Dienslag, den 10. Juli 1888. 17. Jahrgang. Fortes in fide. für die Meittälische Velkszeitung" nebst„Sonntagsfreude" beträgt bei der Expedition pro Quartal 2 M. direct in's Haus bestellt, durch die Post ebenfalls 2 M., mit Bestellgeld 2 M. 40 Pfg. Erpedition und Anzeigen=Annahnee Wonnement fur die naseha che dete- deung bros utiren verlele Rabatt nach unseren bekannten Tarifsäitzen, an welchen unbedingt festgehalten wird. Reclamen 40 Pfg.— Annoncen bis zu 2 Mark mir gegen Vorausbezahlung Verantwortlicher Redacteur: I. V.: R. Schwarze. Verlag und Rotationsdruck der Actiengesellschaft„Märkische Vereinsdruckerei" in Bochum. Unseres h. Vaters Leo XIII. Encyclica an die gesammten Patriarchen, Erzbischöfe und Bischöfe des katholischen Erdkreises, soweit diese die Gemeinschaft mit dem apostolischen Stuhle bewahrt haben. Ueber die menschliche Freiheit. (Schluß.) Es ist zwar der lebhafteste Wunsch der Kirche, daß die genannten christlichen Grundsätze in alle Staatsordnungen eindringen und überall gehandhabt werden möchten. Besitzen sie doch eine wundersame Fähigkeit zur Heilung der Gebrechen unserer Zeit, die ja so zahlreich und so schwer sind, und die zu einem großen Theile ihre Ursache gerade in jenen so gepriesenen Freiheiten haben, welche man als Keime des Ruhmes und Heiles ansah. Die Thatsachen haben diese Hoffnung widerlegt. Anstatt süßer, heilsamer Früchte sind bittere, vergiftete Früchte entstanden. Wenn ein Heilmittel ge sucht wird, so suche man dasselbe in der Rückkehr zu den heilsamen Lehren, von denen allein die Erhaltung der Ordnung und der Schutz der wahren Freiheit vertrauensvoll erwartet werden kann. Nichts desto weniger zieht die Kirche bei ihrer mütter lichen Beurtheilung das schwere Gewicht der menschlichen Schwäche in Betracht und verkennt eben so wenig die Zeitströmung, welche die Ereignisse und die Geister beherrscht. Aus diesem Grunde widersetzt sie sich nicht— ohne darum etwas Anderm wie der Wahrheit und Tugend Rechte zuzugestehen— falls der Staat Dinge duldet, die von Wahrheit und Gerechtigkeit sich entfernen, entweder weil er ein größeres Unheil vermeiden oder ein größeres Gut erlangen oder bewahren will. Die göttliche Vorsehung selbst gestattet trotz ihrer unbeschränkten Güte und Allmacht, daß Uebel in der Welt sich finden, damit theils größere Güter nicht verhindert werden, theils größere Uebel nicht eintreten. Bei der Regierung der Staaten sollte man Ihm, der die Welt regiert, nachahmen. Da vollends die weltliche Macht nicht die Macht hat, jedes Uebel zu hindern, muß sie vieles gestatten, vieles ungestraft lassen, was dennoch durch die göttliche Vorsehung geahndet wird, und das mit Recht(Augustini de lib. arbit. lib. I. cap. 6 num. 14). Wenn indessen unter solchen Umständen, in Hinsicht auf das Gemeinwohl, und zwar nur aus diesem Grunde, das Gesetz der Menschen das Böse dulden kann oder muß: so darf es dasselbe doch niemals billigen oder direct wollen; wenn da das Böse die Negation des Guten ist, so widerstrebt dasselbe dem Gemeinwohl, welches der Gesetzgeber nach Kräften wünschen und schützen muß. Auch hierin soll das menschliche Gesetz Gott nachzuahmen streben, der, indem er das Böse in der Welt zuläßt, nicht will, daß das Böse geschehe, noch auch will, daß es nicht geschehe, sondern zulassen will, daß das Böse geschehe. Und das ist gut.(St. Th. q. I qu. XIX. a. 9 ad 3). Dicser Satz des englischen Lehrers enthält in einer kurzen Formel die gesammte Lehre über die Duldung des Bösen. Wenn jedoch unser Urtheil allseitig richtig sein soll, so müssen wir eingestehen, daß ein Staat um so weiter sich von einem guten Zustande entfernt, je mehr er genöthigt ist, das Böse zu dulden, und daß diese Duldung des Bösen, soweit es Staatslehren betrifft, durchaus in jene Grenzen gewiesen werden muß, welche das öffentliche Wohl verlangt. Wenn diese Duldung also dem Staatswohle schadet und im Staate noch größere Uebel erzeugt, so darf man sie folgerichtig nicht an wenden, weil unter solchen Umständen die Rücksicht nahme auf das Gute fehlt. Wenn aber die Kirche bei eigenthümlicher Lage des Staates gewisse moderne Frei heiten als zulässig anerkennt, nicht, weil sie dieselben wünschte, sondern weil sie deren Duldung für ersprieß lich hält, wird sie, wenn die Zeiten sich zum Bessern gewandt haben werden, von ihrer Freiheit Gebrauch machen und durch Rathen, Mahnen und Beschwören pflichtmäßig versuchen, das ihr von Gott anvertraute Amt zu erfüllen, nämlich für das ewige Heil der Menschen zu sorgen. Das aber bleibt immer wahr, daß die Freiheit Aller und zu allem nicht an sich zu erstreben ist, wie Wir oft gesagt haben, weil es der Vernunft widerstrebt, daß Wahres und Falsches gleich berechtigt sind. Was die Toleranz an geht, so ist es merkwürdig, wie weit diejenigen von der Klugheit und Billigkeit der Kirche entfernt sind, welche sich zum Liberalismus bekennen. Indem sie nämlich den Bürgern eine unbegrenzte Freiheit in allen denjenigen Dingen gestatten, von denen wir gesprochen haben, überschreiten sie gänzlich das Maß und gehen so weit, daß sie Ehrenhaftigkeit und Wahrheit um nichts höher als Falschheit und ehrlose Gesinnung zu achten scheinen. Die Kirche aber, die Säule und Grundfeste der Wahrheit und die unbestechliche Lehrerin der Sitten, beschuldigen sie, daß fie gegen die Geduld und Milde verstoße, weil sie eine so zügellose und verbrecherische Art der Toleranz standhaft, wie es ihre Pflicht ist, zurückweist und die Erlaubtheit ihrer Anwendung bestreitet. Indem sie das thun, merken sie gar nicht, daß sie selbst das als tadelnswerth bezeichnen, was lobenswerth ist. Aber bei allem Zurschautragen der Toleranz kommt es in Wahrheit sehr häufig vor, daß sie engherzig und hartnäckig gegenüber der katholischen Sache sind: die der großen Masse die Freiheit in ausschweifendem Maße gewähren, weigern sich oft geuug, der Kirche die Freiheit zu lassen. Um die gesammte Ausführung nebst ihren Folgerungen der größeren Klarheit halber kurz zu wiederbolen: die Summe des Ganzen ist, daß der ganze Mensch mit Nothwendigkeit wahrhaft und beständig in der Gewalt Gottes steht, und daß mithin die Freiheit des Menschen nicht anders als in Abhängigkeit von Gott und seinem Willen gedacht werden kann. Diese Oberherrschaft Gottes entweder leugnen oder sie nicht tragen wollen, ist nicht Sache des freien Menschen, sondern desjenigen, der seine Freiheit bis zur Empörung mißbraucht, und gerade aus einer derartigen Geistesstimmung entsteht ganz besonders der Hauptfehler des Liberalismus. Derselbe erscheint jedoch in vielfältiger Gestalt; denn der Wille kann ja nicht blos auf eine Weise und auf eine Entfernung aus dem Gehorsam heraustreten, welcher entweder Gott selbst oder denjenigen, welche an der Gewalt Gottes Theil haben, geschuldet wird. Die vollständige Auflehnung fürwahr gegen die Herrschaft des höchsten Gottes, die völlige Verweigerung des Gehorsams sowohl im öffentlichen, wie im Privat und im Familienleben ist, wie die größte Verkehrung der Freiheit, so auch die schlimmste Art des Liberalismus. Und von diesem gilt durchaus, was Wir bisher gegen denselben gesagt haben. Ihm zunächst steht das System Derjenigen, welche 13, Am Gold und Liebe. Roman von O. Holzhauer. Wild, halb wahnsinnig, suchte er in jeder Tasche, aber vergeblich; er warf sich auf die Knie, als ob er sich auf sein Gesicht allein nicht verlassen könne, und durchsuchte jede Ecke, jeden Winkel des Zimmers, bis er endlich die Ueber zengung gewonnen, daß nirgends im Zimmer mehr etwas zu finden sein könnte. Dann hielt er inne, preßte die Hand an die Stirne und biß sich auf die Lippe. Wo konnte es sein? Er erinnerte sich, daß er keinen anderen Theil des Hauses berührt, er konnte darauf schwören, daß er das Dokument gefühlt, als er vorhin seinen Ueberrock zugeknöpft hatte. Wenn nicht im Hause, wo war es denn? Alle Vorsicht in seiner Aufregung vergessend, nahm er die Kerze und trat in den Garten, durchsuchte die große Terrasse und den Weg bis zu dem Pförtchen— abermals vergeblich. „Es liegt auf dem Wege", murmelte er, während der Schweiß von seiner Stirne tropfte.„Himmel! dort muß es liegen, um von irgend einem Tölpel aufgenommen zu werden, um mich damit zu ruiniren. Ich muß— ich will es finden." Und wirklich, er schien wahnsinnig zu sein. Er trat hinaus und suchte von Neuem. Plötzlich stieß er gegen einen Gegenstand und aufblickend, bemerkte er die hohe Gestalt eines Mannes auf seinem Wege stehen. Mit einem wilden Aufschrei voll Furcht und Wuth sprang er auf den Mann zu. „Du— Du Diebl" rief er heiser;„gib es tair— gib es mir!" Der Unbekaunte wehrte den Griff kaltblütig ab, warf den Angreifer zu Boden und entzündete ein Feuerspänchen. Athemlos blickte Stefan auf und sah, daß es Hermann Newcombe war, der ihn mit kalter Verachtung, mit Ueberraschung und Argwohn anblickte „91 sagte er verächtlich,„Du bist es! Bist Du von Sinnen?" und er warf das angebrannte Zündholz von sich, während sich Stesan erheb „Nun", sagte Hermann,„ich fragte, ob Du von Sinnen selest?" *Stefan bemühte sich, seine Rube wieder zu gewinnen, und erzwang ein Lächeln. *„Mein lieber Hermann, wie Du mich erschreckt haft!" Lagte er athemlos. „Das scheint so", sagte Hermann und in seinem Tone lag eine eisige Verachtung. „Du bast ganz recht, ich mußte wie von Sinnen erschei nen. Ich bin sehr bestürzt, mein lieber Hermann." „Bist Du verletzt?“ fragte Hermann, aber durchaus nicht in einem bedauernden Tone. „Nein, nein!" sagte Stefan;„sei nicht besorgt, mein lieber Hermann. Es war gänzlich meine Schuld. Ich habdas Unglück gehabt, ein Taschenbuch zu verlieren— nicht ein Taschenbuch gerade, sondern ein Papier, das ich in das selbe gelegt zu haben glaube und das herausgefallen sein muß. Es war ein mir von meinem Advokaten über sandtes Dokument— oon keinem Werthe, völlig werthlos — o, völlig—“ „Das kann ich aus der ruhigen Art schließen, in welcher Du den ersten Mann, der Dir begegnet, beschuldigst, es Dir gestohlen zu haben", sagte Hermann ruhig. Stefan biß auf seine Lippen und ein Blick des Hasses und des Verdachtes traf Hermann. „Bitte, verzeihe, lieber Hermann", sagte er, seine Hand an die Stirne haltend und seufzend.„Wenn Du manche Nacht durchwacht hättest, wie ich es in der letzten Zeit gethan, Du würdest etwas Mitleid mit meinen überangestrengten Nerven haben. Ich bin heute Abend sehr erschüttert, mein lieber Hemann— sehr erschüttert.“ „Du gehest besser nach Hause und läßt Dir einige von der Dienerschaft suchen helfen", sagte Hermann.„Gute Nacht!“ „O, es ist nicht so wichtig", sagte Stefan hastig.„Warte einen Augenblick, mein lieber Hermann. Ich will Dich bis zu dem Gasthause begleiten." „Ich danke Dir, ich gehe lieber ohne Deine Begleitung", sagte Hermann, dann fügte er hinzu:„O, ich sehe, Du befürchtest, daß ich das Dokument auf dem Wege gefunden bebe? Stefan lächelte und legte die Hand auf Hermanns Arm. „Du machst Dir keinen Spaß mit mir, mein lieber Hermann? Du hast das Schriftstück nicht schon während der ganzen Zeit in der Tasche gehabt?“ „Wenn ich Dir gesagt, daß ich es nicht hebe, so ist das ausreichend", und er wollte gehen. „Halt ein!" rief Stefan mit einem Versuche, zu lachen, aus.„Gehe nicht, mein lieber Hermann; bleib über Nacht bei mir. Ich würde Dir wirklich dankbar sein, wenn Du es wolltest. Ich bin heute Abend so aufgeregt, daß ich— der Gesellschaft bedarf. Bleibe, lieber Hermann!" Hermann aber zchüttelte ihn von sich und sagte:„Geh wohl zujestehen, daß man von Gott, dem Schöpfer und Herrn der Welt abhängig sein müsse, weil ja die ganze Natur von seinem Winke abhängt, welche aber dennoch den Glaubens= und Sittengesetzen, die über die Natur hinausliegen und durch die Autorität Gottes selbst überliefert worden sind, kühn widerftreben oder doch behaupten, man brauche diesen Gesetzen, namentlich im öffentlichen Staatsleben, keine Rechnung zu tragen. Wie schwer auch diese irren, und wie wenig folgerichtig sie handeln, haben Wir gleichfalls oben gesehen. Aus dieser Lehre fließt gewissermaßen, wie von ihrer Urquelle, die verderbliche Anschauung von der Trennung von Staat und Kirche; während doch klar ist, daß diese Zwillingsmächte, wie verschieden auch ihre Aufgabe und ihre Rangstellung ist, dennoch betreffs ihrer Wirksamkeit einträchtig sein und ein müthig ihre guten Dienste austauschen müssen. Innerhalb dieser Art des Liberalismus gibt es wieder eine zwiefache Ansicht. Viele wünschen eine radicale und vollständige Trennung von Staat und Kirche, sodaß also in allen Rechtsverhältnissen der menschlichen Gesellschaft, in den Einrichtungen, Sitten, Gesetzen, den Staatsämtern, im Jugendunterrichte die Kirche ebenso wenig beachtet würde, als ob sie gar nicht vorhanden wäre; höchstens stellt man es jedem Bürger anheim, für sich nach seinem Gutdünken religiös zu sein. Gegen diese gilt vollauf die Kraft aller derjenigen Beweise, durch welche wir die Lehre von der Trennung von Staat und Kirche widerlegt haben; dazu kommt noch, daß es höchst abgeschmackt ist, wenn die Kirche zu gleicher Zeit von dem Bürger in Ehren gehalten, vom bürgerlichen Gemeinwesen aber verachtet werden soll. Die Anderen stellen hinwieder das Bestehen der Kirche nicht in Frage— was sie ja auch nicht vermöchten—; aber sie rauben ihr völlig den Character und die eigenthümlichen Rechte einer vollkommenen Gesellschaft und behaupten, es sei ihres Amtes nicht, Gesetze zu geben, Recht zu sprechen, das Unrecht zu ahnden, sondern sie solle lediglich er mahnen, Rath ertheilen und Diejenigen lenken, welche sich aus eigenem Antrieb freiwillig ihr unterwerfen. Durch eine solche Ansicht verfälschen sie den Character dieser göttlichen Gesellschaft durchaus, beschränken und mindern herab ihre Antorität, ihr Lehramt, mit einem Worte: ihre gesammte Thätigkeit, während sie zugleich die Macht der weltlichen Gewalt in dem Grade über heben, daß sie die Kirche Gottes gerade so wie eine beliebige freiwillige Vereinigung von Bürgern der vollständigen Herrschaft des Staates unterwerfen.— Zur Zurückweisung dieser Lehre dienen die bei den Apologeten gebräuchlichen und auch von Uns in Unserer Encyclica Immortale Dei hervorgehobenen Beweise, aus denen sich ergibt, wie es von Gott angeordnet worden ist, daß die Kirche alle Eigenschaften und Rechte einer vollberechtigten, höchsten, in jeder Hinsicht voll kommenen Gesellschaft besitzt. Es gibt schließlich Viele, welche die Trennung von Staat und Kirche nicht billigen. Sie erachten indessen für angezeigt, daß die Kirche den Zeitumständen nach gebe und den Einrichtungen sich anbequeme, welche die Klugheit bei der heutigen Regierung der Staaten verlangt. Eine solche Ansicht ist achtbar, wenn sie nur von einem gewissen billigen Verhalten verstanden wird, welches mit der Wahrheit und der Gerechtigkeit in Ein klang steht: dahin nämlich, daß die Kirche, wo die sichere Hoffnung auf Erlangung eines großen Gutes sich zeigt, sich nachgiebig erweise und den Zeitumständen so viele Zugeständnisse mache, als mit der Heiligkeit ihres Amtes verträglich ist. Ganz anders steht es aber mit Dingen und Lehren, welche durch Entartung der Sitten und falsche Anschauungen widerrechtlich eingeführt wurden. Keine Zeit kann der Religion, der Wahrheit und Gerechtigkeit entbehren. Da nun Gott diese größten und heiligsten Dinge durch sein Gebot in den Schutz der Kirche gestellt hat, so ist nichts befremdlicher, als von ihr zu verlangen, sie solle das Falsche und Unrechte unter Verleugnung der Wahrheit heuchlerisch ertragen oder in Dingen, welche der Religion schädlich sind, Zugeständnisse machen. Aus dem Gesagten ergeben sich nun uachstehende Folgerungen. Zunächst ist es keineswegs gestattet, Gedankenfreiheit, Preßfreiheit, Unterrichtsfreiheit, völlige Religionsfreiheit als eben so viele dem Menschen von Natur gegebene Rechte zu verlangen, zu vertheidigen oder zu bewilligen. Hätte die Natur ihm dieselben wirklich verliehen, dann wäre es ja Recht, der göttlichen Herrschaft sich zu entziehen; dann könnte die menschliche Freiheit nicht durch irgend ein Gesetz eingeschränkt werden. Gleicherweise folgt auch, daß diese Freiheiten geduldet werden dürfen, wenn gerechte Gründe vorhanden sind, mit der nothwendigen Einschränkung, daß sie nicht in Zügellosigkeit und Frechheit ausarten. Wo aber diese Freiheiten in Uebung sind, dort sollen die Bürger dieselben zur freien Ausübung des Guten benutzen und über dieselben so urtheilen, wie die Kirche urtheilt. Eine Freiheit kann nur dann als eine berechtigte angesehen werden, insofern dieselbe dem Menschen eine größere Fähigkeit für das Edele verleiht; anders niemals. Wo eine Gewaltherrschaft drückt oder droht, welche die Bürgerschaft unter ungerechtem Drucke hält, oder die Kirche der gebührenden Freiheit beraubt, da ist es erlaubt, eine andersgeartete Gestaltung des Staates zu wünschen, in welcher eine freiheitliche Bewegung gestattet ist. Es wird dann nämlich nicht jene maßlofe, verbrecherische Freiheit erstrebt, sondern es wird nur, um des allgemeinen Besten willen, eine gewisse Erleichterung gesucht, und es handelt sich einzig darum, daß dort, wo dem Bösen zügellose Freiheit zugebilligt wird, auch die Möglichkeit, das Gute zu thun, nicht behindert werde. Auch verstößt es an sich nicht gegen die Pflicht, wenn man eine volksthümliche Staatsform vorzieht, vorausgesetzt, daß die katholische Lehre vom Ursprung und von der Ausübung der Regierungsgewalt beachtet wird. Von den verschiedenen Staatsformen verwirft die Kirche keine, wofern dieselben geeignet sind, dem Gemeinwohle zu dienen; sie verlangt jedoch, wie die Natur es fordert, daß dieselben in ihren Verfassungen gegen Niemandes Recht verstoßen und namentlich die Rechte der Kirche nicht verletzen. Am Staatsleben theilzunehmen, ist lobenswerth, wofern nicht ein anderes Verhalten durch besondere Verhältnisse und Zeitumstände vorgeschrieben wird. Die Kirche lobt es sogar, daß Alle zum gemeinsamen Besten ihre Arbeit vereinigen, und ein Jeder nach seinem Vermögen beitrage zur Vertheidigung, zur Erhaltung und Mehrung des Staates. Die Kirche verurtheilt auch nicht, daß ein Volk keinem Fremden und keinem Herrn dienstbar sein will, nur und laß mich in Ruhe. Ich würde nicht schlafen unter demselben Dache mit Dir", und er wandte sich um und verschwand. Stefan wartete einen Augenblick, dann ging er denselben Weg leisen Schrittes und stets die dahinschreitende Gestalt im Auge behaltend, zugleich aber blickte er suchend auf den Weg. Aber alles war vergeblich. Hermann erreichte ohne Verzug das Gasthaus und trat in dasselbe ein. Stefan ging wieder zurück, fand jedoch abermals das Testament nicht. Er trat mehr todt als lebend wieder in das Bibliothekzimmer ein; nur ein Gedanke beschäftigte und verwirrte seine Seele. Hatte Hermann das Dokument gefunden, und wenn nicht, wo war es? Nach einiger Zeit wurde er ruhiger. Er überdachte die Situation nach allen Seiten, bis er endlich einen Plan gefaßt hatte. Es war kein endgültiger, ober es war der vernünftigste, den er finden konnte. Dort im Wardener Walde lebte das Mädchen als die Tochter eines Arbeiters, der selbst nicht wußte, daß sie das legale Kind des verstorbenen Ralph Davenant sei. Wo war das Testament? Wer es immer hatte, würde kommen und seine Bedingungen machen oder- zu der rechtmäßigen Erbin gehen. Rasch war er entschlossen, sie dort wegzunehmen. Aber wohin?— Wo besaß er einen zuverlässigen Freund? — Keinen. Doch konnte er sie nicht zu seiner Mutter bringen? „Ja, ja; das geht", murmelte er.„Die Mutter soll das Mädchen zu sich nebmen als— als Gesellschafterin. Arme Mutter! aber es läßt sich nicht umgehen, Du mußt Dich mit dem dummen Geschöpfe herumschlagen!" Und ei lächelte triumphirend. Es gibt Menschen, denen es selbst eine Freude macht, Denjenigen, welche ihnen in aller Liebe ergeben sind, eine Unannehmlichkeit zu bereiten. Er schrieb: „Theure Mutter! Ich habe Dir die traurige Mittheilung zu machen, daß mein lieber Onkel gestorben ist. Ich brauche Dir nicht zu sagen, wie schmerzlich mir dieser Verlust ist. Ich habe wirklich einen Freund verloren! Wie gut er es stets mit mir meinte! Aber, Mutter, selbst inmitten unserer tiefsten Betrübniß dürfen wir nicht taub sein, wenn Christenpflicht uns ruft. Ich habe eine kleine Pflicht zu erfüllen, wobei ich Deiner Hülfe bedarf. Es wird zu meinem Bedauern nothwendig sein, daß Du nach der Station Werntsley fährst, wo ich Dich treffen werde. Neise am nächsten Mittwoch mit dem Zuge um 10 Uhr 25 Minuten von dort ab. Erwähne nichts von Deiner Reise; meine liebe Mutter, wir dürfen nicht vergessen, daß wir im Verborgenen Gutes thun sollen. In großer Betrübniß Dein Dich liebender Sohn Stefan Davenant." 10. Kapitel. Eilen wir aus der peinlichen Stille des Hauses Hurst Leigh, wo in einem der oberen Räume noch die Leiche des alten Mannes liegt, während der Neffe im Bibliothekzimmer bald schreibend am Arbeitstisch sitzt, bald von Furcht gefoltert, auf= und abgeht, wieder hinaus in den Wardener Wald. Flüchtigen Fußes eilte Una hinweg von dem See; die Stimme des Vaters und die des jungen Mannes drangen noch eine Weile zu ihrem Ohre und weckten in ihrem Herzen tausend beunruhigende Gedanken und Bewegungen. Bis zum vorhergehenden Abende war Gideon Rolfe der ruhigste und sanfteste Vater gewesen; nichts, so hatte es geschienen, konnte ihn aus seiner Ruhe aufschrecken. Und nun diese neuen, seltsamen Erlebnisse! Kaum vermochte Una es zu glauben, daß Alles dies Wirklichkeit gewesen. Hatte sie geträumt und würde sie, gleich erwachend, ihn wiederfinden, den hübschen jungen Fremden, mit seiner wohltönenden Stimme und den dunklen, beredten Argen? Als sie dann die Hütte erblickte, wandte sie sich zur Seite, eilte wieder in den Wald hinein, sank auf einer Moosbauk nieder und suchte sich jedes Wort zurückzurufen, jeden Blick, jeden kleinsten geringfügigsten Umstand und alles Das, was den Fremden berührte; und während sie dies that, wollte es ihr erscheinen, als ob ihr ganzes Leben einen ihr unerklärlichen Wechsel erfahren habe. Selbst die Bäume in dem Walde, der blaue Himmel, der Gesang der Vögel, die Luft, die sie einathmete, erschienen ihr verändert, und siatt der vollkommenen, ungestörten Ruhe, welche bisher ihr Leben umbüllt, hatte sie jetzt ein Geist der Unruhe, ein unbestimmtes, bisher ungekanntes Sehnen erfaßt. Ein Meteor hatte ihre Stille, den heiteren Himinel ihres Daseins gekreuzt. Dennoch aber war dies neue Gefühl des Verlangens und Sehnens nicht nur ein schmerzliches; ein Gefühl der Freude, über das sie sich keine Rechenschaft zu geben vermochte, erfüllte die junge Seele. Daß es der Himmelsfunken der Liebe war, der in ihrem Herzen gezündet, das wußte sie nicht. (Fortsetzung folgt.) — 11 . wenn dies ohne Verletzung der Gerechtigkeit geschehen kann. Sie tadelt ebensowenig die Bestrebungen Jener, welche dem Gemeinwesen das Recht verschaffen wollen, möglichst nach selbst gegebenen Gesetzen zu leben und den Bürgern die Vermehrung aller Vortheile so sehr wie möglich zu erleichtern. Die Kirche ist stets die treueste Beförderin der maßvollen Bürgerfreiheiten ge wesen. Dies bezeugen vor Allem die Städte Italiens, welche unter ihrem Municipalrechte und zu einer Zeit, wo die heilsame Kraft der Kirche, ohne Widerstand zu finden, alle Theile des Staatslebens durchdrungen hatte, Wohlstand, Macht und Ruhm erworben haben Ehrwürdige Brüder! Wir vertrauen, diese Lehren welche Wir, geleitet von Glauben und Vernunft, in Erfüllung Unseres apostolischen Amtes vorgetragen haben, werden, mit euerer besonderen Hilfe, Vielen segensreich sein. In der Demuth Unseres Herzens erheben Wir die Augen slehentlich zu Gott und bitten Ihn inbrünstig. Er möge das Licht der Weisheit und des Rathes den Menschen gnädig gewähren, an daß sie, durch diese Gaben gestärkt, im Stande seien, in solch wichtigen Dingen das Wahre zu unterscheiden und in der Folge in Uebereinstimmung mit der Wahrheit im öffentlichen wie im privaten Leben und zu allen Zeiten diese Lehre unentwegt zu befolgen. Als Unterpfand der göttlichen Gnaden und als Beweis Unseres Wohlwollens ertheilen Wir liebevoll im Herrn euch, ehrwürdige Brüder, dem Clerns und dem Volke, dem ihr vorgesetzt seid, den apostolischen Segen. Gegeben zu Rom bei St. Peter am 20. Juni 1888 im elften Jahre Unseres Pontificates. Papst Leo XIII. 1 Reich. □ Berlin, 8. Juli. Meine letzten Mittheilungen über die Entschließungen des Kaisers in Bezug auf seine Reise nach St. Petersburg haben im Wesentlichen Bestätigung gefunden. Nur soll die Einschiffung in Kiel nicht schon am Samstag, sondern erst am Sonntag stattfinden. Blos ein Theil des Gefolges, ohne Zweifel der rein militärische, wird den Kaiser nach Kiel und auf der Seefahrt begleiten, der andere Theil dagegen direct mit der Eisenbahn nach St. Petersburg sich begeben. Bestätigt wird auch, daß der Yacht „Hohenzollern", an deren Bord der Kaiser die Fahrt nach Kronstadt macht, die erwähnten drei Kriegsfahr zeuge sich anschließen werden. Den Befehl über das ganze Geschwader führt Prinz Heinrich. Daraus erklärt sich auch wohl die irrthümliche Nachricht von seiner amtlichen Sendung an die nordischen Höfe. Im Uebrigen hält man es in politischen Kreisen für ausgemacht, daß der Kaiser auf dem Rückwege von Rußland auch den Höfen in Kopenhagen und Stockholm Besuche abstatten wird. Die Ankunft in St. Petersburg bezw. Peterhof oder Gatschina ist für den 18. b., die Abreise von dort für den 22. d. in Aussicht genommen, sodaß, wenn die Besuche an dem dänischen und schwedischen Hofe wirklich erfolgten, die Rückkehr des Kaisers kaum vor dem 28. d. zu erwarten wäre. Die Zweifel, welche wir in die Angaben der„Kreuz zeitung" über das der Kaiserreise zu Grunde liegende Geschäft einer Vermittelung zwischen Rußland und Oesterreich setzen zu müssen glaubten, erweisen sich als durchaus zutreffend. Ein officiöser Wiener Berichterstatter jenes Blattes stellt nämlich die Nichtigkeit der von uns bereits angefochtenen Mittheilungen in Abrede. Bei der österreichisch ungarischen Regierung, bemerkt der Correspondent, seien in dieser Beziehung von St. Petersburg keinerlei Vorschläge angelangt, und wenn von deutscher Seite diplomatische Schritte in der erwähnten Richtung beabsichtigt würden, so hätte doch die österreichisch-ungarische Regierung davon vorher verständigt werden müssen, was jedoch nicht geschehen sei. Dennoch möchte die„Krenzzeitung" gern den Glauben erwecken, daß in ihren Nachrichten ein Körn chen Wahrheit enthalten gewesen sei. Sie behauptel nämlich trotz alledem, es werde nirgends daran gezwei felt, daß die bevorstehende Kaiserzusammenkunft eine Klärung der Lage im Sinne des Friedens, mithin im Sinne einer Mattsetzung Frankreichs herbeiführen würde. Wenn diese Voraussage in Erfüllung gehen soll, müßte Nußland doch zum Mindesten für eine lange Zeit an die von ihm preisgegebenen Abmachungen von Skiernievice sich gebunden erklären. Daß es dazu geneigt sei, erscheint jedoch sehr fraglich, da russische Regierungsorgane erst neuerdings wieder erklärt haben, daß Rußland an seinem orientalischen Programm festhalte. Bei diesem Programm handelt es sich bekanntlich nicht blos um eine bevorrechtete Stellung Rußlands in Bulgarien, sondern auch um die Verdrängung des österreichischen Einflusses in Serbien, also mit einem Worte um eine ernste Bedrohung der Lebens=Interessen Oesterreich=Ungarns. Auf alle Fälle erscheint es daher angezeigt, hinsichtlich der politischen Ergebnisse der Petersburger Reise des Kaisers sich keineu zu großen Hoffnungen hinzugeben.— Die für gestern mit Bestimmt heit in Aussicht gestellte Abreise des Fürsten Bismarck nach Friedrichsruh ist unterblieben und wird wahrscheinlich erst gleichzeitig mit der Abreise des Kaisers erfolgen. Unterbleiben wird voraussichtlich auch der allgemein erwartete Erlaß bezüglich d Freiheit der Wahlen. In dieser Auffassung muß mai sich wenigstens durch den heutigen Leitartikel der„Nordd. Allg. Ztg.“ bestärkt fühlen, in welchem abermals versichert wird, daß kein Grund zu berechtigten Beschwerden vorliege. Das officiöse Blatt meint auch, daß in dieser Beziehung die letzte Thronrede wesentlich zur Beruhigung der öffentlichen Meinung beigetragen hätte. Diese Reden durch Plakatanschläge zu verbreiten, sei daher eine sehr zweckmäßige Maßregel gewesen, da das Volk auf diese Weise eine genaue Kenntniß von ihrem Inhalt erhalten habe. Hier war die Maßregel in Wirklichkeit zwecklos, da die Plakate meist, namentlich im Westen der Stadt, sofort wieder abgerissen worden sind. • Berlin, 8. Juli. Der bereits erwähnte officiöse Artikel der„Nordd. Allg. Ztg.“, in welchem diese unter starken Drohungen den Conservativen verbietet, in der Provinz Hannover bei den bevorstehenden Landtagswahlen gegen die Nationalliberalen vorzugehen, erregt berechtigtes Aufsehen. Es zeigt sich darin, daß die mittelparteiliche Action, als welche dieses selbstständige Vorgehen der Nationalliberalen bei den Wahlen aufzufassen ist, von oben herab gebilligt und dadurch unterstützt wird, daß man die Conservativen abhält, sich zu wehren und ihrerseits zu versuchen, den Nationalliberalen Abbruch zu thun. Wenn auch die Verwah rung nur a die Adresse des„Reichsboten" gerichtet 'st, so lrifft sie doch die ganze Partei, denn in dem selben Sinne wie der„Reichsbote" hat sich auch die „Kreuzzeitung" geäußert. Die„Voss. Ztg.“ schreibt zutreffend:„Für den Anfang der Wahlbewegung läßt die Sprache der„Nordd. Allg. Zig." an Deutlichkeit nichts zu wünschen; ihre Erklärung hat ohne Zweifel eine über den Einzelfall hinausreichende Tragweite. Die ad nutum ministri stehenden Wähler sind jetzt unterrichtet. In Hannover werden alle Freunde der Regierung, die sich conservativ nennen, für national liberale und freiconservative Candidaten stimmen.“ Als Nachfolger des Herrn Herrfurth als Unterstaats secretär im Ministerium des Innern wird noch immer Ministerialdirector v. Zastrow jenannt. Ob Herr v. Caprivi, dessen Abschied zwar noch nicht im„Reichsanzeiger" steht, aber sicher schon seit einigen Tagen erfolgt ist, ein Commando in der Armee erhalten wird gilt noch nicht für ausgemacht. Vorläufig ist der General, der für einen der tüchtigsten Militärs unserer Armee gilt, zur Disposition gestellt.— Die„National zeitune“ glaubt sich in der Lage, nähere Andeutungen über die von der conservativen Presse behauptete Fälschung des Schreibens Kaiser Friedrichs an Herrn v. Puttkamer machen zu können. Sie schreibt:„Selbst verständlich kann von einer Fälschung in dem Sinne, daß die Handschrift Kaiser Friedrichs nachgemacht worden wäre, unter ernsthaften Leuten keine Rede sein Es unterliegt auch keinem Zweifel, daß der Rücktritt des Herrn v. Puttkamer der politischen Gesammtauffassung Kaiser Friedrichs entsprach. Jene Erörterun gen knüpfen an die Form an, in welcher dem Minister die kaiserliche Unzufriedenheit kundgegeben wurde. Die Fassung des betreffenden Schreibens soll sehr ungewöhnlich gewesen sein. Zur Erklärung derselben wird nun— wir sind außer Stande, zu sagen, mit welchem Rechte,— behauptet, der Entwurf des Schreibens habe von einem deutschfreisinnigen Abgeordneten hergerührt. Dies aber sei dem Kaiser verheimlicht worden; man habe ihm denselben, nachdem er von einer das Vertrauen Friedrich's III. genießenden Persön lichkeit abgeschrieben worden, als Werk der letzteren vorgelegt, und darauf habe der Kaiser den Brief unterzeichnet. Diese Täuschung, welche, wenn dies richtig wäre, allerdings stattgefunden hätte, scheint den Behauptungen über eine angebliche Handschriftenfäl chung zu Grunde zu liegen". Wir glauben kaum, daß die hier von der„Nationalzeitung" gegebene Dar stellung zutreffend ist, jedenfalls aber würde durch dieselbe bewiesen, daß Kaiser Friedrich mit dem Inhalt des Schreibens an Herrn v. Puttkamer, ganz gleich, von wem der Entwurf herrührt, einverstanden gewesen ist, und darum allein kann es sich handeln. * Berlin, 8. Juli. Der von den Ausschüssen des Bundesrathes fertiggestellte Gesetzentwurf betr. die Alters= und Invaliden=Versicherung der Arbeiter enthält 144 Paragraphen. Die Wartezeit ist bei der Altersrente auf 30 Jahre, bei der Invalidenrente auf 5 Jahre festgesetzt. Die Kosten tragen zu 3 Theilen das Reich im Wege des Umlageverfahrens, und die Arbeitgeber und Arbeitnehmer im Wege des Prämienbeitrages, wobei die Beiträge nach Wochen gewähr leistet werden, 21 Pfennig für Männer, 14 für Frauen pro Woche. Der Arbeitgeber bezahlt den Betrag ganz; er kann aber bei jeder Lohnzahlung die für den Arbeiter ausgelegte Hälfte einziehen. Die Errichtung verschiedener Beitragsstufen innerhalb einzelner Anstalten ist für einzelne Betriebe gestattet. Der Betrag der Rente ist bei Männern auf 120 M. bei Frauen auf 80 M. festgesetzt. Nach Ablauf der ersten 5 Jahre steigt die Invaliden=Rente während der nächsten 15 Jahre um jährlich 2 M., von da ab jährlich um 3 M., von da bis 250 M. um jährlich M. Bei den Frauen steigt die Reute um 23 des angegebenen Betrages. Die Altersrente beginnt mit dem 71. Lebensjahre. Der Betrag wird nur ausbe zahlt, wenn 47 Wochen fortlaufend Beiträge entrichtet worden. Die Zeiten der bescheinigten Krankheit von mindestens siebentägiger Dauer gelten als Beitrags zeiten. Eine Kürzung der Rente wegen eines Aus falles des Beitrages in Folge des Militärdienstes findet nicht statt. Das Reich bestellt für jede Versicherungsanstalt einen Commissar. Die Feststellung der Rente wird durch die untere Verwaltungsbehörde vorbereitet und erfolgt durch den Vorstand vorbehaltlich einer Beschwerde an das Schiedsgericht. Die festgesetzte Nente wird durch das Rechnungsbureau des Reichs versicherungsamtes auf die betheiligten Versicherungsanstalten vertheilt. Die Publikation des Entwurfs erfolgt binnen Kurzem. Es sind drei Jahre verflossen, seit die städtischen Spitäler in Sulz in ein Bezirkskrankenhaus verwandelt wurden. Die Spitalverwaltung wollte damals „Diaconissinnen" zur Krankenpflege berufen; aber ihr Verlangen konnte nicht erfüllt werden, weil keine pro testantischen Armenpflegerinnen von dieser Genossenschaft aufzutreiben waren. Die Verwaltung wandte sich schriftlich an das katholische Mutterhaus in Gmünd, und siehe da!— es wurden dem Spitalrath barmherzige Schwestern bereitwillig zur Verfügung gestellt, und so zog der„weiße Schleier" in das Sulzer Bezirkskrankenhaus ein. Die protestantische Bevölkerung der Stadt— die Katholiken sind in ganz kleiner Zahl vorhanden und haben blos alle 14 Tage einen regelmäßigen Gottesdienst— und deren Umgebung blickten nicht ohne Mißtrauen auf die beliebten Nonnen, und sie brachten den Dienerinnen der Armen und Kranken keine großen Sympathieen entgegen, was wir ihnen nicht übel nehmen wollen. Das Mißtrauen aber hat sich in Folge der gewissenhaftesten Pflichterfüllung der krankenpflegenden Schwestern bald in das Gegentheil verwandelt, und die abholde Meinung verwandelte sich rasch genug in hohe Verehrung und Theilnahme und hat sich in den letztverflossenen Tagen bis zur Evidenz gezeigt. Der Mangel eines öfteren kathol. Gottesdienstes ließ es räthlich erscheinen, daß die barmherzigen Schwestern von ihren Obern aus ihrem liebgewordenen Heim abberufen wurden. Vor ihrem Abgang wurde ihnen der wärmste Dank für ihr treues Wirken abgestattet, und zwar durch das gemeinschaftliche Amt im Namen der Ortskrankenbehörde und vom Gemeinderath durch eine öffentliche Kundgebung in der „Sulzer Chronik", und der protestantische Helfer an der Stadtpfarrkirche ließ sich herbei, von der Kanzel das höchste Lob an die Scheidenden zu spenden. Als die Schwestern nach dem Bahnhofe wandelten, folgte ihnen eine große Volksmenge, und manche Abschieds thränen wurden vergossen. Wir sind mit dieser Anerkennung vollkommen zufrieden. Wir fügen nur noch bei, daß sogar der„Staatsanzeiger" von dem Scheiden der barmherzigen Schwestern in der anerkennendsten Weise berichtet und das treffliche Wirken derselben an einem heiklen Posten gebührend hervorhob. Und nun werden die Fanatiker des„Evangelischen Bundes ruhig schlafen können, da wieder ein Stein des An stoßes aus dem Wege geräumt worden ist. * Straßburg, 8. Juli. Die Deputation der hie sigen Handelskammer, welche dem Fürsten Statthalter das Immediaigesuch an den Kaiser behufs Aufhebung resp. Milderung des Paßzwanges überreichen sollte wurde vom Fürsten Hohenlohe sehr freundlich empfangen Der Statthalter hat die Uebermittelung des Gesuchs an Kaiser Wilhelm übernommen. * Wien, 8. Juli. Es circuliren Meldungen, wonach die preußischen Behörden das Exterritorial Recht der Königin Natalie nicht anerkennen und den Kronprinzen Alexander deshalb auf Grund der gesetz lichen Bestimmungen an den General Protic übergeben wollten, die Königin sich aber unter den Schutz des tussischen Consulates gestellt habe. Diesen Meldungen etzt man jedoch in Belgrad allgemein Zweifel entgegen. Die Situation in Serbien erscheint ernst, da die Sympathien für die Königin unbedingt groß sind. Frankreich. * Marseille, 8. Juli. In der heute hier ver anstalteten Arbeiterversammlung, die über Maßregeln zur Verhinderung der Beschäftigung ausländischer Arbeiter berathen sollte, kam es bei der Bildung des Bureaus, wobei sich die sog. Nationalisten und die Socialisten gegenüberstanden, zu so tumultuarischen Vorgängen und Thätlichkeiten, daß die Polizei den Saal räumen mußte. Mehrere Personen wurden verwundet. Kreisturntag des achten deutschen Turnkreises. B. Bochum, 8. Juli. Die ursprünglich für gestern Abend in Aussicht genom menen Feierlichkeiten mußten mit Rücksicht auf den Tod weiland Sr. Majestät Kaiser Friedrichs wegfallen. Herr Turnlehrer Walde, Bochum, begrüßte seitens des Bochumer Turnvereins die bereits erschienenen Kreisvertreter und Gäste und gab seiner besonderen Befriedigung darüber Ausdruck, daß gerade Bochum in diesem Jahre als Festort gewählt worden sei. Denn vom Bochumer Verein gehe der einschneidende Antrag aus!„das Turnen innerhalb des achten Turnkreises um Medaillen und sonstige Wertbgegenstände ist strenge zu untersagen und sind zuwiderhandelnde Vereine nach einmaliger Verwarnung aus dem Kreise zu streichen." Aus der freundlichen Aufnahme, welche die Wahl Bochums als Festort gefunden, glaube er schließen zu dürfen, daß der Turntag dem Antrage günstig sei und daß die morgigen Verhandlungen in dieser Beziehung gründlich Wandel schaffen werden. In dieser Hoffnung rufe er der Versammung ein gutgemeintes„Gut Heil" zu. In ruhiger Gemüthlichkeit verlief der Abend, denn der Bochumer Verein that Alles, in dem gebotenen Rahmen seinen Gästen den Aufenthalt in Bochums Mauern möglichst angenehm zu gestalten, was ihm auch vollständig gelungen ist. Nachdem heute Morgen der Kreis=Ausschuß eine Sitzung gehalten, eröffnete der Vorsitzende des Kreisverbandes, Herr Schloer München=Gladbach die Verhandlungen Namens des usschusses mit einem Willkommengruß für die Kreisvertreter und mit dem Ausdrucke der Hoffnung, daß die heutigen Verhandlungen der vom Verbande vertretenen guten Sache zum Segen gereichen möchten. Seit dem letzten Kreisturntage, der vor vier Jahren in Crefeld stattgefunden habe, seien in unserm deutschen Vaterlande große Wandlungen vor sich gegangen. Deutschlands Heldenkaiser, Wilhelm der Siegreiche, habe das Zeitliche gesegnet und der große Sohn, der Deutschlands Hoffnungen getragen und der schon als Kronprinz der Liebling des Volkes gewesen, sei ihm nur wenige Monde nachher gefolgt. Aber das deutsche Volk dürfe nicht verzagen, son ern müsse thun, was sein Gewissen spreche, d. h. all' die Liebe und all' das Vertrauen, welches es dem Vater und Großvater entgegengebracht, auf den Sohn und Enkel übertragen, auf den nunmehrigen Kaiser Wilhelm II., der ja auch schon so schöne Worte an sein Volk gerichtet habe, der versprochen habe, ein Hort des Friedens und ein Förderer des Volkowohles zu sein. In diesem festen Vertrauen eröffne er den Kreisturntag mit einem kräftigen„Gut Heil!“ Im Einverständniß mit der Versammlung wird hierauf folgendes Telegramm an den Kaiser nach Potsdam« indt:„Die zur Berathung heute in Bochum(Westfalen) Lersammelten 200 Vertreter des achten Kreises der deutschen Turnerschaft, umfassend 30,000 Turngenossen aus Rheinpreußen, Westfalen und Lippe bekunden herzliche Theilnahme an dem erlittenen schmerzlichen Verlust und bitten die Versicherung treuester Ergebenheit entgegen zu nehmen". Nunmehr nimmt das Wort Herr Oberbürgermeister Bollmann zu dieser Begrüßungsrede:„Meine Herren Delegirten des achten deutschen Turnkreises! Es ist mir eine angenehme und ehrenvolle Pflicht, Sie als oberster Vertreter der Stadt Bochum bier willkommen zu heißen. Wir sind sonst gewöhnt, unsere Gäste auch mit äußerlichem Pomp zu empfangen. Schließen aus dem heutigen Fehlen desselben aber nicht auf unsere Gesinnung, denn die traurigen Ereignisse der letzten Wochen haben den Rahmen der Feier so beengt, daß wir von einer öffentlichen Feier absehen mußten, glauben und vertrauen Sie vielmehr, daß hier in Bochum überall von den obersten Behörden bis tief in die Bürgerschaft hinein warmer Sinn für Ihre Sache herrscht. Ich besonders theile diesen Sinn in vorzüglicher Weise und mein Herz schlägt im Kreise froher deutscher Turner besonders hoch, weil ich in meiner Jugend das Glück hatte, als Schüler des Friedrich=Wilhelm=Gymnasiums auf dem Turnplatze turnen zu dürfen, den Vater Jahn im Jahre 1843 unter Friedrich Wilhelm IV. in der Hasenhaide eröffnet und benutzt hat Ich erinnere mich der schönen Zeit gern, wo ich als einer der ersten Schüler dort turnen durfte, wo jetzt ein mächtiges Denkmal für den Vater des deutschen Turnens sich erhebt. Es kann nicht mein Zweck sein, mich hier über die Geschichte des Turnens in unserm Vaterlande zu verbreiten. Aber freuen wollen wir uns, daß die traurige Zeit, wo Deutschlands Turner als Demagogen verschrien waren, hinter uns liegt. Jene Zeit erreichte mit dem Jahre 1840 ihr Ende, aber der neue Zug, der damals durch unser Vaterland wehte, wurde durch die Stürme des Jahres 1848 wieder verweht. Erst im Jahre 1863 bei Gelegenheit der fünfzigjährigen Feier der Leipziger Schlacht, wo das große deutsche Turnfest stattfand, wurde die Sache bessei und so ist es, Gott sei Dank, geblieben. Der frische und fröhliche Hauch, der sich dort für die Sache der deutschen Turnerschaft erhob, hat von keinem Sturm verweht werden können und ich bin überzeugt, er hält auch heute noch vor und darum freue ich mich wieder besonders, Sie hier begrüßen zu können, die Sie die berufenen Mitpfleger des deutschen Nationalgefühls sind. Dieses, die Pflege der Vaterlandsliebe, ist ja der Grundzweck der deutschen Turnerschaft. Daß dieser Zweck auch im achten deutschen Turnkreise stets oll und ganz erkannt und gepflegt werde, das wünsche ich von ganzem Herzen und in diesem Sinne rufe ich Ihnen ein herzliches Willkommen zu. Mögen Sie eine gute Er innerung von uns mitnehmen, und uns ein freundliches Gedenken bewahren, wenn wir Ihnen auch nicht das haben bieten können, wie wir es so gern gewollt bätten."(Leb haftes Bravo.) Der Kreisvertreter dankt dem Redner für seine freundlichen Worte und bittet die Versammlung, sich zu Ehren der Stadt Bochum und ihrer Bebörden von den Sitzen zu erheben. Nachdem nun die Namen der Gauund Vereinsvertreter verlesen und die Herren Hinrichs=Detmold und Gülpen=Bochum, zu Schriftführern, die Herren Gippero=Crefeld und Würzburger=Bochum zu Stimmzählern ernannt worden, wird in die Tagesordnung eingetreten. 1. Dem Berichtdes Kreisvertretersentnehmen wir Folgendes: Seit Beginn der Bestrebungen innerhalb der rheinisch=westfälischen Turnvereine, dieselben zu einem Verbande zusammenzufügen, sind in diesem Jahre 30 Jahre vergangen. Nach einigen mißglückten Versuchen von anderer Seite erließ im Jahre 1858 die Elberselder Turngemeinde ein Rundschreiben, der Frage gemeinschaftlicher Feste nach Art der olympischen Spiele nayer zu treten. Es wurde in dem Schreiben besonders hervorgehoben, daß die vielen kleinen Feste besonders den jungen Leuten sehr schädlich seien. Daraufhin sand am 25. September 1858 im Hotel Stelzmann in Düsseldorf eine constituirende Versammlung statt, in welcher durch die Vereine: Barmer Turnverein, Barmer Turnerkranz, Dortmunder Turnverein, Elberfelder Turngemeinde, Turnverein Mühlheim a. d. R., Turngemeinde Witten und Turnverein Viersen die Gründung des rheinischwestsälischen Turnverbandes vollzogen wurde. Der erste Verbandstag sollte im Jahre 1859 in Mühlheim a. d. R. gefeiert werden, mußte aber wegen der in diesem Jahre erfolgten Mobilmachung auf das Jahr 1860 verschoben werden. In diesem Jahre wurde derselbe unter Betheiligung von 15 Vereinen gefeiert; in demselben Jahre fand das erste dentsche Turnfest in Coburg statt. Das zweite Verbandofest feierte der Verband in äußerst glänzender Weise; hier wurde auch eine Commission gewählt, um die Verbandssatzungen auszuarbeiten. Mit dem dritten Verbandofest in Crefeld fand das zweite deutsche Turnfest in Berlin statt, während mit dem Leipziger großen Fest im Jahre 1863 das Verbandssest in Dortmund stattfand. In Leipzig wurde auch die jetzige Kreisorganisation geschaffen. Das fünfte Verbandsfest fand 1865 in Bielefeld statt, das sechste, ein sehr glänzendes, 1866 in Barmen. Auf dem deutschen Turnfest in Weimar im Jahre 1867 wurde das Grundgesetz des Verbandes geschaffen. Die folgenden Verbandsfeste in Aachen, Iserlohn und Bonn(gleichzeitig dort mit dem deutschen Turnfest) das Bergfest am 16. August 1874 bei Elberfeld verliefen in gleich glänzender Weise(nur in Aachen müssen die Leiter in nicht geringe Verlegenheit gerathen sein, denn dort brachte Redner ein Hoch auf die Republik aus). Auf dem deutschen Turnfest in Dresden im Jahre 1875 wurde ein nenes Grundgesetz geschaffen, das wesentlich noch heute in Geltung ist. Nach diesem neuen Gesetz fand 1876 in Elberfed der erste Kreisturntag statt und damit die Kreiseintheilung selbst an Stelle des Verbandes in Wirksamkeit. Das erste Kreisturnfest fand im Jahre 1877 statt. Am 11. August 1878 feierten die Gaue und Vereine in schönster Weise den 100jährigen Geburtstag Jahn's. Mit dem Kreisturnfest in Bielefeld 1879 war ein großartiges Schauturnen verbunden. In demselben Jahre fand in Berlin der deutsche Turntag statt; dort wurde beschlossen, das fünfte deutsche Turnfest im folgenden Jahre in Frankfurt a. M. zu feiern. Das nächste deutsche Turnfest findet voraussichtlich im nächsten Jahre in München statt. Noch erwähnt der Bericht, der in Rücksicht auf die dreißigjährige Vergangenheit den vorstehenden geschichtlichen Rückblick genommen, die bedeutende Betheitigung des achten Turnkreises den Sammlungen für das Schneckenburger Denkmal. Welchen Aufschwung der Verband in den 30 Jahren genommen, zeigen folgende Zahlen: Es gehören heute dem achten deutschen Turnkreise 16 Gauverbände mit 336 Vereinen in 269 Orten und 29,473 Mitgliedern an. Von den Mitgliedern sind 15,015 eigentlich thätig. Außerdem sind 2598 Zöglinge vorhanden und zu der Kreiskasse steuern 26,650 Mann. Vorturner zählt der Kreis 1691. Auf die einzelnen Gaue vertheilen sich die Vereine bezw. Mitglieder so: Aachener Gau mit 27 Vereinen und 1618 Mitgliedern; München=Gladbacher=Gau mit 14 Vereinen und 1906 Mitgliedern; Niederrheinischer Gau mit 20 Vereinen und 2335 Mitgliedern; Sieg=Rhein=Gau mit 21 Vereinen und 2090 Mitgliedern; Ruhrgau mit 30 Vereinen und 3356 Mitgliedern; Wupperthaler=Gau mit 10 Vereinen und 1390 Mitgliedern; Bergischer=Gau mit 14 Vereinen und 1134 Mitgliedern; Niederbergischer=Gau mit 10 Vereinen und 483 Mitgliedern; Nordbergischer=Gau mit 10 Vereinen und 1007 Mitgliedern; Aggerthaler=Gau:nit 6 Vereinen und 416 Mitgliedern; Märkischer=Gau mit 68 Vereinen und 5491 Mitgliedern; Siegerland=Gau mit 15 Vereinen und 1330 Mitgliedern; Hellweg=Märkischer=Gau mit 39 Vereinen und 3374 Mitgliedern; Bochumer=Gau mit 22 Vereinen und 1802 Mitgliedern; Minden=NavensbergerGau mit 22 Vereinen und 1163 Mitgliebern und Lippescher Gau mit 8 Vereinen und 578 Mitgliedern. 62 Vereine führten Buch über den Turnbesuch; 21 Vereine turnten im Winter nicht. 12 Vereine besitzen eigene Turnplätze, 18 eigene Turnhallen; 40 benutzen Schulturnhallen. Die Zahl der Gauturnstunden im letzten Jahre betrug 84 mit durchschnittlichem Besuch von 537 Theilnehmern; außerdem wurden in sechs Gauen, die in 22 Vorturnerbezirke eingetheilt sind, 101 Bezirksvorturnerstunden mit durchschnittlich 152 Theilnehmern abgehalten. In den einzelnen Vereinen war die Gesammtzahl der Vereinsvorturnerstunden 2999. Wenn diese Zahlen in Verbindung mit den schönen Festen, die in den letzten Jahren geseiert worden sind nur einerseits zeigen, welch' schönen Aufschwung die gute Sache genommen, so bleibt doch anderseits noch Manches zu thun übrig. Ueber 100 Vereine stehen heute noch dem Verbande fern. Das Wettturnen um Medaillen und dgl. wird noch immer fleißig cultivirt und die Verbandszeitung wird auch nicht in den gewünschten Exemplaren gehalten. Der Bericht schließt mit einem Gedächtnißwort für die Todten und einigen Dankesworten an alle diejenigen, welche sich um das Turnwesen innerhalb des Verbandes verdient gemacht haben. 2. Nach dem Kassenbericht hatte die Vereinskasse im abgelaufenen Jahre eine Einnahme von 2263 Mark 7 Pf. und eine Ausgabe von 1876 Mark 1 Pf. Als Rechnungsprüfer für das Jahr 1888 werden die seit zehn Jahren dieses Amt versehenden Herren Gippers und Schaaf=Crefeld wiedergewählt. 3. Auf dem Kreisturntage in Essen im Jahre 1880 sind alljährliche Zusammenkünfte der Gauturnwarte beschlossen worden. Diese Zusammenkünfte haben seit der Zeit stattgefunden: am 8. October 1881 in Barmen, am 9. September 1882 in Köln, am 22. September 1883 in Düsseldorf, am 27. December 1884 in Witten, am 10. October 1885 in Remscheid, am 17. April 1886 in Hagen, am 4. Juni 1887 in Essen und am 26. Juni 1888 in Crefeld. Bei diesen Zusammenkünften konnte es sich naturgemäß nicht um eigentliche turnerische Uebungen handeln, sondern die Verhandlungen hatten zunächst zum Zweck, eine Anzahl technischer Uebungen meistens in drei Stufen zusammenzustellen, dann eine einheitliche Turnsprache innerhalb des Kreisgebietes zu schaffen, Beurtheiler der Wettübungen heranzubilden und einige Fragen bezüglich der äußern Haltung beim Turnen zur Erledigung zu bringen. Auch mit der würdigen Vertretung des Turnkreises bei den großen deutschen Turnsesten beschäftigten sich die Gauturnwarte und faßten die Bildung einer Vorturner-Musterriege ins Auge. Der Gedanke mußte aber aufgegeben werden, weil die Vorturner räumlich zu weit auseinander wohnen. Auch wurden bei den betreffenden Gelegenheiten Vorträge gehalten, z. B. über die erste Hülfeleistung bei Unglücksfällen, und Turnbücher auf ihren Werth geprüpft und event. empfohlen. Die Zusammenkünfte sollen auch weiter stattfinden, aber mit Rücksicht auf verschiedene dabei interessirte Lehrer von jetzt an regelmäßig in den Herbst verlegt werden. 4. Der Punkt 4 der Tagesordnung„Errichtung einer Kreis=Unfallkasse" wird in Verbindung mit den Punkten 5— Antrag des Siegburger Turnvereins: Der Turntag wolle beschließen, daß vom 1. Jannar 1889 ab für jedes Mitglied jährlich 1 Pfennig durch den schäftsführer des Kreises zu Gunsten der Errichtung von Turnstätten erhoben und der Kasse der Ober=Turnbauschule in Bonn zugeführt wird"— und 10„Festsetzung dei Kreissteuer" zur Debatte gestellt. Die Frage der Er richtung einer Unfallkasse ist vor mehr als einem Jahre vom Ruhrgau angeregt worden, die directe Veranlassung dazu war ein Unglücksfall, der sich beim Harkortbergfest ereignete, durch welchen der davon betroffene Turner 17 Monate arbeitsunfähig gewesen ist. Von der Berufung eines außerordentlichen Turntages zur Erledigung der Angelegenheit hat der Nuhrgau Abstand genommen, dagegen wurde ein Ausschuß gewählt, der die Sache vorarbeiten sellte. Das ist denn geschehen, leider ist aber das von den einzelnen Gauen geforderte Material nicht eingegangen(nur der M.=Gladbacher Gau hat der Aufforderung Folge geleistet), und so fehlte den Arbeiten des Ausschusses die eigentliche Grundlage. Heute beantragte derselbe Ablehnung des Duisburger Antrages, weil er nicht glaubt, daß eine pflicht mäßige Versicherung der Turner sich durchführen lasse und dann auch in Rücksicht auf die größtentheils aus Arbeitern bestehenden Vereine, deren Mitglieder ja durch die bestehenden Kranken= und Unfall=Kassen geschützt seien. Es wird nun zunächst die Frage aufgeworfen, ob und in wie weit die bestehenden Kranken= und Unfallkassen für einen verunglückten eingeschriebenen Turner haftpflichtig sei. Von ärztlicher Seite besonders wird die Befürchtung ausgesprochen, die Krankenkassen würden sich, in Rücksicht auf ihre meistens schlechte finanzielle Lage und gestützt auf den Selbstverschuldungsparagraphen der Unterstützung verunglückter Turner zu entziehen suchen. Diesen Befürchtungen werden aber Entscheidungen der Behörden entgegengestellt, nach welchen die Krankenkassen gegenüber einem verunglückten Turner ebenso zur Unterstützung verpflichtet sind, wie bei jedem andern eingeschriebenen Kranken, daß aber die Unfall=Berufsgenossenschaften in keinem Falle haftpflichtig gemacht werden können. Der Vertreter des Ruhrgaues empfiehlt Annahme des Antrages, weil 1. mit den in andern Kreisen schon bestehenden Kassen sehr gute Erfahrungen gemacht worden seien, 2. weil durch schwere Unglücksfälle die Turner oft in die traurigste Lage kämen, da, wie das aus dem M.=Gladbacher Gau eingegangene Material hervorgehe, in den meisten Fällen mehr als die Hälfte derselben keiner Krankenkasse angehöre, 3. weil durch die Errichtung einer solchen Kasse das turnerische Leben innerhalb des Kreises gefördert werde, und 4. weil die zu leistenden Beiträge sehr gering und der Ruhrgau die gegen die Errichtung geltend gemachten Bedenken nicht theilen könne. Nachdem von anderer Seite noch die voraussichtlich niedrige Kassenleistung betont und auf die möglichen Streitigkeiten hingewiesen worden, wird zur Abstimmung geschritten. Der Vorsitzende hat den zu fassenden Beschluß so formulirt:„Der Turntag beschließt, für heute die beantragte Errichtung einer Unfallkasse abzulehnen". Die Abstimmung ist eine namentliche und ergibt die Ablehnung des Nuhrgauer Antrages mit 134 gegen 63 Stimmen. Der Wortlaut des Beschlusses läßt ein späteres Zurückkommen auf die Sache zu.— Der Antrag Siegburg bezweckt in erster Linie, die Turnvereine von den Wirthschaften unabhängig zu machen und die Errichtung eigener Turnstätten zu ermöglichen; von den schwer belasteten Gemeinden könne man die Erbauung von Turnhallen u. s. w. nicht verlangen. Gegen den Antrag wird geltend gemacht, daß die kleinen Orte für ihre Leistungen niemals etwas zu erhoffen hätten. Nachdem schon ein aus der Mitte der Versammlung gestellter Antrag, den von Siegburg geforderten Satz von einem Pfennig auf zwei zu erhöhen, abgelehnt worden, wird auch der Antrag Siegburg mit kleiner Mehrheit abaelehnt, dafür aber ein Antrag des Crefelder Gauvertreters angenommen; derselbe lautet:„Der Kreisturntag ermächtigt den Kreis=Ausschuß, in den Jahren, in welchen die Kreiskasse mit einem erheblichen Ueberschuß abschließt, nach seinem Ermessen bis zu 100 Mark an die Turnbauschule zu zahlen. Ferner wird der Kreis=Ausschuß beauftragt, an die Kreisvereine die Aufforderung ergeben zu lassen, sich mit einem jährlichen oder einem einmaligen Beitrage an der deutschen Turnbauschule zu betheiligen. Von diesen Beschlüssen sind die Kreisvertreter der andern Kreise in Kenntniß zu setzen und dieselben zu bitten, in gleicher oder ähnlicher Weise die Turnbauschule oder die Stiftung zur Errichtung deutscher Turnstätten zu unterstützen." Dieser Beschluß deckt sich mit den in dieser Angelegenheit im vorigen Jahre auf dem deutschen Turntag in Coburg gefaßten Beschlüssen.— Die Kreissteuer wird auf 8 Pf. pro Jahr und Mitglied festgesetzt; es ist das der bisherige Satz. 5. Der Kreis=Ausschuß beantragt, dem§ 10 des Grundgefetzes den Zusatz zu geben:„In den Jahren, in denen ein Kreisturntag stattfindet, fällt diese Verpflichtung in Bezug auf die Gauvertreter weg.“ An diesen Antrag schließen sich zwei Anträge des Gauvertreters Gippers=Crefeld (Punkt 9 der Tagesordnung): Dem§ 6 des Grundgesetzes folgende Fassung zu geben: a Die ordentlichen Kreisturntage werden alle zwei(bis jetzt nur alle vier) Jahre abgehalten. Einen etwa erforderlichen außerordentlichen Turntag beruft der Kreis=Ausschuß; er ist dazu verpflichtet, wenn ¼6 der Kreisvereine einen solchen beantragen. b) Den§ 10, Absatz 4, dahin abzuändern,„daß der Kreis=Audschuß die Gauvertreter nur alle zwei Jahre, und zwar in den Jahren, wo kein Kreisturntag stattfindet, zu einer Versammlung zusammenberuft; es sei denn, daß er eine frühere Berufung für nöthig erachtet." Alle drei Anträge werden zusammen berathen. Gippers begründet seinen Antrag a so: Die öftere Abhaltung der Kreisturntage wird anregend wirken; die Feststellungen für die deutschen Turnertage können besser und sicherer gemacht werden; der turnerische Gedanke der jetzt mehr und fast einzig in den Gauen liegt, wird in den Kreis hinausgetragen und die Tagesordnungen für die Turntage werden ihre erschreckliche Länge verlieren.(Wenn das Letztere wahr würde, dann würde die„öffentliche Meinung" wie Herr Wilhelm Mummenhoff die Vertreter der Presse nennt, sich dem Antragsteller Gippers jedenfalls sehr verpflichtet fühlen, denn die heutige Tagesordnung hat zur annäherenden Erledigung blos sieben volle Stunden obne jegliche Pause erfordert. Anm. des Berichterstatters. Der Antrag findet auch Gegner, welche von der schnelleren Aufeinanderfolge der Kreisturntage einen schlechteren Besuch derselben fürchten und dann auch auf die größeren Ausgaben hinweisen. Wiederum in namentlicher Abstimmung wird zunächst der Antrag a des Gauvertreters Gippers mit 110 gegen 90 Stimmen angenommen; der Antrag b derselben Antragstellers soll dahin abgeändert werden, daß diese Verpflichtung(die Berufung der Gauvertreter), auf alle zwei Jahre wegfällt und die Berufung nur dann zu erfolgen hat, wenn der Kreis=Ausschuß dieselbe für unbedingt nothwendig hält. Der Antrag des Ausschusses (Punkt 6 der Tagesordnung) ist damit gegenstandslos geworden. 6. Die Punkte 7 und 8 der Tagesordnung enthalten zwei Anträge, die scharf in das turnerische Leben des Kreises eingreifen. Zunächst beantragt der Kreis=Ausschuß Streichung des Schlußsatzes in§ 10 der Tagesordnung des Kreisturntages zu Crefeld im Jahre 1884, lautend:„Ausnahmsweise und in besonderen Fällen kann der Kreis Ausschuß die Genehmigung zu einem Preis= oder Wetturnen um Medaillen oder Werthgegenstände ertheilen." Bei der damaligen Fassung dieses Zusatzes hat der Ausschuß an besondere Veranlassungen gedacht: 25jährige Stiftungeseste und dergleichen. Im übrigen hat er den§ 10 der Cie felder Tagesordnung scharf gebandbabt und drei Vereine des Wupperthaler Gaues, welche gegen denselben gefehlt, aus dem Kreise gestrichen. Weitere Fälle sind ihm amtlich nicht mitgetheilt worden; wohl aber ist es allgemein bekannt, daß besonders im Bochumer Gau die„Preis=Bum melei" und der„Medaillen=Schwindel" in schönster Blüthe stehen Um nun diesem Unwesen wenigsten sunter den Kreis Vereinen einmal gründlich ein Ende zu machen, stellt der Turnverein Bochum im Anschluß an den Beschluß des deutschen Turntages in Coburg den Antrag:„Das Turnen innerhalb des 8. Turnkreises um Medaillen und sonstige Werthgegenstände ist streng zu untersagen und sind zuwiderhandelnde Vereine nach einmaliger Verwarnung aus dem Kreise zu streichen." Antragsteller Mummenhoff fordert energisches Vorgehen und sofortige Aufnahme dieser Bestimmung ins Grundgesetz. Heickmann beantragt den Wegfall der Verwarnung Spennemann will das Mitführen irgend welcher Abzeichen, sei es an der Fahne oder sonst wo, ebenfalls untersagt haben und Walde beantragt schließlich noch die sofortige Streichung auch derjenigen Vereine, welche sich an solchen Wettturnen bethei ligen. Die Abstimmung ergiebt die fast einmüthige Annahme des Antrags Bochum mit sämmtlichen verschärfenden Unterantragen. Von diesem Beschluß soll den Kreisvereinen sofort Mittheilung gemacht werden. 7. Der Antrag des Turnvereins Wehringhausen: Den § 9 des Grundgesetzes wie folgt abzuändern:„Der Kreis Ausschuß besteht aus 1. dem Kreisvertreter; 2. dem Geschäftsführer; 3. dem ersten Kreisturnwart; 4. dem zweiten Kreisturnwart und 5. einem Beisitzer, und wird von dem Kreisturntag mit vierjähriger Amtsdauer gewählt," wird nach kurzer Debatte angenommen. 8. Der Antrag des Turnvereins Eintracht=Dortmund zu§ 18 der Turnfest= und Wettturn=Ordnung:„daß beim Muster=Riegenturnen die drei besten Riegen durch eine Ehren=Urkunde ausgezeichnet werden" und die Vorlage einer neuen Muster=Niegen=Ordnung(Punkt 11 und 12 der Tagesordnung) werden auf Vorschlag des Herrn Mummenhoff für den nächsten Turntag zurückgestellt. 9. Nach einer Bestimmung des Grundgesetzes muß der Ausschuß in solchen Jahren, in denen kein Turnfest stattfindet, irgend eine Turnfahrt, ein Wettturnen oder dergl. veranstalten. Um dieser Bestimmung zu genügen, hat der Ausschuß beschlossen, das am 12. Aug. d. J. stattfindende Harkortbergfest zu einem Kreis=Volkswettturnen mit Sechskampf zu erheben, und die Ausfühung des Festes den umliegenden Gauen: Wupperthaler, Bochumer, Märkischen und Hellweg=Märkischen übertragen. 10. Der langjäbrige bewährte Kreisvertreter, Herr Schloer=M.=Gladbach wird durch Zuruf einstimmig wiedergewählt. 11. Die Wahl der übrigen Kreis=Ausschußmitglieder fällt auf Herrn Efels=Crefeld(Geschäftsführer), Schröter=Barmen(erster Turnwart), Meyer=Wehringhausen (zweiter Turnwart) und Heinrichs=Detmold(Beisitzer). 12. Die Wahl von 12 Kampfrichtern und deren Stellvertreter für's nächste deutsche Turnfest in München wird dem Ausschuß überlassen. 13. Der Vorsitzende bringt das deutsche Turnfest, welches voraussichtlich im nächsten Jahre in München stattfindet, in Erinnerung und bittet um recht zahlreiche Betheiligung. Um über den Kostenpunkt leichter hinweg zu kommen, empfiehlt ei die Biloung von Reisesparkassen. Damit ist die Tagesordnung endlich erledigt und dem knurrenden Magen kann sein Recht werden. Ein Mittagessen konnte man das gegen fünf Uhr beginnende Festessen kaum mehr nennen und gar manche der Herren Vertreter mußten darauf verzichten, weil sie die Heimreise antreten mußten. Für diese war der Kreisturntag einzig ein Tag ernster Arbeit und für alle war die Zeit zum Vergnügen sehr knapp bemessen. Wahrlich, es gehört die ganze hingebende Liebe an die Sache der deutschen Turnerschaft dazu, das zu leisten, was der VIII. deutsche Turnkreis hier heute geleistet hat. Möge aus der treuen Arbeit Segen erblüben, Segen für den Kreis, für die vertretene Sache und für unser ganzes deutsches Vaterland! In diesem Sinne ein freundliches „Gut Heil!" Provinzielle und vermischte Nachrichten. * Bochum, 10. Juli. Die Benutzung von Postwerth zeichen nach ihrer Entwerthung zur Frankirung einer Sendung, gleichviel ob mit oder obne Vertilgung des Entwerthungszeichens, ist nach einem Urtheil des Reichsgerichts, aus§ 275 des Str.=G.=B. betr. die Anfertigung und Verwendung unechter Freimarken, nicht zu bestrafen, den Thäter trifft vielmehr nur die im§ 27 Z. 3 des Reichs=Postgesetzes vom 27. Oct. 1871 vorgeschene Defraudationsstrafe. Ebensowenig ist als Fälschung von Freimarken zu erachten die Zusammensetzung von Stücken verschiedener beschädigter Postfreimarken zu einem anscheinend eine unbeschädigte Freimarke darstellenden Ganzen. *— Die königliche General=Lotterie=Direction zu Berlin warnt in einer Bekanntmachung vor dem Ankauf von Antheillosen bei solchen Losbändlern, welche sich als LotterieComptoir, Lotterie=Einnahme und dergl. bezeichnen. Die Preise solcher Antheillose übersteigen erheblich die im Lotterieplan vorgesehenen Loose, außerdem werde der Preis noch dadurch erhöht, daß die Verkäufer hohe Gewinnabzüge für sich ausbedingen. Solche Antheilscheine begründeten niemals Ansprüche an die Lotterieverwaltung. Ferner wird in besagter Bekanntmachung darauf aufmerksam gemacht, daß solche Loosantheitschein=Verkäufer oft Antheile verkaufen, die sie gar nicht besitzen, und endlich darauf bingewiesen, daß die echten Loose stets den Stempel„Kön. Pr. Gen.=LotterieDirect.“ tragen und die Königl. Lotterie=Einnehmer allemal sich als„Königliche Lotterie=Einnehmer" oder„Königliche Lotterie=Einnahmen" bezeichnen. +— Am Sonntag wurde eine Ladengehülfin hinter Schloß und Riegel geführt, die sich ihrem Prinzipal gegenüber dadurch des Vertrauensbruchs in gröblicher Weise schuldig machte, daß sie Geldbeträge unterschlug und zu ihren Gunsten verwandte. Ebenso erbarmte sich die bl. Hermandad eines ungeschlachten Menschen, der, auf der Hochstraße rendalirend, sich auch in Thätlichkeiten gegen einen Bahnbeamten erging und führte ihn zum bekannten Hotel. Witten, 9. Juli. Gestern Nachmittag fiel ein 13jähriger Knabe beim Spielen in der Pferdebach so unglücklich, daß er den rechten Arm brach. Wir registriren diesen Unfall, um die Eltern und Lehrer auf das ungezügelte Spielen unserer Jugend wiederum aufmerksam zu machen und gleichzeitig den Gebrauch der Ruthe zu empfehlen, wo Ermahnungen nicht ausreichen. a. Wattenscheid, 8. Juli. Der Luftschiffer Securius, in dessen Begleitung sich der Kausmann Herr Pokorny von Gelsenkirchen befand, ließ gestern Abend gegen 7 Uhr seinen Luftballon, mit dem die Herren vom Kaiserplatze zu Gelsenkirchen aus aufgefahren, wegen Windstille in Sevinahausen nieder. In kurzer Zeit füllten Tausende von Menschen die Wiese des Herrn Schulte=Herveling, wo der Ballon niedergegangen war. Nach Verlauf einer halben Stunde wurde der Ballon auf einen Wagen geladen und in der Gestalt eines zusammengeschlagenen Tuches nach Gelsenkirchen transportirt. * Dortmund, 9. Juli. Ein betrübender Unfall ereignete sich am Samstag Nachmittag in dem Hofraume der Cordes'schen Wagenfabrik. Das vierjährige Söhnchen der Wittwe Cordes lehnte sich gegen eine größere Eisenplatte, welche umfiel und dabei das arme Kind so unglücklich traf, daß dasselbe nach kurzer eu in Folge der erbaltenen inner lichen Verletzungen verstarb. Wer vermöchte es, den Schmerz der armen Mutter, die vor wenigen Monaten erst den Gatten verloren, zu schildern. □ Steele, 9. Juli. Ein trauriger Fall ereignete sich gestern Morgen hier im Hochamte, indem die Frau S. von Freisenbruch, nachdem dieselbe erst vor 14 Tagen ihren Mann durch einen fast plötzlichen Tod verloren, vom Herzschlage gerührt wurde und gleich darauf eine Leiche war. Ein Glück ist es, daß die Ehe kinderlos ist.— Auch stürzte gestern ein Postbeamter in der Nähe der Ruhr mit einem Velociped so unglücklich, daß er den Arm zerbrochen hat.— Die Mitglieder des katholischen Kirchenvorstandes sind eingeladen, darüber Beschluß zu sassen, daß ehestens an der neuerbauten Kirche zu Horst ein eigener Geistlicher angestellt wird, da es für die Steeler Geistlichkeit bei der Größe der Pfarre zu aufreibend ist, auch noch dort den kirchlichen Dienst mit zu versehen. Außerdem wird auch noch über die nothwendige Erweiterung des Kirchhofes jenseits des Krankenhauses berathen werden * Solingen, 8. Juli. Die Section Solingen(oberer Kreis) des Bergischen Vereins für Gemeinwohl ladet zur Bildung einer gemeinnützigen Baugesellschaft auf Actien ein, welche den Zweck hat, billige und gesunde Arbeiterwohnungen zu schaffen, die dann zu billigen Preisen und leichten Be dingungen an Arbeiter abgegeben werden sollen. Das Grundcapital der Gesellschaft ist auf 80,000 Mark festgestellt und in Actien zu 400 Mark eingetheilt; das Capital kann jedoch durch Generalversammlungsbeschluß auf 300,000 Mark erhöht werden. *Barmen, 8. Juli. Wie die„B. Ztg.“ hört, sind zwei von den vier seitens der Stadtverordneten=Versammlung am 26. Juni gewählten Mitgliedern des Stadtausschusses von der Regierung beanstandet worden. Politische Gründe dürften hierbei nicht vorliegen, meint das Blatt * Düsseldorf, 7. Juli. Die Herren Rechtsanwälte versammeln sich, dem„D. Vbl.“ zufolge morgen zu einer Oesprechung darüber, ob es nicht angemessen erscheint, an Sonnund Feiertagen die Bureaus für den Verkehr mit dem Publikum geschlossen zu halten, damit auch das Bureaupersonal seinen unverkürzten Sonntag genießen kann.— Die 56. Generalversammlung des landwirthschaftlichen Vereins für Rheinpreußen, verbunden mit einer Ausstellung des Gauverbandes„Düsseldorf“ für Pferdeschauen, und des Gauverbandes XVI. für Rindviehschauen, findet in den Tagen vom 9.—12. September in den Räumen der städtischen Tonballe hierselbst statt. * Ueber ein im Jahre 1799 eingerichtetes Krankenhaus in Düsseldorf, welches durch freiwillige Beiträge unterhalten wurde, gibt ein Bericht aus dem Jahre 1808 folgende Zahlen über Frequenz und Unterhaltung: Im ersten Jahre wurden nur 3 Kranke verpflegt und von da ab steigerte sich die Frequenz bis zum Jahre 1807 auf 154 Kranke. In den ganzen 9 Jahren wurden verpflegt 758 Kranke, von denen 131 starben. Die Einnahmen betrugen in den 9 Jahren 15,691 Rthlr. 51 Stüber, die Ausgaben 16,090 Rihlr 2 Stüber 4 Heller. Die Bevölkerung der Stadt betrug im Jahre 1801 eiwas über 12,000 Einwohner, die Außengemeinden batten zusammen 7500 Einwohner. 1827 betrug die Einwohnerzahl der ganzen Sammtgemeinde 27,064 Seelen mit den auswärtigen Ortschaften. * Gladbach, 8. Juli. Vor einigen Tagen ereignete sich auf einem Ziegelfelde in der Nähe der Neußerstraße ein Unglück. Ein Fuhrmann lieferte eine Fuhre Koblen auf der Ziegelstelle ab und bestieg sodann die Karre, um zurück zufahren. Ebe er von dem betrefsenden Grundstücke aus die Chaussee wieder erreicht hatte, scheute das Pferd und rannte auf den Ziegelplatz, gerade auf die Stelle zu, wo die Kinder der Arbeiter an der Hütte spielten. Beim Vorbeirasen desselben erhielt eines der Kinder einen Hufschlag in die Seite, wodurch eine schlimme Verletzung entstand; der Fuhrmann fiel von der Karre und erlitt einen Schenkelbruch. Das verletzte Kind ist gestorben. * Bonti, 9. Juli. Der Festcommers der ehemaligen Achtundzwanziger am 12. August wird großartig werden. Tas Infanterie=Regiment Nr. 28 ist ein rbeinisches und stammt aus der Grafschaft Berg; es kämpfte und wirkte tapfer mit an der Wiedererstehung des deutschen Reiches. Vorwiegend Söhne des Rbeinlandes stehen bei dem Regiment, dazu auch Elsaß=Lothringer. Die verschiedenen Garnisonen des Regiments sind: Köln, Aachen, Coblenz, Jülich, Diez, Ehrenbreitstein und Bonn * Neuwicd, 7. Juli. Da die Revision der Ziehungsliste der Neuwieder Krankenbauslotterie noch nicht beendet ist, wird die Liste erst kommenden Montag oder Dienstag im Druck erscheinen.— Am 16. und 17. ds. Mits. wird der„N. Ztg.“ zufolge im Hotel Stelting hier die 8. GeneralVersammlung des Rheinisch=Westfälischen Baugewerken=Verbandes tagen. * Leipzig, 8. Juli. Eine zu Anfang des vorigen Monats aufgenommene Statistik der hiesigen Buchdruckereien ergab in Leipzig=Stadt 78 und den nächstliegenden Vororten 25, in denen insgesammt 2140 Gehilfen und 504 Lehrlinge beschäftigt wurden. Arbeitslos waren zu jener Zeit 119 Gebilfen, als krank werden 67 und als invalid 73 derselben aufgeführt. Der Durchschnitteverdienst der einzeln nambaft gemachten Gebilfen=Categorie schwankt zwischen 23,14 und 25,29 M. Mehr als 30 M. werden in der Woche nur von 89 Gehilfen verdient. Das Durchschnittsalter der letzteren betrug etwa 29 Jahre. Im Betriebe der 103 Buchdruckereien werden gegenwärtig 566 Schnellpressen, 143 Hand= und 73 Tretpressen verwendet. * Stuttgart, 8. Juli. Im„St.=Anz." findet sich der officielle Vericht des Königl. Statistischen Landesamts über „die Ergebnisse des Weinbaues im Jahre 1887“ mitgetheilt. Von 22.273 Hectar Weinbaufläche überhaupt standen in Bearbeitung 18,299 Hectar(82.16 pCt.). Diese ergaben im Ganzen 303,912 Hectoliter Wein(mehr als das Dreifache des vorjährigen Ertrages). Von dem neuen Wein wurden 216,970 Hectoliter gleich 71 pCt. des Gesammtertrags unter der Kelter verkauft und zwar zum Durchschnittspreis von 44.47 Mark pro Hectoliter. Der Geldwerth des gesammten Weinertrags erreicht mit 13.382.451 Mark beinabe das Dreifache des Ertragswerths im Vorjahr mit 4.804,602 M. Auch stellt er sich noch etwas höher als im Jahr 1885 und reichlich um die Hälfte höber als der Durchschnitt von 1827-86 (8,549,105 M.). Mit einem höheren Geldwerth des Herbstertrags sind seit 60 Jahren nur 13 Jahrgänge zu verzeichnen. und Getreide= und Waarenmärkte. Neuß, 9. Juli. Weizen neuer hiesiger a 100 Kilo 1. Qu. 18,20 2. Qu. 17,50 Landroggen neuer, a 100 Kilo, 1. Qu. 18,00 2. Qn. 12.20 Gerste a 100 Kilo, Winter= 12,50 Sommer=—,— Buchweizen a 100 Kilo 15.— Haser» 100 Kilo 13.80 Aveel(Rübsen) a 100 Kilo—.— Rapsamen a 100 Kilo—.— Kartosseln a 100 Kilo 5,50 Hen a 500 Kilo 43,— Stroh a 500 Kilo 22,— Rüböl a 100 Kilo 49,50 saszweise 51,00 Preßkuchen a 1000 Kilo 118.— Kleien a 50 Kilo 4,80 * Köln, 7. Juli. Getreidemarkt. Weizen fremder loco 19,75 hies. loco 19,25, pr. Juli 18,00, pr. November 17,65. Roggen hies. loco 14,25, fremd. loco 14,75, pr. Juli 12.85, pr. Nov. 13,45. Hafer hies. loco 14,00 Rsiböl pr. 50 Kg., loco 49,60, pr. October pr. 50 Ka. 49,80. * Berlin, 7. Juli. Fruchtbörse. Weizen Juli=Aug. 167,00, Sept.=Oct. 167,75, Oct.=Nov. 168,25 M. Gek. 37,0006tr. Roggen Juli=Aug. 127 25, Sept.=Oct. 130.75 Oct.=Nov. 132,50 M. Gek. 27,000Ctr. Haser Juli=Aug. 117,00, Sept.=Oct. 117.00 M. Gek. 12,0006tr. Rüböl vorr. m. Faß 46,40, o. Fas 45,70, Juli 46,00, Sept.=Oct. 45,90 M. Gek. 000Ctr. Spiritus versienert vorr. 00,00, Juli 00,00 M. 70er vorr. 33,30, Juli=Aug. 32,80, Aug=Sept. 33,00, Sept.=Oct. 33.60, Oct.=Nov. 00,00 M. 50er vorr. 52,10, Juli=Aug. 51,4% Aug.=Sext. 52,00, Sept.=Oct. 52,50, Oct.= Nov. 00,00. M. Gek. 20,000l. Petroleum vorr. 22,90 M. Gek. 0000 Ctr. Getreide war heute flauer, besonders ist auf Erund unvortheilhafter Depeschen aus Nordamerica und Oesterreich=Ungarn Weizen anfänglich wesentlich billiger verkauft worden; die Haltung befeitigte sich später, doch hat Weizen geserigen Standpunct nicht wieder erreicht, während Noggen den kleinen Rückschritt vollständig einholte. Hafer blieb sehr still. Rübol hat sich behauptet. Spiritus ohne wesentliche Aenderung und in höchst beschränktem Verkehr * Magdedurg, 7. Juli. Zuckerbericht. Kornzucer, ere 96%, Kornzucker, excl., 92% 24,00, Kornzucker, ercl., 88° Rendem. 23,00, Nachproducte excl., 75° Rendem. 16,70. Fest. Gem. Rassinade mit Faß 28 25. Gem. Melis I. mit Faß 26.75.„ Rohzucker I. Product Transito s. a. B. Hamburg pr. Juli 14.10, bez. u. Br., pr. August 14,1“ bez. u. Br., pr. Oktober=December 19 07 bez. u. B.., pr. November=December 12.50 bez. Fest. • Breslan, 7. Juli. Getreidemarkt. Spirilus pr. 100 Lit. 100% excl. 50 M. Verbrauchsabgaben pr. Juli=Aug. 50.00, de. pr. August=September 50,70, do. Sept.=Oct. 51.00, do. do. 70 M. Verbrauchsabgaben pr. Juli=Aug. 81,20. Roggen pr. Juli=Ang. 120,00, pr. Juli=Außust 000,00, pr. September=October 197,06. Rüböl pr. Juni 46,50 pr. September=October 46,50. Zink umsatzlos. — Bletter: Bewölkt. * Mnken. 7. Juli. Spiritus loco ohne Faß(50er) 60.00, do. do.(70er) 31,00, do. do. mit Verbrauchsabgabe von 70 Mk. und darüber 81,00.— Geschäftslos. * Stettin, 7. Juli. Getreidemarkt. Weiten ruhig, loco 160 bis 166, pr. Juli=Aug. 167,00, pr. September=October 169.30. Roggen ruhig, loco 117 bis 122, pr. Juli=Aug. 128,00, pr. September=October 126,50. Pommerscher Hafer loco 116 bis 119. Nüböl matt, pr. Juli=Aug. 46,00, Sept.=Oct. 46.00. Spiritns loco ohne Faß mit 50 Mk. Konsumsteuer 51.30, mit 70 Mk. Konsumstener 32.20, pr. Juni=Juli mit 70 Mk. Konsumsteuer 32,60, pu. August=September mit 70 Mk. Konsumsteuer 00.00. Petroleum loco verzollt 11.25. * Hamburg, 7. Juli. Getreibemarkt. Weizen loco slan holsteinischer loco 170 bis 174. Roggen loco flau, mecklenburgischer loco 134 bis 188, russischer loco flau, 85 bis 92. Hafer still. Gerste still. Rüböl matt. loco 45½. Spiritus still, pr. Juli— Br., prr Juli=August 21 Br., pr. Augnst=Sepiember 21½ Br., September=October 22 Br. Kafsee ruhig. Umsatz 2000 S. Petroleum behauptet, Standard white loco 6.70 Br., 6.60 Gd., pr. August=December 7,00 Br.— Wetter: Bedeckt. *Bremen, 7. Juli. Petroleum.(Schlußbericht.) Standard white loco 6.70 Br. * Hamburg, 7. Juli. Kassee(Schlußbericht) good average Santos pr. Juli 61, pr. Aug. 64, pr. September 59½, pr. 54½. Ruhig. * Hamburg, 7. Juli. Zuckermarkt. Rüben= Rohzucker 1, Product Basis 88% Rendement frei an Bord Hamburg pr. Imml 14,00. pr. Juli 14,05, pr. August 14,00, pr. Nov.=Dez. 12,45. * Wien, 7. Juli. Getreidemarkt. Weizen pr. 7,53 Gd., 7,58 Br., pr. Frühjahr 1889 7 67 Gb., 7,92 Br. Roggen pr. Herbst 6,13 Gd., 6,18 Br., pr. Frühjahr 1889.,35 Ed., 6,40 Br. Nais pr. Juli=Ang. 6,70 Gd., 6,75 Br., pr. Mai=Juni 1883 6,55 Gd., 6,60 Br. Hafer pr. Herbst 5,70 Gd., 5,75 Br., pr. Frühjahr 1889 5,92 Gd., 5,97 Br. Antwerpen, 7. Juli. Petroleummarkt(Schlußbericht.) Raffinirtes, Type weiß loco 16¼ bez. u Br., pr. Juli 16½ Br., pr Ang. 16% Br., pr. September=December 16% Vr. Fest. *Antwerpen, 7. Juli. Getreidemarkt.(Schlußbericht.) Weizen beh. Noggen unb. Hafer still. Gerste flau. * Amsterdam, 7. Juli. Getreidemarkt. Weigen auf Termin unverändert, pr. Mai 000, pr. November 193. Roggen loco sest auf Termine unverändert, pr. Mai 000, pr. October 103. Raps pr Frühjahr—.—. Rüböl loco 25, pr. Mai——. pr. Herbst 24%. Anisterdam, 7. Juli. Java=Kafsee good ordinary 86¼ * Havre, 7. Juli. Kassee good average Santos pr. Iub 74 50 pr. September 68,00 pr. December 64,75. * London, 7. Juli. 96% Javancker 15% fest, Rüben=Rohzucker 14 sest. * London, 7. Juli. An der Küste angeboten 10 Weizenledung. - Wetter: Bewölkt. * Liverpool, 7. Juli. Baumwolle. Umsatz 8000 B., davon für Spekulation und Export 1000 B. Stetig. Middl. amerikanische Lieferung Juli=Aug. 519. * New=Pork, 7. Juli. Waarenbericht. Baumwolle in NewPork 10¼, do. in New=Orleaus 9¾. Raff. Petroleum 70% Albel Test in New=York 7½ Gd. do. in Philadelphia 7½ Gd., Rohes Petroleum in New=York— D. 6½ C., do. Pipe line Certificats— D.73. C. Mehl 2 D. 95 C. Rother Winterweizen loco 88% pr. Juni 86¼, pr. Juli 863, pr. December 91½. D.—.— Mais(New) 53½. Zucker(Fair refining Muscovados) 4% Kafsee(Fair Nio) 15. Rio Nr. 7 low ordinary pr. Juli 11,27 do. do. pr. Sept. 9,95. Schmalz(Wilcox) 8,40, do. banks 8,35, do. Rohe& Brothers 8,40. Speck—,- Getreidefracht 2. Berliner Coursbericht vom 7. Juli 1888. Die Abschwächung an der gestrigen Börse schien wieder vollständig überwunden zu sein, nachdem die Reiselustigen ihre Engagements abgewickelt und Berlin verlassen haben. Die hiergebliebenen Spekulanten traten zum Beginn des heutigen Fondsmarktes mit aller Kraft ein, u. so begann sich denn die Hausse von Neuem in Bewegung zu setzen; es herrschte auf allen Gebieten ziemlich reger Verkehr, bei fast allseitig höheren Coursen, namentlich gowannen Russen=Noten wieder bedeutend; man saßt das augeublickliche Verhältniß zwischen Deutschland u. Rußland sehr günstig auf. Von frd. Börsen meldet Wien fest, London schwach.— Banken fest u. höher, Geschäfte nicht bed. Oesterr. Bahnen belebt. Elbethal fest und in großen Posten gehandelt. Schweizer Bahn gut beh. Heim. Bahnen schwächer anfangend später belebt u. steigend. Frembe Renten fester. Ungarn mäßig belebt. Montanwerthe fest und Industriepapiere ruhig. Schluß fest. Privatdiscont 1½ pEt. siill. In In= u. ausländische Fonde. Deutsche R.=Anleihe 4% 108,00 8½% 103.10 Pr. Konsol.=„ 4% 107,10 „„ 3½% 104.10 St.=Sch.=Sch. 3½% 102,00 Präm.=Anl. 1855 3½% 153,00 Braunschweig. 20=Thlr. 9le 97,10 öln=Mind. Pr.=Anleihe 135,90 gyptische Anleihe Ocsterr. Goldrente " Silberrente Nuss. Anleihe 1877 " 1880 „„ 1804 „ Orient=Anl. III Ungarische Goldrente. 4% 4% 4½% 4¼% 5% % 84.60 92.00 66,10 67.50 101,25 83.90 97.50 59,40 83,25 104.90 70,60 106,50 142.75 86,30 131,00 77,80 94,75 67,40 38,75 19 Eisenvahn=Stanem=Aktien. Dortmund=Gron.Enscheder 84,30 Mainz=Luowigohafener Marienburg=Mlawka Ostpreußische Südbahn Amsterdam=Rotterdam Gal.(Karl=Ludw.=Bahn)gar Gotthardbahn Krp. Rudolfs=Bahn gar. Oesterreichische Staatsbahn „ Nordwesib. Oesterr. Südbahn(Lomb.) Eisenb.=Prior. Obligationen B.=Märk. III. Serie 9½% 101,70 „ VII.„ 4% 103,50 „ VIII.„ 4% 103,50 „ IX.„ 4% 103,60 K.=Mind. VI. Em. 4% 103,40 VII. Em. 4% 103,40 Mainz=Ludwigsh. 1881 4%—.— Rheinische 4% Gal. K.=Ludw.=B.gar. 4½% Ocst. Nordwestb. gar. 5% Südost=B.(Lom.) 100F. 8% Charkow=Asow gar. 5% Kursk=Charkow gar. 5% Mosko=Rjajan gar. 4% Warsch.=Wien. VI. Em. 5% Bank=Aktien. Amsterdamer Bank Barmer Bankverein Berg.=Märk. Bank Berl. Handelsgesellsch. Danziger Privatbank Darmstädter Bank Deutsche Bank Disconto=Comm. Dortmunder Bankverein Dresdener Bank Essener Kredit=Anstalt Oesterr. Kr.=A. pr. St. 81,10 87.20 60,10 96.40 96.25 92.00 103,70 116.75 166.75 151.10 165.75 215,00 134.25 108,80 159,50 Preuß. Ctr.=Bodenkr. 40% 141.00 „ Hyp.=Akt.=Bk. 107.25 Reichsbank 199.50 Schaafh. Bank=Verein 96,25 Westfäl. Bank 108,60 Industrie=Aktien. Aachen=Höngen 21,75 Annener Gußstahl 99.00 Aplerbecker Bergban 97,25 Arenberg. Bergw. 195.25 Verzelins Bergw. 118.75 Bielef. Spinnerei Vorwärts 119,00 Bochumer Bergw. A. 48,75 Bochumer Gußstahl 163,75 Bonifazius Bergw. 82.00 Vorussia=Bergw.— Commerner Bergw. 18,00 Dortm. Union=St.=Pr. 75.25 Dortm. Bergw.=St.=Pr. 23.00 Dortm. Aktienbrauerei 343,00 Dortm. Unionbranerei 267,50 Eschweiler Bergw. 77.10 Gelsenkirchener Vergw. 126.60 Hag. Gusistahl=Fabr. 97,75 Harkort Brückenbau—.— Harpener Bergb.=Ges. 104,25 Hib. u. Shamrock 105.50 Hörder Hütte, alte 91.10 „„ konv. 62.60 " Stamm=Prioritäten 116.50 Köln. Bergw.=Verein 118,25 Köln=Müsener Beraw. cv. 75.00 Laurahüitte 110,10 Luise=Tiefbau 70,00 M.=Wstf. Bgw.=Verein 135,75 Märk. Masch.=Anst. Mechernich Bergw. 254,00 Menden und Schwerte— Phönix Bergw. Lit. A. 94.50 „„ Lit. B. 30,00 Pluto, Bergw. 70.50 „" St.=Pr.=Akt. 101,75 Nh.=Westf. Ind. 111.75 Rhein. Stahl 167.25 Vulkan Bergw. 85,00 Westf. Draht=Inb. 90,10 Westf. Union St.=Pr. 147,90 Wurmrevier 89.00 Versicherungs=Gesellschaften Aachen=Münch. Feuervers. 9006 Colonia.„—— Elberselder„—— Gladbacher„ 900 Magdeburger„ 3990 Wechsel. Amsterdam k. Sicht 169,16 Brüssel u. Antwerpen„„ 90.70 London„„ 20,40 Paris„„ 80,76 * Frankfurt a. M., 7. Juli. Essecten=Soztetät.(Schluß). Creditactien 254½. Franzosen 186%, Lombarden 77, Salizier 178, Egypter 84 90, 4% ungar. Goldrente 73.30, 1880er Russen—.—, Gotthardbahn 130.70, Disconto Commendit 214 90. ° London, 7. Juli. Consols 99%, 187Jer Russen 97%. liener 96, Lombarden 7%, conv. Türken 14¾, 4% fundirte Amerikaner 129, 4% ungar. Goldrente 81%, österr. Goldrente 90, preup. Consols 105, 4% unisiz. Egypter 83¼, 5% privil. Egypter 101%, 3% garantirte Egypter 1027. Ottomanbank 11 1/6. Suezaktien 84, Spanier 72½. Petalle em. *Aeusterdan, 7. St“. Pancatirn 55. 7. J i. Ehili=Kupfer 81, do. pr. 3 Monat 78. 7. Juli. ol.s.n. Shlu). Meixel numbers wertents 38 sy. 1½ d. * Glasgow, 7. Juli. Die Vorräthe von Roheisen in den Stores belaufen sich auf 1.002.268 Tons gegen 894,432 Tons im vorigen Jahre. Zahl der im Betrieb befindlichen Hochöfen 82 gegen 88 im vorigen Letzte Posten und Telegramme. * Paris, 9. Juli. Bei der gestrigen Deputirtenwahl im Rhone=Departement erhielt Chepie, gemäßigter Nepublikaner, 37,133, Vaillant, Socialist, 17,011, Monteilhet, Radikaler, 10,747 Stimmen. Eine wahl ist nothwendig. Zweidrittel der Wähler enthielten sich der Abstimmung. 17 " Oeffentlicher Verkauf. Mittwoch, den 11. Juli er., Morgens 9½ Uhr, sich im Wirth Uhlenbruch= schen Saale: eine große Parthie emalllirter Haus= und Küchengeräthe, 3 Betten. 6 Bettstellen mit Matratzen, Kleiderschränke, 1 Commode. 2 An richten, 3 Tische, 2 neue Sprung herde. 1 Lafelhero, 1 Mantelosen 1 Regulator, 3 Taschenühren, 4 neile Spiegel. Beitbezüge, Bettspreiten, Taschdecken.| 3525 Willeke. Zwangsverkauf. Mittwoch, d. 11. Juli d. Vorm. 10 Uhr beginnend, werde ich in meinem Pfandlocale hierselbst, Humboldt= straße 83a: Sopha's, Sessel, Tische, Stühle, Comoden, Kleider= u. Glasschränke Spiegel. Bilder, Nähmaschinen. 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Stoodt gehörenden Wohnhauses Nr. 133 in Altenbochum und des dem Herrn Vorsleher Vierhaus gehörenden Hauses Nr. 150 in Wiemel hausen soll an den Mindestfordernden vergeben werden, Termin hierzu ist auf Freitag, den 13. Juli cr., Nachmittags 4 Uhr im Locale des Wirths Dickamp in Wiemelhausen anberaumt, wozu Unterneh hiermit geladen werden. Nöcker, Auctionator. Uebermorgen Ziehung! Mark, serner 10,000, 5000, 3 mal 3000 6 mal 1000, 10 mal 500 Mark r. baares (Geld ohne Abzug verloost unwiderruflich am 12. 40,000 Zul die Weseler Kirchbau-Geld-Lotterie. Loose hierzu a 3 Mark, für Zusendung incl. Liste 30 Pfg. mehr, Wwe. Gg. Traß, Hauptagentur, Bochum. offerirt Tapeten=Ausverkauf Bochum, Brückstraße 52, Größtes Lager, billiger wie Unentgeltlich versendet Anweisung zur Rettung von Trunksucht, mi auch ohne Vorwissen vollständig zu beseitigen. M. Falkenberg, Berlin, Dresdenerstr. 78. Viele Hundert, auch gerichtlich geprüfte Dankschreiben. Tricot=Taillen. !!Imense Auswah !!Auffallend billige P S. 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Kirsch. Zum Kapitel der Lauinen. Bon A. R. von Müllheim.(Schluß).— Meine erste Seereise. Von Main. Culturhi Geschichte aus Australien Englische Seligmacherel. Von Dr Ulrthcher von Dr. Adolf Heine.— Römisches Leben rische Scizze von Georg Schaaa.— Der Waldbrand. Eine Frische Lippstädter Wellen= Butter, per Pfund 90 Pfennig, Bayerische Süßrahm-Butter, per Pfund 1 Mark, empfiehlt Dreyer, Hernerstr. 10. Specialität: Rüschen, Bördchen, Handschuhe, Kinderkleidchen. Steis größtes Lager in Neuheiten. Anerkannt billigste Preise. J.& F. Biergaus, Bochum, Kortumstr. 20. Stolze'scher Stenographen-Verein Nach Zu der am Zonntag, den 15. Juli, Vormittags 10 Uhr, im Stadttneater(Steiner) stattsindenden(3526 KII. General=Versammlung des tenographen=Verbandes für Rheinland und Westfalen beehren wir uns hierdurch unsere Mitglieder und Freunde der Stolze'schen Stenographie sowie Anbänger anderer Systeme freundlich, einzuladen Vochum, im Juli 1888. Der Vorstand. Sonntaa, den 15. Juli 1888. dorm. 7 Uhr 36 M. Berg.=Märt. Bahnhef. Villets zu Mk. 4.10 bis Samstag bel 521) Schaefer, Rector. Vorromaeus-Verein. Die Bibliothek bleibt wegen Neolsion bis zum 5. August cr. geschlossen; während dieser Zeit müssen sämmtlich Bücher zurückgebracht werden. 3522 Schaefer. Rector. Kaufmännisch. Verein Abschiedsgruß! Unserem früheren Herrn Obersteiger Tengelmann Frankfurt(Main). Seit Bestehen(1865) bis 31. Mal d. J. 17,153 feste Stellen vermittelt, davon 1887: 1471, vom 1. Januar bis 31. Mal d. J. 699. Starke Nachfrage nach gut empfohleuem Personal für Comptoir, Laden, Lager und Reise aller Geschüftazweige. Nichtmitglieder 2 M. 50 Psg. für dreimonatliche Bewerbungsdauer. Prinzipale und Mitglieder gebührenfrei. wünschen wir bei seinem Abgange von der Zeche„ver. Carolinenglück“ herzliches Lebewohl! Stellenvermittelung. Leise ging von Mund zu Munde Durch die Belegschaft ein Geflüster, Als wir hörten jene Kunde, Die die Herzen machte düster. Bei schlechten wie bei guten Zeiten, Die er mit uns hat durchgemacht, Verstand er's, den Betrieb zu leiten Und handelte stets mit Bedacht. Balb wurd's lauter und es hieß Daß Obersteiger Tengelmann Für immer baldigst uns verließ.— Hierüber staunte Jedermann. Gedenken woll'n wir sein noch lange Wir, die von„Carolinenglück", Denn niemals wird uns angst u. bang Denken wir an— ihn zurück. Achtzehn Jahr' hat er geführet Stets sein Amt gewissenhaft, Und uns niemals überbürdet; Solches Thun ist ehrenhaft! D'rum sei ein freundliches Geschick Stets seines Lebens Leiter; Zufriedenheit und Glück Die treuesten Begleiter. Der unterzeichnete Verein gestattet sich. die christlichen kaufmännischen Prinzipale auf das Stellenvermittelungs=Bureau des Verbandes der katholischen kaufmännischen Vereine Deutschlands aufmerksam zu machen und bittet dieselben, bei eintretenden Bacanzen sich zwecks Besetzung derselben an den Vertrauensmann für Vochum, Herrn Carl Bannenberg in Bochum, wenden zu wollen. Bei brieflichen Anfragen wolle man jefl. eine Marke für Rückantwort beifügen. Vacanzenliste kann bei Herrn Banneuberg, sowie an den Vereins=Abenden m Vereinslocal eingesehen werden. Constantia, kath. Verein für Kaufleute und Beamte zu Bochum. Gewidmet von der Belegschaft der Zeche Carolinenglück“. G. mpfehle mich im Einsetzen künstlicher Zähne mit und ohne Gaumenplatte, Geraderichten schiefstehender Zähne, Zähneplombiren, Jähne=Reinigen, schmerz loses Nerventodten, sowie jede andere Zahnbehandlung. Auf Wunsch schmerzloses Zahnausziehen durch Lachgas. Achtungsvoll II. Schemmel, 3069) Friedrichstr. 33. Empfehle Kartoffeln, Hen, Stroh, zuu waggon= und suderweise billigsten Tagespreise. 1270 Spratte, Rottstraße Nr. 52. Gebr. Bohlmann, Königstr. 5. Kortumstr. 23. 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Wattenscheid nach Bochum 6.20 9.45 12.15 6.19. Essen nach Steele 6.01 6.33 7.32° 7.58 8.46° 10.03° 10.53 1.12° 1.45 4.06 4.42° 6.02 8.13° 9.45° 12.00. Steele nach Essen 5.41 6.17° 7.36 7.53 9.48 11.10° 12.09 2.02° 4.25 4.55° 6.15 7.41° 8.37 9.00 11.25°. Steele nach Vohwinkel 6.25 7.57° 11.35 2.02° 4.58° 6.16 6.43. Vohwinkel nach Steele 6.36 9.44° 1.02° 3.15° 5.10 7.54 10.20. Steele nach Hattingen 5.35 6.188 12 10.16° 11.10° 2.05° 4.38 6.30 8.41° 12.12°. Hattingen nach Steele 5.52 7.07° 8.37 9.13 9 48° 1.30° 4.06 5.33 7.40 9.30° Langendreer nach Dortmund 7.19 9.25“ 10.38° 11.39 1.52° 2.28 4.55 6.47 8.59° 16.23° 12.45. Dortmund nach Langenbreer 5.33° 7.04 9.00 11.20 1.09° 3.25 4.14° 5.26 7.00° 7.47 10.30° Langendreer nach Witten 6.45 7.30 8.19° 9.31° 11.43 2.31 4.11 5.29 6.48° 9.01° 10.58° 12.48.— Mit Ausnahme der Züge 4.11 7.30 10.35 und 12.38 Nachm. haben sämmtliche Züge Anschluß nach Hagen. Witten nach Langendreer 5.06 7.14 9.06 10.23° 11.23 1.13° 3.37 5.06 6.11 7.55° 10.40° 12.30°. Universal-Reinigungssalz, seit Jahren allgemein bekannt als das wirksamste u. billigste Hausmittel gegen Säurebildung. Aufstossen, Krampf, Verdauungeschwäche und andere Magenbeschwerden, ist in Originalpacketen von ¼ ½ ½ Pfd. echt u. unverfälscht zu haben in Bochum bei G. A. Fricke u. Emil Frings. 10.02 Bochum(Bahnhof) nach Riemke=Wanne 1.05 4.37° 6.34 8.08 9.55 11.54° 1.46 4.45 7.05 9.26°. Bochum(Gußstahlfabrik) nach RiemkeWanne 1.12 4.44° 6.40 8.14 12.01° 1.53 4.53 7.13 9.33° Riemke nach Wanne 1.18 4.50° 6.46 8.20 10.08 12.07° 1.59 4.59 7.20 9.39°. Eickel nach Wanne 1.24 4.56° 6.51 8.25 10.14 12.12° 2.05 5.05 7.26 9.45°. Riemke nach Herne 6.47 8.21 10.11 12.06° 2.02 5.00 7.22. Herne nach Riemke 7.09 8.42 10.35 12.27 3.12 5.25 7.47. Wanne nach Riemke=Bochum 5.16 7.08 8.43 10.35 12.30° 3.15 5.23 7.48 10.10° 11.07. Eickel nach Riemke=Bochum 5.25 7.15 8.51 10.44 12.39° 3.24 5.32 7.56 10.19° 11.16. Riemke nach Bochum 5.31 7.21 6.57 10.50 12.45° 3.30 5.39 8.02 10.25° 11.22. Abonnements=Anmeldungen, Insertionsund Druck-Aufträge nimmt Her H. Klein, Eickel, für uns entgegen. Märkische Vereinsdruckerci. Expedition der Westf. Volksztg. Wanne nach Recklinghausen=Münster 6.09 10.33 2.28§ 3.06° 6.0)° 10.15 1.361 §nur bis Wir machen die ver= — ehrten Inserenten darauf aufmerksam, daß Inserate bis (§ nur bis Recklinghausen). Münster nach Recklinghausen-Wanne 3.517 6.48 10.44° 3.31° 6.00 9.25. Wanne nach Oberhausen=Duisburg Deut Köln 5.08† 5.53† 6,00 8.34§ 11.175 12.21° 2.21 4.46° 6.07*§ 8.30 11.057 (§ bis Deutz.— 7 bis Duisburg). Rechtsrheinische Eisenbahn. Abfahrten von: Prösident nach Bochum=Langendreer 5.561 Langendreer nach Löttringhausen 9.10 9.52 10.53° 2.45 6.31 9.20 12.19. 12.18 3.05 5.15 7.00. Bochum über Wiemelhausen nach Weitmar, Löttringhausen nach Langendreer 6.56 6.15 12.05 4.35 7.10. 10.30 2.15 4.30 6.05. entsprechend früher, Weitmar über Wiemelhausen nach Bochum 6.59 12.50 5.22 7.45. Bochum nach Dortmund 6.02 9.58 10.58° 2.51 6.37 9.26 12.25 Dortmund nach Welver=Soest 8.10 10.32 8.53 1.80. Soest nach Welver=Dortmund 6.10 9.39 12.57 5.47. Dortmund nach Bochum 4.35 7.45 11.10 12.50% 2.42 6.30 8.20. Bochum nach Langendreer 6.02 9.50 9.58 10.58° 2.51 6.97 9.28 19.25 Die mit eitem" bezeichneten Die mit einem F bezeichneten Langendreer nach Bochum 4.54 7.36 8.04 11.29 1.09° 3.01 6.50 8.39 09° 3.01 6.50 8.39. Bochum nach Wattenscheid=Essen 5.05 8.16 11.40 1.20° 3.12 7.02 8.50. Präsident nach Wattenscheid=Essen 5.10 8.21 11.45 1.25° 8.17 7 08 8.55. Wattenscheid nach Essen 5.20 6.55° 8.81 11.54 1.35° 3.27 7.18 9.04. Essen nach Wattenscheid=Bochum 5.29 9.25 10.26° 2.18 6.03 6.48 11.51. Wattenscheid nach Bochum 5.45 9.41 10.42° 2 84 6.19 9.08 12.07. u Züge führen keine 4. Glasse mit. aufgegeben werden müssen, wenn dieselben in die am nächsten Morgen erscheinende Nummer aufgenommen werden sollen. Da wir oft in die unangenehme Lage kommen, Inserate wegen zu später Aufgabe zurückweisen zu müssen, so bitten wir dringend, vorstehende Mittheilung gena beachten zu wollen. Exped. der Wexf. Volksztz. nur 1. und 8. Classe. us den Reclamens und Inseratentheil berantwortlich Ludger Dilla in Bochum Das Abonnement für Allee= und Humboldtst Der Berlin, 9. ber Kaiser gestern d und den persönlichen Capitän zur See gegennahme von Vor hatten diese Vorträ welche der Kaiser an will. Die Fahrt zu sam von Statten ge bestehende Begleitung zollern" an Fahrges Der Landung an de kaum vor dem 18. d sollen daher dem Ka Familie und aus d Nach Petersburger Bord des Dampfers Vetter entgegenfahrer zenden Empfang sei Letzterer also wohl u gewagter erscheinend man vielfach an di geknüpft hat. Auf baran festzuhalten, hat und haben kann Deutschland und Ri Möglichkeit eines 2 und Frankreich vorzi zwischen Oesterreich 1 talischen Angelegenhei zu einem solchen Z keiner Seite angeru Staatsmänner ungel zu leisten pflegen. von St. Petersburg erklären lassen, daß derungen bezüglich de die„Kreuzzeitung“ t ablassen kann, daß di zu Auseinandersetzung Schwierigkeiten werde sast, als ob sie den mehr Geschicklichkeit zu sollte man doch meine kanzler in einer lang vollbringen können, s umdrehen gelingen kö dem Unterstaatssecreté sterium, Hrn. Studt, i ministerium an Stelle ernannten bisherigen haben sich zerschlagen nach Straßburg zuri sind diese Verhandlun tert. Die Stelle eine ministerium ist nämlic dotirt, als die gegenn burg bekleidete Stelle Cultusministerium für von Vortheil gewesen da Hr. Studt niema dem eigentlichen Wesvertraut zu machen schweigsamen Naturen 14) Am Ge Roman v Una wußte und fühlt eingetreten, dem sie halb nach dem alten Wege, de wandert, zurückzukehren. Schritt um Schritt ri Seele zurück, und mit n seltsame Scene. Was konnte es bedeut den jungen Mann ärger schmähte er ihn, und seiner Nähe? Ein trauriges, sehnsücdh während vor ihrer Seel des Jünglings und die tanchten. War es mögl ihr Vater ihn erklärt ha und so sprechen konnte, n tiefen, unbewußten Erröt ihren Füßen gelegen, die öffnet, die Stirne frei u Ihre Seele erfüllte e stimmbarer Schmerz. S sehen? Niel Traurig sich her. Noch schien die in ihrem Sommerschmud so dunkel; all' die Schör schien geschwunden bei der sehen werde. Leise erhob sie sich un kehrte sie zur Hütte zurüherein in das Zimmer schien es anders geworden fehlen. Auf diesem Stul schien sie aus einem Tr umwandte und dem eint Neugierig und fragend an. Nie hatte ihr Vater ihr auch nur einen ärger sie ohne die mindeste Fu er sprechen würde. In den Zügen des alt bruck; jede Spur der Leil