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Immer wenn vom Sieg des Nationalsozialismus gesprochen wird, immer wenn wir uns an den Tag der neuen Reichsgründung, der Machtergreifung am 30. Januar, zurückerinnern, also an den Geburtstag des Dritten Reiches Adolf Hitlers, dann wird ein Ereignis mit in das Gedächtnis zuruckgerufen: der Wahlsieg im Lande Lippe am 15. Januar 1933. Beide historischen Begebnisse sind miteinander dadurch für immer verflochten und verbunden, daß der Durchbruch in Lippe mit seiner Niederwerfung der politischen Gegner und mit der Dokumentierung von der ungebrochenen Kraft der nationalsozialistischen Partei— die innere Krise und die Novemberwahl 1932 haben sie nur fester und enger zusammengeschlossen— der stärkste Motor wurde für den endgültigen Sieg im Reich. Daß die Lippekämpfer diesen Tag und diesen Sieg alljährlich festlich und feierlich begehen, daß sie sich unter Führung ihres Gauleiters Dr. Meyer stolz zurückerinnern, das bedeutet, daß sie sich immer wieder von neuem in ihrem Willen der Treue zum Führer und seinem Werk unverbrüchlich verschwören. Am Samstag und Sonntag begingen die Lippekämpfer und mit ihnen der ganze Gau Westfalen=Nord den fünften Jahrestag der Erinnerung. In Lemgo, Lage und in Detmold. Wie starken Anteil das Reich an dieser Feier nimmt, geht daraus hervor, daß Reichsminister Dr. Frick, Reichsorganisationsleiter Dr. Ley, Reichsleiter Dr. Rosenberg und der Arbeiterprofessor Zörger erschienen waren, um in den Kundgebungen zu sprechen. Dr. Frick hat die politische Bedeutung der Lipper Wahl klar und knapp in dem einen Satz zusammengesaßt, daß nach dem Erfolg jener Wahl sich der Reichspräsident v. Hindenburg entschloß, dem Führer die Macht zu übertragen.„Wer damals dabei war, kann stolz sein, dazu beigetragen zu haben, den Sieg mit zu erringen,“ so rief der Minister den Lipper Kämpfern zu und ehrte dadurch sowohl ihren Glauben wie die Ausdauer und Tatkraft ihres Einsatzes. In Detmold fanden in den riesigen Flughallen zwei Kundgebungen statt— soviele Tausende waren herbeigeströmt. Obwohl Reichsleiter Dr. Rosenberg noch am Samstag abend durch den Besuch und Empfang des jugoslawischen Ministerpräsidenten Stojadinowitsch in Berlin festgehalten war, hatte er doch sein Versprechen wahrgemacht, an der Lipper Gedächtnisfeier teilzunehmen. Die herzlichen Begrüßungsworte des Gauleiters und der spontane Beifall bewiesen ihm den Dank dafür, daß er gekommen war. Alfred Rosenberg nahm die Lipper Gedenkfeier nicht nur zum Anlaß dafür, uns bewußt zu wachen, worin der Wert der Erinnerung besteht, nämlich darin zu erkennen, was fünf Jahre Entwicklung für das Ganze und die Gesamtheit bedeuten, was die einzelnen Kämpfe in ihrer Summe sind für Reich und Volk— Lippe ist die erste Etappe der nationalsozialistischen Revolution— nein, mit der ihm eigenen Kraft, große Zusammenhänge zu sehen und zu zeichnen, umriß er das ganze Gebiet der geistigen Auseinandersetzung, in der unsere Zeit steht. Er senkte tief in unser Bewußtsein hinein, daß eine neue Zeit angebrochen sei, mit Aufgaben, die nur von neuen Menschen, die dieser Zeit gemäß seien, erfüllt werden können. Und da es darum und um die geistige Auseinandersetzung geht, konnte es dem Nationalsozialismus niemals genügen, die Parteien nur rein äußerlich niederzuzwingen; die hinter den ehemaligen Parteien stehenden Welt= und Staatsauffassungen mußten und müssen überwunden werden in der Idee und durch die Idee des Nationalsozialismus. Das deutsche Volk strebt in jahrhundertelanger Sehnsucht nach seiner geistigen Einheit, und es erkennt diese immer mehr und stärker darin, daß sie in seiner Deutschheit, in seinem Blute liegt. Alfred Rosenberg hat es wiederum abgelehnt, in dogmatische Fragen einzugreifen; der Nationalsozialismus sei keine göttliche Reformationspartei. Er hat in den Mittelpunkt gestellt die nationale Ehre als das höchste Gut unseres Volkes, und er hat zum Ausdruck gebracht, daß eine Moral, die die Widerstandskraft des deutschen Volkes schwächen wollte, mit einer deutschen Moral nichts zu tun habe. In dieser Ehrauffassung ist der Landesverrat das größte Verbrechen, das einer begehen kann. Die Einheit unseres Volkes ist unantastbar. Sie wird gewahrt und gesichert bleiben gegen jeden Versuch, sie zu stören; auch Kreisen gegenüber, die glauben, sie könnten dies unter einem konfessionellen Mantel tun. Alfred Rosenberg hat zu uns gesprochen als der unerschrockene Künder der nationalsozialistischen Weltanschauung, die den ganzen Menschen sucht, um ihn mit den Werten der deutschen Seele, ihrer Kraft und ihrer Stärke, zu erfüllen, ihn den Weg nationaler Ehre und Ehrauffassung zu führen und zu weisen und ihn fest mit diesen Werten zu verbinden. Er hat die Lippekämpfer in dem Gedanken der Einheit unseres Volkes bestärkt, die weder alte überholte Standesvorurteile noch konfessionelle Zerspaltung kennt. Er hat uns einen Blick tun lassen in die geistige Wende der Zeit. Das versinnbildet der Schluß seiner Rede, in der er jenes historische Begebnis von Königgrätz, wo Moltke, vom König gefragt, ob er auch jede Eventualität überlegt habe, antwortete: „Hier gibt es kein Zurück, hier geht es um Preußen“, auf die Gegenwart übertrug:„Hier gibt es kein Zurück, hier geht es um Deutschland.“ Reichsminister Dr. Frick in Lemgo. —r Detmold, 16. Januar. Das 5. Erinnerungstreffen der Lippekämpfer, die in der entscheidenden Durchbruchsschlacht des Januar 1933 das Lipperland eroberten und damit den Weg zur Machtübernahme freilegten, wurde vom ganzen Lipperlande, darüber hinaus aber auch vom ganzen Gau WestfalenNord, mit Freude und Stolz gefeiert. Am Samstag abend leiteten zwei Großkundgebungen in Lemgo und Salzuflen, in denen Reichsminister Dr. Frick und Staatsrat Prof. Börger sprachen, die Gedenkfeiern ein. In Lemgo hatte man wieder wie im vorigen Jahre der alten Hansestadt festlichsten Schmuck angelegt. Weite Lichterbögen spannten sich über die fahnengeschmückten Straßen zu den grünbekränzten Häusern. Die Stadt mit ihren winkligen Straßen und ihren alten Häusern glich einem Märchen von Licht= und Farbenspiel. Gegen 19.30 Uhr hatten sich Gauleiter Reichsstatthalter Dr. Meyer und seine Gäste, SA=Obergruppenführer Schramme, NSKK=Gruppenführer Sauer, NSFK=Gruppenführer Sieler, Generalarbeitsführer Köhler und Generalleutnant Kuntze auf dem Bahnhof eingefunden, um Reichsminister Dr. Frick, den Redner der Großkundgebung, zu begrüßen. Tausende Lipper jubelten Dr. Frick zu, dem dann aufs neue eine Woge der Begeisterung zubrauste, als er nach der Begrüßung durch den Gauleiter in der überfüllten Kundgebung auf dem Podium erschien. Der Reichsminister gab der Traditionspflege des Nationalsozialismus den tiefen Sinn, indem er sie als Kraftquell zu neuem Schaffen und Kämpfen deutete. Eingehend befaßte er sich dann mit den Ereignissen und Zuständen in der Zeit jenes historisch gewordenen Wahlkampfes und zeigte in großen Zügen den Wandel der Menschen und aller Dinge seit diesem Wahlsieg, der von den Gegnern hämisch geschmälert und verkleinert wurde und der doch der Anfang des großen Sieges ward. Die fünf Jahre, die seitdem verflossen, seien Jahre der Aufbauarbeit gewesen. Und niemand könne der Regierung vorwerfen, sie habe die Hände in den Schoß gelegt. Innenpolitisch sei der Bolschewismus überwunden und Deutschland lasse sich ihn von niemandem von außen her aufzwingen. Den Vorwürfen des Auslandes, dem unsere Regierungsform nicht zu passen scheine, antwortete der Reichsminister in klaren und unmißverständlichen Worten, die die Zustimmung aller fanden. Der Führer sei kein Diktator, sein Sinnen sei nur darauf bedacht, das deutsche Volk groß, stolz und glücklich zu machen. Und die Staatsform, die der Nationalsozialismus baue, diene nur dem Volke und kenne kein anderes Ziel. Das größte aber, was der Führer geschaffen habe, sei der neue deutsche Mensch, der sich eingefügt fühle in die große Gemeinschaft aller Deutschen. Der Reichsminister machte dann einige Ausführungen über die Reichsreform, die die besonderen Bedürfnisse bleiner Länder nicht übersehen werde. Das beweise das Beispiel Münchens, das stets viele Sonderwünsche geltend gemacht habe und das vom Führer zur deutschen Stadt der Kunst ausgebaut werde. Die großen Erfolge der letzten fünf Jahre stelle auch die Arbeit des sechsten Jahres unter die überzeugende Parole: Alles für den Führer und damit alles für Deutschland und das deutsche Volk. Reichsleiter Alfred Rosenberg: neue Zeit fordert neue Menschen der Höhepunkt des Lippetreffens./ Vorbeimarsch der Lippekämpfer vor Reichsorganisationsleiter Dr. Ley und Gauleiter Dr. Meyer. Schon in früher Morgenstunde durchzogen die Marschkolonnen der Lippekämpfer aus allen Teilen des Gaues und auch aus dem Reich die Straßen der Hauptstadt des Lipperlandes, die wieder wie im Vorjahre ein überwältigendes Bild festlicher Ausschmückung und flammenden Bekenntnisses zum neuen Deutschland war. In der Emilienstraße nahmen die Lippekämpfer Aufstellung, wo sie von ihrem Reichsstatthalter und Gauleiter auf das herzlichste begrüßt wurden. Er erinnerte sich an die notvollen Tage der Kampfzeit, die aber auch die Tage schönsten Erinnerns seien. Unerwartet war auch Reichsorganisationsleiter Dr. Ley zum Lippetreffen gekommen. Ihm wurde am frühen Morgen eine besondere Ehrung zuteil. In der Landesregierung wurde ihm der Ehrenbürgerbrief der Gemeinde Bösingfeld überreicht. Vom Hotel Kaiserhof, dem historischen Hauptquartier des Lippewahlkampfes fuhren die zahlreichen Ehrengäste zum Landestheater, vor dem eine grünumrandete Tribüne aufgebaut war, von der Reichsorganisationsleiter Dr. Ley und Gauleiter Dr. Meyer den Vorbeimarsch der Lippekämpfer abnahmen. Neben ihnen standen auf dem Podium der kommandierende General des VI. Armeekorps und Befehlshaver im Wehrkreis VI, General der Artillerie v. Kluge. der kommandierende General des Lüftkreises IV, General der Flieger Halm und die Führer der Partei und ihrer Gliederungen. Zu Tausenden umsäumten die Detmolder und Lipper die Straßen, durch die der Marsch der alten Kämpfer ging. Mit klingendem Spiel zogen sie heran. Wieder marschierten an ihrer Spitze wie damals in heißer Kampfzeit der stellvertretende Gauleiter Staatsrat Stangier, SA=Obergruppenführer Schramme, NSKK=Gruppenfuhrer Sauer. NSKK=Brigadeführer Nieder=Westermann, NSFK=Gruppenführer Sieler und all die anderen, die in diesem Block den Marsch der Lippekämpfer eröffneten. Dann rückten sie heran, voll Stolz und Freude, die Männer der SA, der politischen Leitung, die Jugend und die, die das Leben inzwischen in die verschiedensten Berufe und Stände führte. In ihren Uniformen des Heeres, der Luftwaffe und der Polizei reihten sie sich der Kolonne der tapferen Kämpfer ein, die damals die Durchbruchsschlacht schlugen. Dann aber strömten zu Tausenden die Lipper hinauf zum Flugplatz, wo der Fliegerhorstkommandant Oberstleutnant Sturm wiederum wie im vorigen Jahre die liebevoll und würdig ausgeschmückten Hallen für die Kundgebung zur Verfügung gestellt und hatte herrichten lassen. Die Halle 2, in der Reichsorganisationsleiter Dr. Ley sprach, empfing mit einem brausenden Jubel den Redner. Und dieser Jubel steigerte sich noch, als zum Schluß der Kundgebung Gauleiter Dr. Meyer noch in der Halle erschien. Gauleiter Dr. Meyer, der die Kundgebung eröffnete, widmete nach dem Gruß und Dank an seine Gäste besonders herzliche Worte Alfred Rosenberg, den er unter begeisterter Zustimmung aller als alten Freund des Gaues Westfalen=Nord herzlich willkommen hieß. Der Gauleiter überbrachte die Grüße des Führers, der bis vor wenigen Tagen noch geplant hatte, am 5. Erinnerungstreffen wieder teilzunehmen, den aber wichtige Dinge des Reiches und der Besuch des jugoslawischen Außenministers Stojadinowitsch hinderten, diesen Plan wahrzumachen. Voll Freude aber nahmen die Zuhörer das Telegramm auf, das der Führer dem Gauleiter hatte zugehen lassen und in dem er für die Grüße vom 5. Erinnerungstreffen dankte, an das er selbst mit bewegtem Herzen denke. In einer gewaltigen Kraftanstrengung sei es damals gelungen, die scheinbare Krise in der Bewegung zu überwinden und einen entscheidenden Sieg zu erringen. Der Wahlsieg in Lippehabe mitgeholfen, die Machtübernahme am 30. Januar vorzubereiten. Begeistert vernahm die Versammlung dann, daß der Führer den Bauder großen Volkshalle mit den iden gewaltigen Türmen, dem„Turm des Kampfes“ und dem„Turm des Sieges“, bewilligt habe, daß der Führer ferner zugestimmt habe, daß Lippe eine Adolf=Hitler=Schule erhalte, daß hier eine Gauführerschule errichtet werden solle und daß eine neue Freilichtbühne zur Pflegestätte neuen deutschen Kulturschaffens dienen solle. Reichsleiter Alfred Rosenberg, dem der stürmische Jubel bezeugte, wie recht Gauleiter Dr. Meyer hatte, wenn er ihn als Freund des Gaues Westfalen=Nord begrüßte und daß der Gau WestfalenNord allzeit treu zu ihm stehen werde, umriß in seinen Ausführungen das große Geschehen unserer Tage und öffnete den Blick für die weltbewegenden Kräfte, die hinter dem äußeren Ablauf des Geschehens die eigentlichen Triebfedern und Urgründe seien. Die nationalsozialistische Bewegung habe nicht nur einen zerfallenen Staat der Parteien beseitigt, sie habe auch nicht eine Revolution durchgeführt, die ein System zerschlug, sie habe eine neue Zeit eingeleitet und den Weg freigemacht für eine Umwandlung der Menschen und eine Umwertung aller Begriffe. Deshalb begnüge sich die Bewegung auch nicht damit, die außeren Gebilde der früheren Erscheinungsformen politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Lebens zu zerstören, sondern sie habe erst dann ihren Kampf beendet, wenn die Ideen dieser Erscheinungsformen beseitigt und endgültig ausgetilgt seien aus den Herzen deutscher Menschen. Das sei der Sinn des Kampfes, der heute unentwegt andauere und ebenso wie in früheren Jahren den ganzen und vollen Einsatz aller Kräfte beanspruche. Die Gegner dieses Kampfes stellte Reichsleiter Rosenberg ins grelle Licht klarer Erkenntnis. Die Internationalen der Welt sind unsere Gegner, die es nicht zulassen wollen, daß ein Volk sich auf sich selbst und seine Art besinnt und gewillt ist, sein Leben nach den Gesetzen dieser Art zu bauen und zu gestalten. Scharf und unnachgiebig ging Reichsleiter Rosenberg mit denen ins Gericht, die ihre internationalen Ideen ihrem aus dem Blute und der Rasse gewachsenen Deutschtum voranstellten, ja die sich nicht scheuten und schämten, dieses Deutschtum zu verraten und in den Schmutz zu ziehen. Die Kraft der nationalsozialistischen Weltanschauung, die den deutschen Menschen und sein rassisch und blutsmäßig gebundenes Volk in den Mittelpunkt stelle, sei den Gegnern wohl bekannt gewesen. Denn nicht umsonst habe man bereits 1923 auf dem Katholikentag in Konstanz behauptet, daß der Nationalsozialismus die größte Irrlehre des Jahrhunderts sei. Der Nationalsozialismus sei fest entschlossen, das begonnene Werk fortzuführen und für alle Zukunft zu sichern. Dazu aber sei die Forderung unerläßlich, daß nur diejenigen die deutsche Jugend heranbilden; die sich, dieses neue Deutschland erstritten und erkämpft hätten, nicht aber jene Institute, deren letztes Ziel außerhalb Deutschlands und ienseits des deutschen Menschen liege. Dabei betonte Alfred Rosenberg, daß die Bewegung niemals den Anspruch erhoben habe, eine konfessionelle Reformpartei zu sein, ihr Kampf gehe nur darum, eine bestimmte Rangordnung harmonischer Werte zu finden. Alfred Rosenberg wies dann entschieden zurück, daß man die Nationalsozialisten mit Namen belege, die sie selbst nicht für sich beanspruchten. Man führe zwar den Kampf gegen die Bewegung und nenne sie neuheidnisch, wisse aber wohl zu gut, welche tiefen und gewaltigen Kräfte in dieser Bewegung ruhten, die befähigt seien, eine neue Ordnung der Dinge heraufzuführen. Man habe früher zwar auch den Marxismus bekämpft, aber man habe gewußt, daß der Marxismus nie zu gestaltender Kraft gelangen könne und habe deshalb ohne Bedenken mit ihm politische Bündnisse geschlossen. Man sehe auch heute noch lieber Kirchen niederbrennen und Geistliche hinschlachten als sich einzugestehen, daß man beim Aufbau eines neuen Volkes und Staates überflüssig geworden sei. Der Nationalsozialismus werde unbeirrt seinen Weg gehen und sich von niemandem von seinem Endziel abbringen lassen. Genau so wie früher würde jeder gern und freudig aufgenommen, den man innerlich aus seinen alten Gebundenheiten gelöst und der neuen lebendigen Gemeinschaft der Deutschen eingefügt habe. Man müsse sich blar werden über die Größe des Kampfes und um die Höhe des Zieles: Ein Zeitalter ist seinem Ende entgegengegangen, in dem Parteien und Konfessionen über Könige und Staat gestellt wurden, das Zeitalter der Völker und der Rasse aber ist heraufgestiegen. Diesen Wandel der Gesinnung und diese Umkehr der Weltanschauungen stellte Alfred Rosenberg als die ungeheuere Leistung hin, die der Führer in den letzten fünf Jahren bereits erreichen konnte. Das sei aber nur möglich gewesen, weil hinter ihm ein geschlossenes Volk stand. Angesichts dieser Geschlossenheit, so betonte Alfred Rosenberg, sind alle Proteste der Welt geschichtlich gesehen belanglos, sie können uns nicht behindern, unsern Weg zu gehen. Die Bereitschaft des ganzen deutschen Volkes ist eine Folge der Tatsache, die wir gerade heute wieder ganz besonders empfinden. Alfred Rosenberg seierte dann das hehre Ideal der wirklichen und wahren Kameradschaft, die in jenen Tagen der Kampfzeit gewachsen sei und die das unveräußerliche Gut des ganzen deutschen Volkes sein müsse. Wenn es ie in der Zukunft einem unkameradschaftlichen Menschen gelänge, andauernd Erfolg zu haben, der kameradschaftliche aber der Dumme sei, dann verläßt das Volk sein heiligstes Erbgut. Denn der Nationalsozialismus ist mit den Werten der Ehre, des Stolzes und der Kameradschaft groß geworden. Bestimmen diese Werte aber das Leben unseres Volkes, dann werde es den großen Kampf um die politische Freiheit und die weltanschauliche Wende siegreich bestehen. Ein Zurück gibt es hier nicht, es geht um Deutschland. Begeisterte Zustimmung dankte Alfred Rosenberg für seine Worte, die nicht nur ein Quell der Kraft für den Kampf des einzelnen in seinem politischen Alltag war, sondern die auch wieder einmal den Blick auf das große Ziel der Zukunft richtete und so den Willen festigte, Ach mit allem was zu Gebote steht, für die Erreichung dieses Zieles einzusetzen. Gauleiter Dr. Meyer dankte Alfred Rosenberg, und der Gruß an den Führer besiegelte das Treuebekentnis, das das Lipperland und damit auch der Gau Westfalen=Nord an das 5. Erinnerungstreffen erneut abgelegt haben. Der jugoslawische Besuch. Ehrung der Gefallenen im Weltkriege. Berlin, 15. Januar. Der erste Weg nach seiner Ankunft in der Reichshauptstadt führte den Königlich=Jugoslawischen Ministerpräsidenten Dr. Stojadinowitsch nach dem Ehrenmal Unter den Linden, wo er im Gedenken der gefallenen deutschen Helden im großen Völkerringen einen Lorbeerkranz niederlegte. Der Totenehrung wohnten die Begleitung des Ministerpräsidenten, der Ehrendienst und zahlreiche Offiziere der Wehrmacht bei. Lüngere Aussprache mit dem Reichsaußenminister. Besichtigung des neuen Flughafens Tempelhof. Berlin, 15. Januar. Der jugoslawische Ministerpräsident Dr. Stojadinowitsch suchte im Laufe des heutigen Tages den Reichsminister des Auswärtigen, Freiherrn von Neurath, zu einer längeren politischen Aussprache auf. Freiherr von Neurath und Ministerpräsident Generaloberst von Göring stattete am Samstagabend in Begleitung des Chefs des Protokolls, Gesandten von BülowSchwante, dem jugoslawischen Ministerpräsidenten und Außenminister Dr. Stojadinowitsch gemeinsam einen längeren Gegenbesuch ab. Einer Einladung des Reichsministers der Luftfahrt und Oberbefehlshabers der Luftwaffe, Generaloberst Göring, folgend, besichtigte der jugoslawische Ministerpräsident und Außenminister Stojadinowitsch mit seiner Gattin und den Herren seiner Begleitung heute nachmittag den Neubau des Flughafens Tempelhof. Auf der Fahrt dorthin wurden dem Gast überall lebhafte Sympathiekundgebungen der Bevölkerung zuteil. Auf dem Hof vor dem neuen Abfertigungsgebäude, von dessen Gerüsten neben der deutschen die blauweißrote Flagge des Heimatlandes des Gastes wehte, hatte ein Ehrensturm des NS=Fliegerkorps Aufstellung genommen, dessen Musikzug beim Erscheinen des Gastes den Präsentiermarsch spielte Bei dem Rundgang durch die weitgedehnten, das größte Interesse des jugoslawischen Ministerpräsidenten findenden Baulichkeiten übernahm Generaloberst Göring, unterstützt von dem Architekten Professor Sagebiel, persönlich die Führung. Anschließend stattete Ministerpräsident Stojadinowitsch dem Reichsluftfahrtministerium einen Besuch ab. Eine große Menschenmenge begrüßte den Gast in der Wilhelmstraße mit lebhaften Heil=Rufen, als er an der Seite des Oberbefehlshabers der Luftwaffe und des Staatssekretärs Milch die Front der Ehrenkompagnie abschritt. Die Führung, bei der auch der Chef des Generalstabes der Luftwaffe, Generalleutnant Stumpff, und der Chef der Zentralabteilung, General der Flieger von Witzendorf, zugegen waren und die wiederum der Hausherr selbst übernahm, erstreckte sich insbesondere auf den Fahnenraum, in dem die Fahnen der Berliner Garnison der Luftwaffe untergebracht sind, die Gedenkräume für die Gefallenen der Luftwaffe im Weltkriege und die Toten der deutschen Luftfahrt, den Ehrensaal und den großen Sitzungssaal. Nach Beendigung des Rundganges nahm Generaloberst Göring an der Seite seines Gastes unter erneuten herzlichen Kundgebungen der Bevölkerung den Vorbeimarsch der Ehrenkompagnie ab. Festliche Veronstaltung bei von Neurath. Zusammenarbeit im Dienste des Friedens. Berlin, 16. Januar. Am Sonnabendabend veranstalteten der Reichsminister des Auswärtigen und Freifrau v. Neurath zu Ehren des jugoslowakischen Ministerpräsidenten Dr. Milan Stojadinowitsch sowie dessen Frau eine Abendtafel, an der teilnahmen die Begleiter des jugoslawischen Ministerpräsidenten, der jugoslawische Gesandte und Frau Cincar=Markowitsch sowie die Mitglieder der Gesandtschaft mit ihren Damen. Von deutscher Seite waren Mitglieder der Reichsregierung, der Partei und der Wehrmacht erschienen. Ansprache des Reichsaußenministers. Der Reichsminister des Auswärtigen begrüßte seinen Gast mit einer Ansprache, in der er u. a. sagte:„Ihr jetziger Besuch, Herr Ministerpräsident, ist uns ein lebendiger Beweis dafür, daß Sie und die von Ihnen geleitete Regierung unsere Auffassung von der festen Grundlage unserer Beziehungen teilen und daß Sie in der Vertiefung unseres Freundschaftsverhältnisses ein natürliches Ziel Ihrer Volitik erblicken. Mit Recht können unsere beiden Völker erwarten, daß die politische, wirtschaftliche und kulturelle Freundschaft, die zwischen uns besteht, vom Auslande immer mehr als das gewürdigt wird, was sie ist, nämlich als ein wesentlicher Beitrag zur internationalen Entspannung und Befriedung, eine Freundschaft niemand zu lieb und niemand zu leid, mit keiner Spitze gegen Dritte, eine Freundschaft, die alle diejenigen begrüßen müssen, denen die Ruhe in Europa am Herzen liegt. Frei und ungehindert fühlen sich daher auch unsere beiden Länder in der Wahl und Pflege anderweiter freundschaftlicher Verbindungen. Solche Beziehungen, die jeder der beiden Partner gegenüber dritten Ländern pflegt, können dem anderen vielleicht eines Tages nützlich sein, werden aber, davon bin ich überzeugt, niemals dahin führen, die deutsch-jugoslawische Freundschaft zu belasten. In diesem Geiste hatte ich in Belgrad die Ehre, mit Seiner Königlichen Hoheit dem Prinzregenten Paul und mit Ihnen selbst, Herr Ministerpräsident, mich auszusprechen. An jene Aussprache hier wieder anzuknüpfen, erfüllt mich mit Genugtuung. Alle Ihre Unterredungen mit den führenden Männern des Dritten Reiches, die Sie in diesen Tagen treffen, werden von gleicher Gesinnung getragen sein. Ich hoffe, daß Sie bei Ihrem Aufenthalt ein lebendiges Bild des deutschen Aufbauwillens erhalten und den Eindruck mit nach Hause nehmen, daß das deutsche Volk in der Hand seines Führers und Reichskanzlers nur das eine Ziel vor Augen hat, unter Wahrung seiner natürlichen Rechte durch unermüdliche Arbeit einer gesicherten Zukunft in einem friedlichen Europa entgegenzugehen. Dr. Stojadinowitsch antwortet. Ministerpräsident Stojadinowitsch erwiderte u. a. folgendes: Der persönliche Kontakt, in den ich anläßlich des Besuches, mit dem Sie im Juni vergangenen Jahres Belgrad beehrt hatten, mit Eurer Exzellenz treten konnte, ist mir tief in Erinnerung geblieben, und ich bin glücklich, in Erwiderung dieses Besuches das Vergnügen gehabt zu haben, mit Eurer Exzellenz erneut einen Meinungsaustausch über die unsere beiden Länder interessierenden Fragen führen zu können. Gleichzeitig freut es wich, daß mir die Gelegenheit geboten wird, auf dieser Reise auch persönlich die große Aktivität, die das deutsche Volk auf allen Gebieten entfaltet und in der seine außerordentlichen Fähigkeiten zum Ausdruck kommen, kennenzulernen. Es bereitet mir eine besondere Freude, aus nächster Nähe ein Land kennenzulernen, das unter der Leitung seines großen Führers den Weg der Ordnung und der Arbeit, des Fortschrittes und des Friedens geht. Als ich im Juni vergangenen Jahres die Ehre hatte, Eure Exzellenz in der Hauptstadt Jugoslawiens begrüßen zu dürfen, habe ich in meiner Rede klar und in vollem Einverständnis mit Ihnen die maßgebenden Grundsätze, auf denen die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Jugoslawien beruhen soll, dargelegt. In dieser Hinsicht hat sich weder etwas geändert, noch bedarf es einer Aenderung. Es ist unser aufrichtigster Wunsch, auf dieser Grundlage unsere Zusammenarbeit— vorteilhaft für beide Länder und entschieden friedliebend gegenüber den anderen Völkern— sowohl auf wirtschaftlichem als auch auf politischem und kulturellem Gebiet noch weiter zu verfolgen und noch mehr auszubauen. Die Worte, welche Eure Exzellenz gerade ausgesprochen haben, bekräftigen mich in der Ueberzeugung, daß auch die Reichsregierung mit denselben Gedanken und Wünschen erfüllt ist. Heute ist es jedem klar, daß die Politik des Königreichs Jugoslawien als Hauptziel den Frieden hat. Der Friede ist für uns das höchste und kostbarste Gut, da er uns alle anderen Güter gewährleistet. Jedoch darf der Friede nach unserer Auffassung kein abstrakter Begriff bleiben, sondern er soll der Gegenstand einer ständigen und wachen Tätigkeit, die nicht nur die Wahrung der eigenen, sondern auch das Verständnis und die Beachtung fremder Interessen fordert, sein. Von solchen Auffassungen sind auch unsere Beiehungen zu der Regierung des Deutschen Reiches, welche ei jeder Gelegenheit ein bereites und richtiges Verständnis für unsere Interessen gezeigt hat, beseelt. Mit Recht können wir also der weiteren Entwicklung der freundschaftlichen Beziehungen zwischen der Regierung des Deutschen Reiches und der Regierung des Königreiches Jugoslawien mit vollem Vertrauen entgegensehen. Stojadinowitsch besuchte Karinhall. „Hermann Göring ist in ganz Jugoslawien ein Begriff." Berlin, 16. Januar. Am Sonntagvormittag folgte der jugoslawische Ministerpräsident Dr. Stojadinowitsch mit seiner Gattin, den Herren seiner Begleitung und dem jugoslawischen Gesandten in Berlin, einer Einladung des Miwisterpräsidenten Generaloberst Göring nach Karinhall. Waldhörner grüßten die hohen Gäste, die gegen 11.30 Uhr am Eingang zum Waldhof Karinhall eintrafen, mit dem Jägergruß. Ministerpräsident Generaloberst Göring hieß seine Gäste in Karinhall willkommen und übernahm selbst die Führung durch das herrliche Raturschutzgebiet der Schorfheide. An dem anschließenden Jagdfrühstück nahmen auch die Staatssekretäre des Ministerpräsidenten und die nächsten Mitarbeiter seines Stabes teil. Der Hausherr brachte dabei auf seinen hohen Gast einen Trinkspruch aus, in dem er u. a. ausführte: Ew. Exzellenz! Der Wiedersehenstag, den wir beide vor langer Zeit vereinbart und auf den wir uns gefreut haben, ist nun da. Ich begrüße Sie und Ihre hochverehrte Frau Gemahlin hier draußen im deutschen Walde auf das herzlichste. Sie kommen hierher nicht nur als der Ministerpräsident ihres schönen Landes und als der verantwortliche Leiter der Staatsgeschäfte einer befreundeten Nation, sie kommen zu mir, wie ich mit Stolz sagen darf, als Freund zu einem Freunde. Uns beide verbindet echte Kameradschaft, die wir heute in unseren Gesprächen wieder erneuern konnten. Sie werden es verständlich finden, daß heute die Erinnerung an meine mehrfachen Besuche in Ihrem schönen Vaterlande lebhafter ist denn je. Unvergessen ist mir und dem ganzen deutschen Volke die stolze Gestalt des großen verblichenen Königs. Unvergessen die Stunde, in der ich tief erschüttert als der Vertreter meines Führers an seiner Bahre stand. Exzellenz! Ich schätze mich glücklich, behaupten zu dürfen, Kenner Ihrer schönen Heimat zu sein. Ich habe auf meinen Fahrten das Herz Jugoslawiens, die Schumadija, die Urheimat des stolzen Königgeschlechts, erlebt. Ich habe in den Schwarzen Bergen und an der Adriaküste geweilt. Ich kenne den geraden Sinn und die soldatische Haltung des Jugoslawen, die Dendungsart des letzten Bauern und seine Verbundenheit mit dem Königshause. Nun, Exzellenz, erleben Sie Deutschland! Sie finden ein freies und wehrhaftes Volk, geeint in seiner heißen Liebe und seinem unerschütterlichen Vertrauen zu seinem Führer, der dieses Volk aus tiefer Nacht zu neuen Höhen emporgeführt hat, ein starkes Reich, das wieder imstande ist, seine Interessen zu wahren und den Frieden zu garantieren. Dieses Dritte Reich hat Ihnen weit und herzlich die Tore geöffnet. Wohin Sie auch kommen werden, überall werden Ihnen die stärksten Sympathien des deutschen Volkes entgegenschlagen. Auf allen Reisen in unseren Grenzen, ob beim Heer oder bei der Luftwaffe oder im Ruhrgeiet, wo sausend die Hämmer deutschen Arbeitswillen künden, überall werden Sie den deutschen Freundschaftswillen finden. Uns trennen keine politischen, wirtschaftlichen, kulturellen und territorialen Gegensätze. Die Interessen unserer Völker ergänzen sich vielmehr in durchaus glücklicher Art. Daß diese Freundschaft zwischen unseren Völkern sich weiterhin vertiefen möge, ist mein heißer Wunsch und Wille. Wenn auch nicht ressortmäßig veranlaßt, so habe ich doch im Auftrage des Führers aus der Kenntnis Ihres Landes und aus besonderer Hochachtung für Ihr tapferes Volk es mir zur Aufgabe gemacht, mit an diesen freundschaftlichen Beziehungen zu arbeiten. Ministerpräsident Stojadinowitsch antwortete u. a. Ew. Exzellenz! Tief gerührt über oas von Ihnen eben Gesagte, danke ich Ihnen für diese Begrüßung und für den überaus herzlichen Empfang, den Ew. Exzellenz mit gestern in Berlin und heute in Ihrem wundervollen Heim bereitet haben. Ew. Exzellenz haben anläßlich Ihrer Besuche in Jugoslawien nicht nur die Achtung und Anerkennung der Königlichen Regierung gefunden, sondern Sie haben das Herz eines ganzen Volkes erobert. Denn in Ihrem Wesen, Exzellenz, offenbart sich immer wieder der unerschöpfliche Quell deutscher Kraft, die auch den einfachsten Mann in meinem Lande begeistert hat. Hermann Göring ist in ganz Jugoslawien ein Begriff, und bis zu den entferntesten Felsennestern ist der Name des treuesten Kämpfers Adolf Hitlers, des Schöpfers des neuen Deutschlands, bekannt. Wenn man Ihre Worte in meinem Lande hört, so ist die breiteste Schicht unserer Bevölkerung überzeugt, daß durch Sie, Herr Ministerpräsident, die Seele eines ganzen Volkes zu uns spricht. In diesem Sinne bin ich stolz darauf, unsere persönliche, echte Kameradschaft heute erneut zu fühlen. Exzellenz! Ich komme zwar als Ministerpräsident Jugoslawiens zum ersten Male nach Deutschland, aber aus meiner Jugend kenne ich das Land gut und habe es schon damals schätzen gelernt. Wenn ich an eine immer engere Zusammenarbeit mit dem Deutschen Reiche als Staatsmann glaube, so fühle ich als Mensch die Berechtigung dazu, weil ich weiß, wie oft mein Volk mit dem Ihren schicksalsverbunden war. Mein Besuch im neuen Deutschland knüpft nicht nur an das Gefühl der Bewunderung für das deutsche in der Vergangenheit. Dieses Gefühl der Bewunder hat sich noch verstärkt beim näheren Kennenlernen grandiosen Aufbaues, den das neue Deutschlan Adolf Hitlers erfahren hat. Es ist mein heißer Wunund Wille, daß die Freundschaft zwischen Deutschland und Jugoslapi sich weiterhin vertiefen möge. Wir rechnen uns als Ehre an, daß gerade Sie. Ministerpräsident, im Auftrage des Führers an die freundschaftlichen Beziehungen mitarbeiten. Bonnet verzichtet. Nun wieder Blum an der Reihe. DNB Paris, 16. Januar. Bonnet hat wegen der zahlreichen Schwierigkeiten bei seinem Versuch, die Regierung zu bilden, auf weitere Bemühungen verzichtet. Wie verlautet, hat der Präsident der Republik den Sozialdemokraten Leon Blum zu sich berufen. Leon Blum hatte Sonntag nachmittag zwei Unterredungen mit dem Präsidenten der Republik, von denen die letzte 20 Minuten dauerte. Leon Blum lehnte jedoch Erklärungen ab. Wie verlautet, besprach er sich in der Zeit zwischen dem ersten und dem zweiten Besuch beim Staatspräsidenten mit dem Kammerpräsidenten Herriot und dem letzten Innenminister Marx Dormoy. Um 19,35 Uhr verließ Leon Blum das Elysee, das er zu einer dritten Besprechung mit dem Präsidenten der Republik aufgesucht hatte, mit der Bemerkung: Der Präsident der Republik hat mich mit der Kabinettsbildung betraut. Ich werde versuchen, diesen Auftrag auszuführen.“ „Nicht mit Bonnet!" Die sozialdemokratische Absage. (!) Paris, 16. Januar. Während der Sitzung des Linksausschusses der Kammer befragte der Vorsitzende der radikalsozialen Kammergruppe die sozialdemokratischen Vertreter über die Bedingungen für eine Teilnahme und Unterstützung an einer radikalsozialen Regierung unter der Ministerp dentschaft Bonnets. Von sozialdemokratischer Seite klärte man darauf, obgleich die sozialdemobratische die Macht für sich selbst verlangt habe, könne sie sich yileicht doch zu einer Zusammenarbeit mit einer unter w kalsozialer Führung stehenden Regierung bereiterklän Georges Bonnet allerdings biete nicht die Gewätfür die Verwirklichung der von der sozialdemokratie Partei verfolgten Ziele. Die sozialdemokratische Kamm gruppe hat dann im Verlaufe ihrer Sitzung am Soabend das Angebot Bonnets zur Teilnahme an der küs tigen Regierung zur Kenntnis genommen und einstim die Beibehaltung ihrer bisherigen Stellungnahme) schlossen. Im Namen der sozialdemokratischen Kamm gruppe richtete Abgeordneter Serol an Bonnet ein Schu ben, in dem es folgendermaßen heißt: Die sozialdemohtische Kammergruppe sei der Ansicht, daß sie in An tracht der augenblicklichen Lage in der Kammer, an Bonnet einen bedeutenden Anteil habe, an einery Bonnet geleiteten Regierung nicht tesss neymen könne. Die um Bonnet geschaffene Lage biete es den Sozialdemokraten auch, einer solchen Re rung ihre Unterstützung zu gewähren. Die sozialdenkratische Kammergruppe könne Bonnet unter den der tigen Umständen nicht ihrer Stimmenthaltung im lament versichern. Dieser Entschluß leite sich von e Willen der Sozialdemokraten ab,„die Kraft und die Ei heit der Volksfront aufrechtzuerhalten.“ Leon Blum will„erweitertes Volksfront=Kabinet (!) Paris, 16. Januar, Leon Blum erklärte vor der sozialdemokratisch Kammergruppe, er wolle ein„erweitertes Volksfro Kabinett“ bilden. Er bitte seine Parteifreunde, ihm veles Vertrauen zu schenken bis Montag abend. Dann wen er vor dem Landesrat der sozialdemokratischen Par über seine Verhandlungen mit den Parteiführern richten. Javan will ein verjüngtes China. Mankfest fordert eine neue chinesische Regierung.sischen Souveränität und der fremden Intoressen anerkannt. Erhöhte Anstrengungen des joponischen Volkes. DNB Tokio, 16. Januar. Die japanische Regierung hat heute das erwartete Manifest über die zukünftige Haltung Japans gegenüber China erlassen. Japan lehnt darin weitere Befassung mit der chinesischen Regierung kategorisch ab und betont die Absicht, die Errichtung einer neuen chinesischen Regierung zu fordern. Diese Ablehnung der chinesischen Zentralregierung werde aber, so heißt es weiter, keineswegs eine Nichtachtung von Souveränität und territorialer Unverletzbarkeit Chinas bedeuten. In dem Manifest heißt es: „Selbst nach der Einnahme Nankings hat Japan immer noch Geduld gezeigt, um der chinesischen Nationalregierung eine letzte Gelegenheit für eine Ueberprüfung ihrer Haltung zu geben. Trotzdem hat die chinesische Regierung ohne Würdigung der wahren Absichten Japans blindlings ihre Opposition gegen Japan fortgesetzt, ohne weder innenpolitisch die elende Lage ihres Volkes, noch außenpolitisch den Frieden und die Ruhe ganz Ostasiens in Erwägung zu ziehen. Deshalb wird die japanische Regierung von nun an aufhören, sich überhaupt noch mit jener Regierung zu befassen. Stattdessen wird Japan die Einrichtung einer neuen chinesischen Regierung, mit der eine wirkliche stabile Zusammenarbeit ermöglicht werden kann, unterstützen. Mit dieser Regierung wird Japan Hand in Hand an der Wiederherstellung der chinesisch-japanischen Beziehungen und an dem Aufbau eines verjüngten Chinas zusammenarbeiten. Es ist unnötig, zu betonen, daß hierdurch keinerlei Aenderung in der bisherigen japanischen Politik hinsichtlich der Wahrung der Souveränität und der territorialen Unverletzbarkeit Chinas sowie der Rechte und Interessen anderer Mächte in China eintritt.“ Das Manifest schließt:„Japans Verantwortung für den Frieden Ostasiens ist jetzt schwerer denn je. Es ist der heiße Wunsch der Regierung, daß das japanische Volk sich mit noch großeren Anstrengungen der Erfüllung dieser bedeutenden Aufgaben widmet, die der Nation auferlegt ist." Abbruch der diplomatischen Beziehungen zur Zentralregierung. DNB Tokio, 16. Januar. Die japanische Presse bezeichnet das Manifest als „Eröffnung des militärischen und diplomatischen Feldzuges gegen das bisherige Regime in China."„Tokyo Asahi Schimbun“ folgert daraus, daß de facto wie de jure die diplomatischen Beziehungen zur Regierung Chinas abgebrochen seien. Deshalb werde Botschafter Kawagoe abberufen und der hiesige chinesische Botschafter Tokio verlassen. Japan werde die weitere Entwicklung der vorläufigen Regierung in Peking beachten und sie unterstützen. Nach Konsolidierung als tatsächliche Zentralregierung werde Japan sie anerkennen und mit ihr ein Programm des Wiederaufbaues in Zusammenarbeit der drei Länder Japan, China und Mandschukuo durchführen. „Hochi Schimbun“ weist auf eine mögliche politische Umstellung auf die neue Lage“ hin. Der nenminister habe im Kabinett gefordert, daß die samte Finanz= und Wirtschaftspolili auf die Kriegszeit eingestellt und entspi chend ein„Kriegskabinett“ eingesetzt werde. Das gleic Blatt will wissen, daß auch innerhalb des Kabinen eine Aenderung des Kabinettsystemse dringlich angesehen werde. Nach der Bekanntgabe des Manifestes. Die Aufgaben der japanischen Armee. DNB Tokio, 16. Januar. Kriegsminister Sugiyama versammelte sämtliche Abteilungschefs des Kriegsministeriums un besprach mit ihnen die Ergebnisse der bisherigen Kon ferenzen des kaiserlichen Hauptquartiers und der R. gierung. Anschließend teilte Sugiyama den Chefs Aufgaben mit, die nunmehr der Armee aufgrun des Manifestes erwachsen. Ein seltsamer Besucher. DNB Tokio, 15. Januar. Der englische Botschafter in Tokio empfing am Samtag den Besuch eines Japaners, der ihm ein altes japnisches Schwert, ein außerordentlich wertvolles Erbstüc mit Worten der Anerkennung für die Pflege der englisch japanischen Beziehungen trotz der gespannten Verhält nisse schenkte. Der Besucher, bei dem es sich um den Jahre alten Makoto Watanabe handeln soll, erklätt schon von Kindheit an große Hochachtung vor England empfunden zu haben. Der Mann wurde später von der Polizei festgenom men, um über die Motive seines Besuches verhört werden. Nach einer anderen Darstellung soll er dem britischen Botschafter in Tokio, Craigie, das Schweit nämlich zugleich mit einem an Außenminister Eden wer terzuleitenden Brief übergeben haben, in dem die For derung einer radikalen Schwenkung der englische Außenpolitik gegenüber Japan enthalten sei. Eden wieder in London. „Ich will schwere Arbeit verrichten.“ E London, 16. Januar. Außenminister Eden traf am Sonnabendabend aus Südfrankreich kommend, wo er seinen Urlaub verbracht, auf dem Victoria=Bahnhof in London ein. Bei seiner An kunft erklärte er Pressevertretern gegenüber:„Ich zurückgekommen, um schwere Arbeit zu vel richten.“ Eden hatte im übrigen eine sehr stürmische Ueberfahrl. Sein Dampfer schlug bei dem hohen Seegang im Hafen von Folkestone gegen den Kai und wurde beschädigt. Eden hatte während des Wochenendes mit Minister prasident Chamberlain Besprechungen. Amerikanische Pressefreiheit so undso. Beschimpfung des eigenen Staatsoberhauptes wird verfolgt. DNB Newyork, 16. Januar. Der Polizeipräsident von Boston, Timilty, hat de weiteren Verkauf der Januarausgabe einer bekannte amerikanischen Rundfunkzeitschrift wegen eines pe sönlichen Angriffs auf Präsident Roose velt für den Stadtbereich untersagt. Das Verbot ist insofern besonders bemerkenswert, bei ausländischen Protestschritten wegen Beleidigun fremder Staatsoberhäupter an zuständiger amerikanisch Stelle stereotyp auf die amerikanische Rede= und Pres freiheit hingewiesen wird, die einen behördlichen Eingr. nicht erlaube. Am Grur des( Hitlerwald ringen (Kurn land) Wä den Hi ging, das Hr selbst zählige Fahnen wagen ständer den F ein. Bild. das rl Domes der Si Ku Ley u in Be= des G des Le Brause schichtl Nac Leiter, Reichse gemein Ga leiter Schirac willkon begrüß das W Jed rischen nicht n gleichze ziehung dieses werden baulich Neues heute bewält körperl einand derselbe wachsen der es Untersc wissen, Gebot Wende scheidur Wir Wissenfehle wächst, Die W geben, sollen 1 verderb den, sor alles, 1 Dienst macht. So was hi nichts1 hat. 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Waldbröl selbst hatte sich für diesen Tag festlich geschmückt. Unzählige Girlanden zierten die Straßen und Tausende von Fahnen wehten. Eine ununterbrochene Kette von Kraftwagen rollte heran und auf dem Bahnhof trafen in Abständen von wenigen Minuten mehrere Sonderzüge mit den Formationen der NSDAP und ihren Gliederungen ein. Der Kundgebungsplatz selbst bietet ein herrliches Bild. Nach Westen hin schweift der Blick weit hinein in das rheinische Land bis zum den Türmen des Kölner Domes, nach Osten in das Bergische Land, über das Tal der Sieg hinaus bis zum Westerwald. Kurz vor 3 Uhr trafen Reichsorganisationsleiter Dr. Ley und Reichsjugendführer Baldur von Schirach in Begleitung der Gauleiter Grohé und Florian, des Gauleiters und Oberpräsidenten Terboven und des Landeshauptmanns Haake auf dem Festplatz ein. Brausender Jubel der mehr als 10 000 Zeugen dieses geschichtlichen Ereignisses brandete ihnen entgegen. Nach dem Abschreiten der Formationen der Politischen Leiter, der HJ, SA, SS, des NSKK, NSFK und des Reichsarbeitsdienstes begann die Kundgebung mit dem gemeinsamen Lied„Ein junges Volk steht auf“. Gauleiter Grohé hieß den Reichsorganisationsleiter Dr. Ley und den Reichsjugendführer Baldur von Schirach sowie die zahlreichen Gäste auf das herzlichste willkommen. Darauf ergriff, von stürmischem Beifall begrüßt, Reichsjugendführer Baldur von Schirach das Wort und führte u. a. aus: Jede große Bewegung spiegelt sich in einem erzieherischen System. Unsere Bewegung legt an diesem Tage nicht nur den Grundstein zu neuen Bauten; sie verkündet gleichzeitig das System der nationalsozialistischen Erziehung. Es sind nur wenige Schulen, die im Rahmen dieses erzieherischen Werkes geschaffen werden, aber sie werden in ihrem Ausmaß, und zwar sowohl in ihrem baulichen als auch in ihrem erzieherischen Ausmaß, ein Neues darstellen. Viele Hunderte von Jungen gehören heute schon der Adolf=Hitler=Schule an. Tag für Tag bewältigen sie dort die ihnen gestellten geistigen und körperlichen Aufgaben. Diese stehen gleichberechtigt nebeneinander. Geführt von jungen Erziehern, die Kameraden derselben Gemeinschaft sind, der sie selbst angehören, wachsen die Adolf=Hitler=Schüler in einer Welt auf, in der es zwischen Lehrern und Schülern keinen anderen Unterschied gibt als den der natürlichen Autorität. Wir wissen, daß man diese weder durch Examina noch durch Gebot erhalten kann. Die Entscheidung, die wir in diesem Wendepunkt der Erziehung zu erfüllen haben, ist die Entscheidung zwischen der Seele und dem kalten Intellekt. Wir Nationalsozialisten leugnen nicht die Macht des Wissens, aber wir dienen ihr nicht, sondern wir befehlen ihr. Was in den Schulen Adolf Hitlers heranwächst, wird den Glauben an das Unmögliche erwerben. Die Waffen des Intellekts werden dieser Generation gegeben, und zwar die schärfsten und härtesten, aber sie sollen nicht um ihrer selbst willen zu einem törichten und verderblichen Scheingefecht untereinander gebraucht werden, sondern einer höheren Idee dienen, so wie wir heute alles, was Deutschland an geistiger Kraft besitzt, in den Dienst eines guten Glaubens stellen, der uns glücklich macht. So ist diese Stunde bedeutungsvoll, wenn auch das, was hier geschieht, nichts mit Schulreform, ja eigentlich nichts mit der Schule in herkömmlichem Sinne zu tun hat. Wir haben nichts Bestehendes reformiert, sondern ein Neues begonnen. Nach dem Reichsjugendführer sprach Reichsorganisationsleiter Dr. Ley, dessen Ausführungen immer wieder von Beifallsstürmen unterbrochen wurden. Er führte u. a. aus: Vor 4½ Jahren sprach der Führer auf der Tagung einer Ortsgruppe von seinen Sorgen, die er stets meistern konnte und auch in Zukunft meistern wird und äußerte: Es gibt nur eine Sorge, die mir wirklich Sorge macht, das ist die Frage, ob es der Partei gelingt, den Führernachwuchs heranzubilden. Das war vor vier Jahren. Und kürzlich in Sonthofen vor den Kreisleitern und Gauamtsleitern konnte der Führer erklären: Nun haben wir das System gefunden, wie wir den Führernachwuchs der Partei heranbilden. Wir sind gewiß, daß über die Adolf=Hitler=Schulen und über die Ordensburgen die jungen Führer in das Volk hineinwachsen werden. Was fanden wir vor als Schule für unsere Weltanschauung?— Nichts! Weder materiell noch organisatorisch war etwas vorhanden, was wir hätten verwenden können. Kein Gebäude, keine Lehrmittel und nicht einmal eine Ahnung davon, wie man die Schule der NSDAP aufbauen muß, aus der der Führernachwuchs kommen kann! Mit diesen Fragen gingen wir ans Werk. Und jetzt schon sehen wir den Wea klar vor uns gezeichnet. Drei stolze Ordensburgen sind bereits im Bau und gehen der Vollendung entgegen. Heute legen wir den Grundstein für zehn Adolf=Hitler=Schulen in zehn Gauen, und in diesem Jahre noch wird die Hohe Schule als die Vollendung dieses ganzen Schulungssystems der Partei begonnen werden. Durch die Hitler=Jugend wird der Weg der Erziehung zum neuen Menschen gewiesen. Aus dieser Hitler=Jugend kommt die Auslese für die Adolf=Hitler=Schulen. Ich sehe den Tag voraus— wir werden es erleben— an dem dieses ganze System der Schulung unseres Führernachwuchses vollendet sein wird. Und wenn wir zusammen mit dieser Adolf=Hitler=Schule eine Kreisburg errichten, dann deshalb, um auch damit einen neuen Weg zu weisen. In dem Kreis soll eine derartige Burg der nationalsozialistischen Weltanschauung gebaut werden. So wird auch dieses Werk nicht nur begonnen, sondern mit nationalsozialistischer Zähigkeit gebaut werden. Das ist sicher!“ Als der Beifall sich gelegt hatte, vollzog der Reichsorganisationsleiter die feierliche Vermauerung der in künstlerischer Schrift auf Schweinsleder ausgeführten Arkunde, die folgenden Wortlaut hat: „Um die Erziehung der heranwachsenden Generation im nationalsozialistischen Glauben zu verbürgen, wurde diese Adolf=Hitler=Schule im fünften Jahre des Führers errichtet. Die Auslese der deutschen Jugend wird hier kostenlos und ohne Rücksicht auf Stand, Besitz und Konfession der Eltern auf ihre Aufgaben in der Führung des Reiches vorbereitet werden. Gehorsam, Treue und Kameradschaft sind die drei Tugenden, die jeder, der diese Schule verläßt, seinem Volk vorzuleben hat. Berlin, 15. Januar 1938. Der Reichsorganisationsleiter der NSDAP, Dr. Ley. Der Jugendführer des Deutschen Reiches, Baldur von Schirach. Mit dem Gruß an den Führer endete die denkwürdige Stunde. Ihre Bedeutung kam ganz besonders in der Teilnahme von Vertretern der Formationsführungen zum Ausdruck. Für den Reichsführer SS war SS=Obergruppenführer Heißmeyer erschienen, für den Reichsarbeitsführer der Generalarbeitsführer Loeffelholz, von der Wehrmacht Generalmajor von Prondszynski, ferner die Burgkommandanten der Ordensburgen Vogelsang und Sonthofen. Der Koblenzer Besatzungsschüden=Prozeß Des Juden Meyer„Erstaunen“ über das zweite Gutachten. X Koblenz, 16. Januar. Die Freitagsverhandlung im Koblenzer Betrugs= und Korruptionsprozeß brachte eine Reihe neuer Zeugenverneymungen und neue Aufklärung darüber, wie die Beteiligten in dem Besatzungsschadenfall des Juden Meyer„gearbeitet“ haben, um die von der Feststellungsbehörde längst als ungerechtsertigt abgelehnten Ansprüche Meyers doch noch durchzusetzen. Der frühere Koblenzer Oberbürgermeister Dr. Russell charakterisiert als Zeuge den Angeklagten John dahin, daß er außergewöhnliches Organisationstalent und einen fabelhaften Weitblick gezeigt habe. John sei so tüchtig gewesen, daß er den Tag nicht habe abwarten können, wo er vom Besatzungsamt freikam und er ihm einen neuen wichtigen Vertrauensposten geben konnte. Daß John sich derartig vergehen konnte, habe er ihm nicht zugetraut. In der Behandlung der Schadensfälle hat auch der Zeuge auf dem Standpunkt gestanden, daß unter keinen Umständen geknausert werden sollte. Er habe das Besatzungsamt nicht allein als einen Diener der Reichsinteressen, sondern auch als einen Anwalt für die durch die Besatzung geschädigte Bevölkerung angesehen. Der frühere Beigeordnete Dr. Ochs und der heutige Beigeordnete Binhold beschreiben John, soweit sie Kenntnis hatten, in ähnlicher Weise, Oberbürgermeister a. D. Rosenthal der Nachfolger Russells war, kann ebenso wenig wie die drei genannten Zeugen, wie es war, über den von der Verteidigung gewünschten Komplex der Stellung und der Person Dr. Wirtz aussagen, da hierzu keine Aussagegenehmigung erteilt wurde. Bei der Darstellung der recht verzwickten Vorgänge, wie man es angestellt hat, die ungerechtfertigten Entschädigungsansprüche Meyers durchzusetzen, bemühen sich die Angeklagten John und Meyer offenbar, ihre Schuld ziemlich klar und ohne Umschweife einzugestehen, während der Angeklagte Müller sich immer noch den Anschein geben möchte, als ob er legal gehandelt hätte. Für alle ihn belastenden Momente hat er lange Erklärungen zur Hand, die jedoch einer ernsthaften Prüfung nicht standhalten. Nachdem Meuer für die Besatzungsschäden in seinem Continental=Hotel bereits 1924 bezw. 1925 entschädigt worden war, hat er im Jahre 1929 einen neuen Antrag gestellt und geltend gemacht, daß er nicht ausreichend entschädigt worden sei und nun, nachdem er die Schäden in ihrem vollen Ausmaß überblicken könne, viel höhere Summen fordern müsse. Der Sachverständige Hastrich verfaßte ein Gutachten, das völlig ablehnend war und auf Grund dessen die Feststellungsbehörde die erneuten Ansprüche Meyers als ungerechtfertigt zuruckwies. Da man auf diesem Wege also nicht weiterkommen konnte, wurde der damalige Syndikus des Hotelierverbandes Rheinland, Dr. Müller (Köln), zugezogen, der den Fall, da ein fettes Honorar winkte, trotz anfänglicher Bedenken übernahm. Durch eine umfassende Beschwerdeschrift an das Reichswirtschaftsgericht, in der er eine Unmenge Ansprüche aufzühlte und„oehrundete“, auf die Meyer selbst nicht einmal gekommen war, erreichte Müller ein rückverweisendes Urteil, nach dem einmal die Wanzenschäden, soweit sie durch neue„Besatzungswanzen“ nach 1924 entstanden waren, zum anderen sogenannte verdeckte Schäden(die sich also erst später erkennen ließen) noch zu vergüten wären. Die Beteiligten witterten nun Morgenluft und machten sich vor allem auf die Suche nach einem Gutachter, der„ganz legal“ ein Gutachten erstellen sollte, das den Bestimmungen des Reichswirtschaftsgerichtsurteils in einem für Meyer günstigen Sinne Rechnung tragen sollte. Hier begannen nach der Einlassung Meyers die„krummen Wege“. Der rettende Engel Dr. Müller beauftragte John, sich mit Hastrich in Verbindung zu setzen. Das vierblättrige Kleeblatt war bald perfekt: Müller, John, Meyer und Hastrich. Das zu erwartende„Honorar“ wurde für den Erfolgsfall auf 15 Prozent der Entschädigungssumme festgesetzt. Entrüstet erklärte John jetzt, daß Dr. Müller sich die gesamten 15 Prozent von Meyer geben ließ, obwohl vereinbart gewesen sei, daß er(John) und Hastrich zusammen ebenfalls 7 Prozent bekommen sollten. Da der Sachverständige Hastrich selbst bereits ein ablehnendes Gutachten erstellt hatte, beauftragte er den in seinem Büro tätigen Bautechniker Dötzel, ein„privates“ Gutachten anzufertigen, das in runden Summen die Forderungen Meyers enthalten sollte und ihm, Hastrich, als„Grundlage“ für das zweite Gutachten dienen sollte. Aber auch dieses zweite„amtliche Gutachten" ging zunächst auf dessen Wunsch an Dr. Müller, der seinen Mitarbeiter Gatzweiler hinzuzog undes „averarbeitete". Nach gemeinsamen Beratungen aller Beteiligten verfaßte John ein„Begleitschreiben des Sachverständigen Hastrich" an die Feststellungsbehörde, in dem des längeren und breiteren dargelegt war, weshalb er(Hastrich) sich zu einer Bejahung der Meyerschen Ansprüche bekehrt habe. Hastrich, der wohl nicht gerissen genug war zur Abfassung des Schreibens, hatte lediglich seine Unterschrift darunter zu setzen. Der Entwurf dieses Schreibens liegt dem Gericht vor, und aus den handschriftlichen Abänderungen geht einwandfrei hervor, daß auch Meyer und Dr. Müller bezw. Gatzweiler ihren Senf dazu gegeben haben. Soweit der Werdegang des neuen Gutachtens. Meyer tut, obwohl er unumwunden zugibt, daß mit illeaalen Mitteln gearbeitet wurde, in Bezug auf das Gutachten auch jetzt noch sehr ahnungslos und erklärt treuherzig: Ich war sehr erstaunt über das neue Gutachten. Es muß wohl auf die Tätigkeit Dr. Müllers zurückzuführen sein, daß ich plötzlich ein„besseres“ Gutachten bekam. Wer im einzelnen auf die genialen Ideen gekommen ist, läßt sich heute nicht mehr genau sagen, da sämtliche Angeklagten manchmal sehr mir Gedächtnisschwäche behaftet sind. Soviel aber steht fest— und John präzisiert das sehr treffend—, daß das Begleitschreiben eine„Brücke“ zum zweiten Gutachten Hastrichs darstellen sollte und daß John und Hastrich doch noch von Meyer ihre nicht knapp bemessenen„Anerkennungsgebühren für aufopfernde Tätigkeit“ bekommen haben. Zur weiteren Klärung werden am Dienstag Hastrich, Dötzel und Gatzweiler als Zeugen gehört werden. Vorbeugende Verbrechensbekämpfung durch die Polizei. Einheitliche Richtlinien für das ganze Reich. DNB Berlin, 15. Januar. Amtlich wird mitgeteilt:„Der Reichs= und Preußische Minister des Innern Dr. Frick hat in einem vom Reichsführer SS und Chef der deutschen Polizei vorgelegten umfassenden Erlaß die vorbeugende Verbrechensbekämpfung durch die Polizei für das gesamte Reichsgebiet einheitlich geregelt. Die nationalsozialistische Staatsführung hat immer einen ganz besonderen Wert auf eine die Begehung der Straftaten verhütende Tätigkeit der Polizei gelegt. Bisher wurde in den einzelnen deutschen Ländern nach verschiedenen Gesichtspunkten verfahren. Nunmehr gelten für dieses überaus wichtige Gebiet einheitliche Richtlinien. Der Reichsführer SS hat den Chef der Sicherheitspolizei und das diesem unterstehende Reichskriminalpolizeiamt in Berlin mit der Durchführung im einzelnen beauftragt. Es ist zu erwarten, daß die neue Regelung eine weitere Verminderung der Kriminalität zur Folge hat. Erdrutsch bei Pisa. Fünf Wohnhäuser eingestürzt. X Mailand, 15. Januar. Bei Pontedera in der Nähe von Pisa ging ein großer Erdrutsch nieder, durch den schätzungsweise mehr abs 4000 Kubikmeter Erdreich in Bewegung geraten sind. Die Gesteinsmassen verschütteten drei Häuser, die infolge der Wucht der andrängenden Steinlawine einstürzten. Personen kamen dabei jedoch nicht zu Schaden. Die übrigen Wohnhäuser des bedrohten Gebietes wurden daraufhin sofort geräumt, so daß auch, als bei einem späteren weiteren Vordringen der Gesteinsmassen noch zwei Häuser vernichtet wurden, keine Menschenleben zu beklagen waren. Die Sachschäden sind sehr erheblich, die Telephon= und Telegraphenleitungen in dem betroffenen Gebiet wurden zerstört. hondelsnachrichten. Altenessener Schweinemarkt. Altenessen, 15. Jan. Auftrieb 800 Ferkel, 405 Läuferschweine, zusammen 1205. Es kosteten im Großhandel: Ferkel unter 6 Wochen 15 RM, 6—8 Wochen alte 15—21 RM,8—12 Wochen alte 21—29 RM, Läuferschweine 3—4 Monate alte 29—36 RM, 4—6 Monate alte 36—50 RM, größere entsprechend höher. Marktverlauf: mittel. Sämtliche Schweine sind gegen Maul= und Klauenseuche schutzgeimpft. Newyorker Baumwollkurse. Newyork, 15. Jan. Loco 863, 1839 Febr. 851, März 853, April 855, Mai 859—60, Juni 862, Juli 865, August 868, Sept. 871, Okt. 874—75, Nov. 875, Dez. 877, Zufuhren in Golf=Häfen 10 000, Export nach England 17 000, nach dem übrigen Kontinent 7000 Ballen. Tendenz: stetig. Hauptschriftleiter Dr. Ernst Buhla. Verantwortlich für Münster und das Münsterland: Dr. Fritz Rediger, beide in Münster i. W. Stellvertreter des Hauptschriftleiters und verantwortlich für Politik, Unterhaltung und Westdeutschland: Hermann Diebold, Gelsenkirchen-Buer; für Handel und Sport: Dr. Anton Henkel in Dortmund; für münsterländischen Sport: Rudolf Ochsenknecht, Münster; Berliner Vertreter: Dr. Ernst Rauschenplat, Berlin; für den Zeno-Anzeigenteil: Dr. Erich Altmeppen. Münster i. W. Druck und Verlag: Zeno GmbH., Münster i. W. Zur Zeit gültiger Anzeigen-Tarif für die Zeno-Gesamtauflage Nr. 9 vom 10. 12. 1935. Durchschnittsauflage XII. 1937: Zeno-Zeitung insgesamt über 41 000, enthaltend Ahlener Volkszeitung, Ablen, über 3000;— Allgemeine Zeitung, Coesfeld, über 5300;— Borkener Zeitung, Borken, über 3200;— Bürgerblatt, Emmerich, über 1800;— Dülmener Zeitung, Dülmen, über 2000;— Halterner Zeitung, Haltern, über 1700;— Kreiszeitung, Ahaus, über 3600;— Münsterländische Volkszeitung, Rheine, über 4800;— Emsländische Tageszeitung, Lingen), Rheine, über 1050;— Neuer Emsbote, Warendorf, über 2400;— Tageblatt, Ochtrup, über 1700;— Volksblatt, Bocholt, über 6650;— Volkszeitung, Emsdetten, über 2000;— Volkszeitung, Dorsten, über 1800. 7 VonAons v Copyright by J. G. Cotta’sche Buchhandlung Nachfolger, Stuttgart. 5) „Naturelement kennst du ihn. Das ist doch der Leutnant vom Regiment de Ligne, der mein Adjutant war bei unserem Ritt nach Berlin im vergangenen Jahr... Ein brillanter Offizier, der Rabenau.“ „Hab ihn nie gesehen.“ „Doch! Vorhin sind wir ihm draußen auf dem Gang begegnet. Der Große, Schlanke im weißen Mantel der deutschen Reiter. Er lief an uns vorbei. Kannst du dich erinnern?... Nicht?... Aber die Demoiselle hat ihn gewiß gesehen... Wie?“ Wieder verneint das Mädel. Aber diesmal glaubt ihr der Alte nicht. Er versteht sich doch auf Gesichter.„Doch, doch! Sie hat ihn gesehen, und er hat ihr sogar gefallen. Ich merk's Ihr doch an. Mach Sie mir doch nichts vor! n. Elisabeth Brand schüttelt hartnäckig ihre Locken. Doch sie lacht und wird rot dabei. hauptes Januar. y, hat den bekannten ines per t Roosenswert, als Beleidigung terikanischel und en Eingrif Der General streicht sich schmunzelnd den Schnurrbart: „Sag Sie's nur! Bin solche Unschuldsgesichter von meinen Leutnant und Kornetts gewöhnt, wenn sie was ausgefressen haben. Die sehen dann auch immer drein, als wußten sie von nichts.“ Er lacht aufmunternd:„Uns kann Sie schon beichten. Wir sind verschwiegen... Er hat Ihr also gefallen, und er kann sich auch noch was drauf einbilden, der Rabenau.“ Die Grandedame, die vorhin das Bürgermädel mit den Blicken spießte, hebt mit einem Ruck die Lorgnette, steht den General giftig an, sagt indigniert:„Sie meinen wohl den Baron von Rabenau, Exzellenz?“ „Ja, den mein' ich", brummt der Alte.„Ist mein bester Leutnant, der Rabenau. Tät's ihm gönnen, das Mädel!“ Die Lisl Brand steht mit gesenktem Blick. Sie glaubt, in den Boden versinken zu müssen. Die juwelenbehängte Alte fährt auf:„Une plébéienne — eine Bürgerliche!?“ Wütend kehrt sie dem General den Rücken. Der verbeugt sich spöttisch. Der Schalk lacht ihm aus den Augen. Er weiß: sie kann ihn nicht leiden, weil er es zu Ehren brachte und doch nur ein kleiner deutsch=ungarischer Edelmann ist. Meriten gelten ja bei ihresgleichen nicht. Er sieht es ihrem Rücken an: sie kocht jetzt vor Wut, weil er den Freiherrn von Rabenau auf Rotbuch und Hradek mit einer Bürgerlichen verkuppeln will. Und wenn es nur im Spaß war.... Er will noch etwas sagen. Da schlägt die Stehuhr auf der Konsole zehn. Die hohe, goldgeränderte weiße Flügeltür, die in das Zimmer der Kaiserin führt, öffnet sich langsam, fast feierlich. Mit dem zehnten silberhellen Schlag der Uhr steht der Kämmerer vom Dienst in der Tür. Musternd gleitet sein Blick über die Wartenden. Erschrocken erkennt Elisabeth Brand den Kavalier von gestern. Da steht er sie auch schon an. Ein spöttischer, hochmütiger Zug spielt über sein kaltes Höflingsgesicht. Ohne die Stimme zu heben, sagt er:„Die Brand!“— Das „Demoiselle“ spart er sich. Mit raschem Blick in den Spiegel noch eine Locke ordnend, geht Elisabeth Brand durch das sich vor ihr bildende Spalier. Leise sagt der General hinter ihr:„Wenn die Demoiselle einmal etwas braucht— Hadik, Feldmarschallleutnant Hadik ist mein Name..." Ehe sie noch ganz begreift, daß das also der berühmte Reitergeneral gewesen, der im vergangenen Herbst mit seinen Regimentern, wenn auch nur für einen Tag und eine Nacht, so doch immerhin Berlin okkupierte, hat sie die Tür erreicht, die der Graf Colloredd weit vor ihr öffnet. Mit tief geneigtem Kopf huscht sie an ihm vorbei. Der „Modeaff“ brennt ihr nun doch in der Seele. Eine rechte Strafe Gottes, ein solches Mundwerk zu haben! Unhörbar schließt sich die hohe, weiße Tür hinter ihr. Ohne aufzusehen, sinkt Elisabeth Brand in tiefem Hofknicks zusammen. Wie sie es am Morgen vor dem Spiegel und den Tauben am Fenster geübt. Sie blickt erst auf, als ihr eine warme Stimme entgegenschwingt:„Komm Sie doch näher, die Demoiselle!“ Vor ihrem Arbeitstisch sitzt in mattblauem, spitzenverziertem Kleide Maria Theresia. Noch einmal zelebriert die Demoiselle ehrfurchtsvoll ihre Verneigung, als die Kaiserin ihr die Hand zum Kuß entgegenhält. Maria Theresia lächelt gütig:„Sie bringt wohl die Kerzln? Will Sie sie mir zeigen?“ Aufgeregt nestelt die Brand an dem seidenen Tuche, das sich in dem Geflecht des Korbes verhängt. Die Kaiserin amüsiert sich. Sie sagt freundlich:„Sei Sie doch nicht so eneviert, meine Liebe! Ich beiß doch nicht...“ Die Lisl sieht auf:„Manchmal schon, hat der Vater g'sagt.“ Maria Theresia preßt die Lippen zusammen. Mit dem auf dem Mund gedrückten Spitzentuch bezwingt sie das Lachen. Aber ihre Augen verraten sie.„So? Hat er das gesagt, der Brand?... Muß ein gescheiter Mann sein, der Herr Vater... Aber geb Sie doch her!“ Die Monarchin erhebt sich, löst das Tuch, nimmt den Henkelkorb, auf dessen versamtenen Grund blaßgelb und seidig die Kerzen schimmern, stellt ihn auf ihren Arbeitstisch." Dann hebt sie zwei Lichter heraus, nickt befriedigt, geht zu einer Kommode, auf dessen eingelegter, spiegelnder Platte zwei Leuchter blitzen, steckt die Kerzen hinein. Eine Weile bleibt sie noch stehen, tritt dann prüfend zurück, wendet sich um, sagt erfreut:„Das hat der Herr Vater recht schön gemacht. Ich dank ihm auch dafür.... Aber werden die Kerzln auch fertig bis Dienstag?“ Die Lisl nickt:„Sind schon fertig, Ihro Majestät.“ Die Kaiserin tritt dicht an sie heran, sieht ihr fest in die Augen. Seit Dezember, seit Leuthen, hat ihr Gesicht manchmal einen harten Zug. Sie sagt ernst:„Ist nicht nur ein gescheiter, sondern auch ein braver Mann, der Meister Brand... Darum soll Sie ihm auch keine Sorgen machen!“ Als das Mädel sie unsicher anblickt, fährt sie fort:„Tu Sie nicht so!... Sie versteht mich schon... Oder meint Sie am Ende, daß es in Ordnung war, daß Sie den Grafen Colloredo einen Modeaff genannt hat?“ Die Augen der Brand füllen sich mit Tränen. Tränen kann die Kaiserin nicht leiden. Tränen machen sie weich. Sie sagt unwillig:„Flenn Sie doch nicht gleich! — Ihre Stimme wird wieder gütiger:„Den Kopf reis ich Ihr schon nicht ab. Will keine Affäre machen aus der Geschichte und hätt auch weiter nichts gesagt. Obwohl der Colloredo sich bitter beschwert hat über Ihren kecken Schnabel. Aber weil Sie selber kommt, muß ich Ihr schon den Kopf waschen. Das sieht Sie doch ein. Ein Kämmerer ist immerhin eine Respektsperson für Sie... Versteht Sie mich?“ Wieder geht der Lisl das Mundwerk durch:„Halten zu Gnaden, Ihro Majestät, hätt gewiß nichts gesagt, wenn der Herr sich nicht so insolent benommen hätt.“ Eine steile, zornige Falte erscheint auf der Stirn der Kaiserin. Widerspruch liebt sie nicht. Sie sagt streng, befehlen:„Erzähl Sie! Aber die Wahrheit will ich wissen!“ Die Lisl senkt erschrocken den Kopf. Beißt also doch, die Kaiserin! Dann berichtet sie langsam, stockend, umständlich; obwohl ihr doch sonst der Schnabel den lieben Tag lang geht. Die Monarchin spielt nervös mit einem Blatt Papier. Von Zeit zu Zeit wirft sie einen Blick nach der Uhr. Aber heimlich, als wollte sie damit das Mädel nicht kränken Endlich ist Elisabeth Brand zu Ende. Ist auch Zeit. Die Antikamera ist voll Menschen. Das Mädel schließt: „Und ein Lebzeltenherz hat er mir auch noch umhängen wollen!“ Maria Theresia lacht jetzt laut. Selbst das Spitzentuch will diesmal nicht helfen:„Ist das so schlimm? Wollt, ich wäre noch so jung, daß mir einer ein Lebzeltenherz schenken tät!“ Sie wird ernster, spricht weiter:„Aber Sie hat ganz recht. War eine Insolence von dem Colloredo! Mag solche Allüren à la Paris nicht. Hab's ihm oft genug gesagt...“ Wieder steht die senkrechte, fast drohende Falte auf der Stirn der Kaiserin. Lisl Brand sieht es. Sie sagt bittend:„Aber nit einsperren, Ihro Majestät!" Die Falte verschwindet. Die Kaiserin lacht:„Sie ist ein gutes Kind. Hab Sie nur keine Angst. Auf den Spielberg schick ich ihn nicht gleich. Ich pardonnier ihn schon, den Colloredo. Wenn eine so bildsauber ist, muß man schon ein Einsehen mit den Mannsbildern haben. Aber meine Meinung werd' ich ihm doch sagen dürfen?" Sie nickt freundlich und gibt dem Mädel einen sanften, mütterlichen Schlag auf die Wange:„Grüß Sie den Herrn Vater recht schön von mir!“ Sie greift nach der kleinen, silbernen Glocke auf ihrem Schreibtisch. (Fortsetzung folgt.) Ein Brief. Von Alexander von Keller. „Was verstehen Sie unter einem Gentleman? Einen Mann, der sich in Gesellschaft einer Frau gut benimmt, nicht flucht, ohne ihre Erlaubnis nicht raucht und keine schlimmen Anträge stellt?“ „Nein, ein Gentleman muß mehr tun! Wäre iner unter Ihnen bereit, sein Leben und seine Freiheit für eine Frau aufs Spiel zu setzen? Für eine Frau, die er niemals gesehen hat und niemals sehen wird? Und doch kannte ich einen solchen Mann, vor vielen Tagen.“ Dieser Dialog, der gleichsam das Motto vorliegender Erzählung darstellt, leitet eine Geschichte ein, die von wahrhaftem Edelmut handelt. Es ist die Geschichte von Mettow, einem jungen, gesunden, romantischen Mann, der im Weltkrieg in Deutsch=Ostafrika gegen die Engländer kämpfte.. Wir sprachen über Frauen. Es ist leicht, über Frauen zu reden, wenn man an Bord eines schmierigen Petroleumdampfers in der heißen Sonne liegt— mitten im Urwald von Mandalay— und wochenlang keine weiße Frau zu Gesicht bekommen hat. Der Doktor, ein alter Globetrotter, der seit Jahrzehnten die Meere und Riesenflüsse der Welt befuhr, sagte:„Frauen sind wunderbare Geschöpfe, die wunderbarsten die die Natur hervorgebracht hat Ich habe aber die Beobachtung gemacht, daß sich eine Frau erst unter dem Einfluß eines Mannes entwickelt; je besser der Mann, desto wertvoller die Frau. Aber— wo findet man heutzutage noch Männer, die wirkliche Gentleman sind?“ Wir widersprachen erregt, und der Doktor hob abwehrend beide Hände. Er war ein großer, starker Mann mit wirren Haaren und wunderbar blauen Augen, in denen sich unendliche Räume zu spiegeln schienen. „Gentleman“, sagte er und schlug mit der flachen Hand auf ein Knie,„gibt es viele. Was verstehen Sie aber unter einem Gentleman? Einen Mann, der sich in Gesellschaft einer Frau gut benimmt, nicht flucht, ohne ihre Erlaubnis nicht raucht, und keine schlimmen Anträge stellt?“ Er lachte. „Nein, ein Gentleman muß mehr tun! Wäre einer unter Ihnen bereit, sein Leben und seine Freiheit für eine Frau aufs Spiel zu setzen? Für eine Frau, die er niemals gesehen hat und niemals sehen wird? Und doch kannte ich einen solchen Mann, vor vielen Tagen— einen Mann, der sich schützend vor eine Frau stellt!“ *** Kleine Eingeborenenboote stießen vom Ufer ab, und der Kapitän ließ die Sirene zornig aufheulen. Hinter großen Bäumen erschienen dunkle Bohrtürme. Dazwischen standen kleine spitz zulaufende Pagoden. Der Himmel war grau in grau. Der Doktor sagte:„Als die Geschichte begann, war Mettow ein junger, gesunder und romantischer Mann und schlug sich mit hundert Askaris gegen eine ungeheure Uebermacht. Mitten im Busch von Deutsch=Ostafrika. Mettow war damals abgekämpft, kein Wunder nach vier wilden Kriegsjahren und monatelangem Umherirren in der Wildnis; vier Jahre lang hatte er weiße Frauen nur vorübergehend gesehen, aber er hatte seine Ansichten, denn er hielt viel von weißen Frauen und träumte in müden Stunden von ihnen. Eines Tages überfielen nun seine Askaris einen englischen Postzug, nahmen die Post und Lebensmittel und brachten alles dem kleinen Mettow, der gerade einen Malariaanfall hatte. Er machte sich aber nichts daraus; sagte nur„Heizuru“(macht nichts) und lachte. Dann nahm er die Post vor. Es war eine unangenehme Arbeit; denn es ist nicht jedem Mann gegeben, fremde Privatbriefe zu lesen. Nach einer Weile fiel ihm ein Brief auf. Der Brief einer Frau. Wenn ein Mann wie Mettow den Brief einer Frau lesen muß, der ganz zart nach irgendeinem Parfüm duftet, und wenn in diesem Brief Worte vorkommen, die von Glück und Liebe sprechen— nun, so stellt sich so ein Mann diese Frau vor und umgibt sie mit allen Gedanken, mit denen ein einsamer junger Mann eine junge weiße Frau umgeben kann. Der Brief begann:„Mein innigstgeliebter Al!“ und schloß mit„hunderttausend Küssen“, und als ihn Mettow pflichtgemäß durchgelesen latte, versank alles ringsum. Denn dieser Brief hatte einen wilden und verzehrenden Inhalt, und heiße Versprechungen wuchsen aus ihm wie Lianen aus dem Urwaldboden. Ganz unten stand mit winzigen Buchstaben: Alice Chelmsford und die Adresse. Irgendein kleiner Ort im Herzen Englands.“ Der Kapitän hatte sich neugierig zu uns gesellt. „Den Brief hat man natürlich weitergeleitet?“ fragte er. Der Doktor nickte.„Natürlich wollte Mettow den Brief sobald als möglich weitersenden. Er war an einen Capitain Al Clintock im 2. Bataillon der 4. reitenden Afrikaner— irgendwo an der Grenze von PortugiesischAfrika gerichtet. Die kleine deutsche Armee befand sich aber auf einem Gewaltmarsch— der„große, weiße Herr Lettow“ wollte beim Tanganjika ins belgische Gebiet wechseln—, so war keine Gelegenheit, den Brief weiterzusenden, und Mettow schloß ihn und legte ihn zur dienstlichen Post. Genau einen Monat später war der Krieg aus, und das kleine deutsche Askariheer legte die Waffen nieder. Dienstliche Post, Waffen und Munition mußte übergeben werden, und Mettow gab seinem Betschausch den Befehl, alle Post in einen Ziegenlederbeutel zu geben und diesen zu verschnüren. Am nächsten Tag sollten ihn die Engländer übernehmen. Am nächsten Morgen kamen afrikanische Schützen, und die englischen Offiziere luden die deutschen Kameraden zum Lunch ein. Der Krieg war ja zu Ende, und man hatte lange genug gekämpft, um sich jetzt vertragen zu können. Während des Essens saß Mettow neben einem langen Major der Afrikaner, der sich um seine bisherigen Feinde in liebenswürdiger Weise bemühte. Erst sprach man über die Kämpfe, dann über die Heimat und endlich über allerlei Dinge. Beide Teile hatten ihre Wünsche und Sehnsüchte, und beide waren jahrelang von Menschen getrennt gewesen, die ihnen nahestanden. Wie sie so beisammen saßen, erzählte der lange Engländer dem kleinen Mettow von seiner Frau, die irgendwo im fernen England saß und sich in Sehnsucht nach ihm verzehrte. „Ich habe Alice vor zwei Jahren während meines Heimaturlaubs geheiratet,“ sagte der Engländer, und seine Augen begannen zu leuchten,„sie ist für mich alles. Wenn ich sie verlöre, würde ich nicht mehr leben können!“ Er erzählte noch allerhand und nannte auch den Ort, in dem seine Frau lebte. Mettow horchte auf. Ihm fiel plötzlich der Brief ein, der sich unter seiner dienstlichen Post befand— der Brief, der so süß und liebevoll war. Ohne zu denken, in einer Art Trance, sagte er wehmütig lächelnd,„Dann sind Sie der glückliche Al Clintock!“ Der lange Engländer beugte sich vor; alles Blut war aus seinen Wangen gewichen.„Wie— kommen Sie auf diesen Namen?“ fragte er heiser. Und Mettow soh, wie die starken Hände des Hünen zitterten.„Ich bin Bill Chelmsford! Um Gottes willen, Kamerad, wie kommen Sie auf diesen Namen?“ Rettow übersah alles in einem Augenblick und setzte sich auf. Er hatte das dumme Gefühl, als griffe eine Eishand nach seinem Herzen. Mit ungeheurer Willenskraft hob er sein Glas; seine Hand war vollkommen ruhig. Und liebenswürdig lächelnd, sagte er:„Verzeihung, ich hatte Ihren Namen bei der Vorstellung überVon Nah vom 15. Januar. Hannover: Zwischen Blomberg und Gaffel und zwischen Horen und Kohlstätt Glatteis tauend, Verkehr stellenweise behindert. Westfalen—Niederrhein— Mittelrhein: Schnee= und eisfrei. Oberrhein: Zwischen Limburg und Frankfurt stellenweise tauendes Glatteis, Straßen werden gestreut. Bergisches Land: Schnee= und eisfrei. Sauerland und Westerwald: Glatteis, teils tauendes Glatteis, Verkehr durch Spurrinnen erschwert. Mosel und Hunsrück: Schnee= und eisfrei. Eifel: Schnee= und eisfrei. Mosel: Reichsstraße 53 bei Uerzig und Reichsstraße 49 Trier—Koblenz wegen Hochwasser stellenweise gesperrt. Neunjähriges Mädchen durch Starkstrom getötet. )(Detmold, 16. Januar. An einer Hochspannungsleitung war die Zuleitung vom Starkstrommast zum Haus gerissen und der Draht hing am Haus herab. Ein neunjähriges Mädchen faßte aynunaslos an das Ende des Drahtes und schon war das Unglück geschehen. Im Krankenhaus konnte nur noch der Tod festgestellt werden, der durch Herzlähmung eingetreten war. 12 000 Essener Verkehrsjünder im X Essen, 16. Januar. In der Zeit vom 1. Oktober bis 31. Dezember 1937 hat die Polizei in Essen 12 000 Verkehrssünder gefaßt. Von diesen erhielten 9758 gebührenpflichtige Verwarnungen zu je 1 RM.; in 2242 Fällen waren die Uebertretungen der Verkehrsvorschriften so schwer, daß eine gebührenpflichtige Verwarnung nicht genugte, sondern polizeiliche Strafverfügung erlassen werden mußte. Eine große Anzahl von Personen wurde an Ort und Stelle wegen geringfügiger Uebertretungen der Verkehrsvorschriften belehrt, ohne eine gebührenpflichtige Verwarnung oder eine Strafverfügung zu erhalten. Das gleiche gilt auch für die 1117 Verkehrssünder, die im letzten Vierteljahr 1937 am Verkehrsunterricht teilnahmen. Das Hochwasfer über den Söhepunkt hinweg. Ruhr, Volme, Lenne, Ennepe, Sieg fallen. (!) Essen, 16. Januar. Nachdem der Ruhrwasserspiegel in den letzten Tagen ununterbrochen im Steigen begriffen war, erreichte das Wasser Samstag früh 4 Uhr mit 4,01 Meter seinen höchsten Uebernormalstand. Um diese Zeit trat ein Stillstand ein und von 5 bis 8 Uhr ging das Wasser um sieben Zentimeter zurück. Wenngleich weite Strecken der Ruhrwiesen vor allem im Gebiet Essen—Steele—Ueberruhr, überflutet sind, kann jetzt die erfreuliche Tatsache verzeichnet werden, daß das Hochwasser der Ruhr seinen Höhepunkt erreicht hat und jetzt stetig fällt. Die durch die starken Regenfälle außerordentlich beschleunigte Schneeschmelze hatte zu einem plötzlichen Anund Fern. schwellen der Volme. Lenne, Enneve und Sieg geführt. An zahlreichen Stellen war das Hochwasser so gewaltig, daß Straßen und Wiesen überschwemmt wurden und einem See glichen. Das Wasser drang vielerorts in die Keller und Wohnräume ein und richtete großen Schaden an. Verschiedentlich waren die eindringenden Wassermassen so stark, daß die Wohnungen geräumt werden mußten. Nach Aufhören des Regenwetters ist nun glücklicherweise ein stetiges Sinken des Hochwassers eingetreten, sodaß die genannten Flüsse wohl bald wieder ihren normalen Wasserstand erreichen werden. Neuer komm. Oberbürgermeister für Wuppertal. + Düsseldorf, 16. Januar. Das Gaupresseamt teilt mit: Auf Vorschlag des Gauleiters Florian hat der Regierungspräsident in Düsseldorf mit Ermächtigung des Preußischen Ministers des Innern und im Einverständnis mit dem Oberpräsidenten der Rheinprovinz den Gauamtsleiter Dr. Robert Friedrich zum kommissarischen Oberbürgermeister der Stadt Wuppertal bestellt. Gauleiter Florian wird am kommenden Freitag, dem 21. Januar, Dr Friedrich in Wuppertal einführen. Die reichen sozialen Erfahrungen im Gauamt für Volkswohlfahrt lassen Dr. Friedrich als den geeigneten Mann erkennen, die großen sozialen Probleme der Stadt Wuppertal zu lösen. Er wiro nach wie vor aber auch seine Arbeiten als Gaubeauftragter für das WHW und der NSV— eine Tätigkeit, die er ehrenamtlich ausführt— weiter führen. in Bonn. Eine Rede des Reichsstudentenführers. (=) Bonn, 16. Januar. In den Tagen vom 14.—16. Januar begeht die älteste Studentenbundsgruppe im Westen des Reiches, die Hochschulgruppe Bonn des NSD.=Studentenbundes, die Feier ihres zehnjährigen Bestehens. Mit der Jahresfeier ist eine Tagung sämtlicher Bereichs= und Gaustudentenführer Deutschlands verbunden. In erster Linie sollen hierbei die Fragen der Kameradschaftserziehung und des Verhältnisses zur Altherrenschaft behandelt und entscheidend geklärt werden. Am Freitagnachmittag begannen die Veranstaltungen der Zehnjahresfeier mit einer ersten Arbeitstaauna unter Leitung des Reichsstudentenführers Dr. Scheel. In weitgespannter Rede stellte der Reichsstudentenführer die große Bedeutung aller studentischen Arbeitsgebiete für die Zukunft der deutschen Hochschule und Reiches in den Vordergrund seiner Betrachtungen. Nicht auf äußere Umorganisationen komme es an, sondern der durch die narionansozialistische Bewegung hervorgerufene Umbruch müsse auch im deutschen Studententum und damit in der deutschen Wissenschaft lebens= und arbeitsmäßig zum uneingeschränkten Durchbruch kommen. Alle Arbeit und alle Kämpfe würden der Einheit gelten und kein Mittel würde unberücksichtigt gelassen, um diese Einheit, die die Grundlage jeden weiteren Aufbaues sei, durchzusetzen. Der Doktor lachte.„Mehr als ein Mensch ertrage kann. Mettow hatte— nach dem Waffenstillstand“. englische Truppen mit der Waffe in der Hand bedraund einen Postbeutel, der bereits britisches Militöran war, vernichtet. Dafür kam er vor ein Kriegsgericht un entging knapp dem Tode. Man bemühte sich vergebene den Grund seines Verhaltens zu erfahren. Vier lang saß er dann auf einer weltvergessenen Insel, weitere Jahre in Schottland, und endlich kam er nas Hause. Etwas mager und müde, aber ungebrochen!" „Wie haben Sie die Geschichte erfahren. Doktord fragten wir. „Auf die einfachste Art der Welt. Die Behörde ga mir den Auftrag, bei Mettow eine Geistesverstörung konstruieren, und ich durfte ihn besuchen. Als ich desmit meinen psychiatrischen Mätzchen begann, wurde o wütend und wollte mich hinauswerfen. Schließlich erzählte er mir alles.“ „Warum hat er denn vorher nichts erzählt,“ der Kapitän. „Warum er nichts erzählt hat?“ antwortete der Da. tor mit leiser Ironie in der Stimme. Weil er einen blinden Zufall das Geheimnis einer Frau erfahre hatte, durch Preisgabe dieses Geheimnisses eine Fraaber in den Tod oder in Not und Elend getrieben hön— weil er ein Gentleman war:" Gebührenpflicht für Entscheidungen der Preisstellen für Mieten. Berlin, 16. Januar. Durch den Runderlaß Nr. 184/37 hat der Reichskon, missar für die Preisbildung angeordnet, daß künftigdie Entscheidungen der Preisstelle für Mieten Ver, waltungsgebühren zu erheben sind. Diese be tragen z. B. bei Miet= oder Pachterhöhungsanträgen v. H. der beantragten Erhöhungen(Jahresbetrag), min. destens jedoch 5 Mark. Die bei den Bezirksverwaltung und der Wohnungsbaukreditanstalt eingerichteten Preistellen für Mieten erheben die nunmehr zur Einführun gelangten Gebühren mit Wirkung vom 15. Ja Di nuar 1938. Die Gebühr wird für jede von einer Miet erhöhung oder=herabsetzung betroffene Wohnung up erhoben, d. h. also: stellt der Vermieter einen Antrg für mehrere Wohnungen oder Geschäftsräume, so win die Gebühr für jeden Mietraum besonders errechnet. Die Festsetzung der Gebühr erfolgt durch die Presstellen für Mieten. Sie ist grundsätzlich bei Stellun des Antrags und damit vor der Vornahme de Amtshandlung zu entrichten. Die veranlag ten Gebühren können im Verwaltungszwangsverfahre beigetrieben werden. Gebührenpflichtig ist derjenige de den Antrag stellt(z. B. Vermieter, Mieter, Untermieter Stapellauf eines neuen hapag-Motorschiffes. X Hamburg, 15. Januar. Unentse man bedet nicht seine berg, wohl einzigen 1 Halbschwei gefährliche dritten Ru Runde zur Auf der Deutschen Werft in Hamburg lief am Samtagnachmittag das neue 15000 Brt. große Hapag Motorschiff„Paltia vom Stapel. Damit stel die Hapag ein Schiff in den Dienst zwischen Europa un der Westküste Südamerikas ein, das für sich in Anspruc nehmen kann, das Spitzenschiff dieser Route zu sein. Dil neuartige Diesel=elektrische Maschinenanlage gewährleiste eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 17 Seemeilen der Stunde, so daß die Reise von Hamburg nach paraiso nur etwa vier Wochen dauert. (Hannover drei Punkt Eric Aagr Die der schauern, u Stockholm, voran man banner, wé Nach der nationalen Ein Turbinenschiff für die Türkei. )( Kiel, 15. Januar, den), der d begannen Für der den jungen Hansson Am Samstagmittag lief das erste von dreia der Friedrich=Krupp=Germania=Werft in Kiel für de türkische Reederei T. C. Dentzhyolhlwri Isletmesi Midürlügü im Bau befindlichen Doppelschrauben Werner P: Fracht= und Fahrgastschiffen glücklich von er in der Stapel. Die Gattin des türkischen Botschafters in Berin der taufte das Schiff auf den Namen„Trak“. die klaren allerdings Der Der Die„Trak“, die für den Küstendienst im Marmar Meer vorgesehen ist, erhält eine Turbinenanlage vors 3600 WPS. und kann etwa 450 Passagiere beförden in Per Al Sie hat eine Länge von 75,6 Meter, eine Breite von 1 grüße1 Meter. Die Seitenhöhe beträgt bis zum Aufbaudeck 6 und der Tiefgang 3,4 Meter. Das Schiff wird eine Eschwindigkeit von 18 Knoten erreichen. felsabsturz am Tetschener Quaderberg. :: Tetschen(Böhmen), 16. Januar, größe über den Nahkar verdienten Der Berl gegen den besser, land ner schöne( ten Runde Am Sonnabendfrüh sturzte ein etwa 1500 chm un gericht den fassender Felsblock unterhalb der„Aussicht" am Qus sericht den derberg ab. Beim Sturz zersprang der Block. Ein Tef Ganz g der Felstrümmer blieb unten an der Wand liegen, wär jährige D rend der Rest den Steilhang hinabrollte, viele Bäum3 knickte und schließlich auf eine Wasserwerkanlage der Stad gegen den Tetschen fiel. Des Gebäude wurde durchschla galt als h gen, die Wände sind gevorsten. Jedoch bliebe jamosen Rl die Einrichtungen des Wasserwerks und der Wasserbehit zweiten Ru Was den Felssturz ausgelöst hat, ist noch ungeklän aen Man will ihn mit den Witterungsverhältnissen in Zof Panttsteg a sammenhang bringen, doch glaubt man, die Ursache au dunn war. auf ein tektonisches Beben zurückführen zu können.misch gefeie Generaladmiral Dr. h. c. Raeder eröffnete das„Institut für Seegeltung In Gegenwart des Oberbefehlshabers der Kriegsmarine Dr. h. c. Raeder und vieler Ehrengäste aus Der lan c. Raeder und vieler Ehrengäste aus dem ganzen Reich wurde am Sonnabend in Magdeburg das vom Reichsbund deutscher Seegeltung begründete „Institut für Seegeltung“, wohl das erste seiner Art in der Welt, eröffnet. Der Eröffnung der Ausstellung des Instituts selbst, der am Vormittag eine Feierstunde im Alten Rathaus vorangegangen war, folgte ein Rundgang der Ehrengäste. Dabei wurde diese Aufnahme gemacht: Man sieht darauf Generaladmiral Raeder,(links dahinter) Reichsstatthalter Gauleiter Jordan und(weiter rechts) Vizeadmiral von Trotha, den Leiter des Reichsbundes deutscher Seegeltung.(Scherl) hört. Ich bin vor vielen Monaten in Tabora einem Offizier Ihrer Armee begegnet, der sich Al Clinstock nannte. Er schien mir sehr zufrieden und— glücklich. Und im ersten Augenblick dachte ich wirklich, Sie wären es!“ „Seltsam“, murmelte der Engländer und senkte den Kopf. Er sah in diesem Augenblick alt und verfallen aus.„Wenn Sie wüßten, welche fürchterliche Bedeutung der Name Ab Clintock für mich hat...“ „Verzeihung“, sagte Mettow leise und begann über die Schlacht bei Tabora zu reden. Eine Stunde später kam er ins deutsche Lager und rief seinen Betschausch.„Wo ist der Ballen mit der dienstlichen Post, Ali?“ „Drüben, Herr“. Der Schwarze wies mit dem Kopf auf das englische Lager.„Man hat ihn vor zehn Minuten geholt.“ „Es ist gut, Ali,“ nickte Mettow, steckte seine Pistole ein und ging zu den englischen Afrikanern, die um große Feuer saßen. Binnen Kurzem hatte er seinen Ballen gefunden. Das Feuer war kaum zwanzig Schritte entfernt. „Hallo, Boys, zurück!“ sagte Mettow plötzlich und riß seine Pistole heraus. Die englischen Afrikaner blieben wie starre Götzenbilder kauern. Und der kleine Mettow nahm den Ballen— mit der Post und dem Brief—, warf ihn ins Feuer und wartete, bis er verbrannte. Dann schleudette er seine Vistole weg und ging ruhig den englischen Offizieren entgegen, die herankamen“ Der Kapitän strich seinen Schnurrbart und betrachtete nachdenklich die vorbeiziehenden Bohrtürme. Die Maschine arbeitete dumpf und gleichmäßig. Der Malaie, der, mit einer langen Stange bewaffnet, an dem Bug stand, rief jede Viertelminute die Wassertiefe aus. „Und was geschah weiter?“ fragte der Kapitän endlich neugierig. Freiwilliger Militärdienst für Koreaner. Wie dajapanische Kriegsministerium mitteilte, wurde die Ei dorte gegen führung des freiwilligen Militärdienstes für Koreaner be Halbdistanz schlossen. Man beabsichtige, wie es heißt, im Rahmen d klare Vorte Ausbaues der nationalen Verteidigung Japans die biserschied her vom Militärdienst ausgeschlossenen Koreaner an de geerschiedent Landesverteidigung teilnehmen zu lassen, die besondend klar, daß seit Ausbruch des chinesisch-japanischen Konfliktes ihr Den 9 Loyalität und Opferbereitschaft bekundet hätten. Lettland baut ein Düna=Kraftwerk. Der Volkswindch dun jesetzentwürfen der Regierung gutachtlih Gegner in Stellung zu nehmen. Die Gesetzentwürfe, darunter da Gesetz über die Finanzierung des Baues des Düna owelten Kraftwerkes Keggum durch eine innere Anleihe in in Bedrang Höhe von 34 Millionen Lat, wurden einstimmig angenom die Runde men und gehen jetzt an die Regierung zur endgültigen technisch der zurück. Anzeigenteil 3 mal soviel läßt sich durch eine gute Anzeigenwerbung verkaufen! NS-Gemeinschaf, Kraft durch Freude" Am Mittwoch, dem 19. Januar abends 8 Uhr spricht in der Tonhalle zu Gronau der russische General-Leutnant Sakharow der rote Panslawismus als europäischer Lenker Eintritt 50 Pfg. Karten im Vorverkauf am Ollenkamp, in der Buchhandlung Gebrüder Lensing u. Schievink, Gronau. Den ei „unser Olym lichen schwe Schwede ha verloren; di einen kamp in der Vogt der schlagste zweiten Rut den Schwed zur dritten völlig klar Kampf auf. Alle Hof Schweden n Tandb sieger Runa isch ertrage istillstand and Weititargu sgericht un h vergebens Dier Insel, zwe am er rochen!“ . Doktors Behörde ga erstörung Ils ich wurde g ließlich abei meinte ete der Dot il er durf rau erfahre eine Fran rieben hätMontag, 17. Jonnar 1938 r Mieten. Januar. r Reichskon, künftig fi leten Vei Diese be anträgen 1 etrag), min. erwaltunge. teten PreiEinführun m 15. Jaeiner Mietohnung u inen Antrag me, so win esonders die Preijei Stellun ahme dei ie veranlaeDeutschland bort Schweden 8e8 Durch Fehlurteil um den Sieg gekommen. Vogt-Homburg wieder K. o.=Sieger. Stockholm, 16. Januar.eine Niederlage verdient gehabt hätte. Runge holte sich Unentschieden ist ein Erfolg für unsere Staffel, wenn man bedenkt, daß Olympiasieger Herbert Runge sich ngsverfahre nicht seinem großen Rivalen Europameister Olle Tanderjenige, de Intermieter). uen fes. Januar. fam Samse Hapag. Damit stell Europa und in Anspruc zu sein. Die gewährleiste emeilen in g nach e berg, wohl aber dem Kampfgericht beugen mußte!- Den einzigen k. o.=Sieg errang erneut unser ausgezeichneter Halbschwergewichtler Richard Vogt(Hamburg), der den gefährlichen Schweden Per Andersson in der Pause zur dritten Runde nach schwerem Niederschlag in der zweiten Runde zur Aufgabe zwang. Neben ihm errangen Wilke (Hannover), Fluß(Köln) und Erich Campe(Berlin) drei Punktsiege. Für Schweden waren Hansson, Kreuger, Eric Aagren und Olle Tandberg erfolgreich. Die deutsche Staffel wurde von den rund 4000 Zuschauern, unter denen sich auch der deutsche Gesandte in Stockholm, Prinz zu Wied, befand, lebhaft begrüßt. Allen voran marschierte Herbert Runge mit dem Hakenkreuzbanner, während Olle Tandberg das Schwedenkreuz trug. Nach der Begrüßung durch den Präsidenten des Internationalen Amateur=Boxverbandes, Söderlund(Schweden), der die Vorstellung der deutschen Mannschaft folgte, begannen die mit Spannung erwarteten Kämpfe. Für den erkrankten Ljushammar hatten die Schweden den jungen, untersetzten, unermüdlich schlagenden Allan Hansson eingesetzt. Der Hamburger Fliegengewichtler Werner Prieße hatte so einen schweren Stand. Obgleich Januar. ndreia iel für di letmesi Mihraubenre in He er in der Schlußrunde geschickt seine Linke einsetzte und 1 Marmara nanlage vonse beförder reite von 1 fbaudeck 6 ird eine Ge terg. 6. Januar, 500 chm um t“ am Quok. Ein Tel liegen, wäldiele Bäum ge der Stad die klaren Treffer landete, fiel der Sieg äußerst knapp allerdings an den Schweden. Der Deutsche Meister Erich Wilke(Hannover) hatte in Per Almström einen ihm an Reichweite und Körpergröße überlegenen routinierten Gegner. Er mied aber den Nahkampf, boxte sauber auf Distanz und errang einen verdienten Punktsieg. Der Berliner Federgewichtler Erwin Völker kämpfte gegen den in Rechtsauslage boxenden Kreuger technisch besser, landete bei seinem ihm an Größe überlegenen Gegner schöne Serien aus Halbdistanz, mußte aber in der dritten Runde auf einen Nachschlag kurz zu Boden. Obgleich er eigentlich nach Punkten knapp vorne lag, gab das Ringgericht den Punktsieg an Kreuger. Ganz großen Eindruck hinterließ der kaum zwanzigjährige Düsseldorfer Leichtgewichtler Heinrich Heese gegen den Olympia=Dritten Eric Aagren. Der Schwede urchschla galt als haushoher Favorit, wurde von dem technisch doch bliebe jamosen Rheinländer durch kluge Distanzarbeit in der Wasserbeharf zweiten Runde geradezu„eingeboxt“. Nach harter Arbeit und pausenlosen Hakenserien gab das Ringgericht den issen in 3 Punktsieg an Aagren, dessen Erfolg allerdings nur hauchUrsache au dunn war. Heese wurde nach seinem großen Kampf stürnnen.misch gefeiert, stärker als Aagren. Wie daDer lange Kölner Weltergewichtler Herbert Fluß de die Ei voxte gegen den Schweden Oscar Aagren taktisch klug auf KToreaner be Halbdistanz, errang hier auch in den beiden ersten Runden Rahmen de klare Vorteile. Wenn er in der Schlußrunde von Aagren aner an de erschiedentlich gut gerontert wurde, so war sein Sieg doch ie besondend klar, daß das Pfeifkonzert unverständlich wirkte. eidies" Den Ausgleich in der Länderkampfwertung erzwang Volkswir Erich Campe(Berlin) im Mittelgewicht durch einen zten Sitzungtlaren Punktsieg über den ihm an Größe und Reichweite zu den witt noch überlegenen Schweden Borg. Campe studierte seinen gurächtim Gegner in der ersten Runde, brachte ihn kurz vor Schluß des Dung der zweiten mit einer genauen Rechten zum Kinn schwer Anleihe in in Bedrängnis, so daß der Schwede nur durch Halten über ig angenom die Runde kam. Auch in der dritten Runde war Campe endgültigen technisch der weitaus bessere Boxer, obwohl er sich hier in Schlagwechsel einließ. Sein Punktsieg war einstimmig. Den einzigen k. o.=Sieg errang wieder einmal unser Olympiazweite Richard Vogt. der auf den gefährlichen schwedischen Altmeister Per Andersson traf. Der Schwede hatte den Kampf eigentlich schon auf der Waage verloren; doch verzichtete die deutsche Boxsportführung auf einen kampflosen Sieg. Nach einer guten ersten Runde, in der Vogt seinen Gegner in Sicherheit wiegte, erwischte der schlagstarke Hamburger Andersson gegen Ende der zweiten Runde mit einer glasharten Rechten am Kinn, die ten Schweden bis acht zu Boden zwang. In der Pause gur dritten Rnde gab Andersson, der noch nicht wieder voulig klar war, den für ihn aussichtslos gewordenen Kampf auf. r spricht lenker amp, in Gronau. Alle Hoffnungen auf ein Unentschieden ruhten bei den Schweden nun bei ihrem Suropameister im Schwergewicht Landberg, der im Mai vorigen Jahres Olympiasreger Runge nach Punkten schlagen konnte, diesmal aber mit seiner schnell gestochenen Linken die erste Runde, ließ den Schweden aber in der zweiten Runde aufkommen, da er hier seine Reichweite nicht genügend ausnutzte. In der dritten Runde riß Runge die Kampfesführung wieder an sich und ließ den Schweden vielfach verfehlen, während er bei seinen rechten Aufwärtshaken gut ins Ziel kam. Das Urteil„Punktsieger Tandberg“ ist einfach unverständlich. X( Wouters erst am 16. Februar. Die nächste Prüfung unseres Weltergewichtsmeisters Gustav Eder wird der Kampf um die Europameisterschaft mit Felix Wouters sein. Er sollte am 2. Februar in Brüssel steigen, doch nun ist der belgische Europameister. erkrankt. Gustav Eder wird nun nach seinem Berliner Kampf mit dem Griechen Christoforidis mehr Zeit haben, sich auf Brüssel vorzubereiten. Ben Foords vernichtende Rechte. Die Vorbereitungen auf den großen Boxkampf in Hamburg zwischen Max Schmeling und Ben Foord sind in beiden Lagern voll im Gange. Während Max Schmeling in Friedrichsruh sich den letzten Schliff aneignet, arbeitet der Südafrikaner in der Hambürger Stadthalle„auf vollen Touren“. Er schont dabei seine Partner nicht. So traf er Bobby Leibbrandt beim Sparren mit seiner Rechten so schwer, daß dieser am Auge sich eine klaffende Wunde zuzog, so daß er seine Arbeit unterbrechen mußte. Glücklicherweise traf bereits der englische Schwergewichtler Charly Bundy ein, der nun weiter als Sparringspartner Ben Foords wirken wird. Bundy kämpft in dem Hamburger Abend am 30. Januar bekanntlich gegen Paul Wallner. Auch der Trainer von Foord, Gutteridge, ist inzwischen in Hamburg eingetroffen. Pesch=Köln Billard=Einbandmeister. Die Deutsche Billardmeisterschaft im Einbandenspiel kam an einem Tage zu Ende. Nach seinen zwei Siegen am Nachmittag hielt Pesch=Köln, der Titelverteidiger, am späten Freitagabend auch den Gelsenkirchener Thielens nieder und sicherte sich so erneut die Meisterschaft. Pesch war im Spiel gegen Thielens sehr auf der Hut, Er sicherte sich gleich die Führung, spielte eine Höchstserie von 22, und trotzdem Thielens auch einmal mit 14 Punkten aufwartete, war dem Kölner mit 150:129 in 50 Aufnahmen und einem Generaldurchschnitt von 3,00 der Sieg nicht zu nehmen. Unshelm und Joachim spielten 150:150(2,73 und 28 Unshelm) und 16(Joachim). 1. und Deutscher Meister Pesch=Köln 3 Siege, Gesamtdurchschnitt 4,146, 2. Unshelm=Magdeburg 1 Sieg, 1 Unentschieden, 2,964, 3. Thielens=Gelsenkirchen 1 Sieg 2 Niederlagen, 2,964, 4. Joachim=Berlin 1 Unentschieden, 2 Niederlagen, 2,773. Amateur=Sillardmeisterschaft begann. Die Deutsche Amateur=Billardmeisterschaft im Cadre mit 71 cm Abstrich wurde am Sonntag im Turniersaal des Kaiserhotels zu Berlin mit zwei Begegnungen eingeleitet. In 26 Aufnahmen beendete Sorge=Berlin seine Die deutschen Boxer in Stockholm. Hintere Reihe von links nach rechts: Fluß, Campe, Völker, Wilke und Fachamtsleiter D Metzner. Vorn Runge und ganz rechts hinten Voigt.(Associated-Preß-M.) HNNNNNA Partie mit 300:139 gegen Krüger=Berlin, wobei er bei einer Höchstserie von 60 Bällen einen Durchschnitt von 11,53 erreichte. Förster=Aachen blieb über Dr. HerbingHannover mit 33:241 bei 42 Aufnahmen(Durchschnitt 7,14) erfolgreich. Hallensportfest in Hannover. Hannover, 16. Januar. Im Sprinter=Dreikampf konnte der Stettiner Leichum seinen Magdeburger Erfolg wiederholen. Er gewann alle drei Strecken über 60, 70 und 80 m und kam dadurch mit 18 Punkten zu einem überlegenen Gesamtsieg vor Sumser(SS=Sportgem. Berlin), Köster(Mannheim) mit elf Punkten, Blazejezak(Hannover) mit acht, Ganzer(Hamburg) mit sechs und Konnertz(Aachen) mit fünf Punkten. Borchmeyer war nicht am Start. Das 1000 m=Laufen holte sich Körtina(Hamburg) nach Kampf in 2:45 Min. gegen Berberich(Hamburg in 2:45,6 und Jauch(Hannover) in 2:47,7. Einen Berliner Sieg gab es über 3000 m durch Lieck(Telefunken) in 9:14,2 Minuten vor Timm(Bremen) in 9:16,8 und Meyer (Hannover) in 9:18,3. Im offenen 60 m=Hürdenlauf wies der schon 41 Jahre alte Hamburger Rath in 8,4 Sek. seinen weitaus jüngeren Mitbewerbern Kanne(Hannover) und Eggert(Braunschweig) den Weg. Auf der gleichen Strecke für die Frauen siegte Anni Steuer(Kiel) in 9,4 Sekunden nur um Handbreite vor Weizenkorn(Hannover). Dritte wurde Wehn(Osram Berlin), die auch im 60 m=Lauf hinter Köhnsen(Hamburg) 7,9 und Weizenkorn 8,0 Sekunden, an gleicher Stelle folgte. Auf die große 10X2 Runden=Staffel legte der Hamburger AC in 7:48,2 vor dem Turnklub Hannover 7:53,8, DSV 78 Hannover und Osram Berlin Beschlag. Unter den verschiedenen Vorführungen gefiel insbesondere das Basketballspiel, in dem die Heeressportschule Wünsdorf mit 32:8 ein zu überlegener Gegner für die Hannoveraner Stadtmannschaft war. Schwarz=Weiß Essen geschlagen. fortung Düsseldorf spielt unentschieden. Einer der überraschungsreichsten Sonntage der Spielzeit im Gau Niederrhein! Vier Spiele standen auf dem Programm, und drei brachten wirklich unerwartete Ergebnisse. An der Spitze steht die Niederlage des Tabellenführers ETB Schwarz=Weiß bei Union Hamborn mit 1:2. Die Hamborner hatten schon gegen Duisburg 99 ausgezeichnete Leistungen geboten, so daß Essen gewarnt war. Aber die Schwarz=Weißen kamen über eine Durchschnittsleistung nicht hinaus und waren vor allem in der Abwehr sehr schwach. Der Erfolg der Hamborner ist auf ihre unermüdliche Kampfkraft, ihre Schnelligkeit und ihr entschlossenes Stürmerspiel zurückzuführen. der Leichtathleten. Paris, 16. Januar. Mit den in diesem Jahr in Paris und Wien zur Durchführung anstehenden Europa=Meisterschaften der Männer und Frauen beschäftigte sich die Europa=Kommission des Internationalen Leichtathletik=Verbandes (JAAF) auf ihrer am Wochenende in der französischen Hauptstadt veranstalteten Tagung. Unter dem Vorsitz von Stankovits(Ungarn) hatten sich Dr. von Halt (Deutschland), Wraschtil(Oesterreich), Genet(Frankreich), Misinski(Polen), Pucci(Italien), Dr. Misangyi(Ungarn) und Mericamp als Vorsitzender des französischen Verbandes in Paris eingefunden. 23 Nationen in Paris. Als Zeitpunkt für die zweiten Europa=Meisterschaften der Männer wurden endgültig die Tage von Sonnabend, 3. 9., bis Montag, 5. 9., bestimmt. Im einzelnen haben bereits nachstehende 22 Nationen ihre grundsätzliche sage zur Teilnahme abgegeben: Deutschland, Oesterreich, Belgien, Bulgarien, Dänemark, Estland, Finnland, England, Griechenland, Italien, Ungarn, Luxemburg, Norwegen, Holland, Polen, Rumänien, Schweden, Schweiz, Jugoslawien, Tschechoslowakei und Frankreich. Nach Klärung der sportpolitischen Verhältnisse auf der„grunen Insel“ wird Irland als 23. Teilnehmer dazu kommen. Die Verteilung, der 100 Freiplätze für die Männer erfolgt erst am 1. April; die namentlichen Nennungen müssen bis zum 24. August erfolgt sein. Die Europa=Meisterschaften der Frauen Seywerden, wie ursprünglich vorgesehen, am 17. und 18. tember im Wiener Prater=Stadion veranstaltet. Schluß für die namentlichen Meldungen ist der 7. September. Noch vor dem ersten Meldeschluß, der am 15. Mai abläuft, haben 15 Nationen, darunter auch Deutschland, genannt. Ueber die 50 Freiplätze der Frauen wird gleichfalls an einem späteren Zeitpunkt entschieden. Fünf deutsche Europarekorde. Die Rekordkommission genehmigte anschließend die nach dem letzten olympischen Kongreß in Berlin aufgestellten neuen Europarekorde, bei denen Deutschland durch Long, Woellke, Hein, Käthe Krauß und Dora Ratjen allein fünfmal vertreten ist: Bei den Männern. 100 m in 10,3 Sek., Lennart Strandberg(Schweden), am 26. 9. 1936; Weitsprung: 7,90 m, Lutz Long(Deutschland), am 1. 8. 1937; Hochsprung: 2,04 m, Kotkas(Finnland), am 1. 9. 1936; Kugelstoßen: 16,60 m, Hans Woellke(Deutschland), am 20. 8. 1936; Speerwurf: 77,23 m, Matti Järvinen(Finnland), am 18. 6. 1936; Hammerwurf: 57,22 m, Karl Hein (Deutschland), am 18. 9. 1937. Bei den Frauen. 80 m Hürden in 11,6 Sek., Barbara Burke(England), am 1. 8. 1937; Weitsprung: 5,96 m, Käthe Krauß(Deutschland), am 25. 9. 1937; Hochsprung: 1,65 m, Dora Ratjen(Deutschland), am 4. 7. 1937. Auch Fortuna büßte einen wichtigen Punkt ein, wohl der Gaumeister geradezu nach Belieben hätte siegen können. Fast die ganze Spielzeit über waren die RotWeißen überlegen, aber der Sturm verstand es nicht, die zahlreichen Gelegenheiten auszunutzen. Eineinhalb Minuten vor Schluß glückte den Hambornern, die im Sturm wenig Zusammenhang zeigten, der Ausgleich. Sicherlich hatte auch der SSV Wuppertal richt mit einer Niederlage beim Tabellenletzten, dem BV Altenessen, gerechnet. Aber die Altenessener kämpften mit einem erstaunlichen Eifer und machten so die bessere Technik der Bergischen wieder wett. Der 3:1=Sieg der Altenessener erscheint daher durchaus verdient. Der VfL Benrath war zu Hause Rot=Weiß Oberhausen klar überlegen und sicherte sich durch einen 3:1Erfolg nutzbringende Punkte. Das Tabellenbild hat sich durch die Ueberraschungen des Sonntags wesentlich verschoben. Durch seine große Anzahl an Spielen erscheint Hamborn 07 mit 21:11 Punkten an der Tabellenspitze vor Schwarz=Weiß Essen mit 20:6 und Fortuna Düsseldorf mit 19:7 Punkten. Demnach liegt der engere Meisterschaftswettbewerb nach wie vor zwischen Schwarz=Weiß und Fortuna, die jetzt nur noch durch einen Punkt getrennt sind. Auch am Tabellenende gab es einige Verschiebungen. Altenessen liegt weiterhin am Schluß mit 8:22 Punkten, Tabellenvorletzter ist jetzt Rot=Weiß Oberhausen mit 10:18 Punkten hinter Union Hamborn(11:21 Punkte). Also auch hier ist noch keine endgültige Entscheidung gefallen. VfL Benrath— Rot=Weiß Oberhausen 3:1. Fortuna Düsseldorf— Hamborn 07 1:1. Union Hamborn— Schwarz=Weiß Essen 2:1. BV Altenessen— SSV Wuppertal 3:1. Niederrhein— Bezirksklasse. Homberger SpV— Union Krefeld 1:2. Kleve 63— Viktoria Goch 2:2. VfL Preußen Krefeld— SpV Meerbeck 3:0. Rheingold Emmerich— Sportfr. Krefeld 4:1. Post Duisburg— Duisburger SpV 0:4. Duisburg 08— VfvB Alsum 0:0. Westende Hamborn— VfoB Ruhrort 3:0. Meidericher SpV— Meiderich 06 4:0. Sportfreunde Hamborn— SV Duissern 3:2. VfB Mülheim— Sterkrade 06/07 2:3. BV 1916 Essen— VfB Lohberg 1:0. TuS Helene Altenessen— Rot=Weiß Essen 0:2. Union Mülheim— Sportfreunde Katernberg 8:2. Mittelrhein: Im Gau Mittelrhein festigte Alemannia Aachen durch einen 3:0=Sieg über den Bonner FV seine führende Stellung. Allerdings ist ihr der SV Beuel weiterhin dicht auf den Fersen, auch wenn er durch das 1:1 bei Rhenania Würselen einen Punkt einbüßte. Beuel trat noch ohne Franz Elbern an. Glück hatte der VfL Köln 99, der mit dem 1:1=Unentschieden beim Tabellenletzten Tura Bonn recht zufrieden sein kann. Tura hatte bei der Pause in Führung gelegen. Sülz 07 ist durch die 0:2=Niederlage gegen VfR Köln weiter abgefallen. Der Kölner BC kämpft sich immer weiter empor, und es hat den Anschein, daß er sich doch vor dem Abstieg rettet, nachdem seine Lage schon einmal geradezu hoffnungslos schien. Die Domstädter siegten diesmal bei Mülheimer SV mit 4:2(2:1) und errangen damit den sechsten Sieg hintereinander. Alemannia Aachen— Bonner FV 3:0. Rhenania Würselen— SV Beuel 1:1. Mülheimer SV— Kölner BC 2:4. Tura Bonn— VfL 99 Köln 1:1. Köln Sülz 07— VfR Köln 0:2. * Nordhessen: VfB Großauheim— SC 03 Kassel 0:3. Sport Kassel— VfB Friedberg 2:3. Kewa Wachenbuchen— Germania Fulda 4:0. Hessen Bad Hersfeld— FC 93 Hanau ausgef. Sachsen: Dresdener SC— Polizei Chemnitz 2:3. VfB Leipzig— Tura Leipzig 2:0. SpVg Leipzig— Fortuna Leipzig 3:4. SC Planitz— Guts Muts Dresden 1:0. SV Grüna— BC Hartha 3:3. Mitte: 1. SV Jena— Thüringen Weida 1:0. SV 05 Dessau— 1. FC Lauscha 5:0. Tricket Viktoria Magdeburg— SV 99 Merseburg 2:0. SpVg Erfurt— Sportfreunde Halle 3:0. Nordmark: Polizei Lübeck— Hamburger SV 1:5. Viktoria 95— Eimsbüttel 1:2. Komet Hamburg— Phönix Lübeck 3:1. Borussia Harburg— Holstein Kiel 3:8. Polizei Hamburg— FC St. Pauli 0:1. Niedersachsen: Werder Bremen— Arminia Hannover 2:2. Algermissen 1911— Eintracht Braunschweig 1:0. Linden 07— Hannover 96 1:8. VfL Osnabrück— VfB Peine 6:0. ASV Blumenthal— Germania Wolfenbüttel 2:1. Brandenburg: Westfalia Herne brachte es auf 8:2 Neue Fußboll=Termine. Südwest: FSV Frankfurt— Eintracht Frankfurt 2:6. Kickers Offenbach— Opel Rüsselsheim 3:1. 1. FC Kaiserslautern— Borussia Neunkirchen 0:0. Wormatia Worms— Pirmasens 03 1:0. SV Wiesbaden— FV Saarbrücken 1:0. Baden: SpVg Sandhofen— SV Waldhof 2:3. 1. FC Pforzheim— Freiburger FC 3:1. Phönix Karlsruhe— VfR Mannheim 1:4. FV Kehl— VfL Neckarau 1:1. Württemberg: Stuttgarter SC— Sportfreunde Stuttgart 0:0. Sportfreunde Eßlingen— Stuttgarter Kickers 0:5. Ulmer FV 94— VfB Stuttgart 0:2. Union Böckingen— FV Zuffenhausen 1:0. VfR Schwenningen— 1. SSV Ulm 0:0 abgebr. Bayern: Wacker München— SpVg Fürth 1:2. Schwaben Augsburg— BC Augsburg 0:2. Jahn Regensburg— Bayern München 3:1. 1. FC Nürnberg— FC 05 Schweinfurt 1:1. Im Gau Westfalen stand das Treffen zwischen Westfalia Herne und Borussia Dortmund im Mittelpunkt des Interesses. Borussia, die ohne Lukastewitz antreten mußte, wurde überraschend hoch mit 2:8(0:7) geschlagen. Herne hatte dabei noch seinen ausgezeichneten Verteidiger van Haaren ersetzen müssen. Ausgezeichnet hielt der SV Höntrop gegen Schalke 04. Stein, der Höntroper Torhüter, ließ einen von Urban geschossenen Ball abprallen, den dann Kalwitzki leicht zum einzigen Tor einsenden konnte. Der knappe 1:0=Sieg der Schalker spricht vom zähen Widerstand der Gastgeber. Der Tabellenletzte, SV Rotthausen, holte sich seinen zweiten Sieg, Hüsten 09 wurde mit 1:3(0:3) geschlagen. Trotzdem ist die Lage für Rotthausen hoffnungslos. Arminia Marten war gegen Germania Bochum durchweg feldüberlegen, kam aber nicht über ein 0:0 hinaus. Durch diesen weiteren Punktverlust ist auch die Lage für Marten recht kritisch geworden. Gerechtfertigt erscheint das Unentschieden zwischen der SpVg Herten und der SpVg Röhlinghausen. Beide Mannschaften hatten eine Spielhälfte für sich und schossen jeweils zwei Tore. auf. Nach der 1:4=Niederlage im Treffen der ersten Serie muß man tatsächlich anehmen, daß die Rotthausener Spielweise der Sauerlandelf absolut nicht„liegt". Die beiden ersten Treffer erzielte Socha. Nach zwanzig Minuten verwandelte er eine Vorlage von rechts mit einem unhaltbaren Schuß, und beim zweiten Tor hatte ihm der Halbrechte Bronka den Ball ausgezeichnet vorgelegt. Das dritte Tor des Platzvereins ergab sich aus einem Handelfmeter, da der Hüstener Ersatzläufer den Ball mit der Hand weggeschlagen hatte. Menze schoß gut saziert zum 3:0 ein. Nach dem Wechsel hatte Hüsten den starben Wind zur Seite, aber alle Angriffe scheiterten an der eisenharten Abwehr Rotthausens. Erst sieben Minuten vor Schluß holte der Halbrechte Steinberg den Ehrentreffer für die Gäste heraus. Viktoria 89— Hertha BSC 2:2. Tennis Borussia— Brandenburger SC 05 4:2. Wacker 04— Nowawes 03 2:0. Berliner Sportverein v. 1892— Friesen Cottbus 4:2. Bewag— Union Oberschöneweide 4:2. SV Höntrop Schalke 04 0:1. Höntrop, 16. Januar. Der Deutsche Meister ließ es in Höntrop einmal darauf ankommen, er trat ohne Szepan und Kuzorra an, die„ausspannten“. Der Sieg wurde bei dem überaus hartnäckigen Widerstand der Höntroper knapp genug. Etwas mehr Glück hätte dem Platzverein sogar ein Unentschieden beschert. So kamen die 3500 Zuschauer bis zum Schluß aus der erwartungsfrohen Spannung nicht heraus, daß es noch zum Ausgleich des mageren 1:0Vorsprunges langen würde. Aber sie hatten die Rechnung ohne Schalkes auch diesmal sehr starke Deckung gemacht. Gellesch, Tibulski, Berg bildeten eine schwer zu überwindende Läuferreihe. Der Turm in der Schlacht, rein spielerisch und im Aufbau der Angriffe, war wieder Tibulski, der ebenso gut wie unauffällig arbeitete. Schalkes Sturm war mit Kalwitzki, Prinz, Pörtgen, Urban, Mecke formiert, und man war etwas erstaunt, daß besonders Prinz sich so gut zurechtfand. Beim Platzverein, der sich so ehrenvoll gegen die Schalker behauptete, war in der Tat eine starke Formverbesserung festzustellen. Die beiden Timperts sind noch immer auf der Höhe ihres Könnens, Happel ist ein ausgezeichneter falens gerechnet werden muß. Wenn Ochs noch in technischer Beziehung Fortschritte macht, hat Höntrop in ihm noch einmal einen ganz ausgezeichneten Mittelläufer. Im Sturm gefielen neben Timpert II vor allen Dingen Knust und der neue Mann Walignewitz, die allerdings zu unentschlossen waren. Das Spiel begann überraschend mit einer starken Drangperiode Höntrops. Schalke kam aus der Verteidigung kaum heraus. Dann wurde das Spiel ausgeglichener, doch hatte der Platzverein nach wie vor einige aussichtsreiche Torgelegenheiten. Besonderes Pech hatte dabei Timpet II, der vor Klodt freistehend statt den Ball in den Boden trat, so daß der Ball Schalkes Torwart nur langsam entgegenrollte. Ein zweites Mal wurde er im letzten Augenblick noch von Bornemann abgedrängt. Dann kam jedoch das reifere Kombinationsspiel Schalkes mehr und mehr zur Geltung, so daß die erste Halbzeit zwar torlos, aber doch im Zeichen der Meisterelf stehend zu Ende ging. Sofort nach dem Wiederanpfiff folgte dann die Entscheidung. Urba. hatte sich gegen Timpert II durchgesetzt, aber Stein hielt den Ball, der abprallte und dem herbeieilenden Kallwitzki die richtige Schußgelegenheit bot, die auch ausgenutzt wurde. Schalke blieb dann weiterhin im Vorteil, ohne aber den Vorsprung erhöhen zu können. Mehrfach hing aus der Ausgleich in der Luft, doch das Schicksal schien diesmal nicht zu wollen. SV Rotthausen — Hüsten 09 3:1. Rotthausen, 16. Januar. Westfalia Herne— Borussia Dortmund 8:2. Herne, 16. Januar. Fast scheint es, als könnte das Ergebnis als einen Hörfehler gewertet werden. In der Tat aber stimmt es. ierbei ist noch zu erwähnen, daß Westfalia ohne den bewährten Verteidiger van Haaren spielte, für den Kroll verteidigte, während Wischnewski linker Läufer spielte. Borussia spielte zwar ohne Lukaschewitz, aber mit Lenz und einer Mannschaft, die nach den ersten beiden Toren vollends auseinanderfiel und Herne das Feld überlassen mußte. Zwei Momente waren für das Spiel ausschlagauoa Dortmund hingegen nichts gebend: Herne glückte alles, Dortmund hingegen nichts die Riesensensation zustande. Westfalia hätte MM und so kam sogar noch ein neuntes Tor erzielen können, doch wurde ein Foulelfer verschossen. Gleich nach dem Anstoß kam Herne durch den Halblinken Bonner zum Führungstor und schon wurde die Barussendeckung durcheinander gebracht. Als Bonner, der kurz nach seinem ersten Tor wegen einer Verletzung vom Platz mußte, dann aber wieder dabei war, in der zehnten Minute eine Vorlage erwischte, war das zweite Tor fällig. Und dann ging es in bunter Reihenfolge weiter. Geschickt nutzte Hernes Sturm alle Möglichkeiten aus, Klein I erhöhte mit zwei prächtigen Schüssen auf 4:0, Joswiak machte das halbe Dutzend voll und dann verhalf ein Selbsttor des Verteidigers Göbel, der den Ball bei der Abwehr ins eigene Tor köpfte, den Hernern zur glatten 7:0=Führung. Nach dem Wechsel kam Borussia wohl etwas besser ins Spiel, aber denoch legten die Herner durch Klein ein weiteres Tor vor. Damit gab man sich zufrieden. Borussia holte durch Dunney bis zum Schluß zwar noch zwei Tore auf, blieb aber doch so einwandfrei geschlagen, wie es kaum einer vermutete. In den Reihen der Herner klappte es diesmal wie am Schnürchen und es gab keinen Ausfall. Miklas wurde die Aufgabe zuteil, Lenz zu bewachen, um dadurch den Dortmunder Sturm lahmzulegen. Diese Aufgabe meisterte er, denn Lenz wurde vollkommen „balt“ gestellt. Der Dortmunder Sturmführer kam nie zum Zuge und als die Hintermannschaft auch noch auseinanderfiel, da konnte Westfalia sich ausspielen und ihren hohen Sieg zustandebringen. Spvg. Herten— Spvg. Röhlinghausen 2:2. Herten, 16. Januar. Herten, ohne Dreinert, für den Schaar Linksaußen spielte, gestaltete die erste Halbzeit leicht überlegen und kam hier zu zwei Erfolgen, die Röhlinghausen im weiteren Verlauf wieder ausgleichen konnte. Mit kompletter Elf dauerte es lange, bis Röhlinghausen sich zurecht gefunden hatte, denn Herten übernahm das Kommando, legte sich forsch ins Zeug und nach viertelstündigem Spiel führten die Gastgeber mit 1:0. Mittelstürmer Zymner hatte eine Vorlage geschickt angenommen und hob den Ball aus fünf Meter Entfernung über den Torhüter Berlau hinweg ins Netz. Nach wunderbarem Zusammenspiel mit Godisch konnte der Halblinke Rutecki bald darauf seine Farben mit 2:0 in Führung bringen, womit das Halbzeitergebnis feststand. Nach der Pause kamen die Röhlinghausener besser ins Spiel und Matuschek hatte alle Mühe, sein Tor reinzuhalten. Dann fiel aber sozusagen durch Selbsttor der erste Gegentreffer für Röhlinghausen. Matuschek hatte einen hohen Ball so unglücklich abgewehrt, daß der Läufer Wittich das Leder nicht mehr zurückschlagen konnte und es ins eigene Tor beförderte. Angespornt durch diesen Erfolg gingen die Gäste ganz aus sich heraus und schafften zwei Minuten vor Schluß durch Zdunek, der eine Linksflanke geschickt annahm und verwandelte, noch den verdienten Ausgleich, verdient insofern, als Röhlinghausen die zweite Hälfte für sich hatte. Arminia Marten— Germania Bochum 0:0. Marten, 16. Januar. Der Platzverein hatte die ganze erste Hälfte klar für ich, und auch nach dem Wechsel, als die Gäste stärker aufkamen stellte die Deckung des Tabellenletzten in tadelloser Weise ihren Mann. Stubel und Tonkel bildeten ein Verteidigerpaar, das sich sehen lassen konnte. Die Stütze der Läuferreihe war Antbewitz, und in der vorderster Linie sah man nach langer Zeit wieder Socha als Sturmführer. Rotthausen zeigte ein gutes Zuspiel, während anz das Gegenteil bei den Sauerländern der Fall war. Das Fehlen von Herting schien dem Sturm jegliche Durchschlagskraft genommen zu haben, und erst nach dem Wechsel flackerte zeitweise der alte Hüstener Kampfgeist Die Arminen waren im Angriff zu uneinheitlich, um sich bei Trawny=Schneider II durchzusetzen, zumal auch Schneider I ein durchweg defensiver Mittelläufer war. Außerdem hatte wieder Bochums linker Läufer Andreas einen großen Tag, so daß Bäumker, der beste Stürmer der Martener, nur selten vorbei kam. Immer wurde im Martener Sturm zu kurz zugespielt, und besonders in der ersten Halbzeit, als es mehrfach sehr kritisch für die Bochumer aussah, kam immer noch ein rettender Fuß eines Bochumer Spielers dazwischen. So fiel trotz starker Feldüberlegenheit der Martener bis zur Pause kein Tor. Im zweiten Abschnitt waren die Leistungen ausgeglichener, aber auch der Bochumer Angriff konnte nicht überzeugen. Bei den Arminen war wieder Meckbach dabei, der gute Arbeit leistete. Kunz war diesmal reichlich schwach. Insgesamt hätte ein knapper Enderfolg der Gastgeber dem Spielverlauf entsprochen. DSC Hagen vernert mit Ostpreußen: Hindenburg Allenstein— Yorck Insterburg 3:2. Prussia Samland Königsberg— Gedania Danzig ausgef. /BuEV Danzig— VfB Königsberg 1:0. MSV v. d. Goltz Tilsit— Masovia Lyck 3:4. Arminia Bielefeld— Eintracht Dortmund 3:8. Der Tabellenletzte Arminia Bielefeld setzte sich zwar gegen die Dortmunder Eintrachkt tapfer zur Wehr, aber an einen Sig war Hum mehr zu denken, als Heilmann gleich im Ansturm zwei Tore schaffte und bis zur Halbzeit bereits einen 4:0=Vorsprung erkämpft war. Später langte es noch zu vier weiteren Treffern, denen allerdings auch die Gastgeber zwei Tore entgegensetzten. Mit 8:3 holte sich der Tabellenführer zwei weitere wertvolle Punkte. MSV Hindenburg Minden— TV Spenge 13:6. Im Kampf gegen den MSV. Hindenburg Minden erwies sich der TV Spenge als überaus tapferer Gegner. Die Mindener spielten zwar ohne Strack, aber Molthahn ließ den Stammspieler kaum vermissen. Zum Schluß kamen die Soldaten mit 13:6 noch zu einem hohen Siege. Alle fünf Stürmer, Roß 1 und 2, Helligrath, Röttger und Molthahn teilten sich in die Erfolge; ein Tor kam auf das Konto von Knautz. Beim TV Spenge war der Innensturm sehr gut, doch hielten die Leistungen der Hintermannschaft nicht gleichen Schritt. Schalke 04— MSV Münster 8:2. Schalke 04 brachte sich zu Hause durch einen eindrucksvollen 8:2=Erfolg über den MSV Münster aus der Gefahrenzone. Die Soldaten überraschten zwar zuerst durch eine gute Leistung und führten eine Viertelstunde lang mit 1:0. Dann kam jedoch Schalke, in erster Linie durch Menning und Storb, zum Zuge, führte beim Wechsel bereits 5:1, um einem sicheren Siege zuzusteuern. Die Münsteraner blieben damit ihrem„Grundsatz“ treu, auswärts nicht zu gewinnen. TuS Holsterhausen— DSC Hagen 2:1. Im vierten Treffen zwischen TuS Holsterhausen und dem DSC Hagen ging es sehr knapp her. Die Hagener mußten mit verschiedenen Ersatzkräften antreten und unterlagen nach äußerst kampfreichem Verlauf mit 1:2. Böhle hatte zwar die DSCer bis zum Wechsel in Front gebracht, aber schon zwei Tore, die Grochowiak und Vogt erreichten, genügten zum Enderfolg des Neulings. Damit ist der DSC Hagen nach wie vor stark gefährdet. Budge=Mako wieder geschlagen. Januar: 23. Zwischenrunde um den Reichsbundponl. 30. Zweite Vorrunde um den Tschammerpokal. 6. Länderspiel Deutschland Februar: In; 20. Vo. Dritte Vorrunde um den Tschammerpokal. Köln; 20. Vorschlußrunde um den Reichsbundpokar" Schweiz und März: 6. Schlußspiel um den Reichsbundpokal: Erste Zwischenrunde um den Tschammerpokal; Deutschland— Ungarn in Nürnberg, Deutschland Luxemburg in Elberfeld und erster Kampftag der Grun penspiele um die Deutsche Meisterschaft; 27. Zweit Zwischenrunde um den Tschammerpokal und keisterschaftskampftag. April: 3. Dritter Meisterschaftskampf; 10. Vierte Meisterschaftskampftag und Dritte Zwischenrunde i den Tschammerpokal; 17.(Östern) eventuell Restspel. vom ersten Meisterschaftskampftag; 24. Fünfter Meise. schaftskampftag und Deutschland— Portugal in Fran. furt a. M.; 30.(Samstag) eventuell Wiederholungspe der Meisterschaft. Mai: 8. Sechsster Meisterschaftskampftag und EnHauptrunde um den Tschammerpokal; 9.—21. Vorbers. tungskursus für die Weltmeisterschaft in Duisburg; Deutschland— England in Berlin; 11., 15., 18. und Uebungsspiele mit englischen Berufsspielermannschafte 22. Vorschlußrunde um die Deutsche Meisterschaft Zweite Hauptrunde um den Tschammerpokal. Juni: 4. bis 19. Fußball=Weltmeisterschaft; 26. spiel um die Deutsche Meisterschaft und Dritte Haurunde um den Tschammerpokal. Juli: 24. bis 31. Deutsches Turn= und Sportfest Breslau 1938. August: 28. Erste Schlußrunde um den Tschamm pokal. September: 4. Opfertag des Deutschen Sports; ub Zweite Schlußrunde um den Tschammerpokal; 18. Deutb land— Polen(Austragsort wird noch bestimmt), Oktober: 9. Dritte Schlußrunde um den Tschamm pokal. November: 6. Vierte Schlußrunde um den Tschammen, pokal. Dezember: 4. Fünfte Schlußrunde um den Tschamme Januar 1939: 8. Endspiel um den Tschammerpokal, Sachsens Reichsbund=Pokalels. In der Zwischenrunde des Reichsbund=Pokalwett werbes trifft Sachsens Gaumannschaft in Breslau am Januar auf die gefährliche Schlesier=Elf. Da die Sacht 3. Zt. ohne die Verletzten Schön, Kreisch und den gespen ten Kreß antreten müssen, spielen sie mit folgender Auwahl: Brucke(Polizei Chemnitz); Reuher(BC Hartha)Brembach(Tura Leipzig); Seltmann(Planitzer S6)Thiele(VfB Leipzig)—Rose(SpVg Leipzig); Breibach(VfB Leipzig)— Hänel(BC Hartha)—HelmcherMunkelt(beide Polizei Chemnitz)—Kund(Dresdner S0 Das Breslauer Fußball-Turnier. Neben einem großen Querschnitt, den der Fußballspa auf dem Deutschen Turn= und Sportfest aus ihrer Leh arbeit am Tage der Mannschaft gibt, tritt das FachaFußball wettkampfmäßig mit einem großen Turnier he vor, zu dem alle 16 Gaue eine starke Auswahl entsende Die Vorrundenspiele werden in acht verschiedenen Or Schlesiens am 24. Juli ausgetragen. Für den 26. ist Zwischen=, für den 28. die Vorschlußrunde und für de 30. Juli das Endspiel angesetzt. Ungarn schlägt Luxemburg 6:0 Auf der Rückreise von Portugal trugen die Ungarna Sonntag in Luxemburg einen Länderkampf aus. Nt ihrer Niederlage in Lissabon hatten die Magyarenugestellt, so daß Luxemburg auf einen stärkeren Gegm traf, als es erwartet hatte. Die Gäste waren technischa überlegen und siegten, als sie nach der Pause erst einmernst machten, beliebig sicher mit 6:0(1:0). Mittelstürm Szendoni, der zum erstenmal in der ungarischen Natiom elf stand, schoß allein vier Tore. Dr. Bauwens=Kölnl tete den Kampf. Die beiden Länder spielen am 20. März in Nürnben und Wuppertal gegen Deutschland. Schulung im Wasserball. Der erste Lehrgang unserer Wasserballspieler, zu daußer den Nationalspielern auch der Nachwuchs ein laden war, zeitigte ein überaus befriedigendes Ergebu In zweitägiger harter Arbeit wurde neben der rein selichen Vorbereitung eine allgemeine Körperschulung du geführt, die vor allem in Japan seit Jahren schon Erfolg angewandt wird. Reichswasserballwart No (Hannover), der die Schulung alle vier Wochen wied holen wird, ist bemüht, zwei kampfstarke Mannschaft heranzubilden, die für die Länderkämpfe im Jahre eingesetzt werden können; müssen doch unsere Wasserball für die Europa=Meisterschaften in London, sowie für Länderbegegnungen gegen Ungarn in Budapest, reich in Paris und gegen Belgien und Holland auf der schem Boden gerüstet sein. Bei den Schwimmprüfungz waren Zeiten von 28 Sebunden für 50 Meter keine tenheit, ein Beweis für die Schnelligkeit unserer Wasee ballspieler. Das abschließende Wasserballspiel endete dem klaren Seg der Berliner. Nach einer rung von 4:1 lautete das Endergebnis: 7:3 für Bet Kummer(Weißensee 96) und Möves(Spandau 04) Fer neten sich besonders aus. Nachdem die amerikanischen Wimbledon=Sieger Budge — Mako erst kürzlich die Ueberlegenheit der deutschen Tennisspieler von Cramm—Henkel anerkennen mußten, unterlagen sie jetzt in Adelaide auch dem neuen australischen Doppel Bromwich—Quist. Die Australier nutzten geschickt die Schwächen des kranken Budge aus und siegten 6:0, 2:6, 7:5, 6:2. Sie brachten damit ihr Land im Länderkampf gegen USA mit 2:0 in Führung. Deutsche Rodelmeisterschaften. Alle Titel fielen an die Geschwister Tietze. Die Stellung, die Christel und Rudi Cranz im sport einnehmen, haben die Brückenberger Geschr Martin und Friedl Tietze bei den Rodlern inndrei deutschen Meisterschaftstitel haben sie sich am ende erkämpft. Regen zwang dazu, nach den beiden erst Läufen auf der Naturbahn von Brückenberg nach Krumhübel auf die Bobbahn überzusiedeln, wo am Sonntag restlichen Läufe durchgeführt wurden. Die 1350 m laKunstbahn wurde nach jedem Durchgang in den Kulausgebessert. Die Deutsche und Schlesische Meistersgim Einer=Rodel sicherte sich Europameister Martin De ganz überlegen mit einer Gesamtzeit von 7:08,3 Minun für vier Läufe vor Heinrich Breiter(Brückenberg). den Zweisitzern gingen Martin Tietze—Waidner berg) in 3:50,3 für die zwei Läufe als Sieger und aus dem schweren Kampf gegen die Bad Flinsberger —Kluge hervor. Den Triumph der Familie Tietze" vollständigte Friedl durch ihren Sieg bei den Frauen. 3 internationalen Seniorenläufe für Männer über 40 Ja endeten mit HDW=Erfolgen. Die Beteiligung an Meisterschaftsveranstaltung war sehr stark. 95 Mank, und 20 Frauen gingen über die Bahn. Der deutsche Eishockeymeister Berliner Schlittschuhg verteidigt seinen Titel in den am 17. Januar beging den Meisterrunden mit der Mannschaft: Kaufmar Jaenecke—Haffner; Trautmann—Ball—George; Aol Soldmann—Korff. Die Vorspiele der Berliner firden Nürnberg statt. I tungen art sp er am ging. gezeig so hod mehr bis au einer nicht und d so üb dende zum wurde notier längen Mit 9 kord der„ Stund diesem den in zurück Goel stellte Neuar vom zeugen war! Kilom D neben tilte den A endgü stend Küst sie als Wen Lager Neben ter H unter Tertil mit de geben grenze D vor d Küster terher Runde eine 1 vor B weit1 rauben läuft aus g vorspr diesem Stand 1. WalsRun Schmr Leuer rück: E gen, a verän Pützfe Runde Positi das 3 Fahre Kyjen Opfer Rund besten Schmi seinen Partn Hoffm ist der Schen härtes und b Ablau aufgil bildet aber noch si zweite 1. Punkt feld. S 7 Pu Punkt 11 Pu I. scheide ner, il nicht. Weng versud gering ganz allein der sch telstur sprung unter Anschl Vorte Kamp zum 1 bissen mann daß si scheide Punkt Spitze scheide in de Punkt des ül 1. Punkt zurü zurü rück: zurü ung. Ein Ronnen der al Schweiz indpokal un indpokal; n erpokal: utschland g der Gr 21. Zweif und zweitz 10. senrunde an e fter Meiste. al in Fran. g. und Er21. 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In der langen Reihe ihrer radsportlichen Veranstaltungen dürfte die Halle Münsterland noch nie einen derart spannenden und aufregenden Kampf erlebt haben, wie er am Samstag vor völlig ausverkauftem Hause in Szene ging. Denn was an diesem Abend von den Berufsfahrern gezeigt und geleistet wurde, übertraf bei weitem alle noch so hoch gespannten Erwartungen. Der Begriff einer nicht mehr zu überbietenden Leistungsgrenze wurde in diesem bis aufs Heißblut durchgeführten dreistündigen Kampf in einer Weise illusorisch gemacht, daß die Zuschauer einfach nicht mehr aus ihrem Begeisterungstaumel herauskamen und die Fahrer mit ihrem beifallsbezeugendem Dank nur so überschütteten. Zeitweise glich die Halle einem brodenden Hexenkessel, in dem auch der letzte Zuschauer bis zum Siedepunkt unter atemloser Spannung gehalten wurde. Und als die erste Runde, für die man 47,840 Klm. notierte, herum war, begannen Rekorde, denen man eine längere Lebensdauer geweissagt hatte, nur so zu purzeln. Mit 97,920 Klm. war nach zwei Stunden dem alten Rekord von Schön=Pellenaars. 1937 aufgestellt in der„Nacht“, das Lebenslicht ausgeblasen. Die zweite Stunde war auch die schnellste. 50,080 Klm. wurden in diesem Zeitabschnitt— ebenfalls ein neuer Rekord— von den in tollem Tempo durch die Kurven hetzenden Fahrern zurückgelegt. Nach drei Stunden erlebte auch der von Goebel=Wals in einem Dreistundenrennen aufgestellte Rekord von 142,320 Klm. eine überaus beachtliche Neuauflage. Um fast 5 Klm. waren diesmal die Ritter vom Pedal auch im Gesamtergebnis schneller. Der überzeugendste Beweis aber für die Schnelligkeit des Rennens war die Stundendurchschnittsgeschwindigkeit von 49,067 Kilometer. Die geoße Ueberraschung dieses Rekordrennens waren neben Schmidt=Schenk in allererster Linie Tertilte=Wengler. Sie lieferten nach ihrem glänzenden Abschneiden in Dortmund nunmehr in Münster den endgültigen Beweis dafür, daß sie unstreitig zu den stärksten deutschen Mannschaften zählen. Und was ZimsKüster anbetrifft, so haben die Kölner— nicht einbezogen in diese Rechnung sind Kilian=Vopel und Goebelrigen— gerade in diesem Rennen einsehen müssen, daß sie als Favoriten nicht mehr allein sind. Mit Tertilte, Wengler und Schmidt meldet der Nachwuchs im Lager der Berufsfahrer unmißverständlich seine Rechte an. Neben diesen jungen und talentierten Fahrern haben weiter Hoffmann=Pützfeld ihre aufstrebende Form unter Beweis gestellt, so daß auch dieser Mannschaft, wie Tertilte, Wengler und Schmidt nunmehr gute Verträge mit dem Ausland sicher sein sollten, die ihnen Gelegenheit geben würden, ihr Können auch außerhalb der Reichsgrenzen eindrucksvoll zu beweisen. Der Verlauf des Rennens. Die 14. Minute bringt den ersten Vorstoß. Kurz bevor die Glocke die ersten Temporunden ankündigt, geht Küster ab. Wie der Wind ist Wengler mit Tertilte hinterher. Aber der Bielefelder gibt sich nicht mit einer Runde zufrieden, er setzt den Vorstoß fort, und schon ist eine ungemein scharfe Jagd im Gange. Das Haus rast vor Begeisterung. Wie der Blitz schießt plötzlich Wals weit vor. Schmidt=Schenk hängen sich an. In atemberaubender, hart und unerbittlich umkämpfter Jagd verläuft so die erste Stunde, in der sich die Kölner durch überaus geschicktes und taktisch kluges Fahren einen Rundenvorsprung vor den übrigen Mannschaften sichern. Zu diesem Zeitpunkt verkündet das Renngericht folgenden Stand: 1. Zims=Küster, 13 Punkte: 1 Runde zuruck: 2. Wals=Boeyen, 14 P.; 3. Tertilte=Wengler, 13 P.; 2 Runden zuruck: 4. Hoffmann=Pützfeld, 5 P.; 5. Schmidt=Schenk, 0 P.; 3 Runden zuruck: 6. ArentsLeuer, 17 P.; 7. Ehmer=unda, 2 P.; 4 Runden zuruck: 8. Kyjewski=Diederichs, 3 Punkte. Es ist noch keine Minute der zweiten Stunde vergangen, als die weiter anhaltende Jagd den Stand dauernd verändert. Zims=Küster, Tertilte=Wengler, HoffmannPützfeld und Schmidt=Schenk bleiben am aktivsten. Diese Runden werden schwer erkämpft. Nicht einmal arten die Positionskämpfe in Rundenspielerei aus. Im Gegenteil, das Tempo wird noch schärfer, immer toller hetzen die Fahrer durch die Kurven. Ehmer=Funda, Arents=Leuer, Kyjewski=Diederichs und auch Wals=Boeyen sind die Opfer dieses unaufhörlichen Jagens. Mit zeitweilig vier Runden im Rückstand halten sich die Berliner wohl am besten. In der Führung wechseln sich Zims=Küster und Schmidt=Schenk zeitweilig ab. Als aber Tertilte mit seinem überraschend gut auf ihn eingespielten Bielefelder Partner mit schneller Kraft und Ausdauer durchtritt und Hoffmann=Pützfeld ebenso geschickt sich anzuhängen wissen, ist der Rundenvorsprung von Zims=Küster und SchmidtSchenk wieder dahin. Beide Mannschaften schließen trotz härtester Gegenwehr der Kölner in unvergleichlich schöner und begeisternder Fahrt auf. Wals verliert dann kurz vor Ablauf der zweiten Stunde seinen Partner Boeyen, der aufgibt. Mit Heide, der bisher als Ersatzmann fuhr, bildet er für kurze Zeit eine neue Mannschaft, gibt dann aber selbst ebenfalls wegen Erschöpfung auf, so daß nur noch sieben Mannschaften im Rennen sind, die sich nach der zweiten Stunde wie folgt auf die Plätze verteilen: 1. Zims=Küster, 28 Punkte; 2. Tertilte=Wengler, 24 Punkte; 3. Schmidt=Schenk, 12 Punkte; 4. Hoffmann=Pützfeld, 9 Punkte; 5 Runden zuruck: 5. Ehmer=Funda, 7 Punkte: 6 Runden zurück: 6. Arents=Leuer, 20 Punkte; 7 Runden zurüa: 7. Kyjewski=Diederichs, 11 Punkte. In dieser Reihenfolge geht es in die letzte und entscheidende Stunde. Mit aller Gewalt versuchen die Kölner, ihre lästigen Konkurrenten abzuschütteln. Es gelingt nicht. Immer wieder heftet sich das rote Trikot TertilteWengler an das rasende Hinterrad der Rheinländer. Sie versuchen es noch einmal. Der Punktevorsprung ist zu gering. Es muß schon eine Runde hinzukommen, will man ganz sicher gehen. Die Aussichten, die restlichen Punkte allein zu gewinnen, sind bei der gleich starken Fahrweise der schärfsten Rivalen nur sehr schwach. Eine ganze Viertelstunde jagen Zims=Küster. Es blappt nicht, der Vorsprung wird immer kleiner, und schließlich stellt Wengler unter Aufbietung seiner letzten Kraft mit Tertilte den Anschluß wieder her. Der Versuch, die Jagd zu ihrem Vorteil fortzusetzen, mißlingt ebenso nach rundenlangem Kampf. Als Letzte wagen es Hoffmann=Pützfeld. Bis zum Umfallen, fast 15 Minuten lang, verteidigen sie verbissen ihren kleinen Vorsprung. Umsonst, die drei Spitzenmannschaften beweisen in diesem zermürbenden Kampf, daß sie sich nichts nachstehen. Die Schlußwertungen entscheiden das Rennen in der gleichen Reihenfolge, die Punkte werden fast gleichmäßig verteilt, so daß sich in der Spitzengruppe nichts ändert. Lediglich Schmidt=Schenk scheiden aus der Spitzenposition durch einen Rundenverlust in der voraufgegangenen langen Jagd aus. Jeweils 13 Punkte trennen die Sieger von dem Zweiten und Dritten des überaus spannenden Rennens. Es ergab sich folgender Schlußstand: 1. Zims=Küster 55 Punkte; 2. Tertilte=Schmidt, 42 Punkte; 3. Hoffmann=Pützfeld, 29 Punkte; 1 Runde zurück: 4. Schmidt=Schenk, 12 Punkte; 2 Runden zurück: 5. Ehmer=Funda, 17 Punkte; 3 Runden zuruck: Krewski=Diederichs, 19 Punkte; 11 Runden zurück; 7. Arents=Leuer, 22 Punkte, Der Nachwuchs meldet seine Forderungen an. Hasselberg=Schorn auf dem 3. Im 2=Stunden=Mannschaftsfahren der Amateure mußten die Sieger von Köln, Hasselberg=Schorn, eine klare Niederlage einstecken. Der Sieg von Mertens=Kurzawa war insofern sehr vom Glück begünstagt, als die Zweiten des Rennens, Wenning=Müller. nur mit drei Punkten Abstand durch das Ziel gingen und infolge eines bösen Sturzes von Müller lediglich eine der letzten 5 Wertungen mitfahren konnten. Nur vier Punkte wären für den Sieg der Münsteraner erforderlich gewesen. Neuartig war die Wertung bei diesem Rennen. Für jede gewonnene Runde gab es 20 Punkte, die am Schluß des Rennens mit den Punkten aus den Wertungen und Temporunden verrechnet wurden. HasselbergSchorn und Smits=Kropmann enttäuschten nach ihren Kölner Leistungen etwas. Ihre Versuche, in der letzten halben Stunde das Rennen durch einen Rundengewinn doch zu ihren Gunsten zu entscheiden, scheiterten an der Aufmerksamkeit der Dortmunder und Münsteraner. Eine glänzende Fahrweise legte Aymanns an den Tag. Er war der weitaus stärkste Fahrer des Feldes, hatte aber in dem Münsteraner Niermann einen überaus schwachen und unaufmerksamen Partner, so daß der Krefelder, dessen eigentlicher Partner Zwartepoorte ausgeblieben war, um seine berechtigten Hoffnungen gebracht wurde und noch vor Ablauf des Rennens enttäuscht aufgab. In den zwei Stunden wurden 88 Kilometer zurückgelegt. Das Ergebnis: 1. Mertens=Kurzawa, 2 Punkte; 1 Runde zurück: 2. Wenning=Müller, 19 Punkte; 3. Hasselberg=Schorn, 5 Punkte: 2 Runden zurück: 4. Gibken=Oberquelle, 8 Punkte; 4 Runden zuruck: 5. Smits=Kropmann, 18 Punkte; 6. Alberty=Glanemann, 7 Punkte. 18. Sechstagesieg von Kilian-Dopel. Die Dortmunder Rennfahrer Gustav Kilian und Heinz Vopel setzten ihren Siegeszug in den amerikanischen Sechstagerennen fort und gewannen in Cleveland bereits zum 18. Male auf amerikanischem Boden. Gleichzeitig glückte den in USA so beliebten Westfalen damit der neunte Sieg in ununterbrochener Reihenfolge. Hinter ihnen belegten diesmal in Abwesenheit der Franzosen Ignat/Diot die auch in Deutschland bestens bekannten Amerikaner Walthour/Croßley mit Rundenrückstand den zweiten Platz. und verließ als Sieger mit 2:0 den Platz. TuS Milspe konnte Hemer 08 nur bnapp mit 3:2 niederhalten. Mit dem 4:1=Sieg von Union Haspe über Sportring Gevelsberg konnten sich die Hasper auf den vierten Tabellenplatz vorarbeiten. Für VfL Schwerte ist die Abstiegsgefahr noch nicht beseitigt, wenn auch über SV Herdringen ein knapper 1:0=Sieg erkämpft wurde. Die Spiele in der Bezirksklasse Gelsenkirchen: Ueberraschend konnte der Spitzenreiter Gelsenguß Gelsenkirchen gegen Westfalia Buer nur ein 1:1=Unentschieden erzwingen. Der Werksmannschaft hart auf den Fersen ist Union Gelsenkirchen. Die Union=Mannschaft erledigte ihren WidersacherVsB Bottrop knapp mit 2:1. Die Bottroper konnten erst nach dem Wechsel einen Treffer aufholen. Ein weiteres 2:1=Resultat gab es in der Begegnung Delog Rotthausen gegen BV 12 Gelsenkirchen. Für BV 12 Gelsenkirchen ist damit der Abstieg in die nächste Nähe gerückt. In den beiden restlichen Spielen gab es jedesmal ein Unentschieden, und zwar trennten sich Sportfreunde Gladbeck und VfB Börnig mit 1:1 und SV Erle 08— Schwarzgelb Gladbeck mit 2:2. In der Reihenfolge der Gruppe Gelsenkirchen hat sich nichts geändert. Gelsenguß Gelsenk. Union Gelsenkirchen VfB Bottrop VfB Börnig Schw.=Gelb Gladbeck Sportfr. Gladbeck Delog Rotthausen SV Erle 08 Westfalia Buer BV 12 Gelsenkirchen Westfalia Buer— Gelsenguß Gelsenkirchen 1:1. Sportfreunde Gladbeck— VfB Börnig 1:1. BV 12 Gelsenkirchen— Delog Rotthausen 1:2. SV Erle 08— Schwarz=Gelb Gladbeck 2:2. VfB Bottrop— Union Gelsenkirchen 1:2. Bochum: In den fünf Spielen der Gruppe erzielte die Sportgemeinschaft Wattenscheid mit 7:0 über den SC Dahlhausen den größten Erfolg. Die Wattenscheider führen damit weiter in der Tabelle. Auf den zweiten Platz hat sich MBV Linden vorgeschoben. Die Lindener bezwangen Witten 07 mit 5:2. Witten 92 erfocht über Polizei Bochum einen 3:1=Sieg. Für die Polizisten ist jede Aussicht geschwunden, den Anschluß nach oben zu bekommen, sie werden wohl in den sauren Apfel des Abstiegs beißen müssen. Preußen Bochum kam über die TG Ehrenfeld nur zu einem knappen 2:1=Erfolg. Im Bochumer Ortstreffen Tus Bochum gegen Westfalia Bochum war Westfalia mit 1:0 glücklicher Sieger. Sportgem. Wattenscheid— SC Dahlhausen 7:0. Witten 92— Polizei Bochum 3:1. Preußen Bochum— TG Ehrenfeld 2:1. MBV Linden— Witten 07 5:2. VfL Geseke— SuS Herford 7:0. Union Herford— VfI Paderborn 1:3. SpVg Beckum— Borussia Lippstadt 2:1. SV Neuhaus— SpVg Gütersloh 2:2. SpVg Schildesche— VfB Bielefeld 5:2. Arminia Bielefeld— Teutonia Lippstadt 3:2. Dortmund: In der Dortmunder Gruppe interessiert im Augenblick die Abstiegsfrage mehr als die Gruppenmeisterschaft. Die einzelnen„Todes“=Kandidaten geben sich die größte Mühe, am Ende der Tabelle wegzukommen. Klarheit besteht noch nicht, so daß wiemand freiwillig oder leichtfertig auf einen Punkt verzichtet. Gestern verlor SpSp. Ahlen in Dortmund gegen Alsmannia 0:3, Union Recklinghausen gegen Sportfreunde 0:2 und SC Unna gegen SC Hörde 0:2. Dagegen gewann VfL Altenbögge gegen BV Brambauer 2:1 und Sportgemeinschaft Mengede spielte gegen Tbd Eickel 1:1. Sportfreunde Dortmund— Union Recklinghausen 2:0. Alemannia Dortmund— SuS Ahlen 3:0. Sportgem. Mengede— TB Eickel 1:1. Hörder SC— SC Unna 08 2:0. Sauerlond: Die fünf Spiele endeten mit Siegen der Platzvereine. Der Spitzenführer FC Schwelm 06 bezog im Spiel gegen Menden 09 eine 2:4=Niederlage. Ebenfalls DSC Hagen konnte sein Spiel gegen Hagen 72 nicht zum Siege gestalten. Hagen 72 kam in jeder Halbzeit zu einem Erfolg VfL Schwerte— SV Herdringen 1:0. TuS Milspe— Hemer 08 3:2. Hagen 72— DSC Hagen 2:0. Union Haspe— Sportring Gevelsberg 4:1. Menden 09— FC Schwelm 66 4:2. Siegerland: In der Gruppe Siegerland führen die Sportfreunde Siegen weiter die Tabelle an. Das Treffen gegen Altenseelbach entschieden die Siegener mit 6:1 für sich. Der Zusammenbruch der Altenseelbacher Mannschaft kam erst in der zweiten Halbzeit. Bis zur Pause stand die Begegnung immr noch 1:1. SuS Eiringhausen konnte sich mit einem 5:2=Sieg über SpVg Klafeld=Geisweid weiter auf dem zweiten Tabellenplatz festigen. SV Lüdenscheid=Höh mußte auf eigenem Platz von der Spielvereinigung Olpe eine 2:1=Niederlage entgegennehmen. Im letzten Treffen dieser Gruppe war VfB Weidenau über den SV Jahn Werdohl mit 3:0 siegreich. Vereine BC Sportfr. Siegen TuS Eiringhausen SpVg Klafeld=Geisw. SpVg Olpe SV Altenseelbach VfB Weidenau RSV Lüdenscheid=Höh RSV Eiserfeld SV Jahn Werdohl BC Sportfreunde Siegen VfB Weidenau— SV Jahn Werdohl 3:0. TuS Eiringhausen— SV Klafeld=Geisweid 5:2. SV Lüdenscheid=Höh— SpVg Olpe 1:2. SV Altenseelbach 6:1. h. v. Allmen- Rudi Cranz 398: 399 Punkten. Bei den Lauberhorn=Skiwettkämpfen hatte Rudi Cranz einen schweren Strauß mit dem Arlberger Willy Walch und dem Schweizer Heinz von Allmen auszufechten. Auf dünner Neuschneedecke gewann der Schwarzwälder den Torlauf um zwei Sekunden gegen Walch und von Allmen, mußte sich aber in der Kombination um einen einzigen Punkt von dem Schweizer besiegen lassen. Kombinationssieger der Junioren war der ausgezeichnete Franzose Couttet.— Ergebnisse: Torlauf: 1. Rudi Cranz(Freiburg i. Br.) 127,2 Sek., 2. Willy Walch(Arlberg) 129,2 Sek., 3. Heinz von Allmen (Wengen) 129,4 Sek., 4. Eberhard Kneißl(Innsbruck) 131,2 Sek., 5. Willy Steuri(Scheideck) 141,8 Sek. Kombination: 1. Heinz von Allmen 398 P., 2. Rudi Cranz 399 P., 3. Willy Walch 406 P., 4. Eberhard Kneiß 410 P., 5. Willy Steuri 424 P. Bei der Internationalen Monte Carlo=Sternfahrt vom 25. bis 29. Januar ist BMW außer durch Linke, Schlößke und Herrmann, die in Palermo starten, noch durch die englischen Fahrer H. S. Aldington und A. S. Vane vertreten, die in einem Tourenwagen(Kabriolet) von Athen aus die Fahrt antreten. BMW wird bei der Winterkraftfahrzeugübung Falkenhausen, Müller und Krauß einsetzen. von Eissport in der Westfalenhalle. Ilse und Erik Pausin gesielen gut.— Der Nachwuchs hat viel gelernt Dortmund, 17. Januar. beschäftigt. VfL Geseke erfocht über SuS Herford mit 7:0 einen überraschend hohen Sieg. Herford rutschte auf den elften Platz der Tabelle und hat nun ernstlich zu kämpfen, um den Anschluß nicht zu verlieren. Arminia Bielefeld schlug mit 3:2 Teutonia Lippstadt aus dem Felde. Beim Seitenwechsel lag Arminia erst 1:0 in Front. Als weitere große Ueberraschung ist in der Mindener Gruppe der Sieg von SpVg Schildesche über VfB Bielefeld zu verbuchen. Die Spielvereinigung Schildesche hatte bis zur Pause schon einen Vorsprung von 4:0, den sie bis zum Schlußpfiff bis auf 5:2 halten konnte. Mit diesem Sieg schob sich Schildesche auf den sechsten Tabellenplatz vor. SV Neuhaus konnte das Treffen gegen die Spielvereinigung Güter.loh zu jeder Zeit offen halten. Mit einem Unentschieden von 2:2(1:1) trennten sich die Gegner. SpVg Beckum fertigte Borussia Lippstadt knapp mit 2:1 ab. In der Pause stand die Partie mit 1:1 noch unentschieden VfI Paderborn gestaltete seine Reise zur Union Herford mit 3:1 zu einem knappen, aber verdienten Sieg. Arminia Bielefeld Teutonia Lippstadt SpVg Beckum VfB Bielefeld SpVg Gütersloh SpVg Schildesche Union Herford VfI Paderborn Borussia Lippstadt VfL Geseke SuS Herford SV Neuhaus Das erste Auftreten der Geschwister Pausin aus Wien in der Westfalenhalle hatte, wie nicht anders zu erwarten war, bei den Freunden des Eiskunstlaufes großes Interesse gefunden; die Halle war ausverkauft, aus der näheren und weiteren Umgebung waren die Gäste mit Privatwagen und Omnibussen in solcher Zahl erschienen, daß sämtliche Parkplätze vor der Westfalenhalle wieder einmal dicht besetzt waren. Galt es doch, sich selbst ein Urteil zu bilden, zu vergleichen die Leistungen des Weltmeisterpaares Herber=Baier mit denen des Wiener Paars Pausin. Und wie die Wiener Geschwister gefeiert wurden! Die Tausende auf den Rängen und im Oval waren in bester Laune. Starken Beifall erhielten schon die Nachwuchsläufer für ihre hübschen Darbietungen und verbesserten Leistungen: Karl Waldeck, Ursula Zuleger, Heinz Egen und Gerda Fischer. Brausender Beifall belohnte Erik Pausin bei seinem hochklassigen Einzellaufen, und er nahm den Charakter stürwischer Ovationen an bei dem Kürlaufen der Geschwister Pausin. Diese liefen gestern in ganz großer Form und man kann es verstehen, daß sie damals schon beim Olympiakampf hinter unserem Weltmeisterpaar Baier=Herber knapp Zweite wurden. Inzwischen haben auch sie viel hinzugelernt. Erscheint das Laufen unseres Weltmeisterpaares Herber=Baier in strenger Folge, herb, beinahe bewußt gesucht, so darf man den Wienern nicht absprechen, daß auch bei ihnen die scheinbar zwanglose Folge der Figuren ein durchdachtes Gefüge mit fein ausgearbeiteten Uebergängen ist. Erik und Ilse Pausin laufen natürlich schwingt, leichtflüssig und geschmeidig; was sie vortragen ist ein Programm, dessen Schwierigkeiten mit natürlicher Grazie und bezaubernder Anmut überwunden werden. Dabei lassen sie sich ihre Musik nicht nach ihrem Laufen gestalten, sondern wählen sich die ihrem Programm am besten entsprechende Musik(Walzer von Johann Strauß bzw. Ziehrer) aus und suchen diese Musik laufend nachzugestalten. Das Publikum, das allein schon diese Musik gern hört, geht begeistert mit und macht sich keine Gedanken darum, ob die Grenzen der Effebthascherei und der Akrobatik erreicht oder überschritten sind. Was Erik, der jüngere Bruder, gestern mit seinem Schwesterchen Ilse, die ihr Abitur gemacht hat, alle„angestellt“ hat, wurde bisher auf dem Dortmunder Eis noch nicht geboten. Kurz: die Geschwister Pausin haben sehr gut gefallen, sie dürfen bald wiederkommen. Nordstern=Brüssel— Westfalen=Dortmuni 4:2 Eine Dortmunder Eishockeymannschaft stellte sich erstmals einem größeren Publikum und damit der Oeffentlichkeit vor. Gegner war eine Brüsseler Mannschaft. Beide Manschaften zeigten gute Ansätze; nach längerem Zusammenspiel wird eine geschlossenere Gesamtleistung von selbst einstellen. Das Spiel einzelner Spieler war noch zu langsam, vor dem Tore fehlte die Entschlossenheit, brach ein Flügelspieler durch und flankte, dann fehlte die Gegenseite usw. Immerhin gefiel auch das Hockeyspiel, die große Masse hatte ordentlich Spaß, so oft sie feststellen mußte, daß es gar nicht so leicht ist, die Scheibe in den Kasten zu dirigieren. Das Ergebwis war 4:2(2:0, 3:1, 4:2) für Nordstern Brüssel. Divianne Hultén Berufslüuferin. Die schwedische Eiskunstläuferin Vivianne Hultén ist nun doch, wie Gerüchte schon seit Monaten ankündigten nach Meldungen schwedischer Blätter Berufsläuferin geworden. Sie soll anstelle der Amerikanerin Marbel Vinson in der Eisrevue„Lustige Schlittschuhe" in Newyork, St. Louis und weiteren amerikanischen Städten die Hauptrolle für eine Gage von 12 000 Dollar übernehmen. Im Frühjahr wird die Schwedin in England bei Eissportfesten für ein Wochengehalt von 160 Pfund auftreten. Anschließend, so lauten die Pläne, wird sie nach Hollnwood übersiedeln. 16 Eishockey=Nationen in Prag. Auch Deutschland meldete. Mit einer Rekordbeteiligung können die EishockeyWelt= und Europameisterschaften vom 11. bis 20. Februar in Prag aufwarten, ließen sich doch nicht weniger als 16 Nationen einschreiben, darunter auch Deutschland. Außer Deutschland sind es im einzelnen England, Frankreich, Holland, Italien, Lettland, Norwegen, Oesterreich, Polen, Rumänien, Schweden, die Schweiz, die Tschechoslowakei, Ungarn sowie Kanada und USA aus Uebersee. Bezirksklasse Münster. Borussia zwingt Rheine 09 erbarmungslos nieder. Spielvereinigungs Abstieg kaum abzuwenden.- Hüls wieder komplett. Münster os hat nur noch geringe Chancen.- Schützenfest in Münster. + Münster, 16. Januar. Bis auf das Spiel in Gronau gab es am heutigen Spielsonntag überaus hohe Ergebnisse, die für die Klärung von außerordentlich weittragender Bedeutung wurden. Das höchste Ergebnis war beim Tabellenführer fällig, der für seine im ersten Spiel erlittene unerwartete Niederlage empfindliche Revanche nahm und darüber hinaus seine Absicht, auch in diesem Jahre den Meister der Bezirksklasse Münster abgeben zu wollen, nachdrücklichst und mit aller Entschiedenheit durch das selten hohe und im bisherigen Spielverlauf höchste Spielergebnis zum Ausdruck brachte. Es sieht auch nicht mehr danach aus, daß den Preußen der Weg zur Meisterschaft noch verlegt werden könnte. Am ehesten wäre dazu schon Borussia Rheine in der Lage, die nach der überaus hohen Niederlage der 08er in Hüls nunmehr sicher vor der Mannschaft vom Drostebusch in Münster liegt. Mit einem Punkt Abstand haben sich die Borussen durch ihre schönen und glänzenden Erfolge in den letzten Kämpfen bis zum Tabellenführer heraufgearbeitet. Nur ein gänzliches Versagen könnte die Münsteraner in den kommenden Spielen noch in Gefahr bringen. Völlig außerhalb aller Möglichkeiten— im Fußball gibt es deren bekanntlich viele— liegt aber die Gefahr eines Abgleitens der Münsteraner bestimmt nicht. Man denke nur an den noch ausstehenden Ortskampf und die Reise nach Rheine, die immer noch nicht so ganz ohne Gefahren ist. Aber auch Borussia hat noch überaus schwere Kämpfe auszutragen. Dazu gehört in erster Linie die Begegnung mit dem Tabellenführer selbst, der aber diesmal die unbestreitbaren Vorteile des heimischen Geländes besitzt. Dieser Kampf dürfte vielleicht die entscheidende Wendung bedeuten und den Meister feststellen lassen. Man darf jedenfalls darauf gespannt sein, ob die Borussen auch weiterhin bei den Punktegewinnern sind. Es lohnt sich für sie jedenfalls; denn ungeschoren kommt auch in diesem Jahre so leicht keiner der Bezirksklassenvereine weg, auch nicht Preußen Münster als Tabellenführer. Für Münster 08 ist die Niederlage in Hüls nur sehr schwer zu überwinden, da nunmehr nicht allein der Ortsrivale, sondern auch noch Borussia Rheine Luft bekommen hat. Zwar hat man ein Spiel weniger ausgetragen als die Rheiner Borussen, aber auch bei voller Punktausbeute in den nächsten Kämpfen langt es noch nicht dazu, die Borussen wieder zu verdrängen, falls diese weiter erfolgreich bleiben sollten, da sie auch relativ um einen Punkt besser im Rennen liegen. Es ist vielmehr die Gefahr eines weiteren Abgleitens gegeben, falls auch Erkenschwick= was nicht so ohne weiteres von der Hand zu weisen ist, die nächsten Spiele nur auf der Gutseite verbucht. Es gibt noch mehrere Möglichkeiten, die der augenblicklichen und noch zu erwartenden Situation gerecht werden könnten. Jedenfalls steht fest, daß die endgültige Platzzuweisung noch ganz und gar aussteht. So hat auch Vorwärts Gronau noch Chancen, seinen derzeitigen Tabellenplatz zu verbessern. Zumindest werden die Grenzler einen guten Mittelplatz am Ende der Spiele beanspruchen können, Am Tabellenende hat sich nunmehr die Lage für Titania Essel und Rheine 09 sehr zugespitzt. Für beide Vereine bestehen nur noch sehr geringe Hoffnungen, den Verbleib in der Bezirksklasse zu sichern. Relativ gesehen, liegt der Neuling noch um einen Punkt besser im Rennen als Rheine 09. Diese Tatsache dürfte den Abstieg der Spielvereinigung am wahrscheinlichsten erscheinen lassen. Lediglich Niederlagen des nun auch in Gefahr schwebenden BV Rheine könnten einem der augenblicklichen Abstiegskandidaten die Abstiegssorgen evtl. noch im letzten Augenblick nehmen. minuten. Rabeneck erhöhte dann auf 3:0, und kurz darauf brachte ein schönes Zusammenspiel zwischen Robeneck und Rabeneck den vierten Erfolg, der den Sieg bereits bei der Pause sicherstellte und eine unvermeidliche hohe Niederlage schon bei der Pause erhoffen ließ. Es kam auch so, wie es die meisten Zuschauer erwartet hatten. Preußens Läuferreihe ließ den Gegner überhaupt nicht an den Ball. Durch kurze Flachpässe, genaues und schnelles Ab= und Zuspiel beherrschten Voß, Althoff und Dittert den Mittelraum. Mal wurde der linke Flüglestürmer, mal der Rechtsaußen eingesetzt. Ohne irgendwelchen Halt zu finden, wanderte der Ball von den Außen zur Mitte. Hier wurde nicht lange mit dem Torschuß gezögert. In der 5. Minute ist es Rabeneck, der einen von Althoff sehr geschickt über die Köpfe der Verteidigung vor das Tor gegebenen Strafstoß mit dem rechten Fuß verlängert und in die rechte Torecke hebt. 2 Minuten später sieht eine Vorlage von Robeneck den Mittelstürmer Thiemann auf den Posten. Der Torwart hat gar keine Gelegenheit, einzugreifen. Unhaltbar sitzt Nr. 7. Mehr und mehr wird der Gegner von den Adlerträgern deklassiert. Es klappt wie am Schnürchen in der gesamten Gastgeberelf, nicht einer, der ausfällt. Essel hat den Kampf aufgesteckt. Man versucht es nun mit unfairen Mitteln. Zwei Herausstellungen sind die Folge dieser üblen Handlungen des rechten Läufers und Halbrechten. Vorher hatten Zink, Thiemann und Rabeneck auf ausgezeichnete Vorlagen von Rechtsaußen hin noch auf 10:0 erhöht. Für die restlichen Treffer zeichnete ebenfalls Rabeneck nach vorbildlichem Zusammspiel mit dem sich gut auf Rechtsaußen sich einfügenden Robeneck verantwortlich. Abgesehen von 2—3 Abseitstoren übersah der Schiedsrichter in der letzten Hälfte nichts und verhinderte durch energisches Pfeifen unangenehme Zwischenfälle. Preußen hat den Sieg auch in dieser Höhe verdient, man war weit eine Klasse besser und reifer in der gesamten Spielauffassung. SuS Hüls— Münster 08 5:0(3:0). Was SuS mit kompletter Mannschaft zu leisten imstande ist, mußten die Münsteraner in diesem Spiel erfahren. Das Wiedermitwirken von Kurdis und der anderen Spieler machte sich sofort zu Beginn in stärkstem Maße bemerkbar. Die Münsteraner wurden völlig in ihre Spielhälfte zurückgedrängt und kamen nur in gelegentlichen Vorstößen zur Geltung. Die Mannschaft an sich enttäuschte keineswegs, sondern bot eine durchaus einheitliche Leistung. Lediglich dem Volleinsatz und ausgezeichneten Stürmerspiel der Hülser könnten es die Gäste verdanken, daß sie nicht so stark zur Geltung kamen und streckenweise fast ausschließlich auf die Verteidigung beschränkt blieben. Bereits nach wenigen Minuten brachte ein Handelfmeter den Platzherren durch ihren Halbrechten Metzinski den Führungstreffer ein. Kurz darauf war Mittelstürmer Klose zweimal erfolgreich und stellte das Halbzeit ergebnis her. Ein weiterer Elfmeter für Hüls wurde verschossen. Nach dem Pausenwechsel kamen die Gäste besser zur Geltung, aber auch die Verteidigung der Hülser zeigte sich überraschend von der besten Seite und konnte immer klären. Ein Tor von Kurdis und kurz vorher ein Volltreffer des Rechtsaußen besiegelten vollends die Niederlage der Gäste. Borussia Rheine— Rheine 09 5:1(1:1). Lediglich dem ausgezeichnet leitenden Schiedsrichter war es zu verdanken, daß der Kampf nicht ganz ausartete, da streckenweise eine völlig unnötige Härte ins Spiel gebracht wurde, von der die Borussen letztlich profitierten. Gegen ihr ausgesuchtes und durchgeklügeltes Stürmerspiel standen die hilflosen 09=Stürmer auf verlorenem Posten. Es wollte und wollte nicht in der Elf der Spielvereinigung klappen. Im ersten Abschnitt konnte man noch so ziemlich die Waage halten, sogar durch Verwandlung eines Strafelfmeters, den Kluck verursacht hatte und der Mittelstürmer des Gastes unhaltbar verwandelte, in Führung gehen. Aber noch 10 Minuten vor dem Wechsel glückte den Platzherren der Ausgleich, für den Schnippe verantwortlich zeichnete. Dann schraubte Wolf, der diesmal auf Halbrechts spielte, das Ergebnis auf 2:1. Schnippe erhöhte anschließend auf 3:1. Bei diesem Stande erhielten die Borussen einen Strafstoß zugesprochen, der von Kampschnieder im Sofortschuß verwandelt wurde. 3 Minuten vor Schluß fiel der fünfte und letzte Treffer durch Elsenheimer. Die Borussen zeigten das weitaus reifere und technisch schönere Spiel und waren in jeder Spielphase ihrem Gegenüber glatt überlegen. Vorwärts Gronau— BV Rheine 2:1(0:1). Gronau versuchte es im ersten Abschnitt mit einer Umstellung. Sie bewährte sich keineswegs und ließ dem Gegner, der mit einer glänzenden Leistung aufwartete, zu viel Raum. Nach dem Wechsel spielte man wieder in der alten Aufstellung, es plappte sofort entschieden besser. Trotzdem war eine stellenweise starke Ueberlegenheit der Rheiner nicht zu verkennen, so daß ein Unentschieden dem Spielverlauf weitaus besser entsprochen haben würde. Der Gast ging auch durch seinen Linksaußen nach 10 Minuten in Führung. Hätte man es nun verstanden, die zahlreichen Chancen, die sich hin und wieder boten, besser auszunützen, wäre den Gästen eine sichere 2:0=Halbzeitführung, die den Spielausgang wesentlich anders beeinflußt haben würde, nicht zu nehmen gewesen. Nach dem Wechsel fiel dann für Gronau in der 8. Minute durch den linken Läufer im Nachschuß der Ausgleich und 15 Minuten vor Schluß der Siegestreffer durch Kasprowiak in der Mitte, der eine gute Paßvorlage aufnahm und ohne zu zögern einschoß. Kreisklassen Münster. 2 3 2 2 5 7 6 10 9 45:10 40:24 33:22 28:21 27:29 25:33 17:27 24:43 14:44 19:5 18:8 15:9 14:8 12:12 11:15 8:16 8:20 7:19 Preußen Münster— Titania Essel 12:0(4:0). Ehe den Gästen aus Essel die Spielweise der münsterischen Preußen überhaupt klar geworden war, lagen die Gastgeber bereits mit zwei Toren des Halbrechten Zink in Führung. Und das trotz einem sehr heftigen Gegenwind, der den Preußen nichts anzuhaben schien. Nach diesem unverhofft schnellen Erfolgen hatten die Gäste einige sehr gute Gelegenheiten. Sie wurden aber nicht genützt und kehrten dann bis zum Ablauf der regulären Spielzeit nicht mehr wieder. Denn von nun an diktierten die Münsteraner ganz überlegen das Spiel. Die ausgezeichnete Arbeit der beiden Flügelstürmer schuf vor dem Gästetor immer beängstigende Szenen. Alleroings war die Verteidigung des Gastes sehr schwach und bot den überaus schnellen Preußenstürmern wenig oder fast gar keinen Widerstand. Einen weiten Abschlag sah man nicht einmal während der gesamten 90 SpielGreven überwindet das Hindernis in Münster Westfalia Ahlen strauchelt.— Relativ führt Tus Alarmbereitschaft in Warendorf. + Münster, 16. Januar. Das überraschendste Ergebnis meldet die Ahlener Westfalia aus Neubeckum, wo sich der einstige haushohe Fanorit und nunmehrige Tabellendritte mit zwei Toren um zwei wichtige Punkte bringen ließ, die seine weitere Anwartschaft auf den Meistertitel sehr fraglich erscheinen lassen. Neubeckum war für die Ahlener stets eine gefährliche und nur schwer zu umschiffende Klippe. Genug war man gewarnt durch die vorjährigen Ergebnisse und Resultate aus den vorherigen Pokalspielen. Und das, was einige Pessimisten vorauszusagen gewagt hatten, traf dann auch wirklich ein. Die Niederlage ist recht bös für Westfalia nud schraubt ihre Aussichten sehr herunter. Selbst Westfalen=Jahn Münster, die im Augenblick den vierten Tabellenplatz einnehmen, liegt noch um einen Punkt relativ besser im Rennen und hat bessere Aussichten, noch einmal wieder entscheidend in den Gang der Dinge eingreifen zu können. Weitere Schlappen der Westfalen dürfen schon nicht mehr vorkommen, will man sich noch weiter Hoffnungen, machen. Eine weitere Ueberraschung war die glatte Niederlage der münsterischen Turner gegen den Tabellenführer Greven 09. Der Spielverlauf dagegen verriet, daß das Ende doch härter umkämpft war, als man es dem Ergebnis nach annehmen mußt. Grevens Stellung hat sich nach diesem entscheidenden Gewinn doch um vieles verbessert. Die größte Gefahr droht den Emsländern nun von Tus Hiltrup, die bereits jetzt mit Genugtuung den relativen Vorsprung von einem Punkt gegenüber dem Tabellenführer aufzuweisen haben und auch durchaus Fußball im Nordmünsterland. Emsdetten sichert sich die ersten Punkte. Die zweite Serie begann. in der Lage sein sollten, diesen nüchternen Betrachtungen die Tat folgen zu lassen. Als zweitnächster Konkurrent wird Greven auch weiterhin die münsterischen Turner im Auge behalten. Dagegen kommt Oelde nach der heutigen hohen Niederlage für den Endkampf wohl kaum noch in Frage. Auch sonst fehlt dieser Mannschaft doch das entscheidende Etwas, das diese Ansprüche rechtfertigen könnte. Ueberraschende Aenderungen haben sich nach dem Ausscheiden von Germ. Ahlen, die von der Gestapo aufgelöst wurde, am Tabellenende ergeben. Sollten nach diesem Abtritt der 11. Mannschaft doch noch zwei Vereine absteigen müssen, würde auch hier wie an der Tabellenspitze noch ein bitteres Ringen um die Punkte einsetzen. Vorerst gilt es aber, die Entscheidung der Fußballinstanz abzuwarten, die auch noch darüber zu befinden hat, was mit den Punkten aus den bereits ausgetragenen Spielen zu geschehen hat. Als die beste Lösung erscheint uns trotz vieler gegenteiliger Auffassungen, die die Dinge durch die lokale Brille sehen, sämtliche Spiele sowohl der 1. als auch der 2. Serie zu anullieren, wie es auch bisher noch immer gehandhabt wurde. Die Spiele der 1. Serie zu werten, wäre zumindest ebenso ungerecht gegenüber den Vereinen, die sich in den Spielen der 2. Serie gegen die frühere Germania noch Vorteile errechnen konnten. Und umgekehrt ist es ebenso falsch, die Spiele der 2. Serie den Vereinen einfach gutzuschreiben, da bereits einige Spiele der 2. Serie ausgetragen worden sind. Die vernichtende Niederlage der Warendorfer gegen Post Münster hat nun für den Warendorfer Spielverein höchste Alarmbereitschaft angeordnet. Lediglich gegenüber Neubeckum besitzt man im Augenblick die schwache Hoffnung, den Platz noch verbessern zukönnen. Es gilt, alle Kräfte zusammenzunehmen, um dem drohenden Verhängnis zu entgehen. Das sollte auch durchaus möglich sein. Denn es gibt bestimmt noch Vereine, die weitaus schlechtere Leistungen aufzuweisen haben als gerade der + Münster, 16. Januar. Die auf den 16. Januar angesetzte Fortsetzung der Meisterschaftsspiele konnte nicht zum vollen Programm durchgeführt werden. Das schlechte Wetter des ersten Pokalspielsonntags hatte dieser Planung einen Strich durch die Rechnung gemacht. Eine Reihe von Pokalspielen des Nordmünsterlandes mußte nachgeholt werden, so daß nur zwei Mannschaften der ersten Kreisklasse des Nordmünsterlandes den Meisterschaftskampf der zweiten Serie aufnahmen. Emsdetten führte sich gut ein und sicherte sich die ersten Punkte dieses entscheidenden Abschnittes. Zur Belohnung erhalten die Emsdettener auch gleich einen besseren Platz, den es nun in der Folgezeit zu verteidigen gilt. Der Unterlegene war die Gronauer Vereinigung, die damit ihr Minuskonto bedenklich belastet, aber deswegen noch nicht allen Mut zu verlieren braucht. Das Pluskonto ist nicht ganz so aussichtslos und bis zum Ende der Spielzeit sind noch manche Sonntage, die eine fühlbare und auch rettende Aufbesserung bringen können und sicherlich auch bringen werden. Concordia Gronau— Sp.=Vgg. Emsdetten 1:5. bessere Ende für sich behielt. Von ConcordiaGrongu wurden zwei Spieler herausgestellt. Emsdetten sicherte sich durch einen klaren Torvorsprung einen überlegenen Sieg. Pokalspiele wurden nachgeholt. Im Nordmünsterland wurden die am letzten Sonntag dem schlechten Wetter zum Opfer gefallenen Pokalspiele heute nachgeholt. Es ging auch heute nicht ganz ohne Ueberraschungen ab. Der Lokalkampf in Rheine zwischen den Preußen und VfL ging trotz zweimaliger Verlängerung unentschieden aus, so daß das Los entschied. Die Preußen waren die glücklicheren, die nun für die nächste Runde startberechtigt sind. Etwas überraschend kommt die Niederlage Ibbenbürens, der sich Grünweiß Bevergern beugen mußte. Einen bösen Reinfall erlebte Borussia Emsdetten, die von Teuto Riesenbeck auf eigenem Platz haushoch geschlagen wurde. In die nächste Runde der Pokalkämpfe kommen nach den heutigen Spielen: Teuto Riesenbeck, FC Metelen, Sportfreunde Burgsteinfurt, Sportfreunde Gellendorf, Grünweiß Bevergern, Union Burgsteinfurt und Preußen Rheine. Besonders stolz wird man in Burgsteinfurt sein, wo beide Mannschaften sich durch die erste Runde kämpften. Es wird interessant sein zu verfolgen, wer von beiden am längsten standhalten wird. Das Spiel zeigte ganz den Charakter eines hart umstrittenen Punktekampfes, bei dem allerdings der Gast über die besseren Nerven verfügte und daher auch das Ergebnisse: Preußen Rheine— VfL Rheine 2:2(0:2). SS Neuenkirchen— Union Burgsteinfurt 3:4(2:2). Grünweiß Bevergern— SV Ibbenbüren 6:3(3:2). Bor. Emsdetten— Teuto Riesenbeck 2:8(2:4). FC Metelen VfL Epe 5:3(2:0). Sportfr. Burgsteinfurt— SV Mesum 4:2(2:1). Reichsbahn Rheine— Sportfr. Gellendorf 2:4(2:2). Geich zu Anfang wurde der Halblinke von Jahn verletzt und konnte nur noch als Statist für die Folge mitwirken. Schon nach wenigen Minuten gehen die Münsteraner durch ihren Mittelstürmer Ontrup in Führung. Kurz darauf fällt der Ausgleich durch Puke, der auch für die restlichen drei Treffer allein zeichnet. Nach weiteren 10 Spielminuten ergibt sich aus einem schönen Zusammenspiel des Grevener Sturmes eine weitere Möglichkeit für den Mittelstürmer, um den zweiten Treffer markieren zu können. Unhaltbar landet der schöne Kopfball im Netz. Eine Minute vor der Pause fällt der dritte Erfolg. Nach dem Wechsel drängen die Platzherren mit aller Macht. Sie liegen auch beängstigend oft im Strafraum des Gegners, wo aber die Grevener Verteidigung mit eisernem Besen dazwischenfährt und für dauernde Reinigung sorgt. Bei einer dieser Drangperioden erhält dann Puke freistehend im Mittelfeld den Ball, bricht durch und stellt mit wunderschönem Schuß das Endergebnis her. das vielleicht nicht in dieser Höhe dem Spielverlauf entspricht, ansonsten aber durchaus in der Ordnung war. Pech. Hinzu kam, daß sich der Gastgeber in einer aus gezeichneten Form vorstellte. An den Erfolgen war de gesamte Sturm beteiligt. Der Reihe nach traten die Tore: Linksaußen, Rechtsaußen, Linksaußen, HalblinkMittelläufer, Rechtsaußen und Mittelstürmer. TuS Neubeckum— Westfalia Ahlen 4:2(3:1). Bereits nach 8 Minuten lagen die Gäste durch zwei schöne und blitzschnell erzielte Treffer des Rechtsgußen und Mittelstürmer der Platzherren mit 2:0 im Rückstand Dann kam Westfalia Ahlen auf und belagerte beäng. stigend das Tor der Gastgeber. Aber vor dem Tormann baute sich eine masive und zahlenmäßig starke Abwehr auf, die Erfolge einfach nicht zuließ. Ein Weitschuß des Halblinken Westfalias führte zum ersten und einzigen Gegentreffer. Auch nach dem Wechsel spielten die Gäste das technisch reifere und weitaus bessere Spiel, wiesen aber im Mannschaftsgefüge einige bedenkliche Schächen auf, die mangelnder Mannschaftsgeist hervorrief. In der 10. Minute gelang es, das dritte Gegentor, das der Gastgeber noch kurz vor dem Wechsel erzielt hatte, wieder durch einen Treffer des Halblinken, der eine Flanke des Rechtsaußen einköpfte, aufzuwiegen. Aber drei Minuten vor Schluß war Neubeckum glücklicher und konnte einFlanke des Linksaußen zum endgültigen Siegestreffer verwandeln. Post Münster— Oelde 8:1(3:0). Germania läßt Drensteinfurt laufen Numm BV Drensteinfurt Germania Münster MSV Münster SC Dyckburg SC Uppenberg Westfalia Kinderhaus Ems Westbevern Ras. Reckenfeld SC Münster 08 Res. SC Preußen 06 8 8 7 8 8 6 8 7 10 10 Luftwaffen=Sportverein 1 0 1 0 0 1 1 1 0 2 4 1 39:12 36:14 41:5 17:21 12:32 15:16 7:44 2:25 43:30 27:31 2:2 14:2 13:3 10:4 8:6 7:9 5:2 1:15 0:0 0:0 0:0 0:0 Ergebnisse: Westf. Kinderhau.s— Preuß. Münster Res. 5:1(2:1). SC Dyckburg— Münster 08 Res. 6:0(4:0). Das SC Uppenberg Ems Westbevern BV Drensteinfurt Germania Münster 4:4(1:4). MSV Münster 0:13(0:5). Luftw.=SV Münster 2:2(2: Em Harsewinkel gelährdet. Tus Hiltrup— SV. Warendorf 7:0(2:0). Die Warendorfer spielten keineswegs schlecht, hielten sich tapfer dabei, hatten aber mit ihren Aktionen immer In der 2. Kreisklasse Warendorf kamen sämtliche drei Spiele zum Austrag. Im ersten Kampf des Tages blieb Tus Harsewinkel überraschend gegen Germania Stromberg auf der Strecke. Zwar kam Harsewinkel für die Meisterschaft wohl kaum in Frage, aber ein Sieg hätte doch die Anwartschaft aufrecht erhalten. Sie ging nunmehr vorerst verloren und man wird sogar Mühe haben, den dritten Tabellenplatz gegen Stromberg zu halten. Vorerst ist es lediglich das bessere Torverhältnis, das ihnen diesen Platz noch einmal sicherte. Mit dem gleichen Ergebnis wie Harsewinkel, ebenfalls auf eigenem Platz, blieb der VfL Sassenberg gegen Westfalia Vorhelm geschlagen, das den Kampf um den letzten Tabelelnplatz zwar nach Punkten, aber nicht nach Torverhältnis entscheiden konnte. Das ist bei Sassenberg noch etwas besser, so daß erst die nächsten Spiele näheren Aufschluß darüber geben werden, wer für den Abstieg in Frage kommt. SuS Ennigerloh TV Sendenhorst Tus Harsewinkel Germania Stromberg Tus Freckenhorst VfL Sassenberg Westfalia Vorhelm SV Beckum Res. Tus Harsewinkel— Germania Stromberg 2:3(0:2). Westfalia Vorhelm 2:3(1:2). 7 6 7 7 7 7 7 8 6 4 3 3 2 0 1 3 1 1 2 2 0 3 1 1 0 1 2 2 5 4 5 4 32:6 38:12 21:16 13:19 13:25 11:31 13:32 21:21 13:1 9:3 8:6 8:6 4:10 3:11 3:11 VfL Sassenberg Handball. Bezirksklasse Recklinghausen. Tus Haltern hält sich dabei. Der Fi littag 11, Stojadi ten in Berl längere Ministerpr minister d teilnahmen Anschlie und Reichs slawischen dann die 3 slawischen Schon 1 sterpräsiden genossen in regierung Wachregim ten angetre Pünktli seiner Beg außenminis sandte in kanzlers 1 beim Eint das Gewel mischer Be den Gastd auf fuhr a raloberst C Abe TV Recklinghausen=Ost Westfalia Scherlebeck SV Herten Tus Haltern Viktoria Recklinghausen SV Röllinghausen Recklinghausen 1863 77:34 38:50 35:31 43:23 19:21 27:59 27:49 14:2 10:8 10:6 9:5 7:7 2:12 2:14 Ergebnisse: Tus Haltern— VTB Recklinghausen 7:2. Recklinghausen=Ost— TB Röllinghausen 11:4 Westfalia Scherlebeck— SV Herten 3:5. Zu El Stojadinor heute eine Stojadinor Begleitung schen Gesa minister, Y tes, der Gem Bezirksklasse Münster. Coesfeld schlägt Post. In der münsterischen Gruppe überrascht der glatte und unerwartet hohe Sieg der Reichsbahner aus Coesfeld. Im Spiel der 1. Serie lautete die Partie 4:0 zugunsten der Münsteraner. Coesfeld hat damit weitere Aussicht, doch noch vom vorletzten Tabellenplatz fortzukommen. Die Reichsbahner blieben erwartungsgemaß gegen Jahn Münster auf der Strecke. Allerdings wurde den Gästen das Siegen recht schwer gemacht. Die ohne Punktewertung teilnehmende 2. Mannschaft des Militärsportvereins siegte trotz ihrer mit 10 Spielern unvollständigen Mannschaft knapp mit 6:4 über TV Münster. Währei hatte der des Ausi Unterh Münster 08 Jahn Münster Post Münster Reichsbahn Münster Rasensport Coesfeld TV Münster 1862 Militär Münster II 5 4 3 3 2 1 2 63:39 43:17 39:38 41:39 34:62 39:64 8:11 Ergebnisse: Reichsbahn Münster— Jahn Münster 2:5(0:4). Rasensport Coesfeld— Post Münster 9:4(4:2). Bezirksklasse Emsland. Concordia Gronau von Vorwärts geschlagen. In der emsländischen Gruppe überrascht die Niederlage des Tabellenführers Concordia Gronau, die ihm vom Ortsrivalen Vorwärts reichlich hoch serviertwurde. Die Meisterschaftsfrage und auch die Abstiegsfrage sind dadurch wieder offener geworden. Die Rheiner Soldaten enttäuschten diesmal nach der angenehmen Seite und blieben sicher über Sparta Nordhorn erfolgreich. Concordia Gronau MSV Lingen MSV Rheine Rheine 09 Sparta Nordhorn Vorwärts Gronau VfL Schüttorf 48:42 49:47 51:57 69:39 46:55 53:55 28:49 Ergebnisse: Vorwärts Gronau— Concordia Gronau 6:3. MSV Rheine— Sparta Nordhorn 5:2. Schüttorf— Lingen(vorher abgesagt). Am Soni Herren d „Flederm Reichsjus dent Dr. Reichsmin Gesandte