wir vor uns. Unsern den Garten aben wie i und geraden damals woh en Geldbeutel indern Leuten und bat und Wir möchten beweisen und hher erst veroas Alte als tten, als nicht a wir hörten ren jung und netwas wirh unsren Gesich in igt sie.„Und ren grüblerif dem großen n Kopfe as neue Löcher heute abend ge mir heute t sie. fragt er. weiß wirklich us.“ ährt er fort. a, er ist weg alte Garten Wo sind die nd hier stand nieder, weil Aber nun drüben steht auch gestört. darüber, daß Und wo sind sind weg, sioten Blumen weiten Jahre Und unser Sieh, Anna, ihre Augen wohl so wie Art heraus ich mich, daß insern alten in dem wir im meine ich Oder mein h. h Eckmann ile- Bavaria orm. Erscheint täglich. Bezugspreis monatlich durch Boten 2.10 Mk., durch die Post 2,20 Rm. einschl. 0,40 Rm. Postgebühren, zuzügl. 0,42 Rm. Bestellgeld. Schriftleitung und Geschäftsstelle in Ahaus: van=Delden=Str. 8. Telegr.Adresse: Kreiszeitung Ahaus i. W Fernruf Nr. 450. Postschließfach 65 Postscheck=Konto: Hannover 22739. 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Zur Durchführung dieser gewaltigen Aufgabe wurde am gleichen Tage ein Erlaß über einen Generalbauinspektor für die Reichsyauptstadt veröffentlicht, dem im Laufe des vergangenen Jahres das Gesetz über die Neugestaltung deutscher Städte und die Verordnung über die Neugestaltung der Reichshauptstadt Berlin folgte. Diese gesetzlichen Maßnahmen wurden in diesen Tagen durch einen Erlaß über die Erweiterung der Befugnisse des Generalbauinspektors vervollständigt. Inzwischen wurde im Laufe des Jahres 1937 ein Teil der Bauarbeiten bereits praktisch in Angriff genommen, so vor allem der Ausbau der OstWest=Achse vom Brandenburger Tor bis zum Adolf=Hitler=Platz. Mit der Ausschreibung eines Wettbewerbs zur Erlangung von Entwürfen für eine neue Hochschulstadt am westlichen Rande Berlins wurde ein weiteres Bauvorhaben eingeleitet. Der Grundstein für den ersten Bau dieses Gebietes, das Wehrtechnische Institut, wurde am 27. November 1937 durch den Führer gelegt. Der Generalbauinspektor für die Reichshauptstadt, Professor Albert Speer, gibt jetzt eine umfassende Darstellung des Programms der Neugestaltung bekannt, auf Grund dessen nach den Ideen des Führers eine schönere und würdigere Hauptstadt des Dritten Reiches erstehen soll. Erste Forderung: Zusammenfassung der geplanten Großbauten. Weit verstreut in allen Teilen Berlins liegt heute eine große Anzahl monumentaler Bauten, die erst in den letztvergangenen Jahren entstanden sind. So entstand B. der Neubau des umfangreichen Reichsbankkomplexes unmittelbar beim Altbau in abgelegener Gegend Berlins, das Luftfahrtministerium an der Leipziger Straße, die Deutschlandhalle im Westen der Stadt beim Messegelände, das Hauptverwaltungsgebäude für den Reichsarbeitsdienst im Grunewald, das Stabsgebäude der DAF an der Potsdamer Straße, die Verwaltungsgebäude großer Verscherungen am Fehrbelliner Platz usw. Weitere Großdallten waren an weit auseinanderliegenden belanglosen Punkten der Reichshauptstadt geplant. Es müssen in den nächsten Jahren zahllose Bauten, vor allem aus praktischen Gründen des Platzbedarfs, dringend errichtet werden. Denn es steht seit langem im Regierungsviertel Berlins kein Büroraum mehr zur Verfügung, sodaß Behörden und Privatgesellschaften gezwungen waren, ihre Büros oft in 20 und mehr einzelnen Häusern unterzubringen, die weit auseinandergerissen in der Reichshauptstadt liegen. Es gilt jetzt, für alle diese Bauten repräsentative und großräumige Bauplätze zu finden, und es liegt nahe, für diese Bauten, denen viele andere folgen werden, nach Moglichkeit etwas räumlich Zusammenfassendes zu plaenen, d. h. einen Straßenzug bereitzustellen, der die notwendige Aufnahmefähigkeit besitzt. Eine neue Nord=Süd=Achse. Eedante, für diesen Zweck einen der vorhandenen Straßenzüge auszubauen, ist erwogen, reiflich icht und verworfen worden. Es folgt daraus, daß für die Errichtung der notwendigen großen Neubauten eine neue Straße erbaut werden muß, die nicht nur den Verkehr der Jetztzeit, sondern auch den in Zukunft zu erwartenden, bedeutend verstärkten Verkehr bewältigt. „Lage, Richtung und Breite der neuen Straße mußten so gewählt werden, daß sie der flüssigen Abwicklung eines Kobgesteigerten Verkehrs dienen können. Eine ostwestsche Straße ist bereits vorhanden. Sie wird heute so unsgebaut, daß sie auf lange Sicht den kommenden Vertehr bewältigt. Die Anlage einer zweiten großen Ost=West=Achse ist nicht dringlich. Aus diesem Grunde lag es nahe, eine neue Straße annahernd nordsüdbicher Richtung anzulegen, in dieser Richtung in Berlin ein durchgehender Slatzenzug fehlt, der zudem die vorhandene Ost=Westverkehrlich ergänzt. Die Hauptgrundsätze der Neugestaltung. „aus den hier dargestellten Ueberlegungen ergeben sich für die Neugestaltung des städtischen Weichbildes folgende Hauptforderungen: Am die zahlreichen neuen Großbauten in der achshauptstadt planvoll zusammenzufassen, ist ein taßenzug bereitzustellen, der mit freiem Hinterland die Möglichkeit gibt, auf lange Sicht alle neuen Großbauten unterzubringen. 2. Dieser neue Straßenzug muß im wesentlichen durch unbebautes Gebiet führen, um eine übermäßige Verteuerung des Straßenlandes und der Grundstücke zu vermeiden. 3. Die Straße muß in nordsüdlicher Richtung liegend die ganze Reichshauptstadt durchqueren und dem Autoverkehr ausreichende Fahrdämme und Parkplätze auf lange Zukunft sichern. 4. In den Außengebieten der Stadt muß die neue Achse Hauptaufschluß der zu erweiternden Stadt, vor allem eines Wohngebietes werden, das in den kommenden 20 Jahren die Wohnungsnot der Stadt ein für allemal beseitigt. 5. Gleichzeitig mit dem Bau dieser neuen Nord=SüdAchse muß der Keil des Eisenbahngeländes beseitigt werden, das sich von Süden Berlin bis in den Kern der Stadt beim Anhalter und Potsdamer Bahnhof wie ein Damm trennend zwischen die östlichen und westlichen Stadtgebiete geschoben hat. 6. Damit muß endlich auch eine grundlegende Erneuerung des gesamten Eisenbahnnetzes in Berlin Wirklichkeit werden. Bekanntgabe des Generalbauinspektors. Bau der Nord-Süd=Straße.- Zwei Berliner Zentralbahnhöfe.- Neue Wohngebiete. Viergleisige Untergrundschnellbahn.- Vier breite Ringstaßen. dann der Siegesallee bis zur Charlottenburger Chaussee zu folgen. Von hier bis zum Hindenburgplatz geht die Um alle Fehlerquellen des bisherigen Bauens zu beseitigen und die oben angeführten Forderungen zu erfüllen, hat der Führer den Plan gefaßt, die Reichshauptstadt umzubauen und völlig neuzugestalten. Bei der Grundsteinlegung des Wehrtechnischen Instituts gab er seinen Willen und Entschluß kund,„Berlin nunmehr mit jenen Straßen, Bauten und öffentlichen Plätzen zu versehen, die es für alle Zeiten als geeignet und würdig erscheinen lassen wird, die Hauptstadt des Deutschen Reiches zu sein“. Vom Führet als Generalbauinspektor für die Reichshauptstadt beauftragt, gebe ich bekannt: 1. Alle wichtigen Neubauten der Reichshauptstadt werden in Zukunft an einer neuen Straße. zu einer einzigartigen gewaltigen Gesamtwirkung zusammengefaßt. Die Straße wird eine Breite erhalten, die dem zukünftigen Verkehr der Weltstadt angemessen sein wird. Sie geht von Norden nach Süden mitten durch das Zentrum des heutigen Berlin. 2. Ein neuer Südbahnhof, westlich vom jetzigen Tempelhofer Ringbahnhof, nimmt den Verkehr des Anhalter und Potsdamer Bahnhofs auf. Damit wird inmitten der Stadt ein Gleisgelände von 1 Million Quadratmetern, das bisher für den Betrieb der beiden Fernbahnhöfe notwendig war, zur Bebauung rei. Die neue Nord=Süd=Straße durchzieht schließt dieses freies damit für hnhof zwischen Bahnhof Putlitzstraße und Bahnhof Wedding übernimmt den Fernverkehr des Lehrter, des Stettiner Bahnhofs und der Stadtbahn. Mit ihm steht das Bahngelände des Lehrter Bahnhofs mit 600 000 Quadratmetern zur Verfügung. 4. Die neue Straße verbindet die beiden neuen Berliner Zentralbahnhöfe miteinander. Sie geht vom Südbahnhof in gerader Richtung westlich an der Tempelhofer Siedlung vorbei, über die Kolonnenbrücke, der Bautzener Straße folgend bei der Göbenstraße in das Reichsbahngelände, durchstößt von der Lützowstraße bis zum Skagerrakplatz bebautes Gebiet, um Straße kurz in Ostrichtung, folgt darauf an der Rückseite des Reichstags vorbei der Hermann=Göring=Straße, überquert die Spree, durchschneidet das freiwerdende Charitégelände und gelangt an der Rückseite des Invalidenauses und des Invalidenfriedhofes vorbei an der Fennstraße zum Nordbahnhof. Baulicher Endpunkt der neuen Straße sind die gewaltigen Bauwerke des Nord= und Südbahnhofs. 5. Die neue Straße wird nach Norden und nach Süden bis zum Berliner Autobahnring verlangert. Sie schließt damit umfangreiche, neue Wohngebiete auf, die durch eine viergleisige Untergrund=Schnellbahn mit dem Zentrum der Stadt verbunden sind. Diese vollständig neue nordsüdliche Straße hat eine Gesamtlänge von 38,5 Kilometern. 6. Die heute vom Lustgarten bis nach Staaken bestehende Ost=West=Achse wird vom Stadtschloß aus, der Kaiser=Wilhelm=Straße folgend, nach Osten durchgebrochen und nach beiden Seiten bis zum Autobahnring verlängert. Eine neue Untergrundbahn folgt im wesentlichen diesem Straßenzug, der auch dem Osten Berlins neue Wohngebiete erschließt. Die Ost West=Straße wird eine Gesamtlänge von 50 Kilometer aufweisen. 7. Vier breite Ringstraßen werden, unter weitgehender Verwendung heute bereits bestehender Teilabschnitte, das neue Berliner Achsenkreuz erganzen. Damit ist das Straßennetz, das System der neuen Bahnhöfe und Untergrundbahnen endgültig festgelegt und so der Rahmen zur baulichen Entwicklung der Reichshauptstadt für die nächsten Jahrhunderte gegeben. Durch die beiden Erlasse des Führers und Reichskanzlers vom 20. Januar 1938 ist es ermöglicht, große Einzelbauten auch der freien Wirtschaft an den neuen Straßen zusammenzufassen und gleichzeitig Wohngebiete und Grünflächen der Zukunft Das Ziel des Neuaufbaues in Stoat und Verwaltung. Ein einheitlicher und übersichtlicher Behördenapparat im nationalsozialistischen Geist. Die weiteren Reformmaßnahmen. Staatssekretär Pfundtner in Königsberg. :: Königsberg, 28. Januar. Der Staatssekretär im Reichs= und preußischen Ministerium des Innern, Hans Pfundtner, hielt am Donnerstag abend vor der Verwaltungsakademie in Königsberg einen Vortrag über den staats= und verwaltungsrechtlichen Neuaufbau des nationalsozialistischen Staates. In seinen Ausführungen umriß Staatssekretär Pfundtner zunächst das Ziel Neuaufbau des Staates und der Verwaltung im Dritten Reich, um alsdann die Wege aufzuzeigen, die an dieses Ziel heranführen sollen. Das Ziel des Neuaufbaues der nationalsozialistischen Staatsverwaltung sei nach dem Willen des Führers die Schaffung eines einheitlichen, übersichtlichen und billigen Behördenapparates, der vom nationalsozialistischen Geist durchdrungen sei und mit der Bewegung, ihren Gliederungen und angeschlossenen Verbänden in lebendiger und sich gegenseitig befruchtender Verbindung stehe. Staatssekretär Pfundtner behandelte alsdann im einzelnen die Maßnahmen, die von der nationalsozialistischen Staatsführung zur Erreichung dieses Zieles bisher getroffen worden sind. Hierbei erörterte er eingehend die Stellung der Partei, die er als eine„öffentlich=rechtliche Körperschaft besonderer Art“ als eine Körperschaft des Staatsrechts bezeichnete. Die Parteiorganisation stehe auf eigener Rechtsgrundlage neben der staatlichen Behördenorganisation, beide einige der gemeinsame Zweck, dem Volk zu dienen: in der Erfüllung dieser Aufgabe arbeiteten Partei und Staat aufs engste zusammen und ergänzten einander. Ausgehend von dem Problem der Errichtung einer einheitlichen Reichsmittelinstanz führte Staatssekretär Pfundtner aus, daß man über den Neuaufbau des Staates und der Verwaltung nicht sprechen könne, ohne immer und immer wieder die Forderung der Wiederherstellung der Einheit der Verwaltung zu erheben. Die Nichtbeachtung dieses Gesetzes führe zur Unübersichtlichkeit und Undurchsichtigkeit der Verwaltung, zu einer Behördeninflation und letzten Endes zu einem Zentralismus, der den einzelnen Volksgenossen der waltung entfremde. Die gesamten weiteren Reformmaßnahmen in der mittleren und unteren Behördeninstanz müßten daher unter allen Umständen unter dem Gesichtspunkt der Einheitlichkeit der Verwaltung getroffen werden. Das einheitliche deutsche Volk brauche eine einheitliche deutsche Verwaltung, die einfach und übersichtlich aufgebaut sei, mit möglichst geringem Aufwand die ihr zufallenden Aufgaben erledige und mit dem Volke und seinen Auffassungen auf das engste verbunden sei. auch außerhalb der jetzigen Stadtgrenzen für ihre spätere Verwendung vorzubereiten und freizuhalten. Versammlungsbau und Großkundgebungs=Platz. Wer später die große Halle des neuen Südbahnhofes verläßt, sieht am anderen Ende der gewaltigen, neuen Hauptstraße Berlins in einer Entfernung von 5,5 Kilometer, auf dem Gebiet der heutigen Alsenstraße, mitten im Zentrum der Stadt, einen Versammmlungsbau sich erheben, der in seinen Abmessungen dem ausgedehnten Weichbild und der Bedeutung Berlins als shauptstadt entspricht. Vor diesem Großbau gestattet der Königsplatz mit einer Fläche von über 220 000 Quadratmeter die Veranstaltung der Großkundgebungen des Reiches mit etwa 1000000 Teilnehmern. Etwas weiter südlich, an der Charlottenburger Chaussee, wird durch das Zusammentreffen der beiden Straßenachsen der Brennpunkt des Berliner Verbehrs sich bilden. Hier mussen unterirdische Straßenkreuzungen für eine reibungslose Verkehrsabwicklung sorgen, durch die aber gleichzeitig bei einem Aufmarsch der Ost—West=Verkehr unter der von Süden kommenden Aufmarschstraße weitergeleitet werden kann. Rundplatz von 210 m Durchmesser. Am südlichen Rand des Tiergartens entstehen die umfangreichen Bauten des neuen Kriegsministeriums. Kurz danach wird an der Kreuzungsstelle der neuen Straße mit der Potsdamer Straße der gerade Zug der Achse durch einen runden Platz unterbrochen. Dieser Platz mit einem Durchmesser von 210. Metern wird von dem neuen Haus des Deutschen Fremdenverkehrs, einem Verwaltungsgebäude der Allianzversicherungsgesellschaft, einem Kinotheater, dem neuen„Thüringen=Haus“ und anderen Gebäuden in gleichmäßiger Bebauung und einer Höhe von 25 Metern umschlossen. Riesige Wasserfläche vor dem Nordbahnhof. Vor dem Nordbahnhof, räumlich das nördliche Ende der großen Straße, wird zwischen Bahnhofsvorplatz, der neuen Straße, Invalidenstraße und den Militärbauten auf dem bisherigen Eisenbahngelände eine große Wasserfläche von 1200 Metern Länge und 500 Metern Breite entstehen. 1950 wird das Werk vollendet sein. Für die Beendigung der weiteren Planung sind folgende Termine vom Führer grundsätzlich festgelegt worden: Im Jahre 1950 sollen die Hauptaufgaben bis auf die Ringstraße abgeschlossen sein. Um die Bebauung der bisherigen Reichsbahngelände zu diesem Termin zu ermöglichen, muß im Jahre 1945 der Südbahnhof und im Jahre 1948 der Nordbahnhof dem Verkehr übergeben sein. Etwa ein halbes Jahr nach der Eröffnung des Südbahnhofes, also noch im Jahre 1945, wird die Neue Straße einerseits bis zur Charlottenburger Chaussee und andererseits bis zum südlichen Autobahnring dem Verkehr übergeben. Da die Freimachung des jetzt bebauten Geländes längere Zeit beanspruchen wird, beginnt die Errichtung der meisten hier erwähnten Großbauten erst im Jahre 1939, wobei bereits heute feststeht, daß die Hochschulstadt im Jahre 1945 fertiggestellt sein muß. Bis zum Jahre 1945 sollen auch die Randbauten an der Großen Straße vom Tiergarten bis zum Reichsbahngelände beendet sein. Das große Wohnungsbauprogramm. 1938 Baubeginn für 15 000 zusätzliche Wohnungen Jährlich 20 000 Wohnungen in neu erschlossenen Wohngebieten. Ebenso wichtig wie der Bau der Großen Straße ist der Wohnungsbau für die Reichshauptstadt. Noch in diesem Jahre wird mit dem Bau von 15 000 zusätzlichen Wohnungen begonnen, und da diese Zahlen in einigen Jahren auf 20000 jährlich erhöht werden sollen, ist es nötig, frühzeitig solche Wohnbaugelände zur Verfügung zu stellen, die heute noch unerschlossen in der Nähe des Stadtzentrums liegen. Die Entwicklung einer neuen Bauordnung. Mit dieser Bauentwicklung entlang den großen Straßen wird sich endlich auch eine neue Bauordnung herausbilden. Die heute gültige Bauordnung geht im allgemeinen davon aus, daß vom hoch und dicht bebauten Mittelpunkt der Stadt die Bebauung in konzentrischen Ringen nach außen flacher und lockerer werden soll. Das neue Achsenkreuz aber wird diese Art der Bebauung ändern, d. h. die höheren Bauten werden sich nicht nur in der Innenstadt massieren, sondern sie werden sich entlang den vier Armen des Hauptverkehrskreuzes Kulturarbeit im Gau Westfalen=Nord. Der Gau Westfalen=Nord eröffnet die kulturellen Großveranstaltungen für die Detmolder Richard=Wagner=Festwoche. fortsetzen und so der weiteren Entwicklung des Zentrums der Reichshauptstadt jede Möglichkeit offen lassen. Kleingärten und Grünflächen in großzügiger Planung. Die Höhe der Bebauung wird zu beiden Seiten der großen Achsen abnehmen und schließlich in Kleingarken und Grünflächen übergehen. Die radikale Anordnung der Grün=, Wohn= und Industriestreifen soll aber nicht so zum Schema werden, daß natürlich Vorhandenes zerstört wird. So wird zum Beispiel die Spree eine weitaus größere Bedeutung für Berlin bekommen, als sie bisher besaß. Es soll zu beiden Seiten das Ufer freigelegt und mit grünen Uferpromenaden und neuen Bauten gesäumt werden. U. a. wird das Ufer von der Schloßbrücke bis zur Friedrichstraße gänzlich neugestaltet und das Gelände für weitere neue Museumsbauten vorgesehen. An einigen Stellen wird das Flußbett selbst verbreitert. Auf Anerdnung des Führers sollen ferner die ödesten Teile der Kiefernschonungen des Grunewaldes später parkartiger Mischwald werden. Sport=, Spiel=, Badeund andere Erholungsplätze werden neu angelegt. Neugestaltung Berlins- des Führers Fdee und Tat. Der Führer, der sich aus der Sorge um das Schicksal der Reichshauptstadt schon seit Jahrzehnten mit den städtebaulichen Problemen Berlins befaßt hat, erkannte bereits vor vielen Jahren die notwendigen Grundzüge der Lösung. Das Kernstück der heutigen Planung, die NordSüd=Achse mit ihrer Bebauung und die Neuordnung der Bahnanlagen wurde durch seine Ideen bestimmt. Die vielseitigen Untersuchungen, die darauf bei der Planung angestellt wurden, haben bestätigt, daß der vom Führer vorgezeichnete Weg der einzig richtige war. Dder Weltwirtschaftsplan van Zeelands. Zunächst Fühlungnahme der fünf Großmächte. DNB Berlin, 27. Januar. Der Bericht des ehemaligen belgischen Ministerpräsidenten van Zeeland, soeben veröffentlicht wird, behandelt in seinem ersten Teil das Problem, ob es gegenwärtig einen Zweck hat, den internationalen Handel wiederherzustellen; van Zeeland schildert die Entstehungsgeschichte seines Auftrages, weist auf die vielen Besprechungen hin, die er im Rahmen seiner Untersuchungen gehabt hat und stellt fest, daß auch heute noch die Aufrechterhaltung internationaler Beziehungen zum Wohle eines jeden Landes erforderlich ist. Als Ergebnis seiner Besprechungen kommt er dann zu dem Schluß, daß das Problem einer Wiederbelebung des Welthandels nur auf dem Wege einer allgemeinen internationalen Zusammenarbeit zu lösen ist. Im zweiten Teil seines Berichtes untersucht van Zeeland die hauptsächlichsten Hemmnisse, die den internationalen Wirtschaftsverkehr behindern. Er erwähnt die Zölle, den indirekten Protektionismus, die Kontingente sowie die Unsicherheit der Währungen und die Beschränkung des internationalen Kreditverkehrs. Er nennt u. a. noch den Verrechnungsverkehr und die Devisenbewirtschaftungen als maßgebliche Faktoren, die der Entwicklung des internationalen Handels entgegenstehen. Diese Schwierigkeiten sind darauf zurückzuführen, daß die früheren wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den einzelnen Ländern aus dem Gleichgewicht gekommen sind. Die Beseitigung der Störungen hat also zur Voraussetzung die Wiederherstellung dieses Gleichgewichts. Dabei kann es durchaus erforderlich sein, noch für eine gewisse Uebergangszeit die staatlichen Kontrollen beizubehalten. Im übrigen schlägt van Zeeland zur weiteren Behebung dieser Schwierigkeiten die üblichen Mittel vor. Die Wiederherstellung des Gleichgewichts hänge davon ab, daß die Vergangenheit liquidiert werde, das heißt, es müsse eine Regelung für die internationalen Kapital= und Warenschulden gefunden werden, und ferner müsse die Möglichkeit der internationalen Kreditgewährung neu geschaffen werden. Der Bank für internationale Zahlungen weist van Zeeland in diesem Zusammenhang eine besonders unterstützende Rolle zu. Den wichtigsten Teil seiner Ausführungen bildet das Kapitel III, das fast die Hälfte des ganzen Berichtes umfaßt. Hier betont van Zeeland, die Hauptsache sei, Methoden vorzuschlagen, die miteinier Aussicht auf Erfolg zur Wiederherellung des Welthandels führen könnten. Dabei müsse man berücksichtigen, daß die Lösung des Problems nicht nur mit wirtschaftlichen Mitteln erreicht werden könne, da die allgemeinen politischen Verhältnisse in der Welt die Wirtschaftslage in stärkstem Maße beeinflussen. Wenn einige Staaten zu besonderen Maßnahmen zum Schutze ihrer nationalen Wirtschaft gegriffen hätten, so hätten sie das nicht leichten Herzens und mit Freuden getan, sondern aus sehr ernstzunehmenden Gründen. Es gehe auch nicht an, je nach dem Grundsatz der Wirtschaftspolitik die Staaten in zwei Gruppen zu teilen. Man müsse aver baldmöglichst das internationale Vertrauen wieder herstellen. Dazu sei die Regelung einer ganzen Reihe von Fragen notwendig. Unter diesen Fragen zählt der Bericht folgende auf: Die Rohstoff=Frage, die Frage des Kolonialbesitzes, der Kapitalverteilung, der internationalen politischen Schulden und der Aufrüstung. Wie bereits in Kapitel I und II mehrfach geschehen, so weist van Zeeland in Kapitel III auf die Notwendigkeit der Schaffung der Voraussetzungen auf politischem Gebiet für eine bessere internationale wirtschaftliche Zusammenarbeit hin. Um angesichts der Schwierigkeit der vorliegenden Probleme zu einer Lösung zu kommen, schlägt van Zeeland die Anwendung einer völlig neuen Methode vor. Er denkt dabei an die Schaffung eines Paktes der internationalen wirtschaftlichen Zusammenarbeit. Dieser Pakt soll allen Staaten offen stehen. Er enthält einen negativen und positiven Teil, das heißt, die teilnehmenden Staaten müssen sich verpflichten, im Interesse aller Beteiligten gewisse wirtschaftliche Maßnahmen nicht zu treffen und die auftretenden Probleme und Schwierigkeiten auf wirtschaftlichem Gebiet im Geiste gegenseitigen Verständnisses und gegenseitiger Hilfsbereitschaft gemeinsam zu prüfen. Die Schaffung dieses als eine Art Rahmenvertrag gedachten Planes soll sich in folgenden Etappen vollziehen: Zunächst einmal soll soschnell wie möglich eine Fühlungnahme zwischen den Ver tretern der fünf Großmächte hergestellt Schaffende Menschen erleben Richard Wagner. — Bielefeld, 27. Januar. In einer öffentlichen Kundgebung in der Dr. OetkerHalle wurde am Donnerstagabend in Gegenwart des Gauleiters und Reichsstatthalters Dr. Meyer die Reihe der großen kulturellen Veranstaltungen des Gaues Westfalen=Nord zur Vorbereitung der diesjährigen RichardWagner=Festwoche im feierlichen Rahmen eröffnet. Nach der Ouvertüre zu„Egmont“ von Ludwig van Beethoven, vom Bielefelder Städtischen Orchester unter Musikdirektor Werner Gößling gespielt, begrüßte Kreisleiter Himmerich die zahlreichen Gäste und insbesondere den Gauleiter, durch dessen Initiative die Detmolder Richard=Wagner=Festwoche zu einer kulturellen Einrichtung des Gaues Westfalen=Nord geworden sei, deren Bedeutung weit über den Bereich dieses Gaues hinausgehe. Es bereite ihm stolze Freude, daß es gelungen sei, gerade die schaffenden Menschen für diese Veranstaltungen zu begeistern. Ueber die Hälfte der anwesenden Gäste seien Männer und Frauen aus Bielefelder Betrieben. Sein besonderer Gruß gelte weiter Generalleutnant Kunze, sowie den zahlreichen Gästen des Gaugebietes. Anschließend nahm Gauleiter und Reichsstatthalter Dr. Meyer, von der großen Menge stürmisch begrüßt, das Wort. Er stellte einleitend heraus, daß die Partei für alle Zukunft alle Mittel anwenden werde, die deutschen Menschen zum Nationalsozialismus zu erziehen, und zwar mit allen Mitteln, die dazu tauglich seien, nicht zuletzt mit Hilfe der Kunst. Früher habe der deutsche Arbeiter mit der Kunst wenig zu tun gehabt, heute müssen wir erfahren, daß die Kunst gerade für ihn da sei. Die schaffenden Menschen sollen die Genugtuung haben, zu wissen, daß die Kunst große Aufgaben zu erfüllen habe. Wir müßten den deutschen Menschen die Schönheit Deutschlands und die Werke der großen deutschen Meister nahebringen. Gauleiter und Statthalter Dr. Meyer kam auf die kulturellen Aufgaben und auf die Verwurzelung in der deutschen Erde zu sprechen, wie sie besonders in der Wagner=Festwoche in Detmold herausgestellt sind. Hier sei der erste große Versuch unternommen das Bayreuther Ideengut einem ganzen Gau empfänglich zu machen. Besonders soll diese Woche die Bedeutung Beethovens und Wagners zu den Deutschen und ihren Werten aufzeigen. Der Gauleiter dankte dann dem künstlerischen Leiter der Wagner=Festwoche, Pg. Otto Daube, für seinen unermüdlichen Einsatz und kam noch einmal auf die Bedeutung der Woche zu sprechen, durch die er Tausenden den Reichtum von Wagners Werk erschlossen habe. Das Ziel, das sich der Gau gestellt habe, mit der Vorbereitung der nächsten Wagner=Woche heiße: Zu werben für den Bayreuther Gedanken und damit für Deutschland! Nachdem ein Bielefelder Chor Wagners„Wachauf“ gesungen hatte, nahm der künstlerische Leiter der Festwoche. Otto Daube, das Wort zu einer Einführung in das Schaffen Beethovens und Wagners. Wer den ganzen Reichtum Wagners erfassen wolle, müsse bei Beethoven beginnen. Daube schloß seine interessanten Ausführungen mit Hans Sachsens Worten aus den „Meistersingern":„Ehrt Eure deutschen Meister, dann bannt ihr gute Geister“. Stürmischer Beifall dankte dem Vortragenden. werden, und zwar zwischen den Vertretern Frankreichs, Großbritanniens, der Vereinigten Staaten, Deutschlands und Italiens, um eine vorläufige Generaldiskussion über den Inhalt des Berichtes einzuleiten. Wenn der Bericht im wesentlichen die Zustimmung der Beteiligten gefunden hat, soll ein Büro geschaffen werden, das wirtschaftliche Wünsche und Anregungen der übrigen Länder entgegennimmt. Beförderungen in der westfülischen SA zum 30. Januar 1938. Stellv. Gauleiter Stangier zym SA=Brigadeführer befördert. X Zum 30. Januar 1938 wurden vom Obersten SAFührer Adolf Hitler im Bereich der SA=Gruppe Westfalen folgende Beförderungen ausgesprochen: Zu Brigadeführern: Der stellv. Gauleiter von Westfalen=Nord, SA=Oberführer Stangier; der Führer der Brigade 69(Hagen), SA=Oberführer Jaenke. Zu Oberführern: Der Führer der Standarte 99, SAStandartenführer Allendorf; der Führer der Standarte 217, SA=Standartenführer König; der Führer der Standarte 137„Knickmann“, SA=Standartenführer Jackstien; Der Führer der Standarte 256, SA=Standartenführer Bielefeld; Der Führer der Standarte 259, SA=Standartenführer Keßler: der der Brigade 69 zugeteilte SAStandartenführer Helmich. Zu Standartenführern: Der Leiter der Gruppenschule der Gpuppe Westfalen, Obersturmbannführer Niedermüller; der Führer der Standarte 15, Obersturmbannführer Grieß; der Führer de Standarte 22, Obersturmbannführer Früh; der Führer der Reiterstandarte 166, Obersturmbannführer Späthe; der Führer der Standarte 189. Obersturmbannführer Markfort; der Führer der Standarte 471, Obersturmbannführer Grüttemeyer; der der Gruppe Westfalen zugeteilte Obersturmbannführer Semler(Gen.=Staatsanwalt in Hamm); der der Gruppe Westfalen zugeteilte Obersturmbannführer Schmidt(Gaupropaganda=Leiter Westfalen=Nord). Zum Verwaltungsstandartenführer: Der Kassenverwalter der SA=Gruppe Westfalen, Verwaltungsobersturmbannführer Lehthaus. König Foruk eröffnete den internationalen Saumwollkongreß. DNB Kairo, 27. Januar. König Faruk eröffnete am Mittwoch nachmittag in Anwesenheit des Kabinetts und des Diplomatischen Korps den 18. Internationalen Baumwollkongreß, an dem 400 Vertreter aus 22 Ländern, darunter auch Deutschland, teilnahmen. Die Vereinigten Staaten sind nicht vertreten. Nach der Begrüßungsansprache des Landwirtschaftsministers Murad Wachba Pascha dankte der Präsident der Internationalen Vereinigung der BaumwollspinnereiVerbände, Hendrik van Delden=Deutschland, der faustschlüge und Fußtritte. DNB Brüssel, 27. Januar. Sowohl in der belgischen Kammer wie auch im Senat kam es Donnerstag wieder einmal zu heftigen Tumultszenen und Schlägereien, die die zeitweise Aufhebung der Sitzung zur Folge hatten. In der Kammer beschuldigte der rexistische Abgeordnete Lerutte den Gesundheitsminister Wauters und den früheren Verkehrsminister Henry Jaspar, den spanischen Bolschewisten Flugzeuge geliefert zu haben. Jaspar bestieg hierauf die Tribüne und erklärte, daß er sich mit den Rexisten in keine Auseinandersetzung einlasse. Als der Abgeordnete seine Beschuldigungen fortsetzte, nannte ihn Jaspar einen„Schweinehund" und stürzte sich wutentbrannt auf ihn, indem er über mehrere Bänke hinwegsprang. Das war das Zeichen zu einer allgemeinen Schlägerei, in der sich Abgeordnete aller Parteien mit Faustschlägen und Fußtritten bearbeiteten. Parlamentsdiener mußten gerufen werden, um die Kämpfenden zu trennen, und die Sitzung wurde zeitweise aufgehoben. Auch im Senat kam es während der Aussprache über den Haushalt des Innenministeriums zu unbeschreiblichen Lärmszenen. Neue sowjetspanische Werbebüros. DNB Salamanca, 27. Januar. Nach einer Mitteilung der nationalspanischen Behörden sind in vielen französischen Städten, besonders aber in der Nähe der katalanischen Grenze, unter der Bezeichnung„Vereinigung spanischer Emigranten“ zahlreiche Werbebüros für die spanischen Bolschewisten eröffnet worden. Diese Büros arbeiten mit Wissen der französischen Behörden. Franzosen und sonstigen Ausländern werden spanische Pässe ausgehändigt, deren Besitzer meistens kein Wort spanisch können, eine Feststellung, die man beim Grenzübertritt nach Sowjetspanien immer wieder treffen könne. Je Kopf 1000 Kronen verdient. : Stockholm, 27. Januar. Unter der Ueberschrift„Razzia unter den Spanienwerbern“ meldet Donnerstag„Aftonbladet“ auf Grund von Erkundigungen bei Sicherheitsbehörden, daß die Stockholmer Kriminalpolizei sowohl Werber als auch Geworbene verhört habe und daß einige mit Sicherheit wegen Verstoßes gegen das Verbot der ungesetzlichen Werbung belangt werden sollen. Die meisten der unter Verdacht Stehenden gehörten der Kommunistischen Partei an. Aus Norwegen weiß das Blatt zu berichten, daß auch dort die Polizei in ähnlicher Weise gegen die kommunistischen Werber vorgehe, wobei es sich herausgestellt haben soll, daß besonders zwei Brüder namens Sunde die Freiwilligenwerbung zu einem großen„Geschäft" ausgebaut hätten. An jedem„Freiwilligen" hätten sie bis zu 1000 Kronen verdient. ägyptischen Regierung für ihre sorgsame Behandlung der Baumwollkulturen und kennzeichnete die Hauptaufgabe des Kongresses, die vornehmlich in einer engeren Gestaltung der Zuammenarbeit zwischen Hersteller und Verbraucher bestehe. Anschließend sprach der Vizepräsident der Internationalen Spinnereivereinigung, Catterall=England. Die Märchentante vom„Oeuvre" spintisiert wieder. Erneut alberne Gerüchte über Deutschland und Stalien. DNB Paris, 27. Januar. Die sattsam als Schwätzerin bekannte Außenpolitikerin des„Oeuvre“ macht sich wieder einmal zum Sprachrohr, angeblicher, aber wahrscheinlich in ihrer eigenen Sudelküche gebrauter Gerüchte, wonach man in etwa zwei Monaten mit einem großen italienischen Angriff in Spanien rechne. Aus amerikanischer Quelle verlaute, meint die geschäftige Märchentante vom„Oeuvre“ dazu, daß Deutschland sich an diesem Angriff„diesmal nicht nur“ durch die Entsendung von Kriegsmaterial beteiligen werde, sondern sich bereit erklärt habe, 15 000 Mann zur Verfügung zu stellen, die in dem Falle eingesetzt werden sollten, daß die italienischen Truppen sich als„zu schwach“ erweisen würden. Weiter rechne man damit, daß die österreichische Frage durch einen Staatsstreich, wahrscheinlich noch vor der Romreise des Führers beendet werde. * Schlimmer und wüster kann wohl kaum gelogen und gehetzt werden, als es hier von der Giftköchin des Pariser„Oeuvre“ geschieht. Es dürfte genügen, wenn man zu diesem Elaborat bemerkt: Niedriger hängen! Die Brücke über die Niagarafülle eingestürzt. DNB Newyork, 28. Januar. Die weltberühmte internationale Brücke unterhalb der Niagarafälle ist am Donnerstag unter dem Druck der gewaltigen Eismassen mit donnerndem Getöse in die Schluchten des Niagara=Flußtales abgestürzt. Die Erschütterung, die das Zusammenbrechen der Tausende von Tonnen Stahlträger verursachte, machte sich weithin bemerkbar. Das Vernichtungswerk der Naturkräfte war Sache weniger Sekunden. Ein Windwechsel hatte einige Stunden vorher die Hoffnung erweckt, daß die Brücke durch die fieberhaften Stützungsarbeiten erhalten werden könnte. Die bis zum Augenblick des Einsturzes an den Grundpfeilern der Brücke tätigen Arbeiter kamen nur durch Wunder unversehrt davon.(Siehe auch eine frühere Meldung an anderer Stelle!) Landschaftliche Kulturpflege Aufgabe und Sinn im nationalsozialistischen Staat. Am 5. und 6. Februar findet unter der. Leitung von Landeshauptns des Kolbow die Arbeitstagung des Westfölis Heimatbundes statt. Angesichts dieser Tac beanspruchen die nachfolgenden Ausfühe besonderes Interesse. Der Landeshauptmann der Provinz Westfalen 6., Friedrich Kolbow, hat in der Schriftenreihe des gemunalwissenschaftlichen Instituts an der Universität lin ein Werk„Die Kulturpflege der ßischen Provinzen“ herausgegeben, das in sein grundsätzlichen Haltung richtungweisende deutung hat. Das Buch gibt zunächst einen blick über den neuen Arbeitsansatz, wobei den ae stigen Grundlagen, insbesondere dem Erleben des pö schen Kampfes gegen rassische und kulturelle Uebersten dung, besondere Beachtung geschenkt wird. In sein Hauptteil wird sodann der Sinn der landschaftlichen turpflege im nationalsozialistischen Staat genau umei sen. Gerade diesem Abschnitt kommt besondere Bedeutzu. Er wird mit folgenden Sätzen aus der Begründu zum Reichskulturkammergesetz eingeleitet:„Es ist die Absicht des nationalsozialistischen Staates, eine H. tur von oben her schaffen zu wollen. Die Kultu wächst aus dem Volke heraus." Hier ist deLeitmotiv für die folgenden Darlegungen, die ein hä. tiges kulturelles Eigenleben der Landschaften für umngänglich notwendig erachten. Die Kulturabteilung sollen nicht alles selbst in die Hand nehmen, sondern die Schaffung einer natürlichen Selb, verwaltung auf allen Gebieten geistigen Lebensbdacht sein, mit anderen Worten: großzügige Mobilisrung der freiwilligen und ehrenamtlichen Kräfte, keiSubventionswirtschaft wie früher, sondern Einsatz ide gesinnter schöpferischer Persönlichkeiten. Nicht die Krät des Geldes, sondern des Blutes sollen in der Kust arbeit entscheiden. In diesem Zusammenhang sind folgende Gedankz erwägenswert. Die Kulturpflege in den Städten allein nicht ausreichen, neues Leben zu wecken. Dieh sondere Aufgabe der Städte, die über feinorganisser Hilfsmittel wie Theater, Orchester und Museen verfüge wird immer in der Vermittlung der Spitzenleistung liegen. In der Verlebendigung und Fruchtbarmachu des großen deutschen Geisteserbes müssen sie ihre vonehmste Pflicht sehen. Darüber hinaus muß aber au für das Land gesorgt werden, müssen vor allem Kräfte aufgefangen werden, die seit dem nationalsolistischen Aufbruch spürbar geworden sind. Wenn es wu ist, daß die Grundlage unserer Kultur auf dem Ba erntum ruht, so muß größte Aufmerksamkeit auf Land verwandt werden. Wer sorgt beispielsweise daß daß wieder gute Bauernhäuser gebaut werden, wernhindert die Verschandelung der schönen Höfe, die maye in den letzten Jahrzehnten feststellen mußte. Wer treut die Handwerksmeister der kleinen Städte und Di fer, daß sie über eine selbstverständliche Qualitätsar hinaus wieder Gegenstände verfertigen, die unserer den schen Art und unserem deutschen Wesen entsprechen? 9 denken hier 3. B. an die Wohnungseinrichtungen Rest von Amerikanismus und Industrie muß hier w schwinden. Wer hält das noch vorhandene Brauchtund Trachtengut lebendig? Wer kümmert sich um Familien= und Sippengeschichte, die so außerordenili wichtig und aufschlußreich ist? Der Aufgaben sind wahlich viele: Aufstellung von Ortschroniken, Ausgestaltun der alten und neuen Volksfeste, Volkslied= und Flunamensammlung, Ausgestaltung der Heimatkalene Kampf gegen das Reklameunwesen in der Landschusw. Wesentlich für eine solche heimatbetonte Kulin pflege ist, daß sie den Menschen und seine völkische ziehung in den Mittelpunkt stellt und sich nicht in dn Konservieren und Katalogisieren erschöpft. Es muß ein universale, Land und Volk erfassende Kulturarbeit kei die in enger Verbindung mit Partei und Staat, namen lich aber mit der Hitlerjugend, durchgeführt werden mu „Landschaftliche Kulturpflege“ ist Kampf um seelischen Werte einer gewachsenen Gemeinschaft des 2e kes," sagt Landeshauptman Kolbow in seinem Werk.9 Werte, die hier ruhen, dürfen nicht ungenutzt lies bleiben. Sie müssen gehoben werden, um den deutschn Menschen auf eine urpersönliche Weise mit der Helme und dem Reiche zu verknüpfen.„In ihrer geschicht begründeten landschaftlichen und stammlichen faltigkeit liegt die Fülle der deutschen Kultur, ihre Kie in der seelischen Gemeinschaft, die uns die deutsche eiheit und Gemeinsamkeit bedeutet und deren Hüter Staat ist.“ Wir müssen erkennen, daß die Wurzeln ler Kultur auf dem Lande liegen und" Städte immer wieder aus dem Lande ihre besten Kräften len. Wenn wir darum heute an dem Aufbau einer neulKultur arbeiten, müssen wir die im Lande ruhend Kräfte zur Entfaltung bringen. Freilich darf und solche Arbeit niemals in Gegensatz zur städtischen Ar turpflege gestellt werden. Die Zeit des Gegeneina ist vorbei, heute ist die Zeit des Füreinander und einander. Das letzte Ziel der Kulturarbeit kann nio Abkapselung und Verkümmerung im eigenen, Kreis, sondern Aufruf aller lebendigen Kräfte zum meinsamen Einsatz sein. Nicht im ästhetischen Spiel. ne im Genuß erschöpft sich die Kulturarbeit. Sie hat höheres Ziel: Sie will den Menschen formen aus Kräften der Heimat und aus dem Erbe der Väter will ihn zu bewußter Deutschbeit erziehen. Das les Ziel der landschaftlichen Kulturpfles ist die geistige Verankerung des Mensche in seiner Heimat. Diese Heimat ist de Reich, ist Deutschland!U Betriebsappelle am 31. Januar. Berlin, 27. Januat veranstaltet die Montag, den 31. Januar,. Arbeitsfront in sämtlichen Betrieben Reiches Betriebsappelle, in denen in tuthFeierstunden des Führers und Reichskanzlers und seise Werkes gedacht werden soll. Die Parole dieser Appesoll lauten:„Wir stehen zu Deutschland und sein Führer Adolf Hitler!“ beit refe dieser Musi die? Spiel ein N Tot kische 300 ) prakti Nach d. I. einge Wet rend lich de der A runge Deuts leistet Mitai )( veröff genüb worde den Mee Lehr die sec den Fahrt schwed An D der Woche ten de befand den er zeichne weisen Mi Ausste schlosse Erhebi 8 Prin Vorkri feierlic sche Ve großen sie in in der sondert De der gr Bürger beritte gard dem A versetze bens. Anspra ger I., Progro wird Ei proklan des di dem 2 Do gegen brechen Fälle angekla liegen gute, d die Ver geweser sich bei Di Sitzung lichen steuej kapit menst DiKraft 1937. schwu beweist auf de Ausbai sondere meinen Kinder ten Ge steige 3e. teilt, Hauptl letzten bruar beginn en oet in andeshaupeng des Wesfäine 5 dieser Tag. n Ausführug, Westfalen, Ka nreihe des Ko. 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X Mitte Februar d. J. beginnt in den Orten die praktische Durchführung des Reichsberufswettkampfes. Nach der Berliner Wettkampfleiterschulung im Januar d. J. haben in den Gauen die Gauwettkampfschulungen eingesetzt, die noch bis zum 6. Februar andauern. Bis zum Ortswettkampfleiter hinunter arbeiten rund 40 000 Wettkampfleiter im Reichsberufswettkampf, während die Zahl der ehrenamtlichen Mitarbeiter einschließlich der Wettkampfleiter 300 000 beträgt. Die Mitglieder der Wettkampfleitungen kommen sowohl aus den Gliederungen der gewerblichen Wirtschaft als auch aus der Deutschen Arbeitsfront. Im Abschnitt der Berufstheorie leistet der Nationalsozialistische Lehrerbund entscheidende Mitarbeit. Mit KöF segeln. X Das Sportamt der NSG„Kraft durch Freude“ veröffentlicht jetzt das Segelprogramm für 1938, das gegenüber den vergangenen Jahren erheblich ausgebaut worden ist. Anfang Mai beginnen die Lehrgänge auf den Segelschulen Ammersee und Steinhuder Meer. Hier werden acht- und vierzehntägige Lehrgänge durchgeführt. Besonders zu erwähnen sind die segelsportlichen Ausbildungsfahrten auf der Ostsee mit den Schonern„Jutta“,„Edith“ und„Hanseat“. Diese Fahrten dauern 6—12 Tage und führen u. a. nach Südschweden, Südnorwegen, Ostschweden und Gotland. Bereits 50 Kunstwerke verkauft. Anhaltender Erfolg der Bielefelder Kunstausstellung. Die Ausstellung des„Hilfswerkes für deutsche bildende Kunst in Bielefeld hatte auch in der vergangenen Woche einen ungewöhnlich starken Besuch aus allen Schichten der Bevölkerung aufzuweisen. Unter den Besuchern befanden sich Interessenten aus ganz Westfalen. Nach den ersten 10 Tagen kann diese Ausstellung den ausgezeichneten Erfolg von 50 verkauften Kunstwerken aufweisen. Mit Rücksicht auf das große Interesse, das dieser Ausstellung entgegongebracht wird, hat man sich entschlossen, sie auch am 30. Januar, dem Tag der nationalen Erhebung, offenzuhalten. Nao duller äs Bomberg. Prinzenproklamation am 15. Februar. emd= Münster, 27. Januar. Im münsterischen Karneval wird in diesem Jahre die Prinzenproklamation in Anlehnung an den Vorkriegsbrauch wieder zu einem besonders festlichen und feierlichen Ereignis. Während nämlich diese karnvalistische Veranstaltung in den letzten Jahren im Nahmen der großen Bälle am Karnevalssamstag vor sich ging, wird sie in diesem Jahre mit großem Prunk am 15. Februar in der festlich geschmückten münsterschen Stadthalle gesondert bégangen. Der glanzvolle bunte Aufzug der Elferräte der großen münsterschen Karnevalsgesellschaften, des Bürgerausschusses, der Stadtwache, der Pagen der berittenen prinzengarde und der prinzlichen Leibgarde bietet mit der schillernden Pracht der Kostüme dem Auge Eindrücke, die alle in begeisterte Stimmung versetzen. Dazu der Schwung des närrisch=festlichen Treibens, sprudelnder münsterscher Humor, Büttenreden und Ansprachen. Und wenn der alte Prinz Karneval, Ludger I., sich von seinem Volke verabschiedet hat, folgt im programm die Ueberraschung des Tages: Der neue Prinz wird seinem jubelnden Volke verkündet und vorgestellt. Eins steht heute schon fest: Die feierliche Prinzenproklamation wird ein Höhepunkt in der Festgestaltung des diesjährigen münsterschen Karnevals sein, würdig dem Motto:„Nao duller äs Bomberg“. Verfahren gegen§ 218. md= Münster, 27. Januar. Das Schwurgericht Münster verhandelte wiederum gegen einige Angeklagte aus Ahlen, die sich des Verbrechens gegen§ 218 schuldig gemacht hatten. Die drei Fälle der gewerbsmäßigen Abtreibung, die der Hauptangeklagten, Elise H. aus Ahlen, vorgeworfen wurden, liegen in der Zeit vor 1933. Das Gericht hielt ihr zugute, daß in der damaligen Zeit die Anschauungen über die Verwerflichkeit dieses Verbrechens geradezu verwildert gewesen seien. Wie die Verhandlung ergab, handelte es sich bei zweien der drei Fälle nur um Versuche, so daß Steuer'enkung in Bocholt. Rückwirkend ab 1. April 1937. tt= Bocholt, 28. Januar. Die Bocholter Ratsherren beschlossen in der letzten Sitzung infolge des beachtlichen Ansteigens der gewerblichen Einnahmen eine Senkung der Gewerbesteuer vorzunehmen, die bei der Gewerbeertragstapitalsteuer 10 Prozent und bei der Lohnsummensteuer sogar 20 Prozent ausmacht. Die Senkung der Steuern erfolgt mit rückwirkender Kraft für das ganze Rechnungsjahr, also ab 1. April 1937. Diese erfreuliche Tatsache, die deutlich den Aufchwung des Bocholter Wirtschaftslebens beweist, ist um so bemerkenswerter, als die Stadt Bocholt aus dem Gebiet des öffentlichen Wohnungsbaues, beim Ausbau des Schulwesens und bei der Durchführung besonderer sozialer Hilfsmaßnahmen, wie z. B. der allgemeinen kostenlosen Milchspeisung in den Schulen und Kindergärten, Beträge aufwendet, die die auf den erwähnten Gebieten üblichen Normalleistungen weit übersteigen. Ferner wurde auf der Ratsherren=Sitzung mitgeteilt, daß die Bocholter Wohnungsbaugesellschaft, deren Dauptbeteiligte die Stadt selbst ist, und die erst in den letzten Monaten 125 Volkswohnungen erstellt hat, im Februar mit dem Bau weiterer 84 Volkswohnungen beginnt, die bereits im Herbst bezugsfertig sein werden. das Gericht zu einer verhältnismäßig milden Strafe kam. Frau H. erhielt wegen gewerbsmäßiger Abtreibung 10 Monate Gefängnis, die beiden mitangeklagten Frauen, von denen die eine eine Abtreibung an sich hatte vornehmen lassen und die andere Beihilfe zur Abtreibung geleistet hatte, blieben straffrei, da das Verfahren gegen sie eingestellt wurde. * + Münster, 27. Jan. Der münstersche Zoo wieder geöfnet. Der Westfälische Zoologische Garten in Münster, der seit Dezember aus Vorsichtsgründen wegen der Maulund Klauenseuche geschlossen war, wird am Sonntag, dem 30. Januar, seine Tore wieder öffnen. emd= Burgsteinfurt, 27. Jan. Vierjähriges Kind schwer verbrüht. Hier stürzte ein vierjähriger Junge in einem unbewachten Augenblick in einen mit heißem Wasser gefüllten Behälter. Das Kind erlitt schwere Brandwunden an Händen und Füßen. md= Bentheim, 27. Jan. Generalarbeitsführer Dr. Schmeidler im Kreise Bentheim. Der Inspekteur für Verwaltung und Wirtschaft der Reichsleitung des Reichsarbeitsdienstes Berlin, Dr. Schmeidler, weilt zur Zeit im Bereich der Arbeitsdienstgruppe 315(Kreis Bentheim). Der Zweck des Besuches dient der Besichtigung der Läger im Hochmoor des Kreises Bentheim und darüber hinaus des Emslandes, sowie der Information über den Stand der Leistungen unserer Arbeitsmänner um die Urbarmachung deutschen Bodens. -md= Osnabrück, 27. Jan. Neues weibliches HJ.Heim. In der Gemeinde Schledehausen, Osnabrück Land, wurde mit dem Bau eines weiblichen HI=Heimes begonnen. Das Heim wird am Hang eines Berges errichtet. Der Bauplatz liegt abseits von Verkehrsstraßen, inmitten von Wiesen, Feldern und Wald. Zusammen mit einer Turnhalle bildet das neue Heim eine Gebäudegruppe, die sich vorbildlich in die reizvolle Umgebung einfügen wird. Ehrendienst am deutschen Boden. Einsatz des Landdienstes der HI gegen den Land arbeitermangel.— Verdoppelung der Landdienstgruppen in Westfalen.— Besuch bei den Landdienstlern in Brockhagen und Hunnebrock.— Einmütige Zustimmung bei den nordwestfälischen Bauern. ensg= Zu Beginn eines jeden Jahres wendet sich die Hitlerjugend an die deutschen Jugendlichen und fordert sie auf, in den Landdienst der HI einzutreten. Auch in diesem Jahre ergeht dieser Ruf an die Jungen und Mädel. Die ietsführung Westfalen, die die Anmeldungen zum Landdienst entgegennimmt, gab uns Gelegenheit, zwei Lager im Gau WestfalenNord zu besuchen und so die Arbeit des Landdienstes an Ort und Stelle kennen zu lernen. Eine kleine Schar fanatischer Idealisten hat vor ten schloß sich damals zusammen, um dem Landarbeiterstand und damit der Landarbeit an sich, die ganz zu Unrecht als eine zweitklassige behandelt wurde, wieder jene Achtung zu erkämpfen, die ihr gebührt. Die Artamanen, so nannten sie sich, hatten keinen leichten Kampf, und es liegt in der Natur der Sache, daß dieser Kampf in erster Linie ein politisch sein mußte. Lange Jahre haben sie, fast unbekannt und oft über die Achsel angesehen, ihren Dienst am deutschen Boden getan. Mit der Eingliederung in die große nationalsozialistische Jugendbewegung wurde naturgemäß auch die Landdienstarbeit auf eine breitere Grundlage gestellt und erhielt damit auch nach außen hin die ihr zukommende große Bedeutung. Immer größer wurden die Scharen, die, in der Hitlerjugend mit dem nationalsozialistischen Gedankengut vertraut gemacht, die Aufgaben des Landdienstes erkannten und sich für diesen Ehrendienst am deutschen Boden zur Verfügung stellten. Auch im Gebiet Westfalen nahm die Arbeit des Landdienstes immer mehr an Umfang zu. Nach kleinsten Anfängen konnten im vergangenen Jahre schon 1250 westfälische Jungen und Mädel für die Idee des Landdienstes gewonnen werden, die zum größten Teil im deutschen Osten, wo auch die Landarbeiternot am größten ist, eingesetzt wurden. In Westfalen selbst haben im vergangenen Jahre 22 Dorfgruppen ihre Arbeit aufgenommen. Das Jahr 1938 wird eine weitere Steigerung bringen. 1000 Jungen und 500 Mädel wird das Gebiet für den Landdienst stellen und die Zahl der Dorfgruppen soll auf 40 erhöht werden. Das Gebiet Westfalen der Hitlerjugend gab uns in diesen Tagen Gelegenheit, Jungen und Mädel des Landdienstes an ihren Arbeitsstätten, auf den Bauernhöfen und in ihren Heimen aufzusuchen. Unser erster Besuch galt einer Jungengruppe in Brockhagen im Kreise Halle. Infolge der hier herrschenden Maulund Klauenseuche war das Heim zur Zeit unbewohnt, denn die Landdienstler blieben aus verständlichen Gründen auch abends und nachts auf den einzelnen Höfen. Hier hatten wir Gelegenheit, einige dieser Jungen zu sprechen, die nun schon seit einem halben Jahre als Landdienstler ihre Pflicht tun. Fast alle stammen sie aus dem dichtbevölkerten Industriegebiet. Durch die Presse und auf den Heimabenden der HI haben sie von der Landarbeiternot und dem Einsatz der nationalsozjalistischen Jugend gehört und sich dann für ein halbes Jahr verpflichtet(ab 1. Januar 1938 lautet die Verpflichtung auf 1 Jahr). Sie alle haben sich erst umstellen müssen, und die erste Zeit auf dem Lande ist manchen von ihnen die ungewohnte Landarbeit hart angekommen. Aber die Bauern haben in jeder Beziehung auf sie Rücksicht genommen und nichts Unmögliches von ihnen verlangt. Dann haben Arbeitstagung der Handwerkskammer. Ausbildunaswesen und Siedlungsbau. A Münster, 27. Januar. Unter dem Vorsitze des Kammerpräsidenten Wagener wurde im Sitzungssaale der Handwerkskammer zu Münster eine Arbeitstagung abgehalten, zu der alle Kreishandwerksmeister mit ihren Geschäftsführern erschienen waren. Als Gäste konnte der Kammerpräsident die Herren Simon vom Reichsstand des deutschen Handwerks, Regierungs= und Gewerbeschulrat Eisen, Dezernenten für Berufsschulfragen bei der Regierung zu Münster, sowie Landesrat Salzmann und Berufsschuldirektor Harnacke die Redner des Tages, begrüßen. Handwerkskammergeschäftsführer Dr. Kahmann sprach in seinen Mitteilungen zunächst über Fragen des Ausbildungswesens und verwies auf die Pflicht der Innungen, jeweils eine Abschrift der Lehrlingsrolle der Handwerkskammer zur Verfügung zu stellen. Zur Einführung eines land= und hauswirtschaftlichen Jahres für Lehrmädchen sei mit einer Reichsregelung zu rechnen. Die Meisterkurse der Handwerkskammer sollen vor allem nach der fachlichen Seite weiter ausgebaut und auch an Plätzen abgehalten werden, die bislang seltener berücksichtigt werden konnten. Ueber die Abhaltung der Buchführungskurse im gesamten Kammerbezirk habe die Kammer dem Reichsstand des deutschen Handwerks einen eingehenden Bericht erstattet. Dann sprach Landesrat Salzmann über die „Förderung des Kleinwohnungs= u. Siedlungsbaues durch die Invalidenversicherung“ und wies einleitend darauf hin, daß sich die Landesversicherungsanstalt in den Jahren gleich nach der Inflation wieder in verstärktem Maße diesem bedeutungsvollen Aufgabengebiete zugewandt habe. Bestimmend für die Darlehnsgewährung sei einmal der Grundgedanke, die Beiträge als Teil der Rücklage für die zukünftigen Rentenleistungen gesichert anzulegen, mitbestimmend aber sei daneben vor allem auch der Wille, die Aufgaben der bevölkerungspolitischen Ziele der Reichsregierung in gesundheitfördernder Hinsicht durch Erstellung gesunder und solide gebauter Arbeiterwohnstätten zu unterstützen. Die Landesversicherungsanstalt stelle dabei die Bedingungen, daß die Bauten in der Provins Westfalen errichtet werden und den Versicherten als Wohnung dienen. In den letzten sieben Jahren seien darüber hinaus noch 3,4 Millionen Reichsmark für Eigenbauten, Genesungsheime usw. der Landesversicherungsanstalt ausgegeben worden. Die Lebensmittellieferung in dieser Zeit, die ja auch dem Handwerk der Heimatprovinz zugute gekommen sei. habe eine Gesamtausgabe von 1.2 Millionen Rm. erreicht. Besonderer Wert wurde auch stets darauf gelegt, die Arbeiten im Winter zu vergeben. Bei der Ausgabe von Geldern für den Wohnungsbau werden grundsätzlich zwei Wege beschritten. Um die Verbindung mit den einzelnen Versicherten zu erhalten und die Dauerbelastung möglichst niedrig bemessen zu können, werden die Geldmittel zum überwiegenden Teil unmittelbar den Antragstellern aus den Kreisen der Versicherten zur Verfügung gestellt. Daneben aber werden diese Gelder auch in Wertpapieren, namentlich in Pfandbriefen, angelegt, wobei die ausgebenden Kreditinstitute die Verpflichtung übernehmen müssen, die Beiträge für Neubauten innerhalb der Provinz Westfalen zur Verfügung zu stellen. In den Jahren 1931 bis 1937 sind auf diese Weise durch unmittelbare Darlehnsgewährung rund 22,4 Millionen Rm. und durch Kauf von Pfandbriefen weitere 15,8 Millionen Rm, insgesamt rund 38 Millionen Rm. dem westfälischen Baumarkte zugeleitet worden. Durch ein erfreuliches Zusammenarbeiten mit den verschiedensten Stellen der Provinz bestand immer wieder die Möglichkeit, die besondere Geneigtheit der Darlehnsnehmer zu beurteilen, wie auch die gesicherte Gewähr gegeben war, Fehlleitungen zu vermeiden. Die Landesversicherungsanstalt legt des weiteren auch entscheidenden Wert darauf, daß der Darlehnsnehmer selbst entweder durch Geldhergabe oder durch erhebliche Arbeitsleistung zu der Errichtung des Eigenheimes beiträgt. Nur auf diese Weise kann es gelingen, eine wirklich heimat= und bodenverbundene Bevölkerung anlässig zu machen. Daß alle Bauten solide und deftig erstellt werden, ist eine naturgegebene Selbstverständlichkeit. Ueber das Aufgabengebiet der Landeslieferungsgenossenschaften verbreitete sich Herr Simon(Berlin) und betonte, erfreulicherweise sei es gelungen, ein großes zusätzliches Aufgabengebiet für die Handwerkswirtschaft zu gewinnen, so daß im Jahre 1937 für mehr als 60 Millionen Rm. Aufträge an das Handwerk vermittelt werden konnten. Berufsschuldirektor Harnacke wies in seinen Ausführungen hin auf die besondere Bedeutung, die der Heranbildung eines tüchtigen Nachwuchses im Handwerk heute zukomme, zumal die Zahl der neuen Berufsanwärter in der nächsten Zeit zurückgehen werde. Der praktisch tätige Geselle und Meister könne sich heute im allgemeinen nicht mehr längere Zeit für den Besuch von Fachschulen freimachen. Daher sei es notwendig, daß ihm eine gute Ausbildungsmöglichkeit geboten werde in Abendkursen, die ihm die Beibehaltung seiner Werktätigkeit gestatten. Diese Aufgabe habe sich die Handwerkerschule der Stadt Münster gestellt, die von der Praxis ausgehe und für die Praxis arbeiten wolle, aber es bewußt ablehne, eine„Akademie“ zu sein. Nach Klärung verschiedener in der darauf folgenden Aussprache angeschnittener Fragen schloß der Kammerpräsident die Sitzung mit einem dreifachen Sieg Heil. Vom 4. bis 12. Februar. Sieg der Gemeinschaft. 412 144 Wertgutscheine und 169 874 Kohlengutscheine werden im Gau Westfalen=Nord verteilt. X Der 30. Januar soll auch in diesem Jahre wieder im Zeichen des Winterhilfswerkes stehen. Er soll allen hilfsbedürftigen Volksgenossen in Stadt und Land, die noch vom WHW betreut werden, Freude bringen. 412 144 Wertautscheine über je 1.— Rm. für Bekleidung und Lebensmittel, 169874 Kohlengutscheine für je 1 Ztr., 50 000 Klg. Fleisch im eigenen Saft, 50000 Kla. Weizenmehl. 50 000 Klg. Brot. 30000 Klg. Margarine, 6000 Klg. Schmalz, 5000 Kla. Butter und 5000 Klg. Speck werden an diesem Tage im Gau Westfalen=Nord zur Verteilung gelangen. Durch diese soziale Tat gewaltigen Ausmaßes erhält der 5. Jahrestag der nationalsozialistischen Revolution seine besondere Bedeutung. Auch der 30. Januar ist uns ein Tag der Gemeinschaft. An diesem Tage bekennt sich das ganze deutsche Volk aufs neue zu jenen Idealen, in deren Zeichen sich seine Gesundung und Erstarkung vollzogen haben, und die auch für das 6. Jahr des nationalsojialistischen Reiches Richtung und Ziel des deutschen Lebenswillens bestimmen und klar erkennen lassen. Der Opfersinn der Bevölkerung im Gau WestfalenNord hat in den vergangenen Jahren Gewaltiges vollbracht. Wenn das Gemeinschaftsgefühl weiterhin so lebendige Tat bleibt, wie es sich bisher im Winterhilfswerk offenbarte, dann wissen wir, daß das WHW 1937/38 auch wieder ein Sieg der deutschen Gemeinschaft sein wird. sie nach und nach die angenehmen Seiten des Lebens auf dem Lande kennen gelernt. Die frische Luft, so erklärten sie uns, hat ihnen gut getan und die abwechslungsreiche Arbeit hat ihnen viel Freude gemacht. Ein großer Teil dieser Jungen will auf dem Lande bleiben, um nach Erwerbung des Landarbeiterscheines als Heuerlinge, als Neusiedler und als Verwalter ihr Brot zu verdienen. Ein anderer Teil will die Führerlaufbahn des Landdienstes einschlagen; gerade sie werden von der Hitlerjugend und den Landesbauernschaften ganz besonders gefördert werden. Aber auch die Jungen, die nun das Land wieder verlassen und in andere städtische Berufe zurückkehren, werden die Zeit, die sie im Landdienst der HI verbrachten, nicht als verloren betrachten. Sie haben in diesen Monaten die Arbeit des Bauern kennen und schätzen gelernt. Mit Stolz können sie von sich sagen, daß sie das Gebot der Stunde erkannt haben und im freiwilligen Einsatz dazu beigetragen haben, dem deutschen Volke das notwendige Brot zu erarbeiten. Auch in Hunnebrock, Kreis Herford, wo die weibliche Landdienstgruppe stationiert ist, trafen wir diesen Geist der Einsatzbereitschaft an. Auch hier begegneten wir jungen und frischen Menschen, die sich mit großem Idealismus dieser neuen Aufgabe zugewandt haben. Besonders wertvoll waren uns die Gespräche mit den Bauern, die, genau wie in Brockhagen, anerkennende Worte für den Landdienst fanden. Auch die nordwestfälischen Bauern wissen, daß sie es bei den Landdienstlern mit jungen Menschen zu tun haben, die neben ihrem körperlichen Einsatz und ihrer Leistung auch das Bewußtsein mitbringen, mit dem Dienst am Bodeneine politische Aufgabe zu erfüllen. Diese Bauern wissen, daß der Landdienst nicht nur eine augenblickliche wirtschaftliche Aufgabe hat, sondern daß er darüber hinaus geeignet ist, im deutschen Volke eine andere und zutreffendere Ansicht über den Wert der Landarbeit zu verbreiten. So sehen sie in diesen Jungen und Mädel keine„Dienstboten“ im alten Sinne, sondern Kameraden, die zu ihnen gehören, mit ihnen am gleichen Tisch das gleiche Essen essen, und denen sie auch in persönlichen Dingen Vertrauen entgegenbringen können. Vor allem sind sie der Hitlerjugend dankbar, daß sie ihnen durch den Landdienst charakterlich und körperlich einwandfreies Menschenmaterial zur Verfügung stellt, und sie verkennen nicht die Gründe, die die Unterbringung des Landdienstes in geschlossenen Heimen, die unter der Leitung von HI=Führern oder BDM=Führerinnen stehen, notwendig machen. Sie wissen, daß diese Heime der Kameradschoft und der politischen Ausrichtung der jungen Nationalsozialisten und Nationalsozialistinnen dienen und daß sie eine unumgängliche politische Notwendigkeit darstellen. So hat uns diese Fahrt die Erkenntnis gegeben, daß sich die Hitlerjugend mit dem Landdienst zur praktischen Hilfe bereitgestellt hat. Die HI hat den Beweis geliefert, daß sie imstande ist, von Jahr zu Jahr eine größere Anzahl junger Menschen zur freiwilligen Mitarbeit zu gewinnen, und daß es ihr ebenso gelang, Zug um Zug die ideellen und sozialen Voraussetzungen für diesen Landdiensteinsatz zu verbessern. Mit Recht können wir hier feststellen, daß der Landdienst eine Einrichtung geworden ist, die bereits heute eine nicht geringe Bedeutung in politischer und wirtschaftlicher Hinsicht erreicht hat, und die sich anschickt, besonders in der beruflichen Erneuerung und Umschichtung der deutschen Jugend ein beachtlicher Faktor zu werden. Welchen Beruf wählst Du? Woche der Beru'sberatung im Reichssender Köln. X In wenigen Wochen werden wieder zehntausende junger Deutscher die Schule verlassen und vor der großen Frage stehen, welchen Beruf sie ergreifen sollen. Viele von ihnen werden sich sicherlich kaum der Schwere und Tragweite dieses Entschlusses bewußt sein, und doch ist der Augenblick der Berufswahl einer der entscheidendsten und wichtigsten im Leben. Er ist nicht nur entscheidend für das Leben des einzelnen, das in Arbeit und Beruf seinen Sinn und seine Erfüllung finden soll. Er ist entscheidend auch für die Zukunft der Nation, deren Arbeitskraft und deren materielle Lebensbedingungen ja durch die Berufswahl des Nachwuchses auf Jahre und Jahrzehnte hinaus vorbestimmt werden. Von der richtigen Berufswahl hängt das Lebensglück des einzelnen ab, aber etwas auch der materielle Bestand des ganzen Volkes. Deutschland ist kein armes Land. Aber unser Reichtum besteht nicht, wie bei vielen anderen Völkern, aus Rohstoffschätzen und anderen Gaben der Natur. Unser wertvollstes Gut ist die Arbeitskraft und Tüchtigkeit unserer Schaffenden. Mit diesem Gut müssen wir sorgsam wirtschaften. Wir müssen durch frühzeitige Aufklärung dahin wirken, daß unsere ganzen Nachwuchskräfte sich darüber klar werden, welcher Beruf für sie der richtige ist, d. h. welcher Beruf ihrer inneren Berufung entspricht. Wir müssen ihnen aber auch sagen, in welchen Berufen die deutsche Wirtschaft in Zukunft stärkeren Zuwachs benötigt, und sie warnen vor Mode=Berufen, von denen sich allzu viele durch falsche Vorstellungen anlocken lassen, ohne zu bedenken, ob diese Berufe auch hinreichende Aussichten auf wirtschaftliches Fortkommen bieten. In diese große Arbeit der Berufs=Lenkung und der Aufklärung über Berufsfragen schaltet sich auch dieses Jahr wieder der Reichssender Köln ein. Er gestaltet seinen Sendeplan in der Zeit vom 4. bis 12. Februar zu einer„Woche der Berufsberatung“. in der zu den verschiedensten Tageszeiten und in den mannigfachsten Sendungen(so daß ein möglichst großer Teil der Hörerschaft erfaßt wird berufene Männer und Frauen über die wichtigsten Fra gen der Berufslenkung sprechen. Die einzelnen Sendungen wurden vorbereitet in Zusammenarbeit mit den Landes Arbeitsämtern, der Deutschen Arbeitsfront, der Hitler Jugend, dem NS=Lehrerbund und— dieses Jahr erst malig— in besonders enger Verbindung mit dem Reichamt für Technik der NSDAP und dem NS=Bund Deut scher Technik. Auf Anregung des Generalinspektors Dr. Todt, der Leiter der beiden letztgenannten Stellen, wird in diesen Jahr besonderer Nachdruck auf die Werbung für den Nachwuchs in den Berufen des Technikers und Ingenieurs gelegt. Die Gewin nung eines ausreichenden Nachwuchses in diesen Berufen ist schlechterdings eine Lebensfrage für das deutsche Volk. Die kommenden Jahre und Jahrzehnte werden uns vor gewaltige technische Aufgaben stellen, die dem jungen Ingenieur nicht nur ein sicheres Fortkommen, sondern auch die schönsten Möglichkeiten schöpferischer Entfaltung bieten.„Jugend, die Technik ruft dich!“ Das ist der Titel der Schulfunk=Sendung, die als Auftakt der Berufs=Beratungs=Woche am 4. Februar, 10 Uhr, gesendet und auf fast alle deutschen Sender übertragen wird. Die Ansprache hält Dr. Todt. Diese Ansprache wird überdies am 11. Februar im Abend=Sendeplan um 21 Uhr wiederholt. Weitere 14 Sendungen, in denen vor allem auch der Nachwuchs=Bedarf der deutschen Landwirtschaft berücksichtigt wird, verteilen sich auf die folgende Woche. NE-SCHNEE UND FRIDOLIN Roman von Jal Rfschen. 10) Copyright by Verlag Knorr& Hirth, GmbH., München. „Ja, richtig— hießen Sie nicht ungefähr wie Nevermore?“ „Neverbrook, wenn es Ihnen nichts ausmacht, Neverbrook.“ „Sie sprechen aber fabelhaft deutsch." „Ich bin schon seit meiner Kindheit viel in Deutschland gewesen, ich habe sogar ein paar Semester hier studiert.“ „In Freiburg?“ „Nein, in Berlin.“ „Ich dachte, weil Sie den Winter hier verbringen. Sie hätten besondere Beziehungen zum Schwarzwald. Aber die Leute brechen alle zum Skilaufen auf, lassen Sie sich durch mich nicht aufhalten. Ich sitze auch allein ganz gut.“ „Ich laufe nicht Ski. Ich mag das ganze Schneetheater nicht.“ „Ich muß Ihnen Ihre Frage von vorhin zurückgeben: warum sind Sie dann hier?“ Aber Mr. Neverbrook antwortete nicht, er schaute nur Trude nachdenklich an.„Lieben Sie Indien?“ fragte er plötzlich. „Ich? Wiso Indien? Ich war nie in Indien!“ „Wer nicht in Indien war, war noch nirgends“, sagte Mr. Neverbrook.„Ich habe einen Onkel in Indien.“ So“ „Er ist ein ausgezeichneter Mann“. fuhr der Engländer fort,„ein fabelhafter Mann. Was würden Sie beispielsweise tun, wenn Sie plötzlich eine Giftschlange in Ihrem Bett entdeckten?“ „Großer Gott!“ Trude schüttelte sich. „Was würden Sie tun?“ „Davonlaufen höchstwahrscheinlich. Und jemand holen, der sich eingehender und wirksamer für solche Naturerscheinungen zu interessieren vermag.“ „Aber gesetzt den Fall, es wäre niemand da? Oder Sie möchten niemand wegen einer solchen Kleinigkeit wecken?“ „Das letztere ist unwahrscheinlich. Auf alle Fälle bliebe immer das Davonlaufen.“ „Mein Onkel“, sagte Mr. Neverbrook triumphierend, „fand eine Kobra auf seinem Kopfkissen, als er im Bungalow eines Freundes übernachtete. Es war sehr spät, alles schlief schon, er wollte keine Störung verursachen, also nahm er einige Decken vom Bett und machte sich daneben ein Lager auf der Palmblattmatte am Boden zurecht. Er war sehr müde und schlief schnell ein.“ „Und?“ „Nichts und. Am Morgen erwachte er sehr munter und gestärkt. Die Kobra lag ebenfalls auf der Matte. Sie hatten beide eine ausgezeichnete ruhige Nacht verbracht. Mein Onkel stand auf und machte erst sorgfältig Toilette, ehe er einen entsetzten Boy damit beauftragte, geeignete Maßnahmen zur Beseitigung des Tieres zu treffen.“ „Allerhand.“ „Nicht wahr. Aber so was kennzeichnet meinen Onkel. Wenn er auf die Tigerjagd geht—“ Aber da kam Digby Lester. Das Gesicht, das neben Neverbrook auftauchte, trug ebenfalls die Merkmale der angelsächsischen Rasse, es war nur verfeinerter und vergeistigter, es ähnelte dem Sidney Neverbrooks wie das vollendete Kunstwerk der gröberen Skizze ähnelt. „Das ist Digby Lester“ sagte Neverbrook,„er ist jünger als ich, er studiert noch, obwohl er es nicht mehr nötig hätte, er ist fabelhaft gescheit.“ Digby Lester lächelte ernst. Ja, er war noch jünger als sein Freund, aber es war eine gezeichnete Jugend, man sah es diesem so übermäßig durchgearbeiteten Gesicht an. Er reichte Trude die Hand mit leichtem Druck, herzlich und doch etwas scheu, gleichsam verhalten.„Ich sah Sie schon gestern“, sagte er, und es fiel Trude auf, daß sein Deutsch bedeutend fremdartiger klang als das seines Freundes.„Ich hätte Sie gern sofort begrüßt, aber Sie schienen so mißgestimmt.“ „Vielleicht war ich's ein bißchen.“ „Das kann ich schwer verstehen, inmitten dieser bezaubernden Landschaft“, sagte Digby wieder mit seinem ernsten Lächeln,„bin ich immer guter Laune.“ „Ja, Digby hat nun wirklich einen Narren am Schwarzwald gefressen, wie die Deutschen sagen“, mischte sich Neverbrook ein.„Ich bin ja sicher, daß es seiner Gesundheit bekömmlicher wäre, einen anderen Ort für den Winter aufzusuchen.“ „Meine Gesundheit ist die denkbar beste“, schnitt Digby kurz ab. Es klang beinahe drohend. „Natürlich ist sie gut. Aber du bist doch ein wenig zart.“ „Unsinn!“ Digby wandte dem Freund brüsk den Rücken, seine Augen schweiften einen Augenblick lang aus dem Fenster über die Berge hin, die jetzt unter einem tiefblauen Himmel dalagen, in einem schmerzhaften Weiß strahlend, und wandten sich dann dem jungen Mädchen zu. „Ich bin nur ein bißchen bequem“, sagte er mit lichem Lachen,„darum treibe ich keinen Sport und liege manchmal den ganzen Tag auf meinem Sonnenstuhl und lasse mich braten. Das Schlimme daran ist bloß, daß meine Faulheit auch Sidney angesteckt hat.— Wo ist eigentlich Carola?“ wandte er sich an Sidney. „Fort. Nach Sankt Andreas, mit diesem Steinklopfer,“ sagte Neverbrook grimmig. „Ein sehr sympathischer Mensch, der Herr Hennegauer“, stellte Digby freundlich fest.„Und ein verläßlicher Mensch. Carola ist bei ihm gut aufgehoben.“ „Dieser Steinklopfer!“ grollte Sidney erneut. „Ich möchte dir raten, das nicht zu Herrn Hennegauer selbst zu sagen. Ich glaube, er versteht da nicht so furchtbar viel Spaß.“ „Ja, schelten Sie nicht über ihn", sagte Trude Zumrain.„Er ist mein Landsmann, ich muß ihn verteidigen. Aber leiden kann ich ihn auch nicht.“ „Wunderbar!“ sagte Sidney begeistert. Digby Lester lächelte skeptisch und melancholisch. Den ganzen Tag ging Trude ein wenig betäubt herum. Sonne, Schnee, dünne Luft und das merkwürdige Gefühl, das jemanden überfällt, der zum erstenmal in seinem Leben auf der Kuppe eines sehr hohen Berges steht, nahmen sie merkwürdig stark mit, sie fühlte sich auf eine fast erschreckende Weise aus ihrem bisherigen Dasein gerissen und allerhand neuen und fremden Dingen preisgegeben. Mußte ihr Leben nicht einen ganz neuen und fremden Verlauf nehmen, nun sie seine Grundlagen, im wahrhaftesten Wortsinn, so geändert hatte? stark zu diesem jungen Mann hingezogen, er gefiel i bedeutend besser als Sidney. Am Nachmittag lagen sie nebeneinander in ihrLiegestühlen und ließen sich von der Sonne wärmen Eigentlich schwärmte Trude ja nicht für das Stilliegen aber sie spürte jetzt doch einen Rückschlag auf die spannungen der letzten Woche. Es war wirklich wunder bar, so ganz still liegen zu können, die Sonne zu fühlen und den zarten duftenden Hauch, der von den Schnee, feldern kam. Und es war wohltuend, zu denken, das man mehr als tausend Meter hoch über den Dingen des Alltags stand. Dingen des Sie sah zu Digby hinüber, der die Augen halb geAR RA4 O schlossen hatte. Wie klar und rein seine Züge fi diese Umgebung fügten! Hatten sie nicht auch etwe von dieser sonnenüberglänzten Winterlichkeit, so komisch ein solcher Vergleich auch bei Digby Lesters Jugend anmuten mochte? Plötzlich bemerkte sie, daß er sie auch ansah. „Entschuldigen Sie“, sagte Trude und errötete. Sein Lachen war warm und herzlich.„Komische junge Dame“, sagte er.„Entschuldigt sich, wo der andere doch höchstens dankbar sein könnte! Aber ich würde an Ihrer Stelle lieber auf die Berge schauen!“ (Fortsetzung folgt.) Auf alle Fälle hatte sie einen fabelhaften Appetit, um nicht zu sagen Hunger, das war wirklich komisch; in der letzten Zeit hatte sie eigentlich so gut wie gar nichts essen können. Jetzt vertilgte sie das fast übermäßige Mittagessen der Großen Pension bis auf den letzten Rest mit einem wundervollen animalischen Genuß. Die beiden jungen Engländer leisteten ihr dabei Gesellschaft. Sidney aß tüchtig, aber er mäkelte gern, das schien für ihn eine Notwendigkeit zu sein, und wenn er nichts aususetzen hatte, erzählte er von Tigerjagden seines indihen Oheims. museums. Neue Erkenntnisse aus der Zeit der Treverer. Trude horte ruhig und viel geduldiger zu, als es sonst ihre Art war, aber diese Geduld entsprang weniger ihrer eigenen Seele als den Blicken, die sie zuweilen auf Digby tat, der sein Essen schweigend und in einer so untadeligen Haltung verzehrte, daß es ein ästhetisches Vergnügen war, ihm dabei zuzusehen. Nichts von dem eigentümlich peinlichen Gefühl, das ein kauender Mensch so leicht bei seinem Zuschauer hervorrufen kann, vermochte hier aufzukommen. Wenn er zwischendurch einen Blick durch die großen Glasfenster auf die Bergkämme warf— und das geschah sehr oft, prägte sich in seinem Gesicht etwas aus, das man Abendfrieden hätte nennen können, eine ruhige Glückseligkeit, vielleicht ein wenig müde, vielleicht ein wenig verhalten. Trude fühlte sich Trier, 26. Januar. Auf der Jahreshauptversammlung des Hunsrückvereins hielt Professor Dr. Krüger einen Lichtbildervortrag über„Unsere Ringwälle“, der Redner seine Hörer mit den neuesten Erkenntnissen bekannt machte, die sich aus den Ausgrabungen des Trierer Landesmuseums ergeben haben Ferner erklärte er die Ringwälle bei Köln, auf dem Petersberg im Sievengebirge, die Dietzenlay bei Gerolstein sowie— eine besondere Feststellung von Prof. Krüger— eine vorgeschichtliche Festung auf der vorgeschobenen Landzunge bei Pommern an der Mosel, wo zwischen Pommernbach und Brohlbach eine reichbesiedelte Hochfläche auf einen Abschnittswall hinweist. Besonders aufschlußreich sind die Erkenntnisse von den Grabungen am Ringkopf bei Allenbach und dem Otzenhausener Ring. wo neuerdings ein römischer Tempel innerhalb des Ringes gefunden wurde der von den römischen Eroberern in die Holzhäusergruppen der germanischen Treverer eingefügt wurde. Bei den Ringwällen handelt es sich um Zweckbauten von erheblichem Verteidigungswert, deren wohldurchdachte Konstruktionen heute noch Bewunderung verdienen und Zeugnis dafür ablegen, daß unsere germanischen Vorfahren auf einer hohen Kulturstufe standen und keineswegs die„Barbaren“ waren, für die man sie gerne in gewissen Kreisen ausgab. Zu haben bei: Ahaus: Westfalia=Drogerie W.Hansen, Adler=Drogerie W. Schöning, H. Lüdeling, H. Thyen, Epe: Drogerie B.Heinricy, Mediz.=Drogerie Georg Nacke, Cl. Vocke, Gronau u. Nordhorn: Drogerie H. Boldhaus, Legden: P. Melchers, August Niedecker, Joh. Strobel, Stadtlohn: Adler=Apotheke E. A. Jansen, Bernh. Claushues Wwe.; Wüllen: Kronen=Drogerie Fr. Lütkenhaus, H. Orthaus u. wo Plakate sichtbar. Bekanntmachung über die Offenlegung der Ergebnisse der Bodenschätzung. Die Ergebnisse der Bodenschätzung der Gemeinden Gronau, sessendorf und Stadtlohn Ahaus, Wessendorf und Stadtlohn werden in der Zeit vom 2. Februar bis 1. März in den Diensträumen und zwar in der Zweigstelle des Finanzamts Ahaus, Hovesaat Nr. 12, während der Dienststunden offengelegt. Offengelegt werden die Schätzungsreinkarten und die Schätzungsbücher für Ackerland und für Grünland, in dem die Ergebnisse der Bodenschätzung niedergelegt sind. Die offengelegten Schätzungsergebnisse werden den Eigentümern und Nutzungsberechtigten der Grundstücke nicht bes. bekanntgegeben. Gegen die Schätzungsergebnisse steht den Eigentümern der betreffenden Grundstücke die Beschwerde nach den Vorschriften der Reichsabgabenordnung zu. Die Beschwerde kann in der Zeit bis zum Ablauf des 1. April 1938 beim Finanzamt entweder schriftlich eingereicht oder zu Protokoll erklärt werden. Mit dem Ablauf der Frist für die Einlegung des Rechtsmittels werden die offengelegten Schätzungsergebnisse unanfechtbar, soweit nicht Beschwerde eingelegt ist, Zur Aufklärung über die Bedeutung und den Gang der Bodenschätzung werden folgende Schlußbesprechungen abgehalten: am 1. Februar vorm. 9.30 Uhr in Epe, Wirtschaft Verst (Klosterschänke) für die Gemeinden Epe und Gronau, am 1. Februar nachm. 15 Uhr in Stadtlohn bei Frechen für die Gemeinden Wessendorf, Stadtlohn, Estern=Büren, HengelerWendfeld und Almsick, am 2. Februar vorm. 9.30 Uhr in Wessum, Wirtschaft Terhaar für die Gemeinde Wessum, am 2. Februar nachm. 15 Uhr in Asbeck, Wirtschaft Eißing für die Gemeinde Asbeck. Außerdem werden für folgende Gemeinden besondere Sprechtage abgehalten, in denen unter Anleitung der Bodenschätzer die Ergebnisse der Bodenschätzung eingesehen werden können: am 10. Februar in Stadtlohn bei Frechen ab 9 Uhr vorm. für die Gemeinden Wessendorf und Stadtlohn, am 11. Februar in Gronau, Hotel zur Post, für die Gemeinde Gronau. ConcordiaLichtspiele8 Ahaus Ahaus, 26. Januar 1938. Der Vorsteher des Finanzamts. Richtige Stalldesinfektion schützt Ihr Vieh! Die zuverlässig keimtötende Kraft von„Lysol“ schützt Ihr Vieh vor Ansteckung und Gefahr. 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Januar. hunsrückeinen Lichtle", wobei Erkenntnissen abungen eben haben n, auf dem 2Dietzen Feststellung Festung auf n an der hlbach eine tswall hinnntnisse von nbach und rdings ein nden wurde Holzhäuserwurde. Bei auten von ldurchdachte dienen und anischen lturstufe en. für die 19 er nationalanuar 1930. er nationalanuar 1938. — schafter itig in der Gronan, 0 gr. 16% gr. 300 gr. 249 0 gr. 209 gr. 389 gr. 364 gr. 259 Pak. 299 5 gr. 224 5 Pr. 99 5 gr. 15% tück 324 lerd. 55% terd. 65% Gronauer Aus der Kreiszeitung für den Kreis Ahaus Eper Volksblutt Nr. 24 Freitag, 28. Januar Eine seltsame Himmelserscheinung Auch im Kreise Ahaus wurde das Nordlicht beobachtet.— Zunächst mit dem Feuerschein des Eper Brandes verwechselt. In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch bot der nördliche Himmel eine seltene Erscheinung. Wer um diese Zeit noch nicht ins mollige Bett gegangen war, tonnte beobachten, wie der Himmel in seinem nördlichen bis nordwestlichen Teil eine intensiv rote Färbung aufwies. Wie überall wurde zunächst auch in der Kreisstadt der Ausbruch eines Großbrandes vermutet. Tatsächsich brannte es fast gleichzeitig in dem von Ahaus genau nördlich gelegenen Epe, sodaß nach Befanntwerden der letztgenannten Tatsache kaum jemand davon zu überzeugen war, daß es sich bei dem beobachteten Himmelsschein um ein Nordlicht handele, zumal dieses sich in unserer Gegend selten dem Auge zeigt. Die Erscheinung war auch in Ahaus gut zu beobachten, ebenso im übrigen Kreise Ahaus und im benachbarten holländischen Grenzgebiet in der gleichen Form. Sie begann etwa 22,40 Uhr und dauerte bis kurz vor Mitternacht. Da der Himmel zuerst bewölkt war, war vorerst eine genaue Bestimmung des Naturbildes nicht möglich. Doch später wurde es sternenklar und man konnte sehen, daß das Hauptlicht etwa im Norden lag in der Gegend des Polarsternes. Die Form des Lichts wechselte dauernd uno zog sich zuweilen regenbogenförmig vom Osten nach Westen hin, zuweilen bildete es auch zwei parallele Streifen in nord=südlicher Richtung. Wie wir aus dem Nachbarkreis Coesfeld erfahren, soll in unserer Gegend schon einmal eine ähnliche Erscheinung beobachtet worden sein, doch ist sie im übrigen hier sehr selten im Gegensatz zu den Nordländern zu beobachten. Die Nord= oder Polarlichter entstehen, in dem die von der Sonne ausgehenden Kathodenstrahlen durch das magnetische Kraftfeld der Erde in verwickelten Bahnen zur Erde herabgebogen werden und in der sehr dünnen oberen Lufthülle elektrische Leuchterscheinungen hervorrufen. Die untere Grenze der Höhe der Polarlichter liegt meist zwischen 90 und 140 km. Als obere Grenze wurden meist. Höhen von 125—200, seltener 200—300 km und vereinzelt Höhen bis zu 500 km und mehr gemessen. Da die Störungsfelder längere Zeit wirken und es sich diesmal um besonders starke Ausstrahlungen handelt, ist es sehr wahrscheinlich, daß das Naturschauspiel sich in den nächsten Tagen wiederholen wird. Zusatzspende des WHW., Ortsgruppe Ahaus, zum 30. Januar Anläßlich der Wiederkehr des 30. Januar gelangt eine zusätzliche Spende in Gestalt von Gutscheinen zum Bezug von Lebensmitteln und Bekleidungsstücken durch das Winterhilfswerk des Deutschen Volkes zur Verteilung. Die Verteilung für die Ortsgruppe Ahaus findet am 28. ds. Mts. in der Zeit von 8—12 Uhr morgens und von 3—7 Uhr nachm. statt. Die Ausweiskarten sind mitzubringen. An Kinder werden keine Gutscheine abgegeben. Im Februar Hausmannskost Der Februar bringt reichlich: Haferflocken, Hammelfleisch, Kalbfleisch, Kohlarten, Salzheringe, Seelachs und Kabeljau; dagegen schränkt die verantwortungsbewußte Hausfrau ein den Verbrauch von: Eiern, Butter, Weizenbrot, Schweinefleisch, Schmalz, Speck, Speiseöl und Margarine. Einige Dinge erzeugt die deutsche Landwirtschaft in so großen Mengen, daß sie das ganze Jahr über stärker für den Speisezettel herangezogen werden können. Von den stärkehaltigen Nahrungsmitteln gehören dazu die Kartoffeln, die Marmelade und der Kunsthonig, von den vorwiegend eiweißhaltigen neben Quarg und Ciweißkäse die entrahmte Frischmilch. Was der Februar für Kochtopf und Bratpfanne reichlich liefert, das sind neben Hammelfleisch vor allem Kohlarten: Weißkohl, Grünkohl und Kohlrüben. Beides zusammen eignet sich gut zu einer einfachen und kräftigen Hausmannskost. Die Fische der Jahreszeit sind der Seelachs und der Kabeljau. Sparsamkeit ist dagegen im Verbrauch von Fetten, Eiern und Schweinefleisch notwendig. Und in jenen Landschaften des Reichs, in denen man gern Weizenbrot ißt, mag man ein wenig daran denken, daß sich nur knapp ein Drittel vom deutschen Boden für den Weizenbau eignet. Aus dem Ahauser Ballspiel-C'ub 08 „Endlich“, wird das sportbegeisterte Publikum von Ahaus sagen, tritt der Club auch hier mal wieder auf den Plan. Im Pokalspiel hat das Los uns den Fußballclub Metelen beschert, der in der 2. Kreisklasse eine nicht gerade untergeordnete Rolle spielt. Im Vorspiel hatte er den VfL. Epe zu schlagen, was ihm glänzend gelungen ist und in der Tabelle steht der Verein an dritter Stelle. Die Gäste verfügen über einen guten Sturm, sodaß unser Tormann hinreichende Gelegenheit haben dürfte, sich von der besten Seite zeigen zu können. Allgemein wird man ja gerade von ihm eine gute Leistung erwarten, da er, wie ja erinnerlich, in Gronau gegen Herne und auch am letzten Sonntag im Meisterschaftspiel gegen F. C. 09 gut in Fahrt war. Die Gäste aber haben in ihrem Schlußmann ebenfalls einen großen Könner, mancher wird sich des Spiels vor einigen Jahren erinnern, wo dieser Mann seine Mannschaft vor einer katastrophalen Niederlage bewahrte. Es wird heute aus nicht viel anders sein. Die Gäste werden sich mächnig anstrengen, in der nächsten Runde wieder dabei zu sein. Wie weit ihnen das Vorhaben glückt, ist Sache der hiesigen Mannschaft. Wir wollen hoffen, daß sie sich nun einmal dem heimischen Publikum so vorstellt, wie sie auswärts spielt, denn dann ist es uns um einen Sieg nicht bange. Die Mannschaft tritt in folgender Besetzung an: Goßling Hollekamp Eißing Homann Hoff Erning duning Ochmann Kölker Grummel Kowalczyk Spiel und Sport Legden— ABC. 08 Ahaus Reserve. Reservisten erledigen ein Rückspiel, die Veranstalter haben aber mächtig gelernt, sodaß ein Sieg der besucher in Frage gestellt ist. Allerdings fährt man mit sehr guten Kräften, die eigentlich einen Sieg garantieren mußten, und zwar lautet die Aufstellung hier: Stadt Ahaus 1938 Reichsbodenschätzung, Offenlegung und Schlußbesprechungen Wir verweisen auf die Bekanntmachung des Finanzamtes Ahaus in unserer heutigen Nummer. Darnach werden jetzt auch die Ergebnisse der Bodenschätzung der Gemeinden Gronau, Ahaus, Stadtlohn und Wessendorf offengelegt. Außerdem werden für die Gemeinden Epe, Gronau, Wessendorf, Stadtlohn, Hengeler=Wendfeld, Estern=Büren, Almsick, Wessum und Asbeck Schlußbesprechungen und für die Gemeinden Wessendorf, Stadtlohn und Gronau besondere Sprechtage abgehalten. Die Offenlegungsfrist, sowie die Termine und Orte der Schlußbesprechungen und Sprechtage sind aus der Bekanntmachung zu entnehmen. Die Ahauser Turnhalle in Bekrieb Mit der Errichtung der Turnhalle ist gewissermaßen ein Traum in Erfüllung gegangen. Der Plan, eine Turnhalle der Jugend bereitzustellen, liegt weit zurück. Schon damals, als es darum ging, den Gefallenen ein Ehrenmal zu stellen, wurden manche Stimmen laut, die wünschten, daß man den toten Soldaten in einer Turnhalle ein Gedächtnismal setzte. Es kam nicht dazu. Die sportbegeisterte Jugend mußte warten, so schwer es ihr fiel. Nun aber ist der Traum Wirklichkeit geworden. Die Halle ist da und wird benutzt. Sie kommt an erster Stelle den Schulen zugute, denen es obliegt, ein starkes Geschlecht heranzubilden, das einst das Erbe des Führers in Verwaltung nehmen kann. Gott sei Dank! wird mancher Lehrer denken. Nun ist er nicht mehr auf die freien Plätze angewiesen und vor allenDingen nicht mehr auf die Willkür des Wetters. Beide machten ihm oft einen Strich durch die Rechnung. Im Winter mußte der Sport in manchen Wochen zum größten Teil einfach unterbleiben, weil entweder die Plätze wegen Pfützenbildung nicht dazu einluden, oder das Wetter wegen Regens oder Schnees oder starken Nebels es nicht zuließ. Und nun gibt es kein Halt mehr! Was dies bedeutet, weiß die Jugend zu schätzen. Unaufhörlich wechseln Klassen miteinander ab, die die Halle benutzen wollen. Da kommt es darauf an, daß die Zeit pünktlich eingehalten wird. Zu dem Zweck wäre es praktisch, wenn die Halle mit einer Uhr versehen würde. Was schon mehrfach für das städtische Freibad gewünscht wurde, hier in der Turnhalle, wo die Aufsichtsperson ganz auf sich selbst angewiesen ist, von der Umwelt förmlich abgeschlossen, wird eine Uhr stark vermißt. Wir würden uns daher freuen, wenn die Stadtbauverwaltung einen Weg fänd, dieser Anregung stattzugeben. Zu wünschen wäre es auch gewesen, daß gleich bei der Errichtung für die Anlage eines gesonderten Auskleideraumes für die aufsichtsführende Lehrerschaft gesorgt wurde. Denn man muß bedenken, daß ja die Halle nicht bloß von der Schuljugend auf Bernsmannskamp benutzt wird, sondern außer ihr auch von den Mädchenschulen, der evangelischen Schule und der Rektoratschule. Notwendig erscheint es uns auch, daß die vorhandenen Auskleideräume— es sind zwei, die gerade für unsere großen Volksschulklassen hinreichen— während, des Turnbekriebes ständig leicht unter Anwärmung gehalten werden, denn sonst können Erkältungen eintreten, die nicht im Interesse der Jugend liegen. Wie gesagt, es sind einige Wünsche, die noch offenbleiben. Doch diese liegen am Rande. Die Hauptsache ist, daß die Halle nun erst mal da ist. Und das wird freudig anerkannt. Es ist eine Lust, Zeuge sein zu können, wie die Kinder sich an den Geräten erproben. Von den Reckstangen bis zu Kletterleitern und Trapez und Klettertauen, von Schweberingen zu Wandgestäbe und Barren und Pferd und Kasten ist alles da, was des Turners Herz begehrt. Und die Jugend, die nach körperlicher Betätigung hungert, sorgt schon dafür, daß alles an die Reihe kommt! Und dafür ist die Lehrerschaft der Stadt dankbar. Eine Stadt legt ein„Sündenregister des Stadtbildes“ an Wir haben uns als Heimatzeitung, der die Sorge um alle Dinge unseres Kreises eine liebe Pflicht ist, schon mehrmals mit dem Problem der Reklameschilder in unseren Dorf= und Stadtbildern beschäftigt. Noch vor einigen Wochen berichteten wir ausführlich, daß Landrat Sümmermann anläßlich einer Besichtigungsfahrt von Bauleuten nach Südlohn und Oeding die Verschandelung der Dorfbilder durch geschmacklose Reklameschilder brandmarkte. Es gehen energische und sicher nicht erfolglose Bestrebungen dahin, im Heimatkreise bei Neuanbringung von Schildern nur Einwandfreies zuzulassen, darüber hinaus aber auch das vorhandene Unschöne und Schlechte zu entfernen. Wir finden nun in einer süddeutschen Zeitung eine interessante Notiz, die wir unseren Lesern nicht vorenthalten wollen Sie berichtet von einer neuartigen und gewiß wirkungsvollen Weise, in der eine württembergische Stadtverwaltung die„Entrümpelung des Stadtbildes“ betreibt. Der Bürgermeister der Stadt Besigheim gibt bekannt, daß alle geschmacklosen Reklameschilder im Straßenbilde verschwinden müssen, ganz gleich, ob sie Schuhe, Schuhwichse, Schokolade, Zigaretten, ganz gleich, Briketts, Mundwasser, oder was es sonst sei, anpreiset. Die Stadtverwaltung werde ein„Sündenregister des Stadtbildes“ anlegen. Hierin würden in Zukunft alle diejenigen eingetragen und für die Nachwelt festgehalten, die der Aufforderung zur Entfernung der anstößigen Schilder nicht nachkommen und also bewußt und böswillig weiterhin ihre schöne Heimatstadt verschandeln. Man muß sagen: Die Stadtverwaltung von Besigheim hat hier eine Idee gezeugt, die außerdem der Neuigkeit noch andere Reize hat, und die sicher nicht ohne Eindruck, vielleicht auch nicht ohne Nachahmung bleibt... Große öffentliche Kundgebung der usdAp. Im Zuge der großen Versammlungswelle des Gaues Westfalen=Nord sprach am Montag abend im vollbesetzten Sutthoff'schen Saale der Gauredner der NSDAP. und Reichsredner der DAF., Pg. Schmiot aus Münster. Zu Beginn seiner 1½stündigen Rede führte er die Gründe an, die zu diesen Versammlungen geführt hätten. Heute gehe es um die Gewinnung der Seele des deutschen Volkes. Das deutsche Volk soll Aufklärung bekommen über das politische Wollen und über die bisherigen und zukünftigen Maßnahmen der Regierung. Das Endziel soll hierbei sein, die innere Opposition des deutschen Menschen zu überwinden. In klar verständlichen Ausführungen sprach der Redner dann über den Liberälismus und Marxismus als die geistigen Ideen des füdischen Volkes. Vor der Machtübernahme waren sämtliche Reichs= und Staatsgesetze der damaligen Zeit aus dem jüdisch=liberalistisch=marxistischen Geiste geboren. Heute dagegen ist es genau umgekehrt. Alle Maßnahmen und Anordnungen unseres Führers kommen aus einem edlen deutschen Herzen und sind geschaffen aus dem Geiste der nationalsozialistischen Weltanschauung mit dem Zweck, das Leben des Volkes ewig zu gestalten. Scharfe Abrechnung hielt der Redner mit den Juden und deren Charaktereigenschaften. Zum Schluß seiner Ausführungen kam Pg. Voß noch auf die Sozialpolitik des Dritten Reiches, insbesondere auf die neuen Bestimmungen der Knappschafts= und Invalidenversicherung, sowie auf die Fürsorge für Kinderreiche zu sprechen. Großer Beifall dankte zum Schluß dem Redner für seinen ausführlichen u. belehrenden Vortrag. )!( Hohes Alter. Der älteste männl. Einwohner unserer Gemeinde, Opa Heinr. Hüls, genannt Konert aus Wehr, feiert am 29. Jan. in seltener Rüstigkeit und Geistesfrische seinen 90. Geburtstag. Fast alltäglich sieht man den noch rüstigen Mann zu Fuß zum Dorfe Legden spazieren. Zu seinem Jubelfeste wünschen wir ihm die herzlichsten Glückwünsche. Ottenstein Kundgebung der NSDAP. Ottenstein, Im Zuge der seit einiger Zeit eingesetzten Propaganda des Gaues Westfalen=Nord sprach hier der Kreisredner Pg. Müller. Büren. Der Redner führte den Anwesenden die neuesten Gesetze auf sozialem Gebiete vor Augen. An den materiellen Segnungen des Dritten Reiches war bislang der Arbeiterstand am wenigsten beteiligt. Nun endlich sei es möglich gewesen, auch dem Aermsten, der der treueste gewesen ist, fühlbare Erleichterung durch erhöhte Leistung auf dem Gebiete der Kinderbeihilfen, der Witwen= und Waisen= und der Invalidenrenten zu schaffen. Sodann ging der Redner auf die besonderen Aufgaben der DAF. ein, wie NS.=Gemeinschaft„Kraft durch Freude“, deren Aufgaben einen immer noch größeren Umfang nehmen werden. Für die mit Beifall aufgenommenen Darlegungen zollten die Zuhörer dem Redner herzlichen Beifall. Der Stützpunktleiter überreichte dem Redner als Dank das neue Heimatbuch des Kreises Ahaus und schloß die Versammlung mit einem Gruß an den Führer. heek Die Heimatzeitung seit über 55 Jahren mit den heimatlichen Verhältnissen verwachsen, mit dem Leserkreise fest verbunden, ist auch für Sie unentbehrlich. Halten und lesen Sie die Kreiszeitung für den Kreis Ahaus. Vrobe=Nummern durch unsere Boten und die Geschäftsstellen. Leben. Sie kann, wie sie selbst sagte, wenn es sein müßte, noch„Vandage de Pott rüören“. Wir wünschen nun von ganzem Herzen dieser hochbetagten allseits beliebten Urgroßmutter Levers einen schönen und sonnigen Lebensabend und hoffen, daß ihre außerordentliche Rüstigkeit so weiter anhält, damit wir sie mal als„100jährige“ wieder aufsuchen können und uns freuen, wenn sie mit demselben Appetit wie heute ihre Beschüte und een Schinkenfleßbotteram ißt. Auf viele Jahre! Hierspricht di Feierstunde am 30. Januar in Heek Am Sonntag, dem 30. Januar, dem Gedenktage der Erstehung des 3. Reiches, findet im Saal des Gasthofs Schulte um 5 Uhr eine denkwürdige Feierstunde statt. Die Ausgestaltung hat die HJ., das Jungvolk, der BDM. und Jungmädelschar übernommen. Die Leitung liegt in den Händen des HJ.=Führers Everhard Reckers. Die Festrede hält der Bannführer der HJ. Pg. HoepfnerGronau. Nach der Feierstunde findet durch die Straßen des Dorfes ein Fackelzug statt. Anschließend werden alle Bewohner der Gemeinde Heek in den Festsaal Schulte zu einer Gemeinschaftsfeier welche mit Gesang und Tanz verbunden ist, herzlichst eingeladen. Sämtl. Parteigenossen, Amtswaltern, Parteigliederungen und Formationen wird die Teilnahme an der Feierstunde zur Pflicht gemacht. Gleichzeitig hoffen wir, daß sämtliche Einwohner von Heek an der Feier, am Fackelzug und an dem Kameradschaftsabend teilnehmen Besonders richten wir an die Eltern der Jungen und Mädel der HJ. die Bitte, zur Feierstunde zu erscheinen, da doch der Bannführer besonders zu den Eltern sprechen möchte. Möge die Feierstunde sowie der gemütliche Dorfgemeinschaftsabend am 30. Jan. allen Heeker Volksgenossen ein Erlebnis werden. Ureden Gauredner Schürmann sprach in Vreden Innerhalb der Aktion„1000 Versammlungen“ in einer Woche sprach in der städt. Turnhalle der Gauredner Pg. Schürmann, MdR., Gauobmann der DAF. Münster. Die mit dem Symbol des Dritten Reiches geschmückte Versammlungshalle war brechend voll, als der Gauredner erschien. Der Ortsgruppenleiter Heerdegen übergab dem Gauredner das Wort, der seine hervorragende Rede einleitete mit einem kurzen Gedächtnis an die Zeit vor 5 Jahren, als dem Führer der nationalsozialistischen Partei, Adolf Hitler, das Zepter des Reiches in die Hand gegeben wurde. Der Redner sprach von dem Elend auf allen Gebieten vor der Machtübernahme und erklärte, daß unser genialer Führer dadurch zum Siege kommen mußte. Er lenkte dann über in die Zeit nach der Machtübernahme, wo dem deutschen Menschen, dem deutschen Arbeiter, der Glaube an sein Volk wiedergegeben wurde. Auf allen Gebieten wurde etwas Aufbauendes geschaffen und heute legen die geschaffenen Werte Zeugnis ab von den einstens als unmöglich gehaltenen Problemen. Zur Kirchenfrage erklärte Redner, daß jeder, der beweise, im Herzen ganz Deutscher zu sein und deutsch zu handeln, nach seiner Facon selig werden solle. Der Führer war es doch, der durch die Niederwerfung des Bolschewismus die Kirchen und Klöster schützte. Der Redner ließ die Zuhörer einen Blick tun nach Rußland und Spanien. Noch zahlreiche, im Mittelpunkt der Zeitgeschehnisse stehende Probleme wurden von dem Redner behandelt und Aufklärung über Unklarheiten gegeben. Das Hauptaugenmerk legte der Redner für die Zukunft auf die heranwachsende Jugend, die ganz im nationals. Geiste erzogen werde und den Garant für den Fortbestand des ewigen deutschen Reiches darstelle. Der Ortsgruppenleiter dankte dem Redner für seine begeisternden Worte und überreichte ihm als Andenken an diese machtvolle Kundgebung in der Grenzstadt ein Buch:„Geschichte des Kreises Ahaus“. Ueber 35 mal Urgroßmukter Wenn mancher diese Ueberschrift liest, wird er zweifellos denken, wie ist es möglich. So seltsam es auch aussieht, es ist aulzu sehr Tatsache. Unweit der Reichsgrenze Deutschland=Holland wohnt in einem alten, ansehnlichen Bauernhaus eine alte, hochbetagte Bauernfrau, Frau Wwe. Levers, die in diesem Sommer 88 Jahre alt wird. Dieses alte Mütterchen hat gewiß das seltene Glück; über 35 Urenkel „Tick=Tack=Großmutter“ zu sein. Dabei ist das erstaunliche, daß diese alte Bauernfrau, körperlich wie geistig außerordentlich rüstig ist. Wie sie erzählen kann und was sie erzählt, ist staunenswert. Die ganzen langen Lebensjahre, in denen ihr Leid nicht erspart blieb, hat sie bis ins Kleinste im Gedächtnis. In Hölterhook bei Eibergen im nahen Holland geboren, wohnt sie seit vielen Jahrzehnten in Zwillbrock an der grünen Erenze. Ihr Mann war schwerkriegsbeschädigt und starb früh, sodaß ihr als Bauersfrau keine harte Arbeit erspart wurde, um ihre Familie durchbringen zu können. 9 Kindern schenkte sie das Leben, von denen 2 Söhne im Kriege fürs Vaterland gefallen sind. Noch heute ist sie von Morgens früh bis Abends tätig und kennt kein Ausruhen von ihrem arbeitsreichen Volksgenossen von Alstätte und Umgebung! Am Sonntag, dem 30. Januar 1938 soll Euch ein schöner, genußreicher Abend im Saale Heffler geboten werden. Im ersten Teil des Abends wollen wir zusammen Lieder singen und uns zwei schöne Theaterstücke ansehen. Im zweiten Teil wollen wir uns dann am fröhlichen Tanz erfreuen. Eingeladen seid Ihr alle recht herzlich! Seid rechtzeitig zur Stelle, denn wir werden pünktlich um 7,30 Uhr beginnen. Der Eintrittspreis ist nur gering und beträgt 40 Pfg. Die NSDAP., Ortsgruppe Alstätte, ladet auch Dich herzlich ein! :: Silberne Hochzeit. Die Eheleute Josef van Weiik und Frau, Elisabeth geb. Schwietering feiern heute das Fest der 25. Wiederkehr des Jahrestages ihrer Eheschließung. Unseren Glückwunsch! Aus der Stadt Gronau Die Soldaten kommen— Flaggen heraus! Vor einigen Tagen wurde bereits auf die Einquartierung hingewiesen. Am morgigen Sonnabend um 16 Uhr rücken die Soldaten ein, um in unserer Stadt für eine Nacht Quartier zu beziehen. Alle Vorbereitungen sind getroffen. Wer sollte sich nicht freuen, auch unsere Stadt einmal ganz im Zeichen der neuen Wehrmacht zu sehen? Um unserer Freude über den Soldatenbesuch auch nach außen hin Ausdruck zu verleihen, ergeyt an alle Gronauer die Bitte, reichlich zu flaggen. :: Ihren 85. Geburtstag feierte am gestrigen Tage in einer für ihr Alter beneidenswerten Frische Frau Witwe Langenhorst. Buterland. Der Hochbetagten, die täglich noch unsere Heimatzeitung von„A bis 3“ mit regem Interesse liest, wünschen wir für ihren weiteren Lebensabend Gesundheit und Zufriedenheit. ):( In der Dinkel ertrunken. Auf tragische Weise kam der etwa 70jährige Invalide und Kötter Tieke aus der Klosterbauerschaft in Epe ums Leben. Der alte Mann, der zeitweise an heftigen Asthmaanfällen litt, verließ in der vorgestrigen Nacht seine Wohnung, wahrscheinlich um seinen Beschwerden draußen in der frischen Luft entgegenzuwirken. Auf dem Fußwege entlang der Dinkel in Richtung Gronau muß der alte Mann wohl die Orientierung verloren haben; er geriet in das strömende Wasser der Dinkel und wurde gestern morgen bei Blömers Schleuse als Leiche aufgefunden. Hitler=Jugend Gronau. Gefolgschaft 1/145. Am Freitag, dem 28. Januar, findet der erste Sportabend statt, und zwar sind die Scharen folgendermaßen daran beteiligt: Schar 1(Völkers) von 7,45—10 Uhr Turnen in der Turnhalle.— Schar 2(Bollacke=Bokel) von 7,45—9 Uhr Schwimmen im Hallenbad mit Motorschar.— Schar 3(Spielmannszug) von 8—10 Uhr Boxen im HJ.=Heim. Turnanzug, beziehungsweise Badezeug ist mitzubringen. Aus der Textilindustrie (Aus den wirtschaftlichen Mitteilungen der Industrieund Handelskammer Münster.) Die gute Versorgung der Baumwollspinnereien mit Rohstoffen hat auch im Berichtsmonat angehalten. Da eine Heraufsetzung der Verarbeitungskontingente nicht erfolgt ist, ist eine Vergrößerung der Rohstofflagerhaltung weiterhin zu verzeichnen. Der Geschäftsgang in der Baumwollindustrie war im ganzen gesehen fortlaufend gut. Die Nachfrage nach Textilwaren ist groß. Durch die Grobgarnaktion konnte der Bedarf an Strapazierwaren und ähnlichen Artikeln gedeckt werden. Das Ausfuhrgeschäft wurde durch Krisenerscheinungen auf dem Weltmarkt etwas beeinflußt. Das Absinken der Rohstoffpreise hat sich infolge Verbindungen von preislich noch höher liegender Baumwolle im allgemeinen bisher noch nicht bemerkbar machen können. Die Beschäftigungszeit konnte auf der günstigen Vormonatshöhe gehalten werden. Ein großer Teil der Betriebe war voll beschäftigt. Bei der Juteindustrie und den Wollstrickereien sind gegenüber dem Vormonat Aenderungen nicht eingetreten. Die Jutepreise sind weiter im Fallen begriffen. Hauptschriftleiter: Dr. Ernst Buhla. Verantwortlich für Münster und das Münsterlayd: Dr. Fritz Rediger, beide in Münster i. W. Stellvertreter des Hauptschylftleiters und verantwortlich für Politik, Unterhaltung und deutschland: Hermann Diebold, Gelsenkirchen=Vuer; für Handel und Sport: Dr. Anton Henkel. Dartmund! für münsterländischen Sport: Rudolf Ochsenlnech., Münster, Berliner Vertreter: Dr. Ernst Rauschenplat. Berlin; für den Zeno=Anzeigenteil: Dr. Erich Altmeppen, Münster. Druck: Zeno G. m. b. H., Münster i. Westf. Zur Zeit gültiger Anzeigen=Tarif für die Zeno=Gesamtauflage r. 9 vom 10. 12. 35. für die Kreiszeitung für den Kreis Ahaus Nr. 9 vom 25. 8. 36 Verlag Gebr. Lensing, K.=G., Dortmund, Verlagsleiter Bernh. Bentink Gronau Verantwortl. Schriftleitung für den lokalen Teil: Franz Beckering, Ahaus, für den lokalen Anzeigenteil: Bernh. Bentink, Gronau Durchschnittsauflage XII. 1937: Zeno=Zeitung über insgesamt 41000 enthaltend: Ahlener Vollszeitung, Ahlen, über 3000.— Algemeine Zeitung Coesfeld über 5300.— Borlener Zeitung, Borken über 3200.— Bürgerblatt Emmerich über 1800.— Dülmener Zeitung, Dülmen über 2000.— Halterner Zeitung, Haltern über 1700.— Kreiszeitung Ahaus über 3600.— Münsterländische Vollszeitung Rheine über 4800.— Emsländische Tageszeitung(Lingen) Rheine über 1050.— Neuer Emsbote Warendorf über 2400.— Tageblatt Ochtrup über 1700.— Volksblatt, Bocholt über 6650, — Volkszeitung. Emsdetten über 2000.— Volkszeitung, Dorsten über 1890, Ueberall Hennig. Ein aufsehenerregender Berliner Kriminalfall aus dem Jahre 1905. Von horst W. Karsten. Copyright by Verlag Presse=Tagesdienst. Heute ist dieser im ersten Jahrfünft unseres Jahrhunderts Berlin und ganz Deutschland für Monate in fregung versetzende„Fall Hennig“, einer der größten Fälle seiner Zeit, der mit seinen schlechthin gigantischen Razzien und sich häufenden Sensationen eine wahre Psychose erzeugte, fast vergessen. Es wird auch in unserer Zeit, wo eine mit den nodernsten Mitteln der Technik ausgerüstete, schlagferge Polizeiorganisation einheitlich über das gesamte leichsgebiet wacht, nicht mehr möglich sein, daß ein einzelner Verbrecher monatelang die Autorität der Staatsgewalt untergräbt und ein ganzes Land in Schrecken hält. So kann dieser„Fall Hennig“ als ein typisches Beispiel für das alte Vorkriegsdeutschland— den„Polizeistaat“, wie er oft genannt wurde— gelten, in dem Kompetenzstreitigkeiten sich gegenseitig befehdender, selbständiger bundesstaatlicher Polizeigewalten und eine völlig volksfremde Auffassung von den Aufgaben der Polizei jenen oft angegriffenen Typ des schnauzbärtigen Schutzmannes mit der Pickelhaube aufkommen ließen, dessen Aufgabe alles andere schien, als die, ein Freund und Helfer bei jeder Gelegenheit zu sein, wie es heute nicht nur in der Theorie, sondern auch wirklich in der Praxis der Fall ist. I. Raubmord. „In eigenartiger Weise verschwunden ist der Hausdiener und frühere Kellner August Giernoth, der mit seinem Bruder, dem Schneider Fritz Giernoth, zusammen in der Andreasstraße 25 wohnte. Er hatte am 3. d. Mts. inseriert, daß er eine Stelle als Büffetier suche. Am nächsten Tage kam zu ihm ein etwa 27 bis 28 Jahre alter Mann, der ihm erklärte, er könne ihm sofort eine Stellung, so wie August Giernoth sie wünsche, in einem feinen Restaurant zwischen Wannsee und Glienicke verschaffen, wo viele Offiziere und vornehme Leute verkehrten und viel zu verdienen sei; doch müsse Giernoth eine Kaution von 500 Mark stellen. August Giernoth steckte sofort sein Sparkassenbuch über 750 Mark und seine Papiere zu sich, verabschiedete sich von seinem Bruder und ging mit dem unbekannten Mann mit. Seit diesem Augenblick ist er verschwunden. Am 11. d. M. nahm sein Bruder, Fritz Giernoth, einen Brief in Empfang, der an August Giernoth gerichtet war. Ein Bankier schrieb an diesen, daß er ihn darauf aufmerksam mache, daß am nächsten Tage sein Akzept über 550 Mark fällig sei und er ihn ersuche, es bis zum Mittag einzulösen; andernfalls würde der Betrag von dem Sparkassenbuch gekürzt werden. Herr Fritz Giernoth eilte sogleich zu dem Absender des Briefes hin, der ihm einen am 4. d. Mt. angeblich von August Giernoth ausgestellten Wechsel über 500 Mark und eine Erklärung vorlegte wonach als Sicherheit für den Wechsel das Sparkassenbuch des Ausstellers hinterlegt war. Herr Fritz Giernoth erkannte sofort, daß die Unterschriften auf dem Wechsel wie auf dem Verpfändungsdokument nicht von der Hand seines Bruders herrühren, sondern gefälscht waren. Die Beschreibung, die der Bankier von dem Manne gab, der das Geldgeschäft gemacht hatte, stimmte genau auf den Mann, der den August Giernoth angeblich zur Uebernahme einer Stellung als Büffetier am 4. d. M. abholte. Leider ist eine Anzeige der ganzen Vorgänge erst gestern abend bei der Kriminalpolizei erstattet worden, die unverzüglich alle Polizeibehörden Berlins und der Umgebung benachrichtigte, da der Verdacht wohl berechtigt erscheint, daß hier ein Verbrechen vorliegt.“ Vorstehende Meldung erschien in den Berliner Morgenblättern vom 14. Dezember 1905— und stellte die erste Unterrichtung der Oeffentlichkeit dar über ein Vorkommnis, das sich alsbald zu dem aufregendsten Kriminalfall auswachsen sollte, den die Reichshauptstadt je erlebt hat. Ein Mensch verschwunden in der gefahrvollen Wüstenei einer Weltstadt: dies Ereignis bedeutete keineswegs etwas Einmaliges. Noch am Abend des gleichen Tages aber konnten die Blätter bereits Neues melden: Vermutlich Raubmord ist an dem Kellner August Giernoth, über dessen rätselhaftes Verschwinden wir in der heutigen Morgennummer berichteten, verübt worden. Die anfangs sehr dunkle Angelegenheit ist inzwischen nach einer Richtung wesentlich aufgeklärt: Die Leiche des Verschwundenen ist mit einer Schußwunde in der rechten Schläfe im Walde zwischen Potsdam und Glienicke aufgefunden und, da Selbstmord angenommen wurde, am 12. d. M. beerdigt worden. Auf Grund der nunmehrigen Ermittlungen liegt aber der dringende Verdacht vor, daß ein Raubmord an Giernoth begangen wurde. Von dem mutmaßlichen Täter fehlt noch jede Spur.“ Diese Nachricht kam von der Polizeibehörde in Potsdam an die Berliner Kriminalpolizei, die sofort nach dem Eingang der Abgängigkeitsanzeige, den erst einundzwanzig Jahre alten Hausdiener und früheren Kellner August Giernoth betreffend, bei allen Polizeibehörden Berlins und der Umgebung angefragt hatte, ob etwas über den Verbleib des August Giernoth bekannt sei. Damit setzten aber auch sofort die ersten Rätsel in dieser noch für viele Wochen dunklen Angelegenheit ein. Ein Holzkutscher hatte die Leiche im Wald zwischen Potsdam und Glienicke gefunden. Sie wies zwei Schüsse auf. von denen jeder tödlich gewesen sein mußte: einen unterm linken Auge, den anderen in der rechten Schläfe. Kurzerhand nahmen die Potsdamer Behörden an, daß hier Selbstmord vorliege, obgleich sich nicht einmal die todbringende Waffe bei der Leiche finden ließ, weshalb man schlechthin dekretierte, daß der Revolver vermutlich später gestohlen worden sein müsse. In den Taschen des Toten fand man einen Tauf= und einen Impfschein, aus denen aber nur hervorging, daß August Giernoth aus Jakobsdorf, Kreis Kreuzburg, Oberschlesien, gebürtig war. Also gab man an die Behörde in Jakobsdorf von Potsdam aus Nachricht, daß ein gewisser August Giernoth Selbstmord begangen habe und man diese Tatsache an evtl. Verwandte weitergeben möge. Danach wurde der Leichnam am 12. Dezember 1905 auf dem bei der Sternschanze im Potsdamer Forst befindlichen Selbstmörderfriedhof begraben. Wer war der Mörder? stellte. Als Grund für seinen dringlichen Geldbedarf gab er an, daß die Sparkasse bereits geschlossen sei, weshalb er nicht an sein Guthaben herankönne; er wolle aber in der Andreasstraße ein Lokal mit Damen bedienung kaufen und müsse noch bis zum gleichen Abend 500 Mark anzahlen, solle ihm das ersehnte Geschäft, von dem er sich für die Zukunft viel verspreche, nicht durch die Finger gehen. Der Bankier verlangte von ihm eine eidesstattliche Erklärung, daß er auch wirklich August Giernoth und rechtmäßiger Besitzer des Sparkassenbuches sei. Der angebliche Oberinspektor Reimann, für den Bankier angeblich August Giernoth— erklärte, diese Erklärung gern abgeben zu wollen, aber solch eine unleserliche Handschrift zu besitzen, daß er schon lieber den Bürovorsteher des Bankiers bitte, ihm doch den gewünschten Revers vorzuschreiben. Es geschah also, und der Unbekannte hat lediglich den Wechsel und die Erklärung mit dem Namen„August Giernoth“ unterzeichnet. Nach Ablauf der acht Tage, auf die der Wechsel ausgestellt war, erfolgte die erwähnte Benachrichtigung des wirklichen, um diese Zeit längst ermordeten und auf dem Selbstmörderfriedhof beigesetzten August Giernoth, worauf dessen Bruder Fritz die angeblichen Unterschriften seines Bruders als grobe Fälschungen feststellte. So erlangte die Behörde zunächst zwei Personalbeschreibungen des Mörders: die eine durch Fritz Giernoth, die zweite durch den Bankier Werner. Dazu gesellte sich alsbald eine dritte Beschreibung. Der geheimnisvolle Anbekannte am offenen Grab. Der Mann, der am 4. Dezember August Giernoth aus seiner Wohnung fortgelockt hatte unter dem Vorgeben, er könne ihm sofort eine Stellung in einem zwischen Wannsee und Glienicke gelegenen Restaurant vermitteln, hatte sich den beiden Brüdern Giernoth gegenüber als Oberinspektor Reimann ausgegeben. Einen solchen Oberinspektor Reimann gab es nicht. Dieser Mann mußte der Mörder sein— dieser Mann war es auch, der noch am Mordtage bei dem Bankier Karl Werner in der Berliner Friedrichstraße 22 vorsprach, sich als August Giernoth ausgab und gegen Hinterlegung des geraubten Sparkassenbuchs über 750 Mark, um das der Mord begangen wurde, sich den Betrag von 500 Mark lieh, worüber er einen Wechsel, auf 550 Mark lautend, ausSobald die Nachricht von der Auffindung des toten Giernoth und seiner bereits erfolgten Beisetzung in der Reichshauptstadt eintraf, wurde von der Berliner Kriminalpolizei der Kriminalinspektor Braun mit dem Kommissar von Zedlitz und mehreren Beamten nach Potsdam geschickt, um bei den weiteren Nachforschungen behilflich zu sein. Die Berliner Beamten ermittelten folgendes: Am Tage der Beerdigung des August Giernoth, am 12. Dezember, hat sich während längerer Zeit ein unbekannter Mann auf dem Selbstmörderfriedhof bei Potsdam zu schaffen gemacht. Er hat interessiert das Grab besichtigt; er hat mehrfach den Totengräber in Gesprächverwickelt; er hat gewußt, daß es sich um das Begräbnis des„selbstmörderischen" Giernoth handelte; er hat sich als„Cousin“ des„unglücklichen Toten“ ausgegeben, der eigens gekommen sei, um dem Anverwandten die letzte Ehre zu geben. Immer wieder hat er das Grab umschlichen; immer wieder hat er den Totengräber auszufragen versucht, ob man denn überzeugt sei, daß, was den Selbstmord anbelange, auch alles mit rechten Dingen vor sich gegangen sei. Erst als der Totengräber stutzig wurde und den Neugierigen genauer in Augenschein nehmen wollte, hat sich der geheimnisvolle Fremde schnell entfernt. Nun hat es überhaupt keinen„Cousin“ der Gebrüder Giernoth gegeben, weshalb sofort der Verdacht auftauchte, daß es vermutlich der Mörder selbst gewesen sei, den es hier an das Grab seines Opfers gezogen habe. Von dem Totengräber erhielt man eine Personalbeschreibung des geheimnisvollen Unbekannten, die mit den beiden ersten übereinstimmte, so daß der gehegte Verdacht zur Gewißheit wurde. Am 21. Dezember wurde die Leiche in Anwesenheit des Bruders Fritz Giernoth ausgegraben und von ihm rekonosziert. Die sterblichen Ueberreste des ermordeten August Giernoth wurden dann auf dem Kirchhof der Andreas=Gemeinde in Wilhelmsberg der endgültig letzten Ruhe übergeben— und danach hörte die Berliner Oeffentlichkeit über sechs Wochen nichts mehr von dem sensationellen Mord:..(Fortsetzung folgt.) Von Nah und Fern. Vortrag von Kriminaldirektor Trettin=Berlin. md= Münster, 26. Januar. Auf Einladung der Kreisgruppe Münster des Nationalsozialistischen Rechtswahrerbundes sprach am Mittwoch abend im großen Saale des Landeshauses Kriminaldirektor Trettin, Berlin, zu dem Thema„Berufsverbrechertum und Kriminalpolizei“. Zu dem Vortrag war eine große Anzahl von Zuhörern aus den Kreisen der Staatsanwaltschaft, der Richter, der Kriminalbeamten, Polizei und Rechtsanwälte erschienen. Der Vortragende schilderte zunächst an Hand eines Einzelfalles den Lebenslauf und Werdegang eines Berufsverbrechers, der bereits mit 16 Jahren seine ersten Gerichtsstrafen erhielt und es mit 43 Jahren bereits auf 16 Vorstrafen gebracht und mit Gefängnis, Fürsorgeerziehung und Zuchthaus Bekanntschaft gemacht hatte. Einige weitere Fälle erhärteten die Auffassung des Redners, daß bei einem Berufsverbrecher die jeweils verhängten Strafen eine Besserung kaum erhoffen ließen und wie richtig das Gesetz über die Sicherungsverwahrung ist. In seinen weiteren Ausführungen sprach der Redner dann über die sogenannten „Kingvereine“, deren es zur Zeit der Machtergreifung in Berlin rund hundert gab. Diese Vereine waren finanziell überaus gut gestellt, konnten den Untersuchungsgefangenen aus ihren Kreisen Liebesgabenpakete schicken, Verteidiger und Entlastungszeugen stellen und den Familienangehörigen Unterstützung gewähren. Die Banner der Vereine kosteten bis zu 2000 Mark. Zu den üppigen Diners erschienen die Mitglieder im Frack und als Ehrengäste Rechtsanwälte und Strafverteidiger. Erst nach der Machtübernahme wurde mit diesem Unfug energisch Schluß gemacht. Was in der Zeit der Systemherrschaft von diesen Verbrechern gestohlen wurde, ergibt sich daraus, daß allein in Berlin im Jahre 1932 16 ½ Millionen Reichsmark von ihnen durch Einbruch und Diebstahl ergattert wurden. Im weiteren schilderte Kriminaldirektor Trettin dann den Unterschied zwischen Berufsverbrecher und Gelegenheitsverbrecher. Er bewies einer Reihe von hochinteressanten Einzelfällen, mit chem Mut und mit welcher Kühnheit der Kriminalbegn ausgestattet sein muß, wenn er seinen schweren Beruf füllen will. Vor allem müsse er über eine ausreichen. Menschenkenntnis verfügen. Wie gefährlich der Be eines Kriminalisten in der Großstadt ist, schilderte Redner an einigen Beispielen, wo Kriminalbegmie Ausübung ihres gefährlichen Berufes zu Tode gekommesind und wie oft er selbst dem Tode ins Auge schan mußte, wenn es darauf ankam, Verbrecher zu fassen In dem dann folgenden Lichtbildervortre. behandelte der Redner in einer überaus fesselnden Nei die großen Kriminalfälle der letzten 3 so den Mord an Professor Rosen in Hamburg, den Mol an den Schuhmacher Stocks, den Einbruch der BrüSaß in die DD=Bank in Berlin, der fast romanhaft amutet, und den Einbruch in den Dom zu Hildesbeiwo den Einbrechern der berühmte Hildesheimer schatz in die Hände fiel. Die Originalphotos, die in schütternder Realistik am Tatort aufgenommen wares gaben ein Bild von der rücksichtslosen und verbrecherishen Arbeit der Berufsverbrecher. Der Redner erwähnte dur noch die Beobachtungen von Berufsverbrechern währn der Sicherungsverwahrung. Seine persönlichen Erfahrm, gen hätten ihm bewiesen, daß diese Maßnahme zu Wandel in der Gesinnung und einer dauernden Besserun ebensowenig beitragen könne, wie die Strafen mit 6. fängnis oder Zuchthaus. Vielmehr sei es unbedingt e forderlich, daß die Allgemeinheit dauernd und vor dem Berufsverbrechertum geschützt werde. im Bredeneyer Wald. )( Essen, 27. Januar. Am Dienstag wurde im Heissiwald in Essen Bredeney ein Kraftwagenführer mit eineHerzschuß tot und eine Hausangestellte einem Brustschuß schwerverletzt aufgefunden. Durch Beamte der Mordkommission Essen wurde feh stellte wurde dem Krankenhaus zugeführt. zurzeit noch Lebensgefahr. Ein unverschämter Liebhaber. (*) Wuppertal, 27. Januar, Mit einem stürmischen Liebeserlebnis einer 16jähn gen hatte sich die Jugendschutzkammer des Langerichts in Wuppertal zu beschäftigen. Das Mädchhatte im Dezember v. J. einen 21jährigen Mann a Höhscheid kennengelernt, von dem es sich ahnungse nach Hause begleiten ließ. Unterwegs, als de junge Mann in einer abgelegenen Straße zudringl wurde, lehnte das Mädchen die weitere Begleitung Der Jüngling riß das Mädchen jetzt in einen Feldwg stellte ihm ein Bein und warf die sich heftig Sträuben in nasses Ackerland. Durch das Schreien des Mät chens waren Vorübergehende auf den Vorfall aufmersam geworden, sodaß ein Verbrechen verhüt werden konnte. Wegen versuchter Notzucht erhielt allzu stürmische Liebhaber eine Gefängnisstrafe von se Monaten. für Mordverfuch an der Geliebten In die Erft gestoßen.— Sieben Jahre Zuchthan M.=Gladbach, 27. Januat, Wegen versuchten Mordes verurteilted Schwurgericht M.=Gladbach den 24jährigen Hermanns aus Frimmersdorf zu sieber Jahren Zuchthaus. Hermanns hatte in M. bach eine Braut, stand aber gleichzeitig auch in intimren Beziehungen zu der Witwe eines Bäckermeistn in Elsen bei Grevenbroich, bei der er als Gesell tätig war, sowie auch zu deren Tochter. Als m ihn zur Heirat drängte, wurde dem vielgeliebten! die Sache zu viel. Es kam ihm der Gedanke, wenigstens einer seiner Geliebten zu enledigen. Bei einer Spazierfahrt, die er mit dem? zusammen mit seiner Prinzipalin längs der Erft un nahm, stieß er die Frau an einer tiefen Stelle den Fluß und versetzte ihr, als sie wieder hocht wuchtige Schläge auf den Kopf. Ihre lauf Hilferufe veranlaßten den Täter aber doch, die wieder aus dem Wasser zu ziehen. Hermander bei der Polizei ein Geständnis abgelegt ham behauptete jetzt vor Gericht, daß es sich um einen l. fall gehandelt habe. Die Richter waren jedochm seiner Schuld überzeugt und verurteilten ihn entsprech dem Antrage des Staatsanwalts. Die Chinesen verloren bisher 615 Flugzeuge. die japanische Maxineleitung bekanntgibt, wurden Beginn des Chinakonfliktes 259 chinesische Flugzen abgeschossen und 356 am Boden zerstört. Die Japa geben ihre eigenen Verluste mit 65 Flugzeugen an Sel Braun Knosp. über d Winte halb n Es Haus Trotz( Tür hi püiffige der Ta Abrech und be tun!" haus 3 In im Ofe die So 65 noch al stand. gefalle sehers „Ni sind ke Die dem S abrechn Augen Da Vater: „St sein Fi Der ein kor auf des wolle e Ein aber et Stirn Am Der me richt in „Eu derbare noch mi frühzeit besorge das sor JImi Gauß er die des Ja genaue keine a Geburt woch u Jahren rinenteits se Mitschü Ein besonde 1—80 Wäl kritzeln, chrige steht da „Wi — und Kar Lehrer. kleinsten 1+80. 40X81 Dem tenS Wilhelr der inz Colleaii aet tefa vonAlfons v Szibulko Copyright by J. G. Cotta sche Buchhandlung Nachfolger, Stuttgart. 16) Auch sonst hatte Maria Theresia übrigens in ihrem Hofstaat, im Adel, in der reichen Bürgerschaft davon schon allerlei Exemplare gesehen. Aber immerhin führten, wie sie meinte, diese Seitenpfade und=sprünge für gewöhnlich, wenn auch auf allerlei Umwegen, wieder zu der von Gesetz und Moral gewollten Straße zurück. So fügte sie ihren vielen landesmütterlichen Pflichten noch eine weitere hinzu und verhalf jungen Leuten, die ihrer Meinung nach nicht rasch genug ins Ehebett fanden, gerne zur Hochzeit. Keiner der jungen Kavaliere an ihrem Hof, in der Armee, auf den Landsitzen des Adels, war vor dieser ehestifterischen Leidenschaft der Kaiserin sicher. Das war oft kein Spaß. Denn je weniger begehrenswert eine war, umso erpichter war die Monarchin darauf, sie unter die Haube zu bringen. Die Hübschen brachten ja das Heiraten schon von selber zuwege. Wenn sie irgendwo, beim Hofball, bei Audienzen, auf den adeligen Schlössern, die sie bei Festen, Jagden oder Revuen besuchte, ein Mädel sah, von dem sie fürchtete, daß es eine alte Jungfer werden könnte, begann sie schon ihre Fäden zu spinnen. Was manchen jungen Kavalier vor die Entscheidung stellte, mit einem Frauenzimmer, das nicht gerade ein Meisterstück des Schöpfers war, den Lebensbund zu schließen oder, wenn auch nicht gleich die Gnade, so doch das Wohlwollen der Monarchin zu verlieren. Von dieser Leidenschaft des Ehestiftens ließ sie nicht mehr. Mitten in ihrer fleißigen Arbeit, zwischen zwei Akten, deren Inhalt sie verwarf oder auf die sie ihr „placet“ schrieb, zwischen dem Kommen und Gehen zweier Minister, die einander die Türklinke ihres Arbeitszimmers reichten, zerbrach sie sich oft den Kopf, wer diese und jene heiraten, oder welches Fräulein der richtige Ehegespons sein könnte für den jungen Dietrichstein, Auersperg oder Haugwitz. Auch heute in der Großen Konferenz geht ihr in den Pausen der Reden und Gegenreden ein Komtessel durch den Kopf. Freilich nur wie ein rasch verwehender Klang. Denn um nichts Geringeres handelt es sich heute, als wie man dem Potsdamer König im kommenden Feldzug den Weg nach Wien verlegen solle. Darum kam sie heute selber, die Kaiserin Ernst, aber immer noch stattlich und schön, lehnt sie in spitzenverziertem, silbergrauem Kleide in dem hohen Armsessel, der die Kaiserkrone trägt, am obersten Ende des langgestreckten Tisches, um den auf rotsamtenen Stühlen unter dem noch dunklen Kronleuchter in weißen, roten und grünen Röcken, in Silber und Gold, die hohen Generale sitzen; dazwischen in nüchternem Schwarz die Minister. Letztes Tageslicht fällt durch die hohen Fenster in den weißgetäfelten, nur mit schmalen Goldleisten geschmückten Raum. Manchmal spiegelt sich eine weiße Perücke, ein sich neigendes Gesicht, ein funkelnder Ordensstern oder eine sich bewegende Hand in der blitzenden Fläche des Tisches. Zur Rechten der Kaiserin sitzt in schlichtem, schwarzem Samt. auf dem golden nur die Kanzlerkette und das Goldene Vlies von Burgund funkeln, der Staatskanzler Kaunitz. Hart ist sein schmales, scharfgeschnittenes Antlitz. Seine kalten, stahlblauen Augen sind in die Ferne gerichtet, ruhen nur scheinbar auf dem verschnörkelten, weißschimmernden Ofen in der Mitte der Wand, dessen krönende Schale zwei Putten tragen. Zu ihrer Linken sitzt der ein wenig zu behäbige Marschall Daun, der Sieger von Kolin, Generalissimus ihrer Armeen, seit sie nach Leuthen ihrem Schwager, dem Herrn Bruder Karl von Lothringen, das Kommando hat nehmen müssen. Der Winter geht zur Neige, wenn auch draußen zwischen dem grauen, lichtlosen Gemäuer des Burghofs noch die Flocken wirbeln. Der Kronrat soll über den neuen Feldzug beschließen. Trotz dem Ruhme des vergangenen Sommers und Herbstes stehen die Dinge seit Leuthen nicht gut. Wohl haben die Russen, an die Kälte gewöhnt, den Krieg auch im Winter geführt und ganz Preußen besetzt. Aber man hat auch Nachricht, daß der König in Berlin sich um die Russen nicht schere und sich von seiner Opinion nicht abbringen lasse, daß die Oesterreicher die gefährlichsten seiner Feinde seien und als erste geschlagen werden müßten. Das ist für die Soldaten der Kaiserin eine Ehre, aber erfordert besondere Vorkehrung. Maria Theresia wendet ihr Gesicht dem Kanzler zu und neigt den Kopf. Kaunitz will sich erheben Sie wehrt ihm mit einem sanften Druck ihrer Hand. Würde nur die Beratung stören, wenn ein jeder, den sie fragt, von seinem Stuhle schnellte. Sachlich, nüchtern, doch eindringlich und zwingend, nur hin und wieder einen Blick in seine Aufzeichnungen werfend, gibt der Staatskanzler die Lage bekannt. Der kaiserliche Gesandte in Petersburg melde, er habe verer auf Wien rücken. Schon mit der Schneeschmelze aufbrechen. Eine leise Erregung geht durch die Sitzenden. Selbst den Aufmarschplan, die Ordre der Bataille und die Standesrapporte der brandenburgischen Armee kennt der Gesandtschaftsbericht. Mag viel Geld gekostet haben! Wenn es auch Kanaillen genug gibt in der Welt gute Spione sind selten und lassen sich zahlen. Kaunitz endet, reicht den Bericht dem Marschall. Neugierig, beobachtend wenden sich die Blicke dem Generalissimus zu. Doch das gleichmütige, immer ein wenig lächelnde Gesicht des Marschalls ändert sich nicht. Aufmerksam liest er das Schriftstück. Eine kleine Pause entsteht. Maria Theresia schreibt rasch einen Namen auf ein Blatt Papier, das vor ihr auf dem Tisch liegt. Es ist nicht der Name eines Schlachtfeldes, eines Generals oder Regiments. Es ist ihr nur einer eingefallen, der die kleine Hartenberg heiraten könnte. Sie hat sie im Spätherbst, bei der Neujahrscour und dann wieder beim letzten Hofball, gesehen. Darum war ja die Hartenberg von ihrem Schloß im kaiserlichen Schlesien nach Wien gekommen, um bei Hof vorgestellt zu werden. Den Winter über hat sie bei ihrer galligen Tante, der alten Wolf, gewohnt. Die Kaiserin weiß sogar wo. In dem schmalen Hause mit dem hohen, geschwungenen Giebel neben der Kerzelmacherei von Sankt Stephan: hinter den Fenstern des zweiten Stockwerks, die an das Dach des Wachsziehers stoßen. In letzter Zeit hatte Maria Theresia das Komtessel vergessen. Aber heute war sie mit ihrer Tante in Audienz gewesen, um sich für Frühjahr und Sommer zu beurlauben. Eigentlich merkwürdig, daß sie noch nicht verheiratet war. Sie war doch hübsch und tanzte bi lant. Ob es wohl stimmte, was man ihr berichtel daß die kleine Hartenberg nur die Männer in Aufnaß brachte und dabei selber kühl wie ein Laubfrosch Für so raffinierte Frauenzimmer gab's doch ein 1 ein Mannsbild, in das sie sich bis über beide Ohre liebten. Die Kaiserin streicht den Namen, den sie notterts wieder durch. Es ist nicht der richtige. Auch hat sie andere Sorgen. Der König will nach Wien. Nachden lich na mit dom goldenen Krayon, lich spielt sie mit dem goldenen Krayon, wirft ein raschen Blick auf den Marschall. Leopold von noch in das Schriftstück vertieft, prüft Aufmarschplan Ordre de Bataille des Feindes. Karten liegen aufTisch. Da und dort ist ein Flüstern zu hören. Jas nicht gut an, das Jahr! Die Kaiserin will nicht Nur an Kaunitz stellt sie eine leise, besorgte Frage er Wien für bedroht halte. Der Staatslenker nickt. Daun sieht auf und schüttelt lächelnd den Kopf. beugt er sich wieder über die Karte. Kaunitz und blickt nachdenklich vor sich hin. Auch am Mols von Leuthen hat Daun lächelnd den Kopf gewiegt. hat er damals nicht das Kommando gehabt, nicht wenigstens. War wohl die Schuld des Lothringers wesen, daß der Angriff der Potsdamer Wachparade Kaiserlichen wie ein Degenstoß in die Rippen fuhr Dw hätte sich vielleicht nicht verblüffen lassen. Auf Desen und taktische Meisterzüge versteht er sich wie ken Dieses Lob zollte ihm sogar der Potsdamer König. hat er der Monarchin im vergangenen Sommer dn Kolin wohl Reich und Krone gerettet. Aber der ist größer als Daun Der Staatskanzler hat Sorgen Wieder schreibt Maria Theresia einen Namen. schiebt Graf Daun Karte und Gesandtschaftsbericht“ rück. Die Kaiserin fragt:„Was hält Er vom des Königs, Daun?“ „Nicht viel. Ihro Majestät. Zudem halte ich Meldung des Petersburger Envoyé für übertrieben Kaunitz runzelt die Stirn:„Warum?... Unser sandter bei Ihrer Majestät der Zarin ist für gewoy admirablement instruiert." Der Marschall zuckt mit den Schultern.„Mag Aber diesmal irrt er. Man kann wohl mit Reitern und mit Vigueur und Bravour in die feindns Hauptstadt rücken..“ er macht mit der Linken eis verbindliche Bewegung nach dem unteren Tisches,„wie der Herr von Hadik im vorigen DeuAber nicht mit einer ganzen Armee.. kann der König nicht wollen.“ „Wenn ich mich recht entsinne, standen schon einmäl vor Wien, auf dem Bisamberg, im er Schlesischen Krieg." Ein leiser Spott schwingt in Worten des Kanzlers. (Fortsetzung Studen Die So eti Studios allererst Der Arbeit möglich der geldiosus Als ist man nervöser wiegen Und glückwür durch E durch d hneds ithen Griecher der Der Stübche durch de Mund, wandert Da blitz doch da agt? ahrt!" liegt de mit einAls gebrann am Stu Regel, 1 errechne worden. Mit junge 9 Europas Eine den sen hörth teroid mit ma Kriminalbean Berus en. lich der Ber t. schilderte der minalbeamte i gekommen 5 Auge schane er zu fassen. fesselnden We etzten Zeit burg, den Moy uch der Brüd t romanhast ai zu Hildeshein desheimer Dom. otos, die in e. nommen waren verbrecherischen erwähnte dam rechern während lichen Erfahrun. nahme zu eine rnden Besserun strafen mit s unbedingt d und— verde. rW. Beilage Freitag, den 28. Januar 1938 Nr. 26 Wunderkinder./ Ein Tatsochenbericht. Von Ulrich von Uechtritz. III. te. 27. Januar. ld in Essenrer mit eine elltem fgefunden. ssen wurde feizverhältni hatten freiDie Hausangort. Es bestes jaber. 27. Januar, s einer mer des Lann. Das Mädchn igen Mann an sich ahnungss erwegs, als d raße zudringlis Begleitung einen Feldwe ftig Sträuben en des MätVorfall aufmer n verhül sucht erhielt n sstrafe von se hre Zuchthan 27. Januar. verurteilted 4jährigen Wil fzu siebe tte in M.-Glaauch in intin5 Bäckermeister als Gesell chter. Als n geliebten Min r Gedanke, bten zu ener mit dem der Erft untetiefen Stelle wieder hochkan Ihre h. die Fru e n. Hermanks abgelegt hatt um einen U. aren jedoch ihn entspreche Flugzeuge. bt, wurden ische FlugzeDie Japartgzeugen an n halte ich bertrieben Unset für gew Ein Fürst der Mathematiker. Seit Tagen hängt der Himmel grau und tief über Braunschweig. Obwohl die Fliederbüsche schon dicke Knospen angesetzt haben, ist noch einmal eine Kältewelle über das Land gekommen, als wenn der eben verflossene Winter des Jahres 1780 etwas vergessen hätte und deshalb noch einmal schnell zurückkehren wollte. Es ist Lohntag. Eben hat der letzte Tagelöhner das Haus des Aufsehers der Brunnenverwaltung verlassen Frotz des strömenden Regens bleibt er, gleich, als er die Für hinter sich geschlossen, stehen. Er macht ein vergnügtpfiffiges Gesicht, als er das Geldbeutelchen nochmals aus der Tasche zieht: Richtig— das stimmt—, hab's doch gleich auf der Abrechnung gesehen, daß er mir vier Groschen zuviel gegeben hat... Geld, von dem Mutter nichts weiß... und bei dem Wetter wird eine innere Erwärmung gut tun!“ Dann steuert er gradwegs auf das nächste WirtsIn der Stube des Aufsehers Gauß knistert das Feuer im Ofen.„Feierabend“ sagt er und läßt sich behaglich in die Sofaecke fallen. Es ist noch nicht lange her, daß auch er am Lohntage noch als Tagelöhner mit offener Hand vor dem Aufseher tand. Aber seine Tüchtigkeit und Ehrlichkeit waren aufgefallen, und nun hatte er selbst den Posten des Aufsehers bekommen Nimm die Papiere vom Tisch weg, Mutter— sie sind kein Spielzeug für Kinder!“ Die Mutter hat den dreijährigen Karl Friedrich auf dem Schoß, der mit seinen kleinen Händen in den Lohngbrechnungen wühlt und mit seltsam alten, interessierten Augen die Blätter betrachtet. Da kommt plötzlich sein dünnes Stimmchen zu dem Vater: „Stimmt nicht, Vater..., vier Groschen zuviel!“ und sein Finger tippt auf die Endsumme eines Zettels. Der Aufseher rechnet nach:„Der Junge hat recht... ein komischer Zufall!“— Da nimmt er das Kind zu sich auf den Schoß:„Karlemann“— sagt er lachend,— als wolle er einen Scherz machen,—„wieviel ist 6X6?“ Eine Sekunde lang weiten sich die Augen des Kindes; aber es ist, als ob der Blick nach innen tief hinter die Stirn zurückfiele:„36..„ Vater!“ Am nächsten Tage geht der Aufseher Gauß zum Lehrer. Der macht ein ungläubiges Gesicht, aber der seltsame Bericht interessiert ihn. „Euer Sohn ist ein Kind, dessen Fähigkeiten ans Wunderbare grenzen; unterlaßt aber alles, was seinen Geist noch mehr in Anspruch nehmen könnte, und schickt ihn mir frühzeitig zur Schule!... Das Weitere werde ich selbst besorgen,“ sagt der Lehrer, als er ein paar Tage später das sonderbare Kind besucht hat. Immer wieder sind es die Zahlen, denen der kleine Gauß sein Hauptinteresse entgegenbringt. Einmal fragt er die Mutter, an welchem Tage und in welchem Monat des Jahres er geboren sei. Die Mutter weiß ihm keine genaue Antwort zu geben; denn damals, als es noch keine amtlichen Geburtsregister gab, spielten die genauen Geburtsdaten keine wesentliche Rolle.„An einem Mittwoch war's— in der Woche vor Himmelfahrt vor fünf Jahren,— mein Junge!“ Ein seltsamer Schüler. Als Karl Friedrich Gauß fünfjährig in die Katharinen=Volksschule in Braunschweig kommt, kann er bereits schreiben und lesen, und im Rechnen ist er seinen Mitschülern weit, weit voraus. Einmal stellt der Lehrer im dritten Schuljahr eine besonders schwierige Aufgabe:„Zählt die Zahlen von 1—80 zusammen und nennt mir die Summe!“ Während die Griffeln auf den Schiefertafeln eifrig kritzeln, reicht schon nach einer knappen Minute der achtjährige Gauß dem Lehrer die Tafel. Eine einzige Zahl steht darauf:„3240“. „Wie hast du das fertiggebracht, Junge... im Kopf — und in so kurzer Zeit?“ Karl Friedrich steht auf:„Das war sehr einfach, Lehrer. Ich habe mir gesagt, wenn man immer die kleinsten und größten Zahlen von 1—80 addiert, also 1+80... 2+79... 3+78, und so fort, so erhält man 40X81= 3240!“ Dem Lehrer gelingt es, auf seinen so seltsam begabten Schüler die Aufmerksamkeit des Herzogs Karl Wilhelm Ferdinand zu lenken, auf dessen Veranlassung der inzwischen Vierzehnjährige eine höhere Schule, das Collegium Carolineum, besuchen kann. Aber schon mit 17 Jahren ist er soweit, daß er als Student der Mathematik die Universität bezieht. Die Göttinger Professoren stecken die Köpfe zusammen: „So etwas ist noch nicht dagewesen— wie heißt der Studios?... Ja, richtig: Gauß;... steht er nicht im allerersten Studienjahr?“ Der Ordinarius für Mathematik hat dem Rektor eine Arbeit des 18jährigen Studiosus Gauß vorgelegt. Viele Folioseiten eng bekritzelt mit dem Federkiel, dazwischen saubere Zeichnungen, mit Lineal und Zirkel ausgeführt. Auch der Rektor faßt sich an den Kopf:„Ist das möglich?"— Dann ruft er eine außerordentliche Sitzung der gelehrten Herren zusammen, zu der auch der Studiosus Gauß beordert wird. Als Gauß seinen erläuternden Vortrag beendet hat, ist man sprachlos, und die Perücken einiger besonders nervöser Gelehrten geraten in bedenkliches Schwanken, so wiegen sie die Köpfe in maßlosem Staunen hin und Und dann kommt die Stimme des Rektors:„Wir beglückwünschen Euch, Studiosus Gauß. Ihr habt Euch durch Eure Arbeit über die„Theorie der Kreisteilung“, durch die Ihr zur Konstruktion des regelmäßigen Siebzehnecks gelangt seid, eine Aufgabe gelöst, um die sich die Nathematiker seit 2000 Jahren, seit der Zeit der alten Griechen, vergeblich bemühten. Habt Dank im Namen der Wissenschaft und unseren Glückwunsch obendrein!“ Immer neue Entdeckungen. Ader junge Doktor Karl Friedrich Gauß sitzt in seinem Stubchen in Göttingen. Draußen stürmt und schneit es durch den winterlichen Abend. Die lange Pfeife im Mund, läßt er seine Gedanken durch das beschneite Land wändern nach Braunschweig hin ins väterliche Haus. Da blitzt ihm plötzlich etwas durch den Kopf:„Was hatte doch damals die Mutter über sein Geburtsdatum geugr:„... Am Mittwoch, in der Woche vor Himmelrt!" Er nimmt ein Stück Papier zur Hand. Eilig llegt der Federkiel darüber hin und bedeckt das Papier mit einer endlosen Reihe von Zahlen. Als die Wachskerze zu einem winzigen Stumpf herabgebrannt ist, legt er— die Pfeife lehnt schon lange kalt am Stuhl— die Feder aus der Hand.— Die berühmte segel, nach der das Österfest für jedes beliebige Jahr zu etrechnen ist, ist an diesem Abend von ihm erfunden worden. aber, im Jahre 1801, reiht sich das unter die berühmtesten Gelehrten Mit 24 Jahren junge Rechengenie Europas ein. Eine seltsame Unruhe hat ihn befallen, seitdem er von sensationellen Beobachtungen Piazzi's in Palermo gehort hat, der am 1. Januar 1801 die Asteroiden, entdeckt hat. Und voller kreisen die Gedanken durch des jungen Gelehrten Kopf, als müßte sich etwas Neues, ganz Unerhörtes daraus kristallisieren, als er erfährt, daß es dem Astronomen nicht gelingen will, den Stern zum zweiten Male aufzufinden Welch ungeheure Gedankenrevolutionen müssen in dem Kopf des jungen Gelehrten vor sich gegangen sein, bis er, noch am Ende des gleichen Jahres, mit seinen„Neuen Methoden zur Berechnung der Planetenbahnen“ und zugleich mit der von ihm errechneten Bahn der Ceres vor die Oeffentlichkeit treten kann. Wieder geht ein Raunen der Verwunderung, ein Für und Wider durch die Reihen der Gelehrten.— Aber Gauß behält recht; denn am 1. Januar 1802— auf den Tag ein Jahr später, als die Ceres zum erstenmal entdeckt wurde— gelingt es den beiden Astronomen Zach und Olbers, an Hand der Gauß'schen Berechnungen, die Ceres genau an der Stelle des Himmelsgewölbes wiederzufinden, wo sie nach seinen Angaben stehen mußte. Im Jahre 1807 wird Gauß Direktor der neuerbauten Sternwarte in Göttingen und Professor der reinen Mathematik. Noch vielen Entdeckungen sind diesem Gelehrten zu verdanken, dessen frühester Kindheit das Genie schon seinem Stempel aufdrückte. So erfand er das Magnetometer; und auch die glänzenden Erfolge in der Untersuchung des Erdmagnetismus kommen auf das Konto seiner ewig nach Neuem suchenden Gedanken. Fast 78jährig, stirbt er 1855 in Göttingen. Braunschweig und Göttingen aber haben rühmten Sohn und Wunderkind steinerne gesetzt. ihrem beDenkmäler (Fortsetzung folgt.) Die Eiskatastrophe an den Magara=Füllen. Die Brücke schon aus den Ankern gehoben; das Elektrizitätswerk arbeitet nicht mehr. Häuser und Fabriken bereits geräumt. § Newyork, 27. Januar. Die Brücke über den Niagara=Fall, die die Vereinigten Staaten und Kanada verbindet, droht (wie wir bereits in einem Teil unserer Auflage gemeldet haben), unter dem Druck gewaltiger Eismassen einzustürzen. Heute nach Mitternacht wurde festgestellt, daß die Brücke auf der amerikanischen Seite bereits über einen Meter aus ihrer Verankerung gedrückt und zwei der Riesenstahlbögen, auf denen sie ruht, schon gebrochen sind. Mit phantastischer Schnelligkeit wachsen die Eismassen an: in kaum drei Stunden um sieben Meter. Es gibt Stellen, wo die Eisberge sich hundert Meter über dem normalen Flußniveau auftürmen. Im Durchschnitt hat die Eisbarriere eine Höhe von 30 Metern erreicht. Noch versucht man, dem drohenden Unglück durch Sprengungen der Eismassen zu begegnen. Unter Lebensgefahr und in einem tobenden Blizzard arbeiten Ingenieure daran, dauernd neue Dynamitladungen zu legen und zur Explosion zu bringen. Aber der Eriesee wirft immer noch mehr Eis über die Fälle hinab, als die Ingenieure in Bewegung bringen können. Die Gefahr für die 1890 dem Verkehr übergebene Brücke und die Umgebung wird von Minute zu Minute größer. Die bedrohten Häuser und Fabriken sind schon geräumt worden. Der Katastrophe fiel bereits das Elektrizitätswerk der Ontario=Elektrizitätsgesellschaft auf der kanadischen Seite der Fälle zum Opfer. Die Eismassen, durch das Hochwasser getragen, drangen so schnell gegen die Kraftanlage vor, daß die Angestellten sich nur mit Mühe aus dem Gebäude retten konnten. Das Haus ist durch eine zehn Meter hohe Eismauer eingeschlossen und kann jeden Augenblick durch die noch immer zunehmenden Eismassen ineinander gepreßt werden. Die Stromzuführ aus dem Haus hat schon aufgehört. Zerstört ist auch der berühmte Ausflugsdampfer„Die Nebeljungfrau", die Tausende von Hochzeitspärchen an die Fälle herangetragen hat. Das Schiff ist von den Eismassen aufs Land geworfen und dort zerdrückt worden. Trotz des Bizzards sind Hunderte von Neugierigen in die in der Nähe der Niagarafälle liegenden Hotels eingezogen und beobachten die Katastrophe von den oberen Stockwerken und von den Dächern aus. Gestern abend hatten sich außerdem über 10000 Menschen eingefunden, um dem Kampf der Ingenieure gegen die immer mamtiger werdenden Eismassen beizuwohnen. Im Lichte großer Scheinwerfer brachte man außer den Dynamitladungen zur Sprengung der Eismassen eine Reihe von starken Baumstämmen zur Stützung der Brücke an, viele von ihnen aber wurden nach kurzer Zeit von den Eismassen wie Streichhölzer geknickt und dann von der Strömung abgetrieben. Der Koblenzer Besatzungsschüdenprozeß. Angeklagter Syndikus Schmidt wird vernommen.- Ein teurer Ausflug in die Schweiz. Der Blitz aus heiterem Himmel. eres, die erste der immer stärker und unruhe— Koblenz, 27. Januar. Bei Beginn der Mittwochverhandlung wurde der Zeuge Dr. Wirtz zu einigen Unklarheiten im chreiben des Besatzungsamtes an das Reichswirtschaftsgericht vom Jahre 1932 vernommen. Einige Rückfragen des Reichswirtschaftsgerichtes an das Besatzungsamt in der Schadenssache Hotel Continental hatte damals der Angeklagte John im günstigen Sinne für Meyer beantwortet. Der Jude Meyer hatte sich nämlich in seinem Antrag auf die Zeugnisse von John und Dr. Wirtz berufen, die beweisen sollten, daß Meyer seine Schadensforderungen schon Jahre vorher mündlich beim Besatzungsamt angemeldet hatte. Es wurde festgestellt, daß in der an das Reichswirtschaftsgericht gerichteten Reinschrift Aenderungen gegenüber dem Konzept vorgenommen worden waren. Dr. Wirtz erklärte dazu, daß er die ihm vorgelegten Reinschriften niemals durchgelesen habe, und daß er sich auf die Unantastbarkeit des Konzeptes verlassen mußte. Er habe auch nicht annehmen können, daß ein Sekretär eigenmächtig Aenderungen vornehme. Sollte jedoch eine Unkorrektheit vorliegen, so könnte es sich nur um eines der von John beliebten Ueberraschungsmanöver handeln. John machte dagegen geltend, daß Aenderungen stets nur nach einer Rücksprache mit Dr. Wirtz erfolgt seien. Mit der Vernehmung des Angeklagten Syndikus Rudolf Schmidt trat dann der Prozeßverlauf in ein neues Stadium. Schmidt schilderte kurz seinen Lebenslauf. Während der Inflation und der Besatzungszeit betreute er die rheinischen Hotels und hatte zeitweise nach seinen Angaben„hundert Mandate in seiner Hand“. Während dieser Zeit war er außerordentlich geschäftstüchtig, auch in eigener Sache, denn es gelang ihm, ein großes wertbeständiges Vermögen in Häusern und Grundbesitz anzulegen. Noch bei seiner Verhaftung 1929 hatte er aus eigenen Häusern in Berlin und Dresden Mieteinnahmen in Höhe von 180 000 Mark. Anfang 1936. wurde er auf Antrag der Staatsanwaltschaft Koblenz wegen dringenden Verdachts schwerwiegender Delikte verhaftet. Im Oktober des gleichen Jahres stellte er eine Kaution von 9000 Mark und wurde auf freien Fuß gesetzt. Sofort ergriff er die Gelegenheit und flüchtete über die Grenze. Der Vorsitzende fragte ihn:„Warum sind Sie geflohen? Sie waren doch im Gefängnis gut aufgehoben? Nun hat Sie dieser Ausflug nach der Schweiz doch 9000 Mark gekostet!“ Der Anaeklagte erwiderte: „Ich bin nicht wegen der gegen mich hier erhobenen Vorwürfe ausgerückt. Doch darüber kann ich hier nur beschränkt aussagen." Das Gericht machte die Briefe des Angeklagten zum Gegenstand der Verhandlung. Schmidt hatte sich unter„komplizierten Verhältnissen" über die holländische Grenze gebracht. In Rotterdam schrieb er einen Brief an seine Kusine wobei er sie bat, von dem Inhalt des Schreibens Abschriften zu machen und bestimmten Personen, darunter auch dem Staatsanwalt Arnold in Koblenz, zuzusenden. Auf diese Weise kam das Gericht in den Besitz des Briefes, in dem u. a. stand:„Wenn Ihr dieses Schreiben erhaltet, werdet Ihr Euch vorkommen wie aus den Wolken gefallen. Ich kann nicht alles schreiben, was mich bewegt, aber die Welt ist weit und Gottes Himmel überall. Selbstverständlich habe ich kein höses Gewissen und keine Furcht, und wer mich kennt, der weiß das. Bevor ich nun den Kontinent verlasse, noch einmal letzte Grüße!" Als Nachschrift trug der Brief eine„kulante Einladung“ an den Staatsanwalt, die sehr an die volkstümliche des Götz von Berlichingen erinnert. Der Vorsitzende fragte:„Sie wußten doch, daß wir alle Hebel in Bewegung setzen würden, um Sie aufzufinden?“ Angeklagter:„Nein, so schuldig habe ich mich nicht gefühlt, denn mit dem Prozeß hier hatte meine Flucht gar nichts zu tun.“ Der Angeklagte schildert nun, wie er von Rotterdam nach Frankreich reiste und im Dezember in Genf landete. Im Februar 1937 wurde er auf Grund eines Haftbefehls aus Deutschland in Genf verhaftet. Gleichzeitig lief ein Auslieferungsverfahren. Noch einige Tage nach seiner Verhaftung traf in Deutschland ein Brief aus Bordeaux ein, in dem Schmidt mitteilte, daß er seine„Weihnachtsferien“ erheblich ausgedehnt habe, da er in Deutschland ja doch nur„an Händen und Füßen gebunden“ gewesen sei. Der Angeklagte erklärt vor Gericht, daß er nie erwartet hätte, jemals ausgeliefert zu werden, und der Vorwurf des Betruges hätte ihn in der Schweiz getroffen wie ein Blitzaus heiterem Himmel. Die Verhandlungen mit dem schweizer Bundesgericht hinsichtlich der Auslieferung zogen sich bis zum Oktober 1937 hin, da Schmidt stets behauptete, daß es sich um eine politische und fiskalische Angelegenheit handele. Erst als die Staatsanwaltschaft glaubhaft machte, daß gegen Schmidt ein Verfahren politischen Charakters nicht infrage komme, wurde dem Auslieferungsantrag entsprochen mit der Maßgabe, daß Schmidt nur wegen Betruges in Sachen Meyer und wegen Beamtenbestechung verfolgt werden dürfe. Der Staatsanwalt wies auf das Vermögen des Angeklagten hin, das nach seinen eigenen Angaben 1936 sehr beträchtlich war. Trotzdem hatte der Angeklagte es verstanden, sich durch Vorlegung von Unterbilanzen vor jeder Steuerzahlung zu drücken. Schon 1930 hatte er an das Finanzamt geschrieben, daß er steuerrechtlich und wirtschaftlich überschuldet sei. Zum Schluß der Verhandlung wurde noch der Steuersachverständige Fuchs=Koblenz vernommen, der mit der Nachprüfung des Gutachtens im Falle Continental beauftragt war. Fuchs, der mit den Verhältnissen genau vertraut war, hatte den gesamten Geschäftsverlust des Hotels von 1919 bis 1929 mit 78 000 Mark berechnet. Die Verhandlung wird am Donnerstag fortgesetzt. Die„Aktion gegen die Einzelhändler“. DNB Düsseldorf, 27. Januar. Im Esch=Prozeß wurde nach einem Ruhetag am Mittwoch die Verhandlung am Donnerstagvormittag fortgesetzt. Zur Sprache kam ein— allerdings kleinerer— Fall der Steuernachprüfungsaktion Eschs gegen Einzelhändler. Auch dieser Fall liegt ähnlich wie die der letzten Verhandlungstage. Diesmal ist neben Esch und Döhmen nicht der sonst immer Esch„ergebene" Steuerberater Stappen mit unter Anklage, sondern die Ehefrau Nacke, die von März bis Dezember v. Js. in Haft gesessen hat, hat diesmal die Rolle Stappens als„Steuerberater“ übernommen. Bei der infrage stehenden Firma war nach Feststellung kleinerer Unregelmäßigkeiten eine Gewerbesteuernachzahlung von 30 000 RM gefordert worden, wogegen der Einzelhändler Einspruch erhob. Er weigerte sich auch, ein Unterwerfungsprotokoll anzuerkennen. Frau Nacke wird dann von Esch als„Steuerberater“ eingeschaltet, nachdem verschiedene vom Steuerschuldner eingesetzte Steuerberater von Esch abgelehnt worden waren. Frau Nacke rät dann— auf Wunsch Eschs— dem Steuerschuldner, der inzwischen eine mehrere Jahre zurückliegende Falschbuchung zugegeben hatte, als„Suyne“ 6000 RM zu zahlen, was auch nach anfänglichem Zögern geschah. Frau Nacke behielt 1000 RM als„Honorar“ und gab 5000 RMan Esch. Esch gibt den Empfang des Geldes zu, will es aber an einen Vertrauensmann gezahlt haben, der ihm einen anderen schwerwiegenden Fall verraten hatte. Dieser Betrag sei über ein Geheimkonto gelaufen, das er persönlich geführt habe. Das Buch der„Geheimkonten“ habe er immer in seiner Schreibtischschublade gehabt, sei aber verloren gegangen.(!) Der Vorsitzende hält dem Angeklagten vor, daß es doch merkwürdig sei, daß das Buch verloren gegangen sei, das Geld aus der Schreibtischschublade aber nicht. Die Namen derjenigen Leute, die Vertrauensgelder bekommen haben— auch in zahlreichen Aerztefällen— will Esch nicht kennen(!), worauf der Staatsanwalt einwandte, daß es aber seltsam sei, daß er den Namen eines Vertrauensmannes gekannt habe, und zwar den des verstorbenen(mitbeschuldigten) G. Esch kann hierzu nichts erwidern. Frau Nacke sagt u. a. aus, daß sie den Steuerschuldner nicht, wie ihr vorgeworfen werde, unter Druck gesetzt habe. Sie habe mit ihm lediglich den Weg der vorteilhafteren Einigung besprochen. Ihr„Honorar“ von 1000 RM habe Esch für angemessen gehalten. Der Mitangeklagte Dr. Döhmen, der die Haussuchung bei dem Steuerschuldner durchgeführt hat, will ebenfalls als„Honorar“ 800 RM. bekommen haben. Großer Erfolg der Berliner Philharmoniker in Brüssel. X Brüssel, 24. Januar. Das Berliner Philharmonische Orchester unter Leitung von Wilhelm Furtwängler beschloß seine diesjährige Auslandsreise, die bereits nach London und Den Haag geführt hatte, mit einem Konzert im Brüsseler Palast der schönen Künste. Schon seit vier Wochen war der große Saal, der als einer der schönsten Konzertsäle Europas gilt, völlig ausverkauft. Der Erfolg zeigte, daß die Berliner Philharmoniker mit Furtwängler sich in Belgien ein Publikum gewonnen haben, das den deutschen Künstlern von Jahr zu Jahr größeres Interesse und Begeisterung entgegenbringt. Der Beifall steigerte sich nach jeder Darbietung und gestaltete sich am Schluß zu einer begeisterten Kundgebung für Furtwängler und die Philharmoniker. Deutscher Film triumphiert in Wien. DNB Wien, 27. Januar. Die amtliche österreichische Filmbegutachtungsstelle hat im vergangenen Jahr 243 Unterhaltungs= und Kulturfilme geprüft, von denen 33 ausgezeichnet wurden. 16 deutsche Filme erhielten das Prädikat „künstlerisch anerkennenswert“ bezw.„kulturell werrvol!“. Unter den deutschen Filmen befinden sich Werke wie„Der Ritt in die Freiheit“,„Der Herrscher“,„Versprich mir nichts“,„Die Fledermaus“, „Kreutzersonate“,„Katzensteg“ und„Der Berg ruft“. An nächster Stelle folgt die amerikanische Filmproduktion, die neun preisgekrönte Filme für sich buchen kann. Auszeichnungen erhielten ferner drei französische, ein englischer und ein österreichischer Film. Drei Kinder einem Wohnungsbrand zum Opfer gefollen. DNB Budapest, 26. Januar. In der bei Stuhlweißenburg gelegenen Ortschaft Kislang fielen drei Kinder im Alter von zwei bis vier Jahren, die von den Eltern in der verschlossenen Wohnung allein gelassen worden waren, einem Wohnungsbrand zum Opfer. Als die Eltern von der Arbeit zurückkehrten, drangen ihnen dichte Raucwolken entgegen. Auf bisher ungeklärte Weise war in der Wohnung ein Brand ausgebrochen, sodaß alle drei Kinder durch Ersticken den Tod fanden. Komintern=Agent zum Tode verurteilt. DNB Warschau, 26. Januar. Im Zuge der Bekämpfung bolschewistischer Verbrechen und der Unschädlichmachung der Komintern=Agenten, die in verschiedenen Teilen Polens ihr Unwesen trieben, fand am Dienstag ein neuer Prozeß statt. Das Bezirksgericht in Zamosc im westlichen Teil Galiziens verurteilte den Kommunisten Piwowar zum Tode durch den Strana und 12 weitere Kommunisten zu Zuchthausstrafen zwischen zwei und 15 Jahren. Piwowar, einem berüchtigten Agenten der Komintern, konnte die Ermordung eines Angehörigen der Volizeibehörden nachgewiesen werden. Die mit ihm verurteilten Kommunisten sind an diesem Mord mitschuldig. Eine Munitionsfabrik auf Java in die Luft geflogen. £ London, 27. Januar. Einer Meldung aus Batavia zufolge sind am Donnerstag bei einer Explosion in einer Munitionsfabrik in Rembang an der Nordküste Javas neun Eingeborene getötet und 36 verletzt worden. Ostpreußens Elche werden gezählt. Anfang Februar findet, wie alljährlich, im gesamten Elchjagdgebiet Ostpreußens wieder eine Zählung des Elchbestandes statt. Das Ergebnis wird in das„Deutsche Elchbuch“ eingetragen, das vom Elchjägermeister geführt wird. Im vergangenen Jahr wurden in ganz Ostpreußen mehr als 1000 Elche gezählt, davon über 300 im Elchschutzgebiet, dem Kernstück des„Reichsnaturschutzgebietes Deutscher Elchwald“, an der Ostküste des Kurischen Haffs. Auf Grund der eingereichten Abschußanträge hatte der Elchjägermeister in den Privatrevieren 190 Elche und in den staatlichen Revieren 142 Elche, insgesamt also 332 Stück Elchwild freigegeben; es wurden aber nur 129 Elche darunter 65 Hirsche, geschossen. Die zur Strecke gebrachten Hirsche waren sämtlich Stangenelche. Der Abschuß auf Schaufler war nicht freigegeben, weil man danach strebt, die Stangenelche allmählich auszumerzen. Ein Schiff voll Affen. Schreib= und Lesefehler haben schon manchen teuflischen Streich gespielt. Einer der originellsten war aber der folgende, der sich vor einiger Zeit ereignete. Ein Kaufman schrieb an seinen überseeischen Vertreter, er möge doch mit der nächsten Schiffsladung ein oder zwei Affen mitschicken. Leider schrieb er dies wie folgt:„1 0, 2 Affen“. Der Vertreter las aber:„102 Affen“. Deshalb erschien ein erzürnter Brief bei dem Chef, in dem stand, es sei nicht so leicht, in solcher Eile 102 Affen zu beschaffen. Er habe mit der nächsten Schiffsladung bloß 86 mitschicken könen. Die restlichen 16 hoffe er bis zum Abgang des nächsten Schiffes noch auftreiben zu können. Er hoffe ferner, daß zu Hause bis dahin sich der Mangel nicht bemerkbar mache. Turnen- Spiel-Sport. Doch noch ein Rennen. „Die Nacht" in der Halle Münsterland. + Münster, 27. Januar. Der überaus spannend und begeisternd verlaufene letzte Renntag hat die sportliche Leistung der Halle Münsterland auch mit Rücksicht auf das große Interesse der zahlreichen Radsportfreunde veranlaßt, doch noch eine Radsportveranstaltung einzulegen, die allen Zuschauern— oas lassen die bisherigen Verpflichtungen bereits erkennen— wiederum den Genuß fesselnder Radsportkämpfe vermitteln wird. Zu diesem letzten Rennen erscheint es angebracht, sich reichlich mit Proviant zu versorgen; denn nicht weniger als acht Stunden dauert„Die Nacht“ vom 5. zum 6. Februar. Sowohl Anateure als auch Berufsfahrer kommen zu Wort. Mittelrhein: Schiffer Voßenkaul Brand Kneip Kolb (Alemannia Aachen)(Gummersbach)(Mülheim 06) Mülldorf) Bauch Rheinberg Pudelko (MSV Koblenz)(VfB Aachen)(Köln=Ehrenfeld) Kaufmann Görres (Mülheim 06)(VfB Aachen) Bitter (Gummersbach) Wie spielt die Schweiz in Köln? Bei den Berufsfahrern wurden bisher verpflichtet: Tertilte=Wengler, Schmidt=Goebel, v. Schijndel=v. dem Broeck, Zims=Küster, ferner Deneef, der Sieger des Dortmunder Nachtrennens mit Depauw als Partner, PützfeldHoffmann, Ehmer=Schenk, SavelsbergMüller(Holland=Bremer=Heide) und der Holländer Clignet, dessen Partner noch aussteht. Bei den Anateuren erscheinen am Ablauf: SmitsTropmann. Matysiak-Meurer, HasselbergSchorn, Wenning=Müller, Mertens=Kurzawa, Aeymanns-Zwartepoorte, GibkenOberquelle. Außerdem steht die Leitung der Halle Münsterland mit den international bekannten und ausgezeichneten Dänen Petersen=Nielsen in Verhandlung. Ferner steht der Partner für den Bonner Kneller aus. handball-Gankampf Mittelrhein-Westfalen. Aachen ist am Sonntag Austragungsort eines freundschaftlichen Kräftevergleiches im Handball zwischen den Gauen Mittelrhein und Westfalen. Bereits zu Anfang dieser Saison gab es die erste Auflage dieses Kampfes in Hagen, in der die Rheinländer überraschend mit 10:7 erfolgreich blieben. Damals fand sich der westfälische Sturm sehr schlecht zusammen und auch die Abwehr wies Mängel auf, die bei der Schnelligkeit der MittelrheinStürmer sehr oft zum Verhängnis wurden. So hat die westfälische Elf für Aachen ein fast völlig anderes Gesicht bekommen. Nur die drei Mindener, Roß I und II und Knautz, sowie die Dortmunder Lenfers und Höpfner sind wieder aufgestellt worden, zum Teil aber auf anderen Posten. Nicht weniger als sieben Spieler des wieder in bester Form befindlichen MSV Hindenburg Minden sorgen für die notwendige Einheitlichkeit, Lenfers bildet im Sturm eine wertvolle Verstärkung, und die Deckung ist ebenfalls mit zwei„eisenharten“ Eintrachtlern besetzt. Höpfner und Bramkamp dürften ein Verteidigerpaar abgeben, dessen Leistung man mit Vertrauen entgegensehen darf. Bleibt der Torwartposten übrig, auf den man überraschend den früheren Mindener Reservehüter Schmitz, jetzt Höxter, berufen hat. Wir hätten lieber den Dortmunder Daume oder den Mindener Sander auf diesem Posten gesehen. Immerhin bleibt abzuwarten, wie sich Schmitz zurechtfindet. Der Mittelrhein hat dagegen seine Vertretung nur an zwei Stellen geändert. Im Angriff steht für den Mülheimer Schimmelburg der Gummersbacher Brand, und in der Läuferreihe nimmt Bauch=MSV Koblenz den Posten von Rübenach=Köln 05 ein. Diese„alte" Aufstellung bürgt für eine gute Leistung, so daß es die Westfalen sehr schwer haben werden, zu der erwünschten„Revanche“ zu kommen, zumal besonders die gesamte rheinische Hintermannschaft aus erprobten Kräften besteht. Trotzdem glauben wir an einen knappen Sieg der Westfalen, wenn sich der Sturm nur einigermaßen versteht und vor allen Dingen von den Mindenern auch Lenfers richtig eingesetzt wird. Die Mannschaften: Westfalen: Schmitz (Höxter) Höpfner Bramkamp (beide Eintracht Dortmund) Topp Knautz Fischer (alle Hindenburg Minden) Roß II Helligrath Röttger Lenfers RoßI (alle Hindenburg Minden)(Eintr Dortmd.)(Minden) Ersatz: Vogt, Berger=TuS Holsterhausen. Schneller als erwartet hat die technische Kommission des Schweizerischen Fußball= und Leichtathletikverbandes die Spieler bestimmt, die am 6. Februar in Köln das 21. Länderspiel gegen Deutschland bestreiten sollen. Es sind das: Bizzozero (Lugano) Minelli Lehmann (Grashoppers Zürich) Springer Vernati Lötscher (Grashoppers)(Servette Genf) Bickel Wagner Amado Walacek G. Aebi (Grashappers)(Lugano)(Servette Genf) Diese Aufstellung ist jedoch noch nicht endgültig. Mittelrhein=Elf in Frankreich. Die Fußballmannschaft des Gaues Mittelrhein wird mit Erlaubnis des Reichsfachamtes am 20. Februar ein Spiel in Reims austragen. Die Deutschen treffen mit der Auswahlelf der nordfranzösischen Liga zusammen. Hollen=Handball in Münster. In der Halle Münsterland findet am 27. März ein großes Hallen=Handballturnier statt, an dem vorwiegend Vereine aus Münster teilnehmen werden. Geplant ist die Verpflichtung des Hüttenvereins Dortmund, der am letzten Sonntag im Dortmunder Turnier eine so gute Rolle spielte. Vorbereitungen zum HandballWeltturnier in Berlin. Ausschlaggebend wird für die Aufstellung der deutschen Mannschaft für das Weltturnier am 5. und 6. Februar in der Deutschlandhalle sein, welche Erfahrungen in dem Lehrgang gemacht werden, zu dem im Augenblick 27 Spieler in der Reichsakademie in Berlin zusammengezogen sind. von Cramm schlug me Grath. Die australischen Tennismeisterschaften nähern sich dem Ende. Gottfried von Cramm erreichte jetzt im Männereinzel die Vorschlußrunde und zwar besiegte er den bekannten Vivian Mc Grath 6:2, 3:6, 4:6, 7:5, 6:0.— Weit schwerer haben es Cramm=Henkel im Männerdoppel, wo sie im Kampf um die Vorschlußrunde auf die australischen Nachwuchsspieler Clemenger=Harper treffen. Die jungen Australier spielten unbekümmert und einsatzbereit und erzwangen so einen ziemlich ausgeglichenen Kampf, zumal die Deutschen sich auf dem schlüpfrigen Boden nicht gut zurecht fanden. Nach 6:4, 3:6, 6:1, 3:6, 10:10 mußte der Kampf abgebrochen werden, da die Dunkelheit eingetreten war. Eine Ueberraschung gab es im Gemischten Doppel. Hier siegten Frau Wilso=Bromwich über das starke amerikanische Paar Frl. Bundy=Budge glatt 6:0, 6:4. Die Leitung der Westfalenhalle hat für Sonntag, den klassische„Golden 6. Februar das klassische„Goldene Rad“ über 75 Kilometer ausgeschrieben und als erste die drei deutschen Spitzenfahrer Lohmann— Metze— Schön verpflichtet. Damit hat Weltmeister Lohmann Gelegenheit, das Ergebnis des Weihnachtsrennens in der Westfalenhalle zu korrigieren. Handel und Wirtschaft. hondelsvertreter volkswirtschaftlich notwendig. Der große Aufschwung unserer Wirtschaft hat einen außerordentlichen Bedarf an Gütern der verschiedensten Art und, da die Produktionsanlagen im gleichen Tempo nicht erweitert werden konnten, teilweise eine gewisse Warenknappheit hervorgerufen. Das hat gelegentlich zu der Befürchtung Anlaß gegeben, daß die Handelsvertreter in ihrer Existenz bedroht werden könnten, weil unverständige Firmen vielleicht glaubten, ohne den Handelsvertreter auskommen zu können. Es ist aber eine bekannte Tatsache, daß die Wirtschaftsführung bewußt dahin strebt, im Rahmen ihres Programms den Leistungswettbewerb unter den Firmen aller Wirtschaftsstufen völlig wiederherzustellen und zu fördern, damit eine stetige Verbilligung und Verbesserung unserer Versorgung mit materiellen Gütern erreicht werden kann. Da sich der Handelsvertreter insbesondere für die gesunde Mittel= und Klein=Industrie als bester Mitarbeiter und als unentbehrlich erwiesen hat, ist er in einer Wirtschaft, die auf eine möglichst billige und zweckmäßige Verteilung der Ware hinzielt, als Beruf wichtig. Der Reichskommissar für die Preisbildung hat durch seinen Runderlaß Nr. 192/37 vom 29. Dezember 1937 dafür Sorge getragen, daß eine unberechtigte und untragbare Existenzminderung des Handelsvertreters nicht eintritt. Es heißt in dem Runderlaß als Hauptrichtlinie für die sachliche Behandlung von Beschwerdefällen, daß „der Stand der Handelsvertreter volkswirtschaftlich von erheblicher Bedeutung und in der Wirtschaft nicht wegzudenken ist“, und daß es deshalb auch gerechtfertigt erscheint, ihm ein angemessenes Einkommen zu sichern. Selbstverständlich soll der Handelsvertreter nicht etwa dort in dem bisherigen Umfang auf die Dauer erhalten werden, wo eine Uebersetzung vorliegt, und der Preisbildungskommissar will auch nicht etwa vorhandene ungerechtfertigt hohe Vergütungen schützen. In derartigen Fällen sollen Einsparungen für Preisherabsetzungen verwendet werden. Von besonderer Bedeutung ist in dem Runderlaß der Hinweis darauf, daß Provisionskürzungen nicht dazu führen dürfen, daß das Interesse des Handelsvertreters am Absatz von Erzeugnissen, deren Vertrieb wünschenswert ist, verloren geht, auch derartige Provisionskürzungen müssen als ungerechtfertigt angesehen werden, sonst würde den Bestrebungen auf eine Verbrauchslenkung in schädlicher Weise entgegengewirkt werden. Kommen Beschwerdefälle vor, so sollen sie nach dem Runderlaß durch die Industrie- und Handelskammern vorgeprüft werden, deren abschlägige Entscheidungen für den Beschwerdeführer— nicht aber natürlich für die Preisbildungsstellen— endgültig sind. Wenn die Beschwerde gerechtfertigt erscheint, gibt die Industrie= und Handelskammer die Sache an die zuständige Preisbildungsstelle zur weiteren Bearbeitung ab. Die Preisbildungsstellen werden genaue Prüfungen in den Betrieben der vertretenen Firmen oder an Hand von Unterlagen vornehmen und dafür sorgen, daß nicht willkürlich und sachlich ungerechtfertigte Maßnahmen gegen den Handelsvertreter getroffen werden. Zum mindesten werden Preisermäßigungen verlangt werden, da es nicht im Sinne des Preiskommissars liegt, daß etwa Firmen ihre Gewinnspanne auf Kosten der Handelsvertreter erhöhen. Der Runderlaß erstreckt sich auf die Handelsvertreter, die in der Fachgruppe Handelsvertreter und Handelsmakler zusammengefaßt sind, eingehende Verhandlungen der Fachgruppe mit dem Preisbildungskommissar sind vgrausgegangen. Es ist erfreulich, daß der Reichskommissar mit diesem seit einiger Zeit erwarteten Runderlaß eine Klärung vieler Zweifelsfragen und eine Beruhigung in den beteiligten Kreisen herbeigeführt hat.—g. Berliner Börse. Berlin, 27. Januar. Aktien eher nachgebend, Renten ruhig. Das farblose Bild, das die Aktienmärkte seit einiger Zeit zeigen, erführ auch heute keine Belebung, die Umsätze gingen womöglich noch weiter zurück, so daß die Kursfestsetzung im allgemeinen nur bei Mindestschlüssen vorgenommen werden konnten, vielfach auch Strichnotizen auf den Tafeln erschienen. Die Geschäftsstille beruht auf einer völligen Zurückhaltung des Publikums, das weder Kaufnoch Verkaufsneigung bekundet. Unter diesen Umständen müssen die meist nur geringen Prozentbruchteile betragenden Kursveränderungen als ein Beweis für die gesunde Widerstandsfähigkeit der Börse gelten. Stimmungsmäßig mögen dazu die wieder vorliegenden Meldungen aus der deutschen Wirtschaft, so u. a. über die Beschäftigung der Industrie und die Jahresberichte der Adlerwerke und der Deutschen Edelstahlwerke beigetragen haben. Märkte. Metalle. X Berlin, 27. Jan. Elektrolytkupfer(Wirebars) 57,25 A für 100 kg netto cif Hamburg, Bremen oder Rotterdam. Aluminium 98=99 kg Bl. 133, Aluminium f. Walz. o. Dr. 137, Silber in Barren 900t 39,10—42,10. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt, 27. Jan. Auftrieb: Ochsen 249, Bullen 82, Kühe 475, Färsen 171, Kälber 390, Schweine 450, Schafe 93. Marktverlauf: Rinder und Schweine zugeteilt; Kälber mittelmäßig; Schafe langsam. Es kosteten: Ochsen: a) 43—45, b) 40—41, c) 36; Bullen: a) 41. 2 5) 36—39; Kühe: a) 40—43, b) 35—39, c) 26.39 0 bis 25; Färsen: a) 41—44, b) 40, c) 35, d) 28: 62 a) 60—65, b) 54—59, c) 45—50, d) 33—40; Weide hammel: a) 46, 6) 40—45, c) 30—38; Schafe: a) 80 b) 33—36, c) 20—32; Schweine: a) 56,5, 61) 555 54,5, c) 52,5, d) 49,5, e)—, f)—, g1) 53,5. Osnabrücker Groß= und Kleinviehmarkt. X Osnabrück, 27. Jan. Auftrieb: Ochsen 1, Bullen u. ihe 47, Rinder 19, Kälber 184, Schweine 618, Schafe 3 kosteten: Bullen: a) 40—41; Kühe: a) 39—41 bis 37, c) 30—31, d) 22—23; Färsen: a) 42. 6) 98 32—33; Kälber: a) 60—63, 6) 53—57, c) 43—47 bis 37; Schweine: a) 54,5, b1) 53,5, b2) 52,5, e) d) 47,5, g1) 51,5; Schafe: f) 32—37. Marbwverlauf: allen Gattungen zugeteilt. Dortmunder Getreidemarkt. Dortmund, 26. Jan. Erzeugerpreise für die preisgebiete der Provinz Westfalen. Weizen 75=77 1. W 18 212,—, W 16 210,—, W 13 207.—, W 12 28 W 11 203—; Roggen 69=71 kg R 18 196,—, R 16 194. R 15 192,—, R 13 190,—, R 11 188,—; Futterhafer 48. R 11 188, kg H 19 175,—, H 18 174,— H 16 172,—, H 15 171. H 14 170,—, H 13 168,—; Futtergerste 59=60 ta 6 183,—, G 13 181,—, G 12 180,—, G 11 178,—, G 10 17“ Mehl. Grundpreise für Weizen= und Roggenmehl, Ne, zen= und Roggenkleie. Die Zuschläge bezw. spannen errechnen sich nach den gesetzlichen Bestimmungen Weizenmehl Type 812(Vollmehl)+ 50 Pfg. Frachtas, gleich W 18 29,40, W 16 29,40, W 13 28,65, W 12 288 W 9 28,65; Roggenmehl Type 1150+ 50 Pfg. Frachtan, gleich R 18 23,15, R 16 23,—, R 15 22,95, R 13 221 R 11 22,55; Weizenkleie W 18 12,05, W 16 11,95, M 11,75, W 12 11,70, W 9 11,55; Roggenkleie R 18 m R 16 10,70, R 15 10,55, R 13 10,45, R 11 10,30. Berliner Getreidegroßmarkt vom 27. Januar 1938 Weizen märk., Durchschnittsqualität: 75/77. frei Berlin Preisgebiet VI I VII 1 VIII IX X IXII Erzeugerpr 200.00 2.0. ges. Erzeugerpr Roggen märk., Preisgebiet ges Erzeugerpr AI 00 204.00 206.00 2 182.00 185.00 184.00 185.00 188.00 189.00 Durchschnittsqualität: 69/71, frei Berlin VVI VII VIIIXIXn Futtergerste 39/60V VII I VIIII ges Erzeugerpreis, Preisgebiet 167.00 168.00 170.00 173.00 Industriegerste(Sommergerste) frei Berlin— ab märk. Statlon Futterhafer märk. Durchschnittsqualität 46/49 Preisgebiet V VII X XI I XIIIIy ges Erzeugerpr 156.00 160.00 163.00 165.00 168.00 Weizenmehl. lype 812(Vollmehl) VI VII I VII I IX 28.60 28.60 28.60 28.60 28.65 28.90 28.90 XIXIIIII 28.90 29.30 2 10% Auslandsweizen— t.50 Mk. Aufgeld.— 20% Auslapdwelzen— 3 00 Mk. Aufgeld. Type 1150, VV 21.45 21.55 Roggenmehl. 11 21.10 21.10 Weizenkleie, Preisgebiet v 1 VII 11.15 11.20 11.30 11.35 Roggenkleie. Preisgebiet I1 IV I V 10.10 10.16 10.20 9.95 Preisgebiet VI 21.65 VII 21.80 VIII 21.90 XIJXII III 22.25 22.35 2 VII 11.40 VIII 11.50 IXX 11.50 11.6 XIIII 11.70 118 VI 10.40 Wktoriaerbsen Kleine Erbsen Futtererbsen Peluschken ückerbohnen Wicken Lupinen, blaue 34-38 33-35 24-26 26-29 23—24.5 26-28 16—17 Lupinen, gelbe Seradella, alte Seradella, neue Leinkuchen 37%0 ab Hamburg tronußkuch. 50% Erdnußkuchenm. frockenschnitzel VII 10.45 24 VIII 10.10 -25 XI 10.30 9 10.40 1 16.38 15.88 17.38 8.74 Soyabohnenscht. 45% a. Abg. 45% a. Stelllo Karteffelllocken Fabrikprels Kartoffelllocken Parit. Berlin Bremen: Baumwolle Loco Jan März Mai Juli Okt Dez Liverpool: Ostind. Baum Liverpool: Baumwolle Loeo Januar Februar März April Mai Juni Juli August September Okiober November Dezember Januar Mära Mar Juli Oktober Dezember Tagesimport—— Notierungen f. Sakellaridis u. U 1939 1939 1939 1939 27. 1. 4.89 4.74 4.76 4.78 4.80 4.83 4.85 4.87 4.89 4.91 4.94 4.95 4.96 4.89 5.02 5.04 5.05 5.08 5.10 25. 1. 4.94 4.77 4.79 4.82 4.84 4.87 4.89 4.91 4.93 4.95 4.98 4.99 5.00 5.03 5.06 5.08 5.09 5.12 5.14 Januar März Mai Juli September Oktober November Loco pper F.G.F. 26. 1. Sak. 8.37 Upp 5.99 5.91 5.90 5.81 5.92 5.92 5.92 6.16 New Orleans: Baumwolle Loco JanuarMärz Mai Juli Oktober Dezember 27. 1. 8.63 8.53 8.60 8.64 8.74 8.78—79 1. 8.58—3 8.69—70 8.78-00 New Yorker Baumwollkurse Loco Januar Februar März April Mai Juni Juli August September Oktober November Dezember Geschätzte 26. 1. 8.5 9.42 6.44 8.48 8.52 8.55 27. 1. 8.50 8.71 8.38 8.40—41 8.42 8.45—46 8.48 8.52 8.55 8.58 8.62 8.64 8.67 Totalzufuhren— Baumwollzufuhr in Atl. Häfen 10 Baumwollzufuhr in Golf-Häfen 2u Zufuhren in Pacific-Häfen— Export nach England Export a. d übrig. Kontinent Export nach Japan und China u Fracht nach Liverpool— 8.6 8.64 8.68 8.70 B.73 Die harmo zeiten Es daß ge= multar Der einem zu beze mal in Drange Am Büro1 morger Diese in Auf gäbe n Gast 1 ein Gle Dan läufig Am unbeho einen Handbe er die setzte si Herren beschäft zudeute linken beef. Fra draußer damite ein gro Ein Herr 6 und sich Dimens fallen „O, so Abe tuation gar nid Auck freunds Fritz tr und bli Das den gat Fleischl Jetzt Frai unabwe es in d ein mil Und sauce di mend en hin, wi ausbruc Er leidige Fritz beide, i Der Blindgä Die ihr Fle wenn F Jetzt Sie los Her Brateng im Frü Erbsenki dem Ti bahnkar Herrn E Der dich nich beteilige Weni anderes das Lad gegen F Meckern. Herr unbefand Frau Reden. 1 der Enti über die sorge. der alte kugeln. er lächel Er a Fleisch a mit ihren zu werde und besch Nähe lag er das 9 Herrn S Fleischkol Und w Und Her Schiff be hin, das ohne Kn schüchtern Bewerbungen auf Chiffre-Hnzelgen kelne Original-Zeugnisse beifügen. 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Der Direktor Farnbühler lebte mit seiner Frau in einem Zustande, den man gemeinhin als glückliche Ehe zu bezeichnen pflegt, und der Sohn Fritz blieb nur manchmal in einer Klasse sitzen, was aber vom Direktor im Drange der Geschäfte übersehen wurde. Am 23. Januar kam Farnbühler abends aus seinem Büro nach Hause und sagte seiner Frau, daß er für morgen Mittag Herrn Stöhr zum Essen eingeladen hätte. Diese Mitteilung versetzte Frau Farnbühler keineswegs in Aufregung, sie sagte, es passe ihr sehr gut, denn es gühe morgen mittag Roastbeef, und deshalb sei ihr ein Hast recht willkommen, zum Nachtisch werde sie einfach ein Glas der eingemachten Mirabellen aufmachen. Damit war die Angelegenheit für Farnbühler vorläufig erledigt. Am nächsten Mittag kam also Herr Stöhr, nur etwas unbeholfen und anscheinend etwas kurzsichtig, denn ertrug einen dicken Kneifer, den er mit einer automatischen Handbewegung immer wieder auf die Nase hochschob, da er die Tendenz zeigte, nach vorne abzurutschen. Man setzte sich zu Tische. Bei der Suppe geschah nichts; die Herren unterhielten sich von Geschäften, und die Mutter beschäftigte sich damit, Fritz durch burze Winksignale anzudeuten, daß er den rechten Zeigefinger aus seinem linken Nasenloch entfernen sollte. Dann kam das Roastbeef. Frau Farnbühler hatte das Roastbeef in der Küche draußen aufschneiden lassen, so ungefähr zu drei Viertel, damit es nicht unnötig trocken werde. Am Ende lag noch ein großes unaufgeschnittenes Stück. Ein unglücklicher Zufall wollte es, daß der kurzsichtige Herr Stöhr gerade dieses, große Fleischstück aufspießte und sich auf den Teller legte. Hier bemerkte er, daß die Dimensionen seiner Portion doch etwas gewaltig ausgefallen waren, und er sagte abwehrend, entschuldigend: „O, so ein großes Stück.“ Aber Frau Farnbühler wollte das Peinliche der Situation beseitigen und meinte:„Aber bitte, das Stück ist gar nicht groß.“ Auch der Herr Direktor setzte in liebenswürdiger Gastfreundschaft hinzu:„Im Gegenteil, es ist sehr klein.“ Fritz traten die Augen aus dem Kopf, er wurde blaurot und blies die Backen auf. Das Stück hatte phantastische Dimensionen; es füllte den ganzen Teller aus und auf allen Seiten hingen die Fleischlappen über den Tellerrand auf das Tischtuch. Jetzt kam die Sauce. Frau Farnbühler sah das Unglück kommen; es war unabwendbar. Schnell also Konversation machen:„Daß es in diesem Jahr so gar keinen Schnee gibt— nein, so ein milder Winter.“ Und da schossen schon die braunen Fluten der Bratensauce die Flanken des Fleischmassivs herunter und schäumend ergossen sie sich auf das Tischtuch, hierhin und dorthin, wie bei einem geologischen Modell eines Vulkanausbruches. Der arme Herr Stöhr, er sah nichts. Er sagte nur: Er für seine Person, er vermisse das leidige Schmutzwetter durchaus nicht. Fritz entwich die Luft mit einem pfeifenden Laut durch beide, jetzt freigewordenen Nasenlöcher. Der Vater schoß einen warnenden Blick auf ihn ab. Blindgänger! Die Mutter stieß mit der Gabel mehrmals sinnlos in ihr Fleisch. Nur nicht hinsehen. Der arme Herr Stöhr, wenn Fritz nur nicht explodiert. Jetzt noch die grünen Erbsen. „Sie sind mein Lieblingsgemüse“, meinte ganz harmlos Herr Stöhr. Und schon prasselte es die Flanken des Bratengebirges herunter, wie Steinschlag bei Tauwetter im Frühjahr. Ueberallhin schossen die sossegefärbten Erbsenkugeln. Sie hinterließen kleine braune Striche auf dem Tischtuch, das dadurch das Aussehen einer Eisenbahnkarte bekam, mit einer großen Zentrale, das war Herrn Stöhrs Teller, Fritz tat einen grellen Lacher. Der Vater mit Angstschweiß auf der Stirn:„Du sollst bich nicht immer an der Unterhaltung der Erwachsenen beteiligen, das habe ich dir schon hundertmal gesagt.“ Wenn man nur die Aufmerksamkeit auf irgend etwas anderes lenken könnte. Ihm, dem Herrn Direktor, war das Lachen auch schon in der Kehle, und sein Verweis gegen Fritz endete in einem vollkommen unsachgemäßen Meckern. Herr Stöhr merkte noch immer nichts. Er war von unbefangener Heiterkeit und freundlichem Behagen. Frau Farnbühler besaß noch am meisten Haltung. Reden, nur Reden, was das Zeug hält. Sie fragte nach der Entfernung des Mondes von der Erde, ereiferte sich über die Orangenpreise und sprach über Säuglingsfürsorge. Ueber all das lachte die Familie wie wild. Ja, der alte Mond, hahaha, und die Säuglingsfürsorge, zum lugeln. Herr Stöhr fand solches gar nicht komisch, aber er lächelte, wenn auch etwas erstaunt, mit. Er aß und aß. Die Frau Direktor schnitt schon ihr Fleisch auf dem Teller in mikroskopische Stückchen, um mit ihrem Gaste Schritt zu halten und nicht früher fertig zu werden. Fritz war längst mit seiner Portion am Ende und beschäftigte sich damit, die Erbsenkugeln, die in seiner tahe lagen, mit dem Finger weiter zu schnippen, wodurch er das Eisenbahnnetz riesig komplizierte. Jetzt wurde es Herrn Stöhr allmählich doch etwas schwer, mit seinem gleischkoloß fertig zu werden. Er begann zu schwitzen. und wenn man schwitzt, rutscht bekanntlich der Kneifer. nio Herrn Stöhrs Kneifer rutschte, glitt ab wie ein diff beim Stapellauf, immer schneller, und fiel— woden, das wußte Herr Stöhr nicht; er konnte den Kneifer neifer ganz gewiß nicht sehen. Nach einigen chternen Versuchen um sich herum sagte er bloß: Aus Zeit nud Leben. „Man wird ihn schon finden.“ Es hätte einer heroischen Hausfrau bedurft, um Herrn Stöhr darüber aufzuklären, daß der Kneifer sanft und weich mitten zwischen Erbsen und Fleisch auf seinem Teller lag. Mit starrem Entsetzen sah die Familie das Schicksal seinen Lauf nehmen. Herr Stöhr nahm Messer und Gabel und— schnitt den Kneifer mitten durch:„Hallo, Knochen!“— konnte er noch rufen, wie ein Schiffbrüchiger, der endlich Land erreicht, dann brach es los. Fritz stürzte mit seinem Stuhl hintenüber und brüllte vor Lachen; der Vater warf sich auf Fritz und verdrosch ihn unter donnerndem Gelächter; die Mutter aber gluckste nur einmal schmerzlich auf und griff mit beiden Händen in das Mirabellenkompott. Herr Stöhr aber hatte vollkommen den Zusammenhang mit seiner Umwelt verloren. Ihm war es klar, daß die ganze Familie auf einmal wahnsinnig geworden war. In langen Sprüngen stürzte er zur Tür. Die weißen Maharadschas von Sorawak. Die Herrschaft der Brookes. Man hat in den letzten Monaten öfter als jemals in den letzten 90 Jahren von Sarawak gesprochen. Der Sultan, der Maharadscha, der Kaiser von Sarawak hat Pech mit seinen Töchtern. Die eine nahm einen Tänzer zum Mann, die andere verlobte sich mit einem Ringkämpfer. Unter diesen Umständen wirft sich die Frage der Nachfolge für den Thron von Sarawak sehr ernst auf. Sarawak liegt im nordwestlichen Teil von Borneo, hat eine Ausdehnung von 1300 000 gkm. und wird von rund 600 000 Malaien, Dyaks und anderen malaiischen Stämmen, die heute allesamt stark mit Chinesen vermischt sind, bewohnt. Aber Sarawak ist deshalb eine einzigartige Einrichtung auf dieser Welt, weil dort eine absolute fernöstliche Monarchie herrscht, die von einem weißen Mann von einem Nachkommen eines gewissen James Brooke verwaltet wird. Dieser James Brooke kam im Jahre 1803 in Indien als Sohn englischer Eltern zur Welt. Als junger Mann wagte er sich im Dienste der East India Company in das malaiische Archipel. Ein paar mal wurde er krank, erlag fast dem Fieber, kehrte aber schnellstens wieder nach Borneo zurück, wenn er nur einigermaßen fest auf den Beinen stand. Als er 1838 nach Sarawak kam, herrschte dort ein furchtbares Chaos. Die Dyaks hatten sich gegen den Sultan von Bruni aufgelehnt. Vergebens versuchte dessen Onkel, der Rajah Mura Hassim, die Rebellen niederzuschlagen. Er begrüßte die Hilfe, die der mutige James Brooke ihm brachte. Und als der Sieg errungen war, schlug Muda Hassim vor, jenen jungen Engländer zum Herrscher von Sarawak auszurufen. Der Sultan von Bruni hätte sich deswegen keine große Gedanken zu machen brauchen, denn Sarawak war nur ein kleiner Teil seines großen Reiches. Doch als er Opposition machte, verstand es Brooke mit einigen geschickten Schachzügen, den Sultan so in die Enge zu treiben, daß dieser im September 1841 der Proklamierung des Engländers James Brooke zum Maharadscha von Sarawak zustimmte. James Brooke hatte in seiner Regierungszeit, die genau 27 Jahre dauerte, mancherlei Abenteuer zu bestehen. Er schlug sich mit Piraten und mit wilden Stämmen in den Bergen und Wäldern herum. Als es im Jahre 1848 ein wenig ruhiger geworden war, fuhr Brooke rasch nach England, unter dessen Oberhoheit er sein Reich stellte, und ließ sich von der Königin Victoria zum Ritter schlagen. Obwohl James viele Liebesaffären in seinem Leben hatte, verheiratete er sich nie. Als er im Jahre 1868. starb, hinterließ er seinem Neffen Charles Johnson Brooke den Thron. Dieser Nachfolger war ein merkwürdiger Mann, der seine Aufgabe verteufelt ernst nahm. Er lernte alle Eingeborenendialekte und bemühte sich, alle Traditionen und Sitten der Dyaks und der anderen Stämme kennen zu lernen. Die Folge war, daß man ihn in Sarawak bei den Eingeborenen für eine Wiedergeburt eines Heiligen hielt. Als uralter Mann, vollkommen taub, mit einem Auge hatte er ganz Sarawak durch die Kraft seines Einflusses in der Hand. Er schaffte die Kopfjägerei in Sarawak vollkommen ab. Er baute Hospitäler, Schulen und Wasserwerke, wollte dagegen nichts von einem Handel mit den Weißen und mit einem Ausbau der Handelsbeziehungen nach Indien oder Europa wissen. Noch heute bezieht man sich bei allen wichtigen Entscheidungen auf die Gutachten, die einst der zweite weiße Kaiser von Sawarak gab. Als dieser zweite weiße Kaiser im Jahre 1917 starb, folgte ihm sein ältester Sohn auf den Thron. Er war in Cambridge erzogen, dann aber von seinem Vater in eine entlegene Ecke von Sarawak geschickt worden, um sich dort mit der Seele der Eingeborenen vertraut zu machen. Dieser Sohn hatte mit seinem Vater eigentlich dauernd Streit Angeblich war der Sohn zu leichtsinnig, zu oberflächlich. Heute freilich ist der dritte weiße Kaiser ein Mann mit Silberhaar, der glücklich mit der Tochter des Lord Esher verheiratet ist und der einen großen Teil eines jeden Jahres in England verbringt. Dieser Kaiser von Sarawak ist nicht phantastisch reich. wie man oft erzählt hat. Allen Gewinn, den er aus seinem Lande herausholt, läßt er den Eingeborenen wieder zukommen. Er richtet sich nach dem alten Wahlspruch des James Brooke, der da sagte:„Sarawak gehört den Malaien, den Dyaks des Meexes, den Dyaks des Landes. den Kyans und den anderen Stämmen. Nicht aber uns! Für sie arbeiten wir!“ Das Gesetz von Sarawak ist nach der Vernunft aufgebaut und lehnt sich nur hier und da an das englische Gesetz an. Im übrigen aber trägt man in jeder Form den Sitten der Eingeborenen in weitestem Maße Rechnung. Wir sagten schon, daß der dritte Kaiser von Sarawak mit seinen Töchtern bisher Pech hatte. Vorläufig ist also kein direkter Thronerbe da. Ein solcher ist auch wohl nicht zu erwarten. Infolgedessen hat ein heute 25 Jahre alter Neffe des jetzigen Herrschers, ein gewisser Anthony Brooke, die stärksten Aussichten, eines Tages der vierte Herrscher von Sarawak zu werden. Er wird mit Hinblick darauf schon jetzt in der alten Tradition der Brookes erzogen, damit er eines Tages wie seine drei Vorgänger jenes seltsame Land auf Bornes zur Regierung übernimmt,— immer unter dem Gesichtspunkt, den braunen Untertanen in den, Wäldern und in den Hügeln von Sarawak zu helfen im Kampf mit dem Dasein. Es klappert. Jon Ell Wendt. Vor einigen Wochen luden mich Bruno und Marianne zu einer Sonntagsfahrt ins Grüne ein. Das heißt, von Grün konnte eigentlich nicht mehr die Rede sein, ein Dichter würde die Natur„im Winterschlaf erstarrt" genannt haben, und schönes Wetter war auch keines. Aber Bruno sagte, er müsse an die frische Luft, die ganze Woche Stadt und Büro, das halte kein Mensch aus. In Wirklichkeit war es natürlich weniger Lufthunger bei Bruno, als viélmehr der neue Wagen. Er brannte darauf, ihn sich selber, mir und aller Welt vorzuführen, diesen Wagen, der, obwohl aus zweiter Hand erworben, mit„nur 20 000 drauf“, doch so gut wie neu war; eine schmucke Limousine, dunkelblau außen, kirschrot innen, fürwahr ein stolzes Stück, mit dem man sich wohl sehen lassen konnte. Wir fuhren also los, Marianne neben Bruno auf dem Vordersitz, ich im Fond, in eine Decke gewickelt, denn das Wetter war, wie gesagt, unfreundlich. Ein kalter Regen schlug gegen die Scheiben, und Bruno hatte des öfteren Gelegenheit, uns auf die vortreffliche Konstruktion seines Scheibenwischers aufmerksam zu machen. Die Straße dehnte sich, ein fahles, eintöniges Band, vor unseren Augen; wenige Menschen, so schien es, benutzten den Sonntag zu einer Fahrt ins Graue. Auf einmal legte Bruno den Kopf schief wie mein Schnauzl Oskar, wenn er etwas Außergewöhnliches hört, dann schüttelte er ihn mehrmals, und dann sagte er düster:„Es klappert!“ „Wieso?“ fragte Marianne aufgescheucht.„Wo? Was klappert?“ Ich sagte garnichts, einer Regel eingedenk, der zufolge eingeladene Fahrgäste den Fahrer weder durch Zwischenrufe, noch sonstige Anmerkungen in Verwirrung bringen sollen. „Hörst du es denn nicht?“ In Brunos Stimme schwang leichte Gereiztheit,„irgend etwas ist da nicht in Ordnung.“ Ja, jetzt hörte Marianne es auch. Ein seltsames metallisches Geräusch—— Wir fuhren ein Stück weiter, Bruno und Marianne stellten abwechselnd fest, daß es klappere. Dann brachte Bruno den Wagen zum Stehen. „Es ist am linken Hinterrad“, sagte er, kramte den Wagenheber und einiges Werkzeug hervor und begab sich ins Freie. Auch Marianne und ich stiegen aus. Während Marianne sachverständig zusah, wie Bruno im Schweiße seines Angesichts drehte und schraubte, vertrat ich mir ein wenig die Beine. Ein verflucht ungemütlicher Tag! Wir befanden uns mutterseelenallein auf einer von jeglichem Verkehr entblößten Landstraße, einige magere Bäume bogen sich ächzend im Winde, auf einem Kilometerstein stand: Gunzelsweiler 14 km. Nachdem Bruno eine Weile gebastelt hatte, räumte er das Werkzeug fort und erklärte händereibend den Schaden für behoben. Wir bestiegen den Wagen und starteten aufs neue. Die Entfernung von der Ortschaft Gunzelsweiler mochte sich um zwei Kilometer verringert haben, als Bruno, diesmal zähneknirschend, bemerkte, es klappere noch immer. Anschließend sagte er, es sei eine Schweinerei, und niemand könne von ihm verlangen, daß er sämtliche Räder ab und wieder aufmontiere. Mariannens Vorschlag, die nächste Reparaturwerkstätte anzulaufen, wies er jedoch mit der entrüsteten Behauptung von sich, er sei selber Manns genug, herauszufinden, wo der Fehler stecke. Wiederum standen wir auf der Landstraße; das Bild hatte sich nur insofern verändert, als Bruno diesmal seinen Kopf lange unter die Motorhaube steckte.„Der Vergaser ist es nicht", verkündete er schließlich. Wir nahmen mit matter Freude zur Kenntnis, daß es nicht der Vergaser war.„Vielleicht ist es der Ventilator“, bemerkte Marianne, um auch etwas zu sagen.„Unsinn“, knurrte Bruno. Er schloß die Motorhaube mit einem unwilligen Ruck; stirnrunzelnd und düster umstanden wir den Wagen. Endlich schlug Marianne vor, sie wolle den Platz am Steuer einnehmen, auf daß Bruno neben ihr sich mit allen Sinnen auf die Ursache des Geräusches konzentrieren könne. Schön! Wir krochen frierend zum dritten Male in den Wagen, Marianne gab Gas, der Wagen tat einen unvorschriftsmäßigen Hupfer nach vorne.„Starten habt ihr wohl nicht gelernt in eurem Fahrkursus?“ erkundigte sich Bruno boshaft, während wir weiterrollten in Richtung Gunzelsweiler, klappernd nach wie vor—— „Gib mir eine Zigarette“, verlangte Marianne nervös, „dort—“ Ihre Hand wies auf den Behälter neben dem Armaturenbrett, in dem Bruno außer Landkarten, Taschenlampe und dergleichen allerlei Gegenstände aufzubewahren pflegte, die, laut Marianne, mit einem Auto nicht das Geringste zu tun hatten. Diesmal fiel ihm als erstes klirrend ein Bund Schlüssel entgegen. Mit einem Schlage hörte das Klappern auf.. Weder Bruno noch Marianne bemerkten es zunächst. Marianne forderte Bruno auf, die Schlüssel zu sich zu stecken, damit es nicht wieder heiße, sie habe sie verlegt, und Bruno antwortete etwa derart, daß er seine Schlüssel aufbewahren könne, wo es ihm beliebe. Doch plötzlich verstummten sie beide und lauschten, ungläubig erstaunt. „Es klappert nicht mehr“, sagte Marianne,„oder hörst du noch etwas?“ Nein, auch Bruno hörte nichts mehr. „Es waren die Schlüssel“, rief Marianne, jäh erleuchtet. „Ausgeschlossen!" sagte Bruno in einem Ton, der keinen Widerspruch duldete. „Warum ausgeschlossen?“ fragte Marianne trotzdem. „Weil ich das selbstverständlich sofort bemerkt hätte“, erklärte Bruno großartig und fügte hinzu, wahrscheinlich sei es doch irgend etwas am Motor gewesen oder an einem der Räder, wie er ja von Anfang an vermutet habe. „Aber warum hat es dann aufgehört, nachdem die Schlüssel herausgefallen waren?“ begehrte Marianne zu wissen, und auch ich hätte es gerne gewußt. Bruno umging eine direkte Antwort mit der Geschialichkeit eines gewiegten Diplomaten. Er sagte, wir sollten froh sein, daß es aufgehört habe—“ „Stellt euch vor, wenn wir hier mitten in der Einsamkeit Bruch gemacht hätten!“ Wir stellten es uns vor. Während Marianne den Platz am Steuer wieder Bruno überließ, blinzelte sie mir vielsagend zu. Ich nehme an, wir dachten ungefähr dasselbe über männliche Logik und so——— Der Rest der Fahrt verlief harmonisch und ohne klapperndes Beigeräusch. Beim Aussteigen daheim teilte Bruno uns mit, er werde den Wagen am nächsten Tag in die Werkstatt bringen. „Weil ein Schlüsselbund geklappert hat?" fragte Marianne und stand nicht an, Bruno einen armen Irren zu nennen. „Es waren nicht die Schlüssel“, sagte Bruno eisern. „Es waren die Schlüssel“, sagte Marianne ebenso. Ich zog es vor, mich zu verabschieden, bevor sie mich zum Zeugen aufrufen konnten, einer zweiten Regel eingedenk, die besagt, daß man Eheleuten nie und unter keinen Umständen beim Streiten dreinreden soll—— Ruhetage für das Herz. Der große Chirurg Billroth litt im Alter von über 60 Jahren an einer chronischen Herzmuskelerkrankung. Seine Kur— zehn Tage vollständig fasten und dürsten und dabei schwer körperlich und geistig arbeiten— bezeichnete er als„wunderbar“, doch meint er gleichzeitig, es sei eine Kur zum Verrücktwerden. Billroths Hungerkur zur Entlastung des Herzens fußt auf der gleichen Erkenntnis, nach der die„alten“ Mediziner bei Behandlung Herzkranker den Aderlaß verschrieben. Man verminderte die Blutmenge im Körper nicht nur zur mengenmäßigen Entlastung, sondern auch, um eine Entfernung schädlicher Stoffwechselprodukte, eine Saugwirkung auf die Körpergewebe und andere kompliziertere Vorgänge innerhalb des Organismus zu erzielen. Wenn uns auch heute in Digitalis und Strophantin vorzügliche Mittel gegeben sind, den Herzmuskel anzuregen und zu kräftigen, so wird doch auch wieder im Sinne Billroths von der Erkenntnis der notwendigen und heilsamen Entlastung des Herzens in der Medizin Gebrauch gemacht. In ganz gleichem Sinne wie die Blutentziehung wirkt oft die Umstellung der Diat. Durch eine besonders„nahrhafte“, kalorienreiche und mengenmäßig reichliche Art der Ernährung erreicht man oft gar keine Kräftigung, sondern eine übermäßige Belastung des Herzmuskels. Wie Dr. med. H. Wüscher in der„Umschau in Wissenschaft und Technik“(Frankfurt a. M.) berichtet, geht die Diät gerade den umgekehrten Weg. Auf alles„Nahrhafte“ wird verzichtet— Fleisch, Fleischbrühe, Eier, Milch fallen fort. Am besten ist eine vollständige Hungerkur von zwei bis drei, bei ernsteren Fällen fünf bis sieben Tagen, in denen nur geringe Flüssigkeitsmengen verabreicht werden, um die Stoffwechselschlacken aus dem Körper zu entfernen. Anstatt jeder Mahlzeit erhält der Kranke eine Tasse Tee oder besser noch ein Glas Fruchtsaft. Dabei wird für genügende Darmtätigkeit gesorgt, da auch während des Fastens die Darmtätigkeit weitergeht, und deren Endprodukte aus dem Körper ausgeschieden werden müssen. Einen etwas milderen Eingriff stellen die Früchtetage dar. Schwer Herzkranke müssen dabei das Bett hüten, leicht Kranke dürfen einen Teil des Tages außer Bett sein und spazieren gehen. Durch eine solche Diät werden die Stoffwechselschlacken im Blute herabgesetzt, es findet also eine Art„Blutreinigung“ statt. Das Blut wird dünnflüssiger, die Blutgefäße entspannen sich und erleichtern den Blutumlauf und wahrscheinlich kommt diese veränderte Zusammensetzung des Blutes auch dem Herzmuskel selbst zugute. In Fällen ungenügender Herzarbeit— eines der bekannten Anzeichen dafür ist das Anschwellen der Füße durch Wasseransammlung— wird man heute also nicht nur die genannten Herzmittel, sondern auch eine Diätkur zur wirkungsvollen Bekämpfung wählen können. Die Wirkung beider ist ungefähr gleich. Mitunter kann man auch beobachten, daß die Digitalis nach einer Diätkur wieder viel besser wirkt. Ein einbeiniger Skiläufer. + Genf, im Januar. Wenn an den Sonntagen die Skiautos hinausfahren, dann findet man regelmäßig unter den Fahrgästen einen jungen Man, der nur einen einzigen Ski bei sich hat. Er braucht nur einen Ski. Denn er— Roger Tschumi — ist einbeinig. Er versteht es, mit Hilfe von zwei Krücken, die gleichfalls kleine Skier unter sich haben, gut Ski zu laufen und recht kühne Abfahrten zu machen. Das Skilaufen ist die letzte Kunst, die Roger Tschumi erlernt hat. Er ist wohl auf dieser Welt ohne Konkurrenz in dieser Hinsicht, wie er denn überhaupt eine einzigartige Rolle in Genf und ohne Zweifel in ganz Europa spielt. Bis zu seinem 20. Lebensjahr war er vom Pech verfolgt. Er stürzte, er brach sich vier mal das rechte Bein, das ihm schließlich abgenommen werden mußte. Er zerschlug sich bei einem anderen Sturz die rechte Schulter, so daß der rechte Arm nur halb zu gebrauchen ist. Und trotzdem hat Tschumi den Kampf mit dem Leben aufgenommen. Im Sommer sieht man ihn auf dem Salève, jenem Höhenzug in unmittelbarer Nähe von Genf, bei gewagten Kletterpartien. Mehrfach ist er sogar im Gebiet des Mont=Blanc aufgetaucht. Man hat ihn als Ehrenmitglied in den Alpinisten=Club aufgenommen, nachdem man ihm den Namen„Tausendfüßler“ gegeben hat, um auf diese Weise anzudeuten, daß auch ein Mensch mit einem Bein das Leben geschickt und mit tausend Füßen zu bewältigen weiß, wenn er nur den Mut dazu hat und die nötige Freude am Leben. Aus aller Welt. „Freiheit" wird gesäubert. Die Freiheits=Statue im Hafen von New York soll nun endgültig mit einem Kostenaufwand von 120 000 Dollar gereinigt und von Kopf bis Fuß neu angestrichen werden. Sie winkte mit dem Baum. In Kenya wurde eine Zwerg=Giraffe, ein„Baby" seiner Art, das jeden Tag sechs Flaschen frische Milch trank, so dressiert, daß das Tier an einem hohen Baum wackelte, wenn es in der entfernt liegenden Farm bekanntgeben wollte, daß die Zeit für die frische Milch gekommen sei. Nur ein Mensch arbeitet. In der Ortschaft Scio im Staate Oregon in Amerika leben 258 Einwohner, von denen 257 Erwerbslosenkarten besitzen. Der einzige Mann mit Beschäftigung ist— der Schreiber im Erwerbslosenamt... Kleine knallende Kostprobe. In Colorado Springs brachen Diebe in einen Zigarrenladen ein und nahmen— bei der Arbeit gestört— nur eine Kiste mit Feuerwerkszigarren als Beute mit. Sie werden sich bei der Kostprobe wohl ein wenig gewundert haben. Seine Ehre VON KARL BURKERT General Carrera, ein überaus tapferer und gerechter Soldat, der einen der schönsten Paläste zu Lissabon sein eigen nannte, hatte einen jungen Pferdeburschen, auf den er große Stücke hielt. Umso größer war seine Enttäuschung, war auch sein Zorn, als es hernach an den Tag kam, daß sich Franzisco, in unglaublicher Verblendung, an dem uralten, geradezu geheiligten Familiensilber vergriffen hatte. Es fehlte nicht viel und der General hätte den treulosen, ehrvergessenen Buben, wie er ihn vor der ganzen Dienerschaft bezeichnete, auf der Stelle mit dem Degen durchbohrt. Nun hatte Francisco zwar durchaus nichts eingestanden, hatte sowohl vor seinem Herrn als auch später vor den Richtern sein gutes Gewissen immer und immer wieder beteuert, hatte Gott und alle Heiligen zu Zeugen seiner Unschuld aufgerufen, was er auch, ohne sich einer Sünde fürchten zu müssen, konnte; aber damit kam er nun freilich nicht weit. Der Silberdiener, der in Wahrheit der Täter war und, aus irgend einem niedrigen Grunde, Francisco ins Verderben stürzen wollte, hatte seine Sache verteufelt fein angesponnen, sein Netz so geschickt über den Armen geworfen, daß es vor den Augen und dem Urteil der Welt daraus kein Entrinnen mehr gab. Und so mußte er denn auf die Galeere. Drei Jahre, ewigkeitlange Jahre, drei höllische, Leib und Seele zermürbende Jahre hatte Francisco in Ketten auf dem Strafschiff zugebracht, drei Jahre hatte er Vater und Mutter, die Geschwister und Marichu, sein Mädchen, nicht mehr gesehen, drei Jahre— als eines Tages plötzlich jenes namenlose Unglück, jenes furchtbare Erdbeben über Lissabon hereinbrach und diese herrliche Stadt fast gänzlich zerstörte. In wenigen Minuten war alles geschehen. Die Paläste, die Gerichtshöfe, die Kirchen und Klöster, die Münze, die Gesandtschaften, die Hütten der Geringen, die Behausungen der Reichen und Großen: alles war ein Haufen von Trümmern. An vielen Orten brannte es, an allen Ecken und Enden jammerte und schrie es. Mann und Weib von allem Alter und Stand lief ratlos, kopflos auf den drückt hatte, zitterte an allen Gliedern, Francisco sah ihn an und sagte:„Die kommen wieder, du. Ich weiß nicht, was schließlich daraus wird. Ich bin dafür, daß du dich in irgend einem Winkel verkriechst, wo man dich so bald nicht findet.— Aber wenn du mir zuvor einen Schluck Wein und vielleicht einen Bissen Brot——? Verstehst du, ich hab' heute noch nichts in den Mund gebracht!“ Als Vicente zurückkam, hatte es bereits wieder etwas gegeben und bei den ersten lagen zwei weitere Tote. Diesmal war sogar ein Frauensmensch dabei. Francisco tat einen langen Zug aus dem Weinkrug, den ihm Vicente gereicht hatte, sah eine Weile wie in tiefem Nachdenken vor sich hin, dann sagte er:„Vicente, wie ist das nun mit dir? Glaubst du noch immer, ich wäre das gewesen, der dortmals den General bestohlen hat?“ Vicente sagte:„Francisco, ich schwöre es dir, ich hab' es nie von dir geglaubt. Nein, zu keiner Stunde meines Lebens hab' ich es von dir glauben können!“ Darauf Francisco:„Das danke ich dir, Vicente.— Und nun geh' und tue, wie ich dir geheißen habe!“ Vicente war noch nicht lange weggelaufen, da setzte es schon wieder einen Tanz. Eine ganze Rotte lichtscheuen Gesindels, Männer und Weiber, war in den Palast eingedrungen, versuchte die Treppe empor zu kommen.„Da ist er!“ heulten Stimmen.„Erschlagt ihn, erschlagt ihn, diesen Mordbuben!“ Diesmal war man auch mit Flinten und Pistolen versehen und ein paar Kugeln zischten Francisco gefährlich um den Kopf. Der ließ sich aber das nicht anfechten. Kaltblütig brannte er Schuß um Schuß ab und bei jedem Knall warf einer die Arme in die Luft. Die übrigen benahm das den Mut und sie machten bald daß sie weiter kamen. Und so ging das noch manche Male und immer war es das Gleiche: Francisco schoß und schoß. Er war nun stundenlang so im Anschlag gelegen und es mußte bereits auf den Abend gehen. Mit grimmiger Freude sah er nach dem Haufen von Toten hin, die sich dort drunten getürmt hatten. Alle lagen sie steinstill. Und er wußte, daß auch er bald so liegen würde. Die Kugel in seiner Schulter schmerzte immer heftiger, das Fieber raste durch seinen Leib und manchmal ward ihm ganz bunt vor den Augen. Aber sein Wille hier auszuharren war noch immer nicht gebrochen; eher war er gewachsen. Nein, niemand, der hier eindringen wollte, um zu plündern, sollte sich etwas Gutes von ihm erwarten! Wieder lag er eine Viertelstunde, spürte, wie seine Wunde aufs neue zu rinnen begann, dann zuckte er plötzlich empor. Er horchte gespannt. Was war das? Draußen auf der Straße hörte man Flintenschüsse. Das mußten Musketen sein? Ganze Salven hörte man jetzt rollen. Wie ein Aufleuchten flog es über sein fahles Gesicht. Die Truppen! sagte er sich und versuchte, sich hoch zu richten. Aber das wollte ihm nun nicht mehr gelingen. Er kam nur noch bis ins Knie. Er vernahm das Klappern von Pferdehufen sah noch wie es, säbelblitzend wie von abgesessenen Reitern, die Treppe emporstürmte, dann sank er wieder zu Boden, wußte nichts mehr von sich. Als er wieder erwachte, war es Nacht. Er lag in einem glänzenden Saal des Palastes, lag auf einem kostbaren Ruhebett, viele Kerzen brannten und eine Anzahl Menschen standen um ihn her, schienen sich um ihn zu bemühen. Nach einigem Besinnen erkannte Vicente den General. Der andere würde wohl der Arzt sein, dachte er. Und jetzt neigte sich der General über ihn und griff nach seiner Hand. Er fragte:„Nun, Francisco, wie ist dir jetzt?“ „Es ist bald aus mit mir, Herr General!“ sagte Francisco mit mattem Ton und lächelte ein kleines Lächeln. Der Geneval wechselte einen kurzen, bedeutsamen Blick mit seinem Leibarzt, sodann wandte er sich wieder zu dem Sterbenden:„Hast du noch einen Wunsch, Francisco?“ Francisco nahm seine letzte Kraft zusammen:„Herr General—— geben Sie mir—— meine Ehre wieder!“ Er sagte es mit schon versagender Stimme. „Ich werde dafür sorgen, Francisco!“ antwortete bewegt der General. Doch das war schon zu einem Toten gesprochen. neben der buntumbänderte Hammel. Randvolle Karasieblanken Glottertälers schweben geheimnisvoll über Sc tern und Köpfe. Auch ohne den blanken, geröteten Glottertäler setzte; Straßen und Plätzen umher, nackend die einen, die anderen mit ein paar schnell errafften Fetzen notdürftig behangen. Manche gehuben sich rein wie toll und das waren sie auch. Der jähe Schrecken hatte ihren Geist für immer verwirrt. Und jedes dachte in dieser Stunde auf nichts anderes als auf seine Flucht, jedes suchte irgend ein Stadttor zu finden. Aber das Schlimmste war das noch nicht. Viel schlimmer war es, daß die Mauern der Gefängnisse geborsten waren, ihre festen Eisentüren aufgesprungen und sich nun all das Verbrechen ungehemmt ins Freie ergoß. Auch auf den Galeeren, soviel ihrer um diese Zeit im Hafen lagen, hatten die Gefangenen entweichen können, vermehrten die entfesselte Horde, und nun gab es nichts als Plünderung, Brandlegung, Notzwang und alle nur denkbare Gewalttat. Die Hölle mit tausend Teufeln schien sich der Stadt bemächtigt zu haben. Auch Francisco, nachdem er seiner Ketten ledig geworden war, lief keinen andern Weg als den zur Stadt. Er wußte wohl nicht, warum es ihn dorthin trieb und was er dann beginnen sollte. Er lief nur, um wieder einmal den Erdboden unter den Füßen zu spüren, und ehe er sich's versah, befand er sich mitten in all dem Greuel. Er dachte nicht an die enge, schmutzige Gasse mit der armseligen Hütte seiner Eltern, er dachte auch nicht an sein Mädchen und wo es wohl zu suchen wäre. Aber er stolperte auf einmal über eine Muskete, die ein geflohener Soldat von sich geworfen hatte, und die hob er auf. Damit schoß er den erstbesten Plünderer, der ihm in den Weg kam, über den Haufen, und einen andern gottsträflichen Missetäter, der eben ein blutjunges, jammerndes Mädchen mit sich fortzerren wollte, schlug er mit dem Kolben über den Schädel, daß der gleich alle Viere von sich streckte und seiner Gier für immer vergaß. Und dann stand er plötzlich vor einem von einem alten Garten umgebenen Palast, dem ersten unversehrten Gebäude, auf das er bis da gestoßen war. Er wollte schier seinen Augen nicht trauen, glaubte im ersten Augenblick, ein Hexenspuk wolle ihn narren. Aber es war dann doch nicht anders: es war der Palast des Generals. Es war das breite, wappenverzierte Portal, durch das er so oft aus= und eingegangen war, und der freie, von Bäumen beschattete Platz, der davor lag, war der gleiche, über den sie ihn damals wie einen Verbrecher hinweggeführt hatten. Francisco bog es fast zur Erde, als ihm dieses einfiel und er war schon im Begriff, wieder wegzulaufen, als er mit einem aus dem Innern des Palastes klägliche Hilferufe hörte. Da besann er sich nicht länger, rannte auf das Portal zu, rannte eine breite Marmortreppe hinan und sah eben noch, wie Vicente, der greishaarige Diener, von einem Faustschlag getroffen, an die Wand taumelte. Francisco sah sofort, was hier vor sich ging und eben so rasch wußte er, was hier zu tun war. Kein Wort und da lag der Erste von den Dreien. Man hatte nur etwas ins Tuch fahren gehört, ein Bajonett, durch und durch wie durch einen Sack, man hatte einen kurzen Schrei vernommen, wie den Schrei eines todwunden Tieres, dann war es mit diesem vorbei. Der Zweite lebte nicht viel länger. Mit dem Letzten und Stärksten mußte sich Francisco eine Weile herumbalgen. Er hatte dabei einen Pistolenschuß in die linke Schulter abbekommen, aber dann gelang es ihm doch noch, seinen Gegner zu Boden zu ringen, und da erwürgte er ihn einfach mit den Händen. Der alte Diener hatte sich derweilen wieder in die Höhe gerappelt, sah, noch halb betäubt, was hier vorgefallen war, erkannte Francisco und gehub sich wie närrisch vor Freude.„Francisco, Francisco!“ rief er immer wieder und die Tränen rollten ihm die Wangen hernieder. „Schaffe mir lieber ein Wundpflaster herbei, Vicente!“ sagte Francisco.„Du kannst wohl sehen, ich blute!“ „Um des Himmels willen, ja, nun seh' ich's erst, du blutest!“ jammerte Vicente und nun lief er hastig davon. Während sich Francisco die Wunde verbinden ließ, fragte er dieses und jenes und erfuhr, daß sich außer Vicente nicht eine einzige Seele noch im Palast aufhielt. Die ganze Dienerschaft war im ersten Schrecken, Hals über Kopf, davongelaufen. Der General aber weilte seit einigen Wochen auf seinem Landgut. Francisco dachte ein wenig nach, dann sagte er:„Gehe und schließe drunten das Haupttor!“ Vicente erwiderte, er habe das vorhin schon versucht, aber vergeblich. Das Tor zwänge sich, nicht einen Finger breit könne man es bewegen. Er glaube, die Erdstöße müßten daran schuld sein. Francisco nickte, er verstand. Er erinnerte sich, im Vorbeilaufen gesehen zu haben, daß das Portal von unten bis oben einen klaffenden Riß aufwies. Er sagte:„So bringe mir rasch alle Flinten her, die du findest, auch Pulver und Blei, soviel du auftreiben kannst.— Du verstehst, ich muß hier bei der Türe bleiben, muß die Treppe gut im Aug' behalten!“ Vicente eilte nach der Waffenkammer, schleppte an Schießzeug herbei, was ihm tauglich erschien, prachtvolle Kugelflinten waren darunter, die behielt Francisco alle zurück, machte sie schußfertig und legte sie neben sich auf den Teppich, darauf er sich hingestreckt hatte, um die Treppe gut übersehen zu können. Er lag nicht lange, da gab es drunten in der Vorhalle Lärm. Ein halbes Dutzend Kerle, zerlumpt, mit verwegnen Gesichtern, dazu mit Messern, Beilen und Knütteln bewaffnet, schob sich zum Tor herein, hatte es eilig nach oben zu kommen. Aber da krachten auf einmal Schüsse. Ihrer zwei brachen alsbald im Feuer zusammen, rollten wie Hölzer die Treppe hinab, die andern ergriffen schleunigst die Flucht. Francisco lud in aller Ruhe die abgefeuerten Gewehre wieder; aber Vicente, der sich seitlich an die Wand geGlottertal feiert VON WERNER OELLERS Junge Männer in steifen Tellerhüten, mit flügelartig abstehenden, schwarzen Halstüchern, kamen über die Dorfstraße. In ihrer Mitte trabte, mit Blumen, Bändern und Kränzen geschmückt, ein fetter, gutausgewachsener Hammel. Als die Tür des„Hirschen" hinter ihnen zuschlug, ihre Stimme und ihr Lachen hinwegnahm, füllte wieder(worauf es ein jahrtausendaltes Anrecht hat) das Geschwätz der Glotter das stille Tal. Es folgten festliche Samtmieder, weiße Puffärmel, bunte Seidenschürzen, zierliche, breitumbänderte, weiße „Schnapphüte“. Die Maidlis hielten Einzug. Dann, mit emsigem Getrippel, die Schulmädchen: rüschenbesetzte Mieder, hellfarbige Schürzlein, weiße „Rollenkränze“ von Blumen und Perlen auf den kleinen, langzöpfigen Köpfchen. Knaben im Festtagsstaat hinterher. Dann die Alten in alter Tracht, gleich lustig wie feierlich. Schub um Schub wurden vom„Hirschen“ verschluckt, Stimmengewirr, Kichern und Lachen. Nicht ohne Stolz, mit kaum merklichem Lächeln, schaute das Dorf auf das muntere Treiben: Das weiße Gemäuer der Dorfkirche und der Engel am„Engel“, einer der schönsten Schwarzwaldschenken, die Obstgärten und Wassermühlen, die Berge zu beiden Seiten und die Legion der Rebstöcke. Rebstöcke haben immer ein freundlich Gesicht, und die Freundlichkeit der Menschen ist bei ihnen zu Hause. In ihrer Nähe fließt das Blut wärmer und rascher, das„Sinnen“ wird leichter, das Denken beflügelt. Wen wundern da Heiterkeit und Lebensfreude der Menschen, wo der Wein unter der wärmsten Sonne des Vaterlandes noch in 500 m Höhe herrlich gedeiht! Und die Glotter schäumt weiß durch ihr steinzerklüftetes Bett; was sie babbelt und murmelt, babbeln und murmeln einjährige Kinder, zwar nicht zu verstehen, doch voll hintergründigem, zeitlosem Sinn. Da steht man nun am Zaun einer deutschen Tausendundeiner Nacht, hört aus dem Saal des„Hirschen“ Blasen und Donnern, dazwischen ein unaufhörliches, dann und wann zerhacktes Rumoren, sieht schattenhafte Gestalten hinter den Fenstern geistern— und schiebt dann los, bis an die Saaltür. Da ist ein Maidli zur Wache aufgestellt; nur das flammende Schwert fehlt ihm zum Paradieseswächter. Doch müßte es kein Glottertalmaidli sein, um nicht vor dem flehendsten aller Augenaufschläge hilflos zu erweichen und vorerst den Blick, dann auch den Schritt freizugeben. Unter Kränzen, Fahnen und Girlanden bläst auf der Bühne das dörfliche Blasorchester, an zwanzig Mann; auf dem Tanzboden jauchzt und stampft und klatscht der bäuerliche„Altkatholische"(Bezeichnung eines alten beliebten Volkstanzes) und die zauberische Farbenseligkeit der großen und kleinen Maidlis umkränzen ihn, in großäugigem Staunen, doch keineswegs beunruhigt, steht daeinen kleinen Rausch. So jauchzt und klingt, so pauktun flirrt der Wirbel von Farbe und einträchtigem Rhythmvon Witz und Charme in bezaubernden, variantenreicheVolkstänzen: Im„Lorenz“ und„Rutsch“, im„Polta „Siebensprung“. Durch viele Geschlechter sind sie über kommen; durch viele Geschlechter sind sie in Treue bemaßrt und mit Liebe gepflegt. Kräftige Schlucke blanken Glottertälers sind die Binde. striche zwischen den Tänzen, sind die breiten Podeste hu ausruhenden Verweilens auf dem freudereichen Weg de uns die roten, pallbespannten Backen der Bläser Höhepunkt hinaufblasen. Zum Hammeltanz! Schon ordnen sich kichernd die Paare, die Bläser hlät. tern in ihren Noten. Von allen Blicken gefolgt, schiest ein würdiger Alter durch die Reihen, ein Unbestimmbgres in der Hand. „Das isch ei Weckuhr,“ flüstert erklärend mein Moidti der Cherubim(er hat inzwischen hilfreich zu mir in meinEcke gefunden),„die wird nuun g'stellt.“ So, die wird gestellt? Der Alte macht sich an der Uhzu schaffen, dann wird sie, das Gesicht nach draußen ast ein Fensterbrett gesetzt. Ein anderer kommt mit Fähnchen und drückt es dem erstbesten Paar in die Tanz ineinandergelegten Hände. Der Hammel schüttest ein paarmal wie widerwillig den Kopf, steht wieder stin und schweigt. „Ich denke,“ sage ich ahnungslos,„der tanzt auch mit? Der Cherubim prustet vor Vergnügen, während e hurtig die Karaffe schwingt und augenzwinkernd die Gläser füllt. Ein Zeichen, die Bläser blasen zum Walzer:„Tausen kleine Englein singen——!" Oh, es ist schön, ein wayrer Zauber, ein seliger Traum. Schaut nur, wie das Fähnlein wandert. Der es brachte, drückt es für kurze Weilen bald diesem, bald jenem Paar in die Hände. Ab und z verschwindet er für Sekunden an einem Tisch, einen krös tigen Schluck zu tun.(„Oh Mensch im Volksgewuhl, Wein vom Kaiserstuhl!“ steht auf einem der sinnigen holzgeschnitzten Schwarzwaldwegweiser.) Je röter die Backen der Bläser werden, je heißer die Gesichter der Tanzenden, um so größer wird die Spannung. Sicher ist das Fähnchen bei jedem Paar schon einmal gewesen, vielleicht schon zweimal. Da plätzlichrrrrrrrr—, der Wecker pfuscht, heftig dissonierend, in die wohlgefügte Arbeit des Wiener Walzerkönigs. Im stehen die Paare. Aus der Schweigsamkeit der Lippen brechen Tumult und Orkan. Redend, gestibulierend, glücwünschend umdrängen alle das strahlende Paar, das im Augenblick des Weckerablaufs das Fähnlein in den Häden hielt. Ihm gehört der Hammel, ihm sei der Preis (Armer Hammel, so wird über dein gutes, festes Fleich über deinen warmen Pelz das Los geworfen.) Dann die Schulmädchen. Rollenkranzgeschmückt, gruppieren sie sich zum Tanz, zu einem lustigen, herzigen Capriccio. Ohne Begleitung singen sie sich selber Weie und Text. Kinder, ist das ein Fest!„Nuun, es isch net eigentlich ne Fäscht, es isch'ne Hochzeit“, meint sinnend das Maidsi, „Aber schaun'se, das sind die Nachtigalle, die Fränz die Bärble und Mariele, die beim Hitler g'wes sind!“ In die plötzliche Stille hinein trillern und singen die glockenhellen Stimmen der rühmlichen Drei. Von ihrer großen Liebe singen sie, dem herrlichen Tal, von ihrer Treue zur glotternden Glotter. Aus all ihren Weisen fernher überkommenen und jüngeren, singt der stolze Lepreis der Heimat. Und der Glottertäler geht um in herrlicher Fülle. Vor den Tischen der Burschen kommt ein anderer Ton ein rauherer, doch nicht minder herzlicher: „Wer im Januar geboren ist, steh auf, steh auf, steh auf Er nehm sein Glas wohl in die Hand und sauf es aus bis an den Rand! Sauf aus! Sauf aus! Sauf aus!“ Und die Januargeborenen tun, wie sie geheißen. Es ist wie ein Strudel, ein glückseliger, bacchantischer Raush, in den alles hineingezogen wird, was in seine Näh kommt. Zwar, das zu denken gelingt nicht mehr gan doch im Gefühl ist es übermächtig. „Wer im April geboren ist———“. Ich weiß nicht, wieso und wodurch mein Glas immerzu voll ist, da ich mir doch alle Mühe gebe. Maidli, Cheubim, laß uns anstoßen!—— „Wer im Dezember geboren ist———“. Wie aus weiter Ferne sehe ich die Menschheit undeulich lächeln, die ganze Welt strahlt mich an. „Und wer noch nicht geboren ist, steh auf——!“ „Jetzt müssen Sie aber auch schön aufstehen!“ flüster mein Maidli und pufft mich sanft in die Rippen. So steh ich denn auf und hebe mein Glas, und während ich trine, schaut der Cherubim mir von unten her lächelnd zu. Noch heute sehe ich ihn lächeln und ich spüre noch die fromm Gebärde, mit der er mir augenzwinkernd ein Kirschwasser nachreicht———. Iun 4 zu Das pagand Für tionalse vorgesel 8 U mannsz Der ganda, Großen Ange zen Re zum Ge Um kanzl darte Um Natio diese Um matione bände e vom Ki. burger helmstra marsd Ortsgru merat Reick Aufru nationa Deuts und A Ein einziger Satz Einer der geistreichsten Vertreter des Witzes in PariSchriftsteller Dumas gewesen. Er hatte Einlas 171 zur ist der Schriftsteller Dumas gewesen. Er zu den höchsten Gesellschaftskreisen, wo er wegen seinel beißenden Ironie gefürchtet wurde. Von einem Marquis zur Tafel geladen, sollte Dumagleichzeitig mit einem gewissen Vandamme erscheinen, de er wegen seines hoffärtigen Wesens nicht ausstehen konnte Als Vandamme davon hörte, wollte er der Einladung nur in dem Falle Folge leisten, wenn der gefürchtete 6tiriker bei der Zusammenkunft nicht mehr als einen da sagen würde. Er hoffte nämlich insgeheim, durch diee Abmachung den geistreichen Schriftsteller in der Geselschaft kaltzustellen, um selbst mit seiner Person zu glänzen. Zu seinem Erstaunen nahm Dumas, den er nun mund tot gemacht glaubte, diese Bedingung gar nicht übel um versprach, am Festabend nur einen Satz zu sagen. Bei dem Festessen ging es recht lebhaft zu. Vandamm, der ja Dumas nicht zu fürchten brauchte, sprühte vor W und gab eine Geschichte nach der andern, die allerdingder Originalität entbehrten, zum besten. Die Gäste, die von der seltsamen Bedingung nichtwußten, staunten nicht wenig, als Dumas über die schichten des Maulhelden keine Silbe zur Entgegnung sagte. Man glaubte aber allgemein, der berühmte Schrifsteller hätte einen schlechten Tag und sei deswegen don solcher Wortkargheit. Als die Diener zum Nachtisch geschmackvoll bereiter Pasteten auftrugen, eine Lieblingsspeise Vandamnelangte dieser gehörig zu und schmauste mit vollem Mund was Dumas lächelnd beobachtete. Beim Herumreichen des letzten Tellers bedantte jedoch der tapfere Esser mit den Worten:„Ich habe su so viele Pasten vertilgt, wie Simson einst Philister schlug!" „Und das mit der gleichen Waffe!“ sagte Dumas no nisch lachend. Es war sein einziger Satz gewesen in d Gegenwart Vandammes; denn dieser hatte nichts geres zu tun, als die lachende Gesellschaft wütend zu de lassen.— Bekanntlich erschlug Simson die Philister mit einen Esels=Kinnbacken! Rob. Ludwig Jung Der und P „Am fünften Aus die Winterh zuwendu Reichs vom Wi die Höh Der dad an kinde besonder Die am 30. Winterh Es l Volk un die Photo: Grieshaber-Bavaria Deutsche Volkstracht— ein Ausdruck poesievoller Schmuck- und Lebensfreude. Durchaus nicht merkwürdig. „Es ist eigentlich sehr sonderbar," sagte der Vertrer der Lebensversicherungsgesellschaft,„daß Ihr Mar kurz nach dm Abschluß der hohen Lebensversicherung be storben ist!“ „Ganz und gar nicht sonderbar,“ antwortete Witwe,„er hat sich einfach totgearbeitet, um die hoyPrämien bezahlen zu können!“ Der sendunge 9—9. minister 11.30Revoluti Büchern und Dr. 12—1 zert. D tung: G 14—1 tonzert. landsend 16—1 haltunge Hambur Reichssei vom Bo national und den eislaufer 19—1 enB.