Mhauser StadtlohnenVolkszeitüng Exemp iszeitung Einzelpreis 20 Pfennig.— Erscheint täglich außer sonntags. Erfüllungsort und Gerichtsstand Ahaus. Vredenerlageszeitüng Seit 1881 Heimatzeitung für Stadt u. Kreis Ahaus Anzeigenpreisliste It. Preisl. Nr. 11.- Für Aufn. von Anzeigen an bestimmten Tagen und Plätzen keine Gewähr. Nummer 35 Dienstag, 12. Februar 1952 4. Jahrgang Auch Schuman drängt Jetzt Debatte über Europa-Armee in Paris Luftkatastrophe: 33 Tote Associated Press Elizabeth, 11. Febr. Zum drittenmal innerhalb von knapp zwei Monaten ist am Montagmorgen ein amerikanisches Verkehrsflugzeug über der Stadt Elizabeth abgestürzt und brennend auf ein großes Mietshaus aufgeschlagen. 29 Personen fanden den Tod. Wie durch ein Wunder kamen 37 der 62 Passagiere mit Verletzungen davon. In dem Mietshaus, das von 52 Familien bewohnt wird, sind vier Personen umgekommen. Am 16. Dezember 1951 waren dort bei einem ähnlichen Unglück 56 Menschen und am 22. Januar noch einmal 30 Menschen ums Leben gekommen. Vorrang tür Schulgesetz Deutsche Presse-Agentur Düsseldorf, 11. Febr. Ministerpräsident Arnold sprach sich vor dem Landesausschuß der CDU in Krefeld dafür aus, die Diskussion über eine Erweiterung der Regierungskoalition CDU—Zentrum in Nordrhein-Westfalen auf die SPD zurückzustellen, um eine schnelle Verabschiedung des Schulgesetzes nicht zu stören. Arnold betonte, daß die Bevölkerung den Schulgesetzberatungen größte Aufmerksamkeit schenke, er sei von vielen Stellen aufgefordert worden, seinen ganzen Einfluß für eine schnelle Verabschiedung dieses Gesetzes geltend zu machen. Das Schulgesetz soll in der dritten Märzwoche in zweiter und in der dritten Aprilwoche in dritter Lesung verabschiedet werden. Dibelius: Wegen Europa Deutsche Presse-Agentur Freiburg, 11 Febr. Der Vorsitzende des Rates der EKD, Bischof D. Dr. Dibelius, sagte in Freiburg zu dem geplanten deutschen Wehrbeitrag, der Gedanke, daß eine europäische Gemeinschaft jetzt vielleicht schneller gebildet werde, söhne ihn ein wenig mit dem so schwierigen Schritt aus. Zu dem Streit zwischen Kirchenvertretern über das Für und Wider eines Wehrbeitrags sagte er, alle diese Auffassungen seien nicht die Meinung der evangelischen Kirche, die lediglich für die Erhaltung des Friedens eintrete. 110 000 Tonnen Zucker frei Deutsche Presse-Agentur Bonn, 11. Febr. Das Bundesernährungsministerium hat für März 110 000 Tonnen Zucker freigegeben. Ein Antrag der Wirtschaftsvereinigung Zucker, das Zuckerscheinsystem spätestens am 31. März 1952 aufzuheben, wurde bis zur nächsten Besprechung mit den Ländervertretern zurückgestellt. Deutsches Schiff gesunken Deutsche Presse-Agentur London, 11. Febr. Das 374 Tonnen große Hamburger Motorschiff„Hans Hoth“ ist am Montag, vierzehn Seemeilen vor der Tyne-Mündung, gesunken. Die Mannschaft war von Schleppern übernommen worden, die das Schiff bergen sollten. Deutsche Presse-Agentur Paris, 11. Febr. Außenminister Schuman warnte am Montag die französische Nationalversammlung vor den Folgen, die sich einstellen würden, wenn das Parlament der Regierung nicht auf dem Weg zur Europäischen Verteidigungsgemeinschaft folgen würde. Die atlantischen Staaten würden auf jeden Fall ein europäisches Sicherheitssystem aufbauen, auch dann, wenn die französischen Abgeordneten der EuropaArmee ihre Zustimmung verweigerten. Es würde dann die Gefahr entstehen, daß Deutschland den Platz einnähme, den Frankfeich bisher innegehabt habe. Schuman lehnte die Aufnahme Westdeutschlands in den Atlantikpakt mit der Begründung ab, daß die Sowjetunion sich dadurch bedroht füblen könne. Schuman, der ein endliches Zerstören des Mißtrauens zwischen Deutschland und Frankreich verlangte, erklärte in seiner Rede vor der Debatte über die EuropaArmee, eine Regelung des Saarproblems müsse der Bevölkerung des Saarlandes zur Genehmigung vorgelegt werden. Noch vor der Unterzeichnung eines Friedensvertrags mit Deutschland könne eine solche Regelung erreicht werden. In diesem Jahre fänden Wahlen im Saargebiet statt. DieBevölkerung könne in völliger Freiheit ihren Willen ausdrücken. Schuman, der keinerlei Beifall erhielt, bezeichnete es als unmöglich, daß Frankreich einer nationalen deutschen Aufrüstung zustimmen würde. Er schlug vor, daß die Mitgliedschaft bei der EuropaArmee durch Staaten des Westens garantiert wird, die der Europa-Armee nicht angehören. Beifall für Schumans Gegner Unmittelbar nach Schuman kamen die schärfsten Gegner zu Wort, die im Gegensatz zu dem Minister donnernden Beifall erhielten. Zunächst sprach der Widerstands-General Aumeran(Unabhängiger), der die Behauptung erneuerte, daß man Deutschland nicht trauen dürfe. Der Abgeordnete de Chambrun erhielt ebenso Beifall wie der MRPAbgeordnete Monteil und der ehemalige Ministerpräsident Daladier. Alle erklärten, Deutschland habe sich in allen wesentlichen Punkten durchgesetzt. Grünther vertritt Eisenhower Associated Press Lissabon, 11. Febr. Der militärische Ausschuß der Atlantikpaktorganisation trat Montag in Lissabon zu seiner ersten Geheimsitzung zusammen, auf der sich General Eisenhower durch seinen Stabschef, General Grünther. seinen mutmaßlichen Nachfolger, vertreten ließ,„um ihm Gelegenheit zur Gewinnung von Konferenzerfahrung zu geben“. Auf der Sitzung wurde unter anderem auch die Eingliederung der deutschen Truppen in die Atlantikpaktorganisation besprochen, wenn eine Europa-Armee nicht zustandekäme. Vertreter Griechenlands und der Türkei wohnten bereits gleichberechtigt der Sitzung bei. Industrieller Wehrbeitrag Deutsche Presse-Agentur Bonn, 11. Febr. Die deutsche Industrie leiste durch die Lieferung von verteidigungswichtigen Erzeugnissen wesentliche Hilfe zur Ueberwindung von amerikanischen und englischen Industrieengpässen, erklärte ein Sprecher des USA-Hochkommissariats. Allein aus England lägen 4000 und aus amerikanischen Flugzeugwerken 400 Aufträge für Spezialwerkzeugmaschinen vor, deren Auslieferung die Verteidigungsproduktion dort wesentlich beschleunigen würde. Adenauer verhandelte mit McCloy London-Reise soll auch„toten Konferenzpunkt“ überwinden Von unserem Bonner Büro Bonn, 11. Febr. Erstmalig wurden Montag von offizieller Seite im Hinblick auf die außenpolitische Krise etwas hoffnungsvollere Töne angeschlagen. Der Amerikanische Hohe Kommissar McCloy besuchte am Vormittag Bundeskanzler Dr. Adenauer. Es heißt, daß Gespräche angelaufen sind, die auf eine Ausräumung der Gegensätze zwischen der Bundesrepublik und Frankreich hinzielen. Nach der Aussprache wurde bekannt, daß sich der Kanzler am Donnerstagmorgen auf dem Luftweg nach London begibt, um an den Beisetzungsfeierlichkeiten für den verstorbenen König teilzunehmen. Es verdichtet sich die Auffassung, daß der Kanzler Gelegenheit zu Gesprächen mit den drei Außenministern haben wird, die Ende der Woche dort zusammentreten. Man glaubt, daß dies nicht ohne Einfluß auf die weitere Entwicklung der Beratungen um das Saarproblem, die deutschen Forderungen bezüglich der NATO und die Zusatzverträge bleiben wird. Man legt im Bundeskanzleramt besonderen Wert auf die Feststellung, daß es sich auch bei den Entschließungen des Bundestages keinesfalls um neue Bedingungen handele, die angesprochenen Punkte seien bereits ausnahmslos Gegenstand eingehender Verhandlungen des Kanzlers mit den drei Hohen Kommissaren gewesen. Hinsichtlich gewisser pessimistischer Töne, die von alliierten Beamten über die deutsch-alliierten Verhandlungen laut wurden, sagt man von Regierungsseite, es scheine durchaus denkbar, daß London neue Impulse in die Beratungen hineinbringe, die im Augenblick so etwas wie einen„toten Punkt“ erreicht hätten. Am 7. Jahrestag von Yalta Na sieh, Roosevelt, was du angerichtet hast!" Zeichnung: O. Brandes Der zweite FDPVorsitzende und Bundestagsvizepräsident Dr. Schäfer bezeichnete es am Montag als äußerst wünschenswert, daß das Parlament den Wehrbeitrag mit möglichst Dr. Scharer: großer Mehrheit end- Paris verdächtigt gültig billigt. Er wies die französischen Unterstellungen scharf zurück, daß die Bundesrepublik durch eine Aggression die deutsche Wiedervereinigung plane. Für die Berücksichtigung der Wünsche des Mittelstandes bei der kommenden Regelung des allgemeinen Mitbestimmungsrechtes sprach sich der sozialpolitische Ausschuß der CDU aus. Die Regierungsparteien führten darüber bereits interfraktionelle Beratungen. Das Bundespostministerium warnt vor falschen Briefmarken mit der Kölner-Dombauten-Serie, die seit kurzem aufgetaucht sind. An Stelle der Angabe „Deutsche Post“ tragen die Fälschungen die Worte„Kölner Dom“. Mit den endgültigen Bestimmungen für die Jagdwaffen-Amnestie ist noch in dieser Woche zu rechnen, nachdem das alliierte Sicherheitsamt den deutschen Entwurf einer Durchführungsverordnung gebilligt hat. Lawine fordert 19 Tote Deutsche Presse-Ag. München, 11. Febr. Eine gewaltige Lawine hat auf der österreichischen Seite des Hohen Ifen eine große Skihütte unter sich begraben. Neunzehn Personen, darunter 16 deutsche Skifahrer, wurden getötet, zehn weitere schwer verletzt. Zwanzig Personen, die im unteren Teil der Hütte eingeschlossen waren, kamen mit dem Leben davon. Sie wurden von den aus Mittelberg im kleinen Walsertal aufgestiegenen Rettungsmannschaften ausgegraben. Nur die im Obergeschoß Schlafenden kamen ums Leben. Das ist der Schauplatz des furchtbaren Unglücks: Ueber den ungeschützten Hängen des Schwarzwassertals steht das große lawinengefährliche Schneeplateau des Hohen Ifen. Das Schwarzwassertal, ein Ausläufer des Walsertales, ist eines der bekanntesten Wintersportgebiete. Es gehört politisch zu Oesterreich. Die Gemeindeverwaltung Mittelberg gibt folgende Darstellung des Lawinenunglücks: Am Montag gegen 00.30 Uhr brach von der Südwestkante des Hohen Ifen(2230 m) im kl. Walsertal bei Oberstdorf eine Wächte(Schneeüberhang) riesigen Ausmaßes ab und schoß als gewaltige Staublawine in die Ebene der 1330 Meter hohen Melk-Oede im Schwarzwassertal(s. unser Bild), einem Nebental des kl. Walsertals. Nachdem die Lawine etwa 300 Meter durch den Talgrund gerollt war, stieß sie auf die mit 49 Personen besetzte Skihütte und zerstörte deren Obergeschoß vollständig. Die im Erdgeschoß eingeschlossenen Personen konnten bald unverletzt oder leicht verletzt geborgen werden, während die Bergung der übrigen erst nach vielen Stunden möglich war. Die Toten und Verletzten sind zum größten Teil Studenten und Studentinnen aus Frankfurt und Darmstadt, die erst am Sonntag eingetroffen waren. Zechen ziehen Arbeitskräfte an Grund: Wohnungen und Erfolgsanteile— Abwanderung läßt nach Deutsche Presse-Agentur/ Associated Press Düsseldorf, 11. Febr. Nach dem Januarbericht des Landesarbeitsamts Nordrhein-Westfalen nimmt die Bereitschaft zur Arbeit im Bergbau spürbar zu. Besonders aus der Landwirtschaft und dem Baugewerbe melden sich neue Arbeitskräfte. Man vermutet, daß der Bergarbeiterwohnungsbau und das neue Erfolganteilsystem bei der Entlohnung eine stärkere Anziehungskraft ausüben. So verminderte sich in letzter Zeit auch die Abwanderung. Ferner wurde beobachtet, daß neuerdings in Schürfbetriebe nur noch wenige Kräfte abwandern. Dies wird damit in Zusammenhang gebracht, daß die minderwertige und schlechtsortierte Förderung der Schürfbetriebe nicht mehr so zügig absetzbar ist. Die arbeitstägliche Förderung im westdeutschen Steinkohlenbergbau ist nach dem Rückgang am letzten Monatsende wieder auf durchschnittlich 414 016 Tonnen in der letzten Woche angestiegen. 60 000 streikten an der Saar Assoclated Press Saarbrücken, 11. Febr. In allen Saargruben ruhte am Montag die Arbeit als Folge eines 24stündigen Warnstreiks, der wegen Nichterfüllung der Forderungen auf 15prozentige Lohnerhöhung ausgerufen worden war. Die beiden Bergarbeitergewerkschaften erklärten übereinstimmend, daß die 60 000 Bergleute der Streikparole zu 100 Prozent gefolgt sind Tarifpartner in den Lohnverhandlungen ist das französische Produktionsministerium Hunderttausende am Zug des toten Königs Trauermarsch in eisigem Wind und Hagel durch London Deutsche Presse-Agentur/ Associated Press London, 11. Febr. Unter dem Glockengeläut der Westminster Abtei ist der tote englische König am Montagnachmittag in der fast tausend Jahre alten Westminster Hall im Herzen Londons aufgebahrt worden. Offiziere der Palastkavallerie halten bis zur Beisetzungsfeier am Freitag die Totenwacht. Hunderttausende werden an dem Katafalk vorbeidefilieren. Der Sarg des Monarchen war in den Mittagsstunden von Schloß Sandringham, der Sterbestätte, nach London gebracht worden. Ehrenkompanien aller Waffengattungen präsentierten die Gewehre, als Gardegrenadiere den mit der purpur-goldenen Königsfahne bedeckten Sarg, auf dem die prunkvolle„Empire-Krone“ ruhte, aus dem Zug hoben. Auf dem fast fünf Kilometer langen Marsch zur Westminster Hall säumten trotz Regen, eisigen Windes und Hagelschauern gewaltige Menschenmassen schweigend die Straßen des Trauerzuges, bei dem sich Prinzgemahl Philip befand. Königin Elizabeth II erwartete währenddessen in Begleitung der bitterlich weinenden greisen Königingroßmutter Mary und der weiblichen Mitglieder der Königsfamilie an der Westminster Hall die Ankunft des Trauerzuges und nahm die Beileidsbezeugungen der Mitglieder des Ober- und Unterhauses entgegen. Das Tagesgespräch In der letzten Woche zerbrach sich der Bonner Bundestag den Kopf um einen deutschen Verteidigungsbeitrag. In dieser Woche ist die französische Nationalversammlung dran. Diesseits und jenseits des Rheins also die gleichen Sorgen und Probleme. Außenminister Schuman hat eine alte Binsenwahrheit wiederholt: Beide Völker sollen von ihrem Mißtrauen gegeneinander lassen. Tatsächlich muß einmal Schluß mit den Vorwürfen darüber sein, daß Napoleon einmal Berlin und Blücher ein andermal Paris besetzt hat, daß die Deutschen einmal an der Seine und die Franzosen zehn Jahre später an der Ruhr gestanden haben. Dieses gegenseitige Uebelnehmen hat mehrere Menschenalter hindurch gedauert, und es kann nur schlecht in zwei Jahren verschwinden. Auf beiden Seiten ist man noch empfindlich. Das gilt auch für die Saar. Hinsichtlich Grandvals hat Schuman frostig und hinsichtlich der Saarbevölkerung freundlich gesprochen. Man kann aus seinen Worten sogar das Versprechen einer Volksabstimmung an der Saar herauslesen. Es kann aber auch Zukunftsmusik sein, zu der nicht einmal Proben stattfinden. Inzwischen sind wir in punkto europäischer Zusammenarbeit an Rückschläge gewöhnt. In Lissabon beginnt die Tagung der Atlantikpaktmähte. Aber die Pläne für die EuropaArmee sind noch keineswegs perfekt, wie ursprünglich vorgesehen war. Das amerikanische Drängen war umsonst. Auch die Hohen Kommissare haben Sorgenfalten. Mit den Zusatzverträgen zum deutschen Generalvertrag hapert es. Vierzig Punkte sind noch offen. Der deutsche Bundeskanzler ist keineswegs so untertänig, wie die Opposition es ihm gerne nachsagt. Zur Stunde ist noch unentschieden, ob er an der Londoner Konferenz der westlichen Außenminister teilnimmt. Auf jeden Fall fährt aber Dr. Adenauer nach London, um an der Beisetzung des verstorbenen englischen Königs teilzunehmen. Vielleicht haben in der Hutschachtel für den Trauerzylinder auch einige Verhandlungsakten Platz. Dienstag, 12. Februar 1952 12. Februar 1952 Jalta (my) In den sieben Jahren, die am 11. Februar seit der Konferenz von Jalta vergangen sind, ist die Kritik gegenüber diesem Abkommen immer heftiger geworden. Denn wie Roosevelts Biograph Sherwood wörtlich schrieb:„Es begann sich der Argwohn zu regen, daß in Jalta ein ungeheurer Betrug begangen worden sei.“ Unzählige Debatten sind darüber geführt worden. Erst kürzlich nannte der ehemalige polnische Ministerpräsident Mikolajczik dieses Krimabkommen die Wurzel allen Nachkriegsübels und forderte, die„persönlichen Geschenke Roosevelts an den Östen“ für nichtig zu erklären. Was wurde in Jalta beschlossen? Die Vierteilung Deutschlands und die Errichtung des Kontrollrats, die Uebertragung deutschen Gebiets an Polen als Entschädigung für dessen Abtretungen an Rußland, die Uebergabe Südsachalins, der Kurilen, Port Arthurs und anderer Gebiete an die Sowjetunion und die russische Kriegserklärung an Japan. Durch ein Geheimabkommen wurden lebenswichtige Rechte Chinas den Sowjets überlassen und durch ein anderes die Anforderung deutscher Arbeitskräfte als Reparationsleistungen beschlossen.„Jalta ist eine feige Aufgabe der Prinzipien, deretwillen der zweite Weltkrieg ausgefochten wurde“ sagte der ehemalige Botschafter Amerikas in China Patrick Hurley. Denn dort streifte der Krieg das moralische Mäntelchen ab, das ihm die Atlantik-Charta umgehängt hatte. Seither bemüht sich der Westen unentwegt, die Niederlage wiedergutzumachen, die er damals auf der Krim erlitt. Die reale Niederlage wie die moralische, die womöglich noch schwerer wiegt. Polizei-Skandal (rs) Die Westberliner Polizei muß sich schwere Vorwürfe gefallen lassen. Eine Anzahl ihrer leitenden Beamten soll mit Schmuggel- und Hehlerbanden unter einer Decke gesteckt haben. Berlin als der große Umschlagplatz im Öst-Westhandel und Stelldichein moderner Glücksritter gibt Gelegenheit genug zu dunklen Millionengeschäften. Solche Machenschaften aufzudecken oder zu vereiteln, ist Pflicht der Polizei. In West-Berlin haben vor allem hohe Kriminalbeamte sich als untauglich erwiesen. Die Untersuchungen laufen noch. Gestern ist auch der Westberliner Polizeipräsident Stumm in Urlaub gegangen. Je rücksichtsloser dieser Skandal aufgedeckt wird, um so besser. Niemand kann ein größeres Interesse daran haben als jene Polizeibeamte, die nach der Ausmerzung untauglicher Elemente aus ihren Reihen auf die alte Tüchtigkeit und Unbestechlichkeit ihres Berufsstandes drängen. Die Zeitungen der Sowjetzone schreiben natürlich von Korruption und Chikago-Manieren in Westberlin. Das mögen sie tun. Keine Organisation ist vor Skandalen sicher, weder in Demokratien noch in Diktaturen. Allerdings werden sie in Diktaturen totgeschwiegen. Diktaturen achten auf die glänzende äußere Fassade; in Demokratien sieht man darauf, daß auch der letzte Stubenwinkel ungezieferfrei ist. Wenn nicht, dann hängt man das Uebel an die große Glocke. Wie auch in Westberlin geschehen. Warum kein Schießen mehr bei Suez? Wieder normales Leben in Kairo- Ausschreitungen werfen noch immer Schatten Von unserem nach Aegypten entsandten Korrespondenten Joachim Steinmayr Das Leben in der ägyptischen Hauptstadt geht wieder seinen alten Gang. Die Lichtreklamen brennen bis Mitternacht. Niemand braucht mehr nach 21 Uhr vor scharf schießenden Posten Angst zu haben. Das Standrecht ist aufgehoben. Öffen bleibt das„Warum“ der Pogrome. Öffen bleibt die Frage, warum in der Kanalzone nicht mehr geschossen wird. Unser Korrespondent Joachim Steinmayr ist für uns nach Aegypten gefahren und versucht, in diesem und in den noch folgenden Berichten eine Antwort zu finden. Trotz Zensur. Seit Shepheard's Hotel eine rauchgeschwärzte Ruine ist, sammeln sich die Europäer im Metropolitan. Da sitzen sie— ein wenig benommen noch— in den tiefen Lederfauteuils der Halle, trinken je nach Nationalität Whisky, Orangensaft oder Hacker-Bier(aus Originalmaßkrügen), und diskutieren über das Warum. Warum eine wütende Volksmenge sengte und mordete. Warum nicht nur die englischen Geschäfte angesteckt wurden? Warum auch alle Kinos, alle Alkohol ausschenkenden Bars und Restaurants, warum auch Luxusgeschäfte, die ägyptischen Landsleuten gehörten? Von barbarischen Grausamkeiten erzählen sich die Europäer in der Hotelhalle, von Engländern, die mit Benzin übergossen und angezündet worden sein sollen, und von WeiBen, die die aufgebrachte Masse einfach niedergestampft habe. Wenn immer aber die Hotelgäste an diesem Abend, zehn Tage nach dem schwarzen Samstag, in die Hände klatschen, erscheint devot wie immer auf leisen Sohlen ein tiefbrauner Saaldiener im roten arabischen Phantasiekostüm und wechselt die Gläser. Wir hatten Angst Eine scharfe Zensur weiß es zu verhindern, daß irgend jemand erfährt, wie viele Geschäfte zerstört und wie viele Menschen getötet worden sind. Fest steht, daß jener Samstag Kairo einem Pogrom auslieferte, wie es seit dem Massaker von Alexandria im Jahre 1882 die an blutigen Zwischenfällen reiche jüngere Vergangenheit Aegyptens nicht aufzuweisen hat.— Eine junge Deutsche, Studentin und Halbtagssekretärin in einem der Hochhäuser, erzählt:„Die johlende Menge wälzte sich durch die Straße. Lastwagen waren dazwischen mit Pech und Benzin. Mit Brechstangen bewaffnete Gestalten fielen über die Ladenjalousien her. Schon flogen die mit Benzin getränkten Lappen in die Verkaufsräume. Die Polizei stand machtlos daneben. Es war ein schwüler Tag, und wir zitterten vor Angst“. Ausländer, die erst in den letzten Tagen in Kairo angekommen sind, stehen fassungslos vor dem Ausmaß der Zerstörungen. Die Journalisten aber, die der Welt davon Kenntnis geben sollten, sitzen in ihren Hotels und drehen Daumen. Die Zensur ist allmächtig, und obwohl das Außenministerium selbst gegen ihre rigorosen Bestimmungen Stellung nimmt, gilt bislang die Regel: Verboten ist zu berichten a) über die Ausschreitungen, b) über das Militär, c) über die Polizei, d) über Engländer, e) über den Suezkanal. Keine Schonung für Weiße Die Summe vieler Augenzeugenberichte über das Pogrom ergibt: Rasender Mob, Tote, Schwerverletzte, keine Schonung für Weiße, gleich ob Schweizer, Griechen oder Engländer. Volkswut gegen fremde Filme, Volkswut gegen den Alkohol, Volkswut gegen den Reichtum— auch den Reichtum eigener Landsleute. Das alles tobte sich zehn Stunden in den Straßen Kairos aus, bis die neue Regierung kam mit dem Standrecht und den Truppen. Es blieben die zahllosen Brandruinen. Ich zählte allein in der Fuad-Straße, im Einkaufszentrum, 34 zerstörte Geschäfte, Bars und Lichtspielhäuser. Noch jetzt türmen sich auf den Trottoirs die verkohlten Trümmer, und der Autostrom— in keiner europäischen Großstadt habe ich so viele Autos auf einmal die Straße hinunterfahren sehen— fließt achtlos über Scherben und Asche. Kaum glaubhaft erscheint es angesichts dieser Geschäftigkeit, daß Afrikas größte Stadt kein Kino mehr besitzt, kein Theater, und daß es nirgendwo auch nur einen Tropfen Alkohol gibt. Ein Spuk?— So ist die Meinung der meisten Europäer: Ein wohlorganisierter Aufstand, im siedendheißen Augenblick so angezettelt, daß das Heer der Unzufriedenen am Nil, wiewohl vielfach politisch und sozial gespalten, gemeinsam losschlug— die Nationalisten gegen die Engländer, die Moslems gegen Alkohol und Pinup girls, die Armen gegen die Reichen.„Nur so kann ich es erklären“, sagt Dr. Degener von der deutsch-ägyptischen Handelskammer, die einzige offiziöse deutsche Persönlichkeit in Kairo, solange es keine diplomatische Vertretung des Bundes gibt. Von den Aegyptern könne man über gewisse Hintergründe nichts erfahren. War er dabei? Ich bin sicher, daß der Schuhputzer in der Kasr El-Nil, ein freundlicher brauner Bursche in der landesüblichen Galabije, die aussieht wie ein baumwollnes Nachthemd, auch Brandlappen geworfen hat. Trotzdem sagt er heute, mörderisch auf Englisch radebrechend:„Ich weiß nix, gar nix!“ Der Brave vergißt nicht, wie alle seine Kollegen Kofferträger, Fahrstuhlfahrer, Hausdiener und Boten, für das geringste Entgegenkommen vom Europäer mit demütiger Hartnäckigkeit seinen Bakschisch zu heischen. Mohammed Nush, ein weißhaariger Taxichauffeur mit Leidenschaft fürs Zeitunglesen, fünf Sprachen sprechend, zuckt mit den Achseln und sagt nur:„Die Engländer meinen immer noch, daß sie die Eingeborenen niederhalten müssen, so wie es der Leutnant Churchill seinerzeit bei Omdurman getan hat.“— Mr. M. Moustapha, Großkaufmann mit einem Boss-Büro amerikanischen Stils, perfekt vom Lautsprecher bis zum Zweireiher des Chefs, unterhält sich gern über deutsche Nähmaschinen und Münchner Fasching. Die Wendung des Gesprächs auf den schwarzen Samstag aber weiß er weltgewandt abzubiegen. Die Meinung einer führenden Zeitung zu den Problemen: Ganz abgesehen von den nationalistischen Reaktionen wolle das Volk — diese 22 Millionen armseliger Menschen gegenüber einer Handvoll Besitzender— nicht glauben, daß vom Bolschewismus Schlimmeres kommen könne.„Die Folgen solcher Denkart liegen auf der Hand und sollten, wenn nicht schon den Engländern, so doch wenigstens den Amerikanern zu denken geben.“ Bei dieser Lage der Dinge können sich deutsche Geschäftsleute, hart gesottene Auslandsnaturen allerdings, die mit mir Hotel und Whisky teilen, schon wieder mächtig darüber aufregen, daß Kairo wie ein Dorf geworden sei:„Keine Kinos, keine Klubs, keine Restaurants. Da soll einer nicht trübsinnig werden!“ Aber wie gesagt, diese Männer sind hartgesottene Leute. Luftdichte USA-Uniform Deutsche Presse-Agentur Washington, 11. Febr. Die amerikanischen Truppen haben eine neue luftdichte Uniform entwickelt, die gegen Giftgas und bakteriologische Kriegführung schützen soll. Nach Mitteilung zuständiger Armeestellen besteht die Uniform aus nicht entzündbarem Butylgummi und wird über der anderen Kleidung getragen. Sie ist mit einer abnehmbaren Haube versehen, die zusammen mit einer Gasmaske getragen werden kann, Adenauers Sohn in USA Eigener Nachrichtendienst New York, 11. Febr. Der Sohn des Bundeskanzlers, Dr. Konrad Adenauer jun., ist gestern auf dem Luftweg zu einem zweimonatigen Amerikabesuch in New York eingetroffen. Er will amerikanische Kraftanlagen besichtigen. Dr. Adenauer jun. ist Direktor der Rheinischen Elektrizitätswerke. Die Deutschland-Kommission der UNO trat in Paris zu ihrer ersten Sitzung zusammen. Die Kommission soll sich mit den Möglichkeiten freier Wahlen in ganz Deutschland befassen. Einen Fliegergeschädigten-Treck haben die Evakuierten auf einer Kundgebung in Bünde erwogen. Es sei ein Unrecht, daß die Flüchtlinge in solche Gebiete ziehen wollen, aus denen die Fliegergeschädigten evakuiert seien. Durch einen Brand getötet wurden in einem Glasgower Erholungsheim sechs Kinder im Alter von fünf bis sieben Jahren. Die Toto-Gewinnquoten Köln, 11. Febr. Endgültige Quoten West/ Süd: Zwölferwette: 1. Rang 107 Gewinner je DM 5 534,80 DM, 2. Rang: 2 408 Gewinner je 245,60 DM, 3. Rang: 24 207 Gewinner je 24,30 DM. Zehnerwette: 1. Rang: 325 Gewinner je 1 072,40 DM, 2. Rang: 6 437 Gewinner je 53,30 DM, 3. Rang: 55 020 Gewinner je 6,50 DM. Nord/Süd-Toto: 1. Rang: 226 Gewinner je 2308,— DM, 2. Rang: 5 475 Gewinner je 95,— DM, 3. Rang: 50 249 Gewinner je 10,40 DM. Wirtschaft una Five.. Leinen rührt die Werbetrommel Bauern zum Butterpreis Die Industrie muß modernisieren und Kosten senken Tigener Bericht Der westdeutschen Leinenindustrie könnte es besser gehen. Nach den günstig verlaufenen Jahren 1948 bis 1950 werden jetzt— wie übrigens in der gesamten Textilindustrie— gewisse Rückschläge spürbar. Die Leinenindustrie sucht den Schwierigkeiten durch eine verstärkte Werbung für Leinen beizukommen. Aber damit ist es nicht allein getan. Die Leinenindustrie muß auch modernisieren und rationalisieren. Wenn man den Hausfrauen zuredet, mehr Leinen zu verbrauchen, so reiben sie mit Daumen und Zeigefinger. Bei aller Schönheit und Dauerhaftigkeit ist Leinen, gemessen an der Kaufkraft der breiten Volksschichten, etwas teuer. Das sehen auch die Leinenfabrikanten ein. Sie haben aber in den ersten guten Jahren alle Hände voll zu tun gehabt, die kriegszerstörten und beschädigten Anlagen durch Selbstfinanzierung wieder aufzubauen und die schlimmsten Engpässe in der Produktion zu beseitigen. Mehr oder minder sind diese Verhältnisse für die ganze westdeutsche Leinenindustrie kennzeichnend, also für den Bielefelder Bezirk, das Münsterland wie für Hessen und Württemberg. Ueberall wird mit allen Mitteln versucht, die Modernisierung und Rationalisierung vorwärts zu treiben. Damit wird einer Kostensenkung und Qualitätsverbesserung gedient und zugleich die beste Voraussetzung für eine aussichtsvolle Leinenwerbung geschaffen. Auch der Flachs, der Rohstoff der Leinenindustrie, macht gegenwärtig eine Krise durch. Im Durchschnitt der letzten Jahre sind 60 bis 66 Proz. des in der Bundesrepublik verarbeiteten Flachses deutschen Ursprungs gewesen. Ausländischer Flachs— in feineren Fasern übrigens zur Beimischung unbedingt notwendig— bereitet eine scharfe Konkurrenz, zumal der Anbau von einigen Staaten subventioniert wird. Deshalb muß im Anbau wie in der Verarbeitung der maschinelle Einsatz noch weiter verstärkt werden. Der Gesamtverband der Leinenindustrie betreibt eine intensive Leinenwerbung, um die alten Schutzmarken für Reinleinen und Halbleinen, die während des letzten Krieges in Vergessenheit geraten waren, wieder mehr bekannt zu machen. Das Echo aus Einzelhandel, Berufsschulen und Hausfrauenverbänden soll sehr lebhaft sein. Markt Ochsen Bullen Kühe Färsen Schafe Stahlverformung fehlt Material Hagen 11. Febr.(vwd) Die Materialversorgung in der Stahlverformung hat sich so verschlechtert, daß Stillegungen drohen. Verschärft wird die Lage, wie betont wird, dadurch, daß Bundesbahn und Bergbau gegenwärtig erhebliche Lieferungen anfordern. Im Ausfuhrgeschäft besteht die Gefahr daß günstige Aufträge verfallen. Zwischen der Bundesrepublik und Polen und der Tschechoslowakei sind Verhandlungen über neue Handelsverträge aufgenommen worden. Zur deutschen Industriemesse in Hannover vom 27. Februar bis 2. März haben sich 2420 Aussteller angemeldet. Die Information Die Insolvenzen haben im Bundesgebiet im Dezember 1951 mit 318 gegenüber 411 im Vormonat den niedrigsten Stand seit Anfang 1949 erreicht. Die„Achema“, die 10. Ausstellungstagung für chemisches Apparatewesen findet vom 18. bis 25. Mai in Frankfurt statt. Die Ver. Aluminiumwerke AG in Lünen wollen bis zum Sommer ihr drittes Elektrolyse-System zur Herstellung von Aluminium wieder in Betrieb nehmen. 18 056 000 ertragsfähige Obstbäume gibt es augenblicklich in Nordrhein-Westfalen gegenüber 6 970 000 im Jahre 1938. Ahauser Kreiszeitung, Gebrüder Lensing, Verlagsanstalt KG., Zweigniederlassung Ahaus (Westf.), Van-Delden-Str. 8, Ruf Ahaus 450.— Verleger: Lambert Lensing.— Verlagsleiter: Willi Schopp.— Chefredaktion: Dr. Alphons Nobel, Robert Schmelzer.— Verantwortl. für den lok. Teil: Karlheinz Vollmer.— Postscheckk.; 22 739 Hannover,— Druck: Gebr. Lensing, Verlagsanstalt KG., Dortmund.— Manuskripte werden nur zurückgesandt, wenn Rückporto beiliegt.— Abbestellungen sind nur schriftlich beim Verlag bis zum 20. des Vormonats zum 1., nicht aber zum 15. eines Monats möglich. Bei Nichtbelieferung ohne Verschulden des Verlages oder in Fällen höherer Gewalt besteht kein Entschädigungsanspruch. Roman von Horst Wolfram Geissler Copyright by Sebastian Lux Verlag (7. Fortsetzung) „Lieber Johnny! Es hat mir ja sooo leid getan, daß ich Sie heute allein lassen mußte! Aber Sie sehen selbst: eine alte Bekannte ja. denken Sie, morgen hab' ich keine Zeit. wenigstens zunächst nicht— aber wie wär’s abends? Wollen wir ausmachen, daß wir zusammen essen? Und dann ein bißchen tanzen? Kommen Sie, setzen wir uns dort in den Winkel, damit uns niemand sieht! Ich werde Ihnen noch eine halbe Stunde Gesellschaft leisten!“ Absichtlich trinkt Ursula zwei Cocktails schnell hintereinander. Sie hat die Empfindung. daß dieser Tag ohnehin für ihr seelisches Gleichgewicht ungünstig war: sie weiß nicht, ob sie sich darüber freuen oder ärgern soll— jedenfalls ist augenblicklich schon alles gleich! Jawohl. es gibt solche Tage. in denen die Welt ganz unvermutet aus den Fugen gerät, sie sind selten, aufsehenerregend. wichtig. man muß ihre bittere Süßigkeit auskosten— denn ach. man ist doch viel zu vernünftig, um diese Seelenverfassung als Dauerzustand anzunehmen oder auch nur zu wünschen. Und da sitzt nun der gute Johnny und bezahlt die Cocktails, an denen ein ganz anderer schuld ist. Die Vollkommenheit der Welt erscheint zweifelhaft. Es ist.— das überlegt Ursula. als sie schlafen geht.— in der Tat. wie ein Rausch: morsen früh wird man um so nüchterner und schweigsamer aufwachen. und vor allem wird man denken: Was für ein dummes kleines Mädchen warst du da wieder einmal. Ursula! Trotz aller dieser Vernunft stellt man den Wecker vorsorglich auf halb acht Uhr. Der Tag wird grau und sehr unfreundlich. die Sonne steckt über einer hochgehenden gleichförmigen Wolkendecke, es hat sogar ein wenig geschneit, aber damit ist es jetzt vorbei, und der geringe Neuschnee verbirgt die alten Spuren noch nicht völlig. Rittner, mit einem ungeheuren schweren Rucksack geht voraus. An steilen Stellen bleibt er stehen, wendet den Kopf nach Ursula und lächelt. Sie sprechen fast nichts. Die Welt ist so unheimlich schweigsam: nur manchmal kommt ein ärgerlicher Häherschrei aus den Wäldern herauf. An solch grauen Tagen ist die Bergeinsamkeit größer und beklemmender als bei lustigem Sonnenschein— die Farben sind ausgelöscht, alles scheint schwermütig die Lider zu senken. Um die Mittagszeit. nach langer Kammwanderung, sind sie unterhalb des Schwarzkogelgipfels. „Bis hierher!“ sagt Rittner und steuert auf eine Almhütte zu Die Tür ist verschlossen. aber ein Fenster steht offen. und die Gittereisen sind schon von früheren Einbrechern so weit auseinandergebogen, daß ein Mensch ins Innere schlüpfen kann Sie schnallen ab. Rittner hebt Ursula ein wenig und stopft sie durchs Fenster in die Hütte, dann reicht er den Rucksack nach und kriecht selber hinterdrein. Es riecht nach Schornstein. Decke und Wände sind kohlschwarz und glänzend von Ruß. Eine Bank und ein paar Dinge, die die Sennerin braucht, das ist alles, was herumsteht; die Tür zum Nebengelaß ist offen, dort liegt noch eine Handvoll Heu in der fest gezimmerten Bettlade, und an den Holzwänden kleben Bilder, die aus illustrierten Zeitungen geschnitten sind. Rittner kratzt die Asche auf der Feuerstelle beiseite, legt zusammengeknülltes Papier hin. Späne darauf. Holz. Schon beginnt es zu knistern schon brennts— und schon qualmt und beizt es auch. Denn hier, wie auf den meisten Almen, gibt es kein Abzugsloch für den Feuerrauch. Sein natürlicher Weg ginge durch die Tür, aber die ist verschlossen. und das winzige Fensterchen nützt so gut wie nichts. Ursula sitzt frierend und verwundert auf der Bank. ihre Augen tränen bereits. Durch den beißenden Holzrauch hindurch sieht sie Rittner herumwirtschaften und zerbricht sich vergeblich den Kopf. warum man keinen Schornstein auf die Almhütten baut. Das ist völlig vorsintflutlich, und zwar in des Wortes verwegenster Bedeutung. Genau so. zweifellos, zenau so, haUnser Dackel Schnipp(Nr. 3) (Copyright by Börre Börresen. Copenhagen) ben diese Hütten schon ausgesehen; als vor ein paar tausend Jahren die Kelten, oder weiß wer hier hausten; die groben, mit Axt und Messer zurechtgemachten Holzgeräte könnten in jedem Vorgeschichtsmuseum stehen: Rittner schwenkt einen russigen Drehbalken aus der Wand, gräbt den unvermeidlichen Aluminiumteekessel aus dem Rucksack, füllt ihn mit Schnee vom Fensterbrett und hängt ihn über die Flammen, die daran herumlecken, daß es zischt. So, Kind, packen Sie aus! Wir essen. Abschiedssouper!“ In diesem Rauch?“ Er lacht.„Warmwasserheizung kann ich in der Eile nicht einbauen!“ Na. auch gut! Ursula denkt, daß sie wohl als Tiroler Bauerngeräuchertes hier herauskommen wird. Aber es ist doch sehr interessant, es ist höcht romantisch. Mehr noch: je länger man dasitzt, desto unwirklicher, märchenhafter kommt ihr die Stunde vor. Draußen die tote Einsamkeit des grauen Schneehimmels, hier die flackernde Goldflamme des offenen Herdfeuers— Heiligtum seit Beginn der Welt!— und zwei Menschen, die glücklich sind in dem Gefühl. ein Dach über dem Kopf zu haben. Ein Herdfeuer. ein Dach, ein wenig zu essen— Grundbedingungen des Lebens Immerhin ist es doch kein unangenehmes Bewußtsein daß man sich nur auf die Skier zu stellen braucht, um in ein. zwei, drei Stunden am Hoteleingang zu landen. Rittner gibt ihr einen Becher Tee Woran denken Sie?“ Ich dachte ich dachte, daß es bei Ihnen in Ihrer Hütte, wohl gemütlicher ist.“ Allerdings! Ich bin ordentlich eingerichtet, habe zwei Räume. Vorhänge an den Fenstern und einen wundervollen Ofen. der ausschaut, wie ein arabisches Heiligengrab — mein bester Freund“ Wo ist das?“ Noch eine gute Stunde weiter.“ Schade!“ Was?“ Daß ich hier umkehren muß.“ Ja das läßt sich nicht ändern: Sie dürfen sich bei der Abfahrt ohnedies nicht lange aufhalten, sonst kommen Sie in die Dunkelheit. Ich habe mir schon im Stillen Vorwürfe gemacht, daß ich Sie allein loslasse. Wenn Ihnen etwas passiert—“ Was soll mir passieren?“ Ach. das geht schnell. Ein ungeschickter Sturz, eine kleine Sehnenzerrung— schon liegen Sie da. und morgen früh sind Sie erfroren.“ „Nette Aussichten!“ „Haben Sie Angst? Soll ich Sie zurückbegleiten?“ „Was fällt Ihnen ein!“ „Nun. Sie laufen freilich ausgezeichnet.“ „Sie haben mich ja noch gar nicht abfahren sehen.“ „O. doch! Gestern am Steinbergkogel.“ „Das haben Sie beobachtet?“ „Ja, und da dachte ich: Dieses schneidige kleine Fräulein mußt du dir doch aus der Nähe betrachten! Deshalb bin ich hinter Ihnen her. es war eigentlich gar nicht mein Weg.“ Er beginnt wieder einzupacken. Zu dumm, daß man in solchen Augenblicken nicht weiß, was man sagen soll! Ursula beschäftigt sich mit ihrem Rucksack: dabei fühlt sie den Fotoapparat und nimmt ihn heraus. Rittner legt noch ein paar Hände voll Schnee auf das verglimmende Feuer, es erstickt, und verdoppelter Qualm, unerträglich. steigt auf.„Nun aber hinaus!“ Durchs Fenster klettern sie wieder an die frische Luft Einen Augenblick!„„Ursula geht mit dem Apparat ein paar Schritte weiter weg. Sparen Sie sich die Aufnahme! Schnee ohne Sonne wirkt immer langweilig!“ Sie antwortet nicht, sondern knipst Dann verstaut sie den Apparat wieder im Rucksack. Er legt die Skier bereit. Also?“ „Ja“ sagt Ursula und bemüht sich. ein Zögern in ihrer Stimme zu verdecken. Ganz allein?“ „Selbstverständlich!“ Und—“ sagt er„in ungefähr vierzehn Tagen komm' ich wieder hinunter.“ Sie nickt. (Fortsetzung folgt.) Stuttgart, 11. Febr.(vwd) Zu der häufig vertretenen Ansicht, der Butterpreis könne um 0,80 51s 1,00 DM je kg gesenkt werden, erklärte der Präsident des Bauernverbandes Württemberg-Baden, Dr. Stoebel, eine solche Herabsetzung des Butterpreises werde den Milcherzeugerpreis nicht nur um zwei, sondern um vier bis fünf Dpf je Liter vermindern. Die deutsche Landwirtschaft werde auf diese Weise jährlich 400 bis 500 Mill. DM weniger einnehmen. Schlachtviehmärkte ir NRW Auftrieb und Preise am 11. Februar Großvieh Auftr. Ub. Preise Düsseld. 175— 94—115 105—118 60—112 90—118 Nummer 35 Dienstag, 12. Februar 1952 Romantischer Flachs in Nöten Westfalens Flachsfelder werden kleiner/ Industrie fragt bange: Was wird morgen sein? Von unserem E. G.-Mitarbeiter Im Dorf Künsebeck bei Halle, dicht am Teutoburger Wald, steht seit den letzten Vorkriegsjahren auf dürrer Heide und sandigen Aeckern ein Industriewerk, das größte seiner Art in Westfalen, die„Westfälische Flachsröste G.m.b.H.“ Wenn man einen der 250 Arbeiter oder einen leitenden Angestellten ins Gespräch zieht, hört man:„Noch ist Arbeit da. Aber was wird morgen sein?" Die Bauern im Ravensbergischen, im Münsterland und am Hellweg bauen von Jahr zu Jahr weniger Flachs an. Flachs macht viel Arbeit, und es ist leichter und lohnender, Weizen anzubauen. AUS DEM KIRCHLICHEN LEBEN 10 000 Hektar,— das war alles, was im vergangenen Jahre an Flachs im Bundesgebiet angebaut worden ist, in der Östzone schätzungsweise 25 000 Hektar. Im Kriegsjahr 1941 aber waren es im ehemaligen Reichsgebiet über 100 000 Hektar und vor etwa hundert Jahren sogar 250 000 Hektar. Was steht hinter diesen Zahlen?— Der Krieg, der uns vom Ausland abschnürte. Vor hundert Jahren wurde noch mehr Leinen und weniger Baumwolle getragen als heute. Kunstseide, Nylon und Perlon gab es überhaupt nicht. Wahrscheinlich werden sich die Anbauflächen in diesem Jahre noch weiter verringern. Die Freunde des Flachses stemmen sich gegen eine drohende Gefahr. Sie wollen sich nicht durch eine Entwicklung geschlagen bekennen, die sich ihrer Meinung nach bald wieder ins Gegenteil verkehren kann. Kommt die Zeit der Biwakzeltę und des Drillichzeugs, kommt die Zeit der Textilverknappung, so greift man vielleicht gern wieder auf den Flachs zurück,— sagen sie.„Die letzten Romantiker!“ meinen die Skeptiker. Blaue Blume der Romantik Wenn der Flachs im Sommer blüht, so ist es, als habe sich der blaue Himmel auf die Erde herniedergesenkt. Aus der Flachsfaser wird das Leinen gesponnen. In der Neuzeit hat sich die Flachsverarbeitung besonders in Schlesien, im Ravensbergischen, im Münsterland, in Hessen und Schwaben seßhaft gemacht. Feinere Flachsfasern kommen aus den westeuropäischen Ländern, wo die Bauern einen Staatszuschuß erhalten, damit sie besser konkurrieren können. Diesen Zuschuß— etwa 9 DM je Doppelzentner— müssen die westdeutschen Flachsrösten wohl oder übel aus Aus Westdeutschland Gegen Robert Saalwächter, den des Betrugs, passiver Bestechung und Kuppelei angeklagten ehemaligen Sonderbevollmächtigten für Entnazifizierung, beginnt am 28. Februar der Prozeß vor dem Düsseldorfer Landgericht. 50 Zeugen sind geladen. 5000 Teilnehmer sind an den Fernschreibwählerdienst angeschlossen. Ein neues Wähleramt für Bochum, Herne, WanneEickel, Wattenscheid, Hattingen, Blankenstein, Recklinghausen wurde in Bochum in Betrieb genommen. Der älteste aktive Oberbürgermeister des Bundesgebiets, Justizrat Peter Nonnenmühlen, München- Gladbach, ist im 84. Lebensjahr gestorben. Panik entstand während des Gottesdienstes in der evangelischen Kirche in Gelsenkirchen-Bismarck, als zwei Uhrengewichte polternd durch die Decke in den dichtbesetzten Kirchenraum stürzten. Niemand wurde verletzt, Rattengift im Kaffee sollte im Herbst 1951 einen Stellwerkwärter aus Halen im Landkreis Kloppenburg beseitigen. Gegen seine Ehefrau und einen Arzt erhob die Staatsanwaltschaft Anklage. Seinen Verbrennungen erlag ein Walzarbeiter aus Hohenlimburg. Beim Löschen eines kleinen Brandes hatte seine ölverschmutzte Kleidung Feuer gefangen. Durch eine Beinamputation wollten Aerzte éinen 76jährigen Holzfäller in Altendorf retten, der von einer fallenden Pappel schwer verletzt worden war. Er erlag seinen Verletzungen. der eigenen Tasche zulegen, damit die Bauern bei der Stange bleiben. Da hört eigentlich jede Romantik auf. Die großen Rachen Die Flachröste in Künsebeck wirkt alles andere als romantisch. Auf einem Gelände von 120 Morgen ist die Röste mit 12 Speichern aufgebaut. Jeder Schuppen faßt 10 000 Zentner Flachs. Jährlich werden über 100 000 Zentner Flachs verarbeitet. Es ist allerdings eine ernste Sorge der verantwortlichen Männer, wie in Zukunft die Speicher gefüllt und die Rachen der Riffelmaschine gestopft werden sollen, ob alle 46 Röstbecken ihren verrottenden Inhalt von 2300 Zentner Flachs bei 28 bis 30 Grad Dortmund. Der erste Teil des Rombergpark-Prozesses vor dem Schwurgericht in Dortmund wurde abgeschlossen. Durch die Vernehmung von 28 Angeklagten wurde versucht, die Vorgänge aufzuklären, die in den letzten Kriegstagen zur Erschießung von 300 Häftlingen führten. Gestern begann die Beweisaufnahme. Fast alle Angeklagten gaben zwar ihre Beteiligung an den Erschießungen zu, erklärten aber, Vollstreckungsbefehle ausgeführt zu haben, denen sie sich nicht widersetzen konnten. Flucht hätte die Festnahme ihrer Angehörigen zur Folge gehabt. da sie als Mitglieder der SS unter Sippenhaftung standen. Hauptangeklagter Muth bestritt die ihm vorgeworfenen Spitzeldienste für die Gestapo. Es konnte ihm aber nachgewiesen werden, daß der größte Teil derjenigen Personen durch Genickschuß erledigt wurde, zu denen er Verbindung aufgenommen hatte. Belastend waren für ihn auch die Aussagen des mitangeklagten ehemaligen Kriminalsekretärs Gietler, der die„Mitarbeit“ Muths bestätigte. Hauptgewicht der gestrigen Beweisaufnahme lag auf der Frage, ob die Angeklagten ein rechtmäßiges Urteil oder einen Befehl zu vollstrecken glaubten. Der als Zeuge vernommene ehemalige Reichsverteidigungskommissar und Gauleiter Hoffmann sagte aus, daß in einzelnen Kreisen zu dieser Zeit schon Standgerichte eingerichtet, jedoch nur in Herne und Castrop bereits in Funktion waren. Aus den Aussagen der Zeugen war zu ersehen, daß der Leiter der Gestapo-Leitstelle in Dortmund, Oberregierungsrat Roth. noch vor dem Hitlerbefehl selbst ein Standgericht eingerichtet hatte. Der ehemalige SS-General Gutenberg sagte, Befehlsverweigerung hätte für die Gestapobeamten das eigene Todesurteil bedeutet. Mord an Schwedin vor Gericht Deutsche Presse-Agentur Koblenz. Vor dem Schwurgericht begann der Prozeß gegen zwei Deutsche, die der Ermordung einer Schwedin und des Mordversuchs an ihrem Ehemann beschuldigt werden. Angeklagt sind der 21jährige kaufmännische Angestellte Leo Engels aus Bonn und der 26jährige Handelsvertreter Celsius erhalten können,„daß es zum Himmel stinkt“, ob Wringmaschinen und Knickmaschinen auf vollen Touren den letzten Saft aus den Stengeln pressen und den Flachs brechen können, bis er auf den Schwingturbinen zu Langfasern ausgearbeitet und in die Spinnereien geschafft werden kann. Bauerngeld steckt drin In Künsebeck strömt der Flachs so ziemlich aus ganz Westfalen zusammen. Das Werk wird wie viele andere von der Landwirtschaft getragen, hier beispielsweise von der Westfälischen CentralGenossenschaft, der Ländlichen Centralkasse in Münster und den westfälischen Spar- und Darlehnskassen. Außerdem sind daran nicht weniger als 65 bäuerliche Bezugs- und Absatzgenossenschaften beteiligt. Bauerngeld steckt also in den Flachsrösten,— manche runde Mark und mancher blanke Taler, die auch jetzt noch für goldgelben Weizen und grüngrauen Roggen in die Kassen wandern. Soll der Flachsacker gänzlich dem Weizenacker weichen? Will man sich ins eigene Fleisch schneiden und wird es mit der„blauen Blume der Romantik“ bald am Ende sein? Bericht Helmut Ackermann aus Opladen. Engels und Ackermann hatten bei Bad Niederbreisig das schwedische Ehepaar Ahlin in einem Zelt überfallen und niedergeschlagen. Dabei wurde Birgit Ahlin tödlich verletzt. Mit vorgehaltener Pistole zwangen die Täter den Ehemann zur Herausgabe von Geld und Wertsachen. Sich selbst gesprengt Deutsche Presse-Agentur Frankfurt. Mit einem an den Leib gebundenen Sprengkörper sprengte sich in einem Trümmerkeller der Mitinhaber eines Frankfurter Abbruch- und Sprengstoffunternehmens selbst in die Luft. Vermutlich brachte er die Sprengladung elektrisch zur Explosion. Das Motiv der Tat ist ungeklärt. Deserteur ermordete Offizier Deutsche Presse-Agentur Berlin. Im sogenannten Öffiziersmordprozeß verurteilte das Schwurgericht den 28jährigen Karl Wolff zu lebenslangem Zuchthaus und Ehrverlust. Das Gericht erkannte den Angeklagten für schuldig, im Februar 1945 gemeinschaftlich mit dem zusammen mit ihm vom Kreuzer„Emden“ desertierten Heinz Lemmermann den Luftwaffenleutnant Ernst Schnare aus niedrigen Beweggründen ermordet zu haben. Düsseldorf. Im Sommerfahrplan der Bundesbahn(ab 18. Mai) sind neue Fernzüge und Entlastungszüge auf den überlasteten Strecken vorgesehen. Stark verbessert wurden die Verbindungen nach Holland, Neben dem„Rheingold-Expreß“ wird der neue„Rhein-Pfeil“ die Strecke Hoek van Holland—Basel verstärken. Dieses Zugpaar wird mit einem neuen Fernzug-Paar gekuppelt, das aus Dortmund, Essen, Düsseldorf den„Rhein-Pfeil“ in Köln trifft und dann über München nach Innsbruck weiterfährt. Verbesserungen für das Ruhrgebiet bringen die neue Linienführung des F 3 von Frankfurt über Düsseldorf— Essen Die Evangelische Studentengemeinde Köln hält eine„Universitätswoche“ ab. Professor Dr. Ludwig Raiser(Göttingen) sprach „Ueber Recht und Unrecht in der Mitbestimmung“ und Professor Harder(Wuppertal) zum Thema„Dostojewski und die Probleme des Westens“. * Für ein Verbot jugendgefährdender Schriften setzt sich Stadtjugendpfarrer Oelschner(Frankfurt a. M.) ein. Da ein Gesetz in absehbarer Zeit nicht zu erwarten sei, fordert er die Einstellung eines Zwanges, wie er von einer Minderzahl unverantwortlicher Literaten und Verleger dadurch ausgeübt werde, daß sie alle Straßen mit den Auslagen ihrer Produkte förmlich überschütteten. * Zur„Woche der Brüderlichkeit“ vom 6. bis 16. März erinnert Landesbischof D. Meiser in einem Geleitwort an den Lieblingsspruch Kaiser Ottos II.:„Mit den Sünden Krieg, mit den Menschen Frieden“. Der Bischof erklärt:„Wenn wir uns alle miteinander verbündeten zum Krieg wider Haß, Rachsucht, Unduldsamkeit und Lieblosigkeit und dem Frieden untereinander nachjagten, müßte nicht die Welt alsbald ein ganz anderes Gesicht bekommen?“ * Bei den kirchlichen Morgenandachten des NWDR sind, nach einer statistischen Feststellung dieser Rundfunkanstalt, 10 bis 20 v. H. der Geräte eingeschaltet. Das entspricht einer Hörerzahl von etwa drei Millionen. Die kirchlichen Nachrichten werden von etwa 15 v. H. der Hörer abgehört. Nach Winterberg. Seit Sonntag sind ganze Straßenabschnitte des Hochsauerlands kilometerweit von mannshohen Schneeverwehungen zugedeckt. So mußte die Bundesstraße 236 zwischen Neuastenberg und der Höhe Albrechtsplatz in Richtung Berleburg und Oberkirchen-Schmallenberg auf einer Länge von 6 Kilometern völlig aufgegeben werden. Hier kamen selbst stärkste Schneepflüge mit schweren Zugmaschinen als Vorspann nicht mehr durch. Das Wittgensteiner Höhendorf Langewiese ist seit Freitag von jedem Verkehr abgeschnitten. Auch zwischen Winterberg und Olsberg blieben am Montagmorgen die Schneepflüge stecken. Verschärft hat sich die Lage durch den plötzlichen Warmlufteinbruch in der Nacht zum Montag, der Neuschnee in einem ungeahnten Ausmaße brachte. In dieser einen Nacht hat sich die eineinhalb Meter tiefe Schneedecke noch um 30 bis 40 cm erhöht. (statt über Wuppertal), ein neues Eilzugpaar von Bremen über Essen und Düsseldorf nach Köln und die Ausdehnung der D 147/148 Hagen—Münster auf das ganze Jahr. Dieses Zugpaar und 4465/466 verbinden Mitte Juli bis Mitte September wieder Westdeutschland mit Norddeich; D 97/98 Köln—Hamburg werden im Sommer nach Westerland durchgeführt. Die Verbindung nach Westen verstärkt eine neue Nachtzugverbindung Dortmund—Paris. D 77/76 Brüssel-Aachen erhalten ein Flügelzugpaar über Düsseldorf nach Dortmund, D 70/71 Brüssel— Aachen ein Flügelzugpaar über Krefeld nach Dortmund. Das Netz der zuschlagfreien Städteschnellzüge(S-Züge) wird wesentlich ausgebaut werden. weiteren Ermittlungen des NWDR werden die evangelischen Gottesdienste von 15 v. H., die katholischen von etwa 10 v. H. der Hörer gehört. * In einem Hirtenwort mahnt Kardinal Frings, auch in der Karnevalszeit Maß zu halten. Er wolle seinen Diözesanen nicht die echte rheinische Fröhlichkeit beeinträchtigen, aber die Not von Millionen Mitmenschen und die Leiden derer, die sich noch in Ungewißheit über Kriegsgefangene oder vermißte Angehörige befänden, machten es auch in der Karnevalszeit zur Pflicht, bei Kundegebungen des Frohsinns in der Oeffentlichkeit Zurückhaltung zu üben. * Vier große Priestertagungen veranstaltet der Paderborner Erzbischof, Dr. Lorenz Jaeger, im März im Bereich seiner Erzdiözese. Wie das Paderborner Generalvikariat bekanntgibt, finden diese Konferenzen am 20. März in Hagen, am 24. März in Gelsenkirchen, am 25. März in Bochum und am 26. März in Dortmund statt. * Der Paderborner Erzbischof hat die Assessoren am erzbischöflichen Kommissariat in Magdeburg, Hugo Aufderbeck und Heinrich Jaeger, zu Geistlichen Räten und den Pastor Heinrich Gatz in Magdeburg zum Geistlichen Rat ad honores ernannt. Pfarrer Ludwig Reinhold in Meschede wurde mit der Seelsorge für die katholischen Polizeibeamten des Regierungsbezirkes Arnsberg beauftragt. Die Maximalschneehöhe ist in der Höhenlage des Sauerlandes bis Montag mittag auf 185 cm angewachsen. Die Schneefälle dauerten aber den ganzen Montag noch an. Sturm in Norddeutschland Associated Press Hamburg. Der heftigste Schneesturm dieses Jahres fegte am Wochenende über Norddeutschland und Dänemark hinweg. In Hamburg wurde der Schnee mit Windstärken sechs bis sieben durch die Straßen getrieben. In einigen Teilen von Niedersachsen führten Schneeverwehungen zu Verkehrsstörungen. Der Sturm erreichte über Dänemark und der Östsee seine größte Heftigkeit mit zeitweise Windstärke zehn. 95 Kilo Kokain verkauft Deutsche Presse-Agentur Hamburg. Im Prozeß gegen den 51jährigen Kaufmann Dr. Walter Buchler aus Braunschweig hat dieser gestanden, 95 Kilogramm Kokain illegal zu Ueberpreisen verkauft zu haben. Der Angeklagte verteidigte sich damit, daß er 1947 vor dem finanziellen Ruin gestanden habe, da fast alle seiner Chemiefabrik gehörenden Rohstoffe als Heereseigentum von der Militärregierung beschlagnahmt wurden und die Fabrik zu 85 Prozent zerstört war. ZEITWEISE SCHNEE Vorhersage: Mäßige, von West auf Nord drehende Winde, meist stärker bewölkt und zeitweise Schneefall, meist als Schauer. Temperatur tags um oder wenig über null, nachts leichter Frost.— Weitere Aussichten: Beruhigung, zeitweise aufheiternd und Zunahme der Nachtfröste. Genickschüsse nur auf Befehl? Beweisaufnahme im Rombergpark-Prozeß Eigener Ab Mai bessere Fernverbindungen Verstärkung der Schnellzüge nach Nord und Süd/ Auch mehr S-Züge Deutsche Presse-Agentur Seit Freitag abend abgeschnitten Auch am Montag noch Schneestürme im Hochsauerland Eigener Bericht Eine Kirche ausgebrannt Eigener Nachrichtendienst Recklinghausen. Im Ortsteil Essel geriet aus bisher noch unbekannten Gründen das Innere der Pfarrkirche Heilig Geist in Brand. Während das Allerheiligste eben noch rechtzeitig vor der Zerstörung bewahrt werden konnte, brannte das Innere der Kirche aus. Man vermutet, daß elektrischer Kurzschluß Grund des Feuers ist. Heute: Bergenthal-Hörspiel „Jans Baunenkamps Höllenfahrt. En plattdutsk Hörspiell von Jupp Bergenthal nao dat sinnige Vertellsel von Karl Wagenfeld met Musik un Spittakel von Werner Göhre“ wird am 12. Februar um 20.00 Uhr über UKW gesendet. Es ist das zweite Hörspiel Bergenthals nach einer satirischen Erzählung Karl Wagenfelds, Im Vorjahr brachte UKW die„Vuegelfrauenversammlung“. Zwei neue Naturschutzgebiete In den Kreisen Steinfurt und Borken/ Wacholderriesen 4 Meter hoch Eigener Nachrichtendienst Münster. Durch eine Verordnung des Regierungspräsidenten sind im Münsterland zwei Gebiete unter Naturschutz gestellt worden, der Schnippenpohl in der Brechte (Kreis Steinfurt) und die Hülsterholter Wacholderheide(Kreis Borken). Der Schnippenpohl ist ein Heideweiher, wohl dadurch entstanden, daß in früherer Zeit in der Brechte nach Eisen geschürft wurde und die verbleibende Grube sich schließlich mit Wasser füllte. Botaniker bezeichnen die heutige Pflanzenwelt als außerordentlich selten und interessant. Besonders kommen hier atlantische Pflanzen (solche, die an ozeanisches Klima gebunden sind) vor, darunter der Strandling, die vielstenglige Binse, der schwimmende Froschlöffel, das Sumpfhartheu und der unter Wasser lebende Pillenfarn, einige davon sogar in riesigen Mengen. Den Ornithologen interessieren Enten, Schnepfen und Bekassinen. Die Hülsterholter Wacholderheide besticht durch ihre landschaftliche Schönheit. In diesem Wacholderhain gibt es Säulen von vier Meter Größe und darüber, also mindestens so hoch wie eine D-Zug-Lokomotive. Spätgrünende Eichen, behaarter Ginster und verschiedene Flechten sind weiterhin besondere Merkmale dieses Heidegebiets. Preise für Zuchtvieh sind stabil Viele Käufer/ Westfälisches Rindvieh im Süden sehr begehrt Eigener Nachrichtendienst Münster. Zu der 186. Absatzveranstaltung des Westfälischen Rinderstammbuches der Rotbuntzüchter in der Halle Münsterland hatten sich so viele Interessenten und Kaufliebhaber aus der Provinz und auswärtigen Zuchtgebieten eingefunden, daß ein flotter Verlauf von vorneherein gesichert war. Die Auswahl in männlichen und weiblichen Tieren war recht gut, so daß die Käufer auf ihre Kosten kamen. Von den 105 gekörten Bullen kamen 4 in Zw.-Kl. I, 47 in II und 52 in III. Den Siegerbullen stellte Wilhelm FrieLaer(Steinfurt) in einem sehr typischen „Fridolin-15 611“-Enkel, dessen Mutter mit einem 2jährigen Abschluß von 6542 kg Milch, 3,91 Prozent und 256 kg Fett gleich 511 Leistungspunkte den Bullen besonders wertvoll machte, so daß die Kreisbullenhaltungsgenossenschaft Borken, die ihn schließlich erstand, einen ansehnlichen Züchterpreis anlegen mußte. Die übrigen Bullen der ersten Zw.-KI. stellten die Züchter: Herm. Hanhoff-Haarmann-Freckenhorst(Warendorf), Heinrich Peveling-Beutelmann-Freckenhorst und Josef Lengers-Laer(Steinfurt). Die Durchschnittspreise betrugen in Zw.-Kl. I: 6100,— DM, in II: 2085,— DM und in III: 1443,— DM und im Gesamdurchschnitt: 1917,— DM. Auch bei den Rindern wurden gute, bis beste Tiere zum Verkauf gestellt, die sehr willige Abnehmer fanden. Zwei Spitzenrinder stellte der Kreis Warendorf(Bernh. Beckvogt- Everswinkel und Aloys Stentrup- Freckenhorst), die beiden anderen die Kreise Steinfurt und Ahaus(Joh. Bohle - Hollich und Bernh. Schulze Althoff Oberheven), die bis auf ein Ia Rind der hiesigen Rotbuntzucht erhalten blieben. An Durchschnittspreisen wurden erzielt: In Klase I 2150,— DM, in II 1617,— DM, in III 1414,— DM und in IV 1130,— DM, im Gesamtdurchschnitt: 1557,— DM. 11 Bullen, 20 Kühe und 70 Rinder gingen in auswärtige Zuchtgebiete, u. a. nach Baden, Bayern, Hannover, Hessen und Rheinland-Pfalz. HOLLAND Die Brechte GronauOchtrupp 1 Anous Stadtionn aCoesfeld * Borken 0 Wacholder Heide: HOHE MARK Haltern Dülmen Bischofs-Weihe am 25. März Deutsche Presse-Agentur Münsier. Der neue Weihbischof des Bistums Münster, Heinrich Baaken, wird am Festtag Mariä Verkündung(25. 3.) in der Hl.-Geist-Kirche zu Münster geweiht werden. Der Bischof von Münster, Dr. Keller, wird mit Weihbischof Heinrich Roleff (Münster) und voraussichtlich mit Weihbischof Ferche(Köln) die Weihe vornehmen. Zwei Stadtfahnen am Rathaus Eigener Nachrichtendienst Warendorf. In Warendorf, das vor einem Jahr die Patenschaft über das schlesische Städtchen Reichenbach übernommen hat. wird eine„Reichenbacher Stube“ eingerichtet, in der schlesisches Kulturgut zusammengetragen und die Erinnerung an die Heimat im Östen bewahrt wird. Wie sehr sich die Patenstadt mit Reichenbach verbunden fühlt, geht schon daraus hervor, daß bei allen festlichen Anlässen jetzt am Warendorfer Rathaus beide Fahnen gehißt werden. Jugend trifft Politiker Eigener Nachrichtendienst Gemen. Erstmalig soll am 15. und 16. 3 eine Begegnung der Mannes- und Frauenjugend mit christlichen Politikern auf der Jugendburg Gemen stattfinden. kuik und knapp Der THC Münster gewann die diesjährigen westfälischen Hallenhockey-Meisterschaften in der Halle Münsterland durch einen 4:0-Sieg über Duisburg. Ein 61jähriger Bauer, der mit dem Fahrrad auf dem Weg zur Frühmesse war, wurde bei Werne a. d. Lippe am Sonntag über 30 Meter von einem LKW mitgeschleift und getötet. Bei dem verletzten Fahrer des Wagens wurde wegen Alkoholverdacht eine Blutprobe vorgenommen. Von Zigeunern wurden zwei Geschäftsleuten in Herbern wertvoller Familienschmuck im Wert von 6000 DM gestohlen. Die Diebe, die in die Schlafzimmer einbrachen, verschwanden in einem OpelWagen. Dachrinnen und Buntmetalle sind im Kreise Gronau wieder étark gefragt. Allein in der letzten Woche erbeuteten die noch unbekannten Täter mehrere Zentner. Einen Werbebetrüger schnappte die Polizei im Kreis Coesfeld. Er hatte Geschäftsleuten versprochen, in verschiedenen Orten des Gebietes Reklametafeln aufzustellen und hoffte auf größere Geldbeträge. Die deutsche Zündholz-AG in Ahaus mußte infolge Absatzschwierigkeiten die Produktion einstellen. Anfang März hofft man, den Engpaß überwunden zu haben. Der spuckende Sonderling von Warendorf wird nicht mehr lange sein Unwesen treiben. Die Polizei fahndet nach ihm und hat die Bevölkerung gebeten, bei der Feststellung des Mannes zu helfen. Die Ruine der hohen Schule in Burgsteinfurt soll umgebaut werden und dann der Stadtverwaltung zur Verfügung stehen. Seltenes Jagdglück hatte ein Jäger in Wessum. Er konnte einen Kormoran erlegen, der als Strichvogel sehr selten in unserer Heimat vorkommt. Wegen seiner Fischräubereien ist er ein ungern gesehener Gast. Ein Rudel Wildschweine richtet in der Gegend von Nienborg erheblichen Schaden an. Da die Schwarzkittel auf chemische Vertreibungsmittel nicht mehr reagieren, sollen bei Beginn des Vollmondes mehrere Saujagden abgehalten werden. 2500 Prämiensparer haben sich bisher bei der Kreissparkasse in Burgsteinfurt eintragen lassen. Nr. 35— 4. Jahrgang AUS DEMGRENZKREIS AHAUS Dienstag, 12. Febr. 1952 Baumwollernte bei deutschenPionieren in Paraguay Lichtbildervortrag im MCC.— Deutsche Sprache in Südamerika.— Maschinen und Werkzeuge fehlen. Der Aufwand lohnte sich nicht KP-Propaganda verfing bei den Schöppingern nicht Gronau. Nach 2jährigem Aufenthalt auf einer mennonitischen Versuchsfarm im Chaco von Paraguay, der grünen Hölle von Südamerika, traf zur Durchreise nach USA der MCC-Arbeiter Schneider in Gronau ein. Seinen Besuch im hiesigen Mennonitenlager verlängerete er, um etwa 400 Farbaufnahmen aus Paraguay vorzuführen. Von vielen Lagerinsassen leben Verwandte oder Bekannte in jener letzten Zivilisationsecke unseres Erdballs, wo noch in unseren Tagen schwere Pionierarbeit geleistet wird, sodaß der Vortrag besonders interessiert aufgenommen und von vielen Fragen unterbrochen wurde. Vor etwa 25 Jahren wanderten Mennoniten in einer größeren Gruppe auf der Flucht vor dem roten Bolschewismus von der Wolga und dem Dnjepr nach Paraguay, einem Land in der Vorkriegsgröße von Deutschland mit nur 2 Millionen Einwohnern. Jene Rußländer, wie diese Volksdeutschen kurz genannt werden, konnten mit solchen primitiven Verhältnissen fertig werden. Sie sind auch in der Lage, ihre Häuser selber zu bauen, alle notwendigen Handwerksarbeiten alleine zu machen, die in Haus und Hof auftreten können. So leben heute in etwa 50 Dörfern des Chacos 8000 Mennoniten, die alle deutsch sprechen und ihre Muttersprache bei den Indianern verbreiten. Dazu kommen noch weitere 4000 Mennoniten, die teils in der aufstrebenden Hauptstadt Asuncion(120 000 Einw.), teils in den Kolonien Friesland und Volendam östlich des Paraguayflusses leben. Als Zentrum im Chaco gilt Fernheim, dessen Volksschulen, mennonitischen Kirchen, Gemeinschaftshaus, Krankenhaus und Oberschule die Farbaufnahmen zeigten Diese deutsche Oberschule ist die einzige höhere Schule deutscher Sprache in ganz Südamerika; sie befindet sich noch im Aufbau und benôtigt dringlich deutsche Lehrmittel. Außer zwei kleinen Fabriken ist noch ein Telefonnetz vorhanden, das alle Dörfer miteinander verbindet. Diese bedeutende Pionierarbeit unserer Zeit vollzog sich in der Stille, abseits des Krieges, und ist den Mennoniten in USA zu verdanken, deren Kirchenspenden in Form eines unermüdlichen Dollarstromes, die letzten 25 Jahre lang dorthin geflossen ist. So sind fast alle Kleidungsstücke jener 12000 Kolonisten Spendengabe nordamerikanischen Ursprungs, genauso wie die landwirtschaftlichen Geräte, Elektromotore, Lastwagen, Jeeps, ja sogar die Pferdezucht, die nun zu den besten von ganz Paraguay zählt. Außerdem unterhalten die Mennoniten aus USA in Paraguay auf ihre Kosten mehrere Heime, Krankenhäuser, die erwähnte landwirtschaftliche Versuchsfarm und ständig mehrere MCC-Arbeiter. Der Chaco ist ursprünglich ein wildes, schwer zugängliches Buschgebiet gewesen, das nur von wenigen wilden Indianern durchstreift wurde. Diese werden heute von den Mennoniten zum Christentum bekehrt, ihnen eine gesunde, seßhafte LeVier Monate für Betrügereien Große und kleine Sünder vor verschiedenen Richtern Betrug und Untreue in neun Fällen war die Anklage einem Auto- und Reifenhändler aus Ahaus vor, der sich jetzt vor dem Schöffengericht Coesfeld zu verantworten hatte. Teilweise lagen die Betrügereien schon mehrere Jahre zurück, ohne daß die Betrogenen eine Anzeige erstattet hatten. Als dann aber doch einmal ein Betrogener zur Polizei lief, da wollten die anderen nicht zurückstehen, und nun folgte Anzeige auf Anzeige. Ueberall im Kreise Ahaus fanden sich Geschädigte, die er um einige hundert DM erleichtert hatte. Seine Spezialität war es, von Geschäftsleuten alte und neue Autoreifen und Wagenachsen zu kaufen oder sie in Kommission geben zu lassen, dann die Sachen zu verkaufen und den Kaufpreis für sich zu behalten. Wenn dann ein Verkäufer auf Zahlung drängte, bekam er einen Wechsel, der natürlich bei Fälligkeit nicht eingelöst wurde, oder er erhielt einen Scheck, für den keine Dekkung vorhanden war. Schließlich konnte sich der Angeklagte im Kreise Ahaus nirgends mehr sehen lassen, kein Geschäftsmann wollte noch ein Geschäft mit dem Angeklagten machen. Da fand er einen neuen Trick. Er erzählte Bekannten, daß er soeben eine Panne an einem Auto gehabt hätte und daß sein eigenes Geld zur Bezahlung der Reparaturkosten nicht ausreichte. Er bat, ihm bis zum nächsten Tage etwa 20 DM zu leihen. Aber auch das sprach sich schnell bei den Geschäftsleuten herum und bald versiegte auch diese Einnahmequelle. Der Angeklagte hatte aber auch eine Vertretung mit Inkassovollmacht. Bei dem Einkassieren von Rechnungen konnte er noch mehr Geld verdienen als nur seine Provision, wenn er einfach die kassierten Beträge für sich behielt. Ueber 1000 DM erbeutete er so ganz mühelos. Nur weil der Angeklagte noch nicht vorbestraft ist, hielt das Gericht eine Gefängnisstrafe von vier Monaten und eine Geldstrafe von 150 DM für eine ausreichende Sühne. * Der Scheinwerfer war nicht hell genug Dem Angeklagten hörte die volle Sympathie des Vredener Amtsgerichts. Er wohnte in Oeding und befährt aus Geschäftsgründen die nähere u. weitere Umgegend mit einem Pkw. Als er Stadtlohn durchfahren wollte, standen da drei Polizisten und kontrollierten seinen Wagen aufs gründlichste, knipsten an und aus, ließen ihn winken und hupen, auf- und abblenden und schließlich weiterfahren. Er fuhr über eine Stadtlonner Straße, die sich in Reparatur befand und zum Teil aufgerissen war, der Wagen wurde schwer durchgerüttelt, und keine 200 m hinter der Kontrolle von einem Ortswachtmeister angehalten, weil der linke Scheinwerfer nicht brannte. Er zog die Fassung an und alles war in Ordnung, bis auf den Strafbefehl über 20 DM, der kurz darauf von Stadtlohn nach Oeding flatterte. Natürlich erhob er Einspruch, und zu Recht, wie ihm der Richter ausdrücklich bestätigte. Da der Polizeibericht selbst die Kontrolle am Stadteingang erwähnte und auch der schlechte Straßenzustand zwischen dem Standort der Kontrolle und der Stelle, an welcher der Scheinwerfer versagte, nachweisbar war, sah der Richter keine Schuld am Angeklagten und dachte bereits über die Formulierung des Freispruchs nach. „Ich sehe keine Schuld am Angeklagten, sagte er, daher werde ich ihn freisprechen“. Hierüber war der Angeklagte so gerührt, daß er gesprächig wurde und völlig ungefragt dem Richter— gewissermaßen privatim— erzählte, vor längerer Zeit sei ihm schon mal dasselbe passiert, da habe sich auch sein linker Scheinwerfer gelokkert usw. Oh, wenn er doch geschwiegen hätte!„Soso, sagte der Richter,„das ändert allerdings die Sache. Da war anscheinend der linke Scheinwerfer wirklich nicht in Ordnung!“ Der Angeklagte war perplex, gern hätte er seine Worte zurückgenommen, aber es war zu spät. Der schon in der Lufthängende Freispruch zerrann wie ein unzeitiger Nebel und eine Strafe von 5 DM senkte sich auf das verdutzte Haupt des Mitteilsamen herab. * Die Milch war nicht heiß genug Nach dem Viehseuchengesetz muß die Milch von Kühen, die von der Maul- und Klauenseuche befallen sind, vor der Ablieferung auf 85 Grad erhitzt werden. Die Polizei berichtete, daß ein Oedinger Bauer bereits mehrmals ungenügend erhitzte Milch ablieferte, daraufhin habe sie selbst eine Kontrolle durchgeführt und festgestellt, daß der Bauer die Milch im rohen Zustande ablieferte. Gegen den über 100 DM lautenden Strafbefehl erhob der Bauer jedoch Einspruch und bestritt nun vor Gericht heftig, daß die Milch roh gewesen sei. Es könne höchstens geschehen sein, daß die Milch ein einziges Mal aus Versehen nicht bis auf 85 Grad gebracht wurde, auf keinen Fall aber sei sie roh abgeliefert worden. Der Verteidiger des Angeklagten wies darauf hin, daß man bei der chemischen Probe an der Reaktion der Milch wohl ablesen könne, ob die Milch auf 35 Grad erhitzt wurde oder nicht, man könne aber nicht ablesen, ob sie überhaup erhitzt worden sei oder nicht. Im übrigen werde die Milch bereits im Euter der Kuh gewissermaßen auf 45 Grad vorerhitzt, so daß man von„roher“ Milch überhaupt nicht sprechen könne. Der Richter vertagte die Verhandlung, da zur Beantwortung der Frage, ob die Milch nun heiß genug war oder nicht, weitere Zeugen aus Kreisen der Polizei und des Molkereipersonals geladen werden müssen. Außerdem soll abgewartet werden, bis eine Zeugin, die diesmal wegen einer Appendixreizung nicht erscheinen konnte, vernehmungsfähig ist. Betrunkener Motorradfahrer- milder Richter Ohne Führerschein mit dem geliehenen Motorrad gegen den Baum. Gronau. Grundsätzlich verurteilen die Gerichte einen betrunkenen Kraftfahrer, der einen Unfall verursacht, zu einer längeren Gefängnisstrafe, insbesondere dann, wenn der Kraftfahrer nicht einmal einen Führerschein besitzt. Der 32jährige W. St. aus Gronau hatte viel Alkohol im Blute, als er am 18. Juni 1951 auf einem geliehenen Motorrad von Gronau nach Epe fuhr. 2,57 pro Mille Alkohol wurden bei ihm festgestellt Man muß sich nur wundern, daß er in diesem Zustande der Volltrunkenheit überhaupt noch auf das Motorrad steigen konnte, ohne sofort wieder herunter zu fallen. Natürlich konnte von einem sicheren Fahren nicht mehr die Rede sein und, wie es kaum anders zu erwarten war, fuhr er gegen einen Baum. Dabei wurden er und sein Mitfahrer verletzt. Nun mußte er sich wegen fahrlässiger Körperverletzung, Fahrens ohne Führerschein und Fahrens im Zustande der Trunkenheit vor dem Schöffengericht Coesfeld verantworten. Seine Einlassung, daß er infolge einer alten Kopfverletzung schwindlig geworden sei und nur dadurch die Gewalt über das Motorrad verloren habe, konnte ihm nicht ganz widerlegt werden. Das rettete ihn vor einer Bestrafung wegen der fahrlässigen Körperverletzung, aber nicht wegen der anderen Straftaten. Zur Erziehung dieser Verkehrssünder und zur Abschreckung für andere ist es unbedingt erforderlich, daß gegen solche Angeklagte auf eine Freiheitsstrafe erkannt wird. Damit begründete der Staatsanwalt seinen Strafantrag gegen den Angeklagten. Eine Hauptstrafe von vier Wochen hielt der Staatsanwalt für notwendig. Der Angeklagte fand sehr milde Richter, sie verurteilten ihn zu 120 DM Geldstrafe. Der Staatsanwalt wird vermutlich gegen das Urteil Berufung einlegen. bensweise beigebracht und der Kampf gegen Trockenheit und Heuschrecken aufgenommen. In dieser Wildnis waren bisher außer Büschen fast nur Flaschenbäume bekannt gewesen; jetzt versucht man Apfelsinen, Zitronen, Bananen, Feigen, Datteln und Wein anzupflanzen. Am besten gedeiht auf den riesigen Feldern die Baumwolle. In der Erntezeit kommen mit kleinen Reiseflugzeugen die Aufkäufer für Baumwolle zur Kolonie, um Qualität und Menge der Ernte abzuschätzen. Mit Flugzeugen erspart man sich wochenlange Dampferreisen. In den letzten Jahren treffen US-Amerikaner mit Doppeldeck-Ueberseeflugzeugen in Asuncion ein, um bei den Kolonisten die Ferienzeit zu verbringen. Solche Besuche bringen Paraguay Devisen und vertiefen gegenseitige Bekanntschaften. Einflußreiche Fluggäste sehen selber, welche Maschinen und Geräte noch notwendig sind, damit diese Kolonien sich weiter entwickeln können. Beispielsweise fehlen weitere moderne Windmühlen zur Stromerzeugung, Tiefbrunnen und vor allem das kostbare Saatgut sowie Insektenvertilgungsmittel. Die Farbaufnahmen unterstrichen vorteilhaft die unter Kultur genommenen Gebiete vor der Wildnis; genauso wie der Unterschied der Kolonisten und ihrer gutgekleideten Kinder von den einheimischen Mischlingen und Indianern sich beträchtlich abhebt. Darum ist die Absicht durchaus berechtigt, dort Fabriken zur Verarbeitung der Baumwolle aufzubauen, um den Kolonisten Arbeit und Brot zu verschaffen und einen dringlichen Bedarf zu decken. Der Farbbilder-Vortrag zeigte recht anschaulich, welche Erfolge die bisherige Gemeinschaftsarbeit der Mennoniten im einsamen, weltweiten Chaco zeigte und was zur weiteren ErschlieBung der deutschen Koloniedörfer notwendig ist Eper Lokal=Chronik Es wird weiter gefeiert Epe. Auch in Epe werden die Sonntage vor Aschermittwoch noch weidlich ausgenutzt, um sich in den Karnevalstrubel zu stürzen. Die Siedler feierten schon am Samstag bei Meyer und Nacke. Die Landjugend vergnügte sich am Sonntag bei Nacke. Die Schützengilde St. Georgi feierte gestern ebenfalls bei Nacke ihr Winterfest. Diözesanjugendseelsorger spricht Ene. Heute abend spricht um 20 Uhr im Vereinslokal Bakenecker zu den Mitgliedern der Kolpingfamilie der Diözesanjugendseelsorger Kaplan Wissing aus Münster. Schulärztliche Untersuchung Epe. Im ganzen Kreis wurden stichprobenweise einige Klassen auf den Zustand der Zähne untersucht. Die ärztliche Untersuchungskommission kam aus Münster und untersuchte in Gronau, Epe, Schöppingen und Ahaus. Es ist beabsichtigt, schon ab Östern wenigstens einige Jahrgänge der Schulkinder zu untersuchen. Blick über die Grenze Straßenschrubben verboten Den Haag. Die holländische Gemeinde Albas ist wegen ihrer überaus peinlichen Sauberkeit in ganz Holland bekannt. Jeden Tag schrubben dort die Hausfrauen die Straßen blitzblank. Jetzt hat der Stadtrat das Straßenschrubben verboten, nicht etwa, weil er dreckige Straßen haben will, sondern, weil das viele Wasser die Pflastersteine dauernd unterspült und die Ausbesserung der durch die Säuberung ruinierten Straßen zu viel Geld kostet. Schöppingen. Baß erstaunt waren am Sonntagmorgen die Schöppinger, als gegen 10 Uhr ein Omnibus mit fremden Frauen und Männern eintraf, die sich bald über den ganzen Ort verteilten und Flugblätter, Zeitungen und Broschüren zu verteilen suchten. Trotz aller honigsüßen Worte hatten die Schöppinger schnell begriffen, daß hier Anhänger der KP am Werke waren, um in dem stillen Ort Propaganda für ihre Partei zu machen. Da wegen des schlechten Wetters zunächst nur wenig, nachher überhaupt keine Einwohner mehr auf der Straße anzutreffen waren, gingen die Fremden, die aus Duisburg und Gronau kamen, von Haus zu Haus, um so Propagandamaterial loszuwerden. Stille Beobachter konnten feststellen,, daß sie meist wieder schneller wieder herauskamen, als sie hineingegangen waren. An entsprechenden nachdrücklichen Aufforderungen hat es nicht gefehlt. Die Oder-NeißeLinie, die Kriegsgefangenen, die immer noch nicht wieder zurückgekehrt sind, und ähnliches waren besonders eindeutige Augumente, die diesen Propagandisten Moskaus entgegengeschleudert wurden. Die Propagandaaktion ist mehr als daneben geraten, obwohl man bis 15 Uhr unentwegt von Haus zu Haus zog, bis man wohl eingesehen hatte, daß in Schöppingen für derartige Dinge kein Boden ist. Das hätte man sich tatsächlich sparen können. Alter Bekannter vor dem Richter Gronau. Wieder einmal stand der 28jährige Kaufrmann H. Sch. aus Gronau vor dem Schöffengericht Coesfeld. Dieses Mal warf ihm die Anklage Betrug und Untreue in mehreren Fällen vor. Er hatte als selbständiger Händler ein völliges Fiasko erlitten und besaß keinen Pfennig mehr. Trotzdem kaufte er für 200 DM Lippenstifte und Parfüm und versprach, die Rechnung in einigen Tagen zu bezahlen. Er verbrauchte aber den Erlös aus dem Verkauf für sich. Dann beging er in einer Gastwirtschaft eine Zechprellerei. Schließlich wurde er Vertreter und unterschlug mehr als 600 DM. Unter Berücksichtigung seiner Vorstrafen verurteilte ihn das Schöffengericht zu zehn Wochen Gefängnis. Es fliegt viel Staub... Gronau. Gronaus Hausfrauen erleben manchmal eine Ueberraschung, wenn am Waschtag die saubere Wäsche an der Leine hängt. Dann kann es nämlich vorkommen, daß, je nach Windrichtung, der Hausfrauenfleiß innerhalb weniger Minuten zunichte gemacht wird. Die Wäsche ist dann beschmutzt von unzähligen schwarzen Kohleteilchen, die aus den Fabrikschornsteinen ins Freie gelangen. Viele unserer Leserinnen führen darüber Klage. Vielleicht ist es möglich, daß die technischen Betriebe der Textilwerke eine Lösung finden. Die Hausfrauen werden es ihnen danken. Kreuz und quer durch den Kreis Jungfrauenkongregation Südlohn. 300 Südlohner Mädel der Jungfrauenkongregation verlebten am Sonntagmittag im Vereinshaus gemütliche Stunden bei Kaffee und Kuchen. Humoristische Vorträge und Einakter sorgten für die nötige Stimmung. Am Dienstagnachmittag, 14,30 Uhr, wollen die Mitglieder des Müttervereins es der jüngeren Generation nachmachen und auch bei Kaffee u. Kuchen auch gleichfalls einige unbesorgte Stunden verbringen. Wichtig für Rentner Südlohn. In Abänderung der bisherigen Bestimmungen werden jetzt auch die Rentennachzahlungen erstattet, die vor dem 25. September 48 entstanden, aber nach dem 25. Sept. 48 zur Auszahlung gekommen sind. Berechtigte, die glauben, noch einen Anspruch auf Auszahlung der einbehaltenen Rentennachzahlungen zu haben, haben bis zum 14. Februar auf dem Amtsbüro in Stadtlohn, Zimmer 9, bezw. auf dem Sprechtag in Südlohn einen Antriag zu stellen. Flüchtlingsausweis A, Rentenbescheid und Bescheid des Fürsorgeamtes sind vorzulegen. Faruk II. bei den Schlesiern Legden. Am Sonntag hatte die Jugendgruppe der Östvertriebenen ihren schlesischen Maskenball im Saale Lanfer. Zahlreich waren die karnevalslustigen Östvertriebenen und einheimischen Bürger erschienen. Seine Hoheit Faruk II. begrüßte alle Erschienenen im Narrenreiche, und bald tanzte alles nach den Klängen der Jugendkapelle, die es unter der Leitung von O. Wells meisterhaft verstand, alles in Rhythmus u. guter Laune zu halten. Um 24 Uhr fand die Prämiierung der sechs schönsten Paare statt. Die frohe Stimmung hielt an bis zum ersten Hahnenschrei. Feuerwehr beim„friedlichen Löschen“ Wessum. Bewußt sah die Freiw. Feuerwehr in diesem Jahre davon ab, das Winterfest als„Narrenabend“ abzuhalten. Es sollte ein Kameradschaftsabend im besten Sinne des Wortes werden. Bei herrlichem Wildpret, das dem Magen eine vorzügliche Unterlage bot, hieß Brandmeister Johannes Effing neben den Feuerwehrkameraden mit ihren Angehörigen den Amtsdirektor Heidemann willkommen. Nach einem stillen Gedenken der toten Kameraden der Wehr gab Effing einen ausführlichen Rückblick auf das verflossene Jahr, Wenn auch Gott sei Dank die Wehr nicht zum Einsatz kam, so hat sie durch Training ihre Einsatzbereitschaft gesteigert, Das Stiftungsfest des 25jährigen Bestehens war das Hauptereignis des Jahres. Amtsdirektor Heidemann sprach den Männern für die Arbeit zum Wohle der Gemeinschaft seinen Dank aus und versprach, intensiv die Belange der Wehr zu vertreten und zu fördern. Bald entwickelte sich bei schönem Programm, in dem die„Humoristen der Wehr“ zur Geltung kamen, eine echte kameradschaftliche Stimmung. Eine gute Hauskapelle spielte zum Tanz und beim„friedlichen Löschen“ im Lokale Niewerth-Jungkamp blieb man noch lange zusammen. Wiedér großer Erfolg. Ottenstein. Die Stahlschmidtsche Trachtenbühne hatte bei ihrem Gastspiel am Sonntag einen großen Erfolg. Die Besucher hatten drei Stunden Freude an oberbayrischen Jodlern, Tänzen und der heiteren Stimmung der Truppe, die bald auf die Zuhörer übergriff. Das Bühnenstück„Das Leni vom Oberhof“ fand stürmischen Beifall. Ebenso der bunte Teil der Tänze und Gesänge mit der schwungvollen Ansage des Seppels brachte lustige Unterhaltung. Bei Bandonium- und Zitherkläng wurde anschließend getanzt. Ehrenvolles Alter Ottenstein. In diesen Tagen feierte Hauptlehrer i.R. Heinrich Wullhorst seinen 80. Geburtstag. Der greise Altersjubilar ist noch sehr rüstig u. spielt noch täglich in der Messe die Orgel. Den Jubilar zeichnet ein ruhiges zufriedenes Wesen aus, das ihn im ganzen Dorf beliebt macht. Den zahlreichen Gratulanten schließt sich die Heimatzeitung an und wünscht dem Jubilar noch viele gesunde Jahre. Wohlfahrtsunterstützung Schöppingen. Am Dienstag, 12. Februar werden die Wohlfahrtsunterstützungen in der Zeit von 9—12 durch die Amtskasse ausgezahlt. Wenningfeld siegte 3:1 Wenningfeld. Das Fußballspiel zwischen Wenningfeld und Schöppingen endete nicht, wie irrtümlich berichtet 7:1 für die Gäste, sondern 3:1 für Wenningfeld Zwangsversteigerung. Am Mittwoch, dem 13. 2. 1952, sollen um 11 Uhr in Gronau, Amtsgericht, 1 Schreibtisch, 1 Radioapparat, 1 Büfett, 1 Geschäftsrad, 1 Ruhebett, 1 Herrenarmbanduhr, 1 Tisch uam., anschließend an Ort und Stelle: 1 Tischfräse mit Zubehör, 1 Verkaufswagen mit Eismaschine, am Donnerstag, 14. 2., um 11 Uhr in Epe, Wirtschaft Flucht: 1 Posten Bohnerwachs, 1 Klavier, 1 Büfett, 1 Ladenkasse uam., öffentlich meistbietend gegen bare Zahlung versteigert werden. Kißmann, Gerichtsvollzieher in Gronau. Statt Karten! Für die zahlreichen Beweise aufrichtiger Teilnahme und für die Kranz- und Blumenspenden beim Tode meiner lieben Frau, unserer guten Mutter, sagen wir allen, insbesondere Herrn Pfarrer Kochs für die trostreichen Worte am Sarge und Grabe, sowie Nr. 35— 4. Jahrgang Stadt und Kreis Dienstag, 12. Febr. 1952 Kreisstadt Ahaus Peking und die Apfelsinen 1000 St.-Georgspfadfinder in Rom 1000 St.-Georgspfadfinder in Rom Der im Heiligen Jahr 1950 unter dem Namen„1000 St.-Georgs-Pfandfinder in Rom“ gedrehte Film wurde Sonntag in 2 Vorstellungen im Jugendheim zahlreichen Besuchern vorgeführt. Um ihn zu sehen, waren nicht interessierte aus der Kreisstadt gekommen, sondern auch Pfadfinder außerhalb der Kreisgrenze sah man im Saal. Der Film erzielte eine Stunde der Besinnung und führte den Besucher in die bezaubernde Landschaft des sonnigen Südens und zeigte die gewaltigen Bauten der italienischen Altmeister. Das Heilige Jahr war Mitte aller Geschehnisse. So zogen die 1000 St.-Georgs-Pfadfinder nach Italien, schauend und staunend, singend und betend. Ueber die Alpen ging die Fahrt nach Rom. Hat man den Heiligen Vater oft in Wochenschauen bewundern können, so erlebten ihn die Besucher des Romfilms auf dem Sommersitz Castel Gandolfo, sie hörten seine wohltönende Stimme, die zu der deutschen Jugend sprach. Die Besucher konnten die Vorstellungen mit der Gewißheit verlassen, ein winziges Stück des Heiligen Jahres erlebt zu haben. Verkehrsunfall In den Abendstunden des Freitags kam auf der Wessumer Straße in Höhe des Schreinermeisters Wigger ein LKW, der mit Kohlen beladen war, wegen der StraBenglätte ins Rutschen und geriet in den Straßengraben. Mit fremder Hilfe konnte das Fahrzeug wieder flott gemacht werden. Prinz Karneval regierte Das vergangene Wochenende stand für viele Nachbarschaften im Zeichen der Karnevalsfeiern. Nach altem Brauch zog man in einigen Nachbarschaften von Haus zu Haus um die Einladungen für die Abendveranstaltungen vorzunehmen. Jung und alt waren in den grellsten Farben und in den verschiedensten Aufmachungen kostümiert. Ueberall herrschte beste Festesstimmung als Prinz Karneval sein Zepter schwang. Luftspertkreis tagte Am Samstagabend hielt der Luftsportkreis im Hotel zur Post eine Vorstandssitzung ab. Die Wertstattfrage wird in 6 bis 8 Wochen ihre Lösung finden. Die Eintragung in das Vereinsregister erfolgt in den nächsten Tagen und der Anschluß an den Deutschen Aero-Club wurde erwogen. KP-Sekretär hetzt gegen unsere Zeitung. Gronau. Zu lebenslänglich Sibirien würde wahrscheinlich der Redner bestraft werden, der es wagte, in einer öffentlichen Versammlung etwa in Leipzig den Rücktritt der Östzonenregierung zu verlangen, zum offenen Boykott aufzurufen, die Jugendlichen aufzufordern, die Gestellungsbefehle der Volkspolizei zu zerreißen, die Arbeiter in den Betrieben zu veranlassen, die„Brocken in die Ecke zu werfen“ und den Kraftfahrern nahezulegen, die Straßen Leipzigs zu blockieren. In Gronau aber passiert dem kommunistischen Redner, der gegen die Staatsordnung wettert und zum Sturz der Regierung aufruft, nichts, auch wenn mehrere Kriminalbeamte im Versammlungsraum sind. In Leipzig würde der Redner vom Fleck weg verhaftet werden, wenn er gegen eine Zeitung loslegen würde, denn dort gibt es nur Parteizeitungen. In Gronau darf er getrost Zeitungen angreifen, ihm passiert nichts. Nur muß er damit rechnen, daß die Zeitungen ihm keine Antwort schuldig bleiben. 1 Der Saal des Hotel zur Post war bei weitem nicht besetzt, als ein früher in Gronau politisierender KP-Funktionär zur „Remilitarisierung Deutschland“ sprach. Sprechen ist nicht der geeignete Ausdruck, hetzten würde besser zum Inhalt seiner Rede passen, die nur aus Schlagworten bestand, die zu wiederholen uns das rote Lexikon fehlt. Warum wir überhaupt von dieser KP-Versammlung, der nur einige wenige Andersgesinnte beiwohnten, Notiz nehmen? Wir hätten es auch nicht getan, wenn der Redner unsere Zeitung nicht erwähnt hätte. Dieser aber fühlte sich bewogen, uns der Lüge zu bezichtigen, weil wir es gewagt hatten, das Ergebnis der „Volksbefragung“ anzuzweifeln. Sie können sich wahrscheinlich daran erinnern, lieber Leser, daß die Gronauer Textilarbeiter mit über 90 Prozent für den kommunistischen„Frieden“ gestimmt haben sollen? Nun, dem kommunistischen Redner schien unsere kritische Stellungnahme nicht gefallen zu haben und deswegen zog er gegen uns frisch vom Leder weg, womit in aller Öffentlichkeit bewiesen ist, daß die Volksbefragung eine kommunistische Machenschaft ist, was von KP-Leuten und„parteilosen“ Volksbefragern abgestritten wird. Das nur nebenbei. Wissen Sie überhaupt, lieber Leser, daß Bentritts zum Deutschen Sport- Sie eine Zeitung halten, die nach Meinung Bund sind Fühlungnahmen erfolgt, deren Ergebnis noch aussteht. Am 22. Februar erfolgt mit einem Kappenabend für die Mitglieder und ihre Damen der pflichtgemäße Tribut an den Prinzen Karneval. Geringes Angebot, gute Nachfrage Das schlechte Wetter war Schuld daran, daß der gestrige Ferkel- und Schweinemarkt schlecht beschickt wurde. Nur drei Bauern stellten Ferkel zum Verkauf. Interessenten, Kaufer und Händler waren gut vertreten, aber infolge des geringen Auftriebs kam kein Handel zustande. Ferkel kosteten 1,20 bis 1,25 DM das Pfund. Die wenigen Tiere fanden schnell einen Käufer. Film der Woche Leise flehen meine Lieder Die besondere Art, mit der Willi Forst seinen Film Nr. 1„Leise flehen meine Lieder“ gestalten und Frauenschönheit, Wiener Melodien, ungarische Tänze, Pußtaweite und sehr viel Liebe zu einem delikaten Augen- und Öhrenschmaus vereinte, machte in damals mit einem Schlage berühmt. Nicht nur in Deutschland u. Oesterreich! Paris, London, Rom, Madrid jubelten diesem ersten Forst-Film zu, ja, in Madrid verlangte und erzwang das begeisterte Publikum sogar die Wiederholung der Schlußszenen. Wirklich große Filme bleiben ewig jung. So auch dieser um Franz Schubert— den unglücklich Liebenden, von dem es hieß: All seine Herzensnöte werden zu Noten.(Ahauser Lichtspiele von Dienstag bis Donnerstag). der KPD mit Ahaus so wenig zu tun hat wie Peking, gemeint ist natürlich das volksdemokratische, mit Apfelsinen? Wissen Sie, wieder nach Meinung der KPD, daß unsere Zeitung kein Recht hat, das Ergebnis der kommunistischen Volksbefragung anzuzweifeln? Wissen Sie, daß, wenn heute in Gronau wieder volksbefragt würde, die Gronauer nicht nur mit 90 sondern mit 97 Prozent für den kommunistischen„Frieden“ stimmen würden? Das glaubt wenigstens die KPD. Solche Wahlergebnisse übrigens rufen Erinnerungen wach. Nein, nicht nur an die Jahre des Nationalsozialismus, wir denken besonders an die„überwältigenden Wahlerfolge“ in der Sowjetzone. Wie beliebt die KP in Wirklichkeit ist, zeigen die letzten Wahlergebnisse in Westdeutschland. Der hauptamtliche KP-Sekretär glaubte ferner die Leser auffordern zu müssen, unsere Zeitung„rauszuschmeißen“. Nun, unsere Auflage ist stetig gestiegen, das „Volks-Echo“ hingegen wurde aus Gronau wirklich rausgeschmissen, wobei wir der Meinung sind, daß das„Volks-Echo“ so wenig mit Gronau zu tun hat, wie die Volksdemokratie z. B. mit dem Volk. Es drängt uns- noch einiges zu sagen: Ein Zwischenrufer wagte es, auf die Zustände in der Sowjetzone hinzuweisen. Er wurde vom Redner dadurch mundtot gemacht, daß seine Aeußerungen als Antisowjethetze bezeichnet wurden, auf die nicht mehr geantwortet wird. Wo bleibt denn die Freiheit, von der der Redner in Jubiläum geht auch die Frauen an Beratung über die Festgestaltung und den Festzug in Vreden Vreden. Alle Vredener Damen waren in die Aula der neuen Norbertschule eingeladen, wo ihnen Gelegenheit gegeben wurde, die Einzelheiten der Jubiläumsplanung kennenzulernen und sich dazu äußern. Der Leiter des Jubiläumsbüros, A. Kersting, entwickelte in ausführlichem Referat den Grundgedanken des Festes und gab dann die terminliche Folge des geplanten Programms bekannt. Danach wird das Fest vom 13. Juli bis zum 17. August gefeiert und die somit zur Verfügung stehenden sechs Sonntage werden aufeinanderfolgend der Heimat, den Schützen, der Musik, dem Sport, den Gewerkschaften und der Kirche gewidmet sein. Am 13. und am 27. Juli wird der historische Festzug abrollen und zwar von der Ladestraße ausgehend über die Wassermühlenstraße, den Markt, die Wüllener Straße, Klühnmarkt, Twickler-, Windmühlen-, Königstraße, Echterhook, Kirchplatz, Krankenhaus, Pastorat, Totengasse, Markt, Wüllener- und Mauerstraße, Domhof, Markt und Wassermühlenstraße. Damit dürfte der ganze alte Stadtkern innerhalb des Butenwalls erfaßt sein. Der Festzug soll keine Rekordlänge haben, dafür aber umso gehaltvoller und sehenswerter sein. Er ist, dem Sinn des Festes entsprechend, als lebendiges Geschichtsbuch gedacht, an dem auch die Nachbarorte tatkräftig mitwirken sollen. Stadtlohn hat bereits die „Willem poct an de Weltordnung” Landestheater hatte mit„Hauptmann von Köpenick“ großen Erfolg Ahaus.„Willem» Du pochst an de Weltordnung!“— Das ist der entscheidende Satz. Und wirklich: Die Welt hielt damals fur einen Augenblick den Atem an, aber nur für einen Augenblick, dann erdröhnte sie vom Gelächter über den Geniestreich des 75jährigen Schusters Wilhelm Voigt, der ein halbes Leben lang hinter Gittern hatte zubringen müssen und der dann, auf der vergeblichen Suche nach der papierenen Fundamentierung des menschl. Seins dem Vorschriftenkarussell entspringen wollte. Mit einer beim Trödler erstandenen Hauptmannsuniform und unter Begleitung einer Handvoll aufgelesener Soldaten ging er der scheinbar so festgefügten„Weltordnung“ zu Leibe, und die Allmacht der Uniform siegte.„Hamse jelautet die Gretchenfrage in diesem „deutschen Märchen“, wie Carl Zuckmayer das Stück nennt, das er, tendenzbetont, aus dem Schelmenstreich eines armen Teufels gemacht hat. Zwölf Jahre nach der Kopenickiade stürzte ein Teil der Fassade jener herrlichen Zeiten ein. Aber nur ein Teil. Und wir sehen das jetzt, nach weiteren 20 Jahren, wieder, wir lachen, wie damais die ganze Welt, wir sehen, wie damals, durch den Husarenstreich des guten Voigt den menschlichen„Fall“ hindurchschimmern, und— wir machen uns vielleicht im Hinblick auf Zukünftiges so unsere Gedanken. So erschienen sie auf der Bühne, die Gestalten von damals, echt und glaubhaft alle, bis auf einen, vielleicht. Allen voran Intendant Erich Paul in der Titelrolle, der die im Grunde tragische Figur packend und bildhaft vor den Augen der Zuschauer erstehen ließ. Er ist der einfache Schuster Voigt, der eingleisig und geradlinig denkend sich durch die Behördenmühle müht, nur um die Heimat-Sehnsucht eines ruhel0s Umhergetriebenen zu stillen. Seine stärksten Stellen findet er drum auch nicht in den Szenen des Klamauks. Sie sind etwa dort, wo er sich mit dem kranken Mädchen unterhält und dann natürlich im eigentlichen geistigen Höhepunkt, bei der Auseinandersetzung mit seinem Schwager Friedrich. Jener ist sein eigentlicher Gegenspieler, der im Grunde gültige, aber die forschen Parolen seiner Zeit als einziges Rückgrat der Weltordnung anbetende ständige Untertan. Cay Calov leiht ihm echte Züge. Ja und dann die vielen anderen, die unter Max Schramkes im ganzen geschickter Regie agieren: Karl Mannschatz in einer Doppelrolle als schnoddriger und standesbewußter Hauptmann und später als subalterner Stadtkämmerer, Manfred Scheibler als Bürgermeister von Köpenick, vielleicht die einzige verzeichnete Figur des Abends, denn diesem forschen Mann und eiskaltem Streber glaubt man nicht, daß er sich so ohne weiteres verhaften läßt. Köstliche Zeichnungen am Rande: Doris Harnisch als Mutter Hobbrecht, Heinz Zenker als vaterländischer Zuchthausdirektor, Otto Hans Böhm läßt mit beredten Gesten den jüdischen Kaufmann auf drei Kilometer, erkennen, während Max Schramke eine ähnliche Rolle in Kostüm und Gebärde noch stärker karrikierend zum Erfolg brachte. Allen anderen sei in cumulo gedankt: Emmy GrußGorges, Max Weiß, Wolfgang Buck, Werner Englert, Inge Pusch, Lydia Jäger, Ed. Kosch, Till Hoffmann und Helmut Sander. Lobend erwähnt sei noch das einfache aber praktische Bühnenbild Wladimir Rosemeyers. 500 Besucher in den Ahauser Lichtspielen dankten am Freitag den Künstlern des Westfälischen Landestheaters für ihr Spiel. Und die Aktualität, abgesehen von der Verteidigungsdebatte?„Ik hab nie einem Menschen wat wegjenommen“, sagt Voigt einmal,„ik hab immer nur mit die Behörden jekämpfi“. Der Kampf, scheint mir, ist noch nicht zu Ende.—11— Darstellung einer wesentlichen historischen Gruppe mit insgesamt 60 Personen übernommen. Eine echte Biedermeier-Postkutsche wird von der Oberpostdirektion in Münster gestellt, auch die vom Postillon geblasenen Signale werden„echt“ sein. Die Eisenbahndirektion Essen stellt eine genaue Nachbildung der ersten Eisenbahn von 1830, die in Originalgröße die Vredener Straßen durchrollen wird. Wenn es der Festleitung gelingt, die Hauptpunkte der Planung zu realisieren, so wird man von einem großen organisatorischen Erfolg sprechen müssen. Dann wird die Opernaufführung der Regensburger Domspatzen dem dritten Sonntag und das Spiel zweier Oberligamannschaften dem Sportsonntag das Gepräge geben. Die Gewerkschaften hoffen, Ministerpräsident Arnold zur Teilnahme bewegen zu können. Für den letzten Sonntag außer den eigentlichen kirchlichen Feiein eine große Jugendkundgebung auf den Berkelwiesen geplant, auf der der bekannte Jugendführer Rommerkirch sprechen wird. Die Gestaltung der Festwochen geht nicht nur die Männer, sondern ebensogut die Frauen an. Von ihrer begeisterten Mitwirkung wird in vielen Dingen das Gelingen abhängen. Wenn man die Resonnanz, die die Planungen in dieser Versammlung der Vredener Frauen fand, für symptomatisch halten will, so kann allerdings an dem Gelingen kein Zweifel sein. Bereitwillig und mit viel Humor besprachen die Frauen ihren Anteil am Fest, ob es sich um die Anfertigung von Kostümen, den Blumenschmuck, die Vermittlung von Quartieren oder auch nur ihre Einwirkung auf die Festesfreude der Männer handelte. Neu war uns in diesem Zusammenhang die Bekanntgabe, daß von wissenschaftlicher Seite eine Veröffentlichung über die Vredener Münzstätten erfolgen wird. Danach hat Vreden um 1050 das sogenannte „Münzrecht“, also die Befugnis, eigenes Geld herzustellen, gehabt. In Schweden, Norwegen und Dänemark sind neuerdings Münzen Vredener Prägung gefunden worden. Nachbarschaft Malta 175 Jahre alt Im Vredener Jubiläumsjahr fefert die kleine Nachbarschaft„Malta“ ihr 175jähriges Wiegenfest. Sie ist eine der ältesten im Kreisgebiet. Im Jahre 1777 wurde die Nachbarschaft von beherzten Männern gegründet, um im Falle der Not einander beizustehen. Mit Hilfe der schriftkundigen Malteserritter, denen die Nachbarschaft ihren Namen verdankt, wurde ein Nachbarschaftsbuch geführt. Mit schönen, gemalten Lettern steht unter dem Jahre 1777 folgendes geschrieben:„Im Namen unseres Herrn Jesus Christus wollen wir unsere Nachbarschaft gestalten und nach seinem Sinn und Geist unser Leben ausrichten.“ Von christlichen Gedanken getragen stand diese Gemeinschaft in schwerer Zeit zusammen. Der Malteserorden, der dort seine Klosterniederlassung hatte, wo jetzt die evangelische Kirche steht, wurde schon bald aus Vreden verdrängt. Ihm folgten Klarissen- und Franziskanerschwestern. Diese Nonnen waren eng mit dem nachbarschaftlichen Leben verbunden. Wie die älteste Einwohnerin Vredens, Oma Lösing, heute noch gern erzählt, liehen sich die armen Nonnen selbst einen Teil des Hausgeräts bei den Bewohnern der Nachbarschaft. Durch den Reichsdeputationshauptausschuß wurden im Jahre 1803 die Klöster aufgehoben und ihre Insassen vertrieben. Hiermit ging ein wichtiger Abschnitt der Nachbarschaftsgeschichte zu Ende. Im Jahre 1811 brannten die verwaisten Klöster samt der Bürgerhäuser bis auf die Grundmauern nieder. Leider fehlten die Schriftkundigen, die die Jahre der bitteren Not nach dem großen Stadtbrand schildern konnten. Aus dem Revolutionsjahrjahr 1848 folgen dann wieder die nächsten Aufzeichnungen. Allmählich war wieder Wohlstand in die Häuser eingezogen. Acht Jahre später vernichtete eine furchtbare Feuersbrust zum zweiten Mal innerhalb von 50 Jahren ganze Straßenzeilen. Eine lange Zeit der Entbehrung folgte. Im Jahre 1909 zerstörte ein Blitzschlag 3 Häuser. Nach dem ersten Weltkrieg im Jahre 1927 feierte die Nachbarschaft ihr 150. Jubiläum unter dem Motto:„In Freud und Leid im Kreis vereint.“ Aus diesen Tagen stammt auch obiges Bild. höchsten Tönen sang und von der er sagte, daß seine persönliche Freiheit bis ans Ende der Welt reiche? Und noch eines, Genosse Redner, die Gronauer interessiert es nicht, wieviele Kinder Sie haben, daß Sie verheiratet sind und eine glückliche Ehe führen. Die Gronauer interessiert vielmehr, wann Deutschland die geraubten Östgebiete zurückbekommt. Wie wäre es, wenn wir einmal eine Volksbefragung in der Sowjetzone veranstalten würden, die zum Beispiel zum Ziele haben könnte, festzustellen, wieviele Deutsche für die Rückgabe der deutschen Östgebiete und wieviele dagegen sind. Wir sind zwar keine Propheten, die wie Sie Wahlergebnisse vorher sagen können, aber wir glauben, daß über den Ausgang einer solchen Wahl kein Zweifel bestehen könnte. Sehen Sie, über diese Dinge hätten wir gern Ihre Meinung gehört. Und schließlich: Mittlerweile hat sich herumgesprochen, daß die deutschen Soldaten und Öffiziere keine Barbaren waren. Wir haben es satt, deutsche Generale und Träger höchster Tapferkeitsauszeichnungen als Schlächter bezeichnen zu lassen, die ihre Soldaten„verheizt“ haben. Grotesk hören sich diese Worte aus dem Munde eines früheren Öffiziers an, der noch in seinem letzten Urlaub bereit war, für seinen„geliebten Führer“ zu sterben. Aus der Topferstadt DRK einmal anders Stadtlohn. Im Gasthof zum Schwan hatten sich die Mitglieder des DRK-Ortsvereins mit ihren Angehörigen zu einer Familienfeier eingefunden. Der Abend hat bewiesen, daß die DRKler das Leben auch von der heiteren Seite anzufassen wissen. Er hat ferner unter Beweis gestellt, daß echter Geist und gute Kameradschaft die Voraussetzungen für die Erledigung einer so verantwortungsvollen Aufgabe sind. Stadtdirektor Winkelhaus war dienstlich verhindert; er übermittelte schriftlich seine Anerkennung für die bisher geleistete Arbeit und wünschte der Feier einen angenehmen Verlauf. Wir kommen als Gratulanten Stadtlonn. Heute, Dienstag, vollendet Frau Anna Terschluse, Schlichthorststraße 11, ihr 78. Lebensjahr. Die Heimatzeitung gratuliert herzlich.— Gestern feierte Lokführer a.D. Friedrich Herzmann, Kreuzwegstraße 13, im Kreise seiner Angehörigen seinen 79. Geburtstag. Auch ihm wünschen wir für seinen ferneren Lebensabend noch alles Gute! Bernhard Höbbelt spricht Stadtlohn. Der Jungmännerring lädt alle Mitglieder am kommenden Donnerstag um 20 Uhr zu einem Vortrag in der Marienschule ein. Es spricht Bernh. Höbelt zum Thema„Sozialismus, Kommunismus, Bolschewismus— Gedanken zur Lage im Osten.“ Figaros wetteiferten um Frisuren Deutsche und holländische Friseure trafen sich in der Grenzstadt Gronau. Die Friseure des Kreises Ahaus hatten am Sonntag im Concordiasaal ihre Kollegen aus Enschede, Hengelo und Goor zu Gast, um in einem gemeinsamen berufl. Wettkampf ihr fachliches Können zu zeigen. An 26 Spiegeln waren 13 Deutsche und 13 Holländer damit beschäftigt, aus einem Haarschopf Frisur zu machen. Die Gronauer Friseure haben manche Anregung erhalten, sie waren von dem fachl. Können ihrer Berufskollegen von jenseits der Grenze überrascht. Das internationale Treffen wurde mit einem Karnevalsball beschlossen. Der Concordiasaal war am Sonntagnachmittag Treffpunkt einer deutsch-niederländischen Friseurtagung. Oberm. Hesse jun. begrüßte die zahlreichen Gäste aus Holland und dem Kreisgebiet, unter ihnen die Obermeister der Schneider, Putzmacher- und Klempnerinnung sowie den Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, Dipl. Volkswirt Berding, Ahaus und Gewerbeoberlehrer Dorweiler, Aus Nienborg und Heek Viehhalter, Achtung! Nienborg. Den Tierhaltern in Nienborg und Heek ist Gelegenheit gegeben, sofern ihr Rindviehbestand noch nicht von der Maul- und Klauenseuche befallen war und die Tiere noch nicht geimpft sind, den Rindviehbestand kostenlos impfen zu lassen. Diese Möglichkeit ist von wesentlicher Bedeutung, da in Zukunft nur für geimpfte Tiere eine Entschädigung gezahlt wird. Die Anmeldung zur Impfung muß beim Amt erfolgen. Die eigene Frau geschlagen Nienborg. Ein Familiendrama ereignete sich vor einigen Tagen in Nienborg, bei dem eine Frau von ihrem Mann in nicht gutzuheißender Art behandelt wurde. Es gelang der Frau jedoch, sich bei Bekannten gegen die Züchtigungen des Mannes zu schützen. Die Polizei nahm sich der Sache an und brachte den Gewalttätigen in Gewahrsam. Vom Auto erfaßt Heek. Am Sonntagvormittag wurde ein Nienborger Einwohner, als er mit seinem Fahrrad in die Bahnhofstraße in Heek einbog, von einem Pkw erfaßt und zu Boden geschleudert. Mit einem Beinbruch und anderen Verletzungen mußte er in das Marienhospital Ahaus gebracht werden. Das Fahrrad wurde völlig demoliert.— Nachdem bereits am Mittwochfrüh ein Lastwagenanhänger sich am Gabelpunkt vor den geschlossenen Schranken auf die Seite legte, geschah am Freitagabend dem Anhänger eines Lastzuges aus Emden, der mit voller Ladung Splitt umstürzte. Bis zum andern Morgen währten die Umladungsarbeiten der Weißblechladung. Der Unfall wird auf die Glätte der Straße zurückgeführt. Stadtlohn Hesse fand besonders herzliche Begrüßungsworte für den Ehrenobermeister Peter Pilger. Dieser Wettkampf, sagte er, möge dazu beitragen, die Beziehungen zu den niederlänischen Berufskollegen zu festigen, um im gegenseitigen Erfahrungsaustausch weitere fachliche Anregungen zu erhalten. Den Dank der Holländer sprachen die Friseuermeister Dam und Janzen aus. In absehbarer Zeit sollen die deutschen Kollegen nach Holland eingeladen werden. Dann entwickelte sich eine„Schlacht“ an den 26 Spiegeln. Bemerkenswert ist die Schnelligkeit der Holländer, die ein bewundernswertes Können an den Tag legten. Unter der organisatorischen Leitung von Friseurmeister Meckbach konnten die Zuschauer den Arbeiten gut folgen. Es ist nun nicht so, daß die deutschen Friseure hinter den Leistungen ihrer niederländischen Freunde zurückstehen. Wenn auch nur die Friseuere aus Gronau, Epeund Stadtlohn von deutscher Seite an den Arbeiten beteiligt waren, so kann doch gesagt werden, daß der Leistungsstand des heimischen Friseurgewerbes sich mit dem von„drüben“ messen kann. Es kam ja auch nicht darauf an, festzustellen, wer die besten Frisuren zaubern konnte, sondern in erster Linie stand der Erfahrungsaustausch. Ein karnevalistischer Abend beschloß den Tag. Die Stimmung konnte nicht besser sein. Holländer und Deutsche haben manche Freundschaft geschlossen oder neu bekräftigt Markttag in Heek Heek. Am morgigen Mittwoch ist in Heek Kram- und Viehmarkt. Dieser Markt war in früheren Jahren einer der bedeutendsten Märkte des Dorfes. Er wird im Volksmund-auch wohl„Fastelaowendmarkt“ genannt und läßt darauf schließen, daß früher der Karneval in Heek gefeiert wurde. Nrmer 35 Dienstag, 12. Februar 1952 Wir sind nicht gänzlich ausgeschlachtet! Deutsche Wissenschaft und Technik im Ausland gefragt Schon bald nach 1933 sah sich die deutsche Wissenschaft mehr und mehr isoliert von den Forschungsergebnissen des Auslands. Die Kriegsjahre brachten eine fast hermetische Abschließung mit sich, vor allem auf all den Gebieten naturwissenschaftlicher und technischer Forschung, die irgendwie der Rüstungsindustrie nutzbar werden konnte. 1946 aber berichtete News Chronicle:„Das aus dem eroberten Deutschland herausgeholte technische und wissenschaftliche Material ist die erste große Reparationszahlung an die Alliierten. Zu einer vorläufigen Bilanz erklären die Männer, die die Ausbeutung Deutschlands leiten, Brigadegeneral T. J. Betts vom USKriegsdepartement und Prof. R. P. Sineteat vom brit. Versorgungsamt, daß sich die Vorteile aus diesen Kenntnissen für die brit. und amerik. Industrie in wirtschaftlichem Fortschritt und Gedeihen viele Jahre äußern werden. Sie erklären, daß der Wert der erlangten wissenschaftlichen Kenntnisse und das Wissen um das„Wie' gar nicht zu ermessen sind.“ Die Morgenthau-Politik, die freiwillige oder unfreiwillige Abwanderung deutscher Forscher und Spezialisten nach USA oder der Sowjetunion schien den Zusammenbruch der Forschungsarbeit in Deutschland zu besiegeln. Eine wahrhaft heroische Entschlossenheit deutscher Wissenschaftler und fanatischer Eifer junger Kräfte unterhielt den Funken wissenschaftlicher Arbeit in den Trümmern. Den Regierenden schienen die Hände gebunden. Als sie anfangen konnten, freier zu atmen und zu wirken, galt ihr„Aufbauwille“ vielfach zuerst dem Rahmen ihrer eigenen Verwaltungsarbeit, den Regierungs- und Parlamentsgebäuden, während die Hochschulen und Forschungsstätten als Trümmerhaufen liegenbleiben mußten. In fast allen Ländern kann der Kulturetat kaum die primitivsten Anforderungen befriedigen. Im krassen Gegensatz zu dieser materiellen Beschränkung steht die Aktivität des geistigen Lebens, dessen Leistungen in allen Ländern des Auslandes zunehmende Anerkennung finden. In Paris, in Stockholm, in London, in Zagreb, in Buenos Aires veranstalten deutsche Verlegerverbände(im Zusammenwirken mit den Dienststellen des Auswärtigen Amtes) Ausstellungen deutscher Bücher, bei denen insbesondere das fachliche und wissenschaftliche Schrifttum von den Besuchern beachtet werden. Deutsche Forschungszeitschriften, die unter den Verhältnissen im eng begrenzten Bereich der Bundesrepublik einen schweren Stand haben, werden im Ausland, auch wo es sich in den vergangenen Jahren eigene Organe schaffen konnte, in steigendem Maße als unentbehrlich anerkannt. So melden z. B. die in Deutschland führenden Zeitschriften ATZ, Automobiltechnische Zeitschrift, und MTZ, Motortechnische Zeitschrift, heute 30—40 Proz. ihrer Gesamtverbreitung als Auslandsbezieher. Spezialwerke der Medizin oder der Chemie (z. B. das Chemielexikon von Römpp) geJeder sechste Mensch, so haben statistische Erhebungen in der ganzen zivilisierten Welt ergeben, wird durch das in vielfältigen Formen auftretende„Zipperlein“ zur Arbeitsunfähigkeit verdammt. Darüber hinaus sind es fast 40 Prozent aller Menschen, die unter rheumatischen Erkrankungen zu leiden haben. Sie alle setzen große Hoffnungen auf neue Heilmittel, etwa das seit einiger Zeit erprobte„Cortison“. Doch auch bei diesem angeblichen Wundermittel sind nur in einem Teil der Fälle die erhofften Heilungen eingetreten. Es ist in diesem Zusammenhang sicherlich von Interesse, daß es seit 25 Jahren einen Impfstoff gegen Rheumaerkrankungen gibt, der in aller Welt schon mit Erfolg angewendet wurde— und dennoch einem Großteil der Aerzte unbekannt ist. Das mag vielleicht darauf zurückzuführen sein, daß dieser Impfstoff, so wie alle Impfstoffe, nur dann hilft, wenn er rechtzeitig angewendet wird. Mit anderen Worten: wenn man einer rheumatischen Erkrankung mit seiner Hilfe vorbeugt. Ist sie hingegen bereits in ein akutes Stadium getreten, hilft er nicht mehr. Auf Grund der ärztlichen Erfahrungen aber kann festgestellt werden, daß die meisten Menschen sich erst dann einer Rheumabehandlung unterziehen, wenn ihr Leiden schon ein vorgeschrittenes Stadium. erreicht hat. Dieser Impfstoff, der Cutivaccin Paul genannt wird, wurde im Jahre 1927 durch den Direktor der Staatlichen Impfstoff-Gewinnungsanstalt in Wien, Horat Dr. Gustav Paul, der Oeffentlichkeit übergeben. Schon damals war nämlich der ärztlichen Wissenschaft klar, daß infolge des Klimaeinflusses, der Arbeitsbedingungen usw. rund 80 Prozent aller Menschen von rheumatischen Beschwerden heimgesucht werden. Bei etwa 50 Prozent von ihnen entwickelt der Körper— ähnlich wie bei anderen Erkrankungen— aber von sich aus genügend Abwehrstoffe, um die Erkrankungen abzuwehren. Bei dem restlichen Prozentsatz ist dies nicht der Fall. Hier muß dem Körper durch die Schutzimpfung nachgeholfen werden. Lutherzelle wird wiederhergestellt Der Vorsitzende der Erfurter Augustinergemeinde, Dr. Hotzel, gab jetzt Einzelheiten über den Wiederaufbau des bekannten Klosters bekannt. Hier weilte Martin Luther von 1505—1511. Durch Luftangriffe des letzten Krieges waren große Teile des Klosters zerstört worden, so auch das Dormitorium, in dem die Luther-Zelle liegt. In den ebenfalls zerstörten Lagerhäusern trockneten einst die Mönche ihre Pflanzen, die sie zu chemischen Versuchen benutzten. Vor allem stellten sie das Blaufärbemittel her, das vor der Entdeckung des Indigo wichtigstes Handelsobjekt der Stadt war. Auch die Kirche, in der Luther sein Mönchsgelübde ablegte, ist zerstört, aber inzwischen völlig wiederhergestellt worden, sogar die kostbaren Glasfenster, die erhalten blieben, sind wieder eingesetzt. Nun wird wieder an der Herstellung der Luther-Zelle gearbeitet, die einen besonderen Zugang erhalten und für die Oeffentlichkeit zur Besichtigung freigegeben werden soll. hören auch in Kairo, Kalkutta, Tokio und Santiago zum Grundbestand wissenschaftlicher Fachbibliotheken oder erscheinen in englischen, französischen, spanischen, italienischen Uebersetzungsausgaben. Erstaunlich, und bezeichnend für die Gründlichkeit deutscher Forschungsarbeit, erscheint die Tatsache, daß auch dort, wo man annehmen sollte, daß die Leistung deutscher Arbeit durch die äußeren Umstände beeinträchtigt bleibt, deutsche Bücher der Berichterstattung im Ausland als Quelle dienen. Ein Werk wie Leimbachs Sowjetunion (Franckh, Stuttgart 1950) gibt die Grundlagen für einen Leitartikel der Times ab und wird in USA zu den bedeutendsten aktuellen Veröffentlichungen über die UdSSR gerechnet. CILU" SPAZIERGANG BEI WIND fivo Man kann gegen Rheuma impfen! Nur bei rechtzeitiger Anwendung Hilfe— Erfolge an Zehntausenden Diese„Mobilisierung“ bzw.„Unterstützung“ der körperlichen Abwehrkräfte hat aber eben nur dann einen Zweck, wenn sie vor dem Ausbruch der Erkrankung erfolgt. In letzter Zeit wird daher in einer Reihe medizinischer Fachzeitschriften auf die Wirksamkeit dieser vorbeugenden Maßnahme hingewiesen, dies vor allem deshalb, weil man besonders an Universitätskliniken in denUSA mit Cutivaccin Paul an zehntausenden Patienten erstaunliche Erfolge erzielte. Es wird dabei verlangt, daß man— schon im Hinblick auf die umfangreichen Folgen der rheumatischen Erkrankungen— gewissermaßen eine Pflichtimpfung, ähnlich jener gegen Pocken usw., einführen solle. Es wird sicherlich eine Aufgabe der Weltgesundheitsorganisation sein, dieser vorläufig nur in Fachkreisen geäußerten Forderung auf der ganzen Welt Nachdruck zu verleihen. G. B. Kunst bleibt Kunst Der Maler Karl Heinz Klingbeil (Sowjetzone) entschuldigt sich in der „Täglichen Rundschau“ selbstkritisch für die Fehler in seinem Bild„Abschluß eines Betriebskollektivvertrages“, das von der Jury für die Ostberliner Ausstellung„Künstler schaffen für den Frieden“ abgelehnt worden ist. Klingbeil gibt zu, daß das Bild vom„Kollektiv Klingbeil-Wegner“ zumeist nach Fotos gemalt worden sei und keine typischen Landarbeiter zeige. Außerdem sei während der Arbeit zu wenig mit anderen Künstlern und mit Arbeitern über das Bild diskutiert worden. Klingbeil verpflichtet sich, die Fehler und Mängel auf seinem Bild mit Unterstützung eines sechsköpfigen„Diskussionszirkels" zu beseitigen, dem zwei Mitglieder des Zentralvorstandes der Gewerkschaft Land und Forst, zwei Landarbeiter und zwei Künstler angehören sollen. Frage: Ich leide unter epileptischen Anfällen und stehe seit zwei Jahren in ärztlicher Behandlung. Wer übernimmt die Verantwortung bei einem Berufsunfall? Antwort: Es gibt zwei Möglichkeiten: Bei häufigem Auftreten der Anfälle ist die Unterbringung in einer entsprechenden Heilanstalt notwendig. Wenn dieses nicht der Fall sein sollte, so ist Ihnen vom Arbeitsamt, nach Begutachtung durch den Kreisarzt, eine Tätigkeit zu vermitteln, bei der trotz hin und wieder auftretender epileptischer Anfälle die Gefahr einer körperlichen Verletzung nicht besteht. Frage: Meine Frau ist zuckerkrank. Kann diese Krankheit geheilt werden? Sind Insulin-Spritzen mit 40 Einheiten zu hoch? Geht es auch ohne Insulin? Antwort: In unserer letzten Nummer besprachen wir noch eine ähnliche Frage. Bei der Zuckerharnruhr— so ist der wirkliche Name— handelt es sich vornehmlich um eine Unterfunktion der Bauchspeicheldrüse. Eine solche Erkrankung kann mal bei demselben Menschen stärker und auch mal etwas schwächer sein. Geheilt werden kann diese Krankheit nicht. Weiterhin richtet es sich nach der Schwere der Erkrankung, ob man nur mit einer bestimmten Diät auskommt, oder ob man Insulin spritzen muß. Daraus ersehen Sie, daß die Frage der Insulin-Einstellung so nicht entschieden werden kann; erforderlich sind mehrere Kontrollen des Nüchtern-Blutzuckers und des Harnzuckers unter einer ganz bestimmten Kost. Schachfreunde Problem von W. Meredith Ungeschickte Verteidigung Die behutsame Eröffnungsanlage von Weiß, dem früheren österreichischen Meister Eliskases, der seit 1939 in Südamerika lebt und zu der Klasse der Großmeister gehört, täuscht den Gegner. Denn er läßt sich in der Eröffnung vom geraden Weg abbringen, steht etwas schlechter und wird nach einigen weiteren Ungenauigkeiten in einem kraftvollen Königsangriff überrumpelt. Ein schönes Beispiel für solides, gediegenes Spiel. Damenbauernspiel Weiß: Erich Eliskases Schwarz: H. Rosetto 1. Sf3 d5 2, d4 c6 3. e3(Sehr zahm.) 3.... g6 4. Ld3 Lg7 5. Sbd2 Sh6(Der„gerade Weg“ Sf6 war vorzuziehen.) 6. c3 0—0 7. 0—0 Sbd7 8. e4 de4: 9. Se4: Sf5 10. Lf4 Sf6(Um den gut postierten weißen Springer im Zentrum abtauschen zu können, muß der schwarze Damenspringer herangezogen werden, währen der auf seinem„natürlichen“ Felde f6 fehlende Königsspringer sich verirrt hat.) 11. Sf6:+ Lf6: 12. Dd2 Db6 13, Tfel(Mit den einfachsten Mitteln hat Weiß eine überlegene Stellung erlangt und gelangt nach dem nächsten Zuge von Schwarz mit seiner Dame nach h6, womit der Königsangriff plötzlich und überraschend einsetzt.) 13... c5 14. Lf5: Lf5: 15. Le5! Tfd8?(Ein solcher, an sich geringfügiger Fehler ist in der Lage des Schwarzen bereits entscheidend. Notwendig war Lg4.) 16. Dh6 Le5: 17. Te5: cd4: 18. Sg5 Df6 19. Tef:! Dg7(Nicht Def:?, wegen des Matts in zwei Zügen.) 20. Dh4 dc3: 21. Tf7: cb2: 22. Tg7:+ Kg7: 23. Tael!(Verhindert b1D wegen 24. Dh7:+ Kf6 25. De7 matt.) 23.... Td7 24. Db4!(Zunächst wird der schwarze Freibauer beseitigt.) 24.... Taes(Keinen Zweck hatte 24... b1D wegen 25. Tbi: Lbi: 26. Dbl: Tad8 27. Db2+ Kh6 28. h4 und Weiß besitzt noch einen zum Gewinn genügenden Materialvorteil.) 25. Db2:+ Kh6 26. Sf7+!. Schwarz gab auf. Auf 26.... Kh5 würde 27. g4+ nebst 28. Tes: gewinnen. Lösung des Problems von W. Meredith: 1. Dh5! gh5: 2. Sf5 matt. 1.... Ke3: 2, Lc5 matt. Anderes leicht. Frage: Ich bin herzleidend und beleibt, Ich soll 20 Pfund abnehmen. Kommt Joghurt für mich auch in Frage? Antwort: Ueber die verschiedenen Möglichkeiten einer Entfettungskur berichteten wir bereits in einer unserer letzten Nummern. Es sei hier nur noch kurz angeführt, daß eine kohlehydrat- und fettarme aber eiweißreiche Kost dabei das Wesentlichste ist. Darunter fällt auch Joghurt-Milch, die wir Ihnen daher empfehlen können, allerdings mit der Einschränkung, daß nicht zuviel davon genommen wird, da Joghurt sehr viel Flüssigkeit enthält und diese wiederum Herz und Kreislauf belastet. Frage: Ich leide an hohem Blutdruck und Arterienverkalkung. Womit kann der Blutdruck gesenkt werden? Antwort: Das Wichtigste ist eine salzarme flüssigkeitsbeschränkte Kost. Nikotin und Alkohol müssen tunlichst fernbleiben. Dann ist es notwendig, daß Sie keine schweren körperlichen Arbeiten mehr übernehmen. Sorgen Sie für guten Stuhlgang. An Behandlungsmaßnahmen ist in Ihrem Fall Jod das wichtigste Heilmittel, angebracht wären zum Beispiel Rhodan-Calcium-Diuretintabletten. Dann käme auch eine Jod-Kalium-Lösung in Frage. Später dann Mittel wie Pacyl, Dorital u. a. Kultur und Leben Theodor Plivier. der Verfasser des„Stalingrad“-Romans, wird am 12. Februar 60 Jahre alt. Er lebt in Wallhausen bei Konstanz. In Berlin wurde eine Ausstellung mit Arbeiten von Georg Muche eröffnet, die vorwiegend Bleistiftzeichnungen der letzten Jahre zeigt. Muche ist heute Direktor der Textilschule in Krefeld. * Die 1937 aufgelöste„Vereinigung zur Pflege deutscher Dichtung“ hat ihre Tätigkeit unter Leitung von Dr. Richard Elsner in Göttingen wieder aufgenommen. Beabsichtigt ist die Herausgabe eines„Ratgebers für das deutsche Buch“. Der Direktor des Tierparks Hellabrunn bei München. Heinz Heck. hat mit zwei anderen Zoologen eine mehrmonatige Forschungsreise durch Venezuela, Kolumbien und Panama angetreten. Sie wollen Studien in den Küstengewässern, den Korallenmeeren und im Inneren der bereisten Länder treiben. Der österreichische Romanschriftsteller Rudolf Hans Bartsch ist in Graz fast 79jährig gestorben. Die Auflagen einiger seiner Bücher— vor allem des Schubertromans„Schwammerl“ und der„Zwölf aus der Steiermark“ gingen in die Hunderttausende»„Das Lächeln der Marie Antoinette“ war 1932 sein letzter großer Erfolg. Die erste deutsche Buchausstellung der Nachkriegszeit in Frankreich ist vom 20. April bis 5. Mai in der Pariser Sorbonne vorgesehen. Dreitausend für die deutsche Nachkriegsliteratur repräsentative Bücher werden von einer Jury der Deutschen Bibliothek in Frankfurt dafür ausgewählt. Ein Boxkamgß über 106 Rundes Nicht der Ringrichter, sondern die Nacht stoppte den Kampf Im Sprinter-Dreikampf Fütterer vor Geister üler 3 000 m vor Müller und Cerlein Famose Hallen-Leistungen in Frankfurt: 1:55,2 Min., 4,12 m, 1,85 m Der Boxsport, früher mit bloßen Fäusten, später mit Lederhandschuhen ausgetragen, birgt viele hochinteressante Rekorde in seiner Geschichte. Hier sind einige davon: Der längste Faustkampf, der je stattfand, ging am 6. April 1893 in New Orleans in USA vor sich. Burke und Bowen kämpften sieben Stunden 19 Minuten lang gegeneinander. Der Kampf endete unentschieden. Ebenfalls mit bloßen Fäusten stritten am 19. November 1887 der Engländer Jen Smith und der Amerikaner Jack Kilrain in Rouen in Frankreich miteinander. Dieser Fight dauerte 106 Runden, und nicht durch den Schiedsrichter, sondern durch das Hereinbrechen der Nacht wurde er beendet. Ergebnis: unentschieden. Den längsten Kampf mit Fausthandschuhen trugen in Europa Sam Mac Vea und Joe Jeannette am 17. April 1902 im Pariser Zirkus aus. Das Treffen ging über 48 Runden. Jack Dempsey und Joe Louis waren die besten Verdiener im Berufsboxsport. Dempsey mußte eine Summe von 5 568 114 Dollar versteuern, Louis brachte es schon bis Ende 1950 auf mehr als vier Millionen. Joe Louis' höchste Börse waren 625 916 Dollar bei seinem Kampf gegen Billy Conn im Jahre 1946. Seine niedrigste Börse betrug 50 Dollar Er erhielt sie 1934, als er gegen Jack Kracken kämpfte Mit einem einzigen Dollar begnügte sich jedoch Mittelgewichtsweltmeister Sugar Ray Robinson, der schon öfters seine ganze Börse für die Krebsforschung zur Verfügung stellte. Der Einnahme-Rekord in einem Schwergewichts-Boxkampf wurde am 22. September Leu Hoef Cordert Hamburg. Der Sportausschuß des Bundes deutscher Berufsboxer hat den BdBPräsidenten, Walter Eckelmann(Hamburg), gebeten, den Deutschen Schwergewichtsmeister, Hein ten Hoff, offiziell bei der Europäischen Box-Union(EBU) zu einem Titelkampf um die Europameisterschaft zu melden, da Heinz Neuhaus bei der Titelverteidigung des Belgiers Karel Sys bereits am 9. März in Dortmund seine Chance erhält. Die Herausforderung, die bis zum 13. Februar 1952 in Händen der EBU sein muß, wird von Walter Eckelmann weitergeleitet, sobald die übliche Ehrenerklärung ten Hoffs vorliegt. Als weitere Bewerber für einen Titelkampf mit Karel Sys liegen bei der EBU bereits die Herausforderungen des österreichischen Meisters Kurt Schiegl und des Ex-Europameisters Joschi Weidinger(Wien) vor. Ueber die Herausforderungen wird die EBU auf ihrer nächsten Tagung im März in Brüssel entscheiden. 1927 im Soldiers Field in USA bei der Weltmeisterschaft Dempsey— Tunney mit 2 658 660 Dollar erreicht. Bedeutend niedriger sind die Rekordeinnahmen in niederen Gewichtsklassen. Im Mittelgewicht brachte die Begegnung Robinson— Turpin in New York 767 630 Dollar, im Halbschwergewicht Delanet— Berlenbach in New York 461 789 Dollar. Das höchste Salär als Ringrichter erhielt George Blake mit 2500 Dollar am 3. Juli 1931 in Cleveland beim Kampf Schmeling— Stribling. E. Y Williams ist der Boxer, der die höchste Anzahl von K.o.-Erfolgen erreichte. Er brachte es auf 139 Knockouts. Es folgen: Young Stribling 127, George Chaney 102, Sam Langford 98, H. Armstrong 97, Mac Avoy 96, Bob Martin 83, Kid Alabama 78 K.o. Zwei Boxern gelang es, im Verlaufe eines Jahres die Weltmeistergürtel in drei Gewichtsklassen zu erringen: Ted Kid Lewis und Harry Armstrong. Die längste Ringkarrière weist Daniel Mendoza auf, der in der Frühzeit des Faustkampfsportes von 1786 bis 1820 regierte. Brachte er es auf 35 Jahre, so kam der Amerikaner Bob Fitzsimmons in der Zeit von 1882 bis 1914 auf 33 Jahre. Der Deutsche Gustav Eder war am längsten im Besitze einer Landesmeisterschaft. Er hielt ununterbrochen 20 Jahre lang von 1930 bis 1950 den deutschen Titel im Weltergewicht. Damit übertraf er den französischen Mittelgewichts-Champion Marcel Thil, der von 1928 bis 1937 die Meisterkrone bewahrte, bei weitem. Auch Karl Göbel dabei Dortmunder Sechstagefeld komplett Dortmund. Für das am kommenden Freitag beginnende 10. Dortmunder Sechstagerennen ist das Fahrerfeld komplett. Als siebzehnte Mannschaft wurden der alte Sechstage-Hase Karl Göbel und der Münchener Kolbeck verpflichtet. Es starten acht deutsche, drei gemischte und sechs ausländische Mannschaften. Im einzelnen: Carrara/Lapebie(Frankreich), Rigoni/Terruzzi(Italien), Derksen/van Est(Holland), Lakemann/Bakker(Holland), Zaaf/Charroin (Tunesien). Jacoponelli/Bintner(Frankreich Dortmund), Kilian/Roth(Dortm./Schweiz), Lohmann/Plattner(Bochum/Schweiz), Saager/Schorn(Bad Reichenhall/Köln), Vopel Zoll(Dortmund/Berlin), Ziege/Intra(Berlin/Frankfurt), Bautz/Preiskeit(Dortmund/ München), Siefert/Gillen(Dortmund/Luxemburg), Borkowski/Veltmann(Münster), Schwarzer/Holthöfer(Hannover/Bielefeld), Knoke/Schürmann(Hannover/Dortmund), Göbel/Kolbeck(Dortmund/München). Ghe Pässe„gelotst" Flensburg. Das Gros der deutschen Teilnehmer an den Olympischen Winterspielen in Osto, 28 Aktive und sechs Begleiter unter Führung des Chefs der Expedition, Herbert Kunze(Düsseldorf), traf Montag mittag in Flensburg ein. Da durch ein Versehen die Reisepässe beim NOK in München liegengeblieben waren, rechnete man zunächst mit einem Aufenthalt in Flensburg. Es gelang jedoch Siegfried Perrey, dem Spielwart des Deutschen Handballbundes, der in Flensburg-Mürwik als Leiter der Landessportschule tätig ist, die 34 Oslo-Fahrer ohne Pässe über die dänische Grenze zu bringen. In der Expedition befanden sich die Eishockeyspieler, die Mehrzahl der Eiskunstläufer mit den Falks und die Skispringer mit Sepp Weiler und Toni Brutscher. Burgbacher im Skimarathon Braunlage.(dpa) Mit dem 50-km-Langlauf wurden am Montag in Braunlage die deutschen Nordischen Skimeisterschaften abgeschlossen. Der Titelverteidiger Öskar Burgbacher(Brend-Schwarzwald) konnte seinen Vorjahrserfolg wiederholen und sicherte sich mit 4:04,11 Stunden erneut den Titel mit mehr als drei Minuten Vorsprung vor Ludwig Angerer(Schellenberg) 4:07,26 Stunden, und Eugen Schweizer(Schwarzwald) 4.07,31 Stunden. In Bombay um die Welttitel im Tischtennis Bombay.(ap) Den Weltmeistertitel im Tischtennis-Dameneinzel holte sich am Sonntag zum dritten Male die Rumänin Angelica Roseanu mit 21:17, 11:21, 21:18. 17:21, 21.14 gegen die Ungarin Gizi Farkas. Im Damen- und Herrendoppel waren die Vertreter Japans erfolgreich. Norikazu Fujii und Tadaaki Hayashi schlugen die Engländer Richard Bergmann und Johnny Leach mit 12:21. 9:21. 21:18. 21:17. 21:12, und die Damen Shizuka Narahara und Tomie Nishimua waren mit 21:11. 21:17. 22:20 über die Vorjahrssiegerinnen Diane Rowe— Rosalind Rowe(England) siegreich. Die nächstjährigen Tischtennisweltmeisterschaften sollen in Bukarest ausgetragen werden. Falls sich bei der Veranstaltung in Rumänien Schwierigkeiten ergeben sollten, wird das Turnier nach London verlegt werden. Weltmeister im Herreneinzel wurde der Japaner Hiroji Satoh, der den Ungarn Josef Frankfurt.(Eig. Ber.) Man konnte es den Frankfurtern beim zweiten Internationalen Hallensportfest ihrer„Eintracht“ nicht verübeln, daß der rauschendste Beifall ihrem Heinz Ulzheimer galt für seinen 800-m-Sieg über Bonah, den 1000-m-Gewinner von Dortmund, und mehr noch den hervorragenden 1:55,2 Min., in denen er die vier Runden schaffte. Aber gleich nach ihm kam Werner Lueg(Sportfreunde Gevelsberg), der deutsche Rekordmann über 1500 m, in der „Applaus-Skala“: Sein federleichter Lauf über die 3000 m, mit Hilfe dessen er dem Münchener Paar Müller-Eberlein(beide 1860) in 8:44,4(der Dinslakener Hesselmann in Dortmund 8:32) gegen 9:06,4 und 9:06,6 das Nachsehen gab, beeindruckte stark. Vom westdeutschen Standpunkt aus freut man sich auch über Miedeckes(Krefeld 10) 400m-Sieg in 51 Sek.— um so mehr, als ihrem Meister Geister die Strecken des SprinterDreikampfs(50, 60, 70 m) gegenüber Fütterer (Karlsruhe) zu kurz waren, so daß der Krefelder 400-m-Spezialist mit 12:17 P. auf den zweiten Rang verwiesen wurde. Von den Ausländern imponierten die Schweizer Sprungkanonen Scheurer und Wahli, die den Stabhoch- und Hochsprung Koczian mit 21:19, 21:17, 21:14 schlug. Die Weltmeister der Einzelspiele zeigten Stoppbälle und Passierschüsse von einer Qualität und Sicherheit, die der TT-Sport bisher nicht kannte. Vincennes Ergebnisse vom 11. Februar: 1. R.: 1. Fo udroyante(R. de Wulf). 2. Frangipane M. 3. Femme. Sieg 49, Platz 15, 13, 25, 2. R.: 1. Emeraude(P. Giffard), 2. Eitus, 3. Enee. Sieg 186, Platz 64. 22, 41. 3. R.; 1. Elee 2(P. Cavey) 2. Euphorie 3, 3. Equa, Sieg 99, Platz 33, 36, 26. 4. R.: 1. Durcet(R. C. Simonard) 2. Dsse Alba B, 3. Doelman F. Sieg 42, Platz 19. 113, 21. 5. R.: 1. Clair de Lune 2(M Pical), 2. Charmeuse C, 3. Caprice 7. Sieg 71, Platz 23, 16, 25. 6. R.: 1. Chantore(L Gras). 2. Bohemien. 3. Cecodomye Sieg 212 Platz 48, 28, 20. 7. R.: 1. BOn. Esper 3(M. Tiger), 2. Boranor, 3 Bourgneuf. Sieg 498, Platz 72, 25, 15. an sich brachten. Europas zweitbester Mann (nach dem Schweden Lundberg) sprang mit der Bambusstange 4,12 m und zog Milakov (Belgrad) und Fritz(Innsbruck) bis zu ansehnlichen 4,10 m mit in die Höhe. Ueber die Latte hatte der Schweizer Meister Wahli mit 1,85 m die Nase knapp vor Deutschmeister Bähr(gleiche Höhe) vorn. Anneliese Seonbuchner(Nürnberg) dominierte eindeutig über 80-m-Hürden in 11,7 und 11,8 Sek. Troßbach(Berlin) und Theilmann(Frankfurt) schafften bei den Männern wieder elf Punkte, wobei die 10,9 des ersten Laufs für den DSCer den Ausschlag gaben. Im Sprinter-Dreikampf hatte man nicht mit Irmgard Piep(Empor Leipzig) gerechnet: Sie holte sich die Konkurrenz mit 14:13 P. um Haaresbreite vor dem Frankfurter Wirbelwind Margot Ulzheimer-Glöckner, während Marga Petersen nur Dritte werden konnte. Daß man angesichts der vielen schönen Preise(Sachwerte!) für die Turner Dickhut, Bantz, Överwien und Frenger nicht einmal eine nette Erinnerungsgabe übrig hatte, war ein Schönheitsfehler, den man nur mit einem Kopfschütteln quittieren kann... Theodor Schmitz Der Einspruch von Rot-Weiß Essen gegen die Entscheidung des Schiedsrichters Guizetti in dem bekannten„Schuh-Fall“ im Spiel gegen die SpVg Erkenschwick steht am kommenden Samstag in Kaiserau vor der WFV-Spruchkammer zur Verhandlung. Der Sport tippt Toto West (Ohne Gewähr)2 Heim- Gastverein 8 6 0a Preußen Dellbrück— Schalke 04 2xx1 VfR Mannheim— VfB Stuttgart x 1 x 2 1. FC Kaisersl.— 1. FC Saarbr. 1 1 x 1 STV Horst— Preußen Münster x 2 1& Bayern München— 1. FC Nürnbere i x 22 Spfr. Katernberg— Rot-Weiß Essen 2 x 2 X VfL Neckarau— Eintr. Frankfurt 1 1 x 2 Hamborn 07— Alemannia Aachen 2 1 X 1 Kickers Stuttgart— München 1866 11 x 1 Schwarz-Weiß Essen— 1. FC Köln 1 1 1 X SpVg Weisenau— FK Pirmasens 2 2 2 1 Schw. Augsburg— Schweinfurt 05 x 212 Tura Ludwigshafen— Eintr. Trier x112 Hannover 96— FC St. Pauli 1 1 2» Augelica Rascanu und Hiroji Satch Die Rumänen und der Japaner mit Stoppbällen und Passierschüssen