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Kreisblatt für den Landkrels Ahaus— Zentral-Organ für das nordwestliche Münsterland Verbunden mu Gronauer Volkszeitung mit Anzeigenpreise: Das 25 mm breite mm 10 Goldpfg. Kleine Anzeigen täglicher illustrierter Unterhaltungsbellage sowie für das christliche Volk. (Gelegenheitsfestem Tarif. schriften wird keine Gewähr sowie für Druckfehler keine Haftung übernommen. Etwaiger Rabatt gilt als Kassarabatt und kann verweigert werden, wenn Zahlung nicht binnen 8 Tagen nach Erbalt der Rechnung erfolgt dem Schlafdern zitternd, zt. des Konsuls übergesiedelt ehr. Sie gedaß sie Angst 5 ihr doch erame ist. Und auftreten, die schaft. November. Fußball=Weltit den Nationgsspiele et. Der Sie1 zwische in die Schluß aten vor 5piel wird in Litauen ist 5 hervorgehmer an den e7 werde des Monat spiel zwischen das im in Warschau eits in der d die Schweiz tal 2:2. Das änien und st zusammen. reich, ir zwei Ausirg ausgetro schlandfrankreich nd. eure. November. ihrer Irlandn eine irische tart mit 107 stalten. 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Für Frieden und Gleichberechtigung, für die ruhige Entwicklung Deutschlands und den ehrenvollen Schlußstrich unter seine Dransalierung durch die Siegermächte stimmen wir am Sonntag, wenn wir das Jaauf dem grünen Stimmzettel antreuzen, und dem Reichskanzler, der noch gestern vor den Werktätigen in Stadt und Land in so klaren, eindeutigen Worten ein Bekenntnis seines edlen politischen Wollens abgelegt hat, geben wir den Reichstag, den er zur Durchführung seiner dem Wohle des deutschen Volkes geltenden Absichten braucht, zur Stütze gegenüber dem auf unsere Zwietracht spekulierenden Ausland, wenn wir auch auf den weißen Stimmzettel das Zeichen unseres positiven Willens setzen. Wir sind uns darüber klar, daß unseren Lesern, die wir bei früheren Wahlen nach anderer Richtung hin beraten und gemahnt haben, die Mehrzahl der 686 Wahlbewerber, die die Einheitsliste aufweist, nicht bekannt ist, daß sie darauf auch neben ihnen wohl bekannten Namen vielleicht den einen oder anderen Namen finden, dessen Träger sie ihre Stimme nicht glauben geben zu dürfen. Das ist bei Einheitslisten, die es ja auch im Parteienstaate, namentlich bei Gemeindewahlen, schon gegeben hat, immer so gewesen. Und es war auch überhaupt so bei allen Wahlen, die seit 1918 stattgefunden haben. Da wurde beispielsweise von den Zentrumswählern gefordert, daß der Arbeiter einen Landwirt und einen Unternehmer, daß der Beamte— man denke an die Erregung der Beamten zur Zeit der Beamtengehaltsreform!— Stegerwald und Imbusch, daß der Unternehmer und Mittelständler einen Gewerkschaftssekretär wählen mußten. Damals stellte jede Partei für sich Einheitslisten auf, und sie zwang damit ihre Wähler, neben den dem Einzelnen genehmen Kandidaten den mindergenehmen oder gar jemanden zu wählen, der für einen schroffen Gegner der eigenen Interessen gehalten wurde. So hatte auch damals jeder einen Kampf mit sich selbst zu führen, ob er seiner alten Wahlparole treu bleiben und ob er überhaupt wählen sollte. Bei der Wahl am Sonntag handelt es sich nicht um Interessen des Einzelnen. Da steht auch nicht mehr zur Entscheidung, ob man irgendwie noch seiner alten politischen Meinung treu bleiben könne. Was gewesen ist, ist dahin. Jetzt geht es umunser Volk, um unser aller gemeinsames Interesse. Es geht nicht etwa um diesen oder jenen nationalsozialistischen Vertreter, es geht um die oberste Reichsführung und ihr zukünftiges Schaffen für uns alle. Und diese oberste Reichsführung ist Adolf Hitler, von dem man doch wohl sagen darf und sagen muß, daß er sich ganz weit über den Kreis seiner früheren Wähler hinaus in den 9 Monaten, da er Reichskanzler ist, sowohl durch sein ideales Wollen wie auch seine schlichte, einfache und doch große Persönlichkeit und nicht minder durch die energischen Taten seiner Regierung im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit, gegen den Marxismus, gegen die Gottlosigkeit, gegen die Verelendung der Bauern, gegen die ungerechte Behandlung unseres Volkes durch die Siegermächte und bei uns Katholiken noch besonders durch den Abschluß des Reichskonkordats ganz erhebliche Sympathien erworden hat. Ist es unbegründet, wenn wir da die Erwartung aussprechen, wenn wir da unseren Lesern bringend ans Herz legen, bei dieser Wahl nicht nur halb, sondern ganz hinter die Regierung zutreten und alles, was an ihnen liegt, dafür zu tun, daß die Reichstagsliste dieselbe Stimmenzahl erhalt, wie Ja=Stimmen bei der Volksbefragung abgegeben werden? Diese Doppelabstimmung muß ein voller Erfolg werden. Sie wird es aber nur dann ganz sein, wenn dem Ausland keine Möglichkeit gegeben wird, auf einen Unterschied in der Stimmabgabe hinzuweisen, wenn das deutsche Volk geschlossen und einig der Bitte entspricht, die die Reichsregierung an es gerichtet hat. Wir erinnern insbesondere die tatholischen Wähler daran, daß alle deutschen Oischöfe es ihren Diözesanen als vaterländische Flicht bezeichnet haben, dem deutschen Vaterlande Volt wie bisher so auch in der gegenwärtigen Schicksalsstunde die Liebe und Treue zu wahren und om 12. November die Einmütigkeit mit den übrigen ortsgenossen zu beweisen. Mit Einmütigkeit aber Differenzierung nicht vereinbar. Haben die Sschofe sich nur allgemein geäußert und ein Teil von hiten ausdrücklich davon Abstand genommen, soweit tein politische Fragen in Betracht kommen, ihren Diözesanen Weisungen für Sonntag zu geben, so wird in verschiedenen dieser oberhirtlichen Kundgebungen betont, daß es mit Rücksicht auf Artikel 32 des Reichskonkordats geschehe. Sie überlassen es damit dem Gewissen des Einzelnen so zu handeln, wie das Gewissen es ihm als seine Pflicht hinstellt. Was aber vaterländische Pflicht ist, darüber kann es nach dem Vorhergesagten keine Meinungsverschiedenheit mehr geben. * Bei der Kundgebung katholischer Deutscher in Berlin hat das Mitglied ihrer Reichsleitung Hermann von Detten den Satz ausgesprochen:„Aufdie deutschen Katholiken schaut die feindliche Welt, aber in der Hoffnung, wir wären vielleicht fähig dazu, dem Reiche und dem Führer nicht zu geben, was sie von uns fordern." Das ist ein Satz, der sehr zu beachten ist. Es gibt vorwiegend katholische Provinzen und Gegenden in Preußen, und es gibt vorwiegend katholische Länder oder Landesteile im Süden Deutschlands. Wir sind der festen Ueberzeugung, daß die feindliche Welt sich einer gröblichen Täuschung hingibt, wenn sie hofft, wir wären fähig dazu, das Reich in dieser großen nationalen Frage im Stich zu lassen. Graf Praschma=Falkenberg, Mitglied einer durch Tradition mit der früheren Zentrumspartei eng verbunden gewesenen schlesischen Adelsfamilie, hat in der„Schlesischen Volkszeitung" einen Aufruf zur Wahl veröffentlicht.„Ich habe nie ein Hehl daraus gemacht," sagt er darin,„daß ich dem Zentrum bis zu seiner Auflösung angehört habe. Jetzt rate ich jedem, der mich fragt, zu bedingungsloser und freudiger Mitarbeit. Unsere Mitarbeit wird auch heute gebraucht und nicht zurückgewiesen. Das hat der Führer oft genug versichert. Gewiß gibt es noch immer Leute, die glauben, die Katholiken wären national minder zuverlässig— früher haben wir allerdings noch ganz andere Dinge darin erlebt. Aber dann liefern wir eben den Beweis, daß wir es in der Arbeit für Volk und Vaterland mit jedem aufnehmen, und werden wir trotzdem noch zurückgesetzt, dann leisten wir eben Besseres, damit man aus eigenem Interesse auf uns zurückgreift." Das ist ein offenes Manneswort, das wie ein Samenkorn auf fruchtbaren Boden fallen soll. Wir Katholiken haben gelernt, daß Volksgemeinschaft und Dienst am Vaterlande heilige Pflicht ist. Wir haben im Kriege genau so wie unsere evangelischen Volksgenossen unsere Pflicht getan, und wir werden sie auch morgen bei der großen Entscheidung um Frieden, nationale Ehre und Gleichberechtigung tun und als zuverlässiger Teil im großen deutschen Heerbann Adolf Hitler folgen, dem Führer, der den eisernen Willen und sichtlich auch das Geschick und die Fähigkeit hat, Deutschlands Schicksal zu meistern. Darum am Sonntag: auf zur Tat! 4 Der letzte Appell an das deutsche Dolk. Das Ereignis von Siemensstadt. Von unserer Berliner Redaktion. Berlin, 10. November. Zwei Tage vor der großen Entscheidung, bei der das deutsche Volk mit dem Stimmzettel den Beweis zu erbringen hat, daß es geschlossen hinter der Reichsregierung steht und ihre Maßnahmen billigt, hat der Reichskanzler die ganze Nation nochmals auf den Ernst der Lage und auf die Bedeutung der weltgeschichtlichen Vorgänge hingewiesen. In Ausführung einer Idee, die dem schöpferischen Geist der Männer entsprungen ist, die das Steuer des Staatsschiffes in Händen haben, ging der Führer mitten unter die Werktätigen, um von einer Stelle aus, an der tagtäglich unermüdliche, rastlose Arbeit geleistet wird, zu den 30 Millionen Arbeitern des Geistes und der Faust, um darüber hinaus zu allen Deutschen zu sprechen, denen am Sonntag die Pflicht obliegt, zur Wahlurne zu gehen. Weit draußen vor dem eigentlichen Berlin, man kann sagen an der nördlichen Grenze der Reichshauptstadt, liegen die Siemens=Schuckert=Werke. von denen ein Teil das Dynamowerk ist. In diesem Dynamowerk, das aus drei Riesenhallen von etwa 250 m Länge, 100 m Breite und 20 m Höhe besteht, mitten zwischen Halbfertigfabrikaten und Maschinen aller Art, wie sie zum Bau von großen Motoren und Generatoren gebraucht werden, richtete der Führer seine letzte Rede vor der Wahl an die versammelte Belegschaft der Siemenswerke, an das deutsche Volk und an die ganze Welt. In der großen Werkhalle, in der sich die Arbeiter und Arbeiterinnen versammelt hatten, war alles beim alten geblieben. Kein Schmuck, keine Fahnen, kein äußeres Zeichen eines großen Tages. Nur einige Jupiterlampen beleuchteten das aus einem gewaltigen Generator bestehende Rednerpult. In der Nacht von Donnerstag zum Freitag hatte sich Berlin in einen einzigen großen Fahnenwald verwandelt, um der gewaltigen Kundgebung der Nation ein würdiges äußeres Bild zu verleihen. Schon in früher Morgenstunde bereiteten sich die Berliner auf die große Ansprache des Führers vor. Ueberall merkte man etwas Feiertägliches, etwas Besonderes, das sich stark von dem gewöhnlichen Alltag abhob. In der Wilhelmstraße, vor den Arbeitsräumen des Reichskanzlers, sammelten sich allmählich Tausende von Menschen an, die zunächst nur Kolonnen von großen Sonderomnibussen erblickten, mit denen die Vertreter der in= und ausländischen Presse zum Siemenswerk befördert wurden. Mit dem Vorrücken des Minutenzeigers stauten sich die Massen immer mehr, und als das Gittertor der Reichskanzlei aufprang, um den Wagen des Führers durchzulassen, vermochte die Schutzpolizei die Menge nicht mehr zu halten: die Sperrketten wurden durchbrochen und die deutschen Männer und Frauen umringten das Auto, um Adolf Hitler in spontaner Begeisterung zu huldigen. Nur ganz allmählich konnten die Straßen für die Autos wieder freigemacht werden. Das Heilrufen steigerte sich zu einem Orkan, der sich fortsetzte durch die Wilhelmstraße, durch alle Straßen hindurch bis hinaus zur Siemensstadt. Besonders unter den Linden, an der Charlottenburger Chaussee und in der Nähe der Siemenswerke drängten sich dicht die Menschen, die ohne Hier sprach der Reichskanzler. Das Bild zeigt eine der großen zusammenhängenden Hallen des Dynamowerks der SiemensSchuckertwerke in Berlin=Siemensstadt, von deren Mitte aus Reichskanzler Adolf Hitler gestern vor rund 9000 Angehörigen der Belegschaft zur gesamten werkt igen Bevölkerung Deutschlands sprach. jede Aufforderung freiwillig sich an den Wegrand gestellt hatten, um Adolf Hitler zu begrüßen und ihm schon vor der Wahl zu beweisen, daß er sich auf die Berliner verlassen kann. In dem großen Saale des Dynamowerkes hatten sich schon um die Mittagsstunde viele Hunderte von Arbeitern und Arbeiterinnen der Belegschaft eingefunden. Während Reichspropagandaminister Dr. Göbbels in knappen, präzisen Sätzen nochmals die Gründe des bevorstehenden Wahlkampfes zusammenfaßte, stellen sich immer mehr Zuhörer ein, und als die Sirenen heulten, füllte sich der breite Raum bis in die hintersten Winkel. Dann erschien auf die Minute pünktlich der Führer. Mit der sicheren Ruhe, die ihm stets und erst recht bei großen Anlässen zu eigen ist, begann er seine Rede an die deutsche Nation. Klare, ungekünstelte, unmißverständliche Worte waren es, die er, der führende Staatsmann des 60=Millionen=Volkes, an die unmittelbaren Zuhörer im Siemenswerk richtete und an alle, die an Lautsprechern seine Ausführungen vernehmen konnten. Nochmals entrollte er ein Bild von der wahren Gesinnung des deutschen Volkes, das keinen Krieg will, sondern nur Frieden, Freiheit und Gleichberechtigung wünscht, um ungestört seiner Arbeit nachgehen zu können und als vollwertiges Glied der großen Völkerfamilie gemäß seiner Eigenart an der Lösung der Aufgaben Europas und der Welt mitzuwirken. Die Rückfahrt des Führers von Siemensstadt zur Reichskanzlei gestaltete sich zu einer derartigen Triumphfahrt, wie Berlin sie noch nicht erlebt hat. Die ganze Fahrt auf dem wohl mehr als 12 km langen Wege konnte nur im Schrittempo vor sich gehen. Alle Straßen waren restlos verstopft. Die gesamte werktätige Bevölkerung Berlins war auf den Straßen und bereitete dem Führer Huldigungen von unerhörtem Ausmaße. Sie standen zu Hunderttausenden da in ihren blauen Arbeitskitteln, mit den Arbeitsschürzen, im verschlissenen Rock. Alle reckten dem Kanzler die Arme entgegen und bekannten sich damit spontan zu ihm. Kann man dies anders deuten, als daß diese Triumphfahrt eigentlich für Berlin die Entscheidung des 12. November schon vorausgenommen, daß sich die Bevölkerung der Reichshauptstadt damit schon heute eindeutig zu dem Ja bekannt hat, daß die Reichsregierung in den beiden Abstimmungen von ihr fordert? Aber mit solch begeisterten Huldigungen ist es, auch wenn sie noch so eindeutig im Sinne der Regierung sind, in diesem Falle nicht getan. Es ist die Aufgabe und Pflicht der deutschen Wähler, dem Appell des Führers am Sonntag durch den Stimmzettel den erforderlichen Nachdruck zu verschaffen, damit das Ausland zu der Erkenntnis gezwungen wird, daß es mit seinen bisherigen Methoden der Knechtung und Diffamierung bei dem erwachten deutschen Volk nichts mehr auszurichten vermag. Das Erlebnis der Einheit der deutschen Nation, das sich am Freitag darbot, wird, so kann man mit Sicherheit erwarten, überall dort, wo es nötig ist, die erhoffte Wirkung erzielen. Die einmütige Geschlossenheit der deutschen Wählerschaft am Sonntag wird die letzten Zweifel an die volle Uebereinstimmung zwischen Regierung und Volk besiegen. Standrecht über Oesterreich verhängt () Wien, 10. November. Bundeskanzler Dr. Dollfuß hat heute über das ganze Bundesgebiet Oesterreich das Standrecht verhängt und zwar bezieht es sich auf Verbrechen des Mordes, Brandstiftung und Gewalttätigkeit durch boshafte Beschädigung fremden Eigentums. Mit dem strafrechtlichen Verfahren für diese Fälle ist die Todesstrafe in Oesterreich eingeführt worden. Des Kanzlers Rede an die deutsche Arbeiterschaft. Zugleich ein Mahnwort an das ganze deutsche Volk. Berlin, 10. November. Vor dem Reichskanzler und seiner Begleitung erschien Reichsminister Dr. Göbbels um 12½ Uhr im Betrieb der Siemens=Schuckert=Werke in Siemensstädt. Donnernde Heilrufe empfingen ihn und wiederholten sich, als er in dem Betriebsbüro der großen Dynamohalle unterhalb der Kranbühne vor dem Mikrophon des Deutschlandsenders Platz nahm. Auf Wunsch der Belegschaft wurde seine Reportage von der Stunde der schaffenden Arbeit auch durch die in der Halle angebrachten Lautsprecher übertragen. Um 12,45 Uhr flammten die Scheinwerfer auf. Unter atemloser Stille hörten die Tausende und Abertausende die mitreißenden Worte des Propagandaministers. Als das um Punkt 1 Uhr einsetzende Geheul der Sirenen äufgehört hatte, klangen von der Straße Heilrufe herein, die bald zu einem Donnern und Tosen anschwollen, das sich in den riesenhaften Hallen immer und immer wieder wiederholte. Durch eine schmale Gasse schritt der Reichskanzler und dankte für den jubelnden Empfang. Dann dankte ihm Dr. Göbbels, daß er in dieser für Deutschland entscheidenden Stunde hergekommen sei, um zum deutschen Volke zu sprechen. Als darauf der Führer den Generator betrat, brausten noch einmal von allen Seiten Heilrufe auf. Als sie nicht abbrechen wollten, zeigte der Kanzlet lächelnd auf seine Uhr, indem er zugleich auf das Mikrophon deutete, noch einmal erhob er den Arm, dann trat Ruhe ein und er begann seine Rede: Deutsche Volksgenossen und Volksgenossinnen! Meine Deutschen Arbeiter! Wenn ich heute zu Ihnen und damit zu Millionen anderer deutscher Arbeiter und Arbeiterinnen spreche, dann habe ich mehr Recht dazu, als irgend ein anderer. Ich bin aus Euch selbst herausgewachsen, habe einst selbst unter Euch gestanden bin in 4½ Jahren Krieg mitten unter Euch gewesen und spreche nun zu Euch, zu denen ich selbst gehöre und mit denen ich mich noch heute verbunden fühle und für die ich letzten Endes auch kämpfe. Um meinetwillen wäre der Kampf nicht notwendig. Ich würde ihn auch nicht führen für eine Klasse oder für eine besondere Gesellschaftsschicht. Ich führe den Kampf für die Millionenmassen unseres braven, fleißigen, arbeitenden, schaffenden Volkes. (Stürmisches Bravo!) Ich wende mich in einer geschichtlichen Stünde an Euch. Einmal hat das deutsche Volk in einer solchen Stunde versagt; die Folgen sind furchtbare gewesen. Ich möchte nicht, daß zum zweiten Mal das deutsche Volk in denselben Fehler verfällt. Die Folgen würden wieder für viele viele Jahre trostlos sein. Ich war in meiner Jugend Arbeiter so wie Ihr und ich habe mich dann durch Fleiß, durch Lernen und ich känn sagen, auch durch Hungern langsam emporgearbeitet. In meinem innersten Wesen aber bin ich immer das geblieben, was ich vorhet war. Als ich nach dem Kriege in das politische Leben eintrat, tat ich es in der Ueberzeugung, daß unser Volk von seinen politischen Führern schlecht betaten wat, in der ebetzeugung, daß das deutsche Volk als Ergebnis dieser schlechten Führung eine grauenhafte Zukunft vor sich sah. Ich tat es damals mit innerster Berechtigung deshalb, weil ich ja nicht zu denen gehörte, die irgendwie verantwortlich für den Krieg waren. Denn ich war damals genau so wie Ihr ein Unbekanntek. über den das Schicksal zur Tagesordnung überging. Allerdings habe ich mich nicht zu denen gerechnet, die sich damals gegen die eigene Nation stellten. Ich war der Ueberzeugung, daß man für das Schicksal der Nation eintteten muß, wenn nicht das ganze Volk früher oder später Furchtbares leiden sollte. Das ist es, was mich von den anderen getrennt hat, die sich in der kritischen Zeit gegen Deutschland wandten. Als der Krieg zu Ende war, nahm ich mit als Frontsoldat das Recht, das, was ich als richtig erkannt hätte, nunmehr auch zu vertreten. Ich habe vorhet nicht geredet und habe mich vorher nicht in irgend einer parlamentarischen Tätigkeit bewegt. Ich war ein Mensch, der sich einfach das tägliche Brot verdient hät. Erst als ich nach Krieasende sah, daß die politischs Führung nicht hielt, was sie der Nation versprochen hatte, sondern daß das Gegenteil kam, da ging ich in das Volk hinein und habe mit sechs anderen ganz kleinen Arbeitern gewirkt und eine Bewegung gegründet aus der eigenen Ueberzeugung heraus, daß die Meinung, man könne durch den Kampf der Klassen untereinander das Schicksäl auch nur einer Klasse bessern, ein Irrtum ist. Wir haben diesen Irrtum im großen gesehen auch in der ganzen Welt erlebt, am deutlichsten im Friedensverttag von Versailles. Dieser Vertrag baut sich auf zwei grundfalschen Thesen auf: 1. Der Ausgang eines Krieges, in dem es natürlich immer Sieger und Besiegte geben muß, könne für ewige Zeiten nun die geltende Rechtsnorm im Völkerleben sein, d. h. es könne für immer der Sieget im Recht sein und der Besiegte der Rechtlose, Das ist eine unmögliche These, auf die man keine Völkergemeinschaft aufbauen kann. Die zweite These, die ebenso falsch ist, ist die, zu glauben, es gehe einem Volke umso besset, je schlechter es dem andeten geht Ein ungeheuret Itrtum. Diese beiden Thesen, die dem Vertrage von Versailles zugrunde gelegt worden sind, haben sich ineiner verheerenden Weise ausgewirkt nicht nur flir das deutsche, sondern auch die anderen Völker. Die Welt ist nicht befriedigt worden, wie man damals erklärte, die Welt ist im Gegenteil in immer neue Händel und immer neuen Hader gestürzt worden. Und genau so unsinnig war der zweite Gedänke, die Wirtschaft eines großen Volkes auf der einen Seite mit unerträglichen Lasten zu beladen und sie auf der anderen zu zerstören, ihr alle Möglichkeiten abzuschneiden. Wit haben dann erlebt, daß Deutschland, um seine wirtschaftlichen Verpflichtungen zu erfüllen, gezwungen war, sich unter allen Bedingungen auf den Exportmarkt zu werfen und daß der schärfste internationale Konkurrenzkampf begann, daß die politische Schuld allmählich verwandelt wurde in eine wirtschaftliche Schuld und der Zinsendienst genau dieselben Folgen zeigte, wie der Kontributionsdienst vorher. Wir haben dann erlebt, wie die Rationalisierung kam, wie man Millionen Menschen einsparte, immer nur getrieben von dem einen Gedanken: Wir müssen exportieren um jeden Preis, um Devisen zu beschaffen. Der Binnenmarkt ist dadurch allmählich zerstört wörden und die Millionenarmee der Erwerbslosen entstanden. Ich hatte erkannt, daß wir aus diesem Wahnsinn nicht mehr herauskommen würden, solange wir denselben Wahnsinn im Innern auch unter uns dulden. Was im großen vertreten wurde, zweierlet Recht der Nationen, die Therorte, daß es einem Volke wirtschäftlich schlecht gehen muß, damit das andere leben kann— diese Theorie haben wir ja unter uns genau so gepredigt. Was ist denn für ein Unterschied zwischen der Theorie des Klassenkampfes und der Theorie dieses Völkerkampfes? Es ist dasselbe! Derselbe Wahnwitz, zu meinen, einer Klasse könnte es besser gehen, wenn es der anderen schlechter geht. Ich war damals im Jahre 1919 überzeugt, daß über alle Klassen hinweg das Volk sich selbst wieder zusammenfinden muß.(Lebhafte Zustimmung). Es war natürlich, daß sich dagegen viele Interessenten wenden würden; es war verständlich, daß die Organisationen, die die Klassen bildeten, sich dagegen sträuben würden. Man kann aber nicht das Volk zugrundegehen lassen, weil diese Organisationen leben wollen, denn ein Volk lebt nicht für Theorien, nicht für Programme, auch nicht füt Organisationen, sondern alle diese haben dem Leben eines Volkes zu dienen. Und heute erleben wir, daß auch der Völkerstreit untereinander gepflegt wird von ganz bestimmten Interessenten. Es ist eine wurzellose internationale Klique, die die Völker gegeneinander hetzt.(Zustimmung). Es sind das die Menschen, die überall und nirgendwo zu Hause sind, die nirgends einen Boden haben, auf dem sie gewachsen sind, sondern die heute in Berlin leben, morgen in Brüssel sein können, übermorgen in Paris und dann wieder in Prag oder in Wien oder in London und die sich überall zu Hause fühlen(Lebhafte Zustimmung). Sie können überall ihre Geschäfte tätigen, aber das Volk kann ihnen ja nicht nachfolgen, das Volk ist ja gekettet an seinem Boden, ist gebunden an seine Heimät, ist gebunden an die Lebensmöglichkeiten seines Staates, der Nation. Der Bauer ist auf seinem Boden festgelegt, der Arbeiter hängt an seinem Werk. Wenn es zugrunde geht, wo wird ihm geholfen? Was heißt heute internakionale Solidarität der Klassen? Das sind blasse Theorien in einer Zeit, in der überall die Not schreit und die Völker schwer zu kämpfen haben um ihr Dasein. Die Kräft von uns allen, die liegt nicht in diesen internationalen Phantomen, sie liegt hier in Unserer Heimat(Bravo). Diese Kraft zu wecken und zu stärken war immer mein Ziel. Ich schuf daher eine ganz neue Bewegung, die von vornhetein über alle Erscheinungen des Verfalls hinweg eine neue Gemeinschaft aufzubauen hatte. Denn daß ein Volk deswegen zugrunde gehen soll, weil bestimmte Organisationen nur vom Bruderkampf leben können, das sehe ich nicht ein. Dagegen habe ich den Kampf begonnen und ein Programm aufgestellt, das davon ausging, daß der Einzelne, daß sein Stand, seine Herkunft, seine Geburt, seine Lebensstellung odet sein Vermögen nicht viel bedeuten. Alles ist vergänglich, es ist unbedeutend, an der Dauerexistenz des Volkes gemessen. Das Volk als solches ist die Quelle, die ewige Quelle und der ewige Brunnen, der immer wieder neues Leben gibt. Und diese Quelle muß gesund erhalten werden. Was gilt mir eine Theorie, wenn ich die sieben Millionen Erwerbslosen sehe! Wären die glücklich, wenn ich Theorien verkünde? Ich muß versuchen, ihnen zunächst wieder Brot und Arbeit zu geben. Ich wußte, diese Aufgabe kann man nut lösen, wenn man die ganze Kraft des Volkes für diese Ziele zusammenfassen känn. Es war klar, daß ein solches Programm, in dem sich der Nationalismus mit dem Sozialismus verbinden muß, nicht in wenigen Jahren verwirklicht wird, daß eine große Erziehung notwendig ist und daß dieser zukünftige Staat die Menschen sich selbst erziehen muß. Mit sechs oder sieben Mann habe ich begonnen. Heute ist es die größte deutsche Bewegung, nicht durch ufall und nicht, weil mir der Weg leicht gemacht wurde, sondern weil die Ideen, auf die ich baute, richtig sind. (Lebhaftet Beifall.) Nut deshalb konnten sie sich durchsetzen. Denn das können Sie sich, meine Arbeiter, wohl denken, daß, wenn ein Mann in Ihrer Lebenslage beginnt, eine Bewegung zu gründen, ihm nicht die Erfolge zufliegen, ist selbstverständlich. Es gehört eine große Zähigkeit und ein unerhörter Wille dazu, überhaupt dieses Werk zu beginnen. Und das möchte ich Ihnen heute sagen, wenn ich diesen Glauben hatte, habe ich ihn nur gehabt, weilich das Volkkannte und weil ich niemals an der Qualität des deutschen Volkes zweifelte.(Lebhafter Beifall.) Nicht die intellektuellen Schichten haben mit den Mut gegeben, dieses gigantische Werk zu beginnen, sondern den Mut habe ich nur gefaßt, weil ich selbst den deutschen Arbeiter und den deutschen Bauern kannte. mischer Beifall.) (StürIch wußte, daß diese beiden Schichten einst die tragenden des neuen Reiches werden und daß sich dann von selbst mit ihnen verbinden werde auch die Schicht der geistigen Arbeiter. Ein gigäntisches Programm! Und als ich am 30. Januar nach 14jährigem erbittertem Kampf gerüfen wurde, da hatte ich nur den einen Wünsch, diese große Aufgabe zu erfüllen. Was heißt für mich ein Titel? Ich brauche keinen Titel! Mein Name, den ich mir aus eigener Kraft erwarb, ist mein Titel. (Stürmischer Beifall.) Ich möchte nur, daß die Nachwelt mir einmal bestätigt, daß ich anständig und ehrlich mein Programm zu verwirklichen mich bemüht habe. Wit haben in diesen neun Monaten gearbeitet und Großes erreicht. Vielleicht wird mancher unter Ihnen sein, dek es mit nicht vetzeihen kann, daß ich die marxistischen Parteien vernichtete. Ihnen sage ich: Meine Freunde, ich habe die anderen Partejen genau so vernichtet,(Beifall.) Ich habe nicht die Vertretung der Arbeiterschaft beseitigt, nein, ich habe die Vertretung aller Klassen beseitigt.(Beifall.) Ich habe nie gesagt, in diesem neuen Staat darf der Arbeiter keine Vertretung mehr besitzen. Im Gegenteil, ich bin der Ueberzeugung, daß nur die gleiche Berechtigung aller einen erträglichen Zustand für alle schaffen kann. Allerdings verstehe ich darunter niemals die Anmaßung der Stände, gegeneinander einen Dauerkrieg zu führen. Das ist nicht der Zweck unseres Daseins, sondern sein Zweck ist, daß wir mit gemeinsamem Denken, mit gemeinsamer Anstrengung und mit gemeinsamer Arbeit ein möglichst erträgliches Leben für unsere Volksgenossen, nicht für eine Klasse und einen Stand, sondern für alle schaffen. Als ich kam, hatte Deutschland über 6,2 Millionen Erwerbslose, Und jetzt sind es 3710 000. Es ist das für neun Monate eine Leistung, die sich sehen lassen kann. (Stürmischer Beifall.) Wit haben die Hände nicht in den Schoß gelegt, sondern uns abgemüht Tag für Tag, Und wenn einige sagen, ja, aber unser Existenzniveau ist nicht besser geworden, dann antworte ich, das erste war, daß ich die Menschen wieder in den Arbeitsprozeß eingliederte. Das nächste wird sein, die Konsumkraft zu steigern. Das liegt ja in unserem eigenen Interesse. Dem deutschen Bürger muß ich sagen: Denke ja nicht, daß es dein Interesse ist, wenn es dem Arbeiter schlecht geht. Im Gegenteil. Je mehr er selbst an Konsumkraft besitzt, umso besser wird es dir auch gehen. Es ist nicht so, daß das Unglück des Einen das Glück des Anderen bedeutet. Im Gegenteil. Man hebe die Kraft eines Volkes insgesamt, und sie kommt atlen wieder Unmittelbar zugute. Es ist eine Ungeheure Etziehungsarbeit, die wir begonnen haben und ich weiß, daß sie noch lange nicht zu Ende ist. Und wenn links und rechts Verbockte dastehen und sagen, aber uns bekommt Ihr nie, dann sage ich: Das ist uns gleichgültig, aber die Kinder bekommen wir dann!(Stürmischer Beifall)! Sie erziehen wir von vornherein zu einem anderen Ideal und erziehen sie füreinander. Wir haben den Krieg begonnen gegen die Kokruption und ich schäme mich fast, Ihnen die Ergebnisse mitzuteilen, weil ich immer fürchte, daß man das ganze deutsche Volk mit diesen Spitzbuben identifiziert. Wenn ich aber dem deutschen Volke wieder Arbeit und Brot erschließen soll, wenn ich es wieder in Ordnung bringen will, dann kann ich das nur tun, wenn es Rühe und Frieden besitzt. Man sollte mit nicht zumuten, daß ich so wahnsinnig sei, einen Krieg zu wollen. Ich weiß nicht, wie viele von den fremden Staatsmännern den Krieg überhaupt als Soldaten mitgemacht haben. Ich habe ihn mitgemacht! (Tosender Beifall). Ich kenne ihn. Von denen aber, die heute gegen Deutschland hetzen und das deutsche Volk verleumden, das weiß ich, von denen hat keiner jemals auch nut eine Kugel pfeifen hören(Stürmische Zustimmung). Wit haben in diesen neun Monaten uns nur mit unsetem Volk beschäftigt, nur unsere Aufgaben studiert, wollten nur unsere Aufgabe lösen(Beifäll). Ich bin der Meinung, andere Staatsmännet täten gut, wenn sie sich auch ihren eigenen Aufgaben widmen wollten. Ich habe in diesen neun Monaten nicht eine Maßnahme getroffen, die irgend einen Staatsmann beleidigen oder ein Volk verletzen konnte. Im Gegenteil: In diesen neun Monaten erklärte ich immer wieder: Die Völker müßten wieder vernünftig werden und sich nicht von einer kleinen Klique internationaler Mesischen verhetzen lassen. Ich erklätte, das deutsche Volk hat nur den einen Wunsch, nach seiner Fasson selig werden zu können, man solle uns in Ruhe lassen(Stürmischer Beifall.) Wir mischen uns nicht in die Angelegenheiten anderer ein, und sie sollen sich nicht in unsere eindie Kontrolle der Ausübung des Wahlrechts. w Berlin, 10. November. Vielfach bestehen irrige Anschäuungen darüber, ob der Wahlberechtigte dadurch, daß er sich von der Gemeindebehörde seines Wohnsitzes einen Wahlschein ausstellen läßt, sich einer Kontrolle über die Ausübung seines Wahlkechtes entziehen kann. Bekanntlich muß der Wähler, der auf Grund eines Wahlscheines außerhalb des für seinen Wohnsitz zuständigen Abstimmungsraumes seine Stimme abgibt, den Wahlschein dem Abstimmungsvorstand aushändigen. Wenn dieser Wahlschein andie Gemeindebehörde, die ihn ausgestellt hat, nach der Wahl zurückgesandt wird, dann ergibt sich aus den nicht zur Ablieferung gelangten Wahlscheinen, wer der Wahl und Abstimmung ferngeblieben ist. Die Rundfunkansprache Reichsprüsidenten. Reichspräsident Generalfeldmarschall v. Hindenburg spricht heute zwischen 19 Uhr und 19,10 Uhr über alle Sender zum deutschen Volk. Diese Ansprache des Reichspräsidenten findet das gkößte Interesse auch im Auslande. Nach den bereits vorliegenden Meldungen wird sie übernommen von den beiden großen nordamerikanischen Rundfunkgesellschaften National Broadcasting Compagny und dem ColumbiaBroadcasting=System, ferner in Südamekika von Rio de Janeito, Buenos Aires und Pernambucb, weiter von det British=Broadcasting, dem großen englischen Sendersystem und wird endlich mit dem Rückstrahler nach Banlong in Hinterindjen gesendet. Um 21.45 Uhr geht die Ansprache von Wachsplatten noch einmal über alle deutschen Sender. Eine Zweigwerft der Dornierwerke an der Ostsee. TU. Friedrichshafen, 10. November. Die Dornier=Metallbauten G. m. b. H. in Friedrichshafen werden in Zukunft ihre Seeflugzeuge hauptsächlich an der Ostseeküste bauen. Hiermit wird ein alter Plan von Dr. Dornier verwirklicht, da es schon seit langem als Uebelstand empfunden wurde, daß die Werft in Friedrichshafen so weit von der See entfernt ist. Ein geeignetes Gelände ist bei Wismar gefunden worden, wo die bekannten Dornier=Flugboote gebaut werden sollen. Die Nobelpreistrager. Für Physik und Literatur. Stockholm, 9. November. Heisenbera=Leipzig hat den ik für das Jahr 1932 erhalten. Physik für das Jahr 1933 wird (Oesterreich) und Dirae(EngProfessor Werner Nobel=Preis für Phy Der Nobel=Preis für unter Schrödinget land) geteilt. * Werner Heisenberg wurde am 5. Dezember 1901 als Sohn des Universitätsprofessors August Heisenberg in Würzburg geboren. Nachdem er in München unter Professoř Sommerfeld promoviert hatte, habilitierte er lich 1924 in Göttingen, Von 1926 bis 1927 war er Lektor für Physik an der Universität in Kopenhagen und folgte 1927 einem Ruf als ordentlicher Professor an die Universität Leipzig. Seine Hauptarbeiten liegen auf dem Gebiet der Quantentheorie. Die Erfolge, die er darin aufzuweisen hat, haben ihm bereits früher mancherlei Anerkennung eingebracht. U. a. zeichnete ihn die Newyorker Gesellschaft für wissenschaftliche Forschungen durch Ueberreichung ihrer Ehrenmedaille aus Die schwedische Akademie hat den Nobelpreis für Literatur für das Jahr 1933 dem russischen Schriftsteller Jwan Bunin zugesprochen. * Bunin ist 63 Jahre alt und lebt als Emigrant im Ausland. In seinen frühesten Arbeiten zeigt er eine Nähe zu Tschechows weicher, lyrischer Art. Aus ihr ging er zu einer realistischen Darstellung über. Sein erster Roman„Das Dorf“ schildert rücksichtslos die dörfliche Welt. und das sinnlose Schicksal der Menschen, die er dort gefunden hat. Allgemeine Aufmerksamkeit fand Bunin mit seiner Novelle:„Der Herr aus San Franzisko“, einer abenteuerlichen Geschichte, die an privatem Schickal allgemein Menschliches umfaßt und gern den Ton überlegener Ironie verwendet. In einer anderen Novelle„Brüder“ werden Europa und Indien gegenübergestellt, das Motiv ist eine Liebesgeschichts, die unsentimental vorgetragen ist.„Mitjas Liebe", eine russische Erzählung, hat das Verhältnis eines Studenten zu einer Schauspielérin zum Vorwurf, sie ist nur vom Seelischen getrieben und voller Zurückhaltung. In anderen Ar beiten Bunins berühren sich Tragik und Groteske, meisten sind in deutschen Uebersetzungen erschienen. Die überhaupt jemand auf der Weltfeß kann, dann sind das doch nur i mischen. Wenn bedroht fühlen allein. Wir wollen Frieden und Verständigun, nichts anderes. Wit wollen unseren früheren Gegnei die Hand geben. Es muh ein Strich gezogen werde unter die traurigste Zeit der Weltgeschichte. Man sagt: Ihr meint es nicht ehrlich. Ich sage: Was ich denn tun, daß Ihr uns glaubt? Meine Volksgenosse ich glaube, in einer solchen Zeit muß man sehr hart und darf vor allem von seinem Recht keine, Zentimeter abweichen.(Stürmischer anhaltend Beifall). Ich bin der Ueberzeugung, daß alle Problen des Lebens, wenn verschiedene Partner in die Erschei nung treten, gelöst werden können, wenn diese Partne gleichberechtigt sind. Es ist ja auch im Wittschaff prozeß so. Stellt Euch vor, daß im Wirtschaftsprozeß Partner— ob Unternehmer oder Arbeiter— ohne jedRecht ist und der andere besitzt alles Recht und Macht. Ihr wißt selbst, daß dann kein erträglicher trag und kein erträglicher Zustand möglich ist. Völkerleben ist es genau so. Es geht nicht an, daß ei Volk alle Rechte hat und das andere Volk hat überhau kein Recht. Das gehtnicht!(Stürmischer, anh tender Beifall). Wenn irgend etwas den Friedene, schüttert und Unfrieden erzeugt, dann ist es eine solscungleiche Verteilung des Rechts im Leben des Einzelnen sowohl als im Völkerleben. Und ich würde ein Lügne werden am deutschen Volk, wenn ich ihm eine wirtschait liche Besserung seiner Lage versprechen wollte, ohne z. gleich auch seine Gleichberechtigung in der Welt zu so dern. Das Eine geht nicht ohne das Andere. Und kann Ihnen sagen, daß ich auch hier nur das Rechtde deutschen Nation vertrete(Beifall). Solange ich auf diesem Platze stehe, werde ich mich aufführen, daß mir keiner sagen kann: Du hast früh anders geredet, als Du jetzt handelst (Stürmischer Beifall). Man sage mir nicht: Ja, was heißt denn Ehre Ehre heißt in diesem Falle gleiches Recht un gleiches Recht heißt die Möglichkeit, auch seine Interesse vor den anderen vertreten zu können. Wenn dWelt diktieten will, dann ohne mein Unterschrift(Stürmischer Beifall). Und wenn d Welt sagt: Ja, wir sind dazu deshalb gezwungen, we wir Euch nicht krauen können. Wieso? Wanndg das deutsche Volk jemals sein Wort gebrochen! Es hat leider meistens sein Wort zu hätnäckig und allzu treu gehalten. Hätten wir im Weltkriege nicht so stur und so tun zu unseren Verbündeten gestanden, dann wäre vielleicht Deutschland besser gefahren. Wir protestieren dagegen, daß man den Charakter eineVolkes nach seinen Emigranten beurteilen will. Wir beurteilen auch nicht die anderen Völker nach denen, die bei uns über ihren Staat-schimpfen. Wir beleidigen nicht Engländer und Franzosen nach irgend einem Hagelaufenen, der hier genau so wenig zu Hause ist, wie vorher in Paris und morgen in London. Das sind nicht die wertvollen Elemente einer Nation. Wertvoll ind die, die da sind, die arbeiten und schaffen und nicht die internationalen Zigeuner(Beifall). Dieser Klique setze ich das Bekenntnis der ganzen Nation und meine eigene Erklärung entgegen. Deshalb dieser Appell zum 1.. November! Viele Jahrhunderte hindürch hät das Ausland damit gerechnet, in Deutschland Verbündete zu haben. Erst waren es charakterlose Fürsten, die eiskalt ihre Völker verrieten, dann sind es Pärteien gewesen, Weltanschäuungen Immer haben sie Verbündete gehabt(Pfuitufe). Jetzt will ich den Gegnern zeigen, daß sie heute keine Verbündeten mehr in Deutschland haben. (Stürmischer, langanhaltender Beifall). Was heute sich verbunden fühlt, ist das deutsche Volk selbst. Jahrhündertelang hat sich sein Schicksal versucht in Uneinigkeit und hat grauenhafte Erlebnisse geerntet. Ich denke, de wir jetzt das Schicksal versuchen in Einiateit, di wit jetzt den Versuch unternehmen, unser Schicksal gestalten in einer unzektrennlichen Gemeinschaft. Ich bin dafür in Deutschland der Garant, diß diese Gemeinschaft nicht zugunsten einer Seite unseres Volkes ausschlägt. Ihr könnt mich als den Mann ansehen, der keiner Klasse angehört, der keinem Stande angehört, der über alledem steht— ich habe nichts als die Vetbindusig zum deutschen Voll (Langanhaltende Heilrufe). Für mich ist hier jeder ganz gleich. Was interessieren mich die Intellektuellen, was interessieren mich die Bütgerlichen, was die Proltarier. Mich interessiert nur das deutsche Volk, ganz allein ihm gehöre ich und dafür setze ich mich ein. Und dieses deutsche Volk will ich am 12. November der Welt vorführen, so wie es ist. (Lebhafter Beifall). Sie soll sehen, daß das, was sch erkläre nicht die Sprache eines Einzelnen ist, sondetn daß das ganze Volk wie ein Mann dahinter steht. Und genau so bitte ich Sie auch, treten Sie ein für diesen Begriff des gleichen Rechtes, so wie Sis selbst kämpfen mußten und gekämpft haben für das eigne Recht als beutsche Arbeiter. Ebenso müssen wir heute kämpfen für das Lebensrecht Unseres ganzen Volkes, müssen eintreten dafür und dürfen nicht selbst unsere Ehre, unser gleiches Recht preisgeben. Daher müssen Sie meinen Entschluß verstehen, wenn ich den hohen internationalen Mächten nun erkläre: Ust sind gern bereit, an jeder Konferenz mitzuwirken, wir sind gern bereit, an jedem internationalen Verttag mitzuwitken— aber immer nur als Gleichberechtigte, habe mich niemals in eine vornehme Gesellschaft eingedrängt, die mich nicht haben wollte oder die mich nicht als gleichwertig ansah. Ich benötige sie dann nicht, und das deutsche Volk hät genau so viel Chatakter. Wir sihd nicht irgendwo als Schuhputzer, als Minderwertige teiligt. Nein, entweder gleiches Recht oder die Welt sieht uns aus keiner Konferenz mehr. (Langanhaltender Beifall.) Heute hat das Schicksal mit mehr Macht gegeben, als sie viele Jahrzehnte vorhet el Kanzler in Deutschland besaßz. Ich kann nicht wofür ich viele Jahre gekämpft habe. Und wenn ich Ench auffordere, am 12. November einzutreten, Mann Mann für mich zu stimmen, für diesen Entschluß, sut diesen Reichstag, so könnt Ihr nicht sagen: Das bralch Du? Ich brauche das persönlich nicht. Ich könnte darauf Verzicht leisten. Ich habe noch für 3¼ Jahre vollmacht. Ich stehe fest. Nicht ich brauche es deutsche Volk braucht es. Ihr selber bräuc es.(Stürmische Zustimmung.) Eute Atbeit braucht es, Ihr werdet jetzt vor die Welt treten mit mir hinter mir und feierlich erklären: Wir wollen nich anderes als Ruhe, wir wollen nichts anderes als unseren Aufgaben widmen. Wir wollen unser gleiches Recht und lassen uns nicht unsere Ehre irgend jemand nehmen. (Belfall.) Wenn wir das am 12. November tun und wend die ganze Nation hier ihre Pflicht erfüllt, dann werdamit zum ersten Mal vielleicht in der deutschen schichte der ganzen Welt klar, daßsie anders mit uns verkehren muß, daß sie mehr hoffen kann auf unsere Uneinigkeit und 5e 4 hoffen rung, daß sie sich abfinden muß mit dem, nämlich mit dem deutschen Volke, Langanhaltende Belfallsstürme durchdröhnten" de weiten Hallen, als der Kanzler geendet hatte. feterliches Gelöbnis stieg das Horst=Wessel=Lied aus, das Heil auf den Führer ließ den riesigen Raum Schwielige Hände reckten sich ihm zum Gruße empor u auf dem ganzen Wege durch Siemensstadt war Jubelns und des Winkens kein Ende des auf der Welt nas doch nur wi Verständigun, früheren Gegnei h gezogen werde geschichte. sch sage: Was ne Volksgenossen an sehr hart sei Recht keine, scher anhaltend iß alle Problen in die Erschei an diese Partn h im Wittschaff, tschaftsprozeß ohne jede Recht und au erträglicher Ve möglich ist. 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Und November der das, was lch st, sondern daß eht. n Sie ein für wie Sie selbst ür das eigne tüssenwtInseres ganzen en nicht selbst sieht uns auf yrr Ahaus, den 11. November 1933. Aus der Stadt Ahaus St. Markini-Kirmes Die Hauptkirmes des Jahres in Ahaus, die St. Martinikirmes, steht vor der Tür. Man kann sich nicht erinnern, daß eine so große Menge von Schaustellern, namentlich solchen mit größeren Unternehmungen, auf der Kirmesbildfläche erschienen ist wie diesmal. Das kleinste zur Verfügung stehende Plätzchen wird noch von irgend einer„Attraktion“ besetzt. Jeder kann somit ohne große Mühe am morgigen Kirmessonntag auf seine Kosten kommen. 3 Karussels werden die Drehlustigen mit Freude und Musik aufnehmen, diejenigen, die sich lieber in vertikaler Richtung bewegen und Höhenluft gut vertragen, können in der Schiffsschaukel Platz nehmen. Eine Neuheit für Ahaus ist das Konrad Thies'sche Elektro=Springpferdekarussel und die Riesenschaukel, die beide großen Zuspruch verdienen.(Siehe Inserat!) Ueber das hier ebenfalls neuartige Hündetheater ist an anderer Stelle das Nötige gesagt. Auch sonst ist noch eine Reihe von größeren Unternehmungen gerommen, deren Charakter am Freitag aus dem Rohbau noch nicht ersichtlich war. Daß es auch an sonstigen Vergnügungen, Ueberraschungen, an Verkaufsbuden und den„klassischen“, altbewährten Unternehmungen nicht fehlen wird, braucht eigentlich nicht besonders hervorgehoben zu werden. Die Ahauser Gaststätten sind für Großbetrieb in qualitativer und quantitativer Hinsicht wie auch bei sonstigen Volksfesten wohl gerüstet. An Tanzlustbarkeiten mit guten Musikdarbietungen fehlt es ebenfalls nicht. Wer ein gemütliches Tanzvergnügen liebt, braucht sich nur im heutigen Anzeigenteil umzusehen, wo die Lokale Burbaum, Jugendheim und Heisterborg Ballmusik ankündigen. Da somit für alles gesörgt ist, muß am Sonntag die Parole lauten: Auf zur Ahauser Kirmes, dem urälten Volksfest! Am Dienstag findet der berühmte Martini=Kram, Rindvieh= und Schweinemarkt statt. 9 Wachsfackeln zum Fackelzug am heutigen Abend sind zu beschaffen in den Geschäften Buchhandlung Heisterborg, Wessumer Str. und Wilh, Heinicke, Hochstraße. S Aus dem B. f. L. Am Sonntag(Kirmes) veranstaltet der V. f. L. Ahaus einen großen öffentlichen Balt, wozu er Freunde und Gönner herzl. einladet. Näheres ist aus dem Inseratenteil zu ersehen. ):( Großer Hundeborkampf auf der Kirmes. In diesem Jahre ist auf der Ahauser Kirmes wieder etwas ganz Neues aufgetaucht, was bisher hier noch nie dagewesen ist. Es gastiert dort das anerkannt unerreichbare, konkurrenzlose„Original Berliner Hundetheater“, 20 der bestdressierten Hunde werden gezeigt in noch nie gesehener Vollendung und Vielseitigkeit. Die Hunde verstehen sich nicht nur oarauf. Pfötchen zu geben und zu apportieren, sondern sie machen eine gemeinsame Parade auf den Hinterpfoten. Das ist aber noch nicht alles. Im Höhepunkt der Vorstellung stehen zwei Hunde, welche einen Boxkampf durchführen bis zum k. o. Also es lohnt sich, diese 20 bestdressierten Hunde zu sehen. Auf zum Mühlenplatz. Abteilung„Original Berliner Hundetheater"!(Siehe Inserat!) ):( NSKOV. In dem„Aufruf an die Kriegsopfer“, veröffentlicht in unserer letzten Donnerstagausgabe, heißt es, daß Kameraden, die infolge ihrer Beschäftigung nicht mitmarschieren können, rechtzeitig abgeholt und zum Wahllokale gefahren werden können. Richtig muß es hier selbstverständlich statt„Beschäftigung„Geschädigung" heißen. Wir werden gebeten, darauf hinzuweisen, daß Kriegsopfer, die z. Zt, in der NSKOV nicht organisiert sind, sich ohne weiteres sowohl an dem Fackelzuge heute abend um 6 Uhr wie an dem gemeinsamen Gang zum Wahllokale(Sonntag früh 8.30 Uhr von Harpering aus) mit der NSKOV. beteiligen können. Epe Eindrücksvolle Gedenkfeier zum Zehnjahrestage des ersten Aufbruchs nationalen Wollens und Handelns. Eine würdige Gedenkfeier mit Kranzniederlegung zu Ehren der am 9. November in München gefallenen toten Helden veranstalteten am Donnerstag die nationalen Wehrverbände am Kriegerdenkmal. Nach der Aufstellung A m mat zut in el nationalen Bewegung gedachte, die ihr Leben für das neue Deutschland dahingegeben haben. Ausgehend von der im Weltkriege so oft bewiesenen Kameradschaftstreue, betonte Sprecher, wie hieraus die Ehre für die deutsche Heimat wuchs und stark wurde, und dabei alles Kleinliche haushoch überflutete. Von derselben Kameradschäftlichkeit, Treue und dem Ehrgefühl waren die Vorkämpfer des Dritten Reiches beséelt, die bereits heute im Grabe ausruhen von ihren Kämpfen, jedoch im Geiste bei uns weilen, uns anspornen und uns für alle Zeiten ewige Mahner sind. Ihnen nachzueifern sei uns erste Pflicht gegenüber der deutschen Nation, welche wir kommenden Sonntag in der Weise erfüllen werden, daß wir uns alle mit einem überzeugten„Ja“ hinter der Führer stellen. Es folgte die Kranzniederlegung, während dessen das Lied vom guten Kameraden erscholl, in welches die Eper Bevölkerung miteinstimmte. Nach einem dreifachen Sieg=Heil auf unsere heutige Reichsführung und dem Gesang des Horst=Wessel=Liedes endete die gehaltvolle Feier, worauf der Abmarsch der einzelnen Verbände erfolgte. Außerordentliche Versammlung der Freiw. Feuerwehr. Im Vereinslokal Flucht fand am Mittwoch abend eine gut besuchte außerordentliche Versammlung der Freiwilligen Feuerwehr statt, die der Oberbrandmeister Flucht eröffnete. Als erstes wurden die neuen Richtlinien und Verfügungen des Westf. Feuerwehrverbandes voröffentlicht. Es folgte die Regelung der Grußpflicht, wobei betont wird, daß die Grußform für die Freiwill. Feuerwehr in derselben Weise erfolgt, wie sie bei der Schutzpolizei und der Landjägerei üblich ist. Ferner wies er auf den 12. November hin, wo restloser Einsatz aller Feuerwehrkameraden für das nationale Deutschland eine Selbstverständlichkeit sei. Besonders wichtig für die Kameraden sei die Tatsache, daß die Uebungen der Freiw. Feuerwehr für solche Mitglieder, die in den nationalen Verbänden sind, sogar den Vorrang vor dem Dienst der betr. Verbände haben, da gerade durch die Feuerwehr deutsches Volksvermögen geschützt und erhalen wird. Im nächsten Jahre findet in Epe der Kreisfeuerwehrverbandstag statt. Der schon vor einiger Zeit gefaßte(vorläufige) Beschluß, den Steigerturm von seinem unübersichtlichen Standort auf der Mühlenstraße nach dem Merschylatz zu versetzen, fand jetzt eine endgültige Annahme. Die Arbeiten werden durch Feuerwehrkameraden ausgeführt, wobei ein starkes Massivfundament die Grundlage des Steigerturms bilden wird. Die Arbeiten dürften etwa vierzehn Tage in Anspruch nehmen. Mit einer Schlußansprache des Führers fand die Versammlung ihr Ende. + Die Mitglieder der NSKOV. werden auf die heutige Anordnung des Obmannes besonders hingewiesen. (Vergl. Bekanntmachung und lokalen Teil unter Gronau.) Schwesterheim=Neubau im Rohbau fertiggestellt. Im vergangenen Sommer hatte man den durch besondere Umstände notwendig gewordenen Schwesternheim=Neubau in Angriff genommen. In diesen Tagen waren die Bauarbeiten soweit gediehen, daß der Rohbau fertiggestellt werden konnte. Das Schwesternheim ist der größte Neubau, der in den letzten Jahren hier ausgeführt worden ist. An dem Rohbau wurden über 120 000 Steine verwendet. Seine herrliche Lace und gediegene Ausführung, erwähnt seien noch besonders die schönen Treppengiebel, machen den Bau zu den Repräsentanten der Vredener Bauwerke. Der ganze Bau wird weiß ausgefugt, die schon ausgefugten Giebel lassen erkennen, wie schön sich die Front des Hauses ausnehmen wird. Im kommenden Frühjahr soll der Bau ganz fertig sein und seiner Bestimmung übergeben werden können. Mit den Putzarbeiten und mit der Heizungsmontage wird begonnen. Das Haus, wie schon oben angedeutet, soll ein Schwesternheim werden. Und zwar ein Schwesternhaus der„Schwestern unserer lieben Frau“, die hier in Vreden seit langen Jahren mit großem Opfergeist und Idealismus unsere Kleinsten betreuen. Ueberhaupt dient das ganze Haus nur der Betreuung der Kleinsten und nicht minder der jungen Mädchen, die hier in praktischer Hausarbeit, wie auch in der Nähschule und im Kochen unterrichtet werden. Wir geben uns an dieser Stelle der angenehmen Hoffnung hin, daß der Opfergeist der Vredener, wie bisher nicht erlahmen möge, damit in finanzieller Beziehung sich der Fortführung des Baues nichts hemmend in den Weg stellt. Nicht zuletzt sind es die Vredener, für die das Haus gebaut wird. und der Segen der von diesem Haus ausströmt, macht sich nur zum Guten und Besten in unserer Gemeinde bemerkbat. Fackelzug. Um die Verbundenheit mit dem Führer und die innere Geschlossenheit des deutschen Volkes zum Ausdruck zu bringen, findet am Samstag, den 11. November, abends um 6 Uhr ein Fackelzug durch die Straßen der bei der Pfloge und Erziehung Ein Hinweis auf wertvolle Bücher und Schriften. Kommt ein Kindlein auf die Welt Fällt ein Stern vom Himmelszelt, Springt ein Busch in Blüten auf, Fliegt ein Vogel hoch hinauf, Singt so weh, Singt so süß Von dem hellen Paradies. Ruth Schaumann hat uns diese Worte geschenkt, Jubel einer Mutter über das Wunder, daß sich durch sis vollogen hat! Ergreifender Ausdruck eines so reichen Erebens, das die Ankunft eines Kindes bedeutet. Vergessen sind die Sorgen und das oft bange Erwarten in den neun Monaten seines Werdens. Sein Da=Sein läßt den Segen begreifen, den Gott ihm mit auf den Weg gab, und der sich nun wiederspiegelt im Ausdruck der Eltern. Dieses Die überhaupt alles Erleben und Geschehen, das durch das Kind wird, findet in der Dichtung beredt Widerhall. Nur wenige wissen, welche Schatzkammer wahrer Köstlichkeiten gerade die Dichtung über das Kind bietet, in ihren desten Stücken— wenn auch zumeist ungewollt— bezanigt, sich in den Dienst des Kindes zu stellen. Es liegt nähe, auf ein Werk aufmerksam zu machen, das sich diese Schatzkammer erschlossen hat, um Unsere Mütter Eeilnehmen zu lassen an seinem Reichtum, dadurch ihre greude am Kind zu vertiefen und ihre Erziehungsarbeit zu erleichtern. ist ein Werk von Peter Bauer Ein Kind ist da 9" 176 Seiten. Halbleinen RM. 4.40, Ganzleinen ewt. 5.40. Bädagogischer Verlag, GmöH., Düsseldorf, 5 sich mit der frühen Kindheit beschäftigt. Wer einer zangen Mutter eine besondere große Freude machen will, n. die Werk noch anderer Namen von Klang(So u. a. Hans Carossa, Paula Dehmel, Heinrich Federer, Paul Heyse, Jakob Kneip und Hermann Stehr.) Zur Geburt eines Kindes ist der Gabentisch der Mutter oft reichlich gedeckt! Warum sollte da unter den vielen Geschenken, die mitfühlende Verwandte und Bekannte zur Geburt eines Kindes der glücklichen Mutter machen, nicht auch gelegentlich ein gutes Buch sein, das wie z. B. das vorliegende, in seinem hohen Lied, auf das Mutterglück ganz auf das„freudige Ereianis“ zugeschnitten ist? Hier erfährt die junge Frau in dem Reichtum dichterischer Schau und dichtenischer Sprache auch, wie das kleine Menschenkind seine, ach noch so kleine Welt erlebt, kindlichem Empfinden dadurch näherkommend! Und welche Mutter möchte nicht im Voraus recht viel erfahren von dem, was in der ersten Entwicklung mit ihrem Kinde vorgeht, wie das Reich allmählich ersteht, das die kleinen Erdenbürger und Erdenbürgerinnen in den ersten sechs Jahren ihres Lebens erobern? Wie wichtig ist es auch, zu wissen welchen Entwicklungsgang ein Kind durchmacht. Was läßt sich aus diesem Wissen heraus nicht alles an sonst wahrscheinlich eintretenden, dann oft taum wieder gutzumachenden Fehlern vermeiden! Auch aus diesem Grunde sollten wir uns mehr, als es vielfach geschieht, gerade mit solchen Büchern beschäftigen, durch deren Lektüre die Erziehung unserer Kinder nutzbringend beeinflußt werden kann. Das in solchen Büchern angelegte Kavital trägt reichlich Zinsen. So wurde auch die Anschaffung des Buches„Ein Kind ist da“, dessen sind wir gewiß, niemals gereuen! Es gibt übrigens schon für wenig Geld inhaltlich ganz ausgezeichnete Büchlein. Wir möchten in diesem Zusammenhang vor allen Dingen auf die im Verlag der Katholischen Schulorganisation Deutschlands, Düsseldorf, erschienene„Katholische Elternbücherei=, die von Bernhard Beramann herausgegeden wird, empfehlend hinweisen. Die durchschnittlich RM. 0.55 kostenden Büchlein bieten äußerst wertvolle Belehrungen und praktische Anregungen. Da wir hier jetzt nicht auf alle Heftchen dieser Reihe ausführlich eingehen können, so möchten wir mit dem Hinweis dienen, daß der Verlag jederzeit gern bereit ist, ein ausführliches Verzeichnis über diese Bücherei, wie aber auch über sein anderes Schrifttum, kostenlos zur Verfügung zu stellen. Was aus dichterischer Schau in„Din Kindist da“ uns gehoten wird, erhält in den beiden in der„Katholischen Elternbücherei“ erschienenen Heften der Stadt Vreden statt, Es ist Pflicht eines jeden Eingesessenen, an dieser Treuekundgebung teilzunehmen. Wer ohne triftigen Grund fehlt, stellt sich in dieser schicksalsschweren Stunde bewußt abseits. Die nationalen Verbände, alle Organisationen und Vereine nehmen geschlossen an dieser Kundgebung mit ihren Fahnen teil. Die Angehörigen der nationalen Verbände treten in Zivil an. Die Fackel hat sich jeder zu besorgen. Der Umzug beginnt um 6 Uhr vom Viehmarkt aus. )(Ergebnis der Sammlung anläßlich des 2. Eintopfgerichtes in Vreden. Die Straßensammlung anläßlich des zweiten Eintopfgerichtes ergab die Summe von RM. 239,1.. Mithin konnte ein schöner Betrag den notleidenden Volksgenossen zur Verfügung gestellt werden. Bedeulung und Aufgaben der ländlichen Wanderhaushaltungsschule im Kreise Ahaus Fast in allen Landkreisen hat man heute die ländlichen Wanderhaushaltungsschulen eingerichtet, so noch vor kurzer Zeit auch im Nachbarkreise Borken. Die Frage„Welche Bedeutung und welche Aufgabe hat eigentlich diese Schule in heutiger Zeit" soll hier kurz beantwortet werden. Alle landwirtschaftlichen Schulsysteme, somit auch die ländliche Wanderhaushaltungsschule, sollen d. Bauerntöchtern und angehenden Bäuerinnen ein Wegweiser sein zu wirtschaftlich tüchtigen Landfrauen, pflichtbewußten und verantwortungsvollen Müttern sowie treuen Staatsbürgerinnen. Wie wichtig das gerade in heutiger Zeit ist, braucht nicht besonders betont zu werden, da der Bauer unter der jetzigen Regierung Adolf Hitlers an die erste Stelle im neuen Staat gerückt ist und zu einem Bauern als der Seele der Wirtschaft doch stets die Bäuerin gehört. Somit hat die Wanderhaushaltungsschule, wie alle anderen Ausbildungsstätten für die ländliche weibliche Jugend ein ganz anderes Gepräge und höhere Bedeutung bekommen, da neben einer Ausbildung in den hauswirtschaftlichen Fächern— wie Kochen, Backen, Einmachen, Wäschebehandlung, Stopfen und Flicken, Gesundheits=, Kranken=, Säuglingspflege= auch die landwirtschaftlichen Fächer stehen müssen. Die jungen Mädchen sollen lernen, wie sie z. B, durch richtige Samenbehandlung und Schädlingsbekämpfung die eigene Produktion auf allen Gebieten steigern können und somit der Auslandsmarkt bekämpft wird. Sie sollen weiter lernen, wie manche Abfälle der Wirtschaft für Fütterungszwecke zu unrentabel sind, aber noch für menschliche Ernährung verwertet werden können, indem man z. B. das Zuviel an Magermilch im Sommer zu den verschiedensten Käsen als Brotaufstrich verwertet. Darüber hinaus sollen die Bauerntöchter erzogen werden, planmäßig und mit Verstand zu wirtschaften, da das Arbeitsgebiet der Bäuerin so vielseitig ist. Wenn die Landfrau bei der Ueberlastung mit Arbeit nicht versteht zu überlegen, einzuordnen und einzuteilen— was für kleinbäuerliche Betriebe und Siedlungen besonders wichtig ist — so wird sie niemals die Fähigkeit besitzen, den hohen Anforderungen, die heute an ihr Sein und Können gestellt werden, zu entsprechen. Neben der praktischen Seite hat die Schule noch die ideelle Aufgabe zu erfüllen, die heranwachsende Jugend zur Familie=, Heimat= und Volksgemeinschaft zu erziehen. Auch Heimatkunde läßt sich im ländlich-hauswirtschaftlichen Unterricht pflegen, um die Landarbeit mehr zu beseelen und somit der Landflucht entgegenzuarbeiten. Erzeugnisse der eigenen Wirtschaft müssen immer im Vordergrunde stehen. Da trotz dieser wirtschaftlich so schweren Zeit der Besuch der Wanderhaushaltungsschule finanziell noch allen Landmädchen möglich ist, zumal die Schule zu ihnen aufs Land kommt, so sollten recht viele Bauerntöchter die großzügige und segensreiche Einrichtung des Kreises Ahaus benutzen und so mit zeitgemäßer Belehrung und praktischer Anleitung gekräftigt auf ihrer Scholle Werte schaffen helfen für die Landwirtschaft und das Volksganze. Es sei an dieser Stelle noch darauf hingewiesen, daß er wünschenswert wäre, wenn im Kreise Ahaus die Wanderhaushaltungsschule genau in solch einem Ansehen stände wie in andere Kreise, wo Bauer und Bäuerin auf diese Pflegestelle bäuerlicher Interessen stolz sind und diese Schulen energisch verteidigen, wenn sie von unwissenden Menschen nur als„Kochschulen“ bezeichnet werden. Der nächste Kursus der Wanderhaushaltungsschule des Kreises Ahaus findet von Weihnachten bis Östern in der Gastwirtschaft Esseling in Ammeloe statt. Nähere Auskunft und Anmeldungen bei Frau Esseling Ammeloe. Legden Mit Hitler gegen den Rüstungswahnsinn der. Welt + Von unserer Pfarrkirche. In unserem altehrwürdigen Gotteshause sind eine Reihe von Arbeiten ausgeführt worden, welche die Schönheit der prächtigen Kitche in bester Weise gefördert haben. Zunächst ist der uralte Bodenbelag des Chores, welcher noch keine Nägel zeigte, besichtigt und durch Flurplatten ersetzt worden. Dann sind die Wände des alten Teiles der Kirche gründlich gesäubert und mit neuem Anstrich versehen worden durch die hiesigen Anstreichermeister. Auch die Malereien wurifgef stark gelitten hatte. Die Instandsetzungsarbeiten wurden von dem Erbauer der Orgel— Breil. Dorsten—, in bester Weise ausgeführt. Am Allerheiligentage ertönte ihr festlicher Klang nach längerer Pause wieder durch die weiten Hallen. Wüllen + Der Theaterverein beabsichtigt auch in diesem Jahre wieder mit einem größeren Theaterstück an die Oeffentlichkeit zu treten. Es wird diesmal etwas besonderes geboten und zwar ist es ein für die hiesige Gegend recht passendes plattdeutsches Volksstück mit Gesang„De Quintenschläger“. Aus dem Titelwort ist schon zu entnehmen, daß der Inhalt reichlich von Humor durchwürzt ist, und jedem Theaterfreund, der seine Alltagssorgen mal für einige Stunden vergessen will, der Besuch empfohlen werden kann. Wir hoffen bestimmt, daß„Der Quintenschläger“, der überall mit Erfolg aufgeführt ist, auch in Wüllen großen Anklang finden wird. Es sind die alten Kräfte wieder herangezogen, sodaß auch hierdurch eine gute Wiedergabe des Stückes gewährleistet ist. In den Pausen sorgt die gesamte Feuerwehrkapelle für Unterhaltung, die sich wiederum in anerkennenswerter Weise zur Verfügung gestellt hat. Der Theaterverein hat also keine Mühen gescheut, um dem Publikum auch wirklich genußreiche Stunden zu bieten. Es wird deshalb auch erwartet, daß das Wüllener Publikum dem Theaterverein seine Unterstützung durch zahlreichen Besuch nicht entziehen wird, zumal dieses Stück mit großen Unkosten verbunden ist. Wir wünschen deshalb den Spielern ein recht volles Haus, auch schon aus dem Gkunde, weil der Ertrag der dritten Aufführung für die Winterhilfe abgeführt werden soll. Die Aufführungs=Genehmigung vom Gaukulturamt der NSDAP. liegt vor. Spiel und Sport Herbstwaldlauf im Sportkreis Steinfurt. Der Herbstwaldlauf des Sportkreises Steinfurt wird am 22. November, Büß= und Bettag, in Coesfeld und Rheine ausgetragen.— In Coesfeld. wo der Rasensport Coesfeld mit der Ausführung des Waldlaufes beauftragt worden ist, haben zu starten: 1. Sämtliche Vereine des Kreises Coesfeld. 2. Sämtliche Vereine des Kreises Ahaus mit Ausnahme der der Stadt Gronau. 3. Die Vereine der Orte Burgsteinfurt, Borghorst, Wilmsberg, Nordwalde, Horstmar, Läer und Metelen. Gelaufen wird in 3 Klassen: Senioren, ca. 4500 m; Jahrgana 191:—17, ca. 2500 m; Jahrgang 1918 und jünger, ca. 1500 m. Die Läufe aller 3 Klassen werden als Einzel= und Mannschaftskampf ausgetragen. Je 3 am Ziel eintreffende Läufer eines Vereins bilden eine Mannschaft. Die Veranstaltung ist offen für Vereine, die dem Fachverband 1. 2 oder 3 angeschlossen sind, und für Geländesportverbände. Meldungen sind namertlich, nach Klassen geordnet, zu richten am: Theo Fritzen, Coesfeld.— Meldeschluß 16. November. Vereinsnachrichten Kath. Gesellenverein, Ahaus. Zwecks Teilnahme am Fackelzuge treten sämtlichs Mitglieder um 5.30 Uhr am Jugendheim an. Erscheinen ist Pflicht. Kath. Arbeiterverein, Ahaus. Die Vereinsleitung teilt uns mit, daß der Verein beim Fackelzuge am Somstag abend nicht geschlossen marschiert, sondern, daß die Mitglieder sich den einzelnen Fachgruppen der deutschen Arbeitsfront anschließen mögen. Weitere lokale Nachrichten auf einer anderen Seite. Klara Wirtz Wie unser Kind die Welt steht Blicke in das geistige Werden eines Kleinkindes. Kl.=80 40 Seiten, RM. 0.50. Verlag der Kath. Schulorganisation Deutschlands, Düsseldorf und Wie soll ich es anfangen? Kl.=8° 40 Seiten. RM. 0.45. Verlag der Katholischen Schulorganisation Deutschlands, Düsseldorf, nach der praktischen Seite hin auf Grund wissenschaftlicher Forschungsergebnisse eine wertvolle Ergänzung.„ Wie unser Kind die Welt sieht, wie das erste keimhafte Werden und das knospende und blühende Wachsen der Kindesseele" erfolgt, wie andererseits dem kindlichen Willen mit verstehender Liebe am besten begegnet wird, das erfahren wir in diesen beiden Büchlein in schlichter, den schwierigen Stoff gut meisternder Sprache, Kapitelüberschriften wie: Wo ist die Ticktack?, Ist das?, Bilder gucken, Du Taugenichts oder Du kannst aber auch garnichts, Ueber den Bengel muß man oft lachen, Hau den bösen Stuhl erinnern an fast alltägliche Ereignisse in der Kinderstube, die, so unbedeutend sie scheinen mögen, doch häufig erzieherische Möglichkeiten und Notwendigkeiten eröffnen, denen man auf Grund mangelnder Erfahrungen sehr oft nicht recht zu begegnen weiß!„Gewiß,“ so schreibt die Verfasserin,„weist rechte Liebe uns oft den rechten Weg. Aber ein bißchen Wissen um den Kern der Sache ist doch vonnöten.“ Und dieses so notwendige Wissen erhalten wir in diesen beiden Büchlein sehr geschickt vermittelt. Als weiterer Helfer unserer jungen Mütter muß auch ein Werk angesprochen werden, das sich mit der Säuglings= und Kleinkinderpflege beschäftigt und dessen Titel wir nachfolgend mitteilen. Vfele der Müster durften in Säuglingspflegekursen aus erfahrenem Munde pratkische Hinweise für die Behandlung und Pflege der Kleinsten empfangen. Sicher kommt ihnen das dort Erlernte bei der Betreuung ihrer eigenen Kinder irgendwie zugute. Dennoch sind die in Säuglingskursen geschulten Mütter, man muß diese Erfahrung sehr häufig machen, trotz allem Geschick, das ihnen sonst eigen ist, in der ersten Zeit der Pflege ihres Kindes von einer gewissen Unsicherheit und Unbeholfenheit nicht ganz frei. Ihnen, erst recht den Müttern, die keine Gelegenheit hatten, in einem Kursus oder sonstwie Säuglingspflege zu erlernen, bietet sich dann in dem Werk von Anna Theisgen Säuglings= und Kleinkinderpflege 8° 141 Seiten mit mehreren Abbildungen, Halbleinen RM. 3,15, Ganzleinen RM. 3,60. Pädagogischer Verlag, G.m.b.H., Düsseldorf, mit seinen guten Ratschlägen eine außerordentlich wertvolle Hilfe. Das Buch, dessen Inhalt dem heutigen Stande der Wissenschaft entspricht, ist„seinem Geiste nach ein gut deutsches und warmmütterliches Buch; ein Buch, das mit inniger, aber unaufdringlicher Selbstverständlichkeit die Religion zum Ausgangspunkt aller Kinderseelenhygiene macht“. Widmet Anna Theisgen in dem orgenannten Werk vornehmlich dem Säugling ihre Aufmerksamkeit, so Hans Paffrath in seinem Büchlein Wie erhalte ich mein Kind gesund? Kl.=8° 48 Seiten. RM. 0.45. Verlag der Katholischen Schulorganisation Deutschlands, Düsseldorf. — die Arbeit ist ebenfalls in der„Katholischen Elternbücherei“ erschienen— lediglich dem Kleinkind. Hans Paffrath, ein erfahrener Kinderarzt, gibt eine Fülle von Anregungen, die man in dem kleinen Büchlein wirklich nicht vermaten sollte. Die lesenden Mütter werden erstaunt sein, zu erfahren, wie oft sie eigentlich in der Lage sind, drohende Krankheiten von ihren Kindern fernzuhalten, wenn sie es gelernt haben, den Kindern eine Pflege zuteil werden zu lassen, die ihrer Leistungsund Widerstandsfähigkeit entspricht.“ Wie Pflegefehler vermieden werden können, das versteht der Verfasser überzeugend darzutun! Diese fünf Veröffentlichungen, fürwahr, sie könnten den Grundstock abgeben für eine kleine pädagogische Hausbücheret, die verantwortungsbewußte Mütter eigentlich ihr eigen nennen sollten. Groß ist die Aufgabe, die ihnen in ihren Kindern gegeben wird. Sie zu meistern ist oft schwer, sehr schwer. Darum sollte ihnen jede wertvolle Hilfe willkommen sein, die sich ihnen bietet. In den hier erwähnten Büchern können ihnen jederzeit bereite treue Helfer erstehn, die sicher über manche Schwierigkeiten, die bei der Erziehung des Kleinkinds auftreten können, hinwegbringen. E. Veltgens. Tonhalle Ahaus Kirmessonntag ab 5 Uhr Es ladet freundlichst ein: W. Burbaum Fahrräder werden aufbewahrt Ahaus, Telefon 287 Ob Herr oder Dame Betten unsere langjährige Spezialität! Anfertigung in jeder Preislage unter Zusicherung reellster Bedienung. Große Auswahl in: Seit Jahrzehnten hat unsere Firma bei den Einwohnern von Gronau und Umgegend einen guten Ruf, u. a. auch in bezug auf Anfertigung von Betten und Aussteuern. Die Treue unserer Kunden ist der beste Beweis dafür. Wir werden alles aufbieten, uns dieses Vertrauen zu erhalten. Bettfedern, Daunen, Reform-Unterbetten in Seide und Satin, Kamelhaar-. 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Morgen kämpfen wir um die Wiedererlangung unserer Ehre, die uns das Ausland abspricht. Wir verlangen, daß jeder sich am morgigen Sonntag voll und ganz hinter unseren Führer Adolf Hitler stellt und freudig sein„Ja" abgibt! Da gibt es keine kleinen Zwistigkeiten und keinen Hader mehr, es gibt für jeden von uns nur die heilige Pflicht, zu betennen, daß er ein richtiger Deutscher und deutscher Sportler ist. Der Führer hat gerufen und wir folgen ihm. Deutschlands Ehre ist auch unsere Ehre! Heil Hitler! Der Vereinsführer. Nationalsozialistische V) Kriegsopferversorgung Gronau Anordnung. Antreten der Mitglieder mit ihren Familienangehörigen zur Wahl am kommenden Sonntag um 845 Uhr vor dem zuständigen Wahllokal. Erscheinen ist Pflicht. Der Obmann gez.: A. Kleine=Ruse. In Zeitschriften, Prospekten und Tageszeitungen angekündigte od. besprochene Bücher besorgt auf schnellstem und hill. Wege jederzeit die Buchhandlg-Gebr. Lensing Gronau i. W. gkamp-Ahaus Kaufhaus für Qualitätsware Kragenstiefel, Schneestiefel u. Kamelhaarschuhe finden Sie in großer Auswahl und zu niedrigsten Preisen im Schuhhaus Kramer Dem Herrn über Leben und Tod hat es gefallen, gestern abend 11 Uhr meine innigstgeliebte Frau, unsere gute, treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Ehefraulleinrichkönning Gertrud geb. Lechtenberg Mitglied des Müttervereins zu sich in die Ewigkeit zu nehmen. Sie starb nach längerer, schwerer Kranheit, jedoch plötzlich und unerwartet infolge eines Schlaganfalles, wohlvorbereitet durch ein christl.frommes Leben und gestärkt durch den andächtigen Empfang der hl. Sterbesakramente im 56. Lebensjahre, sanft und ruhig im Herrn. Um ein andächtiges Gebet für die liebe Verstorbene bitten: Die trauernden Angehörigen. Ahaus, den 9. November 1933. Die Beerdigung, wozu hiermit frdl. eingeladen wird, findet statt am Montag, dem 13. Nov. morgens 8,30 Uhr vom Krankenhause aus, anschließend das feierliche Seelenamt. Sollte jemand aus Versehen keine besondere Anzeige erhalten haben, so diene diese als solche. Beilage Samstag, den JJ. November 1930. Nr. 312 sen. zu . in d. Bahn260. esucht. Fsrael jermeister Westf. hen dezember und ter R. Gesch. Epe. au amilie ner ng oder cht. risan100 Bl. fstr2 bringt ea ort Vas erder Sinn des 12. November! Von Vizekanzler von Papen. Als wir am 5. März d. Js. zur letzten Reichstagswahl antraten, da hat der Führer versprochen, daß es die setzte Wahl sein werde, die das deutsche Volk aufruft, sich zu entscheiden, ob es das System der westlichen Demofratie will mit all seiner Verhetzung, dem Klassenkampf, den liberalistischen Wirtschaftsmethoden, der Unsauberkeit, der Verleumdung und der Führerlosigkeit, oder ob es regiert werden wolle in Ehrlichkeit, Sauberkeit und Wahrheit, in Disziplin, Ordnung und Einigkeit. Damals, vor acht Monaten, hat das deutsche Volk sich entschieden und der Regierung der nationalen Erhebung ein Mandat gegeben. Wenn sich nun heute der Führer der Nation erneut an das deutsche Volk wendet, dann hat das gar nichts zu tun mit einer Wahl, wie wir sie leider so unzählige Male im Kampf um die Vorherrschaft im parlamentarischen Staate erlebten. Ganz im Gegenteil! Das deutsche Volk hat sich entschieden für ein Regierungssystem der Autorität, der Sauberkeit, der Ehrlichkeit und Ordnung, für ein System der Disziplin, in dem wir aus der unheilvollen Zersplitterung heraus endlich wieder zu einer Gemeinschaft zusammengewachsen sind. Die vom Volk gerufene Regierung ist jetzt acht Monate an der Arbeit gewesen. Kann man leugnen, daß sie in heroischer Anstrengung auf allen Gebieten des Lebens der Nation neue und fruchtbare Wege eingeschlagen hat? Kann man leugnen, daß dieses von Gram und Hoffnungslosigkeit durchfurchte Antlitz des deutschen Arbeiters, des deutschen Bauern, des deutschen Mittelständlers wieder hell und sonnig und zukunftsfroh geworden ist? Nicht, weil in dieser kurzen Spanne die Geißel der Arbeitslosigkeit von uns genommen wäre, nicht, weil das materielle Leben so viel schöner, besser, erträglicher geworden wäre. Nein, das alles hatte der Führer uns nicht versprochen und versprechen können, weil man die Sünden eines unseligen Friedensdiktates und einer Weltwirtschaftszerstörung ohne Vorgang in der Geschichte nicht in einigen Monaten heilen kann. Die Wahrheit gebietet, festzustellen, daß nichts mehr versprochen als gehalten wurde, aber, daß viel mehr in diesen Monaten geschehen und geschaffen worden ist, als versprochen war und als wir hätten erwarten können. In einem ungeheuren Auftrieb ohnegleichen sehen wir erneut alle Energien und Kräfte der Nation zusammengefügt und auf das große Ziel gerichtet, ein neues, friedliches und glückliches Deutschland aufzubauen. Aber alle diese Bemühungen würden umsonst sein, wenn es uns nicht gelänge, dem deutschen Volke und dem Deutschen Reiche auch in der Gesellschaft der anderen Nationen wieder den Rang und die Stellung zu erobern, auf die wir auf Grund unserer tausendjährigen Geschichte und unserer kulturellen Leistungen ein unverzichtbares Anrecht haben. Wir alle wissen, daß man uns dieses Anrecht streitig macht und daß das Friedensdiktat von Versailles eine dauernde und ewige Zweitrangigkeit und Difsamierung des deutschen Volkes bedeuten soll. Unsere wiederholten Anstrengungen, ein gleichberechtigtes Mitglied im Rat der Völker zu werden, sind vergeblich gewesen, und so hat es das deutsche Volk mit einer selten gesehenen Einmütigkeit begrüßt, als seine Regierung den entschlossenen Kampf um die Wahrung seiner Ehre und Würde auf dem Genfer Parkett aufgegeben hat. Daß dieser Entschluß nicht, wie behauptet wird, aus dem Kriegs= und Revanchewillen des deutschen Volkes geboren wurde, sondern daß es einzig und allein der Ausdruck des Willens der deutschen Nation ist, den Kampf um ihre Würde außerhalb des Völkerbundes fortzusetzen, das hat die programmatische Erklärung der Regierung klar und eindeutig festgestellt. Und wenn die westlichen Demokraten etwa zweifeln sollten, daß dieses Motiv aufrichtig, daß der brennende Wunsch des deutschen Volkes nach Anerkennung seiner Ehre und seiner Würde nichts mit kriegerischen Gedanken zu tun hat, daß es vielmehr das einstimmige Bekenntnis der deutschen Nation ist, dem kulturellen Fortschritt und der Erhaltung des Weltfriedens mit allen Kräften dienen zu können, dann wird die Volksabstimmung am 12. November durch eben dieses demokratischste aller Mittel der Welt beweisen, daß Regierung und Volk in ihrem Denken eins geworden sind. Das ist der Sinn, der einzige Sinn der Wahl des 12. November. Und wenn wir gleichzeitig neben dem Bekenntnis zu dieser Politik der Reichsregierung einen neuen Reichstag wählen, dann soll auch dieser Akt nur ein Bekenntnis der Nation zu der Regierung und dem Führer sein, dem sie am 5. März ein Mandat zu ihrer Rettung erteilte. Der 12. November wird für die geschichtliche Entwicklung Deutschlands von weitesttragender Bedeutung sein. Der 12. November wird ein Manifest Deutschlands, des Herzstücks Europas, für die Aufrechterhaltung der abendländischen Kultur gegen Bolschewismus und Klassenzersetzung, ein Manifest für die geistige Erneuerung Europas, für den Kampf um die Ehre und Würde der Nation und für den Friedenswillen des deutschen Volkes sein. Am 12. November wählen wir keine Parteien, kein System, wir wählen nichts als Deutschland. Der gestrige Bericht über die Rede des Vizetanzlers von Papen in Köln ist leider unkorrigiert in unserer Zeitung erschienen. Infolgedessen ist ein besonders übler Satzfehler stehen geblieben: Der Vizetunzler hat bestimmte katholische Organisationen natürtich nicht zeitraubende Formen genannt, sondern zeitgebundene. Reichsstand des Deutschen Handwerks wird festsesreult, daß das Verbot des Führens von Hakenkreuzsähnen durch die Handwerksinnungen so aufzufassen sei, daß die reinen Hakenkreuzfahnen nicht geführt werden dursen, wohl aber die Hakenkreuzwimpel an andwerksfahnen. Wie wähle Bei dieser Wahl erhält jeder Wahlberechtigte einen grunen und einen weißen Stimmzettel. Der grüne Wahlzettel ist für die Volksabstimmung und der weiße für die Reichstagswahl bestimmt. Der Wähler hat bei der Volksabstimmung auf den grunen Stimmzettel in den Kreis unter dem vorgedruckten„a“ sein Kreuz einzusetzen. Der Kreis unter„Nein" bleibt frei. Auf dem Stimmzettel für die Reichstagswahl wird in den Kreis hinter dem Namen der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei ein Kreuz eingezeichnet. Beide Stimmzettel werden in einem Umschlag abgegeben. So sehen die Stimmzettel aus, wenn du richtig gewählt haft! Der grune Stimmzettel: Billigst Du, deutscher Mann, und Du, deutsche Frau, diese Politik Deiner Reichsregierung, und bist Du bereit, sie als den Ausdruck Deiner eigenen Auffassung und Deines eigenen Willens zu erklären und Dich feierlich zu ihr zu bekennen? Nein Der weiße Stimmzettel: Der Millionenprozeß des Hauses Braunschweig gegen Preußen. Der Welfenfonds muß mit 20% au gewertet werden. w Leipzig, 10. November. Das Reichsgericht verkündete heute seine mit Spannung erwartete Entscheidung im Welfenfonds=Prozeß. Es wurden die Revisionen beider Klageparteien, des Gesamthauses Braunschweig=Lüneburg sowohl wie des preußischen Staates durch Teilurteil in der Hauptsache zuruckgewiesen. Das bedeutet, daß auch das Reichsgericht die bereits vom Kammergericht zugesprochene Aufwertung von 20%— das entspricht nach Früheren Berechnungen einer Summe von rund acht Millionen Reichsmar.— für gerechtfertigt erachtet. Weiter wurde die über den Satz von 4% hinausgehende Mehrforderung an Zinsen abgewiesen. Soweit jedoch eine Auszahlung des Aufwertungsbetrages berührt wird, mußte die Sache ausgesetzt werden, bis die Entscheidung der Devisenbewirtschaftungsstelle ergangen ist, von deren Genehmigung die Leistung der Zahlungen nach dem Auslande abhängig ist. Die Akten dieses Prozesses sind historisch und politisch von höchstem Interesse, sie führen in die Zeit, als es um Deutschlands Einigung ging, in die Epoche der größten Kraftentfaltung des Fürsten Bismarck. Die kriegerischen Ereignisse des Jahres 1866 waren vorüber, die drei Fürsten Herzog Adolf von Nassau, der Kurfürst von Hessen und der König Georg von Hannover waren depossediert, ihre Länder waren preußisch geworden. Zur Durchführung aller erforderlichen Maßnahmen erhielt die preußische Regierung diktatorische Gewalten. Im Verlauf der Vermögens=Auseinandersetzung bekam Herzog Adolf von Nassau eine Kapitalabfindung von 9 Millionen Talern, die Summe gelangte in preußischen Staatspapieren zur Auszahlung; Herzog Adolf wurde später Großherzog von Luxemburg. Der Kurfürst von Hessen, der eine Dotation von jährlich 300 000 Talern zugesprochen erhielt, kam selbst nicht in den Genuß des Geldes, weil es wegen bestimmter Erklärungen, die er gegen Preußen abgegeben hatte, zunächst der Beschlagnahme verfiel. In dem Vertrage, den Preußen Ende September 1867 mit dem König von Hannover abschloß— unterzeichnet war er für den König von dem Abgeordneten Windthorst— wurde bestimmt: der König von Hannover erhält zur Abfindung seiner Ansprüche an die hannoverschen Domanialgüter eine Summe von 16 Millionen Talern oder 48 Millionen Mart, wovon 11 Millionen in 4½ prozentigen preußischen Papieren übergeben werden sollten und 5 Millionen in bar, davon sollte jedoch die Summe abgehen, die der König bei Ausbruch des Krieges nach England übergeführt hatte. Fürst Bismarck hatte die Höhe der Abfindung mit der Erklärung gerechtfertigt, dem König von Hannover solle so viel Einkommen gelassen werden, daß er„inmitten des reichen englischen Adels mit Anstand ohne beschämende Erinnerung an politisches Unglück leben könne“. Das Abgeordnetenhaus genehmigte den Vertrag mit großer Mehrheit im Februar 1868. wenige Tage danach, am 2. März 1868, erschien jedoch eine Beschlagnaymeverordnung, welche die Ausführung des Vertrags bis auf weiteres verbot. Diese Verordnung war von der Regierung als sogenannte Notstandsverordnung„aus Gründen der öffentlichen Sicherheit“ erlassen. Es wurde mitgeteilt, der König Georg von Hannover habe bei der Feier seiner Silbernen Hochzeit in Hitzingen einen Trinkspruch auf die Wiederherstellung des Welfenhauses und die Rückkehr nach Hannover ausgebracht, weiter wurde über die Gründung einer sogenannten Welfen-Legion in Frankreich berichtet, die aus der Schatulle des Königs bezahlt worden sei. Die Beschlagnahmeverordnung wurde im Landtag genehmigt, damals entstand für diese Vermögensmasse, den Welfenfonds, der Name Reptilien=Fonds, nachdem Bismarck im Landtag erklärt hatte:„Ich glaube, ich verdiene Ihren Dank, wenn wir uns dazu hergeben, bösartige Reptilien zu verfolgen bis in ihre Höhlen hinein, um zu beobachten, was sie treiben." Die Einkünfte aus dem Fonds wurden, so führt die„B. Z“ aus, vom Preußischen Ministerpräsidenten in der Folgezeit zur Verhinderung staatsfeindlicher Umtriebe verwertet, sie unterlagen keiner parlamentarischen Kontrolle und waren vielfach Gegenstand lebhafter politischer Erörterungen. Später kam es zu Vereinbarungen über einen Teil der Zinsen zwischen den Cumberländern und Preußen. Aber schließlich drängte doch die Frage zur Entscheidung, was aus dem Stammkapital von mehr als 40 Millionen werden sollte, das zunächst in Preußischen Konsols, also Wertpapieren angelegt war, später jedoch in das Staatsschuldbuch eingetragen wurde. Das Haus Braunschweig=Lüneburg klagte nach der Inflation auf Aufwertung uno zwar auf volle Aufwertung der 40 Millionen. Landgericht und Kammergericht wiesen jedoch diese Klage ab und meinten. Preußen brauche nur 8 Prozent davon nach dem AnleiheAblösungsgesetz zu zahlen. Das Reichsgericht schlug einen Vergleich vor, der jedoch keine Annahme fand; der Streitfall wurde an die Vorinstanzen zurückverwiesen. Inzwischen schuf der preußische Staat im Jahre 1931 ein besonderes Abfindungsgesetz, danach wären dem Hause Braunschweig=Lüneburg etwa 4 bis 5 Millionen zugeflossen, aber die Gerichte vertraten den Standpunkt, das preußische Gesetz könne auf diesen Rechtsstreit keine Anwendung finden. Der Prozeß ging weiter: das Landgericht bewilligte dem Welfenhaus eine Aufwertung von 25 Prozent— etwa 10 Millionen— das Kammergericht nur 20 Prozent. 70000 Morgen werden fruchtbar gemacht. Im Zusammenhang mit dem Bau des Mittellandkanals wird an der braunschweigischpreußischen Grenze ein Gebiet von ca. 70 000 Morgen, das zum Teil völlig unter Wasser steht, zum Teil infolge Trockenheit unfruchtbar ist, für die landwirtschaftliche Nutzung gewonnen werden. Der Reichsverkehrsminister wird im Einvernehmen mit dem Reichsernährungsminister in den nächsten Tagen dem Reichskabinett einen entsprechenden Gesetzentwurf zugehen lassen. Die gesamte Arbeit ist auf etwa vier Jahre berechnet. Winterurlaubskarten mit erweiterter Fahrpreisermäßigung. Die Deutsche Reichsbahn beabsichtigt, versuchsweise für die Zeit vom 1. Dezember 1933 bis zum 31. März 1934 im Anschluß an die Sommerurlaubskarten nunmehr auch Winterurlaubskarten auszugeben. Diese Karten werden der Bevölkerung erweiterte Vergunstigungen gegenüber den Sommerurlaubskarten besonders dadurch bieten, daß die Fahrpreise bei wachsender Entfernung niedriger werden. Ueber die Einzelheiten wird demnächst weitere Mitteilung folgen. Greisin bei lebendigem Leibe verbrannt. )( Berlin, 9. Nov. Am Dienstag die 86 jährige Rentenempfängerin früh verbrannte deline Selte in ihrer Wohnung an der Apostelkirche 6 bei lebendigem Leibe. Die Feuerwehr fand die Greisin vor ihrem Bett in der Nähe eines Sofas liegend brennend vor. Vermutlich ist die alte Frau beim Aufstehen mit ihrem Licht gestürzt und konnte sich nicht mehr retten. Die Leiche ist beschlagnahmt worden. Das Feuer konnte auf das Stübchen der alten Frau beschränkt werden. Wetterbericht. Vorhersage für Samstag: Nach kalter Nacht noch vielfach Dunst oder Nebel, tagsüber strichweise austretende Niederschläge, Temperaturen allmählich ansteigend, um West schwankende Winde. — Wahrscheinliche Weiterentwicklung: Wieder einsetzende Wetterberuhigung. Die außenpolitische Aussprache in der französischen Kammer. Deutschland und immer wieder Deutschland! tu Paris, 10. November. Die französische Kammer hat äm Donnerstagnachmittag die große außerpolitische Aussprache begonnen. Interpellanten der verschiedensten Gruppen werden zur Frage der Abrüstung, der angeblichen Aufrüstung Deutschlands, der allgemeinen internationalen Lage sowie der Saarfrage von der Regierung Aufklärung verlangen. Die Antwort des Außenministers und des Ministerpräsidenten, die ursprünglich für den heutigen Donnerstag erwartet war und dann auf Freitag verschoben wurde, wird möglicherweise erst Anfang kommender Woche erfolgen. Als erster Redner ergriff Donnerstag der Abgeordnete Montillot(Gruppe Tardieu) das Wort, um die seinerzeit erfolgte Verhaftung von drei saarländischen Kommunisten in der Pfalz zu handeln. Zum Schluß ging Montillet auf die bevorstehende Volksabstimmung im Saargebiet ein und forderte, daß sie„frei und aufrichtig" sein solle. Er berichtete von einem angeblich zurzeit im Saargebiet herrschenden Terror, der von oben inspiriert werde, weil Deutschland die Abstimmung vermeiden wolle. Vizekanzler von Papen habe angeblich in einer Unterredung erklärt, die Volksabstimmung dürfe nicht stattfinden(?). Montillot forderte die Bildung einer Polizei im Saargebiet die jedem Einfluß des Reiches entzogen und nur dem Saargebiet zur Verfügung gestellt sein müsse. Frankreich solle die Frage der öffentlichen Sicherheit im Saargebiet vor den Völkerbund bringen. Der radikalsozialistische Abgeordnete Guernut warf Deutschland vor, daß es aufruste. Deutschland habe die Abrüstungskonferenz verlassen, weil es befürchte, daß die Kontrolle seine Verstöße entschleiert hätte(?) Der ehemalige Kammerchef Clemenceaus der Abgeordnete George Mandel, warf dem Außenminister vor, daß er die Politik der Liquidation des Sieges fortsetze. Deutschland habe nur das eine Ziel, die Verträge zu zerreißen, damit die ehemals deutschen Gebiete wieder deutsch würden. Was gedenke die französische Regierung im Hinblick auf die bestimmte Aufrüstung Deutschlands zu tun? Es sei unerhört, daß Deutschland die Gleichberechtigung zugestanden sei. Auf alle Fälle wäre es unzulässig, daß Frankreich noch weiter abrüste, um Deutschland wieder nach Genf zurückzuführen. Die Regierung solle von dem Recht Gebrauch machen, das der Artikel 213 ihr gebe, um die Eröffnung einer internationalen Untersuchung zu veranlassen.(Lebhafter Beifall auf sämtlichen Bänken der Kammer). Paul-Boncour erklärte von seiner Bank aus, daß er es immer bedauert habe, daß man sich nicht häufiger auf den Artikel 213 berufen habe. Mandel schloß seine Ausführungen mit phantastischen Angaben über die angebliche deutsche Aufrüstung. denn deutsche seine Ehre unsere Ehre und unsere Seine Rdolf Hlller) Aus Münster und dem Münsterland. Gewaltige Versorgungsaktion fürs nordwestfälische Notstandsgebiet. Zufriedenstellende Belieferung der Bedürftigen mit Kartosfeln und Kohlen.— Erleichterungen in der Fettversorgung. Das Winterhilfswerk des deutschen Volkes, wohl die größte Hilfsaktion, die je durchgeführt wurde, ist gerade im Gau Westsalen=Nord schon soweit gefördert worden, daß mit einer allgemeinen Befriedigung der Bedürfnisse in dem von der Not am ärgsten betroffenen Gebiete gerechnet werden kann. Vertreter der Reichsregierung haben auf einer mit aller Umsicht geleiteten Insormationsreise alle die Nöte kennen gelernt, die zu beheben sind, haben gleichzeitig aber auch einen Eindruck von der gewaltigen Arbeit gewonnen, die zur Ueberwindung derartiger Hindernisse notwendig ist. Auf Grund der mit aller Gründlichkeit eingeholten Informationen sind neue Maßnahmen getroffen, die in den Notstandsgebieten eine weitere Linderung der Not nach sich führen sollen. Es werden im Laufe dieser Woche, spätestens aber zu Beginn der nächsten Woche Reichsgutscheine für Winterbekleidung herausgegeben, die es den mit Winterkleidung schlecht versorgten Volksgenossen ermöglichen, sich wenigstens zunächst mit dem Notwendigsten zu versorgen. Zu dieser Maßnahme gesellen sich noch Spenden der Kleiderfabriken und Konsektionshäuser, die sich in den Dienst der Winterhilfe stellen wollen. Die Kohlen= und Kartoffelzuteilung ist in vollem Gange und sichergestellt. Eine starke, das Volksganze berührende Maßnahme ist die bereits erfolgte Fettverbilligung, die nun noch dahingehend ausgewertet wird, daß der Personenkreis der Bezugsscheinempfänger durch verbilligte Haushaltsmargarine wesentlich erweitert wird. Neben dieser billigen Ware bleibt dann noch für die nächste Zeit, bis eine grundsätzliche Regelung erfolgt ist, auch die Haushaltsmargarine in der mittleren Klasse bestehen. Auch die Brotzuteilung wird in einer Weise geregelt werden, daß die notleidenden Kreise der Vevölkerung vollends zufrieden sein können. Große Mengen Mehl stehen für die nordwestfälischen Industriestädte bereit. Neben dieser Hilfsmaßnahme laufen dann noch Spenden aus den westfälischen Brotfabriken. Außerdem gelangen noch zur Verteilung 500 Zentner Käse und ca. 25 000 Pfund Seefische. Der NS. Frauenschaft, wie überhaupt den in der Arbeitsgemeinschaft des Winterhilfswerks mitarbeitenden Frauenorganisationen bleibt es vorbehalten, eine Verarbeitung und verwendungsfähige Gestaltung der in Form von Bettfedern, Tuchen und dergleichen neuerdings einkommenden Spenden durch die eigens hierfür eingerichteten Nähstuben und auch durch den weiblichen Arbeitsdienst vorzunehmen. Das ganze deutsche Volk ist mittätig am Winterhilfswerk. Jeder Bedürftige soll und wird betreut werden. Der Wille des Führers, daß kein Deutscher in diesem Jahre hungern oder frieren o11. wird zur Verwirklichung gelangen. Ergebnis der Eintopfgericht= Sammlung im Gau Westfalen=Nord. emd= Münster, 10. Nov. Die Pressestelle der NS. Volkswohlfahrt teilt uns die Einzelergebnisse der Eintopfgericht=Sammlung in den einzelnen Kreisen des Gaues Westfalen=Nord am 5. November wie folgt mit: sorgeunterstützten. Die Schulden der Stadt Münster aus Aufwertungsverpflichtungen, Anleiheschulden, Darlehen, Restkaufpreisen und Hypotheken belaufen sich auf insgesamt 39 831 276 Rm. im Voranschlag für 1930 und betrugen aber vor dem 1. Jan. 1924 nur 2314 877 Rm. Demgemäß ist gegen die Zeit vor dem 1. Januar 1924 eine Steigerung der Schulden der Stadt Münster um insgesamt 87 516 399 Rm. festzustellen. Hierzu kommen noch 50 Prozent der Bürgschaftsverpflichtungen in Höhe von 7 812 612 Rm., so daß im Endergebnis also eine Steigerung der Schulden von 45 329 011 Rm. im Vergleich zur Zeit vor dem 1. Januar 1924 zu verbuchen ist. Auf die bis 1933 verflossenen neun Jahre verteilt, ergibt das eine durchschnittliche jährliche Steigerung der Schulden der Stadt Münster in den letzten 9 Jahren um jährlich 5 Millionen Rm.! 5.9 Mill. Mk. für Arbeitsbeschaffung A Münster, 10. November. Vor den Stadtverordneten entwickelte Oberbürgermeister Albert Hillebrand das Arbeitsbeschaffungsprogramm für die Stadt Münster. Es sieht insgesamt 328 660 Tagewerke vor und wird 2200 Menschen Arbeit und Brot vermitteln, die sechs Monate lang in 150 Arbeitstagen schaffen werden. Planung und Mittel sind bereits sichergestellt und belaufen sich auf 5,9 Millionen Rm. Das Programm sieht Hoch= und Tiefbauarbeiten vor, wie u. a. ein Riesenausbau der zum Teil schlechten Straßen. Asphaltierung, Fortführung der Arbeiten am Staubecken„Aasee“, Gas= und Wasserrohranlagen, Kanalisationsarbeiten, Wohnungsbau, Instandsetzungsarbeiten verschiedener Art usw. Aufruf des Gauleiters Dr. Meyer! Deutsche Volksgenossen und Volksgenossinnen! Nach einem Ausklärungsfeldzug von vier Wochen, der mit allen Mitteln der Propaganda geführt worden ist, weiß heute jedes Kind in Deutschland, worum es am 12. November geht. Es geht nicht um die NSDAP., es geht nicht um die Führer der NSDAP., es geht nicht um die Erringung von Parlamentssitzen, nein, darum geht es nicht. Am 12. November wird über das Schicksal des Volkes und der deutschen Nation entschieden. Du. deutsches Volk, hast die Entscheidung in der Hand. Du sollst erklären, ob Du die Politik der Reichsregierung billigst. Du sollst am 12. November sagen: Ja, ich billige die Politik des Friedens. Das deutsche Volk will ehrlich den Frieden, um den nationalsozialistischen Volksstaat in Ruhe aufbauen zu können. Das deutsche Volk will ehrlich den Frieden, weil es Arbeit und Brot will, weil es seine zerstörte Wirtschaft wieder herstellen und weil es durch Heilung der wirtschaftlichen Schäden im eigenen Lande auch zur Ueberwindung der Weltwirtschaftskrise beitragen will. Das deutsche Volk will ehrlich den Frieden, weil es die großen kulturellen Aufgaben, die der Nationalsozialismus dem deutschen Volke stellt, durchführen will. Du sollst am 12. November sagen: Ja, ich billige diese Politik des Friedens. Du sollst aber auch sagen, daß das deutsche Volk wohl den Frieden ersehnt, aber auch die Gleichberechtigung verlangt. Es geht nicht mehr, daß ein 65=Millionen=Volk weiterhin als minderwertig im Rate der Völker sitzt, nur Diktate zu unterschreiben hat und in seiner Existenz und Sicherheit von einer waffenstarrenden Welt aufs schwerste bedroht ist. Du sollst sagen, deutsches Volk, daß Du endlich wieder als gleichberechtigt in der Welt anerkannt werden willst. Du sollst sagen, das Du es billigst, daß nicht eher wieder Vertreter Deutschlands an einer Abrüstungskonferenz oder einer Völkerbundssitzung teilnehmen werden, bis nicht das feierlich gegebene Versprechen der Gleichberechtigung dem deutschen Volke eingelöst ist. Du sollst sagen, deutsches Volk, daß Du die Politik der Reichsregierung billigst, die bereit ist, bis zum letzten Maschinengewehr abzurüsten, wenn auch der Gegner tatsächlich abrüstet. Es muß aber endlich in der Welt das Geschrei von der Bedrohung der Sicherheit der Welt durch das deutsche Volk aufhören, wenn die ganze Welt in Waffen starrt, Deutschland aber waffen= und wehrlos ist und in seiner eigenen Sicherheit aufs schwerste gefährdet ist. Du sollst am 12. November Dein„Ja“ sagen und die nationalsoziglistische Liste wählen, damit das Ausland sieht, daß ein neues Deutschland entstanden ist, daß in diesem Deutschland jetzt das Volk geschlossen hinter seinem Führer steht. Die Millionen Deutsche sollen durch ihr„Ja“ dem Ausland beweisen, daß in Deutschland Volk, Führer und Willen eins sind. Das Ausland soll sehen, daß das Deutschland des Klassenkampfes und Standesdünkels überwunden ist. Das Ausland soll sehen, daß das Deutschland der Zerrissenheit überwunden ist. Am 12. November soll das geeinte deutsche Volk in einer gewaltigen Demonstration für Frieden und Gleichberechtigung in seiner Geschlossenheit dem Ausland zum Ausdruck bringen, daß Volk und Führer durch nichts zu trennen sind, daß jede Hoffnung eitel ist, jemals wieder Süddeutschland gegen Norddeutschland, Partei gegen Partei. Sozialdemokratie gegen das nationale Deutschland, oder gar Volk gegen Führer ausspielen zu können. Wenn das Ausland sieht, daß am 12. November das gesamte Volk„Ja“ sat und das gesamte Volk geschlossen die nationalsozialistische Liste der treuesten deutschen Männer wählt, so wrd es diesem Deutschland der nationalen Ehre und Würde und diesem Volk, das mit seinem Führer und seiner Recierung so geschlossen für den Frieden und die Gleichberechtigung eintritt, das Recht wieder zubilligen, das unser deutsches Volk auf Grund seiner Leistungen um die Welt verdient hat. Es gilt, am 12. November dem deutschen Volke wieder die Weltgeltung zu erkämpfen. Es gilt, am 12. November die Schande des 9. November 1918 wieder wettzumachen. Es geht am 12. November um die Erringung der Freiheit, denn ohne Freiheit gibt es keine Arbeit und kein Brot. Wer am 12. November nicht „Ja“ sagt und die nationalsozialistische Liste wahlt, macht sich zum Landes= und Volksverräter. Wer nur„Ja“ sagt und nicht die vorgelegte Reichstagsliste wählt, macht sich ebenso zum Landes= und Volksverräter. Der alte Reichstag mußte aufgelöst werden, da er nicht mehr dem Willen des deutschen Volkes entsprach und vom Ausland nach Auflösung der alten Parteien als ein Rumpfreichstag der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiter=Partei angesehen wurde. Der alte Reichstag mußte aufgelöst werden, damit in den neuen Reichstag nur solche Abgeordnete einziehen, die für die Politik des Friedens und der Gleichberechtigung aus innerster Ueberzeugung eintreten und die fanatisch bereit sind, für das deutsche Volk das Letzte herzugeben. Wer am 12. November nicht„Ja“ sagt und nicht wählt und damit die Voraussetzungen für die Erringung der Freiheit nicht schafft, bringt das deutsche Volk um Arbeit und Brot. Der Volkskanzler Adolf Hitler hat in einem unendlichen Vertrauen zu Dir, deutsches Volk, Dir die Entscheidung über seine Politik und damit über das Schicksal des deutschen Volkes überlassen. Uebe Treue um Treue. In dem gewaltigen geistigen Kampf um die Erringung der Freiheit braucht er Deine Kraft, Deinen Glauben, Deine Liebe. Der Führer kommt aus dem Volk und kehrt immer wieder zu dem Volk zurück, um aus dem Volke heraus sich die Kraft für die Rettung der Nation zu holen. Er hat 14 Jahre lang um Dich gerungen, wie nie ein Staatsmann um sein Volk rang. Er hat für Dich, deutsches Volk, im Weltkrieg sein Blut vergossen und hat einen 14 Jahre langen, unendlich schweren und zähen Kampf um Dich geführt. Im Besitz der Macht müht er sich Tag und Nacht ab, um Dir Freiheit, Arbeit und Brot zu erkämpfen. Der 12. November wird der Welt beweisen, daß ein neues Deutschland entstanden ist, ein Deutschland der Ehre und der sozialen Gerechtigkeit. Der 12. November wird der erste Schritt des ganzen deutschen Volkes in die Freiheit sein. Deutscher Bauer, Bürger und Arbeiter, tue Deine Pflicht, stelle Dich hinter Deinen Volkskanzler Adolf Hitler und entscheide Dich für die Politik des Friedens, aber auch der Ehre und der Gleichberechtigung. Mit Hindenburg und Hitler für des deutschen Volkes Wiederaufstieg! Heil!! Gesamtergebnis Rm. 176 033,56 86 061,58 Münsters Finanzen nach dem ersten Halbjahre 1935. A Münster, 10. November. In der am Donnerstag abgehaltenen Stadtver ordnetensitzung gab Oberbürgermeister Albert Hillebrand einen Ueberblick über den Abschluß des ersten Halbjahres des Rechnungsjahres 1933 und schilderte dabei die Gesamtausgaben des ordentlichen Haushaltes und die Schulden der Stadt Münster in den letzten neun Jahren. Den einzelnen Positionen des Voranschlages 1933 fügen wir in Klammern die gleichen Summen aus dem Jahre 1924 bei. Im Voranschlag 1933 ist eine Gesamtausgabe des ordentlichen Haushalts in Höhe von 24 274 110(15 696 810) Rm. eingesetzt. Darin sind enthalten an Wohlfahrtslasten 5173812(1425 760) Rm. und Zinsen und Tilgung für die Schulden der Stadt in Höhe von 4 394 501(118 040) Rm. bei 1 982(—) Wohlfahrtserwerbslosen und 2369(452) Allgem. FürDr. Böckenhoff zum Landrat des Landkreises Münster ernannt. emd= Münster, 10. November. Das Staatsministerium ernannte den bisherigen kommissarischen Landrat des Landkreises Münster, Dr. Böckenhoff, mit Wirkung vom 1. November zum Landrat des Kreises Münster=Land. Der Landesbäuerinnen=Verband Westfalens ruft auf zur Entscheidung. A Münster, 10. November. In einem Aufrufe verweist der LandesbäuerinnenVerband Westfalens auf alles das, was bei der großen Entscheidung am 12. November für Nation, Vaterland und Familie auf dem Spiele steht und ruft mahnend und warnend jeder Bäuerin zu:„Du wirst am 12. Nebelung dem Schutzherrn deines Bodens, deines Heimes, deiner Kinder ein freudiges„Ja“ zu seinen schweren Entscheidungen zurufen, du wirst deinem Führer Adolf Hitler voll Vertrauen deine Kinder für jetzt und für die Zukunft anvertrauen. Du wirst sorgen, daß Männer im Deutschen Reichstag über deutsches Schicksal entscheiden, die treu zu unserem Führer stehen!“ Westfalens Landhandel rust auf zum 12. November. A Münster, 10. November. Der Leiter der Hauptabteilung 4 der Landesbauernschaft Westfalen, Heinrich Löffler(Dortmund), ruft unter Herausstellung des Kerngedankens„Wahlrecht ist Wahlpflicht“ den gesamten westfälischen Landhandel auf, in positiver Beteiligung an der Entscheidung des 12. November wie ein Mann treu und geschlossen zum Führer zu stehen. Kraftwagen fährt in SS.=Kolonne. -md= Münster, 10. November. Donnerstag abend fuhr ein Kleinkraftwagen kurz hinter der Kanalbrücke auf der Warendorfer Landstraße von hinten in eine marschierende SS.=Kolonne, die auf dem Wege nach Handorf war. Zwei SS.=Männer wurden leicht verletzt Der Ochtruper Raubmorder ermittelt? Drei wichtige Festnahmen. -md= Ochtrup. 10. November. Die systematische und sorgsam durchgeführte Arbeit der Mordkommision in Ochtrup hat, wie die Zeitung meldet, zu drei Festnahmen geführt, die hoffentlich den Raubmord an dem Viehhändler Heimann in Ochtrup klären werden. Nach sorgsamer Ueberwachung wurden drei Männer aus Ochtrup festgenommen, von denen einer der Tat dringend verdächtig ist, während die beiden anderen vielleicht Mitwisser oder Begünstiger sind. Wesentlich diente der Aufklärung ein Fund von Gegenständen, die wohl als Mordinstrumente gedient haben können und die Blutspuren aufweisen. Die gerichtschemische Untersuchung wird ergeben, ob es sich um Menschenblut handelt. X Wie wir noch weiter erfahren, handelt es sich bei den Verhafteten um einen Monteur Josef Schmidler, einen geborenen Oesterreicher, der seit Jahren in Ochtrup sich als Spinnmeister betätigte. Ferner wurden verhaftet der älteste Sohn und die Frau des Schmidler, Schmidler wurde 1889 in Bludens geboren. Die Kriminalzolizei und die Mordkommission bitten, daß sich alle Personen melden, die von Schmidler oder seinen Angehörigen seit dem Mordtage Geld bekommen haben, sei es durch Zahlung von Schulden oder durch Neuanschaffungen. Ferner legt die Mordkommission Wert darauf, zu erfahren, bei wem Schmidler im Laufe des letzten Jahres, vor allem aber in der letzten Zeit, um ein Darlehen vorgesprochen hat. Schmidler soll verschuldet gewesen sein und dringend Geld benötigt haben. Schmidler fiel seit dem Mordtage durch sein ungewöhnliches Benehmen auf, das darauf schließen ließ, er sei plötzlich zu Geld gekommen. Deshalb legt die Mordkommission, die seit dem Mordtage in Ochtrup fieberhaft arbeitet, allergrößten Wert auf die gewünschten Angaben. Derartige Angaben sind zu machen bei der Mordkommission Ochtrup. Amt. Auf Wunsch wird vertrauliche Behandlung zugesichert. Dringender Appell an die westfälischen Schafzüchter! Keine Abschaffung von Schafherden mehr. A Münster. 10. November. An die westfälischen Schafzüchter erläßt der Bevollmächtigte für die Neuorganisation der deutschen Schafzucht, Frhr. von Gumpvenbera. einen dringenden Appell, in dem er dazu auffordert, keine Schafherden mehr avzuschaffen, da es dem Wunsche der Regierung im Zuge des allgemeinen Wiederaufbauprogramms des gesamten Wirtschaftslebens entspreche, Durch geeignete Maßnahmen würde dafür Sorge getragen, daß die Schafzucht in Kürze wieder wirtschaftlich gestaltet werden könne. In Schwierigkeiten geratende Betriebe sollten sich beim zuständigen Landes= oder Provinzialschafzuchtverein melden. Auch müsse darauf hingewiesen werden, daß der geplante Zusammenschluß der Schafhalter für diese keine finanzielle Belastung bedeute. A Münster, 10. Nov. Prozeß gegen die früheren Hauptverantwortlichen der Stadtsparkasse. Die Große Strafkammer des Landgerichts Münster wird am Dienstag und Mittwoch, den 28. und 29. November, gegen die früheren hauptverantwortlichen Leiter der Städtischen Sparkasse Münster unter dem Vorsitz von Landgerichtsdirektor Bergmann verhandeln. Angeklagt sind der frühere zweite Bürgermeister, Finanzdezernent Dr. Schlanstein, Sparkassendirektor Hillekamps und unbesoldeter Stadtrat Wilbrand. Die Anklageschrift lautet auf Untreue, Unterschlagung, Urkundenfälschung. + Ahlen, 10. Nov. Vom Lastwagen überfahren und getötet. Donnerstag abend wurde auf der Dolberger Straße, unmittelbar vor der Bahnunterführung am Südbogen, der hier wohnende Wilhelm Wienecke von einem Lastzug überfahren. Der Führer des Wagens hatte von dem Unfall nichts bemerkt. Es wird angenommen, daß der Ueberfahrene, der verheiratet ist und sofort tot war, während der Fahrt auf die zwischen dem Lastwagen und dem Anhänger besindliche Deichsel gesprungen ist, um mitzufahren und dann während der Fahrt beim Abspringen überfahren wurde. 100=Klm.=Mannschaftsrennen in der Halle Münsterland. Münsters Winterbahn erwacht. Die erste, ungeduldig erwartete Ausschreibung der „Halle Münsterland“ ist erschienen. Am 19. November sollen zum ersten Male in diesem Winter wieder die der über die Holzlatten unserer schnellen Winterbahn rollen. Die Amateure sollen sich in einem Mannschaftsmehrkampf messen, der sich aus Malfahren, fahren und einem 200=Runden=Mannschaftsfahren zusammensetzt. Für die Berufsfahrer aber ist schon an diesen ersten Renntage eine Machtprobe vorgesehen; sie sogleich ein 100=Klm.=Mannschaftsrennen Wenn auch die Veröffentlichung der Ausschreibung diesmal unerwartet lange hat auf sich warten lassen u wenn auch gleichzeitig zwei Sechstagerennen— in Derlin und Amsterdam— laufen, so ist doch jede Sorge überflüssig, ob sich für das Eröffnungsrennen auch ein ans messene Besetzung finden ließe. Es hat sich längst hern gesprochen, daß keineswegs immer die Rennen am s0 nendsten und lebendigsten verlaufen, in denen sog. Sechstage=Kanonen vertreten sind. Die Erfahl hat gelehrt, daß gerade junge, ehrgeizige Fahrer die da harsten sind, und deshalb hat unsere gewitzigte N leitung recht daran getan, daß sie ihre Bemühungen vornherein wieder darauf gerichtet hat, erster solche unverbrauchten, aufstrebenden Kräfte jür sich ogewinnen. Dazu rechnen wir z. B. Clausme Sagurna, die eben erst unter die Berufsfahrer ges gen sind. Die Dortmunder haben als Amateure in Halle Münsterland des öfteren Proben ihres Kontengegeben, und ihr günstiges Abschneiden jüngst in „Nacht“ der Dortmunder Westfalenhalle ist die beste fehlung für sie. Aehnlich verhält es sich mir Ebeling. Vielversprechend ist auch die neudwe, Verbindung Ippen=Jean Schorn. in dern terer Berufsfahrerneuling, aber gleichwohl ter Fahrer sich mit einem älteren in allen Sarte. Zie rechten Mannschaftsfahrer zusammengefunden har. e Verpflichtung dieser drei Paare bedeutet einen gufang. Ueber weitere Teilnehmer wird in den i Tagen berichtet. Wus Oschüngel Jäger von ihren Abentenerfahrten Ein Meusch ist von einer Kobra gebissen worden XI. Unter einem großen Urwaldbaum hatte unsere Kostbarkeit seine Höhle. Ich räucherte den Zugang Daus, um den Dachs zum andern Ausgang herauszutreiben, an dem Lal mit einem Netz postiert war. Da ich besondere chemische Präparate dem Räuchertopf zusetzte, die die Tiere auf jeden Fall zum Rückzug in die frische Luft zwingen, mußten wir Erfolg haben. Aber auch der erfahrenste Mann wird manchmal durch Tiere zum besten gehalten. Ich hatte nicht mit einem epentuellen dritten, für uns vollkommen unsichtbaren Ausgang gerechnet. Daraus sauste plötzlich das Jier hervor, rannte eine Strecke über freie Fläche, um dann in einem Buschwerk, das ihm sicher genau bekannt war, zu verschwinden. Da es noch kein ausgewachsenes Tier war, sondern nur ungefähr die Größe eines Waschbärs hatte, konnte es sich schnell verbergen. Lal mit dem Netz hinterher. Auf Händen und Knien kroch er in den Busch, fuhr aber plötzlich entsetzt zurück. In der Hand hielt er dicht unter dem Kopf gepackt eine voll ausgewachsene schwarze Kobra. Sie hatte ihn in die linke Hand unter den kleinen Finger gebissen, mit der anderen hatte er sie weggerissen, und schleuderte sie mit stierem angsterfüllten Blick von sich, als ich angerannt kam. Ein Schlag mit dem schweren Stock, mit dem ich in dem Höhleneingang des Dachses gestochert hatte, dem giftigen Untier auf den Kopf, und sie war tot. Dann sah ich mir Lal an. Der Bursche gebärdete sich, als sei er schon jetzt verloren. Die schwarze Kobra ist nicht sehr groß, aber ihr Gift ist eines der schrecklichsten. Jedes Jahr hat die schwarze Kobra eine Reihe von Menschenleben auf dem Gewissen, so daß dieses Tier für jeden Hindu und Malaien das Symbol des sofortigen und entsetzlichsten Todes ist. Ich sah die beiden Punkte, wo die Giftzähne eingeschlagen worden waren. Der von Grauen überfallene Bursche starrte auf die Wunden, zitterte am ganzen Leib, und ächzend sank er zusammen. Arbeite ich im Urwald, so trage ich immer eine Blutstauungsklammer bei mir. Also sofort heraus mit ihr, und jegliche Blutzufuhr am Oberarm unter Zuhilfenayme eines Stockes, der fest eingeklemmt wurde, abgesperrt. So konnte ich auch immer wieder nachziehen, wenn ich es für nötig hielt. Ich zog jetzt so hart an, daß der Bursche vor Schmerz laut aufschrie. Dann liefen wir wie die Verrückten zu unserem eine halbe Meile entfernten Lagerplatz zurück, ich immer die Hand auf der Klammer, damit sie nicht nachgab. Lal rief nach Vishnu und anderen Göttern— er war wirklich kein Feigling, aber der Biß einer schwarzen Kobra bedeutet Tod! Nur gelegentlich, wenn weiße Hilfe sofort eingreifen kann, wird der Eingeborene gerettet, aber das trifft dann wieder nicht so oft zu, als daß diese Möglichkeit unter den Eingeborenen sich herumspricht. Kaum in der Hütte angelangt, nahm ich eine Rasierklinge und durchschnitt die Wunde kreuz und quer, bis sie ganz offen lag. In die weit auseinandergespreizte Wunde führte ich eine stark konzentrierte Kalilösung in Kristallform, dann wurde das Blut immer wieder hinausgedrückt, wobei die Kristalle immer wieder erneuert wurden. Zur Aufmunterung bekam der Bursche ein paar Kognaks. In kaum einer halben Stunde wurde die Hand schwarz, und im Laufe der nächsten zwei oder drei Stunden ging die schwarze Färbung auf den ganzen Arm bis zum Schulterblatt über. Lal wurde auf eine Bambusbank gelegt, die Kristalle immer wieder erneuert. Das Fieber betrug fast 41 Grad. Menschliche Hilfe konnte hier nichts mehr erreichen, vielleicht half ein gütiges Geschick. Während in mir bisher bekannten Fällen die einem derartigen Unglücksfall zum Opfer gefallenen Eingeborenen sofort in Delirium verfallen waren, blieb Lal vollkommen klar, wiederholte nur immer sein klägliches: „Master, Master, ich muß sterben!" Natürlich suchte ich ihm das auszureden, aber insgeheim mußte ich ihm fast beipflichten, als der Arm vollkommen schwarz wurde. detzt, als die Kristalle an der Arbeit waren, lockerte ich die Blutstauung etwas, schließlich mehr und mehr, bis ich den Knebel ganz abnahm. Später am Abend gab ich dem Armen noch eine kräftige Dosis Chinin. wußte, wenn ich die Nacht über bei ihm blieb, käme leichter darüber hinweg— also blieb ich an seiner Seite, döste nur manchmal im Stuhl ein wenig ein. Verschiedentlich klagte Lal über heftige Schmerzen und einsetzende Steifheit des Armes. Ich beruhigte ihn mit dem Hinweis, daß das ein gutes Zeichen sei, in Wahrheit hatte ich keine Ahnung, was das bedeuten könne. Schrecklich plägte mich der Gedanke, daß mein bester Hinduboy, der treue Lal Behudar, auf diese Weise sterben solle. Bei Tagesanbruch bekam er noch eine Portion Chinin, Schmerzen und Steifheit schienen nachgelassen zu haben, and ich nahm es als ein gutes Zeichen, als der arme Bursche für eine Stunde einschlief. Am sechs Uhr konnte ich zu meinem eigenen Erstaunen sorstellen, daß sich die Schwärze aus der Schulderzogen hatte, und daß sich am Arm bereits dieder normale Hautfarbe zeigte, die Temperatur war gefallen und betrug nur noch 38 Grad. Lal wgr auf dem Wege der Besserung. Das beste Zeichen war, daß keine Krämpfe aufgetreten waren. Die befahr war behoben, und ich war glücksfroh, daß mein cteuer Lal aus dem Schlimmsten heraus war. Am späten Nachmittag fiel die Temperatur weiter, und der ganze Arm hatte seine ursprüngliche Farbe wiederbekommen. Drei Tage danach arbeitete Lal wieder tüchtig. Von Ruhe wollte er nichts wissen, trotzdem er noch reichlich klapprig war, aber die Freude, nicht sterben zu müssen, ließ ihm die Arbeit als ein Kinderspiel erscheinen. Es war ein sehr kräftiger und gesunder Bursche, und ich wußte ganz genau, daß er mit seinen Lobeserhebungen über meine Hilfe mir viel zu viel Ehre antat, nur durch seine kräftige Konstitution hatte meine Kur Erfolg gehabt. Nach diesem Zwischenfall wäre mir Lal bis ans Ende der Welt gefolgt, ganz gleich, wie gefährlich sich die Sache ansehen würde. Wenn der Herr sich der Gefahr aussetzte, warum er selbst nicht? Zoologisch hatte ich ein Mißgeschick gehabt, der Schweinedachs war uns entwischt, und ich habe bis heute noch keinen fangen können. Oft hatte ich als erste Rettungsstation einzuspringen, ich möchte hier noch einen Fall erwähnen, der trotz der schmerzhaften nicht der komischen Seite entbehrte. Ich war auf dem Rückweg nach Amerika mit einem großen Vogeltransport, darunter Störche und Kraniche. Diesen langbeinigen Tieren geht es schlecht in ihren engen Quartieren. Ihre langen Ständer stoßen sich dauernd, und im allgemeinen gedeihen diese Vögel gar nicht während der Reise. Die einzige Hilfe: man verfrachtet sie aus ihren Verladekäfigen in einen großen Geflügelverschlag. Auf dem Schiff hatten sowohl Kapitän wie Steuermann mit meinen Tieren Mitleid in ihren engen Käfigen, und so wurde vom Schiffszimmermann ein ziemlich großes Gerüst fabriziert und mit einer Drahtumzäunung versehen. Damit uns unsere gefiederte Frachtladung aber nicht ab in die Lüfte ging, kam oben drüber eines der großen Verladenetze des Schiffes. Eine glänzende Versammlung von fünfunddreißig großen Sumpfvögeln ließ ich in diesem Gehege herumspazieren: indische Riesenkraniche, tibetanische Schneekraniche, Mädchenkraniche, gemeine weiße Störche, Adjutantenstörche und indische Schwarzkopf=Störche. Der letzgenannte Herr ist das mächtigste Mitglied der Storchenfamilie und zugleich das klügste. Er ist mindestens 1,50 m hoch. Ein weißer Körper, Schwingen und Hals glänzend schwarz, dazu leuchtend rote Ständer, ein enormer bräunlicher Schnabel, der weder in der Storchen= noch in der Kranichfamilie seinesgleichen findet. Am Schnabelansatz ist dieser Schnabel 8 Zentimeter breit und läuft dann in einer Länge von 45 Zentimetern in eine bajonettartige Spitze aus. Mit unglaublicher Schnelligkeit wird das Kleingetier der asiatischen Sümpfe mit dieser tödlichen Waffe aufgespießt. Der Boden des improvisierten Geheges wurde mit Stroh ausgelegt, das täglich gewechselt werden mußte, damit sich die Tiere sauber und behaglich fühlten. Als ich eines Nachmittags nach heftigen Regengüssen an meinem Vogelhaus vorbeispazierte, schien mir das Stroh reichlich schmutzig zu sein, es mußte sofort ausgewechselt werden. Ich war so auf Eile bedacht, daß ich selbst die Sache mit Lal gleich erledigen wollte. Wir zogen sofort das schmierige Stroh heraus. Als ich mich herabbeugte, um wieder eine neue Ladung aus dem Gehege herauszuschieben, packte mich, plötzlich und reichlich schmerzhaft, etwas von hinten. Es war, als ob mir jemand eine riesengroße Stopfnadel in den Körper gepiekt hätte. Ich fürchte, kein gerade salonmäßiger Ausdruck entfuhr meinem Mund außer einem lauten„Autsch!“ Kapitän und Steuermann hatten von der Brücke unserem Tun zugesehen. Der Bericht von Augenzeugen besagt, daß ein schwarzköpfiger Storch, dem meine Eile bei dem Hervorkehren des Strohes nicht zu passen schien, gerade in dem Augenblick, als ich mich wieder bückte, plötzlich seinen Schnabel in meine pathetisch in die Luft gestreckte, ungeschützte Hinterseite hineinbohrte. Es war nicht fair, wirblich nicht! Man erzählt sich, daß ich einen Luftsprung gemacht haben soll. Dann begann der Prozeß, dem verwundeten Tiersammler erste Hilfe angedeihen zu lassen. Es war kein ernsthafter Fall, aber Störche sind mit ihren Schnäbeln auch nicht gerade antiseptisch... so kam allerhand Jod auf eine gewisse Stelle. Der Tierfänger genas, und alles war wieder im Lot. * Aber nicht nur auf Menschen, mehr noch auf die Tierwelt erstreckt sich meine erste Hilfeleistung. Im asiatischen Urwaldgebiet wird alle Zugarbeit von Rindern ausgefuyrt, von denen der mit einem Höcker versehene indische Ochse, zoologisch als Zebu bekannt, der am meisten gebrauchte ist. Wir hatten einen frischgefangenen Tiger in dem üblichen, aus schweren Baumstämmen gefertigten Käfig und ließen unsere sich recht lebendig gebärdende Fracht auf einem der typischen Eingeborenenkarren, der mit zwei Zebus bespannt war, auf einem der durch den Urwald führenden Wege nach Senni in Nord=Johore ziehen. Dort wartete schon eine ganze Sammlung von Raubtieren auf mich, die für den Transport nach Singapore bereitstand. Das ganze malaiische Land wird im lichteren Urwald von Moorstrichen durchzogen, die fast immer mit hohem Gras bedeckt sind. Unterirdische Quellen sind die Ursache, über denen die Erdoberfläche zusammenbricht. Solche Moorlöcher haben oft sogar einen Durchmesser von drei Metern, sind manchmal bis an den Rand voll Wasser, oder auch nur richtige Löcher, in denen eine braune Sumpfbrühe einen halben Meter hoch steht. Die Tiefe dieser Löcher variiert zwischen 90 Zentimeter bis 2,50 Meter. Mit unserer erstklassig schönen Tigerfracht zogen wir gemächlich durch den Dschungel, hielten schön unseren bisher einigermaßen fahrbaren Weg ein, als plötzlich der rechte Zebu vollkommen verschwand. Er war in ein großes Sumpfloch hineingetappt! Die Zebus sind mit einem hölzernen Joch oben am Halse angeschirrt und noch mit einem Strick, der um ihre Kehle läuft. Unser Unglücks=Zebu streckte gerade noch seinen Kopf über den Rand des Loches, die richtige Situation, um sich augenblicklich selbst zu erhangen! Als der Zebu in das Loch hineinfiel, gab es auf dem Karren einen solchen Ruck, daß Ali und ich hinunterflogen. Ein Blick zum Tiger, ob an dem nach Eingeborenenart mit Rattan zusammengehaltenen Käfig auch alles in Ordnung war, dann hin zu dem Loch, wo der Zebu mit stieren Augen und heraushängender Zunge wie verrückt mit den Vorderhufen um sich schlug, um einen Halt zu finden, wieder selbst aus dieser Falle herauszukommen— ein nutzloses Copyright by C. Dunker-Verlag, Berlin W 62 Unterfangen! Nur eins blieb im Augenblick zu tun— heraus mit dem Messer, und den Strick durchgeschnitten, der in einer Minute das Tier ohne weiteres erwürgt hätte. Sofort versank der Zebu tief im Sumpfloch, der Morast war wie haltloser Triebsand. Aus einem nahegelegenen Feld wurden schleunigst sechs Malaien zu Hilfe geholt. Ichschlang meinen Lasso um die Hörner des Zebus. Ali mußte mit dem einen Ende auf einen Baum klettern, von dem ein kräftiger Ast gerade über dem Loch hing, zog das Seil dort herüber, dann legten wir neun Mann hoch— die sechs Malaien, Alt, der Karrentreiber und ich— und zogen nach Kräften. Der Zebu schrie immer angstvoller, aber in die Höhe bekamen wir ihn nicht. Es fehlten die richtigen Hilfsmittel, dann wäre die Sache ein Leichtes gewesen, so konnten wir jetzt das Tier nur vor dem völligen Versinken zu bewahren suchen. Neue Hilfe mußte geholt werden, und mit vier chinesischen Holzfällern gelang uns dann schließlich unsere Rettungsaktion. Seltsamerweise war das Tier vollkommen unverletzt, es hatte wohl ein richtiges Moorbad genommen, sonst nichts— kurze Zeit später rumpelten wir schon wieder weiter, als ob nichts passiert wäre. Jiger sind für ärstliche Rille nicht sehr dankbar Einige Jahre später kaufte ich einen Tiger, den ein malaiischer Boy im Distrikt von Indragiri in ZentralSumatra gefangen hatte. Ich hatte vor meiner Abreise nach Amerika nicht mehr viel Zeit zu verlieren und schloß dieses mir günstig erscheinende Geschäft sofort ab. Auf einem kleinen Flußdmpfer, der wöchentlich auf dem Indragiri verkehrt, kam der Tiger an. Ali machte die Umladung auf ein Sampan und brachte das Tier nach Singapore, von wo der Tiger mit Lastkraftwagen in mein acht Meilen entferntes Lager gebracht wurde. Gleich bei der Ankunft sah ich, daß das Tier eine schlimme Verletzung bekommen hatte. Zwischen den Zehen der hinteren linken Tatze befand sich ein eitriges Geschwür, in dem es bereits von Würmern und Maden wimmelte. Wenn ich nicht schnell eingreifen würde, bestand die Gefahr, daß ich das Tier entweder durch Blutveraiftung verlieren oder einen Krüppel unter den Händen haben würde. Man kann den Eingeborenen niemals die so notwendige Reinlichkeit beim Umgehen mit Tieren beibringen. Sie denken z. B. gar nicht daran, wenn man es ihnen nicht befiehlt, einen Käfig zu reinigen. Sicherlich war ein harmloser Kratzer die Ursache für diese jetzt recht gefährlich aussehende Wunde, und der Zustand des Käfigs wird sein übriges getan haben. Sollte dem Tier noch geholfen werden, so mußte ich sofort an die Arbeit gehen. Ich wickelte also um das Ende eines langen Bambusstockes ein in eine scharfe antiseptische Lösung getauchtes Tuch. Das Raubtier aber, dessen Temperament durch die Verletzung nicht im geringsten gedämpft war, schätzte meine Aufmerksamkeit für sein teures Leben absolut nicht. Mit wütendem Fauchen schlug das große, heimtückische Katzentier mindestens zehnmal den Stock zur Seite. Als ich aber immer wieder mein Vorhaben erneuerte, biß der Tiger einfach den Stock jedesmal ab! Das war also Zeitverschwendung. Schließlich kam mir der Gedanke, es mit einer Druckpumpe zu versuchen. Ich verschaffte mir nach einigem Hin und Her eine, die mir am besten für mein Vorhaben geeignet schien, mit der ich einen feinen Wasserstrahl bis in drei Meter Entfernung anbringen konnte. Zuerst übte ich nach anderen Zielen, bis ich mir den Tiger vornehmen konnte. Statt des Wassers füllte ich die Lösung in die Pumpe und bearbeitete damit die Wunde des Tigers. Wutschnaubend entzog sich mir das Tier. Schließlich und endlich erreichte ich doch, daß der Strahl die Wunde traf, und zwar gleich mit derartigem Druck, daß sofort einiges Ungeziefer ausgewaschen wurde. Heulend sprang der Tiger auf, scheinbar war ihm nun auch noch der Geruch des Reinigungsmittels unsympathisch; eine halbe Stunde lang konnte ich nichts mehr tun. Aber ich ließ nicht nach; er bekam doch noch einige tüchtige Waschungen, die ich während der folgenden drei Wochen täglich wiederholte. Plötzlich wuchs neues Fleisch an den Rändern der Wunde, so daß ich mit meiner energischen Behandlung nachließ. Nach einer Woche war das Tier so an die Pumpe gewöhnt, daß es, wenn es zufällig gerade an den vorderen Gitterstangen des Käfigs lag, ruhig liegen blieb, während ich dabei seine Wunde bearbeitete. Bald war die Urwaldkatze geheilt; sie verlor eine Klaue, die einfach abfiel, war aber sonst frisch und lebhaft, wie es ihr zukam. Ein Tiger kann mehr vertragen, als nur den Verlust einer Klaue. Gegen einen guten Preis wurde dieser Invalide a. D. in Amerika in glänzendster Verfassung an einen Zoo verkauft. Schnelle Hilfe hatte das Tier gerettet— und meine Hartnäckigkeit! * Der furchtbarste Kampf zwischen zwei lebenden Kreaturen ist der zwischen zwei ausgewachsenen Elefantenbullen. Leider ist es bisher nur wenig Menschen gelungen, einem derartigen Zweikampf, der an sich gar nicht zu den Seltenheiten gehört, zuzusehen. Nur der Fortpflanzungstrieb ist die Ursache derartiger titanischer Kämpfe. Rücksichtslos werden die jungen männlichen Tiere, sowie sich ihr Fortpflanzungstrieb regt, ausgetrieben, um sich eine eigene Herde zu suchen, oder sie wandern als einsame Junggesellen durch die Urwaldwelt. Vor einiger Zeit war ich geschäftlich in Ceylon. Mein nächster Aufenthalt sollte Süd-Indien im Distrikt von Bera sein, wo ich einige Aufträge über Leoparden, Tiger, Bären und Antilopen auszuführen hoffte. Lal war in Kalkutta und versorgte dort meine Vögel, Reptilien und sonstigen Tiere. Ich telegraphierte ihm, alles Getier in die verläßliche Pflege von Atool Achooli, eines gut bekannten dortigen Tierhändlers, zu geben und mich in einem Dorf oberhalb von Jalna, in dem wir schon im Vorjahr mehrere Tage zugebracht hatten, zu treffen, da ich seine Hilfe für meine neuen Jagdzüge unbedingt brauchte. Gerade wollte ich Kolomba verlassen, als sich mir sehr günstige Gelegenheit zum Erwerb einiger Mützenaffen und anderer Spezialitäten Ceylons bot, so daß ich meine Ankunft in Jalna um mehrere Tage hinausschob. Mit düsterer Miene traf ich dann Lal am verabredeten Ort. Begräbnisstimmung!„Was ist los, Lal? Bist du krank, traurig, oder was ist passiert?“ Kaum machte er den Mund auf, ich war die Spannung in persona. Grade als Lal mich erwartete, war ein Bambusschneider mit der Nachricht gekommen, daß in fünf Meilen Entfernung zwei Elefantenbullen um die Führerschaft einer Herde kämpften. Ein voll ausgewachsener und mächtiger Dickhäuter hatte sich an die grasende Herde herangemacht. Ohne einen Schnaufer auch nur von sich zu geben, hatte sich der Eindringling, der vier bis fünf Tonnen wog und 2,70 Meter Schulterhöhe maß, einem Weibchen liebeheischend genähert. Kaum hatte der Anführer der Herde, ein Riesenungeheuer, das wahrscheinlich schon 40 bis 50 Jahre lang jene Herde betreute, den Neuankömmling bemerkt, ls er auch schon mit wütendem Schnauben und Gebrüll und in die Luft erhobenem Schwanz— die den Elefanten charakteristische Manier beim Angriff— den jüngeren Rivalen von dem Weibchen trennte, und damit begann der Kampf. Lal wurde ganz geknickt bei dem Gedanken, daß ich, der seit Jahren auf einen derartigen Anblick wartete, nun nicht zur Stelle war. Denn gerade der Kampf zwischen zwei Elefantenbullen ist das gewaltigste, was sich im Urwald abspielt. Zwei- ja dreimal erzählte mir Lal an meinem Ankunftstage von dem Kampf zwischen den beiden Rivalen. Niemals war er bisher so redselig gewesen. Reichte sein Englisch nicht mehr aus, so malte er dies Geschehen in den glühendsten Wortbildern seiner eigenen Sprache. Der Bambusschneider hatte Lal in die Nähe des Kampfplatzes geführt, und als guter und erfahrener Gehilfe wußte er, daß er nur gegen den Wind zu diesem Anblick kommen konnte. Beim Herankommen an die bewußte Stätte verriet schon die Natur, daß bereits längere Zeit hier ein Kampf getobt haben mußte, in weitem Umkreis war das Unterholz zertrampelt, dicke Bambushölzer waren wie Streichhölzer umgeknickt, Bäume entwurzelt. Lal hatte sich auf einem Baum auf einer kleinen Anhöhe einen Beobachtungsstand gesucht und sah plötzlich die miteinander kämpfenden Elefanten Stirn an Stirn gepreßt vor sich, wie zwei Felsblöcke standen sie regungslos gegeneinandergestemmt. Beide bluteten schon aus verschiedenen Wunden, aber keiner war ernsthaft verletzt. Der erste Eindruck blieb dann aber weiter nicht so imposant, berichtete Lal. Das ältere Tiex, Barra Sahib nannte er es, schien über den Ausgang dieses Zwischenfalls vollkommen sicher zu sein und sich weiter gar nicht anzustrengen. Barra Sahib heißt in Indien„Der hohe Chef“, meistens für den obersten Leiter einer Firma oder einen hohen Regierungsbeamten angewandt. Den unternehmenden Eindringling bezeichnete Lal mit Do, was Nummer zwei heißen sollte. Do schien dem erfahrenen Alten des Urwaldes nicht viel Beunruhigung zu machen. Nachdem die beiden einige Minuten wie die Bildsäulen gestanden, wich Do plötzlich fünf Meter zurück und suchte dann im Anlauf dem Alten mit einem seiner über zwei Meter langen Stoßzähne einen kräftigen Stoß in die Seite beizubringen. Barra Sahibs. Zähne waren wohl nun etwas länger und dicker als die des jüngeren Rivalen. Die Stoßzähne der Elefanten sind ihre schrecklichste Waffe. Der Laie macht sich keinen Begriff von der Kraft dieser Waffe, denn die Dickhäuter, die er in den Zirkussen sieht, sind meistens Weibchen, die keine Stoßzähne haben. Manchmal kommt auch wohl ein Elefantenbulle in die Manege, aber fast immer sind diesem Tiere die Stangen abgesägt.(Fortsetzung folgt.) Aus der Stadt Gronau Betr. Ausgabe der Bezugsscheine für Haushaltmargarine und Reichsverbilligungsschetne für Speisefette Die Stadtverwaltung weist nochmals auf die Ausgabe der Bezugsscheine für Haushaltmargarine und Reichsverbilligungsscheine für Speisefette hin. Nach den Bestimmungen erhalten folgende Personen die Bezugsscheine: a) Die Hauptunterstützungsempfänger in der Arbeitslosenversicherung und Krisenfürsorge nebst den Zuschlagsempfängern; b) Die Arbeitslosen= und Krisenunterstützungsempfänger, welche wegen Krankheit für sich und die Zuschlagsempfänger bei der Zuständigen Krankenkasse Krankengeld beziehen; c) Die Empfänger von Kurzarbeiterunterstützung für und ihre zuschlagsberechtigten Angehörigen; d) Die Notstands= und Fürsorgearbeiter für sich und ihre zuschlagsberechtigten minderjährigen Kinder; e) Die Empfänger von laufender Wohlfahrtsunterstützung für sich und die Zuschlagsempfänger; f) Die Empfänger von Versorgungsbezügen nach dem Reichsversorgungsgesetz für sich und die Zuschlagsempfänger(Kriegsbeschädigte und Kriegerhinterbliebene); g) Die Empfänger von Invaliden=, Unfall=, Knappschaftsrente und Ruhegeld aus der Angestelltenversicherung für sich, ihre Ehefrau und unterhaltsberechtigten minderjährigen Kinder; h) Die Empfänger von Vorzugsrente nach dem Anleiheablösungsgesetz für sich, ihre Ehefrauen und unterhaltsberechtigten minderjährigen Kinder; i) Personen, deren Lohn und sonstiges Einkommen den Wohlfahrtsrichtsatz nicht wesentlich übersteigt für sich, ihre Ehefrau und minderjährigen unterhaltsberechtigten Kinder; k) Kinderreiche Familien mit vier(bei Witwen mit drei) oder mehr unterhaltsberechtigten minderjährigen Kindern für jeden Elternteil und jedes unterhaltsberechtigte minderjährige Kind. Bei den unter f—k aufgeführten Personen können die Bezugsscheine nur abgegeben werden, wenn das Gesamtnettoeinkommen 120% des Unterstützungsrichtsatzes der allgemeinen Fürsorge nicht überschreitet. Die Abgabe der Haushaltmargarine ist davon abhängig, daß der Bezugsberechtigte rechtzeitig(etwa 2 Wochen) vor dem beabsichtigten Bezuge den Stammabschnitt bei der Verkaufsstelle vorlegt. Jeder Stammabschnitt berechtigt zum Empfang von je 1½ Pfund Haushaltmargarine in den Monaten November und Dezember 1933 zum Preise von höchstens 0,19 RM. je ½ Pfund. Der Reichsverbilligungsschein für Speisefett gewährt eine Verbilligung beim Einkauf von mindestens ½ Pfund Butter, Käse, Schmalz, Wurst, Rohfett, Speck, Talg, Speiseöl, Margarine, Kunstspeisefett, gehärtetem Planzen= od. Tierfett von 0.25 A. Allen in Frage kommenden Personen wird empfohlen, die Bezugsscheine umgehend auf dem Fürsorgeamt in Empfang zu nehmen. Ein Arbeiter überlegt Soll ich? Oder soll ich nicht? Im Frühling war ich noch Sozialdemokrat und jetzt schon für Hitler stimmen? Eigentlich wollte ich mir diese Regierung noch ein bißchen länger ansehen und mich dann entscheiden. Aber bei der Volksabstimmung kann man ja gerne mitmachen. Mit der Friedenspolitik— das ist in Ordnung. Wenn Hitler die Arbeitslosigkeit ganz wegbringen und die Wirtschaft und alles in Deutschland neu machen will, dann kann er keinen Krieg brauchen. Und daß er dann aus dem Völkerbund ausgetreten ist... da hat er auch recht gehabt. Was sollen wir für so einen Verein immer Beiträge zahlen, wo wir doch nicht als voll behandelt werden. Und mit der Ehre, das stimmt schließlich auch. Der Mensch soll sich nicht alles gefallen lassen. Wenn ich mir alles gefallen lasse, dann trampeln sie schließlich alle auf mir herum. Und helfen tut mir keiner. Wenn die Leute aber sehen, die Deutschen halten durch und verschaffen sich Respekt, dann finden wir auch jemand, der mit uns zusammen Politik macht. Also das„Ja“ in der Volksabstimmung muß man Hitler schon geben. Dann sehen die Leute, das wir alle für den Frieden sind und daß wir auch Rückgrat haben. Und das nächste Mal, wenn Hitler dem Ausland zeigen will, wie wir Deutsche gesonnen sind, dann braucht er nicht wieder eine Volksabstimmung, dann hat er dafür den neuen Reichstag. Also den können wir dann am 12. November auch mitwählen. Zu einem letzten Appell für den Entscheidungstag des 12. November hatte die NSDAP. Gronau aufgerufen, nachdem bereits vor 14 Tagen im großen Schützenhofsaale Reichsstatthalter Dr. Meyer zu den Gronauer Wählern gesprochet hatte. In der gut besuchten Kundgebung am Donnerstag sprachen die Redner noch einmal in eindringlicher und überzeugender Weise über die schicksalhafte Bedeutung des 12. November. Der den Reden folgende Beifall wie der ganze Verlauf der Kundgebung wiesen noch einmal hin auf das große„Ja“ aller Deutschen, die am morgigen Sonntag sich im Kampf für Frieden, Ehre und Gleichberechtigung hinter den Volkskanzler Adolf Hitler stellen. Nach Schluß der Kundgebung marschierten die nationalen Verbände zum Kriegerdenkmal auf dem Horst=Wesselplatz, um hier in kurzen Augenblicken der Münchener Toten des 9. November 1923 zu gedenken. Am Fuße des Denkmals hielt Pg. Dengler eine Ansprache, in der er den Sinn des Gedenkens an die Gefallenen des 9. November 23 herausstellte und die Münchener Toten in die Millionenreihen der Weltkriegsgefallenen einreihte. Den Dank gegenüber den Toten abzustatten, gelte es, am 12. November 1933 ein freudiges „Ja“ für die Regierung Adolf Hitlers abzulegen, für unser Vaterland, das Deutschland heißt. Nach der Ansprache intonierte die SA.=Reserve=Kapelle das Lied vom guten Kameraden, während Sturmführer Dahlem einen Kranz am Denkmal niederlegte. Am heutigen Samstag, 20,15 Uhr findet vom Gronauer Schloßplatz aus ein großer Fackelzug statt. Dazu treten die nationalen Wehrverbände und alle Vereine geschlossen in Zivil an. Der Fackelzug soll die Verbundenheit aller Volksgenossen unserer Heimatstadt am Vorabend eines bedeutungsvollen Entscheidungstages demonstrieren! Unter dem Eindruck eines großen Ereignisses stand, wie in ganz Deutschland, gestern mittag auch unsere an des Reiches äußerster Westgrenze gelegene Stadt Gronau. Aus Anlaß der Uebertragung der Rede des Führers und Kanzlers Adolf Hitler aus den Siemens=Werken in Berlin war die Stadt gegen Mittag mit einem Male in ein Meer von Flaggen gehüllt. Als dann um punkt 13 Uhr die Sirenen der hiesigen Großwerke aufheulten, waren die großen Säle unserer Stadt mit den Massen der Arbeiterbelegschaften angefüllt, die an großen Lautsprecheranlagen der Rede folgten. Auch in den Schulen wurde die Rede gehört; ebenso war das Radio in den öffentlichen Lokalen und in den Privathäusern der Anziehungspunkt vieler deutscher Volksgenossen. Alle standen im Banne dieser Stunde, in der man urgewaltig das Gigantische dieses Kampfes des schaffenden deutschen Volkes um Brot, Ehre und Gleichberechtigung in der Welt fühlte. Es war eine überaus eindrucksvolle Manifestation des geeinten deutschen Volkes, die über die Grenzen des Reiches hinaus ihre erhebende Wirkung nicht verfehlt haben wird. ):( Für das Winterhilfswerk. Die Firma Hugo Ernsting Söhne, Rheine, stiftet für das Winterhilfswerk RM. 3000,— an Warengutscheinen. Davon erhält die NS.=Volkswohlfahrt Gronau Gutscheine für RM. 1000,—. Die Angestellten desselben Hauses in Gronau zeichneten RM. 240,—, wovon die erste Rate von RM. 40,— bereits an den Leiter der NS.=Volkswohlfahrt abgeliefert wurde. + Sanitätsdienst. Für die kymmende Woche(11. 11. bis 18. 11.) versehen den Sanitätsdienst: Aug. Stühl, Hahn=Straße 30, Tel. 235; Quidzinski, Albrechtstr. 26, Tel. 117; Kroll, Schöttelkotterhook 113, Tel. 87; Wilmanowski, Selkerstr., Tel. 248. Die NSKOV. ruft zur Wahl. Um 8,45 Uhr stehen die Mitglieder mit ihren Familienangehörigen vor den zuständigen Wahllokalen. Zum Heranbringen der Schwerbeschädigten und alten Leute steht ein Wagen zur Verfügung und zwar in der Hauptsache für den Vormittag. Es muß erwartet werden, daß dann alle Mitglieder gewählt haben.(Ausnahmsweise steht der Wagen auch für den Nachmittag zur Verfügung). Hinderungsgründe gibt es nicht. Die Kriegsopfer wollen eindeutig bekunden, daß sie zu Adolf Hitler stehen. Vom deutschen Volk fordern sie, daß es sich am 12. November seiner Pflicht bewußt ist, damit die gebrachten Opfer nicht vergebens sind. Es geht um das Lebensrecht der deutschen Nation. Darum darf keiner fehlen. :=: Im Silberkranz. Am heutigen Tage feiern das Fest der Silberhochzeit die Eheleute Postobersekretär Ferdinand ten Vorde und Frau Gertrud geb. Wibbecke, Eper Str. 46. Dem Jubelpaare unsern herzl. Glückwunsch! ):( Reisende, besorgt euch Stimmscheine! Wer am Sonntag verreisen will und am Heimatorte nicht wählen kann, möge sich unbedingt einen Stimmschein besorgen. Jeder Reisende wird am Wahlsonntag in böflicher Form nach seinem Wahlschein gefragt werden. Wer also Verzögerungen auf der Reise vermeiden will, sorge dafür, daß er einen Stimmschein besitzt, der auf dem Rathaus erhältlich ist. „Westfölischer Feimatabend" im Verein Deutscher Katholiken in Twente. Enschede, den 9. Nov. 1933. Auf der Tagesordnung unserer Versammlung am 8. Nov. 33 stand ganz schlicht und einfach„Westfälischer Heimatabend“. Wir kamen zahlreich. Wir sahen 3 Herren, die uns nach Eröffnung des Abends durch den Vorsitzenden als die Herren Lehrer Podlinski, Lehrer Hasenow und Redakteur Bentink aus Gronau vorgestellt wurden. Ich darf auch nicht vergessen, uns selbst dem Leser dieser Zeitung vorzustellen. Wir sind der Verein Deutscher Katholiken in der Twente. Unser hauptsächlichster Vereinszweck ist, allen deutschen Landsgenossen kath. Religion, die fern der Heimat im Ausland ihr Brot verdienen müssen, im Verein einen kleinen Ersatz für die Familie und die deuische Heimat zu bieten. Wir wollen uns gegenseitig helfen und unterstützen in Kummer und Not. Wir wollen aber auch fröhlich und heiter unsere allwöchentlichen Zusammenkünfte verbringen. Sind wir docs so viele deutsche Mädchen, und auch junge Männer, die in der Fremde auf sich selbst angewiesen und auf sich selbst gestellt sind. Wie gern kommen wir da immer Mittwochs abends zum Verein, wo wir uns wie daheim fühlen. Es war gestern eine gute Idee mit dem„Westfälischen Heimatabend“, gerade für uns, die uns das Schicksal ganz wahllos in eine fremde Volksgruppe hineingeführt hat. Wir Deutsche, die wir von allen Seiten fremd beeinflußt werden, die wir hier im Ausland alle Kritik aushalten und dieser standhalten müssen, die wir hier manch böses Wort über unsere liebe Heimat hören müssen, verlangen förmlich nach einer Stunde, die uns so richtig unser Vaterland in Wort und Bild, in Musik und Gesang vor Augen zaubert. Und dieses Vorzaubern ist den 3 lieben Herren aus Gronau gut gelungen. Ohne weiter genau auf die Reihenfolge des Abends einzugehen, kann gesagt werden, daß es ihnen gelungen ist, in kürzester Zeit die Herzen aller zu erobern.— Der erste Teil wurde eingeleitet durch Herrn Hasenow, der Heimatlieder zur Laute sang, den Hauptteil des Abends füllte der Lichtbildervortrag von Herrn Podlinski über Westfalen aus. Dazu muß ich sagen, daß ich jetzt weit mehr von Westfalen weiß als noch vor dem Vortrag; mir war eigentlich Westfalen mehr wegen seiner weltberühmten Schinken als wegen seiner charakteristischen Naturreize bekannt. Zu meiner Entschuldigung sei angeführt, daß ich auch in Westfalen nicht daheim bin, sondern aus dem deutschen Süden stamme.— Den fröhlichen Teil des Heimatabends übernahm Herr Bentink; der starke, Zugaben erheischende Beifall mag ihm Beweis dafür sein, daß er das richtige getroffen hatte. Schön vorgetragene heitere Lieder zur Laute von Herrn Hasenow schlossen die bunte Folge.— Den Dank des Vereins sprach unser Präses und Seelsorger, Herr Pater Otten, den Herren aus. Ich glaube, daß die Herren, die uns diesen Abend in uneigennütziger Weise beschert haben, den Eindruck mitnahmen, daß sie hier etwas gegeben hatten, was für unser Auslandsdeutschtum von großem Wert ist. Wir begrüßen jede aus der deutschen Heimat kommende Unterstützung und Förderung unserer Bestrebungen, doppelt dankbar empfinden und begrüßen wir sie in der neuen Zeit des Aufbruchs der deutschen Nation. Auch wir wollen aus dem Vaterland etwas mithaben von dem Wind; wir haben ihn doppelt notwendig auf unserm isolierten Posten. Drum sagen wir: Auf ein baldiges Wiedersehen!—SOttenstein ):( Der Kriegerverein stellt sich freudig hinter den Aufruf des Bundesführers. In dem Aufruf des Bundesführers des Kyffhäuserbundes und der Zustimmung des Kreisverbandsführers und der Ortsführer des Kriegervereins betr. Volksabstimmung und Reichstagswahl am 12. Nov. in der gestrigen Nr. d. Ztg. ist durch einen Irrtum der Führer des Ottensteiner Kriegervereins nicht mitaufgeführt worden, da der Verein in der Kreisverbandsliste wegen seiner vor mehreren Monaten erfolgten Ein gutes Buch aus dem Borromänsverein ist ein Schutzgeist des Haufes! 6 Anmeldung noch nicht aufgeführt war. Es ist selbstverständlich, daß der Kriegerverein Ottenstein dem Kyffhäuserbunde angehört und mit seinem Führer Joh. Terbrack sich voll und ganz dem Aufruf anschließt. Alle Kameraden stellen sich am 12. Nov. freudig und pflichtbewußt hinter den Volkskanzler Adolf Hitler. Vreden E Letzter Appell an die Vredener Wählerschaft. Die Wählerschaft Vredens hatte sich vorgestern abend in den Gasträumen des Hotels Grasz zahlreich eingefunden, um der 2. und letzten Wahlkundgebung beizuwohnen, zuder die hiesige Ortsgruppenleitung der NSDAP. aufgerufen hatte. Pg. Ortsaruppenleiter Ulrich eröffnete die Kundgebung. Zunächst gedachte er der Toten von der Feldnerrnhall. in München. Die Menge ehrte die Helden durch ein stilles Gedenken. Dann sprach Vg Fischer=Eve sehr eindringlich von der Bedeutung des 12. November, von dem Leidensweg des deutschen Volkes seit dem 9. November 1918, hielt die Zuhörer durch seine Vergangenheitsbilder in Spannung und schilderte dann. wie ein großer Mann wie Hitler das weitere Versinken des Volkes ins Elend aufgefangen und Deutschland vor dem Bolschewismus bewahrt habe. Wer am 12. Nov. nicht sein„Ja“ dem Führer gebe, sei kein Deutscher mehr. Die gemaltigen Leistungen des Führers verpflichteten jeden Volksgenossen, sich nunmehr in Außen= und Innenpolitik vorbehaltlos hinter ihn zu stellen. Die ergänzenden Ausführungen des Ortsgruppenleiters Pg. Ulrich bewegten sich im gleichen Sinne und bildeten einen gewaltigen Appell zur restlosen Pflichterfüllung aller Deutschen am Wahlsonntage. Ahauser Schriftleitung: Fr. Schlotjunker, Ahaus Verantwortlich: Für Polilik Dr. Georg Helder Münster i. W., für Westdeutsch. land F. W. Schulze, für Feuilleton Peter Schlauß, für Handel und Spor Dr. A. Henkel, sämtlich in Dortmund, für Münster und das MünsterlandF Ob= br mehi Kird denst stähl meis aufg stam Füh hau KP. war besch gute wur gehe zue dolf eben taga Rich wur radf eine Rediger in Münster. Berliner Redaktion Dr. Ernst Häfner, Berlin=Lichterfelde Notationdruck u. Verlag: Gebr. Lensing, Verlagsanstalt G. m. b. H., Dortmund wur hosp 4 stark Poli Der men Best raktisch denken heibt Qualität kaulen, Qualität kaulen heißt billig kaulen! ... die Kleidung von sind Qualitäten! Sonntag, Kirmes, 12. Nov. den ganzen Tag geöffnet! tom müh seite vors Kra wa An 56 Kau Hol und dem Dor 34) A wii sol sich Sie das Der große Leserlreis der Ahauser Kreiszeitung, Gronauer Vollszeilung und des Eper Vollsblattes stimmt am Sonntag mit einem überzeugungstreuens all ble dan So ma Eh we de De ni en beilage Samstag, den II. November 1933. Nr. 312 Aus Westdeutschland. selbstverdem Kyffr Joh. Tert. Alle Kad pflichtbeschaft. stern abend ch eingefuneizumohnen, 5DAP. aufdie Kundi der Felddie Helden tinglich von Leidensweg 1918, hielt r in SpanMann wie Elend aufvismus be„Ja" dem gemaltigen Volksgenosk vorbehaltgruppenleine und bil1 Pflichterr. Ahaus Ur Westdeutsch. del und Spor Nünsterland F lin=Lichterfelde H., Dortmund . Kurze Nachrichten vom Coesfelder Sthöffengericht. X Coesfeld, 10. November. Das Coesfelder Schöffengericht hatte am Freitag einen großen Tag. Zunächst wurde gegen die Gebrüder beorg und Johann Icking gen. Thering und deren Schwager Bernhard Dicks, sämtlich auch NichternOeding. verhandelt. Die drei Angeklagten betreiben in unmittelbarer Nähe der holländischen Grenze eine Schweinemastanstalt, in welcher nach den Ermittlungen der Zollfahndungsstelle in größerem Umfange Schweine, die aus Holland unter Umgehung der Zollschranke eingeführt wurden, gemästet und weiterveräußert worden Und. Der Anklage lag nur der kurze Zeitraum von gut drei Monaten zu Grunde, in der 55 Schweine im Werte von rund 6000 RM. über die Grenze gekommen und in Deutschland verkauft worden sind. Das Gericht verurteilte die Angeklagten zu Geldstrafen und Gefängnis von 4 bzw. 2 Monaten. Wegen Bandenschmuggels wurde der Fabrikarbeiter Hermann Berthues aus Stadtlohn zu einer Geldstrafe von 229 000 RM.(ersatzweise 3 Monate Gefängnis) und zu einer Zusatzstrafe von 2 Monaten Gefängnis verurteilt. Eine 15köpfige Einbrecherbande gefaßt. :: Recklinghausen, 10. November. Der Kriminalpolizei in Recklinghausen, Marl und Oberhausen ist es gelungen, eine 15köpfige Einbrecherbande zu fassen. Diese Bande hat schon seit mehr als 1 Jahr in Marl, Polsum, Wulfen, Borken, Kirchhellen, Oberhausen, Sterkrade und in den verschiedensten Orten des Rheinlandes zahlreiche Einbruchsdiebstähle ausgeführt. Bis jetzt sind 75 Straftaten, die zumeist in landwirtschaftlichen Gehöften ausgeübt wurden, aufgeklärt worden. Die einzelnen Bandenmitglieder stammen aus Marl, Oberhausen und Düsseldorf. Ihr Führer war der Arbeiter Gottlieb Zielonka aus Oberhausen, Sterkraderstraße 54, ein eifriger Anhänger der KPD., der auf seinen Raubzügen stets schwer bewaffnet war. Bei ihm wurde eine Schußwaffe vorgefunden und beschlagnahmt; eine weitere Schußwaffe hatte er an einen guten Bekannten nach Marl veräußert. Diese Waffe wurde ebenfalls sichergestellt. Z. wird auch wegen Vergehens gegen das Schußwaffengesetz eine schwere Strafe zu erwarten haben. Als Hehler kommt der Händler Rudolf Landzich aus Marl. Bruchstraße 23 in Frage, der ebenfalls hinter Schloß und Riegel sitzt. Betrunkener Motorradfahrer verschuldet einen schweren Verkehrsunfall. • Recklinghausen, 10 November. Der Mauerer Hans Grothusmann befuhr am Donnerstagabend mit einer Handkarre die Halternerstraße in Richtung Haltern. In der Nähe der Wirtschaft Richter wurde er von einem in gleicher Richtung fahrenden Motorradfahrer beim Ueberholen überfahren. G. erlitt einen linken Beinbruch und schwere Kopfverletzungen. Er wurde mit dem städtischen Krankenwagen ins Presperhospital eingeliefert Es besteht Lebensgefahr. Dem stark angetrunkenen Motorradfahrer wurde von der Polizei der Führerschein auf der Stelle abgenommen. Der fahrlässige Kraftfahrer wurde vorläufig festgenommen. Sein unglaubliches Verhalten wird eine schwere Bestrafung nach sich ziehen. Auf einen Lastwagen gefahren. Ein Toter, ein lebensgefährlich Verletzter. Marl, 10. November. Freitag früh befuhr der Möbelreisende Georg Jonyschicki aus Marl mit seinem Motorrad von Recklinghausen kommend die Hochstraße in Marl In der Nähe der Windmühle stand auf der Straße hart an der rechten Straßenseite ein mit Mehlsäcken beladener Lastkraftwagen, der vorschriftsmäßig beleuchtet war Trotzdem auch das Kraftrad mit Beleuchtung fuhr, fuhr J. auf den Lastkraftwagen auf und schob sich bis zum Steuerrad unter den Anhänger des Lastkraftwagens. J. prallte mit dem Schädel mit voller Wucht gegen den Wagen und wurde auf der Stelle getotet. Sein Beifahrer, Werner Holtermann aus Gladbeck erlitt einen Oberkieferbruch und schwere Kopfverletzungen. Er wurde mit dem Krankenwagen des Amtes Marl in das Krankenhaus Dorsten transportiert. Ueber 100 Luxuswagen gestohlen und nach Holland geschafft. Das Haupt der Räuberbande durch Zufall verhaftet. X Kleve, 10. November. Nach und nach verschwanden im vergangenen Jahre in zahlreichen deutschen Großstädten vornehme Luxuslimousinen. Ueber ihren Verbleib ließ sich trotz eingehender Fahndungsmaßnahmen modernster Art zunächst nichts feststellen. Ueber 100 Wagen waren in kurzer Zeit verschollen, darunter auch der blaue Horchwagen des Prinzen Sigvard von Schweden. Durch Zufall konnten dann eines Tages an der Grenze nach Holland bei Kleve drei Autos sichergestellt werden, die gerade nach Holland importiert werden sollten. Im weiteren ergab sich dann, daß die meisten Autos in dem mit dichtem Gestrüpp bewachsenen Destrikt unweit der holländischen Zollstelle„Wellsche Hut“ an der Landstraße Kevelaer=VenloNymwegen nach Holland verschoben worden waren. Nach Einsichtnahme in die Einfuhrliste des holländischen Zollamtes mußten deutsche Kriminalbeamte feststellen, daß hier allein in einem einzigen Monat 60 Autos als importiert eingetragen waren. Es handelte sich um jene gestohlenen deutschen Wagen, deren Kennzeichen, Fabrik= und Motornummern von der großzügig arbeitenden Diebesbande gefälscht worden waren. Zu dieser Zeit ereignete sich in Berlin ein schwerer Mord. Die Polizei veranstaltete Razzien in den vornehmsten Bars. in Herbergen, Gaststätten usw. Unter den Sistierten befand sich auch ein Willi Schon aus Düsseldorf. Gerade wollte man ihn wegen Nichtbeteiligung an dem Mord wieder freilassen, da tauchte im Gedächtnis eines Beamten der Name Schon auf. Nachforschungen ergaben dann, daß man in Schon das Haupt dieser Räuberbande gefaßt hatte. Kurz darauf konnte auch sein„Assistent" Paul Bressert verhaftet werden. Polizeifunksprüche blitzten durch den Aether, und im Nu waren 12 weitere Helfer hinter Schloß und Riegel gebracht, die sich auf ganz Deutschland verteilen. Wieder wurden im Einvernehmen mit der holländischen Polizei Vernehmungen gepflogen und in ganz kurzer Zeit hatte man schon 40 importierte und in Deutschland gestohlene Kraftwagen aufgespürt, darunter auch den blauen Horch des Prinzen Sigvard von Schweden. Am 9. November steht nun diese gefährliche Automarderbande vor den Schranken des Düsseldorfer Gerichts. Ferien :: Nonnenwerth, 10. November. Im hiesigen Mutterhaus der Franziskanerinnen fand am Montag die siebte Konferenz der Nonnenwerther Arbeitsgemeinschaft des katholischen Ferienkinderhilfswerk statt. Der Leiter der Konferenz und des Werkes, Kaplan DeusterDortmund(Liebfrauen), konnte eine ganze Reihe Mitarbeiter begrüßen, namentlich Vertreter des rheinischwestfälischen Adels und der Ordensleute. In drei Gedankenkreisen, deren ersten der Vorsitzende selbst darlegte, deren zweiten Freiherr Heeremann von Zoydtwyk bot und deren dritten Jesuitenpater Straßer=Godesberg einleitete, wurden wichtige Gedanken und Anregung gebracht. Die Stunden von 10 bis 16 Uhr standen so ganz unter dem Motto: Katholische Aktion und unter dem Schriftwort:„Wer ein solches Kind in meinem Namen aufnimmt, nimmt mich auf.“ Sie werden den Teilnehmern unvergeßlich sein. Zwei Lokomotiven entgleist. TU. St. Goarshausen, 10. November. Auf der Strecke zwischen Kestert und Kamp ereigneten sich in der letzten Nacht zwei Eisenbahnunfälle. Gegen 11,30 Uhr passierte ein Eilgüterzug den Bahnhof Kestert in Richtung Niederlahnstein. Infolge Achsenbruchs entgleiste die Maschine, sodaß der Verkehr in Richtung Frankfurt/M.=Köln von nachts 0 Uhr ab eingleisig bewältigt werden mußte. Gegen 3 Uhr entgleiste unweit der Unfallstelle des Eilgüterzuges die Maschine des D=Zuges 55. Der Vorderteil der Maschine kippte um, ohne daß hierbei der Führer und Heizer verletzt worden sind. Wie wir bis jetzt erfahren, hat es vier leichtverletzte Personen gegeben. Der Personenverkehr wird von Kestert aus mit Postkraftwagen aufrecht erhalten. für eine Mordtat. TU Hannover, 9. November. Der 1909 geborene Melker Herbert Funk aus Mandelsloh ist heute 7 Uhr im Hof des hiesigen Gerichtsgefangnisses hingerichtet worden. Er war durch rechtskräftiges Urteil des Schwurgerichts in Hannover im Juni wegen Mordes an einem Rentner zum Tode verurteilt worden. Sittlichkeitsverbrecher und Mörder hingerichtet. □ Verden an der Aller, 10. November. Freitag früh wurde im Hofe des Landgerichtsgefängnisses der 20 Jahre alte Dienstknecht Friedrich Wilhelm Stöwer aus Sörhausen hingerichtet. Stöwer hatte seine 18 jährige Base überfallen, vergewaltigt und dann viehisch mit einem Stein ermordet. * CNB Palenberg, 10. Nov. Grubenbrand. Auf der Zeche Carolus Magnus an der holländischen Grenze ist auf der 520 m=Sohle ein Brand ausgebrochen. Da die in Brand geratene Strecke eingedämmt ist, kann über die Ursachen des Brandes Näheres noch nicht gesagt werden. Eine ernstere Gefahr dürfte nicht mehr bestehen. Wie wir von den zuständigen preußischen Stellen erfahren, sind die Staatspolizeistelle Aachen und die Bergpolizeibehörde mit der Untersuchung der Brandursache beschäftigt. Die Rüstungen der Welt. 18-20 Milliarden Mark jährlich. tu Berlin, 10. November. Wie aus einem Bericht des Instituts für Konjunkturforschung hervorgeht, haben die Staaten der Welt im Jahre 1930/31 rund 18 bis 20 Milliarden Mark für ihre Rüstungen ausgegeben. Dabei hat sich die Sachgütererzeugung der Welt vom Jahre 1929 bis 1932, in Werten gerechnet, etwa um die Hälfte verringert. Die Rüstungsausgaben sind dagegen noch um 7 v. H. gestiegen. Gegenwärtig werden fast 5 v. H. des Wertes der internationalen Sachgütererzeugung für Rüstungen ausgegeben. Die Rüstungsausgaben der Welt waren im vergangenen Jahr schätzungsweise um zwei Drittel höher als im letzten Vorkriegsjahr. An landwirtschaftlichen und industriellen Sachgütern wurde aber gerade wieder ebensoviel hergestellt wie 1913. Auf die fünf Länder Vereinigte Staaten von Amerika, Sowjetrußland, Großbritannien, Frankreich und Italien entfallen allein etwa 55 v. H. der Weltausgaben für Landstreitkräfte, 20 v. H. der Weltausgaben für Seestreitkräfte und 80 v. H. der Weltausgaben für Luftstreitkräfte. DER HOHLOFENBAUER ROMAN VON GUSTAV SCHRÖER COPYRIGHT. ROMANVERTRIEB AI.BERT LANGEN- GEORG MULLER VERI.AG. G. M B. A. 34)(Nachdruck verboten.) „Woher wissen Sie denn das?“ Das Mädchen hob die Spitznase ein wenig höher. „Ach, die gnädige Frau hat so einiges angedeutet, daß wir Sie nicht mit dem Johann auf eine Stufe stellen sollten und so. Und außerdem, wie Sie der Frau von sich erzählten, wissen Sie, am ersten Morgen, da haben Sie so laut geredet.“ Jetzt lachte Rudolf zum ersten Male hell auf.„Marie, das Horchen tut nit immer gut.“ Das verdroß das Mädchen„Ich habe nicht gehorcht, und ein Mädchen, das nicht horcht, taugt nichts, hat meine Mutter gesagt, und wenn Sie so sind, dann.. smerja gar nicht mehr um und immer noch lachend beruhigte Rudolf:„Aber warum denn gleich soviel auf einmal? Das ist doch nit norig. Ja, ich hab mein Teil, und Marie, ich habe sogar ein Mädel." Husch fuhren die Arme aus dem Mischkasten, eine llegende Röte jagte über das hübsche Gesicht, ein tascher, prüfender Blick: Er ist ja ganz hübsch, aber sues in allem ist er nicht mein Gusto, und— Bauer bleibt Bauer. Dann ein bittersüßes Lächeln.„Aha, darum sind Sie so solide!“ Rudolf Korn lachte wieder.„Marie, Marie, Sie Srtene Männer zu kennen. Das ist eine miserable „Och, das will ich gar nicht mal sagen, aber so in nanchen Dingen sind sie alle gleich, und es ist schon aller ehten wert, wenn einer wenigstens nachher treu bleibt, wenn er verlobt ist.“ Die bittere Weisheit aus so jungem Munde machte Dorse mierutzig„Marie, so denten wir auf „Ach, das Dorf wird auch nicht besser sein." nita12. Das habe ich nit gesagt, aber wir denken das Denken kommt es ja gar nicht an. Wie er handelt, das ist die Hauptsache und da.. aauuc nit alle gleich. Unsere Madel halten „Denken Sie, wir nicht?" „Sie ganz gewiß Marie, aber ich war ja auch noch nit fertig Und unsere Burschen, die haun wir, wenn sie etwa nit parieren." „Wer sind denn die wir?“ „Das sind die alten Burschen. Wir halten auf Ordnung. Sie kennen das Dorf nit, aber das muß ich sagen: Wenn der Schulze und der Altbursch nix taugen, dann taugt das ganze Dorf nix.“ „Das kann man nicht auf die Stadt übertragen. „Da muß halt jedes für sich aufpassen“ — habe die Männer satt bis den Augen zwinkernd: Wie alt sind Sie denn?“ aber ich habe meine Er„Wissen Sie, Rudolf, ich an den Hals.“ Und Rudolf schelmisch mit „Ist das nit ein bißchen früh? „Ich bin neunzehn gewesen, fahrungen hinter mir.“ „Aber Sie sind doch immer so lustig.“ „Das ist meine Natur, und dafür kann ich nichts Aber das will ich ihnen sagen: Hier ist es ganz schlimm. Ich habe eine gute, aber strenge Mutter, und mein Vater hat Amt und Stellung Er ist Magistratsbote. Denen darf ich keine Schande antun, und ich will es auch nicht, aber da war der Hans, und weil ich nicht mitmachte, wie er wollte, ist er zur Selma gelaufen. Und dann war der Jochen, da war's geradeso, und er ging zur Ilse. Sehen Sie," sagte sie wichtig,„das ist es ja eben in der Stadt: Die Männer brauchen sich ja gar keine Mühe zu geben und brauchen auch nichts auf sich zu halten, es warten ja zehn Mädel auf jeden. Er hat die Wahl und“. sie schob die Unterlippe vor,„er amüsiert sich eben. Aber das Mädel! Das soll rein sein wie ein neues Tischtuch, von dem noch niemand gegessen hat.“ Die neunzehnjährige Weisheit hatte einen traurigen Unterton, der zwang, sie ernst zu nehmen. „Marie, das wird nit gar so schlimm sein Korn schlug unwillkürlich einen väterlichen „Wenn ich an Richard Frieders denke „Natürlich," fiel ihm das Mädchen rasch Wort,„gibt's auch solche.. Sie schien ihre Not nicht allzu schwer zu nehmen. Der Ton ward leichter, die Neugierde brach durch. „Rudolf, wie sieht denn Ihre Braut eigentlich aus, und wie heißt sie denn?“ Rudolf Ton an in das Die französischen Befestigungsanlagen bei Metz. Elektrische Untergrundbahn. tu Paris, 10. November. Der„Intransigeant“ begann am Mittwoch eine Artikelreihe über die französischen Befestigungsanlagen an der Nordostgrenze, die nach Ansicht des Berichterstatters alles in den Schatten stellen, was bisher in dieser Richtung geleistet worden sei. Diese Anlagen, die teils rund, teils viereckig oder in Trapezform gehalten seien und deren Mauern durch Panzerplatten gegen die schwerste Artillerie geschützt seien, tauchten immer dort auf, wo sie am wenigsten zu erwarten wären. Die Geschützbatterien seien so eingerichtet, daß sie das Feuer von zwei Befestigungswerken kreuzten und damit der größtmögliche Raum bestrichen werden könne. Jedes einzelne Befestigungswerk sei außerdem durch mehrere Stacheldrahtverhaue gechützt, die elektrisch geladen seien. Die Tarnung, die schon beim Bau so weit wie möglich durchgeführt worden sei, soll nun durch den Anbau von Bäumen und dergleichen noch vervollständigt werden. Die einzelnen Befestigungsanlagen sind von einem weiten und tiefen Graben umgeben, dessen Zugang durch gepanzerte und stark elektrisierte Blockhäuser geschützt ist. Unter der Erde zieht sich ein großes Netz von Laufgräben hin, „Sie heißt auch Marie, aber jeder Mensch nennt sie das Mariele.“ Das Mädchen schwang sich auf die Futterkiste, neigte sich vor, und ihre jungen Augen funkelten vor Erregung.„Das ganze Dorf nennt sie das Mariele? Gott, das ist so rührend. Das ganze Dorf! Nun ja, es ist halt eben Dorf!“ „Darauf kommt's nit an", berichtigte Rudolf ernsthaft„Wir haben vier Marien im Dorfe, aber bloß eine heißt Mariele.“ „Aber wie kommt denn das? Ist sie eine so große Schönheit?“ „Das weiß ich wirklich nit. Ganz so schön wie Sie wird sie wohl nit sein,“ neckte Rudolf. „Ach," verwies das Mädchen,„das müssen Sie nicht sagen. Das steht Ihnen nicht. Sie werden im Leben kein Städter.“ „Will ich auch nit werden.“ „Ich weiß aber noch nicht, warum Ihre Braut gerade das Mariele heißt.“ „Und ich kann es Ihnen auch nit sagen. Es ist halt so. Das liegt in ihrer ganzen Art. Mag wohl auch sein, weil sie die langen Zöpfe hat.“ „Wie lang sind denn die?“ „Die gehen bis auf die Fersen.“ „Ach, Rudolf, schwindeln Sie doch nicht. Das gibt's ja gar nicht.“ „Doch, das gibt's, und Sie können mir das schon glauben. Daran ist kein verlogen Wort.“ Da sprang das Mädchen mit einem Satze von der Futterkiste und trat dicht vor Rudolf hin „Aber Rudolf, dann hat sie doch ein Kapital.“ „Wieso denn?“ fragte der verwundert. Marie schüttelte den Kopf. Ja, die vom Dorfe! Da liegt für einen solchen Menschen das Geld auf der Straße, und er sieht's nicht und hebt's nicht auf.„Rudolf," das zierliche Persönchen reckte sich auf den Fußspitzen,„solch Haar ist doch die beste Reklame für jede Haarwasserfabrik." Sie schlug die Hände zusammen. „Wenn ich das hätte! Und es ist schön?“ „Ganz fein und blond.“ „Aber damit kann sie doch alles machen! Sie kann zur Bühne gehn, sie kann sich malen lassen, vor allen Dingen aber kann sie sich von einer kosmetischen Fabrik anwerben lassen. Wissen Sie, dann gehen so Plakate hinaus: So sieht das Haar aus, wenn man unser Haarwasser verwendet.— Das hängt dann an jeder Litfaßsäule. Rudolf, das Mädel ist ja mehr wert wie ihr ganzer Bauernhof.“ „Das weiß ich," setzte Rudolf Korn ernst und knapp drauf. „Und?“ „Gar nix. Das Mariele bleibt wo sie ist und wie sie ist.“ die zum Teil über 100 m tief liegen. Um einen möglichst schnellen Transport der Truppen von einem zum anderen Fort durchführen zu können, ist eine elektrische Untergrundbahn angelegt worden. Der„Intransigeant“ setzte am Donnerstag die Veröffentlichung der Artikelserie über die großen Befestigungen an der französischen Östgrenze fort. Die Befestigungslinie sei praktisch uneinnehmbar. Um den Truppen den dauernden Aufenthalt in unterirdischen Räumen zu ersparen, sollen im Hinterlande, nicht weit von der Befestigungslinie entfernt und mit dieser durch unterirdische Gänge verbunden, große Kasernen errichtet werden, in denen die in Ruhe bebindlichen Truppen Unterkunft finden sollen. Bei der Wahl mussen beide Stimmzettel angekreuzt werden. Es genügt also nicht, nur den grünen Stimmzettel im„Ja“=Kreis anzukreuzen. Wer richtig wahlen will, kreuzt den Stimmzettel zur Volksabstimmung im„Ja“Kreis an und auch den Stimmzettel für die Reichstagswahl! Am 5. Dezember Viehzählung. Auch in diesem Jahre findet am 5. Dezember eine allgemeine Viehzählung statt, von deren Durchführung nur die Großstädte mit 100 000 und mehr Einwohnern befreit sind. In diesen Städten wird die Zahl der Tiere festgestellt, die am Zähltage auf den Schlacht= und Nutzviehmärkten vorhanden sind. Dein Ja ist Pflicht! will der Welt die Möglichkeit nehmen, zu behaupten, daß nur ein Staatsmann den Mut besitzt, einmal„Nein" zu sagen, daß nur ein Staatsmann allein den Frieden will; ich will der Welt zeigen, daß das ganze deutsche Volk sodenkt. Unser Entschluß ist fest und unerschütterlich. Nicht um die Stimmabgabe handelt es sich, sondern um ein Bekenntnis, um ein eindeutiges und ganz klares Bekenntnis, nicht nur für die Gegenwart, sondern auch für die deutsche Zukunft. Es ist auf die Dauer keiner Staatsführung möglich, große politische Erfolge zu erzielen, wenn nicht das Volk selbst hinter seinem Willen steht. Das Volk selbst muß vor der Welt dokumentieren, der Staatsmann kann nur der Sprecher, der Führer des Volkes sein, die Kraft muß im Volke selbst verankert sein, und an diese Kraft des deutschen Volkes, die sich in Jahrtausenden bewährt hat, will ich appellieren. (Adolf Hitler in München.) Natholische Vereine Gronau Zur einmütigen Teilnahme an dem heute abend 8.15 Uhr v.Schloßplatz stattfindenden Fackelzuge werden die Mitglieder der kath. männlichen Vereine Gronaus hierdurch aufgerufen. Die Vorstände. „Rudolf, Sie sind ein Bauer!“ rief das Mädchen schnippisch und drehte sich auf dem Absatz um. „Bin ich und bleibe ich," hörte sie noch eben im Davongehen. Und der Plappermund floß nachher vor seiner Herrin über, die sich gern etwas von dem auch innerlich sauberen Mädchen erzählen ließ.„Denken Sie, gnädige Frau...“ Die gnädige Frau hörte zu, lächelte und nickte.„Das freut mich für den Rudolf.“ „Mich ja auch, gnädige Frau, aber es ist doch eine Sünde.“ „Nein, Marie, das ist keine. Erstens wäre es Betrug „Weil das Haar nicht von dem Haarwasser gewachsen ist?— Ach Gott, gnädige Frau, wer fragt denn danach? Das ist immer so.“ „Und zweitens behält man das Beste und Schönste am liebsten für sich zu Hause.“ Sie machte eine kurze Pause.„Marie, Ihr Einfall ist nicht schlecht, er ist sogar sehr geschäftstüchtig, aber das eben ist mir ein sehr ernstes Zeichen: Die einen stellen sich ein auf das Geschäft und werden oberflächlich, die anderen auf die Arbeit und bleiben tiefere Menschen. Unterhalten Sie sich ruhig weiter mit Rudolf, solange er noch bei uns ist“ „Gnädige Frau meinen, daß er nicht lange bleibt?“ „Das meine ich, und ich werde recht behalten.“ „Aber er hat doch gar nicht viel zu tun.“ „Das ist es eben.— Ziehen Sie Ursula das Russenkittelchen an, Marie.“ Nachdenklich tat das Mädchen in den nächsten Tagen seine Arbeit, und nachdenklicher als sonst war der Sohn des Hohlofenbauern in Schönbach. Er war am anderen Abend zu Grete Frieders gegangen, nicht im mindesten daran denkend, daß er ihr Verlegenheiten bereiten könne Sie hatte ihn freundlich begrüßt, er hatte in der Sofaecke gesessen, bis sie ihr Mädelchen zu Bett gebracht, hatte gehört, wie die Mutter mit dem Kinde betete und hatte dann der schwarzgekleideten Frau, in deren Gesicht jetzt erst der Schmerz seine Zeichen zu graben schien gegenüber gesessen Dann war Frau Grete aufgestanden„Rudolf, es ist ein so schöner Abend. Ich habe den ganzen Tag im Laden gesteckt. Wenn es Ihnen recht ist, gehen wir ein Stündchen in den Stadtpark.“ Sie waren miteinander die Treppe hinabgegangen. Als sie an einer der Flurtüren vorüberkamen, steckte eine Frau den Kopf lauernd durch den Spalt, und als Grete Frieders dann, nachdem sie eine Treppe tiefer geschritten war, den Blick hob, sah sie, wie sich der graue Kopf weit über das Geländer herabneigte. Die beiden waren auf der Straße, da sagte Grete Frieders bitter:„Haben Sie die Frau in der Tür gesehen. Rudolf?" „Ja."(Fortsetzung folgt.) Aus Zeit und Leben. Die Jesuiten=Astronomen am Kaiserhof zu Peking. Biographie Pater Schalls. Durch die Tagespresse geht die Meldung, daß die Pekinger Sternwärte nach siebenhundertjährigem Bestehen in ein Museum verwandelt wurde. Ihre Arbeit wird die meteorologische Abteilung der Pekinger Landesakademie übernehmen. In Verbindung mit dieser Nachricht wird der Jesuiten gedacht, die jahrhunderte lang im Astronomischen Amt zu Peling arbeiteten, besonders aber auch des Kölners P. Johann Adam Schall von Bell S. J., der im 17. Jahrhundert fast zwei Menschenalter Astronom am Kaiserhof war und in dieser Zeit auf die Geschicke Chinas einen Einfluß ausübte, wie kein Abendländer vor und nach ihm. Der Zufall will es, daß gerade in diesen Tagen, wo die Geschichte der Pekinger Sternwarte abschließt, eine monumentale Biographie des P. Schall aus der Feder des Jesuitenpaters Alfons Väth erscheint(Verlag Bachem, Köln), die zur Geschichte der Pekinger Sternwarte reiche historische und menschlich bedeutsame Einzelheiten berichtet. Die Gründung des Pekinger Observatoriums erfolgte unter dem berühmten Mongolenkaiser Kublai Khan, den seine Leute den„Herrn der Welt“ nannten(1279), drei Jahrhunderte vor Einrichtung des ersten Observatoriums in Europa, fast vier Jahrhunderte vor Schaffung der ersten Sternwarte in Frankreich(Paris) und England (Greenwich). Jahrhundertelang war die Sternwarte eine Art Hochburg chinesischen Aberglaubens. Keine Hochzeit, kein Begräbnis, kein Hausbau, kein wichtiges Geschäft war denkbar, ohne daß man die Sterne zu Rate zog. Von wissenschaftlicher Erfassung der astronomischen Vorgänge war bei den primitiven Instrumenten und der geringen Kenntnis der Mathematik keine Rede. Man beobachtete die Tatsachen, schrieb sie auf und erschloß aus den Erfahrungen die Bewegungen der Gestirne. Der jährlich erscheinende Volkskalender gab den zu erwartenden Ereignissen am Himmel eine astrologische Deutung. Das Bestreben von Regierung und Volk ging dahin, dem religiösen Ideal Chinas entsprechend das Leben von Regierung und Volk mit dem Gang der Gestirne in Einklang zu bringen. Die Deutung der Vorgänge am Himmel ging von der Idee aus, die Erde sei der Mittelpunkt der Welt und das Sternsystem werde von Drachen und bösen Geistern bedroht bezw. aus der Bahn gelenkt. Durch Gong= und Trommelgeräusche suchte man die bösen Geister zu verscheuchen. Wenn der Kaiser eine wichtige Entscheidung fällen wollte, mußte er die Sterne befragen. Als die Fehler im Kalender sich mehrten, zog man arabische Astronomen an den Hof. Die neue Dynastie der Ming, die 1368 zur Regierung kam, berief 24 arabische Astronomen. 400 Jahre lang waren dann die Mohammedaner Leiter der Pekinger Sternwarte. Erst von den Jesuiten wurden sie verdrangt. Die Patres Terrenz, Rho und Schall, die zu Anfang des 17 Jahrhunderts an den chinesischen Hof kamen, arbeiteten sich in die chinesische Astronomie ein, entdeckten bald ihre Fehlerquellen und stellten dann mit Hilfe der europäischen astronomischen Tafeln einen fehlerfreien Kalender her. Schall konstruierte auch eine Reihe von astronomischen Instrumenten. Sein Nachfolger Verbiest schuf später vollendete Geräte, die die Bewunderung der Nachwelt erregten. Einige dieser Instrumente fielen im Boxerkrieg(1900) den französischen und deutschen Truppen als Beute zu. Die deutschen Beutestücke wurden 1921 auf Grund der Bestimmungen des Diktats von Versailles an China zurückgegeben. Rho und Schall verfertigten in siebenjähriger Arbeit heimlich bei verschlossenen Türen eine aus 150 Bändchen bestehende astronomische Fachliteratur in chinesischer Sprache. Dem Kaiser, den sie von Angesicht zu Angesicht nicht sehen durften, überreichten sie ein Fernrohr, einen Himmelsglobus und Meßinstrumente, die sie— eine unerhörte Auszeichnung für Fremde— in der Palaststadt aufstellen durften. Um die Jesuiten hereinzulegen, veranstalteten die arabischen und chinesischen Astronomen mit den Jesuiten gemeinsame Experimente zur Vorberechnung von Finsternissen. Bei einer dieser Probesitzungen, die zur Stunde einer angekündigten Sonnenfinsternis abgehalten wurde, überzeugte sich der hinter einem Vorhang stehende Kaiser selbst davon, daß der Jesuit allein richtig gerechnet hatte. Schalls Mitbruder Rho starb. Nun durfte Schall selbst den Volkskalender für das ganze Reich allein herstellen. Als die Mandschu Peking stürmten, der Kaiser Selbstmord beging und eine Regentschaft für den noch nicht volljährigen ersten Mandschukaiser eingesetzt wurde, genoß Schall als Astronom des Hofes das alte Vertrauen. Wiederum suchten Neider aus Anlaß einer Sonnenfinsternis, die Schall für das ganze Reich vorher verkündet hatte, sein wissenschaftliches Ansehen zu schmälern. Während im Kultusministerium die Beamten nach altem Brauch auf den Knien lagen, um„der Sonne in ihrem Kampf mit dem feindlichen Ungeheuer beizustehen", zeigte Schall, daß die Finsternis auf die Sekunde eintrat. Die Mohammedaner hatten sich um eine Stunde verrechnet, die Chinesen bezüglich der verfinsterten Fläche um die Hälfte geirrt. Nun stieg Schall von Stufe zu Stufe. Er wurde sogar Direktor des astronomischen Amtes und Mandarin erster Klasse. Der jugendliche Kaiser behandelte ihn als väterlichen Freund. Zehn Jahre verkehrten Kaiser und Jesuit wie Sohn und Vater miteinander. Später wurde unendlich viel Tinte über die Frage verschrieben, ob Schall als Professor des Ordens, der das Gelübde abgelegt hatte, keine Würden und Aemter außerhalb des Ordens anzunehmen, in eine so hohe chinesische Staatsstellung eintreten durfte. Den Streit, der Schall sehr verärgerte, weil er nur im Interesse der Mission auf Drängen seiner nächsten Oberen die Stellung angenommen hatte, schlichtete Papst Alexander VII. selbst, indem er dem Pater die nötigen Dispensen gab,„da es sich um ein wichtiges Mittel der Glaubensverbreitung“ handele... Schall war ein echtes Kind seiner Zeit. Zwar teilte er nicht den astrologischen Aberglauben der Araber. Aber er war doch überzeugt, daß außerordentliche Erscheinungen am Himmel, selbst wenn sie naturgesetzlich erklärbar waren, als Mahnungen des Himmels zu deuten seien, die namentlich für die Fürsten gelten. Dem jungen Kaiser erklärte Schall, wenn er sich seine Fehler abgewöhne, könne ihn kein Unglück treffen, denn nach einem europäischen Sprichwori herrsche der Weise über die Sterne. Am 2. April 1657 verlieh der Kaiser Schall den Titel:„Die Geheimnisse des Himmels ergründender Lehrer.“ Leider starb der Kaiser schon mit 23 Jahren an den Blattern. Hatten schon in seinen letzten Lebensjahren heidnische Kräfte auf ihn wieder entscheidenden Einfluß gewonnen, so siegte deren Macht nach dem Tode des Kaisers während der nun folgenden Regentschaft für den ebenfalls noch unmündigen späteren Kaiser K'ang=hsi vollständig. Gegen den alten P. Schall wurden Schmähften verfaßt. Ein Monstreprozeß wegen Hochverrats, Verbreitung salscher Religion und beruflicher Unfähigkeit als Astronom kamen gegen ihn in Gang. Bitter war es für ihn, daß er, der 40 Jahre in China gearbeitet hatte, von einem Schlagfluß gelähmt, vor den Richtern nach chinesischer Art knien mußte und schließlich in Ketten gelegt wurde. Ein Jahr lang dauerte dieser Prozeß, in dem es ein eigenartiges Intermezzo gab. Im Gefängnis mußte P. Verbiest, der inzwischen Schall als Gehilfe beigegeben war, eine Sonnenfinsternis berechnen. Auf dem Bette im kalten Keller des Gefängnisses liegend, ließ er sich die Handfesseln von den Händen lösen und die Halskette lockern, um überhaupt arbeiten zu können. Genau berechnete er dann die Sonnenfinsternis, während die heidnischen Astronomen wiederum fehlgingen. Schall fand trotz des Eindruckes, den die Leistung Verbiests machte, zunächst keine Erleichterung der Lage, wurde sogar zur Zerstückelung verurteilt. Aber ein fürchterliches Erdbeben, das man als Zornausbruch des Himmels deutete, veranlaßte seine schließliche Befreiung. Er starb in Peking. Seine Mitbrüder wurden ausgewiesen. Aber der bald an die Regierung kommende Kaiser K'ang=hsi, dessen Thronbesteigung Schall vor Jahren entscheidend mitbestimmt hatte, rehabilitierte den großen deutschen Landsmann und rief die Jesuiten zurück. P. Verbiest führte das Werk Schalls mit größtem Erfolg fort. Bis zur Aufhebung des Ordens blieben die Jesuiten am astronomischen Amt in leitender Stellung. Später übernahmen Lazaristen dieselbe Arbeit bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts. Mit der Auflösung der Sternwarte zu Peking fällt der Vorhang über ein interessantes Stück chinesischer Geschichte. Wir wollen ihn aber nicht sinken lassen, ohne noch einmal uns der Verdienste eines P. Schall zu erinnern, der im Jahre 1592 am Neumarkt gegenüber der Apostelkirche zu Köln geboren wurde und seiner Vaterstadt und seinem Volke im fernen Osten so hohe Ehre machte. Dem großen Sohne hat die Stadt Köln seiner Zeit am Wallraf=Richartz=Museum ein Standbild errichtet. Joseph Peters. Der heilige Martin verteilt seine Kleider. Nach einem Gemälde von Peter Paul Rubens(1577—1640). Die Kurzgeschichte Johannes Weinrich: Der Befehl. Im Zelte diktierte der Generalkapitän Sanchez de Vargas seinem Kaplan und Schreiber. Selbstgefällig schritt er auf und ab. Dann und wann blieb er stehen und hielt die Spitze seines Degens in die flackernde Kerze. Der Kaplan lächelte. Wenn das Diktat zu Ende, würde der Generalkapitän die geschwärzte Degenspitze auf das graue Pergament setzen und damit sein Zeichen malen. Er pflegte dabei zu sagen, daß alle Schrift, die mit dem Degen geschrieben werde, selbst der Teufel nicht auslöschen könne. Noch diktierte er, dehnte die Schlußworte des Briefes zu großer Bedeutung:„... und so werden wir morgen, am Sankt Johannestage, aufbrechen in dieses wilde unbekannte Land, an dessen Küste wir lagern, und wir werden es Ew. Majestät zu Füßen legen mit all seinen Königen, seinen Völkern und den Schatzhäusern der Könige.... als draußen ein furchtbarer Donner hinbrüllte. Ein mächtiger Windstoß fuhr hinterdrein, hob das Zelt, warf es fort, nahm von der Kerze die Flamme, die sich schon hingebogen wie eine Stafette dem anbrausenden Läufer entgegen. Ein größeres Zelt umgab die beiden, die Nacht. Sie standen gelähmt im Dunkel. Der Kaplan schielte auf den Degen des Generalkapitäns. Nur Das Treuebekenntnis der deutschen Wirtschaft. Von links: Generaldirektor Dr. Albert Vögler(2. von links); Dr. von Renteln, Führer der Reichsstände des Deutschen Handels und des Deutschen Handwerks; Dr. Krupp von Bohlen und Halbach, Führer des Reichsstandes der deutschen Industrie. der Knauf war zu ahnen, weil die Rubine blitzten im Sternenlicht. Alles andere war dunkel. Jesus! dachte der Kaplan, sein Degen ganz im Tintenfaß der Nacht, was wird er damit schreiben? Wildes Geschrei entstand in der Nähe. Der Kapitän fluchte:„Da hat der Teufel was angerichtet!“ Eine Fackel flammte. Der Kapitän lief. Verzerrte Gesichter tauchten vor ihm auf, brüllten ihn an. Er hätte all diese wirren Bärte absäbeln mögen, die da ins Dunkel stachen, wehten wie unheilvolle Fahnen. Man schleppte den Stückmeister Alonso de Carbajera vor ihn, schlug ihn, trat ihn. Der Kapitän hob die Hand mit dem Degen. Da hörten die Fäuste auf zu schlagen, die Zungen taten's:„... Der Sohn einer Hündin... der Aussatz von Cordoba... diese Schmach Andalusiens...!“ Was der Stückmeister getan habe, daß sie ihn wie einen Verbrecher vor ihn schleppten, fragte drohend der Generalkapitän. Alle Stimmen waren eine, die auf den Stückmeister niederpeitschte:„Er hat das Pulver in die Luft fliegen lassen!“ De Vargas erblaßte. Der rote Fakkelschein schien ihn allein nicht zu treffen. Die Hand am Degen zuckte. Der Stückmeister bog den Nacken, den Streich erwartend, irgendwoher müßte jetzt einer kommen. Er, der allein Gebückte der Schar, hatte eine schwarze Wolke über sich, von Menschen, und also eine Wolke von Haß und Wut. Aber nicht das kalte Schwert, die kalte Stimme des Generalkapitäns fiel nieder:„Ich hoffe, nicht mit Absicht ist das geschehen. Sonst müßte ich Euch. Alonso de Carbajera, Eurer Arme und Beine berauben lassen, und den Balg den Hunden hinwerfen, wie ihr mit uns, der Schar der spanischen Majestät, getan.“ Der Haufe lauschte atemlos. Jetzt würde die Strafe kommen. Der Generalkapitän beliebte zu zögern, ehe er Urteile verhängte. Eine furchtbare Ewigkeit den Missetätern, eine herrliche Freude den Zuhörern. Aber es folgte diesmal nichts. Kein Strafwort, an dem die Soldaten schon mit allen Sinnen malten. De Vargas schien sich abkehren zu wollen. Da rülpste es aus dem Haufen:„Mit Verlaub, Ew. Gnaden, brennt ihm die Füße und er wird gestehen, daß er den Satan spielte, der Feuer in das Pulver blies! Er hat Angst, er will nicht mit in dieses wilde Land.“ Der Generalkapitän näherte die Degenspitze dem Fakkelbrand, spielerisch war die Bewegung. Dann stach er sie hinein, daß sie schwarz berußte und sagte:„Ihr, Hernando de Alvarez, segelt morgen nach Panama und holt Pulver. Will's Gott, so brechen wir doch bald auf ins Land, das vor uns liegt, und tauschen Gold dafür. Ihr aber, Kaplan, lest morgen in der Früh ein Seelenamt. Alonso de Carbajera...!“ Der hob den Bart...„Zugegen seid!“ Ein schräger schwarzer Augenblitz zum Stückmeister. Der Degen fuhr aus der Flamme, schrieb im Sande. Die Fackel ging vorm Generalkapitän zum Zeltplatz hin. Der Haufe fiel flüsternd in die Nacht zurück... Am andern Morgen schrie die Trompete früher als die Soldaten gewohnt waren. Fluchend hoben sie die Zeltwände und sahen, die Sonne war noch nicht aus dem Meere hoch, die Nacht noch nicht vergangen. Sie fuhren in die besten Kleider, liefen gähnend und sich reckend zum Strande hinunter, wuschen sich genießerisch langsam. Da schrie die Trompete wieder. De Vargas stand vorm Zelte und herrschte die Säumigen an. Inmitten des Lagers hatte man den Altar errichtet und schwarz behangen. Kerzen wurden angezündet. Wer war das, der die Stande zu den Dochten hob? Wer entfachte in den kupfernen Becken zu beiden Seiten des Altares die Feuer? Ah. den Soldaten, die sich nun in dichten Haufen einfanden prickelte es innen. Einige bekreuzigten sich, sie mochten die düsteren Ueberraschungen des Generalkapitäns nicht Vier Soldaten trugen die schwarze Tumba hinzu und stellten sich vor den Altar. Sanchez de Vargas erschien und kniete zuvorderst vor dem Heere. Der Kaplan schritt her im dunklen Meßgewand, trug vor der Brust den ebenso verhangenen Kelch. Und ihm voraus, die Meßschellen in der Hand, Alonso de Carbajera. Sein Bart war gekämmt. Er trug ein schwarzes Wams, schwarze Hosen, schwarze Strümpfe. Seine Augen konnten die lüstern danach Blickenden nicht erkennen. Die Lider waren gesenkt. Das Antlitz wirkte dadurch beinern Als er durch ihre Reihen schritt, bellte eine scharfe Stimme:„Was soll die Komödie?!“ Aber die murmelnde Stimme des Kaplans beschwichtigte mit dem Staffelgebet. Alonso de Carbajera kniete neben ihm und antwortete. Ein Schauder packte das Heer, als der Stückmeister das Confiteor sprach. Seine Stirn schlug die Erde. Und beim mea culpa mea culpa, mea maxima culpa, da er dreimal an seine Brust klopfte, fingen einige im Heere an zu weinen. Das Requiem, das nun von den Soldaten angestimmt wurde war dunkeltönig wie der frühe Morgen. Das Kyrie schrien sie hin, als sängen sie sich selber das Totengmt Die Brandung in den Felsen sang eintönig den Refrajn. Es wurde eine lange Klage, ein langer Hilferuf daraus. Der Stückmeister tat gebeugt, was das Amt des Ministranten. Steinernen Gesichts trug er das Meßbuch auf die Evangelienseite. Kniete dann, sank zusammen als das Dies irae über ihn hinschlug mit schwarzen Fahnen. Nachdem der Kaplan das Evangelium gesungen, ging er in die Mitte des Altars zurück, verbeugte sich, wendete sich zum Heere und tat den Mund auf. Er stockte. Ein scharfer Blick des Generalkapitäns traf ihn. Da sprach er hastig:„Lasset uns beten für die arme Seele Alonso de Carbajeras...“ und wandte sich ungestüm zum Altare wieder. Einige schrien und fuhren mit der Hand ans Schwert. Aber die Paternoster des Heeres polterten über sie hin wie schwere Wagen. Sie duckten sich. Der Gnerglkapitän sprach laut und vernehmlich, ohne zu stocken, das Gebet Sie hörten ihn alle. Verdammt, mit ihm konnte man den Teufel aus der Hölle holen! Der würde die Enge' anbinden, wenn sie ihm bei einem Unternehmen lästig waren! Die Messe war zu Ende. Der Stückmeister hatte das Nauchfaß geholt und schwang es. Da wurden sie wieder, was sie in der Nacht gewesen: Wütende, Hassende. Ja, so wie der Kaplan jetzt die Weihrauchkörner auf die Kohler warf, hatte der Stückmeister Feuer ins Pulver getan daß sie hier noch Monde lang liegen und fiebernd vom Golde träumen mußten, statt mit den Händen darin zu wühlen. Verdammt! Er sollte ins ewige Feuer dafür, Verdammt! Er sollte in der Hölle angebunden werden, und keine Kompagnie Engel sollte ihn losreißen können, Was für einen Tod hatte der Generalkapitän gewählt für ihn dem sie hier das Totenamt gesungen hatten, heh? Sie leckten sich die Lippen und erschauerten wohllüstig. Der Kaplan las die Totengebete an der Tumba, jene Gebete, die nur in Gegenwart der Leiche gebetet werden. Hingestreckt neben der Tumba lag Alonso de Carbajera, der Tote. Das Rauchfaß schwang über ihm. Der blaue Rauch machte sein Gesicht fern. Ja, es war schon im Ewigen. Es ging schon zum Gerichte. Die Ketten klirrten. Er wurde schon angekettet an die Ewigkeit der Hölle, Der Himmel schlug wie Tschinellen. Die Worte des Gebetes fielen steinig auf ihn, und das Weihwasser betränte sein Gesicht. Dem Heere wurden die Augen naß, obwohl es eben noch Feuer und Tod für Alonso de Carbajera gewünscht, und kein Weihwasser aus dem Wedel seine Wangen befeuchtete. Der Kaplan ging hinweg. Müde erhob sich der Stückmeister. Sein Bart war zerzaust. Siehst du, dachte der Generalkapitän, mir verdankst du es, daß du Gottes Hände darin gefühlt hast. Gleich wird er ganz dich an sich reißen! Er nahm den Degen und löschte die Kerzen damit, denn der Ministrant stand dumpf und teilnahmslos. Befahl, ein Boot klar zu machen. Einige liefen. Befahl, ein Fäßchen guten Trinkwassers hineinzulegen. Andere liefen. Befahl, Maiskörner, Ananas und Brot, für einige Tage reichend, hinzuzufügen. Da hoben die Umstehenden jäh den Kopf und sahen den Generalkapitän drohend an. „Steige, Alonso de Carbajera, in das Boot!“ herrschte Sanchez de Vargas. Sein Degen schrieb im Sande, und wischte das Geschriebene aus, da er sagte: „Ich verurteile dich, Alonso de Carbajera, Stückmeister dieser Truppe der spanischen Majestät wegen Nachlässigkeit auf einem Kriegszuge, welche die Truppe fast in den Rachen Satans dahingegeben, daß mit dir geschehe also! werde auf diesem Boote ausgesetzt auf dem Meere, ohne Ruder, ohne Segel, ohne Waffe, sei in Gottes oder Satans Hand gegeben.“ Der Befehl wurde ausgeführt. Unter Murren und Drohen. Die Sonne ging eben auf, da man den Stuameister auf das offene Meer hinaustrieb. Schweigend sah das Heer das beinerne Antlitz des Gerichteten versinten Schweigend fuhr das Boot in die Sonne hinein. Kleine Chronik. Die Newyorker Polizisten werden demnächst Unterricht in der englischen Sprache erhalten, da sie fast durchweg einen Dialekt sprechen, den selbst ein geborener Amerikaner kaum verstehen kann. * In Paris hat die Steuerbehörde wochenlang einen Mann gesucht. der die Steuern für sein Motorrad nicht bezahlt hatte. Endlich fand ihn der Gerichtsvollzieher Zuchthaus. Man hatte ihn nämlich wegen eines Mordes inzwischen zum Tode verurteilt. * In einer Frauenversammlung in San Frandssto wurde die Gründung einer Frauenbank beschlossen. Die Frauen erklärten, in Zukunft die Verwaltung ihrer Gelder in eigene Hände nehmen zu wollen, nachdem d Männer sich als unfähig dazu erwiesen hätten... * Scotland Yard ist einer gefährlichen Verbrecherbande die Gnun aakamman dia mit Gilfa oines großzüglg auf die Spur gekommen, die mit Hilfe eines organisierten Nachrichtendienstes jeden Transport d Wertgegenständen in England überwachen konnte. 0s auf diese Weise der Bande gelungen, seit Jahren ung stört die Beraubung von Geldtransporten durchfüh zu können. * Mit 2960 401 Telefonapparaten steht Deutschlans zweiter Stelle hinter den Vereinigten Staaten un 17 547 000. Dann folgen Großbritannien mit 2 14 und Frankreich mit 1292 254 Fernsprechapparaten. * Professor Werner Heisenberg, Leipzig, hat Nobelpreis für Physik für das Jahr 1932 erhat Der Nobelpreis für Physik für das Jahr loe zwischen Schradinger(Oesterreich) und 2 (England) geteilt. Gleichbleibende Tageseinteilung: (außer Sonn- und Feiertags) Westdeutscher Rundfunk 6,30 Uhr: 6,45 Uhr: 7m Uhr: 7,10 Uhr 8,15 Uhr: 8.20 Uhr: 840 Uhr: 10,00 Uhr: 11.25 Uhr: 11.55 Uhr: 13,15 Uhr: 13.25 Uhr: 15.30 Uhr: 15,50 Uhr: 18.50 Uhr: 20m Uhr: 22m Uhr: 22.20 Uhr: 22.30 Uhr: A. Glucker: Leibesübungen(1). Hans Jacob Reinarz: Leibesübungen(2). Zeitangabe und Frühmeldungen. lerbericht Wasserstandsmeldungen Hilde Bremus: Gymnastik für Frauen, Frauenstunde Frühbericht und Wasserstandsmeldungen. Funkwerbung mit Schallplatten Wetterbericht Zeitangabe und Nachrichten Nachrichten und Wetterbericht Wirtschaftsmeldungen Stimme der Bewegung. Meldungen Griff ins Heute Zeitangabe und Nachrichten Du mußt wissen Nachrichten, Wetter und Sportbericht, Deutschlandsender Wetter, anschl.: Nachrichten, Gymnastif Weiter: anschl.: Tagesspruch Leibesübungen für die Frau Nachrichten Schuifunt Seewetserbericht Zeitzeichen Sweiizen Nachrichten Wetter und Börse Das Gedicht. Wetter: anschl.: Kurzbericht Stunde der Nation Kernspruch Nachrichten Seewetierbericht. November Sonntag Westdeutscher Rundfunk(635 kHz, 472,4 m, 60 kW, 70%) 6.15 Uhr: Bremer Hafenkonzert. Das große Geläute vom Bremer Dom: Choral:„Wach auf, mein Herz, und singe" 1. Deutsch bleibt der Rhein, Marsch— NielsSommer. 2. Ouvertüre„Deutsche Jugend“— Rüdiger. 3. Samt und Seide, Walzer aus„Der Fremdenführer“— Ziehrer. 4. Ungarische Tänze Nr. 5 und 6— Brahms. 5, Blinkseuer, Marsch— Schwittmann. 6. Potpourri aus„Martha"— Flotow. 7. Leuchtkäferchens Stelldichein, Intermezzo— Siede 8. Pußta=Legenden, Walzer— Lindsay=Theimer. 9. Attaque de Cavallerie, Charakterstück— Friedemann. 10. Potpourri aus„Der Vogelhändler"— Zeller. 11. Dein gedenk ich— Wiggert. 12. Mädel mein vom Weserstrand, Walzerlied— Burg=Winter. 13. Hoch meine Musika, Marsch — Blankenburg. 8,15 Uhr: Zeitangabe, Wetter, Nachrichten. 8.25 Uhr: A. Glucker: Leibesübungen. 8,45 Uhr: Evangelische Morgenfeier. 1. Die Glocken des Ulmer Münster 2. Orgelvorspiel: Allegro aus dem Orgelkonzert Nr. 1— Händel. 3. Choral:„Was Gott tut, das ist wohlgetan". 4. Ansprache: Stadipfarrer Hilsinger 5. Schlußsatz aus der„Deutschen Messe" von Heinr. Schütz. 6. Choral:„Nun danket alle Gott" von Crüger. 7, Passacaglia in C=moll für Orchester von Bach. 930 Uhr: Feierstunde des Schaffenden. Das RundfunkOrchester, Leitung: Reinhold Merten. Suite in D=dur für Orchester— Bach. Ouvertüre: Air; Gavotte; Vorlesung; Fortsetzung der Suite: Bourrée; Gigue. 10 Uhr: Katholische Morgenfeier.„Wir dürfen dem Herrn ein Lied singen“. 10,45 Uhr: Stunde des Chorgesangs. Ausführung: Männerchor Hofheim; Leitung Carl Kümmel, Frankfurt a. M.Höchst. 1. Golgatha— M. Neumann. 2. Vespergesang — Kämpf. 3 In der Ferne— Silcher. 4. Mein eigen soll ste sein— Silcher. 5 Die drei Röselein— Silcher. 6. Mein Schätzel— Silcher. 7,'s Herz— Silcher. 8. Verschmähte Liebe— Heinrichs, 11 Uhr: Sinfonie Nr. 1 in B=dur op. 38— Schumann. (Schallplatten).— Enrico Caruso(Schallplatten). 11,30 Uhr: Reichssendung: Bach=Kantate. 12 Uhr: Mittagskonzert. Die fröhlichen Fünf mit Saxophon, Akkordeon, Schlagzeug— dazu Schallplatten. 13 Uhr: Kleines Kapitel der Zeit. 13,15 Uhr: Allerlei Humor.— Wagner=Konzert.— Volkstümliche Musik(Schallplatten). 13,50 Uhr: Zehnminutendienst der Landwirtschaftskammern. 1. Der Wert der Futterrüben in der Schweinemast. 2. Ratschläge für das Pflanzen der Obstbäume. 14 Uhr: Stunde des Landes. Der Hufbeschlag muß richtig gemacht werden!(Ein Gespräch zwischen Landes=Stallmeister Dr. Denker und den Schmiedemeistern Gebrüder Heß). 14,15 Uhr: Stunde des Handwerks: Der Steinbildhauer im Wandel der Zeit, Bildhauer Pauschinger. 14,30 Uhr: Kinderstunde: Kasperle bei den Indianern(Reinhold Freyberg). 15,30 Uhr: Deutsche Volkslieder. Der Kammerchor des Westd. Rundfunks. Leitung: Breuer. 1, Rätsel. 2. Die Vöglein. 3 Mein Schätzle ist fein. 4, Suse, liebe Suse. 5. Der Kuckuck und der Jägersmann. 6, Du, du liegst mir im Herzen. 7. Brautfahrt. 8, Tragische Geschichte. 16 Uhr: Tanzmusik. Leitung: Kühn. 17 Uhr: Bitte zu ergleichen! Eine heitere Hörfolge. 18 Uhr: Zur Unterhaltung. 19 Uhr: Gemeinschaftssendung des Deutschlandsenders und der Funkstunde: Orchesterkonzert mit Bekanntgabe der Wahlergebnisse.=Orchester des Deutschlandsenders. Leit.: Camillo Hildebrand, Berliner Funkorchester. Leit.: Dr. Helmuth Thierfelder. 1. Onvertüre zur Oper„Der Freischütz"— Weber. 2.„Aus Thüringen", Sulte— Joachim Raff(Reigen der Gnomen und Sylphen— Variationen über das Volkslied— Ländliches Fest). 3. Ouvertüre zu„Der Bärenhäuter“— Siegfried Wagner. 4. Drei schwedische Tänze, Werk 98— Paul Graener. 5. Vor= und Zwischenspiel aus„Der Corregidor"— Hugo Wolf. 6. Elfenreigen— Klose, 7, Venczia a napoli, Tarantella— Franz Liszt. 8. Zwei Sätze aus„Romantische Suite", Werk 37— Friedr, E. Koch,(Heitere Stunden Halali). 9. Vorspiel zu„Die Königskinder"— E. Humperdinck. 10, Liebesgeständnis, Konzertwalzer — Jean Louis Nicodee. 11. Suite in Tanzform, Werk 21— W Kienzl. 12. Fröhliches Wandern, Werk 70— Hugo Kaun. 13. Balletimusik aus„Die lustigen Weiber von Windsor— Nicolai. 14. Aquarellen=Walzer— Jos. Strauß. 15. Ouvertüre zu„Donna Diana“— Reznizek, 16. Pizzicato=Polka— Joh. Strauß. 17, Kaiser=Walzer — Joh. Strauß. 22 Uhr: Zeitangabe, Nachrichten, 22,20 Uhr: Meldungen. 24,50—3 Uhr: Gemeinschaftssendung des Deutschlandsenders und der Funkstunde. Unterhaltungskonzert. Kapellen: Jaro Michalek und Herbert Fröhlich. Deuschlandsender Gymnastik. 6,30 Uhr: Tagesspruch. b,35 Uhr: Bremer Hafenkonzert (183.5 kHz, 1634,9 m. 8,55 Uhr: Morgenfeier. il Uhr: Garl Ludwig Löhe: Das deutsche Vaterr : Carl Ludwig vo. ne.: Mittagsständchen. 13 Uhr: Mittagskonzert. ht: Zur Unterhaltung. 1hr: Plaudereien an deutschen Kaminen, 16 Uhr: Blaskonzert. „Uhr: Bitte zu vergleichen! yt: Stunde des Landes. Uhr: Orchesterkonzert. Uhr: Unterhaltungskonzert. November Montag Westdeutscher Rundfunk(635 kHz, 472,4 m, 60 kW. 70%) 6 Uhr: Morgenruf. 1. Choral:„Bis hierher hat mich Gott gebracht". 2. Spruch des Tages. 6,05 Uhr: Morgenkonzert. 7,15 Uhr: Wiederholung des Morgenrufs. Anschl.: Frühkonzert. 10,10 Uhr: Wir und die Welt. 11 Uhr: Musik auf Schallplatten. 12 Uhr: Unterhaltungskonzert. Die fröhlichen Fünf. Dazu Schallplatten. 1. Im Reiche der Venus, Walzer— Gröschel. 2. Legende der Liebe— Becce. 3. Tanzweise— Derksen. 4. Elfengeflüster— Heykens. 5 Volkslied und Märchen— Komzak. 6. Künstlerleben, Walzer— Strauß. 7. Schallplatten. 13,35 Uhr: Mittagskonzert. Frisch gespielt und froh gesungen. Leitung: Kneip; Mitwirkende: Kläre Hansen(Sopran), Heinz Schlebusch(Tenor), Egbert Grape(Klavier), 6 frohe Sänger, der Kinderchor des Westdeutschen Rundfunks(Leitung: Rektor Hüsch), W. Jansen(Bandonion). 14,30 Uhr: Schlachtviehmarktberichte. 15 Uhr: Musik auf Schallplatten. 16 Uhr: Nachmittagskonzert. Das Orchester des Westdeutschen Rundfunks, Leitung: Otto Jul. Kühn: Solisten: Egbert Grape(Klavier), Fr. Glahe, K. Hartung(Oboe); das Streichquartett des Westdeutschen Rundfunks: R. Rhein, Heinz Schwartz, Regnerus Ringnalda, Rob, Grote; der Kammerchor des Westdeutschen Rundfunks(Leitung: I. Breuer). 18 Uhr: Französischer Sprachunterricht. 18,20 Uhr: Die älteste Instrumentalmusik Ostasiens. 18,35 Uhr: Zu Unrecht vergessen. Wilh. von Polenz. Eine Lesung zum 30. Todestag des Dichters. 19 Uhr: Reichssendung. Stunde der Nation. Von Leipzig. Junger, einsamer Schubert. In Liedern, Briefen, Aufzeichnungen, Zusammenstellung und Bearbeitung: Heinr. Werle. Mitwirkende: Claire Sprengler(Sopran), Wilh. Ulbricht(Tenor), Philipp Goepelt(Bariton); Leitung: Willy Sieffen; szenische Leitung: Josef Krahee. 1, Hoffnung(Goethe, 1815), für Bariton und Streichquartett. 2. Erster Brief an den Bruder Ferdinand(24. 11. 1812). 3. Eintrag ins Tagebuch(Zettglossen, 8. 9. 1815). 4. Das Leben(i. c. Wannovius, 25, 8. 1815), für Frauenterzett, Flöte, Violine und Cello. 5, Josef von Spaun schreibt an Goethe und legt ein Heft Lieder bei(17. 4. 1816). 6. Der Mondabend(Ermin, 1815). für Tenor, Flöte, Klarinette und vier Streicher. 7 Eintrag ins Tagebuch(Zeitglossen 8. 9. 1816). 8. Erntelied(Hoelty, Mai 1816), für Sopran, Violine, Viola und Cello. 9. Eintrag ins Tagebuch(Mozarts Musik, 13. 6. 1816). 10. Geheimnis„An Franz Schubert"(Joh. N. Mayrhofer, Oktober 1816), für Tenor, Oboe und Streichquartett. 11. Auf der Berge freien Höhen(Schiller, 1815), für Frauenduett, Flöte und Streichquintett. 12. An die Freude (Schiller, Mai 1815), für Tenor, Chor und Streichquintett. 13 Allegorische Erzählung(3. Juli 1822). 14. Abendlied(M. Claudius, 1815), für Bariton, Klarinette, Violine, Viola und Cello, 20,10 Uhr: Soll und Haben. Gespräche und Berichte aus dem deutschen Kaufmannsstand. 20.50 Uhr: Dramatisch=musikalische Höhepunkte. 22.40 Uhr: Unterhaltungsmusik. 23 Uhr: Tanzmusik des Orchesters des Westd Rundfunks. 24—1 Uhr; Kammermusik auf Schallplatten. Deutschlandsender(183,5 kHz, 1634,9 m. 60 kW. 70%) 6.35 Uhr: Frühkonzert. 9 Uhr: Stunde der Hitlerjugend, 9,40 Uhr: Fritz Woike liest eigene Arbeiterdichtungen, 10,40 Uhr: Schulfunk: Turn= und Sportstunde, 11,30 Uhr: Ich verkaufe Staubsauger, 11,50 Uhr: Zeitfunk. 12 Uhr: Wetterbericht. Anschl.: Mittagskonzert(Schallpl.). 14 Uhr: Fortsetzung des Mittagskonzerts, 15,45 Uhr: Bücherstunde. 16 Uhr: Nachmittagskonzert. 17 Uhr: Wirtschaft und Schule 17,25 Uhr: Musik unserer Zeit. 20,05 Uhr: Weber und Wagner. Deutscher Opernabend. 23—0,30 Uhr: Tanzmusik. November Mittwoch Westdeutscher Rundfunk(635 kHz, 472,4 m, 60 kW. 70%) 6 Uhr: Morgenruf. 1. Choral:„Was Gott tut, das ist wohlgetan". 2. Spruch des Tages. 7,15 Uhr: Wiederholung des Morgenrufs. Anschl.: Frühkonzert, 10,10 Uhr: Wir und die Welt. 12 Uhr: Feierliche Eröffnung der Reichskulturkammer durch Reichsminister Dr. Göbbels; Mitwirkende: Das Philharmonische Orchester, Leitung: Staatsrat Dr. W. Furtwängler und Dr. Rich. Strauß; Heinrich Schlusnus, Fr. Kayßler; der Bruno Kittelsche Chor. 13,50 Uhr: Mittagskonzert des Rundfunkorchesters, Leitung: Gustav Görlich. 1. Ouverture zur Oper„Die Felsenmühle"— Reissiger. 2. Sehnsucht der Sennerin, Idylle — Svendsen. 3. Zigeunerliebe, Walzer— Lehar. 4. Paraphrase über„Grün ist die Heide“— Blume. 5. Wiener Bürger, Walzer— Ziehrer. 6. Apollo=Marsch — Lincke. 14,30 Uhr: Jugendstunde für die 10- bis 16jährigen. 16 Uhr: Nachmittagskonzert des Rundfunkorchesters, Leitung: Gustav Görlich. 1.„Tänze der Nationen". 2.„Zum Fünf=Uhr=Tee“, Tanzmusik. 18 Uhr: Deutsch für Deutsche 18,20 Uhr: Nachrichten, 18,30 Uhr: Ansprache des deutschen Botschafters in Tokio— Horst=Wessel=Lied und Deutschlandlied— Ansprache des japanischen Botschafters in Berlin— Deutsche Uebersetzung dieser Ansprache— Japanische Nationalhymne, 19 Uhr: Reichssendung. Stunde der Nation. Von Berlin. Anton Bruckner— Hugo Wolf. Mitwirkende: Berliner Funkchor, Leitung: H. K. Weigel; Gertrud Baumann (Sopran), Anna Bellee(Sopran), Paul Lehmann(Baß), Steiner=Quartett) und Emil Prietze(2. Bratsche), Waldemar von Vultee(Flügel), Alcxander Ecklebe(Orgel). Anton Bruckner: 1. Ecce sacerdos Magnus für Chor, 3 Posaunen und Orgel. 2. Amaranths Waldeslieder für Sopran und Klavier(Gertrud Baumann, Sopran). 3. Intermezzo(nachgel. Streichquintettsatz). Das SteinerQuartett und Emil Prietze. 4, Herbstlied(Männerchor mit zwei Solofrauenstimmen und Klavier(Gertrud Baumann und Anna Bellee, Sopran). Hugo Wolf: 5. Italienische Serenade für Streichquartett(Steiner=Quartett), 6, a) Denk es, o Seele, b) Auf ein altes Lied, c) Und willst du deinen Liebsten sterben sehen, d) Zur Warnung, e) Epiphanias(Paul Lohmann, Baß, Waldemar v. Vultee, Klavier). 7. Geistliche Chöre nach Gedichten von Eichendorff: a) Vergeht mir der Himmel vor Staube schier, b) Komm, Trost der Welt, du stille Nacht, c) Dein Wille, Herr, geschehe, d) So laß herein nun brechen die Brandung, wie sie will(Berliner Funkchor). 20,10 Uhr: Lieder, die uns Hörer einsandten(2). Leitung: Kneip; Margarete Katzfey(Sopran), Heinz Schlebusch (Tenor); Mitglieder des Orchesters des Westdeutschen Rundfunks 21,10 Uhr: Deutsche Balladen in Dichtung und Musik. 22,40 Uhr: Unterhaltungsmusik auf Schallplatten. 23 Uhr:„Perpetuum mobile". Ein musikalisches Potpourri, 24—1 Uhr: Nachtmusik. Deutschlandsender(183,5 kHz. 1634,9 m. 60 kW. 70%) 6.35 Uhr: Frühkonzert. 9 Uhr: Schulfunk: Der Zirkus kommt, der Zirkus kommt. 9,40 Uhr: Kindergymnastik, 12 Uhr: Wetterbericht. Anschl.: Mittagskonzert(Schallpl.) 14 Uhr: Fortsetzung des Mittagskonzerts(Schallpl.). 15 Uhr: Kinderstunde: St.=Martin=Spiel, 15,45 Uhr: Spaßmacher und lustige Brüder. 16 Uhr: Nachmittagskonzert. 17,20 Uhr: Albert Hösl: Sonate für Violine und Klavier. 18,30 Uhr: Tokio— Berlin, Berlin— Toklo, 20,05 Uhr: Zauber der Südsee, Kleine Reise mit Schallplatten. 21 Uhr: Tanzabend, 23 Uhr: Sechstagerennen im Sportpalast Berlin. 23,10—0,30 Uhr: Fortsetzung des Tanzabends. November Freitag Westdeutscher Rundfunk(635 kHz, 472,4 m. 60 kW. 70%) 6 Uhr: Morgenrus. 1. Choral: Mit Fried' und Freud' fahr sch dahin. 2 Spruch des Tages, 7,15 Uhr: Wiederholung des Morgenrufs. Anschl.: Frühkonzert 10,10 Uhr: Wir und die Welt, 11 Uhr: Englischer Schulfunk. 12 Uhr: Unterhaltungskonzert. Suiten. 13,35 Uhr: Mittagskonzert. Die fröhllchen Fünf mit Saxophon, Akkordeon, Schlagzeug, dazu Schallplatten. 1. Frauenliebe und=leben— Blum. 2, Mein Teddy=Bär— Ganglberger. 3. Um das blaue Band, Potpourri— Krome. 4. Liebestraum nach dem Ball— Czibulka. 5. Alkordeon=Suite: Intermezzo, Ländler— Meyer. 6. Schattenspiele— Finck. 7. Einzug des Frühlingsboten— Kockert. 8. Grün ist die Heide— Blume. 14,30 Uhr: Musik auf Schallplatten, 16 Uhr: Nachmittagskonzert. Das Orchester des Westdeutschen Rundfunks, Leitung: Otto Julius Kühn; Solistin: Kläre Hansen(Sopran); das Streichquartett des Westdeutschen Rundsunks(Rhein, Schwartz, Ringnalda, Grote); der Kammerchor des Westdeutschen Rundfunks, Leitung: I. Breuer, Hans Haaß(Klavier), 1. Fest=Marsch— Strauß, 2. Rhapsodie über schwedische Volksmelodien— Lindberg. 3. Lieder für Sopran und Orchester: a) Freundliche Vision, b) Ständchen— Strauß. 4. Faschingswalzer— Kienzl. 5. Der Schwan von Thonela— Sibelius. 6. Chöre im Volkston, op. 32: a) Im Haselstrauch, b) Elslein— Krug. 7. Sarabande con variationi für Violine und Viola— Halvorsen. 8, Chöre im Volkston, op. 32: a) Sonnenwende, b) Liebesahnung, c) Frau Sonne— Krug, 18 Uhr: Englischer Sprachunterricht. 18,20 Uhr: Warum Familienforschung? 18,35 Uhr: Männerchöre. Der Kammerchor des Westdeutschen Rundfunks, Leitung: Breuer. 19 Uhr: Reichssendung. Stunde der Nation. Vom Deutschlandsender. Lugwig=Spohr=Stunde. Nach einführenden Worten das selten gespielte„Nonett" von Spoyr. Gespielt von der Kammermusik=Vereinigung der Berliner Staatsoper, Leitung: George. Kniestädt. 20,10 Uhr: Eduard Künneke dirigiert eigene Werke. Das Rundsunkorchester; der Rundfunkchor, Leitung: Ed. Künneke, Margarethe Teschemacher(Sopran), Karl Pistorius(Tenor) 1. Romantische Ouverture. 2. Aus dem Singspiel „Klein=Dorrit“: a) Lied, b) Gebet, c) Schulden sind doch keine Sünde. 3. Aus der Operette„Fahrt in die Jugend“: a) Tango: Komm, du mein zärtlicher Freund, b) Finaletto=Duett: Holder Traum, den man Liebe nennt. 4. Vorspiel zur Operette„Lady Hamilton“. 5. Aus neuen Tonfilmen: a) Es gibt nur eine Liebe, Lied aus dem gleichnamigen Film, b) Tango aus„Die Heimkehr ins Glück“. 6. Jagdouverture. 7. Schlittenfahrt aus dem Singspiel„Lieselott". 8. Aus„Lieselott“: a) Nur die elegante Frau, b) Herzog, wie sind wir beide vornehm. 9. Zwischenspiel a. d. Operette„Glückliche Reise". 10. Briefszene a. d. Operette„Die verliebte Paulette“. 11. Aus der Operette„Lady Hamilion“: a) Augen, von denen man träumt, b) Madrid. 12. Finale aus der Suite„Das Blumenwunder“. 22.40 Uhr: Unterhaltungsmusik auf Schallplatten. 23 Uhr: Nachtmusik und Tanz. 24—0,45 Uhr: Vom Schicksal des deutschen Geistes. Deutschlandsender(183,5 kHz. 1634,9 m. 60 kW, 70%). 6,35 Uhr: Frühkonzert. 9.40 Uhr: Es war einmal ein Kellner. 10,50 Uhr: Vormittagskonzert. 12 Uhr: Wetterbericht. Anschl.: Mittagskonzert(Schallpl.), 15 Uhr: Jungmädchenstunde. 15,45 Uhr: Spaßmacher und lustige Brüder, 16 Uhr: Nachmittagskonzert. 17 Uhr: Volksnahe Lehrerfortbildung. 17.25 Uhr: Kammermusik, 18,05 Uhr: Geschöpfe der Fantasie— neues Wesen der Natur. 18,25 Uhr: Deutsch für Deutsche. 20,10 Uhr: Eduard Künneke dirigiert eigene Kompositionen 23 Uhr: Sechstagerennen im Sportpalast Berlin, 23,10—0,30 Uhr: Unterhaltungskonzert. November Dienstag Westdeutscher Rundfunk(635 kHz. 472,4 m, 60 kW. 70%) 6 Uhr: Morgenruf. 1. Choral:„Gelobt seist du, Jesus Christ“. 2. Spruch des Tages. 6,05 Uhr: Morgenkonzert. 7,15 Uhr: Wiederholung des Morgenrufs Anschl.: Frühkonzert. 10,10 Uhr: Schulfunk für Schüler vom 7. bis 10. Lebensjahre. 10,30 Uhr: Wir und die Welt, 11 Uhr: Schulfunk für Schüler vom 15. bis 19. Lebensjahre. 12 Uhr: Unterhaltungskonzert. Das Rundfunkvorchester, Leit.: Reinh. Marten: Mitwirkung: Ellen Watteyne(Lieder zur Gitarre), Hans Eisele(Zither), der 9jährige Heinz Müller(Akkordeon). 13.35 Uhr: Mittagskonzert.„Drei Sträuße“. 14,30 Uhr: Allerlei Musik— Die fröhlichen Fünf, 15,10 Uhr: Deutsche Erzähler. 16 Uhr: Nachmittagskonzert. Das Südfunkorchester(Württemb. Landes=Sinsonie=Orchester), Leit.: Otto Seyfert; Solisten: Annemarie Banzhaf(Sopran), Hans Hosele(Bartion), Eduard Oswald(Violine). 1, Turandot, Ouverture und Marsch— Weber. 2, Kleine Stücke für Violine und Orchester: a) Air— Bach, b) Gartenmelodie, c) Am Springbrunnen— Schumann. 3. Zwei deutsche Tänze— Unger. 4 Volkslieder=Duette für Sopran und Bariton, 5, Hexenritt— Humperdinck, 6. Lento, ma non troppo aus dem Violinkonzert— Rich. Strauß. 7. Suite aus der Oper„Der Rosenkavalier“— Rich. Strauß. 8, Volkslieder=Duette für Sopran und Bartton. 9. Hochzeitswalzer— Dohnanyl. 10. Zigeunertanz für Vloline und Orchester, 11. Suite mignonne für zwei Flöten und Streicher— Sibelius. 12. Fantasie aus der Oper„Cavalleria rusticana"— Mascagni. 18 Uhr: Italienischer Sprachunterricht, 18,20 Uhr: Von dem Leben des Arbeitslosen 18,35 Uhr: Dr. H. Wieschemann: Gedenkstunde für A. Bartels. 19 Uhr: Reichssendung. Stunde der Nation. Vom Deutschlandsender. Deutscher Balladen=Abend". Werke von Schumann, Loewe, Brahms, Plüddemann; Solisten: Ad. Harbich(Bariton), Wilhelm Kempff(Klavier). 1. Ritter und Königstochter— Plüddemann. 2. Belsazar— Schumann. 3 Klavierballaden— Brahms. 4. a) Prinz Eugen, b) Erlkönig, c) Der Mummelsee— Locwe. 20 Uhr: Prof. Otto Völcker: Die Wehrausbildung der deutschen Jugend und die Abrüstungskonferenz. 20,10 Uhr: Operettenklänge. Das Südfunkorchester(Württemb. Landes=Sinfonie=Orchester). Leit.: Gustav Görlich; Solisten: Hubert Buchte(Tenor), Hans Hanus(Tenor), Käthe Mann(Sopran), Henny Schmitz(Sopran). Einlage:„Sende zu Hause". Eine neue Erfindung wird vorgeführt von Karl Struve. ) Uhr: Unterhaltungsmusik auf Schallplatten. Uhr: Solistische Parade der Orchesterinstrumente. Ausführende: Justus Gelfius(Flöte), Hermann Fehse (Oboe), Otto Plath(Engl, Horn), Wilhelm Schütze(Klarinette), Heinz Korte(Baß=Klarinette), Gustav Jung (Fagott), Ottomar Angermann(Horn), Otto Richter (Trompete), Rose Stein(Harfe), Heinrich Rohrmann (Xylophon). Das Rundfunkorchester, Leitung und verbindende Worte: Hans Rosbaud. 0.15 Uhr: Dürers„Vier Apostel“. Vortrag von Dr. W. Fraanger November Donnerstag Westdeutscher Rundfunk(635 kHz, 472,4 m, 60 kW, 70%) 6,05 Uhr: Morgenkonzert. 6 Uhr: Morgenruf. 1 Choral: Hier liegt vor deiner Majestät, aus der„Deutschen Messe"— Haydn. 2. Spruch des Tages. 6,05 Uhr: Morgenkonzert. 1. Alte Tänze, Potpourri. 2. Ach, wie ist's möglich dann, Volkslied. 3. Walzer aus op. 39 — Brahms 4. Aus der Oper„Martha“: Ach, so fromm — Flotow. 5. Launisches Glück— Strauß. 6, Für jung und alt, Ländler. 7, Sternschnuppen, Tanz=Intermezzo — Kauler 7.15 Uhr: Wiederholung des Morgenrufs. Anschl.: Frühkonzert. 10,10 Uhr: Schulsunk für Schüler vom 7. bis 10, Lebensjahre. Käthe Martin: Kinderturnen mit Musik. 10,30 Uhr: Wir und die Welt. 12 Uhr: Unterhaltungskonzert des Rundfunkorchesters, Leitung: Gustav Görlich; Solist: Helmuth Schumacher(Violine). 1. Ouverture zur Oper„Die Nürnberger Puppe“— Adam. 2, Konzert für Violine und Ochester Nr. 7— Bériot. 3, Kleine Ballettmusik— Lautenschläger. 4. Feen=Suite: a) Waldlichtung im Mondenschein, b) Tanz der Feenkönigin, c) Marsch der Guomen— Ketelbey. 5. Künstlerleben, Walzer— Strauß. 6. Marsch in die Ferne, Marsch— Döring. 13,35 Uhr: Mittagskonzert„Soldatenmusik, gesungen und geblasen", Leitung: Kneip; Mitwirkende: Hubert Kirsch (Bariton), Willi Schneider(Baß), Willi Jansen(Bandonium); der Männerchor des Westdeutschen Rundsunks, Leitung: Josef Breuer; das Blasorchester des Westdeutschen Rundfunks, Leitung: Otto Julius Kühn; Sprecher: Rauher. 14,30 Uhr: Musik auf Schallplatten, 16 Uhr: Nachmittagskonzert. Das Rundfunkorchester, Leitung: Reinhold Merten; Solisten: Karl Schmitt=Walte (Bariton). 18 Uhr: Spanischer Sprachunterricht 18,20 Uhr: Gesänge aus dem Land der Morgenfrische„Koreat. Vortrag mit Original=Schallplatten von Professor Dr. Andreas Eckhardt. 18,35 Uhr: Achtung! Sie hören Hausmusik. Fritz Hoffmann (Violine), Walter Wielsch(Klavler). 1, Sonate g=moll Tartini. 2. Romanze— Svendsen. 19 Uhr: Reichssendung. Stunde der Nation. Von Breslau. „Das Spiel vom deutschen Ackersmann". Worte von Ernst Keienburg; Musik von Johannes Rietz; Spielleitung: Dr. Herbert Engler; Musikalische Leitung: Ernst Prade. 20,10 Uhr: Das Spiel von Job dem Deutschen. Ein Mysterium von Kurt Eggers 22,40 Uhr: Unterhaltungsmusik auf Schallplatten. 23 Uhr: Nachtmusik und Tanz. Das Orchester und die Tanzkapelle des Westdeutschen Rundfunks, Leitung: Kühn, 24—1 Uhr: Meister Ihres Fachs.(Schallplatten). 1. Alfred Sittard(Orgel), 2. Franz Völker(Klavier), 3. Wilhelm Kempff(Klavier) 4 Heinrich Schlusnus(Bariton), 5. Wilhelm Kempff(Klavier). 6. Julius Patzak(Tenor), 7. Philharmonisches Orchester, Berlin, November Samsiag Wes'deutscher Rundfunk(635 kHz. 472.4 m. 60 kW. 70%) 6 Uhr: Morgenruf. 1. Choral: Schlußsatz aus der„Deutschen Messe"— Schütz. 2. Spruch des Tages. 6,05 Uhr: Morgenkonzert, 1. Persischer Marsch— Joh. Strauß. 2. Lustige Brüder, Walzer— Vollstedt, 3. Wo a klein's Hüttle steht, schwäbisches Volkslied. 4. Vom Jäger und vom Wald, Potpourri, 5. Hudson=Wellen— Clarke. 6. Heinzelmännchens Wachtparade, Charakterstück— Noack. 7 Auf und davon, Galopp. 7,15 Uhr: Wiederholung des Morgenrufs, Anschl.: Frühkonzert, 10.10 Uhr: Kindergarten, 10,30 Uhr: Arbeitsschlacht im Westen, 11 Uhr: Schulfunk=Feierstunde. 12 Uhr: Wochenendkonzert auf Schallplatten 13,35 Uhr: Mittagskonzert.„Die fünf Idealisten“. 14,30 Uhr: Stunde der Jugend. Vom Schrifttum der Hitlerjugend. 15,15 Uhr: Lernt morsen! 15,50 Uhr: Das Zeugenverhör, Eine lustige Gerichtsszene in Hunsrücker Mundart von J. P. Rottmann. 16 Uhr: Nachmittagskonzert, Tanzmusik. Leit.: O. J. Kühn. 17 Uhr: Vesperkonzert. Lisclotte Mann(Alt), Heinz Hoersch (Tenor), Egbert Grape(Klavier); das Streichorchester des Westdeutschen Rundsunks(Rhein, Schwartz, Ringnalda, Grote); Männergesangverein Köln=Bickendorf, Leitung: Musikdirektor Willi Würgens; Mitglieder des Orchesters des Westdeutschen Rundfunks. 1. Menuett— Mozart. 2. Wach auf, du deutsches Reich(alter Choral aus dem Dreißigjährigen Krieg), b) Preis' und lob'(vierstimm. Kanon)— Gebhardt, c) Die Gäns' im Haberstroh (dreistimm, Kanon) 3. Nachtlied im Walde. 4, Menuett— Boccherini. 5, a) Klinge lieblich und sacht (dreistimm Volksweise), b) Von edler Art(zweistimm, mit Instrumenten), c) Drei Lilien(mit Instrum.). 6. Mennett: Mägdlein an dem Brunnen— Mozart. 8. a) Lachkanon(dreistimm. Kanon)— Cherubini, b) Trink deinen Trank(dreistimm, Kanon)— Caldara, c) Ich armes welsches Teufel(Kanon), d) Ein Kellner und ein Koch(dreistimm.)— Rauch. 9, Mennett— Bach. 10 Abends am Strande. 11, a) Frau Wirtin, habt ihr uns nicht gern im Haus(Volkslied mit Instrumenten), b) Von einem Politico(zweistimm. mit Klavier), c) Auf, Ansbach=Dragoner(zweistimm, mit Trompeter). 18 Uhr: Stimme der Grenze, 18,20 Uhr: Wochenschau. 18,35 Uhr: Eine Viertelstunde Zupfgeigenhans'l. 19 Uhr: Reichssendung. Stunde der Nation. Von Köln. Rheinisches Narrenschiff. Rheinischer Humor in Wort und Lied von Laurenz Kiesgen, Spielleitung: Josef Kandner. 20,10 Uhr: Heiterer Abend. Ansage: Maria Ney; Mitwirkende: Paul Hörbiger, die Vier Nachrichter, Willi DomgrafFaßbaender; am Flügel: Hubert Gießen; ein Wiener Schrammel=Quartett und andere. 22,40 Uhr: Unterhaltungsmusik auf Schallplatten, 23 Uhr: Hörbericht vom Sechstagerennen im Sportpalast Berlin., 23,10 Uhr: Bunte Konzeristunde, 24—2 Uhr: Nachtmusik, Deutschlandsender(18.,5 kHz, 1634,9 m, 60 kW. 70%) 6,35 Uhr. Frühkonzert. 10,50 Uhr: Gibt es eine Sphärenharmonie? 11.30 Uhr: Fröhlicher Kindergarten. 19 Uhr: Landwirtschaft. Anschl.: Mittagskonzert(Schallpl.), 14 Uhr: Fortsetzung des Mittagskonzerts. Aus Opern, 15 Uhr: Jugendfunk. 15,45 Uhr: Spaßmacher und lustige Brüder. 16 Uhr: Nachmittagskonzert 17.20 Uhr: Teemusik. 18,05 Uhr: Zehn Tage deutsche Buchmesse. 20 Uhr: Die Wehrausbildung der deutschen Jugend und die Abrüstungskonferenz. 20,10 Uhr:„Romeo und Julia" nach Shakespeare. 23—24 Uhr: Spätkonzert. Deutschlandsender(183.5 kHz. 1634.9 m, 60 kW. 70%) 6.35 Uhr: Frühkonzert. 9.40 Uhr: Gottfr. Kölwel: Zwei Tiergeschichten. 11,30 Uhr: Kähne und Schlepper auf deutschen Flüssen, 12 Uhr: Wetterbericht. Anschl.: Mittagskonzert(Schallpl.) 14 Uhr: Fortsetzung des Mittagskonzerts(Schallpl.). 14,45 Uhr: Kinderstunde. 15,45 Uhr: Spaßmacher und lustige Brüder. 17,20 Uhr: Aus Operette und Tonfilm. 18.05 Uhr: Zur Un erhaltung, 18,30 Uhr: Stunde der Scholle. 20,05 Deutscher Kalender: November, 21 Uhr: Studenten musizieren. 23 Uhr: Vom Sechstagerennen im Sportpalast Berlin. 23,10—24 Uhr: Nachtmusik. Deutschlandsender(18.,5 kHz. 1634,9 m. 60 kW. 70%) 6,35 Uhr: Frühkonzert. 10,50 Uhr: Fröhlicher Kindergarten. 11,30 Uhr: Wirtschaftliche Wochenschau 12 Uhr: Wetterbericht. 14 Uhr: Tanzmusik auf Schallplatten. 15 Uhr: Kinderbastelstunde 15,45 Uhr: Spahmacher und lustige Brüder 16 Uhr: Nachmittagskonzert, 17 Uhr: Sportwochenschau. 17,20 Uhr: Walter Gieseking spielt. 18,05 Uhr: Akrobaten im Schaukelstuhl, 18,30 Uhr: Zur Unterhaltung: Mädchenbildnisse. 20,05 Uhr: Burschen heraus. Großer Studentenabend. 23,10—25 Uhr: Nachtmusik. Der westfülische Arbeitsmarkt Im Okteber nochmals 11 600 unterstützte Arbeitslose wenger.- Günftige Auswirkung der Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen. Der Präsident des Landesarbeitsamtes Westfalen teilt mit: Der Kampf gegen die Arbeitslosigkeit ist in Westfalen auch im Monat Oktober nochmals von einem großen positiven Erfolg begleitet gewesen. Es ist nicht nur gelungen, in einem Zeitraun. in dem in den vergangenen Jahren bereits erhebliche saisonmäßige Verschlechterungen eintraten, die Zahl der Arbeitslosen gemäß dem von der Reichsregierung gesteckten Ziel zu halten, sondern es wurde ein abermaliger Rückgang der unterstützten Arbeitslosen um rund 11 600 erreicht. Die Entwicklung der Zahl der Unterstützungsempfänger war folgende: 30. 9. 33 81. 10. 33 Abnahme im Monat Okt. Hauptunterstützungs absolut in ½ empfänger i. d. Arbeitslosenversicherung und Krisenfürsorge 101979 98 553— 3 426— 3,4 WohlfahrtsErwerbslose 164324 156 141— 8183—5,0 Unterstützungsempfänger insges.: 266 303 254 694— 11 609— 4,4 Im Zeitpunkt der diesjährigen höchsten Arbeitslosigkeit(Februar 1933) betrug die Gesamtzahl der Unterstützungsempfänger 420 000. Sie hat demnach in acht Monaten um rund 165 000 oder 39,3 Proz. abgenommen, ein im Hinblick auf die schwere industrielle Krise des Westens außerordentlich günstiges Ergebnis. Während des Monats Oktober machten sich erstmalig saisonmäßige Zugänge an Arbeitslosen in stärkerem Maße bemerkbar. Trotz der sichtbaren Bemühungen der Wirtschaft, Arbeitskräfte nur in wirklichen Notfällen zu entlassen, meldeten sich Arbeitnehmer aus den Außenberufen in größerer Zahl arbeitslos. Dieser Entwicklung konnte jedoch in wirksamer Weise durch bereitstehende Auffangmöglichkeiten begegnet werden. Eine besondere Bedeutung kam in diesem Monat den Notstandsarbeiten zu, deren verstärkter Einsatz bewußt für die Wintermonate reserviert war. Das zeigt deutlich die stark ansteigende Linie der letzten Monate: Notstandsarbeiter im August 11 062, September 14 934, Oktober 21 962. Für die Monate November und Dezember wird, sofern die Witterung die Außenarbeiten nicht zum Erliegen bringt, mit einem weiteren kräftigen Ansteigen gerechnet werden können. Der Arbeitsmarkt der Jugendlichen wurde weiterhin durch den Arbeitsdienst und die Landhilfe bedeutend entlastet. Wenn auch in den letzten Wochen insgesamt keine Zunahme mehr zu verzeichnen war, so waren doch die Bemühungen, die Landwirtschaft zum Durchhalten der Landhelfer zu bewegen, größtenteils von Erfolg gekrönt Arbeitsdienst und Landhilfe beschäftigen zurzeit etwa 55 000 westfälische Jugendliche bis zu 25 Jahren. In den Konsumgüterindustrien hat die stetige Besserung, ebenfalls unterstützt durch den Weihnachtsbedarf, angehalten. In der Textilindustrie werden nur noch rund 2800 Arbeitslose gezählt. Im Holz= und Schnitzstoffgewerbe, namentlich in der Möbelfabrikation hat der Auftragszuwachs durch die Ehestandsdarlehen unvorhergesehenes Ausmaß erreicht und zur andauernden Verbesserung des Beschäftigungsgrades beigetragen. Das Maschinenverbot in der Tabakindustrie hat dazu geführt. daß die Arbeitslosigkeit in dieser Berufsgruppe nahezu als behoben angesehen werden kann. Der Höchststand der arbeitsuchenden Tabakarbeiter wurde in den Jahren der Krise mit rund 28000 festgestellt, während ihre Zahl sich zurzeit noch auf etwa 1300 beläuft. In allen Zweigen des industriellen Bekleidungsgewerbes ist die Beschäftigung gut. Für das handwerkliche Bekleidungsgewerbe hat die Saison sich jetzt ebenfalls günstiger bemerkbar gemacht. Auf dem Arbeitsmarkt der Hauswirtschaft wirkt sich die Befreiung von der Arbeitslosenversicherungspflicht in einer stärkeren Nachfrage nach Haushaltspersonal aus. Handel und Wirtschaft. Vorzeitiger Ankauf gelöster Altbesitz=Stücke. Die bei der Auslosung der am 9. Oktober 1933 gezogenen Auslosungsrechte der Anleiheablösungsschuld des Reichs sind bestimmungsgemäß am 31 Dezember 1933 einzulösen Wie schon in früheren Jahren, werden die gezogenen Auslosungsrechte bereits vor dem Fälligkeitstage, und zwar vom 15. November 1933 ab, unter Abzug eines zum jeweiligen Reichsbank=Diskontsatz Amtliche Devisenkurse. Berlin, den 10. November 1933 zu berechnenden Diskonts frei von Provision angekauft werden, und zwar allgemein durch die Reichsbankanstalten, in Berlin durch die Nostro=BörsenAbteilung der Reichshauptbank Die Inhaber solcher Auslosungsscheine können schon jetzt ihre Stücke der nächstgelegenen Reichsbankanstalt zum Ankauf übergeben. Die Auszahlung des Einlösungsbetrags erfolgt nach Prüfung der Stücke vom 15 November 1933 ab. Der Ankauf der ausgelosten Schuldbuchforderungen erfolgt zu denselben Bedingungen durch die Reichsschuldenverwaltung. Dollar in Berlin 2,61 RM gegen 2,65 vorner(Paritai 4,198) R Dollar in London 5,14 Ooll. gegen 5,06 vorber(Paritat 4,866) fr2 Schwierigkeiten auf dem dänischen Fleischmarkt. Die Bestimmungen des dänischen Landwirtschaftsministeriums über eine erweiterte abgabenfreie und unkontrollierte Hausschlachtung sollen einen Protest der dänischen Schlachterorganisation zur Folge haben, da die Erweiterung der Hausschlachtung die Berufsschlächter um zwei Drittel ihres Umsatzes schädigen würde. Der Privathandel werde die Landwirte nur dazu verführen, ihre Schweineproduktion zu erhöhen. Außerdem werde sich die Vermehrung des Schweinefleischangebots verhängnisvoll auf den Rindviehfleischmarkt auswirken. Der Landwirtschaftsminister erklärte in diesem Zusammenhang, daß für die Schlächter gar kein Anlaß zur Beunruhigung vorhanden sei. Es bestehe ein ausdrückliches Verbot des steuerfreien Fleischhandels, so daß die Städte mit keinem Zugang von seiten der Hausschlächter zu rechnen hätten. Ein dänischer Großkaufmann äußerte sich in der Zeitung„Berlingske Tidende“ über die Lage auf dem Fleischmarkt und führt u. a. aus, daß Deutschland trotz aller Propaganda der zweitgrößte Kunde Dänemarks sei. Es sei vielleicht jetzt an der Zeit, den Blick wieder nach dem Süden zu richten. Das Abkommen mit England sei überhaupt kein Abkommen gewesen, sondern nur eine Ordnung, durch die Dänemark verpflichtet wurde, in großem Stil englische Waren einzuführen, während England sich das Recht vorbehielt, seine Kaufverpflichtungen nicht einzuhalten. Dieses Mißverhältnis sei von England jetzt ausgenutzt worden. Es liege also in Dänemarks eigenem Interesse, sich handelspolitisch mit Deutschland zu verständigen. Einheitliche Weinkontrolle. Auf Grund des Weingesetzes vom 25. Juli 1930 hat die Reichsregierung neue Bestimmungen über die Organisation und die Ausführung der Weinkontrolle erlassen, die im Reichsgesetzblatt vom 6. November d. Is. veröffentlicht werden. Danach sollen die mit der Handhabung der Lebensmittelpolizei betrauten Behörden und Sachverständigen auch den Verkehr mit Wein überwachen. Zu ihrer Unterstützung sind für alle Teile des Reichs geeignete Sachverständige im Hauptberufe— Weinkontrolleui-— zu bestellen. Die Weinkontrolleure sollen ihre Tätigkeit vorwiegend solchen Betrieben zuwenden. in denen Weinfälschungen oder andere Zuwiderhandlungen gegen das Weingesetz in größerem Umfange möglich sind. Die Weinkontrolleure müssen strengste Unparteilichkeit und vollkommene Unabhängigkeit von ihrer Kontrolle unterliegenden Betrieben bewahren. Sie haben sich deshalb jeder privaten Betätigung auf dem Gebiete des Weinhandels und der Weinuntersuchung sowie jeder öffentlichen Stellungnahme auf den Gebieten, die ihre Amtstätigkeit berühren, zu enthalten. Die Weinkontrolleure sind im Regelfalle an öffentliche Lebensmittel=Untersuchungsanstalten anzugliedern. Im allgemeinen soll der Kontrollbezirk so bemessen werden, daß jeder der Kontrolle unterliegende Betrieb im Zeitraum von drei Jahren mindestens einer unvermuteten Kontrolle unterzogen werden kann. Automobil-Preisschutz ab J. Januar 1934. Wie mitgeteilt wird, hat der AR der Deutschen Automobil=Treuhand=GmbH. die für das Inkrafttreten der Preisschutzverpflichtungen gegebenen Bedingungen als erfüllt festgestellt und daraufhin folgenden Beschluß gefaßt: Die gegenüber der Gesellschaft eingegangenen Preisschutzbindungen treten für alle Vertragsfirmen am 1. Januar 1934 in Kraft, und zwar für alle von diesem Tage ab an Verbraucher erfolgenden Lieferungen und Berechnungen von Vertragsware. Demzufolge fallen alle Kaufanträge der Verbraucherschaft, die av 12. November 1933 vom Handel(selbständiger Handel und Werkhandel) angenommen, aber erst nach dem 1. Januar 1934 ausgeführt und berechnet werden, unter die vorerwähnten Preisschutzbestimmungen. Die Preisschutzbestimmungen sahen neben der vertikalen Preisbindung ein Verbot sämtlicher Sondervorteile vor, eine Begrenzung der Mengenrabatte, Ankauf oder Inzahlungnahme gebrauchter Wagen nur zu Taxpreisen einer Schätzungsstelle. Festsetzung der Kreditkosten bei Abzahlungsverkäufen. Amtl. Produktiennotierunnen in Ferlin am 10. November 1933. in RM für 100 kg brntto fret Berlin V..! IRM IUe 100 kg brutto fret Berlin Weizenmehl Ausengsm (0.405 A Vorzugsm (0.425 A beute 31.15.32,15 30.15-31.15 Vortas 31.15-32.15 3015.31.15 Räckermehl (0.79 A.) Roggenmehl (0.82 A. hente 25.15.26 15 20.90.21.90 Vortag 25.15.26.15 20.90.21 90 Weizen K1 Roggen K Raps Leinsaat Vikt. Erbo Ki Speise Erbsen Futtererbs Peluschken Ackerbohn Wicken Lupinen blaue gelbe heute 11.1 11.35 10—10.2 40—45 33—37 19—22 17—18.5 17—18 Vortag 11.1 11.35 10—10.20 40—45 33—37 19—22 17—18½ 17—18 Seradella. neu Leinkuchen Basia 37% Erdnun Kuch 30% Mehl 30% rockensch Sova Extr Schr 46% ab Hambg ab Stettin Kartoffelflocken bente Vortag 12 10.1 10.6 10—10.15 8.5 13.4—13.6 12 10.1 10.6 10—10.15 8 8.4 13.4—13.6 Weizenausfuhrscheine Weizenausfuhrscheine Weizenausfuhrscheine Roggenausfuhrscheine Roggenausfuhrscheine Roggenausfuhrscheine Novbr 143½ Geld Dezember 149 Qeld Januar 149% Geld Novhr 122¾ Brief Oezember 123½ Brief Januar 124½ Brief Märkte. Metalle. Berlin, 10. Nov. Elektrolytkupfer(Wirebars) 47,50 für 100 kg netto cif Hamburg, Bremen oder Rotterdam Aluminium 98=99 kg Bl. 160, Aluminium i. Walz. o. Dr 164, Reinnickel 98=99 kg 330, Antimon=Regulus 39—4 Silber in Barren 900 t 36—39,50. Preisnotierungen in Jute. X Hamburg, 10. Nov. Firsts marks Nov.—Dez, 14,25 Wert. Dez.—Jsan. 143 bz. Verk., Jan.—Febr. 14,5 Verk; Geringere Marken Nov.—Dez. 13,25 Wert. Dez.—Jsan. 13¾ Wert. Tendenz: Anfang ruhig, Verlauf willig, Schluß träge. Hamburger Schweinemarkt. X Hamburg. 10. Nov. Auftrieb: 2711 Schweine. Es kosteten: a) 51—53, b) 48—50, c) 46—48, d) 44—46, e) 38—40, f) 30—36, g) 40—47. Marktverlauf: mäßig, rege Berliner Schlachtviehmarkt. X Berlin, 10. Nov. Auftrieb: 2491 Rinder, darunter 1061 Ochsen, 463 Bullen, 9967 Kühe und Färsen, 1411 Kälber, 3313 Schafe, 7521 Schweine. Es kosteten: Ochsen: a) 31—32, b)—, c) 28—30, d) 26—27, e) 23—25; Bullen; a) 30 b) 27—29, c) 25—27, d) 22—24; Kühe: a) 25—27. b) 20—24, c) 15—29, d) 9—14; Färsen: a) 31. b) 27—29 c1 24—26. d) 20—23; Fresser: 17—23; Kälber: a)— b)—. c) 33—42. d) 23—30. e) 16—22; Schafe: al 42—4 b)—. c) 39—41. d)— e) 35—36, f) 24—33, g) 28—30 h) 26—27. i) 23—25: Schweine: a) 52—53, b) 49—5° c) 47—49, d) 44—46, e) 40—43, f)—, g) 45—49 Marktverlauf: Rinder und Kälber mittelmäßig: Schafe und Schweine glatt. Bremen: Baumwolle loco Dezember Januar Mära Mai Juli Oktober lendens: Liverpool: Baumwolle loco November Dezember Januar Februar März April Mai Juni Tendenz: stetig 10.64 10.78 10.97 11.13 11.27 11.47 8. f. 5.19 5.20 5.2 5.22 5.2 5.2 5.29 5.3 5.3 Tagesimport Tageslocoverkäufe Exportverkäufe Aegypt. Upper F. G. fair loco Liverpool: Östindische Baumwolle 10. 11.1 9. 11. 19000— Loco Surtee F. G. „ Broach F G.(Good Staple) „ M G Punjab/American F. G. " Centr Provinces Oomra Nr. 1 „ Bengal F. G „ Bengal Superfine „ Sind F G. " Sind Superfine 10. 11. 4.80 4.23 4.38 4.56 3.54 3.74 3.54 3.74 8. 11. 4.84 4.27 4.42 4.60 3.58 3.78 3.58 3.78 Liverpool: Notierungen für Sakellaridis u. Upper F. G. F. November Dezember Januar März Mai Juli Oktober Loco 10. 11. Sakellaridis 6.93 6.90 6.94 7.00 7.00 7.12 7.21 7.10 Upper F.GF 5.81 5.83 5.83 5.90 5.96 6.02 6.08 5.90 Sakellaridis 6.90 6.88 6.92 6.98 7.04 7.11 7.22 7.16 9. 11. Tendenz: stetig New Orleans: Baumwolle loco Dezember Januar März New York: Baumwolle loco November Dezember Januar Februar März April Geschätzte lotalzufuhren Baumwollzufuhr in Atlantischen Häfen Baumwollzufuhr in Golf-Häfen Zufuhren in Pacific-Häfen Export nach England Export nach dem übrigen Kontinent Export nach Japan und China Fracht n Liverpool f stark gepr Ballen Fracht für Standard Export n Kanada u Mexiko Upper F.G.F. 5.8 5.83 5.83 5.90 5.96 6.02 6.08 5.94 9. f. 10.18—19 10.33 10.48 9. 11. 10.2—2 10.28 10.35—3 10.53 4000 43000 1000 20000 36000 28 Achtung! Heilung Hautkranker. Selbst wo menschliche Kunst vergebens kst, in den meisten Fällen Genesung. Hilfe bei Wunden u. harinäckigen Hautkrankheiten, beiSäuglingen oft sofortige Besterung! Hunderte von Patienten beweisen ihre vollständige Heilung. Behandlungszeiten: Montags, Mittwochs u. Donnerstags von 14—19, Sonntags von 10—14 Uhr. Ausschneiden und aufbewahren! 14924 Bernh. Sonntag. Papenburg(Ems). Umländerwiek links 44. 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