Erscheint täglich. Bezugspreis monatlich durch Boten 2,10 Mk., durch die Post 2,20 Mk.(ohne Bestellgeld). Schriftleitung und Geschäftsstelle in Ahaus: van=Delden=Straße 8. Telegr.Adresse: Kreiszeitung Ahaus i. W. Fernruf Nr. 450. Postschließfach 65. Postscheck=Konto: Hannover 22739. Amtliches Organ für den Kreis Ahaus. 64. Jahrgang. Geschäftsstelle in Gronau: Gebr. Lensing, Verlagsanstalt GmbH., Bahnhofstraße 2, Fernsprecher Nr. 260. Bankkonten: Kreis= und Stadtsparkasse Ahaus, Gewerbebank Ahaus und Städt. Sparkasse Gronau i. W. Anzeigenpreise: das 1spaltige Millimeter für die Zenozeitung 10 Pfg., für die Kreiszeitung für den Kreis Ahaus 3 Pfennig. Rabatt nach Tarif. Verlag: Gebr. Lensing, Verlagsanstalt G. m. b. H., Zweigniederlassung Ahaus. Nummer 179 Montag, den 2. Juli 1934 Jahrgang Putschversuch Röhms im Keime unterdrückt. Schorfes Durchgreifen des Führers.— Ueberall Ruhe im Lande. führer, Rebellen und Volk. Ein Augiasstall ist gereinigt und der Versuch einer zweiten Revolution im Keime erstickt worden. Adolf Hitler hat mit Entschlossenheit, Mut und rücksichtsloser Energie durchgegriffen, und es gibt keinen anständigen, sein Volk und Vaterland liebenden Menschen in Deutschland, der nicht innerlich darüber befriedigt ware, daß die Hochverräter die starke Faust des Führers gepackt hat, ehe sie zum Zuge kommen konnten, der nicht wie von einem schweren Alpdruck befreit aufatmete, nachdem dem Treiben homosexueller Männer, die Röhm mit seiner krankhaften Veranlagung um sich vereint hatte, ein Ende bereitet worden ist, den nicht Genugtuung erfüllte über die Willenskundgebung des Führers, die in den zwölf Punkten des Befehls an den neuen Chef des Stabes der SA niedergelegt ist. In den verschiedenen Kundgebungen und Reden vom Samstag und Sonntag, die wir in dieser Ausgabe veröffentlichen, wird mit Klarheit und Offenheit gesagt, was los war. Röhm und sieben weitere SAFührer sind erschossen. Der frühere Reichskanzler von Schleicher, der die Verbindung zu der Vertretung einer nicht näher genannten ausländischen Macht im Einvernehmen mit Röhm und seinem Verschwörerkreis unterhielt, lebt ebenfalls nicht mehr. Andere SAFührer, die bereit waren, mit Röhm gegen Adolf Hitler zu revoltieren und den früheren Stabschef an die Spitze des Reiches zu bringen, sitzen hinter Schloß und Riegel. Die Gefahr für den Staat ist abgewendet worden, ehe sie seinem Gefüge bedrohlich werden konnte, wenn auch, wie die Alarmierung der Münchener SA zeigt, nur ganz kurz vor dem entscheidenden Zeitpunkt zugepackt würde. Der Führer selbst hob in München und Bad Wiessee die Verschwörernester aus, Ministerpräsident Göring schlug in Berlin auf das ihm gegebene Stichwort hin so prompt zu, daß zur selben Stunde der operative Eingriff, durch den die Eiterbeule ausgestochen wurde, im Süden und im Norden des Reiches vorgenommen wurde. Nach den Darlegungen, die Ministerpräsident Göring der Presse und Reichspropagandaminister Dr. Goebbels in einer Rundfunkrede dem deutschen Volke gegeben hat, hatten sich in der Putschgemeinschaft Männer zusammengefunden, die zum Teil krankhafte Veranlagung mit Intrigantentum und Untreue verbanden, zum Teil politisches Geltungsbedürfnis und Brutalität auch gegenüber dem Mann, dem sie treue Gefolgschaft geschworen hatten, und gegenüber Volk und Staat, dem dieser sein Leben, sein ganzes Sein gewidmet hat und sie mit ihm bislang gewidmet zu haben schienen, hemmungslos werden ließen. Und mit diesen Kreisen hingen nach den amtlichen Mitteilungen gewisse Reaktionäre zusammen, denen die Wendung, die in Deutschland durch die nationalsozialistische Revolution eingetreten ist, nicht gefällt, die unbefriedigt sind und mit Hilfe eines Röhm und, was nicht minder ungeheuerlich ist, mit Hilfe einer auswärtigen Macht zum Ziele zu kommen suchten. Von diesen Reaktionären ist bisher nur der Name Schleichers genannt worden. Aber aus den erwähnten Reden ist zu entnehmen, daß er nicht der einzige gewesen ist, der mit dem entlarvten Teil der SA=Führerschicht in Verbindung stand. Die Gefahr für den nationalsozialistischen Staat ist vorüber. Für die große Masse des deutschen Volkes ist sie nur wie ein vorübergehuschter Spuk in Erscheinung getreten. Erst jetzt wird dem Volke klar, was Görings Worte über die zweite Revolution in der Rede vor dem Preußischen Staatsrat bedeuteten, erst jetzt vermag es zu erkennen, daß auch die Rede, die der Stellvertreter des Führers Rudolf Heß am Schlusse des Parteitages des Gaues Essen halten wollte und die er dann am Tage darauf im Rundfunk hielt, eine letzte Warnung an die Rebellen war. Sie haben die Warnungen nicht verstanden, und so hat sie dann ihr Schicksal ereilt, bevor sie erwachten, um zu dem Schlage auszuholen, mit dem sie ihre hochverräterischen Pläne verwirklichen wollten. Auf die Seite dieser Leute wäre, wenn es ihnen gelungen wäre, die Macht an sich zu reißen, niemals das deutsche Volk getreten. Hätten sie das Steuer des Reiches ergriffen, so wäre der Bürgerkrieg entbrannt. Darüber kann kein Zweifel sein. Das deutsche Volk steht treu zu Adolf Hitler, und es ertrug einen Mann wie Röhm nur, weil es dem Führer vertraut. Dieses Vertrauen aber hat sich nach der Ausräumung des moralischen und politischen Sumpfes das überall. Des Führers Autorität steht fest. Und es bedarf, um das zu beweisen, garnicht der Wiedergabe der zahlreichen Treue= und Verläßlichkeitskundgebungen der Gauleiter, der Reichsstatthalter und der Länderregierungen, die uns im Laufe des Sonntags das Deutsche Nachrichtenbüro hat zugehen lassen; für das deutsche Volk ist es selbstverständlich, daß es nur ein relativ kleiner Kreis sein konnte, der sich gegen Adolf Hitler aus den eigenen Reihen auflehnte, daß aber die übergroße Mehrheit der an führender Stelle stehenden Parteigenossen ebenso wie die Masse der SA und die 95 Prozent der Deutschen, die am 12. November dem Führer ihre Zustimmung durch Plebiszit ausgesprochen haben, zu ihm stehen und zu ihm halten wie gestern, so heute, so morgen und in Zukunft!* Durchgreifender Befehl des Obersten Die Aufgaben, die Hitler dem neuen Stabschef stellt. DNB München, 30. Juni. Adolf Hitler hat an den Chef des Stabes, Lutze, folgenden Befehl gegeben: Wenn ich Sie heute zum Chef des Stabes, der SA ernenne, dann erwarte ich, daß Sie sich hier eine Reihe von Aufgaben angelegen sein lassen, die ich Ihnen hiermit stelle: 1. Ich verlange vom SA=Führer, genau so wie vom SA=Mann. blinden Gehorsam und unbedingte Disziplin. 2. Ich verlange, daß jeder SA=Führer wie jeder politische Führer sich dessen bewußt ist, daß sein Benehmen und seine Aufführung vorbildlich zu sein hat für seinen Verband, ja für unsere gesamte Gefolgschaft. 3. Ich verlange, daß SA=Führer— genau so wie politische Führer— die sich in ihrem Benehmen in der Oeffentlichkeit etwas zuschulden kommen lassen, unnachsichtlich aus der Partei und der SA entfernt werden. 4. Ich verlange insbesondere vom SAFührer, daß er ein Vorbild in der Einfachheit und nicht im Aufwand ist. Ich wünsche nicht, daß der SA=Führer kostbare Diners gibt oder an solchen teilnimmt. Man hat uns früher hierzu nicht eingeladen, wir haben auch jetzt dort nichts zu suchen. Millionen unserer Volksgenossen fehlt auch heute noch das Notwendigste zum Leben, sie sind nicht neidisch, dem, den das Glück mehr gesegnet hat, aber es ist eines Nationalsozialisten unwürdig, den Abstand, der zwischen Not und Glück ungeheuer groß ist, noch besonders zu vergrößern. Ich verbiete insbesondere, daß Mittel der Partei, der SA oder überhaupt der Oeffentlichkeit für Festgelage und dergleichen Verwendung finden. Es ist unverantwortlich, von Geldern, die zum Teil sich aus den Groschen unserer ärmsten Mitbürger ergeben, Schlemmereien abzuhalten. Das luxuriöse Stabsquartier in Berlin, in dem, wie nunmehr festgestellt wurde, monatlich bis zu 30 000 Mark für Festessen usw. ausgegeben wurden, ist sofort aufzulösen. Ich untersage daher für alle Parteiinstanzen die Veranstaltung sogenannter Festessen und Diners aus irgendwelchen öffentlichen Mitteln. Und ich verbiete allen Partei= und SA=Führern die Teilnahme an solchen. Ausgenommen davon ist nur die Erfüllung der von staatswegen notwendigen Verpflichtungen, für die in erster Linie der Herr Reichsnräsident und dann noch der Herr Reichsaukenminister verantwortlich sind. verbiete allen SA=Führern und allen Parteiführern im allgemeinen, sogenannte diplomatische Diners zu geben. Der SA=Führer hat keine Repräsentation zu üben, sondern seine Pflicht zu erfüllen. 5. Ich wünsche nicht, daß SA=Führer in kostbaren Limousinen oder Cabirolets Dienstreisen unternehmen oder Dienstgelder für die Anschaffung derselben verwenden. Dasselbe gilt für die Leiter der politischen Organisationen. 6. SA=Führer oder politische Leiter, die sich vor aller Oeffentlichkeit betrinken, sind unwürdig, Führer ihres Volkes zu sein. Das Verbot nörgelnder Kritik verpflichtet zu vorbildlicher, eigener Haltung. Fehler können jederzeit verziehen werden, schlechte Aufführung nicht. SA=Führer, die sich daher vor den Augen der Oeffentlichkeit unwürdig benehmen, randalieren oder gar Exzesse veranstalten, sind ohne Rücksicht sofort aus der SA zu entfernen. Ich mache die vorgesetzten Dienststellen verantwortlich dafür, daß durchgegriffen wird. Von den staatlichen Ausstoßung Röhms aus Partei und SA. (Für einen Teil der Auflage wiederholte Meldung.) DNB München, 30. Juni. Die Reichspressestelle der NSDAP teilt folgende Verfügung des Führers mit: Ich habe mit dem heutigen Tage den Stabschef Röhm seiner Stellung enthoben und aus Partei und SA ausgestoßen. Ich ernenne zum Chef des Stabes Obergruppenführer Lutze. SA=Führer und SA=Männer, die seinen Besehlen nicht nachkommen oder zuwiderhandeln, werden aus SA und Partei entfernt bezw. verhaftet und abgeurteilt. gez. Adolf Hitler, Oberster Partei= und SA=Führer. erschossen. DNB Berlin, 1. Juli. Dem ehemaligen Stabschef Röhm ist Gelegenheit gegeben worden, die Konsequenzen aus seinem verräterischen Handeln zu ziehen. Er tat das nicht und wurde daraufhin erschossen. Die Ernennung Lutzes zum Chef des Stabes der SA. DNB München, 30. Juni. Der Führer hat folgendes Schreiben an den Obergruppenführer der SA Lutze gerichtet: An Obergruppenführer Lutze. Mein lieber SA=Führer Lutze! Schwerste Verfehlungen meines bisherigen Stabschefs zwangen mich, ihn seiner Stellung zu entheben. Sie, mein lieber Obergruppenführer Lutze, sind seit vielen Jahren in guten und schlechten Tagen ein immer gleich treuer und vorbildlicher SA=Führer gewesen. Wenn ich Sie mit dem heutigen Tage zum Chef des Stabes ernenne, dann geschieht dies in der festen Ueberzeugung, daß es Ihrer treuen und gehorsamen Arbeit gelingen wird, aus meiner SA das Instrument zu schaffen, das die Nation braucht und ich mir vorstelle. Es ist mein Wunsch, daß die SA zu einem treuen und starken Gliede der nationalsozialistischen Bewegung ausgestaltet wird. Erfüllt von Gehorsam und blinder Disziplin muß sie mithelfen,. den neuen Menschen zu bilden und zu formen. gez. Adolf Hitler. Stellen erwarte ich, daß sie in solchen Fällen das Strafmaß höher bemessen als bei Nicht=Nationalsozialisten. Der nationalsozialistische Führer und insbesondere der SA=Führer soll im Volke eine gehobene Stellung haben. Er hat dadurch auch erhöhte Pflichten. 7. Ich erwarte von allen SA=Führern, daß sie mit60000 Dortmunder Katholiken begehen die 1900-Jahrfeier der Welterlösung. In der Kampfbahn„Rote Erde“ waren am Sonntag vormittag 60000 Katholiken Dortmunds zur 1900=Jahrfeier der Welterlösung bei einer Gemeinschaftsmesse vereint. Erzbischof Dr. Kaspar Klein von Paderborn hielt die Festpredigt, Ehrendomkapitular Stadtdechant Roettgers zelebrierte das hl. Meßopfer. Den Abschluß der Feier bildete eine theophorische Prozession rings um die Kampfbahn mit anschließendem sakramentalen Segen. Die Ausrottung der Pestbeule helfen, die SA als reinliche und saubere Institution zu erhalten und zu festigen. Ich möchte insbesondere, daß jede Mutter ihren Sohn in SA, Partei und Hitlerjugend geben kann, ohne Furcht, er könnte dort sittlich oder moralisch verdorben werden. Ich wünsche daher, daß alle SAFührer peinlichst darüber wachen, daß Verfehlungen nach§ 175 mit dem sofortigen Ausschluß der Schuldigen aus SA und Partei beantwortet werden. Ich will Männer als SA=Führer sehen und keine lächerlichen Affen. 8. Ich verlange von allen SA=Führern, daß sie meine Loyalität mit ihrer eigenen beantworten und durch ihre eigene unterstützen. Ich verlange von ihnen aber besonders, daß sie ihre Stärke auf dem Gebiet suchen, das ihnen gegeben ist, und nicht auf Gebieten, die anderen zukommen. Ich verlange vor allem von jedem SA=Führer, daß er in bedingungsloser Offenheit, Loyalität und Treue sein Benehmen gegenüber der Wehrmacht des Reiches einrichtet. 9. Ich verlange vom SA=Führer, daß er an Mut und Opfersinn von seinen Untergebenen nicht mehr fordert, als er selbst jederzeit einzusetzen bereit ist. Ich verlange daher, daß er in seinem Benehmen und in der Behandlung des ihm von mir anvertrauten deutschen Volksgutes sich als ein wirklicher Führer, Freund und Kamerad erweist. Ich erwarte von ihm, daß er auch in seinem Verband die Tugenden höher einschätzt als die Zahl. 10. Und ich erwarte von Ihnen als Chef des Stabes, daß der alte treue Parteigenosse, der langjährige Kämpfer in der SA, nicht vergessen wird. Ich wünsche nicht die Aufblähung mit tausend unnötigen, aber kostspieligen Stäben, und ich will nicht, daß man bei Beförderungen nicht so sehr vom abstrakten Wissen ausgeht, als von der angeborenen Fähigkeit, Führer zu sein und der langjährigen erprobten Treue und Opferwilligkeit. Ich habe in meiner SA einen ungeheuren Stamm treuester und bravster Gefolgsmänner. Diese haben Deutschland erobert und nicht die gescheiten Spätlinge des Jahres 1933 und seitdem. 11. Ich will, daß der SA=Mann geistig und körperlich zum geschultesten Nationalsozialisten erzogen wird. Nur in der weltanschaulichen Verankerung in der Partei liegt die einzigartige Stärke dieser Organisation. 12. Ich will, daß in ihr der Gehorsam, die Treue und die Kameradschaft als durchgehende Prinzipien herrschen. Und so wie jeder Führer von seinen Männern Gehorsam fordert, so fordere ich von den SA=Führern Achtung vor dem Gesetz und Gehorsam meinem Befehl. gez. Adolf Hitler. Aufruf des neuen Chefs des Stabes an die DNB. München, 30. Juni. Der Chef des Stabes, Lutze, hat folgenden Aufruf rlassen: Aufruf! SA=Kameraden! Führer und Männer! Der Führer hat mich an seine Seite als Chef des Stabs berufen. Das mir dadurch bewiesene Vertrauen muß und werde ich rechtfertigen durch unverbrüchliche Treue zum Führer und restlosen Einsatz für den Nationalsozialismus und dadurch für unser Volk. Als ich vor etwa 12 Jahren zum ersten Mal Führer einer kleinen SA war, habe ich drei Tugenden an die Spitze meines Handelns gestellt und sie von der SA gefordert. Diese drei Tugenden haben die SA groß gemacht, und heute, wo ich in schicksalsschwerer Stunde meinem Führer an hervorragender Stelle dienen darf, sollen sie erst recht Richtschnur für die ganze SA sein: Unbedingte Treue! Schärfste Disziplin! Hingebender Opfermut! So wollen wir, die wir Nationalsozialisten sind, gemeinsam marschieren. Ich bin überzeugt, dann kann es nur ein Marsch zur Freiheit werden. Es lebe der Führer! Es lebe unser Volk! Der Chef des Stabes: gez. Lutze. * Der neue Stabschef der SA Viktor Lutze wurde am 28. Dezember 1890 in Bevergern im Bezirk Münster geboren. Er besuchte die Rektoratschule in Ibbenbüren, anschließend das Gymnasium in Rheine und wurde dann Postpraktikant. Am 1. Oktober 1912 wurde er Soldat beim Infanterie=Regiment 55 in Höxter. Der Soldatenberuf nahm ihn innerlich ganz und gar gefangen. Zu Beginn des Krieges kam Viktor Lutze ins Feld. Von Anfang bis Ende war er an der Front, immer da, wo etwas los war. Mit dem Reserve=Infanterie=Regiment 15 kehrte er in die Heimat zurück, blieb zunächst noch bei der Truppe, bis er Mitte August 1919 wegen des Verlustes eines Auges aus dem Heere ausscheiden mußte. Schon 1922 bekam er Fühlung mit der nationalsozialistischen Bewegung. Er schloß sich ihr an und wurde Mitglied der Ortsgruppe Elberfeld. Ein Jahr später war er SA=Führer und beteiligte sich am Ruhrabwehrkampf. 1925, im Jahre der Neugründung der NSDAP und SA, wurde er zunächst SA=Führer, später Gausturmführer des Gaues Ruhr. Die Neuorganisation der Verbände, ihre Einteilung, ihre Dienstgradabzeichen stammen von Viktor Lutze, der sie bei seinen Formationen zum ersten Mal einführte. 1927 wurde er zum SA=Führer für das Ruhrgebiet ernannt und gleichzeitig stellvertretender Gauleiter. 1930 wurde er nach dem Tode des Führers der Niedersächsischen SA, Major a. D. Dincklage, zu einem Nachfolger ernannt. So wurde er oberster SA=Führer Nord mit dem Sitz in Hannover. Bei der Neueinteilung der SA nach dem Stennes=Putsch wurde er Gruppenführer Nord und 1932 Obergruppenführer und Führer der Obergruppe 6 der SA in Hannover. Im Februar 1933 kurz nach der Machtergreifung wurde Lutze Polizeipräsident von Hannoper. Wenige Wochen später Oberpräsident der Provinz Hannover. Bei Bildung des Staatsrates berief ihn Ministerpräsident Göring auch in diese Körperschaft. Erschießung von sieben SA=Führern. DNB München, 30. Juni. Die Reichspressestelle der NSDAP gibt bekannt: Im Zusammenhang mit dem aufgedeckten Komplott wurden Ansprache des Führers an die höheren DNB München, 30. Juni. Die Reichspressestelle der NSDAP teilt mit: Seit vielen Monaten wurde von einzelnen Elementen versucht, zwischen SA und Partei sowohl wie zwischen SA und Staat Keile zu treiben und Gegensätze zu erzeugen. Der Verdacht, daß diese Versuche einer beschränkten, bestimmt eingestellten Clique zuzuschreiben sind, wurde mehr und mehr bestätigt. Stabschef Röhm, der vom Führer mit seltenem Vertrauen ausgestattet worden war, trat diesen Erscheinungen nicht nur nicht entgegen, sondern förderte sie unzweifelhaft. Seine bekannte unglückliche Veranlagung führte allmählich zu so unerträglichen Belastungen, daß der Führer der Bewegung und Oberste Führer der SA selbst in schwerste Gewissenskonflikte getrieben wurde. Stabschef Röhm trat ohne Wissen des Führers mit General Schleicher in Beziehungen. Er bediente sich dabei neben einem anderen SA=Führer einer von Adolf Hitler schärfstens abgelehnten, in Berlin bekannten obskuren Persönlichkeit. Da diese Verhandlungen endlich— natürlich ebenfalls ohne Wissen des Führers— zu einer auswärtigen Macht bezw. deren Vertretung sich hinerstreckten, war sowohl vom Standpunkt der Partei wie auch vom Standpunkt des Staates ein Einschreiten nicht mehr zu umgehen. Planmäßig provozierte Zwischenfälle führten dazu, daß der Führer heute nacht um 2 Uhr nach der Besichtigung von Arbeitslagern in Westfalen von Bonn aus im Flugzeug nach München flog, um die sofortige Absetzung und Verhaftung der am schwersten belasteten Führer anzuordnen. nachstehende SA=Führer erschossen: Obergruppenführer August Schneidhuber, München, Obergruppenführer Edmund Heines, Schlesien, Gruppenführer Karl Ernst, Berlin, Gruppenführer Wilhelm Schmid, München, Gruppenführer Hans Hayn, Sachsen, Gruppenführer Hans Peter v. Heydebreck, Pommern, Standartenführer Hans Erwin Graf Spreti, München. Aus dem Preußischen Staatsrat ausgeschlossen. DNB Berlin, 30. Juni. Das Preußische Staatsministerium teilt mit: Ministerpräsident Göring hat am Samstag vormittag die bisherigen SA=Führer Stabschef Röhm, Obergruppenführer Heines, Gruppenführer von Detten und Gruppenführer Ernst aus dem Preußischen Staatsrat ausgeschlossen. Schleicher bei der Verhaftung erschossen. Auch seine Frau tödlich verletzt. DNB Berlin, 30. Juni. In den letzten Wochen wurde festgestellt, daß der frühere Reichswehrminister General a. D. von Schleicher mit den staatsfeindlichen Kreisen der SA=Führung und mit auswärtigen Mächten staatsgefährdende Verbindungen unterhalten hat. Damit war beDer Führer begab sich mit wenigen Begleitern persönlich nach Wiessee, um dort jeden Versuch eines Widerstandes im Keime zu ersticken. Die Durchführung der Verhaftung zeigte moralisch so traurige Bilder, daß jede Spur von Mitleid schwinden mußte. Einige dieser SA=Führer hatten sich Lustknaben mitgenommen. Einer wurde in der ekelhaftesten Situation aufgeschreckt und verhaftet. Der Führer gab den Befehl zur rücksichtslosen Ausrottung dieser Pestbeule. Er will in Zukunft nicht mehr dulden, daß Millionen anständiger Menschen durch einzelne krankhaft veranlagte Wesen belastet und kompromittiert werden. Der Führer gab dem preußischen Ministerpräsidenten Göring den Befehl, in Berlin eine ähnliche Aktion durchzuführen und dort insbesondere die reaktionären Verbündeten dieses politischen Komplotts auszuheben. Mittags 12 Uhr hielt der Führer vor den in München zusamengekommenen höheren SA=Fünrern eine Ansprache, in der er seine unerschütterliche Verbundenheit mit der SA betonte, zugleich jedoch den Entschluß verkündete, disziplinlose und ungehorsame Subjekte sowie asoziale oder krankhafte Elemente von jetzt ab unbarmherzig auszurotten und zu vernichten. Er wies darauf hin, daß der Dienst in der SA Ehrendienst sei, für den Zehntausende brave SA=Männer die schwersten Opfer gebracht hätten. Er erwarte von dem Führer jeder SA=Einheit, daß er sich dieser Opfer selber würdig erweise und in seinem Verbande als Vorbild lebe. Er wies weiter darauf hin, daß er jahrelang Stabschef Röhm vor schwersten Angriffen gedeckt habe, daß aber die letzte Entwicklung ihn zwinge, über jedes persönliche Empfinden das Wohl der Bewegung und damit das des Staates zu stellen, daß er vor allem jeden Versuch, in lächerlichen Zirkeln ehrgeiziger Naturen eine neue Umwälzung zu propagieren, im Keime ersticken und ausrotten wird. wiesen, daß er sich in Worten und Wirken gegen diesen Staat und seine Führung betätigt hat. Diese Tatsache machte seine Verhaftung im Zusammenhang mit der gesamten Säuberungsaktion notwendig. Bei der Verhaftung durch Kriminalbeamte widersetzte sich General a. D. von Schleicher mit der Wafse. Durch den dabei erfolgten Schukwechsel wurden er und seine dazwischentretende Frau tödlich verletzt. Der Führer wieder in Berlin. DNB. Berlin, 30. Juni. In der zehnten Abendstunde traf heute der Führer, von München kommend, im Flugzeug wieder in Berlin ein. In seiner Begleitung befand sich Reichsminister Dr. Goebbels. der am Freitag vom Führer nach Godesberg gerufen wurde und sich seitdem in seiner Begleitung befand. Der Führer wurde in Berlin auf dem Flugplatz empfangen vom preußischen Ministerpräsidenten Göring, dem Reichsminister des Innern Frick, dem Reichsführer der SS Himmler, und dem Polizeigeneral Daluege. Auf seiner Fahrt durch Berlin und bei der Einfahrt in sein Haus wurde der Führer überall ganz spontan und begeistert begrüßt. Begeisterte Kundgebungen für Adolf Hitler. DNB Berlin, 1. Juli. In der Wilhelmstraße herrschte heute den ganzen Morgen starker Verkehr. Der Bürgersteig vor der Reichskanzlei war von Polizei und SS lose abgesperrt, sonst sah man nur hie und da einen Polizeibeamten und einen SS=Mann; in den übrigen Straßen waren Sicherheitsmaßnahmen nicht ergriffen. Die Menschenmenge vor der Reichskanzlei wuchs mittags gegen 1 Uhr immer stärker an, zumal der Vorbeimarsch der Wache erwartet wurde. Gegen 1 Uhr erschien der Führer mit General Litzmann und Reichsinnenminister Dr. Frick im ersten Stockwerk der Reichskanzlei an einem Fenster. Er wurde sofort von der Menschenmenge mit stürmischen und brausenden Heilrufen begrüßt, die immer wieder neu aufflammten und minutenlang andauerten. Dann klang aus der Menge feierlich und wie ein Schwur das Horst=Wessel=Lied und das Deutschlandlied auf. Der Führer grüßte die Wache der Reichswehr, die unter den Klängen des Badenweiler Marsches an der Reichskanzlei vorbeimarschierte, mit erhobenem Arm und zog sich dann wieder vom Fenster zurück. DNB Berlin, 1. Juli. Der Reichswehrminister Generaloberst von Blomberg hat folgenden Erlaß an die Wehrmacht gerichtet: Berlin. den 1. Juli 1934. An die Wehrmacht! Der Führer hat mit soldatischer Entschlossenheit und vorbildlichem Mut die Verräter und Meuterer selbst angegriffen und nieder„ geschmettert. Die Wehrmacht als der Waffenträger des gesamten Volkes fern vom innerpolitischen Kampf, wird danken durch Hingebung und Treue! Das vom Führer geforderte gute Verhältnis zur neuen SA wird die Wehrmacht mit Freude pflegen im Bewußtsein der gemeinsamen Ideale. Der Alarmzustand ist überall aufgehoben. (gez.) von Blomberg. Daluege mit der Neuorganisation von SA-Gruppen beauftragt. DNB Berlin, 1. Juli. Ministerpräsident Göring hat folgende Verfügung erlassen: SS=Gruppenführer General der Landespolizei Daluege ist bevollmächtigt, für die Neuorganisation der SA=Gruppen Berlin=Brandenburg, Pommern, Ostmark, Schlesien=Mitte die entsprechenden Maßnahmen im Einvernehmen mit den zuständigen Dienststellen der Partei und SS zu treffen. Die Vorgünge in Bayern. Die Verhaftung der schwerbelasteten SA-Führer. DNB München, 30. Juni. Ueber die Aktion des Führers vom 30. Juni d. J. erhält die NSK. von Augenzeugen folgende Schilderung der Ereignisse: „Sobald dem Führer durch die Ereignisse und die Nachrichten der letzten Tage über das gegen ihn und die Bewegung geschmiedete Komplott Gewißheit geworden war, faßte er den Entschluß zu handeln und mit aller Schärfe durchzugreifen. Während er in Essen weilte und in den westdeutschen Gauen die Arbeitsdienstläger besichtigte, um nach außen den Eindruck absoluter Ruhe zu erwecken und die Verräter nicht zu warnen, wurde der Plan, eine gründliche Säuberung vorzunehmen, in allen Einzelheiten festgelgt. Der Führer persönlich leitete die Aktion und zögerte keinen Augenblick, selbst den Meuterern gegenüberzutreten und sie zur Rechenschaft zu ziehen. Zum Chef des Stabes— anstelle Röhms— wurde der Obergruppenführer Lutze ausersehen und zur Aktion hinzugezogen. Trotzdem der Führer einige Tage lang fast ohne Nachtruhe gewesen war, befahl er heute um 2 Uhr nachts in Godesbera den Start vom Flugplatz Hangelar bei Bonn nach München. Von unerhörter Entschlossenheit war die Haltung des Führers bei diesem nächtlichen Flug ins Ungewisse. Als der Führer mit seinen Begleitern gegen 4 Uhr morgens auf dem Münchener Flugplatz landete, erhielt er die Nachricht, daß die Münchener SA während der Nacht von ihrer obersten Führung alarmiert worden war, unter der gemeinen und lügenhaften Parole:„Der Führer ist gegen uns, die Reichswehr ist gegen uns, SA- heraus auf die Straße!“ Der bayerische Innenminister Wagner hatte inzwischen aus eigenem Entschluß Obergruppenführer Schneidhuber und Gruppenführer Schmidt den Befehl über die SA=Formationen entzogen und diese wieder nach Hause geschickt. Während der Führer vom Flugplatz in das Innenministerium fuhr, waren nur noch die letzten Reste der schmählich getäuschten und wieder abziehenden SA=Formationen zu sehen. Im bayerischen Innenministerium wurden Schneidhuber und Schmidt in Gegenwart des Führers verhaftet. Der Führer, der ihnen entgegentrat, riß ihnen selbst die Achselstücke von der SA=Uniform. Mit wenigen Begleitern fuhr der Führer dann unverzüglich um 5,30 Uhr nach Bad Wiessee, wo sich Röhm aufhielt. In dem Landhaus, das Röhm bewohnte, verbrachte auch Heines die Nacht. Der Führer betrat mit seinen Begleitern das Haus. Röhm wurde in seinem Schlafzimmer vom Führer persönlich verhaftet. Röhm fügte sich wortlos und ohne Widerstand der Haft. In dem unmittelbar gegenüberliegenden Zimmer von Heines bot sich den Eintretenden ein schamloses Bild. eines lag mit einem homosexuellen Jüngling im Bett. Die widerliche Szene, die sich dann bei der Verhaftung von Heines und seinen Genossen abspielte, ist nicht zu beschreiben. Sie wirft schlagartig ein Licht auf die Zustände in dieser Umgebung des bisherigen Stabschefs, deren Beseitigung dem entschlossenen, tapferen und unerschrockenen Handeln des Führers zu verdanken ist. Mit Röhm wurde auch der größte Teil des Stabes verhaftet. Die Stabswache Röhms, die zur Ablösung gegen 8 Uhr auf Lastwagen in Wiessee eintraf, fügte augenblicklich widerspruchslos dem Wort des Führers und brachte spontan auf ihn ein dreifaches„Heil“ aus. Nach dem Abtransport der Verhafteten fuhr der Führer die Straße Wiessee—München zurück, um eine Reihe weiterer schwerbelasteter SA=Führer. die unterwegs zu der befohlenen SA=Führerbesprechung waren, auf der Straße zu verhaften und ihre Insassen, soweit sie als schuldig festgestellt wurden, von der Begleitung des Führers nach München übergeführt. Eine Reihe anderer an der Meuterei beteiligter SA=Führer wurde auf dem Hauptbahnhof in München aus den Zügen heraus in Haft genommen. Nach München zurückgekehrt, begab sich der Führer zwecks kurzer Unterrichtung zum Reichsstatthalter Ritter von Epp und dann in das Innenministerium, von wo aus die weitere Aktion abgewickelt wurde. Dann sprach der Führer zu den versammelten SA=Führern im Braunen Haus. Die Vermutung wurde hier zur Gewißheit, da nur ein ganz verschwindend kleiner SA=Klünge inter diesen hochverräterischen Plänen stand— die asse der SA=Führer und die gesamte SAaber wie ein Mann, wie ein geschlosener Block in Treue zu ihrem Führer steht. Was der Führer in diesen Tagen für die SA und die Bewegung leistete, können nur diejenigen ermessen, die in dieser kurzen Zeit unerhörter Nervenanspannung und unglaublicher körperlicher Anstrengungen an seiner Seite standen. Wieder ist der Führer durch sein persönliches Beispiel der Bewegung ein leuchtendes Vorbild gewesen. Die Früchte dieser Säuberungsaktion wird das geeinte deutsche Volk ernten.“ Obergruppenführer Schepmann an die rheinisch=westfülische SA. DNB Dortmund, 1. Juli. Wilhelm Schepan die rheiDer Führer der Obergruppe X, mann, erläßt folgenden Befehl nisch-westfälische SA: SA=Führer und SA=Männer der SA=Obergruppe X! Immer war es unsere höchste Ehre, dem Führer in nicht zu überbietender Treue zu dienen. Mit unseren seelischen, geistigen und physischen Kräften eiferten wir seinem beispiellosen Wollen und Vorbild nach. Des Führers Sorgen waren unsere Sorgen. Seine Freude über unsere Treue, Leistung, Disziplin, Pflichterfüllung und unsern Opfermut war uns höchstes Glück. So war es, so wird es bleiben bis in den Tod! SA=Führer und SA=Männer der Gruppen Niederrhein und Westfalen! Wir schreiten weiter unsern Weg das Ziel des Führers und damit für unser deutsches Das Ausland zu den Ereignissen in Deutschland. Die Ereignisse in Deutschland haben selbstverständlich im Ausland großes Aufsehen erregt, und sie begegnen allenthalben weitgehendem Interesse. Aus den uns zugegangenen Meldungen, die den Eindruck der Geschehnisse wiedergeben, heben wir folgende Einzelheiten hervor: In England hat es seit Ende des Weltkrieges kein politisches Ereignis gegeben, was die öffentliche Meinung des Landes so beeindruckt hat und von der gesamten Presse in so riesenhafter Aufmachung gebracht wird wie die Säuberungsaktion des Reichskanzlers. Allgemein wird auch hervorgehoben, daß in Deutschland völlige Ruhe herrscht. Außer den Berichten der Sensationspresse liegen im übrigen Stellungnahmen der großen Presse noch nicht vor. Von den französischen Blättern sehen einige schon in dem Vorgehen des Reichskanzlers einen Schlag gegen links, andere gegen links und rechts, d. h. gegen jede Reaktion, von welcher Seite sie auch käme.— „Petit Parisien“ hebt hervor, daß Reichskanzler Hitler unbestrittener Herr der Lage sei. Das nationalsozialistische Regime, das seit 17 Monaten an der Macht sei, habe seine erste große Krise durch die energische Säuberungsaktion überstanden. Es sei unbestreitbar, daß der Fühter und Göring einer Gefahr vorgebeugt hätten, die Die Reinigung, die kommen mußte, habe die Atmasphäre geklärt, deren Trübung auch das Ausland beobachtet hätte. Die offizielle„Gazeta Polska“ spricht von dem„gescheiterten Versuch eines Staatsstreichs“, den Röhm planmäßig vorbereitet hätte. In der Tatsache, daß eingesetzt zu werden brauchte, erblickt das Warschauer Regierungsorgan einen neuen Beweis dafür, daß der Kanzler die Situation vollständig in der Hand habe. Indem er den Nachdruck in seinem Befehl an die SA auf die Notwendigkeit einer moralischen Säuberung der SA legte, habe er sich die Sympathie des ganzen Volkes gesichert. schreibt das liberale„Algemeen Handelsblad“, Hitler halte offensichtlich gleichzeitig mit der Reaktion von rechts und links Abrechnung. Dies sei eine Kraftprobe, die wahrscheinlich nur ein Führer durchhalten könne, dessen persönliche Integrität und Unerschrockenheit bei der blitzschnellen Aktion in auffallender Weise erneut unter Beweis gestellt worden sei. Der katholische„Maasbode“ spricht von einem moralischen Säuberungsprozeß, bei dem Hitler unzweifelhaft alle Deutschen, die guten Willens seien, hinter sich habe. Die aufbauenden Kräfte des Nationalsozialismus würden über die gegnerischen Elemente die Oberhand behalten. Dann werde nicht nur die von den Extremisten heraufbeschworene Krise überwunden werden, sondern Deutschand werde auch aus den heutigen Schwierigkeiten stärkt hervorgehen Ein Erlaß des Reichswehrministers. Alarmzustand aufgehoben. Reichsminister Dr. Goebbels über die hochverräterischen Umtriebe. Kundfunkrede an das deutsche Volk. rS. 6 erst die 34. nheit eumten ken nis mit amen uffüin in derBeg ces kein Meigetacht Allland Sender nige hlag1 egen tler ziasei, ibeder diemaobvon den daß erBein Bejen des en nit 5 r * DNB Berlin, 1. Juli. Reichsminister Dr. Goebbels hielt Sonntag abend um 7 Uhr über alle deutschen Sender eine Ansprache an das deutsche Volk. Sie hatte folgenden Wortlaut: Meine Volksgenossen und Volksgenossinnen! Noch sehe ich den Führer um die Mitternachtsstunde des Freitagabends auf der Terrasse des Rheinhotels Dreesen in Godesberg stehen. Unten auf dem freien Platz ist die große Kapelle des westdeutschen Arbeitsdienstes zum Zapfenstreich angetreten. Der Führer schaut ernst und nachdenklich in den dunklen Nachthimmel hinein, der sich nach einem reinigenden Gewitter über die weite, in Harmonie verschwimmende Landschaft gelegt hat und nimmt, mit erhobener Hand grüßend, die Begeisterungsstürme des rheinischen Volkes entgegen. Noch weiß niemand von all den vielen Menschen da unten, was unmittelbar droht. Auch von denen, die oben auf der Terrasse stehen, sind nur einige wenige informiert worden. Der Führer hat wieder, wie so oft, in ernsten und schwierigen Situationen nach seinem alten Prinzip gehandelt, immer nur das zu sagen, was man sagen muß, dem. der es wissen muß und dann, wenn er es wissen muß. Bewundernswert ist er für uns in dieser Stunde. Kein Zucken in dem angespannten Gesicht verrät auch nur die leiseste innere Bewegung. Und trotzdem wissen wir paar Menschen, die wir jetzt wie in allen schweren Stunden bei ihm stehen, wie tief verwundet er in seiner Seele, aber auch wie fest er in seinem Entschluß ist, mit aller Erbarmungslosigkeit zu handeln und die reaktionären Rebellen, die unter dem Stichwort einer zweiten Revolution an ihm und der Bewegung die Treue brechend, das Land in unabsehbare Wirren stürzen wollen, zu=Boden zu werfen. Während noch die letzten Töne des Horst=WesselLiedes verklingen und fern über dem Rhein der Gesang des Saarliedes herüberdringt, kommen von Berlin und München ernste Nachrichten. Es ist jetzt keine Zeit mehr zu verlieren. Eine Beratung von zwei, drei Minuten, und dann steht der Entschluß des Führers fest, nicht mehr bis zum Morgen zu warten, sondern sofort mit dem Flugzeug nach München abzureisen, um das Nest der Verschwörer persönlich auszuheben. Eine halbe Stunde später steigt die schwere, dreimotorige Junkersmaschine vom Flugplatz Hangelar bei Bonn in den nebelverhängten Nachthimmel hinein. Es ist eben 2 Uhr. Der Führer sitzt schweigend auf dem vordersten Sitz der großen Kabine und starrt unbeweglich in die weite Dunkelheit hinein. Hin und wieder nur wird das eintönige Surren der Propeller von kurzen Fragen, Informationen oder hingeworfenen Beratungen unterbrochen. Um 4 Uhr morgens sind wir in München. Der Tag ist schon angebrochen. Auf dem Flugplatz erhält der Führer eingehenden Bericht über die Situation, und wir begeben uns dann gleich ins bayrische Innenministerium. Teile der Münchener SA sind am Abend, getäuscht durch falsche und lügnerische Parolen, auf die Straße gegangen. Ihre wort= und treubrüchigen Führer werden sofort sistiert. Adolf Hitler wirft ihnen in zwei Sätzen maßloser Empörung und Verachtung ihre ganze Schmach in die vor Angst und Ratlosigkeit bleichen und entstellten Gesichter hinein. Dann reißt er ihnen persönlich die Ehrenzeichen eines SAFührers von der Uniform herunter. Ihr hartes, aber gerechtes Schicksal wird sie bereits am Nachmittag treffen. Nun ist keine Zeit meyr zu verlieren. Der Führer ist entschlossen, persönlich das Nest der Verschwörer in Wiessee aufzusuchen, um es radikal und erbarmungslos auszuräuchern. Außer seiner regulären SS=Begleitung dürfen noch seine treuen Kameraden Brückner, Schaub und Schreck sowie der Reichspressechef der NSDAP, Dr. Dietrich, und ich mitfahren. In rasendem Tempo geht es auf Wiessee los. Kein Mensch ist noch zu sehen. Die Straßen der Dörfer liegen verwaist und leer. Es ist 6 Uhr morgens. Gegen 7 Uhr langen wir in Wiessee an. Ohne Widerstand zu finden können wir in das Haus eindringen und die Verschwörergilde noch beim Schlaf überraschen und sofort dingfest machen. Der Führer selbst nimmt die Verhaftung mit einem Mut ohnegleichen persönlich vor. Es sei mir erspart, die widerlichen und fast Brechverursachenden Szenen zu schildern ihren persönlichen Machtgelüsten zuliebe, zu durchkreuzen versucht. Auf dem ganzen Lande lag der Alpdruck eines Verhängnisses, von dem zwar niemand außer einigen Eingeweihten seine Ursprünge, aber jedermann sein fast unausweichliches Kommen empfand und fühlte. Man hatte geglaubt, die Nachsichtigkeit, die der Führer ihnen gegenüber walten ließ, mit Schwäche verwechseln zu dürfen. Darauf hatte diese hochverräterische Clique ihr Projekt aufgebaut. Der Führer hat dann lange und schweigend zugeschaut. Oft und oft hatten die verantwortlichen Männer, die er in sein engstes Vertrauen zog, in der Oeffentlichkeit gewarnt. Ihre Warnungen wurden in den Wind geschlagen oder gar mit überheblichem und zynischem Lächeln abgetan. Wo es nun in Güte nicht ging, mußte es mit Härte geschehen. Und so wie der Führer in der Güte groß ist, so kann er auch groß sein in der Härte. Das sollte nun an diesem Beispiel gezeigt werden. Und auch die Kreise der Reaktion, die hier mit im Bunde waren, sollten wissen, daß nun der Spaß zu Ende ist und der Ernst beainnt. Der Führer und seine Getreuen können und werden es nicht zulassen, daß ihr Aufbauwerk, unter unsäglichen Opfern von der ganzen Nation begonnen, durch das Intrigenspiel gewissenloser politischer Dilettanten in Gefahr gebracht wird. Zwei Monate lang haben wir Abend für Abend vor den Massen des Volkes gestanden und ihnen die schwierige Lage, in der Deutschland sich befindet, klar gemacht. Wir haben mit einer Nachsichtigkeit ohnegleichen das uns von den reaktionären Cliquen angetane Unrecht beantwortet. Das Volk hat mit einer bewundernswerten Vernunft unsere Gedankengänge gebilligt und uns weiterhin sein Vertrauen ausgesprochen. Jeden Tag konnten wir zur Wahlurne rufen, ohne befürchten zu müssen, daß auch nur einer aus der großen Front vom 12. November 1933 dem Führer untreu würde. Diese kleine Clique von gewerbsmäßigen Saboteuren aber wollte keine Ruhe geben. Sie wollte unsere Nachsicht nicht verstehen, und nun hat sie der Führer mit der Härte seiner Strenge zur Ordnung gerufen. Maßlos verbittert und empört über das gewissenlose Vorgehen der Verschwörergilde stehen die SA=Führer und politischen Leiter vor dem Mann, der auch in dieser kritischen Situation bewiesen hat, daß er wirklich ein Mann ist und daß er, wenn es das Interesse der Nation erfordert, ohne Rücksichtnahme auf Rang und Würde derer, die das Gesetz seines Handelns trifft, Entschlüsse fassen kann und sie auch wirklich durchführt. Sein ganzes Leben gilt dem deutschen Volk, das ihn deshalb liebt und verehrt, weil er groß und gütig ist, aber auch erbarmungslos kein kann, wenn es notwendig wird. Der Führer pflegt alles, was er tut, ganz zu machen. Auch in diesem Fall. Wenn schon, denn schon. Die ewigen Quertreiber aber mögen aus diesem Beispilernen, was es heißt, sich an der Sicherheit des deutschen Staates und an der Unantastbarkeit des nationalsozialistischen Regimes zu vergreifen. Wir sind weit davon entfernt, kleinliche Meckereien und Nörgeleien, die nun einmal in der Natur vieler Menschen liegen, all zu tragisch zu nehmen. Wer sich aber bewußt und planmäßig gegen den Führer und seine Bewegung erhebt, der darf davon überzeugt sein, daß er ein leichtfertiges Spiel mit seinem Kopf treibt. Am Samstag nachmittag schon ergibt sich, daß die Lage im ganzen Reich vollkommen ruhig und geklärt ist. Die Verschwörernester sind ausMinisterpräsident Göring schildert die Säuberungsaktion. die fas W. reiz verursachenden Sjeien zu schilbern, die sich dabei unseren Augen bieten. Ein einfacher SS=Mann aßt unsere maßlos empörte Stimmung in die richtigen orte zusammen:„Ich wünschte nur, daß jetzt die Wände niederfielen und das ganze deutsche Volk Zeuge dieses Vorganges sein könnte, um zu verstehen, wie gut der Führer daran tut, jetzt hart und ohne Gnade die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen und sie ihr Verbrechen an der Nation mit dem Tode bezahlen zu lassen." Kurz nach der Verhaftung trifft eine Stabswache von Röhm aus München ein. Der Führer tritt ihr aufrecht und männlich entgegen und gibt ihr in einem Satz den Befehl, augenblicklich die Rückfahrt anzutreten. Der Befehl wird sofort mit einem Heil auf ihn ausgeführt. Unsere Rückfahrt nach München geht unter dramatischen Umständen vor sich. Manchmal in Abständen von nur einigen Minuten begegnen uns die Wagen der zur Tagung nach Wiessee fahrenden SAFührer. Die alten und treuen Kampfgefährten unter ihnen, die von allem keine Ahnung haben, werden kurz orientiert, die im Komplott verwickelten chuldigen Hochverräter verhafte ührer persönlich übergibt sie seiner SS=Wache. Die Meldungen aus dem Reiche, die in München vorliegen, sind durchaus befriedigend. Die ganze Aktiist reibungslos verlaufen. Unser Parteigenosse Göring hat in Berlin nicht gefackelt. Mit fester Hand hat er in das dortige Verschwörernest der Reaktionäre und ewig Gestrigen hineingegriffen und, getreu dem Befehl seines Führers, Maßnahmen getroffen, die zwar hart, aber notwendig waren, um das Reich vor unab sehbarem Unglück zu bewahren. Dann Fü spricht der SA=Führern und politischen ein einzi Führer vor den versammelten litischen Leitern. Seine Rede ist ein einziges Strafgericht über die kleine Gilde der nunmehr dingfest gemachten Verbrecher, die im Bunde mit der Reaktion die Gewalt an sich reißen wollten und selbst nicht davor zurückschreckten, ohne Rücksicht auf die Gesamtsituation und die schwere Verantwortung, die der Führer trägt, Beziehungen zu einer ausländischen Macht anzurnupfen, um damit ihre verruchten, ehrgeizigen Pläne schneller zum Reifen zu bringen. Sie haben die Ehre und das Ansehen unserer SA durch ein Lodderleben onnegleichen in Verruf und Mißkredit gebracht. Sie haben durch Protzentum und Schlemmereien den Gesetzen der Bewegung auf Einfachheit und persönliche Sauberkeit offen hohngesprochen. Sie waren im Begriff, die ganze Führung der Partei in den Verdacht einer schimpflichen und ekelerregenden sexuellen Abnormität zu bringen. Sie haben die Pläne des Führers, die auf weite Sicht eingestellt sind, durch engstirnige und böswillige Kurzsichtigkeit, nur Die Verhinderung eines Staates kranker Individuen. DNB Berlin, 30. Juni. In der Sonderkonferenz für die inländische Presse hielt Ministerpräsident Göring folgende Rede. Seit Wochen und Monaten beobachten wir, in Sonderheit die verantwortlichen Dienststellen— das ist meine und die des Reichsführers SS Himmler—, beobachtet die Partei, daß ein Teil der obersten SA=Führer sich von den Zielen der Bewegung und des Staates abgewandt haben und ihre eigenen Interessen, ihren eigenen Ehrgeiz und zum Teil auch ihre unglückselige Veranlagung in den Vordergrund stellten. Immer wieder kamen die Klagen aus dem Lande, daß diese SA=Führer brutal gegen die Bevölkerung auftraten. Die Klagen häuften sich, daß Dinge geschahen, die mit dem Rechtsbewußtsein des Volkes nicht mehr übereinstimmten. Die Klagen häuften sich, daß alle Beschwerden bei den obersten SA=Führern keinen Sinn hatten. Leider Gottes hat auch der Stabschef Röhm, ein alter Kämpfer, für den der Führer besonders leidenschaftlich und treu in schwerer Zeit eingetreten ist, infolge seiner unglücklichen Veranlagung sich auf ein Gebiet treiben lassen, das für ihn verhängnisvoll werden sollte. Vielleicht gerade durch seine Veranlagung umgab er sich in seinem ganzen Stab und den führenden Stellen der SA mit solchen Männern, die nun ihrerseits in ihm den Gedanken erweckten, daß er der starke Mann Deutschlands wäre. So kam es, daß von Seiten der obersten SA=Führung Pläne geschmiedet wurden, um die Bewegung zu schädigen, den Staat zu stürzen und einen Staat aufzurichten, der dann ein Staat dieser kranken Individuen geworden wäre. Der Führer hat diese Gefahr genauestens verfolgt. Als klar und eindeutig feststand, daß die oberste SA=Führung das Gerede von der zweiten Revolution zur Tat werden lassen wollte, mußte zugegriffen werden. Der Führer hat selbst blitzartig eingegriffen. Er hat in München und in Wiessee, wo der Stabschef sich befand, kurzen Prozeß gemacht. Vor Tagen hat er mir den Befehl gegeben, auf Stichwort hier zuzuschlagen, und mir damit vollziehende Gewalt übertragen. Die armen SA=Männer sind verfuyrt worden. Sie wurden alarmiert und bewaffnet und wußten nicht wozu. Man sagte: gegen die Reaktion und marschierte gemeinsam mit ihr. Das war das Verwerfliche, daß die oberste SAFührung das Phantom einer zweiten Revolution gegen die Reaktion errichtete und selbst mit ihr eng verbunden war. Der Hauptmittelsmann war der frühere Reichskanzler und General Schleicher, der die Verbindung knüpfte zwischen Röhm, einer ausländischen Macht uno zu jenen ewig unzufriedenen gestrigen Gestalten. Ich habe meine Aufgabe erweitert, indem ich auch gegen diese Unzufriedenen einen Schlag führte. Es war selbstverständlich, daß General Schleicher verhaftet werden mußte. Er versuchte bei der Verhaftung einen blitzartigen Ueberfall zu machen auf die Leute, die ihn verhaften sollten. Er ist dabei ums Leben gekommen. Die Dinge sind nun so: Im ganzen Lande ist Ruhe. Einige rabiate Gesellen, die noch glaubten, die Parole der zweiten Revolution fortsetzen zu müssen, werden das sehr schwer zu büßen haben. Die Gewalt ruht fest in den Händen des Führers und in den Händen derer, denen er durch sein Vertrauen die Aufgabe übertragen hat. Die Aktionen haben sich reibungslos ohne Widerstand vollzogen, da die Führer schon vorher überall verhaftet waren. Der Prozeß der Säuberung wird nun rücksichtslos vorwärts getrieben. Der Führer wird nicht mehr länger dulden, daß in Staat und Bewegung Männer an der Spitze stehen, die durch unglückliche Veranlagung asoziale und amoralische Elemente geworden sind. Wir werden auch nicht dulden, daß von einer zweiten Revolution noch geschwätzt wird. Es wurde eine zweite Revolution vorbereitet, aber emacht wurde sie durch uns gegen diejenigen, die sie eraufbeschworen haben. Die zweite Revolution hat dazu geführt, daß gerade die, die gegen den Staat revoltierten, Haupt und Leben lassen mußten. Sie sehen daran, daß der Staat wohl manchmal audern kann, wohl manchmal warten kann, daß auch der ührer manchmal wartet und lange abwägt und auch den aber Beweung betroffen wird, wenn vor allem Treulosigkeit ei diesem Werke Pate gestanden hat, wird rückhaltlos durchgegriffen. Der Schlag hat sich gerichtet gegen die Meuterer, gegen alle unzufriedenen Kreise der Reaktion. Wir werden die SA reinigen von all den Elementen, die jetzt erst in die SA hereingekommen sind und dort Führerstellungen einnehmen. Wir haben gehandelt, damit der alte SA=Mann, d. h. der SA=Mann, der 1928, 1929 und 1930 die Dinge geschmissen hat, wieder zu Ehren kommt. Ueberall können Sie heute feststellen, daß diese Leute innerhalb der Bewegung am schlechtesten stehen, daß andere Führer geworden sind, die es nicht verdient haben. Wir werden diese Säuberung durchführen, um wieder der SA ihren alten hervorragenden Ruf zuteil werden zu lassen. Es ist bedauerlich, und Sie werden verstehen, wie schwer für uns alle es gewesen ist, uns von einem Teil er Männer trennen zu müssen, die wir einst geschätzt und geachtet haben. Eines steht aber fest: Der nationalsozialistische Staat steht über allem. Wir werden diese Gelegenheit des Saubermachens nicht vorübergehen lassen, ohne nun einmal rückhaltlos und rücksichtslos die Dinge in Ordnung zu bringen, die in falsch verstandener Milde und Bescheidenheit vergessen worden sind. Aus dieser Aktion muß hervorgehen ein sauberer, gefestigter Staat. Das Volk muß wissen, daß es uns ernst mit der These ist, alles für das Volk zu tun. Das Volk soll erkennen, daß ein bitteres und scharfes Gericht mit denen abgehalten wird, die sich an ihm versündigt haben und ihre Macht mißbrauchten, um das Volk zu bedrücken. Abschluß des Ludgerusjubiläums in Essen=Werden. der Noch steht Werden unter dem Kundgebung der Jugend am be. Essen, 1. gewaltigen Freitag, Juli. Eindruck wo 30 000 Jugendliche in die Hände des Weihbischofs Stockums das Gelöbnis der Treue ablegten. So etwas hat Werden noch nicht erlebt, sagte man mit stolzer Bewunderung in Werden. Heute war der letzte Tag des Jubiläums, zu dem der Erzbischof von Köln, Kardinal Schulte, erschienen war. Als er vom Pastorat in feierlicher Prozession zum Pontifikalamt geleitet wurde, bot der Mittelpunkt Werdens einen Blick auf eine ungeheure Volksmenge, die sich in den Straßen staute. Auf dem Kirchberg konnte man kaum mehr durch die Menschenmauer hindurch kommen. Zeitweise fiel leichter Regen. Die Abteikirche zeigte eine beängstigende Fülle. Auch Weihbischof Dr. Stockums nahm an der glanzvollen Feier teil. Nach dem Evangelium wandte sich der Kardinal in kurzen, aber herzergreifenden Worten an seine Erzdiözesanen. Er stellte den erhebenden Verlauf des Jubiläums dar, der alle Erwartungen weit, weit übertroffen habe. Es habe wieder aufgelebt die heilige Gestalt des Heimatapostels, des apostolischen Sendboten, den wir hier im Ruhrtal und im nahen Westfalen die unschätzbaren Segnungen des Christentums verdanken. In den Tagen des Jubiläums seien große Scharen katholischer Frauen und Männer aus Rheinland und gehoben und nun gibt der Führer dem Volke in seinen Erlassen Aufklärung über die Gründe seines Vorgehens. Die 12 Punkte seiner Proklamation an den neuen Chef des Stabes der SA, unseren alten Kameraden Viktor Lutze, decken mit schonungsloser Härte die Fehler und Schwächen auf, die sich durch das verantwortungslose Treiben der Verschwörer im öffentlichen Leben eingeschlichen hatten. Jetzt wird reiner Tisch gemacht und die Eiterbeule, nachdem sie ausgereift war, aufgestochen. Die Sauberkeit und Anständigkeit der Partei und all ihrer Organisationen ist durch die Ausmerzung dieser fragwürdigen Elemente vor der Nation wieder hergestellt. Die Millionenmassen unserer Parteigenossen, SS- und SA=Männer, begrüßen dieses reinigende Gewitter, wie von einem Alpdruck befreit atmet die ganze Nation wieder auf. Sie hat erneut gesehen, daß der Führer entschlossen ist, keine Gnade walten zu lassen, wenn das Prinzip des Anstandes und der Einfachheit und der öffentlichen Sauberkeit angetastet wird, und daß die Strafe um so härter ist, je höher der steht, den sie trifft. Wir, die wir das Glück hatten, in diesen entscheidenden Stunden bei ihm zu sein, haben ihn wieder einmal schrankenlos verehren und bewundern gelernt in seiner Tapferkeit, in dem Tempo und in der Durchschlagskraft seiner Entschlüsse, in seinem persönlichen Schneid. in dem Willen, sich selbst einzusetzen für seine Sache und nicht in der Etappe zu bleiben, wenn es gilt, diesen Einsatz zu wagen. Aus den Tausenden und Abertausenden von Glückwünschen und Treuekundgebungen kann der Führer ersehen, daß er wieder einmal dem Herzen des Volkes entsprechend gehandelt hat. Noch einmal sei es allen gesagt: Jede Hand, die sich uns entgegenstreckt, soll unsere Freundeshand empfangen. Jede geballte Faust, die gegen den Führer und sein Regime erhoben wird, soll aufgebrochen werden, wenn nötig, mit Gewalt. Wir wünschen die Mitarbeit des gesamten Volkes, von arm und reich, von hoch und niedrig; wer aber den Führer und die Nation in der Arbeit für Deutschlands Zukunft zu stören versucht, der wird zu Boden geschlagen. Und Pestbeulen, Korruptionsherde, Krankheitssymptome moralischer Verwilderung, die sich im öffentlichen Leben zeigen, werden ausgebrannt und zwar bis aufs Fleisch. Die Verschwörer hausierten in ihren Konventikeln mit der Meinung, es müsse eine zweite Revolution gemacht werden. Nun, diese zweite Revolution ist gekommen, aber anders, als sie sich das gedacht haben. Sie hatten sich schon die uns feindlich gesinnte Auslandspresse zur Hilfe gerufen. Sie faselte schon seit Wochen von Krisen des Systems. Sie mag nun wissen, wo Stärke und Autorität in Deutschland zu finden sind. Niemals stand irgendwo eine Regierung so fest wie unsere, und niemals wurde sie von einem Mann von so großem persönlichen Mut geleitet, wie diese. Oft haben wir gesagt, wir sähen die Wühlmause zwar, aber wir wollten sie erst einmal aus ihren Löchern und Schlupfwinkeln herauskommen lassen. Sie haben uns nicht verstanden und sind herausgekommen. Und nun traf sie ihr verdientes Schicksal. Das Volk kann sich nur zu den Ereignissen des 30. Juni beglückwünschen. Die breite Masse unserer SAKameraden, die mit dem verwerflichen Treiben der Verschwörerclique gar nichts zu tun hatte, darf davon überzeugt sein, daß jetzt an ihrer Spitze wieder eine Führung der Sauberkeit und des Anstandes steht. Der SS und ihrer Führung gebührt höchstes Lob der Dank der Nation für ihre vorbildliche Treue und Disziplin, die sie, wie so oft schon in schwierigen Situationen, auch hier wieder bewiesen haben. Dem eigenen Volk aber und der ganzen Welt sei es hiermit gesagt: In ganz Deutschland herrscht Ruhe und Ordnung. Die öffentliche Sicherheit ist wiederhergestellt. Niemals war der Führer so Herr der Situation wie in dieser Stunde. Spekulationen auf innere Auseinandersetzungen in Deutschland sind fehl am Ort. Die Nation geht wieder an ihre Arbeit. Der Führer hat gehandelt. Die Früchte seines Handelns werden dem ganzen Volke zugute kommen. Gebe ein gütiges Schicksal uns die Gnade, daß wir mit Adolf Hitler unser großes Werk zu Ende führen können. Er und seine Getreuen versprechen dem Volke, daß sie sich nicht schonen wollen und zu arbeiten und zu kämpfen entschlossen sind für Deutschlands Leben und Größe. Das Reich steht und über uns der Führer.“ Westfalen mit machtvoller Einigkeit, mit aufrichtigster, herzlichster Dankbarkeit und mit vollkommenster Freiwilligkeit hierher gekommen. Allen, die heute in dieser entscheidungsschweren Zeit hören und sehen wollen, hätten die Tage von Werden aufs neue kund getan, daß den katholischen Christen hier zu Lande ihr heiliger Christenglaube als kostbares Erbe ihrer deutschen Väter über alles gehe. Mit einer Anrufung des hl. Ludgerus und mit dem Apostolischen Segen schloß der Kirchenfürst seine Ansprache. Nach dem Pontifikalamt wurde, wie vor 14 Tagen, eine Reliquienprozession veranstaltet, zu der sämtliche Ehrengarden von Groß=Essen, die Vertreter der katholischen Vereine und zahlreiche Geistliche erschienen waren. Vor dem Schrein des hl. Ludgerus schritt Weihbischof Dr. Stockums, dahinter unter dem Baldachin Kardinal Schulte in den Pontifikalgewändern. Das katholische Volk hatte sich in ehrerbietiger Haltung zu beiden Seiten der Straße aufgestellt und empfing kniend den Segen des vorüberschreitenden Oberhirten. Am Abend wurde unter ungeheurer Beteiligung der Männerwelt eine Lichterprozession durch die Straßen der Stadt veranstaltet. Aus allen Herzen drang nach der Schlußpredigt des Pfarrers Zimmermann der jubelnde Dank zum Himmel in dem wuchtigen Gesang des„Großer Gott, wir loben Dich“. Befriedigende Ergebnisse der Konkordatsverhandlungen. (Für einen Teil der Auflage wiederholte Meldung.) DNB Berlin, 30. Zwischen der Reichsregierung und den Vertretern der NSDAP einerseits und den Vertretern des deutschen Episkopats andererseits haben Verhandlungen über die Ausführung des Artikels 31 des Reichskonkordats stattgefunden. Die Verhandlungen haben, getragen von dem festen Willen, vorhandene Unstimmigkeiten zu beseitigen und im Sinne der deutschen Volksgemeinschaft zu arbeiten, befriedigende Ergebnisse gezeitigt. Die Vertreter des deutschen Episkopats wurden von dem Herrn Reichskanzler in persönlicher Audienz empfangen. Auch diese Verhandlungen waren getragen von dem Willen einmütiger und einträchtiger Zusammenarbeit zwischen Staat und Kirche. Voraussichtlich werden Bestimmungen über das Verbandsleben in der nächsten Zeit auf der hier gefundenen Grundlage erlassen werden, die eine Befriedung auf diesem Gebiet erwarten lassen. Hauptschriftleiter und verantwortlich für Politik: Dr. Georg Heider, Münster i. W.; Stellvertreter des Hauptschriftleiters u. verantwortlich für Münster u. das Münsterland: Fritz Rediger, Münster i. W.; für Westdeutschland: 1. V. Karl Bode; für Feuilleton: Peter Schlauß; für Handel und Sport: Dr. Anton Henkel, sämtlich in Dortmund; Berliner Redaktion: Dr. Ernst Häfner, Berlin-Lichterfelde. Für den Zeno-Anzeigenteil: Verlagsleiter Dr. Erich Altmeppen, Münster i. W. Druck: Zeno GmbH., Münster i. W. Durchschnitts-Auflage V. 1934: Zeno-Zeitung insgesamt 42 453 enthaltend: Ahlener Volkszeitung, Nachrichtenblatt für die Kreise Beckum und Lüdinghausen, Ahlen: 5004;— Allgemeine Zeitung für die Kreise Coesfeld und Ahaus(Billerbecker Zeitung, Gescherer Zeitung, Vredener Anzeiger, Stadtlohner Volksblatt), Coesfeld: 5628;— Borkener Zeitung, Borken: 3231;— Bürgerblatt für den Niederrhein und Reeser Tageblatt, Emmerich: 1887;— Dülmener Zeitung, Amtliches Kreisblatt für den Kreis Coesfeld, Dülmen: 1868;— Halterner Zeitung, Haltern: 1710;— Kreiszeitung für den Kreis Ahaus(Gronauer Volkszeitung, Eper Volksblatt), Ahaus: 3242;— Münsterländische Volkszeitung(Rheiner Volksblatt), Rheine: 4104;— Emsländische Tageszeitung(Lingener Tageszeitung, Papenburg-Aschendorfer Zeitung), Rheine: 1519;— Neuer Emsbote für Kreis Warendorf und Amt Telgte(Warendorfer Kreisblatt), Warendorf: 2685;— Tageblatt für den Kreis Steinfurt(Ochtruper Anzeiger, Wettringer Anzeiger, Metelener Zeitung, Neuenkirchener Zeitung), Ochtrup; 1672;— Volksblatt für Bocholt und den Kreis Borken, Bocholt: 6469;— Volksblatt für Wesel und den Kreis Rees, Bocholt: 978; Volkszeitung und Nachrichten für Emsdetten, Burgsteinfurt, Nordwalde, Borghorst, Greven, Emsdetten: 2393.— Volkszeitung für Dorsten und Herrlichkeit, Dorsten; 2064.— Die püpstlichen Paläste. Von unserem römischen Mitarbeiter. A Rom, Ende Juni. Der Lateran. Vatikan und Papsttum sind im Bewußtsein der Heutigen zusammenhängende Begriffe geworden. Tatist auch der Vatikan seit der Beendigung des Exils von Avignon, das im 14. Jahrhundert die oberste Leitung der Kirche vorübergehend in die politische Gewalt des französischen Königtums brachte, der Hauptsitz der Päpste. Vor dem Exil von Avignon pflegten die Päpste in der Hauptsache auf dem Lateran bei der Basilika St. Giovanni zu wohnen. Als die Päpste mit Gregor XI. im Jahre 1377 unter dem Eindruck der freimütigen Mahnungen der hl. Katharina von Siena von Avignon endgültig nach Rom zurückkehrten, war der Lateranpalast, der im Jahre 1308 abgebrannt war, nur noch eine Ruine. Es war die Zeit des stärksten baulichen Verfalls der Stadt Rom. Sie zählte damals nur noch 17 000 Einwohner, und auf den Trümmern der antiken Herrlichkeit wuchs das Gras, und die Hirten der Campagna weideten ihre Schafherden mitten in der Stadt. Gegen Ende des sechzehnten Jahrhunderts ist der Lateranpalast wieder aufgebaut worden. Er blieb seitdem immer im Besitz der Päpste. Die Lateranverträge von 1929 haben diesen Besitz bestätigt. Heute ist im Lateranpalast das Missionsmuseum und ein Studienkolleg untergebracht. Der Hauptsitz der Päpste aber war seit Avignon der Vatikan geworden, der im Lauf der folgenden Jahrhunderte viele Umbauten und Anbauten erlebte. Im Jahre 1378 ist im Vatikan das erste Konklave abgehalten worden. Aber die Päpste haben nicht immer im Lateran und Vatikan gewohnt. So wie sie im Sommer die Fieberhitze der Stadt mieden und oft außerhalb Roms residierten, so haben sie auch innerhalb der Stadt gelegentlich den Wohnsitz gewechselt, und die Geschichtsbücher zählen nicht weniger als zwölf römische Kirchen auf, bei denen die Päpste kürzere oder längere Zeit gewohnt haben. Als eigentliche Sommersitze wurden dabei wegen ihrer günstigen klimatischen Lage hauptsächlich die Paläste bei San Marco und auf dem Qurinal benutzt. Der Palazzo di Venezia. Den burgartigen Palast bei der alten Kirche San Marco ließ der Venezianer Kardinal Pietro Barbo, der später Papst wurde und den Namen Paul II. annahm, im Jahre 1455 im Stile der florentinischen Frührenaissance, zum Teil mit Steinen des nicht weit entfernten Kolosseums, erbauen. Es ist der heutige Palazzo di Venezia. Er steht an der Stelle, an der der römische Karneval Jahrhunderte lang mit großen Wettrennen seinen Höhepunkt erlebte. In seinem „Römischen Karneval“ hat Goethe ein solches Volksfest eingehend beschrieben. Dort also wohnten im Sommer vielfach Päpste, und ein Tagebuch aus dem Jahre 1555 gibt auch den Grund dafür an: Die Hitze war oft so sengend, daß die Prälaten der Kurie, die meist auf dem linken Tiberufer wohnten„nur unter Lebensgefahr über die Hadriansbrücke an der Engelsburg und durch die Malariaquartiere des rechten Ufers zum Vatikan gelangen konnten. Papst Paul III. aus dem Hause der Farnese(1534—1549) ließ vom Palazzo di Venezia einen (heute nicht mehr erhaltenen) Brückenweg nach dem Turm bei der Kirche Aracoeli auf dem Kapitolinischen Hügel bauen, wo auch gelegentlich die Päpste wohnten. Er nahm dabei den Franziskanern von Aracoeli ein Stück Garten weg. Als diese protestierten, fand der Papst, der zwar große kirchliche Reformen eingeleitet hat, aber seine Herkunft aus der unbekümmert gewalttätigen Epoche der Renaissance nicht verleugnen konnte, einen verblüffenden Ausweg: er ließ den Franziskanern, so wird berichtet, einfach Silentium auferlegen. Vius IV.(1559 bis 1565) schenkte den Palast der Republik Venedig, ließ aber auch weiterhin einen Flügel, der heute teilweise als Museum erhalten ist, als Papstwohnung reservieren. Später kam der Palazzo di Venezia, als Venedig seine Selbständigkeit verlor, in den Besitz Oesterreichs. Bis zum Kriege war er der Sitz der österreichischen Botchaft beim Vatikan. Im Jahre 1916 wurde er von Italien beschlanahmt. Heute ist der Palazzo di Venezia der Amtssitz Mussolinis. Der Quirinal. Auch auf dem Quirinal haben die Päpste oft im Sommer residiert. Schon Paul III. verbrachte in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts die heißen Monate in einem Benediktinerkloster, das auf dem Rücken dieses Hügels lag. Der Kardinal Ludovico d'Este schenkte dem Papst Gregor XIII.(1572—1585), dem Papst der Kalenderreform, nach dem auch die Gregorianische Universität benannt ist, die ausgedehnten Gärten seines Hauses auf dem Quirinal. Dort ließ Gregor einen großen Palast erbauen,„um sich und seinen Nachfolgern einen Wohnsitz zu bereiten, wo man sich der Wohltat einer völlig reinen Luft erfreuen könne." Die bedeutendsten Architekten der Zeit, darunter auch Bernini, haben an dem Palast mitgebaut. Von Papst Urban VII.(1590), der schon gleich nach seiner Wahl schwer erkrankte, wird berichtet, daß er sich, um Erholung zu finden, nach dem Quirinal bringen lassen wollte. Aber er beugte sich den Vorschriften der Etikette, die es einem Papst, der noch nicht gekrönt war, verbot, sich in Rom sehen zu lassen, und starb bald darauf im Vatikan. Als später, im 17. Jahrhundert, die Sommerresidenz in Castel Gandolfo errichtet worden war, wurde trotzdem auch der Quirinal von vielen Päpsten bevorzugt. Im Quirinal spielte sich auch die große historische Szene ab, als Napoleon den Papst Pius VII. und seinen Kardinalstaatssekretär Pacca verhaften und nach Frankreich verschleppen ließ. Pius IX. war der letzte Papst, der im Quirinal wohnte. Als 1870 die itakisnischen Truppen die Stadt besetzt hatten, bezog Viktor Emanuel im Oktober den Papstpalast auf dem Quirinal und machte ihn zum Woznsitz des italienischen Königtums. Seitdem sind Vatikan und Quirinal Symbolworte für Kirche und Staat in Italien geworden. Der Vatikan. Bis zu den Lateranverträgen von 1929 haben die säpste den Vatikan zum Zeichen des Protestes gegen die Gewaltlösung von 1870 nicht mehr verlassen. Sie betrachteten sich als Gefangene. Seitdem wurde keine Sommerresidenz mehr bezogen. Castel Gandolfo, das dem Heiligen Stuhl durch das italienische Garantiegesetz zugesprochen worden war, wurde nicht benutzt und verfiel. Die vatikanischen Gärten, von hohen Mauern umschlossen und mit vielen Wasserkünsten ausgestattet, waren der einzige Erholungsort der Päpste. Leo XIII. bezog in den heißesten Monaten am höchsten Punkte des Gartens ein Kommerhaus, das er„Unser Castel Gandolfo“ nannte. Pius X. ließ sich nur höchst ungern von seiner Umgebung nötigen, in die Gärten hinabzusteigen. Die Einsamkeit, die Mauern, die schwere Masse der Peterskuppel und die Einförmigkeit der geometrisch abgezirkelten Wege bedrückte den Sohn eines freien bäuerlichen Landes. Er blieb auch im Sommer in seinen Privatgemächern, die er sich, um dem Zwang der Etikette zu entgehen, im dritten Stock über seiner Amtswohnung einrichten ließ. In der ersten Zeit bevorzugte er im Sommer die nach Norden gelegenen Räume, später verzichtete er auch darauf. Benedikt XV., immer fieberhaft tätig, hatte kaum das Bedürfnis, die Gärten zu besuchen. Die Hitze machte ihm wenig Beschwerden, und nur selten und kurz schöpfte er manchmal in den Gärten frische Luft. Der regierende Papst, Pius XI., empfand die vatikanische Gefangenschaft besonders schwer. Er war gewohnt, die höchsten Gipfel der Alpen zu ersteigen und tagelang in Schnee und Eis zu wandern. Umso mehr liebte er seinen täglichen Spaziergang in den Gärten. Damit er auch bei Regen nicht darauf zu verzichten braucht, ist ein Weg längs der alten Mauer mit einem Schutzdach versehen worden. Inzwischen ist die Sommerresidenz von Castrl Gadolfo, die dem Heiligen Stuhl mit den Lateranverträgen zurückgegeben wurde, wieder hergerichtet worden, und bald kommt der Tag, wo Pius XI. sich zum ersten Male am Abhang der Albanerberge wieder freier bewegen kann. das Ergebnis der Gemeinderatswahlen in Irland. DNB Dublin, 29. Juni. Die bisher vorliegenden Ergebnisse der irischen Gemeinderatswahlen zeigen bereits mit Bestimmtheit, daß der örtliche Verwaltungsapparat in den Händen der Regierungspartei Devaleras bleiben wird. Am Donnerstag morgen führte die Regierungspartei Fianna Fail zusammen mit der ihr verbündeten Arbeiterpartei mit 62 Sitzen. Dicht auf dem Fuße folgt die oppositionelle Vereinigte Irlandpartei des Generals O'Duffy mit 57 Sitzen. Alle anderen Parteien haben noch keine 15 Sitze erreicht. Die Kandidaten der Fianna Fail wurden teilweise mit überwältigender Mehrheit wiedergewählt. Das Wahlergebnis wird die Regierung Devalera wahrscheinlich bestimmen, keine parlamentarischen Neuwahlen vor dem Ablauf ihrer Amtszeit von dreieinhalb Jahren auszuschreiben. Der Staatsgouverneur von Nord=Dakota wegen Betruges verurteilt. DNB Newyork, 30. Juni. Das Bundesgericht des Staates Nord=Dakota in Fargo verurteilte den Staatsgouverneur Langer wegen Betruges an der Bundesregierung zu 1½ Jahren Gefängnis und 10000 Dollar Geldstrafe. Langer hatte zusammen mit vier Parteifreunden Wohlfahrtsunterstützungsgelder eingehalten und für die Geschäftsführung seiner Parteizeitung The Leader verwandt. Bau einer neuen Elbbrücke bei Magdeburg. Wegen des zu erwartenden stärkeren Schiffsverkehrs als Folge des Mittellandkanals wird bei Magdeburg eine neue Brücke über die Elbe gebaut. Rechts sieht man bereits den neuen Pfeiler der Brücke und links die alte Brücke, die bei dem schnellen Fortgang der Arbeiten bald ausgedient haben dürfte. Entdeckungsfahrt auf Usedom Von Rudolf Paulsen. Als ein früher Wind von der See her die Brandung aufweckte, trieb mich der Lärm in das morgendliche Licht vom Lager. Die Nacht war kurz, aber wer bedürfte hier langen Schlafens? Hier, wo der Sommer uns auch in der Dunkelheit wie Schwebende auf weichen Armen hält? Hier, wo aller Kummer sich vergißt, weil die Dinge mit den Namen des Heils uns umgeben: See, Sand, Salz, Sonne, und in allen schwingend das leise melodische Su, Su der wiegenden Bewegung? Ists nicht, als streichle uns mit zartem Hauch aus diesen Dingen das S des Windes, das bald mit dem e zur See und Seligkeit sich beruhigt? Die Gesetze der Schwere, die in der hart anhebenden Stadt gelten, sind wie aufgehoben, und so beginne ich wie unbeladen meinen Tag. In der brausenden Flut das Bad zuvor: da weichen die letzten Verklammerungen. Wie die Tropfen der Schaumwogen rinnen sie von mir. Hier bin ich Mensch im Ueberschwang und allvermählt. Mich trägt die Welle wohl, doch auf der Welle trage ich mich, wohin ich will. Wenn ich eintauche, bin ich wie ein schneller Fisch, und sehe vorsichtig die Augen öffnend das Wasser, wie es innen ist, durch einen matten Schleier: da bin ich ganz im Stillen. Dann aber bin ich auf dem Rücken schwimmend, Schiff, und mich umläutet laut der Glockenklang des Meeres. Das ist wie Elementeroberung und Urbesinnung. Die hohen, dunklen Wasserberge umgeben mich endlos. Manchmal werde ich hoch genug gehoben; dann sehe ich wie von der höchsten Kuppe des Gebirges auf die minder hohen, manchmal zieht es mich tief genug ins Tal, dann ragt vor mir schräg die blaugrüne Glaswand. Auf die klimme ich hinauf und darüberweg. Und hinter mir zerbricht sie mit Getos. Da pulst Genesung mir durch jede Ader, und jubeln möchte ich: O Mensch, o Glück! Im Sande trocknet mich ohne Tuch mit milden Händen schon die Sonnenwärme. Die Füße laß ich ohne Schuh, die Jacke trag ich unterm Arm: ganz urhaft fühl ich mich. So allein zu gehen im frühen Tag: das ist ein wenig Glück. Nicht doch, weil die Natur kein Urteil über uns hätte! Im Gegenteil: ich wüßte keinen strengeren Richter als sie. Aber wer ihr verehrend naht und sauber an Leib und Seele, den zerschmettert ihre Gewalt nicht, sondern den hebt sie hoch zur Würde der Gemeinschaft mit ihr. Wer ihr unkeusch naht, dem blendet sie die Augen, daß er nichts von ihrer Schönheit sieht. Wohl duldet sie den Schritt des Frechen, aber begnaden mag sie ihn nicht. Mich begnadet heute der Alleingang. Wohl weil Seele und Leib rein von Staub und Sorge sind. Leichtfüßig ist mein Gehen. Der Wind umspielt mich. Die Luft ist weich am weißen, kahlen Strande. Hier weiterab vom Badeort umfliegen mich zahllose Möwen, und in Scharen eilen die kleinen zierlichen Strandläufer aufgeschreckt davon. Blanke Sandbänke, die gestern noch groß waren, sind heute ganz von der See überflutet. Doch finde ich den Weg von Bank zu Bank, die breiten Furten durchwatendHeute will ich die Inselspitze umwandern. Wo sich der weiße Strand verengt, da kommen die Eichen, allen Stürmen trotzend, nahe an das Meer. In ihren Wipfeln rauscht urheiliges Geheimnis. Urväter=Runen=Weisheit raunen sie, geharft vom Winde. Dann aber legt sich breit die rauhe Düne, bewachsen mit dem scharfen Strandhafer, zwischen Wald und Wellen. Darin ermüdet rasch der Fuß. Es ist auch nicht möglich, die hohe, dichte schneidende Halmenwand zu durchschreiten. So muß ich etwas südlicher wo mehr landwärts bunte Wiesen locken. Vielleicht erblicke ich dort die blaue Blume. O ja, die blauen Glockenblumen läuten lieblich. Hier ist unendliche Musik der Farben. Die ganze Flora meiner Insel hat die Kelche schon erschlossen. Und jede Blume ist die Wunderblume. In meiner Hand wächst schnell der froh geraffte Strauß. Die Farbenfibel der Natur! Rot, Blau, Gelb und Grün, Braun und Weiß, und alle, alle feinen Uebergänge. Das Lieblichste in diesem Strauß der Liebe— ihn soll die Liebste haben: Blutstropfen schillern rot, leibhaftige Schmetterlinge, die nicht von ihrer Blume lassen, Blutstropfen: so nannte sie der Volksmund. Es muß mir glücken, sie mit heimzubringen. Funkelnd rot: so hangen sie am Rot der Karthäuser=Nelken. Nun wieder springt der Wald mir in den Weg. Da halt ich Rast im Kühlen, erhöht auf einer Welle Erde. Weit reicht mein Blick zum Horizont, die dunkle See wie eine Mauer ragt hoch über das Wiesenende am Ufer. In der Ferne hat sich das Eiland mit dem Leuchtturm ganz enge ineinander geschoben: wie ein schmaler leuchtender Fels ragt es aus den Wogen. Braunrote Segel treiben schaukelnde Schiffchen hinaus und herein wie eilende Boten der Sehnsucht, wie wellenbewandernde Blüten. Die Augen sinken mir zu... als ich erwache, hängt nur einer noch der Blutstropfen des Sommers am Strauß. Traumlos erquickt wandre ich weiter in den Vormittag. Das Lied, das meine Lippen summen, ist heiter und heilig, eine Erinnerung an Mozart. So erreiche ich mit fröhlichen Schritten die Spitze der Insel: hier bin ich wieder ganz nahe am Urelement, am wogenden Meer. Große, bunte Segelschoner fahren hier, seitwärts aus der breiten Strommündung kommend, hinaus in die Welt. Wer da hinterher fliegen könnte und mitsegeln! Das Blut der Ahnen rauschte in mir hoch. Vom Eiland Oland fuhren sie nach Holland, von Holland nach Grönland; o, lauter Wunderländer! Doch weilte ich in jenen Wunderländern, so würde ich mich zurück nach diesem, meinen Eiland sehnen. Auch dieses ist ein Wunderland. Das wollte ich doch nicht vergessen. So wende ich die Blicke vom Schweifen übers Meer zurück und suche wieder meinen Pfad, der nun am Strande sich sachte rückwärts biegt. Wandern, wandern, uraltes Los und ewige Lust der Deutschen! Wohl schlagen wir Wurzel im Lande und bleiben unserer Heimat treu; doch immer ist der Wandertrieb das Zeichen innerer, schöpferischer Unruhe und geistiger Neuland=Eroberung. Ueber die Wiesen schreitet mein Fuß. Die bunten Kühe stehen still und kauen schweigend. Dahinter nimmt das kleine Fischerdorf mich auf und ein kleines Gasthaus, rosenumrankt. Milch erlabt mich Müden. Und nachmittags kann der liebsten Frau die Hand die Ernte meiner Wanderstunden überreichen: den farbentrunkenen Inselstrauß, mit dem einen leuchtenden Blutstropfen, der nicht davongeflogen ist. Der setzt sich ihr auf ihren weißen Die Zeche bezamn— mit dem Großen Los. In einem Berliner Restaurant geschah neulich folgendes: Ein anständig gekleideter Herr stellte, nachdem er sein Mittagsmahl eingenommen hatte fest, daß er kein Geld bei sich hatte. Erbleichend gestand er dem Kellner, daß er nicht einen Pfennig in der Tasche habe, um die Rechnung zu begleichen. Der Kellner, ein wohlerzogener junger Mann, hatte Verständnis für die peinliche Situation des Gastes. Sehr höflich erwiderte er:„Machen Sie sich gar keine Sorgen, ich werde für Sie bezahlen.“ In diesem Augenblick erinnerte sich der Gast, daß er in seiner Rocktasche ein Lotterielos hatte. Selbstverständlich machte es der Gast dem höflichen Kellner zum Geschenk. Und nun geschah das Merkwürdige: Der neue Bischof von Hildesheim Prof. Dr. Josef Machens. Papstt Pius XI. hat den Professor des Priesterseminars in Hildesheim Dr. Josef Machens auf den verwaisten Bischofsstuhl von Hildesheim berufen. mit einem hohen Gegewonnenen Geld eröffnete ngsu das Lotterielos kam winn heraus. Mit dem der Kellner selbst ein Speiserestaurant. Tagelang suchte er nach dem unbekannten Gast, der ihm seinerzeit das Lotterielos schenkte. Um sich dankbar zu erweisen, will der glückliche Gewinner den Gast bis ans Ende seiner Tage kostenlos ernähren... Eine noch merkwürdigere Lotteriegeschichte trug sich letzthin in Oesterreich zu. In dem österreichischen Orte Erzberg hatte die Gastwirtin Burisch von fünf„glückverheißenden“ Nummern geträumt. Der Traum war ihr am anderen Morgen so gegenwärtig, daß sie sofort zum Lotterieeinnehmer ging und dort für 27 Schillinge Lotterielose kaufte. Diese„Verschwendungssucht“ seiner Frau behagte natürlich dem Ehemann nicht, der sich schlecht und recht druchs Leben schlagen mußte. Er ging seinerseits zu dem Lotterieeinnehmer und setzte es, ohne Wissen seiner Frau, durch, daß die Lotterienummern ungültig wurden. Tatsächlich behielt die hellseherische Gastwirtsfrau mit ihrem Traum recht: die Glücksnummer kam mit dem ansehnlichen Gewinn von beinahe 10000 Schillingen heraus— und das will in Oesterreich schon einiges bedeuten. Erst in dem Augenblick als sich der glückstrahlende Frau ihren Gewinn auszahlen lassen wollte, erfuhr sie von den Machenschaften ihres Mannes. So nahe glaubte sie sich dem Ziele, und so fern schien plötzlich das Glück gerückt zu sein. Die Gastwirtsfrau von Erzberg bekam Gemütsdepressionen und wollte schier am Leben verzweifeln. Trotzdem strengte sie wenigstens noch einen Prozeß gegen die Bundesverwaltung an und das Merkwürdige geschah: die hellseherische Gastwirtsfrau von Erzberg siegte. Der österreichische Finanzminister hat dieser Tage eine Verfügung getroffen, nach der die 10 000 Schillinge der Gastwirtin Burisch sogleich ausgezahlt werden sollen. Damit erledigt sich die Lotteriegeschichte zur Zufriedenheit aller. Nicht immer aber nimmt das Lotteriefieber einen so glücklichen Ausgang. De Sport Spori nen sich a schaue bekan & in de Bocht greich heitere Welt. Kundendienst. etwa in 1 Reni in 49 sprur länd blieb halb 3:50 6 Hür 15 6 es i Drei benachbarte Firmen in Aberdeen hatten sich zusammengetan und eine Katze angeschafft. Wegen der Mäuse. Und wegen der Tierliebe ließen sie reihum jeden dritten Tag für zwei Pence Fleischabfälle kommen. Das ging so einige Jahre, bis die Katze starb. Es wurde also ein Lehrling zum Fleischer gesandt, um das Fleisch abzubestellen. Zwei Tage später erschien der Fleischer selbst.„Meine Herren, ich mag ohne Ihre geschätzten Aufträge nicht leben. Hier ist eine neue Katze!“ Das kommt davon! Männelmann spaziert auf der Landstraße. Plötzlich sieht er einen Herrn am Straßenrand stehen, der eine Kurbel in der Hand hält und ganz entgeistert nach einer großen Eiche stiert. Auf dieser Eiche nämlich hängt— ein Kleinauto. „Wie kommt denn das Auto auf den Baum?“ fragt er jenen. „Ja,“ erwidert triste der Besitzer,„der Anlasser ging nicht, ich versuchte, den Wagen von vorne anzukurbeln, und da ist er eben von der Kurbel abgegangen!“ Schlüssiger Beweis. Leip Bezi mit Wej war Han nich Dre Reg lich Lai nal hat gut der M. Sie:„Und du behauptest, Du wärest nüchtern gewesen wie ein Stockfisch als du nach Hause kamst?“ Er:„Aber natürlich doch, wenn ich es dir sage.“ Sie:„Und wie erklärst du dann, daß du immer wieder versucht hast, den Schaum vom Gurgelglas zu blasen?" Kleiner Irrtum. Die angehende Greta Garbo war gerade in der kleinen Stadt eingetroffen, wo sie ihr erstes Engagement bei der Bühne anzutreten hatte. Leutselig unterhält sie sich mit dem Gepäckträger. Lobt die Stadt und die Umgebung und das Wetter und so.„Und sehen Sie, was für ein herrliches Abendrot!“—„Och nee, Fräulein,“ unterbricht sie der Mann,„das ja nu gerade nicht. Das ist nämlich unser Theater, das brennt.“ ARBEIT da De 9 sid 48 M ne di h er n fa 2 60 Montag, 2. Juli 1934 Deutsche Radsportsiege in Poris. Internationale Kämpfe in Berlin. Neuer Frouenrekord.- Borchmeyer läuft J0,3 Sek. Berlin, 1. Juli. Der SC Charlottenburg wartete gemeinsam mit der Sportvereinigung Allianz mit einem internationalen Sportfest auf, das Vertreter aus sieben Nationen am Start vereinigte. Bei schönem Wetter hatten sich auf der schönen Anlage in Eichkamp gut 10 000 Zuschauer eingefunden, die herrliche Kämpfe zu sehen bekamen. Eine besondere Delikatesse bildete der 100 m=Lauf, in dem der deutsche Doppelmeister BorchmeyerBochum die bestehende Weltrekordzeit von 10,3 Sek. erreichte, allerdings half hier ein leichter Rückenwind etwas mit. Der ungarische Rekordmann Sir mußte sich in 10,4 klar geschlagen bekennen. Ein taktisch kluges Rennen lief Hamann vom SV Allianz, der die 400 m in 49,3 vor dem Ungar Barsi mit mehreren Metern Vorsprung gewann. Ueber 1500 m fehlten leider die Ausländer, sodaß die deutschen Spitzenkönner unter sich blieben. Schaumburg=Mülheim übernahm nach halber Strecke die Führung und siegte unangefochten in 3:58,8 vor dem Wittenberger Böttcher und Dr. Peltzer. Einen ausländischen Sieg gab es über 110 m Hürden, das der Holländer Kaan in der guten Zeit von 15 Sekunden überlegen gewann. Eine Ueberraschung gab es im Speerwerfen. Der deutsche Rekordmann WeimannLeipzig fand zum ersten Male in diesem Jahre einen Bezwinger. Stoeck vom SC Charlottenburg schaffte mit 69,85 m seine bisher beste Leistung, während es Weimann diesmal nur auf 68,82 m brachte. Schwach waren die Leistungen wieder im Dreisprung und Hammerwerfen, wo wir an internationale Klasse noch nicht heranreichen. Gottlieb=Landau gewann den Dreisprung mit nur 14,01 m, und Meister MangRegensburg blieb im Hammerwerfen mit 44,55 m erheblich hinter seiner Bestleistung zurück. Der Höhepunkt des Tages war der 5000 mLauf, an dem die besten europäischen Leichtathleken teilnahmen. Der polnische Rekordmann Kusoczinski hatte sich seit einigen Tagen mit den Bahnverhältnissen gut vertraut gemacht und lieferte ein großes Rennen. Er lief seinen Gegnern einfach davon und siegte in der glänzenden Zeit von 14:46. Einen erbitterten Kampf um die Plätze lieferten sich der Däne Nielsen und der deutsche Meister Syring, aus dem der Däne mit einigen Metern im Endspurt erfolgreich hervorging. Einen zweiten Ausländersieg gab es im Kugelstoßen, das der polnische Rekordmann Heljasz mit 15,54 vor Douda=Prag 15,04 m und Sievert=Hamburg mit 14,91 gewann. Der deutsche Zehnkampfrekordmann entschädigte sich dafür im Diskuswerfen, wo er mit einem Wurf von 48,04 m aufwartete und den Prager Douda um fast fünf Meter schlug. Im Hochsprung bestätigte Weinkotz erneut seine gute Form und übersprang glatt 1,90 m, allerdings mußte er sich erst den Sieg im Stechen mit Bornhöft=Limbach erkämpfen. Rekordmann Wegener erreichte im Stabhochsprung die vier Metergrenze. Zum ersten Male wurde wieder nach langer Zeit ein neuer deutscher Rekord aufgestellt. Die mehrfache deutsche Meisterin Krause=Dresden durchlief die 200 m in 24,6 Sek. und kam damit dem Weltrekord der Polin Stella Walsh, die leider dem Start fernblieb, von 24,1 Sek. recht nahe. Der seit 1931 bestehende deutsche Rekord von Frl. Dollinger=Nürnberg mit 25,2 Sek. fand damit eine bedeutende Verbesserung. Der alte unverwüstliche Brauch siegte bei glühender Hitze in 2:47,59,1 im Marathon=Lauf vor Boß=SA=Sturm 23/5. Finnland schlägt Norwegen im Leichtathletik-Länderkampf. Hervorragende Leistungen der Finnen. Wiborg, 1. Juli. Im Leichtathelik=Länderkampf zwischen Finnland und Norwegen, den erwartungsgemäß die Finnen mit 108:65 Punkten überlegen gewannen, gab es einige bedeutende Leistungen. Von den insgesamt zum Austrag gekommenen 16 Wettbewerbern konnten die Norweger nur zwei gewinnen und zwar die 800 m durch Johannensen in 1:56 und im Weitsprung durch O. Berg mit 7,03 m. In den übrigen Konkurrenzen belegten die innen die ersten Plätze. Einen Doppelerfolg feierte rnei Strandvall über 100 m in 11 Sek. und über 400 m in 49,3 Sek. Die 1500 m holte sich Virtanen in 3:58 nur knapp gegen den Olympiasieger Lehtinen. Die 15 000 m gewann der Finne Askola. Die 10 000 m holte sich der Finne Saltinen in der guten Zeit von 31,02,2 vor dem Norweger Braathe. Der ausgezeichnete Mehrkämpfer A. Järvinen siegte über 400 m Hürden in 53,5. Im Hochsprung belegten Kotkas und Peräsalo mit je 1,94 m den ersten Platz im toten Rennen. Lindroth schaffte im Stab hochsprung genau 4 m. Im Speerwurf erzielte M. Jär vinen 75,62 und Lampi im Diskuswerfen 45,69 m. Die Schwedenstaffel gewann Finnland nach hartem Kampf in 2:01,8 nur mit Brustbreite gegen die sich tapfer wehrenden Norweger. Bei den amerikanischen Leichtathletik Mesterschaften erzielten auch diejenigen Athleten ausgezeichnete Leistungen, die bisher noch nicht an die große Oeffentlichkeit getreten waren. Im Kugelstoßen kam George Theodoratus mit 16,28 m weit über den alten Weltrekord. Jones Mottram warf den Speer 63,34 m weit, während Prongrarie die 800 Meter in 1:50,3 Minuten lief.— Im 5000 m=Gehen holte sich Hinkel in 22:56,8 Minuten den Titel. X Essen, 1. Juli. Im Junior=Vierer hatte der Kölner RV nichts zu befürchten und siegte vor dem WSV Düsseldorf mit vier Längen.— Im Hochschul=Vierer fertigte Westfalen Münster die RG Uni Bonn mit 1¼ Lg. ab. Der Ruder=Club= Saar=Saarbrücken lag zunächst mit„36Schlag in Führung, dann kamen die Essener stark auf und siegten schließlich mit 1½ Längen. Im Ersten Einer lieferte der Bremer Rolf Horn einen großen Kampf. Rolf Schneider=Köln und Georg SchmidEssen kamen im Endspurt mit dem Bremer nicht mit. Im Jubiläums=Achter lag zunächst der Düsseldorfer RV in Front, Etuf und Ruhrort arbeiten sich dann nach vorn und verwiesen die Düsseldorfer auf denschaft erzielte mit 6:29 Minuten die beste leit des Tages. Junior=Vierer: 1. Koblenzer RV 1977 7:24,3, 2. WSV Düsseldorf 7:38, 3. Essener RV(bei 1000 m aufgegeben). Hochschul=Vierer: 1. AK Westfalen Münster 7:34,2, 2. RG Universität Bonn 7:40. Vierer o. St.: 1. Etuf Essen 7:09,6, 2. RC Saar SaarSarbrücken 7:23. Vierer: 1. Bremer RV 1882 7:58,4, 2. Kölner CfW 8:07, 3. Etuf Essen 8:28,2 Jubiläums=Achter: 1. Etuf Essen 6:41, 2. RG Ruhrort 6:47, 3. Düsseldorfer RV 1880 6:47,2. B.=Jungmann=Vierer: 1. RC Hamm 7:46,3, 2. VfL Ver. Stahlwerke Dortmund 7:52, 3. WSV Letmathe 8:02 Olympiasieger Kusoczinski dritten Platz.— Den B=Jungmann=Vierer holte sich RC Hamm vor Dortmund und Letmathe.— Unangefochten siegte im Jungmann=Achter der Kölner Ruderverein von 1877 vor RG Ruhrort.— Im Ersten Vierer, Hindenburg=Vierer, zeigte die Mannschaft des Etuf ausgezeichnete Leistungen und schlug die Mannschaft von Saar Saarbrücken mit 2½ Längen. Der Baldeneysee=Achter wurde von dem Wassersportverein Krupp gewonnen, während sich den Ermunterungs=Vierer die Akad. RvG. Westfalen Münster sicherte.— Der Schluß=Vierer wurde eine Beute von dem Wassersportverein Duisburg, der die Mülheimer auf den zweiten Platz verwies. Der Clou des Tages war der Erste Achter, wo die Ruderriege des Essener Turn= und Fechtclubs und der Kölner Ruderverein von 1877 aufeinanderstießen. Vom Start weg entspann sich ein harter Kampf. Nachdem die Kölner zunächst die Führung übernommen hatten, kamen die Essener bald auf und verwiesen die Kölner auf den zweiten Platz. Die EtufmannJungmann=Achter: 1. Kölner RV 1877 6:30, 2. RG Ruhrort 7:02. Hindenburg=Vierer: 1. Etuf Essen 7:17, 2. RC Saar Saarbrücken 7:24. Klub=Vierer: 1. Etuf Essen 7:25,4, 2. RC Witten 7:32, 3. AK Westfalen Münster 7:39,4. Erster Doppelzweier: 1. RC Witten 7:52,3, 2. Etuf Essen 8:11,2, 3. Etuf Essen(erstes Boot) 8:11,8. Baldeney=Achter: 1. WSV Krupp Essen 6:42, 2. WSV Mülheim=Ruhr 6:42,2, 3. Düsseldorfer RV 1880 8:52. Ermunterungs=Vierer: 1. AK Westfalen Münster 7:37,6, 2. VfL Ver. Stahlwerke Dortmund 7:43,4, 3. RC Witten 7:46,8. Schluß=Vierer: 1. WSV Duisburg 7:30, 2. WSV Mülheim=Ruhr 7:30,2, 3.Neußer RV 7:40. Erster=Achter: 1. Etuf Essen 6:29,(beste Zeit des Tages), 2. Kölner RV 1877 6:31,3. Westfälische Frauenmeisterschaften. Bittner, Kirchhoff und Stoyke Doppelmeisterinnen. Dortmund, 1. Juli. Die ersten westfälischen Leichtathletik=Meisterschaften der Frauen wurden von den Sportfreunden 95 unter Leitung von Otto Sabel zur Durchführung gebracht. Die Teilnehmerzahl war gerade nicht besonders groß, doch waren die Könnerinnen ziemlich geschlossen zur Stelle. Der Besuch in der Kampfbahn„Rote Erde“ ließ allerdings sehr zu wünschen übrig. Vor Beginn der Kämpfe marschierten die Teilnehmerinnen in ihrem schmucken Dreß auf und nahmen mit den Fahnen des neuen Deutschlands und der Olympiaflagge vor der Tribüne Aufstellung. Der Sportbeauftragte Schäfer hielt dann eine kurze Ansprache. Die Meisterschaftskämpfe brachten besonders in den Wurfübungen sehr gute Leistungen. Frl. Kirchhoff aus Jöllenbeck scheint eine große deutsche Hoffnung zu Das Abzeichen für die Deutschen Kampfspiele 1934 in Nürnberg. Für die vom 23. bis 29. Juli in Nürnberg zum Austrag gelangenden Deutschen Kampfspiele 1934 wurde eine Reihe von eindrucksvollen Plaketten geschaffen. Oben die in Gold, Silber und Kupfer ausgeführte Siegermedaille nach dem Entwurf von Obersturmbannführer Glöckler, dem Führer des Fußballgaues Berlin. Unten rechts das Festabzeichen, das in Bernstein ausgeführt wird. Links die in Porzellan ausgeführte Erinnerungsgabe der Stadt Nürnberg an die Teilnehmer und Ehrengäste. sein, denn im Diskuswerfen erreichte sie 35 m und im Kugelstoßen kam die noch verbesserungsfähige Athletin über 12 m weit. Frl. Graul=Dortm. 95 schaffte im Speerwerfen fast 40 m. Das vielseitige Frl. StoykeTgde. Dortmund mußte sich in den Wurfkonkurrenzen mit Plätzen begnügen, holte sich dafür aber den Fünfkampf mit 233 Punkten. Sie sprang 1,32 m hoch und 4,79 m weit, warf den Speer 31,69 m, stieß 11,27 m Kugel und durchlief die 100 m in 14 Sekunden. Auch das Schleuderballwerfen wurde eine Beute von Frl. Stoyke. Im 100 m=Lauf schlug Frl. Bittner=Schalke 77 knapp die Wittenerin Holze, während die 200 m Frl. Prechtel=Minden in überlegener Manier gewann. Im 80 m=Hürdenlauf kam die springlebendige Baroperin Kuhn zum Sieg und Meisterschaft. Frl. Stoyke stürzte hier an der vorletzten Hürde. Die 4 X 100 m=Staffel wurde vom VfB Bielefeld knapp vor Sportfreunde 95 gewonnen. Ein Damen=Handballspiel zwischen Sportfreunde 95 Dortmund und Schalke 96 wurde von dem Westfalenmeister mit 6:1(3:0) überlegen gewonnen. 100 m=Lauf: 1. Bittner=Schalke 77 13,4 Sek., 2. Holze=TG Witten 13,5, 3. Derne=TV Unna 13,7. 200 m=Lauf: 1. Prechtel=DSC Minden 27,2, 2. Heitmann=VfB Bielefeld 28, 3, 3. Dern=TV Unna 28,5. 80 m Hürdenlauf: 1. Kuhn=TV Barop 13,6, 2. Münster=Schalke 96 14,6, 3. Höffken=TV Horst=Emscher 14,7 m. 4 X 100 m=Staffel: 1. VfB Bielefeld 55,2, 2. Sportfreunde 95 Dortmund 55,4, 3. Eintracht Dortm. 56,2. Speerwerfen: 1. Graul=Dortmund 95 39,22 m, 2. Stoyke=TG Dortmund 33,42, 3. Kirchhoff=TV Jöllenbeck 31,71 m. Kugelstoßen: 1. Kirchhorr=Jöllenbeck 12,28 m, 2. Stoyka=TG Dortmund 11,77, 3. Schnippering Dortmund 95 10,84 m. Schleuderball: 1. Stoyke=Dortmund TG 34,73, 2. Kirchhoff=Jöllenbeck 34,73, 3. Schnippering=Dortmund 95 32,84 m. Hochsprung: 1. Grebe=TV Hörde 1,40 m, 2. BittnerSchalke 77 1,40, 3. Holze=TG Witten 1,40, 4. Kuhn=TV Barop(durch Stechen entschieden). Weitsprung: 1. Bittner=Schalke 77 5,11 m, 2. Holze TG Witten 4,96, 3. Labuhn=VfB Biesefeld 4,94 m. Diskuswerfen: 1. Kirchhoff= Jöllenbeck 35 m, 2. Stoyke=TG Dortmund 32,68, 3. Hanisch=Viktoria Recklinghausen 32,28 m. Fünfkampf(bestehend aus Hochsprungo, Speerwerfen, Kugelstoßen, 100 m=Lauf und Weitsprung): 1. StoykeTG Dortmund 233 Pkt., 2. Schnippering 171 P., 3. KuhnTV Barop 152 P. 100 m=Lauf, Mädchen: 1. Heimbea=TV Eintracht Dortmund 14,1 Sek., 2. Pickull=Schalke 96 14,2, 3. MaagTV Eintracht Dortmund 14,5. 10 X 100 Meter=Staffel: 1. Spiel und Sport Schalke 96 2:23,8 Min., 2. TV Eintracht 1848 Dortm. 2:25,2, 3. Sportfreunde 95 Dortmund 2:26,1 Min. Dr. Georg Sydow Dr. Georg Sydow, jahrelang zweiter Vorsitzender des Deutschen Ruderverbandes, Mitglied des Vorstandes des Deutschen Reichsausschusses für Leibesübungen und Mitglied des Regatta=Ausschusses des Berliner RegattaVereins, ist auf einer Erholungsreise in Madeira gestorben. Uebervaschungssieg in der 20 km=Gehermeisterschaft. Kabrede=Dülmen Westfalenmeister. Dortmund, 1. Juli. Der Dortmunder Athletik=Klub, der von jeher den Langstreckenlauf und Gehsport gepflegt und gefördert hat, brachte am Sonntag vormittag bei gutem Sportwetter die westfälische Gehermeisterschaft über 20 km zur Abwicklung. Die Vorbereitungen waren gut getroffen. Die Strecke, die vom Sportplatz Magerviehhof durch Evinger=, Ufer=, Lindenhorster=, Ellinghauser=, Mengeder=, Schul=, Castroper=, Hansemann=, Haberland=, Bodelschwingher=, Mengeder=, Wenge=, Franzius=, Mallinckrodt=, Schützenstraße, durch den Fredenbaumwald zum Sportplatz Magerviehhof, wo noch eine Schlußrunde zu laufen war, führte, war in gutem Zustand und von vielen Schaulustigen umlagert. Der Wettbewerb, an dem sich 40 Geher aus fast allen größeren Orten des Westfalenlandes beteiligten, nahm einen spannenden Verlauf. Der Mindener Reichswehrsoldat Herberg ging mit der Spitze ab, während der favorisierte Dortmunder Niemann anfangs bummelte und weit zurücklag. Beim 16. km führte der Mindener immer noch, doch hatte sich inzwischen der junge Dülmener Kabrede, der wegen Motorradschadens beinahe den Start überhaupt versäumt hätte, immer mehr vorgeschoben. Auch Niemann hatte gehörig Terrain gewonnen, kam bis auf 100 m an die Spitze heran, fiel aber zum Schluß wieder ab. Die Meisterschaft lag dann nur zwischen Herberg und Kabrede. Beim Erscheinen auf dem Sportplatz hatte der Dülmener bereits den Mindener überholt, dessen Endspurt nicht mehr ausreichte, um den Ueberraschungssieger und ersten westfälischen Gehermeister zu gefährden. Der älteste Teilnehmer war Kämper(Börnig), der trotz seiner 44 Jahre einen guten Mittelplatz belegte und manchem jüngeren Konkurrenten Fersengeld gab. Fast alle Teilnehmer erreichten wieder das Ziel. Den Mannschafts=Wettbewero gewann erwartungsgemäß der Dortmunder AthletikKlub mit der Mannschaft Niemann, Koppmeier und Byck vor dem BV Heide=Oldendorf. Der Militärsportverein„Hindenburg“ Minden konnte nicht gewertet werden, da der dritte Mann, Mesch, aufgegeben hatte. Ergebnis: 1. H. Kabrede=VfL Dülmen 1:57,00, 2. Herberg=Hindenburg=Minden 1:57:30, 3. Hinz=Arminia Bielefeld 1:58:10, 4. Niemann=DAK=Dortmund 1:59:15, 5. Gülicher=VfB Altena 2:01:30, 6. Koppmeier=DAK, 2:01:32, 7. Brune=Arminia=Gütersloh 2:01,54, 8. RiffDortmund 2:04:00, 9. Uthoff=BV Heide=Oldendorf 2:04:55, 10. Heinrichs=Hindenburg=Minden 2:05:26. Mannschafts=Wettbewerb: 1. DAK Dortmund, 26 P., 2. BV Heide=Oldendorf. Um den„Adolf Hitler=Pokal". Bayern und Südwest Sieger der Vorrunde. Kehraus im Pußball. Der erste Juli=Sonntag war noch für Fußball freigegeben. Die Witterung hatte sich gegenüber dem Vorsonntag merklich abgekühlt. Wenn trotzdem die Leistungen hie und da nicht den Erwartungen entsprachen, so ist dies zum großen Teil darauf zurückzuführen, daß wir eben am Ende der Saison stehen und die Spieler der Ruhe bedürfen. Ebenso spielmüde ist das Publikum, das sich für etwas anderes als Fußball zu interessieren beginnt. Sechs Wochen Fußballruhe. An den Vereinen liegt es, diese Zeit zu nützen d. h. ihre Leute durch abwechselungsreichen Ergänzungssport derart zu fördern, daß die neue Saison mit frischer Kraft und neuem Mut begonnen werden kann. Sonnabend: SV Hattingen 04— MBV Linden 2:7. SC Dahlhausen— Sportfreunde=VfL Essen 3:1. Union Gelsenkirchen— SV Rotthausen 1:2. SC Silschede— Westfalia Herne 2:4. SV Altenseelbach— SV Neunkirchen 6:3. Germania Mudersbach— Viktoria Neunkirchen 3:2. Sonntag: BV Brambauer— Westfalia Ahlen 4:0. Castrop 02— Castrop 1911 4:2. Alemannia Dortmund— Sportfr. 95 Dortmund 4:2. DSC Hagen— SSV Elberfeld 3:1. VfB Brügge— Preußen Bochum 5:3. SV Rotthausen— Kray 04 1:3. VfB Bielefeld— SV Meiderich 4:1. Arminia Bielefeld— Saar 05 Saarbrücken 2:0. SV Holzhausen— SV Neunkirchen 2:5. SV Stiepel 04— Germania Bochum 3:0. Saxonia Münster— SV Sulzbach 1:1. BfL Benrath- Sovg. Herten 6:2. Rasselnberg spielte mit. Der internationale Halblinke des Niederrheinmeisters, VfL Benrath, Rasselnberg, wirkte nach mehrmonatiger Pause am Samstag erstmalig wieder in seiner Vereinself mit. Er konnte sich war im Kampf um den Ball noch nicht restlos einsetzen, zeigte aber, daß es schon wieder ganz gut geht. Irgendwelche Folgen seiner alten Verletzung traten nicht auf, weshalb man hoffen darf, daß Rasselnberg nach Beendigung der soeben eingesetzten Sommerpause wieder seine alte Form errecht haben wird. Die Benrather spielten gegen die Spogg. Herten ständig überlegen und siegten auch verdient mit 6:2(3:0). Stoffels, Rasselnberg und Hohmann sorgten bereits für einen ausreichenden Vorsprung, den Hohmann und Leonhard nach der Pause, als die Gäste etwas aufgekommen waren, noch auf 6:2 ausdehnten, wobei Hohmann noch zweimal ins Schwarze traf. Von den Gästen gefielen Linksaußen, Torwart und rechter Läufer noch am besten. Die beiden Vorrundenspiele um den„Adolf HitlerPokal“ im Fußball zwischen Südwest und Westfalen bezw. Bayern gegen Württemberg wurden am ersten Julisonntag nachgeholt.— Während am ersten Spielsonntag der Niederrheingau und Mittelrhein glänzend abschnitten und Ostpreußen und Brandenburg 4:0 bezw. 3:0 besiegten, verlor Westfalen am Sonntag gegen Südwest mit 1:3 und schied damit aus.— In Stuttgart fiel der Sieg erwartungsgemäß an die Bayern, die die Württemberger Elf sicher mit 4:1(1:0) hinter sich ließen. Südwest- Westfalen 3:1. Saarbrücken, 1. Juli. Während die Gäste in der vorgesehenen Aufstellung antraten, hatten die„Südwestler“ noch in letzter Minute den schwedischen Verteidiger Johannesson eingestellt, der sich in der neuen Umgebung aber nicht zurechtfinden konnte. Die besten Leute der Einheimischen waren Hergert als Mittelläufer, der den ziemlich verhalten spielenden Szepan weit übertraf, und der Mittelstürmer Conen, der trotz schärfster Bewachung durch Szepan sich immer wieder durchzusetzen verstand. Gut war auch noch der Rechtsaußen Fath, der dem kleinen Tibulski von Schalke immer schwer zu schaffen machte. Bei den Westfalen, die bei weitem nicht die erwartete Leistung zeigten, wußten in erster Linie Tibulski als rechter Läufer und die beiden Verteidiger zu gefallen. Der Sturm spielte im Felde recht gut zusammen, doch vor dem Tore ließ er es an der erforderlichen Entschlußkraft vermissen. Kalwitzki war hier noch der Beste. In der zweiten Spielhälfte nahm man ihn denn in der Mitte, was sich sehr vorteilhaft auswirkte. Kalwitzki war es auch, der den Ehrentreffer der Westfalen schoß. Der Gau Südwest kam in der 25. Minute zum ersten Treffer. Eine abgewehrte Ecke kam zu dem linken Läufer Tiefel, der aus dem Hinterhalt unhaltbar einschoß. Schon zehn Minuten später lagen dann die Westfalen mit 0:2 im Rückstand. Tibulski hatte den gefährlichen Rechtsaußen Fath einen Augenblick unbewacht gelassen und schon war das Unglück passiert. Dann kamen zwar die Westfalen etwas auf, ohne jedoch das Tor der Einheimischen ernstlich gefährden zu können. An dem 2:0=Stande wurde bis zum Seitenwechsel nichts mehr geändert. Bereits fünf Minuten nach der Pause war dann Westfalen endgültig geschlagen. Der bekannte Mittelstürmer Conen aus Saarbrücken war einer Steilvorlage nachgesetzt, der letzte noch vor ihm stehende Verteidiger wurde geschickt umspielt und schon hieß es 3:0. Die Gäste rafften sich dann mächtig auf, sie gestalteten das Spiel leicht überlegen und kamen in der 17. Minute durch den in die genommenen Kalwitzki zum ersten Gegentreffer, der gleichzeitig das Ehrentor bedeuten sollte. Trotz leichter Ueberlegenheit bis zum Schluß konnten die Westfalen weitere Erfolge nicht anbringen(Der Gedanke, in der westfälischen Mannschaft Spieler von Schalke mitwirken zu lassen, war ganz gut. Wenn man jedoch bedenkt, was diese Spieler seit Sonntag hinter sich haben, dann war nicht viel zu erhoffen. D. Red.) Württemberg- Bayern 1:4. Stuttgart, 1. Juli. Die Bayern gewannen auf Grund der besseren Stürmerleistungen. Die Württemberger hatten in dem Schlußmann Keck=Ulm einen schwachen Mann. Den einzigen Treffer bis zur Pause schoß Friedel ein. Bald nach Wiederbeginn waren Eiberger und Schmitt erfolgreich und erst dann fiel durch den Mittelstürmer der einzige Gegentreffer der Württemberger. Nachdem Jakob einen Elfmeter in glänzender Weise gehalten hatte, stellte Friedel mit einem Treffer das Schlußergebnis her. Gau Niedersachsen- Sun Mintelrhein 3:3. Bremen, 1. Juli. Die Mittelrheinleute kamen kurz hintereinander zu zwei Toren, die von Elbern und Mark unhaltbar eingesandt wurden. In der 15. Minute holten die Norddeutschen ein Tor durch Tibulski auf, der einen Foul=Elfmeter verwandelte. Nach dem Wechsel kamen die Niedersachsen besser ins Spiel. Der Sturm trug zahlreiche gefährliche Angriffe vor, während die Hintermannschaft nicht immer gefallen konnte. In der fünften Minute fiel der Ausgleich durch den rechten Läufer Niedersachsens Freytag, der aus dem Hintergrund plötzlich startete und die westdeutsche Verteidigung überrumpelte. Die Norddeutschen konnten sich nicht lange des Ausgleichs erfreuen, denn wenig später konnte die Mittelrheinelf durch einen von Knoppe schön verwandelten Handelfmeter erneut in Führung gehen. Es sah schon nach einem Sieg der Westdeutschen aus, als kurz vor Schluß der niedersächsische Halbrechte Garske das Leder gut zu fassen bekam und zum Ausgleich einsandte. Das 3:3 wird dem Spielverlauf gerecht, * Fußballänderkampf Schweven- Norwegen 3:3. Stockholm, 1. Juli. In Stockholm standen sich am Sonntag die Nationalmannschaften von Schweden und Norwegen im alljährlichen Fußball=Länderkampf gegenüber. Die Gäste konnten den Schweden mit 3:3 ein Unentschieden abtrotzen. Bemerkenswert ist, daß die Norweger bis zur Pause mit 3:2 in Führung lagen. Deutsche Zwei deutsche Grand=Prixsieger in Paris. Kampfspiel=MeisterschaftsZwischenrunde. Handball. Die Westfalen knapp geschlagen. In Mannheim unterlag die Mannschaft von Südwest am Samstag gegen Baden mit nicht weniger als 4:10 Toren, nachdem die Badenser bei der Pause mit 5:3 in Führung gelegen hatten. Im Treffen Gau Mitte gegen Niedersachen fielen nicht weniger als 23 Tore. Nach Verlängerung siegte schließlich Mitteldeutschland mit 13:10 Treffern. In Hamburg lieferten sich Nordmark und Westfalen einen harten Kampf. Bei der Pause stand die Begegnung noch unentschieden 5:5. Glücklich mit 8:7 Toren behielten schließlich die Nordmärker die Oberhand.— In Leipzig siegten die Sachsen über die Schlesier ganz überlegen mit 15:8(9:1). Die Ergebnisse: Nordmark— Westfalen 8:7. Bis zur Pause lieferten die Gäste dem Gegner einen durchaus offenen Kampf, was sich auch in dem Halbzeitergebnis von 5:5 wiederspiegelt. Nach dem Wechsel wurde der Kampf mit der gleichen Erbitterung fortgeführt, und nur mit viel Glück konnten die Nordmärker schließlich zum Siege kommen. Südwest— Baden 4:10. Mitte— Niedersachsen 13:10(nach Verlängerung). Sachsen— Schlesien 15:8. Junioren=Tennis=Meisterschaften. Weimar, 1. Juli. Paris, 1. Juli. War den deutschen Automobilrennfahrern im Großen Preis von Frankreich kein Erfolg beschieden, so überrascht der Sieg der deutschen Fahrer im„Grand Prix". Nicht nur Albert Richter, der bereits im Jahre 1932 bei den Amateuren den Sieg davongetragen hatte, schlug die Elite der europäischen Berufsfahrer, sondern auch Toni Merkens=Köln erwies sich bei den Amateuren als Bester, so daß Deutschland alle beiden Rennen mit Beschlag belegte. 20 000 Zuschauer jubelten den beiden Deutschen auf der Ehrenrunde zu. Albert Richter gewann im Zwischenlauf sicher gegen Faucheux, während Engel durch Michard geschlagen wurde. Auf der anderen Seite setzten sich Scherens und Gerardin gegen Jezo bezw. Falk Hansen durch. In dem Halbfinale trafen Richter und Michard bezw. Gerardin und Scherens zusammen. Der Deutsche fertigte seinen Gegner überlegen ab, während Gerardin den Belgier Scherens nur um Reifenstärke schlagen konnte. Im Schlußfinale trafen nun Richter und Gerardin aufeinander. Den ersten Lauf gewann der Deutsche nach hartem Kampf mit einer halben Länge, um dann im zweiten Lauf noch überlegener mit eineinhalb Längen zu gewinnen. In überlegener Manier fertigte auch der Kölner Toni Merkens seine Gegner im Preis der Amateure ab, wo der Holländer van der Linden und der Franzose Lenté seine Gegner waren. Mit machtvollem Angriff ging Merkens eingangs der Kurve los und ließ mit eineinhalb Längen van der Linden und Lenté hinter sich. Postler mit 27 Punkten und 76,3 km. Im MannschaftsOmnium siegten Wengler=Schneider. Die Ergebnisse: Zweistunden=Mannschaftsrennen: 1. Gayk=Postler 27 Pkt. 76,3 km., 2. Klemme=Kranz 1 P., 3. Wilde=Neudörfer 17 P. und eine Runde zurück; 4. Kurzawa=Heyen 12 P., 5. Kretschmar=Viehmeyer 10 P. Mannschafts=Omnium: 1. Wengler=Schneider 11 P.; 2. Niermann=Markuse 10 P.; 3. Kretschmar=Viehmeyer 4 P., 4. Gayk=Postler 1 P. Krewer in Halle siegreich. Halle, 1. Juli. Zu dem Dauerrennen am Sonntag in Halle hatten sich über 6500 Zuschauer eingefunden die spannende Rennen zu sehen bekamen. Den ersten Lauf über 30 km aewann der Kölner Krewer sicher gegen Neustedt, Im Lauf über 70 km war Krewer nicht zu schlagen und siegte überlegen vor Wambst und Prieto, so daß der Gesamtsieg des Kölners nie gefährdet war. In einem Rennen der Nachwuchsfahrer triumphierte der Hallenser Horn. Die Teilnehmer am Großen Preis Krewer, Wambst, Suter, Prieto und Neustedt werden am Mittwochabend ein Dauerrennen ausfahren, dessen Reinertrag den in Halle so schwer gestürzten Dederichs zufließen wird. Metze in Lyon. Eine gute Leistung vollbrachte der deutsche Steher Metze=Dortmund bei den Dauerrennen in Lyon. Das insgesamt über 100 km führende Rennen wurde zwar eine Beute des Weltmeisters Laquehaye im Gesamtergebnis mit 5 Punkten, jedoch belegte Metze mit 7 Punkten einen achtbaren zweiten Platz vor dem Engländer Grant(13) und dem Italiener Manera(15 Punkte). Deutscher Wasserballsieg. Im Finale der Herren gab es eine Ueberraschung. Der Berliner Götsch mußte von Hildebrandt mit 6:2, 5:7, 1:6 eine Niederlage einstecken. Ebenfalls in drei Sätzen wurde das Dameneinzel zwischen den Berlinerinnen Buderus und Buja, das erste mit 6:2, 3:6, 6:1 gewann, entschieden. Das Herrendoppel wurde eine Beute der Berliner Beuthner=Rosenthal die mit 7:5, 3:6, 6:2 über Gilgert=Götsch siegten. Amateur=Radrennen in Bielefeld. Bielefeld, 1. JuliIm Mittelpunkt des Programms stand ein Zweistunden=Mannschaftsrennen nach Sechstageart, das von dreizehn Paaren bestritten wurde. Das Rennen war reich an Zwischenfällen, jedoch verliefen die recht bös aussehenden Stürze alle glimpflich. Vier Mannschaften schieden vorzeitig aus. Den Sieg holten sich GaykGroßer Motorradpreis von Deutschland. Hohenstein, 1. Juli. Der Große Preis von Deutschland für Motorräder wurde am Sonntag zum ersten Male auf der 8,7 km langen Rennstrecke bei Hohenstein Ernstthal in der Nähe von Chemnitz ausgefahren. Die Strecke war auf beiden Seiten von Zuschauern dicht besetzt. Infolge der großen Teilnehmerzahl aus zehn Nationen mußten die Rennen in zwei Abteilungen gefahren werden. Morgens um 8 Uhr wurden die kleinen Maschinen bis 250 und 350 ccm auf die Reise geschickt und mittags begann das Rennen der ½ Liter Maschinen. In den beiden kleinsten Klassen gewannen die Engländer Simson auf Nort und sein Landsmann Nott auf Husqvarna. Die sieggewohnten DKW=Fahrer Geiß und Winkler mußten eine Niederlage einstecken. Ziemlich groß waren die Ausfälle. Von 29 bezw. 27 Gestarteten erreichten nur jedesmal vier Fahrer das Ziel. Der Spanier Aranda auf Velocette mußte mit einem Unterschenkelbruch ins Krankenhaus eingeliefert werden. Ergebnis: Großer Preis von Deutschland für Motorräder: Klasse bis 250 ccm: 1. Tyrell Smith=England auf Rudge in 3:59,38,3(109,2 Stdkm); 2. Geiß Zschopau DKW in 4:02,50,4(107,8 Stdkm); 3. Winkler Chemnitz auf DKW in 4:03,12,4(107,6 Stdkm); 4. Schön Frankfurt auf Bücker Jap in 4:19,35,2. Klasse bis 350 cem: 1. Simson=England auf Norton in 3:42,27,3(117,6 Stdkm); 2. Nott England auf Husqvarna in 3:42,45(117,5 Stdkm); 3. Schanz Ebersleben Imperia Python in 4:00,59(108,6 Stdkm); 4. MüllerDeutschland auf Viktoria=Cap in 4:06,21,1(106,2 Stdkm). Sieger im Großen Preis. Todesstürze. Chemnitz, 1. Juli. Der Große Motorradpreis von Deutschland endete in der ½ Liter=Klasse mit einem Sieg des Nürnbergers Ley auf DKW. Der Nürnberger Ley fuhr mit 118,2 Std.Klm. zugleich die beste Zeit des Tages. Der Schwede Sunnquvist auf Husquarna belegte den zweiten Platz mit einem Stundenmittel von 113,9 Stdkm. vor dem Deutschen Heinrich auf Rudge. Als das Zeichen zum Start gegeben war, ging der favorisierte Rusk, der schon beim Training 126 Stdkm gefahren hatte, vor dem Deutschen Ley in Front. Aber schon in der vierten Runde gab der Engländer wegen Maschinenschaden auf. Bis zur zehnten Runde führte Demuyter auf dem größten Teil des Weges vor Ley und Sunnquvist. Nach 15 Runden waren 16 Fahrer ausgeschieden. In der 27. Runde kam der Führende jedoch zu Fall und mußte mit einem Unterschenkelbruch ins Krankenhaus eingeliefert werden. Ley gelang es dabei, die Spitze an sich zu reißen und mit 4:12 fuhr er gleichzeitig die beste Zeit des Tages. Als Ley in der 34. Runde zum zweiten Male tanken mußte, büßte er auch diesmal die Spitze nicht ein. Die Ausfälle waren hier genau so groß wie bei der„Kleinen“. Die Deutschen Soenius und Rüttchen mußten vorzeitig die Waffen strecken, während von den Ausländern der Engländer Stanley Woods, die Schweizer Bizzozere und Cordey, Meretti=Italien, Brooke=Frankreich und Soerensen=Dänemark nicht antraten. Von den zahlreichen Stürzen verliefen leider zwei tödlich. Der Belgier Noir auf NFN erlitt einen Schädelbruch und erlag dieser schweren Verletzung, ebenso wie der Schwede Gunnar Kalén, der aus der Kurve getragen wurde und gegen einen Baum prallte. Die Ergebnisse: 1. Ley=Nürnberg auf DKW in 3:41,27,4(118,2 Stdkm), beste Zeit des Tages. 2. Sunnquvist=Schweden auf Husquarna in 3:49,45,1 (113,9 Stdkm). 3. Heinrich=Deutschland auf Rudge in 4:04,58,2(106,8 Stdkm). 4. Falk=Oesterreich AJS in 4:10,14(104,6 Stdkm.). Chiron gewinnt den„Grand Prix". Paris, 1. Juli. Der über 500 km führende Große Preis des AC von Frankreich auf der 30 km südlich von Paris liegenden Rennbahn Linas Montlhery hat mit einem großen italienischen Sieg geendet. Chiron, Varzi und Moll, die drei italienischen Alfa=Wagen, überfuhren in dieser Reihenfolge das Zielband. Moll hatte auf dem letzten Teil der Strecke Graf Trossi abgelöst. Von den deutschen Fahrern, die sich groß schlugen, aber an den ungewohnten Bahnverhältnissen scheiterten, hielt sich Stuck auf Auto=Union am besten. Bis zur Hälfte der Distanz lag er an dritter Stelle, nachdem er einige Zeit vorher die Spitze inne hatte. In der 32. Runde trat ein Schaden an der Wasserpumpenkurbel auf, sodaß er weit zurückfiel und das Rennen beendete. Auf der Ehrentribüne bemerkte man neben dem deutschen Botschafter Dr. Köster auch Obergruppenführer Hühnlein. Die Zeit des Siegers betrug 3:39,14,6, was einem Stundenmittel von 136,881 km entspricht. Ergebnis: t auf Alfa 5:39,14,6(136,881 Stdkm); Varzi Alfa 3:42,31,9(134,859 Stdkm); 3. Moll Al 3:43.23.8(134.337 Stdkm): 4. Benoist auf Bugatti. Schwimmen in Düsseldorf. 4 mal 200 m Kraulstaffel: 1. Bremischer SV. 10:06 Min.; 2. Düsseldorf 09 10:42,8 Min.; 3. Sparta Köln 11:11,1 Min.(Magdeburg 96 in 10:03,2 Min. wegen Behinderung distanziert). 200 m Brust für Damen: 1. Frl. Martha Genenger=Krefeld 3:07,7 Min.; 2. Claire Dreyer=Düsseldorf 98 3:13 Min.; 3. Frl. Wollschläger=Duisburger DSV 3:20 Minuten. Lagenstaffel(100, 200, 100 m): 1. Gladbeck 13 5:18,3 Min.; 2. Bremischer SV 5:24,4 Min.; 3. Aachen 06 5:24,5 Min. 100 m Rücken für Damen: 1. Frl. Anni StolteDüsseldorf 98 1:23,6 Min.(neue deutsche Freiwasserbestzeit); 2. Frl. Rupke=Ohligs 1:28,2 Min.; 3. E. SasserathDüsseldorf 98 1:33,5 Min. 4 mal 100 m Kraul für Herren: 1. Bremischer SC 4:16,8 Min.; 2. Magdeburg 96 4:19,8 Min., 3. Aachen 06 4:29,6 Min. Wasserball=Länderkampf: Deutschland— Holland 7:3. Schlußtag im Nachener Turnier. Aachen, 1. Juli. Der Schlußtag des 10. Internationalen Reitturniers in Aachen gestaltete sich noch einmal zu einem großen Erfolg. Bei prächtigem Wetter war ein Massenbesuch zu verzeichnen, wie man ihn sonst nur bei ganz großen Ereignissen erlebt hat. Besonders eindrucksvoll war neben den beiden Hauptprüfungen der Aufmarsch der Nationen auf dem festlich geschmückten Turnierplatz. Im Jagdspringen um den Preis des Reichswehrministers kamen Polens Reiter durch Hauptmann Rucinski auf Moskal zum Siege; allerdings war ein zweimaliger Stichkampf notwendig, ehe die Entscheiduna fiel. Außer Moskal traten noch der Hamburger Springderbysieger Nanuk unter Frau von Opel zum Schlußkampf an, ferner Olaf unter Oblt. Hasse sowie die beiden Italiener Pegaso unter Obst. Bersarelli und Norgila unter Lt. Gutierz. Nanuk sprang als einziger die auf 2 m erhöhte Mauer, versah sich jedoch am Orter und damit war für ihn das Springen verloren, denn Moskal riß nur mit den Hinterbeinen an der Mauer, zog sich nur zwei Fehler zu, während alle übrigen Pferde des Stechens sich mit vier Fehlern in den zweiten Platz teilen mußten. Tennis=Weltmeisterschaft in Wimbledon. letzten Acht. London, 30. Juni. Nach den Sonnabendspielen in Wimbledon stehen nunmehr die letzten Acht bei den Herren und Damen fest. Es sind dies bei den Herren Crawford, Steefen, Austin, Shields, Perry, Lott, Kirby und Wood. Kirby antrat, hatte er noch unter den der Krankheit zu leiden. Er wurde in vier Sätzen m 6:2. 2:6, 6:4, 6:2 geschlagen. Kleinschroth, der Führer de deutschen Mannschaft, mußte von Cramm nach jeder Spiel ein Glas kalten Tees reichen. Bei den Damen Round Payot, Palfrey, Mathie Jacobs, Außem, Hartigan und Scriven. om Gemischten Doppel schied die mit der Australier Trunball gepaarte Kölnerin Cilly Außer gegen das englische Paar Ingram=Olliff aus. In den Trostrundenspielen gab es durDenker und Henkel zwei deutsche Erfolge. Der Sport im Münsterland. Der letzte fußballsonntag. Vorwärts Gronau— Bockum=Hövel 1:0. Zum Saisonschluß hatte Vorwärts Gronau die BockumHöveler zu Gast. Der Platzverein zeigte infolge des am Samstag gegen Schüttorf 09 ausgetragenen Kampfes Ermüdungserscheinungen, konnte aber trotzdem mit dem knappen Ergebnis von 1:0 Sieger bleiben. Das einzige Tor des Tages fiel zehn Minuten nach Spielanfang durch Halbrechts. Vorwärts Gronau— Schüttorf 09 4:3. Zu diesem Spiel traten die Gronauer nicht in stärkster Besetzung an, so daß der knappe Sieg keine Ueberraschung gegen den klassenniederen Gegner darstellt. SpV. Emsdetten— Rheine 09 2:4(0:1). Zum letzten Spiel vor der Sommerpause weilte bei den Emsdettenern Rheine 09 zu Gast. Es gab zwei verschiedene Halbzeiten. In der Treffen beiderseits nur Tor fiel hier durch halbrechte in der 2. a eldem Seitenwechsel war der Kampfverlauf entschieden spanCiender. Vor allem überraschte die Schnelligkeit des Spielgeschehens. Rheine kam noch zu drei weiteren Toren, denen die Gastgeber nur zwei Tore entgegenzusetzen hatten, so daß der verdiente Sieg den Gästen zufiel. Concordia Gronau— Tus Ahaus 1:3(1:1). Tus Ahaus hatte die Reise nach Gronau angetreten und kehrte nach schönem Spiel mit einem Siege zurück, der den gezeigten Leistungen gerecht wurde. Gronau ging durch Halblinks in Führung, mußte sich aber noch vor der Pause vom Mittelstürmer der Platzbesitzer den Ausgleich — gefallen lassen. War der Verlauf des Treffens bis zur Pause noch ausgeglichen, so mußte nach dem Wechsel Concordia doch die Ueberlegenheit der Platzherren anerkennen, die durch Halbrechts und Linksaußen den Sieg sicherstellen konnten. Wacker Ahlen— DIK. Sulzbach(Saar) 1:3(Samstag). DIK. Saxonia Münster— DIK. Sulzbach(Saar) 1:1(1:1). DIK. Saxonia Alte Herren— DIK. Clarholz 1. 2:2. VfL. Vreden— Tus Borken 3:2. VfL. Vreden 2.— Tus Borken 2. 3:2. 3. Coesfelder Kampfspiele. + Coesfeld, 1. Juli. 4X100=Meter=Staffel: 1. SpV. Herten 47,5 Sekungen. 2. Tus Coesfeld, 48 Sekunden. Schwedenstaffel: 1. SpV. Herten, 2,13 Min. 2. VfL. Dülmen 2,14 Min. Weitsprung: 1. Eickhoff. VfL. Dülmen, 5,87 Meter. 2. Rappke, Vikt. Recklinghausen. 5.75 Meter. Kugelstoßen: 1. Scheinig, Rasensp. Coesfeld, 10,98 Meter. 2. Weiß, Münster 08, 10,30 Meter. Diskuswerfen: 1. Schmidts, Münster 08, 37,20 Meter. 2. Cherouny, Rasensp. Coesfeld, 30 Meter. Speerwerfen: 1. Gritsch, Münster 08, 46,70 Meter. 2. Eilting, Bor. Rheine, 43,30 Meter. Vor einer Umgruppierung im Bezirk Münster. Auf Veranlassung des Gauhandballfachwartes findet August eine Tagung der Bezirkshandballfachwarte im statt, auf der die Entscheidungen über die Umgruppierung und Zuteilung getroffen werden sollen. Bekanntlich gingen Anregungen über eine andere Einteilung von den Bezirksklassenvereinen in Ahlen aus, die aus finanziellen Gründen eine Eingliederung in den Bezirk Arnsberg wünschten. Im Verein mit der Leitung der Deutschen Turnerschaft wird eine endgültige Klärung dieser Fragen geschaffen werden. Im Bezirk Münster waren in der verflossenen Meisterschaftssaison 135 Mannschaften angemeldet. Die Neueinteilung in der Bezirksklasse wird so gehandhabt, daß BV. Ahlen und Wassersport Ahlen künftig zum Kreis Hamm gehören werden. Dann würde die Bezirksklasse Münster folgende Vereine aufweisen: Münster 08, Vorwärts Gronau, Hansa Münster, Preußen Münster, Münster 62 und dazu als Aufstiegsmannschaft Rheine 09. Aus der Bezirksklasse Münster abgestiegen sind der TV. Ibbenbüren und dere TB. Burgsteinfürt. Da aber die Stärke der Bezirksklasse Münster auf acht Vereine gehoben werden soll, sind zwischen den drei Vereinen Saxonia Münster, Concordia Gronau und TV. Lengerich noch Ausscheidungsspiele erforderlich, um zwei weitere Mannschaften für den Aufstieg ausfindig zu machen. Bei dieser Neugestaltung ergibt sich, daß die weiten Fahrten aus dem Kreise Beckum in Zukunft fortfallen. Araberfürst als Starter. „Tug der deutschen Kraftfahrt". Die 2000 km=Fahrt durch Deutschland. funden. Die gemeldeten Polizei= und Reichswehrsportvereine, sowie verschiedene andere Leichtathleten konnten wegen plötzlicher dienstlicher Verhinderung nicht teilnehmen. Trotzdem sah man harte Kämpfe und recht ansprechende Leistungen. Den Löwenanteil sicherten sich die münsterischen Großvereine. Klasse 1. 100=Meter=Lauf: 1. Pietrus, Viktoria Recklinghausen, 10,9 Sek. 2. Lienecke, Preußen Münster, 11 Sek. 200=Meter=Lauf: 1. Reuter, Pr. Münster, 22,5 Sek. 2. Lienecke, Pr. Münster, 22,9 Sek. 400=Meter=Lauf: 1. Schmitz, Münster 08, 54,0 Sek. 2. Schmitt, Borussia Rheine, 56 Sek. 800=Meter=Lauf: 1. Schmitt, Bor. Rheine, 2,06,07 Min. 2. Remy, Pr. Münster, 2,06,09 Min. 4X100=Meter=Staffel: 1. Münster 08. 46,4 Sekunden. 2. Preußen Münster, 46,4 Sek., Handbreite zurück. Schwedenstaffel: 1. Münster 08, 2,09 Min. 2. Pr. Münster, 2,09,03 Min. Weitsprung: 1. Pietrus, Viktoria Recklinghausen, 6,84 Meter. 2. Fritzen, Rasensport Coesfeld, 6,51 Meter. Hochsprung: 1. Sibbing, Tus Borken, 1,70 Meter. 2. Hühnerschulte, Pr. Münster, 1,70 Meter, durch Stechen entschieden. Kugelstoßen: 1. Stechemesser, Pr. Münster, 12,42 Meter. 2. Perick, VfL. Epe, 11,16 Meter. Speerwerfen: 1. Stechemesser, Pr. Münster, 58,64 Meter. 2. Hartmann, Trainingsgemeinschaft Münster, 53,54 Meter. Diskuswerfen: 1. Hoffmeister, Münster 08, 44,60 Meter. 2. Hogeback, Pr. Münster, 33,80 Meter. Stabhochsprung: 1. Bock, Münster 08, 3,10 Meter. 2. Hennicke, Münster 08, 2,90 Meter. Klasse 2. 100=Meter=Lauf: 1. Stein, SpV. Herten, 11,5 Sek. 2. Beins, VfL. Dülmen, 11,6 Sek. 400=Meter=Lauf: 1. Weiß, Münster 08, 54,2 Sek. 1500=Meter=Lauf: 1. Weber, VfL. Dülmen, 4,32 Min. 2. Schmitz, Vikt. Recklinghausen, 4,36 Min. Zum zweiten Male wird am 21. und 22. Juli die im Vorjahr mit so großem Erfolg veranstaltete 2000-Kilometerfahrt durch Deutschland vom National=Sozialistischen Kraftfahrer=Korps durchgeführt. Der Wettbewerb ist in diesem Jahr noch weiter ausgestaltet und wird allgemein unter dem Leitwort„Tag der deutschen Kraftfahrt“ stehen. Die Streckenführung ist gegenüber der des Vorjahres in einigen Punkten geändert, dagegen befinden sich der Startplatz und das Ziel wieder in Baden=Baden. Die von den Wagen zurückzulegende Gesamtstrecke beträgt 2200 Kilometer. Der genaue Fahrweg lautet: Baden-Baden, Bühl, Renchen, Freudenstadt, Freiburg, Schauinsland, Feldberg, Titisee, Donaueschingen, Tuttlingen, Herbertingen, Ulm, Augsburg, München, Ingolstadt, Weißenburg, Nürnberg, Bamberg, Kronach, Saalfeld, Jena, Zeitz, Leipzig, Düben, Potsdam, Berlin,(Avus=Nordtor, Adolf=Hitler=Platz), Nauen, Brandenburg(Havel), Magdeburg, Halberstadt, Braunlage, Kassel, Paderborn, Dortmund, Essen, Düsseldorf, Köln, Autostraße Bonn, Siegburg, Limburg, Cromberg, Frankfurt(Main), Heidelberg. Baden=Baden. Die Krafträder haben als Ausgangspunkt Leipzig, und legen den gleichen Weg bis Baden=Baden über 1150 Kilometer zurück. Für die Wagen sind drei Hauptkontrollen in München, Berlin und Dortmund vorgesehen, die in der Hauptsache für die Teilnehmer eingerichtet werden, die auf Grund ihres Zeitrückstandes herausgenommen werden müssen. Zum Ausscheiden ist gezwungen, wer in München mehr als 20 Prozent, in Berlin mehr als 10 Prozent und in Dortmund mehr als 5 Prozent Zeitverlust auf seinem Konto hat. Die Kraftfahrer dürfen in Berlin nicht mehr als 20 Prozent und in Dortmund nicht mehr als 10 Prozent Zeitrückstand aufweisen. Die erhöhten Durchschnittsgeschwindigkeiten sind: für Krafträder: bis 250 ccm: 56 Stunden=Kilometer, bis 350 ccm: 62 Stunden=Kilometer, bis 500 ccm: 64 Stunden=Kilometer, über 500 ccm: 68 Stunden=Kilometer, Beiwagen bis 600 ccm: 60 Stunden=Kilometer, Beiwagen über 600 ccm: 66 Stunden=Kilometer. für Kraftwagen: bis 1100 ccm: 64 Stunden=Kilometer, bis 1500 ccm: 72 Stunden=Kilometer, bis 2000 ccm: 76 Stunden=Kilometer, bis 3000 ccm: 80 Stunden=Kilometer, bis 4000 ccm: 84 Stunden=Kilometer, über 4000 ccm: 88 Stunden=Kilometer. Neu und erschwerend in der Ausschreibung ist, daß keine Fabrikdepots errichtet werden dürfen. Es ist damit ein Ausgleich zwischen den Fabrik= und den Privatfahrern geschaffen. Eine Hilfeleistung ist nur an den Tankstellen bei der Ergänzung des Betriebsstoffes gestattet. Reifenwechsel darf nur in den vorgeschriebenen Depots in München, Berlin und Dortmund vorgenommen werden. Verboten ist die Inanspruchnahme einer Reparaturwerkstatt, da Schäden nur mit Hilfe von Bordmitteln ausgebessert werden dürfen. Außer den Einzelfahrern sind auch Mannschaften der Industrie und Formationen des DDAC teilnahmeberechtigt. Bei gesprengten Mannschaften werden die im Rennen liegenden Fahrer nur noch einzeln gewertet. Eine gerechte Anerkennung findet der Beifahrer durch die gleiche Zuteilung der Goldenen, Silbernen bezw. Bronzenen Medaille wie an den nennenden Fahrern. Eine Flaggenhissung und ein Appell bilden am 20. Juli in Baden=Baden den Auftakt des großen Tages des deutschen Kraftfahrsportes, an dem wieder die Motor=SA in bewährtester Weise die Sicherung der Straßen übernehmen wird. Das ist Wimbledon, Mittelpunkt der Tenniswelt Der Emir von Transjordanien, der gegenwärtig zu Besuch in England weilt, gab auf der Brooklandsbahn mit der Startflagge das Zeichen zum Beginn des Autorennens. Pferderennen. Rennen zu Amiens am 30. Juni. 1. R.: 1. Montreal(G. Duforez), 2. Fils de Mars, 3. Amas d’Or; ferner: Le Trac, Ultra Violet, Fille Royale. Tot. 66, Pl. 34, 70. 2. R.: 1. Isabey II(A. Rabbe), 2. Moreno, 3. Mired Guerre 5hort e se napa, Tribette, Vallante, Carignan, Nouveau Riche. Tot. 81, Pl. 21, 18, 13. 4. R.: 1. Tybalt(G. Duforez), 2. Ironside, 3. Gugusse; ferner: Broom, A. Priori, Boietz, La Reserve. Tot. 58, Pl. 36. 60. 5. R.: 1. Ibsen(F. Herve), 2. Chant du Coq, 3. Hetre Pourpre; ferner: Bellina. Tot. 13, Pl. 11, 13. 6. R.: 1. Roitelet III(I. Thompson), 2. Oh Boy, 3. Tursi; ferner: Ottawa, Palestra, Itea, Dont Marry, Pitched Battie, Wulrad, Epine Verte, Belle de Fontenai. Tot. 57, Pl. 21, 30, 28. Hondelsnachrichten. Bremer Baumwollterminbörse. Bremen, 30. Juni. Januar Brief 1447, Geld 1445, bezahlt 1445, Abrechnungskurse 1445; März 1460, 1458, 1459(1458 n. N.), 1459; Mai 1471, 1467, 1469; Juli 1350, 1340, 1345; Oktober 1404, 1402,(n. N. 1404), 1403; Dezember 1438, 1435, 1436. Tendenz stetig. Loco 1433. Ostindische Baumwolle. Liverpool, 30. Juni. Loco Surtee F. G. 595, Broach F. G.(Good Staple) 506, M. G. Punjab/American F. G. (Good Staple) 528, Central Provinces Oomra Nr. 1 Staple Superfine 536, Bengal F. G. 368, Bengal Superfine 388, Sind F. G. 378, Sind Superfine 398. Liverpooler Baumwollkurse. Liverpool, 29. Juni. Januar 643, Februar 643, März 644, April 644, Mai 644, Juni 1935 643, Juli 654, August 652, Sept. 650, Okt. 648, Nov. 653, Dez. 643, Juli 1935 642, Okt. 1935 639, Februar 1936 639, März 1936 640, Mai 1936 641. Loco 679, Tagesimport 1800. Tendenz: ruhig. New Orleans Baumwolle. New Orleans, 30. Juni. Loco New Orleans 1236, Januar 1260, März 1269, Mai 1278, Juli 1221, Oktober 1240—41, Dezember 1255. Tendenz: stetig. New Yorker Baumwollkurse. Newyork, 30. Juni. Loco 1245, Januar 1262, März 1273, Mai 1282—83, Juli 1222, August 1229, September 1236, Oktober 1242—44, Nov. 1242, Dez. 1257. Zufuhren in Atlantischen Häfen 6000, in Golf=Häfen 1000, in Pacifice=Häfen 4000, Export nach dem übrigen Kontinent 4000, Export nach Japan und China 3000, nach Kanada und Mexiko. Tendenz: stetig. Misere knockout! Roman von Court Goelits. 27)(Nachdruck verboten.) Und Raupp fixierte ihn mit blaß umschatteter Stirn. Langsam mußte Greim seinen Kopf sam, fragend, gewissermaßen enttäuscht, mit einem Vorwurf, einem Mangel an Verständnis:„Die Kriminalpolizei erinnert sich daran— ja— garnicht „Man ist zu anständig... klagte nach längerem eiderseitt ständige Prokurist Naupp nahm, die konnte man schon nahezu gar nicht mehr Rücksicht nennen!... „Danebenlegen, danebenlegen," verlangte Nüdling höchst aufgeregt und in der ungeduldigsten Weise; ihm konnte es nicht schaden, wenn er sein Teil zur Entwicklung dieser Spitzbuberei beitrüge, ein Esel ware er gewesen, hätte er sich das nicht dreifach gesagt. Greim hatte seinen Schlüssel, wie erwähnt, bei andern an einen Ring, aber das Ganze ließ sich se auf jenes Blättchen legen, daß der einem flammenden Ankläger im Halbkreis der lag, die sich wie eine gestikulierende, aufgeregte Menge mit ihren Ansätzen und Bögen ausnahmen. — hatte er im Pult?“ brachte Greim mit wächsernem Lächeln heraus. „Das hatte er im Pult! Ist Herr Raupp noch da Der war es, der gerade die Tür in irgendeiner AbRüdling verlor alle seine Beredsamkeit. Raupp es durchaus verstanden, zwischen sich und die Angestell ten die notwendige Distanz zu legen, und so mußte Greim den Sprecher machen: „Eine Zeichnung meines Kassenschlüssels," erklärte er Raupp schier tonlos und machte eine instinktive HandKaupp trat kritisch hinzu. Er hatte seinen Spazierstock mit dem Entenschnabel unterm Arm. Alle drei Herren schwiegen. „Scheint tatsächlich so," konstatierte nach einigen Vergleichen Raupp.„Wo fand sich das?" Greims Hand zeigte krank auf dasselbe Pult, auf welches Nüdling die Hand legte. Klingenberg...?" Der Prokurist und wahrscheinlich demnächstige Direktor kniff die Augen zusammen, daß sie fast verschwanden, und trotzdem sah er auf dies Pult, dann auf Nüdling, jetzt auf Greim— Greim fühlte ein Fragen in ihnen: Woher weiß Nüdling um „Ja“ antwortete Nüdling auf Klingenberg, wenn auch reichlich spät. „So so," sagte Raupp.„Und woher— eh, woher ist es denn so— denn so?—" „Zerknäuelt? Ich fand es zwischen seinen Kommissionszetteln, und Klingenberg warf es in den Papier„Und— wie war es ihm dabei?“ fragte Greim mit dem schwachen Anflug eines Lächelns. „Oh, er frug sogar, ob ich nicht wisse, wie das in sein Pult und zwischen die Zettel käme— jawohl, er verstand es schon, die Ohren steif zu halten, der— „Mittag machen, meine aufmertsam sein. Vielleicht sinder er noch erwas, ym Noch etwas mehr, hm. Noch etwas Ausschlaggeben„Und dann— wird endlich— zugefaßt?" jammerte Raupp sah ihn ein kleines Weilchen mit noch nicht ganz wieder geöffneten Augen an. Eine seiner Kopfgungen ließ sich als Nicken deuten. Langsam schwebte seine Rechte mitsamt dem Stock an den Hut, „Einstweilen Mahlzeit, meine Herren.“ XXXVI. Raupp blieb an der Seitenstraße stehen. Zwei Burschen machten Musik, der eine strapazierte eine Geige, der andere ein Ziehinstrument. Raupp summte den Refrain des Schlagers mit. Ach, es war doch außer Zweifel: wenn einer sich berufen fühlte, die Sörbrokh in Schutz zu nehmen, war es Klingenberg! Wenn einer den Anwalt nach Berlin spielte, wer konnte es anders sein, als— Raupp summte den Refrain. Greim in Begleitung Nüdlings kam an ihm vorbei. Die Herren zogen die Hüte. Raupp den seinen auch. Er sah ihnen nach. Nüdling watschelte etwas, ungefähr wie ein aufrechtRaupp blieb eine Zeitlang an dieser nebensächlichen rage kleben. Er ging nun wieder seines Weges, des Leges in sein Restaurant. Die Linke hatte er in der Manteltasche, und unter den Knöcheln fühlte er das Blättchen.„Ich glaube, Klingenberg,“ brummte Raupp, „wir beide——“, und er zog die Linke heraus und machte eine Geste mit ihr, als täte ihm irgend etwas außerordentlich leid. Natürlich traf er den Rechnungsrat mit dem Prophetenbart. Der saß bereits bei seinem Tisch und hatte die Serviette im Westenbord. Er zeigte mit der soeben geleerten Gabel auf Raupp, wie wenn er nicht vergessen möchte, ihm etwas mitzuteilen, vorerst aber eines vollen Mundes wegen um Entschuldigung bäte. Raupp legte ab und setzte sich zu ihm. „Die Gerichte...“, sagte nach einer notwendigen Pause der Rechnungsrat in einem Ton, als wäre er nicht ufrieden mit denen,„die Gerichte...!“ Er stemmte ein Besteck auf und setzte mit einem Funkenblick unter einen melierten Augenbrauenbüscheln her bei Raupp Zustimmung voraus. Der alte Rat deutete, noch kauend, in die Ecke, er schüttelte seinen Bart. Das Lokal war noch leer, und in der Ecke saß niemand.—„Haben Sie gelesen?“ „Nein", antwortet Raupp, nachdem er in die Ecke gesehen hatte.„Aber gekannt haben Sie den Burschen, dort saß er ja oft. Geben Sie acht: auch den faßt man mit Samthandschuhen an!“ „Ich verstehe nicht.. „Zwei Jährchen, und das wird alles sein“— der Rat teilte seinen Kalbsbraten, tunkte ein Endchen in die Soße und ließ es unversehens in seinem Munde verschwinden.„Und wer weiß, wie lange treibt man ungehindert ein Luderleben, Nachtlokale, schlechte Häuser, Weiber, Rennplätze, Spielsäle, pfui Teufel... „Um was handelt es sich?“ erkundigte sich Raupp. „Gefälscht, nicht registriert, was weiß man— und haben Sie es ihm angesehen?“ Raupp entsann sich, in der Ecke bisweilen einen Herrn gesehen zu haben, von dem der Rat sprechen konnte. „Essig fehlt," fand der Alte, an ein Näpfchen Rotkohl riechend. Ob die heutige Schwatzhaftigkeit des Rechnungsrats Raupp nun zuwider war und ihn in seinen Gedankengangen störte, oder ob ihm das Thema nicht zusagte, jedenfalls ließ er sich heute nicht auf ein Spielchen ein, er empfahl sich unmittelbar nach dem letzten Happen. Raupp bestieg die Straßenbahn, löste eine Umsteige und kam nach einiger Zeit vor einem allmächtig großen Gebäude aus ehemals farbigen Ziegelsteinen an, es machte unleugbar den Eindruck einer Kaserne. Raupp sah die verwitterte Steinfassade hinauf, eine Anzahl unbelebter Fenster schauten auf ihn herab. Ueber einem neuzeitlichen Holztor stand in großen Buchstaben: Kriminaldirektion. Jemand kam heraus, und Raupp ging hinein. Er stieg die breiten, von Soldatenstiefeln ausgebogenen Steinstufen hinan, dieselben Stufen, die Greim hinangestiegen war, als er sich vornahm, zwei Kognaks zu nehmen. Auch Raupp trug sich mit Zwiespälten hoch, als habe ihn das Rot der Plakate unten rechts hinterm Tor beengt: Mord, Raub, Totschlag, Steckbrief ... Die Zahl 43 stand über einer Tür. Raupp laß sie und samg korridor stand eine Bank. Ihr gegenüber zwischen zwei Türen, befand sich eine Wasserleitung, und scheußlich, der Hahn tropfte. Das hatte Raupp nie leiden können, die Tropfen fielen in sein Hirn. Er klopfte. Herein! rief jemand. Raupp öffnete und sah mit Staunen durch die nüchterne Oede eines großen Raumes beim Fenster auf den Rücken eines Menschen, der sich nicht umdrehte, ein zweiter, breitschultriger Mann aber schaute zu ihm her und machte ihm ein plötzliches Zeichen, daß Raupp zurückschrecken und ungewiß warten ließ. Der Breitschultrige kam heraus. „Sie sind's, Herr Raupp." Er sprach leise, nahm Raupp beim Arm und führte ihn ein Stückchen fort. „Klingenberg ist gerade da.“ „Nein— Klingenberg?— gerade da?... „Ich hatte ihn geladen zu einer anderen Zeit allerdings, er scheint vergeßlich, aber man glaubt ihm, wenn er sich entschuldigt." „Man glaubt ihm“— echote Raupp mit etwas starren Blicken:„da, sehen Sie, das fanden wir in seinem Pult" Der Große trat damit ans Korridorfenster. Er schnaubte durch die Nase. „Und die Sache stimmt durchaus," sagte Raupp,„er ist es, derselbe!..." „Ihr Schlüssel?" Idiotl.„Sreims Schlüssel, der Schlüssel des Kassierers!“ „Und gefunden in seinem Pult? seinen Sachen? Sie meinen, das wäre die Zeichnung, nach der er— „Was läßt sich anders meinen...“ „Ich habe also nicht gründlich nachgesehen? „Es sieht so aus. Was geschieht nun?“ „Ja, was geschieht nun...“ Der Beamte kratzte sich im Haar.„Ihn gleich hierbehalten, dachten Sie?" er lächelte wehleidig—„geht schlecht— ginge schließlich, ich möchte es aber doch nicht gleich."(Fortsetzung folgt.) Die Sicherung der Brotgetreideversorgung. Wei we Das Getreide-Grundgesetz. DNB Berlin, 1. Juli. Die Reichsregierung hat gestern ein Gesetz zur Ordnung der Getreidewirtschaft beschlossen, das heute bereits in Kraft getreten ist. Es handelt sich dabei nicht um ein Gesetz, das lediglich die geordnete Abwicklung des neuen Getreidewirtschaftsjahres sichern soll, sondern um ein Getreide=Grundgesetz das auf Jahre hinaus die Voraussetzungen schafft, um den Bauern den Absatz der Ernte zu gerechten Preisen und dem deutschen Volk die Versorgung mit Brot für die Dauer zu gewährleisten. Der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft wird durch das Gesetz ermachtigt, vorzuschreiben, in welcher Weise und in welchem Umfang 1. Erzeuger von inländischem Roggen und inländischem Weizen solches Getreide für Zwecke der menschlichen Ernährung zu festgesetzten Preisen abliefern dürfen oder müssen; 2. Genossenschaften, Händler und sonstige Verteiler Roggen und Weizen für Zwecke der menschlichen Ernährung erwerven oder weiter veräußern dürfen oder müssen; 3. Mühlen und sonstige Verarbeiter Roggen und izen für Zwecke der menschlichen Ernährung errben oder in verarbeitetem oder unverarbeitetem Zustand weiter veräußern dürfen oder müssen. Die Gesamtmenge an Brotgetreide, deren Ablieferung zur Deckung des Bedarfs für die menschliche Ernährung innerhalb eines bestimmten Zeitraumes notwendig ist, wird getrennt für Roggen und Weizen festgestellt. Dieser Feststellung entsprechend soll die Liefermenge über Liefergebiete, die der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft bestimmt, auf die Erzeuger verteilt werden. Dabei sollen bei der Festsetzung der Liefermengen für die Liefergebiete und die Erzeuger die eigenen berechtigten Bedürfnisse der Erzeuger und die bisherigen Ablieferungen der Liefergebiete und der Erzeuger angemessen berücksichtigt werden. Der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft wird u. a. ferner ermächtigt, dieselbe oder eine ähnliche Regelung auch für die übrigen Getreidearten, d. h. insbesondere auch für Futtergetreide, zu treffen. Er kann ferner Vorschriften über die Ausmahlung von Getreide und die Herstellung von Backwaren erlassen. Von besonderer Bedeutung ist schließlich die für den Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft vorgesehene Ermächtigung, vorzuschreiben, daß Getreide und Getreideerzeugnisse nur durch eine von ihm bestimmte Reichsstelle in den Verkehr gebracht werden dürfen. Da die Durchführung dieses Gesetzes für das Gesamtwohl des Volkes von ausschlaggebender Bedeutung ist und unter besonderen Umständen für die Nation geradezu lebenswichtig werden kann, war es notwendig, die Innehaltung der Anordnungen durch die Androhung schwerer Strafen zu sichern. Ein abschließendes Bild über die Durchführung dieses grundlegenden Gesetzes im neuen Getreide=Wirtschaftsjahr kann noch nicht gegeben werden, da noch kein sicheres Urteil über das Ernteergebnis möglich ist. Die erste Ernte=Vorschätzung wird vom Statistischen Reichsamt erst Anfang Juli vorgenommen. Als sicher kann natürlich heute schon gelten, daß die neue Ernte die Rekorderträge der letzten beiden Jahre nicht erreichen wird. Andererseits herrscht bei den verantwortlichen Stellen Klarheit darüber, daß die Brotgetreide=Versorgung für das Getreide=Wirtschaftsjahr 1934=35 gesichert ist. Im Osten des Reiches, aber auch in Mitteldeutschland hat der Saatenstand durch den Mangel an Winterfeuchtigkeit und durch den Mangel an Niederschlägen vom März ds Is. ab bis heute zweifellos gelitten. Im Westen und Süden des Reiches ist der Saatenstand für Brotgetreide dagegench gut, und es fällt dort auch so viel Regen, daß mit einer Verschlechterung nicht gerechnet zu werden braucht. Aber auch im Osten des Reiches sind die Dürreschäden nicht etwa überall gleich groß. In Oberschlesien, in Ostpreußen, aber auch in Brandenburg und Pommern gibt es Bezirke, die mit dem Saatenstand immer noch zufrieden sind. Die Getreidereserven, die sich in der Hand des Reiches und gemäß besonderer gesetzlicher Vorschrift bei den Mühlen befinden, sind überdies so groß, daß schon allein aus diesem Grunde mit einer glatten Brotgetreideversorgung der Bevölkerung bestimmt gerechnet werden kann. Es ist vorgesehen, den Ausmahlungssatz für Brotgetreide zu erhöhen, wodurch wiederum mehrere 100000 Tonnen Mehl zusätzlich gewonnen werden können. Es wird daher aller Voraussicht nach sogar möglich sein, auch am Ende des Wirtschaftsjahres 1934=35 eine Brotgetreidereserve zu halten, die zwar nicht die diesjährige Höhe erreichen, aber doch nennenswert sein wird. Weniger gunstig sieht im Augenblick der Stand des Futtergetreides aus. Das wird umso mehr fühlbar sein, als infolge der Trockenheit auch dererste Rauhfutterschnitt nicht befriedigend war. Ein endgültiges Urteil über die Futterversorgung im Wirtschaftsjahr 1934=35 wird aber erst am Ende des Herbstes möglich sein, wenn die Herbst=Futterernte mit ihren Ausgleichsmöglichkeiten geborgen sein wird. Die Reichsregierung hat jedoch schon heute alle Schritte eingeleitet, um nicht nur auf dem Wege des Getreides vom Bauern zum Markt Ordnung zu schaffen, sondern diese Ordnung auch auf dem Wege vom Markt zum Bauern zu sichern. Es werden also im kommenden Wirtschaftsjahr auch Festpreise für Gerste und Hafer geschaffen werden. Die Festpreise werden durchweg Festpreise in vollstem Sinne des Wortes sein, d. h. sie werden eine Begrenzung der Preisgestaltung nach oben und unten bringen. Festpreise dürfen demnach in Zukunft weder unter= noch überschritten werden. Dem entspricht es, daß die Reichsregierung vor wenigen Tagen zugunsten der Landwirtschaft feste Preise für Oelkuchen geschaffen hat und gegebenenfalls auch für die übrigen bedeutsamen Kraftfuttermittel Preissicherungen zugunsten der Bauern schaffen wird. Im Interesse einer geregelten Futterversorgung wird überdies in Kürze die Ausfuhr von Futter aller Art unmöglich gemacht werden, während andererseits schon jetzt die Beschaffung beträchtlicher Futtergetreidevorräte aus dem Auslande ohne Inanspruchnahme von Devisen eingeleitet ist. Es wird sich dabei überdies nicht einmal um eine zusätzliche Einfuhr von Futtergetreide handeln, vielmehr werden dabei die in der Hand des Reiches befindlichen, aus dem ablaufenden Getreidewirtschaftsjahr stammenden Ausfuhrscheine für Futtergetreide zur Einfuhr benutzt werden. Diese Getreidemengen werden im Bedarfsfall den auf den Futterzukauf angewiesenen Wirtschaften- zugeführt werden. Alle Maßnahmen der Reichsregierung werden sich nach dem Grundsatz richten: Bereit sein ist alles! Der neue Stabschef der SA Obergruppenführer Lutze. Der Stapellauf des Panzerkreuzers C. von der Gräfin Spee auf den Namen ihres Vaters getauft. DNB. Wilhelmshaven, 30. Juni. Schon am Tage vor dem Stapellauf des Panzerhiffes C stand Wilhelmshaven im Zeichen dieses bejeutungsvollen Geschehens. Zu Ehren des in Wilhelmshaven weilenden Chefs der Marineleitung Admiral Dr. h. c. Raeder fand am Freitag abend ein Zapfenstreich statt, dem die Bevölkerung zu Tausenden beiwohnte. Der Sonnabend wurde zu einem Festtag. Richt nur aus der Umgebung, sondern aus allen Teilen des Reiches strömten Besucher nach Wilhelmshaven, um den Feierlichkeiten des Stapellaufes beizuwohnen. Aus Berlin und vielen anderen Orten trafen Sonderzüge der NS=Gemeinschaft„Kraft durch Freude“ in der Marinestadt ein. Das neue Panzerschiff ist das dritte der neuen deutschen Klasse. Das Panzerschiff„Deutschland“ wurde bekanntlich am 1. April 1933 in Dienst gestellt, das Panzerschiff„omiral Scheer“ geht zur Zeit auf der Marinewerft seiner Vollendung entgegen und wird demnächst Flagge und Wimpel hissen. Die Abmessungen des Panzerschiffes C decken sich mit denen der Schwesterschiffe. Die Länge in der Wasserlinie beträgt etwas über 180 m, die Breite 21 m. Die Antriebsmaschine sind acht Diesel=Motoren von der Maschinenfabrik Augsburg=Nürnberg, die dem Schiff einen großen Aktionsradius verleihen. Bei einer Geschwindigkeit von 20 Seemeilen in der Stunde können 10000 Seemeilen und bei einer Geschwindigkeit von 14,5 etwa 16000 Seemeilen ohne Brennstoffergänzung gefahren werden. Das entspricht einer Strecke von Hamburg durch den Suezkanal nach Yokohama und weiter nach San Francisco oder von Hamburg nach Cap Horn und zurück. Das Panzerschiff C erhält wie seine Schwesterschiffe eine Artillerie=Ausrüstung von sechs 28 cm=Geschützen in zwei Drillingstürmen, ferner acht 15 cm=Geschütze, je vier auf jeder Seite, und schließlich noch eine Anzahl leichterer Geschütze. Als kurz vor 13 Uhr der Chef der Marineleitung, Admiral Dr. h. c. Raeder, auf der Marinewerft eintraf, begannen bei herrlichstem Sommerwetter die Stapellauffeierlichkeiten. Konteradmiral Oberwerftdirektor Maßmann berüßte den Chef der Marineleitung, der nach dem Abchreiten der Front der Ehrenkompagnie, der Ueberlebenden des Kreuzergeschwaders des Grafen Spee und der Fahnen und Standarten von SA, SS, HI sich noch besonders den Ueberlebenden des Panzerkreuzers„Gneisenau“ und Kreuzers„Nürnberg“,„Leipzig und„Dresden“ widmete. Der Chef der Marineleitung begab sich dann mit der Taufpatin, der Tochter des Admirals Graf Spee, auf die Taufkanzel. Der Taufakt begann mit der Taufrede Admirals Raeder. Den Taufakt vollzog die Tochter des Grafen Spee. Als die Sektflasche am Bug des Schiffes zerschellt war und das Schiff den Namen des Siegers von Coronel„Admiral Graf Spee“ erhalten hatte, gab der Oberwerftdirektor den Befehl zum Ablauf. Der Stapellauf selbst ging unter den Klängen des Deutschland= und Horst=Wessel=Liedes glatt vonstatten. Reichspräsident von Hindenburg hat auf die Meldung des Chefs der Marineleitung von glücklich vollzogenem Stapellauf des Panzerschiffes„Admiral Graf Spee“ folgendes Telegramm geschickt:„Ich danke für die Meldung über den glücklichen Stapellauf des Panzerschiffes„Admiral Graf Spee“. Echtes Führertum, ritterliche Tapferkeit, kameradschaftliche Verbundenheit mit seinen Untergebenen waren die hervorragendsten Eigenschaften dieses ausgezeichneten Offiziers, dessen Andenken in der Reichsmarine und im ganzen deutschen Volk in hohen Ehren weiter leben wird. Dem neuen Schiff und seiner Besatzung sei der Name leuchtendes Vorbild für treue Pflichterfüllung und aufopfernde Hingabe an Volk und Vaterland.“ Aus Westdeutschland. Unterschlagungen bei einer der Zeche General Blumenthal. :: Recklinghausen, 1. Juli. Der Vertrauensrat der Zeche General Blumenthal 1/2, ein gewisser Gutmann aus Recklinghausen, der auch in der Oeffentlichkeit bekannt geworden ist, hat sein Amt in schnödester Weise mißbraucht. Bei einer Sterbekasse der Zechenmitglieder hat er in 12 Fällen Sterbefälle fingiert und Personen„sterben“ lassen, die sich noch fröhlich am Leben befanden oder aber überhaupt nicht vorhanden waren. Die betreffenden Namen wurden fingiert. Auf Grund der selbstbeschafften Unterlägen hob dann Gutmann die einzelnen Beträge ab oder ließ sie durch Mittelsmänner abholen. Auf diese Weise hat er nach den bisherigen Feststellungen insgesamt 1800 R M. unterschlagen. Auch sein Stellvertreter Kannen, der in zwei Fällen an den Verfehlungen beteiligt ist, wird sich zu verantworten haben. Gutmann wurde am Donnerstag abend festgenommen und am Samstag zusammen mit Kannen dem Amtsgericht Recklinghausen vorgeführt. Schwerer Verkehrsunfall in Hüls. Ein Mann getötet, drei Personen verletzt. X Hüls, 1. Juli. Am Samstag früh nach 1 Uhr kam es an der Ecke Viktoria= und Jahnstraße zu einem schweren Verkehrsunfall. In der Nähe des Neubaues Nolte verlor der Führer eines Personenkraftwagens die Gewalt über seinen Wagen und fuhr mit voller Wucht gegen einen Straßenbaum. Der Wagen fiel auf die linke Seite und wurde auf das Straßenpflaster fortgeschleudert. Der Werkmeister Otto Klein kam beim Umkippen des Wagens unter diesen zu liegen und erlitt schwere Bein= und Schädelverletzungen. Er war auf der Stelle tot. Ein weiterer Insasse des Wagens erlitt einen Armbruch und mußte in Krankenhausbehandlung gebracht werden, während eine dritte Person mit leichteren Verletzungen davonkam. Der Kraftwagenführer, Baron Gottfried von Raesfeld, hatte Glück; er erhielt nur eine Beule. Schweres Autounglück in Zwei Personen schwer und zwei leicht verletzt. br Nachrodt, 1. Juli. In der gefährlichen Kurve an der Nachrodter Sparkasse(Hauptstraße Letmathe=Altena) ereignete sich ein schweres Autounglück. Ein Lastwagen stand am Ausgang der Kurve, während ein Lastwagen, von Schwerte kommend, die Kurve nahm, zugleich kam ein Personenwagen aus entgegengesetzter Richtung. Beiden wurde durch das dort stehende Auto die Aussicht genommen. Der Lastwagen streifte den Personenwagen, verlor die Gewalt und fuhr gegen eine Hausecke, wobei das ganze Vorderteil arg beschädigt wurde. Personen wurden nicht verletzt. Anders aber mit dem Personenwagen, hier wurden zwei Personen schwer verletzt, ein junger Mann mußte auf dem schnellsten Wege in das Altenaer Krankenhaus geschafft werden, wo er bedenklich darniederliegt. Zwei weitere Personen wurden leicht verletzt. Tod eines Jägers. Adenau, 1. Juli. Von einem tragischen Unglücksfall wurde einer der beiden Pächter der Gemeindejagd in Oberwelchenbach bei Adenau vorgestern abend betroffen. Kurz vor 8 Uhr abends begab sich der etwa 40 Jahre alte und in Essen ansässige Jäger von seinem hiesigen Standquartier zu einer etwa 15 Minuten vom Dorf liegenden Jagdkanzel, um den Ansitz auf den Rehbock auszuüben. Unbegreiflicherweise versuchte der Jäger mit geladener und gestochener Büchse die Kanzel zu ersteigen. Infolge der durch den Regen glatten Leitersprossen kam er ins Rutschen, wobei sich die Büchse entlud. Die Kugel traf ihn ins Kinn. Das Geschoß riß das ganze Gesicht und die Schädeldecke weg, wodurch der Tod sofort eintrat. Joseph von Lauff in Kalkar beigesetzt. :: Kalkar(Niederrhein), 30. Juni. Der Wunsch des niederrheinischen Dichters Josef von Lauff, in Kalkar seine letzte Ruhestätte zu finden, hat seine Erfüllung gefunden. Abends traf der Wagen mit der sterblichen Hülle von Lauffs von Köln kommend hier ein. Familie, Behördenvertreter, SA und SS, Vertreter und Bevölkerung bereiteten dem Verstorbenen einen stummen, feierlichen Empfang. Der Sarg wurde vor der Rathaustreppe niedergesetzt. Nach kurzem stillen Gedenken setzte sich der Trauerzug zu dem Vaterhaus des Verstorbenen,„Sieben Linden“, in Bewegung. Hier schloß sich eine ergreifende Feier an. Ein Enkel des Dichters legte zu den zahlreichen Kränzen und Ehrenzeichen einen Blumenstrauß nieder. Die feierliche Beisetzung in der Familiengruft auf dem Friedhof der Stadt Kalkar erfolgte heute vormittag. :: Coesfeld, 1. Juli. Vor den Augen der Kamerader ertrunken. Am Samstag nachmittag ertank im Berkelfluß unterhalb Coesfelds ein achtfähriger Knabe, der mit mehreren Spielkameraden sich zum Baden in das Wasser der Berkel begeben hatte. Vor den Augen seiner Spielkameraden mußte der Junge' ertrinken, ohne daß es gelang, rechtzeitige Hilfe herbeizuholen. Nach vierstündigem Suchen fand man die Leiche des Ertrunkenen. md= Borken, 1. Juli. Mit dem Fahrrad unter einen Autobus. Am Samstag vormittag gegen 10 Uhr ereignete sich in der Nähe der Druckerei Rehms ein folgenschwerer Unfall. Der Küster Johann Spangemacher aus Raesfeld kam mit seinem Fahrrade von der Gemener Straße und bog in den Adolf=Hitler=Ring ein, als zu gleicher Zeit aus der entgegengesetzten Richtung von Gemen ein Autobus aus Weseke angefahren kam, der ebenfalls in den Adolf=Hitler=Ring einbog. Vor der Druckerei Rhems wurde Spangemacher von dem Autobus erfaßt, zu Boden geschleudert und eine kurze Wegestrecke mitgeschleift. Mit schweren Verletzungen mußte er in das Borkener Krankenhaus gebracht werden. Das Fahrrad wurde total zertrümmert. X Bochum, 1. Juli. Zwei Laienspieler vom Blitzschlag getötet. Am Freitag, gegen 18,30 Uhr, wurden auf dem Feldwege zwischen der Zeche„Friedlicher Nachbar“ und der oberen Baakstraße in Bochum=Sundern der Arbeiter Wilhelm V. und die Ehefrau Auguste D., beide aus Bochum=Linden, während des im Bochumer Stadtgebiet niedergegangenen Gewitters von einem Blitzschlag getroffen und sofort getötet. Die beiden Getöteten befanden sich auf dem Wege zur Freilichtbühne„Wienkopp“, wo sie als Laienspieler tätig waren. :: Köln, 1. Juli. Der Gerüsteinsturz in Deutz. Bei dem folgenschweren Gerüsteinsturz in der Fabrikhalle II des Humboldtwerkes in Köln=Kalk scheint die Schuld eines Dritten nicht vorzuliegen. Bei den beiden ums Leben gekommenen Personen handelt es sich um den Gerüstbauer Peter Kann und den Anstreicher Josef Bertram. Beide standen im Alter von 45 Jahren und waren verheiratet. Am Freitag mittag war der Zustand der vier Schwerverletzten noch immer sehr ernst. Anzeigenteil Spendet für das Hilfswerk »Mutter und Kinde Statt Karten. Ihre Vermählung geben bekannt: Otto Schwanitz Gertrud Schwanitz geb. Terdenge Duisburg-Wedau den 2. Juli 1934. Gronau i. W. (Buterland 9) Schmerzlich bewegt geben wir Kenntnis von dem so plötzlichen und unerwarteten Tode unseres innigstgeliebten Töchterchens und Schwesterchens Hermina Dell' Oro Es starb heute früh 2,30 Uhr nach kurzer Krankheit im zarten Alter von 6½ Jahren. In tiefer Trauer: Hermann Dell' Oro u. Frau. Gronau, d. 30. Juni 34. Die Beerdigung, wozu frdl. eingeladen wird, findet statt am Montag. dem 2. Juli, nachmittags 2 Uhr, vom Sterbehause, Schulstr. 30, aus. Elnladung zu der am Dienstag, 3. Juli 1934, in Billerbeck stattfindenden Bezirkstierschau der Bezirksbauernschaften Billerbeck, Darfeld, Beelage und Österwick. Schauordnung: 12,00 Uhr: Empfang der Preisrichter u. Obmänner bei Lewing 12,30 Uhr: Aufstellung der Tiere 1,30 Uhr: Beginn der Prämiierung 4,30 Uhr: Vorführung der prämiierten Tiere 5,30 Uhr: Gemütliches Beisammensein und Ansprachen 6,30 Uhr abends: Familienfest, Konzert u. Ball im Dom-Hotel Platzpreise einschließl. Katalog 50 Pfg. Zu zahlreichem Besuch ladet ein Die Kommission, SOFB(Stahlhelm) Ortsgr. Rheine Die für heute, Montag, den 2. Juli, einberufene Pflichtversammlung fällt aus. Im Auftrage der Ortsgruppenführung: gez. M. Brüggemann. sind Freunde, sind Gefährten!