Amtliches Organ für den Kreis Ahaus. 54. Jahrgang. Geschäftsstelle in Gronau: Gebr. Lensing, Verlagsanstalt GmbH., Bahnhofstraße 2, Fernsprecher Nr. 260. Bankkonten: Kreis= und Stadtsparkasse Ahaus, Gewerbebank Ahaus und Städt. Sparkasse Gronau i. W. Anzeigenpreise: das 1spaltige Millimeter für die Zenozeitung 10 Pfg., für die Kreiszeitung für den Kreis Ahaus 3 Pfennig. Rabatt nach Tarif. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 10. 8. 34 gültig. Verlag: Gebr. Lensing, Verlagsanstalt G. m. b. H., Zweigniederlassung Ahaus. Erscheint täglich. Bezugspreis monatlich durch Boten 2,10 Mk., durch die Post 2,20 Mk.(ohne Bestellgeld). Schriftleitung und Geschäftsstelle in Ahaus: van=Delden=Straße 8. Telegr.Adresse: Kreiszeitung Ahaus i. W. Fernruf Nr. 450. Postschließfach 65. Postscheck=Konto: Hannover 22739. nachtsich geseihen bis ich die te spän auch chtsfest nd LeZaut, auf alten in dieBräuche ilischen t. Nur e. am Dazu en zur er Urhlen ir Er= B vom eiligen ht auf Osnastnacht er erlächsten rts die ife des 1 Teckin der winChristis vor Lärm Felde haben Licht B. ist indurch ganze nbrote, he drei i Neue Tage ch zum soviel ng des erichtet rauche, ber in Weihin der us der n und büschel, 1 feierKäume, uß der Donnerstag, den 27. Dezember 1934 Die Wehrmacht einziger Waffen trüger der Nation." § Mexiko==Stadt, 26. Dezember. Das am Freitag mittag in La Paz(Niederkalifornien) nach Mazatlan gestartete Verkehrsflugzeug mit sechs Insassen, darunter ein Säugling, mußte notlanden und wurde am Sonnabend von einem Suchflugzeug 135 km von Mazatlan entfernt auf dem Meer treibend gesehen. Es wurde ihm ein Autopneu zugeworfen. Die Schiffbrüchigen hatten den Motor abmontiert, um das Gewicht des Flugzeuges zu erleichtern. Ein später nochmals aufgestiegenes Flugzeug und Hilfsschiffe fanden keine Spur mehr von der havarierten Maschine, die anscheinend untergegangen ist. Die verunglückte Maschine war ein mit Schwimmern versehenes Landflugzeug. Einiges aus der ausländischen Märchensammlung über deutsche Aufrüstung. Eine Unterredung mit dem Reichswehrminister. DNB Berlin, 26. Dezember. Der Berliner Chefkorrespondent der„Associated Preß“, Lochner, hatte eine Unterredung mit dem Reichsvehrminister Generaloberst von Blomberg. über die u wie folgt berichtet: Reichswehrminister Generaloberst von Blomberg emping mich in seinem freundlichen Arbeitszimmer am lipitzufer zu einer etwa eineinhalbstündigen freimütigen Unterhaltung. Auf meine erste Frage über die deutsche Rüsungslage erklärte Generaloberst von Blomberg: zu einer solchen Auskunft bin ich natürlich nicht befugt. Eine Antwort auf diese rein politische Frage kann ich hnen als Fachminister nicht geben. Das liegt allein in der Hand des Führers und Reichskanzlers.“ „Gestatten Sie, Herr Reichsminister, daß ich Ihnen akläre, wie ich zu dieser Frage kam“ entgegnete „Wiestehtes aber mit der SA, der SSund dem Arbeitsdienst?“ fragte ich.„Sollen diese nicht Schulen zur Bildung des Charakters sein?“ „Das sind sie zweifellos,“ antwortete der Minister lebhaft.„Diese drei Organisationen der nationalsozialistischen Bewegung werden natürlich das hauptsachliche Reservoir bilden, aus welchem die Wehrmacht sich ergänzen kann. Jede dieser Organisationen hat ihre spezielle Funktion, die außerhalb der des Waffenträgers liegt. Sie werden unsere Arbeit insofern erleichtern, als ihre Angehörigen bereits gewohnt sein werden. Gehorsam, Disziplin, Ordnung und Kameradschaft zu pflegen. Soldaten aber sind sie erst dann, wenn sie im Heer ausgebildet sind. Der Dienst in der Wehrmacht des Volkes wird alle Unterschiede ausgleichen, die heute zwischen diesen Organisationen bestehen.“ Zum Schluß drückte ich dem Minister meinen Glückwunsch zu seiner Wiedergenesung aus. Der Minister entgegnete:„Vielen Dank. Wie Sie sehen, bin ich wieder gänzlich hergestellt. Als jedoch während meiner Krankeit unser Führer mich zweimal besuchte, wurde ich naturlich totgesaagt von jenen Herrschaften, die immer einen sechsten Sinn zu haben scheinen. Manche meinten, mein Ende sei kurz bevorstehend, was schon dadurch bewiesen sei, daß Adolf Hitler mir eine Art Abschiedsbesuch gemacht habe. Manche wieder wußten genau, daß ich demnächst demissionieren werde und daß die Besuche des Reichskanzlers den Zweck hatten, mit mir die Modalitäten zu vereinbaren. Wie Sie jedoch sehen, bin ich wieder wie üblich an meinem Arbeitstisch.“ Wagnersaal zu einem gemeinsamen Mittagessen eingeladen hatte und die anschließend von ihm beschenkt wurden. Es waren Stunden herzlichster Kameradschaft und unlösbarer Schicksalsverbundenheit, die jedem Teilnehmer unvergeßlich bleiben werden. Obergruppenführer Brückner und Gauleiter Adolf Wagner hatten alles auf's Beste hergerichtet, und die alten Kämpfer waren voller Stolz und Jubel, den Führer am Heiligen Abend in ihrem engsten Kreise zu sehen. Im Laufe der Weihnachtsfeier richtete der Führer an die alten Kämpfer eine herzliche, kurze, tief zu Herzen gehende Ansprache, in der er immer wieder unterbrochen wurde durch minutenlangen Jubel. Immer wieder klang aus der Rede das hervor, was in den langen Jahren des Kampfes die Bewegung groß gemacht hat und was nun heute Deutschland groß machen wird: unbeugsamer Wille, Kraftbewußtsein und unbeirrbares Weiterschreiten auf dem bisherigen Wege. mit berechtigten Stolz auf Opfermut und Hilfsbereitschaft unserer Volksgenossen heute sagen: Zu dieser Weihnacht und in diesem Winter läßt Deutschland keines seiner Kinder hungern und frieren. In einer Begeisterung ohne Beispiel haben alle Deutschen dafür gesorgt, daß die ärgste Not überall gebannt ist und ohne die Frage:„Was waret Ihr früher?“, wird jeder Deutsche bedacht, der in der neuen Volksgemeinschaft lebt und dessen Kraft allein nicht ausreicht, den Daseinskampf zu bestehen. Dieselben Kinder, die noch vor 3 Jahren in Hetzdemonstrationen gepreßt wurden gegen Glaube, Volkund Nation für ein bolschewistisches Chaos, sie nehmen heute dankbar ihr Weihnachtsgeschenk aus der Hand derjenigen, die ihnen einst als ihre Feinde gezeigt wurden. Hunderttausende, ja Millionen deutscher Arbeiter und Arbeiterinnen, die früher ihre schwer erworbenen Groschen für die Idee einer internationalen Klassengemeinschaft hingaben, opfern diese heute für einen tatfrohen, immer hilfsbereiten Sozialismus, der eine Nation umschließt. Aus einem neuen Werden, das der Führer in Deutschland hervorgerufen hat, ist ein neues Sein geworden, das er heute leitet. Und dieses neue Sein findet an diesem Abend seinen schönsten Ausdruck darin, daß es ein neues Gefühl im deutschen Herzen geschaffen hat. Dann gab der Stellvertreter des Führers in großen Zügen den Auslandsdeutschen ein Bild dieser Heimat. In einigen Ziffern umriß er die Erfolge des Winterhilfswerks, des Autobahnbaues, der Bekämpfung der Arbeitslosiakeit, der Maßnahmen zur Hebung der Volksgesundheit und der Geburtenziffer und schilderte die schönen Erfolge der nationalsozialistischen Organisation„Kraft durch Freude“. In einem Gesamtbild übermittelte er den Auslandsdeutschen den Eindruck, den die Heimat heute auf sie machen würde.„Ich wünschte nur, sagte Rudolf Heß, daß alle Deutschen draußen das neue Deutschland sehen könnten. Am Widerhall, den der neue Idealismus in den Herzen der Jugend gefunden hat, kann die Welt lernen, daß der Nationalsozialist nicht :: München, 26. Dezember. Der Stellvertreter des Führers Rudolf Heß hielt wie im vergangenen Jahre auch am diesjährigen Heiligen Abend eine Weihnachtsansprache, die insbesondere den auslandsdeutschen Volksgenossen galt. Er betonte einleitend, daß es für ihn das schönste Geschenk sei, die Herzen des deutschen Vaterlandes verbinden zu dürfen mit den Herzen all derer, die auf deutscher Erde das deutscheste all unserer Feste feiern können. Für uns Deutsche umschließt dieser Heilige Abend Heimat und Gott. Soviel Heimat, Friede und Heimatliebe gehört zur deutschen Weihnacht, daß wir alle dieses Fest wahrhaft glücklich nur in der Heimat erleben. Voller Dank gegen ein gütiges Schicksal, das in den letzten 2 Jahren über Deutschland waltet, können wir ch.„Es vergeht wohl kaum eine Woche, ohne das unser Berliner Büro eine Anfrage über die deutsche Rüstungslage aus unserer Zentrale in Newyork erhält. Ich habe mmer zurückgedrahtet, ich sei kein Spion; ich könne nur über öffentlich bekannte Tatsachen auf militärischem Gebiet berichten. Mein Generaldirektor, Kent Cooper, hrieb mir kürzlich, er billige meinen Standpunkt voll und ganz. Er und ich würden uns natürlich sehr freuen, venn wir autoritative Antworten erhalten könnten. Dars General von Blomberg nickte mit dem Kopfe. Ich sog wahllos hervor: Jene Nachricht von der angeblichen FabriDNB München, 26. Dezember. Wie in den ganzen letzten Jahren, so verbrachte der Führer auch am Heiligen Abend des Jahres 1934 einige Zeit im Kreise von mehr als 1000 der ältesten Münchener SA= und SS=Männern, die er in den großen teiner die nase Vorrm als verden. dieser und die Christdie bowestfäwenn Sürischen Angeregenheiten, day wis es aten neuen sauch nur den Versuch zu machen, den offensichtlichen Unuchtum in liegt at, des Stützen d. daß Volksstaatdes Ministers.„Wissen Sie,“ meinte er,„wir lesen täglich so viele absurde Behauptungen über unsere miliäärischen Angelegenheiten, daß wir es uns versagt haben, zu machen, den offensichtlichen Uninn, der den meisten dieser Behauptungen zugrunde liegt, zu dementieren. Nehmen wir z. B. die Behaupung, daß wir im Geheimen Flugzeuge aus dem Ausland hereinschmuggeln. Die Franzosen wissen genau so wie wir, daß die amerikanischen Flugzeuge mit zu den besten der Welt gehören. Die Fransosen haben selbst eine Anzahl„Musterexemplare“ vershiedener amerikanischer Typen erworben. Warum? Weil sie diese Typen auszuprobieren wünschen, um festzustellen, ob evtl. Verhandlungen mit den Konstrukteuren gepflogen werden sollen zur Erwerbung einer Fabrilationslizens. Weder schmuggeln wir im Geheimen ameriwieder freilassen mußte. Im letzten Augenblick kamen fünf weitere Zollbeamte im Auto ihrem Kollegen zu Hilfe. Diese machten sofort von der Schußwaffe Gebrauch. Zunächst gelang es ihnen, die Angreifer zurückzudrängen. Diese wurden aber von der Bevölkerung von Gastel unterstützt und gingen abermals zum Angriff über. Die Beamten mußten sich zurückziehen und ihren Kraftwagen im Stich lassen, der von der Menge zetstört wurde. Plötzlich tauchten neue Gendarmen auf, die aus ihren Karabinern ganze Salven abgaben, worauf die Schmuggler endlich in wilder Flucht davonliefen. Acht Schmuagler blieben mit schweren Schußverletzungen liegen und wurden als Polizeigefangene in ein Krankenhaus überführt. Unterwegs erlag einer von ihnen seinen Verletzungen. Der Zustand von zwei weiteren ist besorgniserregend. Ein Toter und sieben Schwerverletzte. DNB Amsterdam, 26. Dezember. Bei der Ortschaft Gastel an der holländisch=belgischen Grenze kam es in der Nacht zum Mittwoch zu einer wilden Schießerei zwischen holländischen Zollbeamten und Schmugglern. Ein Zollbeamter entdeckte auf einem Patrouillengang einen Schmugglertrupp, der bei seinem Herannahen die Flucht ergriff. Der Beamte konnte einen der Schmuggler einholen und festnehmen. Als die übrigen Schmuggler merkten, daß der Beamte allein war, kehrten sie wieder zurück. Sie umzingelten ihn von allen Seiten und bewarfen ihn mit Steinen, so daß er seinen Häftling schlechthin die politische Macht in Deutschland erobert hat, sondern daß der Führer die Herzen gewann. Kein Sieg der Waffen kann so groß sein wie ihn ein Volk aus so tiefem Sturz in so kurzer Zeit zu dem gemacht worden, was er heute ist.“ Ich weiß so gut wie Ihr, das die Angehörigen anderer Nationen voller Achtung und Bewunderung, ja teilweise auch mit einem gewissen Neid auf das neue Deutschland und seinen Führer sehen— wenn sie es auch nicht immer zugeben möchten, und ihre Bewunderung oft hinter Verleumdung und Lüge verbergen. Es ist verständlich, daß viele in der Weltes wirklich lieber sähen, Deutschland wäre das Deutschland zwischen 1918 und dem Januar 1933 geblieben. Das Deutschland, welches sich jedem Befehl der übrigen Welt und jedem Diktat, auch wenn es noch so erniedrigend und tödlich wäre, beugt.— Das Deutschland des Parteihaders, das Deutschland der Jubelnder Empfang der soartrenen Deutschamerikaner eitung natblatil dautsche suagen Dienstzeit. Sie werden mich nicht für unbescheiden halten, wenn ich behaupte, daß wir wirklich stolz sein können auf das Verteidigungsinstrument, das sich aus unserem kleinen Berufsheer entwickelt hat. Indem ich mich für die allgemeine Wehrpflicht ausspreche, wünsche sch keineswegs etwas gegen die Leistung des bisherigen Berufsheeres zu sagen. Im begenteil. Wenn Deutschland auch nur an Eroberungen oder sogar an Kriege dächte, so erkläre ich als Fachmann öhnen offen, daß eine Armee, die sich aus Berufssoldaten mit langjähriger Dienstverpflichtung zusammensetzt, für diese Zwecke besser ist, als ein Heer von kurzdienenden Militärpflichtigen. Auf technischem Gebiet schreitet die Entwicklung so rasch in diesem Maschinenzeitalter fort, daß eine kleinere Anzahl von Männern, die jedoch durch viele Jahre hindurch ausgebildet worden sind, besser ist als eine große Masse von nur kurz Ausgebildeten. Unsere deutsche Auffassung über das Militär ist jedoch eine ganz andere. Wir sehen in ihm nicht ein Instrument des Angriffs und der Eroberung, sondern eine hohe Schule zur Bildung des Charakters. Alles jenes, was für sich der Nationalsozialismus einsetzt— der Geist der Einigkeit, des Gehorsams, der Disziplin, des Zusammenwirkens, der Kameradschaft— alles dies ist und war stets ein wesentlicher Bestandteil der deutschen Wehrmacht. Wir wünschen, daß jeder diensttäugliche Deutsche diese Schule für die Entwicklung des Charakters durchmache." vonsen an ontonirleb. berngede uea. 6 Liier lomele: Kreise fassen ertion tung! Tausende und aber Tausende bereiteten in Saarbrücken den ersten 350 Saardeutschen aus Süd= und Nordamerika einen überwältigenden Empfang. Unser Bild zeigt die Ankunft des Sonderzuges aus Bremen in Saarbrücken. 1 auch dem klug gewordenen Igel nicht verübeln, wenn er es vorzieht, wirkungsvolle Abwehrstacheln zu besitzen. Es ist bestimmt besser für den Frieden zwischen Fuchs und Igel. Denn der Friede könnte sonst gar zu leicht gestört werden, schon allein, wenn etwa ein Fuchs von inneren Schmerzen sich abzulenken suchte durch ein reizvolles Spiel mit dem stachellosen Igel, das für diesen recht peinlicher Natur sein kann. Ich will im übrigen nicht behaupten, daß sämtliche Mitglieder der Liga der Nationen Füchse sind, ebensowenig wie Deutschland etwa ein Igel ist. Und damit verlasse ich die Fabel. Heute weiß es die Welt, und maßgebende Politiker anderer Völker haben dies erkannt, daß dem Führer allein es zu verdanken ist, wenn im letzten Jahr der europäische Frieden erhalten wurde, als dieser mehrfach schwer bedroht war. Seine vorsichtige Hand und seine die Atmosphäre entspannenden Verlautbarungen haben ihn als Staatsmann von weltpolitischer Bedeutung gezeigt. Als wirklicher Staatsmann bewies er sich auch in seinem Verhalten Frankreich gegenüber, in seinen ehrlichen Bemühungen, zu Besserungen des deutsch=französischen Verhältnisses beizutragen. Als Folge konnten bereits praktische Wege in diesem Bemühen beschritten werden, die in der Deutschlandreise der Führer der französischen Frontsoldaten und in ihrem Empfang durch Adolf Hitler zum Ausdruck kamen. Ich bin überzeugt, daß der Frontkämpfer Hitler nicht vergeblich mit den französischen Frontkämpfern sprach. Denn beide Teile kennen den Krieg und lieben daher den Frieden. Als Ergebnis des Verhaltens des Führers seinerseits und des rechtlichen Denkens der derzeitigen französischen Regierung andererseits werden die Deutschen der Saar am 13. Januar in das Reich zurückkehren. Die Wiedervereinigung der Saar mit Deutschland bedeutet einen weiteren Schritt zur Sicherung des europäischen Friedens. Unter einem Kanzler des Friedens ist es leicht, eine Rede in der Weihnacht, in der Nacht des Friedens zu halten. Rudolf Heß schloß seine Ansprache mit einem Dank an den Führer.„Wir wissen, wenn abermals Weihnacht ist in Deutschland, können wir wiederum stolz, glücklich und dankbar sein, Adolf Hitler zum Führer zu haben. Ihm werden wir danken, daß die Kinder eines friedlichen Deutschland auch dann in Frieden singen werden von einer stillen, heiligen Nacht. Weihnachtsamnestie in Oesterreich. DNB Wien. 26. Dezember. Amtlich wird mitgeteilt: Die Bundesregierung hat ine große Zahl von Personen aus dem Konzentrationslager Wöllersdorf entlassen. In ähnlicher Weise wurde auch bezüglich der wegen der FebruarEreignisse in gerichtlicher Untersuchung stehenden minderbeteiligten Personen vorgegangen. Es wurden bereits die Strafverfahren gegen rund 2000 Minderbeteiligte im Gnadenwege eingestellt und bis Neujahr dürften die Verfahren gegen die restlichen 1000 Minderbeteiligten voraussichtlich ebenfalls eingestellt werden. Die am Juliputsch minderbeteiligten Personen sind, soweit sie in Wöllersdorf waren, zum großen Teil entlassen worden. Ueberdies wurde aus Anlaß der alljährlichen Weihnachtsbegnadigungen in diesem Jahre diese Aktion auch auf politische Delikte ausgedehnt und zwar so, daß sich die Zahl der Begnadigten gegenüber dem Vorjahr auf das Doppelte erhöhte. Bei diesen Personen handelt es sich um schwerer Belastete, die sich bereits in Strafhaft befanden Es wurde insgesamt 300 Personen der Strafrest erlassen. Darunter befanden sich 170 wegen politischer Delikte Bestrafte, von diesen wieder waren 93 an den Februar=Unruhen und 77 am Juli=Putsch beteiligt. Wegen der Beteiligung am Juliputsch wurden 5609 Personen zur Zwangsarbeit in Wöllersdorf angehalten. Hiervon wurden bereits 4800 Personen auf freien Fuß gesetzt. Von den in Wöllersdorf internierten Nationalsozialisten, die nicht im Zusammenhang mit dem Juliputschversuch, sondern aus Anlaß anderer strafbarer Handlungen dorthin gebracht wurden, wurden seit dem Höchststand am 23. Dezember mit 843 Angehaltenen bisher 720 entlassen. Das Konzentrationslager Wöllersdorf hat nunmehr gegenüber dem Höchststand von 5230 Personen einen Stand von rund 740 Angehaltenen. Auch in Tirol wurde die Weihnachtsamnestie für politische Häftlinge weitgehend durchgeführt. Von den 100 Nationalsozialisten, vier Sozialdemokraten und zwolf Kommunisten aus Tirol, die sich Mitte Dezember noch in politischer Haft oder in Anhaltelagern befanden, wurde der größte Teil auf freien Fuß gesetzt. Unter den Freigelassenen befindet sich auch der frühere stellvertretende nationalsozialistische Gauleiter von Tirol und Vorarlberg, Rechtsanwalt Dr. Egon Denz, der am 25. Juli verhaftet und später ins Anhaltelager übergeführt wurde. Der Burgenländische Landtag hat ein außerordentlich bedeutsames Gesetz beschlossen. Mit dem 31. Januar werden auf Grund dieses Gesetzes die bestehenden Staatsvolksschulen aufgelassen und den Konfessionen oder Ortsgemeinden übergeben. Damit ist das Burgenland das erste Bundesland, das das im Konkordat verankerte Prinzip der Konfessionsschule verwirklicht hat. Das Land wird die Personallasten der Schulen, die Ortsgemeinden den Sachaufwand tragen, weshalb die Einhebung einer neuen Landesumlage beschlossen wurde. die Verlustliste der österreichischen Exekutive. DNB Wien, 26. Dezember. Wie amtlich mitgeteilt wird, betragen nach jetzt abeschlossenen Ermittlungen die Verluste der Exeutive im Jahre 1934: Freiwilliges Schutzkorvs: 104 Tote, 222 Verletzte; Bundesheer: 52 Tote, 207 Verletzte; Polizei: 37 Tote, 196 Verletzte; Gendarmen: 24 Tote, 38 Verletzte; Zollwache: 2 Tote,— Verletzte. Insgesamt also betragen die Verluste bei den blutigen Ereignissen des Jahres 1934 auf Seiten der Exekutive 219 Tote und 663 Verletzte. Ein„Gehirntrust" in Japon :: Tokio, 26. Dezember. Amtlich wird mitgeteilt, daß in den Staatshaushalt von 1935/36 200 000 Yen für die Gründung und Unterhaltung eines„Rates für Staatspolitik“ eingesetzt wurden. Diesem Cremium wird in Tokioter politischen Kreisen die Bezeichnung„Gehirntrust" gegeben. Er soll aus 10 bis 15 führenden Politikern bestehen, die unabsetzbar sind und nicht mit dem Abtreten des Kabinetts wechseln, obgleich der Vorsitzende der jeweilige Ministerpräsident ist. Der Rat soll alle wichtigen Fragen der Außen= und der Militärpolitik Japans bearbeiten, soweit sie nicht unmittelbar dem Oberkommando der japanischen Armee unterstehen. Die Aufstellung der Stimmlisten abgeschlossen. Mitteilung der Abstimmungskommission. DNB Saarbrücken, 26. Dezember. Die Abstimmungskommission läßt der Presse eine Mitteilung zugehen, in der sie den Gemeindeausschüssen samt ihren Vorsitzenden und allen denjenigen, die zur Aufstellung der endgültigen Listen der Stimmberechtigten beigetragen haben, ihren Dank für die vorzügliche und objektive Arbeit ausspricht. In der Mitteilung heißt es weiter, daß nach öffentlichung der vorläufigen Listen und im Verlaufe des Einspruchsverfahrens sich herausgestellt hatte, daß in Saarbrücken=Stadt und in einer kleinen Anzahl anderer Bürgermeistereien die vorläufigen Listen Ungenauigkeiten zeigten. Die Kommission hat daher für Saarbrücken=Stadt eine besondere Maßnahme getroffen, um die Listen erneut zu überprüfen. Diese Arbeit wurde ausschließlich von neutralen Beamten ausgeführt, wobei sich zeigte, daß nach erfolgter Bereinigung der vorläufigen Listen durch das Einspruchsverfahren jetzt nur noch sehr wenige Fehler übrig geblieben sind, so daß schließlich von den von Amts wegen eingetragenen Personen nicht mehr als 1 v. H. Streichungen vorgenommen zu werden brauchten. Eine weitere Untersuchung über die Gründe der Fehler in den vorläufigen Listen hat erwiesen, daß diese durch die mangelhaften Unterlagen verursacht worden waren, die den Gemeindeausschüssen in SaarbrückenStadt und in anderen Bürgermeistereien zur Verfügung gestanden hatten. Es hat sich auch ergeben, daß diese Fehler rein technischer Art waren, und daß den Gemeindeausschüssen wegen der Fehler keinerlei Vorwürfe gemacht werden können. Die für das gesamte Saargebiet eingerichtete Zentralkartei hat weiter erwiesen, daß nach dem Einspruchsverfahren in den verschiedenen Bürgermeistereien weniger als 2000 Doppeleintragungen und andere Fehler vorgekommen sind, also für das gesamte Saargebiet einschließlich Saarbrücken=Stadt weniger als ½ v. H. Dieses Ergebnis der besonderen Kontrolle neben den Nachprüfungen, die in allen Abstimmungsbezirken stattgefunden haben, berechtigen jetzt zu der Feststellung, daß die endgültigen Listen der Stimmberechtigten den hohen Anforderungen entsprechen, und daß eine Genauigkeit erreicht ist, die über 99 v. H. liegt. Separatistische Hetze während der Feiertage. DNB Saarbrücken, 26. Dezember. In den Weihnachtsfeiertagen wurden unter Bruch des Burafriedens im Saargebiet im großen Umfang separatistische Hetzerzeugnisse verteilt, die in ihrer ganzen Aufmachung den der Deutschen Front angehörenden Zeitungen„Deutsche Front“ und„Saarbrücker Landeszeitung“ nachgemacht waren. Die Bevölkerung betrachtet die ganze Angelegenheit in erster Linie als kriminellen Fall und im übrigen als ein Zeichen dafür, daß die Separatisten sich und ihre Presse innerhalb der anständigen Bevölkerungskreise bereits zu stark diskreditiert sehen, um noch unter eigener Flagge das Hetzmaterial an den Mann bringen zu können. Londoner Einladung an Plondin und Loval. „Times" zu den Pariser Besprechungen Sir John Simons. £ London, 26. Dezember. In den Aeußerungen der Pariser Berichterstatter der Morgenpresse über die Begegnung, die Sir John Simon mit den französischen Staatsmännern hatte, wird zugegeben, daß bei einer Aussprache, die nicht länger als zwei Stunden dauerte, wenig mehr als ein allgemein gehaltener Ueberblick über die außenpolitische Lage in Europa möglich war, und daß von Beschlüssen oder auch nur von eingehender Behandlung eines der durchgesprochenen Probleme keine Rede sein konnte. Indessen glaubt der Pariser„Times“=Korrespondent, daß die Frage der deutschen Aufrüstung den Hauptgegenstand gebildet habe. Der Berichterstatter spricht von der neuesten Entwicklung der britischen Politik in diesem Falle, die auf allmähliche Schließung der durch die französische Note vom 7. April geschaffene Kluft abziele. Großbritannien und Frankreich seien sich jetzt einig darin, daß Abrüstung eine wesentliche Voraussetzung der Erhaltung des Friedenssei, daß einseitige Abrüstung nicht in Frage komme und daß Verminderung oder Begrenzung der Rüstungen nur durch ein System garantierter Sicherheit zustande gebracht werden könne. Beide wünschten ferner Deutschlands Rückkehr nach Genf, seien aber über die Methoden verschiedener Meinung. Frankreich sei nach wie vor gegen die Anerkennung der deutschen Rüstung und sei nicht geneigt, den jetzigen Stand der deutschen Rüstung als Grundlage zu betrachten. Irgendwelche weiteren Schritte würden vorläufig kaum unternommen werden, da die Aufmerksamkeit Frankreichs völlig durch die Saarabstimmung und ihre politischen und wirtschaftlichen Probleme und durch die Vorbereitungen für die Romreise Lavals in Anspruch genommen sei. Die französische Regierung wünsche nicht, daß diese Frage durch eine Aufrollung des Abrüstungsproblem komplizierter würde. Was die Ostpaktfrage betreffe, so werde Deutschland binnen kurzem aufgefordert werden, sich über eine Stellungnahme zu entscheiden. Das Bewußtsein, daß Großbritanniens Standpunkt in dieser Frage sich mit dem Frankreichs decke, werde als Stärkung der Stellung Lavals bei den Verhandlungen betrachtet. Der französische Mitarbeiter des„Daily Telegraph“ berichtet, daß Sir John Simon Ministerpräsident Flandin und Außenminister Laval zu einem baldigen Besuch in London eingeladen habe. Der Korrespondent sagt, beide würden der Einladung gern Folge leisten, doch sei man in französischen Kreisen der Ansicht, daß vor dieser Reise die Saarabstimmung erledigt sein müsse. Voraussichtlich würden zu diesem Zeitpunkt auch die französisch-italienischen Verhandlungen soweit gediehen sein, daß sie nicht mehr soviel von Lavals Zeit in Anspruch nähmen. Natürlich werde diese kommende Aussprache zwischen Flandin, Laval und den britischen Ministern von den Fragen des Augenblicks beherrscht sein. Alles deute aber darauf hin, daß die Frage der Abrustungskonferenz wieder aufgeworfen werden würde. Der Korrespondent fügt hinzu, entgegen allen amtlichen Ableugnungen seien die Vorbereitungen zu einer Verlängerung der Militärdienstzeit in Frankreich vom nächsten Frühjahr ab in vollem Gange. Flug Amsterdam-Curacao. Pioniertat holländischer Flieger. DNB Amsterdam, 26. Dezember. Meldungen aus Willemstad, der Hauptstadt der Insel Curacao, zufolge ist dort am Samstag das holländische Flugzeug„Snip“ glatt gelandet. Dieses dreimotorige Fokker=Verkehrsflugzeug der Niederländischen Luftverkehrsgesellschaft war am 15. d. M. in Amsterdam zu einem ersten Flug nach Niederländisch=Westindien gestartet. Nach Zwischenlandungen in Casablanca und auf den Kap=Verdischen Inseln traf die „Snip“ am Donnerstag in Paramaribo(Surinam) ein. Von hier wurde am Samstag morgen der Weiterflug angetreten. Nach einer Zwischenlandung in La Guaira (Venezuela) wurde das Reiseziel, die Insel Curacao, erreicht. Der aus den Fliegern Hondong und van der Molen sowie je einem Bordfunker und Mechaniker bestehenden Besatzung sollte ursprünglich für ihre Pioniertat von der Bevölkerung Willemstads auf dem Flughafen ein begeisterter Empfang bereitet werden. Im Hinblick auf die„Uiver"=Katastrophe wurden aber alle Festlichkeiten abgesagt. Auf dem Flughafen beglückwünschte der Gouverneur die Flieger zu ihrer großen Leistung und teilte ihnen mit, daß die Königin die vier Mitglieder der Bemannung zum Ritter des Oranje=NassauOrdens ernannt habe. die Ursache der Uiver=Katastrophe. DNB Den Haag, 26. Dezember. Wie die Direktion der Niederländischen Luftverkehrsgesellschaft bekannt gibt, kann es nunmehr als feststehend gelten, daß die Vernichtung des Großflugzeugs„Uiver“ auf einen Blitzschlag zurückzuführen ist. Die Luftverkehrsgesellschaft hat heute von dem Piloten Geysendorffer, dem Kommandanten des mit einer holländischen Sachverständigenkommission nach Rutbah entsandten Flugzeugs„Leeuwerik“, ein ausführliches Telegramm erhalten, in dem die bisherigen Ergebnisse der Untersuchung nach dem Hergang und den Ursachen der Univer=Katastrophe mitgeteilt werden. Aus dem Bericht geht hervor, daß bei der verunglückten Maschine keinerlei Konstruktionsfehler festgestellt werden konnten. Zu dem Zeitpunkt, in dem der„Uiver“ von seinem Verhängnis ereilt wurde, muß sich die ganze Maschine in guter Verfassung befunden haben, während die Besatzung auch den richtigen Kurs nach Bagdad einhielt. Letzteres ergibt sich auch deutlich aus dem aufgefundenen Kompaß. Die Besatzung hatte auch allem Anschein nach keineswegs die Absicht, bei Rutbah eine Notlandung vorzunehmen, sodaß kein mißglücktes Landungsmanöver vorlieat. Als alleinige Ursache der Katastrophe muß der Blitzschlag angesehen werden. Der Blitz scheint beim Gepäckraum in die Maschine eingedrungen zu sein. Die Einschlagstelle wird dadurch gekennzeichnet, daß sie eine sehr starke Erhitzung aufweist und bei ihr eine Haspel weggebrannt wurde. Zwei Millionen koreanische Siedler für Mandschukuo. DNB Tokio, 26. Dezember. Die große Verwaltungsreform Mandschukuos ist nunmehr in Kraft getreten. Der Kolonialminister wird aus der Verwaltung ausscheiden. An seiner Stelle übernimmt Kriegsminister Hayaschi das Mandschuko=Büro im japanischen Kabinett. Zum ordentlichen Botschafter und Oberbefehlshaber in der Kwantung=Provinz wird Minami ernannt. Dem Reichstag, der heute feierlich eröffnet wurde, ist der Reorganisationsplan der Verwaltung Mandschukuos zugeleitet worden. Gleichzeitig wurde ihm der Haushalt unterbreitet, der u. a. eine zusatzliche Bauernhilfe und einen Selbstverwaltungsplan für Formosa vorsieht. Unter den weiteren Vorlagen befinden sich auch die Kündigung des Washingtoner Flottenvertrages, die Bildung eines staatspolitischen Ausschusses, genannt „Gehirntrust“, ein Ansiedlungsplan für zwei Millionen Koreaner in der Mandschurei, der im Verlauf von zehn Jahren durchgeführt werden soll, und die Schaffung einer neuen Abteilung im Auswärtigen Amt, die durch den planmäßigen Austausch von Professoren und Studenten mit anderen Ländern neue Verbindungen mit dem Ausland schaffen soll. Die Staatsschuld Japans beträgt 10 Milliarden Yen bei einem Zinsendienst von 400 Millionen. Der Gesamthaushalt balanciert mit 2 194 000 000 Yen. Revolution in Albanien? A Rom, 26. Dezember. Wie hier umlaufende Gerüchte wissen wollen, soll in Albanien eine Revolution ausgebrochen sein. Einer der Adjutanten des Königs Zogu soll einen Teil des albanischen Gebietes mit aufständischen Kräften besetzt halten Eine Bestätigung oder auch ein Dementi dieser Gerüchte ist im Augenblick in Rom nicht zu erlangen. Auch gelang es nicht, festzustellen, wie der Name des aufrührerischen Führers lautet. der Weihnachtstag- Arbeitstag in Mexiko. Enteignung der Kirchenkunstschätze. £ Mexiko=Stadt, 26. Dezember. Am Weihnachts=Heilig=Abend erfolgte die überraschende Mitteilung des mexikanischen Agrarministers, nach der der erste Weihnachtstag als Arbeitstag bestimmt wird. Späterhin ist diese Anordnung des Agrarministers auf sämtliche Staatsbeamten ausgedehnt worden, die also am 25. Dezember wie an einem Wochentag zu arbeiten hatten, obwohl nach dem Arbeitsgesetz der erste Weihnachtstag als Feiertag bestimmt ist. In der Kammer wurde ein Antrag eingebracht, der die Enteignung und Einziehung der im Kirchenbesitz befindlichen Kunstschätze vorsieht. Nach dem Urheber des Antrages sollen diese Kunstschätze einem eigens zu gründenden religions„ geschichtlichen Nationalmuseum zugeführt werden. Der Antrag ist einem Ausschuß überwiesen worden. Max Grube F. :: Meiningen, 26. Dezember. In der Nacht zum 25. Dezember starb in Meiningen der ehemalige Hofschauspieler, Spielleiter und Intendant des Meininger Landestheaters, Geheimer Hofrat Max Grube im 81. Lebensjahr. Mit seinem Tode verliert Meiningen den letzten großen Repräsentanten seines Landestheaters, das unter Herzog Georg 2. zum Wegbereiter der deutschen und europäischen Schauspiel= und Inszenierungskunst geworden war. Max Grube gehörte nacheinander an dem Hoftheater Meiningen, dem Hoftheater Detmold, dem Stadttheater Lübeck, den Stadttheatern Bremen und Leipzig sowie dem Hoftheater Dresden. 1886 kehrte er an das Hoftheater Meiningen zurück. 1888 erhielt er ein Engagement an dem früheren königlichen, jetzt Staatlichen Schauspielhaus in Berlin, dessen Oberspielleiter er von 1891 bis 1905 war. 1909 behrte er abermals an das Hoftheater Meiningen zurück und war 1913 bis 1918 künstlerischer Leiter des Deutschen Schauspielhauses in Hamburg. Grube war Ehrenmitglied des Meininger Landestheaters und der Deutschen Bühnengenossenschaft. Unterm Christbaum verbrannt. DNB Kassel, 26. Dezember. Einen traurigen Ausgang nahm das Weihnachtsfest in der Familie des beim Gut in Harthmutsachsen beschäftigten Einwohners Räuber. Während die Eltern am Abend des zweiten Feiertages auf dem Gut mit dem Milchversand beschäftigt waren, schloß sich deren allein in der Wohnung befindliche achtjährige Tochter in der Wohnstube ein und steckte den Christbaum an Hierbei müssen die Kleider oder die Haare des Kindes Feuer gefangen haben. Vielleicht fiel auch der Christbaum um. Als die Eltern nach etwa einer Stunde zurückkehrten, fanden sie nach dem Aufbrechen des verschlossenen Zimmers nur noch die vollkommen verkohlte Leiche des Kindes vor. Neuer Schnelligkeitsweltrekord für Landflugzeuge. (!) Paris, 26. Dezember. Der bekannte französische Flieger Delmotte hat am 1. Weihnachtsfeiertag in Istres bei Marseille den Weltrekord im Schnelligkeitsflug für Landflugzeuge verbessert und eine Geschwindigkeit von 504,672 km erreicht. Der bisherige Weltrekord betrug 490 km und wurde von dem inzwischen tödlich verunglückten Amerikaner Weddel gehalten. Delmotte steuerte einen Caudron=Renault=Apparat mit 380 PSMotor. In einer Erklärung vor Pressevertretern betonte er, daß er der festen Ueberzeugung sei, mit einem stärkeren Motor auch die von dem Italiener Agello mit einem Wasserflugzeug aufgestellte Welthöchstleistung von 709 km zu überbieten. Konteradmiral GlossowF. § London, 26. Dezember. Konteradmiral John Collings Taswell Glossow ist am Sonntag in Weymouth, 66 Jahre alt, gestorben. Glossop war zu Beginn des Weltkrieges Befehlshaber des australischen Kreuzers„Sydney“, der durch seine überlegene Artillerie am 11. November 1914 bei der Kokosinsel nordwestlich von Australien den kleinen Kreuzer„Emden“ vernichtete. 37 Tote in einer Bandenschlacht auf den Philippinen. £ London, 26. Dezember. Nach einer Reuter=Meldung aus Manila hat sich auf der Philippineninsel Mindanao ein blutiges Gefecht mit räuberischen Banden abgespielt, das 37 Todesopfer forderte. Die Insel wurde von fanatisierten Banden räuberischer Eingeborenen überfallen, die ihre Schlupfwinkel in den Bergen verlassen hatten. Bei dem Ueberfall wurden 21 Philippinos getötet, bevor die Polizei eingriff und die Räuber zum Rückzug zwang. Sie wurden schließlich in die Flucht geschlagen und hinterließen ihrerseits 16 Tote auf dem Schlachtfelde. 166 Todesopfer des Weihnachtsjrs in Amerika. § Newyork, 26. Dezember. Der in diesem Jahre besonders starke Weihnachtsverkehr hatte eine beträchtlich hohe Anzahl von Verkehrsunfällen zur Folge. In den Vereinigten Staaten wurden am Weihnachtstage 166 Tote durch Verkehrsunfälle gezählt. 84jähriger erschießt seinen Sohn. (!) Paris, 26. Dez. In der Nähe von Lens erschob ein 84jähriger Grundbesitzer seinen 50jährigen Sohn, weil er mit dessen Heiratsplänen nicht einverstanden war. Der Mörder erhängte sich sodann am Fensterkreus. M Der Mädchenhandel in Ostasien. Russische Flüchtlinge, chinesische Sitten, Muitsai und „Adoption". III. kk Genf, im Dezember. Während der Oeffentlichkeit auch schon vor den Untersuchungen des Völkerbundes bekannt war, daß Südamerika eine große Zentrale des Mädchenhandels bildet, hat der vor kurzer Zeit erschienene Bericht der Genfer Studienkommission für Ostasien eine große Anzahl bisher völlig unbekannter Enthüllungen gebracht. Einmal zeigt er, daß der Ferne Osten, insbesondere das weite chinesische Reich, nach den großen südamerikanischen Staaten vielleicht die bedeutenste Zentrale jenes furchtbaren Geschäftes ist, das man als Mädchenhandel bezeichnet. Dann aber geht aus ihm auch hervor, daß die Sitten und Gebräuche sowie die zum Teil aus dem Gewohnheitsrecht entstandene Gesetzgebung in den verschiedenen asiatischen Ländern den Mädchenhandel geradezu begünstigen müssen. In fast allen orientalischen Ländern ist die Prostitution und mit ihr der Mädchenhandel verbreitet. In Persien wie im Irak, in Holländisch= wie in Britisch Indien, in Siam wie in Indochina, in China wie in Japan. Ganz besonders in China, wo neben den verschiedenen Formen des Handels mit Chinesinnen seit dem Kriege die aus der Sowjetunion geflüchteten Russinnen eine eigne Rolle spielen. Es handelt sich bei den Russinnen meistens um Angehörige der besitzenden, zum Teil sogar der ehemals in Rußland herrschenden Schichten, die zum Teil unmittelbar nach der bolschewistischen Revolution nach China geflohen sind, aber auch jetzt noch ununterbrochen das Sowjetreich verlassen. Sie kamen und kommen über Sibirien in die Mandschurei, meistens im Winter, wenn die Flüsse vereist und überall passierbar sind. Dabei hat sich an der Grenze ein ständiges Geschäft herausgebildet, indem gewisse chinesische Führer sich gegen hohes Entgelt anbieten, den Flüchtlingen die abgelegenen und von den russischen Wachtposten nicht beobachteten Pfade über die Grenze zu zeigen, die sie allein kennen. Kaum auf fremdem Gebiet, beginnt das Martyrium dieser Flüchtlinge. Vielfach verstehen sie die fremde Sprache nicht, oft sind ihre Barmittel nicht sehr groß, falls sie einen Teil ihres Vermögens in Gestalt von Schmuck und anderen Wertgegenständen gerettet haben, schnell aufgebraucht. Denn in jedem Gasthof, wo sie übernachten, fordert man hohe Preise von ihnen, und wenn sie Schmuck als Gegenwert anbieten, wird er ihnen schlecht bezahlt. Je weiter sie reisen, desto kleiner wird ihre Habe, bis sie schließlich ohne Geld dastehen. Dann machen ihnen die chinesischen Gastwirte meistens den Vorschlag, daß die Männer allein ihre Reise fortsetzen, während die Frauen solange in dem Dorfe, wo sie sich gerade aufhalten, zurückbleiben sollen, bis die Männer irgendwo Geld verdient haben und wiederkommen, um die Frauen einzulösen. In zahlreichen Fällen kehren jedoch die Männer nie mehr zurück, sei es, daß sie auf ihrer weiteren Reise gestorben sind, sei es, daß sie irgendwo kümmerlich leben und kein Geld haben, um die Rückreise antreten und ihre Frauen abholen zu können. Was aber wird dann aus den zurückgelassenen Frauen und Mädchen? Sie werden Dienstboten, Gasthauskellnerinnen, oder sie werden von denen, die sie als Pfand zurückbehielten, schlechthin an die Inhaber öffentlicher Häuser verkauft. So findet man hunderte von Russinnen dieser Art als Varieteesängerinnen, als Kellnerinnen und Eintänzerinnen in allen großen chinesischen Städten, in denen Europäer verkehren, in Charbin, in Peking, Schanghai, Tientsin u. a. Fast immer sind dabei diese Berufsformen mit geheimer Ausübung der Prostitution verbunden, während die offene Form der Prostitution, d. h. als Bewohnerinnen öffentlicher Häuser, bei den Russinnen verhältnismäßig selten ist. Die Zahl der Russinnen in China ist so groß, daß neben ihnen die wenigen sonstigen Europäerinnen, die meistens ebenfalls als Opfer des Mädchenhandels einem dieser Gewerbe nachgehen, verschwinden. Riesengroß ist auch die Zahl der Chinesinnen, die als Opfer des Mädchenhandels entweder ins Ausland oder in die Gebiete verschleppt werden, die bevölkerungsmäßig zu China gehören, aber einem anderen Staat zugeteilt sind. So zählte man 1930/31 tausend solcher Chinesinnen in Siam. 5—6000 im britischen Malaien=Archipel, eine vom Völkerbundsbericht selber als unbegrenzt bezeichnete Zahl in Holländisch=Indien, 4000 in Hongkong, 1000 in Makao und 500 in Kuangtung. Gerade in China begünstigen die sozialen Verhältnisse den Mädchenhandel. Ueberall, namentlich bei den einfachen Bauern und Arbeitern, ist nach dem Völkerbundsbericht noch die Auffassung verbreitet, daß allein die männlichen Nachkommen zur Pflege des Ahnentults, der vor allem ein wesentliches Element chinesischer Religionsvorstellungen ist, befähigt seien. Deshalb sind namentlich die minderbemittelten Chinesen leicht geneigt, ihre Töchter, deren menschlichen Wert sie weitaus geringer anschlagen als den der Söhne, an Fremde abzutreten. Entweder vermieten sie ihre weiblichen Kinder als Dienstboten oder als Muitsai an Betannte, oder als Schauspielerinnen an Theatergruppen. Die Muitsais nehmen eine Zwischenstellung zwischen Dienstboten und Familienmitglied ein. Sie essen mit ihrem Herrn bei Tisch und werden zusammen mit den Kindern erzogen, zugleich aber mehr als die eigenen Kinder zur Arbeit angehalten. In den meisten Fällen geben jedoch die chinesischen ärmeren Eltern die Töchter oft im zartesten Kindesalter ohne jeden weiteren Vertrag und auf unbegrenzte Zeit gegen sofort auszuzahlende Geldsummen an sogenannte Vormunde ab, die bei den unwissenden Eltern den Einbruck hervorzurufen verstehen, daß sie sehr reich seien und daß es den Kindern bei ihnen gut gehen werde. Entweder sind solche Vormunde, die nach abgeschlossenem„Kauf“ mit den Kindern weit weg reisen und meistens später kein Lebenszeichen mehr senden, selbst Besitzer öffentlicher Häuser, oder es handelt sich um alternde Prostituierte, welche die Kinder von Jugend auf in diesem Handwerk unterrichten, oder schließlich Aufwärtsentwicklung der Deckungsmittel. Der Reichsbankausweis für die Vorweihnachtswoche. :: Berlin, 24. Dezember. em die Veröffentlichung des Wochenausweises der Reichsbank für die vorletzte Dezemberwoche noch vor dem Weihnachtsfest zu ermöglichen, erfolgte der Abschluß im Gegensatz zu den Vorjahren bereits am 21. Dezember. Das Weihnachtsaeschäft hat eine stärkere Beanspruchung hervorgerufen, die in einer Zunahme der gesamten Kapitalanlage um 28,1 Millionen auf 4 478,5 Millionen Reichsmark zum Ausdruck kommt, während am 23. Dezember 1933 die gesamte Kapitalanlage um 33,8 Millionen auf 3 567,4 Millionen Reichsmark verringert war. Trotzdem sind die Rückflüsse von der Ultimobeanspruchung mit rund 57 v. H. bis zum 21. Dezember immer noch weitaus höher als in den ersten drei Dezemberwochen des Vorjahres, in denen erst 42 v. H. der Belastung abgedeckt waren. In diesem Jahre dürfte auch die Verschiebung des Inventurverkaufs mit der verstärkten Inanspruchnahme im Zusammenhang stehen. Im einzelnen haben die Bestände an Handelswechseln und=mecs um 10,3 Millionen auf 3 605,3 Millionen RM. an Lombardforderungen um 4,1 Millionen auf 101,6 Millionen Reichsmark, an deckungsfähigen Wertpapieren um 0,3 Millionen auf 436,5 Millionen Reichsmark und an Reichsschatzwechseln um 13,4 Millionen auf 16,4 Millionen Reichsmark zugenommen. Die Bestände an sonstigen Wertpapieren blieben bei einer Zunahme um 32000 Reichsmark mit rund 518.8 Reichsmark nahezu unverändert. An Reichsbanknoten und Rentenbankscheinen zusammen sind 29,4 Millionen in den Verkehr abgeflossen und zwar hat sich der Umlauf an Reichsbanknoten um 4,7 Millionen Reichsmark auf 3724,3 Millionen Reichsmark, derjenige an Rentenbankscheinen um 24,7 Millionen auf 334,4 Millionen Reichsmark erhöht. Der Umlauf an Scheidemünzen nahm um 1,5 Millionen auf 1471,2 Millionen Reichsmark ab. Der gesamte Zahlungsmittelumlauf betrug am 21. Dezember 5 706 Millionen Reichsmark gegen 5 343 Millionen Reichsmark im Vormonat und 5 453 Millionen Reichsmark am 23. Dezember 1933. Die fremden Gelder zeigen mit 764,3 Millionen Reichsmark eine Zunahme um 4,7 Millionen Reichsmark, nachdem noch in der Vorwoche bei den GiroGuthaben infolge der Bareinlösung von Reichsschatzwechseln eine Abnahme um 97,3 Millionen Reichsmark zu verzeichnen waren. Die öffentlichen Guthaben sind in der Berichtswoche etwas gestiegen, dagegen haben die privaten etwas abgenommen. Die stetige, langsame Aufwärtsentwicklung der Deckungsmittel hat sich auch im Berichtsabschnitt fortgesetzt, in dem die Goldbestände um 51 000 Reichsmark auf 78,8 Millionen Reichsmark und die Bestände an deckungsfähigen Devisen um 184000 Reichsmark auf 4,4 Millionen Reichsmart zugenommen haben. Um das Schicksal Sinowjews und Kamenews. Parteiversammluugen fordern ihren Tod. :: Moskau, 26. Dezember. Die Moskauer Zeitungen bringen in großer Aufmachung die amtliche Meldung über die Verhaftung Sinowjews und Kamenews und ihrer Gruppe. Sie erklären dazu, die beiden Politiker seien schon in den ersten Tagen der Revolution als Verräter der Partei Lenins aufgetreten. Sinojew, der sich immer gegen die Politik Lenins aussprach, habe einige Tage vor der Oktober=Revolution der entscheidenden Sitzung des Zentralausschusses der Partei in demselben Smolmy beigewohnt, wo Kirow jetzt ermordet wurde. In dieser Sitzung erklärte Lenin dem Zentralausschuß seine Pläne für den bewaffneten Aufstand gegen die Kerenski=Regierung. Sinowjew habe ein Mißglücken dieses Aufstandes befürchtet, er habe deshalb der Kerenski=Regierung diese Pläne und auch den Tag des Aufstandes verraten. Noch am 6. November habe Kerenski eine Rede halten können, die auf der Denunziation Sinowjews aufgebaut war. Kerenski habe die Vernichtung der Bolschewiki verlangt. er habe aber nicht mehr die Macht dazu gehabt. Die Zeitungen rollen dann das ganze Leben der beiden Politiker auf, in dem Bestreben, nachzuweisen, daß sie nur Verrat an der Partei getrieben hätten. Auf die Veröffentlichung des Volkskommissariats des Innern über die Verhaftung von Sinowjew, Kamenew und 13 ihrer Anhänger in Moskau treffen aus allen Teilen der Sowjet=Union Entschließunaen von Parteiversammlungen ein, die die Todesstrafe für diese ehemaligen Politiker fordern. In der Hauptsache wollen sich die Absender durch diese Forderung bei der Sowjetregierung einschmeicheln, denn es ist bekannt, daß Sinowjew undd Kamenew und nicht zuletzt auch Trotzti in der Partei— meist unter den alten vorrevolutionären Mitgliedern, als Stalin nach dem Tode Lenins die Macht ergriff—, eine zahlreiche Anhängerschaft besaßen. Man glaubt, daß Kamenew und Sinowjew, sowie Fedorow, Sarapow, Wardin, Salutzki und Jewdokimow nicht hingerichtet, sondern, wie bereits gemeldet, verbannt werden. Der Ort der Verbannung ist noch nicht bestimmt, doch nimmt man an, daß sie nicht in Konzentrationslagern untergebracht werden, da hier die ehemaligen Oppositionellen zu gefährlich wären. Demgegenüber heißt es, daß alle anderen im Zusammenhang mit dem Komplott Verhafteten, darunter auch der ehemalige Volkskommissar der Landwirtschaft, und der ehemalige Generalsekrtär der Jungkommunisten zum Tode verurteilt werden. Die Presse berichtet täglich von neuen Kundgebungen und von der Entdeckung neuer„Klassenfeinde“. In einigen Hochschulen in der Provinz, z. B. in der Ukraine und in Kursk, sollen Trotzki=Anhänger unter der Lehrerschaft zu finden sein, die ihre Tätigkeit auch jetzt noch ungehindert fortsetzen. Es wird erwartet, daß in den nächsten Tagen vom Volkskommissariat des Innern eine neue Liste der im Zusammenhang mit dem Leningrader Anschlag verhafteten Personen veröffentlicht wird. Die Sowjetregierung hat jedenfalls beschlossen, den Fall Nikolajew restlos aufzuklären und alle Elemente, die dem Regime feindlich gesinnt sind, möglichst unschädlich zu machen. Die Erschießung selbst führender ehemaliger Regierungsmitglieder und Parteifunktionäre soll den sich noch verbergenden Unzufriedenen beweisen, daß frühere Verdienste vor der Revolution nicht als Entschuldigung dienen können. um Händler, die mit Inhabern öffentlicher Häuser in China oder im Ausland in Verbindung stehen. Gerade an diesem chinesischen Beispiel zeigt es sich besonders deutlich, wie sehr alte Ueberlieferungen und soziale Zustände den Boden für den Mädchenhandel vorbereitet haben, und wie aus dem Zusammentreffen der Welt der Traditionen und der Welt moderner entarteter Zivilisation(die europäisierten Hafenstädte mit ihren öffentlichen Häusern) die Mädchenhändler Nutzen zu ziehen verstehen. 12000 Kinder beschert. Ganz unverhofft erschien auch noch Reichspropagandaminister Dr. Goebbels im Saale. Ein zu gutmütiger Gefangenenaufseher. ( Halle, 26. Dezember. Als ein fideles Gefängnis bezeichnete der Vorsitzende des Halleschen Schöffengerichts das Gerichtsgefängnis in Schkeuditz, dessen Wärter der fahrlässigen Gefangenenbefreiung angeklagt war. Der Wärter hatte den Gefangenen mancherlei Vergünstigungen gestattet. So ließ er sie eines Tages in seine Wohnung treten, damit sie einen Umzug, der mit Musik am Gefängnis vorbeikam, sehen konnten. Mit seinem scharfen Wachhund, der ihm zur Unterstützung beigegeben war, durften die Gefangenen spielen und sich anfreunden. Der Erfolg war, daß schon im März ein Gefangener auf dem Wege durch die Wohnung des Wärters die Freiheit gewann und der Wärter 40 Mark Geldstrafe bekam. Im Oktober ließ er eines Tages, damit seine Frau den Gefangenen das Essen bringen konnte, die beiden Türen des Verbindungsganges zu den Zellen auf. Ein Gefangener, der schon vorher angekündigt hatte, er würde mal gelegentlich ausreißen, schlich sich sofort durch den Gang und durch die Wohnung des Wärters, schloß ihn, seine Frau, sein Kind und den Hund ein und flüchtete. Der Wärter entschuldigte sich damit, daß er überlastet gewesen sei und wiederholt um einen anderen Posten gebeten habe. Der Schkeuditzer Amtsgerichtsrat bestätigte das, glaubte aber, bei größerer Rührigkeit hätte sich die Arbeit gewissenhaft erledigen lassen; der Wärter sei recht saumselig gewesen, sehr oft habe er, der Amtsgerichtsrat, selbst den Dampfkessel der Zentralheizung bedienen mussen. Das Gericht ließ, zumal der Wärter inzwischen strafversetzt ist, noch einmal Milde walten und erkannte nicht auf Freiheitsstrafe, sondern auf 150 Mark Geldstrafe. Hondelsnachrichten. Liverpooler Baumwollkurse. X Liverpool, 24. Dez. Januar 686, Februar 685, März 685, April 684, Mai 683, Juni 681, Juli 680, August 676, September 673, Oktober 670, November 668, Dezember 689, Dezember 35 667, Januar 35 667, März 35 667, Mai 35 666, Juli 665, Oktober 661. Tagesimport 17 200. Tendenz: ruhig—stetig. New Yorker Baumwollkurse. + Newyork, 24. Dez. Loco 1280, Januar 1264—1248, Februar 1254, März 1263, April 1266, Mai 1270, Juni 1270, Juli 1271, August 1266, September 1261, Oktober 1256—1258. Zufuhren in Atlantischen Häfen 1000. Zufuhren in Golf=Häfen 17000. Export nach England 3000. Export nach dem übrigen Kontinent 8000. Tendenz: kaum stetig. Newyork, 26. Dez. Loco 1275, Januar 1237—39, Februar 1247, März 1257, April 1260, Mai 1266, Juni 1266, Juli 1267, August 1262, September 1257, Oktober 1253— 54, November 1935 1257, Dezember 1935 1261. Zufuhren in Golf=Häfen 24 000. Export nach England 1000, nach dem übrigen Kontinent 8000, nach Japan und China 4000. Tendenz: k. stetig. New Orleans Baumwolle. X New Orleans, 24. Dez. Loco New Orleans 1285, Januar 1250, März 1267, Mai 1270, Juli 1273, Dez. 35 1261. Tendenz: stetig. New Orleans, 26. Dez. Loco 1277, Januar 1239, März 1257—58, Mai 1267, Juli 1269, Oktober 1256, Dezember 1935 1260—64. Tendenz: k. stetig. Ostindische Baumwolle. X Liverpool, 24. Dez. Loco Surtee F. G. 668. Loco Broach F. G.(Good Staple) 576. Loco M. G. Punjab/ American F. G.(Good Staple) 580. Loco Central Provinces Oomra Nr. 1 Staple Superfine 566. Loco Bengal F. G. 382. Loco Bengal Superfine 402. Loco Sind F. G. 382. Loco Sind Superfine 402. Hauptschriftleiter und verantwortlich für Politik: Dr. Georg Heider, Münster i. W.; für Münster und das Münsterland: Fritz Rediger, Münster i. W.; für Westdeutschland: Otto Heinz Tebbe; für Feuilleton: Peter Schlauß; für Handel und Sport: Dr. Anton Henkel, sämtlich in Dortmund; Berliner Redaktion: Dr. Ernst Häfner, Berlin-Lichterfelde; für den Zeno-Anzeigenteil: Verlagsleiter Dr. Erich Altmeppen, Münster i. W, Druck: Zeno G. m. b. H., Münster i. Westf. Durchschnittsauflage XI. 1934: Zeno-Zeitung insgesamt 41 832, enthaltend: Ahlener Volkszeitung, Nachrichtenblatt für die Kreise Beckum und Lüdinghausen, Ahlen, 3239;— Allgemeine Zeitung für die Kreise Coesfeld und Ahaus(Billerbecker Zeit ing, Gescherer Ze“ ing, Vredener Anzeiger, Stadtlohner Volksblatt), Coesfeld, 5606;— Borkener Zeitung, Borken, 3137;— Bürgerblatt für den Niederhein und Reeser Tageblatt, Emmerich, 1835;— Dülmener Zeitung, Ämtliches Kreisblatt für den Kreis Coesfeld, Dülmen, 1776;— Halterner Zeitung, Haltern, 1706;— Kreiszeitung für den Kreis Ahaus(Gronauer Volkszeitung, Eper Volksblatt, Ahaus, 3183;— Münsterländische Volkszeitung (Rheiner Volksblatt), Rheine, 4048;— Emsländische Tageszeitung(Lingener Tageszeitung, PapenburgAschendorfer Zeitung), Rheine, 1724;— Neuer Emsbote für den Kreis Warendorf und AmtTelgte(Warendorfer Kreisblatt), Warendorf, 2527;— Tageblatt für den Kreis Steinfurt(Ochtruper Anzeiger, Wettringer Anzeiger, Metelener Zeitung, Neuenkirchener Zeitung), Ochtrup, 1640; Volksblatt für Bocholt und den Kreis Borken, Bocholt, 6167;— Volksblatt für Wesel und den Kreis Rees, Wesel, 936;— Volkszeitung und Nachrichten für Emsdetten, Burgsteinfurt, Nordwalde, Borghorst, Greven, Emsdetten, 2274;— Volkszeitung für Dorsten und Herrlichkeit, Dorsten, 2034. Volksweihnachten im Zeichen des Nationalsozialismus. DNB Berlin, 24. Dez. Die Reichshauptstadt erlebte am Goldenen Sonntag ein Volksweihnachtsfest im wahrsten Sinne des Wortes. Auf etwa 100 Plätzen Groß=Berlins flammten bei Beginn der Dunkelheit Tausende von Weihnachtsbäumen auf, und an langen, festlich geschmückten Tischen wurden 12000 Berliner Kinder beschert. Das Gaupropagandaamt hatte gemeinsam mit dem Winterhilfswerk ganze Arbeit geleistet. Ueberall leuchteten staunende Kinderaugen inmitten der geheimnisvollen Tüten. Und als dann die alten schönen Weihnachtslieder erklangen, als nach der Uebertragung einer Rede von Dr. Goebbels die Bescherung der Kleinen begann, war überall die echte frohe Weihnachtsstimmung spürbar. Wenn irgendwo der helfende Geist des Nationalsozialismus zum Ausdruck gekommen ist, dann hier. Die Hauptfeier veranstaltete die Standarte 16 für 3000 Kinder in Moabit. Die ganze Wiclef=Straße hinunter standen mitten auf dem Damm, 711 Meter lang, Gartentische, gedeckt mit den Gaben. Jedes Kind bekam eine große Tüte mit Lebensmitteln, Naschwerk und Spielzeug. Ein grüner Zettel auf dem Paket verkündete: Winterhilfswerk 1934/35— Deutschland für Dich. Du für Deutschland!“ Zu dieser Feier erschien auch der Berliner Gauleiter Dr. Goebbels. Nach einer Rede, in der er auf den Wandel in dem Arbeiterviertel hinwies, sprach er mit den Kindern, die ihm ihre Sachen zeigten und ihm die Hände zum Heilgruß entgegenstreckten, lange und herzlich. Zur gleichen Stunde hatten sich, betreut von der SAStandarte 16, im großen Saal der Kroll=Oper weitere 1000 Kinder und zahlreiche Kriegsverletzte und Veteranen von 1866 und 1870/71 eingefunden. Anwesend waren u. a. eine Abordnung der Wehrmacht im Beisein des Chefs der Heeresleitung, General der Artillerie Freiherr von Fritsch, Obergruppenführer von Jagow mit seinem Adjutanten, Gruppenführer Uhland, Staatsrat Görlitzer, Gaupropagandaleiter Schulze=Wechsungen, Gruppenführer Prinz August Wilhelm. Polizeioberst Dillenburger und andere. Unter strahlenden Weihnachtsbäumen lauschten sie den Worten des Propagandaministers Dr. Goebbels, dessen Rede aus der Wiclef=Straße übertragen wurde. Dann ergriff der Chef der Heeresleitung, General der Artillerie Freiherr von Fritsch, das Wort zu einer kurzen Ansprache Danach verteilten die SA=Männer der Standarte 16 und die Reichswehrleute die Gaben. IIINIININNM Anzeigenteil Statt Karten. Ihre Verlobung geben bekannt Mimi Pelzer Bernhard Feuersträter Bottrop i. W. Rochusstr. 3. Warendort a. d. Ems Emsstr. 20. Weihnachten 1934. 6287 Vom27.-31.Der am Vormittag keine Sprechstunden Dr. SchmitzMoormann. Augenarzi, Ahlen l. Westf Geneomigungen für den Güterfernverkehr zu kaufen gesUchl. 16283 Schließfach 311. Osnabrück. Schweizer (Vollhandmelker) am liebst. Köttersohn. zu ca 15 Kühenu. Jungnieh sofort od. später gesucht. Ang. mit Lohnforderung u Z 340 an die Allgemeine Zeitung Coesfeld. 628 Anzeigen in der Zeno-Zeitung lohnen sich, weil sie stets Erfolg haben. Christa-Maria Die Geburt eines prächtigen Mädels zeigen in dankbarer Freude an: Dr. med. E. Wesseling und Frau Marlies geh. Primavesi Heilig-Abend 1934. Meine geliebte Pllegemutter, unsere gute Schwä gerin und Tante(6286 Fräulein Ida Sabelson ist heute morgen um 6 Uhr, im 74. Lebeasjahre, von uns gegangen. Im Namen der Angehörigen: In tiefer Trauer Hanna Frank. Rheine i. W., den 24. Dezember 1934. Die Beisetzung findet statt am Donnerstag, den 27. Dez. 1934 nachm. 3.15 Uhr, vom Hause Auf dem Thie 15, aus, zum Fried hof Lingener Straße, ¼ Stunde vorher Trauerteier im Hause Familien=Anzeigen n uacan Generalleutnant v. Estorff 75 Jahre. + Lüneburg, 26. Dezember. Generalleutnant a. D. Ludwig von Estorff vollendete am 24. Dez. sein 75. Lebensjahr. Der Offizier, der einer alten niederländischen Familie entstammt, lebt auf seinem Gute Barum bei Lüneburg. Sein Urgroßvater war Quartiermeister des Herzogs Ferdinand von Braunschweig im Siebenjährigen Kriege. Ludwig von Estorff ist in Hannover geboren, wurde 1878 Offizier bei den 31ern in Altona und ging 1894 zum ersten Male nach Deutsch=Südwestafrika in die Schutztruppe. Er kämpfte dort unter Leutwein gegen die Witbois, 1895 gegen die Khanas=Hottentotten, 1896 gegen die Östhereros und 1904 bis 1907 gegen die Hereros und Hottentotten. 1900 war er stellvertretender Kommandeur von Ostafrika. Auf wenige Jahre kam er dann wieder nach Deutschland, um dann 1907 zum Kommandeur der Kaiserlichen Schutztruppe für Südwestafrika ernannt zu werden Wir sehen ihn dann im Jahre 1911 als Kommandeur des Braunschweigischen Infanterie=Regiments Nr. 92 in Metz, mit der er in den Krieg zog und schwer verwundet wurde. Der mit dem Pour le Mérite ausgezeichnete Offizier eroberte als Oberbefehlshaber der 8. Armee die vor Livland gelegenen Inseln Moon. Nach dem Kriege war von Estorff kommandierender General des 1. Armeekorps in Königsbera. Am 15. März 1920 nahm er seinen Abschied von Estorff war ein Offizier, der große Sympathie bei seinen Untergebenen besaß und dessen Draufgängertum berühmt war Der Rundfunkprozeß bis zum 2. Januar vertagt. DNB Berlin, 26. Dezember. Die Verhandlung des großen Rundfunkprozesses wurde am Heiligabend kurz fortgesetzt, um die strafprozessuale Frist zu wahren. Der Angeklagte Dr. Bredow kam auf die Honorarfrage für Rundfunkvorträge zurück, die in der letzten Sitzung bei der Erörterung des „Falles Köln“ eine große Rolle gespielt hat. Bredow sagte, es sei eine falsche Auffassung, wenn man sich bei der Honorarfrage an die Vortragszeit klammere und etwa den Standpunkt einnehme, daß im Rundfunk eine Viertelstunde Arbeitszeit mit 75 RM. bezahlt wurde. Es sei doch zu berücksichtigen, daß ein solcher Vortrag im allgemeinen lange Vorbereitungen erfordere, und daß es viel schwieriger sei, in kurzer Zeit ein Thema erschöpfend zu behandeln, als sich darüber in stundenlangen Ausführungen auszulassen. Der Oberstaatsanwalt erklärte dazu, er wolle Dr. Bredow nicht verantwortlich machen für die Höhe der von dem Kölner Intendanten Hardt liquidierten Honorare, ebensowenig wie für die Liquidierung der 2 R M=Rundfunkgebühren durch Hardt, die er, der Oberstaatsanwalt, als den Gipfel der Schmutzigkeit empfunden habe. Die Angeklagten Dr. Bredow und Dr. Magnus erklärten, der Kölner Intendant Hardt sei ein Meister des Vortrags gewesen. Der Vorsitzende vertagte nach kurzer Sitzungsdauer die Weiterverhandlung auf Mittwoch, 2. Januar 1935. Weihnachtsbescherung im Berliner Funkhaus. 200 Funkgeräte wurden an Kriegs= und Arbeitsopfer verteilt. DNB. Berlin, 26. Dezember. Auch in diesem Jahre konnte wieder aus der Dr. Goebbels=Spende des Gaupropaganda=Amtes Berlin= Brandenburg, Abteilung Rundfunk, 200 Kriegsbeschädigten, Blinden und Opfern der Arbeit durch Ueberreichung eines Rundfunkgerätes eine herzliche Freude bereitet werden. Im großen Sendesaal des Berliner Funkhauses fand am Sonntag im Rahmen einer Weihnachtsfeier die Verteilung der 200 Aparate statt, die zum Teil von der Funkindustrie und zum anderen Teil von privater Seite zur Verfügung gestellt waren. Das NSKK hatte eine Anzahl Wagen zur Verfügung gestellt, die die Bescherten in ihre Wohnung führten, wo die Rundfunkwarte sofort die fachgemäße Anlage des Empfangsgerätes vornahmen. Am Heiligen Abend fand ferner eine Weihnachtsfeier für 500 bedürftige Kinder mit ihren Angehörigen im Konzerthaus„Clou“ statt, zu der Ministerpräsident Göring eingeladen hatte. eine Weihnachtsfeier. Zu dem Thema„Weihnachtsfeier“ gibt der evangelische„Reichsbote“ vom 23. Dezember in einer Rubrik„Werkstatt und Kampfplatz“ eine Betrachtung, die durchweg den Nagel auf den Kopf trifft. Sie sei darum hier wörtlich wiedergegeben: Wieder geht Weihnachten über die Erde, die ganze Erde. Nicht nur einem Volk, sondern, allen ist große Freude verkündet. Wiewohl es aber als ein christliches Fest die ganze Christenheit meint und angeht, das ist schon richtig, mit deutschen Volkes Art und Wesen hat es sich besonders innig vermählt und gefunden. Nirgends auf der weiten Völkererde hat man so warm, so herztief in Ton und Vers vom Wunder der heiligen Nacht gesungen, hat der Maler zarter die Farben gemischt, so behutsam der Meister den Stichel geführt um Mutter und Kind als in deutschen Landen, ward die dunkel lastende Winternacht von hellerem Glanz durchfunkelt als hier. Das alles aber hat nicht gehindert, daß unter den Festen im Kreise des Jahres an keinem mehr Gewalt verübt wurde, keines mehr entseelt und verkitscht worden ist als Weihnachten. Die Regierung des dritten Reiches hat auch hier die ärgsten Auswüchse beschnitten. Doch der verbleibende Rest darf nicht übersehen werden: Wenn eine große Berliner Zeitung am Sonntag, dem 16. Dezember, einen Tannenbaum— natürlich elektrisch beleuchtet— an einem Schwimmbecken zu zeigen in der Lage ist, einen Tannenbaum, neben dem rechts und links zwei badebehoste Jünglinge kopfüber ins Wasser gehen, wenn sie dieses„Weihnachtsbild“ mit der alles sagenden Inschrift verziert: „Berlins Schwimmjugend feiert ihr Weihnachten im Hallenbad. Unter dem Christbaum zu starten, verleiht dem Wettkampf seine besondere Weihe(wahrhaftig, wörtlich so!)“, wenn man sich der Kapitel: Weihnachten und Geschäft, Weihnachten und Reklame, Weihnachten und Betrieb erinnert, dann darf man wohl deutlich darauf hinweisen, daß das alles mit Weihnachten rein garnichts zu tun hat. Was in der heiligen Nacht gefeiert wird, wenn das ganze nicht sinnlos werden soll, ist das, was in den alten Weihnachtsweisen selig tönt, daß unendliche Liebe den Himmel zerriß, daß ein Erlöser, ein Retter, ein„Heiland aller Welt zugleich“ geboren ward, in dem der dunkle, alle Menschengedanken himmelfern überragende Gott uns Menschen anschaulich geworden, in unser Begriffs= und Fassungsvermögen eingegangen ist. Nicht mit Sentimentalität, nicht mit weichlichen Träumen aus der Jugendzeit hat Weihnachten zu tun, nicht mit einem falschen Frieden, den es niemals gab und geben wird auf dieser Erde, deren Gesetz der Kampf ist, ein Gesetz, das auch Christus nicht aufgelöst hat, sondern das ist seine frohe Botschaft, daß uns dereinst in heiliger Nacht einer geboren, einer geschenkt ward, in dem eine Kraft war, von dem eine Kraft ausgeht, die der Sieg ist, die diese Welt des Kampfes, der Not und der Dunkelheit sinnvoll macht und überwindet. In diesem Bewußtsein wird Kleiner Mann, großer Mann, wem gehört die Eisenbahn? Vater konnte den Weihnachtsmorgen nicht abwarten, aber dem Kleinen ging es ebenso. Eine Eisenbahn gehört immer wieder zu den schönsten Dingen, die das Christkind bringen kann. a) für Kraftfahrzeuge und Züge, deren Räder an Stelle von Luftreifen ganz oder zum Teil mit Gummireifen versehen sind, bei gefederter Triebachse 25 km, b) für Kraftfahrzeuge und Züge, deren Räder an Stelle von Luftreifen ganz oder zum Teil mit Gummireifen versehen sind, bei nicht gefederter Triebachse 16 km c) für Kraftfahrzeuge und Züge, deren Räder eisenbereift(Zug= und Arbeitsmaschinen) sind 8 km, d) Gleiskettenfahrzeuge a) allgemein 8 km. b) wenn die Laufrollen der Gleisketten mit 4 cm hohen Gummireifen versehen sind, oder wenn die Auflageflächen der Gleisketten ein Gummipolster haben 16 km, c) wenn die Laufrollen und die Auflageflächen gepolstert sind unbeschränkt, jedoch auf Brücken und in Orten 25 km. Kraftfahrzeuge, die nicht an allen Rädern mit Luftreifen versehen sind(mit Ausnahme der Gleiskettenfahrzeuge) und Anhänger mit Gummireifen müssen ab 1. Januar 1935 an beiden Seiten ein kreisrundes weißes Schild mit einem Durchmesser von 200 mm führen, das nicht versteckt sein darf. N anstal rung tung Jahre Arbeit trieb tritt v am be sind di haltur ie Be Betrie Eltern amtes ling Ilicher abgesd ges bi einbar Frist Jugen nurm Betrie der Christ recht Weihnachten feiern, denn er hat des Festes Inhalt und Seele. Wer von beiden jedoch nichts wissen will, muß irgendwo und irgendwann ganz unfehlbar im Unredlichen, in der Unwahrheit, in der Phrase enden. Nach der Echtheit streben unsere Tage, sie gelte auch für die Feier der Weihnacht. Eine neue deutsche Oel= und Spinnfaser=Pflanze. Durch ein besonderes Verfahren ist es nach langjährigen Versuchen deutschen Landwirten bei Halle gelungen, eine Malvenart, die überall am Wegrande wachsende Käsepappel oder Käseblume, zu einer vielversprechenden Nutzpflanze umzuzüchten. Das liegende Unkraut ist zu einem hochwachsenden Oel= und Faserträger geworden, der eine Höhe von drei Meter erreicht. Die Pflanze, die vorläufig den Namen„Mm“ erhalten hat, wächst auf leichtem, durchlässigem Boden(Roggenboden). Jede Pflanze bringt, wie wir der„Frankfurter Zeitung“ entnehmen, durchschnittlich 800 Blüten mit je 10 ölhaltigen Samenkörnern. Einer der größten deutschen Industriekonzerne hat die Pflanze auf weiten Flächen anbauen lassen und sie nachher in seinen Laboratorien verarbeitet. Der Stengel läßt sich, wie festgestellt wurde, zum Teil zu Kunstseide verarbeiten, das Holz zu einem feinen Papier, auch Büttenpapier. Die Faser liefert einen Stoff, der der Jute nicht nachsteht. So läßt sich, wie Versuche in einer sächsischen Spezialfabrik ergeben haben, vollwertiger Bindfaden daraus gewinnen. Es hat viele Jahre gedauert, das Problem der Loslösung der Faser vom Stengel nicht bloß technisch, sondern auch wirtschaftlich zu lösen; das ist jetzt durchaus gelungen. Eine besondere Bedeutung kommt den Samenkörnern als Deltragern zu; das feine Oel, das daraus gewonnen wird, kann zum Beispiel für die Margarinefabrikation ein nach Menge und Qualität wichtiger Rohstoff werden. Die Untersuchung hat ergeben, daß die Pflanze in dieser Hinsicht einen ähnlichen Wert besitzt wie die Sojabohne, was folgende Analyse dartut: Das Abernten der Pflanze geschieht mit den üblichen landwirtschaftlichen Maschinen im August. Nachdem die Samen ausgepreßt sind, wird Lecithin herausgezogen, die Rückstände des Samens ergeben ein gutes Viehfutter (Viehkuchen). Nach der Aberntung wächst die Pflanze im Herbst von neuem, treibt Stengel und Blätter und gibt ein wertvolles eiweißhaltiges Grünfutter. Die Züchtung und Verarbeitung der neuen Nutzpflanze ist jetzt im wesentlichen aus dem Versuchsstadium heraus, so daß im nächsten Jahr mit dem Großanbau begonnen werden soll. D=Zug auf einen Personenzug aufgefahren. wieder zu öffnen. Der Liquidationsausschuß hat beschlossen, den Verkaufspreis gewisser Wagentypen wesentlich heraufzusetzen da er in keinem Verhältnis zum Selbstkostenpreis steht. Blutrache im Pariser Nachtlokal. (!) Paris, 26. Dezember. In einem Pariser Nachtlokal gab es in der Nacht zum Sonntag eine Revolverschießerei. Drei Personen, darunter ein fünfjähriges Kind(!) wurden schwer verletzt; das Kind ist inzwischen seinen Verletzungen erlegen. Es scheint sich um die Austragung einer korsischen Blutrache zu handeln, denn ein Korse verließ nach der Schießerei, deren Ablauf nicht genau zu beobachten war, überstürzt das Lokal, wodurch er sich verdächtig machte. Bei der Verhaftung bestritt er, irgend etwas mit dem Vorfall zu tun zu haben. Auch in einem Lyoner Kaffeehaus kam es in der gleichen Nacht zwischen zehn Personen zu einer Schießerei. Ein Maurer wurde dabei durch einen Herzschuß niedergestreckt. Der Polizei gelang es bisher nicht, die Beweggründe der Schießerei zu klären. 18 Tote bei einem Eisenbahnunglück in Canada. :: Hamilton(Canada), 26. Dezember. Am Dienstag in den späten Abendstunden fuhr der Expreßzug Detroit=Montreal infolge schadhafter Weiche auf einen Ausflüglerzug auf, welcher auf einem Nebengleis das Passieren des Expreßzuges abwartete. Die drei letzten Wagen des Ausflüglerzuges wurden zertrümmert, wobei 18 Ausflügler getotet und 30 mehr oder weniger schwer verletzt wurden. Die Insassen des Expreßzuges kamen mit dem bloßen Schrecken davon. Neue Bestimmungen über Rückstrahler. Der Reichsverkehrsminister hat für alle Automobilisten wichtige Durchführungsbestimmungen zu der am 1. Januar in Kraft tretenden Vorschrift der Reichs=Straßenverkehrsordnung erlassen, wonach Rückstrahler nicht höher als 50 cm über dem Erdboden angebracht werden dürfen. Der Minister erklärt, daß die Durchführung dieser Vorschrift mit gewissen Schwierigkeiten verbunden sei und unter Umständen besonderes Verständnis und Erfindungsgabe erfordere. In den Fällen, in denen der Vorschrift nach dem 1. Januar 1935 noch nicht genügt ist, soll zunächst nicht mit Strasen oder gebührenpflichtigen Verwarnungen vorgegangen, sondern mit Belehrungen und Ratschlägen eingewirkt werden. Es werde vielfach nicht möglich sein, den Rückstrahler in der vorgeschriebenen Höhe am Wagenaufbau des Fuhrwerks selbst anzubringen. Er werde daher an einem besonderen Halter oder Brett befestigt werden müssen, wobei ein beweglich angebrachtes Brett zweckmäßig sei, das beim Fahren in der Fahrtrichtung hin= und her=pendeln könne, um Beschädigungen beim Fahren über Hindernisse zu vermeiden. Außerdem würden die beim Pendeln auftretenden Helligkeitsschwankungen die Wirkungen des Rückstrahlers noch erhöhen. Bei Fahrrädern könne der Rückstrahler am hinteren Schutzblech oder an der linken Hinterradstrebe befestigt sein. Der Minister stellt dann nochmals fest, daß als amtlich geAuf diesem Schild muß in Kilometern angegeben sein, mit welcher Geschwindiakeit das Fahrzeug fahren darf(z. B. 25 km). Für die Schrifthöhe und Stärke dieser Angaben gelten folgende Vorschriften: Der Ziffern 75 mm hoch, 12 mm stark, des„K“ 35 mm hoch, 6 mm stark, des„m“ 24 mm hoch, 5 mm stark. Die Besitzer von Lastkraftwagen werden auf die Beachtung dieser Vorschriften besonders hingewiesen. Die bunte Welt. Dem seit acht Jahren in Kiel lebenden Dichter Friedrich Griese ist von der mecklenburgischen Regierung auf Veranlassung des Reichsstatthalters Hillebrandt ein prächtiges Geschenk gemacht worden. Ihm wurde ein großes Bauerngut in der Nähe von Parchim als Erbhof übertragen. Mit der Schenkung war die Bitte an den Dichter verbunden, wieder in die Heimat zurückzukehren, in deren Boden seine besten Werke verwurzelt sind. * In Monte Carlo ist jetzt eine Arbeitslosenversicherung für Croupiers eingeführt worden. Der Betrieb der Spielbanken ist in den letzten Jahren stark zurückgegangen. Zur Zeit ist eine Anzahl Croupiers in Monte Carlo arbeitslos und muß aus öffentlichen Mitteln unterstützt werden. Der englische Astronom Sir James Jeans hat versucht, die Zahl der Sterne im Kosmos festzustellen. Er mußte sich dabei natürlich auf diejenigen Sterngruppen beschränken, die mit Hilfe der stärksten Fernrohre zu sehen sind— also auf einen winzigen Teil des gesamten Universums. Er hat in diesem begrenzten Feld immerhin zwei Millionen Sterngruppen mit durchschnittlich je 1600 Millionen Einzelsternen festgestellt. Der englische Arzt Thompson behauptet, daß Faulheit heilbar sei. Es handle sich dabei um eine Krankheitserscheinung, bei der die Müdigkeitsgifte nicht vorschriftsmäßig ausgeschieden werden. Der Arzt glaubt nun, ein chemisches Präparat gefunden zu haben, das als Gegengift gegen die Müdigkeitsstoffe wirkt. Durch eine einfache Injektion soll also in Zukunft aus jedem Tagedieb ein arbeitsamer Mensch werden. Der in Amerika sehr angesehene Maler Brandsrove wurde vor einigen Tagen von der New orker Nationalakademie der Malerei ausgestoßen. Es wurde ihm nachgewiesen, daß er ein besonders übles Plagiat begangen hatte. Er kopierte in New York ein sehr erfolgreiches Gemälde und stellte es in Sidney als eigene Arbeit aus. Bei der durch diesen Fall veranlaßten Nachprüfung der Arbeiten Brandsgroves stellte sich heraus, daß alle seine Gemälde Kopien anderer Meister sind. * Man glaubte bisher, daß der Gebrauch der Angel zum Fischen eine verhältnismäßig späte Erfindung sei. Die Ausgrabungen der Stadt Kisch in Mesopotamien haben aber ergeben, daß man dort schon vor mehr als 3000 Jahren die Angel kannte. Entgegen der Annahme, daß der Fischfang damals nur mit Netzen betrieben wurde, fand man verschiedene Angelgeräte.— Auch Reste von Schminkstiften wurden gefunden. * Aus Murnau in Bayern wird berichtet, daß ein Achtzigjähriger täglich, bei jeder Witterung, einen Fußmarsch von 42 Kilometern zurücklegt. Er geht täglich von Murnau nach Weilheim und zurück— nach seiner Ansicht das beste Mittel, die Gesundheit zu erhalten. Sieben Beamte verletzt. DNB Stuttgart, 26. Dezember. Die Reichsbahndirektion teilt mit: Auf dem Personenbahnhof Kornwestheim ist am Montag um 17,21 Uhr der D=Zug 175 Stuttgart—Frankfurt a. M. auf den in der Ausfahrt begriffenen Personenzug 991 Kornwestheim— Münster—Untertürkheim aufgefahren. Beide Lokomotiven sind entaleist und schwer beschädigt worden. Der Bahnpostwagen des D=Zugs 175 wurde gleichfalls stark beschädigt. Vom Lokomotivpersonal des D=Zugs 175 wurden der Lokomotivführer und ein als Heizer fahrender Reservelokomotivführer leicht verletzt. Vom Personal der elektrischen Lokomotive des Personenzuges 991 wurde der Lokomotivführer schwer=, sein Beimann leicht verletzt. Von der Besatzung des Bahnpostwagens im D=Zug wurden zwei Postinspektoren und ein Postsekretär leicht verletzt. Sämtliche Verletzten wurden sofort in das Krankenhaus Ludwigsburg gebracht. Von den Reisenden beider Züge wurde niemand verletzt. Vom Rangierbahnhof in Kornwestheim traf sofort ein Hilfszug mit Gerätewagen an der Unfallstelle ein. Die Untersuchung über die Ursache des Zusammenstoßes ist im Gange Die Folgen der Finanzschwierigkeiten bei Citroen. DNB. Paris, 26. Dezember. Die ersten Auswirkungen der Finanzschwierigkeiten der Citroen=Werke bestehen in der Schließung der Eisenwerke von Froncles, die die Kraftwagenfirma bisher mit Eisen= und Stahlblechen für den Karosseriebau belieferten. Die Eisenwerke von Froncles beschäftigten etwa 800 Arbeiter, eine Belegschaft, die aber schon im Juli dieses Jahres auf die Hälfte herabgesetzt werden mußte. Die Betriebe sind am Sonnabend mittag endgültig stillgelegt worden. Citroen schloß seine Werke ebenfalls gestern mittag, um sie erst am 3. Januar Nur heute abend Reichsbund fürLeibesübungen Heute abend 8.15 Uhr im Apollo-Theater Gronau, Mühlenmathe 1. Der Film der Saartreue-Staffel Wir tragen die Treue von Hand zu Hand 2. Der Großtonfilm Musik im Blut Eintritt: 2. und 3. Platz 50 Pfg. 1. Platz 60 Pfg., Balkon 75 Pfg. Nur heute abend WellblechAutogarage zu kaufen gesucht. Angebote an Buchhandlung Scholbrock, Vreden. Montag morgen Geld verloren! (Fünfzigmarkschein) Näh. Buchh. Kleyboldt, Ahaus. Ein Bändchen der Insel-Bücherei als Gelegenheitsgeschenk Preis 80 Vorrätig in der Buchhandlung Gebr. Lensing Gronau Im freiwilligen Auftrage des BauernH Holtkamp aus Epe i. W., Brinkerhook Nr werde ich am Samstag, den 29. Dez. 34 n 2 Uhr anfangend, folgende Hölzer zur Vers rung bringen: 80 Nr. Tannen geeignet zu Nutz=, BauBrennhol, 35 Nr. Birken, geeignet zu Brennholz, 7 Nr. schwere Eichen für Schreiner Stellmacher. Das Brennholz ist gefällt. Der Verkauf erfolgt gegen Kredit. Das Holz befindet sich hart an der Chaussee. Epe, den 23. Dez. 1934. Wilhelm Bürse gt. Hant Auktionator Grundstücksverkauf Folgende in der Nähe der Stadt Ahaus b legenen Grundstücke sind durch mich unterhänd zu kaufen: a) Flur 12 Nr. 320/248 Acker Kollerskar gr. 17.01 ar b) Flur 12 Nr. 257 Acker Kollerskamp gr. 10.60 ar c) Flur 12 Nr. 714.173 Garten am T meskamp gr. 3 00 ar. Die Grundstücke sind sämtlich in guter Kult und können baldigst übergeben werden. Jos. Boß jr., Auktionator Ahaus Domhofstr. 12 Lesen Sie regelmäßig die Anzeigen! bed nehmi Ver 3 late ner un lundig mette der K. gen. der Weil mat b Menge legene im. brauch tund der A Am seltene Kon! tared bereits ten. mani 10 Ja vorgeg Da meinde chmüd tages. lung 1 taler Bei sich lie mani berufe abeit uliert neinde dankte dentag velen der S Danka beiden die Brand das F imK. bezw. entwic Feuer, haben Von d hen Wolf's Holzve und drunge Mo s ein hren Web jährig und u aus R vonhi ander Nad 1 Beilage Donnerstag, den 27. Dezember 1934 Nr. 356 ser. 8 der taftluftkunsind Stelle reifen Stelle ireifen 16 km. eisen4 cm in die polster flächen n und Luftkettenen ab ndes 0 mm n sein, fahren ke dieZiffern 6 mm ie Bechter irgiysstattemacht ut in agen. r verderen senührt letzten Anzahl aus eans smos uf diestärknzigen grenzn mit i festauleine nicht glaubt haben, Durch jedem ndsNew lerei daß er opierte stellte diesen randsälde l zum Die haben :als n der Netzen ite.— ein ittetern ilheim l, die Heinr. r. 21 sachm. steigeund und neuen ning f beindig kamp p Doultur Aus Westdeutschland. Genehmigung für die Einstellung von Jugendlichen. Nach einer Anordnung des Präsidenten der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicheung dürfen männliche und weibliche Personen unter 2 ung dürfen männliche und weibliche Personen unter 25 Jahren nur mit vorheriger Genehmigung des zuständigen Arbeitsamtes als Arbeiter oder Angestellte in den Betrieb(Verwaltung) eingestellt werden. Diese Bestimmung tritt vorallem auch füralle Handwerksbetriebe amn bevorstehenden 1. Januar in Kraft. Ausgenommen ind die Betriebe der Land= und Forstwirtschaft, die Haushaltungen und die Schiffe, auch die Luftschiffahrt, ferner je Beschäftigungsverhältnisse zwischen dem Führer des Betriebes(Verwaltung) und dessen Ehegatten, Kindern Eltern und Voreltern. Die Zustimmung des Arbeitsantes ist nicht erforderlich bei der Einstellung von Lehrslingen, wenn mit diesen ein ordnungsmäßiger schriftüicher Lehrvertrag von mindestens zweijähriger Dauer ebgeschlossen oder der Abschluß eines solchen Lehrvertrages binnen vier Wochen nach Beginn der Lehrzeit verinbart ist. Kommt dieser Lehrvertrag innerhalb dieser frist nicht zustande, so ist die Weiterbeschäftigung des Jugendlichen als ungelernten Arbeiter oder Angestellten zur mit Genehmigung des Arbeitsamtes zulässig. Allen Betrieben wird dringend empfohlen, diese Vorschriften u beachten, da die Einstellung ohne die erforderliche Gesehmigung den Betriebsführer mit Strafen bedroht. Verwegener Einbruch während der Frau Weber von dem Motorrad erfaßt und zu Boden gerissen, das schwere Rad stürzte dann auf die unglückliche Frau. Mit schweren Verletzungen wurde sie in das Vinzenzkrankenhaus eingeliefert, wo nur noch der auf dem Transport dahin eingetretene Tod festgestellt werden konnte. Da der Motorradfahrer J. Gr. und sein auf dem Sozius sitzender Bruder, die mit dem Schrecken bei dem Unglück davonkamen, nach Aussagen einer Zeugin mit übermäßiger Geschwindigkeit gefahren seien und an dieser jedem Paderborner Kraftfahrer als gefährlich und unübersichtlich bekannten Straßenkreuzung kein Signal gegeben haben sollen, wurde der Lenker des Unglücksrades festgenommen und zur Klärung der Schuldfrage dem Gericht vorgeführt. Großfeuer in Auenhausen. !! Warburg, 24. Dezember. In der letzten Nacht gegen 1 Uhr wurde die Feuerwehr in Auenhausen alarmiert. Es stand das Anwesen des Vorstehers Tecklenburg in hellen Flammen. Da die einheimische Feuerwehr allein gegen das rasende Element nicht ankommen konnte und Nachbarhäuser gefährdet waren, wurden auch die Wehren der Nachbardörfer Hampenhausen und Frohnhausen und die Kreismotorspritze in Warburg alarmiert. Inzwischen hatte die Scheune und Stallung des Bauern Rhode Feuer gefangen. Bei dem Gehöft des Vorstehers Tecklenburg kam jegliche Hilfe zu spät, jedoch konnte das lebende und ein Teil des toten Inventars gerettet werden. Beim Nachbargehöft wurde das Wohnhaus und ein Teil der Stallgebäude durch das energische Eingreifen sämtlicher Wehren erhalten. Bei der Bekämpfung des Feuers zeigte es sich wieder, wie notwendig ein Feuerteich im Orte ist, da sie zumeist das einzige Wasser für die Motorspritze liefern können. Auch bei der Bekämpfung dieses Feuers mußte die Motorspritze zeitweise aussetzen, weil das rettungsspendende Naß nicht in genügender Menge vorhanden war. Gegen Morgen konnte die Motorspritze wieder abrücken, nachdem sie noch den Rest des vorhandenen Wassers auf die rauchenden Trümmerhaufen verspritzt hatte. Ein Landstreicher von Format. :: Siegen, 26. Dezember. Ein notorischer Bettler und Landstreicher, der kaum anzugeben wußte, wo er geboren war, der nicht weniger als einundzwanzigmal vorbestraft ist, hatte im Laufe der Jahre so viel Milde von den Strafgerichten der großen Städte in Nord= und Süddeutschland erfahren, daß es bisher nie zu der Anordnung der Ueberweisung an die Landespolizeibehörde(Arbeitshaus) gekommen war. In Siegen ereilte ihn endlich sein Schicksal. Als er hier, auch bettelnd und vagabundierend, verhaftet wurde, erfolgte Anklage gegen ihn. Das Amtsgericht verurteilte ihn nach dem Antrage des Oberstaatsanwaltes zu sechs Wochen Haft und ordnete die Ueberweisung an die Landespolizeibehörde an. Der Verurteilte aber legte Berufung ein. Das Rechtsmittel beschränkte sich nur und allein auf die Anordnung der Ueberweisung an ein Arbeitshaus. Die Kleine Strafkammer Siegen hat diese Berufung verworfen mit der Begründung, daß es dem Angeklagten nach so vielen einschlägigen Strafen dienlich sei, wenn er in einem Arbeitshause endlich den wohltätigen Einfluß einer geregelten Arbeit kennen lerne. 4 Borken, 26. Dekember. Nach den Feiertagen! Im Borkener Missionskonrikt der Oblaten wurde während der heiligen Nacht ein verwegener und frecher Einbruch verübt. Die anscheinend ortsundigen Täter nutzten die Zeit während der Christnette nach 12 Uhr nachts aus, um in eine Schlafsaal der Konviktschüler über einen Balkon hinweg einzusteigen. Hier suchten sie sich in aller Ruhe neue Kleider und Wäsche aus. Auch machten sie sich an Weihnachtspakete, die die Schüler aus ihrer Heimat bekommen hatten, heran. Sie nahmen eine größere Nenge von Gegenständen mit, die sie in einem nahe gelegenen Walde aussortierten. Sie zogen sich dann Jim, ließen ihre alten Sachen und das, was ihnen nicht bauchbar erschien, liegen. Der Schaden beläuft sich auf tund 500 Mark. Die polizeilichen Ermittlungen in der Angelegenheit sind. bereits eingeleitet. in Wulfen. )( Wulfen, 26. Dezember. Am zweiten Weihnachtstage erlebte die Gemeinde ein seltenes kirchliches Freudenfest. Ihr Sohn Wilhelm Kondring feierte das erste heilige Meßopfer am Altare der Heimatkirche, nachdem sein Bruder Hermann bereits 1926 das Glück erleben durfte. Außer Verwandten, Nachbarn und Jubilarpriester Pfarrer Conernann nahmen u. a. noch vier der weiteren fünf in den 0 Jahren seiner Amtstätigkeit aus der Gemeinde hervorgegangenen Priester an der Feier besonderen Anteil. Das Primizlevitenamt, bei dem vier Söhne der Gemeinde am Altare fungierten, wurde im würdig gehmückten Gotteshause erhabener Mittelpunkt des Festlages. Der Kirchenchor unterstützte die heilige Handlung u. a. durch die vierstimmige Messe„O bone Jesu“. Seiner Festpredigt legte Kaplan Wormland aus boch, ein Studienfreund des Neupriesters den Vorspruch Hoch preiset meine Seele den Herrn“ zugrunde. Den Ausklang der kirchlichen Morgenfeier bildeten sakramenaler Segen und der Primizsegen. Bei der Familienfeier im Saale Humberg vereinten sch liebe Gäste zur Gratulation. Pfarrer Conernann feierte den Neupriester als den von Jugend her berufenen. Kaplan Tovar gedachte der eifrigen Mitubeit des Sodalen Kondring. Pfarrer Schroer graulierte namens aller unter diesem Pfarrer aus der Gemeinde hervorgegangenen Priester. Der Primiziant dankte allen, die am Gelingen seines Ehren= und Freudentages irgendwie Anteil hatten, besonders auch für die nelen Glückwünsche und Geschenke, für die Ausschmückung der Straßen und des Gotteshauses. Einer kirchlichen Dankandacht schloß sich der Besuch der Elterngräber auf beiden Friedhöfen an. die Ursache des Schwelmer Großbrandes. Das Fest des Friedens und der Liebe, das schönste und lieblichste Fest im reichen Kranz des Kirchenjahres, das deutsche Weihnachtsfest 1934 liegt nun wieder hinter uns. Nach Tagen und Wochen der Vorbereitung kam der Heilige Abend heran. Die Adventszeit war erfüllt, es kam die Heilige Nacht, Gottes Sohn stieg hernieder in das Erdental, um als Kind in der Krippe sein Erlösungswerk zu beginnen. Zu den Hirten drang zuerst die frohe Botschaft, die jetzt uns alle erfüllt: Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden den Menschen, die eines guten Willens sind. Friede herrscht in deutschen Landen, mit Gedanken des Friedens möchten wir die Welt erfüllen. Im tiefsten Frieden, der durch nichts gestört wurde, feierten wir dies Weihnachtsfest im Kreise der Familie. Denn Weihnachten ist ein Fest der Familie wie kein anderes Fest. Der Lärm, die Hast und das Getrieb des Alltags fiel von uns ab, wir gaben uns ganz hin dem heiligen Zauber der Weihnacht und eilten zur Krippe des Welterlösers, von heiliger Freude und innigem Dank erfüllt. In den feierlichen Gottesdiensten erklang das Lob des göttlichen Kindes, die Gläubigen drängten sich in hellen Scharen, die Kirchen konnten oft die Menge der Menschen kaum fassen. Wie seit Jahren schon erlebte man wieder, wie die Kirchenchöre allenthalben wetteiferten, um der heiligen Handlung einen feierlichen, würdigen Rahmen zu geben mit der vollendeten Darbietung heiliger Gesänge. Wo so alles sich zusammenfindet, da ist der rechte Boden, Weihnachten zu feiern im Geiste des Herrn. Aus den Feiertagen, die ein„schwachwinterliches Wetter“ brachten, das sich hielt bis zum Abend des zweiten Feiertages, wo Regen einsetzte, gehen wir nun hochgestimmt in den Alltag, aber das Erleben des Festes Das Christkind war da! wird noch lange in uns nachhallen. Wir gehen in die Tage zwischen den Festen, zwischen Weihnachten und Neujahr. Bald gilt es, Abschied zu nehmen von einem Jahr, um ein anderes zu beginnen, zu dem wir mit neuen Wünschen und Hoffnungen kommen, das uns neue Arbeit und neue Pflichten bringt. Wir sind froh und glücklich, daß wir zuvor ein glückseliges Weihnachtsfest 1934 verleben durften! Gummiwerke in Plammen. :: Schwelm, 26. Dezember. Die eingehende Untersuchung über- die Ursache des brandes in der Viktoriastraße hat nunmehr ergeben, daß das Feuer auf Kurzschluß in der Schalttafel im Keller zurückzuführen ist. Dabei hat sich ein Funke bezw. Lichtbogen gebildet, der allmählich eine große Hitze entwickelte. Die Heizbekleidung der Schalttafel fing zuerst feuer, das schon mindestens vier Stunden gebrannt haben muß, bevor der Brand überhaupt bemerkt wurde. Von der Schalttafel aus hat der Brand in den Wagnerchen Betrieb übergegriffen und sich von dort über die Volf'schen Fabrikbetriebe ausgebreitet. Dann ist die holzverkleidung des Treppenhauses in Brand geraten und das Feuer dadurch in die oberen Räume eingedrungen. Am Heiligen Abend in den Tod. Paderborn, 26. Dezember. Montagmorgen gegen 7,15 Uhr kam es am Rosentor einem folgenschweren Motorradunfall, dem eine bei hren Verwandten zum Weihnachtsbesuch weilende Frau Leber aus Steinheim zum Opfer fiel. Die etwa 72= sährige Dame war auf dem Heimweg vom Kirchgang und wollte am Rosentor die Straße überqueren, als sich aus Richtung Liboriberg zum Westerntor die Brüder Gr. von hier, die sich auf dem Wege zu ihrer Arbeitsstätte beanden, mit einem schweren Motorrad näherten. Das Nad wurde gelenkt von Josef Gr. Am Uebergang wurde Zwei bis drei Millionen Brandschaden. DNB Wuppertal, 26. Dezember. In den Gummiwerken von Vorwerk u. Sohn in Wuppertal=Barmen brach am Heiligen Abend ein Großfeuer aus. Beim Eintreffen der Wehren stand bereits der gesamte Vorrat an Gummi und anderen Rohmaterialien in hellen Flammen. Infolge der großen Hitze zersprangen die Glasfenster der Hofüberdachung und das Feuer griff auf das anschließende mehrstöckige Lager= und Versandtgebäude über, das den Flammen zum Opfer fiel, während der siebenstöckige Fabrikneubau gerettet werden konnte. Der Sachschaden ist sehr bedeutend. Wie wir von maßgebender Stelle hören, wird der Brandschaden auf etwa 2½ bis 3 Millionen RM geschätzt, soll aber durch Versicherung gedeckt sein. Der Betrieb wird nach einigen Umstellungen seinen Fortgang nehmen können. Ueber die Entstehungsursache des Brandes liegen noch keine abschließenden Feststellungen vor. Am ganzen ersten Feiertag, die Nacht hindurch und auch am zweiten Feiertag waren die Berufs= und freiwilligen Feuerwehren mit dem Ablöschen und den Aufräumungsarbeiten am Brandplatz beschäftigt. Die Arbeiten werden stark behindert durch die im Lagerhaus noch teilweise bestehende Einsturzgefahr. Die Ablöschung der im Keller lagernden Stoffe, die in voller Glut standen und zum Teil beißenden Rauch entwickelten, war nur dadurch möglich, daß die großen Kellerräume vollkommen unter Wasser gesetzt wurden. Der Tätigkeit der Feuerwehren ist es gelungen, alle die Gebäudeteile, die nicht schon beim Eintreffen der Wehren brannten, restlos zu erhalten, so daß zu erwarten ist, daß der gesamte Betrieb bald wieder aufgenommen werden kann. Eine ganze Anzahl von Feuerwehrleuten trug leichtere Verletzungen davon. So mußten sich 14 Wehrleute wegen Rauchvergiftung in Behandlung begeben, konnten aber bald ihre Tätigkeit wieder aufnehmen. 103 Jahre alt. Rwd Osnabrück, 26. Dezember. Am Montag konnte der wohl älteste Einwohner Deutschlands, Georg von dem Felde, in Heeke bei Alfhausen im Kreise Bersenbrück, seinen 103. Geburtstag feiern. Georg von dem Felde wurde am 24. Dezember 1831 als Sohn des Heuerlings Bernhard von dem Felde und Frau Elisabeth, geb. Hürkamp in der Bauernschaft Heeke geboren und besuchte dort die Volksschule. Annähernd 40 Jahre ist er als Baggerer in den Mooren Dänemarks tätig gewesen und diente von 1851 bis 1857 in Nienburg(Weser) beim Hannoverschen Inf.Rgt. 16. Bis vor 10 Jahren machte er noch jeden Sonntag den sieben Kilometer weiten Kirchweg nach Alfhausen. Seinen Lebensabend verbringt er nun bei seiner Tochter. Er begeht seinen 103. Geburtstag inmitten seiner zahlreichen Kinder, Enkel und Urenkel. Schwerer Schiffsunfall bei St Goar. RWD. St. Goar, 26. Dezember. Am Sonntag vormittag ereignete sich unterhalb Oberwesel ein schwerer Schiffsunfall. Einem Motorschiff, das sich auf der Talfahrt befand, brach das Ruder. Dadurch wurde das Schiff manövrierunfähig und rannte gegen einen auf der Bergfahrt befindlichen Schleppzug. Von diesem rissen sich drei Schleppkähne los und trieben rheinabwärts. Das Motorschiff lief auf Grund und wurde schwer beschädigt. Den ganzen Tag über war die Talfahrt für Schleppzüge gesperrt. * A Ramsdorf, 26. Dez. Ein Zentner Tabak als Schmuggelgut erbeutet. Unweit unserer alten Bischofsstadt stießen einige Zollbeamte auf eine aus vier Schmugglern bestehende Bande. Da diese Leute auf Anruf nicht stehen blieben, wurden ihnen einige Schreckschüsse nach gesandt. Das hatte denn auch zur Folge, daß die Schmuggler ihre Beute im Stiche ließen und schleunigst das Weite suchten. Es handelte sich um etwa einen Zentner Feinschnitt. :: Bochum, 26. Dez. Dr. Saladin Schmitt löst Duisburger Vertrag. Der Intendant der Vereinigten Stadttheater Bochum=Duisburg, Dr. Saladin Schmitt, verhandelt seit einiger Zeit mit einer westdeutschen Hochschule, die seine Erfahrungen auf theaterwissenschaftlichem Gebiet zu einer Lehrtätigkeit auszubauen wünscht. Die Vorbereitungen für diese neue Tätigkeit lassen es nicht zu, daß Dr. Schmitt in Zukunft die beiden Theater in Duisburg und Bochum leitet. Er ist deshalb bei der Stadtverwaltung Duisburg dahin vorstellig geworden, daß man ihm sein Ausscheiden aus der Duisburger Verpflichtung ermöglicht. Die Leitung des Bochumer Stadttheaters wird Dr. Schmitt beibehalten, da gerade die Tätigkeit an dieser Bühne mit der beabsichtigten wissenschaftlichen Tätigkeit eng zusammenhängt. Die Theatergemeinschaft Bochum=Duisburg bleibt bestehen; die Spielplanabwicklung erfolgt in der bisher üblichen Weise. !! Bockum=Hövel, 27. Dez. Die Pfarrhausdiebe gefaßt. Wie wir vor einigen Wochen berichteten, wurden das Pfarrhaus zu Hövel und die Vikarie von Bockum von dreisten Einbrechern heimgesucht. Jetzt gelang es der Polizei die Diebe zu verhaften. Es sind Erich H., Wilhelm H. und Fritz K. aus der Kolonie Radbod. Die beiden erstgenannten sind bereits vorbestraft. wp Büren, 26. Dez. Landrat i. R. Frhr. v. Solemacher nach Wiesbaden überwiesen. Der frühere Landrat des Kreises Büren, Dr. Frhr. v. SolemacherAntweiler, dem lange Jahre hindurch die Verwaltung unseres Kreises anvertraut war, der auch als Abgeordneter des Kreises Büren dem Provinziallandtag angehörte, wurde nach Mitteilung von zuständiger Stelle der Regierung in Wiesbaden zur weiteren Beschäftigung überwiesen. m Herdorf, 26. Dez. Verbrüht. Die Ehefrau des Notstandsarbeiters Karl Wohl hatte eine Kanne, in der sich frischgebühter Kaffee befand, auf den Tisch gestellt. Das dreijährige Söhnchen der Familie ergriff in einem unbewachten Augenblick die Kanne und trank den heißen Inhalt. Das Kind zog sich schwere Verbrennungen der inneren Organe zu und wurde auf Anordnung des hinzugezogenen Arztes nach Betzdorf ins Krankenhaus gebracht. Dort ist das Kind noch in derselben Nacht unter den schrecklichsten Schmerzen gestorben. () Wuppertal, 26. Dez. Fünf Raubgesellen in Haft. Wie die Polizei mitteilt, konnten die vor einigen Wochen gemeldeten Raubüberfälle am Viktoriaplatz und an der Schillerstraße aufgeklärt werden. Als Täter wurden fünf junge Burschen im Alter von 19 bis 25 Jahren festgenommen und dem Richter vorgeführt. Die Festgenommenen haben die Ueberfälle zugegeben. Bei den Ueberfallenen handelt es sich in beiden Fällen um Personen, die dem Alkohol reichlich zugesprochen hatten, sodaß sie infolge der Trunkenheit ein leichtes Opfer waren. DNB. Osnabrück, 26. Dez. Schwerer Kraftwagenzusammenstoß. Ein beladener Lastzug war auf der Straße Münster—Telgte unweit des Bahnhofes Handorf gegen einen Baum gefahren und dadurch am Oberbau so stark beschädigt worden, daß er seine Fahrt nicht fortsetzen konnte und man ihn auf der Straße, vorschriftsmäßig beleuchtet, stehen lassen mußte. Aus noch nicht aufgeklärter Ursache fuhr nachts ein Personenkraftwagen gegen den Lastwagen. Der Zusammenprall war so stark, daß der Kühler des Personenwagens unter den Anhänger des Lastwagens geriet. Der am Steuer sitzende Direktor der Hermannwerke in Dissen, Dr. Rintelen, trug schwere Verletzungen davon, denen er sofort erlag. Drei weitere Insassen erlitten ebenfalls Verletzungen. Einer von ihnen, der Sohn eines Lehrers aus Iburg, liegt im Krankenhaus schwer verletzt. Die anderen konnten sich inzwischen in ihre Wohnungen begeben. Ein neuer Hotelbrand in Amerika. § Newyork, 26. Dezember. In Carlsbad(Newhampshire) brach in einem großen Hotel ein Brand aus. Das Hotel wurde völlig zerstört. Drei Personen kamen in den Flammen um, fünf wurden schwer verletzt. Zwischen Weihnachten und Neujahr strahlen alle Herren im Geschenk der Damen— herrscht die große Amtausch=Freude. n! kann man keinen Braten sehn Der Anfang im Ende VONWERNER OELLERS Im Hochgebirge hat der Winter seinen Einzug gehalten. Wir hatten den Mantelkragen hochgestellt und die Hände in den Taschen vergraben. Unter dem Oberarm stak das Butterbrotpaket. So schritten wir vorwärts und sagten nichts. Es war zu kalt zum Sprechen. Und worüber sollten wir auch sprechen? Darüber, daß das Jahr zu Ende ging? Daß in kaum zwei Stunden ein neues da sein würde? Was war darüber schon groß zu sprechen?— —— Einer nach dem andern tropften die Leute in den Umkleideraum. N'abend— n’abend— n’abend!— Verdammt kalt!— Grad recht zum Grogsaufen!— Wenn andere feiern, müssen wir arbeiten. Da drehte der alte Heinrich, der Vorarbeiter, sich an seinem Spind um, und seine grau umbuschten Aeuglein blitzten den Sprecher an.„Mussen arbeiten?“ sagte er. „Dürsen arbeiten!“ Und im Hinausgehen, währender noch eine Jacke überstreifte, blieb er vor dem andern stehen und sagte:„Im ganzen Leben, Hannes, kommt es auf Anfang und Ende an. So wie heut. Es kann kein Anfang ohne ein Ende, und es kann kein Ende ohne einen Anfang sein. Deshalb mußt du mal ein Ende machen können, um einen Anfang zu haben für ein anderes Ende. Auch für das letzte. Darauf kommt es an. Verstehst du? Das mußt du können. Darauf kommt alles an.“ Alle hatten sich an ihren Spinden umgedreht und der Rede des alten Heinrich zugehört. Mit nachdenklichen, ernsten Gesichtern standen sie rundum. Keiner verzog die Miene zu einem Lächeln. Wäre nicht, so mußte ich denken, vor zehn Jahren solche Predigt an solchem Ort in Hohngelächter untergegangen? Draußen heulten die Sirenen zum Schichtwechsel. Ich setzte meine Mütze auf, packte die Butterbrote, schloß das Spind ab und trottete hinaus. Mit mir ging Martin, der Heizer.„Du, hast du den ollen Heinrich gehört?“ sagte ich, als wir draußen waren. Er nickte nur mit dem Kopf, stumm und nachdenklich. Seit Monaten schon war Martin, früher ein fideler Bursche, still und wortkarg geworden. Grüblerisch und eigenbrödlerisch, schien er meist zerstreut und gedrückt. —— Punkt zwölf Uhr wehte von der Stadt großes Spektakel herüber und hängte sich eine Viertelstunde lang über den Lärm des Werks. Glockengeläute und ferne Böllerschüsse überlagerten ein dumpfes, wirbelndes Geräusch. Wir gaben uns die Hand, sahen einander an und sagten Prost Neujahr. Es war nun doch eine eigentümliche Bewegung in mir wie von großem, geheimem Schicksal, das mich anrührte und mir zu schaffen machte. Es war das Schicksal alles Erdgeborenen, dem kein Kaiser und kein Magnat sich zu entziehen vermag, das größte und gewaltigste Schicksal, solange die Erde steht. Eher könnten wir die Sonne aufhalten, als daß es gelänge, der übermächtigen Kraft zu gebieten, die uns in jedem Augenblick weiter wegtreibt von unserm Anfang und uns in jedem Augenblick mit unerbittlicher Gleichmäßigkeit dem Ende zustößt. Ich hing den Mantel um und trat hinaus. Hoch leckten die breiten, bunten Flammenzungen der Konverter in die gespenstische Nacht der Werkbauten, Schlote und Gerüste. Dunkelrot glühte die Erde von ausgestoßenem Koks. Dampfmassen, dicht und dick, erhoben sich, als stiegen sie aus dem Boden. Angestrahlt von dem gleißenden Licht der offenen Koksbatterien, malten sie in sanften, pastellfarbenen Tönen phantastische Figuren in die Luft wie die Wolken des Himmels in der abendlichen Dämmerung. Vor dem Hintergrund ihres milden Scheins hoben sich die Silhouetten zweier Männer scharfumrissen aus der Dunkelheit. Ich erkannte Heinrich, den Vorarbeiter, und Martin, den Heizer. In der Nähe der Koksglut konnte man auch ohne Mantel draußen stehen. Von dieser nächtlichen Schicht zwischen den Jahren behielt ich eine verschwommene Erinnerung wie von einem Traum. Ich stand vor einer Maschine und war doch weit weg von der Erde, aufgelöst in dem ewig Seienden, für das es keinen Raum und keine Zeit, keinen Anfang und kein Ende gibt. Nachtwandlerisch und mechanisch tat ich meine Arbeit, bis die aufheulenden Sirenen mich zurückriefen. Da war wieder ein Ende. Da war wieder das Gesetz, nach dem wir für eine kurze Weile angetreten. Es kamen die Leute, die uns ablösten. So war es immer, und so würde es immer sein: die einen gehen, die andern kommen, Tag um Tag, Geschlecht um Geschlecht. Prost Neujahr sagten sie und gaben uns die Hand. Einige waren noch nicht nüchtern, andere hatten noch den Schlaf in den Augen. Nicht einmal die Kälte hatte sie ermuntern können. Zusammen mit Martin ging ich der Kolonie zu, deren bleiche Lichter uns von weitem entgegenschienen.„Jetzt haben wir ein neues Jahr,“ sagte ich. Ich sagte es, um etwas zu sagen.„Ja, jetzt haben wir ein neues Jahr,“ bestätigte Martin. Dann schwiegen wir wieder. Rhythmisch klatschte der Schlag unserer Stiefel auf der festgefrorenen Straßendecke. Jeder Schlag eine Sekunde, jeder Schlag ein Meter. Jedes hatte Anfang und Ende. Glocken läuten das neue Jahr ein. „Du,“ sagte Martin,„morgen kündige ich.“ Merkwürdigerweise war ich nicht im mindesten erstaunt.„So? Und?“—„Nach Haus,“ antwortete er. Und dann erzählte er mir eine lange Geschichte, die er bisher verschwiegen hatte: daß er vor vier Jahren von Hause fortgelaufen sei, von dem kleinen Bauernhof im Westerwald, nach einem Krach mit dem Vater, und weil es ihn immer in die Stadt gezogen habe. Schon seit langem hätte es ihn nach Hause verlangt, aber er habe nicht zugeben wollen, daß er besiegt sei.„Jetzt aber mache ich Schluß,“ sagte er.„Morgen kündige ich. Es muß einmal ein Ende sein.“ Das Lächeln der Marionetten Von Martin Piper An einem kalten Abend gehen wir ziellos tiefer in die Stadt. Der Regen peitscht über die leeren Straßen. Da über uns ein Schild: Marionettentheater. Marionettentheater... großes Geheimnis der Kinderjahre... Es ist zum Lachen! Hier treten sie also noch auf, die kleinen Ritter und Gespenster, die Könige und Hanswurschten. Hier, vor der spärlichen Gemeinde, die jetzt im schwach erhellten Raum wartet. Alles intim, muß man wirklich sagen. Da steht gleich der Ofen, es wird namgeschürt, daß es nur so knallt. Das Licht wird gelöscht, man sitzt im Dunkeln, sanft erstrahlt hinter dem Vorhang eine märchenhafte Beleuchtung, das Klavier spielt die Ouvertüre, Es ist zum Lachen... draußen... die letzten Nachrichten... Halt... es ist Zeit zum Umziehen, dann ins Kino, in die Bar! Autohupen hört man ganz schwach herein.... der Vorhang rauscht auseinander... Ein Prinz. Er irrt durch die Welt, einsam, von Feinden aus der Heimat vertrieben. Es ist Morgen, er schwankt ein wenig unsicher nach links, nach rechts. Wieviel Trauer liegt in diesen Bewegungen! Purpurn geht die Sonne auf und neue Lebensfreude erwacht im Helden, eine Lebensfreude, die die kleine Welt der Bühne füllt, die da ist, die nicht nur auf dem Papier steht, die die ganze Welt füllt. Leiden hat der Prinz auf seiner Fahrt durchzumachen, eine Kette von Augenblicken voll Hoffnung und voll Zweifel. Er sieht die Mädchen und die Frauen der fremden Länder und ist hier Werther und dort Don Juan. Nachts schläft er im Walde, hinten kommt etwas Helles aus dem Dunklen, die Trauergespenster nahen dem Lager des Einsamen. Stirbt diese Kunst aus? Oder werden die Kinder der Puppenspieler noch das Handwerk ihrer Väter treiben? Man kann sich eine Wissenschaft des Marionettentheaters denken: Bücher über seine uralte Geschichte, über seine Literatur, seine Verehrer, seine Kostüme und über seine Köpfe und Gesichter. Diese blickenden Gesichter, die für das Stück geschnitzt werden. Gehen Sie einmal hin! Vielleicht werden Sie nicht sofort den richtigen Konnex mit den winzigen Gestalten dieser Trauer= und Lustspiele finden. Aber gerade auch ohne, daß man der Illusion verfällt, es mit lebendigen Wesen zu tun zu haben, hat der Anblick einen besonderen Reiz. Auch, wenn man weit vorne sitzt und das Unbewegliche der Gesichter, das Hölzerne der zarten Glieder genau sieht, teilt sich einem dieser ungekannte Zauber mit. Da ist die kleine Dame, sie stirbt, denn sie hat Gift zu sich genommen. Und nun hat es etwas Unheimliches, wenn sie umsinkt, wenn ihr, Leib hintenüberfüllt auf das Bett, steif im Kreuz. Sehen Sie nur richtig hin, meine Herrschaften, wie sie daliegt: Sie sehen, daß hier eine Seele ausgehaucht wurde, eine kleine lebende Seele. Die Tragik der Puppe ergreift, die Puppe spielt Schicksalsdrama. Ihre oft etwas unbestimmten Bewegungen rühren uns, wenn sie im Netz ihres Schicksals sich befindet. Mit starren Augen, gottergeben geht sie durch die Welt. Ich spreche von der Tragik der Marionette und ich habe ihren Witz und ihren Tanz vergessen. Bauern, Handwerker und andere Leute, die einen saftigen Dialekt sprechen können, auf der Marionettenbühne, das ist etwas Schönes! Der Tanz der Puppe ist so leicht, daß ihn der Tänzer mit neidvollen Kenneraugen verfolgt. Sie schwebt anmutig über den Boden, dann dreht sie sich immer schneller und wild schwingt sie ihre losen Arme um sich. Bis die gedämpfte Musik abbricht. Man kann plötzlich erschrecken, wenn einen ihre Stimme anspricht. Wenn ihre Stimme sich an einen persönlich wendet, gerade an einen selbst, von der Bühne mitten ins Publikum herein. Wie blöd, denkt man und lacht über sich selbst. Wie damals, als der freche Kasperl die Kinder einschüchterte. In etwas gedrückter Stimmung saß ich im Zuschauerraum. Eine große Hofgesellschaft war gerade auf der Bühne. Ich sah mir die verschiedenen Gesichter an. Da hinten war ein reizendes Hoffräulein, ein nettes Persönchen. Ich sah schärfer hin.„Herrgott“, sagte ich mir auf einmal,„die lächelt mir ja zu!“ Einen ganzen Akt lang blieb sie noch. Und mir war es etwas trübe zu Mute und da ließ ich mir immer von ihr zulächeln. Das tat mir so gut. Eigentlich hätte ich am Bühnenausgang auf die neckische Schauspielerin warten müssen Winterliches Familienglück Von Franz Fuchs Frischer Neuschnee liegt fußhoch im Gebirge. Den Bach entlang ertönt helles Schlittengeläut, und an den winterlichen Sportplätzen sausen die Rodelschlitten. Der im Sommer so munter plaudernde Bach ist fast verstummt, und große Eiszapfen leiten sein spärliches Wässerchen die Fälle hinunter, die er im Sommer springend nimmt. Die hohen Fichten stehen wie verzuckert da, die Zweige brechen beinahe unter der Last des Schnees. Die Telegraphenstangen an der Landstraße haben durch den weißen Ueberzug einen ungefähr meterdicken Umfang erhalten und die Drähte reißen. Den Sportleuten scheint der Winter nur eitel Freude zu bringen, während der Tierwelt der Schneefall weniger behagt. Stumm zieht jetzt das Wild zu den Futterplätzen, die es vorher kaum aufgesucht hat. Der Specht meißelt am morschen Stamm, daß der Schneestaub sprüht, er hofft Insektenlarven und=Puppen zu finden. Dem Kleiber ist wohl das fröhliche„Tüt, tüt“ in der Kehle festgefroren, denn es klingt gar dünn. Die lockeren Zeisige besuchen die Erlen am vereisten Mühlteich und finden noch einzelne, an den kleinen Zäpfchen hängende Samenkörner. Doch in dem hohen Tannenbaume, unter den tiefhängenden, verschneiten Zweigen, blüht ein verborgenes Familienglück, unbekümmert um Eis und Winterskälte. Der Kreuzschnabel, Deutschlands Papagei, wie viele ihn wegen seiner Kletterkünste nennen, hat hier sein Heim aufgeschlagen. Es ist erstaunlich, wie der Vogelkörper die kleinen Eier so weit erwärmen kann, daß sich das künftige Leben darin entwickelt. Der bei den Gebirgsleuten sagenumwobene Vogel hat keine bestimmte Brutzeit, darum treffen wir ihn auch im Winter beim Nisten. Ganz wunderbar sind die Christuslegenden, die man von ihm erzählt. Auch Heil= und Zauberkräfte schreiben die Gebirgler ihm heute noch zu. Wahrscheinlich hat sein Man sitzt in der Straßenbahn. Es ist Tauwetter. Die Luft ist feucht, und man verspürt ein leichtes Kratzen im Halse. Man denkt„Unsinn!“ und blickt durchs Fenster. Da, wie man bei seitwärts gedrehtem Kopf schluckt, verspürt man einen winzigen Schmerz. Dieser eigentümlich ziehende Schmerz im Halse— armer Mensch, wer ihn kennt! Oh, ich kenne das gut! Aber natürlich will ich es nicht gleich wahrhaben. Bis dann das Fieber kommt und mir sein glühendes Frösteln über den Rücken laufen läßt. So auch damals, kurz vor Weihnachten. Meine Frau braute mir einen Grog und packte zwei Betten über mich. Doch fühlte ich, daß die Mandeln desungeachtet beständig anschwollen wie Fußballblasen, die aufgepumpt werden.„Es ist ratsam, Sie gehen ins Krankenhaus,“ sagte der Arzt.„Ist es gefährlich?" fragte Maria. „Nein,“ sagte der Arzt,„aber meiner Ansicht nach ist es ratsam, Sie gehen ins Krankenhaus.“ Er legte den Löffel weg, den er mir in den Hals gesteckt hatte, und wusch sich die Hände.„Dann besuch' ich dich jeden Tag,“ sagte Maria und machte ein aufgekratzt mutiges Gesicht, wie sie es immer macht, wenn ihr zum Weinen ist. So kam ich also ins Krankenhaus. Zwölf Betten standen in dem Saal, und es sah aus wie zwölf Särge, und die Tafel an jedem Bett war wie die Schrift auf Grabsteinen:„Hier ruht...“ In der Nacht gaben die Atemzüge der Kranken ein Geräusch, wie wenn man nähend einen Faden durch festen Stoff zieht, etwa Leinen,„Sie nähen ihre Totenhemden,“ dachte ich, und schon saß mir diese schreckliche Angst am Herzen. Mein Herz war nicht stark. Ich hatte Todesangst. Nach zwei Wöchen ging das Fieber zurück. In der Weihnachtsnacht weckte mich Orgelspiel. Ich fühlte meine Knie an. Sie waren kühl, doch fror ich nicht.„Das ist Gesundheit," dachte ich. Schmerzen beim Schlucken hatte ich auch nicht mehr. Ich lauschte auf das Orgespiel, dessen Herkunft mir unerklärlich war, ebenso wie die des Gesanges; den ich jetzt hörte. Da ich mich stark fühlte und das Kraftgefühl der Gesundheit mich durchströmte, sprang ich aus dem Bett. Es war warm im Saal, denn die Heizung schnurrte und brodelte die ganze Nacht. Ich hing mir eine Wolldecke über und begann zu gehen. Obgleich der Boden nachgiebig zu sein schien wie ein aufgeweichter Asphalt und beschwerlich wie Sand, war es doch herrlich, endlich einmal wieder zu gehen! Gesang und Musik waren nicht mehr zu hören, aber ich setzte dennoch meine Wanderung fort. Im Korridor lag das Licht der mondhellen Winternacht. Ich sah durch ein Fenster auf verschneite Bäume und einen Turm. Am Ende des Korridors schimmerte aus dem Dunkel eines Winkels etwas Helles. Wie ich näherkomme, sehe ich, daß es ein Bettschirm ist. Ich blicke darüber, und mir wird so schwach, daß ich mich auf den Boden setzen muß. In dem zerwühlten Bett liegt ein junger Mann meines winterliches Brutgeschäft, sowie die Eigenschaft seines Körpers, nach dem Tode nicht zu verwesen, sondern durch die erhaltenen Eigenschaften seiner harzigen Nahrung (Nadelholzsämereien) nur einzutrocknen, Anlaß zu den abergläubischen Vorstellungen gegeben. Der Kreuzschnabel ist ein harmloses, gutmütiges Geschöpf, allgemein beliebt, und im Gebirge so volkstümlich wie bei uns der Star. Wenn das Weibchen in seinem von glitzernden Eiskristallen umgebenen Neste sitzt, turnt das Männchen, leise singend, an den Fichtenzapfen umher, löst einen Zapfen mit dem Schnabel, fliegt damit auf einen Ast und entfernt die Schuppen, um zu den Kernen zu gelangen. Es versorgt sein Weibchen, das bei der Kälte die Eier nicht verlassen darf und schon vom Legen des ersten Eies ab im Neste verbleibt. Natürlich sind die Jungen, da sie in Abständen von ein bis zwei Tagen schlüpfen, oft recht unterschiedlich in der Größe. Schon sinkt der Abend herab, und die sternenhelle Frostnacht bringt noch einige Grade Kälte mehr. Die fröhlichen Menschen sind müde vom Sport und eilen ihren Quartieren zu. Der Waldarbeiter kommt vom Holzschlag und stapft durch den knirschenden Schnee seinem Häuschen zu; weiß er doch, daß in der hohen Tanne ein verborgenes Familienglück blüht, inmitten zwischen Eis und Schnee, doch das Nestchen ist warm und mollig wie sein eigenes. Alters, mit verzerrtem Gesicht. Ich habe ein Gefühl, als sei ich eben aus schönstem Schlaf aufgeweckt und aus dem Bett gehoben worden. Wenn ich als Kind gar nicht wach werden wollte, hob mich der Vater aus dem Bett und setzte mich auf den Fußboden. Dann war mir übel, und ich fror, und hinter dem Fenster war es noch dunkel, und ich hörte den Vater rufen:„Du versäumst ja wieder die Schule!“— Ich stützte meine Hände auf das kühle Parkett, das sich ein wenig fettig anfühlt. Ich habe Zei.. „Eigentlich ist es doch garnichts Besonderes, so ein Toter,“ denke ich. Wie es mir zu kühl wird, erhebe ich mich wieder, blicke noch einmal über den Bettschirm und sehe dem jungen Mann gerade in die halbgeöffneten Augen. „Siehst du,“ sage ich, und meine Stimme bricht plötzlich aus der Kehle wie Jubel,„da liegst du, aber ich stehe! Dich hat's gepackt, aber ich bin verschont geblieben! Du bist mausetot, aber ich lebe!“ Ich erschrecke. Mondlicht fällt auf das Gesicht des Toten, und es sieht aus, als ob er über mich lächle.„Lach nur," sage ich,„ich lebe!“ Da faßt mich jemand mit festem Griff am Arm. Ich drehe mich um und sehe, daß es die Nachtschwester ist. Ich denke:„Jetzt bin ich gesund, was hab ich jetzt noch mit Krankenschwestern zu tun!“ Ich reiße mich los.„Nun gehn wir aber schnell ins Bett,“ sagt die Schwester sanft. „So spricht man mit Kindern," denke ich verärgert, und boshaft und sage:„Das fällt mir garnicht ein! Erklären Sie mir lieber mal, was das vorhin für ein Gesang war.“ Sie blickt mich an, faßt wieder meinen Arm und sagt:„Hier singt niemand!"„Doch," sage ich,„Orgel wurde auch gespielt."„Wir müssen jetzt zu Bett," sagt sie. Das war also dieselbe Schwester, die mich, als ich in Fieberphantasien durchs Haus hetzte, immer wieder ins Bett gebracht hatte, und jetzt glaubte sie offenbar, ich phantasiere wieder. Dabei war ich doch gesund. Ich ärgerte mich furchtbar und wollte ihr etwas Unangenehmes sagen. Aber da fiel mir ein, was ich mir in der Nacht, als die Aerzte glaubten, es werde zu Ende gehen, gelobt hatte:„Nie mehr einem Menschen wehe tun, allen gut sein!“ Ach, wie schwer das doch ist, und wie schnell, wie beschämend schnell man es vergißt! Indessen brachte ich es fertig zu sagen:„Sie haben recht Schwester, ich geh zu Bett.“ Sie lächelte ganz einfach und selig und hatte nichts dagegen, daß ich mich bei ihr einhakte, und wir gingen durch den langen Korridor bis vor die Tür des Saales, in dem ich lag.„Gute Nacht, Schwester!" sagte ich.„Schlafen Sie gut!“ sagte sie. Ich blickte ihr nach und sah ihre weiße Haube sich entfernen. Am anderen Morgen brachte sie mir einen kleinen Weihnachtsbaum mit Silberhaar.„Sie hatten doch recht,“ sagte sie,„wir hatten heute nacht in der Krankenhauskirche einen Weihnachtsgottesdienst mit Orgelspiel und Gesang.“ Genesung VON CARL CONRAD ines urch rung den Genlich inem urnt umtauf rnen der legen sind agen helle Die eilen vom chnee ohen itten und D als dem wach und und und r die ParZeit. ter." mich sehe ugen. stehe! Du dlicht ls ob Jch . Jch mit „Nun sanft. und lären esang und Orgel sagt ich in rins ich Jch angen der jehen, allen hnell, rachte r. ich und und Tür ster!“ e ihr einen doch inkenlspiel Weihnachtsruhe im Lußball. Wenig Spiele.- Keine überraschenden Ergebnisse. Münster, 26. Dezember. Die diesjährigen Weihnachten mit ihren drei freien Tagen wurden allgemein als kleine Ferien angesetzt. Man ruhte sich aus und gab sich ganz dem Zauber der schönen Weihnachtstage hin. Auch im Sport war diesmal nicht, wie in früheren Jahren, der Hochbetrieb organisiert, der große Spiele und namhafte Gegner brachte. Auch im Sport herrschte Weihnachtsruhe. Viele Vereine mußten vielleicht geplante Begegnungen, die für ihre Anhänger eine nette Weihnachtsfreude gewesen wären, fallen lassen, da wie gesagt die Weihnachtstage als kleiner Urlaub und halbe Ferien betrachtet wurden und viele Spieler nicht zur Verfügung standen. An und für sich ist es auch kein Schaden, wenn an solchen Feiertagen, namentlich zu Weihnachten, das man gerne zu Hause und daheim feiern will, Großveranstaltungen aufgezogen werden. Zudem werden in diesem Jahre die Spieler alle ohne Ausnahme in den harten und anstrengenden Meisterschaftsspielen derart stark beschäftigt, daß ihnen eine kleine Spielpause von Herzen zu gönnen ist. Mit neuem Mut und frischer Kraft kann es dann in das neue Jahr und in die Kämpfe der zweiten Serie, der Entscheidung, gehen. Münster 08— Union Recklinghausen 2:1(1:0). + Münster, 26. Dezember. Das einzige Weihnachtstreffen, das in Münster durchgeführt wurde, brachte nicht den Erfolg, den man sich vielleicht versprochen hatte. Die Münsteraner allerdings konnten einen schönen und verdienten Sieg über den Gauligisten aus Recklinghausen seiern. Die beiden Gegner kannten sich nur zu gut aus den Meisterschaftsspielen des letzten Jahres. Münster 08 aber steht heute anders im Kampfe als damals. Eine gute Bereicherung und Verstärkung erfuhr die Mannschaft vor allem durch den neuen Torwart Weichelt, der auch heute wieder in ganz großer Form war und wesentlich dazu beitrug, daß die Angriffe der Unioner Stürmerreihe erfolglos blieben. Union kann erst nach zwanzig Minuten in Führung gehen. Aber weitere zwanzig Minuten später kann Redemann den Ausgleich und damit den Halbzeitstand erzielen. Nach der Pause kommt 08 immer besser in Fahrt. Die Angriffe der Unioner scheitern an der guten Deckung, vor allen Dingen an Weichelt. Während der 08er Angriff mehrere Male gut durchkommt. Und wieder ist es Redemann, der den siegbringenden Treffer erzielen kann. VfL Dülmen— Preußen Hochlarmark. Die Dülmener lieferten dem Gaste ein durchaus ebenbürtiges Spiel. Das Spiel selbst ging über den Rahmen eines Gesellschaftsspieles nicht hinaus. Es wurde gut und fair Fußball gespielt. Besondere Leistungen waren nicht zu bewundern. Hochlarmark geht durch den Mittelstürmer in Führung und kann diesen Vorsprung auch glücklich in die Pause retten. Dülmens Angriffseifer wird nach der Pause durch den Ausgleich, den der Halbrechte erzielt, belohnt. Teuto Riesenbeck— Greven 09 3:3(1:1). Die Riesenbecker hatten Greven 09 zum Weihnachtskampfe eingeladen. Und der Kampf belohnte die Zuschauer durchaus. Ein flottes und kampfreiches Spiel wurde vorgeführt. Greven war leicht im Vorteil, da die Mannschaft technisch den Gastgebern überlegen war. Aber der Rieseneifer, mit dem die Einheimischen zu Werke gingen, glich diesen Vorteil vollends aus, so daß das erzielte Unentschieden in beiden Spielhälften dem Spielverlauf entspricht. Bereits nach fünf Minuten kann Greven in Führung gehen. Eine Vorlage des Linksinnen wird durch den Mittelstürmer sicher und schön verwandelt. Erst navch zwanzig Minuten erzielt Riesenbecks Halbrechter den Ausgleich. Nach dem Wechsel geht Greven diesmal durch den Linsinnen in Führung, aber der Rechtsaußen kann bald darauf ausgleichen. Das gleiche Spiel wiederholt sich. Der Mittelstürmer Grevens erzielt das dritte Tor. Trotz aller Bemühungen gelang es nicht, den Gastgebern den Ausgleich, den wiederum der Rechtsaußen trat, zu verwehren. Tus Neubeckum— SS Ennigerloh 6:1(3:0). Tus Neubeckum war währdend des ganzen Spieles tonangebend und stand beherrschend in der Hälfte der Gäste. SS Ennigerloh hatte mehrere alte Spieler eingestellt, die sich aber nicht zur Zufriedenheit bewährten. Zudem war die Mannschaft überraschend schlecht in Form. Erst beim Stande von 6:0 kurz vor dem Abpfiff kamen die Gäste zum Ehrentreffer, Gronau 09— BV Rheine 0:2(0:0). Eine interessante Begegnung stand in Gronau zum Austrag. Der Tabellenführer der 1. Kreisklasse Steinfurt maß seine Kräfte mit dem Bezirksligisten Gronab 09. Die überragende Stärke des Tabellenführers erwies sich auch hier. Wenn auch nicht verkannt verden darf, daß Gronau mit fünf Ersatzleuten antreten mußte, da mehrere Spieler zu Weihnachten in Urlaub gefahren waren. Dadurch war den BVern der Sieg leichter gemacht. Aus einem Gedränge heraus erzielte der Gast das erste Tor, allerdings erst in der zweiten Halbzeit. Vor der Pause verteidigten die Platzheren ihre energisch und mit Erfolg. Selbst gut vorgetragene Angriffe brachten wiederholt das Tor der Gäste in Gefahr. Kurz vor Schluß erhöht der Mittelläufer von Rheine auf das Endresultat. Rheine 09— VfL Rheine 2:0(0:0). Das Lokaltreffen in Rheine sah ein wenig spannendes Spiel, da Rheine 09 zu eindeutig überlegen war. VfL beschränkte sich fast ausschließlich auf die Defensive und verdankte es dieser Taktik, daß die Niederlage nicht hoher ausfiel. Anfangs der zweiten Hälfte verwandelte der Mittelläufer der Platzherren einen Strafstoß aus 30 Meter Entfernung unhaltbar zum ersten Tor. Kurz vor Schluß stellt der Mittelstürmer dann das Endergebnis her. Rasensport Coesfeld— SV 33 Gelsenkirchen 8:5(2:1). Rasensport hate sich für den zweiten Feiertag einen Vertreter der Ruhrbezirksgruppe verpflichtet. Die Gelsentirchener stellten eine technisch zum Teil gute Mannschaft, deren Kampfkraft jedoch schwach war. Nachdem das Treffen bei der Pause 2:1 für den Rasensport Coesfeld tand, wurde es nach der Pause sehr torreich. Die Coesselder blieben immer in Führung und behielten sich das bessere Ende mit 8:5 für sich. Die Reservemannschaften der gleichen Gegner trennten sich mit einem 6:1(4:0) für den Rasensport Coesfeld. Weitere Spiele. VfB. Bielefeld— Preußen Münster 1:2. In den übrigen Spielen hatten es die Gauligisten sehr schwer, um gegen ihre klassenniederen Gegner bestehen zu können. Nur dem SC. Preußen Münster gelang es, sich in Bielefeld bei den dortigen VfBern mit einem knappen Sieg aus der Affäre zu ziehen. Allzu hoch wiegt der 2:1Erfolg aber nicht, denn die Leinenstädter traten mit fünf Ersatzleuten an. Germania Bochum— SC. Düsseldorf 99 1:1. Mit dem Freundschaftsrückspiel Germania Bochum— SC. Düsseldorf 99 war das Weihnachtsprogramm schon erledigt. Hier standen starken Verteidigungen auf beiden Seiten nur schwache Stürmerreihen gegenüber, sodaß von vornherein damit zu rechnen war, daß das Ergebnis nicht allzuhoch ausfallen konnte. Man trennte sich denn auch mit einem Unentschieden von 1:1, was den Leistungen und dem Können beider Mannschaften entspricht. Die Bochumer hatten bei der Pause mit 1:0 geführt. Germania Datteln— Viktoria Recklinghausen 5:4 Ein torreiches Treffen lieferten sich Germania Datteln und Viktoria Recklinghausen. Nachdem dei Viktorianer jedesmal die Führung an sich reißen konnten, glichen die Gastgeber aus, um nach dem 4:4=Stande schließlich durch einen Weitschuß des linken Läufers den Sieg zu erringen. MBV. Linden— Westfalia Herne 7:1. Neben dem vorerwähnten Spiel wurde in allerletzter Stunde auch noch das Treffen MBV. Linden— Westfalia Herne abgeschlossen. Diese beiden alten Gegner aus den Aufstiegsspielen lieferten sich ein schnelles und faires Spiel, in dem es zeitweise wunderschöne Handlungen gab. Der MBV. wartete mit famosen Stürmerleistungen auf und triumphierte über die in stärkster Aufstellung erschienenen Herner Gauligisten mit nicht weniger als 7:1. Schon bei der Halbzeit führten die Lindener mit 4:1. FC. Schalke 04— Sp. Vg. Fürth 3:0. Schalke, 25. Dezember. Die Süddeutschen erschienen mit einer bunt zusammengewürfelten Mannschaft, sodaß die Voraussetzungen für ein qualitativ hochstehendes Spiel nicht gegeben waren. Schalke dagegen trat in bekannter Aufstellung an und versuchte, durch aufopferndes Spiel seine 14 000 Anhänger zufriedenzustellen, was auch restlos gelang. Der Sieg von 3:0 ist auf Grund des besseren Zusammenspiels durchaus verdient. In den ersten 20 Minuten gab es fünf Ecken, und zwar drei für Fürth und die restlichen für Schalke, die alle ohne Ergebnis blieben. Neger schied dann aus und wurde durch Hecht ersetzt. Bornemann als Mittelläufer war etwas schwach, konnte den gegnerischen Sturm nicht immer halten und vernachlässigte manchmal den Aufbau. In der 39. Minute kam Schalke geschlossen durch. Valentin gab an Pörtgen, dieser köpfte zu Pallwitzki, der nach halblinks kurvte und unhaltbar einsandte. Bis zur Pause blieb es, trotz mancherlei Gelegenheiten, bei diesem Stande. Nach Wiederanstoß war das Spiel etwa 15 Minuten lang verteilt und offen. Dann machte sich allmählich das bessere Kombinationsspiel der Schalker bemerkbar und die Gäste ließen etwas nach. Eine Ausgleichschance verpaßten die Gäste in der 15. Minute, als Förster aus guter Position das Leder über das Tor jagte. Einen Alleingang Kallwitzkis rettete Hecht im Fürther Tor in letzter Sekunde, indem er zur Ecke abwehrte. In der 23. Minute gab Kallwitzki eine hohe Flanke zu Pörtgen, dieser nahm das Leder direkt aus der Luft an und unhaltbar zappelte die runde Kugel im Netz. Schalke dominierte weiter, und in der 34. Minute konnte Urban eine Vorlage von Pörtgen zum dritten Tor verwandeln. Damit war der Sieg des Deutschen Meisters sichergestellt. Die Gäste wurden bis zum Schluß kaum noch gefährlich, während sich Schalke mit dem Vorsprung zufrieden gab. VfB. Alemannia— Westfalia Bochum 2:0 Dortmund, 26. Dezember. Um einer alten Rückspielverpflichtung nachzukommen, war dieses Spiel noch schnell vor der Begegnung Alemannia— Borussia, die am nächsten Sonntag steigt, angesetzt worden. Da es immer noch Fußballanhänger genug gibt, die mit einem freien Nachmittag nichts anzufangen wissen, war der Besuch verhältnismäßig gut. Die Zuschauer rechnen aber auch damit, daß von den Einnahmen soviel übrig geblieben ist, daß jetzt etwas Asche beschafft wird, damit die drei Wasserpfützen auf dem Spielfelde endlich zugedeckt werden. Beide Mannschaften waren mit Ersatz angetreten. Der bessere Sturm der Alemannen erzielte durch den Halblinken und den Mittelstürmer in jeder Halbzeit ein Tor. Der Mittelläufer zeigte verbesserte Leistungen. Die Außenläufer geben nach wie vor den Ball zu früh zur Mitte, anstatt mit Flankenwechsel an die Außenstürmer, während diese selbst mit ihren Flanken weder den Elfmeterpunkt noch den Halbstürmer erreichen. Loos verwechselte dabei im Anfang noch grün mit blau Eine recht schwache Leistung bot der Linksaußen. Alle übrigen befriedigten. Der Schiedsrichter achtete auf faires Spiel, wodurch ein Spielerausfall für nächsten Sonntag wohl vermieden ist. Sportfreunde Siegen— Hüsten 09 5:2. In Siegen weilte bei den dortigen Sportfreunden Hüsten 09, allerdings mit Ersatzeinstellung für den Torhüter und Linksaußen. Die Siegener nahmen den Kampf mit mehreren Neueinstellungen auf und zeigten sich in einer bemerkenswert guten Form, so daß der Gauligist mit 5:2(3:1) den Kürzeren zog. Arnsberg 09— SuS. Ahlen 3:2. Bei Arnsberg 09 weilte SuS. Ahlen, mußte aber der besseren Gesamtleistung des Platzvereins einen knappen 3:2=Erfolg überlassen. Anion Haspe— STV. Werne 2:2. Union Haspe hatte sich den STV. Werne aus der Gruppe Bochum verschrieben. Nach ausgeglichenen Leistungen gab es bei beiderseits schwachem Sturmkönnen ein 2:2(1:1). Die Spiele im Reich. Hamborn 07— Köln=Sülz 07 5:0 Preußen Krefeld— Union Krefeld 2:0 Borussia Gladbach— SC Gladbach 7:0 Turu Düsseldorf— VfL Benrath 5:5 Sog Sterkrade— Schwarzweiß Saarbrücken 4:2 Mittelrhein. Bonner FV— Kickers Offenbach 2:1 Westmark Trier— Schwarzweiß Essen 1:1 SV Wittlich— Eintracht Trier 0:2 Eintracht Trier— Kickers Offenbach 2:5 Kölner EfR— SC Höntrop 0:1 SC 03 Kassel— Sport Kassel 4:0 (Meisterschaftsspiel) Nordmark. Eimsbüttel— Berliner SV 92 5:3 Borussia Harburg— Union Altona 0:3 Hamburger SV— Waldhofer SV Mannheim 2:3 Niedersachsen. Werder Bremen— Holstein Kiel 1:0 Arminia Hannover— Werder Hannover 6:1 Hannover 96— Preußen Münster 2:1 Eintracht Frankfurt— Phönix Ludwigshafen 1:0 Sportfreunde Saarbrücken— Borussia Neunkirchen 1:1 Baden. VfR Mannheim— FC Mannheim 5:0 (Meisterschaftsspiel) Freundschaftsspiele in Süddeutschland. FV Saarbrücken— Dresdner SC 2:2 Schweinfurt— Phönix Karlsruhe 4:1 Freiburger FC— Wacker München 5:3 SC Stuttgart— Phönix Ludwigshafen 0:0 Viktoria Aschaffenburg— Phönix Karlsruhe 4:4 Mainz 05— Fola Esch 4:3 Fußball im Ausland. 1. FC Nürnberg siegt in Madrid mit 5:1 Madrid, 25. Dezember. Im Auslande weilte der 1. FC Nürnberg, der in Spanien einer Rückspielverpflichtung gegen den FC Madrid nachkam und einen hohen, aber verdienten 5:1Sieg gegen die Stadtmannschaft Madrid erzielte. Der Rückkampf steigt am Neujahrstag. J00f mal rund in der Münsterlandhalle. Münster, 26. Dez. Der dritte Renntag der Münsterlandhalle brachte eine ausgezeichnete Besetzung. Allerdings gingen die Wünsche der Direktioe bezüglich des Publikums wohl nicht ganz in Erfüllung. Die Halle wies nicht den Besuch auf. den sie vielleicht an einem anderen Tage bei dieser Besetzung aufgewiesen hätte. Oder hatte sich bereits herumgesprochen, daß die Amerikafahrer Kilian=Vopel nicht erscheinen würden? Trotzdem war aber die Halle ansprechend gefüllt. Und die einleitenden Amateurkämpfe brachten gleich die rechte Radrennstimmung Der gut zusammengestellte Mehrkampf der Anateure sah 18 Fahrer am Start, die sich einen spannungsvollen und sehr abwechslungsreichen Kampf lieferten. Das Rundenzeitrennen gewann Grothues, der für die 160=Meter=Bahn die gute Zeit von 10.2 Sek. herausholte. Ihm folgen mit Abstand Gibken(Münster) u. Wengler(Bielefeld) mit je 10,4 Sek. und Hermannsen, Schievenhövel und Rosengarten(alle Münster) mit je 10,5 Sek. Das Australische Verfolgungsrennen konnte Wengler(Bielefeld) beenden. Nacheinander waren ausgeschieden: Keuthage, Rotter, Hermannsen Rosengarten (alle Münster), Jung(Dresden). Brüning. Stoermann, Schievenhövel, Lohmann(alle Münster). Schneider(Dortmund), Gibken und Kottenstedde(beide Münster). Die Vorläufe zum Malfahren gewannen: den ersten Vorlauf Grothues(Münster), den zweiten Schievenhövel (Münster). den dritten Jung(Dresden), den vierten Lohmann(Münster). Ausbau des europäischen Luftverkehrs im Jahre 1935. Höhere Geschwindigkeiten./ Verdichtetes Streckennetz. Das deutsche sowie das europäische Flugnetz wird im kommenden Jahr einen weiteren wesentlichen Ausbau erfahren. Diese trifft sowohl für die tägliche Flugleistung als auch für die Zahl der Flugstrecken zu, die bereits mit dem kommenden Frühjahrsflugdienst der Deutschen Lufthansa weiterhin erweitert werden. Die sich hierbei zunächst eröffnenden Schwierigkiten konnten unlängst in Zusammenarbeit zwischen den führenden europäischen Luftverkehrs=Gesellschaften anläßlich der diesjährigen Internationalen Flugplankonferenz überraschend schnell beseitigt werden. In Einzelbesprechungen zwischen den verschiedenen Ländergruppen— es handelte sich dabei um nicht weniger als 16 Nationen, die hieran teilnahmen — konnte eine Uebereinstimmung über die wichtigsten Flugplanfragen erzielt werden. Wenn überhaupt von Schwierigkeiten gesprochen werden kann, so bezieht sich dies in erster Linie auf die Einreihung völlig neuer Strecken in den bisherigen europäischen Flugplan. In Zusammenarbeit zwischen den einzelnen internationalen LuftfahrtGesellschaften ist aber auch hier eine Einigung erzielt worden, die einen weiteren Ausbau des internationalen Flugstreckennetzes mit sich bringen wird. Von den neuen Lufthansa=Strecken, die 1935 z. T. erstmalig in Betrieb genommen, z. T. durch Zusatzverbindungen erweitert werden, sind zu erwähnen die Linie Oslo— Kopenhagen —Hamburg— London, die Linie Amsterdam — Frankfurt-Holland, die in Frankfurt und Amsterdam Anschluß an die weiteren großen europäischen Durchgangs=Flugstrecken haben wird, sowie die Linien Berlin— London. die drei, und die Linie Berlin— Kopenhagen, die zwei Flugverbindungen erhalten soll. Beachtenswert ist ferner die englische Strecke London— Köln. die über Halle=Leipzig nach Prag, Wien und Budapest verlängert wird. Damit erfährt das europäische Flugstreckennetz eine wesentliche Erweiterung, die den neuzeitlichen verkehrswirtschaftlichen Anforderungn Rechnung trägt, und an der Deutschland maßgebend beteiligt ist. Im Mittelpunkt der Bestrebungen steht ferner die Erzielung größerer Geschwindigkeiten im deutschen und europäischen Luftverkehr. Vermittels schnellerer Flugzeuge wird die Flugzeit auf den einzelnen Linien weiterhin verkürzt werden. Darüber hinaus ist eine Verkürzung der Reiseunterbrechungen sowie eine Erhöhung der Freigepäckgrenze in Aussicht genommen. Auch in der Abfertigung sowie in der Verrechnung werden Erleichterungen eintreten, die eine Beschleunigung des Flugverkehrs letzten Endes gleichfalls mit sich bringen werden. Im Endlauf siegte Grothues vor Schievenhövel, Jung und Lohmann. Das Punktefahren über 100 Runden konnte als Sieger Wengler(Bielefeld) mit 32 Punkten beenden. Ihm folgten Schneider(Dortmund) 17 Punkte, Stoermann(Münster) 7 Punkte, und Keuthage(Münster) 5 Punkte. Die restlichen Fahrer lagen zwei und mehr Runden zurück. Im Gesamtergebnis des Mehrkampfes für Amateure gab es folgende Plazierung: 1. Wengler(Bielefeld) 64½ Punkte, 2. Gibken(Münster) 55½. 3. Schneider (Dortmund) 55, 4. Grothues(Münster) 53, 5. Schievenhövel(Münster) 48, 6. Jung(Dresden) 43, 7. Kottenstedde(Münster) 42½. 8. Viehmeyer(Dortmund) 40½. 9. Rosengarten(Münster) 39, 10. Stoermann(Münster) 37. 11./12. Müller, Lohmann(Münster) 36, 13. Brüning (Münster) 34½, 14. Keuthage(Münster) 31½, 15. Hermannsen(Münster) 30, 16. Rotter(Münster) 19 Punkte. Lunda=Pützfeld siegen abermals. Bei den Berufsfahrern war die Dortmund=Berliner Kombination Funda—Pützfeld zum zweitenmale in der diesjährigen Rennsaison der Halle Münsterland erfolgreich. Das Rennen selbst nahm einen äußerst jagdenreichen Verlauf und spitzte sich am Ende zu einem scharfen Duell zwischen der Siegermannschaft und den Kölnern Zims—Küster zu. In der ersten Hälfte des Rennens konnten die Kölner stets die Führung behaupten, dann aber setzte sich die größere Stoßkraft des Siegerpaares immer energischer durch. Mit zwei Runden wurden die Kölner am Schluß klar distanziert und mußten die technisch und auch taktisch überlegenere Fahrweise Funda— Pützfeld anerkennen. Goebel—Korsmeier kamen durch körperliche Indisposition von Korsmeier nicht zur Geltung und mußten sich sechs Runden zurück mit dem sechsten Platz begnügen. Sehr stark fuhren auch die Holländer. Beachtenswert war das gute Abschneiden von Vinders— Ebeling, die während des ganzen Rennverlaufs eine technisch und taktisch gute Haltung an den Tag legten. Sieger: 1. Funda—Pützfeld 59 Pkt. 2 Runden zurück: 2. Zims—Küster 68 Pkt. 3. Vinders—Ebeling 9 Pkt. 4 Runden zurück: 4. Gebrüder Vroomen 37 Pkt. 5 Runden zurück: 5. Tietz—Lehmann 14 Pkt. 6 Runden zurück: 6. Goebel—Korsmeier 55 Pkt. 7. Schenk—Gros 53 Pkt. 7 Runden zurück: 8. Leuer—Gröning 44 Pkt. 8 Runden zurück: 9. Siehl—Göttmann 12 Pkt. In der ersten Stunde wurden zurückgelegt 46,240 km, nach zwei. Stunden 92,84 km und nach drei Stunden 133,920 km. Die Zeit des Siegerpaares war 3 Stunden, 39 Minuten, 44 Sekunden. Erich Möller siegt in Stuttgart. Die beiden ersten Rennen gewann Möller vor Schindler und den letzten Lauf vor dem Schweizer Wanzenried. Eine gleiche überlegene Rolle wie Möller bei den Stehern spielte der-deutsche Meister Toni Merkens bei den Amateuren. Der Kölner gewann das Hauptfahren, ferner mit seinem engeren Landsmann Hoffmann als Partner das 200 Runden Mannschaftsrennen und als Malmann belegte er in einem Vorgabefahren einen achtbaren 2. Platz. Ausländersiege in der Westfalenhalle. Scherens besser als Richter.— Prieto gewinnt die Dauerrennen. Dortmund, 26. Dezember. Den Höhepunkt des Programms bildete der Vierländerkampf der Berufsflieger, in dem der derzeitige Weltmeister Scherens=Belgien sich in bester Form vorstellte und seinen schärfsten Gegner, den deutschen Meister Richter=Köln sowohl im Zweier= wie auch im Viererlauf dank seiner fabelhaften Endgeschwindigkeit, meist aus fast aussichtsloser Position knapp, aber sicher abfertigte. Van den Heuvel=Holland erwies sich auch heute wieder als ein hoffnungsvolles Talent, wähtend sich der lange Szamota=Polen mit der Bahn noch nicht recht abfinden konnte. Das Publikum war von den spannenden Läufen restlos begeistert und spendete wiederholt nicht endenwollenden Beifall. Im„Sroßen Weihnachtspreis“ für Dauerfahrer über 60 km in zwei Läufen war die Besetzung gegenüber den Vorjahren bedeutend schwächer. Da der für Lohmann verpflichtete Italiener Severgnini nicht am Start erschien, für den Guzek=Bochum einsprang, und Krewer wieder einmal gänzlich außer Form antrat, war der Sieg dem einzigen erstklassigen Fahrer, PrietoSpanien, natürlich nicht zu nehmen. MatheusHohenlimburg kam hinter Geppert ebenso sicher auf den zweiten Platz. Guzek hielt sich recht achtbar, dagegen leistete Krewer nur im 2. Lauf einigermaßen Widerstand, ohne jedoch über den letzten Platz hinauszukommen. Nach dem ziemlich eintönig verlaufenen ersten Lauf gab es im Schlußlauf dank des Widerstandes von Krewer und der beherzten Fahrweise von Guzek recht oft spannende Momente. Prieto ging zum Schluß mächtig aus sich heraus und offenbarte durch blendende Sputrunden sein wahres Können. In den Amateur=Wettbewerben kam der Nachwuchs zu Wort. Seinen ersten Sieg feierte der aus der Fliegerschule hervorgegangene Krefelder Aymanns, der die Dortmunder Heinrich und Switalla abfertigte. Gabriel konnte gegen Kamp die Armbinde der Westfalenhalle erfolgreich verteidigen. Etwas verunglückt war das italienische Jagdrennen, da von der unterlegenen Partei ein Fahrer stürzte und so die Mannschaft Gayk—Postler(Herten)- Hillebrandt(Fröndenberg)— Rißmann,(Dortmund) zum Siege kam. Das 30 Runden=Punktefahren wurde erwartungsgemäß eine Beute des Dortmunders Mühr. Vor Beginn der Veranstaltung fuhren die aus Amerika zurückgekehrten Dortmunder Mannschaftsfahrer Vopel—Kilian eine Ehrenrunde, auf der sie viel Beifall ernteten. Großer Weihnachtspreis. 1. Lauf. 30 km. Startfolge: Přieto, Guzek, Matheus, Krewer. Der Ersatzmann Guzek fällt sofort auf den 4. Platz zurück. Bis zur Hälfte des Laufes ereignet sich garnichts, da einer auf den anderen wartet. Endlich macht Guzek den Anfang und überspurtet Krewer. Das war das Zeichen für die übrigen Teilnehmer, die nun an dem außer Form befindlichen Kölner vorbeigehen. Einem energischen Angriff von Prieto kann Guzek nicht widerstehen, der auch noch Matheus passieren lassen muß. Krewer büßt dann an Prieto und Matheus weiter Terrain ein. Zum Schluß wird Krewer nochmals von Prieto überrundet. Ergebnis: 1. Prieto(Schadebrodt) 31:38,6, 2. Matheus(Geppert) 90 m zck., 3. Guzek(Merkens) 400 m zck., 4. Krewer(Deliège) 650 m zck. 2. Lauf. 30 km. Startfolge: Krewer, Matheus, Guzek, Prieto. Der Spanier setzt sich sofort vom letzten auf den 2. Platz, findet aber bei Krewer Widerstand. Als Guzek an Matheus vorbeigeht, versucht Geppert innen durchzugehen, was jedoch mißlingt. Matheus verläßt bei einem Versuch, an Guzek vorbeizugehen, die Rolle. In der 85. Radrennen im Ausland. In Paris gewann das Omnium der Steher Paillard mit fünf Punkten vor Lacquehaire(6 P.), Wambst(8 P.) und Grassin(11 P.) Das Omnium der sogenannten Spezialisten holten sich Richard und Raynaud mit zwei Siegen gegen Lemoine und Blanchonnet(ein Sieg) und das Omnium der Sprinter fiel an Jezo mit 5 Pkt. vor Gerardin(5 P.), Michard(8 P.) und Faucheux (12 Punkten). Jn Gent holten sich Charlier=Deneef den Sieg im Hundertfünfzig=Minutenfahren. Ihre schärfsten Gegner waren Schön=Billiet, die jedoch in den Wertungen nicht so stark hervortraten und den zweiten Platz belegten. Ehmer verlor mit seinem Partner Huys vier Bahnlängen. Ergebnisse: 1 Charlier=Deneef 41 Punkte (115,95 km); 2. Schön=Billiet 10 Punkte, eine Runde zurück: 3. Dekuyscher=Haemerlinck; 4. Raes=Mortier; 5. Dipaco=Dayen; 6. Speicher=Archambaud; zwei Runden zurück: 7. Pijnenburg=Wals; vier Runden zurück: 8. Ehmer=Huys. Auf der Baseler Winterbahn Runde kommt es zu einem spannenden Moment, als Matheus den Bochumer Guzek und Prieto den führenden Krewer gleichzeitig angreifen. Weder Guzek noch Krewer verlieren ihre Position. Krewer verteidigt bis 25 Runden vor Schluß die Führung, als doch nach heldenmütiger Abwehr Prieto vorbeikommt und dann zurückfällt. Matheus setzt sich nun auf den 2. Platz. Zum Schluß legt der Spanier noch einige sehr schnelle Runden zurück und überholt seine sämtlichen Gegner. Ergebnis: 1. Prieto 32:38,4, 2. Matheus 280 mzck., 3. Guzek 430 m zck., 4. Krewer 605 m zck. Gesamtergebnis: 1. Prieto=Spanien 60 km, 2. Matheus=Hohenlimburg 59,660 km, 3. Guzek=Bochum 59,170 km, 4. Krewer-Köln 58,745 km. Die Amateure. Mein erster Sieg. Endlauf(1000 m): 1. Aymanns=Krefeld. 2. Heinrich=Dortmund, 3. Switalla=Dortmund, 4. ReininghausFröndenberg. Um die Armbinde der Westfalenhalle. Verfolgungsrennen bis zu 20 Runden. 1. GabrielDortmund 3:23,6, 2. Kamp 100 m zck.(nach 3000 m eingeholt). Italienisches Jagdrennen. 1. Gayk—Hillebrand—Postler—Rißmann(Dortmund) 58,2 Sek. 30 Runden=Punktefahren. 1. Mühr=Dortmund 11 P. 9:01,3, 2. BiermannLünen 10 P., 3. Henschel=Dortmund 8 P., 4. Lange 6 P. kämpfe in Hamburg. Hamburg, 26. Dezbr. Im Hamburger Vunching=Ring wurden am zweiten Feiertag die traditionellen Weihnachtsboxkämpfe durchgeführt. Sportlich war die Ausbeute nicht sonderlich. Im Hauptkampf mußte sich der Deutsche Halbschwergewichtsmeister Adolf Witt gegen den Krefelder Schwergewichtler Jakob Schönrath mit einem allerdings sehr hohen Punktsieg begnügen. Schönrath war gegen den wildangreifenden Witt ständig zur Verteidigung verurteilt, aber seine Taktik und seine großen Nehmerqualitäten ließen ihn über die zehn Runden kommen. Witt war von der vierten Runde ab durch eine blutende Augenverletzung etwas behindert. Die neue Halbschwergewichtshoffnung des SchmelingEntdeckers Arthur Bülow, der Berliner Examateur Marohn, wurde gleich einem sehr schweren Schläger wie Nico Droog= Krefeld gegenüber gestellt. Nach vier Runden gab das Kampfgericht unentschieden, das Marohn vielleicht etwas schmeichelte, aber doch nicht unverdient war. Ein schnelles Ende nahm der Schwergewichtskampf zwischen dem südslawischen Meister Kersitzsch und Arno Kölblin=Berlin. Der 16 Pfund schwerere Kersitzsch erschien untrainiert im Ring und ließ sich schon in der zweiten Runde nach einem Magentreffer, der wohl kaum volle Wirkung hatte, beim dritten Niederschlag auszählen. Der Rennverlauf. Vierländerkampf für Berufsflieger. Runden=Zeitfahren. 1. Richter 11,7, 2. Scherens 11,8(2), 3. v. d. Heuvel 12, 4. Szamota 12,2 Sek. Zweierläufe. 1. Lauf: 1. Richter, 2. v. m. Heuvel, letzte 200 m: 12,6 Sek. 2. Lauf: 1. Scherens, 2. Szamota(13,5 Sek). 3. Lauf: 1. Scherens, 2. v. d. Heuvel (12,8 Sek.). 4. Lauf: 1. Richter, 2. Szamota(12,9 Sek.). 5. Lauf: 1. v. d. Heuvel. 2. Szamota(12,8). 6. Lauf: 1. Scherens, 2. Richter, Reifenstärke(12,1 Sek.). Viererlauf. 1. Scherens= Belgien. 2. Richter=Köln, 3. v. d. Heuvel=Holland, 4. Szamota=Polen(letzte 200 m in 12,8 Sek.). Gesamtergebnis: 1. Scherens=Belgien 11 P., 2. Richter 10 P., 3. v. d. Heuvel 6 P., 4. Szamota 4 P. siegte Straßenweltmeister Kaers=Belgien im Omnium mit 7 Pkt. vor dem Schweizer Müller 12 Pkt., während sich Ehmer mit dem Franzosen Richard mit je 15 Pkt. in den dritten Platz teilen mußte Die Wintermeisterschaft der Steher holte sich Gilgen mit 5 Pkt. vor Kratt 9 Pkt., Suter 13 Pkt. und Läuppi 14 Pkt. Ehrl=München Turniersieger in Köln. Am zweiten Weihnachtsfeiertag wurde in Köln ein Leichtgewichtsturnier durchgeführt, das einen außerordentlich starken Besuch aufzuweisen hatte. Turniersieger wurde ohne Niederlage der Münchener Ehrl vor Weikart=Hörde, Schwarzkopf=Koblenz und Nettersheim-Köln. Freddie Miller schlug Al Brown. Der Kampf zweier Weltmeister. Paris, 26. Dezember. Im Pariser Sportpalast standen sich die beiden derzeitigen Boxweltmeister der Bantam= und Federgewichtsklasse, der Neger Al Brown und der Amerikaner Freddie Miller, gegenüber. Miller gewann über zehn Runden nach Punkten und brachte Al Brown die erste Niederlage seit geraumer Zeit in einem europäischen Ring bei. Der Kampf konnte nur wenig befriedigen. Miller gab sich während der ersten Runden überhaupt keine B'ößen und sammelte im zweiten Teil des Kampfes ständig Punkte. Der Neger griff zu allen möglichen Mitteln und mußte sogar zweimal wegen Haltens verWERDENATELIED DES REICHSLUFTSCHUTZBUNDES warnt werden, aber auch verschiedene Kopfstöße brachten ihm keinen Erfolg. Der hohe Punktsieg von Miller war vollauf verdient, aber er bot keine, eines Weltmeisters würdige Leistung. hans Weber ist Champion. Am letzten Renntag der Galopprennsaison wurde der Kampf um das Championat der Hindernisreiter entschieden. Der westdeutsche Jockei H. Weber konnte am zweiten Feiertag in Mülheim=Duisburg Utamaro im Schneewittchen=Jagdrennen zum Siege steuern, während sein großer Rivale, der Berliner W. Wolff, leer ausging. Damit ist Weber, der insgesamt 33 Siege in dieser Saison zu verzeichnen hat, zum ersten Male deutscher Champion der Hindernisreiter geworden. W. Wolff belegt mit 32 Siegen den zweiten Platz. Rennen in Mülheim=Duisburg am 26. Dezember. 1. R.:" 1. Ambrosius(Schramm), 2. Finor(zwei liefen). Toto 25. 2. R.: 1. Feudal(Glitsch), 2. Auswahl, 3. Maharadscha. Ferner Raugräfin, Gerlind, Almansor, Adelbert, Leutvogt. Blackberry, Schatzfinder. Toto 171, Pl. 32, 20, 17. 3. R.: 1. Schloßfrau(Kruschwitz), 2. Pano rama, 3. Berna. Ferner Votaire II, Milotti, Perasperum, Temboul. Toto 84, Pl. 20, 26, 19. 4. R.: 1. Atamaro (Weber), 2. Rosenrot, 3. Traumulus. Ferner Fahrewohl, Weltmeister. Toto 15, Pl. 12, 12. 5. R.: 1. Georgette (Vaas), 2. Sintflut, 3. Trojaner. Ferner Schwerthieb, Hatz, Fantasia. Toto 48, Pl. 18, 25. 6. R.: 1. Good Boy (Stangl), 2. Harun, 3. Moira. Ferner Porto Flip. Jan von Werth, Robinson. Toto 135, Pl. 27, 14. Doppelwette: Schloßfrau—Utamaro 158:10. im Handball. Im Westfalengau gab es im Handballager nur einige wenige Spiele, dazu noch ohne große Bedeutung, da die Handballspieler durch die Meisterschaftsspiele voll und ganz in Anspruch genommen sind. Schalke 04 kam einer alten Rückspielverpflichtung nach und bezwang die Elf des SC Münster 08 mit 14:4, nachdem die Handballknappen schon bei der Pause das bessere Ende mit 7:2 für sich hatten. Der Lokalkampf in Hagen zwischen der Eintracht und dem VfL. endete mit einem überraschenden 13:5=Siege der klassenniedrigeren Eintrachtler, 1934— das Jahr der großen internationalen Erfolge deutscher Sportler. Der deutsche Sport kann auf das Jahr 1934 mit großer Genugtuung zurückblicken. Weit schwerer aber als die große allgemeine Steigerung des Leistungsstandards in allen Sparten des deutscher blick auf die kommenden Olympischen Spiele die große Zahl der internationalen Erfolge, der Weltrekorde, Europa=Meisterschaften, mit denen die deutschen Sportler den Anschluß an die Leistungen des Ar fester geknüpft haben. Obere Reihe von links: Im Radsport steht der Stehersieg des Dortmunders Metze bei den Radweltmeisterschaften in Leipzig an erster Stelle.— In der Leichtathletik sind es vier Weltrekorde: Hans Heinrich Sievert erwies sich mit seinem neuen Zehnkampf=Weltrekord von 8790,460 Punkten als der beste und vielseitigste Athlet der Welt. Ruth Engelhard(Berlin) verbesserte den 80=M. weltrekord der Frauen auf 11,6 Sekunden, und Gisela Mauermeyer(München) errang für die deutschen Farben gleich zwei Weltbestleistungen: die im Fünfkampf der Frauen mit 377 Punkten und im Kugelstoßen mit 14,38 Meter.— Der internationale Automobilsport wurde ausgesprochen von den deutschen Fahrern und Wagen beherrscht, die fast alle größeren internationalen Rennen gewinnen konn Rudolf Caracciola stellten hier mit den neuen deutschen Rennwagen Welt= und internationale Klassenrekorde förmlich am laufenden Bande auf. Untere Reihe von links: Im Kraftsport wurde in Genua bei den Europa=Meisterschaften der Gewichtheber Rudolf Ismayr(München) Europameister im Mittelgewicht.— Im Schwimmsport, in de punkt die Europameisterschaften in Magdeburg standen, wurden bei den Schwimmerinnen Martha Genenger(Krefeld) mit 3:01,9 und bei den Schwimmern Sietas(Hamburg) mit 2:49 Euro 200=Meter=Brust=Strecke. Besonders erfolgreich waren in Magdeburg die deutschen Springer und Springerinnen: Olga Jensch=Joroan-errang den Titel im Damen=Kunstspringen, die Spanda Schieche im Turmspringen. Esser=Iserlohn war im Kunstspringen der Beste.— Bei den Ruderern war es wieder Dr. Buhtz. der mit den Diamon=Skulls in Henley einen neuen Erfolg für die deutschen Farben errang. Schließlich können auch die deutschen Turner einen Weltmeisterschaftserfolg verbuchen. Ernst Winter(Frankfurt) war in Budapest am Reck der Beste.