wieder an das Ufer getrieben. Nach drei Wochen kam mit dem Eisbrecher der Ersatz. Er war ein jungen Mensch, dreißig Jahre, er hieß Nikolai Popoff. Die beiden Alten, Iwan Kutusow und Ador Petrowitsch, nickten ihm nur zu und zeigten ihm die Station, dann bestürmten sie die Besatzung des Eisbrechers mit Fragen. Alle Jahre einmal, höchstens zweimal, lief der Eisbrecher die Station an. Erst am zweiten Tage sahen sie sich ihren neuen Gesährten genauer an. „Wo kommst du denn „Jekaterinburg“, antwortete der Neue, atmete tief auf und sprach weiter:„Hat ja alles keinen Zweck... nur niemanden sehen...“ Er kramte eine Weile und warf dann ein Bild auf den Tisch. Kutusow nickte schmunzelnd, als er sich die Frau betrachtete. Nach sieben Tagen fiel der erste Schnee. Schwarzblaue Wolken krochen von Osten her. ein böiger Wind Indessen besah sich der alte Petrowitsch das Bild dieser Nadja. Es hing an der Wand, über der Stelle, an der Nikolais Platz war. Dann traten sie zusammen unter die Tür, sahen Nikolai Popoff mit starren Augen über den Strom sehen und suchen. Ador Petrowitsch ging langsam zu ihm hin, reckte seinen Arm quer über den Strom und sagte: „Dort liegt es.“ Dann ging er mit Kutusow in den Raum, spuckte den Tabakgeschmack des ganzen Tages auf den Boden und legte sich schlafen. Nikolai Popoff war fast die ganze Nacht im Freien. Es war eine Nacht voll Nordlicht und Helligkeit, durch die der Schnee bunt leuchtete, und unter der der Strom rot und silbrig hinfloß. Nikolai Popoff schrie. Er schrie wild über das Land hin. Auf ihren harten Lagern richteten sich die beiden Alten auf, horchten in die Nacht hinaus. Dann sagte Ador Petrowitsch: „Es geht mit ihm wie mit dem Fedja... und mit den anderen...“ strich Male unter ihnen heulend hin. Es wurde zum ersten sen ihn hinunter. Nach drei Tagen dann, in der Nacht, hörten die Alten einen Schuß. Bedächtig zogen sie die großen Stiefel über, nahmen die Pelzjacken um die Schultern und gingen hinaus. Nach einer Stunde hatten sie Nikolai Popoff gefunden. Er hatte sich in die Stirn geschossen und lag im Schnee. Sie trugen ihn zur Station und nähten ihn noch in dieser Nacht in den Leinwandsack ein. So legten sie ihn dann vor die Tür, schliefen die Nacht zu Ende und trugen ihn am nächsten Morgen zum Felsloch, ware dunkel, seit Nikolai Popoff auf Gorgowa war. In Darauf morste der alte Kutusow:„Ein Abgang durch zwei Stunden war ringsum das ganze Land von einer Tod, Station Gorgowo.“ hohen Schneedecke überzogen. Nikolai stand unter der Acht Wochen später stieß von der Station Liwoff her Tür, hielt im Schneeschaufeln inne, starrte in das flie= der Eisbrecher vor, brachte den dritten Mann zur Stat an mn a i nata fa taf.t ftl ßende Weiß und dachte an Nadja, an ihre behexte Seele, an ihr spöttisches Lachen und sah sie wie damals durch den ersten Schnee des vorigen Jahres hingehen, sie legte Wassilieff den Arm um den Nacken, sah spöttisch zu ihm zurück. tion. Er hieß Rustan Gregorowitsch, war ein Mann von vielleicht vierzig Jahren, groß und stark. Ador Petrowitsch und Iwan Kutusow sahen sich, als der neue Gefährte aus seinem Gepäck das Bild einer Frau hervorsuchte, merkwürdig an. FLUCHT UND HEIMKEHR Novelle von Hermann Linden Mit seiner unsterblichen Kraft blühte der Frühling wieder. Das Tal der Töpfer schimmerte in der Obstbaumblüte; der Frühling hatte der Armut ein Hochzeitsgewand angezogen und niemand führte in diesen Wochen des Landschaftsrausches Worte der Klage im Mund. Unter Annas Zimmerfenster zog sich die Landstraße zum nahen Bahnhof hin. Auch diese Landstraße war umsäumt von Apfel= und Birnbäumen. Die Pracht des weiß=rosa Blütenmeeres hätte Annas staunenden Blick wohl auf sich ziehen können. Da aber war in den letzten Wochen etwas geschehen, was für die Bevohner der drei Taldörfer ein unerforschliches Geheimnis und Wirtsstubenthema blieb; für Anna, die zwanzigjährige Tochter des Dorfschmiedes Bertel aber war dieses Neue mehr eine Quelle der Unruhe und nagenden Neugierde. Das Dorf W., in dem Anna wohnte, war plötzlich Schnellzugstation geworden. Nicht genug also, daß W., obwohl es keineswegs größer und bedeutender als die zwei anderen Taldörfer war, einen Bahnhof hatte, der mit blitzenden Schienen in die großen Städte führte, nun hielten sogar Züge, die doch absolut keine Zeit zu verlieren hatten, am Bahnhof von W. und niemand wußte, warum, da weder Bauern noch Töpfer ein=, noch Reisende ausstiegen. Einige Minuten nach zwölf Uhr mittags kam der Schnellzug, der am Bahnhof von W. hielt, ganz kurg, einige Sebunden nur, wie um einer gesetzlichen Pflicht zu genügen, um dann wie ein nervöser eiliger Flüchtling hinter den Bergen und Wäldern in die ferne Welt zu verschwinden. Jeden Mittag um zwölf Uhr setzte sich Anna ans Fenster und starrte auf den blauleuchtenden Tannenwald, aus dem er kommen mußte, der Schnellzug, schwarz, rasend, mit riesiger Lokomotive. Donner und Unruhe in das Tal der Töpfer bringend. Anna wußte selbst nicht, wieso es kam, daß sie sich, wie von einem inneren Zwang getrieben, ans Fenster setzte, um einen Eisenbahnzug anzustarren, aus dem niemand weder aus= noch einstieg. Er kam— wie immer beängstigend schnell, schwarz, groß, donnernd, seltsam, von dicken weißen Rauchwolken fürstlich umhüllt, stoppte, hielt, widerwillig, schnaubend. Annas Augen weiteten sich. Abteiltüren wurden geöffnet. Minuten vergingen, ehe er weiterschoß, der Zug, hinter die Berge in die ferne Welt. Am nächsten Tage erwartete Anna den Zug nicht von ihrem Kammerfenster aus. Sie setzte sich auf die einzige Bahnhofsbank. Vielleicht hielt der Zug wieder länger, vielleicht stiegen diesmal Reisende aus, dann gab es viel zu sehen. Der Zug kam, hielt, wirkte auf Anna noch erregender durch seine Nähe. Mitten unter den vielen dunklen Wagen hatte sie einen Wagen gewahrt, der abstach, weinrot leuchtete. Anna erhob sich, ging heran an den Wagen, stellte sich auf die Zehenspitzen, lugte in das Innere. Ein einziger Reisender saß in dem Speisewagen, ein Herr, der vor einer Sektflasche träumte. Der Herr sah im schmalen Wandspiegel das neugierige forschende Mädchengesicht. Er erhob sich, immer noch gelangweilt und doch etwas abgelenkt und trat an das Wagenfenster. Anna wich nicht von der Stelle. Später hat sie sich immer darüber gewundert, wie stark sie damals die Faszination ergriffen hatte. „Ein Glas gefällig?“— fragte der Fremde, der eine weiße Nelke im Knopfloch stecken hatte. „Natürlich, warum nicht?“ lachte Anna keck. Der Herr lächelte etwas seltsam, fast müde und reichte Anna seine Karte. Er wollte noch einmal das frischgefüllte Glas hinausreichen, an den weichen roten Mund Annas, aber da pfiffen die Beamten, zog die Lokomotive an und bereits schoß der Zug der Bergkurve entgegen, um in wenigen Sekünden in den Wäldern zu verschwinden. Anna sah dem Zug nach, bis er verschwunden war, dann starrte sie den Rauchwolken nach, bis sie im Aether zerrannen. Ihre Hand hielt das Kärtchen umklammert. Erst nach einigen Minuten las sie: Albert Morten, B., Friesenstraße 3, stand darauf in zierlichen gepreßten Buchstaben. Mehrere Wochen vergingen. Täglich kam der Schnellzug, hielt, kurz, unwillig, wie um nur einer gesetzlichen Pflicht zu genügen, und raste davon in die ferne Welt. Anna saß nicht mehr am Fenster, wenn der Zug kam, sie saß auch nicht auf der Bahnhofsbank; der Zug war keine Sensation mehr für sie. Der Zug hatte das getan, was er zu tun vermochte: er hatte die Sehnsucht in Anna erweckt und diese Sehnsucht saß nun in ihrem jungen Herzen wie ein schmerzendes Leiden, das sich täglich erweitert und vertieft. Anna dachte nicht sonderlich an den Mann, der Albert Morten hieß, der ihr den süßen, schäumenden Wein und die Karte mit seiner Adresse gegeben hatte. Anna dachte an die große Stadt, in der Albert Morten wohnte, an die große Stadt, die gewiß voller Wunder war. Der Schmied Bertel hatte wenig zu tun und darum oft Zeit genug, sein einziges Kind, die schöne Anna, zu beobachten und über sie nachzudenken, aber er fragte Anna nicht; er wollte warten, bis Anna von selbst über den Grund ihrer plötzlichen Stille sprechen würde. Anna aber sprach nicht, sie dachte, plante, arbeitete, sparte, verkaufte insgeheim, sammelte Geld, und eines Tages war sie verschwunden, eingestiegen in den Schnellzug, der dahinschoß in eine ferne, große Stadt. Ein hinterlassener Brief sollte den Vater trösten. Der Schmied Bertel erinnerte sich an die unruhige Natur seiner toten Frau und erklärte sich Annas Flucht als schicksalhaft. B. war eine Millionenstadt. Das Straßenleben und die Verkehrstechnik waren also weltstädtisch. Anna ging langsam und staunend durch die breiten Straßen, mit Auge und Ohr allem Neuen hingegeben. Der Anblick der eleganten Frauen in den leichten bunten Sommerkleidern machte das Mädchen schüchtern. Obwohl Anna jung, gut gewachsen und eine Schönheit, wenn auch eine diskrete war, sah sich nur selten ein Mann nach Anna um. belästigt wurde sie nie. Aber Anna fühlte sich nicht einsam. Sie hatte ja eine Karte, eine Adresse; ein vornehmer Mann hatte sie zum Besuch eingeladen. Friesenstraße 3 war eine Villa, die tief hinter einem leuchtenden Garten lag. Das Gitter hatte vergoldete Stäbe. Anna drückte auf die Schelle. Ohne daß jemand sichtbar wurde, öffnete sich das Tor. Anna ging hinein. Der weiße Kies knirschte unter ihren Füßen. An der Tür des Hauses stand ein grauhaariger Diener mit strengen Gesichtszügen. Der Diener musterte Anna, die gewiß nicht anders aussah als ein Mädchen vom Lande eben aussieht, und fragte kurz, was sie wünsche. Anna gab dem würdevollen Herrn die Visitenkarte und sagte, Herr Morten habe sie eingeladen. Mit hochgezogener Braue prüfte der Diener die Karte, und da kein Zweifel an ihrer Echtheit war, forderte er Anna auf, etwas zu warten. Einige Minuten vergingen. Als der Diener wieder zurückkam, war seine Miene keineswegs freundlicher, aber er forderte Anna auf, hereinzukommen. Albert Morten, ein großer, schlanker Mann mit etwas müden Gesichtszügen, saß am Schreibtisch. Es war zwölf Uhr mittags, also hatte der Tag erst angefangen, und so war es nicht verwunderlich, daß Morten noch im Schlafrock war. Morten erhob sich nicht, als Anna hereintrat. Er exwiderte flüchtig den Gruß des Mädchens, spielte in keichtnervöser Zerstreutheit mit einem langen goldenen Bleistift und sah Anna mit einem fragenden Blick an, der nicht ohne Mißtrauen war. Anna brachte nach der Begrüßung kein Wort mehr über die Lippen.„Aha, jetzt endlich fällt es mir ein, wo ich dich gesehen habe, Kleine. Nun gut, ich will sehen, was ich tun kann. Komm in drei Tagen wieder.“ Drei Tage später ging Anna wieder in die Friesenstraße 3. Dieses Mal wurde sie gar nicht vorgelassen, aber der Diener hatte einen Brief für Anna, eine Empfehlung an einen Geschäftsmann. Immerhin hatte also Morten etwas für Anna getan. Wieviel eine Empfehlung von einem reichen Manne wie Morten bedeutete, sollte Anna noch am gleichen Tage erfahren. Sie erhielt Stellung als Verkäuferin, sie erhielt einen ZigarettenKiosk, vorläufig einen am Rande der Stadt. Nach einigen Wochen erschien es Anna, als sei sie nie anderswo gewesen als in einer Weltstadt, das Heimattal verblaßte wie eine Erinnerung. Sie lachte über sich selbst, wenn sie sich daran erinnerte, mit welchem Herzpochen sie noch vor wenigen Monaten die Schnellzugslokomotive angestarrt hatte. Da Anna den Kiosk fehlerlos verwaltete und sich auch inzwischen äußerlich der Großstadt angepaßt hatte, was ihre Hübschheit erst auffällig machte, wurde sie in den Kiosk eines neueröffneten Automaten in der Innenstadt versetzt. Von Herrn Morten hatte sie nie mehr etwas gehört und auch nie hatte sie ihn mehr gesehen; Morten war kein Mann der Straße, sein Leben verlief in Autos und feinen Häusern— eine Welt, in die Anna nicht gelangte, obwohl sie darin hätte herrschen können. Wochen vergingen. Andreas Tromberg arbeitete wie ie zuvor im Leben. Er fühlte seine Kräfte verzehnfacht. nie Er führte jede Reportage aus, die der Zeitungskonzern verlangte. Eine über die andere Woche hatte Anna Nachtschicht, dann kam sie täglich ins Atelier, vom frühen Vormittag bis zum späten Nachmittag. Längst war sie nicht nur Trombergs Modell. In Andreas Trombergs Atelier standen drei Bilder. Jedes dieser Bilder war Anna. Anna am Kammerfenster, auf die Lokomotive starrend, die den Zug durch blühende Landschaft führte; Anna im Kiosk, ein Wesen voll frischen Liebreizes inmitten abgehetzter Großstadrmenge und Anna mit Blumen in der Hand, grohen, weißen Rosen, die entzückendste Verkäuferin. Die drei Bilder von Andreas Tromberg: Sehnsucht, Unschuld vom Lande, Rosenverkäuferin, wurden alle vom staatlichen Museum angekauft, als geniale Werte gepriesen und an bevorzugte Plätze der Galerie gehängt. Im nächsten Jahr fuhr ein glückliches Hochzeitspaat zur Baumblüte ins Tal der Töpfer, zum alten Schmied Bertel, zur Heimat. summer Die deut In dem Automaten gefiel es Anna vorzüglich, hier drängte das Leben ungestüm. Der Raum war groß und hell, in der Sonne blitzten Glas und Metall, es war festlich, hier zu arbeiten. Anna war sehr fröhlich und schrieb oft freudige Briefe nach Haus. Damit der Vater nicht auf irrige Gedanken kam, ließ sie sich einmal, in ihrem Kiosk sitzend, photographieren und sandte das Bild an den alten Schmied. Eines Nachmittags beobachtete Anna einen Mann, der abseits stand, einen Bleistift und einen Block in den Händen hatte und den Blick ständig zwischen ihr und dem Block hin und her gehen ließ. Anna begriff; der Mann zeichnete sie. Anna wurde nervös, mehrmals gab sie falsche Packungen. In den Sekunden, in denen der Kiosk leer war, betrachtete Anna den Zeichner, unauffällig. ohne daß er, der auch viel zu sehr in seine Striche vertieft war, es merkte. Anna, die einen guten Instinkt besaß, spürte das kommende Ereignis. Einen solchen Menschen hatte Anna noch nicht gesehen, ein solches Gesicht war ihr bisher fremd gewesen. Der Mann, in seine Zeichnerei verstrickt, zeigte sein wahres Gesicht: sein arbeitendes Gesicht. Die Lippen waren hart zusammengepreßt, ein bitterer Zug zeigte sich scharf an den Mundwinkeln. Das Gesicht war schmal, fast hager. Das Seltsame in dem Gesicht aber waren die Augen. Obwohl sie von einem sanften Braun waren, kamen sie Anna düster vor, flackernd, voll Leidenschaft— ein Blick kam heraus, der etwas Fanatisches hatte, etwas Zehrendes. Auch die Art und Weise, mit der Tromberg Anna behandelte, war ihr neu. Tromberg war galant, ohne zu schmeicheln. Tromberg war bitter, sarkastisch, ohne boshaft zu sein. Eine gewisse Grazie war in seinem Wesen und in seinen Worten, wie auch in seinen Zeichnungen, die einen silberfeinen Strich hatten. Nur etwas gefiel Anna nicht, es weckte ihren Widerspruch: die oft in Trombergs Reden auftauchenden selbstverspottenden Bemerkungen. Anna, ein gesundes, junges, unverdorbenes Mädchen, ahnte die Gründe dieses Hohns, Wunden aus der Not der Zeit. Und in Anna entstand als höchster ihrer Wünsche der Wunsch, diese Wunden zu heilen, die erste Regung fraulicher Liebe. „Eigentlich dürfte ich den Aufzug nicht benutzen— höhnte Tromberg, als er Anna eines Tages zum fünften Stock eines großen Geschäftshauses hinauffuhr—, da ich die Gebühr nicht bezahle. Man gibt dann eben dem Hausmeister hier und da eine Zigarre und dann ist er still.“ Anna schwieg. Tromberg führte seinen schönen Besuch ins Atelier.„Erschrecken Sie nicht allzu sehr, Fräulein Bertel— erklärte Tromberg— das, was Sie hier sehen, dieses Durcheinander, das ist eben„Bohême“. Immerhin ist ein Stuhl für Sie da. Auch etwas Tee!“ Nach kurzer Pause fuhr Tromberg fort: „Ich habe nicht geglaubt, Fräulein Bertel, daß Sie kommen würden. Wie oft habe ich schon Mädchen zu mir ins Atelier bestellt. Immer haben sie es versprochen, aber kaum gehalten. Manche kamen einmal, dann nie wieder. Ich kann das ja verstehen. Diese wüste Bude ist gewiß kein Künstleratelier, wie es sich eine Mädchenphantasie vorstellt. Und dann haben die Mädchen unserer Tage keine Zeit mehr für die Kunst. Alle jagen sie dem Geld nach, dem Luxus, der äußerlichen Karriere. Wenn man Modelle haben will, muß man sie bezahlen können. Das ist der Grund, weshalb ich nicht dazu kommen kann, die Bilder zu malen, die ich malen möchte, die Bilder, die mir auf der Seele brennen. Wir sind ohne Kredit bei den Mädchen, wir Maler. Schon habe ich zwei Ausstellungen vorübergehen lassen müssen, ohne sie beschicken zu können. Gewiß, ich hätte Landschaften oder Straßen malen können, die halten ja still. Aber man soll das run, womit sich die Träume beschäftigen, wonach die Seele dürstet. Das Wunder des deutschen Mädchengesichtes möchte ich malen, malen für die Ewigkeit, dieses Gesicht in seinem Licht, in seiner Holdseligkeit, in seiner starben, blutvollen Reinheit. Aber wo ist das Mädchen, das dieses Gesicht hat und mir Modell sitzt, Modell zu einem Bildnis von ewiger Schönheit und Gültigkeit?“ Anna saß wie verzaubert. So hatte sie noch nie einen Mann sprechen hören. Leidenschaft, Qual, Vorwürfe, Bitterkeit, Sehnsucht, Kraft, Ziel, Wollen— alles dieses funkelte in den Worten und den Augen Andreas Trometgs. In der neindetag etreten. urch daß z eutschland tertreten sir Eröffnet des Deutsch neister Dr. Nach der ten Führer beha hierreichisch neich ist die in Oesterrei Leben über allem in der weaan ein in der Ebe gebildet we ung und mseres Lar sungen u weite Frawerden, ist dr österrei neinden. ober d. J. punkt an di Uandesrecht ann. Wir sührung in Oeste am geben en kann, hen Geme Der Minis Einschaltun Lem. 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