t. Ro 278 loggenschrot inl. leie(Bollmehl) 12.50. Weizenie Handelspreis kg frei Waggon rstehen sich ab angeboten. Die mmen. Roggen rühlen gekauft. rs eiweißarme h mehr gefragt. ring. Der Osten men mit wenig ihr wenig ange= der Konsum voramer noch knapp Monatlich 2.25 Rm. Anzeigenpreig bei 22 meter Höbe 3 Pfa: ermäßigter Grundpreis 25 Pfg. Anzeigen im Textteil 20 Pfa. Sammelpreis für sämtliche Zeno=Zeitungen 10 Pfa. bei 22 Milkimeter Breite, Anzeigen im Textteil(81 Millimeter Breite) 80 Pfa. je Millimeter. Gegründet 1874. Erscheint wöchentlich 7mal. Tel.=Adr.: Zeitung Dülmen. Fernr. 578. Postsch.=Konto: Dortmund 5815. Postverlagsort; Dortmund 1. Verlag: J. Horstmann'sche Buchbandlung. Dülmen i. W. Mmarkt Oeleasten Für 1000 ta Nummer 286 Jahrgang 1935 I1XXIV 94.00 198.00188.0 Bernln 1 194. Berlin. 165.00 XIXI IXIII 159.c0/160.00 161.00 LVII 161.00 mell. 164 VIII I IX .0c 166.00 178—185 177—182 168—173 mürt. Stetion 185—181 ein veiteres XIIXIII XIV 165.00 158.0 160.00 IInIXIV 21.60 28.00 28.50 — 20% Aueland1I. 22.40 KI 2.55 XIII 22.65 XIXIIIXII 5 1.60 11.70 11. XIV 85 XIII 10.45 7.75 7.95 15.50 10.40 Sosadonsensch 1 A. te 4%% B. Siem Karteftelflecten Parkl. wapg. 810 Kartoffeifloc ten waggontrei Lerr18.90 290,*) 9.80. pol: Ostind. Baumw. 14.10. 12.10 1c jab/A e Pr RLG 18 Sno 6.25 5.67 5.73 5.76 4.32 4.56 4.32 4.56 6.20 5.62 5.68 5.71 4.27 4.51 4.27 4.51 Baumwolle 10. .81 11. 10. 11.0* 10.83 10.0 10.2 10.94 10.8 10.81—82 Baumwollkurse 11. 10. 11.20 10.8 10.8 4. 10. 11.20 10.00 10.84 89-90 10.90 10.92 10.80 .94-99 10.84 10.82 .80-8 10.90 10.92 10.95 10.95 10.85-95 10.8* 10.84 10.83 alsutuhres.— r in Atl. Häfen 1100 1 in Goll-Häles 1200 Pacifie-Hülen— land... 30 brig. Kontinent 31000 apan u. China 18000 iverpool...— ndard ada u Mezike— ell Exlatens Generel-vertreier als dortiger Bezirhslelter ges hoh. Verd Ortu Berul gl.(Hostl. Anleltg)(6969 Kahmam à Maller. „Miiden Ra16. Selbständ. 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Für uns Deutsche ist es dabei eine Frage zweiten oder dritten Ranges, ob Kurkauskas von Kowno für das hundertprozentige Fiasko der litauischen Terrorpolitik gemaßregelt wird oder ob er die Reihe derer fortsetzen muß, die der Empörung der Welt über die litauischen Gewaltmethoden als Scheinopfer dargebracht wurden. Für uns ist lediglich entscheidend die Tatsache, daß diese Form der„Maßregelung“ eines litauischen Gouverneurs schon dreimal von der Kownoer Regierung angewandt wuroe, oyne daß sich an ihrer Memelpolitik etwas zum Besseren gewandelt hätte. Nowno hat jetzt mit der amtlichen Wiedergabe des endgültigen Wahlergebnisses die Größe seiner neuen Niederlage im Memelgebiet selbst öffentlich plakatieren müssen. Wir wollen uns dabei erinnern, daß dieses "Lahlergebnis, so überzeugend und glänzend auch der Sieg der Memeldeutschen wieder ist, in mehr als einer Beziehung von Litauen verfälscht wurde! In zwei Wochen muß der neue Landtag zusammentreten. Dann wird unzweifelhaft dem landfremden litanischen Direktorium das Mißtrauen ausgesprochen werden, und es wird die Aufgabe des Landtages sein, eine bodenständige Regierung zu bilden. Damit ergeben sich folgende FFragen: Wird Litauen endlich eine ordnungsgemäße Landtagssitzung und damit den Sturz des dem Lande aufgezwungenen litauischen Direktoriums zulassen? Werden ferner die Garantiemächte endlich einmal ihre vor den Wahlen wiederholt offiziell ausgesprochene Forderung nach schleunigster und völliger Wiederherstellung des Memelstatuts durchzusetzen wissen? Obwohl das Wahlergebnis trotz des litauischen Terrors jede nur erwünschte Klarheit gebracht hat, hat Litouen noch nicht eine einzige seiner verfassungswidrigen Sabotagemaß nahmen ausaehoben. Mit anderen Worten, die Forderungen der Garantiemächte haben allgemein praktisch wieder jene Nichtachtung durch Litauen erfahren, die die Garantiemächte nun schon zwölf Jahre lang entgegen ihren Verpflichtungen hinnehmen und wodurch sie sich in ein außerordentlich bedenkliches Licht in der gesamten Memelfrage bringen. Soll das so weiter gehen? Wäre es für die litanische Regierung nicht endlich an der Zeit, von dem verkehrten politischen Wege, der sie niemals zu dem von ihr gewünschten Ziele führen wird, sich abzuwenden und nach der schweren Niederlage, die ihre Politik bei den memelländischen Wahlen erlitten hat, nunmehr eine entschiedene Schwenlung zum Frieden vorzunehmen, der auch ihr Verhältnis zum deutschen Nachbarn bessern könnte? Die Lage an den Der Vormarsch der Kriegsschauplätzen. Haleler im Nor den der Einnahme von Aksum zu einem gewissen Stillstand gekommen. Nachdem es für die Italiener an der Front im Tigregebiet im gegenwärtigen Stadium vor allem darauf ankommt, durch Anlage neuer Straßen sich den Nachschub in das neueroberte Gebiet zu sichern, eine Aufgabe, die bei dem gebirgigen Gelände zeitraubende Schwierigkeiten macht, scheinen sich im Augenblick die wenigen Kampfhandlungen der Italiener im Norden fast ausschließlich auf Fliegertätigkeit zu beschränken. Beobachtungsflugzeuge und Bomber werden zur Sicherung gegen überraschende Gegenangriffe abessinischer Abteilungen und zur Vorbereitung des weiteren Vormarsches in Richtung auf Makalle eingesetzt. Die Heilige Stadt Aksum wurde von den Italienern besetzt, nachdem die gesamte abessinische Besatzung vorher sich zurückgezogen hatte. Die Einnahme von Aksum bedeutet zweifellos für die Italiener einen großen moralischen Erfolg, der auf das abessinische Volk nicht ohne starken Eindruck bleiben wird. Aksum ist der religiöse Mittel punkt Abessiniens. Es ist die„Heilige Mutter der Städte", nach der Jahr für Jahr Tausende und Abertausende von Anhängern der koptischen Religion wallfahrten. Die reich von Legenden umsponnene Geschichte Aksums beginnt mit der Königin von Saba und dem König Salomon. Menelik, der nach der Legende der Sohn Salomons und der Königin von Saba war, wurde der Gründer der abessinischen Kaiserdynastie, deren Haupt= und Krönungsstadt Aksum wurde. Im dritten Jahrhundert unserer Zeitrechnung landeten christliche Mönche an den Küsten des Aksumreiches und machten Aksum zu ihrem Missionszentrum, von dem aus sie Abessinien christianisierten. Sie errichteten hier auch die erste koptische christliche Kirche, auf deren Ruinen Jesuiten im 16. Jahrhundert die jetzigen Kirchen zu St. Marien und Zion erbauten. Aksums Ansehen als Kirchenstadt wurde noch erhöht durch die Legende, daß sich hier die echte Bundeslade befinde, die von einem abessinischen Königssohn aus Jerusalem geraubt und vor den (Fortsetzung auf der zweiten Seite.) Noch Hoffnung auf annehmbare Vorschlaͤge Mussolinis? Pariser Meldungen, die in London für falsch gehalten werden./ Die Schwierigkeiten um die Genfer Sanktionsbeschlüsse. Lavals„letzter Versuch"! (!) Paris, 15. Oktober. Die gestrige Unterredung die der franzölische Ministerpräsident mit dem italienischen und dem englischen Botschafter in Paris hatte, wird vom„Oeuvre“ in den Rahmen der Vermittlungsverhandlungen gestellt, die Laval eingeleitet hat. Das Blatt glaubt in diesem Zusammenhang zu wissen, daß der französische Ministerpräsident vor der tatsächlichen Anwendung der Sanktionsmaßnahmen einen letzten Versuch unternommen habe, um eine riedliche Beilegung des Steeitsalles herbeizusühren. Der Plan Lavals sei aller= dings nicht bekannt. Man könne jedoch annehmen, daß er von der englischen Regierung das Versprechen zu erlangen suchte, die Sanktionsmaßnahmen zu Beginn nur mit äußerster Vorsicht anzuwenden, während er den italienischen Botschafter aufgesordert haben dürfte, seine Regierung um die letzten Vorschläge zu bitten, die geeignet sein könnten, eine Verhandlungegeundlage herzustellen. In der Umgebung des Ministerpräsidenten mache man kein Hehl daraus, daß ein Mißerfolg dieses letzten Versuches eine sofortige und strikte Anwendung des Paktes von französischer Seite nach sich ziehen würde. Auch alle anderen Blätter unterstreichen im Zusammenhang mit der gestrigen Besprechung Lavals die Bemühungen zur friedlichen Belegung des Krieges. Der„Jonr“ macht noch ganz besonders darauf aufmerksam, daß sich nunmehr auch der Heilige Stuhl für eine Versöhnungsaltion ins Mittel lege. Hierauf führt das Blatt den Beluch zurück, den der apostolische Nuntius in Paris dem Ministerpräsidenten abstattete. Die Sonderberichterstatterin des„Oeupre“ in Genf schreibt, es sei bedauerlich, daß die finanziellen Sanktionsmaßnahmen nur eine rein moralische Wirkung hätten, denn die Gefahr der Blockade nehme dadurch zu. Das wichtigste Ereignis des Montags sieht das Blatt in der Entschließung, die Eden verabschieden ließ und die sich auf§ 3 des Artikels 16 bezieht, wonach sich alle Mitgliedsstaaten in der Anwendung der Sanktionsmaßnahmen gegenseitige Unterstutzung schuldig sind. Hierdurch habe der Vor einer Gegenoffensive der Abessinier im Süden. Große Kämpfe in Vorbereitung. □ Addis Abeba, 15. Oktober In Addis Abeba liegen keine neuen Meldungen von den Fronten vor. Die allgemeine Mobilmachung ist beendet. Große Truppenabteilungen haben die vorgeschriebenen Stellungen bezogen oder werden in die bereits bestehenden Frontformationen eingegliedert. Sämtliche Vorbereitungen für einen abessinichen Gegenangriff bezw. eine Ofsensive sind getrossen. Der abessinische Angriff wird wahrscheinlich zu Beginn der nächsten Woche erfolgen. Uebereinstimmende Nachrichten von der abessinischen Südfront berichten, daß in der Provinz Ogaden die erste größere Schlacht dieses Krieges unmittelbar bevorsteht. Mindestens 200 000 abessinische Krieger stehen hier bereit, die italienische Somaliarmee in Stärke von drei europäischen und zwei Eingeborenendivisionen, die unter Führung des Generals Granziano steht, zurückzuschlagen. Gleichzeitig kommt auch etwas Licht in die widersprechenden Nachrichten der letzten Tage vom Kriegsschauplatz in der Ogadenprovinz. Einmal hieß es, die italienischen Truppen seien nur noch 80 Kilometer von Harrar entfernt; in anderen Meldungen wieder war die Rede von heftigen Kämpfen bei Ual Ual und Luftangriffen auf Gerlogubi und Gorohai, die rund 450 Kilometer südöstlich von Harrar liegen. Diese Widersprüche klären sich jetzt dahin auf, daß es General Granziano offenbar gelungen ist, mit mehreren Divisionen an der Grenze von Britisch=Somaliland entlang in Eilmärschen weit nach Ogaden hinein vorzustoßen. Dagegen scheint es den Abessiniern trotz heftigster Angriffe gelungen zu sein, ihre Stellungen bei Ual Ual und Gerlogubi zu halten. Die Vorposten der Armee Granziano sollen bereits in der Nähe der alten Karawanenstraße stehen, die von dem britischen Somalihafen Berbera nach Dschidschiga und Harrar führt und die nach Aufhebung des Waffenausfuhrverbotes nach Abessinien von besonderer Wichtigkeit ist, zumal nach allerdings noch unbestätigten Meldungen Italien Frankreich den Vorschlag unterbreitet habe, von der Zerstörung der Dschibuti=Bahn abzusehen, wenn diese Bahn nicht zum Waffentransport für Abessinien benutzt werde. Der Uebertritt des Ras Gugsa zu den Italienern wird in Addis Abeba bestätigt. Nach abessinischen Meldungen verließ Ras Gugsa seine Stellung nachts, nur begleitet von seiner Leibgarde in Stärke von etwa 200 Mann. Der Makalle=Abschnitt wurde sofort von Ras Seyoum übernommen. Die Erbitterung unter den Makalle=Truppen über den Abfall Gugsas wird hier als groß geschildert. Ras Gugsa sei eine militärisch unbedeutende Persönlichkeit. Sein Nachfolger sei noch nicht ernannt. In der Umgebung von Addis Abeba sind etwa 50 000 Mann in Feldlagern als zweite Re serve untergebracht worden. Der Kriegsminister wird in dieser Woche an die Front abreisen. Abessinische Truppen im Rücken der Italiener? DNB Paris, 15. Oktober. Wie der Sonderberichterstatter der Agentur Havas aus Djibuti meldet, sollen abessinische Truppen nördlich von Französisch=Somaliland in Eritrea eingedrungen sein. Dadurch sei ein großer italienischer Truppenteil, der südlich dem Berg Moussa in abessinisches Gebiet vorgestoßen war. avgeschnitten worden. Mehrere tausend italienische Soldaten befinden sich in der Wüste ohne Verbindung mit den Nachschubstellen. Schwierigkeiten des Nachschubs an der Nordfront. Wie Aksum eingenommen wurde. DNB Rom. 15. Oktober. Die Besetzung von Aksum durch die italienischen Truppen wird nunmehr offiziell durch den soeben veröfentlichten Heeresbericht Nr. 20 bestätigt. Dieser amtliche Heeresbericht hat folgenden Wortlaut: Am 15. Oktober um 7,15 Uhr morgens rückten die italienischen Truppen in die Heilige Stadt Aksum ein. Wie der in Asmara befindliche Kriegsberichterstatter des DNB meldet, ist der Nachschub für die Front infolge des Fehlens von Straßen sehr erschwert. In der vorigen Woche wurden innerhalb von vier Tagen 50 Kilometer Straßen gebaut, doch war dadurch der Anschluß an die Front noch nicht erreicht. Am Samstagabend war die Spitze der Straßenbaukolonnen bis 12 Kilometer vor Adua vorgerückt. Es sind noch gewaltige Höhenunterschiede zu überwinden, weshalb auch ein gewisser Stillstand der militärischen Operationen an der Nordfront eingetreten ist. Das Einrücken der Italiener in die heilige Stadt Aksum verzögerte sich, da die Stadt der religiösen Gefühle der Bevölkerung wegen geschont werden sollte. Inzwischen haben der Erzbischof und das Stadtoberhaupt von Aksum in Adua den Unterwerfungsakt vollzogen. In dem am Dienstag veröffentlichten italienischen Heeresbericht heißt es: Am 14. Oktober hat General de Bono Adua besucht und im Namen des Königs von dieser Region Besitz ergriffen. Er nahm sodann die Parade der Division Gavinana und eingeborener Truppenteile ab, wobei er eine Ansprache an die Führer und an die Geistlichen sowie an die Eingeborenen, die in einer Stärke von etwa 4000 Mann anwesend waren. hielt. Gleichfalls am gestrigen Tag hat die Fliegerei Erkundungsflüge in der Gegend von Makalle ausgeführt und dabei bewaffnete, die gegen Norden marschierten, zerstreut und ein Feldlager mit etwa 300 Zelten an den nördlichen Abhängen des Amba Alagi sowie ein Munitionsdepot in Bel Marian bombardiert. Letzteres ist in die Luft gegangen. In der westlichen Tiefebene unterwerfen sich weiter zahlreiche Eingeborene. englische Vertreter die Solidarität der einzelner Regierungen ins Gedächtnis zurückrufen wollen. Diese Ansicht könne der englischen Note an die französische Regierung hinsichtlich des Beistandes der englischen Flotte im Mittelmeer gleichgestellt werden. Es sei zu hoffen, daß alle Genfer Vertreter die Bedeutung dieser Entschließung verstanden hätten, denn, wenn Mussolini nicht kapituliere, könnten die Dinge sehr bald ein sehr ernstes Aussehen annehmen. Die Genser Sonderberichterstatterin des Blattes glaubt serner zu wissen, daß der Ministerpräsident von der englischen Regierung das Versprechen erhalten habe, keine füs Italien„unangenehme" Sanktions maßnahmen vor Ablans von etwa zehTagen durchzusühren. Lanal habe nämlich vor der Abreise des italienischen Vertreters einen letzten Versöhnungsversuch unternommen und erwarte nunmehr vor der praktischen Anwendung der Sanktionsmaßnahmen von Mussolini die italienischen Bedingungen. Auf alle Fälle scheine es aber schon jetzt, daß die englische Regierung den Mussolini zugeschriebenen Plan von der Einverleibung der deei abessinischen Provinzen Tigre, Harras und Ogaden nicht annehmen werde In einigen Genser Kreisen glaube man außerdem zu wissen, daß die römische Regierung in Paris angefragt habe, op sie auf Frankreich hinsichtlich der Verteidigung des Brennets rechnen könne falls diese Grenze— was das Blatt selbst jedoch für unwahrscheinlich hält— bedroht werden sollte, während sich die italienischen Truppen in Abessinien befänden. In den gleichen Kreisen glaubt man, daß die französische Regierung auf diese Anfrage überhaupt nicht geantwortet habe Auch der Genfer Sonderberichterstatter des„Echo de Paris“ gibt ein ähnliches Gerücht wieder, wonach man sich in Rom vorerst mit der Absicht trage, Frankreich um gewisse Garantien für die Brennergrenze zu bitten. Der offiziöse„Petit Parisien“ wundert sich über die außergewöhnliche Beschleunigung, mit der man in Genf die Sanktionsmaßnahmen gegen Italien verabschiede. Diese Maßnahmen, die alle unter dem unmittelbaren Einfluß Edens angenommen worden seien deuteten auf eine ausgesprochene Voreingenommenheit gegenüber Italien hin. Noch niemals habe der Völkerbund solche Hast an den Tag gelegt und man müsse sich fragen, ob diese Uebereile mit der Pflicht reiflicher Ueberlegung und dem Ernst vereinbar sei, die sich eine solche Organisation auferlegen müsse. Man schreibe Eden die Absicht zu, ebenso rasch mit den wirtschaftlichen Sanktionsmaßnahmen zu handeln. Es schiene aber angebrachter, die wirtschaftlichen Maßnahmen etwas langsamer zu behandeln, um die Spannung zwischen Rom und dem Völkerbund nicht noch zu verschärfen und die Tür für einen neuen Versöhnungsversuch offen zu lassen Im übrigen sind die Blätter angesichts des gestrigen Verlaufes der Genser Beratung der Ansicht, daß sich das Lager derjenigen Mächte noch erweitern wird, die, wie Oesterreich, Ungarn, Argentinien, Venezuela und Uruguay, nur unter größten Vorbehalten den finanziellen Sanktionsmaßnahmen zugestimmt haben. * Bei den am Schluß der vorstehenden Meldung genannten drei südamerikanischen Staaten handelt es sich darum, daß am Montag der Vertreter Argentiniens, auch im Auftrage Venezuelas und Uruguays, im Sanktionsausschuß die Erklärung abgab, daß seine Regierung keine verbindliche Beteiligungszusage an wirtschaftlichen Sanktionen machen könne, ohne vom Parlament Genehmigung erhalten zu haben. Der Hinweis in der Erklärung auf die eine Million Einwohner Argentiniens italienischer Abstammung rollte zugleich das ganze Problem auf, mit dem sich eine Reihe von Staaten Lateinamerikas jetzt zu befassen hat. Die Südamerikaner legten zwar Wert darauf, diese ihre Vorbehalte nicht als eine völlige Ablehnung der Sanktionsbeteiligung überhaupt erscheinen zu lassen, aber der starke Eindruck der argentinischen Erklärung blieb doch bestehen. Eden ließ sich jedoch nicht verblüffen, sondern brachte sofort eine Entschließung zur Annahme, wonach diejenigen Sanktionsmaßnahmen sofort angewendet werden sollen, die nicht erst der Zustimmung der Parlamente bedürfen. Für diese sollen die Regierungen notfalls bis zum 31. Oktober sorgen oder Mitteilung machen, bis zu welchem Zeitpunkt die Genehmigung beschafft werden könne. Keine Unterbrechung des Sanktionsverfahrens. DNB Genf, 15. Oktober. Die Auffassungen über Sinn und Ziel der Sanktionskonferenz sind geteilt und überdies in stetiger Entwicklung begriffen. Von französischer Seite wurde anfangs erheblich gebremst, allmählich aber hoben die Franzosen die Rolle von besonders eifrigen Vorkämpfern einer raschen und wirksamen Aktion übernommen. Diese Aenderung der französischen Haltung beruht darauf, daß die Franzosen im Falle eines unge ei nügenden Ergebnisses der wirtschaftlichen und stuanziellen Sanktionsmaßnahmen ein baldiges Uebergehen England= zur Blockade besürchten. Jedenfalls möchten sie den Engländern diesen Schritt nicht erleichtern. An einen Erfolg diplomatischer Verhandlungen zwischen England, Frankreich und Italien glaubt hier im Augenblick niemand. Zu der amerikanischen Meldung, daß Laval mit Rücksicht auf diese Verhandlungen eine zehntägige Unterbrechnng des Sanktionsverfahrens verlangt habe, wird hier in englischen ebenso wie in französischen Kreisen mit aller Bestimmtheit erklärt, daß von einem derartigen franzosischen Wunsche nichts bekannt sei. Die Pläne Litwinows erregen in neutralen Kreisen besonderes Interesse. Man ist überzeugt, daß es ihm weniger auf eine wirksame Aktion gegen Italien als darauf ankommt, dem Sanktionsverfahren allmählich und immer deutlicher eine Spitze gegen Oesterreich und Ungarn und schließlich auch gegen Deutschland zu geben. Sir Austen Chamberlain droht den Franzosen. DNB Paris, 15. Oktober. „Paris Soir“ veröffentlicht ein Interview Sir Austen Chamberlains, das Bertrand de Jouvenel gewährt wurde, de Jouvenel faßt seine Eindrücke wie folgt zusammen: „Im Grunde genommen hat mir Sie Austen Chamberlain gesagt: Wenn ihr Franzosen heute nicht eure reundschaft zu Italien zurückstellt und uns nachdrücklichst den Sanktionsmaßnahmen unterstützt, dann dürft ihr nicht allzu sehr auf uns Engländer rechnen, falls ihr mit Deutschland in Streit geratet.“ Aus den Erklärungen Sir Austen Chamberlains, die in der französischen Oeffentlichkeit besonders auffallend wirken müssen, da Chamberlain aus der früheren Zeit als franzosenfreundlicher Engländer bekannt ist, seien folgende Stellen angeführt: Niemand in England wolle mit Italien Händel anfangen. Wenn man aber untätig bliebe, würde man viel meyr opfern als Abessinien, nämlich den Grundsatz, daß die zwischenstaatlichen Beziehungen nach einem zwischenstaatlichen Gesetz geregelt werden mussen. Seien die Völkerbundssatzungen etwa ein Papiersetzen, auf den man sich berufe, wenn man das bequem finde, und den man verleugne, wenn er hinderlich sei? Engkand sei erstaunt und gerrankt, da Frankreichs Haltung im vorliegenden Falle von offenkundigem Zögern und von Sorgen um das eigene Ich getragen zu sein scheine. Die Gegenfrage des Berichterstatters, warum England unter Sir Austen Chamberlain als Außenminister das Genfer Protokoll von 1924 mit seinen scharfen Sanktionsbestimmungen abgelehnt habe, beantwortete Sir Austen Chamberlain, England pflege sich nicht im voraus festzulegen. Es sei aber falsch, ihm im abessinischen Falle machiavellistische Absichten unterzuschieben. Vorbereitungen. :: Kairo, 15. Oktober. Der Ministerrat setzte einen Ausschuß ein, der die Aufgabe hat, die Frage der Gasmaskenbeschaffung chleunigst zu bearbeiten, um der Regierung die Möglichkeit zu geben, die notwendige Anzahl von Gasmasken zu kausen. Am Montag sand eine Unterredung zwischen dem Minister für öfsentliche Arbeiten und dem Generaldirektor der Eisenbahn statt, in der die Verwendung eines Kredites in Höhe von 700 000 Pfund besprochen wurde Er soll zur Beschafsung eines Kohlenvorrats ür zwei Jahre dienen. Der Präsident des ägyptischen Ausschusses zur Hilseleistung für Abessinien, Prinz Ismail Daud, der sich Abessinien frei zur Verfügung gestellt hat, reiste am Montag von Port Said nach Djibuti ab. Seine Abfahrt vom Bahnhof in Kairo gestaltete sich zu einer großen abessinienfreundlichen Kundgebung. Auch Prinz Omar Tussun und der koptische Patriarch waren auf dem Bahnhof erschienen. Eine große Menschenmenge brachte fortwährend Hochruse auf Aegypten, Abessinien und den Prinzen aus. Wie weiter zu melden ist, versucht die Spekulation trotz strengster Verbote weiter, Preissteigerungen für Lebensmittel und andere wichtige Bedarfsgegenstände herbeizuführen. Die Hamsterkäufe greifen immer mehr um sich. Eine Gangstergeschichte in Wien. () Wien, 15. Oktober. Eine abenteuerliche Entführungsgeschichte ereignete sich in Mödling bei Wien. Der amerikanische Fabrikant John Gruberth aus Brooklyn, der in Mödling eine Villa besitzt, hatte vor einiger Zeit in der Steiermark ein 18jähriges Mädchen kennengelernt, das er nach der Scheidung von seiner Gattin heiraten wollte. Als seine Gattin Mary hiervon erfuhr, wollte sie nach Art der amerikanischen Gangster den Plan ihres Mannes vereiteln. Sie gewann durch Geldzuwendungen zwei junge Leute, die das junge Mädchen aus dem Haus ihrer Eltern im Kraftwagen auf den Semmering entsunrten, wo sie es mit vorgehaltenen Pistolen zwangen, einen Abschiedsbrief an John Gruberth zu schreiben. Gleichzeitig zwangen sie das Mädchen, sich in einer höchstverfänglichen Situation photographieren zu lassen. Das Bild sollte als Beweis der Untreue die Liebe des Amerikaners abkühlen. Schließlich schleppten sie das Mädchen nach Mödling in die Villa der Frau Mary und setzten es dort gefangen. Nun erwogen sie noch den Plan, John Gruberth mit Hilfe von Milzbrandbazillen, die sie aus der Mödlinger Bundeslehranstalt für Tierseuchenbekämpfung stehlen wollten, zu ermorden. Inzwischen war aber die Polizei von den Eltern der Entführten verständigt worden, und dieser gelang es nun, die dunklen Pläne zu durchkreuzen. Frau Gruberth und ihre beiden Mithelfer wurden am Dienstag verhaftet. Die wiedererstandene Kriegsakademie. Militärische Feierstunde am Tage ihres 125jährigen Bestehens. Berlin, 15. Oktober. Die wiedererstandene Kriegsalademie beging heute in Gegenwart des Führers die Erinnerung an den Tag, an dem sie vor 125 Jahren von Scharnhorst gegründet worden ist. Im Festsaal der für ihre Zwecke hergerichteten früheren Kaserne des 1. Garde=Feldartillerie=Regiments hatten sich die Vertreter der Reichsregierung und anderer Behörden, die Generalität des alten und neuen Heeres, ehemalige Kommandeure, Lehrer und Schüler der Kriegsakademie versammelt. Die feldgraue Uniform war selbstverständlich in diesem Raume vorherrschend. In der ersten Reihe nahmen neben dem Führer der Oberbefehlshaber der deutschen Wehrmacht, Reichskriegsminister Generaloberst von Blomberg, Platz, ferner der Kommandeur der Kriegsakademie, General der Infanterie Liebmann, der Oberbefehlshaber des Heeres, General der Artillerie Frhr. von Fritsch. der Oberbefehlshaber der Luftwaffe, General der Flieger Göring, der Chef des Generalstabes, General der Artillerie Beck, Reichsminister Dr. Goebbels. Generalfeldmarschall von Mackensen, der ehemalige Chef der Heeresleitung, Generaloberst von Seeckt. In militärisch knappen Worten begrüßte der Kommandeur der Kriegsakademie, General der Infanterie Liebmann, die Gäste. Er dankte dem Führer und obersten Befehlshaber der Wehrmacht für sein Erscheinen an diesem Ehrentage der Akademie, ebenso den anwesenden Reichsministern und den übrigen Gästen. Er dankte weiter dem Führer für die Wiederherstellung der deutschen Wehrfreiheit und erklärte, sich an den Führer wendend: Wir wissen und sind im tiefsten durchdrungen davon, daß wir diese Freiheit allein Ihrem heißen Wollen und Ihrer unbeirrbaren Führung verdanken und— wir das deutsche Volk— so werden auch wir mit der gesamten deutschen Wehrmacht Ihnen, mein Führer, dies durch unwandelbare Treue und Hingabe danken. Weiter gedachte General Liebmann all der Männer, die in schwerer, kritischer Zeit dafür gesorgt haben, daß die Kette, die Vergangenes mit Zukünftigem verbinden mußte, niemals gebrochen sei, der Männer, die durchdrungen waren von dem Willen, das geistige Erbgut des Generalstabes und der Kriegsakademie zu erhalten und bis zur Stunde des Anbruches deutscher Wehrfreiheit und dem Auferstehungstage eines größeren Heeres zu bewahren. Mit besonderer Freude und Genugtuung begrüßte er die Gelegenheit, auch dem ehemaligen Chef der Heeresleitung, Generaloberst von Seeckt, gegenüber diese Landesschuld bekennen zu können. Eine hohe Ehre und Freude sei es, in der Person des Generalfeldmarschalls von Mackensen den ältesten Repräsentanten der alten Armee zu begrüßen und mit ihm eine große Zahl ehemaliger Kommandeure und Lehrer der alten Kriegsakademie. Den Schülern und denen, die diese Schüler jetzt heranzubilden hätten, könne nichts Besseres gegeben und gelernt werden als das, was Kern und Inhalt auch ihrer Lehre gewesen sei: Eine Gesinnung, die den großen Vorbildern gerecht zu werden strebt, deren Bildnisse diesen Saal zieren; eine Berufsund Lebensauffassung, die das Sachliche stets hoch über das Persönliche stellt, die rückhaltlose Hingabe an Führer, Volk und Vaterland eine Selbstverständlichkeit ist, und über der mit großen Lettern das Wort steht:„Mehr sein als scheinen!“ Der Chef des Generalstabes, General der Artillerie Beck, beglückwünschte die Kriegsakademie zu ihrem Jubeltag. Er gab einen Rückblick über Entstehung und Entwicklung der Kriegsakademie. Er hob insbesondere die Verdienste des Generalobersten von Seeckt um den Neuaufbau der Wehrmacht unter den Fesseln des Versailler Diktats hervor und betonte die Wichtigkeit der Erziehung und geistigen Schulung der Offiziere. General Beck stellte Moltke als Vorbild für alle Offiziere in besonders verantwortlichen Stellungen hin. Möchten, so schloß der Chef des Generalstabes, die Offiziere, die durch die Kriegsakademie gehen, immer der stolzen Tradition dieser Anstalt. aber auch der Verpflichtungen bewußt sein, die sie dem Erneuerer und Mehrer der deutschen Wehrmacht, der die Fesseln von Versailles endgültig von ihr genommen hat, und dem neuen Staat schuldig sind. Dieser verbürgt uns in einem in sich geschlossenen Volk festere Grundlagen als früher. Darauf nahm der Reichskriegsminister und Oberbefehlshaber der Wehrmacht, Generaloberst von Blomberg, das Wort. Er verwies auf das leuchtende soldatische Vorbild des Gründers der Kriegsakademie, des Generals von Scharnhorst, des Vorkämpfers der allgemeinen Wehrpflicht, dessen Testament erst heute, nach 125 Jahren, von dem Führer ganz verwirklicht wurde. Alle Teile der Wehrmacht müssen aufeinander abgestimmt sein, um eine harmonische Gesamtleistung zu ergeben. Aus der Dreiheit von Heer, Marine und Luftwaffe ist die Dreieinigkeit der neuen Wehrmacht geschaffen worden. Die Tatsache der einheitlichen Wehrmacht weitet das Blickfeld und stellt der Führung neue Aufgaben. Diese müssen im Frieden vorbereitet und erprobt werden, um im Kriege erfolgreich gelöst zu werden. Die Wehrmachtakademie, zusammengesetzt aus Führergehilfen der drei Wehrmachtteile, beauftragt mit dem Studium der großen Fragen der Gesamtkriegsführung, ist die Frucht dieser Erkenntnis. Die Wehrmacht ist nur ein Teil, das Größere ist die Nation. Der Offizier muß wissen, wo die Kraftquellen der Nation liegen. Das hat nichts mit politischer Betätigung zu tun, wohl aber forderte der Blickpunkt aufs Ganze die Pflicht zu politischem Denken, zur Aufgeschlossenheit für die neue Grundlage unserer Lebensordnung, zum freudigen Bekenntnis zur nationalsozialistischen Weltanschauung, Wir müssen alle Bahnbrecher der Einheit und Geschlossenheit von Volk und Staat sein. Der große politische Fühter und die zusammengeballte Kraft der Nation, der ausgezeichnete Feldherr und die festgefügte Wehrmacht und in ihr ein Heer mit einem Generalstab und einer Truppe, die an kriegerischer Tüchtigkeit und soldatischer Haltung mit der alten Armee wetteifern können: Das ist das Ganze, und das sind die einzelnen Gegenstände! Das ist der große Rahmen, in den sich die Arbeit der Kriegsakademie einfügen muß. Den Geist der Armee zu erheben und zu beleben, die Armee und Nation inniger zu vereinen und ihr die Richtung zu ihrer wesentlichen und großen Bestimmung zu geben, dies ist das System, welches bei den neuen Einrichtungen zugrunde liegt! Der Reichskriegsminister schloß seine Rede mit einem Siegheil auf den Führer und obersten Befehlshaber, den Schöpfer des Dritten Reiches, der geeinten Nation und der neuen Wehrmacht. Deutschlandlied und Horst=Wessel=Lied bildeten den Abschluß der Feierstunde. Der Führer besichtigte anTagesrundschan. (Fortsetzung von der ersten Seite.) jüdischen Verfolgern auf langer Flucht durch Aegypten hierher gerettet worden sei. Schließlich wurde Aksum für die gläubigen Abessinier zur Heiligen Stadt, die zugleich eine Freistadt für flüchtige Sklaven, Verbrecher und aus politischen Gründen Verfolgte war. Die Eroberung des Heiligen Aksum hat neben der moralischen für die Italiener auch eine erheblich strategische Bedeutung, da es sich am Südrand des Bait=Giarghis=Hochlandes erhebt, von dem aus sich südwärts die große Tembienebene und das weit nach Süden einschneidende Takazze=Tal befindet. Die Fortsetzung des Vormarsches hängt aber auch an diesem Teil der Nordfront von der Anlage der rückständigen Verbindungen und der Bewältigung weglosen Gebirgslandes ab, das dem Widerstand in Guerillakämpfer günstige Gelegenheit bietet. Anders liegen die Dinge im Süden, wo die Armee des Generals Graziani von dem italienischen Somaliland aus nach Norden vorstößt, um die Eisenbahn Dschibuti—Addis Abeba zu unterbrechen. Dann soll nach Vereinigung mit der Nordarmee die Abriegelung des Hochlandes mit der Hauptstadt Addis Abeba erzielt werden. Vor wenigen Tagen hat im Süden die große, mit allen Mitteln moderner Kampftechnik durchgeführte Offensive begonnen und es scheint, daß die im Steppenland Ogaden gegebenen natürlichen Voraussetzungen den Vormarsch bereits tief ins abessinische Land hereindringen ließen. Der Gefahr, die ihm von dieser Seite droht, will der Negus nach den heute vorliegenden Nachrichten durch einen gewaltigen Gegenstoß begegnen. Die erste große Schlacht des Krieges scheint unmittelbar bevorzustehen. Die Aussichten der Abessinier an dieser Kampffront dürften sich bessern, wenn die Meldung sich bewahrheitet, daß ein Teil der an der Grenze des französischen Somalilandes in der Nähe des Berges Mussa Ali operierenden dritten italienischen Kampfaruppe von abessinischen Truppen, die in Eritrea eingedrungen sind, im Rücken bedroht wird. Die erste Entscheidungsschlacht, die nunmehr in der„Gelben Hölle“ anhebt, wird nicht nur für den Gesamtverlauf des Feldzuges, sondern auch für den weiteren Gang der Abwehraktionen, um die jetzt in Genfgerungen wird, von einschlägiger Bedeutung sein. Zweifel in London und storke Zurückhaltung in Rom. Die angeblichen Bedingungen Mussolinis. E London, 15. Oktober. Berichte aus Paris, wonach Laval Erklärungen Mussolinis erhalten habe, in denen sich letzterer zur Erörterung von Friedensbedingungen auf einer neuen Grundlage bereiterklärt habe, werden in London, wie der diplomatische Mitarbeiter von Reuter erfährt, für falsch gehalten. Dem britischen Botschafter in Paris, Sir George Clerk, der am Montag Laval aufsuchte, sei hiervon nichts mitgeteilt worden. Die Unterredung Clerks habe sich lediglich auf die verschiedenen Aussichten der gegenwärtigen Lage erstreckt. Sie seien ein Beweis für die enge Zusammenarbeit, die zur Zeit zwischen Großbritannien und Frankreich bestehe. Es liege keine Anregung Mussolinis vor, eine neue Lösung durch den Völkerbund zu erörtern. Er habe weder Vorschläge gemacht, noch habe man Vorschläge von ihm verlangt. Die Vorschläge, die Mussolini Laval gemacht haben soll, können, einer hiesigen Agenturmeldung zufolge, wie folgt zusammengesaßt werden: 1. Italien hält seine Truppen in den jetzigen Stellungen. 2. Es wird ein selbständiger Staat unter italienischer Schutzherrschaft in der Provinz Tigre geschaffen. 3. Die Provinz Harrar und Ogaden werden an Italien abgetreten. l. Italien stimmt dem britischen Vorschlag zu, wonach der Freihafen von Zeila an Abessinien abgetreten wird, wofür Abessinien Italien eine Eisenbahnzone zu gewähren hat, die Eritrea und Italienisch=Somaliland verbindet. Die wirtschaftlichen Sanktionen. Die Liste der für Italien kriegswichtigen Rohstoffe. :: Genf, 15. Oktober. Der Ausschuß der Sanktionskonferen; für wirtschaftliche Maßnahmen beriet am Dienstag nachmittag eine von der französischen Abordnung ausgearbeitete Liste der für Italien kriegswichtigen Rohstoffe. Die erste Gruppe dieser Liste bildeten die Rohstoffe, die von Völkerbundsmitgliedern erzeugt und deshalb ohne weiteres für Italien gesperrt werden können, nämlich: Eisenerze, Mangan, Chrom Tungstein, Molybdän, Palladium, Zinn, Wolftam Kadmium und alle Eisenamalgamate. Die zweite Gruppe der Liste bilden Erzeugnisse. die entweder von Italien, wenn auch nicht in der erforderlichen Menge, oder von Nichtmitgliedern des Völkerbundes erzeugt werden, dabei aber nach Auffassung dea Völkerbundes eine gewisse Kontrollmöglichkeit lassen. Es handelt sich um Aluminium, Stahl, Nickel und Zink es Ausschusses am Dienstag rgung Italiens mit Zu der dritten, nicht besonders gekennzeichneten Gruppe gehören Kautschuk, Salpetersäure und Nitrate. Die Liste mit dieser dritten Rohstoffgruppe wurde in erster Lesung anaenommen. d. h., sie soll die Grundlage weiterer statistischer Feststellungen und Sachverständigengutachten bilden, doch wird angenommen, daß die Beratung schon am Donnerstag fortgesetzt werden kann. Es wurde in der Sitzung des auch vorgeschlagen, die Versoraung Verkehrsmitteln. wie z. B. Schiffen, Kraftwagen, Feldeisenbahnen, Zug= und Tragtieren sowie mit Werkzeugmaschinen zu unterbinden. Eine Beschlußfassung war aber wegen des Widerspruches einiger Staaten, z. B. der Schweiz, nicht möglich, die geltend machten, daß es sich hierbei z. T. um Fertigfabrikate handele. Eine besondere Stellung nehmen die für die Kriegsführung wichtigsten Rohstoffe, wie Erdöl, Kohle und Kupfer ein. Hierüber wurde am Dienstag nicht gesprochen. Es verlautet aber, daß eine Liste. die diese und andere Rohstoffe umfaßt, demnächst den Mitgliedern des Völkerbundes zur Stellungnahme unterbreitet werden soll. Der Ausschuß wird sich Mittwoch vormittag mit den Vorschlägen für die Nichtabnahme italienischer Waren beschäftigen. 5. Der übrige Teil Abessiniens wird einem System internationaler Kontrolle unterstellt, das dem vom Fünferausschuß im September vorgeschlagenen ähnlich sieht, in dem jedoch Italiens Einfluß vorherrschend sein soll. 6. Italien erklärt sich mit der Regelung der Angelegenheit durch den Völkerbund einvertanden. Reuter berichtet dazu aus Rom, in„wohlunterrichteten Kreisen verberge man die Ansicht nicht,“ daß die Schwierigkeiten für eine friedliche Regelung z. Z. unuverwindlich scheinen. In keinem Falle, so werde in Rom festgestellt, werde Italien Verhandlungen zustimmen, solange es Gegenstand von Sühnemaßnahmen sei. Vermittlungsversuche nach römischer Ansicht ziemlich aussichtslos. DNB Rom, 15. Oktober. Gegenüber den vielerörterten Gerüchten über diplomatische Bemühungen Lavals im Sinne einer Ueberbrückung des Gegensatzes zwischen Rom und London wird in italienischen zuständigen Kreisen sehr große Zurückhaltung geübt. Man will vor allem Rücksprachen der betreffenden Botschafter in Paris und Rom mit den zuständigen Regierungsstellen keine große Bedeutung beimessen und betont, daß das Gespräch zwischen Laval und dem Botschafter Cerruti vom Montag keinesfalls die Erörterung eines neuen Planes zum Gegenstand hatte; ebenso sei ein Besuch des französischen Botschafters Chambrun bei Suvich am Dienstag nicht als irgendwie außergewöhnlich zu bezeichnen, da der französische Botschafter den Staatssekretär des Aeußern regelmäßig etwa dreimal wöchentlich zu sehen pflege. Allerdings erkläre man im Anschluß an die Pariser Gerüchte über Bestrebungen zur Wiederaufnahme diplomatischer Verhandlungen mit besonderer Betonung, daß Mussolini immer zu Verhandlungen bereit gewesen sei. Im gegenwärtigen Augenblick jedoch müsse man die Aussichten auf einen Erfolg angesichts der Tatsache sehr gering einschätzen, daß England sich auf das entschiedenste jedem Vermittlungsverfahren außerhalb des Völkerbundes entgegenstelle. Nach hiesiger Auffassung könne Italien jedoch nicht irgendwie durch einen Druck der Völkerbundsprozedur zum Nachgeben gezwungen werden. In den letzten Tagen habe ja Italien immer wieder„den Völkerbund wegen seines unmoralischen und illegalen Verhaltens“ brandmarken müssen. Italien habe vor allem von sich aus gar keine Veranlassung, irgendwie Verhandlungen anzukurbeln oder etwa selbst Vorschläge zu unterbreiten. Seine Stellung in Ostafrika sei ausgezeichnet; das Reich des Regus falle immer mehr zusammen. Der Vormarsch der italienischen Truppen sei weniger eine militärische Tat als eine Tat der Befreiung. Der bisherige Verlauf des italienischen Vorgehens rechtfertige bereits völlig das italienische Verhalten.„Einschüchterungsmethoden des Völkerbundes" könnten also Italien nicht von seinem einmal eingeschlagenen und richtig befundenen Weg abbringen. Italien habe die Bemühungen Lavals zu vermitteln stets zu würdigen gewußt und werde daher auch, falls irgendwelche Vorschläge gemacht werden, sie aufmerksam prufen. Vorläufig könne jedoch keine Rede davon sein, daß bereits irgenowie greifbare Pläne näher erörtert worden seien. schließend eingehend das Gebäude und die Einrichtungen der Kriegsakademie. Am Vormittag hatte der Kommandeur der Kriegsakademie, General der Infanterie Liebmann, am Grabe des Generals von Scharnhorst einen Kranz nievergelegt. dessen Schleife folgende Inschrift trua: „Dem Wegbereiter für Deutschlands Freiheit und Größe — Die deutsche Wehmacht zur 125. Wiederkehr des Gründungstages der Kriegsakademie.“ Englands Wahlkampf und der Krieg. C London, 15. Oktober. Am Montag abend eröffnete Schatzkanzler Neville Chamberlain mit einer großen Rede in Glasgow den konservativen Wahlkampf. Er verteidigte hierbei den Beschluß der Regierung, Parlamentswahlen noch in diesem Jahre zu veranstalten und bezeichnete einige der Fragen, in denen die Regierung um Erneuerung ihrer Vollmachten durch das englische Volk ersucht: Ein neueWehrprogramm, energische Behandlung der Frage der notleidenden Industriebezirke in Wales, Nordengland und Schottland, Unterrichtsreform ulm. Er ging auch ausführlich auf die abessinische Krise,„Mussolinis Irrtum“ und die Bedeutung des von der britischen Regierung in Genf geführten Kampfes ein. Zur Rechtfertigung der baldigen Veranstaltung der Neuwahlen sagte Chamberlain: Die Ansicht ist ausgesprochen worden, daß wir die Neuwahlen bis nach Beendigung der jetzigen Krise, d. h. bis zum Frühfahr, aufschieben sollten. Aber wie stehen nicht am Ende, sondern am Ansang einer vielleicht sehr langen Periode von Schwierigkeiten, Zweifeln und Sorgen, in deren Verlauf es wiederholt Krisen sehr schwerer Art geben mag. Angesichts einer solchen Lage scheint es mir wesentlich zu sein, daß die Regierung des Landes mit nicht anzweifelbarer Autorität begleitet wird und genügende Sicherheit bezüglich der Stabilität ihrer Amtsführung erhält, um ihre Politik zu Ende führen zu können. Der Schatzkanzler erklärte, daß die britische Regierung gegenüber Italien eine hifsbereite Haltung gezeigt habe. Sogar jetzt, nachdem Italien die Feindseligkeiten eröffnet habe, sei die Tür keineswegsgeschlossen worden. Der vormalige Dominienminister Amery habe neulich in Birmingham gesagt, kein junger Engländer dürfe wegen Abessinien in den Tod gesandt werden. Dies sei eine bösartige Entstellung der wahren Lage. Niemand werde in den Tod gesandt. England suche einem Krieg Einhalt zu tun, der bereits im Gange sei. Und wenn dies auch nur teilweise gelinge, werde es wahrscheinlich die Rettung vieler tausender von Menschenleben bedeuten. Es gehe nicht nur um das Schicksal Abessiniens, sondern auch um das des Völkerbundes. Wenn zugelassen werde, daß Nationen, nachdem sie sich verpflichtet hätten, nicht zum Krieg zu schreiten und das Gebiet von Bundesmitgliedern nicht zu verletzen, ungestraft diese beiden Versprechen brechen dürften, dann werde niemand mehr Vertrauen zum Völkerbund haben. Wenn der Völkerbund in Stand gesetzt werde, den Krieg in Afrika zu begrenzen oder zu verkürzen, werde seinen Fähigkeiten neues Vertrauen und neue Achtung zuteil werden. Dieses Ziel sei wohl wert, einiges Risiko einzugehen. Mussolinis Erklärung, daß er die Interessen Englands nicht schädigen wolle, fiele ins Leere, denn er begreife anscheinend nicht, daß eine Nation statt an ihre unmittelbaren Interessen an die der Allgemeinheit denken könne. Es scheine, daß Italien England trotz seiner Hilfsbereitschaft mit besonderer Abneigung betrachte. Dieses Gefühl sei zweifellos von den maßgebenden Stellen gesteigert worden, aber es gehe um zu große Fragen, als daß England sich durch Angriffe auf seinen Charakter beeinflussen lassen könne. Chamberlain erklärte, wir stehen vor der Wahl, entweder in Genf eine letzte Anstrengung für Frieden und Sicherheit zu unternehmen oder durch eine seige Kapitulation ein von uns gegebenes Versprechen zu brechen und uns der Verachtung unserer Nachkommen auszusetzen. Er wies auch darauf hin, welche Einigkeit zwischen Konservativen, Gewerkschaften, Geistlichen aller Konfessionen, Atheisten und sogar bei dem größten Teil der Arbeiterpartei in der Frage der Sanktionen herrsche. Bei den Wahlen in Kanada haben die Liberalen mit 165 Mandaten(93 im letzten Parlament) einen großen Sieg über die Konservativen(41 Mandate gegenüber 133 im letzten Parlament) davongetragen. Zwölf konservative Minister sind nicht wiedergemählt worden. san. durch Aegypten h wurde Aksum n Stadt, die zuSklaven, VerVerfolgte war. at neben der erheblich strach am Südrand von dem aus sich das weit nach ndet. Die Fortauch an diesem r rückständigen glosen GebirgsGuerillakämpfer egen die Dinge ils Graziani nach Norden —Addis Abeba nigung mit der indes mit der n. Vor wenigen allen Mitteln Offensive begonpenland Ogaden den Vormarsch ndringen ließen. droht, will der Nachrichten durch begegnen. Die nt unmittelbar ssinier an dieser die Meldung sich Brenze des fran3 Berges Mussa talienischen Truppen, die in cken bedroht die nunmehr in cht nur für den n auch für den um die jetzt in Bedeutung sein. IIIImIIIN Aus Münster und dem Münsterland. die Einrichtungen eur der Kriegs= ann, am Grabe st einen Kranz de Inschrift trua: eiheit und Größe erkehr des Gründer Krieg. 1, 15. 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Chamberlain der in Genf eine und Sicherheit zu Kapitulation ein 1 brechen und uns ten auszusetzen. Einigkeit zwischen tlichen aller Kon1 größten Teil der tionen herrsche. a haben die Liletzten Parlament) tiven(41 Mandate t) davongetragen. cht wiedergemählt Aufstellung einer Mumter. + Münster, 14. Oktober. Gemäß Verfügung des Oberbefehlshabers des Heeres ist am 15. 10. 35 in Münster eine besondere StandortKommandantur ausgestellt. Zum Kommandanten von Münster ist Generalmajor v. d. Knesebeck ernannt worden; er hat heute seinen Dienst angetreten. Damit tritt eine Trennung der Führung der Standortgeschäfte von der Truppenführung ein, während bisher beide Aufgaben von der Kommandantur Münster bearbeitet wurden. Die Führung der 16. Division behält Generalmajor Glokke. Die Standort=Kommandantur Münster verbleibt in der Unterkunft der bisherigen Kommandantur Münster, Warendorfer Straße 4. Der Stab der 16. Division bleibt ebenfalls vorläufig in den Räumen der bisherigen Kommandantur Münster. Warendorfer Straße Nr. 4. Leistungswille der schaffenden Zugend. Zwei weitere wirtschaftskundliche Fahrten des Jugendamtes der Du, im Gau Westfalen=Nord. ensg= Münster, 15. Oktober Am Montag vormittag nahmen in Münster im Gemeindehaus zwei wirtschaftkundliche Fahrten ihren Anfang. Zunächst die Fahrt der Jungarbeiter aus der Tertilindustrie. Gaujugendwalter Terwesten begrüßte alle Jungen die zu dieser Fahrt erschienen waren, und ermahnte sie, alle neuen Eindrücke gut aufzunehmen, damit der Zweck der Fahrt, das berufliche Blickfeld der Jungarbeiter u erweitern, voll erreicht würde. Im Verlauf seiner Ausführungen stellte er treffend die Einstellung der früheren bündischen Jugend mit ihren nächtlich-romantischen Lagerfahrten und das Arbeitsziel der heutigen Staatsjugend gegenüber, die nur eins will: durch berufliche und körperliche Ertüchtigung zur Höchstleistung zu kommen und damit Volk und Vaterland am besten zu dienen. Der Gaujugendwalter wünschte dann der Fahrt einen guten Verlauf, auf daß diese Fahrt. die wie jede andere sa ein Teilgebiet der zusätzlichen Berufsschulung ist, dazu beitragen wird, klarzumachen, daß einer nicht nur den kleinen Arbeitsvorgang, den er täglich ausführt. sehen darf, sondern immer das große Ineinandergreisen aller Industriezweige im deutschen Wirtschaftsleben, zu dessen Fortbestehen ein jeder an seinem Arbeitsplatz beiträgt Pg. Voß, der Gaubetriebsgemeinschaftswalter der GBG„Textil“, gab einen„Gesamtüberblick über die Tertilindustrie in Deutschand“. in dem er auch die Rohstoif= und Devisenfrage in der Tertilindustrie aufrollte. und ferner in fesselnder Form die Leistungs= und Schicksalsgemeinschaft des deutschen Volkes herausstellte, wobei er betonte, daß wir nicht immer nur an uns selbst und unser berufliches Arbeitsgebiet denken dürfen, sondern stets die große wirtschaftliche Gesamtheit. in der alles ineinandergreift und eines ohne das andere gar nicht bestehen kann, im Auge haben müssen. Es folgte dann eine Aussprache aller Jungarbeiter mit Pg. Voß. an der die Jungen rege teilnahmen. An der lebhaften Fragestellung konnte man sehen, wie interessiert sie waren und wie sie sich freuten, auf diese Weise ihrer beruflichen Fortbildung zu dienen. Der Verlauf dieser Fahrt wird die Jungen in die verschiedensten Textilbetriebe in Emsdetten, Rheine, Ochtrup. Bielefeld usw. führen. Die andere Fahrt, an der Mädel aus dem Hausgehilfenbernf teilnehmen, eröffnete die Gaujugendreferentin der DAF. Ign. Jeanette Blingen, die ihre jungen Kameradinnen herzlich begrüßte und ausführte, daß der Zweck dieser wirtschaftskundlichen Fahrt, zu der Mädel aus der Stadt und vom Lande zusammengekom= men seien, nicht allein die Erholung sei, sondern in erster Linie der beruflichen Förderung diene. Die Fahrt gehe durch die verschiedenartigen Betriebe, die für die Hausgehilfin von Interesse sind. So sollten sie denn in dieser Woche in froher Arbeits'ameradschaft alles Neue— nicht zu vergessen auch die landschaftlichen Schönheiten unserer westfälischen Heimat— kennen lernen und nach Beendigung der Fahrt mit einem gewissen Stolz. als Hausgehilfin tätig zu sein, wieder an die Arbeit gehen. Dann nahm Frl. Wulf von der Reichsfachgruppe „Hausgehilfen“ in der DAF das Wort zu einem kurzen Referat:„Die Aufgaben der Hausgehilfin im nationalsozialistischen Staate". Am Nachmittag wird zunächst das Elektrizitäts= und Wasserwerk der Stadt Münster besichtigt. Die Fahrt geht dann durch die haus= und landwirtschaftlichen Betriebe des Münsterlandes. Aussienung„Westfalen in Bilo und Kunsl nsg= Münster, 15. Oktober. Die bereits angekündigte Ausstellung des Deutschen Frauenwerkes.Westfalen in Bild und Kunst“. die anläßlich der Kundgebung mit der Reichssrauenführerin Frau Scholtz=Klink veranstaltet wird. wird am Samstag. dem 19. Oktober, nachmittags 3 Ubr. in der Halle Münsterland eröffnet. Westsalisches Volksgut wird Großer Erfolg des ersten Eintopfsonntags. Ueberall wurden die Vorjahrsziffern übertroffen. Der Ruf des Führers hat Widerhall gefunden. Niemand entzieht sich der Pflicht zur Gemeinschaft. Der erste Eintopfsonntag, der den Winterfeldzug eröffnete, brachte gleich einen überraschenden und erfreulichen Erfolg. Von Berlin wird gemeldet, daß das Ergebnis des ersten Eintopfsonntags das des Vorjahres um rund 40 000 Mark übertraf. Hamburg meldet ein Mehr von rund 20 000 Mark. Aus allen Teilen des Reiches werden höhere Einnahmen gemeldet. Auch im Gau Westfalen=Nord sind günstige Ergebnisse und schöne Erfolge zu melden. In den Orten des Münsterlandes ist durchweg eine Steigerung der Spenden zu verzeichnen, die zu Freude und Stolz veranlaßt. In Münster: Die erste Eintopssammlung brachte eine Summe von 15 268,69 Mark ein, während das Gesamtergebnis der ersten Eintopfsammlung des WöW 1934/35 genau 12 072 Mark betrug. Mithin erbrachte der erste Eintopfsonntag des Winterhilfswerkes 1935/36 in Münster=Stadt 31 96.69 Mark mehr als am ersten Eintopssonntag des vergangenen Jahres. In Bocholt: Wenn auch das endgültige Ergebnis noch nicht feststeht, so darf doch damit gerechnet werden. daß über 2100 Mark eingehen werden. Das sind rund 100 Mark mehr als im vergangenen Jahr, wo am ersten Eintopfsonntag 1749 Mark gesammelt wurden. In Borken: Während die endgültige Abrechnung über die einzelnen Gemeinden aus der näheren Umgebung der Stadt noch nicht vorliegt, die in diesem Winter gesondert abrechnen, so hat sich doch herausgestellt, daß das Ergebnis um eine schöne Summe größer geworden ist, als es bei der gleichen Sammlung im Vorjahr der Fall war. Während bei der ersten Eintopfsammlung 1934/35 aus dem Sammelbezirk Borken, einschließlich der umliegenden Bauerschaftsgemeinden, 790,33 Mark ermittelt wurden, so ist am letzten Sonntag allein von den Familien aus der Stadt Borken ein Betrag von 649.71 Mark gespendet worden, das sind rund 26 Mark mehr als im Vorjahr. Möge die frohe Opferbereitschaft auch bei den nächsten Sammlungen anhalten. In der Gemeinde Grütlohn ergab die Sammlung einen Betrag von 25.95 Mark, und in der Gemeinde Westenborken von 18.75 Mk. In Rheine: Der erste Eintopfsonntag brachte auch in Rheine einen vollen Erfolg. Auch hier ist ein schöner Ansangserfolg zu verzeichnen. Im einzelnen kamen in Rheine an Spenden ein: Altstadt: Haussammlung 753,52 Mk.. Straßensammlung 240.59 Mk., Gaststätten 23.90 Mk. Rheine l. d. E.: Haussammlung 734,04 Mk., Strahensammlung 105,54 Mk., Gaststätten 2.— Mk. Rheine rechts d. E.: Haussammlung 906,72 Mk., Straßensammlung 100,37 Mk., Gaststätten 1.50 Mk. In Altenrheine erbrachte die Haussammlung am Sonntag 35.40 Mark. Insgesamt wurden also 2968,18 Mk. gesammelt Das ist gewiß ein schöner Anfang. In Dorsten: Noch liegen zwar in unseren Gemeinden die genauen Ergebnisse nicht vor. aber die bereits seitgestellten Zahlen übertressen das Ergebnis de: Vorjahres bereits bedeutend. Den bedeutenditen Erfolg errang Hervest, das mit 610 Mk. alle bisherigen Ergebnisse übertraf. Der bisherige Durchschnitt war 520 Mk. Aber auch Dorsten besestigte die Vorjahrsstellung bedeutend. Bisher wurden weit über 700 Mark gezählt gegen etwa 600 Mk. im Vorjahr. Die Listen sind aber noch nicht alle erfaßt, so daß sich das Ergebnis noch verbessert. Holsterhaulen blieb dahinter nicht zurück mit mehr als 300 Mk., was auch mehr ist als bei der ersten Sammlung des Vorjahres. Der Erfolg gerade in diesen Gemeinden ist um so höher zu bewerten, als es sich hier um Notstandsgebiete handelt, die selbst wieder Nutznießer des WöW und besonderer NSV=Aktion sein müssen. hier zusammengetragen, das bei den Besuchern Freude und Interesse auslösen wird. Die Ausstellung wird nur zwei Tage gezeigt. * 4 Münster, 15. Okt. Ein bekannter westsälischer Gemälde=Restaurator gestorben. Der weit über Westsalen bekannte Gemälderestaurator und Kirchenmaler Anton Soetebier, der noch vor vierzehn Tagen bei bester Gesundheit seinen 77. Geburtstag feiern konnte, ist soeben einem Schlaganfall erlegen, den er drei Tage vor seinem Tode erlitten hat. Aus einer altmünsterischen Kaufmannssamilie hervorgegangen, stattete er in den Jahren 1896 bis 1912 vornehmlich in Westfalen etwa 30 Kirchen und 50 Altäre mie Malerei aus und wandte sich dann bis 1930 der Kunst des Restaurierens zu, durch die er viele alte Altäre, Gemälde und Wandmalereien wieder mit bestem Kunstverständnis in ihren früheren Zustand zurückversetzte. So wurden— um nur einige zu nennen— das große Altarwerk in der Petri=Nikolai=Kirche zu Dortmund. die Kirchen in Schwerte, Asfeln, Obermars berg und Rhede wie auch viele stark verfallene Renaissancealtare durch seine Kunst wieder instandgesetzt. Auch die seinen Tafelmalereien Konrad von Soests, zahlreiche Werke der tom Rings und die Malereien am Hochaltare des Domes zu Münster verdanken ihm wieder ihren alten Glanz. 4 Münster, 15. Okt. Von der Wasserbandirektion Ernennungen: Der Regierungsbaurat Straat bei der Wasserbaudirektion Münster zum Regierungs= und Baurat Versetzungen: Regierungs= und Baurat Ibrügger bei der Regierung in Minden an das Oberpräsidium in Breolau; Regierungsbaurat Mombera bei der Regierung in Koblenz an die Regierung in Minden Regierungsbaurat Knocke vom Waiserbauamt Duisburg Meiderich zur Wasserbaudirektion Münster. In den dauernden Rubestand versetzt: Vermessungsrat Eckert bei der Wasserbaudirektion Münster; Regierungsbaurat Förster vom Wasserbauamt Hamm + Münster, 15. Okt. Einbrecher auf frischer Tat gefaßt. Von der Kriminalpolizei konnte ein Wohnungs einbrecher in einem Hause auf der Hermann=GöringStraße auf frischer Tat festgenommen werden. Bei dem Einbrecher handelt es sich um eine aus Münster stam mende bereits einschlägig vorbestrafte Person, die erit vor kurzer Zeit aus dem Gefängnis entlassen wurde Der Einbrecher wurde dem hiesigen Amtsgericht zugeführt und in Untersuchungshaft genommen. A Münster, 15. Okt. Beim Fall vom Eisengitter aufgespietzt. Am Hohenzollernringe war ein achtjähriger Junge auf einen Baum geklettert, verlor jedoch den Halt und fiel so unglücklich auf ein Gitter, daß ihm eine Spitze in den Leib drang. Arbeiter, die in der Nähe arbeiteten. befreiten ihn aus seiner surchtbaren Lage und brachten ihn in das benachbarte Franziskushospital. Ennigerloh, 15. Okt. Beim Ankuppeln des Lastwagens zu Tode gekommen. In der Firma HoltmannHaubrock ereignete sich ein schwerer Unfall, dem ein Menschenleben zum Opfer fiel. Zwei Belegschaftsmitglieder wollten Beiwagen und Anhänger an der Zugmaschine befestigen. Plötzlich rollte der erstere zurück; hierbei geriet der 54jährige H. O. zwischen Bulldog und Lastwagen, wobei er schwere Verletzungen erlitt, die kurz darauf den Tod herbeiführten. Dorsten, 15. Okt. Die Berufoschule wegen Einsturzgefahe geschlossen. Vertreter des zuständigen Ministeriums und der Regierung Münster besichtigten mit Landrat Strausberger am Montag die Dorstener Berufsschule, die schon seit langem baufällig ist. Die Besichtigung endete mit dem Beschluß die Berufsschule wegen Einsturzgefahr zu schließen. Die Klassen werden vorerst im Gymnasium später in einer in Hervest=Dorsten zu errichtenden Baracke untergebracht. Das jetzige Gebäude dient seit 1642 Schulzwecken und gehört den Franziskanern, die hier 1642 ein Gymnasium eröffneten. Seit 105 Jahren dienen die Räum: auch der Berussschule. Programm des Reichssenders Köln Oktober Mittwoch 5.55: Wetterbericht für Bauern. 6.00: Von Stuttgart: Leibesübungen. 6 80: Von Berlin: Frühkonzert. 7.00: Von Berlin: Nachrichten; anschl aus Köln: Chökal— Morgenruf. Forts. des Frühkonzerts. 8.00: Hilde Bremus: Frauenturnen, 8.15: Zeit, Wetter, Wasserstand. 8.20: Frauenfunk. Haus Blunck: Gymnastik im Kindesalter und in den Entwicklungsjahren. 8.30: Heute ist Lostag! 8.35: Funkwerbung(ohne Verantwortung des Intendanten) 9.00: Zendepause. 10,00: Zeit, Nachrichten, Wasserstand 10,15: Von Leipzig: Schulfunk, Robert Gulskard, Herzog der Normänner, Fragment des Trauerspiels von H. v. Kleist. 10,45: Westdeutschland stellt vor: Zum ersten Male vor dem Mikroson des Reichssenders Köln: Arthur Roth(Tenor), Karl Ketteler(Klavler). 11,15: Deutsche Erzähler— alte Meister, Adalbert Stifter: Der Heideknabe. Sprecherin: Ingrid Fernolt. 11.40: Bauernfunk. Hugo Langels: Der linke Niederrhein als bäuerlicher Lebensraum, 12,00: Musik am Mittag. 12,00: Von Saarbrücken: Ausführende: Landes=Sinsonieorchester für Pfalz und Saar, Leit.: Musikdirektor Ernst Schmeißer. Brahms: Akademische Festouverture, Gretry=Motil: Ballettsutte; a) Tambourin, b) Menuett, c) Gigue. Seassola Helvetia, sinfonische Dichtung. Tschaikowsky: Andante aus dem Streichquartett, op. 11. Wagner: Siegfrieds Rheinsahrt aus„Die Götterdämmerung“ 13.00: Mittagsmeldungen— Glückwünsche 13.15: Von Saarbrücken: d'Ambrosio: Sulte aus dem Ballett„Herselta“, Strauß: Duverture zu „Waldmeister“. Strauß: Bei uns z' Haus, Walzer. Tvorak: Zwei slawische Tänze. Bayer: Melodien aus„Die Puppensee“, 14.00: Mittagsmeldungen. 14.15: Vom Deutschlandsender: Allerlei von Zwei bis Drei. 15,00: Jungmädelstunde. Spiele aus dem Siegfried. 15.30: Wirtschaftsmeldungen: anschl.: Sendepause. 16.00: Wir treiben Familienforschung. 16,15: Herbstlieder. Düsseldorfer Madrigal= Vereinigung, Leitung: Karl Maria Artz. 16.40: Die Welt im Buch. 17,00: Von Frankfurt: Nachmittagskonzert. Aus führung: Lasos Gaspar(Cymbalo), Erwin Hartung(Schlagerlieder), die fünf Sorgenbrecher, Fritz Kullmann, Kapelle Franz Hauck, das Rundfunkorchester, Leitung: Hans Rosband 18.30: Der Student spricht. Aus dem Arbeitsdienft zur Hochschule! Ein Wort an die sungen Kameraden zum Beginn des Studiums von Gaustudentenbundführer Manfred Garben, 18.45:„Zusammenkunft in der Rundfunkwirtschaft“, Tr. Otte. 18.55: Zeit, Wetter, Wirtschaftsmeldungen— Sportvorbericht 19,00: Neue Unterhaltungsmusik. Jupp Schmitz, Leo Kowalski(an zwei Flügeln). Das Westdeutsche Kammerorchester, Leitung: Hermann Hagested19.50: Momentaufnahme. 20.00: Erste Abendmeldungen 20.10: Sendepause. 20,15: Von Frankfurt: Reichssendung: Stunde der sungen Nation. Brückenbau, Kameradschaft der Arbett. Von Heinrich Lersch 20.45: Soldaten! Kameraden! Haudegen und Schnauzbärte. Hörfolge von Peter Purzelbaum, 22.00: Zeit, Wetter, Nachrichten 22.15: Hinter den Kulissen des Sports 22.30: Nachtmusik und Tanz, Ausführende: Tas Große Orchester des Reichssenders Köln, Leit: Otto Julius Kühn, das Kleine Orchester des Reichssenders Köln, Leit.: Leo Eysoldt. Refraingesang: Tie sechs frohen Sänger. Oktober Donnerstag 5.55: 6,(W: 6.30: 7,00: 8.00: 8.15 8.20: 8.45 10,00: 10,15: 10,45 11,30 12,00 12,0 13.0 13,15 14.00 14.15 15,00 15.30 16,00 16.30 17,00 18,30 19.50 20,00 20,10 22.10 22.30 22.55 Wetterbericht für Bauern Von Stutigart: Leibesübungen Von Saarbrücken: Frühkonzert. Von Saarbrücken: Nachrichten. Anschl. aus Köln: Choral— Morgenruf. Hilde Bremus: Fraucnturnen, Zeit, Wetter, Wasserstand, Funkwerbung(ohne Verantwortung des Intendanten). Sendepause. Zeit, Nachrichten, Wasserstand. Vom Deutschlandsender: Schulfunk. Volksliedsingen. Der rheinische Eulenspiegel. Erlebnisse mit Sanscoulotten und Kosaken. Von Willi Schäferdiek. Am Klavier: Heinz Herkrath Funkwerbung(ohne Verantwortung des Intendanten). Musik am Mittag. Von München: Es spielt das Rundfunkorchester, Leitung: Karl List. Weber: Ouverture zu„Präziosa". Joh. Strauß: Geschichten aus dem Wiener Wald, Walzer, Debussy: Mennett, Tschaikowsky: Slawischer Marsch. Lortzing: Ouverture zu„Der Waffenschmied“. Lanner: Die Schönbrunner, Walzer, Tvorak: Slawischer Tanz. Ibanez: Ein Student geht vorbei. Mittagsmeldungen— Glückwünsche. Von München: Schebert; Ouverture zu„Rosamunde". Lachner: Dreher. Delibes: Pizzicato, Polka und Csardas. Joh. Strauß: Accelerationenwalzer. Suppé: Was kommt dort von der Höh', Weninger: Jung=Deutschland, Marschpotpourri Mittagsmeldungen. Vom Deutschlandsender: Allerlei von Zwei bis Drei. Kinderstunde. Wir erzählen Mürchen. Vom Riesen Smeru und der Prinzessin Adinda, Wirtschaftsmeldungen; anschl.: Sendepause. Werke für zwez Klavlere. Junge deutsche Erzählkunst. Nachmittagskonzert.„Ländliche Musik mit beiteren Schnurren.“ Das Kleine Orchester des Reichssenders Köln, Leitung: Leo Eysoldt, Fr. Peter Kürten(Heiteres), Scassola: Ländliche Suite. Clemus: Mädels und Burschen, ländliche Szene. Chabtier: Dorftanz. Merkling: Zwei elsässische Bauerntänze. Tohnanyt: Unaarisches Erntefest. Transmann: Im wogenden Aehrenfeld. Grieg: a) Hirtenknaben, b) Norwegischer Bauerntanz, Neues aus Forschung und Wissenschaft. Kurzberichte von Mar Bense. Geheimnisse der Zchallwellen— Wissenschaft und Wetterregel— Woher kommt der Tiamant? Zeit, Wetter, Wirtschaftsmeldungen— Sportvorbericht. Wilinger fahren zur See. Hörfolge von der Jomburg und einem germanischen Schwertorden. Momentaufnahme Erste Abendmeldungen, Hans Heiling. Romantische Oper, nach einer erzbergischen Sage. Von Heinrich Marschner. Funkbearbeitung und Spielleitung: Paul Heinr Gehly. Musikalische Leitung: Dr. Wilhelm Buschkötter. Zeit, Wetter, Nachrichten— Wochenschau. Blick in die Zeitschriften. Dr. Mahler bespricht die Neueingänge des Monats. : Von Berlin: Spätmusik. Kleines Funkorchester. Leitung: Willy Steiner. Wetzel: Die lustige Schaferin. Dölle: Wie ein Wunder kam die Liebe, Walzer. Arendt: Nola. Heuberger: Aus dem Morgenlande, Sutte. Evendsen: Romanze. Kick=Kletzki: Vartets. Wismar: Die Geige weint, Romanze. Evans: Ritter vom Steckenpferd. Strauß: Aquarellen=Walzer. Zeh: Freundschaftsmarsch Oktober Freitag 5.55: 6.00: 6,30: 7,00: 8.00 8.15 8.20 8.45: 10,00: 10,15: 10,35 12,0 12.00 13.00 13.15 14,00 14.15 15.00 15.30 16.00 16.10 18.30 18.45 19.00 19.50 20.00 20.10 20.15 21.00 72.00 2.20 23.00 Wetterbericht für Bauern. Von Siuttgart; Leibesübungen Von Königsberg: Frühlonzert. Von Königsberg: Nachrichten, Anschl. aus Köln: Choral— Morgenruf. Foris. des Frühkonzeris Hilde Bremus: Frauenturnen. Zeit, Wetter, Wasserstand. Funkwerbung(ohne Verantwortung des Intendanten). Zendepause. Zeit, Nachrichten, Wasserstand Schulsunk. Deutsche Lufsahrt. Eine geschichiliche Einführung. Fliegen— Ein Traum wird Wirklichkeit. Von Wolfang Wagner, Uebertragung aus dem Capitol Köln; Musik auf der Wurlitzer Orgel. Gespielt von Theo Bussard; Rudi Rhein(Violine). Funkwerbung(ohne Verantwortung des Intendanten) Bauernfunk. 1, Praktische Anregungen. 2. Bauerngeschirr aus alter Zeit. Musik am Mittag. Von Frankfurt. I. Schurdel: Grenzmarkgruß, Marsch. Castaldo: Wiener Fasching, Walzer. Künneke: Romantische Ouverture. Michelt: Csardas Nr. 8. Hrubv: So singt man nur in Wien, Potpourri. Suppé: Ouverture zu„Zehn Mädchen und kein Mann". Kochmann: Ständchen. Kling: Die Perlen, Polka für zwei Trompeten. Rust: Ouverture„Der Froschkönig“, Becker: Künstlerlaunen, Walzer. Wendel: Deutschlands Erwachen, Marsch. Ausführung: Kapelle Franz Hauck. Mittagsmeldungen— Glückwünsche. Von Frankfurt: II. Urbach: Per aspera ad astra, Marsch. Löhr: Herbstmorgen, Walzer. Nachez: Zigeunertanz(Violinsoso: B. Casedanne). Richart: Kapriziöser Walzer. Dostal: Tiamanten und Perlen, Potpourri, Köhler: Kanariens Brautwerdung, Löhr: Gladiolen. Walzer. Bullerian: Russischer Tanz. Ausführung: Kapelle Franz Hauck. Mittagsmeldungen— Kleinflußmeldedienft Vom Deutschlandsender: Allerlei von Zwei bis Drei. Frauenfunk. Wirtschaftsmeldungen; anschl.: Sendepause Deutscher Jahreszeitenkranz in Gedichten Hans Brandenburgs. Liederstunde. Vier Lieder: a) Cornelius: Angedenken— Treue, b) Wolf: Heb auf dein blondes Haupe— Blumengruß. Brahms: Zwei Intermezzi für Klavier. Vier Lieder: a) Reger: Und wilst du von mir scheiden, Glück, b) Gretschaninow: Birke, beilgetroffen— Heimat. Ausführende: Hilde Wesselmann(Sopran), Eabert Grape(Klavier). Aus unserer Heimat. Alte Straßen des kurkölnischen Sauerlandes, Von Studienrat Menne, Arnsbera Von Leipzig: Nachmittagskonzert. Solisten: Hilde Voth(Topran), Elisabeth RaymannStein(Alt). Die Dresdener Philharmonie, Leitung: Hilmar Weber Die Ausweitung des deutschen Geschichtsbildes Was die Bremer Tagung des Reichsbundes für deutsche Vorgeschichte Neues brachte. Ein Bericht von Dr. R. Stampfuß Zeit, Wetter, Wirtschaftsmeldungen— Eporivorbericht Abendmusik. Momentaufnahme Erste Abendmeldungen. Sendepause Von Breslan: Reichssendung: Stunde der Nation. Feierabend beim Arbeitsdienst. Weinlese im Kanton Teisin. Zeit, Wetter, Nachrichten. Filmecke Nachtmusik. Oktober Samstag 5.55: Wetterbericht für Bauern. 6.00: Von Stuttgart: Leibesübungen, 6,30: Von Breslau:„Fröhlich klingt's zur Morgenstunde". 7.00: Von Breslau: Nachrichten; anschl, aus Kölnt Choral— Morgenrus. Forts. des Frühkonzerts. 8,00: Hilde Bremus: Frauenturnen, 8.15: Zeit, Wetter, Wasserstand. 8.20: Frauenfunk. Gesunde Frauen durch Beibesübungen. 8.30: Sendepause. 10,00: Zeit, Nachrichten, Wasserstand. 10,10: Lieselotte Hoppe: Kindergarten, 10,30: Wir und die Welt, 11.20: Was ist los im Sport? Rich. Heinemeyer, 11.30: Funkwerbung(ohne Verantwortung des Intendanten). 12.00: Musik am Mittag, 12,00: Von Stuttgart: Buntes Wochenende. Es singen: Melitia Wittenbecher(Sopran), Heinz Eschwege (Lieder zur Laute). Es spielen: Das Landesorchester Gau Württemberg=Hohenzollern, Leit.: Julius Schröder, und das Handharmonika=Tuo Ly Braun und Hans Thaler. Seyfert: Lebensfreude, sinson, Vorspiel. Nedbal: Die Winzerhraut, Walzer. Dostal: Mir träumt vom Meer so wunderbar, aus„Die Vielgeliebte", Mahr: Virtuose Rhythmen, Harmonikaduett. Rhode: Vom Rhein zur Donau, Potpourri. Mahr: Lachendes Leben, Harmonikaduett. Lehar: Ich bring' dir Bubchen, aus„Der Graf von Luxemburg". Stolz: Du sollst der Kaiser meiner Zeele sein. Larenz: Nußdorf=Heurigen=Marsch. 13,00: Mittagsmeldungen— Glückwünsche. 13,15: Von Stuttgart: Suppé: Ouperture zu„Das Modell“. Popetschnigg: Steirische Ländler, HeinEschwege singt zwei Trinklieder, Thaler: Polka, Harmonikaduett. Künneke: Wenn der Sag erwacht, aus„Das Dorf ohne Glocke“. Pachernegg: Praterbummel, Intermezzo. Mahr: Russischer Walzer, Harmonikaduett. Götze: Im Rausch des Glückes, aus„Ihre Hoheit, die Tänzerin". Blon: Champagner=Walzer, 14.00: Mittagsmeldungen. 14.15: Vom Deutschlandsender: Allerlei von Zwei bis Trei 15,00: Kinderstunde. Wir fahren in den Herbst. 15.30: Wirtschaftsmeldungen. 15,40: Bergische Bilderbogen. Wir besuchen die TextilFachschule in Wuppertal=Barmen, 16,00: Uebertragung aus der Rheinlandhalle, Köln: Der frohe Samstag=Nachmittag des Reichssenders Köln(in Verbindung mit der N2G„Kraff durch Freude“). Mitwirkende: Mimi Thoma(heitere Lieder): Gerhard Ebeler(Volkssänger): Die vier Botze(Rheinische Straßensänger); Die Gaukapelle des Traditionsgaues München=Oberbayern, Leitung: Georg Lange: Die HoferGruppe(Original=Oberbayerntruppe: Schuhplatler. Sänger. Schrammelquartett) und die dret lustigen Gesellen(Rudi Rauher, Hans Salcher und Karl Wilhelmi) mit ihrer„Laterna magica“. Gesamimanuskript: Theo Rausch. Gesamtlettung: Gustav Kneip. 18,00: Nordlandlicd— Germanenlied, Germanische Heldengesänge und Tänze, die uns die Bauern von Faeroer überlieferten. 18.25: Mittelsteinzeitliche Ausgrabungen am Niederrhein. Dr. Sieeger: Eine Jägerstation vor 8000 Jahren im Kemper Land. 18.45: Zeit, Wetter, Wirtschaftsmeidungen— Sportvorbericht. 18.50: Ruf der Jugend. 19,00: Abendmusik 19.50: Momentaufnahme. 20.00: Erste Abendmeldungen. 20.10: Für jeden eiwaß. 22.00: Zett, Wetter, Nachrichten. 22.20: Wo bist du, Kamerad? Funkappell alter Frontsoldaten. Sprecher: Wilm Böckenholt 23,00: Von Leipzig: Unterhaltungskonzert Aus Dülmen Stadt und Land den 16. Oktober 1935. Der Herbst in der Bauernsprache. Der Herbst ist die Jahreszeit der Ernte und Lese, ist der Abschluß und die Krönung eines abeitsreichen Jahres. Sitte und Brauchtum dieses so bedeutungsvollen Jahreslaufabschnittes haben eine ungemein reiche und vielfältige Ausprägung erfahren. Auch in der deutschen Sprache hat der Herbst einen mannigfaltigen Niederschlag gefunden. Im deutschen Volkslied wird er besungen als die Zeit, in der sich das Laub golden färbt und vom Herbstwind von den Bäumen gerissen wird. Der Frühling, so sagt der Volksmund, ist zwar schön, doch wenn der Herbst nicht wäre, wäre zwar das Auge satt, der Magen aber leer. Das früh= und spätmittelalterliche Zehn= und Zinswesen schuf eine Reihe von Sprachzusammensetzungen, die uns bis zum heutigen Tage erhalten geblieben sind. Herbstbede hieß z. B. die Traubensteuer; das war der Zehnte, den der Bauer vom Ertrag seines Weinberges abzugeben hatte. Die obrigkeitliche Verordnung, die durch die Weinlese eröffnet wurde, war Herbstbrief genannt. Herbstschreiber war der Titel des Einnehmers der Weinzehnten. Der Herbstspruch eröffnet noch heute in manchen Gegenden das Erntefest. Eine Reihe von volkstümlichen Ausdrücken und Redewendungen steht im Zusammenhang mit der bäuerlichen Wirtschaft. Aus der Vielzahl der Zusammenstellungen seien einige herausgenommen. Da gibt es die Herbstbutter, auch Stoppelbutter genannt, als Gegenstück zu der im Frühling hergestellten Maibutter. Das Vieh, das im Herbst geboren wird, heißt Herbstling. Eine spätreifende Apfelsorte und ein Blätterschwamm((Reizker), in Bayern„Hirschling“ genannt, führen denselben Namen. Herbstrahm hängt nicht, wie vielleicht angenommen wird, mit dem Rahm der Milch zusammen, sondern ist eine Bezeichnung für Most und neuen Wein. Die Herbstnachtigall ist das Rotkehlchen und Herbststar ist ein Schimpfwort, das von den fortziehenden Staren herrührt. Ein Herbstknecht ist keinesfalls ein Knecht, der nur im Herbst arbeitet, sondern ein Hagestolz, der zu lang mit dem Freien gewartet hat und darum ledig bleiben muß. Der Herbstlümmel dagegen ist ein Schimpfname und bezeichnet einen groben und ungeschliffenen Kerl Der kleine Ausschnitt bezeugt uns wieder einmal die Vielfältigkeit der Sprache, die das Volk und vor allem der Bauer in seinem All= und Festtagsleben geschaffen hat. Sonnige Herbsttage. Das Schöne weiß man in der Regel erst dann richtig zu würdigen, wenn es selten wird. So ergeht es auch mit den schönen sonnigen Herbsttagen Nach den vielen schönen Sommertagen, die uns in diesem Jahre beschert waren, nahm der Herbst mit Sturmesgebraus und Regen seinen Anfang. Nach diesen Sturm- und Regentagen bringt ein schöner sonniger Herbsttag doppelte Freude. Das konnte man auch am letzten Sonntag beobachten, wo ideales Herbstwetter herrschte. Der Oktober ist hinsichtlich seiner Temperaturverhältnisse für viele Landwirte und Gärtner von Interesse. Die Mitteltemperatur des Weinmonats beträgt für das nordöstliche Europa 1,5, für die baltischen Länder 1.1, für Deutschland 1,3, für Westeuropa, Italien und England 1.1 Grad. Freitag Gemeinderats=Sitzung. Am Freitag, den 18. Oktober, findet nachmittags eine Gemeinderats=Sitzung statt. Die Tagesordnung st umfangreich und umsaßt 14 Punkte Neueröffnung des Heimatmuseums. Am kommenden Sonntaa, den 20. Oktober, wird das Heimatmuseum, das in den letzen Monaten eine gründliche Umgestaltung erfuhr, neu eröffnet und der Allgemeinheit zugänglich gemacht werden. „Rheinischer Abend". Am Samstag, nicht Sonntag. Am kommenden Samstag findet im Bürgerhaus und im Saale Hermann Lödding ein Rheinischer Abend statt. Es ist also nicht so, daß die Veranstaltung bei H. Lödding erst am Sonntag ist, wie es auf den Karten heißt, sondern sie steigt wie die im Bürgerhause am Samstag. Jeder soll im Besitz eines vollgültigen Ausweispapiers sein! Diese Mahnung wird, wie die täglichen Erfahrungen bestätigen recht oft nicht brachtet, wodurch man sich allerlei Unbequemlichkeiten und Weiterungen aussetzt. Selbst große Firmen lassen ihre Angestellten ohne Ausweis reisen. Schon, wenn die Reisekasse wegen unerwarteter Inanspruchnahme unterwegs aufgefüllt werden muß, gibt es Weitläufigkeiten und Verdruß. Die Post kann die ihr anvertrauten Geldbeträge und Wertsendungen nur gegen ordnungsmäßigen Nachweis der Empfangsberechtigung aushändigen Führerscheine ohne Personalbeschreibung gelten zum Beispiel nicht als vollgültige Ausweispapiere. Zwar genügt es, wenn eine als vertrauenswürdig und zahlungsfähig bekannte Person als„Bürge für rechtmäßige Aushändigung" mitunterschreibt, aber ein derartiges Ansinnen stellt man selbst an Verwandte oder gute Bekannte nur ungern; viele Inhaber von Fremdenheimen usw. lehnen es grundsätzlich ab Das bequemste und billigste Ausweispapier ist die Postausweiskarte. Sie wird bei allen Postanstalten gegen eine Gebühr von 50 Rpf. ausgestellt und ist drei Jahre gültig. Zweckmäßig laßt man sie bei einer Postanstalt ousstellen, bei der man bekannt ist oder vom Zusteller(Briefträger) ausgewiesen werden kann. Ein Paß dagegen kostet den sechsfachen Betrag. Die Postausweiskarte enthält das Lichtbild, die amtliche Personenbeschreibung und die eigenhändige Unterschrift des Inhabers; sie entspricht also allen Anforderungen, die an ein vollgültiges Ausweispapier gestellt werden Nicht nur bei den deulschen Postanstalten gilt die Postausweiskarte, ihr Geltungsbereich erstreckt sich vielmehr entsprechend dem Weltposivertrag auf fast alle Länder der Erde. Auch von der Polizei und von den übrigen Behörden in Deutschland wird die Postausweiskarte als Ausweis über die Person anerkannt. Sie ist also ein vorzügliches und billiges Ausweispapier, das dem Inhaber große, jeden Tag mögliche Verlegenheiten eisparen kann, mithin perdient, von jedem, der nicht im Besitz eines Passes oder eines sonstigen vollgültigen Ein Tag Weinlese zu Merl. Spendet für das Zur Wein=Werbewoche Die Nacht flüchtet sich leise vor dem Tag in die Berge. Graue dichte Nebel läßt sie zurück. Träge kriechen sie hinab von den Baumkronen zu den Hängen, wo Rebe an Rebe steht wo Traube an Traube reift. Da setzen sie sich fest wie böse Geister, die Kinder furchtsam machen. Langsam, müde löst sich der Nebe! auf, Fetzen schleichen über die Bergkuppeln, bilden kleine Ringe oder graue Schläuche, die sich gegen den jungen Tag auflehnen. Im Osten wird es nun heller Es sind schon die fernen Bergketten zu sehen Allmählich weitet sich dann die Helle, von Horizont zu Horizom Die Sonnenstrahlen können aber die Weinberge noch nicht erreichen, noch liegen sie matt da. Die Blätter haben noch nicht den frohen Glanz des frühen LichtesUnter ihnen hängen die Trauben mit ihren pausbäckigen Beerchen. Ueber das Pflaster der Straße rollt der erste Winzerwagen, gemächlich ziehen ihn die beiden weißgelben Kühe. Noch ist die Last nicht schwer die beiden Lotten sind leer und auch die Logeln haben noch kein Gewicht. Die Traubenmühle tratscht auf einem Wägelchen hinterher. Der Winzer, die Frau der Sohn, die Tochter, der Knecht begleiten den Wagen; feierlich, wie ein Hochzeitszug, der zur Kirche zieht, fährt er daher, gehen die Menschen durch den Morgen„Heute darf überall gelesen werden!" lautet die Parole. So zog man schon die ganze Woche hinaus in diesen und jenen Wingert, Zeile um Zeile mühsam abgeerntet, Traube um Traube, gebückt und geschnitten, Logel um Logel gefüllt. Es ist immer das gleiche Lied, Arbeit, Arbeit Werktag des Winzers. Die junge Winzertochter weiß das Lied zu singen, die Hände sind steif von Saft und Morgenkühle, das ewige Bücken kriecht unter die Schulterblätter. Der Fremde aber, der Städter, der mit seinem Auto am Weinberg vorbeiführt oder über die Straßen wandert, auf ihn macht dieses einsache und schöne Bild Eindruck, ihm wird es zum Erlebnis. Als die Winzergruppe den Weinberg erreicht, den am Abend vorher der alte Winzer für die Lese bestimmt hat, werden die Logeln vom Wagen genommen, wird die Mühle auf den Zuber gestellt. Und kaum sind Minuten vergangen, da füllen sich schon die Eimer, Ausweispapieres ist, stets bei sich geführt zu werden Die Größenform(Doppelkarte 10,5 zu 74 Ztm.) erleichtert das. Gerüsteinsturz. Gestern mittag kurz nach 12 Uhr stürzte das Gerüst der auf dem Markte vor dem Geschäfte Gerlach über die Kirmestage stehenden Lustschaukel ein und begrub einen Arbeiter, der mit dem Abbau des Gerüstes beschäftigt war. Es muß ein Fehler bei den Abbauarbeiten vorgekommen sein, so daß das Gerüst plötzlich mit großem Getöse in sich zusammenstürzte. Der Arbeiter erlitt nicht unbedenkliche Verletzungen und wurde sofort in das Krankenhaus gebracht. Glücklicherweise befanden sich nicht Kinder an der Luftschaukel und sahen den Arbeiten zu, sonst hätte der Einsturz noch größere Folgen haben können. : Die Kollekte für die neue Kirche erbrachte am vergangenen Sonntag den Betrag von 1741 RM Impfung im Amte Dülmen. Am Freitaa, den 18. Oktober, findet in den Schulen des Amtsbezirkes Dülmen die Erst- und Wiederimpfung statt. Ebenso finden die Nachschautermine am Freitag, den 25. Oktober in den Schullokalen der einzelnen Bauerschaften statt. Die Zeiten sind wie folgt festgesetzt: Welte 930 Uhr, Leuste 10 Uhr. Merfeld 10,30 Uhr. Börnste 11 Uhr. Hausdülmen 1130 Uhr. Dernekamp 12 Uhr, Visbeck 1230 Uhr. Daldrup 14 Uhr, Rödder 14,30 Uhr, Weodern 1630 Uhr und Mitwick 17 Uhr. Da eine besondere Benachrichtigung nicht erfolgt, werden die Eltern ersucht, die zu impfenden Kinder rechtzeitig zu den angegebenen Zeten dem Impfarzt vorzustellen Mehr Selbstdisziplin. Uns wird geschrieben: „Wir Menschen sollten uns nicht nur zu Hause, sondern auch auf der Straße wohlerzogen zeigen, und wenn z. B. daheim das Umherstreuen kleiner Papierstücke sofort gerügt wird, warum soll man da ruhig zusehen, wenn die Straße höchst ungeniert als Abladeplatz für große Papiersetzen, ganze Stullenpapiere, schlüpfrige Obstreste und dergleichen betrachtet wird? Kürzlich sah ich wie ein Schuljunge an verkehrsreichster Stelle sein Butterbrotpapier sorglos den Winden anheimgab, die es den Passanten ins Gesicht wirbelten und beinahe ein Pferd scheu machten. Gleich darauf warf ein Mädchen einen grünen Apfel, der wohl noch zu sauer schmecken mochte auf die Fahrbahn, eine Frau warf ein leeres Pappläsichen andern vor die Füße und ein junger Mensch spuckte Pflaumenkerne vor sich hin, ungeniert zwischen das Publikum. Was sehlt hier? Erziehung! Ordnungsgefühl! Selbstdisziplin!" Für den Tierhalter. Mit Eintritt der kälteren Jahreszeit hat jeder Tierhalter darauf zu achten, daß die Tiere kein gesrorenes Futter erhalten. Ställe sind, wenn nötig. wegen Eindringens kalter Zugluft auszubessern! Dumpfiger Hafer wird genußsähig, wenn er mit pulverisierter Holzkohle durchmischt und nach einer Woche wieder abgesiebt wird. Stopvelrüben dienen den Schweinen mit als Hauptnahrung; man darf jedoch nicht zu viel geben, da die Stoppelrüben oft Durchfall verursachen Die Rüben sind nur in gekochtem oder gedämpften Zustand zu verfüttern. Kraftsutter fur Arbeitspferde und zwar ein sehr gutes sind grobgeschotete Bohnen, die man mit Häcksel vermischt. Wicken sind als Futter für die Pferde nicht so gut geeignet. Kälber dürfen das Heu nicht aus hohen Raufen herabziehen. Durch das Recken wird die Rückenbildung ungünstig beeinflußt. Also niedrigen Futtertrog! vom 19.—26. Oktober. da füllt sich schon die erste Logel. Langsam wird die Traubenmühle gedreht, dicker Saft und zerhackte Beeren mischen sich zur Maische. Nun sind auch die grauen Morgennebel verschwunden. Der Himmel ist eine einzige große blaue Kuppel die Sonne hat sich hochgeschwungen und taucht die Weinberge in goldenes Licht. Die Stunden vergehen, jeder hat mit sich selbst zu tun Bald ist der Morgen schon vorüber. Der Mittag naht Die Lotten sind gefüllt mit der dicken saftigen Brühe. Die Kühe ziehen den Wagen heim zur Stadt, zum Kelterhaus, zur Genossenschaft oder zum Kommissionär. Indessen setzen sich die anderen eine Weile hin zur Rast, die Pellkartoffeln werden aus dem Topf geholt. Man ist zufrieden, ein seliger Arbeitsfrieden. Schnell vergeht auch der Nachmittag, Stunde um Stunde. Noch einmal leuchtet die Landschaft Merl auf. wenn die Sonne, schon ganz im Westen, einen funkelnden großen Strahl in das Grün der Weinberge sendet. Kleine rote Flecken schimmern an den Blättern. Bald werden alle ganz rot sein; letzte herbstliche Schönheit des Weinlandes. Es ist Heimkehr. Viele Herbstwagen fahren über die Straßen zum Dorf. Die rote oder gelbe Brühe schaukelt im Faß. In langen Reihen stehen die Wagen vor der Genossenschaft, im Hof des Gutshauses oder des Kommissionärs. Im Kelterhaus wird fleißig geschafft. Die großen Kelter stehen unter Druck, dicke Brühe läuft daraus. Die Pumpe saugt den Saft auf und stößt ihn in gleichen Takt wieder in die Fässer. Die eine Kelter hat schon ihre Schuldigkeit getan. Der Trester ist zurückgeblieben wird ausgehoben. Immer neue Mengen des jungen Mostes aber wollen durch die Kelter laufen, die ganze Nacht noch. Aus dem Kellerloch dringt schon ein süßer, etwas stickiger Geruch, der die Sinne betört. Dort in den großen Fässern brotzelt der junge Wein, tanzt der Bitzler, der Federweise, der böse übermütige Geselle seinen Tanz Fuder um Fuder wird verarbeitet, Fuder um Fuder eingekeltert, Fuder um Fuder wird hinaus in das Land geschickt, wird dann im Kreise froher Zecher dort und da getrunken. Ziegen müssen immer reines Wasser erhalten. Im Winter soll es etwas erwärmt sein Ein gutes Schweinesutter ist Kleeheu. Es wird zu Häcksel geschnitten und mit kochendem Wasser überbrüht. Das Heu ersetzt Kartoffeln und Rüben. Die Neugestaltung des Schulaufbaues Höhere Schulen nur bei Bedürfnis. Der Reichsfachschaftsleiter für Mittelschulen im NS.=Lehrerbund, Rektor Maaßen, hat Vorschläge für eine planvolle Schulgestaltung ausgearbeitet, in denen er besonders die Frage des Schulnetzes in der völ kischen Schulreform behandelt. Er vertritt den Grundsatz landgebundener Schulpolitik, einer Schulplanung, die aus dem vollen Geist geboren ist. Der Verfasser geht von der Dreigliederung der Berufe aus, wonach etwa 5 Prozent auf die leitende Ober schicht, 20 Prozent auf die Mittelschicht und 75 Prozent auf die körperlich Arbeitenden kommen. Dieser Gliederung müsse sich auch die Schule anpassen, mithin der Anteil für die höheren Schulen etwa 5 Prozent, für die mittleren Schulen 20 Prozent und für die Volksschulen 75 Prozent betragen. Ein dreifaches Schulnetz müsse ausgespannt werden, nämlich ein engmaschiges Volksschulnetz mit Knoten in jedem Ort, ein weitmaschiges Mittelschulnetz mit Knoten in Orten von ungefähr 2000 Einwohnern an, ein ganz weitmaschiges Oberschulnetz mit Knoten in der Regel in Orten von über 10000 Einwohnern. Zur Gründung von höheren Schulen könne es in Zukunft erst dann kommen, wenn das Bedürfnis dazu einwandfrei nachgewiesen sei, das heißt, wenn auf den Mittelschulen des Bezirks sich so viele Schüler mit der Befähigung und Neigung zum Erwerb des Abiturs befinden, daß die höhere Schule neben der Mittelschule gesichert sei. Schnupfen und Husten. Merklich kühl ist es schon frühmorgens und bei Beginn der Abenddämmerung. Eine Umstellung des Menschen in Wäsche und Kleidung ist erfolgt, da allzu leicht Erkältungserscheinungen auftreten. Husten Schnupfen und Heiserkeit sind so die gewöhnlichen Begleiterscheinungen dieser Übergangszeit. Hiergegen Vorsorge treffen, erscheint immer besser, als daß man sich erst einen hartnäckigen Katarrh zuzieht. In unserer Pflanzenwelt besitzen wir eine Fülle von Heilkräutern, die vortreffliche Dienste gegen derartige Leiden, die uns nun einmal nicht erspart bleiben, leisten. Spitzwegerich ist hervorragend bei Husten, Verschleimung und Heiserkeit, wie Lindenblüten bei Grippe mit Erfolg zur Besserung führen. Bei festem Husten läßt sich mit Vorteil auch folgendes Verfahren anwenden: ein Eßlöffel voll Brusttee und Eßlöffel voll Fliedertee wird mit einem Viertel Liter Milch eine Viertelstunde gekocht und durchgegossen. In der Flüssigkeit löst man eine Messerspitze voll Salmiak und einen Teelöffel guten Malzextrakt und trinkt diesen Aufguß kurz vor dem Schlafengehen. Heidelbeeren als Volksmedizin üben einen besonders günstigen Einfluß bei den Erkrankungen der Schleimhäute und Entzündungen aller Art aus. Wiederholtes Spülen und Gurgeln mit Heidelbeersaft ist sehr wirksam bei Hals= und Rachenkatarrh. Auch Schnupfen wird bei Durchspülung der Nase mit ziemlich starkem Heidelbeersaft alsbald beseitigt. Schließlich wäre noch die Zwiebel als vorzügliches Heilmittel gegen Husten und Heiserkeit zu nennen, der eine außerordentliche Heilkraft innewohnt. Zur Herstellung des Saftes wird die Zwiebel in kleine Stücke geschnitten, in eine weithalsige Flasche gefüllt und Zucker darauf geschüttet. Das Gefäß stellt man dann an einen warmen Ort, wobei sich nach und nach der Saft bildet. Auch Salbeiblätter sind ein beliebtes Hausmittel als Aufguß zum Mund= und Gurgelwasser bei blutendem Zahnsleisch, Halsschmerzen usw. Weitere Sportergebnisse, Fußball: Jugend=Diplomspiel VfL Dülmen— Reichsbahn Coesfeld 4:2. Hauptschriftleiter und verantwortlich für Münster und das Münsterland De. Fritz Rediger, Münfter i. W. Stellvertreter des Hauptschriftleiters und verantwortlich für Politih: Hermann Diehold. welsenhirchen= Buer. Für Westdeutschland: Otto Heinz Tehde; für Feuilleton: Peter Schlauß; f0r Handel und Sport: Dr. Anion Henhel, sämtlich in Dortmund. Berliner Redahtion: Dr. Ernst Hälner, Berlin=Lichterfelde. Für den Zeno=Anzeigen= teil: Berlagsleiter Dr. Erich Altmeppen, Münster t. W. Druch: Zeno Gmbß Münster l. M Zue Zeit gültiger Anzeigen= Tarif für die Zeno=Gesamtauflage Nr. 8 00m 10 P. 35.— Für die Dülmener Zeitung- Anzeigen=Tarif Nr. 5 v. 1. 8. FFür den lohalen und Heimatteil verantwortlich: Dr. Joseph Vooo. Tülmen. ür den lohalen Anzeigenteil: B. Horstmann, Dülmen. Purchschnitteaullage: IX. 1935: Zeno=Zeitung insgesamt 40 606 ent= haltend: Ahlener Volbszeitung, Ahlen, 2935;— Allgemeine Zeitung, Coesseld, 5777.- Borkener Zeitung, Borben. 3046;— Bürgerblatt Emmerich 1736;— Lülmener Zeitung. Dülmen. 1928;— Halterner Zeitung. Haltern 1743;— Kreiszeitung, Abaus, 3090,— Münsterländische Voldszeitung Rheine, 4208;— Emsländische Tageszeitung(Lingen, Papenburg) Rheine 1520;— Neuer Emsdote, Warendorf, 2407;— Tageblatt, Ochtrup. Volhsblatt, Bocholt. 5041,— Volksblatt, Wesel, 498;— Polkszeitung, Emedetten, 2161.— Voldszeitung. Dorsten, 1913. Stadt Dülmen I Öffentliche Mahnung. (Nach amtlicher Unterlage). Zahlungspflichtige, welche mit der Zahlung der nachbezeichneten Steuern usw. im Rückstande sind, werden hiermit aufgefordert, die Beträge nunmehr innerhalb 3 Tagen zu zahlen, andernfalls diese im Wege des Verwaltungszwangsverfahrens eingezogen werden. Fällig waren: 1. Staats= und Gemeindesteuern f. Okt. 35 1. Gymnasialschulgeld für Oktober 1935. Eine Behändigung von Mahnzetteln findet nicht statt Zu den unter 1 aufgeführten Beträgen wird bei nicht rechtzeitiger Zahlung ein Säumniszuschlag von 2 vom Hundert des Rückstandes erhoben. mit bekannten Spezialbieren sucht rührige und bekannte Persönlichkeiten als Vertreter oder Bierhändler. Angebote unter B. W. 360 an die Geschäftsstelle der Dülmener Zeitung, Dülmen. Dülmen, den 15. Oktober 1935. Stadtkasse als Vollstreckungsbehörde. Mittwoch, Donnerstag u. Freitag f Frisch-Fisch Schelllisch, Dro B. ohne Kopl Plund 35 Pig. SchrUlisch mit Kob.... Plund 26 Pig. Filenisch Kabliau...... Plund 32 Pig. Nabliau gros onne Kopl... Plund 25 Pig. Frisch-Fisch im Anschnitt je 4 Pfg. Aufschlag. Delikate geräucherte sprouen Plund-Nettokisie. 30 Pig. Brûne Heringe.. 3 Plund 48 Pig Rollmops mit Burkeneinlage. 2 St. 13 Pig. Braihaspen(Filets e. Grâte') 1-Atr.-B. 50 Pig. Spenden für das Winterhilfswerk! Konten der Kreisführung Coesfeld: Nr. 1012 bei der Kreissparkasse Coesfeld, Nr. 27895 beim Postscheckamt Dortmund. la rote Drainrohre säurefest, sind vorrätig. Aloys Kirschner Witwe sicher wirkend Fachdrogerie SIMONS Komme am Donnerstag, den 17. Oktober 1935 mit einer Fuhre Weiß= und Rotkohl nach Dülmen. H. Große Wiesmann Hiddingsel Landwirte! Schützt die Saat vor Krähen u. Fasanenfraß durch „Corbin“ Auch kleine Mengen erhältlich m: Terrahe's Medizinal=Drogerie, Münsterstraße Beilage Mittwoch, den Jo. Oktober 1935 Nr. 286 Stabschef Lutze über die Arbeit der SA. Anläßlich des Appells der nordbadischen S.A. in Mannheim gab Stabschef Lutze einem Schriftleiter des Hakenkreuzbanner“ ein Interview über die Aufgaben und die Arbeit der S.A. Wenn ich die Formen und Wege der S.A zeichnen soll, sagte Lutze, dann muß ich auf das Jahr 1934 zurückgreifen. Damals wurde ein falscher Weg gegangen. Man versuchte die S.A. von den vom Führer vorgezeichneten Aufgaben abzudrängen: Darum müssen wir dorthin zurückgreifen, wo wir früher gestanden. Die S.A. ist der aktive Träger der Idee! Der Führer hatte sich mit Absicht zu Beginn eine Truppe geschaffen, die nicht nur die Massen auf die Straße brachte, sondern die auch eine Truppe darstellte, die nicht nur militärisch geformt, sondern auch inihrem Geist und ihrer Gesinnung soldatisch war und die befehlsmäßig von oben zentral erfaßt wurde. Eine Truppe also, die im letzten nichts anderes war als eine Weltanschauungstruppe. Wir haben nicht den Staat um des Staates willen erobert, sondern unsere Mission war, den Inhaltdes Staates, nämlich das Volk. zu gewinnen. Nationalsozialismus kann man nicht begreifen, ihn muß man fühlen, Nationalsozialismus ist ein Erlebnis, ist eine Sache des Herzens. Aufgabe der S.A. bleibt es, so wie einst, Träger und Künder der Idee zu sein. Unter Hinweis auf den Arbeitsdienst, der sich bemühe, kulturell schöpferisch zu sein und auf diesem Gebiet neue Formen zu finden, wurde an den Stabschef die Frage gerichtet, inwieweit sich hier auch ein Aufgabengebiet der SA. erschließen werde. Er antwortete: Selbstverständlich wird auch die S.A. im Laufe der Zeit auf diesem Gebiet neue Wege finden. Aber ein Vergleich mit dem Arbeitsdienst ist in diesem Zusammenhang deshalb abwegig, weil diese Arbeitsschule der Nation kaserniert ist. Die S.A. kann und darf niemals kaserniert sein, weil eine Kasernierung der S.A., wenn auch nur auf Zeit, sie für die von ihr zu erfüllenden spezifischen Aufgaben vom Volke trennen würde. Bei einem Zwang wäre die S.A. eben nicht mehr S.A. In dem Augenblick, in dem ich eine Versorgung festlege, ist die S. A. ein Beruf. Die S. A. ist aber deshalb so gut und innerlich so stark geworden, die S. A. hat deshalb das alles erreicht, weil sie nie nach Verdienst gesragt hat, sondern weil Opferbereitschaft und Idealismus die Grundlagen des Kampfes waren. Darin gipfelt ja gerade die herrliche Aufgabe der S.A., daß sie nicht für den ganzen Tag engfestgelegt ist auf Dienst— im engeren Sinne—, sondern daß sie die Möglichkeit hat, zu jeder Stunde, im Beruf. in ihrem Familien= oder Verwandtenkreis usw. unsere Gedanken vorzuleben und damit den Nationalsozialismus zur Tat werden zu lassen. Der Stabschef bestätigte anschließend, daß der vom Führer auf dem Reichsparteitag anläßlich des S.A.=Appells verkündete Erziehungsring für die Nation, wonach jeder aus dem Heeresdienst ausscheidende Volksgenosse in die SA. zurückgeführt wird, nicht zwangsmäßig oder sogar durch eine gesetzliche Verankerung eingeführt werden kann. Auch hier wäre jeder Zwang falsch, denn die SA. kann als Bestandteil der Partei auch hier wiederum nur die aufnehmen, die aus freien Stücken willens sind, opfer und einsatzbereit für unsere Idee zu kämpfen. Weiter bejahte der Stabschef die Frage, ob abgesehen von den durch die Zeit notwendigen Wandlungen, die Organisation der S. A. nunmehr als abgeschlossen betrachtet werden könne. Wir haben, bemerkte er, durch die Zurückführung der S. A. von einer Massenorganisation zum kämpferischen Kern unseres Parteiordens wieder den Punkt erreicht, von dem aus wir nun weitermarschieren können. Wir haben nunmehr wieder die Marschroute eingeschlagen, die eine Zeitlang, bis zum Jahre 1934, aus ihrer Richtung gebracht wurde. Wer nicht mit ganzem Herzen dabei war, ist ausgeschieden. Es ist leicht, eine Organisation zu vergrößern, schwer aber ist es, eine solche zu ihren idealistischen Aufgaben zurückzuführen. Wenn unser Reorganisationsprozeß auch zu einer zahlenmäßigen Minderung der S.A. geführt hat, so begrüße ich diese augenscheinliche Rückläufigkeit, die in Wahrheit eine Stärkung und innere Festigung der S.A nach allen Richtungen hin bedeutet. Wir werden in der neuen Dienstordnung alle die Grundlagen schaffen, die notwendig sind, um die S. A. weltanschaulich wie auch körperlich zu einer vorbildlichen Erziehungsgemeinschaft zu machen. In Zukunft werden neben der formalen Aufgabe zur Prägung eines soldatischen Geistes das weltanschauliche Erleben des Nationalsozialismus und die körperliche Ertüchtigung in gleichem Maße gepflegt und gefördert. Die in diesem Jahre begonnene Ueberprüfung und Ausbildung des S. A.=Führerkorps wird soweit vorwärtsgetrieben werden. daß die Früchte dieser Arbeit sich bis zum letzten S.A.Mann auswirken. Wir werden durch höchste Anforderungen und Opfer nicht nur das S.A.=Führerkorps, sondern auch die S. A.=Männer auf eine Form bringen, die ein Höchstmaß von Disziplin, Glaubensstärke und Einsatzwillen garantiert. haile Selassie Gugsa als Gegenkaiser für Aethiopien? Der Uebertritt des Dedjasmatsch Haile Selassie Gugsa auf italienische Seite ist in Rom als ein Ereignis von besonderer Bedeutung herausgestellt worden. Nach einer Meldung der United Preß aus Rom soll Mussolini angeblich beabsichtigen, einen„Puppenkaiser“, auf den italienischen Thron zu setzen und Gugsa soll die größten Aussichten haben, zum Thronprätendenten mit italienischer Unterstützung ausgewählt zu werden. Das Ziel. das die Italiener verfolgen, liege anscheinend darin, Gugsa zum Kaiser über den gesamten nichtamharischen Teil Abessiniens zu machen. Damit würde dann dieses Gebiet Aethiopiens, das fast ganz Abessinien umfaßt, unter die tatsächliche Kontrolle der Italiener kommen. Ueber diesen Gugsa, der in einer Meldung aus Rom als Schwager des Regus bezeichnet wurde, werden in Sonderberichten der„Frankfurter Zeitung“ sehr interessante Angaben gemacht. Zu dem Uebertritt auf italienische Seite heißt es da, daß Gugsa durchaus in der Linie bleibt, die ihm früher den Haß und die Verachtung Meneliks eingebracht hat. Gugsa, der in Genf studiert hat, ist schon damals mit den Italienern in Verbindung getreten. Er wurde wegen zweifelhafter Geschäfte in Genf festgesetzt, und der damalige abessinische Außenminister, Ilg, bemühte sich während eines Heimaturlaubs— Ilg war Schweizer— den Angehörigen des abessinischen Herrscherhauses freizubekommen. Er legte auch beim Kaiser Menelik Fürbitte für den jungen Menschen ein, der sich ganz offenbar des Landesverrats schuldig gemacht hatte. Menelik aber wies die Bitte, seinen Neffen wieder in Gnaden aufnehmen zu sollen, entrüstet zurück. Es ist von hier aus nicht in Erfahrung zu bringen, wie Gugsa es angestellt habe, daß ihm ein größeres Kommando anvertraut worden ist. Vielleicht glaubte man ihn gerade bei dem Ras Seyum gut aufgehoben, weil dieser nie ein Hehl daraus gemacht hatte, daß er Gugsa haßte und verachtete und deshalb wohl auf den unsicheren Kantonisten aufpassen würde. Er hat aber nun wohl im Drange der Geschäfte doch nicht genügend aufpassen können. In einem zweiten Sonderbericht wird betont, daß Gugsa zum mindesten bis zum Kriegsausbruch keine amtliche Stellung bekleidet habe. Es sei also falsch, Gugsa als„Ras“ zu bezeichnen. Er führte den Titel„Dedschas“, was man ins Deutsche vielleicht mit Graf übersetzen konnte. Gugsa sei allerdings mit dem Kaiser Haile Selassie verwandt, da der Regus Regesti von einer Tochter Meneliks abstammt, der wiederum mit einer Tochter des Kaisers Johannes verheiratet war. Der älteste Sohn des Kaisers Johannes war der Ras Mangascha, dessen ältester Sohn wieder der Ras Seyum, der gegenwärtige Gouverneur seines Stammlandes Tigre und derzeitiger Oberkommandeur der abessinischen Nordarmee ist. Gugsa ist also ein Vetter zweiten Grades sowohl des regierenden Kaisers wie des Ras Senum. da aber beide nie etwas von ihm gehalten haben, so hat er sich den unzufriedenen tigrinischen Frondisten angeschlossen, deren Führer schon sein Vater gewesen ist. Er mag, wie seinerzeit Ras Mangascha, italienischen Versprechungen geglaubt haben, die ihm den Thron von Tigre in Aussicht stellen, für den Fall, daß dieses Land ein italienischer Vasallenstaat werden soll. Ras Mangascha hatte damals sich kurz vor der Schlacht von Adua voll Reue über seine geheimen Absprachen mit den italienischen Kolonialbehörden dem Kaiser Menelik zu Füßen geworfen, dem er dann in die Schlacht bei Adua gefolgt ist, und den er häufig seinen Retter genannt hat. Auch Gugsa dürfte bald einsehen, daß ihm sein Treubruch nicht viel einbringt. Kontingentierung der Schweineschlachtungen und Fleischumsuͤtze. Begrenzung des Aufkaufhandels. Berlin, 15. Oktober. Um eine gerechtere Verteilung des Schweineangebotes zu gewährleisten und vor allem auch die Großstädte mit ihren Großviehmärkten wieder angemessen zu versorgen, war bekanntlich vor kurzem bestimmt worden, daß die Schlachtungen und Fleischumsätze in sämtlichen Fleischereien und Fleischfabriken auf 80 Prozent der wöchentlichen Schlachtungen im Oktober des Vorjahres heruntergesetzt werden. Die Kontrolle sollte von den Innungsobermeistern ausgeübt werden; als Anhaltspunkt dienten dabei wohl in der Hauptsache die Nachweise über die Schlachtsteuer. Nunmehr werden durch eine Anordnung der Hauptvereinigung der deutschen Viehwirtschaft mit sofortiger Wirkung die Schlachtungen und Fleischumsätze in sämtlichen Schweine schlachtenden und Schweinefleisch umsetzenden Betrieben(Schlächter, Fleischer, Metzger, Großfleischer, Versandschlachtereien, Fleischwarenfabriken, Gastwirtschaften usw.) bis auf weiteres wöchentlich auf höchstens 70 v. H. der wöchentlichen Schweineschlachtungen und Schweinefleischumsätze nach dem Durchschnitt des Monats Oltober 1934 eingeschränkt. Bei der Berechnung der zulässigen Fleischumsätze ist ein Doppelzentner Schweinefleisch (einschließlich Knochen) einem Schwein gleichzusetzen. Ueber den Handel mit Schlachtschweinen hat die Hauptvereinigung der deutschen Viehwirtschaft eine weitere Anordnung herausgegeben, die ebenfalls sofort in Kraft tritt. Darin heißt es: Der Handel mit Schlachtschweinen darf nur nach Lebendgewicht erfolgen. Als Handel im Sinne dieser Anordnung gilt a) der Kauf zum festen Preis bei ortsüblicher Lieferungsbedingung(ab Hof oder Verladestation des Erzeugers u. a.): b) die Verkaufsvermittlung im Auftrage des Erzeugers. Beim Festkauf hat der Käufer einen Schlußschein nach Schlachtwertklassen getrennt auszustellen. Die Ausstellung des Schlußscheins hat beim Abschluß des Kaufs zu erfolgen. Bei späterer Abnahme oder Verwiegung an anderm Ort kann ausnahmsweise die Eintragung des festgestellten Lebensgewichts nachgeholt werden. Im Schlußschein sind das beim Festkauf.. zugrunde gelegte Lebendgewicht(futterleer festgestellt) und der Kauspreis für je 50 Kilogramm Lebendgewicht sowie die Schlachtwertklasse anzugeben. Als Schlachtwertklassen gelten Schweine: a) über 300 Pfund, b) 240—300 Pfund, c) 200 bis 240 Pfund, d) unter 200 Pfund, Sauen, Eber und Altschneider. Werden Schweine derselben Schlachtwertklasse zu einem Einheitspreis gekauft, so genügt die Ausstellung eines Schlußscheins. Es ist verboten, Schweine verschiedener Schlachtwertklassen zu einem Durchschnittswert zu laufen. Die Einsetzung eines nicht ausgehandelten oder nicht zutreffenden Preises sowie Vereinbarungen oder Angaben wie„4 RM über oder unter Notiz“ und dergleichen sind verboten. Bei der Verkaufsvermittlung im Auftrag eines Erzeugers hat der Verkaufsvermittler über seine getätigten Verkäufe Abrechnungslisten aufzustellen. Der Käufer hat das Original des Schlußscheins und der Verkaufsvermittler die Abrechnungsliste an die zuständige Kreisbauernschaft innerhalb einer Woche nach Ausstellung einzureichen. Käufer und Verkäufer haben die Schlußscheine drei Monate aufzubewahren und den Beauftragten des Schlachtviehwertungsverbandes auf Verlangen vorzulegen. Eine dritte Anordnung der Hauptvereinigung der deutschen Viehwirtschaft soll eine gerechte Verteilung des Schlachtviehs gewährleisten. Aus der umfangreichen Anordnung interessieren vor allem die Bestimmungen, welche die Märkte betreffen: Danach haben in Stadtgemeinden mit Viehgroßmärkten alle Schlachter, Fleischer, Metzger, Großfleischer, Versandschlachtereien, Fleischfabriken, Gastwirtschaften und sonstige Schlachtvieh schlachtende und Fleisch umsetzende Betriebe ihren gesamten Bedarf an Schlachtvieh und Fleisch nach näherer Anweisung der Schlachtviehverwertungsverbände auf den Viehgroßmärkten zu decken. Außerhalb der Gemeinden mit Viehgroßmärkten gelegene Fleischwarenfabriken sind einem Viehgroßmarkt zur Deckckung ihres Bedarfs zuzuweisen. Den Betrieben der eben genannten Art ist der Ankauf von Schlachtvieh und die Schlachtung außerhalb der Gemeinden mit Großviehmärkten nur unter Vorlage eines Schlachtscheines gestattet. Der Schlachtschein ist von dem zuständigen Innungsmeister im Einvernehmen mit der zuständigen Kreisbauernschaft unter Beachtung der jeweils bestehenden Kontingentierungsbestimmungen auszustellen. In Aenderung der Anordnung Nr. 15 über Höchstpreise von Schweinen auf den Viehgroßmärkten werden dann auf einer Reihe von Märkten, die in der Anordnung angegeben sind, Festpreise festgesetzt. Außerhalb der angegebenen Märkte können die von den Betrieben der eingangs genannten Art und der Verteilerschaft(Handel und Genossenschaft) beim Einkauf von Schweinen zu zahlenden Preise von den Schlachtviehverwertungsverbänden zusammen mit der Hauptvereinigung festgesetzt werden. Weiterhin wird bestimmt, daß die Viehverteiler(Handel und Genossenschaften) und die selbstverladenden Erzeuger jeweils zu einem von der Kreisbauernschaft bestimmten Zeitpunkt vor dem Versand der Kreisbauernschaft die Zahl und die Gattung der Tiere, Abgangs= und Zielort, Zeitpunkt des Versandes und die Art des Versandes zu melden haben. Die Kreisbauernschaften geben diese Meldung umgehend an die zuständigen Schlachtviehverwertungsverbände weiter. Zusammenfassend kann man feststellen, daß durch die neue Anordnung für den Bauer beim Viehabsatz keinerlei Beschränkungen gelten. Er kann wie bisher an Handel und Genossenschaften verkaufen. Eine Kontingentierung des Absatzes findet nicht statt. Beim Verkauf an Handel und Genossenschaften gelten die Festpreise des Marktes, an den das Tier geliefert wird, abzüglich Frachten und sonstiger Unkosten, sofern nicht der Schlachtviehverwertungsverband einen Preis Stall bestimmt hat. Beim Verkauf von Schweinen an den Schlächter gelten die Preise des Schlachtviehverwertungsverbandes. Auch die Viehverteiler können wie bisher unbeschränkt aufkaufen. Nur ist dazu ein Schlußschein notwendig. Erfolgt keine besondere Anweisung, so können sie das Vieh wie vorgeschrieben verschicken. Schlächtet, die an den Großmarkt gebunden sind, dürfen nur dort kaufen. Bezahlt werden muß der für den Großmarkt angegebene Festpreis. Beachtenswert ist noch die Bestimmung, wonach Fleischwarenfabriken ihr Vieh in Zukunft grundsätzlich auf dem Großmarkt kaufen müssen. Der Ankauf hat im Rahmen der von der Fleischindustrie zusammen mit dem Reichsnährstand festgesetzten Kontingentierung der Schlachtungen zu erfolgen. Zusätzliche Butter- und SchweineEinfuhr aus Dänemark. Berlin, 15. Oktober. Am 11. und 12. Oktober haben in Berlin Verhandlungen zwischen deutschen und dänischen Vertretern im Rahmen der im deutsch=dänischen Handelsvertrag vorgesehenen beiderseitigen Regierungsausschüsse stattgefunden, in denen über eine zusätzliche Einfuhr landwirtschaftlicher Erzeugnisse, namentlich von Butter und Schweinen. aus Dänemark für den Rest des Jahres eine weitgehende Uebereinstimmung erzielt wurde. Auf der anderen Seite ist von Deutschland die Schaffung erweiterter Ausfuhrmöglichkeiten für deutsche Industriewaren verlangt worden. Es kann damit gerechnet werden, daß in kurzer Frist über noch offene Einzelfragen eine endgültige Verständigung zustande kommt. Eine Pflegestätte besten deutschen Wissens. Als am 20. Oktober 1806 nach den Schlachten von Jena und Auerstädt Napoleon die Universität Halle schließen und sämtliche Studenten, soweit sie nicht in Halle geboren waren, ausweisen ließ, als dann im Tilsiter Frieden von 1807 Preußen auch Halle zur Angliederung an das Königreich Westsalen abtreten mußte, wurden Stimmen laut, die Universität östlich der Elbe in den Preußen gebliebenen Gebieten wieder zu errichten, und zwar in Berlin. König Friedrich Wilhelm III. hatte, als man ihm diesen Plan vortrug, zunächst Bedenken, man würde dadurch Schwierigkeiten mit der westfälischen Regierung haben, so sehr er sonst mit dem Gedanken sympathisierte, die in Berlin vorhandenen Institute zu einer großen Lehranstalt zusammenzufassen. Maßgebend war ihm der Gedanke, den er zu einer Deputation von Professoren aus Halle äußerte, daß der Staat durch geistige Kräfte ersetzen müsse, was er an physischen verloren habe. Jedenfalls wurden auf Befehl des Königs einige Gelehrte und Beamte zur Einreichung von Vorschlägen aufgefordert, doch kam die Angelegenheit nicht weiter, zumal der Reichsfreiherr vom Stein grundsätzlich Gegner des Gedankens war, die Universität in Berlin zu errichten, angesichts der Ablenkungen, die den Studenten hier nicht zu ernster Arbeit kommen lassen würden. Infolgedessen nutzte die westfälische Regierung das Zögern Preußens geschickt aus 1808 wurde in Halle die Universität wieder eröffnet, um so das Abwandern von Professoren und Studenten nach Preußen zu verhindern. Dies änderte sich aber, als im Jahre 1809 Wilhelm v. Humpoldt. der als preußischer Ministerpräsident in Rom lebte, in die Heimat zurückkehrte und im Kabinett die Sektion für Kultus und Unterricht übernahm. Sehr bald legte er dem König eine Denkschrift vor, alle in Berlin befindlichen wissenschaftlichen Anstalten und Der Leo-Haus=Prozeß. :: München, 13. Oktober. In der Dienstagsverhandlung im Leo=Haus=Prozef kam der dem Angeklagten Dr. Ernst zur Last gelegte Fall „Reginastift“ zur Erörterung. Die Anklage wirft Dr. Ernst vor, er habe als alleinverfügungsberechtigter Vorstand dieser zur Marianischen Kongregation gehörenden Stiftsverwaltung absichtlich zu deren Nachteil über Vermögensstücke verfügt. indem er zu Lasten des Stiftes eine Hypothek von 190 000 RM aufgenommen und dieses Geld fast restlos stiftsfremden Zwecken zugeführt habe. Dr. Ernst behauptete demgegenüber, er habe sich zu dieser Anleihe und ihrer Verwendung für berechtigt halten dürfen, denn das Reginastift habe im Jahre 1930 am Rande des Zusammenbruches gestanden. Das Leo=Haus habe das Stift mit 200 000 RM wieder lebensfähig gemacht. Diese Schuld des Stiftes ar das Leo=Haus sei Anfang 1931 getilgt worden. Die Duldung der hypothekarischen Belastung sei als Dankesbezeugung anzusehen. Er. Dr. Ernst, habe das Geld für sicher gehalten. Vor allem sei ihm nicht bekannt gewesen daß 90 000 RM. aus dieser Hypothek zur Abdeckung von Bürgschaftsverpflichtungen Verwendung gefunden hätten. Die Zeugenvernehmung zu diesem Fall wird am Mittwoch stattfinden. Neues in Kürze. Der Deutsche Wissenschaftlerverband hat sich aufgelöst. Der Verbandsleiter erklärt hierzu, er sei zu der Ueberzeugung gelangt, daß die nationalsozialistischen Aufbaukräfte des Verbandes segensreicher für unser Volk und Vaterland in der Partei und ihren Gliederungen zum Ansatz gebracht werden können. In Münster hat sich das 1908 gegründete KorpRheno-Guestphalia ausaelöst. Die Auflösung erfolgte, weil das Korps der Ansicht war, daß es nach den jüngsten Ereignissen durch eine Auflösung dem Führer und damit dem Dritten Reich mehr dienen könne, als DIE NEUE ROI BARTKINEE EXTRA DUNN Berliner Universitüt Sammlungen in einer Universität zusammenzufassen und ihr einen Jahresbetrag von 150 000 Thalern zu sichern. Durch Kabinettsordre vom 16. August 1809 genehmigte der König nun zwar die Errichtung der Universität, ohne aber dem Finanzierungsprogramm Humbolds zuzustimmen. In der Stiftungsurkunde betonte der König u. a., daß die ersten Männer jeden Fachs zu erhalten und zu gewinnen seien. Gleichzeitig bestimmte er das an den Linden gelegene Palais des Prinzen Heinrich als künftiges Domizil der neuen Universität, dazu den Rest des AkademieGebäudes, beide Baulichkeiten sollten„zu ewigen Zeiten ein Eigentum dieser Anstalt und, wenn diese je aufhören sollte, ein zur Verbesserung des Schulwesens bestimmtes Eigentum der Nation bleiben.“ Schließlich waren aber auch die letzten Schwierigkeiten überwunden, der König bestätigte die Wahl des ersten Rektors, es war der Jurist Schmalz, und der Dekane— Schleiermacher für die theologische, Hufeland für die medizinische und Fichte für die philosophische Fakultät. Am 6. Oktober wurden die ersten Studenten imatrikuliert, am 10. Oktober versammelten sich die Dozenten zur Wahl des Senats, gleichzeitig leisteten sie dem König den Treueid. Und schließlich begannen am 15. Oktober die ersten Vorlesunaen. In sachlich schlichter Weise begann die Arbeit, 55 Dozenten, unter ihnen außer den Vorgenannten der Jurist von Saviany, der Mediziner Gräfe, die Philologen Böckh und Wolf, hielten die Vorlesungen ab, für die sich im Wintersemester 1810 schon 11256 Studenten immatrikulieren ließen. Hervorragende Gelehrte, eine schier endlose Reihe glanzvoller Namen, haben in den 125 Jahren dem Institut einen bedeutenden Ruf verschafft. Bestes deutsches Wissen hat hier eine Pflegestätte gefunden, war es doch Wilhelm v. Humboldts eigenster Wunsch gewesen, Berlin sollte der deutschen Wissenschaft, während sie durch die napoleanischen Kriege in allen übrigen deutschen Ländern schwer zu leiden hatte und ernstlich bedrängt wurde, eine letzte Freistatt öffnen durch sein Fortbestehen. Mit ähnlicher Begründung hat sich in Kiel das Korps Saronia aufgelöst.„Es erachtet es als eine selbstverständliche Pflicht, neuen Einrichtungen, die zum Wohle für Volk und Vaterland für erforderlich gehalten werden, in keiner Weise hindernd zu sein, sondern allen Maßnahmen, die im Sinne des Führers, des deutschen Volkes sind, unbedingt und vorbehaltlos Folge zu leisten.“ Der Führer des Korps Hassia in Darmstadt gibt bekannt, daß das Korps seine Auflösung beschlossen hat. Das Korps fordert seine seitherigen aktiven und inaktiven studierenden Angehörigen auf, sich dem NS=Studentenverband zur aktiven Mitarbeit zur Verfügung zu stellen. Die hessische Hochschule für Lehrerbildung, die ursprünglich in Darmstadt ins Leben gerufen, dann aber nach Mainz und später nach Friedberg in Hessen verlegt wurde, wird wieder nach Darmstadt zurückverlegt. Wegen Ueberschreitung der Eierhöchstpreise wurde auf dem Wochenmarkt in Bremerhaven ein Händler in eine Ordnungsstrafe von 200 RM genommen. Die deutschen Reeder haben sich, wie auch im Vorjahre, bereit erklärt, die Sendungen vom Auslande für das WHW 1935=36 frachtfrei zu befördern. Mit dem Dampfer„Adolf Woermann“ sind 45 Deutsche aus Addis Abeba in Hamburg eingetrofsen. Es handelt sich in der Hauptsache um Frauen, während die Männer größtenteils noch in der abbessinischen Hauptstadt geblieben sind. Die heimgekehrten deutschen Volksgenossen wurden bei ihrer Ankunft in Hamburg von der Leitung der Auslandsorganisation, Zweigstelle Hamburg, empfangen. Aus Aden wird berichtet, daß der Imam vom Jemen die militärische Bewachung und die Befestigung an der Küste verstärke, besonders in den Hafenstädten Hodeida. Mokka und Schech Said. Dies wird in Zusammenhang gebracht mit der Ablehnung des italienischen Ersuchens, Schech Said als Genesungsstätte für italienische Soldaten benutzen zu dürfen. Die Warschauer Presse vermerkt mit Empörung, daß die Tschechoslowakei ihre antipolnischen Maßnahmen jetzt auch noch auf den Postbezug der offiziösen„Gazeta Polska“ ausdehne. Der Zeitung sei durch eine Verfügung in der Tschechoslowakei die Möglichkeit des direkten Postversands entzogen worden. In Italien ist der Preis der Zitronen von acht auf 40 Zentesimi gestiegen. Der jugoslawische Prinzregent Paul, Prinzessin Olga und Prinz Arsen sind am Montagabend nach Paris avgereist. Ueber den Zweck der Reise ist nichts bekannt. In politischen Kreisen verlautet, daß der Prinzregent auch London besuchen werde. Die neue griechische Regierung beabsichtigt, mit scharfen Maßnahmen gegen den Kommunismus vorzugehen. Alle Kommunisten, die gegen das Gesetz verstoßen werden vor ein Kriegsgericht gestellt und streng bestraft werden. Der Außenminister Griechenlands bei Ausbruch des Weltkrieges, Georg Streit, ist am Montaa nach London abgereist. Er wird sich dort König Geora II. als Vertreter der griechischen Regierung zur Verfügung stellen. Im Anschluß an eine kommunistische Versammlung kam es in Mentone zu ernsten Zusammenstößen zwischen Angehörigen der Rechtsparteien und der Polizei. Mehrere Personen wurden festgenommen. Sie werden sich wegen verbotenen Waffentragens zu verantworten haben. Aus Westdeutschland. Die Diebesbeute in der Konfervenbüchse. Seine Dienstherrin um 17 000 RM. bestohlen. :: Gelsenkirchen, 15. Oktober. Vom Schicksal schwer heimgesucht wurde vor einigen Monaten eine in der Grenzstraße in Gelsenkirchen wohnende Frau. Anfang Mai war ihr der Mann gestorben und kaum vierzehn Tage später wurden ihr aus einem Schrank uder 17 000 Mark bares Geld und Schmuckgegenstände im Werte von 500 Mark gestohlen. Die Frau hatte unvorsichtigerweise das Geld nicht zur Sparkasse getragen. Alle Versuche der Kriminalpolizei, die Angelegenheit zu klären, blieben zunächst erfolglos. Der Tatverdacht fiel auf den Chauffeur der Witwe, einen gewissen Otto Neth aus Gelsenkirchen Eine sofort bei ihm vorgenommene Durchsuchung seiner Behausung verlief ergebnislos. Die Kriminalpolizei ließ aber nicht locker und nach schwieriger Arbeit ist es ihr nunmehr gelungen, alle Beweismittel zusammenzutragen, sodaß zur Festnahme des ungetreuen Mannes geschritten werden konnte. Die Kriminalpolizei durchsuchte das ganze Haus von oben bis unten und sand schließlich im Keller der Wohnung des Verhafteten, unter Kisten versteckt, eine Konservenbüchse. in der sich 12 000 Mark Bargeld und die Schmuckgegenstände befanden. Der Chauffeur mußte eingestehen, daß er auch noch einen guten Freund hatte, einen gewissen Wilhelm Simmer aus Gelsenkirchen, der ebenfalls sestgenommen wurde. Bei der Durchsuchung seiner Wohnung wurde festgestellt, daß er sich von dem gestohlenen Geld für 3000 Mark Sachen, wie Betten, Anzüge, Radioapparate usw. angeschafft hatte. Außerdem war er im Sommer mit seiner Frau in die Sommerfrische ins Lippische Land gefahren. Metalldiebe gefaßt. Jüdischer Großhändler als Hehler. X Gelsenkirchen, 15. Okt. Kürzlich war der Lumpensammler Malessa aus Gelsenkirchen wegen fortgesetzter Metalldiebstähle zu neun Monaten Gefängnis verurteilt worden, während der füdische Großhändler Heymann aus dem Stadtteil Ueckendorf, der wegen Hehlerei mitangeklagt war, straffrei ausging. In den letzten Tagen wurden nun nächtlicherweile von einer Polizeistreife zwei verdächtige Männer beobachtet, die eine kleine, aber anscheinend sehr schwere Wanne trugen. Beim näheren Zusehen wurde festgestellt, daß sich in der Wanne 60 kg ungeschmolzenes Zinn befanden. Die beiden Diebe, ein Arbeiter auf einer Blechfabrik und ein Klempner aus Ueckendorf, wurden auf der Stelle festgenommen. Der Arbeiter gestand nach längerem Leugnen, schon seit Jahren fortgesetzt seinen Arbeitgeber bestohlen und größere Mengen Zinn an den ihm bekannten Klempner aus Ueckendorf oder aber an den jüdischen Großhändler Heymann weiterverkauft zu haben. Dies geschah regelmäßig durch Vermittlung des Lumpenhändlers Malessa, denn Heymann und sein Geschäftsführer Sondermeier lehnten es ab, von dem Arbeiter direkt zu beziehen. Großzügigerweise aber stellte Heymann dem Lumpensammler ein Pferd zur Verfügung. Im übrigen suchte sich Heymann auch diesmal wieder reinzuwaschen nach der bekannten Art:„Mein Name ist Hase, ich weiß von nichts“. Heymann, der es bisher meisterhaft verstanden hatte, stets seinen Geschäftsführer Sondermeier vorzuschieben und sich persönlich als Unschuldsengel hinzustellen, hatte diesmal Pech. Die Kriminalpolizei konnte ihm nachweisen, daß er in mehreren Fällen von dem Ankauf des gestohlenen Zinns gewußt hatte. Die gestohlenen Zinnmengen und der große Wert des schon seit Jahren entwendeten Diebesgutes kann heute auch nicht mehr annähernd angegeben werden; jedenfalls handelt es sich um sehr große Mengen. Neben dem Lumpenhändler Malessa sitzen nun auch der füdische Großhändler Heymann, sein sauberer Geschäftsführer Sondermeier, der unehrliche Klempner und der ungetreue Arbeiter hinter Schloß und Riegel. Das Amtsgericht hat Haftbefehl gegen sie erlassen. Devisenschieberin verurteilt. In einem Jahre 13 500 RM. verschoben. § Düsseldorf, 15. Oktober. Am 8. Juni wurde in Füssen die seit 1926 in Paris wohnende ledige Helene Melcher unter dem Verdacht des Vergehens gegen das Gesetz über Devisenbewirtschaftung vom 4. Februar 1935 in Unter= suchungshaft genommen. Sie hatte von Östern 1934 bis zu ihrer Festnahme sechs Reisen nach Deutschland gemacht und in verschiedenen Städten, Düsseldorf, Berlin, Hannover, Minden, Garmisch und Füssen ganz erhebliche Beträge auf Reiseschecks eingelöst, in Füssen z. B. in drei Tagen 900 RM. Von dem Gelde hatte sie einen Teil auf ein von einer ihrer Bekannten in Düsseldorf eingerichtetes Sparkonto eingezahlt und von dem Sparkassenbuch, das bei der Beschlagnahme auf 4 160 RM lautete, nach Bedarf Gelder abgehoben. Im ganzen hatte sie auf den sechs Reisen 13 500 RM Registermark abgehoben, hatte sie sich zwei Reisepässe verschafft, den einen auf ihren Namen, den anderen auf Ehefrau L. geborene Melcher. Diese L. war aber in Wirklichkeit ein Pariser Freund der M. Sie erschien nunmehr vor der Großen Strafkammer in Beschuldigung, Zahlungsmittel ohne länderin von einem inländischen Konto Beträge abgeoben und schließlich einen gefälschten Paß benutzt zu aben. Sie erklärte, daß sie die ganze Summe in eutschland verbraucht und nicht über die Grenze gebracht habe. Das konnte ihr nicht restlos widerlegt werden, und in diesem Punkte wurde sie trotz dringendem Verdachts mangels Beweises freigesprochen. Dagegen wurde sie überführt, daß sie von dem Sparkonto ohne Genehmigung 1600 RM abheben ließ und sich eines falschen Passes bedient hatte. Sie wurde wegen des Devisenvergehens zu 4000 R M Geldstrafe, im Sie erschien nunmehr vor der Großen Straftamn Düsseldorf unter der Beschuldigung, Zahlungsmittel Genehmigung der Devisenbewirtschaftstungsstelle Ausland gebracht, ferner ohne Genehmigung als alle 14 Tagen Gefängnis, und wegen rkundenfälschung zu sechs Monaten Gedie Ursache des Krefelder Broßfeuers. * Kreseld, 15. Okt. Zu dem Großbrand, dem in der Nacht zum 10. Oktober zwei Bauernhöfe zum Opfer fielen, gibt die Kriminalpolizei Krefeld noch folgendes bekannt: Am Tage des Brandes arbeiteten Dachdecker in dem Gehöft des Bauern Dohmen. Zur Flülsigmachung von Teer hatten sie in unmittelbarer Nähe der Stallungen auf dem Hof einen mitgebrachtn Ofen aufgestellt, der desekt war Durch den in den Abendstunden herrschenden Sturm dürften noch glühende Brikettstücke des von den Dachdeckern nach Arbeitsschluß nicht genügend gelöschten Osens in den Holzschuppen geweht sein und dort den Brand entfacht haben. Conabrück, 15. Okt. 11 273 Mk. Eintopfsammlung. Am ersten Eintopfsonntag des Winterhilfswerkes 1935=36 wurden in der Stadt Osnabrück nach vorläufiger Zählung 11278 Mark gesammelt. + Meppen, 15. Okt. Herbstkörung im Kreise Meppen. In 12 Orten unseres Kreises wurde in den letzten Tagen die diesjährige Herbstkörung für Stiere. Eber und Ziegenböcke abgehalten, und zwar in den Orten Groß=Hesepe. Twist. Schöninghsdorf. Lindloh. Haren. Schleper. Flechum. Holte. Herzlake, Haselünne. Klein=Berßen und Meppen. Der Herkunft nach verteilen sich die 135 Bullen auf die einzelnen Zuchtgebiete wie folgt: Im Kreise bezw. im Die letzten Zeugen im ten Hompel=Prozeß. Zentrumstreuhandkonten, ein sehr, sehr trübes Kapitel.“ + Münster, 15. Oktober. ten Hompel einen Grundschulddrief von 200 000 Mark abgetreten, von dem aber 40000 Mark bevorrechtigt an eine andere Stelle abgegeben seien. Nach längerer Auseinandersetzung über die Treuhandkonten und ihre Verwendung zu privaten Zwecken seitens des Angeklagten betont der Zeuge Dr. Horster, daß im Frühjahr 1931 die Handels= und Industriebeirats=GmbH. den Beschluß gefaßt habe, die Gelder mündelsicher anzulegen. Der Vorsitzende wirft hier ein:„Ja, nachdem das Kind in den Brunnen gefallen war. Die ganze Verwaltung der Zentrumstreuhandkonten durch den Angeklagten ist ein sehr, sehr trübes Kavitel.“ Als letzter Zeuge wird der Buchhalter Christ vernommen, der von dem Angeklagten im Jahre 1934 angewiesen wurde, aus dem alten Journal der Emschertaler Gesellschaft 46 Seiten abzuschreiben und nach Vornahme einiger Umbuchungen ein neues Journal anzulegen. Die alten 46 Seiten hat der Angeklagte herausgerissen und vernichtet. Es handelt sich hier um die Beseitigung von unrichtigen Buchungen von Beträgen, die auf das Konto der Erbengemeinschaft verbucht werden mußten, aber auf Anweisung des Angeklagten zur Abtragung seines alten Kredits verbucht wurden. Das Gericht nimmt an, daß der Angeklagte diese Umbuchungen erst hat vornehmen lassen, nachdem im August 1934 seitens der Erbengemeinschaft eine Strafanzeige gegen ten Hompel wegen unberechtigter Verwendung dieser Gelder erfolgte. Der Zeuge, der bekanntlich bei seiner ersten Vernehmung vor dem Untersuchungsrichter im November 1934 eine salsche Bekundung machte, diese aber bei seiner zweiten Vernehmung am 17. Dezember 1934— an diesem Tage wurde auch ten Hompel in Haft genommen— widerrief, wird auf eine Reihe Widersprüche in seinen bisherigen Aussagen hingewielen. Es handelt sich nämlich um die konkrete Feststellung, ob die Behauptung des Angeklagten, er habe die Anweisung zur Umbuchung bereits einige Monate vor der Strafanzeige gegeben, richtig ist. Die Aussagen des Zeugen in dieser Richtung sind zunächst etwas unbestimmt und unklar, zum Schluß gibt er aber auf wiederholtes Befragen an, der Angeklagte habe ihm erst am Samstag. den 27. Oktober, die Anweisung zu den Umbuchungen gegeben. Er habe diese dann erst durch Ueberschreibung mit Tinte vorgenommen, das sei dem Angeklagten aber anscheinend nicht genügend gewesen, da sich die Umbuchung zu stark kenntlich gemacht habe, so daß er ihn veranlaßt habe, am folgenden Tage die 46 Seiten aus dem alten Journal unter Berücksichtigung der notwendigen Umbuchungen in ein neues Journal zu übernehmen. Der Angeklagte bestreitet die Richtigkeit und erklärt, er habe schon 1934 Anweisung zur Umbuchung gegeben. Die Zeugenvernehmung im Strasprozeß gegen den früheren Generaldirektor der Wickingwerke. Dr. b. c. Rudolf ten Hompel, dürfte am Mittwoch abgeschlossen werden. Am 21. Verhandlungstage(Dienstag) wurde zunächst Kaufmann Lenze=Düsseldorf vernommen, der seinerzeit nach dem Zusammenbruch der Firma Andreas Maschinen GmbH. versuchte, einen außergerichtlichen Vergleich zustande zu bringen. Bei der Verwertung der wichtigsten Aktiva, der 150 000 Mark Vorzugsaktien von Sachsen=Anhalt, seien ihm namentlich von dem Angeklagten große Schwierigkeiten bereitet worden. Er habe trotz aller Bemühungen das Rätsel nicht lösen können, ob diese Aktien als Sicherheit, an Zahlungsstatt oder sonstwie hergegeben seien. Er habe den Eindruck gehabt, daß ten Hompel die vom Finanzamt geforderte Ausstellung eines Schlußscheines nur im Falle eines Gegengeschäftes leisten wolle. Zu dieser Frage werden auch die bereits früher vernommenen Zeugen Andreas und Horstkötter nochmals vernommen, die aber auch nichts Bestimmtes aussagen können. Zeuge Dr. Horster=Altena, der von 1920 bis 1923 Abgeordneter im Preußischen Landtag war und auch dem von ten Hompel gegründeten Handels= und Industriebeirat der Zentrumspartei angehörte, wird eingehend über die Treuhandkonten des Handels= und Industriebeirares, die der Angeklagte zunächst bei Wicking und später bei seiner Gesellschaft Emschertal anlegte, vernommen. Der Zeuge meint, irgendwelche Bedenken hätten damals gegen die Anlegung bei Wicking in keinem Falle bestanden, auch die finanzielle Lage ten Hompels habe man bis in den Herbit 1931 noch für völlig intakt gehalten. Die einzelnen Treuhandkonten— es handelt sich im ganzen um werden eingehend erörtert. Interessant ist die Auslassung des Angeklagten, daß es sich bei einem Konto, das 1930 mit etwa 173 000 Mk. einschließlich Zinsen zu Buch stand, um Gelder handelt, die ihm während der Reichstagswahlen von befreundeter industrieller Seite zur Verfügung gestellt wurden, und über die er nach eigenem Ermessen verfügen könne. Er sei, so betonte der Angeklagte, mit der immer mehr nach links abschwenkenden Politik des Zentrums in keiner Weise mehr einverstanden gewesen und daher sei auch die Gründung des Handels= und Industriebeirates erfolgt. Auf die Frage, weshalb er nach seinem Ausscheiden aus dem Reichstag im Jahre 1929 die Gelder ruhig habe liegen lassen bis 1930, erklärt der Angeklagte, daß er damit gerechnet habe, sich auf die Dauer etwa einer anderen wirtschaftlich orientierten Partei anzuschließen, der er dann diese Gelder zur Verfügung gestellt haben würde. Der Zeuge gibt die Forderung, die der Handels= und Industriebeirat heute noch an ten Hompel hat, einschließlich Zinsen auf etwa 90= bis 95 000 Mk. an. Hierfür habe Der Zeuge, der in einer Reihe von Fragen die Aussage verweigert, wird, da Verdacht wegen Beihilse und Begünstigung besteht, nicht vereidigt. Die Verhandlung wird am Mittwoch fortgesetzt. Emsland gezüchtek sind 100 Bullen, aus Ostfriesland eingeführt 31, aus dem Jeverland 2. aus Südoldenburg 1, aus Osnabrück! Von diesen Bullen sind in das Herdbuch des Emsländischen Rindviehzuchtverbandes 41 Bullen eingetragen, davon 28 Emsländer, 11 Ostfriesen und 2 Jeverländer Dieses Zahlenverhältnis zeigt, daß die Zucht von Jahr zu Jahr an Bodenständigkeit gewinnt und weniger Bullen eingeführt zu werden brauchen. Arbeitsbeschaffung der Energiewirtschaft Eine wichtige Tagung in Bielefeld. Das Amt für Technik teilt mit: Am 16. Oktober 1935 findet in Bielefeld im Haus der Technik eine Zusammenkunft der Gauamtsleiter der Aemter für Technik in den Gauen Kurhessen. Mainfranken(Unterfranken), Ostpreußen, Schleswig=Holstein, Halle, Merseburg und Westfalen=Nord statt. Zweck der Zusammenkunft ist eine Aussprache über die bisher in der Arbeitsbeschaffung auf energiewirtschaftlichem Gebiet beschrittenen Wege und deren Erfolge sowie eine Planung der für die neue Winterarbeitsschlacht 1935/36 in den einzelnen Gaugebieten getroffenen oder noch zu treffenden Maßnahmen. Englisches Exomenzentrum in Morburg. Berlin, 15. Oktober. Die englische Universität Cambridge hat einer Lehranstalt in Marburg das Recht übertragen, das School Certisicate sowie das Junior und Higher Certificate, das heißt alle Abschlußprüfungen der englischen höhern Schule, auch diejenigen, die zum Besuch der englischen Universitäten berechtigen, abzunehmen. Die Lehranstalt ist damit das erste Examenzentrum— Examination Centre— der Universität Cam= bridge in Deutschland, nachdem bereits in fast allen andern bedeutenden Staaten solche Stellen für junge Engländer, die sich im Ausland aufhalten, eingerichtet wurden. Gleichzeitig hat die Universität Cambridge der Schule noch das Recht zur Erteilung des„Certificate of Prosiciency in Enalish". das bisher im allgemeinen nur in England nach einem längern Studienaufenthalt erworben werden konnte und zum Besuch aller englischen Hochschulen berechtigt, und das„Certisteate of Proficieney in modern Languages“ erteilt, das von Engländern und Nichtengländern jedes Alters erworben werden kann, die ein Zeugnis der Universität Cambridge über fortgeschrittene Ken ten wollen. kenntnisse in den neuen Sprachen erhalIn Anwesenheit des Herzogs von Aosta, der Vertreter der Staats= und Militärbehörden und zahlreicher ausländischer Festgäste wurde in Mailand die erste Internationale Luftfahrtausstellung feierlich eröffnet, die eine reichhaltige Uebersicht über den derzeitigen Stand und die Errungenschaften des Luftfahrtwesens bietet. 14 Nationen sind auf der Ausstellung vertreten, darunter vier amtlich, namlich Deutschland, Frankreich, Polen und Sowjetrußland. In La Rochette bei Chambery mußte am Montag eine Privatbank ihre Schalter schließen, nachdem sie einen Fehlbetrag von fünf Millionen Franken aufwies. Der Direktor der Bank wurde verhaftet. Die Opfer sind meist kleine Landwirte, die ihre Spargroschen bei der Bank hinterlegten. In einer Großgarage in Algier brach Freitagnacht Feuer aus. Trotz sofortigen Eingreifens der Feuerwehr wurden über 50 Kraftwagen vollkommen zerstört. Wetterbericht der Reichswetterdienststelle Essen=Mülheim. X Essen, 15. Oktober. Vorhersage sür Mittwoch: Mäßige, später etwas auffrischende Winde aus Süd bis Südwest. Bei mäßigem Dunst oder stellenweise leichtem Nebel vorwiegend bewölkt. Temperaturen über Tag bis auf 15—17 Grad ansteigend. Vorhersage für Donnersraa: Bei südwestlichen Winden größtenteils bewölkt. Unveränderte Eintrübung. Temperaturen noch weiter ansteigend. Du gabst noch nichts zum WHW? Noch heute bring Deln Opterl Roman von Stijn Streuvels Nachdruck verboten. Copyright by J. Engelhorns Nachf, Stuttgart. 9) Um das Weiterklingen der klagenden Worte nicht noch einmal zu hören, blickte Jan wieder auf, wartete begierig auf die Fortsetzung und fragte: „Hat er nichts weiter gesagt? Nach nichts mehr gefragt?“ „Kein Wort. Der Mann war schon lange gebrechlich und krank und schien zuletzt ganz ruhig und gelassen zu sein; was um ihn herum vor sich ging, ließ ihn unbekümmert. Thomas schrie ihm noch ins Ohr, um zu erfahren, ob nichts verheimlicht oder versteckt war; aber der Alte schien nichts zu hören. Er sprach ein kurzes Gebet und drehte den Kopf zur Wand Nach der Beerdigung sagten deine Brüder, du würdest nun nicht mehr kommen, und teilten unter sich die Sachen und das Geld und die Möbel. Ivo bekam die Ziege, Tomas den Eichenschrank, Lude das Bett. Jeder ist mit seinem Teil abgezogen. Den Schlüssel haben sie hier abgegeben. Sie sagten, es sei alles anständig und ehrlich geteilt, und den Acker mit dem Haus ließen sie für dich, falls du noch kommen solltest.“ Sie holten den großen eisernen Schlüssel herbei, und Jan drehte ihn in den Händen wie ein Ding, womit er nichts anzufangen wußte. Endlich begriff er, daß damit alles erledigt war. „Ich will jetzt gehen und schauen,“ meinte er. Vina wollte noch etwas sagen, wollte ihn fragen, wo er zu schlafen beabsichtige. „Willst du etwas mit uns essen, Jan?“ „Danke.“ „Wenn du etwas brauchst—“ Er war schon weg „Nun bin ich allein, allein, allein,“ wiederholte er sich in einem fort Der Abend hüllte das Land ein. In der einsamen Verlassenheit stand sein Haus vor dem grauen Himmel wie ein Spukgebäude Er kämpfte einen Augenblick lang mit dem Vorsatz, hier alles liegen zu lassen und dahin zurückzukehren, woher er gekommen war. Aber das lag nicht in seiner Macht: es schien ihm unmöglich, weil es eußerhalb der Dinge lag, die ihm vorbestimmt waren. Er mußte seine Bahn weiter gehen und war ganz im Banne des geheimnisvollen„andern“, das er zu erfüllen hatte. Er drehte den Schlüssel im Schloß und stieß die Tür auf. Beim Eintreten schlugen ihm Geruch von Kaminfeuer und stickige, dumpfige Schimmelluft entgegen. Sein Schritt hallte hohl durch die Küche. Das letzte Zwielicht beschien das fahle Weiß der kahlen Wände, an denen viereckige, blasse Stellen hervortraten, wo der Schrank, die Uhr, das Bett und die kleinen Bilder seit Menschengedenken ihren Platz gehabt hatten. Tisch und Stühle waren fort. Hier und da staken noch ein paar Nägel im Holz und in den Wänden. Der Kamin unter dem niedrigen Schornstein glich einer schwarzen Höhle. Alles war fortgeschleppt und gestohlen, so daß Jan nichts mehr vorsand, was ihn an früher erinnerte. An einem Balken hing, wie eine spöttische Aufmerksamkeit, ein vergessenes Saatsäckchen. Er ging hinaus um Atem zu schönfen Er ging hinaus, um Atem zu schöpfen, und schlenderte zum Ziegenstall. Den Mist und das Stroh hatte man herausgeholt; nur die Kette baumelte noch an dem Wandhaken. Im Schuppen fand er, verstreut zwischen alten Körben, Lumpen Scherben und Trümmern, einen Spaten, eine Mistgabel und etwas Ausschuß. Das war alles Unschlüssig blieb er stehen. Das Feld ringsum war verwildert, mit alten Stoppeln und Laubresten verdreckt und von frischem Unkraut durchwuchert. Einige Sterne hingen in der Luft, sonst war der Himmel in große, düstere Wolken gehüllt. Das war der erste Abend in seinem Leben, da Jan ganz allein stand. unendliche Traurigleit, aus der es keinen Ausweg zu geben schien, erfüllte ihn Da kam ihm ein Einfall. Er fuhr mit der Hand in die Tasche. murmelte etwas zwischen den Zähnen und eilte dem Dorfe zu. Es war ihm jetzt klar, daß es niemand erfahren würde, und daß er in seiner großen Verlassenheit jedenfalls erst einmal sein eigener Herr war Als er an das erste Wirtshaus kam lauschte er, und da er keinen Lärm hörte, trat er ein. Am Tisch, im flackernden Schein eines kleinen Lichtes, trank er das erste, große Glas Bier in einem Zuge aus. Er ließ die kühle Labung mit Wohlbehagen durch die Kehle laufen, wurde mit jedem Schluck durstiger und bekam Lust, den Genuß immer wieder und so schnell wie möglich zu erneuern. Er zog nun in andere, fremde Wirtshäuser, wurde freundlich empfangen und begegnete lachenden Gesichtern. Mit jedem Schluck wurde er munterer und hemmungsloser. Ein heißes Wohlgefühl durchströmte ihn und ließ ihn alle Sorge vergessen. Er bezahlte leichthin mit dem Geld, das er in der Hosentasche hatte, lud den Wirt und die hinzukommenden Gäste ein und begann laute Reden zu halten und zu erzählen, wer er war. Schließlich waren alle Anwesenden gute Bekannte, die sich über das Wiedersehen nach so viel Jahren freuten, ihre Gläser erhoben und mit ihm anstießen. Jetzt endlich hatte er das frohe Gefühl, daß seine Heimkehr willkommen war. „Kameraden, so etwas kommt nicht alle Tage vor! Laßt uns feiern, solange wir beisammen sind! Trinkt doch!“ lärmte er. „Jan Vindeveughel, Jan Vindeveughel ist da!“ Er hielt sein Glas hoch, sah um sich, ob ihn auch alle beobachteten, und leerte es in einem Zuge So tötete er in sich den gewohnten Jan, den mäßigen, vernünftigen einfachen Kerl, der immer so ein ernstes, verschlossenes Wesen zur Schau trug. Diesen früheren Jan sah er vor sich stehen und den neuen Jan betrachten, der betrunken war und öffentlich Unsinn trieb. Er war selber unwillig über seine Torheit, aber der lustige Draufgänger in ihm war der Stärkere. „Los, Jungens, packt das Leben! Laßt die Welt untergehen! Uns können alle den Buckel'runterrutschen! Hoch die Freude! Und das gute Bier dazu! In fünfzig Jahren sind schon wieder andere Menschen dran! Noch ein Glas. Frau Wirtin!“ Wie ein Held stand er mitten in der Wirtsstube. Er wußte wohl, daß seine Hand eine Münze aus der Tasche holte und mit einem Schwung auf den Tisch warf, aber er konnte nicht mehr deutlich unterscheiden, ob es großes oder kleines Geld war. Er fühlte fortwährend nach ob noch etwas übrigblieb, ob noch etwas in seiner Hand klimperte In seinem duseligen Hirn stand die feste Ueberzeugung: so lange es klimpert. dauert die Freude. Er wußte nicht. was ihn trieb, und dachte nicht daran, aufzuhören. Ueber ein Tischchen gebeugt, die kurze Pfeife in der Faust und die Mütze schief auf dem Schädel, so saßen die Trinkkumpane da und sangen: „Der Himmel, der ist unser, Es lebe das gute Bier! Und weil der Himmel unser ist, Drum haben wir viel Pläsier!“ ... Bald darauf begann alles zu verschwimmen, zu zittern und wie toll im Kreise zu drehen Der alte Jan war fort, war gestorben Jan forschte ihm nicht nach; alles war ja jetzt verändert, und man lebte ohne Gedanken dahin. Die früheren Begriffe von hell und dunkel, Arbeitsstätte oder Heimathaus waren durcheinander gewirbelt. Er gab sich keine Rechenschaft mehr darüber, was um ihn her passierte; sein Wille war vollkommen eingeschlafen. Sein Zunge konnte die Worte, die er sagen wollte, nicht mehr aussprechen, seine Beine schwankten, sein Körper suchte überall Stützen, mit den Armen tastete er in den Raum, der sich fortwährend drehte. Dunkle Verschwommenheit umgab ihn, kreiste ihn immer enger und enger ein, bis sie ihn endlich erstickte und er in einen tiefen Rausch fiel. ... Mitten in der stockfinsteren Nacht wachte er mit Kopfschmerzen und fürchterlichem Durst auf Vor seinen Augen war es schwarz, und seine Hände fühlten nichts als Stroh. Ehe er überlegen konnte, wo und wieso er hier in solcher Verfassung lag, fiel er wieder in Schlaf. Und auf einmal war ihm, als sei er auf dem Hofe beim Bauern Hoste bei Jule und Braun. Er war dort der Herr und Bauer, der den Knechten Befehle erteilte, und die Bäuerin stand auch da, und die anderen Töchter. Aber alles war so absonderlich, ganz unsinnig, denn sein Vater, der doch da gar nicht hingehörte, war auch dabei. Es schien doch alles in Ordnung zu sein, und die Dinge waren so klar und deutlich, daß er sich wunderte, weshalb er so unbehaglich und gezwungen da mitten drin stand. Er hörte Rika, das Dienstmädchen, wie immer das ewige Lied mit den zwei Zeilen singen: „Mir ist so froh zu Mut, Mein Schatz, der ist mir gut!“ Aber er schaute weiter in die Runde wie ein Blöder. Seinen Vater wagte er nicht um Auskunft zu bitten — man hatte ihm doch gesagt, daß er tot und begraben sei?— und von Laura erwartete er daß sie ihn zuerst ansprechen würde, denn er wußte nicht recht, ob das zierliche Mädchen nun eigentlich seine Tochter war oder nicht Er vermeinte aus dem Gebaren dieser Menschen zu spüren daß sie sich alle einig darin waren, ihm etwas Unmögliches einzureden, um dann, sobald er darauf hereingefallen wäre, in lautes Gelächter auszubrechen. (Fortsetzung folgt.) Turnen- Spiel-Sport Leistungsabzeichen für das Deutsche Jungvolk. Der Reichsjugendführer hat vor einigen Tagen das Leistungsabzeichen für das Deutsche Jungvolk gestiftet, das in folgenden Gruppen erworben werden kann: Gruppe I, Schulung: a) Leben des Führers, b) Abgetretene Gebiete, c) Deutschtum im Ausland, d) Feiertage des deutschen Volkes, e) fünf Fahnensprüche, f) sechs HILieder, davon erstens„Brüder in Zechen und Gruben“, zweitens„Der Himmel grau und die Erde braun“, drittens„Heilig Vaterland“; weitere drei Lieder können gewählt werden. Gruppe II, Leibesübungen: a) 60=m=Lauf in 10 Sek., b) Weitsprung 3,25 m, c) Ballweitwerfen 35 m, d) zwei Klimmzüge, e) Bodenrolle, zweimal vor=, zweimal rückwärte,*) 100=m=Schwimmen in beliebiger Zeit oder 1000m=Lauf nicht unter 4:30 Minuten und nicht über 5:30 Minuten, g) Radfahren, nur der Nachweis des Radsahrens erforderlich. Gruppe III, Fahrt und Lager: a) eine Tagesfahrt von 20 km mit 5 kg Gepäck, nach 10 km Ruhepause von mindestens drei Stunden, b) Teilnahme an einem Zeltlager von mindestens dreitägiger Dauer, c) Bau eines Dreier=Zeltes und Mitarbeit am Bau eines Zwölfer=Zeltes, d) Anlegen einer Kochstelle und Wasser zum Kochen bringen, e) Kenntnis der nach den zeichen Gruppe IV, Zielübungen: Luftgewehrschießen, Entfernung 8 m, Anschußtisch, 12er Ringscheibe, Ringabstand ½ cm. 5 Schun— 20 Ringe, oder Ballzielwerfen: Ziel 70—70 cm, Entfernung 8 m, 5 Würfe= 2 Treffer. Im Leistungsabzeichen ist die gesamte Schulung des Deutschen Jungvolks enthalten. In allen Einheiten wird die Schule und der Kampf darauf einsetzen. Dem Winter wird besonders die Schulung und die theoretische Vorbereitung vorbehalten sein. Mit Beginn des Sommers geht es an die praktische Aufgaben im Zeltlager und auf dem Sportplatz. Die Abnahme der Bedingungen erstreckt sich über eine Zeitdauer von zwei Jahren. ochstelle und Wasser zum Kochen bringen, e) Kenniwichtigsten Baumarten, f) Einrichten der Karte n Gestirnen, g) Kenntnis der wichtigsten Karten1:25 000, h) Anschleichen und Melden. kleinen Türme östlich und westlich des Stadions und ebenso der Führerturm stehen im Stahlskelett fertig. Die Schwimmkampfbahn die Hallen für die Fechtwettkämpfe, die Bahn für das Dressurreiten, die Plätze für das Basketballspiel und die für das Turnen bestimmte dietrich=Eckart=Bühne sind nahezu vollendet. Die riesige Deutschlandhalle ist schon längere Zeit unter Dach und wird schon im November eröffnet werden. Ersatzspieler gegen Bulgarien.[Mürkte. das Reichssportfeld geht der Vollendung entgegen. Der Innenraum der Hauptkampfbahn auf dem Reichssportfeld ist bereits fertiggestellt. Rasen und Aschenbahnen lagern ab. Der untere Zuschauerring ist betoniert, der Hochbau des Oberrings bis zum First gediehen. Die Für den am kommenden Sonntag in Leipzig stattfindenden ersten Fußball=Länderkampf Deutschland— Bulgarien wurden die Ersatzleute der bereits bekanntgegebenen deutschen Mannschaft bestimmt. Es sind Sonnrein(Hanau 93), Werner(1. SV Jena), Schön (Dresdner SC) und Rothe(Spielvg. Leipzig). Frankreich nicht beim FußballOlympin. In der vom FJFA=Präsidenten Rimet geleiteten Vorstandssitzung des französischen Fußballverbandes wurde beschlossen, zum olympischen Turnier 1936 keine Mannschaft nach Berlin zu entsenden. Begründet wird dieser bedauerliche Entschluß damit, daß nach Einführung des Berufsspielertums der Amateur-Fußballsport in Frankreich stark an Bedeutung verloren habe. Bei dem offensichtlichen Rückgang der Spielstärke sei es nicht möglich, eine auch nur einigermaßen aussichtsreiche Nationalmannschaft aus Amateurspielern zusammenzustellen. Olympische Spiele 1940. Italien soll zugunsten Japans verzichtet haben. Graf Soyejima, ein Mitglied des Japanischen Olympischen Komitees, hat, nach der Meldung eines amerikanischen Nachrichtenbüros, in Tokio erklärt, Italien verzichte auf die Durchführung der Olympischen Spiele zugunsten Japans. Italiens Staatschef Mussolini habe ihm in einem Schreiben mitgeteilt, Italien würde seinen Anspruch auf die Abhaltung der Olympischen Spiele 1940 in Rom zugunsten der japanischen Hauptstadt Tokio zurückziehen. beruhen und der dafür gleich 100 gesetzt wurde. Mit diesem Maßstab gemessen betrugen die Preise für Kaffee und Tee im Jahre 1792 165 bezw. 304 und für Kakao 148 im Jahre 1820. Unter lebhaften Schwankungen haben sich dann die Preise ganz erheblich gesenkt. Nur in den Kriegs= und Notjahren sind sie immer wieder hochgeschnellt. Jetzt stehen sie für Kaffee bei 52, für Tee bei 117 und für Kakao bei 32. Dabei ist es interessant, daß sich die Preise für Kaffee und Tee ungefähr gedrittelt haben, während der Kakaopreis heute nur noch ein Fünftel des Preises vom Jahre 1820 beträgt. Metalle. Berlin, 15. Okt. Elektrolytkupser(Wirebars) 52,50 RM für 100 kg netto eis Hamburg, Bremen oder Rotterdam. Aluminium 98=99 kg Bl. 144, o. Dr. 148, Reinnickel 98=99. Silber in Barren 900 t 53.75 Aluminium k. Walz. 269, Antimon=Regulus—, 3,75. Handel und Wirtschaft. Berliner Börse. Berlin, 15. Oktober. Die rückläufige Tendenz der letzten Börsentage wich neute einer gewissen Widerstandsfähigkeit. Zwar war zu den ersten Kursen noch etwas Angebot vorhanden, das meist weitere geringere Abschwächungen zur Folge hatte; indessen trat bald nach den ersten Notierungen ein Umschwung ein, der vermutlich auf Deckungsbedürfnis auf Seiten des berufsmäßigen Börsenhandels zurückzuführen ist, der vom Vortag noch etwas Material schuldig geblieben war. Infolgedessen konnten die ersten Kurse meist bald überschritten und über den Vortaasschluß hinaus kleine Kursbesserungen erzielt werden. Blanko=Tagesgeld erforderte unverändert 3—3½% Dollar und Pfunde errechneten sich mit 2,488 bezw. 12,20 unverändert. Immer mehr Wintergerste. Der Anbau der Wintergerste nimmt im Reiche in auffallendem Maße zu. Im Jahre 1924 25 wurden damit 127 300 ha bestellt, fünf Jahre später 196 600 ha und wiederum fünf Jahre später, also 1934 35, 375 400 ha. Das bedeutet, daß der Wintergerstenbau sich in zehn Jahren verdreifacht hat. Die Mehrung hat auch bei der Aussaat dieses Herbstes, die im Septembeer vor sich gegangen ist, angehalten. Genaue Ziffern der jetzt besäten Fläche liegen noch nicht vor. Bestimmt werden die 100 000 ha weit überschritten werden; man wird nicht erstaunt sein, wenn die Ziffer nahe an die halbe Million heranreicht. Aus guten Gründen können wir diese Entwicklung begrüßen. Die Wintergerste ist bestens geeignet, uns, wenn zunächst auch nur teilweise, von der Einfuhr fremder Futtergerste zu befreien. Anderen Futtergetreidearten, also der Sommergerste, dem Hafer und dem Roggen, gegenüber hat die Wintergerste den Vorzug erheblich höherer Erträge. Vom Hektar Sommergerste wurden im Durchschnitt der Jahre seit 1925 38 Zentner geerntet; an Hafer noch weniger: 37,6 Zentner; am wenigsten an Roggen: 33,8 Zentner. Wintergerste aber brachte in der gleichen Zeit von der gleichen Fläche 47,4 Zentner! Wintergerste eignet sich zudem durch einen hohen Eiweißgehalt aus, was für sie als Viehfutter von großer Wichtigkeit ist, während die meist im Sommerbau gewonnene Braugerste eiweißarm ist. Ein weiterer Vorzug der Wintergerste ist ihre frühe Saat= und Erntezeit. Sie wird vor den anderen Wintergetreidesorten, also vor Winterroggen und Winterweizen, gesät und im nächsten Sommer vor jedem anderen Getreide, nach der ersten Heumahd gemäht. Damit entlastet sie die Hauptarbeitszeiten des bäuerlichen Jahres und verteilt die Ernte über einen größeren Zeitabschnitt. Dadurch wieder, daß sie früh das Feld frei gibt, schafft sie Platz für eine Nachfrucht. In den Stoppelacker kann der Bauer nach der Mahd Futterpflanzen säen, für die eine Sommerwoche mehr bedeutet als ein Herbstmonat, und so wiederum seine eigene und des gesamten Reiches Futterwirtschaft erleichtern. Auch für etwa gegebene Untersaat ist die frühe Wegräumung der Obersaat selbstverständlich von großem Vorteil. Das alles sind Vorzüge für unsere Futterversorgung und also unsere Viehhaltung, wie sie die Wintergerste in einzigartiger Weise bietet. Der Reichsnährstand fördert ihren Anbau, aber auch ohne diesen Hinweis hat sich unsere Landwirtschaft in den letzten Jahren schon immer mehr dem Wintergerstenbau zugewandt. Die Hektarziffern des nun begonnenen Wirtschaftsjahres bedeutn eine Höchstleistung. Vom Luxus- zum Volksgetränk. Die Entwicklung der Preise für Kaffee, Tee und Kakao spiegelt den Weg wieder, den diese drei Getränke in nahezu 150 Jahren vom Luxusgetränk zum Volksgetränk gegangen sind. In seiner Untersuchung über die Großhandelspreise in Deutschland von 1792 bis 1934 hat das Institut für Konjunkturforschung für 45 Waren Meßziffern ausgerechnet, die auf dem Marktpreis im Jahre 1913 Schweinemarkt in Cloppenburg. + Cloppenburg. 14. Okt. Auftrieb 571 Stück. Es kosteten Ferkel von 5—6 Wochen 10—12 Mk., von 6—8 Wochen 12—14 Mk., von 8—10 Wochen 14—17 Mark. ältere Tiere se Pfund 50—55 Pfg. Handel langsam mit Ueberstand. Ausgesuchte Tiere über Notiz. Kasseler Schlachtviehmarkt. Kassel, 15. Okt. Auftrieb: 14 Ochsen, 6 Bullen. 38 Kühe, 16 Rinder, 212 Kälber, 6 Schafe, 138 Schweine. Marktverlauf: rege. Ochsen und Färsen ausgesuchte Tiere über Notiz. Es kosteten: Ochsen: a) 40—41, 5) 37—40, c) 86; Bullen: a)—, b) 39—40, c) 86; Kühe: a) 39—40, b) 84—38, c) 28—34. d) 23—26: Färsen: a) 40—41, b) 36—39, c) 34—36; Kälber: Doppellender:—, al 65—68, b) 58—64. c) 50—57, d) 40—48: Schweine: a1) 55,50, a2) 55.50, b) 53,50, c) 51,50, d) 49,50, e) 49,50, f)—, g1) 52, g2) 48—50. Hamburger Schweine= und Kälbermarkt. X Hamburg, 15. Okt. Auftrieb: Schweine 1057, Kälber 879. Marktverlauf: Kälber rege; Schweine zugeteilt. Es kosteten: Kälber: a) 70—74, 5) 61—68, c) 50 bis 60. d) 84—46: Schweine: Preise unverändert. Berliner Getreidegroßmarkt vom 14. Oktober 1935. Acitliche Preise In Mark bei Getreide and Oelsasten für 1000 bei Mehl end Kleie für 100 kg. const für 30 ka Durchschnitteqnalität: 76/7? frei Berlls. 202.00 VVIIIJ IX 1 X I Xn IXIV 190.00 191.0 182.C 183.00 194.00 188.00186.0 Darchechnitteqnallent: P1/ frei Berlin 165.0 Welzen, märk nes. krieugerpreis Frelone Regren, mürk des Frievoerprois. Preissebiel Futtergerste, s012 ges. krrovgerpreis. Proisgodiet ri Frei Ber 765.0 VV I VII I VIII I« Jxn 1em 183.00 184.00 188.0 186.et 180.(0 160.00 161. 1 vI I VIII IX 158.00 189.01161.0( 164.00 166.0 Gerste, Breugersie eine, neu trel. Berlin ab mürt Stotion Graugerste, guie rel Berlla eb mürt. Betien ndusiriegerste(8 ommer Bel Lieferang 209—215 1rel Berlin 187—194 200-206 20 mårt. Stotion 178—185 Wintergerste, vierreilig. 202-208 701 Borlin 1 177—182 193-199 2h mört. Rotion No. 701 Verlin 194—198 ab mört. Sistien 185—189 von Sommer-Puttergerste kommt ein weiteren Clelernn Anfechlag vos 1 Mh je Vonse binsn Hater, mürt, Durchechniftequalität 48/49 ges Frieugerpreta. Preisgeble qualit 68/49 VVIIX I XI I XIIII XIV 148.00 180.00 188.0 185.00 188.0 160.0 Berliner Schlachtviehmarkt. X Berlin, 15. Okt. Auftrieb: Ochsen 474. Bullen 193, Kühe 911. Kälber 2197. Schafe 3077. Schweine 2532. Marktverlauf: Rinder glatt; 45 Ochsen. 25 Färsen und 6 Bullen über Notiz; Kälber zieml. glatt; Schafe und Schweine glatt. Es kosteten: Ochsen: a—c) 42, d) 86 bis 11: Bullen: a—c) 42. d) 38—41; Kühe: a) 42, b) 40 bis 42, c) 31—38. d) 22—30; Färsen: a—b) 42, c) 39—42, d) 35—38; Fresser 35—41: Kälber: al) 85—100, a2) 70— 75, b) 60—67, c) 50—58, d) 38—48; Schafe: a1) 59—60, a2) 57—58, b1) 56—58, 52)—, c) 58—55, d) 40—42, e) 45—46, f) 42—44, g) 30—41: Schweine: e) 49, sonst 51,5. wolle Bremen: Ber 15. 10. Briet) Oeld bez Mars Mor bli Des Liverpool: Baumwolle 12.08 12.04 12.05 12.16 12.13 12.15 12.25 12.22 12.24 14. 10. BrteflOeld bea 13.30 12.09 12.06 12.00 12.16 12.14 12.16 .. 12.25 12.23 12.24 12. 2 12.27 12. 28 1a.2 2.25 12.2 ———-— 12.02 12.02 12.00 12.01 12.08 19.09 12.04 Wolgenmett, lye 700 Preisot 2. M.7 2.751 2.20.40 2.60 2.80 2. 2.00 2.30 10% Aeslendweisen— 1.90 Mk Aulgeld— 80% Asslend weisen- 9 00 Mk. Aefgeld. Regeenmeht, Ivno 997 Preisoedie N. No i.2.m.4. n. o u. 10.0 2.n.10 10.5 0.10 6.0 10.0 0 unanta.— 10 2 kur) Jarogel. Rev— 4%% A. Stetl! 10. VIttorieertse lioine krdsen Fnnererdsen Feluschter Acherbehnen Wichen. lupinen. dien 17-10 11—13 leintuchen, 9 tronuStuch. 60 trons Mechenn. ensche Kerteffelflocten Portt. waoa. 810l Kertoffelfloc ten naggontrei Lerlin 7.75 7.95 Irectenschaltte Einschl. Mosopol-Zuschlag 4) 8.90, 9) 8.63, 9) 8.80,*) 8.80. 8.20 8.90 Amiliche Rauhfutter-Nofierungen (Per 90 Kllogramm frei Waggos ab mürkleche Station.) Aoggenstrob drahigepreßts2. Weisenstrob drahigepreßt Haferstrob drahtgepreßt Gerstenstrob drabtgepreßt Roggenetrob 70—2.00 2.70—2.00 2.80-3.00 2.80-3.00 3.06—3.35 bindfadengepr Roggenlangsir Weizenstrob Häcksel Hen bandelsübl Hen. gutes Thymotee, lose Kleehen Hen drabtgepreßt 2.68-2.80 2.56-2.76 4.30—4.50 4.60—3.10 6.00-6.40 8.40-8.50 7.60—8.20 Lees Jenn. Febrn 9000. Tebruar Mars April Mal 0n Juli Augaot Septembor Okioher November Desember Oktober Desember annar Mars Mai Jul Tagesimper 10.10. 6.4 93 6.00 35 6.06 33 6.07 15 6.07 936.07 13 6.06 93/ 6.06 33 6.00 35 5.85 Notierungen für Sakellaridis u. Upper F.G.F 15. 10. anuar Märs 90 Mai 36 ul 2 Oktober 36 Oktober 95 Novamber Loco Liverpool: Ostind. Baumw. 15.10. 14.10. Lose Surtee Broach PunjaN/A Conte Pr Bens FG ng Suo Sind FC Sind Sup New Orleans: Baumwolle 6.21 6.25 5.63 5.67 3.69 5.73 8.72 5.78 1.28 4.32 1.32 4.36 1.29 4.32 4.52 4.50 asa. Märs Mat Juli Oktober Desembe 13. 10. 11.06 10.83 10.89-90 10.83 10.88 10.75—78 10.82 14. 10. 11.06 10.81 10.80 10.91 10.83 10.82-84 10.80 New Yorker Baumwollkorse 13. 10. 14. 10. 11.25 11.20 10.83 10.80 10.88 10.94 10.90—92 10.89-90 10.9 10.90 10.93-95 10.92 10.85 10.83 10.97—99 10.94—90 lonna. Fobruar Märs Aprü Mai unt Juli August Septembes Oktoher 10.87 10.84 November 10.85 10.62 Desember 10.82—89 10.80—8 Geschätste Jotalsutohres— Baumwollsufuhe in Atl. Häfen 600 Baumwollsutuhr in Goll Halen 8300 Lufuhren in Peeilie-Hulen— Csport nach Laglaod 700 Csport a d übrig Kontinent 2000 Esport nach Japan a. China 5000 Fracht nach Liverpool— Fracht für Standard— Esport a Kenada« Mezike— Amtliche Devisenkurse. Berlin. den 15. Oktober 1935 Von Avusrekorden und Afrika. Paul Schweder. Rekordsahrer und Sportschriftsteller. gehörte auch in diesem Jahre wieder zu unseren erfolgreichsten Automobilsportlern. Bei einer großen Anzahl der bedeutendsten und schwierigsten Zuverlässigkeits= und Geländefahrten des In= und Auslandes sah man ihn am Start. erlebte, daß er die schnellste Zeit des Tages fuhr. oder eine„Goldene...“ errang. Zu seinen größten und schönsten Erfolgen gehört zweisellos die Langstreckenfahrt auf der Apus, bei der er in Gemeinschaft mit den Fahrern Hasse, v. Guilleaume und Jaddatz fr. 13 neue internationale Bestleistungen erzielen konnte, sodann das „Race International Maroc“, bei dem Schweder den ersten Preis erhielt. Die Erfahrungen, die Schweder in seinen vielseitigen und interessanten motorsportlichen Erlebnissen dieses Jahres gewonnen hat, schildert er anschaulist und fesselnd in einem Lichtbildervortrag„Von Avusrekorden und Afrika“, unterstützt durch herrliche Sportund Landschaftsaufnahmen, den er demnächst an den verschiedensten Orten halten wird. Gegen Hunger und Kälte! Für die deutsche Volksgemeinschaft! Opfert für das WHW. Jenpicho. Läufer, Brücken, Gardinen, Dekorationen stets preiswert und geschmackvoll Teppichhaus Jeggle Münster i. W. Salzstraße 24 wöbe von Heidmeier dem bekannten Fachgeschält mit der großen Auswehl in ellen Preislagen. Münster I. Westt., Glespessage. 18 Schaufenster. Nen Von der Rolse zurück f. Schnütgen homöop. Arzt. ünster I. W. Eneelstreße 41 Wasserdichte Decen für Zelte. Lastwagen. Waggons uiw. prima Qualität, preiomer sofort lie erbar. 15913 Paus& Niester, Münster, Decken abrik. 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Der Dom zu Pisa. bar, und darum sei nichts dagegen gesagt. Schließlich ist es auch richtig, den Reisenden zieht nicht etwa der erhabene Gedanke in diese Arno=Stadt, daß hier Galilei geboren wurde, viel erfand und starb, jener berühmte Mann, der unsere Physikstunden so lebendig würzte, sondern man will den Campanile bewundern. Hier ist ein osfenes Wort am Platze(weshalb soll ich das Ergebnis meiner Grieben=Lektüre in meiner Brust verschließen!): der schiese Turm ist ursprünglich nicht als solcher gedacht gewesen, denn damals(es war im 13. Jahrhundert) gab es noch keine Verkehrsvereine; als aber während der fast hundertjährigen Bauzeit sich der Grundstein senkte, lenkte man vom dritten Stockwerk an nördlich ein. Insgesamt hat der Turm inzwischen eine Neigung von 4.26 Italienische Wäscherinnen freuen sich. Man geht nicht unbeschwert ins Land Italien. Geschichte und Kunstgeschichte haben unsere Seele gesättigt mit Bildern. Und man fühlt sich schon irgendwie angepackt, wenn man in Mailand zum ersten Male diesen klassischen Boden betritt, der viel bestes, deutsches Blut getrunken. Und dann überfällt einen das ewige Staunen, wenn man vor dem riesenhaften, marmornen Dom steht, dem weltberühmten, und an den Gebirgen von gotischen Gesimsen entlang und hinauf schaut, oder wenn man die wuchtige Halle dieser Basilika mit stockenden Schritten betritt, in der 40 000 Menschen auf einmal vor ihren Herrgott treten können. Diese Gotik ist anders als die deutsche, das sieht der Laie. Hier ist die große Geste, die etwas Theatrales an sich hat und doch nicht ohne Würde ist. Hier am Dom lernt man auch die Plage der Reisenden kennen. Beileibe keine Moskitos— die haben sich in ersprießlichere Jagdgründe zurückgezogen—, aber da sind die fliegenden Händler, die ihren, ach so süßen Kitsch„verhandeln" wollen. Ecco! Tedesco! Gucke mal! das ist ihr Schlachtruf, mit dem sie sich auf den Fremden deutscher Zunge losstürzen und sich wie Kletten an ihn fesseln. Und mit jedem Schritt sinkt der Preis, den sie haben wollen. Man weiß, sie sind Gauner, in ihrer Art freilich, aber wenn sie einen mit ihren großen Augen ansehen und mit den weißen Zähnen blecken, dann sind es nur große Jungen, die„kummeln“ wollen. Unter der riesigen Passage flutet das Leben Maisands. Hier fühlt man den Pulsschlag der lombardischen Millionenstadt. Die Redeschwälle plätschern unter den Bogen wie murmelnde Wasserfälle. Eine stetige Bewegung, und in aller Hast und Eile, mit der sich die Menschen hier durchschieben, ist doch die elegante, lässige Art, die den Südländer kennzeichnet. Da schweben duftige Sommerkleider vorbei. Faschisten in strahlenden Uniformen, wie gerade einer neuen Revue entsprungen, wandeln unbeachtet durchs Gewoge, und die ZeitungsverkäuEr sammelt für die Armen. Mussolini.— An den Zeitungskiosken hängen bunte Bilder: Titelseiten zahlreicher illustrierter Ecce! Romani! Seht mal her! Wie eine Armee wilder, häßlicher Schwarzer vor einer Handvoll tapferer Italiener ausreißt! Und die Jungen gehen auf die Erde und in die Knie, um die farbigen Bilder mit den Augen zu verschlingen. * Mitternacht liegt über Genua, dessen Name wie rauschender Lorbeer klingt, als wir in die alte Hafenstadt einfahren. Am Bahnhof hält in den Strahlen der elektrischen Lampe Christoph Columbus Wache, der verkannte große Sohn dieser Stadt, der mit seinem Segler die Tore zur neuen Welt aufrannte. Solche engen Gassen und Sträßchen sah ich noch nie. Die hoben Häuser sorgen für ständigen Schatten in dieEnge Gasse in Genua. sem vielbesonnten Hafenviertel. Ich liege im Bett, die Augen geschlossen, und denke an diesen Tag. Die Bilder jagen wirbelnd vorbei. Da fällt mir eine Geschichte ein. Irgendein Junge war in ein Märchenland gedrungen, und eine gute Fee hatte ihm ein Tuch auf die Stirn gelegt, von Nebelfäden gesponnen, daß er das Staunen verlerne. Solch ein Tuch brauchte man in diesen Tagen, denke ich noch..... Morgens weckt mich der Klang eines Liedes. Merkwürdig, als wenn es ein deutsches Lied gewesen wäre! Drüben im Fenster des gegenüberliegenden Hauses, kaum drei Meter entfernt, steht ein Mädchen. Und nun singt es wieder, und ich höre es wie einen Gruß der Heimat: „Sah ein Knab' ein Röslein stehn“, oder war es das Lied vom„treuen Husar“? Ich weiß es nicht mehr, so freudig gepackt war ich von diesem Wunder. Lütte Deern von der Waterkant(denn daher stammte sie, wie sich später herausstellte), das war eine freudige Morgenüberraschung! Bei Lichte besehen, entpuppt sich Genua mit seinen Marmorpalästen, die den Abhang des Gebirges hinaufwachsen, als eine zauberhafte Stadt, die das Blau des Himmels und des Ligurischen Meeres mit unendlicher Grazie trägt. In diesen Tagen ist die Stadt von viertausend faschistischen Sportsleuten bevölkert. Wenn sie in ihrer bunten Uniform daherkommen, und man zückt die Kamera und ruft ihnen ein„Permesso, Signore!“ zu, dann bleiben sie stehen, setzen sich in Positur und nicken lachend Gewährung. Nur der Nobelgardist der päpstlichen Garde (in Rom) rückte uns bei gleicher Situation mit seinem Spieß auf den Leib, aber da war es schon zu spät! Wer den Namen Pisa hört, der sieht wie eine Vision den schiefen Turm. Diese Ideenverbindung ist unausrottMetern. Und dieser Neigung verdankt Pisa seine Vorliebe. Diese krumme Linie genügt fast, den prachtvollen Dom, diesen herrlichen Zeugen einer freigebigen toskanischen Baukunst, die aus dem Vollen schöpfen konnte und Macht hinter sich hatte, in den Schatten zu stellen. Und doch ist dieser Dom eine Wunderwerk, wie nur irgendeines, das je eines Bauherrn Hirn entsprang. Hier in Pisa sängt der Süden an. Man verstehe das richtig. Mailand und, auf der adriatischen Seite des großen Stiesels, Florenz und Bologna haben in ihren ganzen Lebensformen noch ein gutes Stück nördliches Gepräge. Aber hier wird der Unterschied schon in die Augen springend. Hier lebt man schon auf der Straße. Da handwerkt man und trinkt seinen Kaffee und seinen „Quarto“ und hat keine Geheimnisse voreinander. Hier gibt es Bars. Österias und Gelaterien, so wie sie typisch italienisch sind. An den Wänden der Häuser las ich Todesanzeigen, als Plakate gedruckt, in denen der Nachbarschaft mitgeteilt wurde, daß der Sohn Guilelmo oder der Vater Giuseppe gestorben sei. Andere Städte andere Sitten! Wenn man aus dem südlichen Italien kommt, dann fühlt man sich in Bologna und Florenz wieder fast heimisch. In Bologna, und das lobt man sich, hat man immer und überall ein Dach über dem Kopf, denn diese Bogen, die entlang allen Straßen laufen, machen seine Berühmtheit aus. 20 Kilometer kann man unter diesen Bogen wandeln, aber man tut es besser nicht. Wenn man indessen über den Markt geht, wo die alten Backsteinbauten empor gegen den Himmel wachsen, der kraftvolle Dom, das Rathaus, die Adelstürme, dann spürt man noch einen Hauch jener Tage, als vor vielen Jahrhunderten Bologna die berühmteste Rechtshochschule der Welt hatte. „La Bella! Die Schöne", so hat man Florenz getauft. Sie trägt diesen Namen mit Fug und Recht, die Stadt, die sehnsüchtiges Ziel aller Künstler der Welt war und ist, wo die größten Meister von der Palette unsterbliche Bilder schufen, wo Rafael, Leonardo da Vinci, Boticelli und viele andere lebten. Lebten? Nein, noch leben, in den Uffizien nämlich für alle, denen sie etwas zu sagen haben. Und sonst— wo man geht und steht, merkt man: dies ist die Stadt Dantes, der in Visionen schon zu Lebzeiten Himmel und Hölle durchschritt. Wo man schreitet, auf den Arno=Brücken, an alten Türmen, insonderheit auf der Ponte Vecchio, haben die Florentiner Sprüche aus der„Devina Komedia“ gemeißelt. Ist es wunderlich, daß die Damen der Reisegesellschaft an der Stelle, wo er Beatrice begegnete, und an den duftigen Boticellis desinteressiert waren? Weiß man doch, daß es hier die Original=Florentiner=Hüte(und dabei halb geschenkt!) zu kaufen gibt, und daß die Ponte Vecchic fast zusammenI. Der schiefe Turm zu Pisa. Im Land, wo die Zitronen blühen... Kleine Erinnerungen von einer großen Reise. „Kennst du das Land, wo die Zitronen blühn?“ Wenn diese Mignonfrage früher einmal an mich gestellt worden wäre, so hätte ich mit einem bedauernden Kopfschütteln antworten müssen. Die Sachlage hat sich nun erheblich geändert. Heute würde ich sagen:„Das kann man mit einiger Bescheidenheit wohl behaupten!“ Ich sah das Land, wo die Zitronen und noch manches andere blühen. Als der D=Zug den Rhein hinauf brauste, trieb mir jeder gewonnene Kilometer neue Geoanken zu. Wie es uns Deutschen durch die Geschichte im Blute brannte, inLand der Sonne und des blauen Himmels zu fahren. Germanische Heere stürmten in der Vollkraft völkischer Jugend über die Alpen, und die Kaiser mußten mit gewaltigen Schwertstreichen die wehrhaften Tore widerstrebender lombardischer Städte öffnen. Uns gibt Zutritt zu diesen Herrlichkeiten eine unscheinbare Reiseurlaubskarte! Womit sich wieder einmal kundtut, wie herrlich weit wir es gebracht! fer brüllen die neuesten Ueberschriften aus der AbessinienGeschichte über die Menge hin. Ueberhaupt Abessinien! Das ist ein Gesprächsstoff, nein, es ist mehr, der Gedanke daran füllt das Denken aus den ganzen Tag. Am Bahnhof fährt— es ist Mitte September— gerade ein Zug mit Rekruten ab, und die Fahrenden und Zurückbleibenden schreien sich das „Viva Duce!“ unzähligemal entgegen und singen ein Lied mit dem immer wiederkehrenden, langgezogenen Wort: kracht unter der Last der Laden mit florentinischem Silber= und Mosaikschmuck. Im September spürt man in Italien noch nichts vom Herbst. 32 Grad im Schatten sorgen dafür, daß man nie vergißt: man lebt unter der Sonne des Südens. Die Steinhaufen der Städte strömen Glutwellen aus, und über dem weiten Land liegt jenes unbeschreibliche Licht, das man von Bildern alter Meister kennt. Kein Lufthauch weht. Der Zug fährt stundenlang vorbei an Maisfeldern, Olivenbäumen mit den silbern schildernden Blättern und Weingärten und wieder Weingärten. Im grellen Schein der Sonne leuchten die Marmorbrüche, und die weißen Felswände der Abruzzen noch weißer. Am blauen Himmel heben sich Pinien und Cypressen wie dunkle Silhouetten ab. Ein Berliner begrüßte diese südländischen Bäume mit den despektierlichen Worten:„Wat denn, wat denn, die eenen sehen aus wie uffjeklappte, und die andern wie zujeklappte Regenschirme!“ Ueber die weiten Landstraßen trotten im gemächlichen Gang die Ochsenkarren mit den hohen, roten Deichseln. Wenn man einige Wochen so durch die Campagna oder durch andere Landstriche gewandert und gefahren ist, nichts als blauen Himmel und die vielbesungene lächelnde Sonne über sich, dann sagt man eines Tages mit Macbeth:„Ich fange an, der Sonne müd zu werden“, und sehnt sich nach einem däftigen sauerländischen Landregen..... Inzwischen sitzt man abends in den Österias und Bars und schließt schnelle Freundschaft mit dem goldenen Frascati und dem weißen und roten Chianti. Das„ancora uno quarto rosso!“(noch ein Viertel Roten) geht einem allmählich schnell von der Zunge, uno wenn man dazu noch ein herzliches„grazzie“(danke) hauchen und ein „prego“(bitte) und vor allem das gar nicht zu entbehrende„e troppo caro“(das ist zu teuer) in der jeweils angebrachten Tonart zu sagen versteht, dann kann es nicht ausbleiben, daß einem das Land der Zitronen weit offensteht. Aber die Urlaubskarte ruft ein gebieterisches Halt, und man ist gar nicht böse, als der D=Zug eines Tages mit Donnern wieder dem Brenner zu dampft. Text: Fritz Schumacher. Bilder: Walter Tiefensee. Der Weg zum Glück. Von Haus Bethge. Wie gelangt man zum Glück? Es ist die uralte Frage, mit der sich die Menschheit immer wieder voll Inbrunst und Sehnsucht beschäftigt hat. Denn jeder möchte gern glücklich sein, und die meisten verfehlen immer wieder das Ziel. Ist das Ziel denn so schwer zu erreichen? Es hängt nicht von uns allein ab, ob wir es erreichen; ein anderer, unendlich wichtiger Faktor muß uns gnädig sein: das Schicksal. Aber zahllosen Menschen ist das Schicksal hold, und sie sind dennoch nicht glückcklich. Wie kommt das? In diesen zahllosen Fällen tragen die Menschen selbst die Schuld: weil sie nicht fähig sind, das Glück bei den Schultern zu fassen und zu sich herüberzuziehen, weil sie Stümper sind in der Führung ihres vom Schicksal doch begünstigten Daseins, weil es ihnen ganz und gar an Erkenntnis mangelt, auf welchen Fundamenten das Glück dieses Daseins ruht. Vor Jahren sah man häufig die Wiedergabe eines Gemäldes, das damals eine gewisse Volkstümlichkeit genoß. Die lachende Göttin des Glücks war auf einer Kugel dargestellt, die auf einem schmalen Brett über einen Abgrund rollte. Aufgeregte Menschen jagten wild, mit leidenschaftlich ausgestreckten Händen hinter der Göttin her, um sie zu erreichen— und stürzten dabei in den Abgrund, der sie erbarmungslos verschlang. Das Bild war ein treffendes Sinnbild für die Tragik jener einfältigen Menschen, die der Meinung sind, daß man das Glück erjagen könne. Wer von der Sucht nach dem Glück besessen ist, erhascht es niemals— schon weil er den Begriff des Glückes ganz verkannt. Wer an Selbstüberschätzung leidet, oder an Großmannssucht, die Hochfährtigen, die Unduldsamen, die an der Leidenschaft des Spiels, der Habgier, des Hasses oder des Neides unheilvoll Besessenen— alle diese haben nicht im entferntesten die Kunst begriffen, zum Glück zu gelangen. Nein, gerade den Gegenspielern aller dieser menschlichen Typen spendet der Himmel die Anwartschaft auf das Glück. Es versagt sich denen, die mit Hast und Gier danach trachten und fällt vielmehr jenen anderen mit Lachen in den Schoß, die ihm in Demut, mit reinem Herzen und aufgeschlossenen Sinnen zu begegnen wissen. Wer, um glücklich zu werden, nach Reichtum trachtet. nach üppigem Leben, nach Ruhmeskränzen, nach äußeren Ehren, nach einer Rolle, die ihn weithin sichtbar ins Leben stellt, der ist ganz und gar auf falschem Wege. Nein, Glück ist weder Reichtum noch Ruhm noch schillernder äußerer Glanz. Glück ist es, mit gesunden Muskeln aufrecht durchs Leben zu schreiten und im gleichen Takt zu sein mit einem Menschen, den man liebt. Glück ist es, den geheimnisvoll rauschenden Klang seines beruhigt ziehenden Blutes in sich zu spüren, immer wieder den in ewigem Kreislauf dahinziehenden Wechsel der Jahreszeiten als beseligend zu empfinden, eine warme Hand, von der man weiß, daß in ihre Adern der gleiche Wille und die gleiche Sehnsucht schwingt. Glück kann unendlich vieles sein, aber es ist immer etwas, was uns den Gang des Daseins erhöht, was uns leichter und freier atmen läßt in einer Sphäre geheimnisvoll gesteigerten Menschentums. Glück bedeutet es, in den kleinen Schönheiten der Erde das Große zu erblicken, das heimliche Wunder zu fühlen in allem Geschaffenen und sich durch dieses Wunder wahrhaft bezaubern zu lassen. Das Glück beruht in der Fähigkeit, staunend eine Offenbarung zu erblicken in allem Lebendigen, das um uns webt und blüht und duftet. Das Glück beruht in einer reinen, kindlich aufgeschlossenen Hingabe an alle natürliche Schönheit dieser Welt. Ein bunter Blumenstrauß in edler Vase auf einem weißen Leinen; ein Sonnenstrahl, der gegen Abend warm und goldig über die Tapete geistert; ein Becher blinkenden Weines auf dem schlichten Tisch eines Wirtshausgartens, nach einer langen, müde machenden Wanderung durch Wald und Tal; das selige Empfinden beim Betrachten einer sommerlich blühenden Wiese, eines flammenden Sonnenuntergangs oder des silbernen Mondes, wie er in einer lauen Sommernacht unter dem Gehäng einer Birke im Teich sich widerspiegelt,— das ist das Glück. Du mußt, o Mensch, dich an die ewigen Schönheiten der kleinen Dinge zu verlieren wissen; du mußt es verstehen, Süßigkeiten auch aus den bescheidensten Erlebnissen zu ziehen; du mußt lernen, alles Natürliche und alles Einfache und alles gesund Gewachsene schön und bestrickend zu finden. Bist du zu dem köstlichen Reichtum dieser Erkenntnis gelangt, so wird es zauberisch still und friedvoll um dich sein, dann spürst du einen heimlichen Reichtum dir entgegenquellen, dann zieht es wie ein warmer Strom durch deine selig atmende Brust, dann läßt dich das Glück durch seine rosenbekränzte Pforte, legt seine Hand vertraulich auf deine Schulter, und die Gesänge heiterer Genien schweben mit unendlichem Wohllaut um dich her, und du fühlst schweigend, unsagbar heiter, mit ergriffenem Herzen: das ist die Glückseligkeit.