Organ für den Kreis Ahaus. 54. Jahrgang. Geschäftsstelle in Gronau: Gebr. Lensing, Verlagsanstalt GmbH., Bahnhofstraße 2, Fernsprecher Nr. 260. Bankkonten: Kreis= und Stadtsparkasse Ahaus. Gewerbebank Ahaus und Städt. Sparkasse Gronau i. W. Anzeigenpreise: das 1spaltige Millimeter für die Zenozeitung 10 Pfg., für die Kreiszeitung für den Kreis Ahaus 3 Pfennig Rabatt nach Tarif. Verlag: Gebr. Lensing, Verlagsanstalt G. m. b. H., Zweigniederlassung Ahaus. Erscheint täglich. Bezugspreis monatlich durch Boten 2,10 Mk., durch die Post 2,20 Mk.(ohne Bestellgeld). Schriftleitung und Geschäftsstelle in Ahaus: van=Delden=Str. 8. Telegr.Adresse: Kreiszeitung Ahaus i. W. Fernruf Nr. 450. Postschließfach 65. Postscheck=Konto: Hannover 22739 Nummer 277 Montag, den 8. Oktober 1934 Jahrgang 1934 Der rote Aufruhr in Spanien zusammengebrochen. Kriegszustand über das ganze Staatsgebiet verhängt.— Katalanischer Separatistenaufstand erledigt. Die Regierung Herr der Lage. DNB Madrid, 7. Oktober. Die Ereignisse in Spanien haben sich am Sonnabend und in der Nacht zum Sonntag überstürzt. Am Sonnabend nachmittag war der Ministerrat zusammengetreten und hatte beschlossen, sich am Dienstag dem Parlament vorzustellen. Gegen 20 Uhr brach in Madrid, nachdem der Tag ziemlich ruhig verlaufen war, ein neuer Großangriff der Marxisten los. In allen Stadtvierteln setzte heftiges Pistolen= und Gewehrfeuer ein. Polizei und Militär hatten in den mangelhaft beleuchteten Straßen schwere und verlustreiche Kämpfe zu bestehen, jedoch ist es den Marxisten nicht gelungen, die Oberhand zu gewinnen. Dagegen gestaltete sich die Lage in Barcelona für die Regierung Lerroux außerordentlich ernst. Der Präsident der General=Junta von Katalonien, Companys, rief um 20,17 Uhr vom Balkon des Regierungsgebäudes die selbständige katalanische Republik aus. Außerdem bildete sich in Barcelona eine provisorische spanische Zentralregierung unter Führung des früheren spanischen Ministerpräsidenten Azana, die sich die Aufgabe gesetzt hat, Spanien „in eine Föderativ=Republik umzuwandeln. Angesichts dieser bedrohlichen Lage verhängte der spanische Staatspräsident um 22,20 Uhr den Kriegszustand über das gesamte Staatsgebiet einschließlich Kataloniens. Außerdem wurde die Schließung sämtlicher Grenzen angeordnet. Noch in der Nacht erhielten die in Cartagena liegenden Flotteneinheiten Befehl, nach Barcelona in See zu gehen, und zahlreiche Truppenabteilungen wurden gegen die separatistischen Aufrührer in Marsch gesetzt, darunter zwei Bataillone Fremdenleaion, die in Algeciras eingetroffen waren. Soweit sich die Lage am Sonntag übersehen läßt, ist es der neuen spanischen Regierung Lerroux gelungen, sich gegenüber dem Ansturm des Marxismus und des Separatismus zumindest erfolgreich zu behaupten. Während die Lage in Madrid 2 noch ungeklärt ist und es noch nicht feststeht, ob die Marxisten ihre Versuche, die Macht im Staat mit Gewalt an sich zu reißen, fortsetzen werden, ist der separatistische Aufstand in Katalonien vollkommen zusammengebrochen. Die katalanische Regierung hat sich, obwohl sie im Rundfunk immer wieder erklärt hatte, daß sie „siegen oder sterben“ wolle, am Sonntag morgen um 6,15 Uhr den Regierungstruppen des Generals Bates ergeben. Die gesamte Regierung, der Bürgermeister von Barcelona, die Mitglieder der Stadtverwaltung und der Oberbefehlshaber der katalanischen Streitkräfte sind festgenommen worden. Die spanischen Regierungstruppen hatten im Morgengrauen zu einem Generalangriff auf das katalanische Regierungsgebäude angesetzt und das Gebäude mit Mörsern beschossen, worauf sich die katalanische Regierung, um unnützes Blutvergießen zu vermeiden, ergeben hat. In zahlreichen Stadtteilen von Barcelona fanden in den Morgenstunden des Sonntag noch lebhafte Schießereien zwischen den spanischen Regierungstruppen und den bewaffneten Aufständischen statt, man rechnet aber damit, daß die Truppen, die von Militärflugzeugen unterstützt werden. im Laufe des Sonntags überall die Oberhand gewinnen werden. Parlament ohne Opposition. DNB Madrid, 7. Oktober. In Madrid trat am Sonnabend der Ministerrat zusammen und beschloß, sich am Dienstag dem Parlament vorzustellen. Wie verlautet, werden zu dieser Sitzung sämtliche Oppositionsparteien nicht erscheinen, sodaß also lediglich die Regierungsparteien vertreten sein werden. Es ist nicht ausgeschlossen, daß die Opposition künftig überhaupt dem Varlament fernbleiben wird. Die Regierung ist entschlossen, sich durch solche Manöver nicht einschüchtern zu lassen. In Madrid streckte ein achtzehnjähriger Anarchist einen Polizeiunteroffiziet durch mehrere Schüsse nieder. Die Polizei mußte kurz darauf nochmals eingreifen, wobei drei Versonen, darunter ein vierzehnjähriger Junge, getötet wurden. Es scheint, daß nunmehr auch die Angehörigen der spanischen Anarchistenorganisation, die bisher ebenso wie die Syndikalisten dem Streik ferngeblieben waren, in die Ereignisse eingreifen. Entspricht diese Vermutung, die auch in Meldungen aus Barcelona zum Ausdruck kommt, den Tatsachen, dann wäre ohne Zweifel mit einer Verschärfung des Kampfes und einer Reihe von Terrorakten zu rechnen. Die militärischen Operationen gegen die Aufständischen vom asturischen Kohlenrevier nenmen den vorgesehenen Verlauf, ohne daß allerdings bis jetzt die völlige Niederwerfung der Rebellen gemeldet worden wäre. In Madrid kam es ebenso wie in Barcelona zu mehreren Schießereien, bei denen es Verwundete gegeben hat. Auf einen Minister wurde beim Verlassen seines Hauses ein Bombenanschlag verübt. Der Minister blieb unverletzt. Selbständige katalanische Republik ausgerufen. DNB Madrid, 7. Oktober. In Katalanien hat der Präsident der General=Junta in den Abendstunden des Samstag die Selbständigkeit der katalanischen Republik ausgerufen und erklärt, daß sich Katalanien vollständig vom übrigen Spanien trennt. Außerdem wurde in Katalanien eine provisorische spanische Zentralregierung gebildet, die die Umbildung Spaniens in eine Föderativ=Republik vornehmen soll. Um 20,17 Uhr erschien Präsident Companys auf dem Balkon des Palais der Generalidad und verlas unter dem Beifall der Menge einen Aufruf, in dem es heißt: Katalanen! Die monarchistischen und faschistischen Kräfte haben die Regierung übernommen, um die Republik zu zerstören. Alle guten Republikaner sind aufgestanden, um die Zerstörung der Republik zu verhindern. Katalanien kann dem ganzen spanischen Volk, das für seine Freiheit kämpft, seine Solidarität nicht verweigern. Katalanien bricht alle Beziehungen zu den spanischen Regierungsstellen ab. Der Aufruf Companys schließt mit einer Mahnung zur Wahrung strengster Disziplin. Doppeltes Spiel der Generalidad, DNB. Madrid, 7. Oktober. Zur Vorgeschichte des Separatistenaufstandes in Katalonien werden noch folgende Einzelheiten bekannt: Nachdem die gesetzmäßige katalanische Regierung (Generalidad/ am Freitag, also am ersten Tag der in ganz Spanien ausgebrochenen revolutionären Aufstandsbewegung, immer wieder die Madrider Zentralregierung ihrer Zuverlässigkeit versichert hatte, und dabei nicht müde wurde, immer wieder zu betonen, daß sie die Ordnung in Katalonien unter allen Umständen aufrecht erhalten würde, gingen schon am Sonnabend mittag Gerüchte um, wonach die Generalidad ein doppeltes Spiel mit der Madrider Regierung getrieben habe. Wie sich herausstellte, sollten die Beteuerungen der Generalidad nur dazu dienen, Madrid in Sicherheit zu wiegen, damit inzwischen die völlige Abschließung und Isolierung KataloWiederaufleben der Kämpfe in Madrid. DNB Madrid, 7. Oktober. Der zweite große Unruheherd der letzten Tage, das Kohlengebiet von Asturien, wo die verhetzte Arbeiterschaft den Kommunismus ausgerufen hatte, steht den letzten Nachrichten zufolge auch bereits kurz vor der Unterwerfung. Stärkste Militäraufgebote haben das ganze Gebiet abgesperrt. Die Säuberungsaktion macht gute Fortschritte. Die Schwierigkeiten des bergigen Geländes verlangsamen jedoch den Vormarsch. Trotzdem rechnet man damit, daß im Laufe des Montag die Ordnung wiederhergestellt wird. niens vom übrigen Spanien in Szene gesetzt werden konnte. Diese war denn auch am Sonnabend abend restlos durchgeführt. Zu diesem Zeitpunkt war sowohl jeder Eisenbahnverkehr als auch der Telephon= und Telegraphenverkehr an den katalanischen Grenzen stillgelegt worden. Gleichzeitig hatten sich die Separatisten geschickt über die wichtigsten Punkte verteilt, so daß die Generalidad nun ohne weitere Gefahr glaubte, den Abfall von Spanien erklären zu können. So erfolgte denn auch am späten Sonnabend abend durch den Vorsitzenden der Generalidad die Unabhängigkeitserklärung Kataloniens und die Ausrufung der freien katalanischen Republik. Gleichzeitig rief man die„spanische föderative Repuolit" aus und ernannte zu ihrem Präsidenten Azana, den Ministerpräsidenten der letzten halbmarxistischen Regierungen der Jahre 1932/33. Dieser erklärte nun seinerseits die Madrider Regierung für illegal und abgesetzt. Die Generalidad hatte nun allerdings bei diesem hochverräterischen Spiel einen schweren Fehler gemacht. In ihrer maßlosen Selbstüberhebung glaubte sie sich des Heeres, soweit es in Katalonien garnisoniert ist, und der Polizei völlig sicher. Als nun die Madrider Regierung als Antwort auf die Abfallerklärung Kataloniens sofort den Kriegszustand über das ganze spanische Staatsgebiet verhängte, ließ man den Befehlshaber der dortigen Militärstreitkräfte in das Regierungsgebäude der Generalidad kommen, um seine Stellungnahme zu erfahren. General Batet bat sich eine Stunde Bedenkzeit aus, die er sofort dazu benutzte, um die gesamte Garnison von Barcelona zu alarmieren. Eine weitere Stunde später waren die spanischen Batterien an den wichtigsten Plätzen aufgefahren, Maschinengewehre in Stellung gebracht und die wichtigsten Gebäude, darunter die Generalidad, militärisch besetzt. Der spanische General und die ihm unterstellten Truppen haben vorbildlich ihre Pflicht erfüllt. Als der Präsident der sogenannten„katalanischen Republik“ diese unerwartete Wendung sah und ihm außerdem gemeldet wurde, daß auch der größte Teil der katalanischen Polizei gemeinsame Sache mit dem Militär machte, begann er im Rundfunk in halbstündlichen Abständen stark gefärbte Berichte über die Gesamtlage herauszubringen und die gesamte Bevölkerung Kataloniens zu den Waffen zu rufen. Er hoffte vor allem auf die Hilfe der syndikalistischen Landarbeiter= Organisationen, die seit langem von ihm selbst bewaffnet und ausgebildet waren und die neben den separatistischen Escamots eine Art katalanische Sturmtruppe bildeten. Aus den übrigen spanischen Provinzen werden örtliche Aktionen aufständischer Elemente gemeldet, die sich zumeist in entlegenen Dörfern abspielten. Dabei wurden 10 Polizeiposten erschossen und mehrere Kirchen niedergebrannt. Motorisierte Volizeikräfte haben auch in dieser Gegend die Staatsautorität wiederhergestellt. Der linksbürgerliche Bürgermeister von Madrid und zahlreiche marxistische Gemeinderäte wurden wegen Sabotage der Regierungsmaßnahmen avgesetzt. Der Minister ohne Portefeuille, Martinez de Velasco, wurde zum Regierungskommissar im Madrider Rathaus ernannt. Die Streikbewegung dauert ziemlich unverändert an. Die Regierung hat deshalb den Befehl erlassen, daß am Montag morgen überall die Arbeit wieder aufgenommen werden muß, falls die Streikenden nicht ihre Arbeitsplätze verlieren wollen. Sowohl die faschistische Organisation wie auch die organisierte Jugend der katholischen Volksaktion sind in hervorragender Weise überall da eingesprungen, wo durch den Streik wichtige Arbeitskräfte ausfielen. Vermutlich werden diese Kräfte die Marxisten immer mehr aus den Betrieben verdrängen. In Madrid war es am Sonntag mittag völlig ruhig. Erst in den Nachmittagsstunden hörte man wieder heftige Schießereien in den verschiedenen Stadtvierteln, was darauf schließen läßt, daß die Marxisten den Kampf noch nicht verloren geben wollen. Kundgebungen für Ministerpräsident Lerroux. DNB Madrid, 7. Oktober. Wie die Telegraphenagentur Fabra meldet, wurde Ministerpräsident Lerroux aus Anlaß der erfolgreichen Niederwerfung des Separatistenaufstandes in Katalonien von der Bevölkerung begeistert gefeiert. Zehntausende von Menschen füllten die Straßen der Innenstadt, und als Ministerpräsident Lerroux sich von seiner Wohnung in das Innenministerium begeben wollte, wurde sein Wagen derart von der jubelnden Menge umdrängt, daß der Ministerpräsident nur mit Mühe das Ministerium erreichen konnte. Die gleichen Begeisterungsstürme umbrandeten Lerroux, als er sich zu einem Besuch des Staatspräsidenten nach dem Nationalpalast begab. In den Außenbezirken waren vor allem die Truppen das Ziel der Freudenausbrüche der Menge. Die Provinzialbehörden übermittelten zahlreiche Kundgebungen, in denen die Bevölkerung ihre Treue zur Regierung und ihre Freude über das Verschwinden des revolutionären Spuks zum Ausdruck bringt. Der Streik zusammengebrochen. DNB Madrid, 7. Oktober. Die Agentur Fabra teilt mit: Der Generalstreik ist am Samstag in Madrid und einigen anderen Städten in der Provinz ausgebrochen. Die Geschäfte und die Fabriken haben geöffnet. Der Betrieb auf den Verkehrsmitteln ist normal. Auch alle übrigen öffentlichen Einrichtungen sind in Tätigkeit. Im Grubengebiet von Asturien. wo der Streik revolutionäre Formen angenommen hat, ist die Gewalt im Laufe des Tages wieder überall in die Hände der Polizei gelangt. In den Gebieten an der Biscaya und in der Gegend von Eibar hat die öffentliche Gewalt die Bewegung erstickt. Auf der übrigen Halbinsel und besonders in Andalusien ist die Lage durchDen Fußballänderkampf Dänemark Deutschland in Kopenhagen gewann Deutschland 5:2. Im Tenniskampf blieb von Cramm über Nüßlein in Berlin mit 5:7, 6:3, 6;3, 6:1 Sieger. Hähnel wurde wieder Deutscher Meister im 50 km-Gehen. Das portugiesische„Versailles" niedergebrannt. Der Palast Pena in der Nähe von Portugal. Durch eine große Feuersbrunst wurde der berühmte Königspalast von Portugal, Pena, in dem das portugiesische Königspaar vor seiner Vertreibung seinen Wohnsitz hatte, vollständig zerstört. Unersetzliche kostbare Kunstschätze wurden mit dem Palast vernichtet, den man das portugiesische Versailles nannte. Der katalanische Separatistenaufstand. aus normal und hat keineswegs zu irgendwelcher Beunruhigung Anlaß gegeben. In Madrid ist auch am Samstag nur die Rechtspresse erschienen. Die Belegschaften der übrigen Zeitungen verharrten weiter im Ausstand. Die Morgenpresse berichtet ausführlich über die Vorgänge vom Freitag. Im allgemeinen wird der Meinung Ausdruck gegeven, daß der Generalstreik der Sozialdemokraten, an dem sich die Syndikalisten nicht beteiligt haben, zusammengebrochen sei. Man müsse anerkennen, daß die Regierung Herr der Lage sei und daß die gesamte bewaffnete Nacht des Staates treu zur Regierung steye. Trotzdem müsse die Behauptung, daß der Streik überhaupt zusammengebrochen sei, als reichlich optimistisch gelten. Es stehe fest, daß auch heute noch, genau wie gestern, überall gestreikt werde. Nach Meldungen aus Barcelona ruhe dort die Arbeit vollkommen. Die katalanische Regierung halte die Ordnung aufrecht. Dem separatistischen Drängen ihrer Anhänger gegenüber habe sie erklärt, daß sie unter keinen Umständen Gewaltakte dulden werde. Sie werde je nach Lage der Dinge handeln, und zwar immer unter dem Leitspruch: Katalonien, Freiheit und Republik. Aufforderung des Staates, das Getreide abzuliefern, nachzukommen und haben den Termin zur Ablieferung des Getreides nicht eingehalten. Auf Veranlassung der Regierung wurde in Nowosibirsk ein besonderer Ausschuß eingesetzt, der die Aufgabe hat, zwangsweise gegen die Kollektiven vorzugehen. Zahlreiche Parteifunktionäre und Führer der Kollektiven wurden ihrer Posten enthoben und in Haft genommen. Im Einverständnis mit den kommunistischen Parteiinstanzen sind auch der Sekretär der Parteiorganisationen im Alma=Ata=Gebiet(Südlich Turkestans) Schanutdijew. der Chef der politischen Abteilung der Sowjetrussischen Staatsgüter, Jussupow, und andere politische Leiter in Haft genommen worden. Schanutdijew wird vorgeworfen, daß er den Befehl gegeben habe, kein Getreide an den Staat abzuliefern, weil es die Bevölkerung selbst benötige. InsgeAm Dienstag Eröffnung des Winterhilfswerks 1934/35. Der Kampf gegen Hunger und Kälte beginnt. Berlin, 7. Oktober. Wie aus einer Meldung des Madrider„ABC hervorgeht, haben Militärflugzeuge auf Ansammlungen von Aufständischen im Kohlenbecken von Asturien Bomben geworfen. Meldungen über die Zahl der Verluste an Menschenleben sind nicht eingegangen. Der Wille zum Widerstand scheint in Asturien besonders stark zu sein. Trotzdem hofft man in Regierungskreisen mit den Aufrührern fertig zu werden. Die Art der Kriegführung, schreibt das dieser Versammlung im Reichstagssitzungssaal fast ausBlatt, in jenen Gebieten an die Kampfe in nahmslos diejenigen Volkskreise durch DelegaMit der Eröffnung des Winterhilfswerks 1934/35. die durch den Führer und Reichskanzler und durch Reichsminister Dr. Goebbels am Dienstag, 9. Oktober. 12 Uhr mittags, im Rahmen einer Arbeitssitzung des Reichsbeirats des Winterhilfswerks erfolgt, beginnt der diesjährige Kampfgegen Hunger und Kälte. Außer den Mitgliedern des Beirats sind zu Wie den Blättern weiter zu entnehmen ist, dauert der Generalstreik in Bilbao und Barcelona an. Aehnlich ist die Lage in einer Reihe anderer Städte Spaniens. Besonders gespannt, so heißt es, sei die Lage in Bilbao, wo die Marxisten auf Unterstützung separatistischer Banden rechneten. In mehreren Dörfern sei der Kommunismus ausgerufen worden, mehrere Polizeibeamte seien überfallen worden: vier Beamte sollen getotet worden sein. Wie man hört, soll der größte Teil der Arbeiterschaft in Madrid die marxistischen Kraftproben satt haben. Trotzdem aber sollen zahlreiche Leute es nicht wagen, den Drahtziehern Widerstand zu leisten, da das Nichtbefolgen ihrer Befehle den Kampfesmüden meistens das Leben koste. Auch die Briefträger seien von ihren Organisationen unter Druck gesetzt worden, deshalb werde keine Post ausgetragen. Ein Teil des aufgestapelten Postgutes soll zerstört worden sein. Ein Teil der Telegraphenbeamten, der sich geweigert hat zu arbeiten, ist verhaftet worden. Die Brotversorgung der Hauptstadt wird von Soldaten, wenn auch in eingeschränktem Umfange, durchgeführt. Vor den Bäckereien stehen die Menschen Schlange. Auch die Mehrzahl der Restaurants ist noch geschlossen. Wie nicht anders denkbar war, hat der Kampf um Barcelona zahlreiche Opfer gefordert, deren Höhe noch nicht feststeht. Es ist auch selbstverständlich, daß die Kämpfe noch nicht völlig beendet sind, da die Anarchisten diese Gelegenheit ausnützen, mit allen Mitteln die Unruhe in Barcelona aufrechtzuerhalten suchen. Sonntag mittag sind allerdings die von Cartagena herbeibefohlenen Kriegsschiffe im Hafen von Barcelona vor Anker gegangen, sodaß mit einer baldigen Beendigung der Unruhen gerechnet werden kann. Die Linksradikalen Azana und Quiroga sind aus Barcelona entkommen, es ist aber anzunehmen, daß sie infolge der von der Madrider Regierung verhängten Grenz= und Hafensperre nicht entkommen werden. Auch der„spanische Lenin", der Vorkämpfer der marxistischen Einheitsfront, Largo Caballero, hat sich aus dem Staube gemacht. Ungarns neuer Nationalfeiertag. Budapest, 7. Oktober. Ganz Ungarn beging heute in feierlichster Form seiten neuen Nationalfeiertag. Man erinnert sich, daß vor einigen Tagen durch eine Regierungsverordnung als Gedenktag der Erhebung der ungarischen Nation gegen die Habsburger 1848 von jetzt an der 6. Oktober festgelegt wurde, an dem seinerzeit 13 ungarische Heerführer in Arad durch den Wiener Hofgeneral Haynau hingerichtet wurden, womit der Niederbruch dieser Erhebung und gleichzeitig der nationale Zusammenbruch besiegelt war. Die gesamte ungarische Presse widmet diesem historischen Geschehen Leitartikel, feiert die Märtyrer aus dieser Zeit, bringt„Blutregister“ der in den letzten 400 Jahren unter den Habsburgern hingerichteten ungarischen Märtyrer. Das Blatt Gömbös' spricht vom 6. Oktober 1848 als von einer„brutalen Kundgebung des Racheinstinkts eines fremden Herrscherhauses“. Andere Blätter erklären, daß die Festsetzung gerade dieses blutigen Oktobertages an die Gegenwart des verstümmelten Ungarn und die ihm aufgebürdeten Ungerechtigkeiten erinnere. Ungarn vertraue aber fest darauf, daß aus Vergangenheit und Gegenwart die Hoffnung seiner Wiedergeburt erwachsen könne. Die nationale Studentenschaft Ungarns veranstaltete eine große Kundgebung. Es wurden Reden über die drängenden politischen und sozialen Fragen gehalten. An den Veranstaltungen nahm auch der Vertreter der Deutschen Studentenschaft in Ungarn, Klaus Schickert, teil. Vertreter der Regierung und der akademischen Behörden wohnten der studentischen Kundgebung bei. tionen geladen worden, die in unmittelbarer Beziehung zum Winterhilfswerk stehen. Es werden also außer sämtlichen Gauamtswaltern der NSV., die mit ihren engsten Mitarbeitern aus dem ganzen Reich zu einer ersten Besprechung über das Winterhilfswerk 1934/35 zusammentreten, zahlreiche freiwillige Helfer und Sammler aus den Berliner Ortsgruppen geladen. Auch aus den Kreisen der vom Winterhilfswerk betreuten Arbeitslosen, Kleinrentner und sonstigen Unterstützungsbedürftigen werden aus jeder Ortsgruppe einige Vertreter hinzugezogen. Schließlich werden auch die Beamten, Angestellten und Arbeiter, die durch ihre Spenden zum Gelingen des Winterhilfswerks erheblich beitragen, durch Delegationen vertreten sein. Die Eröffnung des Winterhilfswerks 1934/35 ist keine Feier und keine Festlichkeit, sondern eine ernste Arbeitstagung. Denn noch viel mehr als im letzten Jahr muß in den bevorstehenden schweren Monaten das Winterhilfswerk zur tiefempfundenen Herzenssache des ganzen Volkes werden. Nicht durch Druck oder Zwang, nicht aus lästiger Verpflichtung soll geopfert werden. Vielmehr wird der vom Führer ausgesprochene Gedanke der nationalen Solidarität des ganzen deutschen Volkes, durch den der klassenkämpferische Begriff der sogenannten internationalen Solidarität des Proletariats ersetzt worden ist, zum Leitgedanken des neuen Winterhilfswerks gemacht werden. richtig ver nalen SoliDer tiefe Gehalt und Sinn dieser standenen und erlebten natio darität muß jedem Volksgenossen im Laufe der Wintermonate in Fleisch und Blutübergehen. Dann braucht uns um das Winterhilfswerk 1934/35 nicht bange sein. Zugleich mit dem Auftakt zum Winterhilfswerk 1934 wird auch der Rechenschaftsbericht über die Arbeit des vergangenen Jahres erstattet, von dem schon heute gesagt werden kann, daß die bis ins kleinste buchmäßig aufgeführten Zahlen allen Nörgeleien gegenüber dem Winterhilfswerk die Spitze abbrechen werden, umsomehr, als dadurch zahlenmäßig belegt wird, daß die Verwaltungskosten überhaupt nicht ins Gewicht fallen. Die Organisation des Winterhilfswerks wird auch im kommenden Winter im großen und ganzen die gleiche wie im Vorjahr bleiben. Der deutsche Rundfunk überträgt am Dienstag von 12 Uhr bis 13,30 Uhr die Eröffnung des Winterhilfswerks 1934 aus dem Reichstagssitzungssaal der Krolloper zu Berlin. Diese Sendung wird am Dienstagabend von 20,10 bis 21,40 Uhr vom Reichssender Berlin für alle deutschen Sender wiederholt. „Entwicklung der europäischen Geschichte ohne Deutschland undenkbar". Ernster französisch-türkischer Flottenzwischenfall. DNB Istanbul, 7. Oktober. Anläßlich eines Besuches französischer Kriegschiffe in türkischen Gewässern hat sich dem Vernehmen nach ein schwerer Zwischenfall zugetragen. Bereits seit einigen Tagen war hier die Ankunft von zwei der modernsten und größten französischen Torpedobootszerstörer„Guepard“ und„Cassard“ angemeldet, die in Istanbul einen amtlichen Besuch machen wollten. Beide Schiffe haben unterdessen im Mittelmeer gekreuzt und wollten vorher den Hafen Smyrna anlaufen. Dieser Hafen gehört aber zu den von der türkischen Rogierung offiziell als Kriegshafen erklärten Plätzen, zu denen jegliche Annäherung fremder Schiffe ausdrücklich verboten ist. Die beiden französischen Einheiten sollen trotzdem versucht haben, den Hafen anzulaufen, der Besuch soll jedoch durch mehrere scharfe Schüsse der türkischen Landbatterien verhindert worden sein, auf die von französischer Seite ebenfalls mit Schüssen geantwortet sein soll. Kollektivbauern verweigern die Abgabe von Getreide. Sowjetbeamte wegen Sabotage verhaftet. DNB Moskau. 7. Oktober. 30 Kollektiven der Landwirtschaft und sahlreiche Staatsgüter haben sich geweigert, der Eine Rede Mussolinis in Mailand. DNB Mailand, 7. Oktober. Auf dem Domplatz hörte am Samstag nachmittag etwa eine halbe Million Menschen die Rede Mussolinis an, die durch Lautsprecher in weitem Umkreis verbreitet wurde. an Italien grenzen und denen gegenüber man eine Haltung einnehmen müsse, die nicht Gleichgültigkeit sein könne, sondern entweder Feindschaft oder Freundschaft. „Beginnen wir mit dem Osten. Es ist offensichtlich, daß keine großen Möglichkeiten bestehen, unsere Beziehungen zu den Nachbarn jenseits der Istrischen Alpen und der Adria(Südslawien) zu verbessern, wenn sie fortfahren, in ihren Zeitungen tobende Polemiken zu bringen, die uns im Innersten verletzen. Die erste Bedingung einer Politik der Freundschaft, die nicht in diplomatischen Protokollen erstarrt, sondern die in das Herz der Menschen eindringt, ist, daß man die Tapferkeit des italienischen Heeres nicht im geringsten bezweifelt. Immerhin können wir nochmals die Möglichkeit einer Verständigung bieten, für die bestimmte Voraussetzungen bestehen. Wir haben die Unabhängigkeit der österreichischen Republik verteidigt und werden sie weiter verteidigen, eine Unabhängigkeit, die durch das Blut eines Bundeskanzlers geweiht worden ist, der klein von Gestalt, aber groß im Charakter und im Herzen war. Wer behauptet, daß Italien Eroberungsabsichten hegte oder die Republik eine Art Protektorat auferlegen werde, ist entweder über die Tatsachen nicht auf dem laufenden oder er lügt wissentlich. Das gibt mir Gelegenheit zu betonen, daß die Entwicklung der europäischen Geschichte ohne Deutschland nicht denkbar ist, aber daß es notwendig ist, daß einige deutsche Strömungen nicht den Eindruck erwecken, daß es Deutschland ist, welches sich dem Lauf der europäischen Geschichte entziehen will. Unsere Beziehungen mit der Schweiz sind ausgezeichnet und werden so bleiben, nicht nur für zehn Jahre, sondern für eine viel längere Zeit. Es besteht kein Zweifel, daß seit wenigstens einem Jahre unsere Beziehungen zu Frankreich erheblich gebessert sind. Und wenn wir durch Abkommen erreichen, was wir wünschen, wird das sehr nützlich und fruchtbringend sein sowohl für die beiden Länder, als auch im allgemeinen Interesse Europas. Alles das wird sich zwischen Ende Oktober und Anfang November zeigen. Panzer und Ges fall der unabsehbaren Arbeitergenommen. Mussolini an Gömbös. DNB. Budapest, 7. Oktober. Ministerpräsident Mussolini hat am Sonntag an den ungarischen Ministerpräsidenten Gömbös folgendes Telegramm gerichtet:„Es ist mein Wunsch, Ihnen mitzuteilen, daß ich am Schluß meiner Rede, als ich über den Frieden und die ihn begleitende Gerechtigkeit sprach, an Ungarn gedacht und auf dasselbe angespielt habe.“ Ministerpräsident Gömbös antwortete mit folgendem Telegramm an Mussolini:„Ich bin dankbar für Ihr Telegramm.“ Einigung der marxistischen Gewerkschaften. Moskan im Spiel. (!) Paris, 7. Oktober. Seit Freitag tagen die marxistischen und kommunistischen Gewerkschaften getrennt in Paris, um eine Einigung in der französischen Gewerkschaftsbewegung herbeizuführen. Nachdem Jouhaux vor den marxistischen Gewerkschaften in einer Rede erklärt hatte, daß sie den Mut haben würden zu handeln, um gegen den Faschismus Front zu machen, sind im Laufe des Sonnabends die Verhandlungen soweit gediehen, daß eine Abordnung einen Vorschlag hat, der marxistischen Gewerkschaften zum Zusammenschluß überbracht der die Herstellung einer sowohl von den politischen Parteien als auch von allen Regierungen unabhängigen Gewerkschaft zum Ziel hat. Ueber diesen marxistischen Vorschlag auf Einsetzung eines Ausschusses zur Vorbereitung eines außerordentlichen Kongresses beider Gewerkschaftsrichtungen zum Zwecke ihrer Zusammenlegung berieten dann die kommunistischen Gewerkschaften. Bei Besprechung dieser Einigungsbestrebungen innerhalb der französischen Gewerkschaften macht der„Temps“ die Enthüllung, daß der Geschäftsführer der kommunistischen Gewerkschaften in Frankreich von einer Reise aus Moskau nach Paris zurückgekehrt sei, und daß er aus Moskau Weisungen mitbekommen habe, daß die kommunistischen Gewerkschaften in Frankreich auf den Einigungsvorschlaa der marxistischen Gewerkschaften eingehen sollen. Das wäre ein Sieg der marxistischen Gewerkschaften in Frankreich. Moskau wäre also, so schließt der„Temps“, nicht abgeneigt, das Spiel der reformistischen Gewerkschaften zu spielen, um die Macht der roten Gewerkschaftsinternationale zu schwächen, deren Kontrolle für Sowjetrußland immer schwieriger werde, weil die sowjetrussischen Gewerkschaften nicht das Recht hätten, den Streik auszurufen oder gegen den Staat Front zu machen. Der Landesrat des kommunistischen Gewerkschaftsverbandes hat am Sonntag morgen nochmals über die Frage des Zusammenschlusses beraten und sich im wesentlichen mit den Vorschlägen der marxistischen Gewerkschaften einverstanden erklärt. Der französische kommunistische Gewerkschaftsführer Monmousseau, der soeben von einer Reise aus Moskau zurückgekehrt ist, sprach sich bezeichnenderweise für die Einigunasbeweauna aus. Am nächsten Dienstag wird je eine Abordnung beider Gewerkschaftsverbände zusammentreten, um über die Vorarbeiten für die Einigung zu verhandeln. samt sind 23 Sowjetbeamte in Haft genommen worden. Barthou am 3. November in Rom. (l) Paris, 7. Oktober. Dem„Paris Soir“ wird aus Rom gemeldet, daß au Grund eines Meinungsaustausches zwischen dem UnterAtär im Außenministerium, Suvich, und dem sei. Barthou werde am 4. November in Rom bei den Gedenkfeiern des italjenischen Waffenstillstandes zugegen sein, was„dem ersten Tage seines Aufenthalts in der Hauptstadt Italiens einen brüderlichen Charakter verleihen“ würde. Raubmord um 20 Mork. Das Opfer auf die Schienen geworfen. + Heidelberg, 7. Oktober. Am Freitag morgen hörten Bewohner eines Dorfes be Eberbach laute Hilferufe vom jenseitigen Ufer deNeckar. Erst später fand man auf dem Bahnkörper zwischen Eberbach und Hirschhorn eine männliche Leiche. Es handelt sich um einen 54 Jahre alten Mann aus Leipzig, der sich auf Wanderschaft befand un am Abend vorher in Begleitung eines zweiten Mannes und einer Frauensperson zwischen Neckarhausen und Hirschhorn gesehen wurde, wobei er ein Fahrrad mit sich führte. Das Rad, das wahrscheinlich gestohlen war, hatte der Tote am Abend in Hirschhorn für 20 Markverkauft. Da bei der Leiche kein Geld gefunden wurde liegt zweifellos ein Raubmord vor. Als Täter kommen die erwähnten beiden Personen in Frage, die die Leiche, um Selbstmord vorzutäuschen, auf den Bahnkörper schafften. Die Leiche wies neben Schlagspuren auch Würgespuren auf. Die mutmaßlichen Täter sind noch nicht gefaßt. Die Verbesserung der Beziehungen zwischen den Völkern Europas ist umso nützlicher, als die Abrüstungskonferenz gescheitert ist. Es besteht kein Zweifel, daß es Henderson, der als richtiger Engländer zähe ist, in keiner Weise gelingen wird, den Lazarus der Abrüstungskonferenz wieder aufzuerwecken, der unter der Last der eschütze begraben liegt. Nachdem die Dinge so stehen, werdet Ihr nicht überrascht sein, daß wir heute entschlossen auf der völlständigen militärischen Ausbildung des Volkesbesteyen. Das ist die andere Seite des Korporativ=Systems. Damit die Stimmung der Arbeitermassen gehoben sei, haben wir die Forderung einer höheren sozialen Gerechtigkeit für das italienische Volk verkündet. Denn ein Volk, das im Innern nicht zeitgemäße Verhältnisse besitzt, wird in der Stunde des Ernstes nicht die erforderliche Leistungsfähigkeit aufbringen. Die Zukunft kann nicht wie ein Stundenplan oder ein Fahrplan festgesetzt werden. Man darf nicht zu langfristige Hypotheken aufnehmen. Wir wiederholen mit Ueberzeugung und Nachdruck, daß der Faschismus das Vorbild der europäischen und der italienischen Zivilisation in diesem Jahrhundert sein wird. Was die sichere oder unsichere Zukunft betrifft, so steht eine Tatsache unerschütterlich fest, nämlich unsere Leidenschaft, unser Glaube und unser Wille. Wenn sie den wahren Frieden bringt und den ersprießlichen Frieden, der von Gerechtigkeit begleitet sein muß, werden wir unsere Gewehrläufe mit Oelzweigen schmücken können. Aber wenn das nicht zutrifft, so könnt Ihr sicher sein, daß wir notfalls die Spitzen unserer Bajonette mit den Lorbeeren und Eichenblättern aller Siege schmücken werden.“ Die Rede wurde von minutenlangem, stürmischem Beibsehbaren Arbeiter- und Volk und Volksmassen auf8 Stunden treibend auf der Nordsee. DNB Bremen, 9. Oktober. Wie die deutsche Dampfschiffahrtsgesellschaft„Hanse“ mitteilt, hat der Kapitän ihres Schiffes„Wildenfels“zu dem Untergang des belgischen Dampfers„Charles Jose“ der am Donnerstag um Mitternacht westlich vom Haat Feuerschiff gekentert ist, ausgesagt, daß nur der Kavitän des belgischen Dampfers aus dem auf de Wellen treibenden Rettungsboot geborgen werden konnte. Der Gerettete berichtete, daß sein Schiff bei außerordentlich schlechtem Wetter unter gegangen sei. Er selbst habe über acht Stunden auf der Nordsee getrieben, bevor ihn die Bsatzung der„Wildenfels“ an Bord genommen habe. Ehemaliger Gesandter vor Gericht DNB Kowno, 7. Oktober. Sonnabend vormittag begann vor dem Kownoer 8zirksgericht der Sensationsprozeß gegen den langjäh rigen litauischen Gesandten in Berlin, zule Gesandten in London. Sidzikauskas. Bekanntli wird er beschuldigt, von deutschen Bürgern für die Einennung zu litauischen Ehrenkonsuln Beträge in einer Gesamthöhe von 88 000 Mai für litauische Wohltätigkeitszwecke erhalten, das 6el aber nicht dieser Bestimmung zugeführt zu haben. Am Sonntag wurde das Urteil gefällt. Es laut auf sechs Monate Gefängnis mit dreijährige Bewährungsfrist. Die Urteilsbegründung wird spän bekanntgegeben. Explosion in einer Sprengstoff=Fabri X Oslo, 7. Okt. In einer Sprengstorf=Fabrik. die etwa 30 k von Oslo entfernt liegt, ereignete sich eine Explosion durch die vier Arbeiter getotet wurden. Durchd Explosion wurde ein Schuppen zerstört, außerdem gingen durch den Luftdruck zahlreiche Fensterscheiben in allen Häusern, die in einem Umkreis von einigen hundert Me tern entfernt lagen, in Scherben. Weitere Kircheneinziehungen in Mexiko. § Mexiko=Stadt, 7. Oktober, Im Amtsblatt wird die Einziehung weiterer zwöl Kirchen in den Staaten Chiapas und Colima mit= geteilt. 20 Jahre Gefängnis gegen zwei Geistliche beantrag § Mexiko, 7. Oktober. Wegen Beteiligung an der Ermordung des Präs denten Obregon hatten sich die Patres Jimenez un Trejo Morales vor Gericht zu verantworten. Der Staatanwalt beantragte gegen beide je 20 Jahre fängnis. In der Anklagerede griff der Staatsanwal die Kirche scharf an, die er als verantwortlich fü den Mord an Obregon bezeichnete. Die Angeklagten teuerten ihre Unschuld. Das einigen Wochen zu erwarten sein. Urteil dürfte erst Schiffsunglück im Marmara=Meer. DNB Istanbul, 7. Oktober. Ein mit 40 Personen besetztes Motorboot ist an Sonnabend im Marmara=Meer miteinem Da zusammengestoßen. Das Motorboot ist gesunten. 20 Personen wurden gerettet; 33 Personen sind ertrunken. Das große Motorboot, das dem 1 mäßigen Personenverkehr über das Marmara=M diente, wurde hauptsächlich von Bauern und Handwerken benutzt. Der Kapitän des Dampfers und die Besatzun des Motorbootes wurden verhaftet. 6 0 egelge e Neues in Die 6. internationale Kochkunstausstellung am Samstag vormittag in der Frankfurter Festhaeröffnet worden. Wie aus Salzburg gemeldet wird, hat sich das 8e finden des Fürst=Erzbischofs Dr. Rieder ve. schlechtert. Die Körperschwäche hat weiterhin zugenom men. Der Zustand Rieders gibt zu den ernstesten fürchtungen Anlaß. Außenminister Barthou empfing am Samsto, nachmittag den französischen Botschafter in Warschu Laroche. Präsident Ubico von Guatemala empfing am Fr“ tag den von seinem Posten scheidenden deutschen sandten von Kuhlmann in einer Abschiedsaudien Joffres„Verfolgungsarmee". große Jagen an den Heeresflügeln. Zum Verständnis der Oktoberschlachten von 1914. Von unserem militärischen Mitarbeiter. Als mit dem Side von Falkenhayns Generaloffensive der letzten Septembertage die endgültige Erstarrung der gegnerischen Fronten auf dem westlichen Kriegsschauplatze beginnt, als die neue Lage an der Westfront ihr wichtigstes Kennzeichen dadurch erhält, daß alle Bewegung, die die kämpfenden Armeen in diesem Augenblicke höchster Spannungen zu erzeugen imstande sind, sich an den äußersten Flanken der Fronten — am linken Flügel der französisch=englischen, am rechten der deutschen— zusammenballt und die Armeen der Flanken in äußerster Konzentration des Vorwärtsdranges in der Richtung auf das Meereinander zu überholen suchen, gewinnt auf der Bühne des westlichen Kriegstheaters eine Erscheinung größte Bedeutung, eine echt französische, aus Temperament und Phantasie geborene Schöpfung der französischen Heerführung, die ihre besondere Aufgabe unmittelbar im Zuschnitt auf die an den Heresflanken entstandene Situation hin erhalten hat: die„armee de poursuite“ des Generals de Curières de Castelnau.„Armée de poursuire—„Verfolgungsarmee“— das ist kein Heeresteil, dem ein fester Platz an der Front zur Verteidigung bestimmt ist; dieser Armee gehört kein Abschnitt zwischen der Schweizer Grenze und Noyon; sie hat keinen anderen Zweck als den einen, den ihr Name ausdrückt: zu verfolgen, zu hetzen, zu jagen, und nichts als das; wie ein von der Sehne geschnellter Pfeil dem Feinde in die Flanke zu fahren, immer wieder in die Flanke, und in dieser Bewegung nicht aufzuhören, bis er geschlagen ist. Drüben der deutsche Feind— Joffre hat es erkannt— will noch einmal die verlorene Entscheidung an der Marne nach dem Plane seines großen Toten, des Feldmarschalls Schlieffen, suchen. Moltke hat begonnen, die Grundlage Schlieffenscher Gedankengänge zu verlassen. Sein nicht größerer Nachfolger hat sich ganz von ihnen losgesagt und 14 Tage lang, mit der Büffeltaktik immer neuer frontaler Stöße, versucht, die gegnerische Mauer einzurennen. Jetzt scheint er sich der Idee Schlieffens zu erinnern. Er kehrt zurück zur„Cannae“=Idee,— noch einmal will er das Prinzip der nördlichen Umfassung anwenden. Das erkent Joffre. Aber mit lebhafterer Phantasie und schärferer Erkenntnis als Falkenhayn, der — allzu spät!— zu dem wohlbekannten Schema des Großen Generalstabes greift, hat Joffre auch die volle Bedeutung des freien Nordflügels klarer erkannt, und in dem Bewußtsein, daß der Bewegungskrieg zwischen Noyon und Lothringen endgültig zu Ende ist, setzt er nun alles auf eine Karte. Und kaum ist ihm klar geworden, wohin die Reise gehen muß, so denkt er auch schon den Gedanken ganz zu Ende. Drüben hat Moltke die neu gebildete, aus Belgien heranmarschierte 7. Armee Heeringens nicht an der Heeresflanke, rechts außerhalb der 1. Armee Klucks, sondern links von ihr eingesetzt und sie, ohne Bedeutung für den(von ihm noch nicht gefaßten) Gedanken der Verlängerung des rechten Flügels, in die Frontalschlacht geworfen. Sein Nachfolger, Falkenhayn, hat zwar die 6. Armee des bayerischen Kronprinzen von Lothringen an den rechten Flügel versetzt, aber doch mehr im Sinne des Schlieffenschen Gedankens vom„starken“ rechten Flügel als zum Zwecke dessen, was sich nun im Großen Hauptquartier Joffres gestaltet. Schon am 18. September hat Joffre,„noch in der Erwartung des Sieges im Zentrum“, bei Amiens eine neue Armee gebildet. Zu ihrem Oberbefehlshaber hat er den General de Curières de Castelnau genommen, der bisher in Lothringen kommandierte und der mit der neuen Armee zunächst den Auftrag hat, westlich der Mosel gemeinsam mit der französischen 3. Armee die rechte Flanke der zwischen Verdun und Compiègne befindlichen französisch=englischen Heereskräfte gegen Metz und Diedenhofen zu decken. Jetzt erhält de Castelnau Befehl, mit seiner 2. Armee, die aus Teilen der alten 2., der 1.. 6. und 9. Armee sowie zwei Kavallerie=Korps gebildet ist, an den äußersten linken Flügel zu gehen und dort„eine deutsche Ueberflügelung zu verhindern; die Operationen sind so zu führen, daß stets der äußerste Flügel des Gegners flankiert wird.“ In dieser Weisung wird die Bezeichnung„armee de poursuite“ selbst noch nicht angewendet, aber ihre Aufgabe ist bereits klar in diesem Sinne umschrieben. Sie wird, von Amiens her auf St. Quentin marschierend, den Deutschen„den Genickstoß geben". General Maunoury ist es während der Marnetage vor Paris nicht gelungen. Hier, in dem leeren Raume von 200 km Breite zwischen Noyon und der Küste, ist der rechte Platz dafür. Am 20. September, abends, trifft de Castelnau mit seinem Srabe in Creil ein, am folgenden Tage nimmt er Quartier in Clermont. Zugleich tritt die„armée de poursuite“ ihren Vormarsch an; ihrer Bestimmung entsprechend, verfügt sie über große Kavalleriemassen. Joffre ist siegesgewiß; er zweifelt nicht am Erfolge seines Planes. Aber er hat sich geirrt. De Castelnau stößt schnell auf Widerstand und erleidet Rückschläge. Seine Kavallerie erfährt starke Verluste, und am Abend muß er melden, daß er auf ganzer Front mit den Deutschen im Kampfe steht und nicht einen Schritt über die erreichte Linie hinausgekommen ist. Die deutsche 6. Armee ist zum Kampfe angetreten, und, wie drüben Falkenhayn, begräbt Joffre an der Somme die Hoffnung auf schnellen Umfassungssieg. Aber Joffre ist auch jetzt von größerer Beweglichkeit, Entschlossenheit und Schnelligkeit. Sein Plan ist nicht an den Ort, sondern an die Idee der Umfassung um jeden Preis gebunden. Er erkennt, daß Falkenhayn vom linken Flügel her starke Kräfte an die nördliche Flanke wirft, daß ihr Auftreten jede Stunde zu erwarten ist. So wird nun aus der 2. Armee de Castelnaus in Wahrheit die„Verfolgungsarmee“. Befehl auf Befehl ergeht an den General, seine Front immer weiter in nördlicher Richtung auszudehnen. Die Territorial=Divisionen 81, 82, 84 und 88, die bei Bapaume stehen, sollen auf Aubigny=Béthune vorstoßen; keine Zeit darf verloren werden. Zugleich bemüht er sich, das eingeschlossene belgische Heer zu einem neuen Vorstoß aus Antwerpen heraus gegen die deutschen rückwärtigen Verbindungen zu veranlassen. General de Castelnau gehorcht, aber zunächst verhindert sein Gegner jedes Vordringen, und seine Korps haben hohe Verluste. So beschließt General Joffre am 24. September ihm schnellstens Verstärkungen zu schicken. Die„armée de poursuite“ muß nicht nur beweglich, sondern auch stark sein, wenn sie ihre Aufgabe recht erfüllen soll. Bald zeigt sich, daß die Ereignisse ihm recht geben. Am 26. entwickeln sich blutige Kämpfe zwischen der französischen 2. Armee und der deutschen 6. Armee. Dies ist der Augenblick, in dem Joffre in jener„Ordre Général“ die Armeen seines linken Flügels zu„letzter Kraftanstrengung“ anspornt. Aber auch ihm gelingt, wie drüben den Deutschen, die Umfassung nicht, und als am Abend des 27. September bei den Deutschen der große Angriff der 6. Armee zum Erlöschen kommt, hat auch de Castelnaus Armee die Initiative, deren Erzwingung seine Aufgabe ist, nicht erzwungen. Doch Joffre läßt nicht von seinem Plan. Er hat am 28. September das Große Hauptquartier von Caatillon nach Romilly verlegt. Er erläßt am 29. einen neuen allgemeinen Heeresbefehl mit der Anweisung an die Armeen, den Angriff nur dort wieder aufzunehmen, wo er Aussicht habe, besondere Erfolge zu erzielen. Zugleich schickt er der 2. Armee neue Verstärkungen. Und da der Verfolgungsgedanke in seinem Hirn immer im Vordergrunde lebendig ist, gibt er dem Pfeile, den die„armée de poursuite“ de Castelnaus bilden sollte, noch eine schärfere äußerste Spitze. Die Armee ist ihrer Aufgabe durch die Kämpfe der letzten Tage mehr als erwünscht entfremdet worden. Sie ist festgehalten und nimmt jetzt, gegen den Plan, einen Frontabschnitt ein. Und dieser Abschnitt hat sich obendrein mit dem Uebergreifen der Schlacht auf das nördliche Ufer der Somme unerträglich weit gedehnt. Joffree hat wieder, immer auf der Linie seiner Gesamtidee, einen Ausweg bereit. Er läßt die 2. Armee am Platze und beläßt ihr dennoch den Charakter der „armee de poursuite“, indem er ohne lange Ueberlegung im kleineren Maßstabe wiederholt, was er im großen mit der Verfolgungsarmee getan hatte: er stellt wieder eine neue Kampftruppe für die Ueberholung und Umfassung auf und schickt sie an den linken Flügel der Armee de Castelnau. Die neue ArmeeAbteilung wird zur 2. Armee gehören und ihrem Oberkommando unterstellt sein, aber in taktischer Beziehung gibt Joffre ihrem Befehlshaber General de Maudhuy volle Selbständigkeit; er wird vom 1. Oktober ab Deutsche Beschwerde summarisch abgetan Knox verteidigt seine Emigrantenkommissare. DNB Genf, 7. Oktober. Das Völkerbundssekretariat gibt heute die 5. Eingabe der Deutschen Front bezüglich der Polizeifrage im Saargebiet mit einem Begleitschreiben des Präsidenten der Regierungskommission, Knor. bekannt. Knox sieht in der Tatsache, daß die Saarpresse die Eingabe schon am Tage ihrer Ueberreichung an die Regierungskommission veröffentlichte, einen Versuch, sich den Pressegesetzen zu entziehen.(!) Knox geht dann auf die Feststellungen der Beschwerde ein, die sich mit dem heutigen Verkehr der Emigrantenkommissäre Machts und Ritzel mit den Führern der französischen Spionage befassen.— Diese beiden Beamten hätten„mit Entrüstung gegen die Anschuldigungen der Deutschen Front protestier““. Knox erklärt ausweichend das Verhalten Machts und Ritzels damit, daß diese und besonders der letztere„aus zolldienstlichen Gründen“ gezwungen seien, mit französischen Grenzbehörden in Verbindung zu treten. Dieser Kontakt sei umso notwendiger, als die Saar dem französischen Zollsystem angehöre. Auch an der deutschen Grenze sei eine Verbindung mit den deutschen Grenzbehörden vorhanden. Im übrigen wird bemerkt, daß Machts erst im November 1933 ins Saargebiet gekommen sei und seinen Wunsch, in den Dienst der Saarregierung zu treten, von Berlin aus geäußert habe. Bezüglich der Bürotätigkeit gewisser Polizeibeamter weist Knox auf den Bericht vom 12. März an das Völkerbundskomitee hin, in welchem er ausgeführt hatte, daß die im Gang befindliche Reorganisation der Polizei eine Verwendung dieser Elemente in den normalen Polizeiabteilungen mit einschließe. Auf andere Punkte der Beschwerde der Deutschen Front geht Knox gar nicht ein. Er fertigt sie mit der summarischen Behauptung ab, daß der größte Teil der Beschwerde auf ungenauen und tendenziösen Angaben beruhe. die Kampfleitung nördlich der Somme verantworten. Drei Armeekorps und zwei Kavalleriekorps bilden seine Kampfkraft. Mit diesem verlängerten Flügel der Verfolgungsarmee hofft Joffree die Lage des linken Flügels wieder herzustellen und seinen bisherigen Plan der Umfassung des deutschen rechten Flügels nach dem Mißerfolge der letzten Septembertage doch noch durchzusetzen. Zwischen Béthune und Arras erfolgt Maud'huys erster Zusammenstoß mit der rechten Flanke der deutschen 6. Armee, die eben von neuem zum Stoße gegen den französischen linken Flügel schreitet. Die Schlacht von Arras hat begonnen. Sie nimmt einen für beide Gegner unerwünschten Verlauf. Für die Franzosen führt sie zu der Erkenntnis, daß dem linken Heeresflügel eine einheitliche Leitung der Operationen nottut. Die südlich Arras sowie bei Lille stehenden beiden Territorialtruppen sind unmittelbar der Obersten Führung unterstellt, die zwischen ihnen bei Arras kämpfende Armeeabteilung Maud'huy ist in der Führung der Kämpfe selbständig, aber in allen anderen Fragen der Armee de Castelnau unterstellt. Daraus ergeben sich Hemmungen, die noch bedeutend vermehrt werden durch eine völlig unzulängliche Verbindung der kämpfenden Verbände miteinander. Als am Nachmittag des 4. Oktober zugleich von der Armee=Abteilung de Maud'huy ernste Meldungen über die dortige Lage und von der 2. Armee Berichte eintreffen, daß General de Castelnau sich mit der Absicht trägt, unter Umständen hinter die Somme zuruazugehen, faßt der bewegliche Joffre wieder einen der Lage angepaßten neuen Entschluß, er schafft aus der Improvisation eine neue hohe Kommandostelle, die des„adjoint au general en chef“, überträgt sie telegraphisch dem bisherigen Oberbefehlshaber der 9. Armee. General Foch, und vereinigt unter dessen Oberbefehl die bisherige 2. Armee de CastelDie Erziehung zum neuen Staat. Alfred Rosenberg vor den Lehrern Sachsens. DNB Leipzig, 6. Oktober. In der Eröffnungskundgebung der NSDAP, Gau Sachsen, Amt für Erzieher(NSBL) hielt Reichsleiter Alfred Rosenberg eine Rede, in der er u. a. ausführte: Der Begriff des Schulmeisters wird heute in weiten Volksschichten ungerechterweise zusammengekop mit Vorstellungen von Nörgelsucht und Besserwisserei, und man kann wohl sagen, mit der Vorstellung einer nicht ganz durchgeführten abgerundeten, in sich geschlossenen Bildung. Ich weiß, daß das nicht angenehm ist, wenn wir das feststellen. Die Tatsache besteht aber, und wir haben auch die Pflicht, zu fragen, wodurch das gekommen ist. Es ging einmal ein geflügeltes Wort durch ganz Deutschland, daß der preußische Schulmeister die Schlacht von Königgrätz gewonnen hätte, das heißt, es wurde diesem deutschen Schulmeister ein Ehrentitel gegeben, wie er vielleicht ehrenvoller nicht gedacht werden konnte. Dieses geflügelte Wort zeigt, daß der Begriff des Schulmeisters allgemeine Achtung hatte. In diesem Begriff sammelte sich aber auch das, was wir innere Zucht, Disziplin und Ehrbarkeit nennen dürfen. Nach dieser Zeit sehen wir die technische Entwicklung in der ganzen Welt ungehemmt vorschreiten, die Großstadt und Weltstadt entsteht. Die Technik überflügelt alles andere Streben. Und da tritt etwas ein, was das Charakteristikum unseres ganzen Lebens ist: die Berufe und Stände und Disziplinen verästeln sich, sie sondern sich ab, umgeben sich mit hohen Mauern, und ein Spezialistentum wacht emsig und eifrig darüber, daß kaum jemand in die Geheimnisse des Spezialistentumes eindringen kann. Diese Verästelung der Lebensgebiete verhinderte eine in sich geschlossene politische Lebenserziehung. Die Lebenserziehung konnte deshalb nicht Schritt halten mit all diesen vorwärts stürmenden Ereignissen und sonderte sich vom Leben ab. Die große heroische Haltung der europäischen Wissenschaft vor 400 und 500 Jahren war nahezu vergessen, als die Epigonen dieses heroischen Kampfes die Lehrstühle Europas bevölkerten. Man stieg herunter nur in die sogenannte Erfahrungswissenschaft. In diese von oben kommenden Einflüsse wurde schließlich auch die Lehrerschaft, der deutsche Schulmeister, mit einbezogen. Er verlor die Wurzel, die ihn an Blut und Boden festhielt und schöpferisch machte. So sehen wir denn eine große Generation hinter dem politischen Demokratismus herlaufen, also auch hinter den verschiedenen Wirtschafts= und sonstigen Theorien, die in den letzten Jahrzehnten durch Europa gingen. Das war eine Verirrung zu einer hemmungslosen Vielwisserei, die nur die Früchte zeitigen konnte, die wir schließlich überall beobachten mußten. Hier ist es dann durch diese äußeren Einwirkungen dazu gekommen, daß der Schulmeister die Achtung vor sich selbst verlor und deshalb auch in breiten Volksschichten nicht mehr geachtet wurde wie früher. Ich glaube sagen zu können: So wie die nationalsozialistische Bewegung die Ehre des deutschen Arbeitertums und die Ehre des deutschen Bauern wiederhergestellt hat, so wird es auch ihre große Aufgabe sein, die Ehre des deutschen Schulmeisters wieder herzustellen. (Starker, anhaltender Beifall.) Der wahre Schulmeister ist überhaupt die Voraussetzung für einen guten deutschen Professor. Er muß heute von der uferlosen Weltstadt=Theorie wieder zurückfinden zu Blut und Boden. Und ein Schulmeister, der in seinem Dorfe Bescheid weiß über die Blumen und Tiere seines Landes, über die Geschichte der Erde seines Dorfes. über die Bodengeschichte seiner Landschaft, der Bescheid weiß über die politischen Kämpfe seiner Heimat und der um die großen Schicksale seines ganzen Volkes weiß, der hat die Voraussetzungen seelischer und charakterlicher Art, die zum Teil verloren gegangen sind, die aber heute zurückerobert werden können. Und schließlich hängt davon im wesentlichen alles av: Kann ein Lehrer sich selbst und seine Jugend zu mutigen Menschen formen, dann ist der Grund für die ganze künftige Entwicklung gelegt, denn ein mutiger Mensch und ein mutiges Volk haben einen anderen Blick in die Welt als ein charakterloses Volk. Die neue Weltanschauung geht weder vom Einzel=Ich noch von einer unvorstellbaren, universalistischen Menschheit aus, sondern von einem Erlebnis, das wir nicht immer schwarz auf weiß nach Hause tragen können, das wir aber mit dem Begriff der Rassenseele umschreiben. Von diesem geheimnisvollen Zentrum entwickelt sich das, was wir Volkskultur und Volkstum nennen. Und das ergibt die schöpferische Persönlichkeit, und, alles zusammen, einen Kulturkreis. Das sind nicht Begriffe und Steigerungen einer Stufenleiter, sondern das ist ein organischer seelischer Blutkreislauf, der die Voraussetzungen wirklich großer Schöpfungen ist. Damit ist auch etwas ausgesprochen, was sich heute in der nationalsozialistischen Bewegung überall vollzieht: die Einheit von Leib und Seele und Geist. Der Geist ist kein Widersacher der Seele, sondern dies ist nur jener abstrakte blutleere Geist der letzten Epoche, der sich an dem Leib und an der Seele eines ganzen Volkes versündigte. Auch die nordische Wiedergeburt, die wir hauptsächlich an unserer Jugend erleben, wo Hitlerjungen und Mädels heute zu Sport und Spiel hinausziehen, ist Ausdruck dieser Erkenntnis. Diese nordische Wiedergeburt bedeutet in gewissem Sinne auch die Wiedergeburt der Antike, des alten griechischen Schönheitsideals. Erst wenn ein Volk innerlich sicher ist, wenn es daran glaubt, was es nach außen zu vertreten hat, dann erst ist dieses Volk wirklich Volk geworden. Dieser deutsche Nationalsozialismus unterscheidet sich deshalb von dem Nationalismus des wirtschaftlichen 19. Jahrhunderts wie Feuer und Wasser. Der junge Nationalsozialismus in Deutschland ist nicht expansiv, sondern er ist intensiv, d. y. er geht nicht zügellos nach außen nach allen Himmelsrichtungen, sondern er richtet sich nach innen auf die Ausgestaltung auch der kleinsten Seelenfaser des Volkes. Die Herren, die die Weltpresse mit der Kritik über den„kulturellen Tiefstano“ in Deutschland füllen, hätten alle Ursache, bei sich zu Hause Umschau zu halten.(Beifall.) Es versteht sich ganz von selbst, daß jeder Staat mit einem anderen korrekte außenpolitische Beziehungen pflegt. Auch Deutschland gedenkt hier keinerlei Ausnahmen zu machen. Aber wenn eine Institution wie in Genf sich auf die sogenannte Weltanschauung der Demokratie gründet und at sie ihren weltanschaulichen Bankerott unterschrieben. (Stürmischer Beifall.) Wenn man nun im Ausland fragt: Wenn Deutschland sein Volk so erzieht, wird dieses einmal starke und erzogene Deutschland in zehn Jahren nicht zu den Waffen greifen? Dann müssen wir schon sagen: wenn diese Herren diese Frage aufwerfen, dann kann das nur aus dem schlechten Gewissen kommen. Wir können eine Erziehung des deutschen Volkes zum Ehrbewußtsein und zu einer Vertiefung der Erkenntnis der Geschichte der Heimat nicht verbieten, wenn einmal vor 15 Jahren ein weltpolitisches Verbrechen begangen wurde. naus, die Armee=Abteilung de Maud'huy, die von nul ab als 10. Armee zu den bisherigen neun Frontarmeen tritt, einschließlich der beiden Kavallerie=Korps und ferner sämtliche zwischen Albert und der Küste eingesetzten Territorialverbände, sowie die Festung Dünkirchen. General Foch übergibt sofort den Oberbefehl seiner Armee General Humbert, bisher Führer des XXXII. Korps, und begibt sich unverzüglich im Kraftwagen an den Nordflügel der Heeresfront, wo er am 5. Oktober 4 Uhr morgens, auf dem Höhepunkt der Arrasschlacht, eintrifft. Als diese zu Ende geht, hat sich die Westfront in genau nördlicher Richtung abermals um 100 km verlängert. Ein Unglück für Deutschland! Wäre es Falkenhayn geglückt, die Umbiegung der Front im rechten Winkel bei Moulin sous Touvent zu verhindern und die Front in der Richtung zu verlängern, so wäre dem deutschen Volke „viel erspart geblieben“. Zweimal ist General Joffre dem deutschen Leiter der Operationen zuvorgekommen. Nunmehr wird im Staffellauf zur Küste das englische Heer des Marschalls French die Verfolgungsarmeen Joffres ablösen. Und statt in kürzester Linie zur Meeresküste nach Dieppe, wird die Front in Frankreich in wenigen Wochen auf Nieuport zu verlaufen und doppelt so lang sein... Spritweber und Genossen. Zuchthausstrafen im Devisenschieberprozeß. Berlin, 7. Oktober. In dem Devisenschieberprozeß gegen Spritweber und Genossen verkündete die vierte große Strafkammer des Berliner Landgerichts am Sonnabend das Urteil. Das Verfahren gegen den Mitangeklagten Anders wurde auf Grund der Amnestie eingestellt und bei den übrigen Angeklagten unter Verwerfung der von ihnen eingelegten Berufungen die Strafen auf die Berufung der Staatsanwaltschaft wesentlich erhöht. Es erhielten wegen fortgesetzten Devisenverbrechens in einem Fall und Beihilfe zu einem Devisenverbrechen in einem anderen Falle Hermann Weber fünf Jahre Zuchthaus und 90000 Mk. Geldstrafe, Markus Freiser fünf Jahre Zuchthaus und 105 000 Mark Geldstrafe. Trompetter fünf Jahre Zuchthaus und 60000 Mark Geldstrafe, der Angeklagte Dubester wegen Devisenverbrechens ein Jahr neun Monate Zuchthaus und 10 000 Mk. Geldstrafe, sowie der Angeklagte Arndt wegen fortgesetzten vorsätzlichen Devisenvergehens unter Einbeziehung einer früheren Strafe eine Gesamtstrafe von drei Jahren Gefängnis. Weber, Freiser und Trompetter wurden die bürgerlichen Ehrenrechte auf zehn Jahre, Dubester auf fünf Jahre abgesprochen. 750000 Mk. werden dem Staat für verfallen erklärt und eingezogen. Für diesen Betrag haften Freiser in voller Höhe, Weber dagegen nur in Höhe von 500 000 Mk Neuschnee in den Bergen. • Kempten, 7. Oktober. Während am Donnerstag unter Föhneinfluß noch, sommerliche Hitze herrschte, ging am Freitag die Temperatur bis auf 5 Grad Wärme zurück. In den Bergen ist bis 1600 Meter herab Schnee gefallen. Ein Kurier der österreichischen Marxisten festgenommen. DNB Wien, 5. Oktober. Im Gemeindebezirk Floridsdorf wurde Freitag früh ein Mann angehalten, der die Strecke Brünn—Wien auf seinem Fahrrade zurückgelegt hatte. In seinem Ruck sack fand man 1000 Exemplare der in Brünn her gestellten„arvelterzeirung“, des illegalen Kampf blattes der Marxisten in Oesterreich, sowie umfangreich Listen von sozialdemokratischen Parteimitglie dern, die auch nach vem Verbot ihre Bei träge bezahlt haben. Hauptschriftleiter und verantwortlich für Politik: Dr Georg Heider, Münster i. W., Stellvertreter des Haupt schriftleiters und verantwortlich für Münster und das Münsterland: Fritz Rediger, Münster i. W.; für Westdeutschland: Otto Heinz Tebbe; für Feuilleton: Peter Schlauß; für Handel und Sport: Dr. Anton Henkel, sämtlich in Dortmund; Berliner Redaktion: Dr. Ernst Häfner, Berlin-Lichterfelde; für den Zeno-Anzeigen teil: Verlagsleiter Dr. Erich Altmeppen Münster i. W. Druck: Zeno G. m. b. H., Münster i. W. Durchschnittsauflage: IX. 1934: Zeno-Zeitung insgesamt 40 456, enthaltend: Ahlener Volkszeitung, Nachrichtenblatt für die Kreise Beckum und Lüdinghausen, Ahlen, 2863:— Allgemeine Zeitung für die Kreise Coesfeld und Ahaus(Billerbecker Zeitung, Gescherer Zeitung, Vredener Anzeiger, Stadtlohner Volksblatt), Coesfeld, 5246:— Borkener Zeitung, Borker 3098:— Bürgerblatt für den Niederrhein und Reeser Tageblatt, Emmerich. 1809:— Dülmener Zeitung, Ämtliches Kreisblatt für den Kreis Coesfeld, Dülmen, 1736;— Halterner Zeitung, Haltern. 1650:— Kreis itung für den Kreis Ahaus(Gronauer Volkszeitung, Eper Volksblatt), Ahaus 3153:— Münsterländische Volkszeitung (Rheiner Volksblatt), Rheine. 3845:— Emsländische Tageszeitung(Lingener Tageszeitung, PapenburgAschendorfer Zeitung), Rheine, 1660;— N Emsbote für Kreis Warendorf und Amt Telgte(Warendorfer Kreisblatt), Warendorf. 2491:— Tagoblatt für den Kreis Steinfurt(Ochtruper Anzeiger, Wettringer Anzeiger, Metelener Zeitung, Neuenkirchener Zeitung), Ochtrup. 1625:— Volksblatt für Bocholt und den Kreis Borken. Bocholt. 6021:— Volksblatt für Wesel und den Kreis Rees. Wesel. 950:— Volkszeitung und Nachrichten für Emsdetten. Burgsteinfurt, Nordwalde, Borghorst, Greven, Emsdetten. 2297:— Volkszeitung für Dorsten und Herrlichkeit, Dorsten. 2002. Treue, Disziplin und Opferfreudigkeit. großer Tag.- Der Chef des Stabes der SA, Viktor Lutze, in seiner Seimat.- Aufmarsch der Standarten 255 und 87. (Eig. Ber.) Bevergern. 7. Hkt. Frischkalt liegt der Oktobermorgen über dem Münsterland. Sonntagliche Stille. Die Felder sind frisch bestellt, in den Weiden grasen die Pserde geruhsam nach der schweren Wochenarbeit. Sonntagliche Stille und Feierlichkeit. Hinter Greven beleben sich die Straßen. SA=Stürme ziehen auf Rädern gen Bevergern. Ihr Ehrentag ist heute. Der Chef des Stabes der SA, Viktor Lutze, wird heute in seinem Heimatort geehrt und mit ihm und in ihm die ganze SA. Je näher wir Bevergern kommen, desto dichter werden die Radfahrkolonnen. Die langen Schaftstiefel glänzen, die Koppelschlösser blitzen, die Uniform ist tadellos. Man weiß, wie ernst, streng und peinlich genau der Stabschef seine SA mustert, wenn er die Front abschreitet. Jeden einzelnen sieht er und jedem einzelnen sieht er offen, fest und gerade ins Auge. Und vor ihm muß und will jeder bestehen können. Es liegt eine festliche Stimmung über allen Ueber denen, die da auf ihren Rädern fahren, und denen, die in den Orten an den Straßen stehen. Scherzworte fliegen hinüber und herüber, die Hand hebt sich zum Gruß: Heil Hitler! klingt es frisch, stark und freudig. Das neue Deutschland. Am Rande des Teutoburger Waldes liegt Bevergern, nahe bei Riesenbeck. Von weitem schon grüßt das leuchtende Rot der Hakenkreuzbanner. Auf der Festwiese„die nach Riesenbeck hinaus vor dem Orte liegt, probt man die Lautsprecher aus. Die weithin klingenden Märsche bestätigen, daß alles in Ordnung ist. Und dann Bevergern: Ehrenbogen an den Eingangsstraßen, ein Meer von Fahnen taucht die Hauptstraße in rotbrennendes Leuchte. Aber auch in den Nebenstraßen sind Häuser und Zäune mit frischem Grün und mit Fahnen geschmückt. Bevergern hat sich würdig auf den großen Tag vorbereitet. Das schmucke Oertchen bereitet seinem großen Sohne einen eindrucksvollen und festlichen Empfang. In den Straßen lebhaftes Gedränge. Uniformen, Uniformen. Braun sind alle Straßen und Plätze. Gleich eine der ersten Seitenstraßen führt zu Lutzes Elternhaus. In dichten Scharen umlagert Hitlerjugend das geschmückte Haus. Wenige Schritte weiter kommt man zum Burghos. Der Festakt auf dem Burghof steht kurz bevor. Auf der Ehrentribüne sammeln sich die Spitzen der Gemeinde und der Partei. Man sieht den Kreisleiter der des Kreises Tecklenburg, den Landrat des Kreises Tecklenburg, den Bürgermeister, den Landesstellenkeiter Pg. Schmidt, Münster, u. a. Auf dem kleinen Platze drängen sich die Bürger Bevergerns und die, die von auswärts kamen. Der Sturm 13/87 hat vor der Tribüne Aufstellung genommen. Fahnenabordnungen der KO. HJ, der Kriegervereine und sonstigen Verbände sind aufmarschiert, die SS säumt den Weg, den der Stabschef kommt. Heilrufe der Menge begrüßen Viktor Lutze, den Sohn der Heimatgemeinde, den man heute ehren will, dem man als dem Vertreter der alten Kämpfer, die das neue Deutschland schufen, danken und Anerkennung zollen möchte, dem man aber auch das Treuegelöbnis auf den Führer mit auf den Weg geben wird. Der Kreisleiter begrüßte den Stabschef: In Zeiten, da in Deutschland Marxisten unser Vaterland verwirtschafteten, standen Männer auf, die sich diesem verbrecherischen Tun entgegenwarfen. Ohne Rücksicht auf persönliche Vorteile und Bindungen setzten sie sich ein, gaben ihr Leben hin wie die 400, die im Kampfe um Deutschland fielen. Und einer dieser Männer, einer der ersten i stder Shn unserer Heimat, der Chef des Stabes Viktor Lutze. Wenn wir ihn heute ehren, dann ehren wir in ihm alle die braunen Kämpfer, die für unser Vaterland und damit auch für unsere Heimat kämpften. Die Gemeinde Bevergern bekundet ihre Dankbarkeit durch die Verleihung des Ehrenbürgerrechtes. Der Führer des Sturmes 13/87 überreichte dem Chef des Stabes ein großes Bild vom 28. August, da Viktor Lutze zum ersten Male nach seiner Ernennung durch den Führer in Bevergern weilte und die örtliche SA vor ihm aufmarschiert war. Sichtlich erfreut dankte der Chef des Stabes dem Sturm sowohl für das Bild, wie er sagte, wie auch für das, was sein sollte, für die Bekundungder Treue und Hingabe an den Führer. Der Bürgermeister überreichte nach einer kurzen Ansprache dem Ehrenbürger den Ehrenbürgerbrief der Stadt Bevergern, der eine Sammlung der Denkmäler der Heimat beigefügt ist, so daß die Uukunde immer und zu jeder Zeit dem Ernannten eine freundliche Erinnerung an seinen Heimatort sein kann. Nach der Begrüßung durch den Landrat des Kreises Tecklenburg nahm der Chef des Stabes, Viktor Lutze, der neue Ehrenbürger der Gemeinde, selbst das Wort: Ich habe an einem für mich historischen Platze heute eine Ehrung erhalten, wie sie nicht jedem zuteil werden wird. Eine Ehrung, die Heimat und Ehre und Blut und Ehre verbindet. Blut und Ehre! Diesen Satz stellten wir vor 12 Jahren vor unser Tun, als wir gegen ein System ankämpften, das letzten Endes zum Ruin des deutschen Volkes und Staates führen mußte. Blut und Ehre sind die Grundlagen eines jeden Staates, vor allem aber des nationalsozialistischen Deutschland. Wenn Ihr mich heute zum Ehrenbürger ernennet, so will ich herzlich dafür danken. Diese Ehrung gilt aber nicht mir allein, sondern allen alten Kämpfern, die alles einsetzten, um das zu erreichen, was ein Mann sich zum Ziel gesetzt hatte. Es war ein Mann, der vor 14 Jahren mit wenigen anfing und Millionen eroberte, der am 30. Januar die Grundlagen des neuen Reiches legte und heute der Führer einer geeinten starken und gefeestigten Nation ist. Ehrenbürger haben Pflichten und Rechte. Ich werde es mir eine ehrenvolle Pflicht sein lassen, an dem Gedeihen dieser Gemeinde nach meinen Kräften mitzuarbeiten, auf daß sie ein gutes Fundament werde bei der Aufrichtung und dem Aufbau unseres neuen Deutschland. Aber ich will auch ein Recht in Anspruch nehmen: Ich fordere von Ihnen, auf dem nunmehr einmal beschrittenen Wege weiterzugehen und mitzuhelfen, damit auf diesem Fundament der Staat entstehen kann, in dem jeder deutsche Mann, ob arm oder reich, ob jung oder alt, leben kann als Deutscher und Bruder.(Lebh. Beifall.) Das ist mein erste Forderung und ich hoffe, daß wir hier in diesem Kreise und darüber hinaus in dieser Provinz alle Kämpfer sein werden für das neue Deutschland, für unser stolzes Vaterland. Der Leiter der Landesstelle, Pg. Schmidt, Münster, schloß den Reigen der Ansprachen: Wir Westfalen sind stolz auf einen Viktor Lutze. Er war der SA=Mann, der mit 18 Kameraden anfing und ganz Westdeutschland eroberte. Er war der Mann, der in schweren Krisenstunden dem Führer telegraphieren konnte:„Die SA unter meinem Befehl steht treu und unerschütterlich zu ihrem Führer.“ Er war der Mann, der nach den schreckensvollen Tagen, da eine Bande Meuterer das neue Deutschland zerschlagen wollte, die SA wieder zu Ehren gebracht hat, der den marschierenden braunen Bataillonen im ganzen Lande ihre Ehre und Unversehrtheit wiedergab.(Lebh. Bravorufe.) Er ist ein Westfale. Und Westfalensöhne fragen nicht nach Spiel und Tand, sie kennen nur eines: Treue! Das auf den Chef des Stabes ausgebrachte„Sieg Heil“ hallte laut und fest über den alten Burgplatz. Und wieder wie gestern schon in Rheine zeigte sich auch hier und hier noch stärker, lebhafter und freudiger als in Rheine das gleiche Bild: Jugend umdrängte den Chef des Stabes, Heilrufe und begeisterte Hochs kündeten schon von weitem, wenn der Chef des Stabes durch die Straßen ging. Den ganzen Tag über umlagerten SA und HJ das Elternhaus Lutzes, immer in der Hoffnung, ihn sehen zu können, eine Unterschrift unter sein Bild erhaschen zu können. So war es den ganzen Tag. So war es gestern in Rheine. Der Chef des Stabes konnte sich der stürmischen Begeisterung nicht entziehen. Und als er erschöpft und abgespannt mit einigen Freunden am Samstag abend hinausfuhr nach Ibbenbüren, um ein paar ruhige Stunden mit Kameraden verleben zu können, erging es ihm nicht besser. Gar bald hatte man seinen Aufenthalt in Ibbenbüren in Erfahrung gebracht. Und wieder umlagerten dichte Scharen den Tisch. Jeder wollte ihm einmal die Hand drücken, oder den Namenszug unter der Photographie stolz nach Hause tragen. In den Mittagstunden wurde der Verkehr und das Gedränge in Bevergern immer dichter und beängstigender. Die braunen Kolonnen der einzelnen Stürme rückten singend durch die Straßen zur Festwiese hinaus. Die Standarte 255 marschierte ein. Der Sturmbann II hinterließ bei allen sichtbaren Eindruck, vorbildlich in Haltung und Marschdisziplin erntete er die dankbare Anerkennung der in dichten Mengen die Straßen umsäumenden Zuschauer. Der Bann 263 mit Wimpeln und Fahnen schloß sich dem Zuge zur Aufmarschwiese an. Die Reiterstandarte 266, der heute vom Chef des Stabes fünf Wimpel verliehen werden sollten, nahm am Eingang des Geländes Aufstellung. Und an den Einfallstraßen Bevergerns parkten die Wagen, Autobusse und zu Tausenden die Fahrräder. Eine ununterbrochene Kette von Menschen zog nach Riesenbeck zum„Send“ hinaus. treffen. Und als er mich dann am Vormittag des 30. Juni zum Chef des Stabes ernannte, konnte ich mir das wohl anrechnen, weil diese Eigenschaft von mir nie verlassen wurde und nie verlassen werden kann.(Anhaltender Beifall.) Wenn wir früher mit kleinen Scharen gegen eine Uebermacht der Marxisten kämpften, dann konnten wir nur deshalb siegreich sein, weil wir aneinandergeschweißt waren, nicht nur durch die Bande der Kameradschaft, sondern der Treue für die Bewegung und den Führer. Es ist nicht möglich, Kameraden, einen Staat zu erhalten, wenn diese Eigenschaft nicht mehr geschätzt wird Und gerade an diesem Tage liegt mir daran, dies immer wieder zu betonen. Wenn der Führer uns zu Aufgaben ausersehen, so sind das Aufgaben, die nur von bedingbngslos ihm ergebenen Männern geleistet werden können. Aus Westdeutschland. Und das Zweite, was ich von der SA verlangen muß und was ich schon in meinem Aufruf betonte, ist Diszivlin. Scharfe Disziplin, gleichviel ob im Dienst oder außer Dienst. Es genügt nicht, wenn man ab und zu antritt, Nebenmann und Vordermann hält und in geordneten Marschkolonnen durch die Straßen zieht, es genügt erst dann, wenn diese äußere Disziplin von einer ebenso starken inneren Disziplin getragen wird. Ihr habt zu beweisen, daß Ihr diese Disziplin haltet. Ihr habt euch zu dieser freiwilligen Organisation bekannt, ihr habt einmal Ja gesagt, und dann kommt es nicht mehr darauf an, ob ihr wollt und ob es euch paßt, sondern nur darauf, was der Führer euch zu leisten gebietet. Und drittens fordere ich, daß jeder an diese Aufgaben mit Hingabe und Opferfreudigkeit herangeht. Wir sind keine Materialisten, wo jeder fragt, was bekomm eich, was kann ich werden, sondern wir sind Männer, die nach diesen Dingen nicht fragen.(Lebh. Beifall.) Wir stellen uns zur Verfügung ohne Bedingungen. Gerade wir haben in den letzten Jahren des Kampfe die Volksgemeinschaft verkörpert, wie sie der Führer sich dachte. Bei uns standen alle, gerade wir wollten den Sozialismus in der Praxis zeigen Wir haben nicht danach gefragt, was einer war, sondern wie er war, wir fragten nicht, wo kommt du her, sondern was leistest du für dein deutsches Volk. Auch ich stamme nicht aus hohen Kreisen, ich komme aus kleinem Hause in einer unbedeutenden Stadt, und der Führer hat nicht gefragt, woher kommst du. sondern was hast du getan und was wirst du in Zukunft tun!(Lebh. Beifall.) Kameraden! Wir wollen auch in Zukunft unsere Pflicht tun, mehr tun als bisher. Als deutsche Männer, die sich zur edlen Sache bekannt haben und bereit sind, alles einzusetzen. Der Aufmarsch der Standarten war zur festgesetzten Stunde beendet. Aufmarschiert waren die Standarten 255 und 87, die Motorstandarte 66, die SA=Reserve, Fliegerstürme, die Reiterstandarte, Marinestürme, HJ und BDM. In ausgerichteten Reihen füllten die Braunen Soldaten das weite Feld vor der festlich geschmückten Tribüne. Zu Tausenden umsäumten Zuschauer die Aufmarschierten Pünktlich erschien der Chef des Stabes. Laute Heilrufe kündeten schon von weitem sein Kommen. Nach der Meldung schritt der Chef des Stabes die Fronten ab. Prüfend, streng und fest glitt sein Auge von Mann zu Mann. Donnernd hallte ihm das Heil Stabschef entgegen. Soldatisch klar, einfach und knapp umrissen zeigte der Chef des Stabes dann in seiner Ansprache die Aufgaben und Ziele der SA auf, stellte er die unumgängliche Forderung der Treue, Disziplin und Opferfreudigkeit, die das Fundament der SA sein müssen, damit nie wieder ein 30. Juni möglich sein könne: Vor einigen Wochen habe ich hier in meiner Heimat Bevergern klene Einheiten der Verbände besichtigen können. Gestern habe ich in Rheine, wo ich vor 27 Jahren das Gymnasium besuchte, einen Tag erleben können, der jeden Menschen, der noch Gefühl hat, einfach erheben mußte über die Fragen des Alltags und die Sorgen des täglichen Lebens. Und ich habe heute hier eine Ehrung erfahren, die nur selten einem uteil wird. Man hat mir auf dem Platz, auf dem ich meine ersten Gehversuche machte, auf dem ich die ersten Jugendjahre vertollte, den Ehrenbürgerbrief der Stadt Bevergern überreicht. Und so habe ich in den letzten Wochen überhaupt im ganzen Reiche verschiedene Verbände gesehen und ich kann wohl sagen, daß die SA im alten Geiste und in der alten Stärke überall steht genau wie heute Ihr(Lebh. Beifall). Gerade wir als SA=Männer wissen, daß die Spitzen der SA von einigen Monaten dem Führer eine Enttäuschung bereitet haben, die er nicht leicht überwinden wird. Ich habe in der Nacht zum 30. Juni den Flug von Godesberg nach München mitgemacht und ich kann wohl sagen: Nie hat ein Mensch schwerere Stunden zu durchleben gehabt als der Führer in dieser Nacht hoch oben zwischen den Wolken. Gerade weil die Eigenschaft verlassen wurde, die uns zusammengeführt hatte, die Treue, wurde ihm diese Stunde so schwer. Und kein Mensch hat seinen Mannen die Treue so gewahrt wie der Führer. Um so schmerzlicher mußte ihn die Untreue Ich erwarte von jedem, daß er bedingungslos seinem Führer gehorcht. So lange ich an der Spitze der SA stehe, werde ich dafür sorgen, daß ein 30. Juni nie wieder möglich ist.(Dauernde Heilrufe.) Und wir alle dürfen nur einen Gedanken und nur einen Willen haben, dem Führer zu folgen, daß das Deutschland wird, für das wir jahrelang gekämpft und geblutet haben. Wir wollen ihm helfen, daß das Deutschland, das ihm vorschwebt, einmal Tatsache wird. Wir wollen immer wieder an uns arbeiten und dafür sorgen, daß, wenn der Führer uns große Aufgaben stellt, wir wie ein Mann dastehen und ohne Zögern seinen Befehl folgen. Es gibt Augenblicke, wo man glaubt, die siet Jahren innegehaltene Linie werde ver lassen. Ich kann euch sagen: nicht ein Buchstabe des einmal aufgestellten Programms bleibt unverwirklicht. Wir dürfen nicht nach eigenem Ermessen handeln, sondern müssen warten, bis uns der Führer Befehl zum Handeln gibt. Ich möchte diesen Appell auffassen als eine Ehrung für mich, aber nicht für mich als Person, sondern für unsere herliche Bewegung und unseren herrlichen Führer. So will ich von euch das Versprechen mitnehmen Genau wie bisher werden wir unsere Pflicht tun. Mit abbem, was wir haben, werden wir zu dem Führer stehen! Ich werde übermorgen wieder beim Führer sein und ihm persönlich dieses Treuegelöbnis überbringen. (Lebh. Beifall.) Und ich werde ihm sagen: Echte deutsche Westfalen stehen zu Ihnen. Sie stehen Ihnen bedingungslos zur Verfügung, so wie Sie sie haben wollen. So lange wir hier in Westfalen als geschlossene SA stehen, so nlage wird Deutschland aufgebaut und so aufgebaut, wie der Führer es sich in seinem Innersten denkt. Ein dreifaches Sieg=Heil auf den Führer, die beiden Hymnen schlossen den Appell. Der Führer des Bannes 263 der HJ überreichte dem Chef des Stabes zur Erinnerung ein Bild seines Vaters und seines Elternhauses. Der Chef des Stabes dankte sichtlich erfreut für das sinnvolle Geschenk. Zum Abschluß übergab der Chef des Stabes dem Standartenführer Kümpers der Reiterstandarte 266 fünf Wimpel. Schon gegen Schluß der Kundgebung fluteten die Massen zurück zur Stadt, um sich für den Vorbeimarsch einen günstigen Platz zu sichern. In Sechserreihen zogen die Standarten, gefolgt von der HJ. am Chef des Stabes vorbei. Die begeisterten Zuschauer brachten immer wieder Heilrufe auf den Landsmann und Führer der SA, Viktor Lutze, aus. Große Kundgebung der Deutschen Rechtsfront in Hagen. DNB Hagen, 6. Oktober. Der Bund Nationalsozialistischer Deutscher Juristen wird am 20. und 21. Oktober in Hagen seine erste Gautagung abhalten, die in großem Rahmen aufgezogen wird. In einer großen Kundgebung in der Hagener Stadthalle wird über das Wirken der Deutschen Rechtsfront neben dem Gauleiter und Staatsrat Wagner=Bochum, und dem Gauführer des BNSJ., Dr. Römer, auch der Reichsjuristenführer Dr. Frank sprechen, dessen Rede vom Reichssender Köln übertragen wird. Als Auftakt zu dieser Tagung fand heute im Hotel Lünenschloß in Hagen eine Pressebesprechung statt, in der in Vertretung des Gauführers des Bundes Erster Staatsanwalt Krummholz den Vertretern der Tagespresse einen Einblick in die Tätigkeit des Bundes, seine Entstehung im Jahre 1928 und Entwicklung bis zum heutigen Tage gab. Während das Ziel des Bundes in der Kampfzeit die Wahrung der Belange der Partei gewesen sei, habe sich der Bund seit der Machtergreifung durch die nationalsozialistische Volksbewegung die Aufgabe gestellt, mitzuwirken an der Erziehung der Diener am deutschen Recht im Sinne der Partei und der Schaffung eine's neuen deutschen Rechts. Weiten Bevölkerungsschichten habe sich der Juristenstand bisher als volksfremd dargestellt, dem auch das Volk kein Verständnis entgegenbringe. Angesichts der Tatsache, daß die Juristen immer wieder im weiten Blickfeld großer Volkskreise stehen, habe es sich der BNSDI zu einer seiner Hauptaufgaben gemacht, bei der Erziehung seiner Mitglieder darauf Bedacht zu nehmen, das bisher Versäumte nachzuholen und einen neuen Geist der Rechtsprechung an die Stelle des alten zu setzen. Die Deutsche Rechtsfront umfasse alle diejenigen, die mit den Be langen des Rechts zu tun haben. So habe der Bund für seine planvolle Erziehungsarbeit am deutschen Juristen zahlreiche Fachgruppen geschaffen, in denen unter dem Gesichtspunkt gearbeitet werde, das deutsche Recht dem Volke näherzubringen. Die Rechtsreform müsse sich zunächst damit befassen, das Dringendste auf allen Gebieten fertigzustellen. Das Recht dürfe nicht mehr, wie in der liberalistischen Aera, als eine Kampfordnung gelten, die die Rechte und Pflichten des einen gegen den andern abgrenze, sondern müsse eine Friedensordnung sein, in welcher der einzelne Mensch an sich keine, sondern nur dann Bedeutung habe, wenn er für die Volksgemeinschaft wertvoll sei. Auf dem Gebiete des Strafrechts lasse sich das Neue bereits erkennen an den neugeschaffenen Gesetzen; ferner seien auch das Erbhofgesetz, das neue Steuerrecht und die Verwaltungsreform große Fortschritte in der weiteren Entwicklung gewesen. Alle diese Neuschöpfungen seien entstanden im ständigen Fluß der gemeinsamen Aufbauarbeit zwischen der Praxis und der Regierung. Der deutsche Rechtswahrer wolle heute sein ein tebendiger Teil des Volksganzen und er wolle mitarbeiten auf den Gebieten, zu deren Gestaltung er berufen sei: an der Schaffung und Weiterentwicklung des deutschen Rechtes. Die Ausführungen wurden noch ergänzt durch Darlegungen des Gaupresseamtsleiters des Bundes, Dr. WeidekampBochum, der den Aufbau der Presseorganisation der Deutschen Rechtsfront schilderte und dessen Vortrag vor allem dem Gedanken einer engen Zusammenarbeit mit der Presse gewidmet war. Frontkämpfer marschieren auf. Gau Münsterland am 28. Oktober in Münster. Der NS Deutsche Frontkämpferbund(Stahlhelm) gibt bekannt, daß am Sonntag, den 28. Oktober, eine Tagung der Kameraden des Gaues Münsterland stattfindet, die einige tausend Frontkämpfer=Kameraden in Münster zusammenführen wird. Einzelheiten über den Aufmarsch werden bekanntgegeben. Bauernhof niedergebrannt. gesamte Getreideernte vernichtet.— Etwa 80 000 Mark Brandschaden. )( Werne a. d. Lippe, 6. Oktober. Heute morgen um 7,30 Uhr brach in einer de Stallungen des Bauern Schulze=Kersting in der Bauerschaft Schmintrup Feuer aus, das sich mit rasender Schnelligkeit auf die gesamten Gebäulichkeiten, außer dem Wohnhause, ausdehnte. Den herbeigeeilten Feuerwehren von Werne und Stockum wurde die Arbeit durch großen Wassermangel sehr erschwert Bis zu zwei Kilometer mußten die Schlauchleitungen gelegt und zum Teil das Wasser mit Wagen herangeholt werden. Unter größter Anstrengung gelang es den Wehren, das angrenzende Wohnhaus zu retten während die Scheunen und Viehställe vollständig niederbrannten. Vernichtet wurde die gesamte Getreide= und Heuernte von etwa 200 Morgen, sowie ein Teil der landwirtschaftlichen Maschinen und Geräte. 5 Kälber und mehrere Schweine kamen in den Flammen um. Dei Gesamtschaden wird auf etwa 30 000 Mark geschätzt. Die Ursache des Brandes ist zwar noch nicht restlos geklärt. doch vermutet man polizeilicherseits, daß er durch noch nicht schulpflichtige Enkelkinder des Besitzers, die mit Streichhölzern gespielt hatten, entstanden ist. Reichssender Köln fandte Pumpernickel“. )) Soest, 8. Oktober. Wenn den Besuchern des Heimatabends im Rahmen der Deutschen Woche am Hellweg eine volkskundlich interessante und künstlerisch wertvolle Veranstaltung angekündigt worden war, so hatte man damit wahrlich nicht zu viel gesagt. Was am Samstag abend in großen Schützenhofsaale geboten und nachher vom Reichssender Köln unter dem Titel „Soester Pumpernickel— ein Abend in der alten Reichsstadt" von Wachsplatten gesandt wurde, war in idealer Zusammenarbeit zwischen Rundfunk und einheimischen Kräften bis ins kleinste sorgfältig vorbereitet worden. Und so wurde denn in 1¼ Stunden vom Reichssender ein„Pumpernickel“ geboten, der wirklich„gar gebacken“ war. Ein Heimabend, der in jeder Beziehung als Vorbild dienen kann. Für das Manuskript zeichneten verantwortlich Hermann Tölle, Dr. August Kracht Klaus Hilse und Franz Fahnemann=Dortmund. Eröffnet wurde der Abend mit dem Lied des Jägers aus der Oper„Der Jäger von Soest“ von Raida. Dann setzte Soester Glockengeläute ein, das nach einigen weiteren Darbietungen fortgesetzt und gesteigert wurde. Rektor Blesken erzählte im Soester Platt Ludwig Schröders lustigen Lagebericht. Nach dem Vortrag von Gedichten von Freiligrath und Ernst Moritz Arndt, sprach Superintendent Klarenbach über die Sendung. Domchor und Knabenchor verschönten mit zahlreichen Gesängen den Abend. Lyrische Gedichte und Erzählungen verherrlichten abschließend die Schönheiten des Hellweg, der Haar und der ehrenreichen Stadt. Als Stadtkämmerer nach Köln berufen. :: Köln, 8. Oktober. Vom preußischen Minister des Innern wurde zum Kämmerer der Stadt Köln Oberbürgermeister i. e. R. Kiwitt berufen. Der neue Stadtkämmerer Kiwitt wurde am 31. Juli 1883 in Oberhausen geboren. Nach bestandenem Examen als Gerichtsassessor war er zunächst informatorisch in der Stadtverwaltung in Neuß tätig. Anschließend übte er kurze Zeit eine Praxis als Rechtsanwalt in seiner Vaterstadt Oberhausen aus und war danach als Syndikus bei der Kreisverwaltung in Prenzlau(Mark) tätig. Von dort kam er als Beigeordneter nach Osterfeld. 192 wurde Kiwitt Bürgermeister in Arnsberg i. W., 1924 Bürgermeister in Münster i. W. Am 17. September 1926 wurde er zum Ersten Bürgermeister der Stadt Wanne=Eickel gewählt. Kurze Zeit darauf erhielt er die Amtsbezeichnung Oberbürgermeister. Ihm lag in dieser Stellung die schwere Aufgabe ob, die drei Gemeinden Wanne, Eickel und Röhlinghausen zu einer Stadtgemeinde zu verschmelzen. Dieser Aufgabe hat er sich mit großem Fleiß und Energie unterzogen. Im vorigen Jahr mußte Kiwitt weichen. :: Köln, 8. Okt. Gerüchte über den Reichssender Köln. Wie der„Westdeutsche Beobachter“ meldet, ist der Intendant des Reichssenders Köln, Dr. Heinrich Glasmeiet, seit einiger Zeit auf eigenen Wunsch vorläufig urlaubt worden. Als Grund hierfür wird ein richtsverfayren gegen einen ehemaligen Rundfunkangestellten genannt. Alle anderen Gerüchte aber, die von einer Verhaftung des Intendanten wissen wollen, beruhen auf Unwahrheit. Zu gegebener Zeit wird ausführlich über den Ausgang des noch schwebenden Verfahrens berichtet. 2 Für sofort perfekte Anzeigenteil Friseuse zur Aushilfe gesucht. Hermann Haverkamp Warendorf in der lohnen sich, weil sie stets haben. Lungenkranke dürfen hoffen! Ehe wir unser neues Mittel in den Verkehr brachten, haben wir es in einer Anzahl schwerer und schwerster Fälle erproben lassen. Es wurden uns bald große Erleichterung des Hustens, Aufhören der Nachtschweiße, große Gewichtszunahmen und sonstige entschiedene Besserungszeichen berichtet. Unsere Aufklärungssschrift senden wir Ihnen kostenlos. Gleichfalls kostenlos erhalten Sie durch eine Münchener Apotheke eine Probe des Mittels zugesandt und können dann selbst urteilen. Dr. Boether G. m. b. 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Das ist früher oft genug geschehen und hat zu einer Art„Bilanz=Verfälschung“ geführt, der wir die 43 Niederlagen zu 41 Siegen verdanken. Niemand wird behaupten können, daß dieses Verhältnis dem tatsächlichen Wert und der Bedeutung des deutschen Fußballsports auch nur einigermaßen gerecht wird. Erst seitdem die DFB=Führung das Beste grade noch für gut genug hält und prinzipiell die stärkste Elf aufbaute, stellten sich die imponierenden LänderspielErfolge ein und wurde ein Aufsehen erregender dritter Platz in der Weltmeisterschaft erzielt. Der Erfolg in Kopenhagen hat gleichzeitig die Bilanz der deutschdänischen Spiele verbessert. Dänemark gewann bisher vier, Deutschland drei Spiele mit 21:17 Toren für Dänemark. Kopenhagen, 7. Oktober. Ein schöner Herbsttag war der siebten Begegnung in Kopenhagen beschieden. Ueber 25 000 Zuschauer füllten die weiten Ränge des schönen Stadions. Unter den Gästen befand sich auch der König von Dänemark, der, von den Massen jubelnd begrüßt, seinen bereitgehaltenen Ehrenplatz, dicht an der Mittellinie des Spielfeldes, einnahm. Der Empfang beider Mannschaften war herzlich. Beide Mannschaften traten in den gemeldeten Aufstellungen an. In der Pause ließ der dänische König sich beide Mannschaften vorstellen, er begrüßte jeden Spieler durch Handschlag. Das Spiel. Deutschland begann den Kampf mit dem starken Wind und der Sonne im Rücken. Der herrliche Rasenteppich hatte seine Tücken, denn die starken Niederschläge der letzten Tage hatten das Feld glatt und schlüpfrig gemacht. Große und stämmige Leute, wie der Hamburger Rohwedder, fanden keinen rechten Halt und bewegten sich nur unsicher auf dem federnden und rutschigen Boden. Dennoch klappte das Zusammenspiel von Anfang an. Angriff auf Angriff wurde vor das dänische Tor getragen, aber immer und immer wieder der Ball noch einmal abgespielt, sodaß man sich bald des Eindrucks nicht erwehren konnte, daß in dieser Beziehung des Suten etwas zuviel getan wurde. Dabei wurde keineswegs zu wenig geschossen, die allzu reichliche Ballabgabe nahm den Stürmern jedoch die Sicherheit im Torschuß. Angesichts der großen Feldüberlegenheit hätte unsere Elf bis zur Pause schon mit drei Toren führen müssen, aber es reichte nur zu einem einzigen mageren Erfolg, der zudem noch 1½ Minuten vor dem Halbzeitpfiff erzielt wurde. Der glänzend aufgelegte Linksaußen Fath erzielte das deutsche Führungstor. Nach dem Wechsel sah es noch nicht nach einem sicheren Siege aus. Hohmann spielte matt, Rohwedder war zu schwerfällig und konnte den Durchreißer Conen, der sicher der rechte Mann am Platze gewesen wäre, nicht ersetzen. Wohl konnte man an dem sauberen Angriffsspiel nicht gehalten werden. Buchloh konnte den prachtvoll getretenen und schwach über den Boden streifenden Ball nicht meistern, und schon hatten die Dänen auf 3:2 aufgeholt. Sehr böse sah es jetzt für Deutschland aus. Es wurde auch Hohmann verletzt: er mußte für drei Minuten den Platz verlassen. Stark humpelnd kam er wieder und tauschte mit Rohwedder den Platz. Die Dänen versuchten mit aller Macht, den Ausgleich zu erzwingen. Szepan, der die drohende Gefahr erkannte, ging mit zurück, und an ihm scheiterten alle noch so gut angelegten Angriffe des Gegners. Szepan half hinten mächtig aus, trieb aber auch die Bälle immer wieder nach vorn, und so wurde, wenn auch mit etwas Glück, die Drangperiode der Dänen überstanden. Genau wie im letzten Länderspiel Deutschland gegen Polen, so hatten auch diesmal unsere Mannen wieder eine große letzte Viertelnach der Pause steigern konnte, blieb Gramlich auch nach der Halbzeit schwach. Zum Glück sprang Münzenberg als vierter Verteidiger oft helfend ein. Auch Zielinski füllte seinen Posten glänzend aus. Im Angriff zeigte Lehner nur zeitweise seine große Form, allerdings wurde er von Hohmann stark vernachlässigt. Der zaudernde Halbrechte und wenig bewegliche Mittelstürmer Rohwedder hemmte und bremste die geschickt und schnell eingeleiteten deutschen Angriffe. Szepan begann ausgezeichnet, nach dem Wechsel kam er gut in Fahrt und brachte den großartigen Linksaußen Fath, den man schlechtweg als den besten Spieler der deutschen Mannschaft bezeichnen muß, gut inSpiel. Die dänische Nationalelf ist ziemlich überaltert. Die Verteidiger Tarp und Laursen, alte erprobte Recken, stehen einen so schweren Kampf nicht mehr ganz durch. Der beste Mann der Läuferreihe war Oscar Jörgensen. Skelmose in der Mitte machte seine Sache nich schlecht, und auch Nielsen übertraf Gramlich. Im Angrif Vor dem Spiel Deutschland-Dänemark in Hannover, das Deutschland 4:2 gewann. der Deutschen helle Freude haben, aber es blieb doch unproduktiv. In der 55. Minute fiel der Ausgleich. Der dänische Halbrechte Lundsteen hatte flach und scharf geschossen, Buchloh war die Sicht versperrt, sodaß er nichts ausrichten konnte. Der Erfolg wurde mit einem riesigen Jubel der Zuschauer quittiert, die nunmehr ihre Landsleute zu noch größeren Leistungen anspornten. Zeitweise sah es recht kritisch vor dem deutschen Tor aus, aber gerade als der Druck am größten war,— ein Eckball konnte soeben abgewehrt werden— erhielt Fath das Leder, zog auf und davon, und in rasendem Lauf schoß Deutschlands Stürmer das zweite Tor in der 60. Minute. Als wieder zur Mitte gepfiffen wurde, kam Fath leicht hinkend zurück. Bevor die schwarzen Gedanken über das Pech verwischt waren, stand es 3:1 für Deutschland. Rohwedder konnte sich gut durcharbeiten und gab einen schönen Schuß ab, der zum dritten Treffer führte. Die rechte deutsche Deckungsseite mit Gramlich und Janes war jetzt auffallend schwach. Dänemarks Linksaußen Stoltz konnte Olympia-Werbesportfest in Gronau. Peltzer und Wölke siegen. Gronau, 7. Oktober. Auf dem Olympia=Werbefest des FC 09 Gronau zeigte sich Dr. Peltzer wieder dem Nachwuchs überlegen. Er gewann den 400 m=Einladungslauf allerdings nur mit Brustbreite in 51,8 Sek. vor dem Recklinghauser Goldhausen, über 800 m hatte er dagegen keinen ernsthaften Gegner und siegte in einem Vorgabelaufen in 1:57,8. In den Wurfwettbewerben starteten die mehrfach international erprobten Wölke und Schröder zusammen mit dem Wuppertaler Lampert und Werring (Gronau). Der Berliner Wölke kam mit seinem besten Stoß von 15,67 m nahe an seine Jahresbestleistung heran und siegte damit vor Schröder mit 15,26 m und Werring mit 15,08 m. Mit 27,365 m war Wölke auch im beidarmigen Stoßen der Beste. Das Diskuswerfen sicherte sich der Wuppertaler Lampert mit 43,72 m vor Schröder und Werring. Sehr gut schnitten die Dortnunder Vertreter ab. Ergebnisse: 100 m: 1. Goldhausen(Recklinghausen) 11,2; 2. Glagowski(OSV Hörde) 11,3; 3. Jürgens(Münster 08) 11,8. 400 m Einladung: 1. Dr. Peltzer(Stettin) 51,8; 2. Goldhausen(Recklinghausen) 51,8 Brustbreite; 3. Glagowski(OSV Hörde) 52,2. 400 m(offen): 1. Stemberg(VfL Stahlwerke Dortmund) 56,2; 2. Jürgens(Münster 08) 56,7. 800 m: 1. Dr. Peltzer(Stettin) 1:57,8; 2. Bongen (Gronau 09) 60 m Vorgabe; 3. Hürtemeyer(Borussia Rheine) 55 m Vorgabe. 1500 m: 1. Orth(VfL Stahlwerke Dortmund) 4:17,4; 2. Honke(DSC Hagen) 4:17,8; 3. Gaul(OSV Hörde) 4:30,7. 5000 m: 1. Starke(VfL Stahlwerke Dortmund) 16:33,2; 2. Röttgers(Münster 08); 3. Haupt(Gronau 09). Kugelstoßen: 1. Wölke(Polizei Berlin) 15,675; 2. Schröder(Magdeburg) 15,26; 3. Werring(Gronau) 15,08; 4. Lampert(Wuppertal) 14,30. Kugelstoßen beidarmig: 1. Wölke(Berlin) 27,365; 2. Werring(Gronau) 27,27; 3. Schröder(Magdeburg) 25,08. Speerwerfen: 1. Vögelin(Münster 08) 56 m; 2. Janetzek(Recklinghausen) 52; 3. Kramer(Dorsten) 50,6. Hochsprung: 1. Struik(FC. Gronau) 1,62 m; 2. Perick(VfL. Epe) 1,47 m; 3. Hennecke(SC. Münster 08) 1,47 m(durch Stechen entschieden). Weitsprung: 1. Pietrus(Recklinghausen) 6,59; 2. Jürdens(Münster 08) 6,38. Diskuswerfen: 1. Lampert(Elberfeld) 43,72; 2. Schröder(Magdeburg) 43,52; 3. Werring(Gronau) 42,33. 4X100 m: 1. Trainingsgemeinschaft Recklinghausen 46,8; 2. Borussia Rheine 48; 3. VfL Epe 48,4. 3X1000: 1. O SV Hörde 9:36; 2. Borussia Rheine 10:56,8. stunde. In der 86. Minute spielte sich der flinke Lehner geschickt an seinen Gegnern vorbei, er legte Hohmann vor, und der Benrather hob den Ball über den dänischen Torwart hinaus ins Netz, so Deutschland mit 4:2 in Führung bringend. Weiterhin kraftvolle Angriffe des deutschen Sturmes, den Szepan jetzt meisterhaft dirigierte und eine Minute vor Schluß fiel dann noch ein fünfter Treffer für Deutschland. Szepan hatte den Ball an Fath gespielt, dieser umlief in geschickter Weise noch zwei Gegner und wie aus einer Kanone geschossen, flog der Ball ins Dänentor. Die Kritik. Bei den Deutschen hielt Buchloh, der riesige westdeutsche Torhüter, u. a. einen unerhört scharfen Schuß von Pauli Jörgensen und machte auch sonst seine Sache sehr gut; aber in einigen Fällen erwies er sich unsicher. Janes hatte einen schlechten Tag. Er verstand sich wenig mit Gramlich und deckte den gefährlichen linken dänischen Flügel wenig oder garnicht. Prächtig schlug sich der erst 19 Jahre alte Hamburger Schwartz; seine Arbeit ist noch wenig kunstvoll, aber er zerstörte die dänischen Angriffe schnell und sicher. Während Janes seine Leistungen noch war der rechte Flügel Uldaler=Stoltz am wirkungsvollsten Pauli Jörgensen zählt auch nicht mehr zu den Jüngsten Sehr eifrig der Halbrechte Lundsteen, dagegen der Ersatzmann Christennsen am rechten Flügel zu aufgeregt. Ungarn- Oesterreich 3: Budapest, 7. Oktober. Die ungarische Nationalelf, die in ihren letzten Spielen wenig zu überzeugen vermochte, siegte diesmal verdient mit 3:1. Bis zur Pause hielten die Oesterreicher noch in etwa mit, und nach Ablauf der ersten Spielhälfte hieß es 1:1, doch dann gewannen die Ungarn mehr und mehr die Oberhand, um mit zwei weiteren Erfolgen den Sieg sicherzustellen, denen die Oesterreicher nichts mehr entgegensetzen konnten. Da dieser Länderkampf gleichzeitig als Spiel um den Europa=Pokal gewertet wird, haben sich die Ungarn nun hinter Italien auf den zweiten Platz vor Oesterreich gesetzt. Amateur schlügt Prosi=Weltmeister. Nüßlein unterliegt gegen von Cramm in vier Sützen. Der Tenniskampf des Berlin, 7. Oktober. Der deutsche Ranglistenerste und Meister im Tennis, Gottfried von Cramm, stellte sich am Sonntag vor einer großen Menschenmenge auf den Berliner Rot=WeißPlätzen dem Wetmeister der Berufsspieler, Hans Nüßlein. Dieser Kampf, der nur durch das dankenswerte Entgegenkommen des Tennis=Verbandes, der sich diesDie diesjührigen Motorrad=Straßenmeister. Von links nach rechts: E. Loof=Godesberg(Imperia 350 ccm); O. Ley=Nürnberg(DKW 500 ccm); O. Winkler=Chemnitz(DKW 250 ccm) und E. Soenius=Köln(NSU 1000 ccm). mal nicht an nackte Paragraphen klammerte, möglich war, gestaltete sich zu einem großen Erfolg des Amateurmeisters, von dem wir in der nächsten Saison noch viel erwarten. Gotfried von Cramm besiegte seinen großen Gegner in vier Sätzen mit 5:7, 6:3, 6:3, 6:1 dank seines besseren Aufschlages und sicheren Spieles. Schon rein äußerlich waren die besten Vorbereitungen für das Gelingen dieses Festtages des deutschen Tennissports gegeben. Allein die Auffahrt der Ehrengäste und Schaulustigen war sehr interessant. Man bemerkte u. a. Reichsminister von Eltz=Rübenach, den Staatssekretär Grauert, den Präsidenten des D. L. V., Loerzer, und Oberbürgermeister Dr. Sahm. Von Cramm begann mit dem Aufschlag den großen Kampf. Unter atemloser Spannung gewann Cramm das erste Spiel. Nüßlein war von einer kolossalen Ruhe und spielte nicht sehr sicher. Lange Triebschläge wechselten mit kurzen Querschlägen ab, wobei aber von Cramm eigentlich immer etwas schneller und durchdachter spielte. Jeder gewann seinen Aufschlag bis 3:3, als v. Cramm, gegen die Sonne spielend, seinen Aufschlag abgab. Nach 4:3 für Nüßlein gewann wieder jeder seinen Aufschlag und so kam Nüßlein im ersten Satz zu einem 7:5=Erfolg. Der Kampf schien mehr und mehr eine Frage der körperlichen Verfassung zu werden. Beherrscht zog von Cramm mit 3:0 durch geschickte Ausnutzung des schwächeren Aufschlages seines Gegners davon. Nie gesehenes Tennis brachten die nächsten Spiele, und das Publikum wurde nicht müde, immer wieder Beifall zu spenden. Nach 2:4 kam Nüßlein noch auf 3:4, mußte dann aber den zweiten Satz mit 3:6 abgeben. Im dritten Satz machte von Cramm, nachdem er das erste Spiel abgegeben hatte, fünf Spiele hintereinander. Nach langem sich anschließenden Duell gewann schließlich von Cramm diesen Satz. Nach der Pause war von Cramm völlig überlegen Gegen den viel ideenreicher spielenden deutschen Amateurmeister konnte der Tennislehrer Nüßlein gar nichts mehr ausrichten. Nüßlein war gänzlich in die Verteidigung gedrängt, hatte sein ganzes Selbstbewußtsein verloren und war am Schluß, nachdem von Cramm wieder fünf Spiele hintereinander gewonnen hatte, nur noch fähig, ein Spiel für sich zu holen. Das nächste brachte schon die Entscheidung, die von Cramm durch einen prachtvollen Schmetterball zu seinen Gunsten herbeiführte. Der minutenlange Beifall galt beiden Spielern. Auch im Doppel die Amateure besser von Cramm=Henkel siegen 6:4, 6:4, 6:2. Nach einer kurzen Erholungspause für von Cramm ind Hans Nüßlein stellten sich von Cramm=Henkel und Nüßlein=Messerschmidt im Doppel zum Kampf. Inzwischen hatte man Zeit genug gehabt, sein Urteil vom Spielstärkeverhältnis der Profis zu den Amateuren gründlich zu korrigieren, und so war man dann auch gar nicht mehr sonderlich erstaunt, daß auch hier wie beim Einzel sich am Schluß die glatte Ueberlegenheit der Amateure herausstellte, die mit 6:4, 6:4, 6:2 gewannen. Borchmeyer Doppelsieger in Paris. Berger nicht am Start. Paris, 7. nicht mehr im Training sei. Sein Landsmann Osendorp vertrat ihn aber ganz ausgezeichnet. Ueber 100 m blieb er zwar einen Meter hinter dem Sieger Borchmeyer (11 Sek.) zurück. In den 200 Metern zwang er den deutschen Meister, 21,8 zu laufen und war im Ziel nur um Brustbreite zurück. Dessecker=Stuttgart war nicht so glücklich. Er setzte zu spät mit dem Spurt an und wurde so von KellerFrankreich, den er noch in Magdeburg klar hinter sich gelassen hatte, in 2:28,6 und dem Belgier Geerartz geschlagen. Dessecker mußte sich somit mit dem dritten Platz begnügen. Die 5000 Meter um den Jean Bouin=Preis holte sich Rochard. der seinen Sieg von Turin bestätigte und den Finnen Virtanen erneut in 14:52,6 hinter sich ließ. Virtanen benötigte 14:58,8. Einen interessanten Verlauf nahm der Große Marathon=Lauf über 42,250 km. Hier führte zunächst der Schwede Ohlsson, der aber wegen einer Knieverletzung bald aufgeben mußte. Dann kam der Finne Sucknutti an die Spitze. Auch er erfreute sich nicht lange der Führung. Der Belaier Meskens nahm sie ihm ab, und zwar kurz hinter St. Cloud. Meskens gelang es, die Spitze bis zum Ziel zu halten und siegte in der guten Zeit von 2:39:59,6. Der Deutsche Gerhard, der für Brauch eingesprungen war, hielt sich sehr tapfer und belegte in 2:51:54,2 den elften Platz. Bemerkenswert ist, daß auch noch einige Läufer hinter Gerhard unter der 3=Stunden=Grenze blieben. Germanen war es Trawny, bei Münster Weiße, die überragende Leistungen zeigten. FC Schalke 04 SuS Hüsten 09 0:0 Schalke, 7. Oktober. Wenn auch die Platzherren eine ganze Klasse besser waren, so darf nicht unerwähnt bleiben, daß die südwestfälischen Gäste eine ganz vorzügliche Hintermannschaft ur Stelle hatten, der es immer wieder gelang, den geährlichen Schalker Sturm zu stoppen. Hüsten hatte sogar einmal eine gute Gelegenheit, doch verschoß der Halblinke freistehend aus nächster Nähe. Kuzorra schoß aus allen Lagen, aber das Glück war auf der Seite des Gastes, der so einen wertvollen Punkt mit auf die Rückreise nahm. Es ist vielleicht daran zu erinnern, daß die Meisterelf im Vorjahr von der Hüstener Mannschaft in Hüsten die einzige Niederlage der Saison bezog.— Bei Schalke fehlte außer Szepan auch Tibulski. Simon war als Rechtsaußen schwach. Sp. Vgg. Herten— Westfalia Herne 1:0 Herten, 7. Oktober. Turnklub=Hannover siegt im Vierstädtekampf. Oktober. Zu der mit Spannung erwarteten Revanche Berger— Borchmeyer kam es nicht, da Berger am Start fehlte. Als Grund seines Fernbleibens vernahm man, daß Berger Ein Kunstturn=Vierstädtekampf zwischen Hannover, Hamburg, Frankfurt und München nahm in Hannover folgenden Ausgang: 1. TK Hannover 932 V.. 2. Hamburger Tschft. v. 1816 931 V.. 3. Frankfurter Tad. Eintracht 845.5 P.. 4. MTV München 829 Punkte. Hähnel nochmals Deutscher Gehermeister. München. 7. Oktober. Die Deutsche Meisterschaft im 50 km Gehen brachte der Sportklub Bajuwaren, München. der für tadellose Organisation am Start und Ziel sowie auf der Strecke sorgte, gut unter Dach und Fach. Nach Verlassen des 1860er Stadions, wo sich Start und Ziel befand, hatte Bauer=Stuttgart die Spitze inne. Bald bildete sich eine acht Mann starke Spitzengruppe, in der sich u. a. Hähnel=Erfurt, Frz. Reichel=München, PinzlMünchen und Prehn=Dresden befanden. Der Dresdner übernahm bald allein die Spitze und war nach 12.5 km vor Franz Reichel in Führung. Schließlich fiel er zurück, Hähnel übernahm die Führung und konnte beim zweiten Passieren des 1860er Stadions schon einen Vorsprung von 2000 m aufweisen. Auch auf der Schlußstrecke war der Erfurter nicht mehr zu schlagen. Er vergrößerte seinen Vorsprung immer weiter und war nicht mehr Hähnel gewann damit zum achten Deutsche Meisterschaft im 50 km zu gefährden. Male die Gehen. Die Ergebnisse: 50 km: 1. Hähnel(Schwarz=Weiß Erfurt) 4:46:15 Std., 2. Krehn(SA=Brigarde 33 Dresden=Sebnitz) 4:50:44 Std.; 3. Köppen(Reichsbahn=SV Berlin) 4:52:40 Std. 4. Franz Reichel(Bajuwaren München) 4:54:20 Std., 5. Schoßtag(Reichbahn=SV Berlin) 4:57:13 Std., 6. Schulze (SA=Brigade 35 Leipzig) 4:59,48 Std., 7. Sievert(Reichsbahn=SV Berlin) 5:05:21 Std., 8. Oberpionier Pinzl (Turnerschaft München) 5:03,42 Std., 9. Kunze(SA=Brigade 35 Leipzig) 5:06,59 Std., 10. und 11. geschlossen durchs Ziel: Weise und Ledermann(beide Schwarz=Weiß Erfurt) 5:08:45 Std., 12. Bleiweiß(Berliner AC) 5:09,13 Std. Mannschaftsmeisterschaft: 1. Reichsbahn=Sportverein Berlin(Köppen, Schoßtag, Sievert) 15 P., 14:53:14 Std.; 2. SV Schwarz=Weiß Erfurt(Hähnel, Weise, Ledermann) 22 P., 15:03:45 Std. Vereine DSC Hagen Germania Bochum SpVg Herten FC Schalke 04 Preußen Münster SV Höntrop SuS Hüsten 09 Union Recklinghausen Viktoria Recklinghausen Westfalia Herne Sy. 5 4 4 3 4 4 5 3 4 4 gew. 4 1 2 1 1 1 1 0 0 1 un. 1 3 1 2 2 2 1 2 2 0 verl. Tore 0 12:5 10:7 4:3 7:1 4:4 3:4 6:11 1:3 4:6 3:10 Pkt. 9:1 5:3 5:3 4:2 4:4 4:4 3:7 2:4 2:6 2:6 Knappe Ergebnisse in der Gauliga. Drei Unentschieden, zwei Siege. Westfalen-Gau. sten 09 behauptete sich gegen Schalke 04 in Schalke erfolgreich d. h. sie ließen die Meistermannschaft, bei der nur Szepan fehlte, zu keinem Erfolg kommen, sodaß das piel 0:0 endete. Mit dem gleichen Ergebnis trennten sich Union Recklinghausen und der SV Höntrop. Auch in diesem Spiel gab es auf beiden Seiten zahlreiche Torgelegenheiten, die aber von den Torhütern immer in letzter Minute vereitelt wurden. Eine weitere Punkteteilung gab es in Bochum, wo sich Germania Bochum und Preußen Münster auseinandersetzten. Auch hier wird das unentschiedene Ergebnis von 1:1 beiden Parteien gerecht. Viktoria Recklinghausen konnte beim Deutschen SC Hagen nicht zum Siege kommen. Die glücklichere Partei gewann. Das siegbringende Tor erzielten die Südwestfalen durch Elfmeter kurz nach der Pause. Die Spielvereinigung Herten hatte mit dem Neuling Westfalia Herne schwere Arbeit und konnte nur mit 1:0 die Oberhand behalten. Hagen Viktoria Recklinghausen 2:1. 7. Oktober. Der DSC Hagen hat über Viktoria Recklinghausen einen etwas glücklichen Sieg errungen. Die Hagener Mannschaft zeigte bei weitem nicht die Leistungen vom Vorsonntag, besonders in der zweiten Halbzeit waren ihr die Gäste sichtlich überlegen. Man vermißte bei den DSCern das rechte Zusammenarbeiten zwischen Sturm und Läuferreihe; der Sturm selbst zeigte ebenfalls keine Glanzleistungen. Hemmerich hatte reichlich Schußpech, auch der Rechtsaußen war nicht ganz in Form. Der Linksaußen bemühte sich recht fleißig, eine bessere Figur abzugeben als am Vorsonntag. Mit ein großes Verdienst an diesem Sieg kommt wieder einmal dem Torhüter Engel zu. Die Recklinghauser lieferten ein in jeder Beziehung hervorragendes Spiel und hätten zumindest ein Unentschieden verdient gehabt. Gleich zu Beginn legen beide Mannschaften in scharfem Tempo ein flüssiges Kombinationsspiel vor. Hagens Mittelstürmer bringt seinen Sturm nach vorn, verschießt jedoch eine gute Vorlage in aussichtsreicher Position. Selbst einen Strafstoß kurz vor der Strafcaumlinie können die Hagener nicht einsenden. Trotz brückender Ueberlegenheit— beide Verteidiger stehen auf der Mitte— vermögen sie nicht zu einem Erfolg zu kommen. Erst nach fast halbstündiger Spieldauer ist den DSCern der erste Treffer vergönnt. Sommer auf Linksaußen macht einen gefährlichen Flankenlauf, paßt zu Schulz, der direkt den Ball aus der Luft nimmt und unter die Latte knallt. Hagen führt 1:0. Bereits zwei Minuten später bricht der Halbrechte von Recklinghausen durch. Zwar wehrt Engel noch im Fallen av. der Ball prallt jedoch zum Rechtsaußen zurück, der ihn dann ungehindert ins leere Gehäuse einschieben kann. Nach Wiederbeginn sind die Gäste wie umgewand und beherrschen fast dauernd das Spielfeld. Trotzdem können die Hagener durch blitzschnelle Vorstöße das Gästetor in Gefahr bringen. In der 7. Minute muß der Schiedsrichter einen 11=Meter verhängen. Der Rechtsaußen schießt das Leder gut plaziert in die rechte Ecke. Die Hagener haben dann besonders in der Hintermannschaft bange Minuten zu überstehen, da die Gäste alles auf eine Karte setzen, um unter allen Umständen ein Unentschieden zu erzwingen. Der Recklinghausener Linksaußen ist sehr gefährlich und kann einige gut vorgetragene Angriffe nur knapp neben die Latte jagen. Kurz hintereinander erzielen die Gäste zwei Ecken, die jedoch gleichfalls erfolglos bleiben. Die Verteidigung hat harte Arbeit zu verrichten. Auch die gelegentlichen Vorstöße der Gastgeber bringen nichts ein. Schließlich kommen die Gäste noch zu einer dritten Ecke, die ebenfalls erfolglos verläuft. torlos bis zum Seitenwechsel ausgeglichen; es ging in die Pause. Als dann die Bochumer zu ihrem gewohnten Flachspiel zurückfanden, wurde die Feldüberlegenheit erkennbar, allerdings klappte es im Sturm nicht so, wie man es erwartet hatte. Den zweiten Abschnitt begannen die Platzherren mit forschen Angriffen, aber erst 20 Minuten vor Schluß konnte Rieder die 1:0=Führung herstellen. Die Münsteraner setzten dann zu einem famosen Endspurt an und es gelang ihnen, fünf Minuten vor der Beendigung den Ausgleich zu erzielen. Dem Halbrechten Tentrop wurde das Leder gut vorgelegt und dieser schoß entschlossen ein. Bei beiden Einheiten konnte die Deckung gefallen, die ihr Bestes hergaben. Bei den Gau Niederrhein. Rheydter SV— Homberger SV 0:2 Duisburg 08— Borussia Gladbach 3:1 Schwarzweiß Essen— Rotweiß Oberhausen 1:1 Hamborn 07— Duisburg 99 1:1 Statt fünf, nur drei Meisterschaftsspiele im Handball. Polizei=Dortmund im Gesellschaftsspiel hoch geschlagen. VfL. Hagen— Paderborn 3:7. Germania Bochum Preußen Münster 1:1 Bochum, 7. Oktober. In der ersten Halbzeit ließen sich die Germanen das halbhohe Spiel der Gäste aufdrängen, die zudem noch durch große Schnelligkeit glänzten. Die Leistungen waren Statt der angesetzten fünf Punktespiele der HandballZehnerliga in Westfalen kamen nur drei zum Austrag, da die Begegnung Polizei Bielefeld— Schalke 04 verlegt und das Treffen Hindenburg Minden— Polizei Dortmund als Gesellschaftsspiel ausgetragen wurde. Die Mindener waren mit 12:7 erfolgreich, nachdem sie bei der Pause schon eine 7:4=Führung hatten. Die bisher ungeschlagenen Polizisten aus Münster mußten in Hagen gegen den DSC ihre erste Niederlage einstecken. Die Hagener, die bisher enttäuscht hatten, zeigten sich diesmal ihrem Gegner überlegen und fertigten diesen mit 9:5 ab, während bei der Pause das Ergebnis noch unentschieden 4:4 lautete. In Paderborn gab es mit dem Zusammentreffen von Preußen und VfL Hagen eine recht interessante Begegnung. Die Paderborner befestigten mit einem 7:3=Sieg ihre Tabellenposition. DSC. Hagen— Polizei Münster 9:5. Hagen, 7. Okt. Der DSC kam am Sonntag zu seinem ersten Erfolg. Man hatte eine Mannschaft herausgebracht, die sich mit Fischbach im Sturm und Rehlinghäus auf dem Mittelläuferposten bedeutend besser erwies als bisher. Der Torhüter war besonders in der zweiten Halbzeit glänzend in Form, auch die Verteidigung führte ein ausgezeichnetes Deckungsspiel vor. Die Läuferreihe versorgte den Sturm immer wieder mit brauchbaren Vorlagen, die in der Hauptsache von den linken Stürmern zu sicheren Toren verwandelt wurden. Die Gästemannschaft bereitete besonders im zweiten Spielabschnitt eine Enttäuschung; ihr übertriebenes Innenspiel brachte ihr wenig Erfolg. Dem Spiel wohnten nur wenige hundert Zuschauer bei. Schon bald nach Beginn gingen die Hagener durch ihren Rechtsaußen in Führung. Kurz darauf gelang den Münsteranern, die den Platzherren jetzt schwer zu schaffen machten, der Ausgleichtreffer, dem in geringen Abständen zwei weitere Toce folgten. Durch Strafwurf und eine weitere schöne Kombination holten die Hagener wieder auf. Bis zur Halbzeit kamen dann beide Mannschaften noch zu einem Erfolg.— Nach Wiederbeginn lagen die Hagener klar im Vorteil. Mit dem Stande von 5:5 war für die Münsteraner die Torausbeute beendet. Der Sturm des Platzvereins drängte unaufhaltsam nach vorn, und nur dem guten Torhüter haben es die Gäste zu verdanken, daß ihre Niederlage nicht höher ausfiel. Der Linksaußen des DSC brachte seinen Verein durch einen wunderbar kombinierten Strafwurf wieder in Führung. Der Rechtsaußen schloß eine saubere Kombination mit einem 7. Treffer ab. Wieder war es der Linksaußen, der auf 8:5 und kurz vor Schluß sogar auf 9:5 erhöhen konnte. Beim Stande von 8:5 mußte der Hagener Mittelstürmer auf Geheiß des Schiedsrichters den Platz verlassen. Der neue Tabellenstand: Gau Mittelrhein: TV Kalk— TV Obermendig 7:9. TV Niederpleis— Mülheimer SV 4:6. TV Siegburg=Mülldorf— TV Gummersbach 19:3. TV Koblenz— T VAlgenrodt 5:15. Gau Niederrhein. TV Stoppenberg— Alemannia Aachen 4:5 Polizei Düsseldorf— TV Kettwig 1870 5:8 Tura Barmen— Rhenania Düsseldorf 8:5 Kupferhütte Duisburg— Rasp. Mülheim=R. 5:5 Fußball im Kreise Hamm. Der große Kampf in Heeßen zwischen dem VfR und der tüchtigen Borussia Lippstadt endete mit 5:5 unentschieden. Wohl hatten die sehr schnellen Heeßener in der ersten Halbzeit einige bedeutsame Vorteile, doch waren die Borussen in der Abwehr auf der Hut. Nach der Das Tor für Herten fiel in der 69. Minute durch den Mittelstürmer Schilling im Anschluß an eine Ecke. Zwei prachtvolle Hintermannschaften erledigten einwandfrei ihre Aufgaben. Anion Recklinghausen— SV Höntrop 0:0 Recklinghausen, 7. Okt. Union trat in etwas veränderter Aufstellung an, die sich auch bewährte. Höntrop war komplett zur Stelle und probierte den rechten Läufer Ochs auf dem Mittelläuferposten. Ochs löste seine Aufgabe glänzend; er war überall zu finden, sein Abwehr= und Aufbauspiel war ohne Tadel. Union spielte in der ersten Halbzeit mit dem Wind im Rücken und konnte kleine Vorteile herausholen. Bei der gegnerischen Hintermannschaft war aber nichts anzubringen. Wer nach dem Wechsel die Gäste in Front erwartet hatte, sah sich getäuscht, denn die Platzherren hielten tapfer durch und erzwangen ein offenes Spiel. In den letzten 30 Minuten steigerte sich der Kampf noch, da jede Partei bemüht war, ein Tor zu erzielen. Gau Mittelrhein— Gau Sachsen 6:3. Köln. 7. Oktober. Im Kölner Stadion standen sich die Gausauswahlmannschaften von Mittelrhein und Sachsen im Repräsentativspiel gegenüber. Für die Rheinischen handelte es sich in erster Linie darum, eine Anfang dieses Jahres in Leipzig erlittene Niederlage wieder gutzumachen. Das gelang in überzeugender Weise. Vor 7000 Zuschauern stellten sich beide Mannschaften mit einigen Ersatzleuten. Bei Sachsen spielte Munkelt auf Linksaußen, Boch als Rechtsaußen. Mittelrhein stellte auf dem rechten Läuferposten Macha für Vogel, im Sturm Zarges für Dahmen. Die Einheimischen leisteten die bessere Mannschaftsarbeit. Bei Sachsen machte sich nach geraumer Zeit das Nachlassen der beiden Verteidiger Kreisch und Hertwig unangenehm bemerkbar. Die sächsische Läuferreihe spielte mittelmäßig, war der Kölner Halbreihe klar unterlegen. Obwohl Sachsen durch zwei Schüsse von Helmchen in Front gehen konnte, war Mittelrhein die bessere Elf. Eintracht Trier— Blauweiß Köln 1:0 Halbzeit kamen je länger desto mehr die entschlossenen Stürmer der Lippstädter zur Geltung und schafften durch kraftvollen Einsatz das 5:5. Der Neuling SV Westerkotten war Gast bei dem wiedererwachten VfR Berge im Hammer Süden. Berger Sturm schoß vor Halbzeit 2 Tore und stellte nach ausgeglichener zweiten Halbzeit, in der auch die Westerkottener sehr gute Chancen hatten, mit einem dritten Tor den in der 3:0=Höhe glücklichen Sieg sicher. Die Sensation des Tages besorgte der SV Herringen der zum ersten Mal in der Geschichte der Lokaltreffen des Hammer Westens das Kunststück fertig brachte den VfK Hamm zu schlagen. Die Hammer wußten sich in der ersten Halbzeit auf dem gefährlichen Herringer Gelände nicht zu finden; und da auch die Herringer sehr angriffslustig waren, blieb eine klare Ueberlegenheit der Gastgeber nicht aus. Diese Ueberlegenheit fand ihren Ausdruck in der Halbzeit=2:0=Führung. Nach Wechsel legten sich die Herringer sorgsam aufs Halten. Obschon jetzt die VfKer unter großer Kraftanstrengung stürmten gelang ihnen nicht einmal das Ehrentor. 2:0 gewannen die überaus eifrigen Herringer, die auf heimischem Gelände noch mancher Mannschaft ein Schnippchen schlagen werden. Der BV Hamm 09 blieb gegen den SV Welver nicht nur weiterhin ungeschlagen, sondern lief auch noch zu einer Hochform seines Angriffs auf. Aus dem 4:)Halbzeitvorsprung wurde bis zum Schluß ein klarer 7:0Sieg. Ebenfalls einen Bombensieg trug der TuS Lohauserholz auf eigenem Gelände gegen den S Wiescherhöfen davon. Schon bei Wechsel hatte die reifere Spielweise der Lohauserholzer einen 4:1=Vorsprung sicher, den der gut kombinierende Sturm gegen die etwas unsichere Verteidigung der Gäste auf 9:1 erhöhen konnte, Handball. HSV Hamm— VfL Münster(Ges.) 4:9 SV Werries— SV Ostwennemar 4:3 VfK Hamm— Eintracht Hamm 7:6 VfR Heeßen— TuS 59 Hamm 3:13 Herringer SV— Deutsche Tr. Wiescherhöfen 7:2 Hörder Hockeyspieler in Hamm. Zwei glatte Siege. 5 fi g p I E d Der FC Blau=Weiß Hörde weilte in Hamm, um in einer Auffrischung der freundschaftlichen Beziehungen zum VfK Hamm gegen diesen mit seiner Herren= und Damen=Mannschaft anzutreten. Beide Spiele gewannen die Hörder: bei den Herren mit 2:0(0:0) und bei den Damen 2:1(2:0). Turu Düsseldorf— Mülheimer SV(Ges.) 3:2 Preußen Krefeld— Köln=Sülz 07(Ges.) 3:1 Bezirksklasse. Gruppe 4: SpV Meiderich— SV Düssern 3:0 Vor. Rheinhausen— Meiderich 06 0:1 SpV Duisburg— Lintfort 2:0 VfvB Ruhrort— Klepe 03 3:1 Kleve 63— Österfeld 2:3 Post Duisburg— Duisburg 1900 0:2 * BV Altenessen— Rot=Weiß Essen 0:5 1. FC Styrum— Preußen Essen 1:3 BV Stoppenberg— Grün=Weiß Holten 3:3 Essen=West 81— Österfeld 2:3 Essen 96— Karnap 07 1:2 Viktoria Wehofen— Rheingold Emmerich 2:0 Handball. Nordhessen. Hessen Hersfeld— FC Langenfelbold 5:1 SC 03 Kassel— Spielv. Kassel 9:0 Borussia Fulda— VfB Friedberg 8:0 Hanau 93— Kurhessen Kassel 2:1 V A T S U S W 9 S V W Pi W vo 1: Ar eri Ar ist eia un gle die all We see tu Hagen, 7. Okt. Auch diesmal langte es nicht zu einem Sieg des VfL. Die Militärsportler aus Paderborn, in deren Reihen sich die früheren Hagener Spieler Möller(VfL) und Butz(Tus Eilpe) befinden, zeigten sich während des ganzen Spiels dem Platzverein klar überlegen, so daß der Sieg der Gäste zu keiner Zeit außer Frage stand. Die Hagener haben durch den Abgang einiger tüchtiger Leute sehr an Durchschlagskraft verloren. Der Sturm ließ vor dem Tor die nötige Entschlossenheit vermissen, zudem wurden die beiden Außenstürmer sehr wenig beschäftigt. In der zweiten Halbzeit fiel auch die Hintermannschaft merklich ab. Nachdem das Spiel anfänglich ziemlich ausgeglichen verlaufen war, machte sich die Ueberlegenheit der Paderborner bald immer stärker bemerkbar. Nach etwa 20 Minvten kamen sie durch den Halbrechten zu ihrem ersten Treffer Verschiedene Vorstöße der Hagener vermochten nichts einzubringen, und schon bald gab es für die Gäste, diesmal durch den Mittelstürmer, das zweite Tor. Endlich kamen dann auch die Hagener durch ihren Rechtsaußen zum ersten Gegentreffer, doch kurz vor der Pause stellte Paderborn die alte Tordifferenz wieder her. Die zweite Halbzeit begann gleich wieder mit einem Torerfolg der Militärsportler, die, nachdem die VfLer durch Strafwurf zu ihrem zweiten Treffer gekommen waren, schließlich noch drei weitere Tore erzielen konnten. Beim Stande von 7:2 rissen sich die Hagener noch einmal mächtig zusammen und zeigten auch etwas bessere Leistungen. Der Ball fand aber nur noch einmal seinen Weg ins Netz. Süddentschland. Südwest. Phönix Ludwigshafen— Sportfr. Saarbrücken 4:1 FK Pirmasens— FSV Frankfurt 2:2 Bor. Neunkirchen— 1. FC Kaiserslautern 1:3 Kickers Offenbach— Saar 05 Saarbrücken 3:0 Baden. Karlsruher FV— SW Waldhof=Mannheim 1:2 FC 08 Mannheim— 1. FC Pforzheim 0:7 Germania Karlsdorf— VfL Neckarau 1:3 Freiburger FC— VfB Mühlburg 2:1 Württemberg. Kickers Stuttgart— Sportklub Stuttgart 3:1 Sportfr. Stuttgart— SV Göppingen 2:1 Sportfr. Eßlingen— Ulm 94 1:2 SSV Ulm— SV Feuerbach 3:3 Union Böckingen— VfB Stuttgart 5:3 bis in rei beg der Ple gan und Bayern. 1860 München— Jahn Regensburg 5:4 Sp. Vg. Fürth— ASV Nürnberg 2:1 Schweinfurt 05— 1. FC Nürnberg 0:0 Sp. Vg. Weiden— Bayern München 0:2 Wacker München— Werder Bremen(Ges.) 4:0 un Brandenburg. Tennis Borussia— Viktoria 89 4:1 Minerva— Union Oberschöneweide 3:2 Standauer SV— Hertha BSC 2:2 VfB Pankow— Polizei SV 1:3 Berliner SV 92— 1. FC Guben 7:0. Sachsen. Guts Muts Dresden— VfB Leipzig 4:0 Sportfr. 01 Dresden— Wacker Leipzig 1:1 SuBV Plauen— SC Planitz 2:2 Fortuna Leipzig— VfB Glauchau 3:0 Nordmark. Union Altona— Polizei Lübeck 4:4 Borussia Kiel— FC St. Pauli Hamburg 1:1 Hamburger SV— Fortuna Düsseldorf(Ges.=Sp.) 47 Altona 93— Viktoria Wilhelmsburg(Ges.=Sp.) 42 Holstein Kiel— Arminia Hannover(Ges.=Sp.) Niedersachsen. SV 96 Hannover— Algermissen 1911 3:3 VfB Komet Bremen— Borussia Harburg 0:3. Hannover 96— Eintracht Braunschweig 0:0 und 5 unenter in der ch waren Nach der chlossenen ten durch bei dem den. Der ellte nach e Western dritten erriner Lokalg brachte, ußten inger Genger sehr nheit der nd ihren Wechsel Obschon stürmten, gewannen schem Gea schlagen 8 Welver auch noch dem 4:0larer 7:uS Loden S die reifere Vorsprung die etwas en konnte. hoher Sieg der Westfalen. Stettins Amateurboxer unterliegen 2:12. Stettin, 6. Oktober. Im vollbesetzten Stettiner Konzerthaus traten die westfälischen Amateurboxer vor ihrer Finnlandreise noch einmal gegen eine pommersche Mannschaft an und errangen dank technischer und taktischer Ueberlegenheit einen einwandfreien Punktsieg von 12:2. Die einzelnen Kämpfe brachten folgende Ergebnisse: antamgewicht siegte Brinkmann=Dortmund über Albrecht(P) nach Punkten. Im Federgewicht siegte Burger=Münster über Rauth=Pommern nach Punkten. Im Leichtgewicht erteilte Schmedes=Dortmund dem Stettiner Maskus eine Boxlexion und siegte durch Abbruch in der zweiten Runde. siegte im Weltergewicht über Mietzschke Stettin nach Punkten. Im zweiten Weltergewichtstreffen kam Pommern zum einzigen Erfolg durch den Soldaten Stenzel, der Rosner dank härterer und besserer Schlagtechnik besiegte. Im Halbschwergewicht blieb Blum=Altena Punktsieger über Dietrich und im Schwergewicht siegte Kyfuß=Münster knapp über den Stettiner Jaspers. en 7:2 n Hamm, lichen Beiner Her= de Spiele (0:0) und 3:2 3:1 VfB Bielefeld ließ auch in Hamm seinen Siegeszug nicht unterbrechen, siegte er doch mit nicht weniger als 5:0, wodurch sie weiterhin ohne Verlustpunkt die Tabelle anführen.— Arminia Bielefeld, der schärfste Rivale der VfBer, bisher ebenfalls noch ohne Verlustpunkt, mußte sich in Herford beim dortigen SuS mit einem Unentschieden von 3:3 zufrieden geben.— Ein weiteres Unentschieden gab es im Spiel Bielefeld 06/07 gegen Westfalia Brackwede. Was die Gäste aus Brackwede vor der Pause voraus hatten, hatten die Bielefelder nachher für sich. Auch unentschieden spielte Westfalia Wiedenbrück gegen VfL Salzuflen. 3:3 lautete es hier beim Schlußpfiff.— In Lippstadt gab es einen knappen Sieg der Teutonen über Union Herfordd, was man wohl nicht erwartet hatte. Die Lippstädter waren aber mit großem Eifer bei der Sache und siegten, wenn auch knapp, verdient mit 3:2. Bielefeld 06=07— Westfalia Brackwede 2:2. SuS Herford— Arminia Bielefeld 3:3. Westfalia Wiedenbrück— VfL Salzuflen 3:3. Teutonia Lippstadt— Union Herford 3:2. Hammer SpVg— VfB Bielefeld 0:5. Punkte. Auf dem Platze an der Wasserstraße ist nicht so leicht zu gewinnen.— Ein recht erbittertes Gefecht gab es in Witten zwischen den dortigen 92ern und TuS Bochum. Bei der Pause führten die Wittener noch mit 2:1, doch konnten sie dann in der zweiten Halbzeit dem starken Drang der Bochumer nicht mehr widerstehen.— Mit einem recht beachtenswerten Unentschieden von 2:2 konnte Sportring Gevelsberg aus Werne vom dortigen STV die Heimreise antreten.— Der MBV Linden hatte schwer zu kämpfen, um gegen Witten 07 durch einen 4:3Sieg die Punkte zu Hause zu behalten. Die Wittener erwiesen sich als kampfstarke Mannschaft. FC Schwelm— VfB Gerthe 8:3. Preußen Bochum— SC Dahlhausen 1:1. Witten 92— TuS Bochum 2:3. STV Werne— Sportring Gevelsberg 2:2. MBV Linden— Witten 07 4:3. Milspe 11— Westfalia Bochum 4:0. Gelsenkirchen: Der SC Hassel kam über Horst=Emscher zu einem beachtlichen 1:0=Sieg, um den erbittert gekämpft werden mußte.— Erle 08 behielt auf eigenem Felde über Olympia Bocholt knapp mit 2:1 die Oberhand, wodurch sie sich in der Tabelle um einige Plätze nach vorn geschoben haben.— In Gladbeck gab es einen harten Kampf zwischen Schwarz=Gelb und dem TB Eickel, aus dem die Eickeler mit 2:1 als glückliche Sieger hervorgingen.— Der SV Rotthausen behauptete seinen zweiten Tabellenplatz durch einen 4:1=Sieg über den VfB Gelsenkirchen, der dazu noch in Gelsenkirchen errungen wurde. Beim Seitenwechsel hatte es zwar noch 1:1 geheißen, doch nach der Pause hatten dann die Rotthauser alles für sich. — Union Gelsenkirchen bleibt durch einen 2:0=Sieg über den VfB Bottrop weiterhin ohne Verlustpunkte und damit auch Tabellenführer.— Ueberraschend glatt wurde Gelsenkirchen 07 von der SpVg Röhlinghausen hereingelegt. Die Röhlinghauser siegten mit 5:2(2:1), was vermuten läßt, daß sie die Gefährlichkeit des vergangenen Jahres, in dem sie allerdings noch in der 1. Kreisklasse spielten, wiedererlangt haben. SC Hassel— Horst=Emscher 04 1:0. Erle 08— Olympia Bocholt 2:1. Schwarz=Gelb Gladbeck— TB Eickel 1:2. VfB Gelsenkirchen— VfB Bottrop 2:0. SpVg Röhlinghausen— Gelsenkirchen 07 5:2. Die Endkämpfe um die Europameisterschaften im Freistilringen. 2 5 3:3 2:0 5:1 ken 4:1 a1:3 n 3:0 n 1:2 0:7 1 3:1 2:1 Dem Tabellenführer VfB Weidenau wurde der erste Punkt abgeknöpft. Die Weidenauer weilten bei Jahn Werdohl und mußten sich hier mit einem Unentschieden von 1:1 zufriedengeben.— Ueberraschend kommt die 1:3=Niederlage des Tabellenzweiten, Arnsberg 09. Die Arnsberger waren Gäste des SV Klafeld, der sich stärker erwies, als man wohl, in erster Linie natürlich die Arnsberger, angenommen hatte. Der Sieg der Klafelder ist jedenfalls durchaus verdient.— Hemer 08 trat auf eigenem Felde den Siegener Sportfreunden gegenüber und gab diesen mit 1:4 das Nachsehen.— Mit dem gleichen Ergebnis, also 4:1, siegte der BC Siegen über die SpVg Olpe. Hier hatten die Olper bei der Pause allerdings noch mit 1:0 die Führung, die sie nach dem Wechsel nicht zu halten verstanden.— Der SC Altenseelbach und die SpVg Plettenberg trennten sich nach iusgeglichenen Leistungen 1:1. Hemer 08— Sportfreunde Siegen 4:1. Jahn Werdohl— VfB Weidenau 1:1. BC Siegen— SpVg Olpe 4:1. Altenseelbach— SpVg Plettenberg 1:1. 7 Klafeld— Arnsberg 09 3:1. Bochum: Die größte Ueberraschung ist die 0:4=Niederlage des bisherigen Tabellenführers Westfalia Bochum, die dieser in Milspe von Milspe 11 bezog. Den Bochumern gelang rein garnichts, wogen die Platzherren reichlich vom Glück begünstigt wurden.— Einen hohen Sieg von 8:3 meldet der FC Schwelm. Die Schwelmer scheinen auf eigenem Platze wieder die gefürchtete Mannschaft des vergangenen Jahres geworden zu sein.— Preußen Bochum und der SC Dahlhausen teilten sich mit einem 1:1 die Stockholm, 6. Oktober. In der Sonntags=Ausgabe meldeten wir bereits, daß Földeak und Ehrl in den Besitz des Titels gekommen sind. Die Kämpfe am Schlußtag waren im einzelnen: Im Mittelgewicht siegte zunächst der Schwede Ivar Johannsson nach Punkten über den Deutschen Neuhaus=Essen, der zwei Verwarnungen einstecken mußte, da er sich seinem Gegner nicht zum Kampf stellte. Dann kam im Federgewicht der Ungar Toth zum Punktsiege über den Schweden Hansun. Im Weltergewicht erreichte der Ungar Karvarti das gleiche Ergebnis gegen den Finnen A. Philajamäki. Die erste Entscheidung fiel im Bantamgewicht, in der sich Fischer=Deutschland und Lorincz=Ungarn gegenüberstanden. Der Deutsche fiel nach 8:14 Min. einer Beinschere zum Opfer. Im Stand waren sich beide Ringer gleichwertig, am Boden zeigte sich aber der Ungar besser. Einen deutschen Sieg gab es dann aber in der Entscheidung im Leichtgewicht. Ehrl=München kam gleich im ersten Gang zu dem entscheidenden Punktvorteil, der für den Gewinn der Europameisterschaft ausreichte. Der zweite Titel fiel im Weltergewicht an Deutschland. Földeak=Hamburg verteidigte die Europameisterschaft im Endkampf gegen den Schweden A. Andersson mit Erfolg und errang einen verdienten Punktsieg. Zweimal konnte er seinen Gegner in die Brücke zwingen, die er aber nie einzudrücken vermochte. Im Mittelgewicht unterlag Neuhaus=Essen auch dem Finnen Wecksten nach Punkten und mußte also mit dem dritten Platz vorlieb nehmen. Wecksten verlor aber die Entscheidung gegen den Schweden Ivar Johansson ebenfalls nach Punkten. Engelhardt erging es im Halbschwergewicht nicht besser. Nach 26 Sekunden wurde er durch Ueberwurf von dem Engländer Bissel besiegt. Die Europameisterschaft in dieser Klasse holte sich aber der Schwede Fridell durch einen Punktsieg über den UnSchwergewicht gab es einen schwedischen Erfolg. Sjästedt besiegte den Finnen Nyström nach Punkten. Die Entscheidung im Federgewicht ergab einen Punktsieg des Finnen Philajamäki über Wittwer=Deutschland, der sich mit unglaublicher Energie verteidigte und allen Angriffen des Gegners standhielt. Den Punktsieg seines Gegners konnte er aber nicht verhindern. Die Ergebnisse: Bantamgewicht: 1. Loerincz=Ungarn, 2. FischerDeutschland, 3. Thuvesson=Schweden. Federgewicht: 1. K. Philajamäki-Finnland, 2. Wittwer=Deutschland, 3. Toth=Ungarn. Leichtgewicht: 1. Ehrl=Deutschland, 2. Svensson, Schweden, 3. A. Kurland=Dänemark. Weltergewicht: 1. Jean Földeak=Deutschland, 2. Andersson=Schweden, 3. Karparti=Ungarn. Mittelgewicht: 1. Ivar Johansson=Schweden, 2. Weckstein=Finnland, 3. Neuhaus=Deutschland. Halbschwergewicht: 1. Fridell=Schweden, 2. Viragh=Ungarn, 3. Engelhardt=Deutschland. Schwergewicht: 1. Sjöstedt=Schweden, 2. KlapuchTschechoslowakei, 3. Nyström=Finnland. Länderklassement: 1. Schweden 14 P., 2. Deutschland 12 P., 3. Ungarn 7 Pkt., 4. Finnland 6 Pkt. Kehraus im Sommer=Radsport. Metze siegt in Köln. Die Schlußradrennen auf der Bahn in Köln=Riehl hatten mit 6000 Zuschauern einen großen Erfolg. Das Große Goldene Rad vom Rhein über eine Stunde sah Weltmeister Metze in Front. Im Herbstpreis über nur 25 km mußte der Dortmunder kurz vor Schluß den Schrittmacher wechseln und kam so nicht über den letzten Platz hinaus. Prächtige Kämpfe lieferten sich auch die Nachwuchsfahrer im Kleinen Goldenen Rad über nur 50 km. Der Kölner Leuer feierte hier einen sicheren Sieg vor Gröning=Berlin und seinem Landmann Wenzel. Vor 5000 Zuschauern kamen in Chemnitz=Altenburg die letzten Rennen des Jahres zum Austrag. Die Rennen wurden als Mannschafts=Wettbewerb bestritten. Schindler=Lohmann holten sich mit über eine Runde Vorsprung den Herbstpreis, und Möller=Prieto waren im Abschiedspreis erfolgreich. Der Dresdener Straßenfahrer Thierbach startete erstmals hinter dem Motor. Lorenz=Cnemnitz gewann das Fliegertreffen gegen Karsch=Leipzig, der dann im Vorgabefahren mit 5 m Vorgabe gegen seinen als Malmann gestarteten Bezwinger den Spieß umdrehte. Reichel gewinnt den Großen von Halle. Die Strecke in den letzten diesjährigen reichsoffenen Straßenrennen mußte wegen Straßenbauarbeiten wesentlich verkürzt werden und führte von Halle nach Wittenberg und zurück über 163 km. Als Sieger ging der Chemnitzer Reichel im Endspurt einer sieben Köpfe starken Spitzengruppe vor dem Berliner Schöpflin hervor. Die Ergebnisse: 1. Reichel=Chemnitz 4:31:32,4; 2. Schöpflin=Berlin ½ Radlg.; 3. Meier=Berlin; 4. Kühn=Leipzig; 5. Hauwald=Chemnitz; 6. Geserik=Berlin; sämtlich dichtauf; 7. Schulz=Halle(B=Fahrer) 10 m zur. Auf Belgiens Winterbahnen triumphieren die Belgier. In Brüssel mußten sich die Franzosen in allen Wettbewerben den Einheimischen beugen. Im Fliegertreffe nbelegten Scherens(7 P.) und Arlet(10 P.) die beiden ersten Plätze vor Faucheux und Gerardin, beide j e11 P. Im Omnium gewannen die Belgier Charlier. Aerts und Buysse sämtliche vier Läufe gegen die französische Mannschaft. Die Einzelwertung ergab das gleiche Bild. Ein 80 km Mannschaftsrennen zierte das Programm des Renntages in Gent. de Graeve van Vlockhoven siegten mit 9 P. vor Debruycker=Verhaegen mit 10 P., denen eine Runde zurück Debruycker=Raes, J. van Kempen=Maertens als Nächste folgten. Ein Straßenfahrerkriterium über 50 km vereinte in Antwerven eine Reihe der bekanntesten Straßenhelden am Start. Belgiens Meister Roels erwies sich in den Wertungen als schnellster Fahrer und siegte schließlich vor seinem Landsmann Visser, dem Italiener Di Pacco, dem früheren Amateurweltmeister Pellenaers und de mGewinner der diesjährigen Tour de Franc=Fahrt A. Magne. In den Dauerrennen zeigte sich der Belaier Meulemans allen seinen Gegnern überlegen. J. Tag des Dortmunder Herbstmeetings. Rotkäppchen=Rennen: 1. Glacis(M. Schmidt), 2. 2. Blaufuß, 3. Kernpunkt, ferner Windsor, Mein Fürst, Nuri, Strachur, Hanshein, Georgina, Sieg 14, Platz 12, 15, 65, Lg. kurzer Kopf, 5/4, 1/2. Schneewittchen=Hürdenrennen: 1. Die Lupine (Vaas), 2. Kastanienblüte, 3. Pfalzgraf, ferner Melitto, Hecht, Frauenfreund, Profina, Tänzerin, Reizjäger, Ambrosius, Sieg 104, Platz 30, 22, 34, Lg. Weile, 10, 6. Dornröschen=Rennen: 1. Standlaut(Lommatzsch), 2. Husar, 3. Schwarzwaldfürst, ferner Letzter Sioux, Milotti, Perlmuschel, Blackberry, Ordensschwester, Sieg 54, Platz 18, 26, 17, Lg. 1, 1/2, 3. August Klönne=Erinnerungsrennen: 1. Mogul (Wenzel), 2. Morgengabe, 3. Gnom, ferner Chianti, Sonnenfalter, Rudolf, Audi, Sultan, Sieg 107, Platz 17, 12, 19, Lg. 1, 5/4, 1 1/2. Elfen=Jagdrennen: 1. Steinbruch(Stangl), 2. Aria, 3. Corax, ferner Palastwache, Jan van Werth, Fortis, Thesaurus, Sieg 23, Platz 17, 28, 16, Lg. 8, 3, 3. Nixen=Rennen: 1. Musterknabe(M. Schmidt), 2. Charmante, 3. Elmar, ferner Eisenkönig, Heidekönig, Hagestolz. Pistazie, Arglist, Lanzenspitze, Helmwiege, Segelflug, Sieg 39, Platz 19, 39. 28, Lg. 1 1/2, 1. Hals. Erlkönig Rennen: 1. Agent(Ehnert), 2. Stobert, 3. Mentha, ferner Danklied, Monarchie, Fantasio IV, Militta, Ziska, Voluntas, Dagmar, Sieg 114, Platz 25, 14, 15, Lg. 4, 3, 1 1/2. Siegdoppelwette: 4. und 5. Rennen Mogul—Steinbruch 564:10. Valporoiso vor Contessina. Massenbesuch beim Ratibor=Rennen. Berlin, 7. Oktober. Das Hoppegartener Sonntagsprogramm mit dem neuerlichen Start der ausgezeichneten Stute Contessina hatte seine Anziehungskraft auf das rennsportlich interessierte Publikum keineswegs verfehlt, und das prächtige Herbstwetter hatte den Besuch noch außerordentlich gefördert. Auch dieser Renntag hatte seine Sensation. Die Wunderstute Contessina erlitt die erste Niederlage ihres Lebens und wurde nach vier grandiosen Siegen von der Graditzerin Valparaiso um einen Hals geschlagen. Rennen zu Longchamp am 7. Oktober. 1. R.: 1. Alcarazas(A. Dupuit), 2. Kharan, 3. Newfoundland; ferner: Gedauque, Djalouka, Lucullus II, Keradel, Toutva II, Florival, Montavana, Clotho, Camaraderie, Apres Nous, Chaldee. Tot. 80. Pl. 25, 36, 53. 2. R.: 1. A. Prevosts Amontilado(W. Johnstone), 2. Timbale, 3. Laque d’Or; ferner: Pharaon, Porte Veine IIII, Tell Tales, Bellovaque. Tot. 168, Pl. 62, 21. 3. R.: 1. Selene(A. Pavee), 2. Kathusha, 3. Blue Bell III; ferner: San Juan, Honey, Le Roi Jean, Memento, Biganos, Zuenoula, Saint Auvent, Monjaret, Neucourt, Ecila, La Perle du Val, Azoni. Tot. 58, Pl. 18, 20, 22. 4. R.: 1. Bao Dai(W. Johnstone), 2. Prince Asturias, 3. Charming; ferner: Athamas, Kandahar, Asbestosn Border Rose. Tot. 43, Pl. 15, 17, 32. 5. R.: 1. Rarity(C. H. Semblat), 2. Birmah, 3. Douschka; ferner: Jus de Raisin, Sonny Boy, Pons Legend, San Marco, Mont Joie, Saint Denis, Capture Champs. Tot. 58, Pl. 19, 17, 23. handelsnachrichten. Bremer Baumwollterminbörse. Bremen, 6. Okt. Januar Brief 1430 Geld 14,10, bezahlt 1410, Abrechnungskurse 14,20. März 14,25, 14,23, 14,24, 14,24. Mai 14,37, 14,35, 14,36, 14,36. Juli 14,43, 14,41, 14.42. Oktober 13,99, 13,99. Dezember 14,09, 14,05, 14,07. Loco 14,25. Tendenz: stetig. Liverpooler Baumwollkurse. Liverpool, 6. Okt. Jan. 660, Febr. 659, März 658, April 656, Mai 655, Juni 653, Juli 652, Aug. 649, Sept. 646, Okt. 666, Nov. 663, Dez. 662, Okt. 35 643, Dez. 35 642, Jan. 36 642, März 36 642, Mai 36 642, Juli 36 641, Loco 689, Tagesimport 2100. Tendenz: stetig. Ostindische Baumwolle. Liverpool, 6. Okt. Loco Surtee F. G. 592, Broach F. G. 506, M. G. Punjab=American 530, Central Provinces Oomra 508, Bengal F. G. 331, Bengal Superfine 333, Sind F. G. 323. Sind Superfine 343. New Yorker Baumwollkurse. Newyork, 6. Okt. Loco 140, Jan. 1223—24, März 1232, Mai 1236, Juli 1240—41, Okt. 1208, Nov. 1212, Dez. 1217—1219, Zufuhren in Atlantischen Häfen 2, Zufuhren in Golf=Häfen 27, Export nach England 3, Export nach dem übrigen Kontinent 4, Export nach Japar und China 8. Tendenz: stetig. New Orleans Baumwolle. New Orleans, 6. Okt. Loco 1248, Jan. 1221, März 1228—29, Mai 1234, Juli 1238, Okt. 1206, Dez. 1218, Tendenz: k. stetig. 4 :0 :2 ) 4:0 Um Buchenhöhe.. Roman von Ilse Leutz. Feuilleton=Vertrieb durch A. F. Rohrbacher=Verlag, Berlin=Lichterfelde, Hasselfelder Weg 11. IIIIIIIIIIII 0 1:1 1:1 Sp.) 4: p.) 4:0 p.) 1:0 3:3 0:3. 0:0 9)(Nachdruck verboten.) Der Reeder schüttelte den Kopf.„Nichts Besonderes Georg. Nur viele Grüße.“ Er sinnt einen Augenblick nach, beginnt dann mit verändertem Ton:„Ich bin wirklich sehr froh darüber, daß Huschke die ausgezeichnete Stellung bei dem Staatssekretär bekommen hat. Er hat mir treu gedient; der Gedanke, ihn vielleicht brotlos zu wissen, wäre mir scheußlich gewesen.“ Komisch. Auch Georg hat in diesem Augenblick an den Chauffeur gedacht, vielleicht in Verbindung mit dem Gedanken an die Notwendigkeit, den fahrplanmäßigen Zug nach Pansdorf rechtzeitig erreichen zu müssen. Denn Christian Ahlerts Mercedes hat verkauft werden müssen. Während Georg, wenig später, in seinem Abteil sitzt und, wie so oft seit Knabentagen auf dieser Strecke, dem eintönig ratternden Räderlied der Kleinbahn lauscht, schmiedet er Pläne. Doralotte ist immer so gern Auto gefahren. Wenn seine eigenen Aussichten sich weiterhin wie bisher so günstig anlassen, wird er bald einen neuen Wagen kaufen können. Einen Zweisitzer vielleicht, keine der teuren Luxusmarken. Möglicherweise findet sich Gelegenheit, einen gebrauchten Wagen bekommen zu können. Seine Phantasie sieht bereits Doralotte am Volant sitzen, Doralotte mit blitzendem und jungem, strahlendem Sein eigenes Gesicht verschattete sich jäh. Doralotte—— Im Garten findet er sie. Dort, wo er sie schon einmal traf. An dem Sommertag, an dem sie seine Braut wurde. Diesmal ist sie allein. Der Hund liegt angekettet vor seiner Hütte. Als sie die Schritte des näherkommenden Mannes hört, macht sie eine Bewegung, als wollte sie fliehen. Aber er ist schon bei ihr. „Doralotte—“ Sie hebt das Gesicht. Es ist blaß. Die Augen sind matt und tief umschattet. Ein leises Beben zittert um ihren Mund. Georg hält ihre Hand noch immer in der seinen. „Wollen wir uns nicht einmal aussprechen, Liebste?“ bittet er ernst, mit vor eigener Bewegung leiser Stimme. „Ich bin eigens herausgefahren. Allein. Papa ist in Lübeck geblieben.“ In stummer Angst sucht er ihren Blick, den sie hartnäckig verbirgt.„So kann es nicht weitergehen mit uns beiden—“ Es klingt gepreßt. Doralotte hat das Gesicht abgekehrt. Sie muß ein paarmal wortlos ansetzen und schlucken, ehe die Stimme ihr gehorcht. „Du willst frei sein, Georg, nicht wahr?“ Er ist so maßlos erstaunt, daß er zunächst garnicht weiß, was er sagen soll. Endlich hat er sich soweit gefaßt, daß er zu fragen vermag. Und dann, nicht gleich, er muß in sie dringen, kommt es endlich heraus, was Doralottes Herz die ganze böse Zeit hindurch bedrückt hat. Der Mann ist tief betroffen. Betroffen— und zuinnerst beschämt. Denn es ist nicht gekränkte Eigenliebe, ist nicht schlechtweg Eifersucht, was sich ihm in den stammelnden Worten des Mädchens offenbart, sondern das schmerzliche Ringen einer Frau, die gekämpft hat, um des anderen geliebten Menschen willen, bis sie bereit war, zu verzichten, um seinem vermeintlichen Glück nicht mehr im Wege zu stehen. Doralotte ist den Jahren nach fast noch ein Kind, aber ihr Herz ist zur Reife der liebenden Frau herangewachsen, seit sie Georg Trentow zum ersten Male sah. Damals war sie ein verwöhntes, verspieltes Kind, das nur Glück und Sonnenschein und erfüllte Wünsche gekannt hat.— „Doralotte—“ Er zieht sie in seine Arme. Tief in ihm bohrt eine Ergriffenheit, die beinahe Schmerz ist. Er ist Doralotte nie, auch nicht einmal in Gedanken,„untreu“ gewesen. Er muß lange nachdenken, um sich überhaupt auf das dunkelhaarige Rotterdamer Mädchen zu besinnen, von dem dieser Idiot geglaubt hat, es hielte ihn in Holland zurück. Dennoch erinnert er sich plötzlich der Tatsache sehr deutlich, daß er Doralotte erst in der allerletzten Zeit mit der ganzen Kraft und Tiefe seines Herzens lieben gelernt hat. Er hat sie herzlich gern gehabt, sie hat sein Begehren geweckt, aber er hat sie nicht geliebt, als er damals, im Sommer, bat, seine Frau zu werden. War das schon Schuld? Ja! Er spürt es mit einem Male unbeirrbar und sehr stark. Nichts ist verletzlicher als Liebe. Denn ein wahrhaft liebendes Herz ist mit einem feinfühligen Instinkt begabt, der die leiseste Schwankung im Innern des anderen auffängt und nachlebt. Huschkes dummes Gerede hätte wahrscheinlich kein ernstliches Unheil in Doralottes Herz anzurichten vermocht, wenn dieses Herz nicht vermöge des sechsten Sinnes der liebenden Frau seine eigene frühere Lauheit recht gut gespürt hätte. „Doralotte! Mein liebes, liebes Mädchen! Wie konntest du dich und mich nur so quälen? Weißt du endlich, daß ich dich und nur dich liebe?“ Und während sie den Kopf an seiner Brust verbirgt und er den vertrauensvollen Schlag ihres Herzens spürt, gelobt er sich aus tiefster Seele, dieses Herz niemals zu enttäuschen. * Nun ist es Frühling. Um„Buchenhöhe“ grünen die Wälder der holsteinischen Küste, und in dem alten, zur See hinabführenden Garten blühen die ersten Veilchen. Doralotte und ihr Mann freuen sich schon darauf, bald wieder„zu Hause“ sein zu wollen, so herrlich die Reise auch war. Sie haben als Abschluß Sönke Quast besucht. In wenigen Stunden schon werden sie heimfahren Sie sind zeitig genug vom Quasthof aufgebrochen, um noch einen Spaziergang zum Deich hinauf unternehmen zu können. Zu zweit. Die ihnen freundlich angebotene Begleitung des Großbauern haben sie abgelehnt. Und nun stehen sie beide Hand in Hand auf dem Deich, auf dem vor Jahrhunderten des Deichgrafen Jens Nikolsen Trentow„spanisch Weib“ mit großen, dunklen Augen über die unendliche Wasserwüste fort nach dem Schiff des Vaters ausblickte. Auch die beiden heutigen Menschen schauen in die Weite. Fern am Horizont gibt es einen neuen, im Bau befindlichen Deich, um das Meer, das als kaum wahrnehmbarer silberner Streifen den Himmel säumt, abzuriegeln, damit, nach Jahren unablässigen Ringens, wieder einmal neues Land aus dem Meere steigen möchte. „Land steigt aus dem Meer.“ Doralottes blaue Augen suchen die dunklen ihres Friesengatten.„O Georg! Ist das nicht der Sinn der Schöpfung? Daß das Chaos sich lichtet und fruchtbarer Sinn in die Ordnung der Dinge kommt? Gottes Odem, der der seelenlosen Materie Leben verleiht— Gottes Odem, die Liebe. Der göttliche Funke, durch den wir innerlich wachsen und reifen, so daß auch aus der Tiefe unserer eigenen Persönlichkeit Neuland als lebendiges Zeugnis des nie endenden Schöpfungswunders der Herzen emporsteigen kann—“ Sie bricht ab. Es ist, als sei sie über ihre Worte erschrocken. Denn sie gehört zu den Menschen, die nicht leicht das Letzte aussprechen, und die, wenn sie es, selten und nur vor dem allernächsten Menschen, jemals doch tun, sich dessen fast schämen. Georg versteht seine junge Frau gut. Ihm selbst geht es ja ebenso. Stumm zieht er, während droben die Wolken ziehen und Möwen über dem der Meerestiefe abgerungenen Lande ihre seltsam schrillen Schreie hinrufen, die Hand Doralottes an die Lippen. Sie überläßt sie ihm willig, und er küßt in andächtig dankbarem Glück ihre Finger, küßt den Ring mit dem alten Wahrspruch seines auch in der Fremde dem Besten der Heimat treu verwurzelt gebliebenen Geschlechts. — Ende.— Bezirksklasse Münster. Münster os vernert den ersten Punkt. SS Recklinghausen kann Rheine 09 nicht verdrängen.- Borussia Rheine und SW Meckinghoven melden hohe Siege. Münster, 7. Oktober. Rheine 09. der Tabellenführer, blieb heute spielfrei. Die Führung konnte verloren gehen, wenn SS. Recklinghausen mit entsprechend hoher Torzahl siegte. Zwar siegten die Recklinghauser über den Neuling Beckum, doch nicht so überzeugend, daß die erforderliche Torzahl erzielt wurde. Die Beckumer wehrten sich tapfer und versuchten vor allen Dingen, die stark massierte Deckung der Gäste zu durchbrechen, was ihnen aber nicht gelang. SS. Recklinghausen holte die Punkte von Rheine 09 zwar ein, muß sich aber mit dem zweiten Platz begnügen. Auch der nach den ersten beiden Spielen allgemein als Favorit angesehene S C. Münster 08 konnte heute nicht das erreichen, was er sich vorgenommen hatte. Mit nur einem Punkte wurde das Treffen gegen Gronau 09 gewertet. Abgesehen davon, daß der Sturm der 08er nicht die gewohnte Höhe erreichte, muß berücksichtigt werden, daß der Schiedsrichter nicht die Kraft aufbrachte, das Spiel in der Hand zu behalten. An den Fehlentscheidungen litt das Spiel auf beiden Seiten. Dabei konnte man ihm nicht einmal Parteilichkeit vorwerfen, nur störende und zerstörende Hilflosigkeit in vielen Situationen. Mit einem Unentschieden mußte man sich auch in Ahlen begnügen, wo SS. Ahlen Greven 09 empfing. Die Ahlener kämpften mit Schneid und Elan. Aber ein kurzes Nachlassen während des Spieles ließ die Grevener aufkommen, die dann auch noch vor der Pause ein Tor aufholen konnten. In der zweiten Halbzeit gelang ihnen sogar noch der Ausgleich, während für Ahlen die zweite Halbzeit torlos blieb. Mit nur einem Punkte mußte Ahlen sich zufrieden geben, allerdings einem sehr wichtigen Punkte. Schlimmer erging es den Westfalen in Meckinghoven, die mit 4:0 überfahren wurden. Meckinghoven zeigte sich in glänzender Laune und gab während fast des ganzen Spieles beherrschend den Ton an. Gegen den Platzherrn versagten die Gäste unbegreiflicherweise fast vollkommen. Zu einem interessanten Treffen kam es in Beckum, wo der Neuling gegen SS. Recklinghausen unterlag. Die Beckunmer zeigten wieder einmal mehr, daß sie den Aufstieg ehrlich verdient haben. Spiele gew. unent. verl. Tore Punkte Münster 08- Gronau 09 1:1 X Münster, 7. Oktober. Auf eigenem Platz mußte sich Münster 08 zur großen Ueberraschung der zahlreich erschienenen Zuschauer mit einem mageren Unentschieden zufrieden geben. Gronau 09 brachte ihnen den ersten Punktverlust bei. Nach dem bisherigen guten Abschneiden der 08er hatte man wohl einen klaren Sieg erwartet. Das Spiel selbst wurde äußerst hart ausgetragen, so daß es während des ganzen Verlaufes Serien von Strafstößen absetzte. Dafür war in erster Linie der Leiter des Kampfes verantwortlich zu machen, der diesem typischen Punktekampf durchaus nicht gewachsen war. Seine Entscheidungen waren bis auf wenige Ausnahmen nicht dazu angetan, die häufig auftretenden Härten zu unterdrücken, sondern riefen stets größere Unstimmigkeiten hervor, was sich natürlich auch auf die Schönheit des Spieles ungünstig auswirken mußte, so daß überragende Leistungen auf beiden Seiten ausblieben. Eine leichte technische Ueberlegenheit der Münsteraner gegen die körperlich viel stärkeren Gronauer war nicht zu verkennen. Die erste Viertelstunde steht dann auch im Zeichen der Münsteraner, deren Stürmerreihe, gut unterstützt von einer aufbautüchtigen Läuferreihe, das Tor der Grenzler in arge Bedrängnis bringt. So kann bei einem dieser gefährlichen Augenbliche der rechte Verteidiger in höchster Not auf der Torlinie das Verhängnis eines drohenden Torerfolges nur noch mit dem Fuße bannen. Im Gegenangriff wird Lepper bei einem Zusammenprall verletzt und scheidet bis zur Pause aus. Dieses Manko nutzten die Gronauer geschickt aus durch raumgreifende Flügelangriffe sind sie zeitweise überlegen und können die Münsteraner in ihre Spielhälfte zurückdrängen. In diese Drangperode fällt auch das erste Tor. Bei einem schnell vorgetragenen Angriff der Gronauer Stürmerreihe gibt der Mittelstürmer halbhoch zum freistehenden Rechstaußen, der durch unhaltbaren Kopfball in der 23. Minute seine Farben in Front bringt. Das Tor. aus 13 Meter Entfernung äußerst plaziert in die rechte Torecke gepfeffert, war eine Glanzleistung. Der Jubel der wenigen Anhänger ist kaum verrauscht, als 08 bei einem Strafstoß ebenfalls durch Kopfstoß von Röhl den Ausgleich erzwingt. Jetzt nimmt das Spiel einen ungemein harten Charakter an. Serienweise Strafstöße sind das Ergebnis. Mit dem Unentschieden geht es in die Pause. Nach dem Spielwechsel drängt 08 stark, kann sich aber bei der starken und schlagsicheren Abwehr der Gronauer nicht durchsetzen. Zudem mangelt es den Stürmern an der nun einmal nötigen Entschlossenheit und Schußsicherheit. Zwei scharf plazierten Schüssen von Tenambergen stellt sich die Latte hindernd in den Weg. Einige Strafstöße hüben und drüben bringen nichts ein. Mürsters Linksaußen ist durch, schießt aber auf den Torwart. Der Kampf nimmt durch das harte Spiel immer schärfere Formen an und beschwört unsportliche Szenen heraus, die die Schönheit des Kompfes vollständig ersterben lassen Die letzte Viertelstunde gehört den Gronauern, die es jedoch vor dem Tore ebenso wie die Münsteraner an der nötigen Entschlossenheit fehlen lassen. So verpaßt vor allem der Rechtsaußen die schönsten und erlgreichsten Sachen. Die letzte Minute wirkt sich für Gronau seyr bedrohilch aus. Eine Ecke von rechts wird wundervoll hereingegeben, fünf, sechs Körper schnellen hoch. Das Siegestor hängt in der Luft, aber unter äußerster Kraftanstrengung wird die bedrohliche Lage nach langem Hin und Her geklärt. Der Schlußpfiff beendete ein unschönes und hartes Punktetreffen. Borussia Rheine— Bockum=Hövel 6:0(1:0). In der ersten Halbzeit zeigte sich Bockum=Hövel den Gegnern noch einigermaßen gewachsen zumal der Rheiner Sturm nur langsam in Fluß kam. Mit einem bedenklichen 1:0 wechselte man die Seiten. Nach der Pause aber trat der gefürchtete Rheiner Sturm voll in Aktion. Te Kombination wurde nicht übertrieben. Man fand rechtzeitig den Mut zum Torschuß, und so blieb es dann nicht aus, daß die zweite Halbzeit den Platzherren fünf Tore einbrachte. Bockum=Hövel klappte immer mehr zusammen und konnte sich zu einem entschiedenen und vor alle Dingen erfolgreichen Widerstand nicht mehr aufraffen. SuS. Ahlen— Greven 09 2:2(2:1). Beide Gegner lieferten sich eine durchaus ebenbürtige Partie. Allerdings hatten die Platzherren in der ersten Halbzeit mehr vom Spiel. Sie gehen in Führung und können bald darauf hoffnungsvoll auf 2:0 erhöhen. Iedoch noch vor der Pause holen die Gäste ein Tor auf Allen Bemühungen der Ahlener gelang es nach dem Wechsel nicht, die alte Spanne wiederherzustellen. Vielmehr mußte man sich sogar noch den Ausgleich gefalten lassen und mit der Teilung der Punkte zufrieden geben. SW. Meckinghoven— Westfalia Ahlen 4:0(“*). Den Ahlenern scheint das Siegen auf fremden Feldern schwer zu fallen. Gegen Meckinghoven jedenfalls zeigten sich die Westfalen zeitweise recht hilflos Es muß aber auch gesagt werden, daß die Platzherren sich in einer ausgezeichneten Form befanden und ein schönes und erfolgreiches Kampfspiel vorführten. SpV. Beckum— SuS. Recklinghausen 0:2(0:1). Das Ergebnis hätte besser ein Unentschieden gezeigt, jedenfalls wäre es den Umständen und gezeigten Leistungen gerechter geworden. Die Beckumer machten dom Gaste den Erfolg nicht leicht, aber sie waren mit ihren Torsüssen von einem unvorstellbaren Pech verfolgt. Zudem zogen, namentlich nach der Pause, die Recklinghauser einen großen Teil der Mannschaft zurück, so daß es den Beckumern nicht mehr möglich war, die Verteidigung zu durchbrechen. Kreisliga Münster. Warendorf sichert sich die Führung. Be Greven geschlagen.- Post Münster in guter / Münster, 7. Oktober. Der mit größter Spannung erwartete und vor allem auch entscheidenste Kampf in der 1. Kreisklasse Münster war die Begegnung zwischen SV. Warendorf und BC. Greven. Beide Mannschaften standen mit drei Siegen punktegleich an der Spitze der Tabelle. Die heutige Begegnung mußte die Entscheidung um die endgültige Führung bringen. In einem kampfreichen Spiel zeigten die Mannschaften, daß sie einander nicht viel nachgeben. Warendorf behielt das glückliche Ende für sich, konnte einen Elfmeter verwandeln und ging als knaper Sieger durchs Ziel. Nunmehr führt der SV. Warendorf mit zwei Punkten Vorsprung an der Spitze der Tabelle. Aber immer noch dicht gefolgt von BC. Greven, die sicherlich zu gegebener Zeit für die heute erlittene Niederlage Vergeltung übn werden. Von dn übrigen Mannschaften ging am besten Post Münster hervor, die einen glatten und schönen 4:0Sieg erringen konnten. Die Mannschaft scheint ebenfalls ein ernstes Wort in der Frage der Meisterschaft mitreden zu wollen, denn beide Spiele werden mit einem GesamtTorergebnis von 7:1 gut nach Hause gebracht. Man darf jedenfalls auf sehr spannende und interessante Treffen in der 1. Kreisklasse rechnen. Unerwartet ist das schlechte Abschneiden der SuSler aus Ennigerloh, die doch noch im vorigen Jahre mit zu den besten Mannschaften gehörten. Tus Neubeckum gerät nach der neuerlichen Niederlage allmählich ernstlich in Bedrängnis. Spiele gew. unent. verl. Tore Punkte Post Münster— Tus Neubeckum 4:0(2:0). Die Postler lieferten ein schönes Spiel. Die Mannschaft zeigte sich in guter Form. Vor allem verhinderte die sichere und tadellose Arbeit der Hintermannschaft jeden Erfolg der Gäste. Im Sturm war man sehr eifrig, die Postler waren stets schneller am Ball als die Gäste und vor allen Dingen zeigte der Sturm einen erfreulichen Drang zum Tor. SV. Warendorf— BC. Greven 1:0(0:0). Das entscheidungsvolle Spiel hatte zahlreiche Zuschauer angelockt, die ein jederzeit spannendes Treffen sahen. Beide Mannschaften zeigten sich gleichwertig. Ein Unentschieden hätte den gezeigten Leistungen und dem tatsächlichen Können eher entsprochen. Aber Warendorf behielt diesmal das bessere Ende. Ein Strafelfmeter brachte nach der Pause die aussichtsreiche Chance auf das Führungstor, das dann auch der Halblinke mit Sicherheit trat. Ein weiterer Erfolg war den Platzherren bei der Ausgeglichenheit der Leistungen nicht mehr beschieden. SS. Ennigerloh— SC. Oelde 0:3(0:3). Schon vor der Pause erledigte Oelde sein Pensum. Die Oelder zeigten sich den Gastgebern dauernd überlegen und blieben verdient Sieger. TV. Hiltrup— Reichsbahn Münster 0:0(0:0). In der ersten Halbzeit wurde ein Spieler der Reichsbahner schwer verletzt, so daß sie das schwere Spiel mit 10 Mann durchführen mußten. Das Spiel selbst konnte bei ausgeglichenen Leistungen gefallen. Das Ergebnis ist durchaus entsprechend. Seltsame Ergebnisse. In der 2. Kreisklasse Münster ging es heute reichlich seltsam her. Das Spiel Telgte gegen Sportfreunde Ahlen mußte ausfallen, da die Mehrzahl der Telgter Spieler der SA angehören und heute nach Bevergern zum Aufmarsch vor dem Chef des Stabes mußte. Sportfr. Ahlen hat damit immer noch nicht Gelegenheit gehabt, in den Punktekampf einzugreifen. Im übrigen aber ging es, wie gesagt, seltsam her. Die Tabelle sah Germania Ahlen nach dem ersten Spielsonntag an der Spitze, heute sieht die Tabelle ungefähr so aus: Fast sämtliche Mannschaften drängeln sich hinter Telgte, das mit zwei Gutpunkten jetzt führt, mit zwei Gut= und zwei Schlechtpunkten um die Plätze. Das Torergebnis muß für die Zuteilung entscheiden. Germania Ahlen mußte zu den zwei Gutpunkten zwei Schlechtpunkte hinzufügen, da sie in Münster gegen Westfalia Kinderhaus verloren. Zudem haben die Germanen noch einen schwerverletzten Torwart zu beklagen. AehnKreisliga Steinfurt. lich erging es Reckenfeld in Harsewinkel, man mit 2:1 die Segel streichen mußte. Man wird jeden. falls auf den weiteren Verlauf der Kämpfe gespannt sein dürfen. Hoffentlich wirft nicht immer der eine Sonntes die Errungenschaften des Vorsonntags wieder um Sportfreunde Ahlen— SC. Telgte(ausgefall). Westfalia Kinderhaus— Germania Ahlen 4:2(2:1 TV. Harsewinkel— SC. Reckenfeld 2:1(1:0). Dülmen füllt zurück. Ein Sonntag der Ueberraschungen.- BB Rheine übernimmt die Führung. / Münster, 7. Oktober. Man kann schon mit Recht sagen: Ein Sonntag der Ueberraschungen. Oder ist es keine Ueberraschung, wenn VfL. Dülmen, der Favorit und unbestrittene Tabellenführer, gegen VfL. Eve. der an drittletzter Stelle der Tabelle liegt, beide Punkte abgeben muß? Oder wenn SV. Emsdetten nach einem mäßigen Spiel gegen Gronau 21=24 die Punkte teilen muß? Oder wenn Rasensport Coesfeld nach den letzten Niederlagen sich endlich besinnt und einen schönen Sieg über SV. Ibbenbüren melden kann? Es ist schon ein Sonntag der Ueberraschungen. Die Tabellenplätze sind etwas durcheinandergewürfelt worden. Favoriten wanken und andere schöpfen neue Hoffnung. Wenn es so weitergeht, behalten die Spiele der 1. Kreisklasse Steinfurt ganz sicher alles Interesse. Und es kommt soweit, daß diese Spiele die spannendsten werden, die auf münsterländischen Fußballfeldern ausgetragen werden. Spiele gew. verl. unent. Tore Punkte Concordia Gronau hemmt den Lauf der Emsdettener. Sp. Vg. Concordia Gronau— Sp. V. Emsdetten 0:0. Torlos wurde dieses Treffen beendet, das durchaus gleiche Feldleistungen zeigte. Die 2. Ersatzleute Concor2. Kreisklasse Steinfurt, Gruppe A. dias wurden ihrer Aufgabe gerecht. Die Platzherre hatten klare Torchancen, aber die Pechsträhne riß füdie Gronauer auch in diesem Spiel nicht ab. Der fellende Drang nach Toren bei dem Gastgeber kam den Hüter des Gastes verschiedentlich zugute. Ansonster konnte das Stürmerspiel der Platzherren wohl gefallen nur der krönende Torschuß ließ auf sich warten. Vo dem Gaste, den man schon als Favorit ansah, hätte ma diesmal mehr erwarten dürfen. 15 Minuten vor Schlu mußte Gronaus rechter Verteidiger wegen Verletzun albrechte aus. Do 1 ausscheiden; zeitweise schied auch der Halbrechte aus. Do Spiel hätte vielleicht doch noch eine andere Wendun genommen, wenn die Mannschaft des Gastgebers hätt komplett durchstehen können. Das Ergebnis spricht für die Leistungen der Concorden, die nach mehreren solcher Spiele wieder aufkommen dürften. I Preußen Rheine— Tus Stadtlohn 2:1(1:1). Auch Stadtlohn wartet mit einer Ueberraschung auf Eine Niederlage hatte man der guten Mannschaft nich zugetraut. Zwar gingen sie bereits in der dritten nute in Führung, doch vor der Pause noch holt Preußen den Ausgleich. Nach dem Wechsel macht sich deutlich Ueberlegenheit der Platzherren bemerkbar, die dann auf in dem Siegestor zum Ausdruck kommt. ste ti al ti I Teuto Riesenbeck— BV. Rheine 1:2(1:1), Knapper als erwartet, blieb der BV. Rheine y Riesenbeck siegreich. Das Führungstor, das die Gäst vorlegten, konnten die Platzherren noch vor der Paus aufholen. Ein zweites Mal gelang es ihnen aber nict BV. hat verdient gewonnen. VfL. Epe— VfL. Dülmen 2:1(0:1). Aus Epe wird die große Ueberraschung des Soytags gemeldet. Die Dülmener konnten nicht gewinnen Der Torwart war nicht auf der sonst gewohnten Höh aber auch sonst war die Mannschaft=nicht in der For die die Eper anzutreffen befürchtet hatten. Die Er erkannten sofort ihre Chancen und setzten alles auf eine Karte, griff unentwegt und tapfer an, drängte die Göy. zeitweise stark zurück und verlegten das Spiel in Hälfte des Gegners. Nur für Augenblicke gelang es d Dülmenern, sich aus der Umklammerung frei zu mache Rasensport Coesfeld— SV. Ibbenbüren 3:1(3:0) w V V he sti w gi de sd ti m ti de N gl n di po li 9 Vorwärts Emsdetten wird von Rheine verdrüngt X Münster, 7. Oktober. Der vierte Spielsonntag brachte in der zweiten Kreisklasse verschiedenen Favoriten unangenehme Ueberraschungen. In der Gruppe A kam der bisherige Tabellenführer Vorwäts Emsdetten in Rheine nur zu einem Unentschieden. Vf L. Rheine brachte das Kunststück fertig, auf eigenem Platz die Vorwärtsler aus Emsdetten klar und verdient abzufertigen, was sich bei der Tabellengestaltung für Rheine gut, für Emsdetten dagegen weniger angenehm auswirkte. Vorwärts gibt durch diese Niederlage seine Führung an VfL. Rheine b, die mit nur einem Verlustpunkt nach vier Spielen seine beiden schärfsten Rivalen um einen Punkt hinter sich ließ. Für die weitere Ueberraschung des Jages sorgte Sportfreunde Gellendorf, die ebenfalls auf fremdem Platz Federn lassen mußten. Die Gellendorfer fielen dadurch vom zweiten auf den dritten Tabellenplatz zurück, während SuS. Neuenkirchen durch ihr Unentschieden seinen vierten Platz weiter befestigen konnte. Union Burgsteifurt hat endlich seine frühere Form wiedererlangt. Dafür spricht der klare 5:0=Sieg über den SV. Mettingen, der mit einem Torverhältnis von 1:27 und 0 Punkten weiterhin erbarmungslos die Schlußlaterne bildet. Borussias Reserve ist ebenfalls im Kommen. Die Mannschaft zeigte endlich wieder technisch gute Leistungen und konnte heute ihr zweites Treffen gegen die gewiß nicht schlechten Hörsteler mit klarer Tordifferenz für sich buchen. In der Gruppe B. ging es ebenfalls heiter h und auch hier blieben Ueberraschungen nicht aus. Un wartet kommt die Niederlage der Vredener gege Tus Dülmen. Der Punkteverlust von VfL. Vrein bedeutet für sie eine furchtbare Enttäuschung. Angenen war es schon den Dülmenern, die sich durch ihren heutig Sieg ins Nestlein von Vreden setzten, während VfL. w erst mit dem vierten Tabellenplatz vorlieb nehmen mi Der Spitzenreiter Tus Ahaus befestigte mit seinen heutigen Sieg über Union Wessum seine Spiten position. Sein gefährlichster Konkurrent erwächst ihm Tus Dülmen, der ihm scharf auf den Fersen folgt. Syl Heek arbeitete sich durch seinen Sieg über Reicbahn Coesfeld auf den sechsten Platz vor, wogeg Coesfeld porerst den letzten Tabellenplatz weiter fürs in Anspruch nahm. Allmählich schnie tauch der schaft des SpV. Wilmsberg die Selbstbesinnun auf ihre früheren Leistungen wieder eingekehrt zu seu denn auch diesmal langte es zu einem klaren Erfolg übVfL. Dülmen. Mit nur zwei Verlustpunkten ris Wilmsberg an die dritte Stelle. Die beiden Nachbaraus Nordwalde und Altenberge teilten sich biderlich und friedfertig in die Punkte. Nordwalde ger in die tieferen Regionen. Altenherge verpaßte durch de Unentschieden den Anschluß an die Spitzengruppe. wird erst abwarten müssen, wie sich das Spiel um Punkte weiterentwickeln wird, bevor man schon die M sterfrage anschneiden kann. ge ni w p. al so 3 in 8 sd 6 2 de pi bi le li fi se je E w 3 E I 2 d b d d Handball. Gronau schlägt Münster 08 4:2. Die Gronauer befestigen ihre Favoritenstellung. Der mit Spannung erwartete Kampf der beiden Favoriten der münsterschen Handballbezirksliga sah am Sonntagvormittag die Gronauer Vorwärtsler als knappe, aber verdiente Sieger. Schon das Resultat spricht von der Ausgeglichenheit der beiden Mannschaften. Die Gastgeber zeigten zu Anfang ein wenig Nervosität, wodurch das Zusammenspiel litt. Sie machten aber durch ihren riesigen Eifer und Kampfgeist dieses wieder wett. Die Elf ist momentan in allen Teilen gut besetzt. Vor allen Dingen der Sturm und die Läuferreihe waren auch heute wieder ausschlaggebend für den Sieg. Auch der Torwart sei hier nicht vergessen. Die Münsteraner hatten eine ganz vorzügliche Hintermannschaft mitgebracht, gegen die sich der blendende Vorwärtssturm immer wieder fest lief. Auch hier war der Torwart der beste Mann. Im Sturm dagegen klappte es nicht so besonders, seine Aktionen waren zu durchsichtig. Der Mittelstürmer erfreute sich durch Hartung einer aufmerksamen Bewachung. Sofort vom Anwurf weg wäre für die Blauweißen schon bald der erste Treffer gefallen. Der Mittelstürmer erhält den Ball, der ohne von einem Münsteraner berührt zu werden, nach vorne kommt, frei, aber seine Bombe geht über die Latte. Die Grenzler sind weiter im Angriff. Das Spiel ist hart, aber der vorzüglich leitende Schiri läßt das Spiel nicht ausarten. Die Gronauer Stürmer haben mit ihren Würfen reichlich Pech. Thimm im Gronauer Tor macht durch eine fabelhafte Leistung einen Strafwurf unschädlich. Es hätten während dieser Zeit drei bis vier Tore für Vorwärts fallen müssen. Endlich, ca. 20 Minuten nach Spielbeginn hat sich der Mittelstürmer der Grenzler mit dem linken Läufer gut freigespielt und erzielt durch einen 20=Meter=Wurf das Führungstor. Bei diesem Resultat, das für ein Handballspiel wohl selten ist, bleibt es bis zur Halbzeit, nachdem auf beiden Seiten noch verschiedene Chancen nichts einbringen. Nach dem Wiederanwurf übernehmen zunächst die das Spiel und können schon bald durch ihren Mittelst mer unhaltbar ausgleichen. Es langt sogar durch ei) ebenfalls unhaltbar verwandelten Strafwurf zu 1:2=Führung. Dann sind die Gastgeber wieder in und es beginnt nun ein Endspurt, der die Blauweidauernd im Angriff, die 08er in der Verteidigung sen von wenigen Durchbrüchen abgesehen. Unaufhor knallen die Gronauer auf den münstnrischen Laden, al Pech und ein erstklassiger Torwart verhindern zund die Erfolge. Schließlich kann der Mittelstürmer zumausgleichen. Durch einen wiederholten Strafwurs ringt man den 3. Treffer. Zweimal ging dann Leder ins Schwarze, aber jedesmal stand jemand seits. Durch einen vierten Treffer des Halblinken seilen die Grenzler den Sieg sicher. Es ist zu wünschen, o die Gronauer weiterhin von dem heute gezeigten Kam geist beseelt bleiben, dann wird es nicht ausgeschlo sein, daß die Handballhochburg Münster der Grenzs diesen Titel überlassen muß. Gronauer Motorradfahrer bei verunglückt. Auf der Fahrt nach Ochtrup verunglückte Sonnt gegen Mittaa der Motorradfahrer Dachdecker und sein Soziusfahrer Schnick: der Unfall verlies die Beteiligten jedoch noch glimpflich. Als ein M wagen, aus Richtung Ochtrup kommend, in der Nähe" Katerkamp in einen Feldweg einbiegen wollte, das Motorrad mit dem Milchwagen mit ziemlicher zusammen. Das eine Rad des Wagens wurde mert, während auch das Motorrad beschädigt wurg Die beiden Fahrer kamen mit Kopfverletzungen Beulen davon. Ein Ochtruper Arzt legte den Verlege Notverbände an, worauf sie sich dann nach Gronau he begeben konnten