Ahauser Kraiszeitung Amtliches Kreisblatt für den Landkreis Ahaus= Zentral=Organ für das verbunden mit Eper Volksblatt, Gronauer Volkszeitung, Nienborg=Heeker Zeitung, erscheint täglich.- Bezugspreis. Monatlich 2 Goldmark ohne Bestellung Schriftleitung und Geschäftsstelle in Ahaus. Tel.=Adresse Kretszeitung Ahaus i. W.— Fernsprecher Nr 50- Postschließfach 20 Postscheckkonto Hannover Nr. 22739 Bankkonten: Kreis= und Stadtsparkasse Ahaus und Gewerbebank Ahaus Wöchentliche Sonderbetlagen: Erholungsstunden für das christliche Volk, Westdeutschland in Wort und Bild, Lesetrüchte, Welt und Wissen, Literatur und Kunst, Frauenwelt, Steuer und Recht, Sozialpolitik u. Standesfragen, Techntk und Verkehr, Turnen, Spiel und Sport. nordwestliche Münsterland Stadtlohner Anzeiger, Vredener Volksblatt nzelgenpreise: Das zo mm breite mm 10 Goldpfennig. Bet Wiederholungen Rabat nach festem Tarif. Reklamen: Das 80 mm breite mm 50 Goldpfennig Fur Erfullung von Platzvorschriften wird keine Gewähr, sowte für Druckfehler wird Haftung übernommen. Etwaiger Rabatt gilt als Kassarabatt und kann verweiget. werden, wenn Zahlung nicht binnen 8 Tagen nach Erhalt der Rechnung erfolgt. Nummer 40 Ahaus, Mittwoch, den 10. Februar 1926. 46. Jahrgang Deutschlands Antwort on Mussolini. Würdevolle Abwehr durch Dr. Stresemann. Von unserer Berliner Redaktion. = Berlin, 9. Febr.(Eig. Drahtb.) Ein großer Tag in der Parlamentsgeschichte des republikanischen Deutschland war es, als am Dienstag Reichsaußenminister Dr. Stresemann mit dem Alleinherrscher Italiens, Mussolini, gründlich abrechnete. Es war ein großer Tag! Das Wort„groß“ soll hierbei besonders betont werden. Denn wäre der deutsche Reichstag die sichtbare Verkörperung des gesamten deutschen Volkes, so hätte es ein überwältigender Moment in der Geschichte Europas sein müssen. Doch leider, leider! Es fehlte so mancher, und es fehlte so manches. Während durch alle deutschen Lande nur ein einziger Schrei der Entrüstung über das unqualifizierbare Benehmen Mussolinis hallt, mußte man im Reichsparlament die betrübliche Erfahrung machen, daß gerade die Bänke derjenigen Partei, die sich national und deutsch nennt und immer wieder als Hüterin deutschen Wesens sich aufzuspielen beliebt, zahlreiche Lücken aufwiesen. Die Herren von rechts stellen sich eben nur dann in den Vordergrund, wenn es gilt, durch Oppositionsreden den Eindruck zu erwecken, als liege einzig und allein bei der Deutschnationalen Volkspartei das Heil des deutschen Volkes. Bei einer Angelegenheit aber, wo es gilt, dem Auslande die geschlossene Einmütigkeit der deutschen Volksvertreter zu zeigen, da fehlen natürlich die meisten derer um Graf Westarp und Hergt. Doch es ging auch ohne sie! Denn die Regierungsparteien und auch die Sozialdemokraten wußten, was sich in einem solchen Augenblick schickt, und daher kam es, daß in deren Reihen fast alle Plätze besetzt waren. Der Besuch der Tribünen entsprach dem Ereignis; die bereits geschichtlich gewordene Nadel konnte nicht auf den Boden fallen. Auch in der Diplomatenloge hatten sich zahlreiche Gäste eingefunden. U. a. sah man den greisen englischen Botschafter Lord d'Abernon sowie den österreichischen Gesandten Dr. Frank. Von den anderen auswärtigen Vertretungen erblickte man mehrere Attachés. Die Ministerbank war nicht vollzählig besetzt: man muß das bedauern. Denn wenn es um eine Frage geht, die das ganze deutsche Volk berührt und in seinem tiefsten Innern aufwühlt, so mußte die Anwesenheit sämtlicher Minister eine unabweisliche Pflicht sein, sofern sie durch Krankheit nicht entschuldigt sind. Der Eindruck im Auslande, dessen Vertreter zur Stelle waren, hätte ohne Zweifel stark gewonnen. Doch beim deutschen Volk ist es nun einmal so: Geht es um kleinliche Streitigkeiten wegen innerpolitischer Angelegenheiten, dann sind alle da. Bei den hochwertigen außenpolitischen Anlässen nimmt man es nie so genau. Die Rede Stresemanns kann sowohl nach Form wie nach Inhalt als der Lage angepaßt bezeichnet werden. Es war gut, daß er vermied, in gleicher Weise wie der Cäsar in Miniaturausgabe kriegsdrohende Fanfarentöne auszustoßen. Die Worte Stresemanns werden sicherlich ihre Wirkung jenseits der Alpen nicht verfehlen. Mussolini wird in Stunden ruhiger Ueberlegung, sofern er solcher überhaupt noch fähig ist, vielleicht zu der Einsicht gelangen, daß auch im germanischen Norden noch etwas wie Kultur lebendig ist, die sich mit der italienischen Zivilisation jederzeit messen kann. Nach dem Reichsaußenminister kamen die Parteien zu Wort. Zunächst brachte der Volksparteiler Dr. Scholz die Erklärung der Regierungsparteien zur Kenntnis des Hauses. Hierauf marschierten die verschiedenen Parteiredner vor. Unserer Meinung nach wäre es besser gewesen, wenn sich alle Parteien auf eine gemeinsame Entschließung geeinigt hätten. Das von allen Bänken der Abgeordneten laut gewordene„Hört! Hört!" ersetzt nicht die Wucht einer einhelligen Kundgebung. Am Schluß der Aussprache zog Reichstagspräsident Loebe das Fazit, das unsere volle Zustimmung findet. Nicht nur alle Parteien, sondern alle Deutschen sind sich einig, daß Mussolini in die falsche Saite gegriffen hat. Völkerbund, Locarnopakt und Kriegsdrohungen lassen sich nicht unter einen Hut bringen. * Berlin, 9. Febr. Im Hinblick auf die angekündigte Entgegnung des Reichsaußenministers Dr. Stresemann sind in der heutigen Reichstagssitzung, die kurz nach 2 Uhr beginnt, die Tribünen dicht besetzt, auch die Diplomatenloge, in der u. a. der englische Botschafter Lord d'Abernon und der österreichische Gesandte Dr. Frank zu bemerken sind. drückung der deutschen Bevölkerung Südtirols und die Interpellation der Regierungsparteien wegen der jüngsten Mussolinirede. Reichsaußenminister Dr. Strefemann nimmt sogleich das Wort zu folgenden Ausführungen: Die Ausführungen des italienischen Ministerpräsidenten in der Sonnabendsitzung der italienischen Kammer greifen tief ein in das Verhältnis Italiens zu Deutschland. Sie rollen darüber hinaus die Gesamtlage auf, die mit dem Abschluß der Verträge von Locarno und mit dem Eintritt Deutschlands in den Völkerbund in Verbindung steht. Der rhetorische Ausbruch des Herrn Mussolini gäbe Veranlassung, ihm in der gleichen Weise zu antworten. Die deutsche Reichsregierung muß es jedoch ablehnen, der mehr auf Massenversammlungen als auf die Aussprache mit anderen Nationen berechneten Tonart des italienischen Ministerpräsidenten zu folgen.(Beifall.) Wir wollen vielmehr in aller Sachlichkeit die Vorgänge untersuchen. Die Tatsache, daß Südtirol Italien zugesprochen ist, wird von uns anerkannt. Die italienische Souveränität in diesem Gebiet ist von uns stets respektiert worden und wird immer respektiert werden. Diese politische Rechtslage erschöpft aber nicht die Gesamtsituation. Es gibt nicht nur ein internationales Recht, sondern auch eine internationale Moral. (Beifall.) Unter lauten Hört! Hört!=Rufen verliest der Minister dann die verschiedenen feierlichen Versicherungen des Königs von Italien und der amtlichen Stellen Italiens, in denen bei der Besitzergreifung Südtirols durch Italien der deutschen Bevölkerung jenes Landes die Wahrung ihrer Kultur und des deutschen Schulwesens in Südtirol zugesagt wurde. Im Gegensatz zu allen diesen Zusicherungen hat das faszistische Regime eine bewußte Italianisierung und Entdeutschung Südtirols vorgenommen. Ueber diese nicht zu leugnende und auch von Mussolini nicht geleugnete Tatsache ist die Oeffentlichkeit unterrichtet. Sie ist nur verwirrt worden durch unwahre und entstellte Einzelnachrichten, wie die von einem Verbot der Weihnachtsbäume und die geplante Beseitigung des Denkmals Walthers von der Vogelweide in Bozen. Die deutsche Regierung hat diese falschen Nachrichten, denen sie vollkommen fernsteht, außerordentlich bedauert und die Presse zu größter Vorsicht ermahnt. Es ist auch die Vermutung geäußert worden, daß solche falschen Nachrichten absichtlich von Provokateuren verbreitet würden. Diese bedauerlichen falschen Nachrichten ändern aber nichts an dem Gesamtbild der Italianisierung in Südtirol.(Sehr wahr!) In München ist in der Tat von wenigen Privatleuten eine Bewegung zum Boykott Italiens eingeleitet worden. Hinter dieser Bewegung stehen weder die bayrische Regierung noch deutsche amtliche Stellen. Ich halte es für durchaus unangebracht, wenn einige Dutzend Leute glauben, auf diese Weise deutsche Außenpolitik machen zu können. (Vielleicht merken sich das auch die deutschvolksparteilichen Blätter, die glaubten, den Boykottrummel mitmachen zu müssen. D. R.) Diese reine Privatbewegung von unverantwortlichen Leuten hat den italienischen Ministerpräsidenten veranlaßt, dem deutschen Botschafter gegenüber zu erklären, daß er amtlich die Einfuhr deutscher Waren verbieten und zum Boykott Deutschlands auffordern würde, wenn derartige Bestrebungen nicht aufhören.(Rufe: Unerhört!) Ich halte es für ein unmögliches Vorgehen, die von der Regierung mißbilligte Bewegung unverantwortlicher Kreise mit dem Bruch internationaler handelspolitischer Abmachungen beantworten zu wollen. Auf solcher Basis ist ein internationales Zusammenleben nicht moglich.(Beifall.) Italien hat den Versuch gemacht, bei den Verhandlungen über den Locarnovertrag auch eine Sicherheit für die Brennergrenze durch internationale Abmachungen zu erreichen. Auch an uns ist im Laufe der Verhandlungen die Frage gekommen, wie sich Deutschland zu der etwaigen Einbeziehung der Brennergrenze stellen würde. Unsere Antwort war selbstverständlich die, daß wir für eine solche Frage nicht die richtige Adresse sind. Oesterreich, nicht wir, grenzt an Italien. Wir achten das Selbstbestimmungsrecht der Völker und haben nur den Wunsch, daß unseren und Oesterreichs Wünschen, die auf dem Selbstbestimmunasrecht der Völker beruhen, nicht in die Ewigkeit hinein die Hindernisse entgegengesetzt werden, die wir seit 1919 erfahren haben. Wir können uns auch nicht der Meinung anschließen, daß es zweierlei GrenAuf tion der Tagesordnung stehen die Interpellader Deutschnationalen über die Bezen in Europa gibt, solche, die vertraglich garantiert und solche, die labil sind. Das, was hier der deutschen Politik an Expansionsbestrebungen unterstellt wird, ist vollkommener Unsinn. Die deutsche Oeffentlichkeit hat in den letzten Jahren Italien große Sympathien entgegengebracht. Das hat sich erst geändert, als die Nachrichten über die Unterdrückung der deutschen Bevölkerung Südtirols sich immer mehr verstärkten. Wenn Herr Mussolini meint, diese veränderte Haltung der deutschen Presse sei auf einen Befehl der deutschen Regierung zurückzuführen, so vergißt er, daß man in Berlin nicht wie in Rom die Freiheit der Presse willkürlich beschränken kann. (Sehr gut!) Wir können und wir würden auch der deutschen Presse nicht verbieten. Sympathien zu empfinden und einzutreten für ein Land und Volk, das seit vielen Jahrhunderten deutsch gewesen ist und der deutschen Kulturgemeinschaft weiter angehört. Wenn aus der Unterdrückung eines Volkes die Gefahr einer Störung des Friedens entsteht, ist der Appell an den Völkerbund gegeben. (Lachen rechts und bei den Kommunisten.) Das Reichskabinett hat gestern den Eintritt in den Völkervund beschlossen und ist darin bestärkt worden durch die Mussolini=Rede. Diese Rede fordert nicht nur die Entdeutschung Südtirols sondern sie ist in der ganzen Welt als eine Kriegsdrohung aufgefaßt worden gegen Deutschland und Oesterreich. Derartige Drohungen sind mit dem Geiste des Völkerbundes schlechthin unvereinbar. Unvereinbar mit ihm ist der ganze Ton, die Ueberheblichkeit und Maßlosigkeit von Mussolinis Ausführungen, die kein Ausdruck innerer Kraft zu sein brauchen.(Lebh.Zustimmung.) Was Mussolini über Walther von der Vogelweide sagte, verkennt das Wesen dieses deutschen Dichters. Nicht seine Bedeutung in der Weltliteratur, sondern das Deutschtum Walthers von der Vogemweide zeugt davon, daß Bozen innerhalb der deutschen Kulturgemeinschaft liegt. (Lebh. Beisall.) Mussolini wendet sich gegen die deutschen Touristen und spricht von Mißbrauch italienischer Gastfreundschaft, droht aber gleichzeitig Repressalien an für einen etwaigen Reiseboykott Italiens durch Deutschland. Wenn die Zahl der deutschen Touristen in Italien zuruckgeht, so dürfte das nicht die Folge deutscher Maßnahmen sondern die Folge der Mussolini=Rede sein(Lebh. Zustimmung.) Mussolini hat einst anders über Deutschland gesprochen. Noch 1920 rühmte er in einer Rede den Wert der deutschen Kultur und der deutschen Arbeit für den Wiederaufbau Europas. Mussolini hat für seine große Aktion die Landtagsrede des bayrischen Ministerpräsidenten Held genommen, ohne den Wortlaut dieser Rede erst avzuwarten. Ministerpräsident Held hat ganz klar nur von der kulturellen Freiheit der Deutschen Südtirols gesprochen. Mir erscheint es allerdings wünschenswert, daß auswärtige Politik nur von den Reichsstellen und im Reichstag gemacht wird. (Lebhfater Beifall links.) Man sollte nicht durch Interpellationen die Ministerpräsidenten der Länder in die Zwangslage bringen, über Außenpolitik zu sprechen. Die Verantwortung für die Außenpolitik trägt jedenfalls nur die Reichsregierung. Wir lassen uns das Recht nicht nehmen, für die kulturellen Rechte der deutschen Minderheiten im Ausland einzutreten, wie wir auch die Rechte der in unseren Grenzen wohnenden nationalen Minderheiten wahren wollen.(Beifall.) Die Anteilnahme des deutschen Volkes an den Menschen deutschen Blutes jenseits unserer Landesgrenzen ist ein Naturrecht, das wir uns nicht bestreiten lassen.(Lebhafter Beifall.) Wir werden im Völkerbund für die nationalen Minderheiten eintreten. Wir haben keine Gegensätze zum italienischen Volk und wollen mit ihm in Frieden leben. Aber zur Grundlage des Friedens gehört auch jene Selbstachtung, ohne die ein Volk vor sich selbst nicht bestehen kann. Aeußere Machtlosigkeit ist nicht gleichbedeutend mit dem Verlust innerer Kraft. In diesem Gefühl weise ich die gegen Deutschland gerichteten Drohungen mit aller Entschiedenheit zurück.(Lebhafter Beifall.) Abg. Dr. Scholz(D. Vpt.) gibt im Namen der Regierungsparteien eine Erklärung ab, in der die Beleidigungen und Drohungen Mussolinis als eine Rückkehr zur Politik der Gewalt zurückgewiesen werden. Sie seien geeignet, den Frieden Europas zu bedrohen. Weder die deutsche Regierung noch irgend welche 4 verantwortlichen Stellen haben eine Parole gegen Italien ausgegeben. Wenn in der Presse gegen die Unterdrückung der Minderheit in Südtirol Protest erhoben sei, so komme ein Einschreiten dagegen nicht infrage, da keine rechtswidrige Handlung vorliege. Gegen das Unrecht in Süd=Tirol müsse vor aller Welt lauter Einspruch erhoben werden. In der Beurteilung dieser Vorgänge weiß sich das deutsche Volk einig mit den Gerechtdenkenden aller Nationen. Der Redner schließt mit einer Sympathieerklärung für den deutschen Stamm in Südtirol, der seine Pflichten gegen den italienischen Staat voll erfüllt habe.(Beifall.) Abg. Stampfer(Soz.) stimmt den Ausführungen des Ministers zu und wendet sich scharf gegen die Mussolinirede. Uns ist Italien teuer durch die Geschichte seiner Kämpfe um Einheit und Freiheit, nicht das Italien der Raubund Mordpolitik Mussolinis, sondern das Italien des von Mussolinis Werkzeugen gemordeten Matteotti. Mussolini dünkt sich ein Cäsar, aber er ist nur ein Caligula. Mit dem aufgeblasenen Hochmut des Emporkömmlings spottet er jetzt über die Leute in primitiver Kleidung. Als er früher solche Kleidung trug, war er uns lieber. Er war damals Sozialist. Wenn die Nationalisten einen Führer brauchen, müssen sie immer warten, bis ein Sozialist verrückt geworden ist. (Große Heiterkeit.) Wir Deutschen haben traurige Erfahrungen gemacht mit einem Herrscher, der Zerschmetterungsreden hielt. Weil wir Italiens Freunde sind, wünschen wir dem italienischen Volk, daß es sich bald aus der fazistischen Zwangsjacke befreien möge. Mussolini will Battisti inBozen ein Denkmal setzen. Battisti ist als Märtyrer der italienischen Irredentisten in Oesterreich gestorben. Sein Denkmal würde also den einen Mann zeigen, der die Volksgemeinschaft immer weit höher gestellt hat, als die durch Eroberungskriege künstlich geschaffenen Landesgrenzen. Battisti hat in einer Rede die Kriegshetzer und Säbelrassler als Wahnsinnige bezeichnet, die ein Volk unschädlich machen mußte. Wir werden uns gern an der Sammlung für das Battistidenkmal beteiligen, wenn am Sockel diese von Battisti über Leute wie Mussolini gesprochenen Worte angebracht werden.(Beifall.) Abg. Dr. Spahn(Dntl.) weist darauf hin, daß seit der Einbringung der deutschnationalen Interpellation über die Unterdrückung der Deutschen Südtirols die Verhältnisse sich noch verschlimmert hätten. Die Rede Mussolinis habe klar die Gewaltpolitik aufgedeckt, mit der das alte deutsche Volkstum der Südtiroler ausgerottet werden soll. Mussolini, der so gern an die Geschichte der alten Römer anknüpft, vergißt, daß die alten Römer niemals die eigene Kultur der von ihnen besiegten Völker unterdrückt haben. Die Mussolinirede sei keine gute Begleitmusik zu Deutschlands Eintritt in den Völkerbund. Wir können die Ausführungen des Außenministers zur Völkerbundsfrage nicht unterschreiben, werden ihm aber zustimmen in der entschiedenen Zurückweisung der Drohungen Mussolinis und der Bedrohung unserer Rechte und Pflichten, Anteil zu nehmen an dem Schicksal unserer bedrängten deutschen Volksgenossen in Südtirol. (Beifall rechts.) Abg. Stöcker(Komm.) bezeichnet es als symptomatisch, daß einer der Führer des Völkerbundes eine solche Rede halten konnte, an Sabotage im miisterine. (Von unserer Berliner Redaktion.) Berlin, 9. Febr.(Eig. Drahtb.) Bekanntlich ging durch die Presse die Nachricht, daß der neue Reichsernährungsminister Dr. Haslinde einen mehrwöchigen Erholungsurlaub antreten müßte. Die Gesundheit Dr. Haslindes war schon angegriffen, als er den verantwortungsvollen Posten übernahm. Er hätte jedoch ohne Zweifel nicht plötzlich seine Arbeiten unterbrechen müssen, wenn er die erforderliche Unterstützung in seinem Ministerium gefunden hätte. Hier liegt aber der wunde Punkt. Schon bei der Einführung Dr. Haslindes in sein neues Amt zeigten ihm die Beamten die kühle Schulter. demselben Tage, als der Beschluß des deutschen Kabinetts zum Eintritt in den Völkerbund gefaßt wurde. Wirig protestieren gegen die Unterdrückung der Südtiroler Drei Monate nach Locarno zeigt sich, daß der Geist von Locarno Schwindel und Betrug ist. Die Rede Mussolinis zeigt, daß in einem entscheidenden Augenblick alle Verträge wie Fetzen Papier behandels werden. Der„Schwarze Mann" Mussolini tut aber nichts anderes, als was Paul Boncour in Elsaß=Lothringen sowie Massaryk in der Tschechoslowakei zur Unterdrückung Deutscher tut. Chamberlain und Briand sind um kein Haar besser als Mussolini, nur sind sie nicht so plump, sondern geschickter. Die deutschen Fememörder sind nur Waisenknaben gegen den Mörder Mussolini, den die Arbeiterschaft der ganzen Welt verachtet. Abg. Hampe(W. Ver.) die Ausführungen der Erklärung der 1 d 3 er e le It 11 3 id le h 1 e 1 te Es fiel die Aeußerung, man wolle ihm die„Tätigkeit gestatten", wenn er die bisherigen Beamten nach ihrem Gutdünken schalten und walten lassen werde. Die Sabotage der Arbeit des Ministers setzte also im ersten Augenblick ein. Im Laufe der Zeit wurde es nicht besser. Alles wurde versucht, um dem Minister sein Amt zu verekeln. Seine Isolierung geschah unter dem Motto:„Wir werden ihn schon murbe machen!" Die Zentrumsgegner und Katholilenhasser vereinigten sich zu einer geschlossenen Front. Mit Namen kann jederzeit aufgewartet tag mit Ausnahme werden. Was sagt zu diesem Augiasstall die Zen sammenfassen: trumsfraktion des Reichstages? Wann soll diesem der Reichstag weist Skandal ein Ende bereitet werden? begrüßt in einer kurzen Erklärung des Außenministers und schließt sich Regierungsparteien an. Graf Reventlow(Völk.) weist zunächst die Rede Mussolinis als unwürdig und verächtlich zurück und wendet sich dann gegen einzelne Ausführungen des Außenministers. Dem bayrischen Ministerpräsidenten Held sei Dr. Stresemann Dank schuldig für seine vaterländische Rede gegen die Unter drückung der Deutschen Südtirols. Den Ministerpräsidenten der Länder dürfe man das Recht nicht nehmen auch die außenpolitischen Sorgen Deutschlands zu erörtern. Für die Westmächte sei der Pakt von Locarne nur die Bestätigung des Verzichtes Deutschlands aus Elsaß=Lothringen, die nochmalige Anerkennung des Versailler Vertrages. Es sei eine Ilusion zu denken daß Deutschland im Völkerbunde die Minderheitenfrage besser regeln könne. Dafür sei die Rede Mussolinis der beste Beweis. Es wäre längst Pflicht der Regierung ge wesen, die Verhältnisse der Deutschen in Südtirol mi Italien zu klären.(Sehr richtig! bei den Völkischen. Damit endet die Aussprache. Präsident Loebe: Ich darf das Ergebnis der Aussprache für den Reichs der Kommunisten wie folgt zu die sachlich ungerechtfertigten und in der Form beleidigenden Angriffe Mussolinis mit Nachdruck zurück. (Lebhafter Beifall.) In der ganzen Welt ist die Auffassung vertreten, daß die stammverwandten Minderheiten von ihrer Mutternation mit aller Anteilnahme verfolgt und im Ringen um das eigene Volkstum unterstützt werden. Obwohl das deutsche Volk nichts anderes wünscht, als in friedlichem Zusammenwirken mit den anderen Völkern seinen eigenen Aufbau zu wahren, wird es sich doch nicht davon abhalten lassen, für die deutschen Minderheiten unter fremder Staatshoheit eine gerechte Behandlung zu beanspruchen.(Lebhaftes Sehr richtig!) Dieses Recht werden wir uns am allerwenigsten durch beleidigende Angriffe und sinnlose Drohungen beschränken lassen. (Lebhafter Beifall.)— Damit ist dieser Gegenstand erledigt. Es folgt die 2. Beratung des Gesetzentwurfes betr. das vorläufige Wirtschaftsabkommen zwischen Deutschland und Spanien. Der handelspolitische Ausschuß beantragt die Annahme der Vorlage. Abg. Haag(Dn.) will die Interessen der deutschen Landwirtschaft im allgemeinen und des deutschen Weinbaues im besonderen Spanien gegenüber nachdrücklicher gewahrt wissen als in dem letzten Handelsabkommen dies geschehen sei. Der überwiegende Teil der Deutschnationalen würde das Provisorium ablehnen. Aba. Kerp(Ztr.): Der gewesene Reichsernährungsminister Graf Kanitz habe mit seiner vorjährigen Erklärung leider recht behalten, daß das deutsch-spanische Abkommen sich für den deutschen Weinbau als katastrophal und ruinös auswirken werde. Das jetzt vorliegende neue Provisorium bringe aber eine wesentliche Verbesseung für die deutschen Winzer. Trotzdem stehen noch viele Mitglieder der Zentrumssraktion dem Provisorium ablehnend gegenüber. Würde bei dem bald zu erwartenden Desinitivum noch unter die mit Italien vereinbarten Sätze heruntergegangen, wäre die Katastrophe für den Weinbau da. Nach weiterer unwesentlicher Debatte wird das Provisorium in zweiter und dritter Beratung langenommen. Zur Annahme gelangt in zweiter und dritter Lesung der Zusatzvertrag zum deutsch=niederländischen Handelsvertrag. Um ½8 Uhr vertagt sich das Haus auf Mittwoch 1 Uhr. Auf der Tagesordnung steht die erste Beratung des Etats für 1926 mit der Einführungsrede des Reichsfinanzministers, außerdem die Anträge über die Hochwasserschäden. Karsial Faulhaber gegen den Nationalismas. Der Protest des Tiroler Landtages. () Innsbruck, 9. Febr. Der Tiroler Landtag faßte instimmig eine Entschließung, die der tiefgehenden Erregung und Entrüstung des ganzen Landes über die italienischen UnterdrückungsmaßUnahmen in Südtirol Ausdruck gibt. Bisher, so heißt 2s in der Entschließung hätten unverantwortliche Mtalienische Stellen von der Möglichkeit einer Grenzverac schiebung zu Ungunsten Tirols gesprochen, jetzt aber habe mniiolini als verantwortlicher Ministerpräsident deutlich diese Möglichkeit betont. Angesichts dieser Tendenz der italienischen Politik könne Tirol unmöglich ruhig dem Gang der Dinge zusehen. Der Landeshauptmann erhielt den Auftrag, die Bundesregierung in Wien aufzufordern, zu prüfen, ob nicht alle Voraussetzungen gegeben seien, um die Angelegenheit dem Völkerbund vorzulegen. n Die Täuschung der öffentlichen Meinung über die Wirkung der Rede Mussolinis. le:: Rom, 9. Fehr. Die Morgenpresse schildert den Einweuck der Rede Mussolinis auf das Ausland. Aus Engodesaund werden meist ungünstige Pressestimmen gesmneldet. Bei Frankreich werden die Aeußerungen der artellstimmen vollständig übergangen, „1ol ind es werden nur die gunstigen Kommentare der 1iuk Rechtspresse wiedergegeben. Aus Deutschland weldet Messagero" verschiedene Stimmen, darunter die Deutsche Zeitung" und behauptet im Zusammen frang hiermit, daß einige Blätter die klare Fordeorung nach dem Brenner aussprächen. Das e( Blatt äußert in einem Kommentar seine Freude über die günstigen Stimmen der französischen Rechtsolätter, lehnt aber das darin ausgesprochene Bündnis reswischen Frankreich und Italien ab, weil Mussolini in seiner Rede sich Deutschland gegenüber un war mit hartem Freimut ausgesprochen habe, aber lioch nicht beabsichtige, die bisherige auswärtige Politik des Gleichgewichts und der Verantwortung tstemzustoßen. Italien sei zwar in vielen Problemen lleißinit Frankreich eins, wolle aber noch nicht inen Block bilden, der allzu große gefährliche ub Begensätze entfessele. Die Fürstenabsindung. )(Berlin, 9. Februar. Im Rechtsausschuß des Reichstages vurde heute die Generaldebatte über die Fürstenablindung fortgesetzt. Der Vorsitzende teilte mit, daß vom Reichsminister des Innern eine Aufstellung der von Nitgliedern früher regierender Fürstenäuser bezogenen Militärpensionen eingegangen mit der Mitteilung, daß die aufgeführten Pensionen sämtlich erhoben würden. u.Vor Eintritt in die Tagesordnung wünschte Abg. l. Frick(Völk.) eine genaue Aufstellung aller für die #Auseinandersetzung in Frage kommenden strittigen Vermögenswerte. Der Vertreter des Reichsministeriums erklärte es für inmöglich, eine solche Aufstellung zu liefern. Nach weiterer Aussprache wurde der Antrag Dr. rick(Völk.) gegen 6 Stimmen abgelehnt. osenfeld(Soz.) richtete an 15 Abg. Dr. seutschnationalen Abgeordneten die die o scen Ange Ve Düss bel das wur fer so storb ht u dukti e Frage, ob es wahr sei, daß sie in den letzten Wochen nit dem ehemaligen Kronprinzen über die FFrage der Auseinandersetzung mit den Hohenzollern erhandelt haben. Abg. Dr. Barth(D. Ntl.): Es handelt sich hier um ine agitatorische Frage. Ich kann aber erklären, daß as deutschnationale Mitglied des Rechtsausschusses nit Seiner Kaiserlichen Hoheit dem ehemaigen Kronprinzen nicht irgend eine Verhandung gehabt habe. Abg. Dr. Rosenfeld(Soz.): Uns ist mitgeteilt porden, daß vor einiger Zeit im Niederländischen Paais und bei Hiller Verhandlungen stattgefunden aben, an denen teilgenommen haben der hemalige Kronprinz, die Vertreter der hohensollernschen Vermögensverwaltung und deutschLationale Abgeordnete. Unmittelbar nach iesen Besprechungen ist der ehemalige Kronprinz nach olland gefahren. Abg. Evetling(D. Ntl.) Ich bin der Ansicht, daß n Rechtsbruch wie der hier erstrebte das Volk, in ssen Namen er versucht wird, mit einem Makel besten würde, dem wir unser deutsches Volk nicht austzen wollen. Ich habe seit 1½ Jahren nicht mehr ie Ehre gehabt, den Kronprinzen zu sehen. Abg. Dr. Korsch(Komm.): In einer wirklichen Republik würden Abgeordnete, die mit den Fürsten ber die Abwehr der Forderungen des Volkes verhanseln, vor den Staatsgerichtshof gestellt werden. Abg. Dr. Lohmann(Dnatl.) betont nochmals, daß die deutschnationalen Ausschuß mitglieder sich an den erwähnten Verhandlungen nicht beteiligt haben. hätten sie es aber getan, so wäre ihnen auch kein Vordurf daraus zu machen, daß sie auch die andere Seite fören, um zu einem gerechten Urteil zu kommen. Abg. Dr. Rosenfeld(Soz.) erklärt, die deutschzationalen Ausschußmitglieder hätten nicht festgestellt, aß kein anderer deutschnationaler Abgeordneter in den Verhandlungen teilgenommen habe. Hierauf wird in die Tagesordnung eingetreten. In zer Fortsetzung der Generaldebatte nimmt das Wort Abg. Freiherr v. Richthofen(D.): Das dem Ausschuß vorgetragene Material hat die NotwenKardinal v. Faulhaber, der zuweilen liebt, in seine Kanzelreden politische Gedanken einzupflechten, kam am Sonntag abend in seiner Predigt in der Münchener Michaelskirche im Zusammenhang mit Gedanken über das Königreich Christi auf den Nationalismus unserer Tage zu sprechen. Er sagte u. a.: „Ein krankhafter Nationalismus flutet durch die Völker und will alle Versuche zur Versöhnung der ehemaligen Feinde zerschlagen, hat sogar Angst vor geistigen Mächten, wie Herodes Angst hatte vor dem neugeborenen König der Juden. Wie auf ein Kommando hat unsre Presse in leidenschaftlichen Tönen die Südtiroler Frage aufgegriffen. Haß und blinder Eifer segeln wieder einmal unter der Flagge der Vaterlandsliebe. Laßt euch fragen:„Ist damit unsern Stammesbrüdern in Südtirol ein Dienst erwiesen, wenn sie nicht bloß mit Geißeln, sondern mit Skorpionen geschladigkeit einer reichsgesetzlichen Regelun der Abfindungsfrage klar bewiesen. Das ergibt schon aus der Tatsache, daß den fürstlichen Familien durch Urteile, die dem Volksempfinden nicht immer entsprechen, ein Landbesitz von 500 000 ha, also ein Gebiet fast so groß wie der Freistaat Oldenburg, zugeprochen worden ist. Wenn Deutschland so große Mittel und Vermögenswerte den fürstlichen Familien überläßt, so könnte im Ausland leicht ein falsches Urteil über die finanzielle Leistungsfähigkeit des deutschen Volkes entstehen. Die von den Kommunisten und den Sozialdemokraten beantragte vollständige Enteignung halten wir Demokraten nicht für gangbar. Man braucht nur daran zu denken, wie ungerecht wäre, einem so ausgezeichneten Mann wie dem Prinzen Max von Baden alles zu nehmen. Der ursprüngliche demokratische Antrag ist zunächst zurückgestellt worden, um die Bahn ftzr den Kompromißentwurf freizumachen. Wir haben den Kompromißantrag unterschrieben, weil wir eine Verständigung unter den Parteien für notwendig halten. Befriedigung empfinden wir nicht über den Kompromißentwurf, er bedarf in vielen Punkten der Verbesserung und Verschärfung. Nach dem Kompromiß soll den fürstlichen Familien eine würdige Lebensführung gewährleistet werden. Damit ist nicht gemeint, daß sie ihre frühere Lebensweise fortsetzen können, sondern sie werden der starken Herabminderung der allgemeinen Lebenshaltung im deutschen Volke Rechnung tragen müssen. Alle Parteien sind wohl darin einig, daß die Regelung der Abfindungsfrage nicht verschleppt werden darf. Abg. Dr. Barth(Dntl.) gibt darauf folgende Erklärung ab: Für die deutschnationalen Mitglieder des Rechtsausschusses ist sowohl der kommunistische Antrag als auch der Antrag der demokratischen Fraktion aus grundsätzlichen Erwägungen unannehmbar. Der auf entschädigungslose Enteignung der vormals regierenden Häuser abzielende Antrag der Kommunisten, dem sich die Sozialdmemokratie angeschlossen hat, verstößt gegen alle Grundsätze des Rechtsstaates. Der Antrag der Demokraten wiederum setzt sich in Widerspruch zu einer Reihe grundlegender Verfassungsbestimmungen. Die Folgen— und das betonen wir mit allem Nachdruck vor der Oeffentlichkeit—, die sich bei einer Regelung zufolge des demokratischen Antrages für unsere Privateigentumsordnung ergeben würden, sind unserer Ansicht nach gar nicht abzusehen. Das Reich kann zwar ein Enteignungsgesetz erlassen, es kann aber eine Enteignung in bestimmten Einzelfällen weder selbst verfügen, noch die Länder dazu ermächtigen. Einzelne Staatsbürger würden wider ihren Willen ihrem gesetzlichen Richter entzogen, und die Gegenpartei würde ihnen gegenüber zum Richter gesetzt. Das ist nach Artikel 105 der Reichsverfassung unstatthaft. Der demokratische Entwurf bedeutet schließlich einen Eingriff in die Zuständigkeit der Länder und steht im Widerspruch zu der föderativen Verfassung des Reiches. Aus allen diesen Gründen lehnen die deutschnationalen Mitglieder des Rechtsausschusses die Anträge ab. Berlin, 9. Febr. Die kommunistische Fraktion des Preußischen Landtages hat einen Urantrag eingebracht, in dem es heißt: Der Landtag wolle beschließen, das Staatsministerium zu ersuchen, dem Landtage unverzüglich den Inhalt des mit den Vertretern des Hauses Hohenzollern abgeschlossenen Vergleiches in einer Vorlage mitzuteilen. gen werden, oder wenn ihr Wohnsitz Kriegsschauplatz oder Aufmarschgebiet wird?" Ganz offensichtlich wendet sich hiermit der Kardinal gegen die von München ausgegangene und dort in erster Linie propagierte Boykottbewegung, durch die den Deutschen in Südtirol bekanntlich alles andere als ein Dienst erwiesen worden ist. Daß ob dieses oberhirtlichen Tadels die davon betroffene stark im nationalistischen Fahrwasser segelnde Münchener Presse sich sehr eingeschnupft zeigt, nimmt nicht weiter Wunder. Es verdient aber entschieden Zurückweisung, wenn aus den Worten herausgelesen wird, der Kardinal habe für den krankhaften Nationalismus der Italiener kein Wort des Tadels. Eine Predigt richtet sich bekanntlich immer an die anwesende Gemeinde und ist keine Rede, die jenseits der Grenze ihre Wirkung tun soll. Aufgaben das menschenmöglich Tüchtigste und Beste zu leisten. Abg. Künstler(Soz.) führte Klage über den antirepublikanischen Geist der Reichswehr, namentlich der Offiziere. Die Sozialdemokratie wolle, daß endlich das antirepublikanische Treiben gewisser Offiziere aufhöre. Hierauf vertagte sich der Ausschuß auf Mittwoch. Die Neuregelung der Kraftfahrzeugsteuer. X Berlin, 9. Febr. Der finanzpolitische Ausschuß des vorläufigen Reichswirtschaftsrates stimmte gegen 5 Stimmen dem Gutachten des von ihm eingesetzten Arbeitsausschusses zur Beratung des Gesetzentwurfes für die Aenderung des Kraftfahrzeugsteuergesetzes zu. Zur Instandhaltung der insgesamt vorhandenen 180 000 Klm. Landstraßen muß ein Drittel Kraft= und Fuhrwerksverkehr aufbringen, wobei die Gesamtlast auf jährlich 120 Millionen errechnet wurde. Zur Einführung der Zugtiersteuer sollen die Länder durch Reichsgesetz gezwungen werden. Die Länder sind verpflichtet, das ihnen zufließende Aufkommen aus diesen Steuern restlos an die Unterhaltungspflichtigen öffentlicher Wege zu verteilen. Das Gutachten ermäßigt die Staffelung des Regierungsentwurfes über die Steuersätze etwas, schließt sich aber dem Entwurf im übrigen an. Reich. Die Tagesordnung der nächsten Reichsratssitzung. () Berlin. 9. Febr. Auf der Tagesordnung der Vollsitzung des Reichsrats am 11. Februar stehen u. a. folgende Punkte: Neufestsetzung der Stimmenzahl im Reichsrat. Entwurf eines Gesetzes über Rückgabe der für die Besatzungszwecke in Anspruch genommenen Grundstücke, Entwurf einer Verordnung über die Beschäftigung von Arbeiterinnen und jugendlichen Arbeitern in Glashütten, Glasschleifereien und Glasbeizereien sowie Sandbläsereien, Vorlage des Berichts über die Lage der Deutschen Reichspost im Dezember 1925 und Ernennung eines stellvertretenden Präsidenten des Reichsdisziplinarhofes in Leipzig. unter GeschäftsDie„Niederdeutsche aufsicht. X Hannover, 9. Febr. Die„Niederdeutsche Zeitung“ teilt in ihrer Mittwochausgabe mit, daß sie den Antrag auf Geschäftsaufsicht habe stellen müssen. Die allgemeine schwere wirtschaftliche Notlage in Verbindung mit der unerwartet eingetretenen Unmöglichkeit, eine in bestimmte Aussicht genommene Erweiterung des Betriebes durchzuführen, habe die Illiquidität herbeigeführt. Aussichtsrat und Vorstand hofsen, durch das Mittel der Geschäftsaufsicht in Kürze auf eine gesunde geschäftliche Grundlage zu kommen. Ungarn. Der geheimnisvolle„Schultze“ festgestellt. in Budapest Der Reichswehrminister über die Schwarze :: Berlin, 9. Febr. Reichswehrminister Dr. Geßler führte in der heutigen Sitzung des Haushaltsausschusses des Reichstages u.a. aus: Bezüglich der vaterländischen Formationen und der sogenannten„Schwarzen Reichswehr" werde der Untersuchungsausschuß zuständig sein. Trotzdem wolle er schon jetzt erklären, daß er selbst und mit ihm der Chef der Heeresleitung absolute Gegner der Bildung von Formationen gewesen sei. Bekanntlich war die Zeit des Ruhreinbruchs ein Jahr starker politischer Spannungen. Aber auch damals sei vom Reichswehrministerium immer die Auffassung vertreten worden„daß die Aufstellung von Formationen außerhalb des Rahmens der Heeresorganisation abzulehnen sei. Die Formulierung des Namens„Schwarze Reichswehr“ stamme aus deutschvölkischen Kreisen. Im Jahre 1923 habe General Ludendorff beim General Seeckt vorgesprochen und den Vorschlag zur Bildungeiner„Schwarzen Reichswehr“ gemacht General Seeckt habe diesen Gedanken aufs schroffste avgelehnt. Später habe dann der deutschvöllische Abgeordnete von Graefe versucht, zu General Seeckt zu gelangen, aber dieser habe ihngarnichtempfangen. Trotzdem habe sich besonders nach dem verhängnisvollen Empfang des Oberleutnants Roßbach durch den Reichskanzler Cuno dann in der Oeffentlichkeit das Gerücht gebildet, als wären offizielle und offiziöse Fäden gesponnen zwischen der richtigen und der Schwarzen Reichswehr. s Reich habe später nur die mißliche und schwierige Aufgabe bestanden, den bewaffneten Selbstschutz in Ruhe aufzulösen. In Verbindung damit ergab sich die Notwendigkeit die Waffen des Selbstschutzes zu zerstören und erst zu diesem Zweck wurden von der Regierung Arbeitskommandos eingerichtet, die aver nicht meyr als etwa 135 Mann betragen haben. Ein begabter Offizier habe ihm einmal gesagt, daß die vaterländischen Verbände, rein militärisch gesehen, keinen anderen Wert hätten, als das zu bieten, was früher die Köchinnen vom Militär verlangten, nämlich Musik, Parademarsch und Liebe. Der Minister versicherte, daß jede Verbindung von Reichswehrangehörigen mit den vaterländischen Verbänden überhaupt verboten sei. Auch sei es verboten, Zeitfreiwillige in der Reichswehr auszubilden. Unteroffiziere der Reichswehr seien nicht zur Ausbildung von Stahlhelmleuten abkommandiert worden, was selbstverständlich strenastens verboten sei. Wenn in den Kasernen wohnende Privatversonen schwarz=weiß-rot flaggten, so ine man das natürlich nicht der Reichswehr in die Schuhe schieben. Wie der Minister mitteilte, hat er verfügt, daß in Reichswehrgebäuden nur die Reichswehr flaggen dürfe. Die Reichswehr halte jedenfalls auf Pflichund Ehre und bemühe sich, im Rahmen der ihr gestellten + Budapest, 9. Febr. Die weitere polizeiliche Untersuchung hat nunmehr die Identität des längst gesuchten geheimnisvollen Schultze festgestellt, der mit Vornamen Arthur heißt und weder mit dem Erzberger=Mörder identisch ist, noch mit bayrischen Hakenkreuzlern Verbindung hatte. Schultze war Vorstand der russischen Staatsnotendruckerei. Er leitete den technischen Teil der Frankenfälschungsaktion. Soviel ist gewiß, daß er sich in der Umgebung von Sarospatak versteckt hielt, wo er sich im Schloß des Prinzen WindischGrätz früher längere Zeit aufhielt. Es ist nicht ausgeschlossen, daß er von dort irgendwie über die Grenze gelangt ist. Frankreichs Schwierigkeiten in Syrien. : London, 9. Febr. Der Korrespondent der„Daily Mail" in Jerusalem meldet, er erfahre zuverlässig, daß die französische Regierung es abgelehnt habe, Truppen und Geld für eine weitere Offensive gegen die aufständischen Drusen zu gewähren und den Oberkommissar de Jouvenel angewiesen habe, alsbald einen Frieden unter bestmöglichen Bedingungen zu schließen.(In französischen unterrichteten Kreisen wird diese Meldung dementiert.) Indien. Eine unabhängige indische Marine. )1( Dehli, 9. Febr. Der Vizelönig teilt mit, daß eine kaiserlich-indische Marine geschaffen werden solle, in der Indier als Offidürfen. der Indier als Offiziere dienen Vertrauliches über Ludendorff. Der Nationalverband deutscher Offiziere hat unter der Bezeichnung„Vertraulich" und„Nur für Offiziere" unter dem Titel„General Ludendorff und wir“ eine 62 Seiten lange Broschüre herausgegeben, die eine aktenmäßige Darstellung des Konflikts zwischen Ludendorff und dem früheren Generalkommissar v. Kahr und später zwischen Ludendorff und dem Kronprinzen Rupprecht im Anschluß an die Vorgange vom 9. November 1923 gibt. Dieses Geheimdokument enthält einen Briefwechsel zwischen Ludendorff und dem Admiral v. Schröder, dem Vretreter des Nationalverbandes, Bruchstücke daraus veröffentlicht der„Sozialdemokratische Pressedienst". Die Rolle Ludendorffs wird dadurch ins rechte Licht gerückt. Nach dem Geheimbericht hat Ludendorff im November 1924 angebahnte Verständigungsverhandlungen schroff abgelehnt. In der Antwort des Admirals v. Schröder wird Ludendorff vorgehalten, wie sehr der Nationalverband bei früheren Gelegenheiten für Ludendorff eingetreten sei. Dabei entschlüpst ihm ein reizendes Geständnis: „Erinnern Sie sich nicht mehr der jubelnden egrußung des Nationalverbandes deutscher Offiziere in der Wilhelmstraße, als Sie aus Schweden zurückgekehrt waren? Wissen Sie nicht mehr daß der geamte Hauptvorstand des Nationalverbandes deutscher Offiziere... im März 1920(Kapp=Putsch. Die Red.) sich... sofort zur Verfügung stellte und bis zur Beendigung des Unternehmens getreu auf seinem Posten ausharrte?“ Der„Sozialdemokratische Pressedienst" erklärt zu dieser Aeußerung, die vollständige Briefstelle würde den klaren Beweis dafür erbringen, daß Ludendorff tatsächlich im März 1920 die Seele und der Leiter des Kapp=Putsches gewesen sei, und der Nationalverband habe sich ihm restlos zur Verfügung gestellt. Im übrigen bildet den Rest des Berichts nach der Darstellung des„Sozialdemokratischen Pressedienstes" eine Auseinandersetzung zwischen Ludendorff und dem Admiral v. Schröder, die sich auf die Mittel und Wege bezieht, durch die am besten der Sturz der Republik herbeigeführt werden kann. Washington und Locarno. (Washingtoner Brief.) )( Washington, 31. Januar. Man hat nicht oft Gelegenheit mit einem„hundertprozentigen" Amerikaner zu sprechen, der Deutschland, das Deutschland nach dem Kriege, kennt. Der Gewährsmann der nachstehenden Aeußerungen trägt den Namen, den schon einer der Pilgerväter auf der Mayflower getragen hat. Sein Großvater hat im Sezessionskriege an der Seite von Alysses Grant gefochten, sein Vater heiratete eine Erbtochter aus einer der altholländischen New Yorker Familien, die sich rühmen, noch vor Penns Einwanderern im Lande ansässig gewesen zu sein— die ersten Governors von New York führten ausschließlich holländische Namen, er selbst ist vor und nach dem Kriege als fröhlicher und fleißiger Student in Heidelberg und Göttingen, nach dem Krieg als Tätiger großer Finanzgeschäfte in Mannheim, Hamburg und Berlin. Er spricht besser deutsch als ich„amerikanisch" spreche— denn es ist eine Illusion, daß man in diesem Lande mit „the Kings English“ im lebendigen Gespräch auskomme. Er ist um die Weihnachtszeit aus Deutschland zurückgekehrt und ließ sich— er ist ein gewissenhafter Abstinent — bei(allerdings verdammt starkem!) Kaffee und schweren Zigarren über die Eindrücke, die er in Deutschland und im umliegenden Europa gesammelt hat, aus: „Wenn man aus dem Vertrag von Versailles, den ich wohl nicht für ein Meisterwerk der Schöpfung, sondern für ein Stümperwerk kurzsichtiger Diplomaten halte, irgend etwas lernen kann, so ist es dies: man kann die nationalen, politischen, sozialen und wirtschaftlichen Leiden der Völker nicht dadurch kurieren, daß man eine Anzahl von Grenzpfählen versetzt und das ist genau genommen— neben der Entwaffnung Deutschlands— alles, was der Versailler Vertrag samt seinen Nebenverträgen aus den Pariser Vororten getan hat. Man hat Grenzpfähle versetzt und damit nicht nur nichts besser, sondern vieles schlechter gemacht. Aber nun kommt die große Frage: liegt irgend eine Wahrscheinlichkeit vor, daß durch ein neues Umsetzen von Grenzpfählen die Sachen gebessert werden? Nein, ich meine, es hieße die Lehre von Versailles, St. Germain, Trianon usw. in den Wind schlagen, wenn man auf diese Gedanken käme. Und mir scheint: es ist der Sinn von Locarno, daß den europäischen Staatsmännern diese Wahrheit aufgegangen ist: das Streben nach dem Umpflanzen der Grenzpfähle ist kein taugliches Mittel, um der Völker Leiden zu heilen, man muß etwas anderes suchen. Was dies andere sein wird? Darüber ist man sich in London freilich noch nicht klat geworden. Am wenigsten klar darüber sind sich wohl Chamberlain, Briand, Mussolini. Ich habe eher den Eindruck, als sollte man die neuen Gedanken hinter den Stirnen von Luther, Stresemann und Benesch suchen. Jedenfalls ist schon viel dadurch erreicht, daß man an die status quo=Grenzen nicht mit Gewalt rühren will. Verlieren denn die Pfahlgrenzen in einem Zeitalter, wo der Verkehr— der legitime und der illegitime, der militärische und kommerzielle— seinen Weg von Tag zu Tag häufiger durch die Luft nehmen wird, nicht überhaupt ihre frühere Bedeutung? Wird nicht der Grenzbegriff überhaupt geändert werden müssen? Läßt der Begriff der Grenzlinie, die früher die Grundlage aller Politik war, sich noch aufrecht erhalten? Ich glaube wohl, die Staatsrechtsprofessoren, die Diplomaten, die Militärs, die Paßbehörden und Zollbeamten, die von diesem Begriff leben, werden nicht leicht davon zu überzeugen sein, daß sie eigentlich auf einen Leichnam schmarotzen— aber die Wirklichkeit wird sie überrennen. Ich weiß, daß es eine Illusion ist, die Zollgrenzen in eurem alten Europa bald aufzuheben— eines Tages wird der Luftschmuggel, der sich in ungeahnten Dimensionen entwickeln wird, diese Grenzen von euren verblüfften Augen abgeschafft haben— aber ihr solltet wenigstens jetzt schon den Anfang mit der möglichsten Herabsetzung der Zollsätze machen. Ihr solltet dies schon aus fiskalischen Rücksichten tun, denn je länger ihr damit zaudert, desto rascher wird der Luftschmuggel eurem schläfrigen Zolldienst über den Kopf wachsen. Dann aber solltet ihr auch nicht versäumen, die großen wirtschaftlichen Hilfsmittel, die in Europa noch ungeschützt liegen, zu entwickeln. Die Kapitalien werdet ihr in Amerika finden— freilich nur unter einer Bedingung: daß Europa uns Sicherheit bietet gegen die militärischen Krawalle, die man Kriege nennt. Wir Amerikaner haben keine Lust, unser Geld Ländern anzuvertrauen, die unsere Dollars für weittragende Geschütze, Giftbomben und Unterseeboote ausgeben, und die dadurch unseren Militaristen— einer unheilvollen Kriegsacquisition, auf die die Vernünftigen unter uns nicht stolz sind— Gelegenheit geben, unsere Kong mitglieder verrückt zu machen und zu ähnlichen gaben zu verleiten. Furcht vor dem Bolschewismus haben wir nicht. Es gibt ein banales Wort, das sie in unserem Lande oft hören: Wir lösen die soziale Frage durch den allgemeinen Wohlstand. Ich weiß wohl, daß die Schwierigkeiten des sozialen Problems in Amerika, wo wir Lebensmittel und alle Naturerzeugnisse in und Fülle haben, nicht so groß sind wie in dem alten mageren Europa, aber wenn ihr den hundertsten, ja nur den tausendsten Teil des Geldes, den ihr in Granaten verpulvert habt, in die Verbesserung eurer Landwirtschaft gesteckt hättet....." Hier brach mein Amerikaner ab und schaute traumerisch vor sich hin— soweit ein Amerikaner träumen kann. Wahrscheinlich dachte er an deutsche Kaliobligationen........ Amerika und die Verschiebung der Abrüstungskonferenz. )1( London, 9. Febr.„Morning Post" meldet aus Washinaton, es werde wiederum über eine zunehmende Ungeduld und Verstimmung Coolisges wegen der Unaufrichtigkeit gewisser europäischer Staatsmänner, die in dem Aufschub der Vorkonferenz für die Abrüstung zum Ausdruck komme, berichtet. Es heiße, Präsident Coolidge sei entschlossen, eine Konferenz in Washington erzwingen, wenn er nic greßAus--..Wass. venuyen werbe. Dieses Gerede jei uvertrieben, fährt der Bericht fort, aber wahr sei. daß Coolidge eine Konferenz in Washington wünsche und der Teilnahme an einer Konferenz in Europa unter den Anspizien des Völkerbundes nur mit Widerstreben seine Zustimmung erteilen werde. = London, 9. Febr. Der diplomatische Berichterstatter des„Daily Telegraph" schreibt, in britischen und in Völkerbundskreisen herrsche eine nervöse Stimmung darüber, daß die Zuweisung eines ständigen Sitzes im Völkerbundsrat an Deutschland jetzt gewisse Schwierigketten hervorrufen könne. Die im Rate vertretenen Mächte, die an dem Vertrag von Locarno beteiligt waren, seien verpflichtet, zu Gunsten der Zulassung zu stimmen. Spanien habe, obwohl es kein Unterzeichner von Locarno sei, Deutschland eine ausdrückliche Zusage in diesem Sinne gemacht. Mit anderen Mächten verhalte es sich aber, ganz abgesehen von Polen, das kein Mitglied des Rates sei, etwas anders. Der Berichterstatter spricht von Intrigen, die in gewissen alliierten Kreisen ermutigt würden. Die Lage sei tatsächlich so, daß der Vertreter einer dieser Mächte so weit gegangen sei, anzudeuten, daß er, falls seinem Lande nicht gleichzeitig mit Deutschland ein ständiger Ratssitz zugewiesen werde, vielleicht seine Zustimmung zur Zuweisung eines solchen Sitzes an Deutschland verweigern mußte, wodurch vielleicht Deutschlands Eintritt in den Völkerbund verzögert werden könne. Es sei daher denkbar, daß die britischen Delegierten und die britische Regierung im entscheidenden Augenblick zu wählen hätten zwischen dem Aufschub der deutschen Zulassung und zwischen der Zustimmung zur Erteilung ständiger Sitze an zwei oder drei Mächte, die keinen der wohlbegründeten Ansprüche auf eine direkte Zuweisung hätten. Der Berichterstatter fügt hinzu, daß der französische Botschafter gestern im Foreign office vorgesprochen habe. „Daily News“ bemerkt zu dem gleichen Thema in einem Leitartikel: Die polnische Auffassung ist, daß Polen eine Belohnung für seine Opfer und für seinen guten Willen erhalten sollte, den es dadurch bewiesen habe, daß es die Vereinbarungen von Locarno ermöglichte. Da Polen ferner viele strittige Fragen mit Deutschland zu regeln habe, sei es Unrecht, wenn es nicht auf dem gleichen Fuße mit dieser Nation dastehen würde. Da sich der augenblickliche Grundsatz, der die Zusammensetzung des Völkerbundsrates beherrsche, ganz leidlich bewähre, sollte er nur aus sehr guten Gründen eine Aenderung erfahren. Außerordentliche Sitzung des Völkerbundsrates. :: Genf, 9. Febr. Der deutsche Generalkonsul Aschmann stattete heute vormittag 11 Uhr dem Generalsekretär des Völkerbundes einen Besuch ab und teilte ihn mit, daß das deutsche Aufnahmegesuch am Mittwoch, den 10. Februar, durch ihn überreicht wirden würde. Der Generalsekretär hat daraufhin im Arftrage des verzetigen Vorsitzenden des Völkerbundsraes, Scialoja, den Rat zu einer außerordentlichen Sitzung auf Freitag, den 12. Februar, nachmittags 3 Uhr nach Genf einberufen. Die Ageneindungen in Industriegebiet. Fugendführertagung der kath. kaufm. Vereine von Westfalen=Süd. :: Hagen, 9. Febr. Z1 einer bedeutsamen Führertagung traten hier im katholischen Vereinshaus die Präsides und kaufmännischen Leiter der Jugendabteilungen und der Jungmänwerringe des Westfälischen Südgaues im Verbande der kitholisch=kaufmännischen Vereine zusammen. Sie bildet einen besonderen Merkstein in der Geschichte des Westfilischen Südgaues, weil in einem herzlichen Schreben der hochwürdigste Bischof von Paderborn zu der katholisch kaufmännischen Jugendbewegurg Stellung nahm. Es waren weit über 80 Geistliche Präsides und kaufmännische Leiter unter dem Vorsitze des Diozesan=Protektors Studienrat Hoischen Bochum, versammelt. Unter anderem waren vertreen die Vereine von Altena, Arnsberg, Bochum, Dortmund, Hagen, Hörde, Habinghorst, Iserlohn, Lethmate, Lüdenscheid, Menden, Neheim, Olpe, Wattenscheidt und Witten. Dei Vorsitzende brachte die bischöfliche Kundgebung zu der Sache der katholisch=kaufmännischen Jugend zur Verlesing. Der hochwürdigste Bischof wünschte den Beratungen reichen Erfolg. Er gab der Zusicherung Ausdruck, daß der Klerus der Diözese Paderborn, sich gern auch diesen Abteilungen im Hinblick auf ihre Wichtigleit und Bedeutung und in Erwägung der großen Gefahren, die der kaufmännischen Jugend im besonderen Maße gegenwärtig drohen, voll Liebe und Eifer vidmen werde. Allen geistlichen Präsides und Berlin, 9. Febr.(Eig. Drahtb.) Die wichtigste Materie, mit der sich der preußische Landtag in seiner Sitzung am Dienstag beschäftigte, bildete die zweite und dritte Beratung des Gesetzentwurfes über die Umgemeindung im Industriebezirk. Diese bedeutsame Vorlage ist bekanntlich in vielen Sitzungen des Gemeindeausschusses durchberaten und in eine Form gebracht worden, welche die Zustimmung aller Parteien mit Ausnahme der Kommunisten fand. In der Debatte nahmen daher auch nur zwei kommunistische Redner das Wort, die u. a. die demagogische Behauptung aufstellten, daß bei der Neuregelung der kommunalen Grenzen im westfälischen Industriegebiet nicht etwa kommunalpolitische Gesichtspunkte maßgebend gewesen seien, sondern daß es der Großindustrie gelungen wäre, ihre privatkapitalistischen Interessenwünsche durchzusetzen. Als Berichterstatter gaben die Abg. Schmid=Düsseldorf (D. Vp.), Klupsch(Soz.) und Frau Giese(Z.) dem Plenum in eingehenden Berichten einen Ueberblick über die komplizierte Materie und über die Ziele der Vorlage. Minister Severing nahm hierauf selbst das Wort, um ausdrücklich dem Gemeindeausschuß den Dank des Staatsministeriums für seine vortreffliche Arbeit auf dem wichtigen Gebiet der Umgemeindungen im rheinwestfäl. Industriegebiet auszusprechen und um indirekt auch den kommunistischen Auslassungen entgegenzutreten. Er hob hervor, daß es das Ziel der Vorlage sein müßte, zu versuchen, die kommunalen Aufgaben mit den Forderungen größter Wirtschaftlichkeit in Einklang zu bringen. Das sei dem Ausschuß gelungen. Die Vorlage wurde darauf vom Landtag endgültig verabschiedet. Nach Erledigung kleiner Vorlagen vertagte sich der Landtag auf Dienstag, den 23. Februar, wo der Gesetzentwurf über die Gebäude=Entschuldungssteuer(Hauszinssteuer) zur weiteren Beratung steht. Preußischer Landtag. Berlin, 9. Febr. Ohne Aussprache wird zunächst ein sozialdemokratischer Antrag dem Hauptausschuß überwiesen. Danach soll bereits jetzt ein namhafter Teil der im Haushaltsplan für 1926 vorgesehenen Mittel für öffentliche Bauten zur Verfügung gestellt werden und außerdem für die Finanzierung des Wohnungsbaues vorschußweise den Kommunalverbänden ein Betrag von 50 Millionen Mark überwiesen werden. Ferner wird angenommen der Antrag des Handelsausschusses, der einen sozialdemokratischen Antrag dahin abändert, daß das Staatsministerium ersucht wird, im Benehmen mit der Reichsregierung alle Anstrengungen zu machen, um spekulativen Stillegungen, wenn nötig auf gesetzlichem Wege, vorzubeugen. Gleichfalls ohne Aussprache findet Annahme der Urantrag des Zentrums, das Staatsministerium zu ersuchen, darauf hinzuwirken, daß die zweite Rate der Saatgutkredite bis nach der Ernte dieses Jahres gestundet wird. Das Haus geht über zur zweiten Beratung des Gesetzentwurfes über die Umgemeindung im rheinisch=westfälischen Industriegebiet. Abg. Schmid=Düsseldorf(D. Vp.) erstattet den allgemeinen Bericht über die Verhandlungen des Ausschusses. Die Vorlage gehe nicht weit genug und habe nicht die Gesamtheit der erforderlichen Grenzverhältnisse. Die Mehrheit des Ausschusses habe in Uebereinstimmung mit der Staatsregierung den Standpunkt vertreten, daß ein schrittweises Vorgehen nötig sei, weil es schlechthin unmöglich wäre, die Gesamtheit des Umgemeindungsproblems mit einem Schlage zu lösen. Weiter sei die allgemeine Frage, ob es überhaupt wie mit Großberlin möglich sei, im Ruhrgebiet eine solche Einheitsgemeinde zu schaffen, als nicht angangig entschieden. Die größte Ausschußmehrheit habe sich in der allgemeinen Beurteilung auf den Boden der Regierungsvorlage gestellt. Der letzte allgemeine Gesichtspunkt war der, daß die Entscheidung in der Frage des Umgemeindungsproblems lediglich nach sachlichen Gesichtspunkten zu treffen ist. Ferner kam die Meinung des Ausschusses zum Ausdruck, daß dieses große kommunale Reformwerk nicht auf Kosten der Beamten und Angestellten gehen solle. In der Debatte beschäftigten sich die Redner der einzelnen Parteien mit der nach der Vorlage zu regelnden Umgemeindung der einzelnen Gebiete. Der preußische Innenminister Severina dankte darauf dem Gesamtausschuß für seine Mühewaltung. Sein Verdienst sei es, daß die Vorlage sozusagen eine en bloc=Zustimmung der Parteien gefunden habe. Zweifellos seien hier Verbesserungen erwünscht. Wenn es aber Leute gebe, denen die Vorlage nicht weit genug gehe, so muß darauf verwiesen werden, daß eine Schaffung einer Riesengemeinde, wie etwa Berlin, im Ruhrbezirk nicht fördernd, eyer hindernd und störend sein werde. Des weiteren beschäftigte sich der Minister mit zahlreichen Kritiken, insbesondere von Oberbürgermeistern verschiedener Städte, in denen der Demokratie zum Vorwurf gemacht werde, daß sie ein solches Gesetz in Angriff genommen habe. Eine besonders scharfe Auseinandersetzung habe er diesbezüglich mit Oberbürgermeister Dr Boess gehabt und ihm gegenüber darauf verwiesen, daß wohl einzelne Fälle vorgekommen seien, in denen Städte schlecht gewirtschaftet hätten, das man das aber nicht verallgemeinern dürfe. Man könne nicht planlos Anleihen bewilligen, ohne sich der Gefahr auszusetzen, erneut in eine Inflation und in ein Chaos hineinzukommen. Nachdem noch einige kommunistische Abänderungsanträge eingebracht waren, nahm das Haus die Vorlage über die Umgemeindung unter Ablehnung der kommunistischen Abänderungsanträge in zweiter Lesung an und erledigte die dritte Lesung und die Schlußabstimmung durch en bloc=Annahme des Gesetzes. Dagegen stimmten nur die Kommunisten. Darauf verabschiedete das Haus ohne Aussprache den Entwurf, der die Geltungsdauer des Polizeikostengesetzes verlängert. Gegen das Gesetz stimmten auch hier die Kommunisten. Darauf vertagte sich der Landtag auf Dienstag, den 23. Februar. Zweite Lesung des Gesetzentwurfes über die Gebäudeentschuldungssteuer(Hauszinssteuer). Die Grenzveränderungen und die kirchlichen Verhältnisse. Bei der Beratung des Gesetzes betreffend Neuregelung der kommunalen Grenzen im rheinisch=westfälischen Industriebezirk ließ die Zentrumsfraktion durch einen Berichterstatter die folgende Erklärung abgeben: „Der§ 40 des Gesetzentwurfes sagt: Die kirchlichen Verhältnisse werden durch dieses Gesetz nicht berührt.“ Diese Bestimmung ist im Ausschuß unverändert geblieben. Tatsächlich wird aber die Rückwirkung der Grenzveränderungen auf die kirchlichen Verhältnisse groß sein. Trotz dieser Voraussicht wollten die kirchlichen Behörden die ohnehin so schwierigen Verhandlungen nicht noch durch Geltendmachung der kirchlichen Belange erschweren. Ueberall, wo sich die Grenzen der kirchlichen Gemeinden mit denen der politischen Gemeinden nicht decken, entsteht nicht nur doppelte Verwaltungsarbeit mit den Gemeindebehörden, sondern vor allem die ernste Besorgnis, daß die Kirchensteuern nicht gleichmäßig erhoben werden können. Vor allem wird mit der Verschiebung der wirtschaftlichen Entwicklung eine Veränderung des Pfarrsystems selbst notwendig werden. Weil zwischen den Fraktionen das Abkommen getroffen worden war, daß keine Anträge gestellt und keine Reden gehalten werden sollen, mußte auf die Anführung von Einzelheiten verzichtet werden. Die Zentrumsfraktion spricht aber die zuversichtliche Erwartung aus, daß das Staatsministerium den durch diese Grenzveränderungen betroffenen Gemeinden seinerseits Erleichterungen bei den notwendigen Umgestaltungen der Kirchensysteme schafft, daß es aber auch die Kommunen, denen der wirtschaftliche Nutzen erwächst, darauf hinweist, den Kirchengemeinden bei dem Aufbau ihrer Pfarrsysteme zu helfen. den vielen Laien aus dem Kaufmannsstande, die das bischöflichen Segen. Diese warmherzige und gewiß Beste ihres Könnens zur Rettung der Jugend einsetzten, aneifernde Kundgebung des hochwürdigsten Bischofs sprach der Bischof wärmsten Dank aus. Allen Teil= von Paderborn rief in der Tagung lebhaftesten Beifall nehmern der Hagener Tagung übermittelte er seinen hervor. Es folgte das Referat des Generalsekretärs der Jugendbewegung im Verbande der katholisch=kaufmännischen Vereine Deutschlands, Schuhmacher, Essen, über den Jugendbund im katholisch kaufmännischen Verbande. Der Redner gab einen interessanten Ueberblick über die Jugendbewegung im Verbande. Seit dem Kongreß in Krefeld wo die Verbandsjugend zum ersten Male öffentlich aufgetreten, habe diese eine ganz erfreuliche Ausdehnung gefunden und festere Formen zum Verbande angenommen. Der Verband sah sich schließlich gezwungen, einen eigenen Jugendleiter und einen Generalsekretär anzustellen. Der Redner verbreitete sich über die Aufgaben der Jugendpflege. Jugend in reiner Freude, Katholiken im Beruf. Der Jugend müsse unbedingt Freude geboten werden, sonst suche sie diese an anderer Stätte. Der Präses müsse es verstehen, seine Jugend zu den Quellen reiner Freude zu führen, wandern in Gottes freier Natur, Verständnis zu der engeren Heimat vermitteln. Leider sei die Wahrnehmung zu machen, daß vielen die engere Heimat unbekannt geblieben, weil man es nicht verstanden habe, die Schätze der engeren Heimat der Jugend zu vermitteln, vernünftiger Sport in gewissen Grenzen, Gruppenabende, Musik, Literatur und Spiele. Auf die bereits in den meisten Jugendvereinen eingeführte Monatskommunion wurde besonders verwiesen. Marienverehrung soll öffentlich bekundet werden. Zu der Frage der religiösen Ertüchtigung empfahl der Redner Abhaltung von Einkehrsonntagen und Exerzitien. Der zweite Teil seines Referates trug das Motto: Vereint sein in tätiger Liebe. Der Redner schilderte die augenblickliche Not der Erwerbslosen. Seit April vr. Is. habe der Verband bereits 50 000 Mart für Erwerbslose gezahlt. Der Redner warnte vor zu häufigen Veranstaltungen. Es könne nicht zugegeben werden, daß die Jugend an drei und vier Abenden in der Woche der Familie entzogen und damit entfremdet werde. Der Redner regte Elternabende an die nur von Eltern besucht werden sollten, um so mit der Familie des Mitgliedes in engster Verbindung zu stehen. Besonderes Augenmerk sei auf die Mitglieder zu richten, die das Alter von 17 Jahren erreicht haben Zum Schlusse seines Vortrages ersuchte der Redner bei der erwachsenen männlichen Jugend das Gefühl der Ritterlichkeit gegenüber dem weiblichen Geschlecht zu stärken. Die Jugent in der Volksgemeinschaft und in der Liebe zur Kirch und Vaterland zu erziehen, sei das beste Mittel aus der Jugend charaktervolle Männer heranzu bilden. Jugendsekretär Kaufmann Küchenberg, Bochun behandelte das Thema: Berufsausbildung und Bildungsfragen. Der Ausbildung der Lehr linge müsse größere Aufmerksamkeit zugewendet wer den. Der junge Mann, der es versäume, sich in seine Lehrzeit die erforderlichen Kenntnisse zu verschaffen werde nie ein tüchtiger Kaufmann. Dabei dürfe di Erziehung zur Herzensbildung nicht verabsäumt wer den. Darauf setzte eine Aussprache ein, die für di zukünftige Arbeit und Ausbreitung der katholischen Jugendbewegung unserer Kaufmannsjugend im West fälischen Südgau ein reiches Material bot. Der Diö zesan=Protektor wurde beauftragt, dem hochwürdigsten Bischof von Paderborn für seine warmherzige Unter stützung in der katholisch=kaufmännischen Jugendbe wegung tiefen Dank auszusprechen, mit der Zusicherung daß man bestrebt sein werde, die Wünsche des Bischofin der religiösen und volkswirtschaftlichen Ertüchtigun der katholischen kaufmännischen Jugend nach Kräfter zu verwirklichen. Von Nah und Fern. Neue Wendung in der Affäre Rosen. () Brestau, 9. Febr. Nach Mitteilung der Unter suchungsbehörde haben die weiteren Ermittelungen in der Mordaffäre Rosen zu dem Ergebnis geführt, daß au dem als Mordwaffe angesehenen Revolver de Briefträgers Stock der tödliche Schuß auf den Pro fessor Rosen avgegeben worden ist. Damit erhält di Untersuchung eine neue Richtung, da die Waffenange legenheit als Belastungsmoment gegen den jun gen Stock fortfällt. Bei einer Mensur tödlich verletzt. :: München, 9. Febr. Wie die„Soss. Ztg.“ meldet, hader Amtsgerichtsrat Eberhard in Langenselbold be Hanau von hier die Nachricht erhalten, daß sein einzis ger Sohn beieiner Mensur soschwere Vers letzungen ertttten hat, daß er an Verblutungk, estorben ist. Die Eltern haben sich unverzüglich nac ben. künchen begeben. Lya de Putti nach Paris geflüchtet. :: Berlin, 9. Febr. Die bekannte Filmschauspielerit Lya de Putti hat, wie die„Neue Berliner Zeitung" be richtet, heimlich Berlin verlassen und ist unter Zurück lassung von 100 000 Mark Schulden nach Paris geflüchtet. Grubenunglück. Budapest, 9. Febr. In Salgotarjan hat sich gester infolge des Ausströmens von Gas ein schwere Grubenunglück ereignet. Fünf Arbeiter, die in ein Grube bei Salgotarjan hinabstiegen, wurden durch da aus dem Grundwasser aufsteigende Gas getötet. Zur schönen Königin. Roman von Käte Lindner. Copyright by Alfred Bechthold, Braunschweig. 14(Nachdruck verboten.) „Es muß überall hell sein zu einem Tanzfest," sagte die Engländerin. Aber ein böser Blick flog hinüber zu Ingeborg. Frau Charlotte sagte tadelnd:„Ingeborg, du mußt mir helfen die Honneurs zu machen. Liane ist plötzlich unwohl geworden und mußte sich zurückziehen. Es ist nichts von Bedeutung, sie hat Migräne. Kommen Sie, lieber Doktor.“ Er verbeugte sich stumm und reichte ihr den Arm. Soeben betrat der Hausherr mit dem überseeischen Geschäftsfieund den Wintergarten. „Die Herren sind sich noch nicht vorgestellt? Sie erlauben: Herr Privatdozent Dr. van Swieten, Herr Konsul Djuvara, aus San Franzisko, ein Geschäftsfreund von mir.“ Eine tadellose Verbeugung auf beiden Seiten. Aber scharf vie zwei Klingen kreuzten sich die Blicke der beiden Männer. Dunkel und leidenschaftlich blickten die Augen des Fremden, kühl und beherrscht de des anderen. „Amdrille, gnädiges Fräulein." Konsul Djuvara verbeuge sich vor Ingeborg und führte sie nach der Mitte des Saales. Ihnen gegenüber tanzten Dr. Linnemann ind Meret Aumüller. Das Meretlein nahm als Freundm Lianes an den festlichen Veranstaltungen des Janssorschen Hauses teil. In diesem Fall ließ Frau Charlotte eine Ausnahme gelten, die junge Malerin war ihr sympathisch. Sie sah reizend aus in einem Kleide von gelblicher Seide. Das reiche, dunkle Haar war nicht in einer Modefrssur aufgesteckt. In seiner ganzen Fülle umgab es das feine Oval ihres Gesichtchens, war am Hinterkopf in zwei mächtigen Puffen befestigt. Eine große, leuchtende Mohnblume lag darin, die seltsam reizvoll zu dem braunen Gesicht stand. Dr. Linnemanns Augen hingen entzückt an ihrer retzvollen Gestalt. Bei allen Veranstaltungen, an denen Meret Aumüller und er teilnahmen, war er ihr Partner.„Ter Toggenburg“, wie er sie nannte. Und soeben tanzte er mit einer Hingabe, als wäre er nicht wehlbestallter Assistenzarzt, am Spital St. Georg, sondern irgend ein jugendlicher Tanzstundenjüngling auf dem Ball Wengstens fand das Grace Hiorns, die mit dem Legationsiat von Appen=Ellinger, mit dem sie tanzte, spöttisch. Bemerken austauschte. Ende. weil Er eilte lachend davon. Sie trat über die Schwelle und tauchte ihre Hände in die klare Flut des Marmorbassins. Ein nachdenklicher Zug lag auf ihrem jungen Gesicht. Das Licht rieselte über die gelbe Seite ihres Kleides und gab dieser einen goldenen Schimmer. Rot glühte die Blüte in Merets Haar. „Hexlein", sagte er noch einmal leise.„Einen absonderlichen Namen hat man Ihnen gegeben, Meret. In Gottfried Kellers„Grünem Heinrich“ da habe ich ihn das erste Mal gefunden. Als ein Hexenkind ist das arme Meretlein gar arg verschrien und mißhandelt worden. Aber es hat insbesondere die Männer verhext gehabt. daß sie entbrannten und ihr Herz an sie hängen mußten. Vielleicht ist es eine Urahne von Ihnen gewesen, Meret.“ Was fällt Ihnen ein", sagte sie und warf schmollend die Lippen auf.„Respektlos mich so einfach beim Vornamen zu nennen.“ „Verzeihen Sie dem Toggenburg“, sagte er übermütig und hob ihr das Glas entgegen.„Uebrigens— da ich das nun einmal bin— ich glaube nicht, daß dieser beste aller Ritter nicht auch einmal aus der Rolle gefallen wäre." Vor drüben klangen die Geigen.„Es ist, tandaradei daradei, gekommen der Mai, gekommen der Mai.“ Leise plätschernd fiel der silberne Strahl hinter ihnen in das Marmorbecken. Mit großen, träumenden Augen sah Meret dem Sprecher ins Gesicht. Da legte er plötzlich seinen dunklen Krauskopf auf ihre verschlungenen Hände, die auf dem kleinen Tisch lagen. „Ich hab' dich lieb, Hexlein. Unsinnig lieb habe ich dich, du. Den Toggenburg hast du verhext, daß er sich selber verloren hat.— Willst ou nun alles aufgeben, Meret, alle deine schönen Pläne von Selbständigkeit und künftigem Reichtum und die Frau des armen, und bis jetzt noch ganz unberühmten Dr. Linnemann werden? Bald, sobald es geht?— Zu einem bescheidenen Heim wird es reichen, für zwei, die sich lieb haben.“ Da fuhren die weißen Finger in das dunkle Kraushaar hinein. „Ja", klang es leise und zärtlich zu ihm herüber. „Ja, Toggenburg, ich will! Denn ich hab' dich lieb..." Draußen fuhren die ersten Wagen vor. Die älteren Herrschaften drängten zum Aufbruch. „Lieber Doktor“, sagte Frau Charlotte beim Abschied zu Doktor van Swieten,„Sie wollten uns ja schon längst einmal einen Einblick in Ihre Schätze tun lassen. Wir harren Ihrer Einladung zur Besichtigung der Sammlung. Ich nehme die Jugend unter meinen Schutz.“ „Es wird mir ein Vergnügen sein, gnädige Frau. Im Laufe der nächsten Woche werde ich mir die Ehre geben, Ihnen meine Sammlungen vorzuführen.“ Eine letzte Verbeugung. Ein fragender Blick tauchte noch einmal in Ingeborgs Augen, die bleich und mit einem müden Ausdruck neben der Hausfrau stand. Er war gegangen. Da stand Meret Aumüller neben ihr und legte ihr zutraulich den Arm um die Hüften. Ihre Augen strahlten, Mund und Wangen glühten, und sie flüsterte Ingeborg ins Ohr: „Wollen Sie eine Botschaft an Liane mitnehmen, ja? Wollen Sie ihr sagen, daß wir uns heute verlobt haben, Dr. Linnemann und ich, und daß wir sehr, sehr glücklich sind?" Ingeborg küßte die strahlende Braut. „Meinen herzlichen Glückwunsch, Meret. Alles Gute für Sie. Wie wird sich Liane freuen.“ Als sich die letzten Gäste entfernt, und Frau Charlotte in ihrem Ankleidezimmer verschwunden war, flog Ingeborg die Treppe hinauf. Mit Mühe nur konnte sie die Tränen zurückhalten. Ihr war sterbensweh ums Herz. Sie huschte leise durch das Wohnzimmer, das sie mit Liane teilte, hinüber in ihr Schlafgemach. Das matte Licht einer kleinen, elektrischen Stehlampe erhellte das weiße Mädchenstübchen. Liane lag im Bett und las. Ihre Augen lachten Ingeborg entgegen, die erstaunt näher trat. „Entwischt bin ich ihnen heute“, lachte Liana fröhlich auf.„Wahrscheinlich hat der Herr Legationsrat in letzter Zeit Bilanz gemacht. Und seine Manichäer sind ihm dicht auf den Fersen.— Denn er machte heute Sturmangriff und nahm Anlauf, sich zu erklären. Da gelang mir, kurz bevor die Entscheidung gefallen wäre, ein kleiner Ohnmachtsanfall.— Und Mama mußte wohl oder übel die Erlaubnis geben, daß ich mich für den Rest des Abends auf mein Zimmer zurückzog." Sie kicherte leise in sich hinein.„Ich bekomme nachgerade Uebung, solche unvorhergesehenen Zwischenfälle in Szene zu setzen...“ „Wie unehrlich ihr doch alle seid, sogar du, Liane, auch du." Ingeborgs Brust hob ein tiefer Seufzer. Schwermütig starrten ihre Augen in das rötlich glühende Licht der Lampe, die auf dem Nachttisch stand.„Ihr betrügt euch gegenseitig, gerade so, wie es euch paßt.— Ach, geht mir doch mit eurer übertünchten Höflichkeit. Zehnmal lieber will ich unwissend sein und ungewandt, als unehrlich, wie ihr es untereinander seid... Warum sagst du dem Appen=Ellinger nicht gerade heraus: ich mag Sie nicht. Ich liebe einen andern. Wozu dieses Komödenspiel.“ „Ach, du hast recht. Tausendmal recht haft du. Ingeborg", murmelteLiane.„Aber ich fürchte mich vor Mama. Vor ihrem Zorn, vor ihrem Kummer, den d läßliche Tochter ihr zeitlebens gemacht hat. Wäre es ils doch Triumph, einen Schwiegersohn mit sechzehn Ahne trotz alledem zu bekommen.— Wenn ich diesem ihre Zorn so ganz allein dann standhalten muß"— Lian schloß einen Augenblick die Augen und schüttelte lei den Kopf—„ich kann es nicht, ich bin feige. Wenn erst Gewißheit habe, daß...“ Liane lächelte leise und verträumt. Und ein Sonntag stieg vor ihr auf, der ihr diese Gewißheit bringen mußt Leuchtend würde er sein, voller Sonnenglanz und sel gem Nebeneinanderschreiten... Leuchtend auch dan wenn die Sonne sich hinter Nebelwolken verstecken soll Drei Tage noch, drei endlose Tage. Und sie sah nicht, daß tiefe Schatten um Ingeborg Augen lagen. Fragte nur: „War es schön, Ingeborg? Dir hat Mama ja nu. auch einen ausgesucht. Wie gefällt er dir, der Kons Diuvara?" „Er ist ein schöner Mann", sagte Ingeborg. S fand vor dem Spiegel und bürstete das Haar fürd Nacht. Wie leuchtender Marmor hoben sich Nacken un Arme ausdergoldenen Flut heraus. Und Liane dach mit einem leisen Gefühl von Neid und Wehmut: Wä ich schön— hätte ich einen kleinen Teil ihrer Holdseli keit.— Ein Maler müßte doch eigentlich eine Fra haven Ingeborg flocht das Haar in zwei dicke Zöpfe. Unt noch einmal wiederholte sie und warf trotzig die Li pen auf: „Er ist ein schöner Mann. Gut, sehr gefällt er mir." Achmed, wir werden heute Gäste haben! Du wir Blumen besorgen. Frau Adrian soll den Teetisch m Rosen schmücken, und ihr werdet alles zum feierlichEmpfang herrichten. Verstanden?“ Joachim van Swieten saß am Schreibtisch sein eleganten Junggesellenwohnung und erteilte seine B fehle dem jungen Diener, der mit einem silberne Tablett in der Hand vor ihm stand. Es war ein jung Inder, den Dr. van Swieten vor zwei Jahren von ein Weltreise mit herüber gebracht und sich den intelligente Burschen für allerhand Dienstleistungen herangebild hatte. Achmed war Chauffeur, Kammerdiener und Zin mermädchen in einer Person und hing mit hingebend Treue an seinem Herrn. Keiner wußte so behutsam m den kostbaren Jagdtrophäen und den Sammlungen un zugehen, wie er. „Du wirst den Gästen heute nachmittag den Tee se vieren. Wirst die europäischen Kleider ausziehen un deinen weißen, seidenen Burnus anlegen, den ich fi dich in Bombay gekauft habe. Ganz echt sollst du au sehen. Achmed. Und mache alles aut, hörst du?“ (Fortsetzung folgt.) IIIII. Kraurin Ho der uns allen werte Mitarbeiter Diee Beginn: Donnerstag, II. Februar. Benutzen Sie diese äußerst vorteilhafte Einkaufsgelegenheit. Sie nützen sich selbst am besten. Damen-Wäsche aus gutem Hemdentuch Damen-Trägerhemd Damenhend mit Bogen-Feston Damenhend Achselschluß, extra schwere Ware Damenhemd Achselschluß m. breiter FestonD.-Beinkleid mit breitem Volant und BogenD.-Beinkleid mit breitem Feston-Durchsatz D.-Nachthend mit Hohlsaum und Stickerei D.-Nache mit Klöppel u. Feston. D.-NachtjacKe gebl. Croisé, vollständig groß D.-Prinzeßröcke mit klöppelspitze D.-PrinzebTOCKC mit breiter Feston.... D.-Untertaillen mit Hohlsaum. D.-Untertaillell lange Form m. Feston. 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Februar 1926. Die Ueberführung der Leiche vom kath. Krankenhause aus findet statt am Freitag, den 12. ds. Mts., morgens 8,15 Uhr; gleich darauf das feierl. Seelenamt in der Pfarrkirche. Sollte jemand aus Versehen keine besondere Nachricht erhalten, so möge er diese als solche betrachten. Trauringe in allen Preislagen, nur gest. Ware Uhren Besterprobte Werke Gold- u. Silberwaren Besteche Gediegene Fabrikate Herrliche Neuheiten Billigste Preise. Strong reelle Bedienung. Herm. Kemper, Ahaus, Markt 5 H. GIROLAMI Gronau i. Westf. Fernsprech-Anschluß 344 Buterländerschulweg 38. Ausführung sämtl. Terrazzound Steinholzarbeiten zu äußerst konkurrierenden Preisen. Einladung Am Freitag, dem 12. ds. Mts., abews 8½ Uhr, findet im Saale des Herrn Caspwwiak, Gronau, ein Lichtbildervortrag statt. (Rektor Bremer) Nachruf Durch den unerbittlichen Tod wurde aus unserer Mitte gerissen. Wir verlieren in ihm einen treuen Arbeitskollegen dem wir ein ehrendes Andenken bewahren werden. zu 4. Bof geh te Sce uns sce ng . van Delden& 60. Sheodor Lefering Wpesfelderstr. Dampfbäckerei Dü b das wul. fer Ahaus i.W Fernruf 59. 2X täglich frische Brötchen. Feinstes Gebäck und Zwieback, aus nur bestem Material hergestellt. so päglich frisch: Graubrot, Casseler, Weißbrot, stor Bauernstuten. 9111 Prima Schwarzbrot, duk geschnitten und in ganzen Broten. Umtausch von Roggen gegen Brot. Kriegerverein Gronau. Die Kameraden werden auf den Lichlkildervortrag, 039 des Marinevereins besonders hingewiesen. Karten sind zum ermäßigten Preise in der Buchhandlung Joh. Schievink (75 A pro Person) zu haben.— Als Ausweis gilt die lette Quittung. Der Vorstand. Gronau Einladung zu einer Versammlung der Kaih. Gesellschaft am 11. Februar, abends 8 Uhr, in der Konkordia. Lichtbildervortrag über Hans Thoma, la. Eiderfettkäse 9 PH. A 6— franko. Dampfkäsefabrik, Rendsburg. kaufen Sie nach wie vor am vorteilhaftesten bei .Hagedorn, Gronautl. Schulstraße 2. 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Februar 1919 lautet künftig: Im Handelsgewerbe dürfen die Gehilfen, Lehrlinge und Arbeiter am ersten Weihnachts=, Öster= und Pfingstfeiertage überhaupt nicht, an den sonstigen Sonn= und Feiertagen nicht länger als vier Stunden beschäftigt werden. Außerhalb der Zeit der Beschäftigung von Gehilfen, Lehrlingen und Arbeitern sind die Betriebe für den geschäftlichen Verkehr geschlossen zu halten. Durch statutarische Bestimmungen einer Gemeinde oder eines weiteren Kommunalverbandes, kann diese Beschäftigung für alle oder einzelne Gewerbezweige auf Grund einer Abstimmung in den beteiligten Gewerbekreisen auf kürzere Zeit eingeschränkt, erweitert oder ganz untersagt werden. Eine Erweiterung darf die Dauer von fünf Stunden nicht überschreiten. Für die letzten zwei Sonntage vor dem Weihnachtsfest und für weitere vier Sonntage im Jahre darf auch bei sonst völliger Sonntagsruhe ohne Anhörung der Gewerbetreibenden, eine Beschäftigung von Gehilfen, Lehrlingen und Arbeitern bis zu vier Stunden erfolgen. 2. Paragraph 142 Abs. 1 wird wie folgt geändert: Statutarische Bestimmungen einer Gemeinde oder eines weiteren Kommunalverbandes können die ihnen durch das Gesetz überwiesenen gewerblichen Gegenstände mit verbindlicher Kraft ordnen. Diese Bestimmungen werden nach Anhörung der beteiligten Gewerbetreibenden, Gehilfen und Arbeiter betroffen, bedürfen der Genehmigung der höheren Verwaltungsbehörde und sind in der für die Bekanntmachungen der Gemeinden oder des weiteren Kommunalverbandes vorgeschriebenen oder üblichen Form zu veröffentlichen. * X„Prinz Karneval regiert die Stunde." Nun sieh mal einer an——— nee so was—— un dat bi us biedere Lüe in unserm lütt Stättken. Karneval, Fostelovend, Noberschaft, wie mans klimpern mag, alle Bezeichnungen haben denselben Sinn, sprühen Lebensübermut, Tollheit und Freude. Und so etwas sah man am Montag abend zwischen unseren grauen Mauern, die wie ehrwürdige Spießer— übersetzt Duckmäuser— auf das bunte, bewegte Treiben schauten, just als ob sie sich selbst nicht mehr wieder erkannten in der Vielheit der Erscheinungen, in dem buntfarbigen Gewoge, drinnen und draußen. Freund gesellte sich zum Freund, der Nachbar zum Nachbar, sie alle vereinigt unter dem siegenden Szepter des alle bezwingenden Prinzen Karneval, der sich zu seiner Zeit stets mit Energie und Umsicht durchzusetzen weiß, und der nicht eher das Feld räumt. bis seine letzten Opfer ihre geschwundenen physischen Kräfte im sogenannten Tiefschlaf— Somnambulismus— wieder zu gewinnen suchen. Und dieser Feldherr fordert gewiß nicht wenig Opfer, und die es geworden sind, braucht man nicht zu bedauern, denn sie haben es ja selbst gewollt. Bei einer derartigen Gelegenheit kann man so allerlei interessante Studien machen. Man lernt eigentlich dann erst richtig kennen, wie das heimische Völkchen in Wirklichkeit veranlagt ist. Zunächst kann man behaupten, daß sie alle die Gutmütigkeit selber sind. So viel Eintracht und wohlwollendes Verständnis auf einmal zu finden, kann von einem Durchschnittsmenschen nicht verlangt werden. Darum kann der Grund dafür nur eine ausgeglichene, edle Seele sein. Haß und Neid gibt es bei uns in Wirklichkeit nicht— man tut nur manchmal so.—— Wenn nun einer in Zukunft behaupten würde, Ahaus sei nicht musikalisch, zum mindesten besäße es wenig Sänger, so wird man ihn nach den Erfahrungen der Montagnacht seelenruhig fragen dürfen:„Bist du der einzige Fremdling in Jerusalem und weißt nicht, daß in der Fastnacht jeder gesungen hat und dazu noch häufig mit respektabler Stärke?" Wirklich, so etwas von „Harmonie" findet man selten. Die Ahauser sind gesanglich auf der Höhe, und diejenigen, die nicht als aktive Sänger irgend einem Verein angehören, tuen nur so, als ob sie nichts könnten. Oder aber zerschellen diese Annahmen vielleicht doch noch an der zu erwägenden Möglichkeit, daß man auch in der Fastnacht„nur so getan“ habe. Jedenfalls lernt man bei derartigen Anlässen die latenten Kräfte unverblümt kennen und kann sich in der Erreichung eines Zieles darnach einstellen. X Nachbarschaft Busenhook=Feldmark. Nach 20jähriger Unterbrechung hat die Nachbarschaft BusenhookFeldmark wieder gebildet. Altem Brauch gemäß wurde die Gründung durch eine gemütliche„Fastelovendfier“ bekräftigt. Die neu erwachte Nachbarschaft hat ihre Taufe bestanden und in urgemütlicher Weise die„Fastelovendfier" begangen. Diese in unserer engeren Heimat gern gefeierten„Fastelovende" sind auch so recht dazu angetan, innerhalb der Nachbarschaft, wo Freud und Leid recht häufig empfunden und geteilt werden müssen, ein einigendes Band zu schließen. Daß sich bei den sogenannten Nachbarschaften niemand ausschließt, ist ja eigentlich selbstverständlich. Ausnahmen dürfte es ja überall geben, die jedoch nicht in der Lage sind, das freundnachbarliche Verhältnis zu prüfen. Wir begrüßen die nachbarschaftliche Freundschaft und wünschen der neuen Nachbarschaft ein friedliches Zusammenwirken. X Viehmarkt. Der gestrige Viehmarkt war verhältnismäßig gut beschickt. Ein flottes Geschäft konnte jedoch nicht aufkommen, da der Preis für Ferkel durchschnittlich zu hoch war. Die Händler forderten für das Pfd. 2.— M. doch mußten sie, im Laufe des Vormittags noch bis auf 1,20 A heruntergehen. :: Exerzitien für Kaufleute. In der Abtei. St. Joseph in Gerleve bei Coesfeld finden vom 13. bis 17. Febr. Exerzitien für Kaufleute statt; die Teilnehmer werden während der Exerzitien Anschluß erhalten an die Feier der Liturgie, die in ihnen das religiöse Leben vertiefen soll. Möchten doch recht viele diese hl. Tage benutzen, um in dieser Zeit schwersten wirtschaftlichen Niederganges und der großen kulturellen Not wieder Kraft zu schöpfen aus dem nie versiegenden Gnadenborn unserer hl. Kirche. Die Exerzitien beginnen am erst genanntten Tage und zwar am Abend des 13. Febr. und schließen am Morgen des letzgenannten Tages. Anmeldungen wolle man richten an die Ortsgeistlichen. :: Vreden, 10. Febr. Ein wohlgelungenes Maskenfest verbunden mit Maskenball veranstaltetet am gestrigen Sonntag im Bußmannschen Saale der hiesige Männerchor. Die große Anzahl der vielen Kostüme bot ein fardenprächtiges Bild. Man konnte manche sehr originelle Sachen darunter finden. Eine praktisch angelegte Ristschbahn sorgte für die nötige Heiterkeit. Auch ein Lukas war aufgestellt und hatte reichen Zuspruch. Auf der Bühne konzertierte in ihrer vollen Besetzung unsere Stadtkapelle, die jetzt nach ihrer letzten Umformierung wohl die Gewähr bietet, bald ein ganz brauchbares Orchester für unsere Volksfeste zu werden. Das Tanzbein wurde recht eifrig geschwungen. Nach der Demaskierung um 11 Uhr hielt die allgemeine Fröhlichkeit noch recht lange an. Für gute Getränke war gesorgt. Nur hätte man besser auf das langsam aufkommende Hungergefühl Bedacht nehmen müssen. Man mußte zu lange warten, bis man seinen Hunger stillen konnte. Der nun recht gut ausgestattete Saal machte einen sehr zufriedenstellenden Eindruck. Mit diesem Maskenfest haben die diesjährigen Vredener Fastnachtsfeiern ihren Abschluß gefunden. Von allen aber war die gestrige des Vredener Männergesangvereins sicher die schönste, die in allen Teilen einen harmonischen und überaus fröhlichen Verlauf nahm. )( Vreden, 10. Febr. Das Vierzig=Stundengebet beginnt am nächsten Sonntag in altgewohnter Weise in unserer Pfarrkirche. Zwei fremde Ordenspriester werden an diesen Tagen wie üblich zur Aushilfe hier verweilen. An den Bettagen fällt der Unterricht der Volksschulen nach altem Brauche aus. := Vreden, 10. Febr. Vortrag Wagenfeld. Am 21. d. Monats wird der bestbekannte plattdeutsche Dichter Karl Wagenfeld aus Münster hier im Bußmannschen Saale des Nachmittags aus seinen Werken, ernsten wie heiteren Inhaltes vortragen. Allen Freunden der heimischen Mundart wird diese Veranstaltung, die einer Anregung des Herrn Landrats entspringt, hoch willkommen sein. Der Eintrittspreis wird äußerst niedrig gehalten werden, sodaß jedem die Möglichkeit geboten ist, an dem Vortrage teilzunehmen. () Vreden, 9. Febr. Umbenennung eines Zollamtes. Zollamt„Großargena“ führt in Zukunft die BeZchnung Zollamt„Anholt“. : Epe, 10. Febr. Kirmes. Am Sonntag, den 7. d. Mts. war hier die diesjährige Agatha=Kirmes. Im Vergleiche zu den andern Jahren war die Kirmes sehr gut besucht. Auf der Merschstraße hatte manch Auswärtiger seine Bude aufgeschlagen. Auf dem sonstigen eigentlichen Kirmesplatz machte eine Schaukel, die zu einer Kirmeß gehörige Musik. Im Saale des Herrn Fr. Nacke fand ein Ball statt. Die Hauptversammlung des Sonntags war wohl im Saale des Herrn Meyer. Hier gab der Spiel= und Sportverein einen Theaterabend. Als Schauspieler war eine rheinische Theatergesellschaft erschienen, die Vorzügliches leistete. Schon lange vor Beginn der Veranstaltung hatte sich das Publikum zahlreich eingefunden. Hatte man doch wegen der Kirmes und des Balles mit einer so großen Zuschauermenge beim Herrn Meyer nicht gerechnet. Die Theateraufführung begann pünktlich, wie angesagt, um 5 Uhr. Zur Aufführung gelangten einige kleine Possen und eine kleine Operette. Den meisten Beifall von allen Spielern fand der Kölnische Tünnes. Durch seine originellen Witze wurde das Publikum dermaßen hingerissen, daß es fast nicht aus dem Lachen herauskam. Die traurigste Situation verwandelte er durch einen kleinen Witz in eine lustige. Nach der Theateraufführung, die sich etwa bis 10 Uhr erstreckte, fand noch ein gemütliches Beisammensein statt. + Epe, 10. Febr. Beamtenortskartell=Epe. Am Samstag, den 6. d. Mts., abends 8 Uhr versammelten sich die Beamten und Angestellten mit ihren Angehörigen im Lokale Lammerding. Der 4. Vorsitzende, Herr Lehrer Kemper, begrüßte die Erschienenen und besonders den Redner des Abends, Herrn Postinspektor Boyer aus Münster, Vorstandsmitglied des Provinzialverbandes. Dem Letztgenannten wurde sodann das Wort erteilt. Derselbe legte ein klares Bild über das zeitige Beamtenwesen, sowie Besoldung dar. Er erinnerte an die bestehenden Gefahren der Besoldung und besenders der Pension. Redner wies auf die Sturmläufe, die gegen die Beamten in jeder Beziehung unternommen würden, hin. Sodann streifte er das bevorstehende Dienststrafrecht und besonders gab er zum Ausdruck, daß eine neue Regelung der Ortsklasseneinteilung, die größte Schwierigkeiten mit sich bringen würden, bevorständen. Besonders dankte er den Ortskartellen, die bislang mit unermüdlichem Eifer das amtliche Material und Unterlagen, damit die Vertreter auf dem Laufenden blieben, herbeigeschafft haben. Gleichzeitig forderte er auf zum neuen Kampfe für die Ortsklasseneinteilung. Sämtliche Vertreter, selbst die Regierung, seien für eine Schmälerung der Besoldung und Herabsetzung der Ortsklassen. Am Schlusse seiner Ausführungen bemängelte er zu seinem größten Bedauern, daß so viele Beamte am Orte dem Ortskartelle fernständen, und sich hierdurch nur selbst finanziell schädigen. Ganz besonders wies er auf die örtlichen Bahnbeamten hin, die doch erst zt. Zt. organisiert sein müßten, da gerade für sie die größten Gefahren beständen. Den Beamten von Gruppe 1—4 wolle man sogar die Pension nehmen und in ein Arbeitsverhältnis zurückversetzen. Durch einen scharfen Appell an die Beamten zu einheitlicher Mitarbeit an dem Wiederaufbau des Vaterlandes, schloß er seine Ausführungen. Der Redner erntete allgemeinen Beifall. Alsdann schritt man zu dem gemütlichen Teil. Die musikalischen Vorträge des Herrn Lehrers Kemper und Ameis, hielten die Versammelten noch lange beisammen. daraus, werden. ihm besondere Kaufvorteile angeboten Gronau, 10. Febr. Einiges über die Finanzlage der Gemeinden im Jahre 1926. Der Anteil der Gemeinden an der Einkommen= und Körperschaftssteuer im Rechnungsjahre 1926 wird 509 Millionen Reichsmark (1925: 595 Millionen; 1924: 682 Millionen betragen und derjenige der Umsatzsteuer 148,5 Millionen Reichsmark, gegen 138,6 Millionen im Jahre 1925 und 144 Millionen 1924. Man ersieht aus diesen Zahlen den Rückgang der Einnahmen der Gemeinden aus den drei großen Reichssteuern. In den preußischen Gemeinden beträgt die Mindereinnahme im Rechnungsjahr 1925 92,4 Millionen Mark= 11,2 Prozent, im Rechnungsjahr 1926 168,5 Millionen Mark= 20,4 Prozent. Die Reichsfinanzverwaltung glaubt zwar, das die Einnahmen der Gemeinden aus der Einkommen= und Körperschaftssteuer im Jahre 1926 ebenso hoch sein würden wie 1925. Das wird jedoch von den Gemeinden aus verschiedenen Gründen bezweifelt. Was die Gewerbesteuer anbelangt, so ist man nach langen Verhandlungen zu dem Entschluß gekommen, die bestehende Gewerbesteuer=Verordnung um ein Jahr zu verlängern, da der beklagenswerte gegenwärtige Stand der Wirtschaft bei den parlamentarischen Beratungen des neuen Gewerbesteuergesetzes nur zu einer Verschlechterung für die Gemeinden führen würde. Das preußische Grundvermögenssteuergesetz ist bis zum 30. September 1926 verlängert. Neu eingeführt ist die Steuerfreiheit für Neubauten und Siedlungen, die nach dem 1. April 1924 fertiggestellt sind, vom 1. April 1926 ab auf die Dauer von 5 Jahren nach Schluß des Rechnungsjahres, in dem sie fertiggestellt sind. Spiel— Sport. + Gronau, 10. Febr. Jenseits der Grenze. Am 23. und 24. Februar gelangt in Enschede durch den„Toonkunst=koor“ unter Mitwirkung der verstärkten Enscheder Orchestervereinigung im Konzertsaal der„grooten Societeit" das Haydnsche Oratorium„Die Jahreszeiten zur Aufführung. Die drei mitwirkenden Solisten wurden aus Amsterdam gewonnen.— Der deutsche Exkronprinz, der sogleich nach Fortfall des Paßvisums am 1. Febr. nach Haus Doorn reiste, ist am Samstag abend über Oldenzaal=Bentheim zurückgekehrt. Während des Aufenthaltes in Doorn hatte der Kronprinz mehrere alte Bekannte aus Wieringen, seinem früheren Aufenthaltsort in Holland, zu Gast, denen er einen Besuch auf Wieringen beim nächsten Aufenthalt in Holland versprach. Gronau, 10. Febr. Das sparsame Westfalen. Die Gesamtzunahme der Spareinlagen bei den westfälischen Sparkassen im Laufe des Jahres 1925 beträgt 113 Millionen Reichsmark(gegenüber 74 Millionen Reichsmark im Jahre 1924). Die Gesamtgiroeinlagen haben im Jahre 1925 nur eine Erhöhung um 6,8 Millionen Reichsmark erfahren(gegenüber einer Zunahme von 44 Millionen Reichsmark im Jahre 1924). Die Gesamteinlagen der westfälischen Sparkassen haben sich im vergangenen Jahre fast verdoppelt. Die Landesbank in Münster hat die Bilanz für 1925 fertiggestellt. Sie ist vom Kuratorium bereits genehmigt und schließt mit einer Bilanzsumme von 119 Millionen R.=M. auf jeder Buchseite ab. Der Ueberschuß betrug 2,8 Millionen RM., davon gehen ab auf Verwaltungskosten 2,3 Millionen RM., 273 000 RM. wurden der Reserve überwiesen und 27301 RM. auf Immobilien abgeschrieben, so daß ein Reingewinn von 215000 RM. verbleibt. Der gedruckte Jahresbericht der Landesbank kommt demnächst zur Versendung. Gronau, 10. Febr. Rest= und Einzelpaare nur noch im Ausverkauf. Das Kammergericht hat sich in einem Urteil vom 21. November 1925 dahin ausgesprochen daß der Verkauf von Rest= und Einzelpaaren zu herabgesetzten Preisen als eine Ausverkaufsankündigung im Sinne des§ 9, Abs. 1 des Wettbewerbsgesetzes anzusehen ist. Das Urteil wird damit begründet, daß das Publikum aus der Ankündigung ersehe, daß es sich um irreguläre Waren handelt, die im gewöhnlichen laufenden Geschäftsgange schwer abzusetzen sind und deshalb zwecks Freihaltung des Lagers für reguläre Waren schleunigst abgestoßen werden sollen. Die Beschleunigung der angekündigten Räumung ersehe das Publikum auch Spielbericht vom 7. Februar 1926(Sportverein Vorwärts 09— Fußballklub Schüttorf 09(4:0). Bei starkem Winde trafen sich am Sonntag die beiden Vereine Vorwärts 09 und Fußballklub Schüttorf 09, um sich im Kampf zu messen. Wohl manchen der Blau=weißen wird in Erwartung des Spieles das Herz gezittert haben; ist doch Schüttorf in der Liga als ein starker Gegner bekannt. Kurz nach Anstoß sah es denn auch so aus, als sollten die Vorwärtsleute unterliegen, bis dann endlich die Blau=Hosen warm wurden und ein schön verteiltes Spiel begann. In der 15. Minute fiel dann überraschend das erste Tor. Nun setzten die Schüttorfer alles ein, um einen Ausgleich zu erzielen. Aber vergebens, denn Läufer sowie Verteidiger der Vorwärtsleute standen ihren Mann und jeder Angriff scheiterte. In der 25. Minute gelang es den Vorwärtsstürmern nach einem glänzenden Zusammenspiel das 2. Tor zu erzielen. Kurz vor der Halbzeit mußte der Torwart von Schüttorf Nummer 3 aus seinem Netze holen. Nachdem dann die Tore gewechselt waren, konnte man bemerken, daß die Blau=weißen das Heft voll in die Hand nahmen. Nur vereinzelt kamen die Schüttorfer noch ins Gehege der Hiesigen, jedoch gelang es Vorwärts nur das Resultat auf 4:0 zu stellen. Dann ertönte der Schlußpfiff und Vorwärts konnte mit dem Erfolg des Tages zufrieden sein. Eins muß den Spielern von Vorwärts noch warm ans Herz gelegt werden. Wenn sie merken, daß sie ihrem Gegner überlegen sind und die Torzahl es ihnen erlaubt, so müssen sie sich ein Stellungsspiel angewöhnen, denn das spart ihnen die Kräfte, und reibt die des Gegners auf. Vom Schiedsrichter sei gesagt, er war gut, und verstand es die Spieler fest in den Zügeln zu halten, und solche Leute fehlen uns leider in Gronau. Die 2A.=Mannschaft mußte sich von Epe mit 1:0 durch Selbsttor und Verschenken eines Elfmeters als besiegt ansehen. Von ihnen als Meister der 2. A. Mannschaften hätte man etwas anderes erwartet. Die 1. Jugend verlor in Epe unverdient 2—3. Wie man hört muß der Schiedsrichter in Epe Glanzleistungen vollbracht haben. Die 2.a.=Jugend konnte ihr letztes Diplomspiel gegen Preußen=Rheine mit 7:0 für sich entscheiden. Auch die 2a. Jugend ist somit ungeschlagener Meister ihrer Gruppe. Der Sportverein Vorwärts darf auf die Erfolge der letzten Spielserie mit Recht stolz sein, da von den 4 gemeldeten Mannschaften, 3 die Meisterschaft errungen haben. Preußen Borghorst 1.— Sp. Sp. Epe 1. 1:0(0:0). Am Sonntag standen sich obige Mannschaften im Freundschaftsspiel gegenüber. Trotz ständiger Ueberlegenheit der Eper Elf verlor sie doch durch ein Zufallstor, das auf ein Mißverständnis zwischen Verteidiger und Torwart zurückzuführen ist. Nach diesem Glück der Borghorster Elf verteidigte die ganze Mannschaft so mächtig ihr eigenes Tor, daß die Eper zu keinem Ausgleich mehr kommen konnten. Das Eckenverhältnis 12:2 besagt schon von selbst die Ueberlegenheit der Eper Mannschaft. Der Schiedsrichter, der sonst immer einwandfrei leitete, war diesem Spiel bei weitem nicht gewachsen.— Die 2. Elf schlug die gleiche Elf des Sportvereins„Vorwärts" in Gronau nach ziemlich gleichem Spiel mit 1:0.— Um 1 Uhr standen sich auf dem hiesigen Platze die 1. Jugendmannschaften des Sp. Sp. Epe und des Sportvereins„Vorwärts" Gronau im letzten Diplomspiel gegenüber. In diesem Spiel sahen sich die Eper überlegener und gewannen daher auch mit 3:2. Der Spiel= und Sportverein Epe veranstaltete am Sonntag(Kirmes) im großen Meyer'schen Saale einen humoristischen Abend unter Mitwirkung der Kölner Lustspiel= und Operettengesellschaft„Milowitsch“. Leider herrscht hier in Epe zu wenig Interesse für derartige Gesellschaften. Aber es kann schon vorweg gesagt werden, daß man wirklich genußreiche Stunden verlebte. Die Gesellschaft, bestehend aus 10 Personen, verstand es außerordentlich, die Zuschauer mit ihren Aufführungen an sich zu fesseln. Besonders Herr Jean Henrichs, bester Tünnesdarsteller des Rheinlandes, löste wahre Lachsalven aus. Hoffentlich beehrt uns der Sp. und Sportverein bald wieder mit so einem Gastspiel. Abends 8 Uhr vereinigte man sich zu einer Familienfeier, verbunden mit Tanzkränzchen. 5 Wacker Ahlen 1(Gaumeister)— Concordia Gronau 6:1. Ja, das waren die gefürchteten, sieggewohnten Ahlener, die auch erst kürzlich die Westdeutsche Ahlener Gauliga 2:1 abfertigten. Im Anfang bis kurz nach Halbzeit hielten sich beide Mannschaften die Wage. Ein Elfmeter für Concordia konnte nicht verwandelt werden, aber auch sonst wurden einige totsichere Torgelegenheiten verpaßt. Nach der Pause drängt Concordia kurze Zeit, sodaß man schon mit einem Ausgleich oder Sieg Concordias rechnet. Dann aber nehmen die Ahlener das Heft in die Hand, und Angriff auf Angriff rollt gegen das gegnerische Tor. Concordias Mannschaft ist sichtlich ermüdet, und so ist es dem Sturm der Ahlener, an hohe Torzahlen gewohnt, ein leichtes, fünf Tore und einen Elfmeter einzusenden. Ahlens Mannschaft bedeutet in der Jugendkraft Extraklasse, einen solch durchschlagkräftigen Sturm sah man selten. Concordias Torwart war an dem Torreigen unschuldig, die Verteidiger hatten einen harten Stand, der linke wurde zuletzt etwas unentschlossen. Die Läuferreihe tat ihr bestes, diesem Sturm gegenüber war man zuletzt machtlos. Der Sturm Concordias, besonders der Innensturm, mußte schneller und schußfreudiger sein, dann wären auch einige Tore nicht ausgeblieben. Der ganzen Mannschaft merkte man es an, daß sie außer Training war und lange nicht mehr gespielt hatte. Aus dem Münsterlande. X Münster, 9. Febr. Zum Leichenfund im Erbdrostenbusch. Wie wir erfahren, trifft die Nachricht, der Selbstmörder, der vor einigen Tagen im Erbdrostenbusch an einem Fichtenbaum hängend vorgefunden wurde, sei ein Reichswehrsoldat aus Hannover, nicht zu. Der in Frage kommende junge Mann hat sich persönlich bei der hiesigen Kriminalpolizei gemeldet. Die Personalien des Toten konnten bisher noch nicht festgestellt werden. Bocholt, 10. Febr. Verkehrsunfall. Gestern nachmittag gegen 1 Uhr wurde auf der Münsterstraße ein Radfahrer, der Eisenbahnbeamte Bernh. Hemmers, von einem Lieferwagen erfaßt und überfahren. Er trug Verletzungen an Armen und Beinen davon. Kurz vor der Bismarckstraße hat er auf das Signal des Autos hin ohne erkennbare Ursache die Fahrtrichtung gewechselt und war vor den Wagen geraten. Der Chauffeur und der Beifahrer nahmen sich sofort des Verletzten an und brachten ihn zum St. Agneshospital. Wen die Schuld an dem Unfall trifft, bedarf noch der Aufklärung. Bocholt, 10. Febr. Der Sperber im Hühnerstall. Gestern morgen fing Herr Möllenbeck, Wittekindstr., im Hühnerstall seines Nachbars Rauke einen Sperber, der sehr ausgehungert aussah. Er hatte auch eine Wunde am Kopf, das eine Auge war ausgelaufen. Das Tier war auf irgend einem Weg in den Stall geraten und konnte nun nicht mehr heraus. Da Herr Möllenbeck Brieftaubenzüchter ist, kann man sich seine Freude, einen gefährlichen Raubvogel unschädlich machen zu können, vorstellen, zumal ihm noch vor kurzem drei Tauben ahhanden gekommen sind. Auch die anderen heimischen Brieftaubenzüchter werden es dankbar begrüßen, von einem Feind ihrer Lieblinge befreit zu sein. Bocholt, 10. Febr. Erfolgreiche Spürarbeit eines deutschen Schäferhundes. Am vergangenen Samstag wurde ein deutscher Schäferhund(Eigentümer B. Kathemann, Elsaßstr. 15) zur Aufdeckung einer Sachbeschädigung herangezogen. In der Nacht vom Freitag auf Samstag waren einem Anwohner der Münsterstraße 14 Hühner, wie die Spuren ergaben, durch einen anscheinend wildernden Hund zerrissen und verscharrt worden. Der Schäferhund nahm eine Spur auf und verfolgte sie bis in die Nähe der Hohenhorster Berge, wo inmitten eines Ackerstückes, unter Kartoffellaub verborgen, ein großer Sack mit Schmuggelwaren, wie Kaffee, Tabak und Kakao, vorgefunden wurde, den der Hund hervorscharrte. Wahrscheinlich war der Sack aus Angst vor einer Haussuchung von Schmugglern an dieser Stelle untergebracht worden. Weiter wurden die Kadaver von 7 Hühnern, die in der Erde verscharrt waren, wiedergefunden.— Die Leistung des Hundes muß, zumal die Witterung sehr ungünstig war(starker Südostwind und feuchte Luft), als eine gute bezeichnet werden. Sie beweist, daß der Besitzer sich mit der Ausbildung seines Hundes außerordentliche Mühe gegeben hat. :: Hövel, 9. Febr. Das Urteil im Todschlagsprozeß. In dem Verfahren wegen Todschlages gegen den Bergmann Rudolf Wittig, über das wir in der gestrigen Ausgabe berichteten, beantragte der Staatsanwalt gegen den Angeklagten eine Zuchthausstrafe von 5 Jahren und 1 Monat. Das Gericht erkannte auf eine Zuchthausstrafe von 6 Jahren wegen Todschlags und 1 Monat wegen verbotenen Waffenbesitzes, außerdem auf Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf 5 Jahre. :: Haltern, 9. Febr. Kreisfeuerwehrverbandstag. Der 8. techn. Kreisverbandstag der Freiwilligen Feuerwehren des Kreises Coesfeld findet am 25. Juli in Darfeld statt. :: Salzbergen, 9. Febr. Von der Lokomotive erfaßt und zermalmt wurde am Montag morgen ein in Stovern wohnhafter junger Mann, der noch kurz vor dem 7,36 Uhr nach Rheine ausfahrenden Personenzuge die Bahngeleise zu überschreiten versuchte. := Aschendorf(Ems), 9. Febr. Entwässerungsgräben und Wegebauten im Emslande. Zur Aufschließung der linksemsischen Moore— der auf deutscher Seite belegene Teil des Bourtanger Moores umfaßt etwa 1500 Hektar— haben die Kreise Meppen und Aschendorf unter dem Vorsitze des Landrattes Behnes=Aschendorf einen Zweckverband gebildet. Da die an der Aufschließung besonders interessierten Ortschaften: Rütenbrock, Hintermbusch, Oberlangen, Niederlangen, Wilholte, Walchum, Neuwalchum, Sustrum, Neusustrum, Dersum, Neudersum u. a. nicht imstande sind, die Kosten zu tragen, sollen diese mit Hilfe der produktiven Erwerbslosenfürsorge aufgebracht werden. Auf diese Weise kann 300 bis 400 Arbeitern für längere Zeit lohnende Beschäftigung nachgewiesen werden. Der Kreistag des Kreises Aschendorf beschloß in seiner ersten diesjährigen Sitzung, den Kanal Kampe=Dörpen nicht als Schiffahrtskanal, sondern als gewöhnlichen Entwässerungsgraben auszubauen. Der Kreis Aschendorf hat dazu mit dem Kreise Hümmling einen Zweckverband geschlossen. :: Velen, 9. Febr. Wegen Meineides wurde in der Dienstagsitzung des Schwurgerichts Münster mit einem großen Zeugenapparat zur Beweisführung gegen den Landwirtsgehilfen Josef Caspari aus Quelle bei Bielefeld verhandelt. Caspari war 1924 bei einem Landwirt in Nordvelen beschäftigt. Dieser genoß nicht den besten Ruf, und auch auf Caspari übertrug sich dieser Makel. Der Landwirt trieb u. a. auch Handel mit Pferden. Eines Tages erschien auf dem Hofe ein Gerichtsvollzieher, der zwei Pferde und ein Motorrad pfändete. Eines dieser gepfändeten Pferde gehörte nun dem Caspari. Trotz des amtlichen Siegels nahm Caspari einige Tage später sein Pferd und zog damit fort. Der Landwirt hatte aber auch sein Motorrad fortgeschafft, und als der Gerichtsvollzieher später die gepfändeten Sachen fortholen lassen wollte, war nichts mehr da. Nun wurde wegen Pfandverschleppung gegen den Landwirt und später auch gegen Caspari ein Verfahren anhängig gemacht. Caspari hatte schon damals in der Voruntersuchung beschworen, daß er nicht gewußt habe, daß sein Pferd gepfändet gewesen sei. Das glaubte ihm aber das Gericht nicht, denn er hätte zum mindesten das amtliche Siegel sehen müssen, das dem Pferde umgehängt war. Das Urteil wegen Pfandverschleppung lautete damals gegen den Landwirt auf 4 Monate und gegen Caspari auf 3 Monate Gefängnis. Gegen Caspari kam nun aber noch das neue Verfahren wegen Meineides hinzu. Der Angeklagte blieb bei seiner Behauptung, er habe nicht gewußt, daß das Pferd gepfändet gewesen sei, sich also nicht strafbar gemacht. Das Urteil gegen ihn lautete auf 1 Jahr 3 Monate Zuchthaus und 5 Jahre Ehrverlust. In Ansatz gebracht waren drei Jahre Zuchthaus, die nach§ 157 auf 1 Jahr 3 Monate ermäßigt wurden, weil der Angeklagte bei Aussage der Wahrheit sich selber belastet hätte. Hohenholte, 9. Fehr. Ein dreijähriges Kind ertrunken. Am Samstag mittag ist das dreijährige Kind des Gutsbesitzers Wildermann=Tomberge in einen am Hof liegenden Wassergraben geraten und ertrunken. Lengerich i. W., 9. Febr. Schadenfeuer. Auf dem Gehöft des Landwirts Lührmann in Meckelwege brach ein Brand aus, der rechtzeitig bemerkt wurde und von den Feuerwehren auf ein Nebenhaus, in dem reiche Vorräte an Korn, Heu und Stroh lagerten, beschränkt werden konnte. Dieses Gebäude brannte bis auf den Grund nieder, während das Wohnhaus vollständig unversehrt blieb, Ibbenbüren, 9. Febr. Den Verletzungen erlegen ist jetzt der Bergwerksunternehmer Pinkepank, der wie vor einigen Wochen gemeldet, mit zwei anderen Unternehmern durch eine Explosion auf der Zeche„Erin“ schwer verletzt wurde. * () Büren, 9. Febr. Streit mit tödlichem Ausgang. Vorgestern abend kam es hier zwischen dem Hausierer Karl Endemann aus Bochum und dem Schuhmacher Heinrich von hier zu einem Streit, in dessen Verlauf Heinrich dem Endemann mit einem Schrubber mehrere Schläge auf den Kopf versetzte. Kurz nach der Einlieferung ins Krankenhaus ist Endemann gestorben. Rotationsdruck und Verlag von Gebr. Lensing in Dortmund.— Verantwortlich für die Schriftleitung Fritz Schlotjunker. 1 e 8 14 8 1 1 . im . son al saach at ich t 10 A. e Kriegsgräberfürsorge. — Gronau, 9. Noch drei Wochen trennen uns von dem einen Tag Jahre, an dem wir alle ohne Ausnahme einige tunden liebenden Gedenkens unseren im Weltkriege gefallenen Brüdern widmen, dem Volkstrauertag! Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge(e. Berlin, weist in dem Februarheft seiner Bundeszeitschrift „Kriegsgräberfürsorge" in eindringlichen Worten nochmal auf die Bedeutung dieses Tages hin. In welch vorbildlicher Weise die Deutschen Siebenbürgens für die hier liegenden Kriegerfriedhöfe sorgen, zeigt uns der Bericht, den ein Teilnehmer an den Einweihungsfeierlichkeiten der Friedhöfe Talmesch und Freck über diese dem Volksbund eingesandt hat. Neben Berichten über eine große Anzahl Friedhöfe in Ost und West, Nord und Süd, bringt das Heft die Namen derjenigen Friedhöfe in Belgien, von denen Lichtbilder bei der Bundesgeschäftsstelle, Berlin W. 15, Brandenburgischestraße 27, bestellt werden können. Ein Mitglied des Bundesvorstandes besuchte 72 Friedhöfe in Frankreich und ElsaßLothringen. Der überaus interessante Reisebericht ist ebenfalls in dem Heft enthalten. So gibt auch die neueste Nummer der„Kriegsgräberfürsorge" wieder Zeugnis von der umfangreichen Arbeit des Volksbundes und dürste jedem einen willkommenen Lesestoff bieten. Probenummern, die gratis und franko versandt werden, sind anzufordern von der Ortsgruppe Gronau i. W., Eperstraße 2. Dort werden auch Bestellungen auf die Zeitschrift zum Preise von 2 A für das ganze Jahr, oder 1 A für das 1. Halbjahr entgegengenommen. Kaplan Fahsel in Dortmund. Dortmund, 10. Februar. Auf Einladung der Buchhandlung Gebr. Lensing sprach gestern abend Kaplan Fahsel=Berlin über das Thema: Goethe und der faustische Mensch. Das Burgwalltheater war, wie bei dem Nietzsche=Vortrag im vorigen Jahr, wiederum ausverkauft. Wie Fahsel eingangs bemerkte, wollte er keinen Kommentar zu der Goetheschen Dichtung geben, sondern das Ringen des faustischen Menschen zeigen, der von Stufe zu Stufe höher steigt. So wurde sein Vortrag denn auch keine trockene philologische Darlegung, sondern, wie man es bei dieser seltenen Denker= und Rednererscheinung gewohnt ist, ein großartiges, lebensprühendes Bild des faustischen, ringenden, kämpfenden Menschen. Die Handlung des Dramas und dessen Ideen bildeten die Unterlage. In sie hinein baute Fahsel seine Gedankenwelt, wie sie sich ihm, dem Priester, dem Theologen und Philosophen, zu diesem Stoff aufgedrängt hat. Sein Vortrag wurde eine wundervoll klare und durchsichtige philosophische und christliche Interpretation des Goethe'schen„Faust" und des faustischen Menschen überhaupt. Wiederum fesselten an dem jungen Kaplan seine knappe, präzise Ausdruckskunst, das innere Erleben, aus dem sein Redestrom fließt, die unaufdringliche und überzeugende Art, die christliche Wahrheit in das zu behandelnde literarische und philosophische Material hineinzuweben. Kaplan Fahsel sprach einundeinehalbe Stunde völlig frei über den kreuze durch den Missionsbischof Dr. Vesters, nachdem er erst in warmen ergreifenden Worten auf die Bedeutung des Missionskreuzes hingewiesen hatte. Gottes Segen möge die Missionare begleiten auf ihrer weiten Reise und ihrem fernen Arbeitsfeld. Und möge es der deutschen Provinz der Missionare vom heiligsten Herzen beschieden sein, daß bald die Einreiseverbote fallen, und den im letzten Jahre abgereisten Missionaren(8 Patres, 3 Brüder, 8 Schwestern) und den nun von Hiltrup Scheidenden, denen sich in Genua noch 4 holländische Schwestern, Töchter vom heiligsten Herzen Jesu, anschließen, bald neue größere Karawanen folgen. grandiosen Stoff. Das Resultat seines Vortrages war das: Jeder Mensch muß wie Faust sich läutern. Jeder aMensch ist zur Uebernatur geschaffen, sein Drang geht über die rein irdische und materielle Sphäre hinaus. Wie Faust am Schlusse seines Lebens seine Befriedigung findet in praktischer Arbeit zum Besten der Menschen, so muß auch schließlich jeder Mensch in seiner Sphäre sich nützlich für die Allgemeinheit betätigen, ein Element der Ordnung werden. Faust unterlag nicht dem Bösen. Es war ihm immer wieder ein Mittel zu neuem Aufstieg. So birgt Goethes Faust für alle eine große Lehre. Die ewigen Ideen, Gott, sollen siegen und triumphieren. Der Mensch soll sich nicht nach oben verkapseln, sondern sich dem Ewigen und Unendlichen hingeben. Die Zuhörer bereiteten dem Redner eine lebhafte Ovation. Unter ihnen waren sehr viele, die weit hergekommen waren, um Kaplan Fahsel zu hören. Auch diese Veranstaltung bildete für die Buchhandlung Gebr. Lensing wieder einen vollen Erfolg. uß mn dd. Kirchliches. Abschiedsfeier im Hiltruper Missionshause :: Hiltrup, 7. Fedr. Nachdem im Oktober 1925 vier Hiltruper Patres ihre Ausreise in die Heidenmission der vormals deutschen Südsee auf Neupommern ange ht n der Pater Hüskes, der mit 3 Hiltruper Missions schwestern, Schw. Wladimira, Schw. Agesta, Schw. Potentiana, nach Neupommern reist, und die Brüder Engelhardt, vorher 10 Jahre in der Marshallmission tätig, und Brummel, die in die Heidenmission auf den Gilbertinseln im Stillen Ozean reisen. Die zu Ehren der scheidenden Missionare veranstaltete Abschiedsfeier, der auch der zur Zeit in Europa weilende Missionsbischof von Rabaul(Neupommern) Dr. Vesters m. s. c., Nachfolger des greisen und hochgeri verdienten Erzbischofs Ludwig Couppè, beiwohnte, Wif war für die Bewohner von Hiltrup bestimmt. Am Morzingen hatte der Missionsbischof Dr. Vesters in der prächtigen, durch ihren Festtagsschmuck noch verschöner1ten Hiltruper Pfarrkirche ein feierliches Pontifikalamt o gehalten. Am Nachmittag fand die Feier im großen Saal des Hiltruper Missionshauses statt, der bis auf 1 den letzten Platz gefüllt war. Von der hochwürdigen DDieg Geistlichkeit waren erschienen der hochwürdigste WeihE bischof von Münster, Domdechant Scheifes, Prälat jah(Beelert, Prof. Dr. Schmidlin, der unermüdliche fen Vorkämpfer und Förderer des Missionsgedankens und hrtl der Missionssache, Prof. Dr. Meinertz, Pfarrer Un— kel von Hiltrup, mehrere geistliche Herren der näheren im Umgebung, Vertreter des Franziskaner= und Kapuziner enKonvents aus Münster. Nach dem Einleitungschor„Das Grab im Busento“ ste4 begrüßte der hochw. Pater Provinzial Dicks die Gäste, Re worauf nach einem Orchesterstück der Pater Schumm zu1 an Hand von Lichtbildern auf Grund seiner in zwanzig4. jähriger Missionstätigkeit gesammelten Erfahrung das Bof Arbeitsfeld von Neupommern schilderte. Darauf sprach Hater Hüsles, der ebenfalls auf Neupommern bereits 20 Jahre tätig war, im Namen der scheidenden Missionare das Abschiedswort. Es war ein warmer Aufruf uns zur Missionsliebe und Missionsbegeisterung sowohl an die Insassen des Hauses, die jungen Studenten im be5sonderen, als auch an die erschienenen Freunde und Gäste. Es kam von Herzen und ging zu Herzen, als er sprach:„Vom frischen Grabeshügel meiner Mutter, die ich vor 12 Tagen zu Grabe getragen habe, lenke ich meine 1 Schritte in die Ferne. Lebt wohl! Auf Wiedersehen! Dülge Wahre Christen sehen sich nie zum letzten Mal.“ b Der Schluß der schönen Feier im Festsaal bildete das ein herzliches Wort des Dankes und ein inniges Sewü genswort, das der hochwürdigste Herr Weihjer., bischof von Münster den Missionaren mit auf den 10 Weg gab. Dann erhob sich die Versammlung und der stor hochwürdigste Herr Weihbischof gab den Scheidenden ht 1 seinen bischöflichen Segen. duk1 Ihren Abschluß fand die Feier in der Kapelle des Missionshauses durch die Ueberreichung der MissionsWestfalen und Nachbarprovinzen. X Unna, 9. Febr. Ueberfall. Am 30. Januar d. I., gegen 12 Uhr nachts, wurde in Unna eine Witwe in ihrer Wohnung von einem Manne überfallen. Als die Witwe, welche in einem Kino die Kasse führte, die Tür zur Wohnung öffnen wollte, wurde sie daran gehindert. Der Täter versuchte nun, der Frau einen Handkorb zu entreißen. Da die Ueberfallene sich energisch zur Wehr setzte und um Hilfe schrie, mußte der Täter sein Vorhaben aufgeben. Er flüchtete durch einen hinteren Ausgang und gab einen Revolverschuß ab, welcher fehlging. Nach den bisherigen Ermittelungen ist der Täter vermutlich aus Gelsenkirchen. Auf dem Hofraum des fraglichen Hauses wurde eine Tüte mit der Aufschrift:„Konditorei J. Ritzenhofen, Gelsenkirchen" vorgefunden. Der Täter wird wie folgt beschrieben: Mittelgroß, schmales Gesicht, etwa 25—30 Jahre alt. : Fröndenberg, 9. Febr. Geflügelausstellung. Die von dem hiesigen Geflügelzuchtverein veranstaltete Geflügelausstellung erfreute sich einer überaus großen Beteiligung. 90 Tiere waren ausgestellt, wovon 24 Tiere die Auszeichnung„Sehr gut“ 29 Tiere„Gut“ und eine Anzahl„Befriedigend“ erhielten. Nach der Preisverteilung hielt Preisrichter Pleuger aus Dortmund ein Referat über„Geflügelzucht und Rassegeflügelzucht“. Bockum=Hövel, 9. Febr. Gefährlicher Fund. Einen gefährlichen Fund machten vor einigen Tagen ein paar Kinder auf dem Wege von Herringen nach Radbod. Auf einem Schutthaufen in der Nähe der Kolonie Herringen fanden sie eine Schachtel mit ungefähr 50 Sprengkapseln. Es handelt sich um Stücke, wie sie beim Sprengen in der Grube benutzt werden. Die sofort begonnenen Nachforschungen der Polizei nach der Herkunft waren bisher erfolglos. Lippstadt, 9. Febr. Vom Zuge überfahren. Der in einem hiesigen Baugeschäft beschäftigte Lehrling Herm. Ademmer aus Waldliesborn wurde gegen 7 Uhr abends an dem Bahnübergang an der Wiedenbrückertraße von einem Zuge überfahren. Ein Bein mußte ofort amputiert werden. Das Befinden des Verletzten st besorgniserregend. X M.=Gladbach, 9. Febr. Kommerzienrat MüllerHoberg+. In der vergangenen Nacht verstarb hier der bekannte Großindustrielle Kommerzienrat MüllerHoberg im 82. Lebensjahre. Geboren zu Groningen in Holland als Sohn eines Deutschen, gründete er hier im Jahre 1871 die erste Kleiderfabrik, die sich im Laufe der Jahre zu einer Weltfirma des Bekleidungsgewerbes mit Filialen in Berlin, Stettin und Hamburg entwickelte. Im Jahre 1885 wurde er zum Stadtverordneten gewählt, als welcher er bis vor wenigen Jahren, zuletzt als Vorsitzender der Zentrumsfraktion angehörte. 1898 wurde er Mitglied der Handelskammer, die ihn im Jahre 1994 zu ihrem Zweiten Vorsitzenden wählte, ein Amt, das er bis 1921 verwaltete. Im Jahre 1908 war er der Erste Vizepräsident des Deutschen Katholikentages in Düsseldorf. Der Papst zeichnete ihn durch Verleihung des Gregoriusordens aus. Xanten, 9. Febr. Heimatmuseum. Um möglichst viele kulturgeschichtliche, für unsere niederrheinische Heimat wertvolle Stücke zusammenzubringen, soll dem im Kleverturm untergebrachten Museum römischer Altertümer ein Heimatmuseum angegliedert werden. Ferner ist zur Zusammenfassung der zahlreichen wertvollen Kunstgegenstände des St. Viktor=Museums ein Dom=Museum geschaffen worden. Es besteht der Plan, das Dom=Museum im alten Kapitel=Saal unterzubringen. Gladbeck, 9. Febr. Tödliche Unfälle. Der Hauer ranz Kostajnowiz, Horsterstr. 127, hat auf der cche„Graf Moltke 1/2“ durch eine niederfallende Kappe den Tod gefunden.— Der 12jährige Volksschüler Cynowski hatte sich auf der Zechenhalde in der Nähe der Möllerstraße einen„Tunnel" gebaut. Als sich der Knabe in demselben befand, stürzte der Tunnel ein und begrub ihn. Als Leiche wurde das Kind geborgen. Elberfeld, 9. Febr. Ein Generaldirektor für die städtischen Betriebe. Da die Städtevereinigung Elberfeld=Barmen vorläufig wieder gescheitert ist und auch die angebahnte Vereinigung der städtischen Werke beider Städte infolge Schwierigkeiten in der Personalfrage mißglückte, hat Elberfeld jetzt die städtischen Betriebsverwaltungen zusammengefaßt und einer einheitlichen Leitung unterstellt. Unter Einziehung zweier höherer Stellen wurde der Posten eines Generaldirektors geschaffen, für den in geheimer Sitzung der Stadtverordneten der Diplomingenieur Garreis, Direktor der städtischen Gas= und Wasserwerke in Duisburg, gewählt wurde. Die Anstellung erfolgt auf Privatvertrag für die Dauer von zwölf Jahren mit einem Jahresgehalt von 16 000 Mark. Hamborn, 9. Febr. Einrichtung von Schul=, Licht und Luftbädern. Die Stadtverwaltung Hamborn plant ab Östern die Einrichtung von Schul=, Licht= und Luftbädern mit teilweiser Verpflegung für schwächliche Volksschulkinder, da der hiesige Luft=Lichtbadverein mit ähnlichen Kuren gute Erfolge erzielt hat. Handel und Industrie. Der„reichlich aktive" Status. Bei fast allen Zusamenbrüchen der Nachinflationszeit wurden die eingetretenen Schwierigkeiten im Beginn als eine„Illiquiditätskrise" bezeichnet. Die Gläubiger erhielten Versicherungen, daß sie bei einer ord nungsmäßigen Abwicklung keinen Schaden erleiden würden. Die vorhandenen Aktiva seien wesentlich höher als die Schulden und würden auch bei ungünstiger Realisierung unbedingt Deckung für diese bieten. Diese beruhigenden Erklärungen fanden bei den Warenglauvigern meist willige Ohren. Es ist Tatsache, daß diese Gläubigerklasse gegenwärtig viel toleranter ist als vor dem Kriege. Die schleppende Zahlweise, wie sie sich gegenwärtig schon zu einer usuellen Geschäftshandhabung entwickelt hat, hätte vor dem Kriege wohl regelmäßig dazu geführt, daß die Gläubiger mit Zwangsvollstreckungsmaßnahmen vorgegangen und Eröffnung des Konkurses beantragt hätten. Heute beschränkt man sich auf mehr oder weniger nachdrücklich gehaltene Mahnbriefe. So sehr es, prinzipiell betrachtet, zu begrüßen ist, wenn Gläubiger für die Lage ihres Schuldners Verständnis zeigen, muß man aber doch in der gegenwärtigen Situation bei nüchterner Prüfung feststellen, daß dies Verständnis häufig recht unerfreuliche Folgen für die Gläubiger nach sich zieht. In den meisten derjenigen Zahlungsschwierigkeiten, bei denen man auf ein Verschwinden der „Illiquidität“ im Zusammenhang mit einer erhofften Besserung der allgemeinen Konjunktur gerechnet hatte, ist man nach wochen= und monatelangem Warten enttäuscht worden. Wenn sich dann die Gläubiger schließlich doch zur Aktivität aufrafften und dafür sorgten, daß ein Statuts aufgestellt wurde, so ergab sich oft, daß während der„Illiquiditätskrise" große Werte der Masse entzogen worden waren. Dies war meist nicht durch eine anfechtbare Bevorzugung alter Gläubiger geschehen, sondern dadurch, daß bei Bankinstituten neue Mittel gegen Verpfändung von Waren oder sonstiger mobiler Aktiven aufgenommen waren. Diese Entwicklung hat nicht nur zur Folge gehabt, daß bei der endgültigen Abwicklung vieler Zahlungsschwierigkeiten der„reichlich aktive" Status sich zu einer katastrophalen Unterbilanz entwickelt hat, sondern sie hat Konsequenzen nach sich gezogen, die weit über das Gebiet der Zahlungsschwierigkeiten selbst hinausgehen. Es ist eine schwere Erschütterung des geschäftlichen Vertrauens im Verhältnis zwischen Warenlieferanten und Abnehmern aller Branchen zu verzeichnen. Ein deutliches Symptom hierfür sind die kürzlich gefaßten Beschlüsse der deutschen Wollhandelsvereine, Warenlieferungen bis zur vollen Bezahlung nur noch unter Vorbehalt des Eigentums der Lieferanten vorzunehmen. Man muß sich die Frage vorlegen, ob diese Erschütterung des Vertrauens im Geschäftsleben nicht nachteiligere Folgen für die Gesamtwirtschaft nach sich zieht als ein entschlosseneres Vorgehen der Warengläubiger gegenüber ihren Kunden es tun würde. Rundschau. Anverzinsliche preußische Reichsmark=Schatzanweisungen. X Berlin, 9. Febr. Die preußische Staatsbank(Seehandlung) teilt durch den Amtlichen Preußischen Pressedienst mit, daß im Benehmungen mit dem preußischen Finanzministerium der Diskontsatz für die unverzinslichen preußischen Reichsmarkschatzanweisungen vom 10. Februar um ½ Prozent ermäßigt wird. Der Verkauf erfolgt wie bisher ausschließlich durch die preußische Staatsbank, doch kann die Abgabe auch weiterbin nur an Sparkassen zur Anlegung ihrer Einlagebestände erfolgen. Staatliche Hilfsmaßnahmen für den Kohlenbergbau? Bei den zuständigen Regierungsstellen finden gegenwärtig Besprechungen statt über Maßnahmen zugunsten des Kohlenbergbaus. Zu irgendwelchen greifbaren Ergebnissen ist man jedoch noch nicht gekommen. Insbeondere sind Meldungen, nach denen eine Kohlenausuhrvergütung geplant sei, in dieser Forn nicht richtig. Eine stuatliche Subvention wie in England kommt, wie uns an zuständiger Stelle versichert wird, nicht in Frage, allenfalls könnte man an Frachtvergünstigungen oder dergleichen denken. Messeabzeichen für die Leipziger Frühjahrsmesse 1926. Die Messeabzeichen sind bis zum 27. Februar abends in der Geschäftsstelle der Industrie= und Handelskammer zu Dortmund, Am Spitthof 4,(Kassenverwaltung) zum Preise von 5 Mk. erhältlich. Der Preis ermäßigt sich im Vorverkauf auf 3 Mk., wenn das Abzeichen der Leipziger Herbstmesse 1925 samt unterschriebener Ausweiskarte, beide mit derselben Nummer versehen, die in Zahlung gegeben werden. In Ausnahmeällen kann auf das Abzeichen dann verzichtet werden, wenn wenigstens die Ausweiskarte und die zum Abzeichen gehörige Metallklammer zurückgegeben werden. Für Aufhebung der Luxussteuer. )!( Berlin, 6. Febr. Im Reichstage ist ein Antrag des Zentrums und der Bayrischen Volkspartei eingegangen, der die Aufhebung der Luxussteuer mit Wirkung vom 1. April 1926 fordert. Vorschriften für die Einreise mit einem Automobil in europäische Länder. Bei der Einreise mit einem Automobil in fremde Länder ergeben sich vielfach Schwierigkeiten dadurch, daß die jeweils in Frage kommenden Bestimmungen nicht genau beachtet werden. Damit den Interessenten Gelegenheit gegeben ist, sich über die bestehenden Vorchriften zu unterrichten, ist kürzlich ein Merkblatt„Vorchriften für die Einreise mit einem Automobil in europäische Länder" erschienen, welches in der Verkehrsabteilung der Industrie= und Handelskammer zu Dortmund, Olpe 111, zum Preise von 0,25 A erhältlich ist. Vermögenssteuervorauszahlung am 15. Febr. 1926. () Berlin, 7. Febr. Es wird darauf hingewiesen, daß am 15. Februar(Schonfrist 22. Februar) 1926 eine Vermögenssteuervorauszahlung fällig ist. Die Vorauszahlung beträgt grundsätzlich ein Viertel der für das Kalenderjahr 1924 festgesetzten Jahressteuerschuld. Offene Handelsgesellschaften und Kommanditgesellschaften, die im Gegensatz zu der früheren Regelung jetzt als solche teuerpflichtig sind, werden bis zum 15. Februar 1926 einen vorläufigen Vermögenssteuerbescheid erhalten. Die Gesellschafter können daher bei ihrer eigenen Vermögenssteuervorauszahlung von der an sich zu leistenden Vorauszahlung den Betrag abziehen, der auf den Anteil an der Gesellschaft entfällt. Provisorisches deutsch-französisches Zollabkommen bevorstehend? X Paris, 9. Febr. Der Berliner Berichterstatter des„Petit Parisien“ will erfahren haben, daß auf folgender Grundlage ein provisorisches Abkommen zwoischen Frankreich und Deutschland geschlossen werden soll: Frankreich erhält für die Einfuhr seiner Frühgemüse nach Deutschland gewisse Zollermäßigungen für die Zeit vom 1. März bis 31. Mai. Deutschland erhält als Gegenleistung für die Zeit vom 1. April bis 30. Juni Zollermäßigungen für die Einfuhr von Medikamenten, elektrischen Apparaten und Möbeln. Märkte. Kölner Produktenbörse. X Köln, 9. Febr. Weizen inl. 26—26,40, Weizen ausl. 29,50—31,50, Roggen inl. 16,75—17,25, Roggen ausl. 21,75—22,75, Hafer hiesiger 17—18, Hafer ausl. 19,50—22,50, Futtergerste ausl. 17—17,25, Wintergerste inl. 17,25—17,75, Sommergerste inl. 19,50—20,50, Mais grober 18.25 bis 18,50, Mais kleiner 20,50—22,50, Roggenmehl inl. 25,50 bis 26, 28—28,50, Weizenmehl inl. 34—35. 38,50—39, Weizenkleie 10,25—13,10, Rübkuchen lose 13,75—14, Palmkuchen lose 14—15,50, Leinkuchen lose 23,50—23,75, Soyaschrot 20,25—20,75, Trockenschnitzel lose 9—9,50, Zuckerschnitzel lose 12—13. Wiesenheu inl. lose 8—9, gepr. 9,50—10, Kleeheu inl. 8,50—10,50, ausl. 9,50—11,50, Roggenstroh gepr. 2,60—2,80, Weizenstroh gepr. 2.50 bis 2,70, Hoferstroh gepr. 2,80—3,00, Rohmelasse 6.00 M.— Stimmungsbericht: Getreide unter der Einwirkung freundlicherer Nachrichten aus dem Auslande etwas niedriger. Umsatz gering. Berliner Produktenmarkt. am 9. Februar 1925 (Für Getreide je 1090 kg, für die übrigen Artikel je 100 kg.) Heutige Vorige Heutige Vorige Notierungen Rotierungen Weizen, märk. Roggen, märk. Sommergerste Hafer, märk. pommerscher Mais LaPlata ab Hamburg Beizenmehl Roggenmehl Weizenkleie Roggenkleie X Chikago, 8. Febr. Weizen per Mai 169¼, per Juli 151, per Sept. 143%, Tendenz schwach. Mais per Mai 80¾, per Juli 83¼, per Sept. 8478. Tendenz schwach. Hafer per Mai 40¾, per Juli 415, per Sept. 41¾. Tendenz schwach. Roggen per Mai 102½, per Juli 103½, per Sept. 102¼/. Tendenz schwach. Chicago, 9. Sept. Weizen: Mai 171½. Juli 152½, Sept. 144¾. Tendenz fest. Mais: Mai 81¾, Juli 84¾. Sept. 86½. Tendenz fest. Hafer: Mai 4178, Juli 4278, Sept. 43. Tendenz fest. Roggen, Mai 103, Juli 104½, Sept. 103½. Tendenz fest. Baumwolle. :: Bremen, 8. Føbr. Jan. 20,00, März 20,28, Mai 20,09, 19,99, Juli 19,78, 19,66, Sept. 19,46, 19,36, Okt. 19,17, 19,08, November 19,10, 19,00. A Bremen, 9. Febr. Baumwolle per Dez. Brief 19,13, Geld(19,06), per Jan. 19,09,(19,03), bez. 19,05, per März 19,94(19,84), bez. 19,84, per Mai 20,15,(20,20), bez. 20,10, per Juli 20,03(19,93), bez. 19,99, per Sept. 19,74,(19,63), per Okt. 19,45,(19,37). X Liverpool, 8. Febr. Loco Baumwollumsatz 6000 Ballen, Import 2900 Ballen, Export 2000 Ballen. Loco 10,66. Dezember 9,54, Januar 9,54, Febr. 10,21, März 10,24, April 10,17, Mai 10,16, Juni 10,07, Juli 10,01, August 9,90, September 9,74, Oktober 9,60, Nov. 9,57. Liverpool, 9. Febr. Loco Baumwollumsatz 6000 Ballen. Import 7900 Ballen, Export 6000 Ballen. Loco 10,55. Dezember 9,53, Januar 9,53, Februar 10,14, März 10,17, April 10,04, Mai 10,09, Juni 10,02, Juli 9,98, August 9,89, September 9,73, Oktober 9,65, November 9,56. XNewyork, 8. Febr. Loco 20,85, Dez. 17,80—17,83, Jan. 17,74—17,74, März 20,26—20,28, April 19,98—19,98, Mai 19,70—19,71, Juni 19,03—19,03, August 18,68 bis 18,68, Sept. 18,32—18,32, Okt. 18,18—18,19. Zufuhren nach dem Atlantic 16000. Nach dem Inland 10 000. Nach Großbritannien 10 000. Nach dem Kontinente 5000.— Paris 3,69½, Berlin 23,80. Tendenz stetig. :: Newyork, 9. Febr. Tendenz stetig. Loco 20,75, per Dez. 17,87—17,88, per Jan. 17,81—17,81, per März 20,22 bis 20,24, per April 19,98—20,98, per Mai 19,73—19,74, per Juni 19,03—19,04, per August 18,60—18,68, per Sept. 18,39—18,39, per Okt. 18,22—18,23. Zufuhren nach dem Atlantic 37000, nach dem Inland 27000, nach Großbritannien 8000, nach dem Kontinente 16 000, Paris 3,68, Berlin 23,80. Drucksachen wie Formulare, Tabellen, Werke, Broschüren, Preisliiten, Adreßkarten, Rechnungen, Zirkulare, Mitteilungen, Briefbogen, Kuverts, Visiten- und Glückwunschkarten, Verlobungs-, VermählungsGeburtsanzeigen Trauerbriefe, Totenzettel, Trauerkarten u. I. w. siefern promptund zu zeitenisprechenden PreisenGebr. Lenling, Buchdruckerel Käse direkt an Verbraucher 9 Pid. gelbe Broden Mk 4.30.9 Pid. rot. Kugeln Mk. 4.30. 9 Pfd. dän. Edamer Mk. 8.55, 9 Pfd. dän Schweiz. Mk 10.35 aa Nortorf Nachnahme Carl Ramm Mor ort(Holst.). Nr. 97 für den Einkauf von Fahrrädern und sämtlichen Fahrradbeleuchtungsartikeln. Batterien für Taschenlampen stets vorrätig. Friedr. Matschiske Fahrra handlung und Reparatur Gronau i. Westf. Poststraße 9. einer Am 13. Februar 1926, nachmittags 5 Uhr, werde ich zu Nienborg in der Wirtschaft Rohling, im freiwilligen Auftrage des Eigentümers die Hausbesitzung Wext bei Nienborg Nr. 32 nebst Garten und Acker, öffentlich meistbietend versteigern. Das Haus mit Stallung ist im Jahre 1912 erbaut und befindet sich in tadellosem Zustande. Es liegt direkt an der Chaussee Nienborg—Epe in unmittelbarer Nähe des Dorfes Nienborg Die ganze Be sitzung ist groß 17,97 ar Die Besitzung eignet sich für jeden Handwerksbetrieb. Elektrisches Licht vorhanden. Kraftanlage kann angelegt werden. Ahaus, den 8. Februar 1926. Öhters. Notar. Saatkartolieln Original Holländische verb. Erstlings allerfrüheste gelbfleischige tulsens Juli gelbfleischige. 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A 2 . aa tkk 52 . s k a 3 —0k o . ehe:t 26222. . — 250. 5. . . — t -a . 22. . 2 o 22 25f. vSese e se k30 5 t E 2 2 oa . as52 t . . 8 s 2 — — e 2 2 22 t. 5 — 3 19 288. 2 t 3. 8:00 20 . k. kt. aa k k 22 52 1 3— x A 5 6 skf. . t s-k220: 19 o a 2 23 EE . s 2 . —e t a2 2t osasto kkktt. ta -32 Sr st t. t So k t2e t sae: 2EE ks. n-.— . o 5580 7 o7 in he ver a 1 1 30 10 36 n o 1 r A ab en Hrtl im enz Je zu 4. Bof gehi ing Dü das wu. fer so tor — 202 8 2 82 er2 s aa: s s8:ss E: eSe . *-. . asa 36 t 2 2 22 2= s8 .8 eT.o5 2 s . ( s22o 22 : t S25 8 52o2. 5( 07. —5 2.2. . t2 . 2 -22 3 . 22 . ( . . a"o se soä 2e22 2 E2. 62 . S ST . 2 22 98 2 p 2e essa 22. —. 2 a (9 72022 27a-a . 22. Toesat. —E 0:t s525 22 2e2. —.— a 9a . 2 3 o s 9 2 . 2-. 2 kks 2 . k-620 2oa . 0 — — 22 S252 .. 2o (0 00-5 os . 290 2 2 2S -. e.—WT - 2e, —8 80— e: o 5 2 5-5 2 . staS-0 . Ce2 . . — st2 232 2 27eo 2 s - T 0 s--O S . 2 9 220 2 220 de 2e * -0 tt— wa . t-a 25 2 k2o8se: 22w. 32 2 —10 6. e— 30 S88 2 2 2-20. 6 , . 8 26 2= t. e 2-. avee kt2os2 22.9 Te -2 2 : 2a 3 . 5 a 90 a: s s e 2 -.8 . o 622 223 o 7 a s . e 0 2o a e 22 — re.. . 2er. 6 kä 8 23 2 kt— ke 209.. . t s k -2t. Gre v . 9 2 — 222 Ta: — 2. . tetk150* 0 t2 2 22-2 ssre kS 2. 2aa W5—— 222 V2ste . 2-86 a e2 20 22. kt6-2 n: 2 20 tkk2 2 s 2. 2 a2 2 6 2 6 2 220 2 . SS920 ferexrexs SS9. o 2 kkAWeA aonees. s. T2r2 s 2. k. 2252 2 25 79 e Ts a2 25 25. —— . t2 astse ttss-. a Eses022 2k8 t. a e. k k2. . — 22 2 2. 33: . 2.2.002 — S0F:T2A s. AS t222 sta — t. e 22 .— 26— 2 . 2 2E22 2 2 . 2 * 2 —6 ä 8 kkG ae s . .: , 250 . —: 22 2:(2 2 8 —?80 e e a . 2aee.: 5 00go2 8 222 *8e 2 : — 23. 3 2a5. —. 80 3220 er: 2-2 : 80 30— 262 2s 2 a . — 2.35 2 — — ( 22 60 2 2 2 2o22 20. 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