Meinerzhagener Zeitung Die Meinerzhagener Zeitung erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn= u. Festtage. Bezugspreis monatlich 1,30 Reichsmark. Preis der Einzelnummer 10 Reichspfennige. Bestellnugen werden jederzeit von der Geschäftsstelle u. den Postanstalten entgegengenommen. Telegr.=Adresse: Zeitung Meinerzhagen. Verantwortl. Schriftleiter: Walther Kämper, Meinerzhagen i. W. Nummer 27 Gelesenste Tageszeitung in Meinerzhagen und Amgegend Anzeiger Amtlicher Fernsprecher Amt Meinerzhagen Nr. 2427 Herausgabe, Druck und Verlag von Postscheckkonto: Dortmund 11452— Schließfach 56 Walther Kämper, Meinerzhagen, Hauptstraße 42 Im Falle höherer Gewalt, Streik oder Betriebsstörung hat der Bezieher keinen Anspruch aufeine Entschädigung. Dienstag, den 1. Februar 1927 Die Regierungskrise beendet. TU. Berlin, 31. Januar. Amtlich wird bekanntgegeben: Der Herr Reichspräsident hat auf Vorschlag des Herrn Reichskanzlers den Staatsminister a. D. Dr. Hergt, M. d. R. zum Justizminister und Stellvertreter des Reichskanzler und den Landrat a. D. Dr. von Keudell, M. d. R., zum Reichsminister des Innern ernannt. Vor der endgültigen Zusammensetzung des Reichskabinetts. * Berlin, 31. Jan. Die deutschnationale Reichstagsfraktion gibt nach mehrstündiger Sitzung nach zeyn Uhr abends folgende Erklärung ab: „Die deutschnationale Reichtagsfraktion nimmt Kenntnis von der dem Herrn Reichspräsidenten abgegebenen gemeinsamen Verzichterklärung der Abg. Hergt und Gräf auf ihre Ministerkandidaturen und von dem dringenden Appell des Herrn Reichspräsidenten an die Fraktion, die so lange hinziehende Regierungsbildung nunmehr baldigst zu ermöglichen. Die Fraktion beschloß im Hinblick auf diese Lage und die bereits früher erfolgte Ablehnung der Kandidatur durch den Abg. von Lindeiner=Wildau, die bisherige Kandidatenliste durch Hinzufügung des Abg. von Keudell nach einstimmig angenommenem Vorschlag zu erganzen. Es besteht Grund zu der Annahme, daß der Herr Reichskanzler den Abg. Hergt für den Posten des Reichsjustizministers und Vizekanzlers und den Abg. von Keudell für den Posten des Innenministers in Vorschlag bringen wird. Die Ernennung der beiden Reichsminister dürfte noch heute erfolgen. Der Herr Reichspräsident hält sich hierzu bereit". net o. neten Zustimmung zu gierung. den Entwaffnungsvereinbarungen. Das neue Reichskabinett trat am Montag vormittag zu seiner ersten konstilukerenden Sitzung zusammen, die wegen der noch nicht erfolgten Auseinandersetzung mit den Deutschnationalen ohne Innenminister und ohne Justizminister staltsinden mußte. In dieser Sitzung ist zugleich eine wichtige sachliche Frage erledigt worden, nämlich die Zustimmung des Kabinetts zu den letzten Pariser Vereinbarungen über die Regelung der Östfestungsfrage. Am Sonnabend waren nochmals Rückfragen der deutschen Delegation aus Paris nach Berlin gelangt und neue Instruktionen nach Paris gegeben worden, die im wesentlichen auf eine Bestätigung der dort gefundenen Richtlinien über die Beseitigung eines Teiles der Befestigungsanlagen an der Ostgrenze hinauslaufen. Diesen Vereinbarungen hat das Kabinett nunmehr zugestimmt, so daß damit die gesamte Entwaffnungsfrage erledigt ist und ein Schiedsgericht nicht mehr in Betracht kommt, da ja auch der zweite der beiden Restpunkte, die Kriegsmaterialfrage, schon seit einiger Zeit erledigt ist. Die Frage der Regierungserklärung, die am Donnerstag im Reichstag abgegeben werden soll, wird erst beraten werden, wenn das Kabinett vollzählig ernannt ist. * Der Reichspräsident hat an die ausscheidenden Reichsminister Dr. Stingl, Dr. Külz, Dr. Reinhold, Dr. Krohne, Dr. Haslinde und Dr. Bell in herzlichen Worten gehaltene Dankschreiben gerichtet. Das Ende der Militärkontrollkommission. Die Militürkontrollkommission hat in der Nacht Montag zum Dienstag zu bestehen aufgehört. Dies snricht den lekten Genfer Voreinharungen vom entGleichzeitig mit spricht den letzten Genfer Vereinbarungen. der Militärkontrollkommission beendete auch die sogenannte Heeresfriedenskommission und die Marinefriedenskommission(Friko) ihre Tätigkeit. Der General von Pawelsz, der den Verkehr mit diesen Kommissionen zu leiten hatte, wird diese Funktion noch einige Zeit beibehalten, um irgendwelche Nückfragen der Alliierten bzw. ihrer einzelnen Votschafter sofort beantworten zu können. Der preußische Wohlfahrtsminister zur Wohnungs= politik. Rede Hirtsiefers in Gelsenkirchen. Gelsenkirchen. In einer stark besuchten öffentlichen Zentrumsversammlung sprach am Sonntag der preußische Volkswohlfahrtsminister Hirtsiefer. Der Minister sprach über das Wohnungs= und Siedlungswesen. In die Industriestädte namentlich des Westens seien infolge des Aufblühens der Industrie ungeheure Menschenmengen geströmt. Um diesen Leuten die Heimatliebe wiederzugeben, müßten auch für sie genügende Wohnungsgelegenheiten geschaffen werden. Das gleiche sei der Fall für die vielen kinderreichen Familien. Jetzt könne man auf dem freien Kapitalmarkt wieder Geld für die erste Hypothek bekommen, während die Gelder für die zweite Hypothek durch die Hauszinssteuer gedeckt würden. In den nächsten fünf Jahren müßten insgesamt in Preußen eine Million Wohnungen gebaut werden. Für jede Wohnung brauche man 5000 Mark aus der Hauszinssteuer. Ohne die Hauszinssteuer könne nicht gebaut werden. Die Wohnungsnot könnte nur durch Neubautätigkeit gemindert werden. Der Minister wandte sich hierauf den Wirkungen der Verordnung über die Freigabe der gewerblichen Räume zu. Diese Verordnung würde trotz vielfachen Widerspruchs nicht aufgehoben werden. Aber die Erfahrungen, die man dabei gemacht habe, würden dazu führen, daß man bei der gänzlichen Aufhebung der Wohnungs zwangswirtschaft sehr vorsichtig sein werde. Zum Schluß verteidigte der Minister noch das von ihm eingebrachte Städtebaugesetz. für die Zum Urteil des Haager Schiedsgerichts. P Verlin. Das Haager Schiedsgericht hat ein Urteil gegen Deutschland gefällt, und zwar in der Frage der Anrechnung der Entschädigungen, die die deutsche Regierung den Auslanddeutschen zahlt, auf die Reparationsschuld. Die deutsche Regierung hat den Anspruch auf die Anrechnung dieser Kosten auf die Neparationszahlung davon abgeleitet, daß, wenn auch ganz allgemein, die Auslanddeutschen das Recht auf Entschädigung im Vertrag von Versailles zugesprochen erhalten haben. Nachdem das Schiedsgericht im Haag den deutschen Anspruch abgelehnt hat, beruht der Anspruch der Auslanddeutschen nur noch auf den erlassenen deutschen Gesetzen, die eine sehr geringe, im allgemeinen nur bis 5 oder 8 Prozent gehende Entschädigung vorsehen. Die Hoffnung der Auslanddeutschen auf höhere Entschädigung ist damit vorläufig hinfällig geworden. Insgesamt beläuft sich die Zahl auf neun Milliarden Mark. Bisher gezahlt oder als Entschädigung vorgesehen ist rund eine Milliarde, wobei aber nicht nur die Entschädigung für die Liquidation deutschen Eigentums, sondern auch der Ersatz für Verdrängungsschäden und für Gewaltschäden eingeschlossen ist. Verletzung des Memelstatuts durch Litauen. Königsberg. Wie man aus Memel hört, macht sich die litauisch orientierte Wahlkreiskommission sehr unliebsam bemerkbar. Gemäß einer Bekanntmachung sollen nämlich alle im Memelgebiet wohnenden litauischen Staatsangehörigen ohne Rücksicht darauf, wie lange sie im Memelgebiet wohnen, wahlberechtigt sein. Damit würden die litauischen Beamten, aber auch sogar Militärpersonen das Wahlrecht erhalten. Nach dem Memelstatut aber müssen alle aus Großlitauen zugezogenen litauischen Staatsangehörigen das memelländische Bürgerrecht besitzen, ehe sie das Wahlrecht ausüben dürfen. Diese Bestimmung besteht noch; so bedeutet denn die neue Verordnung eine Verletzung des Memelstatuts, die zweifellos nur zu dem Zwecke geübt wird, um eine Wahlbeeinflussung zugunsten der Großlitauer vorzunehmen. Die kirchlichen Verhältnisse in der Grenzmark. ° Schneidemühl. Nach den neuesten Feststellungen gestaltet sich die kirchliche Lage der Grenzmark seit der Neuorganisation infolge der Lostrennung von Posen und Westpreußen innerhalb der Grenzmark folgendermaßen: Die jetzige Grenzmark ist zu drei Fünfteln evangelisch und zu zwei Fünfteln katholisch; es gibt 156 evangelische und 145 katholische Gemeinden. Die evangelische Verwaltung umfaßt sieben Superintendanturbezirke, die katholische Verwaltung acht Dekanate. Daß die frühere erzbischöfliche Delegatur in Tütz in eine apostolische Administratur umgewandelt wurde, hatte den Hauptzweck darin, daß sich die katholische Christenwelt der Grenzmark freimachen wollte von der Abhängigkeit des Erzbischofs im polnischgewordenen Posen=Gnesen. Gegen die Einfuhr polnischen Schweinefleisches. Der Landwirtschaftsverband Ostpreußen hat in seiner letzten Sitzung folgende Entschließung gefaßt:„Mit größtem Erstaunen entnimmt der Landwirtschaftsverband Ostpreußen der Reichspresse Veröffentlichungen über Zugeständnisse, die von der deutschen Delegation für die deutsch=polnischen Handelsvertragsverhandlungen in Polen gemacht werden sollen. Die Konzession unbeschränkten Einfuhr polnischen Schweinefleisches für deutsche Fleischfabriken, ja auch nur die Bewilligung der Einfuhr eines„erheblichen Kontingents“ geschlachteter Schweine wäre ein geradezu vernichtender Schlag für den ostpreußischen Landwirt, da in Ostpreußen allein noch die Schweinezucht ein etwas rentabeler Betrieb ist, der geeignet ist, die Ausfälle in den anderen Betriebszweigen teilweise zu decken. Anzeigenpreise: Für 1 Millimeter Höhe in Spaltenbreite von 35 Millimeter in Meinerzhagen 6 Reichspfennige, Familien-Anzeigen und Stellengesuche 5 Reichspfennige, Anzeigen von auswärts 8 Reichspfennige, Anzeigen von Behörden und Finanzanzeigen 10 Reichspfennige, Reklame 40 Reichspfennige. Zahlbar sofort. Redaktion u. Geschäftsstelle Hauptstr. 42. 16. Fahrgang Das Wichtigste. Die neue Regierung hielt den ersten Kabinettsrat ab— Die Militärkontrollkommission hat am 31. Januar zu bestehen aufgehört. — Der preußische Innenminister befindet sich auf einer Reise durch Oberschlesien. — Durch ein Geständnis zweier Zuchthäusler ist der Mord an dem Breslauer Professor Rosen aufgeklärt worden. Geheimrat v. Klitzing gestorben. Der Vorsitzende der Landwirtschaftskammer Schlesiens, Geheimer Regierungsrat Dr. h. c. Henning von Klitzing, Herr aus Niederzauche und Mittel=Gießmannsdorf im Kreise Sprottau, ist gestorben. v. Klitzing war während seiner Anwesenheit in Breslau im Dienst der Landwirtschaftskammer plötzlich schwer erkrankt. Er ist noch nicht 68 Jahre alt geworden. Reinhold spricht auf dem demokratischen Parteitag. Der bisherige Reichsfinanzminister Dr. Reinhold hat sich bereiterklärt, auf dem nächsten Parteitag der DeutschDemokratischen Partei, der zu Östern 1927 in Stuttgart stattfindet, ein programmatisches Referat zur Finanzpolitik zu übernehmen. Anrufung des Haager Schiedsgerichts durch den Fürsten von Liechtenstein. Der regierende Fürst von Liechtenstein, dessen Großgrundbesitz in der Tschechoslowakei beschlagnahmt worden ist, hat dagegen beim Haager Schiedsgerichtshof Beschwerde mit dem Hinweis eingelegt, daß er Ausländer und regierender Herrscher eines im Weltkriege neutralen Landes sei. Der Führer der deutschen Katholiken Polens gestorben. Der Führer der deutschen Katholiken in Polen, Senator Thomas Szczeponik, ist nach kurzem, schwerem Leiden verstorben. In ihm verliert vor allem das Deutschtum PolnischOberschlesiens seinen bewährten Führer. Kommentar zum Schund= und Schmutzgesetz. Als erster Kommentar zum Gesetz zur Bewarung der Jugend vor Schund= und Schmutzschriften liegt nunmehr der im Verlage von Karl Heymanns erschienene Kommentar von Dr. Matz und Dr. Seeger vor, die beide an der Gestaltung des Gesetzes besonders beteiligt waren. Der Kommentar enthält außer geschichtlichen Darlegungen den Text des Gesetzes, die dazu gehörigen Erläuterungen und auch die Ausführungsverordnung. Protestlundgebung des süchsischen Mietervereins. Der Allgemeine Mieterverein in Dresden hatte die Handel= und Gewerbetreibenden zu einer Kundgebung aufgerufen, in der der Vorsitzende des Bundes Deutscher Mietervereine, Herrmann, sprach. Die Versammlung billigte nach eingehender Aussprache zwei Entschließungen, in denen die Erwartung ausgesprochen wird, daß sich die sächsische Regierung nicht ebenfalls zu derartigen existenzvernichtenden Maßnahmen hergebe wie die preußische Regierung, und die Hirtsiefer=Verordnung vom 11. November 1926 auf das schärfste verurteilt wird. Der Allgemeine Deutsche Gewerkschaftsbund für den Achtstundentag. Die Bezirksleitung des A. D. G. B. veranstaltete in Essen eine Massenkundgebung für Rückgewinnung des Achtstundentages und für Beseitigung der Ueberstundenarbeit. Es sprachen der Reichstagsabgeordnete und V sitzende des Verbandes der Bergarbeiter Deutschlands, Husemann, der Vorsitzende des Doutschen Metallarbeiterverbandes, Alwin Brandes, und der Reichstagsabgeordnete und Vorsitzende des Afa=Bundes, Aufhäuser. Schluß der Versammlung wurde eine Entschließung angenommen, in der es u. a. heißt: Die Versammlung richtet an alle Arbeiter und Angestellten des rheinisch=westfälischen Industriegebietes die Aufforderung, dem Ueberstundenwesen ein Ende zu bereiten. Die soziale Rotlage des Saargebiets. Unter den mancherlei Nöten, unter denen die Bevölkerung des Saargebietes unter der Fremdherschaft leidet, ist die soziale Not vielleicht am schärfsten und fühlbarsten. Die Klagen der Saarländer über die sozialen Zustände haben seit der Aufrichtung der Völkerbundregierung nie aufgehört. Sie sind gezwungen, sich immer wieder an die Oeffentlichkeit zu wenden, weil das Elend, besonders unter den Sozialrentnern, gar zu groß und drückend ist. An sich lag gar kein Anlaß vor, die im Saargebiet bei der Uebergabe der Regierung an den Völkerbund bestehenden sozialpolitischen Verhältnisse irgendwie zu ändern. Zu allem Ueberfluß hat der§ 24 des Saarstatutes ausgesprochen, daß die Rechte der Einwohner des Saarbeckens in Versicherungsund Rentenangelegenheiten durch keine Bestimmungen des Versailler Vertrages berührt werden und daß Deutschland und die Regierung des Saarbeckens alle vorerwähnten Rechte zu erhalten und zu schützen habe. Die Regierung des Saargebietes hat sich aber an dieses auch sie bindende Versprechen nicht gehalten. Durch die Trennung der gesamten saarländischen Sozialversicherung von der des Reiches. gab sie den Anstoß zu einer grundstürzenden Aenderung der sozialen Leistungssätze im Saargebiet. Die Folgen wären nicht so verheerend gewesen, wenn die Saarregierung an Stelle der deutschen Gesetze wenigstens eine ähnliche mit annähernd gleichen Leistungen gesetzt hätte. Das aber ist nicht geschehen. Die Saarländer haben Jahr für Jahr um die Aufbesserung ihrer Bezüge kämpfen und Schritt für Schritt die Anvassung an die sozialen Sätze des limeter Millileichs11. ird nen ber je F Reiches durchsetzen müssen. Am 1. August vorigen Jahres sind endlich die Leistungen der Saarversicherung beträchtlich aufgebessert worden. Aber auch hiernach sind die Leistungen, an den deutschen Verhältnissen gemessen, immer noch recht ungenügend. Dafür einige Beispiele aus den einzelnen Versicherungszweigen: In der Krantenversicherung beträgt die gesetzliche Mindest= bzw. Höchstgrundlage zur Errechnung des Krankengeldes im Saargebiet 25—35 Franc, im Reich 30 bis 60 Franc, also erheblich mehr(1 Mark gleich 6 Franc berechnet). An Wochenhilfe und Wochenfürsorge werden im Saargebiet 495 Franc, im Reich dagegen 884,10 Franc gewährt. In der Unfallversicherung besteht eine große Spanne zwischen dem übrigen Reich und dem Saargebiet. Bei Errechnung der Unfallrente wird im Reich der Jahresarbeitsverdienst bis 8400 M.(50 400 Franc) voll angerechnet. Im Saargebiet beginnt die Drittelungsgrenze seit 1. August v. J. bereits bei 1500 M.(9000 Franc). In der Invaliden= und Hinterbliebenenversicherung erhält ein reichsdeutscher Arbeiter 195 Franc, im Saargebiet seit 1. August 1926 nur 115 Franc, immer unter der Voraussetzung, daß der Betreffende nach den gesetzlichen Bestimmungen invalid ist. Rechnet man diese Beträge in Goldmark um, so erhält ein Invalidenrentner im Saargebiet zurzeit eine Rente im Werte von 19 M.(im August waren es sogar nur 13,50 M., und im Juli, vor der Rentenerhöhung, sogar nur 7,20 M.). Man fragt sich, wie ein Rentner, der 30 Jahre lang treu seine Beiträge leistete, mit diesen niedrigen Beträgen im Monat auskommen soll. Ein weiteres Beispiel aus der Angestelltenversicherung: Hier bezieht ein Rentenempfänger, der seit ihrem Bestehen in der höchsten Klasse versichert war, 120 Beitragsmonate zu verzeichnen hat und ein Kind unter 18 Jahren besitzt, im Monat 150 Franc, gleich 25 M., im Reich dagegen 490,50 Franc, gleich 81,75 M., also mehr als das Dreifache. Vor der Erhöhung vom 1. August v. J. wurden sogar monatlich nur 62 Franc, gleich 6,45 M. gezahlt. Unter solchen Verhältnissen muß die Not unter den Sozialrentnern des Saargebietes beträchtlich sein. Ein großer Teil der Sozialversicherten ist gezwungen, zur Armenunterstützung seine Zuflucht zu nehmen. Eine wesentliche Aenderung könnte erreicht werden, wenn der Grubenfiskus, als der größte Unternehmer im Saargebiet, der Größe seines Betriebes entsprechende Leistungen in der Sozialversicherung aufbrächte. Dieser Verpflichtung aber hat sich der Grubenfiskus, der in diesem Falle mit dem französischen Staate identisch ist, bisher immer entzogen. Zum Beispiel zahlt die französische Bergverwaltung in der Knappschaftsversicherung nur ein Viertel dessen, was sie laut Versailler Vertrag zahlen müßte. Reise des preußischen Innenministers nach Oberschlesien. Q Berlin. Der preußische Innenminister Grzesinsk traf in Oppeln ein. Von dort begibt er sich nach Neiße, Ratibor und Gleiwitz. Mittwoch vormittag weilt der Minister in Beuthen und Hindenburg. Die Rückreise nack Berlin erfolgt Mittwoch abend. Schluß der Osttagung der Deutschen Volkspartei. Gleiwitz. Die Osttagung der Deutschen Volkspartei endete mit einer Glückwunschadresse an den Reichsaußenminister Dr. Stresemann, in der die starke Förderung der Aufgaben des Ostens durch den Minister erneut zum Ausdruck gebracht wurde, Unter lebhaftem Beifall fand dann folgende Entschließung einstimmige Annahme: „Der in Gleiwitz tagende Ostausschuß der Deutschen Volkspartei erneuert den Einspruch des ganzen deutschen Volkes gegen das an Oberschlesien begangene Unrecht der Zerreißung alten deutschen Kulturgeviets. Der Ostausschuß dankt den Volksgenossen diesseits und jenseits der gewaltsam gezogenen Grenze für den Opfergeist und die Treue, die sie allem Druck und allen Verfolgungen entgegensetzten. Der Ostausschuß der Deutschen Volkspartei versichert den Oberschlesiern seinen festen Willen, die nationalen, kulturellen, wirtschaftlichen und sozialen Belange der Östmark mit allen Kräften zu fördern.“ Der Wettbewerb für das neue Völkerbundgebäude. Q Genf. Der internationale Wettbewerb der Architekten für den Bau des neuen Völkerbundgebäudes ist Ende dieses Monats abgeschlossen worden. Das Preisgericht tritt Im Frühlingsrausch. Roman von Paul Bliß. (Nachdruck verboten). Damit tröstete sie sich,— so leicht, wie ja heiße Liebe Immer nach dem Trost sucht. Aber vorsichtig wollte sie nun doch sein, das nahm sie sich streng vor.—— Am anderen Tage, als Meinhold und Mariechen zusammen wanderten, war sie still und traurig. Erstaunt fragte er, was ihr denn fehle. Da sah sie ihn mit großen, traurigen Augen an, und dann erzählte sie mit Tränen, wie die Mama sie gestern gescholten hatte. Zuerst war er betroffen davon. Plötzlich aber durchschaute er die Situation: Ah, die Mutter war auf die Tochter eifersüchtig, so war es! Und als er dies wußte, da keimte plötzlich in ihm etwas wie Haß auf. Ja, wenn es wahr ist, daß sie deshalb ihr Kind hart und ungerecht behandelt, ja, bei Gott, dann konnte er sie hassen, rechtschaffen hassen! es denn wirklich wahr, daß ich mich so gegen alle gute Sitte vergangen habe, als ich mich gestern von Ihnen hochheben ließ?"— Mit reinen Kinderaugen, in denen die Tränen schimmerten, sah sie ihn fragend an. „Nein, Fräulein Mariechen," sagte er,„machen Sie sich deshalb keine Vorwürfe; wir beide dachten nur daran, der Mama eine Freude zu bereiten. Und wenn Sie wünschen, will ich selber bei Mama ein Wort für Sie reden.“ „Um Gottes willen nicht!“ rief sie nun entsetzt.„Wenn Mama erfährt, daß ich mich bei Ihnen beklagt habe, bekomme ich von neuem Schelte!“ „Also gut, so werde ich nichts sagen." Schweigend gingen sie weiter. Plötzlich sagte sie: „Eigentlich war es ja auch töricht von mir, daß ich Ihnen mein Leid klagte.“ „Aber bitte, wieso denn?" „Weil man so etwas mit sich allein abmachen sollte; aber wenn man nun so allein dasteht und das Bedürfnis hat, sich mit jemand auszusprechen, was bleibt einem dann übrig!“ Ganz leise fragte er:„Haben Sie denn kein Vertrauen zu mir. Träulein Marioche Das Ergebnis der thüringischen Eine Wahl, die keine Klärung brachte. Weimar. Das amtliche Ergebnis der Wahlen zum Die Mandate verteilen sich: Einheitsliste 19 Mandate, Nationalsozialisten 2, Deutschvölkische 1, Demokraten 2, Wirtschaftspartei 5, Sparer=Aufwerter 1, Sozialdemokraten 18, Kommunisten 8. Das Ergebnis der diesmaligen Thüringer Wahlen läßt einen Vergleich mit dem bisherigen Kräfteverhältnis im thüringischen Landtag nicht zu. Thüringen hat nämlich eine sehr segensreiche Einrichtung getroffen, die man sich vielleicht auch bei den anderen Staaten im Reiche zum Vorbild nehmen sollte: Thürinaen hat die Zahl seiner Abaeordneten herabzur Prüfung der eingegangenen Entwürfe am 1. April in Genf zusammen. Bisher sind insgesamt 78 Entwürfe eingegangen; jedoch stehen die Vorschläge der südamerikanischen Architektenverbände noch aus. Die Entscheidung muß zunächst der Vollversammlung des Völkerbundes vorgelegt werden, bevor zur Grundsteinlegung des Gebäudes geschritten werden kann. heimlicher gegen England. London. Unter der Ueberschrift„Moskau und ein maskierter Krieg“ veröffentlicht Garvin im Observer einen Leitartikel, dessen Ton und Inhalt besonders bemerkenswert ist, wenn man berücksichtigt, daß das Blatt bisher immer für eine Besserung der Beziehungen zu Rußland eingetreten st. In dem Artikel heißt es, die Hoffnung auf eine Verständigung mit Rußland sei, wenn man sich mäßig ausdrücken wolle, verzögert worden durch den„nichtproklamierten Krieg“, den die Volschewisten direkt gegen das britische Reich und indirekt gegen alle großen Staaten führen, die sich der Weltrevolution widersetzen. Garvin erklärt: Die Ermutigung zum Generalstreik und zum Kohlenstreik war ein Manöver gegen England, die englandfeindliche Kampagne in China ist nur noch ein verzweifelter Schritt in dem gleichen Kampf. Aber in China wird diese boshafte Tollheit zu einer allgemeinen Gefahr. Japan arbeitet aus eigenen Gründen in die Hände von Borodin und Karachan. Moskau und Japan streben in gleicher Weise dahin,„China in einem flüssigen Zustand" zu halten, wie die Zaristen es nannten. In Hankau und Kanton tun die Bolschewisten alles Mögliche, um den Wunsch der chinesischen Nationalisten nach einer versöhnlichen Regelung zu durchkreuzen und Großbritannien vor die Wahl einer unerhörten Demütigung oder eines blutigen Zusammenstoßes zu stellen. Somit ist die bolschewistische Verschwörung, deren erstes, aber nicht letztes Ziel Großbritannien ist, zu einer allgemeinen Gefahr für die Welt geworden. Garvin betont die„unerfreuliche Notwendigkeit“ der Truppenentsendungen nach China, indem er sagt: Hätten vir nicht den Mut dazu gehabt, dann würden wir als eine hilflose und verächtliche Nation dagestanden haben. Die Folgen würden für uns in Asien und Europa schlimm gewesen sein und die Folgen für die Zukunft des Weltfriedens ebenfalls. Garvin schließt: Die bolschewistische Verschwörung kann dem chinesischen Nationalismus nur Enttäuschungen, Mißerfolge und Katastrophen bringen. Eine verständige Freundschaft mit Großbritannien und Amerika bedeutet die sichere Entstehung und den stetigen Fortschritt eines vereinigten China, wo jetzt sogar die Eisenbahnverbindungen im Anfang ihrer Entwicklung stehen. „O doch, Herr Doktor!“ Frei und ehrlich sah sie ihn an. „Das können Sie auch, ich bin Ihr Freund.“ „Ja, das fühle ich, und will Ihnen ganz offen bekennen, daß ich Sie auch als meinen besten und treuesten Freund lieb habe." „Bravo so!“ rief er freudestrahlend.„Und wenn Sie einen Kummer haben, kommen Sie damit zu mir, wenn ich kann, helfe ich Ihnen." Sie reichte ihm die Hand zum Freundschaftsbunde. Nachmittags um fünf Uhr saß man wieder beim Tee zusammen. Heute standen die Fenster offen, denn es war ein Tag wie im Juni. Matt hörte man das Getöse von der Straße herauftönen. Auf dem Tisch in einer breiten Schale standen die ersten Veilchen, und ihr süßer, lieblicher Duft zog in feinen Wogen durch das Zimmer. Man sprach von allen möglichen Dingen, aber alle paar Minuten geriet die Unterhaltung wieder ins Stocken; denn keiner von ihnen war so recht bei der Sache. Wie eine Schwüle, drückend und beängstigend, lag es in der Luft. Nach einem kleinen Schweigen fragte die Rätin plötzlich: „Sagen Sie, lieber Doktor, sprachen Sie mir nicht mal von einem Ihnen befreundeten Maler?“ „Gewiß, gnädige Frau,“ antwortete er ein wenig erstaunt,„mein bester Freund ist er sogar.“ „Und gibt dieser Künstler auch Malunterricht?" „O ja, er hat sogar eine Malschule jetzt eben erst eröffnet.“ „Das trifft sich ja herrlich. Ich möchte gern, daß meine Tochter den Unterricht wieder aufnimmt.“ Ueberrascht sah Mariechen auf. Nie hatte die Mutter mit ihr davon gesprochen. „Ah, unser Fräulein ist eine Künstlerin?" fragte er lebhaft und sah von der Mutter zur Tochter hin. „O, nein," antwortete Mariechen,„ich kann verzweifelt wenig." Die Rätin aber setzte ziemlich energisch hinzu:„Meine Tochter hat in der Schweiz mit dem Malen begonnen, und ich möchte gern. daß sie hier ihre Fähiakeiten weiter ausbildet.“ gesetzt. Fragt man sich nun, wie denn die kunftige Regterung in Thuringen aussehen wird, so wird man leider die Antwort schuldig bleiben müssen. Eine Klarheit ist nämlich durch die Neuwahlen durchaus nicht geschaffen. Ja, es soll sagar nicht an Stimmen fehlen, die bereits von einer Auflösung des eben gewählten Landtages wissen wollen. Verschiedentlich wird die Befürchtung ausgesprochen, daß es dem thüringischen Landtag ebenso gehen wird wie dem sächsischen, der mit den größten Schwierigkeiten zur Bildung einer tragfähigen Mehrheit für die Regierung zu kämpfen hatte. Alles, was bis jetzt über die Gestaltung der zukünftigen thüringischen Landesregierung mitgeteilt wird, sind reine Vermutungen. Die Regierungsmehrheit bestand bisher aus 31 Sitzen der Orndungsparteien, die sich aus dem Landbund, den Deutschnationalen und der Deutschen Volkspartei zusammensetzten, und die durch die sieben Sitze der Nationalsozialisten und Völkischen ergänzt wurden. Die Opposition setzte sich aus 3 Demokraten, 17 Sozialdemokraten und 13 Kommunisten zusammen. Der unbefriedigende Ausgang der Thüringer Wahlen ist der geringen Wahlbeteiligung der bürgerlichen Parteien zuzuschreiben. Nun steht es so, daß weder die durch Listen verbundenen vaterländischen Parteien noch die sogenannte Linke eine Mehrheit für sich buchen kann. Die erste Parteigruppe hat 27 Abgeordnete, die zweite Parteigruppe 26 im neuen Parlament, und dazwischen schweben zwei Abgeordnete der Demokraten und einer der Sparer. Dieses Cegebnis ist also keins. Thüringen hat eine Wahl mehr, aber der Erfolg ist gleich Null. Die Witwe Krafsins Millionenerbin? Frau Krassin, die Witwe des letzten Botschafters der Sowjetunion in London, hatte mit der Moskauer Regierung einen langen und erbitterten Kampf um ihre Pension auszufechten. Die Sowjets hatten sich nämlich geweigert, der Gattin eines ihrer hervorragendsten Vertreter die Sorge um ihren Lebensunterhalt abzunehmen und für die Zukunft der Tochter Krassins zu sorgen. Diese Weigerung erschien hinlänglich begründet, wenn die Tatsache wahr wäre, auf die sich die Moskauer Regierung berufen hat. Krassin solle nämlich ein Vermögen von 75 Millionen Pfd. St. hinterlassen haben, das in ausländischen Banken deponiert sei. Von einer Pensionszahlung könne daher nicht die Rede sein. Der gleichzeitigen Aufforderung, mit ihrer Familie nach Nußland zurückzukehren, leistete Frau Krassin jedoch keine Folge, mit der Begründung, daß sie das russische Klima nicht vertragen könne. Sie führte in dem an die Sowjetregierung gerichteten ablehnenden Schreiben noch aus, daß sie gezwungen sei, falls die russische Regierung ihre Pensionsforderung nicht anerkenne, die im Nachlaß befindlichen Denkwürdigkeiten ihres Mannes zu veröffentlichen, um sich das Geld für ihren Lebensunterhalt zu verschaffen. Diese Drohung genügte, um Stalin zur sofortigen Anweisung der Pensionszahlung zu bestimmen. Die Verantwortung für diese Meldung muß dem Pariser„Intransigeant", der sie widergibt, überlassen bleiben. Zwei Verurteilungen. Leipzig. Das Schwurgericht in Dessau verurteilte am 2. November 1926 den Arbeiter Christoph Schröter aus Dessau wegen Mordes zum Tode und dauerndem Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte. Die von dem Angeklagten beim Reichsgericht eingelegte Revision ist ohne Erfolg geblieben und vom 3. Strafsenat verworfen worden. Schröter hat am 4. September 1926 die Witwe Jentsch, mit der er längere Zeit zusammen gewohnt hatte, mit einem Schlächtermesser erstochen, als sie ihm den Zutritt in ihre Wohnung verweigerte. Das Motiv der Tat war Eifersucht. Die Getötete hatte das Verhältnis zu dem Angeklagten gelöst, da er eines Tages, als sie ihm beim Schleifen eines Messers den Schleifstein drehen mußte, geäußert hatte, nun komme sie dran.— Der auf einem Gute in der Nähe von Landsberg a. W. tätige Schnitter Friedrich Splinter wurde vom Landgericht Landsberg a. W. am 30. November 1926 wegen der Ermordung seiner früheren Geliebten, einer polnischen Arbeiterin, zum Tode und dauerndem Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilt. Die gegen dieses Urteil beim Reichsgericht eingelegte Revision wurde von dem 2. Strafsenat verworfen. Der Angeklagte hatte, um Streitigkeiten mit seiner Frau aus dem Wege zu gehen, die unbequem gewordene Geliebte mit einem Mauerstein erschlagen und in einen Senkbrunnen geworfen. Eine Pause entstand, wohl eine Minute lang währte dies unheimliche Schweigen. Jeder hing seinen Gedanken nach. Endlich sagte die Rätin:„Also haben Sie die Güte, lieber Doktor, und bitten Sie Ihren Freund her, damit wir das Weitere besprechen können." „Mit dem größten Vergnügen.“ Und dann wieder Schweigen, und wohl wieder eine Minute lang. „Bitte, moin Kind, spiele ein wenig," bat die Rätin endlich. Schweigend ging die Tochter ans Instrument. „Was willst du hören, Mama?" fragte sie. Nervös entgegnete die Mutter:„Mein Gott, frag' nicht so viel! Spiele, was du hast." Erstaunt und mit verhaltenem Unwillen sah Meinhold die Rätin an; es schwebte ihm ein hartes Wort auf der Zunge; aber noch hielt er an sich. Und als sie seinen ernsten, fragenden Blick sah, errötete sie und schlug die Augen nieder. Währenddessen hatte die Tochter ein Notenblatt herausgesucht und begann zu spielen. Mariechen war auch auf dem Flügel keine Künstlerin, und gerade heute hatte sie keinen sonderlich guten Tag. Sie war erregt und verärgert und auch vergrämt über den harten Ton der Mutter, so spielte sie stimmungslos vom Blatt herunter und vergriff sich sogar ein paarmal recht arg. „Um Gottes willen, Kind, hör' auf," stöhnte die Mutter, „das kann man nicht mit anhören!" Mit hochrotem Kopf, dem Weinen nahe, wie ein Schulkind, so stand sie da und klappte das Notenheft zusammen. „Was ist dir, Kind? Bist du nicht wohl?“ fragte dann die Mutter teilnehmend, aber ernst. Zögernd antwortete Mariechen:„Nein, ich hab' heftiges Kopfweh, Mama. Vielleicht darf ich mein Zimmer aufsuchen.“ „Der Herr Doktor wird es nicht übel nehmen. Geh, mein Kind." Mariechen verabschiedete sich von Meinhold und ging. (Fortsetzuna folat). Stadt und Land. Jubiläen und Gedenktage. 2. Februar. 962 Otto I. wird zum Kaiser gekrönt.(Beginn des„Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation.") 1700 Joh. Christ. Gottsched, Dichter und Aesthetiker, in Juditten bei Königsberg i. Pr. geb.(gest. 12. Dezember 1766 als Professor in Leipzig). 1829 Alfred Brehm, Naturforscher, in Renthendorf geb.(dort gest. 11. November 1884). 1862 Direktor des Zoologischen Gartens in Hamburg, 1867 des Aquariums in Berlin. Verfasser von„Illustriertes Tierleben“, 6 Bände, u. a. m. 1873 Leo Fall, Komponist, in Olmütz geb.(gest. 16. September 1925 in Wien).„Der fidele Bauer.“ 1926 Der frühere württembergische Ministerpräsident Karl von Weizsäcker in Stuttgart gest. dort geb. 25. Februar 1853). Sonne und Mond. 2. 2. Sonne: A. 7,43, U. 4,45. Mond: A. 8,08, U. 4,16. Die öffentlichen Geldinstitute in der Provinz Westfalen im Monat Dezember 1926. 1. Spareinlagen der westfälischen Sparkassen Im Monat Dezember 1926 stiegen die Spareinlagen bei den westfälischen Sparkassen um 11 Millionen auf 334 Millionen RM. Die Zinsengutschriften für 1926 sind in dieser Summe nicht einbegriffen. Die Giro=, Scheck= und Kontokorrent=Einlagen erfuhren eine Abnahme von 3,6 Millionen Mark. Der Gesamt=Einlagenbestand ausschließlich Jahreszinsen beläuft sich auf 422 Millionen RM. An Sparbüchern wurden im Dezember ca 21000 ausgegeben. 2. Die Landesbank in Münster i. W. hat sich im vergangenen Jahre gut entwickelt. Es konnten über 45 Millionen Mark langfristige Tilgungsdarlehen an westfälische Kommunen und Kommunalverbände gewährt werden einschließlich der Auslandsanleihe von 17 Millionen Mark. Das finanzielle Jahresergebnis ist günstig gewesen. Die Bilanz wird in den nächsten Tagen fertiggestellt sein. 3. Das Westf. Pfandbriefamt für Haus grundstücke. Die 7%ige Pfandbriefanleihe im Betrage von 10 Millionen Mark ist untergebracht. Der Erlös ist fast durchweg für Neubauhypotheken verwandt worden. Bisher konnte allen Hypothekengesuchen entsprochen werden. Die Ausgabe einer 6prozentigen Pfandbriefanleihe ist in Aussicht genommen worden, doch fehlt es zur Zeit an Darlehnsanträgen. Meinerzhagen, 1. Februar. Gestern tagte im Sitzungszimmer des Amtshauses unter dem Vorsitz von Amtmann Vedder die Gemeindevertretung von Meinerzhagen. Als Schiedsmann für das Kirchspiel und als Schiedmannsstellvertreter für den Ort Meinerzhagen wählte man den Landwirt Alb. Neuhaus, Hahnenbecke für eine weitere Periode von drei Jahren wieder.— Von dem Beitritt zum Kassenprüfungsverband des Landgemeintetages PreußenWest will man absehen.— Nach entsprechender Renovierung, deren Kosten bewilligt wurden, soll auf Antrag des Wehrvereins das Eiserne Kreuz, hergestellt zum Zwecke später zu lindernder Kriegsnot, im Flur des Amtshauses, etwa unterhalb des Publikationskastens, zum Aushang kommen.— Betr. der Grundstückssache Ad. Kamphaus setzte man unter Bezugnahme auf den Beschluß vom 5. Juli 1922 den s. Zeit festgelegten Papiermarkpreis von 1,50 auf RM. 0.20 pro gm fest.— Im Hoffnungsthal hat die Vermessung der Grundstücke für die Neubauten kath. Schule, Moog u. Metz stattgefunden. Es sind noch einzelne Parzellen und Streifen auszutauschen. Die vorgesehene Regelung fand die Zustimmung der Vertretung. Gelegentlich dieser Sache kam man auf das diesjährige Bauvorhaben zu sprechen. Dabei gab der Gemeindevorsteher die recht interessante Taisache zur Kenntnis, daß die Gemeinde nur über sehr wenig Baugelände verfügt. In und um Meinerzhagen befinden sich alle Grundstücke, die als Bauplätze in Frage kommen könnten, in Privatbesitz. Da die Besitzer dieser Grundstücke nicht an Verkauf denken, bezw. der Erwerb cinzelner Grundstücke zu kostspielig sein würde, ist also jede Bautätigkeit gehemmt. Vielleicht ist ja die Möglichkeit vorhanden, in den Außenbezirken Bauplätze zu bekommen, doch liegen absolut keine Gesuche für derartige Bauvorhaben vor, weil selbstverständlich jeder seiner Arbeitsstätte möglichst nahe sein will. Aus diesen Festellungen ergibt sich also das sonderbare Bild, daß die Grundstückseigentümer Meinerzhagen für groß genug halten, obwohl es handgreiflich im Interesse eines jeden, sei er Handwerker, Gewerbetreibender, Landwirt, Fabrikant oder Arbeitnehmer, liegt, an einer Ausdehnung unseres Städtchens mitzuarbeiten.— Betr. des Grundstückskaufantrages Christ. Sänger an der Derschlagerstraße billigte die Vertretung die Stellungnahme der Gemeindeverwaltung vom 14. 9. 1926 und lehnte den Verkauf der Grundstücke ab.— Wegen des Ausbaues der Straße zur Birkeshöh wurden Grundstücksteile von Ganser, Tweer, Michel und Schubeus benöigt. Mit der getroffenen Regelung sind die Vertreter einverstanden.— Die Vertretung lehnte die Uebernahme des Weges von der Valberter Straße nach Untermberge, Antrag des Hermann Vedder, Untermberg, ab.— Baumeister Schmidt wurde beauftragt, bis zur nächsten Sitzung Bericht darüber zu erstatten, in welcher Weise den Uebelständen in der Abortanlage der ev. Schule Meinerzhagen abgeholfen werden kann. Sodann beschloß man, die in den einzelnen Klassen der ev. Schule notwendigen Instandssetzungsarbeiten ausführen zu lassen. Die Arbeiten werden unter den in kommenden Handwerkern ausgeschrieben; sie sind in den Österferien zu erledigen. Die Kosten werden in den Etat 1927 aufgenommen. — R. Müller, Wielsaat erhält ein Hauszinssteuerdarlehen von 3000 RM. unter den bekannten Bedingungen.— Zwei kurzfristige Kredite von je 10000 RM. von der Landesbank sollen in solche für langfristige Zwecke umgewandelt und mit 1 Prozent av 1. 1. 1927 getilgt werden. Die Genehmigung der Aussichtsbehörde wird eingeholt.— Die Gemeindekassenrechnung 1925 ist von der gewählten Kommission geprüft und rechnerisch nicht beanstandet worden. Die Rechnung wurde abgenommen und dem Rendanten Entlastung erteilt. Die Einnahmen betrugen RM. 441 759,32, die Ausgaben RM. 423214,54, sodaß ein Bestand von 18 544,78 vorhanden war.— Dann verhandelte man noch in geheimer Sitzung weiter Herscheid, 31. Januar. Heldengedenktafel. Zum Besten der Heldengedenktafel, deren Einweihung am 13. März stattfinden soll, wird am Sonntag, den 13. Februar, nachmittags 4,30 Uhr in der Kirche ein Kirchenkonzert stattfinden. Das Konzert wird vom evangel. Kirchenchor mit Unterstützung des Posaunenchores veranstaltet. Auch haben hervorragende Kräfte auf vokalem und instrumentalen Gebiet ihre Mitwirkung zugesagt. Vogelsang b. Herscheid, 31. Januar. Bedauerliches Unglück. Gestern morgen passierte der Landwirt Bernhard Wenkehage mit einem schwer beladenen Fuhrwerk die stark vereiste Ahestraße oberhalb Vogelsang. Der Wagen geriet ins Rollen und stürzte die 15 Meter hohe Böschung hinab. Das Gefährt überschlug sich mehrmals und blieb im Ahebach liegen. Das Pferd wurde getötet. — Kierspe, 1. Februar. Der Männergesangverein„Arion“ Vorth bei Kierspe(Chorleiter Herr E. Grüber, Meinerzhagen) beschloß in seiner letzten Versammlung, aus Anlaß seines 35jährigen Bestehens am 18. September d. I. einen nationalen GesangwettAus aller Welt. Ein Ehepaar beraubt und erdrosselt. Sommerfeld. Ein Doppelraubmord wurde nachts in Sommerfeld in der Breiten Straße, Stadtgrabenecke, verübt. Mehrere Personen, deren Zahl noch nicht feststeht, drangen durch das zu ebener Erde gelegene Wohnzimmer der Tschentkeschen Eheleute in das von den Ermordeten betriebene Delikatessen= und Kolonialwarengeschäft ein und durchwühlten alle Behältnisse des Schreibtisches. Anscheinend sind die Verbrecher von den Ermordeten gestört worden. In dem sich darauf entwickelnden Kampfe wurde das Ehepaar erdrossela. Die Verbrecher fesselten darauf die Ermordeten an Händen und Füßen und steckten ihnen Knebel in den Mund, legten dann die Ermordeten in die Betten des auf der anderen Seite des Flures gelegenen Schlafzimmers. Sodann durchwühlten die Verbrecher die Behältnisse des Schlafzimmers, bedeckten die Körper der Ermordeten mit den Betten, wuschen sich in aller Seelenruhe die blutbefleckten Hände und verließen wieder die Wohnung durch das von ihnen zertrümmerte Fenster. Der Mord wurde erst morgens von dem Personal der Ermordeten entdeckt. Das ermordete Ehepaar erfreute sich allgemeiner Achtung. Es waren ehrbare, strebsame und fleißige Leute. Furchtbarer Sturm im Skagerrak und Kattegatt. Kopenhagen. Im Kattegatt und Skagerrak hat ein furchtbares Sturmwetter getobt. Vor und in Skagen sind große Zerstörungen angerichtet worden. In Skagen selbst hat der Aufruhr des Meeres beträchtlichen Schaden angerichtet. Das Wasser ist bedrohlich gestiegen, und man fürchtet für die tiefer gelegenen Ortsquartiere. Die Bevölkerung arbeitete mit Sandsäcken, um so die bedrohten Straßen zu schützen. Mehrere Fischkutter sind nicht zurückgekehrt. Viele große Dampfer und Segler liefen schutzsuchend in der Aalbaek=Bucht ein. Ein großer Dreimaster hatte Notlichter gesetzt und warf Raketen mit der Bitte um Hilfe aus dem Orkanwetter. Nach langem Kämpfen gelang es, mit einem Rettungsboot der Rettungsstation Skagen an das gestrandete Schiff soweit heranzukommen, daß man mittels einer Leine in Verbindung mit der Mannschaft gelangen konnte. Einer nach dem anderen mußte sich an die Leine gebunden ins Meer stürzen. Vom Rettungsboot wurden die Leute mit großer Mühe aufgefischt. Kurz nachdem die Mannschaft das Schiff verlassen hatte, wurde der Steuerbordstreit zu veranstalten. Der Delegiertentag ist am 12. Juni(Sonntag nach Pfingsten). * Lüdenscheid, 31. Juni. Am gestrigen Sonntag fand im Saale des Hotels zur Post der Delegiertentag für den am 24. April d. I. geplanten Gesangwettstreit des Lüdenscheider Männerquartetts statt. Da in unserem näherem Umkreise für dieses Jahr bereits über 50(!!!) Wettstreite gemeldet sind(in Lüdenscheid allein 5) so hatte auch der gestrige Delegiertentag nur einen bescheidenenen Besuch zu verzeichnen. Angemeldet wurden 9 Vereine, die nach kurzer Aussprache in 3 Klassen eingeteilt wurden, sodaß der Wettstreit endgültig beschlossen werden konnte. Der festgebende Verein will außerdem noch versuchen, eine Sonderklasse zu bilden, was sicherlich gelingen wird und wodurch der Wettstreit ein erhöhtes Interesse gewinnt. * Marienheide, 1. Februar. Wiederaufrichtung des Aussichtsturmes auf dem Unnenberger Kopf. Im Gasthof Wirth in Stülinghausen fand eine Versammlung der Verschönerungsvereine der Gemeinde Marienheide statt. Bürgermeister Wilms, welcher die gut besuchte Versammlung leitete„erläuterte den Zweck und die Ziele des Zusammenschlusses der bestehenden Verschönerungsvereine Pfarrer Rudat aus Müllenbach sprach sich für den Zusammenschluß aus. Es wurde sodann die Gründung eines Verkehrs= und Verschönerungsvereins Marienheide beschlossen und als Vorsitzender Bürgermeister Wilms gewählt; Stellvertreter ist Pfarrer Rudat, Müllenbach. Es ist in Aussicht genommen, den Aussichtsturm auf dem Unnenberger Kopf wieder zu errichten. Ferner wurde die Herausgabe eines Führers besprochen. Westfalen-Rheinland. Hattingen, 31. Jan. Drei Jahre Gefängnis wegen Tötung auf Wunsch. Wegen Tötung auf Wunsch wurde der 24jährige Knecht Johann Schürhoff aus Hattingen in Düsseldorf zu drei Jahren Gefängnis verurteilt. Er hatte im Oktober vergangenen Jahres seine 18jährige Geliebte in einer Feldscheune auf ihren Wunsch erschossen. Am Tage nach der Tat führte er seine Mutter nach der Scheune. Das noch lebende Mädchen wurde auf einen Schubkarren geladen und nach der Wohnung des Sch. gebracht. Erst nach mehreren Tagen wurde das Mädchen von seinen Leiden durch den Tod erlöst. Gladbeck, 31. Jan. Kampfmiteinem Wilderer. Waldarbeiter beobachteten in den Metternichschen Waldungen einen Wilddieb, der sich mit dem Stellen von Schlingen beschäftigte. Am anderen Tage zu derselben Zeit lauerte man dem Frevler auf und umzingelte ihn, um ihn der Gerechtigkeit zu übergeben. Doch hatten die Arbeiter verkehrt kalkuliert. Als der Wilderer sah, daß keine beamtete Persönlichkeit bei den Häschern war, griff er zum Messer und jagte es einem der Leute in den Oberarm. Ein zweiter Mann wurde am Kopfe durch Stiche verletzt. Unerkannt konnte der Wilderer entkommen. Die Spur führt nach Dorsten. Die Verletzung am Oberarm eines der Arbeiter hat eine schwere Blutvergiftung zur Folge, da der Stich mit einem verrosteten Messer geführt ist. Recklinghausen, 31. Jan. Forderung der Rauchund Staubbekämpfung. Der Verschönerungsverein Recklinghausen=Altstadt hat den Magistrat ersucht, bei Neufassung der Baupolizeiordnung für den Siedlungsbezirk„Ruhrkohlenbezirk" dahin zu wirken, daß bei bestehenden und neuen Industrieanlagen Vorkehrungen getroffen werden, die eine wirksame Rauch- und Staubbekämpfung nach den Ergebnissen der modernen Forschung gewährleisten. Ferner wird der Magistrat ersucht, sämtliche Bürgersteige, Schulhöfe und Anlagen, die mit Schlacken beschottert sind, mit Dorstener Kies zu überschütten, wodurch ein staubfreier Belag erzielt wird. Um dem Stadtbild durch die Anlage von weiteren Kleingärten zu einem landschaftlich immer schöneren Gepräge zu verhelfen, soll der Magistrat eine Herabsetzung der Pacht für Kleingartenland beschließen, damit einem möglichst großen Kreis von Interessenten die Anlage von Kleingärten ermöglicht wird. Hamborn, 31. Jan. Zu Tode gequetscht. Auf der Thyssenhütte verunglückte der 41jährige ledige Kranführer G. Kliß aus Hamborn dadurch tödlich, daß er vom Anker losgerissen und der Dreimaster gegen das Skagen=Riff abgetrieben. Es handelt sich um den dänischen Dreimaster „Hertha" aus Marstal. 20 000 Sonntagsbesucher auf der„Grünen Woche Verlin". Die landwirtschaftliche Ausstellung„Srune Woche Berlin 1927“ wurde am Sonntag von über 20000 Gästen besucht. Festnahme eines Mörders. Der Frankfurter Kriminalpolizei ist es gelungen, den Mörder des Juweliers Grebenau, der vor acht Tagen erschlagen in seinem Geschäftslokal aufgefunden wurde, in der Perlon des Fuhrunternehmers Friedrich Schultheiß aus Wisselsheim bei Bad Nauheim festzunehmen. Schultheiß ist ein schon mehrfach mit Zuchthaus vorbestrafter Verbrecher. Bis zur Stunde leugnet er hartnäckig; doch ist das Beweismaterial, das gegen ihn vorliegt, erdrückend. Die neuen Kandidaten für den Nobelfriedenspreis 1927. Die interparlamentarische Gruppe des schwedischen Reichstages hat dem Nobelkomitee des norwegischen Stortings als Preisträger des Nobelfriedenspreises 1927 Professor Quidde-Berlin und den Bürgermeister von Stockholm, Lindhagen, vorgeschlagen. Von einem Hunde zerfleischt. In der Nähe von Kalmar in Schweden wurde ein junger Mensch von 19 Jahren am Wegrande vor einem Walde tot aufgefunden, der von einem Hunde buchstäblich zerrissen worden war. Der Kopf des Unglücklichen lag sechs Meter von der Leiche entfernt. Von der Leiche selbst waren nur noch die Knochen übrig. Nur mit Mühe konnte man das rasende Tier von der Leiche verjagen. Die polizeiliche Untersuchung ergab, daß der junge Mensch gestürzt war und sich dabei blutig geschlagen hatte. Der Hund scheint das Blut geleckt zu haben, wobei seine Raubtierinstinkte erwacht sein müssen. Schwerer Zusammenstoß an der österreichisch=ungarischen Grenze. In Schattendorf an der burgenländisch=ungarischen Grenze ist es zu einer Schießerei zwischen Frontkämpfern und sozialdemokratischen Schutzbündlern gekommen. Zwei Tote, darunter ein achtjähriges Kind, und 15 Schwerverletzte sind zu beklagen. 35 Personen bei einem Eisenbahnunglück verletzt. In der Nähe von New York stießen zwei Züge zusammen. 35 Personen wurden verletzt. Die meisten von ihnen waren Studenten, die einen Ausflug nach New York gemacht hatten. Kran erfaßt und gegen einen Pfeiler gedrückt wurde. Kuiß erlitt schwere Quetschungen, an deren Folgen er nach kurzer Zeit starb. Dortmund, 31. Jan. Bestrafung eines Polizeiwachtmeisters wegen Meineides. Der Polizeiwachtmeister Fritz Böhme aus Gelsenkirchen wurde wegen eines Meineides, den er vor dem Amtsgericht Iserlohn geleistet hat, von dem hiesigen Schwurgericht zu einer Zuchtyausstrafe von einem Jahr unter Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von fünf Jahren verurteilt. Der Angeklagte wurde wegen der Höhe der Strafe im Gerichtssaal verhaftet. Vottrop, 31. Jan. Selbstmord und Mordversuch. Der Bergmann Ludwig Vogel aus Bottrop hat in seiner Wohnung auf seine Braut Getrud M. einen Revolverschuß abgegeben, der das Mädchen schwer an der linken Schulter verletzte. Alsdann jagte sich Vogel eine Kugel in die Schläfe. Er war auf der Stelle tot. Das schwerverletzte Mädchen wurde ins Krankenhaus geschafft. Österfeld, 31. Jan. Unter den Rädern des eigenen Fuhrwerks. Der Fuhrmann Johann Hatges aus Essen wurde in der hiesigen Jägerstraße von seinem Fuhrwerk überfahren und in das St. Josephshospital in Sterkrade geschafft. Die Verletzungen waren so schwer, daß sein Ableben zu gewärtigen ist. Gronau, 31. Jan. Ein Messerheld. Der holländische Fabrikarbeiter M. war hier in der Silvesternacht auf einem Tanzvergnügen gewesen. Er hatte mit einem jungen Manne Streit gehabt. Dem jungen Manne schien die Sache nicht mehr geheuer zu sein; denn er verließ das Lokal. Nun kam zufällig ein anderer junger Mann herein, auf den sich dann der Holländer ohne jegliche Veranlassung mit einem Messer stürzte und ihn erheblich verletzte. Der junge Mann mußte infolge der Verletzung 14 Tage das Bett hüten. Vor dem Schöffengericht in Münster erkärte der Holländer als Angeklagter, daß er sinnlos betrunken gewesen sei. Dem Staatsanwalt erschien das nicht als Milderungsgrund. Er beantragte 6 Monate Gefängnis. Das Gericht hielt eine Gefängnisstrafe von 4 Monaten für ausreichend. Münster, 31. Jan. Professor Grawertgestorben. Der langjährige Armeemusikinspizient, Professor Grawert, ist, wie bereits gemeldet, im Alter von 69 Jahren plötzlich gestorben. Theodor Grawert wurde in Zellin a. d. O. am 18. Juli 1858 geboren. Am 8. Januar 1876 trat er als dreijährig Freiwilliger bei der Kapelle des 57. Inf.=Regts. in Wesel ein. Später war er mit einjähriger Unterbrechung (1881 bis 1882) zur Fortführung seiner militärischen Studien bei der Kapelle des Inf.=Regts. 53 und des Inf.=Regts. Nr. 7 tätig, bis er am 11. Juli 1883 bei der Kapelle des 13. Inf.=Regts. in Münster als etatsmäßiger Hoboist eintrat. 1887 wurde er zum Staatshoboisten befördert, und es wurde ihm gleichzeitig die Leitung der Dreizehner=Kapelle anvertraut. Das Jahr 1892 brachte seine Beförderung zum Musikdirigenten, worauf 1896 seine Ernennung zum Musikdirektor erfolgte. Er hat es verstanden, die Kapelle der Dreizehner auf eine ganz hervorragende Höhe zu bringen. Außerdem war Grawert der Leiter des Orchesters in den Musikvereinskonzerten unter Julius Otto Grimm und selbst als erster Geiger häufig dort tätig. Ganz Münster und das Münsterland bedauerten es auf das lebhafteste, als Grawert 1900 als Nachfolger des Professors Roßbach als Armeemusikinspizient nach Berlin ging. Grawert, zwar von Geburt Ostdeutscher, war mit seinem Herzen Westfale geworden und nahm in der Reichshauptstadt besonders lebhaften Anteil an der von Westsalen geförderten Heimatbewegung. Seine Liebe zu seiner zweiten Heimat, Münster, hat er niemals vernachlässigt, und er freute sich stets besonders, wenn er bei Eelegenheit eines von ihm geleiteten Konzertes, das stets eine Ueberfülle von Besuchern aufwies, mit seinen lieben Münsteranern wieder zusammen sein konnte. Xanten, 31. Jan. DesKindes Schutzengel. Wie durch ein Wunder dem Tode entronnen ist hier das 1½ jährige Söhnchen der Familie Wilh. Doms. Das Kind öffnete in einem unbewachten Augenblick die nur angelehnten Fensterflügel und stürzte 7 Meter tief hinab in den Hof zwischen limeter Millileichsen. de 1 in zwei nebeneinanderliegende Fässer. Glücklicherweise befand sich an der betreffenden Stelle lockerer Voden. Das Kind trug nur leichtere Quetschungen davon. Wäre es nur wenige Zentimeter weiter gefallen, so hätte es beim Aufschlagen auf die Fässer wahrscheinlich den Tod gefunden. Remscheid, 31. Jan. Beim Aufstehen tödlich verunglückt. Ein höchst bedauerlicher Unfall ereignete sich in einer Wohnung der Büchelstraße Die Witwe Witte, die trotz ihrer 70 Jahre noch ganz rüstig war, glitt beim Aufstehen plötzlich aus und schlug mit voller Wucht mit dem Hinterkopf auf den Boden. Ein sofort herbeigerufener Arzt konnte der Verunglückten leider keine Hilse mehr bringen, da sie bereits verschieoen war. Sie hatte sich bei dem Sturz eine schwere Gehirnerschütterung zugetragen. Krefeld, 31. Jan. Das Theater wird weitergeführt. Die Stadtverordneten hatten sich in einer geheimen Sitzung mit der Weiterführung des Theaterbetriebes auf ein Jahr(für die Spielzeit 1927/25) zu befassen. Die rege Aussprache, in der die schwierige finanzielle Lage der Stadt und die ungünstigen wirtschaftlichen Verhältnisse beleuchtet wurden, erbrachte den Beschluß, das Theater für die Spielzeit 1927/28 in dem bisherigen Umfange aus kulturellen, kommunalen und verkehrspolitischen Gründen und nicht zuletzt auch aus sozialen Gründen weiterzuführen. Diesem Beschluß stimmte das ganze Kollegium, mit Ausnahme der kommunistischen Fraktion, zu. Die Verhandlungen mit Gladbach können als endgültig gescheitert gelten. Es hat sich bei den beiderseitigen Finanzberechnungen für die Zusammenlegung beider Theater— man kann wohl sagen merkwürdigerweise— ergeben, daß Ersparnisse gegenüber dem jetzigen Zustand nicht zu erzielen seien, und es wollte doch jede der beiden Städte durch den Zusammenschluß ein— Geschäft machen. Honnef, 31. Jan. Neueröffnung des Kneippkurkhauses? Das Kneippkurhaus in Honnef, das sich vor dem Kriege eines starken Zuspruchs erfreute, mußte kurz nach Kriegsausbruch geschlossen werden. Nunmehr sind Verhandlungen eingeleitet, deren bisheriger Verlauf die Wiedereröffnung des Kurhauses in sichere Aussicht stellt. Mörs, 31. Jan. Tödliche Folgen eines Mistgabelstiches. Vor einiger Zeit gerieten in Lintfort zwei Stiefsöhne mit ihren Stiefeltern in Streit. Einer der Söhne wurde dabei von dem Stiefvater mit einer Mistgabel ins Gesicht gestochen. Der Gestochene ist jetzt an den Folgen der erlittenen Verletzung gestorben. Der Täter wurde verhaftet. Duisburg, 31. Jan. Ein Stiergefechtaufoffener Straße. Beim Ausladen aus einem Wagen riß sich eine Kuh plötzlich los und rannte in wilder Flucht, von Wanheimerort kommend, nach Duisburg zu, wobei mehrere Passanten umgerannt wurden. Schließlich faßte ein Polizeibeamter Mut und stellte sich dem Tier entgegen, wurde aber von diesem auf die Hörner genommen, und nun ging es querfeldein. Nur mit vieler Mühe konnte der Beamte sich befreien und den weiteren Angriffen ausweichen. Noch nicht genug, wandte sich das Tier einem Toreingang zu, wo es einem dort stehenden Arbeiter das Fahrrad zertrümmerte und sich dann auf eine Guppe Maurer stürzte. Inzwischen war der Beamte wieder erschienen, und sofort nahm ihn die Kuh wieder aufs Korn und drückte ihn gegen eine Mauer. Mit großer Mühe nur konnten die Maurer ihn befreien. Nun wollte man dem Tiere mit Stricken an den Leib gehen, um es zu fesseln, doch man hatte sich getäuscht. Es blieb schließlich nichts anderes übrig, als das Tier durch einen Schuß niederzulegen. Dü Eeldorf, 31. Jan. Vom Spiel in den Tod. Beim Spielen mit andern Kindern rannte in dem Hofe eines Hauses der Düsseltalerstraße das siebenjährige Söhnchen eines Bäckermeisters gegen einen Laternenpfahl. Das Kind zog sich hierbei eine schwere Gehirnverletzung zu und starb wenige Stunden später. Düsseldorf, 31. Jan. Er suchte Lebensmittel. Ein Bewohner eines Hauses an der Neanderstraße bemerkte auf dem Hofe zwei verbachtige Personen. Er stellte sie zur Rede, wurde aber sofort von beiden angefallen. Ein Mitbewohner kam hinzu und es gelang, die beiden festzunehmen. Als die beiden Hausbewohner sie beinahe bis zur Wache gebracht, riß sich der eine los, befreite seinen Freund und bedrohte die beiden Männer mit einem Revolver. Beide entkamen. Einer konnte aber wieder eingeholt werden. Er war der vorbestrafte Buchhalter Wilhelm Steffen. Er sagte, er habe nur Lebensmittel gesucht. Das Schöffengericht verurteilte ihn wegen versuchten schweren Diebstahls zu sechs Monaten Gefängnis. Elsdorf(Erft), 31. Jan. Glückliche Unterdrückung einer tückischen Krankheit. Da in Elsdorf keinerlei Gefahr mehr vorlag, daß die in zwei Fallen aufgetretene und in einem Falle tödlich verlaufene Pockenkrankheit sich noch weiter auswirkt, wurde die Sperre, die über verschiedene Wohnungen in der Nähe des Krankheitsherdes verhängt war, ausgehoben. Die glückliche Unterdrückung dieser tückischen Krankheit ist zur Hauptsache auf die sofortigen Absperrmaßnahmen und auf die mit peinlichster Sorgfalt durchgeführte Desinfizierung der in Frage kommenden Wohnungen zurückzuführen. Köln, 31. Jan. Wieder ein großer Schwindel. Vor einem Schwindelunternehmen zur Erlangung von Rückportobeträgen warnt die Auswandererberatungsstelle Köln. Unter dem hochtönenden Namen„Antarktisches Expeditionskorps“ Halle a. S. I erschienen in den deutschen Zeitungen Aufrufe, in denen Leute gesucht wurden, die sich auf fünf Jahre für Forschungsreisen gegen Besoldung, freie Station und Bekleidung oder entsprechende Entschädigung verpflichten sollten. Wie die Veratungsstelle mitteilt, handelt es sich hier um einen regelrechten Schwindel. Der Leiter, der erst kürzlich aus dem Gefängnis entlassen wurde, ist festgenommen worden. In seiner Wohnung wurden ganze Säcke von Bewerbungsschreiben vorgefunden. Köln, 31. Jan. Domela soll in Kölnabgeurteiltwerden. Rechtsanwalt v. d. Heyden teilt mit:„Die Nachricht, Domela sei bereits einige Tage in Gotha und es sei mit einer längeren Verhandlung dort zu rechnen, ist unrichtig. Domela befindet sich noch in Köln und die Gerichtsverhandlung wird hier in Köln stattfinden. Als Verteidiger des Domela bin ich bemüht, hier in Köln den ganzen Prozeß abgewickelt zu sehen, um zu vermeiden, daß Domela nach der Gerichtsverhandlung in Köln sich noch in Gotha und Heidelberg zu verantworten hat.“ Maria=Laach, 31. Jan. Der Senior der Abtei Maria Laach, P. Karl Matthes, ist im 78. Lebensjahre gestorben. P. Matthes, der am 21. März sein 50. Profeßjubiläum feiern sollte, war langjähriger Leiter der Gutsverwaltung. Aachen, 31. Jan. Aus Hunger sich selbst gestellt. Bei der Polizei im benachbarten Haaren stellte sich ein junger Mann, angeblich Sohn einer besseren Familie aus Buer i. W., mit der Behauptung vor, es schwebe gegen ihn ein Verfahren wegen eines Einbruchsdiebstahls. Er sei aber aus der Haft entlassen worden, weil nach Ansicht des Untersuchungsrichters Fluchtverdacht nicht vorlag. Nach der Entlassung aus der Untersuchungshaft habe er versucht, ins Ausland zu entkommen, was ihm mißglückt sei. Der Hunger habe ihn getrieben, sich der Polizei zu stellen. Nachdem dem jungen Manne der Hunger gestillt war, wurde er dem Amtsgericht in Aachen zugeführt. Koblenz, 31. Jan. Amerikanischer Besuch. Die hiesige Stadt hat in den Sommermonaten einen starken Besuch aus Amerika zu erwarten. Dort haben sich große Reisevereinigungen gebildet, an denen sich viele Leute beteiligen, die in und um Koblenz in Garnison gelegen haben und diese nunmehr wiedersehen wollen. Neuwied, 31. Jan. Feindliche Brüder. Im benachbarten Kettig waren zwei Brüder aus geringfügiger Ursache wegen des Verkaufs einer Maschine in einen heftigen Streit geraten. Hierbei ergriff der ältere Bruder einen schweren Schraubenschlüssel und versetzte seinem jüngeren Bruder mehrere heftige Schläge auf den Kopf. In schwerverletztem Zustande wurde der Mann ins Krankenhaus nach Andernach geschafft. St. Goar, 31. Jan. Typhus. In Berg erkrankte vor einiger Zeit ein junger Mann an Typhus und wurde einem Krankenhaus zugeführt. Jetzt wurden bei der Mutter ebenfalls Typhusbazillen sestgestellt, und auch drei jüngere Geschwister haben verdächtige Anzeichen dieser Krankheit. Zur Sicherheit der Gemeinden sollen sofort alle Typhusverdächtigen einem Krankenhause überwiesen werden. Bad Ems, 31. Jan. Scheintodeiner Wildsau. Eine ergötzliche Geschichte, die viel belacht wird, trug sich bei einer Treibjagd in den staatlichen Forsten bei Burgschwalbach zu. Das Treiben war zu Ende, die im Treiben befindliche Sau glücklich durch einen Schützen zur Strecke gebracht und nach aller Ansicht verendet. Der glückliche Nimrod wurde beglückwünscht. Als einer der Umstehenden die Sau aus dem Holze auf den Weg schleifen wollte, sprang diese, als sie sich an den Hinterbeinen gefaßt merkte, plötzlich wieder auf und raste den verdutzten Schützen davon auf Nimmerwiedersehen. Ein schreckliches Eifersuchtsdrama. In Vordeaux (Frankreich) erschoß ein Landwirt, der in bestem Rufe stand, die Frau seines Freundes, die ihn abgewiesen hatte, deren Mann und dessen Mutter. Er tötete sich sodann selbst. Professor Rosens Mörder verhaftet. Breslau. Der Zuchthäusler Jann, der sich seit Oktober vorigen Jahres in dem Strafgefängnis Wohlau befindet und vegen Raubüberfalls auf den Finanzamtsdireksor Breskow in Neiße eine fünfzehnjährige Zuchthausstrafe zu verbüßen hat, hat der Breslauer Kriminalpolizei ein Teilgeständnis dahingehend avgelegt, gemeinsam mit einem gewissen Strauß, der daraufhin bereits verhaftet st, seinerzeit den Breslauer Universitätsprofessor Rosen ermordet zu haben sowie dessen Hausmeister Stock, und zwar sei die Tat auf Anstiftung der Hausdame Neumann geschehen. Zwei Beamte der Breslauer Kriminalpolizei sind nach Riesenburg in Ostpreußen abgereist, um die dort wohnhafte Neumann zu verhaften. Ferner ist bereits die Braut des einen mutmaßlichen Mörders im Verdacht der Verdunkelungsgefahr føstgenommen. Die Neumann soll den beiden für die Mordtat 3000 Mark versprochen haben, 500 davon sind bereits einige Tage vor dem Morde ausgezahlt worden. Nach den Angaben der Verhafteten wollte die Neumann durch die Mordtat verhindern, daß der Professor das zu ihren Gunsten niedergeschriebene Testament wieder abüänderte. Er hatte nämlich die Absicht, da er sich wieder mit seinem Bruder, dem Minister Rosen, vertrug, die Verwandten zu badenken. Nach dem bisherigen Stand der Vernehmungen hat Jahn den Schuster Stock erschlagen, Strauß gab den tödlichen Schuß auf Professor Rosen ab. Die damals im Falle Rosen verdächtigten Personen stehen voraussichtlich nicht mit dem Vervrechen im Zusammenhang. Die Verbrecher hatten schon lange den Schlüssel zur Villa Rosen in der Hand und besichtigten das Milieu schon einige Tage vorher. Jahn war wenige Tage nach seiner Verurteilung wegen Raubüber alls Anfang Oktober 1920 nach Breslau transportiert worden, um in einer Sache als Zeuge zu erscheinen. Auf dem Vorflur des Landgerichts bemerkte im Vorübergehen ein entlassener Strafgefangener zu ihm:„Ich konnte damals den Kassiber nicht zustecken.“ Diesen Zwischenfall bemerkte ein Breslauer Kriminalbeamter. Sowohl Jahn als auch der Entlassene wurden nun immer wieder geschickt ausgehört. Der Kassiber stämmte von Strauß und gab Richtlinien bei einer etwaigen Vernehmung über den Fall Rosen. Strauß way mit der Neumann noch aus jener Zeit bekannt, als sie unter polizeilicher Sittenkontrolle stand. Aus dem Gerichtssaal. Die Güterverschiebungen des Düsseldorf. Vor dem Erweiterten Schöffengericht in Düsseldorf begann der Prozeß gegen 36 frühere Regieangestellte, die angeklagt sind, auf dem Derendorfer Güterbahnhof teilweise gemeinsam mit den auf dem Bahnhofe tätigen französischen Offizieren und Beamten Niesenmengen von Gütern verschoben zu haben. Schätzungsweise sind 5000 Waggons verschoben worden. In einem Verfahren vor dem Mainzer Kriegsgericht wurden mehrere der jetzt Angeklagten zu Freiheits= und Geldstrafen verurleilt, die französischen Heeresangehörigen wurden nur disziplinarisch bestraft. Der erste Verhandlungstag war durch die üblichen Formalitäten ausgefüllt. Viele der Angeklagten sind wegen Wirtschafts= und Eigentumvergehens erheblich vorbestraft. Urteil im zweiten Kohlenschieberprozeß. Im zweiten Kohlenschieber=Prozeß in Duisburg verurteilte das Schöffengericht einen Angestellten der Rheinschiffahrt A.=G., Fendel, der sich neun Kohlenausfuhrscheine angeeignet hatte, wegen Diebstahls zu 150 Mark Geldstrafe. Vier Hehler, die für die Scheine teilweise 1400 Mark gezahlt hatten, erhielten Geldstrafen von 175 und 50 Mark. Das Gericht sah von den an sich verwirkten Gefängnisstrafen ab, da die Angeklagten bisher unbestraft waren und als kleine Angestellte sich einen Nebenverdienst schaffen wollten. Der Varmatprozeß. In der Verhandlung des Barmatprozesses stellte der Vorsitzende unter Beihilfe des sachverständigen Zeugen Dr. Selamann fest, daß die Cromo seinerzeit mit 750 000 Mark ins Handelsregister eingetragen worden ist. Am 1. Januar 1924 belief sich das eigene Kapital noch auf 503 200 Goldmark. Am 19. Januar 1923 hat Julius Barmat die Cromo für etwa 200 000 holländische Gulden gekauft. ch empsehle meine eigener Anferfigung. Fertige Kopf-Kissen, Ober- u. Unterbetten, Kinderbetten u. Plümeaux, Gänse- Rupf-Federn HALBDAUNEN UND DAUNEN. Säureechte und fürkischrote federdichte Inlets. Alpengras und Kapoc-Matratzen Reform- Unterbetten weiß lackierte Eisen-Bettstellen Kinderbetten. Dampl- Beftledern- Reinigusgs- Anlage mit elektrischem Befrieb. Durch langjährige Etlahrung auf dem Gebiet der BeltenAusstaltung habe ich mir dos Vertrauen meiner Kundschall erworben und bürge für fachmännische reelle Bedienung. Aug. Vollmerhaus Kierspe- Bahnhof. Curnverein Meinerzhagen. 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