Jan. 193 Kassierer chätzer H. VersicheDM für ein 80 Prozent Prozent ler Künstbisher im1, die gemblinden svermögen orgetragen, nzerte für genuß. Stön, wenn z Vorverkauf s Nichtern, die für igen nicht nd stören. en stören mehr als unde muß KirchenZur Post“ das verkommende ung durta er neugel lz, über hores, der nusik und chung des lung der srückblick olgen, die SangesUebungsDer lang(mehr als Verein) nd gab die bekannt. der bisaus seiam es zur urden gestandsmitrs und B. en inden G. Blömer g der Stagenommen zeiten des Uebungsag vorverrache kam größerung niums im ung der ere wurde er Orgelinstandgeach. sich irklichung rchenvorabschliehlagen ach einem chlagenen 1 mit eischlagen lieferten ampf. Die esser, dalen bessest mit 42 ronau 03 Gr. 0:11 s1 01 StadtlohnenVolkszeitüng Vredenerlageszeitnog 12 twoch nn in oli che Film enschen, ulkanen. Jhr 149 nerstag 1- Film! igade 1 unverRingen 2s Gift. Jhr Einzelpreis 20 Pfennig.— Erscheint täglich, außer sonntags. Erfüllungsort und Gerichtsstand Ahaus. Nummer 18 Seit 1881 Heimatzeitung fur Stadt u. Kreis Ahaus Anzeigenpreise It. Preisliste Nr. 10.- Für Aufn. von Anzeigen an bestimmten Tagen und Plätzen keine Gewähr. Mittwoch, 23. Januar 1952 — 4. Jahrgang Gewesenes verziehen Spruchkammerurteile aufgehoben SPD-Angriff auf Fette Deutsche Presse-Agentur Bonn. 22. Jan. Der bayrischę Gewerkschaftsführer und SPD-Bundestagsabgeordnete Max Woenner wies am Dienstag in Bonn Aeußerungen des DGB-Vorsitzenden Christian Fette und des DGB-Vorstandsmitgliedes Hans vom Hoff für einen deutschen Wehrbeitrag„auf das schärfste" zurück. Woenner erklärte, daß diese Aeußerungen in der Arbeiterschaft„eine ungeheure Erregung“ verursacht hätten. Mietpreisreform bleibt Deutsche Presse-Agentur Bonn, 22. Jan. Die Bundesregierung wies den Einspruch des Bundesrates gegen die Mietpreisverordnung nachdrücklich zurück. In einer Kabinettsitzung hat sie sich geschlossen auf den Standpunkt gestellt, daß die Verordnnung zu Recht besteht. Kanzler bei Kommissaren Associated Press Bonn, 22. Jan. Die Hohen Kommissare haben Bundeskanzler Adenauer bei der Zusammenkunft am Dienstag offiziell davon in Kenntnis gesetzt, daß ihre Regierungen mit der Weiterleitung der Frage des deutschen finanziellen Sicherheitsbeitrages an die„drei Weisen“ der NordatlantikpaktOrganisation einverstanden sind. Die vorbereitenden Besprechungen in Bonn sollen jedoch fortgesetzt werden. Im alliierten Kommuniqué über die Konferenz mit dem Kanzler heißt es, daß„einige schwebende Schwierigkeiten gelöst“ worden seien. Andere Fragen seien den Sachverständigen oder den Regierungen zur weiteren Behandlung überwiesen worden. Bischof wird CDU-Politiker Deutsche Presse-Agentur Lübeck, 22. Jan. Der Bischof der evangelisch-lutherischen Landeskirche in Lübeck, Johannes Pautke, ist der CDU beigetreten. Er wird Anfang März in den Landesvorstand zugewählt werden Pautke sagte. er werde damit wahrscheinlich der erste evangelische Bischof in der Bundesrepublik sein, der eine parteipolitische Funktion ausübt. Ueber 4000 Kinder entführt Associated Press Genf, 22. Jan. Vor dem Sonderausschuß der UNO für Kriegsgefangenenfragen gab der deutsche Delegierte Dr. von Trützschler vom Auswärtigen Amt in Bonn die vom Kanzler dem Bundestag mitgeteilten Vermißtenziffern bekannt. 1 300 000 deutsche Soldaten des zweiten Weltkrieges seien immer noch vermißt. Von 101 000 sei bekannt, daß sie sich in Kriegsgefangenschaft befänden. 700 000 deutsche Zivilpersonen seien verschleppt worden. Weitere 300 000 Menschen seien aus Ostdeutschland oder den Donauländern verschwunden. Aus dem Gebiet unter polnischer Verwaltung seien außerdem 4178 Kinder entführt worden. Große Mehrheit für Faure Assoclated Press Paris, 22. Jan.. Die französische Nationalversammlung hat Dienstag die Regierungserklärung des Ministerpräsidenten Faure mit 396 zu 220 Stimmen gebilligt und damit die neue Regierung im Amte bestätigt. Persien sagt nein und ja Deutsche Presse-Agentur London, 22. Jan. Ohne Angabe von Gründen hat die persische Regierung sich geweigert, zu der Ernennung von Robert Hankey zum neuen britischen Botschafter in Teheran ihre Einwilligung zu erteilen. Persien hat aber die Bedingungen für eine USA-Hilfe angenommen. Neunzig amerikanische Techniker und Verwaltungsbeamte werden im Laufe des nächsten halben Jahres zur Ausführung des Programms nach Persien reisen. Von unserem Düsseldorfer Büro Düsseldorf, 22. Jan. Als letztes Land der Bundesrepublik beendete Nordrhein-Westfalen am Dienstag die Entnazifizierung. Der Landtag verabschiedete ohne Debatte einmütig gegen die Stimmen der fünf Kommunisten das entsprechende Gesetz. Danach werden neue Entnazifizierungsverfahren nicht mehr eröffnet und schwebende Verfahren eingestellt. Die Bestimmungen gelten nicht für Personen, die in die Kategorien I und II eingestuft wurden, oder deren Verfahren eine solche Einordnung vorsieht. In Nordrhein-Westfalen ist allerdings— was ausschließlich Angelegenheit der Besatzungsmächte war— niemand in die Gruppen I und II eingestuft worden. Für die bisherigen Kategorien III(Minderbelastete) bis V(Entlastete) fallen die Beschränkungen aller Art, wie für Wahlrecht, Freizügigkeit, Beschäftigung und Vermögenssperren, weg. Soweit bisher noch schwebende Verfahren eingestellt werden, deren Wiederaufnahme durch den Sonderbeauftragten angeordnet oder in denen von den Betroffenen Berufung eingelegt worden war, sind die in diesen Verfahren ergangenen Entscheidungen aufgehoben. Die Betroffenen gelten demnach als nicht kategorisiert, Beamten, Pensionären und Hinterbliebenen sind nach dem neuen Gesetz auf Antrag innerhalb von drei Monaten die durch Entnazifizierungsentscheid entzogenen Rechte wieder zuzuerkennen mit Ausnahme der Fälle, wo solche Rechte(Beförderung usw.) klar wegen„enger Verbindung zum Nationalsozialismus gewährt wurden". Ein Recht auf Wiedereinstellung oder Unterbringung wird jedoch dadurch nicht begründet. Schließlich werden durch das Gesetz Verfahrenskosten generell erlassen, soweit sie noch nicht gezahlt worden sind. Eine Erstattung der bereits geleisteten Zahlungen erfolgt allerdings nicht. KP wollte randalieren Ein Polizeikordon mußte am Dienstag die Bannmeile um das Landtagsgebäude gegen eine von der KPD inszenierte„Spontan-Episode“ abriegeln. Etwa 80 Frauen waren im Landtagsgebäude erschienen und 100 standen vor den Toren. Sie wollten einer Schumanplan-Debatte beiwohnen, die gar nicht auf der Tagesordnung stand. Dieser rätselhafte Widerspruch wurde bald klar, als ein Kommunist gleich nach Eröffnung der Sitzung die Behandlung des — wie er sich ausdrückte—„SchumanKriegsplanes“ verlangte und dabei auf das „Volk“ hinwies, das auf Einlaß warte und anscheinend als Geräuschkulisse eingesetzt werden sollte. Nach vergeblichen Versuchen, sich Zugang zu verschaffen, rückten die Frauen draußen jedoch wieder ab. Der KP-Antrag auf sofortige Debatte über den Schumanplan wurde von den anderen Parteien geschlossen abgelehnt. Der SPD-Fraktionsführer Henßler stellte allerdings fest, daß die SPD nach wie vor Wert auf eine gut vorbereitete Schumanplan-Debatte im Landtag lege. Kanzler fährt nicht nach Paris Die Plevenplan-Konferenz/ Vor Verteidigungsdebatte in Bonn Vonunserem Bonner Bûro Bonn, 22. Jan. Zu der am 26. Januar in Paris stattfindenden Außenministerkonferenz der Plevenplan-Staaten wird Staatssekretär Hallstein den Bundeskanzler vertreten. Noch vor wenigen Tagen hatte es geheißen, daß Dr. Adenauer mit mehreren Bundesministern nach Paris reisen würde. Für die Aenderung der Dispositionen gab das Bundespresseamt keine Gründe an. Am Freitagnachmittag hatte es geheißen, die Außenministerkonferenz würde verschoben, weil die Sachverständigen nicht genügend Fortschritte in ihren Verhandlungen erzielt hätten. Freitag abend spät verlautete dann aber aus Paris, daß das Treffen doch noch wegen plötzlich erzielter Fortschritte am Samstag stattfinden würde Wenn Verhandlung scheitert... Es verlautet aus London, sowohl amerikanische wie auch britische Stellen betrachteten den langsamen Fortschritt der Verhandlungen mit wachsender Besorgnis. Nach gewöhnlich wohlinformierten Kreisen sei auf der Washingtoner Konferenz besprochen worden, die Aufnahme Deutschlands in den Atlantikpakt zu betreiben, wenn es nicht zu einer Einigung über einen europäischen Verteidigungsplan käme. Die Folge würde die Aufstellung selbständiger deutscher Divisionen unmittelbar, unter dem atlantischen Oberbefehl sein. Entsprechende USA-Vorschläge, die erwartet würden, hätten aber noch keine englische Billigung gefunden. Das Bundeskabinett hat am Dienstag beschlossen, sobald wie möglich im Bundestag eine grundsätzliche Debatte über den europäischen Verteidigungsbeitrag einzuleiten. Nach der Dienstagsitzung des Kabinetts erklärte ein Regierungssprecher, im Kabinett sei zum Ausdruck gebracht worden, es sei nunmehr der Zeitpunkt gekommen, eine öffentliche Diskussion der Verteidigungsprobleme in Gang zu bringen. Die Autos der Obersten Deutsche Presse-Agentur Bonn, 22. Jan. Der französische Hoch-Kommissar Francois-Poncet hat sich jetzt eine schwarze Mercedes-Limousine vom Typ 300 als Dienstwagen angeschafft. Bisher hatte er einen französischen Delahaye. Nun fährt er der gleichen Wagen wie Bundeskanzler Dr. Adenauer und Oppositionschef Dr. Schumacher. Die beiden Hoch-Kommissare McCloy und Kirkpatrick sind dagegen bei ihren„alten“ Wagen geblieben, McCloy bei seinem Cadillac und Kirkpatrick beim konservativen Rolls-Royce. Dr. Goldman Sprecher für Israel Bonn erwartet neue Invasion „Ach, Sie waren Uniformtabrikant?— Ich bin Kantinenwirt gewesen." Zeichn.: O. Brandes Blut fließt in Tunesien Associated Press Tunis, 22. Januar. Nachdem am Dienstag neue blutige Zwischenfälle die gespannte Lage in Tunesien weiter verschärft haben, sind starke französische Truppeneinheiten aus Algerien in das Unruhegebiet im Anmarsch. Die Zahl der Todesopfer in den Zusammenstößen hat sich auf 26 erhöht, In Sousse prallten am Dienstag Nationalisten und Polizei hart aufeinander, so daß neun Tunesier und eine noch nicht bekannte Zahl Franzosen getötet wurden. Der tunesische Nationalistenführer Habib Bourguiba bei einem Appell an eingeborene Studenten kurz vor seiner Verhaftung, die das Signal zur offenen Feindseligkeit zwischen Franzosen und Tunesiern war. Keystone-Bild Der neue französische Ministerpräsi- setzen werde. Frankreich wolle dort wedent Faure hat angekündigt, daß er die der eine schwächliche Politik verfolgen, gescheiterten Verhandlungen um eine grö- noch„auf den Tisch schlagen“. Faure Bere Selbstverwaltung für Tunesien fort- fand Zustimmung. Wyschinskis Vertreter nach Kairo? „Sowjets offen und freundlich"/ Schießereien dauern an Associated Press Man vermutet, daß der Wunsch nach einer Diskussion eins der Hauptanliegen der SPD-Vertreter in der Unterredung mit dem Kanzler am Montag war. Sicherheitsbeauftragter Blank unterrichtete Dienstag die FDP-Fraktion über den Stand der Pariser Verhandlungen. Kairo, 22. Jan. Der Generalsekretär der Arabischen Liga, Azzam Pascha, habe den stellv. Sowjetaußenminister Malik zu einem offiziellen Besuch Aegyptens eingeladen, meldet die der Regierung nahestehende Kairoer Zeitung„Al Misri“. Gleichzeitig habe der sowjetische Außenminister Wyschinski Aegypten die Unterstützung der Sowjetunion„im Kampf um seine Freiheit“ zugesichert. Diese„bedeutsamen Worte“ seien auf einem Diner der sowjetischen und arabischen Diplomaten in Paris gewechselt worden. Nie zuvor hätten die sowjetischen Vertreter„solche Öffenheit, Freundschaft und Wärme“ an den Tag gelegt. Wyschinski habe mit Rücksicht auf das Alkoholverbot des Propheten sogar gezögert, in Gegenwart der Mohammedaner Wodka zu trinken. In der letzten Phase der britischen Räumungsaktion im Araberviertel von Ismailia kam es erneut zu blutigen Zusammenstößen. Eine noch nicht abgeschlossene Durchsuchung des halb christlichen, halb mohammedanischen Friedhofes hat 20 Tonnen Munition und Sprengstoff zutage gefördert. Ueber den Friedhof peitschen noch immer die Schüsse der Guerillas, die den rund 1600 britischen Soldaten Widerstand leisten. In die Sowjetzone ausgewiesen Aseociated Press Bonn, 22. Jan. Der sowjetzonale Minister für Handel und Versorgung, Dr. Hamann, ist mit seiner Begleitung von Frankfurt a. M. aus zur Zonengrenze gebracht und zum Verlassen des Bundesgebietes aufgefordert worden. Hamann war gekommen, um gesamtdeutsche Gespräche einzuleiten. Er habe sich, wie es heißt, durch „unrichtige, beziehungsweise unvollständige Angaben“ in Fulda eine Aufenthaltsgenehmigung verschafft. Eisenhower: Jetzt kein Krieg Auch nicht durch deutsche Aufrüstung/„Zuviel auf dem Spiel“ Deutsche Presse-Agentur Associated Press Zwischen der Bundesregierung und Beauftragten jüdischer Organisationen werden voraussichtlich Anfang Februar in Bonn Vorbesprechungen über eine deutsche Wiedergutmachung beginnen. Israel fordert eine Milliarde DM„Reparationen“. An den Besprechungen wird u. a. der Präsident des jüdischen Weltkongresses, Dr. Nahum Goldman teilnehmen. Der Bonner Dokumentendiebstahlsprozeß wird noch einmal vor dem Bundesgericht in Karlsruhe aufgerollt, nachdem die Verurteilten Kaiser und Aguntius Revision eingelegt haben. Bundeskanzler Dr. Adenauer wird in der kommenden Woche seine Besprechungen mit führenden Sozialdemokraten über den deutschen Wehrbeitrag und eine gemeinsame Außenpolitik fortsetzen. Bundespräsident Heuss und die Bundesminister Lehr, Niklas und Kaiser werden anläßlich der„Grünen Woche“ am kommenden Wochenende in Berlin sein. Das Bundeskabinett hat einen neuen Gesetzentwurf für gesamtdeutsche Wahlen verabschiedet. Die Gründe für die Revision des alten Entwurfs sollen in einer Regierungserklärung mitgeteilt werden. Paris, 22. Jan. General Eisenhower hat erklärt, er glaube nicht, daß irgendwelche Vorgänge die Sowjetunion zum Kriege veranlassen könnten,„auch nicht ein so bedeutungsvoller Vorgang wie die teilweise Wiederaufrüstung Westdeutschlands“. Eisenhower sprach die Ueberzeugung aus, daß die Sowjetunion einen festen und nur von Nützlichkeitserwägungen bestimmten Kurs verfolge. Der Kommunismus verfüge über Methoden, denen gegenüber die freie Welt relativ hilflos sei, solange sie nicht ihre moralische, wirtschaftliche und militärische Macht zusammenschließe. Mit diesen Methoden habe der Kommunismus ganz Osteuropa und China unter seinen Einfluß gebracht. Dagegen habe er Kriege bisher nui in Randgebieten wie Korea und Indochina geführt. Es sei zwar möglich, daß die Sowjetunion auf lange Sicht mit einem weltweiten Krieg rechne, aber da dieser nicht mit einem Schlag gewonnen werden könne Das Tagesgespräch Kürzlich wurden auf der einsamen Insel Guam im Stillen Özean japanische Krieger gefangengenommen, die keine Ahnung von der Kapitulation Japans hatten. Sie waren höchst erstaunt, als die Amerikaner sie nicht sogleich umbrachten, sondern ihnen im Gegenteil eröffneten, daß zwischen ihren beiderseitigen Vaterländern Frieden herrsche. Noch mehr erstaunt waren sie, als sie hörten, daß Amerika ihnen nicht nur freundlich gesonnen sei, sondern sogar auf ihre aktive Hilfe gegen einen neuen, diesmal gemeinsamen Feind rechne.— Man stelle sich vor, es würden auf irgend einem einsamen Punkt in Europa deutsche Krieger gefangengenommen, die nichts von dem wüßten, was sich zwischen 1945 und heute ereignete. Was würden sie wohl zum deutschen Wehrbeitrag sagen? Drücken wir es milde aus: sie würden sich wundern... Das deutsche Volk wundert sich seit sieben Jahren. Es hat sich alles geändert. Glücklicherweise hat sich das meiste zu unserem Vorteil geändert, wobei man natürund lang und kostspielig sein werde, werde es sich der Kreml zweimal überlegen, ehe er seine jetzige Macht und seinen Einfluß in einem solchen Krieg aufs Spiel setze. Die Sowjetunion richte ihre Taktik nach dem jeweiligen größten Vorteil ein. Die europäische Armee nannte General Eisenhower„eine befriedigende Lösung“. Auf die Frage, ob seine Definition Westeuropas auch Großbritannien einschließe, antwortete General Eisenhower:„Nein." Das Commonwealth mit seinen weltweiten Aufgaben habe seine eigene politischwirtschaftliche Einheit und seine oft bekräftigten Bindungen. Dies sei als etwas Gegebenes hinzunehmen und sei gut so. Eisenhower forderte die Einberufung einer europäischen.verfassunggebenden Versammlung“.„Schon die bloße Tatsache der Einberufung würde in den Vereinigten Staaten eine Menge bedeuten.“ lich(was man in Westdeutschland auch an hohen Stellen mitunter zu vergessen scheint) nur an die Bundesrepublik denken darf und keineswegs an unsere Landsleute in der Sowjetzone. Für diese Deutschen hat sich eigentlich nichts geändert. Sie haben ihren Blockwart wieder, ihre Gestapo, ihre HJ, wenn sie nun auch FDJ heißt, und sie haben ihre Propaganda wieder. Sie dürfen sich gar nicht wundern, sondern sie müssen alles sehr natürlich finden, sehr national un" gerecht. Insofern sind sie sogar besser daran als wir, als sie sich nicht umgewöhnen mußten; sie blieben gleich bei der diktatorischen Staatsform, während wir ganz plötzlich zur Demokratie zurückerzogen wurden, was nicht ohne einige seelische Erschütterungen vor sich ging. Wir mußten ja auch sofort Pazifisten und Antimilitaristen werden. Aber nun erzieht man uns wiederum um, und wir brauchen weder Pazifisten noch Antimilitaristen zu sein. Die japanischen Krieger auf Guam sollen ihren Verstand verloren haben, als man ihnen den neuen Stand der Dinge in Ostasien eröffnete. Wir aber wollen unseren Verstand gebrauchen, um dem neuen Stand der Dinge gerecht zu werden Nummer 18 Mittwoch, 23. Januar 1952 Leifarfikel 23. Januar 1952 Der kranke Chef (rs) Der Führer der Opposition, Dr. Schumacher, war schwerer erkrankt, als die ersten Meldungen besagten. Es wurde von Kreislaufstörungen gesprochen. Tatsächlich soll aber ein Schlaganfall mit halbseitigen Lähmungserscheinungen vorgelegen haben. Erfreulicherweise haben Energie und Lebenswille Dr. Schumachers diese schwere gesundheitliche Beeinträchtigung bereits so weit wieder überwunden, daß der notwendige Erholungsaufenthalt im Süden spruchreif ist. Nichtsdestoweniger wird Dr. Schumacher für längere Zeit seine bisher so überaus aktive Rolle in der deutschen Politik aufgeben müssen. Darüber hinaus ist die Frage akut, ob der Chef der Opposition überhaupt wieder mit alter Initiative und unbehinderter Schaffenskraft die Zügel seiner Partei ergreifen kann. Nicht zuletzt seine eigene Partei wird sich darüber Gedanken machen. Es wäre taktlos, jene Raunereien mitzumachen, die von internen sozialdemokratischen Auseinändersetzungen um die etwaige Nachfolge des schwerkranken Parteichefs wissen wollen. Solange eine solche Kämpfernatur wie Dr. Schumacher noch einen Atemzug tut, werden sein Wille und sein Temperament die notwendige Raison erzwingen. Am Krankenbett haben politische Spekulationen keinen Platz. Um so mehr sei darum die Hoffnung ausgesprochen, daß ein menschlich so schwergeprüfter Mann wie Dr. Schumacher Leid und Schmerzen bald und ganz überwindet. Es wäre nicht zum ersten Male. Tunis (n) Den Franzosen wächst ihre Kolon ipolitik über den Kopf. Sie werden der Dinge in Indochina nicht mehr Herr, sie haben Schwierigkeiten in Marokko, und nun ist in ihrer ältesten Kolonie, im nordafrikanischen Tunis, ein Aufruhr losgebrochen. Wo heute Tunis liegt, lag im Altertum Karthago. Karthago war der Gegenspieler Roms, das drei blutige Kriege gegen die nordafrikanische Großmacht führen mußte, ehe das Mittelmeer römisch wurde. Dann aber war Nordafrika eine der blühendsten römischen Provinzen. Bis zur Völkerwanderung blieb es ein Teil des Abendlandes. In Hippo, dicht beim modernen Tunis, war dor heilige Kirchenlehrer Augustinus Bischof. Im 7. Jahrhundert überrannten die Mohammedaner Tunis wie ganz Nordafrika, das Land wurde arabisch und blieb es bis heute. Im Jahre 1881 besetzte Frankreich das Land und zwang den Bey von Tunis, das franzôsische Protektorat anzuerkennen, wofür er eine anständige Rente bekam. Frankreich tat viel für den Fortschritt in Tunis, aber es vermochte nicht, die Araber in Tunis zu Franzosen zu machen. Die nach Tunis geschickten Franzosen blieben eine kleine Minderheit, bedeutender wurde die italienische Einwanderung. 1930 gab es doppel so viel Italiener in Tunis als Franzosen. Nun haben sich die Araber in Tunis wieder auf ihre Nationalität besonnen. Der Bey, bislang ein bequemer Mittelsmann zwischen Paris und seinen Landsleute., nahm plötzlich gegen die französische Regierung Stellung. Die tunesische Regierung weigert sich, weiter eine Schattenregierung zu sein. Tunis will kein Satellitenstaat mehr bleiben. Es will souverän werden, wie Aegypten, wie andere arabische Länder. Wehrpflicht und Grundgesetz Muß die Verfassung geändert werden? Die Meinungen von Regierung und Opposition Von unserem Bonner Korrespondenten Hugo Grüssen Bonn. Das Grundgesetz ist im Schlepptau der totalen Kapitulation entstanden. Die Männer, die es erarbeiteten, waren sich wohl schon im Parlamentarischen Rat klar, daß zu einem souveränen Staat auch die Wehrhoheit gehöre, berührten diese Fragen jedoch nur indirekt. Schon aus Rücksicht auf die Kontrollratproklamation Nr. 2 vom 20. 9. 1945 konnte die Wehrverfassung überhaupt nicht berührt werden. Denn in ihr wurden dem deutschen Volk alle Arten militärischer Ausbildung, militärischer Propaganda und militärischer Betätigung jeglicher Natur verboten. Man wird also die verfassungsrechtlichen Fragen genau abwägen müssen. Zweidritfel- oder einfache Mehrheit Schon haben die Parteien Stellung genommen und eine Anzahl Staatsrechtler Gutachten veröffentlicht. Die Kernfrage lautet, ob eine Ergänzung des Grundgesetzes notwendig wird oder ein einfaches Gesetz genügt. Eine Aenderung des Grundgesetzes würde eine Zweidrittel-Mehrheit im Bundestag erfordern, während für ein Gesetz die einfache Mehrheit ausreicht. Im ersten Falle könnte also der Wehrbeitrag nur mit den Stimmen der SPD verwirklicht werden. Das Bundesjustizministerium und die Mehrheit der Abgeordneten der Regierungskoalition meinen jedoch, daß ein Bundesgesetz genügt, um die allgemeine Wehrpflicht einzuführen. der Regierung auf das äußerste erschwerte, um die politische Stabilität in Deutschland sicherzustellen. Gerade die SPD hatte für diese Regelung plädiert. Es erscheint daher unlogisch, wenn man eine auf Grund der internationalen Verhältnisse jetzt auftauchende Frage, wie den Wehrbeitrag, in einen hektischen Wahlkampf hineinzerren wollte. Was steht in den Artikeln 4 und 24? Von"seiten der Regierungskoalition wird auf zwei Grundgesetzartikel hingewiesen. Da ist Artikel 4, Absatz 3:„Niemand darf gegen sein Gewissen zum Kriegsdienst mit der Waffe gezwungen werden. Das Nähere regelt ein Bundesgesetz.“ Aus dieser Formulierung gehe hervor, daß der Kriegsdienst als solcher nicht verboten werden sollte. Artikel 24, Absatz 2, stellt fest:„Der Bund kann sich zur Wahrung des Friedens einem System gegenseitiger kollektiver Sicherheit einordnen; er wird hierbei in die Beschränkungen seiner Hoheitsrechte einwilligen, die eine friedliche und dauerhafte Ordnung in Europa und zwischen den Völkern der Welt herbeiführen und sichern.“ Genau das will aber die Regierung durch Teilnahme an der europäischen Armee. Auch die SPD im Grunde dafür Sagt man ja zu Verteidigung und Soldatentum, vor allem auch zu Europa, dann dürfte das Grundgesetz keine Schwierigkeiten bieten, da es in keinem einzigen konkreten Passus diese Dinge untersagt. Nun haben sich auch Dr. Schumacher und andere führende Sozialdemokraten gegen den„Ohne-mich-Standpunkt“ und für die Verteidigung nachdrücklich ausgesprochen. Läßt sich auf dieser Ebene eine gewisse Einigung erreichen, dann dürfte künftig auch das Problem Wehrbeitrag und Grundgesetz aus dem Fahrwasser juristischer Haarspalterei gelöst werden können. Auch bei anderen Rechten, die inzwischen die Außenpolitik der Bundesregierung für unser Volk zurückerlangte oder in nächster Zeit wiedergewinnen wird, ist ja keine Neuwahl verlangt worden und ebenfalls keine Verfassungsänderung. Die Zuständigkeit von Bundesregierung und Parlament wurde unbestritten unterstellt. Olympia-Komitee drängt Deutsche „Nur eine gemeinsame Mannschaft"/ Konferenz einberufen Associated Press Die Einwände der SPD Es ist zwar der ausgesprochene Wille des Bundeskanzlers und Wunsch namhafter Politiker der Regierungsparteien, für den Wehrbeitrag eine Mehrheit zu finden. Die verschiedenen Angebote des Kanzlers an die SPD beweisen dies. Dennoch wird man nicht umhin können, in eine Erörterung der grundsätzlichen Verfassungsproblematik einzutreten. Dabei sind jetzt schon folgende Meinungsunterschiede zu erkennen: Die Sozialdemokraten halten den Bundestag nicht für die Behandlung des Wehrbeitrages legitimiert. Sie fordern Neuwahlen, da 1949 die Stimmen unter anderen Voraussetzungen abgegeben worden seien. Dem widersprechen aber die Christlichen Demokraten, die Freien Demokraten und ein Teil der Gutachter. Sie erklären, man müsse von der Frage ausgehen, wie die Wehrhöheit geregelt worden sei, wenn keine Rücksicht auf die Bésatzungsmächte geboten gewesen wäre. Verfassung will starken Kanzler Von kaum geringerer Bedeutung ist die Tatsache, daß das Grundgesetz die Auflösung des Bundestages und Beseitigung Frankfurt a. M., 22. Jan. Bei den Nationalen Olympischen Komitees der Bundesrepublik und der Sowjetzone sind am Dienstag die Einladungen des Internationalen Olympischen Komitees(IOK) noch nicht eingegangen, am 8. Februar auf einer Sitzung des IOK in Kopenhagen Auskunft darüber zu geben, warum bisher noch keine Einigung über die Aufstellung einer gemeinsamen Olympia-Mannschaft zustandegekommen ist. Der Kanzler des IOK, Mayer, betonte dazu in Lausanna, daß auf der Kopenhagener Sitzung unter Leitung des 1OK-Präsidenten Edström(Schweden) die Frage der Beteiligung bei den Sommerspielen in Helsinki erörtert werden würde. Wenn eine gesamtdeutsche Beteiligung nicht zustandekäme,„kann das IOK verfügen, daß überhaupt keine deutsche Mannschaft in Helsinki terlnehmen darf". Die Teilnehmer an den Winterspielen seien bereits vom Westdeutschen NOK gemeldet. Zuständige Stellen des Olympischen Komitees der Sowjetzone lehnten eine Stellungnahme vor Bingang der Einladung ab. Der Präsident des NOK-West, Ritter von Halt, erklärte in Garmisch-Partenkirchen, daß selbstverständlich westdeutsche VerLesermeinung: Die Toten von Katyn Zu Ihrem Leitartikel über dieses Thema, das jetzt noch einmal von einem amerikanischen Kongreßausschuß untersucht werden soll, möchte ich ergänzend und berichtigend die amtlichen Protokolle des Nürnberger Prozesses heranziehen. Danach bezeichnete am 14. Februar 1946 der russische Ankläger die„Massenmorde von Katyn“ als „eine der wichtigsten verbrecherischen Handlungen der Hauptkriegsverbrecher“. Als die deutsche Verteidigung jedoch den Antrag stellte, deutsche Entlastungszeugen zu laden, widersprach der sowjetische Ankläger kategorisch. Das Gericht ordnete dennoch die Vernehmung von drei Zeugen jeder Seite an. Drei deutsche Offizière wurden am 1. und 2. Juli 1946 gehört, und das Urteil des Tribunals überging dann den Fall Katyn und damit den sowjetischen Antrag mit Schweigen. Man kann sagen, daß schon dieser Gerichtshof durch die Feststellung der Nichtschuld der Deutschen am Mord von Katyn den wahren Schuldigen vor der Weltöffentlichkeit, nämlich die Sowjets, gezeigt hat. Dr. Hans Ulrich Behm, Essen-Bredeney Lobhudelei für Frankreich Im Artikel„Frankreich weint um sich selber“ wurde der verstorbene französische General de Lattre gelobt, wie man für uns Deutsche seit langem keine Worte fand. Da ich jedoch selbst lange in französischer Gefangenschaft war, glaube ich, das Volk und seine Mentalität besser zu kennen als der Artikelschreiber, der die Fehler des französischen Volkes bagatellisiert, die vermutlich guten Seiten des Volkes aber in maßloser Uebertreibung in den Himmel hebt. Jedenfalls wird eine französische Zeitung eine derartige Lobhudelei über Deutschland oder gar deutsche Heerführer nicht bringen. F. Redmer, Bochum, Widumestraße „Um die Ecke schießen“ Sie veröffentlichten unter der Ueberschrift„Um die Ecke schießen“ eine angeblich amerikanische Erfindung. Ich bitte Sie, zur Kenntnis zu nehmen, daß es sich um eine deutsche Erfindung handelt, die bereits 1944 bei Rheinmetall-Borsig, Werk Guben, entwickelt worden ist und dazu diente, durch Aufsetzen auf Maschinenpistolen oder Sturmgewehre unter Verwendung eines besonderen Visiers aus der Deckung heraus zu schießen, ohne dabei den Kopf über den Deckungsrand heben zu müssen. Durch die Verwendung des besonderen Visiers war das Treffbildergebnis sehr befriedigend, so daß bis Februar 1945 bereits mehrere tausend gebogene Läufe hergestellt werden konnten. Wie weit sie zum Einsatz gekommen sind, ist nicht bekannt. Jedenfalls war aber auf seiten der Gegner diese Entwicklung unbekannt und wurde Gegenstand vieler Untersuchungen, Verhöre und Versuche durch die verschiedensten Kommissionen, weil insbesondere auf dem Gebiet automatischer Waffen die deutsche Waffentechnik gegenüber den anderen Staaten den Vorrang hatte. Hermann Isenberg, Sterkrade treter zu der Konferenz entsandt werden würden. Die Einladung bedeute jedoch eine Ueberraschung, da Edström seinerzeit mitgeteilt habe, man werde erst im April oder Mai nochmals mit Vertretern der beiden deutschen Komitees zusammentreffen. Steuerrekord im Dezember Deutsehe Presse-Agentur Bonn, 22. Jan. Die Steuereinnahmen des Bundes haben im Dezember mit 1,687 Milliarden DM einen neuen Höchststand erreicht. Erhöhte Einnähmen und gestiegene Ausgaben hielten sich die Waage. Die Gesamtsteuereinnahmen von Bund und Ländern erreichten im Dezember sogar rund 2,770 Milliarden DM, das sind 430 Millionen mehr als im vergleichbaren Monat September. Insbesondere setzten Einkommen- und Körperschaftssteuer ihre steile Aufwärtskurve fort, die sie nach dem Abbau der Begünstigung der Selbstfinanzierung und anderer Erleichterungen begonnen haben. Der als fünfter Pressechef der Bundesregierung vorgesehene Mitherausgeber des Weserkurier“, Felix von Eckardt, ist am Dienstag dem Bundeskabinett vorgestellt worden. Wegen Spionage für die Sowjetunion wurde der ehemalige Oberst Petershagen von einem USA-Gericht in München zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt. Die Kruppwerke werden von Persien 200 000 Tonnen Eisenschrott zum Preis von 2,52 Mill. DM kaufen. Fürst Alois von Löwenstein, der 80 Jahre alte Ehrenpräsident des Zentralkomitees der deutschen Katholikentage, ist schwer erkrankt. Wyschinski, der sich seit Beginn der Sitzungsperiode der UNO-Vollversammlung in Paris aufhielt, ist nach Moskau abgereist. Außenminister Eden wird demnächst nach Paris reisen, um die Regierung Faure über die Verhandlungen Churchills in Washington zu unterrichten. Im zweiten politischen UN-Ausschuß lehnten die USA und England den Sowjetvorschlag ab, fünf Östblockländer in die UNO aufzunehmen. Ahauser Kreiszeitung, Gebrüder Lensing, Verlagsanstalt KG., Zweigniederlassung Ahaus (Westf.) Van-Delden-Str. B, Ruf Ahaus 450.— Verleger: Lambert Lensing.— Verlagsleiter: Willl Schopp.— Chefredaktion: Dr. Alphons Nobel. Robert Schmelzer.— Verantwortlich für den lokalen Teil! Kartheinz Vollmer.— Postscheckkonto: 22 739 Hannover.— Druck: Gebrüder Lensing. Verlagsanstalt KG., Dortmund.— Manuskripte werden nur zurückgesandt, wenn Rückporto beiliegn— Abbestellungen sind nur schriftlich beim Verlag bis zum 20. des Vormonats zum 1., nicht aber zum 15. eines Monats moglich. Bel Nichtbelieferung ohne Verschulden des Verlages oder in Fällen höherer Gewalt besteht kein Entschädigungsanspruch. Theodor Blank (wh) Der Sicherheitsbeauftragte Theodor Blank, vom Bundeskanzler beauftragt, die Beteiligung der Bundesrepublik an der europäischen Verteidigungsgemeinschaft vorzubereiten, hat alle Aussicht, der erste Verteidigungsminister der Bundesrepublik zu werden. Blank ist kein politischer Träumer, aber aus irgendwelchen Gemütsschichten kommt eine Abneigung gegen die Presse, deren Vertreter er nicht immer mit Liebenswürdigkeit bedenkt. Er hat z. B. eine Manie, sich nicht fotografieren zu lassen, und gelegentlich hat er sogar für ernsthafte Zeitungsschreiber das zweischneidige Urteil: „Schreckliches Volk!“(Wir rechnen nach diesem Artikel mit Hausverbot.) Seine eigenen Parteifreunde versuchen gelegentlich, ihm diese krause Eigenschaft auszureden. Er beherrscht seinen Stoff Theodor Blank ist es, der zunächst— auf dem Petersberg— mit den Hohen Kommissaren, seit Monaten schon mit den Militärexperten der übrigen Westmächte in Paris als deutscher Delegationsleiter zu konferieren hat. Zur Seite stehen ihm zwei Generale, Heusinger und Speidel, und etliche begabte, junge, einstige Géneralstäbler. Niemand wird aber ihm, dem Zivilisten, bestreiten, daß er seinen„Stoff“ beherrscht. Zehn Geschwister Blank ist Autodidakt und Selfmademan. Er wurde 1905 in dem Dörfchen Elz an der Lahn geboren. Man braucht nicht zu sagen, wie sich die Eltern— der Vater war Arbeiter— abzurackern hatten. Von dem stillen Hrldentum seiner Mutter, die noch lebt und bei ihm wohnt und die zehn Kinder großzuziehen hatte, spricht er mit tiefer Verehrung. Theodor erlernte ein Handwerk und kam ins Ruhrgebiet. Der sehr aufgeschlossene und ungewöhnlich begabte junge Mann spielte bald eine Rolle in der christlichen Arbeiterbewegung, und schon mit 25 Jahren wurde er zum Sekretär des Zentralverbandes der Christlichen Fabrik- und Transportarbeiter in Dortmund gewählt. Zuletzf Oberleutnant Hier wurde er 1933 entlassen, aber die Zeit seiner Arbeitslosigkeit ließ er nicht ungenutzt. Der Direktor des Gymnasiums in Essen-Steele war nicht wenig erstaunt, als ein Dreißigjähriger um Aufnahme in die Schule bat. Nach nur einem Jahr Schulbesuch machte Theodor Blank dort sein Abitur. Dann studierte er an der Universität Münster Mathematik und Physik, danach an der Technischen Hochschule Hannover Ingenieurwissenschaften. Der Krieg unterbrach das Studium. Er wurde Soldat, erlebte fast alle Kriegsschauplätze, auch Rußland, aus erster Hand, wurde wegen Tapferkeit dekoriert, und das Ende sah ihn als Oberleutnant in einer Panzerjägereinheit. Amerikanischer Stacheldraht war das kriegerische Finale. Sofort nach seiner Heimkehr war Blank wieder führend in der Gewerkschaftsbewegung. 1949 wurde er in BorkenBocholt-Ahaus als Kandidat der CDU in den Bundestag gewählt. Er ist zwar gegen jegliche Art von„publicity“. Aber ein Mann, der den Auftrag hat, unseren Söhnen wieder Uniform anzuziehen, muß es sich gefallen lassen, daß er nicht der „Sicherheitskommissar Unbekannt“ bleibt. (36, Fortsetzung) Draußen in der reinen Nachtluft fiel es Deidre leichter sich zu bewegen. Auch der unendlich scheinende qualvolle Weg bis zum Auto ging vorüber. Nelly half ihr in den Führersitz. Deldre legte ihre bleischweren Hände auf das Lenkrad und fragte sich, ob sie wohl imstande sein würde, den Wagen auf der Straße zu halten. Die Sterne glitzerten in der unendlichen Freiheit des Himmelsgewölbes. Deidres Augen suchten und fanden den Orion und den Großen Bären. Der düsterrote Sirius hing niedrig über dem Horizont. Der Anblick der Sterne beruhigte Deidre. Nelly kam mit dem kleinen Korb im Arm zurück und stellte ihn zu Deidres FüBen in den Wagen. Sie drehte die Lichter an. und sie sahen einander tief in die Augen. Keine von beiden sprach. Nelly beugte sich vor, startete den Wagen und trat zurück.„Servus Kleine!“ rief sie. Der kleine Wagen flog wie eine Feder vor dem Wind über die holprige Straße. Im Nu war Nelly verschwunden, dann das Haus mit seinen Lichtern. Deidre war allein mit ihrem Kind und der schweigenden Nacht. Sie hatte noch keinen Plan gefaßt, nach welcher Richtung sie fahren wollte. Aber sie beschloß, sobald sie die Autostraße erreicht hätte, sich nach Norden zu wenden, um nicht Scarperelli zu begegnen, der von Los Angeles kommen sollte. Früher oder später mußte sie zu einer Tankstelle gelangen, wo sie ein Telefon finden würde. Als sie aber in die Autostraße einbog, gab es dort weder Licht noch irgendwelchen Verkehr. Sie war noch immer tief in der Wüste, und Gott allein wußte, wann sie die nächste Tankstelle erreichen würde. Zu beiden Seiten dehnte sich trockene Erde, eine eintönige Fläche. Aber ihr Herz wurde leichter, als sie die glatte Oberfläche der Straße unter den Rädern dahingleiten fühlte. Kein Laut war zu hören außer dem Geräusch des Motors, kein Baum rauschte, kein Tierlaut traf ihr Ohr, nur die klare. kalte Wüstenluft rann ihr über Gesicht und Hals wie frisches Wasser. Nachdem sie eine Stunde mit gleichmäBiger Geschwindigkeit dahingefahren war, verlangsamte sie das Tempo, um zu lauschen und um das Kleine fester in seine Decke zu wickeln. Zu fühlen, daß es am Leben war, gab ihrem Herzen neuen Mut. Endlich hörte sie in weiter Ferne das Geräusch eines Motors, aber sie war lange nicht imstande festzustellen, ob es von Süden oder von Norden kam. Sie konnte nur ein paar Meter weit sehen. Die Dunkelheit schien dichter als Luft. Sie wendete den Wagen und fuhr von der Straße weg in die Wüste hinein. Das Auto holperte auf der rauhen Oberfläche, aber ihre sichere Hand hielt es aufrecht. Sie löschte die Lichter, stellte den Motor ab und lauschte. Der Wagen, den sie gehört hatte, kam in rasendem Tempo von Süden. Seine Lichter hüpften wie die eines Schiffes auf bewegter See. Er donnertè an ihr vorbei und verschwand. Eine Zeitlang blieb sie zurückgelehnt sitzen, unfähig, einen Gedanken zu fassen. Was immer auch geschehen mochte, sie konnte nichts mehr tun. Sie war am Ende ihrer Kraft. Jeder Knochen tat ihr weh. als ob sie gefoltert worden wäre, und ihr Herz schlug ungleichmäßig und qualvoll langsam. Aber vielleicht sollte dies doch noch nicht das Ende sein, denn nach einer Weile fühlte sie sich durch die scharfe Kälte der beginnenden Dämmerung neubelebt, und ihr Herz begann wieder kräftiger zu schlagen. Es fiel ihr ein, daß der Wagen beim ersten Morgenlicht von der Straße aus zu sehen sein würde. Ihre Verfolger mußten wissen, daß sie nicht weit hatte kommen können, und da sie sie nicht eingeholt hatten, würden sie zurückkommen, um sie zu suchen. Mit steifen Gliedern stieg sie mühsam aus dem Wagen. Als sie sicher auf den FüBen stand, holte sie ihr Kind heraus und nahm es in den Arm. Sie wunderte sich. daß das winzige Wesen ihr schwer wie ein Stein erschien. Deidre bewegte sich mit tastenden Schritten vorwärts. Nach einiger Zeit schien die Dunkelheit noch dichter zu werden, und sie merkte, daß sie sich in einem kleinen Wäldchen befand. Zwischen den Stämmen sih sie ein Leuchten, das ihr zuerst wie ein großer, heller Stern vorkam. Während sie darüber nachdachte, warum er wohl so viel heller sei als alle anderen Sterne, die bereits in der aufsteigenden Dämmerung zu verblassen begannen, kam ein fürchterlicher Laut aus der Richtung des Lichtes, ein dumpfes, hohles, dröhnendes Gebrüll, das den Boden, auf dem sie stand, zu erschüttern schien. Zuerst dachte Deidre mit der Verzweiflung der äußersten Erschöpfung:„Ein Erdbeben! Das ist zuviel. Von Gangstern entführt werden, ein Kind bekommen— und jetzt noch ein Erdbeben!“ Aber es war kein Erdbeben. Es kam noch einmal. und jetzt wußte Deidre, was es war: das Gebrüll eines Raubtieres. Sie wußte, daß es hier in dieser Wüste keine Löwen gab, höchstens kleine, katzenartige, nur wenig größer als ein Leopard. Aber dies war das Gebrüll eines Löwen gewesen. Kein anderer Laut konnte Luft und Erde so erschüttern. Es war ein wirklicher Löwe, aber er konnte ihr nicht gefährlich werden, denn er würde im Käfig gehalten, wahrscheinlich für die Verwendung im Film. Der leuchtende Stern mußte das Licht des Hauses sein, in dem sein Wärter wohnte. Deidre konnte sich wieder bewegen, seit ihr das klar geworden war. Sie fühlte neue Hoffnung. und damit kehrten auch ihre Kraft und ihre Willensstärke zurück. 20 Die Bäume wichen zurück, und Deidre stand auf einem freien Platz vor einer erleuchteten Tür. In einer plötzlichen Aufwallung von Angst stützte sie sich auf diese Tür. denn von neuem hörte sie in der Ferne das Donnern eines dahinrasenden Autos. Der Augenblick, bevor sich die Tür öffnete, dehnte sich wie bei der Verlesung eines Todesurteils. Aber die Tür öffnete sich mit verblüffender Plötzlichkeit. Eine hohe Falsettstimme fraste:„Was will Fremder mitten in der Nacht?“ Ein komischer, kleiner, vertrockneter Sohn der Wüste stand vor Deidre. Wahrscheinlich war er in Italien geboren. Er hatte seine Muttersprache vergessen, ohne eine andere erlernt zu haben. Aber in seinen Blicken war noch etwas von der geistigen Beweglichkeit der lateinischen Rasse. Deidre sah in seine Augen und dachte erleichtert:..Dieser Mann ist menschlich!“ Bis zu diesem Augenblick war es ihr nicht bewußt geworden, daß sie im Verkehr mit den Gangstern niemals irgendwelches Vertrauen in deren Menschlichkeit gehabt hatte. Ihre Freundlichkeiten entsprangen ebenso einer bloßen Laune wie ihre Grausamkeiten. Kein Gesetz leitete ihr Tun. Diesem Menschen aber war wie ihr selbst das Gute Gesetz. In einem Atem stieß sie hervor:„Ich bin Mrs. Lane. Das ist mein neugeborenes Kind. Die Gangster sind hinter mir her. Um Gotteswillen verstecken Sie mich! Schnell!“ Kaum hatte sie diese Worte ausgesprochen, als der Mann auch schon zu handeln begann. Er umschlang Deidre schützend. zog sie durch die Hütte, deren Wände, wie Deidre mit Erstaunen bemerkte, mit Bildern von wilden Tieren bedeckt waren, und zur Hintertür hinaus. „Das meine abserichteten Löwen. Ich Löwenmann“, erklärte er stolz. während er rasch das Licht in der Hütte abdrehte. „Ich ziehen sie zahm auf. Löwen man kann vertrauen. Sie mutige Frau? Wissen, daß Tier besser als Mensch? Löwe nur böse, wenn Angst hat. Und hat nur Angst, wenn spürt. daß Mensch Angst vor ihm.“ Deidre hörte das Gedröhn des heranrasenden Autos. Es klang in ihren Ohren wie das Tosen des Wassers in den Ohren eines Ertrinkenden. „Ich habe nur Angst vor grausamen Menschen“, flüsterte sie. Der Löwenmann nickte. Öhne ein welteres Wort führte er sie vorsichtig durch einen dunklen Hof. an dessen Rand man deutlich die Umrisse von Käfigen unterscheiden konnte. Die meisten Tiere schliefen noch, nur ein oder zwei hatte die beginnende Dämmerung unruhig gemacht. Deidre sah ihre Bernsteinaugen wie Flammen zwischen unsichtbaren Gitterstäben hervorblitzen. Ueber einem Käfig brannte ein schwaches Licht und zeigte Deidre eine große Löwin. die auf der Seite lag. Ein paar wollige. rötlich braune, neugeborene Junge preßten sich dicht an sie. (Fortsetzung folgt). Nr. 18— 4. Jahrgang Stadt und Kreis Ahaus Mittwoch, 23. Jan. 1952 Kreisstadt Ahaus 1951 fanden alle Jungen Lehrstellen Ausver Töpferstadt Ueber 200 PS-Sparer in Ahaus Das Prämiensparen bei der Kreis- und Stadtsparkasse hat gleich in den ersten Wochen des neuen Jahres einen großen Erfolg gehabt, daß gleich ein Teil des Personals der Sparkasse für diese Neueinrichtung in Anspruch genommen werden mußte. Da die erste Auslosung bereits am 19. Februar stattfindet, muß der PS-Sparer bis Anfang Februar vertraglich mitmachen und im Besitz von mindestens fünf Marken und dem Los sein. Da die nächste Ziehung im April ist, müssen die restlichen Sparmarken bis Ende März eingezahlt sein. MGV„Cäcilia“ mit altem Vorstand Der MGV„Cäcilia“ hielt im Lokale Feldhues seine Generalversammlung ab. Die erfreulich zahlreich erschienenen Mitglieder wählten den bisherigen Vorstand unter Gärtnermeister Clemens Nienhaus wieder. In einer regen Aussprache wurden allgemein interessierende und die Belange des MGV berührende Fragen angeschnitten. Es fehlt an Nachwuchs, und so wurde darauf hingewiesen, daß sich sangesfreudige junge Menschen bei allen Mitgliedern zum Eintritt in den MGV melden können. Erste Uebung im neuen Jahr Die Freiwillige Feuerwehr der Kreisstadt hält heute abend, 20 Uhr, im Lokale Herker-Orthaus eine Uebung ab. Es ist die erste im neuen Jahr. „Rote Funken“ feiern Karneval In den letzten Jahren hat sich unter dem Namen„Rote Funken“ eine kleine Karnevalsgesellschaft gebildet, die sich aus Jugendlichen der Kath. Männerbewegung rekrutiert. Auch in diesem Jahre will sie zwei Karnevalsveranstaltungen aufziehen, die für Sonntag, 3. und Sonntag, 17. Februar vorgesehen sind. Wie bisher, werden auch diese Saalveranstaltungen bei der Jugend großen Anklang finden. Obstbaumschädlinge jetzt bekämpfen Die Erfahrung des Jahres 1951 haben erneut jedem Obstanbauer gezeigt, daß gesunde und reiche Obsternten nur durch sorgfältige Pflege der Bäume und planmäßige Schädlingsbekämpfung zu erreichen sind. Die wichtigste und zugleich von jedem Obstanbauer selbst durchführbare Maßnahme ist die sogenannte Entrümpelung der Obstbäume, die bis zum 28. Februar eines jeden Jahres vorgenommen werden soll. Diözesan-Pilgerzüge nach Barcelona Im Frühjahr wird je ein Pilgerzug der Dlözese Münster nach Lourdes und Barcelona fahren. Der Pilgerzug zur Maienkönigin nach Lourdes wird vom 12. bis 20. Mai durchgeführt. Der Pilgerzug zum Eucharistischen Kongreß vom 23. bis 31. Mai nach Barcelona. Dieser Zug fährt von Münster über Paris nach Marseille. Die Weiterbeförderung der Pilger durch das Mittelländische Meer erfolgt mit dem Schiff. Prospektanforderungen sind an den Katholischen Reisedienst in Verbindung mit dem Reisebüro Matthias Lückertz, Münster, Salzstraße 35, zu richten. In diesem Jahr aber haben die Eltern Schwierigkeiten Bericht des Arbeitsamtes— 2. Teil Ahaus. In seinem Ueberblick über beitsamt Coesfeld, zu dem der Kreis Ah Ahaus und Gronau gehört, einen beson Schulentlassenen in Lehrstellen. Es wird April 1951 in den Kreisen Ahaus und untergebracht werden konnten. Ausgeno gendliche, die auf Ausbildungsstellen w in geringer Zahl verfügbar sind, wie z. stellte, technische Zeichner usw. Aber in einer Lehrstelle untergebracht werd den Möglichkeiten anpassen würden. Bei günstig. Von den schulentlassenen 1 800 Lehrstelle untergebracht werden. Die günstigere Situation auf der männlichen Seite geht schon allein aus dem Umstand hervor, daß im Berichtsjahr auch nach dem Östertermin ständig ca. 150 Ausbildungsstellen zur sofortigen Besetzung frei waren. Dabei handelte es sich nicht nur um heute unbeliebte Berufe, wie z. B. Bäcker und Holzschuhmacher, sondern auch um Gärtner-, Schmiede-, Schneider-, Maler-, Schreiner-, Metzger- und Friseurlehrstellen. Nachdem im Mai des Berichtsjahres klargestellt war, daß die Jugendlichen des eigenen Bezirks in ihrer das vergangene Jahr widmet das Araus mit seinen beiden Nebenstellen in deren Abschnitt der Unterbringung von gesagt, daß alle 1 825 Jungen, die im Coesfeld aus der Schule kamen, restlos mmen sind lediglich einige wenige Juarten, die im ganzen Bundesgebiet nur B. Uhrmacher, Bank- oder Büroangeauch einige diese Jungen können sofort en, wenn sie sich mit ihren Wünschen den Mädchen ist die Situation weniger Mädchen konnten nur 1 100 in einer Gesamtheit untergebracht waren, wurden sogar noch 40 Jugendliche aus den Ländern Schleswig-Holstein und Niedersachsen hereingeholt und z. T. bei den Meistern in Kost und Wohnung, zum anderen Teil im Lehrlingsheim Coesfeld untergebracht. Die Vermittlung der Jugendlichen in die Ausbildungsstellen erfolgte im wesentlichen in den Berufsgruppen Baugewerbe (200), Metallgewerbe(300), Holzgewerbe (163), Textilgewerbe(430). Nahrungsmittelgewerbe(80), Kaufmännische Berufe (105). Die Zahl der Jugendlichen, die in der elterlichen Landwirtschaft als mithelfende Familienangehörige verblieben sind, ist mit etwa 400 der des Vorjahres gleich geblieben. Eine fast gleiche Anzahl wurde in ungelernte Arbeit vermittelt oder verblieb in der weiteren Schulausbildung. Wie allgemein im Bundesgebiet, ist die Lage auf der weiblichen Seite weniger günstig. Die Berufswünsche konnten hier nur zum Teil erfüllt werden. Wie in jedem Jahr wollten viele Mädchen den Schneiderinnenberuf oder den der Bürogehilfin erlernen. Von den 278 Mädchen, die eine Schneiderinnenlehrstelle wünschten, konnten nur 44 entsprechend vermittelt werden. Noch größer war der Unterschied bei den Büroberufen. Hier haben von 104 Mädchen, die diesen Beruf erwählten, nur 9 eine ihren Wünschen entsprechende AusVorstandswahl beim SGV Stadtlohn. Ein Marsch der Mandolinengruppe eröffnete die Generalversammlung der SGV-Ortsgruppe im Vereinslokal Rickers. Lehrer Lehre sprach dann in einem Referat über den eigentlichen Zweck des Wanderns, der nicht nur darin bestehe, an einem Tage möglichst viele Kilometer zurückzulegen, sondern dem Menschen zur inneren und äußeren Entspannung zu dienen. Sein äußerst instruktiver Vortrag wurde mit Begeisterung und Verständnis aufgenommen. In der Vorstandswahl wurde Ingenieur Bd. Hollweg zum Vorsitzenden gewählt. Sein Stellvertreter ist H. Lohoff. Die Wahl des Schriftführers fiel auf Ernst Buten, sein Stellvertreter ist Heinz Leuker. Die beiden Kassierer sind Franz Vennemann und Jos. Schlattmann. Das Amt des 1. Spielführers übernahm Hein van Stegen, Stellvertreter ist Ernst Buten. Zu Wanderführern wurden Engelbert Schwenz und Paul Flügemann gewählt. Bei günstiger Witterung bildung erhalten können. Mädchen, die im soll schon in diesem Winter mit HalbEinzelhandel eine Lehrstelle erstrabten tagswanderungen begonnen werden. NäMusik- Geselligkeit- Kameradschaft MGV Vreden hörte Jahresbericht In Bilanz des Todes den letzten drei Jahren starben in der Kreisstädt die meisten Menschen im Alter zwischen 70 und 80 Jahren. Sind die Zahlen bis 50 Jahren noch einstellig, so sind sie über 50 Jahren immer zweistellig zu lesen. Im Jahre 1950 starben bis zu einem Jahr zehn Kinder, von 2—10 Jahren: 0, von 11—20 Jahren: 7 Personen, von 21—30 Jahren: 4, von 31—40 Jahren: 4, von 41—50 Jahren: 10, von 51—60 Jahren: 22, von 61—70 Jahren: 18, von 71—80 Jahren: 11, von 91—100 Jahren: 1. Totgeboren wurden vier Kinder. Geheiratet und wieder geschieden In den Nachkriegsjahren bis einschließlich 1950 wurden von den vor dem Standesbeamten in Ahaus geschlossenen Ehen 19 wieder geschieden. Auf den einzelnen Jahren verteilen sich die Ehescheidungen wie folgt: 1945: 1, 1946: 5, 1947: 4. 1948: 4, 1949: 2 und 1950: 3. Vreden. Auf der Generalversammlung des MGV Vreden im Hotel Mümken gab Vorsitzender Jannemann den Jahresbericht, der zwar keinen eigenen Konzertabend aufweist, aber mit dem Gastkonzert des MGV Inter Nos und der Leo-Harmonie, sowie mit der Teilnahme des Vereins am Internationalen Sängerwettstreit in Groenlo und am Wettsingen in Billerbeck gewisse Höhepunkte verzeichnet. Der Verein verlor seinen Dirigenten Jakob Weber, dem der Vorsitzende herzliche Worte der Anerkennung widmete. Nach dem Jahresbericht wurde dem Kassierer Entlastung erteilt. Chorleiter Schräder entwickelte in seinem Rechenschaftsbericht die Gesichtspunkte, die ihn bei seiner Arbeit leiten. Die mechanisierte Musikwidergabe durch Rundfunk und Schallplatte birgt die Gefahr in sich, daß wirkliches Musikverständnis immer mehr schwindet. Hier liegt die aktuelle Aufgabe für einen Gesangverein: durch eigne Ausübung kommt man mit echter Musik am intensivsten in Berührung und dringt allmählich zum Verstehen musikalischer Werte und Werke vor. Daneben sollen Geselligkeit und Kameradschaft nicht zu kurz kommen, aber die Begeisterung für das Singen, der regelmäßige und pünktliche Besuch der Proben ist die erste Voraussetzung für die Mitgliedschaft in einem Männergesangverein. Schräder hat den Ehrgeiz, den MGV Vreden zu einem kulturell beachtlichen Instrument zu machen, und ein solches Programm wird nur bei größter Disziplan der Chormitglieder erreicht werden können. Vorsitzender Jannemann wurde einstimmig auf weitere drei Jahre gewählt. Der 2. Vorsitzende Pohlmann bat, wegen seines Alters von einer Wiederwahl abzusehen. Trotzdem wurde er einstimmig gewählt u. ließ sich zur Annahme der Wahl bewegen. Der weitere Wahlakt hatte folgende Resultate: Schriftführer: Anton Wessels, Stellv.: Bernh. Mersmann, Kassierer: Hr. Schweppe, Stellv.: Hans Amerongen. Anschließend wurde ein Festausschuß gebildet, der das am 3. Februar im Saal Kleine stattfindende Fastnachtsfest des Vereins vorbereiten wird. Aus der weiteren Planung wurde bekanntgegeben, daß eine holländische Blaskapelle aus Haaksbergen a's Gast des MGV in Vreden konzertieren will. Das waren keine Jäger Vreden.„Achte des Waidmanns höchstes Gebot, was Du nicht kennst, schieße nicht tot!“ Gegen diese allen Jägern selbstHilfe im Existenzkampf Berufsfördernde Ausbildunsma Bnahmen für Kriegsbeschädigte Ahaus. Für den Fall, daß ein Körperschaden die Ausübung der bisherigen oder angestrebten Berufsarbeit wesentlich beeinträchtigt oder die Erlernung eines neuen Berufes notwendig macht, sieht das Bundesversorgungsgesetz arbeitsund berufsfördernde Maßnahmen vor, die in den kürzlich ergangenen Durchführungsbestimmungen genau festgelegt wurden. Beschäftigte haben Anspruch auf berufliche Fortbildung, wenn dadurch die verlorengegangene Wettbewerbsfähigkeit ganz oder in erheblichem Umfange wiedererlangt werden kann oder bei Schwerbeschädigten ein Aufstieg im Beruf erreicht wird. Gefördert wird die Fortbildung an allen öffentlichen oder privaten Einrichtungen, um die verlorenengegangenen Fertigkeiten und Kenntinsse zurückzugewinnen oder neue im erlernten Beruf zu erwerben. Wo der frühere oder ein verwandter Beruf infolge der Schädigung nicht mehr ausgeübt werden konnten, ist eine Umschulung zur Wiedererlangung der beruflichen Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit in einem dem erlernten gleichwertigen Beruf möglich. Bisher erworbene Kenntnisse und Fähigkeiten sind weitestgehend zu berücksichtigen; praktischen Berufen in Handwerk, Industrie und Landwirtschaft ist der Vorzug zu geben. Beschädigte, die wegen Einberufung zum Militärdienst oder durch Kriegseinwirkungen eine berufliche Ausbildung nicht beginnen, fortsetzen oder beenden konnten, haben Anspruch auf Ausbildung im erstrebten oder— falls durch die Schädigung nicht möglich— gleichwertigen Beruf. Gefördert werden eine praktische Berufsausbildung in Berufen mit bestimmten Ausbildungslehrgängen, Berufsausbildung in staatlichen oder staatlich anerkannten Ausbildungsanstalten und Hochschulen sowie eine sonstige Grundausbildung, die geeignet ist, die Arbeitsvermittlung zu erleichtern. Voraussetzungen sind Eignung und Aussicht auf Existenzmöglichkeit. Während der Berufsförderungsmaßnahmen wird zur Bestreitung des Lebensunterhaltes ein monatlicher Unterhaltsbeitrag gewährt. Daneben erhält die Familie Leistungen nach fürsorgerechtlichen Bestimmungen, die Ehefrau den Richtsatz des Haushaltsvorstandes. Gronauer Wirte nach Schöppingen Schöpingen. Am kommenden Dienstag werden die Wirte der Grenzstadt Gronau eine Fahrt nach Schöppingen unternehmen und die Brauerei Müller besichtigen. Die Brauerei ist die einzige des Kreises und jetzt nach den im Krieg erlittenen Verlusten wieder im Stadium des Aufbaues und Aufstieges. Ihr Hauptliefergebiet sind die Kreise Ahaus und Steinfurt. verständliche Pflicht verstießen einige Jäger aus Vreden, die ausgerechnet im Naturschutzgebiet Zwillbrocker Venn aus Unkenntnis einen prächtigen Höckerschwan mit einer Flügelspannweite von 2.35 m erlegten. Dieser schöne und seltene Vogel genießt vollen Schutz, so daß den Beteiligten ein unangenehmes gerichtliches Nachspiel bevorsteht. Boxkampf acht Tage später Vreden. Der auf den 26. Januar festgesetzte Boxkampf des Boxsportvereins 51 in Borken gegen BSK 47 ist um acht Tage verschoben und findet endgültig am 2. Februar statt. Ein Omnibus fährt um 118 Uhr vom Vereinslokal Bußmann, Bahnhofstr., ab; Fahrpreis beträgt nach Borken hin und zurück insgesamt 2 DM. Fahrscheine sind zu haben bei Friseurmeister Meckelburg, Bahnhofstr. Bei Bedarf fahren zwei Omnibusse. Die Fahrkarten müssen bis Sonntag, 27. Januar, gelöst sein, damit die Anzahl der Mitfahrenden festgestellt werden kann. Es ist die erste Boxveranstaltung, zu der der neugegründete BSV Vreden 51 startet. Wir wünschen den Vredener Boxern viel Erfolg in Borken. Einzelhandel eine Lehrstelle erstrebten, konnten günstiger untergebracht werden. So wurden von 220 Mädchen 140 in kaufmännische Lehrstellen vermittelt. Hierzu ist jedoch zu bemerken, daß die weitere Unterbringung von weiblichen Lehrlingen in kaufmännische Lehrstellen in bisherigem Umfange nicht mehr zu verantworten ist. Nach den Alterserhebungen von Oktober 1950 sind von 1055 beschäftigten weiblichen kaufmännischen Angestellten 395 Lehrlinge. Insgesamt gliedert sich das Unterkommen der 1800 schulentlassenen Mädchen wie folgt: Untergebracht in Lehrstellen 300; in Anlernstellen 400; in ungelernte Arbeitsstellen einschl. Haus- und Landwirtschaft) 400. Die übrigen 700 Mädchen sind vorerst zu- Hause verblieben. Ein Teil von ihnen wird später in Haus- und Landarbeitsstellen oder auch in Arbeitsstellen der Textilindustrie eingehen. Die im Berichtsjahr eingerichteten hauswirtschaftlichen Kurse haben sich recht günstig angelassen. Es werden dadurch etwa im Jahre 80 Mädchen erfaßt und für den hauswirtschaftlichen Beruf geworben. So schließt also der Bericht des Arbeitsamtes aus dem Jahre 1951 hinsichtlich der Unterbringung von Schulentlassenen Jungen in Lehrstellen durchaus positiv. Bei den Mädchen allerdings sah es, wie bereits gesagt, wesentlich schlechter aus. Allem Anschein nach werden aber in diesem Jahre auch die Eltern der Jungen größere Sorgen haben, für sie eine Lehrstelle zu finden. Jedenfalls sieht es im Augenblick nach den Erfahrungen der Väter und Mütter so aus. Reicher Beifall für die„Rüsimakers' „Jan soll trauen“ von 1 200 Stadtlohnern begeistert aufgenommen Stadtlohn. In der vollbesetzten Turn- u. Schützenhalle kam im Rahmen der Städt. Winterveranstaltungen das plattdeutsche Bühnenstück„Juan sall trauen“ am Samstag und Sonntag zur Aufführung. Der herzliche Beifall der 1200 begeisterten Besucher für die ausgezeichnete Leistung der Laienspielschar aus Rhede hat bewiesen, daß die verantwortlichen Stellen mit der Verpflichtung der „Rüsimakers“ keinen schlechten Griff getan hatten. Ueber die Bühne der Turnhalle die mit ihrem Vorhang jetzt einen gepflegten und sauberen Eindruck macht, ging in Bocholter Mundart das Spiel vom braven Juan, der unbedingt heiraten sollte, um so dem Kriegsdienst zu entgehen. a außerdem noch die Schmuggelei mit hineinspielte, war das Stück aktuell, und es wurde vom Publikum mit Beifall aufgenommen. Die an Situationskomik reiche Handlung, die die Denkart der bäuerlichen Menschen klar zeichnet, findet ihren versöhnenden Ausgleich auf einer Hochzeit, so daß Jans und Marie, die beiden Hauptfiguren, ein glückliches Paar werden. Sämtliche Spieler und Spielerinnen brachten die Handlung wirkungsvoll zur Darstellung, unterstützt durch ein stilechtes Bühnenbild. Dabei war ausgiebig Gelegenheit, bäuerliches Brauchtum zu zeigen. Das Stück war gut einstudiert und die Rollen mit glücklicher Hand verteilt. So wurden die beiden alten Bäuerinnen von 63- und 65jährigen Spielerinnen gegeben. Eine besonders applaudierte Geste an die Stadtlohner war es. als die Hochzeitskapelle die„Nationalhymne" Stadtlohns spielte. Das Spiel der Rüsimakers war für die Laienspielschar der Nikolausgesellschaft, insbesondere für die jüngeren Kräfte, ein In Wessum notiert Altes Haus muß weichen Wessum. Das Eckhaus an der Kurzen- und Schulstraße ist von der Gemeinde Wessum gekauft worden. Wie verlautet, soll das baufällige Haus abgebrochen werden damit die verkehrsreiche Straßenkreuzung übersichtlicher wird. Diese Maßnahme der Gemeindeverwaltung ist zu begrüßen, obwohl damit ein Stück AltWessum verschwindet. Unser Altersjubilar Wessum. Am heutigen Mittwoch feiert der Schreiner Bernhard Lanskmann, Langestraße, seinen 73. Geburtstag. Er erfreut sich der besten körperlichen u. geistigen Gesundheit. An dem Zeitgeschehen ist er sehr interessiert. An seinem Stammtisch, an dem er gern gesehen wird, weiß er so manches aus der guten alten Zeit zu erzählen. Die Heimatzeitung gratuliert Hier muß etwas getan werden Wessum. Der Weg nach Wüllen ist zur Zeit unpassierbar. In großen Schlaglöchern haben sich förmlich Seen gebildet. Selbst der Fußweg ist dadurch sehr in Mitleidenschaft gezogen. Hier könnte die Gemeinde im Verein mit den Grundstücksbesitzern in den Wintermonaten eine wesentliche Verbesserung schaffen. lebendiger Anschauungsunterricht. Es dürfte Aufgabe des Vorstandes der Nikolausgesellschaft seln, die früher gezeigte Leistung wieder anzustreben. Am Schluß der Vorstellung überreichte Stadtdirektor Winkelhaus Oberamtsrichter Hagedorn, dem Verfasser dieses Stückes und Leiter der Spielschar, als Anerkennung einen Blumenstrauß. Der Spielführer nahm außerdem im Namen der Spielschar einen Krug in Empfang, der— wie er in einer kleinen plattdeutschen Ansprache sagte— einen Ehrenplatz im Rheder Amtshaus erhalten sollte. here Einzelheiten sind in Kürze im Aushängekasten am Vereinslokal zu erfahren. Die Mandolinengruppe soll demnächst mit einem einheitlichen Wanderdreß ausgestattet werden. Vergnügte Stunden bei der 1GO Stadtlohn. Die Jugend der IGO hatte zu einem bunten Abend eingeladen. Durch Lieder u. Gedichte in heimatlicher Mundart sollte der Heimatgedanke gepflegt werden. Die Jungen und Mädel hatten in mühevoller Arbeit einige Heimatalben hergestellt, die mit ihren Aufsätzen, Skizzen und teilweise sehr wertvollen Bildern ein bleibendes Andenken an die verlorengegangene Heimat darstellen. Die vier besten wurden an diesem Abend prämiiert. Dann gelangte ein Bauernschwank zur Aufführung. Die anschließend vorgeführten Volkstänze fanden ebenso wie dieses Theaterstück begeisterten Beifall. Die Jugend der Östvertriebenen hat bewiesen, daß sie auch fern der Heimat gewillt ist, das heimatliche Brauchtum zu pflegen. Sprechstunde für Eltern Stadtlohn. Schulrat Lüling, der Leiter des neugebildeten Schulaufsichtsbezirks Borken hält seine Sprechstunde für den nördlichen Teil seines Amtsbereiches, die Städte Stadtlohn und Vreden, sowie die Aemter Stadtlohn und Ammeloe umfassend, jeden Freitag von 14 bis 16 Uhr im Lehrerzimmer der Hilgenbergschule ab. Für den südlichen Teil seines Bezirks ist der Schulrat jeden Dienstag in seinem Dienstzimmer bei der Kreisverwaltung Borken in der Zeit von 13—15 Uhr zu sprechen. Diesen Sprechstunden kommt jetzt kurz vor Ostern vor der Entlassung aus der Volksschule und dem Eintritt ins Berufsleben eine besondere Bedeutung zu. Krammarkt gut beschickt Stadtlohn. Der Krammarkt am vergangenen Montag war gut beschickt. Vor allem waren wiederum Textilhändler zahlreich erschienen. Der Verkauf war jedoch, vielleicht im Hinblick auf den bald einsetzenden Winterschlußverkauf, nur mäßig. Jugend-Meisterschaftsspiele Stadtlohn. Am Sonntag weilten zwei Vredener Jugendmannschaften zu den Meisterschaftsspielen im Berkelstadion. Die Ia-Jugend des Sus gewann 4:0. Sie trifft am nächsten Sonntag auf die gleiche Mannschaft von Alstätte. Die Ib-Jugend siegte mit 3:2, während die Schülermannschaft kampflos zu zwei Punkten kam. „Tag des Bauern”- ein Ereignis Generalversammlung des Landwirtschaftlichen Ortsvereins in Epe Epe. Der 21. Januar 1952 war ein Bekenntnistag der Eper Landbevölkerung. Der Verlauf der Veranstaltung bewies ihr Interesse für aktuelle Frage in der Landwirtschaft. Um 10 Uhr wurde in der Pfarrkirche ein feierliches Hochamt zelebriert. Die Festpredigt hielt der Diözesanjugendseelsorger Kaplan Wissing aus Münster. Nachmittags begann im Hotel Lammerding die Jahreshauptversammlung des landwirtschaftlichen Ortsvereins Epe. Vorsitzender Bauer Schulze Dinkelborg begrüßte die zahlreich Erschienenen. Sein besonderer Gruß galt dem Diözesanjugendseelsorger Wissing, Herrn von Wrede vom Bodenuntersuchungsamt der Landwirtschaftskammer Münster, Landwirtschaitsrat Krukemever-Ahaus u. dem Kreisvorstand. Anschließend erstattete er den Jahresbericht, woraus besonders der schwere Schaden hervorging, den die Maul- und Klauenseuche verursacht hat. Als erster Redner sprach Kaplan Wissing. Er knüfte an die Ausführungen des Vorsitzenden an. Auch auf geistigem und sittlichem Gebiet erleide die Landjugend schwere Nöte und Schäden. Der Redner wies auf die negativen Einflüsse hin, die durch schlechte Literatur, Filme und Rundfunksendungen entstehen können. Auch über Nachbarschaften und ihre Aufgaben sprach der Redner. Das bedeute nicht nur Feste und Hochzeiten feiern; sondern in ihnen drückt sich soziale Haltung durch Hilfeleistung in Not und Gefahr aus. Kaplan Wissing sprach über das Ethos der Arbeit. Die Arbeit ist nicht Fluch und Strafe, nicht nur Mittel zum Gelderwerb. Dann sprach Landwirtschaftsrat Krukemeyer über die Agrarpolitik im Jahre 1951, wie sie von der Bundesregierung betrieben worden sei. Er schnitt alle einschlägigen Probleme an, die für die Bauern von besonderem Interesse waren. Er gab den Rat die Kartoffeln jetzt und in nächster Zeit abzusetzen. Denn nach der Frostperiode würden die Mieten in Hannover geöffnet und damit ein Preissturz zu erwarten sein. Der viel diskutierte Mittelstandsblock finde das volle Interesse des Bauernstandes. Er wird keine Parteipolitik treiben, sondern nur die wirtschaftlichen Interessen des Mittelstandes vertreten. Der Vortrag klang aus im Appell an die Bauern und besonders an die Bauernjugend, auch in der Kommunalpolitik aktiver zu werden. Als nächster Redner sprach Herr Epping, Kreisgeschäftsführer der Landwirtschaftskammer Münster. Er gab den Bauern Hinweise über Grunderwerbssteuer und mahnte zur Vorsicht beim Grundstückskauf. Dann behandelte er die Hofordnung, Uebertragung des Besitzes, Pachtgesetze, das Kreditwesen, die TbeSeuchenentschädigung und Wohnungsfragen. Er machte auf den Bezug des verbilligten Dieselöls aufmerksam. Dann erfolgte die Neuwahl des Vorsitzenden und Ortslandwirts mit folgendem Ergebnis: 1. Vorsitzender Bauer Schulze Dinkelborg. Stellvertr. Bauer Bernhard Plietker, Kloster 4. Zu Ersatzmännern wurden gewählt: Bauer Clemens Spechtel-Wilming und Bauer Anton Niehoff- Elskamp. Heute Karstadt=Film Gronau. Heute nachmittag um 14 Uhr werden im Textilwerk M. van Delden & Co. zwei Lehrfilme der Firma Karstadt AG gezeigt, die unter Mitarbeit der Firma M. van Delden& Co. von der Karstadt AG gedreht wurden und die der Ausbildung des Personals dienen. Um 10 Uhr werden die Gäste von Fabrikant Bernhard van Delden begrüßt. Danach Teilnahme an den Dreharbeiten und anschließend Besichtigung der Veredelungsabteilung unter Leitung von Dr. Georg Hasse. Um 16 Uhr hält Rolf Heimichen in Firma Karstadt AG ein Referat über das Ausbildungsprogramm der Firma. Nr. 18— 4. Jahrgang AUS DEM GRENZKREIS AHAUS Mittwoch, 23. Jan. 1952 Blick auf Wüllen Ein guter Sohn der Gemeinde Wüllen. Am kommenden Sonntag wird der neuernannte Pfarrer von St. Paul in Bottrop in sein Amt eingeführt. Der neue Pfarrer dieser zur Pfarrei erhobene Gemeinde, Heinr. Lütkenhaus, ist ein Sohn Wüllens. Er wurde 1936 zum Priester geweiht und erhielt eine Stelle als Kaplan in Bottrop-Eigen. 1950 betraute ihn der Bischof mit dem Ausbau der neuen Gemeinde St. Paul Als Rektor schaffte er unermüdlich, um sein neues Gotteshaus fertig zu stellen und legte oft selbst mit Hand an. Sein Vorbild wirkte, und er erreichte die Fertigstellung des wenn auch bescheidenen Gotteshauses. Wenn er jetzt als Pfarrer dieser Gemeinde eingeführt wird, so ist seine Bürde sicher nicht leicht, aber er hat sich bereits in die Herzen der Einwohner dieser Gemeinde„eingearbeitet.“ Wir wünschen ihm Gottes reichsten Segen für sein ferneres, Wirken. Aus der Kolpingsfamilie Wüllen. Die Kolpingsfamilie setzt am Donnerstag, 24. Januar, ihre Vortragsreihe im Lokale Terbeck fort. Es spricht Gewerbeoberlehrer Helfenstein. Sonntag:„De Student van Mönster“ Wüllen. Das vom Kirchenchor eingeübte Theaterstück„De Student van Mönster§ wird am kommenden Sonntag zum erstenmal um 15.30 Uhr im Saale Hofzumahaus aufgeführt. Die Abendvorstellung beginnt um 20 Uhr. Alter Amerikafahrer Wüllen. Viermat überquerte er den Ozean. Am heutigen Mittwoch kann Opa Hermann Herwing, Ortwick 9, im Kreise seiner Lieben seinenen 87. Geburtstag feiern. Der Jubilar, der nicht weniger als viermal zu einer Fahrt über den großen Teich ansetzte und das Land der„unbegrenzten Möglichkeiten“ kennenlernte, plaudert noch gern am Herdfeuer von seinen Erlebnissen. Die Heimatzeitung wünscht dem„Amerikafahrer i. R.“ einen zufriedenen Lebensabend am heimatlichen Herd. Mütter in froher Runde Wüllen. Zu einer gemütlichen Kaffeetafel hatte der Mütterverein im Saale Hofzumahaus eingeladen. Nach herzlichen Begrüßungsworten Pfarrer Biermanns saß man in froher Runde beisammen. Aus der Grafschaft Schwerer Junge sitzt Nordhorn. Auf Grund der Nachforschungen der Kriminalpolizei Lingen konnte ein gewisser J., der in Grasdorf gemeldet ist, aber sich vorübergehend auch in Nordhorn aufhielt, in vier Fällen des Einbruchs im Lingener Gebiet überführt werden. Es handelt sich dabei hauptsächlich um Diebereien, die einander aufs Haar gleichen. Kiosbesitzer und Gastwirte waren die Leidtragenden. Nach dem Geständnis des J. in Lingen nimmt man an, daß auch eine Reihe von ähnlichen Einbrüchen auf Nordhorner Gebiet auf sein Konto kommt. Was ist verboten-was ist erlaubt? Au Nien rg und Heek Beschäftigen wir uns genug mit der Jugend? Eltern ergänzen das Gesetz Ahaus. Der Gesetzgeber mußte die Grenzen dort ziehen, wo die Gefahr beginnt so ernst zu werden, daß unter allen Umständen eine zwingende Schranke, eben die gesetzliche, aufgerichtet werden muß, zwischen dem, was gesetzlich verboten und dem, was unter Berücksichtigung der Sitte, des gesunden Menschenverstandes und der Notwendigkeiten der Erziehung erlaubt ist, ist unter Umständen noch ein sehr weiter Spielraum. Gewiß könnte man einfach schließen, daß das, was nach dem Text des Gesetzes eben nicht verboten ist, erlaubt sein muß. Welcher Erzieher, welcher Vater oder welche Mutter aber wird es billigen, daß eine 17jährige sich ohne zwingenden Grund nach Belieben und beliebig lange in Gaststätten aufhält. Welcher Vater und welche Mutter wird— von Ausnahmefällen abgesehen— mit gutem Gewissen von der Erlaubnis des Gesetzes Gebrauch machen, ein 4jähriges Kind in einen Film zu führen? In beiden Fällen besteht kein gesetzliches Verbot. Ganz ähnlich sind die Bestimmungen über die Anwesenheit bei und die Teilnahme an öffentlichen Tanzveranstaltungen aufzufassen. Ist es wirklich richtig, ein 14jähriges Mädchen zu solchen Veranstaltungen mitzunehmen und bis 22 Uhr. in dieser Umgebung zu lassen, auch dann, wenn der Gesetzgeber es nicht verbietet? * Das Gesagte sagt ja auch nichts über die Häufigkeit der Einflüsse, von denen es Gefahr befürchtet. Der gelegentliche Besuch von Tanzveranstaltungen kann ja durchaus harmlos und in keiner Weise zu beanstanden sein, wenn aber unvernünftige Eltern ihren Kindern die Erlaubnis geben— dies durchaus im Rahmen dessen, was das Gesetz zuläßt— wöchentlich oder gar mehrmals wöchentlich Tanzveranstaltungen zu besuchen oder nichts gegen häufigen Kinobesuch ihrer Kinder haben, ja, ihn unter Umständen sogar noch fördern, so ist auch daraus mit Sicherheit auf einen negativen Erziehungseinfluß zu schließen. Auch hier gibt es natürlich einen gesetzlichen Schutz nicht. Aus alledem ergibt sich, daß der Gesetzgeber eigentlich nur bestimmte Grenzen aufrichten und zugleich Erwachsene und Jugendliche darauf hinweisen wollte, daß es solche Grenzen überhaupt gibt. Keinesfalls konnte es seine Absicht sein, der jungen und der älteren Generation irgend etwas von der persönlichen Veranttung abzunehmen. Im Gegenteil erhalten solche Bestimmungen erst dann einen Sinn, wenn sie von dieser Verantwortung getragen werden. Man soll nichts vom Staat erwarten, wozu man mit Fug und Recht selber berufen ist. Es gibt ja, leider Gottes, heute viele Menschen, die sehr gern auch solche Verpflichtungen auf andere, vor allen Dingen Behörden, abschieben, die allen natürlichen Gesetzen nach gar nicht an andere übertragen werden können. Im Grunde kann niemand seine Kinder von anderen erziehen lassen, weder kann die Schule das Elternhaus ersetzen, noch der Lehrer den Vater, noch können Polizei oder Jugendämter Elternrechte und Elternpflichten wahrnehmen, jedenfalls nicht im Normalfall. Dieser Prozeß, daß wir uns nur allzugern solcher natürlichen Verpflichtungen, aus Gedankenlosigkeit, Bequemlichkeit oder auch Verantwortungslosigkeit entziehen, ist einer der Gründe, warum sich unser Gemeinschaftsleben in ein Nebeneinander aufsplittert, und gerade die jungen Menschen um entscheidende Werte betrogen werden. Wir sollten also die Bestimmungen des neuen Jugendschutzgesetzes keinesfalls dazu benutzen, uns dahinter zu verschanzen, sondern uns bemühen, Vorarbeit zu leisten und die gesetzliche Verpflichtung durch die unabdingbare sittliche ergänzen. Wo die unmittelbare Verantwortung des Staats aufhört, dort beginnt erst recht die erhöhte Verantwortung der Eltern und Erzieher, ja, aller Erwachsenen, die sich genauestens darüber Rechenschaft ablegen müssen, was ihren Kindern erlaubt sein kann, und was ihnen auch dann nicht gestattet werden darf, wenn das Gesetz es nicht ausdrücklich verbietet. Wenigstens die schlechtesten Wege Gemeinderat Legden will Mittel für Wegeausbesserung bereitstellen Lesden. In der Gemeinderatssitzung stens soviel Mittel zur Verfügung gestellt unter Vorsitz des Bürgermeisters Buss werden sollen, um die schlechtesten Wegewurde zunächst über den Teilbebauungsplan Legden-Siedlung Mühlenbrey verhandelt. Eine endgültige Beschlußfassung in dieser Angelegenheit konnte nicht erfolgen, da in nächster Zeit eine Erweiterung des Bebauungsplanes über den Feldkamp hinaus bis zum Fliegenmarkt erfolgen soll. Die notwendigen Reparaturen an Schulen und Schulwohnungen sollen im Nachtragshaushaltsplan berücksichtigt werden, sofern Haushaltsmittel noch verfügbar gemacht werden können. Das gleiche gilt für die Anschaffung von Liederbüchern. Das Anbringen einer Straßenbeleuchtung an der Österwicker Straße beim Kohlenhändler Kellermann ist dem Hauptausschuß zur direkten Erledigung mit dem VEW überwiesen. Die Gemeindevertretung empfiehlt, hierbei auch sofort die übrigen Mängel, die sich bei der Straßenbeleuchtung herausgestellt haben, mitzuerledigen. Die Mittel für Flurentschädigungen, soweit sie von der Begehungskommission festgestellt sind, werden aus dem Haushaltsplan zur Verfügung gestellt. Es wird gleichzeitig empfohlen, alle, die noch berechtigte Anträge einreichen, nach den gleichen Grundsätzen zu entschädigen. Eine längere Auseinandersetzung erfolgte wegen des Wegebaues. Einig ist sich die Gemeindevertretung darin, daß wenigTante Frieda geht als Seepferd Kleines Intermezzo beim Kostümverleiher—„Ein jeder sucht sich endlich selbst was aus“ Gronau. Tante Frieda will als Seepferdchen zum Karneval. Die Verwandten wenden ein, ob Tante Frieda nicht wenigstens als Seepferd gehen wolle. Das wäre angemessener und so. Gestern zog die ganze Familie zum Kostümverleiher, „weil der mehr davon versteht“. Da wurde auch Vetter Franz lebendig:„Hamse nich’nen Eselskopp für mich?“ Kousine Minna hat sich von der Köchin 1951 auf Hafenbar 1952 verlegt. Sichtbarer Beweis monatelanger Magerkur. Helau der Karneval beginnt. Tante Frieda und ihre Verwandten sind die Vorhut des Ansturms auf den Kostümverleiher, der in den letzten Januartagen Hochkonjunktur in Eselköpfen, Cowboys und Filmhusaren erwartet. Bald geht der Zauber los. „Mehr scheinen als sein“ ist für ein paar Tage die Devise. Entweder sehr schöne Kostüme oder ganz originelle will man zum Karneval tragen. Die sehr schönen bekommt man für zehn bis 25 DM. geliehen, oder man kauft sie sich so, wie man sie haben will. Ganz geschickte Leute machen sich selbst schöne Kostüme. Wer aber die Wahl hat, hat bekanntlich die Qual. Bei vielen Kunden des Kostümverleihs steigert sich die Qual der Wahl derart, daß sie erst einmal nach stundenlangem Frage- und Anprobespiel ohne Kostüm wieder nach Hause gehen, sich„die Sache noch einmal durch den Kopf gehen zu lassen“. Die ganz originellen Kostüme hingegen werden tatsächlich meist im trauten Heim „fabriziert“. Sie sind nicht die schlechtesten. Es ist nämlich auch so, daß der Kostümverleiher beim besten Willen kein „Atomkostüm“ oder ein„Saturnkostüm“ für den großen Sternenrummel bei Schultes im dritten Stock hat. Auch Tante Frieda konnte er nicht zum Seepferd verhelfen, geschweige denn zum Seepferdchen oder— zu Hause bleiben“, brummte Tante Frieda. Bombig findet man das Kostüm der neuesten Schlager: Seidenblüschen, buntes Röckchen, Schlagertext und Notenlinien in fachmännischer Ausführung.„ der alten Hafenbar..."„Meine Mutti hat zu mir gesagt..“ Unzählbar wird dieses Jahr wieder die Zahl der— man verzeihe die Bezeichnung —„Verlegenheitskostüme“ sein. Cowboy, Husar, Spanier, Apache. Müllers siebzehnjähriger Sprößling sieht sich schon für zwei Tage als Südseepirat im Mittelpunkt des Geschehens.„Gleiche ich auch Errol Flynn?“ ist seine wiederkehrende Frage. „Einmal eine große Dame sein“, ist Lieschen Meiers Karnevalswunsch. Und darum zahlt sie gern 25 Mark für„Großfürstin.“ Es wird nur noch Tage dauern, dann sind die Galastücke aus dem Kostümverleih auf Reisen zum Karneval. Dann ist es der Großfürstin auch piepegal, ob sie ausgerechnet an einen wilden Messerstecher gekommen ist, dessen Kostüm nur 10 Mark kostete oder im„Eigenbau“ und mit Tante Friedas Hilfe„maßgefertigt“ wurde. Man soll kein Spielverderber sein. Kostüme sind Geheimsache. Tante Friedas Name ist vom Verfasser erfunden. Lieschen Müller heißt eigentlich ganz anders. Aber sie kommen alle. Um mit dabei zu sein, wird Tante Frieda notfalls auch als „Nilpferdchen“ kommen. Korneval ist eben eine Frage der Maße und der Möglichkeiten. strecken auszubessern, Gräben, wo erforderlich, zu reinigen und Gestrüpp und Holz von den Wegen zu entfernen. Zu diesem Zwecke sollen mehrere Wegearbeiter eingestellt werden. Eine Einigung, ob diese als vollbeschäftigte Arbeiter eingestellt oder ob aus jeder Bauerschaft ein besonders interessierter Arbeiter an mehreren Wochentagen als unständig beschäftigt werden soll, wurde nicht erzielt. Hierüber wird bei der nächsten Nachtragshaushaltsberatung entschieden. Ferner wurde beschlossen, den Erlös aus dem Verkauf von Pappeln an der Straße Asbecker DammAhaus für die Instandsetzung dieser Wege zu verwenden. Außerhalb der Tagesordnung folgte die Neubildung von Ausschüssen. In den Wohnungsausschuß wurden gewählt: Anton Lanfertmann statt Felix Berning und Josef Uppenkamp statt Hedwig Seidel. Wohlfahrtsausschuß: Frau Klempt statt Frau Hedwig Seidel. In den Finanzausschuß: Josef Uppenkamp, Josef Honermann, Johann Feldkamp. Familienfeier des Sportvereins Legden. Zu einem gemütlichen Familienabend hatte der Sportverein im Saale Koch eingeladen, zu dem sich außer den vielen Mitgliedern Gäste und Ehrengäste zahlreich eingefunden hatten. Vorsitzender Wilh. Große-Glanemann sprach herzliche Begrüßungsworte und dankte besonders dem Kreissportwart Lehmköster(Ahaus) für sein Erscheinen. Schnell entwickelte sich eine frohe Stimmung, die durch humoristische Einlagen und durch eine Ansprache des Ehrenmitgliedes H. Rensing gesteigert wurde. Im Namen der Ehrengäste hielt Rektor Eversmann eine kurze Ansprache an die Sportler und gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß der Sportverein die heimatlichen Belange nicht vergißt. Er wünschte, daß stets eine innige Zusammenarbeit mit dem Heimatverein bestehen bleibe. Im Laufe des Abends fand eine Verlosung statt, die ermöglicht wurde durch gestiftete Preise und viel Freude brachte. Aufschlußreiche BVD-Versammlung Nienborg. Viel Anregung wurde in der letzten Versammlung den Mitgliedern des Ortsverbandes der vertriebenen Deutschen gegeben. Freudig aufgenommen wurde der Bericht von Kassiererin Frau Mitschke über die gutverlaufene Weihnachtsfeier und deren ausreichender Unkostendeckung. Weniger erfreulich war die Mitteilung des Vorsitzenden über die Erschwerung der Beratung zum Feststellungsgesetz. Durch Abschluß eines Gruppenversicherungsabkommens mit einer Versicherungsgesellschaft ist den älteren Mitgliedern bis 90 Jahre die Möglichkeit zum Abschluß einer Sterbegeldversicherung ohne ärztliche Untersuchung bis 29. Februar gegeben. Auskunft hierüber erteilt Herr Mitschke. Zum Thema der Ostsparkonten wurde empfohlen, die bei der Deutschen Notenbank in der Ostzone gestellten Anträge auf Umwertung zurückzuziehen und eingesandte Sparbücher zurückzufordern. Die Rückzahlung der vom Fürsorgeverband einbehaltenen Rentennachzahlungen ab 25. Sept. 48 ist im Februar zu erwarten. Die durch Verhandlung mit der Bundesbahn bis Juni 53 erreichte Fahrverbilligung für Inhaber des Flüchtlingsausweises A wurde begrüßt. Nach Hinweis des Vorstandes, die den Vertriebenen gewährte Vergünstigung in der Lohnsteuer auf die Steuerkarte vermerken zu lassen, schloß die anregend verlaufene Versammlung. Wichtig für die Bauern Heek. Für die Wiederaufforstung von Kahlflächen, die vor dem 1. Oktober 1949 entstanden sind, Aufforstung von Ödländereien und bisher landwirtschaftlich genutzten Flächen, Gatterbau, Kulturpflege usw. stehen finanzielle Zuschüsse zur Verfügung. Auskunft über die Höhe der Beihilfen, Einreichungsbedingungen usw. werden von der Amtsverwaltung erteilt. Aus der Kolpingsfamilie Heek. Auch in diesem Jahre wird die Kolpingsfamilie den„Zunftabend“ feiern. Auf der letzten Vorstandssitzung stand neben wichtigen Fragen über die weitere Winterbildungsarbeit seine Ausgestaltung auf der Tagesordnung. Meister und Gesellen erscheinen hierzu in Berufstracht. Am kommenden Donnerstag ist ein auswärtiger Referent geladen. Am übernächsten Versammlungsabend findet die Jahresschlußversammlung für Alt- und Jungkolpinig statt. Schachfreunde versammeln sich Heek. Sämtliche aktiven und passiven Mitglieder des Schachclubs versammeln sich am Freitagabend in der Gaststätte Deitmers zur Generalversammlung. Da außerdem wichtige Beschlüsse gefaßt werden sollen, ist das Erscheinen sämtlicher Schachfreunde nowendig. Caritas vermittelt Heek. Die Caritas vermittelt zur Zeit Lehrlinge aus den Gebieten Nordoldenburg und Schleswig-Holstein. Die Lehrmeister, die einen weiblichen oder männlichen Lehrling gebrauchen, wollen sich mit Frau Bruns in Nienborg in Verbindung setzen, die ihnen in der Vermittlung dienlich sein wird. Veränderte Post-Schalterzeiten Heek. Seit Montag sind die Schalterdienststunden an Werktagen v. 8—11 Uhr und von 14—17 Uhr, an den Sonntagen von 8—9 Uhr. Wie hierzu mitgeteilt wird, ist die Aenderung der werktäglichen Schalterstunde mit Rücksicht auf die Fahränderung der Postdienstzüge vorgenommen worden. Außerdem ist die Gewähr gegeben, daß die abends eingezahlten Geldanweisungen noch am selben Tage weiterbefördert werden. Nettes Mädel für Haushalt(2 Personen) bei freier Kost u. Wohnung gesucht. Bildofferten und Zeugnis an: Frau J. Weber, Gladbeck i. W., „Gasthof zum Solbad“, Hagelkreuzstraße 21. Jugendarbeit sehr erfolgreich Fußball-Jugendwarte des Kreises tagten in Ahaus Ahaus. Wenn auch diese Tagung der Jugendwarte unter der Leitung von Hans Rackers zu Beginn der zweiten Serie des Jugendfußballes die neuesten Richtlinien behandelte, so kam bei den einzelnen Stellungsnahmen immer wieder zum Ausdruck daß alle Vereinsjugendwarte ihre Arbeit in erster Linie als jugendpflegerische auffassen. Es wurde betont, daß über die rein körperliche Formung auch die kulturelle Arbeit bereits gute Erfolge gezeigt hat. In den kommenden Monaten wird im Sinne dieser Auffassung weitergearbeitet. Neues Rüstzeug erhalten demnächst alle Jugendleiter in einer Wochenendschulung in Kaiserau. Die Schulung über die Vereinsarbeit hinaus führt über Stützpunktlehrgänge in Ahaus, Gronau, Stadtlohn und Schöppingen, Sonderlehrgänge in Hennef. Duisburg und Kaiserau sowie Wochenendtreffen in Gronau. Ueber den Fußballsport hinaus beteiligen sich alle Vereine mit ihren Jugendmannschaften am Frühjahrswettlauf. In den Sommermonaten wird auch bei der Fußballjugend den leichtathletischen Jugendsportfesten besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Zu den Wochenendfahrten am 8. Juni zur Porta Westfalica und später nach Borkum, die vom Ortsjugendring Gronau durchgeführt werden, wollen sich viele Jugendliche der übrigen Kreisvereine beteiligen. Es sei noch angeführt, daß in Stadtlohn demnächst ein Jugendpokaltreffen durchgeführt wird und das Sportler, die zur Großveranstaltung„Olympia ruft“ in der neuen Dortmunder WestfalenHalle sich mit dem Vorsitzenden des Kreissportverbandes in Verbindung setzen mussen. welche Wonne BITALIS-CREME bräunt ÖHNE Sonne! Die weiße Bitalis-Creme wird wie jede andere Hautcreme aufgetragen und verrieben. Innerhalb von 20 Minuten entwickelt sich durch die Hautatmung eine Tönung, die Ihnen ein frisches, sonnengebräuntes Aussehen verleiht. Die weiße Bitalis-Creme ist pudertrei und unschädlich. Sommersprossen werden durch die weiße BitallsCreme verdeckt, also unsichtbar. Die Tönung ist nur mit Selfe oder Gesichtswasser abwaschbar, sonst jedoch wetterfest. Wo nicht erhältlich, portofrele Zusendung gegen Voreinsendung von 3.— DM auf unser Postscheckkonto Frankfurt 77993. Bei Nichterfolg erhalten Sle gegen Einsendung der Dose an uns den vollen Kaufpreis zurück. Kukirol-Fabrik,(17a) Weinheim. Schöne Zähne durch Bitalis-Zahnpasta. Reinigt kräftig.- Schäumt gut. Erfrischt angenehm. Kindertube 40 Dpf. DM calif. Pflaumen..... 250 gr 0,70 Bekanntmachung Betr.: Prüfung der DM-Eröffnungsbilanz der Stadtwerke Ahaus. Es wird festgestellt, daß nach pflichtgemäßer Prüfung auf Grund der Bücher, Schriften und sonstigen Unterlagen des Betriebes, sowie der erteilten Aufklärungen und Nachweise die Eröffnungsbilanz in Deutscher Mark den gesetzlichen Vorschriften entspricht. Die Bewertung gibt auch in Hinsicht auf die wirtschaftlichen Verhältnisse keinen Anlaß zu wesentlichen Beanstandungen. Veröffentlicht gemäß§ 13 der Verordnung zur Durchführung der Vorschriften über die Prüfungspflicht der Wirtschaftsbetriebe der öffentlichen Hand vom 30. 3. 1933(RGBI. I, S 180). Ahaus, den 21. Januar 1952. Der Stadtdirektor: Petersen Zwangsversteigerung! Es sollen öffentlich meistbietend gegen sofortige Barzahlung versteigert werden: am Mittwoch, dem 23. Januar 1952, vormittags 11 Uhr in Ottenstein, Wirtschaft Wesker: 1 Ausputzmaschine: am Donnerstag, dem 24. Januar, vormittags 10 Uhr, in Stadtlohn, Wirtschaft Röttger: 1 Oelgemälde(Groß-Glockner), versch. Gerüstbretter, 1 Schreibmaschine, 1 Schreibtisch, 1 Couch u.a.m. Um 11 Uhr in Südlohn, Wirtschaft Lövelt: 1 Radio; um 12 Uhr in Oeding, Wirtschaft Pass: 1 Nähmaschine, am Freitag, dem 25. Januar, um 10 Uhr in Ahaus, Hotel Heisterborg: 1 runder Tisch, 1 Patentwaage u.a.m., um 12 Uhr in Heek, Wirtschaft Schulte: 1 Couch, 3 Polstersessel, 2 Kühe u.a.m., um 13 Uhr in Schöppingen, Wirtschaft Niehoff-Sendhoff: 1 Schreibtisch. um 14 Uhr in Legden, Hotel Decker: 1 Theke, 1 Ausstellschrank, 1 Büfett, 1 Klavier u.a.m. Vreden den 21. Januar 1952. Bäumer, Obergerichtsvollzieher Schulentlassenen Jungen zum 1. April 1952 gesucht. Bauer Bernsmann, Ammeln Invalide sucht Arbeit. Angebote unter T 75 an die Geschäftsstelle ds. Zeitung. Für die vielen Geschenke und Glückwünsche zu unserer Goldenen Hochzeit sagen wir allen unseren herzlichsten Dank, insbesondere danken wir Herrn Pastor Kochs u. dem KirchenChor. Hugo Springer und Frau. Gronau, im Januar 1952 Ochtruper Straße 13. 2-3 redegewandte Damen oder Herrem für einen Roman-Verleih sofort als Werber gesucht. Guter Nebenverdienst für Studenten, Schüler und Versehrte. Zu erfragen unter T 32 in der Geschäftsstelle dieser Zeitung Opel-Olympia, Baujahr 1949, in bester Verfassung, zu verkaufen. Angebote unter T 73 an die Geschäftsstelle dieser Zeitung Tüchtiges junges Mädchen als Stütze der Hausfrau in Geschäftshaushalt gesucht. Angebote unt. S 112 an die Geschäftsstelle dies. Zeitung Freude am Bohnern Nummer 18 Mittwoch, 23. Januar 1952 Sonnenaufgang 7.47 Untergang 16.37 Mondaufgang 4.55 Untergang 12.06 MITTWOCH 23 Januar ar Mnttrs W Wie einer ist, so ist sein Gott. Darum ward Gott so oft zu Spott. Goethe Nun ade, du mein lieb Heimatland In Haltern sucht USA-Kommission mehrere tausend Einwanderer Hans Stoppenbrink 69 Jahre Von unserem Mitarbeiter Peter Sabinski Haltern.„Wir können noch ein paar tausend Leute für die amerikanische Landwirtschaft im Rahmen unseres erweiterten Einwanderungsprogrammes gebrauchen“, meint Mr. Webster, Chef der amerikanischen Einwanderungskommission, die gestern ihren Betrieb im Halterner Seehof eröffnet hat. Die Kommission hat bis vor kurzem in Bad Meinberg gearbeitet. In Haltern hofft sie, aus Ruhrgebiet und Münsterland die„paar Tausend“ zusammenzuharken. Nidht nur Spitzbuben Wenn der Mann, der diese Münsterlandseite macht, von zartem Gemüt wäre, dann käme er vor lauter Weh un Ach über die Schlechtigkeit seiner Mitmenschen kaum mehr zum Federspitzen. Was bringen Telefon und Briefträger nicht täglich für eine gewaltige Menge von Uebeltaten, Schelmenstücken, Diebereien und Prellereien. Es ist die lange Litanei, an der dann später die Gerichte und Rechtsanwälte studieren müssen. Aber so dicht sitzen nun die Sander nicht nebeneinander. Wo viel Schatten ist, da hat auch das Licht seinen Platz. Nur sind die meisten Menschen so vermaledeit, daß sie lieber die Nachtgewächse als die Sonnenhelle suchen. Darum sind die drei Verbrecher, die aus dem münsterschen Zuchthaus entlaufen sind, in aller Munde. Und die zahllosen guten Taten, des Mildtätigsein, die Nachbarnhilfe, das Geben um der Barmherzigkeit Christi willen— das alles bleibt ohne lauten Posaunenschall. Aber die Guten sind doch, mehr als die Spitzbuben. Vertellkesmann. Mr. Webster, scharfe Nase und noch schärfere Brille, meint aber auch noch dieses:„Es handelt sich hier nicht um eine „Sauckel-Aktion“. Die amerikanischen Farmer, die sich bereit erklären, deutsche Ostflüchtlinge aufzunehmen und zu beschäftigen, tun das, weil sie in erster Linie helfen wollen, den Entwurzelten und Vertriebenen eine neue Heimat und eine faire Chance zu geben!“ Das klingt gut. Verlockend beinahe. Sparen für eigenes Land Sehen wir uns inzwischen einmal unter den zukünftigen Auswanderern um, die sich erwartungsvoll und geduldig im Mittelraum des Restaurants um die Tische gruppiert haben und untereinander das Für und Wider ihres Entschlusses diskutieren. Vater Klebansky ist 52, kam vor Jahren aus Oberschlesien ins Ruhrgebiet, arbeitet auf einer Zeche in Recklinghausen. „Ich bin Bauer, habe selbst einen kleinen Hof gehabt. Auf der Zeche verdiene ich zwar ganz gut, aber ich möchte doch wieder in die Landwirtschaft zurück! Nach dem was ich so höre, soll ja die Möglichkeit bestehen, daß man sich„drüben“ in ein paar Jahren genug sparen kann, um sich anzukaufen!“ Fragen, Fragen, Fragen! Im großen Saal des Seehofes klappern die Maschinen, rasseln die Papiere. Jeder Mann, jede Frau und jedes Kind werdensozusagen bis auf die Seele gefilzt. Wo geboren, wann geboren, Schulbildung, Lehrzeit, NS-Zeit, Soldatenzeit. Nachkriegszeit, seit wann im Westen? Fragen, Fragen, Fragen! Immer wieder. Und alles wird genau registriert. Wer nicht den gesetzlichen Bestimmungen entspricht, hat von vornherein keine Chance. Die Bestimmungen aber sehen so aus: Der Bewerber muß von jenseits der OderNeiße-Linie stammen, seit dem 1. Januar 1949 im Westen ansässig sein und eine zehnjährige Tätigkeit in der Landwirtschaft nachweisen können. Außerdem darf er nicht über 54 Jahre sein. Die Amis sieben. Was bei ihnen durch die Maschen fällt, kann jedoch, bei einigem Wohlwollen, an die Vertreter der katholischen und evangelischen Kirche weitergereicht werden. Beide können oft zusätzlich helfen. Herr Sch, Vertreter des St.-RaphaelVereins, der sich schon seit Jahren um die Auswanderer bemüht:„Wir haben eine Reihe von Bürgschaften von katholischen Amerikanern vorliegen und helfen selbstverständlich, wo wir können. Es ist uns schon oft gelungen, Auswandererlustige unterzubringen, die nach den amerikanischen Richtlinien nicht ganz in den Rahmen der Aktion hineinpaßten.“ Nur nicht schwindeln Verständigungsschwierigkeiten gibt es auf diesem„Jahrmarkt der Hoffnungen“ nicht. Die fünf Amerikaner, die der Kommission angehören, sprechen ausgezeichnet Deutsch. Außerdem gibt es einen großen Stab von Vertretern des nordrhein-westfälischen Innen- und Sozialministeriums und der Arbeitsverwaltung.„Jeder Mann“, um hier noch einmal Mr. Webster einzublenden,„kann herkommen, wenn er glaubt, daß er den Bedingungen entspricht. Er braucht sich nicht unbedingt erst an sein zuständiges Arbeitsamt zu wenden! Nur muß er eines wissen: Lügen haben kurze Beine! Wir wollen klare und wahre Auskünfte“. Aus Mannheim— bei Odessa Die Familie Werhan, fünf Personen, gönnt sich zwei Tassen Kaffee.„Hoffentlich macht man uns keine Schwierigkeiten, weil wir zu fünft sind“, grübelt der untersetzte Mann mit dem breiten Gesicht. Er und die Seinen, bis auf die vierjährige Tochter, stammen aus Mannheim— bei Odessa am Schwarzen Meer.„Ich kann zupacken und schaffen, daran soll’s nicht liegen!“ Der Mann braucht sich keine Sorgen zu machen. Entspricht er sonst den Bedingungen, drükken die Amis schon mal ein Auge zu, wenn eine Familie fünf, statt vier Köpfe, wie es die Regel will, zählt. Die Reise bis zum Wohnsitz des Bürgen in den USA ist frei und braucht auch nicht zurückgezahlt zu werden. Erwartet wird, daß die Einwanderer mindestens ein Jahr bei ihrem Farmer aushalten.„Schon eine moralische Verpflichtung das“, stellt der junge Amerikaner, der gerade ein paar „Verhöre“ hinter sich gebracht hat, gelassen fest. Und:„Die amerikanische Regierung überzeugt sich davon, daß die Leute in anständigen, sauberen Räumen bei ihren Arbeitgebern untergebracht, gut beköstigt und tariflich bezahlt werden.“ Die Kommission in Haltern fällt nicht die letzte Entscheidung. Sie prüft nur und schlägt vor. Die Entscheidung wird für jeden, der von der Kommission eingereicht wird, in Hamburg-Wentorf fallen. Dort werden die Bewerber in einigen Wochen noch einmal auf Herz und Nieren(in beiden Bedeutungen) überprüft. Dann erst kommt der Abschied von der Heimat. Der Hauptgeschäftsführer der Industrieund Handelskammer Münster, Hans Stoppenbrink, begeht am 24. Januar seinen 60. Geburtstag. Der verdiente Verkehrspionier, dem vor allem die Verkehrsprobleme des Münsterlandes und des Vestes Recklinghausen am Herzen liegen, kann damit gleichzeitig auf eine mehr als 30jährige Tätigkeit bei der Industrie- und Handelskammer Münster zurückblicken. Führend ist er auch an den Plänen zur weiteren wirtschaftlichen Aufschließung des Raumes zwischen Emscher und Lippe beteiligt. Mit besonderer Initiative widmet er sich auch den deutsch-niederländischen Beziehungen. Wenn sich der Wirkungskreis der von ihm mitbegründeten DeutschNiederländischen Vereinigung in Münster heute von der Nordsee bis zum Rhein erstreckt, so zeigt diese Tatsache am besten, welches Fundament der 60jährige für eine deutsch-niederländische Verständigung gelegt hat. Seine zahlreichen Freunde danken ihm dafür. Kanal-Kapitäne atmen auf Die Zweite Fahrt Hiltrup wird freigegeben Eigener Nachrichtendienst Münster. Am heutigen Mittwoch gibt Bundesverkehrsminister Dr. Seebohm der Schiffahrt an der neugeschaffenen Zweiten Fahrt des Dortmund-Ems-Kanals südlich von Münster im Raum Hiltrup das Startzeichen— ein Ereignis, auf das die Kapitäne des Kanals schon mit Sehnsucht gewartet haben. Die Hiltruper Kurve zu passieren, war bisher für jeden Schiffer ein Greuel. Einmal ist die Krümmung beinahe rechtwinklig, zum anderen muß man hier oft stundenlang warten. Denn die SchiffahrtsbeStudenten schimpfen Harlan aus Demonstrationszug in Münster gegen den neuen Film„Hanna Amon“ Eigener Nachrichtendienst Münster. In einem von Fackelträgern begleiteten Demonstrationszug durch die Hauptstraßen Münsters protestierten am Mit Hammer und Meißel ausgebrochen Wie den drei Schwerverbrechern die Flucht gelang Eigener Nachrichtendienst Münster. Der Ausbruch von drei Schwerverbrechern aus dem münsterschen Zuchthaus, der am Montag erfolgte, ist von amtlichen Stellen rekonstruiert worden. Daß er überhaupt möglich war, liegt daran, daß das Mauerwerk der vor hundert Jahren errichteten Gebäude nicht mit Zement, sondern mit Sand gefugt ist. Die Steine lassen sich also bei einiger Geschicklichkeit verhältnismäßig leicht lösen. Den Ausbrechern ist es gelungen, sich in der Werkstatt der Anstalt unbemerkt Hammer und Meißel anzueignen und sie in ihre Zelle, die unter dem Dach im vierten Stockwerk lag, mitzunehmen. Sie arbeiteten nur in der Ausbruchsnacht. Die Werkzeuge waren mit Stoff umwickelt. Die herausfallenden Steine fielen auf ein Wolldeckenpolster. Es steht fest, daß die drei äußerst vorsichtig zu Werke gingen. Niemand hat etwas gemerkt, nicht einmal die Insassen der Nachbarzellen. Wenigstens behaupten sie das. Personalbeschreibung Hans Kohlhase, geb. am 15. 10. 1920 in Hamm; Beschreibung: 1,71 groß, dunkles Haar, große blaue Augen, schmale Nase, abstehende Ohren.— Ernst Höfmann, geb. am 1. 3. 1920 in Mülheim; Beschreibung: 1,83 groß, kräftige Gestalt, blonde Haare, stramme Haltung.— Friedrich Dimanski, geb. am 26. 7. 1925 in Oberhausen; Beschreibung: 1,68 groß, kräftige, untersetzte Gestalt, breites, volles Gesicht, hellgraue Augen, dunkelblonde, buschige Augenbrauen, stumpfe Nase, große, lückenhafte Zähne, breites Doppelkinn; hat drei Zentimeter lange Narbe über der linken Augenbraue und besonders helle Stimme. Sämtliche Entwichene tragen Strafanstaltskleidung, Jacke und Hose aus dunklem Drell mit dem Zeichen J. V. in weißer Oelfarbe auf dem Rücken und in beiden Kniekehlen.— Kohlhase hat eine lebenslängliche Zuchthäusstrafe wegen Raubmordes zu verbüßen. Auch die beiden anderen Entwichenen sind zu hohen Zuchthausstrafen verurteilt. Personen, die zweckdienliche Angaben machen können, werden gebeten, sich bei der Kriminalpolizei Münster oder jeder anderen Polizeidienststelle zu melden. Kristina Söderbaum— ausgepfiffen Montagabend mehrere hundert Studenten gegen die Aufführung des neuen VeitHarlan-Films„Hanna Amon“, der in der zweiten Woche in einem großen Filmtheater der Stadt läuft. Zwei Teilnehmer, die sich als Veit Harlan und Kristina Söderbaum maskiert hatten, fuhren dem Zug voraus. Das Gefolge sang Spottverse. In einem Protestschreiben wurde Harlan als „Regisseur geschmack- und geistloser Sensationsorgien“ bezeichnet. Zu Zusammenstößen kam es nicht. Für die Demonstration zeichneten neben dem Studentenkabarett„Schießbude“ der Klub„Junge Publizisten“ und der studentische Filmklub verantwortlich. Die Polizei stellte einen Begleitzug. Ein Teil des Publikums, darunter auch Studenten, verhielten sich der Demonstration gegenüber ablehnend. Zwischenrufe ertönten: „Hanna Amon hat uns gut gefallen.“ Wieder Handwerksausstellung Eigener Nachrichtendienst Münster. Die 1949 mit beispiellosem Erfolg durchgeführte Ausstellung und Verkaufsmesse„Handwerk hilft allen“ in Münster wird nach dreijähriger Pause wieder stattfinden, und zwar vom 5. bis 16. Juni auf dem Gelände der Halle Münsterland. Die Kreishandwerkerschaft Münster Stadt und Land wird diese Ausstellung unter dem Motto„Noch größer— noch schöner“ ausrichten. Die Ausstellungsfläche wird wesentlich größer als 1949 sein. Das Interesse aus Handwerkerkreisen ist bereits heute ungewöhnlich groß. 1949 wurden mehr als 100 000 Besucher aus allen Teilen Westfalens und aus dem Rheinland gezählt. hörden lassen den Verkehr jeweils nur in einer Richtung durch, einmal nach Norden, einmal nach Westen.„Wahrschauer“ nennen sich die Posten, die den Verkehr regeln. Durch die neue Zweite Fahrt wird der Hiltruper Bogen zwar nicht beseitigt, wohl aber sein Krümmungsgrad erheblich erweitert. Als der Dortmund-Ems-Kanal am Ende des vorigen Jahrhunderts erbaut wurde, ahnte niemand, daß die krümmungsreiche Südstrecke zwischen Datteln und Bergeshövede(Kreis Tecklenburg) bald solche Kalamitäten heraufbeschwören würde. Damals wurden die Kähne noch vom Leinpfad aus mit Pferde- oder Menschenkraft getreidelt. Eine Reihe von Engpässen ist inzwischen beseitigt. Nachdem das Hiltruper Projekt verwirklicht ist, bleibt noch eine große Aufgabe: eine 8 km lange Zweite Fahrt zwischen Lüdinghausen und Ölfen zu schaffen. In der Wasser- und Schiffahrtsdirektion Münster rechnet man damit, daß die Bundesregierung für das Rechnungsjahr 1952/53 die ersten Mittel zur Verfügung stellt; die Pläne sind bereits genehmigt. Lebende Fasanen sind Mangelware. Die Fasanerien, die zur Zeit 6,50 DM für eine Henne fordern, sind nicht in der Lage, allen Anforderungen zur Hebung und Auffrischung der Fasanenbestände zu entsprechen. kuxz und knapp Nach 7jähriger Trennung erhielt eine Flüchtlingsfamilie in Seppenrade ihren Sohn zurück, den sie als 10jährigen auf der Flucht aus der Tschechoslowakei verloren hatte. Ueber den Ozean ging ein handgebundenes Buch, das die Gronauer Viktoriaschule ihren Freunden in Gardener(USA) zuschickte. Das Buch enthält Lichtbilder aus Gronau und handgeschriebene Texte. Ein Reh wurde auf der Bahnstrecke Weitringen—Neuenkirchen von einem Personenzug überfahren. 1700 DM für eine Pappel erhielt in Coesfeld der Besitzer dieses Baumes, als er ihn verkaufte. Die Pappel ist 85 Jahre alt und mißt 9 Festmeter Holz. Kupfer vom münsterschen Domdach wurdeenachts gestohlen. An einem Seitenschiff wurden 13 laufende Meter Kupferblech im Gesamtgewicht von etwa 70 Kilogramm abgerissen. Vor Ankauf wird gewarnt. Ueber 12 000 Obstbäume an den Landstraßen des Kreises Tecklenburg werden verschwinden müssen, wenn die alten wassergebundenen Straßen den Teerstraßen mit Betondecken Platz machen sollen. Teerstraßen entziehen Obstbäumen weitgehend die Ernährungsgrundlage. Raesteio-„Handwerkerschloß 1 Schulungsstätte des westdeutschen Handwerks übergeben Von unserem Mitarbeiter Friedrich Horstmann Die westdeutschen Handwerker haben es sich etwas kosten lassen müssen, ehe sie ihr 1942 gekauftes Schloß Raesfeld als Schulungsstätte in Betrieb nehmen konnten. Bis jetzt wurden 8400 cbm umbauter Raum restauriert. Kostenpunkt: 20 DM je chm.(Sage einer, daß die Handwerker nicht billig arbeiten können...) Alles solide Handwerksleistung ohne jeden unnötigen Aufwand. Und trotzdem zur Zufriedenheit des Landeskonservators. Der Hauptbau ist im wesentlichen fertiggestellt und am Samstag in einer Feier seiner Bestimmung übergeben worden. Der sogenannte Altbau(mit dem großen Rittersaal) wird— aus finanziellen Gründen— erst später wierderhergestellt. Für den Erbauer des Schlosses, den kaiserlichen Generalfeldmarschall Graf Alexander II. von Velen, wären das kleine Fische gewesen: Er hatte sich im Dreißigjährigen Krieg ein Millionenvermögen„erworben“ und konnte es sich leisten, für das Schloß Raesfeld (eines seiner Schlösser nur) runde achtzigtausend Reichstaler auszugeben. Das sind heute rund 1½ Millionen D-Mark. Ohne Mondscheinromantik... Jetzt ist aus dem gräflichen Prunkschloß mit Ledertapeten, Gobelins und Prachtgemälden das zweckentsprechende„Handwerkerschloß“ geworden. Seine neuen Insassen werden sachlich über die Stellung des Handwerks zu Fragen der berufsständischen Ordnung, zur Einschaltung in die Kommunalpolitik, über Steuerfragen, über fachliche Fragen der Lehrlingsausbildung weiterbilden. Gespräche mit Holland Der Rheinisch-Westfälische Handwerkerbund hat schon mit dem ersten handwerkspolitischen Kursus begonnen, dem weitere folgen werden. Der Westdeutsche Handwerkskammertag hat ein Prograrm für einen handwerksrechtlichen Arbeitskreis in Form eines Seminarbetriebes ausgearbeitet, für den die besten Dozenten aus Westdeutschland gewonnen worden sind. Dazu kommen Gesellen- und Lehrlingsschulungen, Arbeitssitzungen und Sondertagungen, die nicht programmäßig festgelegt werden können. Nicht zuletzt sollen internationale Gespräche, vor allem mit den holländischen Handwerksorganisationen angebahnt werden. 86 Kreishandwerkerschaften Für alle diese Veranstaltungen stehen Schulungsräume, ein größeres Sitzungszimmer und demnächst eine umfangreiche Fachbibliothek zur Verfügung. Die KursusM 33 838 16 . Schloß Raesfeld teilnehmer werden internatsmäßig im Schloß untergebracht. Vorerst ist nur Platz für fünfundzwanzig, bis der Altbau fertiggestellt sein wird und auch in der Unterburg Schlafgelegenheiten geschaffen worden sind. Schon aus Gründen der Rentabilität ist die Fortsetzung der Bauarbeiten deshalb geboten. Die Handwerker von Nordrhein-Westfalen, deren Handwerkskammern sich(unter Führung der Handwerkskammer Münster) um die Wiederherstellung des Schlosses besonders bemüht haben, werden besonders berücksichtigt werden. Aber es wird lange dauern, ehe alle 2191 Innungen, 80 Fachverbände, 86 Kreishandwerkerschaften neben den 8 Handwerkskammern ihre Lehrgänge hier unterbringen können. Nach Vollendung der Bauarbeiten wird es nicht schwierig sein, zwei Kurse zugleich laufen zu lassen, ohne daß sie sich in ihrem Arbeitsbetrieb gegenseitig stören wüfden. Im Schloßkeller ist eine idyllische altdeutsche Gaststätte eingerichtet worden, die die Lehrgangsteilnehmer beköstigt und sie am Abend als Gäste willkommen heißt. Sie steht auch der Oeffentlichkeit zur Verfügung. Landeskonservator zufrieden Nur eine große Gemeinschaft konnte es sich leisten, dieses einzigartige Schloß im westlichen Münsterland im Sinne der Denkmalspflege wiederherzustellen. Von der einstigen Herrlichkeit dieses Renaissancebaus war fast nur eine Ruine übriggeblieben. Trotzdem hätten, nach Angaben des Handwerkskammerpräsidenten Baumeister Klee, die Kosten für einen Neubau die Restaurierungsarbeiten um zwei Drittel, einschließlich Grunderwerb, sogar um das Vierfache überschritten. Landeskonservator Dr. Rave hat dem Bauherrn beratend zur Seite gestanden. Er hätte keinen besseren Schloßherrn finden können. Das Handwerk als Mäzen wird noch häufig in die Tasche greifen müssen. Aber jede Schule ist ein Zuschußunternehmen, sei es eine alte Wasserburg oder ein moderner Stahlbetonbau. Hier werden Bilder verliehen Die Münsteraner„Schanze“ hält an ihrem Wagemut fest Von unserem K. H. H.-Mitarbeiter Münster. Wie sieht es heute bei der „Schanze“ aus, der freien Künstlergemeinschaft Münsters und des Münsterlandes, die, 1919 gegründet, die älteste derartige Vereinigung in Westfalen ist? Die wirtschaftliche Lage der meisten Künstler ist schlecht. Die Bevölkerung hat großes Interesse, aber wenig Geld. Grund zum Verzweifeln?„Nein“, sagt Kanzler Leo Burgholz,„wir schanzen weiter!“ 62 Mitglieder gehören der Vereinigung jetzt an, Moderne und Konservative. Was sie eint, ist der Gemeinschaftsgeist und die Verbundenheit mit der Heimat. Zwei Drittel sind in Münster, die übrigen im Münsterland zu Hause. Viele Förderer und Paten halten, so gut sie können, ihren Künstlern die Stange. Man hat in Münster, da der Bildverkauf schlecht ist, auf eine alte Gepflogenheit zurückgegriffen, die schon 1926 lebendig wurde: Bilder werden verliehen. Wem ein Werk gefällt, der kann es„mieten“ und bezahlt monatlich einen bestimmten Prozentsatz des Wertes. Sagt ihm das Bild nicht mehr zu, dann tauscht er es um; die gezahlte Miete wird auf das neue Bild gutgeschrieben. Nach zwölf Monaten fällt die Entscheidung. Mit ihren Bildverleihverträgen hat die Schanze gute Erfahrungen gemacht. Die Schanze hat es gewagt, sich vor einigen Jahren einen eigenen Ausstellungsraum zu errichten, am Josefskirchplatz in Münster. Durchschnittlich 700 Besucher zählt man im Monat(im November 1951 ausnahmsweise sogar 3000). Nicht nur aus Münster kommen die Interessenten, sondern aus ganz Westfalen; Emsdettens Pädagogische Akademie ist sozusagen abonniert. Beim monatlichen Diskussionsabend sieht man immer 150 Gesichter. Meist geht es heiß her— Gott sei Dank! sonst wäre der Raum nicht zum Bersten voll! Als einzige Künstlergemeinschaft in Deutschland gibt die Schanze neuerdings SCHANi LADTEIN eine kleine Zeitschrift heraus. Ihr Thema: Kunst im allgemeinen, Schanzenkunst im besonderen. Die in ganz Deutschland verbreiteten Hefte haben der Künstlergemeinschaft manchen neuen Freund gebracht. Die 26. Künstler-Redoute „ Münster. Am 9. Febr. DIE, feiert die„Schanze“ im Festsaal des Münsterschen Zoos ihre 26. Redoute. Unter der Devise„Bleu— Pöpö“ wird man diesmal dem Mantelpavian im Zoo und allen Affen huldigen, den vier- und den zweibeinigen. Der Zoo-Festsaal wird in einen lichtgedämpften Dschungel umgewandelt. Wer will, kann sich entsprechend kostümieren. Die „Schanze“ steckt, wie gewohnt, in ihre Redoute viel hinein. Sie hofft auch, daß sie allerlei wieder herausbekommt. Was bei einem Eintrittspreis von 10 DM auch zu erwarten ist. Nächste Spielzeit gesichert Münster. Die viel diskutierte Frage, ob es angesichts der ernsten Finanzlage der Stadt Münster notwendig sei, das Theater in seinem Wirken stark einzuschränken, ist jetzt dadurch entschieden worden, daß der Rat der Stadt einstimmig den Intendanten ermächtigt hat, Verträge für die nächste Spielzeit abzuschließen. Damit darf der Spielbetrieb für Schauspiel, Oper und Operette für ein weiteres Jahr als gesichert angesehen werden. Die beiden städtischen Kulturinstitute, Theater und Orchester, erfordern einen jährlichen Zuschuß von 1,2 Millionen DM. Nummer 18 Mittwoch, 23. Januar 1952 Fertigkleidung für 3.4 Mrd. DM verkauft Textilversorgung befriedigend/ Ausfuhr noch steigerungsfähig Eigener Bericht Bonn, 22. Jan. Im abgelaufenen Jahr erzielte die westdeutsche Bekleidungsindustrie einen Umsats von schätzungsweise 3,4 Milliarden DM gegenüber nur 2,5 Milliarden DM im Vorjahr. Dieser Produktionsanstieg ist nur knapp zur Hälfte auf die Erhöhung des Preisniveaus zurückzuführen. Er ist somit Spiegelbild einer im allgemeinen zufriedenstellenden Beschäftigungslage. zungsweise 50 bis 60 Millionen DM Fertigkleidung aus dem— hauptsächlich europäischen— Ausland eingeführt. Die Ausfuhr deutscher Fertigkleidung entsprach nur etwa der Hälfte des Einfuhrwertes. Immerhin ist eine wesentliche Besserung in der Außenhandelsbilanz für Fertigkleidung gegenüber dem Vorjahr festzustellen, in dem für 80 Millionen DM importiert wurde, während der Export noch ganz unbedeutend war. Die ausländische Konkurrenz wirkt sich unangenehm für die deutsche Damenmantelund Hutfabrikation aus. 1951 sind für mindestens 20 Millionen DM Hüte in die Bundesrepublik eingeführt worden, während die Hutausfuhr nur knapp die Millionengrenze überschritten hat. Putzwaren für USA Der verhältnismäßig bescheidene Fertigkleidungs-Export wird mit den ImportBeschränkungen benachbarter Staaten erklärt. Daß das Interesse des Auslandes an deutscher Fertigkleidung groß sei, gehe daraus hervor, daß die fremden Einfuhrlizenzen stets ausgenützt werden. Der Fertigkleidungs-Export, der sich in der Masse noch aus Lieferungen von weniger als 1000 DM zusammensetzt, wird deshalb als steigerungsfähig erachtet. Interessanterweise sind zur Zeit die Vereinigten Staaten, auf die 25 v. H. des Exports entfallen, Hauptkunde Westdeutschlands; sie beziehen fast ausschließlich Putzwaren. 1,7 Mill. t Stahl ausgeführt Düsseldorf, 22. Jan.(vwd) Der Exportwert der eisenschaffenden Industrie der Bundesrepublik betrug im Jahre 1951 rund 1,35 Mrd. DM(einschließlich Re-Exporte) gegenüber 750 Mill. 1950 und 260 Mill. 1949. Mengenmäßig stieg die Ausfuhr von Erzeugnissen der Eisen- und Stahlindustrie von 1,518 Mill. t auf 1,776 Mill. t. Der Ausfuhranteil an den Gesamtlieferungen der Eisen- und Stahlindustrie erhöhte sich von 17,4 auf 18,2 v. H. Unter Abzug der ReExporte von 550 000 ergibt sich jedoch ein Rückgang der echten Ausfuhren. Massenkonfektion bevorzugt Bonn. 22. Jan. Die konjunkturelle Abwärtsbewegung im Handwerk hat sich im letzten Quartal 1951 mit Ausnahme des Weihnachtsgeschäftes nach den Vierteljahrsberichten der Kammern weiter fortgesetzt. Neben den erhöhten Löhnen und Materialkosten führt das Handwerk seine Erschwernisse auf die unverkennbare Senkung der Kaufkraft der Bevölkerung zurück, die beispielsweise ihren Bekleidungsbedarf zunehmend bei der Massenkonfektion deckt. Die Bäcker klagen trotz gestiegener Umsätze über die Verschleppung der Subventionszahlung für das Konsumbrot. Die kurze Wirtschaftsinformation Der 1951er wird.gut Die Weinmosternte 1951 bleibt mit 3,11 Mill. hl nach endgültigen Schätzungen des Statistischen Bundesamtes nur um 4 v. H. unter der Rekordernte des Vorjahres mit 3,2 Mill. hl. Die ertragsfähige Anbaufläche von Reben hat sich gegenüber dem Vorjahr um 3000 ha auf 52 500 ha erhöht. Der durchschnittliche ha-Ertrag liegt bei 59 hl Weinmost gegenüber 66 hl 1950 und 43 hl im Durchschnitt der letzten Vorkriegsjahre. Gebietsweise sind allerdings, wie unser Schaubild zeigt, erhebliche Schwankungen zu verzeichnen. Der mit 55 v. H. der Gesamternte als gut bezeichnete Most verspricht auch gute Spitzenqualitäten zu liefern. Dazu hat nach dem im allgemeinen kühlen Sommer vor allem der sonnige Herbst beigetragen. Der Durchschnittspreis für weißes Gewächs beträgt z. Z. 80 DM. für rotes 60 DM je hl. Die meisten Raucher in NRW Bonn, 22. Jan.(lnw) Das Aufkommen aus der Tabaksteuer in Nordrhein-Westfalen belief sich vom 1: April bis 30. September 1951 auf 88,7 Mill. DM. Die Raucher brachten hier dem Staatssäckel im zweiten Kalendervierteljahr 44,3 Mill. DM und im dritten Vierteljahr 1951 etwa 44.4 Mill. DM ein. Die Einnahmen aus der Tabaksteuer sind damit in Nordrhein-Westfalen im dritten Vierteljahr gegenüber dem zweiten Vierteljahr 1951 um 6,2 v. H. gestiegen. Der Bundesdurchschnitt lag bei einer Abnahme von 2,2 v. H. Hansa-Brauerei zahlt Dividende Dortmund, 22. Jan. Die Dortmunder Hansa-Brauerei AG., Dortmund, die am 1. 2. auf ein 50jähriges Bestehen zurückblickt, kann, wie wir bereits gemeldet haben, für 1950/51 eine Dividende auf das 6:5 zusammengelegte AK verteilen, und zwar 5 v. H. auf Stamm- und 4 v. H. auf Vorzugsaktien. Der Rohüberschuß wird mit 6,947(i. V. 5,798) MiII. DM, der Reingewinn nach 1,506(1,023) Mill. DM AnlageAbschreibungen mit 0,352 Mill. DM ausgewiesen. Der Flaschenbieranteil am Gesamtausstoß ist weiter angestiegen. Das Jahr 1951 stand im Zeichen der Normalisierung, denn im April und Mai ebbte die durch„Korea“ verursachte Ueber-Nachfrage deutlich ab. Seit Ende November hat der Industrie-Umsatz allerdings teilweise merklich nachgelassen. Chancen sind normal Nach Auffassung der Bekleidungsindustrie sind hierfür vorwiegend saisonale Gründe (Weihnachtsgeschäft!) maßgebend, die durch die milde Witterung noch verschärft worden sind. Dagegen scheint der durch Krieg und Nachkriegsnot verursachte Nachholbedarf trotz der„Korea“-Vorratskäufe im allgemeinen noch nicht voll befriedigt zu sein, so daß die Chancen für die nächsten Monate als durchaus normal bezeichnet werden. Der Pessimismus, der teilweise in der Bekleidungsindustrie wegen der vorübergehend ungünstigen Absatzlage herrscht, läßt sich zum Teil auch aus dem ungewöhnlich guten Geschäft um die Jahreswende 1950/51 erklären, das zu falschen Hoffnungen verleitet hat. Die Versorgung mit Textilien ist durchweg zufriedenstellend. Die Nachfrage nach ausländischen Wollgeweben ist anhaltend groß, da die ausländische Textilindustrie, indem sie„an der Quelle“ sitzt, Wolle meist preisgünstiger einkaufen kann als die deutschen Fabrikanten, die noch keine Einkaufbüros im Ausland unterhalten dürfen. Hauptlieferanten für Wollgewebe sind zur Zeit Holland, Frankreich, Großbritannien, Belgien und die Schweiz. Im vergangenen Jahr wurden für schätMagnet Rabatt (die) Der Wettbewerb im Einzelhandel wird von Tag zu Tag schärfer. Es gibt sogar schon wieder Rabattmarken. Die Kinder jagen ihnen nach, und kluge Hausfrauen überlegen, daß es sich lohnt, dort zu kaufen, wo man bei 10 DM— 30 Pfennig verdient, nämlich in den Filialbetrieben des Lebensmitteleinzelhandels. Der Einzelhandel aber protestiert; er meint, die Bundesregierung solle ein Rabattverbot erlassen. Inzwischen wachsen die Umsdtze der Filialbetriebe von Woche zu Woche an. Natürlich auf Kosten des kleinen Lebensmittelhändlers, der händeringend zusieht, wie der Rabatt immer höhere Wellen schlägt. Die Mehrzahl der Einzelhändler hat bereits eingesehen, daß man sich allein mit dem Einwand, eine Rendite von 4 bis 5 v. H. lasse keinen Rabatt mehr zu, nicht aus der Affäre ziehen kann. Er muß notgedrungen in irgendeiner Form mitmachen, wenn er nicht das Feld räumen will. Eine Preissenkung brächte dem Käufer dieselben Vorteile wie der Rabatt; aber es fragt sich, oo sie gegenüber dem Magnet Rabatt zugkräftig genug ist. Denn den meisten Hausfrauen fehlt die Zeit, um nachzuprüfen, wo die Ware am billigsten ist. Dagegen spricht es sich wie ein Lauffeuer herum, wenn wieder ein Geschäft Rabatt gewährt. Voraussetzung für Rabatt oder Preissenkung ist allerdings für den kleinen Einzelhändler, daß die Kunden nicht mehr anschreiben lassen. Wenn er nämlich seine Lieferanten in bar bezahlen wurde, könnte er mit dem Skonto des Großhandels die Rabattgabe schon teilweise auffangen. Die Verbraucher würden es besonders begrüßen, wenn sich der Einzelhandel zu einer einheitlichen Rabattgabe entschließen könnte, die in mehreren Geschäften ausgegeben und eingelöst würde, womit zwar die Rabattmarke ihren Charakter als Mittel des Wettbewerbes zum Teil wieder verlieren würde. Der kleine Einzelhandel müßte sich allerdings so schnell wie möglich entschließen, bevor seine Kunden dem Rabatt der Konkurrenz nach- und ihm davongelaufen sind. Für die Textil- und Bekleidungsmesse vom 2. bis 4. 3. in Köln haben sich bis jetzt über 1600 inländische und ausländische Aussteller angemeldet. Der Produktionsindex für die gesamte Industrie ist im Jahresdurchschnitt 1951 auf 130 gegenüber 110 im Vorjahr angestiegen. An der Ausfuhr aus dem Bundesgebiet sind 25 000 Firmen oder ein Drittel aller Industrieunternehmungen beteiligt. Die privaten Bausparkassen hatten Ende 1951 einen Spareinlagenbestand von 395,3 Mill. DM, das sind 120 Mill. DM mehr als im Vorjahr. Ueber die Hälfte des privaten Hausbesitzes gehört nach Erhebungen des Statistischen Bundesamtes Beamten, Angestellten und Arbeitern, teilt der Arbeitgeberverband der Eisen- und Stahlindustrie für Dortmund mit. Der Gesamtgüterumschlag in den Duisburg-Ruhrorter Häfen betrug im Jahre 1951 10 102 234. t. Der Mehrverkehr gegenüber 1950 betrug 77 549 t. 1212 Dampfer und Motorschiffe mit 5 494 065 BRT waren Ende 1951 in der Welt in Bau gegenüber 1169 Einheiten mit 4818 BRT im Vorjahr. Der Nürnberger Bund eröffnet mit über 200 Ausstellern der Haushaltsartikelbranche seine diesjährige Warenbörse. Das brasilianische Mannesmann-Werk, die Sociedad Mannesmann A wird am 25. Januar gegründet. Gewinnanteile für Versicherte Es war für die Versicherungsgesellschaften genau so unbefriedigend wie für die Versicherten, daß in der Lebensversicherung die gewohnte Gewinnbeteiligung an die Versicherten immer noch nicht wieder gegeben werden konnte. Erst über diese Gewinnbeteiligung, so schreibt die Wirtschafts- und Finanzzeitung„Der Volkswirt“, kann die Lebensversicherungsprämie zu dem Nettopreis werden, der den Leistungswettbewerb der Versicherungsgesellschaften sichtbar macht. Es ist verständlich und dürfte auch von den meisten Versicherten nicht besonders hart empfunden worden sein, daß sie während der Jahre zwischen Kapitulation und Währungsreform eingestellt war. Nach der Währungsreform waren die Voraussetzungen für die Gewinnanteile, ordentlich verabschiedete Jahresabschlüsse, infolge der ausstehenden Umstellungsvorschriften nicht gegeben. Sie sind aber jetzt in Sicht. Es könnte vielleicht noch ein Jahr für reguläre Gewinnanteile vergehen. Deshalb haben die Versicherungsgesellschaften auf eine Zwischenlösung gedrängt, die das Aufsichtsamt mit Rundschreiben vom 30. November möglich gemacht hat. Danach kann eine vorläufige Gewinnbeteiligung der Versicherten beschlossen werden, wenn die vorläufige Umstellungsrechnung der Aufsichtsbehörde eingereicht ist, in die DMEröffnungsbilanz mindestens die nötige Rückstellung eingebracht ist und erklärt werden kann, daß in der Zwischenzeit sich offenkundig der eingestellte Betrag nicht vermindert hat. Daraufhin ist die Allianz-Lebensversicherungs-AG, wie wir bereits berichteten, sehr schnell zu einem entsprechenden Beschluß gekommen, der als der erste dieser Art richtunggebend werden könnte, zumal er von der größten Gesellschaft der Sparte kommt. Die Voraussetzungen erlaubten noch nicht wieder die gewohnte Konstruktion der Versichertendividende, wenn sie auch, wie aus der Verlautbarung der Gesellschaft erkennbar, das Ziel bleibt. Die Zwischenlösung ist deshalb ein Produkt der Verhältnisse, wobei man es als vordringlich ansah, in der Beteiligung für die Versicherten eine Art Treueprämie sichtbar zu machen. Somit gibt es bei Abläufen, die nach dem 1. Januar 1951 eintraten und künftig eintreten, die übrigens ein zunehmendes Gewicht bekommen, eine einmalige Schlußdividende von 100 pro Mille. Es werden also bei Ablauf einer Versicherung über 10 000 DM effektiv 11 000 DM gezahlt; bei den kleinen Lebensversicherungen ist sie mit 80 pro Mille etwas geringer. Daneben wird dieser Gewinnanteil auch bei Todesfällen gezahlt, wenn der Tod innerhalb der letzten drei Versicherungsjahre eintritt, allerdings in Drittelung nach unten gestaffelt, immer jedoch bei Todesfällen, wenn diese nach vollendetem 65. Lebensjahr des Versicherten eintreten. Wesentlich bei solcher Gewinnbeteiligung ist jedoch, daß sie sich nur auf solche Versicherungen bezieht, die vor dem 1. Januar 1940 abgeschlossen waren. Darin zeigt sich die Treueprämie und in der Art der Mehrleistung bei Todesfällen wird auch eine sozialpolitische Ueberlegung sichtbar; man hält es für angebracht, die Altersversicherten im doppelten Sinne des Wortes zuerst zu berücksichtigen. So nachteilig die Verzögerung der Gewinnbeteiligung in den vergangenen Jahren empfunden sein mag, so hat sie doch den Vorzug, daß inzwischen die Entwicklung einiger Jahre übersehen werden und deshalb die Beteiligung so gestaltet werden konnte, daß mindestens in diesem Umfang die Kontinuität gesichert erscheint. Man hat den Eindruck, daß bei anderen Gesellschaften die Ueberlegungen ähnliche Grundgedanken haben; ob anderswo die Beteiligung rechnerisch höher oder niedriger ausfallen wird, muß sich zeigen und kann Gegenstand interessanter Beobachtungen werden. Eine Uebergangslösung ist naturgemäß nicht so verfeinert wie es auch wohl die Gesellschaft gewünscht hätte. Auch steckt der Umfang der vorläufigen Beitragsrückstellung in der DM-Eröffnungsbilanz einen relativ engen Rahmen, der selbst dann noch keine verfeinerte Dividende erlauben würde, wenn die rechtlichen Voraussetzungen andere wären. Man darf hoffen, daß im Laufe des Jahres mit den DM-Eröffnungsbilanzen auch die inzwischen fällig gewordenen Jahresabschlüsse verabschiedet werden können. Dann könnte es auf Grund des Verlaufes der ersten DM-Jahre und der Aspekte auf die mögliche Entwicklung möglich werden, zu den üblichen Formen der Beteiligung der Versicherten zurückzukehren, und zwar auch für die laufenden Versicherungen. Jedenfalls ist jetzt der Anfang sehr schnell gemacht, sobald die rechtlichen Voraussetzungen geschaffen waren. Wenn damit die Lebensversicherung eine Anregung erfahren und die Konstanz ihrer Verträge eine Stütze gewinnen sollte, so wäre das ein wertvolles Stück fakultativer Kapitalmarktpflege, das unsere Volkswirtschaft gut gebrauchen kann. Schlachtviehmärkte in NRW Auftrieb und Preise am 22. Januar Rinder Auftr. Ub. Preise Markt Ochsen Bullen Kühe Färsen Hamm 30—— 90—110 93—105 63—106 Iserlohn 91— 107 100—108 60—115 98—117 Lüdensch. 44— 99—109 100—110 60—109 100—113 Münster 40—— 106—112 65—100 85—100 Schweine Auftr. Ub. Preise üb. 100 kg Specksauen u (A, BI, B2 and. Sauen Markt u. C)(Gi u. G2) Hamm 201— 115—129— Iserlohn 259— 115—132 118—123 Das Schrottaufkommen der Bundesrepublik betrug im Dezember 417 000 t gegenüber 437 000 t im Vormonat. Rheinisch-Westfälische Börse Düsseldorf, 22. Januar. Anhaltend weiter fest, auch Montanwerte wieder im Kurse anziehend.— Es wurden notiert(Vortagskurse in Klammern): Accu 213 bz B(—); AEG 54 bz (53 bz); BMW 62 bz(52 bz): IP-Bemberg— G (— G); Buderus—(—); Daimler—(98 bz B); Demag 164 bz(160 bz G r); Dt. Erdöl—(145 bz B); Dortm. Actien 75 bz(72 bz); Dortm. Ritter:8 G(88 bz); Dortm. Union 75½ bz(75½ bz G): Feldmühle—(—); Felten u. Guilleaume 115 bz B(—); Gutehoffnungshütte 215—224 (215—223); Harpener Berg—(270 G): Hoesch 230 bz(233 bz); Klöckner 2301/ bz(229 bz): Mannesmann—(180 bz); Rhein. Braunk.— G (238 bz G r); Rheinstahl 200 bz(201 bz)? RWE —(153½ bz): Rütgerswerke 74 B(74 B); Salzdetfurth 132 bz(—); Siemens u. Halske 104 bz G(102½ bz G r); dito Vorzüge—(—); Ver. Stahl 205½ bz G(203 bz); Westd. Kaufhof 120 bz G(118½ bz); Westf. Dinnendahl 195 G(195 G); Wintershall 126 bz B(—); Zellst Waldhof —(—); 4% Westd. Bodenkr. 80 G(80 bz G); 5½ Ess. Steink. 110 G(110 G); 4% Gelsenberg 82½ G(82½ G); 5% Komm. El. Mark 88 G (88 bz); 4½% VEW V. 1940 80 G(30 G); 4% Hoesch v. 1939 9½ B(9½ bz G). Bis 31. Januar muß Karte für Helsinki bestellt sein 2000 deutsche Zuschauer täglich dalei Reisemöglichkeiten noch unklar/ Im eigenen Wagen weite Umwege Frankfurt. Wer als Zuschauer zu den Olympischen Sommerspielen nach Helsinki fahren will und kann, wird sich bald entscheiden müssen. Für Deutschland stehen insgesamt 43 000 Karten— das bedeutet, daß täglich rund 2000 deutsche Zuschauer im Stadion sein können— zur Verfügung; aber die Wünsche übersteigen die Zahl doch bei weitem. Dabei ist noch Voraussetzung, daß auch die erforderlichen Devisen zur Verfügung gestellt werden; denn in Finnland muß alles— Eintrittskarten, Quartier und Aufenthaltskosten— in Dollars bezahlt werden. Und dementsprechend sind auch die Preise... Die Kartenverteilung liegt ausschließlich in Händen des NOK, das in Frankfurt a. M. eine eigene Kartenstelle im Gebäude der Frankfurter Bank, Neue Mainzer Str. 71—73 eingerichtet hat. Eintrittskarten können hier bis zum 31. Januar beMit Harder und Giele Handball-Auswahl gegen Dänemark Lübeck. Nach den beiden Probespielen in Kiel und Lübeck hat der Deutsche HandballBund für das Kieler Hallenländerspiel gegen Dänemark am kommenden Sonntag folgende Mannschaft aufgestellt: Asmussen(Spfr. Flensburg); Vick, Maychrzak(beide Polizei Hamburg); Sievers(TV Hassee-Winterbek): Schützo(Berliner SV 92). Isberg(Polizei Hamburg), Kuchenbecker; Harder(beide Spfr. Flensburg), Giele(Victoria Hamburg) Dahlinger(TV Hassee-Winterbek). Ersatz: Singer(Polizei Hamburg) als Torwart, Janelt(Spfr Flensburg) und Podolske (TV Hassee-Winterbek) als Feldspieler, Kanuverband ganz groß Wichtigste Regatta-Termine in NRW Wuppertal. Auf der Vorstandssitzung des Kanuverbandes Nordrhein-Westfalen in Wuppertal wurden die Regattatermine des Verbandes festgesetzt. Am 26./27. April beginnt die Saison mit den Bezirksregatten und endet nach zwölf Veranstaltungen am 9. August. Die Verbandsmeisterschaften Nordrhein-Westfalen finden am 28./29. Juni in Duisburg oder Essen statt. Die wichtigsten Termine für NRW: 26./27. April: Bezirksregatten: 3./4. Mai: Bezirksgruppenregatten(Langstrecke) in Bochum für Westfalen; 17./18. Mai: Langstrecken- und Prüfungsregatta in Essen; 7./8. Juni: Frühjahrsregatta in Herdecke: 7./8. Juni: Internationale Regatta in Trier(Veranstalter Deutscher Kanuverband); 28./29. Juni: Verbandsmeisterschaften in Duisburg oder Essen; 5./6. Juli: Deutsche Kanumeisterschaft in Hamburg; 19. 20. Juli:„Blaues Band der Weser“ in Minden; 26./27. Juli: Einladungsregatta in Wanne-Elckel; à August: Internationale Regatta in Essen. stellt werden. Bei der Zuteilung werden die Jugend- und Sportverbände sowie die Mitglieder der Deutschen Olympischen Gesellschaft bevorzugt. Ueber die Reisemöglichkeiten bestehen noch manche Unklarheiten. So sind Gesellschaftsreisen mit der Eisenbahn wenig wahrscheinlich. Flugzeugreisen kommen schon wegen der Devisen für Zuschauer kaum in Frage, und mit dem eigenen Wagen können weite Umwege notwendig werden. Kein Visumzwang Helsinki. Die finnische Regierung will für die Dauer der Olympischen Spiele(19. Juli bis 3. August) den Visumzwang aufheben, um den Reiseverkehr für die zu erwartenden 150 000 ausländischen Gäste zu erleichtern. Suzanne Morrow und Dick Button Garmisch-Partenkirchen. Bei dem Internationalen Eiskunstlauf-Wettbewerb der Garmischer Wintersportwoche wurden die Pflichtläufe der Damen und Herren ausgetragen. Bei den Damen konnte sich die Kanadierin Suzanne Morrow mit 99,78 P. an die Spitze setzen Den zweiten Platz hält die Deutsche Meisterin 1952, Erika Krafft(Rießersee) mit 90,16 vor Gundi Busch(Köln) mit 88,14 P. Bel den Herren führt Dick Button(USA) mit 106.88 P. vor Europameister Helmut Seibt (Oesterreich), 4. Freimuth Stein(Deutschland). Die Deutsche Eistanzmeisterschaft gewann das Krefelder Paar Marlles Schroer Curt Müller mit Platzziffer fünf und Note 36,81 im Garmischer Olympla-Stadion. Der finnische Skiverband hat die deutsche Spitzenklasse zur Teilnahme an internationalen Skiwettkämpfen am 8./9. März in Salpausselkae eingeladen. Der DSV hat seine Teilnahme zugesagt. Schlee leitet Schalke— Katernberg Schiedsrichter für den 27, Januar Düsseldorf.(sid) Für die acht Punktespiele der 1. Liga West am 27, Januar werden die Schiedsrichter wie folgt bekannt: Schröder(1. FC Köln— Fortuna Düsseldorf), Guizetti(Rot-Weiß Essen— SpVg Erkenschwick), Loser(Rheydter SpV— Hamborn 07), Hetfeld(Alemannia Aachen— STV Horst), Balzer(Bayer Leverkusen— Preußen Dellbrück), Schüller(Preußen Münster— Schw.Weiß Essen), Schlee(Schalke 04— Spfr. Katernberg), Nettekoven(Meidericher SpV gegen Borussia Dortmund). 1952 nicht gegen Deutschland. Wie aus einer Vorstandssitzung des Oesterreichischen Fußball-Verbandes bekannt wird, gibt es 1952 kein Länderspiel gegen Deutschland. Es darf damit gerechnet werden, daß die RückspielBegegnung Deutschland-Oesterreich erst 1953 ausgetragen wird. rctuelle Vozschau Die Torjäger Weiter Bubi Hetzel Düsseldorf. Während die Spitzenreiter der übrigen deutschen Ligen am 20. Januar ohne Erfolge blieben, schob sich der Öffenbacher Preißendörfer durch zwei Treffer beim 7:1 über Waldhof hinter dem in der gesamtdeutschen Torjäger-Liste führenden Neunkirchener Siedl(22) gemeinsam mit Woitkowiak(HSV) mit je 18 Toren auf den zweiten Platz. In den einzelnen Ligen ergeben sich folgende Spitzengruppen: 1, Liga Nord: Woltkowiak(HSV) 18, Harden(HSV) 17, Bertram(Arm. Hannover),O Meyer(VfL Osnabrück) und Petersen(Concordia Hamburg) je 16. 1. Liga Süd: Preißendörfer(Offenbacher Kickers) 18, S. Kronenbitter(Stuttgarter Kikkers) 15, Lipponer(SV Waldhof), Baas und Schreiner(Öffenbacher Kickers) je 11. 1. Liga West: Hetzel(Meidericher SV), Rahn (RW Essen) je 17, Termath(RW. Essen) 15, Schemmerling(1. FC Köln) 13. 1. Liga Südwest: Siedl(Neunkirchen) 22, Lebefromm(Mainz 05) 16, Wanger(1, FC Kaiserslautern), 15 Stadtliga Berlin: Schmutzler(Tennis-Borussia) 20, Rauh(Alemannia 90) und Wolff(Nordstern) je 15, Paul(Hertha BSC) 13. FC Schalke 04 an der Spitze Die zweiten Garnituren Essen. Schalke 04 behauptete in der Tabelle der Reserve-Mannschaften die Führung mit einem sicheren 3:1-Erfolg bet Borussia Dortmund, Vielseitige Nationalspieler Kopenhagen. Für den beruflich verhinderten Verbinder Steen Petersen(Helsingör) wurde der als Fußball-Nationalspieler hervorgetretene Aage Rou Jensen(Aarhus GF) in die dänische Mannschaft berufen, die am Sonntag in der Kieler Ostsee-Halle zum Hallenhandball-Länderspiel gegen Deutschland antritt. Die Verbindung Fußballspieler und Hallenhandballspieler ist in Schweden und Dänemark durch die Winterpause im Fußball sehr häufig Das bekannteste Beispiel ist der zur Zeit populärste dänische Fußballspieler Knud Lundberg, der auch 20mal im Hallenhandball das Nationaltrikot trug. 1. Viktoria Aschaffenburg— Offenbacher Kickers(Hinspiel 1:4). Die Aschaffenburger wollen nicht nur den Klassenverbleib sichern. Ihre Position ist augenblicklich so, daß sie mit 19:19 Punkten einen sehr guten Mittelplatz besetzt halten. Die Offenbacher haben bei 5 bzw, 6 Punkten Abstand zum zweiköpfigen Spitzengespann selbstverständlich noch nicht alle Hoffnungen aufgegeben, Sie werden auch in Aschaffenburg alles wagen, Es müßte mindestens zu einem Remis reichen.— Ausbeute: Viktoria. S, N, S, U; Kickers: S, U, U, S.— Unser Tip: 0. 2. Meidericher SpV— Borussia Dortmund (Hinspiel 5:4). Wer das Spiel im Stadion Rote Erde gesehen hat, weiß, daß die Dortmunder damals nur auf Grund schwacher Torwartleistungen verloren. Borussia hat nach dem Spiel gegen Schalke selbst in Meiderich eine Chance, wenn von Beginn an auf Sieg gespielt wird.— Ausbeute: SpV: S, S, N, N; Borussia: N, S, U. S.— Unser Tip: 2. 3. TuRa Ludwigshafen— 1. FC Kaiserslautern(Hinspiel 0:8). Keine Chance für die Platzherren, die wahrscheinlich ihre ganze Spielkunst darauf verwenden werden, nicht zu hoch unter die Räder zu kommen.— Ausbeute: TuRa: S, U, N, N; 1. FC: S, S, S, S. — Unser Tip: 2. SPORT AUS ALLER WELT Die Deutsche Olympische Gesellschaft erzielte bisher eine Einnahme von 577 000 DM, von denen dem NOK 180 000 DM zugewiesen wurden. Während die Finanzierung der Winterspiele in Oslo gesichert ist, muß die DOG für die deutsche Expedition nach Helsinki noch rund 800 000 DM aufbringen, Weltmeister Anderl Ostler holte sich nach hartem Kampf den Titel eines Deutschen Meisters im Viererbob. Fünfmal über 16 m stieß der riesige Engländer John Savidge die Kugel bel einer Vorführung. Mit 18,89 m erzielte Savidge hierbei eine Weite, die in Europa bisher nur der Este. Heino Lipp übertraf. Schwergewichts-Boxweltmeister Joe Walcott muß innerhalb der nächsten 14 Tage einen Vertrag über einen Titelkampf gegen einen anerkannten Herausforderer unterschreiben, andernfalls, so wurde bekanntgegeben, wird Walcott der Titel abgenommen, Enghien Ergebnisse vom 22. Januar: 1. R.: 1. Fee des Neiges(G. Roussel), 2. Fragilite, 3. Fortune. Sieg 42, Platz 21, 22, 57. 2. R.: 1. Esorus(G. Riaud), 2. Epi, 3. Espoir Clayettois. Sieg 69, Platz 17, 14. 16. 3. R.: 1. Eumele(R. C. Maillard), 2. Epi d'Or. Sieg 13, Platz 11, 29. 4. R.: 1. Durcet(R. C. Simonard), 2. Doelmann F. 3, Duchesse d'Albany B Sieg 24, Platz 14, 18, 54. 5. R.: 1. Adour(M. Guigot), 2. Cascadeur 2, 3. Carentan. Sieg 85. Platz 24, 15, 24. 6. R.: 1. Dalentine(R. C Simonard), 2. Duchesse Orange, 3. Digitale. Sieg 46, Platz 19, 39, 36 7. R.: 1. A1axH (O. Hachin), 2. Civa. 2. Ali Baba 5. Sieg 410, Platz 71 18, 35. 4. Eintracht Frankfurt— Bayern München (Hinspiel 1:0). Seit dem Hinspiel hat sich vieles geändert. Die Bayern haben endlich den Faden gefunden, den sie auch in Frankfurt erfolgreich weben wollen. Erschwerend allerdings ist, daß die Eintrachtler ihren Heimnimbus unter allen Umständen erfolgreich verteidigen wollen.— Ausbeute: Eintracht: S, U, S, S; Bayern: N, S, N, U.— Unser Tip: 1. 5, Bayer Leverkusen— Preußen Dellbrück (Hinspiel 1:0). Die Form der Leverkusener schwankt seit einigen Wochen. Vielleicht bringen die Preußen das Kunststück fertig, den Gastgebern die erste Niederlage(zu Hause) beizubringen. Ausbeute: Bayer: S. N, U, U; Preußen: N, S. N, N.— Unser Tip: 0. 6. SV Waldhof— Stuttgarter Kickers, Zu Hause sind die Waldhöfer erst vom 1. FC Nürnberg beider Punkte beraubt worden. Die Stuttgarter werden also viel tun müssen, wenn zie wenigstens einen Punkt mitnehmen wollen.— Ausbeute: SV: S. N, U, N; Kickers: S. N, N, U.— Unser Tip: 1. 7. FC Schalke 04— Sportfreunde Katernberg(Hinspiel 1:4). Das war damals ein Paukenschlag. Die Schalker werden alles daransetzen, sich für die Lindenbruch-Niederlage zu revanchieren. Es müßte gelingen.— Ausbeute: 04: S, N, S, N; Sportfr.: N, U, U, S. — Unser Tip: 1. 8. Preußen Münster— Schwarz-Weiß Essen (Hinspiel 1:3). Das war damals die zweite Sensation, Die Preußen haben alles auf Revanche abgestellt. Voraussetzung ist allerdings, daß sich der Sturm endlich wieder in alter Frische vorstellt.— Ausbeute: Preußen: U, U, U, S; Schwarz-Weiß: N N, U, U.— Unser Tip: 1. 9. SpVg Weisenau— Wormatia Worms. Der Tabellenletzte wird sich bemühen müssen, die Niederlage nicht zu hoch ausfallen zu lassen.— Ausbeute: SpVg: N, N, N, N; Wormatia: S. S, N. S.— Unser Tip: 2. 10. Hannover 96— Arminia Hannover(2:3). Ein Orts-Derby. Sie wissen ja, Voraussagen werden in diesen Spielen meist kopfgestellt. — Ausbeute: 96: N, S. N, S: Arminia: S, S. U, S.— Unser Tip: 0. 11. VfR Kaiserslautern— Borussia Neunkirchen, Wenn Willimowski durch die Borussen in seinem Tatendrang eingeengt werden kann, ist für die Neunkirchener schon viel gewonnen.— Ausbeute: VfR: N. S, S; Borussia: U, N, S. N.— Unser Tip: 1. 12. Lüneburger SK— Concordia Hamburg (Hinspiel 4:3), Schon in Hamburg blieben die Lüneburger 4:3 siegreich, Zu Hause müßten sie wenigstens ein Remis schaffen können.— Ausbeute: SK: N, U, N, N; Concordia: S, U, U, N.— Unser Tip: 0. 13. VfB Mühlburg— SpVg Fürth. Der Platzvorteil dürfte entscheidend sein.— Ausbeute: VfB: N, N, S, N; SpVg: N, N, U, S. — Unser Tip; 1. 14. Rheydter SpV— SV Hamborn 07(Hinspiel 2:3). Die Rheydter sind Favorit.— Ausbeute: SpV: S, N, U, U: 07: N, S. N, N.— Unser Tip: 1. Nummer 18 Mittwoch, 23. Januar 1952 Ein Raum für 23 000 Menschen/ Westfalenhalle öffnet sich am 2. Februar Aufnahmen: Rudi Merker Von unserem Redaktionsmitglied Herbert Wiegand Dortmund. Den Dortmundern hat es keine Ruhe gelassen, daß der Name ihrer Stadt in der Vorkriegszeit durch die Westfalenhalle in alle Welt getragen wurde. Wie das geschah, deutete im Frühjahr 1926 recht kühn der Chefredakteur von„Les Sports“, Brüssel:„... Paris ist eine Bahnhofshalle neben diesem fabelhaften Bauwerk, das gestern ein Zirkus war, heute eine Radrennbahn und morgen ein Hippodrom ist...— Heinrich George und Max Schmeling standen in dieser Halle, die 1944 bis auf die Umfassungsmauern niederbrannte. Eine neue Halle ist aus Stahl und Glas gewachsen, Ausländer sagen:„Mit einem Höchstfassungsvermögen von 23 000 Zuschauern ist sie die modernste und größte Sporthalle der Welt." Am 2. Februar 1952 soll der Bundespräsident die glanzvolle Arena öffnen. Das wird eine Stunde sein, in der es kaum geziemt, die Schlagworte„Massenseele“ und„Zirkus“ hervorzuholen. Die alte Westfalenhalle hätte man zwar noch mit dem„Zirkus Maximus“ in Rom vergleichen können, in dessen wassergefüllter Arena Augustus 36 Krokodile erlegte und Nerò die Christen zu Tode folterte. Die vernichtete Sportstätte der Westfalen war, Aus Westdeutschland „Nicht Schuldig“ erklärten sich zwei britische Soldaten, die vor dem britischen Kriegsgericht in Düsseldorf stehen. Sie sollen beim Ueberfall auf ein Café in Velbert einen deutschen Zivilisten erschossen haben. In einem mit Wasser gefüllten Straßengraben bei Tecklenburg ertrank ein 64jähriger Mann, der von der Fahrbahn abkam und dabei vom Fahrrad stürzte. In das Schlafzimmer seines Meisters drang in Erkelenz nachts ein Lehrjunge ein, um Geld zu stehlen. Der Meister erwischte ihn im Dachfensterrahmen. Der Junge schnitt ihn mit einer Glasscherbe, worauf der Meister ihn mit einem Beil am Bein schwer verletzte. Schäden an früher beschlagnahmten Grundstücken, die von der Besatzungsmacht bis zum 31. 12. 1947 freigegeben wurden, müssen den Preisfeststellungsbehörden der Stadt- und Landkreise in NordrheinWestfalen bis zum 15. Februar 1952 gemeldet werden. 600 Pädagogen aus Nordrhein-Westfalen nehmen an einer pädagogischen Tagung des Allgemeinen Deutschen Lehrer- und Lehrerinnen-Verbandes in Bielefeld teil. Ein eigenes Freizeitenheim für Jungbergleute will die evangelische Kreissynode Essen erstellen, um in regelmäßiger Folge und ohne große Unkosten Freizeiten für Jungbergleute durchführen zu können. „Acht-Tage-Kurse für Arbeiter“ führt das Rheinische Männerwerk im Februar und März im Freizeitenheim Hasensprungmühle bei Leichlingen durch. Sie dienen zur Vorbereitung für den Besuch der Evangelischen Sozial-Akademie in Friedewald. Weil er drei Bestimmungsmensuren mit scharfen Waffen geschlagen hat, wurde der Student von Studnitz für das Wintersemester an der Universität Göttingen gestrichen. Vom dortigen Landgericht war er von der Anklage, des Zweikampfes mit tödlichen Waffen freigesprochen worden. Bettler als Hausbesitzer Deutsche Presse-Agentur Krefeld. Bei einem beiderseitig beinamputierten Bettler fand die Polizei einen Vertrag über den Kauf eines Hauses im Werte von 68 000 DM. Nach eigenen Angaben bezieht der Bettler eine monatliche Rente von 130 DM. Seit längerer Zeit bettelt er in der Krefelder Innenstadt. Er ist vor zwei Jahren illegal aus der Ostzone zugewandert. wie die Rennbahn der römischen Kaiser, aus Holz gebaut. Dortmund ist eine Stadt, über der die Hochöfen ewig glühen, die Werke schließen in der deutschen Stahlbilanz mit dem höchsten Anteil. Mit diesem Stahlbau darf die Stadt hervortreten. Den Berg- und Hüttenleuten, die ohne Taglicht und in Hitze schuften, hat sie auf einem der höchsten und breitesten Hügel der Gemarkung dieses Monument errichtet. Die besten Konstrukteure Die Architekten und Ingenieure haben den Rohstoff der Ruhr in erhabener Figur geformt. In dem Riesenoval, 97 mal 117 Meter, nimmt kein Pfeiler die Sicht zum Redner oder Boxer. 20 Stahlbinder, die nach der Mitte frei vorgebaut sind, tragen das Dach. Um dieses Gerippe zieht sich in der Form der zirzensischen Ellipse das fünf Meter breite Band aus Glas. Die Stahlbauer haben eine Genugtuung, die wagemutige Montage kostete kein Menschenleben. Sie glauben, daß dieses kaltblütige Skelett noch nirgendwo in der Welt gebildet wurde. Fünf Dortmunder Stahlbaufirmen, deren Werke zwischen Nord- und Südpol stehen und bewundert werden, haben ihre besten Konstrukteure an einen Tisch gesetzt und die Statik der imposanten Kuppel überlegen lassen. Die Verantwortung für die 1680 Tonnen schwere Stahlkonstruktion übernahmen zwei Männer: v. Hoyningen-Huene und Lakomy. Nervöse Westfalen 35 000 Kraftfahrer, die aus allen Richtungen der Windrose täglich den Ruhrschnellweg passieren, sahen dieses Werk wachsen. Wie Ameisen krochen die Monteure über die breiten Stahlfinger. Seitdem nun das breite Glasband um die Stahlträger gezogen ist, haben die Dortmunder etwas von ihrer westfälischen Ruhe eingebüßt. Manchem steigt sogar das Blut zu Kopf, wenn er das Wort„Westfalenhalle“ spricht. Unter Direktor Wortelmanns „Käseglocke“ möchten alle möglichst bald sitzen. Senatoren und Ritter Die Westfalenhalle hat ihr Ursprungsbild im römischen Amphitheater, der riesenhaften Rundbühne der Antike. Senatoren und Ritter saßen vor 2000 Jahren auf den treppenförmig emporsteigenden Sitzreihen, die den Raum in geschlossener Welle hochziehen. Sie hatten aber nicht ein solches Dach über dem Kopf. Die Bergwerksdirektoren und die Hauer haben ihre Muße hier bei jedem Wetter. Unrast der Gruben Die Halle braucht ein großes Publikum; dabei könnte man kritisch die in sie hineingesteckten Millionen betrachten.— Der alten Halle hielten die Einwohner ganz Westfalens und auch des Rheinlandes die Treue. Sie war bei den Veranstaltungen wenigstens bis auf 10 v. H. besetzt. Jetzt soll man wieder die Eisprinzessinnen, die Männer der starken Fäuste, die Redner der ersten Garnitur, die Turnierreiter, die Mimen und die Rennfahrer dort sehen. Die Menschen unseres Landes haben einen Platz gefunden, an dem sie andächtig oder laut die Unrast der Gruben und Fabriken abladen. Schädel lag auf Touristen-Pfad Geheimnisvoller Tod am„Berg für alte Leute"/ Mord? Eigener Bericht Immenstadt. Auf einem viel begangenen Touristen-Pfad zwischen Burgberg und Immenstadt im Allgäu fand im Herbst 1950 ein Bauernbursche einen menschlichen Schädel. Dieser wurde kürzlich in Frankfurt zu Grabe getragen. Er soll der 18jährigen Ilse Anke gehören, die im Januar 1948 als Wintersportlerin zwischen Burgstadt und Immenstadt verschwand. Sie hatte ihren Weg über den als völlig sicher bekannten„Berg für alte Leute“ genommen, so nannten Einheimische und Touristen den„Grünten“. In der Unglücksnacht gingen gewaltige Schneemengen über den Allgäuer Alpen nieder. Rettungsmannschaften mußten umkehren. Um die gleiche Zeit fand aber auch ein Feuergefecht zwischen Wilddieben und amerikanischen Soldaten statt. Kam Ilse Anke dabei ums Leben? Der Verdacht, daß sie einem Verbrechen zum Opfer fiel, kam auf, weil außer dem Schädel keine Ueberreste von Körperteilen gefunden wurden. Die Kriminalpolizei konnte bisher das Geheimnis um den Tod der jungen Frankfurterin nicht entschleiern. Ins Kino nur mit Brille Eigene Meldung Hamburg. In den Hamburger HochhausLichtspielen muß sich zur Zeit jeder Besucher eine besondere Brille aushändigen lassen, weil er ohne sie nicht in den Genuß des Filmes kommen kann. Augenblicklich werden dort zum erstenmal in der Bundesrepublik die plastischen Filme vorgeführt, die im vergangenen Jahr bei den britischen Festspielen und später bei der Industrieausstellung in Berlin Hunderttausende von Gästen in ihren Bann zogen. Die Betrachtung der Filme macht es notwendig, besondere Brillen zu benutzen. Aus Gram zum Gift gegriffen Deutsche Presse-Agentur Cloppenburg. Eine dreiköpfige Flüchtlingsfamilie in Cappeln, die mit dem Hausbesitzer in Streit lebte, vergiftete sich mit Veronal. Als man in die Wohnung eindrang, waren die 6ljährige Witwe und ihre zehnjährige Enkelin schon tot. Die 31jährige Mutter des Mädchens gab noch schwache Lebenszeichen von sich und ist jetzt im Krankenhaus außer Lebensgefahr. Neues Gleitverschluß-Patent Deutsche Presse-Agentur Groß-Sachsenheim(Württemberg). Eine dreimal so große Reißfestigkeit als die bisher bekannten Zahnreißverschlüsse soll ein „Gleitverschluß“ besitzen, auf den eine hiesige Firma Patent erhielt. Die zahnlose Doppelspirale des Verschlusses besteht aus einer glatten und einer genockten Spirale aus Chromnickelstahl oder Stahldraht. Die Windungen liegen so dicht, daß jedes Einklemmen von Stoff oder Haut vermieden wird. Haupfangeklagter: Geselle Muth Rombergpark-Prozeß begann/ Gestapo vernichtete 300 Menschen/ Erschossen und verscharrt Vonunserem Ka.-Redaktionsmitglied Dortmund. 300 Polen, Russen, Franzosen, Kommunisten, Widerstandskämpfer und auch einige Gestapo-Angehörige endeten in den Tagen vor dem Zusammenbruch in Dortmund, Hemer bei Iserlohn und Hunswinkel im Sauerland durch Genickschuß von Gestapobeamten, Nach sechs Jahren, in denen die Militärregierung vier Jahre für Ermittlungen brauchte und nicht erfolgreich abschloß, ein Sonderdezernat bei der Staatsanwaltschaft Dortmund sich ein Jahr lang bemühte, Licht in das Dunkel über die Vorgänge der Erschießungen Nur die Portofreiheit blieb Fürst Albert von Thurn und Taxis, Erb-General-Postmeister, starb Deutsche Presse-Agentur Regensburg. Fürst Albert„Regierender Fürst des Hauses von Thurn und Taxis, Herzog zu Wörth und Donaustauf“ starb im Alter von 85 Jahren in seiner Regensburger Residenz an den Folgen einer Lungenentzündung. Er war der letzte ErbGeneral-Postmeister. Die Fürsten von Thurn und Taxis richteten die ersten regulären Postverbindungen in Europa ein und erhielten schon im Jahre 1595 im Heiligen Römischen Reich die General-Ober-Postmeister-Würde. Bis Mitte vorigen Jahrhunderts hatten sie von den meisten Landesherren die Postgerechtsame in Pacht erhalten. Ihr Postgeneralat ging später an Oesterreich, Belgien und Preußen. Für Fürst Albert blieb als einziges Privileg zuletzt die Portofreiheit übrig. Der Verstorbene hinterläßt seine Frau, Fürstin Margarete, mit der er im Vorjahr die Diamantene Hochzeit feierte, sechs Kinder und 22 Enkel. zu bringen, gelang es, 37 ehemalige Gestapo-Beamte und Angestellte für hinreichend verdächtig der Beihilfe zur vorsätzlichen Tötung, der Aussageerpressung und in Tateinheit damit der vorsätzlichen gefährlichen Körperverletzung zu befinden. Der erste Verhandlungstag in dem„Rombergpark-Prozeß“— unter dieser Bezeichnung läuft das Verfahren— fand gestern statt. 27 Angeklagte Im ersten Abschnitt des Prozesses stehen 27 Angeklagte in der Anklagebank. Zehn Verteidiger stehen ihnen zur Seite. Noch öffnete sich nicht der Vorhang zu dem blutigen Drama, das in seiner Grauenhaftigkeit nur in einer Zeit entstehen konnte, in der die Gesetze von Moral und Menschlichkeit keine Geltung mehr hatten und blutiger Terror seine Geißel schwang: vor dem Zusammenbruch. So viel aber wurde festgestellt, 300 Menschen sind erschossen worden. Mit Draht gefesselt, wurden sie nachts in das Waldgelände des Rombergparks in Dortmund-Brünninghausen und in (Raclie ist sub Von C. G. Alexander Der Kapitän des Frachtdampfers „Nausikas“, John Achternkick, war ein oller, ehrlicher Seebär und weit und breit für seinen Gereciltigkeitssinn, aber auch für seine an Pedanterie grenzende Genauigkeit bekannt. Nun geschah es, daß sich anläßlich eines Landurlaubs in Aalborg sein erster Maat, ein Däne, an dem gleichfalls weit und breit bekannt und beliebten mzigprozentigen Aalborger Tafelaquavit ganz fürchterlich bezechte. Dergleichen soll in der christlichen Seefahrt mitunter vorkommen. Prompt fand der wackere Sven Jörgensen am anderen Morgen im Logbuch folgende Eintragung:„Der erste Maat war vergangene Nach betrunken.“ tun. Der Käptn wisse genau, daß er, Sven, ein tüchtiger und pflichtgetreuer Maat sei, und schließlich sei er zur Zeit des Vorkommnisses außer Dienst gewesen. Nichts half. Käptn Achternkick ließ sich nicht rühren. Sven Jörgensen flehte fast auf Knien um Milde. Er wies seinen Vorgesetzten darauf hin, wie abträglich eine solche Eintragung seinem Rekord bei einer neuen Heuer sein könne, und daß seine Seemannsehre auf dem Spiel stehe. Käptn Achternkick schüttelte den Kopf und erwiderte eisig:„Sie waren vergangene Nacht betrunken. Jörgensen. Dammich, an dieser Tatsache gibt es nichts zu deuteln. Die Eintragung bleibt bestehen.“ Tja, da war nichts zu machen. Gekränkt und mit verbissener Wut nahm der Maat seinen Dienst wieder auf. In der kommenden Nacht fiel ihm die Pflicht zu, für die Zeit seiner Wache die nächste Eintragung im Logbuch vorzunehmen. Das tat er mit einer böswilligen Genauigkeit, die Zutiefst unglücklich und jäh ernüchtert die seines unnachgiebigen Chefs noch in begab sich Sven zu Käptn Achterkick und bat ihn inständig, die Eintragung zu streichen. Er sei nie zuvor betrunken gewesen, der Käptn möge ihm zugute halten, daß Aalborg gewissermaßen sein Heimathafen dei, und er werde es bestimmt nie wieder den Schatten stellte. Käptn Achternkick las am Morgen darauf— nicht minder betroffen als sein Maat vierundzwanzig Stunden zuvor— den unbestreitbaren richtigen Vermerk:„Der Käptn war vergangene Nacht nüchtern.“ Für Priester-Nachwuchs Deutsche Presse-Agentur Paderborn. Das erzbischöfliche Knabenseminar beginnt Östern mit einem zweijährigen Förderkursus für Jungen im Alter von zwölf bis vierzehn Jahren, die Eignung zum Priesterberuf zeigen, aber nicht rechtzeitig das Gymnasialstudium begonnen haben. Vier große Zeltlager Eigene Meldung Witten. Auf Grund der Erfahrungen des Vorjahres beabsichtigt der Westdeutsche Jungmännerbund, auch in diesem Jahr vier große Sommerzeltlager in der Nähe von Oerlinghausen am Teutoburger Wald durchzuführen. Es sind vorgesehen: ein internationales Sommerzeltlager vom 9. bis 21. Juli sowie drei Bundeszeltlager vom 22. bis 31. Juli, 2. bis 15. August und 16. bis 29. August. Ein erstes Bundesturnfest ist vom 4. bis 6. Juni in Hagen geplant. Forschungszentrale in Tokio Deutsche Presse-Agentur Münster. Der aus Westfalen gebürtige Generaldelegat des Franziskanerordens im Fernen Östen, Pater Alfons Schusenberg, eröffnet als Ersatz für das aufgegebene Institut in Peking(China) eine Sprachforschungszentrale in Tokio. Auch historische Forschungen sind beabsichtigt. Den Skifahrern zur Freude Deutsche Presse-Agentur Winterberg. Bei einer Gesamtschneehöhe von 77 cm, davon 5 cm pulvrigen Neuschnees, und minus drei Grad Temperatur bieten sich den Skifahrern und Rodlern im Hochsauerland gute Sportmöglichkeiten. Bei absinkenden Temperaturen und starken Südwestwinden ist mit weiteren Schneefällen zu rechnen. Hauptangeklagter Muth Aufnahme: R. Merker Dortmund-Bittermark gefahren oder zu Fuß geführt und durch Genickschuß umgebracht. Die Leichen wurden in Bombentrichtern verscharrt. Nach dem Einmarsch der alliierten Truppen wurden die Opfer ausgegraben. Hauptschuldige verschwunden Die Hauptschuldigen, der Leiter der Gestapo in Dortmund, Oberregierungsrat Roth, und seine rechte Hand, Kriminalrat Söchting, wurden an Jugoslawien ausgeliefert und sind dort hingerichtet worden. Sämtlichen Gestapoangehörigen wurden damals falsche Personalpapiere ausgehändigt, mit denen sie„untertauchen“ sollten. Einem großen Teil ist es bis heute gelungen, sich auf diese Weise der Strafverfolgung zu entziehen. Fast ausnahmslos kleine ehemalige Gestapo-Angehörige, Männer ohne Einfluß, nur ausführende Organe, befinden sich unter den Angeklagten. Zum großen Teil sind sie aus der Schutzpolizei oder Sicherheitspolizei hervorgegangen, teils freiwillig zur Gestapo gegangen, teils auf Grund eines Befehls des Reichssicherheitshauptamtes zu ihr kommandiert worden. Selbst vorher als„politisch untragbar“ Erklärte sind zu ihr gestoßen. Auch vom Arbeitsamt sind vollkommen Berufsfremde der Gestapo zugewiesen worden. Fast alle durch Spruchkammer-Urteil zu Arbeitslager oder Gefängnisstrafen verurteilt worden. KPD-Mann Muth Hauptangeklagter ist der Polsterergeselle Heinrich Murh aus Wuppertal. 1929 war er in die KPD eingetreten und hat dann im Laufe der Jahre in der Partei einflußreiche Aemter bekleidet. Nach der Machtübernahme kam er in Schutzhaft, für dreieinhalb Jahre ins Zuchthaus und dann ins Konzentrationslager Sachsenhausen. Dann arbeitete er in der Rüstungsindustrie. Ihm wird vorgeworfen, als Spitzel der Gestapo tätig gewesen zu sein und mindestens 50 Menschen ausgeliefert zu haben. Er soll an dem Tod von mindestens 29 Menschen mitschuldig sein. Dem zweiten Hauptangeklagten, dem ehemaligen Kriminal-Obersekretär Johann Gietler soll er darüber hinaus bei der Aussageerpressung Hilfe geleistet haben. 55 Menschenleben Gietler unterstand das Referat für Spionageabwehr und Führung der V-Leute bei der Gestapo. Mit Muths Hilfe soll er durch körperliche Mißhandlungen Aussagen von Häftlingen erpreßt haben und durch Teilnahme an zwei Exekutionen bei der vorsätzlichen Tötung von 55 Menschen Hilfe geleistet haben. Den übrigen Angeklagten wird ebenfalls Teilnahme an Exekutionen und teilweise Aussageerpressung und in Tateinheit damit vorsätzliche gefährliche Körperverletzung zur Last gelegt. Der erste Verhandlungstag beschränkte sich auf Vernehmungen der Angeklagten zur Person und die Verlesung der Anklageschriften. Von heute bis Mittwoch nächster Woche werden die Angeklagten zur Sache selbst vernommen werden. LEICHTER FROST Vorhersage: Bei schwachen östlichen Winden zeitweise auflockernde Bewölkung und trokken, auch am Tage Temperaturen um oder wenig unter 0 Grad. Nachts leichter bis mäßiger Frost. Aussichten: Keine wesentlichen Aenderungen. Nummer 18 Mittwoch, 23. Januar 1952 Hermann Rombach: astzologische Fridolin unternahm grundsätzlich nichts, ohne vorher die Sterne zu befragen oder sein Horoskop in die Hand zu nehmen. Drei außerordentliche Positionen, eine eheliche Verbindung betreffend, hatte Fridolin schwarz auf weiß. Als der erste Termin näher rückte, bemühte er sich, wie ihm seine eigene Fantasie eingab, aus allen greifbaren Tageszeitungen sämtliche Heiratsanzeigen, die ihn betreffen könnten, auszuschneiden und zu sammeln. Als die genaue Sternstunde eines Abends näher rückte, beauftragte er seine Mutter, sämtliche Zeitungsschnipfel vom vierten Stock des Hauses auf ihn herabregnen zu lassen. Aus dem abendlichen Sternenhimmel flatterten die kleinen weißen Zettelchen der Inserate, deren erstes Fridolin den Wunsch einer sehr reichen, etwas gehbehinderten Dame überbrachte. Beim zweiten Termin war das Resultat Unter dem Vorwand:„Zu schade zum Wegwerfen“, oder:„Man könnte es vielleicht noch mal gebrauchen“, stapeln wir eine Unmenge von Dingen auf, die genau genommen weder Nutzen noch Freude bereiten. Hier hilft nur eine Radikalkur: Entrümpeln! Wenn wir zu der Erkenntnis gekommen sind. daß ein großer Teil unserer Arbeitskraft der Pflege von Dingen zugewandt ist. die wir leicht entbehren können, dann ist der Zeitpunkt für diese Aktion gekommen. Wir nehmen uns erst einmal einen Raum vor. Schublade um Schublade, Schrank um Schrank. Prüfen genau, wes wir wirklich gebrauchen und was wir entbehren können. Weg mit den noch besser. Die Mutter mußte sämtliche ausgeschnittenen Heiratsgesuche auf dem Tisch ausbreiten, das elektrische Licht auslöschen und Fridolin in das verdunkelte Zimmer führen. Dort griff er im Dunkel nach seinem Glück und hatte wiederum guten Erfolg. Eine einsame Fabrikantentochter wünschte sich einen Ehekameraden. Kurz vor Weihnachten zog dann auch der Kanarienvogel in einer genau vorberechneten Stunde aus einem Kästchen, welches gefüllt war mit gemischten Heiratsannoncen, den großen Treffer. Dame von Welt, frei geboren, aha, Adel. flüsterte Fridolin der Mutter ins Ohr, eigenes Unternehmen, Großindustrie, taxierte Fridolin, eigener Wagen, dauernd auf Reisen. Da haben wir ihn, rief Fridolin aus, der große Treffer ist da. Alles ging schnell und nach Wunsch von Fridolin. Die ungewöhnliche Art, schrieb die Dame zurück, und die astrologischen Voraussetzungen, die uns zusammenführen, alten Schuhen und Hüten, die wir doch nie mehr tragen können. Dann kommt der Wäscheschrank dran, in der Küche finden sich Gefäße und Geräte, die nie benutzt werden. Ueberflüssige Möbelstücke alte Lampen usw. Auch nicht haltmachen vor dem Bücherschrank und der Fotografiensammlung Spannen wir unsern Mann in die Entrümpelungsaktion ein, damit er endlich Schreibtisch und Aktenschrank von üperflüssigem Papierballast befreit. Nach unserer Generalinventur aber werden wir feststellen, daß Platz gewonnen, die Wohnung übersichtlicher und viel behaglicher geworden ist.(fem.) machen es mir leicht, mich zur Ferntrauung zu entschließen. Am Tage der Eheschließung werde ich dich, mein lieber Freund und zukünftiger Gatte, kurz vor Tisch im Wagen abholen zum Hochzeitsschmaus, von dem aus wir dann sofort auf Reisen gehen werden. Der Tag der Eheschließung war von Fridolin hervorragend ausgewählt. Froh und elegant herausgeputzt wartete er am Fenster neben seiner Mutter. Zur festgesetzten Minute erschien der Wagen vor dem Haus. Er war aus Holz und hatte die Form eines Möbelwagens. Ueber die ganze Länge desselben prangte ein farbiges Schild mit großen Buchstaben: „Annettes internationales Panoptikum zeigt Raritäten und Mißgeburten aus aller Welt.“ Dünner, blauer Rauch vom Hochzeitsessen zog aus einem gebogenen Öfenröhrchen an der Seite des Wagens. Siehst du, mein Sohn, sagte die Mutter zu Fridolin, alies stimmt. Deine astrologische Frau ist frei geboren, hat ein eigenes Unternehmen, eigenen Wagen und ist dauernd auf Reisen. Die Sterne lügen nicht. Ratschläge für die elegante Frau Elegant sein heißt zweckentsprechend gekleidet sein, sich den Erfordernissen der Stunde anpassen; Eleganz heißt kurz: das rechte Kleid zur rechten Zeit. Die elegante Frau wird deshalb l. niemals ein Kleid tragen weil es gerade neu ist, sondern sie wira es anziehen, weil es für die gegebene Gelegenheit gerade das Richtige ist; 2. sie trägt kein winziges Hütchen, das kaum den Hinterkopf bedeckt, wenn ein eisiger Schneesturm tobt, aber auch kein wollenes Kopftuch, wenn die Sonne warm scheint: 3. keine offenen Schuhe, wenn es in Strömen regnet, keine Pelzstiefelchen, wenn es draußen Frühling ist: 4. kein Cocktailkleid im Büro, keinen Sportpullover zu einem Theaterbesuch; 5. keine hochhackigen Pumps zum Wandern, keine breiten Kreppsohlenschuhe zum 5-Uhr-Tee; 6. keinen wertvollen Schmuck zum Sportdreß. keine Holzperlenkette zum großen Abendkleid; und niemals Gold- und Silberschmuck gleichzeitig: 7. Kein Silberfuchscape auf dem Sportplatz, auch wenn sie nur zum Zuschauen dort ist. keine Strickjacke auf dem Tanzparkett; 5. keine Wollfäustlinge zum eleganten Anzug, keine Glacehandschuhe zur Skigarnitur: 9. Und wenn sie wirklich Gefühl für echte Eleganz hat, wird sie sich immer der Kleidung ihres Begleiters anpassen, selbst wenn sie selbst einen festlicheren— oder weniger festlichen— Anzug für angebracht hält, denn ein ungleich angezogenes Paar ist einer der schlimmsten Verstöße gegen die Eleganz. Es gibt nur noch einen, der schlimmer ist, nämlich ein Kleid zu tragen, nur weil es der letzte Schrei ist und nicht, weil es ganz besonders kleidsam ist. Susette Wir räumen aufl/ de Sucht oles rümpel aufzustapeln Schwarz weiß Unser Schwarzes Kostüm vereinigt viele Vorzüge, aber manchmal ist es etwas zu offiziell. Für dieses Frühjahr wünschen wir uns darum eine Kombination aus schwarzem Gabardinerock und weiter glockiger Pepitajacke. Fesch und jugendlich zugleich ist diese Zusammenstellung. Das kesse Jäckchen ist schwarz gefüttert, nur die Armaufschläge versuchen eine kleine strenge Linie aufzuzwingen, die wiederum zu der Gradlinigkeit des Rockes vorzüglich harmoniert. Dieses Kostüm verträgt eine kleine Extravaganz-, und sei es nur ein aufgestecktes lustiges Federbüschelchen am schlichten Hut. Foto: Ona. Ein Maler sah ein Mädchen Die romantische Geschichte eines Münzenbildes „Entschuldigen Sie bitte, Mamselle, würden Sie einen Augenblick stehenbleiben?“ Michael Giraud, ein bekannter Pariser Maler, sprach vor Jahresfrist mit diesen Worten ein junges Mädchen an. Durch das beschlagene Fenster eines Bäckerladens der Rue Le Clerc hatte er die schlanke Gestalt mit dem ausdrucksvollen Profil nur für Sekunden gesehen, aber sie genügten seiner malerischen Intuition, in ihr die Vollendung eines lange gesuchten Ideals zu finden. Die klaren Augen, das sanft auf die jungen Schultern fallende nußbraune Haar, die federnde Haltung des liebenswürdigen Geschöpfes faszinierten seinen Künstlerblick. Bereitwillig hielt die Angesprochene inne, während Giraud im Dämmerlicht zu zeichnen begann. Anschließend trug er ihr die beiden Weißbrote nach Hause und erfuhr, daß sie Michele heiße und eine Führerin der Pfadfinder sei. Später vollendete er ihr Bild zu einer großen Schöpfung als Symbol eines neuen Frankreichs: „Verjüngt, eine Europa zugewandte Nation, entschlossen und voll Hoffnung.“ Als die Heldin des kleinen Abenteuers unlängst einen jungen Pfadfinderkapitän heiratete, stand unter den Gratulanten vor der Kirchentür auch der berühmte Maler Giraud. Er preßte Michele eine Gabe in die Hand, die nichts anderes als ein glänzend neues 50-Franc-Stück war, ein geringer Wert nur und doch Michele das liebste Geschenk unter allen Gaben dieses Tages. Denn als sie die Ansicht mit dem gallischen Hahn herumdrehte, fand sie— sich selbst! Seit hundert Jahren ziert die zwölf in dieser Zeit herausgekommenen Neuprägungen dieser Münze gleichbleibend das Symbol der Marianne. Als man jetzt aber einen neuen Entwurf des vielbenutzten Geldstücks plante, wurden die Maler Frankreichs aufgefordert, das„typischste französische Mädchenbildnis“ vorzulegen. Aus über sechshundert Porträts wählte das Preisgericht Michele— Giraud hatte recht gesehen durch die beschlagenen Scheiben des Bäckerladens in der Rue Le Clerc. Publikum und Münzverwaltung aber sind sich, was selten geschieht, einig:„Der schönste Kopf, den wir je hatten!“ L. W. Die evangelische Filmgilde hat den amerikanischen Film„Sieg über das Dunkel“ als Film des Monats Januar benannt. Damit sind jetzt insgesamt drei Filme von der Filmgilde benannt worden: „Im Frieden leben“,„Die Schuld des Dr. Homma“ und„Sieg über das Dunkel“. Die Wiener Sängerknaben treten am 21. Februar eine Konzertreise in die Südafrikanische Union an. Vorher gastiert der Chor noch in Berlin, Bremen, Hamburg und England. ist Wie manches überflüssige Stück wartet im Schrank oder einer Ecke nur darauf, wieder die richtige Benutzung zu finden. Die hilfsbereite Kleinanzeige in unserer Zeitung hilft gern und rasch, sie ist der gegebene Mittler bei Gelegenheitsverkäufen, denn Hunderttausende lesen sie. DK2 weit und breit wegen Ergiebigkeit Gemüseputzen und Kartoffelschälen wieder rein und glatt sein sollen, da gehört sie in den Seifennapf, die vollschäumende Fenster. neu oder gebraucht, 1,60X1,60, 1,10x1,60, 2x0,60x0,60 zu kaufen gesucht. Angeb. mit Preis F 114 an die Gesch.-St. ds. Zeitg. Drehstrom-Motor, 220/380 V. 1410 Touren, 4,75 PS und Transmission zu verkauf. Bottrop, Nordring 16. Ainomälda namh. Düsseldorfer eMaler(Heimig, Plückebaum, Schmitzbonn, Mosblech. v. Kalckreuth u. a.) preisw. zu verkauf. Kleinste Ratenzahlg. Unverb. Besuch, Zuschr. AV 01612 a. d. Geschäftsst, dieser Zeitung. Kleiner Flügel aus privater Hand gesucht. 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