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Schaefer. ten. nterfeuchtigkeit interfeuchtigkeit er edacht sein, daß die yst viel Feuchtigkeit zugeführt erhalten. so manche für die von nicht geringem Auf jeden Fal ist das winterliche er für die Fortig der dem Baum rweitig zugeführten jestoffe von Bedeu; denn es bringt nicht nur rascher die richtige Stelle, ern bewirkt vielfach ihre Lösung und t sie damit für die nzenwurzeln auf an Winterfeuchtig tegel frühzeitig und das Winterwasser Faserwurzeln des men fast ausschlieer die Baumscheibe, erfang dienen sol, ein, also ein leichte n dann das Nieder h dagegen um älter unter dem scheibe vorteilhafte Das Wasser fließ. st im weiteren Unind versickert. Meinerzhagener Zeitung Die Meinerzhagener Zeitung erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn= u. Festtage. Bezugspreis monatlich 1,65 Reichsmark. Preis der Einzelnummer 10 Reichspfennige. Bestellungen werden jederzeit von der Geschäftsstelle u. den Postanstalten entgegengenommen. Telegr.=Adresse: Zeitung Meinerzhagen. Verantwortlicher Schriftleiter Max Kämper, Meinerzhagen. i. W. Gelesenste Lageszeitung in Meinerzhagen und Amgegens Amtlicher Fernsprecher Amt Meinerzhagen Nr. 542 Postscheckkonto: Dortmund 11452— Schließfach 29 205 Anzeiger Herausgabe, Druck und Verlag von Walther Kämper, Meinerzhagen, Hauptstraße 42 Im Falle höherer Gewalt, Streik oder Betriebsstörung hat der Bezieher keinen Anspruch auf eine Entschädigung. Anzeigenpreise: Für 1 Millimeterhöhe in Spaltenbreite von 35 Millimeter in Meinerzhagen 8 Reichspfennige, Familien-Anzeigen und Stellengesuche 5 Reichspfennige, Anzeigen von auswärts 10 Reichspfennige, Anzeigen von Behörden und Finanzanzeigen 10 Reichspfennige, Reklame 40 Reichspfennige. Zahlbar sofort. Redaktion u. Geschäftsstelle Hauptstr. 42 Nummer 305 Mittwoch, den 31. Dezember 1930 20. Jahrgang Der Rüstungs= Streit in Belgien. Vandervelde gegen das Militärabkommen mit Frankreich. — Brüssel, 30. Dezember. In der belgischen Oeffentlichkeit wird gegenwärtig ein heftiger Meinungsstreit zwischen den Anhängern und den Gegnern des belgisch=französischen Militärabkommens vom Jahre 1919 ausgefochten. Veranlaßt wurde diese Auseinandersetzung durch die bevorstehende parlamentarische Behandlung der Abrüstungsfrage so wie durch eine Artikelserie des Sozialistenführers Vandervelde, der mit aller Entschiedenheit gegen die militaristische Ueberlastung, die Belgien von Frankreich her droht, Front macht. In diesen Artikeln, die mit Rücksicht darauf, daß Vandervelde in seiner früheren Stellung als Außenminister selbst das Abkommen unterzeichnet hat, erhebliches Aufsehen hervorriefen, betonte der Verfasser, daß die flämischen Kreise, die sozialistischen wie die anderen, dem Abkommen stets tiefes Mintrauen entgegengebracht hätten. Der Mann aus dem Volke in Belgien sei davon überzeugt, daß es außer den veröffentlichten Texten noch geheime Klauseln enthalte, etwa in Form von Geheimabmachungen der beiderseitigen Generalstäbe, die Belgien militärische Verpflichtungen auferlegten. Das französisch=belgische Defensivabkommen habe zwischen Belgien und Frankreich eine ziemlich ähnliche Lage geschaffen, wie zwischen Frankreich und Polen. Er, Vandervelde, habe neben drei anderen Sozialisten zu der Regierung gehört, die das Abkommen abschloß. Er könne beteuern, daß darin keine Verpflichtungen enthalten seien, die die volle Souveränität Frankreichs oder Belgiens beschränkten. Immerhin frage es sich, ob es nicht vom französischen wie vom belgischen Standpunkt aus und vor allem vom Standpunkt des Völkerfriedens gesehen, angebracht wäre, in freundschaftlicher Uebereinkunft festzustellen, daß der Locarnovertrag das französisch=belgische Militärabkommen von 1919„absorbiert" habe, und ob es nicht geraten sei, dem Abkommen jede Spitze gegen irgendeinen anderen Staat dadurch zu nehmen, daß man es künftighin als hinfällig betrachte. Im Zusammenhang damit betonte Vandervelde, daß nach oem Locarno=Vertrag Belgien im Falle eines nicht herausgeforderten Angriffs Italiens gegen Frankreich oder Deutschlands gegen Polen oder umgekehrt neutral bleiben könne. Es könne in solchem Falle wohl Sympathien haben, aber es habe keinerlei Verpflichtungen. Nur zwei Möglichkeiten: Krieg oder Abrüstung! Vandervelde kündigte weiter an, daß er die Angelegenheit in der Kammer zur Sprache bringen werde. Wenn die belgische Regierung fortfahre, im bisherigen Umfang zu rüsten und Befestigungen herzustellen, die nur eine Verlängerung der französischen Befestigungslinie darstellen, so werde Belgien vor der schwierigen Frage stehen, ob es entweder eine illusorische Sicherheit suchen soll, die das Land ruinieren und Belgien in den friedenbedrohenden Rüstungswettstreit hineinziehen werde oder ob es die Abrüstungsverpflichtung der Sieger anerkennen und durchführen solle. Die erste dieser beiden Politiken müsse notwendig zu einem Kriege führen. Die andere allein könne Europa vor dem Untergange retten, und sie heiße allgemeine, gleichzeitig kontrollierte Abrüstung. Lord Cecil für die Abrüstung. „Wir haben die Verpflichtung übernommen. Der englische Vertreter im Abrüstungsausschuß, Lord Cecil, betonte in einer Rundfunkrede, daß die Zukunft unserer Zivilisation unter Umständen davon abhängig sein kann, ob die kommende internationale Abrüstungskonferenz zum Erfolg oder zum Fehlschlag führt. Die Konferenz müsse zu einer internationalen Vereinbarung kommen. Die internationale Abrüstung, so erklärte Lord Cecil u. a., gehört zu unseren wichtigsten nationalen Interessen. Wir haben nicht nur einmal, sondern zu wiederholten Malen die Verpflichtung übernommen, die Rüstungen der im Weltkrieg siegreichen Nationen herabzusetzen und zu begrenzen als Ergänzung zu der Abrüstung, die wir unseren früheren Gegnern zur Pflicht gemacht haben. Wir werden jedes Vertrauen in internationale Verpflichtungen zerstören, wenn wir das, was wir versprochen haben, nicht erfüllen. Venizelos in Warschau. Der griechische Ministerpräsident Venizelos ist in Warschau eingetroffen. Er wird bis zum 2. Januar hier bleiben und sich dann nach Wien begeben. Ein Oppositionsblatt verzeichnet die Nachricht, daß während des Besuches von Venizelos Verhandlungen des polnischen Tabakmonopols mit griechischen Lieferanten zum Abschluß gebracht werden sollen, wobei angeblich französische Finanzkreise durch Hergabe von Krediten mitwirken werden. Stimnen der Vernunt Die Neuyorker Presse für Ausgleichung der Rüstungsunterschiede. Die amerikanischen Blätter beschäftigen sich sehr eingehend mit Vanderveldes Vorschlag wegen Aufgabe des Militärabkommens mit Frankreich. Die Neuyorker„World“ nennt Vanderveldes Vorschlag den ersten wirklichen Versuch, der Teilung Europas in zwei bewaffnete Koalitionen vorzubeugen. Das Blatt sagt weiter, dem deutschen Volke müsse die Zuversicht gegeben werden, daß die bisherige einseitige Abrüstung ausgeglichen werde, daß die deutsche Minderheit Polens ihre Rechte erhalte, daß Frankreichs Bündnisse keine militärische Einkreisung bedeuten und daß das Reparationsabkommen nicht unabänderlich bleibe. Nur auf solche Weise könne Deutschland davon überzeugt werden, daß der Völkerbund und der Locarno=Vertrag Wirklichkeiten seien und daß ein wirklicher französisch=deutscher Frieden als Eckstein des europäischen Friedens möglich sei. * Die auf Generationen lastenden Tribute. In einer Jahresschlußbetrachtung im„Popolo d'Italia“ fordert Arnoldo Mussolini, der Bruder des Diktators, Gerechtigkeit für die Völker. Er schreibt u. a.: „Es gibt Grenzen, die nicht Volksgrenzen sind, sie scheinen mit Stacheldraht gezogen. Es gibt Völker, deren Arbeits= und Aufstiegswille erstickt wird durch die furchtbare Aussicht, daß ganze Generationen zu arbeiten haben, um die Kriegsschuld zu begleichen. In dieser Atmosphäre müssen die besten Absichten in nichts zergehen. Der Kommunismus hat dort leichtes Spiel mit seiner Propaganda. In der Tat, wenn die Arbeit schon in normalen Zeiten mißbraucht werden kann, so wird ihr Mißbrauch unerträglich, wenn sie dem ausländischen Kapitalismus unterjocht wird." Erschwerter Realkredit. Die Aussichten der Hypothekenversorgung. Die schwere Krise, in der sich die deutsche Wirtschaft am Jahresschluß befindet, macht den Ausblich auf die weitere Entwicklung unerfreulich. Alle Teilgebiete der Wirtschaft sind von der Krise mehr oder minder schwer betroffen worden: auch der Realkredit ist von der Erschütterung mitergriffen worden, nachdem es zu Beginn des Jahres eine Zeitlang so aussah, als ob sich auf diesem Gebiete unabhängig von der Entwicklung der Allgemeinwirtschaft eine Sonderkonjunktur gestalten wollte. Als nämlich zu Beginn des Jahres die Abkehr des Spekulationskapitals von den Aktienmärkten wegen der dort nur geringen Aussichten immer deutlicher wurde, gewannen die Märkte der festverzinslichen Wertan Interesse. Das bedeutet einerseits, daß die Pfandbriefe eine vorher kaum für möglich gehaltene Hausse erlebten, und ferner, daß auch das unmittelbare Interesse des Kapitals an der Anlage in ersten und zweiten Hypotheken wieder erstarkte. Begünstigt wurde die Kapitalflüssigkeit, die auf dem Wege über dem Pfandbriefabsatz und auf dem direkten Wege der Anlegung dem Hypothekenmarkte zugute kam, durch die zunehmende Stagnation der industriellen Betätigung. Hierdurch, an sich ein Zeichen der beginnenden Krise, wurden Kapitalien freigesetzt, die wenigstens vorübergehend wieder Unterkunft suchten, und sie vorwiegend am Markte der festverzinslichen Werte fanden. Die große Flüssigkeit der Pfandbriefinstitute ermöglichte diesen gegen Mitte des Jahres den Uebergang zum siebenprozentigen Pfandbrief, und die Effektivkosten der erststelligen Hypotheken sanken bis auf 8¼ Prozent, nachdem sie noch ein halbes Jahr vorher um mindestens ein Prozent höher gewesen waren. Damit war das Bild des Hypothekenmarktes in der Tat während des Sommers ein erfreulicheres geworden, als sonst die Wirtschaft es bot. Der Umsatz der Beleihungsinstitute und die Versorgung mit Realkredit nahm ein lebhafteres Tempo an, und nur langsam machten sich zu Beginn des Herbstes gewisse Er müdungszeichen bemerkbar. Anfang Oktober 1930 aber begannen die wirtschaftspolitischen(Arbeitslosigkeit!) und die politischen Ereignisse(Reichstagswahlen!) sich sehr nachhaltig auch auf dem Hypothekenmarkt auszuwirken. Die starke Zurückhaltung, die damals das inländische und das ausländische Kapital gegenüber inländischen Anlagen überhaupt zu zeigen ansing, hatte sehr erhebliche Rückflüsse von Pfandbriefen an der Börse zur Folge, und die Zurücknahme von laufenden Guthaben bei den Banken war mit einer Verknappung des Angebotes an Hypothekengeld verbunden, die alsbald zu einer Versteifung der Zinssätze und einer starken Erschwerung der Realkreditversorgung führte. Diese Symptome sind noch heute für den Zustand des Hypothekenmarktes kennzeichnend. Die Neubeleihung von Althausbesitz und von Neubauten stößt auf großte Schwierigkeiten, namentlich außerhalb der Großstädte. Die Effektivverzinsung ist für erste Hypotheken wieder auf rund 9 Prozent und darüber gestiegen. Einige Hoffnungen werden von manchen Seiten an den kommenden Januartermin geknüpft, der als Anlagetermin vielleicht dem Pfandbriefmarkt wieder einige Belebung bringt. Einstweilen haben aber jedenfalls die meisten Hypothekenbanken und Versicherungsgesellschaften die Beleihungstätigkeit eingestellt, und von den Sparkassen und privaten Kassen und Stellen ist ebenfalls gegenwärtig kaum Leihgeld zu haben. Was die Beschaffung des laufenden legitimen Neubedarfs an Realkredit für den Hausbesitz angeht, so sind die Aussichten noch reichlich ungeklärt. Voraussagen lassen sich aber ebensowenig geben, wie auf irgendeinem anderen Wirtschaftsgebiete. Entscheidend wird sein, wie sich das Schicksal der Allgemeinwirtschaft in den nächsten Monaten gestaltet, und ob sie von weiteren inneren und äußeren Störungen verschont bleiben wird. Dr. F. In den Bergen vermißt. Zwei Beamte der leiner Sparkasse versuchten am ersten Weihnachtsfeiertag die Wilde Freithof=Platte am Hohen Göll ohne Skier zu erklettern. Seither werden sie vermißt. Man nimmt an, daß die beiden Touristen einer Lawine zum Opfer gefallen sind. Die Kanzlerreise. Das Programm der Ostmarkenfahrt.— Arbeitsreiche Tage. Das Programm der Kanzlerfahrt in die Östgebiete ist jetzt festgelegt. Die Reise wird am Sonntag, 4. Ja nuar abends, in Berlin angetreten und führt zunächst nach Lauenbura in Pommern. Dort findet am 5. Januar die Begrüßung durch den Oberpräsidenten von Pommern und anschließend eine Besprechung über die Lage im östlichen Pommern statt. Dann geht die Fahrt weiter über Bütow nach Rummelsburg. Hier und an den folgenden Orten finden, zum Teil auch auf der Fahrt im Eisenbahnwagen, Besprechungen mit den Landräten, Landeshauptleuten, Finanzamtspräsidenten und Vertretern der Bevölkerung statt. Am Nachmittag wird die Reise über Schlochau nach Schneidemühl fortgesetzt, wo eine Besprechung mit dem Oberpräsidenten der Provinz Grenzmark erfolgt. Gegen Mitternacht folgt die Weiterfahrt nach Königsberg, wo am Dienstag, den 6. Januar, die Besprechungen mit dem Oberpräsidenten und den übrigen Vertretern der Behörden und der Bevölkerung beginnen. Von dort geht es weiter nach Labiau, Tilsit und Insterburg. Am 7. Januar morgens über Treuburg nach Lyck, Jo hannisburg, Ortelsburg, Neidenburg und Deutsch=Eylau. Am 8. Januar folgt die Weiterfahrt nach Marienwerder. Von dort eine Autofahrt an der Weichselgrenze entlang nach Marienburg. Am Nachmittag geht es nach Küstrin und von dort nach Oppeln. Nach einer Besprechung mit dem Oberpräsidenten und anderen Vertretern Oberschlesiens geht es im Auto nach Rosenberg, Beuthen, Gleiwitz und Ratibor. Von dort am 10. Januar wieder im Auto nach Leobschütz, Neiße, Glatz, Neurode, Waldenbura und Breslau. Am 11. Januar folgt die Bahnfahrt nach Kreuzburg. Von dort eine Autofahrt nach Grünberg und anschließend die Rückreise nach Berlin. Steuererlaß für die östliche Landwirtschaft? Neuer Antrag Hugenbergs. In Ergänzung ihres Antrags über die Entschuldung der Landwirtschaft haben Dr. Hugenberg und Dr. Oberfohren namens der deutschnationalen Reichstagsfraktion einen weiteren Antrag eingebracht, nach dem die Reichsregierung im Interesse der notleidenden Landwirtschaft insbesondere des Östens folgende weiteren Maßnahmen durchführen soll: 1.„Als Uebergangsmaßnahme bis zum Inkrafttreten einer allgemeinen Senkung der öffentlichen Lasten für die land=, forst= und gartenwirtschaftlichen Betriebe besonders gefährdeter Gebiete, die laufenden Reichssteuern ganz oder mindestens zu einem erheblichen Teile außer Hebung zu setzen 2. die erforderlichen Mittel im Reichshaushalt bereitzustellen, um eine Senkung der kommunalen Realsteuern sowie der Unfallversicherungslasten herbeizuführen: 3. auf Preußen dahin einzuwirken, daß eine entsprechende Senkungsaktion bezüglich der staatlichen Grundvermögenssteuer und eine angemessene Beteiligung Preußens bei der kommunalen Lastensenkung erfolgt: 4. ferner auf Preußen dahin einzuwirken, daß eine günstigere Verteilung der Schullasten auf dem platten Lande, insbesondere im Östen, unter besonderer Berücksichtigung der Kinderkopfzahl, vorgenommen wird, und durch geeignete Maßnahmen beim Finanzausgleich die Erreichung dieses Zieles zu sichern. Am Deutschlands Erneuerung. Neujahrskundgebung des Kyffhäuserbundes. Der Deutsche Reichskriegerbund„Kyffhäuser" weist in der diesjährigen Neujahrskundgebung seines Vorstandes zunächst auf die verschärfte innere Zwietracht, die unerhörte Bedrückung der Deutschen in den abgetretenen Gebieten und die wachsende Wirtschaftssorge, die das vergangene Jahr durch die uns auferlegten Tributlasten gebracht hat, hin. Nur der unbeugsame Wille eines jeden deutschen Patrioten für das Vaterland vermöge eine Wendung zum Besseren zu bringen. Im weiteren Verlauf der Neujahrskundgebung wird mit Genugtuung festgestellt, daß sich im vergangenen Jahre endlich ein Aufbäumen gegen all die Schmach bemerkbar gemacht habe, die dem deutschen Namen und seinem Ansehen in der Welt angetan werde. Noch immer aber wage man es, das deutsche Volk wegen angeblicher Kriegsgreuel und Kriegsverbrechen zu verunglimpfen, um krampfhaft die Lüge von der deutschen Schuld am Kriege aufrechtzuerhalten. Selbst Deutsche schämten sich nicht, gegen die eigenen Volksgenossen auf die Seite fremder Verleumder zu treten. Der Kyffhäuserbund und seine Mitstreiter würden auch im neuen Jahre mit Zuversicht und frischer Kraft für deutsche Sitte, deutsche Art, deutsche Ehr und deutsche Wehr eintreten und alles daransetzen, um Deutschlands Erneuerung zu fördern. Die Verschwörung der Derwische Beschlagnahme der religiösen Banner. Wie von türkischen Regierungskreisen mitgeteilt wird, ist die in Menemen im Bezirk Smyrna entdeckte Verschwörung hauptsächlich von Mitgliedern der Derwisch=Sekte Nakschibindi angezettelt worden ist. Diese Sekte hat in der Türkei zahlreiche Anhänger. Sie war im Jahre 1922 von Mustapha Kemal mit allen anderen Derwisch=Sekten unterdrückt worden. Aber obwohl die Klöster der Sekte geschlossen und die Vereinigungen aufgelöst wurden, scheint es, daß die Nakschibindi weiterhin im Geheimen ihre Gottesdienste veranstaltet haben. Angaben der Behörden hatte die Verschwörung das Ziel, die alte Ordnung der Dinge wiederherzustellen. Die Regierung hat die Beschlagnahme der religiösen Banner angeordnet, die mit Inschriften aus dem Koran versehen sind, und die in der Regel in den Moscheen aufbewahrt werden. Es wird offenbar befürchtet, daß diese Banner dazu benutzt werden könnten, den Fanatismus der Massen im Falle eines Aufstandes aufzustacheln. Auf Grund der vom türkischen Innenminister an Ort und Stelle vorgenommenen Untersuchung wurde der Befehlshaber der Gendarmerie in Menemen wegen Lässigkeit im Dienst verhaftet, der Gouverneur aus denselben Gründen abgesetzt. In einem Dorfe des Bezirks Menemen sind 70 Personen verhaftet worden. Prosit Neujahr 19311 Schornsteinfeger bringen Glück, und nun drei auf einmal! 40 Abgeordnete haben eine Interpellation über die Ereignisse in Menemen eingebracht. Auch die Kurden rühren sich wieder. Einer Timesmeldung aus Kairo zufolge haben sich die Kurden, die seit September Ruhe gehalten hatten, neuerdings wieder bemerkbar gemacht. Am 12. Dezember sollen ungefähr 300 Kurden über die persische Grenze in die Türkei eingedrungen und von türkischen Truppen angegriffen worden sein. Beide Seiten hätten Verluste erlitten. Ein verlustbringender Blankokredit. Bei der Depositenkasse einer Großbank in Frankfurt a. M. ist festgestellt worden, daß einer Schuhfirma ein Blankokredit von 300 000 Mark ohne Wissen der Direktion eingeräumt worden ist. Durch diesen Kredit, dessen Bestehen durch Buchungstransaktionen verheimlicht worden war, dürften etwa 200 000 Mark verloren sein. Die für die Kreditgewährung verantwortlichen Beamten sind entlassen worden. 90000 Mark geraubt. Raubüberfall auf zwei Mainzer Kassenboten. Täter unerkannt entkommen. — Die In der Nähe der Mainzer Reichsbankfiliale wurde am Dienstagvormittag ein verwegener Straußenraub ausgeführt. Zwei Angestellte der Mainzer Volksbank hatten von der Reichsbank Ultimogelder in Höhe von 90000 Mark abgehoben. Unweit des Gerichtsgebäudes sprangen plötzlich zwei Personen mit erhobenen Revolvern auf die überraschten Kassenboten zu und entrissen einem von ihnen die Aktenmappe mit dem Geld. Während der eine der Räuber sofort mit dem Geld in einem Auto verschwand, gab sein Komplize auf die Kassenboten und Straßenpassanten mehrere Schüsse ab, die jedoch glücklicherweise fehlgingen. Darauf verschwand das Auto mit großer Geschwindigkeit in Nichtung nach Worms. Ein Polizeikraftwagen hatte alsbald die Verfolgung des Räuberautos aufgenommen, verlor jedoch die Spur im Gedränge. Im neuen Heim. Uebersiedlung der Reichskanzlei. Anläßlich der Uebersiedlung der Reichskanzlei in den Neubau begrüßte Staatssekretär Dr. Pünder die Vertreter der Berliner und auswärtigen Presse und schilderte noch einmal die Entwicklungsgeschichte dieses Neubaus. Für den Neubau selbst sind grundsätzlich nur inrändische Baustoffe verwandt worden. Obwohl die endgültige Abrechnung über den Neubau noch nicht vorliegt, kann schon jetzt festgestellt werden, daß sich bei ihm die ursprünglich beschlossenen Einsparungen nicht nur nicht verringern, sondern höchstwahrscheinlich um eine weitere, nicht unbeträchtliche Summe erhöhen werden. Die Räume im alten Reichskanzlerhaus werden nur zum Teil der Dienstwohnung des Reichskanzlers zugeschlagen werden. Ferner werden die im Erdgeschoß des alten Reichskanzlerhauses bisher von der Reichskanzlei innegehabten Diensträume für die nächste Zeit von der Öststelle bezogen. In den freiwerdenden beiden Erdgeschoßräumen, die seinerzeit der Altreichskanzler Fürst Bismarck dienstlich im Gebrauch hatte, soll ein Bismarck=Museum eingerichtet werden. Die Ruhrverhandlungen gescheitert. Ab 1. Januar tarifloser Zustand. Die in Essen zwischen dem Zechenverband und den Bergarbeiterverbänden unter dem Vorsitz des Schlichters Prof. Dr. Brahm geführten zweitägigen Verhandlungen über die Lohnfestsetzung im Ruhrbergban sind ergebnislos verlaufen. Damit ist das eingeleitete Schlichtungsverfahren beendet, und es tritt am 1. Januar 1931 hinsichtlich der Lohnregelung im Ruhrbergbau ein tarifloser Zustand ein. Der Zechenverband hat deshalb beschlossen, zum nächst möglichen Termin, also am 15. Januar, den Belegschaften zwecks angemessener Senkung der Löhne zu kündigen. Modekönigin Originalroman von Anny von Panhuys. 120. Fortsetzung Nachdruck verboten „Wir werden die Chose schon fertig bringen, machen Sie sich keine Sorgen, ich habe in meinem Leben schon ganz andere Sachen geschmissen. Sie machen nämlich so ein ängstliches Gesicht, als ob Sie fürchten, es könnte etwas schief gehen." Lonny lag es auf der Zunge zu antworten: Nein, im Gegenteil, ich habe nur Angst, es könnte alles glatt gehen! Seit sie den Arenabesitzer Charles Tauber gesehen, tat ihr das Kind erbärmlich leid. Sie war froh als sich Ilse Weber und ihr Freund bald entfernten. 52. e Juatschl" gab die andere grob zurück.„Ich bin in drei bis vier Wochen, vielleicht auch etwas früher wieder hier.“ Lonny wollte eine scharfe Antwort geben, aber in diesem Moment hustete das Kind, das noch vor kurzem fest geschlafen hatte. Armes kleines Ding, dachte sie und heißes Mitleid überströmte ihr Herz. Heute abend sollte Lottchen fort mit Ilse Weber und Charles Tauber. Ein böses Paar, ein gefährliches Paar. Ein rascher Gedanke durchflog ihren Kopf, wurde zum Entschluß. Sie lächelte sogar. „Ich bin töricht," sagte sie,„also sei mir nicht böse, Ilse, und reise nur mit. Kann ich dir noch etwas helfen? Für die Kleine brauche ich ja nichts einzupacken." Ilse Weber nickte ihr zu. „Gut, daß du wieder vernünftig bist! Nein, Lonny, helfen brauchst du mir nichts, wenigstens vorläufig nicht.“ Gegen acht Uhr kam Ilse Weber aus ihrem Schlafzimmer zum Vorschein. Leicht verkatert, aber in glänzender Laune. Lonny beantwortete ihren Morgengruß gar nicht und Ilse Weber lächelte spöttisch:„Nun, wieder mal beleidigt, meine hohe Dame? Du kommst aus dem Beleidigtsein gar nicht mehr heraus, finde ich. Uebrigens habe ich mir heute früh den Kram überlegt. Charles hat mich nämlich eingeladen, nach Paris mitzukommen. Ich fahre für ein paar Wochen mit.“ Lonny erwiderte mit Heftigkeit:„Du darfst nicht mitfahren! O, ich weiß schon, warum du es tun willst. Du willst dich rechtzeitig drücken, falls es Konsequenzen gibt.“ Ilse Weber zuckte die Achseln. „Rede doch nicht solchen Blödsinn. Schon weil es, wenn du— was du natürlich tun wirst— den Schnabel hältst, unmöglich ist, daß etwas herauskommt.“ Lonny stampfte mit dem Fuße auf. „Du bleibst hier! Du bist mitschuldig und darfst richt ausrücken." „Wann kommst du ungefähr zurück?" fragte Lonny.„Ich habe diese Nacht sehr schlecht geschlafen und möchte mich gern noch ein paar Stunden hinlegen.“ Ilse Weber sannn flüchtig nach. „Der Zug heute abend fährt erst gegen 11 Uhr, und da ich mir für die Reise auch noch eine Gesichtsmassage machen und das Haar ondulieren lassen will, dürfte es fünf Uhr werden, bis ich wiederkomme. Sagen wir also: um fünf Uhr bin ich hier. Jedenfalls nicht früher. Sollte es etwas später werden, schadet es auch nichts, gepackt habe ich bald.“ Sie hielt Lonny Geld entgegen.„Hier hast du zehn Mark, besorge dafür Abendbrot. Mach auch reichlich belegte Brötchen zurecht, die ich mitnehmen kann, unterwegs hat man immer Appetit und das Mädel wird auch futtern wollen.“ „Hast du keine Angst, das Kind könnte dir unterwegs Unannehmlichkeiten bereiten?" fragte Lonny,„Lottchen ist dir nicht sehr geneigt." Ilse Weber blinzelte. „Charles kriegt die Zwergin mit seinen Hypnotiseuraugen bestimmt gefügig. Die Sorge beschwert mich nicht." Lonny nickte.„Dann ist es ja gut." Sie bereitete Kaffee und als Ilse Weber getrunken hatte, machte sich sich zum Ausgang fertig. Ehe sie sich entfernte, sagte sie noch einmal:„Ich bin frühestens um fünf Uhr zurück. Ich brauche wohl den Korridorschlüssel nicht mitzunehmen?" „Nein, das brauchst du nicht. Ich besorge die Einkäufe vorher und bin sicher zu Hause. Lange kann ich sowieso nicht von dem Kind fort.“ Kaum war Ilse Weler gegangen, begann sie blitzschnell ein wenig aufzuräumen und verließ dann mit dem Kinde die Wohnung. 53. Es klingelte draußen. Das Mädchen meldete:„Fräulein Winter!“ Emma trat sehr schnell ein. Sie sah das düstere, sorgenvolle Gesicht Robert Tanns, sah die verweinten Augen Frau Marthas und der Gruß blieb ihr in der Kehle stecken. „Also ist es wahr, was ich gestern abend in der Zeitung gelesen habe!“ begann sie und ihre Stimme klang ganz erstickt. Sie schlug die Hände zusammen und schüttelte sich. „Brr, pfui Teufel, wer konnte Liesel nur in den Verdacht bringen!“ Sie fiel vor Aufregung wieder in ihre alte Sprechweise.„Das is ja zum Wänderuffkrabbeln, zum Ueberschnappen, un die den Zimt jlauben, sind für die Jummizelle reif." Sie stieß die Frage hervor:„Ich darf doch natürlich Liesel sprechen und ihr'n paar liebe jute Freundschaftsworte sagen?" „Liebes Fräulein Winter, Sie werden ebensowenig die Erlaubnis erhalten, Liesel sehen und sprechen zu dürfen, wie wir sie bisher erhielten," antwortete Frau Martha und schob dem üppigen Mädchen einen Stuhl hin. Nachdem sich Emma gesetzt, erzählte ihr Robert Tann genau, was geschehen war, während sich Frau Martha hinausbegab in die Küche, um für die frühe Besucherin ein Frühstück richten zu lassen. (Fortsetzung folgt.) Der starke T gen. Während i ssi westlich von I zeitig wird durd Osten und Nordes gestern morge gingen Regenfälle Grad über Null, unter. Der Kahl Himmel und—1 Wetteraussicht Gede 1831 † De buhr in Bonn( Kainz zu Wiesell Friedrich Wilhel * Der Schrift Sonne: Mond: 1 Wenn di Schwelle stehen neuen Jahres gute Wünschec zur Floskel ers Brauch ist, g Kürze verrät d fliegenden Rau Minute zu be Vergangenheit kunft. 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Während ihm ein Hochdruckkeil über England folgt, st westlich von Irland ein neuer Wirbel erkennbar. Gleichwird durch die starke Wirbeltätigkeit das Hoch im Csten und Nordosten zurückgedrängt. In Deutschland war gestern morgen stärker bewölkt, in Nordwestdeutschland gingen Regenfälle nieder. Die Temperaturen lagen 1 bis 5 über Null, im Nordosten aber noch bis zu 6 Grad darunter. Der Kahle Asten meldet frischen Westwind, bedeckten Himmel und—1 Grad. Wetteraussichten: Bewölkt, zeitweilig Regen, ziemlich mild. Gedenktafel für den 2. Januar. 1831 † Der Geschichtsschreiber Barthold Georg Niebuhr in Bonn(* 1776)— 1858* Der Schauspieler Josef nainz zu Wieselburg in Ungarn(† 1910)— 1861 † König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen in Sanssouci(* 1795) * Der Schriftsteller Wilhelm Bölsche in Köln. Sonne: Aufgang 8,5, Untergang 16,2. Mond: Untergang 6,18, Aufgang 13,32. Prosit Neujahr! Wenn die Menschen wieder einmal auf der Schwelle stehen, die in das unbekannte Dunkel eines neuen Jahres führt, tauschen sie für die Zukunft gute Wünsche aus. Heute ist der Neujahrswunsch fast zur Floskel erstarrt, er wird, weil es nun einmal so Brauch ist, gedankenlos übermittelt, seine lapidare Kürze verrät die Hast der Zeit, und in dem rasch verfliegenden Rausch der Silvesternacht bleibt kaum eine Minute zu besinnlicher Einkehr, Rückschau auf die Vergangenheit und herzlichem Vertrauen auf die kunft. Prosit Neujahe! So begnügt man sich meist mit dem„Prosit Neujahr“, dem Zuruf, der beim Gläserklang und Glockenschlag der letzten Minute des Jahres ertönt, oder der kurzen, vorgedruckten Neujahrskarte, die die Post am nächsten Morgen in den Vriefkasten legt. Unsere Vorfahren nahmen sich mehr Zeit bei solchem Anlaß und scheuten keinen Aufwand an Worten und Gefühlen, um dem lieben Nächsten die Teilnahme an seinem künftigen Wohlbefinden zu zeigen. Wer in Berichten aus alter Zeit blättert, wird oft auf ergötzliche, gewollt oder ungewollt humoristische Neujahrswünsche stoßen. So erwartet im 16. Jahrhundert ein rheinischer Bischof am Neujahrstag, daß die„Gottunselige Völlerei und Sauferei im neuen Jayr ein Ende nehmen möge", und er unterläßt es nicht, gleichzeitig ein „Einschreiten mit Gewalt“ in Aussicht zu stellen. Ebenso humoristisch wirkt der nicht minder ernst gemeinte Neujahrswunsch des alten Fritz an das Heer: „Ihre Majestät der König lassen allen Herren Officiers zum neuen Jahr gratulieren, und die nicht find, wie sie sein sollten, möchten sich bessern.“ Der König hat sich in dieser Erwartung offenbar getäuscht, benn zwei Jahre später gratuliert er nur allen„guten Herren Officiers“ und fügt den Wunsch hinzu,„daß sich die übrigen so betragen, daß er ihnen künftig auch gratulieren könne." Wenn wir unseren Lesern heute aufrichtigen Hersens Glück wünschen zum reswechsel, dann tun vir es in dem Sinne, in dem es in der guten, alten Zeit geschah. Möge das Jahr 1931 ihnen allen ein besseres Jahr sein, als das alte es gewesen ist! Und unsere heißen Wünsche mögen sich aussprechen in den brei kurzen, aber wohl durchdachten Worten:„Prosit Neujahr 1931!" (*) Meinerzhagen, 31. Dez. Der Kathol. Männerchor veranstaltet am Sonntag, den 11. Januar im E. Borlinghaus'schen Saale ein Konzert, in dem auch der beliebte und hier bekannte Sänger und Lautenspieler Karl Blume, Düsseldorf wieder mitwirkt. Näheres wird noch bekanntgegeben. (=) Meinerzhagen, 31. Dez. Im Sauerland fehlt es an Schnee. Nicht nur bei uns macht sich dieser betrüblicher Mangel bemerkbar, sondern nach den vorliegenden Meldungen ist eine sportliche Betätigung auch in Usseln und Willingen wegen ungenügender Schneedecke nicht möglich. Ebenso ist in Winterberg nur verschwindend geringe Sportmöglichkeit vorhanden. Die Witterungsverhältnisse müssen sich also ergeblich bessern, wenn die vom Skiklub Sauerland angesetzten Laufe am kommenden Sonntag in Winterberg stattfinden sollen. Kiersve. 31. Dez. Zu einer ersten Sitzung im neuen Jahre hat der Gemeindevorsteher die Mitglieder des GemeinDie Kölner Bankräuber gefaßt. Das Verbrecherauto auf der Flucht angehalten. Die vier Verbrecher, die am Montagmorgen die Filiale der Deutschen Bank in Köln=Lindenthal überfallen und mit einer Beute von 15000 Mark das Weite gesucht hatten, haben sich ihres Raubes nicht lange erfreut. Auf der Fahrt nach Trier wurde von Landjägern ein Antomobil mit drei Insassen angehalten. Nach der Nummer des Antos und der sonstigen Beschreibung handelt es sich um die Räuber, die in Köln=Lindenthal den Raubüberfall auf die Filiale der Deutschen Bank verübten. Die Festgenommenen wurden nach Prüm gebracht. Sie leugnen bisher die Tat. Auch der vierte im Bunde, der den Verbrechern das Auto„besorgt“ hat, ist bereits dingfest gemacht worden. Die Kölner Kriminalpolizei verhaftete einen ihr bekannten Antodieb, den sie sosort im Verdacht hatte, daß er bei dem Bankraub die Hand im Spiele gehabt hatte. Ihre Vermutung erwies sich als richtig. Der Festgenom mene stellte zwar seine Beteiligung an dem Ueberfall in Abrede, räumte jedoch ein, gegen Zahlung einer erheblichen Geldsumme für die Verbrecher beim Dom hotel einen D.K.W.=Wagen gestohlen zu haben, mit dessen Hilfe dann der Raub ausgeführt wurde. Im Besitze des Festgenommenen, der vermutlich während des Ueberfalls im Auto gewartet hat, wurden etwas über 700 Mark, die aus dem Raube stammen, sowie eine geladene Pistole vorgefunden. Daß es sich um Geld aus dem Raube handelt, geht daraus hervor, daß das Geld aus lauter neuen Scheinen bestand, die fortlaufend benummert waren, wie sie direkt von der Reichsbank geliefert werden. Im Sturm untergegangen. Schiffstragödie an der norwegischen Küste. Man befürchtet, daß der Dampfer„Torefjell“ während des Sturmes in der Nacht zum Sonntag mit seiner Besatzung von 24 Köpfen auf der Höhe von Egersund untergegangen ist. Wrackstücke, die zweifellos von der„Torefjell“ stammen, sind an Land geschwemmt worden. Gasunglück in einer 29 Frauenerkrankt, davon 10 schwer. In eine; großen Bügelraum der Berliner Wäschesabrik A.=G. C“* Ritter ereignete sich am Montagnachmittag ein schweres Gasunglück, bei dem 29 Frauen unter schweren Vergiftungserscheinungen erkrankten. Die Feuerwehr mußte gerufen werden. Bei zehn Frauen waren die Folgen der Gasvergiftung so schwer, daß sie ins Krankenhaus transportiert werden mußten. Die Feuerwehr und die Polizei haben sofort eine Untersuchung über die Entstehungsursache des Unglücks eingeleitet, doch war bisher noch keine volle Klarheit zu schaffen. Um Leuchtgas kann es sich nicht handeln, da nach Aussage der in dem Raum beschäftigten Frauen keinerlei Leuchtgasgeruch verspürt worden war. Aller Wahrscheinlichkeit dürften auf eine bisher noch nicht geklärte Art Kohlenorydgase in den Raum eingedrungen sein und die Massenvergiftung verschuldet haben. Weihnachts= und Neujahrsgruß aus Grönland. — Berlin, 30. Dez. Von der Weststation der Deutschen Grönlandexpedition traf beim„Akademia"=Büro, der Nachrichtenvermittlungsstelle der Expedition, ein am 19. Dezember aufgegebenes Radiotelegramm ein, in dem es heißt:„Wir wünschen der Heimat, besonders allen Gönnern und Mitarbeitern der Expedition, frohe Weihnachten und ein glückliches neues ist zu hoffen, daß die vermißte Gruppe, wenn auch fern von ihren Kameraden, in guter Gesundheit das neue Jahr erlebt und bald der Heimat gute Nachrichten senden kann. Der Tas Parteischiedsgericht der Wirtschaftspartei soll entscheiden. Der Parteivorstand der Wirtschaftspartei, der am Montag in Berlin tagte, teilt als Ergebnis seiner Verhandlungen folgendes mit: „Der Vorstand der Reichspartei des Deutschen Mittelstandes(Wirtschaftspartei) beschäftigte sich nochmals eingehend mit den Angriffen gegen den Parteivorsitzenden Drewitz. Es wurde beschlossen, das Parteischiedsgericht anzurufen und bei diesem zu beantragen, die Parteimitglieder Colosser und Tannenberg aus der Partei auszuschließen. Weiter soll der Reichsausschuß am 4. Januar nach Berlin einberufen werden. Der Parteivorsitzende Drewitz sah sich veranlaßt, auf Grund der erneut gegen ihn gerichteten Angriffe in der Presse, die der Vorstand nach Prüfung der Verhältnisse als völlig unberechtigt ansieht, von der Ausübung seines Vorstandsamtes bis zum Spruch des Schiedsgerichts Abstand zu nehmen.“ Wie wir erfahren, wird das Parteischiedsgericht am gleichen Tage wie der Reichsausschuß, also am 4. Januar, zusammentreten. Kündigung bei den nicht reichseigenen Eisenbahnen. — Berlin, 31. Dezember. Die mehrtägigen Veryandlungen, die der Arbeitgeberverband der deutschen Straßenbahnen, Kleinbahnen und Privateisenbahnen e. V. mit den Gewerkschaften über den Neuabschluß eines Tarifvertrages für die Angestellten der nicht im Besitz des Reiches befindlichen Eisenbahnen(mit Ausnahme der Straßenbahnen) geführt hat, haben nicht zu einer vollständigen Einigung geführt. Die Parteien konnten sich nur hinsichtlich der allgemeinen Arbeitsbedingungen(Arbeitszeit, Urlaub und Krankenlohn) einigen, nicht aber über die Besoldung und Nebengebühren. Der Arbeitgeberverband der deutschen Straßenbahnen, Kleinbahnen und Privateisenbahnen hat nunmehr unter Wahrung der durch das Kündigungsschutzgesetz bedingten Frist die allgemeine Kündigung der Angestellten vorsorglich zum 30. Juni 1931 ausgesprochen. Die Parteien haben ein Schlichtungsverfahren vereinbart. derats zum Dienstag, den 6. Januat, nachmittags 3.30 Uhr im Sitzungssaale des Amtshauses eingeladen. Zur Be ratung gelangt: 1. Unterstützungssachen und Kanalisationsgebührenerlaß=Anträge, 2. Wohnungssachen, 3. Abnahme der Jahresrechnung von 1929, 4. Genehmigung einer neuen Geschäftsanweisung für die Sparkasse, 5. Wegesachen, 6. Etatsüberschreitungen, 7. Wasserversorgung, 8. Schulsachen, 9. Verschiedenes. Westdeutschland. Oberbrügge, 30. Dez. Einbruch. Diebe verübten einen Einbruch in die stillgelegte Brennerei S. Sie erbeuteten eine größere Menge Korn und Likör, sollten sich jedoch ihrer Beute nicht lange erfreuen. Die Täter sind bereits ermittelt. Es handelt sich um drei einheimische jugendliche Burschen. Ein gerichtliches Nachspiel wird die Folge sein. Attendorn, 31. Dez. Vorgetäuschter Einbruch. In das Friseurgeschäft Junker, Kölner Tor, sollte eingebrochen sein. Außer einem Barbetrag von etwa 45 Mark hatte der„Dieb“ auch sonstige brauchbare Gegenstände an sich genommen. Der Volontärgehilfe meldete morgens sofort seinem Meister und der Polizei den Diebstahl: doch schon bald konnte diese feststellen, daß der Einbruch vorgetäuscht und von dem Volontär selbst ausgeführt war. Geldverlegenheit hatte ihn zu diesem Schritt verleitet. Lüdenscheid, 30. Dez. Einbruch. In der Nacht auf Montag brachen Diebe in das Kinderheim an der Konkordiastraße ein, indem sie eine Kellerfensterscheibe zertrümmerten. Aus dem Vorratszimmer entwendeten sie Wurst, Eier und dergleichen. Der Diebstahl ist deswegen besonders verwerflich, weil dadurch armen Kindern und ihren Pflegerinnen Lebensmittel genommen worden sind. Radevormwald, 31. Dez. Wohnhaus niedergebrannt. Am 1. Weihnachtstage, morgens 5.30 Uhr, brach im Nebenhause des Landwirts Voß in Fokenhausen ein Brand aus. Das Feuer, welches auf dem Boden des Hauses entstanden war, dehnte sich schnell aus und legte das Haus, trotz eifriger Anstrengungen der Herweger Freiwilligen Feuerwehr, bald nieder. Die Feuerwehr hatte Mühe genug, eine in der Nähe stehende Scheune kaltzuhalten. Außer zahlreichem Mobilar sind dem Feuer einige Fahrräder und eine Anzahl Hühner zum Opfer gefallen sein. Hagen, 30. Dez. Zwei Wilddiebe gefaßt. Am Morgen gelang es einem Förster in Eilpe, oberhalb des Waldes im Eilper Feld zwei Wilddiebe zu fassen, die Schlingen ausgelegt hatten. In einer Schlinge hatte sich ein Hase verfangen. Die Wilddiebe wurden festgenommen und nach Feststellung der Personalien wieder freigelassen. Sie werden sich demnächst vor dem Richter zu verantworten haben. Arnsberg, 30. Dez. Folgendes interessantes Geschichtchen soll sich in einem Orte des Kreises Arnsberg zugetragen haben. Ein Landjäger wachte des Nachts durch einen scharfen, im unteren Stockwerk seines Hauses gefallenen Schuß auf. Nichts Gutes vermutend, stand der Landjäger auf, nahm sein Dienstgewehr und schlich die Haustreppe hinab. Vorsichtig öffnete er eine Zimmertüre. Brandgeruch und Qualm drang ihm entgegen. Dann stellte er fest, daß ein elektrisches Bügeleisen während der Nacht die Tischplatte durchbrannt hatte und in eine Tischschublade gefallen war. Munition, die in der Schublade lag, hatte sich an dem heißen Bügeleisen entzündet und war knallend explodiert. Offenbar hatte die Frau des Hauses am Abend vorher gebügelt und nachher vergessen, den Strom auszu schalten. Eine zweite Entladung in Gestalt eines kleinen häuslichen Gewitters soll noch in derselben Nacht der Explosion in der Tischschublade gefolgt sein. Siegen, 30. Dez. Gefährliches Spiel. In Osthelden im Kreise Siegen vergnügten sich junge Leute damit, hohe Tannen zu erklettern und dann nach ausgiebigem Schwungholen in den elastisch wippenden Wipfeln im Eich hörnchensprung von einer Tanne zur anderen hinüberzuwechseln. Bei diesem gefährlichen Vergnügen stürzte ein junger Mann ab und erlitt schwere Verletzungen. Wuppertal, 30. Dez. Schlecht belohntes Mitleid. Als ein ziemlich undankbarer Geselle entpuppte sich ein erwerbsloser Arbeiter aus Barmen, dem man beim Wohlfahrtsamte nachgewiesen hatte, daß er sich vom Wohlfahrts amte in Wuppertal und in Solingen Unterstützungen aus zahlen ließ. Das Wohlfahrtsamt in Wuppertal unterließ es, den Mann anzuzeigen, forderte aber, daß er für die doppelt ausgezahlte Unterstützung Pflichtarbeit leiste. Zum Dank versuchte der Mann von der Arbeit sich zu drücken, und als ihn der Beamte des Wohlfahrtsamtes deshalb zur Rede stellte, wurde er gegen den Beamten handgreiflich. Die Folge war eine Anzeige und die weitere Folge Verurteilung vom Schöffengericht zu 2 Monaten und 10 Tagen Gefängnis. Remscheid, 30. Dez. Ein tödlicher Straßenbahnunfall. Ein schwerer Straßenbahnunfall mit tödlichem Ausgang ereignete sich gestern abend gegen 9 Uhr in der Alleestraße in Lüttringhausen. Das Ehepaar Otto Nebendorf wurde vor seiner Wohnung von einem Wagen der Remscheider Straßenbahn erfaßt und zu Boden geworfen. Dabei trug der Ehemann so schwere Verletzungen davon, daß der Tod auf der Stelle eintrat. Frau N. wurde in bewußtlosem Zustnd in das Lenneper Krankenhaus gebracht. Aachen, 30. Dez. Von Einbrechern im Schlaf überfallen. In der Nacht erwachte der 75jährige frühere Billard= und Kegelbahnfabrikant Georg Kroell in Wegberg Harbeck(Kreis Erkelenz) von einem heftigen Schlag auf den Kopf. Es waren Einbrecher eingedrungen, die ihn zu knebeln und zu fesseln versuchten. Krsoell wehrte sich zwar dagegen, wurde aber durch zwei weitere Schläge besinnungslos. Dann raubten die Täter aus einer verschlossenen Schreib tischschublade eine Brieftasche mit 600 RM und die Zu lassungsbescheinigung für den Personenkraftwagen 19 52 080 (Marke Citroen). Die schwachsinnige Frau des Ueberfallenen ließen sie unbehelligt. Die Täter sind entkommen. Bielefeld unter Staatsaufsicht. Zwei Staatskommissare ernannt. Mit der Begründung, daß die Stadt Bielefeld die zur Deckung des Fehlbetrages im städtischen Haushalt, insbesondere die zur Erfüllung der Aufgaben auf dem Gebiete der Fürsorge notwendigen Steuererhöhungen und neuen Steuern nicht beschlossen habe, sind vom Regierungspräsidenten in Minden als Staatskommissar für den Magistrat Regierungsrat Reinighaus in Minden und als Staatskommissar für die Stadtverordnetenversammlung Oberregierungsrat von Löbbecke ernannt worden. Der Staatskommissar für den Magistrat hat sofort im Aufsichtswege für das Jahr 1930 die Einführung der Bürgersteuer sowie mit Wirkung ab 1. Januar 1931 die Erhöhung der Biersteuer auf das Toppelte und die Erhebung einer Gemeinde=Getrankesteuer verfügt. Die ersorderlichen Genehmigungen des Bezirksausschusses und des Oberpräsidenten sind der Verordnung beigefügt. Die Ernennung der Staatskommissare kommt für die Stadt Bielefeld insofern überraschend, als die Stadtverordnetenversammlung am gleichen Tage über die Einführung der Bürgersteuer und der Biersteuer Beschluß fassen wollte. Die Regierung hatte die Genehmigung einer Realsteuererhöhung abgelehnt. 30000 Mark veruntreut. Unterschlagungen eines Oberpostsekretärs. Ein beim Bremer Hauptpostamt beschäftigter etwa 50jähriger Oberpostsekretär hat in den letzten Monaten Rentenbeträge in Höhe von etwa 30 000 Mart unterschlagen. Die Unterschlagungen wurden am Tage vor Weihnachten aufgedeckt. Der schuldige Oberpostsekretär machte darauf einen Selbstmordversuch durch Aufschneiden der Pulsadern. Er befindet sich in Haft, konnte aber bisher wegen seiner Verletzungen noch nicht vernommen werden. Inwieweit weitere Beamte in die Sache verwickelt sind bezw. die vorgeschriebenen Kontrollen nicht gründlich genug durchgeführt haben, wird die Untersuchung ergeben. * Wietersheim(Kr. Minden). Das Opfer eines Raubüberfalls wurde in der Wietersheimer Heide der Arbeiter Beuke. Als er sich auf dem Heimwege befand, wurde er von einem Unbekannten mit einem harten Gegenstand niedergeschlagen und beraubt. Dem Täter fielen jedoch nur 13 Mark in die Hände. Der Ueberfallene wurde mit einer schweren Gehirnerschütterung bewußtlos aufgefunden. * Bielefeld. Die städtische Winterbeihilfe für die Minderbemittelten hat den Voranschlag weit überschritten. Anstatt der vorgesehenen 40 000 Reichsmark wurden bisher schon 80 000 Mark verteilt, wovon nur etwa 15000 Mark durch ein freiwilliges Notopfer der Bielefelder Bevölkerung gedeckt werden. * Bielefeld. Ein elfjähriger Junge hatte sich au noch nicht geklärte Weise vom Güterbahnhof mehrere Knallkapseln verschafft, die von der Reichsbahn im Warnungsdienst benutzt werden. Diese Knalllapseln, die eine nicht ungefährliche Ladung Sprengstoff enthalten, hatte der Junge in eine Zigarrenkiste gelegt und dann diese mit zwei Spielgefährten auf der Straße angezündet. Die Kapseln explodierten, wobei die beiden Kameraden des Anstifters schwere Brandwunden davontrugen, während sich dieser selbst im Hintergrund in Sicherheit hielt und nur ganz geringfügige Verletzungen erlitt. * Bieleseld. Der seit zehn Tagen vermißte Milchhändler Ernst Rieke von hier wurde als Leiche aus dem Teich der Stiftsmühle in Bielefeld=Schildesche gezogen. Es steht noch nicht fest, ob es sich um einen Selbstmord oder ein Verbrechen handelt. * Paderborn. Hier starb im 64. Lebensjahre der Kreis= und Stadtschulrat Aloys Mitzenius. Er war ein Schulmann im edelsten Sinne des Wortes. Neben seiner Stellung als Kreis= und Stadtschulrat, die er seit 1919 bekleidete, versah er mit größtem Eifer seine Pflichten als Seelsorger und Priester. Gladbeck. In dem Heuschober der Genossenschaft „Schwarze Heide“ in Grafenwald bei Gladbeck fand man die Leiche eines Mannes, die dort schon mehrere Wochen gelegen haben muß und bereits von Tieren angefressen var. Die bei der Leiche gefundenen Papiere ergaben, daß es sich um den 43jährigen Bergmann Joseph Hadasch aus Bottrop handelte, der vor etwa einem Monat in einem Schwermutsanfall seine Wohnung verlassen hatte. Hadasch ist anscheinend umhergeirrt und hat in dem Heuschober einen Ruheplatz gefunden, ist dort infolge Erschöpfung zusammengebrochen und elend verhungert. *Gelsenkirchen. In der Nacht zum 27. Dezember wurde der 29 Jahre alte Bergmann Fritz Lau im Stadtteil Heßler im Verlaufe einer Auseinandersetzung mit einer Bierflasche von hinten über den Kopf geschlagen. Der Ueberfallene, dem durch den Schlag mit der Flasche der Hinterschädel gespalten wurde, starb noch am Tatort. Als Täter wurden jetzt der 24jährige Bergmann Fr. Krause und der 26jährige Bergmann Heinrich Ruhlandt aus Heßler überführt. Sie wollen an dem Abend angetrunken gewesen sein. * Münster. In dem Flecken Gemen beteiligte sich der 18jährige Hubert Sievers an einem Fußballspiel. Bei einem Zusammenstoß mit einem anderen Spieler zog er sich eine Nierenquetschung zu, die seine sofortige Ueberführung ins Krankenhaus notwendig machte. Hier ist der Verunglückte kurz nach seiner Einlieferung gestorben. * Gütersloh. Ein 72 Jahre alter Bahnbeamter, der ein Magenleiden hatte und eine Kräutermedizin einnehmen wollte, vergriff sich in der Flasche und trank Salmiak. An den schweren inneren Verbrennungen starb der Greis. * Ibbenbüren. Ein 21 Jahre alter Bergmann wurde in der Grube von nachstürzendem Gestein verschüttet und konnte nur als Leiche geborgen werden Der Lohnkampf im Ruhrgebiet. — Essen, 31. Dez. Die vier Bergarbeiterverbände des Ruhrbezirks haben einen Aufruf erlassen, in dem unter Hinweis auf die gescheiterten Schlichtungsverhandlungen die Arbeitnehmer aufgefordert werden, keine neuen Arbeitsverträge mit gerürzten Löhnen abzuschließen.— Nach einer Mitteilung der Gewerkschaften mußten die Verhandlungen abgebrochen werden, da die Zechenbesitzer von ihrer Forderung einer 12prozentigen Lohnsenkung nicht abgingen, der Schlichter aber diese den Bergarbeitern nicht zumuten wollte. Von der zum 15. Januar ausgesprochenen Generalkündigung werden etwa 90000 Bergarbeiter getroffen. Ob es zu einer Aussperrung kommen wird, steht noch nicht fest. Am Neujahrstage und am folgenden Sonntag finden im ganzen Ruhrgebiet Versammlungen statt, um die Bergarbeiter zu unterrichten. Nun hat es auch ihn getroffen. — London, 31. Dez. Der Mechaniker Granville Watts gehörte zur Besatzung des englischen Luftschiffs „R 101“, machte aber die Unglücksfahrt nicht mit. Vorher war er auf dem„R 32“, als dieses abstürzte, und später auf„R 33“, das sich vom Ankermast riß und 30 Stunden umherirrte. Zuletzt hatte er als Ingenieur an der Ueberkreuzung des Atlantik im„R 100“ teilgenommen. Jetzt ist Watts bei einem Motorradunfall tödlich verunglückt. Die Ueberlebenden der Besatzung des„R 101“ gaben ihrem Kameraden das letzte Geleit. :: Arbeitszeitkürzung bei der Stadt Berlin. Der Magistrat hat auf Grund einer Vereinbarung mit den Vertretern der Arbeitnehmerschaft mit Rücksicht auf die wirtschaftliche Notlage die Einführung der 44stündigen Arbeitswoche für die städtischen Arbeiter der Kämmerei= und Regiebetriebe vom Montag, 12. Januar, ab angeordnet. Darüber hinaus ist bestimmt worden, daß in Schichtwechselbetrieben nötigenfalls die 42stündige Arbeitswoche einzuführen ist. Die Herabsetzung der Arbeitszeit geschieht zur Vermeidung Entlassungen wie auch um die Beschäftigung von Wohl fahrtsunterstützungsempfängern zu ermöglichen. Aus Stadt und Land. Ein verhängnisvoller Irrtum. In der Nach stürzte am Alexanderufer in Berlin ein Privatkraff wagen in den Humboldthafen. Der Führer des Wagen hatte an einer unübersichtlichen Stelle die Orientie rung verloren und war auf den Ladekai des Hafengeraten. Als er seinen furchtbaren Irrtum bemerkt und die Bremsen anzog, war es bereits zu spät. Da Fahrzeug rutschte auf dem vereisten Pflaster etwa fünf zehn Meter weit und stürzte, sich mehrmals über schlagend, ins Wasser. Dem Chauffeur gelang es im letzten Augenblick sich aus dem Führersitz zu befreien und schwimmend die Uferböschung zu erreichen, wo der Verunglückte von hilfsbereiten Passanten herausgezoger wurde. Geheimer Archivdirektor Warschauer gestorben Am 2. Weihnachtsfeiertage verstarb in Berlin, wie erst jetzt bekannt wird, ganz unerwartet der posensche Geschichtsforscher, Geheimer Archivdirektor Adolf Warschauer, der noch im Oktober in bemerkenswerter geistiger Frische seinen 75. Geburtstag hatte feiern können. Mit ihm ist ein Mann dahingegangen, der für die historische Rechtfertigung des deutschen Anspruches auf Posen und Westpreußen außerordentlich umfangreiches und wertvolles Material zusammen getragen hat. Die ganze Posener Geschichtsforschung ist in erster Linie ein Werk Adolf Warschauers. Seit Ende 1918 lebte er im Ruhestande in Berlin, wirkte jedoch immer noch für seine posensche Heimat. Tarifkündigungen der Stadt Köln. Der Bezirksarbeitgeberverband für den Stadtbezirk Köln hat sämtliche Tarifverträge der städtischen Arbeiter und Straßenbahner sowie die übrigen bestehenden Tarifverträge zum Zweck der Herabsetzung der Löhne zum 31. Januar 1931 gekündigt. Der Mainzer Bischof von Rowdys belästigt. Wie jetzt erst aus Mainz berichtet wird, wurde Bischof Dr. Hugo nach der Heimkehr von der Weihnachtsmesse unterwegs von Kommunisten belästigt. Ein Geist licher, der den Bischof begleitete, konnte die Angreifer fernhalten. Der Mainzer Bischof hat in den letzten Tagen eine Reihe von Drohbriefen erhalten, so an einem Tage 52 Stück. Der Vorfall beschäftigt die Polizei behörden. Neuschnee im Hochschwarzwald. Nach vorüber gehender Erwärmung in den letzten zwei Tagen, die im Schwarzwald eine größere Schneeschmelze verursachte, ist auf dem Hochschwarzwald die Temperatur rasch unter den Gefrierpunkt gesunken und hat neue ausgiebige Schneefälle gebracht. Der Feldberg mel det bei drei Grad Kälte eine Schneehöhe von etwa 30 Zentimetern, davon 15 Zentimeter Neuschnee. Da die Schneefälle anhalten, besteht gute Aussicht auf Wintersportmöglichkeit. Kampf gegen den Alkoholschmuggel in Amerika. Der Motorschoner„Deauville“, der unter britischer Flagge fuhr und Spirituosen an Bord haben soll, wurde von amerikanischen Küstenwachtschiffen auf der Höhe von Mobile Bar aufgebracht. Der Kapitän und die Besatzung wurden gefangengenommen. Sturm an der Kanalküste Frankreichs. An der französischen Kanalküste herrschen Stürme. Bei Boulogne=sur=Mer wurden zwei Mann der Besatzung eines Fischerbootes durch eine Sturzwelle über Bord gespült und kamen ums Leben. Mehrere Schiffe haben im Hafen von Cherbourg Zuflucht gesucht. Vier Todesopfer einer Familientragödie. Ein tschechoslowakischer 28 Jahre alter Bergarbeiter, der mit seiner Familie in einer Ortschaft bei Boulognesur=Mer wohnte, hat seine Frau und seine beiden Kinder im Alter von zweieinhalb und einem Jahre durch Revolverschüsse getötet und sich selbst dann erhängt. Die Beweggründe sind noch nicht geklärt. Eine Sitzung der Gemeindevertretung von Kierspe findet am Dientag, den 6. Januar, nachmittags 3 30 Uhr im Sitzungssaal des Amtshauses statt. Kierspe, den 31. Dezember 1930. Der Gemeindevorsteher Caté Pollmann. Meinerzhagen ab 20 Uhr Silvesterfeier Bockbier Konzert Verlosung und Ueberraschungen. Feuerwehr Sonntag, den 4. Jan., nachmittags 4 Uhr Versammlung im Lokale des Herrn Otto Neuhaus, Scherl Tagesordnung wird in der Versammlung be kanntgegeben. Der Vorstand. Zur empfehle: la. Batavia Arrak-Punsch la. Jamaika Rum-Punsch ½ Fl. 2,50 la. Schweden=Punsch ¼ Fl. 4,50 la. Burgunder=Punsch la. Jamaika Rum Verschnit) ½ Fl. 2,50 la. Batavia Arcak Verschnitt ¼ Fl. 4,50 Echter Jamaika-Rum ½ Fl. 4,25 Echter Batavia Arrak ¼ Fl. 8.— Medizinal-Drogerie Aug. Neuhoff Nachf. Inhaber Fritz Bichtemann, Meinerzhagen. Sterbekalle nachbarichant Olterbauerichan. Sonntag, den 4. Jan., nachmittaas 5 Uhr Generalversammlung bei Herrn Rob. Panne, Scherl Tagesordnung wird in der Versammlung be kanntgegeben. Der Vorstand. G brauchte Waschmaschine mit Wringer billig abzugeben. Zu erfr. in der Geschäftsst. d. Bl. R. S. V. Meinerzhagen. Jahreshauptversammlung am Freitag, den 2. Januar 1931, abends 8.30 im Vereinslokal Brinkmann(früher Spannagel). Tagesordnung wird in der Versammlung be kanntgegeben. ½ Stunde vorher Vorstandssitzung. Der Vorsitzende. Anzeigen in dieser Zeitung haben Erfolg. 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Hühneraugen-Lebewohl und Lebewohl-Ballenscheiben, dose(ö Pflasterl 75 Pig., Lebewohl-Fußbad gegen empnios Fuße- u. Fußschweiß, Schachtel(2 Bäder) 50 Pfg., erhol Apotheken u. Drogerien. Sicher zu,haben: Medizinal-Dior Fritz Bichtemann, Meinerzhagen. Dos Von den Räumung des bietes und die die Ueberwind auf das Jahr viele unserer Am 30. Juni die letzte T der Nacht zu blenz die Fr. Glocken der Freude war hebung der B Mark und ma große Landes zu reden vom abgetrennt bl gabe des S nate hindurch vertagt werde den Saargrub Erleichterung daß der Saar verbindungen zug der Beso Zwecks, seine! Räumung des an verpaßten der Abzug der mer 1930 noden, nicht mel vorüber! Im Hin nanzen ist auch entwerte das damit ve Reichshaushal den, daß eine die Weltwirt wenn nicht nu Landwirt, der amten und A wenn auch d Reich so ung Boden gesch Neue Pla r Vermeidung vor iftigung von Wohl ermöglichen. Land. n. 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Das ist mein Spruch zum neuen Jahr Das ist mein Wünschlein schön, Und was ich wünsche, werde wahr, Gott lasse es geschehn. Neujahrsworte. Sein Jahrhundert kann man nicht ändern; aber man kann sich dagegen stellen und glückliche Wirkungen vorbereiten.(Goethe) Wenn wir rückschauend das Jahr 1930 betrachten, so erkennen wir ein stetiges Ansteigen der Lasten, die uns drücken, wir sehen ein Wachsen unserer Not, aber was das schlimmste ist, und was die meisten sich verhehlen, wir sehen keinen Ausweg. T.durch entsteht ein fatalistisches Sichergeben in das Schicksal, das höchstens mit der r gen Hoffnung spielt, das große Los zu gewinnen oder durch sonst einen gran— diosen Zufall aus dem Elend befreit zu werden. Es ist ja auch ohne weiteres klar, daß, ganz abgeschen vom Staat, alle die umwälzenden Ereignisse seit 1914 auch unsere persönliche Lebensgestaltung aufs tiefste beeinflußt haben, aber dieser dauernde Druck hat uns schlaff gemacht. Wir resignierten:„Sein Jahrhundert kann man nicht ändern“. Das böse Jahr 1930 mit seiner wachsenden Welle der Not stand ganz im Zeichen des„Sich=dem=Schicksal=überlassen". Wenn es schon richtig ist, daß man sein Jahrhundert nicht andern kann, so ist es aber auch höchste Zeit, den Nachsatz zu würdigen, den Goethe an diese Feststellung knüpft:„aber man kann sich dagegen stellen und glückliche Wirkungen vorbereiten“. Was für die Menschheit im Kampf um die Gestaltung der Jahrhunderte Gültigkeit besitzt, das ist für den einzelnen auch eine goldene Regel für die Gestaltung seiner Lebensjahre. Es hilft nichts, einem bösen Jahre nachzutrauen— und für viele Menschen ist das Jahr 1930 böse gewesen— es gilt glückliche Wirkungen vorzubereiten. Wie aber kann das geschehen? Wir haben uns angewöhnt, unser ganzes Dasein in Zahlen auszudrücken, und viele Menschen sind derart materiell eingestellt, daß sie ihre Mitmenschen nur nach ihrem persönlichen Lebenshaltungsindex bewerten. Dies mag sehr schroff ausgesprochen sein, aber es ist wahr. Wir schätzen Zahlen mehr als Ideen, das Geld ist stärker geworden als der Wille. Wer heute vorwärts kommen will, braucht Kapital oder Beziehungen, der Verstand und das Können spielt erst eine sekundäre Rolle. So kommt es, daß viele gute Kräfte brach liegen, deren Tätigkeit notwendig wäre, um glückliche Wirkungen vorzubereiten. Unsere beispiellose Arbeitslosigkeit von 1930 ist ein Brachland, das wir uns nicht leisten können. Hierin Abhilfe zu schaffen, muß der Wille des Staates mit dem Willen des Einzelnen Hand in Hand gehen. Wir wollen uns hier nicht in die wirtschaftliche und politische Seite dieses Problems verlieren. Unsere Betrachtung widmet sich nur der rein menschlichen Seite, denn das furchtbarste in aller Not ist für den aufrechten schaffensfrohen Mann, daß er in der Blüte seiner Kraft tatlos abseits stehen muß, daß er trotz heißen Willens nicht die Arme seinen Fähigkeiten entsprechend rühren kann. Möge das kommende Jahr 1931 aller Wünsche und Willen in diesem einen Punkte zu fruchtbarer Wirksamkeit vereinen, und die„glücklichen Wirkungen“ werden nicht ausbleiben. In diesem Sinne allen deutschen Brüdern: ein glückliches Neujahr! Im Zeitalter der Renaissance pflegte man seinen Glückwünschen Geldstücke beizufügen. Das brachte diejenigen, die das Münzrecht besaßen, auf den Gedanken, besondere Münzen schlagen zu lassen, die ein anderes Aussehen als die sonstigen Geldstücke hatten. Man verfuhr also ganz so wie mit unseren„Siegestalern" usw. Diese Münzen, die von vornherein zu Angebinden benutzt werden sollten, waren deshalb mit passenden Sprüchen und symbolischen Bildern versehen. Unter anderen ließ besonders Kaiser Maximilian I., der von 1495—1519 regierte,„Christtaler“ die sehr viel begehrt wurden. Später gab es unter den weitverbreiteten Joachimsthaler Gußmedaillen solche, deren Rückseite glatt poliert war, damit eine eigene Widmung hineingraviert werden konnte. x. Nückblick auf das Jahr 1930. Vom Youngplan zur Neuwahl./ Rheinland=Räumung./ Der Zug des Grauens. Das scheidende Jahr. Von dem nun scheidenden Jahr erhofften wir die Räumung des Rheinlandes, die Rückgabe des Saarge bietes und die Ordnung der Finanzen, wie überhaupt die Ueberwindung der Wirtschaftsnot. Wenn wir jetzt auf das Jahr zurückblicken, müssen wir bekennen, daß viele unserer Hoffnungen nicht erfüllt worden sind. Am 30. Juni ging zwar 11 Uhr vormittags in Mainz die letzte Trikolore am Rhein nieder, und in der Nacht zum 1. Juli flammten von Kehl bis Koblenz die Freiheitsfeuer auf, hörte Deutschland die Glocken der alten Kaiserstädte läuten, aber unsere Freude war mit Weh vermischt. Auch nach der Aufhebung der Besetzung, die Deutschland 6,5 Milliarden Mark und manches Menschenleben gekostet hat, blieben große Landesteile ein Gebiet minderen Rechts, nicht zu reden vom Saargebiet, das weiter vom Mutterlande abgetrennt blieb. Verhandlungen über die Rück gabe des Saargebietes wurden zwar viele Monate hindurch geführt, nur mußten sie am 7. Juli vertagt werden, weil Frankreich ein Mitbesitzrecht an den Saargruben erpressen wollte. Eine geringfügige Erleichterung erfuhr das Saargebiet lediglich dadurch, daß der Saarbahnschutz, der die rückwärtigen Bahn verbindungen sichern sollte, fünf Monate nach dem Ab zug der Besatzung, also nach dem Wegfall seines Zwecks, seine Tätigkeit einstellte. Im übrigen war die Räumung des Rheinlandes ein Kapitel, das reich ist an verpaßten Gelegenheiten. Politische Wirkungen hat der Abzug der fremden Truppen, von denen im Sommer 1930 noch immer 35 000 Mann am Rhein standen, nicht mehr ausüben können, dafür war die Zeit vorüber! Im Hinblick auf die Sanierung der Finanzen ist manches getan worden, vieles wurde aber auch entwertet durch die steigende Arbeitslosigkeit und das damit verbundene Anwachsen des Fehlbetrags im Reichshaushalt. Inzwischen ist es jedem klar gewor den, daß eine stabile Grundlage für die deutsche und die Weltwirtschaft erst dann gefunden werden kann, wenn nicht nur der Staat, der deutsche Industrielle, der Landwirt, der Handwerker, der Kaufmann und die Be amten und Arbeiter mit dem Pfennig rechnen, sondern wenn auch die Gläubiger Deutschlands, nachdem das Reich so ungeheuer viele Milliarden in ein Faß ohne Boden geschüttet hat, Vernunft annehmen. Der MNeue Plan", der aus den Haager Konferenzen der Jahre 1929 und 1930 hervorgegangen ist und der vom Reichstag am 12. März mit 266 gegen 193 Stimmen bei drei Enthaltungen gebilligt worden ist, ist ebenso wie die übrigen„endgültigen“ Lösungen der Vorjahre, nur ein fragwürdiger Beitrag für die Endlösung der Tributfrage. Mochte der Youngplan im Augenblick seiner Formulierung eine Entlastung Deutschlands bedeuten, 1930 sind diese Erleichterungen durch die Schrumpfung der Wirtschaft und den Preissturz auf den Weltmärkten wieder wettgemacht worden. Was vor zwei Jahren von dem Dawesplan galt, nämlich, daß er undurchführbar sei, das gilt heute auch von dem allerneuesten Plan und muß im kommenden Jahr zu einer neuen Reparationskonferenz führen. Der Kampf um den Weg zur Gesundung hatte zahlreiche Krisen im Gefolge und beschleunigte den Prozeß der Parteien=Gärung. Am 27. März stürzte das Kabinett Müller. Drei Tage später stellte sich die Regierung Brüning dem Reichstag vor: in der Abstimmung über die Mißtrauensanträge blieb das Kabinett mit 253 gegen 187 Stimmen in der Mehrheit. Später schaltete die Regierung den Reichstag dann mehr und mehr aus. Die Auflösung des Reichstags, am 18. Juli, nach der Ablehnung der Notverordnung, ausgesprochen, hat die Stellung der Regierung nicht zu verbessern vermocht, erlitten doch die Parteien, auf die sich das Kabinett Brüning stützte, bei den Neuwahlen vom 14. September große Verluste, während die Gegner der Regierung,— vor allem die Nationalsozialisten, deren Vertretung im Reichstag von 12 auf 107 hinauskletterte—, in dichten Reihen in den Reichstag zurückkehreten. Die Parteien=Gärung fand ihren Niederschlag in der Spaltung in der alten deutschnationalen Reichstagsfraktion und in der Gründung der Deutschen Staatspartei. Von der Völkerbundsarbeit verdient die letzte Tagung des vorbereitenden Abrüstungsausschusses Erwähnung. Nach fünfjährigen Bemühungen sind damit endlich die vorbereitenden Arbeiten beendet worden; die große Weltabrüstungskonferenz kann beginnen. Der Entwurf freilich, der dieser Konferenz unterbreitet werden soll, ist kläglich und— um ein Wort des deutschen Delegationsführers zu gebrauchen, nicht die Tinte wert, die dabei verwendet worden ist. Dieser„Abrüstungsvertrag“, der nur zustande kommen konnte, weil Englands Vertreter Lord Cecil Frankreichs Sabotage stillschweigend und anscheinend„höherer Zwecke“ wegen hinnahm, ist keine Einlösung der Verpflichtung zur allgemeinen Abrüstung sondern, wenn es dabei verbleiben würde, ein Bruch des Versailler Vertrags, der Deutschland freie Hand gibt. Akademische Erörterungen gab es anknüpfend an die von Briand am 17. Mai 26 Regierungen zugestellte Denkschrift über die Frage der Vereinigten Staaten von Europa. Nun hat zwar gerade Deutschland ein Interesse an der Fortentwicklung der europäischen Beziehungen, aber gerade deshalb können wir Schwärmereien nicht wollen. Wenn die europäischen Länder durch eine dauerhafte Brücke miteinander verbunden werden sollen, dann bedarf es dazu zunächst solider Pfeiler, und der wichtigste davon ist der deutsch=französische Interessenausgleich. In dieser Richtung aber hat uns 1930 keine Fortschritte, sondern nur Rückschritte gebracht. Ueber die Aussichten kann man sich am Ende dieses Jahres nur mit großer Zurückhaltung äußern. Die politische Krise hält unvermindert an, und die Krise der Weltwirtschaft zeigt gerade zum Jahresschluß einen Höhepunkt, der illustriert wird durch den allgemeinen Kursverfall. Geschwächt durch die anhaltende schlechte Konjunktur und unter dem Druck von Abgaben und Belastungen hat die deutsche Wirtschaft einen Tiefstand der Wirtschaftslage und ein Ausmaß der Erschütterungen des Gleichgewichts auf allen Gebieten erfahren, das in der modernen Wirtschaftsgeschichte ohne Beispiel ist. 1930 hat uns alles in allem vieles versagt und viele Hoffnungen zunichte gemacht. Das aber, was es uns gebracht hat, zwingt uns, auf der Hut zu sein. Was mit dem neuen Jahr heraufziehen wird, kann uns kein Seher enthüllen, eines aber ist gewiß: wir müssen dem neuen Jahr fest ins Auge schauen und dürfen daher niemals die alte Wahrheit vergessen: Mannesmut macht Unheil gering! Ereignisse im Ausland. Deutsch=Oesterreich brachte die am 3. Januar 1930 eröffnete Schlußkonferenz im Haag die Befreiung von Tributleistungen bis 1943; von da ab sind insgesamt 23 Millionen Goldgulden an die Öststaaten, jährlich 500 000 Gulden, zu zahlen. Der Bundeskanzler stattete Berlin, Rom und Paris einen Besuch ab und brachte davon einen Schiedegerichts= und Freundschaftsvertrag mit Italien sowie einen Handelsvertrag mit Deutschland nach Hause. Englands Interesse gehörte der Flottenkonferena. 62( 2 a 3/ 74 221 Fahreswechsel die am 21. Januar in London feierlich eröffnet wurde und im April zum Abschluß kam. Das Ergebnis der Verhandlungen war die Unterzeichnung eines Dreimächtepaktes, durch den England, die Vereinigten Staaten und Japan unter grundsätzlicher Gleichstellung der englischen mit der amerikanischen Flotte eine solide Grundlage für den ozeanischen Frieden geschaffen haben. Der europäische Friede ist dadurch aber nicht gefördert worden, im Gegenteil hat das Fernbleiben Frankreichs und Italiens England erneut einer Verständigung mit Frankreich geneigt gemacht, weil Frankreich durch neue Rüstungen gegen Italien England jederzeit zur Aufhebung des Dreimächtepaktes zwingen könnte. In Frankreich stürzten im Jahre 1930 drei Regierungen: zweimal handelte es sich dabei um ein Kabinett Tardieu. Im Dezember gelang dann Steeg, was dem Eintagskabinett Chautemps vom 21. Februar versagt blieb, die Bildung einer Linksregierung in einer Kammer, in der die Rechte die Mehrheit hat. Italien wandte den Grundsatz der österreichischen Monarchie:„tu felix austria nube“ auf sich an: der Kronprinz verheiratete sich mit der Prinzessin Marie José von Belgien, die Königstochter mit König Boris von Bulgarien. — In Spanien begann das Jahr mit Kundgebungen gegen den Diktator Primo de Rivera und gegen den König. Am 28. Januar sah sich Primo de Rivera zum Rücktritt gezwungen: einige Wochen später starb er, der König aber und sein Ministerpräsident General Berenguer hatten Mühe, neue Angriffe— sie erreichten ihren Höhepunkt mit dem Aufstand der Grenzgarnison Jaca und der Unbotmäßigkeit der Fliegertruppe— abzuwehren.— Rumänien erhielt am 14. Februar ein Gesuch Carols um Einreiseerlaubnis zur Teilnahme an einer Familienfeier am 1. Mai. Dieses Gesuch wurde zwar abgesehnt, aber am 6. Juni war Carol trotzdem da, und nun ließ er sich wieder zum König ausrufen. Von den überseeischen Ländern erlebte Südamerika eine unaufhörliche Folge von Revolntionen. Im Juni fing es in Bolivien an, Peru, Argentinien und Chile folgten, bis dann die revolutionären Wellen in Brasilien am höchsten schlugen. Leider wurde davon auch Deutschland in Mitleidenschaft gezogen, in dem Aufständische in Rio sinnlos auf den Dampfer„Baden“ ein Artilleriefeuer eröffneten, das viele Todesopfer forderte.— In China tobte der Bürgerkrieg, der dieses Land nun schon seit mehr denn zehn Jahren verheert, weiter, doch scheint der Sieg nunmehr der Zentralregierung in Nanking zuzuneigen.— Ferner ging es Indien unruhig zu. Gandhis„Feldzug des bürgerlichen Ungehorsams“ verbreitete sich rasch über das weite Land. Heute sitzen die indischen Führer, sofern sie einen Namen haben, in den Gefängnissen, die englische Industrie aber muß die Boykottbewegung mit zunehmenden Stillegungen quittieren. Gegenwärtig tagt zwar in London die englisch=indische Einigungskonferenz, doch ist das vielleicht nur, soweit die Maharadschas in Frage kommen, ein unzulänglicher Versuch unlegitimierter Vertreter. Die Grenzlanddeutschen Volksgruppen in Polen, Litauen und in Böhmen mußten auch im Jahre 1930 um ihres Volkstums willen kämpfen und leiden. Das Memelland konnte dabei insofern einen Erfolg erzielen, als das litauische Direktorium Kadgiehn zum Rücktritt gezwungen werden konnte. Ein wahres Martyrium aber macht die deutsche Minderheit in Östoberschlesien, Posen und Pommerellen durch. Justizkomödien gegen deutsche Führer, bevorzugte Heranziehung deutscher Grundstücke zur Parzellierung und endlich die systematische Entrechtung der Deutschen anläßlich der letzten Wahlen zum Sejm und zum ostoberschlesischen Landtag lenkten immer wieder die Augen auf diese Schandtaten. Im neuen Jahr wird nun der Kampf um die Menschenrechte der Minderheiten auf breitester Front entbrennen; sein natürlicher Abschluß muß sein: Gewährleistung der Minderheitenrechte bis zu dem Tag, da dieses urdeutsche Land wieder heimkehren kann. Großtaten der Technik. Der deutschen Schiffahrt brachte 1930 mit der Ausfahrt der„Europa“ einen neuen Triumph. Es gelang der„Europa“, den von dem Schwesterschiff„Bremen“ aufgestellten Schnelligkeitsrekord in der Ueberquerung des Atlantischen Ozeans noch um 36 Minuten zu übertreffen, so daß damit das„Blaue Band“ des Ozeans in den Besitz der Europa überging. Die Chronik der Luftfahrt verzeichnet einen erfolgreichen Flug des Luftschiffs„Graf Zeppelin“ von Friedrichshafen nach Brasilien, Lakehurst und von da über Sevilla in die Heimat zurück. Freiherr von Gronau führte als erster in der Geschichte des Flugwesens einen Amerika=Etappenflug über Grönland aus: das deutsche Großflugzeug G 38 führte einen glänzend verlaufenen Europa=Rundflug durch, Do X startete zu einer Amerikafahrt, die vorerst in Spanien eine Unterbrechung erfuhr, und schließlich verdienen die deutschen Erfolge bei dem internationalen Europarundflug Erwähnung, konnten sich in diesem Kampf mit Morzik und Poß doch abermals deutsche Piloten an die Spitze stellen. Von ausländischen Piloten errangen sich die Franzosen Costes und Bellonte durch einen direkten Flug Paris— Neuyork verdiente Anerkennung, während der australische Flieger Kingsforth Smith mit dem„Kreuz des Südens“ in umgekehrter Richtung einen Ozeanflug absolvierte. Ein interessantes Experiment gelang dem italienischen Professor Marconi, der von seiner Jacht im Golfe von Genua durch drahtlose Wellen 3000 elektrische Glühbirnen in Australien zum Erleuchten brachte. Die Dem Zeitungsleser wird 1930 als ein Jahr der Katastrophen im Gedächtnis haften. Bereits in den ersten Wochen des neuen Jahres, nämlich am 24. Januar, traf die deutsche Schiffahrt ein schwerer Schlag. Der 14000 Tonnen=Dampfer„Monte Cervantes" sank bei Ushuaia im Feuerland, am Südpunkt der menschlichen Siedlung, in die Tiefe des Ozeans. In eiserner Pflichterfüllung arbeiteten Offiziere und Mannschaften, um die 1517 Passagiere auszubooten. Als das Rettungswerk gelungen war, schlugen die Wellen über die„Monte Cervantes“ und ihren tapferen Kapitän Dreyer zusammen. Neue Hiobsposten brachte der März. In Südfrankreich wüteten Unwetter, eine riesige Fläche in Größe von 560 000 Morgen wurde überschwemmt, 2700 Häuser wurden zerstört, 206 Menschen büßten das Leben ein. Im April erwuchs Lübeck aus den Tuberkulose=Schutzimpfungen eine furchtbare Tragödie. Unaufhörlich wütete der Würgeengel, und als das Sterben zu Ende war, trauerten 78 Mütter. Im Mai meldete Bayern Hochwasser; Vienenburg eine Erdrutschkatastrophe, bei der 95000 Kubikmeter Erde hinabstürzten und die Stillegung des Werkes nach sich zogen. Ein wahrer Schreckensmonat wurde dann der Juli. Am 8. mußte das Dornier=Wal=Flugboot D 864 bei Bornholm auf offener See niedergehen, wobei es kenterte und fünf Fluggäste ertranken. Am 10. Juli eilte dann die Schreckenskunde von Neurode durch die Welt. Ein Kohlensäureausbruch hatte in der Kurt=Schachtanlage der Wenzeslausgrube zwei Steigerabteilungen überrascht und 151 Bergknappen auf die Bahre gestreckt. Mit Riesenarmen griff der Tod in die Stollen und ließ nur wenige entrinnen. Mit dem Werkzeug in der Hano brachen die Bergknappen zusammen, um niemals wieder das Taaeslicht zu schauen. Am 22. Juli geisterten Todesschatten am Rhein entlang. In Koblenz stürzte eine Pontonbrücke ein, über die dichte Menschenmassen von der erhebenden Freiheitsfeier am Deutschen Eck nach Hause eilten. Wiederum waren 37 Tote zu beklagen, in Schmerz erstickte eine vaterländische Feier, die Fahnen gingen auf Halbmast. Fast in der gleichen Stunde hielt der Tod in Süditalien eine furchtbare Ernte. Im Mittelmeergarten bebte die Erde: sprunghaft kletterte die Totenzahl in die Höhe. 1778 Menschen und 3180 Geväude waren der Katastrophe zum Opfer gefallen. Es war ein seltsames Zusammentreffen, daß um die gleiche Zeit in Korea einem Taifun 396 Menschen zum Opfer fielen. Eine neue Hochflut von Schreckensnachrichten brachte dann der Oktober. Am 5. Oktober zerschellte in einem französischen Obstgarten bei Beauvais das größte Luftschiff der Welt,„N 101„. Wenige Stunden zuvor war das Luftschiff in Cardington mit dem englischen Luftfahrtminister Lord Thomson und den ersten britischen Luftfahrern an Bord gestartet, um Indien die britische Kraft zu zeigen, nun demonstrierte es die Nichtigkeit menschlichen Strebens. Mit dem Luftschiff verbrannten 50 Männer lebendigen Leibes. Am 21. Oktober vernichtete dann ein entsetzliches Unglück einen großen Teil der Grube Anna in Alsdorf. Das Verwaltungsgebäude flog krachend in die Luft, der 30 Meter hohe Förderturm, ein Gerüst aus Eisen und Stahl, ging in Splitter, und gleichzeitig schlug der Tod die Bergknappen tief unten in den Stollen. Abermals gingen die Fahnen auf Halbmast, läuteten Trauerglocken über Deutschland. Entsetzt starrte die Welt auf den Zug des Grauens; 278 Menschen waren getötet worden, und noch heute liegen Tote in dem wilden Trümmergewirr aus Beton und Stahl. Noch aber hatte sich die Erde über die Toten von Alsdorf nicht geschlossen, als abermals— in der Stunde der Beisetzung der Alsdorfer Opfer— eine Schlagwetterexplosion auf der saarländischen Grube Maybach 95 Bergleute jäh aus dem Leben riß. Aber damit war das Unheil dieses Monats noch nicht erschöpft. Wenige Tage später wüteten 72 Stunden hindurch Regen= und Schneestürme in Schlesien. Das ganze Bobertal wurde ein einziger See. Die Katzbachdämme brachen, und nun überflutete das Hochwasser weite Strecken; ängstlich harrten die Menschen in den oberen Stockwerken der vom Wasser umspülten Häuser auf das Ende des Tobens. Aus dem November sind die Erdrutschkatastrophe in Lyon, der Untergang des Motorschoners„Stralsund" mit 12 Mann seiner Besatzung, die Sturmverheerungen am Totensonntag, von denen die Schweiz, Bayern und Frankreich heimgesucht wurden, sowie das Erdbeben auf der japanischen Halbinsel Isu, und aus dem Dezember die Vulkan=Katastrophe auf Java und der Untergang des Dampfers Oberon" in Erinnerung. Von Aiko Janssen. Die Jahreswende naht, und schon hören die Sinne das Läuten der Glocken. Die verschiedensten Gesellschaftsspiele, alten und neueren Datums, kommen wie der aufs Tapet und werden, je nach den betreffendan Landesteilen mie ihren Bevölkerungsschichten, entden Landesteilen wie ihren Bevölkerungsschichten, entweder in altertümlich=einfacher, oder in modern-kostspieliger Weise, namentlich vom Jungvolk, immer wieder gern getrieben. Aber am beliebtesten sind und bleiben doch stets solche Spiele, Orakel oder Scherze, die uns— vielleicht— einen, wenn auch noch so kurzen, Blick in die Zukunft gestatten könnten, denn gar zu gern möchte man einmal hinter den Vorhang blicken, der uns noch von dem neuen Jahre trennt. An der Spitze der ganzen Orakelspielerei steht wohl noch immer das Bleigießen, und bereits seit vielen Jahren hat sich die Vorliebe hierfür außerordentlich gut erhalten, obwohl uns die Neuzeit mancherlei andere Scherzartikel, vor allen Dingen eßbare, die Glück oder Unglück bringen sollen, seitdem bescherte. Zwar ist es längst kein richtiges Blei mehr, was am Silvester umgegossen wird, sondern die leichtere, silbrig glänzende Masse, aus welcher die Zinngießereien die Gießfiguren, wie Herzchen, Kleeblätter, Glücksschweinchen u. a. herstellen, setzt sich aus verschiedenen Metallen zusammen, aber das stört die neugierige Gesellschaft nicht weiter. Haupterfordernis ist nur, daß diese Masse durch die einwirkende Hitze recht bald flüssig und nachdem wieder fest wird. Nur wer selbst in der Silvesternacht Blei gießt, deute sein künftiges Schicksal aus der gegossenen Figur heraus; diese meistens ganz unterhaltsame Spielerei hat wenigstens den Reiz der Originalität. Im folgenden mag einiges zur Deutung der verschiedenen Figuren, auf Grund alter Ueberlieferungen, mitgeteilt werden: Lange Fäden ohne scharfe Spitzen bedeuten, sich vertrauensvoll noch etwas zu gedulden, es steht verschiedentlich Gutes in Aussicht. Verbinden Fäden die größeren Klumpen, so heißt dies: Was lange währt, wird gut!— Dies soll sich speziell auf prozessierende Parteien beziehen, wobei aber nicht näher angegeben ist, für welchen Teil der Streitenden, oder ob etwa für den betreffenden Anwalt, schließlich alles gut wird. Zur Vorsicht mahnen lange, spitze 7 . (? *), 4 4 1 2 Beim Silvester-Punsch. Nundfunk=Progra Zwischensenden Gleichbleibendes /: Morgenkonzer Passerstände. o 10. 12.10: Mechanisch er Zeit. o 13.0 Mirtschaftsberichte. Lesperkonzert. o 18 shaftsmeldungen, We gußer Sa.). 19. Abendmeldungen. o 1.00: Hamburger H 8.00: Morgenkonzer 8.30: Esperanto fü 9.00: Uebertragung 9.05: Evangelische 10.15: Besuch am 11.00: Fritz Worm: 1.30: Schallplatten. 12.15: Redakteur P. 2.35: Paul Westhei 13.00: Mittagskonzen 14.30: Funkliteratur. 14.50: Schachfunk. 15.10: Jungmädchen 15.45: Landwirtschaf maßnahmen der 16.05: Willi Guttü 6.30: Aus M.-Gla 18.00: Willi Schäfe 8.30: P. Ettighoffe 18.50: Eine Stunde 19.30: Dr. Alfred 19.50: Sportvorberi 20.00: Volkskonzert. Anschl.: Nachtmusik 14.30: Schlachtviehn 15.50: Kinderstunde 16.20: Jugendfunk: — Werkarbeit fi 18.15: Paul Dorw 18.40: Die Welt 1 19.30: Redakteu.( Steinkohlengebiet. 20.00: Aus dem K Collegium Music Rhythmus. 21.35: Friedrich G Anschl.: Nachtmusik 9.00: Uebertragun 9.05: Katholische Muckermannscher 10.15: Schallplatte 11.00: Wilhelm M 11.30: Schallplatte 15.50: Kinderstund 16.20: Rudolf Ser 16.40: Dr Walter 18.15: Direktor K. Enden; sie we gedeutet, da siegen, oder nen und Staa Perlen b mer sind Krei bedeuten, brau uns nicht etn derben.— Ri ten bei jünger bereits Verhe eignisse". Ist zeigen etwa di folgt materiel gen Figuren wie z. 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Verso heißt dies: soll sich speziell vobei aber nicht der Streitenden, twalt, schließlich en lange, spitze Rundfunk=Programm Köln(227) und Langenberg(473). Zwischensender: Aachen(227) und Münster(227). Gleichbleibendes Werktags=Programm. 6.45: Leibesübungen . Morgenkonzert.• 7, 8: Frühvorhersage, Zeit. o 10.30: Nasserstände. o 10.50: Schallplatten- Konzert mit Funkwerbung 12.10: Mechanische Musik. o 12.50: Wetter. o 12.55: NauZeit. o 13.05: Konzert. 0 15.30: Wasserstände, Zeit Pirtschaftsberichte. 15.50: Kinderfunk(Mo.: 16.10). o 17.15: Lesperkonzert. o 18.50: Vom Tage laußer Sa.). 0 19: Wirthaftsmeldungen, Wetter und Sportbericht. o 19.15: Vom Tage saußer Sa.). o 19.45: Abendmusik(außer Sa.). o 20.45: Erste Abendmeldungen. o 22: Meldungen, Berichte, Sport. Sonntag, 4. Januar. 100: Hamburger Hafenlonzert.— Die Glocken vom Großen Michel. 200: Morgenkonzert(Schallplatten). 8.30: Esperanto für Anfänger.— Programmvorschau. 900: Uebertragung des Geläutes der Trinitatiskirche, Köln. 9.05: Evangelische Morgenfeier. Ansprache: Pfarrer Nack. 10.15: Besuch am Krankenbett. 11.00: Fritz Worm: Wert und Ehre deutscher Sprache. 11.30: Schallplatten. 1.15: Redakteur Paul Borowski: Abrüstung und Friedenspolitik. 12.35: Paul Westheim: Wilhelm Lehmbruck 1 zum 50. Geburtstag. 13.00: Mittagskonzert. 14.30: Funkliteratur. 14.50: Schachfunk. 15.10: Jungmädchenstunde: Anrichten und Servieren. 15.45: Landwirtschaftsrat Haselier: Bedeutung und Förderungsmaßnahmen der Kaninchenzucht. 16.05: Willi Guttüch: Bei den Aalfischern auf dem Rhein. 16.30: Aus M.=Gladbach: Vesperkonzert. Geistliche Abendmusik. 18.00: Willi Schäferdiek: Radionovelle. 18.30: P. Ettighoffer: Ein Gang durch Kölns Abwässerkanäle. 18.50: Eine Stunde Kurzweil. 19.30: Dr. Alfred Paquet: Die Zukunft des Rheinlandes. 19.50: Sportvorbericht. 20.00: Volkskonzert. Orchester des Westd. Rundfunks. Anschl.: Nachtmusik und Tanz. Montag, 5. Januar 14.30: Schlachtviehmarktberichte. 15.50: Kinderstunde: Wie machen wir eine Theatervorstellung? 16.20: Jugendfunk: Aus der Werkstatt eines Kurzwellenamateurs. — Werkarbeit für die Jugend. 18.15: Paul Dorweiler: Vom Tischlerberuf. 18.40: Die Welt im Buch: Leben der Könige. 19.30: Redakteur Georg Beyer: Bei Bergleuten im Homberger Steinkohlengebiet. 20.00: Aus dem Kleinen Haus der Städtischen Bühnen, Düsseldorf: Collegium Musicum. Düsseldorfer Kammerorchester. Arbeit und Rhythmus. 21.35: Friedrich Griese: Eigenes. Anschl.: Nachtmusik und Tanz. Dienstag, 6. Januar 9.00: Uebertragung des Geläutes von St. Gereon, Köln. 9.05: Katholische Morgenfeier. Prälat Dr. Otto Müller. Mitw.: Muckermannscher Frauenchor, Flötenchor. 10.15: Schallplattenkonzert. 11.00: Wilhelm Matthiesen: Die heiligen drei Könige. Legende. 11.30: Schallplattenkonzert. 15.50: Kinderstunde: Hokus, Pokus, hier wird gezaubert! 16.20: Rudolf Senger: Zur künstlerischen Situation der Operette 16.40: Dr Walter Bäcker: Lawinengefahr und ihre Vermeidung. 18.15: Direktor Karl Waaner: Die Eierabsatzaenossenschaften. Dr. Martin Rockenbach: Meister des Resseberichtes. 19.25: Dr. Wilhelm Tigges: Bücher des Kaufmanns 19.45: Dreikönigenfeier in der Basilika St. Gereon. Köln. Pfarrer Bremer, Gemischter Chor der Basilika St. Gereon. Guermanova (Alt), Hilgers(Orgel). 20.45: Das Spiel von den heiligen drei Königen, von Felix Timmermans. Mittwoch, 7. Januar 8.00: Mutter und Kind. Gespräch. 15.50: Kinderstunde: Wie machen wir eine Theatervorstellung? 16.20: Frauenstunde: Käthe Kollwitz. 16.40: Stadtschulrat Schu: Der Schulkindergarten. 18.00: Was will ich werden? Der Pädagoge. 18.40: Reinhard Goering: Der Unbesiegte(Erzählung). .25: Dr. Josef Klersch: Zum 100. Geburtstage des Generalpostmeisters von Stephan. 19.45: Musik überall.(Konzertsaal, Oper, Operette, Revue Variete und Stra (Sopran,. Tillmann Kammer= und Kinderchor des Westd. Rundfunks. Ca. 22.15: Düsseldorf:Konzert. Kapelle Klein. Rusit überall.(Konzertsaal, Oper, Operette, Revue Variete Straße). Henny Neumann=Knapp(Sopran), Mimi Berger in, Leonardo Aramesco(Tenor). Fritz Neumann(Tenor), inn Liszewsky(Bariton), Großes und Kleines Orchester, Donnerstag, 8. Januar 10.45, Dr. Grandpierre: Von beliebten und unbeliebten Verufen. 15.50: Kinderstunde: Märchen 16.20: Mitteilungen aus dem Schulfunk. 16.30: Aussprachestunde für Landschulen. 18.15: P. Brückner: Russische Erzähler der Gegenwart. 18.40: Spanisch 19.25: Dr. Meis: Die Lage des westdeutschen Bergbaues. 19.45: Abendmusik. 20.45: Es schneit. Mitglieder des Theaters der Stadt Münster. Kapelle Wolf. U. a. Ski=Heil. Auf der Berghütte. Hörspiel von Anton Vormann. 21.00: Einsame Musik.— Intermezzo: Das Weltgedicht. Anschl.: Köln: Konzert. Kapelle Harry Blum. Freitag, 9. Januar 15.50: Kinderstunde: Mit Buntpavier und Schere. 16.20: Jugendfunk: Was Jungen erzählen.— Schachfunk. 18.10: Dr. Stolz: Die Bedeutung der deutschen Fremdenverkehrswirtschaft. 10.40: Englische Unterhaltung. 19.25: Prof. Dr. Kuske: Sibirien. 19.45: Abendmusik. 20.45: Einsame Musik.— Intermezzo: Das Weltgedicht. Anschl.: Nachtmusik und Tanz. Samstag, 10. Januar. 10.45: Prof. Dr. Stenkhoff: Die Berufserziehung in der ländlichen Fortbildungsschule und landwirtschaftlichen Winterschule. 11.20: Deutschlundlicher Schulfunk: Was ist ein Gedicht? 10.50: Kinderstunde: Kinderturnen. 16.20: Frauenstunde: Soziale Streiflichter. 16.40: Englisch. 18.00: Studienrat Brüls: Die verschiedenen Arten von Rundfunkstörungen. 18.20: Carl Weinbeck: Auf Fischfang im nördlichen Eismeer. 18.40: Heiteres am Nachmittag(Schallplatten). 19.15: Mitteilungen der Bezirksfunkhilfe beim Westd. Rundfunk 19.25: Dr Binstadt: Der rheinische Fremdenverkehr im Sommer 1930 und die Aussichten für 1931. 19.45: Lustiger Abend. Kapelle: Eysoldt. nschl.; Nachtmusik und Tanz. 30: Beim Dortmunder Sechstagerennen. 24.00: Meister des Jazz. 2 1931 Enden; sie werden allgemein als Speere oder Spieße gedeutet, da heißt es: Kämpfen wirst du, vielleicht siegen, oder— schließlich unterliegen. Kurze Dornen und Stacheln rufen uns zu: Nehmt euch in acht! Perlen bedeuten bekanntlich Tränen; noch schlimmer sind Kreuze, Totenköpfe und Knochen; was diese bedeuten, braucht wohl nicht erst gesagt zu werden, um uns nicht etwa die ganze Silvesterstimmung zu verderben.— Ring= und kranzförmige Gebilde aber deuten bei jüngeren Leuten auf baldige Verheiratung, bei bereits Verheirateten auf Glück und„freudige Ereignisse". Ist dabei viel kleines Moos zu sehen, oder zeigen etwa die Figuren aufgetriebene kleine Blasen, so folgt materieller Gewinn.— Die Deutung der übrigen Figuren dürfte mehr oder weniger bekannt sein, wie z. B. die Gestalt eines Nestchens(baldiger, eigener Haushalt), eines Herzchens(reiche Liebe), oder eines Hufeisens(viel Glück).— Blumen bedeuten, daß uns irgendwo ein Glück blühen wird! Spinnen und Stacheln sind verrufen.— Das allerschönste aber ist ein kronenartiges Gebilde, es heißt: Großes ist dir noch beschieden! Wenn dann in der Silvesternacht das(wie es an der Küste heißt):„Klar zum Wenden!“ ertönt, und die zwölfte Stunde heranrückt, sammeln sich namentlich in den Städten und Dörfern Thüringens die Jünglings= und Männer=Gesangvereine vor der Kirche, um, sobald die Turmglocke ausgeschlagen hat, ein gemeinsames Lied, dem Höchsten zur Ehre, anzustimmen.— Danach begeben sich die Ledigen in ihre Stammlokale, wo bereits Punsch und Pfannkuchen ihrer warten, während die Familienväter und solche, die es werden wollen, sich zur Familie begeben, wo bei gemeinsamer Feier die um die zwölfte Stunde meistens von den weiblichen Mitgliedern gegossenen Bleigebilde vorgelegt und gedeutet werden. Aus Stadt und Land. „Graf Zeppelin" fliegt nicht zum Nordpol. Nach einer Meldung aus Friedrichshafen trifft die aus Moskau stammende Nachricht, daß das deutsche Luftschiff„Graf Zeppelin“ im kommenden Juli eine Nordvolfahrt unternehmen wird, an der auch Professor Samoilovitsch, der sich durch seine Hilfe vei der Rettung der Nobile=Expedition einen Namen gemacht hat, teilnehmen soll, nicht zu. Der Luftschiffbau lin denkt nicht daran, mit dem Luftschiff nach dem Nordpol zu fahren. Man hat in Friedrichshafen lediglich Interesse an einer Fahrt in die Vorzone der Arktis, um dort Vorstudien für eine etwaige Fahrt nach Alaska zu machen. Das Schicksal der beiden Fahrten hängt aber allein von der Finanzierung des Unternehmens ab. Handtaschenräuber mit Auto. Eine Bande von Handtaschenräubern machte in der Nacht zum Sonntag offenbar mit einem gestohlenen Auto den Berliner Westen unsicher und verübte in einer Stunde hintereinander drei Ueberfälle auf Frauen. Die Verbrecher fuhren mit ihrem Auto plötzlich an den Bürgersteig heran, schlugen ihre Opfer nieder und versuchten, ihnen die Handtasche zu entreißen. Einmal ist ihnen der Raub mißglückt, in den beiden anderen Fällen machten sie nur geringe Beute. Familientragödie in Bad Brunshaupten. Wäh rend der Weihnachtsfeiertage haben sich der Bankagent Adolf Becker und seine Frau in dem Östseebad Brunshaupten das Leben genommen. Als die Hausangestellte vom Weihnachtsurlaub zurückkehrte, fand sie Mann und Frau im Schlafzimmer tot auf. Auf den Nachttischen stand je ein Glas Glühwein, der vermutlich Gift enthalten hat. Man nimmt an, daß die Lebensmüden die Tat bereits am ersten Feiertag verübt haben. Allem Anschein nach haben finanzielle Sorgen das Ehepaar in den Tod getrieben. Beim Eislaufen ertrunken. In dem Dorfe Japezin bei Friedland in Mecklenburg wollten drei Jungen trotz der dünnen Eisdecke auf dem Dorfteiche Schlittschuhlaufen. Plötzlich brachen alle drei Knaben ein. Zwei von ihnen, ein neunjähriger und ein elfjähriger versanken sofort. Der dritte Knabe konnte sich noch retten. Er holte Hilfe herbei, die aber leider zu spät kam. Die beiden Knaben konnten nur als Leichen geborgen werden. Raubüberfall auf ein altes Ehepaar. In der Sonntagnacht wurde auf ein betagtes Ehepaar in dem Orte Harbeck bei Wegberg im Kreise Erkelenz ein gemeiner Raubüberfall verübt. Zwei unbekannte TäGlückseisen in schöner Hand. ter waren durch das Küchenfenster in die Wohnung eingedrungen und durchwühlten sämtliche Schubladen und Schränke nach Geld. Als der Ehemann durch das Geräusch wach wurde, versetzten ihm die Eindring linge mit einem Knüppel mehrere wuchtige Schläge über den Kopf, so daß der alte Mann blutüberströmt zusammenbrach. Die Frau, die seit längerer Zeit geistesgestört ist, wurde unbehelligt gelassen. In einem Versteck fanden die Verbrecher schließlich nach längerem Suchen einen Geldbetrag von 600 Mark und machten sich damit aus dem Staube. Die Nachforschungen nach dem Verbleib der Banditen waren bisher erfolglos. Vom Rheingold=Erpreß zermalmt. Auf dem alten Düsseldorfer Bahnhof Derendorf kam heute vormittag die 21jährige Stütze Plankert aus Düsseldorf auf tragische Weise ums Leben. Sie hatte sich auf dem Bahnsteig von ihrem Bräutigam verabschiedet. Als dieser kurz darauf die Derendorfer Brücke betrat, die über den Bahnkörper führt, winkte ihm seine Braut vom Bahnsteig aus noch einmal zu. In diesem Augenblick brauste der Rheingold=Expreß heran. Er erfaßte die Winkende und überfuhr sie. Entsetzlich zugerichtet konnte sie nur als Leiche geborgen werden. Zwei Kinder durch Gas getötet. Als die Ehefrau eines Bahnarbeiters in Mannheim abends von der Arbeit zurückkehrte, war die Küchentür von innen verschlossen. Nachdem die Tür aufgebrochen worden war, fand man in der mit Gas gefüllten Küche die beiden Kinder im Alter von vier und sieben Jahren am Boden liegend vor. Der vier Jahre alte Werner war bereits tot, der siebenjährige Erich gab nur noch schwache Lebenszeichen von sich. Die Kinder hatten vermutlich mit dem Gashahn gespielt und waren von dem ausströmenden Gas betäubt worden. Trotz aller ärztlichen Bemühungen ist auch das zweite der Kinder gestorben. Kommunistische Kundgebung französischer Sträflinge. Wie dem„Echo de Paris“ aus Nancy gemeldet wird, wurde von Strafgefangenen im dortigen Gefängnis eine kommunistische Kundgebung veranstaltet. Sie hißten an den Fenstern rote Fahnen und stimmten die Internationale an. Acht kommunistische Gefangene wurden in Einzelhaft gebracht. Sie werden sich wegen Widerstandes gegen die Staatsgewalt zu verantworten haben. Zur Unterdrückung ihrer Kundgebung mußten polizeiliche Verstärkungen herangezogen werden. Für 170000 Dollar Spirituosen beschlagnahmt. Aus Neu=London in Connecticut wird gemeldet, daß die amerikanischen Küstenwachtboote den britischen Motorschoner„Eleanor Joan“, der für 170 000 Dol lar Spirituosen nach Amerika einschmuggeln wollte, nach kurzem Feuergefecht beschlagnahmt haben. Die elf Mann starke Besatzung wurde zur Aburteilung nach Neuyork gebracht. Krise im Kohlenbezirk von Südwales. In den nächsten drei Tagen wird es sich entscheiden, ob es zu einer Stillegung der Kohlenbergwerke von Südwales kommen wird. Das vorläufige Uebereinkommen zwischen Zechenbesitzern und Bergleuten läuft am Mittwoch abend ab. Von einer Stillegung würden 120000 Bergleute betroffen werden. Unterbrechung des italienischen Geschwaderflugs. Die italienische Flugzeugstaffel ist in Baloma(Portugiesisch=Guinea) durch einen Hagelsturm am Weiterflug verhindert worden. Die Italiener haben neue Propeller angefordert. Ein Verkehrsflugzeug ist von Casablanca aus mit sieben Propellern an Bord abgeflogen, mußte aber selbst in der Gegend von Draa seinen Flug unterbrechen. 100 Millionen Tollar Mitgift. Eine der reichsten Witwen der Welt, Frau Laura Kayser=Bayer, die Witwe des verstorbenen Multimillionärs, des Seidenkaufmanns Edwin S. Bayer, wird sich im Januar in London wieder verheiraten. Ihr zukünftiger Mann ist der früher in Washington zum französischen Botschaftsstabe gehörende Graf Antoine de Sale, der sich in Paris als Kunstsachverständiger einen Namen gemacht hat. Frau Bayer hat von ihrem Gatten fast hundert Millionen Dollar geerbt. 1300 Opfer des Merapi. Die Gesamtzahl der bei dem Ausbruch des Merapi auf Java ums Leben Gekommenen wird nunmehr auf 1300 geschätzt. Diese Zahl umfaßt auch mehrere 100 Vermißte. Der Vulkan ist noch in Tätigkeit. Das umliegende Gebiet wurde vollständia geräumt. Landwirtschaftliche Beilage Gesetz des Minimums. Dieses Gesetz ist die Grundlage der ganzen Pflan zenernährungslehre. Erst seit seiner Anwendung durch den Begründer der modernen Chemie, Justus Liebia, im Jahre 1862 ist es möglich geworden, klare Vorstellungen über und einen klaren Einblick in die Ernährungsvorgänge bei der Pflanze zu tun. Damit wurde dann die Grundlage für eine rationelle Düngung, d. h. für eine Düngung, die vor dem strengen Richterstuhl der Vernunft bestehen kann, geschaffen. Während bis dahin die Lehre von der Statik im Landbau und die alte Humustyeorie galten, bekam der Landwirt nun Aufschluß darüber, welche Stoffe für das Pflanzenwachstum erforderlich sind und in welchem Verhältnis und in welcher Form diese Stoffe im Boden in einer den Pflanzenwurzeln er reichbaren Nähe vorhanden sein müssen, damit hohe und höchste Ernteerträge gebildet werden können. Ur sprünglich lautete das Gesetz des Minimums: jedes Feld enthält ein Höchstmaß von ein oder mehreren und ein Mindestmaß(Minimum) von ein oder mehreren anderen Nährstoffen. Die Ernteerträge sind nicht abhängig von den im Höchstmaß zur Verfügung stehenden Nährstoffen, sondern im Gegenteil; sie sind abhängig von dem Mindestmaß der vorhandenen Nährstoffe. Daraus ergibt sich die Folgerung, daß einseitige Düngung sinnlos ist. Sie ist in der Regel weggeworfenes Geld. Fehlt es nur an einem einzigen Nährstoff im Verhältnis zu den übrigen im Acker, dann müssen die Erträge unbefriedigend bleiben, weil eben dieser fehlende Nährstoff die Bildung größerer Erntemengen verhindert. Wenn für einen Hausbau alle Stoffe vorhanden sind und nur die Dachbalken fehlen, kann eben kein Haus entstehen. Die Tragkraft richtet sich eben nach dem schwächsten Glied in der Kette. Diese ursprüngliche Auffassung vom Gesetz des Minimums ist später durch Adolf Mayer dahin ausgedehnt worden, daß es für das Pflanzenwachstum nicht allein auf die Nährstoffe, sondern auf alle Wachstumsbedingungen ankommt; also ebenso wie Stickstoff Kali und Phosphorsäure oder Eisen und Magnesium ins Minimum treten können, kann dies auch für das Wasser, die Wärme, Luft und Licht, Bodengare usw der Fall sein. In dieser weiteren Fassung erklärt das Gesetz vom Minimum nicht allein das Enstehen der Ernten nach Menge und Güte, sondern es erklärt auch die großen Unterschiede in der Gestaltung der Landwirtschaft zwischen den Zonen und Erdteilen Während unserer Landwirtschaft ihre Grenzen durch die mangelnde Wärme gezogen sind, fehlt es den süd licheren Ländern gewöhnlich an Wasser. Ueber diese vom Gesetz des Minimums gezogene Grenze hinaus kann die betreffende Landwirtschaft sich nicht ent wickeln. Was so im großen gilt, muß auch im kleinen bedacht werden bei der Düngung des Ackers im einzelnen. Blutlausbekämpfung im Winter. Von Dr. H. W. Frickinger. Die Blutlaus muß als Erzfeind des Apfelbaumes bezeichnet werden. Ungeheure Verluste hat dieser Schädling schon seit seiner Einschleppung aus Amerika, welche zu Beginn des 19. Jahrhunderts erfolgte, dem deutschen Obstbau zugefügt. Die Bekämpfung der Blutlaus ist deshalb eine Maßnahme der Schädlingsbekämpfung, deren Wert gar nicht hoch genug eingeschätzt werden kann. Während des Sommers ist die Bekämpfung der Blutlaus muyselig, muß sie doch mit größter Sorgfalt durchgeführt werden und darauf ausgehen, alle Kolonien der Blutlaus, die an den flockigen, weißen Wachsausscheidungen der Schädlinge kenntlich sind, zu erfassen. Unter diesem wollartigen Flaum sitzen die Schädlinge und entnehmen dem befallenen Baum mittels ihres Saugrüssels Säfte, die zu seinem Aufbau dienen sollten. Die Bekämpfung der Blutlaus geschieht deshalb am besten durch Ueberpinseln dieser Kolonien mit 5—10prozentiger Ustinlösung, wodurch der Wachsschutz der Parasiten aufgelöst und die Blutläuse selbst abgetötet werden. Dieser sommerliche Kampf gegen die Blutlaus ist beschwerlich. Während des Winters ist die Bekämpfung dieses gefährlichen Schädlings mit geringerer Mühe verbunden. Die Blutlaus überwintert in der Hauptsache am Wurzelhals. Dorthin ziehen sich die Tiere zum Schutze vor des Winters Kälte und Unbilden zurück. Wenn wir deshalb an allen Bäumen, auf denen wir in den Sommermonaten Blutlauskolonien bemerken, während des Winters die Erde vom Wurzelhals vorsichtig entfernen und das freigelegte Wurzelwerk dann mit 5-10prozentiger Ustinlösung bestreichen, so haben wir die Möglichkeit, die Blutlauskolonien, die dort sitzen, auf eng begrenztem Raum zu treffen. Mit dieser Maßnahme kann also die Mehrzahl der am Baume schmarotzenden Blutläuse beseitigt werden, so daß im nächsten Frühjahr der Baum von dem Hauptteil dieser Schädlinge befreit ist. Die sommerliche Bekämpfung, gleichfalls mit Ustin, wird dann nur mehr geringe Mühe machen. Nach der Ustin=Behandlung des Wurzelhalses muß dieser wieder mit Erde zugedeckt werden. Zeigen sich in den ersten Wintermonaten noch Blutlauskolonien an den oberirdischen Teilen des Baumes, so müssen diese natürlich ebenfalls mit der Ustinlösung behandelt werden. Und sollte sich im darauffolgenden Frühjahr die eine oder andere Blutlauskolonie auf dem Baume zeigen, so wird sofortiges Einschreiten gegen den Schädling den gefährdeten Baum in kurzer Zeit von der Plage befreien können. Durchforstung. Oberforstmeister Lent faßt die Erfahrungen seiner langen Forstpraxis in einem lehrreichen Aufsatz über dieses Thema in den Mitteilungen der Deutschen Landwirtschafts=Gesellschaft wie folgt zusammen: „In meinen Lehr= und Wanderjahren hat mir einmal ein Revierverwalter gesagt, wenn im Examen die Frage gestellt würde, was für wirtschaftliche Maßnahmen in einem gegebenen Bestande zu empfehlen seien: könne die Antwort stets lauten: hier kann durchforstet werden. Seither sind fast 50 Jahre verflossen, und diese Antwort ist auch heute noch überaus oft richtig, nur vielleicht mit der Maßgabe, daß sie besser lautet: hier muß durchforstet werden. Tatsache ist, daß der Durchforstungsbetrieb im großen ganzen nicht gut gehandhabt wird. Es gilt vor allem die Stammzahl auf ein solches Maß zurückzuführen, daß den herrschenden Stämmen guter Veranlagung die Möglichkeit guter Entwicklung gegeben wird, daß Stämme mit schlechter Krone oder schlechter Stamm form baldmöglichst beseitigt werden, daß genügend Licht in den Bestand kommt, um bodenpfleglich wirken zu können; schließlich kann man die Durchforstung, wenn sie im Rahmen einer„Durchforstung“ bleibt und nicht zu einer Lichtung ausartet, ruhig recht kräftig greifen, ohne Gefahr zu laufen, daß sie sich schädlich auswirkt. Zur Beruhigung mag ängstlicher Gemütern die Erwägung dienen, daß die Forschungen der Wissenschaft auf die Feststellung hinauslaufen, ob starke Durchforstungen die Holzerzeugung zu erhöhen vermögen, und daß bei einem negativen Ergebnis immer noch die Wahrscheinlichkeit besteht, daß sie wenigstens nicht mit einer Zuwachsminderung verbunden zu sein brauchen. Wesentlich bei jeder Durchforstung ist die Begünstigung der Edelformen und Edelholzarten.“ Lagerfestigkeit. Die Wirkung der Düngemittel darf nicht einseitig unter dem Gesichtspunkt der Steigerung der Erträge angesehen werden. Es spricht auch die Verbesserung der Erzeugnisse und die Sicherung der Erträge mit. Diese Wirkungen, die beispielsweise die Kalidüngung auszeichnen, sind nicht weniger wichtig als die massentreibende Wirkung des Stickstoffs. Kali sichert die Ernten bei Trockenheit und OHNE KAL 4 mm 3.9s STARKE KALIGABE 4mm 43s 47 42 STRUBES BESELER CADONS CRIEDICKKOPF III KLEBER WENER Kali macht lagerfest. Denn Kali fördert eine kräftige Ausbildung der Stützgewebe des Halms und verstärkt die Zellwände des Halms. Die Halme werden also fester und gehen nicht so leicht ins Lager. Wie augenfällig das ist, zeigt die Abbildung nach Versuchen der Landwirtschaftskammer Kassel bei einigen bekannteren Winterweizensorten. Starke, kräftige Halme sind zudem widerstandsfähiger gegen Rostbefall. Steigerung der Von Geh. Reg.=Rat Prof. Dr. Hansen, Zehlendorf. Die Milchergiebigkeit hängt ab von der den Kühen innewohnenden, d. h. ererbten Fähigkeit zur Milchbildung und von ihrer Fütterung und Haltung. Züchtung und Fütterung müssen Hand in Hand arbeiten. Wir müssen Tiere züchten, die eine große Leistungsfähigkeit besitzen und diese dann so füttern und halten, daß diese Leistungsfähigkeit sich auswirken kann. Man darf behaupten, daß die unbefriedigende Durchschnittsmilchleistung in erster Linie auf eine unzureichende Fütterung der Milchkühe zurückzuführen ist. Im Durchschnitt könnten die Kühe, wenn sie nur besser, vor allem eiweißreicher gefuttert würden, erheblich mehr Milch erzeugen, als es heute der Fall ist. Das Statistische Reichsamt hat ermittelt, daß der Durchschnittsmilchertrag in Deutschland sich auf 2220 Liter stellt, eine durchaus unbefriedigende Menge. Man unterschied die Milchkühe zunächst in solche, die nur der Milchgewinnung wegen gehalten, und in solche, die gleichzeitig zur Arbeit verwendet werden. Bei den letzteren stellt sich der Milchertrag im Mittel auf 1591 Liter; bei den nur zur Milcherzeugung benutzten Kühen wurden, sofern eine Leistungskontrolle vorhanden war. 3473 Liter, falls diese aber fehlte, nur 2299, also 1174 Liter weniger er zielt. Von den nicht auf Leistung geprüften Kühen brachten diese in 19 von den 40 Verwaltungsbezirken weniger als 2000 Liter Milch; die geringste Leistung stellte sich auf 1434 Liter, und in demselben Bezirk wurden bei den kontrollierten Kühen 2507 Liter also 1073 Liter mehr gewonnen. Mit Milcherträgen wie sie von nicht kontrollierten Kühen im Durchschnitt gegeben werden, ist eine Rente aus dem Kuhstall nicht zu erzielen. Besserung schaffen kann nur die in den Kontrollvereinen aus geübte Leistungsprüfung. Die Kontrollvereine hatten anfänglich mis großen Widerständen zu kämpfen. Immerhin bestan den im Jahre 1914 etwa 800 Kontrollvereine. Ihn Tätigkeit wurde durch den Krieg lahmgelegt, setzte aber nach Kriegsschluß sehr bald ein und hat in den letzten Jahren eine starke Ausdehnung erfahren. An 1. Januar 1930 bestanden in Deutschland 291 Kontrollvereine, denen 57 435 Betriebe mit 1025 042 Kühen angeschlossen waren. Im Deutschen Reiche wurden 11 Prozent, in Preußen allein sogar rund 1; Prozent aller vorhandenen Milchkühe kontrolliert In den einzelnen Gebieten des Reiches liegt die Kontrolle sehr verschieden dicht. Die Kontrollvereine stel len durch besondere Beamte in den Betrieben ihrer Mitglieder die Milchmenge, den Fettgehalt un die Fettmenge sowie den Futteraufwand einer jeden Kuh fest. Die so ermittelten Leistungen stehen weit über dem durch das Statistische Reichsam ermittelten Durchschnitt von 2220 Litern(= etwa 2290 Kilo), denn im Durchschnitt brachten rund 49000 Niederungsviehkühe 3670 Kilo Milch und 120 KilFett, rund 53000 Höhenviehkühe 2825 Kilo Milg und 109 Kilo Fett. Ein sehr großer Teil der Kühe brachte viel höhere Erträge, und die Spitzenerträge liegen außerordentlich hoch. 13 Kühe lieferten soga mehr als 11000 Kilo Milch und 400 Kilo Fett. All höchster Milchertrag wurden 14 483 Kilo und alt höchste Fettmenge 522 Kilo festgestellt. Aus diesen Zahlen geht hervor, daß den deutschen Rinderschlägen eine sehr hohe Leistungsfähigkeit eigen ist, wenn man sie nur herauszuholen versteht. Dabei komm es, wie ausdrücklich betont werden soll, sehr viel weniger an auf die Erzielung von Spitzenerträgen als auf eine Steigerung des Durchschnittsertrages. Wenn es gelänge, diesen um etwa 400 Kilo zu steigern, so würde jede Einfuhr von Milch und Molkereierzeugnissen, wofür heute jährlich mehr als eine halbe Milliarde Mark ausgegeben wird, überflüssig sein. Technisch ist das nicht schwer; tatsächlich sind aber sehr große Schwierigkeiten zu überwinden. Es hat sich in allen Fällen gezeigt, daß mit der Gründung eines Kontrollvereins sofort eine Erhöhung der Milcherträge eintritt. Sie macht oft je Kuh und Jahr hundert und im Laufe einiger Jahre tausend und mehr Liter aus. Hiermit pflegt keine entsprechend Erhöhung der Futterkosten verbunden zu sein Durch die Kontrolle lernt der Landwirt zunächst die Leistungsfähigkeit seiner einzelnen Kühe kennen. Er merzt so bald wie möglich die schlechten Futterverwerter aus und paßt bei den übrigen die Fütterung der Leistung an. Di: Erfolge der Kontrollvereine sind in den ersten Jahren immer durch eine Verbesserung durch die Fütterung bedingt. Die Züch tung kann erst im Laufe der Jahre durch Auswahl der besten Stämme und Familien wirken; sie wird dann aber weitere Fortschritte bringen. Wie stark sich ein planmäßige Leistungszucht in einer großen Züchtervereinigung auswirkt, mag an dem Beispiel der Ostpreußischen Holländer=Herdbuchgesellschaft gezeigt wer den. Im Jahre 1920=21 brachten hier 27672 Kühe im Durchschnitt 2452 Kilo Milch und 81 Kilo Fett im Jahre 1929=30 aber 74 464 Kühe im Durch schnitt 3800 Kilo Milch und 125 Kilo Fett. Beispiele dieser Art lassen sich in großer Zahl anführen Die Kontrollvereine sind das beste Mittel nicht nur zur Erhöhung der Milchergie bigkeit, sondern auch, und dies vor allen Dingen zur Verbesserung der Rentabilität der Rindviehzucht. Grünfutterraufe. Grünfutter braucht das Geflügel auch im Winter Kann man nicht Kohlköpfe oder Futterrüben in erreichbarer Höhe schwebend anbringen, dann empfiehlt sich für die Darreichung des spärlich vorhandenen Grünfutters die Anfertigung und Aufstellung einer Grünfutterraufe nach dem Muster der Abbildung. Es werden an den Seiten Latten kreuzweise übereinander genagelt und oben und unten am Schnittpunkt der Latten mit Längs= und Querlatten verbunden. So entsteht ein keilförmiger Behälter, dessen Seitenwände durch ein engmaschiges Drahtgeflecht bekleidet wer den. Die Grünfutterraufe soll so hoch sein, daß die Hühner nicht über den oberen Rand hinweg gelangen können und gezwungen sind, das Futter durch die Seitenwände zu entnehmen. Auf diese Weise wird Die Meinerzhager täglich mit Ausn Festtage. Bezugs Reichsmark. Prei 10 Reichspfennig den jederzeit von den Postanstalten Telegr.=Adresse: hagen. Verantwe Max Kämper, Rummen G Die Nenja Wie an 1. Januar 19 Empfänge sta mit Musik, y die Linden 1 Reichspräside die Meldun fand beim N Um 11. tischen Kor fremden di Ehrenhof Abteilung rische Ehr in dem a Um 12 Uh Begleitung les. Der brachte als Glückwünsche der er auf unter der he empfundener beitslosigkeit Staaten zu Mit besonde Weltwirtscha volle und o tionen sei wirtschaftlich zuführen. dankte für und führte dauernd wit Umständen sind. Mit stei Volk, daß di kommenden das deutsche schungen zu Interessenge wirtschaftlidh drohen, kani nicht in Ver arbeit aller, zur Ueberw Hindernisse große Fried ken entschlo Wenn n bahnen, dan