Die Aleinerzhagener Zeitung erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn= und Festtags. Bezugspreis: Monatlich 1.50 Goldmark. Preis der Cinzelnummer 10 Goldpfennige. Bestellungen werden jederzeit von der Geschäftsstelle und allen Postanstalten entgegengenommen. Celogramm=Adressa: Zeitung Aleiner= zhagen. Berantwortlicher Schriftleiter: Walther Kämper, Alleinerzhagaa l. W. Redaktion u. Geschäftsstelle Hochstr. 1 Gelesenste Tageszeitung in Meinerzhagen u. Umgegend fernsprecher Amt Meinerzhogen Nr. 242 Heransgabe, Druck und Verlag von Postscheckkonto: Doetmund 11452- Schlteßfach 55 Walther Kämper, Aleinerzhagen, Hochstraße 1 Im folle höherer Gewalt, Steeik oder Betriebsstörung hat der Bezieher kein Inspruch auf eine Entschädigung Anzeigenpreise: Für 1 mm Höhe in Spaltenbreite von 39 mm in Meinerzhagen 6 Goldpfennige, Familien=An= zeigen und Stallengesuche 5 Gold= pfønnige, Anzeigen von Auswärts 8 Goldpfennige, Anzeigen von Behörden und Finanzanzeigen 10 Goldpfennige, Reklamen 40 Goldpfennige. Für das Erscheinen an bestimmten Tagen an= Plätzen kann keine Gewähr übernommen werden. Zahlbar sofort.=Nummer 24 Montag, den 28. Januar 1924 12. Jahrgang Rhein-Ruhr-Frage Enthuͤllungen im wurttembergischen Landtag. — Das Kabinett hat wichtige Beschlüsse in der Rhein- und Ruhrfrage gefaßt. — Bei der Einweihung der argentinischen Großsunkstation ist der erste Gruß an Deutschland gesandt worden. — Im Württembergischen Landtag sind bemerkenswerte Enthüllungen über die Rüstungen der Kommunisten gemacht worden. Die Zivilprozeßreform. Die akut gewordene Neuregelung der Zivilprozeßordnung hat eine lange Vorgeschichte, aus der hervorgeht, daß die Klagen über die Unzulänglichkeit des Verfahrens nicht unbegründet sind und Juristen wie Laien über die Notwendigkeit einer schleunigen Abhilfe einig waren. Die Tagespresse, die Fachliteratur, das Reichsjustizamt beschäftigten sich mit Reformvorschlägen, nur wurde von keiner Seite ein Erfolg erzielt, alles blieb in Anfängen stecken, und die Kriegsjahre taten ein übriges, um das umfängliche Material zu den Akten legen zu lassen. In der Revolutionszeit wurde die Behandlung der Frage wieder aufgenommen, und es fehlte nicht an beachtenswerten, auf Einbringung einer Novelle abzielenden Anregungen von Fachleuten, und schließlich, als die Mängel in der Rechtspflege dem Reichsjustizminister Dr. Radbruch das Wort von der„Flucht aus der ordentlichen Justiz“ erpreßten, fand sich in seinem Ministerium eine Kommission zusammen, um mit dem Schlendrian des Prozeßbetriebes aufzuräumen und die unerträglichen Mängel abzustellen. Was von diesen Tagungen in die Oeffentlichkeit drang, war ein Extrakt aller über Schwerfälligkeit, Verschleppung und über Verletzung des Rechtsbewußtseins seit Jahrzehnten vorgebrachten Beschwerden.1 Aber nach diesem im Herbst 1922 erfolgten Vorstoß versank die Reform in den Dornröschenschlaf, bis sie vom Reichsjustizminister Emminger geweckt wurde. Das Erwachen vollzog sich jedoch unter anderen Begleitumständen als im Märchen: Von den verschiedensten Seiten wurden Proteste angemeldet. Vieles von dem, was von dem Inhalt des im Ministerium ausgearbeiteten und den Regierungen der Länder zur Begutachtung übergebenen Entwurfes bekannt geworden war, erregte erbitterten Widerspruch, und der offiziöse Telegraph beeilte sich, zu versichern, die darüber in die Oeffentlichkeit gelangten Mitteilungen seien in wesentlichen Punkten irreführend. Hätte sich die Irrführung nicht vermeiden lassen? Die Regierung hatte es ja in der Hand, durch) Veröffentlichung ihrer Arbeit die Grundlagen zu einer sachgemäßen Kritik zu schaffen. Das empfahl sich um so mehr, als ihr das Ermächtigungsgesetz Mittel genug verleiht, Verdrehungen und Entstellungen ihrer Absichten hintanzuhalten. Angesichts dieses Sachverhalts erübrigt es sich, auf den Inbalt der Novelle im einzelnen näher einzugehen, nur soviel scheint richtig zu sein, daß keine neue Zivilprozeßordnung, sondern nur die Beseitigung von Vorschriften geplant ist, durch die eine Beschleunigung des Prozeßganges verhindert wird. Es hieß einmal, darunter wäre u. a. die Befugnis des Richters zu verstehen, Versäumnisurteile zu erlassen, falls eine Prozeßpartei von diesem Beschleunigungsmittel keinen Gebrauch macht. Damit dürfte die Anwaltschaft nicht einverstanden sein. Auch die Einführung eines obligatorischen Güteverfahrens, gedacht zur Klärung der Streitfrage und zur Vermeidung einer Klageerhebung, wird in diesen Kreisen nicht allgemein Beifall finden. Landgerichtsurteile sollen durch einen Einzelrichter gefällt und die Beschaffung des Beweismaterials durch Schriftsätze so gefördert werden, daß in einer einzigen Verhandlung die Entscheidung vorgenommen werden kann. Dasselbe Ziel verfolgt der Rückgriff auf die alte Eventualmaxime, die dem Vorbringen neuer Tatsachen zum Zwecke der Verschleppung vorbeugen will. Auf diese und andere! Punkte, z. B. die bedentliche Verkürzung der Berufungsfrist auf vierzehn Tage, kann hier, wie gesagt, mangels authentischen Stoffes nicht eingegangen werden. Aber die Erregung über das Bekanntgewordene ist begreiflich: die Tage des Ermächtigungsgesetzes sind gezählt und kurz vor Toresschluß gewann es den Anschein, als wenn Herr Emminger als Justizdiktator seine Ernte ins Trockene bringen wolle. Bei seiner Strafprozeßreform stand ihm die Reichsfinanznot hilfreich zur Seite. Ersparung war die Losung, und sie ließ manchen Einwand gegen seine Maßregeln verstummen, obschon niemand ihre Auswirkung auf die Rechtssicherheit vorauszusagen vermag Ob bei seiner Zivilprozeßreform nennenswerte Ersparnisse für den Staat durch Herabminderung des Richterpersonals und seiner Hilfskräfte herausspringen werden, ist zweifelhaft. Eher ist ein Ausfall für den Justizfiskus zu befürchten, da die Parteien es sind, von denen die Prozeßkosten gezahlt werden. Als die Angelegenheit so weit gediehen war, stellte sich die Meldung ein, der Justizminister Emminger habe mit den führenden Mitgliedern der Reichstagsfraktion verabredet daß die Zivilprozeßreform nicht auf Grund des Ermächtigungsgesetzes durch Verordnung in Kraft gesetzt werden soll. Vielmehr sei beabsichtigt, den Rechtsausschuf des Reichstags damit zu befassen, was dem Einlenken in das Fahrwasser regulärer Beratung gleichkommt. Das ist ein unerwarteter, doch keineswegs unerfreulicher Ausgang der beruhigend wirken wird, indessen zu der Frage anregt: „Wozu der Lärm? Was steht dem Herrn zu Diensten?“ P. R. Keine Lösung des Rheinlandes von Preußen. Das Reichskabinett hat sich am Sonnabend im wesentlichen mit den Fragen beschäftigt, die Rhein und Ruhr betreffen. Die besondere Wichtigkeit der Beratung geht u. a. daraus hervor, daß auch Mitglieder des preußischen Kabintts daran teilnahmen. Im preußischen Staatsministerium hat bereits eine Vorbesprechung zwischen der preußi schen Regierung und Vertretern der preußischen Parteien stattgefunden, wobei der Standpunkt des preußischen Kabinetts, jeder irgendwie gearteten Lockerung des Verhältnisses zwischen Preußen und dem Rheinlände entgegenzutreten, auch von den Führern der Parteien energischunterstützt wurde. Es versteht sich von selbst, daß auch das Reichskabinett diesem Standpunkt beipflichtet; denn jede Lostrennung des Rheinlandes von Preußen würde naturgemäß nur als eine Vorstufe für die Lostrennung der Rheinlande vom Reiche angesehen werden müssen. Das Ergebnis der Kabinettsberatung wird im wesentlichen mit die Grundlage für die Richtlinien bilden, die für die Weiterführung der Gesamtpolitik nicht nur in der Rhein= und Ruhrfrage, sondern in der Neparationsfrage überhaupt und die bevorstehenden Verhandlungen mit den Alliierten maßgebend sein sollen. Daraus wieder werden sich die Richtlinien ableiten, die für die weitere Tätigkeit des Herrn von Hoesch in Paris bestimmend sind. Dieser Zusammenhang ergibt sich schon aus dem Umstande, daß nach allen Zeichen der letzten Woche die seinerzeit angestrebten Sonderverhandlungen über einen modus vivendi im Rheinlande voraussichtlich nur einen Teil der bevorstehenden Gesamtverhandlungen bilden werden. * Am Freitag hatte das Reichskabinett in mehrstündiger Sitzung die dritte Steuernotverordnung beraten. In wesentlichen Punkten wurde ein Einverständnis erzielt, endgültige Beschlüsse sollen jedoch erst zum Anfang der kommenden Woche in einer neuen Beratung gefaßt werden. Neuer Abstimmungssieg Poincarés. Die Finanzdebatte in der Kammer. Am Freitaa fand in der französischen Kammer die angetündigte Debatte über den Franksturz statt, die teilweise einen recht stürmischen Verlauf nahm. Natürlich wurde das alte Märchen von dem Baisse=Komplott gegen den Frank in hinreichender Weise aufgefrischt. Bei der Debatte über die Finanzpläne der Regierung zur Einschränkung des Franksturzes kam es zu einem lebhaften Zusammenstoß zwischen Poincaré und Herriot. Der Ministerpräsident hatte auf den Zwischenruf eines anderen Abgeordneten erklärt, daß er das allgemeine Programm erst nach Abstimmung über die Finanzmaßnahmen bekanntgeben werde. Er sei überzeugt, daß, wenn jetzt eine allgemeine Debatte erfolgen würde, man zu keinem Ende käme. Darauf Herriot: „Wenn man solche Worte hört, möchte man glauben, daß die Republik auf dem Spiele stände."(Beifall links.) Poincare.„Ich lasse mir von niemand in republikanischen Dingen Ratschläge erteilen. Ich glaube aber, die beste Art der republikanischen Verteidigung sei im vorliegenden Fall der Anschluß an die Regierung.“ Die Kammer beschließt darauf mit 453 gegen 110 Stimmen, auf Wunsch Poincarés Sonnabend vormittag eine außerordentliche Sitzung zur Prüfung der Finanzfragen abzuhalten. Aus Brüssel wird gemeldet: Vingtième Siècle teilt mit, Jaspar werde demnächst sein Amtals Außenminister nieoerlegen, um den belgischen Delegierten in der Reparationskommission de la Croix zu ersetzen. De la Croix werde einen Posten im Völkerbund übernehmen. Der Wiederaufbauskandal. Aus Lille wird gemeldet, daß die dort tagende Unterkommission zur Prüfung der Verhältnisse in den befreiten Gebieten gestern ihre Arbeiten abgeschlossen habe. Die Information bekommt von einem Mitgliede des Ausschusses eine überraschende Auskunft, die folgendes besagt: „Unsere Untersuchungen in Lille haben geradezu verblüffende Ergebnisse gezeitigt. Wir haben uns mit 116 zweifelhaften Fällen beschäftigt und konnten feststellen, daß in 25 Fällen geradezu unerhörte Mißbräuche vorgekommen sind. Ein geradezu zum Himmel schreiender Skandal liegt hier vor. Wir sind der festen Ueberzeugung, daß eine Bestrafung dringend notwendig ist. Wir verlangen die gesamte Revision der Reparationen aller Kriegsschäden, die über einer bestimmten Summe liegen." Der Vertrag von Rom. Die südslawische Abordnung ist in Rom mit den angekündigten Ehren empfangen worden. Pasitsch wurde von Mussolini am Bahnhof mit größter Herzlichkeit begrüßt. Die Presse stimmt fast durchweg den gleichen Ton an und erklärt, die Idee, d. h. die Lösung der akuten italienisch=südslawischen Spannung durch Abschluß eines Freundschaftsvertrages zwischen Belgrad und Rom wäre das berühmte Ei des Kolumbus. Da hierdurch die Frage der Ausgleichung der Gegensätze zwischen Jahrhunderte alten Rivalen gelöst wäre, täme dem Ereignis eine unermeßliche politische Bedeutung zu. Eine halbamtliche Note behauptet, hiermit wäre einer der Grundsteine für die europäische Stabilisierung gelegt worden. Es heißt jetzt, der Freistaat Fiume wäre ein Unding gewesen. Hiesige politische Kreise neigen hinsichtlich der Bedeutung und Tragweite des Bündnisses der Auffassung des faschistischen Parteisekretärs zu, der in seiner jüngsten Rede in Neapel bekanntlich erklärte, man stände vor der Sprengung des Ringes, den die französische Politik um Italien gelegt hätte. In diesem Zusammenhang wird auch die Tatsache gewürdigt, daß Rumänien plötzlich auf die französische Rüstungsanleihe verzichtete. Erwähnt wird auch der Zufall, daß Benesch den französisch-tschechischen Vertrag in Paris am gleichen Tage unterzeichnete, wie Pasitsch den entsprechenden italienisch-südslawischen in Rom. Die Rache der Separatisten. Erpressungsversuche an den Winzern. Die sogenannte„autonome Regierung" plant Strafmaßnahmen gegen eine Reihe von Pfälzern, die sich bei dem englischen Generalkonsul Clive scharf gegen den separatistischen Terror ausgesprochen haben. So wurden am 22. Januar zwei führende Miglieder des Winzerbundes in Bad Dürkheim, obwohl sie erklärt hatten, bei dem Empfang Clives in Neustadt nicht anwesend gewesen zu sein, in Speyer einem 5½ stündigem Verhör unterzogen. Von dem berüchtigten„Pressechef“ Schmitz=Epper wurde ihnen angedroht, 10 bis 15 Winzer vom Rhein„spritzen“ zu lassen, d. h. sie auszuweisen. Durch weitere Drohung mit sofortiger Verhaftung und Vermögensbeschlagnahme gelang es SchmitzEpper, einen der beiden Herren so einzuschüchtern, daß er eine Erklärung unterschrieb, wonach die von dem Winzer Poth aus Bad Dürkheim in Neustadt gemachten Ausführungen der Wahrheit nicht entsprächen. Wie gemeldet, wurde das ganze bewegliche und unbewegliche Vermögen Poths von Sonderbündlern wegen seiner scharfen Ausführungen gegen die Separatisten in Neustadt„beschlagnahmt“. Die unter Gewalt erpreßte Erklärung wurde dem Generalkonsul Clive und General de Metz als Beweisstück für die angeblich separatistenfreundliche Gesinnung der Bevölkerung übersandt. Enthüllungen im württembergischen Landtag. Erschreckende Rüstungen der Kommunisten. Im Finanzausschuß des württembergischen Landtags brachte der Minister des Innern eine Nachtragsforderung für die politische Polizei ein, die damit begründet wurde, daß sich in letzter Zeit erschreckende Einblicke in ein weitgehendes, auf Durchführung des Umsturzes angelegtes System geboten hätten, das die unbedingte Entschlossenheit der Kommunistischen Partei zur nichtung des Staates in seinem derzeitigen Bestande erkennen lasse. Es wurden in der Debatte Einzelheiten über fabrikmäßige Waffenherstellung durch die Kommunisten in einzelnen Betrieben vorgebracht. In einem Betriebe seien allein 1400 Handgranaten beschlagnahmt worden. Enorm seien die Mengen der abgenommenen Sprengstoffe. Ausweriung der K-Schätze. Auf einer Protestversammlung der Auslandsdeutschen im Lehrervereinshaus zu Verlin wurde von amtlicher Seite die folgende Mitteilung gemacht:„Die Reichsregierung zieht die K=Schatzanweisungen zurück. Dafür wird die Reichsregierung ür jede Forderung Schatzwechsel ausstellen, die in Goldmark zahlbar sind. Am 1. Oktober 1924 wird ein Viertel jeder Forderung zu pari mit 100 Goldmark, am 1. April 1925 ein weiteres Viertel mit 105 Goldmark, am 1. Oktober 1925 ein Viertel mit 110, das Restviertel am 1. April 1926 mit 115 Goldmark eingelöst. Alle Beträge bis 500 Mark, sowie die Spitzenbeträge werden sofort in bar gezahlt. Die Regelung hat rückwirkende Kraft.“ * Es muß ausdrücklich festgestellt werden, daß es sich hier bei lediglich um Gold-K=Schatzanweisunger handelt, d. h. daß die Nachricht lediglich besagt, daß das Reiel den Börsenkurs der Gold=K=Schatzanweisungen durch Rück zahlungen im vollen Nennwert überholt. Die Gold=K=Schatz anweisungen sind an sich in Gold rückzahlbar und sollter zum erstenmal Anfang Juli zur Auslosung uni im Dezember zur Auszahlung gelangen. Da an der Börse der Kurs ganz bedeutend unter pari notiert wird mußte der Besitzer von K=Schatzanweisungen, der zur Veräußerung gezwungen ist, bisher mit Kursverlust verkaufen Das ist jetzt unterbunden. Eröffnung der argentinischen Groß=Funkstation. Freitag nachmittag 3 Uhr ist die neue Groß=Funkstation Monte Grande bei Buenos Aires, bei deren nor etwa zwei Die Porzellanprinzessin. Roman von Max Schmidt=Schiemfels. Settlitz hielt sich zurück. Er zögerte lange, ehe er der Höflichkeit genügte und Regina um einen Tanz bat. Als es endlich geschah, hatte das Mädchen den Eindruck, daß um seine Lippen ein leichter Spott lagerte. Seine Art, sich zu geben, erregte sie. Seine Aufmerksamkeit erschien ihr gezwungen, seine Ritterlichkeit empfand sie als stumme Auflehnung. Auf Reginas weißer Stirn drohte eine feine Falte. Als der Tanz, den die Werkherrin gewährte, zu Ende war, fragte sie in einer verhängnisvollen Aufwallung des Unwillens: „Es scheint Ihnen eine wenig angenehme Pflicht zu sein, mit mir zu tanzen. Ich entbinde Sie gern davon.“ Der Baron sah sie aus ernsten Augen so eigentümlich an, daß sie in leiser Verwirrung zur Seite blickte.„Habe ich es an Achtung gegen Sie fehlen lassen? Ich bin mir dessen nicht bewußt. Es trifft mich tief, Ihren Unwillen erregt zu haben.“ Regina bewegte heftig den Fächer, während sie an Gerolds Seite durch den Saal schritt.„Sie haben mich nicht verletzt. Es ist gut. Führen Sie mich zu meinem Platz.“ Ihrer Hand entfiel der Fächer. „Heben Sie ihn auf!“ gebot sie herrisch, ehe der Baron noch Zeit gefunden zu einer Bewegung. Settlitz war bleich geworden. Er bückte sich, und mit tiefer Verbeugung reichte er ihr den Fächer.„Haben Sie noch weitere Befehle, meine Gnädige?“ „Nein, ich danke.“ Der Vorgang blieb nicht unbemerkt. Die Damen lächelten einander verständnisinnig zu. Der arme Settlitz! Das war also die Behandlung, die ihm als Angestellten zuteil ward. Nun, er hat es ja nicht anders gewollt. Und verliebt ist er auch, sonst würde er sich diesen Ton kaum bieten lassen. So dachten die Damen, die gesehen hatten, wie der Baron der hochfahrenden Art Reginas mit ausgesuchter Förmlichkeit zu begegnen verstand. Auch die Geheimrätir hatte aus der Ferne gesehen, was vorging. Die alte Dame, die jederzeit auf die Wahrung guter Form bedacht war, packte ein leises Entsetzen, als sie bemerkte, wie die Tochter des Hauses den Baron als Bedienten behandelte. Jahren begonnener Herstellung deutsches Kapita und deutsche Arbeit in hervorragendem Maße mitgewirkt haben, vom Präsidenten der argentinischen Republil Dr. Marcelo T. de Alvear eingeweiht worden. Als erste Depesche auf dem neuen Weg ist folgender Gruß des argentinischen Präsidenten an den Reichspräsidenten abgesand worden:„Es ist mir eine Freude, Ihnen, Herr Reichspräsident, durch Vermittlung der in diesem Augenblick eingeweihten Groß=Funkstation Monte Grande den Gruß der argentinischen Regierung und den Ausdruck der Sympathie unseres Volkes und seiner Wünsche für das Gedeihen der deutschen Republik zu übermitteln.“ Der Reichspräsident hat in seiner Antwort der Hoffnung Ausdruck gegeben, daß die neue Verbindung dazu beitrage, die Beziehungen der beider befreundeten Nationen zu fördern und zu vertiefen. Die Sachverständigen Gäste der Reichsregierung. Wie nunmehr feststeht, werden die Mitglieder der Sachverständigen=Komitees spätestens Montag abend in Berlin eintreffen und im Hotel Esplanade Wohnung nehmen. Während ihres Berliner Aufenthaltes dürften die Sachverständigen Gäste der Reichsregierung sein. Haguenin gestorben. Professor Haguenin, der Ches der Berliner Abteilung des Garantiekomitees, der von der Reparationskommission vor wenigen Tagen nach Paris berufen worden war, ist ganz plötzlich daselbst an einem Herzschlag gestorben Haguenin war seit längerer Zeit leidend, erkrankte in Paris und wurde bettlägering. Fraktionswahlen in der demokratischen Partei. Die demokratische Partei nahm am Sonnabend die Ersatzwahl für ihren bisherigen Fraktionsvorsitzenden Dr. Petersen vor. Zum ersten Vorsitzenden wurde gewählt Dr. Koch=Weser, zum zweiten der Abg. Erkelenz. Bremen beantragt Aufhebung des Belagerungszustandes. Die Bremer Bürgerschaft beschloß mit 55 gegen 47 Stimmen den Senat zu ersuchen, bei der Reichsregierung die Aufhebung des Belagerungszustandes zu beantragen. Weiter wurden Anträge auf Aufhebung des Verbots der Deutsch=Völkischen Freiheitspartei und der Kommunistischen Partei und Genossenschaften angenommen. Hochzeit des Herzogs Albrecht Eugen von Württemberg. Am 24. Januar fand in der Stadtpfarrkirche in Mergentheim die Vermählung der Prinzessin Nadejda von Bulgarien, der jüngsten Tochter des früheren Königs Ferdinand von Bulgarien, mit dem Herzog Albrecht Eugen von Württemberg statt. Außerkraftsetzung der Hamburger Sondergerichte. Die außerordentliche Strafkammer, die heute gegen 84 Angeklagte die an dem Kommunistenputsch in Bergedorf und Sande am 23. und 24. Oktober v. J. teilgenommen hatten, verhandeln sollte, hat sich auf Grund des Gesetzes zum Schutz der Republik und der Verordnung des Reichspräsidenten vom 26. November 1923 für unzuständig erklärt und die Angelegenheit an den Staatsgerichtshof verwiesen. Das Gericht war der Ansicht, daf kein Zweifel darüber bestehe, daß die Vorgänge in Bergedor nicht als ortliche Putsche anzusehen seien, sondern mit anderen ins Werk gesetzten Putschen zur Herbeiführung des politischen Generälstreiks und Umsturzes im Zusammenhang stünden. Ramsay Macdonald empfing im Foreign Office in Anwesenheit des Unterstaatssekretärs für auswärti Angelegenheiten Arthur Ponsonby die Botschafter des Deutschen Reichs, Amerikas, Italiens, Belgiens, Spaniens, Japans und Frankreichs. Dumapräsident Rodzianko F. Die„Grazer Tagespost“ meldet aus Belgrad: In Versecz im Banat ist der letzte Präsident der russischen Duma, Rodzianko, gestorben. Der Schweizer Bundesrat beschäftigte sich mit der neuen französischen Note in der Zonenfrage. Es wurde folgender Beschluß gefaßt:„Wenn die französische Regierung es endgültig ablehnt, das einzige Schiedsverfahren anzunehmen, das der Natur des Streites entspricht, ein Schiedsverfahren, das die Rechtsfrage zu entscheiden hat, ob Artikel 435 des Versailler Vertrages die Zonenordnung weiter bestehen läßt oder sie abgeschafft hat, so wird dem Bundesrat nichts anderes übrigbleiben, als diejenigen Rechtsmittel ins Auge zu fassen, die noch zu seiner Verfügung bleiben, um die Rechte der Schweiz zu wahren.“ Kapitalbeschaffung. Von unserem wirtschaftspolitischen Mitarbeiter. (Schluß.) Die Schwierigkeiten, die die Verordnung bietet, sind nur auszugsweise skizziert, da sie bei vollkommener Aufzählung den Rahmen eines Zeitungsaufsatzes sprengen würden. Es sei nur kurz darauf hingewiesen, daß noch eine ganze Anzahl Lücken verstopft werden müssen, und daß aller Wahrscheinlichkeit nach die Ausführungsbestimmungen auch noch grundlegende Aenderungen, die die bereits erlassene Verordnung in etlichen Punkten überholen, enthalten müssen, soll der richtige Weg zu klarer Bilanzierung gefunden werden. Eine andere, allerdings noch populärere Frage nimmt immer von neuem Interesse in Anspruch: die Aufwertungsfrage, die bisher ja auch in kein endgültiges Stadium geleitet werden konnte, für die aber in den nächsten Tagen durch Bekanntgabe der dritten Steuernotverordnung eine Klärung erwartet werden kann. Diese beiden Probleme zusammengenommen, haben dazu geführt, daß der kleine Aktionär sich aufgerafft und zusammengetan hat, um gegen eine weitere Schwächung seines Vermögens sich zu wehren. Ob hierbei, zumal in der Aufwertungsfrage, immer die richtigen Forderungen gestellt und die richtigen Wege beschritten worden sind, muß dahingestellt bleiben. Die volkswirtschaftlich aus dieser augenblicklichen Oefensivstellung des kleinen Kapitalisten resultierende besonders wichtige, wenn nicht überhaupt die wichtigste Frage in diesem ganzen Problemkomplex, ist die der Heranziehung des kleinen Geldmannes zur Kapitalbeschaffung für die Wirtschaft. Es ist kaum zuviel gesagt, wenn man behauptet, daß die Stagnation im Wirtschaftsleben darauf resultiert, daß aus erklärlichen Gründen einmal im Augenblick nicht genügend Kapital vorhanden ist, und ferner, daß man im Augenblick sich kaum darüber klar ist, wie in der Zukunft die Kapitalbeschaffung geregelt werden soll. Unter dem Gesichtspunkt, daß es in erster Linie notwendig ist, das Vertrauen des Inlandes durch Hergabe neuer Gelder an die Wirtschaft für das Ausland zu dokumentieren, ist es notwendig, darauf hinzuweisen, daß nichts unterlassen werden darf, das dieses Vertrauen weckt und rechtfertigt. Der richtige Weg ist aber nicht der, daß man alte Fehler wieder gutmachen und alte Verluste wettmachen will, sondern daß man neue Kräfte, neues Geld und neue Arbeit einsetzt. Wie eingangs betont, hat das Tempo der wirtschaftlichen Entwicklung sich verlangsamt, und man hat wieder Zeit zu ruhigerer Betrachtung der Dinge. Man sollte diese Zeit nicht damit vertun, daß man verlorengegangenen Geldern nachweint und sie wiederfordert, sondern, daß man neue Lebensmöglichkeiten für Wirtschaft und Mensch mit neuen Mitteln schafft. A. Ltg. Der Ministerpräsident als Arkundenfälscher. Die Erste Strafkammer in Braunschweig verhandelte gegen eine Reihe von Mitgliedern der kommunistischen Partei, die wegen Paßfälschungen angeklagt waren. Zu ihnen gehören auch der frühere braunschweigische Ministerpräsident August Merges und die ehemalige Kultusministerin Minna Faßhauer. Merges wie auch alle anderen Angeklagten, verweigerten jede Aussage. Es handelte sich bei den Paßfälschungen darum, Mitglieder der kommunistischen Partei, die als Flüchtlinge nack Braunschweig und anderen Städten kamen, in das besetzte Ruhrgebiet zu bringen. Von Braunschweig aus sind mehrere Kommunistentransporte ins Ruhrgebiet gegangen. August Merges erklärte am Schluß der Verhandlung in einem letzten Wort:„Er werde sich nicht verteidigen; denn einem bürgerlichen Gericht sei er keine Rechenschaft schuldig. Bei ihm in der Wohnung seien im Laufe der Zeit über 150 Spitzel entlarvt worden. Was den Vorwurf anlange, die Kommunisten arbeiteten mit den Fran das nicht nötig. Das Gericht verurteilte Aug Urkundenfälschu fängnis, wegen un mark und wegen grobe mark Strafe. Minna Schuhmacher Kegel chung ein Jahr( nisten wurden mit je 2 Im Landtag wurde Erwerbslosenfürsorge, Abg. Ladendorff(Wirt Folge des Irrwahns vo Soz.) Die Substanz des ten Teil des früheren? müßten festgesetzt werde Anteil am Hausbesitze turhypothek aufnehmen auf dem Gebiete des sammengebrochen.(Wit o betrogen und beloge der Sozialdemokratie. chaft könne zur Gesund Wohlfa eilt mit, daß in der let ind der Kurzarbeiter zw. 46000, im 25000 zurückgeg kalsperren, Kultivierun n großem Umfange Pr seit zu beschaffen. Pr. ändern um Erhöh annten Erwerb Die Vorwürf chaft träfen nicht zu Minister hervor, 440 varen im Bau; im I inem Zusammenbruch Interessenten. Herr L Weil niemand die wirt ind wir auch de niete zu einemb l. Oktober, errei ind Mietspolitik hat tnzig richtige erwiesen Hauses gebilligt. Im diese Politik ruhig uni Nach einem Schli Soz.) wurde der pauptausschuß Zentrumsantrages au Leiles der Grundsteue ung des Finan ordnung abgese Deutschnationalen betr endgültige Ane beraten werden. No gierungsvertreter eine und ganzen mit der A die er seinerzeit bei gegeben hatte, wonach durch die Konfer nischen Sozial werde. Diese Auskur cuhe hervor, die Dei des Landtages auf Herbeirufu durchzuführen. Unter liche bürgerlichen Part schließlich den Demokr sofort vor den Landta abwesend und nur die nisterpräsidenten treu. der Tagesordnung ab schienen sein würde. moitorhin hon Sanl „Was ist vorgefallen zwischen dir und Herrn von Settlitz?“ fragte sie, als die letzten Gäste sich verabschiedet hatten, und die Damen in dem großen Saal waren. „Mein Gott!“ Regina lachte spötisch auf.„Ich verlangte, daß Settlitz meinen Fächer aufhebe. Das scheint der Herr falsch aufgefaßt zu haben.“ „Seine Auffassung scheint nicht unbegründet gewesen zu sein", verwies die Geheimrätin.„Ich bedauere dein Verhalten gegen einen Gast unseres Hauses.“ Das Mädchen biß die Zähne in die Unterlippe. Die Brauen waren finster zusammengezogen. Die Mutter streifte die Tochter mit einem forschenden Blick. „Regina, sei auf der Hut“, sagte sie eindringlich.„Ich möchte dich warnen—.“ „Warnen?— Wovor?“ „Vielleicht vor dir selbst!“ Regina wendete sich ab. In ihren Augen brannten Tränen.„Es bedarf deiner Warnung nicht, liebe Mutter.“ „Um so besser“. Die Geheimrätin atmete wie von einer Last befreit auf.„Hast du übrigens bemerkt, Settlitz scheint sich ernstlich um Ulla Torbegge zu bemühen".—„Ich weiß es nicht, Mutter.“ Frau Tyssenberg sah mißbilligend nach der Tochter, die bleich und müde im Schein der Kronleuchter stand.„Wie merkwürdig du antwortest! Ich weiß es nicht.— Natürlich weiß es niemand. Aber man sieht doch. Alle sehen es.“ „Ich bin abgespannt, Mutter. Erlaube, daß ich mich zurückziehe“. Regina reichte der Mutter die Hand. Ihr Schritt war langsam und schwer. Aus fragenden Augen blickte Frau Tyssenberg der Tochter nach. Als die junge Herrin nach dem Auskleiden die Zofe entlassen hatte, warf sie sich in wildem Aufschluchzen auf das Bett. Um dieselbe Stunde saß Gerold von Settlitz beim Schein der Lampe in seiner Wohnung und dachte über das rätselhafte Verhalten der Werkherrin nach. Ein schwaches Lächeln hellte seine Züge auf, während er in die Rauchwolken seiner Zigarre blickte. Warum war sie so launenhaft, ja ungezogen? fragte er sich. War sie verletzt über mein Zögern, sie zum Tanz aufzufordern? Das wäre immerhin schmeichelhaft. Ich bin nicht eingebildet genug, zu glauben, daß die kalte Regina sich meinetwegen in die Unkosten einer Gemütserregung stürzt.—— Wir spinnen nun einmal keinen guten Faden miteinander, das ist richtig. Um die königliche Vollkommenheit ihrer Schönheit nicht zu beeinträchtigen, sollte sie sich besser zu beherrschen suchen. Gerold erhob sich und schritt sinnend im Zimmer auf und nieder: Ein wenig schwierig zu behandeln, diese stolze Art Frauen mit kühlem Verstand.— Wir wollen den Vorfall nicht so tragisch nehmen. Es wird der letzte nicht gewesen sein. Die Arbeit war es, die den Baron über die mancherlei kleinen Reibungen hinweg half, an denen es auch in der Folgezeit nicht fehlte. Nach und nach lernte Gerold neben dem kaufmännischen Betrieb die technischen Abteilungen des weitverzweigten Unternehmens kennen. Er arbeitete sich ein. Am wenigsten fesselte ihn die Geschirrabteilung. Dagegen hatte er für die Arbeiten in der Kunstabteilung und im Malersaal viel übrig. Mit überraschendem Verständnis für die technische Zweckmäßigkeit verfolgte der Baron das Entstehen der Dinge in den Modell= und Formwerkstätten. Bergrat Förster war ihm in allem ein trefflicher Erklärer und Anreger, der sich freute über die Anteilnahme des jungen Offiziers für die werklichen Vorgänge. *** Der Herbst kam heran. In den Porzellanwerken Anton Tyssenberg häuften sich die Arbeiten infolge umfangreicher Nachbestellungen zu den Weihnachtsbestellungen. Fräulein Doktor Tyssenberg erschien früher im Büro und verweilte auch länger als sonst. Vor ihr auf dem Schreibtisch lagen neue künstlerische Entwürfe, mit deren Durchsicht sie beschäftigt war. Einige dieser Entwürfe betrachtete die Werkherrin mit ungewöhnlicher Anteilnahme. Sie rührten von Settlitz her, dessen Vielseitigkeit sich auch auf dem Gebiet der Malkunst bekundete. Die Blätter zeigten Ziergefäße und stilisierte Kleinplastiken in eigenartiger Formgebung. Ohne Frage verrieten die Arbeiten ein ausgesprochenes Geschick und viel Verständnis für das Material, in dem die Herstellung erfolgen sollte. Sie durften außerdem Anspruch erbeben auf künstlerischen Gehalt. Es lohnte sich schon, die Entwürfe ausführen zu lassen. Derartige Neuheiten führten sich immer rasch und erfolgreich ein. (Fortsetzung folgt.) D Meinerzbag meister Heinrich Sch Oststraße, f Hochzeit. Wir grati □ Meinerzh Meinerzhagen nimn Verhältnisse im Gel Abbuchung und Ueb gebühren und alle u Girokonten ihrer K träge hier zu sind bei + Meinerzha unterlassen, auf die Verein einberufene Gewerbesteuerzahler Sollte jemand von sein, so empfehlen 1923 zur Hand zu von 1,5 Billionen für 1923.(Beschluß Wie wichtig also d für die bevorstehent dann jedermann klan daß für obigen Be Vertreter stimmten, daß die Gewerbest natürlich nicht zu de die Gemeinde aufzu treten natürlich nicht den und Handwerke abwälzen möchten. Listen nicht erscheine + Meinerzha wurde durch die hie Erziehungsanstalt arbeiteten mit den Franzosen gegen Deutschland, so hätten sie das nicht nötig. Das besorge schon Vater Stinnes.“ Das Gericht verurteilte August Merges wegen Beihilfe zur Urkundenfälschung zu drei Monaten Gefängnis, wegen unbefugten Waffentragens zu 30 Gold mark und wegen grober Ungebühr vor Gericht zu 20 Goldmark Strafe. Minna Faßhauer wurde freigesprochen. Der Schuhmacher Kegel erhielt wegen Urkundenfälchung ein Jahr Gefängnis, vier andere Kommunisten wurden mit je zwei Monaten Gefängnis bestraft. Aussprache im Landlag. Im Landtag wurde Sonnabend die Aussprache über die Erwerbslosenfürsorge, Wohnungsfragen und dgl. fortgesetzt. Abg. Ladendorff(Wirtsch. Partei) bezeichnet die Notlage als Folge des Irrwahns vom 9. November 1918.(Unruhe bei den Soz.) Die Substanz des Hausbesitzes stelle heute nur den vierten Teil des früheren Wertes dar. Angemessene Goldmieten müßten festgesetzt werden, dem Hausbesitzer müsse ein solcher Anteil am Hausbesitz gelassen werden, daß er eine Reparaturhypothek aufnehmen könne. Alle bisherigen Maßnahmen auf dem Gebiete des gemeinnützigen Bauwesens seien zu sammengebrochen.(Widerspruch links.) Noch nie sei das Volk o betrogen und belogen worden wie durch die Verheißungen der Sozialdemokratie. Nur die Aufhebung der Zwangswirtchaft könne zur Gesundung führen. Wohlfahrtsminister Hirtsiefer eilt mit, daß in der letzten Woche die Zahl der Erwerbslosen ind der Kurzarbeiter im unbesetzten Gebiet um 20000 zw. 46000, im besetzten Gebiet um 60000 bzw 25000 zurückgegangen sei. Es sei gelungen, für kalsperren, Kultivierung von Oedländereien und dergleichen n großem Umfange Privatkapital und damit Arbeitsgelegenseit zu beschaffen. Preußen sei im Verein mit den übrigen ländern um Erhöhung der als zu niedrig erannten Erwerbslosenrente bemüht. Die Vorwürfe gegen die Zwangswirtchaft träfen nicht zu. Im Jahre 1922 sind, so hebt der Minister hervor, 44 000 Wohnungen fertiggestellt, 65 000 varen im Bau; im Jahre 1023 72 000 bzw. 30 000. Von inem Zusammenbruch des Wohnungsbaues reden nur die Interessenten. Herr Ladendorff hat maßlos übertrieben. Weil niemand die wirtschaftliche Entwicklung übersehen kann, ind wir auch dagegen, daß die Friedensniete zu einembestimmren Termin, etwa zum l. Oktober, erreicht wird. Die preußische Wohnungsind Mietspolitik hat sich bewährt und sich als die tinzig richtige erwiesen, sie wird auch von der Mehrheit dieses Hauses gebilligt. Im Interesse des Volksganzen werden wir diese Politik ruhig und konsequent fortsetzen. Nach einem Schlußwort des Abg. Meyer=Solingen Soz.) wurde der sozialdemokratische Antrag dem pauptausschuß überwiesen. Die Beratung des Zentrumsantrages auf vorläufige Außerkraftsetzung eines Teiles der Grundsteuer wurde wegen der Erkranung des Finanzministers von der Tagesordnung abgesetzt. Darauf sollte die Anfrage der Deutschnationalen betreffend die endgültige Anerkennung der dänischen Grenze beraten werden. Nach kurzer Begründung gab ein Rezierungsvertreter eine Erklärung ab, die sich im großen und und ganzen mit der Auskunft des Ministers Severing deckte, die er seinerzeit bei der Etatsberatung im Landtage abgegeben hatte, wonach die Haltung des Staatsministeriums durch die Konferenz der deutschen und dänischen Sozialdemokratie nicht berührt werde. Diese Auskunft rief im Hause lebhafte Unruhe hervor, die Deutschnationalen beantragten das Recht des Landtages auf Herbeirufung des Ministerpräsidenten durchzuführen. Unter lebhaftem Beifall unterstützten sämtliche bürgerlichen Parteien von der äußersten Rechten bis einschließlich den Demokraten, den Ministerpräsidenten Braun sofort vor den Landtag zu zitieren, die Kommunisten waren abwesend und nur die Sozialdemokraten blieben ihrem Ministerpräsidenten treu. Der Gegenstand wurde solange von der Tagesordnung abgesetzt, bis der Ministerpräsident erschienen sein wurde. Dauernde Unruhe beherrschte moitorhin hon Hus der Heimat Einsendungen aus unserm Leserkreise sind jøderzeit willkommen; umgehendZusendung ist erforderlich.——— □ Meinerzbagen, 28. Jan. Der Hammerschmiedemeister Heinrich Schürfeld und seine Ehefrau Ida geb. Schulte, Oststraße, feiern heute das Fest der silbernen Hochzeit. Wir gratulieren. □ Meinerzhagen, 28. Jan. Die Sparkasse Meinerzhagen nimmt jetzt, nachdem wieder normale Verhältnisse im Geldverkehr eingetreten sind, auch die Abbuchung und Ueberweisung von Steuern, Elektrizitätsgebühren und alle wiederkehrenden Zahlungen von den Girokonten ihrer Kunden wieder vor. Besondere Anträge hier zu sind bei der Sparkasse zu stellen. + Meinerzhagen, 28. Jan. Wir möchten nicht unterlassen, auf die für heute abend vom DetaillistenVerein einberufene Versammlung hinzuweisen. Jeder Gewerbesteuerzahler ist eingeladen, es darf keiner fehlen! Sollte jemand von der Wichtigkeit noch nicht überzeugt sein, so empfehlen wir ihm, den Gewe besteuerzettel 1923 zur Hand zu nehmen und mit dem Multiplikator von 1,5 Billionen zu multiplizieren als Nachzahlung für 1923.(Beschluß der letzten Gemeindevertretersitzung). Wie wichtig also die Aufstellung geeigneter Kandidaten für die bevorstehende Gemeindevertreterwahl ist, dürfte dann jedermann klar werden. Nicht unerwähnt sei noch, daß für obigen Beschluß von 16 Gemeindevertretern 10 Vertreter stimmten, die scheinbar die Ansicht vertreten, daß die Gewerbesteuerzahler, denn sie selbst gehören natürlich nicht zu denselben, fast lediglich die Kosten für die Gemeinde aufzubringen haben. Diese Männer vertreten natürlich nicht die Interessen der Gewerbetreibenden und Handwerker, da sie alles auf deren Schultern abwälzen möchten. Sorgen wir dafür, daß sie auf unsern Listen nicht erscheinen. Mehrere Gewerbesteuerzahler. + Meinerzhagen, 28. Januar. Am 22. ds. Mts wurde durch die hiesige Polizeiverwaltung ein aus der Erziehungsanstalt Fichtenhain bei Crefeld entwichener Fürsorgezögling aufgegriffen und in Polizeigewahrsam genommen. In der Nacht vom 24. zum 25. ds. Mts. ist der 18-jährige Bursche auf ganz raffinierte Weise aus der Schutzhaft entwichen Heute morgen hat sich der Zögling, nachdem er sich in der Zwischenzeit in hiesiger Gegend umhergetrieben hatte, von Hunger gepeinigt der hiesigen Polizeiverwaltung wieder zur Verfügung gestellt. Meinerzhagen, 28 Jan. Am 25. ds. Mts. fand eine Dringlichkeitssitzung der Gemeindevertretung Meinerzhagen statt. Zur Durchführung der Erwerbslosenfürsorge soll das zum 31. Januar 1924 aufgerufene Gemeindegeld bis zum äußersten Termin, den 24. 1924, weitethin im Verkehr bleiben. Zur sofortigen Beschaffung und Verteilung von Lebensmitteln für die Erwerbslosen wurde ein Betrag von 1000.- Goldmark bewilligt. Auf Antrag der Erwerbslosen genehmigte die Vertretung, daß die Erwerbslosen für ausscheidende Mitglieder ous dem Ausschuß zur Durchführung der Erwerbslosenfürsorge infolge Wiederaufnahme von Arbeit neue Mitglieder vorschlagen darf und diese dann in den Ausschuß eintreten können. Als Sachverständige für die staatliche Grundvermögenfteuerveranlagung wurden gewählt: Otto Junker, Nordhellen, August Busch, Schürfelde, Theodor Nockemann, Meinerzhagen und Wilhelm in das Amtshaus verlegt werden. Mit der Aufstellung des Beleuchtungsplanes wurde der Gemeindevorstand beauftragt + Valbert, 28. Januar. In der am 24. d. Mts. stattgefundenen Sitzung der Gemeindevertretung von Valbert wurde unter dem Vorsitz des Amtmanns Bedder folgendes verhandelt und beschlossen: An Gemeindezuschlägen zur Grundvermögenssteuer sollen vorläufig für den Monat Januar 100 Prozent zur staatlich veranlagten Steuer erhoben werden. Als Gemeindezuschlag zur staatlich veranlagten Gewerbe= und Betriebssteuer für das Jahr 1923 werden 1,5 Billionen% erhoben. Zur Förderung der Fertigstellung des Eisenbahnneubaues Meinerzhagen-Olpe beschlaß man, den projektierten Weg durch das Krummenautal zu bauen; es sollen hierfür sämtliche verfügbaren Beihilfen, insbesondere die Mittel der Erwerbslosenfürsorge, erwirkt werden. Ferner soll der Durchgangsweg Hunswinkel—HausstadtValbert ausgebaut werden. Den Erwerbslosen wurde ein Stundenlohn von 35 Pfg. für produktive Arbeiten vom 28. d. Mts. ab bewilligt. Für die Folge werden wir unserer Zeitung wieder regelmäßig eine wöchentlich erscheinende illustrierte Beilage beifügen. Wegen technischer Schwierigkeiten kann die eigentlich vorgesehene achtseitige Beilage erst ab nächste Woche geliefert werden. Dortmund, 26. Jan. Diebe im Stadttheater. Nachdem in der vergangenen Woche ein Diebstahl im hiesigen Stadttheater verübt worden war, drangen abermals Einbrecher in die Magazinräume des Theaters ein. Diesmal hatten es die Diebe in erster Linie auf die Garderobe abgesehen. Sie erbeuteten eine größere Anzahl Garderobenkleidungsstücke von Theatermitgliedern und Angestellten. Dortmund, 26. Jan. Tod durch eine einstürzende Mauer. Auf einem mit einer 2½ Meter hohen Mauer von der Straße abgefriedeten Lagerplatz an der Balkenstraße hat eine hiesige Bausirma ein großes Sandlager errichtet. Zwei Arbeiter waren beschäftigt, von einer über dem Bürgersteig errichtete Ladebühne aus Sand über die Mauer zu werfen. Da bemerkte der Arbeiter Anton Durnau(aus Barop), daß die dicke Steinmauer nach der Straße zu ins Wanken kam. Schnell wollte er sich durch Abspringen von der Bühne retten, doch der Zusammensturz der Mauer erfolgte so schnell, daß er nicht mehr entrinnen konnte. Mit zertrümmertem Schädel wurde er tot unter den Mauersteinen hervorgezogen. Auch der andere Arbeiter Oskar Stein wurde von Steinen getroffen und so schwer verletzt, daß er sofort dem Krankenhause zugeführt werden mußte. Lüdenscheid, 26. Jan. Bahnbauten. Die Bauarbeiten an dem Bahnhofsempfangsgebäude in Lüdenscheid waren auf eine Ende v. Mts. ergangene neue Anweisung des Reichsverkehrsministeriums eingestellt worden. Auf wiederholten Einspruch der Handelskammer ist nunmehr der Bescheid ergangen, daß die Genehmigung zur Wiederaufnahme und Fertigstellung der Arbeit erteilt ist und diese in einigen Tagen wieder in Gang kommt. Der Umbau des Bahnhofs Oberbrügge in die neue Richtung des Bahnhofsgebäudes, das verlegt wird, und in den sog. Hirschberg kommt, ist durch die Zeitverhältnisse nur sehr langsam vorangeschritten. Jetzt ist das Bahnhofsgebäude endlich im Rohbau fertiggestellt. Gütersloh, 26. Jan. Durch Erhängen seinem Leben ein Ende gemacht hat hier der am Öhlbrocksweg wohnende Neuwöhner Wilhelm Gnegeler. Scheinbar verdrießlich, verließ er sein Besitztum, besuchte Verwandte, von denen aus er den Weg zu seinem Grundstück in der sogenannten Holzheide einschlug, wo er sich in einer dort stehenden Gerätebude erhängte. Mißliche Familienverhältnisse sollen der Tat zugrunde liegen. Buer, 26. Jan. Der Ankaufvon Schloß Berge. Der Magistrat, die Finanzdeputation und die Grundstücksdeputation beschäftigten sich in gemeinsamer Sitzung mit dem Ankauf von Schloß Berge. Nach längerer Aussprache wurde den Vorschlägen der Verwaltung zugestimmt und der Ankauf beschlossen. Der Kaufpreis beträgt rund 1,4 Millionen Goldmark, wovon 250 000 Goldmark anzuzahlen sind, während der Rest gegen 4 Prozent Zinsen auf 10 Jahre stehen bleibt. Das Gelände umfaßt 406 Morgen, sämtliche aufstehenden Gebäude, Schloß, Oekonomie usw., sowie das aufstehende Holz, sind in dem Kaufpreis einbegriffen. Die Stadtverordnetenversammlung wird in ihrer nächsten Sitzung endgültig über das jekt zu beschließen haben. Gladbeck, 26. Jan. Trinkfest scheint man in Gladbeck zu sein. Nachdem bereits eine Anzahl Wirtschaften wegen Ueberkneipens abends um 8 Uhr zu schließen hat sind jetzt durch die Polizei abermals sieben Wirte verurteilt worden. Gegen weitere schwebt ein Verfahren. Aus dern Rheinland. Köln, 26. Jan. Raffinierte Diebstähle. Einem Kriminalbeamten gelang es jetzt, einen der Diebe festzunehmen, die in den letzten Wochen vor Weihnachten den starken Andrang vor den Schaufenstern dazu benutzt hatten, um hier ihr Handwerk leicht auszuführen. Der Gefaßte, ein Privatdetektiv(!) wurde auf frischer Tat ertappt.— Einen neuen Trick wendet jetzt eine Diebesbande an, die nachts Schaufenster von Geschäftshäusern einschlagen und Ware von hohem Wert entwenden. Sie fahren im Automobil vor, das ein ohrenbetäubendes Getöse von sich gibt, wodurch wahrscheinlich das Einschlagen der Scheibe übertönt wird, führen ihr Geschäft aus und fahren ihre Beute per Nuto fort. Aus dem Westerwald, 26. Jan. Ein trauriger Unglücksfall ereignete sich kürzlich in der Nähe des Ortes Emmerichenhain. Ein Monteur aus Westenburg, der Reparaturarbeiten ausführte, kam durch einen unglücklichen Zufall mit der Starkstromleitung in Verührung. Er war sofort tot und mußte vom Mast heruntergeholt werden. Uerdingen, 26. Jan. Ein geräumiger Keller unter der hiesigen St. Heinrich=Kirche, der in Kriegszeiten als städt. Lagerraum diente und jetzt an eine Duisburger Firma vermietet ist, war schon mehrfach das Ziel von Dieben, denen verschiedene Einbruchsversuche glückten. Beim vorletzten Male, vor einigen Tagen, konnten drei Einbrecher in dem Keller festgenommen werden. Nunmehr wurde von einer größeren Einbrecherbande dort ein neuer Einbruchsversuch unternommen. Die Vande durchschnitt die Telephonleitung des nebenanliegenden Pfarrhauses, versuchte dann vergeblich in den Keller einzudringen und bombardierte schließlich das Pfarrhaus mit Steinen. Als die Tür auch den Steinen nicht nachgab, verlangte man im Pfarrhause die Herausgabe des Kellerschlüssels, die man irriger Weise dort vermutete. Auf die Hilferufe vom Pfarrhause her flüchtete die Bande, nachdem sie zwei Schüsse gegen das Haus abgegeben hatte. Rheydt, 26. Jan. Die Streikbewegung geht ihrem Ende entgegen. In der überwiegenden Mehrzahl der stillgelegten Textilbetriebe haben die Belegschaften die Arbeit wieder aufgenommen. In der Metallindustrie konnte ebenfalls der Arbeitsbeginn sestgestellt werden. Das Straßenbild hat wieder seinen gewohnten Charakter angenommen. Mülheim=Ruhr, 26. Jan. Ein großer Gemäldeschwindel. Zu Beginn des Jahres 1919 erschienen in den größten westdeutschen Tageszeitungen Anzeigen, in denen hochwertige klassische Gemälde, meist Werke italienischer und niederländischer Meister,„besonderer Umstände halber" zu billigen Preisen angeboten wurden. Diese Gemälde wurden von zwei angeblichen Dozenten der Kunstgeschichte, namens Schäfer und Grottner, die vorübergehend in Düsseldorf und Köln ansässig waren, als„belgisches Beutegut“ aus dem Besitz bekannter deutscher Generale angeboten. Verschiedene dieser Bilder, darunter Gemälde von Rubens, van Dyk, Jordaens fanden ihren Weg nach Holland und Dänemark, wo sie später als gute Kopien aus neuer Zeit festgestellt wurden. Für diese Kopien waren seitens der ahnungslosen Käufer sehr hohe Preise in ausländischer Valuta gezahlt worden. Die Bilder waren meist Kopien verhältnismäßig wenig bekannter, in Wiener und Budapester Sammlungen befindlicher Originalwerke. Von Holland und Dänemark aus angestellte Nachforschungen nach den Verkäufern blieben erfolglos, da diese ihre Wohnung unzähligemale gewechselt haben. Ein sehr bekannter deutscher Großindustrieller hatte für seinen Wohnsitz in der Nähe von Essen als vorteilhafte„Kapitalsanlage“ ein großes mythologisches Gemälde von Rubens, eine Allegorie von Tintoretto, sowie drei Porträts von van Dyk und eine„ruhende Venus“ von Tizian zu dem„Spottpreis“ von 130 000 Goldmark von den obengenannten Kunsthistorikern erstanden. Als Sachverständiger diente ein Kunsthändler aus Köln, der für sein Gutachten ein außerordentlich hohes Honorar forderte. Die Bilder schmückten die Wohnräume des kunstbegeisterten Großindustriellen. Bei Beginn der Ruhraktion ließ der Großindustrielle aus Besorgnis vor Einquartierung u. eventueller Beschlagnahme de„belgischen Beutegutes“ seinen Besitz an klassischen„Gemälden" ins unbesetzte Gebiet schaffen. Durch irgend einen Zufall wurden vor einigen Tagen die Bilder als Kopien„entlarvt“. Der Gesamtwert der Bilder beträgt höchstens einige tausend Goldmark. Die Nachforschungen haben ergeben, daß die Kopien sich niemals in Belgien befunden haben, sondern gleich anderen Kopien klassischer Meister massenweise während der Kriegsjahre von Wien und Budapest nach Berlin äusgeführt wurden, wo sie auf sogenannten„Kunstauktionen“ dutzendweise versteigert wurden. Grottner und Schäfer haben diese Bilder als Massenartikel von Westdeutschland aus an deutsche, niederländische und dänische Kriegsgewinnler zum Schmuck ihrer neuen Villen und als„sicherste Kapitalsanlage“ vertrieben. Grottner wurde vor einiger Zeit in Dänemark verhaftet, als er größere Mengen einer fast wertlosen Silberplatinlegierung als echtes Plantin mit gefälschtem Stempel einer bekannten deutschen Metall=Scheideanstalt verkaufen wollte. Von Schäfer fehlt jede Spur. Katernberg, 26. Jan. Die geständigen Raubmörder. Die beiden in Wiesbaden verhafteten Raubmörder Max Scholz und Franz Schneeweiß sind in Essen eingetroffen und in das Untersuchungsgefängnis eingeliefert worden. Sie wurden einem mehrstündigen Verhör unterzogen, in dem sie ihr bereits in Wiesbaden abgelegtes Geständnis aufrecht erhielten. Auf Grund der Angaben der beiden Täter Scholz und Schneeweiß, die bis in alle Einzelheiten rückhaltlos die Beweggründe und die Ausführung des furchtbaren Verbrechens schildern, ist es nunmehr gelungen, die Mordtat restlos aufzuklären. Als der in Langendreer verhaftete Komoß die Aussichtslosigkeit jedes weiteren Ableugnens einsah, legte er ein Geständnis ab, daß er allerdings dahin einschränkte, daß er geglaubt habe, es habe sich nicht um die Ermordung des alten Pockelscheck, sondern um einen Einbruchsdiebstahl gehandelt. Weiter haben die Ermittelungen nunmehr festgestellt, daß der in Bremen verhaftete Paul Lipinski an der Mordtat selbst nicht beteiligt gewesen ist. L. hat vielmehr nur kurz vor der Mordtat einen Einbruchsdiebstahl bei dem alten Pockelscheck versucht, bei dem er verscheucht worden ist. Er wird im Laufe der Woche von Bremen nach Essen überführt werden. Die drei Mörder betonten bei ihrem Geständnis, daß sie nicht die Absicht gehabt haben, den alten Pockelscheck zu ermorden, sondern ihn nur zu betäuben, um den beabsichtigten Goldgelddiebstahl ausführen zu können. Jn Frost und Berliner Brief. „Als Noah aus dem Kasten kam“... Zurzeit ist jeder Berliner willens und fähig, sich in die Lage des ersten Kajütenpassagiers zu versetzen. Sie müssen nämlich wissen, daß es bei uns getaut hat. Vielleicht taut es schon wieder, wenn diese Zeilen im Druck erscheinen, aber vorläufig ist die Witterung stabilisterk, es herrscht gelinder Frosk, und wir sino nicht mehr von der Gefahr bedroht, allesamt Wasserleichen zu werden. Wir haben ja bekanntlich einen Winter gehabt, als seien wir Bewohner der Arktis, zum mindesten Eskimos, und unendliche Schneemassen hatten sich in unserer guten Stadt, Verlin, die übrigens sehr leicht auch eine böse Stadt wird, aufgehäuft. Der Magistrat tat, was er konnte, aber er konnte nicht viel, und er veränderte das winterliche Bild unseres Gemeinwesens nur insoweit, als er in einer Reihe von Straßen den Schnee erst an den Rand des Fahrdammes brachte und späterhin die so entstandenen, nicht unmalerischen Gebirge auf den Bürgersteig häufte. Er hat, wie der Glaube Berge versetzt, vielleicht das einzige, was zu versetzen dem löblichen Rate noch möglich ist. Daß diese Beförderung in zwei Etappen geschah, kann nur ein Laie bemängeln, das ist die so eminent praktische Arbeitsteilung. Also die Berge machten sich auf dem Steig der Bürger breit, wo sich schon andere unangenehme Elemente breit gemacht hatten, und warteten darauf, abgeholt zu werden. Sie warteten so lange, bis sie schwarz wurden, nämlich von den organischen und unorganischen Bestandteilen der Berliner Lust. Aber es kam niemand, die Straßenreinigung ließ nichts von sich hören. Sie tat sehr gut daran; denn erstens hätte bei der Bewältigung der Schmutzmassen leicht ein Unglück geschehen können, und zweitens hätte die Tätigkeit der Reinigungsbehörde Geld gekostet. Sie verließ sich aufs Tauen und wurde in ihrer gläubigen Zuversicht nicht getäuscht. Die linden Lüfte erwachten, es regnete dazu, und die blockierten Straßen wurden alle schiffbar. Vivere non necesse, navigare necesse est! Wer nun über eine kleine Motorjacht verfügte und sie zufällig im Arbeitszimmer oder in der guten Stube bei sich zu Hause untergebracht hatte, der war gut daran und selbstverständlich auch jeder, der ein anderes seetüchtiges Fahrzeug„greifbar“ besaß. Es scheinen aber doch nur wenige Zeitgenossen dieses Glück gehabt zu haben, sondern die meisten sind wohl auf ihre Beine und Füße angewiesen gewesen. Und da die Berliner es noch nicht zu Schwimmhäuten gebracht haben, so waren sie in etlicher Verlegenheit. Etliche haben sich freilich der Verlegenheit schnell entzogen, sie haben sich eine Lungenentzündung geholt und sind flugs in ein anderes Dasein übergesiedelt, das schon deshalb unbedingt ein besseres genannt werden muß, weil es dort kein Wohnungsamt gibt, die anderen aber litten und leiden an Schnupfen, Grippe und ähnlichem und schließen die Straßenreinigung in ihrer jetzigen Gestalt in ihr Gebet ein, nämlich bei der siebenten Bitte im Vaterunser. Aber wie gesagt, jetzt ist wieder Frost, die Straßen sind trocken, und statt der Alpen, die sie sonst verzierten, stehen nur noch Hügelketten da. Auch die werden einstens schmelzen, und hoffentlich gehen dann, zur größten Freude Clemenceaus, wieder soundsoviel Deutsche zugrunde. Recht geschieht ihnen, warum sind sie nach Berlin gezogen oder gar— aber der Fall ist seltener— dort geboren. Wir können es Noah nachfühlen, wie ihm war, als er endlich auf dem Arrarat landete oder strandete und trockenen Boden sah. Ich habe mir aber eine Lehre aus dem Abenteuer gezogen und werde mich vorsehen. Daß ich mir keine Motorjacht leisten kann, ist selbstverständlich, ich könnte sie auch gar nicht unterbringen, aber zu einem Schwimmgürtel wird es noch langen, im schlimmsten Falle zu einem Rettungsringe, und so sehe ich der kommenden Zeit gefaßt entgegen. Freilich, man kann nicht wissen, passieren kann einem trotzdem etwas, aber das muß man hinnehmen, und dann bin ich ein Opfer der Straßenreinigung. Und ich tröste mich: vivere non necesse... leben ist nicht notwendig, aber Schiffahrt treiben. Dr. M. P. Statistische Feststellung einer Kriegsfolge. Die Behauptung, daß nach großen Kriegen die Zahl der Knabengeburten im Verhältnis zur Zahl der Mädchengeburten zunimmt, wird durch den Weltkrieg neuerdings betätigt. Ueber diese Veränderungen im Geschlechtsverhältnis haben die Herren Regierungsrat Dr. Simon und Dr. Lucht, beide am preußischen Statistischen Landesamt, umfangreiche Studien angestellt, die einer größeren Oeffentlichkeit übermittelt zu werden verdienen. Aus ihren Arbeiten geht zunächst hervor, daß die Geburtenzahlen schon lange oor dem Kriege einen anyaltenden Rückgang gezeigt haben. Seit 1909 war die jährliche Geburtenzahl in Preußen um rund 85 000 gesunken. Diese stete Abwärtsbewegung hat während des Krieges in hohem Maße zugenommen. Das Jahr 1915 zeigt gegen 1914 einen Rückgang von über 280 000. Der Geburtenstand ist dann schließlich so weit gesunken, daß er nur noch die Hälfte des Friedensstandes ausmachte. Bemerkenswert ist aber, daß schon seit Beginn des Jahrhunderts eine Zunahme des Knabenüberschusses bei den Geburten wahrnehmbar ist. In den Jahren 1900 bis 1915 ist das Geschlechtsverhältnis(aul 100 lebend geborene Mädchen lebend geborene Knaben) vor 105,44 auf 105,77 Prozent gestiegen. Die Schwankunger innerhalb dieser Zeitperiode waren aber so gering, daß die später folgende, stärkere Aufwärtsbewegung nicht gut ledig lich als eine Fortsetzung dieser steigenden Tendenz gewertet werden kann. Bis zum Jahre 1914 wurde nie ein höheres Verhältnis als 106.38 erreicht; dagegen brachte der Kriegeine Erhöhungbisauf 108,03 Prozent. Uleber die Entwicklung des Geschlechtsverhältnisses in Preuzen gibt die nachfolgende Tabelle Aufschluß: (ohne Abtretungsgebiet). Unter den deutschen Ländern gehört Preußen zu denen mit hoher Knabenproportion. Auf 100 Mädchengeburten kamen in den Jahren 1915 bis 1918 in Bayern 107,05, in Sachsen 107,06, in Württemberg 105,66 und in Baden 106,30 Knabengeburten. In Dänemark war das Geschlechtsverhältnis im Jahre 1914 105,28, im Jahre 1917 105,18 Prozent, in der Schweiz 106,73 bzw. 105,02, in Holland 106,1 bzw. 106,30 Prozent. Ueberall bleiben die Ziffern in den Grenzen, die durch die vorhergehenden Jahresergebnisse festgelegt sind, und nirgends läßt sich eine ungewöhnliche Gestaltung des Geschlechtsverhältnisses wahrnehmen. Also doch wohl ein Beweis dafür, daß der Kriegauf diesem Gebiet bestimmend mitwirkt. A. M. Momentaufnahmen von der Von unserem Berliner Gerichtsberichterstatter. Fliederdüfte sind in dieser Zeit etwas Ungewöhnliches. Um so sonderbarer, daß man sie dieser Tage in Moabit vor der 9. Strafkammer„genießen“ konnte. Torkelte da ein Tanzlehrer mit dem holden Namen Otto Flieder vor dem Zeugentisch. Als er etwas Unverständliches dem Vorsitzenden zulallen wollte, winkte dieser energisch ab:„Diese Fliederdüfte bitte zur Seite!“ Da Herr Flieder im übrigen brüllte, daß die Wände wackelten, die Richter im übrigen im trauten Du anredete und ihnen zurief:„Hier kommandiere ich, stramm gestanden!", wurde ihm schließlich eine 24stündige zwangsweise Ernüchterungskur verordnet. * Recht zweifelhafte Gestalten waren es, die den Zuhörerraum des Schöffengerichts Berlin=Mitte in einem Diebstahlsprozeß gegen zwei Mitglieder der berüchtigten„Weddingkolonne“ füllten, denen ein Deckeneinbruch in einem Ledergeschäft in der Jüdenstraße zur Last gelegt wurde. Ein Kumpan der beiden hatte die Sache nämlich„verpfiffen“, und in der Hauptverhandlung bat er den Vorsitzenden um Ausschluß der Oeffentlichkeit. Er fühle sich bedrückt in Gegenwart der zahlreichen Mitglieder von der Weddingkolonne, die die Zuhörerbänke besetzt hielten. In der Tat erreichte auch der Zeuge, daß aus diesem ganz ungewöhnlichen Grunde die Oeffentlichkeit ausgeschlossen wurde. Hoffentlich haben nicht nach Beendigung der Verhandlungen die„Vorstandsmitglieder“ ihr Mütchen an dem„pfeifenden“ Kollegen gekühlt. * Es geht doch nichts über ein Tuskulum, freilich muß es anders zugeschnitten sein als das„Tuskulum“ in der Hauptstraße in Tegel, das jetzt im Mittelpunkt eines Strafverfahrens stand. An einem schönen Augusttage erschien dort ein Schneidermeister Stobwasser und bestellte für sich und seine bessere Hälfte zwei Beefsteaks. Diese sollen— der Zeuge sagte es wörtlich— schon von weitem gestunken haben. Darob großer Krawall, Stobwasser wollte nicht zahlen. Handgemenge zwischen den Wirtsleuten, deren Sohn und Stobwassers. Vor den Schöffen wurde die Wirtin freigesprochen, der Filius bekam 600 Milliarden Mark Geldstrafe, der Wirt selbst 500.— Die Sache kam in die Berufungsinstanz, und so hatte nunmehr eine Strafkammer über die Zustände im Tegeler Tuskulum zu befinden. Nachdem man sich längere Zeit über die ominösen Beefsteaks herumgestritten hatte, entschied die Kammer, daß der Sohn freizusprechen sei, bei dem Inhaber des Tuskulums blieb es dagegen wegen Nötigung bei den 500 Milliarden. Kopfschüttelnd verließ Stobwasser den Saal, indem er sagte: „Hätten die Herren det Böffstick jesehen und jerochen, die Sache wäre anders ausjelaufen...“ * Einen recht heiteren Verlauf nahm eine Verhandlung vor dem Amtsgericht Mitte gegen den Händler August Ossowski, der sich wegen Unterschlagung von 10 Millionen Papiermark zu verantworten hatte. Der Angeklacte hatte im April v. J. mit seinem Freunde eine Bierreise gei icht. Dabei hatte der Freund, der stark angetrunken war, ihm 10 Millionen zur Aufbewahrung gegeben. Diese Summe hat Ossowski aber nicht zurückerstattet. Er will sie verspielt haben. Als in der Verhandlung der Amtsgerichtsrat den Angeklagten vernehmen wollte, spielte sich folgende Szene ab: Vors.: Wie ist Ihr Name?— Angekl.: Ich bin der Fürst von Grunewald!— Vors.: Wieso denn?— Angekl.: Mir ist der Adel verliehen worden.— Vors.: Wie alt sind Sie denn?— Angekl.: Ostern werde ich 90 Jahre.— Vors.: Sie sind doch erst 1877 geboren.— Angekl.: Ausgeschlossen.— Vors.: Sind Sie schon bestraft?— Angekl.: Haben Sie schon erlebt, daß ein Fürst bestraft wird?— Der Vorsitzende stellte jedoch aus den Akten fest, daß der„Fürst“ bereits sieben Jahreim Gefängnis gesessen hatte. Schließlich fand sich der angebliche Irre, als er merkte, daß sein Verteidigungssystem nicht haltbar sei, in die Wirklichkeit zurück. Er gab zu, die 10 Millionen von dem Schlächer auf der Bierreise erhalten su haben, zog unter allgemeiner Heiterteir inen 10-Millionenschein hervor und überreichte ihn seinem Freunde mit der treuherzigen Bemerkung: „Na, Otto, damit ist die Jeschichte doch wohl erledigt." Der Verteidiger bezeichnete den Angeklagten als einen geistig minverwertigen Menschen, der an Größenwahn leide. Das Gericht erkannte schließlich auf zwei Monate Gefängnis. Berliner Freiverkehr vom Sonnabend. Der Wochenschluß zeigte am Devisenmarkt keine nennenswerten Aenderungen. Das Geschäft wickelte sich recht ruhig ab. Der Bedarf hielt sich in normalen Grenzen. Während die drei Hauptdevisen Amsterdam, London und New York mit 15,60, 17,75 und 4,2 Billionen Mark bei unveränderten Zuteilungen wie gestern notiert wurden, waren einzelne Notendevisen weiterhin etwas schwächer. So lag der französische Frank internationaletwas niedriger, der Wechsel London gegen Paris stellte sich auf 94,5 und Kabel Paris auf 22,25 zu 22,37. Infolgedessen wurden Auszahlung Brüssel und Paris am hiesigen Platze gleichfalls im Kurse gesenkt. Der Wechsel London-Kopenhagen zeigte mit 26 dänischen Kronen pro Pfund schwächere Haltung. Die Markmeldungen aus dem Auslande waren auch heute recht feste, uno zwar insbesondere aus der Schweiz, wo für die Mark 1,40 Franken gegeben wurden. Die Mark aus Amsterdam sowie aus London kamen unverändert. Die ungarische Krone konnte sich heute etwas heben im Zusammenhang mit der bevorstehenden Klärung der ungarischen Anleihefrage. Dollarschatzanweisungen wurden heute wiederum nicht notiert und Goldanleihe unverändert 4,2. Am Notenmarkt erhielten amerikanische große und kleine Noten je 1 Prozent und italienische Noten 8 Prozent, während die übrigen Summen voll zugeteilt wurden. Ostdevisen: Bukarest 20 825 G., 21 105 B. Riga 798 900 Geld, 811 100 B. Reval 10 570 G., 10 750 B. Kowno 415 800 G., 421 200 B. Kattowitz 419 T. G. 424 T. B.— Noten: Polen 409 T. G., 431 T. B. Letten 741 000 G., 779 000 B. Esten 10 140 Geld, 10 660 B. Lit. 404 625 G., 425 375 B. Oevisen=Notierung. Berliner Produktenmarkt vom 26. Januar. Bes ruhiger Tendenz bewegte sich das Geschäft am hiesigen Produktenmarkt in engen Grenzen. Die vorliegenden Angebote der Provinz lauteten meistens höher, als der hiesige Markt anzulegen gewillt ist, so daß sich die Käufer abwartend verhalten. Für Weizen besteht bei den Mühlen etwas Bedarf, dagegen ist das Roggengeschäft sehr still. Gerste nur in bester Qualität gesucht, geringere Ware unbeachtet. Alle anderen Artikel unverändert. Amtlich festgesetzte Preise. Getreide und Oelsaaten per 1000 Kilogramm, sonst per 100 Kilogramm. In Goldmark der Goldanleihe oder in Rentenmark. Weizen, märkischer 153—156; pommerscher—; Roggen, märkischer 134—136: pommerscher 132 bis 134; westpreußischer—; Gerste, Braugerste 158—165; Futtergerste 140—148; Hafer, märkischer 105—110; pommerscher—; westpreußischer 95—100; Mais, loko Berlin, waggonfrei Hamburg—: Weizenmehl, per 100 Kilogramm frei Berlin, brutto inkl. Sad (seinste Marken über Notiz) 23—25.50: Roggenmehl, per 100 Kilogramm frei Berlin, brutto inkl. Sack 21—23; Weizenkleie, frei Berlin 7.60; Roggenkleie, frei Berlin 7,00; Raps 285—290; Lein saat 4,25—4,30; Viktoria=Erbsen 33—35; kleine Speiseerbsen 18 bis 22; Futtererbsen 12—14; Peluschken 13—15; Ackerbohnen 15 bis 15; Wicken 16—19: Lupinen blau 13—14, Lupinen, gelbe 15 bis 17: Seradella 14,50—16; Rapskuchen 10,50—11; Leinkuchen 23,50; Trockenschnitzel 7.50—7,80; vollw. Zuckerschnitzel 18—19; Torfmelasse 30/70—; Kartoffelflocken 16,50—16. Heu und Stroh(nichtamtlich). Großhandelspreise pro 50 Kilogramm ab märkischer Station für den Berliner Markt(in Goldmark): drahtgepr. Roggen= und Weizenstroh 0,45—0,70, desgl. Haferstroh 0,35—0.50, desgl. Gerstenstroh 0.35—0 50, Roggenlangstroh 0.35—0,45, bindfadengepr. Roggen= und Weizenstroh 0,35 bis 0,45. Häcksel 1,05—1,25, handelsübl. Heu 0,85—1,05, gutes Heu 0,95—1,35. Butterpreis. Die Berliner Butternotierungskommission notierte für 1 Pfund Butter la Qualität, wobei Fracht und Gebinde zu Lasten des Käufers geyen, 1,60 Goldmar! bei flauer Tendenz. bandw. Verein Meiserzhagen. Donnerstag, den 31. Januar, nachm. 5 Uhr bei Herrn Aug. Wirth Versammlung. 1. Bericht über die Sitzung in Hagen 2. Besprechung über Gemeindeverordnetenwahlen 3. Verschiedenes Allseifiges Erscheinen dringend erforderlich. Der Vorstand Sparkasse Meinerzhagen. Meinerzhagen Tel. 59.— Valbert Tel. 56. Wertbeständige Spar- und Scheckkonfen. Zinsen nach Vereinbarung. Gebührenfreier Scheck- u. Ueberweisungs verkehr. Ausführung aller Bankgeschäfte unter günstigen Bedingungen. Auf Lager vorrälig: Kali, Kainit, Kochsalz unter Syndikatspreisen, ferner in den nächsten Tagen Thomasmehl Ammoniak, Knochenmehl, Sämereien sowie la Weizenmehl unter Konkurrenzpreisen. Besfellungen umgehend erbefen. Bäuzrl. Bezugs-u. Hh. satz-Gen. e. G.m.b.5. Kierspe-Bahnhof. liefert G.KOSTER Meinerzhagen. Telefon Nr. 94.