Westfälische Tageszeitun 10 Rpf. im Eiazelverkauf Kreiszeitung für den Kreis Ahaus Eigene Vertretungen Hauptgeschäftsstolle: Ester 1. W., Pringtpatakt 13/14, Fernkpr.=S.=Nr. 2 1231. Hauptschriftleitunge Münster i. W. Gallitinstr. 1 Beangspreis: Ausgabe A 2.20 RM, Ausgabe B(mit illustr. Wochenschau) 2.45 RM monatl. einschl. Zustellungsgebühr u. Versandkosten. Bei enschl 245 Rla 23 Rpf.(dun Dunchschmt 26.25 Rpf.) Bostzetungegebühren zugäglich 42 Rpf. Bestellgeld. De Depfültsche Togeszeitung erschemt imal wöchentl. morgens. Anzeigen: Das mm Höhe 22 mm dreit kostet 15 Rpf., für Familienanzeigen 10 Rpf, für Stellengesuche 10 Rpf. Nachlatz nach Preisliste. Erfüllungsort Münstert. W. Textanzeigen: Das mm 1.30 RM bei einer Spaltenbreite von 72 mm. Beilagen: Preis für 1000 Beilagen bts zu 20 Gramm 18.00 RM. bts zu 35 Gr. 15.00 RM. bis zu 50 Gr. 17.00 RM ohne Nachlässe. Für Bezirksausgaben besondere Preislisten. Postscheckkonto: Köln Nr. 42114. AMTLICHES ORGAN Shaust van=Delden=Straße 6, Fernsprecher Nr. 400; Ahlen: Abokf=Hitler=Straße 30, Fernsprecher Nr. 77; Bocholt: Realschulstraße 14, Fernsprecher Nr. 3247; Borken: Kapuzinergasse 4, Fernsprecher Nr. 121; Borghorst: Emsdettener Straße 6, Fernsprecher Nr. 222 Burgsteinfurt: Lindenstr. 73, Fernsprecher Nr. 232; Coesfeld: Hindenburgplatz 9, Fernsprecher Nr. 894; Dülmen: Adolf=Hitler=Straße 56, Fernsprecher Nr. 683; Emsdetten: Münsterstr. 1, Fernspr. Nr. 376; Greven: Munsterstr. 1, Fernspr. Nr. 225; Gronau: Adolf=Hitler=Str. 30, Fernspr. Nr. 260; Ibbeubüren: Adolf=HitlerStr. 7, Fernspr. Nr. 343; Lengericht Adolf=Hitler=Platz 14, Fernspr. Nr. 516: Lüdinghausen: Markt, Fernspr. Nr. 338; Ochtrup: Bahnhofstr. 18, Fernspr. Nr. 305; Rheine: Bahnhofstr. 3, Fernspr. Nr. 2352; Warendorf: Oststraße 24, Fernspr. Nr. 511; Werne: Kirchplatz 8, Fernspr. Nr. 114 DES GAUES WESTFALEN-NORD DER NSDAP. UND SÄMTLICHER BEHORDEN 90. Jahrgang Donnerstag, den 20. März 1941 Nummer 78 Großbrände und Explosionen Gewaltige Schäden in den kriegswichtigen Anlagen von Hull— Docks und Lagerhäuser vernichtend getroffen Volltreffer in die Oelmühlen— Alle deutschen Flugzeuge zu den Heimathäfen zurückgekehrt Berlin. 19. März. Der in der Nacht zum 19. März durchgeführte Angriff auf Hull hat größte Schäden in den kriegswichtigen Anlagen der Stadt hervorgerufen. Drei Großbrände wurden im Nordosten der Stadt beobachiel. Heftige Explosionen mit nachfolgenden Bränden entstanden ferner in Dock- und Lagerhäusern des Hafengebieles. Rasch um sich greifende Feuer mit starker Rauchentwicklung lassen darauf schließen, daß bei den Angriffen einige der großen Oelmühlen und Getreidespeicher Bombenvolltreffer erhielten. Von diesem mit einigen hundert Flugzeugen in rollendem Einsatz durchgeführten Angriff, der über fünf Stunden andauerte, kehrten alle Flugzeuge zu ihren Heimathäfen zurück. Bis zum Tagesanbruch Der längste Luftalarm Londong in diesem Jahre Von unserem o. st.-Berichterstatter Stockholm, 19. März. England hat in der Nacht zum Mittwoch wiederum schwere nächtliche Luftangriffe durchmachen müssen. Nach einer Mitteilung des britischen Luftfahrtministeriums- hatte eine bisher ungenannte Küstenstadt in Ostengland— am Nachmittag gab Reuter zu, daß es sich um Hull handelte— einen sehr schweren Angriff über sich ergehen lassen müssen, der mehrere Stunden lang dauerte und in dessen Verlauf nicht nur, wie es in der amtlichen englischen Mitteilung heißt, eine große Anzahl von„Häusern“ zerstört wurde, sondern bei dem auch eine ganze Reihe von Bränden entfacht wurden, die erst in den Morgenstunden„unter den schwierigsten Verhältnissen unter Kontrolle gebracht werden konnten“. Aber nicht nur diese Stadt wurde angegriffen, über weiten Gebieten Englands erschienen deutsche Bombergeschwader und griffen verschiedene kriegswichtige oder militärische Ziele vor allem in Süd= und Südostengland sowie an der englischen Ostküste an. Auch die Grafschaften um die britische Hauptstadt erlebten die ganze Nacht hindurch Luftalarm. Bomben wurden überall in den angeführten Gebieten abgeworfen, wenn man sich auch englischerseits über den angerichteten Schaden ausschweigt. Das gleiche gilt auch für den Angriff, den London durchmachen mußte. In der britischen Hauptstadt waren mehrere Stadtviertel Angriffen ausgesetzt. Aber obschon sich das britische Luftfahrtministerium völlig über den angerichteten Sachschaden ausschweigt, wird doch zugegeben, daß London in diesem Jahre noch nie einen so langen nächtlichen Luftalarm erlebt habe. Nach den Schilderungen offiziöser britischer Stellen heulten die Sirenen in London bereits bei Einbruch der Dunkelheit, und die nächtliche Angriffstätigkeit der deutschen Luftwaffe über der britischen Hauptstadt wurde erst in den Morgenstunden eingestellt, als bereits wieder der Tag angebrochen war. Zahlen beweisen das Ausmaß Die Angriffe auf Glasgow und Liverpool Von unserem o. st.-Berichterstatter Stockholm, 19. März. Als in der vergangenen Woche in zwei Nächten Glasgow und die Hafen=, Dock= und Werftanlagen an den Clydeufern angegriffen wurden und gleichzeitig in einer Nacht die Hafenanlagen von Liverpool=Birkenhead einen schweren und anhaltenden nächtlichen Luftangriff über sich ergehen lassen mußten, hieß es beide Male in den amtlichen Londoner Kommuniqués, daß die Angriffe nicht besonders folgenschwer gewesen seien, wenn auch zahlreiche Zerstörungen durch Brand= und Sprengbomben vorgekommen seien. Am Dienstagnachmittag aber hat die britische Regierung bekanntgegeben, daß sowohl in Glasgow als auch in Liverpool bezw. Birkenhead durch diese beiden Angriffe jeweils 500 Tote bezw. 800 und 500 Verletzte zu beklagen seien, d. h. insgesamt also 1000 Tote und 1300 Verletzte. Wenn man diese Zahlen mit den Verlusten des Monats Februar vergleicht, so kann man überhaupt erst ermessen, welche Ausmaße diese beiden Angriffe auf die wichtigsten Hafen= und Werftanlagen bei Glasgow bezw. Liverpool gehabt haben, denn die Gesamtverlustziffer des Monats Februar betrug nicht einmal ganz 800 Tote; d. h. also, daß in zwei Nächten die Verluste weitaus größer waren— zumindestens nach englischer Angabe— als in einem ganzen Monat. Ein Haupthafen der Lebensmitteleinfuhr Hi..— einer der wichtigsten Hafenplätze Englands Berlin, 19. März Hull ist einer der wichtigsten Hafenplätze Englands und der zweitgrößte Hafen der englischen Ostküste. Die Stadt gilt nach London und Liverpool als eine der wichtigsten Handelsstädte Englands. Vor allem ist Hull nach London der bedeutendste Einfuhrhafen für Lebensmittel und besonders für Getreide. Dementsprechend verfügt er über riesige spezielle Lagereinrichtungen für die Lebensmitteleinfuhren, so zum Beispiel über große Kühlhäuser mit einem Fassungsvermögen für mehrere 10 000 Stück Großvieh, über Getreidesilos und Schuppen für Getreide. Die ausgedehnten Speicheranlagen und Lagerhäuser sind für die Aufnahme von frischen Früchten, Gemüsen und anderen Einfuhrgütern eingerichtet. Der am Ostende des Hafens liegende Slhafen ist sehr bedeutend, seine Tankanlagen erstrecken sich über mehrere 100 Hektar Land. Der Ölhafen verfügt über moderne Entleerungs= und Aufnahmeeinrichtungen. Für die Lebensmittelversorgung Englands von Bedeutung ist auch der Fischereihafen, der über spezielle Einrichtungen von zwei großen Markthallen verfügt. In einem normalen Friedensjahr wurden in diesem Fischereihafen rund 300 000 Tonnen Fische gelandet. In der Einfuhr über Hull stehen Lebensmittel an erster Stelle. So wurden in einem normalen Friedensjahr über Hull 1,4 Millionen Tonnen Getreide, 152 000 Tonnen Zucker und Schmalz, 131000 Tonnen Futtermittel, 120 000 Tonnen Früchte und Gemüse, 43 600 Tonnen Fleisch und Speck, 43 000 Tonnen Milchprodukte, 22 000 Tonnen Kakao und 193 Millionen Stück Eier eingeführt. Außerdem ist Hull ein wichtiger Einfuhrhafen für Holz mit einer Einfuhr von über einer Million Tonnen, für die im Hafen große Stapelplätze zur Verfügung stehen, sowie für Erdöl mit 838 000 Tonnen, Tier= und Pflanzenfetten mit 720 000 Tonnen, Wolle mit 172 000 Tonnen, Erz und Schrott mit 178 000 Tonnen u. a. m. Als Ausfuhrhafen ist Hull wichtig für Kohlen mit einer Million Tonnen und Koks mit rund 200 000 Tonnen, ferner für Baumwollwaren, Maschinen, Metallwaren und andere Fertigwaren. Entsprechend der besonderen Bedeutung von Hull als Haupthafen für die Einfuhr von Lebensmitteln und insbesondere von Fetten hat sich eine ausgedehnte und für die Lebensmittelversorgung des Landes sehr wichtige Lebensmittelindustrie entwickelt. Bekannt sind die Ölmühlen von Hull, die die größten Englands sind. Mit den Ölmühlen von Hull ist eine bedeutende Margarineindustrie verbunden. Hull verfügt auch über die leistungsfähigsten Getreide=Großmühlen Englands. Außerdem gibt es in Hull zahlreiche andere Werke der Lebensmittelindustrie. Die Lebensmittelversorgung, insbesondere die Fell= und Mehlversorgung des mittleren Ostens der Insel hängt zu einem großen Teil von der Leistungsfähigkeit des Hafens von Hull und seiner Lebensmittelindustrie und insbesondere vom ungestörten Ineinandergreifen der einzelnen Zweige dieser Industrie ab. Auch über Werke der Rüstungsindustrie verfügt Hull, zum Beispiel über Werke der Handfeuerwaffen herstellung und der Flugrüstungsindustrie. Ferner gibt es in der Umgebung von Hull Walzwerke. „Wir gehörten zur letzten Welle Riesenbrände zeigen den Weg— Englands Großhafen schwer getroffen 11 Von Kriegsberichter Erwin Kirchhof dnb... 19. März.(PK) „Alles was Propeller hat, fliegt heute nach Hull!“ sagte der Kommandeur zu seinen Staffelkapitänen. Wir wußten, was das bedeutet. Nach Liverpool werden wir nun auch den bedeutendsten Hafen Ostenglands schwer zerfetzen. Hull wird diese Stunde nicht vergessen. Mittags haben wir uns noch in der fast schon sommerheißen Sonne geaalt, Hans, der Flugzeugführer, versuchte sich im Kugelstoßen und Speerwerfen, Franz, der Beobachter, lag faul im Sonnenbad, ließ sich bräunen, und Hans und Wolf, der Bordmechaniker und der Funker, turnten am Reck, und alle hatte dieses märchenhafte Frühlingswetter in eine übermütige Stimmung versetzt. Jetzt nur noch ein schwerer Angriff auf ein neues Ziel— dann wäre alles vollständig. Die Flugbesprechung kam. Ich suchte die Gesichter in der Runde. Besonders frisch und ausgeruht erschienen sie mir heute. Strotzend vor Gesundheit und jugendlichem Tatendrang, begeistert von der bevorstehenden großen Aufgabe. Beim Anblick meiner Kameraden mußte ich an die Stadt am River Humber denken, aber auch daran, daß jetzt um diese Stunde in vielen, vielen Ständen und Gruppen Hunderte und aber Hunderte, in stärkstem Eisenhagel bewährte Kampfflieger mit dem gleichen Eifer, mit der gleichen Hingabe über ihren Zielkarten sitzen, sich für den gleichen Angriff vorbereiten. Hull, heute nacht, den 19. März, schlägt auch deine Stunde! Hull, die wirst du nicht vergessen! Mitternacht ist schon eine gute Zeit vorüber, als wir unter vielen anderen, eingehüllt in sprühende, rasende Funken, mit unserer bewährten He 111 donnernd über das Flugfeld jagen und dann bei „Eine schlimme Nachricht" „Spiel mit Statistik kann Tatsachen nicht verbergen“— Enthüllungen der„Newyork Times“ Pessimistische Rewyork, 19. März „Newyork Times“ meldet aus London, daß lauf Bekanntgabe der Admiralität die Schiffsverluste während der Woche vom 3. bis 9. März 25 Fahrzeuge mit einer Gesamttonage von 98 832 Tonnen betrugen. Dies feien zwar 42 482 Tonnen weniger als in der letzten Woche, jedoch 32 000 Tonnen gegenüber dem durchschnittlichen Wochenverlust des gesamten Krieges. Die britische Admiralität gab gleichfalls den Verlust der mit dem 2. März endenden Woche bekannt, der 6724 Tonnen geringer sei als früher angegeben, weil ein Schiff noch nachträglich den Hafen erreicht habe. Zusammen mit den letztwöchigen Verlusten errechne sich der Wochendurchschnitt mit 120073 Tonnen und dies sagt„Newyork Times“,„sei eine schlimme Nachricht Wenn die Verluste geringer als die während der Berichtswoche seien, so könne alles Spiel mit der Slatistik die Tatsache nicht verbergen, daß bei den Verlusten um 100 000 Tonnen herum in der Woche die Lage sehr gesährlich sei; denn dazu kämen die Verluste durch Stürme und Schiffsbeschädigungen, die die Fahrzeuge sechs Monale oder länger außer Dienst stellten, so daß in Wirklichkeit mit Gesamiverlusten von rund 200 000 Tonnen wöchentlich zu rechnen sei. Die amtlichen Stellen ertlären, England müsse auf Großverluste gefaßt sein, bis die Schlacht im Atlantik gewonnen sei, denn der Feind setze ein Maximum an Kräften ein in drei Dimensionen: über, auf und unter Wasser. Der Wochendurchschnitt in den letzten sieben Monaten 1940, fährt„Newyork Times“ fort, sei 90 000 Tonnen. Er fiel aber auf 51 000 Tonnen in den ersten elf Wochen dieses Jahres. „Die britischen Stellen behaupten zwar“, so stellt das amerikanische Blatt fest,„es sei nicht wichtig, wieviel Schiffe untergingen, sondern wieviel ankämen“. Soweit die„Newyork Times“. Und interessieren die Zahlenexperimente auch der amerikanischen Zeitunnen hier weniger. Bezeichnend aber ist, daß man auch in USA in das britische„Spiel mit der Statistik“ wenig Vertrauen setzt und mit zusätzlichen Verlusten durch„Stürme und Schiffsbeschädigungen" die von England gemeldete der wirklichen Versenkungsziffer anzugleichen versucht. Daß selbst„Newyork Times“ Britannien weitere Großverluste(!) propyezert, gibt ein Bild von dem Kräfteverhältnis in der„Schlacht im Atlantik", wie man in London seine neue düstere Phase des Kampfes zu bezeichnen pflegt, in die es nach dem Willen seiner Kriegstreiber hineingeschliddert ist. Sie kamen nicht nach England! Waffen und Munition, die England nicht erreichten Berlin. 19. März. über die Auswirkungen der Zersprengung eines britischen Geleitzuges durch deutsche Seestreitkräfte gab— wie bereits kurz gemeldet— ein Bericht aus Spanien neue Aufschlüsse. Wie aus dem spanischen Ort La Linea, das Gibraltar vorgelagert ist, gemeldet wurde, trafen dort 120 Überlebende eines britischen Geleitzuges ein, der im Atlantik angegriffen und zersprengt worden war. Aus Schilderungen der Seeleute ging hervor, daß dieser Geleitzug vor allem Munition und Sprengstoff geladen hatte. Die Beschießung durch die deutschen Angreifer führte zu zahlreichen Explosionen der Pulverkisten und Munitionsbestände. Hohe Feuergarben schossen aus den Schiffen hervor. Starke, rasch aufeinanderfolgende Detonationen erfüllten die Luft. Wie weiter aus Madrid gemeldet wird, haben die in Gibraltar eingetroffenen Überlebenden eines von deutschen Seestreitkräften im Atlantik versenkten britischen Schiffes ausgesagt, daß dieses torpedierte Schiff eine große amerikanische Waffenlieferung für Großbritannien an Bord gehabt habe. ginnt der Nachtflug wieder mit seinen hunderttausend glitzernden, funkelnden Sternen, mit seinen hundert Gefahren, die immer das Letzte fordern. Dann packt uns jedoch auch wieder das unbeschreibliche stolze Gefühl, das wir nicht mehr missen können, das man nicht mit Geld erkaufen kann. Und wieder kommen einem beim Blick hinunter auf das weite Meer von Finsternis die wundersamsten Gedanken. Man vergißt, daß man über französisches Land fliegt, glaubt, unten liege die Heimat, wohnten deutsche Menschen, Kameraden, die auch des Nachts nicht ruhen, in großen und kleinen Werken unermüdlich schaffend oder in stillen Stuben forschend sich mühen, damit wir, die kämpfende Front, ohne Unterbrechung die Waffen bekommen, die uns zum Siege führen. Ein Wald von Scheinwerfern und wütendes Flakartilleriefeuer zerreißen alle Visionen.— Kurz und klar kommt der Befehl des Kommandanten durch das Verständigungsgerät:„Achtung! Auf Nachtjäger aufpassen!"„Jetzt sind alle anderen Gedanken ausgeschaltet. Die Maschinengewehre sind schußbereit! Aufmerkam suchen wir den Sternenhimmel ab, verdrehen uns ast die Köpfe. Auch heute nacht soll uns keiner dieser linken, wendigen Burschen überraschen. Unser stundenlanger, in ziemlicher Kälte durchzuführender Flug soll nicht vergebens sein. Wir brechen zum Ziel durch, so oder so. Schon von Lincoln aus sind riesige Brände zu sehen. Die Geschwader vor uns haben also schon gute Arbeit geleistet. Durch eine Straße von Scheinwerfern, umtost von immer noch stärkerem Abwehrfeuer der Flakartillerie, arbeiten wir uns an den uns zugewiesenen Zielraum heran. Minuten später sind wir über Hull. Ueber dem neben London größten Kohlenausfuhrhafen Englands. Die Hafenanlagen sind taghell erleuchtet. Es wäre nun eine billige Sache für uns, in die schon brennenden Kühl= und Lagerhäuser zu werfen. Oberleutnant B., der diese Nacht seinen 78. Feindflug macht, denkt nicht daran. Ueber eine halbe Stunde kurven wir über dem brennenden Hull, überspringen Sperrballone, weichen geschickt dem Granathagel aus, suchen, bis wir am River Humber in allen Einzelheiten unser befohlenes Ziel erkannt haben. Und während die Geschwader Bomben schweren und schwersten Kalibers auf Eisenbahnknotenpunkte, Wasser= und Kraftversorgungsanlagen werfen, es in mehr als zehn großen Brandherden überall aufblitzt, blutrote Brände urplötzlich aus der Erde emporschießen, werfen wir in sauberem Zielanflug unsere Brand= und Sprengbomben in die Trockendocks und auf die Kohlenpiers. Plötzlich überkommt einen der brennend heiße Wunsch, jetzt die Macht zu haben, der Heimat die Wucht und Stärke dieses Angriffes zu vermitteln, zu beschreiben, wie in den letzten Nächten in Liverpool, ristol und Glasgow und anderen mehr Schlag auf Schlag die Lebensadern des Feindes zerschlagen werden. Beim ersten Hahnenschrei landen wir wohlbehalten auf unserem Feldflughafen. Mit Dankbarkeit nehmen wir nicht nur das Wiedersehen der Erde in uns auf, sondern wir sind auch stolz, Hull, den Großhafen Ostenglands, trotz schweren Abwehrfeuers schwer verwundet zu haben. Prien zum Korvettenkapitän befördert Berlin. 19. März. Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat auf Vorschlag des Oberbefehlshabers der Kriegsmarine, Großadmiral Raeder, den Kapitänleutnant Günther Prien in Anerkennung seiner hervorragenden Verdienste und befonderen Erfolge bei der kürzlich bekanntgegebenen Bekämpfung und Vernichtung feindlicher Geleitzüge zum Korveltenkapitän befördert. Der widerlegte Sieg von Dünkirchen Von unserer Berliner Schriftleitung Der englischen Propaganda passiert in diesem Kriege eine Katastrophe nach der anderen, da sie wohl auch die Augen nicht überall dort haben kann, wo gerade englische Niederlagen rasch, und was weit schwieriger ist, dauerhaft in Siege umgewandelt werden können. Einer dieser größten Verdrehungsversuche Londons war wohl der sog.„Sieg von Dünkirchen“, der, wie alle Welt weiß, zu einer der vernichtendsten englischen Niederlagen geworden war. Nur vollkommen zerschlagene Trümmer des Expeditionsheeres konnten überhaupt die englische Küste erreichen, während ungezählte Schiffe und das gesamte Kriegsmaterial am Strande von Dünkirchen in einem heillosen Wirrwarr liegen blieben. Wie setzte damals die englische Propaganda ein, um die Welt mit einer Hochflut von Lügen zu überschwemmen, die alle darauf abgestimmt waren, daß dieser jämmerliche Rückzug— wie Eden sagte— der größte Sieg der englischen Geschichte gewesen wäre. Die in den OKW=Berichten angeführten Verlustziffern der englischen Expedition, insbesondere die Verluste der englischen Flotte, wurden glattweg abgestritten. Nun haben aber Eden und seine Genossen wirklich Pech. Aus einer Veröffentlichung von Associated Preß, also sicherlich von einer Quelle, die im allgemeinen auch Führer überreichte General Dietl das Narvik=Schild Berlin, 19. März. Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmat überreichte heute dem Sieger von Narvik, General der Gebirgstruppen Dietl, persönlich das von ihm gestiftele Narvik=Schild. m London genehm ist, werden die britischen Schiffsverluste bei der Räumung von Dünkirchen ersichtlich. Demnach betrugen im Juni vorigen Jahres, also während der Kämpfe um Dünkirchen, die britischen Verluste nicht weniger als 73 Schiffe mit einer Tonnage von 280 556 BRT. und die alliierten Verluste 39 Schiffe mit 169 348 BRT. Also haben England und Frankreich mit dem Kampfschwerpunkt Dünkirchen nicht weniger als 112 Schiffe verloren. Damit ist das Edenmärchen von Dünkirchen durch die den Engländern nahestehenden Leute klar und eindeutig widerlegt. Eine kleine Ergänzung zu diesen Enthüllungen bietet ja auch eine dieser Tage veröffentlichte Statistik des englischen Seenotdienstes, die besagt, daß während der Dünkirchentage durch Rettungsboote rund 3000 englische Soldaten aus den Wellen des Kanals gefischt wurden, eine Zahl, die aber nur einen kleinen Bruchteil der Besatzungen der versenkten Schiffe darstellt. Es ist dies die englische Methode der Berichterstattung, die auch in diesen Tagen, da die englischen Schiffsverluste ständig im Steigen begriffen sind, angewendet wird: Ableugnen, soweit nur überhaupt die geringste Möglichkeit besteht, um wenigstens in einigen englandhörigen Kreisen Glauben zu finden. Die Lektüre der OKW=Berichte in diesem Kriege und der englischen Blätterstimmen wäre für diese Kreise eine heilsame Lektion. Churchill und seine Mitarbeiter sind heute anscheinend schon zufrieden, wenn ihre Zwecklügen und drehungskünste wenigstens für einige Zeit Glauben finden. Auf die Dauer wird dieser große Londoner Fälschungsprozeß immer wieder durch die nüchternen Tatsachen widerlegt. Das war in Polen so, in Norwegen und nicht zuletzt bei Dünkirchen, wie sich nunmehr wieder gezeigt hat. Gedenken für von der Goltz=Pascha Heldengedenkfeier auf dem Ehrenfriedhof von Therapia am Bosporus Istanbul, 19. März Auf dem Ehrenfriedhof im Garten der deutschen Botschaft in Therapia am Bosporus fand die Heldengedenkfeier an den Gräbern der im Weltkrieg in der Türkei gefallenen und gestorbenen Offiziere und Mannschaften statt. Damit wurde eine Gedenkfeier zum 25. Todestag des Generalfeldmarschalls von der GoltzPascha verbunden, der 1916 vor Kut el Amara starb und der auf dem Ehrenfriedhof in Therapia beigesetzt ist. An der Feier nahmen der deutsche Botschafter von Papen und der Militärattaché Generalmajor Rohde teil, der in seiner Ansprache der Gefallenen des Weltkrieges, der nationalsozialistischen Bewegung und der Toten dieses Krieges, die mit ihrem Blute die Schmach des Jahres 1918 auslöschten, gedachte. Generalmajor Rohde sprach davon, daß dieser Tag vor den Gräbern in Therapia eine ganz besondere Bedeutung habe, weil er an vier harte gemeinsame Kriegsjahre mit dem türkischen Volk erinnere. Damit Angarns Außenminister zu Besuch Besprechungen mit Reichsaußenminister von Ribbentrop Berlin, 19. März. Der Königlich=ungarische Außenminister Ladislaus Bardossy wird sich am Donnerstagnachmittag mit dem fahrplanmäßigen Schnellzug nach Deutschland begeben, um mit dem Reichsminister des Auswärtigen von Ribbentrop zusammenzutreffen. Mit Außenminister Bardossy reisen die außerordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Minister Eugen von Ghyczy, Tibor von Bartheldy und Anton von Ullein=Reviczi söwie der persönliche Sekretär, Gesandtschaftssekretär Ellemer von Uipetery. Der Stabschef der SA in Holland Berlin, 19. März. Der Stabschef der SA, Viktor Lutze, begab sich auf Einladung des Militärbefehlshabers der besetzten niederländischen Gebiete, General der Flieger Christiansen, auf einige Tage nach Holland. Am ersten Tag seines Aufenthaltes in den Haag weilte der Stabschef längere Zeit als Gast bei Reichskommissar SeyßInquart. Heute stattete er dem General der Flieger Christiansen einen Besuch ab. Antwort an die Plutokraten Berlin, 19. März. Das Ergebnis der am„Tag der deutschen Polizei“ (15./16. Febr.) für das WHW durchgeführten Sammlung hat sich durch die inzwischen eingegangenen Restmeldungen um weitere 2½ Millionen auf rund 34 Millionen erhöht. Gegenüber dem vorjährigen Ergebnis mit rund 16,9 Millionen ist eine Steigerung um über 17 Millionen RM.= 100 Prozent eingetreten. Auf den Kopf der Bevölkerung umgerechnet ergibt dieses bisher einzig dastehende WHW=Ergebnis eine Opferspende von 0.42 RM. für den einzelnen Volksgenossen gegen 0,21 RM. des Vorjahres. Eindeutiger kann die Antwort des deutschen Volkes an die Plutokraten, klarer kann das Bekenntnis jedes Einzelnen zum Führer und zu seinem Werk nicht sein, als es sich in diesen Zahlen widerspiegelt. verbinde sich gerade heute der Gedanke an den großen deutschen Soldaten Generalfeldmarschall von der GoltzPascha, der, zugleich deutscher und türkischer Marschall in sich das verkörperte, was deutsches und türkisches Soldatentum miteinander ver bände. Generalmajor Rohde schilderte die hervorragende langjährige Tätigkeit des Marschalls als Reorganisator des Militär= und Erziehungswesens der Türkei. In diesem Zusammenhang begrüßte Generalmajor Rohde die anwesenden Vertreter der türkischen Wehrmacht, deren Anwesenheit ein Zeichen dafür sei daß die türkische Armee ihren von der Goltz=Pasche nicht vergessen habe. Weiter erinnerte er an der Lufthelden in den Dardanellen=Kämpfen, Hauptmann Buddecke, und an den kürzlich in Westfrankreich tödlich verunglückten Vizeadmiral Arnault de la Periere der sieben Jahre als Lehrer an der Türkischen Marineakademie wirkte. Hieran schloß sich das Lied vom guten Kameraden während sich die Fahnen über die mehr als 300 Gräben von Therapia senkten. Botschafter von Papen begrüßte dann den als Gast erschienenen Kommandanten der Türkischen Kriegs akademie, General Ali Fuad, dessen Erscheinen einbesondere Ehrung für den verstorbenen Generalfeld marschall von der Goltz=Pascha und für die in der Türkei und für die Türkei gefallenen deutschen Soldater bedeute. Uns, so erklärte der Botschafter, umschließ aus dem einstmals gekämpften Kampf ein gemein sames Schicksal, und seine Stimme übertönt di Stimmen, die Haß und Zwietracht säen wollen. Darir liege das Vermächtnis der Toten, zu dem wir und laut und guten Willens bekennen. Nach der Ansprache des deutschen Botschafters er griff Armeegeneral Ali Fugd das Wort, indem e zunächst ehrend der deutschen Soldaten gedachte, die zu sammen mit ihren türkischen Kameraden auf türkischen Boden gefallen seien. Sodann dankte er dem deutschen Botschafter für die warmen Worte, die der Botschafte als Kampfgefährte der Türkei an die türkische Wehr macht gerichtet hatte. Dann gedachte der General de Generalfeldmarschalls von der Goltz=Pascha, der in de Seele der türkischen Armee und im Andenken des türki schen Generalstabes und dem dankbaren Gedächtnis de Türkischen Kriegsakademie weiterlebe. Hierauf wurden die türkische und die deutschen Hym nen gespielt und am Grabe des Feldmarschalls ein großer Kranz der türkischen Armee niedergelegt. 20. März 1941 Westfälische Tageszeitung Nummer 78 Gefahren drohen auf allen Meeren Ein bemerkenswertes Geständnis Winston Churchills Berlin, 19. März. Im Mittelpunkt einer Ansprache, die Churchill am Dienstag hielt, standen die Gefahren, die England mit der Abschnürung von seinen überseeischen Zufuhren drohen.„Nicht nur deuische Unterseeboote", sagte Churchill,„sondern auch deuische Kreuzer befahren die amerikanischen Gewässer des Atlantik und haben bereits mehrere von unseren Schiffen versenkt.“ Mit diesem Ausspruch bestätigt der englische Ministerpräsident den deutschen Standpunkt, daß die Gefahren für die britische Schiffahrt nicht erst innerhalb der um England gezogenen Blockadezone beginnen, sondern die deutschen Seestreitkräfte die britische Schiffahrt auf allen Meeren zu treffen wissen. Wenn Churchill aber hinzufügt, daß England alle Kräfte einsetzen muß, um mit dieser„möglicherweise tödlichen Herausforderung“ fertig zu werden, so hat er damit für die tatsächliche Lage Englands den treffendsten Ausdruck gefunden. Die Erwähnung amerikanischer Gewässer durch Churchill ist nur als politischer Schachzug zu werten, denn deutsche Seestreitkräfte führen zwar Kreuzerkrieg auf allen Weltmeeren, jedoch nicht in neutralen Gewässern. Englands Berlin, 19. März. Nach einer englischen Meldung hat die britische Flotte seit Kriegsbeginn nur 20 neue TorpedobootZerstörer in Dienst stellen können. Da allein die von der englischen Admiralität zugegebenen Zerstörerverluste 41 Einheiten umfassen, zu denen noch die in letzter Zeit von deutschen Schnellbooten versenkten drei Zerstörer hinzukommen, ist es den britischen Werften noch nicht einmal gelungen, auch nur die knappe Hälfte dieser veröffentlichten Zerstörerverluste durch Neubauten zu decken. Da die Admiralität außerdem eine Anzahl durch Minen und durch andere feindliche Einwirkungen vernichtete Zerstörer als Verlust nicht bekanntgegeben hat, ist das Verhältnis der Versenkungen zu den Neubauten für England noch erheblich ungünstiger. Hinzu kommt, daß die amerikanischen Zerstörer, die seit 23 Jahren— seit dem Ende des Weltkrieges— auf dem Schiffsfriedhof liegen, derartige Schäden an ihren Maschinen und an der gesamten Ausrüstung aufweisen, daß sie seit dem vergangenen Herbst zur Reparatur auf den englischen Werften liegen. Churchill gab in seiner letzten Rede den interessanten Hinweis, daß erst jetzt— sieben Monate nach dem Kauf— ein Teil dieser amerikanischen Zerstörer nach und nach in die englische Flotte eingereiht werden kann. Die Probe ihrer Kriegstüchtigkeit haben diese amerikanischen Zerstörer im Ernstfall erst noch abzulegen. „Gefahr der Vernichtung Außerungen Hulls und Stimsons zur Durchführung des Englandhilfegesetzes Newyork, 19. März. Am Montag begannen vor dem Abgeordnetenhaus die Beratungen über die Finanzierung des England hilfegesetzes. In der vergangenen Woche hatte Außen minister Hull, wie bei dem Beginn der öffentlichen Beratungen bekanntgegeben wurde, in einer Geheim sitzung vor dem Finanzausschuß des Abgeordnetenhauses darauf gedrängt, die angeforderten sieben Milliarden Dollar für die Englandhilfe zu bewilligen. Da bei wies er darauf hin, daß auf den Meeren die Ge fahr des Todes und der Vernichtung weiter gestiegen sei. Amerika könne sich nicht mehr länger irgendwelchen Illusionen hingeben über den Umfang der Gefahren, denen es gegenüberstehe. Seine Forderung, daß Amerika zu seiner Sicherheit alles daransetzen müsse, diejenigen Nationen mit Rüstungsmaterial zu unterstützen, die für die Verteidigung Amerikas notwendig seien, zeigt eindeutig, daß sich Amerika über die außerordentlich schwierige Lage im klaren ist, in der sich England befindet. Daß auch das Englandhilfegesetz noch keine Erleich terung dieser schwierigen Lage bringt, zeigt die Auße rung des Kriegsministers Stimson, der in der gleichen Geheimsitzung erklärte, die Verausgabung eines großen Teils der sieben Milliarden Dollar beginne erst im Juli dieses Jahres. Die Mehrheit des Rüstungs materials, das durch die sieben Milliarden Dollar ge deckt werden soll, sei für 1942 zur Anlieferung in England bestimmt. „England nicht mehr zu retten!" Feststellungen des führenden Wallstreel-Organs Newyork, 19. März. Das führende Wallstreet=Organ„Commercial und Financial Chronicle“ wendet sich gegen die propagan distische und optimistische Aufmachung des Englandhilfe gesetzes mit dem Hinweis darauf, daß die USA vorläufig doch keinen Einfluß auf den weiteren Verlau des europäischen Krieges ausüben könnten. Der Kon greß könne zwar Milliarden Dollar bewilligen, er könne aber deren schnelle Umwandlung in Rüstungsgerät nicht erzwingen. Auf lange Sicht könne zwar an der Leistungsfähigkeit der amerikanischen Rüstungsindustrie nicht gezweifelt werden, im laufenden Jahr sei aber dennoch England vor der Zermalmung nicht mehr zu retten. Rüstungsfabriken, für die schon im letzten Sommer die Entwürfe und die Konstruktionspläne fertiggestellt waren, hätten ihre Produktion bis heute noch nicht aufnehmen können. Die Bewilligung riesiger Geldmittel habe daher allenfalls eine psychologische Wirkung. Manchester schwer getroffen Ungarischer Bericht aus England— Schwerer beschädigt als London— Riesige Trümmermassen— Baumwollbörse verlegt Von unserem ständigen Vertreter bö Budapest, 20. März. Die englischen Behörden haben erst jetzt den neutralen Journalisten die Gelegenheit gegeben, Manchester zu besichtigen, das vor Monaten besonders stark die Schläge der deutschen Luftwaffe zu spüren bekam. Der Londoner Berichterstatter der ungarischen Nachrichtenagentur MTJ, der in diesen Tagen an der Besichtigungsahrt teilnahm, meint, daß Manchester unter den deutchen Luftangriffen am meisten von allen Städten geitten habe. Die Schäden schienen seiner Meinung nach chwerwiegender zu sein als in London. Das Stadtnnere sei durch Bomben und die dadurch entstandenen Feuersbrünste bis zur Unkenntlichkeit vernichtet. Das Bild erinnere an jenen dicht bebauten Teil der Londoner City, der zuletzt bei einem Bombenangriff durch die große Feuersbrunst vernichtet worden sei. Außerdem seien Warenhäuser, Werkstätten und Banken massenhaft zexstört worden. Die in den großen Magazinen aufgestapelten Textilwaren seien völlig vernichtet worden. Riesige Hebekräne seien immer noch am Werk, um die Trümmer aufzuräumen. Nach Ansicht des Korrespondenten bestehe keine Ausicht, die gewaltigen Trümmermassen in nächster Zeit beiseite zu schaffen. Die berühmte Baumwollbörse von Manchester sei ebenfalls zerstört worden. Die Börse, die fast 8000 Mitglieder zählt, sei nach einem kleinen Ort verlegt worden. Jetzt spiele sich der Börsenverkehr in Manchester auf der Straße ab. Wieder etwas abgesehen Britische Fliegerschulungskorps nach deutschem Muster Berlin, 19. März. In den letzten Tagen schilderte ein englischer Sender die Tätigkeit des nach deutschem Muster gegründeten „Britischen Fliegerschulungskorps“, das Jungen im Alter von 16—18 Jahren aufnimmt. Voll Stolz erklärte der englische Sender, diese Jungen gehörten keiner an und sie kämen aus allen nur denkbaren Schichten. So bestehe z. B. eine Staffel aus jungen Grubenarbeitern aus Wales, eine andere rekrutiere sich aus Schülern des Eton=Kollege. In Deutschland hat die vormilitärische Ausbildung der Jugend, bereits seit einer Reihe von Jahren bestehend, der deutschen Wehrmacht eine große Anzahl gut geschulter junger Männer aus allen Bevölkerungsschichten zugeführt. Die Nachahmung bewährter deutscher Erziehungsmaßnahmen beweist deren vorbildliche Güte. Suezkanal noch unpassierbar Rege Aufklärungsflüge im östlichen Mittelmeer— Griechische Segelschiffe beschossen Von unserem ständigen Vertreter hn Rom, 20. März. Die deutsche und die italienische Luftwaffe führten nach italienischen Berichten im östlichen Mittelmeer ausgedehnte Aufklärungsflüge durch. Im Aegäischen Meer beschossen italienische Jagdflieger griechische Segelschiffe, die Kriegsmaterial an Bord hatten. In Nordafrika wurde ein britisches Brennstofflager von italienischen Bombern in Brand geworfen. Im Zusammenhang mit der Lage im östlichen Mittelmeer ist man in Rom auf eine Meldung aus Rio de Janeiro aufmerksam geworden, wonach dem im dortigen Hafen liegenden unter Panamaflagge fahrenden Dampfer„Apuliman“ vom britischen Generalkonsulat geraten worden ist, eine geplante Reise über die Kaproute ins Ostmittelmeer zu unterlassen. Die englischen Stellen ließen bei dieser Gelegenheit durchblicken, daß der Suezkanal noch unpassierbar sei. Ein Kriegshetzer ging Bulgarische Erinnerungen an Titulescu Von unserem ständigen Vertreter Sofia, 20. März. Der verstorbene ehemalige rumänische Außenminister Titulescu hat in Sofia die schmerzhaftesten Erinnerungen zurückgelassen, denn sein Werk war die Kleine Entente und der Balkanbund. Bei aller Pietät vor einem Toten hält man hier nicht mit dem Urteil zurück, daß Titulescu einer jener Männer war, die vom Haß gegen Deutschland und gegen das verstümmelte Bulgarien lebten und von dem Versailler System nicht nur karrierenmäßig, sondern auch materiell ihre Vorteile bezogen haben. Von Titulescu heißt es hier, daß er auch finanziell von den Mitgliedern der Diktatoren von Versailles abhängig war. Obwohl Außenminister in der rumänischen Regierung, hat er doch den größten Teil seines Lebens in Frankreich verbracht und auf seinem Besitztum an der Riviera ein prachtvolles Leben entfaltet, dessen Kosten aus seinem Ministergehalt allein nicht bestritten werden konnten. Die bulgarische Zeitung„Sora“ erklärt, Titulesou sei durch seine Epoche charakterisiert, nämlich der Aera zwischen dem Versailler Diktat und der Auferstehung des neuen Deuschland. Titulescu sei der Autor einer bösen Formel gewesen: „Die Revision der Pariser Verträge bedeutet Krieg.“ Diese Formel war der Ausdruck einer unmenschlichen und rücksichtslosen Politik, die eine Gesundung Europas nicht zulassen wollte. Das bulgarische Blatt sagt, daß Tituleseu zu den Männern zu rechnen sei, die den heutigen Krieg geschürt haben. Darum geht es! Seit 1929 die größten Gewinne der USA-Plukokraten Washingion, 19. März. Der USA=Handelsminister Jones schätzt die Gewinne der amerikanischen Geschäftsfirmen— lies Plutokraten— im Jahre 1940 auf 5 Milliarden Dollar. Besonders groß seien die Gewinne in den Industrie= und Bergwerksbetrieben. 1940 sei das„beste Jahr" seit 1929. verließ Budapest Aus Gesundheitsrücksichten Von unserem ständigen Vertreter bö Budapest, 20. März. Der bisherige amerikanische Gesandte in Budapest, Montgomery, hat Budapest im Sonderflugzeug verlassen, um sich über Lissabon im Clipper nach den Vereinigten Staaten zu begeben. Der Gesandte ist aus Gesundheitsgründen von seinem Posten zurückgetreten und wird aus dem diplomatischen Dienst der USA ausscheiden. Sein Nachfolger Pell befindet sich zur Zeit auf Wege nach Europa. „Drüben geht eine Explosion Der stolze Erfolg der deutschen Torpedoflieger im Mittelmeer Von Kriegsberichter Heinz Elsner dnb... 19. März.(PK) Auf dem Gefechtsstand einer Kampffliegergruppe in Sizilien. Große Karten an den Wänden mit bunten Fähnchen, Fernsprecher und Kurstabellen geben dem Raum sein Gepräge. Im Zimmer treffen wir die Besatzungen der erfolgreichen Torpedoflugzeuge. Alle Geichter strahlen freudig und stolz. Grund genug haben ie dazu, nachdem sie im Dämmerlicht des vorigen Abends mit ihren silberglänzenden Aalen gleich auf zwei englischen Schlachtschiffen der Malaya=Klasse Treffer erzielt haben. „Wir haben schon einige Stunden über dem blauen Meer geschaukelt", erzählt Hauptmann Kowalewski, der junge energische Gruppenkommandeur mit dem Ritterkreuz, der auch diesen Einsatz mitflog,„und malten uns gerade aus, wie schön es doch wäre, einmal im Liegestuhl auf dem Deck eines Luxusdampfers die Schönheit des sinkenden Abends zu erleben. Mein Beobachter war der Meinung, daß in dieser Gegend vor zwei Jahren auch schon einmal Dampfer gefahren wären. Plötz„In eine neue Zeit mit Adolf Hitler" Dr. Ley auf der Kommunaltagung im deutschen Straßburg Straßburg, 19. März. Im Mittelpunkt des ersten Tages der in Straßburg stattfindenden Reichsarbeitstagung des Hauptamtes für Kommunalpolitik stand die Rede des Reichsorganisationsleiters Dr. Robert Ley, der im überfüllten festlich geschmückten Saal des Straßburger Sängerhauses zu den Männern sprach, die jetzt an der Spitze der Gemeindeverbände des heimgekehrten Elsaß stehen. Der Reichsorganisationsleiter erinnerte eingangs an die Zeit, als er im August 1914 als junger Freiwilliger in Straßburg einzog und in froher Begeisterung das schöne Land kennen lernte. Aber damals waren den Menschen alle Ideale genommen. Sie waren politisch zerrissen, und nirgends war eine Einheit zu sehen. So sei das Ende 1918 kein Sieg von Soldaten über Soldaten gewesen, sondern nur ein allmähliches Erschlaffen. Heute stehe er, der Redner, wieder in dieser Stadt und dürfe künden von der Idee und dem fanatischen Lebenswillen des deutschen Volkes.„Heute marschieren 85 Millionen Deutsche in einer Marschkolonne.(Lebhafter Beifall.) Der Horizont hat sich geweitet, und der Blick geht über die enggezogenen Grenzen hinaus. Aber auch waffenmäßig, kulturell, wirtschaftlich und ernährungspolitisch stehen wir unvergleichlich stärker. Militärisch kann keine Macht der Erde überhaupt etwas ähnliches aufweisen. Heute, nach über 1½ Jahren Krieg, stehen wir stärker da, als wir in den Krieg hineingingen, und unerschöpflich sind die Reserven an Menschen und Waffen.“ Der Reichsorganisationsleiter der NSDAP sprach dann von der glänzenden Bewährungsprobe der Partei, die im Kriege ihre Betreuungsaufgabe vorbildlich erfülle.„Heimat und Front sind nicht zwei Teile, die auseinanderstreben, sondern es sind ein untrennbarer kämpferischer Block, dessen ewiger Bestand vom Führer gewährleistet wird. Adolf Hitler ist die größte aller Chancen, die Deutschland hat. Er ist es gewesen, der unser Volk herausführte aus der Tiefe seiner Schande, aus dem Versailler Vertrag und aus der größten inneren und äußeren Not.“ Dr. Ley kennzeichnete unter dem Jubel seiner Hörer den wunderbaren Dreiklang Arbeiter, Bauer und Soldat. Jeder erfülle an seinem Platz seine Pflicht und marschiere den Weg, den der Führer ihm gewiesen hat.„Ein Volk, eine Nation marschieren gleichen Schrittes und Tritts, und vorweg ein Mann, ein Führer, der das Ziel kennt.“ Das deutsche Volk habe die Zeit begriffen. Es sei erwacht aus dem Gestern des bequemen spießigen Bürgertums und marschiere nun vorwärts in eine neue Zeit mit Adolf Hitler. (Stürmische Beifallskundgebungen.) Mit einem Schlußwort von Reichsleiter Fiehler, der Führerehrung und den Liedern der Nation klang die Großkundgebung aus. lich beginnt der Funker hinten laut zu zählen: Eins, zwei, drei usw. Punkte! Als Erster hat er den britischen Flottenverband entdeckt. Zwei Schlachtschiffe, die wie riesige Felsen aus dem Meer ragen, sechs Kreuzer, darunter ein Flakkreuzer und drei bis vier Zerstörer. Wir stehen noch vor dem Verband ab, denn einstweilen ist es noch zu hell zum Angriff. Nach ungefähr zehn Minuten ist es so weit. Der Beobachter und Kommandant der Maschine, Oberleutnant Lo., sitzt über seine Rechentabelle gebeugt. Er ist ein Fanatiker der Torpedofliegerei. Ich fliege das erste der sauber in Kiellinie fahrenden Schlachtschiffe an. Die Abwehr ist verhältnismäßig zahm, anscheinend sind die Geschützbedienungen gerade bei Tisch. In günstiger Schußposition klatscht der Aal ins Wasser und nimmt Kurs auf die dicken Brocken vor uns. Jetzt ist drüben aber auch die Abwehr munter geworden, und selbstverständlich so, daß man sie lieber im Abflug sieht als im Anflug. Funker und Bordmechaniker berichten weiter: Deutlich konnten sie die Bahn der laufenden Torpedos verfolgen. Bange Sekunden des Wartens. Beide haben sich in den engen Funkersitz geklemmt, um besser beobachten zu können. Dann geht drüben eine Explosion hoch, über der später eine schwarze Rauchwolke steht. Noch immer schießt die Abwehr wütend und pausenlos. Diesen günstigen Augenblick hat die Rottenmaschine abgewartet, deren Kommandant, Leutnant B., mit einem jungenhaften Lachen auf dem Gesicht jetzt weiter erzählt:„Der erste war ja getroffen. Wir nehmen Kurs auf den zweiten. In aller Gemütsruhe schicken wir unseren Aal auf den Weg und können noch in einer weiten Linkskurve ungestört abdrehen, ehe die Kerle da unten auch uns ihre eisernen Grüße hinaufschicken. Wieder wartet die Besatzung eines deutschen Torpedoflugzeuges. Endlos scheinende Sekunden, bis auch hier eine Detonation anzeigt, wie sauber der Torpedo gesessen hat." „Zwei Schlachtschiffe auf einmal. Langsam aber sicher dürfte dem Engländer die Lust am Befahren auch des östlichen Mittelmeerraums vergehen", schließt Leutnant B. seine Schilderung. Man war mit der einmal gemachten Beobachtung nicht zufrieden. Nach geraumer Zeit suchten die Flugzeuge wieder den englischen Flottenverband und fanden ihn auch sehr schnell, weil ihn immer noch zwei gewaltige Rauchsäulen weithin verrieten. Der Heimflug durch die dunkle Nacht bis zum Heimathafen war„bestens", wie die Kampfflieger dieser Gruppe sagen, wenn sie ihre besondere Anerkennung und Zufriedenheit ausdrücken wollen. Ganz im Gegensatz zum Gegner, der die unangenehme Überraschung im Dämmerlicht des sonnigen Märztages kaum allzu schnell vergessen dürfte, nachdem zwei seiner stolzesten Schiffe schwer getroffen wurden und wahrscheinlich die nächsten Wochen in den Docks zubringen müssen. und A=Boote am Wieder 26 500 BRT versenkt Berlin, 19. März. Das Oberkommando der Wehrmacht gibi bekannt: Bei einem Vorstoß gegen die englische Südostküste versenkte ein Schnellboot aus einem feindlichen Geleitzug zwei Handelsschiffe mit insgesamt 10 000 BRT. Ein Unterseeboot versenkte zwei bewaffnete feindliche Handelsschiffe mit insgesamt 13 000 B R T., ein anderes Unterseebool 3 500 B R T. feindlichen Handelsschiffsraumes. Starke Kräfie der Lufiwaffe griffen in der letzten Nacht wieder militärische und kriegswichtige Ziele in Großbrilannien an. Insbesondere wurden auf Hull an der Humber-Mündung während der ganzen Nacht Spreng- und Brandbomben aller Kaliber in großer Zahl abgeworfen. In Hafeneinrichtungen und Versorgungsanlagen entstanden zahlreiche Brände. Bei Tage wurde ein Handelsschiff im St. Georgs=Kanal wirkungsvoll mit Bomben belegt. Das Schiff blieb mit Schlagseite liegen. Im Mittelmeerraum griffen am 16. März deutsche Aufklärungsflugzeuge 40 Klm. westlich Kreta einen starken Verband feindlicher Kriegsschiffe, bestehend aus zwei schweren Einheiten, sechs Kreuzern und zwei bis drei Zerstörern, an. Die beiden schweren Einheiten wurden durch je einen Lufitorpedo getroffen. Der Feind flog in der letzten Nacht in Norddeutschland ein und warf über zwei Küstenstädten Brandund Sprengbomben. Der angerichtele Schaden ist geringfügig. Es gelang, sämtliche Brände bereits im Entstehen zu löschen. Einige Zivilpersonen wurden gekötel, mehrere verletzt. Der Gegner verlor fünf Flugzeuge, davon zwei durch deutsche Nachtjäger. Ein eigenes Flugzeug kehrte vom Feindflug nicht zurück. An dem Erfolg bei dem Angriff auf den Verband feindlicher Kriegsschiffe westlich Kreta waren beteiligt: Kampfgruppenkommandeur Hauptmann Kowalewski als Kommandant mit der Besatzung: Oberleutnant Lorenz, Oberfeldwebel Henze, Feldwebel Lehmann und Leutnant Bock als Kommandant mit der Besatzung Oberfeldwebel Schmidt, Unteroffizier Brückner, Feldwebel Kaien. Gegenangriff bei Keren Acht englische Flugzeuge bei Überraschungsangriff auf britische Luftstützpunkte vernichtet Rom. 19. März. Das Haupiquarkier der ilalienischen Wehrmacht gibt bekanni: An der griechischen Froni nichts von deutung. In Nordafrika bombardierten unsere Flugzenge feindliche mokorisierte Einheiten und Truppen. In Ostafrika nahm die Schlacht an der KerenFront ihren Fortgang, wo die Engländer bedeutende Land= und Luftstreitkräfte konzentrieren. Unsere Truppen haben durch ihren kühnen Widerstand den Feind abgewiesen und ihm im Gegenangriff starke Verluste beigebracht. Einer unserer Jagdverbände hat im Überraschungsangriff auf einen feindlichen Luftstützpunkt acht englische Flugzeuge vernichtet. Keine schulischen Nachteile durch Landverschickung Berlin, 19. März. Von Eltern und sonstigen Erziehungsberechtigten wird immer noch die Sorge geäußert, daß die von der erweiterten Kinderlandverschickung erfaßten Schüler und Schülerinnen ebenso wie die als Helfer eingesetzten Jugendlichen in ihrer Schulausbildung Nachteile haben könnten. Insbesondere gilt dies bezüglich der Versetzung in die nächste Schulklasse. Im Hinblick hierauf läßt der Reichserziehungsminister folgenden Hinweis ergehen: 1. Die an der Landverschickung beteiligten Kinder werden auch an ihren Unterbringungsorten schulisch betreut und gefordert. Entsprechende Maßnahmen sind von den damit beauftragten Dienststellen der NSDAP. getroffen worden. 2. Nach Rückkehr der Kinder werden etwaige Lücken in den Schulkenntnissen durch geeignete Sondermaßnahmen der Unterrichtsverwaltungen ausgeglichen. 3. Keinem deutschen Schulkind sollen aus unverschuldeten Störungen des ordnungsmäßigen Schulbesuches infolge der erweiterten Kinderlandverschickung Nachteile erwachsen, auch nicht hinsichtlich der Versetzung in die nächste Schulklasse. 4 Verlag: Westfälische Tageszeitung G. m. b. H., Münster(Westf.). Verlagsleiter: Erich Frintrop(z. Zt. im Felde). i. V. Arthur Petsch. Hauptschriftleiter: Dr. Anton Eickhoff(z. Zt. im Felde); Stellvertreter: Karl Kuhl. Verantwortliche Schriftleiter: Politik: Karl Kuhl: Politische Nachrichten und Vermischtes: Dr. Eugen Wagner; Bewegung und Provinz: Max Hiemisch(z. Zt. im Felde), i. V. August Hollweg: Volkstum, Kunst und Unterhaltung: Wilhelm Vernekohl: Stadtanzeiger: Peter Jurascheck; Kommunalpolitik: Otto Peffer (z. Zt. im Felde); Sport: Alfred Strobel(z. Zt. im Felde). i. V. Peler Jurascheck; Bezirksausgaben und Bildberichterstattung: Clemens Hülsbusch: Anzeigenleiter: Horst Enters (z. Zt. Wehrmacht), 1. V. Hans Wolfmaier. Sämtlich in Münster. Druck: Aschendorffsche Buchdruckerei. Zur Zeit ist. Preisliste Nr. 1 vom 1. Juli 1940 gültig. »» Morgen müssen Sie mich heiraten!“ Roman von Roland Marwitz Copyright by Verlag Knorr& Hirth Komm.-G., München 1940 (35. Fortsetzung.) „O, es muß in die Zeitungen! Sorgen Sie dafür! Morgen früh! Mit meinem Bild!— Ich will meinen Prozeß! Einen großen Prozeß mit einem Freispruch!“ Yvette Bléton sprach zu dem Chauffeur wie zu einem Reporter und sie lächelte ihr Interviewlächeln, während ihre Lippen wieder den Refrain der Revue summten. * Alles ging einmal vorüber. Die längste Untersuchungshaft und der längste Karneval. Der Rechtsanwalt Becassa hatte sich erboten, die Verteidigung zu den kulantesten Bedingungen zu übernehmen, aber Utz Ulfert hatte ihn zum Teufel gejagt. Er war der Meinung, daß er seinen Prozeß, wenn es dazu komme, allein führen könne. Pilar allerdings teilte diese Meinung nicht. Sie hatte mit Dr. Balerez, dem 1. Assistenzarzt, gesprochen, dessen Bruder ein junger Anwalt war. Pedro Balerez war sofort bereit, und es zeigte sich bei der ersten Begegnung, daß er gerade so verliebt in Pilar war wie sein Bruder, der Arzt. Dann hatte Pilar eine längere Besprechung mit Onkel Luigi. Sie konnte ihm nur bestätigen, daß sich sein neues Schlafmittel ausgezeichnet bewährt habe. „Junge, ahnungslose Mädchen, denen man es gibt, wachen so gut wie verlobt auf, Onkel Luigi.“ „Was heißt das?" Und Pilar hatte dem alten Junggesellen erzählt, was das heiße... Sie hatten noch allerlei gesprochen an diesem Nachmittag und zum Schluß hatte Onkel Luigi seine Freundschaft mit dem Justizminister angedeutet und daß, wenn der Polizist Nr. 237 von sich aus keine Anzeige erstatte, das Ganze wohl mit einer Geldstrafe zu erledigen wäre. Schließlich konnte man nicht bestreiten, daß dieser Herr Ulfert in Wahrung berechtigter Interessen gehandelt hatte, wenn schon natürlich die Art, in der er es getan. „Ich weiß nicht, Pilar, ob ich dir bei dem Temperament dieses jungen Herrn gratulieren kann. Was ist er denn überhaupt von Beruf?" Pilars Antwort war etwas weitschweifig gewesen, aber als sie an diesem Nachmittag Onkel Luigi verließ, lächelte sie auf jene geheimnisvolle Weise, die alle Männer schön fanden, und die doch keiner zu deuten vermochte. Zwei Tage nach diesem Gespräch war Utz Ulfert frei. Es war nicht mehr das Polizeirevier, in dem man ihn gefangengehalten hatte. Trotz der Einsturzgefahr hatte man das alte Untersuchungsgefängnis gewählt. Dort gab es keine Polizisten, die... Aber als Pilar ihn am Ausgang empfing und auf das Taxi deutete, das am Bürgersteig wartete, trat ihnen ein Polizeibeamter in Weg. Nr. 237. „Ich bin nur gekommen, Ihnen zu gratulieren, Señor. Am liebsten hätte ich auch einen Blumenstrauß besorgt wie die Señorita, aber dann hätten Sie mich ausgelacht. Und mit Recht.“ Utz Ulfert griff die Hand des Beamten, er hielt sie fest, während er sprach. „Zu danken habe ich Ihnen, Señor... Sefor... Ich weiß nicht einmal Ihren Namen..." „237." „Nein, Sie sind mehr als eine Nummer, Señor.“ „Wir sind alle Nummern und— mehr, Señor Ulferto." „Manche sind weniger, Señor.“ „Im Leben vielleicht, im Tode ist ihnen wenigstens die Nummer sicher. Der Mann, der sich Delaporte nannte, ist jetzt nur noch eine vierstellige Zahl in einem Register." „Er hieß nicht Delaporte?" „Nein, Señor. Doch da man den richtigen Namen nie erfahren wird, mußte er eine Nummer bekommen, so gut wie der Indio Pepe, der sich, nachdem Sie weg waren, in der Zelle erhängte." „Ich glaube, er war der Unschuldigste von allen. Zutuhiles hätte sich eher aufknüpfen sollen..." „Das wollen wir besorgen, Señor, und jetzt verzeihn Sie, daß ich Sie aufhielt..." 237 öffnete den Wagenschlag, und während Utz Ulfert im Anfahren tief den Hut vor dem Polizeibeamten Nr. 237 zog, warf ihm Pilar eine Kußhand zu. Der Riese errötete wie ein junges Mädchen, und er versuchte seine Verlegenheit durch ein gerädezu preußisch exaktes Salutieren zu überwinden. Das Auto fuhr die Calle Manuele hinunter. Das „Haus zu den 10000 Sakkos“ zeigte sich in seiner gan zen Pracht, die Fassade des„Hotes Quezal" tauchte auf. „Hotel und Pension"—— Die Puppenstubenhäuser kamen, und in dem einen tickte noch immer die Kuckucks uhr. Made in Germany. Dann bog der Wagen auf den Boulevard Pizarro ein. Eben war man dabei, die wunderschönen Blechpalmen von Luftschlangen und Konfettiresten zu säubern. Dort der weißrote Baldachin des „Alhambra". Vor dieser Tür hatte Delaporte... de la porte... Man konnte es auch so denken. Sehr ernst blickte Utz Ulfert auf die Stelle, wo der Mann, der jetzt nur noch eine Nummer in einem Register war, gefallen war. Er dachte an die Frau, die sich einmal Dagmar Carlson nannte. „Du sagtest mir nur, daß Dagmar frei sei, was wird weiter Pilar?" „Der schwedische Konsul hat für Carla Thorsten gutgesagt. Es scheint, daß sich Senor Pascual sehr für Carla Thorsten interessiert..." „Und jene Sängerin? Ich meine..“ Aber er wußte den Namen nicht mehr. „Auch Carla Thorsten war Sängerin, du aber denkst an Yvette Bléton, wie?“ „Nun, sie wird dafür sorgen, daß man ihr Schicksal durch die Zeitungen erfährt, denke ich." „Auch für sie scheint sich dieser seltsame Señor Pascual interessiert zu haben. Er hat ihr den berühmtesten Anwalt von Quiotta verschafft. Einen Mann, den du verschmähtest, Utz." „Becassa? Ich glaube, er eignet sich besser zur Verteidigung von hysterischen Chansonetten, als..." Der Wagen stoppte. Eine Verkehrsampel glühte rot. Sie hielten gerade vor dem Konsulat, an dem nur das Wappenschild schwedisch war, und Pascual trat eben auf die Straße. Er schien beglückt, Señor Ulferto zu sehen, und er sandte Pilar einen verzehrenden Blick... „Señor Ulferto“, sagte er, indem er an den Wagen trat,„ich bin Ihnen noch die Geschichte meines Gelübdes schuldig. Also, um es kurz zu sagen: Bei einem Schiffbruch vor acht Jahren versuchte ich, mich durch Schwimmen zu retten. Ich bin ein guter Schwimmer, aber die Schuhe hinderten mich sehr. Ich wollte sie abstreifen, aber es ging nicht. Da gelobte ich, wenn ich je wieder das rettende Ufer erreichen würde, nie mehr.. Die Verkehrsampel nahm keine Rücksicht auf die schöne Geschichte Señor Pascuals. Sie sprang von Gelb auf Grün und das Taxi fuhr weiter. Der einzige Trost für Ricardo Pascual blieb, daß Pilar auch für ihn eine Kußhand übrig hatte. „Wo fahren wir eigentlich hin, Pilar?" „Zum Hauptbahnhof.“ „Aber dann, dann fährt der Bursche ja...“ Utz Ulfert war fest davon überzeugt, daß der Fahrer aus schnöder Gewinnsucht... „Wir fahren vollkommen richtig. Es werden ein paar Straßen ausgebessert und wir müssen einen Umweg machen, Utz. Du brauchst nicht in jedem Menschen einen Halunken zu sehen." „Verzeih, aber es wird mir einigermaßen schwer, an die menschliche Anständigkeit zu glauben." „Natürlich, nach den Erfahrungen, die du mit Leuten wie 237 machen mußtest...“ „Ein weißer Rabe, Pilar.“ „Und Pascual?“ „Weißer Rabe Nr. 2.“ (Schluß folgt.) Die heimliche Königin Skizze von Jochen Schmidt * Wir saßen uns in dem hübschen Wochenendhäuschen gegenüber. Draußen begann es eben zu dämmern. Das kahle Geäst der Obstbäume stand in seltsam krausem Geflecht gegen den bleichgelben Abgrund des Abendhimmels, über dem einige schmale Wolkenbänke schwebten, von der sinkenden Sonne zartrosa angehaucht. Ferne Hügel verbargen sich in tiefem Blau; nur ein See, den sie umschlossen, glühte in einer nie geschauten, grünlichlichten Meerfarbe auf. Vom Garten her leuchtete Schnee, dessen Reste noch von kalten Wochen dalagen, mit hellem Glanz in die Fenster. Zwischen uns, an einer Erkerwand, hing ein Mädchenbildnis, das im Spiel dieser köstlichen Farben ein unwahrscheinliches Leben gewann. Aus schlichtem Rahmen blickte das Antlitz eines jungen Mädchens, halb Kind noch, mit einem heimlichen Schalk in den Mundwinkeln, halb schon zu herber, ahnender Jungfräulichkeit erwacht. Lange, blonde Flechten fielen auf ein einfaches blaues Kleid und ihre schmalen, zarten Hände umschlossen eine alte zinnerne Kanne. Aus dem tiefen Braun des Hintergrunds trat ein bäuerliches Schapp in angedeuteten Umrissen hervor. Was vor allem an dieser vollendeten Arbeit fesselte, waren die Augen, dunkelblaue Sterne, von schweren Wimpern umrandet. Der verträumte, gleichsam lauschende und nach innen gewandte Blick hing einer anderen Welt, vielleicht einem alten Märchen nach.. Mein Freund, der junge Goldschmied, schien nicht viel Freude daran zu haben. „Für mich hat das Bild nur geringen Wert," meinte er,„obgleich es von unserem berühmten Nachbarn gemalt ist. Der gute Comberg hat mir ein freundliches Geschenk machen wollen, nachdem die Eltern des Mädchens das Bild nicht haben wollten, weil sie keine Ähnlichkeit herausfinden konnten. Ich kann es, offen gestanden, auch nicht." „Lieber Freund," sagte ich,„du bist von deinem Beruf gewohnt, das Gegenständliche zu sehen und überschätzt es vielleicht. Freilich schöpfst du deine Kostbarkeiten aus eigenem Form= und Stilgefühl, aber damit allein kann dir nicht jene innere Beseelung gelingen, die das Schmuckempfinden im Menschen auslöst. Was liegt an der Ähnlichkeit, wenn ein Kunstwerk wie dieses zu dir spricht? Comberg hat wahrscheinlich das Mädchen gar nicht um seiner selbst willen malen wollen. Der unverbesserliche Romantiker hat eben seine gute oder schlechte Stunde gehabt, wie du's willst, hat ihr vielleicht ein Märchen erzählt oder eine hübsche Liebesgeschichte... Und dann ist etwas anderes, schöneres entstanden als ein glattes Portrait, das die Eltern sich gewünscht hatten.“ Er war nicht so leicht zu überzeugen. Oder war es nur jener heimliche Widerstand, den manche Leute zur Schau tragen, um ihre eigene Meinung desto stärker bekräftigt zu finden? „Sie stammt aus einem der ältesten Bäuerngeschlechter," sagte der Freund, und ich vernahm einen gewissen Stolz in seiner Stimme.„Ihre Familie ist seit fünfhundert Jahren auf dem gleichen Hof ansässig. Neben tüchtigen Bauern sind auch Führerpersönlichkeiten aus ihr hervorgegangen, Landräte und Soldaten. Einmal ist eine Vorfahrin von ihr als Hexe angeklagt gewesen, mußte aber wegen ihrer Standhaftigkeit in der Folter freigelassen werden.“ „Sieh, das hättest du mir nicht zu erzählen brauchen, Kurt," unterbrach ich ihn,„ich hätte es aus deinem Bild abgelesen. Comberg hat einen Traum geschaffen, eine heimliche Königin, die über leuchtende Hügel wandelt oder abends an den schweigenden Ufern dunkler Waldseen sitzt. Sie muß wie das Märchen selber sein deine Schöne!" Er spähte plötzlich aufmerksam durchs Fenster. Draußen ging ein Mädchen vorüber, eine große, schlanke Gestalt, für ihr Alter vielleicht zu hoch aufgeschossen. An ihrem Arm klapperte eine Milchkanne. Wir hatten uns beide vornübergebeugt, um besser sehen zu können.„War sie das etwa?" fragte ich.„Na, dann wünsche ich dir viel Glück, Kurt!“ „Wieso?!" entrüstete sich der Freund. Aber er wurde wirklich rot. Nach einer Weile fragte er leise,— und eine unbändige, verhaltene Freude, aber auch ein letzter, Rest von bangem Vorbehalt schwang in seinen Worten:„Glaubst du wirklich, daß Comberg nicht geschmeichelt hat?" Dabei nahm er aus dem Schreibtisch ein Schächtelchen uno zog einen breiten Armreif hervor, eine wundetvoll edle Arbeit in der Art frühzeitlichen Fürstengeschmeides, hielt ihn andächtig hoch, daß er im letzten Licht aufblitzte, und sagte sinnend:„Das müßte sie schmücken... Was meist du, ob sie's annehmen wird?" 20. März 1941 März. bekannt: Züdostküste feindlichen nsgewaffnete 3 000 feindgriffen in gswichtige dere wurrend der Kaliber richtungen Brände. im St. belegt. März Krela bestehend und zwei weren LufiddeutschBrandist gereits im wurden on zwei ug kehrte Verband befeiligt: lewski m Co. mann Besatzung ckner, Mit Spaten und Gewehr Der Fronteinsatz des Reichsarbeitsdienstes für die Luftwaffe in Belgien und Nordfrankreich— Die Bewährung der Führer und Männer— Frontkameradschaft, die niemals zerbrechen wird n griff März. macht gibi von BeFlugzenge n. er Kerenbedentende ere Trupden Feind starke raschungsenglische le März. rechtigten von der hüler und ingesetzten ile haben Versetzung läßt der gehen: Kinder chulisch de Maßenststellen ge Lücken ndermaßlichen. nverschululbesuches Nachteile ng in die (Westf.). V. Arthur z. Zt. im Schriftund Verinz: Max g: Volksil: Stadtto Peffer n Felde). dberichtst Enters mtlich in Zur Zeit Kostbarder damit ngen, die Vas liegt dieses zu Mädchen en. 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Nur wer selbst einmal Gelegenheit hatte, die ungeheuren Leistungen an zäher Arbeit und weitsichtiger Organisation des Arbeitseinsatzes auf den zahllosen Flughäfen der deutschen Luftwaffe an der Kanalküste und bis tief in das Hinterland Belgiens und Nordfrankreichs hinein mit eigenen Augen kennenzulernen, kann richtig ermessen, was die Arbeitsmänner an der Front hier in den vergangenen Monaten geleistet haben und heute noch Tag für Tag bei jedem Wetter leisten. Bevor wir jedoch die Leistungen der Männer unseres Reichsarbeitsdienstes hier an der Front betrachten, wollen wir von dem sprechen, was uns beim Besuch der Flughäfen, auf denen sie eingesetzt sind, am meisten auffällt und uns immer wieder mit stolzer Freude erfüllt: es ist die Haltung des Arbeitsmannes. Wir sehen und erleben hier einen Querschnitt durch die deutsche Jugend von heute, die bereits durch die Schule der Hitlerjugend gegangen ist. Während junge Männer mit 18 Jahren einst kaum den ersten zaghaften Schritt ins Leben hinaus wagten oder vielleicht auch bereits in den Bars und Kaffeehäusern der Großstädte herumlungerten, marschiert heute Deutschlands Jugend in den Reihen des Reichsarbeitsdienstes, gesund und kräftig an Körper und Geist, erzogen zu Gehorsam und Disziplin, gehärtet von der Arbeit in Sonne und Regen, stolz auf ihre Leistungen. Als Schüler, Lehrlinge, Bauernknechte oder was sie sonst vordem waren, meist kaum über die Grenzen ihrer engeren Heimat hinausgekommen, stehen sie heute als Arbeitsmänner an Belgiens und Frankreichs Küsten, haben ihre Gewehre und Stahlhelme beiseite gestellt und bauen Startbahnen und Hallen für die Jagd= und Bombengeschwader der Luftwaffe. Ihre Arbeit ist hart, viel muß von ihnen verlangt werden, aber noch größer sind ihr Eifer, ihre Zähigkeit und Zuverlässigkeit. Dies bestätigt nicht nur jeder Flughafenkommandant— die meisten von ihnen erklären geradezu, daß der Einsatz der Luftwaffe gegen England in dem bisherigen Umfange unmöglich gewesen wäre ohne den Reichsarbeitsdienst—, ebensosehr finden wir die Bestätigung dafür in der Haltung jedes einzelnen Arbeitsmannes, in seinem Auftreten bei der Arbeit und in der Freizeit, in den Antworten, die er auf jede Frage freimütig in soldatisch knapper Form gibt. Wir sehen in der Gestalt des Arbeitsmannes das Gesicht einer neuen deutschen Jugend, die Trägerin der größten Revolution dieses Jahrtausends ist, einer Revolution, deren Kämpfer in der einen Hand das Gewehr und in der anderen den Spaten tragen, welcher noch immer der sicherste Bürge für die Dauerhaftigkeit des erkämpften Sieges war. Dieser Typ des deutschen Arbeitsmannes, der einem in allen Lagern im Reich und im besetzten Gebiet begegnet und die Gesichtszüge des Städters und des Bauern, des Arbeiters des Geistes und der Hand in gleichem Maße trägt, wurde geformt durch die Erziehung des Reichsarbeitsdienstes. Wenn Reichsarbeitsführer Konstantin Hierl schon von Beginn der Aufstellung der ersten freiwilligen Arbeitsdienstabteilungen an immer wieder die erzieherische Aufgabe dieser nationalsozialistischen Organisation als die wichtigste bezeichnete, zu einer Zeit, da mancher noch im Arbeitsdienst eine Notlösung des Arbeitslosenproblems sah, so gilt dies heute erst recht, trotz aller wichtigen und vordringlichen Kriegsaufgaben. Ja, wie der Fronteinsatz der Arbeitsmänner bereits erwies, ergänzen sich beide Aufgaben sogar in hervorragender Weise. Die gemeinsame Arbeit mit dem Spaten und der Stolz auf den gemeinsamen Erfolg haben sich schon immer als hervorragende Erziehungsmittel bewährt. Um wieviel mehr trifft dies erst zu für das, was unsere Arbeitsmänner heute auf den zahllosen Flugplätzen in Nordfrankreich und Belgien leisten. Viel muß oft von ihnen verlangt werden, lange Stunden der Arbeit, mancher Sonntag sogar wird vielleicht drangegeben, naß vom Regen stehen sie draußen, und die Stiefel stecken knöcheltief im durchweichten Boden. Nein, hier kann kein Flugzeug starten. Nochnicht. Aber in einer Woche, wenn der erste Zug mit dem Entwässerungsgraben und der zweite Zug mit dem„Auskoffern“ der Startbahn fertig ist, so daß die OT=Arbeiter mit ihren Zementiermaschinen kommen können, ja, dann wird es nur noch ein paar Tage dauern, und die ersten Bomber werden gegen England starten. So wird es sein, sie wissen es, denn es ist nicht der erste Flughafen, den sie startfertig machen. Oft, wenn die schweren Maschinen vom Nachbarflugplatz über ihre Köpfe wegbrausen, denken sie daran, wie der Staffelkapikän damals selbst zu ihnen kam und ihnen für ihren raschen und erfolgreichen Einsatz dankte, durch den allein der rechtzeitige Start der Staffel ermöglicht worden war. Sie haben ein Recht darauf, stolz zu sein auf ihre Leistungen an so wichtiger Stelle als Kameraden der Flieger. Die politische und weltanschauliche Erziehung, die im Reichsarbeitsdienst schon immer einen großen Raum einnahm und auch bei den an der Front eingesetzten Abteilungen nicht vergessen wird, ist gerade jetzt im Kriege von besonderer Wichtigkeit. Neben den geographisch=politischen und weltanschaulichen Unterricht tritt die tägliche Zeitungsschau, die die Männer über die wichtigsten täglichen Ereignisse in aller Welt auf dem laufenden hält. Die beste praktische Unterbauung des politischen Unterrichts bildet das Kennenlernen des fremden Landes selbst, in dem sich der Arbeitsmann befindet. Die deutsche Jugend von heute betrachtet ihre Umgebung mit instinktsicherem Blick und sieht aus eigener Anschauung die politischen Fehler und Verbrechen, die hier in der zurückliegenden Zeit begangen wurden, und ihre schwerwiegenden Folgen. Und ihr Glaube an ihre deutfche Heimat und ihr Volk wird noch stärker und bewußter in ihr durch die Kenntnis des fremden Landes und Volkes. Wenn wir aber die Leistung der Arbeitsmänner im besetzten Gebiet betrachten, die sich über die Monate seit dem Sommer letzten Jahres erstreckt und viele, viele Flugplätze umfaßt, auf denen ausgedehnte Startbahnen gebaut, Hunderte von Kilometern Entwässerungsgräben gezogen, Tausende von Flugzeughallen und Einzelboxen errichtet, zahllose Splitterschutzgräben und Unterstände gegraben wurden, so dürfen wir niemals vergessen, daß diese gewaltigen Resultate der Leistungen der Arbeitsmänner nur möglich wurden durch die in den Jahren des Friedens bewährte Einsatzleitung des Führerkorps des Reichsarbeitsdienstes. In jedem Gespräch mit den Kommandanten der verschiedenen Flugplätze kommt immer wieder die höchste Anerkennung zum Ausdruck, die diese Offiziere der Luftwaffe der Organisation des Arbeitseinsatzes ebenso wie der technischen Ausbildung und der raschen Anpassungsfähigkeit der Führer des RAD an jede ihnen gestellte Aufgabe zollen. Die dadurch gegebene ausgezeichnete Zusammenarbeit zwischen Luftwaffe und Reichsarbeitsdienst aber findet ihren sinnfälligsten Ausdruck in der festen Frontkameradschaft, die Flieger und Arbeitsmänner verbindet, von denen jeder weiß, wie sehr seine eigene Leistung abhängig ist von der des anderen. Wir sehen hier Deutschlands Jugend mit dem Spaten und hinter dem Steuerknüppel im gemeinsamen Kampf gegen Enaland, und wir wissen, daß diese Frontkameradschaft auch in den Jahren des Friedens niemals mehr zerbrechen kann. Das Wort, das der Führer einmal auf dem Parteitag in Nürnberg an seine Arbeitsmänner richtete, hat jetzt im Kriege erst recht seine herrlichste Bestätigung gefunden:„Ich wollte nur, alle Deutschen des Reiches könnten in diesem Augenblick euch, meine deutschen Kameraden vom Arbeitsdienst, sehen; sie würden die Ueberzeugung von hier mitnehmen, daß die Zusammenfügung des deutschen Volkes in einem einzigen Körper kein Phantom ist, kein phantastisches Gerede, sondern Wirklichkeit: als Realität ein gewaltiger Faktor für die Zukunft und das Leben des deutschen Volkes.“ Tschiangkaischek hat Sorgen Auflösung der IV. chinesischen Armee Marschall Tschiangkaischek hat die IV. sogenannte kommunistische chinesische Armee, die Teile der Provinzen von Shensi und von Shansi besetzt hielt, aufgelöst. Das Auflösungsdekret besagt, daß die IV. kommunistische Armee sich des Angriffes auf Kameraden schuldig gemacht und daß ihre Führer ungehorsame Rebellen seien. So ist denn ein Bruch zwischen den Kommunisten und der Zentralregierung vollzogen, dessen Bedeutung für die zukünftige Entwicklung der Dinge in China nicht unterschätzt werden kann. Der Widerstand Tschiangkaischeks im Kampfe gegen Japan ist dadurch berührt. Der Führer der chinesischen Kommunistischen Partei, Mao=tse=Tung, hatte erst im Jahre 1936 beschlossen, sich der sogenannten chinesischen Nationalen Partei unter Tschiangkaischek anzuschließen. Die kommunistische Zeitung„New China“ schrieb dazu:„Wir haben nicht die Absicht, in großen Schlachten gegen Japan zu kämpfen, wir wollen vielmehr die Leere vor dem japanischen Vormarsch schaffen und die Japaner dann im ständigen Guerillakrieg beunruhigen.“ Diese Taktik ist denn auch im Laufe der folgenden Jahre eingehalten worden. Die Japaner sind nur die unbedingten Herren an den Bahnlinien und auf den Verkehrsstraßen, aber sie haben ständig gegen einen heimtückischen Feind zu kämpfen, der sie beunruhigt, kleinere Truppenteile aus dem Hinterhalt überfällt, sich dann wieder auflöst und verschwindet. Die IV. jetzt aufgelöste kommunistische Armee hatte die Traditionen aus der berüchtigten Bürgerkriegperiode in China beibehalten. Sie hielt keine Disziplin, ihre Soldaten waren oft schwer von Räubern zu unterscheiden und ihr Kampfwert war mehr als zweifelhaft. Ernste Differenzen mit der Zentralleitung in Tschunking und direkter Ungehorsam, der als Meuterei ausgelegt werden mußte, zwangen den Marschall dazu, Truppen gegen diese Armee zu entsenden und schließlich die Auflösung zu erzwingen. Tschiangkaischek fügte seinem Auflösungsdekret die Erklärung hinzu, daß er davon überzeugt sei, das Verschwinden der IV. kommunistischen Armee werde weder im Innern Chinas noch in den auswärtigen Beziehungen— womit augenscheinlich Sowjetrußland gemeint ist— Schwierigkeiten hervorrufen. Er scheint mit dieser Behauptung recht zu behalten. Sicher aber sind die japanischen Positionen im nördlichen China durch das Verschwinden der IV. Armee gestärkt, und der Guerillakrieg, der die japanischen Besatzungstruppen beunruhigte, dürfte sein Ende gefunden haben. Zwischen dem Kuomintang und den Vertretern der Kommunistischen Partei Chinas sind in Tschunking Verhandlungen über eine Beilegung des Konfliktes eröffnet worden. Eine Kommission wurde ernannt, um den Streit möglichst ohne Weiterungen zu regeln. Ein Mitglied der Kommunistischen Partei Chinas darf bis auf weiteres an den Beratungen des Ministerrates teilnehmen. Aber diese Konzession schafft die Tatsache nicht aus der Welt, daß die kommunistische bewaffnete Macht in China verschwunden ist, was als eine Liquidierung des Kommunismus in China ausgelegt werden kann. Japan zieht aus dieser Tatsache einen unzweifelhaften Vorteil. (Karte: Scherl-M.) „Mehr Macht als irgendeiner“ Die USA, das Paradies der Juden Der Chef des Generalstabes der Luftwaffe, General der Flieger Jeschonneck, besucht hier eine Gruppe der im ständigen Einsatz stehenden Fernkampfflieger und begrüßt bei dieser Gelegenheit bewährte Öffiziere einer Staffel(PK-Brandt-Scherl-M.) Es hieße Parfüm nach Paris oder Haustrümmer nach dem heutigen England tragen, wollte man den Einfluß der Juden und Freimaurer auf die englische und amerikanische Regierung nachweisen. Der Führer hat in seiner Rede am Heldengedenktag diese alle Völker zersetzenden Elemente aufs neue gebrandmarkt. Er hat von einer Kräfteverschiebung von wahrhaft historischer Bedeutung gesprochen, die das Vorjahr einleitete und nun in diesem Jahre vollendet wird. Nun hat Roosevelt, dieser Anwalt des Weltjudentums, am Tage vor der Rede des Führers die alten Phrasen und Lügen, die der uralte Haß des Judentums ersonnen, in die Welt hinausgeschmettert. Er hat dabei dem amerikanischen Volke die gleichen Illusionen vorgemacht, unter denen es schon 1917 die Kastanien des Weltjudentums aus dem europäischen Kriegsbrand zu holen sich bemühte, wobei es sich gründlich die Finger verbrannte. Das amerikanische Volk hat diese Mißachtung der so hochgehaltenen Monroedoktrin durch Wilson mit dem Verlust von Milliarden Pumpgeldern an Frankreich und England, jahrzehntelanger Depression und Arbeitslosigkeit und schließlich der Entwertung des Dollars bezahlen müssen. Der Dollararistokratie jüdischer Prägung sind dagegen die Opfer erspart geblieben. Sie ist auf Kosten des amerikanischen Volkes immer reicher geworden. Nun ist Roosevelt wieder einmal der ausgesprochene Vertreter dieser Judäa=Plutokratie und damit ausführendes Objekt ihres Zerstörungs= und Kriegsverlängerungswillens. Ein Blick auf die Männer, die unter Roosevelt an diesem Krieg verdienen, gibt den klarsten Beweis. Ein Baruch leitet die Organisierung der Lieferungen an England, ein Morgenthau ist Finanzminister, ein Cohen der Intimus des Präsidenten und ein Frankfurter gab dem Englandhilfegesetz die talmudistische Form, die den Präsidenten ermächtigt, alles gegen das ureigene amerikanische Interesse und alles für die internationale Judenschaft zu tun. Daneben ist nicht zu übersehen die sonstige, geradezu ungeheure Machtbeherrschung der amerikanischen Wirtschaft durch das Judentum Seit 1655 ein Schiff mit Juden aus dem portugiesisch gewordenen Brasilien an der Küste des Hudson landete, sind die Juden die Geldherren der nordamerikanischen Union. Bereits im 17. und 18. Jahrhundert hat der„Judenkommerz“ den nordamerikanischen Handel beherrscht. Wenn die Siedler mit ihren Planwagen, ihrer Büchse und ihrer Axt gen Westen vorstießen, so folgte ihnen der Jude als Händler und gliederte seinem„Laden“ gewöhnlich eine Landleihbank an, oft auch eine Landverkaufsagentur und ähnliche Gebilde. Als die kalifornischen Goldfelder entdeckt wurden, nisteten sich sofort die Juden ein, die nicht etwa das Gold suchten und Goldgräberdienste taten, sondern wucherten. Noch heute sind in Kalifornien die Juden Richter, Abgeordnete, Covernors, Bürgermeister, und nicht zuletzt Geschäftsleute. Die Banken dort sind rein jüdisch, so die Seligman, Henry, Jesse, James in S. Francisco, die Gerstle, Stoß usw. in Los Angeles. Sie stehen in engster Verbindung mit ihren Glaubensgenossen in anderen Staaten, die, wie einst Friedländer den Weizenmarkt, die Guggenheimer den Markt der Metallschmelzereien, die Märkte beherrschen. Auch der Tobacco=Trust, der Asphalttrust, der Telegraph=Trust usw. sind in jüdischen Händen. Getreide, Baumwolle, Tabak und Metalle, diese Nervenstränge der amerikanischen Volkswirtschaft, sind ebenso wie die Kohlen in jüdischem Besitz und man versteht, weshalb die ganze Wirtschaft plutokratisch gegängelt wird. Presse und Rundfunk sowie die weit verbreiteten Monatsschriften mit ihrem oft obszönen Inhalt sind zumeist von Juden „gemacht“ oder werden im Judensinne redigiert. Am 1. Januar 1939 berichtete die„New York Daily News“, nicht weniger als 62 000 Juden befänden sich in leitenden politischen Stellungen, darunter jener jüdische Finanzmann Baruch, von dem im Dezember 1933 die Judengazette„American Hebrew“ schrieb, er habe inoffiziell die Stellvertretung Roosevelts auszuüben und der selbst sich vor dem Bundessenat als der Mann bezeichnete, der in den USA mehr Macht in Händen hätte als irgendein anderer. Weiter Morgenthau, Roosevelts Finanzminister, durch Heirat mit dem jüdischen Gouverneur des Staates Newyork, Lehmann, verwandt, und ferner mit den Bankierfamilien der Wertheim, Seligman, Warburg, der Firma Kuhn, Loeb u. Co., die nach dem Zeugnis ihrer Inhaber vor dem Untersuchungsausschuß des Senats im Jahre 1936 zugeben mußten, daß durch ihre Milliardenkredite an England und Frankreich das amerikanische Volk 1917 in den Krater des Weltkrieges gestürzt wurde. Im amerikanischen Wirtschaftsministerium sitzen die Juden haufenweise, sogar im Büro für Volkszählung, das unter dem Juden Hirsch steht und verhindert hat, auch die Rassenzugehörigkeit der USA=Bürger mitzuzählen. Im Landwirtschaftsministerium sind natürlich weniger Juden, dafür aber drängen sie sich im Innenministerium unter der Leitung des toll deutschfresserischen Mister Ickes desto stärker, und nicht uninteressant bleibt, daß der oberste Bundesrichter jetzt der Jude Frankfurter ist. Er ist auf Roosevelts Vorschlag dem verstorbenen Halbjuden Benjamin Cardozo im Amt gefolgt. Das Staatsdepartement ist zwar nominell arisch, wenigstens Cordell Hull, seine Frau ist aber bereits eine Tochter des Juden Isaac Witz. Die Liste könnte seitenlang fortgeführt werden. All diese Juden wollen das sinkende Staatsschiff Englands retten und der nichtjüdische amerikanische Staatsbürger soll dafür bezahlen. Kleopatra die Zweite Erstaufführung eines neuen Lustspiels im Stadttheater Münster Kleopatra bleibt eine unerschöpfliche Fundgrube für die Bühnen= und Filmautoren. Hier steht sie zwar nicht im Vordergrund, aber ihr Geist— wenn man so sagen darf— weht durch das Stück. Es geht nämlich um Kleopatra die Zweite, eine unberühmte Tochter der Ersten, zur Zeit Gemahlin des Königs Artaxis von Scharmarien. Dieses Zerrbild eines Herrschers empfängt eine römische Gesandtschaft, die für den Kaiser Nero Kleopatra die Zweite im Austausch gegen vier Provinzen anfordert. Der Ministerpräsident des Königs, der auf den wohlklingenden Namen Burraburiasch hört, hat nämlich als großer Diplomat die Legende ausgestreut, daß Kleopatra die Zweite noch schöner und verführerischer als ihre Mutter sei, weshalb Kaiser Nero, dessen Charakterbild in der Geschichte ja keineswegs schwankt, auf die Bekanntschaft besonderen Wert legt. Kleopatra die Zweite ist nun weder schön noch verführerisch, dafür kennt sie die Männer, denn in der allgemeinen Verwirrung schlägt sie vor, ein hübsches, junges Ding zur„Kleopatra“ zu erheben. In Schirwansade, der Tochter des Kameltreibers Baktaschin, wird ein enorm begabtes Geschöpf entdeckt, das die Gewähr für eine glückliche Lösung der Aufgabe beim Kaiser Nero bietet. Wenn die Römer den Betrug auch durchschauen, so geben sie sich doch im Hinblick auf die hervorragende Talente der Schirwansade zufrieden. Bei dieser Gelegenheit hält der Gesandte Neros, Tullius Cassius, dem ungestümen Gaius Lutetius ein philosophisch verbrämtes Kolleg über Lebensweisheit, worin er dem Bluff eine Chance einräumt. Das ist in groben Zügen der Inhalt des Lustspiels, das Max Christian Feiler und Herbert Waniek nach einer Komödie von Cesare Meano gezimmert haben. Es lebt von witzigen und saftigen Bemerkungen über Menschen und Dinge. Einige Personen sind sehr hübsch gezeichnet, namentlich der König Artaxias wird von den Verfassern zur Zielscheibe eines ätzenden Spotts genommen. Die münsterische Aufführung, für die Heinz Kottkamp als Spielleiter verantwortlich zeichnete, trug den Stempel eines geistvollen komödiantischen Theaters. Die Farbtöne waren kräftig, aber doch nicht zu dick aufgetragen, so daß alles in der Sphäre des nachdenklichen Schmunzelns blieb. Kurt Rackelmann freilich, der mit seinem König Artaxias noch einmal eine Kostprobe seines tollen Humors gab, hatte ein Recht zur Steigerung. Unvergleichlich, wie er diesen Trottel von König— ein sonderbares Gemisch von caesarischem Gebaren, schlurfender Kleinbürgerlichkeit, moralischer Fassade und listigem Händlergeist— entlarvte. Köstlich, wenn er mit seinem Ministerpräsidenten die Kandidatinnen für„Kleopatra, die Zweite“ besichtigt und prüft, entzückend, wie er noch am Schlusse des faulen Geschäftes statt vier fünf Provinzen herauspressen will. Else Quecke war als Königin von einem herzerfrischenden Humor, der sich besonders in der Offenheit ihrer Sprache kundtat. Max Trunz mimte einen orientalisch verschlagenen Ministerpräsidenten, Horst Koch einen martialischen Hauptmann der Leibwache. In der Rolle der schönen Schirwansade entfaltete Gina Schaghy alle Vorzüge ihres Spieltalents. Reizvoll, wenn auch etwas eckig, der Tanz, mit dem sie die Männer betört. Klug und überlegen, mit einem Zug philosophischer Skepsis, gab Alwin Emmert den Gesandten Tullius Cassius. Heinz Ladiges machte den aufbrausenden Gaius Lutetius glaubhaft. Hans Schille spielte eindrucksvoll den revolutionären Kameltreiber, der seine Tochter zu billig verkauft sieht. Ausgezeichnet das Bühnenbild von Sepp Nordegg. Ganz orientalisch, die Märchen von tausend und einer Nacht mit ihrer Atmosphäre hatten Pate gestanden. In demselben Stil die blumig=bunten Kostüme von Lieselotte Reik. Wolfgang Rößler hatte eine die Strophen und den Tanz dezent untermalende Musik geschrieben, die mit dem glossierenden Stil des Stücks trefflich harmonisierte. Das Publikum war von der humorvollen Neuheit sehr angetan. Es wurde viel gelacht und gerlatscht. Wilhelm Vernekohl Deutsche Kunst im Osten Nach 22 Jahren Wiederbeginn der deutschen Theater im befreiten Posen Zu einem nachhaltigen künstlerischen Ereignis gestaltete sich am Dienstagabend die Festaufführung des Kleistschen Schauspiels„Prinz Friedrich von Homburg“ in dem am gleichen Tage von Reichsminister Dr. Goebbels feierlich seiner Bestimmung übergebenen Großen Haus der Posener Theater. Die Aufführung, die im Rahmen der Kulturtage des Warthelandes stattfand, leitete nach 22jähriger Unterbrechung den Wiederbeginn deutscher Bühnenkunst im befreiten Posen ein, das am Mittwoch noch ein zweites Haus für Kammerspiel und Komödie eröffnete. Neben einer großen Zahl führender Persönlichkeiten aus Staat, Partei und Wehrmacht sowie den in Posen anwesenden Kunstschaffenden und Kulturschriftleitern aus dem ganzen Reich wohnte auch Reichsminister Dr. Goebbels in Begleitung von Gauleiter Greiser der Aufführung bei. Das vom vaterländischen Gedanken beseelte Schauspiel des nach Schiller größten Dramatikers Deutschlands kam in der Inszenierung von Richard Weichert und mit Bühnenbildern von Cesar Klein heraus. Mit der glanzvollen Aufführung stellte sich die von dem Intendanten Karl Peter Heyser aus bewährten Bühnenkünstlern aus dem ganzen Reich zusammengestellte neue Spielgemeinschaft der Theater in Posen erstmalig der Oeffentlichkeit vor. Das festlich gestimmte Haus dankte für die gebotenen Leistungen, die ein verheißungsvoller Auftakt für das künftige deutsche Theaterleben in Posen waren, mit anhaltendem, zum Schluß stürmischem Beifall, der die Spielgemeinschaft mit ihrem Intendanten wiederholte Male vor den Vorhang rief. Reichsminister Dr. Goebbels verlieh den Theatern in Posen in Würdigung ihrer hohen Bedeutung als Pflegestätte deutscher Kunst und Kultur im neuen Osten die Bezeichnung„Reichsgautheater“. Urform die Niedersachsenhauses Die neuesten Ergebnisse der Wurtenforschung an der Nordseeküste Wesentliche Erkenntnisse über die Urform des alten Niedersachsenhauses konnten jetzt durch die Grabungen von Einswarden in der Wesermarsch und der Wurt Hessens bei Wilhelmshaven gesammelt werden. In Einswarden konnte man den Nachweis erbringen, daß das Niedersachsenhaus nicht erst im Mittelalter entstand, sondern in seiner Urform sich schon um die Zeitenwende belegen läßt. Man konnte bei der Wurt in Einswarden die Entwicklung des dreischiffigen Hallenhauses bis zum 2. Jahrhundert vor der Zeitenrechnung verfolgen. Die unmittelbare Beziehung des dreischiffigen Hallenhauses zum Niedersachsenhaus ergab sich durch die Auffindung eines Mitteleinganges an der Schmalseite der Häuser. Ein reiches Fundmaterial in Einswarden ermöglichte die genaue Datierung der einzelnen Haustypen, gab ein Bild von dem Leben der Bewohner des Küstengebietes und wird weiterhin bei einer gründlichen Durcharbeit in stammeskundlicher Hinsicht auch auf diesem Gebiet wichtige Erkenntnisse bringen. Bei der noch nicht abgeschlossenen Grabung der Wurt Hessens bei Wilhelmshaven konnte in den angeschnittenen Schichten des 6. Jahrhunderts eine spätere Entwicklungsform des Niedersachsenhauses gefunden werden, so daß auch hier eine Lücke in der Entwicklungsreihe des Haupttypes geschlossen wurde. Neben den dreischiffigen Hallenhäusern legte man in den Schichten des 7., 8. und 9. Jahrhunderts einen Stabbau frei, der eine unmittelbare Parallele zu den Stabbauhäusern der alten Wikingerstadt Haithabu darstellt. Ebenso wurde auch eine in Holz erhaltene Anlage freigedeckt, die durch einen breiten Graben und eine dahiner gelegene steile, mit Bohlenwänden abgestützte palisadenbefestigte Wurtenböschung auf eine Wehranlage hinweist. Auch sie hat ihre Parallele in dem Wall Haithabus. Dokumente des Krieges Drei Frontmaler stellen in Weimar aus Es gibt von Otto Engelhardt=Kyffhäuser(Görlitz) ein Weltkriegsbild, das unter dem Thema„Flandern“ nichts als ein Paar leere Soldatenstiefel zeigt, die verlassen im tiefen grundlosen Schlamm stecken. Dieses Gemälde wurde berühmt, weil es mit den kargsten malerischen Mitteln die Tragik des flandrischen Schlachtfeldes sichtbar machte. In den gleichen Stil bannt heute Dr. Bloß=Eisfeld, dessen Kriegsbilder im Sommer 1940 an ehrenvoller Stelle im Haus der Deutschen Kunst hingen, in einem Werk„Dünkirchen“ die Vertreibung der Engländer vom europäischen Kontinent: An einem Küstenstreifen sieht man nichts als ein herrenloses Gewehr, eine Offiziersmütze und ein paar englische Stahlhelme. Dieses Bild mit seiner zwingenden Sprache ist eines der Kriegsbilder, die in einer Ausstellung„Der Krieg“ gegenwärtig in Weimar gezeigt werden. Der Hauptanteil der Ausstellung fällt Otto Engelhardt=Kyffhäuser zu, den man dieses Mal vor allem als Zeichner kennenlernt. Die meisten seiner Arbeiten sind graphische Blätter, Dokumente des Krieges und Sieges in Polen und Der erste Star Noch schmückt kein Blatt den Birkenbaum: Nur braune Knospen heben Sich schimmernd in den Morgentraum Und raunen leis vom Leben. Da schwatzt und pfeift es keck und hell Auf einmal in den Zweigen; Ein schwarzberockter Lenzgesell Eröffnet seinen Reigen. Der erste Star! Was kümmert ihn Der Reif noch rings?... Öhn' Sorgen Ist er und pfeift, und fröhlich ziehn Die Töne durch den Morgen. Hast recht, Gesell! Nicht lange mehr, Dann blüht's an allen Enden! Herz, bist du noch von Sorgen schwer, Komm, laß dir Freude spenden! Julius Bansmer im Westen und Zeugnisse einer virtuosen farbigen Zeichenkunst. Die Wucht des deutschen Schwertes belegen auch die Blätter des Frontmalers Fritz H. Schröner, Gotha, der in aquarellierten Zeichnungen, die in ihrer Dichte und farbigen Subtilität an die Kunst Altdorfers gemahnen, die Kriegsverbrecher anklagt. Die Ausstellung, die von Gaukulturreferent Dr. Studentkowski eröffnet wurde, hat zahlreichen Besuch. Erich Traumann Altherrenbund der Reichsstudentenführung. Zum Amtschef des Altherrenbundes der Reichsstudentenführung hat Reichsstudentenführer Dr. Scheel Dr. Karl Ostarhild aus Schneeberg im Erzgebirge ernannt. Deutsche Gastvorträge in Helsinki. Nachdem in der letzten Zeit wiederholt finnische Gelehrte wie Professor Mikkola= und Professor Gyllenberg an der Universität Marburg Gastvorträge gehalten haben wird der Rektor der Marburger Universität, Professor Dr. Theodor Mayer, in den nächsten Tagen Gastvorlesungen an der Universität Helsinki halten. starkwirksam, gegen Zahnsteinansatz, zahnfleischkräftigend, mild aromatisch, ud AOr gro6e Tube e kleine lube 258 20. März 1941 Westfälische Tageszeitung Nummer 78 Westfalen-Nora und Nachbargaue Die Kriegführung Großbritanniens Vortrag von Univ.-Prof. Dr. Feldmann-Bonn vor der Gefolgschaft des Oberpräsidiums in Gegenwart des Gauleiters Münster, 19. März. In den aktuellsten Fragenkomplex der gegenwärtigen militärischen Auseinandersetzungen im Mittelmeergebiet führte ein Vortrag, den Univ.=Prof. Dr. Feldmann, Bonn, in der Aula der Hermann=Löns=Schule vor den Beamten und Angestellten des Oberpräsidiums hielt. Gauleiter und Oberpräsident Dr. Meyer entbot als Chef des Oberpräsidiums dem Redner den herzlichen Willkommensgruß der Behörde und der zahlreichen Zuhörerschaft, die den ungemein fesselnden Ausführungen des Vortragenden mit gespanntester Aufmerksamkeit folgte. Das Thema„Die Kriegführung Großbritanniens" führte in der anschaulichen Behandlung und Darstellung durch den Vortragenden mitten hinein in den verzweifelten Kampf der Engländer, der heillosen Verstrickung zu entgehen, in die sie sich selber eingesponnnen haben; überdies würdigten die Ausführungen im besonderen auch die außerordentliche Bedeutung, die der Stellung und Haltung Italiens im gesamten bisherigen Kriegsverlauf für den glücklichen Ablauf der deutschen Operationen in Ost und West zukommt. Die Kriegführung Großbritanniens kennzeichnete der Vortragende als einen Mehrfrontenkrieg, dem England in wesentlich anderer Lage als während des Weltkrieges sich gegenübergestellt sieht. Darin zeichne sich der völlige Wandel der Zeit und aller Verhältnisse ab; trotzdem sei in den englischen Auffassungen und Planungen der Zug unverkennbar, die Erfahrungen, die England während des Weltkrieges gemacht habe, so zu verwenden, als ob sich in der heute veränderten Lage ohne weiteres solche Analogien anwenden ließen. Und selbst in neuen Planungen seien solche Gesichtspunkte der Analogie anzutreffen, in denen strategische Maßnahmen der deutschen Kriegführung vom englischen Generalstab in analoger Anwendung versucht würden. Solche Analogien seien völlig abwegig, zumal mit Rücksicht auf die dauernden Verschiebungen der strategischen Lage, die durch die geniale Außenpolitik des Führers immer wieder hervorgerufen würden und die das Gesetz des Handelns immer auch dem Führer sicherten. Heute kämpfe Großbritannien an drei Fronten, deren erste, die Heimatfront, sich einer gegenüber dem Weltkrieg äußerst bedrohten Lage gegenübergestellt sieht. Die zweite Front sei die des Meeres, die Front der Verbindungen in den weiten Seeräumen, in der die lebensnotwendigen Verbindungen zwischen Mutterland und dem Riesenreich gedeckt werden müssen. Der Kampf an dieser Front sei im wesentlichen ein Kampf der beiderseitigen Flotten, heute aber auch der Kombination. von Flotte und Luftwaffe, die unsere Lage ganz besonders aussichtsreich gemacht habe. Die dritte Front, gewichtiger als im Weltkrieg, sei das Mittelmeer. Sie mußte in diesem Kriege neu gebildet werden gegen einen Gegner, der während des Weltkrieges auf der Seite der Alliierten stand. So sehe ich England in eine Lage gedrängt, in der sich das vor 20 Jahren schon vom damaligen englischen Flottenchef Jellicoe gesprochene Wort bewahrheitet habe, daß Großbritannien gezwungen sein werde, in einem ZweiHemisphären=Krieg zu kämpfen. Das sei allerdings das Gefährlichste, was Großbritannien habe treffen können. Aber auch diese Mittelmeerfront sei im wesentlichen eine Front der Verbindungen, da Aegypten als der Kreuzpunkt aller Verbindungen des Weltreiches anzusprechen sei, und England müsse alles tun, um diesen Punkt zu decken. Der Vortragende behandelte in diesem Zusammenhang in eingehender Würdigung die Lage im Mittelmeerraum während der Zeit der Nicht=Kriegführung Italiens. Welch hohe Bedeutung dieser italienischen Haltung im Gesamtgeschehen des bisherigen Kriegsverlaufs zukam, wurde durch eine Reihe von Tatsachen überzeugend belegt; sie fesselte— auf dem für England und Frankreich bedrohlichen Hintergrund des deutsch italienischen Bündnisses— stärkere Kräfte Englands und Frankreichs und machte dadurch ein Eingreifen dieser beiden Mächte in Skandinavien während des finnisch=russischen Konfliktes unmöglich. Darüber hinaus habe diese Haltung Italiens die Aufrechterhaltung der mnn Blick ins Münsterland Wir gralulieren zum 13. Kind Riesenbeck. Dem Landwirt Hubert Wölte in der Bauerschaft Lage wurde das 13. Kind geboren. Von den Kindern leben noch 12, uno zwar 5 Mädchen und 7 Jungen. Wo soviel Wiegen stehen, da rostet nicht der Pflug. Unsere herzlichsten Glückwünsche. 50 RM Strafe für falsche Angaben Stadtlohn. Eine Stadtlohner Ehefrau hat wegen wissentlich falscher Angabe beim Antrag für einen Be zugschein eine Geldstrafe von 50 RM erhalten. Stabilität der Lage im Mittelmeer bedeutet, wobei sie den Balkan sehr stark überstrahlte und infolgedessen während des deutschen Östfeldzuges die durch Bündnisvertrag den Polen verpflichteten Rumänen davon abhielt, den Polen zu Hilfe zu kommen. Die dadurch möglich gewordenen Komplikationen hätten vermutlich zu weiteren Folgerungen führen können, die gewisse Erschwerungen in die Situation des Ostfeldzuges hätten bringen können. Die Armee Weygand in Syrien fei bekanntlich zu jener Zeit berufen gewesen, solche Komplikationen hervorzurufen. Wichtig sei ferner, daß ein früherer Kriegseintritt Italiens die kolonialen Komplikationen unseres Verbündeten viel früher ausgelöst haben würde. Auch in der Seekriegführung wäre Italien bei der damaligen Lage der Verhältnisse im Mittelmeer auf strategische Defensive angewiesen gewesen, wenn es früher in den Krieg eingetreten wäre. Erst durch das Ausscheiden Frankreichs sei Italien entlastet worden. Seine Landfront wurde frei und auch zur See habe Italien durch den Ausfall der französischen Flotte den Rücken frei bekommen, so daß Italien nunmehr zur See strategisch offensiv hätte vorgehen können, wie es die Absicht gewesen sei. Eine kritische Lage für Italien sei allerdings dadurch entstanden, daß es den Engländern in ihrer bekannten Brutalität gelungen sei, einen großen Teil der französischen Flotten, der ihnen von gemeinsamen Einsätzen her unmittelbar erreichbar war, zu kapern. So erhielt die englische Flotte eine erhebliche Verstärkung im Mittelmeer, die es ihr gestattete, eine westliche Flottengruppe mit dem Stützpunkt Gibraltar und eine östliche mit den Stützpunkten des östlichen Mittelmeeres zu verwenden. In dieser Lage sei Italien wiederum auf die strategische Defensive angewiesen worden, wodurch auch in Nordafrika der Umschwung zu Ungunsten Grazianis eingetreten sei, weil die englische Flotte beim Vorgehen Wavells starke Hilfe habe leisten können. Jedoch schaffe die italienische Luftflotte, zumal jetzt auch durch die Unterstützung der deutschen Luftwaffe, einen erheblichen Ausgleich, da sie sich auch heute im östlichen Mittelmeer eine starke Offensiv=Stellung erhalten konnte. In einem folgenden Kapitel seiner Betrachtungen verfolgte der Vortragende dann die englischen Pläne, die im Zusammenhang mit dem Kriegsausbruch in Griechenland den englischen Versuch darstellten, mit der Frontbildung an der griechischen Küste und über die von der Flotte im östlichen Mittelmeer bezogenen Stellung auf die afrikanische Mittelmeerküste ausgreifend einen analogen Ausgangspunkt für Unternehmungen gegen das talienische Mutterland zu schaffen, wie er den deutschen Armeen durch den Besitz der gesamten Gegenküste von Narvik bis zur Biskaya gegen die englische Insel zugefallen war. Die Ausführungen lieferten den bündigen Nachweis, daß eine solche Analogie hier restlos abwegig und unsinnig ist, weil die Raumbeschaffenheit absolut keine Aussichten zum Gelingen bieten könne. Zwar wurde sowohl auf dem griechischen Teil wie auf dem afrikanischen Teil dieser englischen„Wehrmachtsfront“ die Offensive begonnen, sie habe jedoch gezeigt, daß sie Italien nicht„aus dem Kriege herausboxen“ kann, was bekanntlich das Ziel des englischen Generalstabes war. England irre sich sehr und unterschätze die Wehrkraft und die militärische Kraft unseres italienischen Verbündeten, wenn es glaube, vom afrikanischen Kolonialreich her Italien niederzwingen und alsdann gegen Deutschland marschieren zu können. Im Gegenteil liege jeder strategische Vorteil auf Seiten der Achse, zumal nach den neuesten Entwicklungen auf dem Balkan. Diese Erkenntnis bereite daher auch den Engländern größte Sorge, und die eben beendete zweite Reise Edens in den nahen Osten habe das deutlich in Erscheinung treten lassen, da er— im Gegensatz zum Zweck seiner ersten Reise— inzwischen sich sorgenvoll darum mühen mußte, nach Verteidigungsmöglichkeiten für die bedrohte englische Position im östlichen Mittelmeer zu suchen. Seine Darstellung dieser Lage und seinen Vortrag beschloß der Vortragende mit dem Worte Mussolinis:„Es wird gutes Wetter kommen, aus allen Himmelsrichtungen". Dieses Wort wird sowohl durch die neuen Positionen der deutschen Armeen auf dem Balkan wie auch durch die letzten Reden des Führers anschaulich und bestimmt verdeutlicht. Gauleiter Dr. Meyer übermittelte dem Vortragenden den herzlichen Dank der Gefolgschaft seiner Behörde für die so aufschlußreichen Ausführungen, die gezeigt hätten, daß wir es mit einem fanatischen und zähen Gegner zu tun haben. Demgegenüber aber habe das deutsche Volk das sichere Gefühl, den schon errungenen Sieg nur festhalten zu brauchen, um den Endsieg zu erringen. Denn— wie der Führer es gesagt habe— England falle, und keine Macht der Welt könne es halten. Mit der Führerehrung beschloß der Gauleiter die eindrucksvolle Vortragsveranstaltung. Vogelspinne am Waldemar, der„Spinnennarr“ erhielt zwei Monate Gefängnis Hannover, 19. März. Waldemar F. galt in der Konditorei, wo er fast täglich verkehrte, als guter Gast. Nur eines mochte man weniger bei ihm— den Inhalt seiner Aktentasche. Sie war oft mit Schachteln und Kästchen gefüllt, und darin wimmelten Spinnen. Waldemar war nämlich ein„Spinnennarr". Zu Haus bewahrte er eine handtellergroße Vogelspinne, gleichsam die Schwergewichtsklasse unter den langbeinigen Krabblern. Zum unheimlichen Aussehen— der Körper und die Beine sind schwarz wie Gewitterwolken— zu den langen, starren Borstenreihen paßt das Gift ihrer Kieferdrüsen. Waldemar dachte sich etwas„Reißerisches" aus. Eines Mittags, als die Konditorei fast leer war, nur das zehnjährige Töchterchen des Besitzers spielte darin, sagte er zu dem Kind:„Stell dich einmal hierher, ich will ein hübsches Bild von dir haben." Dabei holte er aus seinem Einmachglas die Vogelspinne und setzte sie der Kleinen an den Hals. Oh, das sollte ein wirkungsvolles Foto geben! Als das Mädchen das schwarze, widerliche Tier am Körper spürte, zuckte es Neuordnung der Kohlenbewirtschaftung Wesentliche Vereinfachung der bisherigen Organisation Die Bedeutung der Kohle als des wertvollsten deutschen Rohstoffes ist im Kriege deutlich hervorgetreten. Ihre Bewirtschaftung erfordert den restlosen Einsatz aller Kräfte, um die Versorgung der Wirschaft und der Bevölkerung mit Kohle sicherzustellen. Reichsmarschall Göring hat daher den Reichswirtschaftsminister Funk beauftragt, eine Neuordnung der Kohlenbewirtschaftung durchzuführen. Dabei soll die freie Initiative im Bergbau und im Kohlenhandel weitgehend nutzbar gemacht und zu eigenverantwortlicher Entfaltung gebracht werden. Zur Durchführung der gestellten Aufgaben, insbesondere der Organisation der Kohlenverteilung im großdeutschen Raume, haben sich Kohlenbergbau und Kohlenhandel zu einer Selbstverwaltungsorganisation der„Reichsvereinigung Kohle" zusammengeschlofsen. Vorsitzer der Vereinigung ist der Gauwirtschaftsberater Generaldirektor Paul Pleiger, den der Reichswirtschaftsminister zugleich zum Reichsbeauftragten für Kohle bestellt hat. Diese Neuordnung wird zu einer wesentlichen Vereinfachung der bisherigen Organisation der Kohlenbewirtschaftung führen und eine schnelle und nachdrückliche Durchführung der Regierungsmaßnahmen auf dem Gebiete der Kohlenwirtschaft gewährleisten. Da die Verteilung der Kohle während des Krieges in erster Linie ein Transportproblem ist, hat der Reichsmarschall ferner den Staatsrat Wilhelm Meinberg zu seinem Sonderbeauftragten für den Transport der Kohle ernannt. Dieser Sonderbeauftragte wird in engster Zusammenarbeit mit dem Reichsbeauftragten für Kohle und der BergbauAbteilung des Reichswirtschaftsministeriums sowie in steter Fühlung und im Benehmen mit dem Reichsverkehrsminister alle Maßnahmen treffen, die den reibungslosen Transport der Kohle sicherstellen. Im Zuge dieser Neuordnung ist das Amt des Reichskohlenkommissars aufgelöst worden. Parteigenosse Paul Walter ist auf seinen Wunsch von dem Reichsmarschall von seinen Aufgaben entbunden worden. Der Reichsmarschall hat ihm für die unter größten Schwierigkeiten geleistete Arbeit seinen besonderen Dank ausgesprochen. NSFK=Tagung im„Haus der Dortmund, 19. März. Im„Haus der Flieger“ in Dortmund fand eine wichtige Arbeitstagung der NSFK=Gruppe 10, Westfalen, statt. Nach Verlesung eines Kapitels aus Otto Grafs„Imperium Britannicum“, nach der Nennung der Namen der Gefallenen aus der NSFK=Gruppe 10 sprach NSFK=Sturmbannführer Storck über die Aufgaben des NSFK und seines Förderer=Wesens. Die schärfste Waffe unseres Volkes im Kampfe um die Lebensexistenz müsse die Luftwaffe sein und bleiben. Es sei Aufgabe des NSFK und seiner Förderer=Mitglieder, immer fester diesen Gedanken im Volke zu verwurzeln. Die Anzahl der Förderer=Mitglieder, die in Westfalen 17696 betrage, müsse durch die kommende Arbeit verdreifacht werden. Es gehe aber in erster Linie um die aktive Mitarbeit und nicht so sehr um die Beiträge. Voreingenommenheiten gegen das Flugzeug und seine Sicherheit als Verkehrsmittel und Waffe müßten beseitigt werden. Sturmbannführer Storck gab dann noch bekannt, daß die Verbindung zwischen Flieger=HJ, Fliegerstürmen und Förderer=Mitgliedern immer enger gestaltet werden müsse. Für die weitere Werbung wurde eine Auszeichnung in Form einer Plakette angekündigt. Standartenführer Koberg wies in seinem Schlußwort darauf hin, daß die Volkstümlichkeit des Fluggedankens besonders jetzt im Kriege gefördert werden müsse. Ein gefährliches„Andenken“ Bad Oeynhausen. Beim leichtfertigen Hantieren mit einer als Kriegsandenken mitgebrachten Panzergranate verunglückte ein hier beschäftigter Mann aus Vlotho schwer. Das plötzlich explodierende Geschoß riß ihm beide Hände ab. Außerdem erlitt er Kopfverletzungen, die seine sofortige Ueberführung ins Mindener Krankenhaus erforderlich machten. Die Frau hatte angegeben, sie besitze nur einen Mantel. Darauf erhielt sie o.nen Bezugschein, weil angenommen zusammen und schüttelte sich vor Ekel. Und da— biß die Spinne zu. Das Kind schrie laut, die Mutter eilte herbei, beinahe wäre auch sie noch gebissen. Sie schaffte ihr Töchterchen schleunigst zum Arzt, der Hals war schon stark geschwollen. Ein paar Wochen litt das Mädchen an den Folgen des Giftes. Ob auch Waldemar willig die Kosten und ein hohes Schmerzensgeld bezahlte, der Richter verurteilte ihn doch noch wegen fahrlässiger Körperverletzung zu zwei Monaten Gefängnis. Außerdem darf der Spinnennarr keine Giftspinnen mehr halten. Pole vor dem Er erhielt ein Jahr Gefängnis wegen gröbster Beleidigung Hamm, 19. März. Vor dem Sondergericht Dortmund, das Dienstag im Hammer Amtsgericht tagte, hatte sich der 29 Jahre alte Pole Jakob Braschka zu verantworten. Er war als polnischer Soldat Anfang September in Gefangenschaft geraten und zunächst als Kriegsgefangener, dann als Zivilgefangener auf einem Bauernhofe in Freiske als landwirtschaftlicher Arbeiter tätig. Er hatte sich einem 15½jährigen Mädchen, das auf dem gleichen Hofe beschäftigt war, immer stärker zu nähern gewußt und es schließlich in der gröblichsten Weise beleidigt und damit auch den Vater des minderjährigen Mädchens. Indes sah das Sondergericht die erschwerenden Umstände des§ 4 der Volksschädlingsverordnung für nicht gegeben an. Der Staatsanwalt hatte zwar ausgeführt, daß eine Ausnutzung der durch den Krieg verursachten besonderen Umstände vorliege. Das Sondergericht stand auf dem Standpunkt, daß der Angeklagte nicht objektiv die Kriegsverhältnisse ausgenutzt habe. Sein Verhalten aber sei äußerst zu verabscheuen, und er habe sich erheblich vergangen. Deshalb sei hier auch die Höchststrafe wegen Beleidigung am Platze. Das Urteil lautete auf ein Jahr Gefängnis. Wegen einer Flasche Schnaps Kamen. Ein 11jähriger Junge passierte die Oststraße und hatte dabei eine Flasche Schnaps unter dem Arm. Westfälischer Sportanzeiger der Gauhauptstadt Tageschronik Der apl. Professor Dr. Erich Ries aus Leipzig is zum ordentlichen Professor an der Philosophischen und Naturwissenschaftlichen Fakultät der Westfälischen Wilhelms=Universität für das Lehrfach Zoologie ernann worden.— Wie uns der Kreisfachwarr, für Handball mitteilt, ist Münsters Handballmeisterschaft 1940/41 zugunsten von Tus Westfalen=Jahn entschieden worden. Dem TV Münster 1862, der dem Meister noch hätte gefährlich werden können, mußten einige Punkte abgesprochen werden. Zweifellos wurde in Jahn die beste münsterische Mannschaft Meister.— Zwei Kraftwagen stießen an der Ecke Adolf=Hitler=Straße— Windthorststraße zusammen, wobei ein Kraftwagen schwer beschädigt wurde. Im letzten Augenblick konnte ein Fußgänger zur Seite springen und damit einer sicherlich schweren Verletzung entgehen. Einer der Wagenführer hatte das Vorfahrtrecht nicht beachtet.— Die als vermißt gemeldeten Margarete Gatz und Amalie Determann sind ermittelt. Abschlußprüfung an der Handelsschule der Stadt Münster Unter dem Vorsitz von Direktor Flörke fand am Dienstag dieser Woche die Abschlußprüfung der zweijährigen Höheren Handelsschule, statt. 27 Schüler und Schülerinnen aus Münster und 22 aus dem Münsterland und der weiteren Umgebung erhielten auf Grund ihrer Leistungen das Abschlußzeugnis. Die Namen der Schüler und Schülerinnen aus dem Münsterland(außer Münster) sind: Magda Uebbert, Altenberge, Gustav Matthesen und Reinhard Baetz, Borghorst, Heinrich Bunke und Fritz Teigeler, Emsdetten, Hilde Schmidt, Dülmen, Hans=Martin Möllenbrock, Gremmendorf, Lothar Schneider, Haltern, Josef Frieling, Neuenkirchen, Gisela Soer, Ochtrup, Josef Brüggemann, Reckenfeld, Margret Lorenzen, Rheine, Anni Buschhoff und Margret Stumpe, Telgte, Maria Hinte, Vreden, Heinrich Bücker und Helmut Heitmann, Warendorf. Gertrud Hagemann, Marga König und Leni Küper, Werne. Ferner bestanden die Prüfung: Georg Hüttemann, Bigge, und August Schierhölter, Glandorf. Auch der einjährige Sonderlehrgang zur Ausbildung von weiblichen Bürokräften konnte mit Erfolg beendet werden. 16 Schülerinnen aus Münster und 20 aus dem Münsterland und der weiteren Umgebung beanden die Sonderprüfung zur Befreiung vom weiteren Besuch einer kaufmännischen Berufsschule. Die Namen der Schülerinnen aus dem Münsterland(außer Münster) sind: Josefa Förster, Else Hesselmann und Huberta Ribbekamp, Albersloh, Martha Höffker, Borghorst, Lieselotte Fäth und Mathilde Fiege, Coesfeld, Elisabeth Raumeyer und Margret Teigeler, Emsdetten, Agnes Kalfhues, Flaesheim, Liesel Becker und Marianne Kleine=Ruse, Gronau, Roselis Stadtmann, Greven, Anneliese Bosse=Plois, Aones Eilers, Maria Höfting, Ellen Kramer und Margret Stadtmann. Ochtrup, Anni Gesmann, Tilbeck, Margret Kölling und Elisabeth Wiesrecker, Warendorf. mn Plötzlich hielt neben ihm ein Radfahrer an, der dem Jungen die Flasche entriß und davonfuhr. Der Junge konnte den Radler wieder einholen, erhielt aber auf seine Bitte, die Flasche zurückzubekommen, mehrere wuchtige Schläge ins Gesicht. In Richtung Hamm konnte der Täter schließlich flüchten. In der Jauchegrube ertrunken Weeze. Der Vater einer Familie im benachbarten Bockhöltchen war plötzlich verschwunden und nirgendwo aufzutreiben. Schließlich fand man ihn in der Jauchegrube, wo der Bedauernswerte ertrunken war. Große Entscheidungen bei den Sportkeglern Am Sonntag Kreismeisterschaften auf der Scherenbahn und Vorentscheidung in den Bereichsmeisterschaften auf Bohle Nach der großen Schlacht im Opferkegeln für das WHW kommt in Münster am Sonntag das Sportkegeln wieder zu seinem Recht. Das größte Interesse beanspruchen zweifellos die Kreiskämpfe auf der Scherenbahn, zu denen außer den Münsteranern die Vereine Bielefeld, ockum=Hövel und Bad Oeynhausen in der Sporthalle Jüdefelderstraße antreten. Der Kreiskampf umfaßt die Einzelmeisterschaft für Männer und Senioren sowie die Mannschaftskämpfe im Dreier= und Sechsermannschaftskampf. Im Einzelkampf für Männer hat die Arbeitsgemeinschaft der münsterischen Keglervereine in Anton Lange (Reichsbahn) einen zuverlässigen und erprobten Könner eingesetzt, gegen den Brockmann(Bielefeld) und Schwarz (Bockum=Hövel) kaum Aussichten haben. Auch der münsterische Seniorenmeister Böhnhardt(Reichsbahn) müßte, zumal auf eigener Bahn, gegen die Bielefelder Machnikowski die Oberhand behalten. Im Sechsermannschaftskampf werden die Münsteraner von der Mannschaft der Keglervereinigung mit: Arens, Dr. Bartschat, Tuke W., Hartmann, Ranke und Borgmeier vertreten. über die Spielstärke der Mannschaften aus Bielefeld und Bockum=Hövel ist zu wenig bekannt, um in diesem Jahre sichere Voraussagen treffen zu können.. Bei der zeitigen guten Form der Münsteraner, die diesmal den Vorteil der Heimatbahn für sich haben, dürfte man den Gästen allerdings kaum große Aussichten geben. Dasselbe gilt auch für den Dreiermannschaftskampf, in dem die Reichsbahnmannschaft: Lange, Reul, Holtkamp die münsterischen Gegner für wurde, daß dieser einzige Mantel schlecht sein. Eine Kontrolle ergab, daß die Frau drei Mäntel besaß. Diese Handlungsweise entspricht in keiner Weise dem gesunden Volksempfinden und deshalb mußte die Bestrafung erfolgen. Dieser Fall möge auch allen denen zur Warnung dienen, die immer noch nicht gelernt haben, sich in das Volksganze einzugliedern. Den Finger abgequeischi mmnmm Buntes Weltgeschehen Schnecke vergißt Farben vertritt. Als Gegner für die Münsteraner nn kommt im Dreiermannschaftskampf zu den Mannschaften -aus Bielefeld und Bockum=Hövel noch die Mannschaft des Sportvereins Bad Oeynhausen. Gleichzeitig mit den Kreiskämpfen auf der Scherenbahn beginnt um 9 Uhr in der Sporthalle Jüdefelderstraße ein Vorentscheidungskampf für die Bereichsmeisterschaften von Westfalen=Lippe auf der Bohlenbahn. An dieser Vorentscheidung, in der es um die Die Schnecke gilt nicht als besonders klug. Trotzdem Vorken. In einem hiesigen Betriebe geriet ein nun==9at man im Zoologischen Institut der Universität Groger Mann mit der rechten Hand so unglücklich in dee sningen Dressurversuche mit ihr angestellt. Man wollte Maschine, daß ihm ein Finger abgequetscht wurde. Er Sihre Lernbegabung kennen lernen, Aber als man ihr fand Aufnahme im Krankenhaus. beibringen wollte, vor einer Reihe kleiner Steine rechtwinklig zur Seite abzubiegen, da mußte man das UnterSchwerer Verkehrsunfall durch scheuendes Pferd Sfangen als vergeblich aufgeben. Sie begriff es nicht. Borken. In der Nähe des Vennetores scheute das Als man ihr dagegen durch einen Blechstreifen den Pferd eines Landwirts aus Marbeck. Hierbei wurdes Weg verlegte, da lernte sie es doch im Verlaufe von der Landwirt gegen eine Hauswand gepreßt, wobeisdrei Wochen, diesem Hindernis auszuweichen. Vergeb ihm ein Ohr glatt abgerissen wurde. Außerdem erlitt der Bedauernswerte schwere Schädelverletzungen. Er wurde dem Borkener Krankenhaus zugeführt. lich reizte man sie in einem dreigabligen Laufgang durch den elektrischen Strom. Sie reagierte erst dann, wenn sie mehrere Mate kurz hintereinander die Schläge verspürte. Und selbst diese derbe Lektion hatte sie am =nächsten Tage wieder völlig vergessen. Man muß also sagen, daß die Schnecke so gut wie gar kein Gedächtnis besitzt. Sie ist nicht in der Lage, irgend etwas zu er-lernen. Wenn sie ein Verhalten an den Tag legte, das man vielleicht als eine Frucht der Dressur bezeichnen könnte, so handelte es sich lediglich um eine Gewöhnung an dieselbe Bewegungsfolge. Wer hätte von der lang-samen Schnecke auch etwas anderes erwartet! Mit 18 000 Affen an Bord Von Indien kommend, ist dieser Tage ein Dampfer mit 18000 Affen an Bord in Newyork eingetroffen. =Die Tiere sind dazu bestimmt, die Lücken wieder aufzufüllen, die die wissenschaftliche Forschungsarbeit jedes Jahr in die Reihen der amerikanischen Affenbevölkerung reißt. Vor dem Kriege wurden alljährlich peinlich fühlbar gemacht, denn aus Mangel an verfügbarer Tonnage mußten seit Kriegsausbruch die Affenverschickungen unterbleiben. Da aber die wissenschaftlichen Institute diese Tiere unbedingt benötigen, wurde versucht, Affen im Carnegie=Institut, in der Umgebung von Baltimore, in Kolonien zu züchten. Aber auch diesem Experiment war zunächst die Einfuhr von guten Zuchttieren unerläßlich. So begab sich eine Kommission nach Indien, um die entsprechenden Fänge zu veranlassen. Während des Transportes gingen 20 Prozent des Bestandes ein. Vor dem Kriege bezahlten die amerikanischen Universitäten und Hospitäler 6—8 Dollar für einen Makaki; infolge des europäsichen Konfliktes sind aber heute die Affenpreise bedeutend gestiegen, die sich jetzt um 15 Dollar bewegen. Schädelgröße und Intelligenz Die Größe des menschlichen Schädels hat für die Beurteilung der geistigen Fählgkeiten eines Menschen nur einen sehr mäßigen Wert. Immerhin ist zu beachten, daß der Schädel eines Mannes durchschnittlich eine Größe von 1450 Kubikzentimeter hat, der Schädel einer Frau nur eine solche von durchschnittlich 1250 Kubikzentimeter. Auch ist es bemerkenswert, daß manche großen Männer Schädel von beträchtlicher Größe gehabt haben; so Turgenjew 2030 Kubikzentimeter, Bismarck 1965 Kubikzentimeter, La Fontaine 1950 Kubikzentimeter, Beethoven 1730 Kubikzentimeter, Kant 1950 Kubikzentimeter. Indessen soll man sich hüten, aus der Schädelgrößé allgemein gültige Schlüsse zu ziehen. Vor Einzelmeisterschaft sowie um die Entscheidung im DreierDabei sind die denuns Sechfermannschaftskampf geht, sind die Vereine Einer maß 2006 Kubikzentimeter. Eskimos nahestehenden Aleutenbewohner durchaus un=Osnabrück, Bockum=Hövel und kultiviert und stehen auf niedriger Kulturstufe. Mans— kann daraus erlennen, daß Schädelgröße und Intelligenznicht unbedingt voneinander abhängig sein müssen. Falschmünzerschule im USA-Gefängnis ad Oeynhausen beteiligt. Für den Verein Iserlohn und die Arbeitsgemein=schaft der münsterischen Keglervereine findet dieser VorSentscheidungskampf auf der Bohlenbahn am 30. d. M. -in Bockum=Hövel statt. Vorher haben sich die beiden - münsterischen Ortsrivalen, die Keglervereinigung des Die Strafanstalt von Saint Quintin in Kalifornien Münsterlandes und die Reichsbahnsportgemeinschaft wurde bisher in USA als ein wahres„Mustergefäng= Münster noch einen Ausscheidungskampf zu liefern, der nis" gerühmt, well dort den Sträflingen mannigfaltige in der Woche vom 24. bis 29. d. M. in Münster steigen Gelegenheiten zur hanowerklichen Ausbildung geboten=muß. wurden. Jetzt mußte aber die Direktion zu ihrer Ver Die Sieger in der Vorentscheidung für die Bereichsblüffung erfahren, daß die Ausbildung der Sträflinge= meisterschaften auf Bohle vom 23. und 30. d. M. werdoch zum Teil sehr„einseitig" war. Sie hatte bisher den voraussichtlich am 11. 4. d. J. die Bereichsmeisterdavon keine blasse Ahnung gehabt. Unter den Sträf==caften unter sich auszumachen haben. Der Australingen hatte sich nämlich eine richtige Schule für Falsch=Die. Bereicemeisterschaften für den Gau Westfalenmunzerei aufgetan. Die Gefangenen erhielten durch-Lippe auf der Scherenbahn finden am 20. 4. d. J. wahr„ausgezeichnete" Spezialisten eingehende Unterweisungscheinlich in Hagen statt. in der schwierigen Kunst des Prägens falscher Münzen.Man kam hinter das Geheimnis dieser Schule durch dieAngaben eines jüngst verhafteten Verbrechers. Dieser war dabei ertappt worden, wie er falsche Silbermünzen: von einem halben und einem viertel Dollar in Umlaufsetzte. Als man ihn beim Verhör fragte, wo er denn gelernt habe, die Münzen so täuschend nachzuahmen, entgegnete er nicht ohne Stolz:„Das verdanke ich meinen Lehrern von Saint Quintin.“ Westfalen, Baden, Südwest und Württemberg Aenderung der Paarungen für die Zwischenrunde 15000 Makaki=Affen nach den Vereinigten Staaten einiger Zeit hatte ein Anthropologe bei der Urbevöleingeführt, die dann zur Verteilung an die verschiedenen kerung der bei Alaska gelegenen Inselgruppe der Aleuwissenschaftlichen Laboratorien gelangten. In den letz= ten Schädelmessungen vorgenommen. Es stellte sich Sten Monaten hat sich jedoch das Fehlen dieses Imports heraus, daß die Schädel von ziemlicher Größe waren, ausgelöscht. Für die Zwischenrunde im Mannschaftsturnen der Bereiche wurde vom Reichsfachamt Turnen jetzt eine Man hat nun ders neue Zusammensetzung der beiden Gruppen vorgenomAuentin am tende hargitet= men. Am Karfreitag turnen nunmehr in Mannheim Falschmünzerschule von Saint Quintin ein Ende bereiters die Bereiche Westfalen, Baden, Südwest und WürttemAber damit ist die Blamage, welche die Methoden des berg, während sich in Hannover am gleichen Tage Strafvollzuges in USA erlitten haben, noch längst nicht Sachsen, Bayern, Mitte und Nordmark gegenüberstehen. 78 stadt Leipzig ist und Lestfälischen zie ernann Handball 940/41 zuworden. hätte gekte abgedie beste kraftwagen Vindthorstver beschäFußgänsicherlich agenführer e als verDeterheren ister fand am der zweichüler und Münsterauf Grund kamen der ind(außer berge, ghorst, detten, öllenbrock, ltern, er, OchMargret Margret Heinrich Gertrud Werne. üttemann, usbildung g beendet 20 aus gbtanweiteren Namen r MünHuberta Borgesfeld, msdetel Becker Roselis 5. Aones Margret ilbeck, Warenminmnn der dem er Junge aber auf mehrere Hamm achbarten irgendwo Jaucheidung (Reichsdie BieleIm Sechvon der ns, Dr. nke und ärke der el ist zu aussagen Form der imatbahn igs kaum für den hnmannisterischen nsteraner inschaften annschaft ScherenidefelderBereichsBohlenum die n DreierVereine en betei20. März 1941 Blick über Ahaus Kreiszeitung für den Kreis Ahaus Ever Volksblan Nummer 78 4 BereichsM. wersmeisterAustraestfalenJ. wahrest runde nen der tzt eine rgenomannheim Zürttemn Tage genüberLeere Flaschen der Wiederverwendung zuführen. In vielen Haushalten sind noch leere Flaschen vorhanden. Es liegt im Interesse der Kriegswirtschaft, daß gebrauchte Wein=, Bierflaschen usw. wie Flaschen aller Art der Wiederverwendung zugehrt werden, da die Herstellung von neuen Flaschen Arbeitskräfte erfordert, die im Kriege für an dere Arbeit eingesetzt werden müssen. Im Rahmen der Batterienbewirtschaftung hat der Reichswirtschaftsminister bereits vor längerer Zeit die Bezugscheinpflicht aufgehoben. Gleichzeitig wurden Maßnahmen getroffen, wonach Batterien, die nicht an vordringliche Bedarfsträger verkauft werden, vom Einzelhandel grund sätzlich nur einzeln abzugeben sind, und zwar gegen entsprechende Vorweisung der Hülse und Ablieferung der alten Batterie. Neue Hülsen können so fort mit Batterien abgegeben werden. Verlängerung der Dienstverpflichtung. Verlängerung der Dauer der Dienstverpflichtung und Weiterverpflichtung zu anderen Betrieben sind häufig erst kurz vor Ablauf der Dienstverpflichtung ausgesprochen worden. Der Reichsarbeitsminister bittet die Arbeitsämter, dafür Sorge zu tragen, daß Verlängerungen der Dienstverpflichtung spätestens zwei Wochen vor Ablauf der Dienstverpflichtung ausgesprochen werden. Wußten Sie schon, daß zum Beispiel bei dem Unfalltod eines Familienvaters die Hinterbliebenen ihre Ansprüche gegen den Schuldigen auf Schadenersatz auch dann voll geltend machen können, wenn zu ihren Gunsten eine Lebens= oder Unfallversicherung abgeschlossen worden ist? Dies hat das Reichsgericht erst jüngst wieder in einer Entschei dung bestätigt. Falsche Altersangabe wird bestraft. Nach dem Lichtspielgesetz ist der Besuch aller Filmvorstellungen für alle Jugendlichen verboten mit Ausnahme jener Lichtbildstreifen, denen ausdrücklich das Prädikat„jugendfrei“ zuerkannt worden ist. Wer sich unter einer falschen Angabe des Alters Zutritt zu einer für Jugendliche verbotenen Filmveranstaltung erschleicht, wird nach den polizeilichen Vorschriften entsprechend bestraft, im ersten Falle kann im allgemeinen eine Geldstrafe verhängt werden, in Wiederholungsfällen aber tritt eine Haftstrafe ein. Oma Jansen 90 Jahre alt (Privataufnahme) Am heutigen Tage vollendet Frau Katharina Jansen, geb. Kottemölle, in körperlicher und geistiger Frische ihr 90. Lebensjahr. Oma Jansen wurde am 20. 3. 1851 in Vreden geboren und wohnt bei ihrem Sohn Johann, Schloßstr. 41, hierselbst. Noch täglich macht Oma Jansen ihre Spaziergänge und hilft bei den Haus= und Gartenarbeiten noch tatkräftig mit. Sie verfügt über einen gesunden Humor und nimmt an dem Zeitgeschehen immer regen Anteil.— Möge es der Oma Jansen vergönnt sein, noch recht viele Jahre in Rüstigkeit im Kreise ihrer Kinder und Enkelkinder zu verleben. Zum hochbetagten Wiegenfeste unseren herzlichen Glückwunsch! * Blick in die Nachbarschaft Haltung und Würde bewahren! Vreden. In einem Schulungsabend für die Amtsträger der Partei wies der Schulungsleiter Pg. Schrichten auf die Pflichten unserer Zeit hin und stellte noch einmal die Forderung heraus, die die Partei an jeden, der dem Führer seine Treue geschworen hat, stellen muß. Er schilderte das leuchtende Vorbild unseres unvergleichlichen Führers, dessen lebendiger Glaube an die Ewigkeitswerte des deutschen Menschen und die großen Aufgaben, die diesem von der Vorsehung gestellt sind, heute zu einer nie versagenden Kraftquelle für das ganze Volk geworden ist. Neue Ideen. die alte Systeme stürzen und neue aufrichten, werden stets die Kräfte der gestürzten Systeme zum Gegner haben. In diesem Kampfe um den deutschen Menschen heißt es, Haltung und Würde bewahren und vor allem, Toleranz uüben. Mit Mißtrauen und Verdächtigungen vird der Kampf nicht gewonnen. Jedem Volksenossen wird eine Chance gegeben, seine anständige Gesinnung und seinen Willen zur Mitarbeit unter Beweis zu stellen. Wer allerdings heute, da das deutsche Volk im Entscheidungskampfe um seine elementarsten Lebensrechte steht, glaubt die Stimmung und Haltung des deutschen Volkes saootieren zu können, muß mit einem energischen Zugreifen der dafür vorgesehenen Organe rechnen. Als Enderfolg dieses Kampfes aber werden wir die freie Entfaltungsmöglichkeit des deutschen Menschen buchen, der in seiner echten und tiefen Frömmigkeit und Gottesfurcht, die jeden beherrscht, ob er nun einem bestimmten Religionsbekenntnis angehört oder nicht, einen Staat der sozialen Ordnung und Gerechtigkeit aufrichten wird. Aufstiegsmöglichkeiten in der Textilindustrie Berufe und Berufsaussichten— Förderung der Begabter WTZ. Ahaus, den 19. März 1941. Lange Zeit hindurch wurde der Beruf des Textilwerkers in manchen Gegenden zu Unrecht gering geachtet, erfordert er doch gründliches Können und vielseitiges Wissen. Die angesehenen Textilunternehmungen haben deshalb eigene Lehrbetriebe eingerichtet, um ihrem jugendlichen Nachwuchs eine gründliche Aus ildung auch allgemeiner Art für das Leben zu geben. In letzter Zeit sind von maßgebender Stelle verschiedene Tätigkeiten in der Textilindustrie als „Anlernberufe“ anerkannt worden, so z. B. in der Baumwollspinnerei der Beruf als Drossel=Spinnerin. Die feinfühligen Frauenhände sind nicht zu entbehren, besonders nicht an den Feinspinnmaschinen(Drosseln), an denen die feinen Baumwoll= oder Zellwollgarne hergestellt werden. Gutes Auge, flinke Hand, Fleiß und Sauberkeitsgefühl werden von der Droßlerin verlangt. In zweijähriger Ausbildungszeit— für die heute in größeren Werken eigene Lehrspinnereien mit geschultem Ausbildungspersonal zur Verfügung stehen— werden von den jungen Mädchen, die in der Regel im Alter von 14 bis 16 Jahren eintreten, die notwendigen Handgriffe und Fertigkeiten vermittelt. Sie erhalten außerdem einen Gesamtüberblick über den Fabrikationsgang und lernen den von ihnen zu bearbeitenden Rohstoff gründlich kennen. Näch dem Auslernen können dem Mädchen fast immer Maschinen gegeben werden, ihr Einkommen entspricht dann dem eines männlichen Hilfsarbeiters, wobei eine höhere Entlohnung je nach den Leistungen durchaus möglich ist. Neben der Droßlerin steht die Fleyerin, deren Beruf wohl auch noch anerkannt werden wird. Auch ihr Ausbildungsgang wird systematisch vorgenommen, die Schulungsdauer entspricht ungefähr der der Droßlerin, ebenso ihre Einkommensverhältnisse. Auch die sogen Strecken— ebenfalls Vorbereitungsmaschinen— werden von Frauen bedient. Die einfachere Tätigkeit erlaubt ein schnelleres Anlernen. Das Einkommen entspricht ungefähr dem der Fleyerin. Neben den Frauen und Mädchen, die bicher ausschließlich erwähnt worden sind, finden aber auch aufgeweckte Jungen und Männer ihre wichtigen Aufgabengebiete in einer Spinnerei. Batteuranlagen, Strecken, Flyer, Ringspinnmaschinen(Drosseln), der Versand der fertigen Garne, das Putzen und Oelen der Maschinen erfordern gleichfalls die Tätigkeit von Männern. Aus ihnen werden die Begabtesten herausgenommen, um sie zu Vorarbeitern und Meistern heranzubilden. Manch großes Werk erm. licht einem fleißigen, strebsamen und begabten jungen Mann den Besuch einer Fachschule, auf der das für den gehobenen Posten eines Meisters erforderliche theoretische Fachwissen erworben werden kann. Auch der Besuch von Schulungskursen der DAF wird solchen Begabten vermittelt, weil der Meister nicht nur ein Könner in seinem Fach sein soll, sondern auch ein Menschenführer, sind doch einem Textilmeister in der Regel 70—80 Gefolgsleute unterstellt. Aus den begabtesten dieser Meister rekrutieren sich die Obermeister und Betriebsleiter, denen die Führung einer ganzen Spinnerei anvertraut ist. In der Baumwollweberei ist bisher der Beruf des Webers mit zweijähriger Anlernzeit anerkannt worden. Eutes Auge, geschickte Hand. Gefühl für Sauberkeit und Ordnung— und wie bei allem— Fleiß, zeichnen den guten Weber aus. Auch ihm wird in allen größeren Werken in besonderen Lehrwebereien und unter ausgesuchtem Lehrpersonal eine gediegene Ausbildung für seinen Beruf und ein Ueberblick über das Ganze vermittelt. So wie in der Baumwollspinnerei für den Tüchtigen der Aufstieg zum Meister im Bereich der Möglichkeit liegt, so in der Baumwollwebere für den tüchtigen Weber, der sich durch seine Leistungen auszeichnet. Aus diesen werden die Stuhlmeister ausgesucht, deren Tätigkeit in der Ueberwachung von 50—100 Webstühlen, ihrer Einstellung und Vorrichtung besteht und die die Arbeit der Weber zu kontrollieren haben. Der Stuhlmeister hat die Gelegenheit, zum Saalmeister und dann zum Obermeister unter Umständen sogar zum Betriebsleiter aufeisteigen. Können und Leistung entscheiden auch hier. Dem Begabten wird sicher, so wie es in größeren Werken der Fall ist, Förderung zuteil und der Besuch von Fach schulen ermöglicht. Neben der Tätigkeit des Webers steht die der vielen, in der Vorbereitung der Garne beschäftigten Mädchen, Frauen und Mäner. In der Spulerei und Zeitelei werden vorwiegend Mädchen und Frauen benötigt, in der Schlichterei und mit den Transportarbeiten wieder Männer, wobei gerade die Tätigkeit des Schlichters hervorzuheben ist. Sie verlangt Gewissenhaftigkeit und genaues Arbeiten. Durch seine Hände laufen die vielen tausend Fäden mit denen der Weber dann zu arbeiten hat. In der Einzieherei und Andreherei und beim Stückputzen überwiegen wieder die Frauenhände, auf die die Textilindustrie nicht verzichten kann. Sehr viel Maschinen benötigt ein Textilwerk, um aus dem Rohstoff das feine Garn, das haltbare Gewebe und den schönen, dem Käufer gefallenden Stoff herzustellen. Viele Arbeitsgänge sind nötig. So ist es kein Wunder, wenn jede Tertilfabrik eine verhältnismäßig sehr umfangreiche Kraftanlage besitzt. Die Maschinen selbst, ob Spinnmaschinen oder Webstühle usw., brauchen bauernde Kontrolle, sie erfordern Instandsetzungen ausgeleierter Lagen usw. Eine Werkstatt mit Drehbänken, Hobelmaschinen, Kaltsägen, Schweißapparaten usw. ist daher das notwendige Zubehör. Zur Bedienung werden Schlosser gebraucht, die vielseitig sind, drehen, bohren und schweißen können und es verstehen, die Eigenheiten der Textilmaschine zu erfassen. Für jeden jungen Mann oder für jedes junge Mädchen, das in den wichtigen Tagen der Berufswahl den Entschluß faßt, in die Textilindustrie zu gehen und hier der Allgemeinheit zu dienen, ist es sicher, eine Wahl getroffen zu haben, bei der nicht nur ein vielfältiger, interessanter Beruf erwählt worden ist, sondern auch eine Tätigkeit, die befriedigt, auch in finanzieller Hinsicht, weil nach kurzer Einarbeitung gute Einkommensmöglichkeiten bestehen. Dem tüchtigen jungen Mann stehen dabei weite Aufstiegsmöglichkeiten offen. Grenzstadt Gronau Meisterschaftskampf KSG. Gronau— Borussia Rheine verlegt. Das für den kommenden Sonntag anstehende Punktespiel KSG. Gronau gegen Borussia Rheine wurde vom Fbßballobmann Gillmann aufgehoben und auf einen späteren Termin verlegt. Holländer machen Geschäfte. Nach der Besetzung der Niederlande kann man die Beobachtung machen, daß holländische Staatsangehörige, die hier in Arbeit stehen, oder aus anderen Gründen sich hier aufhalten, die Gelegenheit benutzen, in Deutschland Geschäfte zu machen. Es werden dann meistens Artikel angeboten, die zur Zeit in Deutschland selten sind, besonders Kaffee und Seife. Aus der Grenzstadt Bocholt wird berichtet, daß dort im Laufe der Woche in einem Lokal ein Pfund Kaffee für 17 RM. abgesetzt wurde; der Rest von 25 Pfund Kaffee verfiel der Einziehung und Ablieferung an die Zollbehörde. Der Seifenhändler konnte nach Zahlung der Geldstrafe über die Grenze zurück. 50 Jahre bei 6. v. Delden u. Lo. Kreuz und quer durch den Heimatkreis Epe B Aus der Bewegung Alstätte. Bund deutscher Mädel. Heute, 20. März 1941, tritt der Stamm= und Pflicht=BdM. pünktlich um 19,30 Uhr bei der Wirtschaft Heffler an. Der für Sonntag vorgesehene Dienst fällt aus. Es wird vollzähliges Erscheinen erbeten. Bürger=Schützenverein 1628 im Dienste des WHW. Wenn es gilt das Kriegs=WHW zu unterstützen und das große Werk unseres Führers zu fördern, dann stellen sich auch die Eper„Bürgerschützen“ gern in den Dienst dieser Sache. Das an zwei Sonntagen bei den Gastwirten und Vereinsmitgliedern Bakenecker, Perick, Flucht und Nacke abgehaltene Opferschießen hätte eine recht starke Beteiligung aufzuweisen. In allen Lokalen wurden durchweg gute Schießresultate erzielt. Das Schlußschießen mit anschließender Preisverteilung fand am Sonntagabend bei Nacke statt. Folgenden Schützen, die sämtlich 36 Ringe erzielten, konnte ein Preis zuerkannt werden: Heinr. Kramer, Fellrath, Fritz Nacke, Josef Pötter, Bern. Bakenecker, Dr. Jos. Strauß und Th. Noll. Der aus dem Schießen erzielte ansehnliche Reinertrag wurde dem Kriegs=WHW zugeführt. Sie können es nicht lassen. Nun hat die verkehrsreiche Straße Epe—Gronau neben der neu angelegten Fahrbahn einen separaten Fußgängerund Radfahrweg, um den starken Verkehr ordnungsmäßig zu leiten, und dennoch muß man die Feststellung machen, daß Radfahrer nicht„ihren“ Radweg, sondern die Fahrbahn und sogar den Fußgängerweg benutzen. Kommt dann plötzlich ein Fahrzeug aus Richtung Gronau oder Epe, so nimmt man„Richtung" über die neu eingesäte Rasenfläche und bringt sich auf diesem verbotenen Pfade in Sicherheit. Die ganze Strecke entlang ist die schöne Rasenfläche, die einen sauberen Abschluß der Hauptfahrbahn bildet, zertreten und bildet zur Zeit einen nicht gerade schönen Anblick. Bei einigermaßen Verkehrsdisziplin ließ sich dieser Uebelstand vermeiden. Das mit viel Kosten im Inaeresse eines schönen Straßenbildes gechaffene Werk darf unter keinen Umständen verchandelt werden. Hoffentlich nimmt die Polizei sich diese Verkehrssünder mal aufs Korn und diktiert ihnen eine recht empfindliche Strafe. Denn nur so kann diesem rechtswidrigen Treiben Einhalt geboten werden. Alstätte Bestandene Prüfung. Der kaufmännische Lehrling Josef Langer bestand vor der Industrieund Handelskammer in Münster die Kaufmannsgehilfenprüfung mit Erfolg. Lehrherr war der Geschäftsführer der Bauerlichen Bezugsgenossenschaft Alstätte. Wir gratulieren! Und was tust Du? Gedenkfeier am Heldengedenktag Zu einer erhebenden Feierstunde gestaltete sich auch in Alstätte die Kranzniederlegung am Heldengedenktag. Die Gliederungen der Partei und die Verbände marschierten zum Kriegerdenkmal und nahmen dort Aufstellung. Bald war der kleine Platz von Volksgenossen angefüllt. Der kom. Ortsgruppenleiter Pg. Möllers begrüßte die Anwesenden, unter ihnen die Angehörigen der Gefallenen, im Namen der Ortsgruppe und Gemeinde Alstätte. Pg. Caspers verlas Worte aus der Führerrede am Heldengedenktag 1940. Kreishauptstellenleiter und Kreisredner Pg. Fischer hielt die Gedenkrede und umriß in eindrucksvollen Worten die zweitausendjährige Gechichte des deutschen Volkes, das sich teils durch Bruderkriege, infolge der Uneinigkeit zerfleischte, und erst durch die Führung Adolf Hitlers sich auf sich selbst besann. Seit Generationen hat es Kriege gegeben, die den Einsatz des Lebens von ungezählten Männern forderten. Wir denken dabei beonders an die 2 Millionen Gefallenen des Weltkrieges, an die Toten der nationalsozialistischen Bewegung und an die gefallenen Helden des jetzigen Krieges. „Sie starben, damit wir leben!" Im Geiste sind die Toten mitten unter uns, sie schauen uns an und fragen:„Und was tust Du, zu welchen Opfern bist Du bereit.“ Der Geist der Gefallenen sollte uns beherrschen in allen Lagen, wo es heißt, dem Vaterland zu dienen, bis unter der Führung unseres großen Feldherrn Adolf Hitler, dieser Krieg zu einem siegreichen Ende gelangt ist. Nach dieser zu Herzen gehenden Rede wurden von der Hitler=Jugend zwei Gedichte vorgetragen. Unter dem Liede vom guten Kameraden senkten sich die Fahnen und es erfolgte die Kranzniederlegung. Zei beiden Seiten des Denkmals für die Gefallenen des Weltkrieges stehen jetzt Gedenktafeln für die beiden Gefallenen aus dem jetzigen Kriege: Hermann Göckener und Gerhard Kötter=Orthaus. Pg. Möllers führte zum Schluß aus, daß wir mit stolzer Ehrfurcht an diesen Gedenktafeln vorbeigehen können, daß wir den Kampf der Toten weiterführen werden bis zum Endsieg, denn unser Sieg ist auch ihr Sieg. Mit einem Sieg=Heil auf den Führer und mit dem Deutschland= und Horst=Wessel=Lied fand diese würdige Feierstunde ihren Abschluß. Graes „Dle starben, damit wir leben“ Heldengedenkfeier in Graes In Graes wurde der Heldengedenktag in würdiger Form begangen und der toten Helden al der Wegbereiter gedacht, die für ein größeres und schöneres Deutschland die Zukunft erschlossen. Auf dem Schulplatz traten Sonntagnachmittag die For mationen und Gliederungen an, um dann geschlossen zum Kriegerdenkmal zu marschieren. Nachdem die Fahnen Aufstellung genommen hatten, gedachte der Ortsgruppenleiter Pg. Söbbing=Rexing der Größe deutschen Soldatentums. Er führte etwa folgendes aus: Wir stehen heute wieder an geweihter Stätte, um den Helden des Weltkrieges, der Bewegung und des jetzigen Krieges, die ihr Leben hingaben für des Vaterlands Ruhm und Größe, ein stilles Gedenken zu widmen. Die Gräber der Helden sind überstrahlt von der Vollendung eines Reiches, größer und schöner als das, für das sie einst auszogen. Sie haben den Tod überwunden, denn sie leben nun fort durch immer neue Generationen. Gedenken heißt danken, heißt Richtung nehmen nach den Männern, die sich opferten, um Deutschland das Leben zu gewinnen. Richtung nehmen und marschieren in ihrem Geiste, zum letzten entscheidenden Kampfe, in den wir unter der festen und zielsicheren Führung Adolf Hitlers gläubig und vertrauensvoll gehen. Gedämpft sangen dann die Teilnehmer das Lied vom guten Kameraden, währenddessen wurden die Kränze am Sockel des Ehrenmals niedergelegt. Mit dem Singen der Nationalhymnen und der Führerehrung endete die Feierstunde. Darauf zog der stattliche Zug zum Ausgangspunkt zurück. Legden Versammlung der NS=Frauenschaft. Die NS=Frauenschaft Legden hatte ihre Mitglieder zu einer Pflichtversammlung ins Hotel Lanfer eingeladen. Die stellvertr. Frauenschaftsführerin Pg. Frau Käthe Baumeister begrüßte die zahlreich erschienenen Mitglieder und sprach Worte des Dankes den Mitgliedern der Frauenschaft aus, die bei der letzten Straßensammlung die Büchsensammlung durchgeführt haben. Der Erfolg dieser Sammlung sei sehr gut gewesen. Die bisherigen Ergebnisse der Straßensammlungen wären sogar übertroffen worden. Ein Beweis, wie tatkräftig sich gerade die Frauen bei dieser Sammlung eingesetzt hätten. Alsdann begrüßte die stello. Frauenschaftsführerin die Abteilungsleiterin der Kreisfrauenschaft Frl. Bernsmann, die im Hotel Lanfer für diesen Tag ein Schaukochen veranstaltet hatte, Die den einzelnen Frauen dargebotenen Speisen waren sehr schmackhaft. Dieses Schaukochen sollte den Beweis erbringen, wie aus heimischen Erzeugnissen wie Haferflocken, Graupen und Kartoffeln recht gute Gerichte zubereitet werden können. Die eingelegte Aussprache bewies, welch großes Interesse für die Bekanntgabe der Kochrezepte bestand. In nächster Zeit sollen im Hotel Lanfer häufiger dieserlei Schaukochen veranstaltet werden. Während der Versammlung erschien dann auch noch, die zufällig in Legden anwesende Kreisfrauenschaftsleiterin Pg. Frl. von Dalwiak. Sie wurde von der Frauenschaftsleiterin herzl. begrüßt. Auch die Frauenschaftsleiterin sprach ihren Dank aus für die durchgeführte Büchsensammlung, die die hiesige NSFrauenschaft für die im Kriege stehende SA durchgeführt hätte. Sie erwähnte dann noch in kurzen Zügen einige wichtige Punkte aus der Rede des Gauleiters, anläßlich der 10=Jahresfeier der Ortsgruppe der NSDAP Coesfeld. Wirtschaftlich, politisch und militärisch stehen wir so stark gerüstet, daß wir der Zukunft sicher ins Auge sehen dürfen. Unsere bisherigen Siege hätten gezeigt, daß unser Heer einzig darsteht und nicht zu schlagen ist. Auch die anfänglich von England geplante Blockierung von Deutschland sei fehlgeschalgen. Eine Aushungerung Deutschlands wäre in diesem Kriege nicht möglich, viel eher würde England dieses Schicksal zustoßen. Zum Schluß ihrer Ausführungen sprach die Kreisfrauenschaftsleiterin noch über die Heimkehrer aus Beßarabien usw. Zu Hunderttausenden seien diese Volksdeutschen dem Rufe des Führers gefolgt und kehrten in ihr Vaterland zurück. Groß sei die Liebe dieser Auslandsdeutschen zu dem Führer. Die stellv. Ortsfrauenschaftsführerin dankte der Kreisleiterin für ihre Ausführungen und schloß mit einem dreifachen Sieg=Heil auf unsern geliebten Führer die recht abwechselungsreich verlaufenen Versammlung. Heek Der Heldengedenktag in Heek. Die Gemeinde Heek beging in würdiger Weise den Heldengedenktag. Abends gegen 6 Uhr hatten sich am Ehrenmal die Kriegerkameradschaft, die NSKOV. die Partei mit ihren Gliederungen, die Feuerwehr, sowie andere Gruppen und eine große Menschenmenge versammelt. An dem Ehrenmal, das den 90 Gefallenen des Weltkrieges zu Ehren errichtet wurde, hatte man auch die Namen der in diesem Krieg Gefallenen angebracht: Carl Wensing und Bernhard Thesing. Nach einem Trauerstück der Musikkapelle trugen Mitglieder der HJ. und des BdM. Gedichte vor. Hiernach sprach namens der Kriegerkameradschaft Bürgermeister Schlichtmann, der auf das Heldentum unserer Soldaten hinwies und die Jugend ermahnte, mit solchem Heldentum stets für den Bestand unseres großdeutschen Reiches einzutreten. Namens der Ortsgruppe der NSDAP sprach der Ortsgruppenleiter i. V. Wilming ehrende Worte. Er wies auf die großen Taten der alten und jungen Wehrmacht hin und richtete an die Versammelten den Appell, mit ganzer Kraft für die großen Ziele des Führers einzutreten bis zum endgültigen Siege. Mit dem Absingen der Nationalhymnen hatte die Kundgebung ihr Ende gefunden. Mit klingendem Spiel zogen die Kameraden der Kriegerkameradschaft und der NSKOV. zum Lokale Schulte, um noch kurze Zeit in kameradschaftlicher Weise zu verbringen. Östersendungen nicht zu spät einliefern. Unter den gegenwärtigen außergewöhnlichen Verhältnissen ist es mehr denn je vaterländische Pflicht der Postbenutzer, Östersendungen(Pakete und Päckchen, namentlich Feldpostpäckchen) so früh wie möglich, spätestens aber bis zum 3. April, einzuliefern. Haltbare Verpackung und genaue Aufschrift sind unbedingte Erfordernisse für richtige Ankunft. In jedem Paket oder Päckchensendung ist ein Doppel der Aufschrift einzulegen. Auch briefliche Östergrüße dürfen nicht erst an den letzten Tagen vor dem Fest aufgeliefert werden, wenn sie rechtzeitig beim Empfänger eintreffen sollen. (Privataufnahme) Am heutigen Donnerstag begeht unser Volksgenosse Wilhelm Brütting, wohnhaft Hindenburgstraße, sein 50jähriges Arbeitsjubiläum bei der Firma Gerrit van Delden u. Co. Der Arbeitsjubilar, der aus Bayern stammt und 64 Jahre alt ist, kam als Kind mit seinen Eltern nach Gronau und begann heute vor 50 Jahren bei der genannten Firma seine Tätigkeit. Ununterbrochen war er bei der Firma beschäftigt. Daß der Jubilar sich bei seinen Mitarbeitern großer Beliebtheit erfreut, geht daraus hervor, daß diese den Arbeitskameraden durch ein sinniges Jubelgeschenk ehrten. Wir wünschen dem Jubilar das Beste für die Zukunft! Aus dem Gronauer Stadtbuch Letzte Berichtwoche: 9 Geburten, 5 Heiraten, 3 Todesfälle In der Woche vom 10.—15. März verzeichnete das Standesamt Gronau folgende Personenstandsfälle: Geburten: Irmtraud Kreimer, Beckerhookstraße 92, 7. Kind; Hubert Adolf Kreimer, Beckerhookstr. 92, 8. Kind; Klaus=Dieter Leonhard Körber, Zollstr. 1, 1. Kind; Marianne Johanna Schulte, Zollstr. 27, 2. Kind; Bernhard Gerhard Dornbusch, Eichenallee 5, 6. Kind; Gerhard Anton Scholten, Dinkelstr. 16, 2. Kind; Erhard Mech, Lortzingstr. 5, 2. Kind; Werner Heinrich Sieverding, Enscheder Str. 354, 1. Kind; Maria Hermine Hörmann, Epe, Effker=Esch 22, 1. Kind. Heiraten: Franz Kühlkamp, Gronau, Am Nienkamp 12, und Anna Gertrud Schreiber, Gronau, Beckerhookstr. 116; Hermann Hildering, Gronau, Huyssenstr. 1, und Hermine Elisabeth Drewes, Gronau, Viktor=Lutze=Str. 124; Bernhard Haupt, Gronau, Beethovenstr. 9, und Hildegard Margarete Erna Heemann, Gronau, Beethovenstr. 12; Reinhold Heinrich Abt, Bentheim, Schüttorfer Str. 135, und Sina Meier, Gronau, Wilhelmstr. 7; Gerhard Hermann Hövel, Gronau, Alter Postweg 49, und Hendrika Hendriks Gronau, Steinstr. 76. Sterbefälle: Amalie Auguste Stahr geb. Werner, Gronau, Mittelstr. 10, 71 Jahre; Werner Heinrich Sieverding, Gronau, Enscheder Str. 354, 1 Tag; Bernhardine Gerharda Hogelucht geb. Wösthoff, Gronau, Viktoriastr. 43, 67 Jahre. Aus der Bewegung Gronau. Hitler=Jugend. Heute, am 20. 3., treten alle Führer der Gefolgschaft 1/145 pünktlich um 19,45 Uhr am HJ=Heim zum Dienst an. Verantwortlicher Schriftleiter für den heimatl. Lextteil: W. Schötteldreier,(z. Zt. im Felde), 1. V. Cl. Hülsbusch, Münster; für den geschäftl Leil: B. Bentink, Gronau. Anzeigen aus dem Heimatbezirk Tanzkursus beginnt in Epe im Hotel Meyer am Donnerstag, 20. März, 20 Uhr erste Tanzstunde. Es können noch Damen und Herren teilnehmen. BADTKE, Tanzlehrer. Korbkinderwagen m. Haube, gut erhalten, zu verk. Fester Pr. 45.—. Zu erfr. in d. Gesch. in Ahaus. Alleinst. Frau sucht zu sofort in Ahaus od. Umgebg. 2 Zimmer-Wohnung Zu erfragen in d. Geschäftsstelle in Ahaus. geschlossen Dr. med. Schröer Facharzt für Hals=, Nasenund Öhrenleiden Gronau i. W. Ich suche für mein Geschäft, Bäckerei, Konditorei und Kaffee, ein freundl. junges zum Verkauf und Servieren bei Familienanschlüß. Angeb. unt. Nr. 180 an die Gesch. Gronau, Adolf=Hitler=Str. 36. Kl., grau=braune Dackel-Hündin auf den Namen Hexe hörend, entlaufen. Wiederbringer erh. Belohnung. Bernhard Tiemann Ahaus i. W., Herm.=Löns=Weg 25. Ständige Anzeigenwerbung erst sichert den Erfolg. Deshalb Werben durch die Westi. Tageszeitung 20. März 1941 Westfälische Tageszeitung 78 Künstliche Vögel fliegen einher Einmalig in der Welt— Modelle von 40 Zentimeter bis 2½ Meter Spannweite verwirklicht einen alten Traum der Menschheit Göttinger Forscher Göltingen, im März Uralt ist die Sehnsucht des Menschen zu fliegen. Jahrtausende hindurch versuchte man, das Problem mit Hilfe des Menschenfluges zu lösen, bis Lilienthals Todessturz diese Entwicklung abschloß. Ebenso als wie die Sehnsucht selbst zu fliegen und eng damit verbunden ist aber auch der Wunsch, künstliche Vögel herzustellen. Die Sage berichtet, daß schon Archytas eine hölzerne fliegende Taube und der Nürnberger Astronom Regiomontanus einen künstlichen Adler gebaut hat, der die Bewunderung seiner Zeitgenossen errang. Aber bis auf den heutigen Tag ist dieser Wunsch trotz vieler, aber wenig erfolgreicher Versuche(so insbesondere des Franzosen Pénaud um 1870) unerfüllt geblieben, bis jetzt der junge Göttinger Dozent Erich von Holst erstmalig in der Welt Modelle von Schwingenflugzeugen nach Vogelart herausgebracht hat, die, als er sie kürzlich auf einer Vorführung des NSFK herausbrachte, geraoezu sensationelles Aufsehen erregten. Mehr als zwölfjährige Arbeit steckt darin Im Zoologischen Institut der alten Universitätsstadt Göttingen, von wo schon so manche epochale Erfindung in die Welt hinausging, erzählt uns Erich von Holst von seine Arbeiten. Es ist nicht so, daß ihm diese Leistung von heute auf morgen zugefallen ist. Mehr als zwölf Jahre hat er daran gearbeitet, und seine ersten Beobachtungen und Versuche fallen noch in seine Pennälerzeit. Immer wieder hat er die Vögel beobachtet und gefilmt, hat verglichen und berechnet, hat gebaut und gebastelt, hat sich die mannigfachen fliegenden Tiere, Schmetterlinge, Libellen, Fledermäuse und die verschiedensten Vogelarten zum Vorbild genommen, bis er jetzt mit seinen Modellen vor die Öffentlichkeit treten konnte. Bis zu fünf Minuten Flugdauer— allerdings unter allergünstigsten Voraussetzungen— haben seine Modelle erreicht, und es ist für den Zuschauer ein eigenartiges und packendes Bild, wenn sich die Modelle des jungen Forschers aus seiner Hand erheben, um mit schlagenden Flügeln im großen Hörsaal des Instituts einherzufliegen. Experimentelle Grundlage für die Forschung Allerdings, so werden die meisten Leser sich fragen, welche Bedeutung kommt heute Flugmodellen nach Vogelart noch bei, wo der Mensch sich freigemacht hat von der Nachahmung des tierischen Vorbildes, wo der Menschenflug, auf anderen Prinzipien als der Vogelflug fußend, zur heutigen Höhe technischer Vollkommenheit gelangt ist? Auch hierauf gibt uns Dr. von Holst eine Antwort. Er äußert sich zunächst als Wissenschaftler, als Biologe, dem es auf die Erforschungen der Physiologie der Bewegungen ankommt.„Eine Anzahl von Erscheinungen“, so sagt er,„wie z. B. die vielumstrittenen Möglichkeiten der Steuerung beim Vollschwingenflug, kann jetzt— nachdem ein solch künstlicher Vogel nicht in Einzelheiten, ohl aber im Prinzip einem natürlichen gleicht— am frei fliegenden Modell mit Leichtigkeit jederzeit demonstriert werden. Jede Behauptung wird sich hier in Zukunft sogleich experimentell prüfen lassen. Ferner war es bisher nicht möglich, über die instationären Strömungserscheinungen am aktiv bewegten tierischen Flügel irgendetwas Genaueres zu erfahren, die auftretenden Kräfte zu messen, da eben lebendige Tiere es sich nicht gefallen lassen, daß man sie in den Windkanal hängt. Jetzt aber können solche Versuche am Flugmodell angestellt werden, von dem man durch Vergleich mit tierischen Zeitlupenfilmen sicher weiß, daß seine Bewegung der natürlichen entspricht. Damit wird aber über die künftige Theorie der tierischen Flugweisen die notwendige experimentelle Grundlage geschaffen und überdies wohl noch manches Neue über die in der modernen Flugtechnik ebenfalls wichtigen instationären Strömungserscheinungen zutage gefördert werden.“ Natur gibt die Anregungen Damit ist zugleich gesagt, daß nicht nur der Wissenschaftler, sondern auch der Techniker von der Beobachtung und Erforschung des Vogelfluges seinen Nutzen ziehen kann. Sinngemäß abgewandelt wird sich in der Technik vieles von dem gebrauchen lassen, was sich bei diesen Forschungen ergibt. So fand Dr. von Holst neben neuartigen Getrieben und besonderen Flügelkonstruktionen bei der Beschäftigung mit dem Insektenflug z. B. ein neues Mittel zur Hochauftriebserzeugung. Es kann also die Natur die Anregungen geben, die der Aerodynamiker, oder ganz allgemein der Techniker überhaupt, abgewandelt wieder in der Praxis hervorragend verwerten kann. Denn gerade mit Hilfe von Modellen, sich die technischen und aerodynamischen Eigenschaften dieser oder jener Flugart möglichst rein darstellen und erproben. Neben der Auswertung für Wissenschaft und Technik sieht Dr. von Holst in der Beschäftigung mit dem Vogelflug vor allem aber auch eine erzieherische Aufgabe. Biologie und Flugtechnik spielen heute im Unterricht eine große Rolle und beiden vereint bietet die Beschäftigugn mit dem Vogelflug eine Fülle von Problemen. Gebaut nach Modellen, Fledermaus- und Vogelart Dr. von Holst wird bei dem Erreichten nicht stehen bleiben. Im Gegenteil, er hebt hervor, wie jetzt, nachdem in Form von flugtüchtigen Modellen die Grundlagen geschaffen sind, erst die eigentliche Auswertung, vor allem in enger Zusammenarbeit mit der Aerodynamik, beginnen wird. Eine große Anzahl von Modellen steht dem Forscher zur Verfügung, von 40 Zentimeter bis 2½ Meter Spannweite, gebaut nach Libellen=, Fledermaus= und Vogelart. Eine sinnreiche Konstruktion mit Hilfe von Gummischnüren, deren Torsion mit überaus geschickten, von Erfindergabe zeugenden übertragungsmechanismen die Schwingen in Tätigkeit setzt, besorgt den Antrieb. Die kommenden Forschungen werden dazu beitragen, unser Wissen und unvon denen alles biologische Beiwerk abgelöst ist, lassen sere Erkenntnisse vom Fliegen zu erweitern. Stuka=Somben auf Flugplatz Halfar Rollfeld, Hallen und Unterkünfte zerstört— Wo blieben die britischen Jäger? ..„ im März 1941. (PK) Stukaverbände des deutschen Fliegerkorps unternahmen— wie der Wehrmachtsbericht meldet— im Schutze deutscher Jagdstreitkräfte einen erneuten Massenangriff auf Malta und erzielten mit der Zerstörung von Hallen, Unterkünften und Brennstofflagern, sowie mit der schweren Verwüstung des Rollfeldes auf dem Flugplatz Halfar einen neuen großen Erfolg. Es ist später Nachmittag, als wir über Wolkenfetzen mit südlichem Kurs gen Malta fliegen. Eine Kette Sturzbomber nach der anderen zieht über dem Mittelmeer dahin. Links und rechts von uns rasen die Staffeln der Luftwaffe auf ihr Ziel zu— ein wunderbares Bild der Kraft! Dem Flugplatz Halfar gilt diesmal unser Angriff, Messerschmittjäger decken unseren Angriff, sie werden uns den Nacken schon freihalten, wenn wir uns auf unsere Ziele stürzen. Ich liege nun vor meinem MG in der Wanne, schiebe eine Doppeltrommel ein, hänge den Hülsensack an und harre der Dinge, die da kommen sollen, genau wie meine Kameraden, lauter kampferprobte Männer, die das EK I als Auszeichnung tragen und deren Flugbücher dreistellige Zahlen über ihre Feindflüge aufweisen. Ein Blick auf die Uhr: In sieben Minuten ist die Zeit erreicht. Ich kenne diese Stunde von der Besprechung im Gefechtsstand und weiß, daß der Angriff pünktlich zur angesetzten Minute steigen wird. Mit der Genauigkeit eines Uhrwerkes erfolgen die wuchtigen Schläge unserer Stukaverbände. Plötzlich sind wir da und stürzen Kette auf Kette auf die befohlenen Ziele herab. So war es vor einigen Tagen über Lucca, und so wird es jetzt, in genau sieben Minuten wieder sein. Die ersten schwarzen Wolken schwerer Flakartillerle hängen sich unter uns und werden, je näher wir dem Flugplatz kommen, immer zahlreicher. Der Engländer verteidigt sich zäh, oftmals lernten wir schon die Flakartillerie von Malta kennen, auch heute wieder. Der Zeiger der Armbanduhr rückt auf 30. Die befohlene Zeit! In dieser Sekunde kippt unser Flugzeug ab, stürzt mit zunehmender Geschwindigkeit steil auf die Hallen und Häuser am Rande des Platzes hinab. Es braust in den Ohren, für einen Augenblick schwebe ich haltlos in der Wanne. Da fängt der Sturzbomber jäh ab. Die Bomben fallen, ich starre ihnen gebannt nach, sehe sie erdwärts trudeln, kleiner und kleiner werdend. Jetzt sind sie am Ziel. Neben getroffenen und brennenden Unterkünften schlagen neue Flammen aus den Gebäuden empor. Sekunden nur hat das gedauert. Nun richte ich das MG auf eine wie wild feuernde Stellung leichter Flakartillerie. Als eine Kette sich verfolgender Funken rasen die Garben der Leuchtspurmunition auf die Batterie zu. Nun stellt sie das Feuer ein. Dafür schießen links und rechts zahlreiche andere Stellungen. Unser Sturzbomber zieht zum Meer hinaus. Da gibt es noch eine Ueberraschung. In einer kleinen Bucht wassern zwei große Sunderland=Flugboote. Das ist ein Ziel für eine dritte Doppeltrommel meines MGs. Die Bordschützen der anderen Flugzeuge unseres Verbandeshaben die Sunderland auch erkannt und bearbeiten sie im Tiefflug mit MG=Feuer. Nirgends eine Hurricane. Die deutschen Jäger haben ganze Arbeit geleistet. Hinter uns bleibt Maltas Küste, verschwimmt der über dem angegriffenen Flugplatz Halfar stehende Pilz von Brandwolken im Dunst der Abenddämmerung. Wir Unsere U-Boote sind auch in den äquatorialen Gewässern beständig und mit Erfolg auf der Suche nach britischen Schiffen. Hier hat eines der U-Boote englische Tanker aufs Korn genommen und mit gewohnter Zielsicherheit versenkt. Daß die Wirkung der Torpedos gut war, bestätigen die gewaltigen Rauchwolken am Horizont (PK-Lorenzen-Atlantic-M.) Auf einem afrikanischen Zwischenlandeplatz der Stukas, deren wuchtige Schläge die Engländer auch dort zu spüren bekommen, ist Hochbetrieb. Hier wird eine Angriffspause schnell dazu benutzt, um Erfahrungen auszutauschen und taktische Winke zu geben gehen auf Heimatkurs und“ nehmen die Verbindung mit unserer Kette wieder auf. Hinter uns liegt Zerstörung, deren ganzen Umfang unsere Fernaufklärer noch feststellen werden. Aber wir wissen auch so, daß jeder neue Angriff uns dem großen Ziel, dem Sieg Deutschlands, näherbringt. Die unaufhörlichen Schläge unserer Stukaverbände zerhämmern die Stellungen der Engländer an der Mittelmeerfront systematisch. So schnell kann er nicht wieder aufbauen, wie unsere Angriffe Schaden auf Schaden anrichten. Jeder dieser Großangriffe erfordert Mut und Einsatzbereitschaft bis zum Aeußersten. Hart sind die Gesichter der Besatzungen und entschlossen. Sie kennen nur ihren Befehl, und der wird ausgeführt, komme was wolle. Kriegsberichter, Karlheinz Holzhausen (PK-Rechenberg— Scherl-M.) Von überraschtem Einbrecher niedergeschossen Nürnberg. im März. Bei einem Einbruchsversuch in ein Nürnberger Uhrengeschäft wurde die elektrische Alarmglocke ausgelöst. Als der im ersten Stock wohnende Geschäftsinhaber nach dem Alarmzeichen auf die Straße lief, um Nachschau zu halten, sah er sich dem Einbrecher gegenüber, der ihn durch einen tödlichen Brustschuß sofort niederstreckte. Ein zweiter Schuß ging fehl. Ein anderer Mann nahm die Verfolgung des Vrebrechers auf, mußte jedoch von ihm ablassen da er ebenfalls mit der Schußwaffe bedroht wurde. So konnte der Verdunklungsverbrecher unerkannt entkommen. Beim Sonnen vom weißen Tod ereilt Lawine vernichtet zwei Menschenleben München, im März. Auf dem Südhang der Innsbrucker Nordkette ging zwischen dem Langen Sattel und dem Kemmacher eine Lawine nieder, die nach den bisherigen Feststellungen zwei Todesopfer, einen jungen Mann und ein Mädchen, beide aus Innsbruck, forderte; ferner wurden ein Schwer= und drei Leichtverletzte geborgen. Zu dem Zeitpunkt, zu dem die Lawine niederging, sonnten sich auf dem Hang zahlreiche Wintersportler. Der Lawinenrettungsdienst des deutschen Alpenvereins, Abteilungen der Schutzpolizei, der Technischen Nothilfe und der Feuerwehr gingen sofort nach Bekanntwerden des Unfalls an die Unglücksstelle. Die Sucharbeiten wurden bis in die späten Abendstunden fortgesetzt, jedoch konnten weitere Verschüttete nicht mehr gefunden werden. Daraufhin wurden die Bergungsarbeiten abgebrochen, jedoch konnte Der Hahn mit dem Federbart Bestandsaufnahme in den mitteldeutschen Wildrevieren Magdeburg, im März Das letzte Schongebiet der Großtrappen sind die Wildreviere links der Elbe oberhalb Magdeburgs, das Hauptgebiet dieses größten europäischen Landvogels, der unter Naturschutz steht. Zur Kontrolle über den Erfolg der Schutzmaßnahmen wird die Jägerschaft SachsenAnhalts jetzt eine Großtrappenzählung vornehmen. Die Großtrappe bildet in ihrer Seltenheit einen besonderen Wert für die mitteldeutsche Landschaft. Bei einer Zählung vor längerer Zeit wurden noch 200 Stück dieses jagdbaren Tieres, das zur„Hohen Jagd“ gehört, gezählt. Die Großtrappe findet sich in Mitteldeutschland als Stand= und als Strichvogel, liebt aber besonders die Kultursteppe des Köthener Landes und der Magdeburger Börde, hier sitzt sie in Raps= und Getreidefeldern. Die Großtrappe, auch Trapgans genannt— der Trapphahn besitzt einen Federbart— gehört zu den kranichartigen Vögeln, ist ein ausgezeichneter Läufer und trotz seiner Schwere auch ein hervorragender„Flieger“. Rizinusöl im Pudding Braunschweig, im März. In einem Orte bei Duderstadt lernten Landjahrmädel das Kochen und Backen. Ihre Spezialität waren Puddings und Torten. Sie machten aber wiederholt die Erfahrung daß sich Dorfjungens Eingang in die Küche verschafften, um die Puddings und Torten zu stehlen. Da holten die Mädel zu einem Gegenschlag aus. Sie kochten einen besonders schönen Pudding. in den sie eine Dosis Rizinusöl mischten. Prompt wurde auch dieser Pudding von den Jungen gestohlen. Die Wirkung blieb nicht aus. Alle Jungen statteten dem Ort mit dem Herz in der Tür Rekordbesuche ab. Die Mädels hatten natürlich die Lacher auf ihrer Seite. Die Mine unter dem Grabkreuz Mühlhausen(Elsaß), im März. Im sogenannten Hardtwald, der sich eine lange Strecke am oberelsässischen Rheinufer entlang zieht und voller Befestigungen der ehemaligen Maginotlinie ist, fanden einige Jungen beim Spielen eine aus dem späten Mittelalter stammende Grabstätte. Als einer der Jungen sich an dem steinernen Kreuz zu schaffen machte, ertönte plötzlich eine starke Explosion. Eine von den Franzosen unter dem alten Steinkreuz angebrachte Mine war detoniert. Einer der Jungen wurde schwer, ein anderer leicht verletzt. bisher nicht einwandfrei festgestellt werden, ob sich unter der Lawine noch weitere Opfer befinden. 21jähriger stahl 30 000 Rasierklingen Nürnberg, im März. Ein 21jähriger Nürnberger entwendete in den Lagerräumen einer Firma, bei der er beschäftigt war, in zahllosen Fällen Metallwaren und Kleidungsstücke. So stahl er 30000 Stück Rasierklingen, größere Posten von Scheren und Messern, ferner Damen= und Herrenstrümpfe im Werte von 3500 Mark. Der Täter wurde wegen fortgesetzten Diebstahls, Betrugs und Urkundenfälschung zu 15 Monaten Gefängnis verurteilt. Auch die Großmutter wurde Meisterin Hildesheim, im März. In Hildesheim wurde ein zweijähriger Lehrgang um den Meistertitel der Hauswirtschaft veranstaltet, an dem sich 14 Frauen beteiligten. Selbst eine 54jährige Frau, die schon Großmutter ist, nahm an der Ausbildung teil und bestand mit den übrigen Frauen ihr Examen. Sämtliche Frauen sind nun Meisterhausfrauen geworden, die für die Heranbildung des weiblichen Nachwuchses in den Haushaltungen eine besondere Stellung einnehmen. „Tolle Gräfin“ muß ins Gefängnis Halberstadt, im März. Eine lustige Witwe hatte sich vor dem Amtsgericht in Halberstadt wegen vieler Betrügereien zu verantworten. Sie gab sich als Gräfin von Hagen aus, nannte sich Großindustriellenwitwe, Hausbesitzerin, Inhaberin eines Kurhotels in Wiesbaden und ließ sich von ihren Kavalieren in einigen Harzer Orten die Zeche bezahlen. Auch Darlehen war sie nicht abgeneigt, bis sich die Polizei mit ihr beschäftigte. Wegen ihrer Hochstapeleien und Betrügereien wurde sie zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Eigentlich gehöre sie, sagte das Gericht, in ein Arbeitshaus, man wolle ihr aber die Wege der Besserung nicht verschließen. Fünf Personen ertrunken Halle, im März. Unweit von Wittenberg kenterte in einem Strudel ein mit sieben Personen besetzter Kahn auf der Elbe. Fünf der Insassen ertranken. Dem Gastwirt Otto Bader und dessen 12jährigem Sohn gelang es, die übrigen zwei Insassen zu retten. Die Bäuerin/ von Emanuela Mattl=Löwenkreuz Wenefrieda Rainer hatte ihre Tante in der Felde aus, das wie eine braune Teppichbahn zu Stadt begraben. Länger blieb sie aus, als vorge= dem wallenden blauen Himmelsvorhang führte. sehen, da sie von dem Lager der alten Frau nicht wich, ehe das verbrauchte Uhrwerk abgelaufen war. Im neuen schwarzen Kleid fuhr sie heim. Auch einen Hut hatte sie sich angeschafft, mit einer Handbreite Schleier, der ihre starken Zöpfe umflatterte. Städtisches Schuhwerk trug sie. Federleicht und wie in Butter ging man— nur wurde man merkwürdig müde. Bald nach der Bahnstation sah sie den Hof auftauchen. Sie konnte es nicht mehr erwarten, wieder an Ort und Stelle zu sein, wo sie von Gottes und Rechts wegen hingehörte. In einer großen Wirtschaft fehlte die Bäuerin an jedem Eck und End, obwohl ein Knecht und eine Magd eingestellt waren. Endlich trat ihr Fuß über die Schwelle. Eigen war es um die Hausschwelle beschaffen. Der Stein trug ein verborgenes Segenszeichen— ebensogut konnte es auch das Kräutlein Zwietracht sein. Der Bauer griff einen Span vom Herd und steckte die Pfeife in Brand. Im raschen Feuerschein zuckte es über sein verschlossenes Antlitz— oder bildete sie sichs bloß ein? Hinter den Melkeimern, die aneinanderklangen, barg sich Rosine. Weshalb wurde sie blitzrot, das junge Ding? In der Heimgekehrten begann es zu bohren. Die eine Nachbarin schwieg mit schiefem Mund, als hätte sie etwas zu verbergen, die andere ließ ein Wort fallen. Nicht zu leicht und nicht zu schwer, nicht zu dick und nicht zu dünn— gerade wie ein hüpfendes Steinchen, das ein Glück in Scherben schlägt. „Ist gut, daß du wieder da bist“, sagte der Bauer am nächsten Tag. Aber schon saß der Frau Argwohn im Blut.„Sei mild!“ redete sie zu sich selbst. Nein, man konnte nicht mild sein. Es ging gegen Treue und Glauben. Sie hätte Rosine packen und schütteln mögen— doch wurde es nichts als eine federleichte Maulschelle, bei geringem Anlaß. Und überraupt“, setzte sie hinzu,„kannst du dich der Arbeit werd ich allein fertig!“— dir nichts lauft ein Mädel, das auf ält, nicht vom Hof!“—„So, hältst du auf dich?“ Wenefrieda besprach es mit dem Bauer. Wie ein Hauch ging es um ihn herum, der immer hitziger wurde. Die Pfeife stob Funken.„Ich bin der Herr!“—„Was bin ich denn?“ gab sie in leise singendem Ton zurück. Sie machten es auf dem Zu Hause hatte das Fenster Augen und die Tür Ohren. Der Bauer Rainer stapfte im alten Werktagskittel, der ihn hornig steif umstand, das Roß am Zaum, während hinter ihm die Egge die Schollen aufriß. Wie jeder, der den Boden bestellt, war er mit seinen Gedanken dabei und wußte von Wenefrieda oder Rosine längst nichts mehr. Der starke Frühlingswind blies hinter ihr drein, als sie sich wandte. Wie ein schwarzer Faden kreiste ein Flug Vögel über ihrem Haupt. Zornig beschloß sie: Ging nicht die Magd, so ging sie! Dumpf war die Stube. Ueber die Wand kroch eine Spinne. Eine Schwalbe flitzte ein und aus. „Sie trägt zu, und du trägst weg“, sagte sich Wenefrieda und warf nur eine Wenigkeit in den Koffer. Das schwarze Kleid zog sie über den Rücken. Sie hastete unter den Bäumen, die noch keinen Schatten gaben. Der bittere Duft nach Knospen und zusammengefalteten Blättern legte sich ihr auf die Brust. Am Himmel segelte ein schneeblasses Mondhörnchen. Mitten im Emporstarren und Laufen hielt Wenefrieda plötzlich inne. Etwas schien sie aus dem dumpfen, eigensinnigen Gram aufzustören. Was es bedeutete, machte sie sich nicht klar, anders war es, und sanfter als das Fegen des Windes. Es raschelte und scharrte, knisterte und schwirrte. Leisheit, seltsam unruhig und bewegt, wie geheimnisvolles Flügelrauschen. Ein geisterhafter Heerbann schien ihr zu folgen— wahrhaftig, so verhielt es sich! Betroffen entdeckte sie, daß sich das Federvieh des Hofes an ihre Schritte geheftet hatte. Einige waren ihr an den Fersen, andere wuselten noch im weiten. Mit Watschelfüßen, Krallen und gespreizten Flügeln holperten und stolperten sie im Wegstaub. Wenefrieda scheuchte die unvernünftige Kreatur:„Kss— Kss — packt euch heim!“ Eifriger umdrängten sie Enten, Gänse und Hühner, weiße und graue Rücken hoben und senkten sich wie ein hüpfendes Wellenspiel. Runde, starre Augen glotzten dumm und treu. „Jetzt— seid ihr mir gefolgt— damit ichs nicht tu?“ Schon kauerte sie am Wegrand. Die Kleinsten taumelten sich wie Federbälle auf ihrem schwarzen Schoß. In der Küche heulte die Rosine.„Geh ich jetzt“, schnüffelte sie hinter ihrem Sacktuch,„zeigt das Dorf mit Fingern auf mich. Aber wenn die Bäuerin es haben will— sagt der Bauer, muß ichs wohl...“ So, der Bauer hat es gesagt?“ Helle Röte schoß Wenefrieda in die Wanigen. Bedachte sie es richtig— ihr Mann und das kindische Ding? Die Nachbarinnen schwatzten schon auch eine Nuß vom Baum—— Sie schaffte der Rosine Arbeit an, für heute, morgen und wann noch... Ihren Koffer stellte sie ab. Das Trauerkleid stopfte sie in den hintersten Kastenwinkel. Sie reckte die Arme wie befreit. Nun bekam alles das gewohnte gute Gesicht. Dem Geflügel streute sie ein paar Extrakörner; und als sie wieder in die Stube trat, im windgeblähten Kittel, im Schwung der knatternden Schürze, mit dem verwehten Haar über der Stirn, war ihr, als kehrte sie Schritt um Schritt heimzu. Eine neue Stratosphärenrakete Nach einer Mitteilung, die an die Akademie der Wissenschaft in Stockholm von der„Amerikanischen Raketen=Gesellschaft“ gelangte, ist das viel erörterte Problem der Entsendung einer Rakete oder genauer eines Geschosses, das als Lufttorpedo ausgebildet ist, n die Stratosphäre jetzt als gelöst anzusehen. Mit den bisher verwendeten Raketen hat man eine Höhe von 3000 Metern erreicht, während das von dem bekannten amerikanischen Ingenieur J. R. Wyld entworfene und konstruierte bis zu 9000 Meter und darüber hinaus gelangt. Wyld hat mit Mitteln, wie sie bei Torpedos verwendet werden, die Rakete in ein wirkliches Lufttorpedo verwandelt, in dem die automatische Betätigung der verschiedenen Steuer durch Gyroskope geleitet wird, die von einem Dynamo getrieben werden. Der Körper ist 2,75 Meter lang und hat einen Durchmesser von 32,7 Zentimetern. Die Stabilität ist durch einen Apparat mit vier Flügeln gesichert, die zwei Steuer bilden, die Abweichung der Rakete auf ihrem Wege hält sich dabei in den Grenzen von wenigen Graden. Wenn der Brennstoff erschöpft ist, vermindert sich die Geschwindigkeit der Rakete, und die stabilisierende Wirkung der Steuer hört auf, worauf die Rakete ihre Spitze plötzlich nach unten neigt, in diesem Augenblick wird ein Fallschirm elektrisch in die Luft hinausgeschleudert und geöffnet. Die Rakete hat zwei voneinander verschiedene Abteilungen; die vordere enthält die Meßinstrumente, einen Vorrat von flüssigem Sauerstoff, den Fallschirm und die Vorrichtung für den Abschuß. Der hintere Teil, der ebenso wie der vordere spitz zuläuft, enthält das Gyroskop für die Stabilisierung und die Lenkvorrichtungen. Das Gesamtgewicht beträgt 15,730 Klg. und mit dem Brennstoff 16½ Klg. Da diese Rakete für meteorologische Aufgaben bestimmt ist, ist fie mit wissenschaftlichen Spezialapparaten für die Selbstregistrierung ausgerüstet, so hat sie einen Höhenmesser, der die erreichte höchste Höhe feststellt, einen Aufnahmeapparat für Luftproben und einen„Meteorographen“, ein Instrument, das aus einem Barographen, einem Wärmemesser und einem Feuchtigkeitsmesser besteht. Der Fähnrich von Zum 90. Geburtstag Dr. Ernst Kirsteins Dieser Tage feierte der Berliner Bakteriologe Dr. Ernst Kirstein seinen 90. Geburtstag. Er ist in die Geschichte der deutschen Armee mit dem Ehrentiler„Häynrich von Wörth“ eingegangen. Zwischen Mikroskop und Reagenzgläsern sitzt ein alter Herr, verrichtet sein Tagwerk als Leiter seines bakteriologischen Instituts, und kaum einer weiß, daß Dr. Ernst Kirstein in seinem 90jährigen Leben nicht nur Impfstoffe gefunden und Heilmittel entdeckt hat, sondern vor langer, langer Zeit mit dem Säbel in der Hand für Deutschland kämpfte, als es noch gar kein geeintes Deutsches Reich gab. Ernst Kirstein, ein westpreußischer Gutsbesitzerssohn, war als 19jähriger 1869 aktiver Soldat geworden. Als Fähnrich trat er ins Herein, und schon sieben Monate später wurde er— der einzige Fall der Jahre 1870/71— außer der Reihe zum Leutnant befördert: wegen Tapferkeit vor dem Feind. Die Tat, die ihm diese schnelle Beförderung, aber auch um ein Haar den Tod gebracht hätte, spielte sich am 6. August in der Schlacht bei Wörth ab. Der Tag von Wörth begann mit Kämpfen und Gewaltmärschen. Zuerst schien sich das Kriegsglück dem Feind zuzuwenden. Die Nassauischen Truppen wurden zurückgeschlagen, aber nun kam das V. Korps der Württemberger zu Hilfe. Da setzte der Führer der Franzosen, Mac Mahon, alles auf eine Karte: die Kavallerie! Zehn Reiterregimenter griffen an! Die Erde bebte, riesige Staubwolken wirbelten auf. Die württembergischen Jäger marschierten im Tritt in die Schlacht — in den sicheren Tod, denn die feindliche Kavallerie war überlegen. Und nun geschah etwas Merkwürdiges: der junge Fähnrich Kirstein rannte zu dem Oberstleutnannt, der das württembergische Bataillon kommanEin chinesisches In der chinesischen Provinz Szetschuan befindet sich der Berg Omei, auf dessen Gipfel häufig eine Naturerscheinung beobachtet werden kann, welche an unser bekanntes Brockengespenst im Harz erinnert. Der Berg wird für heilig gehalten und namentlich von Pilgern aus Tibet und Nepal viel besucht. Wenn sich das„Gespenst“ zeigt, d. h. Wolken und Nebel die Form eines goldenen Balls annehmen, der von einem Regenbogen umgeben ist und für eine Spiegelung des Heiligenscheines Buddhas angesehen wird, geraten die Pilger häufig in derartige Verzückung, daß sich schon mancher vom Berggipfel in die Diefe stürzte. Aus diesem Grunde wurde in neuester Zeit der Zugang mit Ketten gesperrt. mnmnn dierte, und rief ihm zu:„Zum Donnerwetter, ziehen Sie Ihr Bataillon sofort zurück— die französische Kavallerie stößt vor!“ Der Oberstleutnant stutzte, wollte schon lospoltern— aber so schnell der Fähnrich gekommen war, so schnell war er auch wieder verschwunden. Und wirklich entschloß sich der alte Offizier, dem Rat des jungen Fähnrichs zu folgen und die Jäger vorläufig zurückzunehmen. Das erwies sich nun auch als durchaus richtig. Bald konnten die Deutschen wieder vorgehen und das verlorene Gelände Zurückerobern. Am Nachmittag dieses Tages lag die Kompanie des Fähnrichs Kirstein in einer Mulde. Kaum ein Offizier war unverletzt. Der Hauptmann war vor Kirstein, von einer Kugel getroffen, zusammengebrochen. Auf dem linken Flügel stießen die Franzosen vor, die Deutschen auf dem rechten Flügel mußten angreifen, schon waren die Trompetensignale zu hören. Aber nach 12 Stunden unerhörtester Strapazen waren die Mannschaften todmüde und kein Offizier konnte die Kompanie in der Mulde aufpulvern Da sprang der Fähnrich Kirstein vor.„Vorwärts los, mir nach!“ rief er und stürmte an der Spitze der sich durch das verblüffende Beispiel aufraffenden Leute gegen den Feind. Wenige Sekunden später krachte eine Salve aus einem Dutzend Chassepots, und der mutige Fähnrich brach blutüberströmt zusammen... Nicht weniger als acht Schüsse hatte er abgekriegt, in die Lunge, zwischen die Rippen, ins linke Bein, in den Bauch, und zwei schwere in den linken Arm, der leblos und blutend herabhing. Sieben Monate lag er im Lazarett. Langsam erholte er sich, wenn ihn seine Wunden auch noch viele Jahre zu schaffen machten. Man mußte ihm die Muskeln des linken Armes und später auch der Hauptnerv entfernen— drei Finger blieben von nun an unbeweglich und gefühlslos. Dafür schmückte seine Brust das Eiserne Kreuz, das er als einer der drei ersten Kämpfer des Krieges erhalten hatte. Zu sofort möglichft mit mittl. Schulbildung, nicht über 35 Jahre alt, für Fernsprech=, Fernschreib= und Funkdienst gesucht. Bewerbungen mit kurzem handschriftlichen Lebenslauf sind zu richten an Luftgaulommando VI, Nachrichtenführer Münfter i. W. zum Besuch der Bäckerkundschaft im südöstlichen Münsterland von eingeführter für sofort gesucht. Anerbieten unt. W X 5599 an die Hauptgeschäftsstelle Münster. . Tüchtige Kellnerinnen sofort gesucht Großstadtschänte Gebr. Mindermann Dortmund, Brückstr. 21. Lehrmädchen gesucht. Grümer, Herrenkleidung, Münster in Westfalen, Prinzipalmarkt 12. Bürohilfe gesucht, auch für halbe Tage. Angebote unter B C 5628 an die Hauptgeschäftsstelle Münster. 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Ordentliche Putzhilfe zum Sauberhalten meiner Ausstellungsräume für ganze, eventl. halbe Tage sofort gesucht. Möbelhaus H. Heidmeier, Münster, Glaspassage Junger Mann, 2 Jahre in größerer Renteiverwaltung gelernt, sucht Stelle als Renteigehilfe Es wird mehr Wert auf Möglichkeit weiterer Ausbildung, als auf hohes Gehalt gelegt. Verwaltung m. kaufmännischem Nebenbetrieb bevorzugt. Angebote unter M M 5613 an die Hauptgeschäftsstelle Münster. Büfettfräulein Hausmädchen für sofort gesucht. Gaststätte Kiepenkerl Münster(Westf.) Suche zum 1. April 1941 Hausgehilfin oder Pflichtjahrmädchen nach Oberbayern. Angebote an Dentist Ernst Schmidseder, Aschau, Kreis Mühldorf Obb. Kinderliebes Mädchen als Stühze der Hausfrau für Geschäftshaushalt nach Borghorst bei Familienanschluß gesucht. Angebote unter T Z an die Westfälische Tageszeitung, Borghorst. Zum 1. April od. Mai für Küche und Gartenarbeit ein tüchtiges, junges Suche f. m. 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Y Y 5623 a. d. Hg. Münster, Junge Frau, im Büro und Geschäft erf., sucht Angebote unt. 196 an die Hauptgeschäftsst. Münster Strebsamer Mann (40 J.) sucht neb. beruflich mehrerStunden am Tage Beschäftigung au Bürg. Schreibm. Kenntn. Ang. u 208 an d. Hauptg 20. März 1941 Westfälische Tageszeitung Nummer 78 DEUTSCHE VOLKSWIRTSCHAFT Die Stunde des Unternehmers Bankenhilfe für die besetzten Gebiete Berliner Börsenbericht Berlin, 19. März. Bei mäßig belebtem Geschäft verkehrte die Mittwochbörse in eher festerer Haltung. Größere Kursveränderungen waren dabei nur in wenigen Fällen festzustellen. Zumeist gingen die Abweichungen nach beiden Seiten nicht über 1 Prozent hinaus, wobei Anfangsbesserungen überwogen, Nach Festsetzung der ersten Notierungen bröckelten verschiedene Papiere allerdings wieder etwas ab. Mit großem Interesse nahm man allgemein die Ausführungen des Reichskommissars für die Preisbildung zur Kenntnis. Am Montanmarkt wurden Buderus bei einem Anfangsumsatz von 12 000 RM um 1½ Prozent höher bewertet, während Mannesmann ¾ und Vereinigte Stahl ½ Prozent gewannen. Bei letzteren war ein Umsatz von 100 000 RM zu verzeichnen. Braunkohlenaktien lagen ziemlich unverändert. Ilse Genuß befestigten sich um 1 Prozent. Kaliwerte bröckelten um ½/ bis 1 Prozent ab. In der chemischen Gruppe blieben Farben mit 197¼ unverändert. Sonst sah man auf diesem Marktgebiet Einbußen bis zu 3/ Prozent Bei den Gummi- und Linoleumanteilen gingen Conti Gummi um 3 Prozent zurück. Von Elektropapieren stiegen Siemens Halske und Siemens Vorzüge um je ¼ Prozent, Licht-Kraft, Gesfürel und Lahmeyer ermäßigten sich hingegen um je 1 Prozent. Im gleichen Ausmaß waren bei den Versorgungsanteilen RWE abgeschwächt. Thüringer Gas zogen andererseits um 1 Prozent und Rheag um 3/ Prozent an. Bei den Autoaktien verzeichneten BMW eine Steigerung von 3 und bei den Maschinenfabriken Maschinenbau udn BahnPbedarf eine solche von 1¾ Prozent. Papier- und Zellstoffanteile lagen mit Ausnahme von Waldhof(— 1 Prozent) fester, Aschaffenburg sogar um 2% und Feldmühle um 1½ Prozent. Von Bauwerten, die abgeschwächt waren, gaben Berger 3 Prozent her. Die übrigen Veränderungen überschritten ein Ausmaß von 1 Prozent nicht. Am variablen Rentenmarkt waren Reichsaltbesitz um ¼ Prozent auf 159% befestigt. Von Valuten errechnete sich der Schweizer Franken mit unv. 58,05. Viehmärkte Die Anordnungen, die der Preiskommissar in den letzten Wochen über die Abführung von Uebergewinnen und die Preissenkung erlassen hat, haben eine lebhafte Erörterung in der Wirtschaft ausgelöst. In seiner großen Rede hat sich der Preiskommissar mit diesen Erörterungen auseinandergesetzt. Er hat zugleich die Stellung und die Aufgaben des Unternehmers in der nationalsozialistischen Wirtschaft, insbesondere in der kriegsverpflichteten Wirtschaft, umrissen. Wenn man es auf eine kurze Formel bringt, so verlangt der Staat heute vom Unternehmer, daß er selbst bekenne, wieviel er zuviel verdient hat und diesen Uebergewinn abführt bzw., um ihn in Zukunft zu vermeiden, die Preise senkt. Der noch in den überkommenen Gedankengängen befangene Unternehmer kann diese Forderung als eine Art Kränkung empfinden. Einer vergangenen Zeit galt es ja geradezu als Ideal, möglichst viel zu erwerben, um zu besitzen, und der galt als der Tüchtigste, der am meisten— auf welche Weise auch immer— zu verdienen verstand. Nun wird das Verdienen gleichsam eine anrüchige Handlung. Der Unternehmer soll dem abschwören, was er früher vielfach als alleinigen Inhalt seines Berufes angesehen hatte. Wenn wir das hier so schroff formulieren, so einmal deshalb, um zu zeigen, daß der Unternehmer das in ihn gesetzte Vertrauen im großen und ganzen erfüllt hat. Denn darüber hat der Preiskommissar keinen Zweifel gelassen, daß er es im ganzen nur mit gutwilligen und bereitwilligen Menschen in seiner Preispolitik bisher zu tun gehabt habe, und daß er auch in Zukunft auf sie rechne. Der Unternehmer hat jetzt den großen und weiten Schritt vom liberalen Verdiener zum sozialen Diener zu tun. Daran können gewisse Reibungserscheinungen nichts ändern, auch nicht die Tatsache, daß der eine diesen Schritt schneller und forscher tat und der andere langsamer und zögernd. Zum anderen soll unsere Formulierung klarstellen, worum es in diesem Kriege geht Der Unternehmer muß deutlich fühlbare Opfer bringen, denn die Gewinnabführung betrachtet auch der Staat durchaus als ein Opfer, das der Unternehmer der Gesamtheit bringt. Aber es ist wiederum nicht etwa— wie es vielfach verstanden wurde— eine Strafe. Der Preiskommissar hat das glückliche Beispiel von dem Soldaten gefunden, der den grauen Rock anzieht und hinausgeht, dadurch aber so wenig bestraft ist wie der Unternehmer, der sich prüft, ob er zuviel verdient habe und den Uebergewinn abführt. Beide leisten nur ihren Dienst für die Gemeinschaft. So wird in diesem Kriege durch die Gewissensprüfung, die ihm auferlegt wird, der soziale Unternehmer geboren. Er ist gezwungen, seinen Gewinn nicht mehr zu betrachten unter dem Gesichtswinkel, was er nun für sich verdient habe, sondern was er daraus für die Gemeinschaft abgeben könne. Er macht mit dieser veränderten Denkeinstellung eine Wendung um 180° und vollzieht endgültig seinen Anschluß an den nationalsozialistischen Staat. Er wird damit sein vollkommenes Mitglied, das, wenn es die ihm gestellte Aufgabe sinngemäß und ganz erfüllt, von keinem anderen Stand mehr an sozialer Leistung übertroffen werden kann. Die ihm auferlegte Gesinnungsprobe ist eine der stärksten, die einem Glied der sozialen Gemeinschaft auferlegt werden kann. Aber wer sie besteht, kann zugleich auch von sich sagen, daß er ein vollwertiges Mitglied dieser Gemeinschaft sei. Niemand wird, nach dem was der Preiskommissar gesagt hat, noch im Zweifel sein, daß diese Gesinnungsprobe nicht nur zulässig, sondern auch notwendig ist. Denn in diesem Kriege wie überhaupt in einem sozialistischen Gemeinwesen kommt alles darauf an, daß jeder von jedem das Gefühl hat, daß er sozial handle. In einem sozialistischen Staat darf keiner die Lasten, die er zu tragen hat, auf andere Schultern, besonders nicht auf Schultern von Schwächeren, abwälzen. Jeder muß gleicherweise an den Lasten tragen. Dieses ist der politische Sinn der Preispolitik, daß sie im Volke das Gefühl unbedingter Gerechtigkeit verankern will. Der Preiskommissar hat keinen Zweifel darüber gelassen, daß seine Erlasse nicht Parolen sind und platonischen Charakter haben, er verlangt schnelle und gründliche Durchführung. Das verlangt der Krieg. Die Feststellungen haben ergeben, daß die Kriegsbilanzen gut, günstig oder sogar sehr gut waren. Raum zur Gewinnprüfung und Gewinnabführung ist also hinreichend. Wer der Politik des Preiskommissars in ihrer Grundlegung und Zielsetzung zu folgen sich bemüht, der wird auch ernstlich den Einwand nicht anerkennen können, daß diese Politik die Initiative und Eigenverantwortlichkeit des Unternehmers schmälere. Gewiß sind der Initiative etwa hinsichtlich der rücksichtslosen Ausnutzung von Markt- und Notlagen Grenzen gezogen worden. Aber dafür ist das große Gebiet der Rationalisierung, der besseren Organisation, der Verbesserung der Qualität um so weiter. Früher war einer schon ein tüchtiger Mann, wenn er die betriebswirtschaftliche Rentabilität zu verbessern wußte, auch wenn sie nur um den Preis höherer Preise zustande gekommen war. Heute verdient einer dieses Prädikat erst, wenn er ohne Preiserhöhung die volkswirtschaftliche Produktivität seines Betriebes erhöht hat. Die Verantwortlichkeit und die Initiative haben sich verschoben von dem Markt in den inneren Betrieb, aber niemand kann sagen, daß für das eine weniger notwendig wäre als für das andere. Darüber hinaus wächst die soziale Initiative. Alles, womit der Unternehmer seine Dienstleistung an der Gemeinschaft steigern kann, wird immer enger in seinen Aufgabenbereich einbezogen. Früher kam es vielleicht mehr darauf an, daß einer besonders geschickt darin war, eine Ware als etwas scheinen zu lassen, was sie nicht war. Heute kommt es darauf an, sie wirklich zu dem zu machen, als was man sie anpreist. Das Wesen und der Ablauf des wirtschaftlichen Geschehens und auch des politischen Geschehens wird durch die Gesinnung bestimmt, die in ihnen waltet. Wir haben keinen Zweifel daran, daß der Unternehmer seine Stunde erkennt. Mag es da noch gewisse Reibungen und Schwierigkeiten geben, im ganzen spielen sie keine Rolle, wenn nur jeder einzelne im Sinne der Richtlinien handelt, die der Preiskommissar aufgestellt hat. Dann wird sich in Deutschland, insbesondere in der Arbeiterschaft, das Bewußtsein verbreiten, daß dieser Unternehmer, der in den letzten Jahren schon manche Probe seiner gewandelten sozialen Einstellung zum Arbeiter gegeben hat, auch die Kraft gefunden hat, anstelle des Wortes„verdienen“ das„dienen“ zu setzen. Darüber allerdings darf auch kein Zweifel bleiben, daß Immer wird es ein weithin sichtbares und leuchtendes Zeichen deutscher Organisationskunst und Arbeitsenergie bleiben, daß in den von Deutschland im Verlauf des Krieges besetzten Gebieten die Währungs- und Kreditverhältnisse so schnell stabilisiert und funktionsfähig gemacht werden konnten. Am Anfang der Tätigkeit der Reichskreditkassen stand zwar die Geldversorgung der Truppe, aber die unhaltbaren und zum Teil chaotischen wirtschaftlichen Zustände erforderten bald auch die geld- und kreditwirtschaftliche Betreuung der besetzten Gebiete. Hier ist in kürzester Zeit und unter schwierigsten Umständen wertvollste Aufbauarbeit geleistet worden und zwar frei von jeglichen bürokratischen Hemmungen, allein getrieben von dem Bestreben, der Wirtschaft der besetzten Gebiete zu helfen. Es ist nicht zuletzt dem Wirken der deutschen Bankkommissare in Zusammenarbeit mit den Wirtschaftsabteilungen der Militärbefehlshaber bzw. der Reichskommissare zuzuschreiben, daß, um nur einige Beispiele herauszugreifen, in Holland und Belgien die bestehenden Bankmoratorien aufgehoben, der Postscheck- und Giroverkehr in kurzer Zeit wieder in Gang gebracht und die Börsen wieder eröffnet werden konnten. Die Reichsmark, die die siegreichen Waffen unserer Truppen zunächst als Reichkreditkassenscheine in die besetzten Gebiete trugen, ist jetzt zur übergeordneten Rechnungseinheit geworden, zu der die Währungen der besetzten Länder in festem Kursverhältnis stehen. So gelang es rasch, den Verrechnungsverkehr der einzelnen Länder untereinander über die deuter, wenn er die Zeichen der Zeit nicht versteht und unmittelbar oder auf Umwegen sich seiner Pflicht zu entziehen sucht, von der ganzen Strenge des Gesetzes getroffen werden wird. Neugefaßte„blaue Liste“ Im Einzelhandel mit Eisenwaren gibt es eine sog.„blaue Liste“, die alle diejenigen Waren aus Eisen und Stahl enthält, die der Einzelhandel zur Belieferung von Privatverbrauchern beziehen kann. Aus dieser Liste sind jetzt alle für den privaten Verbrauch nicht unbedingt notwendigen Eisenwaren herausgelassen worden. So können Privatverbraucher z. B. Zirkel, Lineale und sonstige Meßwerkzeuge, wie sie in gewerblichen Betrieben gebraucht werden, jetzt nicht mehr kaufen. Dafür werden mehr lebenswichtige Eisenwaren, wie z. B. Vorhangschlösser, Fahrradschlösser usw. zur Verfügung stehen. Das dem Handel zugeteilte Gesamtkontingent ist mengenmäßig unverändert geblieben. Der Einzelhändler kann also bei den als notwendig anerkannten, auf der Liste verbliebenen Waren größere Bestellungen aufgeben. sche Zentralclearingsstelle weiter zu entwickeln. Zu all diesen Arbeiten eines planvollen wirtschaftlichen und finanziellen Zusammenwirkens der beteiligten Länder haben die deutschen Kreditinstitute zu ihrem Teil beigetragen und somit die Grundlagen gelegt für künftige Entwicklungen, deren Umfang und Tragweite heute noch gar nicht abzusehen ist. Neuer Katalog bezugscheinfreier Schuhe Die Reichsstelle für Lederwirtschaft hat zur Frühjahrssaison mit Anordnung vom 17. März 1941 die Bestimmungen über bezugscheinfreie Schuhwaren neu gefaßt. Es bleiben wie bisher bezugscheinfrei: Holzpantinen, Vollholzschuhe, Babyschuhe, Hausschuhe aus Altmaterial, Strohschuhe, gebrauchte Schuhe. Dagegen sind künftig nicht mehr wie früher bezugscheinfrei: Männerstiefel mit hohen Filzschäften, Unfallverhütungsschuhe, Artistenschuhe, Arbeitsschuhe mit Holzsohlen und Straßenschuhe, zu denen weder Leder, Gummi noch Lederaustauschstoffe verwandt werden. Eine Sonderregelung haben die Straßenschuhe mit Holzsohle erfahren, sie bleiben bis zum Preise von 5 RM(Größe 36 und darüber) bezugscheinfrei, die höherwertigen Straßenschuhe mit Holzsohle sind künftig bezugscheinpflichtig. Praktisch bleiben also die einfachen Holzsandaletten wie im vergangenen Jahr frei, während dagegen die Straßenschuhe bezugscheinpflichtig werden. Dortmund, 19. März. Zum heutigen Zucht- und Faselviehmarkt wurden aufgetrieben: Großvieh 354, Ferkel 97, Läufer und ältere Futterschweine 40, Kälber 22. Der Handel war: Bei besten Tieren über Notiz, in Großvieh mittel. Kühe kosteten je nach Qualität: 410—690; Rinder kosteten: 320—510. Am Schweinemarkt war der Handel mittel. Durchschnittsqualität und Durchschnittspreise: 5—6 Wochen alte Ferkel kosteten 21—24, 6—8 Wochen alte Ferkel 25—30, 8—10 Wochen alte Ferkel 31—41, 10—12 Wochen alte Ferkel 42—49. Läuferschweine über 3—4 Monate kosteten 50—58. Der nächste Markt findet statt am 26. März 1941. Die glückliche Geburt eines gesunden Töchterchens zeigen in dankbarer Freude an Gustav Hauck und Frau Hanna geb. Middelberg Münster(Westf.), den 15. März 1941 Hammer Straße 182 z. Zt. Privatklinik Annette-von-Droste-Hülshoff-Allee Statt Karten Für die anläßlich unserer Verlobung erwiesene Aufmerksamkeit danken wir herzlich Gretel Schwarz Alfons Niehues Bonn. im März 1941 Salchendorf b. Neunkirchen z. Zt. bei der Wehrmacht Statt Karten Für die uns anläßlich unserer Vermählung erwiesenen Aufmerksamkeiten sagen wir unseren herzlichen Dank Josef und Gerti Niehoff geb. Lüking Münster. Brockhoffstraße 14 Heute morgen 1.45 Uhr entschlief nach Gottes hl. Willen sanft im Herrn meine herzensgute Tochter, unsere innigstgeliebte Schwester, Schwägerin und Tante Fräul. Julia Schulze Dernebockholt im Alter von 36 Jahren, nach kurzer, schwerer Krankheit, gestärkt durch den andächtigen Empfang der hl. Sterbesakramente. Wir bitten um ein stilles Gebet. In tiefer Trauer: Anton Schulze Dernebockholt und Familie Albersloh und Alverskirchen. den 19. März 1941. Die Beerdigung findet statt am Samstag, den 22. März, morgens 9.30 Uhr, von der Pfarrkirche aus, daran anschl. das feierliche Levitenamt. Das Sechswochen-Seelenamt für meine liebe, unvergeßliche Frau, meine liebe Tochter, unsere gute Schwester Frau Elly Bleckmann geb. Edelkötter findet statt am Samstag, den 22. März, um 9.30 Uhr, in der St.-Antonius-Pfarrkirche zu Münster, wozu Verwandte und Bekannte freundlichst eingeladen werden. Robert Bleckmann Für die uns erwiesene herzliche Teilnahme anläßlich des großen Verlustes, den wir durch den Heldentod unseres lieben Sohnes Werner erlitten haben, sagen wir allen herzlichen Dank Familie Werner Schmiemann Borghorst. Ostendorf Wir geben unsere Vermählung bekannt Heinz Böring Hauptfeldwebel Mara Böring geb. Scheffer-Boichorst Velen(Westf.), den 20. März 1941. Nachruf Am 12. März 1941 starb für Führer, Volk und Vaterland der Amtsgehilfe und Kraftwagenführer Clemens Soetebeer Unteroffizier d. R. in einem Veterinärpark Der Verstorbene stand 11 Jahre im Dienste der Landesversicherungsanstalt Westfalen. Ein pflichttreuer und stets hilfsbereiter Arbeitskamerad ist von uns gegangen, dessen Andenken die Landesversicherungsanstalt stets in Ehren halten wird. Münster(Westf.), den 17. März 1941. Der Leiter der Landesversicherungsanstalt Westfalen: Kolbow, Landeshauptmann ülterer Herr sucht Erholung auf dem Lande. Angebote mit Preis unter 245 an d. Hauptgeschst. Münster. Jungges.(Möbelzeichn.) sucht Pension in der Umgebung v. Münster. Ang. u. 182 an d. H.=Gesch. Münster. Stadthalle Münster(Westf.) Freltag, 21. März 1941, 17 Uhr Oeifentliche Generalprobe zum Cäcilien-Fest G. Verdi, Requiem Musikvereinschor und Städtisches Orchester; Edith Laux, Luise Richartz, Peter Anders, Rudolf Watzke. Leitung: Generalmusikdirektor Hans Rosbaud. Preise der Plätze: 2.00—1.00 RM. Vorverk. im Verkehrsverein, Prinzipalm. 8/9. Telef. Bestellungen können zur Zeit nur von Auswärtigen angenommen werden. Sonntag, 23. März 1941, 17 Uhr 2. Tag des Cäcilien-Festes Liszt: Präludien Bruckner: IV. Symphonie Solovorträge von Kammersänger Peter Anders und Kammersänger Rudolf Watzke Leitung: GMD. Hans Rosbaud. Restliche Karten zum Preise von 3.00 und 2.00 RM. Laubenumgang) im Vorverkauf im Verkehrsverein. Die Abonnenten werden gebeten, die besfellten Abonnements bis Freitag abend abzuholen, andernfalls darüber anderweitig verfügt werden muß. Das Jahresgedächtnisamt für Frau Niermann geb. Lohmann findet am Freitag, den 21. März 1941, morgens um 8 Uhr, in der St.-Mauritz-Pfarrkirche zu Münster statt. Das Jahres-Seelenamt für meinen lieben Mann, unsern guten Vater, Schwiegervater und Großvater Bernhard Waterbeck findet statt am Samstag, 22. cr., morgens 8¼ Uhr, in der Pfarrkirche zu Amelsbüren, wozu herzlich eingeladen wird. Amelsbüren, im März 1941. Familie Waterbeck Das Jahres-Seelenamt für unsern lieben Vater, Schwiegervater, Großvater, Urgroßvater und Onkel Vermessungsgehilte a. D. Anton Ross findet statt am Samstag, den 22. März, morgens 8.45 Uhr, in der St.Erpho-Kirche zu Münster, wozu freundlichst eingeladen wird. Geschwister Ross Gemeinschaftsgruppe Deutscher Hypothekenbanken I Deutsche Centralbodenkredit-Aktiengesellschaft in Berlin, II Deutsche Hypothekenbank in Weimar, VI Westdeutsche Bodenkreditanstalt in Köln. In den Hauptversammlungen wurde beschlossen, für das Geschäftsjahr 1940 eine Dividende von 6% zu verteilen, deren Auszahlung gegen Rückgabe der Dividendenscheine, unter Abzug von 15% Kapitalertragssteuer und Kriegszuschlag, an den Kassen der Gemeinschaftsbanken sofort stattfindet. Die Dividendenscheine lauten, soweit sie zu ehemaligen Papiermark-Aktien gehören, im Text auf das Geschäftsjahr 1940, soweit sie zu neuen Reichsmark-Aktien gehören, tragen sie bei I die Nr. 78, bei II die Nr. 34, bei III die Nr. 79, bei IV die Nr. 19, bei V die Nr. 45, bei VI die Nr. 47. Berlin, Weimar, Frankiurt a. M., Schwerin, Dresden, Köln, den 20. März 1941. Opel-Blitz-Lastwagen liefert gegen Bezugschein Franz Rüschkamp Opel-Automobile Lüdinghausen 1. W. Ruf 434 Veranstaltungen Kaut ihn bei H. Buschmann Münster I. W. Drubbel 17/18 Seefische frisch eingetroffen A. Strauß, Mstr., Neubrückenstr. 2. Offentliche Generalprobe zum Cäcilienfest in Münster. Nachdem der 1. Abend des Cäcilienfestes innerhalb von wenigen Tagen völlig ausverkauft war, hat sich die Stadtverwaltung entschlossen, am Tag vorher, am Freitag, den 21. März, 17 Uhr, eine Öffentliche Generalprove zu veranstalten. Programm und Solisten sind unverändert dieselben, wie am Haupttag. Es gelangt zur Aufführung das„Requiem“ von Verdi, das damit gleichzeitig eine nachträgliche Feier anläßlich des 40. Todestages des großen italienischen Komponisten wird. Die große und anspruchsvolle Chorpartie ist in zahlreichen Proben von dem Chor des Musikvereins vorbereitet worden. 4 ausgezeichnete Stimmen sind für die Wiedergabe der solistischen Partien verpflichtet: die Sopranistin Edith Laux und die Altistin Luise Richartz, ferner die Kammersänger Peter Anders (Tenor) und Rudolf Watzke(Baß), beide von den Konzerten des letzten Konzertwinters dem Publikum in bester Erinnerung. Die beiden Sänger werden auch am 2. Tag des Cäcilienfestes, am Sonntag, den 23., 17 Uhr, in Orchestergesängen von Mozart, Cornelius, Weber, Richard Strauß und Hans Pfitzner mitwirken. Der 2. Tag des Cäcilienfestes bringt außerdem, ausgeführt vom Städtischen Orchester, Franz Liszt's symphonische Dichtung„Präludien“ und eine der herrlichsten Symphonien Anton Bruckners, die Vierte(romantische) zu Gehör. Die musikalische Leitung des Festes hat Generalmusikdirektor Hans Rosbaud. Für die öffentliche Generalprobe, sowie für den 2. Tag des Cäcilienfestes sind noch Eintrittskarten im Verkehrsverein zu Münster erhältlich. „Seit etwa 20 Jahren habe ich jedes Früh= und Spätjahr an Bronchialkatarrh gelitten. In den letzten Tagen von 1937 auf 1938 hatte ich einen schrecklichen Bronchialkatarrh mit schmerzhaftem Husten. Da kam mir der Gedanke, rasch Ihre Dr. Boether=Tabletten zu besorgen. Nach 10 Tagen hatte ich eine so große Erleichterung, daß selbst meine Frau sich wunderte, die ja immer dagegen war und heute selbst Ihre Tabletten empfiehlt. Nach 3 Wochen war ich von meinem schmerzhaften Husten befreit und konnte wieder ruhig schlafen. Hätte ich früher davon erfahren, so hätte ich sicher viel Geld gespart." So schrieb uns Herr Johannes Hock, Rentner, Kornwestheim, Urbanstr. 11, 1. 5. 38. 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