Organ für den Kreis Ahaus. 54. Jahrgang. Geschäftsstelle in Gronau: Gebr. Lensing, Verlagsanstalt GmbH., Bahnhofstraße 2, Fernsprecher Nr. 260. Bankkonten: Kreis= und Stadtsparkasse Ahaus. Gewerbebank Ahaus und Städt. Sparkasse Gronau i. W. Anzeigenpreise: das 1spaltige Millimeter für die Zenozeitung 10 Pfg., für die Kreiszeitung für den Kreis Abaus 3 Pfennig. Rabatt nach Tarif. Verlag: Gebr. Lensing, Verlagsanstalt G. m. b. H., Zweigniederlassung Ahaus. Erscheint täglich. Bezugspreis monatlich durch Boten 2,10 Mk., durch die Post 2,20 Mk.(ohne Bestellgeld). Schriftleitung und Geschäftsstelle in Ahaus: van=Delden=Str. 8. Telegr.Adresse: Kreiszeitung Ahaus i. W. Fernruf Nr. 450. Postschließfach 65. Postscheck=Konto: Hannover 2272 Nummer 249 Montag, den J0. September 1934 Jahrgang 1934 Der Tag der 8A und 88 in Nürnberg Der Appell und der Vorbeimarsch. 115000 politische Soldaten treten an. !! Nürnberg, 9. September. Die Luitpold=Arena in ihrer neuen Gestalt ist der Schauplatz des Appells der SA und SS. Sie ist die erste Stätte, die endgültig nach den Plänen des Führers ausgebaut worden ist. In leichtem Bogen zieht sich der Steinbau der Ehrentribüne die ganze Stirnseite entlang. Von 30 Meter hohen Eisenkonstruktionen hängen drei gewaltige Hakenkreuzfahnen herab, deren Ausmaße am besten dadurch erkenntlich werden, daß an einem der vier Eisenträger ein elektrischer Aufzug montiert ist, der einen Filmoperateur geräuschlos auf und ab befördert. Die beiden Enden der Tribüne tragen auf mächtigem Sockel den goldenen Adler, der seine Fänge in den Lorbeer krallt, der das Hakenkreuz umrahmt. Auf der weit vorgebauten Terrasse haben die 201 Feldzeichen Aufstellung genommen, die heute ihre Weihe durch den Führer erhalten. Drei breite Rasenterrassen führen zum eigentlichen Feld hinab. Weit vorspringend bis an den Rand des Feldes ist das Rednerpodest gebaut, das sich noch über der unteren Tribüne erhebt. Von ihm aus zum Ehrenmal ist der mit großen Quadern belegte Steinweg„Die Straße des Führers“, freigelassen worden. Die in der Einfachheit ihrer Linien so erhaben wirkende Ehrenhalle mit den neun Rundbogen, in denen „schlichte Kränze aus frischem Eichenlaub hängen, ist unverändert geblieben. Nur der Vorplatz mit dem riesigen Lorbeerkranz, den ein leuchtendes Hakenkreuzband schmückt, hat rechts und links halbhohe Steinsäulen erhalten, die die Feuerschalen tragen. Erst in einigen Abständen schließen sich dann die gewaltigen Steinblöcke der Zuschauerränge an. Wundervoller Baumbestand bildet den Hintergrund der imposanten Anlage. Von den Wällen, die sich an das Ehrenmal anschließen, flattern die Fahnen aller Nationen, die ihre Vertreter zum Parteitag des deutschen Volkes entsandt haben. Seit Stunden sind sie von Hunderttausenden besetzt, die gekommen sind, das Schauspiel des Aufmarsches mitzuerleben. Die Ehrentribüne ist ebenfalls lange vor dem angekündigten Beginn dicht gefüllt. Wieder sind die Spitzen des Reiches und der Länder und aller Parteigliederungen, die Vertreter der Marine, die Generalität der Reichswehr, die Generäle der Landespolizei, kurz, das ganze offizielle Deutschland, dazu die zahlreichen Ehrengäste, die ältesten Parteigenossen, die Angehörigen der gefallenen Nationalsozialisten, erschienen. Auf dem Felde aber stehen in unabsehbaren Reihen nach Gruppen geordnet die Kämpfer Adolf Hitlers hinter ihren Stäben und Standarten, ein unabsehbares Feld in Braun und Schwarz, in Blau und Grau. Die großen Mittelfelder nehmen die SA=Gruppen ein. Vor ihnen stehen die Oberste SA=Führung, die Reichsführerschule, das Feldjägerkorps. Auf den Flügeln schließen sich die SA=Reserve und die Flieger an, während die Seiten von den SS=Säulen in Schwarz eingefaßt werden: Ein Bild, das an Großartigkeit durch die neue Formgebung des Luitpold=Haines mit den sanften Bogen zu den Seitenaufbauten hin Faußerordentlich gewonnen hat. Um ½9 Uhr ertönt das Kommando: Stillgestanden! Der Chef des Stabes meldet dem Führer 97 000 SA=Männer mit 7000 SA=Führern, der Reichsführer der SS, Himmler, 11 000 SS=Männer. 115000 Soldaten Adolf Hitlers stehen wie die 43 Den Fußball-Länderkampf Polen gegen Deufschland in Warschau gewann die deutsche Mannschaft 5:2. faliens größtes und bedeutendstes Aufomobilrennen, der„Große Preis von Italien“, brachte den deutschen Rennwagen und Fahrern einen großen Erfolg. Caracciola und Fagioli blieben auf Mercedes Sieger vor Stuck und Leiningen auf Auto-Union. Erst dann folgte als Dritter Graf Trolli auf AlfaRomeo. Bei den Europameisterschaften der Leichtathleten in Turin holte sich die deutsche Vertretung neben 7 Einzelmeisterschaften auch den Gesamtsieg. Bildsäulen, schnurgerade ausgerichtet. Der Führer im Braunhemd grüßt seine SA.„Zeil SA“, und„Heil, mein Führer“ donnert ihm die Antwort entgegen. Dann kommt flutendes Leben in die Säulen. Die Feuer in den Schalen lodern empor, die Fahnen ziehen bei gedämpftem Trommelwirbel durch schmale Gassen, die Standarten in geschlossenem Block über den Mittelweg links und rechts neben das Ehrenmal. Die feierliche Ehrung der gefallenen Feierliche Musik ertönt, langsam schreitet der Führer, den Chef des Stabes zur Linken, den SS=Reichsführer zur Rechten, über den steinernen Weg die Stufen zum Ehrenmal empor, wo er mit erhobener Rechten den Toten des Krieges und der deutschen Freiheitsbewegung den deutschen Gruß entbietet. In stummem Schweigen verharrt der Führer vor dem Ehrenmal, während das Lied vom guten Kameraden getragen über den Platz klingt. Die SA entblöst die Häupter, es ist so still, daß man das Zwitschern der Vögel, daß man die Schritte des Führers auf einer Entfernung von vielen hundert Metern hört, als er durch das unbewegte braune und schwarze Friedensheer zur Tribüne zurückkehrt. Ihm folgt die Blutfahne des 9. Novembers 1923, dann 263 Standarten und endlich die Sturmfahnen der SA und Sturmbannfahnen der SS. Den Beschluß bilden die mit frischem Eichenlaub geschmückten ReichskriegsflagDie Schiffskatastrophe an der amerikanischen Östküste. Von 568 Personen an Bord der„eubero Castle" nur 425 gerettet. Schreckensszenen auf dem brennenden § Newyork. 8. September. Der Brand auf dem amerikanischen 11 000 TonnenDampfer„Morro Castle“, der SOS=Rufe aussandte, ist zu einer furchtbaren Katastrophe ausgewachsen. Von den 558 Personen, die an Bord des Schiffes waren(318 Fahrgäste und 240 Mann Besatzung), konnten teils durch Rettungsboote, teils durch zu Hilfe geeilte Dampfer und Küstenwachschiffe, bisher 425 Personen gerettet werden. 60 Leichen wurden geborgen oder sind angeschwemmt worden. Die übrigen Personen werden noch vermißt. Sie sind zweifellos größtenteils umgekommen. Mehrere der Ueberlebenden liegen im Sterben oder sind rauchvergiftet. Das Rettungswerk wird von Flugzeugen und Wachschiffen unermüdlich fortgesetzt, jedoch durch Seegang und Nebel weiterhin stark behindert. Das Feuer soll in der Nacht durch Blitzschlag in einem mittschiffs befindlichen Oeltank entstanden sein und sich so rasch ausgebreitet haben, daß es unmöglich war, wirksame Gegenmaßnahmen zu treffen und alle Fahrgäste zu wecken. Dagegen sind sechs in Spring Lake gelandete Besatzungsmitglieder der Ansicht, daß das Schiff nicht vom Blitz getroffen worden ist, sondern daß in der Bücherei im Vorderschiff ein Feuer ausbrach. Die Matrosen berichten ebenfalls, daß die Flammen mit ungeheurer Schnelligkeit das ganze Deck erfaßten, und daß die eiligst alarmierte Mannschaft nicht mehr in die Kabinengänge vordringen konnte, sondern sich darauf beschränken mußte, die Kabinenfenster von Deck aus einzuschlagen. Von den Geretteten der„Morro Castle“ haben viele erhebliche Brandwunden erlitten, sodaß sie dem Krankenhaus zugeführt werden mußten. Sie berichten von Schreckensszenen, die sich an Bord des brennenden Dampfers abgespielt haben. Mitglieder der Besatzung schilderten die vergeblichen fieberhaften Bemühungen der Deckwache, die Flammen zu bekämpfen, bevor die alarmierte Mannschaft noch zur Stelle war. Das Feuer fand an den Vorhängen, Teppicher usw. reiche Nahrung. Der gesamte Oberbau der„Morro Castle" bildete bald ein einziges Flammenmeer, ehe noch die Fahrgäste das Deck erreichen konnten. Von den 24 Rettungsbooten konnten infolge des Sturmes und der starken Rauchentwicklung nur zwölf ausgesetzt werden, und auch diese waren nicht voll beladen. So befanden sich auf einem in Sicherheit gebrachten Rettungsboot nur vier Seeleute. Unter den in Spring Lake an Land gesetzten Ueberlebenden befinden sich etwa 80 Mitglieder der Besatzung, die davon berichteten, wie sie fast zwei Stunden lang im Funkenregen um das brennende Schiff herumruderten, um von Bord gesprungene Fahrgäste noch aufnehmen zu können. Unter den Fahrgästen, hauptsächlich Touristen, waren auch etwa 100 Mitglieder des Newyorker Gesangvereins Konkordia. Der Kapitän der„Morro Castle“ die 1930 erbaut worden ist, soll kurz vor dem Blitzschlag einem Herzschlag erlegen sein. Zu den Dampfern, die auf die SOS=Rufe an die Unglücksstelle eilten und sich an dem Rettungswerk mit Erfolg beteiligten, gehörte auch der deutsche Dampfer „Luckenbach“. Weitere Mitteilungen Geretteter besagen, daß die„Morro Castle“ innerhalb weniger Minuten ein glühender Hochofen war, von dem sich zahlreiche Fahrgäste durch Sturz in die See zu retten suchten. Viele Passagiere müssen in ihren Kabinen umgekommen sein, da die gewaltige Rauchentwicklung jedes Entkommen ins Freie unmöglich machte. Drei Newyorker Polizeiboote mußten des Sturmes wegen umkehren, ohne die Unglücksstelle erreicht zu haben; eines der Boote kam in zwei Stunden nur 1½ Meilen vorwärts. In Asbury Park(New Jersey) sind mit einem Rettungsboot des verunglückten Schiffes drei Frauen und elf Matrosen an Land gesetzt worden, von denen fünf verletzt waren. Die Geretteten hatten schwer unter der Kälte zu leiden; nur wenige von ihnen hatten noch Zeit, sich notdürftig anzukleiden. In Allenhurst(New Jersey) sind die ersten Leichen der„Morro Castle“ angeschwemmt worden, das gleiche wird auch noch von anderen Küstenplätzen gemeldet. Tiefliegende Nebel verhindern jeden Ausblick. Der schwere Nordoststurm dauert fort. Die Katastrophe der„Morro Castle“ ist das zweite große Schiffsunglück an der Ostküste der Vereinigten Staaten seit 80 Jahren. Der Verlust an Menschenleben dürfte größer sein als beim Untergang des englischen Dampfers„Vestris“ am 12. November 1928 an der virginischen Küste, der 120 Menschenleben forderte. Die größten Brände auf Schiffen der Vereinigten Staaten ereigneten sich 1865 auf dem Dampfer„Sultama“, der auf dem Mississippi in die Luft flog, wobei 1700 Menschen den Tod gefunden haben, und 1904 in Newyork auf dem Ausflugsdampfer„General Slocum“, wobei 1021 Menschen umgekommen sind. . Der amerikanische Passagierdampfer„Morro Castle“, der der Wardlinie gehört. gen des Stahlhelm. Der Fahnenwald füllt die drei zur Tribüne führenden Rasenterrassen und zaubert einen neuen Farbton in das pastose Gemälde. Dann rückt die SS von den Flügeln mit klingendem Spiel schnurgerade ausgerichtet über die Straße des Führers. Wie ein Schritt schlagen die Stiefel auf das Pflaster. Nunmehr steht der schwarze Teil im braunen Feld wie eine Mauer. Der Führer tritt auf den erhöhten Vorbau. Begeisterung rauscht ihm entgegen. Er nimmt das Wort. Als er schon in den ersten Sätzen erklärt, daß die SA so wenig wie irgend eine andere Institution der Partei mit den Schatten, die sich über die SA gesenkt hatten, irgend etwas zu tun hatte, bricht ein Beifallssturm aus, der zu einem brausenden Orkan anschwillt, als der Führer fortfährt.... „daß mein Verhältnis zu Euch, meine Kameraden, genau dasselbe ist, wie seit 14 Jahren...“ Minutenlange Heilrufe, die sich in Wellen über das Riesenfeld fortpflanzen, sich immer wieder erneuern und zum Führer emporrollen, vellen am Schluß seiner Ansprache abermals zu einer gewaltigen Huldigung an, die durch das Deutschland=Lied unterbrochen wird. Unter dem Dröhnen der Salutbatterien weiht der Führer dann 126 Standarten der SA und 75 Standarten der SS durch Berühren mit der Blutfahne vom 9. November 1923. Der Chef des Stabes gelobt in kurzen markigen Worten dem Führer auch weiterhin unwandelbare Treue seiner SA. Es liegt uns nicht, erklärt er, immer wieder erneut Treue zu geloben, da das nach meiner Auffassung eine Selbstverständlichkeit ist. Aber ich darf an dieser für die Partei und vor allen Dingen für unsere Kameraden historischen Stätte sagen: Mein Führer! Genau wie wir in früheren Zeiten unseren Dienst und unsere Pflicht getan haben, werden wir auch künftig nur auf Ihre Befehle warten!(Stürmische Heilrufe.) Wir Kameraden kennen nichts anderes, als den Befehl unseres Führers auszuführen, ohne zu fragen und ohne zu zögern, um zu beweisen, daß wir die Alten geblieben sind, immer bereit, alles und, wenn es sein muß, auch das Letzte einzusetzen, mit unserem alten Kampfruf auf den Lippen: Unser Führer, Adolf Hitler, Sieg=Heil! Dann schlägt erneut der Orkan der Verehrung über dem Führer zusammen, der die menschenbesäten Straßen mit einem Teil der Vertreter der Reichsregierung und des diplomatischen Korps zur Kaiserburg durchfährt. Die SA und SS aber ziehen zum Vorbeimarsch ab. Vor dem Vorbeimarsch. Zur gleichen Zeit, wo die Hunderttausende der SA und SS in der Luitpold=Arena zum Appell angetreten sind und dort der Führer spricht, sind die Straßen, die von der Arena herein in die Stadt führen, schon schwarz von Menschen, die alle auf die riesige Kolonne der braunen und schwarzen Kämpfer warten. Es ist 10 Uhr. Wir stehen am Hauptbahnhof. Ganz überwältigend ist das Bild. Fahnen, Fahnen, nichts als Fahnen, so weit das Auge reicht, Girlanden, Tannengrün, Kränze und Menschen, ein einziges wogendes, brodelndes Menschenmeer. Für die SS hat die PO die Absperrung übernommen. Immer neue Abteilungen rücken an. Das Spalier muß verstärkt werden, denn die Menschen dahinter schieben und drängen nach vorn. Ueberall, wo nur die Möglichkeit eines Ausblickes sich bietet, kleben sie: hoch oben in den Baumkronen, auf den Mauervorsprüngen, auf Dächern, auf Masten. Ein kühler Wind, der von Zeit zu Zeit aufkommt, wird als dankbare Wohltat empfunden bei der sengenden Hitze. Der Führer kommt. Kurz vor ½11 Uhr kommt plotzlich Bewegung in die Massen. Von Ferne künden brausende Heilrufe das Nahen des Führers. Die Heilrufe schwellen an zum Sturm, zum Orkan. Die Hände fliegen zum Gruß empor. Der Führer fährt in seinem Kraftwagen stehend durch die Straßen, umbrandet, umtobt und umtost von der Begeisterung der Massen. Wagen auf Wagen kommt zurück von der LuitpoldArena. Die Spitzen des Staates und der Partei, die höchsten Vertreter des Reichsheeres und der Marine, nicht zuletzt aber auch die auswärtigen Diplomaten, alle werden sie von den vielen Zehntausenden, die die Straßen säumen, stürmisch begrüßt. Gegen ½12 Uhr trifft die Spitze der Riesenkolonne, die seit den allerersten Morgenstunden auf der Luitpold=Arena gestanden hat, in Bahnhofsnäheein. Unaufhörlich hallt das rauhe Pflaster wider von dem Marschtritt der Braunhemden. In einer halben Stunde werden sie auf dem AdolfHitler=Platz marschieren und dem Führer nochmals aus nächster Nähe in die Augen sehen. Der Vorbeimarsch auf dem Adolf Hitler=Platz Der große Andrang der Massen auf diesem Platz macht starke Absperrungen notwendig. Schon um 8 Uhr früh sind die ersten Tribünenbesucher eingetroffen, um die besten Plätze zu bekommen. Dadurch, daß der Platz selbst von der großen Menge der Zuschauer freigehalten wird, kommt das wunderbare Bild des alten Platzes zur Geltung. In der sommerlich warmen Morgensonne flattern hunderte von Fahnen, Fähnchen und Wimpeln, die die Fassaden der alten Häuser schmücken. Die Tannenkränze an den Häuserwänden, den Brüstungen der Balkone, den Fenstern und Gesimsen sind durch dichte Gebinde frischer Blumen ersetzt worden, die prächtig zu dem historischen Schmuck des alten Platzes passen. Das Feldjägerkorps, das die Absperrungen in der Umgebung des Führers vornimmt, ist seit Stunden auf dem Platze. Kurz vor 12 Uhr kommt der Führer von der Kaiserburg zurück und begrüßt die Gauleiter, die auf der rechten Seite des Platzes stehen. Wenige Minuten vor 12 Uhr kündet Musik das Nahen der braunen Armee an. Eine Gruppe Feldjäger marschiert im Stechschritt vorüber. Ihr folgt der Musikzug der Reichsführerschule, der schneidig einschwenkt. Dann eröffnet der Chefdes Stabes, Lutze, den Vorbeimarsch. Ihm folgt die Blutfahne, die während des ganzen Vorbeimarsches ihren Platz hinter dem Führer hat, und die gesamte Oberste SA=Führung. Der Führer nimmt die Meldung Lutzes entgegen. Dann schwenkt mit der Reichsführerschule auch der Musikzug wieder ab. Als erste Gruppe erscheint die Heimatgruppe Franken. Als ihre Feldzeichen und Fahnen vorüberziehen, zeigt von Liebfrauen das Glockenspiel die Mittagsstunde an; die Männlein laufen um den Turm, aber das zarte Getön wird von den ehernen Schritten der Kolonnen übertönt. In Zwölferreihen marschieren mit erhobener Rechten nun 115 000 SA- und SS=Männer an ihrem Führer vorbei. Berlin=Brandenburg erhält einen Sonderapplaus. Den Aufmarsch eröffnen die Blutfahnen mit den Namen der Toten. Auf dem rechten Flügel das verblichene Tuch des Sturmes V, das den Namen Horst Wessel trägt. Die Standarte I der Gruppe Berlin=Brandenburg führt der preußische Ministerpräsident SA=Obergruppenführer Hermann Göring, der Ehrenführer dieser Standarte, am Führer vorüber. Den Abschluß jeder Gruppe bilden die Motorstürme mit ihren schwarz glänzenden Sturzkappen. Sachsen, die den Brandenburgern Spielmanns= und Musikzug ebenfalls gestellt. Es schließen sich die Gruppen Mitte und Hessen, sowie kurz behost in weißen Stutzen die Gruppe Hochland an, die Reichsstatthalter SA=Obergruppenführer General Ritter von Epp anführt. Die sehr stark vertretene Gruppe tritt auch mit einigen SkiStürmen an. Ununterbrochen bringen Mädchen in weißen Schürzen und Häubchen Erfrischungen für die Kriegsbeschädigten, die vor der Ehrentribüne sitzen, sowie auch für die Ehrengäste, denn nun nach eineinhalbstündigem Vorbeimarsch sind von den 22 SA=Gruppen erst acht vorüber gezogen. Nach den Westsalen kommen unter den Klängen des bekannten Jägerliedes die aus der Kurpfalz. Auf dem ganzen langen Weg, der vom Luitpoldhain zum Adolf Hitlerplatz führt, stehen ungezählte Massen von Fremden und Einheimischen, die Zeugen des eindrucksvollen Vorbeimarsches sein wollen. Besonders gewaltig sind naturgemäß die Ansammlungen im Innern der Stadt, in der Gegend zwischen dem Bahnhofsplatz und dem Platz, wo der Führer steht. In zehn, zwölf und noch mehr Reihen stehen die Menschen hinter der Absperrung, schieben und drängen, grüßen, rufen und jubeln. Balköne und Fenster, Dächer und Altane sind überfüllt mit Menschen. Und hinter und über den Menschen nichts als Fahnen und Flaggen und Wimpel, als Girlanden und Tannengrün, so dicht, daß die Häuserfronten förmlich dahinter verschwinden. Seit Stunden marschieren die braunen Kolonnen. Die Hunderttausende werden nicht müde, den Tausenden zuzujubeln. Unerhört ist die Begeisterung, mit der die Massen die Vorüberziehenden immer aufs neue anspornen und anfachen, denn es ist keine Kleinigkeit, wenn man bedenkt, daß die SA= und SS=Männer schon länger als 6½ Stunden auf den Beinen sind. Die Sonne sengt von dem seidenblauen Himmel nieder." Von Zeit zu Zeit benetzen die Zuschauer, die um Hydranten stehen, die Marschierenden mit Wasser. Blumen, Erfrischungen aller Art fliegen von den Fenstern auf die braune Kolonne, deren wuchtiger Schritt dumpf auf dem Pflaster dröhnt. Stramm und wohldiszipliniert ist die Haltung der Vorüberziehenden. Auf die Gruppe Kurpfalz folgen Niedersachsen, Pommern, Schlesien, Franken, Thüringen, Westmark, Nordsee, Ostland, Bayrische Ostmark, Hansa, Südwest, Nordmark und Niederrhein. So oft die Gruppen mit den Standarten und Fahnen vorbeiziehen, fliegen die Arme zum Gruß empor. Ein Feldjägerkorps leitet zu der von Bruno Loerzer geführten Fliegergruppe über, die in ihrer schmucken blaugrauen Tracht mit einem Sonderapplaus bedacht wird. Reichsminister Seldte marschiert an der Spitze des Nationalsozialistischen Frontkämpferbundes(Stahlhelm), der die alten Reichskriegsfläggen mit Blumen geschmückt mitführt. Endlich kommt die Reichsführer Himmler geführte SS. von Ohne Unterlaß grüßt der Führer seine Getreuen in Braun und Schwarz. Einigen Mädchen gelingt es, mit Blumen bis zum Führer durchzukommen. Der Führer läßt die Blumen an die Kriegsverletzten unter den SALeuten verteilen. Den Schluß machen die SS=Führerschule Tölz und die Leibstandarte Adolf Hitler, geführt von dem SS=Obergruppenführer Dietrich. Die Leibstandarte wird mit Händeklatschen begrüßt. Volle fünf Stunden hat der Vorbeimarsch gedauert. Nun schlägt das Meer des Jubels wieder über dem Führer zusammen, der nach allen Seiten und zu allen hohen Rängen des Kopf an Kopf besetzten Platzes, zu allen Fenstern und Balkonen hinaufgrüßen muß, ehe sich sein Wagen im langsamen Tempo einen Weg bahnen kann. Der Tag ist jedoch für die Kongreßteilnehmer nach diesen Erlebnissen noch nicht zu Ende, denn der Kongreß selbst nimmt schon wenig später im Luitpold=Hain seinen Fortgang. Rede des Führers an die Frauen. Die Aufgabe der Frau im Kampf um Deutschlands Zukunft. DNB Nürnberg, 8. September. Bei der Gruppe folgt, wird der Motorsturm vom Der Führer hielt vor der NS=Frauenschaft, deren Tagung von 25 000 Frauen besucht war, eine Rede, in der er u. a. folgendes ausführte: Ich erinnere mich an die Zeit, in der sich so mancher von uns gewandt hat in der Meinung, aus uns könne doch nichts werden, an die Zeit, da der Geist in Deutschland überheblich glaubte, den Problemen nur von der vernunftmäßigen Seite gegenübertreten zu können und daß uns dadurch viele untreu geworden sind: Ich weiß, damals sind es unzählige Frauen gewesen, die unerschütterlich treu zur Bewegung und zu mir gehalten haben.(Stürmische Zustimmung.) Es hat sich damals so recht die Kraft des Gefühls als das Stärkere und Richtigere erwiesen. Es hat sich gezeigt, daß der klügelnde Verstand doch nur zu leicht irregeleitet werden kann, daß scheinbar geistige Argumente Männer mit labilem geistigen Zustand ins Wanken bringen und daß gerade in diesen Zeiten der tiefstinnere Instinkt der Selbst= und Volkerhaltung in der Frau erwacht. Die Frau hat uns da bewiesen, daß sie das Richtige trifft! Was vielleicht wenige philosophisch begnadete Geister in den Lage sind, wissenschaftlich zu analysieren, empfindet das Gemüt des unverdorbeMenschen instinktsicher.(Starke Zustimmung.) Wenn nen sich im menschlichen Leben manchmal die Arbeitsbereiche zwischen Mann und Frau verschoben haben in einer nicht naturgemäßen Linie, dann lag es nicht daran, daß die Frau an sich nach der Herrschaft über den Mann gestrebt hätte, sondern der Grund war darin zu suchen, daß der Mann nicht mehr in der Lage war, seine Aufgabe restlos zu erfüllen.(Langanhaltender Beifall.) Das ist ja das Wunderbare in der Natur und Vorsehung, daß kein Konflikt der beiden Geschlechter unterund nebeneinander möglich ist, solange jeder Teil die ihm von der Natur vorgezeichnete Aufgabe erfüllt. Das Wort von der Frauen=Emanzipation ist ein nur vom jüdischen Intellekt erfundenes Wort, und der Inhalt ist von demselben Geist geprägt. (Lebhafte Zustimmung.) Gerade von der Frau wurde dem Mann sein Platz am wenigsten streitig gemacht. Nur Der Führer an die SA und SS. eit schafewegung DNB Nürnberg, 8. Sept. Die Ansprache des Führers und Reichskanzlers bei dem Aufmarsch der SA und S S in der Luitpold=Arena hat folgenden Wortlaut: SA= und SS=Männer! Zum vierten Male in der Geschichte der Partei ist die SA und SS auf diesem Platz angetreten. Vor 12 Monaten zum Zeichen der Eroberung der Macht im Staate! Heute, um zu bekunden, daß diese Entwicklung ihren Fortgang und ihre Vollendung gefunden hat! In unseren Händen liegt heute die Macht des Deutschen Reiches. Die nationalsozialistische Bewegung ist heute die Herrin Deutschlands. In den zwölf hinter uns liegenden Monaten ist eine Position nach der anderen von uns in Besitz genommen worden. Niemand, der nicht blind sein will, kann glauben, daß dieses vielleicht von selbst sein will, kann glauben, daß dieses Regiment beseitigt werden könnte oder gar vielleicht von selbst abtreten wird. Diese zwölf Monate waren aber auch eine fender Arbeit in der nationalsozialistischen selbst. Wenn ich mich entschloß, schon nach dieser kurzen Zeit wieder einen Parteitag anzuberaumen, um Sie, meine Kameraden der SA und SS, hierher zu rufen, dann geschah es aber aus einem besonderen Grunde. Vor wenigen Monaten hat sich über diese Bewegung ein schwarzer Schatten erhoben. Viele Gegner glaubten, die Zeit kommen sehen zu können, in der die Macht der nationalsozialistischen Partei vielleicht ihr Ende finden würde. Ich habe Sie, meine Kameraden, hierher befohlen, um dreierlei zu dokumentieren: 1. Die SA hat ebenso wenig wie irgend eine andere Institution der Partei mit diesem Schatten etwas zu tun! (Begeisterte Heil=Rufe der SA.) 2. Um allen zu zeigen, daß mein Verhältnis zu Euch, meine Kameraden, genau dasselbe ist, wie seit 14 Jahren (langanhaltende Heilrufe) und 3. Um unseren Feinden zu zeigen, daß die Partei steht und daß ihre SA und SS stehen als Garanten der nationalsozialistischen Revolution.(Erneute stürmische Beifallskundgebungen.) Sie täuschen sich alle, die da glauben, daß auch nur ein Riß in das Gefüge unserer einzigen Bewegung gekommen sei. Sie steht fest, so wie dieser Block hier! Und sie wird in Deutschland durch nichts zerbrochen. Wenn jemand sich an Leib und Seele unserer Bewegung versündigt, wenn er sich versündigt am Geist meiner SA, dann trifft das nicht diese SA, sondern nur denjenigen selbst, der es wagt, sich an ihr zu versündigen.(Donnernde Beifallsrufe.) Wir sind hier zu diesem Appell angetreten, aber nicht nur um zu zeigen, wie unzerstörbar fest das Gefüge der Bewegung und ihrer Organisation ist, sondern um auch zu zeigen, wie sie erfüllt ist, nach wie vor vom Geist der Treue, der Disziplin und des Gehorsams, und um 126 Standarten der SA und 75 Standarten der SS zu übergeben. Diese neuen Feldzeichen der Bewegung werden nun einrücken in die große Kolonne unserer alten Standarten. Ihr werdet sie vor Euch tragen, und werdet ihnen in Treue folgen so wie den alten. Ihr werdet angesichts dieser Zeichen Euch erinnern an das, was Euch groß gemacht hat. Ihr werdet Euch erinnern an die jahrelange Zeit der schweren Kämpfe, der Opfer, da es fast aussichtslos erschien, den Staat erobern zu können. Und Ihr werdet Euch erinnern der großen Beharrlichkeit und der Zähigkeit, mit denen dieser Kampf für Deutschland geführt werden mußte. Ihr werdet daraus die Lehre ziehen, daß das, was uns einst siegen ließ, uns nach dem Siege nicht verlassen wird, sondern daß wir uns heute mehr noch als früher zu den alten Tugenden bekennen müssen. Der SA=Mann und der SA=Führer kann nichts anderes sein als Freund, gehorsam, diszipliniert, bescheiden, opferwillig— oder er ist nicht SA=Mann. (Stürmische Zustimmung.) Wenn wir uns aber zu diesen alten Tugenden bekennen, dann wird nicht nur unsere Macht unzertrennlich sein, sondern dann wird auch des deutschen Volkes Auferstehung sich weiter auswirken bis in fernste Zeiten. Denn wir sind nicht eine Erscheinung von Monaten oder Jahren, sondern das. was in diesen 15 Jahren gebaut wurde, soll bleiben für Jahrhunderte.(Minutenlanger Beifall und stürmische Heilrufe.) Nur ein Wahnsinniger oder ein bewußter Lügner kann sagen, daß ich jemals die Ansicht hätte, das aufzulösen, was wir selbst in Jahren aufgebaut haben. (Begeisterter Beifall.) Nein, meine Kameraden, wir stehen fest zusammen für unser Deutschland, und wir müssen zusammenstehen für dieses Deutschland. Wir wollen auch in den vor uns liegenden Jahren die Bewegung härten, indem wir die einzelnen Organisationen mehr noch als bisher zu einer einzigen Einheit zusammenfassen und miteinander verschmelzen. Unter unserer Fahne soll wirklich eine einzige und einheitliche Bewegung marschieren. Das ist unser Ziel. Und wenn wir in diesem Sinne arbeiten, kann niemand es wagen gegen diese gewaltigste Organisation der deutschen Ge schichte Widerstand zu leisten oder sich ihr entgegenzusetzen. So übergebe ich Euch denn die neuen Feldzeichen in der Ueberzeugung, daß ich sie in die treuesten Hände gebe, die es in Deutschland gibt. In den Zeiten hinter uns, da habt Ihr mir Eure Treue tausendfältig bewiesen. In der Zeit vor uns kann es nicht anders und wird es nicht anders sein. (Brausender Jubel der Hunderttausenden.) So grüße ich Euch denn als meine alten treuen SAund SS=Männer: Sieg Heil!(Die Hunderttausende auf dem Riesenfeld stimmen begeistert in das Sieg=Heil ein.) sagen, daß die Welt der Frau ihre M die ihre Welt ist ih ihr Haus.(Lebhe wenn er selbst nicht sicher war in der Erkenntnis seiner Aufgabe, begann der ewige Instinkt der Selbst= und Volkerhaltung in der Frau zu revoltieren. Dann begann aus dieser Revolte eine Umstellung, die nicht der Natur gemäß war, und sie dauerte solange, bis wieder beide Geschlechter zurückkehrten zu dem, was eine ewige, weise Vorsehung ihnen zugewiesen hat.(Beifall.) Wenn man sagt, die Welt des Mannes ist der Staat, die Welt des Mannes ist sein Ringen, die Einsatzbereitschaft für die Gemeinschaft, so konnte man vielleicht eine kleinere sei. Denn r Mann, ihre Familie, ihre Kinder und after Beifall.) Wo wäre aber die größere Welt, wenn niemand die kleine Welt betreuen wollte? Wie könnte die größere Welt bestehen, wenn niemand wäre, der die Sorgen um die kleinere Welt zu seinem Lebensinhalt machen würde? Nein: die große Welt baut sich auf dieser kleinen Welt auf! Diese große Welt kann nicht bestehen, wenn die kleine Welt nicht fest ist. Die Vorsehung hat der Frau die Sorgen um diese ihre eigenste Welt zugewiesen, aus der sich dann erst die Welt des Mannes bilden und aufbauen kann. Diese beiden Welten stehen sich daher nie entgegen. Sie ergänzen sich gegenseitig, sie gehören zusammen, wie Mann und Weib zusammengehören. (Minutenlanger Beifall.) Die Frau war zu allen Zeiten die Gehilfin des Mannes und damit seine treueste Freundin, und der Mann war zu allen Zeiten der Hüter seines Weibes und damit ihr bester Freund. Und beide sahen in dieser Führung des Lebens die gemeinsame Grundlage für den Bestand dessen, was sie lieben, und für dessen Fortgestaltung. Die Frau ist egoistisch in der Erhaltung ihrer kleinen Welt, damit der Mann in die Lage kommt, die größere zu bewahren, und der Mann ist egoistisch in der Erhaltung dieser größeren Welt, denn sie ist untrennbar mit der anderen verbunden. Wir wehren uns dagegen, daß ein Intellektualismus verdorbenster Art das auseinanderreißen will, was Gott zusammengefügt hat.(Stärkste Zustimmung.) Die Frau ist, weil sie von der ursächlichsten Wurzel ausgeht, auch das stabilste Element in der Erhaltung eines Volkes. Sie hat am Ende den untrüglichsten Sinn für alles das, was notwendig ist, damit eine Rasse nicht vergeht, weil ja ihre Kinder vor allem in erster Linie von all dem Leid betroffen werden. Wir Nationalsozialisten haben uns viele Jahre hindurch gewehrt gegen eine Einsetzung der Frau im politischen Leben, die in unseren Augen unwürdig war. Mir sagte einmal eine Frau: Sie müssen dafür sorgen, daß Frauen ins Parlament kommen, denn nur sie allein können es veredeln. Ich glaube nicht, antwortete ich ihr, daß der Mensch das veredeln soll, was an sich schlecht ist, und die Frau, die in dieses parlamentarische Getriebe gerät, wird nicht das Parlament veredeln, sondern dieses Getriebe wird die Frau schänden. Ich möchte nicht etwas der Frau überlassen, was ich den Männern wegzunehmen gedenke.(Begeisterter Beifall.) Die Gegner meinten, dann würden wir niemals Frauen für die Bewegung bekommen. Aber wir bekamen mehr als alle anderen Parteien zusammen, und ich weiß, wir hätten auch die letzte deutsche Frau gewonnen, wenn sie nur einmal Gelegenheit gehabt hätte, das Parlament und das entwürdigende Wirken der Frauen darin zu studieren. Frau eingebaut in den Kampf schaft, so wie die Natur und stimmt hat. So ist unsere Frauenbewegung für uns nicht etwas, das als Programm den Kampf gegen den Mann auf seine Fahne schreibt, sondern etwas, das auf sein Programm den gemeinsamen Kampf m1 dem die neue nationalt, daß wir in Mile Mitkämpferinnen ann setzt. Denn gerade dadurch haben wir sozialistische Volksgemeinschaft gefestig lionen von Frauen treueste fanatisch erhielten.(Langanhaltender Beifall. Wenn früher die liberalen intellektualistischen Frauenbewegungen in ihren Programmen viele, viele Punkte enthielten, die ihren Ausgang vom sogenannten Geiste nahmen, dann enthält das Programm unserer nationalsozialistischen Frauenbewegung eigentlich nur einen einzigen Punkt, und dieser Punkt heißt: das Kind, dieses kleine Wesen, das werden muß und gedeihen soll, für das der ganze Lebenskampf ja überhaupt allein einen Sinn hat. Denn: zu was würden wir kämpfen und ringen, wenn nicht nach uns etwas käme, das das, was wir heute erwerben, zu seinem Nutz und Frommen anwenden und wieder weiter vererben kann? Wofür ist der ganze menschliche Kampf denn sonst? Wofür die Sorge und das Leid? Nur für eine Idee allein? Nur für eine Theorie? Nein! Dafür würde es sich nicht lohnen, durch dieses irdische Jammertal zu wandeln. Das einzige, was uns das alles überwinden läßt, ist der Blick von der Gegenwart in die Zukunft, vom eigenen Menschen auf das, was hinter uns nachwächst.(Laute Zustimmung.) Die Jugend wird all das erhalten, was wir schaffen und aufbauen. Für sie arbeiten wir. Das ist der Sinn dieses ganzen Ringens überhaupt! Und indem wir diese einfachste und lapidarste Zielsetzung der Natur erkennen, richtet sich für uns die Arbeit der beiden Geschlechter von selbst logisch und richtig ein, nicht mehr im Streit, sondern im gemeinsamen Kampf um das wirkliche Leben.(Stürmische Zustimmung.) Sie, meine Parteigenossinnen, müssen in diesem Ringen, das wir heute um unseres Volkes Freiheit, Gleichberechtigung und Ehre und Frieden führen, die Ergänzung des Mannes sein, sodaß wir mit dem Blick in die Zukunft als wirkliche Kämpfer vor unserm Volk und für unser Volk bestehen können! Dann wird niemals zwischen den beiden Geschlechtern Streit und Hader entbrennen können, sondern sie werden dann Hand in Hand gemeinsam kämpfend durch dieses Leben wandeln, so, wie die Vorsehung es gewollt hat, die sie zu diesem Zweck beide erschuf. Und dann wird auch der Segen einer solchen gemeinsamen Arbeit nicht ausbleiben. Dann wird nicht um Theorien ein irrer Kampf entbrennen, werden nicht wegen falscher Vorstellungen sich Mann und Weib entzweien, sondern dann wird auf ihrem gemeinsamen Lebenskampf der Segen des Allmächtigen ruhen!(Unter jubelndem Beintausende deutscher Frauen beendete der Ausführungen, und in tiefer Ergriffenheit langen die Frauen die zweite Strophe des Deutschlandliedes.) ege fall der Führer seine san Nürnberg, 9. September. Wir haben deshalb die der völkischen Gemeindie Vorsehung es beDie allgemeine, gleiche Arbeitsdienstpflicht als Ziel. Eine Rede des Reichsarbeitsführers :: Nürnberg, 9. September. Gestern standen auf dem Programm des Reichsparteitages eine große Zahl von Sondertagungen, so eine solche der NSBO und NS=Hago, auf der Rudolf Heß und Dr. Ley sprachen, eine Tagung der Auslandsorganisation der NSDAP, der NS=Volkswohlfahrt und der Gau= und Kreispropagandaleiter, an die Dr. Goebbels eine Ansprache richtete. Auch ein Appell der Arbeitsdienstführer fand statt, in dessen Mittelpunkt eine bedeutsame programmatische Rede des Reichsarbeitsführers, Staatssekretärs Hierl, über den nationalsozialistischen Arbeitsdienst stand. Der Redner gab zunächst einen Rückblick auf das vergangene, für die Entwicklung des Arbeitsdienstes entscheidende Jahr. In seinen weiteren Ausführungen, die vielfach von tosenden Beifallsstürmen unterbrochen waren, gab der Redner einen kurzen Ausblick auf die Aufgaben, die in den nächsten Jahren bewältigt werden müssen. Im Vordergrunde stehe hier die Einführung der allgemeinen, gleichen Arbeitsdienstpflicht. Die Zeit sei reif hierfür, denn unsere Jugend sei in ihrem überwiegenden Maße willig bereit, die Arbeitsdienstpflicht als Ehrenpflicht auf sich zu nehmen. Daß die Arbeitspflicht einmal kommen werde, sei nicht mehr zweifelhaft. ten wird. Wir harren des Befehls des Führers, der den rechZeitpunkt für die gesetzliche Festlegung bestimmen “ Weiter erklärte der Redner, daß die Arbeitswerde. Der Reichsarbeitsführer entwickelte dann die Grundsätze für die Führerauswahl und Führerauslese im Arbeitsdienst, wobei er sich vor allem beit in ve sin Di tu Ki be Die Fortsetzung des Parteikongresses Die Fortsetzung des Parteikongresses am Sonntag nachmittag stand im Zeichen der 2500 Schwerkriegsbeschädigten, die auf den Ehrentribünen in den vorderen Reihen des Saales Platz genommen hatten. In den ersten Reihen saßen 60 Kriegsblinde. Als der Führer mit seinen Begleitern die Kongreßhalle betrat, brauste ein vielstimmiges Heil durch die Reihen. Der Führer ging sofort auf die Reihen der Kriegsblinden zu, und es war ein ergreifender Anblick, wie er jedem einzelnen Blinden die zum Gruß ausgestreckte Hand herunternahm, sie herzlich drückte und jedem einige Worte des Grußes und der Anteilnahme widmete. mi gli du S ga de S. tä me Fo mi wi lic ge Po we De vo ta Re Nach dem Anmarsch der Standarten eröffnete das Reichssinfonieorchester die Tagung mit der FreischützOuvertüre. Dann erteilte der Stellvertreter des Führers, Rudolf Heß, dem Führer des Deutschen Arbeitsdienstes, Reichsleiter Hierl, das Wort, der ein ausführliches Referat über den nationalsozialistischen Arbeitsdienst erstattete. Den zweiten Vortrag hielt Reichsjustizkommissar Dr. Frank. Er sprach über die Einwirkung des nationalsozialistischen Ideengutes auf das deutsche Rechtsleben. ru Das Nürnberger Volksfest. :: Nürnberg, 9. September. Am Sonnabend abend gab sich ganz Nürnberg einschließlich seiner Gäste ein Stelldichein in dem Riesenstadiongelände rund um den Dutzendteich, um an dem Volksfest teilzunehmen, daß die NS=Gemeinschaft „Kraft durch Freude“ veranstaltete. Das Programm war von einer geradezu verschwenderischen Fülle. Die Darbietungen begannen schon in den frühen Nachmittagstunden und zogen sich bis weit nach Mitternacht hin. Im Waldtheater bot die NS=Kulturgemeinde, umrahmt von Landsknechtkämpfen, Vorführungen der Spielscharen und Gesangzwischenspielen, derb=heitere, aber im besten Volkstum verwurzelte Spiele des Schuhmacherpoeten Hans Sachs. Auf der Zeppelinwiese und dem angrenzenden Platz des Stadiongeländes gab es ein Massenkonzer., Trachtenvorführungen, Volkstänze und in ununterbrochener Folge Vorstellungen der Puhonnyschen Marionetten=Theater Baden=Baden und mehrerer Puppenspielensembles. Das Hauptinteresse konzentrierte sich jedoch auf die prächtigen Anlagen des olympischen Stadions. Hier begannen die Vorführungen mit einem Aufmarsch von 1500 Turnern und Sportlern. die in ihrer bunten Sportkleidung auf dem grünen Rasen ein überaus farbenfrohes und bewegtes Bild boten. Zu einer wirklichen Feierstunde wurde dann das folgende Massenschauspiel:„Deutschland gestern, heute und morgen“, das das Werden der großen deutschen Volksgemeinschaft wiedergab. 3000 Volksgenossen aus allen Stämmen und Ständen wirkten an waltigen Werk mit. 5000 Sänger sangen hierauf einige Volkslieder, nachdem bereits am Donnerstag auf allen großen Plätzen der Stadt Nürnberg unter außerordentlich großer Anteilnahme der Bevölkerung ein Jedermann=Singen durchgeführt worden war. Es folgte dann das große Feuerwerk. Bis tief in die Nacht hinein sah das Festgelände eine auch in ihrer Fröhlichkeit geeinte Gemeinschaft. ri zu dienstpflicht eine allgemeine und gleiche, werden müsse Es dürfe keine Ausnahmestellungen für besondere Berufsgruppen geben, auch nicht in Bezug auf die Dienstzeit, die auf ein Jahr festzusetzen sei, damit der Arbeitsdienst auch volkswirtschaftlich wertvoll gemacht für den Einheitsty dafür einsetzte, da persönliches Vorbild mit der ethisch=sittliklärte, daß das näch land, insbesondere das Die weiteren des Arbeitsdienstführers und ferner der Arbeitsdienstführer durch sein wirke. Er beschäftigte sich weiter hen Bedeutung der Arbeit und erste große Ziel das EmsBurtanger Moor sei. alten der arbeitstechni1 Ausführungen a schen Schulung der Arbeitsdienstführer und der systema tischen Arbeitsausbildung der Arbeitsmänner, die dadurch erleichtert werde, daß es künftig nur mehr zwei Einstellungstermine im Jahre geben werde. Aufgabe für das kommende Jahr bezeichnete Redner, es dahin zu bringen, daß die ArbeitsAls es der Redner, leistungen des Arbeitsdienstes künftig als die Norm für Arbeitsleistungen bei Erdarbeiten allgemein bestimmend anerkannt werden. te unseren Arbeitsmännern die Einstellung zur Arbeit anzuEs handele sich darum, rechte geistige und seelische erziehen. Die Rede des Reichsarbeitsführers wurde am Schluß von der Versammlung, der neben hohen SA= und SSFührern auch Reichsinnenminister Dr. Frick beiwohnte, mit stärkstem Beifall aufgenommen. ringen, heute nund ganze je und r eine durch inzige, c von enschen chafen tSinn idarste üir uns logisch rnim (Stürn RinGleiche Erit dem unserm n wird t und dann durch ung es f. 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Was die Organe der römischen Kurie angeht, die im Laufe der Zeit aus dem Konsistorium, der Vollversammlung der Kardinäle, ausgegliedert worden sind, so unterscheidet man Kongregationen, Aemter, Gerichtshöfe und Kommissionen. Die Kongregationen sind kollegial organisierte Verwaltungsbehörden, die man als die Ministerien der Kirche bezeichnen kann. Sie haben im Auftrag des Papstes ein fest umgrenztes Ressort zu verwalten und bestehen in ihrem Aufbau aus einer Beschlußkörperschaft, die ausschließlich aus Kardinälen besteht und mit Stimmenmehrheit entscheidet, und einem angegliederten Verwaltungsapparat, in dem die Entscheidungen vorbereitet und bearbeitet werden. An der Spitze der Beschlußkörperschaft steht in drei Kongregationen der Papst selbst, in den übrigen ein Kardinal, der die Amtsbezeichnung Prafekt führt. An der Spitze des Verwaltungsapparates steht der Sekretär(mit einem Untersekretär), ein hoher Prälat, der meist Bischof oder Erzbischof ist. Ist der Papst selbst Präfekt, so ist der Sekretär ein Kardinal, der in diesem Falle in der Verwaltungsarbeit von einem Assessor mit einem Stellvertreter oder Substitut unterstützt wird. Der Sekretär bezw. der Assessor ist der eigentliche Verwaltungschef. Er wird wie alle bisher genannten höheren Beamten einer Kongregation vom Papst selbst ernannt. Die Stellen der niederen Beamten werden nach einer Ausschreibung vom Präfekten besetzt. Dazu gehören neben dem notwendigen Kanzleipersonal vor allem die Sachbearbeiter, die sogenannten Minutanten, die meist Doktoren der Theologie und beider Rechte sind und außer lateinisch und italienisch noch eine weitere Sprache beherrschen müssen: deutsch, französisch, englisch, spanisch oder portugiesisch. Die den Kongregationen zugeordneten Konsultoren oder Räte sind nicht ständig im Bürodienst tätig, sondern werden nur von Fall zu Fall zu gutachtlichen Aeußerungen herangezogen. Die Entscheidungen der Kongregationen werden in knappen lateinischen Formeln gegeben. Sie beziehen sich auf eine genau formulierte(und vorher mit den Parteien vereinbarte) Frage und lauten einfach„affirmative"(zustimmend) oder„negative"(ablehnend) oder„dilata“(aufschiebend)— um nur einige der gebräuchlichsten Formeln des kurialen Amtsstiles anzuführen. Wenn es nötig ist, wird eine Erläuterung beigefügt. Sofern der Papst nicht ausdrücklich minder wichtige Angelegenheiten der direkten Erledigung im Geschäftsgang überlassen hat, bedürfen alle Entscheidungen der Kongregationen seiner persönlichen Bestätigung. Sie werden ihm in den regelmäßig für bestimmte Tage und Stunden festgesetzten Audienzen(den sogenannten Tabellenaudienzen) des Präfekten und des Sekretärs vorgelegt. Er ist an die Entscheidung der Kongregation nicht gebunden; er kann sie bestätigen oder ändern oder zurückverweisen. Erfolgt die Bestätigung(oder Aenderung)„in gewöhnlicher Form“, so gilt die Entscheidung rechtlich dennoch nicht als eine solche des Papstes, sondern der Kongregation, d. h: sie kann später wieder aufgehoben oder geändert werden und gilt nicht allgemein, sondern nur für den zur Entscheidung stehenden Fall. Soll aber durch eine Entscheidung allgemein gültiges Recht geschaffen werden, so muß der Papst sie„in besonderer Form“ bestätigen. Den Charakter der Unfehlbarkeit tragen aber auch solche Entscheidungen nur dann, wenn der Papst sie ihnen ausdrücklich unter den dafür unerläßlichen Bedingungen zuerkennt. Nur in diesem Falle sind die Entscheidungen endgültig. Das Veröffentlichungsorgan der die Allgemeinheit interessierenden Entscheidungen ist das Amtsblatt der Kurie, die „Akten des Apostolischen Stuhles"(Acta Apostolicae Sedis). Zur Beschleunigung des Geschäftsganges bei der Kurie kann man sich sogenannter Aaenten oder Proturatoren bedienen, die in ein amtliches Verzeichnis eingetragen und damit zugelassen sind. Agenten der deutschen Bischöfe im Verkehr mit der Kurie sind die Rektoren der Priesterkollegien bei der deutschen Nationalkirche S. Maria dell' Anima und beim deutschen Campo Santo. Bei Gerichtshöfen der Kurie sind— um das gleich vorwegzunehmen— auch Rechtsanwälte zugelassen. verden n für ig auf it der macht rundausallem ferner j sein weiter ad erEmstechnistemae danehr geben chnete beitsNorm n ben die anzuSchluß E. ohnte, Das Heilige Offizium. Die wichtigste und älteste, die oberste und erste Kongregation, deren Amtspalast an einem Platze liegt, zu dem man durch den linken Säulengang des Petersplatzes gelangt, ist die Kongregation des Heiligen Offiziums. Sie ist schon 1542 eingerichtet worden und hat die„Heilige Pflicht"(Offizium=Pflicht), das Glaubensgut und die Sittenlehre der Kirche gegen jede Verfälschung zu schützen und zu sichern; sie ist Lehrund Ueberwachungsinstanz und zugleich Strafgericht gegen jede Häresie; ihre Zuständigkeit erstreckt sich über die ganze Welt und auf alle Gläubigen; sie ist die eigentliche Zentrale der geistlichen Weltmacht der Kirche. Die imponierende Einheitlichkeit des Glaudenslebens und des Lehrgebäudes der Kirche findet im Heiligen Offizium ihren ebenso großartigen wie strengen Ausdruck. Der Papst selbst ist der Vorsitzende dieser Kongregation; ihr Mitglied zu sein, ist eine hohe Auszeichnung. Der überragenden Bedeutung, die ihr damit zugemessen wird, entspricht auch das strenge Geheimnis, das ihr Verfahren umgibt und der schwere Eid, der alle Beteiligten zur Geheimhaltung verpflichtet. Papst Benedikt XV. hat dem Heiligen Offizium auch die Bücherzensur angegliedert, die früher von einer selbständigen Indexkongregation ausgeübt wurde. Der Sekretär des Heiligen Offiziums ist ein Kardinal, gegenwärtig Kardinalbischof Sbarretti, neben ihm stehen an der Spitze der Verwaltung ein assessor und ein Kommissar, der stets dem Dominitunerorden angehört und die Strafprozesse einzuleiten hat. Zu dem großen Beamtenstab gehören die Konsultoren, Notare und Qualifikatoren,(die so genannt wurden, weil sie den Grad und die Qualität einer Irrlehre festzustellen haben). In den Prozessen fungiert ein offizieller Ankläger und ein offizieller Verteidiger. Die Vollversammlung der Kongregation tagt jeden Mittwoch, der Assessor hat jeden Donnerstag, der Kardinalsekretär jeden zweiten Freitag im Monat beim Papste Audienz. Das Bischofsministerium. Die Konsistorialkongregation hat ihren Namen daher, daß in ihr früher die Angelegenheiten vorbereitet wurden, die im Konsistorium, der Vollversammlung der Kardinäle, zu erledigen waren. Mit der Entmachtung des Konsistoriums war naturgemäß auch die ihr ursprünglich zugeordnete Kongregation hinfällig geworden. Erst die große Kurialreform Pius'X. hat ihr unter dem alten Namen neue Aufgaben von großer Bedeutung zugewiesen, die nur noch insofern äußerlich mit dem Konsistorium zusammenhängen, als dort die Ernennung der Bischöfe(sofern sie nicht gewählt werden) ausgesprochen wird. Die Ueberwachung der Bischöfe, die Vorbereitung ihrer Ernennung bezw. der Bestätigung ihrer Wahl, die Errichtung oder die Neuabgrenzung von Bistümern und Kirchenprovinzen— das ist heute im Wesentlichen das Ausgabengebiet der Konsistorialkongregation. Dabei sind jedoch wichtige Einschränkungen zu machen. Zur Zuständigkeit der Konsistorialkongregation gehört nur das Abendland, soweit es nicht zur Zuständigkeit der Kongregation der Glaubenspropaganda gehört, und im übrigen nur die Amtsgeschäfte des Ressorts, bei denen eine Verständigung mit weltlichen Regierungsstellen nicht erforderlich ist.(Ist dies hingegen notwendig, so tritt die kirchenpolitische Kongregation, die die Bezeichnung Kongregation für außerordentliche kirchliche Angelegenheiten führt, in Tätigkeit). Die Verhältnisse sind hier um deswillen etwas kompliziert, weil die Rechtsverhältnisse der Bischofsernennung bezw. der Bischofswahl in den einzelnen Ländern sehr verschieden sind. Im allgemeinen besteht bei der Kurie die Tendenz, im Zuge der Entwicklung die Bischofsernennung durch den Papst durchzusetzen. Der Aufsicht der Konsistorialkongregation unterstehen alle abendländischen Bischöfe, die nicht der Propagandakongregation unterstehen. Die Grundlage dieser Aufsicht sind die Berichte, die von den Bischöfen alle fünf Jahre der Konsistorialkongregation vorzulegen sind. Auch kann diese besondere Visitationen anordnen. An der Spitze der Konsistorialkongregation steht wie beim Heiligen Offizium der Papst selbst. Schon daraus geht ihre Bedeutung innerhalb der Kurie hervor. Um die bei der Verflechtung der Dinge hier besonders wichtige Einheitlichkeit der Entscheidungen zu sichern, sind der Sekretär des Heiligen Offiziums, der Kardinalstaatssekretär und der Präfekt der Studienkongregation von rechtswegen Mitglieder der Konsistorialkongregation. Ihre Vertreter sind als Konsultoren beigeordnet. Der gegenwärtige Sekretär der Konsistorialkongregation ist Kardinal Rossi. Der Assessor ist traditionell zugleich Sekretär des Kardinalskollegiums. Die Vollversammlung tagt Donnerstags im Vatikan. Die Amtsräume befinden sich in dem wundervollen Frührenaissancepalast der Apostolischen Kanzlei an dem Corso, der vom Piazza Venezia zum Tiber führt, und dessen malerischer Hof mit einer zweistöckigen Säulenhalle zu den schönsten der an Palästen so reichen Stadt zählt. Die Konzils= und Religiosen=Kongregationen. Wenn man die Konsistorialkongregation das Bischofsministerium der Kirche nennen kann, so ist die Konzilskongregation das Ministerium zur Ueberwachung der Weltgeistlichkeit und des christlichen Volkes im Abendland. Dazu gehört, um nur wenige Beispiele herauszugreifen, die Regelung der Abstinenzund Fastenvorschriften, der Sonntagsruhe und Sonntagsheiligung, die Tracht der Kleriker, der Meßstipendien und der frommen Stiftungen. Auch die Aufsicht über das kirchliche Vereinswesen und die kirchliche Vermögensverwaltung gehört in den Bereich ihrer Zuständigkeit. Sie hatte ursprünglich, wie der Name andeutet, die auf Klerus und Volk bezüglichen Reformbeschlüsse des Konzils von Trient durchzuführen. Daran erinnert noch heute ihre Aufgabe, die Akten der Konzilien, der Provinzialsynoden und der Bischofskonferenzen zu prüfen. Der gegenwärtige Papst hat der Konzilskongregation, die ein weites Arbeitsfeld und demgemäß einen großen Beamtenstab hat, ein Amt zur Durchführung der Vorschriften über den religiösen Volksunterricht angegliedert. Die Ordensleute, die Orden und die religiösen Genossenschaften unterstehen der Religiosenkongregation, dem Ordensministerium. Sie hat eine besondere Abteilung für die Genehmigung neuer Ordens= und Genossenschaftsgründungen. Beide Kongregationen haben ihre Amtsräume gleichfalls in der Apostolischen Kanzlei. Der gegenwärtige Präfekt der Konzilskongregation ist Kardinal Serafini. Präfekt der Religiosenkongregation ist der französische Servitenpater Kardinal Lepicier.(Forts. folgt.) Das Krebsproblem. Vorsicht bei Anwendung neuer Heilmethoden! DNB Berlin, 8. September. Die in den letzten Tagen erschienenen Berichte über die angebliche Entdeckung des Krebserregers, eine diagnostische Methode und ein gegen den Krebs gerichtetes Heilverfahren müssen, wie der Preußische Minister des Innern durch den Amtlichen Preußischen Pressedienst mitteilt, mit äußerster Vorsicht aufgenommen werden und bedürfen, ehe eine Anwendung bei krebskranken Menschen in Frage kommt, einer sehr eingehenden Nachprüfung durch berufene Fachleute Bis dahin würde es für die Krebskranken eine ernste Gefahr bedeuten, wenn sie im Vertrauen auf die in der Tagespresse mitgeteilten Ergebnisse Dr. von Brehmers sich anderen als bisher bewährten Methoden der Krebsbehandlung unterzögen und dadurch kostbare Zeit verlören. Die notwendige Nachprüfung wird mit möglichster Beschleunigung durchgeführt werden, da es sich um Fragen handelt, die für die Volksgesundheit überaus wichtig sind. Die diesjährige Auslandsreise unserer Schulkreuzer. X Kiel. 8. September. Kreuzer„Karlsruhe“ unter dem Kommando des Kapitäns zur See Luetjen wird in der zweiten Oktoberhälfte seine diesjährige Auslandsreise antreten. Während das Schiff auf der letzten Auslandsreise in Richtung Ost=West einmal um die Welt gefahren ist, werden in diesem Jahre hauptsächlich süd= und nordamerikanische Häfen angelaufen werden. Die Ausreise erfolgt über die Azoren und Westindien nach Brasilien und Uruauay. Nach Umschiffung von Kap Horn werden eine Reihe von Häfen an der südamerikanischen Westküste angelaufen. Dann geht es über Mittelamerika nördlich bis Kanada. Die Rückreise führt über Panama und verschiedene Häfen der nordamerikanischen Südstaaten und Spanien in die Heimat zurück. Die vorgesehene Gesamtfahrstrecke beträgt etwa 31000 Seemeilen. Als zweiter Schulkreuzer wird„Emden“ unter dem Kommando des Fregattenkapitäns Doenitz in Dienst gestellt. Kreuzer„Emden“ tritt im November von Wilhelmshaven aus seine Reise an. Der Reiseplan dieses Schiffes sieht in erster Linie den Besuch afrikanischer Häfen der West= und Ostküste vor. Ferner werden die Seychellen und Ceylon angelaufen. Die Rückreise erfolgt durch den Suez=Kanal, Mittelmeer und Schwarzes Meer. Kreuzer Emden wird auf seiner Auslandsreise über 21000 Seemeilen zurücklegen. Beide Kreuzer kehren im Juni 1935 in ihre Heimathäfen Kiel und Wilhelmshaven zurück. Die Rede des Führers vor der Hitlerjugend. Ein hinreißender Appell. + Nürnberg, 8. September. In seiner Rede vor der in Stärke von 60 000 Mann versammelten Hitlerjugend führte der Führer heute vormittag etwa folgendes aus: Vor 12 Monaten hat der Kampf um die Macht uns schon den Erfolg geschenkt. Seitdem hat unsere Bewegung, deren junge Garde ihr seid, und deren Träger ihr einst sein werdet, eine Position nach der anderen in diesem Staate in Besitz genommen und damit wieder dem deutschen Volke gegeben. Ihr selbst seit in der gleichen Zeit von einer schon damals großen Organisation zur größten Jugendbewegung, zur größten Jugendorganisation der Welt gewachsen. Das ist das Verdienst zahlreicher Arbeiter, an deren Spitze der euch von mir gegebene Führer, Pg. von Schirach (Heilrufe). Ihr seid hier in diesem weiten Rund nur ein Ausschnitt dessen, was heute in ganz Deutschland steht. Ihr müßt nun das in eurer Jugend aufnehmen und lernen, was wir dereinst in ganz Deutschland sehen mochten. Wir wollen ein Volk sein, und ihr, meine Jugend, sollt dieses Volk nun werden. (Brausender Jubel.) Wir wollen einst keine Klassen und Stände mehr sehen, und ihr dürft schon in euch diesen Klassendünkel nicht groß werden lassen! Wir wollen einst ein Reich sehen, und ihr müßt euch dafür schon erzieyen in einer Organisation! Wir wollen einst, daß dieses Volk treu ist, und ihr müßt diese Treue lernen! Wir wollen, daß dieses Volk einst gehorsam ist, und ihr müßt euch im Gehorsam üben! Wir wollen, daß das Volk friedliebend und aber auch tapfer ist, und ihr müßt deshalb friedfertig sein und mutig zugleich!(Die Jugend springt auf, und das Feld der 60 000 erzittert minutenlang in tosender Zustimmung.) Wir wollen, daß dieses Volk einst nicht verweichlicht wird, sondern daß es hart sei, daß es den Unbilden des menschlichen Lebens Widerstand zu leisten vermag, und ihr müßt euch in der Jugend dafür stählen! Ihr müßt lernen, hart zu sein, Entbehrungen auf euch zu nehmen, ohne jemals zusammenzubrechen! Wir wollen, daß dieses Volk dereinst wieder eyrliebend wird, und ihr müßt euch schon in jüngsten Jahren zu diesem Begriff der Ehre bekennen! Wir wollen aber, daß wir einst auch wieder ein stolzes Volk werden, und ihr müßt in eurer Jugend in einem wahrhaften Stolz leben, müßt stolz sein als Junggenossen, eines stolzen Volkes, auf daß dereinst euer Jugendstolz zum Stolz der Generation wird. Alles, was wir vom Deutschland der Zukunft fordern, das, Jungens und Mädchen, verlangen wir von euch! (Jeder dieser Sätze wird von der begeisterten Jugend mit ungeheurem Jubel aufgenommen, in den sich das Dröhnen der Landsknechtstrommeln mischt.) Das müßt ihr üben und das müßt ihr damit der Zukunft geben; denn, was immer wir auch heute schaffen und was wir tun, wir werden vergehen, aber in euch wird Deutschland weiter leben, und wenn von uns nichts mehr übrig sein wird, dann werdet ihr die Fahne, die wir einst aus dem Nichts hochgezogen haben, in euren Fäusten halten müssen.(Unter den dröhnenden Beifallsstürmen ist das weite Rund in wogender Bewegung.) Und ihr müßt daher feststehen auf dem Boden eurer Erde und müßt hart sein, auf daß euch diese Fahne nie entfällt, und dann mag auch wieder Generation um Generation kommen und ihr könnt von ihnen dasselbe fordern und verlangen, daß sie so wird, wie ihr gewesen seid. Und dann blickt auf euch auch Deutschland mit Stolz. Uns allen geht das Herz über vor Freude, wenn wir euch sehen und wenn wir in euch das Unterpfand erblicken können, daß unsere Arbeit nicht umsonst gewesen ist, sondern daß sie fruchtbringend wird für unser Volk. Dann erfaßt uns alle das stolze Glück, in euch die Vollendung unserer Arbeit sehen zu können und damit das Bewußtsein, daß die Millionen des großen Krieges, die zahlreichen Kameraden unter uns, nicht umsonst ihr Opfer für Deutschland gebracht haben, daß uns in allem am Ende doch ersteht wieder ein einiges, freies, stolzes, ehrliebendes Volk.(Die Luft ist erfüllt von den brausenden Jubelrufen der jugendlichen Stimmen.) Und ich weiß, das kann nicht anders sein; denn ihr seid Fleisch von unserem Fleisch und Blut von unserem Blut, und in eueren Gehirnen brennt derselbe Geist, der uns beherrscht.(Die Heilrufe steigern sich zum Orkan.) Ihr könnt nicht anders sein, als mit uns verbunden und wenn die großen Kolonnen unserer Bewegung heute siegend durch Deutschland marschieren, dann weiß ich, ihr schließt euch den Kolonnen an und wir wissen alle: Vor uns liegt Deutschland, in uns marschiert Deutschlan land id und hinter uns kommt Deutsch(Minutenlanger stürmischer Beifall.) Beamtensondertagung in München. DNB Nürnberg, 8. September. Auf der Sondertagung des Amtes für Beamte im nenministeriums sowie sämtliche Amtswalter im Amt für Beamte anwesend. Reichsstatthalter Sprenger betonte in einer kurzen Begrüßungsansprache, daß jeder Beamte die Verpflichtung habe, im Geiste des Nationalsozialismus die Gesetze zu erfüllen. Auch Reichsarbeitsminister Seldte begrüßte die Beamtentagung mit einer kurzen Ansprache, in deren Mittelpunkt er den Satz stellte:„Die Beamtenschaft ist das Rückgrat des Staates.“ Er betonte, daß es für die Verwaltung eines Staates ungeheuer wichtig sei, einen Beamtenapparat und eine Beamtenkameradschaft zur Verfügung zu haben, die ihre Materie voll und ganz beherrsche. Dann ergriff der Leiter des Amtes für Beamte und Führer des Reichsbundes der deutschen Beamten, Hermann Neef, das Wort zu einer großen Rede über das i seinem Volke zurückgegeben. Er hat sche Volk seine Beamten sehen und achten gelehrt, er hat bei den Nichtbeamten den Sinn für die Notwendigkeit der autoritären Arbeit des Beamten im Dienste des Staates wieder erweckt. Der Reichsbeamtenführer kam dann auf die Bedeutung des neuen Beamteneides zu sprechen, der als der Eid der Treue und des Gehorsams der Person des Führers und Reichskanzlers, der alle Staatsgewalt in sich vereinige, gelte. Durch den Eid sei die Beamtenschaft mit der nationalsozialistischen Bewegung, dem politischen Willensträger des Staates, und der Wehrmacht, dem Waffenträger des Staates, die beide den Eid der Treue und des Gehorsams auf Adolf Hitler geleistet haben, staatsrechtlich und politisch auf eine besondere Ebene gestellt. Sie bilde die tragende staatspolitische Säule auf dem Gebiete der Verwaltung. Die Beamtenschaft müsse deshalb einheitlichen Wesens, einheitlicher Staatsgesinnung und gleicher charakterlicher Richtung sein, sonst könnte sie im festgeschlossenen nationalsozialistischen Staat ihrer Aufgabe nicht gerecht werden. Unter tosendem Beifall der nationalsozialistischen Beamten schloß Neef: Die Beamten stehen als Nationalsozialisten in Reih und Glied in der politischen Armee unseres obersten Führers. Die Arbeitsfreiwilligen aus dem Saargebiet. Eine Verbalnote des Auswärtigen Amtes an die Regierungskommission DNB Berlin, 8. Sept. Das Auswärtige Amt hat an die Regierungskommission des Saargebiets nachstehende Verbalnote gerichtet: Die Regierungskommission des Saargebiets hat sich in einem an den Herrn Generalsekretär des Völkerbundes gerichteten Schreiben vom 17. August mit dem Deutschen Freiwilligen Arbeitsdienst befaßt. Sie sucht den Eindruck zu erwecken, als ob die in deutschen Arbeitslagern untergebrachten Arbeitsfreiwilligen aus dem Saargebiet eine militärische Ausbildung erhielten und deshalb die Ordnung im Saargebiet bedrohten. Das Auswärtige Amt stellt fest, daß die Regierungskommission tatsächlich Beweise für ihre Behauptung nicht ervringt, sondern sich lediglich auf eine Schlußfolgerung stützt, die sie aus einem Schreiben der Reichsleitung des Freiwilligen Arbeitsdienstes vom 6. Oktober 1933 ziehen zu können glaubt. Diese Schlußfolgerung ist aber in keiner Weise berechtigt. Wenn in dem Schreiben davon die Rede ist, daß die Saardeutschen in Arbeitslagern östlich der entmilitarisierten Zone untergebracht werden sollten, so ist es durchaus verfehlt, daraus herzuleiten, daß diese Personen militärisch ausgebildet werden sollten. Ebensowenig kann eine militärische Ausbildung deshalb vermutet werden, weil das Schreiben von einer besonderen Betreuung und Unterrichtung für den Saarkampf“ spricht. Es scheint, als ob die Regierungskommission dem der deutschen Sprache seit 15 Jahren geläufigen Wort„Saarkampf“ einen Sinn beilegt, den es niemals gehabt hat. Welche Bedeutung dieses Wort in der deutschen Sprache tatsächlich besitzt, ist beispielsweise daraus zu ersehen, daß ein bekanntes Werk über das Saarproblem den Titel„Die Grundlagen des Saarkampfes“ führt. Das Auswärtige Amt erlaubt sich der Regierungskommission ein Stück dieser Druckschrift zu übersenden. Tatsächlich hat, entsprechend dem völlig unmilitärischen Charakter des Freiwilligen Arbeitsdienstes, niemals ein Arbeitsfreiwilliger aus dem Saargebiet eine militärische Ausbildung eralten, und niemals haben derartige Pläne estanden. Die Unterbringung der saardeutschen Arbeitsfreiwilligen östlich der entmilitarisierten Zone ist im Oktober 1933 nur vorübergehend und nur deshalb erwogen worden, weil die Arbeitslager westlich dieser Linie damals überfüllt waren, weil keine besonderen Saarlager gebildet werden sollten und weil den Wünschen der Eintretenden, unbekannte Gegenden ihres Vaterlandes kennen zu lernen, nach Möglichkeit entsprochen werden sollte. Der Plan aber ist niemals verwirklicht worden. Vielmehr sind die saardeutschen Arbeitsfreiwilligen stets unterschiedslos innerhalb und außerhalb der sogenannten entmilitarisierten Zone untergebracht worden. Was die„besondere Betreuung und Unterrichtung für den Saarkampf“ betrifft, so besteht diese ausschließlich in Vorträgen über geschichtliche, kulturelle und wirtschaftliche Fragen, soweit diese die Verbundenheit des Saargebiets mit der deutschen Heimat zum Gegenstand haben. Die Regierungskommission glaubt ferner ein Schreiben der Reichsleitung des Arbeitsdienstes heranziehen zu können, in dem von Sondermitteln in Höhe von 12,9 Millionen Reichsmark für die Unterbringung von Saardeutschen in Arbeitslagern die Rede ist. Das Auswärtige Amt muß zunächst bemerken, daß die Bereitstellung dieser Mittel in keiner Weise zu beanstanden gewesen wäre. Außerdem aber besagt das Schriftstück lediglich, daß die Reichsleitung des Arbeitsdienstes sich im Oktober 1933 um die Bewilligung dieser Mittel bemüht hat, nicht aber, daß die Mittel tatsächlich bewilligt worden wären. Dies ist auch nicht der Fall. In Wirklichkeit sind dem Arbeitsdienst keine Mittel für eine besondere Betreuung der Arbeitsfreiwilligen aus dem Saargebiet zugeführt worden. Das Auswärtige Amt muß hiernach Verwahrung einlegen gegen die Methoden der Regierungskommission, die unter Verwertung vereinzelter Schriftstücke und mit Hilfe unrichtiger Schlußfolgerungen ein völlig falsches Bild von dem auf hohen sozialen und sittlichen Ideen beruhenden Freiwilligen Arbeitsdienst hervorzurufen geeignet sind. Wenn die Regierungskommission an dem Charakter des Freiwilligen Arbeitsdienstes etwa noch zweifeln sollte, lädt das Auswärtige Amt sie. ein, deutsche Arbeitslager eim ganzen Deutschen Reich nach freier Wahl und in beliebiger Zahl, insbesondere solche, in denen sich Saardeutsche befinden, zu besichtigen. Aus Westdeutschland. Verfolgung aufgenommen und näherten sich dem flüchtenden Wagen immer mehr. Der holländische Fahrer merkte endlich, daß ein Entkommen mit dem Wagen unmöglich war. In voller Fahrt sprang er von seinem Auto ab und setzte seine Flucht schleunigst zu Fuß fort. Das führerlose Auto rannte weiter und stieß schließlich gegen eine Straßenlaterne, wobei es erheblich beschädigt wurde. Man muß es als besonderes Glück betrachten, daß bei diesem Vorfall kein Menschenleben in Gefahr geraten ist. Die Zollbeamten durchsuchten den Kraftwagen und fanden acht Zentner gebrannten Kaffee. Wagen und Inhalt wurden sofort beschlagnahmt und abgeschleppt. Der Schmuggler hatte inzwischen leider verschwinden können. Rheine, 9. Sept. Verkauf des Rheiner Bootshauses. Am Samstag morgen fand im Amtsgericht Rheine der Verkauf des im Jahre 1927 erbauten Bootshauses des früheren Rudervereins Rheine e. V. statt. Fabrikbesitzer Ernst Kümpers gab im Auftrage einer hiesigen Interessentengruppe das Höchstgebot mit 65 000 Mark ab, während als zweiter Bewerber die Stadt Rheine 63 000 Mark bot. Der Zuschlag wird in einem besonderen Termin am 15. September, vormittags 10 Uhr, im hiesigen Amtsgericht erteilt werden. Mitglieder der jetzigen Rudervereinigung Rheine brachten auf Fabrikbesitzer Ernst Kümpers beim Verlassen des Amtsgerichtsgebäudes ein dreifaches„Hipp=Hurra!“ aus. :: Heurichenburg, 9. Sept. Leiche aus dem Kanal geborgen. Am Samstag früh wurde von einem Schleusengehilfen etwa 100 m oberhalb des Hebewerks in Henrichenbura eine auf dem Wasser schwimmende männliche Leiche gesichtet und ans Land gezogen. Die Kriminalpolizei stellte einwandfrei Selbstmord fest. Die Leiche wurde in die Leichenhalle des Waltroper Krankenhauses gebracht. Die Versonalien des Toten, bei dem es sich um einen etwa 50 Jahre alten Mann handelt, sind unbekannt. :: Bergheim, 9. Sept. Am Bagger tödlich verunglückt. Einen gräßlichen Tod fand auf der Grube Fischbach am Freitagmittag der Arbeiter Adolf Zimmermann von hier. Zimmermann arbeitete an einem Bagger, der plötzlich wieder in Tätigkeit kam. Dabei erlitt er so schwere Verletzungen durch die Seiltrommel, daß er bald darauf tot war. • Essen, 8. Sept. Die Folkwang=Handwerkerschule der Stadt Essen auf der Ausstellung„Deutsche Arbeit im Deutschen Westen“. Im Rahmen der am 15. September in den Essener Ausstellullngshallen beginnenden großen Ausstellung„Deutsche Arbeit im Deutschen Westen“ zeigt in der repräsentativen Halle V die Folkwang=Handwerkerschule eine umfassende Schau ihrer Leistungen. In klarer und eindeutiger Form wird den Beschauern der von der Schule eingeschlagene Weg gezeigt, dessen letztes Ziel die wahrhafte Veredelung deutscher Handwerksarbeit ist. Handwerksmeister, Gesellen und Lehrlinge aus dem Industriegebiet dürfen, wenn ihnen ihr Beruf zutiefst innerst am Herzen liegt, nicht versäumen, sich diese Schau der Handwerkerschule der Stadt Essen anzusehen. wp Düsseldorf, 9. Sept. Die Monatsschmuggelbeute im Düsseldorfer Bezirk. Nach amtlicher Feststellung wurden im Landesfinanzamtsbezirke Düsseldorf von den Grenzaufsichts= und Zollfahndungsbeamten nicht weniger als 169 Schmuggelfälle aufgedeckt und außer 39 Fahrrädern und fünf Kraftwaaen, die zur Beförderung des Schmuggelgutes dienten, folgende Waren mit Beschlag gelegt: 3000 Pfd. Kaffee, 300 Pfd Müllereierzeugnisse, 1260 Pfd. Tabak, 105 Zigarren, 1500 Zigaretten, ebenfalls 1500 Heftchen Zigarettenpapier, 350 Eier und 400 Pfd. sonstiger Waren. Man kann also erfreulicherweise feststellen, daß der Kampf gegen den staatschädigenden Schmuggel unentwegt und mit bestem Erfolge weitergeführt wird. Wieder„Hoch"betrieb in den Borkenbergen. Eröffnung des 6. Westdeutschen Begelflugwettbewerbs. Verlagsbuchhändler Josef Copprenrath: A Münster, 9. September. Nach langem, schwerem Leiden starb hier im Alter von 58 Jahren der Verlagsbuchhändler Josef Coppenrath, Inhaber der weit über hundert Jahre alten Universitätsbuchhandlung Franz Coppenrath, die er gemeinsam mit seinem ihm unlängst im Tode voraufgegangenen Bruder Franz ganz in der vornehmen Tradition seiner Vorfahren führte. Eine Seele von Mensch ist mit ihm dahingegangen, treffend charakterisiert durch den Nachruf, den ihm die Angestellten seiner Offizin widmen: „Mit ihm verlieren wir unseren heiter=sonnigen, liebenswürdigen und kunstsinnigen Chef, dem in selten großem Maße ein allem Edlen zugängliches Gemüt und eine gütige Seele beschieden war.“ Josef Coppenraths bekannte praktische Heimatliebe veranlaßte ihn auch zum Ankauf des Heiligen Meeres bei Hopsten, das er durch diese Tat schon in einen gewissen Schutz nahm, bis die Provinzialverwaltung ihm diese Sorge abnahm und es gemeinsam mit dem benachbarten Erdfallsee in einen Naturschutzpark umgestaltete. Die Abnahme der Gesellenprüfungen nur noch durch die Innungen. A Münster, 9. September. Es dürfte noch nicht allgemein bekannt sein, daß durch die Neuorganisation des deutschen Handwerks die Gesellenprüfungen in Zukunft nicht mehr wie bisher von den Handwerkskammern abgenommen werden, vielmehr von den Prüfungsausschüssen der einzelnen Innungen. Vor allem wichtig ist dies für die Lehrmeister und die Handwerkslehrlinge. Die Innungen sind wieder zu Kreishandwerkerschaften zusammengeschlossen. Will ein Handwerkslehrling sich zur Gesellenprüfung melden, hat er sein Gesuch nun nicht der betreffenden örtlichen Innung einzureichen, sondern der Kreishandwerkerschaft, die das Prüfungsgesuch an die zuständige Innung weiterleitet und das Nötige veranlaßt. Es dürfte nicht schwer fallen, den Sitz der in Betracht kommenden Kreishandwerkerschaft zu erfahren. So befindet sich die Kreishandwerkerschaft für den Stadt= und Landkreis Münster in dem Hause der bisherigen Gesamtgilde, Loerstraße 1. Schließung von Schulen wegen spinaler Kinderlähmung. DNB Castrop=Rauxel, 9. September. Auf Anordnung der Regierung in Arnsberg sind sämtliche Volksschulen und höheren Schulen im Stadtgebiet Castrop=Rauxel von Montag, dem 10. September bis Montag, den 8. Oktober wegen zahlreicher Erkrankungen an spinaler Kinderlähmung geschlossen worden. Es sind bisher etwa 20 Erkrankunfestgestellt worden. Vom Motorrad getötet. X Oberschledorn, 9. September. Der 58jährige Reichsinvalide Bernhard Genster wurde am Hause J. Rabe von einem Motorradfahrer aus Referinghausen, der die Gewalt über seine Maschine verloren hatte, angefahren und auf die Straße geschleudert. Während der Fahrer mit blutigen Kopfwunden besinnungslos fortgetragen werden mußte, hatte der ohnmächtige Genster innere Verletzungen erlitten, an deren Folgen er jetzt gestorben ist. Reh stürzt einen ?) Siegen, 10. September. In dem Dörfchen Gilsbach ereignete sich Ende vergangener Woche ein eigenartiger Unfall. Der Schuhmacher Fritz Becker fuhr auf seinem Fahrrad abends von der Arbeitsstätte. Beim schnellen Bergabwärtsfahren lief ihm plötzlich ein Reh vor das Rad. Durch den unvermeidlichen Zusammenstoß wurde dem Fahrer die Lenkstange aus der Hand gerissen, sodaß er in hohem Bogen zu Fall kam. Das Reh blieb tot auf der Stelle liegen. Lola Schröter in Köln. DNB Köln, 8. September. Am Sonnabend 19,30 Uhr landete die Segelfliegerin Lola Schröter mit ihrer„Sudetenland“(Schlepper Vendorf auf„Saarland“) im Kölner Flughafen. Sie hat die Strecke von Hamburg über Bremen bei herrlichem Wetter, aber starkem Gegenwind ohne Zwischenfall zurücklegen können, mußte aber dann in Düsseldorf eine Zwischenlandung zur Betriebsstoffaufnahme für das Schleppflugzeug vornehmen. Die Landung in Köln vollzog sich glatt und in kürzester Frist. Die Ausgrabungen bei Zülpich. Ein römischer Altar entdeckt. Zülpich, 8. September. Bei der Freilegung der römischen Bäder in Zülpich wurde am Donnerstag an der Außenmauer des westlich vorgebauten Kaltbades ein Altar ausgegraben. Der 1,27 Meter hohe, 0,70 Meter breite und 0,30 Meter an der Schmalseite messende Block aus Buntsandstein mit Sockelvorsprung und bearbeitetem Kopfstück zeigt auf den breiten Vorder= und Rückflächen keinerlei Inschrift oder figürliche Darstellungen. Nur eine Schmalseite ist in einem vertieften rechteckigen Raum von unten bis oben mit einem frei und stark naturalistisch behandelten Flachrelief geschmückt, das einen ornamentierten Baum darstellt, dessen Blattwerk sich um abwechselnd nach links und rechts ausladende Rippen bis zur Spitze hin gruppiert und die Fläche des schmalen Rechteckes in der obern Hälfte wirkungsvoll belebt. Das Ganze macht den Eindruck eines Lebensbaumes, und man könnte aus diesem einzigen lesbaren Schmuck die Bestimmung dieses Bildwerkes als Grabaltar herleiten. Das Kopfstück, durch eine vorspringende Wulst deutlich geschieden, ist durch die bei Altären übliche flache Dachform betont, sodaß nach der Breitseite hin das niedrige Giebelfeld mit Schmuck entsteht. An den Schmalseiten liegen runde abschließende Polsterwülste, die mit Pinienschuppenmustern überzogen sind, wie sie sich auch auf den Jupitersäulen finden. Die Wulstköpfe, die in den Kreisflächen bei diesen Altarsteinen Göttergesichtsmasken enthielten, sind abgeschlagen. Auf den schrägen Dachflächen deuten Bruchflächen darauf hin, daß irgend ein freistehendes Bildwerk den ganzen Altarstein gekrönt hat.. Das Ende einer verwegenen Schmugglerfahrt. Aachen, 8. September. Gestern abend erlebte man in der Roermonder Straße das Ende einer ganz verwegenen Schmugglerfahrt. Ein holländischer Personenkraftwagen raste in großer Fahrt von Laurensberg her der Stadt zu. Er war der Grenzkontrolle entgangen und hatte auch alle Postenketten durchbrochen. Mit Motorrädern hatten die Beamten die :: Flugplatz Borkenberge, 10. September. Zum sechsten Male in der Geschichte des westdeutschen Segelflugwesens steigt in den Borkenbergen bei Dülmen der große Herbst=Wettbewerb. Es ist ein herrliches Stück Natur, in dem die Borkenberge liegen. In einer Sandund Heide=Landschaft ragen die kahlen Kuppen empor, die heute Ausgangspunkt für die Schul= und Uebungsflüge unserer begeisterten westdeutschen Segelfliegerjugend sind. Um die Flughügel hat sich auf dem Flugplatz Borkenberge eine Fliegerstadt entwickelt, in der Halle neben Halle steht. Wohin vor sieben Jahren sich kaum eines Menschen Fuß verirrte, da herrscht heute buntes Treiben. Sämtliche Fliegerstürme, Schulen in vorbildlicher Disziplin, sind da, und in den Lüften kreisen die Segelflugmaschinen gleich Bussarden ruhig und sicher. Im Frühjahr und Herbst sind die Borkenberge alljährlich das Ziel vieler Tausender von Menschen, die Zeuge sein wollen des Könnens unserer deutschen Jugend. Da es dem deutschen Volke nicht gestattet ist, mit Motorflugzeugen zu fliegen, so fliegt die deutsche Jugend eben ohne Motor. Auch in diesem Jahre übt der große Herbstwettbewerb wieder seine Anziehungskraft aus. Die Organisation des 6. westdeutschen Segelflugwettbewerbes, der gestern eröffnet wurde und bis zum nächsten Sonntag dauert, ist ausgezeichnet vorbereitet. Wurde in den Vorjahren der Flugplatz von den Zuschauern überschwemmt, so ist er in diesem Jahre hervorragend abgezäunt. Lautsprecher unterrichten die Segelflieger und die Zuschauer. Der Ordnungsdienst ist sorgfältig eingegliedert. Im Flugzeug über dem brennenden Schiff. § Newyork, 8. Sept. Der Gouverneur von New Jersey. Moore, hat in einem Flugzeug einen Erkundungsflug über den brennenden Dampfer„Morro Castle“ gemacht, um sich über den Stand der Rettungsarbeiten persönlich zu überzeugen. Er erklärte, er habe in der Umgebung des brennenden Schiffes mindestens 100 Menschen im Wasser treiben sehen, von denen einige anscheinend noch lebten und sich mit verzweifelter Kraft über Wasser zu halten versuchten. Bei anderen wiederum handelte es sich um treibende Leichen. Die Küstenwache von Sandyhook berichtete gleichfalls, daß mehrere offenbar noch lebende Schiffbrüchige auf den Strand von Sandyhook zutreiben. Zu ihrer gung gingen sofort Flugzeuge und weitere Wasserfahrzeuge ab, darunter ein Marineschlepper. Vier Rettungsboote der„Morro Castle“ wurden am Samstag nachmittag etwa eine Seemeile von Spring Lake entfernt gesichtet. In Manasquam(New Jersey) landeten Küstenwachboote 28 Ueberlebende und 31 Leichen. Der Dampfer„Präsident Cleveland“, der der„Morro Castle“ zu Hilfe geeilt war, traf in New York ein. Er hatte jedoch keine Ueberlebenden an Bord. Von den 85 Ueberlebenden, die sich an Bord der bereits in Newyork eingetroffenen„Monarch of Bermuda“ befanden, sind einige verletzt. Inzwischen haben Schlepper begonnen, die„Morro Castle“ nach Newyork abzuschleppen, jedoch geht dies nur mit einer Geschwindigkeit von 1 bis 2 Knoten in der Stunde vor sich. Wie aus Spring Lake gemeldet wird, schilderten verschiedene dort gelandete Ueberlebende der„Morro Castle“ ihre Erlebnisse. Sie seien durch Stimmengewirr geweckt worden. Als sie die Kabinentür öffneten, hätten bereits die Flammen hereingeschlagen. Sie hätten darauf die Türen wieder verschlossen und sich damit abgefunden, in der Kabine den Flammentod zu erleiden. Schließlich seien sie jedoch von Mitgliedern der Besatzung durchs Kabinenfenster auf Deck gezogen worden. Als ihr Rettungsboot von dem brennenden Dampfer abstieß, hätten sich noch zahlreiche Fahrgäste unter Deck befunden. Etwa 25 Mitglieder der Besatzung, die einzeln ausgefragt wurden, erklärten übereinstimmend, daß zahlreiche Fahrgäste umgekommen seien, weil sie sich geweigert hätten, die Rettungsboote zu besteigen. Nach einem Gottesdienst in dem vor wenigen Tagen fertiggestellten Kirchlein in den Borkenbergen traten gestern vormittag die Segelfliegerstürme unter der Oberleitung des Beauftragten für den Segelflugsport, Sturmführer Marx=Bochum, zur Fliegerparade vor dem „Haus Gelsenkirchen“ an. Danach ergriff Untergruppenführer Biermann das Wort und betonte, daß die Jungflieger wieder einmal zusammengekommen seien, um sich in friedlichem Wettkampf zu messen. Segelfliegerei sei keine Spielerei, sondern Volkserziehung. Von dem Wunsch zu fliegen bis zur Tat des Fliegens sei ein weiter Weg. Der Flieger stelle sich freiwillig seine Aufgabe, nehme den Kampf auf, ohne dazu gezwungen zu sein. Deshalb heiße Flugzeugführer sein, sich selbst beherrschen, selbstsicher sein. Der Egoist werde niemals Flieger werden. aber der Idealist werde Flieger sein. Man könne wohl unsere Maschinen verschrotten, aber der Fliegergeist sei unzerstörbar. In diesem Sinne eröffnete Untergruppenführer Biermann den 6. westdeutschen Segelfliegerwettbewerb. Es folgte die Abnahme der Segelflugzeuge, und danach begannen die Wettbewerbe. Da die Windverhältnisse nicht sehr günstig waren, fand hauptsächlich Flugzeug= und Windenschlepp statt. Aber auch am„Ruhigen Hang“ und am Steinberg wurde gestartet. Am Abend harrte der Zuschauer noch ein besonderer Genuß: Der Pilot der Segelfliegerschule Borkenberge, Simon, führte Kunstflüge vor und nahm den bekannten Segelflieger Schilling ins Schlepp. Dieser zeigte dann über dem Flugplatz in wundervoller Weise Kunstflüge mit seiner Segelflugmaschine„Saturn“(Falke). Dieser Flug bildete einen schönen Abschluß des Tages. Sie schilderten sehr anschaulich, wie die durch die Flammen und den dichten Rauch dem Wahnsinn nahen Männer und Frauen alle Versuche der Matrosen, sie in Sicherheit zu bringen, vereitelt hätten. Die Hafenpolizei von Havanna hat eine Untersuchung eingeleitet, ob nicht ein Sabotageakt der Hafenarbeiter als Ursache des Unglücks in Frage kommt. Der amerikanische Handelsminister hat den Abteilungschef der Handelsmarineinspektion zur Untersuchung des Unglücks nach Newyork geschickt. Bericht eines Geretteten. § Newyork, 9. Sept. Der Dampfel„Süllenoach“ hat 22 Ueberlebende der„Morro Castle“ an Bord. Mehreren Personen ist es gelungen, schwimmend die Küste von New Jersey zu ereichen, nachdem sie fast sechs Stunden im Wasser waren. Einer der in Spring Lake abgesetzten Fahrgäste, ein Dr. Charles Cochrane aus Brooklyn, wachte, wie er berichtet, um 3 Uhr morgens auf und bemerkte starken Brandgeruch. Er vernahm auch lautes Klopfen an der Tür seiner Kabine und stellte dann fest, daß die Flammen bereits die Gänge erfaßt hatten. Er kroch durch das Kabinenfenster auf Deck. wo schon andere Fahrgäste umhereilten, ohne daß eine ausgesprochene Panik festzustellen war, und sprang dann in ein schon stark besetztes Rettungsboot, das nach wenigen Minuten, die ihm wie eine Ewigkeit erschienen, in die kochende See herabgelassen wurde. Das Vorderschiff war zu dieser Zeit bereits eine einzige Flammensäule. Das Rettungsboot erreichte schließlich bei strömendem Regen und hohem Seegang, der es jeden Augenblick umzuwerfen drohte, die Küste. Befürchtungen, daß sich der deutsche Konsul Landmann von Matanzas auf Kuba, der zusammen mit seiner Gattin sich auf der„Morro Castle“ befand, ebenfalls unter den Todesopfern befinden würde, haben sich erfreulicherweise nicht bestätigt. Der Konsul und seine Gattin befinden sich unter den Geretteten des brennenden Schiffes. Vor dem Verwaltungsgebäude der Ward=Schiffahrtslinie und an den Landungspiers spielten sich herzzerreißende Szenen ab. Die Ward=Schiffahrtsgesellschaft gibt bekannt, daß sie vor Abschluß der offiziellen Untersuchung über die Ursache des Brandes auf dem Schiff die Schuldfrage nicht erörtern könne. Gleichzeitig wurde mitgeteilt, daß der stellvertretende Kapitän Warms sich noch mit einigen Mannschaften an Bord des brennenden Dampfers befindet, während der kurz vor Ausbruch des Feuers an einem Herzschlag gestorbene Kapitän Willmott auf dem Totenbett ein Opfer der Flammen geworden sei. Bericht eines Geretteten der „Morro Castle." Die französisch-italienischen Besprechungen. Emsdetten, Burgsteinfurt, Nordwalde, Borghorst, Greven, Emsdetten 2330:— vairszoitung für Dorstan und Horrlichkait Dasetan Volkszeitung für Dorsten und Herrlichkeit. Dorsten. 9001. Gewinnauszug 5. Klasse 43. Preußisch=Süddeutsche (269. Preuß.) Staats=Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich se Gewinne gefallen, und zwar je einer die Lose gleicher Rummer in den beiden teilungen I und II 28. Ziehungstag 8. September 1934 In der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 98046 284487 113711 143695 50801 8 Gewinne zu 5000 M. 6238 305741 Gewinne zu 3000 M. 19971 23889 315975 Gewinne zu 2000 M. 14876 26432 164611 382246 383853 zu 1000 M. 15081 49369 5060 79085 129442 158966 176037 197900 211550 224794600 251080 255370 260295 332512 zu 500 M. 19794 30349 37084 44769 46408 54680 60628 60837 72573 80250 89931 94016 94153 128210 130200 131829 135284 135358 137024 137447 138393 147200 148882 149724 159778 177566 178676 182602 193579 200234 200593 204856 207324 209140 213484 214389 219076 233889 239528 242940 251553 255233 266612 266678 272807 294571 299138 301892 312165 315572 318500 343629 345750 363843 365196 367234 370351 370504 Gewinne zu 300 M. 1156 7796 9030 12688 13444 20969 22547 23627 24140 26848 28960 33504 33528 34179 35122 37461 38693 39773 39789 43935 44766 45178 45827 46399 52184 52352 54318 54942 55592 59707 66564 66836 67844 69594 82109 85960 88172 89983 90631 90910 91503 92541 93137 94428 94880 96974 97366 99900 100260 101314 105099 113336 113496 114026 121031 121514 122584 129466 131177 132019 132094 134190 135311 135553 140644 141195 144358 145744 156969 157935 161087 162498 170671 172607 173519 174575 180881 181066 181844 185904 188639 192450 193887 195080 196937 201021 202182 203068 203190 208825 212471 214222 220558 223744 224086 230787 233705 237038 237201 238697 240853 240937 247219 247978 259218 260926 261140 266044 269233 270100 275145 279866 280811 282158 284551 287952 297132 298894 301146 302063 303774 306445 308542 308740 309445 310997 312047 312152 314357 314568 316975 319745 319758 322076 323331 323562 324162 326167 328884 329225 331791 331922 331945 338099 340542 342094 343398 343726 347538 349568 351910 353056 361917 364633 367934 369101 369299 370709 375729 377019 377835 380205 381572 382122 382683 385010 386512 387000 394368 397027 397279 In der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 10 Gewinne zu 3000 M. 203785 221248 233958 309679 396893 10 Gewinne zu 2000 M. 45231 95639 116825 173500 225972 40 Gewinne zu 1000 M. 5068 35747 35876 50169 67569 120607 133155 138723 151524 166977 197731 211947 253375 268578 323463 333068 370936 375801 385347 397679 54 Gewinne zu 500 M. 37281 87808 56372 71568 81871 99710 175627 191644 216532 235418 249479 265050 277954 291113 296747 311425 314597 329400 349037 356258 365457 368509 372511 381587 382889 382943 386931 322 Gewinne zu 300 M. 1137 8907 11021 16886 19034 24860 27188 29176 29406 35593 36127 38074 41318 42967 45688 47924 47959 50998 51154 54181 54817 58195 63439 64603 65919 68438 72138 73004 73355 75796 75797 78475 81887 83995 85300 85451 87297 89815 92252 98350 99884 103743 105876 107665 111197 113826 121816 122940 126189 126304 129185 130108 130835 135617 136619 140943 144301 146515 146745 146793 147769 149323 152226 156315 156732 157712 158241 158729 161086 167770 169757 170439 173504 175836 176959 179256 180346 181203 182412 185811 190626 191810 195303 199932 200203 200634 201279 206991 210834 213861 214730 217271 223619 225512 226525 229519 232016 233796 236152 239883 241861 245572 246368 248919 255852 257189 257262 261771 265775 265812 266059 267648 271850 277104 278901 282802 283578 288202 289772 290330 292564 294031 294797 298947 300131 303174 304343 308931 312421 314138 315566 317604 318786 320223 330112 334056 334563 341098 348232 352687 352743 368360 369532 370161 371880 372875 372993 373626 382917 383952 386181 386219 386610 387027 389439 391448 391609 234637 248766 262827 275796 20 Tagesprämien. Auf jede gezogene Nummer sind zwei Prämien zu je 1000 RM gefallen, und zwar je eine auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II: E London, 9. September. Wie Reuter aus Rom meldet, hat der Sprecher der italienischen Regierung erklärt, bei den Besprechungen zwischen Frankreich und Italien sei eine„freundschaftliche Atmosphäre“ hergestellt worden Die übertriebenen und unwahren Gerüchte, die in den letzten Tagen in Umlauf gesetzt worden seien, seien bedauerlich. Die Besprechungen hätten kaum das Stadium überschritten das in der Gewinnung notwendiger vorbereitender Informationen bestehe. auptschriitlaiter und verantwortlich für Polltik: Dr. deorg Heider Hünster i. W., Stellvertreter des Hauptschriftleiters und verantwortlich für Münster und das Münsterland: Fritz Rediger, Münster i. W.- für Wostdeutschland: Otto Hoinz Tebbe; für Feuilleton: Peter Schlauß; ir Handel und Sport. Dr. Anton Henkel, sämtlich in Dortmund: Berliner Redaktion: Dr. Ernst Häfner, Berlin-Lichterfelde; für den eno-Hnzeigenteil: Verlagsleiter Dr. Erich Altmeppen, Münster i.W. ruck: Zeuo G.m.b. H., Münster I. W. Durchschnittsaullage: VIII. 1934: Zeno-Zel ung insgesamt 40279 nthaltend: Hhlener Volkszeitung, Nachrichtenblatt für die Kraise ackum und Lüdinghausen, Hhlen, 2810;— Allgemeine Zeitung für lie Kreise Coesfeld und Ahaus(Billerbecker Zeitung, Gescheror Zeiung, Vredener Hnzeiger, Stadtlohner Volksblatt), Coesfeld, 5174; orkener Zeitung, Borken, 3095:— Bürgerblatt für den Niederrhein ind Resser Tageblatt, Emmerich, 1809;— Dülmener Zeitung, Amtiches Kreisblatt für den Kreis Coesfeld, Dülmen, 1753;— Halterner eitung, Haltern, 1678:— Kreiszeitung für den Kreis Ahaus(Groluer Volkszeitung, Eper Volksblatt), Hhaus, 3060:— Münsterländische (olkszeitung(Rheiner Volksblatt), Rheine, 3879;— Emsländische ageszeitung(Lingener Tageszeitung, Papenburg-Hschendorfer altung), Rheine, 1554;— Neuer Emsbote für Kreis Warendorf und Imt Telgte(Warendorfer Kreisblatt), Warendorf, 2475;— Tageblatt für en Kreis Steinfurt(Ochtruper Huzeiger, Wettringer Hnzeiger, Metelener eltung, Neuenkirchener Zeitung), Ochtrup, 1630:— Volksblatt für ocholt und den Kreis Borken, Bocholt. 6082:— Volksblatt für Wesel ind den Kreis Raes, Bocholt, 949;— Volkszeitung und Nachrichten für 64939 122211 138294 164242 176789 252602 267711 272790 303770 322119 Im Gewinnrade verblieben: 40 Tagesprämien zu 1000 M. ferner 2 Gewinne zu 1000000, 4 zu 10000, 4 zu 5000, 10 zu 3000, 24 zu 2000, 42 zu 1000, 144 zu 500, 538 zu 300 M. Anzeigenteil Zur Bereitung erfrischender Brause-Limonade. auch gegen Sodbrennen. Magensäure. Macht die Spaisen leicht verdaulich. Darf in keiner Küche fehlen. Verlangen Sie ausdrücklich des echte Kaiser-Natron in grüner Original-Packung, niemals lose, in den meisten Geschäften. Rexepte gratis. Arnold Holste Wwe., Bielefeld.(3) echt balkan. erstkl., naturrein, absolut einwandfr., Liter= Steinkrug 3.90-4 franko! 14621 F. Hufnagel, Nürnberg 526, Hühnersplaß 5, Postscheckk. 45285 / 9 ge di he ei fo A ei ge ni 425 da zu w A vo R de ne R C. D m da no 9 C w A 24 be te S da ar al al li T. re m ba ge C S. ho D R Montag, J0. Sept. 1934 Deutscher Fußball=Lündersieg. Großer deutscher Renn=Erfolg Fagioli-Caracciola vor Stuck-Leiningen. Deutsche Rennwagen- die besten Europas. 44 Wir stehen am Ende der Motorsportsaison, einer Saison, die den deutschen Fahrern und Fabriken ein ungeheuer großes Arbeitspensum gebracht hat, die aber auch reich war an einzigartigen Erfolgen der deutschen Motorindustrie. Erst vor wenigen Monaten harrten wir sehnsüchtig auf das Ergebnis des großen Avusrennens, das uns zum ersten Mal die Neukonstruktionen verschiedener deutscher Werke vorführen sollte. Dann kamen die großen Tage des Nürburgrings, wo Hunderttausende überragende Erfolge deutscher Fahrer sahen. Dazwischen lag der Unglückstag von Monthlery, wo beim großen Preis des französischen Automobilklubs die deutschen Maschinen wegen geringfügiger Defekte ausfielen, wo die Alfa=Romeos das Rennen unter sich ausmachten und in überlegenem Stil gewannen. Damals hieß es, die deutschen Wagen könnten im Ausland nicht siegen. Diese Behauptung wurde durch die Erfolge unserer Meisterfahrer beim großen Preis der Schweiz, beim Rennen um den Acerbopokal beweiskräftig widerlegt. Am Ende der Saison gibt uns der deutsche Triumph beim Rennen um den Großen Preis von Italien die Gewißheit, daß unsere Rennwagen die besten des alten Erdteils sind. Auf der Monza=Bahn. Turin, 9. September. Der„Große Preis von Italien“ wurde auf der Monzabahn von deutschen Rennwagen und Rennfahrern gewonnen. Caracciola und Fagioli, die sich in die Steuerung des siegreichen Mercedes=Wagens geteilt hatten, gewanen das 500 km lange Rennen in 4:45,47 mit einem Stundenmittel von 105,175 km vor den Auto=Union=Fahrern Stuck=Prinz Leiningen, die eine Runde zurück den zweiten Platz belegten. Erst dann folgte mit Graf Trossi als Dritter der erste italienische Alfa=Wagen, der gegen die beiden deutschen Fahrzeuge eine weitere Runde verloren hatte. 15 Wagen wurden auf die 116 Runden lange Reise geschickt. Nur Brivio=Frankreich, dessen neuer Bugatti nicht mehr abgenommen werden konnte, fehlte am Start. Die deutschen Wagen beherrschten von Beginn an das Feld, wenn auch von drei Mercedes=Wagen bald zwei ausfielen. Henne hatte in der zweiten Runde Schwierigkeiten in der Wasserzufuhr und Fagioli gab wegen Kuppelungsschaden auf. Stuck war mit seinem Auto=Union=Wagen am schnellsten vom Start und führte vor Caracciola und Varzi, der jedoch in der sechsten Runde zurückfiel. Aus dem Mittelfelde rappelten sich in der zehnten Runde Prinz Leiningen und Momberger nach vorn. In der 18. Runde lagen sämtliche noch im Rennen befindliche Wagen in der Reihenfolge Stuck, Caracciola, Leiningen und Mommberger an der Spitze. Das Bild änderte sich aber später wieder. Momberger mußte lange Zeit am Ersatzteillager halten und ließ sich dann von Sebastian ablösen. Nach 50 Runden lag Stuck noch mit einer Minute vor Caracciola, Leiningen hatte Defekt und in der 57. Runde mußte auch Stuck anhalten. Caracciola behauptete dann kurze Zeit die Führung und wenige Sekunden später ließ er sich von Fagioli ablösen. Auf halbem Wege führte Fagioli auf Mercedes mit 24 Sekunden vor Stuck und erst zwei Minuten hinter den beiden deutschen Wagen folgte Varzi und Trossi auf Alfa, während Momberger=Sebastian bis auf den siebten Platz zurückgefallen waren. In der 73. Runde mußte Stuck erneut am Ersatzteillager halten und damit war das Rennen entschieden. Stuck ließ sich durch Leiningen am Steuer ablösen, der das Rennen in der 54. Runde aufgegeben hatte. Nach weiteren 12 Runden kletterte über unser Meisterfahrer erneut in seinen Wagen und lieferte sich noch spannende Kämpfe mit Varzi und Trossi, die ihn auch bald ziehen lassen mußten. Den fühtenden Fagioli auf Caracciolas Wagen konnte er nicht mehr einholen. Nachdem der Sieger Fagiola das Zieldand zerrissen hatte, wurden auch die übrigen Wagen gestoppt. Im Hinterfelde befand sich auch der Franzose Chiron, der mit seinem Alfa=Wagen nicht recht in Schwung kam. Die deutschen Momberger=Sebastian harten gegen den Spitzenfahrer vier Runden eingebüßt. Der Amerikaner Whitney Straight und der Schweizer Auesch verloren elf Runden. Lord Howe als einziger Bugatti-Fahrer lag sogar mit 12 Runden zurück. Die Fahrer bezeichneten die Rennstrecke mit ihren gahlreichen Kurven als die schwerste Automobilbahn Curopas. Das 500 km lange Rennen war eine harte Nervenprobe und eine körperliche Anstrengung. 2400 Schaltungen waren erforderlich und der größte Teil der Fahrer litt unter Beschwerden in den Beinen. Stuck, der sich eine kleine Verletzung zugezogen hatte, konnte in der (3. Runde einfach nicht mehr, da seine Beine vollkommen steif und dick geschwollen waren. Hierunter hatten auch besonders stark die Fahrer Caracciola=Momberger und die Italiener Varzi und Comotti zu leiden. Ergebnis: Großer Preis von Italien über 500 km: 1. FagioliJuracciola(Mercedes) in 4:45:47— 105,175 Stuck=Leiningen(Auto=Union) 115 Runden 4:47:25,2, 3. Trossi=Italien(Alfa) 114 Rnd. 4:45:49,2, 4. RuvolariItalien(Maserati) 113 Rnd. 4:46:46,4, 5. ComottiMarioni=Italien(Alfa) 113 Rnd. 4:47:27,8, 6. ChironFrankreich(Alfa) 112 Rnd., 7. Mommberger=SebastianDeutschland(Auto=Union) 112 Rnd., 8. Straight=USA (Maserati) 112 Rnd.; 8. Rüesch=Schweiz(Maserati) 105 Rnd., 10. Lord Howe=England(Bugatti) 104 Rnd. das Rennwagen-Karussel von Monza Am Sonntag starteten unsere deutschen Rennwagen im„Großen Preis von Italien“. Ein Grand Prix“ muß nach internationaler Vereinbarung mindestens über eine Strecke von 500 Kilometern führen. Da natürlich nirgends eine solch lange Strecke zur Verfügung steht, werden Grand=Prix=Rennen überall als Rundstreckenrennen durchgeführt. Wenn eine Bahn 22 Kilometer lang ist wie unser Nürburaring, dann haben die Fahrer 23 Runden mit ihren Wagen zu durchfahren, um die Bedingungen der Grand=Prix=Ausschreibung zu erfüllen. Die Monthléry=Bahn in Paris verlangt mit ihren 12 Kilometern Bahnlänge schon 40 Runden. Der„Große Preis der Schweiz“ am Sonntag vor 14 Tagen bestand in 70 Runden um eine 7 Kilometer lange Bahn. Und nun kommen die Italiener und setzen allem die Krone auf, indem sie auf einer 4 Kilometer langen Teilstrecke der Monza=Rennbahn 125(!) Runden fahren lassen. Die ursprünglich 12 Kilometer lange Monza=Bahn ist veraltet. Sie forderte im Vorjahr beim letzten „Großen Preis von Italien“ drei Todesopfer an einem Sonntag. Graf Czaikowski, Campari und Borzacchini wurden mit ihren Wagen aus der zu wenig überhöhten Todeskurve von Lesmo herausgetragen, überschlugen sich und fanden alle drei den Tod. Die Bahn wurde daraufhin für weitere Rennen gesperrt. Um sie trotzdem wieder für Autorennen verwenden zu können, sind die Italiener hergegangen, haben den ganzen Abschnitt mit den überhöhten Kurven stillgelegt und ein Rennen auf dem Drittel der Bahn ausgeschrieben, an dem die Tribünen stehen. Zwei große Kurven, die auf diesem Teilstück noch enthalten sind, wurden durch je drei rechtwinklige Ecken unterbrochen, wodurch die Fahrer gezwungen sind, ihre Wagen auf ganz niedriges Tempo herunterzubremsen. Die jetzige Bahn enthält zwei Geraden von je etwa 600 Meter Länge(!), an derem gemeinsamen Ende ein Umkehrpunkt, das heißt eine Spitzkurve von drei Meter Kurvenradius(!) liegt. Die vier Kilometer lange Bahn enthält zwölf absolut rechtwinklige Kurven! Auf einer Runde müssen die Fahrer 14 mal schalten, so daß im Verlauf der 125 Runden 1560 Schaltbewegungen durchgeführt werden mussen. Die Wagen müssen ununterbrochen beschleunigt und scharf wieder abgebremst werden. Das heißt, wer den leichtesten Wagen hat, gewinnt! Das heißt aber noch mehr: warum haben wir eigentlich stromlinienförmige Rennwagen gebaut, die über 300 Kilometer Spitzenleistung aufweisen? damit sie nun in der verrückten Monza=Bahn 125mal im Viereck herumfahren können? In dieser unsinnigen Bahn liegen nämlich, obwohl sie an und für sich nicht schnell ist, ernste Gefahren für die Fahrer. Auf der Avus, auf dem Nürburgring, ja sogar auf der 40mal befahrenden Bremgartenstrecke in Bern haben die Fahrer Zeit, sich sekundenlang zu entspannen, ihren Stand im Rennen zu überlegen und konzentriert weiterzufahren. In Monza sind alle Fahrer schon nach 30 derartig kurzen Runden vollkommen durchgedreht. Man kann, nach der Meinung des Neuen Stuttgarter Tagebl., doch von einem vernünftigen Menschen nicht verlangen, daß er fünf Stunden lang mit einem Rennwagen im Viereck herumfährt! Der technische Wert dieses Grand=Prix=Rennens für die Weiterentwicklung schnellfahrender Kraftfahrzeuge ist jedenfalls von vornherein illusorisch! Polen- Deutschland 2:5 Gute Aufnahme. Warschau, 9. September. Wie schon im ersten Kampf im Dezember vorigen Jahres in Berlin, so erwiesen sich auch jetzt die Polen nicht nur als beherzte, sondern auch als technisch gereifte Gegner. Das Spiel konnten die Deutschen erst in der letzten Viertelstunde zu ihren Gunsten entscheiden. Für das Länderspiel hatte der veranstaltende polnische Fußballverband einen großen Rahmen geschaffen. Es war dies wohl die größte polnische Sportveranstaltung, denn es wurden noch nie 35 000 Zuschauer gezählt. Der Länderkampf hat die freundlichen sportlichen Beziehungen zwischen den beiden Nationen gestärkt. Die Zuschauer waren in ihren Urteilen durchaus objektiv und belohnten sowohl die polnischen wie auch die deutschen Leistungen auf dem Rasen mit großem Beifall. Die Aufnahme der deutschen Nationalmannschaft in Warschau war überaus herzlich. Am Sonntag selbst wohnten dem Spiele hohe polnische Würdenträger bei. In Sonderzügen waren zahlreiche Östpreußen und Schlesier eingetroffen, um der deutschen Mannschaft den nötigen Rückhalt zu geben. Leider mußten auch viele Deutsche wieder umkehren, die sich nicht rechtzeitig Karten besorgt hatten, so daß sie vor verschlossenen Türen kamen, da das Stadion restlos ausverkauft war und die Polizei bereits alles abgesperrt hatte. Die anwesenden deutschen Schlachtenbummler unterstützten ihre Landsleute durch den bekannten Ruf„Ra=Ra=Ra=Germania.“ Immer wieder schallte der Ruf durchs Stadion und an Lautstärke standen die Deutschen den Polen keineswegs nach. Die Mannschaften: Deutschland Lehner Janes Zielinski Siffling Bchuchloh Busch Münzenberg Bender Hohmann Szepan Fath Wlodarz Willimowski Nawrot Pazurek Rießner Mysiak Kothlarczyk 1 Kotlarczyk 2 Bulanow Martyna Polen Fontowicz Das Spiel. In der 14. Minute fiel Deutschlands Führungstreffer. Lehner, der wieselflinke Rechtsaußen, hatte mit großer Wucht aufs Tor geschossen. Polens Hüter erreichte zwar das Leder, konnte es jedoch nicht festhalten und Lehner war im Nachschuß erfolgreich. Nach weiterhin leichter Ueberlegenheit der Deutschen kamen dann die Gastgeber in der 30. Minute überraschend zum Ausgleich. Der Halblinke Willimowski, Polens bester Stürmer, hatte scharf aufs Tor geschossen. Buchloh streckte sich nach dem Ball, jedoch erreichte er ihn nicht ganz. Das Leder ging gegen den Pfosten, sprang von hier an den auf dem Boden liegenden Buchloh und von diesem zurück ins Tor. Durch den Gleichstand wurde der Eifer Polens noch größer, so daß von diesem Zeitpunkt ab die deutsche Hintermannschaft zeitweilig auf sehr harte Probe gestellt wurde. Sie bestand diese jedoch erfolgreich, wobei sich besonders Janes auszeichnete, so daß mit 1:1 die Seiten gewechselt wurden. Nach der Pause erschienen die Polen mit einem neuen Mittelstürmer. Nawrot, der in der ersten Hälfte auf diesem Posten gestanden hatte, hatte sich eine Fußverletzung zugezogen, so daß er im weiteren Verlauf des Spieles nicht mehr mitmachen konnte und durch den jungen Krakauer Ciszewski ersetzt wurde, der sich hier überraschender Weise besser zurecht fand als sein Vorgänger. Die zweite Spielhälfte begann dann mit einer leichten Ueberlegenheit der Polen, die bereits nach zehn Minuten in Führung gehen konnten. Pazurek schoß überraschend und scharf aufs deutsche Tor und zum Schrecken der Anhänger unserer Mannschaft und nicht zuletzt unserer Spieler selbst, ließ Buchloh den Ball über sich hinweg gehen. Dies war das Zeichen zu einem Generalangriff der Polen, die etwa zehn Minuten lang unsere Mannschaft kaum noch zu Wort kommen ließen. Nur mit viel Glück und Geschick kamen unsere Mannen über diese Zeit der polnischen Drangperiode hinweg. Als sich dann die deutsche Mannschaft wieder breitzumachen verstanden hatte, kam auch bald der Ausgleich. In der 70. Minute schaffte Hohmann mit einem prachtvollen Schuß den zweiten deutschen Treffer. Nun war endlich der Bann gebrochen. In wundervoller Zusammenarbeit krönte Sifflina in der 78. Minute die Mannschaftsarbeit mit einem abschließenden Torschuß, der Deutschland mit 3:2 in Führung brachte. Nun war das Spiel der deutschen Elf in Fluß. Vorher winkte aber Neue Rekorde beim Feldbergrennen. Freiburg, 9. September. Nach siebenjähriger Pause ging zum ersten Male wieder auf der 8 km langen Strecke vom Hoheneck zum Sandplacken hinauf das Feldbergrennen vonstatten. Der beste Fahrer war der Breslauer Motorradfahrer Mansfeld in der 1000-ccm=Klasse auf BMW mit 4:18,6 und einem Stundenmittel von 111,36 km. Er übertraf damit den absoluten Streckenrekord des Stuttgarter Kimpel auf Bugatti mit 5:01= 95,68 Stdkm. Der Schwarzwälder Pietsch, der hier nach seinem Sturz beim Gabelbachrennen zum ersten Male wieder startete, kam mit einer Km=Zeit von 110,34 auf Alfa dem Rekord ziemlich nahe und war auch hier der schnellste Wagenfahrer. Zu Doppelerfolgen kamen die beiden Beiwagenführer Braun=Karlsruhe und LoofGodesberg Braun beendete die beiden schwersten Beiwagenklassen als Sieger, während Loof sich neben dem Rennen der 350 ccm=Seitenwagenklasse auch das gleiche der Solo=Maschinen holte. Leider gab es auch einen tödlichen Unglücksfall. Witzel=Fulda, der im Beiwagen seines Landsmannes Kahrmann fuhr, legte sich in einer von Kahrmann sehr scharf geschnittenen Kurve zu weit heraus und prallte mit dem Kopf gegen einen Baum. Der junge Beiwagenfahrer war auf der Stelle tot. Mehr Glück hatte der Kampfgenosse von Weber=Wiesbaden der ebenfalls herausgeschleudert wurde aber nur leichtere Verletzungen davontrug. noch die günstige Gelegenheit eines Handelfmeters, den in der 78. Minute Lehner scharf und sicher zum 4:2 verwandelte. Die letzte Viertelstunde war, abgesehen vom Beginn, die stärkste Zeit der deutschen Mannschaft. Kaum war das Zeichen zum Weiterspielen gegeben, als sofort wieder der Sturm in breiter Front geschlossen durchkam. Die Frucht dieser reifen Zusammenarbeit war in der 84. Minute das fünfte durch Szepan erzielte Tor. Brausender Jubel der deutschen Schlachtenbummler und das Spiel hatte sein Ende gefunden. Der Sieg der deutschen Mannschaft. war mehr als einmal in Gefahr, denn die Deutschen tändelten wieder viel zu viel und brachten nicht den ganzen kämpferischen Einsatz für die vollen 90 Minuten auf. Das beste Gesamtlob ist den beiden Außenläufern Zielinski und Bender zu machen, die während des ganzen Kampfes sich unverdrossen und voll einsetzten. Münzenberg verwischte seine recht guten Leistungen durch einige Regelwidrigkeiten, die ein Spieler der deutschen Nationalmannschaft nicht anwenden soll. Es wäre bedauerlich gewesen, wenn durch die Entgleisungen des deutschen Mittelläufers der sonst wirklich ritterlich durchgeführte Kampf gestört worden wäre. Von den Verteidigern überragte Janes, aber auch Busch entledigte sich seiner Aufgabe in zufriedenstellender Weise. Buchloh fand nicht viel Gelegenheit, sich auszuzeichnen. Das zweite Tor hätte er vielleicht verhindern können. In der Angriffsreihe war nur Siffling gleichmäßig gut. Sein rechter Partner Lehner ist in seiner Form zurückgegangen und nicht mehr die alte Klasse wie früher. Der Mittelstürmer Hohmann trat anfangs nicht so stark in Erscheinung, setzte sich aber zum Schluß mit seiner ganzen Kraft ein. Szepan erwies sich in diesem temperamentvollen Kampf nicht ausdauernd und schnell genug. Der zum ersten Mal zu repräsentativen Erfolgen kommende Linksaußen Fath verriet Veranlagung und Können, das jedoch erst noch ausreifen muß. Deutschland— Europas beste Athletiknation. Sieben Meisterschaften und Gesamtsieg. Nach den Kämpfen in Turin Turin, 9. September. Die Europameisterschaften in Turin brachten den deutschen Leichtathleten doch noch eine Anzahl schöner Erfolge, nachdem der Eröffnungstag wenig verheißungsvoll war. Wenn wir uns über die Siege unserer Spitzenkönner ehrlich freuen dürfen, so brachten die Kämpfe auch für uns die bittere Erkenntnis, daß in mancher Disziplin unsere Olympiavorbereitungen noch in tiefen Anfängen stecken, und daß noch viel gearbeitet werden muß, um unseren Leuten für 1936 die unbedingt nötige Stärke im Kampf und einen unbeugsamen Siegeswillen einzuimpfen. Unseren Vertretern schien auch noch der schwere Kampf gegen Schweden in den Gliedern zu stecken, denn mit Ausnahme von Scheele Metzner und Sievert erreichten die Deutschen nicht ihre gewohnten Leistungen. Unseren Leuten kann nur eines helfen: Training und immer wieder Training, wie es uns die Finnen stets durch ihre Erfolge klar und eindeutig vorweisen. Deutschland brachte insgesamt 7 Europameisterschaften heim und kam dadurch im Gesamtergebnis an die Spitze der europäischen Nationen. Die Leistungen waren bis auf einige Ausnahmen(Scheele und Järvinnen) schlechter, als diejenigen, die in der— allerdings inoffiziellen— europäischen Rekordliste verzeichnet sind. Den stolzesten Triumph feierte unser unvergeßlicher Hans Heinz Sievert. der im Zehnkampf der weitaus beste Mann war. Aber auch unsere Staffelläufer starteten mit ausgezeichnetem Können auf und machten das Debakel von Stockholm wieder wett. Nicht ganz befriedigt haben unsere zweiten Leute, die, wo sie in Konkurrenz traten, nur wenig hervortreten. Einen Mißton brachten die Holländer insofern in die mustergültige, aber verhältnismäßig sehr schwach besuchte Veranstaltung, als sie im 100 m= Lauf den Zielrichterspruch, nachdem der deutsche Borchmeyer Sieger war, anzweifelten. Auf Grund einer Zielaufnahme wurde dem Protest stattgegeben und Berger=Holland vor Borchmeyer zum Europameister erklärt. Im Augenblick läßt sich die Richtigkeit dieser Entscheidung nicht nachprüfen, doch weiß man erfahrungsgemäß, daß selbst Zielaufnahmen sich irren können. Dier deutsche Siege am L. Aber Borchmeyer wird der Sieg wieder abgesprochen Turin, 8. September. an Der schlechte Besuch hielt auch am 2. Tage der Turiner Kämpfe an, denn außer 100 Pressevertretern waren nur knapp 1500 Personen versammelt. Die ablehnende Haltung der Turiner Bevölkerung dieser Veranstaltung gegenüber ist nur schlecht zu verstehen. Allerdings traten der Organisation einige Mängel kraß u Tage. Außer der wirklich ausgezeichneten Beschaffeneit der Kampfbahn ließen die sonstigen Dinge, die erst einen stimmungsvollen Rahmen schaffen, viel zu wünschen übrig. Abgesehen von dem krächzenden Grammophon, das bei dem Einmarsch am Freitag die Musik machte, war eine Siegerehrung überhaupt nicht vorvereitet und wurde lediglich durch das Hissen einer Fahne angedeutet. Erwin Wegner Zweiter über 110 m=Hürden. Ueber 110 m=Hürden kam erst beim dritten Start das Feld aut av. Der Ungar Kovacs führte bald mit knappem Vorsprung vor dem Norweger Albrechtsen, dem Holländer Kaan und Wegner, die geschlossen fast auf einer Höhe lagen. Wohl rückte der deutsche Meister prächtig zu dem Ungarn auf, aber sein kolossaler Endspurt war zu spät eingesetzt. Kovacs siegte in 14,8 Sekunden um Brustbreite vor Wegner in 14,9 Sekunden und dem Norweger Albrechtsen in 15 Sekunden. Erich Borchmeyer und die Zielphotografie. Ueber 100 Meter kamen erst nach 2 Fehlstarts die Sprinter gut geschlossen aus den Löchern. Der Holländer Berger erschien zuerst auf der Innenbahn liegend knapp in Front. Bei 60 m löste sich Borchmeyer von dem wie in einer Linie ausgerichtet dahinstürmenden Feld, erreichte Berger und rang seinen holländischen Gegner in einem packenden Endkampf bis zum Ziel um Brustbreite in 10,6 Sek. nieder. Der Ungar Sir belegte den 3. Platz, während Hornberger nur Letzter wurde. Nach dem Lauf hatten die Holländer gegen die Entscheidung des Kampfgerichtes im 100 m=Lauf Protest eingelegt und forderten den ersten Platz für ihren Landsmann Christian Berger. Sie brachten auf Grund einer photographischen Aufnahme den Nachweis, daß Berger als Erster das Zielband zerriß. Daraufhin beschloß das Kampfgericht, den Holländer Berger auf den ersten Platz zu setzen. Der deutsche Meister Erich Borchmeyer mußte mit dem zweiten Platz vorliebnehmen. Metzner Europameister über 400 Meter. Ueber 400 Meter legte der Deutsche Meister Metzner auf der Außenbahn gleich ein scharfes Tempo vor, doch hatte im Zielbogen der ganz innenliegende Franzose Skavinsky nicht nur die Kurvenvorgabe aufgeholt, sondern noch zwei Meter dazu gewonnen. Aber der Deutsche spielte auf den letzten 80 Metern seinen kraftvollen Endspurt aus. Schon 50 Meter vor dem Ziel lagen der Frankfurter und der Schwede von Wachenfeld mit dem Franzosen auf gleicher Höhe. Im glänzenden Stil überspurtete Metzner beide Gegner und siegte noch sicher mit 1½ Metern Vorsprung in 47,9 Sekunden vor Skavinsky und von Wachenfeld mit je 48 Sekunden. Kurz hinter dem Ziel brach der Schwede erschöpft zusammen, kam aber durch die kameradschaftliche Hilfe seines Kampfgenossen Skavinsky, mit dem er soeben erbittert gestritten hatte, sofort wieder auf die Beine. Die weiteren Plätze belegten in einigem Abstand Tavernari=Italien, BoissetFrankreich und Rabaglino=Italien. Sieg im Weitsprung durch Leichum. Glänzende Erfolge hatten auch die deutschen Vertreter im Weitsprung zu verzeichnen. Der Stettiner Leichum schaffte im Endkampf 7,45 m und holte sich damit den Titel eines Europameisters vor dem Norweger Otto Berg der mit 7,31 m den deutschen Meister Long=Leipzig mit 7,25 m auf den dritten Platz verwies. Harald Andersson wirft wieder über 50 m. Im Diskuswerfen war Deutschland nicht vertreten, da Sievert sich für den Zehnkampf bereithalten mußte. Wie nicht anders zu erwarten war, siegte hier der schwedische Weltrekordmann Harald Andersson, der mit gewohnter Regelmäßigkeit die 50 m=Grenze überbot. Mit einem Wurf von 50,38 Metern wurde Andersson Europameister vor dem Franzosen Winter mit 47,09 m und den beiden Ungarn Donogan(45,915) und Remecz (45,54). Dalinsch Europameister in 50 km=Gehen. Bei der südländischen Hitze forderte das 50 kmGehen zahlreiche Opfer. Nach den drei Bahnrunden Rundstrecke von 16,1 km dreimal zu bewältigen. alins war eine Der Lette Dalinsch hatte schon nach der ersten Runde einen Vorsprung von 100 Metern vor den Italienern Rivolta und Brignoli. In der zweiten Runde gab der Deutsche Meister Schnitt bereits auf und wenig später streckte auch Bleiweiß die Waffen. Auch der Finne Routsalainen blieb auf der Strecke, während Dalinsch überlegen in 4:49,52 Std. vor dem Schweizer Schwab in 4:53,08 und dem Italiener Rivolta in 4:55,05,2 Std. den Sieg davontrug. Im Hammerwerfen fiel der Sieg und Meistertitel an den Finnen Poerhoelä mit 50,34 m, der zweite Platz des Italieners der Athlet der Athleten. Der Zehnkampf. Von 15 gemeldeten Teilnehmern waren im Zehnkampf nur 11 erschienen. Zuerst wurde der 100 m=Lauf ausgetragen, und zwar in vier Läufen. Eberle=Deutschland und der Italiener Contieri kamen in 11,6 Sekunden gemeinsam am Ziel an. Den nächsten Lauf gewann der Schweizer Guhl in 11,2 Sekunden, den dritten Lauf holte sich der Deutsche Sievert in 11,2 Sekunden vor dem Schweden Dahlgren(11,8), Lux=Italien(12). Plawczyk=Polen siegte in 11,6 Sekunden im vierten Lauf vor Ruckstuhl=Schweiz(12) und dem Litauer Sackulic in 12,4 Sekunden. Im Weitsprung vollbrachte unser Weltrekordmann Sievert mit genau 7 Metern die beste Leistung vor dem Schweizer Guhl(6,95) und Dimza=Lettland(6,84 m). Es folgten Dahlgren=Schweden(6,48), Plawczyk=Polen (6,36), Contieri=Italien(6,35), Boulanger=Belgien 6,28), Eberle=Deutschland(5,98), Sackulie=Litauen (5,92), Ruckstuhl(Schweiz)(5,84) und Lux=Italien(5,68). Sievert und Eberle verbesserten ihre Leistungen noch im letzten Sprung. Im Kugelstoßen mußte Sievert mit einem Wurf von 14,77 m dem Lettländer Dimza mit 14,81 knapp den Vortritt lassen. Die nächsten waren: Dahlgren=Schweden(12,99), Eberle=Deutschland(12,985), Lux=Italien (12,38), Ruckstuhl=Schweiz(11,975). Im Hochsprung erreichten Dimza=Lettland und der Pole Plawczyk je 1,87 Meter. Sievert wurde mit 1,80 Meter Fünfter, während Eberle mit 1,65 m nicht über den letzten Platz hinauskam. Eine ausgezeichnete Leistung vollbrachte dann unser Weltrekordmann über 400 Meter. wo er mit 49,6 Sekunden die weitaus beste Zeit herausholte. Hinter Sievert folgte der Schwede Dahlgren mit 51 Sekunden. Nachfünf Uebungen führte dem Letten Dimza und dem Schwei Sievert klar vor chweizer Guhl. Der deutsche Weltrekordler Sievert hatte das Pech, sich beim Stabhochsprung, nachdem er hier bereits 3,30 m bewältigt hatte, eine böse Verletzung zuzuziehen. Vorher hatte er im Diskuswerfen mit 45,03 m alle seine Mitbewerber geschlagen und zu seinem Glück hatte er vor seiner Verletzung auch bereits die 110 m=Hürden erledigt, die er in 16 Sekunden bezwungen hatte. Bester in dieser Konkurrenz war der Schwede Dahlgren mit 15,8 Sekunden. Stark bandagiert trat Sievert dann zum Speerwerfen an, wo es ihm mit 55,47 m gelang, hinter Eberle, der auf 58,91 m kam, den zweiten Platz zu belegen. Mit großer Sorge sah man dann dem 1500 m=Lauf entgegen, wußte man doch, daß es unserem verletzten Sievert schwer fallen mußte, diese lange Strecke zu bewältigen. Aber Sievert wußte, daß er nur durchhalten brauchte, um seinen Endsieg im Zehnkampf sicherzustellen. Er ließ denn auch„Langsam gehen“ und kam in nur 5:55,2 durchs Ziel, das aber genügte. Die Ergebnisse: Stabhochsprung(Zehnkampf): 1. Plawczyk 3,70 m, 2. Boulanger 3,60 m, 3. Lux, Dahlgren und Sievert je 3,30 m, 6. Dimza 3,26 m, 7. Ruckstuhl und Eberle je 3,20 m„9. Contieri 3 m, 10. Guhl 2,90 m. Endergebnis: 1. Sievert=Deutschland 8103=245 Pkt., 2. Dahlgren=Schweden 770,83 Pkt., 3. Plawczyk=Polen 7552,345 Pkt., 4. Dimza-Lettland 7451,40 Pkt., 5. Guhl=Schweiz 7347,47 Pkt., 6. Eberle=Deutschland 7153,645 Pkt., 7. Contieri=Italien 6 848,835 Pkt., 8. Ruckstuhl=Schweiz 6 548,915 Pkt., 9. Boulanger=Belgien 6 391,09 Pkt., 10. Lux=Italien 6 368,18 Pkt. Vandelli kam mit 48,69 m recht unerwartet. Die beiden Schweden, die erst vor acht Tagen beim Länderkampf gegen Deutschland in Stockholm über 50 m warfen, mußten sich mit den beiden nächsten Plätzen begnügen. Jansson wurde mit 47,85 m Dritter vor Sköld mit 47,42 m. Der Deutsche Seeger schied aus. Deutsche Triumphe am Schlußtag. Turin, 9. September. Die Schlußkämpfe am Sonntag wurden bei heißem Wetter vor 10000 Zuschauern mit dem Start der Marathonläufer eingeleitet. Zunächst mußten 2½ Runden auf der Bahn zurückgelegt werden, und dann ging es unter Führung der beiden Deutschen Brauch und Gerhard auf die lange Reise. Auf ebener, aber schattenloser Strecke war ein Dreieck von 16.1 km Länge zweimal und eine weitere Schleife von etwa 8 km einmal zu durcheilen Scheele 400 m=Hürdenmeister in Rekordzeit. Die 400 m=Hurden gewann Scheele in neuer deutscher Rekordzeit. In geschlossener Reihenfolge kamen die Teilnehmer bis zur letzten Kurve. Der Italiener Facelli, der Norweger Albrechtsen und der Finne Aki Järvinen hatten noch je eine Hürde zu nehmen, aber Scheele holte zu einem kraftvollen Endspurt aus und ließ seine Gegner mit klarem Vorsprung hinter sich und sicherte sich den Sieg in der neuen deutschen Rekordzeit von 53,2 Sekunden. Der Grieche Mandikas und der Norweger Albrechtsen belegten in dieser Reihenfolge die weiteren Plätze. Berger Doppelmeister. Im 200 m=Endlauf hatte Schein mit dem Ausgang des sehr schnellen Rennens nichts zu tun. Das Ende lag vom Start bis zum Ziel zwischen Berger=Holland und Sir=Ungarn, die Brust an Brust den Weg durchliefen. Im Ziel war der Holländer, nur für die Kampfrichter erkennbar, um Handbreite in 21,5 Sekunden in Front. Für Sir wurde die gleiche Zeit genommen, während dichtauf der zweite ausgezeichnete Holländer Osendarp in 21,6 folgte. Schein hatte stets im Hintertreffen Gustav Wegener. Europameister im Stabhochsprung mit 4,00 m. 32. Hammer Turn= und Spielfest. Bangert=Halver gewinnt den Dreikampf. Hamm, 9. September. 4500 Wettkämpfer, Turner und Sportler, Turnerund Sportlerinnen, Landespolizisten, Arbeitsdienstler, SA=Männer stellten sich hier am Samstag und Sonntag zum Kampf in den verschiedensten Sparten der Leibesübungen. Auf dem Exerzierplatz kämpften die Leichtathleten, im nahen Schwimmbad erprobten die Schwimmer ihre Kräfte, auf den Tennisplätzen meisterten die „weißen“ Sportler den Ball im flinken Flug, auf dem Kanal legten die Wasserfahrer Zeugnis ab von ihrem Können, die Fechter und Fechterinnen ließen ihre Klingen blitzen. Alles in allem ein buntes Bild vom deutschen Sport mit prächtigen Leistungen auf der ganzen Linie. Die Ergebnisse: Mehrkämpfe: Dreikampf der Turnerhauptklasse: 1. Bangert=Halver 74 P., 2. Mühlenhoff=Schöttmar und Thöne=Herne je 72 P., 3. Lütgert=Eintracht Dortmund 70 P., 4. de LamboyMünster, Gölzenleuchter=Bochum, Zeiger=Bochum und Niermann=Dortmund je 68 Punkte. Dreikampf der Landesturner 32—39 Jahren: 1. Rietinghaus=Sundwig 67 P., 20—44 Jahren: 1. DunkerIserlohn 63 P., 45—49 Jahren: 1. Moll=Hamm 78 P. Jugend 15—16 J.: 1. Heß=Lünen 78 P. Jugend 17—18 J.: 1. Twittmann=Borgeln 79 P Dreikampf der Turnerinnen: 1. Schulz=Iserlohn 65 P., 2. Stoyke=Dortmund 62 P., 3. Kirchhoff=Jöllenbeck und Ketels=Soest je 61 P., 4. H. Korst=Lippstadt 60 P., 5. Schlockermann=Hagen 58 P. Mannschafts=Gelände=Fünfkampf: 1. Landespolizei Münster 29,6 P. 2. Polizei Hamm 41,9 P., 3. Landespolizei Bochum=Recklinghausen 46,9 P. 3000 m: 1. Orth=Dortmund 9:01,4, 2. Göttmann=Hamm 9:01,6, 2. Kelm=Wermelskirchen 9:01,8, Hochsprung: 1. Rösler=Bielefeld 1,80 m, 2. Hühnerschulte=Münster 1,80 m, 3. Rewzell=Borken 1,75 m. Speerwerfen: 1. Mainka=Lünen 51,10 m, 2. HeinbeckGevelsberg 50,50, 3. Lang=Hagen 49,70. 800 m: 1. Glagowski=Hörde 1:59,2, 2. Stemberg=Dortmund 2:00,5, 3. Honke=Hagen 2:00,9. 100 m: 1. Mühlenhoff=Schöttmar 10,8, 2. KonnertMünster 10,9, 3. Kranz=Bielefeld 11,1. 10 mal ½=Runde=Staffel: 1. DSC Hagen 4:01,8. 4 mal 100 m=Staffel: 1. DSC Hagen 44,3. Fechten: Turner: 1. Moritz=Dortmund 12 Siege. 2. ReichelDortmund 11 S., 3. Wilhelms=Bielefeld 10 S. Turnerinnen: 1. Glowienka=Bochum 7 S., 2. SchmidtDortmund 7 S., 3. Wilke=Dortmund 6 S. gelegen und konnte erst auf den letzten zehn Metern dem Italiener Gonelli den fünften Platz abnehmen. Borchmeyer nahm am 200 m=Lauf nicht teil. noch vor Ein spannendes Rennen gab es im 800 m=Endlauf. Nach dem Startschuß führte zunächst der Italiener Lanzi vor dem Schweden Wennberg und Dessecker. Nach halber Strecke ging der Ungar Szabo vor, gefolgt von Wennberg, Lanzi und Dessecker. Auf der Geraden setzte ein mörderischer Endkampf ein. Dessecker wurde von seinen Gegnern eingeklemmt und konnte sich nicht rechtzeitig freimachen. Szabo gewann in 1,52 nur mit Brustbreite vor Lanzi. Der Abstand im Ziel von Dr. Dessecker mit Szabo betrug nur ein viertel Meter. Ny=Schweden belegte hinter Dessecker nur den vierten Platz. Deutscher Sieg in der Sprinterstaffel. Die Erfahrungen von Stockholm hatten die deutsche 4X100 m=Staffel gewitzt. Die Stabübergabe war fleißig geübt worden, so klappte es am Sonntag ausgezeichnet. Deutschland hatte Innenbahn ausgelost. Schein als erster Mann holte fast die gesamte Kurvenvorgabe der übrigen drei Mannschaften auf. Gillmeister brachte unsere Farben auf gleiche Höhe, und Hornberger gab den Stab nach schönem Lauf an Borchmeyer mit drei Meter Vorsprung. Der Westfale hielt den Abstand sicher bis ins Ziel und beendete das Rennen in 41,0 Sekunden. Die Ungarn folgten in 41,4 vor Holland 41,6 und Italien in 42. Deutschlands 4 mal 400 m=Staffel In der 4X400 m=Staffel klappte es diesmal besser als in Stockholm. Anstelle von Single wurde der neue 400 m=Hürdenmeister Scheele eingesetzt. Der deutschen Mannschaft war so der Sieg nicht zu nehmen. In der guten Zeit von 3:14,1 holten sich die Deutschen einen weiteren Europa=Titel. Frankreich überraschte mit einem guten zweiten Platz in 3:15,6. In der deutschen Staffel lief der Startmann Hamann mit 47,8 die beste Zeit heraus. Enttäuschung im Kugelstoßen. Nachdem Wölke in der Vorentscheidung ausgeschieden war und Sievert sich ganz für den Zehnkampf schonte, kam ein deutscher Sieg in dieser Konkurrenz nicht in Frage. Im Vorkampf hatte der Deutsche Wölke nur eine Leistung von gut 14 m erreicht. Sieger wurde der Lette Viiding mit einem Wurf von 15,19 m, den zweiten Platz belegte der Finne Kuntsi mit einer Leistung von 15,19 m. Die Entscheidung wurde durch Stechen entschieden und lautete zu Gunsten des Letten. Mit einem Zentimeter zurück kam Douda auf den dritten Platz. Holländischer Sieg im Dreisprung. Die Ueberraschung im Dreisprung war der Holländer Peeters, der mit einer Leistung von 14,89 m den Titel eines Europameisters erhielt. Den zweiten Platz belegte Svensson=Schweden mit einem Sprung von 14,83, vor Rajasaari=Finnland mit 14,72. Weitere Ergebnisse: 5000 m=Lauf: 1. Rochard=Frankreich 14:36,8, 2. Kusocinski Polen 14:41,2, 3. Salminen-Finnland 14:43,6, 4. Virtanen=Finnland 14:47,6, 5. Mastroienni=Italien 15:12, 6. Kelen=Ungarn 15:16,6, 7. Bartolini=Italien. Marathonlauf: 1. Toivonen-Finnland 2:52,29, 2. Enekson=Schweden 2:54,35,6, 3. Gengnini=Italien 2:55,03,4, 4. Galambos=Ungarn 2:55,14. 5. Brauch 2:58,40,2, 6. Wehrli, 7. Morf. Alle anderen Teilnehmer haben vorzeitig aufgegeben. In der Länderwertung trug Deutschland mit sieben Siegen und 75 Punkten den ersten Platz vor Finnland mit fünf Siegen und 75 Punkten und Ungarn mit zwei Siegen und 54 Punkten davon. Ausschlaggebend waren bei der gleichen Punktzahl die meisten Siege. 4 Schalke 04 greift in die Kämpfe ein... Westfalia-Herne gleich 0:6 geschlagen. Eine Ueberraschung gab es in Höntrop zwischen dem dortigen SV und dem Deutschen SC Hagen. Vollkommen wider Erwarten mußten die Platzbesitzer eine Niederlage einstecken, die zudem noch mit 1:3 recht deutlich ausfiel. Der Hagener Angriff machte körperlich einen besseren Eindruck und zögerte auch nicht mit dem Torschuß. Die Preußen in Münster beherbergten die SpVgg Herten und kämpften gegen die Gästeelf mit aller Verzweiflung mit großem Erfolg. In den ersten 15 Minuten legten die Hertener ein wunderschönes Spiel vor, dann aber war das Pulver verschossen. Die Münsteraner überstanden die schweren Minuten ohne Treffer und wurden dann gleichwertig. Ein Tor vor der Pause brachte sie nach vorn und als Mitte der zweiten Halbzeit ein zweiter Treffer folgte, stand ihr Endsieg fest. Bei den Hertenern enttäuschte besonders der Sturm. SuS Hüsten 09 hatte es gegen Viktoria Recklinghausen nicht so leicht, um zu einem knappen Siege zu kommen. Nur mit einem 2:1=Sieg konnten die Punkte im Südwestfälischen bleiben. Das Spiel des Tages war das Auftreten von Schalke 04 bei dem Neuling Westfalia Herne, der mit seinem ersten Punktekampf zu Hause die Einweihung seiner neuen Stadionanlage verband. Das Erscheinen der Meistermannschaft hatte zahlreiche Interessenten angelockt, die durch ein wundervolles Spiel mehr als entschädigt wurden. Schalke überzeugte in der bekannten Art und gewann, ohne sich ganz auszugeben, mit 6:0. SV Höntrop— Deutscher SC Hagen 1:3. Die Hagener Elf präsentierte sich in einer sehr guten Verfassung und gewann den Kampf auch verdient. Höntrops Sturm dagegen versagte und ihm ist die Schuld an der Niederlage zuzuschreiben. Das Spiel brachte zeitweise schöne Momente. Höntrop ging in der 15. Minute durch den Linksaußen, der eine Flanke von rechts gut annahm und verwandelte, in Front. Auch weiterhin spielten die Platzherren überlegen, konnten aber die gegnerische Hintermannschaft, in der der Torhüter sich hervortat, nicht mehr überwinden. Bis zur Pause kam der Gast zum Ausgleich. Der Halblinke umspielte geschickt die Höntroper Verteidigung und sandte aus nächster Nähe durch Schrägschuß unhaltbar ein. Höntrop kämpfte mit aller Macht, spielte im Felde gut, erreichte aber im gegnerischen Strafraum nichts. Hagen dagegen war glücklicher und schoß in der zweiten Halbzeit durch den Halbrechten ein zweites Tor und kurz darauf war der Mittelstürmer noch ein drittes Mal erfolgreich, womit der Kampf entschieden war. Westfalia Herne— FC Schalke 04 0:6(0:3). Herne, 9. September. Zur Weihe des neuen Stadions hatten sich 8000 Interessenten eingefunden, um Zeuge des ersten Punktespieles des Meisters in der neuen Saison zu sein. Die Schalker traten ohne Szepan an. In jeder Halbzeit schafften sie drei Tore, an denen Hernes Hintermannschaft nichts machen konnte. Alles in allem überzeugte die Meisterelf auch diesmal in der bekannten Art. Der Angriff lieferte ein sehr gutes technisches Spiel. Rothardt und Kalwitzki als Außenstürmer waren die erfolgreichsten Torschützen. Kuzorra hielt sich etwas zurück und ging kaum auf Nahkämpfe ein. Die Hintermannschaft hatte keine schwere Aufgabe zu lösen. Die Herner fanden sich auf dem Rasenplatz schlecht zusammen. Am besten konnte noch die Abwehr gefallen, die aber bei der großen Ueberlastung nicht bis zum Schluß stand hielt. Der Sturm spielte sehr zerfahren, sodaß es noch nicht einmal zum Ehrentor reichte. SuS Hüsten 09— Viktoria Recklinghausen 2:1. Hüsten. 9. September. das Spiel mittelmäßig. Torgelegenheiten ergaben sich auf beiden Seiten, aber der sichere Torschuß fehlt beiden Angriffsreihen. Nach der Pause ergab sich durchweg dasselbe Bild. In der 62. Minute verfehlte der sonst sichere rechte Verteidiger von Hüsten den Ball und Recklinghausens Halbrechter konnte mühelos zum Ausgleich einköpfen. Von da ab zeigten die Hüstener etwas mehr und drängten stark. In dieser Periode konnte der Mittelläufer in der 71. Minute durch blitzschnelle Ausnutzung der Situation seinen Verein wieder in Führung bringen. Die Gäste ließen merklich nach und Hüsten dominierte nun noch stärker. Die Bemühungen, die Torspanne zu erhöhen, wurde aber durch sauberes Abwehrspiel der Recklinghäuser Hintermannschaft zunichte gemacht, sodaß es bei dem knappen Sieg der Gastgeber blieb. Preußen Münster— Sp. Vgg. Herten 2:0(1:0). X Münster, 9. September. Zu ihrem ersten Punktekampf traten beide Mannschaften auf dem Preußenstadion an, wobei die Hertener die bittere Feststellung machen mußten, daß trotz aller Siegeshoffnungen, die ihnen auf dem Papier zugebilligt wurden, in Münster nur schwer zu gewinnen ist. Mit dem gleichen Ergebnis wie im vorjährigen ersten Spiel blieben die Münsteraner Sieger und sicherten sich die ersten Punkte. Es waren nur wenige Zuschauer erschienen, die Zeuge eines fesselnden, harten und fairen Punktekampfes wurden. Bei Herten konnten nur der Sturm und die Läuferreihe gefallen, während die Verteidigung schwache Momente zeigte. In der Hintermannschaft der Münsteraner stellte sich den Gästen ein nur schwer zu nehmendes Hindernis entgegen. Der Rechtsaußen Stemmer lieferte eine gute Partie und zeichnet für beide Tore verantwortlich. Zu Beginn des Spieles ergreift Herten zunächst die Initiative. In dieser Zeit werden die Platzbesitzer vollkommen zuruckgedrängt. Ein gefährlicher Lattenschuß des rechten Läufers bewahrt die Preußen vor einem sonst sicheren Tor. Allmählich machen sich jedoch die Preußen aus der Umklammerung frei und gestalten das Spiel offen. 5 Minuten vor der Pause bricht Protzeck auf Linksaußen durch. Den scharf getretenen Ball kann der Torwart nur mit den Händen abwehren. Ein schneller Start des Rechtsaußen und schon hängt der Ball in den Maschen. Bis zur Pause ereignet sich nichts mehr Nach dem Wiederanstoß nimmt der Kampf härtere men an. Herten kann zeitweilig etwas drängen, doch Preußens Verteidigung erweist sich allen Anstürmen gewachsen. Bei einem Einwurf in Hertens Spielhälfte bringt Protzeck eine scharfe Vorlage nach rechts. In unheimlich scharfem Schuß knallt Robeneck gegen die Latte, von der der Ball abprallt und von Stemmer im Nachschuß ins leere Tor befördert wird. Obwohl Herten sich mächtig anstrengt, wenigstens zum Ehrentor zu kommen, bleiben ihnen doch Torerfolge versagt. Sieg und Punkte bleiben in Münster. tr u de he si u A kn A je 14 Bereits nach drei Minuten gingen die Platzbesitzer durch ihren Mittelstürmer in Führung Die Gäste kamen vorerst nicht ins Spiel und mußten sich durchweg auf die Verteidigung beschränken. Hüsten erzielte zwei Abseitstore, die vom Leiter nicht anerkannt wurden. Weitere Gelegenheiten verpaßten die Gastgeber durch zu weiches und unentschlossenes Schießen. Erst nach 20 Minuten gab der Gast einen gleichwertigen Gegner ab, trotzdem blieb Brandenburg Hertha BSC— Blau=Weiß 2:1. Viktoria 89— Union Oberschöneweide 3:1. Berliner SV 92— Tennis Borussia 1:0. Polizei SV— Spandauer SV 5:2. 1. FC Guben— Minerva 93 2:5. Gau Nordmark Viktoria Hamburg— Borussia Kiel 9:1. Union Hamburg— FC St. Pauli 2:2. Holstein Kiel— Altona 93 3:0. Polizei Lübeck— Hamburger SV 3:1. Gau Niedersachsen Arminia Hannover— Borussia Harburg 3:1. Werder Bremen— Eintracht Braunschweig 3:0. Algermissen 1911— Bremer SV 3:2. Hildesheim 06— Hannover 96 1:2. Viktoria Wilhelmsburg— Komet Bremen 2:1. al zeichnet. in als abe der brachte er gab nit drei Abstand 11,0 Send 41,6 siegt. il besser er neue eutschen In der t einen t einem Staffel e Zeit schieden ite, kam Frage. Leistung iding belegte m. Die lautete tück kam olländer den Tislatz be1 14,83, 6,8, 2. 14:43,6, Italien ien. 2:52,29, Italien rauch lnehmer und 75 Siegen und 54 gleichen .. ben sich beiden Zild. In Ferteidibrechter da ab tark. In Minute en Vern merkDie Beer durch ermannSieg der (1:0). iber. Mannhertener tz aller jebilligt ewinährigen sicherige Zuten und ten nur end die zte. In ch den atgegen. 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Der Neuling SV Meckinghoven weilte bei Vorwärts Gronau und mußte sich hier mit 0:4 geschlagen bekennen. Die Gäste waren zwar mit großem Eifer bei der Sache doch reichte dieser nicht aus, um die spielerischen Vorteile der Platzherren auszugleichen. Die Gronauer hatten schon beim Wechsel 2:0 geführt und ließen sich auch nach der Pause nicht aus der Fassung bringen.— Rheine 09 errang auf eigenem Platze über SuS Ahlen einen überraschend hohen 4:1=Sieg, nach dem es bei der Pause bestimmt noch nicht ausgesehen hatte. Hier stand es nämlich noch 1:1, und das mit Recht, hatten doch die Gäste bis dahin mindestens gleichwertig gespielt. Nach der Pause bekamen dann aber die Platzherren immer mehr Oberwasser, sie erzielten drei weitere Tore, wogegen die Ahlener leer ausgingen. Rheine 09— SuS Ahlen 4:1. Vorwärts Gronau— SV Meckinghoven 4:0. Recklinghausen 13— Gronau 09 0:0. Greven 09— Borussia Rheine 1:1. Westfalia Ahlen— Münster 08 1:3. Minden: Der VfB Bielefeld schlug den SuS Herford mit nicht weniger als 7:0. Bis zum Seitenwechsel hielten sich hier die Gäste aus Herford noch in etwa, lagen sie doch bis dahin erst 0:2 im Rückstand, doch dann war es mit deren Herrlichkeit vorbei. Die Platzherren kamen nach der Pause in regelmäßigen Abständen zu fünf weiteren Treffern, denen die Gäste nichts entgegenzustellen vermochten. Einen ebenfalls recht hohen Sieg erfocht Arminia Bielefeld gegen Westfalia Brackwede. Einer 4:2Pausenführung ließen die Arminen nach dem Wechsel zwei weitere Tore folgen, sodaß die Gäste sich am Schluß klar mit 6:2 beugen mußten. Als Ueberraschung in dieser Gruppe muß die Niederlage der Hammer Polizisten bezeichnet werden, die diese von dem Neuling VfL Salzuflen mit 1:3 bezogen. Die Salzufler erwiesen sich auf eigenem Platze als recht gefährlich. Ihr Sieg muß als durchaus verdient besich die Gäste aus Bielefeld stärker, als man von ihnen Union Herford und Bielefeld 06/07 trennten sich nach ausgeglichenen Leistungen mit 4:4, nachdem es beim Seitenwechsel 3:3 geheißen hatte. Man hatte hier zwar einen knappen Sieg der Herforder erwartet, doch erwiesen sich die Gäste aus Bielefeld stärker, wie man von ihnen angenommen hatte. Teutonia Lippstadt weilte beim SuS Geseke und trug hier nach durchweg überlegenem Spiel einen hohen und jederzeit auch in dieser Höhe verdienten 6:2=Sieg davon. Die Gäste waren von Anfang an überlegen und hatten sich schon bei der Pause einen 3:1=Vorsprung gesichert. SuS Geseke— Teutonia Lippstadt 2:6. VfB Bielefeld— SuS Herford 7:0. Union Herford— Bielefeld 06=07 4:4. VfL Salzuflen— PSV Hamm 3:1. Arminia Bielefeld— Westfalia Brackwede 6:2. 2:2 trennten sich die SpVg Klafeld und der BC Siegen und ein 3:3 gab es im Treffen Arnsberg 09— Jahn Werdohl. Im ersteren Spiel hätten die Siegener einen knappen Sieg verdient gehabt, während im zweiten die Arnsberger immer leichte Vorteile hatten, sie konnten jedoch ihren Pausenvorsprung von 2:0 nicht halten. Die SpVg Plettenberg unterlag auf eigenem Platze 42 gegen Hemer 98 mit 1:2(0:1) und der VfB * Weidenau erfocht in Olpe gegen die Spielvereinigung einen glatten 4:1=Sieg, an dem die Platzherren trotz größten Eifers und aufopfernden Spieles nichts zu ändern vermochten. SpVg Klafeld— BC Siegen 2:2. Arnsberg 09— Jahn Werdohl 3:3. SpVg Plettenberg— Hemer 08 1:2. SpVg Olpe— VfB Weidenau 1:4. Bochum: VfB Gerthe— MBV Linden 1:4. Milspe 11— STV Werne 4:3. Westfalia Bochum— Witten 92 1:2. Witten 07— Preußen Bochum 0:1. Sportring Gevelsberg— FC Schwelm 3:0. Gelsenkirchen: Horst=Emscher— VfB Gelsenkirchen 2:1. Gelsenkirchen 07— Schwarz=Gelb Gladbeck 2:2. SV Rotthausen— TB Eickel 1:0. Gruppe Dortmund: Sportfreunde 95— T. u. B. V. Mengede 1:2. Castrop 02— Anion Haspe 0:1. Wetter 10— BC Bövinghausen 04 2:0. Hagen 72— BV. Brambauer 4:2. Schwarz=Gelb Anna— VfB. Alemannia 0:3. Gau Niederrhein Borussia Gladbach— Preußen Krefeld 1:1. Rheydter Spielverein— Duisburg 99(Gesellsch.) 1:2. Schw.=Weiß Essen— Fortuna Düsseldorf(Gesellsch.) 1:3. Bezirksklasse. Grün=Weiß Holten— Preußen Essen 3:1. Tura 86 Essen— Viktoria Wehofen 6:2. Essen=West 81— Rot=Weiß 1:6. Österfeld 06— Rheingold Emmerich 2:2. BV Stoppenberg— SpVg Sterkrade 2:3. BV Altenessen— Karnap 07 2:3. Gau Mittelrhein In Köln: Gau Mittelrhein— Gau Baden 2:6. Gau Nordhessen VfB Friedberg— Sport Kassel 5:1. SpVg Langensebold— Hanau 93 2:2. Borussia Fulda— Spielverein Kassel 4:0. Kurhessen Kassel— Germania Fulda 1:2. Hessen Hersfeld— SC 03 Kassel 3:0. Süddeutschland. Gau Südwest FSV Frankfurt— Kickers Offenbach 3:2. Wormatia Worms— Saar 03 Saarbrücken 3:2. Phönix Ludwigshafen— FK 03 Pirmasens 3:1. FC Kaiserslautern— Sportfreunde Saarbrücken 1:1. Borussia Neunkirchen— Eintracht Frankfurt 1:1. Gau Baden FC 08 Mannheim— Karlsruher FV 1:1. Germania Karlsdorf— Phönix Karlsruhe 0:5. Gau Württemberg VfB Stuttgart— Sportfreunde Eßlingen 4:1. SV Göppingen— 1. SSV Ulm 0:5. SV Feuerbach— Stuttgarter Kickers 5:2. Ulmer FV 94— Sportfreunde Stuttgart 6:3. Union Böckingen— SC Stuttgart 5:3. Gau Bayern Wacker München— Jahn Regensburg 3:2. FC 05 Schweinfurt— München 1860 0:3. Rennen zu Hannover am 9. September. 1. R.: 1. Habmichlieb(Streit), 2. Martin, 3. Serotina, ferner Torno. Toto 36, Pl. 13, 14. 2. R.: Halbblutrennen entfällt. 3. R.: 1. Herbstzeitlose(Mellenthin), 2. Orontes, 3. Lockvogel. Toto 18. 4. R.: 1. Peiracave(Mach), 2. Verdi, 3. Fahrt, ferner Barsoi, Micky, Altenstadt, Colonna, Ninon. Toto 99, Pl. 23, 18, 22. 5. R.: 1. Grassittich(Kaekel), 2. Fra Diavolo. 3. Saarfels, ferner Scavola, Horos, Toto 57, Pl. 23, 20. 7. R.: 1. Narrhalla(Streit), 2. Urfaust, 3. Paul Feminis, ferner Comödiant, Friedenau. Toto 36, Pl. 15, 19. 8. R.: 1. Turnierfehde(Völkel), 2. Patroklus, 3. Cosa, ferner Dalfin, Jan v. Holdieck, Ovid, Toto 31, Pl. 13. 12. Siegdoppelwette: 5. und 7. Rennen:Grassittich—Narrhalla 339:10. Jacht siegte im Ausscheidungsrennen um den Amerika=Pokal. Im Ausscheidungsrennen der amerikanischen Verteidiger des Amerika=Pokals siegte die von Vanderbili geführte Yacht„Rainbow“ über die Jacht„Weetamoe“, die auf unserem Bild noch in Führung liegt. Großer Preis von Köln. Köln, 9. September. Im Spurt war der Düsseldorfer Karl Wierz nicht zu schlagen, der nach einer Fahrzeit von 7:07 Std. den Kölner Breuer mit drei Längen auf den zweiten Platz verwies, während Fels dichtauf als Dritter Folgte. Keppler, W. Meurer=Köln und Neumann=Dortmund belegten die nächsten Plätze. Straßenfahrer=Kriterium in Lille. Lille, 9. September. An dem internationalen Straßenfahrer=Kriterium über 100 km nahmen die besten Straßenfahrer des Kontinents und auch die Deutschen Buse, Stöpel und Geyer teil. Das Ende machten die schnellen Belgier unter sich aus. Ergebnis: 1. Danneels=Belgien 2:50:25. 2. Roels=Belgien 2:50:57, 3. Louvoit=Frankreich, 4. BuseDeutschland, 5. Gardier=Belgien dichtauf, 22. StöpelDeutschland 2:52:54. in Bordeaux. In Bordeaux ging am Sonntag der deutsche Steherweltmeister Erich Metze an den Start. Er beteiligte sich an dem Radländerkampf Frankreich gegen Ausland, den die Franzosen mit 3:1 sicher gewannen. Außer Metze nahmen in der ausländischen Mannschaft noch Severgnini, Da Ros und Ferrer teil. Sthindler in Paris. Auf der Pariser Prinzenparkbahn fuhr der Chemnitzer Schindler ein großes Rennen. Zu wiederholten Malen erkämpfte er sich die Spitze, mußte dann aber zum Schluß die beiden Franzosen Paillard und Breau an sich vorbeilassen und belegte nur 150 m hinter Paillard den dritten Platz. Möller lag noch 30 km vor Schluß an zweiter Stelle und fiel dann durch einen Reifenschaden weit zurück. Ebenso hatte Krewer viel Pech, der durch Motordefekt in aussichtslose Position geriet. Das Ergebnis: 100 Meilen: 1. Paillard 2:16:18,6, 2. Breau 60 m, 3. Schindler 150 m, 4. Grassin 2 Runden 350 m, 5. G. Wambst 3 Runden 350 m. 6. Krewer 8 Runden, 7. Möller 13 Runden zurück. Constant aufgegeben. handelsnachrichten. Altenessener Schweinemarkt. Altenessen, 8. Sept. Ferkel 1500. Läufer 683. Gesamtauftrieb 2183. Es kosteten im Großhandel(Durchschnittsware): Ferkel: bis 6 Wochen alt 5,50, 6 bis 8 Wochen alte 6—9,50, 8—12 Wochen alte 9,50—15. Läuferschweine: 3—4 Monate alte 15—22, 4—6 Monate alte 22—40. Größere entsprechend höher. Marktverlauf: sehr langsam. Bremer Baumwollterminbörse. Bremen. 8. Sept. Januar Brief 1550, Geld 1548, bezahlt 1549, 1548, Abrechnungskurse 1549. März 1568, 1565, 1568, 1568. Mai 1587, 1584, 1587, 1586, 1585, 1584, 1585. Juli 1592, 1588, 1592, 1593, 1589, 1588, 1590. Oktober 1495. 1580, 1587. Dezember 1526, 1526. September 1477. Loco 1514. Tendenz: unregelmäßig. Liverpooler Baumwollkurse. Liverpool, 8. Sept. Januar 699, Februar 699, März 699, April 698, Mai 698, Juni 697, Juli 697, August 695, September 708, Oktober 704, November 700, Dezember 700, September 35 693, Oktober 35 692, Januar 36 691, März 36 692, Mai 36 692, Juli 36 692, Loco 724, Tagesimport 3500. Tendenz: stetig. Ostindische Baumwolle. Liverpool, 8. Sept. Loco Surtee 629, Loco Broach F. G. 643, Loco M. G. Punjab/American 567, Loco Central Provinces Oomra 553, Loco Bengal F. G. 350, Loco Bengal Superfine 370, Loco Sind F. G. 360, Loco Sind Superfine 380. New Yorker Baumwollkurse. Newyork, 8. Sept. Loco 1340, Januar 1331—33, März 1336—1339 Mai 1343—1344, Juli 1348, Sept. 1305—1308, Oktober 1315—1316, November 1321, Dezember 1327—28, Zufuhren in Atlantischen Häfen 4, Zufuhren in Golfhäfen 13, Export nach dem übrigen Kontinent 6, Export nach Japan und China 6. Tendenz: stetig. New Orleans Baumwolle. New Orleans. 8. Sept. Loco New Orleans 1330, Januar 1331, März 1336—1338, Mai 1342, Juli 1347— 1348, Oktober 1315, Dezember 1325—1328. Tendenz: stetig. Zwischenfall nach dem Theater ROMAN VON HANS SCHWEIKART(OLE STEFANI) Copyright 1934 by Knort& Hirth G. m. b. H., München 1 24)(Nachdruck verboten.) „Daß man ihn nicht vorließ— natürlich!“ erwiderte Klaus irritiert.„Was sollte er dann sonst erzählt haben?“ Lamms machte ein skeptisches Gesicht, sagte:„Oeh—!“ und kaute wieder an seiner Zigarre. „Aber Piet— nehmen Sie selbst an, daß Fritz schwindelt. Daß er tatsächlich durch den Garten bis zu seinem Vater gekommen ist— welchen Grund soll er denn um Gottes willen gehabt haben, den Alten niederzuschießen?“ „Weiß ich?“ sagte Lamms.„Aber Sie sagen ja selber: er war gereizt!“ „Ach fangen Sie nicht auch damit an!“ schrie Klaus verzweifelt.„Dazu ist Fritz doch niemals imstande! Gewiß: die Sache lag so ungünstig wie nur möglich ur Fritz Jürgensen. Niemand konnte ihm helfen. Es sei denn, ein Alibi würde für die Zeit erbracht, die zwischen seinem letzten Aufenthalt vor der Portierloge des Hotels„Windrose“ und der Abfahrt des Hamburger Züges verstrichen war. Aber in dieser Beziehung schien Fritz selbst hoffnungslos: er sei in seiner Erregung dindlings durch den strömenden Regen gerannt, der habe ihn über Aecker und Wiesen geführt— und er sei seines Wissens keinem Menschen begegnet, bis er wieder zum Ort zurückgefunden habe. „Und nun kommt das Allerdümmste!“ sagte Klaus außer sich. Als am nächsten Abend die Nachricht von der ErVordung des Alten in Hamburg bekannt wurde, erlitt Fritz— nach Regans Angabe— einen Nervenzusammenbruch. Und anstatt sich sofort zu melden und betannt zu geben, daß er der abgewiesene Besucher der „Windrose" gewesen sei, wie es vernünftig und nahetiegend gewesen wäre— widerstand er allen Einwendungen und Bitten seiner Tochter und benahm sich wie ein Narr. Er ließ sich nämlich in der Frühe des nächsten Morgens von einem kleinen Friseur den Bart abnehmen, gevor Regan, die Tatsache seiner Anwesenhenit auch weiterhin aufs strengste zu verheimlichen und arrangierte diese alberne Ankunftskomödie, in der sie notgedrungen ihren Part spielen mußte. Er fuhr mit einem Morgen3 zug nach Bremen und kehrte von da mit dem Kölner Zug zurück. „Wenn wahr ist was er sagte, muß er in einem Anfall von Verfolgungswahn gehandelt haben—“ meinte Klaus.„so lächerlich und unzureichend wollen mir seine Anstalten erscheinen. Ich bin der Meinung, er hat im Vertrauen auf sein gutes Gewissen den Kombinationen trotzen wollen, die sich naturgemäß aus dem Bekanntwerden gewisser Umstände ergeben hätten: aus der Verheimlichung seines bisherigen Aufenthaltes in Hamburg, ganz verfahren!— Das hat alles schlimmer gemacht! — Und obwohl Wanderbeck ihn vorläufig noch auf freiem Fuß belassen hat, so steht er doch unter Polizeiaufsicht— er ist so gut wie verhaftet!“ „Und das Mädchen?“ „Das ist das Schrecklichste. Ich habe Wanderbeck für einen verständnisvollen, gütigen alten Mann gehalten. Aber der Blick, mit dem er gestern Regan angesehen hat—“ Weiß der Teufel, was er mit ihr vorhat.— Morgen früh ist Fritz zur Polizei bestellt— und von dem Verhör hängt es ab, ob man ihn gleich dabehalten wird...“ Klaus heulte beinah. Lamms räusperte sich verlegen und sie schritten eine Weile schweigend einem Kanal entlang. Dann blieb der Junge stehen und sagte: „Piet— ich aeb's nicht auf. Ich bin es mir schuldig. Ich werde rauskriegen, wo Fritz in der fraglichen Zeit steckte!“ In dieser Nacht schlief er nicht. Er saß vor seinem Tisch und brütete über Aufstellungen, die er tabellarisch ordnete. Er machte sich alle zeitlichen und örtlichen Umstände klar. Er bedachte die Aussagen der Hotelangestellten von Glücksstadt. Er durchgrübelte alles, was Kornitzky ausgesagt hatte.——— Ich habe mich oft gefragt, ob er schon damals eine Ahnung von dem einen kleinen Widerspruch gewonnen hat, der zwischen den bisherigen Aussagen und der Wirklichkeit bestand. Der niemand von uns aufgefallen war, obwohl jeder einzelne von uns auf Grund der beobachteten Tatsache logisch hätte darauf kommen müssen. Derselbe Widerspruch, der— als Klaus sich später seiner klar bewußt wurde— unsere ganze Anschauung des Falles von Grund auf erschüttern sollte. Draußen dämmerte es schon— da war Klaus sich über drei Aufgaben klar geworden, die der zu bearbeiten hatte, der das Rätsel des Falles Jürgensen lösen wollte. Die erste lag in der Beantwortung der Frage, wo sich Direktor Jürgensen in der Nacht vor seiner Fahrt na Glückstadt aufgehalten hatte. Die zweite war die Herbeischaffung eines Alibis für Fritzens Wanderung in der Zeit von fünf bis sieben am Unglückstage. Die dritte hatte mit dem Eindringen des Mörders in das Zimmer Nummer drei zu tun.— Und um sich darüber klar zu werden, verfertigte sich der Junge nach seiner Erinnerung eine Grundriß=Skizze des Hotels„Zur Windrose“. Garten IIIIIIEE Portier I L Speisesaal Garten So ungefähr sah das Parterregeschoß des Hauses aus. Im Zimmer Nummer drei war Onkel Will erschossen worden. Alle anderen Zimmer waren unbewohnt bis auf das östliche Eckzimmer Nummer sechs. Da wohnte die Kapitänswitwe Lüders. Der dritte Gast des Hotels, der Ingenieur Miller, wohnte im Obergeschoß. Und Klaus war sich— trotz angespannten Nachdenkens— keiner Aussage bewußt, die ergeben hätte, in welchem der oberen Zimmer der Ingenieur gewohnt hatte. Er das in Erfahrung zu bringen. er sah da nämlich den Schimmer einer Fährte. Er sagte sich: Siedel hatte keine Spur gefunden, die aus dem Garten in das Zimmer des alten Jürgensen geführt hätte. Und wenn das auch zufälligen Umständen— wie beispielsweise dem anhaltenden Regenguß— zuzuschreiben sein mochte, so ließ es doch der Erwägung Raum, daß der Mörder das Zimmer auf einem anderen Wege betreten haben mochte. Der Portier hatte, wenigstens tagsüber, die Gangtür des Zimmers Nummer drei nicht aus den Augen gelassen— man fand sie später von innen verschlossen vor. Der einzige freie Zugang war von der Veranda aus— und wenn man nun annehmen wollte, daß der Mörder seinen Fuß überhaupt in den Garten gesetzt hätte, so blieb nur ein einziger Weg übrig: der längs der Veranda— an den benachbarten leeren Zimmern vorbei.— Klaus hatte kein Auge zugetan. Aber als der Bahnsteig geöffnet wurde, stand er schon am Schalter. Es war fünf Uhr früh. Er sagte: „Bitte, eine Karte nach Glückstadt!“ 21. An diesem Vormittag geschah einiges in meinem Amtszimmer. Ich war in aller Frühe da und hatte allen Respekt vor den Kartotheken meiner kalifornischen Kollegen. Denn die Kabelantwort aus San Francisko war schon angekommen. Sie bestätigte zu meiner Verwunderung alle Angaben Camillas bis ins kleinste— so romantisch sie mir aus dem Munde der Betrunkenen geklungen hatten. Das Kabel enthielt im übrigen einen Hinweis: den Namen eines Mannes und den eines Hotels im Londoner Westen, wo sich dieser Mann zur Zeit aufhielt. Und nach einem telephonischen Gespräch mit meinem Chef gab ich nun meinerseits wieder ein Telegramm nach London auf. Dann kam das große Verhör mit Fritz Jürgensen, der bleich und mit ziellos umherwandernden Augen die ihm vorgelegten Fragen beantwortete. Er blieb bei seinen gestrigen Aussagen. Ich legte einen dunkelschimmernden Gegenstand auf den Tisch:„Kennen Sie diesen Revolver?“ „Nein—!“ sagte Fritz und fuhr auf. Ich beobachtete ihn scharf. Am Ende blieb mir nichts anderes übrig. Ich zog einen Zettel aus dem Wust der Papiere auf meinem Schreibtisch und sagte bedauernd:„Herr Jürgensen, ich habe Auftrag, Sie hier zu behalten. Die Staatsanwaltschaft hat über Sie die Untersuchungshaft verhängt. Es tut mir leid!“ Ich glaube, Klaus tat mir ein bißchen Unrecht. Denn ich denke, mein möglichstes vollbracht zu haben, indem ich erwirkte, daß man Regan vorläufig auf freiem Fuß beließ. In der Pension Böhm war schon in aller Morgenfrühe Haussuchung gewesen. Und als Regan sich mit zurückgehaltenen Tränen in meinem Arbeitszimmer von ihrem Stiefvater verabschiedet und ihm Trost zugesprochen hatte, wurde sie von einem seltsamen Paar erwartet, das vor dem Eingang auf der Straße stand. (Fortsetzung folgt.) Bezirksklasse Mänster. Borussia Rheine übernimmt die Führung. SS. Recklinghausen kann nur einen Punkt gewinnen.- Unglücklicher Start der Ahlener Mannschaften. Münster, 9. September. Mit Ausnahme der münsterischen Rot=Weißen waren alle Mannschaften heute am Start. Gespannt war man mit begreiflichem Interesse auf den ersten Start der Ahlener Mannschaften. Zum Unglück hatten die Ahlener gleich gegen gefürchtete Mannschaften anzutreten. Zwar hatte Westfalia Ahlen den Vorteil des eigenen Platzes, aber der Gegner war S C. Münster 08, der VfL. Benrath schlug und gegen Höntrop ehrenvoll unterlag. Die Gäste aus Münster konnten die leicht verständliche Nervosität der Platzherren ausnutzen und zu einem klaren Siege kommen. Trotzdem gab Westfalia sich nicht widerstandslos geschlagen. Aber SCM. war besser, und dem besseren Gegner mußte man sich beugen. S S. Ahlen, der ein guter Ruf vorausging, mußte die weite Reise nach Rheine machen, wo sie dem Neuling in der Bezirksklasse, Rheine 09, gegenüberstand. Das überraschend klare Ergebnis der Niederlage läßt sich auch hier nur aus der Tatsache erklären, daß die Ahlener Mannschaften sich noch nicht in die ungewohnte Umgebung finden können. Hinzu kommt, was eigentlich völlig unbegründet ist, ein gerütteltes Maß von Hemmungen den Gegnern der Kreisklasse Münster gegenüber. Der erste Start im neuen Verbande war unglücklich, aber es wird noch oft und reichlich Gelegenheit gegeben werden, diese erste nicht allzu tragisch zu nehmende Schlappe auszumerzen. Im übrigen waren an diesem Sonntag die Ueberraschungen wieder an der Tagesordnung. Die beiden Favoriten, Borussia Rheine und auch SS. Recklinghausen konnten nur unentschieden espielen und mußten sich eine Reilung der Punkte gefallen lassen. SS. Recklinghausen fällt dadurch beträchtlich zurück, da am letzten Sonntag die Borussen ihren schärfsten Rivalen sanft aber nachdrücklich abgedrängt hatten. Die Grevener zwangen den Borussen in der ersten Halbzeit sogar eine klare Führung auf. Auch die letzten Minuten des Spieles gehörten den Platzbesitzern, aber die Borussen retteten sicher den einen Punkt. SS. Recklinghausen hatte in Gronau 09 einen merkwürdigen Gegner. Obwohl sich das Spiel fast ausschließlich im 16=Meter=Raum der Gäste abspielte, gelang es den Platzbesitzern nicht, das vollkommen gesicherte Tor zu durchbrechen. Und die Gronauer beschränkten sich darauf, ihr Heiligtum sauber zu halten. Auf den Ehrgeiz der Tore verzichteten sie von vorne herein. Die Tabelle sieht am zweiten Spielsonntag Borussia Rheine in Front, dicht gefolgt von Vorwärts Gronau und der Beckumer Spielvereinigung, die heute spielfrei war. Spiele gew. unent. verl. Tore Punkte. Nach der Pause drängen die Borussen zeitweise sehr stark. In dieser Periode wird ein Eckball sicher zum Ausgleich verwandelt. Die letzten fünf Minuten stehen wieder im Zeichen der Platzherren, eine totsichere Chance auf Sieg und Punkte wird verpaßt. Westfalia Ahlen— Münster 08 1:3(0:2). Von den Münsteranern hatte man mehr erwartet. Der gute Ruf, der ihnen vorauseilte, konnte heute jedenfalls nicht ganz gerechtfertigt werden. Die Westfalen legten gleich zu Beginn mächtig los und erzielten auch während der ganzen ersten Halbzeit ein verteiltes und völlig gleichwertiges Feldspiel. Bei den Gästen verhinderte der hervorragende Verteidiger Lepper, daß die Platzherren zu verdienten Erfolgen kamen. Auch der Torwart der 08er zeigte sich von seiner guten Seite. Beim Stande von 0:3 kommt Westfalia durch Strafelfmeter zum Ehrentor. Manche günstige Torgelegenheit wurde verpaßt und der Sieg manchmal reichlich leichtsinnig aus der Hand gegeben. Das zweite Tor der Gäste war ein aus vierzig Meter von Bock geschossener unhaltbarer Volltreffer. Das dritte Tor kam für den gleichen glücklichen Schützen wenig schmeichelhaft und ehrenvoll zustande. Bock ging den Torwart unfair und zu heftig an, den hinfallenden Ball verwandelte er dann zum dritten Treffer. 1. Kreisklasse Steinfurt. BV. Rheine kantert Preußen Borghorst. BB Rheine übernimmt die Führung.- Dülmen, Emsdetten und Riesenbeck wiederum siegreich.- Rasensport Coesfeld tanzt den alten Reigen. In der ersten Kreisklasse Steinfurt ging es wieder hoch her. Concordia Gronau 21/24 mußte nochmals zuschauen. Um so heftiger, überstürzender und überraschender ging es auf den übrigen Spielfeldern zu. Als bemerkenswertestes Ergebnis muß der Kantersieg des BV. Rhein über die Borghorster Preußen angesprochen werden. Die Preußen zählen doch sonst zu den achtbaren Gegnern und ein Sieg über sie ist noch niemandem leicht geworden, auch dem VfL. Dülmen am letzten Sonntag nicht. Daß sie sich aber heute mit 7:0 einstecken ließen, darf wohl als die größte Ueberraschung des Sonntags gewertet werden. BV. Rheine setzt sich durch diesen Sieg auf Grund seines guten Torverhältnisses an die Spitze der Tabelle. Allerdings punktegleich mit Dülmen, Emsdetten und Riesenbeck. In Dülmen setzten sich die Platzherren über die Preußen aus Rheine mit etwas Mühe hinweg. Sie hatten für zwei Nürnbergfahrer Ersatz einstellen müssen, das 2:0Ergebnis genügte ihnen aber. Emsdetten erwies erneut seine bereits am Vorsonntag gezeigte gute Form und blieb mit 3:1 über Vf L. Epe klarer Sieger. Eine zweite Ueberraschung wird aus Riesenbeck gemeldet, wo die Teutonen die Rasensportler aus Coesfeld sicherer als das 3:4=Ergebnis vermuten läßt, niederhielt. Bis wenige Minuten vor Schluß stand die Partie noch 3:1 für Teuto Riesenbeck. In einem Endspurt, in dem sich die Coesfelder, leider zu spät, auf ihr wahres Können besannen, holten dann die Rasensportler zum Schlußergebnis auf. Man könnte fast auf den boshaften Schluß kommen, daß Coesfeld wieder den alten Reigen tanzt und sich zum„Ueberraschungslieferanten“ der 1. Kreisklasse Steinfurt vorbereitet. Mit wenig Hoffnungen waren die Ahlener nach Rheine gefahren. Zwar brachte die vorsonntägliche Niederlage von Rheine 09 gegen Meckinghoven ein kleines Aufflackern versteckter Wünsche, aber man tat gut und richtig daran, diese Niederlage nicht allzu hoch zu veranschlagen, jedenfalls aber wollte man dem von vorne herein als stärker eingeschätzten Gegner nicht kampflos den Sieg überlassen. Die Zuschauer bekamen von dr Neulingen in der Bezirksklasse Münster ein schönes und flottes Spiel vorgeführt. Allerdings fanden sich die Ahlener Gäste durchaus nicht auf dem ungewohnten Gelände. Und man muß weitere Ergebnisse und Spiele ihwarten, ehe man davon sprechen kann, daß Rheine 09 um eine Klasse besser gewesen sei. Ueber den Spielverlauf bleibt nicht viel zu sagen. Rheine ging in Führung, worauf die Gäste ausbleiben. Dieser erste Ausgleich blieb aber zugleich auch das Ehrentor. Vorw. Gronau— SW. Meckinghoven 4:0(2:0). Der Neuling aus dem Vest Recklinghausen ließ am letzten Sonntag durch seinen Sieg über Rheine 09 aufhorchen. Man war auf das Zusammentreffen mit dem alten erfahrenen Kämpen von der Grenze gespannt. Die Neulinge erlitten dann auch auf ihrer ersten Reise in die Gaue des neuen Bezirkes eine empfindliche Niederlage. Aber sie können sich trösten, in Gronau sind schon ganz andere Gäste gestrauchelt. Allerdings benahmen sich die Gäste nicht sonderlich sportlich und fair. Auf der„Wahlstatt“ blieben von den Gronauern nicht weniger als fünf Verletzte. Der linke Läufer trug sogar einen Beinbruch davon. Der Schiedsrichter hatte das Spiel nicht in der Hand, sonst hatte Derartiges nicht geschehen können. Eigenartig und gewiß erstmalig war auch eine Entscheidung des Schiedsrichters, der in der zweiten Halbzeit den rechten Läufer der Vorwärtsler des Platzes verweist, weil er absichtlich den Ball mit der Hand spielte. Eine gewiß seltsame Entscheidung. Der Spielverlauf rechtfertigt das Ergebnis und zeigte eine klare Ueberlegenheit der Gastgeber. Gronau 09 0:0. SS. Recklinghausen SS. Recklinghausen hatte wie gesagt einen merkwürdigen Gast. Man wußte, daß gleich das erste Spiel das schwerste sein würde und stellte sich dementsprechend ein. Die Grenzler riegelten gleich von vorne herein ihren Laden ab und ließen nur„Horchposten“ vorne. Die Platzherren waren, wie erwartet, besser und verlegten das Spiel auch eindeutig fast dauernd in oder vor den 16=Meter=Raum der Gronauer. Aber es half alles nichts, die Tore wollten nicht fallen. Und SS. Recklinghausen mußte sich die schmerzliche und unverdiente Teilung der Punkte gefallen lassen. Greven 09— Borussia Rheine 1:1(1:0). Borussia Rheine sorgt gleich am zweiten Sonntag für eine gute Ueberraschung. Nach der Niederwerfung der starken Recklinghäuser traute man ihnen doch wohl einen Sieg gegen Greven 09 zu. Wenn man auch weiß, daß in Greven nicht leicht zu gewinnen ist. Das Treffen brachte ein ziemlich verteiltes Spiel. Beide Mannschaften beginnen reichlich nervös. Nach zwanzig Minuten gelingt dem Linksaußen der Platzherren das Führungstor. Trotz aller Bemühungen kommt Rheine nicht mehr zum Ausgleich. Den vorläufigen Schluß der Tabelle bildet neben der Concordia Gronau der SV. Ibbenbüren, der erneut, diesmal von dem Neuling Tus Stadtlohn, geschlagen wurde. Preußen Borghorst VfL. Epe Preußen Rheine Gronau 21/24 2:13 0:4 1:6 0:4 0:4 0:4 Teuto Riesenbeck— Rasensport Coesfeld 4:3(0:0). Die Teutonen scheinen sich in diesem Jahre etwas vorgenommen zu haben. Sie setzten gleich von Anfang an den Gästen heftig zu und gestalteten das Spiel offen. Zeitweise arbeiteten sie sogar eine kaum merkliche Ueberlegenheit heraus. Nach der torlosen 1. Halbzeit ging nach der Pause Coesfeld in Führung, aber die Teutonen ziehen bald gleich. Bis 7 Minuten vor Schluß stand das Spiel noch 3:1 für die Platzherren. Dann erst holte Coesfeld noch 2 Tore auf. Hätte der Endspurt etwas früher eingesetzt, wäre es vielleicht noch zu einer Teilung der Punkte gekommen. So büßte Coesfeld für den Reiz der Ueberraschung zwei wertvolle Punkte ein. SV. Ibbenbüren— Tus Stadtlohn 1:2(0:2). Das Spiel war ein ausgesprochenes Meisterschaftsspiel, in dem hart, aber stets fair, um Sieg und Punkte gekämpft wurde. Die Stadtlohner Verteidigung zeigte sich in überragender Form. Allerdings hatte sie wenig Arbeit, den heute schwach und zerfahren spielenden Sturm der Ibbenbürener niederzuhalten Der Sieg hätte höher ausfallen können, wenn der Sturm von Tus schneller, schußfreudiger und elanvoller gewesen wäre. VfL. Epe— SV. Emsdetten 1:3(1:1). Der VfL. bezog heute seine zweite Niederlage. Emsdetten läßt vermuten, daß diesmal ohne den SV. die Meisterfrage nicht so ohne weiteres entschieden wird. Aber härtere und schwerere Spiele müssen erst noch den endgültigen Beweis erbringen, ob tatsächlich die Beständigkeit der Mannschaft so groß ist, wie nach den beiden ersten Siegen scheinen will. Das heutige Spiel wurde kämpferisch hart, aber sportlich fair durchgeführt. Durch einen Strafstoß geht der SV. in Führung. Noch vor der Pause kann Epe den Ausgleich erzielen. Dann aber setzte sich die technisch, taktisch und spielerisch bessere Mannschaft der Platzherren durch. VfL. Dülmen— Preußen Rheine 2:0(1:0). Der VfL. mußte für zwei Spieler, die nach Nürnberg fuhren. Ersatz einstellen. Es spricht aber für die Stabilität und Beständigkeit der Mannschaft, daß sie trotzdem die gewiß nicht schlechten Preußen sicher und klar bezwingen konnten. In der ersten Halbzeit bringt ein Strafelfmeter das erste Tor. 15 Minuten nach der Pause erhöht der Rechtaußen auf 2:0. Die Preußen machten den Platzherren den Sieg nicht leicht und zeigten sich ganz unerwartet von einer guten Seite. Die Mannschaft unterlag ehrenvoll kämpfend dem besseren Gegner. Start in der 2. Kreisklasse Steinfurt. X Münster, 9. September. Mit dem heutigen Tage setzten auch in der 2. Kreisklasse die Punktekämpfe ein. Sie brachten im großen und ganzen die erwarteten Ergebnisse. Die Spielstärke der einzelnen Vereine läßt am ersten Sonntag noch keine sicheren Schlüsse zu. Union Burgsteinfurt mußte sich gegen Borussia Emsdetten mit einem Unentschieden zufrieden geben. Es ist aber zu berücksichtigen, daß Union mit 5 Ersatzleuten den Kampf bestritt. Die Neulinge aus Emsdetten führten sich ansprechen ein, aber es ist kaum zu erwarten, daß sie in dieser Gruppe eine ernsthafte Rolle spielen werden. Was ein intensives Training ausmacht, bekam man im Spiel VfL. Rheine gegen Sp. V. Mesum zu sehen. Die Rheiner Mannschaft hat durch ihre systematische Schulung unbedingt an Spielstärke zugenommen. Selbst auf dem schweren Gelände in Mesum reichte es zu einem, wenn auch knappen Sieg. Und es ist zu hoffen, daß die Rheiner in Zukunft noch viel von sich hören lassen werden. Von einer angenehmen Seite zeigten sich die Vorwärtsler aus Emsdetten. Man muß unter Berücksichtigung der vorjährigen Spielstänke den Emsdettenern gute Aussichten einräumen. Im vergangenen Jahre ist ihnen die Meisterschaft soeben an der Nase vorbeigegangen. Nach ihr heutigen Start dürfte auch in diesem Jahre Emsdetten eine der spielstärksten Mannschaften abgeben. Die große Ueberraschung brachte Borussia Rheine. Die Gellendorfer lieferten ein bestechendes Spiel, wogegen Borussias Mannschaft gar nicht wiederzuerkennen war. Mit solchen Leistungen können die Rheiner keine Lorbeeren ernten. A. Union Burgsteinfurt— Borussia Emsdetten 1:1(1:0). Burgsteinfurt trat mit Ersatz für Torwart, beide Verteidiger, Mittelstürmer und Halblinks an. Zu alledem wurde der Mittelstürmer nach zwanzig Minuten noch verletzt und mußte ausscheiden. Das Spiel selbst bot nur schwache Leistungen und konnte in keiner Weise befriedigen. Von med Neuling hatte man etwas mehr erwartet. Bei kompletter Mannschaft hätte der Sieger nur Union Burgsteinfurt heißen können. Die Platzbesitzer schossen in der ersten Spielhälfte das Führungstor. Mitte der zweiten Halbzeit kam der Gast zum Ausgleichstor. Sp. V. Mesum— VfL. Rheine 1:2. Sp. Fr. Gellendorf— Borussia Rheine Res. 3:0(2:0). Sp V. Wilmsberg— Tus Dülmen 2:2(1:2). Gruppe B. Amtliche Bekanntmachung. Vom Sportbeaaftragten des Regierungsbezirks Münster, Brigadeführer Lorenz, gehen uns folgende amtliche Mitteilungen zu: Vorwärts Emsdetten— Sp. V. Mettingen 8:1(3:0). Die Gäste aus der Tecklenburger Gegend wurden vernichtend mit 8:1 aus dem Feld gekantert. Schon bei der Pause stand der Sieg der Vorwärts=Elf fest. Daß die Gäste gegen Vorwärts Emsdetten, die im Vorjahre um die Spitze kämpften, keinen Sieg landen konnten, stand von vorne herein fest; aber an eine derartige Niederlage hatte wohl keiner gedacht. Allerdings waren die Mettinger nicht so schlecht, wie es das Ergebnis wohl andeuten möchte. Es haperte bei ihnen nur am gesunden Torschuß. Beim Stande von 8:0 kamen die Gäste zum verdienten Ehrentreffer. Die Gellendorfer hatten auf heimischem Gelände die Reserve von Borussia Rheine zu Gast und trotzten überraschender Weise dem spielstarken Gegner Sieg und Punkte ab. Rheine trat allerdings mit Ersatz an. Der Halbrechte der Gellendorfer entpuppte sich als guter Torschütze. Zwei Tore gingen allein auf sein Konto. VfL. Vreden— Vorwärts Gronau Res. 3:0(1:0). Die Gronauer konnten in Vreden keine Lorbeeren ernten und mußten geschlagen die Heimreise antreten. Die erste Halbzeit brachte auf beiden Seiten verteiltes Spiel. In der zweiten Spielhälfte drängten die Grenzler zeitweise stark, versagten aber vor dem gegnerischen Tor, wo eine starke Verteidigung alle husarenstilartigen Angriffe der Gäste zunichte machte. Vreden hielt verdient Sieg und Punkte zu Hause. SC. Nordwalde— Tus Ahaus 0:3(0:1). Vor der Halbzeit sah es noch nicht nach einem sicheren Siege der Ahauser aus. Nach dem Spielwechsel fanden sie sich besser zusammen und stellten durch zwei weitere Tore den Endsieg sicher. Ahaus ist durch den Zusammenschluß mit der DIK. spielstärker geworden und wird in Zukunft eine achtbare Rolle spielen. Man merkte den Rheinern an, daß sie die Spielpause nicht unbenutzt vorübergehen ließen. Mesums Mannschaft zeigte nicht die sonst von ihr gewohnten Leistungen. Für Rheine bedeutet der Sieg auf fremdem Boden einen bedeutenden Achtungserfolg. Reichsbahn Coesfeld— Tus Altenberge 3:4. In einem erbitterten Kampf um die Punkte standen sich obige Mannschaften gegenüber. Altenberge besaß die größeren Kraftreserven und konnte in schneidigem Endspurt den Coesfeldern Sieg und Punkte entführen. Aus ehemaligen DIK.=Mitgliedern bildeten sich folgende neue Vereine, die ich mit ihren Vereinsführern bestätige: Spielvereinigung Gimbte=Sprakel: Vereinsführer Wiesmann, Gimbte. Spiel und Sport Havixbeck: Vereinsführer Franz Friehage. Sportklub Germania Stromberg: Vereinsführer Johannes Schröer. Sportklub Amelsbüren: Vereinsführer Josef imelt. Hummelt. Die Dülmener Mannschaft ist durch den Zusammenschluß unbedingt spielstärker geworden. In der ersten Spielhälfte schnitten die Gäste besser ab und lagen mit 2:1 in Führung. Nach Wiederanstoß kamen die Platzbesitzer zusehends auf und erzielten den Ausgleich. Die Wilmsberger sind auf eigenem Platz ein nur schwer zu überwindender Gegner. Unentschieden und Punkteteilung entsprachen dem Spielverlauf. Postsport Münster— BC. Greven 4:4(3:2). Beide Mannschaften lieferten sich ein faires Spiel. Bis 15 Minuten vor der Pause lagen die Postsportler mit 2:0 in Führung. Greven konnte dann ein Tor aufholen. Durch schönen Treffer stellte Postsport die alte Differenz wieder her. Kurz vor Schluß des ersten Spielaktes kam Greven zum zweiten Treffer, um dann nach der Pause durch zwei weitere Tore die Führung zu übernemen. Im Endspurt rafften sich die Postsportler auf und errangen nach schönem Zusamenspiel den Ausgleich. Preußen Münster Jungliga— Sp. Vg. Herten Jungliga 0:3(0:2). Postsport Münster Res.— BC. Greven Res. 3:2(1:1) Preußen Münster Res.— Reichsbahn Münster Res. 4:2(2:1). Preußen Münster Altherren— Postfport Münster Altherren 8:0(3:0). Concordia Gronau 21/24— SuS. Neuenkirchen 4:5. 1 Dorstener SuS. Hervest=Dorsten— VfK. Haltern 2:2(2:0). In einem Freundschaftsspiel trennten sich die beiden Mannschaften mit einem Unentschieden. Hervest=Dorsten erzielte durch den Rechtsaußen den ersten Treffer und erhöhte kurz vor der Halbzeit durch den Halbrechten auf 2:0. 15 Minuten nach der Pause kann Haltern zunächst durch ein Selbsttor der Hervest=Dorstener den Abstand verringern und bald darauf auf 2:2 gleichziehen. In Hervest=Dorsten überragten die beiden Verteidiger und der Rechtsaußen, während von den Gästen der Linksaußen und der Mittelstürmer sehr gut gefallen konnten. Rot=Weiß Dorsten— Altenessen 16 5:1(1:1). Die Gäste begannen das Spiel mit heftigen Angriffen gegen das Dorstener Tor. Diese machten sich aber bald frei und spielten überlegen. In der 13. Minute ging Altenessen in Führung. Der Dorstener Halbrechte kann kurz vor der Halbzeit ausgleichen. Nach der Pause gestaltet der Dorstener Sturm durch schnelle Steilvorlagen das Spiel überlegen. Vier schöne Tore fielen kurz hintereinander. Die Altenessener gaben sich geschlagen. Reichsbahn Hervest=Dorsten— BV. Holsterhausen 0:6(0:3). Handball. SuS. Hervest=Dorsten— VfK. Haltern 1:5(0:3). Die Hervest=Dorstener mußten mit ihrem ersten Spiele eine derbe Niederlage erleben. Die Gäste führten bis zur Halbzeit 3:0, erhöhen nach der Pause auf 4:0, bis Hervest=Dorsten durch einen 13=Meter=Ball das Ehrentor erzielen kann. Die Halterner erhöhen zum Schluß aber noch auf 1:5. n il . b v Das europäische LeichtathletikEreignis. Zumersten Male trifft Deutschland im Länderkampf auf Finnland. Die Begegnung findet am 15. und 16. September 1934 in Berlin im Post=Stadion statt. Sie wird endgültig darüber entscheiden, wem für 1934 in der europäischen Leichtathletik die Führung zukommt. Für den Länderkampf wurde zwischen Finnland und Deutschland folgende Wertung vereinbart: Einzelwettbewerbe, für den Ersten 5, für den Zweiten 3, für den Dritten 2 Punkte und für den Vierten 1 Punkt. Für jede siegreiche Staffel 5 und für jede unterlegene Staffel 3 Punkte. Die beiden Mannschaften treten sich in nachstehender Besetzung gegenüber. Lediglich die Ergebnisse der Europa=Meisterschaften in Turin können die eine oder andere Aenderung mit sich bringen. Welscher, E. Wegner(Deutschland). Sjöstedt, Scheele, Kopp(Deutschl.). A. Järvinen, Nora 110 m Hürden: Nora(Finnland). 400 m Hürden: (Finnland). 4X100 m Staffel: Schein, Gillmeister, Hornberger, Borchmeyer (Deutschland). Mäkinen, U. Salminen, Tolamo, Strandvall(Finnland). 4X400 m Staffel: Hamann, Scheele, Voigt, Metzner(Deutschland). Mäkinen, Tolamo, A. Järvinen, Strandvall(Finnland). Hochsprung: Weinkötz, Martens(Deutschland), Kotkas, Peräsol (Finnland). Weitsprung: Leichum, Long(Deutschland), Tolamo, Laine(Finnl.). Stabhochsprung: G. Wegner, Schulz(Deutschland), Lindroth, Autio(Finnland). Dreisprung: Sälzer, Lamboy(Deutschland). Rajasaari, Pöyry (Finnland). Kugelstoß: Sievert, Woelke(Deutschland), Kuntsi, Juselius(Finnl.). Diskuswurf: Sievert, Meyer,(Deutschland), Kotkas, Lampinen (Finnland). Speerwurf: Weimann, Stöck(Deutschland), M. Järvinen, Sippala (Finnland). Hammerwurf: Seeger, Becker(Deutschland), Vörhölä, Pärni(Finnl.). 100 Meter: Borchmeyer, Hornberger(Deutschland), U. Salminen, Tolamo(Finnland). 200 Meter: Borchmeyer, Schein(Deutschland), U. Salminen, Strandvall(Finnland). 400 Meter: Metzner, Hamann(Deutschland), Strandvall, A. vinen(Finnland). 800 Meter: Dessecker, Mertens(Deutschland), Larva. Kurkela (Finnland). 1500 Meter: Schaumburg, Paul(Deutschland), Matilainen, Tubminen(Finnland). 5000 Meter: Syring, Dompert(Deutschland), I. Salminen, Virtanen(Finnland). 10 000 Meter: Syring, Bree, I. Salminen, Askola(Finnland). Krötzsch aus der DT ausgeschlossen. Die Schwärzung des Turnfestsiegers von Stuttgart, Kurt Krötzsch, wegen fortgesetzten unturnerischen haltens zunächst bis zum 31. März 1935 hat auch die kürzliche Gauführer=Besprechung der DT in Berlin beschäftigt. Auf Grund des dort vorgelegten Materials ist man sich einig geworden, Krötzsch aus der Deutschen Turnerschaft auszuschließen. Die DT=Führung will damit klat zum Ausdruck bringen, daß Sauberkeit in den Vereinen, Kreisen und Gauen ein oberstes Gesetz für die DT ist.