Erscheint täglich. Bezugspreis monatlich durch Boten 2,10 Mk., durch die Post 2,20 Mk.(ohne Bestellgeld). Schriftleitung und Geschäftsstelle in Ahaus: van=Delden=Straße 8. Telegr.Adresse: Kreiszeitung Ahaus i. W. Fernruf Nr. 450. Postschließfach 65. Postscheck=Konto: Hannover 22739. Amtliches Organ für den Kreis Ahaus. 54. Jahrgang. Geschäftsstelle in Gronau: Gebr. Leusing, Verlagsanstalt GmbH., Bahnhofstraße 2, Fernsprecher Nr. 260. Bankkonten: Kreis= und Stadtsparkasse Ahaus, Gewerbebank Ahaus und Städt. Sparkasse Gronau i. W. Anzeigenpreise: das 1spaltige Millimeter für die Zenozeitung 10 Pfg., für die Kreiszeitung für den Kreis Ahaus 3 Pfennig. Rabatt nach Tarif. Verlag: Gebr. Lensing, Verlagsanstalt G. m. b. H., Zweigniederlassung Ahaus. Nummer 20j Massenverhaftungen von Marxisten in Wien. DNB Wien, 23. Juli. In allen Bezirken Wiens sind am Montag Massenverhaftungen von Sozialdemokraten und Kommunisten erfolgt. Die Festgenommenen wurden, da das Polizeigefängnis überfüllt ist, in den leerstehenden Montagehallen der Karosserie=Fabrik Armbruster im 9 Bezirk untergebracht. Man spricht von etwa 600 bis 1000 Verhaftungen. Die Fabrik wird scharf bewacht. Starke Schutzkorpsabteilungen wurden in das Gebäude gelegt. Ueber die Gründe der Verhaftung sind verschiedene Ansichten im Umlauf. Man hört, daß die Nolizei einem großen marxistischen Komplott zum Sturz der Regierung auf die Spur gekommen sei. Eine Bestätigung dieser Lesart war nicht zu erreichen. Die Behörden behaupten, daß es sich um eine Razzia handele, die keinen bestimmten Anlaß habe. Man erfährt auch, daß die Marxisten in den letzten Tagen eine rege unterirdische Tätigkeit entfalteten und Leute für die illegalen Schutzbundformationen angeworben haben. Auch aus der Provinz laufen private Meldungen über zahlreiche Verhaftungen unter den Marxisten ein. Vor zahlreichen StandgerichtsProzessen. DNB Wien, 23. Juli. Trotz der Verhängung der Todesstrafe hat die Attentatswelle in Oesterreich keinerlei Minderung erfahren, was in maßgebenden Kreisen starke Bestürzung hervorgerufen haben soll. Bei schärfster Anwendung der von der Regierung beschlossenen Gesetze müßten in dieser Woche zahlreiche Hinrichtungen stattfinden. Eine gewisse Einschränkung der Standgerichtsprozesse ist allerdings dadurch gegeben, daß die Staatsanwaltschaft in einigen Fällen bereits Ueberweisung an das ordentliche Gericht beschlossen hat, so in der Angelegenheit des Anschlages auf den Heimatschutzmann Strehle, der im vorigen Jahre den Reichswehrsoldaten Schumacher ermordet hat. Bemerkenswert ist, daß das Standgericht in Wien am Sonnahend von einem Todesurteil abgesehen hat, obwohl die Möglichkeit dazu gegeben war. Immerhin bleiben aber noch zwei politische Mörder, fünf Sprengstoffattentäter und ein-Frauenmorder für die Behandlung vor dem Standgericht übrig. Der erste dieser Standgerichtsprozesse dürfte der Prozeß gegen drei Sozialdemokraten sein, die einen Sprengstoffanschlag auf die Donauuferbahn unternahmen und einen Wachmann niedergeschossen haben. Die Attentatswelle ist am Sonntag und auch am Montag nicht zum Stillstand gekommen, und man verzeichnet neuerlich einige schwere Sprengstoffanschläge. Am Sonntag abend explodierte in Klagenfurth vor dem Polizeigebäude eine Ammonit=Patrone, die Sachschaden verursachte. Zu gleicher Zeit explodierte vor dem Gebäude der Kärntener Landesregierung ein Sprenakörver, der einen Mauerpfeiler beschädigte und eine große Anzahl von Fensterscheiben zertrümmerte. Am Montag früh explodierte vor dem Gebäude des Landesgerichtes in Klagenfurth ein Sprengkörper, der ebenfalls größeren Sachschaden verursachte. Zu gleicher Zeit wurde in den Garten eines Pfarrhofes in Klagenfurth eine Bombe geworfen, die nicht explodierte, Noch Hoffnung für Merkl. Welzenbachs und Wielands Tod bestätigt. Berlin, 23. JuliVom Standlager der deutschen Himalaja=Expedition ist dem„Drahtlosen Dienst“ ein kurzes Kabel zugegangen, in dem der Tod der beiden deutschen Bergsteiger Welzenbach und Wieland mitgeteilt wird. Von der Erpedition ist nach dieser kurzen Meldung ein neues kurzes Kabeltelegramm beim„Drahtlosen Dienst“ eingetroffen. Das Kabel stammt vom 18. Juli, also vom vorigen Mittwoch. Es berichtet, daß sich Merkl seit dem 14. Juli zusammen mit einem treuen Träger ohne Schlafsack in einer Eishöhle am Nanga Parbat im Lager 6 befindet. Vom Lager 4 werden von den Kameraden täglich verzweifelte Rettungsversüche unternommen, die bisher ohne Erfolg blieben. Ueber die Wetter= und Schneeverhältnisse wird im Kabel nichts Näheres mitgeteilt. Es ist jedoch mit Sicherheit anzunehmen, daß durch weitere schwere Schneesturme die Rettung bisher unmöglich gemacht wurde. Dampfer„Monte Rosa" aufgelaufen Keine Gefahr für Schiff und Passagier. DNB Hamburg, 23. Juli. Der Dampfer„Monte Rosa“ von der HamburgSudamerikanischen Dampfschiffahrtsgesellschaft, der sich ö. Zt. auf einer Vergnügungsreise nach dem Nordkap befindet, ist heute bei der Ausfahrt aus Thorsham(Faroer=Inseln) infolge dichten Nebels auf einem Riff festgetommen. Wie die Reederei mitteilt, besteht keine unmittelbare Gefahr für Schiff und Passagiere. Alle Schotten halten dicht. An Bord befinden sich etwa 1200 Fahrgäste, zum größten Leil Deutsche. Die Besatzung besteht aus 280 Mann. om Augenblick des Festkommens bewegte sich die„Monte Nosa" nur mit ganz langsamer Kraft. Andere Schiffe bemühen sich bereits, die„Monte Rosa" flott zu bekommen. Die Bauernsiedlung auf den Pontinischen Sümpfen Land. Von unserem römischen Korrespondenten. A Rom, im Juli. Die Sonne brennt in trockner, weißer Glut. Erst draußen vor der Stadt, wenn eine leichte Prise vom Meer herüberweht, wird die Autofahrt eine Entspannung. Wir fahren nach Süden, durch die Campagna, über den spiegelglatt glänzenden Asphalt der neben Via Appia. Um den Westhang der Albanerberge herum. Durch die malerischen Gassen von Albano sieht man rechts in hellblauem Dunst einen Streifen des Meeres. Hinter Genzano soll der Wagen einen Augenblick halten. Ein paar Schritte nach links über die Straßenböschung hinweg: ein breiter Blick in den Kratertrichter des Nemisees. Am jenseitigen Ufer liegen die aus der Tiefe gehobenen hölzernen Prunkschiffe des römischen Kaisers Caligula. Der See hat sich von dem Eingriff in die Geheimnisse seiner Tiefe noch nicht erholt. Nur ganz langsam hebt sich der Wasserspiegel wieder zur alten Höhe. Am Ufer sieht man deutlich den Weg, den er noch zu machen hat. Die Fahrt geht weiter. Hinter Velletri zieht die Straße durch fruchtschweres Land. Weingarten neben Weingarten auf lockerer brauner Erde. Dazwischen Getreidefelder, mit rotem Ochsenblut gestrichene würfelförmige Landhäuser und Bambuskulturen, deren Rohre zum Stützen der Reben verwandt werden. Die Albanerberge laufen sanft in die Ebene. Wir fahren über Cisterna auf die steilen Wände der Volskerberge zu. Die verwunschene Stadt. Schnell ändert sich das Bild der Landschaft. Graues, vertrocknetes, von der Hitze versengtes Schilf überzieht die Ebene. Längs der Straße ziehen sich Gräben mit schwarzem, totem Wasser. Ueber eine holperige Steinbrücke. Unmittelbar aus der Ebene steigt senkrecht eine Bergwand. An ihrem Fuße liegt Ninfa, die versinkende Stadt. Sie ist schon im 14. Jahrhundert von ihren Bewohnern verlassen worden. Kein Krieg hat sie zerstört. Die Malaria, das Sumpffieber, hat die Menschen herausgetrieben. Seit sechshundert Jahren zerfallen langsam die mittelalterlichen Mauern, Türme und Kirchen der einst mächtigen und blühenden Stadt. Ringsum quillt der Sumpf auf, versperrt die Zugänge und hält sich bereit, die Stadt zu verschlingen. Der Wald ist in die Straßen und Plätze hineingewachsen. Efeu und wilde Rosen, und immer wieder Efeu und wilde Rosen Die Vereidigung des neuen Bischofs von Hildesheim. Eine Ansprache des preußischen Kultusministers. DNB Berlin, 23. Juli. Der preußische Kultusminister Rust empfing heute den neu ernannten Bischof von Hildesheim. Dr. Machens, der in Begleitung der Domkapitulare Bluel und Schneider in Berlin eingetroffen war, zur Vereidiguna im preußischen Kultusministerium. Auf die von freundschaftlichem Geist getragene Ansprache des Herrn Bischofs antwortete Reichs= und Staatsminister Rust mit folgenden Worten: Das Amt, das Sie übernehmen, ist das eines Seelenhirten der Römisch=Katholischen Kirche. Ihrer geistlichen Führung anvertraut sind aber zugleich deutsche Menschen und Bürger des nationalsozialistischen Staates. Das Gedeihen des deutschen Volkes und die Macht des nationalsozialistischen Staates aber ruht vor allem anderen auf dem Bewußtsein der Blutsverwandtschaft und des schicksalsmäßigen Aufeinanderangewiesenseins aller Deutschen, ohne Unterschied auch der Bekenntnisse. Der Wille des Führers dieses Volkes und seiner Regierung ist daher darauf gerichtet, im höchstmöglichen Zusammenleben und Zusammengehörigkeitsbewußtsein die Garantie gegen das tragische Auseinanderfallen der Nation zu schaffen, von dem die deutsche Geschichte nur leider zu oft zu berichten weiß. Die traurige Machtlosigkeit Deutschlands, die im westfälischen Frieden des Jahres 1648 und im Versailler Diktat zu Tage tritt, macht uns zur Pflicht, der Wiederkehr von volkszerstörenden Konfessions= und Klassenkämpfen vorzubeugen. Ueber die Erfüllung dieser völkischen Erziehungspflicht will die verantwortliche nationalsozialistische Staatsleitung keineswegs Konflikte mit den Führern der christlichen Kirchen herbeiführen. Die Aufgaben des nationalsozialistischen Staates sind andere als dieser christlichen Berufung, stehen aber zu diesen nicht im feindlichen Gegensatz. Ein Vernichtungskampf beider für das Wohl derselben Menschen in ihrer völkischen und kirchlichen Zusammengehörigkeit verantwortlichen Führungsmächte könnte nur dem Todfeinde einer christlich-germanischen Sittlichkeit und abendländischen Kultur zum Siege verhelfen. Es ist nicht möglich, Meinungsverschiedenheiten im einzelnen und Zusammenstöße einzelner zu verhindern. Es ist aber nicht nur möglich, sondern notwendig, daß die verantwortlichen Leiter die menschlichen Gemeinschaften der Geführten nicht zum Kampfschauplatz machen sondern als verantwortliche Führer unter sich zur Klärung und Entscheidung kommen. Sie, hochwürdigster Herr Bischof, sindals Niedersachse in Volk und Heimat persönlich fest verwurzelt und haben dem früh schon durch Ihre schriftstellerischen Arbeiten Ausdruck verliehen. Sie nehmen den Stab des Bischofs Bernward in die Hand und treten damit in eine große Tradition von Männern, die Staat und Kirche in gleicher Weise zu dienen wußten. Die Staatsregierung hat darum zu Ihnen das Vertrauen, das sie die Ihnen anvertrauten Diözesanen auch als Deutscher und Staatsbürger recht zu lenken wissen werden. In diesem Vertrauen heiße ich Sie als Bischof der Diözese Hildesheim herzlich willtommen und wünsche Ihnen für Ihr hohes Amt Gottes Segen und so wollen Sie nunmehr den Treueid leisten. An die Eidesleistung schloß sich ein Empfang beim Staatsminister Rust, an dem Bischof Dr. Machens, seine Begleitung, Vertreter des preußischen Staates und preußischen Kultusministeriums teilnahmen. Die geplaute britische Luftaufrüstung im Oberhaus. Verstürkung der Luftwaffe auf 1300 Frontflugzeuge. £ London, 23. Juli. Im Oberhaus begann heute nachmittag die Aussprache über die von der Regierung geplante Vertärkung der Luftwaffe, die ein bedeutsamer Auftakt zu der Aussprache im Unterhaus am Montag nächster Woche ist. Von der Arbeiterpartei lag ein Antrag vor, der Regierung wegen dieser Pläne die Mißbilliguna des Hauses auszusprechen. Begründet wurde dieser Antrag von Lord Ponsonby, der die geplante Verstärkung als sensationell darstellte. Wenn das Programm durchgeführt werden sollte, werde England 1300 Frontflugzeuge besitzen. Man müsse sich fragen, was der Zweck dieser Erhöhung sein solle. Es sei bedauerlich, wenn Großbritannien niemals ernstlich sich um die Durchsetzung des Gedankens bemüht habe, daß alle Nationen auf den Stand Deutschlands abrüsten mussen. Wo sei denn die akute Gefahr, die eine Rüstung notwendig mache? Alle Länder seien augenblicklich mit dem Wiederaufbau im Innern beschäftigt. Wenn die britische Regierung aus heiterem Himmel plötzlich erkläre, sie müsse die Luftwaffe um 75 v. H. verstarken. so sei das Oberhaus berechtigt, sich zu fragen, ob es nicht irgendwelche versteckten Verpflichtungen gebe, von denen das Land nichts wisse. Im weiteren Verlauf der Aussprache erklärte sich eine Anzahl von Oberhausmitgliedern je nach ihrer politischen Stellung für und gegen die Luftaufrüstungspolitik der Regierung. Besonderes Aufsehen erregten die Ausführungen eines zweiten Redners der oppositionellen Arbeiterpartei, des Lord Arnold. Er sagte u. a., die Regierung habe zwar den Kellogg=Pakt unterzeichnet. Das hindere sie jetzt nicht, wieder aufrüsten zu wollen. Der Locarnovertrag sei mausetot. Er habe gar keine rechtliche Gültigkeit mehr, denn Frankreich habe seit der Unterzeichnung des LocarnoVertrags so schnell wie seine Finanzen es gestatteten, fortlaufend wieder aufgerüstet. Der Standpunkt der Regierung wurde durch den Luftfahrtminister, Lord Londonderry. vertreten. Von den Sozialisten sei, so führte er aus, eine Politik einseitiger Abrüstung für England stets ausdrücklich verworfen worden. Nun werde dieser Antrag eingebracht in einem Augenblick, wo die Regierung die Politik einseitiger Abrüstung aufgegeben habe, weil es ihr nicht gelang, die so beharrlich erhofften Ergebnisse zu erzielen. In fast jedem Lande sei man dabei, umfangreiche Programme zur Ausgestaltung der Luftwaffe durchzuführen. Keine verantwortliche Regierung könne es zulassen, daß die Luftstreitkräfte Englands weiterhin denen des Auslandes in so starkem Maße unterlegen seien. Wie schon der Kriegsminister Lord Hailsham am Sonntag es getan hatte, erklärte auch Londonderry, der Beschluß der Regierung, die Luftstreitkräfte Englands zu verstärken, bedeute eine Sicherung des Weltfriedens und werde zur Verhinderung des Wettrüstens beitragen. Eine schwache Luftwaffe bilde kein wirksames Verteidigungsmittel. Der Antrag der Arbeiterpartei wurde mit 54 gegen 9 Stimmen avgelehnt. Während der Aussprache kreuzten 24 Militärflugzeuge, die an einem Manöver teilnahmen, über dem Parlamentsgebäude. überziehen das Gemäuer. So muß das Dornröschenschloß ausgesehen haben. Aber hier ist kein Märchenprinz gekommen. Um giftig grüne Wassertümpel stehen ganze Wälder von Brennesseln, Erlen, glatten Bambusrohren und Trauerweiden. Ein melancholisches Bild. Dann kommt ein Stück Garten mit Orangenbäumen und üppig leuchtenden Blumen. Es scheint eine Jahreszeit zu geben, in der hier einige Menschen leben können. Um die schlanken Kapitelle verfallender Bogenfenster flattert eine weiße Taube. Man steigt über die Trümmer wie in einer phantastisch unwirklichen Märchenwelt. Aber es ist mehr ein böser Alptraum. Man hält es nicht lange aus. Die brütend feuchte fiebrige Hitze und der faule Dunst über dem Wasser nimmt fast den Atem. Die Sonnenglut der schattenlosen Zugangsstraße ist wie eine Erlösung. Man möchte das Auto antreiben, damit es möglichst rasch den Fieberzauber der verwunschenen Stadt verlasse. Die verlassene Abtei. Weiter, auf Umwegen durch die Berge und dann wieder in die Ebene, nach Fossanova. Hier steht eine alte Zisterzienserabtei aus dem 12. Jahrhundert. Mit der ersten großen gotischen Kirche auf italienischem Boden. Wie eine Erinnerung an Kloster Eberbach im Rheingau. Die mächtige Kirchenfassade gliedert ein großes gotisches Radfenster. Das Portal ist geschlossen. Man geht durch einen wundervollen Kreuzgang, rings um einen werwilderten Garten mit glühend roten Geranien, man wirft einen Blick in das hohe Refektorium, in den schlank aufstrebenden Kapitelsaal. Eine gewundene Treppe führt in ein gewölbtes Turmzimmer. Hier ist Thomas von Aquin, der große Kirchenlehrer, im März 1274, im neunundvierzigsten Lebensjahr gestorben. Auf dem Fußboden des Mittelschiffs der hochbogigen Kirchenhalle wird ein Stein gezeigt, auf dem die Legende die Hufspuren des Maulesels sehen will, der den schweren Körper des Heiligen getragen hat, als er sich von Neapel aufmachte, um an dem Konzil von Lyon teilzunehmen. Die Historie erfüllt den Ort. Die Gegenwart ist geflohen. Nur in den angrenzenden Häusern wohnen noch ein paar Menschen, Kirche und Kloster sind verlassen. Die Malaria hat die Mönche vertrieben. Der Schritt der seltenen Besucher hallt von den Wölbungen zurück, und dunkelgrüne Feuchtigkeit kriecht aus den Steinböden die Wände hinauf. Ninfa— die verlassene Stadt. Fossanova— die verlassene Abtei. Wir sind am Rande der Pontinischen Sümpfe. Die Geschichte der Sümpfe. Die Pontinischen Sümpfe ziehen sich über die Ebene, die vom Meer, von den Albanerbergen und von den Volskerbergen begrenzt wird. Bevor die Römer ihren zweihundertjährigen Vernichtungskrieg gegen die Volsker führten, breitete sich hier fruchtbares Land mit vierundzwanzig blühenden Städten. Nach der völligen Vernichtung der Volsker im vierten Jahrhundert vor der christlichen Zeitrechnung nahm das Land an der militärischen Kurzsichtigkeit der Sieger eine furchtbare Rache. Die Volsker waren Meister im Kanalbau und in der Entwässerung des Bodens gewesen. Nach ihrer Ausrottung war niemand mehr da, der sich auf die Kunst verstand, die von den Bergen in die ganz flache und teilweise unter dem Meeresspiegel liegende Ebene herabstürzenden Gießbäche einzudämmen und abzuleiten. Die Flüsse traten aus ihrem Bett, überschwemmten das Land und wo einst wohlhabende Ackerbauern ihr Feld bestellten, dehnten sich die Sümpfe, in denen das todbringende Fieber hauste. Seitdem hat die Aufgabe, dieses Land zurückzugewinnen, alle großen Staatsmänner gelockt und beschäftigt. Caesar war er erste, der die Aufgabe ganz großzügig anpackte. Er wollte dem Tiber ein neues Bett graben lassen, das den Vatikan auf das linke Ufer rücken, in Rom Raum für eine große Stadterweiterung schaffen, im Sumpfgebiet das abströmende Wasser sammeln und statt bei Ostia erst bei Terracina hinter dem Vorgebirge des Monte Circeo in das Meer münden sollte. Caesar wurde ermordet, ehe der Plan ausgeführt werden konnte. In der römischen Kaiserzeit, in der selbst die„Königin der Straßen", die Via Appia, teilweise unter Wasser stand und nur mit Kähnen befahren werden konnte, ließen Nerva und Trajan die strategisch so wichtige Straße wiederherstellen. Weiter greifende Pläne kamen nicht zur Ausführung. Auch der Ostgotenkönig Theoderich, der gegen Ende des fünften Jahrhunderts Italien beherrschte und als Dietrich von Bern in die deutsche Sage eingegangen ist, machte in den Pontinischen Süumpfen einen Sanierungsversuch, der nicht zu Ende geführt werden konnte. Im Mittelalter lebten die wenigen Einwohner des Sumpfgebietes vom Fischfang. Am Ende des 18. Jahrhunderts ließ Papst Pius VI. durch den Bologneser Rappini ein großes Entwässerungsprojekt durchführen, das zwar nur einen Teil des Sumpfgebietes erfaßte, aber in diesem Rahmen beträchtliche Erfolge erzielte. Von dem damals angelegten Kanalnetz ist der sogenannte Pius=Graben, der sich an der Via Appia entlang zieht, heute noch erhalten. Einige Jahre später wollte Napoleon das Zweifelhafte Aussichten des Ostpuktes. Finnland beteiligt sich nicht. DNB Reval, 23. Juli. Wie aus Moskau gemeldet wird, hat die finnische Regierung in dem Meinungsaustausch mit Sowjetrußland erklärt, daß eine Teilnahme Finnlands am Ostpakt nicht aktuell sei, da das Friedensverhältnis zwischen Rußland und Finnland durch eine Reihe internationaler Verträge gesichert sei. Schwedens Außenminister gegen eine Beteiligung. DNB Stockholm, 23. Juli. Außenminister Sandler hielt in Falköping eine Rede, in der er u. a. erklärte, man müsse die Einzelheiten des Osteuropa=Paktes näher kennen, um endgültig dazu Stellung zu nehmen. Schweden würde ein solches Abkommen begrüßen, wenn es eine Festigung der Politik in Mittel= und Osteuropa zur Folge hätte. Für Schweden, das dem Gebiet der nördlichen Länder mit stabilisierten politischen Verhältnissen angehöre, bestehe kein Grund, am Ostpakt teilzunehmen. Dünemark wägt ab. DNB Kopenhagen, 23. Juli. Wie„Berlinske Tidende“ aus Moskau berichtet, soll Litwinow eine Unterredung mit dem französischen Gesandten in Moskau über die Aussichten der Verwirklichung des voraeschlagenen Ostpaktes gehabt haben. Dabei soll er die Frage des Anschlusses der skandinavischen Länder angeschnitten haben, wobei er von der Hoffnung ausging, daß ganz Skandinavien sich diesem regionalen Pakt anschließen würde. In einem kurzen Kommentar erklärt ein Mitarbeiter des Blattes nach einem Hinweis darauf, daß die Aussichten des Ostpaktvorschlages sehr zweifelhaft seien, u. a., es sei schwierig zu übersehen, welches Interesse Länder wie Norwegen und Schweden an einem Ostpakt haben sollten. Von dänischer Seite würde man selbstverständlich die Garantie, die ein solcher Vertrag für die Südgrenze Dänemarks bieten würde, gegen das Risikomoment genau abwägen, das er unleugbar mit sich bringen würde, falls die Frage im Ernst auf die Tagesordnung käme. Eine Erklärung Sowjetrußlands. Berlin, 23. Juli. Der bisherige Botschafter der UdSSR, Chintschuk, hat vor seiner gestrigen Abreise am Samstag im Auswärtigen Amt die Erklärung abgegeben, daß die Regierung der UdSSR mit der Ausdehnung der Locarno=Garantie der Sowjetunion auf Deutschland und der Verbreitung der französischen Garantie aus dem Östpaktprojekt auf Deutschland, wie sie von der englischen Regierung vorgeschlagen und von Frankreich angenommen worden sind, einverstanden sei. Die Erklärung stimmt überein mit den Erklärungen, die die Botschafter der UdSSR in Paris und London der französischen bezw. der englischen Regierung zu diesem Punkt abgegeben haben. Kommentare zu einer nicht geholtenen Rede. (!) Paris, 23. Juli. Die französische Presse beschäftigt sich gestern mit einer angeblichen Rede des Reichsaußenministers Frhrn. v. Neurath, die dieser am Sonntag halten wolle. Obgleich eine solche Rede nicht voraesehen war und auch nicht gehalten worden ist, bemühen sich die Blätter bereits im voraus, die„Argumente“ zu zerstören, welche der deutsche Außenminister in dieser Rede vorbringen werde. Man orakelt darüber, daß Deutschland den Vorschlag zweiseitiger Nichtangriffsverträge gegenüber dem französischen Kollektivpakt in den Vordergrund schieben werde, und will wissen, daß Deutschland Frankreich ein zehnjähriges Abkommen entsprechend dem zwischen Deutschland und Polen zustandegekommenen vorschlagen werde. Im„Echo de Paris“ sucht Pertinax die gesunde Vernunft, welche in einem solchen leicht zu verwirklichenden und direkten Abkommen liegt, durch juristische Logik zu zerstören. Einem zweiseitigen Pakt fehle es an Garantien. Die einzige Garantie bestehe in der Stärke des Vertragspartners. Infolgedessen sei der starke im Vorteil. Bei dem Kollektivpakt aber erhalte gerade der schwächere Partner hinreichenden Schutz durch die Kollektivgarantie der anderen. Zum Schluß spricht Pertinax eine Warnung an die Adresse Polens aus. Polen werde einsehen müssen, daß das Bündnis mit Frankreich sich nicht mit alledem vereinbaren lasse, was Polen gegen die französische Politik unternehme. Im„Figaro“ unternimmt Wladimir d’Ormesson seinerseits den Versuch, im voraus den Inhalt der Rede des Freiherrn von Neurath zu bestimmen, der die Nachteile des Ostpattes für Deutschland in beredter Weise zum Ausdruck bringen werde, um nämlich den direkten und zweiseitigen Vertrag zwischen Deutschland und Frankreich zu empfehlen. Deutschland, so behauptet d'Ormesson, biete den Franzosen immer wieder abwechselnd die Faust oder das Herz an.„Aber, wie es das Unglück will, wollen wir weder ein Hangemenge, noch ein tete=a=tete.“ Das will also besagen, daß Frankreich keine direkte Verständigung mit Deutschland wünscht. Allen diesen voreiligen Behauptungen gegenüber wird man auch in Frankreich eine Aeußerung des Reichsaußenministers erst einmal abwarten müssen. Dillingerin Chikago erschossen Durchlöchert von Kugeln der Polizisten. 8 Chikago, 23. Juli. Der berüchtigte Bandit John Dillinger. Amerikas„öffentlicher Feind Nr. 1“, ist in der Nacht zum Montag vor dem Biogra=Theater, einem kleinen Kino im Nordviertel Chikagos, von Polizisten erschossen worden. Dillinger, der sich gerade einen Verbrecherfilm angesehen hatte, sah sich beim Verlassen des Lichtspieltheaters plötzlich den Revolvern von 15 Bundespolizisten gegenüber, die sofort auf ihn schossen und ihn mit ihren Kugeln buchstäblich durchlöcherten. Eine in der Nähe befindliche Frau wurde durch einen Fehlschuß schwer verletzt. Die beiden Begleiterinnen Dillingers entkamen. Dillingers Leiche muß durch die Menge der auf ihn abgefeuerten Geschosse stark entstellt sein; denn die Polizei verweigerte auch Pressevertretern jeden Blick auf den toten Verbrecher. Die Bundespolizei hatte auf die Mitteilung hin, daß Dillinger in das Lichtspiel=Theater gegangen sei, alle Ausgänge des Theaters mit Kriminalbeamten besetzt. In der Nachbarschaft des Theaters wurde dieses Treiben verdächtig gefunden, und man verständigte die Stadtpolizei davon, daß offenbar ein Ueberfall auf das Theater geplant sei. Das Mißverständnis wurde jedoch bald aufgeklärt. Widerliche Szenen durch Andenkenjäger. § Chikago, 23. Juli. An der Stelle, wo der Bandit John Dillinger erschossen worden ist, sammelten sich innerhalb von wenigen Minuten Tausende von Neugierigen an. Da der tote Verbrecher sehr schnell abtransportiert worden war und niemand an die Leiche herangelassen wurde, tauchten die Vordersten in der Menschenmenge ihre Zeitungen in die Blutlache(!), andere wischten das Blut mit ihren Taschentüchern auf. Aehnliche widerliche Szenen wiederholten sich in der Leichenhalle, wo Andenkenjäger und Neugierige mit der Polizei um ihre Zulassung regelrechte Kämpfe ausführten. Die Polizei gestattete jedoch niemandem den Eintritt. Das Justizamt in Washington drückte seine Genugtuung über das rasche und entschlossene Handeln seiner Beamten aus. Die Erschießung des Verbrechers bildet die Sensation des ganzen Landes, denn es gab während der letzten Monate kaum einen Staat, wo dieser rücksichtsloseste aller amerikanischen Banditen nicht angeblich gesehen worden war. Unter Tausenden von falschen Fährten hatte die Bundespolizei jedoch kürzlich eine richtige gefunden. Die Kriminalbeamten waren bereits in der Nacht zum Sonnabend darüber unterrichtet, daß Dillinger sich den betreffenden Verbrecherfilm ansehen wolle. So stand dieser bereits unter schärfster Kontrolle, als er seine Eintrittskarte kaufte. Beim Heraustreten aus dem Theater hat Dillinger nach den Angaben einiger Augenzeugen Verdacht geschöpft und eine Bewegung nach seinem Revolver gemacht. Bevor er jedoch diesen zu ziehen vermochte, war er bereits durch die Schüsse der Kriminalbeamten niedergestreckt. Seine rasche Erschießung war die Folge eines KongreßAktes des letzten Winters, der den Kriminalbeamten das Recht gab, Schußwaffen zu tragen. Dillinger hatte versucht, sein Aussehen möglichst zu verändern; so hatte er sich die Haare färben lassen und seine Gesichtsnarben und seine Nase operativ verändern lassen. Auch die Hautlinien an den Fingerspitzen hatte er sich durch Säuren entfernen lassen. Die Polizei von Chikago hat festgestellt, daß Dillinger einen falschen Paß besorgt hatte, um in den nächsten agen die Vereinigten Staaten zu verlassen. Er habe sich wahrscheinlich nach Südamerika begeben wollen, um dort eine Farm zu kaufen. Auf der Suche nach den Hauptkomplizen. § Newyork, 23. Auf die Nachricht von dem Ende des Bandenführers Dillinger atmete ganz Amerika erleichtert auf. Die Blätter widmen der kurzen aber sensationellen Laufbahn des 32jährigen Verbrechers ganze Seiten. Die Behörden begannen sofort die Suche nach den drei Hauptkomplizen Dillingers. Bei der mehrere Monate dauernden Suche nach Dillinger wurden 16 Polizeibeamte getötet. Die Beute des Verbrechers bei den verschiedenen Banküberfällen wird auf etwa eine Viertel Million Dollar geschätzt. In der Taschenuhr Dillingers fand die Bundespolizei ein Bild von Evelyn Frechette, die neben mehreren anderen Personen wegen Beherbergung Dillingers verurteilt worden war. Der Vater Dillingers, ein geachteter Farmer in Mooresville im Staate Indiana, erfuhr den Tod seines Sohnes durch Radio. Er fuhr sofort nach Chikago, um die Leiche abzuholen. Ueber die Quelle der Information, daß Dillinger in Chikago weilte und ein Kino besuchen würde, lehnen die Behörden jede Auskunft ab. Es wird aber vermutet, daß eine Frau die Polizei unterrichtet hat. Für die Ergreifung Dillingers war eine Belohnung von 15000 Dollar ausgesetzt. Bechs Schwerverbrecher ausgebrochen. DNB Huntsville(Texas), 23. Juli. Fast gleichzeitig mit der Erschießung Dillingers in Chikago brach einer der gefürchtetsten Verbrecher der südwestlichen Staaten, Raymond Hamilton, zusammen mit fünf anderen zu lebenslänglichem Gefängnis verurteilten Schwerverbrechern aus dem hiesigen Gefängnis aus. Das Gefängnispersonal, das sofort die Verfolgung aufnahm, erschoß einen Verbrecher und verwundete zwei andere schwer. Die übrigen drei entkamen. Werk das Papstes ausbauen lassen. Aber er kam nicht mehr dazu. Inzwischen machte man unzureichende Versuche, das neugewonnene Land zu halten. Wenn die Gräben verschlammt waren, trieb man halbwilde Büffelherden hindurch. Aber der Sumpf und die Malaria waren hartnäckiger als die Menschen. Mussolini greift ein. der Faschismus in Italien zur Macht kam, hat er Pläne und auch umfangreiche Arbeiten für die Trockenlegung der Pontinischen Sümpfe vorgefunden. Mussolini hat sie aufgegriffen und den Arbeiten den Rhythmus und das Tempo einer neuen Epoche gegeben. Vor allem aber hat er das ganze Werk einem Grundgedanken unterstellt, der es in der Gegenwart zu einem Symbol faschistischer Aufbauarbeit macht und seine Zukunft sicherstellt. Alle früheren Versuche waren zuletzt immer daran gescheitert, daß man sich im Rahmen der Agrarverfassung des Großbesitzes das Ziel steckte, aus den Sümpfen neues Weidelano zu machen. Mussolini ist dazu übergegangen, bäuerliche Siedler anzusetzen und das ganze Werk in die Hände des Frontkämpferverbandes zu geben. Im Großbesitz ist das Land immer wieder verkommen, weil die wenigen Menschen, die er beschäftigt, nicht imstande sein konnten, die jedes Jahr neu auftretende Gefahr der Versumpfung zu bekämpfen. Der Bauer aber läßt sich das Land, das er einmal gewonnen hat, nicht wieder entreißen. Er verwächst mit der Scholle, und er ist stark genug, mit seiner Familie den Boden zu halten und zu verteidigen. Seit Beginn des 19. Jahrhunderts hausten in den Sümpfen kümmerlich etwa 1800 Menschen. In den letzten zehn Jahren sind es über 52 000 geworden. Das ist das Geheimnis des Erfolges. Die Bauernfamilien sind die Eroberungsarmee und die Verteidiger des Landes geworden. Das Tempo der Arbeit ist imponierend. Im August 1931 sind 18000 Hektar dem Frontkämpferverband übergeben worden. Im Juni 1932 wurde der Grundstein von Littoria, der neuen Stadt auf den ehemaligen Sümpfen, gelegt. Im Dezember desselben Jahres hat der Duce Littoria eingeweiht. Am 21. April dieses Jayres ist Sabaudia, die zweite Stadt, vom König eingeweiht worden. Am 28. Oktober 1935, zu Beginn des vierzehnten Jahres der faschistischen Machtergreifung, soll die dritte Stadt Pontinia, eingeweiht werden. In dem gleichen Tempo ist der Kampf gegen die Malaria organisiert worden. Noch im Jahre 1924 holte man sich das böse Fieber, wenn man abends das Sumpfgebiet betrat. Bis zum Jahre 1933 ist der Prozentsatz auf 2,09 gesunken. In demselben Zeitraum ist die Sterblichkeit der Malariakranken von 30—35 Prozent auf 0,35 Prozent gefallen. Die Fahrt geht weiter. Wir setzen unsere Fahrt fort. Von den Volskerbergen auf die Via Appia zu. Quer durch das ehemalige Sumpfgebiet. Unterwegs ist der Kampf um das Land in allen Entwicklungsstufen zu beobachten. Das Erste ist ein enges geradliniges Netz von festen Straßen, die das Land erschließen. Aber noch steht in den Gräben schwarzes Wasser. Auf den Feldern hat die Sonne Schilf und Sumpfgras gedörrt. Auf weite Strecken ragen die dürren Halme aus dem fauligen Wasser. Dann ein Abschnitt der nächsten Etappe: In breiten Kanälen mit zahlreichen Verbindungsgräben wird das von den Bergen kommende Wasser zum Meere abgeleitet. Eine Holzbarackensiedlung ist der Stützpunkt der bäuerlichen Arbeiter, die von hier aus den Kampf mit dem Sumpf aufnehmen. Die nächste Etappe: Sumpfiges Waldgestrüpp ist gerodet, die Wurzelstöcke sind gesprengt worden, der Boden ist noch wie verbrannt, es riecht nach Holzkohle, in regelmäßigem Abstand schwelen die Kohlenmeiler. Jenseits der Via Appia, dem Meere zu, wird schon Getreide geerntet. Hier war neulich eines Morgens der Duce von Rom herausgefahren, um drei Stunden mit aufgekrempelten Aermeln an einer Dreschmaschine zu arbeiten. Als er fertig war, aß er eine Polenta und ließ sich den ortüblichen Stundenlohn auszahlen: 6,80 Lire für drei Stunden(etwa 1,50 RM.), abzüglich 35 Centesimi für die Unfallkasse und 5 Centesimi Gewerkschaftsbeitrag. Ganz Mussolini. Zwischen den Stoppeläckern, Flachsfeldern, Rübenäckern und Weideplätzen stehen die sauber rot un blau gestrichenen Einzelhöfe der Siedler. An den Kreuzungen der Straßen rücken die Häuser enger zusammen und bilden einen Borgo, der jeweils den Namen eines Schlachtortes aus dem Weltkrieg trägt. Jedes Haus hat seine Nummer. Gerade fahren wir an„Podere(= Besitztum) Nr. 557“ vorbei. Littoria und Sabaudia. In der Ferne leuchten in der Sonne die Türme von Littoria. Bald sind wir dort. Es ist Sonntag und viele Besucher sind zusammengeströmt. Eine weitläufig auf Ausdehnung und Wachstum angelegte Stadt. Eine schöne Kirche, typisch römische Basilika mit Holzdecke und schmalen Seitenschiffen. In dem hohen Klinkerturm schaukelt die Glocke vor dem tiefblauen wolkenlosen Himmel. Nicht weit davon die Schule. Auf dem Marktplatz das breitgegliederte Rathaus mit geräumigem Bogengang. Gegenüber ein Hotel. Dann das Haus der Faschistischen Partei, der Balilla und des Mutterhilfswerkes. Viele Läden, die am Sonntag offen sind, um die Siedler zu bedienen. Auch ein Kino ist da. Wir verlassen die Stadt in der Richtung auf das zackige Vorgebirge des Monte Circeo. Es sind noch 50 Kilometer bis Sabaudia. Das Meer kommt ganz nahe. Auf dem weißen Sand der Dünen glänzt die Sonne. Die Straße führt wieder an Kohlenmeilern vorbei und über ein ausgedehntes Kanalsystem. Sie durchschneiden in Windungen einen Hügel. In den Kehren öffnet sich der Blick auf einen dunkelblauen See. Hier liegt Sabaudia. Die Stadt ist fertig, aber noch nicht bewohnt. Wir halten auf der Piazza della Rivoluzzione, auf dem Revolutionsplatz. Modernste Architektur aus einem Guß. Glatte Linien, kubische Formen, alles weiß gestrichen. Es wird nicht mehr lange dauern, dann wird auch hier das Leben sich entfalten. So wie sonst ein Haus fertig dasteht, um auf die Bewohner zu warten, so wartet hier eine ganze Stadt. Nächstes Jahr, hat Mussolini gesagt, werde ich in Sabaudia dreschen. Wir steuern wieder auf die Via Appia zu und fahren nach Rom zurück. Noch einmal zieht an unseren Augen das„erlöste Land“ vorbei. Noch einmal ist an ein Wort Mussolinis zu erinnern:„Hier haben wir eine neue Provinz erobert. Und hier haben wir geführt und werden wir führen wahre und eigentliche Kriegsoperationen. Und dies ist der Krieg, den wir vorziehen!" Als Nachfolger des bisherigen Kämmerers von Berlin Dr. Steiniger, der zurücktreten wird, ist nach der„Kölnischen Zeitung“ der Finanzreferent beim Gemeindetag, Dr. Hettlage, in Aussicht genommen. Dr. jur Karl Maria Hettlage ist 1903 zu Essen(Ruhr) geboren, studierte von 1921 bis 1924 Rechtswissenschaft und Volkswirtschaftslehre in Köln und München, war danach beschäftigt beim Landratsamt in Aachen, bei der Regierung in Köln, beim Landratsamt in Köln=Mülheim und bei der Kölner Stadtverwaltung. Im August 1931 wurde er zum Beigeordneten des Städtetags gewählt, zurzeit ist er Finanzreferent im Gemeindetag. Hettlage hat den Ruf eines hervorragenden Sachkenners. Er gehörte 1932/33 als Zentrumsabgeordneter dem Preußischen Landtag an, ist aber politisch nicht hervorgetreten. Die Reichsnotarkammer errichtet. Berlin, 23. JuliAuf Grund des Gesetzes zur Ueberleitung der Rechtslege auf das Reich hat der Reichsjustizminister eine erordnung erlassen, die einen weiteren Schritt auf dem Wege der Verreichlichung der Justiz darstellt Nach der Verordnung wird, wie das Ndz meldet, zur Förderung des deutschen Notariatswesens, insbesondere seiner Verreichlichung, sowie zur Wahrnehmung gemeinsamer Berufsaufgaben der deutschen Notare eine Reichsnotarkammer errichtet. Ihr Aufgabenkreis soll in einer besonderen Verordnung näher bestimmt werden. Die Zuständigkeit der bisherigen Notarkammern der Länder bleibt bis auf weiteres unberührt. Die Reichsnotarkammer hat ihren Sitz in Berlin. Zusammensetzung und Einrichtungen der Kammer trifft die vom Reichsjustizminister zu erlassende Satzung. Die Reichsnotarkammer untersteht der Aufsicht des Reichsjustizministers. Frankreich,„das Volk in Waffen". Französische Reserveoffiziere befassen sich mit der Saarfrage. (!) Paris, 23. Juli. Die Landestagung des Verbandes französischer Reserveoffiziere hielt am Sonnabend unter dem Vorsitz des früheren Ministers Desire Ferry in St. Malo ihre letzte Sitzung ab. Die 800 Abgeordneten der verschiedenen französischen Reserveoffiziersverbände beschäftigten sich hauptsächlich mit den verschiedenen Problemen der nationalen Verteidigung. Im Anschluß daran wurde das Saarproblem ausführlich besprochen und der bezeichnende Wunsch geäußert, daß die französische Regierung schon jetzt die notwendigen Maßnahmen ergreifen möge, um die französischen Besitzungen jenes neutralen Territoriums, dessen Schicksal durch eine kommende Abstimmung entschieden wird und auf dem sich die Deutschen schon jetzt als Herren und Meister auf[pielen(!), zu schützen. In diesem Sinne bringt die Versammlung den Wunsch zum Ausdruck, daß„die französische Regierung im Saargebiet eine rege Propaganda unternehmen möge, die den Saarbewohnern beweise, daß Frankreich sie nicht vergesse“. Auf dieser Tagung hielt auch der Kriegsminister Marschall Pétain eine Rede, in der er u. a. sagte: Der nächste Krieg werde wie ein Blitzschlag ausbrechen. Die Reserveoffiziere müßten sich schon im Frieden auf die schweren Aufgaben vorbereiten, die ihnen plötzlich bei Kriegsbeginn zufielen. Pétain empfahl den Reserveoffizieren, sich nicht mit der theoretischen Ausbildung zu begnügen, sondern ihren Privatberuf von Zeit zu Zeit zu unterbrechen, um an den Truppenubungen teilzunehmen. Frankreich dürfe nicht mehr zogern,„Das Volk in Waffen“ zu verwirklichen, wie es seine Nachbarn schon getan hätten. Bei den Parlamentsaussprachen über die einjährige Dienstzeit im Jahre 1927 sei auf die Bedeutung der militärischen Jugendausbildung hingewiesen worden. Heute müsse damit endlich Ernst gemacht werden. Die Mittel, die den Verbänden für die militärische Jugendvorvereirung zur Verfügung ständen, müßten erhöht werden. Pétain schloß mit den Worten:„Wir wollen den Frieden der Wiedergutmachung, den uns 1500000 Tote erworben haben, in Würde bewahren.“ Präsident Lebrun mahnt zum Burgfrieden. Leon Blum fordert Rücktritt des Kabinetts. (!) Paris, 23. Juli. Der Präsident der Republik, Lebrun, hat am Sonntag seinem Vorgänger, dem vor zwei Jahren ermordeten Präsidenten Doumer, eine besondere letzte Ehre erwiesen. Er enthüllte in der Heimatstadt Doumers, Aurillac in der Auvergne, ein Denkmal für Doumer. Bei dem anschließenden Essen setzte sich Lebrun in einer von der Presse vielbeachteten und beifällig aufgenommenen Weise für Doumergue, sein Werk und den Fortbestand seines Kabinetts ein. Man müsse dem Stolz und der Freude Ausdruck geben über den Wiederaufstieg Frankreichs unter der Leitung seines kühnen und vorsichtigen Piloten. Dieses Werk müsse bis zum Ende fortgesetzt werden. Die öffentliche Meinung, so führte Lebrun aus. würde eine Unterbrechung dieses heilsamen Werkes nicht zulassen. Sie würde diejenigen streng verurteilen, die nicht alles tun, um eine nahe Zukunft sicherzustellen, die man dank der Weisheit und der Erfahrungen von gestern schon vor Augen sah. Leon Blum, der Führer der französischen Sozialisten, hielt am Sonntag nach Enthüllung einer Büste von Jean Jaurès eine Rede, in der er auf die Unstimmiakeiten im Kabinett Doumergue zu sprechen kam. Blum verlangte den Rücktritt des Kabinetts und Neuwahlen auf Grund eines neuen Wahlrechtes. Sollte aber ein faschistisches Regime mit Tardieu an der Spitze ans Ruder kommen, so würde sich der Pakt der beiden großen Parteien des Volkes(das Bündnis zwischen den französischen Marxisten und Kommunisten) als wertvoll erweisen. Der Kampf gegen das faschistische Regime würde in Frankreich erfolgreich sein, weil die Volksmassen an den Freiheiten festhielten, die sie in geschichtlichen Kämpfen errungen hätten. Der Faschismus sei aus der Krise des Kapitalismus hervorgegangen. Tatsächlich müsse aber der Sozialismus an die Stelle des sterbenden Kapitalismus treten. 5000 Morgen Wald vernichtet. 1000 Mann Reichswehr eingesetzt. DNB Gollnow. 23. Juli. Das Großfeuer in dem Friedrichswalder Forst, das am Sonnabend bereits eingedämmt schien, wurde am Sonntag mittag infolge eines heftigen Nordwestwindes von neuem entfacht. Nachdem der Hochwald von den Flammen erfaßt worden ist, fraß sich das Feuer in einer Breite von etwa 3 km sprungartig fort. Von der Reichswehr waren insgesamt 1020 Mann fieberhaft tätig, um das Feuer einzudämmen. Außer der Reichswehr aus den Standorten Stargard, Altdamm und Stettin waren an der Brandstätte auch noch der Arbeitsdienst, SA, SS und Motor=SA. Ferner wurde von der Lufthansa ein Flugzeug zur Verfügung gestellt, das zu Erkundungszwecken Verwendung fand. Durch den am Sonntag abend niedergegangenen Gewitterregen ist die Hauptgefahr des Brandes in der Friedrichswalder Forst beseitigt. Es sollen insgesamt 5000 Morgen Wald vernichtet sein. Zwei Tote durch Blitzschlag X Jauer, 23. Juli. Bei einem Gewitter, das über dem Waldenburger Bergland niederging, wurden drei vom Baden heimkommende Kinder vom Blitz getroffen. Ein Kind tot, die beiden anderen wurden verletzt. Ueber Pombsen(Kreis Jauer) ging ein schweres Gewitter nieder, das zwei Bauern und einen zu Besuch dort weilenden Studenten bei einem Spaziergang über die Felder überraschte. Ein Blitz tötete den Jungbauern Haerina und verletzte den Bauern Reinert schwer, während der Student leichtere Verletzungen davontrug. et. ubiRechfg= r eine uf dem irstellt. ir Förte seiemeineine gabener beNotarerührt. Die Reichsen". it der uli. scher r dem Malo r vereschäfolemen wurde jezeichterung möge, beutramende Deutaufgt die franoparn beinister : Der ausonim 1, die npfahl 1Auseruf rupnicht verjätten. ährige miliHeute Nittel, enden er„Wir tmarben ili. Sonnrdeten re erimers, umer. einer enomund Man r den seines se bis Neiternicht n, die n, die estern listen, von timkam. etts BahlTare sich des ischen Der rankFrei1 erdes aber penAus dem Kreise Rhaus Aus der Ahaus, den 24. Juli 1934. Aus dem M.-G.-B.„Sängerlust“ Musikschulungsabend und Ausflug. Der M.=G.=V.„Sängerlust“ hatte sich am Freitag voriger Woche im Jugendheim versammelt, um einen Musik- und Gesangschulungsabend zu erseben. Der Vereinsführer J. Temming begrüßte die Sangesbrüder recht herzlich. Sein besonderer Gruß galt dem Präses des Vereins, Herrn Vikar Jürgens. Sodann übergab er dem Dirigenten, Herrn F Schlotjunker, das Wort. Der Redner betonte, daß der Musikschulungsabend bezwecke, tiefer in das Schöne und Herrliche der Musik, und besonders des Gesanges einzudringen. Es könne der Sinn eines Gesangvereins nicht darin bestehen, nur zu singen. Wesensaufgabe sei es, tiefer, zu graben, hinabzusteigen zu den Quellen der göttlichen Kunst. In feinsinniger Weise, mit Hilfe von Schallplatten, wußte der Vortragende die Anwesenden in das Reich der Töne einzuführen und den Sinn für das ewig Schöne der Musik zu wecken. Es wurde den Anwesenden klar, daß man Musik mitfühlen, mitdenken, miterleben muß, um sie ganz zu genießen und daß die Aufgeschlossenheit eines Kindes ihr bester Resonanzboden ist. In eindrucksvoller Weise wußte der Dirigent seinen Sängern Aufgabe und Verpflichtung gegenüber diesem hehren Volksschatze vor Augen zu stellen. Ganz besondere Aufgabe der Gesangvereine sei es, dieses kostbare Eut den Mitmenschen zu vermitteln und Verständnis dafür zu wecken. Der Redner schloß seine Ausführungen mit der Bitte, mit Kraft und Ausdauer an dieser schönen Sache weiter zu arbeiten, dann würde die Arbeit Früchte tragen zur Freude des einzelnen und zum Nutzen der Allgemeinheit. Für alle, die diesen Abend miterlebten, war er ein Erlebnis, sodaß der Dank des Vereinsführers an den Redner den Sängern aus der Seele gesprochen war. Auch wußte der Vereinsführer besonderen Dank denen zu spenden, die in liebenswürdiger Weise wertvolle Schallplatten und das Grammophon zur Verfügung gestellt hatten, womit der schöne Abend erst ermöglicht wurde. Am vergangenen Sonntag besuchte der Verein die Stadt Ahaus Freilichtspiele Bentheim. Bei klarem Sonnenschein und froher Stimmung brachte man am Morgen im Bentheimer Kurpark den Kurgästen und Ausflüglern ein Ständchen, wobei auch die bekannten Vereinssolisten sich rühmlichst hervortaten. Das Spiel am Nachmittag, die „Nibelungen“, hinterließ bei allen Sangesbrüdern einen tiefen Eindruck. Die Bentheimer können stolz auf diese herrliche Freilichtbühne sein, die man zum Besuch von ganzem Herzen empfehlen kann. Die Rollen liegen in besten Händen, sodaß immer größte Wirkungen erzielt werden. Im Anschluß an das Freilichtspiel verlebten unsere Sänger schöne Stunden im Kreise der Bentheimer Spielerschar, die von echter Volksverbundenheit beseelt, sich mit den Ahausern in freundschaftlichem Sinne zusammenfand. Rede und Gegenrede, sowie Gesang und launige Vorträge wechselten in bunter Reihenfolge und als die Abschiedsstunde schlug, wußten alle: Die Bentheimer verstehen nicht nur zu spielen, sondern auch zu feiern, sie sind„ganze Kerle“, wie sie das deutsche Volk braucht. Die Eindrücke in Bentheim werden uns unvergeßlich bleiben. Der Saatenstand Anfang Juli im Kreise Ahaus. (Begutachtungsziffern(Noten): 1= sehr gut, 2= gut, 3= mittel, 4— gering, 5= sehr gering. Die Zahlen in Klammern sind die Durchschnittsnoten des Regierungsbezirks Münster für den gleichen Zeitpunkt.) Winterweizen 2.6(2,8); Sommerweizen 2,6(3,0); Winterroggen 2,3(2,6); Sommerroggen 2,8 (3,0): Wintergerste 3,3(2.7); Sommergerste 2,4(3,1); Hafer 2.9(3,3); Menggetreide(ohne Hülsenfrüchte) 2,5(3,0); Erbsen aller Art 2,9(3,.1); Ackerbohnen 2,8(3,0): Wicken 2,5(3,1); Frühkartoffeln 2.9(3.3); Spätkartoffeln 2.6(3,2); Futterrüben(Runkeln) 3,0(3,1); Raps und Rübsen 2,6(3.0); Flachs(Lein) 3,0(2,9); Klee (auch m. Beimischung v. Gräsern) 2,9(3,2); Luzerne 2,6(3,0); Be= und Entwässerungswiesen 3,0(3.2); andere Wiesen 3,3(3,7); Viehweiden 3,7(4,0). Sämtliche angegebenen Noten sind Durchschnittsnoten. Tagung des Bau= und des Kroises in rger eimLind letzt. Gesuch iber ing= wer, rug. Am Samstag nachmittag vergangener Woche war auf Veranlassung des nunmehr am 1. August in Tätigkeit tretenden Kreishandwerkerstandes eine Tagung des gesamten Bau= und Baunebengewerbes des Kreises Ahaus in der Tonhalle zu Ahaus einberufen worden, an welcher ca. 300 Bauunternehmer, Dachdecker, Stuckateure, Zimmerer, Schreiner, Klempner, Schmiede und Schlosser, Maler und Anstreicher, Elektromonteure aus allen Orten des Kreises, soweit die Vertreter der Baubehörden und die Architektenschaft teilnahmen. Nach einer Begrüßungsansprache durch den kom. Kreishandwerkerführer Lindenberg(Gronau) eröffnete als erster Syndikus Dr. Kahmann von der Handwerkskammer in Münster den Reigen der Reden, der das Thema behandelte„Neugestaltung der Handwerksorganisation“. Der Redner umtiß im einzelnen die Aufgaben, die der neue Reichshandwerksstand in Zukunft zum Wohl der gesamten Wirtschaft zu bewältigen hat. Er führte dabei u. a. aus: Durch die Verordnung vom 15. 7. ist die Grundmauer der lebendigen Organisation im Handwerkerstand geschaffen worden. Durch Vereinfachung und straffe Zusammenarbeit von Innungen, Kreishandwerkerschaft, Kammer und darüber hinaus Reichshandwerkerschaft hat das Leisetreten und Besserwissen der vergangenen Zeit endlich aufgehört, jetzt erst wird allmählich der Grundsatz des Nationalsozialismus„Gemeinnutz geht vor Eigennutz“ auch in der deutschen Wirtschaft in der Praxis zum Durchbruch kommen. Für die einzelnen Bezirke innerhalb der Kammern sind Untergliederungen geschaffen worden; wie alle handwerklichen Betriebe innerhalb des Bezirkes zur Handwerkerfamilie gehören, so wird jetzt auch das Baugewerbe, das bislang im Kreise Ahaus noch keine Innung besaß. innerhalb von 14 Tagen eine solche erhalten. An der Spitze derselben steht der Obermeister, der von der Kammer ernannt wird. Die Aufgabe der Innung wird es sein, daß das Baugewerbe so leistungs- und lebensfahig wird, wie es heute unbedingt verlangt werden muß. Eine Organisation darf jedoch nicht Selbstzweck, sondern nur Mittel zum Zweck sein. Das setzt voraus, daß jeder an seinem Platze mitwirkt und seine Pflicht tut im Rahmen seines Aufgabenkreises. Leider hat es aber heute schon wieder den Anschein, daß die Konkurrenz untereinander Formen annimmt, die Grund genug bedeuten da einen Ausgleich zu schaffen. Um derartige unsauberen Elemente zu maßregeln, wird in Zukunft sogar der Obermeister der Innung mit der Vollmacht, besondere Ordnungsstrafen verhängen zu können, ausgestattet. Leider gibt es eben auch heute noch Volksgenossen, denen ohne Strafe und Zwang nicht zu helfen ist. Nützt diese Klarung im Guten nichts, so kommt der betreffende vor das Ehrengericht, von ihm können Strafen bis zu 1000 NM. verhängt werden. Schließlich könne man aber auch ganz kraß durchfassen und die Handwerkerkarte entziehen und was das bedeutet, wird ja wohl jeder wissen. Die Aufgaben des Kreishandwerkerstandes müssen in Zukunft lebendiger gestaltet werden. Die Handwerker selbst haben nun aber auch die Pflicht, ihrer Kreishandwerkerschaft mitzuteilen, wo ihnen der Schuh drückt, damit in Verbindung mit der Kammer die Schwiergkeiten beseitigt werden können. Gemeinschaftsgeist muß unter den Angehörigen des Standes herrschen zum Wohle der Gesamtheit, dann gibt es in Zukunft zu Sorgen keinen Anlaß mehr.(Beifall). Dr. Wiethoff. Leiter der Rechtsstelle der Deutschen Arbeitsfront aus Rheine, sprach sodann über Handwerk und Arbeitsfront. dede Bewegung, so begann der Redner mit seinen Ausführungen, hat eine geistige Grundlage, und von da aus ist sie auch zu verstehen. Dieses gilt besonders für die Saß. Dr. Kahmann hat klar und grundlegend die Neuorganisationsformen des Handwerkerstandes klargelegt, deshalb werden jetzt vielleicht viele fragen, was hat es denn noch für einen Sinn, daß der deutsche Handwerker neben der Innung noch in der DAF organisiert sein soll? Dier besteht doch wohl vielleicht eine Ueberorganisation. ost es nicht möglich, daß das Aufgabengebiet, das die DAF. betreuen will, eingebaut wird in die Innungen des Kreishandwerkerstandes? Diese Fragen verneinte der Referent auf das entschiedenste und bewies klar durch seine Ausführungen die unbedingte Notwendigkeit, daß die Handwerker außer in ihrem Berufsstand organisiert zu sein, auch noch der DAF angehören müssen. Neben den fachlichen und wirtschaftspolitischen Arbeiten, die in den Innungen vertreten werden, bleiben für den heutigen Handwerker im nat. soz. Staate noch viele, viele Aufgaben übrig, die vorläufig nur innerhalb der DAF erledigt werden können und müssen. So wird beispielsweise von ihr Sorge dafür getragen, daß heute das Wesen der menschlichen Arbeit ganz anders begriffen wird, ihre sittliche Bewertung zu Recht kommt. Es gibt im nat. soz. Staate keine Minderwertigkeit der Arbeit, ganz gleich wo sie verrichtet wird. Diesen neuen Begriff in die Menschen hineinzulegen, denn so leicht verstehen sie es oft nicht, ist mit eine Hauptaufgabe der DAF. Die Handwerker sind aber auch die Träger einer wirtschaftspolitischen und fachlichen Organisation und auch daher ist vorläufig eine Verankerung in der DAF notwendig. Gemeinschaftsarbeit gibt Wirtschaftsfrieden, und so haben wir ein ganz anderes, ein neues geistiges Fundament des Aufbaues. Es bringt Beruhigung mit sich, Ausschaltung des Klassenkampfes und=dünkels. Weiter fällt es der DAF zu, sich um die sozialpolitischen und arbeitsrechtlichen Dinge zu kümmern, das geschieht nicht willkürlich, sondern ist eine zwingende Notwendigkeit. Fragen des Urlaubes, Tarifes, der Sozialversicherung, der Berufserziehung sind weiter das Aufgabengebiet der DAF aus ihrer Struktur heraus im Geiste gemeinschaftlicher Zusammenarbeit. Und so wie sich die DAF um den schaffenden Menschen kümmert, so will sie auch sorgen für die Tage seines Alters und der Not usw., weiter Sorge dafür tragen, daß ihre Mitglieder mit Heimat, Scholle und Kultur verbunden werden. Der schaffende Mensch muß lebendig und blutvoll in die deutsche Landschaft und Kultur hineingestellt werden und das geschieht durch die NSG. Kraft durch Freude Wie das gemacht. wird, das zeigten klar und deutlich gerade die letzten Wochen. Wenn so das Völkische durch prakt. Leben erschaut wird und jeder ein Glied der völkischen Gemeinschaft wird, dann kann er sich auch ganz und gar für ihre Ziele einsetzen. Es war ein Zeichen liberalistischen Zeitalters, daß jeder für sich, für seine Interessen arbeitete. Und darin liegt gerade der tiefste Grund der DAF. daß sie innerhalb eines Gemeinschaftsgeistes diesen Interessenhaufen der Menschen entgegenwirkt. Der Einzelne wird eingebaut in die Gesetzmäßigkeit der Gemeinschaft und darf nicht zum Konkurrenten seines eigenen Standesgenossen werden. Das alles mit zu überwachen, ist eine wesentliche Aufgabe der DAF. So ist die DAF mit die Schrittmacherin des ständischen Aufbaues der deutschen Wirtschaft. Es könnte aber jetzt noch die Frage auftauchen, was sollen denn jetzt noch weiter die NS=Hago, die NSBO? Auch das ist schnell und einfach beantwortet. In der NS=Hago sollen für die Betriebsgemeinschaft Führerpersönlichkeiten herangebildet werden und die NSBO stellt die politischen Vertreter für die Betriebe. Aus allem ist ersichtlich, daß auch für das Handwerk im nat. soz. Staate ein klarer Aufbau geschaffen ist. Wichtig ist. daß nun jeder mitmacht aus innerer Ueberzeugung. Das kann man aber nur, wenn man von dem neuen Begriff der menschlichen Arbeit ausgeht, und der besteht darin daß jeder einsieht, daß seine Arbeit nicht mehr und nicht weniger wert ist als die eines anderen Volksgenossen. Mit dem Appell„Ehret die Arbeit und achtet die Arbeiter, die wir alle sind, ob Arbeiter der Stirn oder Faust“ schloß der Redner seine packenden Ausführungen. Anschließend begrüßte der Tagungsleiter Landrat Sümmermann, der gerade aus dem Interesse, das er stets dem Handwerkerstand entgegengebracht hat, es sich nicht hatte nehmen lassen, an der Tagung teilzunehmen. Ein weiteres Referat hatte der Beigeordnete der Stadt Gronau, Dipl.=Ing. Riklas, übernommen. er behandelte ziemlich aufklärend, daß sich gerade im Verkehr der Baunternehmer und Architekten mit den Behörden immer noch Schwierigkeiten bemerkbar machen, die grundlegenden Bestimmungen der Baupolizeibehörde. Dabei griff er besonders die Bestimmungen heraus, die immer und immerwieder unbeachtet bleiben. Den wichtigen Ausführungen wurde mit großer Aufmerksamkeit gefolgt. Hoffentlich ist den lehrreichen Ausführungen nun auch ein Erfolg beschieden, diesen Wunsch sprach der Peferent zum Schluß noch besonders aus und wünschte darüber hinaus dem heimischen Bauhandwerk, daß es recht bald wieder einen goldenen Boden erhalte. Der Geschäftsführer des Rh.=W.=Baugewerbeverbandes Dr. Gottmann, Münster, sprach über Bauvergebungsfragen. Ein Vertreter der Baufinanzierungsgesellschaft des Reichsstandes des deutschen Handwerks, Treubau, machte mit dem Institut und seiner Finanzierung bekannt. Die Presse hat im März dieses Jahres schon hinreichend über diese Einrichtung Aufklärung gegeben, sodaß wir uns hier weitere Ausführungen ersparen wollen; die Bevölterung jedoch weiter aufklärend zu bearbeiten, liegt ja auch letzten Endes im Interesse der Bauhandwerker. Das letzte Referat hielt Ing. Prahl=Köln über Errichtung von Silobauten, die in Erfüllung der Aufgaben, die dem Reichsnährstand gestellt werden, in Zukunft sicherlich das Interesse der Bauunternehmer stark beanspruchen werden. Wenn man bedenkt, daß jährlich 5—600 Millionen A zur Ernährung der Milchtiere für Kraftfutter ins Ausland gehen, und dieser Zustand sowieso schon durch die Devisenknappheit bald unerträglich sein wird, so sieht man klar, daß für die Krafteinfuhr Ersatz geschafft werden muß. Da soll jetzt der Silo sich einschalten. 50 Millionen com Siloraum gebrauchen wir in Deutschland, daß das für das Bauhandwerk ein reges Betätigungsfeld geben wird, ist einleuchtend. Redner gab sodann klare Gesichtspunkte für die praktische Anlegung eines Silos.(Beifall.) Syndikus Dr. König sprach das Schlußwort mit dem Wunsche aus, da am 1. 8. der neue Kreishandwerkerstand in Ahaus seine offizielle Tätigkeit aufnimmt, nun auch der Kreis Ahaus endlich zu einem gesunden und leistungsfähigen Handwerksstand komme zum Wohle des gesamten Volkes. Große Kreistagung der Lehrerschaft des Kreises (NSLB.) in der Tonhalle zu Ahaus Ein Sportfest der Lehrer des Kreises gab den Auftakt. Neben der Kreishandwerkschaft im Baugewerbe hatte am Samstag nachmittag auch die gesamte Lehrerschaft des Kreises Ahaus in der Kreisstadt einen ganz besonderen Tag. Als Auftakt fand zunächst nachmittags auf dem städt. Sportplatz für die Lehrer ein leichtathletischer Wettkampf statt, in welchem die Volkserzieher im friedlichen Kampfe ihre Kräfte maßen. Es kam dabei allerdings nicht so sehr auf Höchstleistungen an, sondern vielmehr auf die Tatsache, daß die Erzieher ihre Verbundenheit mit dem Volkssport, der nun einmal für die Volksgesundung so ungeheuer wertvoll ist, auch praktisch unter Beweis stellten. Gute Beispiele und Selbstvorleben wirken bei der Jugend nun einmal erzieherischer als alle Theorien, und von diesem Standpunkte aus begrüßen wir die Veranstaltung am Samstag und begrüßen es dazu weiter, daß die Kreislehrerschaft nun nach dem guten Auftakt beschlossen hat, alljährlich diesen Sporttag wiederkehren zu lassen und sogar dazu noch für den Winter alljährlich ein Hallensportfest vorgesehen hat. Daß sich daran auch die Lehrerinnen beteiligen, ist noch erfreulicher. Die Beteiligung an den Wettkämpfen war sehr gut. Daß es manchmal auch etwas humorvoll zuging, ist verständlich. Die Ergebnisse im einzelnen mitzuteilen, war ja nicht Zweck der Sache, daher wollen wir uns hiermit den Ergebnissen der 1. Sieger begnügen. In der 1. Altersklasse(bis 35 Jahre) erreichte Lehrer Hummel(Alstätte) 83 Punkte. Seine Leistungen sind als überaus gut zu bezeichnen. Im 100m=Lauf erreichte er die Zeit von 13 Sek., Weitsprung 5 m. Kugelstoßen 11,25 m und Schlagballweitwurf 63 m. In der 2. Altersklasse siegte Lehrer Böning (Vreden) mit 84½ Punkten. Kaum waren die sportl. Kämpfe beendet, da setzte auch schon ein Gewitter mit starkem Regen ein. Nur mit Mühe und Not erreichten die Teilnehmer mit ihren Zuschauern das Tagungslokal Burbaum. Hier eröffnete der Kreisamtsleiter des NSL B., Vg. Ulricht,(Vreden), die Taguna und begrüßte u. a. besonders den Kreisleiter Bürgermeister Blanke, sowie den Redner des Abends, Gauobmann Pg. Regierungsrat Reimpell (Münster), er führte dabei weiter aus, daß man, nachdem man auch das Körperliche in gebührender Weise zu Worte habe kommen lassen, jetzt geistige Nahrung folgen lassen wolle. Nach der vorgenommenen Siegerverkündigung, gab er der Hoffnung Ausdruck, daß beim nächsten sportlichen Treffen sich alle Lehrer restlos beteiligen wurden, denn der Segen daraus fließe doch letzten Endes der Jugend zu. Und Pflicht der Erzieher sei es, der Jugend als Vorbild voranzugehen. Kreisleiter Blanke ergriff sodann das Wort und betonte dabei u. a., daß es ihm wirklich Freude bereite, endlich einmal vor der gesamten Lehrerschaft des Kreises sprechen zu dürfen. Von dieser Stelle wolle er einmal seinem Herzen Luft machen und das mitteilen, worauf es auch gerade bei der Erzieherschaft in Zukunft zum Wohle des Volkes ankomme, dabei griff der Kreisleiter besonders einen Satz aus der großen Rede des Führers heraus, nämlich, daß es keinen Zustand einer permanenten Revolution gebe, d. h., daß wir die Revolution nicht der Revolutions willen führen, sondern jetzt das Geschaffene in die Tat umsetzen. Das tun wir. indem wir den Staat, den wir nun einmal haben, formen und gestalten und dadurch daß wir eine Verbindung suchen zwischen Staat und Bewegung. Soll ich, so führte der Redner aus, der Führer des Kreises Ahaus sein, so benötige ich dazu eine starke Gefolgschaft. Diese mitzuschaffen, dazu sind gerade die Erzieher in dem konservativen Kreise Ahaus berufen. Wie der Führer den Parteigenossen das Vergessen angeboten hat, nachdem er ihnen alles verziehen hat, so habe ich es auch im Kreise Ahaus getan und darf daher nun wohl auf eine starke Gefolgschaft rechnen. Wenn nun mit dem 30. Januar 1933 eine alte Zeit durch ein neues Regiment abgelöst worden ist, so bitte ich das endgültig beachten zu wollen und sich jetzt positiv dem Führer und seiner Idee zur Verfügung zu stellen. Wir haben jede einzelne Kraft im Volke notig. Und die Erzieher sind gerade hier auf dem Lande dazu berufen, die noch bestehenden Hemmungen zu beseitigen. Besonders hier im Grenzkreis, wo wir eine doppelte Aufgabe zu erfüllen haben, ist eine Umstellung besonders nötig. Wir müssen die Menschen hier nehmen, wie sie sind und nicht wie sie sein sollen, sind sie doch nun einmal konservativ veranlagt. Bemühen wir uns alle mit vereinten Kräften zusammenzustehen, überwinden wir alle Schwierigkeiten, dann werden wir ganz bestimmt bald von allen anderen Kreisen an der Spitze stehen. Mit großem Beifall nahm die Versammlung die aus dem Herzen gesprochenen Worte des Kreisleiters auf. Dann erhielt der Redner des Abends. Gauobmann Vg. Reimpell zu einer überaus zündenden Ansprache das Wort. Mit Ergriffenheit und besonderer Aufmerksamkeit folgten die Anwesenden den tiefsinnigen Ausführungen des Redners, der es oft an der nötigen Deutlichkeit nicht fehlen ließ. Er hielt u. a. etwa folgende Ansprache: Als am 30. Januar 1933 Adolf Hitler beauftragt wurde Deutschland zu führen, da wurde aus dem Führer der Partei, auch der Führer des Volkes. Die Welt war in Spannung und fragte sich, wohin soll das führen? Man glaubte damals der Nationalsozialismus sei genau so stümperhaft wie alle vorherigen Regierungen. Schauen wir heute in Staat und Volk, so können wir zwar nicht sagen, daß innen= und außenpolitisch alle Programmpunkte erfüllt worden sind, daran stoßen sich vernünftigdenkende Menschen auch nicht, sondern sie sind und müssen mit dem bisher Geleisteten vollauf/ zufrieden sein. Wir Nationalsozialisten fordern von der Lehrerschaft, daß sie ehrlich versucht, sich auf den Boden des jetzigen Staates zu stellen, und uns zu verstehen; denn wer den ehrlichen Versuch macht, der wird früher oder später doch ein ganzer Nationalsozialist werden. Wir haben den Glauben an den Führer gehabt, wenn wir auch nicht immer alles verstanden und billigten, aber wir haben uns später doch bekehren lassen, der Bruder richtete den Bruder wieder auf, und wir haben weiter gekämpft für die Idee. Bete und arbeite! Darin liegt die Angelpunkt unseres Lebens. Wenn nicht mit der Gnade mitgewirkt wird, ist nichts zu erreichen. Darum ist der Nationalsozialismus auch nicht rein Irdisches, nein, er ist die Wiederbesinnung auf die seelischen Kräfte, Geisteskräfte. Diese Bewegung ist Gotteswille, wäre sie es nicht, dann wäre der Bolschewismus über Deutschland gekommen. Wir haben den Bolschewismus verhindert, wir sagen es nicht in Hochmut, sondern in Demut und Dank zu Gott, der unser Gebet erhört hat. Dann sprach der Redner über die Rassenfrage, nicht als Laie, sondern als Forscher und bewies so gerade die Berechtigung dieses Problems, das der Nationalsozialismus so mit Nachdruck heute in den Vordergrund stellt. dann wies Gauobmann Reimpell das widersinnige Gerede vom Kulturkampf durch schlagende Belege zurück. Wir wollen nur daß jeder mehr und mehr fühlt und empfindet, daß Nationalsozialismus nicht irgendeine Partei ist, sondern daß es das Leben des Deutschen, das Leben des nordisch-germanischen Menschen ist. Zum Schluß seiner Ausführungen hob der Redner dann besonders hervor, daß die Erzieher und Erzieherinnen letzten Endes im Dorfe und in der Stadt eine Führerschicht bilden. Wir alle stehen in einer Front für Deutschland und Deutschlands Zukunft und darum wollen wir sein ein einig Volk von Brüdern. Damit war der offizielle Teil der Tagung, der sicherlich bei allen Teilnehmern einen tiefen Endruck hinterlassen hat, beendet. Er klang aus mit einem Treueschwur an den Führer, sowie mit dem Horst=Wessel=Lied. Anschließend fand dann ein gemütlicher Kameradschaftsabend statt, bei Tanz, Gesang, Humor und Frohsinn blieben die Lehrer und Lehrerinnen noch einige gemütliche Stunden zusammen. Die musikalischen Darbietungen der Polyhymnig gaben der Feierstunde einen würdigen Rahmen. Epe Der Kreisleitung der NSG.„Kraft durch Freude“ wurde von einem Schwarzwaldfahrer folgendes übermittelt: „Sämtliche Teilnehmer aus dem Kreise Ahaus an der wunderschönen Schwarzwaldfahrt sind begeistert von der schönen Gegend und Einquartierung. Verpflegung sehr gut. Fast jeder Urlauber hat außerdem noch sein eigenes Zimmer. Ich hoffe und kann nur empfehlen daß in Zukunft noch mehr Kolleginnen und Kollegen von solch einem schönen Angebot Gebrauch machen werden. Heil Hitler! W. Cremers z. Zt. Schönau(Schwarzw.) „Gasthof zur Krone“. Der Kreiswart der NSG.„Kraft durch Freude“ teilt uns noch mit, daß für die Fahrt zum Schwarzwald vom 29. 7.—5. 8. noch Plätze frei sind. Volksgenossen, die noch mitzufahren gedenken, wollen sich umgehend bei dem Ortswart der NSG.„Kraft durch Freude“ oder direkt beim Kreiswart Pg. Herm. Fischer Epe(Telefon Nr. 101) melden. Preis 33,— RM. einschließlich Fahrt, Unterkunft: und Verpflegung in den besten Hotels und Gasthöfen bezw. Pensionen. )!( Im Amtsvenn brannte es. Am Samstag und Sonntag brannten auf den städtischen Wiesen im Amtsvenn eine Anzahl Heuhaufen. Der Grasschnitt war in der vergangenen Woche an den Meistbietenden verkauft worden, das Heu sollte heute von dem Käufer eingefahren werden. Ob es sich um Brandstiftung handelt, oder ob Fahrlässigkeit vorliegt, bleibt noch festzustellen. )( Bürgerschützenfest Epe. Bei dem glänzend verlaufenen Bürgerschützenfest Epe errang am gestrigen Montag die Königswürde Herr Fabrikant Arnold van Heel jun. Königin wurde Frl. Grete Banken. Den Hofstaat bildeten Theo Kemper und Frl. Trude Engels, Josef Schepers und Frau Arnold van Heek. Mundschenk wurde Clemens Vocke jun. Hauptschriftleiter und verantwortlich für Politik: Dr. Georg Heider, Münster i. M., Stellvertreter des Hauptschriftleiters und verantwortlich für Münster und das Münsterland: Fritz Rediger, Münster i. W.; für Westdeutschland: I. V.: Karl Bode; für Feuilleton: Peter Schlauß; für Handel und Sport: Dr. Anton Henkel, sämtlich in Dortmund; Berliner Redaktion: Dr. Ernst Hälner, Berlin-Lichterfelde; für den Zeno-Hnzeigenteils Verlagsleiter Dr. Erich Altmeppen, Münster i. W. Druck: Zeno G. m. b. H., Münster i. W. Durchschnittsaullage: VI. 1934: Zeno-Zeliung Insgesamt 41732 enthaltend: Hhlener Volkszoitung, Nachrichtenblatt für die Kreise Beckum und Lüdinghausen, Ahlen, 2984— Allgemeine Zeitung für die Kreise Coesfeld und Ahaus(Billerbecker Zeitung, Gescherer Zeitung, Vredener Hnzeiger, Stadtlohner Volksblatt), Coesfeld, 5412;— Borkener Zeitung, Borken, 3189;— Bürgerblatt für den Niederrhein und Reeser Tageblatt, Emmerich, 1871;— Dülmener Zeitung, Amtliches Kreisblatt für den Kreis Coesfeld, Dülmen, 1857;— Halterner Zeitung, Haltern, 1704:— Kreiszeitung für den Kreis Ahaus(Gronauer Volkszeitung, Eper Volksblatt), Hhaus, 3150:— Münsterländische Volkszeitung(Rheiner Volksblatt), Rheine, 4064;— Emsländische Tageszeitung(Lingener Tageszeitung, Papenburg-Hschendorfer Zeitung), Rheine, 1510;— Neuer Emsbote für Kreis Warendort und Amt Telgte(Warendorfer Kreisblatt), Warendort, 2591;— Tageblatt für den Kreis Steinfurt(Ochtruper Hnzeiger, Wettringer Anzeigor. Metelener Zeltung, Neuenkirchener Zeitung), Ochtrup. 1665;— Volksblatt für Bocholt und den Kreis Borken, Bocholt. 6287;— Volksblatt für Wesel und den Kreis Roes, Bocholt. 997;— Volkszeitung und Nachrichten für Emsdetten, Burgsteinfurt, Nordwalde, Borghorst, Greven, Emsdetten, 2378;— Volkszeitung für Dorsten und Herrlichkeit, Dorsten, 2073.— Verantwortliche Schriftleitung für den lokalen Teil: Fritz Schlotjunker, Ahaus, für den lokalen Anzeigenteil: B. Schütte, Ahaus. Weitere lokale Nachrichten auf einer anderen Seite. Das Heimatblalt ist heule wichtiger denn je Es klärt eingehend auf über alle heimatlich wich tigen Ereignisse und unterrichtet flott über alles Geschehen in der hohen Politik. Dazu bietet es reichen Unterhaltungsstoff. Statt Karten. Ihre Vermählung geben bekannt: Fritz Pannhorst Käte Pannhorst geb. Knoppe Gronau i.W., den 24. Juli 1934. Bahnhofstr. 31 Nachrul Am 19. Juli wurde uns unser Seniorchef Herr Bauunternehmer B. Plaßmann durch den Tod entrissen. Er war uns stets ein leuchtendes Vorbild treuester Pflichterfüllung und sein Andenken werden wir immer hoch in Ehren halten. Gronau i.W.. den 23. Juli 1934. Die Angestellten und Arbeiter der Firma B. Plaßmann 50 382 rde. . K ihn —bis % Jul; Vom10 3o. 30. * ns Nach Gottes unerforschlichem Ratschluß verschied heute nachm. 4.30 Uhr meine liebe Mutter, Schwiegermutter, unsere Großmutter, Schwester, Schwägerin undTante Frau Wwe. Roth geb. Krallmann im Alter von 66 Jahren. Um stille Teilnahme und ein andächtiges Gebet bitten Hans Roth Käthe Roth geb. Leefken und 2 Enkelkinder Epe i.W., Hamburg, Solingen, den 22. Juli 1934. Die Beerdigung findet statt am Donnerstag, den 26. Juli vormittags 8.30 Uhr, darauf Levitenamt in der Pfarrkirche. Räuoder Adalbert Stifter, Witikc, gebunden 4.50 Gerhart Ellert, Attila, gebunden 6.00 Ruth Schaumann, Siebenfrauen. 4.50 — Um Seele und Erde, gebunden 4.50 Josef Wenter, Spiel um den Staat,.. gebunden 4.80 Josef Winckler, Der tolle Bomberg,.. gebunden 3.60 Ernest Claes, Flachskopf, gebunden 3.75 Reinhold Conr. Muschler, Die Unbekannte, gebunden 1.80 Jo van Ammers-Küller, Die Frauen des Coornvelts, 3 Bände, gebunden je 2.85 Francis Jammes, Der baskische Himmel, gebunden 1.80 — Der Hasenroman, gebunden 1.80 — Klara,««. gebunden 1.80 — Marie,«»: gebunden 1.80 Josef Magnus Wehner, Sieben vor Verdun, gebunden 3.60 Hans Carossa, Tagebuch im Kriege,.. gebunden 3.00 Carl Haensel, Der Kampf ums Matterhorn, gebunden 2.85 Warwick Deeping, Der Schicksalshof, gebunden 2.85 — Hauptmann Sorrell und sein Sohn, Bekanntmachung Die Bäche und Abzugsgräben in der Gemeinde Ahaus sind von den dazu Verpflichteten bis zum 7. August ds. Is. gründlich zu reinigen. Wer die Reinigung unterläßt oder nicht gründlich ausführt, wird mit Geldstrafe bis zu 30.— RM. oder mit entsprechender Haft bestraft, auch wird die Arbeit dann im Zwangswege ausgeführt werden. Die Wasserschau findet am Mittwoch, dem 8. August statt und beginnt um 3 Uhr nachm. in der Hofmaate an der Hindenburg=Allee. In den Schauterminen müssen die mungspflichtigen persönlich anwesend sein sich durch Bevollmächtigte vertreten lassen. Ahaus, den 20. Juli 1934. Der Bürgermeister als Ortspolizeibehörde Ridder Bekanntmachung über die öffentliche meistbietende Verpachtung der gemeinschaftlichen Jagdbezirke der Gemeinde Heek Die Verpachtung der Jagdnutzung auf den gemeinschaftlichen Jagdbezirken der Gemeinde Heek findet am Montag, den 30. Juli 1934 nachm. 5 Uhr, auf die Dauer von 9 Jahren, beginnend am 1. September 1934 öffentlich meistbietend in der Wirtschaft van Wüllen in Heek statt. Es gelangen zur Verpchtung: Jagdbezirk 1 zur Größe von etwa 500 ha Jagdbezirk 3 zur Größe von etwa 870 ha Jagdbezirk 4 zur Größe von etwa 610 ha Jagdbezirk 5 zur Größe von etwa 402 ha Vorkommende Wildarten: Rehe, Hasen, Fasanen, Hühner, Enten, Kaninchen. Die Jagdliebhaber werden gebeten, die zum Bieten notwendigen Nachweise mitzubringen. Heek, den 20. Juli 1934. Der Jagdvorsteher: Wermelt RERD IENSIN Verlagsanstalt G.m.b.H. DEBRLENN Verlags- und Sortimentshuchhandlung VerlagsGronau nachfeieraleng Rundfunkhören und WERAGlesen Die WERAO, Westdeutschlands Funkzeitschrift mit Europa-Programmen und Funkgeräte-Versicherung, kat für 25 PIE. überoll zu daben. Gebr. Lensing, Gronau MEISTER LASST EURE LEHRUNGE BÜCHER LESEN! GEBR. LENSING Die neuen Sommerfahrpläne gültig ab 15. Mai 1934 sind vorrätig von 30 und 50 Pfg. an bei Gebr. Lensing-Gronau Buchhandlung Westfalens Heilige und Selige Ein Blumenstrauß aus Gottes Garten von Anton M. Windolph 175 Seiten kart. nur 1.-RM. Enthält in erzählender, volkstümlicher Sprache die Lebensbilder von 27 westfälischen Heiligen. Feine Ausstattung mit zahlreichen Initialen, Kopfleisten, Schlußstücken. Gehr. Lensing Verlagsanstalt G.m.b.H. Lieferbote mit Kaution und Nad sofort gesucht. Meldungen unter As 872 an d. Gesch. d. Ztg. Tüchtiges, ehrliches Mädchen welches zu Hause schlafen kann, für Küche und Hausarbeit gesucht. Frau Jos. Silderhuis Gronau Enscheder Str. 9(Restaurant) ist Ihnen die KleinAnzeige in dieser Zeitung ein wertvoller Helfer. Anzeigen in der„Zeuo=Zeitung“ hoben stets Erfolg! Ich habe mein Deutschland gesehen Vom Schwarzwald bis an das Meer, Doch, wo es am schönsten gewesen, Zu sagen, fällt mir gar schwer! Im Süden blühten die Rosen, Die Reben perlten am Rhein, Im Norden, dem weiten und großen, Ward stolz ich, ein Deutscher zu sein! Ich glaube, daß es vielen Menschen so ergeht, wie mir. Wenn irgend ein Erlebnis auf uns eindringt, sei es das Erleben einer Dichtung, einer Musikschöpfung, oder auch das Erleben der mitreißenden Tat einer Persönlichkeit, dann erwacht im Innern ein unwiderstehlicher Drang, zu den Quellgründen dieses Erlebnisses vorzudringen und gleichsam den Boden, die Lebenskreise kennen zu lernen, aus denen es hervorgegangen ist. Ein altes deutsches Sprichwort drückt in schlichten Worten das gleiche aus:„Wer den Dichter will versteh'n, muß in Dichters Lande geh'n!“ Was hier von der volkund bodenverwachsenen Dichtung gesagt ist, das gilt im selben Maße von allen Erlebnissen, die aus volk= und bodenverwachsener Haltung an's Licht gekommen sind. Das stärkste Erlebnis der letzten Jahre war die Wiedergeburt des nationalen und bluthaften Volksbewußtseins in den deutschen Landen, das seine lebendigsten Impulse empfangen hat aus der kraftvollen Eigenart des nordischen Deutschtums. Der deutsche Norden trat stärker denn je in das Blickfeld der Nation. Was Wunder also, wenn unter dem Eindruck solcher Erlebnisse der romantische Hang in die Berge des deutschen Südens, der gewiß jeden wanderlustigen Volksgenossen schon einmal ergriffen hat, plötzlich übermannt wird von dem Verlangen, mit neu geöffneten Augen und stärker empfindendem Herzen den deutschen Norden zu erleben! So ging denn die sonnige Ferienfahrt ins deutsche Nordland hinein. Wer mit Millionen anderen nicht zu den begüterten Volksgenossen gehört, wer die Groschen im Ferienbeutel zählen muß, bevor er den Plan seiner Reise macht, der ist stets von der Richtigkeit des Grundsatzes erfüllt: „Warum in die Ferne schweifen, sieh' das Gute liegt so nah!“ Der deutsche Norden ist groß und weit. Aber schon in den Breiten der norddeutschen Tiefebene, die unmittelbal angrenzend an unser heimisches Münsterland sich ausdehnen bis zur brandenden Nordsee, erlebt man in Landschaft und Menschentum den Geist des deutschen Nordens. Die Bahnstrecke Coesfeld— Rheine—Quakenbrück dampft in geruhsamen Ferientempo geradewegs Von Edmund Pesch. ins Oldenburger Land hinein. Kennst du das Oldenburger Land? Fahre oder wandere durch die Wälder des Oldenburger Münsterlandes, durchstreife das murmelnde Moor der Geest oder die Hügelwellen der sonnentrunkenen Heide! Wie das Tor zum deutschen Norden steht dieses Land dem Wanderer offen. Die fruchtschweren Sommerfelder, die raunenden Eichen= und Buchenwälder, die braune Heide, die silbernen Bäche zwischen den hellen Wiesen, die welligen Hügellinien, die immer ferner und immer lichter übereinander gehen, die Dörfer mit den schlanken Türmen, und darüber der Himmel, bald voll Sonne, bald voll jagender Sturmwolken, bald grau von Nebel und Regen, bald schwarz von zuckenden und grollenden Wettern oder silbern vom Mondschein der Nacht! Ein Land mit einsamen Bauernhöfen, strohgedeckt und erdverwachsen. Wie staunende, träumende Augen liegen die kleinen Seen und Teiche zwischen dem fruchttragenden Land, mit den uralten Mühlen an den Bächen und auf den Höhen. Die Menschen dieses Landes sind einfach, einsam und voller Geheimnis, wie ihre Heimat selbst. Erd und Himmel einen sich im Wesen dieser Menschen, die den Wurzelgrund der Erde mit der gleichen Inbrunst pflegen, wie ihr Gebet und ihren Gottesdienst an den Sonn= und Feiertagen. Die Menschen dieses Landes sind wandelnde Geschichte. Fast ist es, als stünde die Zeit hier stille und als würden die Menschen hier niemals anders, wenn auch Geschlechter kommen und gehen. Wer diese Menschen sieht, der fühlt, daß sie heute dieselben Taten vollbringen würden, wie ihre Urväter vor tausend Jahren. Sie wissen noch von den Großen ihres Landes, von Wittekind, dem altsächsischen Herzog ihrer Ahnen, von der Not des großen Krieges, von der Franzosen= und Kosakenzeit. Nicht aus Büchern wissen sie das, sondern aus überkommenem Erzählen und Sagen. Sie legen noch heiligen Brand ins Feuer, wenn der Himmel von Blitzen loht, sie sprechen noch Wettersegen und sind still beieinander in den Nächten der heiligen Zwölf. Sie zeichnen den Brotlaib mit dem Kreuz und pflegen die Gemeinschaft der alten Nachbarschaften wie ein heiliges Vermächtnis. So geht in der Gebundenheit von Seele, Blut und Land das Leben von Geschlecht zu Geschlecht. Hier wachsen noch die hellen Flachsköpfe mit den blauen Augen, die bei uns schon seltener geworden sind. Die einsamen Steine auf den Heidehügeln der Geest sind das Denkmal dieser Menschen. Die Sage weiß zu erzählen, daß diese Steine einmal Menschen gewesen sind, Menschen, die lieber selbst zu Stein wurden, als daß sie ihre Herzen zu Stein werden ließen... Man wird nachdenklich, während man weiter wandert gen Norden, in das Land der Friesen hinein. Die Landschaft wandelt sich. Aus dem welligen Bereich der Geest mit ihren Aeckern, Heiden und Mooren, aus dem Land der einsamen Bauernhöfe und aus den Eichengründen des Ammerlandes geht es in die flachen Niederungen der Marschen über. Hast du einmal in den Marschen gestanden, wenn vom Meer über den Deich die Winde kamen und durch die Weiden fuhren? Wie brausender Orgelton umgibt dich in solchen Stunden der Geist des deutschen Nordens. Lang gezogen, mit feierlichen Akkorden geht der Wind durch die Marschen. Nirgend wo anders in deutschen Landen singt der Hauch in den Lüften ein solches Lieb...... Die fruchtbaren Marschen mit ihren weidenden Herden liegen in tiefem Frieden. Und doch sind die Marschen kämpferisches Land! Sie sind gewachsen aus dem unab lässigen Streit der Elemente um ihre Daseinsberechtigung. Die friesischen Recken, Menschen, die das stolze Bewußtsein ihrer freien Abstammung von jeher mit gleichem Kampfgeist erfüllte, haben durch ihren Deichbau den Streit zwischen Wasser und Land entschieden. So sind die Marschen den brandenden Fluten abgetrotzt, und so ist der Friede der Marschen die Frucht erbitterter Kämpfe. Dem oberflächlichen Beschauer mag dieses Land kahl und reizlos dünken. Wer aber sein Auge öffnet für das Wesen der Landschaft, wer hinter der herben Eintönigkeit das leuchtende Grün der von blinkenden Wassergräben durchzogenen Weiden, hinter Hecken und Bäumen die alten Höfe der friesischen Bauern und hoch darüber die Unendlichleit des norddeutschen Raumes und das kraftvolle Gefühl des Alleinseins spürt, der lernt diese Landschaft lieben, deren Charakter tief hinein ragt in das Wesen ihrer Menschen.* Die Marschen im Jeverland und am Jadebusen nehmen sich wie ein breiter und tiefer Rahmen aus zu dem stählernen Bild von Wilhelmshaven. Hinter den flachen Deichen reckt sich die eiserne Wehr eines kraftbewußten Volkes. In den Werften von Wilhelmshaven hämmert wehrhafte Volksgesinnung aus Stahl und Eisen die Panzerschiffe der deutschen Marine. Hier wird das Bekenntnis des deutschen Volkes zum Meer in ehernes Metall geprägt und der Lebenswille einer Nation wächst sich zu den stählernen Riesen unserer Panzerkreuzer aus. In Wilhelmshaven wird die Kraft des Seemanns zum Erlebnis aller, die sich den Glauben an das deutsche Meer erhalten haben. Das deutsche Meer! In Östfriesland tritt es uns mit seiner ganzen Leidenschaft entgegen. Die brandende Nordsee ist das stärkste Erlebnis nordisch=deutscher Landschaft! Mir ist immer ganz feierlich zu Mute gewesen, wenn ich irgendwo in deutscher Dichtung dem Sang des Meeres begegnet bin. Ich glaube mit Ernst Moritz Arndt:„Alles, was germanischen Ursprungs ist, fühlt sich hingezogen zum Meer, und die Kraft des Seemanns durchdringt die ganze/ Man mag suchen, wo man will, überall, wo nordischdeutsche Dichtung groß und lebendig ist, da nährt sie sich von der Erhabenheit des Meeres. Kein anderer deutscher Volksstamm hat in kurzer Zeit eine solche Schar von großen Männern deutschen Geistes geboren, wie das Nordseevolk der Friesen. Maler wie Asmus Carstens, Brütt und Harxo Magnussen, Musiker wie Karl Maria von Weber und Reinecke, Geschichtler oder Volkskundler wie Dahlmann, Waitz und Mommsen, vor allem aber die sie alle verdanken ihre beste Kraft dem ewigen Meer, das groß, unheimlich und finster, zwingend und fordernd, dann aber auch wieder lieblich und voll lächelnder Labsal ihre Jugend umwob. Ich habe versucht, die Stelle zu finden, wo zum ersten male in deutscher Dichtung das Rauschen der Nordsee vernehmbar ist. In der niedersächsischen Dichtung des„Heliand" ist sie zu finden. Der Bericht des Evangelisten, wonach der Heiland die wilden Wasser des Sees Genezareth beruhigt, wird vom Dichter des Heliand mit untrüglicher Lebendigkeit an die brandende Nordsee verlegt:„Da begann des Wetters Kraft, im Wirvelwinde stiegen die Wolken; Nacht schwang sich hinab, die See kam in Aufruhr; Wind und Wasser kämpften; doch dem Gebot und des Waltenden Wort gehorsam, stillten die Wetter sich, beiter floß die Flut.“ Es ist, als spräche in jedem Jahr die meergebietende Stimme des Herrn ein solches Wort des Friedens über die ostfriesische Nordsee. Dann weicht von ihren Wassern alle Wildheit und Finsternis. Dann steigen die sieben grünen Inseln an der ostfriesischen Küste aus der brandenden See hervor. Eilande der Labsal für alle, die aus der Hast ihres Alltags draußen in den Städten des Landes klein und ängstlich geworden sind! Hier spült die ewige Woge alle Kleinheit und alle Aufregung hinweg und was blaß und fahl geworden ist zwischen den Wänden des Alltags, bräunt sich und wird frisch und neu, wenn der würzige Seewind und die tausendfach sich spiegelnde Sommersonne über den Dünen und schäumenden Wellen ihre Reigen führen. Hier versinkt man in die Unendlichkeit einer elementaren Welt und wird sich unter den Dimensionen von Meer und Himmol homukt wie klein die Sorgen und mie aavine di von denen w Wer. 2 Alltags jagen lassen. Wem es berabnnt wa auf einer der ostfriesischen Inseln seine Ferientage zu ver leben, den spülen eines Tages die Wellen als neuen Men schen wieder ans Land. Nach dem Erlebnis des deutsche Nordens und durchtränkt von der verjüngenden Kraft de Meeres wird ihm daheim die Arbeit zur Freude. Wie gerne möchte ich nach der Fahrt durchs Olden burger Land zu den grünen Inseln nun auch die Eindrück der Rückfahrt durchs Emsland schildern. Aber der Raur würde nicht reichen und ich kann nur sagen, daß recht viel es versuchen möchten, sich für ein paar Ferientage fre zu machen von den Fesseln des Alltages, um in den nahe und doch so endlos weiten Norden unserer Heimat hinau zu fahren, wo das Erlebnis deutscher Größe und deutsche Kraft jeden von uns ergreifen wird. Im Norden, dem weiten und großen ward stolz ich, ein Deutscher zu sei Beilage Dienstag, den 24. Juli 1934 Nr. 201 Aus Westdeutschland. Kirchliche Ernennungen. + Münster, 23. Juli. Seminarpriester Heinrich Wedi aus Emsdetten, z. Zt. in Ibbenbüren, zum Kaplan in Bottrop St. Johann. Kaplan Heinrich Becking zu Bocholt zum Pfarrektor in Bocholt Hl. Kreuz. Schwere Bluttat in Unna. tz) Unna, 23. Juli. Sonntag kam es in Massen in der Wirtschaft Kassing bei einer Ringerveranstaltung unter Vereinskameraden zu großen Streitigkeiten, die auch in Tätlichkeiten ausarteten. Ein Heinrich Günther, Unna, Obermassener Kirchweg 49, wollte im Verlaufe dieser Auseinandersetzungen tätlich angegriffen sein. G. verließ die Kampfstätte in Massen und begab sich in seine Wohnung nach Unna, Obermassener Kirchweg 49. Dem G. folgten die Gebrüder Karl und Emil Steinhoff aus Varsthausen bei Unna, die an der Auseinandersetzung beteiligt waren. Zur Schlichtung der Angelegenheit begaben sie sich in die Wohnung des G. Die Auseinandersetzungen nahmen hier ihren Fortgang, wobei man in heftigen Wortwechsel geriet. Im Verlaufe dieser Streitigkeiten hat G. ein Beil geholt, womit er den Karl Steinhoff zu schlagen versuchte. Den Schlag hat der Bruder des St. abgewehrt, konnte aber nicht verhindern, daß sein Bruder getroffen wurde. G. griff dann zueinem Brotmesser und stach auf Karl Steinhoff ein. Unterhalb des Schlüsselbeins wurde dieser getroffen und sank zu Boden. Die Tat soll in der offenen Küchentür ausgeführt sein. Polizei und Krankenauto wurden sofort alarmiert, trafen auch schnell am Tatort ein. Der schwerverletzte Karl Steinhoff, dessen Lunge durch den schweren Stich verletzt wurde, mußte dem Krankenhause eingeliefert werden. Großer Blutverlust stellte sich ein, so daß St. nur noch als Leiche eingeliefert werden konnte. Der Täter Heinrich Günther, 28 Jahre alt, wurde am Tatort festgenommen und dem Polizeigefängnis eingeliefert. Der getötete Karl Steinhoff aus Varsthausen bei Unna war verheiratet und Vater von vier Kindern. 400=Jahrfeier des Archigymnasiums. o) Soest, 23. Juli. Zum Festakt in der sinnvoll geschmückten Aula der Anstalt hatten sich zahlreiche Ehrengäste eingefunden. So bemerkte man u. a. als Vertreter des Oberpräsidenten(zugleich als Vertreter des Ministers) Regierungsdirektor Losse und Oberschulrat Rauschenberger, den Vertreter des Rektors der Universität Münster, Professor Eitel, den Vertreter des Dekans der philosophischen Fakultät, Professor Kaditz, den Vertreter des Bischofs Adler, Oberkonsistorialrat Koch. In seiner Festrede gab der Leiter der Anstalt, Studiendirektor Stopp. ein Bild der Entwicklung der Anstalt die 1900 aus der Obhut der Stadt in die des Staates übernommen wurde. Er wies die Berechtigung des klassischen, humanistischen Bildungsideals nach, das im neuen Reich eine Aufgabe zu erfüllen habe.— Regierungsdirektor Losse übergab der Anstalt als Geschenk des Ministers zwei Bücher, deren eins für die Lehrerbibliothek und das andere für den besten Schüler der Anstalt bestimmt war. Die Bücher enthalten eine eigenhändige Widmung des Ministers. Es folgten der Reden und Glückwünsche gar viele. Besondere Freude rief das Geschenk der Vereinigung ehemaliger Schüler der Anstalt hervor. Es bestand in einer Stiftung in Höhe von 5000 Mark, deren Zinsen für Anschaffungen verwandt werden sollen, die aus dem Schuletat nicht bestritten werden können. Dieses Geschenk wurde von Staatsminister Dr. Hartnacke als ehemaligem Schüler der Anstalt übergeben. Die Feierstunde wurde umrahmt von musikalischen Darbietungen des Orchesters der Anstalt. Der Tod im RWD Bielefeld, 23. Juli. Im städtischen Freibad an der Wiesenstraße büßte ein 12 jähriger Knabe aus Bielefeld sein Leben ein. Der Junge war eine zeitlang von seinen Kameraden im Wasser beobachtet worden, dann aber plötzlich verschwunden. Kraftfahrer aus dem Ruhrgebiet, die im Freibad sich aufhielten, stießen beim Tauchen auf einen Gegenstand, den sie längere Zeit vergeblich zu bergen versuchten. Als das nicht gelang und mittlerweile auch der Knabe vermißt wurde, teilten sie ihre Beobachtungen dem Schwimmeister mit. Unverzüglich wurde nun die Suche nach dem Jungen aufgenommen und dessen Leiche an Land gebracht. Leider waren die Wiederbelebungsversuche erfolglos. Wie verlautet, war der des Schwimmens unkundige Junge eine zeitlang mit einem Radfahrschlauch ausgerüstet ins Wasser gegangen. Zuletzt hatte er den Fahrradschlauch fortgelassen in der Hoffnung, daß er sich selbst über Wasser halten werde. Dieser Irrtum ist dem Knaben zum verhängnisvollen Schicksal geworden. Erster Spatenstich zum Ehrenmal der X Köln, 22. Juli. Samstag vormittag erfolgte in Köln am Niederländer Ufer der erste Spatenstich für das große Ehrenmal der deutschen Feldartillerie durch den Führer des Kölner Schwarzen Korps, Hauptmann a. D. Henke. In einer kurzen Ansprache führte Hauptmann Henke u. a. folgendes aus: Der 21. Juli ist ein Markstein in der Geschichte des Waffenrings der deutschen Feldartillerie. Der heiße Wunsch, der uns seit Jahren beseelt, unseren über 200 000 gefallenen Kameraden und Helden ein Ehrenmal zu schaffen, kann nunmehr verwirklicht werden. Opferfreudigkeit und Dankbarkeit gegenüber den Toten brachten das erst unmöglich Scheinende zur Erfüllung. So darf ich heute mit berechtigtem Stolz im Namen des Waffenringführers Generalleutnant Frhr. von Watter den ersten Spatenstich für unser Denkmal tun, das sich an den Ufern des deutschen Schicksalsstromes in Kürze erheben wird. Nach einer weiteren kurzen Ansprache Generalmajors a. D. Dr. Samwer wurden dann an den Waffenringführer und den Schirmherrn des Waffenrings, General d. Art., von Gallwitz, telegraphische Meldungen über den Spatenstich gesandt. Dem Gedächtnis Franz Xaver Witts. Der Allgemeine Cäcilienverein ehrt seinen Gründer. )Köln, 23. Juli. Nach der Domstadt Köln hatte der Allgemeine Cäcilienverein für Deutschland, OesterGern und willig waren sie der Einladung gefolgt. Eröffnet wurde die Feierstunde mit einer Begrüßung in der Bürgergesellschaft. Nach einem Festhochamt am m Hohen Dom unter Assistenz Schulte fand in seler statt. Im Ho. hor die herrliche Raphaelmesse und das Offertorium von Witt. Ein künstlerisches Rahmenprogramm brachte Werke des Komponisten Witt. Die zahlreichen Anwesenden begrüßte der derzeitige Generalpräses Mölders=Köln. Er feierte die großen Verdienste des Gründers des Allgemeinen Cäcilienvereins und würdigte seine großen Verdienste, die er sich für die Kirchenmusik erworben hat. Zum Schluß seiner Rede verlas der Redner Glückwunschtelegramme des Papstes und der Bischöfe von Aachen, Meißen, Regensburg und Osnabrück. In Vertretung des Erzbischofs war Weihbischof Dr. Stockums erschienen. Außerdem bemerkte man unter den Festgästen Vertreter aus Italien, Holland, Belgien, Frankreich, aus der Schweiz und aus Oesterreich, sowie Mitglieder der Familie Witt. Die Festrede hielt Dr. Hugo Löhmann=Leipzig über das Thema„Franz Witt als Mensch, Priester und Lehrer“. Weihbischof Dr. Stockums überbrachte die Grüße und Glückwünsche des Erzbischofs von Köln, Kardinals Schulte, der der Kundgebung und den Veranstaltungen und Tagungen der nächsten Tage einen segensreichen Verlauf wünschte. Abschließend übermittelten die Vertreter der ausländischen Cäcilienvereins=Organisationen die herzlichsten Glückwünsche der ausländischen Cäcilianer. Urteil im Teils Einstellung des Verfahrens, teils Freispruch. DNB Berlin, 23. Juli. Die Große Strafkammer des Berliner Landgerichtes fällte am Montag im Hirtsiefer=Prozeß folgendes Urteil: Das Verfahren gegen den angeklagten Geschäftsführer Dr. Heinrich Gerlich und den früheren Ministerialdirektor Hermann Peters im Falle der Verleihung des dritten Ehrendoktortitels an Minister a. D. Hirtsiefer wird auf Grund der politischen Amnestie eingestellt. Im übrigen werden sämtliche Angeklagte, also Staatsminister a. D. Dr. Heinrich Hirtsiefer, Staatssekretär a. D. Prof. Dr. Adolf Scheidt, Ministerialdirektor i. e. R. Alexander Schneider und Ministerialverwaltungsdirektor a. D. Geheimrat Tillich freigesprochen. Das Urteil, so führte der Vorsitzende in der Begründung u. a. aus, beendet einen Prozeß, der in der Oeffentlichkeit stärkstem Interesse begegnet ist, einmal wegen der beteiligten Persönlichkeiten, von denen einige im politischen Leben eine führende Rolle gespielt haben, andererseits wegen der gegen sie erhobenen Vorwürfe, von denen der wichtigste der ist, daß öffentliche Gelder in unverantwortlicher Weise vergeudet worden sein sollen. Das seinerzeit von der Staatsanwaltschaft sehr sorgfältig geführte Ermittlungsverfahren endete mit der Feststellung, Am Sonntag nachmittag sprach in der Bürgergesellschaft Dr. Kurthen von der Hochschule für Musik in Köln über den Zustand der katholischen Kirchenmusik vor Gründung des Allgemeinen Cäcilienvereins, während Professor Friedrich Frei=Luzern, Vizepräsident des Allgemeinen Cäcilienvereins, über Witt als Reformator und Organisator sprach. Am Nachmittag fand eine kirchenmusikalische Andacht im Hohen Dom statt, bei der wiederum kirchenmusikalische Werke von Witt zum Vortrag kamen. Pater Dionysius Ortsiefer. der bekannte Kölner Domprediger. hielt die Festpredigt. Sagelunwetter über Mainz, 23. Juli. Ueber Rheinhessen ging am Sonntag nachmittag ein sgroßen S. dämme und machten die Straßen unpassierbar. In Nierstein wurden die Keller unter Wasser gesetzt. Der Schaden in den Weinbergen ist sehr groß. Freiwillige Feuerwehr, SA und Arbeitsdienst waren bald zur Stelle, um wenigstens die Bahnstrecke Nierstein—Nackenheim vom Geröll freizulegen. Wetterbericht. Vorhersage für Dienstag: Mäßige Winde westlicher Richtungen, zunächst bewölkt und nur einzelne Schauer, kühl, später Abnahme der Bewölkung und wieder etwas wärmer.— Vorhersage für Mittwoch: Noch vielfach aufgeheitert bei nordwestlichen bis westlichen Winden, mäßig warm.— Vorhersage für Donnerstag: Wieder nach Südwest drehende Winde, erneute Bewölkungszunahme sowie Niederschläge, warm. Das Ergebnis der 2000 km-Fahrt. Bei der 2000 km=Fahrt durch Deutschland kann man mit den Ergebnissen zufrieden sein, zumal die vorgeschriebenen Durchschnittsgeschwindigkeiten stark erhöht worden waren. Von insgesamt 1649 gestarteten Fahrzeugen erreichten 1025 das Ziel, von denen 970 Preisträger wurden. Insgesamt wurden 831 goldene, 84 silberne und 55 bronzene Medaillen vergeben. Von den SoloMaschinen in der Gruppe IX(über 500 ccm) erhielten insgesamt 83 goldene, 9 silberne und 2 bronzene Medaillen bei 142 gestarteten Fahrern. In der Gruppe X(bis 500 ccm) bekamen von 374 gestarteten Fahrern 220 die goldene, 18 die silberne und 12 die bronzene Medaille; in der Klasse bis 350 ccm von 175 gestarteten 101 die goldene, 0 die silberne und 4 die bronzene und in der kleinsten Klasse bis 250 com wurden von 180 gestarteten 104 mit der goldenen, 10 mit der silbernen und 6 mit der bronzenen Medaille gezeichnet. Nur 25 Solomaschinen waren am Start nicht erschienen. Großer oder kleiner Wagen. Die Frage, ob ein großer oder kleiner Wagentyp der vorteilhafteste sei, wird nach solchen Veranstaltungen gerne aufgeworfen. Auch diesmal ist die Frage wieder akut, besonders wenn man sich vor Augen hält, daß— prozentual betrachtet— in der größten Klasse doppelt so viele Fahrer ausschieden wie in den kleinen Klassen. Solche Zahlen verleiten zu dem Trugschluß, daß der kleine Wagen leistungsmäßig den großen eingeholt habe. Das ist aber nur bedingt richtig. Man darf nicht vergessen, daß mit den Durchschnittsgeschwindigkeiten für die einzelnen Klassen willkürliche Voraussetzungen für eine Vergleichsmöglichkeit geschaffen wurden. Wir müssen uns klar werden, daß wir auf unseren heutigen Fahrstraßen nicht mehr weit von dem erreichbaren maximalen Durchschnitt sind, wenn es nicht mit der Zeit gelingt, die Bauweise des Automobils grundlegend umzugestalten, z. B. durch eine stärkere Verwendung von Leichtmetallen, um das tote Gewicht zu verringern, das die Rentabilität stört. Diesem Maximum sind alle Typen offenbar merklich nahegekommen, vor allem naturgemäß die großen. Die Art und Weise, wie man solche Spitzenleistungen erzwingt, war auch bei dieser Veranstaltung daß ein großer Teil der gegen die Angeklagten erhobenen Vorwürfe unbegründet oder zum mindesten nicht zu erweisen war. Insoweit kam es zur Einstellung, ohne daßeine Hauptverhandlung stattfand. Gegen einen anderen Teil erhob die Staatsanwaltschaft Anklage, da hinreichender Verdacht gegen die Angeklagten vorlag. Der Vorsitzende verwahrte sich dagegen, daß das Urteil etwa als die Folge einer höchst fremden Einstellung des Gerichtes oder der Anwendung von Paragraphen, die dem heutigen Zeitempfinden nicht entsprächen, angesehen werde, und erwähnte in diesem Zusammenhang frühere Veröffentlichungen in der Presse. Hier hatte das Gericht, so fuhr der Vorsitzende fort, nicht die Aufgabe, über das politische Wirken der Angeklagten zu urteilen, sondern es hatte zu prüfen, ob sie sich in dem Fall der Anklage einer strafbaren Handlung schuldig gemacht haben oder nicht. Die Achtung vor dem Gesetz, die der Führer fordert. mußte für das Gericht oberste Richtschnur sein. Das Gericht durfte sich durch Rücksichten auf die Person der Angeklagten nicht leiten lassen. Für das Urteil ist es ohne jede Bedeutung, daß das Verfahren sich gegen einen früheren Minister und einen Teil seiner nächsten Mitarbeiter richtete, die nach dem Siege der nationalsozialistischen Bewegung von ihren Posten abtreten mußten. Mag ihre Persönlichkeit auch stark umstritten sein, vor dem Gesetz wird der gestürzte politische Gegner auf dieselbe sachliche Beurteilung rechnen können wie jeder andere Volksgenosse auch. Der Vorsitzende ging dann im einzelnen auf die Gründe ein, die zu dem freisprechenden Urteil führten. wieder mitunter beängstigend. Sie verlangte nicht nur Können, sondern auch Kühnheit, gerade die letztere in einem großen Maße. Die Zahl und Art der Defekte deckte bei dieser Gewaltprobe noch manche schwache Stelle des modernen Gebrauchsfahrzeuges auf. Ihre Verteilung auf die einzelnen Organe wird noch einer ruhigen Auswertung der Beobachtungen vorbehalten sein. Auf die technischen Ergebnisse dieser Veranstaltung wird später noch einzugehen sein, wenn eine Sichtung der ungeheuren Fülle von Unterlagen vorausgegangen ist. Für heute sei nur erwähnt, daß rund 40 Prozent der Gestarteten das Ziel nicht erreicht haben. Die„Ausbeute“ ist in den einzelnen Klassen sehr unterschiedlich. Sie schwankt zwischen 87, und 25 Prozent. Ausgesprochen schlecht ist sie in der Klasse der ganz großen Wagen, bemerkenswert gut dagegen in den beiden kleinen Klassen. Eine ganz große Ueberraschung bedeutet das Resultat der Wagen von 2 bis 3 Liter, das eigentlich ganz aus dem Rahmen fällt. Sehr überraschend ist ebenfalls das gute Abschneiden der Seitenwagenmaschinen, denen man auf Grund früherer Resultate eigentlich die Tauglichkeit zum anstrengenden Fernverkehr absprechen wollte. Weitere Ergebnisse: Den bereits gestern gemeldeten Ergebnissen trager wir heute nach: Wertungsgruppe 5, Wagen von 1000—1500 ccm, 72 Ktdkm.: Insgesamt sind 172 Wagen gestartet. 77 Fahrer wurden mit einer Goldenen, 10 mit der Silbernen und 6 mit der Bronzenen Medaille ausgezeichnet. Schnellster Fahrer war eine Gruppe von BMW=Fahrern, die Münchener Brenner und Kandt sowie von Delius=Berlin, die ihre Sollzeit um 4:39 Std. unterboten. Die Goldene Medaille erhielten: C. Frhr. von Egloffstein=München (BMW), A. Wetterau=Tromlitz(BMW), J. KagererMünchen(Hanomag), E. Benteler=Heppen(BMW), Oblt. Ziedvogel=Wunsdorf(Hanomag), Oblt. Frank=Dresden (Hanomag), K. Diehl=Nürnberg(BMW), R. BrennerMünchen(BMW), A. Kandt=München(BMW), E. von Delius=Berlin(BMW), Oblt. Mildebradt=Zossen(Adler), Oblt. Wolf=Ortruf(Adler), A. Hirte=Berlin(MercedesBenz), Kasbaum=Untertürkheim(Mercedes=Benz), E. Kleyer=Halle(Merc.=Benz), Lang=Untertürkheim(Merc.Benz), E. Frhr. von Lüdtwitz=Potsdam(Adler), H. MollNeumünster(Hanomag), W. Glöckler=Frankfurt a. M. (Hanomag), O. Glöckner=Frankfurt a. M.(Hanomag), Drewes=Dortmund(Hanomag), O. Simon-Dortmund(Hanomag), H. Sturm=Altenkirchen(Hanomag), D. Brandt=Leipzig(Hanomag), W. Haertrampf=Zossen(Hanomag), K. Rieck=Braunschweig(Hanomag), Graf F. Spiegel=Diesenberg=Viesnowe(Mähren) auf BMW, K. Kißling=Leipzig(Adler), F. Andersen=Kiel(Hanomag), Huschke von Hanstein=Göttingen(Hanomag), H. RostwerkKassel(BMW), H. Müller=Düsseldorf(BMW), W. Franke=Blankenburg(BMW), A. Budhoff=Gatersleben (BMW), H. Prophete=Halle(BMW), E. Krings=Aachen (BMW), A. Nies=Oberramstadt(Röhr), F. Fink=Oberramstadt(Röhr), I. Daiber=Oberramstadt(Röhr), E. Decker=Oberramstadt(Röhr), R. Otto=Hannover(Röhr), G. Vollmer=Essen(Bugatti), W. Finger=Kiel(BMW), K. Illmann=Schweidnitz(BMW), Frhr. v. Richthofen=Dürrjentsch(BMW), H. Stein=München(BMW), G. WiethDarmstadt(BMW), H. Berg=Dortmund(BMW), M. Kleine=Brandenburg(BMW), H. Stein=München (BMW), Dr. Hahn=Eisenach(BMW), Polizeimajor Gutknecht=Berlin(Röhr), A. Oelze=Naumb.(Röhr), FischäsUlm(Röhr), H. Glöckler=Frankfurt a. M.(BMW), Leo Saalfeld=Saalfeld(BMW), Frau L. R. Röhrs=Hannover (Röhr), O. Manlik=Aschaffenburg(Röhr), A. Wilisch jr.Oberschlema(Steyr), Kraus=Berlin(Mercedes=Benz), E. Rausch=Berlin(Steyr), E. Sonneck=Dresden(Steyr), K. Gämlich=Leipzig(Steyr), M. Höhne=Magdeburg(BMW), Dr. Wührer=Brescia(Lancia), C. Nassa=Brescia(Lancia), Massardi-Brescia(Lancia), Waldhaus=Rüsselsheim (Opel), Kaltenbrunner=München(BMW), E. KladwigAschersleben(BMW), A. Kechler=Verona(Lancia), Zuccarini=Verona(Lancia), A. Bauchez=Paris(Renault), Dr. C. E. Restelli-Como(Lancia), G. Orsini-Ram(Lancia). Wertungsgruppe 6, Wagen bis 1000 ccm, 64 Stdkm.: Von insgesamt 184 Gestarteten erhielten 95 die Goldene, 10 die Silberne und 7 die Broncene Medaille. Schnellster Fahrer war Behrendt=Berlin, der die Sollzeit um sieben Stunden und 13 Minuten unterbot. Die Goldene Medaille erhielten: Dr. Schifferer=Berlin(Autounion-DKW), Polizeimaj. Fuchs-Berlin(AutoDleichunö Bigkeit bringt Bertramen. lur unveränderten Qualität hat die neue Rarität drei große Vorzüge: feste elegante Packung starkes volles Format rein orientalische Tabake Un DIENELE union=DKW), Prüssing=Zschoppau(Autounion=DKW), E. Hermsdorf=Zschoppau(Autounion=DKW), F. TrägnerChemnitz(Autounion=DKW), Menz=Berlin(AutounionDKW), Polizeimajor Hesse=Berlin(Autounion-DKW), Polizei=Obermeister Kitza(Autounion=DKW), PolizeiObermeister Beutler=Berlin(Autounion=DKW), PolizeiOberwachtmeister Wulff=Berlin(Autounion=DKW), Pol.Hpt. Meffert=Berlin(Autounion=DKW), Steinmetz=Altenburg(Autounion=DKW), O. Schade=Jena(AutounionDKW), Frau Lotte Bahr=Berlin(Adler), E. Brack=München(Autounion=DKW), W. Aurich=Dresden(AutuunionDKW), Dr. Wersin=Breslau(Autounion=DKW), SchultzBerlin(Autounion=DKW), H. Peter=Gera(AutounionDKW) und Bigalke=Berlin(Fiat), P. Klein=Dresden (Autounion=DKW), W. Rüning=Dresden(AutounionDKW), A. Schmidt=Dresden(Autounion=DKW), E. Weise=Halle(Fiat), F. Urbaneck=Berlin(Fiat), E. Islinger=Mannheim(Fiat), C. Keidler=München(Fiat), H. Klein=Berlin(Fiat), A. Klein=Berlin(Fiat), C. GiaschineBerlin(Fiat), P. Hesse=Staßfurt(NSU=Fiat), H. TrautMannheim(NSU=Fiat), W. Bock=Berlin(Fiat), F. C. Wiedenmann=Stuttgart(Adler), W. Jaddatz=Berlin(Adler), A. Viandoen=München(Adler), M. Jäger=Ludwigsburg(Fiat), H. Winkler=Breslau(Fiat), I. C. Graf Maltzan=Militsch(Autounion=DKW), H. Ummerle=München(Opel), H. Eberhard=Karlsruhe(Opel), H. Hönninger=Berlin(Autounion=DKW), P. G. Behrendts=Berlin (Autounion-DKW), H. Hosheide-Essen(Autounion-DKW) E. Pfau=Meiningen(Adler), B. Stahl=Schmidt=Erfurt (Autounion-DKW), W. Sommerlatte-Dessau(AutounionDKW), A. Brandt=Köthen(Autounion=DKW), H. K. Schwartz=Dresden(Autounion=DKW), Baronin von Scheidlein=Homburg(Fiat), Dr. Schultz=Berlin(Autounion-DKW), E. Keidel-Karlsruhe(Autounion-DKW), K. Maassen-Köln(Autounion-DKW), H. A. Arioni-Barmen(Autounion-DKW), H. Galle-Berlin(AutounionDKW), W. Feser=Bernburg(Autounion=DKW), E. HeinlePassau(Ford), H. Neubauer=Hannover(Ford), A. Ellerich=Kaiserserde(Ford), Dr. K. Franz=Worms(Ford), R. E. Beines=München(MG), A. Brinks=Rheydt(BMW), W. Leypold=München(BMW), E. Breitlang=Ludwigsburg(NSU=Fiat), B. Weichsel=Gotha(BMW), W. ZinnMeiningen(BMW), F. Werneck=Partenkirchen(Austin), Küßner=Zschopau(Autounion=DKW), Görner=Zschopau (Autounion=DKW), Dietrich(Autounion=DKW), RosigDresden(Autounion=RKW), F. Graf Bassenheim=München(Autounion=DKW), H. Rauch=Magdeburg(Autounion-DKW), W. Grimm-Chemnitz(Autounion=DKW), Fricke=Magdeburg(Autounion=DKW), H. Kaune=Nienburg(Autounion=DKW), H. Betthge=Magdeburg(Autounion-DKW), E. A. C. Cornelius-Arnheim(Holland) (Autounion=DKW), G. Macher=Berlin(AutounionDKW), R. Spindler=Margarethenhof(Tornax), E. Weber=Baxmen(Tornax=Rex), A. Schmidt=St. Blasien(Autounion-DKW), G. Bohm-Berlin(Autounion-DKW), K. Sörgel=Köln(Autounion=DKW), W. Topf=Berlin(Autounion-DKW), Dr. A. Capelli=Como(Fiat), Mm. A. ItierParis(MG), S. Buchner=Würzburg(Adler), J. Hausmann-Kassel(Autounion), H. Hausmann-Heidelberg (Autounion-DKW). Bayern 07 ausgeschaltet. Die Deutschen Kampfspiele. Wanderer-Chemnitz wieder Mannschaftsmeister. Eine weitere Entscheidung fiel im Rahmen der Deutschen Kampfspiele 1934 in Nürnberg am Montag früh im Vierermannschaftsfahren über 100 km auf der Straße. Auf der Strecke Nürnberg—Bamberg uno zurück wurde von den Mannschaften mit Einsatz aller Kräfte nicht nur um jeden Zoll, sondern auch um jede Sekunde gekämpft. Wanderer Chemnitz konnte seinen Titel erfolgreich verteidigen und fuhr mit 2:26:23,4 einen neuen Rekord heraus, der bisher RV 1892 Schweinfurth mit 2:27:56 hielt. Die Schweinfurther mußten sich, obwohl auch sie ihren eigenen Rekord unterboten (2:26:25), mit dem zweiten Platz vor dem Verein Dresdner Rennfahrer(2:28:51) und RCS Staubwolke Köln (2:28:58) begnügen. Der Sieger von 1932, Grün/Weiß Berlin, kam mit 2:31:38 nicht über den neunten Platz hinaus.— Das Ergebnis: Vierermannschaftsfahren über 100 km: 1. und Kampfspielmeister: Wanderer Chemnitz 2:26:34,4(neuer Rekord), 2. RV 1892 Schweinfurth 2:26:25, 3. Verein Dresdner Rennfahrer 2:28:51, 4. RCS Staubwolke Köln 2:28:58, 5. RV Flott Teutonia Breslau 2:29:10. 6. Radsportverein Liga Köln=Kalk 1923 2:30:03, 7. RK Staubwolke Essen 2:31:16. 8. RC 1928 Kottbus 2:31:32, 9. Grün/Weiß Berlin 2:31:38, 10. RC Sturmpogel Berlin 2:31:48, 11. RV 1889 Schweinfurth 2:32:37. 12. RC Stern 1894 Stettin 2:33:13, 13. RC Vehmlinde Dortmund 1921 2:34:04, 14. RC Diamant Igelheim 2:34:19, 15. RC Diamant Hartmannsdorf 2:34:38. liner Gehlhaar durch Punktsieg aus, Murach behauptete sich gegen Niermann=Frankfurt und Radomski=Schafke gewann sainen Qualifikationskampf gegen den Matrosen Ziegler=Flensburg. Doch muß der Schalker jetzt noch in der Vorrunde gegen den Oberhausener Kartz, der aus dem Weltergewicht abgestiegen ist, antreten. Mit besonderem Interesse erwarteten die NürnbergZuschauer den Kampf zwischen der heimischen Mannschaft von Bayern 07 Nürnberg gegen die Wasserfreunde HanNorddeutschen siegten glatt mit 7:3(6:1). Der Spielplan der Vorschlußrunde: Die aus den beiden Vorrunden hervorgegangenen acht siegreichen Mannschaften treffen nun am Freitag in folgenden Spielen der Vorschlußrunde aufeinander: Magdeburg 96— Schwimmsportfreunde Barmen. Wasserfreunde Hannover— Weißensee 96. Hellas Magdeburg— SV Augsburg. Poseidon Magdeburg— Duisburger SV 98. Hermannia-Frankfurt Florett=Meister Die erste Entscheidung bei den Fechtwettbewerben der Kampfspiele fiel am Spätnachmittag des Sonntags im Mannschafts=Florettfechten. Hermannia Frankfurt, der dreifache Titelhalter des vergangenen Jahres, traf im Endkampf auf den alten Rivalen von TV Offenbach. Die Offenbacher hatten wohl nie eine solche gute Gelegenheit, um die Meisterschaft an sich zu bringen, wie diesmal. Nach einem erbitterten Gefecht setzten aber trotzdem die vier Frankfurter Eisenecker, Rosenbauer, Jörger und Jewarowski sich durch, wobei die bessere Geschlossenheit der Mannschaft den Ausschlag gab.— Offenbach hatte in dem deutschen Meister Heim und Thomson zwei überragende Kräfte. Die Hartnäckigkeit und die große Ausgeglichenheit der Kämpfe spiegelte am besten die Trefferzahl von 60:64 wieder. hedwig Haß Meisterin im Florett. Boxen. Ziglarski ausgeschieden. Nürnberg, 23. Juli. Am Montag traten die Boxer und Kegler erstmalig in Aktion, während die Kämpfe um die Wasserball=Meisterschaft fortgesetzt wurden. Sehr temperamentvoll ging es in der Luitpold=Festhalle zu, die durch eine Bretterwand in zwei Teile geteilt worden ist, deren eine Hälfte den Boxern, die andere den Keglern gehört. Die Boxer wurden allerdings durch die rollenden Kugeln des öfteren stark gestört, hinzu kam die schwüle Temperatur, die für die Aktiven nicht gerade von Vorteil war. Die erste Ueberraschung war das Ausscheiden Altmeisters Ziglarskis im Bantamgewicht, der in dem Kölner Kremer auf einen überlegenen Gegner traf und nach Punkten geschlagen wurde. Schmedes, Aring, Murach siegen. Schwager, Burger ausgeschieden. Der Dortmunder Schwager mußte sich im Federgewicht knapp von dem Frankfurter Schöneberger schlagen lassen. Im Zuschauerraum war man mit der Entscheidung nicht ganz einverstanden. Weiter schied noch der Münsteraner Burger gegen den erfahrenen O. KastnerErfurt aus, dagegen konnten sich die übrigen Westfalen in den bisher erledigten Kämpfen— bis zum Abend waren die Vorrunden bis zum Weltergewicht erledigt— durchsetzen. Schmedes=Dortmund schaltete den BerWasserball. Das Wasserball=Meisterschaftsturnier wurde mit der zweiten Vorrunde im Pulver=See fortgesetzt. Sehr tapfer wehrte sich Spandau 04 gegen die Meister=Sieben von Hellas Magdeburg, die zwar mit 10:2(3:1) zahlenmäßig hoch gewann, aber doch hart um den Erfolg zu kämpfen hatte. Auch Weißensee mußte ganz aus sich herausgehen, um München 99 mit 4:2(2:1) zu schlagen. Einen schwer erkämpften 4:2(2:0)=Sieg trug Spfr. Barmen über den TV 46 Nürnberg davon, dagegen war Poseidon Magdeburg über die Hamburger Turnerschaft mit 10:2(4:0)hoch überlegen. Die„letzten Acht" im Wasserball. Mit den Nachmittagsspielen am Montag wurde die Vorrunde des Wasserhall=Kampfspielturniers abgeschlossen. Die frühere DT=Meistermannschaft TG Mülhausen konnte in diesem Kampf trotz zahlreicher Härte nicht viel bestellen und wurde glatt mit 8:3(4:1) geschlagen. Knapper Sieg von Duisburg 98. Hart auf hart ging es im Spiel zwischen dem Duisburger SV 98 und dem Bremischen Schwimmverband zu, das die Westdeutschen nur knapp mit 2:1(1:0) gewannen. Das einzige Tor vor der Pause erzielte der Duisburger Angriffsführer Schneider. Unmittelbar nach dem Wechsel erhöhte Hilker auf 2:0, bevor Bremen durch Florich zum Ehrentor kam. Am Montag abend wurden noch die Kämpfe im Florettfechten der Damen zu Ende gebracht. Hier sicherte sich die Offenbacherin Hedwig Haß den Titel überraschend, da sie alle ihre Kämpfe gewinnen konnte. Frau Oelkers, die Titelhalterin, schied nach zwei Kämpfen wegen Krankheit aus.— Ergebnis: 1. und deutsche Florettmeisterin 1934. Hedwig HaßOffenbach 7 Siege, 14 erhaltene Treffer. 7. Hertha Fuhrmann=Düsseldorf 1/33. Deutsche Bahnmeisterschaften in halle wieder verregnet. Die Deutschen Bahnmeisterschaften der Amateure konnten am Montag wieder nicht zum Austrag gelangen und sind auf den 29. Juli verlegt. Bei den Keglern. Bei den Alten Herren triumphierte auf Asphaltbahn (100 Wurf) der Braunschweiger Dietrich mit 572 Holz und auf Bohle siegte der Spandauer Lorbeer mit 762 Holz. Die Hannoveranerin Buchbäumer holte sich den Frauentitel auf Bohle mit 758 Holz in 100 Wurf. Der Meister auf der Scherenbahn. Am Montag wurde noch eine weitere Keglermeisterschaft ausgetragen, und zwar auf der Scherenbahn. Mit 1451 Holz in 200 Würfen holte sich der Berliner Roschilo den Titel. Zweiter wurde mit 1419 Holz Schneider=Bremerhaven von Bleiß=Thale i. H., der 1416 Holz erreichte. Handball. Sachsen schlägt Baden 13:3(6:0). Gau Mitte schlägt Gau Nord 12:5(8:3). Der Handball=Kampfspielpokal wird nun am Dienstag im Anschluß an die Eröffnungsfeier in der Hauptkampfbahn zwischen Sachsen und Gau Mitte entschieden. 15. Rhön=Begelflug=Wettbewerb. : Fulda, 23. Juli. Reges Leben und Treiben herrscht wieder einmal auf der Wasserkuppe in der Rhön, wo augenblicklich der 15. Rhön=Segel=Wettbewerb durchgeführt wird. Er wird durch das Rekordmeldeergebnis von nahezu 135 Segelflugzeugen, von denen trotz der wesentlich vergrößerten Unterbringungsmöglichkeiten nur 101 Maschinen zugelassen werden konnten, zum größten SegelflugWettbewerb der Welt werden. Mittels Motorflugzeugschlepp und Automobilen trafen seit Mitte der Woche nahezu 70 Maschinen im Fliegerlager Wasserkuppe ein. So aus Westdeutschland die Gelsenkirchener, Essener und Bonners, sowie die Aachener Ortsgruppen mit je zwei Segelflugzeugen. Die Berliner Ortsgruppen des DLV sind mit fünf Maschinen zur Stelle und aus Schwaben und Baden sind nahezu alle gemeldeten Teilnehmer eingetroffen. Geführt von Wolf Hirth, der wiederum seine bestbewährte Moazagotl fliegen wird. Kassel ist mit zwei Segelflugzeugen und Frankfurt mit vier Maschinen der Type Rhön=Bussard im Laufe des Samstags eingetroffen. Mit fünf verschiedenen Konstruktionen, darunter Groenhoffs Rekordmaschine Fafnir, die Peter Riedel fliegt, der Neukonstruktion Präsident, die von Weigmeyer geflogen wird, einem Rhön=Bussard und dem Windspiel, mit dem Fischer vor einigen Wochen die Streckenflug=Weltbestleistung herausflog, ist Darmstadt aussichtsreich vertreten. Der größte Teil der gemeldeten Flugzeuge, 36 an der Zahl, sind Uebungsflugzeuge des Musters„Grunau=Baby“, während der Condor=Typ, bekanntgeworden durch die erstklassigen Flüge Heini Dittmars=Schweinfurth— Höhenweltrekord und Opel=Preis in diesem Jahr— zehnmal vertreten ist. Alle bekannten deutschen Segelflugpiloten sind bereits ausnahmslos mit ihren Maschinen eingetroffen. Die technische Kommission unterzieht jede der teilnehmenden Maschinen einer dringenden Prüfung, wie durch eine durchdachte Organisation genaue Flugvorschriften und die Bedingungen der Fallschirmmitnahme bei jedem Flug die Unfallgefahr auf ein Minimum beschränkt ist. Das Fliegerlager ist durch eine zur Ehren des Luftfahrtministers genannte„Hermann Goering=Halle“ erweitert worden. Und die neue Halle faßt allein nahezu 60 Segelflugzeuge. Dortmunder Radrennen. Dortmund, 23. Juli. Die Jubiläumsrennen auf der Dortmunder Radrennbahn wurden am Montag abend fortgesetzt. Die Rennen konnten reibungslos abgewickelt werden. Der beste Mann war abermals der Kölner Leuer, der von seinem Schrittmacher Merkens=Köln taktisch klug geführt wurde Er gewann nicht nur seinen Vorlauf, sondern siegte auf im Endlauf über 40 km mit klarem Vorsprung vor theus, Guzek, Lukas und Trosch. Der Bochumer Guzel war nicht ganz auf dem Posten und wurde zudem von seinem Schrittmacher nicht sonderlich gut geführt. Im Rennen der Unterlegenen um den„Preis des Kaiser=Wilhelm=Tal“ siegte Kirmsee=Halle vor dem Düsseldorfer Iffland.— Die Ergeonisse: Jubiläumspreis: 2. Vorlauf(Verfolgung): 1. Guzek=Bochum nach 6400 m 5:42, 2. Kirmsee=Walle nach 15 Runden eingeholt, 3. Hölzer=Wuppertal nach 14 Runden eingeholt. 3. Vorlauf: 1. Leuer=Köln nach 9600 m. 2. Biernakczyk=Berlin 400 m vor Schluß eingeholt, 3. Neitzel=Stettin nach neuen Runden aufgegeben. Zeit 8:22,4. 4. Vorlauf: 1. Lukas=Dortmund 8:39,2, 2. TroschBerlin 50 m zurück, 3. Iffland=Düsseldorf 120 m zurück, Endlauf über 40 km: 1. Leuer=Köln 35:02,2, 2 Matheus=Hohenlimburg 500 m zurück, 3. Guzek=Bochum 700 m, 4. Lukas=Dortmund 1100 m, 5. Trosch=Berlin 1700 m zurück. Preis vom Kaiser=Wilhelm=Tal, 20 km: 1. Kirmsez Halle 18:25,2, 2. Iffland=Düsseldorf 120 m, 3. Biernal czyk=Berlin 200 m, 4. Hesoly-Halle 470 m zurück. Zu den vier Siegern aus den Vorläufen hatte man noch Trosch=Berlin hinzugezogen. Bis zu den ersten 10 km führte Matheus, der zuerst Trosch überrundete; kurz danach ging die Führung an Leuer über, der alles, zuletzt noch Matheus überrundete und das Rennen unangefochten nach Hause fuhr. 9 Schl Holz kam teti fiel, Anv denk drud kes, kult Mer Gesc ihne Seel geln aus hat anfe 28. Tour de France. Ergebnis: 18. Etappe von Tarbes nach Pau über 172 km: 1 Vietto 6:32,01, 2. Lapebie 6:34:58, 3., Martano, 4. Gestri, dichtauf, 5. S. Maes(Einzelfahrer) 6:37:51. 6. Stöpel 6:37:58, 7. Carnado. 8. Verwaecke 6:38:01, 9. Herkenrath 6:38:09, 10. Geyer, 11. Truebo, dichtauf, 12. Morelli 6:39:11, 13, Gotti= 14. A. Maes, 15. Vignoli, dichtauf, 16. Louviot 6:45:36. Gesamtwertung: 1. A. Magne 111:52,31, 2. Martano 112:01,40, 3. Vietto 112:29,11, 4. Verwaecke(1. Einzelfahrer) 112;33,54, 5. Lapebie 112:35,33, 6. Marelli 112:42,32, 7. Geyer 112:51,57, 8. Carnado 112:57,03. Buse gab auf. Auf der letzten Etappe der Tour de France in den Pyrenäen von Tarbes nach Pau wurde die deutsche Mannschaft erheblich geschwächt, da der Berliner Hermann Buse aufgab. Buse, der schon am Vortage über Magenbeschwerden klagte, fuhr am Montag noch bis zum Col du Tourmalet mit, streckte dann aber zusammen mit dem Belgier de Caluwé die Waffen. Die deutsche Mannschaft besteht nun nur noch aus vier Fahrern, die der Belgier sogar nur noch aus zwei, sodaß die belgische Mannschaft für den Länderwettbewerb nicht mehr gewertet werden kann. Risch und Kutschbach kamen als 38. und 39. ein, lagen also am Schluß des Feldes. Bau trotz Tote gieb hina auch bein gilt, wird dam dien hat das Radrennen in Rhede. Hauptfahren: 1. Tertilte=Münster, 2. Kerb=Köln, 8 Schneider=Krefeld, 4. Skoda=Gladbeck. Punktefahren: 1. Tertilte=Münster 14 Punkte, 2. Lindemann=Dortmund 10 Punkte. Mannschaftsfahren(nach 25 km abgebrochen): 1. Kleingreve—Knelen=Köln, 2. Tertilte—Schmidt=Münster, 3 Lukas—Bork=Bocholt=Dortmund, 4. Skoda—Auberg=Gladbeck, 5. Lindemann—Nimotsch=Dortmund. 6 „schl Mer folge wege Bielefelder Radrennen. Großer Sommerpreis: 1. Niermann, 2. Schneider, 3. Viehmeier. Punktefahren: 1. Postler, 2. von der Ahe, 3. Kurzawa. Kleiner Sommerpreis: 1. Krämer—Wengler, 2. Kottenstedte—Bungarten, 3. Dumieke—Gayk. Kleines Sechstagerennen: 1. Wengler—Schneider 4l P., 2. Gayk—Postler 39 P., 3. v. d. Ahe—Langhoff 30 3, 4. Klemme—Viehmeier 14 P., 5. Grotugut—Kottenstedte 14 P. Charlier=Deneef fiegen in Verviers. In Verviers wurde ein Dreistunden-Mannschaftsfahren durchgeführt, an dem sich auch die deutschen Fahrer Funda/ Pützfeld und der mit Roels gepaarte Ehmer beteiligten. Den Sieg holten sich Charlier/Deneef überlegen vor Smeets/Baiwir. Funda Pützfeld und Ehmer/Roels belegten die letzten Plätze. Abst der schick äuße figke der Mar Uschi und ihre Freier. Erzählung von Felix Freiherrn v. Stenglin. 15)(Nachdruck verboten.) Im Weitergehen, als sie ganz einsilbig war begann Heinz: „Sei doch nicht so gedämpft, Uschi! Was kann dir denn geschehen? Und wenn es wirklich herauskäme! Dann gestehst du offen alles ein. Du mußt doch den Mut haben, das zu vertreten, was du getan hast. Ich war ja eigentlich nicht für die Maskerade, aber da die Dinge einmal geschehen sind, mußt du sie durchfechten und keine Menschenfurcht haben. Nicht wahr? Das ist ja auch eigentlich garnicht deine Art.“ „Nein, und ich danke dir für deinen guten Zuspruch. Man kann ja aus jeder Predigt etwas mitnehmen.“ Sie waren ans Haus gekommen, Heinz schloß auf, und sie trennten sich nach einem freundschaftlichen Händedruck.—— 9. Die Zurückhaltung Uschis dem Sohne des Hauses gegenüber blieb nicht unbemerkt. Durch die redselige Ella kam es an den Tag, als Uschi ihr ein Kleid absteckte. „Ich will Ihnen mal was sagen, weil Sie so gut zu mir sind. Die Gnädige hat sich nämlich sehr gewundert, daß Sie immer rausgehen, wenn der Herr Albert kommt. Ich habe natürlich gesagt, davon weiß ich nichts, denn ich wollte nicht, daß sie schlecht von Ihnen denkt, und ich habe nur gesehen, hab ich gesagt, daß Fräulein Hagen immer sehr höflich zu Herrn Albert ist, wo sie ihm noch gestern so freundlich aus dem Fenster nachgekukt hat.“ „Das ist ja sehr nett von Ihnen, Ella.. „Na, ich weiß doch, was sich schickt!“ Eines Mittags klingelte es an der Wohnung des Professors. Da Ella in der Küche beschäftigt war, ging Uschi, um zu öffnen. Vor Schreck hätte sie fast wieder zugemacht. Albert stand vor ihr. Zum Glück war es auf der Diele so dunkel daß man sich ohne künstliches Licht schwer erkennen konnte. „Ist meine Mutter da?“ fragte er. Mit tiefer Stimme antwortete Uschi:„Jawohl, Herr Dorning!“ und verschwand in ihrem Zimmer. Ratlos blieb sie an der Tür stehen und lauschte. Da hörte sie auch schon, wie die Frau Professor zu Ella sagte: „Mein Sohn bleibt zu Tisch, wir müssen also ein Gedeck mehr auflegen. Wo ist das Fräulein?“ Uschi riegelte die Tür ab. Gleich darauf klopfte die Frau Professor. „Fräulein Hagen, mein Sohn hat nicht lange Zeit, Sie decken wohl inzwischen den Tisch.“ Uschi brauchte sich nicht sehr zu verstellen, als sie mit matter Stimme antwortete: „Entschuldigen Sie, gnädige Frau, ich habe so furchtbare Kopfschmerzen, ich möchte im Bett bleiben.“ „Das ist ja eigentümlich, Sie haben doch eben noch meinem Sohn aufgemacht... Aber bitte, natürlich müssen Sie sich schonen, ich selbst werde decken.“ Uschi atmete erleichtert auf, als die Frau sich von der Tür entfernte. Sie entkleidete sich und legte sich ins Bett. Nach kurzer Zeit war sie eingeschlafen und wachte erst auf, als die Kaffeezeit vorüber war. Kein Laut war zu hören. Der Sohn mochte länger fort sein, und die Frau Professor hatte ja in den Klub fahren wollen. Da fiel Uschi ein, daß der Professor ihr hatte am Nachmittag diktieren wollen. Flugs war sie aus dem Bett und kleidete sich an. Die Arbeit für den immer gleichmäßig gütigen Mann war ihr lieb geworden, sie wollte sie auch heute nicht versäumen. Er hatte auf ihr Kommen garnicht mehr gerechnet. Um so erstaunter war er, als Uschi frisch und munter wie immer bei ihm eintrat. Es sei ihr nun wieder ganz gut, sagte sie. Sehr erfreut über diese Wendung, suchte er die nötigen Papiere zusammen und begann, zu diktieren. Uschi hatte die grüne Brille abgelegt, wie immer in der letzten Zeit, wenn sie mit ihm in seiner Stube allein war. Mehrmals ließ er seinen Blick auf dem jungen Mädchen ruhen, das so eifrig über seinem Block gebeugt dasaß und stenographierte. „Wird es Ihnen auch nicht zu viel?" fragte er nach einer Weile. „Nein, Herr Professor.“ „Sie wissen sich zu überwinden, scheint mir, und das können wenige." „Man muß es doch, Herr Professor, wenn man im Leben bestehen will.“ „Sehr richtig! Die meisten aber lassen sich schieben, wie es gerade kommt, und gehen im Trott ihr Leben lang. Wie sollten sie auch nicht! Es ist schwer, das Richtige zu erkennen, die Augen offen zu halten, nicht nur die leiblichen, sondern auch die geistigen, und dann seine Entschlüsse zu fassen nach eigener Einsicht und aus eigener Kraft.“ Mit hellem Blick sah Uschi in das Gesicht des Gelehrten. „Ja, das möchte ich auch können! Versuche habe ich wohl gemacht—“ sie lachte vor sich hin—„auch weniger empfehlenswerte—“ „Ja, zwischen Theorie und Praxis ist eine tiefe Kluft. In der Theorie ist der Mensch ein glänzendes, wunderbares, vor allem ein ungemein moralisches Geschöpf, in der Praxis aber— das Streben wäre rührend, wenn nicht das Versagen so traurig wäre. Man schafft so manches Werk und kommt dabei über Hindernisse hinweg, aber das Leben—“ Er sah sie mit einem tiefen Blicke an—„ja, das ist auch ein Werk!“ Sie fuhren in ihrer Arbeit fort, jetzt aber ging es nicht so gut mit dem Stenographieren, Uschi verstand ein paar Mal falsch und verlor den Faden. Erst allmählich gewann sie ihre volle Leistungsfähigkeit zurück. So saßen sie mehrere Stunden und waren beide überrascht, als die Wohnungstür ging, und die Frau Professor nach Hause kam. Da sie ihren Mann diktieren hörte, kam sie in sein Zimmer. „Sie sind auf. Fräulein Hagen? Das ist aber doch sehr unvorsichtig!" Uschi hatte sich erhoben und erklärte, ihre Kopfschmerzen seien vorüber. „Ich bin aber für Sie verantwortlich, und mein Mann muß sich einmal ohne Sie behelfen.“ Uschi sah zu dem Professor auf. „Vielleicht entlassen Sie mich jetzt, Herr Professor. Ich habe auch im Haushalt zu tun.“ „Gewiß mein liebes Kind!“ Ich danke Ihnen!“ Er nickte ihr zu, und sie verließ das Zimmer. Die Frau Professor blieb ganz gegen ihre Gewohnheit noch längere Zeit bei ihrem Manne. Uschi aber war nicht recht wohl zu Mut. Sie bildete sich ein, es gehe nun über sie her. Hatte die Dame sie nicht eigentümlich forschend, ja mißbilligend, angesehen?... Sie stürzte sich in die Arbeit und gönnte sich keine Ruhe. Die gnädige Frau zeigte ihr am Abend und auch in den nächsten Tagen die kalte Schulter. Daß es zwischen den Eheleuten eine Auseinandersetzung gegeben haben mußte, wurde ihr bei der nächsten Diktatstunde klar. Der Professor war besonders gütig und rücksichtsvoll, doch ernster als sonst. Dann, ehe sie ging, begann er ein persönliches Gespräch. „Meine Frau hat geglaubt, mich darauf aufmerksam machen zu müssen, daß in Ihrem Benehmen eine gewisse Veränderung eingetreten sei.... Ihre frische Offenheit habe nachgelassen, und Sie seien augenscheinlich durch irgend etwas innerlich stark beschäftigt, durch irgend etwas Geheimnisvolles... Wollen Sie sich ihr nicht anvertrauen?“ „Ach Gott, Herr Professor,“ antwortete Uschi mit einem kleinen, verlegenen Lächeln,„Geheimnisse hat wohl mancher, und auch ich habe sie, aber ich möchte Ihre Frau Gemahlin lieber nicht dahineinziehen—“ „Sie haben etwas Besonderes erlebt?“ „Allerdings, Herr Professor.“ „Ja, ja!... Erleben willst du, willst erleben— Und dann? Wenn du zurückblickst, fragst du dich: was ist dabei herausgekommen? Man soll sich vor Erlebnissen hüten, die Unruhe und Zweifel im Gefolge haben.“ Uschi schüttelte den Kopf. „Wozu ist aber das Leben da? Und Sie selbst sagten doch auch, man solle sein Schicksal meistern, wie kann man das ohne Zweifel und Kämpfe?“ Er faßte ihre Hand. „Es gibt aber Helfer, die uns unsere Kämpfe erleichtern. Wollen Sie auch mir nicht sagen, was Sie auf dem Herzen haben?“ Er streichelte ihre Hand und es wurde ihr ganz warm dabei. Wenn irgend jemandem, so hätte sie sich diesem Manne anvertraut, der ihr so rein und groß in seinen Gedanken und seinem Wollen schien, so warm in seinem Fühlen. Als er da vor ihr stand und seinen Blick teilnehmend auf ihr ruhen ließ, hätte sie ihm um den Hals fallen mögen. Er strich ihr über die Wange.„Sie wollen also auch mir nichts sagen liebes Fräulein Uschi?“ „Nein, nein, ich kann nicht, ich kann wirklich nicht!" Wortlos sah er sie einige Augenblicke mit einem Ausdruck der Trauer und Enttäuschung an. Und ihr kam der Gedanke, daß auch er Hülfe brauche. An eine Frau gebunden, die ihn nicht zu verstehen schien in seinem Wirken und Wollen, dünkte er sie wahrhaftig beklagenswert. Sie fand es unbegreiflich, daß die Frau Professor ihre schöne Aufgabe nicht erkannte. Aber auch er hatte eine Aufgabe seiner Lebensgefährtin gegenübet, die er ebensowenig zu erkennen schien wie sie die ihre. Da faßte Uschi Mut und sagte: „Herr Professor, nehmen Sie es mir nicht übel, Sie könnten mir, glaube ich, auch manches anvertrauen und tun es nicht... Wahrscheinlich ist es recht so... Und ich wünsche Ihnen alles Glück der Erde... Vielleicht könnten Sie es erreichen, wenn— Sie wissen: Theorie und Praxis!“ Sie konnte ihm zulächeln, ihre eigene Beklemmung wich, sie fühlte sich einige Augenblicke diesem starken Manne überlegen. Abermals ein Erlebnis! Eine Sekunde lang sah sie ihn mit großen Augen an, dann eilte sie zur Tür und konnte beim Hinausgehen noch bemerken, daß er noch immer auf demselben Flecke stand und ihr nachblickte. (Fortsetzung folgt.) nom die Geg natu nur Gan sich Ge und mer in d Urfo ind und wah Uebe § bied abge lich Han treu berg Der den schri Gesc 3 sters Schi fand 5 Liek der 1400 der 1917 Stü schli chör Für auf Juli. Radrenne Rennen r beste on seinem rt wurde legte auch vor Mater Guzel idem von hrt. Im riser-Wilisseldorfer : 1. Gu e nach 15 Runden Biernakel=Stettin Aus Zeit und Leben. Der Spruch auf den Tod. Von Gunther Langes. Wenn den Bauer auf einem einsamen Gebirgssteig ein Schlagfluß tot niedersinken ließ, wenn ein Baum den Holzfäller erschlug, wenn der Fuhrmann unter die Räder sam oder Felsblöcke und Lawinen den Aelpler unvermutet in den Tod rollten, auch wenn einer von Mörderhand fiel, ehrten in den Alpenländern, vor allem in Tirol, die Anverwandten des Opfers sein Andenken mit einer Gedenktafel, mit einem„Marter!“. Diese Flurdenkmäler sind in Wort und Bild der Ausm zuruck. druck eines einfachen, urechten Empfindens des AlpenvolDeze, 2 tes. in vielem so abweichend von den Aeußerungen des Bochuntulturell verfälschten Mitleidsdünkels des modernen Menschen. Kirmse Biernalatte man en 10 km kurz da25, zuletzt tangefoch. km: 1. 4. Gestri, 3. Stöpel erkenrath Morelli dichtauf, Martano EinzelMarelli 03. e in den deutsche ner Herage über bis zum imen mit eutsche hrern, die belicht mehr imen als es. Köln. 8. 2. Linde1. Kleinister, 3. rg=Glad= teider, 3. Kurzawa. 2. Kotteider 41 ff 30 3. -KottenManndeutschen oels geCharFunda/ Plätze. Die holprig und primitiv gemalten Bilder stellen das Geschehnis wild und grausig dar. Sehr oft sieht man auf ihnen aus geballten Wolken die Engel steigen, die die Seele des Verunglückten erwarten, noch öfter aber züngeln am unteren Rande der Bilder die Flammen der Hölle aus denen der Teufel drohend schaut. Aus diesem Grunde hat man den bäuerlichen Malern, die solche Bildstöcke anfertigen, den Beinamen die„Tuifele=Maler“ gegeben. Das Wort:„De mortuis nil nisi bene“ gilt beim Bauern nicht durchwegs und bis zur verlogenen Phrase, trotzdem würde er aber nie ungerecht werden gegen den Toten, der sich nicht verteidigen kann. Dagegen ist er freigiebig, dem Verblichenen seine Fehler noch über den Tod hinaus vorzuhalten, wie es eben beim urwüchsigen Volk auch unter Lebenden mit größerer Offenheit geschieht als beim Städter. Und wenn das Opfer, dem die Gedenktafel gilt, soff oder ein schlechtes Familienmitglied war, dann wird dessen prompt gedacht, wahrscheinlich schon deshalb, damit es dem Ueberlebenden als abschreckendes Beispiel diene. Sogar in die starre Prägung der Grabinschriften hat sich der Marterlspruch da und dort hinüber geschlichen. Da steht auf dem Marterl für einen Verunglückten, das sein Bild trägt: Das Conterfei ist oben drauf, Wanderer machs Thürl auf. Hier ruht der Voigt Krug, Der Kinder, Weib und Orgel schlug. Er wurde getroffen von einer Kuh. Wanderer machs Thürl zu. Es muß nicht immer der Mann sein, es gibt „schlimme Weiber“. Ein Bauer im Dorf Tirol oberhalb Meran hatte ein sehr böses Weib, dem er nach ihrem Tode folgende Inschrift setzen ließ: Hier liegt mein Weib, Gott sei's gedankt, Bis in das Grab hat sie gezankt; Lauf, lieber Leser, schnell von hier, sonst steht sie auf und rauft mit dir. Und in Oberperfuß in Nordtirol war der Versmacher wegen eines verstorbenen Ehemannes recht in Sorge: In diesem Grab liegt Unutz Peter, Die Frau begrub man hier erst später, Man hat sie neben ihm begraben, Wird er die ewige Ruh' nun hab n? Der arme Bergbauer trägt schwer am Verlust von Vieh und wenn bei einem Unglück neben Menschen auch Tiere zu Grunde gingen, finden diese recht barmherziger Weise auch auf dem Marterl Erwähnung. So im Pitztal: Hier ruhen ihrer drei, A Ochs, a Esel und er dabei. In den Bergen Tirols geschehen viele Unglücke durch Absturz; den Hirten, den Gemsjägern und Holzfällern ist der zerschmetternde Tod in den Felsen oft trauriges Geschick. Darum findet man oft einen Marterlspruch, der äußerst kurz ein solches Geschehnis, das wegen seiner Häufigkeit keines besonderen Interesses würdig ist, anzeigt: Aufig'stiegen, abig'fallen, hing'wesen. Die Ehre sei der hl. Dreifaltigkeit. Ebenfalls sehr kurz und bündig, dabei sehr plastisch, ist der Gedenkspruch: Hier fiel Jakob Hosenknopf Vom Hausdach in die Ewigkeit. Es war oft keine leichte Aufgabe für die Verfasser von Marterl= und Grabversen in nur wenigen Zeilen— oft nur in einem Vierzeiler— Geschehnis, Name, Beruf, und, was sehr wichtig war, die Todesursache einzuspinnen. Daß das Erzeugnis bei allem guten Willen oftmals mehr heiter als ernst wirken muß, das empfanden diese Volkspoeten und ihre bäuerlichen, denen jedes gereimte Wort an sich schon als Kunstwerk erschien, nicht. Auf dem Sterzinger Friedhof prangt auf einem schönen Bürgergrabe: Hier liegt unter allerhand Auch Peter Violand, Er war im Leben welcher, Im bürgerlichen Leben Selcher. Er lebte in Furcht und Und starb an der Wassersucht. Ein reichverzierter Grabstein in Brixen trägt die Inschrift: Hier liegt der reiche Lederermeister, Patriz Gandlhofer heißt er, Mit seid'nen Strümpfen und Rinderschuh' Ging er ein in die ewige Ruh'. Ein berühmter Tiroler Grabspruch, bei dem dem Verfasser allerdings nach zwei Zeilen der dichterische Schwung ausging und in einer wenig wichtigen Feststellung endete, heißt: Im Leben roth wie Im Tod wie Kreide so bleich, Sie starb am 8. Oktober, Am 10. war die Leich'. In der Nähe des Dorfes Lana bei Meran geschah einmal ein furchtbarer Mord. Der flüchtige Mörder ward nie ausgeforscht. Da setzte man am Tatort dem Ermordeten ein Marterl, auf dem das schaurige Verbrechen schauerlichphantastisch dargestellt war. Darunter stand: Von sieben Stichen todtgebohrt Starb Peter Hofer hier am Ort. Der gerechte Gott im Himmel Wird strafen einst auch diesen Lümmel. (Gemeint ist der unbekannte, flüchtige Mörder.) Der urwüchsigen Dichtkunst der Bergbauern können aber auch Verse von tiefer Weisheit und Frömmigkeit entspringen, das zeigt ein Spruch auf einem Grabstein zuinnerst im Stubaitale: Da es mir wohl erging auf Erden, Wollten alle meine Freunde werden. Da kam ich in Noth, Waren alle Freunde todt. Trau' nicht der Welt, Trau' nicht dem Geld, Trau' nicht dem Tod Trau' allein auf Gott. ssii Eine ganze Insel in Flammen. Auf der englischen Insel„Brownsea=Island, einem großen Vogel= und Tierparadies, brach ein Waldbrand aus, der den gesamten Baumbestand der Insel und die zwölf einzigen Wohnhäuser restlos vnichtete. Rheinflößer. Von Heinz Steguweit. Die vielen Flöße, deren propere, frisch geschälten Baumportionen nach gutem Essig duften, treiben seit Jahrhunderten schon den Rhein als Pfandstücke der Wirtschaft hinab bis nach Holland. Unterwegs lösen sich nur die Sägewerke von Mannheim, Mainz, Köln und Düsseldorf ihre mehr oder minder großen Anteile ab, die einstmals nickenden und rauschenden Fichten müssen sich dann in Dachstühle, Nachtkommödchen, Margarinekisten und ähnliche Gegenstände verwandeln, wer möchte und könnte das bedauern? Ja, man spricht vom sterbenden Wald, doch ist ein Paradies wie der Schwarzwald unsterblich; was in seinen Schonungen aufgeforstet wird, ist die„neue Generation“, die hier wie überall im wunderbaren Gefüge der Natur auf demselben Platz heranwächst, der von den Alten geräumt wurde. Alles Lebendige will werden und vergehen, das Fallende schafft Raum für das Kommende, und auch die hölzernen Inseln der Flöße gehorchen nur diesen ewig gültigen Gesetzen. Binsenwahrheit. Im Stromgebiet des Rheins gehört aber das Floß zu den Pointen der Landschaft, und auch die Menschen, die jedes Floß begleiten, sind keineswegs nur Lohnempfänger im üblichen Sinne. Nein, der Flößer ist ein Unikum für sich, er gehört aus Familienüberlieferung auf die treibenden Balken. Tradition spielt bei ihm eine dicke Rolle, wer das ändern will, ist ein Stümper vor dem Geheimnis einer Ordnung, die sich nur mit dem Herzen und dem Blut begreifen läßt. Hier erleben wir den Fall, daß unzeitgemäße Romantik durchaus zeitlos in den Menschen rumoren darf, denn die Flößer sind weder Bürger noch Proletarier, sind nicht mal Schiffsleute herkömmlicher Prägung, nein, Flößer sind Flößer, die ihre eigenen Lebensformen beobachten und einen eignen Sprachschatz beherrschen. Macht der Rhein eine Biegung, und kann der Schleppdampfer den treibenden Holzkoloß nicht selbständig bugsieren, dann springt die Ruderwache an ihre riesenhaften Holme; die Kommandos kennen nicht Backbord und nicht Steuerbord, der Flößer brüllt„Hesseland“ und„Frankeland“, wenn das Ruder nach rechts und links geworfen werden soll. Aus diesen Kommandos, die jeden Sprachschnüffler beglücken, läßt sich auch die Urheimat der Flößerzunft erkennen, die seit Generationen schon vom Oberrhein kommt. Das Leben„an Bord“ hat wiederum seine eigenen Formen: Floßführer, Koch, Vorarbeiter und Warschauer (kommt von Wahr=Schauer; so heißt der Mann, der dem Floß gleichsam als Schrittmacher und Meldereiter eine gute Ruderstunde vorausfährt!) sind die Meister, die sich beim Speisen und Schlafen von den Mannschaften grundsätzlich absondern. Das hat mit konventioneller Ueberheblichkeit nichts zu tun, man will nur den Ehrgeiz jener Jungen wecken, die vor dem Führen das Dienen lernen sollen, die also berufen und noch nicht auserwählt sind. Dennoch halten alle mit soldatischer Kameradschaft zusammen, wenn es um die„Nation“ des Floßes geht. Welches Sinnbild, welch gesundes Exempel für die Handhabung eines Staates! Gibt es Zwistigkeiten, dann tritt der Koch als Deus concordiae auf, und alle fügen sich seinem Urteil. Man darf diese Art gastronomischer Justiz freilich nicht allein mit dem Magen begreifen! Zur Sache des Flößers noch dies: Jeden Morgen sammelt der Floßführer seine Gefolgschaft um sich, spricht das Frühgebet vor, und alle murmeln es entblößten Hauptes nach. Will es Abend und Nacht werden, dann ankern Floß und Schleppdampfer nur an solchen Stellen, die von der Strompolizei genau vorgeschrieben sind. Man setzt Warnungslichter in die kleinen Maste, spielt Ziehharmonika und kocht Malzkaffee. So geht der Feierabend dahin, fromm und friedlich, die Flößer haben ja ihre hölzernen Hütten, in denen sie wohnen, pennen oder kochen. Jawohl, man„pennt“, denn diese Art des Ruhens hat etwas besonderes an sich: Ein Reedereibesitzer schlummert, ein Kapitän schläft, aber pennen kann nur der romantische Flößer! Vor der Nachtruhe hockt man noch zusamman; die Alten belehren die Jungen, man kaut Priem, strickt Strümpfe, raucht Krüllschnitt, oder der Floßälteste darf Räuberpistolen erzählen, die in der Sprache andrer Zünfte dem Jägerlatein oder Seemannsgarn gleichzusetzen wären. Ja, vielleicht sind diese breitbrüstigen, stämmigen Flößer noch am rheinischsten unter den Rheinvölkern geblieben, das Gewachsene des Holzes haftet auch ihrer Massivität an, das Rauhe und doch Gemütvolle des Stromwetters feiert auch ihrer Männlichkeit beglückende Wiederkehr. Nie ist man tagsüber müßig: Die Ruderwachen haben der Vielfalt eines Flusses zu begegnen, der ebenso romantisch wie tückisch sein kann. Man löst sich ab wie bei richtigen Kameraden, unterwegs werden auch die einzelnen Stämme markiert und gemessen, so daß am Ziel der langen Wanderfahrt das genaue Kubikmaß des Holzes in den Listen steht. Und zwischendurch wird gehackt, gestemmt und geschleppt, um der treibenden Fläche jene Form zu geben, die eine sichere Bergung des der Mannschaft anvertrauten Gutes gewährleistet. Seit Jahrhunderten schon gondeln Flöße und Flößer durch die Westmark des Reiches, und immer wieder bleiben die Menschen am Ufer mit Bewunderung stehen; denn die reisende Holzinsel, der schwimmende Wald ist mehr als ein wirtschaftlicher und warenmäßiger Prozeß, hier geschieht ein Naturschauspiel, dem die brutale Maschinisierung alles Wesenhaften noch nichts anhaben konnte. Die schlimmsten Weiber... Die Frage nach den schlimmsten Weibern beantwortet Dr. Wilson vom Institut für Familienforschung in Los Angeles kurz und bündig folgendermaßen:„Die schlimmsten Frauen sind unstreitig die College=Girls. Sie besitzen zu viel Ehrgeiz und zu viel Ideale, sodaß sich kein Mann getraut, längere Zeit mit ihnen zusammen zu sein!“ Die Antwort der CollegeGirls steht leider noch aus. Sie wird wahrscheinlich „gesalzen" sein. schi mit lisse hat hte Ihre — Und 5 ist dalebnissen en." st sagten die kann npfe ervas Sie and und jemander ihr Wollen vor ihr sen ließ, trich ihr ichts sanicht!" t einem Ind ihr An eine in seiftig bete Frau bder auch genüber, die ihre. bel, Sie ten und . Und sielleicht Theorie mmung starken sah sie ür und er noch ickte. Reichsfestspiele in Heidelberg. Der Ar=Götz. Sturm und Drang weht aus diesem von Shakespeare beeinflußten Drama, das aber ganz deutsch ist in der Ausführung, deutsch in der Sprache und im Verwachsensein mit Natur und Boden. Goethe stellt in seinem Götz den „kolossalischen Menschen“, den idealisierten deutschen Ritter schlechthin vor sein Volk. Das schwierige Wagnis, diesen Urgötz aufzuführen, konnte eigentlich nur in einem so idealen Raum wie dem Heidelberger Schloßhof unternommen und gelöst wexden. Der häufige Szenenwechsel und die Massenauftritte begegnen keinen Schwierigkeiten, im Gegenteil, sie verlebendigen das große Geschehen. Die naturhafte Wirklichkeit des Mittelalters, die hier nicht nur Kulisse, sondern Fundament und Atmosphäre des Ganzen ist, läßt alle Illusion vergessen; alles vereinigt sich zu einer erlebnisvollen Einheit. Die Regie(Heinrich beorge und Albert Florath) hatte die Schwächen und Längen des Stückes durch Kürzungen glücklich ausgemerzt. Dadurch war es auch gelungen, Götz bis zum Schluß in den Mittelpunkt der Handlung zu stellen, der in der Urfassung durch Adelheid in den letzten Aufzügen stark in den Hintergrund gedrängt wird. Wort, Farbe, Licht und Musik wirkten zusammen, um die Eindrücke lebenswahr und stark zu gestalten. Trotzdem nirgends eine Uebertreibung, nirgends ein Zuviel. Heinrich George war ein Götz voll Lebenskraft, biederer Derbheit, väterlicher Güte und rührender Treue, abgeklärt und abgewogen. Alexander Gollina als Weislingen diszipliniert in der Sprache, frei und natürlich in jeder Bewegung. Franz von Sickingen gestaltete Hans Brausewetter lebensfroh, tatenlustig und treuherzig. Heinrich Schroth war als Bischof von Bamberg von höfischer Glätte und kraftvoller Herrscherwürde. Der Liebetraut des Eugen Rex trat als Huldigung an den genius loci in der Maske des Perkeos auf. Leo Spieß schrieb zu dem Stück eine Musik, die den Rhythmus des beschehens teilweise sehr stark unterstrich. Die Aufführung, die in Anwesenheit des Reichsministers Dr. Goebbels, des Reichsjugendführers Baldur von Schirach und des Reichsstatthalters Robert Wagner stattand, erntete stürmischen Beifall. * „Lanzelot und Sanderein.“ Keuscher Minne zarten Duft atmet das altflämische Liebesspiel von Lanzelot, dem Fürsten von Dänemark, und der schönen Sanderein. Unbekannt ist der Dichter des um 1400 entstandenen Werkes, der wohl ein Flame war und in der Blütezeit der altflämischen Dichtung lebte. Im Jahre 1917 stieß Friedrich Markus Huebner in Brüssel auf das Stuck, das er dann umarbeitete und neu dichtete.. In chlichten, naiven Versen besingt das Lied das Schicksal der chonen Sanderein, die wegen ihrer niederen Geburt vom Fürsten Lanzelot, der sie liebt und zum Weibe begehrt, auf Geheiß seiner Mutter entehrt und verstoßen, aber von einem edlen Ritter auf der Jagd gefunden wird. In einem wundervollen Bild gesteht sie diesem ihr trauriges Los und der Ritter, der sie vom ersten Augenblick an geliebt, führt sie als sein minniglich Weib heim auf seine Burg. Lanzelot aber, unglücklich über ihren Verlust, läßt sie überall suchen, und als er ihren angeblichen Tod erfährt, gibt er sich aus Schmerz und Reue selbst den Tod. Mittelalterliche Frauenminne, ritterlichen Geist und kindliche Frömmigkeit spiegelt dieses edle Kunstwerk, dessen Feinheiten Detlef Sierck in der künstlerisch vollendeten Inszenierung voll zur Geltung brachte. Die Kostüme deuten in ihren Farben die Gegensätze der beiden Welten: weiß und blau die reine Minne, schwarz und rot Falschheit, Untreue und Lüge. Die Bühne des stilvoll renovierten Bandhaussaales zeigt sich in Architektur und Kolorit als idealer Hintergrund. Leichte Musik aus Streichern und Holzbläsern von Leo Spieß verbindet die lose aneinandergereihten Szenen, die an kolorierte Holzschnitte kostbarer Handschriften erinnern. * „Der zerbrochene Krug." So anerkennenswert der Gedanke der Regie war, aus derselben Landschaft zwei nach Inhalt und Form so verschiedene Stücke an einem Abend gegenüberzustellen und in Kleist's Lustspiel eines der vorbildlichsten Werke dieser Gattung dem Publikum zu vermitteln, muß doch gesagt werden, daß dadurch die beinahe festliche Stimmung der vorausgegangenen Aufführung und der Reiz des Erlebnisses zerschlagen wurde. Schwang im ersten Stück die Seele und das Gemüt mit, so ist das Kleist'sche Werk ein reines Spiel des Verstandes. Man freut sich über den tölpelhaften Richter Adam, der in die Schlinge gerät und mit allen Mitteln als Vorsitzender des Gerichts die Wahrheit verdunkeln muß, um nicht sein eigenes Urteil fällen zu müssen. Der Dichter hat im Sinn des echten Lustspieles auf rührselige Moral verzichtet und alles ausgeschaltet, was einen tragischen Zug in das Spiel bringen könnte. Man denkt nicht an die Unwahrhaftigkeit und Unmoral des Richters, sondern an das Komische seiner Situation. Er wird deshalb auch nicht gerichtet, er wird nur lächerlich gemacht, selbst der Gerichtsrat schont ihn. Aber bei aller Würdigung der literarischen Feinheiten und der hervorragenden Aufführung ist doch festzustellen, daß wir Menschen unseres Tempos nicht mehr den Sinn und das Verständnis für diese epische Breite, diese endlosen Umschweifen und immer neuen Hemmungen in der Handlung haben. Die Pointe wird vorweggenommen. Heinrich George gab den Dorfrichter Adam mit rührender Unbeholfenheit, Komik und täppischer Verschmitztheit. Er holte das Letzte aus der Rolle und würzte sie mit derbem Humor. Hans Brausewetter gab seinem Ruprecht Frische und die Erregtheit des enttäuschten Liebhabers, Eugen Rex war ein vortrefflicher, überlegener Schreiber Licht. Lina Carstens blieb ihrer Frau Marthe an Energie und sprudelnder Geschwätzigkeit nichts schuldig. Originell waren die grotesken Tänze der Mägde beim Umbau der Szenerie zu Beginn des Stückes, wozu ebenfalls Leo Spieß die Musik geschrieben hat. Am Schluß gab es nochmals freudigen Applaus und wiederholte Hervorrufe. Bauerntänze. Die„Dörpertanzweisen“ gehören zumeist zu dem noch ungeschriebenen melodiösen Volksgut der Nation. Wir besitzen viel mehr Volksliedertexte als Volksliednoten! Dennoch tönen diese unentwegt in der ländlichen Feierstunde wieder. Manch ungelehrter, aber musikverständiger Feiertagsmusikant spielt sie„aus dem Kopfe“, wie sie ihm von seinen Vorgängern übermittelt sind; und manch akademisch vorgebildeter Komponist hat Motive aus ihnen übernommen. So lebt und webt die Volksmelodie, vor allem die Tanzmelodie, in unserem Volke fort seit den Tagen, wo Dudelsack, Flöte, Harfe, Baßgeiae oder auch lediglich die bergländische Zither das dörfliche Tanzvergnügen begleitete. Und auch heute, wo neuzeitliche Instrumente den musikalischen Hintergrund der Tanzlustbarkeit stellen, ist die Dörpertanzweise noch gut im Schwunge und läßte den frohen„Hansel“ seine lustige„Gretel“ schwingen! Der Tanz hat eine hohe Sendung! Er eint die Volksgenossen in der Feiertagslust und überbrückt damit die Sorgenströme, die ständig durch aller Leben fließen. Rechte Tanzlustbarkeit gedeiht ja nur da, wo das Volk sich zum Volke findet, und schwerlich kann die Lust am„Schwung und Dreh und Juchzen" so hoch anschwellen und doch so reinlich=lauter klingen wie auf dem Tanzboden in der Scheune, auf der Tenne und unter der Dorflinde. Denn zumeist ist es die Lust nach gemeinsamer Arbeit, die hier die schlichtesten Instrumente nur um so heller klingen läßt! Es mag keine geringe Tanzkunst erfordert haben, als man seinerzeit— wie uns die mittelalterlichen Minnesänger berichten— noch auf dem unevenen Dorfanger getanzt hat. Und wahrhaftig, diese Tänze brauchten geschulte Tänzer. Die mit„Kaffeesatz" gebohnte „Diele“, dariuf man viel später erst das Tanzbein schwang, gab es ja noch nicht; und das zuschauende Publikum waren treue Heger und Mahner bei diesem gutvölkischen, überlieferungstreuen Brauche des Tanzes. Wissen wir doch, daß alle Tanzfiguren bäuerlicher Sitte streng formgetreu überkommen sind aus Zeiten der Vergangenheit. Ob man in Mecklenburg die„Kegelquadrille“, tanzt und dazu singt: „Wenn hie en Pott mit Bohnen steiht und dort en Topp mit Klüt, dann lot ick Klüt und Bohnen sein und grip nach min Mariek“, oder ob der Helgoländer Schiffertanz, der Armverschränker und Rückwärtsränker, noch heute von Fischern in „Schmierstiebeln“ und Mädeln mit frisischer Haube aufgeführt wird, oder ob auch Kinderreihen nach seltsamen Melodien und vielfach„zersungenen“, halbverklungenen Texten„leben und Lebende entzücken" und beglücken—, immer läßt sich daraus ein gut Stücklein Volksgeschichte von dem ablesen, der im Volksherzen zu lesen lernte. Der„Ländler“ ist zweifellos eine der ältesten Formen des Walzers, den man als„Nationaltanz der Deutschen“ betrachten darf. Noch älter könnte der„Siebensprung“ sein, der in Schwaben beheimatet ist. Er ist ein rechter und echter Reigentanz. Auch hält er sich an die ehedem so treu bewahrte Ueberlieferung der„Mitsingeweisen“. Bei den Vorführungen der gymnastisch nicht gerade einfachen,„sieben Sprünge“ singen die Mittänzerin und die Schar der Zuschauer: „Mach' mir nur den Siebensprung, mach' fein mir alle sieben! Zeig mir's, wie ich tanzen kann; tanze wie ein Edelmann.“ Immer tritt die Freude an Geltung und Pracht, mer tritt die Feiertagsstimmung auch bei dem schlichtesten Tanz auf der Tenne oder im Dorfgasthause zutage! Ein sehr altes Reigenlied heißt: „Ich spring in diesem Ringe des besten so ich kann. Von hübschen Frewlein singe, als ich geleret han.“ Sehr bezeichnend für den sinnbildlichen Gedanken des Tanzes— und was hätte tiefere Symbolik als eine Tanzfigur oder ein Tanzlied, die doch beide des Menschenherzens Sehnsucht ausplaudern und ausplaudern sollen— sind oft die Namensbezeichnungen der deutschen Tänze. Wenn wir von einem„Schmoller“ hören, so können wir uns seinen tänzerischen Ablauf gewiß vorstellen! Beide Tänzer reichen sich zuerst nicht die Hände, sondern schweben, sich vielfach von einander drehend, nebeneinander her. Natürlich dem gleichen Ziele zu, das sie ja doch suchen und zu finden wissen! Sie„schmollen“ eben! Schließlich fassen sie sich, küssen sich oder zeigen sonstwie ihre Versöhnung an, kurzum der„Schmoller“ ist vorbei. Wie alt und wie lustig, fast kindlich=froh, die alten Bauernran— und bemerkenswerterweise ihnen ähnlich die Tänze der Landedelleute waren— zeigen die durch die ritterlichen Minnesänger überlieferten Namen mancher Dorftänze, der„Heierlei“, der„Firleifei“, der„Hoppaldei“!— Daß sich bäuerliche Tanzbräuche auch in der zur Stadt übergesiedelten Bevölkerung erhalten haben, beweist die bis heute noch geübte Sitte des„Kranzaustanzens“ bei Hochzeiten. Unverkennbar ist mit diesem Brauche uraltes Bauernbrauchtum von unsern landstämmigen Städtern vom Dorfanger in die„steinerne Wüste" der Städte übernommen worden. Werner Lenz. Die Heranbildung des kaufmännischen Nachwuchses. Aus der Beiratssitzung der Einzelhandelsvertretung der Industrie= und Handelskammer Münster. In der Eröffnungssitzung des Beirats der neuen Einzelhandelsvertretung der Industrieund Handelskammer Münster, über die wir bereits gestern kurz berichteten, zeigten der Präsident der Kammer, Franke, M. d. R., und der Vorsitzende der Einzelhandelsvertretung, Kaufmann Otto Schimpf, Recklinghausen, die Aufgaben der EHV. auf. Die EHV. solle die wirtschaftlichen Gesamtinteressen der Einzelhändler und die der Konsumenten auf einen Einzelnenner bringen. Sehr wesentlich sei es, daß die EHV. mit den Organisationen der Partei und den anderen Organisationen der Wirtschaft zusammenarbeite. Syndikus Dr. Richter(Recklinghausen) berichtete über die Kreditversorgung des gewerblichen Mittelstandes. Es herrscht in dieser Bevölkerungsschicht unstreitig ein großes Kreditbedürfniss Im Mittelstande ist es im allgemeinen zu wenig bekannt, daß die Bank für deutsche Industrieobligationen heute in der Lage ist, einen großen Teil der Kreditgesuche zu befriedigen. Voraussetzung für die Gewährung des Kredits ist das Vorhandensein ausreichender Sicherheiten in Geschäfts= oder Wohngrundstücken und daß der kreditsuchende Betrieb rentabel arbeitet. Aus den Kreisen des Mittelstandes wird immer noch darüber Klage geführt, daß viele Sparkassen und Genossenschaftsbanken bei der Hergabe von Krediten versagen. Ein großer Teil der Klagen ist sicher unberechtigt, denn keine einzige Bank ist etwa imstande, einem Betriebe, der nicht mehr lebensfähig ist, zu neuer Blüte zu verhelfen. Es ist jedoch anzuerkennen, daß in manchen Fällen auch bei Erfüllung der notwendigen Voraussetzungen eine Kredithergabe daran scheiterte, daß die betreffende Genossenschaftsbank oder Sparkasse einfach nicht genug flüssige Mittel hatte, um die an sie herantretenden Gesuche zu befriedigen. Hier muß das Bestreben der Kammer und der EHV. einsetzen, eine Besserung zu erreichen. Der Kreditausschuß der Kammer hat sich auch mit der Frage beschäftigt, ob die Errichtung von Garantieverbänden vielen Mittelständlern, die heute keinen Kredit bekommen können, aufhelfen würde. Solche Garantieverbände sind in manchen Gegenden Deutschlands, z. B. in Berlin und in der Kurmark, geschaffen worden. Der Kreditausschuß der Handelskammer Münster hat sich mit dem Gedanken der Schaffung derartiger Verbände nicht recht befreunden können. Auch solchen Garantieverbänden wird es nicht möglich sein, den allzu Schwachen Kredit zu geben, und für die Gesunderen kann heute schon in normalem Wege gesorgt werden, vorausgesetzt, daß es gelingt, wie oben erwähnt, dieselben Kreditinstitute, die heute noch schwach sind, flüssiger zu machen. Es muß immer wieder betont werden, daß eine ordentlich Buchführung für jeden, auch für den kleinsten Kaufmann, unerläßlich ist. Besonders erstrebenswert ist Einheitlichkeit und damit Vergleichbarkeit der Buchführung. Die Hauptgemeinschaft des deutschen Einzelhandels hat das Muster eines Kostenplanes entworfen. In der Aussprache zu diesem Punkte wurde darauf hingewiesen, daß der gewerbliche Mittelstand zum Teil selbst daran schuld sei, wenn er Kredite beanspruchen muß, weil er namlich selbst zuviel Kredite gewährt, entweder, um einem Kunden einen Gefallen zu tun oder aber, um einem Konkurrenten ein vermeintlich gutes Geschäft wegzuschnappen. Es wurde berichtet, daß bei der Prüfung mancher kleinerer Betriebe es sich herausgestellt hat, daß 50—60 Prozent des Umsatzes nicht in bar, sondern auf Kredit erfolgte. Diese unvorsichtige Kreditgewährung muß die Kaufleute in unsicheren Zeiten zum Ruin treiben. Es wurde ferner betont, daß der Kaufmann durch klare Buchführung und vorsichtige Lagerbeschaffung es vielfach in der Hand hat, eine Kreditnot erst gar nicht aufkommen zu lassen. Den breitesten Raum in den Verhandlungen nahmen die Erörterungen der Frage der Frage des kaufmännischen Bildungswesens ein, deren nachdrücklichste Forderung satzungsgemäß eine der vornehmsten Aufgaben der Einzelhandelsvertretung ist. Dr. Gieselmann erörterte die Einrichtungen und Maßnahmen, die die Industrie= und Handelskammer getroffen habe. In erster Linie sei es notwendig, ein enges Vertrauensverhältnis zu der Berursschule an allen Orten zu schaffen. Ein Lehrvertragsformular, das von den westdeutschen Industrie= und Handelskammern im Benehmen mit der Deutschen Arbeitsfront, der Hitlerjugend und dem Treuhänder der Arbeit ausgearbeitet werde, sei dazu bestimmt, Einheitlichkeit bezüglich der Dauer und der äußeren Gestaltung des Lehrverhältnisses zu erzielen und die wohl abgewogenen Pflichten des Lehrherrn und des Lehrlings, insbesondere auch dem Berufsstand und der Volksgemeinschaft gegenüber festzulegen. Ungeeignete Kräfte müßten vom Kaufmannsstande ferngehalten werden. Dies geschehe einerseits durch die an größeren Orten schon seit längerer Zeit eingeführten und nunmehr auf den ganzen Bezirk auszudehnenden Eignungsprüfungen vor der Lehre und auch durch die Handlungsgehilfenprüfungen nach der Lehrzeit, die eine Intensivierung der Lehre bei Lehrlingen und Lehrherren erbringen werden. Aufgabe der Einzelhandelsvertretung und ihrer Beiratsmitglieder sei es, wo immer es notwendig sei, gegen die Lehrlingszüchterei aufzutreten. Erneut würde die alte Forderung wieder aufgestellt, daß die Berufsvertretungen ermächtigt werden müßten, ungeeigneten Betrieben die Befähigung zur Lehrlingsausbildung abzusprechen. Von einem besonderen Ausschuß soll die vom Referenten vorgeschlagene Anlegung einer Lehrlingsrolle zur Kontrolle des gesamten Lehrlingswesens im Bezirk und ferner die Einführung eines Lehrlingspasses geprüft werden, der für Lehrling und Lehrherrn Anlaß sein soll, in bestimmten Zeiträumen sich selbst Rechenschaft über das im abgelaufenen Zeitraum Erlernte zu geben. Desgleichen soll die Durchführung von Lehrgängen für selbständige Kaufleute und ältere Angestellte geprüft werden. Berliner Berlin, 23. Juli. Die neue Woche begann freundlich und vereinzelt auch etwas lebhafter,, da sich infolge der zweitägigen Börsenunterbrechung einige Kauforders des Publikums angesammelt hatten. Die Kulisse verhielt sich anfangs ruhig. Die 36=Stundenwoche in der Tertilindustrie vermochte die Stimmung jedoch nicht zu beeinträchtigen. Lediglich Textilwerte waren angeboten. Vorläufig keine Aenderung der Richtpreise für Butter. Der Zeitungsdienst des Reichsnährstandes schreibt über die Lage am Buttermarkt: Die Butterzufuhren waren in der letzten Woche verhältnismäßig gering, da der der Jahreszeit entsprechend nachlassende Milchanfall während der heißen Tage stärker als Trinkmilch verbraucht wurde, so daß für die Verarbeitung zur Butter nur entsprechend kleinere Mengen zur Verfügung standen. Die Nachfrage, besonders von den Hauptverkehrsplätzen sowie Bädern und Kurorten, hat etwas zugenommen. Infolgedessen konnten die Bestände der Molkereien und des Handels erheblich gelichtet werden. Die Notierungen wurden unverändert belassen, jedoch haben sich die Abgeberpreise teilweise befestigt; so wurden besonders an der Nordseeküste und in den Verbrauchergebieten Südund Westdeutschlands etwas höhere Forderungen bewilligt. Für Markenbutter frei Ruhrstation konnten in Nordwestdeutschland 128 bis 130 RM. je 50 kg erzielt werden. Holländische Butter erbrachte zuletzt 127 bis 128 RM. Um weiteren Preiserhöhungen vorzubeugen, beteiligte sich die Reichsstelle bei besonders starker Nachfrage mit ihren Beständen an der Deckung des Bedarfes. Die Zufuhren des Auslandes sind, teilweise auf Grund des gedrückten englischen Marktes, reichlicher geworden, bewegten sich aber nach wie vor im Rahmen des zugestandenen Kontingentes. Eine Veränderung der Richtpreise für Butter ist in nächster Zeit nicht zu erwarten. Zur Deckung des Bedarfes stehen neben den laufenden Zufuhren die Bestände der Reichsstelle zur Verfügung, die mit herangezogen werden dürften, wenn sich dies zur Aufrechterhaltung des augenblicklichen Preisstandes als notwendig erweisen sollte. In Ostdeutschland haben zuletzt erfolgte Niederschläge den Stand der Weiden und damit die Milchleistungen erheblich begünstigt. Das der Jahreszeit entsprechend zu erwartende weitere Nachlassen der Milcherzeugung wird sich in den üblichen Grenzen bewegen. Befürchtungen über bevorstehende Versorgungsschwierigkeiten sind um so weniger am Platze, als der Trinkmilchverbrauch mit fortschreitender Jahreszeit nachlassen wird, so daß damit größere Milchmengen zur Butterverarbeitung zur Verfügung stehen. Absatzrückgang am Käsemarkt. Die Abwanderung großer Teile der Verbraucherschaft in die Bade= und Kurorte hatte in der letzten Woche einen weiteren Absatzrückgang zur Folge. Bei der anhaltenden übermäßigen Hitze ist die Bevölkerung zum verstärkten Genuß von frischem Obst, das zu billigen Preisen angeboten wird, übergegangen, so daß selbst die billigen Weichkäsesorten keine Beachtung finden. Für vollfette Käse ist dagegen der Absatz lebhafter. Wie immer in der heißen Jahreszeit ist auch in diesen Tagen der Bierverbrauch stark gestiegen und erfahrungsgemäß steigt damit auch der Verbrauch an fetten Käsen. Der Absatz von Tilsiter Käse ist in dem ostpreußischen Erzeugergebiet lebhaft, daß die Bestände an reifen Käsen erheblich geräumt sind und hauptsächlich jüngere Käse zum Versand kommen. Auch für Emmentaler ist das Geschäft günstiger geworden und Holländer Käse rheinischer Herkunft findet nach wie vor guten Absatz. Das stille Weichkäsegeschäft ist für die Erzeuger von 20 Proz. Limburger insofern unangenehm als der Handel den festgesetzten Richtpreis nicht anlegen will. Auf dem Quargmarkt wirkt sich der Rückgang in der Milchanlieferung bereits aus, doch ist die Notierung unverändert geblieben. Preisabschläge für Getreideernte 1934. Gemäß§ 33 der Verordnung zur Regelung der Getreidewirtschaft vom 14. Juli 1934 hat der Reichsnährstand für die Landesbauernschaft Westfalen in Uebereinstimmung des Landesbauernführers mit der Hauptabteilung 3 und 4 festgesetzt, daß Preisabschläge von den jeweils gültigen Festpreisen in Höhe bis zu 50 Pfg. ie 100 Kilogramm zulässig sind. Diese Preisabschläge gelten als Vergütung für Mehrkosten durch Einlagerung, An= und Abfuhr, Zinsverlust, Lagerschwund, Umsatzsteuer, Sackleihgebühr usw. Diese Festsetzung gilt ab 16. d. Mts. als in Kraft gesetzt. Märkte. Dortmunder Schlachtviehmarkt. • Dortmund, 23. Juli. Auftrieb: Ochsen 56, Bullen 191, Kühe 608, Färsen 80, Kälber 588, Schafe 9, Schweine 2934; Vorverkauf: Schafe 6, Schweine 21, Kälber 5, Kühe 1. Marktverlauf: Großvieh schlecht mit Ueberstand, Kälber mittel, geräumt; Schweine mittel, geräumt. Es kosteten: Ochsen: a) 32—35, b) 29—31, c) 26—28, d) 22 bis 25; Bullen: a) 32, b) 27—31, c) 22—26, d) 18—21; Kühe: a) 31—34, b) 27—30, c) 22—26, d) 12—21; Färsen: a) 31—34, b) 28—30, c) 25—27, d) 22—24; Kälber: a) 42—47, b) 36—41, c) 30—35, d) 20—29; Schweine: a1) 50—52, a2) 48—50, b) 47—50, c) 44—49, d) 40—46, e)—, f)—, g1) 47—49, g2) 38—46. Es wurden Schweine verkauft: 7 zu 53“ 31 zu 52, 56 zu 51, 469 zu 50, 412 zu 49, 529 zu 48, 439 zu 47, 234 zu 46, 203 zu 45, 102 zu 44, 80 zu 43, 67 zu 42, 62 zu 41, 35 zu 40, 24 zu 39, 10 zu 38, 5 zu 37, 1 zu 36, 2 zu 35, 1 zu 28, 1 zu 20 M, zusammen 2770. Essener Schlachtviehmarkt. Essen, 23. Juli. Auftrieb: Ochsen 46, Bullen 162, Kühe 385, Färsen 15, Fresser 14, Kälber 600, Schafe 52, Schweine 3112. Es kosteten: Ochsen: a) 33—34, b) 30—32, c) 26—28, d) 17—22; Bullen: a) 30, b) 25—29, c) 21 bis 24, d) 18—20; Kühe: a) 31—32, b) 27—30, c) 22—26, d) 12—20; Färsen: a) 28—30; Kälber: a) 54—60, b) 44—50, c) 36—42, d) 30—30, e) 22—27; Weidemastschafe 34—36, mittlere Schafe 30; Schweine: al) 50—53, a2) 50—53, b) 48—52, c) 45—51, d) 40—48, e) 38—42, f)—, g1) 40—47, g2) 40—47. Marktverlauf: in allen Gattungen mittel. Duisburger Schlachtviehmarkt. X Duisburg, 23. Juli. Auftrieb: Ochsen 7, Bullen 45, Kühe 198, Färsen 17, Fresser 4, Kälber 261, Schafe 30, Schweine 1950. Es kosteten: Bullen: a)—, b) 26—28, c) 22—25, d) 20—21; Kühe: a) 30—33, b) 26—29, c) 20 bis 25, d) 15—19; Kälber: a)—, b) 40—48, c) 33—38, d) 24—30, e) 20—23; Schweine: al) 48—49, a2) 48—49, b) 46—50, c) 44—50, d) 42—48, e)—, f)—, g1)—, g2) 39—45. Marktverlauf: Großvieh langsam, Schweine schleppend, Ueberstand, leichte Schweine unverkäuflich. Elberfelder Schlachtviehmarkt. Elberfeld, 23. Juli. Auftrieb: Ochsen 203, Bullen 84, Kühe 275, Färsen 119, Fresser 18, Kälber 780, Schafe 3, Schweine 3348. Vorverkauf: Schafe 55, Schweine 95, Kälber 11, Kühe 3. Marktverlauf: In allen Gattungen langsam. Es kosteten: Ochsen: a) 33—35, b) 29—32, c) 25—28, d) 22—24; Bullen: a) 28—30, b) 25—27, c) 22 bis 24; Kühe: a) 28—30, b) 24—27, c) 19—23, d) 10 bis 18; Färsen: a) 32—34, b) 28—31, c) 24—27; Fresser 20 bis 23; Kälber: a)—, b) 40—45, c) 34—39, d) 28—33, e) 23—27; Schweine: al) 46—50, g2) 46—50, b) 46—50, c) 45—49, d) 40—47, e) 32—41,f)—, g1) 40—46, g2) 40—46. Düsseldorfer Schlachtviehmarkt. Düsseldorf, 23. Juli. Auftrieb: Ochsen 111, Bullen 82, Kühe 182, Färsen 53, Fresser 31, Kälber 716, Schweine 2530. Es kosteten: Ochsen: a) 34—35, b) 31—33, c) 29 bis 30, d) 25—28; Bullen: a) 32, b) 28—30, c) 25—27, d) 18—24; Kühe: a) bis 32, b) 28—31, c) 24—27, d) 16 bis 23; Färsen: a) bis 33, b) 30—32, c) 27—29, d) 23—26; Kälber: a) 55—65, b) 42—45, c) 35—41, d) 29—34, e) 20 bis 28; Schweine: al) 49—51, a2) 48—52, b) 47—52, c) 46—51, d) 42—49, e) 32—45, f)—, g1)—, g2) 40—47. Marktverlauf: Großvieh und Kälber mittelmäßig, Schweine anfangs gut, zum Schluß schlecht. Kölner Schlachtviehmarkt. X Köln, 23. Juli. Auftrieb: Ochsen 296, Bullen 130 Kühe 659, Färsen 63, Fresser 40, Kälber 1442, Schafe 48 Schweine 6082. Es kosteten: Ochsen: a) 36—38, b) 33 bis 35, c) 29—32, d) 25—28, e) 20—24; Bullen: a) 30—32 b) 25—29, c) 20—24; Kühe: a) 32—34, b) 28—32, c) 23 bis 27, d) 17—22; Färsen: a) 31—34, b) 27—30, c) 22 bis 26; Fresser 17—23; Kälber: a)—, b) 40—45, c) 33 bis 39, d) 27—32, e) 17—26; Weidemasthammel 37—38; Schweine: al) 50, a2) 45, b) 47—52, c) 45—52, d) 41—50, e)—, f)—, g1) 45—48, g2) 40—42. Marktverlauf: Rinder, Kälber und Schafe ruhig, Schweine belebt, später abflauend. Kasseler Schlachtviehmarkt. X Kassel, 23. Juli. Auftrieb: Ochsen 12, Bullen 32 Kühe 63, Rinder 108, Kälber 278, Schafe 2, Schweine 582. Marktverlauf: langsam, überall Ueberstand. kosteten: Bullen: a) 29—32, b) 23—27, c) 21—22; Kühe: a) 26—29, b) 21—25, c) 16—20, d) 10—15; Färsen: al 29—33, b) 24—28, c) 21—23; Fresser 17—20; Kälber: a —, b) 28—33, c) 23—27, d) 18—22; Schweine: a) 45—48 b) 42—48, c) 40—35, d) 36—42, e) 36—42, f)—, g) 4 bis 45. Duisburger Getreidemarkt. * X Duisburg, 23. Juli. Ausl. Weizen 28,5—29,75 ausl. Roggen 19,75—20,5, ausl. Gerste 60=61 20,5, ausl, Gerste 66=67 20,75, Plata Mais 20,75, Cinq.=Mais 215 Weizenmehl inl. Grundtype 790 fW 10 27,65, Weizenmehl mit 15 Proz. Austauschweizen 28,5, Weizenmehl mit 30 Proz. Austauschweizen 29,5, Roggenmehl Grundtype 815 fR 8 25,55, Roggenschrot inl. Grundtype 1800 fR 8 21,55, Weizenkleie feine 11,50, Weizenkleie mittelgrobe 12,5, grobe 12,75, Weizengrieskleie 13,5, Weizennachmehl 15,75, Roggenkleie feine 12,5, Roggengrieskleie 13,5, Roggennachmehl 15, Steffenszuckerschnitzel 15,75 bis 16. Die Preise verstehen sich per 100 kg frei Waggon kDuisburg in RM. Die Mehlpreise verstehen sich alle ab Mühle. Brotgetreide, Mehl und Hafer geschäftslos, Gerste zu Fabrikationszwecken etwas gefragt, Futtergerste zu festen Preisen nicht angeboten. Mais etwas nachgefragt. Futtermittel fest und nachgefragt. Bremen: Baumwolle Tendenz: abgeschwächt Liverpool: Baumwolle Tendenzi ruhigestetig 23. 7. 1 21. 7. Tagesimport... 7100 3900 Liverpool: Östindische Baumwolle Loco Surtee F. G.... „ Broach F. G(Good Staple) „ M. G. Punjab/American F. " Centr. Provinces Oomra Nr. „ Bengal F. G»»» „ Bengal Superfine.»»»» „ oind F. G...*»» " Sind Superfine d. 1 Liverpool: Notierungen für Sakellaridis u. Upper F. G.F. Tendens: kaum stetig New Orleans: Baumwolle 21. 7. 13.16 13.25 13.32 New York: Baumwolle Geschätzte Totalzufuhren....„— Baumwollzufuhr in Atlantischen Häfen.— Baumwollzufuhr in Golf-Häfen." 7000 Zufuhren in Pacific-Häten...».— Export nach England— Export nach dem übrigen Kontinent." 5000 Export nach Japan und China...— Fracht n. Liverpool f. starkgepr. Ballen— Fracht für Standard........— Export nach Kanada und Mexiko...— Berliner Getreidegroßmarkt vom 23. Juli 1934. zuzügl. 4 Reichsmark Braugerste, feinste neue Braugerste, gute Sommergerste, mittl. Art u. Güte Wintergerste zweizeil. Wintergerste vierzeilig Weizenmehl (Basis Type 790) Märkischer Hafer Durchschnittsqual. heute 175-185 Vortag 175-185 heute 166—176 Vortag 166-176 Kleie: in RM für 100 kg brutto einschl. Sack RM f. 100 kg brutto einschl. Sack frei Berlin86 Tupe 815) RM f. 100 kg brutto einschl. Sack frei Berlin Bezirksstelle X der W. V. Berlin Preisgebiet Il Preisgebiet III Preisgebiet IV m. 15% Ausldsw. m. 30% Ausldsw. Weizen-Nachmehl heute 26.50 26.95 21.25 0.75 1.50 Vortag 26.50 26.95 27.25 0.75 1.50 und 0.50 RM. Frachtausgleich RM. Aufgeld RM. Aufgeld Preisgebiet V Preisgebiet VI Preisgebiet VII Preise in RM. Oelsaaten per 1000 kg. die Notierungen von Viktoriaerbsen bis einschl. Kartoffelflocken freie Ware werden per 50 kg gehandelt Raps Leinsaat Viktoriaerbsen Kleine Speiseerbsen Futtererbsen Peluschken Ackerbohnen Wicken Lupinen, blaue Lupinen, gelbe.. Seradella, alte. Seradella neue, 14—15 10—11 9½—10 7.5—9.0 9½—11 Leinkuchen, Basis 37% ab Hamburg....... Erdnustkuchen, Basis 50% ab Hamburg. Erdnustkuchenmehl, Basis 50% ab Hamburg„. Trockenschnitze. Extrahiertes Soyabohnenschrot 46% ab Hamburg Extrahiertes Soyabohnenschrot 46% ab Stettin Kartoffelflocken Kartoffelflocken, freie Ware 7.90 8.10 8.70 9.40 Weizen-Exportscheine Weizen-Exportscheine Weizen-Exportscheine Roggen-Exportscheine Roggen-Exportscheine Roggen-Exportscheine per Juli per Aug. per Sept. per Juli per Aug. per Sept. 20, 20) Geld Geld 133½ Briet 133½ Brief Ferien-Kurse für Schüler höherer LehrAnstalten in allen Fächern Modernes Internat in waldreicher Umgebung. Beste Verpllegung bei billigen Preisen. Geistliche Loitung. Pädagoglum-Canisianum, Lüdinghausen(Westl.) Ruto-Reparatur-Werkstatt mit Laden und Garagen günstig zu vermieten. Angebote unter„Z H 50" an den Neuen Emsboten, Warendorf i. W. hof von ca. 100 Morgen zu kaufen od. zu pachten gesucht, Kaution kann gestellt werden. Angebote unt. K 539 an die Kreiszeitung. Ahaus.(4020 Berliner Kartoffel- und Rauhfutterpreise. 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Es ; Kühe: irsen: a) ilber:a 45—48, 9) 40 5—29,75, 5, ausl. ais 215, Weizenizenmehl Grundype 1800 mittelWeizenrieskleie 5,75 bis Waggon alle ab häftslos, tergerste nachgebezahlt 14.17 14.52 14.90 15.04 15.21 15.30 21. 7. 6.74 6.73 6.73 6.71 6.70 6.75 6.63 6.63 6.63 . 7. 6.17 6.28 5.48 5.51 3.69 3.91 3.79 4.01 F. G. F. er F.G.F. 7.22 7.19 7.24 7.29 7.29 7.44 7.69 7.36 21. 7. 13.16 13.25 13.32 21. 7. 13.21 13.31 13.39 Gewitterschäden in Emsdetten. □Emsdetten, 23. Juli. In der Nacht zum Montag ging über Emsdetten ein außerordentlich heftiges Gewitter nieder, das beträchtlichen Schaden anrichtete. Der Blitz schlug an verschiedenen Stellen ein. Glücklicherweise wurden Wohngebäude von dem Unwetter verschont. Leider geriet jedoch eine Scheune in Isendorf in Brand, die in Kürze vollständig vernichtet wurde. Auch Stroh= und Getreideschober waren das Opfer der Blitze. Mehrfach wurde durch Einschläge die Stromzufuhr unterbrochen. Ein starker Regenguß, der ungefähr eine halbe Stunde währte, tat den vollkommen ausgedörrten Feldern und Wiesen gut. Schaden wurde durch ihn jedenfalls nicht angerichtet. Wohnhaus durch Glitzschlag igeäschert. l= Hervest=Dorsten, 23. Juli. Während eines heftigen Gewitters schlug der Blitz in ein Wohnhaus ein. Der entstandene Brand äscherte das Haus bis auf die Mauern ein. Die siebenköpfige Familie eines Pächters in HervestDorsten saß während des Gewitters in der Küche, Plötzlich schlug der Blitz einen Meter neben ihnen in den Boden. Dichter blauer Qualm und Dunst füllten sofort das Zimmer, so daß jede Sicht genommen war. Und ehe die vollkommen erstarrte Familie sich recht besinnen konnte, stand das ganze Haus im Nu in hellen Flammen. Unverzüglich machte man sich an die Rettung und Bergung des Inventars. Nachbarn waren herbeigeeilt und halfen. Und man muß sagen, es gehört schon ein gut Teil Gemütsroheit dazu, den schwer getrofsenen Pächter auch noch zu bestehlen. Während der Löscharbeiten wurde ihm nämlich ein Geldbetrag in Höhe seines Wochenlohnes gestohlen. wasser=) Kirche, um ein Levitenseelenamt zu feiern für den Erbauer der Liebfrauenkirche, den Bischof Heriman I. (1032—1042), der im Jahre 1040 die zweite Liebfrauenkirche einweihte und damit die jetzige Ueberwasserpfarre begründete. Diese Kirche diente gleichzeitig als Abteikirche des bis zur Säkularisation neben ihr bestehen gebliebenen Benediktinerinnen=Klosters. A Münster, 23. Juli. Die münsterische Tischlerbruderschaft 370 Jahre alt. Am Montag beging die münsterische Tischlerbruderschaft das Gegenken ihres 370jährigen Bestehens. Morgens war zunächst in der St.=AegidiiPfarrkirche ein feierliches Hochamt, im Anschlusse daran zog ein historischer Festzrg durch einige Straßen der Altstadt undnachmittags war das Hauptfest auf dem Schützenhofe. Von den 17 Gilden und 5 Bruderschaften, die um die Mitte des 16. Jahrhunderts in Münster bestanden, hat sich die Tischlerbruderschaft bis auf den heutigen Tag erhalten, wenn sie auch vor etwa 75 Jahren auf eine reine Sterbekasse umgestellt worden ist. Nachweislich hat sie ihre„Rolle“, in der ihre Tätigkeit genau festgelegt war, als Tischler= oder Kleinschnittker=Bruderschaft im Jahre 1564 vom Rate der Stadt erhalten, wodurch ihr 370jähriges Bestehen bewiesen ist. Eine zweite „Rolle“ wurde ihr im Jahre 1607 und ein Nachtrag dazu 1612 gegeben. Nachdem dann nach der dritten Einnahme Münsters durch Christoph Bernhard von Galen im Jahre 1661 die Macht der Gilden und Zünfte und ihr großer Einfluß auf die Stadtverwaltung vollständig vernichtet worden war, durfte diese Gilde von 1734 ab selbst wieder ihre Verweser oder Obermeister ernennen. X Münster, 23. Juni. Städtischer Sprengwagen bringt Hilfe. In einer am Kappenbergerdamm hinter der Umgehungsbahn neu erbauten Siedlung sind die Brunnen infolge der anhaltenden Dürre vollkommen ausgetrocknet, so daß der städtische Sprengwagen zur Hilfeleistung herangezogen. werden muß. der den Siedlern täglich Wasser bringt und so zum Wasserkran für die ganze Siedlung wird. □ Münster, 23. Juli. Schwerer Verkehrsunfall. In der Nacht zum Montag fuhr an der Ecke Steinfurter und Grevener Straße ein aus der Stadt kommendes mit zwei Personen besetztes Motorrad einem in Richtung Münster fahrenden Personenwagen in die Flanke. Die beiden Motorradfahrer mußten mit schweren Verletzungen dem Lazarett zugeführt werden, während der Lenker des Wagens unveletzt blieb. Neubeckum, 23. Juli. Zementwerk„Mark“ instandgesetzt. De nBemühungen vornehmlich des Gauleiters Dr. Meyer und des Gauwirtschaftsberaters Chr. Franke ist es zu danken, daß der Zementindustrie des Kreises Beckum, die durch die Leitung des Wicking=Konzerns fast vollständig lahmgelegt worden war als rücksichtslose Gewaltmaßnahme rein kapitalistisch eingestellter Machthaber, wieder neu belebt wird. Seit Anfang Juli arbeiten täglich 70 Mann daran, um die Vorbedingungen für die Wiederingangsetzung des im Jahre 1931 mit 400 Mann Belegschaft Zementwerkes„Mark“ zu schaffen, und man rechnet damit, daß am 10. August der Betrieb dieses großen Werkes mit 120 Mann wieder aufgenommen werden kann. Heessen, 23. Juli. Verbindungsbahn statt Schwebebahn. An Stelle der bisher von der Zeche„Westfalen“ zum Kanal führenden Schwebebahn, die demnächst abgebrochen werden wird, wird jetzt eine Schienenbahn gebaut, die durch die Gemeinden Dolberg und Uentrop über die Lippe zum Kanal führt. Bei der großen und umfangreichen Arbeit, die hier zu bewältigen ist—Anlegung einer Anzahl Brücken und Untertunnelung der Provinzialstraße Hamm—Gütersloh—, darf man damit rechnen, daß durch diese Arbeit über hundert Arbeiter mehrere Jahre hindurch Arbeits= und Verdienstmöglichkeit haben werden. Hiddingsell, 23. Juli. Beim Baden ertrunken. Im Dortmund—Ems=Kanal ertrank om Sonntag nachmittag in der Nähe der Potinkenbrücke ein 23jähriger Landwirtschaftsgehilfe aus Dülmen. Des Schwimmens unkundig, hatte er sich mit einem Autoschlauch in das Wasser gewagt, wobei ihm der Schlauch abrutschte, so daß er vor den Augen eines kleinen Jungen versank. Obwohl sogleich Tauchversuche unternommen wurden, konnte die Leiche bis zur Stunde noch nicht geborgen werden. Borken, 23. Juli. Ein verwegener Einbruch wurde in der Nacht zum Montag um 3 Uhr auf dem Bahnhof Borken unternommen. Eine Streife des Bahnschutzes bemerkte ein Geräusch und stellte fest, daß ein Zeitungs= und Zigarrenverkaufsstand mit Nachschlüsseln geöffnet war. Als die Beamten hinzukamen, flüchteten die Täter. Sie hatten bereis größere Mengen Zigarren und Tabak zusammengepackt, außesdem eine Schreibmaschine auf den Bahnhofsvorplatz gebracht und in einer Aktentasche Schokolade und Süßwaren fortgebracht, die dann nachher in einem benachbarten Garten wiedergefunden wurden. Auf die flüchtenden Täter wurde scharf geschossen, doch konnten diese unerkannt in der Dunkelheit entkommen. □ Hörstel, 23. Juli. Schwerer Zusammenstoß. Ein Rheiner Opelwagen, der die Straße Osnabrück—Rheine kreuzen wollte, wurde an der Rückseite von einem Motorrad, das aus der Richtung Osnabrück kam, erwischt. Das Motorrad flog zur Seite, und die beiden Fahrer, Motorradler aus Lengerich, blieben besinnungslos liegen. Der Opelwagen brachte die beiden Verletzten sofort zum Krankenhaus, wo der Soziusfahrer mit einem schweren Schädelbruch bedenklich darniederliegt. * A Lingen, 23. Juli. In der Ems ertrunken. Eine Gruppe junger Mädchen hatte eine Radtour von Papenburg nach hier gemacht und sich bei Hanekenfähr an der Ems gelagert. Dabei rutschte die 15jährige Herta Be. ins Wasser, sank sofort unter und konnte nur als Leiche geborgen werden. Wahrscheinlich hat sie einen Herzschlag erlitten. Westfalen=Nord tat seine 0.6 Prozent Verwaltungskosten bei einer Gesamtleistung von 12187634,90 Reichsmark. Das Gewitter wütete auch sonst in Hervest=Dorsten und der Umgebung. Mehrere Heu- und Strohschober gingen in Flammen auf. Verschiedentlich wurde auch durch kalte Schläge erheblicher Materialschaden angerichtet. Nordhorn als Notstandsgemeinde erklärt. 4 Nordhorn, 23. Juli. Auf Antrag der Stadtverwaltung hat das Preußische Ministerium des Innern in einem Erlaß vom 5. Juli 1934 die Stadt Nordhorn als Notstandsgemeinde erklärt. Anschlag auf die Bentheimer Kreisbahn. Vermutlich Dummerjungenstreich. Bentheim. 23. Juli. Auf der Station Bauverein wurde auf die Bentheimer Eisenbahn ein Anschlag verübt, der so glimpflich ablief, daß niemand zu Schaden kam. Am Sonntag mittag wurden vor dem Bahnhof Bauverein Steine auf die Schienen gelegt, so daß die Lokomotive kurz vor der Einfahrt mit einer Achse aus dem Geleise sprang. Sach= oder Personenschaden ist nicht zu verzeichnen. Die Lokomotive hatte zudem nur noch ganz geringe Fahrt. Nachdem sie wieder aufgegleist war, konnte der Zug seine Fahrt nach Gronau fortsetzen. Vermutlich handelt es sich bei dem Zwischenfall um einen Dummerjungenstreich. Hoffentlich wird man jedoch der Uebeltäter habhaft, um ihnen das Verwerfliche und Verbrecherische ihres Tuns deutlich und nachhaltig klarzumachen. -pwn-„Laßt Zahlen sprechen“ sagt man mit einem altbekannten Schlagwort.; Zahlen sind nicht immer trockene, kalte Ziffern, Zahlen sind oft, wie hier in dem kurzen Leistungsbericht über das WHW. 1933/34, Ausdruck unerhörter Arbeit, sichtbar gewordener Opferwille des deutschen Volkes. Beweise eines unerschütterlichen Willens. den deutschen Volksgenossen, die noch Not leiden, zu helfen. Daß dieser Bericht erst jetzt erscheint(sicherlich wird man da nach dem Warum fragen) liegt daran: für die ungeheure Arbeit, die die NSV. bisher geleistet hat und immer noch— jetzt im Hilfswerk„Mutter und Kind“— leistet, stehen keine Mitarbeiter zur Verfügung zur statistischen Erfassung dessen, was getan wird, sogar nicht einmal dessen, was getan ist. Mit den Verwaltungskosten, die der NSV.=Gau Westfalen=Nord mit 0.6 Prozent(Nullkommasechs!!) hat, lassen sich nicht viel Arbeiten durchführen, die neben den eigentlichen Aktionen laufen. 0,6 Prozent sind für die NS. Volkswohlfahrt eine einzigartige Leistung. die als Satz für Verwaltungskosten wohl nicht mehr zu untergehen sind! Der Gau Westfalen=Nord hat bei 2 708.972 Einwohnern einen Satz von 29,2 Prozent Hilfsbedürftigen, das sind 790 650 deutsche Volksgenossen. Diesen Hunderttausenden galt es zu helfen, eine Zahl von 12784 seiwilligen Helfern stellte sich zur Verfügung, arbeitete, arbeitete Tag und Nacht. Jeder kann davon erzählen, und alle deutschen Volksgenossen können mit Stolz sagen: Ich habe mitgeholsen im ersten Winterhilfswerk des deutschen Volkes, ich war mit Soldat im Kampf gegen Hunger und Kälte. 2814 159 Zentner Kohlen wurden im Laufe des WHW. im Gau Westfalen=Nord an die Hilfsbedürftigen ausgegeben, das entspricht einem Gebrauchswert von Rm. 4 165 325.50 für Kohlen. An Spenden kamen auf: dazu noch die Spenden, bestehend aus Gutscheinen, Freitischen, Vergütungen, Freikarten usw., die zusammen wiederum einen Betrag darstellen von Rm. 208 816.15. Das Gesamtauskommen der Sachspenden entspricht einem Werte von Rm. 3899 995,13(rund 3,9 Millionen Reichsmark! Wer im Laufe des Winters bei Bezahlung seiner Einkäufe den bekannten Winterpfennig(Zwillingspfennig) in die Sammelbüchse warf, mag oft gedacht haben: viel Wenig gibt ein Viel... Dieses alte Sprichwort ist ganz augenscheinliche Wahrheit geworden mit dem Ergebnis der Winterpfennigsammlung von Rm. 64 279.—. Ebenso wußten nicht die, die gerne einen bestimmten Prozentsatz ihres Monatseinkommens abgaben an das WHW., das heißt: an ihre notleidenden Brüder und Schwestern gaben, daß ihre Opfer gesamt eine riesige Summe ausmachten von Rm. 1 059 249,96. Das ist fast die gleiche Summe wie die, die durch die Büchsensammlung aufkam, während der Verkauf von Blumen und Plaketten 307412,19 Rm. erbrachte. Der Mittelpunkt des Winterhilfswerks, das stärkste Zeichen der Opferbereitschaft und der Ausdruck der großen deutschen Volksgemeinschaft war der erste Sonntag jeden Monats mit seinem Eintopfgericht, das im Laufe des WHW. 1115 558,08 Reichsmark erbrachte. Zu dieser Summe, zu diesem Mittel, die Winternot zu lindern, hat jeder deutsche Volksgenosse beigetragen und mit Stolz kann hier diese Zahl genannt werden. Im Winter 33/34 setzte fast in allen Städten, Orten und Dörfern ein Wettbewerb ein unter den einzelnen Volksgenossen, unter den Vereinen und Organisationen... ein Gesangverein gab ein Könzert zugunsten des WHW., der Fußballverein spielte für das WHW., alles ging nur darum, alles und überall: Helfen, helfen! So brachten die Veranstaltungen in den Kreisen des Gaues Westfalen=Nord eine Summe von Reichsmark 61235.59 für das WHW. ein. Alle diese Beträge aus den verschiedensten Sammlungen. Verkäufen, Veranstaltungen, aus dem Eintopfgericht, den Monatsspenden, aus der Sammlung der HJ. brachten die Summe von Rm. 3971018,32, also, langsam zu sagen, damit es verstanden werden kann überhaupt: drei Millionen neunhunderteinundsiebzig Tausend Mark GesamtGeldspenden. Davon wurden u. a. vom Gau gekauft: 93 866 Zentner Kartoffeln, 732 Zentner Brot, 689 Zentner Zucker, 724 Zentner Räucherwaren, für 139 777,15 Rm. Schuhe, für 262 648.88 Rm. Wäsche, für 14 976,80 Rm. Holz. an Gutscheinen auf Lebensmittel, Gebrauchsgegenständen, Freitischen usw. wurden ausgegeben Rm. 1 260 922,41. Die Gesamtwertleistung des Gaues Westfalen=Nord beträgt über eine Summe von Rm. 8 315 089,15; dazu kommen noch Zuschüsse vom Reich und Lieferungen der Patengaue, so daß als Endergebnis, als Endsumme der Leistung im Gau WestfalenNord die Zahl Rm. 12 187 634,90 gilt. Bei allen diesen Zahlen und Angaben ist nicht das berücksichtigt, was in den Kreisen nicht erfaßt, selbst noch getan wurde, vor allem sind die Freitische nicht erfaßt, die Hilfe für Wöchnerinnen, wie überhaupt die dringende und schnelle Hilfe, die jeden Tag fast in jedem Ort notwendig gewesen ist. Welche Organisation, welche Arbeit, wieviel Menschen und wieviel Material waren nötig, um dieses riesige Winterhilfswerk zu vollenden, in dessen Dienst sich alle selbstlos stellten. Und eine Zahl sei zum Schluß noch einman genannt, die klar und deutlich die Art der Arbeit zeigt und im starken Gegensatz zu allen früheren Versuchen steht: die Verwaltungsunkosten im Gau WestfalenNord betrugen nur 0,6 Prozent. Ueberall werden die Abzeichen des letzten Winterhilfswerks aufbewahrt, überall liegen wohlverwahrt die Hausplaketten, die später den Kindern gezeigt werden können:„Seht, im ersten Winterhilfswerk des deutschen Volkes habe ich auch mitgeholfen.“ * A Münster, 23. Juli. Semesterschlußgottesdienst der Universität Münster. Auf Anregung des Dogmatikers der Katholisch=Theologischen Fakultät, Prof Dr. Schmaus, hatten sich in diesem Semester zum ersten Male an jedem vorlesungsfreien Samstag viele katholische Studierende unserer Universität in der Petrikirche eingefunden, um gemeinsam die Misst recitata zu feiern. Der Besuch nahm im Laufe des Semesters ständig zu. Am letzten Samstag morgen war Semester=Schlußgottesdienst, woebi Dompropst Dr. Donders die Ansprache hielt. A Münster, 23. Juli. Eine eigenartige Gedenkfeier. Der Samstag war ein Ausnahmetag für unseren Dom. Denn einmal im Jahre— und Samstag jährte sich wieder dieser Tag— fällllt das Konventualhochamt aus. Dafür aber begeben sich die Domkapitulare und Würdenträger des Domes zur nahen Liebfrauen=(UeberLebensmittelspenden kamen auf im Werte von insgesamt: Rm. 2 185 842,12! Zahlen, nur Zahlen—? Nein, Waffen im Kampf gegen Hunger und Kälte! Weiter: Mit den überall durchgeführten Kleidersammlungen kamen ein: 28 075 Paar Schuhe, 15 136 Anzüge, 34 574 Kleider. 22 072 Mäntel, 3640 Meter Stoffe. Alle Kleidungsstücke hatten einen Gesamtwert von Rm. 1 368 272.—. Dazu kommen noch„kleinere" Wertbeträge: Weihnachtsbäume, Liebespakete, von Rm. 55 000,—. Brennmaterialien im Werte von Rm. 226 087,—, 15. 8. Stelle Milchliebsten tand. d. führen chweine benarb. ernomr Voll= r. Gute j. erw. handen. Z 218 semeine vesfeld. Sie n. die n letzließen. Käufer toppen nicht verben migen in den gen g der Westl Nur Körperverletzung. □ Münster, 23. Juli. Zum zweiten Male setzte das Schwurgericht Münster eine Sitzung an, um den Fall La. aus Harsewinkel zu erledigen. Ein junger Landwirtschaftsgehilfe aus Clarholz war von La. in einer kalten Februarnacht dieses Jahres bei der letzten Brücke über die Lutter, bevor sie in die Ems mündet, ins Wasser geworsen worden. Die Tat stellte sich als außerordentlich roh und herzlos heraus. Vor den Geschworenen versuchte der 25 Jahre alte La. seine Tat so hinzustellen, daß man den Anschein hatte, als handele es sich um einen Streich, der ihm nicht weiter übelgenommen werden könne. Er habe lediglich Br. einen Schrecken einjagen wollen. Die Aussagen des Leidtragenden dieser ganzen Geschichte, Br., ließen diesen„Streich“ aber in einem anderen Lichte erscheinen. Danach war Br. am 15. Februar, einem Sonntag, auf der Heimfahrt auf La. gestoßen, nachdem er seine Braut nach Hause gebracht hatte. Urplötzlich sei La. hinter einem Baum hervorgestürzt und habe ihn durch einen Schlag über den Kopf vom Rad geschlagen. Weitere Schläge folgten auf die Arme, die Br. schützend über den Kapf gehalten habe. Nun versuchte La., Br. ins Wasser zu ziehen, wogegen sich Br. aufzulehnen versuchte. La. schleppte ihn jedoch die Hoschung der Lutter hinab und warf ihn mit einem heftigen Stoß in die Lutter. Das Knie auf dem Bauch und die Hand an der Gurgel, so hielt La. den Br. im Wasser der Lutter fest. In seiner Verzweiflung umfaßte Br. den Gegner und zog ihn mit sich unter Wasser. Auf diese Weise ließ La. von Br. ab. Aber auch dann gab La. keine Ruhe und warf Br. nochmals ins Wasser, der nun unter Wasser blieb. eine Strecke unter Wasser fortkroch und dann erst ans User ging, um so den weiteren Nachstellungen zu entgehen. La. versuchte nun, nachdem er sah, daß diese Angelegenheit für ihn schlimm ausgehen könnte, einen gewissen Bernhard Ho. in die Sache zu verstricken. Er behauptete, er habe mit Ho. abgemacht, Br. zu erschrecken und ihm, einen Denkzettel zu verabreichen, damit dieser nicht wieder nach Harsewinkel komme. Damit hatte La aber wenig Glück. Ho. hielt vor Gericht seine Aussagen unter Eid aufrecht. Der Staatsanwalt beantragte in Würdigung der Beweisaufnahme ein Jahr und sechs Monate Zuchthaus: er stellte sich auf den Standpunkt, daß versuchte Tötung gegeben sei. Das Schwurgericht kam jedoch am heutigen Montag zu einer anderen Beurteilung. Es sah nur Körperverletzung gegeben. die mit einer Strafe von einem Jahr Gefängnis zu sühnen sei. Das Schwurgericht sah Rauflust als das Hauptmotiv des Angeklagten an und ließ in Rücksicht auf die Jugend des Angeklagten die Strafe gelinde ausfallen. Andererseits beeinflußte die Vorstrafe des Angeklagten die Höhe des Strafmaßes. Das Gericht betonte. daß die Straße von solchen Elementen rein gehalten werden musse und daß Ruhe und Ordnung auf öffentlichen Wegen gewährleistet werden sollen. Nach kurzer Ueberlegung nahm der Angeklagte das Urteil des Schwurgerichtes an. Von der verhängten Strafe gelten vier Monate als durch Untersuchungshaft als verbüßt. Vergeßt die teuren Toten nicht! Gezirkstagung des Volksbundes der deutschen Kriegsgräberfürsorge + Coesfeld, 23. Juli. Am Samstag nachmittag tagte im Westfälischen Hof zu Coesfeld der Bezirksverband Münster des Volksbundes der deutschen Kriegsgräberfürsorge, dessen Bezirksführer die Vertreter der Ortsguppen der Kreise Ahaus, Borken=Bocholt und Coesfeld eingeladen hatte. An der Tagung, die unter Leitung des stellv. Bezirksführers Landrat i. R. Wening, Münster stand, nahmen Vertreter aus Bocholt, Borken, Gescher, Dülmen, Rhede, Ahaus, Stadtlohn, Epe und Coesfeld teil. Der Coesfelder Vertrauensmann, Kammerdirektor Wolfram, eröffnete die Versammlung und übergab dann Landrat i. R., Wening die Leitung, der in Verhinderung des Bezirksführers, Regierungspräsident Matthaei, erschienen war und sogleich dem Gauführer des Volksbundes das Wort zu einem längeren Vortrag über die Aufgaben des Volksbundes und seine bisher geleisteten Arbeiten gab. Der Gauführer, Stadtbaurat Arendt, Essen, zeichnete in seinem Vortrag die Hochziele der Arbeit des Volksbundes der deutschen Kriegsgräberfürsorge und die Erfolge des Gauverbandes Westfalen. Kriegsgräberfürsorge sei Ehrenpflicht der ganzen Nation. Rings um Deutschland, in West und Ost, liege ein Wald von Kreuzen mit Namen der tapferen Helden. Diesem schweigenden Heer der Toten eine würdige schlichte Gedenkstätte zu schaffen, frei von Rachegefühl und Völkerhaß, könne kein Opfer zu hoch und keine Gabe zu groß sein. Die Gräber der Toten müßten Ehrenmale des deutschen Volkes und des deutschen Heeres werden. Erst die Hälfte der in Aussicht genommenen Arbeit sei geleistet. Je nach den Verhältnissen der Landschaft und entsprechend den Mitteln habe man die erste Hälfte der Grabstätten in einen würdigen Zustand versetzt, der zweite und abschließende Teil der Arbeit müsse noch geleistet werden. Im Geiste führte der Redner seine Zuhörer über den Kranz der Ehrenfriedhöfe in Frankreich und Belgien, wo schon recht ehrenvolle Arbeit durch den Volksbund, bezw. den deutschen Gräberdienst geleistet werden konnte. In Polen habe man erst seit zwei Jahren die Gräberfürsorge aufnehmen können. Für die italienischen Friedhöfe habe man auf Grund guter Verhandlungsergebnisse auch rüstig die Ausstattung der Heldengräber aufnehmen können. Dort solle ein großes Ehrenfeld von der Hitler=Jugend in Patenschaft genommen werden. In Jugoslavien gedenke man drei große Ehrenstätten herzurichten. In Rußland habe man noch nicht viel unternehmen können, dafür habe man aber in der Türkei und Arabien, in den baltischen Landen und in Ostpreußen im Gebiet Masurens umso leichtere Arbeit gehabt. Gauführer Arendt, Essen, schloß seinen Vortrag mit einer herzlichen Bitte um Mitarbeit. Das Andenken an die teuren Toten des Weltkrieges dürfe nicht vergessen werden, die Erinnerung an diese Helden dürfe nicht verblassen oder erlöschen. Je besser die Gräber draußen hergerichtet werden könnten, umso stärker und eindringlicher sei die Warnung der toten Krieger an die Völker der Welt, abzulassen von allem Haß und Streit und an einer gemeinsamen Verständigung der Welt auf völkischer und nationaler Grundlage zu arbeiten. Nach einem Dankeswort machte Landrat i. R., Wening, einige Mitteilungen über die Organisation des Volksbundes, der im Zuge des geistigen Umbruchs der Nation, dem Führerprinzip entsprechend umgestaltet worden ist. Mitglied des Volksbundes könnte nur derjenige werden, der den rassischen Anforderungen für die Befähigung zum Beamtendienst entspreche. Der Gau Westfalen ist in verschiedene Bezirke aufgeteilt, Münster, Minden, Arnsberg, Ruhrgebiet und Hessen=Nassau. Die Bezirke werden wieder nach Kreisen unterteilt. Für den Kreis Borken= Bocholt wurde Geistl. Studienrat Wermers Bocholt, für den Kreis Ahaus Rektor Gronheid, Stadtlohn und für den Kreis Coesfeld Kammerdirektor Wolfram(Stellvertr. Rentmeister Hölker) als Kreisobmänner verpflichtet. Die Kreisgruppen und Ortsverbände müßten mit allen politischen und amtlichen Stellen in enge Fühlung treten, damit der Volksbundarbeit für die Kreisgräberfürsorge neue Helfer und tatkräftige Unterstützung zuteil werden. Grundsätzlich solle an dem Mindestbeitragssatz von 2 Rm. pro Mitglied und Jahr festgehalten werden. Studienrat Wermers, Bocholt, berichtete zum Schluß noch über den Stand des Patenfriedhofes des Bezirksverbandes in Annoeullin und über die in Aussicht genommene Kriegsgräberfahrt, die im Einvernehmen mit Ortsgruppen Münster und Bocholt und dem Verband der ehem. 13er durch ds Reisebüro Vendel, Münster, am Montag, den 20. August, durchgeführt werden soll. Gronauer Stadt=Rundschau Der Jubeltag im Redemptoristenkloster Glanerbrücke Gronau, den 24. Juli 1934. B. Plaßmann Montag morgen wurde der im 73. Jahre seines arbeitsreichen Lebens verstorbene Bauunternehmer Bernhard Plaßmann zu Grabe getragen.— Mit dem Verstorbenen schied eine Unternehmerpersönlichkeit aus dieser Zeitlichkeit, die auch außerhalb der Grenzen unserer Stadt bekannt war.— Bernhard Plaßmann stammt aus Liesborn im Kreise Beckum. Der Beginn seiner baugewerblichen Tätigkeit in unserer engeren Heimat fällt in das Jahr 1887, als in Epe die große katholische Kirche erbaut wurde, wobei B. Plaßmann als Bauführer wirkte. Die ersten größeren Bauten als selbständiger Unternehmer erstellte er in Ibbenbüren und zwar die Verwaltungsgebäude der dortigen Zechen. Als er 1890 nach Epe zurückkam und er bald darauf nach Gronau übersiedelte, begann für den jungen Unternehmer eine Zeit emsigen Schaffens.— Weil sie eine Periode regster wirtschaftlicher Entwicklung unserer Stadt umschließen, seien einige der hauptsächlichsten, von B. Plaßmann errichteten Bauten erwähnt. Nach der Errichtung einiger Privatbauten an der Eper Straße in Gronau baute er 1892 die kath. Schule in Epe. Das Hotel zum Adler(heute Bahnhofshotel) sowie der städtische Schlachthof Gronau erstanden 1895; im folgenden Jahre wurde die Westfälische Baumwollspinnerei fertiggestellt. Einge Jahre betätigte sich B. Plaßmann auch als Gastwirt und zwar in dem von ihm im Jahre 1898/99 erbauten Wirtschafts= und Saalbau Kaiserhalle, heutiges kath. Vereinshaus Concordia. 1898 erstand auch die Wilhelmschule und 3 Jahre später— 1901— erbaute Plaßmann unter Pastor Schwering das kath. Krankenhaus. In diesen Jahren wurden auch verschiedene größere Erweiterungsbauten bei den hiesigen Textilfirmen ausgeführt. 1908 folgte das Clubgebäude„Erholung“; 1909 der stattliche Bau des Kaiser=Wilhelm=Bades(Städt. Badeanstalt). In die letzten Vorkriegsjahre fällt die Errichtung einer größeren Siedlung(Selkerstr.). An auswärtigen von B. Plaßmann erstellten Bauten sind hier noch zu nennen der prächtige Rundbau der kath. Kirche in Nordhorn und das Gebäude der Spinnerei Bußmaate daselbst. Die neue katholische Kirche in Gronau wurde 1913/14 erbaut. Für diese stiftete der Verblichene zum Gedenken seines im Kriege gefallenen ältesten Sohnes Anton ein kunstvolles Gemälde, das seinen Platz im rechten Seitenschiff der Kirche fand.— An größeren Bauten nach dem Kriege seien erwähnt Erweiterungsbauten für die Baumwollspinnereien„Deutschland“ und„Gronau“ und G. und M. van Delden& Co., der moderne Ausbau des kath. Krankenhauses, Schillerschule, Kaufhaus Ernsting, Zollamt Glanerbrücke,, sowie der Häuserzug der Bernhardstraße. So zeugen manche Bauten von der Schaffenslust des nunmehr Verblichenen, der als Mitglied verschiedener städtischer Kommissionen und Ausschüsse auch den kommunalpolitischen Belangen unserer Stadt tätiges Interesse lieh. Ebenfalls zählte er zu den Gründern der 1901 errichteten Gronauer Volksbank.— Auf vielerlei Art war also Bernh. Plaßmann mit Leben und Entwicklung der Stadt Gronau in den letzten wechselvollen 4 Jahrzehnten verbunden. Sein Andenken wird bei seinen Mitbürgern als das eines schaffensfreudigen Menschen fortleben. A Gehilfenprüfung. Vor dem zuständigen Prüfungsausschuß bestand Herr Christoph Lippinghof von hier, tätig in der Firma Gebr. Lippinghof, seine Gehilfenprüfung im Elektrohandwerk. Schwerer Verkehrsunfall. Samstag abend ereignete sich auf der Ochtruper Straße kurz hinter Ueberlandzentrale ein Unfall. 2 junge Gronauer fuhren mit dem Motorrade mit Beiwagen in Richtung Ochtrup. Dabei passierte ihnen das Unglück, einen Mann anzufahren, der in letzter Gefahrenminute von der Seite her auf der Bildfläche erschien. Bei dem Zusammenprall, der seitens der Motorradler nicht mehr verhindert werden konnte, erlitt der in der Nähe der Unglücksstelle wohnende Mann einen Beinbruch; er mußte dem Krankenhause zugeführt werden. Die Motorradfahrer sind, soweit die Untersuchung ergeben hat, an dem Unfall schuldlos. Kinder bringen Lokomotive zur Enkgleisung Am Sonntag nachmittag erlitt der aus Richtung Bentheim um 13,56 Uhr in Gronau einlaufende Personenzug einen Unfall, der allzuleicht schlimmere Folgen hätte haben können. An der Steubenstraße unweit der Haltestelle„Bauverein“ entgleiste die Lokomotive. Glücklicherweise hatte diese nur ein mäßiges Tempo; so kamen Personen nicht zu Schaden, auch ist der Sachschaden gering. Vom Bahnhof Gronau war bald ein Gerätewagen zur Stelle. Für die Passagiere des Zuges mit dem Ziel Bahnhof Gronau wurde ein Sonderwagen zur Weiterbeförderung bereitgestellt. Nach einstündiger Arbeit konnte die Strecke für den Verkehr wieder frei gegeben werden.— Kindlicher Uebermut und Unverstand hätte hier bald größeres Unglück verursacht. Es waren nämlich von Kindern eine Reihe von Steinchen auf die Schienen gelegt worden, wodurch die Lokomotive zur Entgleisung kam. Die Polizei leitete die Untersuchung ein. Wiederum mit„Kraft durch Freude" zum Schwarzwald. Die NSG.„Kraft durch Freude“ läßt am 29. 7. 34 wieder einen Ferien=Sonderzug zum Schwarzwald starten. Um einer noch größeren Zahl die Gelegenheit zur Mitfahrt zu ermöglichen, ist letzter Meldetermin um 3 Tage verschoben worden. Jeder deutsche Volksgenosse kann teilnehmen, es ist dieses die letzte Schwarzwaldfahrt in diesem Jahre. Fahrtroute ist Rheingau auf Basel zu, mit dem Endziel Schönau. Letzte Meldungen bis Dienstag, den 24. 7. 34. Ferner findet vom 5. 8. 34 bis 12. 8. 34 eine Fahrt nach der Insel Juist oder Baltrum statt. Anmeldungen müssen 12 Tage vor Start des jeweiligen Sonderzuges eingegangen sein, andernfalls die Listen geschlossen sind. Anmeldungen und Auskunft beim Amtsortswart Silkenbäumer. Gronau i. Westf., Schulstr. 6. A Heidebrand im Rüenberg. Die Ausdehnung des Heidebrandes machte den Einsatz der SA. erforderlich. Durch Auswerfen tiefer Gräben wurde der Brand lokalisiert. 6 Zentner Tabak geschmuggelt. Am Freitag, dem 20. Juli wurden an der holländischen Grenze zwei Männer aus Rheine gestellt, die unverzollten holländischen Tabak mit sich führten. Währendes gelang, den einen Schmuggler festzunehmen, konnte der zweite sich durch die Flucht der Festnahme entziehen. Sein zurückgelassenes Fahrrad wurde ihm jedoch zum Verhängnis. Die Nachforschungen der Zollbeamten in Gemeinschaft mit der Kriminalpolizei waren erfolgreich u. führten noch am gleichen Tage zur Festnahme d. Schmuggler: Ihnen konnte nachgewiesen werden, daß sie insgesamt bis 600 Pfund holländischen Tabak nach Deutschland eingeschmuggelt haben. Des weiteren sind Hehler ermittelt worden, die von den Schmugglern gekauft haben. Die Täter sowie die Hehler haben hohe Strafen zu erwarten. Das war ein Jubel am vergangenen Sonntag ir dem stillen Kirchlein der Patres Redemptoristen in Glanerbrücke. Wer es noch nicht wußte, der mußte es sehen, wie die Patres in den fünf Jahrzehnten durch ihr eifriges, segensreiches Wirken sich die Herzen der Gläubigen erobert hatten. Von nah und fern waren sie herbeigeeilt, Deutsche und Holländer, um mit den Klosterleuten sich zu freuen und Gott zu danken für die Gründung des Klosters vor fünfzig Jahren. Die Kirche war festlich geschmückt, draußen und drinnen. Unserer Erlösung Symbol und zugleich unseres Glaubens Siegeszeichen, das Kreuz, das über dem Hochaltar sich erhebt, war in eindrucksvoller Weise geziert und beleuchtet. Alles dazu angetan, in all den vielen andächtigen Christenherzen eine frohe dankerfüllte Seelenstimmung hervorzurufen. Schon um 6 Uhr war das Kirchlein gefüllt mit Gläubigen, die aufmerksam lauschten dem Festprediger P. M. Hippert, der in warmer Begeisterung sprach von dem reichen Gottessegen, der in den vielen Jahren von dieser Stätte ausgegangen für Kloster und für Volk.— Unter mächtigem Orgelspiel begann dann 7,30 Uhr der derzeitige Provinzial der niederdeutschen Ordensprovinz der Redemptoristen, P. Franz X. Schneider, das feierliche Hochamt. Ihm assistierte der frühere Provinzial, der jetzige Rektor in Aachen, P. Bernh. Arens. Als Diakon fungierte P. Zoller, der Berater des Provinzobern, als Subdiakon P. Cremer, der Rektor in Luxemburg ist. Orgelspieler und Kirchenchor, die sich bekanntlich freiwillig in den Dienst der guten Sache stellten, haben ihr Bestes geleistet, und haben mit dem Vortrag des Chorals und der Salve Regina=Messe von Witt allgemeine Anerkennung gefunden. Der Festprediger, der jetzige Rektor des Klosters, P. Jos. Rick, wußte durch die Worte seiner Predigt die vorhandene Grundstimmung von Freude und Dank noch zu erhöhen, die sich dann am Schlusse des HochAm Samstag und Sonntag stand Gronau im Zeichen des Bannaufmarsches der Hitler=Jugend. Schon am Samstag nachmittag trafen aus allen Orten des Bannes Führer der Hitler=Jugend und des Jungvolkes ein. Der Kameradschaftsabend. Um 20,30 Uhr begann der Kameradschaftsabend, zu dem außer den Führern der HJ. des gesamten Bannes die Führer des Jungbannes sowie die Führerinnen des BdM. erschienen waren. Bannführer Hoepfner konnte in seiner Begrüßungsansprache außer den erschienenen Ehrengästen, den Vertretern der Behörden, der PO. und SA. den Oberbannführer W. Blomquist und den Oberjungbannführer begrüßen. Der Oberbannführer betonte in seiner Ansprache an die Versammelten, daß sie hier zusammengekommen seien, um sich gegenseitig kennen zu lernen und sich immer von neuem darüber klar zu werden, was die HJ. bewege. Der Kampf der Hitler=Jugend sei die Fortsetzung des Kampfes der alten Garde, und hinter der HJ. stehe die Bewegung. Denn der Führer habe gesagt, die Jugend sei der Garant der Zukunft. Aus uns solle das Volk der Nationalsozialisten wachsen,, und deshalb müsse diese Jugend zusammengeschweißt werden durch die Kameradschaft, denn aus dieser Kameradschaft entstehe der deutsche Sozialismus. Für uns gibt es nur ein Ziel: Unsere Fahne! Der Kreisleiter der NSDAP., Pg. Blanke, richtete in ernsten Worten an die Jugendführer die Mahnung, den Geist, der die alte Garde groß und stark gemacht habe, weiter zu pflegen und in uns wirken zu lassen. Drei Tugenden müssen das Leben bestimmen: Treue Kameradschaft und Disziplin. HJ.= und Jungvolk=Spielscharen sowie der DI.=Spielmannszug und die BdM.=Volkstanzgruppe wetteiferten darin, die Anwesenden durch ernste und heitere Darbietungen zu unterhalten und zu erfreuen. Das brausende Sieg=Heil der gesamten Führerschaft, das den Abend beschloß, war ein Treueschwur der Jugend zum Führer und zum Volke. Anschließend marschierten die Führer in die Quartiere. Die sportlichen Wettkämpfe. Am Sonntag morgen 9,30 Uhr waren die besten Kameradschaften aus den einzelnen Gefolgschaften im Hindenburgpark angetreten, um in friedlichem Wettkampf ihre Kräfte zu messen, galt es doch, die Bannmeisterschaft zu erringen. Trotz der prallen Sonne gab jeder sein amtes auswirkte in dem Lobeshymnus„Großer Gott, wir loben dich!“ Am Nachmittage nun war die Klosterkirche wirklich zu klein. Gegen 4 Uhr war die Kirche schon mit Gläubigen gefüllt, und noch strömten sie herbei von allen Seiten die guten Leute, die dem Kloster ihre Anhänglichkeit und ihre Hochschätzung bekunden wollten. Alle die die Kirche nicht fassen konnte, fanden aber noch Platz in der Hauskapelle der Klostergemeinde, die bereitwilligst zur Verfügung gestellt worden war.— In feierlich=gewaltigen Worten, wie es ihm ja eigen ist, zu predigen, hat der Festprediger, der frühere Rektor des Klosters, P Joh. Müller, es verstanden, seine Zuhörer neu zu erwärmen und zu begeistern für den tieferen Sinn des Klosterideals und Ordensstandes. Fürwahr, all die vielen, die herbeigeeilt waren, sie sind nicht enttäuscht worden. Ihnen war es aus der Seele gesprochen, wenn der Prediger das Kloster als den Ort bezeichnete, wo das kostbare Gut unseres hl. Evangeliums gehütet und gehegt wird, wo das Feuer der Caritas, der Gottes= und Nächstenliebe, in nie erlöschenden Flammen auflodert, wo das stets veredelnde Streben nach sittlicher Reinheit seinen Halt und seine Hilfe findet.— In diesen Gedanken stieg in der nun folgenden Dankandacht das Gebet aller zu Gott empor: Du starker Gott, erhalte uns die Klöster; erhalte uns vor allem dies traute Klösterlein so nahe bei unsern Wohnungen. Laß= es weiter sein, eine heilige Stätte der Liebe und des Friedens für all diejenigen, die ihr Leben Dir, o Gott, geweiht haben! Laß es sein und bleiben eing Stätte überfließender Gnade und überreichen Segens, für alle, die da guten Willens sind. So bitten wir, so flehen wir. Christus, unser aller Erlöser, gebe es! Des Erlösers Gnade sei auch der Dank an all diejenigen, die zur Kollekte gespendet haben, oder noch spenden werden! Möge es gelingen, das Kirchlein einfach und würdig auszuschmücken! Aeußerstes her, um für seine Gefolgschaft den Sieg zu erringen. Ein kühles Bad in der nahen Freibadeanstalt gab den erhitzten Wettkämpfern die wohlverdiente Erfrischung. Dann ging es in die von der Gronauer Bürgerschaft in reichem Maße zur Verfügung gestellten Mittagsquartiere. Während der sportlichen Wettkämpfe legte der Bannführer einen Kranz am Kriegerdenkmal nieder. Der Aufmarsch. Um 14 Uhr trat der gesamte Bann und Jungbann auf dem Schloßplatz an. Nach der Besichtigung des Bannes und Jungbannes durch den Oberbannführer hielt dieser von der mit einer leuchtenden HJ.=Fahne geschmückten Schloßtreppe eine kurze Ansprache an die Volksgenossen und die HJ.=Kameraden. Der heutige Aufmarsch solle ein äußeres Zeichen der inneren Geschlossenheit und Haltung der Hitler=Jugend sein. Unter den Klängen zweier Kapellen setzte sich der gewaltige Zug der 1200 Hitler=Jungen und Jungvolkpimpfe zum Marsch durch die festlich geschmückten Straßen unserer Stadt in Bewegung; voran flatterte die in Potsdam am Grabe Friedrichs des Großen geweihte Bannfahne mit dem Friederizianischen Adler in dem weiten Streifen des blutig=roten Feldes. Nach dem Marsch durch die Vereins= und Gildehauser Straße und die Adolf=Hitler=Straße nahmen der Oberbann= und Oberjungbannführer von der vor dem Rathause errichteten Tribüne den Vorbeimarsch der 750 Hitler=Jungen und 450 Jungvolkpimpfe ab. Anschließend marschierte die Hitler=Jugend wieder zum Schloßplatz zurück, wo der Bannführer den Sieger des Wettkampfes um die Bannmeisterschaft verkündete: Die Kameradschaft der Gefolgschaft Gronau ist 1. Sieger vor der Kameradschaft der Gef. Burgsteinfurt. Der Bannführer ermahnte die anderen Kameradschaften, nicht den Mut zu verlieren, sondern sich weiter auszubilden, damit sie im nächsten Jahre wiederum um die Bannmeisterschaften kämpfen könnten. Die Hitler=Jungen sollten nun den Kameradschaftsund Gemeinschaftsgeist, der in Gronau in dem gewaltigen Aufmarsch so stark zum Ausdruck gekommen sei, in ihre Standorte und in die noch abseitsstehende Jugend tragen. Darauf beendete er den Aufmarsch mit einem dreifachen Sieg=Heil auf unseren Führer Adolf Hitler, sowie dem Deutschland= und dem Horst=Wessel=Lied. Hans Nickel. (Foto: A. Peter=Glanerbrug) Das Kloster der Redemptoristen in Glanerbrücke. Im Bilde links sehen wir das 1884 errichtete alte Klostergebäude, rechts die Vorderfront des 1911 fertiggestellten größeren Anbaues. Bannaufmarsch der Hitler=Jugend in Gronau Vereinsanzeiger (Nur für Mitteilungen an die Mitglieder Preis pro Millimeter Höhe 5 Pfennig.) nn Vereinswettbewerb des F. C. Gronau 09. Preise; 1. Preis: Eine Freikarte für 15 Spiele, für Mitglieder im Werte von 7,50. 2. Preis: Freikarte für 10 Spiele, für Mitglieder im Werte von 5.— Mk. 3. Preis: 1 Sportbuch. Abgabetermin: 1. August an das Postfach 85. Gartenkonzert des Gronauer M.=G.=V. Der Gronauer Männergesangverein gab Sonntag abend im ideal gelegenen Garten des„Jägeryauses“ am Buterländerschulweg einen Reigen von Chören und Volksliedern zum Besten. Die nach dem Nachmittagsgewitter gegen Abend eintretende Abkühlung hatte viele Besucher noch zu einem Spaziergang ins Buterland verleitet und so lauschte denn eine große Zahl Volksgenossen den Liederspenden des wohlgeschulten Chores. Die Liedfolge wies eine Linie vom Ernsten zum Heiteren auf; die Sänger ernteten mit ihren abgerundeten Darbietungen herzlichen Beifall, der besonders nach Verklingen der schlichten, frischen Weisen der alten und doch immer jungen Volkslieder, die sich durchweg für den Vortrag im Freien am besten eignen, zum Ausdruck kam Es war ein schöner, Sänger und Hörer erfreuender sommerlicher Sonntagabend. A Ein 89jähriges Mütterchen im Flugzeug. Vor einigen Tagen wurde von der holl. Stadt Neede aus eine der beliebt gewordenen Ausflugsfahrten für alte Mütter zum Flugfeld Twenthe bei Enschede unternommen. Gelegentlich der Besichtigung des Flughafens ließen ca. 70 alten Mütterchen die ihnen gebotene Gelegenheit zu einem Rundfluge nicht unausgenützt und bestiegen die große Passagiermaschinen, um einmal von oben aus die Welt zu beschauen. Unter den fliegenden Müttern befand sich sogar eine 89jährige Greisin, die mit jugendlicher Begeisterung den Flug unbeschwert mitmachte. Wer hätte das dem alten Mütterchen prophezeit, daß es sich auf diese Weise noch einmal„über alles Irdische“ erheben würde! Unterbrechung in der Wasserversorgung Gronau. Das gestern Mittag bei allen Gronauern Wasserkonsumenten festgestellte Versagen der Wasserleitung war nicht etwa auf einen vermuteten allgemeinen Wassermangel zurückzuführen, sondern die Ursache lag, wie uns auf Anfrage mitgeteilt wurde, in einem Rohrdefekt am Wasserwerk. Der nach 2 Stunden behobene Defekt wirkte sich allerdings in der Mittagszeit bei unseren Hausfrauen recht unangenehm aus. Er muß aber als unvorhergesehenes Ereignis betrachtet werden. Mordversuch bei Oldenzaal Ein Eifersuchtsdrama. Der 35jährige Landwirt O. in der Bauerschaft Zuidbrock an der Landstraße verlor im Dezember letzten Jahres infolge Tod seine Frau und nahm sich zur Führung des Haushaltes eine Haushälterin. Der im Dienste des O. stehende Knecht B., ein Bruder der verstorbenen Frau O., faßte Zuneigung zu der Haushälterin seines Schwagers. Er glaubte der Gegenliebe sicher zu sein, wähnte aber in letzter Zeit in dem Bauern O. einen Rivalen. In eifersüchtiger Aufwallung ging er nachts, bewaffnet mit einem langen, scharfen Messer, vor dem Fenster des Schlafzimmers des O. auf und ab. Als letzterer aufstand und dem B. entgegentrat, wurde er von dem Knecht angefallen und an Hals, Rücken und Händen blutig zugerichtet. Der Täter entschwand, bevor die Hausgenossen und der in der Nähe wohnende Bruder des Verletzten erschienen. Polizei und Arzt in Oldenzaal wurden sofort benachrichtigt. Glücklicherweise sind die Verletzungen des O., wenigstens z. Zt. nicht lebensgefährlich. Der Täter B. wurde noch in der gleichen Nacht verhaftet und am andern Tage dem Gefängnis in Almelo zugeführt. Er gestand, die Absicht gehabt zu haben, seinen Nebenbuhler zu ermorden. Der Querulant Er unternimmt, wie andere Menschen auch, seinen Spaziergang in den lauten Sommerabend. So unterscheidet er sich von den andern in nichts. Aber das ist nur äußerlich. Man muß ihn horen, dann zeigt er gleich, wer er ist und was er ist. Vor ihm geht einer mit brennender Zigarre. Warum sollte er nicht seine Zigarre rauchen dürfen, auf die er sich den ganzen Tag gefreut hat, da er bei der Arbeit nicht rauchen kann? Da erhebt sich der Einwand des Querulanten:„Der muß mit seinem Stinkkolben den Lindenduft verderben!“ Daß er durch sein Nörgeln den Begleitern die, gute Laune verdirbt, kommt ihm in seiner Selbstgefälligkeit nicht zu Sinn. An einem Schaufenster geht er vorüber. Andere bleiben stehen, sehen sich die kleine Ausstellung an, um die sich der Kaufmann Mühe gemacht hat. Der Querulant sagt:„Die müssen viel Geld verdienen, daß sie es für so viel Licht hinauswerfen können. Nun ja, die Leute tragen es ihnen ja zu, und die Preise sich auch hoch genug.“ Eine Frau geht vor ihm. Sie hat einen Mantel übergeworfen, und sie wird bestimmt wissen, warum sie es getan. Der Herr Querulant läßt sich hören:„Bei der Wärme einen Mantel an! Im Winter laufen sie halb nackt und in der Hitze führen sie ihre Mäntel aus.“ Solche Querulanten gibt es gar nicht? O doch. Sie wissen alles besser, sie haben für alles ihre vorgefaßte Meinung, sie kennen nur eine Welt, die ihre, und alles hätte sich, wenn es nach ihnen ginge, nur ihrer Länge und Breite anzupassen. Sie warten nicht, bis sie um ihre Ansicht befragt werden, sondern sie sind immer mit ihrer Meinung vornean oder sogar voraus. Nur daß es die Meinung von gestern und vorgestern ist und daß sie selbst die Ewig=Gestrigen sind. WERDENATELIED DES REICHSLUFTSCHUTZBUNDES