g, Abauser Kreiszeitung Bezugspreise: DM 2.75 monatl. zuzügl. 45 Pfg. Zustellg. Postzustell. DM 2.75 monatl. u. 54 Pfg. Zustellg. Einzelpr. 15 Pfg.(Samstags 20 Pfg.) Erscheinungsweise: täglich außer sonntags. Anzeigenpreise laut Preisliste Nummer 4.— Erfüllungsort und Gerichtsstand Ahaus. Nr. 163 Freitag, 9. Dezember 1949 Jahrgang 1 Viel weniger Militärkosten 2.3 Milliarden DM sollen bei Besatzungskosten zugunsten des Wohnungsbaus eingespart werden Von unserem Sonderkorrespondenten im Bonner Bundesbaus Bonn. 8. Dez. In einer Verlautbarung, die am Do—erstag vom Petersberg herausgegeben wurde, wird darauf hingewiesen, daß die Hohen Kommissare in einer internen Besprechung über eine gerechtere Verteilung der Besatzungskosten beraten. Dieses wurde mit großer Aufmerksamkeit verzeichnet. Einer Mitteilung von zuständiger Seite zufolge rechnen deutsche Stellen für das kommende Jahr mit einer wesentlichen Senkung der Besatzungskosten. Man spricht von 50 Prozent und von einer Minderung der Summe von 4,6 Milliarden auf 2.3 Milliarden DM. Die eingesparten Beträge hofft man zu einem wesentlichen Teil für die Durchführung des sozialen Wohnungsbauprogramms freibekommen zu können. Die finanzielle Situation der Wohnbauplanung, für die 2,5 Milliarden DM benötigt werden, ist, wie im Wohnungsbauausschuß des Bundestages festgestellt wurde, mehr als schwierig. Um die Baukosten auf einen gesunderen Nenner zu bringen, wurden zwölf Mitglieder des Ausschusses beauftragt, in ihren Heimatbezirken Erhebungen über die Bauindexziffern anzustellen. Der Ausschuß hat Donnerstag einem Antrag an den Bundestag zugestimmt, daß ein Wohnungsbaugesetz bis zum 1. April 1950 in Kraft treten soll. Der Entwurf wird in einer der nächsten Sitzungen des Plenums diskutiert werden. Es ist vorgesehen, daß Wohnungen von 50 bis 55 qm gebaut werden sollen, für kinderreiche Familien mit 70 qm. Die Miete wird mit 50,- oder 70,- DM, so wurde im Ausschuß erklärt, veranschlagt. Eine besondere Förderung sollen die Wiederaufbauprojekte erfahren, so daß der eigentliche Neubau erst in zweiter Linie stehen wird. Adenauer auf dem Petersberg Von unserem Bonner Buro Bonn, 8. Dez. Mit besonderem Interesse erwartet man in der Bundeshauptstadt die Mitteilungen über das Treffen zwischen dem Bundeskanzler und den Hohen Kommissaren. Am Vormittag hatte der alliierte Hohe Rat bekanntgegeben, daß in einer Vorbesprechung ohne deutsche Teilnehmer über eine gerechtere Verteilung der Besatzungskosten und über Maßnahmen für das Notopfer Berlin beraten werden soll. In der Erklärung hieß es:„Nach dem Essen wird Bundeskanzler Dr. Adenauer erwartet.“ Wie von alliierter Seite verlautete, wurde auf der Vormittagssitzung der Hohen Kommissare außerdem die Frage des Bundeskriminalamtes und das Problem der Aufhebung des Defizitverbotes für Länder und Gemeinden erörtert. Außerdem soll die Aufhebung der Lizenzierungspflicht von Parteien Gegenstand der Aussprache gewesen sein. Ueber din Besprechung mit Dr. Adenauer, die gegen Mittag begann, wurde am späten Abend ein kurzes Kommuniqué veröffentlicht, in dem gesagt wird. daß der Bundeskanzler mit den Hohen Kommissaren sich über eine Reihe laufender Probleme unterhalten habe. Das nächste Treffen werde am kommenden Donnerstag sein. Weil ein Endergebnis noch nicht erreicht sei, sondern laufend weiterberaten werden müsse, nehme man davon Abstand, in dem Kommuniqué schon die Teilfragen zu erJäutern. Innenminister Menzel, Nordrhein-Westfalen, erklärte am Donnerstagnachmittag, daß es nicht zutreffe, daß von seiten der Länderminister dem Bundeskanzler ein Vorschlag gemacht worden sei, Länderpolizeitruppen zwecks militärischer Verwendung auszubilden. Er könne für seine Partei sagen, daß er sich dem Versuch einer Wiederaufrüstung über Polizeitruppen widersetze. Von seiten der Bundeskanzlei wurde am Donnerstagnachmittag allerdings bestritten, daß Dr. Adenauer derartige Fragen mit den Hohen Kommissaren beraten habe. Die Unterredung des Bundeskanzlers Dr. Adenauer mit den alliierten Hohen Kommissaren am Donnerstagnachmittag auf dem Petersberg war kurz vor 20 Uhr beendet. Sie dauerte vier und eine Viertelstunde und war damit die längste Besprechung, die Dr. Adenauerbisher mit den Alliierten geführt hat. Mißbilligung für Adenauer? Bonn, 8. Dez.(ap) Die Alliierte Hohe Kommission hat inoffiziell zu verstehen gegeben, daß sie die kürzlich abgegebenen deutschen amtlichen Erklärungen zur Frage einer deutschen Wiederaufrüstung mißbilligt, verlautete am Donnerstagabend aus zuverlässiger Quelle. Der Bundeskanzler hatte in den vergangenen Tagen verschiedene Male erklärt, er würde der Bildung eines deutschen Heeres zustimmen, wenn die Alliierten darauf bestehen würden und wenn dieses Heer Teil einer westeuropäischen Armee sein würde. Die Uebermittlung der mißbilligenden Stellungnahme erfolgte dadurch, daß man sie in einem Kreis erwähnte, von dem aus eine Weiterleitung an den Bundeskanzler als sicher angenommen werden konnte. Wie verlautet, erfolgte diese inoffizielle Uebermittlung, um nicht den Eindruck einer alliierten„Zensur“ an deutschen Erklärungen entstehen zu lassen und die im übrigen harmonischen Beziehungen zwischen der Hohen Kommission und der deutschen Bundesregierung zu beeinträchtigen. Ein amerikanischer Sprecher in verantwortlicher Stelle erklärte, er sei fest davon überzeugt, daß der Bundeskanzler aufrichtig keine deutsche Armee wünsche. * (RN) Bundeskanzler Dr. Adenauer hatte am Mittwoch in Düsseldorf erklärt, daß er das aufsehenerregende Interview für die amerikanische Zeitung„The plain Dealer“ auf ausdrücklichen Wunsch der amerikanischen Hohen Kommission gegeben habe. Böckler erneut hinter Adenauer London. 8. Dezember.(dpa) Der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes, Dr. h. c. Böckler, hat sich erneut eindeutig zum Petersberg-Abkommen zwischen der Bundesregierung und den Hohen Kommissaren bekannt. Bei einer Unterredung mit dem britischen Minister für Zivilluftfahrt und früheren Deutschlandminister Lord Pakenham erklärte Dr. Böckler am Donnerstag in London, das Petersberg-Abkommen sei ein„erster beherzter Anfang“ gewesen. Er erwarte im übrigen, daß es in der Deutschen Bundesrepublik auf innerpolitischem Gebiet zu einer Beruhigung kommen werde. Deutsche Völkerrechtler dabei Von unserem Bonne: Büro Bonn. 8. Dez. Von alliierter Seite wurde am Donnerstag in Bonn erklärt, daß eine deutsch-alliierte Kommission von Völkerrechtlern in den nächsten Tagen bereits in Vorberatungen über eine mögliche Beendigung des Kriegszustandes eintreten soll. Die Gespräche sollen auf dem Petersberg geführt werden. Eine amtliche Bestätigung dieser Mitteilung war am Donnerstag noch nicht zu erhalten. 30 Ruhrleute hörten Kirkpatrick Aussprache mit dem englischen Staatssekretär für Deutschlandfragen Von unserem Düsseldorfer Büro Düsseldorf, 8. Dez. Am gestrigen Mittwoch fand in Düsseldorf eine Zusammenkunft mit dem Staatssekretär für Deutschlandfragen im Foreign Office Kirkpatrick statt, an der 30 Persönlichkeiten des Studienausschusses für die deutsch-französischen Wirtschaftsfragen teilnahmen. Die Leitung lag in den Händen des Abgeordneten Dr. Middelhauve. Nach dem Vortrag fand eine freie Aussprache über alle Probleme statt, die diedeutsch-englischen Beziehungen angehen. Der Londoner„Daily Telegraph“, der über diese vertrauliche Konferenz berichtet hatte, sprach von 22 teilnehmenden deutschen Industriellen, Bankiers und Politikern. Nach Meinung des britischen konservativen Blattes wurden der Wiederaufbau der deutschen Eisen- und Stahlindustrie, die Möglichkeiten ausländischer Kapitalinvestierungen, SozialiAuch Heub gegen neue Wehrmacht „Unsere Verfassung verbietet Wehrpflicht“/ Zu wenig Freiwillige O.B. Moskaus Kampf gegen die Titoisten Mehr Industrien und mehr Arbeitsplätze Arbeitsminister Storch sprach in Essen/ Neue Aufträge für Krupp Von unserem ert-Redaktionsmitglied Bonn. 8. Dez.(ap) Bundespräsident Heuß sagte in einem Presse-Interview, er sei absolut gegen eine deutsche Wehrmacht, ganz gleich unter wessen Kommando sie stehen würde.„Es wäre nicht vernünftig für Deutschland, heute eine Armee zu haben; lieuß mit Ministerpräsident Stock es wäre nicht zu unserem Vorteil.“ Selbst wenn die westlichen Alliierten die Schaffung einer deutschen. Armee vorschlügen, würde er sich dagegen wehren, erklärte der Bundespräsident weiter. „Das stimmt mit unserem Grundgesetz überein“ sagte er.„Unsere Verfassung erlaubt keine allgemeine Wehrpflicht. Jeder Deutsche hat das Recht, den Dienst in einer bewaffneten Macht zu verweigern. Deshalb könnte eine neue deutsche Wehrmacht überhaupt nur aus Söldnern bestehen, da man nicht genug Freiwillige finden würde.“ Der Bundespräsident war voller Hoffnung hinsichtlich der Aufrechterhaltung des Friedens. Er meinte, der augenblickliche Konflikt zwischen Öst und West könne bereinigt werden.„Das ist ein weiterer Grund, warum ich gegen eine deutsche Wehrmacht bin.“ Der Präsident sagte, man dürfe wohl nicht allen Berichten über die schwere Bewaffnung der Volkspolizei der Sowjetzone glauben. Diese Polizei sei keine homogene Kampftruppe, sagte er. „Das sind doch schließlich Deutsche wie wir. Deutsche sind nicht geschaffen, einen Bürgerkrieg zu führen. Denken wir nur an den Kapp-Putsch— der ist ganz von selbst zusammengebrochen.“ „Öffen gesagt— ich kann nicht sehen, wie die Volkspolizei einen SED-Kreuzzug gegen Westdeutschland führen wollte, um es zu unterwerfen. Ebensowenig/ kann ich sehen, wie der Westen den Östen bekämpfen sollte“, sagte der Bundespräsident lächelnd. „Das wäre nicht die deutsche Art, innenpolitische Differenzen auszugleichen.“ Huß will Patenschaften übernehmen Bonn, 8. Dezember.(dpa) Bundespräsident Professor Dr. Theodor Heuß hat sich bereit erklärt, für das siebente lebende Kind jeder deutschen Familie, die im Gebiet der Bundesrepublik Deutschland wohnt, die Patenschaft zu übernehmen. Anträge auf Patenschaft für solche Kinder, die nach dem 12. September 1949 geboren sind, können dem Bundespräsidialamt vorgelegt werden. Die Anträge müssen vom zuständigen Bürgermeister beglaubigt sein. Antragsformulare sind beim Bundespräsidialamt erhältlich. sierungsfragen sowie das Thema des Mitbestimmungsrechtes besprochen. Ein Sprecher des britischen Außenministeriums bestätigte am Donnerstag, daß Staatssekretär Kirkpatrick auf Einladung des früheren deutschen Diplomaten Baron von Lersner nach Düsseldorf geflogen sei und dort vor westdeutschen Wirtschaftlern klargemacht habe, daß die britische Politik nicht von Konkurrenzangst diktiert sei. Auch sei er keinerlei Verpflichtungen namens der britischen Regierung hinsichtlich der Erhöhung der deutschen Stahlquote eingegangen. FDP-Abgeordneter Dr. Middelhauve übergab am Donnerstagabend der Presse eine Erklärung, in der er sich entschieden gegen diese Meldung des„Daily Telegraph“ wandte, die er als wahrheitswidrig bezeichnete. Es seien keinerlei Gespräche über die Sozialisierung und eine Erhöhung der Stahlquote bei dieser Düsseldorfer Besprechung mit Kirkpatrick geführt worden. Middelhauve ließ durchblicken, daß die englische Meldung darauf abziele. Ausländer gegenüber Besuch und Gesprächen in Deutschland zu vergrämen. Essen, 8. Dez.„Prima gesprochen!“, sagte der Nachbar. Die Betriebsversammlung in der großen Halle„Neue Lowa“, Krupp, war derselben Meinung. Bundesarbeitsminister Storch hatte sie überzeugt. Sechs Diskussionsredner blieben so sachlich, wie man es sich immer wünschen möchte. Betriebsratsvorsitzender Waldeck konnte zufrieden sein. Storch schilderte, warum die Bundesregierung mit den Demontagen politisch gestartet sei:„Jeder einzelne sieht seinen Arbeitsplatz, es kommt aber auf die große Linie an." Er zerpflückte die Sicherheitstheorie.„Wenn jemand Sicherheit in Europa braucht, dann sind wir es.“ Er beschrieb, was die Erhaltung von 18 Werken für die Arbeiterschaft bedeute: Mehr Arbeitsplätze— worauf es heute allein ankomme. Die Krupp-Belegschaft dürfe Vertrauen haben; an sie werde gedacht, auch daß 5000 Demontage-Arbeiter demnächst zusätzlich untergebracht werden müßten. Die Bundesbahn werde Aufträge erteilen, wofür die Regierung 8 Millionen DM aus der Arbeitslosenversicherung bereitgestellt habe Pläne der Bundesbahn, nur noch die bahneigenen Werke mit Aufträgen zu bedenken, seien zurückgewiesen worden. Da alle Diskussionsredner das Mitbestimmungsrecht forderten, kam Storch im Schlußwort auf Einzelheiten zu sprechen. Die Weimarer Republik habe die Frage falsch angefaßt, als sie den Reichswirtschaftsrat begründete und den Unterbau wegließ.„Wir wollen nicht von oben nach unten bauen, sondern unten anfangen, das Fundament legen und das Gebäude nach oben wachsen lassen.“ Daher müsse als erstes das Mitbestimmungsrecht in den Betrieben durch ein neues Betriebsrätegesetz verwirklicht werden. Das Ziel sei, Dinge, die früher von Bürokraten erledigt wurden, auf die Ebene der Selbstverwaltung zu verlagern. Deshalb käme als zweiter Schritt die Schaffung von Bezirks-(oder Länder-) Wirtschaftsräten, und zuletzt die Spitze. Zur Sozialisierung: Man lasse häufig außer acht, daß Kohle, Stahl, Chemie der deutschen Verfügungsgewalt entzogen seien. Wir müßten Wert darauf legen, daß nicht mehr die Siegermächte, sondern daß wir entscheiden dürfen. Das Durcheinander der Eigentumsrechte sei unhaltbar. Wir hätten Anlaß, sehr vorsichtig zu handeln. Er frage jeden, der von Sozialisierung spreche: Wie stellst du dir das vor? Wichtiger als die Verteilung des Vorhandenen sei die Vermehrung. Das Gebiet der Bundesrepublik habe durch 8 Millionen Ostvertriebene und 2 Millionen Flüchtlinge seine Bevölkerung um ein Drittel erhöht. Jeder elfte sei ein Kriegsversehrter oder Hinterbliebener. Der riesige Kreis der sozialen Probleme müsse gelöst werden, und der Bundeskanzler sei dazu entschlossen. Aber wie? Es gebe keinen anderen Weg als die Verbreiterung unserer Lebensbasis durch mehr Industrien, mehr Arbeitsplätze, mehr Arbeit und(dadurch) ein höheres Volkseinkommen. Storch auch in Castrop-Rauxel Vor Arbeitern der Gewerkschaft Victor in Castrop-Rauxel betonte Bundesminister Storch ebenfalls am Donnerstag, daß im Bundesgebiet mindestens eine Million Arbeitsplätze geschaffen werden müssen, um den zehn Millionen Östflüchtlingen eine wirtschaftliche Grundlage zu geben. Jetzt müsse die sozialpolitische Sicherung des arbeitenden Menschen gewährleistet und für die große Zahl der Kriegsbeschädigten und Hinterbliebenen gesorgt werden. Jeder elfte Mensch im Bundesgebiet sei ein Kriegsbeschädigter oder Hinterbliebener, der betreut werden muß. Messerschmitt: Meine Indien-Reise Er soll dort Häuser und will keine Flugzeugfabriken bauen Ein Sonderinterview un:eres G. F.-Korrespondenten ziert. Das Land druckt für diese Zwecke Geld, baut davon die Häuser und läßt später die von diesen Wohnungen eingenommenen Mietgelder wieder einstampfen. Düsseldorf, 8. Dezember. In einer Unterhaltung mit unserem Düsseldorfer Korrespondenten sagte der frühere Flugzeugkonstrukteur Professor Messerschmitt zu seiner geplanten Indienreise:„Man interessiert sich in Indien für eine Produktionslizenz der Messerschmitt-Häuser, da diese absolut tropenfest sind. Holz wird bekanntlich bei diesen Bauten nicht verwandt, die Termiten können sie also nicht auffressen“. Die bis jetzt erstellten 300 MesserschmittWohnungseinheiten wurden in Augsburg vorfabriziert, so daß die Montage am Bauplatz erfolgte. Das System seiner Häuser, so betonte der Konstrukteur, sei noch nicht ganz zu Ende entwickelt. Vor allem müsse man daran denken, auch in anderen deutschen Ländern Fabriken nach dem Messerschmitt-System zu errichten, da beispielsweise die Fracht Augsburg— Ruhrgebiet die an und für sich billige Stahlskelett-Bauweise erheblich verteure. Für eine Fabrik, die im Jahre etwa 6 000 Wohnungseinheiten herstelle, sei ein Investitionskapital von drei Millionen erforderlich. Bei einer Abschreibung innerhalb von drei Jahren bedeute das eine Belastung von 100 DM je Wohnung. Rentabel aber wird die Messerschmitt-Bauweise erst, wenn große soziale Wohnungsbaugesellschaften, wie sie vor allem im Ruhrgebiet bestehen. Großaufträge auf lange Sicht erteilen. Das Ausland verfügt bis jetzt noch über kein Bauverfahren, das ernstlich mit den Messerschmitt-Bauten konkurrieren könnte. Aufschlußreich war auch die Methode, nach der Italien den sozialen Wohnungsbau finanIm übrigen bestritt Messerschmitt nachdrücklich, irgendwelche Flugzeugbaupläne mit der Reise nach Indien zu, verbinden. Keine 300 DM steuerfrei? Bonn. 8. Dez.(dpa) Die Länderfinanzminister kamen am Donnerstag auf einer Sitzung des Bundesratsfinanzausschusses überein, dem Bundesrat zu empfehlen, den Beschluß des Bundestages auf Erhöhung der steuerlichen Freigrenze der Weihnachtsgratifikationen auf 300 DM nicht zu beachten. Fritalux doch ohne Deutschland Paris, 8. Dez.(ap) Wirtschaftssachverständige Frankreichs, Italiens und der BeneluxLänder stehen, wie am Donnerstagabend aus offiziellen Kreisen verlautete, dicht vor einer Einigung über die vorgeschlagene Wirtschaftsunion„Fritalux“. Die Frage der Aufnahme Deutschlands, die von den Benelux-Ländern gefordert wurde, ist nicht gelöst worden. Im Endspurt: Terruzzi-Rigoni Berlin. 8. Dez. Die Italiener TerruzziRigoni gewannen am Donnerstag das 31. Berliner Sechstagerennen. Der offizielle Schlußstand: TerruzziRigoni(Italien) 195 P. Eine Runde zurück: Strom-Arnold(Australien) 309 P. Zwei Runden zurück: Gillen-Ludwig Hörmann(Luxemburg-Deutschland) 201 P. Das Tagesgespräch Ob es Herrn Grotewohl sehr behagt, seinen Nervenzusammenbruch(oder ist es wirklich nur Grippe?) in einem sowjetischen Militärlazarett zu kurieren, ist fraglich. Wie leicht kann er so nebenbei auf Titoismus untersucht werden; sollen sich doch sogar bei Reimann leichte Symptome besagten Titoismus feststellen lassen. Der Prozeß gegen den bulgarischen Tito, Kostoff, geht nicht ganz programmgemäß; die Droge scheint nicht gewirkt zu haben, denn Kostoff widerspricht der Anklage. Dagegen waren drei andere Angeklagte schnell dabei, ihn und sich des Hochverrates zu bezichtigen. Zur gleichen Stunde rollen Güterzüge voller Geschenke für Stalins 70. Geburtstag nach Moskau, geschickt von allen denen, die nicht für Titos gehalten werden möchten... Der polnisch-französische Kleinkrieg mit Ausweisungen der beiderseitigen Staatsbürger geht lustig weiter, und Polen liegt einige Längen voraus; anscheinend ist es leichter, Franzosen aus Polen, statt Polen aus Frankreich zu entfernen. Die Hintergründe sind schwer zu durchschauen; haben nun die einen für die Sowjets oder die anderen für den Atlantikpakt spioniert, oder beide für dieses und jenes? Von solchen Dingen waren wir bislang verschont, denn zur Spionage gehört ein Heer.„Schau da, das hat man vom Siegen!"— soll ein Berliner zum anderen gesagt haben, als sie französische Grenadiere exerzieren sahen. Da meinte der andere:„wer weiß, wie lange wir noch besiegt bleiben lürfen!" In der Tat, es scheint vorbei zu sein. Es war zu schön gewesen, entmilitarisiert zu sein, es hat nicht sollen sein. Wir hätten uns schönere Mittel gedacht, die Arbeitslosigkeit zu mildern, als die Remilitarisierung. Hoffentlich müssen wir es wenigstens nicht selbst bezahlen. Jedenfalls sollen die anderen wissen, daß das Militär im deutschen Volke denkbar unpopulär geworden ist; der Anblick der Besatzungstruppen hat uns in der Aversion noch bestärkt. Und nicht jedem ist es gegeben, seine Nerven in einem Militärlazarett wiederherzustellen. 9. Dezember 1949 Nr. 163— Jahrgang 1 Soldaten genug, aber nicht einmal Gewehre Im Ernstfall könnte Frankreich 85 Divisionen aufstellen/ Zweifelhafte Stärke der Westunion Von unserem Pariser NP-Korrespondenten Leifarfikel 9. Dezember 1949 Die Ostpolitik (gn) Im Blickfeld der westdeutschen Politik ist die Oder-Neiße-Linie mehr oder weniger zu einer Sache zwischen Sowjetrußland und Amerika geworden, und es wird vielfach vergessen, daß es sich hierbei ganz besonders um eine Frage zwischen Deutschland und Polen handelt. Das polnische und das deutsche Schicksal nach diesem Krieg wird häufig miteinander verglichen. Für beide Völker kehrte der Zustand von 1939 nicht zurück. Beide verloren große Teile ihrer alten Heimat und wurden um die in der Atlantik-Charta garantierten Freiheiten gebracht. Gleiche Voraussetzungen brauchen nicht unbedingt zu gleichen Auffassungen über Lösungen zu führen. Immerhin wird sich aber eine deutsche Außenpolitik, wie sie von Bonn aus gemacht werden soll, an diese Gegebenheiten zu halten haben. Wenn die Politik der Bundesrepublik heute auch gleichsam hypnotisiert gen Westen blickt, so kann das deutsche Problem— in seiner Ganzheit betrachtet— kaum einer Klärung entgegengeführt werden, ohne daß auch jenes Spannungsfeld, das östlich der Elbe beginnt, bereinigt wird. Angesichts der Aufspaltung in eine westliche und in eine östliche Hälfte scheinen diese Erwägungen verfrüht. Und doch: genau so, wie es ein Ringen und ein Fortschreiten in der deutsch-französischen Annäherung gibt, wird dieses in der polnischdeutschen Frage notwendig sein. Hierzu gilt es, eine Fülle verschiedenartiger Gesichtspunkte, teilweise gegensätzlicher Natur, zu untersuchen. Auf der einen Seite stehen die Exilpolen. Ihre Anzahl in England beträgt 160 000, in der Hauptsache Intellektuelle, Professoren, Politiker, ehemalige Großgrundbesitzer und Militärs. In Frankreich schätzt man ihre Zahl auf 600 000, wober der Arbeiterstand überwiegt. In Deutschland sollen es noch 200 000 sein, in den Vereinigten Staaten rund 5 Millionen, die sich allerdings zu einem großen Teil bereits akklimatisierten und die im wesentlichen den Auswanderungswellen um die Jahrhundertwende herum entstammen. Der politische Einfluß der letzten Gruppe, das zeigte sich 1939, ist nicht gering, aber bei ihnen ist kein Wunsch nach der alten Heimat mehr vorhanden. Anders ist es mit den Polen in Europa. Sie wurden 1939 durch den deutschen Angriff in Bewegung gesetzt, kämpften teilweise auf alliierter Seite und jetzt ist ihnen die Rückkehr durch die kommunistische und sowjetische Vorherrschaft verweigert. Sie leben also in einem ähnlichen Zustand wie die deutschen Vertriebenen aus Pommern und Oberschlesien, mit denen sie auch Heimweh und Hoffnung teilen. Die Deutschen, so heißt es in der offiziellen Warschauer Presse, wollen die polnische Bevölkerung immer noch vom Erdboden verschwinden lassen. Beweis: Sie fordern ihre Gebiete zurück, sagen aber nicht, wo die polnische Bevölkerung hin soll Man verschweigt, daß sich im Grunde viele Polen in den von Deutschland abgenommenen Gebieten weder wohl noch sicher fühlen. Nur unter größten Versprechungen konnten die Siedler in die Räume hineingezogen werden, aus denen die deutsche Bevölkerung vertrieben wurde Umgekehrt lebt in dem sehr patriotisch denkenden polnischen Volk wie eine ständig schwärende Wunde die Erinnerung an Wilna und Lemberg, an die Landesteile, die die Russen vereinnahmten. Auch gegen Europa richtet sich polnisches Mißtrauen und Ressentiment, besonders gegen England, das bei Kriegsausbruch 1939 Polen Garantien gab, die dann aber dem Kriegseintritt Rußlands zuliebe preisgegeben wurden. All dieses muß in Rechnung gestellt werden, wenn man von deutscher Seite die Oder-Neiße-Linie anrührt. Eine echte Erörterung der Beseitigung dieser Diktatgrenze kann nur aus einem deutsch-polnischen Gespräch heraus erfolgen. Es wird darauf ankommen, zu einer Rechtsgrundlage zurückzufinden, die den Polen ihre Heimat und den vertriebenen Deutschen das Gebiet wiedergibt, wo sie lebten wohnten und wirkten. Eine der Voraussetzungen für ein solches ausgleichendes Gespräch zwischen den Völkern ist die Ueberwindung der psychologischen Hemmnisse. Genau so wie man im Falle Frankreich in der westdeutschen Politik den Sicherheitsfaktor voranstellte, um das französische Vertrauen zu gewinnen, wird man das polnische Ressentiment zu demontieren haben. Zweifellos stellen die unseligen Ereignisse der Nachkriegszeit, die furchtbaren Erlebnisse vertriebener Deutscher hier eine Schranke dar. Auch das Verhalten der DP’s nach der Kapitulation bedeutet eine böse Hypothek. Auch hier wird man die Belastungen ausräumen müssen. Die Binsenwahrheit, daß friedliche Zusammenarbeit einmal ihren Anfang nehmen muß, gilt hier ebenso wie auf anderen Gebieten. Auch in Polen hoffen viele Menschen auf die Freiheit. Durch eine kluge Vorarbeit in Richtung der historischen Entgiftung wäre jetzt schon mancher Baum zu pflanzen, der künftig Früchte trägt. Auf die Frage:„Woran denken Sie. wenn Sie das Wort„Heimat“ hören?“ antworteten 51,2 Proz., daß beim Klange dieses Wortes die heimatliche Landschaft oder die Ganzheit des Lebens in der Heimat vor ihrem geistigen Auge erstehe. Weitere rund 20.7 Proz. dachten an Kindheit, Jugend, Elternhaus. an Kirche, Schule und an die Gräber der lieben Toten. Nur 19 Proz. dachten an ihr früheres Wohlergehen. Die restlichen rund 9 Proz. verteilen sich auf verschiedene Gruppen, von denen die umfangreichste diejenigen bilden, die versicherten, daß beim Klange des Wortes„Heimat“ alle Schrecken der letzten Tage während der Massenaustreibungen lebendig würden. Andere sagten aus, sie dächten„an das größte Unrecht aller Zeiten“, und einige empfinden beim Worte „Heimat“.„wie glücklich diejenigen sind, die noch eine Heimat besitzen“. Paris, 8. Dez. Sind Westeuropas Divisionen überhaupt der Rede wert? Welche Rolle die Atombombe auch immer spielen mag, und wie schwerwiegend die Fragen der Luftherrschaft und des Nachschubs über See auch sein mögen, der entscheidende Faktor wird auch in Zukunft nach wie vor das Heer sein. Das Heer, das Westeuropa verteidigen soll, ist aber in erster Linie die französische Armee. 1914 warf Frankreich innerhalb einer Woche 71 Divisionen ins Feld, 1939 waren in derselben Frist 45 bereit. Wieviel könnte Frankreich heute aufstellen? Vermutlich würden die Franzosen drei Wochen nach Kriegsausbruch 85 Divisionen auf die Beine bringen können, genau so viel wie sie zum gleichen Zeitpunkt im Jahre 1939 hatten. Doch heute, morgen und wahrscheinlich noch auf lange Sicht würden vier Fünftel davon reines„Menschenmaterial" sein,— ohne alle Ausrüstung. Angenommen, daß sie von einem kämpferischen Elan beseelt wären, der deutlicher in Erscheinung treten würde als im Jahre 1940,— so steht doch fest, daß mit Elan allein kein moderner Krieg zu gewinnen ist. Nach Dünkirchen und dem Zusammenbruch geriet fast die halbe französische Armee fünf Jahre lang in Gefangenschaft. Vielen, ja den allermeisten von ihnen sind heute die Fragen der Taktik und Ausbildung, die eine moderne Armee zu lösen hat, ein Buch mit sieben Siegeln. Der Gebrauch von Radargeräten war den Franzosen 1945 weitgehend unbekannt. Die nationale Forschung und Rüstung mußte jahrelang unterbrochen werden. Heute ist man mit der allgemeinen Dienstverpflichtung so weit, daß sie wenigstens funktioMünchen, 8. Dez Der österreichische Kronprätendent Otto von Habsburg hielt sich mit seiner Schwester Adelheid zwei Tage incognito in München auf. Otto von Habsburg wird während eines 2wöchigen Aufenthalts in Bayern verschiedene DP-Lager besuchen, um vor allem die Lage der ungarischen Heimatvertriebenen zu prüfen. Die Reise des Kronprätendenten soll angeblich keine politischen Motive haben. Er wird anschließend Verwandte in Süd-Württemberg besuchen. Sein dauernder Wohnsitz ist Paris. Otto von Habsburg wurde seinerzeit im Zusammenhang mit den kommunistischen Beschuldigungen gegen den ungarischen Kardinal Mindszenty genannt, mit dem er angeblich im Juni 1947 in einem Kloster bei Chikago über die Wiederherstellung der Monarchie Ungarns gesprochen haben soll. Otto hat in Ungarn großen Landbesitz verloren. Es wird angenommen, daß er bei seinen Besuchen in verschiedenen bayerischen DPLagern die Stimmung der ungarischen Bevölkerung gegenüber der Monarchie erkunden will. Wahrscheinlich Sammelpässe für Rom Von unserem Bonner Büro Bonn. 8. Dez. Ein Sprecher der alliierten Hohen Kommission teilte am Donnerstagabend mit. daß die Frage der Pilgerpässe für die deutschen Rompilger positiv entschieden werde. Die deutschen Vorschläge, die in der Hauptsache vom„Pilgerkomitee“ über die Bundeskanzlei an den alliierten Hohen Rat geleitet wurden, wurden im Combined travel board“ durchberaten. Eine Genehmigungsnote soll an die Bundeskanzlei abgesandt sein. Allerdings wird von seiten der Bundesregierung eine Bestätigung noch nicht gegeben. Der alliierte Sprecher teilte mit, daß das deutsche Pilgerkomitee Sammelpässe für einzelne Pilgergruppen vorgeschlagen habe, und daß die Entscheidung im Sinne der deutschen Anregungen gefallen sei. Bischof Muench nach Düsseldorf Vonunserem Düsseidorfer Rûro Düsseldorf, 8. Der. Wie aus politischen Kreisen zuverlässig verlautet, wird am 15. Dezember ein Staatsempfang des Anostolischen Visitators Bischof Muench durch die Landesresierung in Düsseldorf stattfinden. Bischof Muench wird der Landesregierung einen Staatsbesuch abstatten. Erstmalig deutsche Unterschrift Von unserem Bonner Büro Bonn, 8. Dez. Die neuen Banknoten sind da, Scheine im Werte von 5,- DM. Die Vorderseite ist mit einer mythologischen Darstellung geschmückt:„Der Stier entführt Europa“, eine Szene aus einer Sage, die in der ganzen Welt bekannt ist. Weniger bekannt dürfte sein, daß der Stier, der in der griechischen Mythologie als Verkörperung des Götterfürsten Zeus gilt, in Oesterreich gleiche Bedeutung wie in Deutschland der „Pleitegejer“ hat. Immerhin tragen die 5.- DM-Scheine erstmalig Unterschrift und Stempel der„Bank Deutscher Länder“. Auf die weitere Frage:„Was tröstet Sie über den Verlust der Heimat hinweg?“ wurde— in der Reihenfolge der Häufigkeit — folgendes geantwortet: a) Die Religion (22,3 Proz.).„Nichts"(!)(17.3 Proz.). Die Hoffnung auf eine Heimkehr“(14,8 Proz.). Von den übrigen wurde u. a. geantwortet: „Das gleiche Schicksal der Mitvertriebenen“, „eine wiedergefundene Arbeit“,„der Umstand, daß die Familie erhalten wurde“,„die jetzigen Zustände in der Heimat“.„der Glaube an eine Gerechtigkeit“,„die Hoffnung auf eine politische Hilfe“.„der Gedanke, daß die Heimat noch da ist, wenn sie auch unter fremder Herrschaft steht“, „der Umstand, daß wir nicht auf die schändlichste Weise gefoltert und ermordet wurden“.„daß ich mir eine zweite Heimat schaffen kann",„daß die Welt auch anderswo schön ist“. niert. Auch dürften die Rekrutenjahrgänge, die jetzt ausgebildet werden, sehr national eingestellt sein, da sie unter einer fremden Besatzung aufwuchsen und wissen, was es heißt, den Feind im Lande zu haben. Unter den jüngeren Öffizieren herrscht ein guter Geist, während man in den Reihen des Oberkommandos auf allerlei Eifersüchteleien und gegenseitiges Mißtrauen stößt. Der Kommunismus scheint keine Gefahr darzustellen. Als während der letzten Streiks Teile der Armee mobilisiert wurden, zeigten sich keinerlei kommunistenfreundliche Anwandlungen. Ein französischer Oberleutnant sagte zu mir:„Unser Kommunismus ist nicht russischer Art. Er kann der Liebe des französischen Soldaten zu Frankreich nichts anhaben." Was die französische Armee braucht, sind Geld und große, ungeheuer große Mengen amerikanischer Waffen und Ausrüstung, um schlagkräftig zu werden. Es ist ein Jammer, mit ansehen zu müssen, wie Infanterie-Regimenter mit einem Durcheinander an Waffen ausgerüstet sind, das von amerikanischen bis zu deutschen Modellen reicht. Artillerie-Abteilungen konnten ein ganzes Jahr lang keine einzige Granate abfeuern, und aus ähnlichen Gründen konnte die Flak ihre neuen Radargeräte nicht ausprobieren. Männer einer französischen Fallschirm-Division mußten sich selbst einen Sprungturm" bauen, um in Uebung zu bleiben. Dennoch kann ich nach vielen Beobachtungen und Gesprächen mit Soldaten und Öffizieren sagen, daß der Geist der Truppe ausgezeichnet ist. Kommen erst die amerikanischen Panzer in genügender Menge und die tausend anderen Dinge, die eine moderne Armee heute braucht, dann dürfte das beunruhigende Mißverhältnis zwischen den r E.-Korrespondenten Pieck weist Tito-Mission aus Berlin, 8. Dez.(ap) Wie das Amt für Information der ostdeutschen Regierung bekanntgibt, seien nach längeren Beobachtungen Versuche jugoslawischer Organe festgestellt worden, die gesetzliche Ordnung im Bereich der Deutschen Demokratischen Republik zu stôren. Das Ministerium des Innern der Deutschen Demokratischen Republik habe sich auf Grund dieser Lage genötigt gesehen, der jugoslawischen Militärmission in Berlin-Tiergarten mitzuteilen, daß ihren Mitarbeitern der Aufenthalt im Gebiet der Deutschen Demokratischen Republik vom 8. Dezember 1949 an untersagt ist. Bad Kreuznach, 8. Dez.(ap) Ueber die erfolgreiche Anwendung eines neuen Heilmittels gegen Krebs, des von Dr. Wilhelm Brehmer im Jahre 1942 entdeckten Toxinals, wurde auf der gegenwärtig in Bad Kreuznach stattfindenden internationalen Krebsforschertagung berichtet. An der Tagung nahmen 60 Aerzte und Wissenschaftler aus Holland, Oesterreich, der Schweiz und Deutschland teil. Wie am Donnerstag mitgeteilt wurde, haben die an der Tagung teilnehmenden inund ausländischen Aerzte von erstaunlichen Erfolgen bei der Bekämpfung von Krebs und Rheumatismus mit Hilfe der von Dr. von Brehmer entwickelten Präparate Toxinal (gegen Krebs) und Artresinal(gegen Rheumatismus) berichtet. Toxinal veranlaßt den Körper zur Bildung von Antitoxinen, wodurch die Krebsgeschwulst zum Verfall gebracht wird. Zusammenfassend ergab sich aus den Berichten der Aerzte, daß bislang über 200 Fälle von hoffnungsloser Krebserkrankung mit Toxinal klinisch behandelt wurden. Bei über 50 Prozent der Kranken war ein Stillstand oder ein Rückgang des Krebsgeschwulstes feststellbar. In einigen Fällen wurde sogar vollkommene Heilung erreicht. Bei den Heilungsversuchen mit Artresinal an Rheumakranken sind nach den Referaten der Aerzte noch größere Erfolge erzielt worden. In mehreren hundert Fällen wurde bei 90 Prozent anscheinend unheilbar Kranker eine vollkommene Heilung bzw. Besserung erzielt. 17 Jahre Londons und Moskaus Agent Sofia. 8. Dez.(dpa'ap) Der zweite Tag des Kostoff-Prozesses in Sofia begann am Donnerstag mit zwei Schuldgeständnissen, nachdem der ehemalige Finanzminister Stefanoff bereits im Gegensatz zum Hauptangeklagten Kostoff alle verlangten Sünden eingestanden hatte. Interessant war die Aussage Stefanoffs, der zugab. während seiner dreißigjährigen Tätigkeit für die kommunistische Bewegung über 17 Jahre gleichzeitig als britischer Agent gearbeitet zu haben. Nach Kriegsende habe er mit dem britischen Obersten Balley zusammengearbeitet, später sei er in die Dienste der britischen Militärmission in Sofis getreten. Auf Verlangen Balleys habe er auch mit Kostoff zusammengearbeitet, um die bulgarische Wirtschaft und die Beziehungen Bulgariens zur Sowjetunion zu sabotjeren. 107 Minister reisen nach Formosa Tschengtu. 8. Dez.(ap) Auf einer Sondersitzung des Kabinetts wurde der Beschluß gefaßt. den Sitz der nationalchinesischen Regierung nach Taipeh auf Formosa zu verlegen. Formosa ist Generalissimus Tschiang Kaischeks letzter Zufluchtsort. Das Kabinett umfaßt 107 Mitglieder. Die Kommunisten stehen 45 km vor Tschungteh, der letzten Residenz. UNO beschließt Nichteinmischung in China NewYork, 8. Dezember.(dpa) Die Vollversammlung der Vereinten Nationen entschied sich am Donnerstag mit 32 gegen 5 Stimmen bei 17 Stimmenthaltungen, die Mitgliedstaaten der UNO auf eine Politik der Nichteinmischung in China zu verpflichten. Alle UNO-Mitglieder werden aufgefordert. die politische Unabhängigkeit und territoriale Unversehrtheit Chinas zu achten. Divisionen des Westens und Östens allmählich etwas ausgeglichen werden. Erhöhte Rüstungsausgaben Paris, 8. Dez.(dpa) Der Finanzausschuß des französischen Parlaments setzte mit 30 gegen 14 Stimmen den Militärhaushalt für 1950 auf 420 Milliarden Francs fest Diese Summe ist in dem allgemeinen Staatshaushalt von 2300 Milliarden Francs enthalten. Verteidigungsminister René Pleven wies vor dem Parlamentsausschuß darauf hin, daß die französischen Militärausgaben 5 Prozent des Nationaleinkommens ausmachten gegenüber 7 Prozent in Großbritannien. Um die Pensionen französischer Soldaten Die französische Regierung wurde zweimal in der Nationalversammlung überstimmt. Gegen die Opposition des Finanzministers wurde mit 548:0 Stimmen die vordringliche Diskussion über einen kommunistischen Antrag beschlossen, der die Erhöhung für Pensionen ehemaliger französischer Soldaten fordert. Die Fraktion wurde zu der Erklärung durch eine Fülle von Zuschriften und Entschließungen veranlaßt, die ihr aus der Oeffentlichkeit zugegangen sind. In diesen Schreiben ist sowohl Zustimmung und Anerkennung wie auch Widerspruch und Protest enthalten. Die Fraktion möchte durch ihre Erklärung eine Richtigstellung erreichen. Petersberg nur ein Anfang Nach Feststellung der CDU/CSU-Fraktion dürfen die ersten außenpolitischen Erfolge der Tätigkeit des Bundeskanzlers nicht als ein Endergebnis betrachtet werden. Das Abkommen vom Petersberg leite eine neue Epoche ein und durchbreche die Isolierung des deutschen Volkes. eine Tatsache, die fûr die deutsche Zukunft nicht ohne günstige Wirkung bleiben werde. Ohne Anerkennung des Petersberger Abkommens, durch das Arbeitsplätze für rund 30 000 Arbeiter aus der „Gefahrenzone der Demontage-Liste“ herausgezogen wurden, wäre die Demontage rücksichtslos weiter durchgeführt worden, so daß sich in drei Monaten eine Diskussion erübrigt haben würde. Neben Erhaltung bestehender Arbeitsplätze könnten im Verlauf der Zugeständnisse neue Arbeitsmöglichkeiten geschaffen Die beiden Präparate, die im Kreuznacher Institut Dr. von Brehmers hergestellt werden, werden zur Zeit nur an die Mitglieder des von Dr. von Brehmer gegründeten internationalen Versuchsringes verschickt, und sind im Handel noch nicht erhältlich. Aelteste deutsche Frau gestorben Schwäbisch-Hall, 8. Dez.(dpa) Die vermutlich älteste Frau Deutschlands, Fräulein Natalie Denk. die am vergangenen Sonntag ihren 105. Geburtstag feiern und an diesem Tage viele Ehrungen entgegennehmen konnte, ist am Donnerstagmorgen im„Friedenshort“ der evangelischen Diakonissenanstalt in Schwäbisch-Hall gestorben. Fräulein Denk hatte noch im Juni dieses Jahres eine doppelseitige Lungenentzündung überstanden. Von einem Schlaganfall, den sie. damals gleichzeitig erlitt, hat sie sich jedoch nicht wieder erholt. POLITISCH Gesucht und gefunden Das Glückwunschtelegramm Adenauers zum 75. Geburtstag Churchills, von dem das Geburtstagskind zunächst durch die Presse erfuhr, hat sich am Mittwoch angefunden. Hamburgs Bürgermeister bei Acheson Der US-Außenminister Dean Acheson empfing den Hamburger Bürgermeister Brauer zu einer Aussprache. Acheson hatte Brauer, der an einer Bürgermeistertagung in Cleveland teilgenommen hatte, nach Washington eingeladen. „Sondertransporte“ ins Bundesgebiet Heimkehrer berichten, daß die sogenannten„Sondertransporte“ ehemaliger Kriegsgefangener aus der UdSSR, die aus besonders ausgesuchten und geschulten Antifaschisten zusammengestellt werden, jetzt auch in das Bundesgebiet entlassen werden. Bislang gingen diese Transporte nur in die Sowjetzonenrepublik. „Nationale Reichspartei“ geplant Zu einer„Nationalen Reichspartei“ wollen sich die im Gebiet der Bundesrepublik bestehenden Rechtspartelen zusammenschlieBen. Vorbereitende Besprechungen fanden bereits statt. Amnestie für Nürnberger Kriegsverbrecher? Eine am Dienstag von den„Salzburger Nachrichten“ veröffentlichte Bildreportage über die im Spandauer Gefängnis untergebrachten Kriegsverbrecher löste starkes Befremden aus, da der Begleittext zu den Bildern mit der Frage:„Wann wird auch für sie die Weihnachtsamnestie kommen?“ schloß. 36 Bonn-Marschierer hatten Glück 36 Flüchtlingen, die sich an dem Protestmarsch nach Bonn beteiligten, wurde das Aufnahmerecht für die Bundesrepublik zugebilligt. 17 Personen wurden erneut abgewiesen, können sich aber bis auf weiteres im Lager Uelzen aufhalten. Mit welchem Ergebnis? Aus einer der britischen Regierung nahestehenden Quelle verlautet, daß die allgemeinen Wahlen in Großbritannien vor März oder nach dem Monat Mai nächsten Jahres abgehalten werden. Ob die USA Erfolg haben? Mit Jugoslawien leiteten die USA Verhandlungen über ein Zivilluftfahrtabkommen ein, da sie sehr interessiert sein sollen, für die Passagierflugzeuge der Linie BrüsGeistlicher Rat Goebe fel durch Eigener Nachrichtendienst Bonn, 8. Dez. Bekanntlich fanden vor kurzem in Nordrhein-Westfalen die Wahlen zu den amtlichen Flüchtlingsausschüssen statt. Die Kandidaten für diese Ausschüsse wurden von den Östvertriebenen in direkten Wahlen gewählt. Wie aus Lippstadt berichtet wird, wurde nicht der dort ansässige Geistliche Rat Goebel zum Vorsitzenden gewählt, sondern der Postinspektor Seppelt(Breslau). Goebel wurde auch bei der Wahl für den Bezirksflüchtlingsbeirat übergangen. Herr Goebel erhielt nur eine einzige Stimme. Das bedeutet, daß er in seinem eigenen Kreis und von seinen eigenen ostvertriebenen Landsleuten abgelehnt ist. Herr Goebel war es, der bei den Wahlen zum Bundestag die Östvertriebenen zur Auftellung eigener Kandidaten aufforderte und der die Verantwortung dafür trägt, daß alle diese abgegebenen Stimmen restlos verlorengingen, da nicht ein einziger Abgeordneter auf diesen Listen gewählt wurde. Die Östvertriebenen haben ihm nun durch ihre Wahlentscheidung in Lippstadt eine eindeutige Antwort erteilt, die er zu würdigen wissen wird. werden, dieses gelte besonders auch für das erste Entgegenkommen im Schiffsbau. Mit. der Entsendung eines deutschen Vertreters in die Ruhr-Behörde sei eine Zustimmung zur Errichtung der Ruhr-Behörde nicht gegeben worden. Die Haltung der Gewerkschaften Es habe sich lediglich darum gehandelt. das deutsche Stimmrecht zu wahren und damit die Demontage aufzufangen. Auch der Vorstand des Deutschen Gewerkschaftsbundes.„der wie die Regierung die Sachlage nicht vom rein örtlichen oder parteipolitischen Gesichtspunkt aus sieht, sondern von der gesamtdeutschen Situation aus“, hat den beschrittenen Weg für richtig gehalten. „Die Fraktion der CDU/CSU wie auch der Deutsche Gewerkschaftsbund haben, gewiß wie andere auch, schwerste Bedenken gegen das Ruhr-Statut“ wird in der Erklärung weiter festgestellt. Diese lassen sich aber aus der Welt schaffen wenn die deutschen Vertreter mit den Alliierten zusammensitzen und durch ihre Zusammenarbeit die Alliierten davon überzeusen daß an dem Ruhr-Statut Aenderungen vorgenommen werden müssen.“ Appell an die SPD Die Fraktion beschließt ihre Erklärung mit der Bitte an alle, insbesondere aber auch an die SPD, in der Zukunft bei Schicksalsfragen, die das gesamtdeutsche Volk angehen, parteipolitische Interessen zurückzustellen. Politik sei die Kunst des Möglichen. Der Kanzler und die CDU/CSUFraktion hätten in den letzten Wochen von dieser Kunst Gebrauch gemacht zum wahren Wohl des deutschen Volkes und alle echten Möglichkeiten genau erwogen. Ein Admiral vertritt Hlland in Bonn Den Haag, 8. Dez.(ap) Wie am Donnerstag amtlich in den Haag bekanntgegeben wurde, soll eine holländische Mission bei der Alliierten Hohen Kommission für Deutschland in Bonn akkreditiert werden. Zum Leiter der Mission, die einen zivilen Charakter haben wird, wurde Vizeadmiral J. M. de Booy, der auch Leiter der holländischen Militärmission in Berlin ist, bestimmt. E NOTIZEN sel—Ankara das Recht der Zwischenlandungen zu erhalten. Norwegens KP„säubert“ weiter Die Kommunistische Partei Norwegens setzt die Säuberung in ihren Reihen weiter fort. Der Parteivorstand gab am Donnerstag den Ausschluß von sechs früheren Mitgliedern des Zentralkomitees bekannt. Silbergeld für Frankreich Alle großen Geldscheine bis zum Wert von 100 Francs sollen durch Hartgeld ersetzt werden. Die 100-Francs-Stücke sollen aus Silber sein, während die Ein-, Zwei- und Fünf-Francs-Stücke wie bisher aus Aluminium bleiben. 1000 Waggons Geschenke für Stalin Zu Stalins 70. Geburtstag sollen Geschenke aus allen Teilen der UdSSR und aus den Satellitenstaaten an Stalin geschickt werden. Man schätzt in Moskau, daß für den Transport der Geschenke die später in einer Sonderschau gezeigt werden sollen, über 1000 Güterwaggons notwendig sein werden. Wieder ein Opfer Der stellvertretende tschechoslowakische Außenhandelsminister Evzen Lobel(Kommunist) wurde seines Postens enthoben und ist mit seiner ganzen Familie verschwunden. In inoffiziellen Berichten aus Prag heißt es, Lobel befinde sich im Gefängnis. Schneller als der Schall Eine Geschwindigkeit von 1360 Stundenkilometer will der Versuchspilot der USLuftstreitkräfte. Hauptmann Yeager, mit dem Düsenflugzeug XI erreicht haben Er hätte damit die Schallgeschwindigkeit um 160 km überschritten. Leipzigs Oberbürgermeister eingeladen Auf Einladung wird der Leipziger Oberbürgermeister Düsseldorf einen Besuch abstatten. Damit vertieft Leipzig seine Beziehungen zu westdeutschen Großstädten. die während der Leipziger Messe geknüpft wurden. Verlag: Ahauser Kreiszeltung Gebrüder Lensing Verlagsanstalt KG.) Zweigniederlassung Ahaus (Westf.), van-Delden-Str. 8 Ruf: Ahaue 450.— Verleger: Lambert Lensing Verlagsleiter WilI Schopp.— Chefredaktion: Dr Alphons Nobel.— Verantwortl f. d lokalen Tell losef Ruhmann — Postscheckkonto: 22739 Hannover— Druck: Gebrüder Lensing Verlagsanstalt KG, Dortmund 81 Prozent glauben an ihre Rückkehr Das Heimatgefühl der Vertriebenen— Hoffnungen und Erinnerungen München, 8. Dezember. Die von der Kirchlichen Hilfsstelle München herausgegebene Zeitschrift für die Heimatvertriebenen„Christ unterwegs“ veröffentlicht das Ergebnis einer Erhebung von Dr. Herbert Tölg über das Heimatgefühl der Vertriebenen. Auf die Frage:„Glauben Sie an Rückkehr in die Heimat?“ antworteten 81 v. H. mit unbedingtem oder bedingtem„Ja!“, 13,2 v. H. mit„Nein“, 5,8 v. H. äußerten keine Meinung. Otto von Habsburg reist herum Süddeutsche DP-Lager mit Ungarn finden sein besonderes Interesse Von unserem Münchene Neue Erfolge bei Krebs-Bekämpfung Deutsches Heilmittel„Toxinal Demontage, Ruhr-Statut, Auslandskapital Eine Stellungnahme der CDU/CSU-Fraktion des Bundestages Bonn: 8. Dez.„Ob wir nun wollen oder nicht,— wir werden in den nächsten Jahren nicht daran vorbeikommen, daß deutsche Werke ausländische Kredite hinzunehmen, wenn wir unsere Produktionsstätten ausbauen, modernisieren und konkurrenzfähig machen wollen. Dieser Vorgang hat mit wirtschaftspolitischer und betriebswirtschaftlicher Gestaltung nichts zu tun. Das ist und bleibt Sache der Deutschen. Nicht konkurrenzfähige Betriebe aber würden, ob sozialistisch oder nicht, für unsere deutsche Wirtschaft eine Last und für unsere Arbeitnehmer ein Unglück sein.“ Dieses stellt die CDU/CSU-Fraktion des Bundestages heute in einer Erklärung zu den politischen und wirtschaftlichen Vorgängen der letzten Wochen fest. Nr. 163— Jahrgang 1 Freitag. 9. Dez. 1949 Sladt und Kreis Ahaus Gronau=kurzbelichtet Schnelle Brandbekämpfung. In diesen Tagen entstand in den Nachtstunden im Oelraum einer hiesigen Spinnerei ein Brand, der von einem Nachtwächter bei seinem Rundgang bemerkt wurde. Durch rasches Zugreifen des Nachtwächters und herbeigerufene Hilfskräfte konnte das Feuer gelöscht werden, ohne daß größerer Schaden entstand. Gronauer Jungen feiern den Kolpinggedenktag. Auch in diesem Jahr war der Kolpinggedenktag ein Feiertag der Gronauer Kolpingsöhne. Am frühen Morgen wurde für die Kolpingsöhne in der St. Antoniuspfarrkirche eine hl. Messe zelebriert. Die Festpredigt hielt Präses Kaplan Woltering. Die Hauptfeier des Tages fand am Nachmittag im festlich geschmückten kleinen Saal der„Konkordia“ statt. Senior Hans Grote begrüßte die Anwesenden, insbesondere Rektor Pater Hermenegild, und die erschienenen Gäste. Bei gemeinsamem Gesang erfolgte der Einzug der Kolpingbanner. Nach der Ansprache von Pater Hermenegild, Rektor des Bardeler Missionskollegs, fand die feierliche Aufnahme der neuen Mitglieder in die Gruppe Kolping statt. Die Neuaufgenommenen legten das Treuegelöbnis zu Adolf Kolping ab und versprachen dem Präses, Jung- und Altsenior durch Handschlag, treue Kolpingbrüder zu werden und nach der Idee des großen Gesellenvaters zu leben. Die Feier wurde von Sprechchören, und musikalischen Darbietungen umrahmt. Eine gemeinsame Kaffeetafel beendete die festliche Stunde. Eine neue Gewerkschaft Im Kreis Ahaus hat sich die Gewerkschaft„Musik, Bühne, Artistik und Film“ gebildet. Die Gewerkschaft ist unterteilt in einzelne Fachschaften. Sehr rege betätigt sich in dieser Gewerkschaft die Fachschaft Musik. Der Vorsitzende dieser Fachschaft ist der Kollege Edmund Wick, Gronau, Gildehauser Straße 114. Die Fachschaft hält in gemeinsamer Beratung mit dem Arbeitsamt, Abt. Vermittlung, jeden Freitag in der Zeit von 15,—16,00 Uhr beim Arbeitsamt Coesfeld, Nebenstelle Gronau, Sprechstunde ab. Die Beratungen innerhalb der Sprechstunde beschränken sich auf rein fachliche Art. Die Gewerkschaft hat sich zum Ziel gesetzt, alle bei Musik, Artistik, und Film Beschäftigten organisatorisch zu erfassen und dadurch günstigere Lebensbedingungen zu erzielen. Alle, die gewerkschaftliche Auskunft wünschen, wenden sich an den Vorsitzenden Edmund Wick, Gronau, Gildehauser Straße 114. Bei Nachweis der Mitgliedschaft wird selbstverständlich vom Deutschen Gewerkschaftsbund die Betreuung nach der sozialpolitischen und arbeitsrechtlichen Seite kostenlos übernommen. Filme der Woche Apollo-Theater. In dem großen Farbfilm„Zigeunerblut“ ist Margaret Lockwood als strahlend schönes Zigeunermädchen mit dem zweiten Gesicht begabt, und, wie im Leben, ist es kein reines Glück für sie, Dinge auszusprechen, die noch im Schoß der Zukunft liegen. Aber an vorausgeahntem Tod, an instinktmäßig gefühltem Unglück vorbei führt sie der Weg in eine bessere Zukunft. Walhalla-Theater. Der Film „Goldgräber“ zeigt den Kampf der australischen Goldsucher, die, unter schwersten Einwirkungen der Natur arbeitend, ihr Recht gegen den Staat durchzusetzen versuchen. Als sie auf friedlichem Wege keinen Erfolg erzielen können, schließen sich mutige Männer zusammen, um die Soldaten des Gouverneurs abzuweisen. Es kommt zu erbitterten Kämpfen, in denen sich auch Frauen mit mutigen Herzen bewähren. Eine Lösung wird dadurch gefunden, daß der Anführer der Goldgräber als ihr Vertreter in das neugewählte Parlament zieht. Eper Gemeinderat tagte Bürgermeister Lösing wiedergewählt Beigeordn. Nappers, Stellvertreter- Antrag des Flüchtlingsbeirats vertagt Das erste Schulbild der Viktoriaschule Unser gestriger Beitrag zum 50jährigen Jubiläum der Viktoriaschule in Gronau gab einer Leserin im„Bauverein“ Veranlassung, uns das erste Schulbild der Anstalt aus dem Jahre 1902 zur Verfügung zu stellen. Es ist die damalige 1. Klasse unter Rektor Butz. Von den Kindern sind die meisten in Gronau seßhaft geblieben, sodaß das Bild manche liebe Erinnerung wachrufen wird. Die Namen sind: 1. Klasse. Rektor Butz, Hedwig Ulbrich, Seitz, Käthe Haueisen, Gretchen Lottes, Helene Will, Elisabeth Will, Heinrich Ditschi, ten Dam. 2. Reihe: Grada Schipholt, Grada Sackbrock, Johanna Bevers, Jette Holtkamp, Grada Pieper, Weggen ——. 3. Reihe: Elli Ulbrich, Fina Prigge, Johanna Blömers, Katharina Gottschalk, Gretchen Blömers, Lina Gottschalk, Arnold Pieper, Fritz Klaas. Heitere Rokokomusik im Kammerorchester Konzert des Städt. Musikvereins Gronau Im Amtshaus der Gemeinde Epe fand eine Gemeinderatssitzung statt, bei der neben verschiedenen Punkten die Wahl des Bürgermeisters und seines Stellvertreters standen. Bürgermeister Lösing(Zentrum) wurde mit 12 Stimmen bei einer Gegenstimme und einer Stimmenthaltung erneut zum Bürgermeister gewählt. Die Wahl des stellvertretenden Bürgermeisters entfiel wie im Vorjahr auf den Beigeordneten Nappers(CDU). Allerdings mußte ein zweiter Wahlgang stattfinden, da er im ersten nicht die erforderliche Mehrheit erhielt. In seiner Ansprache sprach Bürgermeister Lösing allen Fraktionen seinen Dank für das Vertrauen aus, das sie ihm durch die Wiederwahl entgegengebracht haben. Als wichtigsten Punkt bezeichnete er den Neubau von Wohnungen, um den Wohnungssuchenden eine menschenwürdige Unterkunft zu geben. Die Kanalisation soll auch im kommenden Jahr verbessert werden. In der Gemeinde müssen weitere Volksschulklassen geschaffen werden, um die Schuljugend in der Weiterbildung zu nelfen. In der Etatsberatung im Februar muß der Gemeinderat Mittel freimachen, um diese Notwendigkeiten in die Wirklichkeit umzusetzen. Die SPD-Fraktion brachte einen Antrag auf Beflaggung der öffentlichen Gebäude bei besonderen Anlässen ein, der vom Ratskollegium einstimmig angenommen wurde. Es wurde beschlossen, neben der Bundesflagge auch die Landes- und Gemeindeflaggen zu zeigen. Als öffentliche Gebäude gelten auch die beiden VolksschuJen. Der Flüchtlingsbeirat hatte vier Anträge zur Ergänzung verschiedener Ausschüsse gestellt. Bürgermeister Lösing und Gemeindedirektor Porthuis sind aber der Auffassung, daß der Flüchtlingsbeirat noch nicht konstituiert ist, da er nur aus den sechs Mitgliedern der Vertriebenen besteht. Auf Grund des Flüchtlingsgesetzes muß der Beirat paritätisch besetzt sein, das heißt, daß ebensoviele Vertreter der einheimischen Bevölkerung in den Beirat entsendet werden müssen. Die sozialen Verbände und Vereine wurden aufgefordert, ihre Vertreter für den Flüchtlingsbeirat zu benennen, damit sie durch den Gemeinderat bestätigt werden können. Die Anträge des Beirates wurden bis zur Ergänzung durch die Vertreter der sozialen Verbände zurückgestellt. Sie sollen in der nächsten Gemeinderatssitzung, die voraussichtlich im Januar stattfindet, nochmals vorgelegt werden. Der aktuelle Leserbrief Was ist mit den Preisen für Nüsse? „Ende der vergangenen Woche war in der Presse zu lesen, daß für Haselnüsse ein Preis von 1,— bis 1,10 DM. und für Walnüsse 1,65 bis 1,80 DM. angemessen sei. Statt dessen wird für jene bis zu 2,15 DM und für diese auch über 2,50 DM. verlangt. Wir sind der bescheidenen Meinung, wenn schon sogenannte Richtpreise veröffentlicht werden, diese dann auch einzuhalten sind. Oder ist eine derartige Presseverlautbarung nicht zu beachten? Es wäre sehr zu wünschen, wenn sich die zuständigen amtlichen Stellen einmal mit dieser Preisfrage ernstlich beschäftigten, zumal gerade jetzt, vor den Feiertagen, die Nüsse ein begehrenswerter Artikel, besonders für die Kleinen sind, lange genug haben sie auf diese Dinge verzichten müssen. Es ist wirklich Eile geboten, sonst sind die Familien wieder die Leidtragenden und haben das Nachsehen, oder sie müssen die geforderten Preise bezahlen.“ E. J. Unter dem verlockenden Titel„Heitere Rokokomusik“ veranstaltete das Kammerorchester des Städtischen Musikvereins Gronau im Rahmen des Kulturrings am Mittwochabend ein Konzert in der Konkordia zu Gronau. Schon bei seinem ersten Auftreten im Öktober anläßlich der Goethegedächtnisfeier des Musikvereins hatte das Kammerorchester, unter seinem Dirigenten Musikdirektor Bernh. Scheffer, sich als ein recht leistungsfähiger Klangkörper vorgestellt, der sich auch größere Aufgaben vornehmen kann. Den günstigen Eindruck konnten Dirigent und Orchester bei ibrem zweiten Konzert noch befestigen und wesentlich verstärken. Die Musiker und Musikfreunde, die das Orchester bilden, haben sich mit Liebe und Hingebung zu gemeinsamer Kunstübung verbunden und sind bereits gut aufeinander eingespielt. Das wundervoll unbeschwerte Divertimento in D-dur, für Oboe, zwei Hörner und Saiteninstrumente, von dessen sechs Sätzen vier zu Gehör kamen, eröffnete mit seinen frischen Klängen die Veranstaltung recht vielverheißend. Es folgte das berühmte Cello-Konzert in B-dur von Luigi Bocherini, gespielt von Herbert Haack, der hier schon von mehreren Kammerkonzerten her bestens bekannt ist. Auch diesmal durften wir wieder seine hervorragende technische Sicherheit, seine wundervoll ausdrucksreiche Tongebung und seinen beseelten Vortrag bewundern. Er blieb dem schwierigen Werke nichts schuldig. Den tief innerlichen zweiten Satz dürfte man kaum in vollendeterer Wiedergabe hören können, als es hier geschah. Mit der nun folgenden Serenata notturna(„nächtlichen Serenade“), die übrigens aus demselben Jahre(1776) stammt wie das obengenannte Divertimento, kam wieder Meister Mozart zum Wort. Dieses kleine Werk stellt zwei kleinere Gruppen Sti eichinstrumente einander gegenüber, die sich dann ablösen oder ergänzen. Durch Hinzunahme der Pauke wird eine ganz eigentümliche Klangwirkung erzielt. So bildet diese Serenata ein hübsches Gegenstück zu der viel bekannteren„Kleinen Nachtmusik“. Die' saubere Ausführung des Soloquartetts sei besonders anerkennend hervorgehoben. Den Abschluß bildete Mozarts Klavierkonzert in Es-dur vom Jahre 1777, das unter den Werken seiner Art eine gewisse Sonderstellung einnimmt, da der Meister hier die Form freier behandelt als sonst. Stellenweise glaubt man eine Fantasie zu hören, einige Wendungen im letzten Satz scheinen geradezu auf Beethoven vorauszudeuten. Der zweite Satz ist fast leidenschaftlich schmerzlich im Ausdruck, als ringe ein bedrängtes Gemüt nach Worten. Unser einheimischer Pianist, E. Schmidt, deutete das Werk mit echter Empfindung und Einfühlung aus. Daß er auch den technischen Schwierigkeiten vollauf gewachsen ist, braucht bei ihm nicht hervorgehoben zu werden. Daß er gerade dieses weniger bekannte Klavierkonzert gewählt hat, sei ihm noch ausdrücklich gedankt. Er hat richtig erkannt, daß es in seiner besonderen Artung dem Solisten wie dem Orchester eine sehr schöne Aufgabe stellt, deren Lösung sich lohnt. Beide Konzerte begleitete das Orchester unter Musikdirektor Scheffers sicherer Leitung geschmackvoll und zurückhaltend. So wurde das Konzert zu einem sehr erfreulichen Erfolg für alle Mitwirkenden. Wenn im Saal so manche Stühle leer geblieben waren, so ist dies wohl im wesentlichen auf die vorweihnachtliche Zeit zu erklären, die für solche Veranstaltungen nicht besonders günstig ist. Alle Ausführenden wurden durch herzlichen Beifall geehrt.-aZusammenarbeit deutsch-niederländischer Polizei Bekämpfung der Grenzkriminalität In Nordhornfand in diesen Tagen eine Besprechung zwischen deutschen und holländischen höheren Polizeibeamten statt, um zu einer zielsicheren Bekämpfung der Kriminalität im Grenzbereich zu kommen. Acht englische Offiziere waren bei diesen Besprechungen als Beobachter zugegen. Es wurde beschlossen, 50 Grenzpässe an deutsche und holländische Polizeibeamte auszugeben. Da diese Grenzpässe aber nur zum Betreten des 15 km breiten Grenzstreifens berechtigen, wurden noch weitere 25 Visa ausgeteilt. Diese Visa sollen besonders der Wasserpolizei und den Stellen zur Bekämpfung der Falschmünzerei zur Verfügung gestellt werden. Aus dieser Regelung folgt aber nicht, daß deutsche Polizeibeamte in Holland und holländische Polizeibeamte in Deutschland Amtshandlungen vornehmen dürfen; sie sollen sich nur in vorkommenden Fällen schneller mit der Polizeibehörde des anderen Landes in Verbindung setzen können, um die Verfolgung von Gesetzesübertretern unverzüglich veranlassen zu können. Die in Nordhorn getroffenen Abreden gelten zunächst nur für den nördlichen Teil der deutsch-niederländischen Grenze. In Kürze sollen in Aachen ähnliche Vereinbarungen getroffen werden. Diese Maßnahmen bedeuten eine ansehnliche Verbesserung der Zusammenarbeit deutscher und niederländischer Behörden. Bisher war eine direkte Fühlungsnahme kaum möglich. Alles mußte über die englischen Dienststellen der„Public SafetyÖfficers“ laufen. Dort mußten Pässe und Visen beantragt werden und wenn sie ausgestellt waren, hatten die Uebeltäter längst das Weite gesucht. Nachdem Deutschland nun wieder eine eigene Regierung hat. werden diese englischen Stellen eingeschränkt. Im Hamburg wurde eine deutsche Kriminalzentrale errichtet, die mit Rundfunk und Fernschreiber ausgerüstet, an Bedeutung der„Surete“ in Paris,„Scotland Yard“ in London und dem„criminele voorlichtingsdienst“ im Haag gleichkommt. Die Bekämpfung der Grenzkriminalität fällt in den Aufgabenbereich dieser neuen deutschen Zentralstelle in Hamburg. Aus der Grafschaft Enteninvasion auf der Vechte Durch die starke Trockenheit des vergangenen Sommers sind die Kolke und Wassertümpel des Emslandes zum größten Teil ausgetrocknet. Den Enten ist deshalb nur noch die Möglichkeit geblieben, sich auf und an der Vechte und den Kanälen des Emslandes niederzulassen. Aus diesem Grunde kann deshalb zur Zeit von einer ausgesprochenen Enten-Invasion gesprochen werden, die jedoch mit der Zunahme der Niederschläge und der damit verbundenen Auffüllung der sonstigen Wasserreservoire ihren Abschluß finden wird. Zur Zeit ist das Gebiet um die Vechte ein wahres Dorado für die Jäger, die jedoch mangels genügender Schußwaffen vorerst kaum Gelegenheit haben werden, ihrer Passion zu frönen. EAPOLLO „Augen auf, Taschen zu!" Warnung vor betrügerischen Hausierern mit„ausländischen Stoffen“ Es zeigt sich, daß auch heute immer noch gewissenlose und arbeitsscheue Elemente Geschäfte unter Ausnutzung der Unwissenheit oder der Gutgläubigkeit der Bevölkerung tätigen können. Es handelt sich nach den bisherigen Beobachtungen und Feststellungen um Ausländer, die sich Armenier, Argentinier oder sonstwie nennen, die mit Kraftwagen aufs Land fahren oder zu Fuß in der Stadt umherziehen und schlechte Stoffe für gutes Geld verkaufen wollen. In mehr oder weniger gebrochenem Deutsch versuchen diese Leute, Anzug- oder Kleiderstoffe zu Preisen loszuwerden, die nicht im entferntesten im Verhältnis zu dem Wert der Ware stehen. Selbstverständlich geben sie an, es handele sich bei den Stoffen immer um,, englische“ Ware, obwohl diese Ware weder England noch sonst ein Ausland gesehen hat, sondern in fast allen Fällen ganz gewöhnliche Zellwollware ist. Für Stoffe zu einem Anzug werden 110— 120 DM verlangt. Wer sich aufs Handeln verlegt, bekommt sie ggf. auch für 50 oder 60 DM. In jedem Falle ist er aber der Betrogene; denn diese Ware ist auch keine 50 oder 60 DM wert. Es ist also ein ausgesprochenes Betrugsmanöver, was von diesen Ausländern durchgeführt wird. Zum Teil treten diese Händler auch mit der nötigen Arroganz auf und versuchen, Hausfrauen einzuschüchtern. Ein besonderes Betätigungsfeld ist allerdings das flache Land. Hier wird den Bauern und Landleuten über Qualität und Preise etwas vorgegaukelt, daß man nur so staunen muß. Steuern oder sonstige Abgaben werden selbstverständlich nicht bezahlt, im Gegenteil, es kann sogar als sicher angenommen werden, daß für vereinnahmte Gelder hochwertige Gegenstände eingekauft und dann nach dem Ausland verschickt oder mitgenommen werden. Jeder, der den Besuch solcher Leute erhält, insbesondere Hausfrauen, sollte es sich überlegen, ob er mit diesen Leuten ein Geschäft abschließen will. Er soll sich mit seinen Einkäufen nur an solche Geschäftsleute halten, bei denen auch ggf. Beanstandungen über Qualität und Preise gemacht werden können, und bei denen auch das Finanzamt zur Finanzierung der Staatskosten seinen Anteil„erhält. Von betrügerischen Volksbeglückern solle man sich fernhalten und ihnen ohne alle Umschweife die Tür weisen. Leser fragen= wir antworten Gartenfreund M. Ich möchte in meinem Garten auch Brombeeren anpflanzen. Welche Zeit eignet sich am besten zum Anpflanzen und welchen Abstand müßte man wahren? Die Pflanzung der Brombeeren kann im Herbst wie im Frühjahr erfolgen. Der Abstand bei starkwüchsigen Sorten kann bis zu 4 Metern weit sein, für schwachwüchsige Sorten reichen 2 Meter. Die Ranken müssen bis auf 3 Augen zurückgestutzt, die Jungpflanzen etwas angehäufelt und dann erst mit der dringend erforderlichen Bodendecke versehen werden. Die Sträucher tragen am einjährigen Holz. Wichtig ist, daß der zweijährige Halbuch gute Bewurzelung und kräftige Jahresblüte zeigt. Hermann B. Vor einigen Wochen starb mein jüngster Bruder, und mir wurde angetragen, die Vormundschaft über die beiden minderjährigen Jungen zu übernehmen. Ich fühle mich mit 63 Jahren aber zu alt und glaube nicht, der schwierigen Aufgabe gewachsen zu sein. Kann ich gesetzlich gezwungen werden, die Vormundschaft zu übernehmen? Wer das 60. Lebensjahr vollendet hat, kann die Uebernahme einer Vormundschaft ablehnen. H. S. 33. Gibt es ein Konsulat für China? Für China gibt es Generalkonsulate in Stuttgart und Hamburg. Schwer orige Wieder hören— das schönste Weihnachtsgeschenk. Der neueste deutsche TaschenRöhrenhörapparat m. hervorragender Fernwirkung, ein Wunderwerk deutscher Technik, u. a. neue Elektronen-Hörgeräte für alle Grade von Schwerhörigkeit. Niedrige Werkpreise. Bitte besuchen Sie unsere Spezialisten in Gronau: So. 11. 12. von 1017 Uhr„Hotel zur Post“, Neustr. Beoton. Essen, Kurfürstenstr. 1 Kaufmann(Gronauer) mit Büro- und Reiseerfahrungen(Führerschein) sucht sofor Stellung. Zuschriften unter Nr. 95 an die Druckerei Schievink, Gronau. Gut erhaltener Tiefbauherd(Senking) billig abzugeben. Zu erfragen in der Druckerei Schievink, Gronau, Eper Str. 6 Billiger Verkauf 1 neuer rund. eich. Tisch(Q1m), 1Radio(großer Volksempfänger sehr gut spielend. P. Schriewer Gronau i. W. Gildehäuser Str. 318(Driland) Küppersb.-Dauerbrandofen billig zu verkaufen. Daselbst altmod. engl. Pendüle mitkünstl. Aufsatz zu verkaufen. Zu erfragen in der Druckerei Joh. Schievink, Gronau i. Westf. Günstiges Angebot! 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Dezember 1949 Weil es von Herzen kommt Kriegsgefangenen-Paketaktion des NWDR und DRK übertrifft alle Erwartungen/ Über 500 000 DM Geldspenden (Elgenet Nachrichtendienst) Beer nahm die Fiedel des Geigers Amüsante Zeugenvernehmung/ Urteil in der Weihnachtswoche Eigener Nachrichtendienst Zusammenbruch 1945 ein seitdem in solchem Maße noch nicht wieder zum Ausdruck gekommener Beweis der Hilfsbereitschaft von Millionen Deutscher aus allen Kreisen und Schichten der Bevölkerung. Den Hauptanteil machen die kleinen Spenden der vielen Hunderttausend aus Stadt und Land aus: Die sorgenerfüllten alten Mütterchen, die sich tapfer mit ihren Kindern durch das Leben kämpfenden Ehefrauen unserer Kriegsgefangenen, die Jungen und Mädel unzähliger Schulen mit ihren Lehrern, viele Tausende von Männern und Frauen, die selbst keine Angehörigen in Gefangenschaft haben, und viele im Ausland lebende Deutsche. Ferner sind auch aus fast allen westeuropäischen Ländern, wie z. B. Oesterreich, Schweiz, Frankreich, Spanien, England, Dänemark und Schweden, zahlreiche Spenden eingegangen. Insgesamt sind bisher 84 000 Pakete und Geldspenden von über 500 000 DM registriert worden. Seit einigen Tagen rollen große, auf beiden Seiten mit Transparenten versehene Lastwagen mit Spenden für die heimkehrenden Kriegsgefangenen durch das Bundesgebiet. Für das Lager Friedland wird kurz vor Weihnachten noch eine weitere Lastwagenkolonne mit Paketen für Heimkehrer aus der UdSSR in Marsch gesetzt. Dortmund, 8. Dez. Bernhard Menne von 1943 Kantinenpächter in der Hammer Artilleriekaserne und Feldwebel Anton Beer sein gut zahlender Stammgast. Die beiden wurden Duzfreunde. Im Mai 1946 gab Bernhard seinem Freund Anton Alois 35 000 Rm, von denen 6000 Rm zurückgezahlt wurden. 29 000 Am schrumpften auf 1800 DM zusammen, die Beer für sich verbraucht hat. Nach einigem Hin und Her wird festgestellt, daß Menne hiergegen nichts hatte. Vor Gericht macht der zum Aktionär und Aufsichtsratsvorsitzenden(8000 DM Gehalt) ausersehene Menne einen hilflosen Eindruck. Hilfesuchend guckt er den Verteidiger an und weiß von gar nichts. Er schenkte Beer blindes Vertrauen und ging auch mit ihm auf „Projektsuche“. Im Frühjahr wurde Menne mit nach Frankfurt geschleift, um bei dem Inhaber eines dortigen Bankhauses als Direktor des zu gründenden Werkes vorgestellt zu werden. Beer selbst trat als Leiter des„PetscheckKonzerns“ auf und gab außerdem an, stellvertretender Leiter des tschechischen Textilindustriellenverbandes zu sein. Vier Millionen Dollar seien ihm von der Militärregierung zur Verfügung gestellt worden, behauptete er großspurig und wollte sich ein Kaufobjekt vermitteln lassen. Die Bankiers bedauerten. Auf finanzielle Beteiligungsangebote reagierte Beer nicht. Er behielt sich jedoch vor, auf das Angebot von 11 Millionen einer süddeutschen Firma zu gegebener Zeit zurückzukommen. Amüsant waren die Ausführungen des Zeugen Dir. Dr. Cornelius der„JuchoWerke“. Die Firma hatte sich im März mit der Stadt Hamm in Verbindung gesetzt. Durch Pressemeldungen war man aufmerksam geworden. Auch bei der Fa. Jucho gab Beer sich als Leiter der Petscheck-Werke und stellvertretender Leiter des tschechischen Industriellenverbandes aus. Die Firma hatte Bedenken und stellte negative Ermittlungen an. Um Beer ein wenig unter die Lupe zu nehmen, führte Dr. Cornelius ihn durch einige Dortmunder Nachtlokale. Zum Gaudium der Anwesenden nahm Beer in einem Lokal dem Geiger die Fiedel aus der Hand „Er spielte nicht einmal schlecht“, sagte Dir. Dr. Cornelius. Das Urteil gegen den von seinem Projekt besessenen Phantasten wird voraussichtlich in der Weihnachtswoche gefällt werden. Start des Lastwagenzuges zur Fahrt durch die britische Zone mit 8500 Stück Weihnachtspaketen für kranke Heimkehrer Münster, 8. Dez. Als der Nordwestdeutsche Rundfunk und das Deutsche Rote Kreuz zur Paketaktion zugunsten der deutschen Kriegsgefangenen in den ersten Novembertagen aufriefen, rechnete man mit einer starken Reaktion in der Oeffentlichkeit. Wie inzwischen die vergangenen Wochen gezeigt haben, sind die Erwartungen bei der deutschen Bevölkerung in kaum vorstellbarer Weise übertroffen worden. So konnte schon sehr bald die ursprünglich begrenzte Planung, zunächst jene 15 000 deutschen Kriegsgefängenen mit einem Liebesgabenpaket zu Weihnachten zu versehen, die noch keine Verbindung mit ihren Angehörigen haben, erweitert werden. Durch den großen Spendeneingang an Geld und Paketen war es möglich, immer weitere Kreise von Kriegsgefangenen und Heimkehrern in die Aktion miteinzubeziehen. Wer erhält Pakete? Zunächst sind es 15 000 Kriegsgefangene in Rußland, die noch keine Verbindung mit ihren Angehörigen haben, die auf den Versandlisten vorgesehen sind. Weiterhin werden die deutschen Kriegsgefangenen in Frankreich, Belgien, den Niederlanden und Luxemburg betreut, gegen die noch nicht abgeschlossene Verfahren schweben. Auch an die Kriegsgefangenen in Polen, der Tschechoslowakei, in Jugoslawien und Albanien ist gedacht. Durch die Vielzahl der eingegangenen Spenden ist es darüber hinaus noch möglich, besonders bedürftige Heimkehrer aus der Kriegsgefangenschaft im Rahmen dieser Aktion zu berücksichtigen. Das Schweizerische Rote Kreuz hat aus eigener Initiative die Fühlungnahme mit der russischen Schwesterorganisation aufgenommen. Der Paketverkehr nach Jugoslawien funktioniert bereits seit langem reibungslos, und auch bei den übrigen Ländern besteht kein Anlaß zu einer gegenteiligen Annahme. Die in den letzten Monaten im Entlassungslager Friedland angekommenen Kriegsgefangenen bestätigten den Eingang früherer Paketsendungen in ihren Lagern. Aus allen Schichten der Bevölkerung Die Spenden, von der kleinsten Gabe bis zur großen Firmenspende, sind seit dem Mund auf!- Sie schießen Salut! Kanonendonner störte Frankfurterin/ Beschwerde an USA-General Mit Schweißgerät und Dynamitpatrone Großeinbrüche in Essen/ Brillanten und Uhren im Werte von 30 000 DM Essen, 8. Dez.(Inw) Die Essener Geschäffswelt ist in den letzten Nächten von einer Reihe von Großeinbrüchen heimgesucht worden. Am Abend des Kupfernen Sonntags wurden bei einem Juwelier in Essen-Rüttenscheid Goldwaren, Brillanten und Uhren im Werte von 20 000 DM gestohlen. Bei einem anderen Juwelier in EssenBocholt raubten unbekannte Täter Uhren und Schmuckgegenstände im Werte von 5000 DM, indem sie die Scheibe der Eingangstür einschlugen und die Tür von innen öffneten. Besonders dreist gingen die Einbrecher im dritten Falle, in den Büroräumen der Firma Wagener in Essen-Werden, vor. Hier überfielen fünf Täter den Nachtwächter, schlugen ihn nieder und fesselten ihn, anschließend besorgten sie sich Schweißapparat und Brecheisen aus dem Werksgelände und versuchten den Tresor der Firma, einen schweren Panzerschrank, zu öffnen. Als ihnen dabei der Sauerstoff ausging, schoben sie in die bereits vorhandene schmale Oeffnung eine Dynamitpatrone und sprengten den Schrank auf. Die Beute war jedoch gering. Sie bestand aus 2650 DM, sechs Kisten Zigarren und zehn Glühbirnen. Öffenbar hatten sie weit größere Summen in dem Tresor vermutet. Die Polizei verfolgt eine Reihe von Spuren. Ein Zusammenhang zwischen den drei Verbrechen ist nach dem bis jetzt vorliegenden Beweismaterial noch nicht gegeben. Die Zahl der Einbrüche ist, wie stets in den Spätherbst- und Wintermonaten, auch in Essen im November wieder angestiegen. Jedoch konnte die Polizei wie schon in den Vormonaten im Durchschnitt zwei von drei Fällen aufklären und die Täter dem Gericht zuführen. Sie stellte dabei alles im November gestohlene Gut im Wert von 73 000 DM sicher, darunter drei Personenkraftwagen, drei Motorräder, Bargeld und Schmucksachen. Strafanzeige gegen Hofbräuhaus München, 3. Dez.(dpa) Die Stadtverwaltung München will gegen den verantwortlichen Braumeister des Hofbräuhauses, Heribert Kraus, Strafanzeige erstatten, weil das Hofbräuhaus während des Öktoberfestes teilweise Märzenbier mit einem zu geringen Stammwürzgehalt ausgeschenkt haben soll. Märzenbier muß mindestens 13 Proz. Stammwürzgehalt haben, und dieser Prozentsatz sei unterschritten worden. Frankfurt(Main), 8. Dez.(ap) Amerikanische Stellen befassen sich gegenwärtig mit der ungewöhnlichen Bitte einer Frankfurter Bürgerin, die vorschlug, das Salutgeschütz vor dem Gebäude der amerikanischen Hohen Kommission in Frankfurt hinter dem riesigen Komplex aufzustellen. Jeden Morgen um 7 Uhr und jeden Abend um 17.30 Uhr kündigt das Geschütz durch einen Salutschuß die Hissung oder das Einholen des Sternenbanners an. In einem Schreiben an den Kommandierenden General des Frankfurter Militärbezirks meint Frau Schnelle: Wenn Sie hier leben würden, würden Sie auch manchmal die Nerven verlieren!“ Frau Schnelle, die in einer Seitenstraße vor dem Gebäude wohnt, begründet dann ihren Vorschlag folgendermaßen:„Jeden Morgen um 7 Uhr fallen wir fast aus den Betten. Das ganze Haus bebt und die Fensterscheiben drohen zu zerspringen. Sogar sonntags wird geschossen, und die Illusion eines ruhigen Wochenendes ist vorbei. Nebenbei bemerkt— letzten Sonntag wurde eine Stunde zu spät geschossen.“ Sie schreibt weiter, daß die Fenster des Schlafzimmers ihrer Mutter genau der Mündung des Geschützes gegenüber liegen. „Sie können sich vorstellen, daß niemand mehr schlafen kann! Nachmittags verläßt meine Mutter das Haus oder sie zieht an der Wassersptilung des Klosetts, damit sie den Schuß nicht so stark hört. Die Tassen bewegen sich auf dem Tisch und Sachen fallen herunter, wenn man sie nicht sicher aufstellt. Wenn wir Gäste haben, nehmen sie fast Deckung unter dem Tisch. Manchmal ist es wirklich spaßig. Ein Freund riet uns, den Mund aufzuhalten, damit die Trommelfelle nicht platzen. Aber schließlich kann man seinen Gästen nicht um 17.29 Uhr sagen, sie sollen mit offenem Mund dasitzen!“ In einem Antwortschreiben bedauert die amerikanische Armee, das Salutgeschütz nicht an einem anderen Ort aufstellen zu können. Man werde sich aber des Schreibens erinnern, sobald eine Möglichkeit gegeben sei, die Wirkung des Salutschusses zu mildern. Erst heiraten, dann 60 Millionen Berlin, 8. Dez.(dpa) Die Berliner Millionenerbin Frieda Kösling wurde am Donnerstag mit dem Deutsch-Amerikaner Paul Koswig standesamtlich getraut. Die Krankenschwester ist die Erbin eines 60 Millionen Dollar-Vemögens, das ihr durch den Tod eines Onkels in den Vereinigten Staaten zufiel. Um die Erbschaft antreten zu können, mußte sie einen Amerikaner heiraten. 36 dürfen bleiben Uelzen, 8. Dez.(dpa) Von den 57 illegalen Zonengrenzgängern, die ihre Aufnahme in der Bundesrepublik durch einen Protestmarsch nach Bonn durchsetzen wollten, dürfen 36 im Bundesgebiet bleiben. Die Revisionskommission des Flüchtlingslagers Uelzen hat ihnen die Aufnahmegenehmigung erteilt. 17 Grenzgänger wurden zurückgewiesen, und in vier Fällen ist noch nicht entschleden worden, weil noch neue Nachforschungen angestellt werden sollen. Der Bundeskommissar für das Lager Uelzen, Regierungsrat Kutzner, sagte in diesem Zusammenhang, daß der Uelzener Flüchtlingsprotestmarsch keine spontane Aktion gewesen sei. Zu dem Protestmarsch seien durch einen Kurier Teilnehmer nachgezogen worden, über die von der Länderkommission noch gar nicht entschieden gewesen sei. Die abgewiesenen Sowjetzonenflüchtlinge, unter denen sich auch der Wortführer des Protestmarsches befindet, können solange im Lager Uelzen bleiben, bis der Beschluß der Revisionskommission noch einmal vor Bundesflüchtlingsminister überprüft worden ist. Sie wollen jedoch auf keinen Fall in die Sowjetzone zurückkehren, weil ihre Namen durch die Presse- und Rundfunk-Veröffentlichungen über den Protestmarsch in der Sowjetzone bekannt geworden seien. Ein Wahrzeichen Westfalens „St. Liebfrauen“, eine der schönsten Kirchen Westdeutschlands, wiederhergestellt Münster, 8. Dez. St. Liebfrauen, eine der schönsten westdeutschen und eine der typischsten westfälischen Kirchen, in der der Krieg ungeheure Verwüstungen angerichtet hat, ist soweit wiederhergestellt, daß sie am dritten Adventssonntag dem Gottesdienst übergeben werden kann. Der Chor war fast ganz zerstört, das Langhaus, ein einheitlicher gotischer Hallenbau, bis auf einige Gewôlbe zerschlagen. Nur der mächtige Turm hat den Unbilden des Krieges getrotzt. Das Gotteshaus, das in Münster gewöhnlich Ueberwasserkirche genannt wird, weil es„jenseits des Wassers, der Aa, liegt, gehört kunstgeschichtlich zu den interessantesten Kirchenbauten. Obwohl sich Zartgliedrigkeit des Langhauses und Massivitât des Turmes gegenüberstehen, bildet die Kirche doch ein harmonisches Ganzes. Der viereckige Turm, der 1704 seinen hölzernen Helm verlor, verleiht seitdem, einem flandrischen Belfried ähnlich, der türmereichen Stadt ein besonderes Gepräge. Er ist zu derselben Zeit gebaut worden wie der Noch immer krachen Minen Zerstörungen in zahlreichen Städten und Ortschaften am Westwall/ Wäsche trocknet auf der Siegfried-Linie Eigener Nachrichtendienst Monschau, 8. Dezember. Vor den Toren von Monschau haben Vertriebene aus Gablonz ihre Nissenhütten und Baracken dicht an der Höckerlinie des vor einem Jahrzehnt errichteten Westwalls aufgebaut. Sprengstoff ließ die hundert und aberhundert Bunker der Siegfried-Linie in sich zusammenbrechen. Nur die Höckerlinie steht noch und zieht sich einem endlosen Friedhof gleich durch die Landschaft. Sie nimmt seit Jahren der armen Eifel kostbare Ackererde weg, schlängelt sich über Höhen durch Wald und Feld, hundert und mehr Kilometer lang, und so breit, daß viele neue Höfe darauf errichtet werden könnten. Die Gablonzer trocknen an den Höckern des Westwalls ihre große Wäsche. Das englische Soldatenlied des letzten Krieges ist Wirklichkeit geworden: Wäsche hängt auf der Siegfried-Linie. Patentamt schützt den Erfinder 300 000 Bände Fachliteratur/ 750 Angestellte erforderlich Eigenef Nachrichtendienst München, 8. Dezember. Das neugeschaffene Patentamt in München gibt nunmehr seit Jahren wieder dem deutschen Erfinder, dem es seit Kriegsende nicht mehr möglich war, Patente anzumelden oder kurzfristig Informationen über andere deutsche Erfindungen einzuziehen, rechtlichen Schutz, Hilfe und Rat. Um die vielen Patentmeldungen bearbeiten zu können, ist ein Stab von 750 Angestellten erforderlich. Mit seinen 300 000 Büchern erhebt das Amt Anspruch darauf, die größte technische Fachliteratur Westdeutschlands zu besitzen. Das ehemalige deutsche Patentamt, das im russischen Sektor Berlins beim Zusammenbruch in sowjetische Hände fiel, hatte eine riesige Bibliothek, die vermutlich in ein schlesisches Bergwerk evakuiert wurde. Aber es gelang den Leitern des Berliner Amtes, viele dieser Bücher dem Münchener Amt zukommenzulassen. In einer Abteilung des Patentamtes werden Photokopien von technischem Informationsmaterial für Erfinder angefertigt. Demnächst soll ein Apparat in Betrieb genommen werden, der 50 entwickelte Photokopien in zehn Minuten herstellt. Da die Flut der Patentanmeldungen auch in Zukunft nicht abnehmen wird, sind die Angestellten des Patentamtes damit beschäftigt, die Bücher nach Ländern zu ordnen. Wenn diese Arbeit einmal abgeschlossen ist, wird man um eine Fundgrube für wissenschaftliche Informationen reicher sein. Jagd freigegeben Bonn, 8. Dezember. Die französische Besatzungsmacht hat in den letzten Tagen die ersten rund eine Million Hektar Flächen für eine Jagdausübung durch deutsche Jäger freigegeben. Wie Gouverneur Hettier de Boislambert mitteilte, werden weitere große Flächen für die deutschen Jäger freigegeben, sobald die endgültige Unterbringung aller in Rheinland-Pfalz verbleibenden französischen Dienststellen gesichert ist. Handwerkskammern vereinigt Münster, 8. Dez.(dpa) Auf einer Tagung der Handwerkskammern für das Bundesgebiet wurde in diesen Tagen eine Vereinigung der Handwerkskammern gegründet. 387 175 000 DM Kriegsschäden Münster, 8. Dezember.(lnw) Die Kriegsschäden der westfälisch-lippischen Landwirtschaft beziffert der westfälisch-lippische Landwirtschaftsverband in einem Rückblick auf 50 Jahre Selbstverwaltung auf insgesamt 387 175 000 DM. Neuer Trick der Autodiebe Rheda, 8. Dezember. In zunehmendem Maße machen Autodiebe auch die Autobahnen unsicher. Neuerdings wird ein besonders raffinierter Trick gemeldet. Autodiebe hatten eine gute Aktentasche auffällig auf die Fahrbahn gelegt. Als ein Fahrer seinen Personenwagen stoppte, ausstieg und einige Meter zurückging, um die Tasche aufzuheben, sprang aus dem Gebüsch ein Mann in den offenen Wagen und brauste davon. US-Soldat und seine Freundin Weiden, 8. Dezember.(dpa) Amerikanische und deutsche Polizisten entdecten am Mittwech im Waldgebiet von Grafenwöhr in Bayern ein Zelt, in dem ein fahnenflüchtiger amerikanischer Soldat seit vier Monaten mit seiner 20 Jahre alten deutschen Freundin und ihrem gemeinsamen dreiviertel Jahre alten Kind unter primitivsten Umständen lebte. Die Zeltbewohner machten einen vollständig verwilderten Eindruck. Aber die Zerstörung ist zu groß, als daß heute schon von einem Bild friedlichen Lebens gesprochen werden könnte. Die Demontage der Betonklötze der Höckerlinie ist kostspieliger als ihr Bau, und jede Sprengung reißt den Acker auf. Im Gelände des alten Westwalls hängen auf kriegszerstörten Brückenpfeilern die Schienen der Elsenbahn noch in der Luft. Hinzu kommt die Zerschneidung des Schienennetzes durch die Grenzveränderungen. Die Verkehrsnöte bereiten allen Grenzlandbewohnern große Sorgen. Schwere Panzer hatten die meisten Straßen zermalmt. Mühsam werden sie wieder zurechtgeflickt. Von den rauhen Eifelhöhen, von denen Rundstedt vor fünf Jahren die letzte Winteroffensive um St. Vith und Malmedy einleitete, geht der Blick weit in das belgische Land. Stadt und Dorf haben gleichermaßen mit der Ruinenwirklichkeit zu kämpfen.„80 Prozent zerstört“,„90 Prozent zerstört“,„vollkommen ausgelöscht“, das sind die Angaben der Gemeindevorsteher und Stadtdirektoren. Und in die Dorfreste sind noch Flüchtlinge zu den Einheimischen gestoßen. Näher zur „roten Zone“, die eine tote geblieben ist, im Gebiet um Prüm, Bitburg und Daun, wird es noch schlimmer. Das Land ist ein einziger aufgewühlter Kriegsschauplatz. StraBen bestehen aus Schlaglöchern. Denkmale sinnloser Wut Gelegentlich läuft die Chaussee an einem Platz vorbei, wo einst ein Dorf stand. Es ist nichts übriggeblieben außer einigen Fundamenten und Kaminresten, aber auch sie sind überwuchert von Unkraut, Strauchwerk und jungen Bäumen. Mitleidig hat die Natur die Wunden von Menschenhand zugedeckt. Der vom Krieg geschändete Wald ist als Denkmal sinnloser Wut stehengeblieben. Zerfetzt, durchlöchert, verkohlt sind die BaumSchmuggler angeschossen Aachen, 8. Dezember.(lnw) Ein zwanzigjähriger Schmuggler aus Eschweiler wurde in der Nähe von Lichtenbusch bei Aachen von einer Zollstreife angeschossen. Er gehôrte zu einer Schmugglerbande, die gerade vom„Kaffee-Einkauf“ aus Belgien zurückkehrte. Der angeschossene Schmuggler hatte die Halterufe der Zollbeamten und zwei Warnschüsse unbeachtet gelassen. Durch den dritten Schuß erlitt er eine Fleischwunde am rechten Unterarm. Volltreffer in die Kaffeesäcke Aachen, 8. Dezember. Bei der Verfolgung eines mit Kaffee beladenen Schmugglerautos erzielte eine Zollstreife am Dienstag in der Nähe von Rötgen vier Volltreffer. Ein Schuß durchlôcherte die Kaffeesâcke. Die drei anderen Schüsse gingen in den Kühler, in ein Hinterrad und die Oelwanne des Wagens. Die Zöllner brauchten nur noch der Oelund Kaffeespur des Wagens zu folgen, um ihn in seinem Versteck aufzuspuren. 4½ Zentner Kaffee und der Wagen wurden beschlagnahmt. stümpfe. Gelegentlich hat ein Windbruch das Chaos noch größer gemacht. Einfache Holzkreuze mit einem verrosteten Stahlhelm darauf zeigen an, daß hier ein Soldat begraben liegt. Warntafeln rechts und links der Straße. Einmal gelten sie der Grenze, der ein Sperrgebiet vorgelagert ist, das nicht betreten werden darf, das andere Mal den Minen, die das Gelände noch verseuchen. Heute wird ein Landmann bei der Winterbestellung von ihnen zerrissen, morgen ist es eine weidende Kuh. In aller Trostlosigkeit der Landschaft ist das fleißige Volk der Eifel tatkräftig beim Wiederaufbau. Die Amtsstellen unterstützen die Grenzbevölkerung mit Vorrang durch Geld und Material: Aber trotz vieler neuer Fassaden und ganzer neuer Dorfstraßen atmet der Fremde auf, wenn er wieder in Monschau einfährt. Monschau ist im ganzen Westen die einzige Stadt, die den Krieg heil überstanden hat. Verhängnisvolle Minenexplosion Köln, 8. Dezember. Ein 43jähriger Landwirt aus Enzen, Landkreis Euskirchen, geriet am Dienstag beim Pflügen seines Ackers auf eine Mine. Er wurde auf der Stelle getötet. Es handelte sich bei der Mine um die Reste einer Sperre, die 1945 von deutschen Truppen gelegt wurde. Wie die Regierungsbezirkspolizei am Mittwoch mitteilt, sind an derselben Stelle bereits früher zwei Personen tödlich verunglückt. Turm des Freiburger Münsters(um 1375) und zeigt, daß man sich in Westfalen selbst während der Gotik von schweren, erdgebundenen Formen nicht lösen wollte. Neue 5-DM-Noten u. 50-Pfg.-Stücke Frankfurt, 8. Dez.(dpa) Die Bank Deutscher Länder wird. wie VWD erfährt, in Kürze neue Banknoten zu fünf D-Mark und neue Münzen zu 50 Pfennig in Umlauf setzen. Die neue Fünf-DM-Banknote ist durch ein Kopfwasserzeichen und durch einen in das Papier eingebetteten Metallstreifen gegen Fälschung gesichert. Die Hauptfarbe der Banknote ist Grün. Diese Note wird als erste die Unterschriften des Präsidenten der Bank Deutscher Länder, Dr. Vocke, und ihres Vizepräsidenten Könnecker tragen. Die neue 50-Pfennig-Münze ist etwas kleiner als die bereits im Verkehr befindlichen Zehn-Pfennig-Stücke. Sie besteht aus silbergrauer Kupfer-Nickel-Legjerung. Aus Nordrhein-Wesffalen Hans Albers und sein Ensemble gastierten mit Franz Molnars„Liliom“ in Wuppertal. Von den über tausend Plätzen der Stadthalle waren dabei nur etwa 600 besetzt. Die Anwesenden klatschten herzlich Beifall. 650 männliche und 40 weibliche Rußlandheimkehrer, die zurzeit krank im deutschen Lazarett Wuppertal-Ronsdorf liegen, sollen zu Weihnachten durch das Deutsche Rote Kreuz in Verbindung mit dem Sozialamt der Stadt Wuppertal beschert werden. An der Bescherung wird sich auch die Wuppertaler Bevölkerung beteiligen. Die Stadt Arnsberg hat bisher rund 12 000 DM für die Heimkehrerbetreuung ausgegeben. Weitere 4500 DM sind bereits bewilligt worden. Jeder verheiratete Heimkehrer erhält 150 DM und jeder ledige 100 DM als einmalige Beihilfe. Die Polizei im Ruhrgebiet fahndet gegenwärtig nach dem 45jährigen Großbetrüger Georg Uzland aus Grothen bei Hamburg, der mit ungedeckten Schecks arbeitet. Er sucht, vornehmlich Großhändler und Geschäfte auf, kauft einen Posten Ware für mehrere hundert DM und zahlt mit Schecks der Stadtsparkasse Köln. Eine Ausstellung über das europaische Wiederaufbauprogramm(ERP) wurde am Donnerstag in Düsseldorf eröffnet. Sie gibt einen Einblick in die Ziele, Aufgaben und Funktionen der Marshallhilfe für Europa und Westdeutschland. Wetterbericht Abkühlung Zwischen einem von den Azoren nach Grönland reichenden Hoch und einem kräftigen Tief über Norwegen strömt Kaltluft nach Norddeutschland vor. Vorhersage: Bei nach Nordost drehenden abflauenden Winden wechselnde meist starke Bewölkung und verbreitet Schauer, zum Teil als Graupel- oder Schneeschauer. Tagestemperatur um 5 Grad, nachts leichter Frost. Weitere Aussichten: Nachlassende Schauer und weiterhin Nachtfrost. Nr. 163— Jahrgang 1 9. Dezember 1949 Nur ein kleiner Kopist/ n Mau. Seit wann Akaki seinem Amte vorsteht? Niemand weiß sich zu erinnern. So viele Bürodirektoren auch kamen und gingen— sie alle hatten ihn an seinem Pulte sitzen sehen, in immer gleicher Haltung, an der gleichen Arbeit, beim Kopieren der Dokumente. Drum hatte es fast den Eindruck, er wäre einst, wie er da saß, auf diesen Planeten gekommen, in der Beamtenuniform mit Aermelschonern und Glatze. Respekt bezeigte ihm niemand im ganzen Amte. Nicht nur, daß der Portier ungerührt sitzenblieb, wenn er zur Tür hereintrat— er schien ihn überhaupt nicht zu bemerken und tat, als schwirre dort eine Fliege durch den Flur. Die Vorgesetzten zeigten ihm die kälteste Tyrannenmiene. Irgendein Vertreter des Vorstehers warf lässig und mit aller Verachtung einen Akt auf sein Pult und sagte dazu nicht einmal:„Ach, bitte kopieren Sie das!“ oder:„Das ist ein netter, kleiner Vorgang!“ oder sonst etwas Verbindliches, wie es unter unseren wohlerzogenen Beamten gute Sitte ist. Akaki nahm die Arbeit wortlos entgegen, stierte kurz auf das Papier und nahm sich nicht einmal die Mühe festzustellen,. wer es ihm eigentlich zugeschoben hätte und ob denn der Betreffende überhaupt ein Recht dazu besäße; er nahm die Arbeit an sich und machte sich ans Kopieren. Die jungen Beamten trieben ihre Witze mit ihm, soweit man Witz in solchen Kanzleien überhaupt betreibt. Sie liebten es, in seiner Abwesenheit kleine und große Lügen aus seinem Privatleben in Umlauf zu setzen; sie behaupteten frech, daß seine Logiswirtin, eine Frau von einigen achtzig Jahren, ihn Tag für Tag verprügele, erkundigten sich, wann die beiden Hochzeit machen würden, und streuten auch etwa unter dem Rufe:„Es schneit!“ Papierschnitzel über seinen Kahlkopf. Akaki aber enthielt sich zu allem jeder Aeußerung— es war, als ob er seine Feinde überhaupt nicht wahrnehme. Nicht einmal im Kopieren störte es ihn. Trotz der dauernden Neckereien verschrieb er sich nie. Nur wenn man es zu toll trieb, wenn man ihn an den Arm stieß, so daß er seine Arbeit unterbrechen mußte, dann sagte er traurig:„Lassen Sie mich doch! Was tat ich Ihnen? Was peinigen Sie mich?“ Und es klang aus diesen Worten etwas, was Mitgefühl weckte. Das mußte auch ein junger Herr erleben, der sich erst seit kurzem im Amte befand. Auch er trieb seine Neckereien mit Akaki, wie er es von den anderen gelernt. Da rührten jene traurigen Worte an sein Herz, und er hielt mit Beschämung inne. Von dieser Stunde an erschien ihm alles wie verändert, wie in einem neue Lichte, Widerwille und Ekel stießen ihn von den Bürokollegen ab, die er, da er sie kennenlernte, doch für ehrenwerte Leute angesehen hatte. Noch viel Zeit später trat, und oft in seinen unbeschwertesten Stunden, das Bild des kleinen Subalternbeamten mit dem Kahlkopfe in sein Bewußtsein, der so traurig sagen konnte:„Lassen Sie mich doch! Was peinigen Sie mich?“ Und dabei klangen im Unterton noch andere, unüberhörbare Worte mit— wie die stille, bohrende Frage:„Bin ich denn nicht Dein Bruder?“ Dann hob der junge Herr die Hände von die Augen, und ein Zittern faßte ihn an darüber, wieviel Unmenschlichkeit im Menschenherzen lebt, wieviel Quälsucht sich hinter geschliffener Wohlerzogenheit verbirgt. Nein, man konnte kaum einen anderen Beamten finden, der so in seiner Arbeit aufging wie Akaki. Denn er ging ihr mit Liebe nach. In dieser ewig gleichen Kopistenarbeit lag ihm die Welt, eine bewegte, ja, schöne Welt. Fleurin- die duftende Währung Blumen-Aufträge wandern wieder um die Welt Heute traute Fräulein Angelika bei der Telegrammannahmestelle ihren Ohren nicht, als Herr Tymian vom Blumenhaus Nelke und Sohn folgendes Telegramm zur Weiterbeförderung an die deutsche Fleuropzentrale in Berlin-Wilmersdorf durchtelephonierte: Blumenarrangement für N. N. Ale(Belgisch-Kongo) Farm Bourgogne Mindestpreis: 50 Fleurin Hier unterbrach Fräulein Angelika Herrn Tymian gegen ihre Dienstvorschrift:„Entschuldigen Sie bitte, gibt's das denn wieder? Fleuropdienst ins Ausland? Ich hab nämlich eine Schwester in New York, die ich gern mit einem Blumenstrauß zu Weihnachten überraschen möchte. Geht das wohl?“ „Seit einigen Tagen“, antwortete Herr Tymian flüchtig.„Leider keine Zeit zu weiteren Erklärungen. Kommen Sie zu Nelke und Sohn!“ Am Abend ging Angelika zu Nelke und Sohn. Herr Tymian macht Ueberstunden jetzt vor Weihnachten, wo das Telephon nicht mehr zur Ruhe kommt. Bei der Arbeit läßt Herr Tymian mit sich reden. Ja, er war ausgesprochen gesprächig: „Also, Sie sind das Fräulein vom Amt? Sagten Sie nicht New York? Da brauchen wir die Sendung gar nicht erst über Berlin gehen zu lassen. Sie müssen sich die Sache so vorstellen, daß in den verschiedenen Ländern Fleurop-Zentralen bestehen, an die das von einem Kunden beauftragte deutsche Blumenhaus seine Bestellung— notfalls telegraphisch weiterleitet. Eine solche direkte Verbindung vom deutschen Geschäft zur ausländischen Fleurop-Zentrale besteht mit BelDen Wald Das Amerikanische Institut der Elektrovor Baumen: ingenieure hielt in einem New Yorker Hotel seine Jahrestagung ab und besprach gerade die letzten Fortschritte der Wissenschaft, als alle Lichter ausgingen. Nachdem man sich eine halbe Stunde im Dunkeln amüsiert hatte, wurden die Rufe im dunklen Konferenzzimmer immer lauter:„Ist denn hier kein Elektroingenieur im Haus?“ gien, der Tschechoslowakei, Dänemark, Frankreich, den Niederlanden, Norwegen, Oesterreich, der Schweiz, Schweden, den Vereinigten Staaten und Kanada. Aufträge für die übrigen Länder werden an die deutsche Fleurop-Zentrale übermittelt und von dieser weitergeleitet. Die Sowjetunion, Polen und die baltischen Länder sind dem Fleurop-Ring nicht angeschlossen. Indessen werden Aufträge nach der Ostzone schon seit längerer Zeit ausgeführt.“ Endlich kam auch Fräulein Angelika mit einer Frage zu Wort:„In Ihrem Telegramm war von Fleurin die Rede. Ist das etwa die Währung von Belgisch-Kongo?“ Herr Tymian schmunzelt:„Da streiten sich die Finanzexperten in aller Welt um das Für und Wider einer internationalen Währung. Wir Leute vom Blumenfach haben sie. Ihre Einheit ist 1 Fleurin, nach deutschem Gelde fast genau 1 DM. Die Berechnung geht von Mindestpreisen aus, die gleichzeitig Höchstpreise sind, d. h. die Aufträge ins Ausland dürfen weder zu einem niedrigeren noch zu einem höheren Preis, sondern nur zum Mindestpreis der einzelnen Auslandsstaaten erteilt werden. Die Begrenzung entspricht einer Vorschrift der Devisenstelle, der wir den Wiederanschluß an den internationalen Fleuropdienst verdanken. „Und die Auslandspreise für Blumen?“ fragte Angelika schüchtern an.„Es kostet freilich etwas. Die Mindestpreise für Schnittblumen, Sträuße und Pflanzen bewegen sich zwischen 4 und 20 Fleurin, für Arrangements und Körbe zwischen 12 und 40 Fleurin, für Grabsträuße zwischen 6 und 35, für Kränze zwischen 6 und 50 Fleurin. Die niedrigsten Preise hat Dänemark. China, Ceylon, Indien stellen ihm nicht weit nach. Zum Auftragswert zahlen Sie 20 Prozent Ueberweisungsgebühr, das Auslandsporto und nach Wunsch Telegrammgebühren. Sie sehen, es ist kein Luxus für alle Tage, aber unerschwinglich ist so ein Blumengruß von einem Ende der Welt zum anderen auch nicht. Wollen Sie?“ „Einverstanden. Und selbstverständlich telegraphisch." kt. Blick übern Gortenzaun Was geht uns schon der Mond an? Doch war es auch nicht wieder so, daß niemand die Leistungen des Schreibers beachtet hätte. Einer von seinen Vorstehern, der sich ein gutes Herz bewahrt hatte und ihn für seine treuen Dienste belohnen wollte, gab ihm einmal eine andere Sache zu erledigen, die mehr Selbständigkeit erforderte als die gewöhnliche Arbeit. Er sollte ein fertiges Aktenstück zur Einreichung an ein anderes Amt umarbeiten. Die ganze Kunst dabei war es, die Anrede ein wenig zu verändern und hier und da ein Zeitwort in der dritten Person statt in der ersten einzusetzen. Dies aber verursachte unserm Akaki solche Mühe, daß ihm der kalte Schweiß ausbrach und er völlig erschöpft den Vorgesetzten bat:„Geben Sie mir lieber wieder etwas zum Kopieren!“ Also blieb er Kopist für den Rest seines Lebens. Und nichts anderes in dieser Welt schien ihn zu erfüllen, den kleinen, von seinen großen Kollegen verfolgten und verspotteten Schreiber. (Uebersetzung aus dem Russischen.) Lieber Gartenfreund! Unser letztes Gespräch über den möglichen Einfluß des Mondes auf die Entwicklung der Pflanzen war wohl so interessant, daß es viele gern mitgehört hätten. Ich habe mir das Für und Wider noch einmal durch den Kopf gehen lassen und möchte Theorie und Praxis in gleicher Weise berücksichtigen. Es gibt ja bekanntlich viele ernsthafte Astronomen, die zwar den Einfluß des Mondes nicht ganz ablehnen, aber doch— im Gegensatz zur Sonnenstrahlung— für so geringfügig halten, daß er nicht weiter von uns beachtet zu werden braucht. Allerdings machen auch sie sich Gedanken über die doch sehr starke Wirkung des Mondes, die in Flut und Ebbe sowie in den„atmosphärischen Gezeiten“ erkennbar ist. Ein biologischer Wissenschaftler, Prof. Dr. Boas, hält im allgemeinen den Mondeinfluß bei der Saatkeimung für unbedeutend, stellte dagegen eine geradezu erstaunliche Wirkung bei den sogenannten„Langtagspflanzen“, die zu ihrer guten Entwicklung mindestens 15 Stunden Tageslänge brauchen, fest. Ein Versuch mit Gerste zeigte folgendes Bild: mit Mondlicht ohne Mondlicht Grannenspitzen am 21. 8. Aussaat am 26. 6. 80 Proz. 2 Proz. Aussaat am 4. 7. 37 Proz. 0 Proz. Hier ist also die Mondeinwirkung wissenschaftlich exakt bewiesen und gewinnt erhebliche Bedeutung. Dazu kommt, daß die Pflanze ja nicht nur einen ausgesprochenen Lichtsinn hat, wie uns jede Zimmerblume täglich beweist, sondern auch sehr viel empfindlicher auf winzigste Einflüsse reagiert als der menschliche oder tierische Organismus. Das zeigen uns ja die erstaunlichen Erscheinungen auf dem Gebiet der Wuchsstoffe und Spurenelemente. Du hast schon recht, wenn du auf unsere Vorfahren hingewiesen hast, die aus ihrer, durch Beobachtungen gesammelten Erfahrung dem Monde große Beachtung schenkten. Diese Art der praktischen Wissenschaft interessiert uns Gartenfreunde ja überhaupt am meisten. Wir wollen selbst feststellen können, auf welche Art wir am Jugendkühle Beteigeuze- feuriger Rigel Schon leuchten die Weihnachtssterne Der nächtliche Himmel des Weihnachtsmonats biétet abends und morgens ein besonders reizvolles Beieinander der hellsten Planeten Venus und Jupiter sowie Saturn und Mars. Die Venus, weit heller als der Jupiter, erreicht am 26. Dezember ihren größten Glanz. Mit einem guten Auge wird man das glänzende Gestirn auch am Tage sehen können. Zur Auffindung in den Tagen des 22. und 23. Dezember wird einem die junge Mondsichel, die in ihrer Nähe steht, gute Dienste leisten. Die Sonne erreicht am Morgen des 22. Dezember im Sternbild des Schützen ihren tiefsten Stand. Es ist Wintersonnenwende, und sie tritt in das Tierkreiszeichen des Steinbocks ein, somit nimmt der Winter astronomisch seinen Anfang. Das schönste Sternbild der Winternächte strahlt jetzt zu Beginn der Nacht am Himmel— der Orion. Verschiedene Sagen ranken sich um die glanzvollen Sterne, die das große Trapez des Orion, des wilden Jägers mit dem leuchtenden Gürtel bilden. Nicht nur für den besinnlichen Sternenfreund, auch für den Astronomen ist dieses Sternenbild von größtem Interesse. Von der Beteigeuze braucht das Licht 190 Jahre, vom Rigel aber 550 Jahre, um bis in unser Auge zu gelangen. Die Beteigeuze ist ein junger Stern im Anfang seiner Entwicklung und übertrifft unsere Sonne im Durchmesser 290mal. Sie ist ein verhältinsmäßig kühler Stern von nur 3000 Grad Temperatur an der Oberfläche. An Helligkeit entspricht die Beteigeuze dem gewaltigen Licht von 1200 Sonnen. Ganz anders ist die Natur des Rigels, eines Sternes im Höhepunkt seiner Entwicklung, in der Vollkraft seiner Jahrmillionen. 10 000 Grad heiß, strahlt seine Oberfläche eine Helligkeit von 18 000 Sonnen aus. Im Durchmesser übertrifft er unsere Sonne nur um ein Mehrfaches. Stände er aber an ihrer Stelle, wäre alles Leben auf der Erde in kürzester Zeit verbrannt. Unterhalb der Gürtelsterne des Orion sieht auch das unbewaffnete Auge einen verwaschenen Lichtfleck— den Orionnebel. Dieser Nebel gehört unserer engeren Umgebung im Weltall an, er ist etwa gleich weit entfernt wie der Rigel, nämlich 500 LichtJahre und hat einen währen Durchmesser von rund 100 Lichtjahren, am Himmel erscheint er etwa eineinhalb mal so groß wie der Vollmond. Dem Jäger Orion folgen der große und der kleine Hund, Sirius und Prokyon, auf dem Fuße. Hinter ihm wandern die Zwillinge Castor und Pollux über den nachtschwarzen Himmel. Im Westen neigt sich das große Viereck des Pegasus dem Untergang entgegen, über den drei Sternen der Andromeda ist der Andromeda-Nebel, eine Welteninsel gleich unserem Milchstraßensystem. Hoch im Zenit steht der Perseus mit dem Teufelsstern, dem Algol. Ueber dem Stier mit den Plejaden leuchtet der Fuhrmann mit der Kapella, und das hellschimmernde Band der Milchstraße zieht sich von Südosten am Himmelspol vorbei nach Nordwesten. Schon in einem kleinen Fernrohr löst sich der milchige Schimmer in zahllose glitzernde Sterne auf, eine Unzahl von groBen und kleinen Sonnen gleich der unsrigen, ob sie aber auch von Planeten umgeben sind, wird man auch wohl mit den größten Fernrohren kaum feststellen können, denn bei dem kleinen Abstand von ihrem Zentralkörper werden sie in der Helle ihrer Sonnen verschwinden. Kck. besten zu dem gewünschten Erfolge kommen, und dieser Erfolg ist dann für uns maßgebend. Da treffen wir nun auf die biologischdynamischen Gärtner, die in nun bald 30 Jahren übereinstimmend festgestellt haben, daß sich z. B. der Kopfsalat am besten entwickelt, wenn man ihn zwei Tage vor Vollmond aussät. Am Vollmondtäge ist letzter Termin. Was danach kommt, gedeiht schlechter. Diese Erfahrung muß ich aus eigener Praxis bestätigen, ebenso haben viele andere Gärtner dasselbe fostgestellt. Sehr interessant ist auch die von Dipl.-Gartenbauinspektor Max K. Schwarz im Rahmen der biologisch-dynamischen Gärtnerei festgestellte und von mehreren Berufskollegen bestätigte Erfahrung, daß Hülsenfrüchte, die bei zunehmendem Mond gesät werden, einen greßen Ertrag auf einmal bringen(wichtig für Fruchtfolge!), während sich die Ernte auf lange Zeit verteilt, wenn die Hülsenfrüchte bei abnehmendem Mond gesät wurden(wichtig für Arbeitseinteilung!). Es lohnt sich also schon, diesen Dingen ernsthaft nachzugehen, und ich hoffe, daß manche Gartenfreunde uns ihre eigenen Erfahrungen hierzu mitteilen werden. Auf jeden Fall soll es in der Praxis schon manchen Ungläubigen gegeben haben, der schließlich in großer Ueberraschung doch ebenso wie der Kaiser in Goethes„Faust“ sagen mußte: „So sehr mich's wundert, muß ich's gelten lassen.“ Es grüßt dich dein Zaungast. Winter-Gärtner „Ich muß doch mal gießen, die Pflanzen wachsen so schlecht!“ Das praktische Buch Trowitzsch-Kalender 1930 für Garten, Kleintierhof und Bienenstand, Trowitzsch-Verlag, Holzminden(Weser), 180 Seiten. Wer ein richtiger Gartenfreund ist, der kennt auch den Trowitzsch-Verlag. Gehört doch das bei ihm erschienene Gartenbuch fûr Anfänger“ von Böttner seit Generationen zu den Standardbüchern bei den meisten haupt- und nebenberuflichen Gärtnern wie so viele andere Fachschriften, die dieser ganz mit der Praxis verbundene Verlag einst in Frankfurt(Oder) herausbrachte. So ist es kein Wunder, daß dieser Kalender wirklich wieder ein kleines Meisterstück geworden ist. Nicht nur die Fülle und Reichhaltigkeit nützlicher Hinweise, Rezepte, Erläuterungen und Anleitungen erfreut den Wissensdurstigen, sondern mehr vielleicht noch die feine Art der Gestaltung, die den rechten Gärtnersinn verrät. Ausgezeichnete Abbildungen und feinsinnige Weisheiten sind die blühenden Wegränder, die dieses Gartenbüchlein dem Verstehenden zum Freund machen können, wenn er die nützliche Arbeit einer liebevollen Gestaltung unterstellen will. Daß auch die Kleintierzucht in derselben Weise gewürdist wurde, verrät schon der Titel, und auch der Züchter ohne große Futterfläche wird über die zahlreichen Hinweiste zur zusätzlichen Futtergewinnung erstaunt und erfreut sein Die Verbrechen gegen die Mütter Wedekinds„Musik“ im Kölner Studio neu inszeniert Es läßt das Gewissen sich nicht verwässern. (Frank Wedekind) „Aber wo denken Sie hin?“, entgegnete ein wenig nachsichtig lächelnd kürzlich ein junger Autor, als er gefragt wurde, ob sein neues Schauspiel auch Cesellschaftskritik enthalte. Die Tendenz zum ultischen Theater, die jetzt von Westeuropa und Uebersee kommend, die deutschen Bühnen langsam ergreift, darf natürlich nicht dazu führen, daß man die sozialen Mißstände unter ideolostachen Disputationen vergißt. Je stärker uch das Theater wieder bemüht, das Sinnbild des in Verlorenheit und Gnade lebenden Menschen durchleuchten zu lassen durch alle nur scheinbare Schicksalsverfallenheit, desto intensiver muß es auch auf die Ergänzung der Vision durch das Gewissen bedacht sein. Aus diesen Gründen muß man den Städt, Bühnen Köln Dank sagen für die Studioaufführung von Frank Wedekinds „Musik“. Das auch früher selten aufgeführte Werk zeigt in vier Bildern, wie die Musikstudentin Klara Hühnerwadel das Opfer der Skrupellosigkeit ihres Lehrers wird, der sie zunächst überredet, den Besuch des Konservatoriums mit seinem Privatunterricht zu vertauschen. Er beeinflußt die Ratlose zu einer Sünde gegen das keimends Leben, die dann ans Tageslicht kommt und die Verführte ins Gefängnis bringt. Die nach vier Monaten Begnadigte erliegt den Verlockungen des Musikers erneut. Diesmal aber bringt sie, die ihm zuvor noch ihr väterliches Erbteil als Darleher gegeben, das Kind zur Welt. Ihre Künstlerlaufbahn ist zerstört durch Haft und Nervenkrise, nun will sie wenigstens ein Wesen haben, dem sie eine unausgenutzte Liebe entgegenbringen darf. Aber das Kind stirbt, und die endlich benachrichtigte Mutter kann nur noch eine Geistesgestörte mit nach Hause nehmen. Die Inszenierung Anton Krillas(a. G.) ersparte dem Publikum nichts an Realistik. Marlene Riphahn als Klara deutete bereits im ersten Auftritt das ganze Volumen der Frauentragödie an. Sie zählte das Schlagen einer Uhr. Ganz leer, ausgebrannt, schrecklich verwüstet klang es wie eine zersprungené Glocke! eins, zwei, drei. Der Schrei, als ihr Kind starb, ist nur zu vergleichen mit den erschütternden Zeichnungen der Kollwitz, die von elementarem Mutterschmerz künden. Und was fand sie dazwischen für halblaute Tone inniger, sehnsüchtig-verzweifelter Liebe. Dagegen wirkte Kaspar Brüninshaus als MusikDer Verband Deutscher Tonkünstler und Musiklehrer, der sich unter Führung von Carl Holtschneider für die ganze Bundesrepublik neu konstituiert hat, faßte bei seiner Hauptversammlung in Düsseldorf alle Landesverbände zusammen, die sich bisher gebildet hatten. Sitz der Zentrale ist Dortmund. Den Vorsitz behält weiterhin Musikdirektor Holtschneider. Prof. Dr. Wilhelm Hemitz vertrat Hamburg und Württemberg, Prof. Arnold Ebel Berlin. Prof. Welfgang Jacobi Bayern, Musikdirektor Walter Höhn Niedersachsen. Auch die Regierung war durch zwei Oberregierungsräte an der Tagung beteiligt. Man behandelte Fragen des Privatmusikunterrichts, dann die Zusammenarbeit zwischen Privat- und Schulmusiklehrern. Ferner rief man die Tonkünstler und Musiklehrer der Östzone zur Bildung von Landesverbänden auf. Ein einstimmig angenommener Antrag der Ortsgruppe Düsseldorf über das Dortmunder Konservatorium wurde an den Regierungspräsidenten geleitet. Es heißt darin:„Durch die Berufung des früheren Mitgliedes des lehrer zu larmoyant. Er schmetterte seine Ausreden so frisch-fröhlich, wie es bei aller bewußten Karikatur von Wedekind nicht gemeint war. Charakteristischer war Werner Hessenland als Literat Lindekuh, eine reizvolle Randfigur, in der der Autor mit tiefsinniger Ironie sich selbst als Moralisten parediert, dabel gleichzeitig das Gegenstück zu dem Musiker andeutend. Magda Hennings als die bei der Bohême vernachlässigte Gattin und Willi Busch, der Exbochumer, als rauschebärtig Ratschläge erteilender Arzt gaben gut durchgearbeitete gesellschaftliche Studien. Den Ort der Handlung deutete Walter Gondolf kühn vereinfachend an: Gittergefängnis, Sessel-Salon, Holzstuhl-Dachkammer. Das Publikum nahm die Aufführung mit sichtlich erschüttertem Schweigen auf. fb. Städtischen Orchesters Fritz Oelke zum Direktor des Städtischen Konservatorlums Dortmund ist eine Situation entstanden, die die Erregung weitester Kreise der deutschen Musikerzieher hervorgerufen hat, weil diese Berufung in Widerspruch steht zu den gesetzlichen Vorschriften über die zu fordernde fachliche Qualifikation. Der VDTM, die offizielle Arbeitsgemeinschaft der Landesverbände, sieht sich auf Grund der bei ihm erhobenen Beschwerden und in Verfolg eines Beschlusses der Delegierten-Versammlung veranlaßt, den Herrn Regierungspräsidenten zu bitten, daß an Stelle des Herrn Oelke an die Spitze des Städtischen Konservatoriums Dortmund eine Persönlichkeit berufen wird, die sowohl durch entsprechende Vorbildung als auch durch eine bemerkenswerte künstlerische Leistung und durch eine weitgehende musikerzieherische Erfahrung für dieses für das Ansehen der Stadt Dortmund wichtige und für die deutsche Musikkultur bedeutsame Amt in höchstem Maße qualifiziert ist.“ Schließlich strebt man die einheitliche Fassung eines Gesetzes zur Regelung des Privatmusik-Unterrichtswesens an. Ereignisse 10. Dez: Uraufführung des Weihnachtsmarchens„Stephans abenteuerliche Reise zum Weihnachismann" von Hellwig mit Musik von Hans-Jürgen Knauer in Essen im Bügler-Bau(14.30).— In Hagen Uraufführung des Märchenspiels„Diegestohlene Prinzessin von Fritz Alexander mit Musik von Walther MeyerGiesow. 11. Dez.: Im Kaiserhof Essen(11 Uhr) das Pasquier-Trio, eine der besten Kammermusikvereinigungen Frankreichs, mit Werken von Mozart—Bach, Schubert, Reger und Tansman. Die Folkwangschulen, Essen-Werden, kommen mit einer Folge von Aufführungen des Kammerspiels„Christgeburt“ von Ludwig Weber heraus unter Leitung von Hardörfer, Betz und Joos (19 Uhr).— Die Städtischen Bühnen Hagen bringen als westdeutsche Erstaufführung das Schauspiel„Das Schweigen des Meeres von Alexandre Vercors. Die Dortmunder Bühnen kündigen in Neuinszenierung die Märchenoper„Schwarzer Peter“ von Norbert Schultze an. 15. Dez.: Das erste Konzert des Städt. Streichquartetts in Gelsenkirchen mit Werken von Händel, Fortner und Borodin. 17. Dez.: In Castrop-Rauxel Aufführung von„Rumpelstilzchen“ durch das Westfälische Landestheater. 13. Dez.: In Dortmund„Die schöne Müllerin“ von Franz Schubert, gesungen von Heinz Marten mit Rolf Albes am Flügel 18. Dez.: Paul Claudels Mysterium„Verkündigung“, inszeniert von Dr. Herbert Junkers, kommt bei den Dortmunder Bühnen heraus. Karl Klingler 70 Jahre Von den sieben Jahrzehnten, die Prof. Karl Klingler am 7. Dezember vollendete, hat er fünf einer glänzenden künstlerischen Betätigung als Geigen-Virtuose widmen können. Siebzehnjährig von Joachim als Schüler angenommen, mit knapp 20 Jahren bereits Konzertmeister der Berliner Philharmoniker, zählte er in erster Linie zu denen, die nach des Meisters Tod sein geistiges Erbe verwalteten, weniger als Solist denn als Führer des von ihm gegründeten Streichquartetts. Das„Klingler-Quartett“, 30 Jahre hindurch in allen Konzertsälen ein vielbejubelter Gast, wurde zum Begriff einer Gestaltung zumal der Klassiker, die, stilistisch die Tradition ihres großen Vorbildes fortführend, alle virtuosischen Effekte verschmähte und mit ihrer vergeistigten Interpretation sich völlig der Idee des Werkes einordnete, doch kam auch das Klangliche zu seinem Recht dank der berühmten Stradivari, der Zaubergeige Joachims, die Klingler nach dessen Tod übernommen hat. Auch als Komponist trat er hervor, wirkte vor allem aber als erfolgreicher Lehrer an der Berliner Musikhochschule. Nach dem Krieg verzog er nach Hannover und vor kurzem nach München, gelegentlich wieder konzertierend, nachdem seine künstlerische Tätigkeit von den Machthabern des Dritten Reiches unterbunden worden war; er hatte sich geweigert, ein nichtarisches Mitglied seines Quartetts zu entlassen. Dr. G. Strauß-Villa unter Denkmalschutz Die Villa in Garmisch-Partenkirchen, in der Richard Strauß im September gestorben ist, steht jetzt unter Denkmalschutz. Die Räume, in denen der Meister seine Werke schuf, besonders das Arbeits- und Musikzimmer, sollen bis in Einzelheiten der Nachwelt genau erhalten bleiben. Auch der Garten mit der Bank, auf der Strauß den größten Teil seiner Kompositionen erdacht hat, ist in den Denkmalschutz eingeschlossen. Im Frühjahr 1950 soll im Garten des Hauses, unweit der berühmten Bank, eine Gruft gebaut werden, in der die Urne mit den sterblichen Ueberresten des Meisters beigesetzt wird. Deutsches Tanzorchester geht nach Spanien Zum ersten Male nach dem Krieg fährt wieder ein deutsches Tanz- und Unterhaltungsorchester ins Ausland. Juan Llossas mit seinen 20 Solisten folgt einer Einladunsnach Barcelona, um dort deutsche Lieder und Tänze zu spielen. Juan Llossas, von Geburt selbst Spanier, erzählte in Hamburg kurz vor seiner Abreise, daß man in Spanien für amerikanische Songs kein großes Interesse mehr hätte und schon längst gern einmal wieder deutsehe Musik hören möchte. Auch die Frauen und Kinder der Musiker machen die Reise mit, die im ganzen zwei Monate dauern soll G. H. Auf dem Dachboden des Modersohn-Hauses in Fischerhude bei Bremen wurden 400 bisher nbekannte Handzeichnungen von Paula Becker-Modersonn aufgefunden. Es handelt sich bei den wertvollen Originalen um Werke von außerordentlicher Schönheit, die das Schaffen der Worpsweder Malerin in einem neuen Licht erscheme lassen. Verhand Deutschier Tonkünstler tagte Unter den Anträgen: Dortmunder Konservatorium Nr. 163— Jahrgang 1 9. Dezember 1949 Ferdinand Sauerbruch Die Muskulatur seiner Rechten ist durch berufliche Tätigkeit und eigenes Wesen bis ins feinste ausgeprägt, ein empfindliches, durchgearbeitetes Gewebe von seltsam lebendig ineinander verschlungenen Strängen, Sehnen und Nerven. Sie wirkt wie eine in sich abgeschlossene, reich gegliederte und überraschend bewegliche Plastik. Handlungsbereite Güte ziselierte das Wunderwerk dieser Hand, hilfespendende Entschlossenheit formte das packende Relief eines menschlichen Präzisionsinstrumentes. Seine Zunge— daran erinnern sich noch heute Kandidaten der Medizin, die ihre Examina bei ihm nicht bestanden— vermochte dagegen scharf wie eines seiner Skalpelle zu sein. Der hochgewachsene Mann mit dem federnden Gang, der hohen Stirn und den hinter scharfen Brillengläsern beherrscht zurückhaltenden Augen hat niemals ein „Blatt vor den Mund genommen“. Das bekamen auch seine Entnazifizierungsrichter zu verspüren, deren Kompetenz er in diesem Frühjahr durch einfaches Verlassen der Amtsschranken ignorierte. Und vielleicht, dieser Altmeister der deutschen Chirurgie ist allgemein als eigenwilliger Dickschädel bekannt, hat auch dem ostzonalen Gesundheitsministerium seine Öffenheit mißfallen. Oder war Professor Sauerbruch — wie offizielle Lesarten lauten— seinem Ministervorgesetzten wirklich„zu alt“? Der 74jährige Chirurg, seit zwei Jahrzehnten Direktor der Berliner Charité, fiel nämlich unter die neu erlassene Bestimmung, die selbst international geachteten Nestoren der Medizin eine Fortführung ihrer Tätigkeit verwehrt. Ueber die wirklichen Gründe seines Ausscheidens wird der berühmte Arzt sich zu gegebener Zeit äußern. Welchem Ruf er folgen wird, steht noch nicht fest. Dieser Arzt ist keineswegs ein brillierender Artist der Operationstechnik. Wenn die Chirurgie die dramatische Form der Medizin genannt werden könnte, dann ist Ferdinand Sauerbruch zugleich einer ihrer größten Akteure und Autoren. Er darf als Neuschöpfer, nicht als Virtuose gewertet werden. Schon als junger Assistent und Schüler von Mikulicz-Radecki in Breslau entdeckte er das Unterdruckverfahren für Thoraxoperationen, ein wichtiges technisches Hilfsmittel gegen das Aussetzen der Atmung. „Wir leben und sterben mit Borsig Ein ganzer Berliner Bezirk atmet auf/ Neue Arbeit für 2500 bis 3000 Menschen Von unserem WWT-Berichterstatter Verlockende Kalbshaxen und Dauerwürste liegen im Schaufenster einer Metzgerei in Berlin-Tegel. Der Laden ist gähnend leer. Acht Frauen starren durch die Fensterscheibe.„Damals, als mein Mann noch bei Borsig arbeitete...“ Es klingt hungrig. Ein energischer Ruck der Selbstbesinnung: „Das wird wieder. Borsig wird nicht demontiert. Die Firma stellt wieder ein.“ Acht Frauen, und alle haben einen Mann, einen Sohn, der bei Borsig arbeitete, Männer, die jetzt arbeitslos sind. Acht Familien, die jetzt wieder hoffnungsvoller in die Zukunft blicken können. Wie eine Welle der Hoffnung geht es durch den Bezirk, dessen Straßen— fast als einzige in Berlin— kaum renovierte Häuserwände jund Ladenfronten zeigen. Armut und Sorgen werden Zeit brauchen, bis sie fortgewischt sind. Das Schicksal von Borsig ist das Schicksal Tegels. 6 000 Arbeiter beschäftigte das Werk in Friedenszeiten, das bedeutete für 20 000 Menschen Brot. 20 Millionen Mark Löhne zahlte das Werk jährlich. Eine Stadt wuchs daraus. Lieber„Kurzarbeiter“ Und dann wurde Borsig demontiert. Nichts hatten die Russen gelassen, alles konnten sie gebrauchen. Es war wie ein Wunder der Unvergänglichkeit des Begriffes Borsig, daß 1946 schon wieder 3 600 Menschen eine jährliche Lohnsumme von 10 Millionen beziehen konnten. Dann kam die zweite Welle. Tegel versank erneut in Lethargie. Wieder demontiert? Wofür? Sollte auch der Selbsterhaltungstrieb bestraft werden? Man suchte zu retten, was zu retten war. Die„Borsianer“ hielten zusammen wie eine große Familie. Der Stamm von 600 Altspezialisten gründete eine Genossenschaft„Alte Tegeler“. Sie mieteten Räume bei Siemens, arbeiteten für Östgeld, nur um sich am Leben zu erhalten und nicht dem östlichen Staatsmoloch endgültig zu erliegen. Dort hätten sie leicht Arbeit gefunden. Männer von„Borsig“ sind im Östen gefragt. Sie blieben lieber„Kurzarbeiter“ in der Nähe ihres Werkes, als daß sie kapitulierten. Und jetzt arbeitslos Der alte Mann, der sich täglich aus der Borsigküche sein Essen holt, sieht müde aus. 60 Jahre hat er hier gearbeitet. Beim alten Borsig fing er als Gärtnerbursche an. Auch er wurde im letzten Jahr entlassen. Da hat er geweint. Und seitdem kommt er noch jeden Tag zum großen Borsigtor. „Borsig ist wie eine große Familie.“ Als das Werk wieder stillgelegt wurde, zählte Berlin sung wieder Sportpalast-Walzer „Krücke“ wie in alten Zeiten/ Trubel und Klamauk am Funkturm „Krücke“, Berlins Sechstage-Original, ist selig: Zum erstenmal seit 15 Jahren steht er wieder im Mittelpunkt der Rennbahn, um die sechs Tage lang bunte Trikots auf funkelnden Rädern kreisen. Als lebende Ueberlieferung von„einst“ kann er essen und trinken, soviel er mag. Trunken hängt er in seinen Krücken und dirigiert die Kapelle. Trapeln, Jubeln und Pfeifen der 6500 Menschen in der ausverkauften Halle— Krücke Rennfahrers Nikolaus! Madame Lamboley, die reizende Gattin des französischen Matadors, erwartet die Neutralisation, um ihren von den Strapazen der letzten Spurts ermüdeten Mann mit einer kleinen NikolausUeberraschung aufzuheitern. hat beide Zeigefinger im Mund und übertönt sie alle, ganz wie damals, als er durch diesen gepfiffenen„Sportpalast-Walzer“ berühmt wurde. Doch es ist nicht mehr der alte Sportpalast, in dem nach 15jähriger Pause das 31. Berliner Sechstagerennen gefahren wird. Das Gebäude fiel in Trümmer. Der gesellschaftliche Glanz des„blauen Sportpalast-Saales“ ist dahin. Ein provisorisches Holzgerüst in den wieder aufgebauten Ausstellungshallen am Funkturm ist die neue Sportkulisse. Nicht mehr der alte Sportpalast— wohl aber die alten Berliner. Aufgeregt hocken die in 15 Jahren herangewachsenen Neulinge neben alten„Heuboden“-Experten, lassen sich erklären: Fahrer und Mannschaften, Ausländer und Deutsche. Die Stars sind die Australier Strom und Arnold, Sieger im New Yorker Sechstagerennen, mit ihnen die Italiener Rigoni und Terruzzi, die 2. Sieger von New York. Und dann springen sie mitten in der Unterhaltung plötzlich auf, vergessen den Nebenmann und schreien im Takt„He-he-he!!“. Roger Arnold, zusammen mit seinem australischen Landsmann Strom, Sieger des Berliner Sechstagerennens, ist nicht nur ein hübscher Bursche, sondern auch ein ganz hervorragender Rennfahrer. man noch 500 Mann, die länger als 25 Jahre im Betrieb waren. Ein alter Dreher geht seit dem 1. November zum erstenmal in seinem 65jährigen Leben stempeln. Seit 1904 hat er bei Borsig geschafft.„Sehen Sie, aber nun ist der Alpdruck endlich genommen. Ich werde wieder arbeiten, und“, so versichert er treuherzig,„ich glaube, man muß den Franzosen dankbar sein.“ Ein Konstrukteur, der 13 Jahre bei Borsig arbeitete, hat mit vier Borsigleuten ein kleines Ingenieurbüro aufgemacht. Auch er will wieder zurück. Sie wollen alle wieder zurück. Die Firma sorgte für sie und hat sie nie im Stich gelassen wie auch sie dem Werk ihr Bestes gaben. Der alte Borsig lebt in ihnen. Das ist das Seltsame, das jetzt über Tegel liegt: Eine große Hoffnung und Dankbarkeit, eine leise Freude, die noch nicht laut losbrechen kann, weil man zuviel erlebt hat. Man ist ernst geworden und nimmt die Freude schwer. Alle sind zuversichtlich Aber nicht nur die Borsigarbeiter haben die Nicht-Demontage wie ein Wunder hingenommen.„Wissen Sie, Borsig ist Tegel“, sagt auch der Gastwirt an der Ecke der Berliner Str. Auf 30 Prozent ist sein Umsatz zurückgegangen. Früher gab er täglich 800 bis 1000 Essen aus, heute 20 bis 30. Von 13 Angestellten blieben vier.„So zieht einer den anderen mit, und mir geht es noch am besten. 73 Gastwirte gibt es in Tegel, die meisten sind pleite. Einer sieht dem anderen ins Fenster, ob er noch einen Gast hat.“ Der Mann im Zeitungskiosk ist hell begeistert. 50 bis 60 Prozent seines Umsatzes hat er durch die Demontagedrohung verloren, aber jetzt... Er wird Zeitungen verkaufen und Zigaretten und eine Fußballtotostelle eröffnen.„Das wird großartig, sage ich Ihnen.“ Auch der Lebensmittelhändler ist optimistisch:„In ein bis zwei Jahren haben wir die schwere Zeit wieder wettgemacht. Bedenken Sie, unser Umsatz ging über die Hälfte zurück. Größere Familien konnten nicht einmal die Karten abkaufen. Da ist doch oft Vater, Sohn und Schwiegersohn bei Borsig gewesen.“ Am meisten haben doch wohl die Frauen gelitten, und sie sind heute am glücklichsten. Die Vorfreude bedeutet ihnen alles. Das Leben bekommt wieder einen Sinn. Alle diese Hoffnungsschimmer, große und kleine, bekommt der Betriebsrat der Firma und die unverwüstliche Garde der„Alten Tegeler“ zu spüren. Das Telephon klingelt ohne Unterlaß.„Ja, wir werden wieder einstellen, 2 500 bis 3 000 Mann, die demontierten Maschinen können wieder eingebaut werden, auch Deine...“ Farbige in England gleichberechtigt Großer Unterschied zwischen englischer und amerikanischer Toleranz jauchzen den Ausreißern zu, die, wie Katzen über ihre Räder gebeugt, das Feld überrunden; trampeln, schreien, trinken ein Bier, essen eine Bockwurst und sitzen herum, wenn oft halbe Stunden lang das Fahrerfeld dort unten durch die Bahn bummelt, bis.... zum nächsten Spurt. Die Bevölkerung des Östsektors und der Östzone kommt trotz Umrechnungskurses in Scharen. Im Trubel um die Rennbahn gibt es keine Trennung mehr. Not? 3 DM kostet schon der Stehplatz. Auf den Tribünen drängen sich Damen im Silberfuchscape und Männer mit durchgescheuerten Aermeln. Geschäftsleute debattieren mit ihren Chauffeuren. Ueber alles streuen Scheinwerfer ihr grelles Licht, als wollten sie zeigen, daß hier die Politik unterlag. Die Berliner mögen kein Geld haben— dem Prämiensegen merkte man es nicht an. Nächtelang folgte ein Prämienspurt dem anderen: 100 DM— 50 DM— ein Abendkleid, Dollars von den Ausländern— Harzer Käse kistenweise— Sekt— Babyausstattungen— ein Erholungsaufenthalt— eine Kiste Zitronen— ein Galadiner — Herrenhüte— Oberhemden— Anzugstoff — eine Schlafzimmereinrichtung— Freßkörbe.... es nimmt kein Ende. Anonym melden sogar Sportfreunde aus dem Ostsektor Prämien an. Sie werden begeistert beklatscht. Sechs Tage dauerte der große Trubel in Berlin. Die Zeitungen sind voll davon. Der Rundfunk berichtete laufend. Und wie immer ist ein Schuß Herz dabei. Der Londoner ist wahrscheinlich der toleranteste Großstädter der Welt. Seit Generationen sind die Londoner gewohnt, exotische, fremdländische, andersfarbige Gäste in ihrer Riesenstadt zu empfangen. Die Kolonien und die Dominien senden ihre fähigsten Söhne zum Studium nach der Themsestadt. Es gibt Tausende von braunen, schwarzen und gelben Soldaten und Matrosen, die in den beiden Kriegen für Großbritannien gekämpft haben. Die neuntausend Farbigen, die in London leben, sind nicht durch eine„colour bar“, wie etwa in den Vereinigten Staaten, gehemmt. Wenn Schwierigkeiten für sie auftreten, dann handelt es sich gewöhnlich um Zimmervermieterinnen; aber wer hätte nicht Schwierigkeiten mit denen? Die Oeffentlichkeit und alle Zeitungen, ohne Unterschied der Parteirichtung. ergreifen in solchen Fällen Partei für die farbigen Engländer. Zehn Minuten vom Oxford Circus entfernt, in Tottenham Court Road, befindet sich eine Reihe von Tanzlokalen, Bars und Bierstuben, die in den letzten Jahren zum Mittelpunkt des Nachtlebens der Farbigen geworden sind.„Klein Jamaika“ oder„Harlem Distrikt“ nennen es die Londoner. Sicher haben die bunten Tanzlokale und Bars dieses Bezirks nicht die Schwüle und den Glanz und Panama verbannte die Malaria Aus Sümpfen wurden Kurorte— ein Arkadien ohne Fliegen und Mücken Durch die jüngsten Meldungen über innerpolitische Verwirrungen und Revolutiönchen ist Panama, das kleine Land mit dem so bedeutungsvollen Kanal, in den Mittelpunkt des Weltinteresses gerückt. Stimmungsbild aus der Sporthalle am Funkturm. Immer wieder reißt die Begeisterung die Massen der Zuschauer von den Sitzen hoch. Jubeln und Pfeifen, Sportpalastwalzer und Bummelstunden— das ist so recht nach dem Sinn der Berliner auf dem„Heuboden“. Es gibt keine Moskitos mehr in Panama, und in der ganzen Kanalzone sucht man vergebens auch nur nach einer einzigen Fliege. All die altspanischen Städte, in denen einst chronische Epidemien Millionen von Menschenleben vernichteten, sind reine Kurorte geworden. Das Land der Malaria und des Gelben Fiebers ist heute ein tropisches Arkadien, in dem ein sorgloses, bequemes und zugleich hitziges Leben herrscht. Jahrhunderte hindurch waren die tropischen Krankheiten in dieser schönen Stadt mehr als an irgend einem anderen Ort der Welt zuhause. Dann kamen die Yankees, um die Kanalfrage zu lösen. Vorher aber lösten sie ein anderes Problem: in Colon, Cristobal, in der Stadt Panama und längs des ganzen Kanalweges wurde ein erbitterter Krieg gegen Moskitos und Fliegen geführt. Sümpfe wurden ausgefüllt, und alle Städte des Landes erhielten eine Wasserleitung. Heute sucht man vergebens nach diesen Plagegeistern und Feinden der Menschheit. Auch wenn man monatelang danach Ausschau halten und sich auf den Weg nach Ancon, Balboa oder El Valle, La Campana, San Carlos oder Santa Clara, Cristobal oder Colon machen wollte,— nichts zu machen, es gibt keine Mücken und Fliegen mehr. Und daher gibt es auch kaum noch Krankheiten. Das Trinkwasser ist hervorragend, nicht einmal auf dem flachen Lande oder in den Seebädern wird man von den blutdürstigen Insekten gequält. Wie aber ist es im Urwald, im Dschungel? „Por diós, cuidese bien!“(Um Gottes willen, nehmen Sie sich in acht!) Denn dort wimmelt es von Schlangen, Tapiren, Pumas, Jaguaren und giftigen Spinnen. Tausendfach lauert dort der Tod! Wir bleiben also in der Stadt und genieBen das angenehme Dasein, wie es uns sich bietet. Die Tagestemperaturen steigen selbst um diese Jahreszeit auf 30 Grad im Schatten, nachts sind es 10 Grad weniger. Man schläft bei offenen Fenstern und Türen, nimmt ein Duschbad, wenn es einem unter der dünnen Decke zu heiß wird und legt sich wieder hin. Man trinkt kalte Milch, Fruchtsaft oder schwarzen Kaffee, ißt Bananen, Apfelsinen oder Mandarinen und genehmigt sich am Nachmittag den traditionellen Whisky Soda. Kein Mensch hustet, niemand ist verschnupft, obgleich die wechselnden Seewinde häufig schnelle Temperaturveränderungen bringen. Man kann rauchen, so viel man lustig ist,— vom Raucherkatarrh ist nichts zu merken. Für Nervosität und Hast ist kein Raum. Das Klima verbietet alle Uebertreibungen, der Gang der Sonne bestimmt die Lebensäußerungen. Landschaftlich gesehen macht Panama den Eindruck einer Sammlung von riesigen — Panama-Hüten! Die Täler und Ebenen stellen die Krempen dar, während die Berge als Hutstumpen zu gelten haben. Der Lebensstil auf dem Lande ist indianisch, alles atmet genießerische Behaglichkeit. Nicht nur die Menschen sind klein, auch die Pferde. Im Dschungel sind die Palmen oft von wuchernden Lianen erwürgt. Wie silberweiße Schmetterlinge sitzen Wolken von Orchideen in den erstorbenen Kronen. Ein nordamerikanischer Orchideen- Fachmann meinte:„60 000 Dollar hängen da oben. my boy,— wenn du sie herunterholen kannst!“ Dazu müßte man die Behendigkeit eines Affen besitzen. Alles wirkt freundlich und unbeschwert Die Landbevölkerung wünscht sich nichts anderes als das tägliche Essen, ein Reittier, eine Palmenhütte, einige Hühner, etwas Zuckerrohr und Ananas. Es wird gewürfelt und über Frauen gesprochen. Die jungen Der neue Präsident der Schweiz für das Jahr 1950, Dr. Max Petitpierre, der bisherige Schweizer Außenminister, an seinem Arbeitstisch im Bundeshaus in Bern. die Exotik des Harlemer Nachtlebens; aber sie haben dafür etwas, was wichtiger ist: Natürlichkeit, Toleranz und eine selbstverständliche Fröhlichkeit. Schwarze tanzen mit weißen Mädchen, niemand findet etwas dabei. Selbst Scotland Yard hat erst kürzlich festgestellt, daß von Laster keine Spur sei, daß die schwarzen Gäste von Tottenham Court Road sich vorbildlich benehmen und gern gesehen sind. Wie in sehr vielen Londoner Tanzhallen, wird kein Alkohol ausgeschenkt. Natürlich gibt es einige„pubs“, die nur schwarze Kundschaft haben. Das bekannteste Lokal dieser Art ist„The Roebuck“, das von einem früheren kanadischen„Mountie“(Mitglied der kanadischen berittenen Polizei) geleitet wird. Schon während des Krieges pflegten farbige englische Soldaten hier zu verkehren. Sie bilden auch jetzt noch die Stammkundschaft und haben die Freundlichkeit des ehemaligen kanadischen Polizisten, der ihnen damals oft ein Päckchen Zigaretten zusteckte, nicht vergessen. Der allgemeine Standpunkt des Durchschnitts-Londoners zum farbigen Problem ist:„Wenn sie gut genug waren, für uns zu kämpfen, dann sind sie erst recht gut genug, als Gleichberechtigte behandelt zu werden.“ B. F. 900 deutsche Auswanderer, unter ihnen hauptsächlich Handwerker und Techniker, werden an Bord des brasilianischen Auswandererschiffes„Duque de Carias“ am Samstag die Reise in die neue ferne Heimat antreten. Unser Bild zeigt eine deutsche Auswanderin, die vor Betreten des Dampfers an der Pier ihrem Kind die Flasche gibt. Mädchen waschen oder singen unter den Feigenbäumen. Im Bach wimmelt es von Fischen. Panamá bedeutet„viel Fisch“; aber dann muß die letzte Silbe betont werden. Es ist unmöglich, in Panama zu hungern. Mit kleiner Mühe kann man selbst anbauen was man braucht. Ein wahres Glücksland ist dieses Panama. Jahrhunderte hindurch waren seine Bewohner von den Europäern unterdrückt und geschändet worden. Jetzt hat das Land seinen Lebensstil gefunden, man lebt frei und zufrieden. Von Bord des Ozeandampfers, der in den Schleusen des Kanals hochgetragen wird, kann man gegen den Hintergrund des Dschungels spanische Kathedralen und Paläste aus der Zeit um 1500 sehen. Panama selbst ist eine frohgelaunte Stadt mit lustigen Volkstänzen. In der Dämmerung sieht man hier und dort die tanzenden Paare auf der Straße, herumstehende Polizisten stampfen den Takt dazu, und von Marmorbalkonen klatschen vornehme Senoritas Beifall. An ihren gepflegten Händen blitzen kostbare Ringe auf. Fast alle Panama-Mädchen haben sich eine Blume ins Haar gesteckt. Oh, sie wissen, wie neckisch das aussieht, diese kleinen Teufelchen——— Hans Eichberg. Juan Llossas, der deutsche„Tangokönig“, umgeben von Mitgliedern seines Tanz- und Unterhaltungsorchesters, bei letzten Reisebesprechungen für die zweimonatige Gastspieltournee nach Spanien. Bilder: dpa Nicht mit dem ersten Pilgerzug Es gibt für deutsche Minister in Rom protokollarische Schwierigkeiten Von unserem römischen Korrespondenten Rom. 8. Dez. Der Gedanke mag schön sein, daß die erste Pilgerfahrt zum Heiligen Jahr, die aus Deutschland nach Rom unternommen wird von Ministern des Bundes und der Länder, Staatssekretären, hohen Beamten, Persönlichkeiten des geistigen und künstlerischen Lebens gebildet, vielleicht sogar vom Bundeskanzler selbst geführt sein soll. Es wäre geradezu ein deutscher Staatsbesuch in der ewigen Stadt und nach langer Zeit zum ersten Mal, daß Vertreter einer deutschen Regierung im Ausland bei einem Anlaß von Weltbedeutung zugegen sein würden. Mit großer Genugtuung ist auch im Vatikan die deutsche Bereitschaft, der an alle Völker gerichteten Einladung in dieser besonderen Weise zu entsprechen, aufgenommen worden. Dennoch ist einiges Kopfzerbrechen darüber entstanden, wie man der protokollarischen Aufgabe, so viele führende deutsche Persönlichkeiten gleichzeitig zu empfangen, gerecht werden soll. Um es klar auszudrücken, man befürchtet, daß die Erwartungen der deutschen Gäste enttäuscht werden müßten und daß eine in dieser Form unternommene Romfahrt mit einem Fehlschlag enden könnte. Wenn am Vortag von Weihnachten, am 24. Dezember, der Papst im großen Ornat mit drei Hammerschlägen die Pforte des Heiligen Jahres in St. Peter öffnet, werden in der Vorhalle nur 200 Personen dem Vorgang beiwohnen können, unter denen nach angestammtem Recht die Mitglieder des diplomatischen Korps und des römischen Hochadels die Mehrzahl bilden. Unter die Teilnehmer an der Zeremonie könnten auf dem knapp bemessenen Raum nur eine oder höchstens zwei führende deutsche Persönlichkeiten aufgenommen werden. Alle übrigen müßten aus der Ferne, von den großen Fontänen oder aus dem Innern der Basilika, zuschauen. Aehnliche Schwierigkeiten würde es bereiten, soviele prominente Gäste gleichzeitig in der angemessenen Weise unterzubringen. Das deutsche Pilgerbüro für das Heilige Jahr in Rom hat vorzügliche Arbeit geleistet, wenn es zu Wege brachte, daß die Besucher aus Deutschland zu einem für italienische, zumal aber für römische Verhältnisse außerordentlich geringen Preis verpflegt und untergebracht werden können, ohne daß sie, wie viele andere Pilger, in Fabrikhallen, die notdürftig verkleidet wurden, zu nächtigen brauchen. Mit Klöstern, Pensionen und Hotels, wenn mit letzteren auch nur in beschränktem Umfange, wurden feste Vereinbarungen getroffen. Jedoch ließen sich die Kosten nur dadurch verringern, daß neben einer beschränkten Anzahl von Einzelzimmern in der Hauptsache Schlafsäle vorgesehen wurden. Dies entspricht auch dem Charakter der Volkswallfahrt, den die Pilgerfahrt nach Rom tragen soll. Die Oeffnung der Jubiläumspforte ist durchaus nicht das festlichste und bedeutendste Ereignis des Heiligen Jahres. Zudem findet sie in der ungünstigen Witterung der winterlichen Jahreszeit statt. Es wäre deshalb wünschenswert, wenn die große Zahl führender deutscher Persönlichkeiten, die mit dem ersten Pilgerzug nach Rom zu fahren beabsichtigen, nicht alle auf einmal reisten, sondern ihren Besuch auf die andern. wenigstens ebenso wichtigen Ereignisse des Heiligen Jahres verteilen würden. 10 000 Pilger am 24. Dezember dabei Rom. 8. Dezember. Papst Pius XII. vollzieht am 24. Dezember um 10 unter dem Geläut der Glocken aller katholischen Kirchen in der Welt die feierliche Oeffnung der Pforte der Peterskirche in Rom. Im Anschluß begibt sich der Papst an den„Bekenntnisaltar“ von St. Peter und verliest das von ihm selbst verfaßte offizielle Gebet zum Heiligen Jahr. Ueber 10 000 Pilger aus allen Nationen werden an der heiligen Handlung teilnehmen, darunter 1150 Deutsche. Nr. 163— Jahrgang 1 9. Dezember 1949 Wirtschaft und Arbeit Hans Ziglarski betreut Süd-Boxstaffel Bergbau-Lohnverhandlungen vertagt Zwischenregelung am 13. Dezember/ Kommunique des Tarifausschusses Eigener Nachrichtendienst Steuertermine im Dezember 1949 Im Monat Dezember 1949 sind anZ Essen. Anlößlich der Gründung de Dezember 1949 sind anschen Amateur-Box-Verbandes kommt das zuständige Finanzamt(Finanzkasse) fol-%Essener Bügler-Bau zu der ersten Nac Sechs deutsche Meister bei West gegen Süd Heller— Hoog Biehler— Ihlein— Bettendorf— Saalfeld Mit Rücksicht auf die neue Lage, die durch die Schritte der Oberkommissare bei der Bundesregierung eingetreten ist, sind die Lohnverhandlungen für den Ruhrbergbau vertagt worden. Es wird jedoch am Dienstag, 13. Dezember, über eine Zwischenregelung abschließend verhandelt werden. Die Deputatkohle nur für den eigenen Gebrauch Die Industriegewerkschaft Bergbau hat vor einiger Zeit weitgehende Vorschläge zur Verbesserung des tariflichen Deputatkohlenrechtes eingereicht. In den darüber geführten Verhandlungen wurde besonders mit Rücksicht auf die Lohnforderungen eine Verständigung dahingehend erzielt, daß die Deputatkohlenwünsche für das nächste Etatsjahr zurückgestellt werden sollen. Geklärt wurden aber schon die hier und da aufgetretenen Unstimmigkeiten über die Sorten, Mengen und Preise der zu liefernden DeputatAnlößlich der Gründung des Deutamt es im gende Steuerzahlungen zu leisten und fol-begegnung zwischen den Amateur-Boxstaffeln gende Anmeldungen abzugeben: Z von West- und Süddeutschland. Der Süden I. Umsatzsteuer. Nichtaufzeichnungs-%stützt sich dabei in erster Linie auf die Deutpflichtige Landwirte, die Umsätze nach schen Meister Bra Ihlein Richtsätzen versteuern, haben für den Mo- we Se pendort dralbsentter a der nat November 1949 am 10. 12. 1949 einen Eisen im Feuer: Heller(Gladbeck), Hoog Monatsbetrag nach dem vom Finanzamt er- 2(Hagen) und Saalfeld(Recklinghausen). Die südteilten Umsatzsteuervorauszahlungsbescheid deutsche Auswahl wird von Ex-Europameister zu entrichten. Alle übrigen Umsatzsteuer-Hans Ziglarski betreut, die West-Mannschaft pflichtigen haben für den Monat November 2 ist dem Dortmunder Wilkendorf(Sekundant) 1949 am 10. 12. 1949 eine Umsatzsteuervor-Zanvertraut. Im einzelnen kommt es vom Fliegengewicht an aufwärts zu folgenden Begegnungen: Eggers ergebende Umsatzsteuervorauszahlung zu%(Hannover— Biermann(Rüsselsheim), Heller leisten. Z(Gladbeck)— Weller(Neckarsulm). Hoog(HaII. Gewerbesteuer. Von den Ge-Zgen)— Rienhardt(Neckarsulm), Polkeneser werbebetrieben im früheren Lande Lippe 2(Essen)— Ehmann(Weiden), Frenken(Homberg) ist am 10. 12. 1949 eine Vorauszahlung in— Biehler(Stuttgart), Jopke(Essen)— Ihlein Höhe von einem Zwölftel der Jahressteuer, Z(Neckarsulm), Rosteck(Dortmund)— Bettendorf Veranlagung oder%(Frankfurt), Saalfeld(Recklinghausen)— Stenkohlen. Mit Wirkung vom 1. November 1949 dürfen Mengenabzüge nicht gemacht oder höhere Deputatkohlenpreise nachgefordert werden, wenn statt Förderkohle aufbereitete Kohle geliefert wird. Es ist jedoch darauf zu achten, daß aus einer fortlaufenden, ohne Rechtsvorbehalt vorgenommenen Gewährung aufbereiteter Kohle ein Rechtsanspruch auf Weiterlieferung der bisher abgegebenen Sorte entstanden ist. Weiter ist zu beachten, daß Deputatkohlen nach den geltenden Bestimmungen nur für den anmeldung abzugeben und die danach sich eigenen Gebrauch zu den verbilligten ergebende Imsatsteuervorausahlung zu Preisen abgegeben werden. Es wird darauf aufmerksam gemacht, daß von den Zechen die Kontrolle wieder scharf durchgeführt wird, wer mit den gelieferten Deputatkohlen Schwarzhandel treibt. Die abgenommenen Deputatkohlen dürfen nur und ausschließlich für den eigenen Gebrauch verwendet werden. Kohlenförderung in Westdeutschland Die Kohlenförderung in Westdeutschland erreichte im November ihren jahreszeitlichen Höchstpunkt. Die Gesamtmonatsförderung betrug 9,19 Millionen Tonnen; im Oktober wurden nur 8,99 Millionen Tonnen gefördert. Kriegsschäden und Umstellungsgrundschulden Neubewertung des Grundbesitzes notwendig Zu der Folge von Gesetzen, die die Geldumstellung auslöste, gehört auch das Gesetz zur Sicherung von Forderungen für den Lastenausgleich vom 2. Sept. 1948. Darin wird angeordnet, daß im Rang inmittelbar nach Hypotheken, Grundschulden und Rentenschulden, die auf Grund des Umstellungsgesetzes im Verhältnis 10:1 umgestellt worden sind, Grundschulden in Höhe des Betrages entstehen, um den der Reichsmark-Nennbetrag den D-MarkBetrag(9/10 des Reichsmarkbetrages) übersteigt. Es ist bekannt, daß die Zinsen- und Tilgungsbeträge, soweit sie auf jene Umstellungsgrundschulden entfallen, weiter zu zahlen sind. Daß sehr viele Hauseigentümer durch Kriegs- und Nachkriegsereignisse und schließlich durch die Geldumstellung in beträchtliche Schwierigkeiten geraten sind, würdigt die Durchführungverordnung zu jenem Lastenausgleichssicherungsgesetz vom 7. 9. 48 Insofern, als auf Antrag Zinsen und Tilgungsbeträge insoweit erlassen werden,„als diese aus den Erträgnissen des Grundstücks unter Berücksichtigung der öffentlichen Lasten, der Kosten für notwendige Unterhaltung und Instandsetzung und der Ver pflichtungen aus vorhergehenden Rechten nicht aufgebracht werden können oder die Ein ziehung dieser Beträge aus sonstigen Gründen zu offenbaren Härten führen würde“. Eine wesentliche Neuerung auf dem Gebiet des Grundstücksrechts bringt das Gesetz zur Aenderung des Lastenausgleichssicherungsgesetzes vom 10. 8. 1949. Sind Grundstücke durch Kriegsschäden oder diesen gleichgestellte Schäden(Demontagen, Restitutionen, sonstige durch Maßnahmen der Besatzungsbehörden verursachte Schäden) betroffer worden. so ist auf Antrag des Berechtigten auf die Umstellungsgrundschuld ganz oder teilweise zu verzichten. Voraussetzung für einen solchen Verzicht ist: der Einheitswert des Grundstücks, der auf den Stichtag 21. Juni 1948 im Sinne des Gesetzes über die Fortschreibung und Nachfeststellung von Einheitswerten des Grundbesitzes vom 10 März 1949 ermittelt worden ist, muß um mehr als 10% niedriger sein als der Einheitswert des Grundstücks vor dem Schadensereignis. Um Irrtümer zu vermeiden, muß darauf hingewiesen werden, daß zunächst eine Neubewertung des Grundbesitzes auf den 21. 6. 1948 notwendig ist. Ein dahingehender Antrag ist an die Bewertungsstelle des Finanzamts zu richten; er hat dann Erfolg, wenn der Einheitswert infolge des Kriegssachschadens(Demontage-, Restitutionsschadens) um mehr als 1/20, mindestens aber um 100 DM oder um mehr als 10 000 DM vom Einheitswert des letzten Feststellungszeitpunktes abweicht. War ein Grundstück am 21. 6. 1948 um mehr als 70% des alten Einheitswertes vor dem Schadensereignis belastet, dann ermäßigt sich die soeben genannte Schadensquote auf 5% Der Verzicht auf die Umstellungsgrundschuld ist in Höhe des Betrages auszusprechen, der sich aus dem Verhältnis des Sachschadens zu dem Einheitswert vor dem Schadensereignis errechnet. Als Sachschaden gilt der Unterschiedsbetrag zwischen dem letzten Einheitswert vor dem Schadensereignis und dem auf den 21. 6. 1946 festgestellten Einheitswert. Beispiel: Beträgt der Elnheitswert zum 1. 1. 1935 16 000 RM und wird der Einheitswert wegen Kriegssachschadens auf den 26. 6 1948 durch Fortschreibung nunmehr auf 12 000 DM festgestellt, dann beläuft sich der Sachschaden auf 4000 DM. Der Verzicht auf die Grundschuld ist im Verhältnis 4:16, also um ¼ des Gesamtbetrages auszusprechen. Außer diesem Verzicht auf die Umstellungsgrundschuld in gewissen Grenzen bringt das Gesetz vom 10. 8. 1949 eine zweite recht wesentliche Vergünstigung, die der Förderung des Wohnungswiederaufbaus dient. Ist ein zerstörtes oder beschädigtes Gebäude in der Zeit zwischen dem 21. 6. 1948 und dem 31. 3. 1953 wiederaufgebaut worden, dann kann der Eigentûmer nach beendetem Wiederaufbau verlangen, daß auf den Teil der Grundschulden verzichtet wird, für den die Leistungen aus den Erträgnissen des im Rahmen des Aufbauplanes als Dauerbau wiederhergestellten Gebäudes nicht aufgebracht werden können Bei der Aufsteltung der Ertragsrechnung sind die öffentlichen Lasten, die notwendigen Kosten für die Bewirtschaftung, die Verpflichtungen aus Umstellungsgrundschulden und aus Pfandrechten sowie die angemessene Verzinsung und Tilgung der Wiederherstellungskosten und endlich eine angemessene Verzinsung von Eigenkapitai zu berücksichtigen. Der Eigentümer kann vor Beginn des Aufbaues eine rechtsverbindliche Zusicherung verlangen, daß auf die. Umstellungsgrundschuld verzichtet wird(und zwar unter den soeben geschilderten Voraussetzungen), wenn das Gebäude in der Zeit zwischen dem 21. 6. 48 und dem 31. 3. 1953 wiederaufgebaut wird. Die Rechte aus einer solchen Zusicherung gehen beim Eigentumsübergang auf den Erwerber über. Das muß sowohl für den Verkauf gelten als auch für den Erbgang. K. H. die sich bei der letzten Veranlagung oder aus einer Anpassung der Vorauszahlungenobursy durch das Finanzamt ergeben hat, im Ver- setzt Süddeutschland die gleiche Staffel ein, hältnis 1 RM— 1 DM. zu entrichten. In während der Westen in fünf Gewichtsklassen übrigen ist die Gewerbesteuer an die zu-Zumbesetzt. Für Hamborn sind folgende Boxer ständige Gemeindekasse zu zahlen. vorgesehen: Eggers(Hannover), Slojewski, III. Lohnsteuer, Kirchenlohn-Z Frank(beide Hamborn), Kalf(Köln), Köning steuer und Abgabe„Notopfer Ber-2(Meiderich), Sladky(Dorsten), Rosteck(Dortlin“ der Arbeitnehmer. Spätestens Z mund), Saalfeld(Recklinghausen). am 10. 12. 1949 hat der Arbeitgeber die ge Am Samstagvormittag erfolgt in Essen die am 10. 12. 1949 hat der Arbeitgeber die ge-% proklamation des Deutschen Amateur-Boxsamte Lohnsteuer, Kirchenlohnsteuer und Z Verbandes. Abgabe„Notopfer Berlin“ der Arbeitnehmer, die er im Monat November 1949 ein- Immer noch Strom/Arnold behalten hat, zusammen abzuführen und Immer noch Strom/Arnold Nach Aufhebung der Neutralisation mmen abzuunren und anzumelden, wenn die einbehaltene Lohn Berlin. Freie Preise für Magermilch und Erzeugnisse daraus werden nach Ansicht des Zentralverbandes des Milchhandels am ehesten zur Lösung der Absatzschwierigkeiten beitragen, die der Ernährungsausschuß des Bundestages gegenwärtig durch ein neues kompliziertes Preisgefüge zu lösen versucht. Die metallverarbeitende Industrie fordert die Anpassung der deutschen Metallpreise an das Preisniveau des Weltmarktes. Eine deutsche Spielwarenfachmesse, an der sich nach Angaben des bayrischen Wirtschaftsministeriums die gesamte Spielzeugindustrie im Gebiet der Bundesrepublik beteiligt, wird im März 1950 in Nürnberg veranstaltet. Zigarrenindustrie spricht von Zusammenbruch Folgen einer unhaltbaren Steuerbelastung— Massenentlassungen und Kurzarbeit Die Zigarrenindustrie hat in den letzten Tagen Massenentlassungen ausgesprochen und die Kurzarbeit erheblich verschärft. Auf Grund des neuesten Standes wurde für die verbliebenen Arbeitskräfte im Bundesgebiet eine durchschnittliche Wochenarbeitszeit von 27,2 Stunden errechnet, was bei den 60 000 Beschäftigten dieses Industriezweiges immerhin eine erhebliche Einschränkung des Lohnaufkommens bedeutet. Damit ist ein beachtlicher Einbruch in die wirtschaftliche Existenz verschiedener Gemeinden, besonders in Baden, Hessen und Westfalen, erfolgt, die von dem Kaufkraftzustrom aus den Zigarrenmacherlöhnen und der Gewerbesteuer sowie den gemeindlichen Abgaben der Herstellerbetriebe weitgehend abhängig sind. Das ergibt sich schon daraus, daß 70 Prozent der Arbeitnehmer der Zigarrenindustrie Dörfern tätig sind oder in Orten unter steuer im III. Kalendervierteljahr 1949 mo-% am Donnerstag zeigten die Fahrer zuerst wenig natlich durchschnittlich mehr als 50 DM be- 2 Eifer, da sie ihre Kräfte für die letzten zehn tragen hat. Stunden des Sechstagerennens schonen wollen. IV. Einkommensteuer und Kör-2Nach der 15-Uhr-Wertung, die sechs Paare IV. EInKu 10 12 1949% unter sich ausmachten, und bei der die Austraperschaftssteuer. Zum 10. 12. 1943% lier vier von insgesamt fünf Spurts gewannen, ist eine Abschlagszahlung zu leisten: a) von lagen immer noch drei Mannschaften ohne den Steuerpflichtigen, die zum 20. 10. 1949% Rundenverlust an der Spitze. Bis zur 138. eine Vierteljahreserklärung für das III. Ka- 2 Stunde legten die Fahrer 3137.450 km zurück, lendervierteljahr 1949 abzugeben hatten, in 2 Der Stand nach der 15-Uhr-Wertung: StromHöhe von einem Drittel der darin errech-Arnold vor Rigoni-Terruzzi und Gillen-Hörneten vierteljährlichen Vorauszahlung, b) im 2 mann; 6 Rd. zur.: Kamber-Keller; 8 Rd. zur.: übrigen nach dem vom Finanzamt erteilten 2 Naye-Schwarzer und Spelte-Ehmer; 9 Rd. zur.: Vorauszahlungsbescheid in Höhe von einem 7 Seres 10 Rd. zur.: Zoll-Funda; 12 Drittel der festgesetzten vierteljährlichen% aur Saager-Berger. Vorauszahlung. 2 sich die Spitzengruppe nicht verändert. StromArnold führten nach 139 Stunden und 3162,835 km mit 269 P. vor Terruzzi-Rigoni mit 176 und Gillen-Hörmann mit 160 Punkten. *. Die Auslandsabteilung der Bank deutscher RW Oberhausen hat Sorgen Länder gibt an alle Außenhandelsbanken des2 Oberhausen. Das launische Glück hat Rotwestd utschen Währungsgebietes folgende un Z Weiß Oberhausen in diesem Jahre wirklich im mittelbaren Kursrelationen zwischen der D-Mark 7 Stich gelassen. So gut die Mannschaft auch und ausländischen Währungen bekannt die für startete, so vielversprechend sie auch in der die Abrechnung der hereinzunehmenden und% ersten Oktober-Hälfte zu kommen schien— abzugebenden Devisen angewendet werden: Zlaufende Verletzungen haben ihr einen häsen Geldkurs Briefkurs 2 Stoß versetzt Kursrelationen zwischen D-Mark und ausländischen Währungen Vogt. Juskowiak, Fohr, NikoFast alle Favoriten müssen reisen Vor schweren Kämpfen bei der.„Zweiten“ Essen. Der kommende Sonntag verspricht in der II.. Division eine Reihe von großen Spielen, bei denen auch diesmal die Ueberraschungen nicht ausbleiben werden. Insbesondere deshalb, weil fast alle Favoriten reisen müssen. In der Gruppe I bleibt Fortuna Düsseldorf aussichtsreichster Bewerber für die Meisterschaft. Das Verlustkonto von fünf Punkten wird sich auch im Treffen gegen den SC in Bergisch-Gladbach kaum vergrößern.— Der mit zwei Minuspunkten mehr belastete Tabellenführer Rheydter SpV hat bei Rapid Köln eine sehr schwere Nuß zu knacken, denn auf eigenem Platz wollen die Kölner erst geschlagen werden.— Bayer Leverkusen wird von Marathon Remscheid erwartet und hat damit ebenfalls eine schwere Aufgabe zu lösen.— Eine besonders interessante Auseinandersetzung gibt es in Wattenscheid zwischen der SG 09 und Westfalia Herne. Die Gäste haben aus den letzten sieben Spielen 13 Punkte gesammelt, bestes Zeichen für den außergewöhnlichen Formanstieg der Herner. Bedarf es einer weiteren Empfehlung?— SSV Wuppertal, am Vorsonntag erstmals geschlagen, steht in Krefeld den Preußen gegenüber und hat auch hier noch nicht gewonnen.— VfL Witten tritt in Alsdorf gegen Viktoria an. Wenn es im Wittener Sturm klappt wie am letzten Sonntag, müßten zwei weitere Punkte sicher sein.— Tbd. Eickel erwartet ETB Schwarz-Weiß Essen. Die Gastgeber werden einen schweren Stand haben.— TuRu Düsseldorf ziert das Tabellenende und hat auch gegen Union Gelsenkirchen nur geringe Siegesaussichten. Sportfreunde Katernberg haben in der Gruppe II schon drei Punkte Vorsprung gegenüber den Verfolgern. SpVg Röhlinghausen wird nach dem eindrucksvollen 4:0 in Herten den Katernbergern mächtig zusetzen, aber die größere Ausgeglichenheit und Routine der Gäste müßten dennoch zum vollen Punktgewinn führen.— Auch der Meidericher SpV steht gegen den Bonner FV vor einem weiteren Sieg.— Hombruch 09 wird sich auch beim VfL Bochum nicht überraschen lassen.— SC West Köln und Union Krefeld werden es in Benrath bzw. Essen(TuRa) nicht leicht haben.— Troisdorf 05 müßte sich gegen Union Ohligs behaupten können.— VIB Bottrop kann durch einen Sieg in Bergisch-Gladbach seine gute Mittelfeldposition festigen. Lokalderby Lünen 08— TBV Mengede Punktekampf der Amateur-Liga Westfalen Dortmund. In der westfälischen AmateurLiga bringt der Sonntag eine weitere Klärung in der Gruppe der aussichtsreichsten Bewerber. In der Gruppe 1 steht Tabellenführer SV Sodingen gegen den Letzten, VfL Resse 08, vor leizik, Schröder, Rifel, Schneider, Stahl— sie einem weiteren klaren Sieg.— Eine weitere alle haben schon pausieren müssen. Zu allem Auseinandersetzung im Bereich der Spitze glbt Ueberfluß leistete sich Günther noch einen Platzverweis mit entsprechender Sperre. Schröder wird am Sonntag in Dortmund wieder spielen, Fohr wohl auch. Aber Schneider, Groß(an einem Leistenbruch operiert) und Nikoleizik(der nach einer Knöchelabsplitterung vielleicht überhaupt nicht mehr spielen kann) sind schwerwiegende Ausfälle. ZDIES UND DAS— KURZ GEFASST Der junge Dortmunder Schwergewichtler Heinz Neuhaus hat aus Berlin von Promoter Joachim Göttert das Angebot erhalten, gegen raucher geworden ist oder sich anderen Ta- Adolf Klinholdermann(Forchheim) oder Jean bakerzeugnissen zugewandt hat. Das ist klar,% Kreitz(Aachen) anzutreten. denn wer raucht, will einige Male am Tag Die Deutsche Weltergewichtsmeisterschaft frisch anstecken und das gegenwärtige Preis-Zzwischen Hans Schmitz(Neuß) und Walter frisch anstecken und das gegenwartige Preis-Schneider(Celle), die am zweiten Weihnachtsniveau macht eine solche Dosierung un-Ztag nach dem Düsseldorfer Unentschieden schon möglich. Z durch einen Punkt Vorsprung entschieden wird. Während in England und Frankreich die% scheint in Frage gestellt, da sich der Neußer Zigarre ein Luxusartikel ist, war sje früher% in Düsseldorf eine Handverletzung zugezogen bei uns eine echte Konsumware, die an die Kaufkraft der kleinen und mittleren Ver-Z Der Deutsene Leichtgewichtsmeister H. NürnKaufkraft der kleinen und mittieren ver Zberg(Hamburg) hat seinen Vertrag mit seinem diener angepaßt war. Jetzt beträgt der Mo-Z alten Manager Hans Wichmann sofort nach der natsverbrauch(errechnet aus August 1949) 2 Auflösung durch den Hamburger Verband wieder 169.8 Millionen Stück im Bundesgebiet, wäh-Zerneuert. Er erklärte hierzu:„Wenn einige rend er sich 1938 für die gleiche Personen- 2 Boxer meinen, daß sie durch eigenes Managezahl auf 544 Millionen Stück belief. Der% ment Geld einsparen, so sind sie bestimmt auf Verfasser der zitierten Denkschrift zieht aus Meine Meinung ist. dar ein Marktbeobachtung und Vergleichszahlen den pini- bekannte Spieler des 1. FC SaarbrükSchluß, daß bei einer Durchführung der Z ken orientierten sich über die Möglichkeit. Steuerermäßigung im Bundesgebiet ein Kon-Zeinem Stuttgerter Oberligaverein beizutreten. 5 000 Einwohnern, die keine Ausweichmöglichkeiten bieten. Die Arbeitsgemeinschaft der Zigarrenherstellerverbände(Sitz Heidelberg) hat einen dringenden Hilferuf an das Bundesfinanzministerium gerichtet und gebeten, den Steuersatz nicht erst später, sondern sofort und zwar auf 25 Prozent des Kleinverkaufspreises zu ermäßigen, um die bereits in vollem Gang befindliche Katastrophe aufzuhalten. In einer beigefügten Denkschrift wird darauf verwiesen, daß der Umsatzrückgang einem Zusammenbruch gleichkommt. Die frühere 10-Pfg.-Zigarre entspricht der heutigen 40-Pfg.-Zigarre. Das Ergebnis ist, daß der bisherige Konsument entweder Nichteinem stuttgerter sum von 4,36 Milliarden Stück im Jahr er-% Ein derartiger Vereinswechsel wird in erster Auseinandersetzung im Bereich der Spitze gibt es zwischen Union Günnigfeld und VfB Bielefeld, in der die Gastgeber lediglich den Platzvorteil haben.— Tus Lübbecke ist zu Hause nicht leicht zu schlagen; das wird auch den Gladbecker Sportfreunden zu schaffen machen. — Teutonia Lippstadt hat nach schlechtem Start an den letzten Spieltagen bessere Leistungen geboten. Ob es allerdings zu einem vollen Erfolg gegen SC Hassel langt, ist eine andere Frage.— SC Münster 08 wird im Treffen in Gelsenkirchen gegen SC 07 kaum etwas zu bestellen haben.— TSV Huls und der SV Höntrop geben sich kaum etwas nach; über den Ausgang wird die Tagesform entscheiden.— Im Treffen zwischen VfL Schildesche gegen SuS Recklinghausen 13 haben die Gastgeber leichte Vorteile. In der Gruppe 2 ist Tabellenführer TSG Detmold vorläufig kaum einzuholen, denn auf eigenem Platz hat er auch gegen eine so kampfstarke Mannschaft wie SuS Niederschelden kaum etwas zu befürchten.— BV Brambrauer erwartet den Tabellenzweiten, Sportfreunde Siegen. Mit dem Rückhalt des heimischen Publikums sind die Gestgeber zu einem überraschenden- Sieg fähig.— Im Lokalderby zwischen VfB Lünen 08 und TBV Mengede liegen die Vorteile eindeutig auf seiten des Gastgebers. Die Lüner liegen mit sechs Verlustpunkten noch sehr aussichtsreich im Rennen und dürfen sich keinen Seitensprung mehr leisten, wenn die Chancen gewahrt werden sollen. Weitere Spiele: TuS Milspe— TURa Bergkamen, SuS Kaiserau— Sus Menden, Tus Iserlohn— FC Höxter VfL Altenbögge— ASSV Letmathe. ex-77 wartet werden kann, der bei einem Klein-Z Linie von der Haltung abhängen, die der Franverkaufspreis von 959 Millionen DM 240% zösische Fußball-Verband hierzu einnimmt.. Millionen DM Steuern erbringen müßte. Das Der deutsche Fliegermeister Willi Trost währe unter Berücksichtigung der Einwoh-Z erklärte, er habe vorerst nicht die Absicht, nerzahl des Bundesgebietes zwei Drittel desz in das Lager der Beruf fahrer überzusiedeln. Umsatzes von 1938 und auf der gleichen m 1 Detemoert startel nuser und Basis errechnet eine Steigerung der Steuer-Zzwar als Amateur, einnahme um 100 Millionen DM. Oesterreichs Fußballmeister Austria Wien, Die Denkschrift schlägt zugleich auch eine der sich am vergangenen Sonntag durch einen Steuervergütung für den Handel vor, inso-4:1-Sieg über Vienna an die Tabellenspitze der weit es sich um Lagerbestände handelt, die 2 österreichischen Staatsliga setzte, stellt sich am am noch zu bestimmenden Stichtag vorhan-76. Januar bei Eintracht Frankfurt vor. den und nachweisbar sein werden. Es wird„Tau“ Kobierski, der 26fache National-Linksdarauf verwiesen, daß andernfalls Umsatz außen aus der Deutschmeister-Elf der Fortuna und Fabrikation in der Uebergangszeit vollig& Dusseldorf, ist aus russischer Kriegsgefangenund Fabrikation in der Uebergangszeit voilis 2) schaft in seine Heimatstadt Düsseldorf zurückerliegen müßten. S. 22 gekehrt. Der Niedersächsische Fußball-Verband will die fairsten Mannschaften der beiden Amateurliga-Gruppen und der fünf Verbandsstaffeln in der zweiten Serie besonders auszeichnen. Als Preise winken Fußballschuhe und Trikots Ex-Europameister Arno Kölblin will am Neujahrstag in Leipzig zu einem Kampf gegen Hein ten Hoffs ständigen Sparringspartner Günther Warmbrunn antreten, Eintracht Frankfurts Linksaußen, Krauß, der im Spiel gegen München 60 des Feldes verwier sen wurde setzte sich durch einen Treffer 1e dieser Begegnung mit neun Treffern an die Spitze der Torjägerliste der Oberliga Süd. Aus den nächsten Plätzen falgen sein Mannschafts kamerad Schieth, Hubeoy(Regensburg), de la Vigne(VfR Mannheim) und Hölzer(SV Waldhof) mit je acht Erfolgen. (24. Fortsetzung) Zum Schluß kam ich zu Lydia. Sie drückte mir fest die Hand und sah mich aus ihren dunklen Augen an:„Ja, Pitt— das ist wohl unsere erste Seereise— hoffentlich..., und sie wollte noch etwas dazu setzen, aber sie sprach es nicht aus, sondern nickte mir nur zu, und ich hatte das Gefühl, als hätte sie sagen wollen, sie sei sich nicht ganz sicher, ob es nicht besser gewesen wäre, auf dem Lande zu bleiben.— Vielleicht war es nur eine Einbildung von mir, aber während des ganzen Essens wurde ich den Eindruck nicht los, daß sie irgendwie bedrückt sei. Saraiva spreizte sich vor ihr wie ein Pfau mit Witzen und Geschichten erzählen und ließ nicht nach, sie zum Essen zu nötigen und ihr von allem aufzulegen, was der Steward auf blitzenden Silberschüsseln und auf blinkendem Kupfer hereintrug. Aber sie war sehr zugeknöpft gegen ihn, und an ihrer zeitweiligen Verlegenheit merkte ich, daß sie selber einen Widerspruch in Saraivas Verhalten und ihrer Stellung als seine Angestellte zu empfinden schien. Weiß der Teufel, direkt herausfordernd besorgt tat er um sie, und als wolle er alle Anwesenden auffordern, das auch zu bemerken. Aber sie war doch nicht so eine wie die Tippfräuleins im Kientopp auf der Leinwand, wo es ja immer so üblich ist, daß die jungen Damen zigaretterauchend auf dem Schreibtisch sitzen, wenn der Chef nicht da ist, und wenn er kommt, auf seinen Schoß überwechseln und Bubi oder Dickerchen zu ihm sagen. Nein, so eine war sie nicht— aber er, er tat gerade so, als ob sie so eine wäre, der Schuft! Ich bemerkte, daß ihr Blick manchmal Hogendahl suchte, und es lagen versteckte Fragen in ihren Augen, als wüßte sie gern, was er von ihr dachte. Aber Hogendahl sah sie überhaupt nicht an, und wenn er ihr mal eine Schüssel zureichen mußte, dann tat er das mit einem steinern höflichen und leeren Gesicht. Je länger ich sie aber beobachtete, um so mehr wurde mir gewiß, daß sie wirklich in der Meinung an Bord gekommen war, hier an der Schreibmaschine und am Stenogrammheft Arbeit zu finden— und nicht als Saraivas Gesellschaftsdame sozusagen, wenn man schon kein stärkeres Wort gebrauchen WiII. Warn' sie! rief mir eine innere Stimme zu. Du mußt sie warnen, Pitt! Sie weiß nicht, wer Saraiva ist!— Aber es war unmöglich. Wie sollte ich sie sprechen? Was sollte ich tun? Und da blieb mir nur der eine Ausweg: ihr schreiben. Morgen früh durfte sie nicht mehr an Bord sein! Irgendwie mußte ich ihr einen Brief zustecken!— Mir brannte das Gesicht vor Aufregung. Ich stand auf. Niemand außer Lydia sah zu mir hin. Ich machte gegen die ganze Tischgesellschaft hin meinen Diener und gab ihr dabei mit den Augen ein Zeichen. Paß auf! sollte es heißen. Und dann rannte ich in meine Kammer. Ja, da saß ich nun. Jeden Augenblick konnte drüben im Salon die Tafel aufgehoben werden, und wie sollte ich zu ihr kommen, wenn sie erst in ihrer Kabine war? Ich wußte nicht einmal, wo ihr Raum lag. Und ich wollte es auch vermeiden, daß Hogendahl mich hier beim Schreiben erwischte, obwohl ich mir schon eine gute Ausrede zurechtgelegt hatte, daß es der letzte Brief an meine Eltern sei. Ihn ins Vertrauen zu ziehen, wagte ich nicht, denn mir war so, als würde ich mit dieser Geschichte bei Hogendahl nicht auf das richtige Verständnis stoßen. „Sehr geehrtes Fräulein Lydia“, kritzelte ich mit Blei auf ein Blatt aus Hogendahls Briefblock,„ich glaube, hier an Bord erwartet Sie etwas anderes, als Sie denken. Vielleicht halten Sie Herrn Saraiva für einen Schentlemenn, aber soviel ich weiß, ist er keiner, sondern ein ziemlicher Abenteurer, und was man sich von ihm erzählt, ist nichts Gutes. Glauben Sie mir, daß ich es gut und ehrlich mit Ihnen meine, wenn ich Sie inständig bitte, das Schiff zu verlassen, solange es hier an der Pier liegt und ehe es es zu spät ist. Mehr kann ich Ihnen im Augenblick nicht sagen, dazu ist keine Zeit. In aufrichtiger Ergebenheit. Pitt Tümmler.“ Ich faltete das Briefblatt klein zusammen, so daß es gerade in der Hand Platz fand, und trat, vorsichtig lauschend, aus der Kabine heraus. Das Schiff lag in tiefer DunkelZeichnung: Dudda „Diesen Wisch wolltest du Frl. Coreander zustecken?“ fragte er leise. heit, Wolken flogen über den Himmel, und nur die Laternen der„Esperanza“ spiegelten sich rot und grün im schwarzen Wasser. Die Wache am Ruderhaus vertrat sich stampfend die Beine. Es war sehr kalt geworden, und der Nordwind blies wieder kräftiger. Bis sich meine Augen an die Finsternis gewöhnt hatten, wartete ich ab, und dann schlich ich auf Strümpfen zum Salon. Der Steward hatte inzwischen die Tafel abgeräumt und dafür Wein- und Likörgläser aufgestellt. Die Herren rauchten, und Lydia aß einen Pfirsich von einer Größe, wie ich noch nie einen gesehen hatte, und dabei war ich doch sozusagen aus der Branche. Dann stand der Doktor auf und ging zum Klavier, wo er sofort zu spielen anfing. Der Steward brachte ihm das Glas nach. Er spielte wunderbar, meistens mit den Händen über Kreuz. Dabei hielt er die Zigarre im Mund und die Augen geschlossen und sah noch edler und schwermütiger aus als sonst, aber komischerweise war er mit dem Trinken immer am schnellsten von allen fertig, obwohl er sich doch nie im Spielen unterbrach. Es war die reine Hexerei, wie er das alles zugleich fertigbrachte, zu rauchen, zu trinken und zu spielen. Hogendahl unterhielt sich mit dem Kapitän. Saraiva hatte seinen Sessel dichter an Lydia herangerückt. Er redete in einer Tour, und manchmal lachte sie. Das ging mir immer wie ein Stich durchs Herz, und als Saraiva ihr dann die Hand küßte, als sie ihm ein Stückchen von ihrem Pfirsich anbot, da hätte ich ihm am liebsten eine hereingehauen. Der Steward mit seinem leberkranken, gelben Gesicht und dem schwarz geleckten Scheitel stand wie eine Wachsfigur in der Ecke neben der Kredenz und schien weder etwas zu sehen noch zu hören. Sobald aber irgendwo ein Glas leer war, glitt er wie ein geölter Blitz aus dem Schatten heraus und schenkte neu ein. Dabei drang nicht ein Laut von ihren Gesprächen zu mir heraus, kaum etwas vom Klavierspiel des Doktors, und es war fast gespensterhaft, hier draußen zu lauschen; wie Kino ohne Musik. Nach einiger Zeit gab Saraiva dem Steward einen Wink, den Kühler mit den Flaschen in seine Nähe zu stellen. Der tat es, verbeugte sich und kam so rasch zur Tür, daß ich kaum noch Zeit fand, ins Dunkle zurückzuspringen. Wäre er in meine Richtung gegangen, hätte er mich glatt überrannt, und dann hätte es wahrscheinlich Krawall gegeben. Ich duckte mich... Aber er blieb für einen Moment vor der Tür stehen und sagte mürrisch zu denen drinnen:„So! und jetzt könnt ihr mich alle ,..!“ und er fügte jene Aufforderung hinzu, der nur in den seltensten Fällen nachgekommen wird. Dann ging er zur Reling, beugte sich herüber und atmete ein paarmal laut schnaufend die frische Luft ein. Und plötzlich griff er nach seinem Kopf und nahm, um sich am Kopf zu kratzen, so wie ein anderer Mensch seinen Hut, seine Haare ab, und verschwand mit der Perücke in der Hand in der Richtung zum Achterdeck. Ich starrte ihm nach, als hätte ich eine mit dem Sandsack übern Brägen gekriegt. Sachen gibts! Als es von einer Kirche elf schlug, stand ich noch immer auf meinem Posten, aber ich konnte micle kaum noch rühren, so zusammengefroren war ich. Und müde zum Gotterbarmen, denn ich war von fünf Uhr in der Früh auf den Beinen. Nach den Flaschen zu schließen, die noch neben Saraiva im Eiskübel standen, war mit dem Aufbruch der kleinen Gesellschaft noch nicht sobald zu rechnen, und da wollteich mich wenigstens fur ein paar Minuten in meiner Kammer aufwärmen gehen.— Und da bin ich denn auch richtiggehend eingeschlafen. Plötzlich wurde ich wachgerüttelt. Das Licht brannte, und Hogendahl stand vor mir und— hielt meinen Brief an Lydia aufgefaltet in der Hand. Und seine Hand zitterte ein wenig, so daß das Papier wie trockenes Laub raschelte. „Diesen Wisch wolltest du Fräulein Coreander zustecken?“ fragte er unheimlich leise. (Fortsetzung folgt.) Nr 163 1 Jahrgang Stadt und Kreis Ahaus 9. Dezember 1949 Es geht um die Moral Berechtigte Forderungen der Kriegshinterbliebenen und Kriegsopfer Die Ortsgruppe Ahaus des Bundes der Kriegsbeschädigten und Hinterbliebenen trafen sich in der Gaststätte Herker-Orthaus. Auf dieser gut besuchten Versammlung nahm Referent Pöhling(Münster) in einem Referat Stellung zur Entwicklung der gesetzmäßigen Versorgung der Kriegsbeschädigten und Kriegshinterbliebenen. Nach Kriegsende. so führte der Redner aus, habe es eine Rentenzahlung nicht gegeben. Als Uebergangslösung habe damals ein Kriegsbeschädigter mit zwei Drittel Erwerbsminderheit 40 RM. zusbezahlt bekommen, bis am 1. August 1947 die Sozialversicherungsdirektive 27 der Militärregierung in Kraft getreten sei. DAS LIED VON BERNADETTE AB HEUTE IM LICHTSPIEL-THEATER AHAUS Darunter fielen nicht nur die Kriegsbeschädigten, sondern auch die Unfallversehrten, beide Gruppen wurden damit gleichgeschaltet. Die SVD 27 könne aber niemals als Versorgungsgesetz angesehen werden, es sei und bleibe lediglich eine Direktive. Eingereichte Verbesserungsvorschläge seien von der Militärregierung abgelehnt worden, sie seien auch vielfach von deutschen Stellen hintertrieben worden(!). Ueber die Auslegung der SVD 27 beständen verschiedene Ansichten, es müsse zunächst eine einheitliche Rechtsprechung gefordert werden. Die Kriegsbeschädigten verlangen ein Reichsversorgungsgesetz mit anatomischen und wirtschaftlichen Leistungen. Zur Durchführung dieser Forderung verbleibe ihnen als letztes Mittel die Protestaktion, wie man sie unlängst in Düsseldorf durchgeführt habe. Dabei sei es von Wichtigkeit, daß die Masse der Beschädigten und Hinterbliebenen hinter den Kämpfern dieses Rechtes ständen. Der. Wirtschafts- und Verwaltungsrat habe seinerzeit eine Uebergangslösung herausgebracht, die nicht zufriedengestellt habe und durch den den Länderrat abgelehnt worden sei. Am 1. Juni 1949 sei ein Aenderungsgesetz zur SVD 27 in Nordrhein-Westfalen in Kraft gesetzt worden. Es habe nicht die Erhöhung des Jahresarbeitsverdienstes, auch nicht die Erhöhung der bestehenden Renten gebracht, sondern eine Erweiterung(d.h. es kommen Zuschläge zur Auszahlung, die Stadtlohn Madonna aus Ton. Die seit dem Frühjahr 1949 in Stadtlohn in eigener Werkstatt arbeitende Künstlerin Mirjam Cappel stellte in diesen Tagen eine größere Arbeit fertig. Das Wandbild. eine Madonna darstellend, ist aus Ton gearbeitet und in farbigen Glasuren angelegt. Es wurde der katholischen Frauenjugend von Stadtlohn zur Verfügung gestellt. Das Bild ist vorläufig an der Außenmauer des provisorischen Jugendheims in der Nähe der alten Kirche angebracht. Der Borromäusverein macht seine Mitglieder darauf aufmerksam, daß ein weiterer Tag für die Ausgabe eingelegt worden ist. Ausgabetermine sind nunmehr aber kein Bestandteil der Rente sind.) Artikel I dieses Gesetzes besage, daß Kriegsbeschädigte mit einer Erwerbsminderung von 100% sowie Pflegebedürftige einen Zuschlag von 50 DM erhalten werden, wenn sie sonst kein Einkommen haben würden. Kriegsblinden werde außerdem ein weiterer Zuschlag von 50 DM gezahlt ohne Rücksicht auf Einkommen. Artikel II sieht die Gleichstellung von Jugendlichen und Erwachsenen bei der Bemessung der Erwerbsminderung vor. Nach Artikel III sind Waisenrenten in allen Fällen einheitlich bis zum 18 Lebensjahr zu zahlen. Artikel IV befaßt sich mit der Besserstellung und Erweiterung des Personenkreises, die Hinterbliebenenrente beziehen. Es gehe nicht an, daß ein Kind, das durch den Krieg den Vater verloren habe, nun auch die Fürsorge der Mutter verlieren müsse, die auf einen Arbeitsplatz angewiesen sei und dadurch keine Zeit mehr finde, sich der Erziehung ihrer Kinder zu widmen. Durch solche Verhältnisse sei ein Anwachsen der Jugendkriminalität unausbleiblich. Artikel V sieht die Zahlbarmachung einer Elternrente vor. Eltern können die Rente beantragen wenn Bedürftigkeit vorliegt und wenn sie nachweisen können, daß der Sohn voraussichtlich in den nächsten fünf Jahren ihr Ernährer geworden wäre. Alle Personen, die unter die Erweiterung der Renten falSonntags von 10—12 Uhr, Mittwochs von 17—19 Uhr und Freitags von 16,30—18,30 Uhr. Die Ausgabe am Sonntag ist in der Hauptsache für Erwachsene, Mittwochs und Freitags für Kinder. Wüllen Der Ortsbund Wüllen der Kriegs- und Zivilgeschädigten, Sozialrentner und Hinterbliebenen e. V. beabsichtigt auch in diesem Jahre für die Angehörigen der Kriegsopfer eine Weihnachtsfeier mit Kinderbescherung durchzuführen. Am Samstag, dem 10. Dezember, 20 Uhr führt der Ortsbund im Verbandslokal Temme eine Mitgliederversammlung durch und ladet alle Mitglieder ein. U. a. kommen auch wichtige Rentenangelegenheiten zur Sprache. der Jugend Sind Protestaktionen notwendig? len(es sind dies hauptsächlich Kriegerwitwen mit Kindern unter 18 Jahren) müssen bis zum 31. Dezember 1949 einen Antrag einreichen, wenn sie in den Genuß der Nachzahlung der Renten ab 1. Juni 1949 gelangen wollen. Mit der Mahnung, hinter den Männern zu stehen, die den Kampf für die Versorgung der Opfer des Krieges führen und ihnen Rückhalt zu geben, schloß der Redner seine Ausführungen. In dieser Versammlung konnten 40 neue Mitglieder aufgenommen werden. Für Sonntag, den 18. Dezember 1949 ist eine Weihnachtsfeier für alle Kriegsbeschädigten und Hinterbliebenen und deren schulpflichtige Kinder geplant. Für die Kinderbescherung und eine Verlosung hat die Stadt einen namhaften Betrag zur Verfügung gestellt. mmnmmmn Kreisstadt Ahaus Hoher Besuch Am Mittwoch weilte der Wiederaufbauminister des Landes Nordrh.-Westfalen, Steinhoff, im Kreise Ahaus. In seiner Begleitung befanden sich Reg.-Präsident Hackethal, Münster, seine Referenten u. Oberkreisdirektor Sümmermann. Landrat Dr. Vagedes und die Kreisdeputierten und Mitglieder des Kreisausschusses. Der Minister besuchte die Siedlungsvorhaben in Südlohn, Vreden. Ahaus und Legden. Nach einem mehrstündigen Aufenthalte im Kreise wurde die Fahrt nach dem Nachbarkreise fortgesetzt. Im Kreishause Coesfeld hielt der Minister mit den maßgeblichen Herren der Kreise Ahaus, Borken u. Coesfeld eine Konferenz ab. Nachdem die Vertreter des Coesfelder Kreises ihre Sorgen und Nöten vorgetragen hatten, wurde das Ergebnis der Besichtigungsfahrt allen Beteiligten vor Augen geführt. Der Minister legte anschließend in einem Referat die Grundzüge des Wiederaufbauprogramms dar. Zum Schluß ergriff der Regierungspräsident Hackethal das Wort u. sprach dem Minister seinen Dank aus. Ein großer Weihnachtsbaum wird in den nächsten Tagen auf dem Platz vor dem Finanzamtsgebäude von der Stadtverwaltung aufgestellt. In den frühen Morgenstunden und bei Anbruch der Dunkelheit wird der Tannenbaum im hellen Lichterglanz erstrahlen. Kolpingssöhne treffen sich. Zur ersten Wochenendschulung in diesem Winterhalbjahr treffen sich am Samstag und Sonntag Delegierte der Kolpingfamilien aus der näheren und weiteren Umgebung in der Kreisstadt. Aus berufenem Munde werden sie Worte hören, die für die weitere Arbeit innerhalb der Gemeinschaft von richtungweisender Bedeutung sind. Nach Werfels Roman entstand, das Filmwerk„Das Lied von Bernadette“. Es gab zweifellos Skeptiker, die ein solche Verfilmung aus amerikanischer Produktion mit Mißtrauen erwarteten. Inzwischen hat der Film sein Weg durch Europa und Deutschland angetreten und allgemein Anerkennung gefunden. Henri King hat hier wirklich mit Takt und behutsamen Einfühlungsvermögen ein religiöses Thema behandelt, das Gläubige u. Zweifler feinfühlig führt. Die große Aufgabe, die sich Henri King stellte, wurde gelöst, nicht zuletzt durch die überragende Kunst der Hauptdarstellerin Jennifer Jones. Die junge bis dahin unbekannte Schauspielerin spielt als Bernadette die erste und stärkste Rolle ihres Lebens. Aeußerliche Schönheit und Hingabe werden überstrahlt von einer natürlichen Glaubwürdigkeit der Darstellung. In einer Grotte bei Lourdes erscheint der Bernadette Soubirous eine„schöne Frau“. Das Dorf erfährt davon durch die Schwestern der Bernadette, und als diese wieder zu der Grotte geht, um der Erscheinung erneut zu begegnen, folgt ihr bereits eine neugierige und zweifelnde Menschenschar. Bernadette ist dazu ausersehen, während ihres kurzen Lebens mit der Größe und Schwere ihrer Mission die Zweifel. den Hohn, das Gelächter und den Unglauben der Menschen zu erdulden. Sie tut es mit der Heiterkeit und Kraft ihres naiv-gläubigen und unverwundbaDie in der vergangenen Woche in Münster zur Unterrichtung über kulturelle Probleme der Stadt anwesend gewesenen Mitglieder des Kulturausschusses des Landtages haben dem Streben der aufbauenden Kreise Münsters neuen Auftrieb gegeben. Der Ausschuß kam zu dem Ergebnis, daß die Stadt als kulturelles Grenzlandgebiet in ihrem Willen, das Erbe einer stolzen Vergangenheit wieder zu errichten, unterstützt werden müsse. Auf dem Gebiete des Schulwesens sollen drei neue Volksschulsysteme und ein höheres Schulsystem neu begönnen werden. Auch die traditionelle Kulturstätte der Jugend, das Paulinum, soll im Mittelpunkt der Stadt wieder aufgebaut werden. Am Aedidiplatz soll es in den Komplex der Universität angefügt werden. Man ist überhaupt bestrebt, entsprechend der Tradition der Stadt den kulturellen Kern im Mittelpunkt der Stadt zu belassen, obwohl die Verlegung einiger ihrer Gebäude an die Peripherie den Vorteil größerer räumlicher Ausdehnungsmöglichkeit hätte. Dem widerspricht aber die ganze im Laufe der Jahrhunderte entren Herzens.— Schon nimmt man Stellung gegen Bernadette— die Kirche und der Staat sehen in ihre eine wunderliche Närrin, bis der unerschütterliche Glaube des Bauernmädchens und die Wahrhaftigkeit ihrer Vision, die mit der Entstehung der heiligen Quelle von Lourdes auch für jeden anderen Menschen sichtbar wird, jeden Zweifel erstickt. Das Wasser der Quelle von Lourdes heilt die Kranken, die nun aus allen Teilen Frankreichs und der Welt herbeiströmen. Selbst der kranke Sohn des Kaisers Louis Napoleon findet durch das Quellwasser Genesung. Der Dechant von Lourdes dringt in Bernadette, ihrem Schicksal zu folgen und den Schleier zu nehmen, so geht Bernadette in das Kloster von Nevers. Eine der Nonnen des Klosters zweifelt noch immer an der Mission der Bernadette, denn sie glaubt, daß man nur gottbegnadet sein könnte, nachdem man alles Leid der Welt an sich erfahren habe. Jetzt erfährt das Kloster, die Kirche und die ganze Welt, daß Bernadette seit langem von den grausamen Schmerzen einer tödlichen Krankheit gequält wird, die sie mit dem sanften Gleichmut eines starken Herzens zu ertragen und bisher zu verheimlichen wußte. An ihrem Leiden stirbt die junge Bernadette, in ihrer Sterbestunde bekräftigt sie noch einmal, daß sie die Vision gehabt hat, die ihr im Jenseits ein frohes Dasein versprochen hatte. wickelte Atmosphäre der Stadt, deren Verkehrs- und Geschäftszentrum gleichzeitig auch der Mittelpunkt des kulturellen Lebens gewesen ist. Diesem Gedankengang schloß sich auch Frau Kultusminister Teusch an, die das Verbleiben der Musik- und Theaterpflege an der alten Stelle sogar zur Bedingung der Höhe der staatlichen Beihilfen machte. Die städtischen Stellen planen daher, den kombinierten Musik-, Theater- und Kongreßbau unter Verwendung der Reste des alten Bomberghofes wieder an der Neubrückenstraße aufzubauen. Bis jetzt ist die Ausführung bereits durch eine ansehnliche Anfangssumme vorbereitet, jedoch wird das etwa drei Millionen betragende Gesamtprojekt eine Reihe von Jahren bis zur endgültigen Fertigstellung erfordern. Daß die Stadt auch auf diesem Gebiete wertvolle kulturelle Grenzaufgaben zu erfüllen hat, geht aus der Aeußerungen eines Mitgliedes einer holländischen Reisegesellschaft hervor, das den Wunsch nach einem„Opernzug“ von Holland nach Münster ausdrückte. Aktuelles aus dem Kreisgebiet Münsters Wiederaufbau geht voran Als kulturelles Grenzlandgebiet anerkannt Vorteilhaste Kinder-Mäntel Damen-Mäntel Herren-Wintermäntel Herren-Unterhosen Kinder-Schlüpfer Herren-Unterhemden Kinder-Strümpfe Herren-Einsatzhemden Kinder-Pullover Herren-Unterjacken Kinder-Unterröcke Skihosen, reine Wolle Kinder-Hemdchen Herren-Oberhemden Kinder-Leibchen Herren-Sporthemden Kinder-Strickkleider Herren-Krawatten Damen-Schlüpfer Herren-Stoffhandschuhe Damen-Unterröcke Herren-Lederhandschuhe Damen-Strümpfe Herren-Socken, Seide u. gestr. 3.80 2,75 Damen-Hemden Taschentücher Damen-Unterjäckchen Ahas Kauthaus Am Sonntag ist unser Geschäft geöffnet Bleibt der HEIMATZEITUNG treu! .Sie ist seit 68 Jahren(mit 10 jähr. Unterbrechung) das Lokal-u. Heimatblatt für den Kreis Ahaus und auf das engste verwachsen mit der Bevölkerüng von Stadt und Land Weihachtsfreude in jedes Haus! Jeder will seinen Lieben eine Freude machen. Es gibt so vieles, was Ihn n im Haushalt nerumsteht, aber anderen eine Freude bereiten könnte. Bieten Sie diese Dinge durch eine Kleinanzeige in unserer Zeituno zum Kauf an. Der günstige Worttarif für private Gelegenheitsanzeigen ermöglicht auch Ihnen, Ihre Wünsehe unserem großen Leserkreis bekanntzugeben. Kaütt Uiren nicht „irgendwo"! In den Uhren-Fachgeschäften werden Sie gut beraten und reell bedient. Auch Ihre Weihnachtseinkäufe tätigen Sie daher am vorteilhaftesten beim Fachmann Uhrmacher=Innung Ahau Am Samstag, dem 10. und Sonntag, dem 11. Dezember 1949 findet in Vreden im Saalbau Kleine eine statt. Es werden ca. 300—350 Tiere der verschiedensten Rassen ausgestellt. Eröffnung Samstag nachmittag 3 Uhr Rasse-Geflügelzuchtverein Vreden-Ammeloe e.V Lafé Kemper Dreden wiedergeöffnet! Eröffnung: Samstag, den 1I. Dezember 1949 Hierdurch setze ich Sie von der Wiedereröffnung meines völlig renovierten Cafè-Restaurants in Kenntnis. Als Pächter habe ich in Herrn Bernhard Greven einen erstklassigen Fachmann gefunden, der in großen Häusern des In- und Auslandes tätig war. Ich bitte meine geschätzte Kundschaft, Herrn Greven das Vertrauen entgegenzubringen, welches Sie mir bis jetzt gezeigt haben. Es wird Herrn Grevens Bestreben sein, Sie in jeder Weise zufriedenzustellen. Ich emptehle: Gebäcke Torten, Pralinen, ff. Liköre und Weine. Im Ausschank: Bernhard Kemper Bernhard Greven Am Eröffnungs- und folgendem Tage spielt ab 7.30 Uhr die bestens bekannte Kapelle Konsi zur Unterhaltung Heimatverbunden, zielllar, immer altüelt! glichtspiele Ahaus Tel.: 492 Ab heute, Freitag, Das Lied von Bernadette Spielzeiten: Freitag: 20 Uhr Sonnabend: 16, 20 Uhr Sonntag: 15.00, 16.30, 20 Uhr Montag: 20 Uhr Dienstag: 20 Uhr Mittwoch: 16.00, 20 Uhr Donnerstag: 20 Uhr Kartenvorverkauf: Täglich von 11—12 Uhr u. während der Kassenstunden Für kleinen, gepfl. Privathaushalt (2 Pers.) wird zu sofort eine tüchtige und zuverlässige, kath. Hausgehilfin gesucht. Möglichst nicht unter 20 Jahren. Familienanschluß, Gehalt nach Übereinkunft. Revierförster Wortmann, Ahaus i. Westf., Haus Sonderhaus, Tel. 373 In jedes Haus die Heimatzeitung: Nr. 164— Jahrgang 1 10. Dezember 1949 Jerusalem-Problem beschäftigt UN Internationale Organisation soll die heiligen Stätten überwachen Von unserem DW-Mitarbeiter Während der beiden kommenden Wochen werden die Vereinten Nationen wieder einmal das Forum sein, auf dem sich die drei wichtigsten Religionen der Welt bemühen werden, sich über den künftigen Status von Jerusalem zu elnigen— jenes Fleckchens auf der Erdkugel, auf das sich seit zwei Jahrtausenden die verschiedensten religiösen Interessen konzentriert haben. Seltsamerweise herrscht angesichts der kommenden Debatte völlige Einigkeit über gerade den Punkt, an dem sich das ganze Problem entzündet hatte und der die religiösen Interessen aufeinanderprallen ließ. Alle Parteien— Mohammedaner, Juden und Christen— sind sich jedoch völlig darüber einig, daß es wünschenswert wäre, die Heiligen Stätten durch eine internationale Organisation überwachen zu lassen. Während der nächsten beiden Wochen wird man sich über eine Form der Ueberwachung einigen müssen, die den Forderungen der drei Religionen gerecht wird und ihre Befürchtungen beschwichtigt. Da Jerusalem jetzt der politischen Autorität zweier souveräner Staaten untersteht, wird sich die Debatte um das politische Problem drehen, die internationalen und die lokalen Gesichtspunkte der Situation in Einklang zu bringen. Obwohl man sich über die grundlegende Frage einer internationalen Kontrollbehörde für die Heiligen Stätten geeinigt hat, sind die Ansichten der drei großen politischen Gruppen über die politische Durchführung dieses Plans so verschieden, daß kaum Hoffnung besteht, während dieser Sitzungsperiode zu einer Entscheidung zu kommen. Die Verhandlungen stocken nicht etwa deshalb, weil sich die Delegierten nicht auf einen bestimmten Vorschlag einigen können. Die christlichen Nationen, geführt von den Vereinigten Staaten und den Ländern, die unmittelbar unter dem Einfluß des Vatikans stehen, könnten für diesen Zweck mit Leichtigkeit eine ausreichende Mehrheit zusammenkriegen. Aber diese Mehrheit der UN steht vor der Schwierigkeit, daß sie nicht in der Lage ist, den zwei Staaten, die tatsächlich die Autorität in Jerusalem innehaben— Israel und Transjordanien— einen völlig unannehmbaren Kontrollplan aufzuzwingen. Eine Kompromißlösung müßte zwei gänzlich entgegehgesetzte Ansichten miteinander in Einklang bringen. Einerseits glaubt die Mehrzahl der christlichen Nationen, man müsse— da mit Konflikten zu rechnen sei — eine Verwaltungsstelle der UN und eine richterliche Behörde sowie einen von der UN ernannten Hochkommissar einsetzen, um auf die Dauer den Schutz der Heiligen Stätten zu gewährleisten. Eine solche Behörde wäre nicht nur für die Heiligen Stätten selbst verantwortlich, sondern sie hätte auch verwaltungstechnische und richterliche Funktionen in allen Fragen, die die arabischen und jüdischen Teile der Stadt gemeinsam beträfen. Die arabischen Staaten Aegypten, Syrien und der Libanon befürworten ebenfalls irgendeine Form der Internationalisierung der Stadt, yor allem wohl wegen ihres politischen Konfliktes mit Transjordanien, dessen Expansionsgelüste sie fürchten. Kommissare für die Volkspolizei Von unserem Berliner Buro Berlin, 9. Dezember. Der frühere brandenburgische Innenminister, Bernhard Bechler, vordem Major der deutschen Wehrmacht und Mitglied des Nationalkomitees„Freies Deutschland“, hat im Zuchthaus Brandenburg als neu ernannter„Instrukteur der Volkspolizei“ sein Hauptquartier aufgeschlagen. In dieses Zuchthaus war vor einiger Zeit auch der frühere Polizeipräsident von Ost-Berlin, Paul Markgraf, eingezogen, ebenfalls Wehrmachtsoffizier und Mitglied des Nationalkomitees. Bechler besuchte in den letzten Tagen mehrmals die Schule der politischen Kommissare der künftigen Volksarmee in Jüterbog, Altes Lager. Die künftigen Kommissare sind in der Hauptsache ehemalige Spanienund bewährte Griechenlandkämpfer. Ihr Chef ist der im Spanienkrieg als„General Gomez“ bekannte stellvertretende Leiter der Volkspolizei, Wilhelm Zaisser. Außer Bechler überzeugte sich auch der neue russische Sonderbotschafter Puschkin persönlich vom Stand der Ausbildung der künftigen Kommissare in Jüterbog. „Von Meer zu Meer, von Land zu Land" Doch die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Seeschiffahrt ist noch gehemmt Statt„Christkind" jetzt„Solimännchen" Erregte Debatte im sächsischen Landtag wegen Anordnung der SED Von unserem Berliner Bro Berlin, 9. Dez. Die Schulleiter in der Sowjetzone erhielten dieser Tage die Anweisung, in den Weihnachtsliedern, die in den Schulen gelehrt würden, das Wort„Christkind“ durch„Solimännchen“ und St. Nikolaus durch„Herr Frost“ zu ersetzen. Das Wort„Solimännchen“ ist von dem Wort „Solidarität“, das in der Östzone mehr als gut ist, gebraucht wird, abgeleitet worden. Wegen der Einführung dieser beiden Worte kam es in einer Sitzung des sächsischen Landtags zu heftigen und erregten Debatten, da die LDP-Fraktion forderte, alle Regierungsmaßnahmen, mit denen das Christkind aus den Weihnachtsliedern verbannt werden soll, aufzuheben. Unter stürmischem Beifall der bürgerlichen Abgeordneten erklärte der Präsident der sowjetzonalen Volkskammer und sächsische LDP-Abgeordnete Johannes Dieckmann, daß die beiden Bezeichnungen„viel zu lächerlich sind, als daß sie jemals volkstümlich werden können“. Daraufhin beschuldigte der Landessekretär der sächsischen SED Dieckmann, er würde der Westpresse Propagandamaterial liefern. Dem sächsischen Volksbildungsminister Holzhauer(SED), der bestritt, von seinem Ministerium Anweisungen zur Verbannung des Christkindes erhalten zu haben, hielt der Landtag vor, daß von den 29 sächsischen Kreisschulräten 27 der SED angehören, die im Sinne ihrer Partei selbstständig gehandelt haben. Da keine Einigung erzielt werden konnte. wurde der Antrag der LDP dem Ausschuß für Volksbildung zur Prüfung überwiesen. In Calbe an der Saale hat das Innenministerium der Östzone eine Agentenschule des SSD(Staatssicherheitsdienstes) eingerichtet, in der NKWD-Öffiziere über Spionagetaktik unterrichten. . Um die„irreführenden Tendenzen der Westpresse“ zu widerlegen, hat das Innenministerium der Östregierung einen großen Werbefilm für die Volkspolizei geplant, der die Truppe als Ordnungshüterin für den „Aufbau aus eigener Kraft“ zeigen soll. Während nach dem ersten Weltkrieg die deutsche Handelsflotte ohne äußere Behinderung wiederaufgebaut werden konnte. leidet der deutsche Schiffbau nach diesem Kriege unter einer ganzen Reihe einschneidender Beschränkungen. Die Küstenländer des westdeutschen Wirtschaftsgebietes haben sich in einer vorbildlichen Zusammenarbeit immer wieder für die Priorität des deutschen Schiffbaues bei dem wirtschaftlichen Wiederaufbau eingesetzt und um die Anerkennung des Grundsatzes gerungen, daß Schiffbau und Seefahrt Fragen der ganzen Nation und nicht nur einzelner Länder sind, denn jedes deutsche Schiff unter eigener Flagge bedeutet eine Ersparnis an Devisen bei den Frachtkosten der Einfuhren für die gesamte Bevölkerung. Das Abkommen selbst bringt eine Reihe von Erleichterungen für den Schiffbau, bedeutet aber noch keine ausreichende Wiederherstellung der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Seeschiffahrt, Die Erhöhung der Tonnagezahl auf 7200 BRT bietet die Möglichkeit, größere Schiffe zu bauen als bisher. Es steht jedoch noch nicht fest, ob für diese Maschinen auch Motoren als Antriebsmaschinen zugelassen werden oder nur Maschinen mit Kohlenfeuerung. Die Erhöhung der Geschwindigkeit auf 13,5 Knoten gegenüber bisher 12 Knoten bei der Probefahrt bedeutet praktisch beim beladenen Schiff nur eine Erhöhung um ½ Knoten Der Bau von Schiffen für ausländische Rechnung auf deutschen Werften unterliegt den gleichen Beschränkungen. Die Reparaturen sind jedoch völlig frei, auch für ausländische Rechnung. Es ist zu hoffen, daß bezüglich des Baues ausländischer Schiffe in weiteren Verhandlungen Erleichterungen zu erzielen sind, um den Beschäftigungsstand unserer Werften zu heben. Bei den Reparaturaufträgen spielt auch die Pfund-Abwertung eine wesentliche Rolle. Nach der Abwertung konnte bereits eine holländische Werft die deutschen Preise um 30 bis 40 Prozent unterbieten. Allerdings dürfte es sich dabei um ausgesprochene Kampfpreise gehandelt haben, die auf die Dauer nicht gehalten werden können. Ausschlaggebend für die künftige Entwicklung des deutschen Schiffbaues ist die Frage der Finanzierung der Neubauten. Bisher ist der deutschen Schiffbauindustrie noch keine finanzielle Unterstützung zugeflossen, weder aus bizonalen Mitteln noch aus der Marshall-Plan-Hilfe. Für Anfang des kommenden Jahres ist nun eine erste Tranche von 50 Millionen DMark für den Schiffbau vorgesehen, von der Schleswig-Holstein 19,8 Millionen erhalten soll. Eine zweite Tranche von 37 Millionen DMark soll ein Vierteljahr später zur Ausschüttung gelangen. Der Anteil Schleswig-Holsteins ist hier mit 18 Millionen vorgesehen. Schleswig-Holstein und Hamburg haben nunmehr beim Bundeskanzler den Antrag gestellt, die Investitionen für den Schiffbau zur Erweiterung des Bauprogramms um 150 Millionen D-Mark zu erhöhen. Wenn auch die Geschwindigkeitsgrenze für den internationalen Linienverkehr noch zu niedrig liegt, so wird es doch schließlich für die deutschen Reeder, möglich sein, bei Sicherstellung der preislichen Wettbewerbsfähigkeit wieder deutsche Schiffe über die Meere zu schicken und die deutsche Flagge auf See zu zeigen. A. G. Tschechisch-österreichische Grenze wird befestigt Wien, 9. Dez.(dpa) Die Tschechoslowakei legt zur Zeit einen dreifachen Wall von Stacheldrahthindernissen an ihrer Grenze nach Oesterreich an, verlautet aus Wien. Hinter diesem Wall befänden sich stark verminte Gebiete mit hohen hölzernen Wachtürmen, die mit Maschinengewehren und Scheinwerfern ausgerüstet selen. Der Wall, der sich von Preßburg an der slowakischen Grenze entlangziehen soll, stellt die Fortsetzung eines ähnlichen Walles dar, den Ungarn angeblich an seiner gesamten Grenze nach Oesterreich errichtet hat. Der ungarische Wall ist als Todeswall bekanntgeworden, da sich in letzter Zeit dort durch Minen viele Unglücksfälle ereigneten. MeCloy feiert Weihnachten in Hessen Grünberg(Hessen), 9. Dez.(ap) Der amerikanische Hohe Kommissar, John MeCloy, und seine Gattin haben eine Einladung für eine Weihnachtsfeier in Grünberg, dem Sitz der Vorfahren von Frau McCloy, angenommen. Frau MeCloy trug ebenso wie die verstorbene Gattin des Bundeskanzlers Dr. Konrad Adenauer den Mädchennamen Zinßer. Ihre gemeinsamen Vorfahren lebten in einem Fachwerkhaus in dem kleinen oberhessischen Ort Grünberg, das jetzt von einem Dentisten bewohnt wird. * Sind Sie i Bilde wenn Sie täglich ihre Zeitung lesen und zusätzlich am Wochenende: die große Bildbeilage jetzt16 Seiten Umfang nur 75 Pfim Monat Im nächsten Heft beginnt ein überaus sponnender und aufschlußreicher Spionage-Roman aus der Zeit Koblenz-Charleville-Dünkirchen 1940 Sie bestellen die»abze bei den Boten Ihrer Zeitung oder deren Vertriebsabteilung direkt BestellscheinName: Ort: Straße: B KNUSPRIGES MIT Dr. Oetker BACKPULVER Trabrennen Gelsenkirchen Sonntag, d. 11. Dez., 12.00 Uhr. Betriebsleiter von mittlerer Maschinenfabrik (brit. Zone) gesucht. Bewerbungen von Herren, die im Werkzeugmaschinenbau bzw. Getriebebau in entsprechender Stellung tätig waren. 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Dezember 07.20 Chormusik 07.40 Schädlingsbekämpfung im Winter 08.00 Orgelmusik 08.30 Rundfuoktechnik für jedermann 09.00 Katholischer Gottesdienst 10.00 Berühmte Geiger 10.30 Wert u. Ehre dtsch. Sprache 11.00 Vormittagskonzert 12.00 Sang und Klang 14.00 Kinderfunk 14.30 Der Hörer hat das Wort 15.05 Wer hort, gewinnt 15.45 Was ihr wollt 16.30 Adventslieder 17 00 Das Buch gehört dazu 17.30 Die Sportreportage 18 00 Advent 19.00 Die Woche im Parlament 19.30 Sportmeldungen 20.00 Boccaccio. Komische Oper in drei Akten von Franz v. Suppé. Für den Rundfunk bearb von Hans Bodenstedt. 22.30 Im Rhythmus der Freude 23.50 Annette v. Droste-Hülshoff . 12. Dezember 08.00 Mensch und Wetter 08.05 Start in die Woche 10.30 Vormittagskonzert 11.30 Die bunte Platte 12.00 Musik aus andern Ländern 12.30 Landfunk 13.20 Musik am Mittag 15.40 Bunte Noten 16.00 Unterhaltungskonzert 16.50 Dusolig Gianini singt 17.45 Die Germanen und das Erbe der antiken Welt 18.00 Blauer Montag 18.50 Das Streiflicht 19.00 Zeitgeschehen 19.30 Von Rhein und Ruhr. 20.00 Sinfoniekonzert. Vasa Prihoda(Violine). Konzert für Violine u. Orchester(Tschaikowskij) 22.05 Zur Nacht. Matthias Claudius: Schönheit u. Unschuld 22.15 Tanzmusik 22.45 Paul Temple und die Affäre Gregory 23.15 Zärtliche Weisen 23.50 Gerh. Gregor a. d. Funkorgel 13. Dezember 08.00 Das Fünf-Minuten-Lexikon 08.05 Fang's fröhlich an! 08.55 Ratschläge fürs Haus 10.30 Vormittagskonzert 11.30 Die bunte Platte 12.00 Ungarweisen 12.30 Düngung u. Bodengesundheit 13.20 Musik am Mittag 15.40 Unterhaltungsmusik 16.15... es weihnachtet sehr 16.50 Kammermusik 17.15 Lieder von Heinrich Albert 17.30 Wirtschaftsfunk 17.45 Charakter u. berufl. Eignung 18.00 Musik zum Feierabend 18.50 Das Streiflicht 19.00 Zeitgeschehen 20.00 Paganini. Operette v. Franz Lehar, Paganini, Julius Katona, Anna Elisa, Trude Eipperle u. a. 22.05 Rainer Maria Rilke: Advent 22.15 Zweierlei Gesicht. Beitrag zur Psyche des ostzonalen Menschen 22.45 Tanzmusik 23.15 Virgil Thomson: Ein unabhängiger Musikkritiker L 14. Dezember 03.00 Das Fünf-Minuten-Lexikon 08.05 Kleine Melodie 98.55 Ratschläge fürs Haus 10.30 Musik zur Unterhaltung 11.30 Komponisten der Heimat 12.00 Musik zur Mittagspause 12.30 Landfunk 13.20 Mittagskonzert 15.40 Nachmittagskonzert 16.15 Film aus aller Welt 16.50 Lieder von Franz Schubert 17.05 Klaviermusik 18.00 Wirtschaftsnachrichten 18.05 Musik zum Feierabend 18.30 Melodische Rhythmen 19.00 Zeitgeschehen 20.00 Berlin bittet zum Tanz mit den Orchestern: William Greihs, Barnabas von Geczy und Lubo D’Orio 20.45 Wer hört, gewinnt 21.15 Herr Sanders öffnet seinen Schallplattenschrank 22.05 Stefan George: Ob schwerer Nebel in den Wäldern hängt 22.45 Moderne Unterhaltungsmusik 23.00 Bruno Sänger spielt 15. Dezember 08.00 Fremdlinge in heimischer Tierwelt 08.05 Musik am Morgen 08.55 Ratschläge fürs Haus 1U.30 Operetten-Melodien 11.30 Die bunte Platte 12 00 Musik zui Mittagspause 12.30 Tuberkulosebekämpfung 13.20 Russische Musik 15.40 Hambg. Radio-Tango-Orch. 16.15 Kinderfunk. Die Spielzeugmacher. 16.50 Lenaus Schilflieder in der Vertonung von Ferd. Pfohl 17.15 Streichquartett C-dur von Engelbert Humperdinck 17.30 Wirtschaftsfunk 17.45 Lebendiges Wissen 18.00 Zwischen sechs und sieben 18.50 Das Streiflicht 19.00 Zeitgeschehen 20.00 Die grüne Grube. Ein Hörspiel von Ernst Schnabel unter der Regie v. Gustav Burmester 22.05 Hebbel: Die Weihe der Nacht 22.15 Wir Spielen Tanzmusik 23.00 T. S. Eliot: Ueber Deutschland u. die europ. Kultur 16. Dezember 08.00 Das Fünf-Minuten-Lexikon 08.65 Beliebte Melodien 08.35 Gerh. Gregor a. d. Funkorgel 08.55 Die Frau im Beruf 10.30 Vormittagskonzert 11.30 Adventsmusik im Wandel der Zeiten: Frühklassik 12.00 Musik zur Mittagspause 12.30 Landfunk 13.20 Orchesterkonzert 16.40 Musikalische Kleinigkelten 16.30 Das Buch 16.50 Altenglische Kammermusik, anschi. Klaviermusik an zwei Klavieren 17.45 Lebendiges Wissen: Regierung und Opposition 18.00 Die neue Schallplatte 18.30 Moderne Unterhaltungsmusik 18.50 Das Streiflicht 19.00 Zeitgeschehen 20.00 Margarethe. Oper in 5 Akten von Charles Gounod. Mitw.: Petre Munteanu, Alexander Welitsch. Lore Hoffmann u. a. 22.05 Margarethe(Fortsetzung) 23.00 Nachtprogramm 17. Dezember 08.00 Caux u. d. moralische Aut rüstung 08.05 Melodien zum Wochenende 08.55 Christbaumschmuck 10.30 Vormittagskonzert 11.30 Die bunte Platte 12.00 Wochenend v. d. Waterkant 12.30 Landfunk. Reportage 13.20 Mittagskonzert 14.00 Vorweihnachtliche Musik 14.30 Spielen, eine ernste Sache 15.00 Niederdeutsche Skizzen 15.30 Chormusik 15.45 Männerchor im Rundfunk 16.00 Schlag auf Schlag 17.00 Franz Lehar 17.30 Tanzmusik 18.30 Lieder in der Adventszeil 20.00 Froh und heiter. Kölner Tanz- u. Unterhaltungsorch Adalb. Luczkowski, Ernst FiFischer m. Solisten u. a. m. 20.45 Aus der Konkursmasse des deutschen Kabaretts 22.15 II. Sinfonie D-dur op. 36 (Beethoven) 22.45 Johann Peter Hebel: Dret Diebe Tanzrousik Nr. 164— 1. Jahrgang Stadt und Kreis Ahaus 10. Dezember 1949 Landwirtschaftlicher Preisspiegel Marktbericht der Landwirtschaftskammer Westfalen-Lippe, Kreisstelle Ahaus Stichtag: 9. Dezember 1949 Getreidemarkt Futtergetreide: Trotz höherer Preise wird vielfach inländisches Futtergetreide wegen seiner besseren Qualität gegenüber dem ausländischen vorgezogen. Inländisches Futtergetreide wird aber nur in geringen Mengen angeliefert. Freier Mais und freies Milokorn gelangen wegen reger Abrufe im Rahmen der Futtergetreide-Rücklieferungsaktion in größeren Mengen auf den Markt. Rückläufige Preise. Freier Mais gibt stärker nach als freies Milokorn. Auf dem Hülsenfruchtmarkt konnte bei nachlassender Nachfrase der Bedarf gedeckt werden. Preise je 100 kg frei Hamburg: Dänische gelbe Erbsen 63,50 DM, gelbe Inlanderbsen 63.—. 67,— DM, Holl. grüne Erbsen 59,50. 60.—DM, GroBe weiße Limabohnen 55.— DM. Futterbausaatgut: Reges Geschäft in weißen portugisischen Lupinen und lebhafteres Interesse für Sommerwicken. Letztere werden in gröBeren Mengen aus dem Ausland erwartet. Preise je 100 kg ab Hamburg: Weiße portugisische Lupinen 29.50 DM. ausländische Sommerwickee 45.— DM. Kartoffelmarkt Auf allen Märkten ruhiges Geschäft. Die rückläufige Nachfrage übersteigt aber noch das laufende Angebot. Preise sind unverändert fest. Preis je 50 kg frei Waggon: 5,10 bis 5,30 DM. Frei Empfangsstation 5,90 bis 6,10 DM. Futtermittelmarkt Milchviehmischfutter: Die starke Nachfrage nach ölhaltigen Futtermitteln hält unvermindert an. Unvermischte ölhaltige Futtermittel sind kaum noch am Markt. Die Winterölkuchen- Standardmischung ist im rheinischen Bezirk vollständig und inzwischen auch im westfälischen Bezirk größtenteils ausverkauft. Tierisches Eiweiß(Fischmehl usw.) für die Schweinemast ist ebenfalls, zum mindesten die gefragten guten Sorten. vom Markt verschwunden. Die Preise steigen täglich u. haben z. Zt. eine Höhe von 50 bis 60 DM für Fischmehl je nach Sorte und Qualitat und 80 bis 85 DM für Futterhefe erreicht. Düngemittelmarkt: Stickstoff-Düngemittel. Die Lieferwerke geben für den Frühbezug bei Ammonsulfat- und Kalkammonsalpeter einen Sonderrabatt bezw. zinsfreien Wechselkredit für 3 Monate. Hierdurch hat sich in den letzten Tagen der Bezug dieser Düngemittel etwas belebt. Kalkstickstoff. Die Kalkstickstofflieferungen bleiben in letzter Zeit zurück, weil die Kalkstickstoff-Werke in Trostberg-Obb. infolge der vergangenen langen Trockenperiode unter Strommangel leiden. Bestellungen in salpeterhaltigen Stickstoff-Düngemittel werden noch nicht vorgenommen. Phosphorsäurehaltige Düngemittel Thomasmehl bleibt vorerst Mangelware, weil die Einfuhren aus dem Ausland nicht vor Ende Februar zu erwarten sind. Die Verladungen aus der inländischen Produktion erfolgen schleppend. Superphosphat und Mischungen sind genügend vorhanden, Bestellungen für die Einlagerung gehen bisher noch nicht ein. Kali-Düngemitel: Kainit ist in den nächsten Monaten aus der hiesigen Produktion sowie aus der Östzone genügend zu haben. Bei Hederich-Kainit soll auch der Bedarf in diesem Jahr von den hiesigen Werken voll gedeckt werden können. Die Abrufe in Kalisalzen erfolgen auch sehr schleppend, weil für die Bevorratung kein Lagerraum vorhanden ist. Die Werke legen großen Wert auf sofortige Abrufe, da sie keinen Absatz haben. Kalk-Düngemittel: Düngekalk ist in jeder Menge sofort lieferbar. Abrufe erfolgen ebenfalls sehr schleppend. Eier- und Geflügelmarkt Nutzgeflügel: Junge Legehennen werden bei lebhafter Nachfrage nur noch vereinzelt angeboten. Schlachtgeflügel: Preise je; 1kg Hähnchen 1.40—2.— DM, Hähnchen gerupft und ausgen. 2,80 DM, Hühner 1.60— 2.10 DM, Holl. Masthühner mit Darm 2,30 DM, Mastenten, gerupft 2,70 DM, Gänse, lebend 1,40—1,80 DM, Mastgänse, gerupft 2,00—2,50 DM, Puten, gerupft 2,20—2,80 DM. Allgemein normales Angebot. Nachfrage belebt sich, Preise unverändert. Nutzviehmarkt Nutzviehmarkt Dortmund am 1. Dez.: Pferde: 900 Tiere gelangten auf den Markt Kaltblutpferde: 1. Klasse 1000 bis 1300 DM, 2. Klasse 700 bis 1000 DM, 3. Klasse bis 700 DM. Warmblutpferde; 900 bis 1000 DM, 2. Klasse 700 bis 900 DM. Fohlen 2½jährig 900 DM, 1½ jährig 750 DM, Schlachtpferde waren wenig gefragt. Der Preis lag bei 0,20 bis 0.30 je 1/2 kg. Ferkelmarkt Altenessen am 3. Dez. Auftrieb 675 Ferkel und Läufer. Preise Ferkel bis 6 Wochen 36—38 DM, 6—8 Wochen 38—52 DM, Ferkel 8—10 Wochen 58—62 DM, über 10 Wochen bis 75 DM., Läufer 1,56 DM je 1kg. Marktverlauf ruhig. Preise unverändert. Schlachtviehmarkt Die Höchstpreise wurden am 5. Dez. auf den westfälischen Großmärkten teilweise überschritten. Dortmund Großvieh 0,40 bis 0,90 DM, Schweine 1,40 bis 1,55 DM, Kälber 0,60 bis 0,90 DM, Schafe 0,40 bis 0,65 DM. Spitzentiere 1,— DM. Gelsenkirchen: Schweine 1,30 bis 1,38 DM, Kälber 0,60 bis 0,90 DM. Schafe 0,45 bis 0,75 DM, Bullen 0,75 bis 0.87 DM. Ochsen 0,85 bis 0,90 DM. Kühe 0.43 bis 0.85 DM, Färsen 0,60 bis 0,80 DM. Recklinghausen: Schweine 1,30 bis 1,50 DM. Kälber 0,70 bis 0,98 DM. Schafe 0.40 bis 0,80 DM, Bullen 0,70 bis 0.90 DM. Kühe 0,43 bis 0,80 DM, Färsen 0,70 bis 0.85 DM. Die Verlobung unserer Tochter SOFIEMARIE mit Herrn THEO OLDENKOIT beehren wir uns ergebenst anzuzeigen Franz Jos. Cremer u. Frau Helena geb. Baum Neuß, den 11. Dezember 1949 Hafenstraße 76 Meine Verlobung mit Fräulein SOFIEMARIE, Tochter des Herrn Franz Jos. Cremer und seiner Frau Gemahlin Helenageb. Baum beehre ich mich ergebenst anzuzeigen. Theo Oldenkott Ahaus i. W. Statt Karten! Für die mir anläßlich meiner Heimkehr aus russ. Kriegsgefangenschaft übermittelten Glückwünsche und Anerkennungen sage ich herzlichen Dank. Heinrich Tenkotte nebst Familie 2 Vreden, Wessendorferstraße —— Gott, dem Allmächtigen, hat es in seinem unerforschlichen Ratschlusse gefallen, heute morgen 5 ½ Uhr, meine liebe Frau, unsere gute, unvergebliche Mutter, Schwester, Schwägerin und Tante, die Ehefrau Heinr. Böckers Anna geb. Rosing zu sich in die Ewigkeit zu nehmen. Sie starb nach längerer, mit großer Geduld ertragener Krankheit, wohlvorbereitet durch einen christlich-frommen Lebenswandel, gestärkt durch den andächtigen Empfang der hl. Sterbesakramente, im 66. Lebensjahre, sanft und ruhig im Herrn. Um ein andächtiges Gebet für die liebe Verstorbene bitten die trauernden Hinterbliebenen Heek, den 7. Dezember 1949 Die Beerdigung findet statt am Montag, dem 12. Dezember, morgens 1/29 Uhr vom Hause aus, gleich danach das feierliche Seelenamt, wozu hiermit freundlichst eingeladen wird. Sollte jemand aus Versehen keine besondere Anzeige erhalten haben, so wolle er diese als solche betrachten. Vorsicht- Ihr Augenlicht! Sehfehler, die von einer falsch angepaßten Brille herrühren, können oft nicht wieder gut gemacht werden. Darum nur zum Brillenfachmann Theodor Kemper, Epe Gronauerstr. 9 Lieferant aller Krankenkassen PFAFF und PHOENIX Nähmaschinen in jeder Ausführung erhalten Sie bei Hermann Kemper, Ahaus i. W.. am Markt Züm Weilnachtstest kaufen Sie bei uns nur güte Gualitäten! mmmmmmmnn B. Elfering, Wessum Am silbernen und goldenen Sonntag ist unser Geschäft den ganzen Tag geöffnet Lichtspiele Ahaus Tel.: 492 Ab heute, Freitag, Das Lied von Bernadette Spielzeiten: Freitag: 20 Uhr Sonnabend: 16, 20 Uhr Sonntag: 13.00, 16.30, 20 Uhr Montag: 20 Uhr Dienstag: 20 Uhr Mittwoch: 16.00, 20 Uhr Donnerstag: 20 Uhr Kartenvorverkauf: Täglich von 11—12 Uhr u. während der Kassenstunden PKW. Opel P 4, in gutem Zustand, general überholt, fahrbereit, preisgünstig zu verkaufen. 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