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Seit 72 Stunden verweigern 950 Arbeiter 500 munter Tage die Nahrungsaufnahme. Am Sonntag wurden ihnen Lebensmittel zugeführt. Die Lebensmittelkisten wurden aber von den Streikenden ungeöffnet zurückgesandt. Die Führer der Arbeitergewerkschaften, die sich am Sonntag in den Schacht begaben, stellten fest, daß die Arbeiter infolge des Hungerstreiks völlig erschöpft ind, jedoch an der Weiterführung des THungerstreiks festhalten. 5. Nach egenheit eren Toausging. 1). 25 Nachrechtferche Plus 3 5 6 8 13 14 20 9 9 16 11 10:0 9:1 8.2 8:2 5:5 4:4 3:5 377 2:6 2:6 2:8 0:10 ter Vergefährmpf 3:0 eindeuore ausin erster her war. ). denkbar ugenden neter in vei wei:0). (0:1). 5 jedoch eg nicht 4:0 zum (0:0). ne Nieüllenern ). ußte sich ners. drehten ei Tore einmal rnherein ganzen aufraffen die Läu1 mußte, gen Abgeben. aaten empFleischBevölu einem chfarafeldzug eile der Fleischmstrittell eine n. Sie o hohen streckten h Chile, vird die der, wie Thile ist ina Der Hungerstreik nahm am Montag immer bedrohlichere Formen an. Bis zum Montag nachmittag befanden sich insgesamt 1600 christlichsoziale Arbeiter im Streik. Auf Weisung der Wiener Generaldirektion der Donau=Dampfschiffahrtsgesellschaft, der die Grube gehört, ist die Arbeit im gesamten Bergwerksgebiet stillgelegt worden, so daß zurzeit 4800 Arbeiter ohne Beschäftigung sind. Von den streikenden Arbeitern befanden sich am Montag nachmittag 1000 bereits 100 Stunden unter Tage. Verhandlungen mit den streikenden Arbeitern sind bisher ohne Erfolg geblieben. Um Unruhen vorzubeugen, hat die Regierung zwei Regimenter und 100 Gendarmen bei den Gruben zusammengezogen. Die Lage ist zweifellos außerordentlich ernst, da infolge der Einstellung der Saugpumpe und der Luftventilatoren Explosionsgefahr besteht. Seit der Einstellung der Pumpen steigt das Wasser fortgesetzt. Die Streikenden sollen in völlig erschöpftem Zustande in Gruppen von 10 bis 20 in einer Tiefe von 500 m liegen. Sie sollen kaum noch sprechen können. Zahlreiche Arbeiter sollen Nervenschocks erlitten haben. Man befürchtet, daß bei einer weiteren Fortdauer des Hungerstreiks den Arbeitern innerhalb 48 Stunden die Gefahr des Ertrinkens droht. Ministerpräsident Gömbös hat persönlich eingegriffen und einen Sekretär entsandt, der den streikenden Arbeitern einen Vorschlag des Ministerpräsidenten und des Handelsministers überbrachte, wonach die Verhandlungen zur Regelung der Lohnfrage sofort aufgenommen werden sollen, jedoch unter der Bedingung, daß die Arbeiter unverzüglich den Schacht verlassen. Die Bergleute wurden aufgefordert, innerhalb einer halben Stunde den Streik einzustellen und ihre Antwort zu geben. Die Grubenarbeiter lehnten jedoch zunachst diesen Vorschlag ab und schritten dazu, den Eingang der Grube zu verbarrikadieren. Sie befestigten Stangen im Luftschacht und setzten das Personal des Fahrstuhls fest. Auf telephonischem Wege warnten sie davor, den Lift in Bewegung zu setzen, da sonst die Eingänge verschüttet werden würden. Nach einiger Zeit erklärten sich die Arbeiter schließlich doch bereit, einen Vertreter des Ministerpräsidenten zu empfangen, dem sie mitteilten, es handele sich um einen Wirtschaftskrieg. Sie seien gute Ungarn, hätten den Krieg mitgemacht und führten jetzt ebenso einen Krieg, um ihre trostlose Lage zu verbessern. Sie achteten und ehrten die Person des Ministerpräsidenten, aber die Anternationale Leitung des Bergbaues, gegen die allein sie den Kampf führten, habe sie bereits o oft betrogen, daß sie irgendwelchen Vorschlägen, sofern sie nicht verbrieft und versiegelt übermittelt würden, keinen Glauben schenken könnten. Sie seien entschlossen, bis zum Tode auszuhalten. Der Versuch eines Reichstagsabgeordneten, mit den streikenden Arbeitern telephonisch in Verbindung zu treten, scheiterte daran, daß dieser das Losungswort nicht kannte. Handelsminister Dr. Fabinyi läßt in der Presse ertlaren, die Regierung sei selbstverständlich bereit, im Interesse der Bergarbeiter einzuschreiten und den Sachverhalt den Tatsachen und der Gerechtigkeit entsprechend festzustellen. Dies habe aber eine Nachgiebigkeit der ausländischen Arbeitgeber und den derzicht der Bergarbeiter auf das verzweifelte selbstmörderische Mittel zur obraussetzung. Der Handelsminister weist darauf zin, daß sich auf den Halden des Bergwerks ein ungegeurer Kohlenvorrat von 13 000 Wagenladungen angesammelt habe bei einem normalen Vorrat von 6000 Wagenladungen. Der ungenügende Absatz sei auf die allgemeine Wirtschaftskrise zurückzuführen. An den Verhandlungen zur Beilegung des Streiks nehmen Vertreter der christlichsozialen und sozialdemokratischen Arbeitergewerkschaften teil. Die christlichsoziale Arbeitsgemeinschaft hat sich mit den Sozialdemokraten solidarisch erklärt und sich verpflichtet, bis zur Durchsetzung der Forderungen durchzuhalten. Die Lage ist für die Regierung insofern sehr schwierig, als sich das Fünfkirchener Kohlengebiet in Händen der Wiener Donau=Dampf=Schiffahrtsgesellschaft befindet, die zum Interessenbereich der der österreichischen Regierung nahestehenden Wiener Kreditanstalt gehört und somit eine unmittelbare Einflußnahme der Regierung auf die Arbeitgeber auf Schwierigkeiten stößt. Der Budapester Vertreter der Wiener Donau=Dampfschiffahrtsgesellschaft veröffentlicht eine Erklärung, in der darauf hingewiesen wird, daß die Löhne der Arbeiter nur dann erhöht werden könnten, wenn es gelinge, die Ausfuhr zu fördern und den Binnenabsatz zu steigern. Infolge des Bezuges ausländischer Kohlen sei der Absatz ungarischer Kohle außerordentlich zuruckgegangen. Der Hungerstreik der Bergarbeiter sei nicht berechtigt. Aehnliche Hungerstreiks in Polen und Frankreich seien mißlungen. Die Gesellschaft beschränke sich auf Abwehrmaßnahmen, die die Sicherheit des Betriebes erfordere. Der ganze Betrieb sei eingestellt. Die Arbeiter, die die Gesellschaft auf die Meldung von der Feuersgefahr in die Grube gesandt habe, seien von den Streikenden als Geiseln zurückgehalten worden. Dennoch hoffe man, daß der Streik bald zu Ende gehen werde. Zahlreiche Schwerkranke unter den Streikenden. DNB Budapest, 15. Oktober. Bis Montag spät nachmittags ist eine Aenderung der Lage nicht eingetreten. Die Streikenden haben die Vertrauensleute, die zu ihnen in den Schacht hinab gesandt wurden, nicht wieder ausfahren lassen. Die Sauapumpen die auf dringendes Ersuchen für kurze Zeit in Gang gesetzt wurden, sind von den Arbeitern wieder zum Sertlstand gebracht worden. Der Grubenarzt, der sich zu den 48 im ThomanSchacht befindlichen schwerkranken Arbeitern begeben wollte, wurde von den Arbeitern daran gehindert, in die Grube einzufahren. Der Zustand der erkrankten Bergarbeiter wird als außerordentlich ernst beurteilt, jedoch lehnen die kranken Arbeiter es ab, den Hungerstreik aufzugeben. Die Regierung hofft jedoch, daß der Streik in absehbarer Zeit beigelegt wird. Raymond Poincaré f. Frankreichs Staatsmann des Weltkrieges. (!) Paris, 15. Oktober. Der frühere französische Ministerpräsident und Staatsprasident Raymond Poincaré ist am Montag um 3,30 Uhr in seiner Pariser Wohnung plötzlich gestorben. Poincaré hat das Alter von 74 Jahren erreicht. Poincaré war vor einigen Tagen von seinem Landsitz Sampigny in Paris eingetroffen. Er war noch in seinem Heimatarrondissement Barle=Duc bei den Erneuerungswahlen zum Generalrat wiedergewählt worden und wollte in Paris seine schriftstellerischen Arbeiten weiterführen. Kurz nach seiner Ankunft mußte er sich legen, und im Laufe des Sonnabend und Sonntag waren Gerüchte verbreitet, daß er leicht leidend sei, daß aber sein Befinden zur Beunruhigung keinen Anlaß gäbe. Montag früh traf die Nachricht ein, daß er in seiner Pariser Wohnung plötzlich gestorben ist. Er ist einem Herzschlag erlegen, dem eine Verschlimmerung seines Nierenleidens vorangegangen war. Die Krise hatte so plötzlich eingesetzt, daß die Aerzte nicht mehr helfen konnten, sondern untätig mit der Gattin Poincarés und einigen seiner früheren politischen Mitarbeiter am Sterbebett warten mußten, bis der Tod eingetreten war. Am Montag nachmittag fand im Elysée unter dem Vorsitz des Präsidenten der Republik, Lebrun, der am Abend Paris verlassen hat, um sich nach Belgrad zu begeben, ein Ministerrat statt. Der Präsident der Republik gedachte zu Beginn der Sitzung Poincarés. Die staatliche Trauerfeier für diesen wird am Sonnabend in der Notre Demes=Kirche und im Panthéon stattfinden. Die Beerdigung erfolgt gemäß dem letzten Wunsch des Verstorbenen in der Familiengruft in Nubécourt im Moseldepartement. Sechs Vertreter der Regierung, unter ihnen Tardieu und Herriot, werden dem Verstorbenen bis dahin das Geleit geben. Der Ministerrat beschloß ferner, den 8. Oktober, den Tag der Beisetzung des Königs Alexander und den 20. Oktober den Tag der Beisetzung Poincarés zu staatlichen Trauertagen zu erklären. Bis zum Tage der Beisetzung wird die sterbliche Hülle Poincarés im Panthéon aufgebahrt. Lemery wird Justizminister. (!) Paris, 15. Oktober. Ministerpräsident Doumergue hat am Montag nachmittag dem Präsidenten der Republik eine Verordnung zur Unterschrift vorgelegt, durch die Senator Lemery anstelle des Senators Chéron zum Justizminister ernannt wird. Die Ankunft des jungen Königs Peter in Belgrad. . Der neue südslawische König Peter II. wurde bei seiner Ankunft in Belgrad, die am Sonnabend erfolgte, von der Bevölkerung mit Begeisterung begrüßt. Unser Bild zeigt ihn nach seiner Ankunft auf dem Bahnhof in Belgrad bei der Begrüßung der zum Empfang erschienenen hohen Offiziere. Rechts sieht man den Prinzen Paul, der bekanntlich Mitglied des Regentschaftsrats ist. Hinter dem Prinzen steht die Königinwitwe Maria. Der Unerbittliche. Einer der tatkräftigsten Anhänger der Revancheidee in der Zeit vor dem Weltkriege und einer der eifrigsten Verfechter einer Politik der Unerbittlichkeit gegenüber Deutschland, den die Franzosen als einen ihrer größten Staatsmänner und namentlich auch als den Retter ihrer Währung verehren, hat Abschied vom Leben genommen. Raymond Poincare ist tot. Viele bittere Erinnerungen verknüpften sich bei uns Deutschen mit diesem Manne, dessen Leben gekennzeichnet ist durch einen ungewöhnlich frühen politischen Aufstieg bis zur höchsten Würde, die die französische Republik zu vergeben hat, durch eine Sturheit, die keine Schranken kannte und nicht nur in den Weltkrieg, sondern auch in die wahnsinnige Reparationspolitik mit dem Ruhreinbruch hineinführte, andererseits als Parlamentarier und Minister durch Tüchtigkeit, Pflichttreue und Arbeitsamkeit, die ihm schon in jungen Jahren Achtung und Anerkennung seiner solche Bürgertugenden besonders hoch schätzenden Landsleute einbrachten. Poincaré wurde am 20. August 1860 in Bar=le=Duc (Dept. Meuse) im alten Herzogtum Lothringen geboren. Er war ein Musterschüler des dortigen Gymnasiums und schrieb später selbst über seine Schuljahre:„In meinen Schuljahren wandelten meine durch die Niederlage verdüsterten Gedanken unaufhörlich über die Grenze, die uns der Frankfurter Vertrag aufgezwungen hatte. Und sooft ich aus meinen metaphysischen Wolken auf die Erde niederging, konnte ich für meine Generation keine andere Daseinsberechtigung erblicken als die Wiedergewinnung der verlorenen Provinzen.“ Nach dem Studium der Rechte wurde Poincaré Advokat. Und gleich begann seine ebenso glänzende wie schnelle politische Laufbahn, die in Frankreich kaum ihres gleichen hatte. Er trat 1886 als Kabinettschef in das Ackerbauministerium ein und wurde im darauf folgenden Jahre, d. h. mit kaum 26 Jahren zum Generalrat von Pierrefitte gewählt. Schon zwei Monate später zog er als Abgeordneter des Maas=Departements in die Kammer ein, die ihm als Sprungbrett für seine weitere Karriere dienen sollte. Er trat keiner Partei bei, zog aber bald die Aufmerksamkeit durch klare, eingehende Behandlung finanzieller Fragen auf sich. 1889 und 1893 wiedergewählt, übernahm er am 4. April 1893 im Kabinett Dupuy das Unterrichtsministerium. Damals war er 33 Jahre, er war der jüngste Minister, den es in Frankreich je gegeben hat. In dem zweiten Kabinett Dupuy von 1894—1895 bekleidete er den Posten des Finanzministers, im Kabinett Ribot vom 26. Januar bis 28. Oktober 1895 zum zweiten Male den des Unterrichtsministers. Darauf wurde er von der Deputiertenkammer zum ersten Vizepräsidenten gewählt. Im Jahre 1903 wurde er Mitglied des Senats. Von März bis Oktober 1906 war er wieder Finanzminister. Außerdem hatte er sich als Schriftsteller schon einen Namen gemacht und wurde als Verfasser des Werkes„Idées contemporaines“ 1909 in die Französische Akademie aufgenommen. Der entscheidende Aufstieg aber erfolgte erst 1912, als er nach Caillaux's Rücktritt im Oktober selbst ein Kabinett bildete, in dem er das Aeußere übernahm, während Delcassé die Marine erhielt. Schon im Januar 1913 jedoch trat Poincaré zurück, nachdem er inzwischen trotz heftiger Anfeindung durch Clémenceau am 17. Januar 1913 mit 483 von 870. Stimmen zum Präsidenten der Republik gewählt worden war. Am 18. Februar 1913 trat er sein neues Amt an. Zwei Tage später ernannte er Delcassé zum Botschafter in St. Petersburg. Am Tage der Wahl tat der Sozialistenführer Jaurés den bezeichnenden Ausspruch:„Poincaré, das ist der Rriegl In der Zeit seiner Amtsführung vor dem Kriege hatte Poincaré häufig Begegnungen mit Staatsmännern und führenden Politikern der späteren Ententemächte. Ein Besuch des Großfürsten Nikolaus und der Großfürstin Anastasia in Frankreich aus Anlaß von Manövern in Französisch=Lothringen führte zu offenen deutsch=feindlichen Kundgebungen; die folgende Reise Poincarés nach Petersburg im Juli 1914 nicht minder. Kurz nach seiner Rückkehr brach dann der Krieg aus. Obwohl dieser das Streben Poincarés nach Wiedergewinnung Elsaß=Lothringens erfüllte, schien ihm sein Ziel, die völlige Vernichtung Deutschlands, nicht erreicht. Schon im April 1919 hieß es, er habe die Absicht, die Präsidentschaft niederzulegen, weil er weder mit den Waffenstillstandsbedingungen noch mit den Friedensbedingungen einverstanden sei, sondern dem Ministerpräsidenten Clémenceau vorgeworfen habe, er sei sowohl in der Rhein= wie in der Orientfrage zu nachgiebig. Als Poincaré dann doch erst nach dem Ablauf seiner Amtsperiode von der Präsidentschaft zurückgetreten war, stellte er sich gleich darauf im Februar 1920 als Nachfolger Jonnarts der Reparationskommission zur Verfügung, in der der französische Delegierte das Präsidium führte. Wenige Wochen darnach trat er jedoch wieder von dem Posten zurück, weil er Anzeichen zu einer geplanten Abänderung des Vertrages von Versailles zu sehen glaubte. Auch später versäumte er keine Gelegenheit, als Gegner jeglicher Milderung der Friedensbedingungen hervorzutreten. Als dann während der Konferenz von Cannes im Januar 1922 die englisch=französische Spannung zunahm und Briand zum Rücktritt genötigt wurde, übernahm Poincaré die Bildung des Kabinetts, das er bis 1924 in seinen Händen behielt. Man gab sich in Deutschland keiner Täuschung darüber hin, was nunmehr kommen würde. Außerdem verkündete Poincare in vielen Reden seine Politik der Unerbittlichkeit. Er war der ewige Ankläger für Deutschland, der unversöhnliche Sonntagsredner an allen Kriegerdenkmälern, mit dem Refrain, daß Frankreich niemals die im Frieden von Versailles erzwungenen Rechte und Garantien preisgeben werde. Sein System kam in heftiges Schwanken durch das Abenteuer der RuhrInvasion; sie war die schwerste Belastung, die er wagte. Unerschütterlich hielt er den mäßigenden Einwirkungsversuchen dreier englischer Kabinette— Bonar Baw, Baldwin, MacDonald— stand. Die allgemeinen Wahlen vom Mai 1924 hatten jedoch seinen Rücktritt im Juni 1924 zur Folge. Sein Nachfolger wurde Herriot. Danach hielt sich Poincaré ziemlich zurück. Er veröffentlichte ein natürlich stark angefochtenes Buch „Der Ursprung des Krieges" und im Jahre 1926 ein zweibändiges Werk„Im Dienste Frankreichs", in denen er natürlich seine Politik verteidigte, die inzwischen auch der Mehrheit der Franzosen als nicht mehr empfehlenswert erschienen war. Dennoch war er der starke Mann, nach dem auch Linkskreise riefen, als im Sommer 1926 mehrere Kabinettsexperimente zur Rettung des Franken=Sturzes hintereinander mißglückten. Am 23. Juli 1926 bildete er sein viertes Kabinett, in dem neben Briand und Herriot auch Barthou, Painlevé und Tardieu saßen. Er selber übernahm das Portefeuille der Finanzen. Bald gab es auch wieder Sonntagsreden, von denen mehr als eine einen Sturm der Entrüstung in Deutschland entfesselte. Poincarés Finanzpolitik hatte den Erfolg, daß dem Sturz des Franken Einhalt geboten wurde und sich die Inflationspanikstimmung in Frankreich legte. Schwierigkeiten mit den Radikalsozialen bei den Budgetberatungen führten im November 1928 zum Rücktritt des Kabinetts; aber schon ein paar Tage darauf bildete Poincaré unter Zurückdrängung aller linksstehenden Elemente eine neue Regierung. Außenminister in ihr war, wie auch im vorhergehenden Kabinett, Briand; aber dieser wurde von Poincaré stark in den Hintergrund geschoben. Damals beherrschte die Revision des Dawes=Planes und die Räumungsfrage die deutsch=französische Außenpolitik. Wurde Poincarés Mehrheit in der Kammer auch immer geringer, so gab er die Führung doch erst aus der Hand, als ein schweres Nierenleiden ihn im Juli 1929 zwang, sich einem operativen Eingriff zu unterziehen. Damit schied er aus dem Vordergrunde des politischen Lebens. Die Operation verlief glücklich, aber der Anfall wiederholte sich im Dezember 1929. Er traf Poincaré unmittelbar nach der Senatssitzung, die mit Tardieus Sturz endete, und hinterließ halbseitige Lähmung. Dann jedoch setzte eine überraschende Wiederherstellung ein. Als er Ende der vorigen Woche bettlägerig wurde, hat auch seine Umgebung an einen so schnellen Ausgang nicht gedacht. Mit Raymond Poincaré geht ein Charakter dahin, in dem sich die französische Bourgeoisie mit allen ihren Eigenschaften verkörperte. Er war in der Nachkriegszeit das schwerste Hindernis für eine deutschfranzösische Verständigung, und auch bei seinem Tode verlangt es die Ehrlichkeit, nicht zu verschweigen, daß uns Deutschen dieser„große Franzose", dessen größte Stärke seine sture Einseitigkeit war, unendlich viel Ungerechtes und Demütigendes zugefügt hat. Und dabei war er sonderbarerweise mit einer Frau deutscher Herkunft, einer geborenen Morsbach aus Kaufbeuren, verheiratet, von der allerdings Victor Margueritte in seiner Biographie Briands behauptet, daß sie während der kritischen Vorkriegszeit politisch einen ziemlich unheilvollen Einfluß ausgeübt und offen den Krieg als Notwendigkeit zur Niederwerfung des Sozialismus bezeichnet habe. Jedenfalls hat man in Poincarés Leben nicht feststellen können, daß diese Frau ihn zu dem Lande ihrer Geburt freundlicheren Haltung zu bestimmen vermocht hätte. Er ist als Feind Deutschlands in seiner Jugend aufgewachsen und ist uns Deutschen im Dienst Frankreichs ein Gegner voll Leidenschaftlichkeit und Unversöhnlichkeit geblieben, bis er die Augen für immer schloß. Der schaurige Bischofsmord. Erzbischof Pommer lebendig mit Benzin begossen und angezündet. DNB Riga, 15. Oktober. Die Leichenöffnung bei dem ermordeten griechischkatholischen Erzbischof Johann Pommer hat jetzt einwandfrei ergeben, daß der Erzbischof zwar durch die Revolverschüsse tödlich verwundet worden ist, jedoch noch lebend mit Benzin und Petroleum begossen und angezündet wurde. Man hat in der Lunge Kohleteilchen gefunden, die beweisen, daß der Erzbischof noch gelebt hat, als Feuer angelegt wurde. Die feierliche Ueberführung des ermordeten Erzbischofs in die Rigaer russische Kathedrale fand Sonntag unter Beteiligung der gesamten griechisch-katholischen Geistlichkeit Lettlands statt. Annähernd 80000 Einwohner bildeten für den Trauerzug Spalier. Das Endergebnis der französischen Kantonalwahlen. Stärkung der Rechten und Linken auf Kosten der Mitte. (!) Paris, 15. Oktober. Das endgültige Ergebnis der beiden Wahlgänge der Kantonalwahlen lautet wie folgt: Gewählt: Gewinn: Verlust: Konservative 70— 4 Rechtsrepublikaner(Marin) 275 17— Volksdemokraten 36 11— Linksrepublikaner 269 5 Unabhängige Radikale 145— 24 Radikalsozialisten 484— 19 Republikanische Sozialisten 64— 5 Neusozialisten 23— 1 Altsozialisten 118 3— Kommunisten 34 17— Aus diesem Ergebnis ergibt sich, daß die Kantonalwahlen, wenn sie im ersten Wahlgang keine wesentliche Veränderung gebracht hatten, im zweiten doch eine beachtliche Verschiebungder bisherigen Sitze zur Folge haven. Die Sieger der Wahlen sind der Die„Preiheitsfront" ohne Maske. Ein Aufruf des Landesleiters Pirro. DNB Saarbrücken, 15. Oktober. In zahlreichen Orten des Saargebietes fanden am Sonntag Massenkundgebungen der Deutschen Front statt, in denen unter begeisterter Zustimmung ein Aufruf des Landesleiters Pirro verlesen wurde, der angesichts der ungeheuerlichen Angriffe und gemeinen Verleumdungen der separatistischen Presse zur klaren Trennung der Fronten aufforderte und an jeden Saarländer den Appell richtete, gwischen sich und den Vaterlandsverrätern im Saargebiet einen Trennungsstrich zu setzen. In dem Aufruf Pirros heißt es u. a.: Der Königsmord in Marseille, dem auch der französische Außenminister Barthou zum Opfer fiel, diese ungeheuerliche Bluttat, die in der gesamten gesitteten Welt maßlose Empörung ausgelöst hat, wird von den traurigen Helden der„Freiheitsfront" skrupellos für ihre dunklen Zwecke ausgenutzt. Diese Verleumder behaupten, daß der entsetzliche Mord das Werk Deutschlands sei. Sie behaupten, daß diese Morde sogar der Reichsregierung gelegen kämen, daß Deutschland hinter den Mördern stände. Sie wollen das Ausland aufreizen, jasiescheuen sich nicht, diesem Deutschland in ihren Zeitungen den Krieg zu wünschen. Sie gehen sogar noch weiter und kritisieren europäische Außenminister, weil sie nicht schon jetzt Deutschland in den Krieg verwickelt haben. Wenn jemals das wahre Antlitz der„Freiheitsfront“ unverhüllt zum Vorschein kam, dann in diesem Augenblick. Dieses Antlitz aber ist die Fratze der Niedertracht, des Verrates, der Verleumdung, der Gemeinheit, der Gewissenlosigkeit. Jetzt scheiden sich endgültig die Fronten. Auf der einen Seite stehen die anständigen Deutschen und auf der anderen stehen Niedertracht und Verleumdung, steht der unbändige Haß gegen alles, was deutsch ist. Dieselben gewissenlosen Hetzer, die offen zum Krieg gegen Deutschland und das deutsche Volk hetzen, geben vor, die Rechte des Arbeiters zu schützen. Ihr blinder Haß gegen die deutsche Regierung bedroht ein ganzes Volk, bedroht damit Existenz und Leben aller deutschen Arbeiter. Der Status quo wäre die Mörderzentrale Deutschlands, der Status quo wäre der ewige Kriegsherd zwischen den Völkern Europas. Der Aufruf schließt mit der Auforderung„Heraus aus der Front der Kriegshetzer, heraus aus der Front der Verleumder am eigenen Bruder.“ rechte und der linke Flügel, die ihren Zuwachs au Kosten der Mittelparteien und besonders der Unabhängigen Radikalen und der Radikalsozialisten erhielten. Die marxistisch=kommunistische Einheitsfront hat diesmal gunstiger abgeschnitten als im ersten Wahlgang. Die Radikalsozialisten, die zwischen zwei Feuer genommen wurden, hatten unbedingt einen schweren Stand. Ganz beachtlich ist der Zuwachs des äußersten rechten Flügels, der Marin=Gruppe, und der ihm nahestehenden Volksdemokraten. Im ganzen genommen, zeigt das Bild eyer eine geringe Verschiebung nach rechts: denn der Gewinn des rechten Flügels ist mit insgesamt 32 Sitzen bedeutender als der der Einheitsfront mit 18 Sitzen. Die Pariser Morgenblätter haben nicht unrecht, wenn sie— mit Ausnahme der marxistischen Blätter— von einer Festigung der Regierung Doumergue durch den Ausgang der Kantonalwahlen sprechen. Man hätte allerdings erwarten sollen, daß die tragischen Ereignisse in Marseille noch mehr bei den Wahlen zugunsten der Regierung gewirkt hätten. Wenn dies nicht der Fall ist, so beweist es, daß der französische Wähler konservativ ist und die Kantonalwahlen weniger vom allgemein=politischen Standpunkt aus betrachtet als von persönlichen Beziehungen und örtlichen politischen Erwägungen. Trotz der Stimmenzunahmen des linken und besonders des rechten Flügels hat sich das Gesamtbild in den einzelnen Kantonen wenig verschoben. Dort, wo bisher eine Rechtsmehrheit bestand, besteht sie weiter und umgekehrt. Die Gewinne verteilen sich gleichmäßig auf alle Bezirke, so daß die bisherige Politik keine Aenderung erfahren dürfte. Der„Matin“ stellt in seinen Betrachtungen zu den Wahlen fest, daß die Radikalsoziabisten unbedingt die großen Besiegten der Wahlen seien. Trotz des Stimmenzuwachses der Kommunisten und Marxisten werde Frankreich fortfahren, die Einheitsfront zu bekämpfen und sich mehr denn je jedem gefährlichen Abenteuer widersetzen. Die radikalsozialistische„Republique“ bespricht das Wahlergebnis dahingehend, daß die Radikalsozialisten nicht an Boden verloren hätten. Wenn sie gewisse Wahlbündnisse hätten schließen können, wie dies in Zukunft unbedingt notwendig sei, oder wenn sie sich mit einigen anderen Parteien über ein Sofort=Programm geeinigt hätten, so hätten sie sogar Wähler von rechts und links abgezogen. Die Arbeit der Regierung müsse jetzt darin bestehen, allen Versuchen der Reaktion oder Revolution klare Entschlüsse entgegenzustellen, die zum Wiederaufbau der Wirtschaft beitrügen. Der marxistische„Populaire“ und die kommunistische „Humanité“ werten ihren Stimmenzuwachs natürlich gebührend aus. Sie bezeichnen sich als die Sieger des Tages. Sie hätten dem Faschismus eine erdrückende Niederlage beigebracht. Gerüsteinsturz an der Kattowitzer Kathedrale. 30 Arbeitsfreiwillige DNB Kattowitz, 15. Oktober. Ein schweres Einsturzunglück ereignete sich am Montag vormittag am Neubau der Kattowitzer Kathedrale. Die Bauleitung hatte am Montag etwa 100 Arbeiter neu eingestellt. da nach einer längeren Pause die Bauarbeiten fortgesetzt werden sollten. Vor ArbeitsDer Flüchtling von Fontainebleau gefangen. Auch„Egon Kramer" ermittelt. (!) Paris, 15. Oktober. Der seit vier Tagen im Walde von Fontainebleau gesuchte Sylvester Malny, der bei seiner ersten Festnahme im Zusammenhang mit dem Marseiller Anschlag den Gendarmen wieder entwichen war, ist am Montag nachmittag auf der Landstraße am Ausgang der Stadt Melun festgenommen worden. Am Montag vormittag war das Gerücht verbreitet, daß sich Malny das Leben genommen habe. Man hatte nämlich im Walde von Fontainebleau die Leiche eines Selbstmörders aufgefunden, der sich erhängt hatte und dessen Personalbeschreibung derjenigen Malnys ähnlich war. Die französische Polizei hat ferner die rechte Hand des Dr. Pavelitsch, der als Haupt der Terroristenvereinigung Oustacha gilt, ermittelt. Es handelt sich um den im März 1910 in Belgrad geborenen Studenten der Rechtswissenschaften Eugen Kwaternik. Er soll identisch sein mit dem angeblichen„Egon Kramer", dessen Spuren die Polizei bereits am Tage des Anschlages in Aix=el=Provence feststellen konnte und der in der Schweiz die Verschwörer vor dem abscheulichen Anschlag in Marseille versammelt haben soll. Der„Paris Soir“ veröffentlicht die Wiedergabe des Titelblattes einer in Paris am Tage der Beisetzung Barthous vertriebenen kroatischen Zeitung „Das unabhängige kroatische Reich". In fetten Buchstaben ist darin ein Heil auf Eugen Kwaternik zu lesen. Wlada Georgieff der Mörder? DNB Sofia, 15. Oktober. Die Nachforschungen der bulgarischen Polizei zwecks Feststellung, ob der Mörder des Königs Alexander mit dem mazedonischen Terroristen Wlada Georaieff personengleich ist, haben bisher noch kein abschließendes Ergebnis gebracht. Die bulgarische Polizei, die die Fingerabdrücke Wlada Georgieffs besitzt, hat sich Montag vormittag telegraphisch an die Pariser Polizei um Uebermittlung der Fingerabdrücke des toten Mörders gewandt. Die in Sofia lebende Frau Wlada Georgieffs ist festgenommen worden und soll bei ihrem Verhör angegeben haben, daß ihr Mann ein großeres Muttermal am Körper hat, das eine einwandfreie Feststellung der Persönlichkeit ermöglichen müßte. Wie die Polizeibehörde mitteilt, ist ein Mann namens Wlada Georgieff Tschernozemski, der nach den Auskünften aus Belgrad der Mörder König Alexanders sein soll, unter dem Namen„Wlada, der Chauffeur“ bekannt. Die bulgarischen Behörden haben ihn am 7. September d. Is. durch das Amtsblatt und durch die gesamte Presse auf Grund des Gesetzes zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und im Zusammenhang mit Maßnahmen gesucht, die gegen die mazedonischen Terroristen unternommen wurden. Das Bild Wlada Georgieffs war zusammen mit den Bildern einiger anderer mazedonischer Terroristen in den bulgarischen Zeitungen veröffentlicht worden. Die Belgrader Blätter beschäftigen sich ausführlich mit der Person Wlada Georgieffs, den die„Politika“ als den Henker im Dienste des Mazedonierführers Michailoff bezeichnet, der übrigens plötzlich spurlos aus Istanbul verschwunden ist. Für die „Politika" und die„Vreme“ ist es so gut wie sicher, daß er den Anschlag in Marseille ausgeführt hat. Die„Politika“ meldet in diesem Zusammenhang, daß Georgieff zu den zehn Mazedoniern gehörte, die von der bulgarischen Regierung nach Auflösung ihrer Organisation steckbrieflich verfolgt wurden. Für die in neuester Zeit sehr guten Beziehungen zwischen Bulgarien und Südslawien ist es bezeichnend, daß die südslawischen Blätter Bulgarien in jeder Hinsicht zu entlasten suchen und die Mithilfe der Polizei in Sofia bei der Aufklärung des Verbrechens von Marseille lobend hervorheben. Die Personengleichheit des Mörders mit Georgieff ist für die Belgrader Presse eindeutia aeklärt. beginn sollten die Arbeiter über den Stand der Bauarbeiten unterrichtet werden. Als sich etwa 70 Arbeiter auf dem zweiten Stockwerk des Baugerüstes befanden, stürzte dieses zusammen und begrub die Arbeiter unter den Trümmern. Nach den vorläufigen Feststellungen wurden etwa 30 Arbeiter schwer und 30 leichter verletzt, während die gleiche Anzahl leichtere Verletzungen davontrug. 10 der Schwerverletzten liegen hoffnungslos darnieder. Unter den Schwerverletzten befindet sich auch der Bauführer sowie ein Geistlicher. Ueber die Ursache des Einsturzunglücks konnte bisher nur festgestellt werden, daß das Baugerüst anscheinend infolge der anhaltenden Regenfälle in seiner Standfestigkeit gelitten hat, so daß es unter der starken Belastung zusammenbrach. * Bei den verunglückten 60 Personen handelt es sich durchweg um Arbeitslose. Wegen Mangels an Geldmitteln wurde der Bau der Kathedrale, dessen Vollendung vom Bischof Adamski bereits seit Jahren betrieben wird, auf dem Wege der freiwilligen Dienstleistung durchgeführt. Die verschiedenen Kirchensprengel stellten von Zeit zu Zeit eine gewisse Anzahl von Arbeitslosen zur Verfügung, die dann in Kattowitz ohne Barentsondern nur gegen Verpflegung die Baureiwillig leisteten. Am Montag früh war ein solcher Schub von Arbeitslosen in Kattowitz eingetroffen, die gegen 10 Uhr geschlossen auf das Baugerüst geführt wurden. Auf dem sieben Meter hohen Gerüst am Presbyterium sammelten sich die etwa 70 Arbeitslosen um einen Geistlichen, namens Zajonc und den Baumeister der Katherale, Affa. Nach einer Ansprache des Priesters wollte der Baumeister mit den Erklärungen über den Stand der Bauarbeiten beginnen. Da stürzte plötzlich dieser Teil des etwa 50 Meter langen Gerüstesunter furchtbarem Krachen zusammen. Nach dem Bericht eines Augenzeugen war die Baustelle nach dem Einsturz in eine riesige Staubwolke gehüllt, aus der die Hilferufe und Schmerzensschreie der Verunglückten drangen. Die auf dem Bauplatz befindlichen übrigen Arbeiter machten sich sofort an die Bergung der Verunglückten und alarmierten die städtische Rettungswache, die in kurzer Zeit mit Aerzten und Krankenwagen eintraf. Da die Krankenwagen nicht ausreichten, wurden zahlreiche in der Nähe stehende Kraftwagen von der Polizei eingesetzt, um die vielen Verletzten in die Krankenhäuser zu schaffen. Zur Zeit kann noch nicht gesagt werden, ob das Unglück bereits Todesopfer gefordert hat. Von 10 Schwerverletzten, die mit dem Tod ringen, haben sechs Wirbelsäulenbrüche erlitten. Wie verlautet, hat die Polizei zwei leitende Beamte, die für die Bauarbeiten verantwortlich sind, in Haft genommen. Kurz nach dem Unglück erschienen Vertreter der Staatsanwaltschaft auf dem Bauplatz, um die Untersuchung einzuleiten. Die Aufnahmesperre zur Arbeitsfront aufgehoben. Berlin, 15. Oktober. Der Stabsleiter der PO und Führer der Deutscher Arbeitsfront, Dr. Ley, erläßt nachstehenden Aufruf: „Die Deutsche Arbeitsfront hat am 1. Oktober 1934 ihre organisatorische Gemeinschaftsform vollendet und in Vollzug gesetzt. Wirtschaftsführer und Gefolgschaften der Betriebe sind in einer gemeinsamen Organisation organisiert. Außer Deutschland hat kein Land der Erde eine derartige Gemeinschaftsgesinnung bekundet. Diese gewaltigste Demonstration der nationalen und sozialen Solidarität bedeutet die Erfüllung einer Jahrhunderte alten Sehnsucht aller Schaffenden. Nur durch den genial gestaltenden Willen des Führers Adolf Hitler wurden die Voraussetzungen geschaffen, welche die Entwicklung zu solcher Großtat ermöglichten Seiner der werdenden Deutschen Arbeitsfront gegebenen Schutz= und Schirmherrschaft ist es zu danken, daß das große Werk in kurzer Zeit gelingen konnte. Nun beginnt die zweite Phase der Entwicklung, welche den restlosen Ausbau der Reichsbetriebsgemeinschaften und der Reichsberufsgruppen zum Ziele hat. Zur Mitarbeit an dieser gewaltigen Aufbauarbeit rufe ich alle Schaffenden in Stadt und Land auf und ordne an, daß vom heutigen Tage, dem 15. Oktober 1934, die Mitgliederaufnahmesperre zur Deutschen Arbeitsfront aufgehoben ist. Alle Volksgenossen, welche in die Gemeinschaft aller Schaffenden aufgenommen werden wollen, haben wieder Gelegenheit, dies bei den Verwaltungsstellen der DA.F zu beantragen. vierköpfige Familie vergiftet DNB Frankfurt/M., 15. Oktober. In Wallerstaeden bei Groß=Gerau(Hessen) ereignete sich ein entsetzliches Vergiftungsunglüc, durch das eine ganze Familie hinweggerafft wurde. Nach!. dem Genuß von Bohnensalat, der einem nicht richtig verschlossenen Einmachglas entnommen war, erkrankten sämtliche Mitglieder der Familie Wendel Roedner(Vater, Sohn, Tochter und Schwiegersohn) unter Vergiftungserscheinungen. Während die jüngeren Familienmitglieder schon am Sonntag früh starben, erlag der 51 Jahre alte Vater erst Sonntaa abend der Vergiftung. Damit hat das entsetzliche Unglück nicht weniger als viec Todesopfer gefordert. Winter im DNB Breslau, 15. Oktober. Wie die Wetterdienststelle Breslau=Krietern mitteilt, trat in der Nacht zum Montag im Riesen= und Isergebirge Schneefall ein, der bei leicht zunehmenden Frost auch am Montag anhielt. Die Schneehöhe hat in den höheren Lagen zum Teil schon 10 cm erreicht. höllenmaschine im Postpaket. DNB Kattowitz, 15. Oktober. Das Ehepaar Tubisch in Klimontow bei Sosnowic. erhielt am Sonnabend ein Paket unbekannter kunft. Die Ehefrau öffnete in Gegenwart ihres Mannesofort das Paket, wobei eine heftige Explosion erfolgte. Die Frau wurde in Stücke gerissen und war sofort tot. Der Ehemann erlin sehr schwere Verletzungen. Die Wohnungseinrichtung wurde völlig zertrümmert. Die Untersuchung ergab, daß das Paket eine Höllenmaschine enthielt. Man vermutet einen Racheakt. Der Täter konnte bisher nicht ermittelt werden. ntag schen in Aus dem Kreise Rhaus sau „der kalommal gang. geeren ßere, und en geVern des tender wenn — von merrechen. gischen n zuWenn zösische eniger tet als ichen mmenFlügels ntonen Rechtst. 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Ein Sattelschlepper des Unternehmers Bernhard Hooge aus Ahaus befand sich mit Sperrholz auf der Fahrt nach Hannover. Aus bisher unbekannter Ursache geriet der Wagen morgens gegen 4 Uhr auf der Landstraße zwischen Celle und Hannover plötzlich ins Schleudern. Als der Beifahrer Ernst Erb aus Ahaus dies bemerkte und das Unglück kommen sah, sprang er vom Wagen und erlitt dabei derart schwere Verletzungen, daß er kurz darauf starb. Der Besitzer, der den Wagen selbst führte, fuhr noch etwa 300 m weiter und prallte dann gegen einen Chausseebaum. Dabei löste sich der Wagen vom Sattelschlepper und stieß von hinten den Führer so schwer an, daß der Tod auf der Stelle eintrat. Der Wagen wurde vollständig zertrümmert. Konzerl der Städt. Kapelle Gute Musik, doch schlechter Besuch. Leider paarte sich beim 1. Konzert der Städt. Kapelle in der Wintersaison 1934/35 am Sonntag abend im Jugendheim der musikalische nicht mit dem finanziellen Erfolg, der durchaus verdient gewesen wäre. Nur wenige hundert Zuhörer belohnten die Aufopferungsfreudigleit unserer Blasmusiker und ihre mühevolle Arbeit im Dienste der heimischen Kunst mit ihrem Besuch. Die Zuhörer wurden für ihre Treue jedoch mit ausgezeichneten Leistungen belohnt. Leichte, aber gute musikalische Kost bot die Kapelle in ihrem Programm, sie zeigte erneut, daß sie trotz mancher Hindernisse immer noch auf alter Höhe steht und bemüht ist, ihren guten Ruf weiter zu festigen und auszubauen. Der zähe Wille und das große Können des Dirigenten Arnold van Nek geben dem gesamten Orchester seinen Charakter und großen Schwung. Das Programm erhielt durch die Mitwirkung unseres bekannten Baritons und Musiklehrers Heinrich Knaup. dem die Musiklehrerin Aenne Ribbert eine einfühlende, gut begabte Begleiterin war, eine wertvolle Bereicherung. Wieder konnten sich alle an der weichen, klaren und geschulten Stimme des Solisten erfreuen. Das Publikum sparte nicht mit Beifall, der voll verdient war und zu Beigaben zwang. 40jähriges Dienstjubiläum. Am heutigen Tage kann der Lademeister Bernhard Biermann in Ahaus, Tückingstraße wohnhaft, auf eine 40jährige Tätigkeit im Dienste der Deutschen Reichsbahn zurückblicken. Der Jubilar war früher in Bocholt und Coesfeld tätig und ist seit dem 1. November 1924 an der Reichsbahnstation Ahaus. Dem verdienstvollen und treuen Beamten übermitteln wir herzliche Glückwünsche zu seinem Ehrentage. Die Jungfrauenkongregation Hamborn besuchte ihren frühren Präses Kaplan Jürgens. Die Jungfrauenkongregation Hamborn stattete am vergangenen Sonntag ihrem langjährigen früheren Präses, dem jetzigen Kaplan in unserer Pfarre, Jürgens, einen Besuch ab. Daß dieser sich im kath. Vereinsleben in Hamborn einer großen Beliebtheit erfreute, zeigte die ansehnliche Zahl, in der die Jungfrauen aus Hamborn erschienen waren. Am Nachmittage wurden die Stadt und ihre Sehenswürdigkeiten in Augenschein genommen. Um 4,30 Uhr traf man sich mit den Ahauser Jungfrauen im Jugendheim zu einigen gemütlichen Stunden zusammen. In herzlichen Begrüßungsworten des Präses gab dieser seiner großen Freude über den Besuch Ausdruck. Bis auf den letzten Platz besetzt war der hintere Saal des Jugendheims, als die Vorführungen auf der Bühne begannen, die von den Hamborner und Ahauser Damen bestritten wurden. In einem edlen Wettstreit zeigten sie ihr Können, das durch reichen Beifall von den Zuschauern gelohnt wurde. Allen Besuchern werden diese frohe Stunden noch lange in schöner Erinnerung bleiben. Auch die Hamborner Jungfrauen werden sich noch oft dieser fröhlichen Stunden bei Gesang und Spiel in Ahaus erinnern. Der erste Einkopf Nun haben wir den ersten Eintopf wieder hinter uns; diese schöne ganz persönliche Anteilnahme am Winterhilfswerk, die ein doppeltes Gesicht hat und doppelten Gewinn bringt: einmal für alle in der deutschen Volksgemeinschaft, die an diesem Tage, auch wenn sie es anders könnten, mit einfachem Essen vorlieb nehmen, dann Stadt Ahaus für die vom Winterhilfswerk zu betreuenden Volksgenossen, denen die mit dem Eintopfsonntag verbundenen Spenden zugute kommen. Als der Eintopfsonntag im Sommer unterbrochen wurde, hatten wir uns recht gut an diese schöne Einrichtung gewöhnt, die einen so tiefen Sinn hat, den sie auf so einfache Art offenbart. Nun beginnen die Sonntage von neuem, man konnte gespannt sein, mit welchem Erfolg. Soweit wir gestern hörten, ist der Anfangserfolg sofort ein recht guter, der zu den schönsten Hoffnungen berechtigt. Wir haben unsere Erbsensuppe oder die grünen Bohnen mit Begeisterung gegessen. In den Bez. in denen wir den Verlauf beobachten konnten, berichteten die Sammler freudiger Miene, daß man es ihnen noch nie so leicht gemacht hätte, daß die Spenden durchweg höher seien als im vorigen Jahre. Ein gutes Zeichen! Wenn es überall so gewesen ist, dann wollen wir es loben und das Winterhilfswerk wird sich über diesen schönen Start gewiß von Herzen freuen. am Eine sinnvolle Veranstaltung machte 1. Eintopfsonntag der Kreisamtsleiter des Winterhilfswerks 1934/35 in Ahaus Pg. Meierkamp, in dem er Vertreter der Behörden, der Partei, der Untergliederungen und der Arbeiterschaft zu einem gemeinsamen Eintopfessen zum Gasthof Terfort eingeladen hatte. Hierdurch fand die Volksgemeinschaft iyren sinnfälligen Ausdruck. Den Sinn des Eintopfgerichtes hob in passenden Worten der Kreisamtsleiter Meierkamp hervor. Diese Einrichtung des gemeinsamen Eintopfessens soll, wie wir erfahren, während der Dauer des Winterhilfswerkes in verschiedenen Orten des Kreises Ahaus wiederholt werden.— Die Zeichnungsliste für das Winterhilfswerk wies am Schluß der sehr schmackhaften Mittagsmahlzeit beträchtliche Geldspenden auf. * Das Ergebnis der Haussammlung für den Eintopfsonntag ergab in der Stadt Ahaus die Summe von 401,17 M. die den Ertrag der ersten Sammlung des Vorjahres wesentlich übertrifft und auch verhältnismäßig höher liegt als in den übrigen Orten, aus denen bisher Resultate gemeldet wurden. Damit hat die hiesige Bevölkerung einen schönen Beweis der Tat im Sinne des Führers im Kampfe gegen Hunger und Kälte gebracht. Die Deutsche Angestelltenschaft eröffnet ihre Winterarbeit. Die Ortsgruppe Ahaus der Deutschen Angestelltenschaft eröffnete am Sonnabend im Saale Heisterborg ihre Winterarbeit mit einer recht zweckmäßigen Feier, die der Ortsgruppenwart Jesse mit einer Ansprache über Sinn und Wesen der Winterarbeit der Deutschen Angestelltenschaft einleitete. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand ein Vortrag des Pg. Meise(Münster) über„Berufsbildung im Dienste der Nation“. Die Veranstaltung war umrahmt von Musikvorträgen und gemeinsamen Liedern. Das Schlußwort sprach der Schulungswart der NSDAP., Ortsgruppe Ahaus, Rektor Pg. Machnik. )!( Vereitelter Einbruch. In der Nacht von Sonntag auf Montag versuchten Diebe in das Manufakturwarengeschäft Jungkamp an der Coesfelder Str., das schon mehrfach von Einbrechern heimgesucht worden ist, einzubrechen. Durch ein heraufziehendes Gewitter wurden die Bewohner des Hauses im Schlafe gestört und gleichzeitig auf den beabsichtigten Einbruch aufmerksam gemacht. Die Einbrecher, die schon ein Seitenfenster mit Seife beschmiert hatten, um lautlos einbrechen zu können, wurden verscheucht, ohne eine Spur zu hinterlassen. )!( Auszeichnung. Für die Teilnahme an den Kämpfen zur Niederringung des Spartakistenaufstandes 1920 im Ruhrgebiet erhielt der Kaufmann Ludwig Bley das Schlageterkreuz. Jagdliches. Von der am 1. Oktober eröffneten Hasenjagd lauten die Ergebnisse sehr verschieden. Doch kann man sich ein richtiges Urteil darüber noch nicht bilden, zumal die meisten Jäger es vernünftiger Weise doch wohl vorziehen, während der zur Zeit noch herrschenden milden Witterung von einem allzu großen Abschießen der Hasen abzusehen. Wie verlautet, soll es aber in diesem Jahre Hasenwild genügend geben, vor allem hat sich das Fasanenwild in den letzten Jahren in hiesiger Gegend stark vermehrt. Wüllen Ergebnis der Eintopfsammlung. Die Sammlung für das Eintopfgericht brachte in Wüllen ein Ergebnis von Mk. 77,95. Allen Gebern und Sammlern sei an dieser Stelle herzlich gedankt. Möge die nächste Sømmlung noch ein besseres Ergebnis aufweisen, damit die zweite Periode des Winterhilfswerkes nach dem Wunsche des Führers das vorjährige Ergebnis noch übertreffe. Für eine richtige Verteilung der Gaben wird volle Gewähr geleistet. Reichsmittel für die Erstellung neuer Familienwohnungen für land- und forstwirtschaftliche Arbeiter Neue für die Landwirtschaft wichtige Bestimmungen in der Anordnung über die Verteilung von Arbeitskräften vom 28. August 1934. Die Anordnung über die Verteilung von Arbeitstraften vom 28. August 1934. die bekanntlich eine grundlegende Umgestaltung des Arbeitseinsatzes bezweckt und deswegen für die gesamte deutsche Wirtschaft von größter Bedeutung ist, bestimmt, daß die Arbeitsämter allein ermachtigt sind, die Verteilung von Arbeitskräften, insbesondere ihren Austausch vorzunehmen. Der Leitgedante dieser Verordnung ist der, die Betriebe und Verwaltungen nach der altersmäßigen Gliederung der Ardeiter und Angestellten so zu gestalten, daß sie den staatspolitischen Erfordernissen nach bevorzugter Beschäftigung urbeitsloser älterer Arbeiter und Angestellten insbesondere kinderreicher Familienväter Rechnung tragen. Die Derordnung, die weiterhin die Einstellung von Arbeitern und Angestellten unter 25 Jahren von der Genehmigung des zuständigen Arbeitsamtes abhängig macht und die einer Leistungsausgleich für ältere Angestellte enthalt hat im Abschnitt 5 besondere Bestimmungen aufzuheisen, die für die Landwirtschaft von allergrößter Wichtigreit sind. Der§ 17 enthält besondere Bestimmungen für die landw. Arbeitsvermittlung durch die Arbeitsämter sowie für nichtgewerbsmäßige Arbeitsvermittlungseinon größerer Bedeutung ist der§ 18, in dem BeiMan ver Son großerer Bedeutung ist der§ 18, in dem Beiisher noch hiisen für die Erstellung neuer Familienwohnungen für verheiratete land= und forstwirtschaftliche Arbeiter bestimmt sind. Der§ 18 lautet im Wortlaut:„Werden zur Mehreinstellung verheirateter land= und forstwirtschaftlicher Arbeiter neue Familienwohnungen erstellt, so kann dem Inhaber des land= und forstwirtschaftlichen Betriebes aus Mitteln der Reichsanstalt auf die Dauer von sechs Jahren ein jährlicher Zuschuß zur Verzinsung und Tilgung der Herstellungskosten gewährt werden. Der Zuschuß kann auch für eine Ersatzwohnung(Altenteilswohnung) gegeben werden, in die der bisherige Inhaber einer Landarbeiterwohnung eingewiesen wird, der ohne sein Verschulden in dem land= oder forstwirtschaftlichen Betrieb nicht mehr arbeiten kann. Der Zuschuß wird nur gewährt, solange die Familienwohnung mit verheirateten Landarbeitern besetzt ist, mit denen ein Arbeitsvertrag von mindestens einjähriger Dauer läuft. Der Gesamtzuschuß für sechs Jahre darf die Hälfte der Herstellungskosten nicht übersteigen. Der Höchstbetrag des jährlichen Zuschusses ist RM. 300,—. Es wäre durchaus erwünscht, wenn die Landwirtschaft auch im Arbeitsamtsbezirk Ahaus(Kreise Ahaus und Coesfeld) von dieser Neueinrichtung mehr Gebrauch machen würde. Trotz des Mangels der Landwirtschaft an gelernten Landarbeitern sind noch immer eine beachtliche Zahl verheirateter Landarbeiter deswegen arbeitslos, weil Familienwohnungen in landwirtschaftlichen Betrieben fehlen. Es ist fernerhin eine bekannte und betrübliche Erscheinung, daß landwirtschaftliche Arbeiter im allgemeinen nur unter größten Schwierigkeiten auf die Dauer eine Existenz in der Landwirtschaft finden können, sodaß sie an die Gründung einer Familie denken können. Fälle, daß Knechte, die 10 Jahre in der Landwirtschaft tätig waren und die mit einem Mädchen, das ebenfalls einige Jahre in der Landwirtschaft als Magd tätig war, eine Ehe eingehen wollen, dies aber nicht können, da sie mit Ausnahme in einer Melkerstellung als verheiratete Landarbeiter kaum eingestellt werden, sind nicht selten. Dabei sollte man berücksichtigen, daß seit der nationalsozialistischen Revolution 100 000 von jungen Leuten in die Landwirtschaft als Landhelfer oder freie Arbeiter freudig hineingegangen sind, daß ein großer Teil dieser jungen Leute aber auch gerne dauernd in der Landwirtschaft bleiben möchte. Die Regierung hat derartig viel gerade für die Landwirtschaft getan, daß die Landwirtschaft nun auch von sich aus mal an diese Frage herantreten müßte. Nur so wird auch auf die Dauer hin der Stand des Landarbeiters erhalten und der Nachwuchs für später gesichert. Schon jetzt ist dadurch viel gewonnen, daß der bisherige Saisoncharakter der Landwirtschaft immer mehr schwindet. Auf Drängen der Regierung und auf Stimmen hin aus den eigenen Reihen ist heute die Arbeitsmarktlage in der Landwirtschaft so, daß zum Winter kaum noch Kräfte von der Landwirtschaft freigesetzt werden. Im Gegenteil, die Landwirtschaft ist äußerst bestrebt, sich gute willige Kräfte zu erhalten. Hoffentlich macht die Landwirtschaft auch von den neuen Maßnahmen(Förderung des Landarbeiterwohnungsbaues) lebhaften Gebrauch, um mit dazu beizutragen, daß diejenigen Volksgenossen, die in angestammter Blutstreue auf dem Lande bleiben möchten, dort bleiben und nicht wieder in die Großstadt abwandern. Den Zuzug zur Großstadt zu verhindern, sollte für jeden deutschen Bauern Ehrenpflicht sein. Das ist er sich und seinem Stande schuldig. Dann wird auch das Bauerntum stets im deutschen Volke das Fundament des Staates bleiben. L. Vereinsanzeiger (Nur für Mitteilungen an die Mitglieder Preis pro Millimeter Höhe 5 Pfennig.) Stadtlohn Schützenfestfeier des Schützenvereins ehem. Wessendorfer. In Anbetracht der schlechten Wirtschaftslage beschloß der Vorstand des Schützenvereins ehem. Wessendorfer in seiner letzten Sitzung, in diesem Jahre von einer Schützenfestfeier Abstand zu nehmen. Als Ersatz dafür fand am Sonntag eine Nachfeier statt. Nach dem Hochamt marschierten der Vorstand, die Offiziere u. die Bataillone unter Führung der Hoch'schen Musikkapelle zur Turnhalle, wo ein verlängertes Frühschoppenkonzert stattfand. Abends um 8 Uhr begann dortselbst ein Schützenball, womit die Feier einen harmonischen Abschluß fand. Spiel und Sport Tus Altenberge— ABC. 08 Ahaus 0:7(0:2) Klarer als man erwartet hatte, kehrten die Ahauser aus Altenberge mit dem Siege heim. Es war gerade kein einladendes Wetter, aber trotzdem gabe eine große Menge Schlachtenbummler dem Ahauser Ballspiel=Club das Geleit. Mit nicht weniger als 4 Mannschaften waren die Hiesigen Sonntag auf dem Plan. Man konnte wieder ein überzeugendes Torverhältnis bei allen Mannschaften herausspielen. Eine Torquote von 21:6 ist immerhin eine Leistung und wenn sie fast Sonntag für Sonntag erkämpft wird, verrät sie gewiß eine gute Schulung. Daß die Ahauser gern gesehen sind, bewies der vergangene Sonntag wieder. Vor dem Spiel der ersten Garnituren stellten sich die beiden zweiten Mannschaften, die sich mit 5:2 für die Gäste einen überaus spannenden Kampf lieferten. Nachdem traten noch die Jüngsten auf den Plan, auch hier siegten die Gäste 2:0. Und nun zum Spiel: Die Gäste haben Anstoß und liegen sofort vor dem Heiligtum der Grüngestreiften. Hier stehen zunächst eine sichere Verteidigung und ein guter Schlußmann. Auch können die Veranstalter mit Rückwind, der übrigens sehr stark war, das Spiel offenhalten. Altenberge kann sogar sehr scharfe und flotte Angriffe vorbringen, die nur mit größter Mühe vom Tormann der Gäste gebändigt werden können. Im Rahmen steht hier ein Mann, der auch für die Folgezeit einige Bomben zunichte machen mußte, die beim Publikum ungeteilten Beifall fanden. Das Ehrentor hatten die Gäste bestimmt verdient. So verging eine geraume Zeit, ehe die Gäste in Führung gehen können. Ein schöner Angriff von rechts wird abgewehrt, der nach links verlegt, und von dort unhaltbar eingesandt wurde. Bis kurz vor der Pause hielten sich die Altenberger gut. Eine Kombination der Gäste sollte mit einem Kopfball abgeschlossen werden. Als ein Verteidiger im letzten Moment einen Meter vor dem Tor mit der Hand dem Ball eine andere Richtung gab. diktierte der Leiter Elfmeter. Dieser wurde natürlich verwandelt, die Ahauser führten 2:0. Hatten die Veranstalter bis zur Pause noch einigermaßen Stand halten können, fielen sie nach derselben merklich ab. Gegen den starken Wind spielend wurden dieselben immer mehr in ihreeigne Hälfte zurückgedrängt. Mit einem langen weiten Schuß des Läufers der Ahauser wurde das dritte Tor erzielt. Laurenz war von ungefähr 35 Metern aus der Schütze. Einige Augenblicke später konnte Wilmer einen schönen Schrägschuß anbringen, der eine 4:0=Führung brachte. Nun teilte sich der Innensturm in die restlichen drei Tore, womit am Ende ein 7:0 erspielt war. Alles in allem war es ein ruhiges, schönes Spiel, reich an Momenten, wo man aus dem Lachen nicht heraus kam, da der Lehmboden an die Spieler hohe Anforderungen stellte. Tabelle der II. Kreisklasse Gruppe B. Heute abend 8,30 Uhr Deutsche Kolpingsfamilie, Ahaus. Versammlung im Jugendheim. Spenden für das Winterhilfswerk des deutschen Golfes 1934/35 sind einzuzahlen auf 7 Winterhilfswerk des deutschen Volkes 1934/35 bei der Kreis= u. Stadtsparkasse Ahaus restlos auf ihre Kosten gekommen sein dürfte. Dies ist besonders für den zweiten Spielabschnitt zu sagen. Wenn die Platzherren zu diesem knappen Siege kamen, so ist das Ergebnis für sie als sehr schmeichelhaft anzusprechen. Ein Unentschieden wäre dem Spielverlauf nach gerechter gewesen. Dem sonst sehr guten und zuverlässigen Torhüter der Münsteraner passierte das Mißgeschick, daß er einen schon einmal abgewehrten Ball ins eigene Tor beförderte, damit das Siegtor für die Gronauer herstellend. Diesen knappen Vorsprung wußten die Gronauer dann auch bis zum Schluß durch eine verstärkte Verteidigung geschickt zu halten. Trotzdem hing der Ausgleich mehr als einmal in der Luft. Die 1. Halbzeit stand vornehmlich im Zeichen der Gronauer, die mit dem Wind spielend, stark in Front liegen. Ein erzieltes Tor wird wegen Abseits nicht gegeben. Die Angriffe der Münsteraner sind zu durchsichtig. Man treibt ein übertriebenes Innenspiel. Das Spiel der Gastgeber läßt ebenfalls manchen Wunsch offen. Erst einige Minuten vor der Pause kann der vorzügliche Halbrechte zwei unhaltbare Treffer anbringen. Erst nach der Pause entsinnen sich die Münsteraner ihres Könnens. Der Rechtsaußen erzielt den 1. Treffer, um bald von links her mit Bombenwurf den Ausgleich herzustellen. Es entspinnt sich nun bis zum Schlußpfiff ein dramatischer Endkampf. Die Concorden gehen dann durch das schon erwähnte Selbsttor in Führung. Aber schon eine Minute später führt ein Strafstoß für Münster wieder zum Ausgleich. 3:3. Der Kampf erlebt nun seinen Höhepunkt. Ein weiterer Strafwurf für Münster und noch ein Schuß prallen vom Pfosten ins Feld zurück. Drei Minuten vor Schlußpfiff führt ein geschlossen vorgetragener Angriff der Platzherren zum vierten und siegbringenden, von den Zuschauern vielumjubelten Tor. Mit den Leistungen der Platzherren konnte man in diesem Spiel nicht ganz zufrieden sein. Jedenfalls hat die Elf schon weit bessere Spiele geliefert. Im Feldspiel ließ es sich noch an. Vor dem Tore war es aber oft mit der Kunst aus. Die Gronauer Concorden halten somit weiterhin die Tabellenführung inne. Dicht gefolgt und punktegleich mit ihrem Ortsbruder Vorwärts Gronau, der diesmal in Lengerich schwer zu kämpfen hatte, zuletzt aber doch mit 8:4 Sieger blieb. Concordia Gronau 3 Vorwärts Gronau 3 Münster 08 3 Rheine 09 3 TV. Westf.=Jahn Münster 3 Preußen 06 Münster 3 TV. Lengerich 3 TV. 1862 Münster 3 0 5:8 6 ):12 6 2:25 0 :31 0 ):29 0 Handball: F. C. Gronau 09 1.— Turnvgg. Rheine 1. 4:1. F. C. Gronau 09 2.— Sportfreunde Gellendorf 1. 0:12. Die 1. Mannschaft konnte ihr erstes Meisterschaftsspiel siegreich gestalten. Gut war die Hintermannschaft. Im Sturm ließ das Zusammenspiel sehr oft zu wünschen übrig. Die 2. Mannschaft konnte ersatzgeschwächt nicht gegen den stärkeren Gegner aufkommen. Die Mannschaft muß in Zukunft anders aufgestellt werden und den Verstand beim Spiel mehr gebrauchen. Es war aber auch eine schwere Aufgabe für die Mannschaft gleich im ersten Spiel auf den stärksten Verein der Klasse zu treffen. Nun nicht den Mut verlieren. Fußball: F. C. Gronau 09 1.— Borussia Rheine 1:3. Bis kurz vor Schluß stand das Spiel noch 1:1. Ein Elfmeter und daran anschließend ein 3. Tor besiegelten das Schicksal der Gronauer.(Ausführlicher Bericht folgt.) F. C. Gronau 09 Reserve— Grün=Weiß Wessum 1. 2:3. Nach anfänglicher 2:0=Führung verlor die Reserve nachher durch schlechtes Spiel mit obigem Resultat. F. C. Gronau 09 1. Igd.— Sp.=V. Vorwärts 1. Igd. 2:4, A. B. C. 08 Ahaus Res.— Ottenstein 7:4. Auch die Reservisten konnten nach wechselreichem Spiel Sieger bleiben. Wenn auch die Besucher zunächst mit 2 Toren Vorsprung im Vorteil liegen, sind es doch die besseren Nerven der Ahauser, die sich auch bei dem Stande nicht aus der Ruhe bringen lassen. Nach der Pause war der Widerstand der Gäste so ziemlich gebrochen. Der Sieg in dieser Höhe war auch verdient. Handball: Concordia Gronau führt weiter die Spitze! Concordia 21/24 Gronau— Tus Hansa Münster 4:3(2:0). Das für die weitere Tabellengestaltung sehr wichtige Spiel obiger Mannschaften kam am Sonntag in Gronau zum Austrag. Es hatte seine Anziehungskraft denn auch nicht verfehlt. Trotz des regnerischen Wetters hatte sich eine interessierte Zuschauermenge eingefunden, die auch Hauptschriftleiter und verantwortlich für Politik: Dr. Georg Hetder, Munster i. W., Stellvertreter des Hauptschriftleiters und verantwortlich für Münster und das Münsterland: Fritz Rediger. Münster i. W.; für Westdeutschland: Otto Heinz Tebbe; für Feuilleton: Peter Schlauß; für Handel und Sport: Dr. Anton Henkel, sämtlich in Dortmund; Berliner Redaktion: Dr. Ernst Häfner, Berlin=Lichterfelde; für den Zeno=Anzeigenteil: Verlagsleiter Dr. Erich Altmeppen, Münster t. W. Verantwortl. Schriftleitung für den lokalen Teil: Fritz Schlotjunker, Ahaus, für den lokalen Anzeigenteil: Bernhard Schütte, Ahaus. Durchschnittsauflage: IX. 1934: Zeno=Zeitung insgesamt 40456, enthaltend: Ahlener Volkszeitung, Nachrichtenblatt für die Kreise Beckum und Lüdinghausen, Ahlen, 2863;— Allgemeine Zeitung für die Kreise Coesfeld und Ahaus(Billerbecker Zeitung, Gescherer Zeitung. Vredener Anzeiger, Stadtlohner Volksblatt), Coesfeld, 5246;— Borkener Zeitung, Borken, 3098;— Bürgerblatt für den Niederrhein und Reeser Tageblatt, Emmerich, 1809;— Dülmener Zeitung, Amtliches Kreisblatt für den Kreis Coesfeld, Dülmen, 1736;— Haltener Zeitung, Haltern, 1660;— Kreiszeitung für den Kreis Ahaus(Gronauer Volkszeitung, Eper Volksblatt), Ahaus, 3153;— Münsterländische Volkszeitung(Rheiner Volksblatt), Rheine, 3845;— Emsländische Tageszeitung(Lingener Tageszeitung, Papenburg=Aschendorfer Zeitung), Rheine, 1660;— Neuer Emsbote für Kreis Warendorf und Amt Telgte(Warendorfer Kreisblatt), Warendorf, 2491;— Tageblatt für den Kreis Steinfurt(Ochtruper Anzeiger, Wettringer Anzeiger, Metelener Zeitung, Neuenkirchener Zeitung), Ochtrup, 1625;— Volksblatt für Bocholt und den Kreis Borken, Bocholt, 6021;— Volksblatt für Wesel und den Kreis Rees, Bocholt, 950;— Volkszeitung und Nachrichten für Emsdetten, Burgsteinfurt, Nordwalde, Borghorst, Greven, Emsdetten, 2297;— Volkszeitung für Dorsten und Herrlichkeit, Dorsten, 2002 Weitere lokale Nachrichten auf einer anderen Seite. Gronauer Stadt-Rundschau Gronau, den 16. Oktober 1934. Rechtsberatung der Deukschen Arbeiksfront für Arbeitgeber und Arbeitnehmer Die Rechtsberatungsstellen der Deutschen Arbeitsfront halten in unserm Bezirk folgende Sprechtage ab: Dienstag: Gronau, Dienstelle der DAF. von 5—7 Uhr am Ollenkamp 1. Epe, Gronauer Straße 59, von 3—4 Uhr. Es wird nur beraten und betreut in Fragen des Arbeits= und Sozialrechts, und zwar sowohl entsprechend dem Geiste der Deutschen Arbeitsfront, Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Die Rechtsberatungsstellen der DAF. wollen Mittler zum sozialen Frieden sein und bei vorkommenden Arbeitsstreitigkeiten in gerechter und sachlicher Art zu einer friedlichen Lösung des Gegensatzes kommen.— Es ist nicht Aufgabe der Rechtsberatungsstellen der Deutschen Arbeitsfront, Auskünfte und Prozeßvertretung in allen anderen Rechtssachen zu geben. Hierfür sind die deutschen Rechtsanwälte die geeigneten und sachlich zuverlässigen Stellen. Minderbemittelte Volksgenossen haben Gelegenheit, die NS.=Rechtsbetreuung am Amtsgericht aufzusuchen. Hier erhalten sie von einem deutschen Rechtsanwalt Rat und die Möglichkeit zur Prozeßführung. Die Sprechtage sind hier wie folgt festgelegt: Amtsgericht Gronau. Fur die Orte Gronau und Epe. Sprechstunden jeden Mittwoch von 5—6½ Uhr im Amtsgericht. „Der Richter von Zalamea“ Ein Schauspiel von Calderon.— Zur ersten Aufführung des Westf. Landestheaters in Gronau. Der Reichsbund Volkstum und Heimat und die NSG.„Kraft durch Freude“ haben für Freitag dieser Woche(8,30 Uhr in der Tonhalle) das Westf. Landestheater verpflichtet, dessen Spieler vom vorigen Winter her noch in bester Erinnerung sein dürften. Es ist in Gronau schon oftmals der Versuch gemacht worden, eine Theatergemeinde zu gründen, leider stets ohne Erfolg.— Wenn sich diesmal zwei große Gemeinschaften(Reichsbund Volkstum und Heimat und NSG. Kraft durch Freude) zusammengetan haben, um wenigstens einige große und gute Aufführungen zu sichern, so ist das im Interesse der Allgemeinheit mit Freuden zu begrüßen. Nur auf diese Weise war es möglich, die Preise (0,50 A und 0,75 A) so erstaunlich niedrig zu bemessen und dadurch jedem den Besuch eines wirklich guten Theaters zu ermöglichen. Wir hoffen, daß die Gronauer das durch zahlreichen Besuch anerkennen. Bei zufriedenstellender Beteiligung wird später unter gleichen Bedingungen die Bauernkomödie„Wenn der Hahn kräht“ von Hinrichs aufgeführt werden. Das Westf. Landestheater bringt am Freitagabend den„Richter von Zalamea“. ein Schauspiel von Calderon, bei dem allein 17 Schauspieler mitwirken. Der Inhalt des Stückes ist kurz folgender: Der um seine Ehre kämpfende Bauer Crespo ist ein Held, um so größer, je wahrer das Wort ist, daß der schwerste Sieg der Sieg über sich selbst ist. Es ist mehr als eine Aeußerlichkeit, daß der alte Bauer gerade in dem Augenblick Richter wird, in dem er ein großes Unrecht zu rächen hat. Die größte Macht wird in seine Hand gelegt. So besteht für ihn die große Versuchung, Recht und Macht im eigenen Interesse zu mißbrauchen. Er wächst ins Große, da er seine Leidenschaften zu zügeln weiß. Groß und geschlossen ist der Schlußakt des Schauspiels. Von hier aus erst gruppieren sich im Rückblick die beiden ersten Akte. Für den ersten Blick sind sie ein herrlich buntes Bild mit einer Fülle von Einzelheiten um die äußere Handlung, die sich aus der dummen und zunächst so harmlosen Verliebtheit des Hauptmanns in die schöne Isabell ergibt. Alles ist lustig, augenblicksgeboren, intermezzohaft: die Donquichote= und Sancho Panso=Figuren, das sangesfrohe Vagabundenpaar, die beiden fluchenden Alten, das nächtliche Städtchen, die Rauferei und was es nicht alles gibt. Doch sehen und hören wir vieles mehr. Wir erfahren sehr viel vom Menschen, seinem Stolz, seiner Ehre, seiner Würde. Kurzum, eine ganze Rangstufe menschlicher Werte ist aufgebaut, deren Gipfel dann die herrliche Figur des„Richters“ Crespo bilden kann. Das Schauspiel brachte bisher überall einen glänzenden Erfolg. Versammlung des Reichsbundes der deutschen Beamten In Gronau fand am 5. Oktober 1934 im Hotel zur Post eine Versammlung der Ortsgruppe Gronau des R. D. B. statt. Nach einleitenden Musikdarbietungen von Mitgliedern der Standartenkapelle unter Leitung des SA.=Kapellmeister P. Böttcher eröffnete der stellvertretende Ortsamtsleiter Pg. Mende die Versammlung und gedachte der Toten des Weltkrieges und der BeDer Ortsamtsleiter Pg. Hüls erteilte nach kurzen Ausführungen über die Hauptaufgaben des R. D. B. nach der jetzt abgeschlossenen Durchorganisierung des gesamten Beamtenapparats dem Redner des Abends. Pg. FischerEpe, das Wort zu seinem Vortrag über„Die Grundanschauung des Nationalsozialismus“. Der Redner ging aus von der ersten Voraussetzung für die Lebensmöglichkeit des Einzelnen: Glied einer organisierten Vielheit von Personen zu sein. Die naturgegebene Grundlage dieser Vielheit sind die Menschen gleicher Abstammung, Sitte und Kultur, ist also das Volk. In einem Volk müssen aber nicht nur die natürlichen, sondern auch die rechtlichen Beziehungen der einzelnen zueinander geregelt sein. Hieraus ergibt sich die Notwendigkeit des Staates und, um die Staatsidee wirksam zu machen, des Staatsapparates. Der Staatsapparat ist um des Volkes willen da, nicht umgekehrt. Vom Schicksal des Volkes hängt das Wohl und Wehe des einzelnen ab. Und das Volk(die Nation) wird um so stärker sein, je mehr der einzelne den Begriff der Volksgemeinschaft, der Verbundenheit mit allen Volksgenossen über alle Stände hinweg, in sich selbst verwirklicht. Echter Nationalismus und echter Sozialismus sind letzten Endes ein und dasselbe. Der Redner führte dann an dem Beispiel der Vorkriegsparteien aus, wie ein Scheinnationalismus, der von einer materialistischen, egoistischen Weltanschauung getragen war und ein Scheinsozialismus, der eine Waffe des Weltjudentums zur Erreichung seiner eigenen Ziele war, zu einem Kampf der alten bürgerlichen Kräfte mit der neu entstandenen Arbeiterschaft führten und wie erst dieser Bruch den fremden Mächten den Mut gab, Deutschland anzugreifen und schließlich 1918 zum Zusammenbruch führte. Lebhafter Beifall dankte dem Redner. Nach Bekanntgabe und Erörterung wichtiger Verfügungen durch Pg. Hüls fand die Versammlung mit dem Gesang des Horst=Wessel=Liedes ihren Abschluß. Beglückende Stunde Die Reichssender Köln, München und Breslau hatten am Sonntagnachmittag den Schlußakt des Eucharistischen Kongresses in Buenos Aires übernommen; sie haben sich damit den Dank aller katholischen Deutschen verdient, denen es eine hohe Freude war, diese wahrhaft beglückende Stunde mitzuerleben. Wir saßen am Radio und lauschten, als in Südamerika die Botschaft des päpstlichen Legaten verlesen wurde, wir folgten dem feierlichen Gottesdienst, hörten die Stimme des Priesters und den Gesang der Gläubigen und es war uns, als ob wir mitten unter ihnen in einem großen Dome des Allerhöchsten weilten. So nah und so vertraut klang alles. Das Schlußwort wurde zum besonderen Erlebnis, weil sofort die deutsche Uebersetzung folgte. In ihm wurde Christus der König gepriesen, vom Frieden Christi im Reiche Christi war die Rede. Christus lebt, Christus herrscht! Und der Redner fügte vor den Hunderttausenden aus Argentinien und der ganzen Welt hinzu:„Christus triumphiert!" Durch den Rundfunk, den weltumspannenden, konnten wir die gewaltige Manifestation miterleben, die der heiligen Eucharistie galt; wir wurden um eine beglückende Stunde reicher. Zur Gründung des Obst= und Gemüsebauvereins. Wie die Stadtverwaltung schreibt, ist umständehalber die auf Freitag, den 19. ds. Mts. anberaumte Versammlung betr. Gründung des Obst= und Gemüsebauvereins auf Freitag, den 26. Oktober verlegt worden. Die Versammlung findet im Saale Hotel zur Post statt. Kreisobstbauoberinspektor Mey aus Burgsteinfurt wird Aufklärung über Wichtigkeit und Notwendigkeit eines Obst= und Gemüsebauvereins geben. Die Glauerbrücker Kirmes seit jeher ein beliebtes Ausflugsziel mancher Sonntagsspaziergänger von dies= und jenseits der Grenze, hatte diesmal sehr unter der schlechten Witterung zu leiden. Das war vor allem im Interesse der Aussteller, die ihre Stände etwas abseits der Straße auf dem Verspohl'schen Gelände hergerichtet hatten, bedauerlich. In den gastlichen Lokalen Schmeing und Verspohl bot sich dem jungen Volk Gelegenheit, bei guter Musik das Tanzbein zu schwingen.— Der schlechte Besuch der Kirmes war nicht allein auf das Konto der unfreundlichen Witterung zu setzen. Ein gut Teil Schuld trug auch der Umstand dazu bei, daß viele Glanerbrücker Einwohner, die von der anderen Seite gern eben herübergekommen wären, auf deutscher Seite nicht durchgelassen wurden. Seit Jahrzehnten ist es üblich, daß die holländischen Nachbarn von Glanerbrück die nahe Kirmes diesseits der Pfähle für einige Stunden besuchen und ihr Geld auf deutscher Seite verzehren. Sonntag abend wurde keiner ohne Ausweis durchgelassen. So standen hunderte drüben vor dem Pfahl und schauten herüber, während den deutschen Ausstellern und Wirten dadurch ein fühlbarer Ausfall beschert wurde. Das war schade wegen der Kwartjes und Drübbeltjes, die uns auf diese sicherlich zu vermeiden gewesene Art verloren gingen. Man fragte sich, ob es, wie in früheren Jahren, nicht möglich gewesen wäre, rechtzeitig eine Regelung zu treffen, die den Glanerbrücker Nachbarn den Besuch der deutschen Grenzkirmes erlaubt hätte. Damit hätte man auch den Existenzsorgen deutscher Volksgenossen Rechnung getragen. Das Sammelergebnis des ersten Eintopf=Sonntags in Gronau lautet auf 1270,56 Mark. Der Betrag entspricht ungefähr dem Ergebnis im November vorigen Jahres. Wir können also damit zufrieden sein. Das Aufkommen aus dieser Sammlung verbleibt restlos in Gronau. An alle Taubenbesitzer. Viele Taubenbesitzer lassen, ohne sich an die Taubensperre zu stören, momentan ihre Tauben weiter herumfliegen. Die Tiere suchen jetzt mit Vorliebe die frischbesäten Felder auf und zerstören die junge Saat, wodurch den Besitzern großer Schaden zugefügt wird. Die Taubenbesitzer tun bei Vermeidung empfindlicher Strafen gut daran, wenn sie ihre Tauben einsperren. 4 Eye Spenden für das Winterbilfswerk des deutschen Volkes 1934-35 sind einzuzahlen auf Konto Nr. 1235 bei der Städt. Sparkasse Gronau i.W. Winterhilfswerk Epe. In den nächsten Tagen wird seitens des WHW durch die NS.=Frauenschaft eine Kleider= und Pfundsammlung durchgeführt. Ueberzeuge sich jede Familie, ob noch brauchbare Sachen vorhanden sind und stelle dieselben der Verteilungsstelle zur Verfügung. In der Pfundsammlung werden Lebensmittel aller Art dankbar angenommen. den Nachbarkreisen. Ochtrup, 15. Okt. Zur Oelbohrung in Ochtrup. In einer Versammlung des Heimat= und Verkehrsvereins Ochtrup gab Bürgermeister Dr. Linhoff einen Bericht über den Stand der Erdölbohrungen an der Gronauer Straße in Ochtrup. An Hand einer anschaulichen Aufzeichnung über die Zusammensetzung des Bodens im vermutlich ölhaltigen Bohrgebiet vermittelte der Vortragende den Anwesenden einen interessanten Einblick in die Vielgestaltigkeit des Bodens, dessen Folge den Geologen nach alten Erfahrungen die Ueberzeugung gab, daß hier Erdöl zu finden ist. Die Reichsregierung unterstützt daher die Erdölbohrungen in Deutschland und beteiligt sich am ersten Bohrtum in Ochtrup mit 50 Proz. der Kosten, wie Bürgermeister Dr. Linnhoff mitteilte. Diese hohe Kostenübernahme, wie sie bisher noch nicht erfolgte, habe seinen Grund in den Feststellungen der Geologen, daß hier unbedingt Erdöl vorhanden sein müsse. Darauf schließe auch die Tatsache, daß man bei früheren Bohrungen nach Kohlen auf ölhaltioes Erdreich gestoßen sei. Zur Zeit sei man gegen 400 Meter tief und glaube man, nun auf eine Salzschicht zu stoßen. Daß Erdöl vorhanden sei, nehme auch der Bohrmeister, der in aller Welt Bohrungen ausgeführt, auf Grund seiner gemachten Erfahrungen bestimmt an. Reichsluftschutzbund Gronau. Schulungsabende des RLB.: Dienstag, d. 16. 10. für Revier 2(Revierfühführer: Tannert) im Hotel Brinkmann. Redner Dalkötter.— Mittwoch, d. 17. 10. für Revier 1(Revierführer: terBald) im Realgymnasium. Redner Hasenow.— Donnerstag, d. 18. 10. für Revier 5 (Revierführer: Buß) i. d. Schillerschule. Redner Braun. Für das Evangl Krankenhaus. Redner Dr. Schliephake.— Freitag, d. 19. 10. für Revier 3(Revierführer: Hasenow) i. d. Wilhelmschule, Redner; Hasenow. 4.(Revierführer: Neumann) i. d. Victoriaschule. Redner: Ebsen. Es kommt die Winterzeit! Sei opferbereit! Religiöse BÜCHER Dr. Peter Ketter: Christus und die Frauen, Frauenleben und Frauengestalten im neuen Testament...»..»». 6.50 Zimmermann-Haggeney: Grundriß der Aszetik...«.« 6.40 Dr. Anton Stonner: Die religiös-sittliche Führung Jugendlicher durch die Priester 6.80 Petrus Canisius: Katholische Marienverehrung und lauteres Christentum(herausgegeben von Jordans).... 4.80 Dr. Rudolf Vitus: Die Anfänge des kath. Gesellenvereins zu Elberfeld... 2.00 Jakob Hommes: Lebens- u. Bildungsphilosophie als völkische und katholische Aufgabe.........*» 5.50 Romano Guardini: Vom Sinn der Kirche 3.75 Prof. Dr. Paul Simon: Die Geschichte als Weg des Geistes..»»»»«.. 1.20 Dr. Wilhelm Stockums: Das Priestertum, Gedanken und Erwägungen für Theologen und Priester........ 4.20 Dom Eugen Vandzur: In der Liebe leben, Geisteserhebungen über die Opferweihe der hl. Theresia vom Kinde Jesu 2.80 Eugen Lense: Eine priesterliche Opferseele, Leopold Giloteanx..«..« 3.50 Briefe in den Karmel, Briefe von Maria Antoinette de Geuser.»».... 4.80 Friedrich Kronfeder: Im Banne der Dreieinigkeit......»»»»»„ 1.90 Dr. Margaret Csaba: Was ein heranwachsendes Mädchen wissen muß.... 2.— Friedrich Muckermann: Vom Rätsel der der Zeit.«„„«»»» broschiert 3.— gebunden 4.20 Ida Condenhove: Von den zwei Türmen 1.90 Baumer: Grundfragen der Philosophie, Ein systematischer Aufbau..... 4.80 Thomas von Aquino: Summe der Theologie....*****»»»* 1 4.— Elisabeth von Schmidt-Pauli: Selbstexerzitien..««««««» 3.— — Freuden Jesu Christi«««««»» 2.80 — Meßbuch des neuen Menschen..» 2.60 Gebr. Lensing Verlagsanstalt G. m. b. H. Gronau Gott dem Allmächtigen hat es in seinem unerforschlichen Ratschluß gefallen, heute nacht 2 Uhr unsere innigstgeliebte Mutter, unsere liebe Schwester, Schwiegermutter, Großmutter, Schwägerin und Tante, Frau Wwe. Kaufmann Bernh, Gerwens Antonia geb. Woltering im 84. Lebensjahre zu sich in die Ewigkeit zu nehmen. Sie starb nach langer, mit großer Geduld ertragener=Krankheit, wohlvorbereitet durch ein tiefgläubiges, frommes Leben, mehrmals versehen mit den hl. Sakramenten, sanft und ergeben im Herrn. Um stille Teilnahme und ein andächtiges Gebet für die liebe Verstorbene bitten: Die trauernden Hinterbliebenen. Epe i.W., Burgsteinfurt, Amsterdam, den 14. Oktober 1934. Die Beerdigung, wozu freundlichst eingeladen wird. findet statt am Mittwoch, den 17. Okt. morgens 8.30 Uhr vom Sterbehause Gronauer Str. 69 aus, gleich darauf das feierliche Levitenamt in der Pfarrkirche. Danksagung. Für die vielen Beweise inniger Teilnahme und die Kranzspenden beim Hinscheiden unserer lieben Tochter, meiner unvergeßlichen Braut Josephine sprechen wir hiermit allen, besonders ihrem Meister und ihren Mitarbeiterinnen der Fa. M. van Delden Gronau unsern herzl. Dank aus. Familie Gerhard Haupt, Clem. Elpers Epe i.W. und Ahaus, im Oktober 1934. Sollte jemand aus Versehen keine besondere Anzeige erhalten haben, so wolle man diese als solche ansehen. Verlegung der Praxis! Ab Dienstag, den 16. Okt. befindet sich meine Praxis Eper Str. 19— Ecke Roonstr. Dr. Rickermann prakt. Arzt, Gronau Die neuen Winter-Fahrpläne 1934/35 sind eingetroffen. Buchhandlung Gebr. Lensing- Gronau i.W. Bahnhofstr. 2 Verdingung! Die Erd= und Maurer=, Zimmerer=, Schreiner=, Dachdecker=, Klempner=,Installations=, Elektro=, Schmiede= sowie Glaser= Anstreicherarbeiten zum Neubau eines Wohnhauses für Herrn Emil Gottschalk in Ahaus sollen vergeben werden. Verdingungsunterlagen sind gegen Erstattung der Schreibgebühr in meinem Büro zu haben. Angebote sind mir bis Freitag, den 19. Okt., 12 Uhr in üblicher Weise einzureichen. Ahaus, den 16. Oktober 1934. Josef Laumann Architekt Öffentl. Steuermahnung Die am 15. ds. Mts. fälligen Steuern und Abgaben sind nunmehr innerhalb 3 Tagen zu entrichten, andernfalls zwangsweise Beitreibung erfolgt. Ferner wird an die Zahlung der 1. Rate der kath. Kirchensteuer und des Kirchgeldes erinnert. Epe, den 15. Oktober 1934. Die Amtskasse als Vollstreckungsbehörde. Epe. Ladenlokal mit zu vermieten. Franz Lösing, Epe Gronauer Str. 56 Gelegenheitskauf für Schreiner! Umständehalber einen vollst. mech. Schreinerbekrieb billig abzugeben. Gronau i.W., Mittelstr. 4 Bücher der Zeil! Das Angenehme. mit dem Nützlichen verbinden! Jeder Leser sollte sich im Bedarfsfalle auch den Anzeigenteil nutzbar machen. Ganz gleich, um was es sich dabei handelt. Die Anzeige verschafft Ihnen viele Angebote wirkl. ernster Interessenten Lesen Sie jede Hnzeigs! Alexander von Rußland, Kronzeuge des Jahrhunderte. 6.50 Carter, Howard: Tut Ench-Amun Dritter(Schluß)-Band.... 9.50 Corti, Egon: Caesar Conte, Die Tragödie eines Kaisers.... 7.50 Csaba. Dr. med. Margret: Was ein heranwachsendes Mädchen wissen muß..... 2.80 Dietrich, Otto: Mit Hitler in die Macht.. 3.50 Fritz Rolf: Dortmunds Kirches.... 1.80 Gerelv, J.: Wege des Mädchens von heute 3.80 Glasmeier, Heinrich: Westfälische Wasserburgen 2.70 GEBR. LENSING ronau Fressen ihre Schweine schlecht? Kommen sie nicht voran durch Husten, Ausschlag (Grind), Knochensteifheit? Suac hilft! Erfolg garant. in 5—8 Tagen Zu haben in den Apotheken Epe und Heek, Drogerien: sen, Ahaus; ten Dam, Gronau, Bunnefeld, Schöppingen. 2 Seilage Dienstag, den J6. Oktober 1934 Nr. 285 der Abschluß des Eucharistischen Kongresses. Der Tag des Volkes. Der Eucharistische Kongreß in Buenos Aires ist am Sonntag zu Ende gegangen. Unsere Berichterstattung, die zuletzt die Feiern und Kundgebungen bis Donnerstag nacht berücksichtigt hatte, setzen wir heute mit den Schilderungen der drei letzten Tage fort. Freitag, der dritte Tag des Eucharistischen Kongresses, ist der Tag des Volkes. Wieder feierliches Pontifikalamt, das an Stelle des verhinderten Kardinallegaten Msgr. Gomatoma zelebrierte. Während der Wandlung ertönen die silbernen Trompeten, von den Trompetern der Leibwache des Präsidenten geblasen. Wiederum füllen dreieinhalbhunderttausend Andächtige den weiten Platz. Am Nachmittag spricht in der allgemeinen Versammlung der Erzbischof von Lima, Msgr. Farfan, über das Thema „Der Friede in und durch die Eucharistie“, auch über die ernsteste Angelegenheit Südamerikas, den Chaco=Krieg:„Wir erheben die Hände für unsere Brüder, die noch immer im heftigsten Kampfe Bruderblut vergießen, Maschinengewehre aufeinander richten und Handgranaten aufeinander werfen. Wir rufen ihnen zu:„Pax vobiscum“,„Friedemiteuch“. Reicher Beifall brandet auf. Die lebhaften Südamerikaner können ja auch in der Predigt ihre Bewegung nicht meistern. Sie wissen auch nicht, daß leider grade dieser Tag eine große Enttäuschung birgt: Die Verhandlungen über die Wiederherstellung des Friedens, um die sich der päpstliche Legat und die Bischöfe so sehr bemüht haben, sind wiederum ergebnislos zu Ende gegangen. Dieser dritte Tag fiel zusammen mit dem Tage der südamerikanischen Rasse, der seit dem Tage der Regierung Irigoyens(seit 20 Jahren) alljährlich zu Ehren des Entdeckers Kolumbus gefeiert wird. Es ist ein nationaler Feiertag, der hier mit der Huldigung an den eucharistischen Heiland verbunden wird. War es doch Kolumbus, der das Kreuz in den neuen Kontinent brachte, das heute über Buenos Aires glänzt. Aber dieser Tag wird auch zum Tagernster Einkehr, der der Erzbischof von Toledo Goma Thomas Ausdruck gibt. Er zeigt hin auf Amerikas und auch Lateinamerikas größte Gefahr: das Versinken in Materialismus. Schmerzerschüttert weist der spanische Kirchenfürst hin auf das Beispiel und die Lage des Mutterlandes, das einst, trotz allen Greuels der Conquistadoren, doch auch die Segnungen der christlichen Kultur nach Lateinamerika brachte:„Ich sage es voller Schmerz, daß Spanien heute in der Welt verachtet ist.“ Kunst will an diesem Abend dem eucharistischen König huldigen. Im Theater Colon ist große Festvorstellung, der Kardinallegat, der Präsident, die Prälaten, die Minister in den Logen. Man gibt eine Oper„Cäcilia“, das Werk des Msgr. Licilio Refice, deren Text nach der Legende der hl. Cäcilia verfaßt ist. Die altklassischen Antiphonen des Cäcilienbreviers klingen an, die feierlichen gregorianischen Melodien aus dem Offizium des Fronleichnamsfestes. Ernste Weihestimmung auch bei dieser weltlichen Feier, wie schon einst bei der Uraufführung des hochbedeutenden Werkes in Rom. In den Logen zur Seite der Bühne haben Kardinäle und der argentinische Präsident General Justo Platz genommen. Von der Decke hängen schwerseidene Schnüre in den päpstlichen und in den argentinischen Farben. Die oberen Vierhundert der argentinischen Gesellschaft füllen den ersten Rang und die Loge. Zehn Reihen sind für das Diplomatische Korps, die kirchlichen Würdenträger und für Regierungsbeamte reserviert. Im zweiten Rang sitzen 600 weißgekleidete Mädchen, die eine Schärpe in den päpstlichen Farben tragen und Haarbänder in den argentinischen Farben. Der Marientag. Der vierte Tag ist Maria, der Gottesmutter eweiht, der hl. Jungfrau von Lujan. der atronin der argentinischer Republik, die auch die Patronin des 32. Internationalen Eucharistischen Kongresses ist. Auf dem Altar im Palermo=Park steht eine Nachbildung der Statue„Unserer Lieben Frau von Lujan", die selber in der noch unvollendeten Kathedrale von Lujan, einem der prächtigsten Gotteshäuser Südamerikas, steht. Ueber 700 000 Personen, darunter 4000 Soldaten, wohnen den vier Messen für den Frieden und das Wohlergehen des Vaterlandes bei, die zu gleicher Zeit im Palermo=Park gelesen werden. Auch der Legat des Papstes, Kardinal Pacelli, ist zugegen. Präsident Justo von Argentinien empfängt die heilige Kommunion aus den Händen des Erzbischofs Farfan von Lima. Nach der Kommunion wird die argentinische Flagge gehißt und es folgt eine Flaggenparade, an der alle Truppen teilnehmen. Eine nationale Ehrung der Patronin der argentinischen Republik. Am Nachmittag im Palermo=Park behandelte nach Ansprachen der Führer der fremden Delegationen einer der glänzendsten Kanzelredner Argentiniens, der Erzbischof von Santa Fe. Nikolas Fasolino, das Thema: Christus, der König, in der Geschichte LateinAmerikas und besonders Argentiniens. Der Redner wendet sich bei dieser letzten allgemeinen Versammlung des Kongresses an die zahlreich erschienenen Pilger mit der Bitte, die in den bisherigen vier Kongreßtagen aufgenommenen Eindrücke und Lehren nicht zu vergessen, sondern innerlich zu vertiefen.„Für die große katholische Glaubensmanifestation verbleibt uns nur noch ein einziger Tag. Sorgt daher dafür, daß die Rüstung unseres Königs Jesu Christi, die wir während der Kongreßtage umgeschnallt haben, genau so bleibt wie sie jetzt ist, nämlich stahlhart!“ Auf den Fahnenwald von über 1000 Fahnen hinweisend, ermahnt der Redner die fremden Pilger, das Königreich Jesu Christi in ihren jeweiligen Ländern zu verbreiten. Die Ansprache des Erzbischofs wurde durch kurze und lange Wellen über ganz Südamerika verbreitet. Mit der Segenserteilung fand die Feier ihren Abschluß. Nach der Rede des Erzbischofs teilte der Rundfunkansager mit, daß die bolivianischen und paraguayischen Soldaten die Kämpfe im Chaco eingestellt hätten, um die Uebertragung anzuhören. Ferner hätten sich in der gegenwärtigen Wohnung des paraquayischen Bischofs des Chaco ein Erzbischof und drei Bischöfe aus Bolivien und ein Erzbischof und zwei Bischöfe aus Paraguay zu einem brüderlichen Essen zusammengefunden. Eine große Prozession durch das wegen der späten Stunde hell erleuchtete Palermo bildete den Abschluß dieses Tages. Der letzte Das Programm des der heiligen Eucharistie geweihten Sonntags: 8 Uhr General=Kommunionmesse in allen Kirchen Argentiniens. 10 Uhr im Palermopark feierliche Pontifikalmesse durch den Kardinal=Legaten Pacelli, Predigt des Kardinal=Legaten und päpstlicher Segen. 17 Uhr Triumphprozession des Allerheiligsten, das vom Kardinal=Legaten getragen wird. 18,30 Uhr im Palermopark Tedeum. Feierlicher Schlußsegen, Kongreß= und Nationalhymne. Von den frühen Morgenstunden an sind die Kirchen überfüllt. Zehntausende gehen zum Tisch des Herrn. In der Kathedrale teilen gleichzeitig 80 Priester die hl. Kommunion aus. Auch den Kranken in den Privatwohnungen wird sie gebracht. Zahlreiche Priester, von Ministranten begleitet, sind deswegen unterwegs. An der Pontifikalmesse im Palermo-Park nehmen über eine Million Männer, Frauen und Kinder teil. 250 000 sind in 160 Sonderzügen aus der Provinz am frühen Morgen in Buenos Aires eingetroffen. 110 000 Kraftwagen parken in der Umgebung. Wieder wohnt auch der Präsident der Republik General Augustin Justo der Pontifikalmesse bei, ebenso das Diplomatische Korps. Vier Kardinäle, zehn Erzbischöfe, 80 Bischöfe und 120 Prälaten begleiten den Kardinallegaten, als er zum Altare schreitet. In seiner Predigt nach dem Evangelium weist der Kardinal auf die fundamentale Bedeutung des Königreichs Jesu Christi hin. Was die aus vielen Wunden blutende Welt brauche, das sei Christus, der König, der unsterbliche Gott, der unsterbliche Gott der Jahrhunderte. Der Eucharistische Kongreß von Buenos Aires sei ein machtvoller Ruf für Christus den König. Vor seinem Königreich versage die Propaganda der Umstürzler, erlebe das Böse seine entscheidende Niederlage. Der Glaube werde triumphieren. Die Versammlungen des Kongresses seien ein Vorgeschmack jenes Tages des Triumphes, an dem die Gläubigen Hosiana rufen würden zum Zeichen dafür, daß sein Königreich gesiegt habe. In diesem Königreich herrsche Friede zwischen den Menschen und Freiheit für alle. Die Welt müsse sich im Sinn des göttlichen Herzens umstellen. Die Eucharistie sei der beste Weg, um einen weltumfassenden Frieden zu erzielen. Die Herrschaft Jesu Christi bedeute die Liebe Gottes. Es sei die eucharistische Idee, die uns Kraft gebe, die ewige Liebe in uns aufzunehmen. Jesu Liebe habe Spuren der Liebe hinterlassen, die in Ewigkeit nicht vergehen, in der Geschichte und auf allen Kulturgebieten. Christi Reich sei Liebe, seine Wahrheit der Weg zur Liebe, sein Sakrament dieser Liebe größtes Zeichen. Gewaltig brandete das„Viva el Papa! Viva Jesus en el Sacramento! Viva el Rey de Humanidad!“ aus der Menge auf. Die hl. Messe ging weiter. Während der Wandlung tönte die feierliche Melodie, die sonst der Papstmesse in St. Peter vorbehalten ist. Dann wieder das Pater noster, das die ganze Menge mitbetete, dem Gebote Christi getreu;„So sollt ihr beten!“ Als das Opfer vollbracht war, drang durch den Aether die Stimme des Heiligen Vaters zu den Andächtigen im Palermo=Park. Klar und deutlich waren die von der vatikanischen Sendestation gefunkten Worte zu vernehmen(auch in der Uebertragung durch den Reichssender Köln am Sonntag abend). Der Papst sprach drei Minuten in lateinischer Sprache: „Christus, der eucharistische König siegt. Christus, der eucharistische König regiert. Christus, der eucharistische König herrscht. In diesen Gedanken haben wir froh und freudig eure frommen Handlungen auf dem Kongreß begleitet. Und dem Abschluß wohnen wir jetzt durch das Werk Marconis gleichsam persönlich bei. Nachdem der Kongreß nun zu Ende ist, möchten wir noch hinzufügen: Christus, der eucharistische König triumphiert. Möge die liebevolle Herrschaft Christi auch bis an alle Enden der Erde und in jedes Menschen Herz und Willen dringen und der bedrängten, sogar durch Blutvergießen leidenden Menschheit den wahren, beständigen, von allem Unheil freien Frieden bringen, der einzig kommt von Christus, den Frieden Christi im Reiche Christi. Um das zu erflehen, breiten wir über euch, über alle und jeden einzelnen die Hand zum apostolischen Segen; durch die Fürsprache der allerseligsten Jungfrau von Lujan, der besonderen Patronin von Argentinien, des hl. Erzengels Michael, des hl. Johannes des Täufers, der hl. Apostel Petrus und Paulus, und der seligen Märtyrer Rochus, Gozalez und Johannes von Castillo segnet euch der allmächtige Gott, der Vater, der Sohn und der heilige Geist.“ Ergriffen schwieg die Menge zunächst. Ehrfurchtsvoll nahm sie den Segen des Heiligen Vaters entgegen. Dann aber brach sie spontan in den sich immer wiederholenden Ruf„Es lebe der Papst!“ aus. Danach segnete auch Kardinal Pacelli die Andächtigen und Begeisterten, und mit der Hymne des Eucharistischen Kongresses wurde die einzigartige Feier geschlossen. Begeisterte Pilgerscharen begleiteten darauf Kardinal Pacelli nach seiner Wohnung. Unter Begleitung von Regierungsbeamten und der Leibwache des argentinischen Präsidenten legte er später in der Metropolitan=Kathedrale am Sarg des argentinischen Freiheitshelden San Martin einen Kranz nieder. Im Anschluß an die Messe wurden die Wünsche des Vollzugsausschusses des Kongresses verlesen. Dieser hat die Absicht, gegenüber Rio de La Plata das mächtige Kreuz wiederherzustellen auf einem Damm, der die Form eines Schiffes haben soll. Im Innern dieses Schiffes soll eine eucharistische Kapelle erbaut werden, in der man für den Triumph des Evangeliums, des Friedens und der allgemeinen Einigkeit beten will. Ferner wurde dem Wunsche Ausdruck gegeben, daß an jedem Jahrestage der Entdeckung Amerikas eine Messe des Heiligen Kreuzes gelesen werde. Diesen Wünschen stimmten die Anwesenden durch Winken mit den Taschentüchern und Fahnen zu. Die Triumphprozession am Nachmittag war ein überwältigendes Erlebnis. Sie übertraf an Zahl der teilnehmenden Regierungsbeamten, hohen geistlichen Würdenträger, Pracht und Ausmaaß alle bisher in Südamerika abgehaltenen Veranstaltungen. Pünktlich um 5 Uhr setzte sich die Prozession in Bewegung. Eine 100 Jahre alte Gala=Staatskutsche auf sechs Rädern, die für diesen Zweck wieder hergerichtet und ausgeschmückt worden war und von sechs Pferden gezogen wurde, eröffnete den Zug. Die Pferde trugen blankgeputzte Schilder und wallende Federbüsche. Zwei Kutscher in Livreen aus Gold und blauem Samt saßen auf dem Bock. In der Staatskutsche befand sich auf schwarzem Untergrund ein 18 Fuß hohes weißes Kreuz. Der Kutsche folgten vierzig San=Martin=Grenadiere in Paradeuniform. Hinter diesen kamen eine Militärkapelle von 120 Musikern und Regimentsfahnen der argentinischen Armee, die von fünf Armeeobersten eskortiert wurden. Die Armee war ferner durch das oberste Kommando verAnkunft des toten Königs in Südslawien Aus der südslawischen Hafenstadt Spalato(Split) ist jetzt dieses erste Bild von der Ankunft des toten Königs Alexander eingetroffen. Der Sarg mit der Leiche war bekanntlich an Bord des Kreuzers„Dubrownik“ von Marseille nach Südslawien gebracht worden. Man sieht auf diesem Bilde, wie der Sarg in den Sonderzug gehoben wird, mit dem er über Agram nach Belgrad überführt wurde. treten, dem mit aufgepflanztem Gewehr 300 Kadetten der Armee und Marine folgten. Auf dem Weg nach Palermo hielten blauuniformierte Soldaten und berittene Polizisten die Schaulustigen in Schach. Zehn Schritte hinter den Kadetten marschierten 5000 Ministranten in Fünferreihen, in roten und blauen Soutanen, mit weißem Rochette gekleidet. Sie trugen Fackelkerzen, die mit Bändern in den päpstlichen Farben geschmückt waren. Ihnen folgten 2200 Priester und Seminaristen in Viererreihen in der vorschriftsmäßigen Kleidung. Den Priestern schlossen sich Bischöfe, Erzbischöfe und Kardinäle mit Mitra und Stab an. Unter einem weißgoldenen Baldachin von über vier Meter Länge schritt Kardinal Pacelli. In einer goldenen Monstranz von achtzig Zentimeter Höhe trug der das Sanktissimum. Acht argentinische Regierungsbeamte trugen den Baldachin. Von seinen vier Pfosten hingen je drei Goldschnüre, die wiederum von Stgatsbeamten getragen wurden. Aus der Luft wurden von Militärflugzeugen Blumen über der Prozession abgeworfen. Hinter dem Baldachin schritt in weißer Armeeuniform der argentinische Präsident, General Augustin Justo, eine seidene Schärpe in den Landesfarben über der Brust. Mit ihm schritten die Mitglieder des Kabinetts und die Gouverneure der vierzehn argentinischen Provinzen. In einem Halbkreis der vierzehn Provinzwappen sah man Seite anSeite das eucharistische Wappen mit dem Nationalwappen Argentiniens. Diese Wappen wurden von je drei Artillerieoffizieren getragen. Von dem päpstlichen Nuntius Monsignore Felipe Ortesi geführt, folgte das gesamte Diplomatische Korps und die katholischen Mitglieder des Nationalkongresses und der Legislaturen der Provinzen. Nach einem Abstand von zehn Meter folgten fünfzig berittene Polizisten und die Polizeikapelle. Bei den sich anschließenden Kontingenten kamen die Italiener an erster Stelle und die Argentinier an letzter. Fünfzehn Musikkapellen begleiteten die betende und singende Menge. Die Monstranz wurde die Altarstufen hinaufgetragen und auf dem Altar niedergestellt. Kardinal Pacelli stimmte dann das Tedeum an, das von der Menge mitgesungen wurde. Trompetensignale ertönten, der Segen wurde erteilt, die ungeheure Menge kniete nieder. Beim langsamen Trompetenklang des argentinischen Saluts machte der Kardinal mit dem Sanktissimum das Zeichen des Kreuzes über der Menge, während sich zum letzten Male die tausend Fahnen dreimal hintereinander senkten und die Soldaten das Gewehr präsentierten. Noch einmal wandte sich danach der päpstliche Legat in spanischer Sprache, die er genau so beherrscht wie die in seiner Ansprache auf dem deutschen Katholikentage wiederholt erlebte deutsche Sprache, an die Hunderttausende, die den weiten Palermo=Park füllten. Er beglückwünschte in einer kurzen Ansprache Lateinamerika zu dem Eifer, mit dem der Eucharistische Kongreß begangen worden sei. Zum Schluß erteilte er den päpstlichen Segen. Damit hatte der 32. Eucharistische Kongreß sein Ende gefunden. Der nächste Kongreß ist in zwei Jahren in Manila, der Hauptstadt der Philippinen. Steigerung der deutschen und DNB Berlin, 15. Oktober. Die Außenhandelsumsätze sind im September in Einund Ausfuhr gestiegen. Die Einfuhr hat von 342 auf 352 Mill. RM, d. h. um fast 3 v. H. zugenommen, Da sich die Einfuhrdurchschnittswerte im ganzen kaum verändert haben, entspricht dieser Wertsteigerung auch eine etwa gleich große Mengenzunahme. Die Erhöhung der Gesamteinfuhr ergibt sich in erster Linie aus einer Steigerung der Einfuhr bei der Gruppe Fertigwaren von 64 auf 75 Mill. RM. An dieser Zunahme sind in erster Linie solche Erzeugnisse beteiligt, die in Deutschland eine Weiterverarbeitung erfahren. Lebende Tiere wurden im September im Werte von 2,1 Mill. RM eingeführt gegen 2,5 Mill. RM im August. Die Einfuhr in Lebensmitteln und Getränken stellte sich auf 75,5(81,4), die in Rohstoffen und halbfertigen Waren auf 199,8(194,9) und die Einfuhr fertiger Waren auf 74,8(63,7) Mill. RM. Die Ausfuhr ist im September weiter, und zwar auf 350 Mill. RM gestiegen. Sie lag damit um rund 5 v. H. über dem Augustergebnis. Diese Steigerung ist fast ausschließlich den Fertigwaren zu verdanken. Trotz der vorhandenen Absatzschwierigkeiten hat sich also der in den Herbstmonaten regelmäßig eingetretene Saisonaufschwung auch im September wieder voll durchsetzen können. Im Gegensatz zum Vormonat war an der Steigerung der Ausfuhr im September vorwiegend Europa beteiligt. Hervorzuheben sind Steigerungen des Absatzes nach den Niederlanden, der Tschechoslowakei und nach Frankreich. Abgenommen hat die Ausfuhr innerhalb Europas nach Italien. Die Entwicklung der Ausfuhr nach Außereuropa war unterschiedlich. Die Ausfuhr beläuft sich bei lebenden Tieren auf 0,1(August 0,2), bei Lebensmitteln und Getränken auf 6,7(7,1), bei Rohstoffen und halbfertigen Waren auf 65,6(64,4) und bei fertigen Waren auf 277,9 (262,2) Mill. RM. Die Handelsbilanz war somit im September rein warenmäßig betrachtet fast ausgeglichen. Es ergibt sich zwar noch ein kleiner Einfuhrüberschuß, aber er beträgt nur noch 2 Millionen RM gegen 9 Millionen RM im August. Der Rückgang des Einfuhrüberschusses beruht ausschließlich auf einer Verminderung des Passivsaldos im Verkehr mit den überseeischen Ländern. Der im Warenaustausch mit europäischen Ländern bestehende Ausfuhrüberschuß hat sich weiter vermindert. Die Steigerung der Ausfuhr beruht fast ausschließlich auf einer Zunahme des Fertigwarenexportes. An dieser war die Mehrzahl der Fertigwarengruppen beteiligt. Zwei Tote bei einer Karbidexplosion. :: Ulm, 9. Okt. Auf einer Baustelle bei Tennenhausen versagte am Montagabend plötzlich die Karbidbeleuchtung. Als einige Leute den Karbidbehälter untersuchten, erfolgte eine Explosion. Zwei Arbeiter wurden sofort getotet. Ein Arbeiter wurde sehr schwer und einer leichter verletzt. Der eine der getöteten Arbeiter ist Vater von sieben Kindern. alo dr ne, Congen Aus Westdeutschland. neudeutscher Priester und Theologen in Gerleve. In den Tagen vom 8, bis 12. Oktober trafen sich 75 neudeutsche Priester und Theologiestudierende in der Abtei St. Joseph zu Gerleve aus allen Teilen des Deutschen Reiches. Die über 1000 Mitglieder der Theologengemeinschaft hatten aus 17 Diözesen ihre Führer entsandt. Am Abend des 8. Oktober gab Prof. Dr. Egenter, Passau, einen Ueberblick über die verflossenen 3 Jahre nach dem ersten Reichstreffen zu Limburg 1931. Er konnte in der Mitte der Versammelten den H. H. Herrn Abt Dr. h. c. Raphael Molitor und als Vertreter des hochwürdigsten Herrn Bischoss von Münster Herrn Domkapitular Emmerich begrüßen, während der Protektor des Neudeutschen Bundes= Kadinal Schulke, seinen Segen für die Arbeitstage entsandte. Am gleichen Abend hielt Abt Raphael Molitor ein Referat über die Bedeutung des hl. Benedikt für die Gegenwart, und er erschloß den Hörern damit das Verständnis für die Gemeinschaft eines benediktinischen Klosters. Dienstag morgen hielt P. Prior Bonaventura Rebstock O. S. B. das grundlegende Referat für das Reichstreffen über„Das Leben in Christus als Grundlage christlichen Lebens“. Er gab den Neudeutschen eine en der Theologie des hl. Johannes und Paulus tief verankerte Besinnung über das große Wollen des Neudeutschen Bundes, das Leben aus Christus und in Christus zu gestalten. Universitätsprofessor Dr. Rosenmöller (Münster) sprach über„Die Aufgabe der Theologie im Heute". Theologie sei Wissenschaft von Gott und dürfe nicht von der Apologetik überlagert werden. In der Mitte der Dogmatik müsse das Geheimnis der Hl. Dreifaltigkeit stehen, das Fundament und Mittelpunkt aller Wissenschaft von Gott sein müsse. Theologie dürfe nicht bloß von Gott und über Gott reden, sondern aus Gott und in Gott; so allein würde man auch dem Worte„Theologie“ als Gotteswissenschaft gerecht, Der Nachmittag des ersten Tages brachte die Arbeitsberichte der Seminar= und Konviktsgruppen, in denen sich in bunter Mannigfaltigkeit die Eigenart der deutschen Stämme und Länder spiegelte. Die Neudeutschen aus der Westfalenmark schickten einen bilderreichen Gruß ihren älteren Brüdern in einem Film, der einen Blick in westfälische Landschaft gewährte. Pfarrer Heinrichsbauer(Mühlheim), der rührige und eifrige Nachfolger von Pfarrer Jakobs, sprach am 10. Oktober in zwei Vorträgen über die praktische Auswirkung von Liturgie und Dogma in der modernen Seelsorge, die sich vor allem in der Schaffung einer lebendigen Pfarrsamilie erweist. Die Feier der hl. Messe stellte er immer wieder in den Vordergrund seiner Ausführungen; in ihr sei vorzüglich und in erster Linie der Lebensquell der großen Familie der Pfarre. Das Pfarrleben in St. Marien zu Mühlheim a d. Ruhr war ihm Beweis der Durchführbarkeit seiner Forderungen, ein Leben, das sich ganz um den Opferaltar der Kirche gruppiert. Am Fest der Mutterschaft Mariens feierte der H. H. Abt Raphael eine Pontifikalmesse und sprach in ihr über die Bedeutung der Gottesmutter, die uns den Erlöser schenkte. Am Vormittag desselben Tages sprach der Reichsführer der neudeutschen Studenten und Berufstätigen, Referendar Dr. Jansen, über das Bild, das der neudeutsche Laie sich von einem neudeutschen Priester und Theologen macht. Die Tage gemeinsamer Arbeit und Beratungen hatte man in den Lebens= und Gebetsstrom unserer westfälischen Benediktinerabtei zu Gerleve hineingestellt, und Gottes Segen und Gnade lag über all den arbeitsreichen Gemeinschaftstagen. Bevor neudeutsche Priester und Theologen wieder hinauszogen in das ganze Reich, zu arbeiten und zu schaffen an der„Lebensgestaltung in Christus“, gingen sie im nächtlichen Dunkel bei Fackelchein singend und betend hinauf zur Ludgerirast. In der Grube verschüttet. Ein Bergmann tot, der zweite noch nicht geborgen. m) Werne a. d. Lippe, 15. Okt. Heute vormittag kam auf Sohle 730 der Zeche Werne ein sogenannter Gasbläser zum Ausbruch, der eine Strebe zu Bruch drückte. Die beiden Bergleute Böcker und Janus kamen unter die hereinstürzenden Kohlenmassen und wurden verschüttet. Der Rettungsmannschaft gelang es nach anstrengender Tätigkeit, den Hauer Böcker im Laufe des Nachmittags nur noch als Leiche zu bergen. Böcker wies keinerlei Verletzungen auf; der Tod ist durch Ersticken eingetreten. Janus konnte bis zur Stunde noch nicht geborgen werden. Beide verunglückten Bergleute sind Familienväter. Folgen eines Erbschaftsstreites. rwd. Bottrop, 15. Okt. Am Montag gegen 10.30 Uhr kam es in der Wirtschaft Rohmann an der Dorstenerstraße zu einer entsetzlichen Bluttat. Zwischen den Brüdern Wilhelm und Heinrich Rohmann bestanden seit einiger Zeit Zwistigkeiten, vornehmlich um eine Erbschaft. Am Montag gab nun plötzlich Wilhelm Rohmann auf seinen Bruder Heinrich mehrere Schüsse ab. Von einem Kopfund zwei Brustschüssen getroffen, sank Heinrich Rohmann schwer verletzt zusammen. Auf die Schüsse hin eilte die Kusine des Rohmann, die 28jährige Anna Göker, aus der Küche herbei. Wilhelm Rohmann legte sofort auf das Mädchen an und brachte ihm einen schweren Rückenschuß bei. Die Getroffene brach bewußtlos zusammen. Jetzt eilte der Täter die Treppe hinauf, um sich zu seinem Schlafzimmer zu begeben. Auf dem Wege dorthin kam er an einer Wohnung vorbei, in der die durch die Schüsse aufgeschreckte Mieterin die Küchentür etwas geöffnet hatte, um zu horchen. Wilhelm Rohmann gab sofort auch auf diese Frau einen Schuß ab, der glücklicherweise sein Ziel verfehlte. Auf seinem Zimmer brachte sich der Täter einen Schuß unterhalb des Herzens bei, der aber nicht den Tod herbeiführte. Der Selbstmörder hatte aber noch die Kraft, sich eine Kugel in die Schläfe zu jagen, durch die er auf der Stelle getötet wurde. fünfköpfige Diebesbande aus Kindern. rwd, Gelsenkirchen, 15. Okt. Die Kriminalpolizei ist nach längeren Ermittlungen einer fünfköpfigen Diebesbande auf die Spur gekommen, bei der es sich um Knaben von 11 bis 15 Jahren handelt. Die Burschen haben seit Frühjahr d. J. systematisch Diebstähle ausgeführt. Aufgeklärt konnten bis jetzt mehrere Einsteigediebstähle in Villen an der Zeppelinallee und in das Lyzeum in Rotthausen. In den meisten Fällen hatten es die jugendlichen Verbrecher auf Bargeld abgesehen, das ihnen in Höhe von 10 bis 100 RM in die Hände fiel. Hauptsächlich wurden die Diebstähle in der Alt= und Neustadt und im Stadtteil Rotthausen ausgeführt, und zwar in den meisten Fällen am hellen Tage. in Essen. Essen, 15. Okt. Die Katholiken von Groß=Essen feiern am 28. d. Mts. die Heiligsprechung Don Boscos. Das Fest wird eingeleitet durch ein feierliches Triduum in der Pfarrkirche in Essen=Borbeck. Die erste Predigt ist am Donnerstag, dem 25. Oktober. Das Thema lautet:„Don Bosco— der Mutter Erziehungskunst.“ Prediger ist Franziskanerpater Rochus. Das Thema des folgenden Tages, also des Freitags, lautet:„Don Bosco— Meister des Schicksals.“ Prediger ist Oblatenpater Balgo. Die letzte Vorbereitungspredigt, die am Samstag gehalten wird, ist betitelt„Don Bosco— der große Erzieher.“ Prediger ist Jesuitenpater König. Am Sonntag, 28. Okt., ist um 9.30 Uhr feierliches Pontifikalhochamt. Um 20 Uhr beginnt die große Festfeier im Städtischen Saalbau in Essen. Im Mittelpunkt des Abends steht die Festansprache von Pastor Heinrichsbauer„Der heilige Don Bosco, der Welteroberer.“ Erdkrater. 8000 Kubikmeter versunkene Erde. Rotenburg(Fulda), 15. Oktober. In unmittelbarer Nähe des Städtchens Rotenburg an der Fulda ist zurzeit ein Naturschauspiel, das man dort beobachten kann, das Ziel vieler Neugieriger. Auf einer Wiese der Fulda=Niederung, die etwa fünf Meter über der Fulda liegt, zeigt sich, wie die K. Z. zu berichten weiß, eine große kraterähnliche Oeffnung von etwa 30 Meter Durchmesser. Die Wände dieser kraterähnlichen Oeffnung fallen fast senkrecht ab. Der Grund ist mit Wasser bedeckt, das sich in ständiger Bewegung befindet. Die Tiefe von der Oberfläche der Wiese bis zum Wasserspiegel ist etwa 8 Meter; das Wasser hat nach den vorgenommenen Lotungen eine Tiefe von 25 Meter, was einer Gesamttiefe des Einsturzes von 33 Meter entspricht. Insgesamt dürften etwa 6000 bis 8000 Die neue Amtsverfassung. Für Westfalen und Rheinland. In Nr. 41 der Preußischen Gesetzsammlung wird die am 8. Oktober durch den preußischen Ministerpräsidenten Göring verkündete Anordnung veröffentlicht, deren wesentliche Bestimmungen nachstehend mitgeteilt werden: Die Grundlage der Amtsverfassung Im ersten Teil der Amtsordnung wird bestimmt, daß die Amtsverfassung in der Rheinprovinz und in der Provinz Westfalen erhalten bleibt. Aemter sind die vom Staat als solche anerkannten Gemeindeverbände, die berufen sind, unter eigner Verantwortung die aus der Amtsgemeinschaft sich ergebenden Aufgaben durchzuführen. Amtseingesessene sind die Einwohner der amtsangehörigen Gemeinden. Ein Amtsbürgerrecht gibtesnicht. Die Verwaltung führt als Leiter des Amts der Amtsbürgermeister, der die volle und ausschließliche Verantwortung trägt. Der Verwaltung stehen verdiente und erfahrene Bürger der amtsangehörigen Gemeinden mit ihrem Rat zur Seite. Die Aufgaben des Amts Für die Aufgaben des Amts finden die für die Aufgaben der Gemeinden maßgebenden Vorschriften des Gemeindeverfassungsgesetzes entsprechende Anwendung. Das Amt soll nur die Aufgaben übernehmen, deren einheitliche Durchführung für alle oder mehrere amtsangehörige Gemeinden erforderlich ist oder die von diesen Gemeinden allein bei Berücksichtigung ihrer Leistungsfähigkeit nicht durchgeführt werden können. Das Amt kann jedoch Aufgaben der amtsangehörigen Gemeinden in seine ausschließliche Zuständigkeit übernehmen, wenn die Uebernahme für eine einheitliche Versorgung des Gebiets erforderlich und zur Durchführung der Aufgaben in einer wirtschaftlichen zweckmäßigen Weise geboten ist, jedoch bedarf es hierzu der Genehmigung der Aufsichtsbehörde, die bei Ausspruch der Genehmigung besondere Anordnungen treffen kann. Die Verwaltung des Amts Der Amtsbürgermeister, für den die für den Leiter der Gemeinde maßgebenden Vorschriften des Gemeindeverfassungsgesetzes gelten, hat die Leiter der amtsangehörigen Gemeinden in der Führung ihrer Geschäfte zu beraten und zu unterstützen. Er kann gegen Entschließungen und Anordnungen des Leiters einer amtsangehörigen Gemeinde mit aufschiebender Wirkung Widerspruch erheben, wenn sie das hestehende Recht verletzen, den Zielen der Staatsführung zuwiderlaufen Zur örtlichen Erledigung von Angelegenheiten des Amts kann der Amtsbürgermeister die Leiter der amtsangehörigen Gemeinden in Anspruch nehmen. Zu den Beratungen der Gemeinderäte ist der Amtsbürgermeister zu laden, wie er auch die Einberufung der Gemeinberaleeerlungen kann. In den Beratungen kann er jederzeit das Wort nehmen, da er der Ordnungsgewalt des Leiters der Gemeinde nicht untersteht. In der ortsangehörigen Gemeinde, in der der Amtsbürgermeister wohnt, ist er zugleich Schulze(Bürgermeister). Zur Vertretung und Hilfeleistung wird der Amtsbeigeordnete berufen. Die Stelle des Amtsbürgermeisters wird in den Aemtern hauptamtlich, die Stellen der Amtsbeigeordneten ehrenamtlich verwaltet. In Aemtern mit mehr als 10 000 Einwohnern muß der Amtsbürgermeister eine geeignete Vorbildung besitzen. Ausnahmen kann nur der Minister des Innern zulassen. Der Amtsbürgermeister wird durch den Regierungspräsidenten, die Amtsbeigeordneten durch den Landrat berufen und entlassen. Verdiente und erfahrene Männer werden zur Beratung des Amtsbürgermeisters berufen und führen die Bezeichnung Amtsälteste, deren Zahl zwölf nicht übersteigen darf. Diese dürfen an den Beratungen der Gemeinderäte der Gemeinde teilnehmen, in der sie wohnen. Das Gebiet des Amts Zum Amt gehören alle bisher amtsangehörigen Amtsgemeinden und Gutsbezirke. Kreisangehörige Städte können durch den Regierungspräsidenten in Aemter eingegliedert werden. Landgemeinden, die bisher ein Einzelgemeindeamt bildeten, werden ausschließlich nach den Vorschriften des Gemeindeverfassungsgesetzes verwaltet. Die Leiter dieser Landgemeinden führen die Bezeichnung Landbürgermeister, die beigegebenen Beamten heißen Beigeordnete. Die Aufsicht über die Aemter führt der Landrat. Das Gesetz tritt in Kraft am 1. November. Kubikmeter Erdreich in der riesigen Grube versunken sein. Ueber die Ursache dieser Erscheinung bestehen vorläufig nur Vermutungen. Wahrscheinlich ist, daß eine starke unterirdische Wasserader, von der man bisher nichts gewußt hat, einen Teil der hier vorhandenen Zechsteinformation unterspült und zum Einsturz gebracht hat. Der Einsturz selbst ist ganz allmählich vor sich gegangen und hatte mit einer kleinen Erdsenkung begonnen. Die Erdbewegung ist anscheinend auch jetzt noch nicht ganz zum Abschluß gekommen. Zurzeit arbeiten die durch den Erdsturz aufgestauten Wassermassen daran, das Hindernis wegzuräumen. Ob für ein in der Nähe liegendes Gebäude, in dem ein Arbeitsdienstlager für Mädchen untergebracht ist, ernstliche Gefahr besteht, wird sich wohl erst in einigen Tagen sagen lassen. * RWD Xanten, 14. Okt. Erbhof niedergebrannt. Der Erbhof des Bauern Heinrich Overfeld auf der Bislicher Insel fiel einem Großbrand zum Opfer. Bei Eintreffen der Nachbarfeuerwehren standen das Wohnhaus und das Hinterhaus schon in hellen Flammen, sodaß die Wehren sich auf die Rettung von Vieh und Mobilar beschränken mußten. Wohn= und Hinterhaus brannten vollständig nieder, wobei auch wertvolle Erntevorräte ein Raub der Flammen wurden. Ueber die Brandursache ist bis jetzt nichts bekannt. Die Neuregelung der Auf dem Gebiete der Fettwirtschaft sind von der Reichsregierung und den beteiligten Stellen des Reichsnährstandes und der Margarineindustrie neue Maßnahmen getroffen worden„die mit dem 1. November 1934 in Kraft treten. Zweck der Neuregelung ist es, der Verbraucherschaft in den kommenden Wintermonaten eine Reihe von Erleichterungen zu bringen. Es handelt sich im wesentlichen um eine Verbilligung der Konsummargarine, die bisher 66 Rpfg. je Pfund gekostet hat, Vereinheitlichung und bessere Kennzeichnung der Sorten, um eine Vereinfachung und Verbesserung der Fettverbilligung für Arbeitslose und andere bedürftige Volksgenossen. Außerdem wird verboten, die Abgabe der billigsten Margarinesorte von der gleichzeitigen Abnahme anderer Margarine oder anderer Waren abhängig zu machen. Schließlich wird die örtliche Verteilung der Margarinelieferungen durch besondere Maßnahmen verbessert und damit die Versorgung der Hauptverbrauchsgebiete sichergestellt. Am 1. November 1934 werden nur noch folgende drei Margarinesorten zum Verkauf gelangen: Konsummargarine zum Preise von 0,63 Rm. je Pfund, Mittelsorte zum Preise von 0,98 Rm. je Pfund, Spitzensorte zum Preise von 110 Rm. je Pfund. Der Preis der Konsummargarine ermäßigt sich für die Inhaber der Fettverbilligungsscheine bei Hergabe je eines Scheines auf 0,38 Rm. je Pfund. Um dem Verbraucher Klarheit darüber zu verschaffen, welche Maraarinesorte ihm angeboten wird, hat die neu gegründete Wirtschaftliche Vereinigung der Margarineund Kunstspeisefett=Industrie beschlossen, daß jeder herstellende Betrieb in jeder der drei genannten Sorten nur noch eine Marke herstellen darf. Das für die Versorgung der Minderbemittelten, insbesondere der noch nicht wieder in den Arbeitsprozeß eingegliederten oder kurzarbeitenden Volksgenossen eingeführte Fettverbilligungsystem ist am 1. November 1934 durch Erlaß der beteiligten Reichsressorts dahin abgeändert worden, daß der Zwang zum Bezuge von Handelsmargarine fortfällt und jeder Bezugsberechtigte in Zukunft frei wahlen kann, ob er auf seinen Verbilligungsschein Margarine oder Schmalz, Speck, Talg Butter, Käse oder Oel verbilligt beziehen will. Wetterbericht. XEssen, 15. Oktober,(Eig. Drahtb.) Vorhersage für Dienstag: Nach strichweise heiterer, sehr kalter Nacht tagsüber wechselnde Bewölkung und noch nicht ganz schauerfrei, weiter abflauende nordwestliche bis nördliche Winde, ziemlich kühl. NIVEA mild. leich! schäumend, ganz wundervoll im Geschmack. 220 „Warun schreibst Du nichtRoman von Walter Sawitzky. Copyright: Nationaler Romandienst, Herbert Kühlmann, Berlin=Tempelhof. Nachdruck verboten! 7) Kaum zwei Stunden sind bis zum Abgang des Zuges übrig geblieben. Kira muß noch nach Hause, ihren Koffer hinbringen, und will dann zum Bahnhof kommen, Brunander etwas Wegzehrung mitbringen. Er versucht, sie davon abzubringen, es ist so schwer, nach diesen Stunden mit ihr auf dem nüchternen Bahnsteig, unter fremden Menschen, zusammenzutreffen, aber Kira läßt sich ihre Absicht nicht ausreden. „Nein, Geliebter, solange du für mich noch erreichbar bist, muß ich dich noch einmal sehen. Aber ich will im letzten Augenblick kommen, das lange Warten auf den Zug ist ja doch eine Qual für uns.“ Brunander bringt ihren Koffer hinunter, setzt sie in eine Taxe, küßt sie noch einmal zärtlich und geht langsam die Treppe wieder hinauf. Wie leer ist das Zimmer, wie bedrückend diese Stille! Er räumt noch etwas auf, geht zum Schreibtisch macht auch da noch Ordnung. Geld? Wie kommt das hierher? Fünfundzwanzig Mark, daneben ein Zettel von Kiras Hand:„Liebster, nicht böse sein, ich brauche es eben wirklich nicht, und Du hast doch so wenig für die Reise. Sei vernünftig und kränke Dich nicht, ich kann ja schon so wenig für Dich tun! Ich küsse Dich innigst. Deine K.“ Brunander kommen fast die Tränen in die Augen. Das hat sie geschrieben, während er ging die Fahrkarte besorgen. So wenig kann sie für ihn tun? Unendlich, unsagbar reich hat sie ihn gemacht. Mit einem wehmütigen Lächeln steckt er das Geld in die obere Westentasche. Nein, das geht nun doch nicht. Dieses Geld wird er ihr auf dem Bahnsteig wieder abgeben! Es ist doch gut, daß sie noch hinkommen will. Nun wird es auch für ihn Zeit, zu fahren. Ein letzter Blick umfängt den ihm jetzt so lieben Raum, in welchem der Glückstraum einer Stunde alles schwere und trübe Erleben von langen Wochen und Monaten ausgelöscht hat. Es ist neun Uhr vierundzwanzig Minuten, als Brunander den Fernbahnsteig des Anhalter Bahnhofes betritt, in sieben Minuten geht der Zug. Unruhig sieht er sich um: Kira ist noch nicht da! Nun, sie muß wohl jeden Augenblick kommen! Er kauft einige Zeitungen. Ob wohl in den Abendblättern eine Notiz über den Vorfall im Filmatelier erschienen ist? Kann man später nachsehen. Sechs Minuten. Kira ist noch nicht da. Brunander steht unmittelbar an der Treppe, raucht nervös eine Zigarette. Fünf Minuten. Warum kommt sie nicht? Ein Eisenbahner geht mit dem Schild über den Bahnsteig: D=Zug 26— 9,31 Leipzig—Hof—München—Mailand—Rom. Vier Minuten. Kira— wo bleibt sie nur? Brunander ist aufs höchste erregt. Was ist bloß mit ihr? Zwei Lichter in der Ferne, näherkommend, donnerndes Dröhnen: der D=Zug läuft in die Halle. Brunander belegt schnellstens einen Eckplatz, stürzt wieder auf den Bahnsteig. Zwei Minuten. Sie kommt nicht! Wie ein Keulenschlag trifft ihn die Gewißheit. Sie kommt nicht! Er wird sie nicht mehr sehen, er kann ihr das Geld nicht mehr geben! Eine Minute.„Einsteigen!“ Warum? Warum? Warum? Hat sie sich verspätet, in der Zeit geirrt? Bereut sie, was sie getan hat, und meint, ihm eben nicht gegenübertreten zu können. Will sie es ihm unmöglich machen, ihm das Geld zurückzugeben? Abfahrt! Kira ist nicht gekommen! Er hat sie nicht mehr gesehen! Der Zug rollt langsam aus der Halle. Brunander steht am Fenster er ist wie versteinert. Kira— ist — nicht gekommen! Er setzt sich auf seinen Platz im Abteil. Er fühlt nichts, er kann keinen Gedanken fassen.—— Neun Uhr sechsunddreißig Minuten. Genau um diese Zeit wird Kira besinnungslos im Krankenhause eingeliefert. Die Generalin von Quanten=Wessel ist um neun Uhr vom Besuch ihres Sohnes aus Lichterfelde zurückgekommen. Dort weilt sie am liebsten; mit ihrem Sohn versteht sie sich gut, auch die Schwiegertochter ist ihr ans Herz gewachsen, und seitdem sie nun auch den kleinen Enkel dort betreuen darf, sind es die schönsten Stunden, die sie dort verbringt, das einzige, was sie noch freut am Leben. Hier in der Wielandstraße stürmen gleich wieder die Sorgen auf sie ein. Die ungemütliche, schwer heizbare Wohnung, zum großen Teil von Untermietern bewohnt, die ewigen Auseinandersetzungen und Unzuträglichkeiten mit diesen, am liebsten würde sie die ganze Wohnung aufgeben und ganz nach Lichterfelde ziehen. Aber wo soll dann Kira bleiben? Ja Kira, das ist auch so ein Problem. Besonders herzlich ist das Verhältnis zwischen ihnen nie gewesen. Aber nun, nach ihrer sogenannten„Verlobung“, ist es fast unhaltbar geworden. Vom ersten Augenblick an hat sie eine Abneigung gegen diesen gewiß sehr gut aussehenden und wohlerzogenen Menschen gehabt. Schauspieler ist er! Gott. Kains war auch Schauspieler, oder Matkowsky! Aber Herr Brunander! Was hat der denn schon bewiesen? Die zwei Jahre am Stadttheater in Hannover? Was will das besagen? Jetzt jedenfalls läuft er ohne Beschäftigung in Berlin=herum, sitzt mit Kira in den Cafés, hat ihr vollkommen den Kopf verdreht, so daß sie bei dem geringsten Wort gegen ihn aufbraust, und hat sie wahrscheinlich auch zu ihrer„Filmlätigkeit" überredet, was Kira allerdings immer abstreitet. Heute ist sie auch wieder in so ein Atelier gefahren, und jetzt, um neun Uhr, ist sie noch nicht da. Sie scheint allerdings in der Zwischenzeit zu Hause gewesen zu sein. Im Vorzimmer steht ihr Koffer, in der Küche herrscht Unordnung, Wurstpellen, Eierschalen liegen herum, sie scheint eilig etwas gegessen zu haben. Und nun ist sie wieder fort! Allerdings bleibt sie abends nie lange weg. Ueberhaupt ist Frau von Quanten ihrer Tochter ganz sicher. Sie hat viel zu viel Fond, um sich in irgendeiner Art wegzuwerfen. Wenn nur diese überspannte Verlobung nicht wäre! Eine vollkommen aussichtslose, eine direkt kindische Sache. Sie liebt ihn! Du liebe Zeit, ist Herr Brunander wirklich dieser Liebe wert? Sie hat nichts gegen ihn persönlich, sie wünscht ihm alles Gute, soll er nur ihre Tochter ungeschoren lassen! Sie hat es ihm ganz unverblümt gesagt, als er, sehr korrekt, bei ihr um Kiras Hand anhielt. Sie hielte nichts von dieser Verlobung, gar nichts, und wenn er ein Ehrenmann wäre, hätte er die Pflicht, sich zurückzuziehen und Kira freizugeben. Er hat das nicht getan, er kommt nicht mehr ins Haus, er ist für sie ein erledigter Fall! Ja, wenn das nun so einfach wäre. Aber Kira liebt ihn doch! Und Herr Brunander denkt nicht daran, sie freizugeben. Nun, noch gibt sie den Kampf nicht auf! Für das Glück ihres Kindes ist ihr kein Kampf zu schwer, und es wird sich schon noch eine Gelegenheit bieten, wo sie eingreifen kann! Halb zehn Uhr, Kira ist immer noch nicht da. Das ist doch sonderbar. Rücksichtslos ist sie nie gewesen, hat ihre Mutter nie unnütz warten lassen. Erst Mitte September, und schon so kalt heute! Kohlen müßten bestellt werden. Wo soll man immer diese Summen hernehmen? Als der Generalmajor von Quanten=Wessel im November 1918 im Großen Hauptquartier einem Herzschlag erlag, fand man ein an seine Frau adressiertes Schreiben vor, in welchem er der bestimmten Erwartung Ausdruck gab, seine Familie würde auf jede Pension oder Unterstützung seitens einer republikanischen deutschen Regierung Verzicht leisten. Daß das nicht unbeträchtliche Privatvermögen seiner Frau durch die Inflation restlos aufgerieben werden würde, konnte er allerdings nicht voraussehen. Hinweise darauf fruchteten bei der Generalin gar nichts, und die Bemühungen ihrer Kinder, sie zu einer Geltendmachung ihrer Rechtsansprüche zu veranlassen, begegneten bei ihr stets nur der stereotypen Redewendung:„Vater wünscht es nicht!“ Nun, so muß man eben Zimmer vermieten, ab und zu eine Unterstützung von Tante Honoratha, der Potsdamer Stiftsdame, annehmen, und Kira kann ihr Heil als Fimkomparsin versuchen! Die Generalin sitzt am Schreibtisch. Zehn Uhr! Kira ist immer noch nicht da. Eigentlich unerhört! Man muß also schon Kohlen bestellen! Gut nur, daß Fräulein Klufft immer so pünktlich zahlt. Sie ist im höchsten Grade unsympathisch, hat keine Manieren, ist so geräuschvoll! Wenn sie durch die Wohnung geht, dann dröhnen alle Wände. Wenn sie in der Küche wirtschaftet, meint man, es würde ein Diner für zwölf Personen hergerichtet, so viel Lärm verursacht sie. Und diese Stimme, dieses Organ! Sie zahlt pünktlich, das ist wahr! aber unsympathisch ist sie deshalb doch, direkt unangenehm! Ganz im Gegensatz zum alten Baron von Reibenitz und seiner geliebten Gattin! Das sind wirklich wundervolle Menschen! Liebenswürdig, zuvorkommend, rücksichtsvoll. Man hört und sieht kaum etwas von ihnen! Beide schon in den sechziger Jahren, kinderlos, hängen sie mit rührender Liebe aneinander. Sie benutzen nie die Küche, weiß Gott, was sie essen, sie haben nie einen Extrawunsch, sie sind schlechthin das Idealste, was man von Untermietern vorstellen kann, sie haben nur einen Fehler: Sie zahlen nicht! Sie wohnen nun dret Monate bei der Generalin, für den ersten Monat haben sie beim Einzug die Miete erlegt, seitdem ist Schluß mit den Zahlungen. Jeden ersten und fünfzehnten des Monats kommt der alte Baron zur Generalin ins Wohnzimmer, er hat den Gehrock, den er zu tragen pflegt, bis oben hinauf zugeknöpft, und dann entschuldigt er sich auf die höflichste und überzeugendste Art. Es sei ihm so furchtbar peinlich(er sagt„forchtbar pähnlich", denn er ist aus Kurland), er hoffe bestimmt, in allernächster zet seinen Verpflichtungen nachkommen zu können. Un dann kommt die Geschichte von dem Grundstück in Mie tau. Die Generalin kennt die Sachlage nun ganz genau (Fortsetzung folgt.) * Beilage Dienstag, den 16. Oktober 1934 Nr. 285 d. d. d. r e ad. en, ten seerten nsingeNorts uge echnen alg eise völnde Blick nach draußen. Notizen aus Auslandszeitungen. Wie eine große Politiker=Karriere begann. Aus Anlaß der Anbringung einer Gedenktafel an dem Hause, das der verstorbene Vorkriegspolitiker und Deutschenhasser Delcassé in Paris bewohnte, sind die Spalten der Pariser Presse mit Erinnerungsartikeln an jenen französischen Staatsmann angefüllt. Die Zeitung„Ordre“ erzählt wie Delcasse, seinerzeit noch ein junger Mann, zur„Politik“ kam. Er war damals einfacher Repetitor an einem Gymnasium der französischen Hauptstadt. Als er einmal sich zu Ferienbeginn in seine Heimat im Departement Ariège begab, teilte er das Eisenbahnabteil mit einer Dame, deren zwei Töchtern und einem vierten Reisenden, der, ohne die Dame um ihre Einwilligung gebeten zu haben, den ganzen Raum mit dicken Tabakwolken„vergaste“. Die Dame bat den Raucher, seine Zigarre doch wegzulegen. Dieser aber kümmerte sich nicht um diesen Wunsch, sondern rauchte munter weiter. Da stand der junge Delcassé, obwohl er keineswegs herkulisch gebaut war, auf, nahm, ohne ein Wort zu sprechen, dem verblüfften Reisenden die Zigarre aus der Hand und warf sie in hohem Bogen zum Fenster hinaus. Die Dame bedankte sich bei Delcassé. Sie war die Gattin des Kammerdeputierten des Heimatdepartements Delcassés. Der Abgeordnete selbst ließ es sich nicht nehmen, dem unbekannten Repetitor schon am folgenden Tage persönlich seine Aufwartung zu machen. Bald verkehrte der junge Mann regelmäßig in der Familie des Abgeordneten. Er gab den Töchtern des Hauses auch Nachhilfeunterricht. Und als eines schönen Tages Delcassés parlamentarischer„Schutzpatron“ starb, da heiratete er dessen Witwe und zog alsbald auch als Nachfolger ihres ersten Mannes in das Palais Bourbon ein. So und nicht anders, also durch einen glücklichen Zufall, begann die Laufbahn eines französischen Politikers, den sein Land zu seinen„Großen“ zählt. „Queen Mary“ ist ausverkauft. Obwohl die Jungfernfahrt des neuen Riesenschiffes „Queen Mary“ erst im Frühjahr 1936 stattfinden wird, ist das Schiff heute schon für die ersten Fahrten vollständig ausverkauft. Die ganze sogenannte gute Gesellschaft hat sich nach den Karten gerissen, so daß die erste New=York=Reise der„Queen Mary“ nicht nur eine technische, sondern auch eine gesellschaftliche Sensation werden wird. Die Frage des Radium=Ersatzes noch nicht geklärt. Die Radiumforscher Joliot=Curie(Frau Joliot=Curie ist die Tochter der jüngst verstorbenen bekannten Frau Curie, die selbst in der Radiumforschung einen hervorragenden, wenn nicht den hervorragendsten Platz einnimmt) haben dieser Tage auf dem Kongreß einer bekannten englischen wissenschaftlichen Gesellschaft Erklärungen über den Stand ihrer Bemühungen, für das teure und seltene Radium einen„Ersatz“ zu schaffen, abgegeben. Es handelt sich nach dieser Darstellung, die namentlich in der französischen Presse in großer Aufmachung veröffentlicht wird, nicht eigentlich um„künstliches Radium“. Vielmehr wird nach dem Verfahren der Joliot=Curie ein Metallkern einer starken Einwirkung der sogenannten„Alpha“=Strahlen ausgesetzt. Durch die Bestrahlung erleidet das Metall Veränderungen. Beispielsweise entwickelt derart bestrahltes Aluminium ein „Strahlungs“=Element, das seinerseits die chemischen Eigenschaften des Phosphors aufweist. Dieser„RadioPhosphor“, wie ihn die Vortragenden bezeichneten, entsendet nun positive Elektronen und verwandelt sich in Sizilium. Durch ein entsprechendes Verfahren sei es möglich, auch„Radio=Radium“ zu erzeugen. Freilich verhehlten die Forscher nicht, daß ihre Entdeckung noch recht unvollkommen ist, daß sie Zukunftsmöglichkeiten eröffnet, vorläufig nichts weiter, und daß es noch mindestens zwei Jahre dauern wird, bis man praktische Heilerfolge damit erzielen kann. Der jüngste Kinodirektor. In der englischen Stadt Norwich wurde ein Lichtspieltheater eröffnet, dessen Inhaber, der zugleich Geschäftsleiter und Vorführer ist, ganze 14 Jahre zählt. Er nennt sich Alfred Herbert Warminger. Bereits vor einem Jahr hatte der Junge ein„Kino“ gegründet, zu dessen Vorstellungen allein Kinder zugelassen wurden. Er hatte mit seinem Unternehmen Erfolg, sodaß er es„vergrößern“ konnte. War es damals nur ein stummes Kino, dem er vorstand, so verfügt er jetzt über ein Tonfilm=Theater, das auch von Erwachsenen besucht wird. Es faßt 350 Plätze. Auch das Personal dieses Lichtspieltheaters ist, wie sein Inhaber, recht jugendlich. Eine Schwester Alfred Warmingers sitzt hinter der Theaterkasse, eine andere ist als Platzanweiserin tätig; ein zweiter 14jähriger Junge stolziert in der„Portier“=Livree herum. Die Beresfords. Der vor kurzem tödlich verunglückte Lord Waterford gehörte der Familie Beresford an, deren Mitglieder, einer alten Familienlegende zufolge, sämtlich vorzeitig sterben. In anderer Hinsicht ist die Familie dagegen, wie wir der„Morning Post“. entnehmen, mit ungewöhnlichem Glück gesegnet. Die Beresfords sind nämlich geradezu unheimlich reich. Ihr Landbesitz, dessen Anfänge bis in die Regierungszeit von William Rufus zurückreichen, war einmal so groß, daß die Beresfords allein an den Kirchengebühren ihre Dörser jährlich rund 20 Millionen Mark verdienten. Ein ganz erheblicher Teil der britischen Inseln, insbesondere Irlands, gehört ihnen. Tagung des Reichsbundes für deutsche Vorgeschichte. DNB Halle, 15. Oktober. Der unter Führung von Professor Dr. Reinerth gegründete Reichsbund für deutsche Vorgeschichte eröffnete seine erste Tagung, die alle deutschen und zahlreiche ausländische Vorgeschichts= und Alterumsforscher in Halle zusammenführt, mit einer großen öffentlichen Kundgebung, auf der Reichsleiter Alfred Rosenberg über die Umwertung der deutschen Geschichte sprach. Er führte u. a. aus: Die Begriffe einer allgemeinen Weltgeschichte und eines allgemeinen für alle Zeiten gültigen Weltzieles, wie wir es in der Christianisierung Wie Clemenceau Wilson betrog. Die Entstehung der Lüge von den Saarfranzosen. Von Prof. Dr. Friedrich Grimm. Nachstehenden Abschnitt entnehmen wir dem soeben in der Hanseatischen Verlagsanstalt Hamburg erschienenen neuen Werk des bekannten Essener Rechtsanwalts Prof. Dr. Friedrich Grimm:„Frankreich an der Saar"(kart. RM. 2,—, Leinen RM. 3,50). Wir machen unsere Leser auf dieses Buch, das eine scharfe Waffe im Kampf um die Saar darstellt, besonders aufmerksam und bitten, die in diesem Werk niedergelegte Wahrheit über die Frage der Zugehörigkeit des Saargebiets zu Deutschland weiter zu verbreiten. Am 28. März 1919 kam es zu der ersten großen Auseinandersetzung über die Frage des Saargebietes während der Friedenskonferenz von Versailles. In dem Hotel des Präsidenten Wilson in Paris fand an diesem Tage jene denkwürdige Sitzung der„Großen Drei“ statt, in der die Meinungen aufeinanderplatzten. Tardieu und Loucheur waren von Clemenceau zu der Beratung hinzugezogen, die Männer, in deren Person die Forderungen der historischen Rheinlandpolitik Frankreichs mit den Bestrebungen des modernen Wirtschaftsimperialismus des comité des forges sich so unselig vereinten. Wilson saß da mit„dem fragenden Lächeln, das die Einwendungen ankündigte". Tardieu trug seine Denkschrift vor und machte sich damit zum Anwalt der„historischen“ und„wirtschaftlichen" Ansprüche Frankreichs. Lloyd George wollte den französischen Anspruch auf das Eigentum an den Gruben anerkennen. Aber auch er wandte sich gegen die Grenzen von 1814. Er wollte kein„neues Elsaß=Lothringen“ schaffen. Wilson hatte lange schweigend zugehört. Dann ergriff er das Wort. Die Szene wurde von dramatischer Spannung. Der Präsident lehnte alle Ansprüche Frankreichs ab, die historischen und die wirtschaftlichen. Er erklärte sich damit einverstanden, daß Frankreich so viel Kohlen erhielte, als seinem Kriegsverlust an Kohlenerzeugung entsprach. Er weigerte sich aber, Frankreich das Eigentum an den Saargruben zuzugestehen. Er lehnte die Grenzen von 1814 ab. Er widersetzte sich auch der Bildung irgendeines Staatswesens mit gutonomer Verfassung.„Frankreich selbst“, so sagte er,„hat sich bereit erklärt, die Grenzen von 1870 als Grundlage des Friedens anzunehmen; von den Grenzen von 1814 war keine Rede. Diese Grundlagen binden die Verbündeten.“ Deutlich trat da die Gegnermächte verpflichtete, seine Annahme durch den Vertrag vom 5. November 1918, dem auf Wilsons Anregung alle Verbündeten zugestimmt hatten. In der Saarfrage gab es kein Verhandeln mehr. Die Saarfrage war in der allseitigen Annahme des Programms der vierzehn Punkte festgelegt worden. Rechtsgrundlage hervor, die die ete, Wilsons Programm und Wilson fuhr fort:„Die Grenze von 1814 entspricht wirtschaftlichen Realität. Sie würde übrigens keiner den Ruin des Saargebietes bedeuten.“ Ruin des Saargebietes! So sprach der amerikanische Präsident 1918. Heute aber erhebt sich eine neue Propaganda und möchte den Saarländern den Status quo aus wirtschaftlichen Gründen schmackhaft machen. Der Präsident beschwor die Franzosen. Er wuchs einen Augenblick über sich selbst hinaus zu einer bei ihm ungewöhnlichen Größe. Er fühlte sich als Anwalt des Rechts, als Vertreter des Weltgewissens. Er sah die Gefahren, die sich da aufrichteten, das Gespenst Richelieus, des Begründers der französischen Rheinpolitik, neu erstanden in der Person des alten Tigers, der da vor ihm saß: kalt, undurchdringlich, der Vertreter einer alten Welt, einer Welt des Unverstandes, der Selbstsucht und der Gewalt. Wilson appellierte an die Einsicht Frankreichs:„Es gibt keine intelligentere Nation als die französische. Ich lege ihr freimütig meinen Standpunkt auseinander. Ich fürchte ihr Urteil nicht. Ich habe eine so hohe Auffassung von dem Geist der französischen Nation, daß ich glaube, sie wird stets einen Grundsatz annehmen, der auf die Gerechtigkeit gegründet ist und mit Billigkeit durchgeführt werden wird." Wilson wollte, daß das deutsche Land den Deutschen verbliebe. Er kämpfte gegen eine Verblendung, von der Clemenceau in einer merkwürdigen Selbstverurteilung gesagt hat, daß es die „Besessenheit eines Volkes gewesen sei, das der Sieg aus Rand und Band gebracht“ habe. „Ich bin bereit“, so fuhr Wilson fort,„Frankreich die Nutzung der Gruben für eine bestimmte Zeit zuzugestehen. Ich bedauere, diese Einwendungen erheben zu müssen. Ich bitte um Entschuldigung. Es ist mir peinlich, Frankreich widersprechen zu müssen. Aber ich konnte nicht anders handeln, ohne meine Pflicht zu verletzen.“ Wilsons Pflicht! Es ist, als ob heute eine friedlose Menschheit aufstünde wider Wilson=Pilatus, der seine Pflicht so klar sah und doch seine Hände in Unschuld wusch. Bis dahin hatte Clemenceau seine Mitarbeiter Tardieu und Loucheur sprechen lassen, eine weise Regie. Jetzt trat er aus der Zurückhaltung hervor:„Sie vergessen das Gefühl und die Erinnerung“, so sprach schneidend der alte Hasser, der Menschenfeind,„die Welt wird nicht von reinen Grundsätzen geleitet. Sie wollen uns in wirtschaftlicher Hinsicht Genugtuung geben. Ich danke Ihnen. Aber die wirtschaftlichen Notwendigkeiten sind nicht alles. Unsere Erfahrungen haben in uns das tiefe Gefühl für die Wiedergutmachung erweckt, die man uns schuldet. Es handelt sich nicht nur um materielle Reparationen. Das Bedürfnis moralischer Wiedergutmachung ist nicht minder groß.“ „Es gibt dort einhundertfünfzigtausend Menschen. Die sind Franzosen! Diese Menschen haben 1918 Bittschriften an Poincaré gesandt. Die haben auch ein Recht auf Gerechtigkeit.“ „Sie wollen die Rechte der Deutschen respektieren? Ich will das auch. Aber berücksichtigen Sie das Recht dieser Franzosen, wie Sie das historische Recht Böhmens und Polens zu beachten haben!“ Clemenceau hatte gesprochen. Der alte Tiger rang mit Wilson, dem Professor, der seine Grundsätze so gut und Europa so schlecht kannte, daß er durch eine Lüge entwasinet war. Auf dieser Lüge beruht das Saarstatut.„Bis zwölfeinhalb Uhr hatte diese erschütternde Sitzung gedauert“, so schreibt Tardieu.„Um zwei Uhr trafen wir uns wieder, Clemenceau, Loucheur und ich, im Kriegsministerium, machten unsere Bilanz und arbeiteten weiter an der Befreiung der Saarfranzosen.“ Die Steuerermüßigung bei Gebäude-Instandsetzungen. In einem neuen Runderlaß an die Finanzämter hat der Reichsminister der Finanzen am 10. Oktober d. J. eine Anzahl von wichtigen Richtlinien und Auslegungsvorschriften für die Ergänzungsverordnung zum Gesetz über Steuererleichterungen vom 20. 4. 1934 bekanntgegeben. Nach dem Gesetz ermäßigt sich bei der Veranlagung der Einkommen= und Körperschaftssteuer die Steuerschuld für die Steuerabschnitte, die in der Zeit vom 1. 1. 1934 bis 31. 3. 1935 enden, um 10 Prozent der Aufwendungen für Instandsetzungen und Ergänzungen an Gebäuden und Gebäudeteilen aller Art. Zur Beseitigung von Zweifeln und zur Vermeidung von Härten erklärt sich der Reichsfinanzminister in dem neuen Erlaß damit einverstanden, daß die Steuerermäßigung für Aufwendungen im Steuerabschnitt 1934(Rechnungsjahr 1933/34) insoweit noch im Steuerabschnitt 1935(1934/35) gewahrt wird, als sich die Steuerermäßigung für 1934 nicht auswirken kann, weil für diesen Steuerabschnitt eine Einkommen= oder Körperschaftssteuer nicht oder nicht in ausreichender Höhe zu entrichten ist. Für Steuerabschnitte, die nach dem 31. Dezember 1935 enden, kommt aber eine Steuerermäßigung keinesfalls mehr in Betracht. Voraussetzung für die Steuerermäßigung bleibt auch in jedem Falle, daß die Instandsetzungs= und Ergänzungsarbeiten in der Zeit vom 1. 1. 1934 bis 31. 3. 1935 begonnen und beendet sind. Nach dem Gesetz ist für die Steuerermäßigung der Steuerabschnitt zugrunde gelegt. Das neue Einkommensteuergesetz, das demnächst erlassen wird, wird voraussichtlich den Begriff Steuerabschnitt nicht mehr enthalten, sondern die Veranlagungen werden nach dem Kalenderjahr vorgenommen werden. Dies wird auch für buchführende Gewerbetreibende gelten, bei denen der Gewinn des Wirtschaftsjahres als in dem Kalenderjahr erzielt gilt, in dem das Wirtschaftsjahr endet. Als Zeitraum für die Gewinnermittlung bleibt also bei buchführenden Kaufleuten das Wirtschaftsjahr maßgebend. Deshalb sind auch nach dem neuen Einkommen=Steuergesetz der Steuerermäßigung diejenigen Aufwendungen zugrunde zu legen, die im Wirtschaftsjahr entstanden sind. Diese Vorschrift bezieht sich aber nur auf land= und forstwirtschaftliche sowie auf gegewerbliche Gebäude. Bei anderen Instandsetzungen wird künftig für die Aufwendungen das Kalenderjahr maßgebend sein. Neubauten kommen für die Steuerermäßigung nur dann in Betracht, wenn es sich nicht um selbständige neue Gebäude, sondern um Bauteile, also um eine Ergänzung eines bereits vorhandenen Baues handelt. Solche Ergänzungen sind nach dem neuen Erlaß z. B. Balkonausbauten, Einbau eines Zimmers, einer Garage, eines Schuppens und dergleichen. Für Neubauten zu Zwecken des zivilen Luftschutzes gelten erweiterte Steuerermäßungen, die nachher noch besonders behandelt werden. Auch für Instandsetzungs= und Ergänzungsarbeiten, die in eigener Regie durchgeführt werden, kann Steuerermäßigung beansprucht werden. Sie berechnet sich aber in diesem Falle nur nach dem Betrag der besonderen Aufwendungen, die durch die Instandsetzung oder Ergänzung veranlaßt worden sind. Gehälter und Löhne ständig beschäftigter Personen gehören nicht dazu. Nach der Ergänzungsverordnung vom 20. 4. 1934 kommt eine Steuerermäßigung nicht in Betracht, wenn für die Instandsetzungsarbeiten oder Ergänzungen Zuschüsse aus öffentlichen Mitteln gewährt werden. Eine Ausnahme hiervon besteht aber für Instandsetzungen und Ergänzungen an Gebäuden, die einem gewerblichen Betrieb eines Steuerpflichtigen dienen. Nach dem neuen Erlaß ist bei Instandsetzungen und Ergänzungen an Gebäuden, die einem gewerblichen Betriebe dienen, die Steuerermäßigung auch dann zu gewähren, wenn irgendwelche Zuschüsse von anderer Seite dazu geleistet worden sind; gleichgültig, ob es sich um Barzuschüsse oder Steuernachlässe handelt. Der Ausschluß der Steuerermäßigung bei Gewährung von Zuschüssen für nichtgewerbliche Gebäude kann in einzelnen Fällen zu Härten führen. Der neue Erlaß bestimmt daher, daß die Steuerermäßigung dann in voller Höhe neben dem sonstigen Zuschuß zu gewähren ist, wenn dieser im Steuerabschnitt 10 Prozent der Aufwendungen für die Instandsetzungen und Ergänzungen nicht übersteigt. Ist er höher, so ermäßigt sich die Steuerschuld nur um den Betrag, um den der sonstige Zuschuß hinter 20 Prozent der Aufwendungen zurückbleibt. Beträgt der Zuschuß mehr. so ist eine Steuerermäßigung nicht zu gewähren. Die Steuerermäßigung wird unter Umständen auch Mietern und Pächtern gewährt, wenn sie die Instandsetzungs= oder Ergänzungsarbeiten auf eigene Kosten ausführen lassen. Bei Instandsetzungs= und Ergänzungsarbeiten zu Zwecken des zivilen Luftschutzes ist die Steuerermäßigung neben der vollen Abschreibung der für die Ergänzungsarbeiten gemachten Aufwendungen zugelassen. Für Neubauten zu Zwecken des zivilen Luftschutzes wird die Steuerermäßigung im Gegensatz zu sonstigen Neubauten ebenfalls gewährt. Für Steuerpflichtige, die zur Einkommen= oder Körperschaftssteuer nicht veranlagt sind, ist ein Einspruch auf Steuerermäßigung nicht gegeben. oder in dem humanistischen Erziehungsideal haben, sind heute wankend geworden. Das Erleben des deutschen Volkes sagt, daß es im Grunde gar keine Weltgeschichte in jenem Sinne gibt. Es gibt nur eine Geschichte der Völker und Rassen. Es ist kein Relativismus, was durch unsere Betrachtung in die Geschichte hineingetragen wird. Wir haben nur einen anderen Blick gewonnen für das heutige Leben sowohl als auch für die ferner liegenden Zeiten der Geschichte. Damit ist ein entscheidendes Wort ausgesprochen: Die Weltgeschichte muß heute neu geschrieben werden! Geschichtswissenschaft ist nicht in dem Sinne exakte Wissenschaft, wie etwa die Physik. Sie setzt sich zwar zusammen aus exakten Forschungen, aber nach dem Forschen setzt bei ihr die Wertung ein. Wenn heute dem Nationalsozialismus vorgeworfen wird, daß er die Objektivität der Geschichtswissenschaft einenge, dann erwidern wir, daß diese sogenannten objektiven Geschichtsforscher doch alle unter sich uneinig geworden sind. Neben den verschiedenen konfessionellen gibt es die nationalen Geschichtsbetrachtungen, wie z. B. die französische. Ich glaube, daß die deutsche Nation, die in der Weltgeschichte große Forscher hervorgebracht hat, nun das Recht hat, zu erklären, daß mit der geistigen Wiedergeburt auch die Geburtsstunde einer deutschen Geschichtsbetrachtung geschlagen hat. Der Staat hat die Aufgabe, der Vorgeschichte eine Zentrale zu schaffen, um die Ergebnisse ihrer Arbeit in streng wissenschaftlicher, aber bewußt deutscher Art einheitlich zu gestalten und allen Volksgenossen zu vermitteln. Wir glauben ferner, daß die nationalsozialistische Bewegung nicht nur den Beginn einer neuen Sinngebung der Geschichte festzustellen, sondern auch den Auftrag zu erteilen hat, eine neue Geschichte Deutschlands zu schreiben. Anfang 1936 wird eine umfangreiche streng wissenschaftlich begründete, aber ebenso klare Geschichte erscheinen, die nicht mit den Cimbern und Teutonen anfängt, sondern einige tausend Jahre frühere Geschichte. Die Gestaltung großer geistiger und politischer Kämpfe soll der schreiben, der selbst gekämpft hat. Oberst Adam gegen Gerüchte über eine Regierungsumbildung. DNB. Wien, 14. Oktober. Der Bundeskommissar für Heimatdienst, Oberst Adam, wandte sich am Samstagabend in einem Rundfunkvortrag erneut scharf gegen die in ausländischen Zeitungen verbreiteten Nachrichten über eine beabsichtigte Regierungsumbildung in Oesterreich. Zusammenfassend stellte diesen Gerüchten gegenüber dann Adam fest, es sei nach wie vor der feste Wille der Bundesregierung, allen Frauen und Männern, die früher einmal einer oppositionellen Partei angehört hätten, sei es einer Partei mit einem nationalen oder einem anderen Vorzeichen, den Weg zur vaterländischen Gemeinschaft freizumachen und zu evnen. Sie seien willkommen unter der Voraussetzung, daß sie sich offen und wahrhaftig zu dem unabhängigen, christlichen, deutschen, autoritär geführten Oesterreich bekennten und auf jede Verbindung zu illegalen Organisationen oder zu politischen Instanzen außerhalb der österreichischen Grenzen verzichteten. Es sei jedoch nicht möglich, die Einrichtung einer Organisation zu gestatten, die mit irgend einer Partei identisch wäre. Dieser Standpunkt sei auch ausnahmslos bei gelegentlichen Besprechungen eingehalten worden, die im Auftrage des Bundeskanzlers mit gewissen interessierten Kreisen geführt worden seien. Adam erklärte, er bäte diese Mitteilungen als Antwort auf alle jene Gerüchté aufzufassen, die im Inland und Ausland über angebliche politische Abmachungen verbreitet würden. Die Besprechungen würden fortgesetzt werden, vielleicht sogar auf breiterer Grundlage. Der Gedanke jedoch: ein unabhängiges, christliches, deutsches, ständisch gegliedertes Oesterreich unter autoritärer Führung selbst stehe dabei nicht zur Diskussion. Jedenfalls müsse die Scheidung der Geister mit Geduld abgewartet werden. Meldepflicht für den Groß=, Ein= und Ausfuhrhandel. Durch Anordnung des Führers der Wirtschaftsgruppe Groß=, Ein= und Ausfuhrhandel werden alle meldepflichtigen Unternehmer und Unternehmungen nunmehr aufgefordert, innerhalb der Frist vom 10. Oktober bis spätestens 15. November 1934 ihre Anmeldung bei den vorgesehenen, für ihren Wohnbezirk zuständigen Meldestellen zu bewirken. Anmeldepflichtig sind auch diejenigen Unternehmer und Unternehmungen, die Groß=, Ein= und Ausfuhrhandel neben einem anderen Gewerbezweig, so z. B. Industrie, Einzelhandel, Handwerk, ausüben. Nicht meldepflichtig sind die Unternehmer und Unternehmungen, die ausschließlich dem Reichsnährstand zugehören, oder die sich auf Grund der Verordnung vom 5. Mai 1934 beim Reichsverband des Deutschen Nahrungsmittel=Großhandels e. V. anzumelden haben. Nicht meldepflichtig sind auch Genossenschaften und Einkaufsverbände aller Art. Die Meldepflicht wird durch Anmeldung bei den im Rahmen der 13 Treuhänderbezirke vorgesehenen Meldestellen für den Groß=, Ein= und Ausfuhrhandel erfüllt.(Für den Regierungsbezirk Münster: Verein der Kaufmannschaft, Münster, Altersteinweg 33.) Zur Anmeldung sind ausschließlich die bei den Meldestellen anzufordernden und kostenlos erhältlichen Anmeldevordrucke zu benutzen. Bei der besonderen Lage des Rohproduktengewerbes können diese Betriebe die Meldevordrucke auch bei den örtlichen Stellen des Reichsverbandes des Deutschen Rohproduktengewerbes e. V. in Empfang nehmen und nach Ausfüllung auch dort wieder einreichen(Ortsgruppe Münster, Leostraße 15). Der gefülschte Militärpaß. rwd. Köln, 15. Okt. Der Reichsgerichtsdienst des DNB meldet aus Leipzig: Das Landgericht Bonn verurteilte am 7. 3. den Angeklagten Zimmermann wegen Urkundenfälschung zu 10 Monaten Gefängnis unter Aberkennung der Fähigkeit zur Bekleidung öffentlicher Aemter auf fünf Jahre. Die vom Beschwerdeführer gegen dieses Urteil eingelegte Revision wurde vom Reichsgericht am Freitag antragsgemäß als unbegründet verworfen und damit das genannte Urteil bestätigt. Der Angeklagte war als Obersteuersekretär bei einem Finanzamt angestellt. Den Urteilsfeststellungen zufolge hat er in zahlreichen Eingaben versucht, sein Besoldungsdienstalter zu verlängern, indem er einen gefälschten Militärpaß als Grundlage für seinen Zivilversorgungsschein vorlegte. Zimmermann war am 15. 4. 1904 17= jährig in eine süddeutsche Unteroffizierschule eingetreten, nachdem er einige Zeit vorher vor Vollendung des vorgeschriebenen Alters Handlangerdienste in der Schule getan hatte. In dem von ihm der Behörde vorgelegten Paß war als Diensteintritt der 15. 4. 1903 angegeben. Allerdings fehlte in diesem angeblich am 1. 3. 1914 vom J. R. 87 ausgestellten Paß neben dem Dienststempel die Unterschrift des Kompagnieführers. Diesen Mangel sah das Gericht im strafrechtlichen Sinne als unerheblich an. Da der Militärpaß eine öffentliche Urkunde darstelle, habe sich der Angeklagte der gewinnsüchtigen Anfertigung einer gefälschten Urkunde schuldig gemacht und beabsichtigt, sich mit dem falschen Militärpaß einen rechtswidrigen Vermögensvorteil zu verschaffen. Raubmord an einer 68jährigen. Der Täter verhaftet. DNB Mainz, 15. Oktober. Das 68jährige Fräulein Katharina Grau wurde am Sonntagabend von dem 32jährigen Franz Becker aus Gonsenheim bei Mainz erdrosselt. Der Täter, der die Geldtasche seines Opfers mit 442,50 M Inhalt raubte, konnte dank der Geistesgegenwart einiger Einwohner des Hauses verhaftet werden, noch bevor er das Haus wieder verlassen hatte. Neues in Das Wahlprüfungsgericht beim Reichstag trat am 13. Oktober zur abschließenden Prüfung der Reichstagswahl und Volksabstimmung vom 12. November 1933 zusammen und beschloß: Die Wahlen zum Reichstag am 12. November 1933 sind gültig. Der Reichsstatthalter von Bayern, General Franz Ritter von Epp. vollendet am 16. Oktober sein 66. Lebensjahr. Gelegentlich einer Juristentagung in München wurde eine Ehrentafel für den am 9. November 1923 vor der Feldherrnhalle gefallenen Rat am Obersten Landesgericht München, Theodor von der Pfordten, enthüllt. Mit der einstweiligen Verwaltung des evangelischen Bistums in München ist als geistlicher Kommissar das Mitglied der Landessynode, Pfarrer Hans Gollwitzer aus Mühldorf am Inn, betraut worden. Das Haupt der britischen Handelsabordnung in Berlin, Sir Frederic Leith Roß, ist am Montag nachmittag nach Berlin abgefahren. Anläßlich des 90. Geburtstages Friedrich Nietzsches stattete Med Rosenberg der Schwester Nietzsches, Frau Dr. h. c. Förster=Nietzsche, in Weimar einen Besuch ab. Märkte. Metalle. Berlin, 15. Okt. Elektrolytkupfer(Wirebars) 41,25 RM. für 100 kg netto cif Hamburg, Bremen oder Rotterdam. Dortmunder Schlachtviehmarkt. Dortmund, 15. Okt. Auftrieb: 46 Ochsen, 241 Bullen, 563 Kühe, 103 Färsen, 13 Fresser, 476 Kälber, 81 Schafe, 2813 Schweine. Es kosteten: Ochsen: a) 35—36, b) 33—34, c) 30—32, d) 27—29, e) 23—26; Bullen: a) 32—35, b) 27—31, c) 23—26, d) 19—22; Kühe: a) 33 bis 36, b) 28—32, c) 23—27, d) 14—22; Färsen: a) 33—36, b) 29—32, c) 25—28, d) 20—24; Kälber: Doppellender: —, a) 57—58, b) 49—56, c) 41—48, d) 28—40; Schafe: e) 35—36, f) 31—34, g) 22—28; Schweine: al) 53, a2) 53, b) 49—53, c) 47—52, d) 44—48, e)—, f)— Sauen: g1) 48—50, g2) 43—47. Marktverlauf: Großvieh mittel; Bullen schlecht; Kälber flott; Schafe mittel; Schweine gute flott, geringe vernachlässigt. Die festgestellten Preise sind Marktpreise für nüchtern gewogene Tiere und schließen sämtliche Spesen des Handels ab Stall für Fracht=, Markt= und Verkaufskosten sowie für Umsatzsteuer und für den natürlichen Gewichtsverlust ein. Essener Schlachtviehmarkt. Essen, 15. Okt. Auftrieb: 110 Ochsen, 299 Bullen, 406 Kühe, 20 Färsen, 584 Kälber, 62 Schafe, 3475 Schweine. Es kosteten: Ochsen: a) 36—38, b)—, c) 31 bis 35, d) 26—30; Bullen: a)—, b) 27—31, c) 23—26, d) 20—22; Kühe: a) 34—36, b) 30—33, c) 25—29, d) 14—24; Färsen: a) 32—35, b) 29—31, c) 23—28; Kälber: Dopellender:—, a) 57—60, b) 50—56, c) 40—48, d) 26—38; Weidemasthammel: 38—39, mittlere Schafe: 25 bi s30; Schweine: al) 53, a2)—, b) 53, c) 50—53, d) 47—51, e) 43—46, f)—, Sauen: g1) 50—52, g2) 45—49. Marktverlauf: Großvieh mittel; Kälber, Schafe und Schweine flott. Duisburger Schlachtviehmarkt. X Duisburg, 15. Okt. Auftrieb: 19 Ochsen, 81 Bullen, 237 Kühe, 31 Färsen, 4 Fresser, 265 Kälber, 8 Schafe, 1965 Schweine. Es kosteten: Ochsen: a) 37—38, b)—, c)— d) 30—32, e) 23—27; Bullen: a)—, b) 30—33, c) 24—29, d) 21—23; Kühe: a) 33—36, b) 30—32, c) 26—29, d) 18—24; Färsen: a) 34—35, b) 30—32, c) 25 bis 28, d) 22—24; Kälber: Doppellender:—, a) 55—60, b) 50—54, c) 40—48, d) 28—38; Schweine: al) 53, a2) 53, b) 51—53, c) 50—53, d) 46—52, e)—, f)—, Sauen g1)—, g2) 46—52. Marktverlauf: Rinder mittel, langsam geräumt; Kälber lebhaft; Schweine schwere flott, leichte schwer verkäuflich, Ueberstand. Wuppertaler Schlachtviehmarkt. X Wuppertal, 15. Okt. Auftrieb: 229 Ochsen, 184 Bullen, 197 Kühe, 164 Färsen, 1 Fresser, 644 Kälber, 19 Lämmer, 3331 Schweine. Es kosteten: Ochsen: a) 35—38, b)—, c) 31—34, d) 27—38, e) 23—26; Bullen: a)—, b) 26—30, c) 24—25, d) 22—23; Kühe: a) 33, b) 30—32, c) 25—29, d) 19—24; Färsen: a) 35, b) 29—34, c) 27—28, d) 23—26; Kälber: Doppellender:—, a) 53—54, b) 42—53, c) 36—41, d) 30—35; Schweine: al) 53, a2) 51 bis 53, b) 51—53, c) 48—53, d) 45—52, e)—, f)—, Sauen g1) 53, g2) 46—52. Marktverlauf: Großvieh ruhig; Kälber mittel; Schweine gute flott, geringe vernachlässigt. Düsseldorfer Schlachtviehmarkt Düsseldorf, 15. Okt. Auftrieb: 175 Ochsen, 107 Bullen, 188 Kühe, 86 Färsen, 23 Fresser, 456 Kälber, 3 Ziegen, 2734 Schweine. Es kosteten: Ochsen: a) 36—38, b)—, c) 33—35, d) 28—32, e) 25—27; Bullen: a)—, b) 27—30, c) 23—26, d) 22; Kühe: a) 36, b) 31—35, c) 25—30. d) 18—24; Färsen: a) 35—36, b) 32—34, c) 27—31. d) 24—26; Fresser: 20; Kälber: Doppellender: 68—71, a) 58—60, b) 52—56, c) 42—50, d) 30—40; Schweine) al)—, a2) 53, b) 51—53, c) 47—53, d) 45—52, e) 40—44, f)—, Sauen g1) 52, g2) 46—51. Marktverlauf: Großvieh gut; Kälber flott; Schweine gute gesucht, leichte vernachlässigt. Kölner Schlachtviehmarkt. Köln, 15. Okt. Auftrieb: 404 Ochsen, 306 Bullen, 598 Kühe, 163 Färsen, 19 Fresser, 948 Kälber, 223 Schafe, 5271 Schweine. Es kosteten: Ochsen: a) 36—40, b) 36—40, c) 31—35. d) 27—30, e) 24—26; Bullen: a) 35—36, b) 28—34, c) 23—27, d) 21—22; Kühe: a) 36—38, b) 31 bis 35, c) 23—30, d) 16—22; Färsen: a) 35—38, b) 31—34, c) 25—30. d) 22—23; Fresser: 22—28; Kälber: Doppellender:71—75. a) 54—58, b) 48—53, c) 40—47, d) 31 bis 39; Weidemasthammel: 38—40, mittlere Mastlämmer und ältere Masthammel: 30—27; Schweine: al) 53, a2) 53, b) 51—53, c) 50—53, d) 47—52, e)—, f)—, Sauen g1) 51—53, g2) 57—60. Marktverlauf: Rinder, Kälber, Schafe und Schweine lebhaft. Duisburger Getreidemarkt. Duisburg. 15. Okt. Rhein. Weizen 20,80, rhein. Roggen 16,80, Plata=Mais 21,75, Cinquantino=Mais 22,50, Weizenmehl inl. Grundtype 790 f. W. 6 27,90, Weizenmehl mit 10% Austauschweizen 29,40, Roggenmehl Grundtype 997 f. R. 15 24,30, Roggenschrot inländ. Grundtype 1800 f. R. 15 20,80, Weizenkleie 11,70, Roggenkleie 10,20. Die Preise verstehen sich per. 100 kg frei Waggon Duisburg in RM. Die Mehlpreise verstehen sich alle ab Mühle. Tendenz: kleiner Umsatz. Berliner Getreidegroßmarkt vom 15. Oktbr. 1934. Gerste Braugerste. feinste neue Braugerste gute Sommergerste. mittl. Art u. Güte Wintergerste zweizeil Wintergerste vierzeilig Frei Berlin für 1000 kg in Reichsmars„trei Berlin“ Ab märk. Station II Kleie: Weizenmeh! (Basis Type 790) PreisgebietV Preisgebiet VI Preisgebiet VII in RM f 100 kg brutto einschl Sack frei Berlin Bezirksstelle heute 26.65 26.80 26.95 X der W. V Preisgebiet VIII Preisgebiet IX Preisgebiet XI Berlin heute 27.10 27.40 27.70 m. 10% Ausldsw. 1.50 und m. 20% 3.00 RM. Aufgeld und„ab märk Station“ in RM für 100 kg brutto einschl Sack fr. Berlin ab Bahn und ab Mühle. Weizenkleie Preisgebiet V Preisgebiet VI Preisgebiet VII Preisgebiet VIII Preisgebiet IX Preisgebiet XI 11.00 11.05 11.10 11.15 11.25 11.40 Roggenkleie Preisgebiét V Preisgebiet VI Preisgebiet VII Preisgebiet VIII Preisgebiet IX Preisgebiet XI 9.45 9.50 9.55 9.65 9.75 9.90 Roggenmehl (Basis Type 997) Preisgebiet V Preisgebiet VI Preisgebiet VII in RM f. 100 kg brutto einschl Sack frei Berlin Bezirksstelle X der W V Berlin Vortag 22.05 22.35 22.65 zuzüiglich 0.50 RM Frachtausgleich RM Tad Preise in RM. Oelsaaten per 1000 kg, die Notierungen von Viktoriaerbs en bis einschl. Kartoffelflocken freie Ware werden per 50 kg gehandelt. Rapo Leinsaar..... Viktoriaerbsen Kleine Speiseerbsen Futtererbsen Peluschken... Ackerbohnen. Wicken... Lupinen, blaue.. Lupinen, gelbe.. Seradella, alte.. Seradella neue Haler Märkischer Hafer Durchschnittsqual Weizen-Exportscheine Weizen-Exportscheine Weizen-Exportscheine Roggen-Exportscheine Roggen-Exportscheine Roggen-Exportscheine gesetzl. Erzengerpreis V 145 VII 149 X 152 XI 154 XIII 157 XIV 159 per Aug. per Sept. per Okt. per Aug. per Sept. per Okt. 250 Geld 129/. Bremen: Baumwolle loco Oktober Dezember Januar März Ma. Juli Tendenz: ruhig Liverpool: Baumwolle loco Oktober November Dezember Januar Februar März April Mar Tagesimport bezahlt 14.07 14.15 14.22 14.41 14.55 14.63 13. 10. 6.56 6.55 6.51 6.48 6.45 6.44 6.44 6.41 6.44 6.43 11700 Liverpool: Östindische Baumwolle Loco Surtee " Broach M. G " Centr G. F. F G.(Good Staple) Punjab/American F. G. Provinces Oomra Nr. 1 F G. Bengal Superfine „ Sind F G....»»»» „ Sind Superfine....». Liverpool: Notierungen für Sakellaridis u. Upper F.G.F. 15. 10. Sakellaridis 7.78 7.80 7.82 7.85 7.91 7.95 8.00 8.06 Upper PG.F 6.96 6.95 6.98 6.98 7.02 7.05 7.08 7.02 Oktober November Dezember Januar März Mai Juli Loco Tendenz: stetig New Orleans: Baumwolle Loco Oktober Dezember Javnar New York: Baumwolle Loco Oktober November Dezember Januar Februar März 13. 10 Sakellaridis 7.75 7.7 7.79 7.82 7.87 7.91 7.96 8.03 Upper F.G.F. 6.90 6.89 6.92 6.92 6.96 7.00 7.02 6.99 13. 10. 12.46 12.51-53 12.56 Geschätzte Totalzufuhren Baumwollzufuhr in Atlantischen Häfen 1000 Baumwollzufuhr in Golf-Häfen„„ 41000 Zufuhren in Pacific-Häfen Export nach England... 9000 Export nach dem übrigen Kontinent.. 11000 Export nach japan und China. 17000 Fracht n Liverpool f. starkgepr. Ballen— Fracht für Standard...— Export nach Kanada und Mexiko...— 12.45 12.48 12.50 12.52—53 W Ha es se kin los hai bise der Pri An und am Ver beit beh mal das 7 Geb führ kom eint leite begr Hitl gibt 93 die diese Kun Reid Dr. geno Z 5 I Trinkt deutschen Weln! 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In Münster fand in der Volksküche der NSV ein großes öffentliches Eintopfessen statt, an dem etwa 100 Personen teilnahmen. U. a. waren Brigadeführer Lorenz, Standartenführer Lonkowski, Oberbürgermeister Hillebrand, Stadtrat Aschoff, die Kreisleiter von Münster Stadt und Land, Schmidt und Weber, ist durch das Handwerksgesetz vom 15. Juni 1934 fest eingegliedert in den Wirtschaftsaufbau des Dritten Reiches. Die größte Sorge sei auf die sorgfältige Erziehung und Ausbildung des Nachwuchses zu verwenden. Die Hauptforderung aber die das deutsche Volk an jeden Handwerksmeister und Gesellen stelle, sei die Leistung, denn das Handwerk ist berufen, durch beste Wertarbeit der Wirtschaft und dem Volke zu dienen, Disziplin, denn nur durch diese kann auch in einer so kleinen Gemeinschaft, wie die Innung es ist, der Führergedanke sich für alle fruchtbringend auswirken, die Kameradschaft, denn sie macht die Disziplin und Leistung leicht allen die innere Freude an der Zusammenarbeit aller schaffenden Menschen. Das Höchste wird und muß sein die Ehre der Arbeit, die Ehre des Handwerks, die Ehre des Volkes. schläge auch Eindrücke von Hammerschlägen. Durch ärztliche Kunst wurde der Frau das Leben erhalten. Gleich nach dem Vorfall hat Wielage eine Kaffeekanne die Treppe hinuntergeworfen, um den Eindruck zu erwecken, daß seine Frau die Kellertreppe hinuntergefallen sei. Dann hatte er das Haus verlassen. Bei seiner Rückkehr wurde er von einem Landjäger festgenommen. Wielage befindet sich zur Zeit in Haft. Der Tat will er sich nicht entsinnen können. Er wird sich am Montag, den 29. Oktober, vor dem Schwurgericht zu verantworten haben. Die münsterländische Textilindustrie im September. 3 erschienen. Kreisleiter Schmidt betonte, daß die Veranstaltung die Volksverbundenheit aller Schichten symbolisieren solle. Erwähnt sei bei dieser Gelegenheit, daß die für die Stadt Münster vorgesehenen 18000 Bernsteinplaketten restlos verkauft worden sind. Der erste Eintopfsonntag in Münster brachte 11 796,35 Rm. In Gelsenkirchen veranstaltete der Gau Westfalen=Nord der NSV im Hans=SachsHaus ein großes gemeinsames Eintopfessen, an dem weit über 1000 Volksgenossen teilnahmen. Unter den Teilnehmern sah man neben kinderreichen Familien, Wohlfahrtsempfängern, Arbeitslosen NSV=Gau=Amtsleiter Degenhard=Münster, Berghauptmann Polster=Dortmund, den evangelischen Landesbischof Adler und weitere Vertreter der Geistlichkeit beider Konfessionen, den Führer der rheinisch=westfälischen Presse, Graf Schwerin, und viele andere Schriftleiter und Angehörige des Zeitungsgewerbes, ferner Gefolgschaftsund Werkführer verschiedener Betriebe, Handwerker, Beamte, Lehrer, Polizeioffiziere und Polizeimannschaften, Vertreter der Partei, der SA, SS, der Deutschen Arbeitsfront, sowie der Reichs=, Staats= und Kommunalbehörden aus dem Gau Westfalen=Nord. Das Eintopfmahl wurde eingeleitet durch ein gemeinsames Tischgebet, das durch ein Schulkind gesprochen wurde. Zur Westfalenfahrt des Reichsjugendführers. Anläßlich einer Tagung sämtlicher Gebiets= und % Gebietsjungvolkführer des Reiches wird der Reichsjugendführer Baldur von Schirach, von den Externsteinen kommend, am Nachmittag des 20. Oktober in Münster eintreffen. Er wird im Friedenssaal durch den Gauleiter Dr. Meyer und den Oberbürgermeister der Stadt begrüßt. Am Abend findet ein Vorbeimarsch von 1000 Hitlerjungen und Jungvolkjungen statt. Anschließend begibt sich der Reichsjugendführer zu einer Abendfeier der HI in die Stadthalle. Am Sonntag. 21. Oktober, findet die Führertagung in Nordkirchen statt. Den Abschluß dieser Tagung bildet die von uns bereits angekündigte Kundgebung in der Halle Münsterland. Hier werden der Reichsjugendführer und der Gauleiter Westfalen=Nord, Dr. Meyer, zur Hitlerjugend und den westfälischen Volksgenossen sprechen. Der Reichsbischof kommt nach Münster. Kundgebung in der Halle Münsterland. + Münster, 15. Oktober. Für den 11. November ist endgültig die feierliche Einführung des Bischofs Adler und seines Vertreters, des Probstes Dr. Siebold, vorgesehen. Der Reichsbischof Dr. Müller selbst wird die Einführung vornehmen. Empfangsfeierlichkeiten besonderer Art werden den Reichsbischof in Westfalens Hauptstadt begrüßen. Abordnungen sämtlicher Gemeindegruppen Westfalens der„Deutschen Christen“ versammeln sich am Abend im Gemeindehaus. Man rechnet mit rund 5000 Teilnehmern. Ein großer Fackelzug wird dem Reichsbischof zur Huldigung dargebracht. Die feierliche Einführung findet am Sonntag um 10 Uhr in der Apostelkirche statt. Nachmittags 15,30 Uhr beschließt eine Kundgebung in der Halle Münsterland den Besuch des Reichsbischofs. In ihr werden sprechen: Bischof Adler, der Reichsleiter der„Deutschen Christen“, Dr. Kinder, und zuletzt der Reichsbischof selbst. die Dienststunden der Gauverwaltung der DAF nach dem 15. Okt. Mit dem 15. Oktober sind die Dienststunden der Deutschen Arbeitsfront und der NSG„Kraft durch Freude“ Gau Westfalen Nord wie folgt geandert: vormittags 830 bis 13 Uhr und nachmittags 15 bis 19 Uhr, Samstags 8,30. bis 13 Uhr. Um zu verhindern, daß Volksgenossen vergebens bei der Gauwaltung vorsprechen, andererseits aber auch die Arbeit bei der Gauwaltung ordnungsmäßig durchgeführt werden muß, bittet die Gauwaltung der Deutschen Arbeitsfront, morgens nur zwischen 10 und 12 Uhr und nachmittags nur zwischen 16 und 18 Uhr zur persönlichen Rücksprache vorsprechen zu wollen. das Schornsteinfegerhandwerk des Regierungsbezirks Münster tagte. Erweiterung der Schwurgerichtsperiode im Oktober. Münster, 15. Oktober. Wie wir erfahren, wird die Schwurgerichtsperiode des Monats Oktober um einen Sitzungstag nachträglich verlängert. Es handelt sich um den Prozeß des versuchten Totschlages, den die Staatsanwaltschaft in Münster dem ehemaligen Rangierführer Wielage aus Hiltrup macht. Wielages Haus lag dicht am Dortmund—Ems=Kanal in Hiltrup. An einem Tage des Juli dieses Jahres hörte ein Schiffer auf dem Kanal aus diesem Hause Hilferufe und Notschreie. Als der Schiffer in das Haus eindring und immer noch Hilferufe einer Frau hörte, glaubte er zunächst an einen Unfall. Bei seinen Nachforschungen fand er die Frau Wielage am Fuße der Kellertreppe auf. Es stellte sich heraus, daß Frau Wielage mit ihrem Manne Streit bekommen hatte. Wielage hat im Verlauf des Streites zu einem Brett gegriffen und auf die Frau so eingeschlagen, daß sie im Keller zusammenbrach. Am Kopf der Frau fanden sich neben den Merkmalen der wuchtigen BrettIn der munsterländischen Baumwollspinnerei ist eine Aenderung gegenüber dem Vormonat kaum eingetreten. Die Nachfrage nach baumwollenen Garnen wie auch die Abnahme waren gut. Neue Abschlüsse konnten jedoch nur in geringem Maße getätigt werden, weil die bestehende Baumwollkontingentierung eine Disposition auf längere Sicht nicht zuläßt. Die Baumwollpreise hatten fallende Tendenz. Das Pfund Baumwolle notierte in Bremen am 1. September mit 15,17 Dollarcents, um im Laufe des Monats bis zum 27. September auf 14,60 Dollarcents zurückzugehen. Der Geschäftsgang bezw. die Nachfrage nach baumwollenen Geweben, insbesondere Rohnessel, war auch im September sehr lebhaft. Obgleich nur 36 Stunden in der Woche produziert werden darf, wurden schon Verkäufe zur Lieferung im 1. Vierteljahr 1935 getätigt. Die gute Nachfrage nach leinenen und halbleinenen Geweben hat im Berichtsmonat angehalten. Dieser Industriezweig ist deshalb gut beschäftigt. Allerdings macht bei verschiedenen Betrieben die Beschaffung der benötigten Garne Schwierigkeiten. Der Geschäftsgang der Juteindustrie bewegt sich im Rahmen der behördlichen Kontingentierung. Da infolgedessen die Zuteilung an die Betriebe verhältnisEröffnung des Winterhilfswerkes des deutschen Volkes im Gau Westfalen=Nord. Zur Eröffnung des Winterhilfswerkes des deutschen Volkes im Gau Westfalen=Nord finden am Mittwoch, den 17. Oktober, in Münster und Bielefeld Arbeitsbesprechungen im Rahmen einer Pflichtversammlung statt. In Münster wird diese Arbeitsbesprechung im Landeshaus abgehalten und beginnt vormittags 10 Uhr. Hieran nehmen teil die Führer sämtlicher Gliederungen der NSDAP, des Arbeitsdienstes, der Reichswehr, der staatlichen und kommunalen Polizei, weiterhin die Leiter der Behörden der caritativen Verbände. Die Versammlungsleitung in Münster liegt in der Hand des Kreisleiters Münster=Stadt, Pg. Schmidt. Die Tagung wickelt sich folgendermaßen ab: 1. Begrüßung durch den Versammlungsleiter, Kreisleiter Pg. Schmidt, 2. Rechenschaftsbericht durch den Gauamtsleiter der NSV. Pg. Degenhardt, 3. Ansprache des Oberpräsidenten der Provinz Westfalen, Freiherr von Lüninck, 4. Rede des Reichsstatthalters und Gauleiters Dr. Meyer, Am Freitag, den 19. Oktober, ist dann die Eröffnungstagung für das Winterhilfswerk des deutschen Volkes um 10 Uhr vormittags in der Stadthalle Münster. Außer den Teilnehmern an der Arbeitsbesprechung sind an dieser Besprechung die Helfer und Helferinnen des vorjährigen Winterhilswerkes zugegeben, außerdem 200 bis 300 zu betreuende Volksgenossen, an die Einladungen ergehen und für die Plätze reserviert sind. Alle anderen Volksgenossen sind ebenfalls zu dieser Tagung herzlichst eingeladen. Die Tagungsleitung tiegt in Händen des Pg. Schmidt. Die Tagung wird eingeleitet durch ein Musikstück von Richard Wagner. Es folgt die Begrüßungsansprache des Versammlungsleiters. Nach einem Sprechchor wird der Gauamtsleiter der NSV seinen Rechenschaftsbericht geben, auf den eine Ansprache des Oberpräsidenten der Provinz Westfalen folgt. Reichsstatthalter Gauleiter Dr. Meyer wird zu dem diesjährigen Winterhilfswerk Stellung nehmen. Das Deutschland= und das Horst=Wessel=Lied werden die Tagung beschließen. Ehrenurkunden der Industrie- und Handelskammer. Von der Industrie= und Handelskammer Münster erhielten Ehrenurkunden für langjährige treue Dienste: Ahaus: Obermeister Balshüsemann(bei der Firma Westf. Jute=Spinnerei und Weberei, für 50jähr. Dienste). Ahlen: Markenkontrolleur Brandt(bei Gewerkschaft Westfalen, für 25jähr. Dienste). Kraftfahrer Sagurna(bei Rollmann u. Tovar, Akt.=Ges., für 25jährige Dienste).— Vorarbeiter Schüßeler(bei Wilh. Linnemann, für 40jährige Dienste). Borken: Prokurist Harpen(38jährige Dienste), Obermeister Schwering(29jährige Dienste). Weber Krumböhner(27jährige Dienste, sämtlich bei J. Bierbaum u. Söhne).— Lagerarbeiter Wedding(bei Gebr. Haas u. Co., für 30jährige Dienste). Dülmen: Weber Hilgenberg, Weber David, Prokurist Töns(sämtlich bei Paul Bendix und für 25jährige Dienste). Emsdetten: Weber Schwarte und Mangelarbeiter Dick(beide bei J. Schilgen, für 25jährige Dienste). Ennigerloh: Schichtmeister Stövesand(bei W. Kalthöhner, für 25jährige Dienste). Greven: Schichtmeister Menke, Stuhlmeister Meibeck(beide bei J. Schründer Söhne, für 40jähr. Dienste). Neuenkirchen bei Rheine: Weber Rohling(für 48jähr. Dienste), Weber Willers und Weber Wessels(für 44jährige Dienste), Lagerist Wiesmann(für 38jährige Dienste), Lagerist Kelle und Weber Engbers(für 37jähr. Dienste), Weber Lünnemann und Schlichter Kappelhoff (für 36jähr. Dienste), Schererin Gehring(für 34jährige Dienste), Weber Sandmann und Weber Wiesmann(für 33jähr. Dienste), Weber Hartmann(für 31jähr. Dienste), Andreher Löbbers und Werkmeister Holstein(für 30jähr. Dienste), Buchhalter Feltkamp und Heizer u. Maschinist Müller(für 29jähr. Dienste), Werkmeister Wesselina und Werkmeister Holtwiesch(für 27jähr. Dienste). Weber Rucks und Weber Lücke(für 25jähr. Dienste), sämtlich bei der Firma H. Kruse Wwe. Rheine: Kontoristin Schulz(bei Rheiner Maschinenfabrik Windhoff A.=G., für 25jähr. Dienste).— Scherer Sievers(bei Hch. Kettelhack, für 50jähr. Dienste). — Spinner Caro(für 27jähr. Dienste), Schleifer Kunert (für 25jähr. Dienste, beide bei Wilh. Jackson).— Scherer Meulenkamp(für 29jähr. Dienste), Tagelöhner Herwig und Andreher v. d. Hooven(für 27jähr. Dienste), Maurer Ungerechts(für 25jähr. Dienste, sämtlich bei F. H. Hammersen Akt.=Ges.). Sythen b. Haltern: Werkmeister Hannappel und Werkmeister Hoffmann(beide für 40jähr. Dienste, bei Westf.=Anhalt. Sprengstoff=Akt.=Ges., Chemische Fabriken). mäßig gering ist, konnte sich eine Verkaufstätigkeit nur in sehr beschränktem Maße entfalten. Auch im September waren die Wollstrickereien im allgemeinen voll beschäftigt. Da jedoch die Garnlieferung seitens der Spinnereien nur langsam erfolgte, waren der Lieferungsmöglichkeit gewisse Grenzen gezogen. Papst=Konzert in Münster. In der Stadthalle zu Münster stand am Samstag abend Generalmusikdirektor Eugen Papst als Gastdirigent am Pult. Um es vorwegzunehmen, ward der Abend zu einem Erlebnis für alle Anwesenden, zu einem der größten musikalischen Erfolge, die Münster in den letzten Jahren buchen konnte.— Die Folge brachte das D=dur=Divertimento Nr. 11 von Mozart, Beethovens Fünfte und nach der Pause Richard Strauß'„Till Eulenspiegel“ und Wagners„Meistersinger=Vorspiel“. Jedes dieser Werke wurde mit selten tiefer Einfühlung in den Geist der Schöpfer zu Gehört gebracht. Mit unerhörter Prägnanz wurde jede Note der Partitur gedeutet und mit außerordentlicher Eindringlichkeit und unpathetischer natürlicher Klarheit ward jede der Kompositionen gestaltet. Ein überragender Dirigent stand am Pult. Nach jeder der vier Programmnummern gab es herzlichen, aufrichtigen und beispiellosen Beifall, Schließlich sah sich Eugen Papst zur Wiederholung des„Meistersinger=Vorspiels“ gezwungen. W. T... e. Großer Erfolg eines Freilichtspieles. )!( Hervest=Dorsten, 15. Oktober. Zum Abschied der Studenten veranstaltete das Arbeitslager Deuten am Sonntag abend ein Freilichtspiel, das trotz der ungünstigen Wetterverhältnisse gut besucht war und einen packenden Eindruck hinterließ. Das Freilichtspiel betitelt sich:„Deutschland erwache“ und entwickelt aus einer visionären Schau der gefallenen Helden auch die Zustände im Zwischenreich, die Vergangenheit im Nachkriegsdeutschland und den Kampf der Frontsoldaten und der mit ihnen verbündeten jungen Kräfte um die deutsche Seele bis zum Siege. Die Freilichtbühne, mit einem Kiefernwald als Hintergrund, war recht glücklich gewählt. Die Bilder waren von innerer Kraft und wurden von der einfachen Musik, um derer Wiedergabe sich die Gruppenkapelle Coesfeld verdien machte, wirkungsvoll untermalt. Verfasser des Spieles is der Unterfeldmeister Dietz vom Arbeitslager Deuten Sein Werk hat bereits außerhalb seines Wirkungskreise: Anerkennung gefunden, so bei der Landesstelle in Mün ster. Die Musik komponierte ein Student aus der Lager. * A Münster, 15. Okt. Oberregierungsrat Mayer von Halfern gestorben. Infolge einer Lungenentzündung starb in der Nacht zum Sonntag im Franziskushospital Oberregierungsrat Mayer von Halfern im Alter von etwa 52 Jahren. Das Oberpräsidium verliert in ihm einen Beamten von ungewöhnlicher Arbeitskraft und Pflichttreue. Eine Reihe von Jahren hindurch verwaltete er das landwirtschaftliche Dezernat bei der Regierung in Minden. Vor etwa acht Jahren wurde Mayer von Halfern das kommunalpolitische Dezernat beim Oberpräsidium in Münster übertragen und zugleich das Amt des Schriftführers und Schatzmeisters des ProvinzialMännervereins des Deutschen Roten Kreuzes. + Münster, 15. Okt. Der erste Eintopfsonntag. Die Sammlung aus dem Eintopfgericht erbrachte in Münster am Sonntag insgesamt 11 796,35 Rm., die sich auf folgende Ortsgruppen verteilen: Geist 1049,72 Rm., Hafen 1309,71 Rm., Mauritz 2089,58 Rm., Mitte 1960.70 Rm. Nord 1518,91 Rm., Nordwest 1671,53 Rm., Süd 2396,20 Reichsmark. Im vorigen Jahre war der erste EintopfSonntag am ersten Sonntag im Oktober. Damals erbrachte die Eintopfsammlung 13 155,32 Rm. Wie heute, hielt auch damals die Ortsgruppe Münster=Süd die Spitze während die Ortsgruppe Mauritz diesmal Münster=Mitte vom zweiten Platz verdrängt hat. + Münster, 15. Okt. Kursus zur Ausbildung in Schmalfilmaufnahme und=wiedergabe. In der Zeit vom 17.—18. Oktober 1934 veranstaltet der Katholische Lichtspielverband in Verbindung mit der FDK(Filmarbeitsgemeinschaft der Deutschen Katholiken) im Gesellenhaus (Kolpinghaus) zu Münster, Aegidiistraße 21/22, einen Kursus, um Geistliche, Religionslehrer und Laienhelfer in der Handhabung von Projektionsapparaten für Bildband und Schmalfilm, sowie in der Aufnahme von Schmalfilmen auszubilden. Der Kursus ist verbunden mit praktischen Uebungen an Geräten und Anleitung zur selbständigen Aufnahme kleinerer Filme. A Ahaus, 15. Okt. Spinale Kinderlähmung ausgebrochen. Vor kurzem ist in Legden die spinale Kinderlähmung ausgebrochen. Zunächst erkrankte das vierjährige Töchterchen des Milchfuhrmannes F. in Wehr. In der gleichen Bauerschaft ist nunmehr ein zweiter Fall von Kinderlähmung vorgekommen, trotzdem sofort Schunmaßnahmen getroffen worden waren. Der Kreisarzt hat sich aus diesem Grunde veranlaßt gesehen, die Schule in Wehr bis zum 29. Oktober schließen zu lassen. ( Ahaus, 15. Okt. Schweres Verkehrsunglück fordert zwei Menschenleben. In der Nacht zum Sonntag ereignete sich auf der Provinzialstraße Celle—Hannover ein furchtbares Autounglück, das den Tod von zwei Ahauser Bürgern zur Folge hatte. Ein Sattelschlepper des Anternehmers Bernhard Hooge aus Ahaus befand sich mit Sperrholz auf der Fahrt nach Hannover. Aus bisher unbekannter Ursache geriet der Wagen morgens gegen 3 Uhr auf der Landstraße zwischen Celle und Hannover plötzlich ins Schleudern. Als der Beifahrer Ernst Erb aus Ahaus dies bemerkte und das Unglück kommen sah, sprang er vom Wagen und erlitt dabei derart schwere Verletzungen, daß er kurz darauf starb. Der Besitzer, der den Wagen selbst führte, fuhr noch etwa 300 Meter weiter und prallte dann gegen einen Chausseebaum. Dabei löste sich der Wagen vom Der Präsident der Handwerkskammer Münster verpflichtet den Obermeister. X Münster, 15. Okt. Das Schornsteinfegerhandwerk des Regierungsbezirks Munster ist heute in einer einzigen großen Pflichtinnung Fut den gesamten Regierungsbezirk zusammengefaßt, die um Samstag in Münster im Hotel Waßmann zusammentrat. Der Kreishandwerksführer der Kreishandwerkerschaft Soesfeld, Bezirksschornsteinfegermeister Kewelar aus Sulmen, eröffnete die Versammlung und umriß die Neugiederung und den Innungsaufbau. Jeder Handwerksmeister hat seine Arbeit im Dienste der Volksgemeinschaft Penegen, um an dem Aufbauprogramm unseres Führers mitzuarbeiten. er Präsident der Handwerkskammer Münster, Matmeister Wagner, wies darauf hin, daß erst der Nakonalsozialismus das Handwerksgesetz ermöglicht habe. r derpflichtete sodann den Obermeister der Innung, Besrtsschornsteinfegermeister Kewelax aus Dülmen. Der Obermeister verpflichtete durch Handschlag die übriInnungsbeiräte und den Gesellenwart, sowie die GederSerate.„Der langjährige bisherige Obermeister Schornsteinfegerinnung Münster, der Bezirksschorneinsegermeister Kampert, wurde zum Ehrenobermeister ernannt. ar weiteren Verlauf der Versammlung sprach der -schaftsführer der Innung. Syndikus Diplomvolkswirt “ über die Aufgaben und Pflichten der Ineder. Das Handwerk als besonderer Abschitt innerhalb der großen deutschen Wirtschaftsfront Der Tag des westf. Roten Kreuzes. A Recklinghausen, 15. Okt. Die diesjährige Mitgliederversammlung des Provinzial=Männervereins des Deutschen Roten Kreuzes leitete am Samstag nachmittag eine Arbeitssitzung des Vorstandes und Verwaltungsrates im großen Saale des Rathauses ein. Bei dieser Gelegenheit gab der Vorsitzende, Vizepräsident des Oberpräsidiums Weber, die Umstellung des Vereins auf das Führerprinzip und den Erlaß neuer Satzungen bekannt. Abends war Begrüßungsabend in den Räumlichkeiten des Städtischen Saalbaues, wobei Oberbürgereister Niemeyer den Willkomm der Stadt entbot. Den Hauptversammlungstag(Sonntag) leitete Flaggenhissung und Kriegergedenkfeter am Kriegerdenkmal ein. Provinzial=Kolonnenführer. Oberregierungsu. Medizinalrat Dr. Burgunder(Dortmund). hielt die Gedenkrede. In geschlossenen Kolonnen marschierten dann die Sanitäter zum Städtischen Saalbau, wo um 10 Uhr die Mitgliederversammlung begann, an der mehr als 3000 Sanitäter aus allen Teilen Westfalens teilnahmen. Der Vorsitzende des Provinzialvereins. Vizepräsident Weber, leitete die Tagung ein mit Worten ehrenden Gedenkens für den verstorbenen Schirmherrn des deutschen Roten Kreuzes, Reichspräsidenten von Hindenburg, und einem dreifachen„Siea Heil“ auf den neuen Schirmherrn, den Führer und Reichskanzler Adolf Hitler. Aus dem dann vom Vorsitzenden erstatteten Jahresberichte geht hervor, daß im letzten Jahre die Zahl der Sanitätskolonnen in Westfalen von 232 mit rund 8000 Mitgliedern auf 243 mit rund 8600 Mitgliedern gestiegen ist. Zur Verfügung stehen 28 eigene Krankenkraftwagen und 59 fremde, ebenso 312 Gasschutzausrüstungen. Die Sanitätskolonnen wurden in dem Berichtsjahre rund 68 000 mal in Anspruch genommen, und in 190000 Fällen wurde erste Hilfe geleistet. Die Rote Kreuz=Sammlung hatte in dem letztvergangenen Jahre den doppelte Ertrag des Vorjahres. Nach den Anordnungen des Reichsbeauftragten für das Winterhilfswerk des deutschen Volkes hat das R. K. wie im Vorjahre in den örtlichen Arbeitsgemeinschaften des WHW mitzuwirken. Im weiteren Verlauf der Versammlung führte Dr. Heßbrügge als Vertreter des Bezirksinspekteurs und Chefarztes Dr. Koch(Gelsenkirchen) dessen Film vor über die erste Hilfe unter Tage. Dann sprach der Leiter der Provinzial=Feuerwehrschule in Münster, Baurat Witt, über die Zusammenarbeit der Sanitätskolonnen und der Freiwilligen Feuerwehr. Den dritten Vortrag hielt Rechtsanwalt Koch(Bielefeld) über die Aufgaben der Wohlfahrtsabteilungen des deutschen R. K. An den Führer und Reichskanzler Adolf Hitler wie auch an den Präsidenten des deutschen R. K. wurden Telegramme mit dem Gelöbnisse treuer Gefolgschaft gerichtet. Am Nachmittag bewegte sich ein stattlicher Umzug durch die Stadt, dem sich ein schneidiger Vorbeimarsch anschloß als Auftakt zu einer gut angelegten und tadellos ausgeführten Uebung, mit der die Tagung wirkungsvoll schloß. Sattelschlepper und stieß von hinten den Führer so schwer an, daß der Tod auf der Stelle eintrat. Büchertisch. Deutsche Geschichte von Bismarck bis Hitler. Von Dr. Heinrich Schnee. 228 Seiten mit 35 Skizzen und Tabellen und einer Zeittafel. Preis kart. 3,80 Rm., geb. 4,80 Rm. Verlag Ferdinand Schöningh, Paderborn und Würzburg. Heinrich Schnee gibt in seinem für weite Volkskreise, insbesondere auch für den Schulgebrauch bestimmten Buche einen Ueberblick über die gewaltigen Ereignisse, die sich in Deutschland seit der Reichsgründung Bismarcks vollzogen haben. Die Volksgeschichte wird auf nur wenigen Seiten behandelt, zeigt aber immerhin klar, wie es durch die Einkreisungspolitik der Entente zum Weltkrieg kam. Der Weltkrieg selbst wird eingehend dargestellt. Eindrucksvoll entrollt Schnee vor dem geistigen Auge seiner Leser das gewaltige Kriegserleben bis zum bitteren Ende; eine große Reihe von Skizzen erläutert den Text. Dann werden ausführlich behandelt die weltpolitische Kräfteverteilung seit Versailles, die Tributpolitik, die innerpolitische Entwicklung des Weimarer Staates und die nationalsozialistische Bewegung von ihrem ersten Aufbruch bis zur Erringung der Macht. Der letzte Hauptteil schildert die Grundlegung des Dritten Reiches in den Kæmpf des Führers für Freiheit, Ehre und Gleichberechtigung. Im Schlußkapitel wendet sich der Verfasser an seine katholischen Volksgenossen, die er zu tatkräftiger Mitarbeit am Bau des neuen Reiches auffordert. Aus Raus, Rot und Garten Gartenbau. Die besten Stachelbeersorten. Die Sortenwahl ist bei den Stachelbeeren nicht ganz leicht, denn es werden sehr viele Sorten angeboten, manche auch unter verschiedenen Namen. Hier seien zunächst einige Massenträger genannt, die in ihren Ansprüchen an den Boden bescheiden sind. An ihrer Spitze steht die„Rote Triumphbeere“(Whinbams Industry), eine der verbreitetsten Sorten. Die Frucht ist groß, dunkelrot, dichtflaumig, etwas dickschalig, sehr saftreich und wohlschmeckend. Das gesunde, dunkelgrüne Laub färbt sich im Herbst meist scharlachrot. Die Beeren eignen sich besonders zum Pflücken in unreifem Zustande. Zum Rohessen ist die Sorte„May Duke"(Maiherzog) vorzuziehen, deren hellrote große Früchte früh reifen. Sie sind fast glatt, nur an Stiel und Kelch dicht behaart. Auch in ungünstigen Böden betriedigt„Lady Delamere“, eine gelblich=grüne, sehr dünnschalige und saftreiche Beere. Der Strauch wächst sehr kräftig und trägt reich. Die aufrechten Zweige sind stark bewehrt. Zum Reifessen ist die Frucht aber weniger zu empfehlen. In schwereren und kälteren Böden gedeiht„Keepsake“ noch gut, ebenfalls eine sehr fruchtbare Sorte, die am besten grün oder hartreif verwendet wird. Sehr süße und saftreiche mittelgroße Beeren liefert zeitig, wie ihr Name sagt,„Hönings Früheste“. Ihre kräftig aufrecht wachsenden Zweige sind dicht bestachelt. Eine vorzügliche Sorte für alle Verwertungsarten ist die „Weiße Triumphbeere“(Whitesmith), die unter allen möglichen Namen verbreitet wird, z. B. Chatauqua, Lovets, Triumph, Elisabeth, Elefant, Lady Lilford, Halls Seedling, Lancashire Laß und Sir Sydney. Der sehr widerstandsfähige Strauch trägt an aufrechten Ruten große gelblichweiße dünnschalige Beeren in Menge. Ihnen sehr ähnlich, aber gleichmäßiger in der Form sind die Früchte der„Weißen Volltragenden“(Shannon). Auch sie sind sehr saftreich und süß. Eine der großten Stachelbeeren ist die„Rote Preisbeere“, eine spätreife Frucht. Der Strauch wächst sehr stark. Als eine der schönsten Stachelbeeren wegen ihres Wohlgeschmackes gilt die neuere Züchtung„Macherauchs Sämling“. Die Frucht ist glänzend goldgelb, dünnschalig und glatt. Der Strauch wächst außerordentlich stark. Durch späten Austrieb ist die Blüte vor Spätfrostschaden sicher. Eine vorzügliche Tafel= und Wirtschaftsfrucht ist auch„Maurers Sämling“, eine dunkelbis schwarzrote Beere. Kohlkopflager im Freien. Wer keinen Keller hat, der sich wirklich gut für die Aufbewahrung von Rot=, Weiß= und Wirsingkohl eignet, sollte es mit dem Mistbeet oder der Erdgrube versuchen. In ungünstigen Kellerräumen fault oder welkt das Gemüse und nimmt einen dumpfigen Geschmack an. Mistbeetkästen kann man sehr gut zum Aufbewahren von Kohl verwenden, wenn man ihn auf den Kopf stellt, die Strünke also nach oben. Eine 15 Zentimeter dicke Erddecke und über den Rahmen gelegte Bretter, die mit Laub beschüttet werden, schützen den Kohl genügend. Hat man kein Mistbeet, tut es auch eine einfache Erdgrube, die in gleicher Weise oben geschlossen wird. Blumen im Heim. Die Ueberwinterung der Pelargonien. Die Pelargonien oder Geranien, wie sie gewöhnlich genannt werden, machen bei der Ueberwinterung manchmal Schwierigkeiten. Namentlich alte Pflanzen sind heikel, und es ist ratsam, möglichst nur Stecklingspflanzen aufzuheben. Bei Pelargonien, die über Sommer im freien Lande gestanden haben, kann man sich deshalb die Arbeit des Eintopfens ersparen, es sei denn, es handle sich um eine besonders wertvolle Pflanze oder Sorte, von der man noch keinen Nachwuchs besitzt. Diese schneidet man bis auf ausgereiftes Holz zurück, hebt sie vorsichtig mit Ballen aus und setzt sie in nicht zu große Töpfe— 12 Zentimeter obere Weite genügt— in leichte, abgelagerte Erde. Mit scharfem Die kahle Wand Tapete, Stoffe und Bilder als notwendige Ergänzung Bei Verwendung einer ganz hellen Tapete stellt sich manchmal eine Enttäuschung ein: die Räume wirken kahl, nicht zusammengefaßt. In solchen Fällen ist nicht das Prinzip der hellen Tapete zu tadeln, sondern die Fehler sitzen an anderer Stelle. Vielleicht ist die Einzeltapete schlecht, in ihrer Farbe, ihrer Musterung oder dem Papiermaterial. Oder andere ungünstige Einflüsse wirken mit und zerstören den Gesamteindruck. Eins ist gewiß: hell an sich bedeutet noch nicht gut. Wenn wir auch der Ornamenttapete mit ihrer überschäumenden„Phantasie“ keine Auferstehung wünschen, so gilt unsere Aufmerksamkeit den in kleinste, unauffällige Muster(die so klein sind, daß man sie nur bei Nahsicht erkennt) aufgeteilten Tapeten oder denen, die ganz ohne Muster allein durch ihre körnige und rauhe Papierbeschaffenheit wirksam sind. Helle Tapeten dürfen nicht kalkig, sondern belebt wirken. Im Gegensatz zu der Aufdringlichkeit der früheren Tapete ist heute die tapezierte Wand nur Folie, bescheidener und doch wirksamer Hintergrund, von dem sich unsere Möbel nur zu gut abheben. In einem Raum mit lichter Tapete und schlichten, edlen Möbeln sieht alles besonders sauber aus. Eine Kanne, eine kleine Skluptur auf einem Bücherregal hebt sich scharf von der hellen Tapete ab. Das verpflichtet uns zu einer strengen Auswahl. Der große und der kleine Gegenstand sind gleich bedeutsam in solcher Wohnung. Niedriger hängen! gilt für die Bilder. Kaum über Augenhöhe hängen die meisten Bilder, auch große, am günstigsten. Farbe des Bildes, Rahmen wiederum auf die Umgebung und den Hintergrund abzustimmen, ist freudige Pflicht an unserer Wohnung. Auf diesem Wege erreicht man jene Harmonie und Einheitlichkeit, die der modernen Wohnung eigentümlich ist. Aus unserer frühesten Kindheit stammt unsere ewige Sehnsucht nach„Nestwärme“. Darum empfinden wir es als besonders wohltuend, wenn von den Wänden ein Gefühl der Wärme und Behaglichkeit ausgeht. Wir fühlen uns freundlich umhüllt. Stofftapeten sind zu teuer, dafür sind billige Rauhfasertapeten, die dick und ledern wie die Haut eines Krokodils wirken, ein guter Ersatz. Auch bleibt uns der Ausweg, die Wände teilweise mit Stoff zu bekleiden. Wir suchen dafür die Stellen aus, die besonders der Auspolsterung, Erwärmung bedürfen. So spannen wir zum Beispiel über ein Sofa oder einen Diwan einen Wandbehang, straff oder leicht gefaltet, mit verborgenen oder hübschen sichtbaren Nagelköpfen. Wir sticken in langen Wochen einen Wandteppich, den wir über die Kinderbetten hängen, oder schmücken den Teppich im Wohnzimmer mit einem Wandteppich im Hochformat aus Nessel oder Leinen mit aufgedruckten Motiven, der sich bequem waschen läßt. Die kaum gemusterte, helle, moderne Tapete bedeutet die Erlösung aus dem fürchterlichen Ungeschmack früherer Mustertapeten, die noch nicht überlebt sind, sondern leider noch überall an den Wänden spuken. Messer werden dabei die längeren Wurzeln gekürzt. Die Töpfe bringt man in einen Raum, dessen Temperatur nicht unter 6 und über 12 Grad Celsius liegt ans helle Licht. Viel Licht und Luft ist die Hauptsache. Dagegen sei man im Gießen vorsichtig; die Erde darf nie naß sein. In Töpfen gehaltene Perlargonien sind mäßiger im Wuchs und werden beim Einwintern nicht zurückgeschnitten; das geschieht erst Ende März oder Anfang April beim Umpflanzen. Dagegen lasse man ältere Topfpflanzen im Herbst möglichst trocken stehen und schütze sie gegen anhaltenden Regen, damit die Triebe gut ausreifen. Wenige Kältegrade ertragen sie unter einer leichten Decke. Im Ueberwinterungsraum blühen die Pflanzen oft noch bis in den November weiter. Kellerräume eignen sich nicht für Pelargonien, weil sie meist nicht hell und trocken genug sind. Schimmel und Fäulnis, ihre Hauptfeinde, richten hier oft den ganzen Bestand zugrunde. Am sichersten überwintern Stecklingspflanzen vom Juli oder August, die bis zum Winter ihre Töpfe gut durchwurzelt haben; Herbststecklinge sind dagegen schwer durchzubringen. Das Umpflanzen im Herbst soll vermieden werden; hatte man kräftige Erde genommen, so hält die Nahrung bis zum Frühjahr vor. Da Stecklingspflanzen kleine Töpfe haben, kann man auch viel mehr Pflanzen unterbringen. Gehen dann einige ein, was sich nie ganz vermeiden läßt, so ist der Verlust nicht groß. Stecklingspflanzen wollen im Winter etwas wärmer stehen. Im März werden sie umgetopft, aber erst nach drei Tagen angegossen. Kleintierzucht. Rüben als Kleintierfutter. Neben dem Heu muß man für Kaninchen und Ziegen im Winter Rüben bereit halten. Welche Sorte man einkauft, darüber entscheidet der Nährwert. Der Wärmeerzeugung dienen Zucker, Fett und Stärke. Am gehaltreichsten ist hier die Runkelrübe. Sie enthält 11 Proz. Zucker, allerdings nur 0,1 Prozent Fett. Dagegen enthält die Kohlrübe nur 0,2 Prozent Stärke und Zucker und die gleiche Menge Fett. Gelbe Rüben weisen 10 Prozent, weiße Rüben 6 Prozent Zucker und Stärke auf. Fast noch wichtiger ist der Eiweißgehalt. Das Eiweiß erhält das tierische Leben und regelt das Körperwachstum, da dieses gleichbedeutend mit dem Wachstum der Zellen ist. Hier steht die Kohlrübe mit 1,4 Prozent an erster Stelle, ihr folgt die Runkelrübe mit 1,2 Prozent Eiweiß. Im ganzen ist der Nährwert der Rüben bei weitem nicht ausreichend, um ein Tier zu erhalten. Die weiße Rübe enthält allein bis zu 92. Prozent Wasser, Kohlrübe und Runkelrübe 87 bis 88 Prozent. Daraus ergibt sich, daß man beim Verfüttern von Rüben Kaninchen und Ziegen kaum Wasser zu geben braucht. Der hohe Wassergehalt bringt es mit sich, daß die Rüben sehr leicht gefrieren. Das ist beim Füttern zu beachten, da gefrorene Stücke schwere Darmerkrankungen verursachen. Man reiche Rüben nie abends. Gefrorene Rübenreste können als Weichfutter gekocht und dann unbedenklich verfüttert werden. Einfache Arbeit am Fühnerstall. Es gibt verschiedene Gründe, die das Oeffnen der einzelnen Schlupflöcher am Hühnerstall vom Auslauf her unbeliebt machen, und eine Einrichtung, die das Betreten des Auslaufes zu diesem Zwecke ganz erspart, wird vielen erstrebenswert erscheinen. Das Körnerfutter muß man dann freilich mit geschicktem Schwung über die AuslaufNägel und eine oder mehrere haltbare Schnüre— mehr braucht man nicht, um die Stallklappen von einer Stallecke aus zu bedienen. Jede Klappe wird mit einer Schnur versehen, und diese führt man über eine Rolle unterm Dachvorsprung zu der Ecke, wo man sie handhaben will, und hier läuft sie über eine zweite Rolle wieder abwärts. An einem Nagel oder Haken hängt man sie mit einer Schlinge tagsüber an, damit die Schlupflochklappe offen bleibt. Das Bild zeigt die Sache deutlicher als sie sich in Worten beschreiben läßt. Gesundheitspflege. Ist Herzklopfen ein Krankheitszeichen? Nein Kleinplastik! Der Kampf gegen den Nippesgegenstand geht nun schon lange. Er ist bisher nicht erfolgreich genug gewesen, weil man nichts Besseres an seine Stelle zu setzen wußte. Kleinplastik von Else Bach. Dem spielerischen Bedürfnis der Menschen muß man Rechnung tragen— auch in der Wohnung. Daß es dahin führt, daß man winzigkleine Porzellanklaviere, von Vergißmeinnicht übersät, zum Zeichen seiner Musikverehrung auf Etageren stellt, braucht nicht zu sein. Es gibt andere Möglichkeiten. Neben reizenden, kaum geschliffenen Ziergläsern, gehämmerten Zinnschalen, Bastkörben gehört unser Herz der Kleinplastik, die endlich Eingang in den kleinen Privathaushalt gefunden hat. Schon beginnen begeisterte Anhänger dieser schönen Kleinkunst, einen ganzen Zoo in Keramik zusammenzutragen, der rote Porzellanelefant ist das beliebteste Geburtstagsgeschenk geworden. Keramik ist das Material, das in seiner Erschwinglichkeit und in seinem künstlerischen Ausdruck viele Freunde werben wird. Jeder Gegenstand aus Keramik muß mit der Hand geformt werden, daraus ergeben sich kleine Unregelmäßigkeiten, die den Reiz des Künstlerischen erhöhen. Auch die beim Brennen in der Glasur entstehenden feinen Risse und Sprünge, die bisweilen den Gegenstand mit einem dichten Adernetz überziehen, steigern noch die Wirkung der keramischen Kleinplastik. So wichtig auch das Herz als Organ ist, so unangenehm macht es sich bemerkbar, wenn man allzuviel von seinem Vorhandensein zu spüren bekommt. Am wohlsten fühlt sich der Mensch, wenn der Herzmuskel seine Funktionen als stummer, nicht fühlbarer allzeit bereiter Diener erfüllt. Trotzdem ist es von der Natur gut eingerichtet, daß sie uns auch bei geringfügigen Erkrankungen ein Warnungszeichen als Schmerz oder Unbehagen zukommen läßt. Manche merken auf einmal, daß sie überhaupt ein „Herz haben“. Gewöhnlich wird sich ein lästiges Klopfen einstellen, das mitunter rasch wieder verschwindet, ohne erst in Schmerzen oder Stiche auszuarten. Muß dieses Klopfen nun immer ein Krankheitszeichen sein? Das ist durchaus zu verneinen. Oft genügen schon einfache seelische Erregungen, und sogar einmalige ungewohnte körperliche Ueberanstrengungen, um mehrere Tage Herzklopfen hervorzurufen. Nach Wegfall der Ursachen und ruhiger Lebensweise wird das Herzklopfen auch rasch wieder nachlassen. Ebenso soll man es sich zur Warnung dienen lassen, wenn der Herzschlag plötzlich nach allzu reichlicher Zufuhr verschiedener Genußmittel sich fühlbar steigert. Anders liegen allerdings die Verhältnisse, wenn ohne äußere Anlässe das Klopfgefühl tagelang anhält und auch in der Ruhe nicht verschwindet. Vor allen Dingen wird es sich dann empfehlen, sofort Temperatur zu messen, um festzustellen, ob keine fieberhafte Erkrankung vorliegt. Das Das Werbezeichen für die Reichswerbewoche „Gesunde Frauen durch Leibesübungen“. Die hübsche, zierliche Form der Plakette gibt die Möglichkeit, sie als Blusennadel oder als Mützennadel sowie zum Zusammenhalten des Halstuches zu verwenden. Sie ist versilbert und trägt die Inschrift„Gesunde Frauen durch Leibesübungen“. NIIIINNIIINMIINIINNINIIIINIIMIIIMIMII Herzklopfen kann nämlich auch der erste Ausdruck erhöhter Bluttemperatur sein, da das Fieber ja immer einen erhöhten Stoffwechselumsatz und dadurch auch vermehrte Arbeit des Herzmuskels zur Folge hat. Naheliegend ist ferner die genaue Untersuchung der Schilddrüse. Eine Wucherung dieser Drüse erhöht nämlich die Pulszahl ganz bedeutend und erfordert sofortige Behandlung. Unerläßlich ist auch die Beobachtung der Nierentätigkeit. Niere und Herz sind ja die Hauptregulatoren des Blutkreislaufes und weisen mancherlei Zusammenhänge auf. Allerdings darf man nie vergessen, daß es auch Fälle gibt, bei denen das Herzklopfen das erste Anzeichen eines bestehenden Herzfehlers ist und strikte medikamentöser Behandlung des Grundübels bedarf. Man soll also nicht versäumen, bei diesen Beschwerden, sofern sie nicht durch seelische und körperliche Ruhe dauernd verschwinden, einen sachkundigen Arzt zu Rate zu ziehen, im übrigen aber vorübergehende Unruheerscheinungen des Herzens nicht wichtiger nehmen, als sie es verdienen. Dr. A. Wallraf. Der schön gedeckte Tisch mit Einzeldeckchen. Bei den üblichen Tischdecken kommt das schöne Holz unserer Tische in den Speisezimmern nicht zur rechten Geltung. Mehr ist das der Fall bei den zierlichen Einzeldeckchen, die man neuerdings empfiehlt. Es brauchen nicht einmal kostbare Deckchen zu sein, auch die einfachen Papierservietten genügen schon, um eine freundliche Wirkung hervorzubringen. Schöner sind natürlich Leinendeckchen, die mit quadratischen Hohlsäumen durchzogen sind. Unser Bild hier zeigt einen mit Deckchen gedeckten Tisch, und man muß sagen, daß er einen anmutigen Anblick bietet. sch ( Literatur. Der unerschöpfliche Ratgeber. Ein Handbuch für das deutsche Haus. Verlag Ullstein, Berlin. Von diesem stattlichen etwa 500 Seiten starken Handbuch kann man mit Recht sagen, daß es ein„unerschöpflicher Ratgeber“ ist. Durch die Art und Behandlung des Stoffes darf es Anspruch darauf erheben, ein„Handbuch für das deutsche Haus“ genannt zu werden. Beim Lesen und Nachprüfen spürt der Leser sofort, daß die Mitarbeiter dieses Werkes(erfahrene Fachleute: Aerzte, Juristen, dagogen, Sachverständige der Hauswirtschaft, Gärtner, Tierheilkundige, Techniker— Persönlichkeiten mit hervorragender fachlicher Bildung und unmittelbarer Kenntnis der täglichen Bedürfnisse) alle auftauchenden Fragen ernst und gewissenhaft behandelt haben. Dabei werden die vielfältigen Themen nicht etwa kurz oder lexikonartig berührt, sondern in erschöpfender Ausführlichkeit erläutert, klar und sachlich. Nicht ohne Recht heißt es in dem kleinen Vorwort:„Der unerschöpfliche Ratgeber“ ist ein Handbuch für das deutsche Haus, ein Begleiter der deutschen Familie in allen Fragen des täglichen Lebens, er will raten und helfen und sich immer von neuem nützlich machen. Der„Unerschöpfliche Ratgeber“ ist kein Lexikon, ist nicht nur ein Nachschlagewerk, er ist ein Werk zum Lesen, das in schlichter Form und ausführlicher Darstellung gründliche Aufklärung über alle wichtigen Dinge bringt und dem Leser viele Anregungen und nones Wissen vermittel..“ Das Buch behandelt folgende Hauptthemen: Geschafte für Haus und Familie; Unser Heim, sein Bau, seine Einrichtung und Pflege; Die Kleidung; Die Ernährung(Lebensmittel und Kochen); Der gesunde Mensch(Wie werde ich wieder gesund); Die Kinder; Blumen und Pflanzen, Unsere Freunde, die Tiere; Basteleien für den Mann, Handarbeiten für die Frau; Für die Mußestunden. Um dem Leser beim Suchen bestimmter Fragen schneu Auskunft zu geben, ist dem stattlichen Bande ein ausführliches Register(mit ca. 4000 Stichworten) beigegesen. e Bul sie 1e sch sch die Vo „I. geg die Kle kan Gri Sti krie be neue Hal Reg Bul trat Maj dem scher zerr der um Bul Ban ging meh stän der und und gari ein 01